od; > US. Sonntag, btn 33. Mai 1890. 7. Jahrg. U s3 'I Hrgan für die Interessen der Arbeiter. _ a Mark, für das übrige Ausland d Mark pro Mona»._ Jnsertionsgebuhr beträgt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersaimnlungS- Anzcigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Bcuthstrahe 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festlagen bis 10 Uhr Vormittags geöffnet. ** Fernsprecher: Amt VI. Ur.«* Vednkkion: VeukhZkrntze S.— Expedition: DenkhikenZze 3. .7» Eirr Skevn inr ErUleWien. •""iicr"«''!'6»wohlgesinnte" Blätter können sich noch Bis m � beruhigen über Plaudereien des Fürsten KMj.,° � tk mit ausländischen und— huhu!— reichs- iürch{„ n Journalisten. Sie meinen, der Fürst habe da- trtdejs.» historischen Ninibus Abbruch gethan, und sie fo etmV■, fortgesetzt den freundschaftlichen Rath, doch �en?�lt wieder zu thun. Ob er diesen Rath be- Hol y- Schwerlich, denn wie sollte er nun auf ein- töiiLrju'ommen, von demselben Zeitungsgeschwister, das lfaet,?lZ anbetend vor ihm mit der Stirn im Staube ge- �»».k�weisungen und großväterlichen, guten Rath re» sm? � Wenn der Reichskanzler von so vielen an- z �.wuschen gering denkt, so ist Niemand schuld daran, h �Presse mit ihrer sklavischen Bewunderung. Des- wird der Reichskanzler wohl noch recht viel mit aus- >'Ichen Journalisten oder anderen passenden Persönlich- ."plaudern und sich über Vergangenheit und Gegen- � äußern. j. 5)Q{j liberale..Mannesseelen" darüber in Angst ge- hat vielleicht seinen Grund in der Befürchtung, I 7�% rinmal über sein Verhältniß zur national- ,_ etl, Partei in einer Unvrrblüuicheil fzjxedicn, i nnh" berufsmäßigen M i n i st e r a s p i r a n t e n 1 �nhon9 sehr schmerzlich werden könnte. 10% Leute— und zu ihnen rechnen auch si>>.M— die ein gutes Gewissen haben, können den ge- ka„>en historisch-politischen Feuilleton-Artikeln des Reichs- "ese**1 mit großer Gelassenheit entgegensehen. Wir halten Plaudereien'sogar für sehr nützlich, wenn sie »Hsxr Licht auf die dunklen diplomatischen Parteien et Zeitgeschichte zu werfen geeignet sind. Gu ist ja so schwer, einen Einblick in die inneren iittj ebe der hohen Politik zu bekommen. Wir müssen ''tfoh ben äußeren Erscheinungen richten, die inneren bleiben zum großen, oft zum größten Theil den » Derjenigen verhüllt, die nicht in den höheren staats- schtvif Regionen sich bewegen. Erst die Geschichts- liaiii späterer Zeiten bringen Aufklärungen und akten- "Hb Darstellungen; aber oft schleppen sich Jrrthümer %[c ilahchungen Jahrhunderte lang durch die Geschichte. Hg.s Schichte kann man ja auch kaum betrachten, was �oriographen und Machtanbeter und Streber im In- fthtK der jeweils herrschenden Gewalten zusammenge- Wü)-0*'1 haben. Darum wirkt es vortheilhaft für die StaJ- Erkenntniß im Allgemeinen, wenn solch ein �niann. der so lange am Ruder gewesen, sich ohne tuS»ertöten.) Fenillekon. [41 ♦»|nm Gluck der Danten." R o m a n v o n E ni i l e Z o l a. "torisirte Uebersctzung von Armin Schwarz. Nu c-s'.11' schon blieben ihnen einzelne Kunden ans und N Tnm.« sich, daß die Möbelablheilung beim„Glück >°schnft riosigen Erfolg habe. Es ivar vorbei: ein ."ach dem anderen wird verschwinden und eines �Nel s. �as„Glück der Damen" über oas ganze Stadt- cv'eilt Dach spannen. Sttu/ chciin am Morgen und am Abend die Tausend " des„Glücks der Dauien" ankamen und fort- k kihg'."ckdcten sie anf dem Gaillonplatz eine so lange o>vw ch*1 die Leute stehen blieben, nni sie anzuschauen, Ä-h.. m,. au ein vorbei dcfilircndcs Regiment betrachtet. ."Ire,, flüchten lang bcdccktcit sie alle Trottoirs und die in N»»..j�.re.t stehenden Krämer dachten an den einzigen ' den sie kaum mehr bezahlen und verköstigen N| 4a'(.Die letzte Inventur des Magazins, diese Ziffer Noh,.;.'lltoiieit Umsatz hatte die ganze Nachbarschaft N>is /"ks. Die Ziffer machte die Rnnde von Hans zu »Nh' gleitet von Ausrufen der Ueberraschung und der Nt ch. 40 Millionen! hat man jemals dergleichen gehört. "b m.'Leivinn macht sicherlich höchstens 4 Prozent aus, I N&tJT Leute haben ja ungeheure Geschäftskosten und T". ihr- Waare». Allein scchszehn Mal 100 000 Gewinn sind noch immer eine hübsche Summe: Ml.-..1! Rücksicht ausläßt über seine und Anderer Vergangenheit. Wenn dabei einige historische Figuren verblassen, die bis- her geglänzt— was kann das schaden? Die Wahrheit kann dabei nur gewinnen und das ist ja doch die Haupt- fache. Fürst Bismarck hat es bei der Beleuchtung seiner Vergangenheit und des Stücks Zeitgeschichte, das er mit- gespielt, nicht an Hervorhebung seiner Persönlichkeit fehlen lassen. Dennoch wird man sich, auch wenn man zu den Verehrern des Fürsten gehört, dem Eindruck nicht ent- ziehen können, daß die Figur des Staatsmannes nach seinen eigenen Darstellungen nicht so gewaltig und überragend erscheint, als die Lobhudler ihn darzustellen gewohnt sind. Einer dieser historischen Lobhudler, Heinrich v. Sybel, hat jüngst eine„aktenmäßige" Geschichte der Begründung des Deutschen Reiches geschrieben, die wohl nur so weit „aktenmäßig" ist, als sie zur Verherrlichung des Einsied- lers von Friedrichsruh dienen kann. In diesem Werk erscheint Bismarck als ein Riese gegenüber allen zeitae- nössischen Staatsmännern, die wie armselige und unfähige Knirpse dargestellt sind. In den Plaudereien des Fürsten selbst schrumpft die riesige Figur, die Sybel kon- struirt, merkl'ch züsti" len, wenn man aus dem eigenen Munde des �. wie nachgiebig er stets gegen Mußland' er gegenüber den englischen Slaatsmän. eui so großes Uebergewicht geltend machen konnte, wie seine Verehrer glaubten, und wie er auch den Franzosen gegenüber zanz anders verfuhr, als man gewöhnlich glaubte. Während v sagt, er hätte dem gefangenen Kaiser Napoleon III. kein Ehrenwort abnehmen mögen, daß er nicht entfliehen wölk, er,. t er zugleich, daß es im Jahre 1870 eine Militärxartei gegeben habe, welche den Franzosen weit mehr Land und Geld als Siegespreis und Kriegsentschädigung Hab: abnehmen wollen, als geschehen sei, und er sei nur mit Mühe über diese Partei Herr geworden. Das ist wiederum eine ganz andere Darstellung von der Rolle Bismarcks im Kriege mit den Franzosen, als seine Verehrer gewohnt sind.— So ließen sich eine Menge von Dingen anführen, die ein neues Licht auf die Umgestaltungen der letzten dreißig Jahre werfen.&)ie Anbeter des Fürsten hatten die Ereignisse, die sich an den Namen des Fürsten knüpf- ten, mit dem Nimbus des Wunderbaren und U n- vergleichlichen umgeben. Sie ließen die Thaten des„eisernen Kanzlers" in einem Glänze strahlen, gegen den die gewaltigsten Erscheinungen dunkel erscheinen sollten. Nach den eigenen Darstellungen des Kanzlers schwindet dieser Nimbus, was sich ganz von selbst ergiebt, da er in den meisten Fällen zu seiner Entschuldigung und man darf sich mit 4 Prozent begnügen, wenn man mit so riesigen Kapitalien arbeitet. Man erzählte sich, daß das ursprüngliche Kapital Monret's, die 500 000 Franks, ...it weichen er angefangen, von Jahr zu Jahr um den vollen Rcingeivinn zunehmen. Sein Kapital mußte daher jetzt 4 Millionen ausmachen. Er Hatto es demnach zehnmal in Waarcn umgesetzt. Als Robineau beim Diner in Gegenwart Denisens diese Berechnung angestellt hatte, saß er einen Augenblick rnedergeschlagen da, die Augen auf seinen Teller gerichtet: das Mädchen hatte Recht, sagte er sich jetzt: diese fortwährende Erneuerung des Kapitals ist es, ivas die nnbczwingliche Macht des neuen Handels ans- macht. Nur Bourras leugnete die Thatsachcn und wollte nicht begreifen: stolz und blöde wie ein Eckstein. Es ist ein Hansen Diebe, weiter nichts, sagte er, sie belügen alle Welt. Es sind Charlataue, die man eines Morgens von der Gosse auslesen wird! Trotz ihres Entschlusses, an den Geivohnhciten des„Alten Elbens" nichts zu ändern, trachteten die Beaydu's dennoch, die Konkurrenz auszuhalten. Da die Kundschaften nicht mehr zn ihnen kamen, so bemühten sie sich, jene aufzusuchen und zwar durch die Vermittlung von Atarlern. Es gab damals auf dem Pariser Platz einen Makler, der mit allen großen Schneidern in Verbindung stand und wohl geeignet war, die kleinen Tuch- und Flancllhänser zu retten, wenn er es übernehmen ivollte, sie zu repräscntircn. Natürlich riß man sich um diesen Makler, er wurde zu einer wichtigen Persönlichkeit. Und Baudn, der sich mit ihm aits's Feilschen ctngelassen, hatte das Unglück, zu sehen, dag der Makler sich mit dem Hans Matignon in der Ruc Croix des pctit champs verständigt hatte. Dann kunicii zwei andere Makler, die ihn bestahlen, ein Dritter, welcher diesen folgte, Entsastung spricht. So kann man sich in der Nähe b? sehen, was fast in welthistorischer Ferne erschien und da wird aus mancher Episode, die sonst ein gewaltig Heldendrama zu sein schien, nur ein kleines �'o malisches Jntriguenstück, das häufig des Beif.• des großen Publikums durchaus nicht sicher ist Der Ex-Kanzler hat bekanntlich die Gewohnheit, oie Verantwortlichkeit für historische Akte und Erscheinungen überall da abzulehnen, wo sie ihm nicht paßt; so sahen wir seiner Zeit, wie er die Verantwortlichkeit für die Ein- führung der Zivilehe zurückwies. Vielleicht kommt auch noch eine Zeit, da es dem Ex-Kanzler unangenehm ist, als der Schöpfer des Kulturkanipfes und des Soziali st engesetzes betrachtet zu werden; dann wird Alles auf die Schultern der National- liberalen abgeladen werden, und sie werden an ihrem Kreuze zu tragen haben. Warum auch nicht? Sie haben es reichlich verdient. Ein anderer Staatsmann würde in stolzer Ver- schlossenheit sich auf sein Gut gesetzt haben, etwa wie Cavaignac oder Wellington. Aber Bismarck ist es zu sehr gewohnt, seine Person mit den Tagesereignissen in Verbindung zu bringen, und so wird auch seiner die Ge- wohnheit Herr. Er wird nock> mehr plaudern und damit von Neuem den Beweis liefern, daß genau betrachtet in der Weltgeschichte keine Wunder geschehen, wie die Lob- hudler glauben machen wollen. Auch oie von der Mit- welt am höchsten getragenen Leute sehen in der Nähe nicht gar so ungewöhnlich und außerordentlich aus. Auch in der Politik ist viel Aberglaube; die historische Wahrheit befreit davon, woher sie auch kommen mag. MovveTjmndenjen. New Uork, 2. Mai. So weit die Nachrichten heute reichen, ivar überall dort, wo die sozialistisch gesonnenen(meist deutschen) Arbeiter für die Manifestation am 1. Mai gewirkt, der Erfolg ein solcher, daß man damit zufrieden sein kann. Es zeigt, daß der niederdrückende Einfluß, den der Jnbifferentismus der englisch sprechenden Arbeiter in den letzten Jahren ausgeübt, überwunden, resp. am Verschwinden ist und neuer Muth in die Reihen der vorivärts strebenden Arbeiter einzieht. Die relativ stärkste Betheiligung war in Chicago, wo 50 000 Arbeiter an dem Aufzuge Theil»ahmen. In New- Jork hatten sich trotz strömenden Regens 20 000 Arbeiter aus dem Festplatz eingefunden, nach den verschiedenen Gewerken geordnet an- marschirend. Aus dem benachbarten Brooklyn waren ebenfalls verschiedene Organisationen vertreten. Die jungen Oraanisationen der jüdischen Arbeiter waren iin Verhältniß am stärksten be- theiligt; die Zahl der letzteren wurde von der„Volks- zettung" auf über 0000 geschätzt, so daß sie beinahe die Hülste war wohl ehrlich, aber er machte nichts. Die Geschäfte wurden immer schwächer, die Kundschaften verloren sich eine nach der anderen. Und es kam der Tag, wo die Zahlungen schwere Sorgen verursachten, bisher hatte man von den Er- sparuisscn früherer Jahre gezehrt, jetzt begannen die Schulden. Im Dezember mußte Baudu, entsetzt über die Ziffer der unterschriebenen Wechsel, sich zum grausamsten Opfer ent- schließen� er verkaufte sein Landhaus in Rambouillet, ein Hans, das ihn durch die fortwährenden Reparaturen so viel Geld gekostet hatte und dessen Miether ihm nicht einmal die Miethe bezahlten, als er einen Nutzen daraus ziehen wollte. Dieser Verkauf vernichtete den einzigen Traum seines Lebens, sein Herz blutete dabei, als wenn er eine ihm theure Person durch den Tod verloren hätte. Und er mußte die Realität um 70 000 Franks hingeben, obgleich sie ihm mehr als 200 000 Franks gekostet hatte. Er war noch froh und glücklich, daß seine Nachbarn, die Familie Lhomme, sich bereit erklärt hatte, die Realität zu kaufen. Die 70 000 Franks genügten, das Haus noch einige Zeit zu stützen. Trotz aller Unglücksfälle erwachte doch immer wieder der Gedanke, weiter zu lämpsen; man sei jetzt in Ordnung, dachten sie, vielleicht sei es noch möglich, zu siegen. An dem Sonntag, wo die Familie Lhomme das Geld brachte, nahmen sie eine Einladung zum Diner im„alten Elbens" an. Madame Anreite kam zuerst an, man mußte aus den Kassirer warten, der etwas verspätet war, weil er an einem Nachmittagskonzert theilgenommeu. Was Albert betrifft, hatte er die Einladung wohl angenommen, war aber nicht gekommen. Es war übrigens ein recht trauriger Abend. Tie Bandu's, an die dumpfe Lust der Existenz in ihrem engen Speiseziuitnerchen gewohnt, fühlten sich unbehaglich bei dem Luftzug, den die Lhomme's mit ihrem Geschmack für öer Mainfestanten bildeten. Diese starke Betheiligmig hat ihren ©rund in der umfangreichen Bewegung, welche in den letzten Monaten unter den jüdischen Arbeitern(im Bekleidungs- geschäft) geherrscht, um die bisher so miserable Lebenshaltung zu bessern, was denn auch Erfolg hatte. Nebenbei bemerkt hat die vor wenigen Monaten gegriindete„Jüdische' Arbeiterzeitung" schon eine Ali age von 5000 Ereinplaren erreicht. Sehr lächerlich gemacht hat sich das Exekutivkomite des „socialist Club of New-Iork", in welchem sich die Anhänger derjenigen Fraktion der Sozialisten befinden, deren Exekutive ihren Sitz in Chikago hat. Der Vorsitzende dieses Komitees, Harry White, hat nämlich in dessen Auftrag einen Brief an die Polizeikommission gerichtet, in welchem er dieselbe davon unterrichtet, daß die Personen, welche angeblich als Vertreter der sozialistischen Arbeiterpartei die Erlaubnis zur Abhaltung einer Parade am 1. Mai erlangt hätten, die Partei jenes Namens nicht resträsentirten. Am Schlüsse des Briofes heißt es:„Wir haben keine Verbindung mit dem Element, welches sein Hauptquartier in dem Salon(Wirthschaft) 25 Ost 4. Straße') hat, und wir senden Ihnen diese Nachricht, damit Sie im Laufe der Ereignisse nicht in den Jrrthum verfallen mögen, unsere Organisation irgend einer Narrheit anzuklagen, welche von den durch jene anarchistischen Agitatoren Bethörten verübt werden mögen." Die positiv zahlreichste Betheiligung an der Manifestation hat wohl in Louisville, Kentucky, stattgefunden, indem in dieser an Ein- wohnerzahl weit hinter den beide» erstgenannten Plätzen stehenden Stadt(in der sich aber zahlreiche Deutsche befinden) ebenfalls 20 000 Personen am Zuge theilnahmen, während an 50 000 Spalier bildeten. Der Bürgermeister(Mayor) hatte einige Tage vorher eine Proklamation erlassen, in welcher er die gesamnite Bürger- schaft aufforderte, am 1. Mai zu feiern. Die Fabriken und Läden waren fast sämmtl.ch geschlossen.— Aus anderen Städten liegen noch keine genauen Nachrichten vor, doch scheint, wie Eingangs erwähnt, der Tag in seiner vollen Bedeutung nur dort von den Arbeitern gewürdigt woroen zu sein, wo der„Geist" der neuen Zeit seinen Einzug gehalten. Dort, wo alisschließlich der englisch sprechende Theil des arbeitenden Volkes dominirt und dessen Führer sora'ältig jeden frischen Luftzug ferngehalten, ist der Tag spurlos vorüber- gegangen. Indessen hat auch wohl Niemand die Hoffnung ge- hegt, daß es anders kommen werde. In der N. Y. Central Labor Union ist zwar einstimmig der Beschluß gefaßt worden. an der von der sozialistischen Arbeiterpartei in die Hand geuomnienen Manifestation teilzunehmen; keiner der in der Union ihr Unwesen treibenden Boodleseelen und politischen Drahtzieher traten dagegen auf. Allein es wäre eine Täuschung, wenn man das als einen„Triumph für die Sache" betrachten wollte. Den betreffenden Burschen ist nämlich alles gleichgiltig, wobei nicht Fragen in Betracht kommen, in denen sie für ihre Auftraggeber zu„arbeiten" haben; und sie wissen sehr gut. daß ihre Mandatare, die irischen Arbeiter, doch nur auf spezielles Kommando ihrerseits in Aktion treten, wie sie ebenso gut wissen, daß sie aus den deutschen Theil der Arbeiterschaft nicht den geringsten Einfluß haben. Tie irischen Arbeiter glänzten denn auch bei der Manifestation durch ihre Ad- Wesenheit, trotz des gefaßten Beschlusses, der doch für alle in der C.-L.-U. vertretenen Organisationen bindend war. Was der Sache ihren Werth verleiht, ist. wie schon Eingangs bemerkt, der Einzig neuer Hoffnung und neuen Muthes in die Herzen der Piomre des arbeilenden Volkes: und wie sich gezeigt hat, bilden diese für sich allein schon m einer Reihe der be- deutendsten Städte eine ganz respektable Anzahl, die, wenn sie nur einmüthig handelt, trotz der noch vorhandenen Gleichgiltigkeit bei der großen Masse der eingeborenen Arbeiter-Bevölkerung Er- folge ernngen kann. Mit der gestrigen Manifestation haben wir also wieder einmal eine auswärts gehende Welle in der Bewegung zu verzeichnen. Ob sie die bisher trägen Massen ergreifen, aus der Stagnation treiben wird, resp. den Anfang zu diesem Prozeß be- deutet? Wir können dies mit mehr Berechtigung erhoffen, als bei einer der früheren aufwärts gehenden Wellen, wenn auch rächt zu erwarten ist, daß sich der Umschwung rapid vollziehen wird Der„Achtstunden"-Nuf erfaßt immer weitere Kreise, und ob- wohl noch etil großer Theil der-• al organisirten Arbeiter— die Knights � sich an der i nicht aktiv betheiligt, so mehren sich dock) die.....' Verhalte» gegenüber derselben«in stets günstige' es wird. Es" hließt dies freilich nicht aus, daß an einzelnen Plätzen, einzelnen GewerbSzweigen, eine größere oder kleinere Grup"r Leute bösartige Micken gegenüber den offenen Organisaü- n den Tag legen. Ter„Generalwerkmeister" Powdcrly hielt.gester% md:n dem aus der anderen Seite des Hudson liegenden Jersey City ein« Versammlung ab, i» der er wieder einmal erklärte, daß er „schon seit 1*78" für den achtstündigen Arbeitstag gewesen sei. Der Mann scheint ein recht kurzes Gedächtniß zu Häven vcer ec mit der Wahrheit nicht sehr genau zu nehmen. 1886, als durch seinen Einfluß die Knights sich passiv verhielten, erklärte P., daß ') Das von der Sektion 1898 gegründete„Labor Lyceum", in dein die frühere Exekutive ihren Sitz hatte. die Arbeiter mit der freien Zeit nichts anderes anzufangen wüßten, als sie im Wirthshaus todtzuschlagen!— In Chicago werden über 4000 Carpenter, da das Strike- Komitee sich mit der neuen Meisier-Organisation verständigt, am Montag die Arbeit aufnehmen. Es wird den großen Unter- nehmern, wie die Dinge liegen, nichts übrig bleiben, als eben- falls nachzugeben. Sie würden mit ihren Scabs sonst in schlechtes Renommee kommen! Ein guter Ansang wäre also gemacht! VoNkiMo Meberflrhk. Die Uariker Detegirten des internationalen Sozialisten- kongresses von Paris haben die Gründung einer Liga zu Gunsten des Achtstundentags beschlossen, die ans einem demnächst bevor- stehenden Nationalkongreß endgiltig organisirt werden soll. Der vorliegende und den verschiedenen Arbeiterorganisationen zugehende Beschluß lautet: „Die Delegirten des internationalen Kongresses von 1889, welche in Paris die Manifestation des 1. Mai organisirt haben in Erwägung, daß ihr Werk mit dieser Manifestation nicht vollendet ist, welche nur der Anfang einer Kampagne zu Gunsten des Achtstundentags gewesen ist und sein konnte, haben beschlossen, in Permanenz zu bleiben und ihre Bemühungen auf Gründung einer Liga für den Achtstundentag abzielen zu lassen, deren end- giltige Organisation aus einem demnächst bevorstehenden National- kongreß hervorgehen wird. Sie fordern alle sozialistischen und Arbeiterorganisationen sämmtlicher französischen Städte, welche am 1. Mai manifestirt haben, auf, unverzüglich ähnliche Komitees zu bilden und sie appelliren an alle, welche, obgleich sie sich nicht an der Mani- festation betheiligt haben, entschlossen sind, die legale Verkürzung des Arbeitstages zu erhalten." Der Beschluß trägt die Unterschriften von 47 Delegirten, darunter die Genossen Jules Gue-de, Lafargue und Deville, die vier Deputirten Baudin, Boyer, Ferroul und Lachize, sowie die Stadträthe von Paris Chauviöre, Longuet und Baillant. Die französische Ausgabe de« Protokoll» des vorjäh- rigen internationalen Arbeiterkongresses ist jetzt im Druck und wird demnächst erscheinen. Sie bildet einen Band von 300 Seiten und der Preis ist auf 1 Franks 50 Centimes(1 M. 20 Pf.) berechnet. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß die deutsche Ausgabe, deren Preis bei dem zu erwartenden Massenabsatz weit niedriger bemessen ist, wahrscheinlich schon früher als die fran- zösische Ausgabe in die Hand des Publikums gelangen wird. Der Konflikt in der dentsch» freisinnigen Fraktion verschärft sich; die„Freis. Zeitung" berichtet: „Abgeordneter Birchow hat die Legalität der im Dreizehner- Ausschuß der freisinnigen Partei vollzogenen Wahlen angefochten und diesen Einspruch bereits am Dienstag den Vorsitzenden des Centralcomitees, Freiherrn von Stanfienberg und Hänel schriftlich notifizirt. Birchow war bekanntlich bisher Vorsitzender des Drei- zehner-Ausschusses und in der Sitzung am Montag als solcher wiedergewählt worden. Bis zur Erledigung dieses Einspruchs ruhen alle Funktionen des geschästssührenden Ausschusses der Partei." In einer Sammlung von Preßsr-">en über die Angelegen- heit verzeichnet das genannte Organ unter Anderm folgende Aenherung t Volksztg.":„Mag Herr Sckirader führenden AusschussejZ sein: uvspp, Für die Ein/nOruyg von Kchuffgeletzen für die Handarbeiter tritr p«( vollem Rcchw die„«Uankf. Ztg." ein. Sie sagt; Wohl an rücksichtslosesten wird gerade die Verwüstung der kindlichen Lebenskraft betrieben. Zu manchen Arbeiten werden überhaupt nur funder verwendet, z. V. für das„Rübenznpsen", das Herausziehen der überflüssigen kleinen Rüben. Man denke sich 5ii»der. vo.i bis zu 14 Jahren täglich 12—18 Stunden aus dem Bsoe» hockend, vornübergebeugt, so daß ihnen das Blut zum topf' schießt. Ein Erwachsener hält diese Stellung keine zehn Minuten aus; was Wunder, wenn die Kinder nach Schluß der wochenlangen Arbeit geistig anormal zurückkommen, gang abgesehen von den Krankheiten, die sie sich durch die Feuchtigkeit des Bodens holen, der sie unmittelbar ausgesetzt sind. Und zu dieser Arbeit geben«die Schulen noch Ferien, die sogenannten ..Rnbenserien"! Schtmme Wirkungen für die Gesundheit der under haben auch fast alle übrigen ländlichen Arbeiten, selbst die s.-inbar leichtesten, wegen der übermäßig langen Arbeitszeit; gewisse Arbeiten, wie z. B. das Hacken des Unkrauts, auch wegen der Monotonie der Bewegungen, welche die gleichmäßige Ent- Wickelung der Glieder hindert. Allgemein bekannt ist ferner die -vdneten Richter igen„Nass. a-s-bäkts- .'ot Richter." die freie Existenz in's Haus brachten. Geuevieve, verletzt durch die gebieterischen Bianieren von Madame Aurelie, hatte den Äiund nicht geöffnet, während Colomban sie be- tvnnderte, von Zeit zu Zeit zusammenbebend, wenn er daran dachte, daß sie Klara beherrsche. Vor dem Schlafengehen wandelte Bandu im Zimmer lange auf und ab, wahrend seine Gattin bereits zu Bette lag. Traußen war mildes Thauwetter; trotz der geschlosse- neu Fenster und der herabgelassenen Vorhänge hörte man das Gebrause der Maschinen da drüben. .— Weißt Du, woran ich denke, Elisabeth? sagte er endlich. Diese Lhomme's mögen noch so viel Geld ver- dienen, ich bin doch noch lieber in meiner eigenen Haut, als in der ihrigen. Sie reussiren, das ist wahr; die Frau hat erzählt, wenn ich recht gehört habe, daß sie sich diescsmal 20 000 Franks gemacht.habe, was ihnen ermöglicht hat, mein armes Landhaus anzukaufen. Aber das thnt nichts, ich habe mein Landhaus nicht mehr, aber wenigstens gehe ich nicht Musik niachen auf der einen Seite, während Du aus der andern Seite herumbummelst. Stein, diese Leute können nicht glücklich sein. Er litt noch immer durch den Verkauf seines Land- Hauses und grollte diesen Leuten, die ihm seinen Lebens- träum abgekauft hatten. Dann kehrte er wieder zum Fenster zurück und lauschte dem Getöse, das da drüben herrschte. Und er erging sich wieder in seinen Klagen und Beschwerden über die neuen Zeiten; man habe niemals dergleichen gesehen, die Kommis verdienen jetzt mehr als die Kanfleute, es giebt Kassirer, welche die Besitzungen von Geschäftseigen- thümern ankaufen. Alles geht ans den Fugen, es giebt keine Familie mehr, man geht ins Hotel, anstatt seine Suppe am eigenen Herd zu essen. Endlich verlegte er sich auss Pro- phezeien, indem er weissagte, daß der junge Albert später das Landgut von Rambouillet mit allerlei Schauspielerinnen verzehren werde. Madame Bandu lag auf ihrem Kissen und hörte zu, das Antlitz bleich wie die Leinwand. — Sie haben Dir doch bezahlt, sagte sie endlich. Bandu schwieg still bei diesen Worten. Er ging eine Weile mit gesenkten Blicken umher, dann fuhr er fort: —Sie haben mir bezahlt, das ist wahr und schließlich ist Ihr Geld eben so gut wie das der Anderen. Es wäre nicht übel, wenn es uns gelänge, mit diesem Gelde das HauS wieder aufzurichten. Ach! wenn ich nicht so alt und müde wäre. Neue? Stillschweigen. Der Tuchhändler erging sich in allerlei unbestimmten Projekten. Plötzlich nahm sein Weib das Wort, wobei sie starr aus den Plasond blickte. — Hast Du seit einiger Zeit Deine Tochter beobachtet? — Nein, erwiderte er. — Nun denn, sie beängstigt mich ein wenig. Sie wird immer bleicher, sie scheint von einer inneren Verziveiflung verzehrt zu sein. Er blieb überrascht vor dem Bette stehen. — Warum denn? fragte er; wenn sie krank ist, sollte sie es sage», morgen will ich den Arzt kommen lassen. Madame Bandn lag noch immer unbeweglich da. Nach einer kurzen Weile fügte sie hinzu: — Ich denke, es wäre besser, mit dieser Verheirathung mit Colomban ein Ende zu machen. Er schaute sie an, dann nahm er seine Wanderung durch das chunmer wieder auf. Dabei erinnerte er sich ver- schiedener Umstände. Wäre es möglich, daß seine Tochter wegen des Kommis krank werden könnte? fragte er sich. Liebte sie iln dermaßen, daß sie nicht warten konnte? Ein neues Unglück! Die Sache machte ihn um so mehr bestürzt, als er über oiese Heirath seine bestimmte Meinung hatte: niemals würbe er unter den gegenwärtigen Umständen seine Einwilligung dazu geben. Jndeß, die Besorgniß um seine Tochter stimmte ihn milder. — Es ist gut, sagte er endlich, ich werde mit Colomban sprechen. Am folgenden Morgen ging Bandu mit Colomban in das schmale Mao.azin des Zwischenstocks hinauf, um da mit ihm zu reden.(& halte sich am Abend vorher, ehe er zu Bette gegangen, alles zuvechtgelegt, was er ihm sagen würde. Zunge, begann er. Du weißt, daß ich mein _!em_____ Landhaus in Rambouillet verkauft habe. Wir werden Ueberbürdung der erwachsenen Landarbeiter. Es kern vor, daß der Tagelöhner um drei Uhr des NachW»■ geht und um acht Uhr des Abends erst wieder solchen. Verhältmisen kann man sich freilich über de«»' der geistigen Kultur und infolgedessen über die � t, konservativen Stimmen auf dem Lande nicht wundern. Stupidität des gegenwärtigen Taglöhners ist durchaus ihr IM hei unzivilisirten Barbaren....... ig. er hat nur keine Slnregungen � ht>rm die Uv"', ist jeder Bildung unzugänglich, denn die mit derjenigen der eine ist bildun der andere ist__, Arbeit hat theitzjeise bereits seine geistigen Kräfte| �„t! Das ist nicht zu viel gesagt. Man sehe sich � nur di.� im Osten an. Es wird schließlich im allgemein voll-' � lichen Interesse zu? Einführung von Schutzgesetzen i lichen Arbeiter kommen müssen. Zu„freiwilligen" Keitriigen für das>' mal werden jetzt die Postbeamten, die untersten unv» den verschßbdensien Theilen des Reiches mit sanftem � � herangezogen. Aus Hamburg, aus Schlesien und an � vinzen gehen dem„D. Rchsbl." Mittheilungen über den, � den„Utas" zu. So schreibt man dem genannten Biane schlesischen Stadt:„Unter Vorlage eines Aufrufs zur« von Beiträgen für ein Fürst Bisinarck-Denkmal K Tt«»"frtölrrtoi* SRrtttrtmtS ii» fTßi 1111 IllOßll � und Unterbeamte hiesigen Postamts zu frei willigen w gefordert. Gemäß nun des Umstandes, daß die Ben ö willige" sein sollten, zeichnete außer dem Postdirektor � Sekretär Niemand. Die etwa 80 Beamten und Unter «oeiicuu.;yucimmu. cuim otuiuicu«»iv■-—, zu". klärten zum Theil, zu gedachtem Zweck kein Gelv zu y Theil hielten sie es auch nicht für gerechtfertigt, einem ■--'- einem solchen 1"�-- ein Denkmal zu setzen, zumal zu theueren todten Kaiser Friedrich sei. In voller Entrüstung nun schriftsbogens angesichts dessen er sich„vor o" schämen müßte," erklärte der Herr Postdirektor den Uni � es sei unerhört, daß im Amte außer ihm und einem � nicht ein Einziger gezeichnet habe, wobei er einem Bea � �rc- besonders zurief:„Ich werde mir das schon Merten � seiner mehrfachen Äeußernng, er könne Niemanden 8 zwingen, fand sich der größere Theil der Unterbeamten � eingeschüchtert und zeichnete aus Furcht vor Mapreg« trüge. Der Postdirektor sprach auch den Verdacht aus, o beamten hätten im Komplot(!) gehandelt." mjßf Von einer anderen Seite aus wird die Vermuthh«» t jj; sprachen, es wird kein Denkmal, sondern wieder ein Ru«»' ti- den Fürsten Bismarck werden. Die Herren, welche dte® W treiben, müßten doch wissen, daß F rst Bismarck stch! gegen ausgesprochen. Jemandem bei lebendigem Lewe«» 6S zu setzen, daß er aber eine große Neigung zu großem � ä~ Waldbesitz habe. Er hat bis jetzt etwa 80 000 Morgr« und es würde doch sehr schön sein, wenn die lOoOW Wald voll gemacht würden! Kei der Landwirt!) schaft und gegenüber dem thum hört auch für die„neue Aera" jeder Arbelterscy v � Beleg dasttr ist folgende Verfügung, welche die?Dfcl Ljt � rung soeben bezüglich der Schulserien während der 0 j jjr Rübenverziehens an sämmtliche Kreis-Schulinspektoren M-j sit zirkes erläßt:„Es sind bei uns Anträge gestellt worden, , eit des Verziehens der Zuckerrüben die älteren Schultw, Schulbesuche zu befreien, damit dieselben zu dieser Arbe« v herangezogen werden können. Mit Rücksicht auf die � dieses Zweiges des landwirthschaftlichen Betriebes in Bezirke haben wir diesen Anträgen zu entsprechen 0(|W,;ll Wir ermächtigen daher Ew. Wohlgeboren, die über Jahre alten Kinder auf desonderen Antrag hörigen zur Hilfelei st ung beim Verziehen der Zu» tli auf die Dauer von 14 Tagen vom Schulbesuche 8 ist Urlauben."—' Da muß sogar die„Bildung" un ziehung des Volkes", von der oben herunter immer].M spurig gesprochen wird, auf 14 Tage zurückstehen. Und für die Kinderarbeiten in Fabriken beschränkte Artrib'J' geschrieben sind, wird hic.B:? tiaiUfijt ArrNtskraft öc mtnhfchoff-ur puffe,'schränkten Ausnutzung aus Kosten der über'.ieserl.. n# Zur Helohnung des Wideritandes gegen die kratische Verführung" ist dem Bergmann Ciniljun das v j«i meine Ehrenzeichen und drei anderen Bergfem„„j Mansfelder Revier ein Anerkennungsschreiben des Hb« Berlepsch bei einer Feier in Ernstschacht bei Heldra cmi" A überreicht worden unter Ansprache des Berghauptinann» jjst Anwesenheit des Regierungspräsidenten und anderer ist" waltiingsbeaMten.— Wenn das nicht gut u. s. w..-gefi! AnviHamburg, 23. Mai, wird uns geschrieben: Aus ftjck der Staatsanwaltschaft wurde gestern plötzlich der Kassirer, ,�1 die Streikgelder der im Ausstande bestndlichen Ewersu- � verwaltet verhaftet. Zugleich wurden einige Kasten Lade, welche Gewerkschaftsemdleme enthält, versiegelt und Krankenkaffengelder beschlagnahmt. Die Sache der hiesigsst�ilst Mannschaft gegenüber den t> iverführern,(das sind � welche die sog. Kaufmannsgüter vom Speicyer zum unigekehrt ans Fahrzeugen, genannt Schuten, transp" �i scheint sehr wackelig zu stehen. Die ganz schuldlosen �„»H haben weiter nichts zu thun, als daß sie in ruhiger 1 uns jetzt etwas freier bewegen, aber vor Allem habe Dir zu reden. Der junge Mann, der diese Unterredung zu T» 55 schien, harrte mit verlegener Miene der Dinge, kommen sollten._«.nchst Seine kleinen Augen blinzelten in dem breiten u' � und er stand mit offenem Munde da, was bei ihm F Zeichen tiefer Verwirrung war., 9$ — Höre mich an, fuhr der Tuchhändler fort. Vater Hänchecorne mir das„Alte Elbens" htntcrlicp, � das Geschäft gut. Er selbst hatte es vom alten ck". jid guten Stande übernommen. Du kennst meine Jdi*«'{d würde einen schlechten Streich zu begehen glauben,«{(je» das Geschäft meinen Kindern in einein minder einltvst � Zustande übergeben würde und aus diesem Grunde hu$ bisher Deine Heirath mit Geuevieve verschoben. habe in eigensinniger Weise gehofft, den frühern PW Leu wieder zu erreichen. Ich hoffte, Dir die Bücher votz' � und zu sagen: Schau, in dem Jahre, als ich eintrat,. � soviel Tuch verkauft und in diesem Jahre, in welch � ans dem Geschäfte trete, hat man um 10 000 oder-LL Franks mehr Tuch verkauft. Kurz, es war ein®c11-taiii)£ von mir. Dir das Geschäft nicht in einem solchen 0» zu übergeben, daß Du sagen könnest, es habe unter« � Hand abgenomnten; ich würde geglaubt haben, daß W bestehle.. Eine tiefe innere Bewegung raubte ihm die 01 � Er räusperte sich, um die Fassung wieder zu gewinnen, fragte er: — Dn sagst nichts? Allein Colomban hatte nichts zu sagen. Er 1* den Kopf und wurde innner mehr verlegen, denn er 0 zu machen, wo der Patron hinaus wolle. Offenbar er, daß man binnen Kurzem Hochzeit machen soll-. pi« sollte er sich dem widersetzen? Niemals würde er®/Lcte'1' Kraft finden. Was wäre es dann mit jener � von der er Nacht für Nacht träumt, das Fleisch von innern heißen Fieber verzehrt? — Das Geld, welches wir für das Landgut belo '„Tiu"3.- wasm Ug-«ZS« {treifons»-" ftti h?»«0reif en» daß es sich hier um den Nervo? nr.�."�rnehmerthums handelt, Bildung macke/�a."s��re in�igungen unmöglich zu Heining. � andern Unternehmergruppen warten nur mit Und ih™m den Erfolg ab, um dann ihrerseits vorzugehen Sinh-Sl Arbeitern dieselbe Waffe aus die Brust zu setzen. Also noih n[g jeljnö solidarische Hilfe unter den Arbeitern ist mehr der �'-r6 den 23. Mai, wird uns geschrieben: In nipit.« 0ifenen �acht verstarb nach längerem Leiden der in des m�,�?�eikreisen bekannt gewordene frühere Expedient c>i„." ls�staat� und des„Vorwärts" Wilhelm Fink. tLl; n,art*n den siebziger Jahren auch vielfach agitatorisch freia /m kandidirte mehrere Male im 14. sächsischen Wahl- (-Sorna, Pegau jc.), wo er sehr erhebliche Stimmen- klei»°uf seine Person vereinigte. Als über Leipzig der de(,.-Selagerungszustand verhängt wurde, war Fink unter sieb �' solche den Wanderstab ergreifen mußten. Er wandte !"% hlerher nach Gera, wo er einen kleinen Buchhandel anfing, n„k t �der nur kümmerlich ernährte, so daß er ihn später usgeben mußte und sich nunmehr durch Unterricht in der i?.Äluhrung und durch schriftliche Arbeiten zu erhalten Auch war Fink's Gesundheitszustand fortgesetzt ein Ichwankender, daß er zu jeder ernsten Anstrengung unfähig �or, und die Hauptlast auf seiner körperlich schwächlichen Mu lag, die ihren Mann niit bewundernswerther Aus- aucx psiegte und für ihn arbeitete. Das Schicksal wollte, Fink wenige Wochen vor dem Fall des kleinen Be- �gerungszustands in Leipzig für immer die Augen schloß. � Partei wird sein Andenken in Ehren halten. .. Unsere Weber haben schlechte Pfingsten. Die Arbeiter ™ unterlegen und die Fabrikanten triumphiren. Das Mckal hat wieder einmal die Arbeit besiegt. Mangel an �»tteln zwang die Arbeiter, nach mehr als vierzehntägigem Ausstand, der eine Periode der Entbehrungen für Tausende ?vn Familien war, zu Kreuze zu kriechen. Mit Ingrimm lm Herzen muß die Arbeit überall aufgenommen werden und müssen sich die Arbeiter einer Fabrikordnung unter- fterfen�Mf eine Schmach für unser Zeitalter ist. Me zu erwarten war, rächen sich die Fabrikanten jetzt rch, daß sie die Führer des Ausstandes überall von der ausschließen. Aus Sachsen wird uns geschrieben: Das schon er- wähnte Gebet(„Ansprache" wird es euphemistisch genannt) °u? Organisirung eines Kreuzzuaes gegen die Sozialdemo- "Uten lautet, nach dem„Leim. Tagebl", wie folgt: „Einec christlichen Gemeinde ist noch folgende, von unserm Landeskonsistorium ausgehende Ansprache an die Gemeinden des Landes vorzutragen. In dem Herrn geliebte Gemeinde! Bon dem schweren Ernst der Gegenwart tiesbewegt, drängt es uns, denen die Für- sorge für das geistliche und sittliche Wohl der Landeskirche be- sohlen ist, ein oberhirtliches Wort an euch, die Gemeinden des Landes, aus treuer Gesinnung zu richten. Unsere Bitte zu wott ist, daß er dem Worte Kraft und eine offene Statt in '■Urem Herzen gebe. Die Kirche, die den Beruf hat, das Leben des Volkes und alle seine Berhältnisse mit dem Sauerteig des Evangeliums zu durchdringen, fühlt den Ernst dieser Aufgabe doppelt gegenüber der mächtigen sozialen Bewegung unserer �age. Den Bestrebungen zur Hebung des Wohls der arbeiten- den Klassen schenkt auch unsere Kirche ihre wärmste Theilnahme; denn sie sieht jeden ehrlichen Stand als eine Gottesordnung du, sie hat der Arbeit, auch der geringsten, eine neue Würde _ Segeben und Luther, der Mann des Volkes, der Prediger einer Situ s' �r Baudu fort, kann uns vielleicht retten. Unsere eine" c" wird mit jedem Tage schlimmer, aber wenn wir Gpr.?"�erste Anstrengung machen, kommen wir vielleicht ins werd° wollte Dich von der Lage unterrichten. Wir den r" r um Alles einsetzen. Wenn wir geschlagen wer- H*;' so'st es unser Tod. Allein, mein armer Junge, Eure daß cvc mi1>. wieder einmal verschoben, denn ich will nicht, "icht wah??"" in den Kampf eintretet; es wäre zu feige, setztP�°I°'"ban, als er dies hörte, fühlte sich erleichtert und ex«.■■ llA auf einen Stoß Molleton. Seine Beine zitterten, dai->.» c, seine inilere Freude merken zu lassen und blickte zur Erde. JT.�u sagst nichts? fragte Baudu wieder. fuhr k!"1'rvet(agte nichts, er fayd nichts zu sagen. Nun .Buchhändler mit leiser Stimme fort: 11,111 sicher, daß Dich diese Eröffnung kränken Di, L, t.""chi Muth fassen. Sei nicht so niedergeschlagen; Stcii. 1,3 nwine Lage begreifen: kann ich Euch einen solchen Euck,"st. den Hals hängen? Anstatt ein gutes Geschäft bicin m ubergeben, würde ich Euch vielleicht einem Falli- "ie n,- w13 Leben. Ich will sicherlich Euer Glück, aber Handel,,"'an mich überreden, gegen mein Gcivissen zu mibeHn �esct Weise sprach er weiter, indem er sich in wü»s, lachenden Phrasen verwickelte, wie Einer, der ge- Da s. hatte, errathen und halb gezwungen zu werden. hatte- Kommis seine Tochter und den Laden versprochen Ziist' forderte die Rechtschaffenheit, daß er beide in gutem zu übergebe. Allein er war müde, die Last schien ihm �Nfninn"®r erwartete von Seite Colombans eine wollte'� einen Herzensschrei, der aber nicht kommen Alt .((ten roci5 es wohl, murmelte er dann, es fehlt den '"ge fioff m rechten Feuer, bei jungen Leuten gehen die «wt sind kräftiger und feuriger, das ist Aber ich kann nicht, auf Ehrenwort! Wenn ich ■■"-'l vielleicht Vorwürfe "ach Nia würde, so könntet Ihr tuic-*----- v. (Fortsetzung folgt.) werkthätigen, arbeitsrührigen Frömmigkeit, hat den Arbeiterstand geehrt, wie nur je ein Lehrer der Kirche; in dem Werke der so- zialen Reform, das unser geliebter Kaiser so hochherzig ergriffen und das auch unser theurer König mit landesväterlichem Herzen fördert» erkennt darum die evangelische Kirche mit Freuden eine Frucht de? Evangeliums, die nur auf christlichem Boden erwachsen konnte, ein Werk, mit dem eine schwere Liebes- schuld der christlichen Gesellschaft getilgt und eine Forderung wahrer Menschlichkeit erfüllt wird, eine Forderung auch der heiligen Schrift. Sie rechnet es zu ihren schönsten Aufgaben, den Geist der brüderlichen Gesinnung zu wecken, in welchem allein jenes Werk gedeihen kann, ohne den auch das heilsamste menschliche Gesetz ein todter Buchstabe bleibt. Mit tiefer Bekümnierniß aber erfüllt uns, wie alle wahren Freunde der Kirche und des Volkes, daß der Segen, der in jenen Bestrebungen liegt, durch die Sünde und den Unglauben für weite Kreise unseres Volkes in Unsegen und Unheil verkehrt zu werden droht. Das Evangelium des Fleisches, durch eine falsche Weltweisheit genährt, hat das Herz unseres Volkes in Tausenden seiner Kinder vergiftet, und ein Geist genußsüchtiger Weltseligkeit, der von einem irdischen Paradies und einer Fiök "eit rchie, Erlösung träumt, ein Geist der Unbotmäßinkeit und ??Mlffachrs, der von keiner Autorität im Hinunel und' darum auch von keiner Autorität auf Erden weiß und alle Bande der Treue zerreißt, ein Geist muthwillig aufgestachelter Begehrlich- keit und Unzufriedenheit geht mit finsterer Macht durch unser Volk und rüttelt an den Grundlagen aller christlichen Gesittung, alles bürgerlichen Friedens. Der tiefste Grund dieser Erschei- nungen aber liegt in der weithin gehenden Entfremdung von dem lebendigen Gott und seinem Wort, in der Glaubens- losigkeit, der das irdische Leben und der irdische Genuß das Höchste ist. Das ist die tiefe sittliche Roth, für die wir nicht diesen und jenen Stand, nicht diese und jene Partei verantwortlich machen; es ist eine große Gesammtschuld, an der wir Alle Theil haben, die hohen und die Niedern Stände, das Volk und seine Führer, der Staat und das Haus, die Schule und, wie wir demüthig vor Gott bekennen, auch die Kirche, ihre Diener und ihre Leiter. Keiner kann sich diesem Bekenntniß entziehen. Die Erkenntniß dieser Gesammtschuld ist der Weg zur Hilfe; ohne die nationale Buße keine nationale Erneuerung! Und das ist die entscheidende Frage in dieser Stunde der Versuchung, die über unser Volk gekommen ist, ob es zur Umkehr oder zum Umsturz gehen soll, ob der Geist der Reformation, der Geist des Glaubens und der Treue, oder der Geist der Revolutton, der Geist des Abfalls und der Empörung siegen soll. Darum der Ruf der Kirche: zurück zu dem Herrn und Seinem Evangelium, dem alten und ewig zungen Evangelium, ms allein mit der weltüberwindenden Kraft seiner Wahrheit und mit der heilenden Macht seiner Liebe den gott- und glau- benslosen Weltgeist und Materialismus besiegen kann, aus dem jene Gedanken stammen, welche den sozialen Krieg schüren! Zurück zu dem Sonntag, der uns Alle, Hoch und Niedrig, Herrschaften und Dienende, Arbeitgeber und Arbeitnehmer um Ein Wort Gottes sammelt, von Einem Brot uns Alle nährt, mit Einem Kelch uns Alle tränkt, die Getrennten zu einigen, die Entzweiten zu versöhnen und immer neu die Liebe zu entzünden an dem Herzen des Einen Heilandes, der uns Alle geliebt hat treu bis in den Tod! Er ist unser Friede, wie der Friede unsers Herzens und Hauses, auch der Friede der Gesell- schaft. Er allein kann die ttefen Riffe heilen, die ein geflissent- lich genährter Klassenhaß gezogen hat, der die Kinder Eines Volkes, die Glieder Einer Kirche in bitterer Fehde wider ein- ander entrüstet. Ihr Alle aber, die ihr lebendige Glieder der Gemeinde seid, sollt zu diesem Frieden mithelfen. An euch wenden wir uns, die Besitzenden und mit irdischen Gütern Gesegneten. Vergesset nicht, daß aller Besitz ein an- vertrautes Gut ist, daß euch Gott nicht bloß zum Genuß gege- den, mit dem er euch auch eine Pflicht, eine Aufgabe stellt, daß ihr ihm zu Ehren, den Brüdern zum Dienst brauchen sollt, über das der Herr von euch, als seinen Haushaltern, Rechenschaft fordern wird. Lernet immer demitthiger und barmherziger werden und beweist der Welt, daß der Reichste ist, der reich ist in Gott, reich im Glauben und durch den Glauben in der Liebe, die den gottaesetzten Unterschied des Besitzes und der Bildung ausgleicht, damit der Unterschied nicht zum Gegensatz und der Gegensatz nicht zur Kluft werde! An euch wenden wir uns, die ihr durch euren Stand oder eure Bildungsstufe berufen seid zu Führern des Volkes. Bedenket: vor Gott ist kein Ansehen der Person, ist nicht Herr noch Knecht, sondern allzumal Einer in Christo. Und vergesset nicht: je höher der Grad der Bildung, je höher die Stellung in der Gesellschaft und je mehr Augen auf euch gerichtet sind, desto größer ist die Verantwortung für die eigene Lebens- und Berufsführung, für den Geist im Haus und in der Familie, desto schwerer die Schuld, wenn durch euer Beispiel eure ärmeren und geringeren Brüder irregeleitet, oder zu Neid und Begehrlichkeit gereizt werden. An euch wenden wir uns, ihr Arbeiter. Wohl gilt auch für euch das Wort der Schrift; „ein Arbeiter ist seines Lohnes werth", und was ihr billiger- weise erwarten könnt, damit ihr ohne die Last schwerer Sorge euer Tagewerk treiben könnt und auf ein ruhiges Alter hoffen dürft, das erkennt auch die Kirche willig an; sie hat ein Herz sür das Volk und seine Roth, aber seid nicht undankbar, be- denket, was zur Hebung eures Wohles vom Thron herab durch alle Kreise hindurch gethan wird und jaget nicht in nimmer- satter Begehrlichkeit dem Traum eines Glücksstaates nach, der rmmer ein Wahngebilde bleibt I Es bleibt doch dabei:„Zu- sriedenheit macht reich" und„was hüsie eS dem Menschen, so er die ganze Welt gewänne und nähme doch Schaden an seiner Seele", der Friede des Herzens ist das wahre Glück. Lasset euch nicht verführen durch die Jrrgeister, die euch aufreizen und ausstacheln, das Heiligste verspotten, den Frieden des Herzens euch rauben, das Heiligthum der Ehe und des Hauses antasten. Wehret den zuchtlosen Elementen unter euch, insonderheit der Zuchtlosigkeit und Unbotmäßigkeit der Jugend. An euch endlich wenden wir uns, christliche Lehrer, christliche Eltern. Helfet ein Geschlecht heranziehen, festgewurzelt in der Furcht des Herrn, stark in der Zucht des Geistes, unerschütterlich in der Treue gegen König und Vaterland, Kaiser und Reich. Auf dem Haus ruhtdieWohlfahrt des Volkes und alle soziale Reform hat in der frommen Zucht des Hauses ihre Grundlage. So lasset uns Alle zusammen stehen ,vie Ein Mann, um das Eine Evangelium von Christo uns schaaren und gemeinsam mithelfen zu einer besseren Zukunft unseres Volkes im Vertrauen auf den Herrn, der unseres Volkes Hort und unserer Väter Gott gewesen' ist in schweren Zeiten, und im Flehen um seinen heiligen Geist, daß er in Haus und Gemeinde, in Volk und Land ein neues Pfingsten schaffe. Er erhöre unser Gebet: Herr, hilf deinem Volk und segne dein Erbe! Das walte Gott. Amen. Dies das kuriose Aktenstück, dessen Veröffentlichung bei- läufig durch unsere neuliche Notiz veranlaßt wurde. Wie 'chwach muß die sächsische Regierung sich fühlen, daß sie zu olchen Mittelchen ihre Zuflucht nimmt! Wir erfahren übrigens, daß am Sonntag vor 8 Tagen verschiedene sehr charfe Stellen in dem„Gebet"(der„Ansprache") verlesen wurden, die sich in dem Text des„Leipziger Tageblatt" nicht finden. Hoffentlich gelingt es uns, den richtigen Originaltext herzustellen, obgleich der purifizirte des„Tage- blatt" schon kraß genug ist. Den Kommentar kann Jeder sich selbst machen: Bemerkt sei blos, daß die Verfasser deS„Gebets"(der„Ansprache") es für durchaus„christlich" halten, daß die Sozialdemokraten gcboykottet und wegen Lappalien zu monate- ja zu jähre- langem Gefängniß verurtheilt werden. Sollten die Verfasser des„Gebets"(oder der„An- spräche") vielleicht die Verfasser der Leipziger Judenheff Flugblätter kennen, in deren letztem die Baronesse Vetsera als zweite Judith geschildert wirbt, die im Auftrag ihres Volks(der Juden) den österreichischen Kronprinz getödtet habe?— Schweix. Zürich, den 20. Mai. Die in Ba s e.l und Bern beendeten Landtagswahlen laden zu einigen Betrachtungen ein. Zunächst sei noch berichtet, daß sich im erstcren Kanton die Vertreter der Arbeiter von 9 auf 26 vermehrt haben. Allein davon sind nach dem „Arbeiterfreund" nur 5 ausgesprochene und überzeugte Sozial- demokraten, während die übrigen[21 Vertrauensmänner der Arbeiterpartei mehr oder weniger entschieden demokratische Leute sind. Doch hat man sich bereits geeinigt, im Kantonsrathe eine selbstständige Gruppe(Fraktion) zu bilden. In Bern haben sich die S t i m m e n der Sozialdemokraten bedeutend vermehrt, dagegen ist nur ein Sozialdemokrat in den Kantonsrath gewählt worden, nämlich der Buchdrucker Sieben- mann. Der vielbewährte und.hochbegabte Genosse Fürsprech Reichel ist leider in der Stichwahl seinem konservattven Gegner mit 931 gegen 1135 Stimmen unterlegen. Hingegen wurden in Biel drei Vertreter der Arbeiterpartei gewählt, von denen wir jedoch nicht wissen, ob sie auch erklärte Sozialdemokraten sind. Bei diesen Wahlen haben wir die Beobachtung gemacht, daß die Reihen der schweizerischen Sozialdemokratie, allerdings noch eine kleine Phalanz darstellen. Hauptschuld daran trägt die oft unglaubliche Indolenz der Arbeiter, wo es gilt, ihre wichtig- sten Interessen und Angelegenheiten wahrzunehmen und die durchwegs zu beobachtende Abneigung gegen das Lesen oder Studium eines guten Buches. Mit dem vielen Singen und T. rnen und Schießen verduseltf und versumpft der größte Theil der Arbeiter, den Herren die politische Macht unbestritten überlassend. Das kleine Häuflein unserer rührigen und befähig- ten Genossen hat eine wahre Herkulesarbeit vor sich, wenn sie die Partei, d. h. ungeschminkt und unverschleiert gesagt, die sozialdemokratische Partei, zu einer einigermaßen be- achtenswerthen Stärke bringen wollen.„Der Unverstand der Massen", die im stolzen Bewußtsein ihrer„politischen Freiheit" schwelgen und darüber ihre bittere Roth und ihr Elend vergessen, ist das größte Hinderniß; sie haben die politische Freiheit und gebrauchen sie nicht und die soziale Knechtschaft ist ihnen nicht zum Bewußtsein zu bringen. Run, es wird auch noch in diesen dunklen Köpfen heller werden! Italien. In der italienischen Kammer hat es wieder«ine ehr stürmische Sitzung gegeben. Der Deputirte Cavallotti hat, dem Programm des demokratischen Kongresses entsprechend, den Gesetzesvorschlag eingebracht, wonach kein Deputirter zugleich ein vom Staate besoldetes oder von der Regierung abhängiges Amt bekleiden darf. Zur Begründung seines Antrages wies er in chonungsloser Weise nach, wie die Deputirten, die bekanntlich keine Diäten bekommen, mit Aemtern versorgt und so an die Re- gierung gekettet werden. Nicht weniger als dreihundert Deputirte, erklärte er, leben heute auf Staatskosten. Die Getroffenen lärmten natürlich und protestirten, aber Ricotera unterstützte Cavallotti und erklärte rund heraus, die Negierung sei eine Re- gierung der Korruption. Jetzt kam es beinahe zum Handgemenge, da einer der Getroffenen, der Deputirte Sprovieri, sich auf Nico- tera stürzte und sich an ihm vergreifen wollte; er wurde indeß von seinen Kollegen zurückgehalten. Die anwesenden Minister Giolitti und Micali protestirten gleichfalls, und schnell wurde Crispi geholt, der sich entschieden gegen den Antrag Cavallotti erklarte. Das war um so pikanter, als Cavallotti in der Be- gründung seinesj Antrages sich darauf berufen hatte, daß Crispi selbst, als er noch Deputirter der Opposition war, den nämlichen 'Antrag gestellt und vertreten hat. Als Minister, der um jeden Preis eine Majorität haben muß, ist er jetzt allerdings anderer Ansicht. Ricotera wurde wegen seiner Aeußerung zur Ordnung gerufen und erläuterte seinen Ausspruch dahin, daß er nur die poli- tische, nicht die materielle Korruption gemeint habe; aber er fügte bei, er werde die Beweise sür seine Behauptung vor den nächsten Wahlen dem Lande vorlegen. Das erregte einen neuen Sturm, den der Präsident dadurch beschwichtigte, daß er genügsam er- klärte, er sei glücklich, konstatiren zu können, daß Ricotera die Regierung nicht habe beleidigen wollen. Darauf wurde der An- trag Cavallotti's mit 176 gegen 46 Stimmen abgelehnt. Manche Deputirte enthielten sich der Abstimmung, und wenn die Majorität nicht zumeist in eigener Sache gestimmt hätte, wäre das Ergebniß ein anderes gewesen. Zur Befestigung der Regierung hat der Beschluß keineswegs beigetragen. Auch die Arbeiterunruhen in der Romagna kamen in der Kammer zur Sprache. Unter den Landarbeitern herrscht grenzenloses Elend. Crispi versprach, daß er eine strenge Untersuchung der Vorfälle— es kam bekanntlich zu blutigen Zusammenstößen mit dem Militär— einleiten werde; allein von der Untersuchung haben die Leute nicht zu essen, und wenn man ein paar der Verzwei,eltsten auf Jahre ins Zuchthaus steckt, so verdienen die Uebrigen darum keinen Saldo mehr und wird das Uebel nicht abgestellt/ Frankreich. .,?.CTor�, u.p( ch"J* für Arbeite rgesetze befürwortete, daß die Arbeitsinspektoren auch über Ausführung des neuen Ge- setzes wachen sollten; in Bergwerken sollte dieses Amt den Auf- sichtsmgemeuren obliegen.— Belgien. H a i n e- S t. Pierre, 23. Mai. Der internationale Vergarbeitertag zn Jolimont spricht sich mit 90 gegen 9 St. für Festsetzung des Achtstundentages auf legislativem Wege aus.— Der Antrag, welcher einen internationalen Ruhetag für die Bergleute am 1. Mai 1891 behufs Erzielung der Achtstundenarbeit im Auge hat, giebt zu lebhasten Verhand- lungen Anlaß.\ Haine»St. Pierre, 23. Mai, Abends. Das Depeschen- bureau„Herold" versendet folgenden Bericht: In Betreff der Frage eines internatton alen Ruhetages am 1. Mai erklärte ein deutscher Bergarbeiter, daß er sich drüben nicht äußern könne, da die deutschen Gesetze der Verkündigung eines derartigen Beschlusses im Wege ständen.(?) Die deutsche und die österreichische Delegation enthalten sich der Betheiligung an der Debatte. Die englischen Dele- girten sprechen gegen die Beschlußfassung über den Ausstand, da sie hierzu kein Mandat hätten; die belgischen und französischen Bergleute dagegen sind mit Einstimmigkeit dafür. Der belgische Delegirte Defnet schlägt sodann folgende Resolution vor: Der Kongreß erklärt sich im Prinzip für den internationalen Ausstand(?) zur Erlangung des Achtstundentages und beschließt, zum 1. April 1891 einen zweiten internationalen Kongreß zur definitiven Beschlußfassung über die Ausstandssrage einzuberufen. Dieser vermittelnde Vorschlag Dcsnet'swirdvonLamendin aus Calais unterstützt. Schröderhält eine feurige Rcdefür die Emanzipation des Arbeiterstandes und befürwortet die Annahme der Proposition Defnet's. Er empfiehlt die Einmüthigkeit aller Nationen; die Stimm- enthaltung der deutschen und der österreichischen Delegation sei unbegründet. Der Kongreß beschließt die Gründung eines inter- nationalen Bergarbeiterverbandes und die Wahl eines inter- nationalen Komitees und faßt eine Resolution gegen die das Assoziationsrecht(soll wohl heißen: Koalitionsrecht. Red.) be- schränkenden Gesetze. Ein Komitee wird mit der Wahl einer Stadt für den nächsten Kongreß beaustragt. Der Kongreß be- schließt sodann, den Sonnabend in Brüssel mit der belgischen Arbeiterpartei in brüderlicher Feier zu verbringen und geht aus- einander unter den Rufen:„Es lebe der Achtstundentag!" Theater. Sonntag, den 2S. M a i. vpernl>a«s. Das Käthchen von Heilbronn. Montag: Lohengrin. Dienstag: Othello. Kchanfpielhaus. Der Sturm. Montag: Die Geier-Wally. Dienstag: Wilhelm Tell. Krrliner Tsteatcr. Die Räuber. Montag: 5tean. Dienstag: Der Veilchenfresser. Deutsche» Tstrater. Der Sohn der Wildniß. Montag: Der Widerspenstigen Zähmung. Kesltng- Theater. Die Ehre. Montag: Die große Glocke. Dienstag: Das letzte Wort. Friedrich-Withrlurstädt. Theater. Der arine Jonathan. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag: Dieselbe Vorstellung. IMallner-Theater. Häuschen(Bode). Guten Morgen, Herr Fischer. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria-Theater. Stanley inÄsrika. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag: Dieselbe Vorstellung. Vstrnd- Theater. Lohengrin. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag: Dieselbe Vorstellung. Rrlidrus-Theatrr. Marqnise. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag: Dieselbe Vorstellung. KeUralliance» Theater. Der Nau- tilus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag: Dieselbe Borstellung. Kroll's Theater, lindine. Montag: Dieselbe Vorstellung. Dienstag: Die Negimcntstochter. Adolf Ernst-Theater. Der Gold- fuchs. Montag: Dieselbe Vorstellung.! Dienstag: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann'» Variete. Große Spezialitäten-Vorstellung. Englischer Garten Direktion: C. Andreas, Alexanderstraße 27c. Eröjsmg te aoiiiinctptttnä iilld Siijiie. Täglich Auftreten erster Spezialitäten. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags B'/ü Uhr. Entree Wochentags und Sonntags 80, BO u. 78 Pf., im Vorverkauf 30 u. 80 Pf. Der Garten ist an Vereine für Som- merfestlichkeiten mit Spezialitäten-Vor- stellung zu vergeben. Andres«. Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Garten-Conoert. Direktion A. Zjodmau«. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Ftifraa Wochentags 10 Fig., riilllltc gönn- nnd Festtags 28 Fig. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Nusschank von Patzenhoser Export-Bier, Seidel 18 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. Müller. Vari6t§-Theater. (Hasenhaide) Berrmannstr. 18— Neue Strasse 18. In dem vollständig renovirten Garten: 275 Am 1., 2. u. 3. Vfingstfeiertag: lsrosjts Könzert, Theater, Spejialitatell-ÄoHelllllig und BULL. Dnrchmca ueur» Drogramm. Anfang 4 Uhr. Entree 25 Pf. Kinder frei! passagc 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Schenswürdigk. d. Residenz. In mr dieser IRB Woche: 3. Reise durch die Zchwri», das malerische B e r n e r O b e r l a n d. 2. Wanderung durch die Variser Kvelt- AussteUuug. Eine Reise 20 Pf.. Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. TeuipeW. Wilhelillsgarteu. Vroher schattiger Varl:. I. Feiertag: SßSSer Gr. Konzerr. Entree frei. 630 2. und 3. Feiertag: Großes Konzert und Ball, wozu ergebenst einladet Hellmuth Zlieke, Gastwirlh. Allen Freunden und Genossen die ergebene Anzeige, daß ich die Feiertage in meinem Lokal außer Potsdamer, das berühmte Nüriirerger Bier, aus der Brauerei von 628 Evora& Meyer, verzapfen werde. 0t4o&.inlcey Forsterstr. 45". Bieue lieSt. Bergschlossbrauerei, Hasenhaide. Am I. und 2. Pfingstfeiertag: Früli-Concert. Am zweiten Pfingstfeiertag: Fi#-Ball. 618 wSÄ: EnisllllW litt Tftjislillittt-Bihilk. Auftreten der Neira-Truppe, Luftarbeit. Bodjaroff-Truppe, Gymnastik. Heise u. Frau, geb. Weitzmann, Seiltanz. Klowns Til u. Tac. Miss Adele, dressirte Hunde. Elly Hoiss, Luftleiter. llml Eröffnung der Kuftrutschduhn. Uen! Am 1., 2. und 3. Milifoip.rnnport unter Leitung des perrn Pfingstfeiertag: miilldir-uUUUCrt Musikdirektors Holz. Puppen-Theater. Bai champetre. Circus Jungmann etc. Honstre-Feuerwerk. Neu!"SÜrnKSf* Neu! ÄSS 25 Psz. Mchm«.«- 30 Pf. ÄS 25 Pf. Änsstellnngspark Hasenhaide. Ostnfrikanische Wnknmbn-Krieger aus dem Kitui-Lande, nächst dem deutschen Schutzgebiete. Grosses Doppel-Concert. Tyroler Sänger. SAF** Eintritt frei. 540 An den B pfingsttagr»: Grosses Früh- Doppel-Concert. am Ausgange des Stadtbalmhofs„Bellevue". Aussiellung der Bahnhof„Bellevue". Flensburger Straße. lent|es'schen Somali-Trnppe aus Ost-Afrika. 18 Männer, 5 Frauen, 4 Kinder, Waffenschmiede, Bogenschützen, 5 Reit- dromedare, 8 Jagdpferde, 6 Strauße, eine Heerde ostafrikanischer Schafe, Ziegen und Antilopen. Reichhaltige ethnographische Sammlung. Vorführungen von Dromedar- und Pserdcreiten, Bogen- schieße, l, Lanzenwerfen, von Kampfspielen, Kriegstänzen, Lagerszenen, Karawanenzügen ic. Pfingstsonntag und Montag, früh 6 Uhr: Vorführungen der Somalis und Früh-Concert. Nachmittags- Vorführungen 5, 6 und 7 Uhr.— Großes Coneert. Entree> Tribünenplatz 1 M., Stehplatz 50 Pf.— Büffet am Platz. NB.: Die echten Ost-Afrikaner befinden sich nur in der neuen Arena am Stadtbahnhof„Bellevue". Volksgarten in Wilmersdorf. Am I. und 2. Pfingstfeiertag i Grosses Coneert und Specialitäten- Vorstellung im prachtvollen schattigen Garten. Auftreten von Künstlern nur ersten Ranges und der kleinen Anna Fiedler aus Charlottenburg als Gast. _ Am 2. und 3. Pfingstfeiertag im ff. Saal■ Großer Hall. 3 Kegelbahnen, Familien-Kaffeeküche, Ausspannung etc. Nächste Stadtbahnstation: Schmargendorf. Dampfdahn von der Zwölf-Apostelkirche(Kurfürstenstraße). Um zahlreichen Besuch bittet 804 F. Pietsch. Von Eharlottenbnrg(Bismarck- und Wilmersdorferstraßen-Ecke) fährt Nachmittags um 1, 8, 5 u. 7 Uhr ein Kremser bis zum Volksgarten. Grosses Früh-Concert am Montag, den 26. Mai(zweiten Pfingstfeiertag), veranstaltet vom Gesangverein Freya 638 mit Unterstützung der Haus-Kapelle im Lokale des Herrn Lehmann, Schwedterstraße Nr. 23. Die Kaffeeküche ist von 8 Uhr an geöffnet.— Entree 30 Pf.— Anfang 5 Uhr. Billets sind bei folgenden Herren zu haben: Brückner, Lothringer- straße 07; Lange, Weinbergsweg 1; Hasenclever, Brunnenstraße 122; Gnadi, Brunnensrr. 38; Httrnberg, Anklamerslr. 49; Schulz, Gartenstraße 70; Beyer, Gr. Hamburgerstr. 16; Hoffmann, Straußbergerstr. 36. f Verein znr Regtlung her gmerblilZfen Verhiiltnijse Her Ttzser Berlins uns llingegend. Grosse WersammnE&sng EW am Dienstag, de» 27. Mai er., Uorinittag» lü Uhr,"ÖB in Möwe' ä Gesellschaftshaus, F ich testr. 29. Tagesordnung: 1. Die Regierun gsvorlage, betreffend Zlbänderung der Gewerbeordnung. Referent Stadtv. Herr Fr. Z u b e i l. 2. Diskussion. 3. Verschiedene Vereins- angelegenheiten. Nene Mitglieder werden aufgenommen. 635 Der Vorstand. NB. Die Zahlstellen des Vereins befinden sich: Für Osten bei Heindorf, Langestr. 70, jeden Montag Abend von 8—9 Uhr. Für Norden bei Nürnberg, Anklainerstraße 49, jeden Sonntag von 10—12 Uhr Vormittags. Für Wedding bei Gillenberg, Reinickendorserstr. 54, jeden Sonn- abend von 8— 9 Uhr. Für Moabit bei Vick, Birke» str. 24, jeden Sonnabend von 8—9 Uhr. Für Westen bei Graflunder, Ziethen- u. Schwerinstraßen-Ecke, jeden Montag von 8—9 Uhr. Für Süden im Arbeitsnachweis täglich in den Geschästsstnnden. Für Rirdorf bei Kummer, Berlinerstraße 136, jeden Sonntag von 10—12 Uhr Vormittag?. Daselbst werden Beiträge entgegen genommen und neue Mitglieder ans- genommen. D. O. Versmtaß kt SWMer am Mittwoch, den 28. Mai, Vorm. 10 Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobfir. 48a. Tagesordnung: I. Die Lage des Streiks. 2. Verschiedenes. 610 Die Streikkommission. Fachoerem der Tischler. Dienstag, den 27. Mai(3. Pfingstfeiertag): Famliien-Ausflng nach FriedrichsiMetfi n, cht Grünau, da dort uns kein Lokal zur Verfügung steht. Treffpunkt in Friedrichshagen: E. May's Bierhaus. WW 0.._,(Arbeitrrl'illrts zu 30 pf.) Zuge vom Schlesischen Bahnhof Morgens 6,31, 7,06. _ Achtung{ Sozialdemokrat. Wahlverein des 4. Berliner besteht Reichstags- Wahlkreises. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß, so lange die Bie�perr- weder Mitglieder- noch General- Versammluiigen Hof5 Zt.; C.Scholz, Wrangelstr. 82, Glaserei; G.Schulz, straße 40a, Zigarrenhandlung. 62? iltt �meilitt Weitttilim-KlB Wmittiijtt BmißjUP BriiiisM IImW»! am Mittwoch, den 28. Mai, Abends SVe Uhr, im Lokal Herrn Hoffmann, Bergsir. 133._ Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Zubeil. 2. Diskussion. 9. nähme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes.— Herren und Damen als® L haben Zutritt. Zur Deckung der Unkosten eine Tellersammlung, um i reiches Erscheinen bittet 642 Die Bevollmächtigte. Große Versammlung des Vereins gewerblicher HilSsarbeiter iur Johaimr'hal und Umgegend am Dienstag, den 27. Mai d. I.. Vormittags 10 Uhr, im(akal*" tim-n Henneberg in Johannisthal. Tagesordnung: 1. Tie Arbeiterschutz-Gesetzgebung vor dem Deuy°l Reichstag. Referent: Wilhelm Werner— Berlin. 2. Diskussion. 3.®. schiedenes. Der Vorstand. WM" Achtung! Rohrleger und Helfer Herlins. Oeifentliche Versammlung am Dienstag, den 27. Mai(3. Feiertag). Vormittags' 8 Uhr, in F e u e r st e i n' s Salon, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: 1. Sitnationsbericht unseres Streiks. 2. Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen._ Die Streikkommission 68* Verein zur Wahrung der Intereffen d� Steintrager und nerm. Hernfsg. Herlitz ilucrtamliin am Mnftäg, den 27. d.Mts.. Vorm. 10 Uhr, in Renz Salon, Raunynjir. � HMien. �8®�%,%'�� ��äMenänderung. 2. Bereinswy «.fmornrntn. Um' Grosse Versammlung kt Fr. VereichllW her Dalllelimälltelschlleider u. Meiierililltil her Bekleihullgs-Zjlhchie Verlins am Dienstag, den 27. Mai, Abends 8 Uhr. g%2 Tagesordnung:, 1. Vortrag des Herrn Werner:„Der Kontraktbruch". 2. Dlswll. 3. Rechenschaftsbericht und Abrechnung vom Vergnügungskomitee. 4. Fortsey der Stawtenberathung. 5. Wahlen. 6. Verschiedenes und Fragekasten. haben Zutritt. Um regen Besuch bittet Der Vorstanr�- Achtung, Maurer! Tie Verkehrslokale, in denen die Vertrauensleute freiwillige zum Generalfonds entgegennehmen, befinden sich bis auf Weiteres an fow Stellen: 0 ßet, 1. en(W. Kerstan, kassirt bei E. Schmidt, Skalitzerstr. 61, Ke o �ws r*____ i. � on u i 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9, 10. 11. 0. H. W. S. C. (G. (E. <«. (K. (F. (A. H. Raschke,„; Waldemarstr. 61. Gröppler,„„ Hinze, Krautstr. 42. Schulz,„„ Böhl, Rüdersvorferstr. 6, Kelle- Schigolsky, kassirt bei Rosenthal, Metzerstr.-3. Markomsky, Pinkowsky, Biencck, Klingenberg, K. Lehmann, Bath, Gerichtstr. 19. Grafunder, Schwerini"- B ö h l an d, Bülowstr. 82. 3 echt in, Hornstr. 11. K u h l m e y, Neue Friedrich- 9. und Moabit. Milling, kassirt Sonnabends bei�H o� z°b e�ch e r, Rnt� nowergrape 8u. und Montags bei Fink. Birkenstraße. � � Es werden aber die Gelder nur in den betreffenden Lokalen entgiä genommen, nicht mehr in den Wohnungen, wie bisher. bis Geschäftsstunden sind jeden Sonnabend und Montag, Abends von 10 Uhr.• �aef Es wird gebeten, Obiges in den Baubuden vorzui« Maurer Berlins, schlieft Euch alle der �feremigung an! freiet ■■■■um um im ii iiiimni Allen Freunden und Genossen empsehle mein e Weiss- a. Bainsch-Bier-LokaJ BieSfest Garten Nauny n- Strasse No. 86. Vereinsziinincr für Vorstände und Klubs stehen zur Verfügung. Fr. ZwbßH' Verantwortlicher Liedakleur: Emst Kaalle in Berlin. Dnrck und Verlag von Mar Fading in Berlin 8\V„ Beathftraße 2. ijtci*«« eine KkiläS�' 1. Keilte M> Berliner WWW. Nr. 119. D as Pfingstfest kam in voller Pracht. Die Glocken klangen hell und klar. Da Hab' ich drüber nachgedacht. Wie's wohl am ersten Pfingstfest war. So war's. Die Nacht der Reaktion Lag auf Judäas Gauen schwer. Ermordet war der Meister schon, Zerstreut der Jünger kleines Heer. Ermordet war der Meister.— ja. Durch einen feilen Richtcrspruch. Ob Niemand seine Schuld auch sah, Er brachte Licht, das war genug. An Gründen fehlt's dem Wolfe nicht, Lechzt nach des Lammes Blute er: Man log mit ernstem Angesicht: „Den Staat zerstört die neue Lehr'. Der will der Juden König sein! Ten Aufruhr trägt er in das Land! Wir müssen ihn dem Tode weih'n,' Bevor entfacht der Weltenbrand." Und Jesus sprach:„Nicht im Gefecht, Nur durch die Wahrheit, durch die Lieb' Wollt ich befreien dies Geschlecht." Doch taub das Ohr der Henker blieb. Die Wahrheit— unbequemes Ding! Die Menschenlieb'— gefährlich Wort! P Lrcknles. W"~'*i'»-'IICIICH WVICUCHW uu, unv... v» iien e-1,cni)l'c� mc�r das Pfingstfest. das die Menschen einladet Wrf. 9 des Frühlings über den Winter zu schauen, dem schöpfe- lllien Genius in der Werkstatt der Natur zu lauschen. Selten Pfingstmorgen viel versprechender, begehrenswerther als «. heranrückende. Schon haben die sorgenden Hände der Haus- L J geschafft und gescheuert, um die liebliche Psingstsonne würdig fcn. m!�äumen und seien sie noch so bescheiden zu empfangen. � Vorbereitungen werden getroffen um Pfingsten zu feiern. «u Wagen und zu Fuße zieht in Schaaren das Boll der Gaffen WtU\in(M.d und Wald, um den Alltagsstaub der dumpfen Werk- ,js.n/u>zuschütteln, uni die würzige Maienlust einzuathnien. Weit- »1!�«.uiit den gefiederten Sängern in Wald und Flur ertönt iw.i�hbewegter Brust Lied um Lied, die Herrlichkeit der Natur gend, alles Schöne und Gute weckend. Xiit. dein, der aus des Lebens- Misere sich noch Frohsiiin L. s'e Begeisterung für alles Hohe und Edle gerettet; wohl io-t' der aus den Genüssen des Lebens sich eine Frohnatur be- hiss»"ud nicht schlaff, blasirt vom Uebergenuß in den weichen kl 1, Landauer lehnend, auf Gummiradcrii gerälischlos an Östlich geschmückten Volk vorüber zieht, die Fröhlichkeit des tttn zucf�he 2�eude" schmälert und darüber erhaben die Schul- stm«u, das Volk erfreut sich, und es hat ein gutes Recht dazu. stj„.�°usleden, in feinen» Tyun und Treiben, seiner Freud' und teit da liegt Wahrheit, es ist der Spiegel der Natürlich- i�fi f ,e Begeisterung ist die Gewähr, daß die Volkskraft nicht dlnoo pudern wie die Natur im Weltenraum ihr Pfingsten er- h-in,«-' der Menschheit aus dem Unvollkommenen, aus dem idird � gegen Alle ein schönes, herrliches Pfingsten erringe� Zß-i«?� Begeisterung war es, welche die Anhänge t. ,üon Nazarelh aus ihrer Furcht heranstreMi di* s, h®" Schergen fanatischer Pfaffen die neue Lehre, welche litu.«, der Juden, das römische Reich zerstören sollte, die �'-ehre z», predigen. Vorsorglich hatte man den Hauptträger ?nm Vstngstfeste. WWW . Ö Eiligen Geistes", dem Juden das Fest il'|s)liuii« r1?' bcni Freidenker das Fest des vollendeten .Äc ,�u die Ätahnung enthält, daß in der fc... unserer Geisteskraft der Adel und die �dbe» s�-�enschen liegt. Wie die Natur ihre in tausend a%ufch �"de". sötiithen an's Tageslicht dringt, so hat hj. �lc. Pstlcht, die Blüthen seines Geistes zu ent- � von.'�hvheit z» erkenneil und zil sagen, einerlei, ob �sittlicl,-- �,�"den der Aufklärung fiir„sittlich", oder Wo>,, Lohalten wird. :n9epf[n,,,.a" den Menschen hindert, die ihm von der Natur fvoiuj ä on höchsten Fähigkeiten zu bethätigen, da ver- � � K�st gege,» de» Jhcilige:,', d. h. gute,, � hvistciithmng. Was besagt denn die Erzählung . das,?�usgießn»g des heiligen Geistes" anderes, pickte, n).-� r Einzelne in seiner Sprache das aus» Östlich et ai,f dem Herzen trug, oder, modern wissen- 'a9t/ was in seinem Gehirne gereist ivar.„Da �Ichah L hoißt es in der Apostelgeschichte— diese Stimrne es t?"1 die Menge zusammen und wurde verstürzt, h n-(Sil eiu Jeglicher, daß sie mit seiner Sprache rc- fachen.�entsetzten sich aber alle, verwunderten sich und n' auz"� einander: Siehe, sind nicht diese alle, die da Sonutag, de« 25. Mai 1890. 7. Jahrg. Pfingsten. Das Volk die Lehre sroh empfing, Darum vollzogen ward der Mord. Es war des Volkes heil'ges Recht Ertränkt in seines Führers Blut, Nun bläh'te sich der Lanzenknecht. Nun jubelte die Pfaffenbrut. Nun ward sie frech, die Reaktion, Nun trat sie schamlos an den Tag. Und die erschreckten Jünger floh'n In ein verborgenes Gemach. Das Volk da draußen dumpf und still, Die Führer wie das Wild gehetzt— Wer ist es, der nicht meinen will, Todt sei die neue Lehre jetzt? Und war sie todt, als dies geschah? Erlag sie all dem Leid und Weh? Ein Mensch verschied auf Golgatha, Aus seinem Grab stieg die Idee I Sie spottete der Reaktion, Unsichtbar schritt sie durch das Land, Ermnthigend die Jünger schon In ihrem heimlichen Verband. Und immer Heller ward die Gluth, Und immer weiter ward es kund, Und inimer größer ward der Much, Und immer fester ward der Bund. Bis flammende Begeisterung Das ahnungsvolle Schweigen brach, Und Worte der Verkündigung Zu allen Völkern zündend sprach. Da hielt kein Schwert die Mafien auf, Kein Priesterfluch trieb sie vom Ort. Es schaarte sich das Volk zu Häuf, Und lauschte der Apostel Wort. Die Lehre, unverfälscht und rein, Das Evangelium der Zeit, Sie drang in alle Herzen ein, Sich Kämpfer werbend für den Streit. So kam es, trotz der Reaktion, Die auf Judäas Gauen lag, Der Geist des Fortschritts sprach ihr Hohn,- Das war der erste Pfingstfestlag. Noch manche Marterwoche ging Am Volk dahin seit jener Zeit, Und manchmal noch am Kreuze hing Die Unschuld und die Ehrlichkeit. Doch die Erfahrung immer blieb: Ein Morgen folgt nach jeder Nacht, Und jedem Ostern, bang und trüb Folgt eines Pfingstens lichte Pracht. Max Kegel. der Idee, den Lehrer, dem Tode geweiht,— die Idee war nicht »mznbrlngen. Die Flamme der Begeisterung durchglühte seine Anhänger und schwoll zum Flammenmeere an, bis es die Feinde der Idee verzehrt und eine ganze tausendjährige Kultur zerstört hatte. Das Christenthum, es feierte nach hartem, schweren Ringen sein— PsingstM.' Und seitdem sind neue Ideen entstanden mit Begeisterung durchglühten Trägern, mit Märtyrern und Blutzeuge». Die Völker rangen sich durch, die neue Idee in sich austiehmend, zu einer �wetteren Etappe des Psingstfcstes der Vollkommenheit. i Und auch heute sind Millionen von einer Idee ergriffen, welche die Menschheit auf dem Wege der Entwickelung dem Pfingsten nahe bringen sjill. Hunderte und Tausende haben in Nacht und winterlichen Stürmen ihr Herzblut, ihre Frei- heit geopfert für diese Idee, für die Befreiung der Völker aus der Nacht der Unwissenheit und geistigen, sowie materiellen Knechtschaft. Und auch heute schinachten noch gar viele Sprossen jener Völker, Sprossen des edlen deutschen Volkes, welche schon einmal eine alte Welt zertrümmert, hinter Kerker- mauern und kaum die Strahlen der Psingstsonne haschend für die Verkündigung einer neuen Idee. Geivaltige Verfolgungen habe» die Träger dieser Idee, die heute die besten und intelligentesten Glieder jenes Thcils der Völker umfaßt, die mit einsigem Biene»- fleiß die Schätze schaffen und die Welt verschönern, erouldet. Sie verlangen Gerechtigkeit, Brot und Freiheit, Milderung des Kampfes uiiis Dasein; sie ringeu-und streben nach dem Pfingsten der Menschheit. Und horch!(Der Winter ILjähriger Verfolgung, Verbannung und Gefängniß hat die Idee nicht zu tödten ver- mocht.„Sieg!" jubelt die Idee, die Begeisterung hat Millionen Herzen ergriffen, sie hat das Eis der Voreingenoinnienheit zer- rissen; dia-, finster» Mächte wissen, daß die Idee nicht mehr zu tödten Hoffnungsfreudig begehl heute dies Volk das Psingst- feiWr es ist eine weitere Etappe zum Pfingsten der Menschheit mmen.. V»n Strra Ma» Kchippel gehe««n» folgende Zeilen i«: In der Sonnabendnuinmer der„Volkszeitung" finden sich»vieder einmal einige Bemerkungen über die„Volkstribüne", die dem wahren Thatbestand durchaus widersprechen. Ja. wohl, sie sind auZ Galiläa! EZ sind allemalzdie Fischer und Zöllner, es ist die sog.„Canaille", die„seile Menge", das Proletariat, über welche der„heilige Geist" sich ergießt. Wie sie verwimdert dasteyen, die glatten und gewandten Weltleute und Pharisäer, die sich mit unglaub- lich wenig geistigen» Ballast ans den äußeren Höhen des Lebens zu halten wissen! Allmälig erholen sie sich von ihrer Berwunderung darüber, daß einfache Leute aus dem Volke es wagen, über die höchsten Kulturprobleine zu dis- kntiv.'u, während die gewaltigsten Leistllngen ihres Geistes vielbücht in der Lösung des großen Problems regelrechter VerlIeugungeu vor den Machthabern dieser Erde bestehen. Um die Ausgießung des„heiligen Geistes" der Gegenwart zu hintertreibeu, suchen sie unter den Hecken reaktionärer Gesetze nach den geeigneten Unterdrückungsparagraphen. Das nennt sich dann„wahre Sittlichkeit" und„wahres Christenthum"! ' Der„heilige Geist", der damals in Flammen auf die Jünger Jesu niedcrfuhr lind aus ihnen in Zungen redete, daß ein Jeder, so verschiedene Volksstämme in Jerusalem des Festes wegen zusaulinengeströult waren, seine Mutter- spräche zu vernehmen glaubte, war das Gefühl, daß die Menschheit im Glauben ein einziges großes Ganze bilde und die„Gottcskiiidschaft" fortan nicht mehr das ausschließliche Vorrecht eines„aiiserwähltcn Volkes" sein, son- dorn im Namen Jesu auf alle Menschen übertragen werden solle. Was damals nur in religiösen Foniicn und Symbolen gefaßt werden konnte, hat jetzt diese„heiligen Schleier" abgestreift und tritt als Ergebniß ebenso der ver- nüllftigen Betrachtung und der wissenschaftlichen Erkenntniß, wie der natürlichen Empfindung auf. So stark jetzt die Wogen der Nationalitätsidee gehen, so schroff im Kampf der Interessen die Völker sich gegenüberstehen: das Ideal einer allgemeinen Verbrüdernng der Menschheit wagt keines mehr ernsthaft anzutasten. Seine Verwirklichung mag noch so fern liegen— selbst Diejenigen, die es nur unwillig aiierkennei» und im Finsteren, aus den Höhlen der Unbildung und des Fa- Einmal hat sich die„Verl. Volkstr." niemals um die Kan- didatur des Herrn Negierungsbaumeister Keßler bemüht. Sie hat lediglich, als Herr Keßler definitiv verzichtet hatte, also als alles bereits erledigt war, im Anschluß an die Er- klärung K.'s ihr Bedauern darüber ausgesprochen, daß eine agitatorisch so leistungsfähige Kraft im Reichstage fehlen müsse. „Bemühungen" hätten doch wohl eintreten müssen, solange die Sache noch in der Schwebe war. Daß ferner Herr Keßler der Verfasser der Mehring-Artikel in der„Sächs. Arbeiterztg." sei, glaube ich solange nicht, als es mir nicht von anderer Seite bestätigt wird. Sollte die Bezeich- nung„Gegengabe" aber auf mein stilles Einverständniß mit dem Verfasser der Artikel hindeuten, so will ich gleich weiter be- merken, daß ich sofort nach dem ersten Artikel die Dresdener Redaktion bat, doch die Sache ruhen zu lassen— daß also der erste Artikel mir durchaus nicht zusagte und der zweite sogar gegen meinen Willen erschien. Was die„Volks-Ztg." bezw. der„Grundstein" über Herrn Keßler selber schreibt, dürfte ebenfalls nicht zutreffend sein, doch bin ich darüber nicht genügend informirt, und die nächsten Tage werden wohl volle Klarheit schaffen. Max Schippe!. Pom Neichotagsbau. Einer längeren Darstellung der „Voss. Ztg." entnehmen wir folgende Einzelheiten: Bei dem Bau des Reichstagshauses entwickelt sich die Hauptthätigkeit gegen- wärtig bei den Bildhauerarbeiten und bei der Inangriffnahme der großen Kuppel, für welche ein gewaltiges Bangerüst im Innern aufgestellt worden ist. Die Bildhauerarbeiten erstrecken sich auf alle Theile des Aeußern wie des Innern, nachdem die Verkleidung der vier»nächtigen Fronten mit Backstein im wesent- lichen zum Abschluß gebracht worden ist. Der fast weiße, hell- graue Ton der Quadern und Glieder hat etwas Vornehmes und Ernstes; er wird eine kräftigere Schattenwirkung der plastischen 'Arbeiten, insbesondere auch der Säulen und Kapitale, der Figuren und der Ornamente begünstigen. Im benachbarten Atelier des natismils heraus, es bekämpfen, können sich bei der Ueber- wältigung der natürlichen Hindernisse, die sich so lange einer leichteren Annähernna der Völker entgegen gestellt, bei der immer größereu Ausbildung einer gleichmäßigen Bildung, nicht mehr verhehlen, daß die Weltgeschichte unaufhaltsam diesem Ziele, der Einheit und Brüderlichkeit der Mensch- heit, zustrebt.! Die Weltgeschichte strebt diesem schönen Ziele zu, weil die Völker sich der Erkeuntniß nicht mehr verschließen wollen, daß der„heilige Geist" des Lichtes und der vernünftigen Erkeuntniß ihr wahrer Heiland und bester Helfer ist. Dieser „heilige Geist", obwohl vielfach verkannt und geächtet, hat seit Jahrhunderten unablässig gerüttelt an den Banden und Fesseln der Menschheit, und wenn es ihm einmal gelang, seine mächtigen Schwingen auszurecken, dann flog es wie goldener Soilnenschein über das Leben der Völker. So wie der Dichter von ihm singt: Dieser that die größten Wunder Und viel größ're thut er noch: Er zerbrach die Zwingherrnburgen Und zerbrach des Knechtes Joch. Alte Todeswunden heilt er Und erneut das alte Recht: Alle Menschen, gleich geboren, Sind ein adliges Geschlecht. Das heutige Geschlecht ist beglückt, z» sehen, wie dieser „heilige Geist" die letzten Baliden und Fesseln abstreift, wie er sich weiter und weiter ergießt über die Ivette Welt. Er segnet die Arbeit, er schützt die Freiheit, er sichert den Frieden. Dieser„heilige Geist" ist nichts anderes, als der freie „menschliche Geist", als der Geist der Menschheit, der in jedem rechten Menschen lebt und schafft und ivirkt. Die kommenden Geschlechter werden ihn nicht mehr anbeten, aber sie werden ihn grüßen von Jahrtausend zu Jahrtausend mit dem klaren und lichten Pfingstgedanken: Alle Menschen, gleich geboren, Sind ein adliges Geschlecht. �uvyiuiers iCiiö Lessing geiuiiini isai: einen Cjinbiirf von der Sorgfalt, mit welcher all? einzelnen Theile gezeichnet, mo dcllirt und ausgeführt werden. Da hängen ringsum die flott und doch sicher gegeoenen Skizzen und Zeichnungen für die hoch' anfragenden Giebel der Süd- und Nordfeite, die Ent'. würfe für die Gestaltung der stattlichen Eckthürme, die Studien stir die Ausführung der zahlreichen Wappen und Schilde. Grnst schaut an deni Bogen einer Fensterarkade das Haupt der Medi.se hernieder; ihr zur Seite zwängen sich, ivie gebändigt, Drachen und andere Ungeheuer, anscheinend die Sinnbilder böser Geister, in den Ecken der Thurmfelder. Mit wuchtiger Kraft treten sie hier aus dem Grunde hervor; aber auch oben in der Höhe, vom Lichte der Sonne umftuthet, auch da soll ihnen noch Kraft und Leben innewohnen. Für den figürlichen Schmuck der Thürme ist in diesen Tagen gerade eine hocherfreuliche Ent- scheidung getroffen worden, wonach an jedem Thurms, unter naher Beziehung zn dessen Bestimmung und zu den in ihm liegenden Räumen vier Standbilder ihren Platz sinde». Die' selben sollen die geistigen und materiellen Kräfte versinnbildlichen, auf denen der moderne Staat und seine Erhaltung beruht. So hat man für den Südostthurm, in welchem sich Räume für den Bundesrath befinden, die Siaatskunst, die Rechtspflege und die Wehrkraft zu Lande und zur See gewählt; für den isiordostlhurm (mit der Bibliothek des Hauses) Erziehung, Unterricht, Kunst und Literatur; für den Südwestthurm, der die Erfrischungsräume enthält, die Gewerbe der Volksernährung: Ackerbau, Viehzucht, Weinbau zc..... Da die einzelnen Gestalten, die in sehr de- trächtlicher Höhe ihre Aufstellung finden, nahezu vier Meter hoch weroen, so handelt es sich um eine recht unstangreiche Arbeit, zu deren Bewältigung, wie es heifit, tüchtige Künstler aus dem ganzen Reiche herangezogen werden sollen.— Im Innern sind die Arbeiten ebenfalls rüstig vorgeschritten; die Treppenhäuser und die Ein- trittshallen erscheinen nahezu vollendet und auch im Obergeschofi ist fast Alles im Rohen fertiggestellt, mit Ausnahme der Prachträuine, zu denen neue Skizzen aufgestellt worden sind. Bei Allem, was schon zu sehen ist, erfreut die Gediegenheit, wie die Sorgfalt und Schönheit der Ausführung, die an Treppen und Thüren in gleicher Meise zu bewundern sind. Tie Echtheit des Materials ist ein Hauptvorzug dieses ersten deutschen Monu- mentalbaues, dem dadurch die Dauer von Jahrhunderten gewähr- leistet wird. Eine wichtige Entscheidung ist ebenfalls in den letzten Tagen für den Kuppelbau getroffen worden, indem das Arveitsministerium die technischen und konstruktiven Berechnungen dafür genehmigt hat. Die über dem Sitzungssaal sich erhebende, zum Theil durchbrochene Kuppel besteht danach aus gekrümmten Blechträgern mit sekundären Spannungsgurten, mit Fufiring und Kuppelring; sie trägt eine in getriebenem, vergoldetem Kupfer ausgeführte offene Laterne, deren Spitze sich bis zu 76 Meter er- hebt, die Siegessäule also noch um lS Meter überragen wird. Die Ausführung der Konftruktion erfolgt durch die Aktiengesell- schaft Cyclop, Mehlis u. Behrens. Die Aufführung des Tain- bours, der Lichtöffnungen erhalten soll, die Fertigstellung der Lager und andere Vorbereitungen iverden sich noch bis zum Herbste hinziehen, so daß bei günstiger Witterung alsdann mit der Montirung der Eifentheile begonnen werden kann. Das Ge- wicht der Kuppel, die im oberen Theile mit starkem, ornamentir- tem Glas eingedacht ist, beträgt 820 Tonnen! die Einrüstung allein kostet 70 000 M. Wegen der in«inselne» Stadtgegende» überhand- nehmende» Kefudelung von Zäunen u. dergl. durch fcham- lose Aufschriften, Zeichnungen u. s. w. hat der Polizeipräsident Veranlassung genommen, die städtischen Behörden zu ersuchen, da die Thätigkeit der Polizeireviere allein kaum ausreichen dürfte, dem Unwesen zu steuern, die mit der Straßenreinigung beschäf- tigten Personen anzuweisen, gleichfalls für die Beseitigung des Uedelstandes nach Kräften zu sorgen. Die Straßenreniigungs- Verwaltung hat demgemäß entsprechende Weisungen an das ihr unterstehende Personal ertheilt. Die Ginführung fterilistrter Milch in Berlin, soll nun- mehr in großem Umiange begonnen werden. Die zur Sterilisirung der Milch erforderlichen Apparate werden von den Patent- iuhabern, den Herren Oekonomierath Neuhaus, Apotheker Gron- wald und Ingenieur Oehlmann gegen Miethszahlung an die Milchproduzenten abgegeben werden. Die Tagesabgabe, die für Benutzung der Apparate zu entrichten ist, beträgt bei einer täg- lichen Produktion bis zu 830 Litern 2 M. und bis zu 700 Litern 3 M. Die sterilisirte Milch darf nur in Flaschen von bestimmt festgesetzter Form imd mit plombirtem Verschluß in den Handel gebracht weroen. Welchem Kednvfüiff die feit Dezember 1887 von der Stadt eingerichteten Abladepläbe für Müll, Kehricht u. s. iu. entsprechen, zeigt der riesige Verkehr, der sich schon in der kurzen Zeit daselbst entwickelt hat. Nach Ausweis des städtischen Verwaltungsberichtes wurden während des Jahres 1888/89 im Ganzen 49,736 Fuhren Unrath nach den drei Plätzen geschafft, und es ergab sich aus der Verwaltung der letzteren ein Reingewinn von 7641 M. Man darf sich aber, so heißt es in dem Bericht weiter, der Täuschung nicht hingeben, daß mit diesem Unternehmen die Aufgabe, für die Unterbringung der festen Ab- gänge ausreichenden Ramn zu schaffen, vollständig und für die Dauer gelöst ist. In der kurzen Zeit von 16 Monaten sind 63,120 Fuhren auf die Abladeplätze mit einem Flächenraum von zusammen 21 Morgen gebracht worden. Die Benutzung derselben wird von Jahr zu Jahr steigen, eine Wiederabrämnung der gelagerten Stoffe, um neuer Zufuhr Platz zu schaffen, würde sehr erhebliche Geldopser erfordern, und so wird schließlich keine andere Lösung übrig bleiben, alS die Erwerbung eines fern von der Stadt gelegenen, ans Jahrzehnte ausreichenden Abladeplatzes, nach welchem sämmtliche nicht durch die Kanalisation entfernte Abgangsstoffe der Stadt auf dem Wasserwege transportirt werden. Der Spiritismus greift nun auch zum TraKtätchen. In Berlin besteht feit einiger Zeit ein„spiritualistischer Verein Psyche", der neuerdings eine Massenagitation für seine Sache ein- geleitet hat und auch durch Vertheilung kleiner Schriftchen zu wirken versucht. Die Zuversicht, nnt der man ehedem behaupten konnte, in Berlin fände etwas Unvernünftiges keinen Boden, ist leider geschwunden. Vor bald einem Dutzend Jahren sahen wir eine kleine Schaar von Individuen zweifelhafter Gattung eine Be- wegung einleiten, die an Unverstand und Frivolität ihres Gleichen nicht hat in unserem Jahrhundert, eine Bewegung, der gegenüber der unschuldige Spiritismus noch als der Inbegriff von Weisheit und Tugend erscheinen kann. Bald hatte sich ein Hofprediger an die Spitze jener Leute gestellt und heute sind wir so weit, daß man sich nicht mehr schämt, selbst im Parlament ihre Sache zu vertreten. Der Begriff der Unmöglichkeit hat, wie man sieht, an Gebiet verloren, warum sollen also die Spiritisten, diese unschuldigen Schwärmer, in der Stadt der Intelligenz nicht auch eine große Anhängerschaft gewinnen- „Wir sind im Besitz einer Wahrheit, dem Zeitalter voraus, und haben die Pflicht, dieselbe, wenn nöthig, von den Dächern zu predigen." Das ist das Motto der neuen spiritnalistischen Agitation.„Wichtige Enthüllung für Jedermann über die höchsten Fragen des Mensckendaseins"— das ist der bescheidene Titel des ersten Vereinstraktätchens. Es belehrt uns zunächst über den Ursprung des Spiritualismus und die Vorgänger Carl Wolter's:„Am 31. März des Jahres 1848 machten zwei kleine Mädchen, die Kinder des Schmiedes Fox in dem einsamen Dor,e Hydesville(Staat New-Iork). die Wahrnehmung, daß es, wo sie sich aufhielten, fortwährend klopfte. Die Ursache konnte man nicht entdecken. Das Klopfen ließ nicht nach, sondern verstärkte sich mit der Zeit. Cs pochte am Boden, im Mauerwerk, an den Fenstern, ,n den Möbeln. Und dazu kam. daß bald auch die Gegenstände im Hause von unsichtbarer Hand gerüttelt, geschoben und gehoben wurden. Die ganze Nachbarschaft gerieth in Aufregung. Von weit und breit strömten die Leute herzu. Das Aussehen� wuchs noch, als die Kinder entdeckten, daß die Klopftöne auf Wunsch in einer ge- wissen Anzahl erfolgten, und daß auch die Gegenstände auf Wunsch sich nach rechts oder nach links hin bewegten. Es war also eine Verständigung mit der unbekannten Ursache möglich. Hierdurch veranlaßt, kam Jemand auf die Idee, feste Regeln betreffs des Sinnes dieser Zeichensprache vorzuschlagen; nämlich für„Ja" dreimal, für„Nein" einmal und für „Unbestimmt" oder„ich weiß nicht" zweimal zu klopfen, worauf der unsichtbare Klopfer sofort durch drei Zeichen einging. Man hatte also festgestellt, daß hinter der Kraft, welche klopfte, eine Vernunft und ein Wille, d. h. ein denkendes Wesen verborgen war. Und durch den eingeleiteten Verkehr wurde ferner festge- stellt, daß die durch Klopfen und Bewegen sich kundthuenden Intelligenzen die Geister verstorbener Menschen waren, wie aus dem Inhalte der Mittheilungen unzweifelhaft hervorging. Diese so überraschende Entdeckung, welche von drei Prü- fungskommissionen bestätigt wurde, erregte allenthalben das größte Aussehen. In Sturmeseile verbreitete sie sich über die ge- bildete Welt. Zahllose Versuche fanden statt, und immer war, wo sie gelangen, der Erfolg derselbe. Freilich wurden die meisten Versuche nur aus Neugierde oder Spielerei unter- nommen, ohne daß man ihnen eine tiefere Bedeutung beizu- legen versuchte. Daß überhaupt Geister existiren könnten, galt der Zeitmeinung für unmöglich. Darum erlosch das Stroh- teuer der„Tischrücke-Epidemie" schnell wieder. Aber in Taufen- den von Familien faßte die neue Sache feste Wurzeln, und in der Stille gewann der Spiritualismus fort und fort Anhänger, so daß man sie heute schon in allen Kreisen der Gesellschaft findet. Es stellte sich heraus, daß nicht Jeder in gleichem Grade die Vorbedingungen besitze, um mit den Geistern in Verkehr treten zu können, sondern daß eine gewisse Veranlagung dazu nöthig sei. Eine Person, welche so beanlagt ist, heißt ein Medium.(Mittler, Werkzeug.)— Die Gabe der Mediumfchaft kann sich auf{die mannigfaltigste Art äußern. Den Hauptrichtungen nach unter- scheidet man: 1. Die physikalischen Medien. Ihre Kraft ist die Vorbedin- gung zn Erscheinungen wie Tischrücken, Tischklopfen, Beweaun; von leblosen Gegenständen, Lösung versiegelter Feä'eln ohne Ver letzung der Siegel, Unsichtbarmachen von Gegenständen, Durch- dringen fester Stoffe, Erheben und Schweben von Dingen oder auch des eigenen Körpers, Materialistrung(Nachbildung) von Früchten, Blumen, Federn, Gliedmaßen, aber auch Materiali- fations-Erscheinungen von Geistern in ihrer ehemaligen Menschen- gestalt, ee. 2. Die Schreibmedien. Deren Hand wird von den Geistern zum Schreiben benutzt. Solche Medien bringen Mittheilungen zu Papier, die oft weit über ihr geistiges Können und Wissen hinausreichen. Das Schreiben geht ganz mechanisch und ohne daß es der Aufmerksamkeit des Mediums bedürfte, von Statten; manchmal so rasch, wie es kein menschlicher Schreiber nachzu- ahmen vermöchte. Auch giebt es Medien, welche Mittheilungen in verkehrten SchriftzügsN(Spiegelschrift) liefern oder in fremden Sprachen, die ihnen gar nicht bekannt sind. 3) Die Sprechmedien. Diese sind im Stande, durch Ein- Wirkung der geistigen Wesen deren Gedankest mündlich zum Ausdruck zu bringen, weshalh auch der Inhalt des Gesprochenen häufig weit über den Bildungsgrad des Mediums hinausgeht. Geschieht das Sprechen im magnetischen Schlaf, so heißt es Trance; die Beeinflussung bei Bewußtfein ist Inspiration. 4) Die Schristmedien. Diese seltenen Medien besitzen die Kraft, daß Handschriften verstorbener Menschen(ohne aktive Bei- Hilfe des Mediums) entstehen. Es giebt Medien für indirekte und solche für direkte Schrift. Zum Hervorbringen der indirekten Geisterschrift ist es nöthig, daß man'der Schstcsertafel oder dem ~'....... Die direkte Handschrift der Geister ohne jedes Schreübinftrument." „Psyche" nur sagan könnte, warum Kinder und geistig Unmündige wen- Papier einen Stift beilegt. erscheint auf der Schreibsta Wenn uns der Verein ich die Geister gerade an >er und geistig Unmündige den, warum sie so selten etivas Kluges und Wlstenswerthes ver- künden, und warum ihre Kundgebungen im Wesentlichen nur im Umwerfen von Töpfen und im Schlendern vnn Kochlöffeln besehen. Wenn heut ein Geist herniederstiege, mutete er doch etwas Besseres zu thun haben als einem Carl Wolter m Resau fliegende Kartoffeln zu offenbaren. Dikotinvergiftrtr Damen... Vor cininen Tagen kam in die Klinik des Herrn Prof. Mendel ein junges Mädchen, wel- ches über Kurzathmigkeir, Muskelschwäche, Schltfflosigkeit und intensives Zittern in den Händen klagte, alles Symptome, die nur durch eine chronische Nikotinvergiftung hervorgerufen sein konnten. Auf Befragen gab denn auch das' Mädostm zu, daß es in einer Tabakfabrik beschäftigt sei und die günstige Gelegenheit zum Rauchen, namentlich in der Mittagszeit währestd der Pause, stark benutzt habe. Aber auch des Abends habe es„ans Unsinn" viel geraucht. Prof. Mendel stellte diesen seltenem Fall seinen Zuhörern vor und gab bei dieser Gelegenheit ein Teines Stück- chen aus seiner reichen Erfahrung zum Besten. Als«r vor einigen Jahren zum Zwecke wissenschaftlicher Forschung« in Kairo weilte, wurde er eines Tages in den Harem eines Paschas ge- rufen, wo eine der Frauen schon lange krank war. Das Leiden entpuppte sich sofort als eine chronische Nikotinvergiftstmg. Prof. Mendel erfuhr nun von einem Kollegen, der ihn begh-itet hatte, daß die Dame täglich 70—80 türkische Zigaretten rauche und daß ihr ein Diener beigegeben sei, dessen ganze Aufgabe nur darin bestehe, der Dame frische Zigaretten zu reichen.— TV hätte sie der Pascha nur einmal ordentlich„vertobaken" soll An— die Rikotlnvergistung hätte sich leichter gegeben. Ein Berichterstatter beglücht da« DnbliKmn nnit der Mittheitnng einer ganzen Reihe wichtiger Pferdebahn-Verbindungen, die von der Großen Berliner Pferdebahn in �Aussicht genommen" sind. Darunter befinden sich z. V. die Linie« Fried- richftraße von der Karlsstraße bis zu den Linden und Weiden- damer Brücke— Linden, ferner eine Linie Behrenstraße, Markgrafen- straße, Junkerstraße, Ritterstraße bis zum Görlitzer Bahnhi». Wir können hinzufügen, daß sogar noch andere Linien„in Ästssicht" genommen sind. Was es aber mit dieser Aussicht für ctn Be- wenden hat, das geht aus einer an die„Rat. Ztg." gelangten Antwort aus eine Anfrage hervor, die das Blatt an die zuständige Stelle gerichtet hatte. Dieselbe lautet unter Bezuguahme aus obige Linien,„daß diese Projekte theils von der Behörde abgelehnt' sind, daß sich andererseits nicht übersehen lasse, ob Aussicht für ihre Genehmigung für später vorhanden ist." Hier können Familien Kaffee kochen! DaS ist die typische Formel, mit der die Sommerlokale die Berliner Oiste heranzulocken suchen. Von der Hasenhaide bis in die entserntckten Vororte findet man diesen Spruch in großen Lettern weithin leuchtend aufgenagelt. Denn jeder Wirth weiß es, daß die ÄHer- liner Hausfrauen sein Lokal zahlreicher und lieber besuchen, w.mn sie sich selbst in der Küche ihren braunen Trank bereiten können. Kaffee ist auch so eine Art Lokal- Nationalgetränk der Berliner. Auf einer Mittelstilse zwischen dem sächsischen Bliemchenkaffee u.»d dem sogen, türkischen Mokka stehend, erfrischt er in der Hitze unv wärmt in der Kälte! Er macht Traurige heiter und erhöht dist Lustbarkeit der Frohen. Waldesduft und Kaffee haben scho.z manchem Junggesellen Fesseln angelegt, und wer harmlos und» heiter die Landpartie antrat, kam verlobt und glücklich nach Hauses Dem Berliner bedeutet also jener Spruch auch: Jhier ist gut sein,. hier kann man sich seines Daseins erfreuen. Besonders die Mai- tage werden von den Berlinern gern zu Ausflügen benutzt, denn gerade jetzt, wo die Sonne noch nicht so heftig herniederbrennt, kann man sich noch über schattenlose Gegenden wagen. Die Woldpartien erhalten freilich immer den Vorzug; denn wenn man nicht auch„jriene Beeme" sieht, ist das Vergnügen unvollständig. Niemand ist wohl so genügsam, als der Spreeathener. Rumort er.in der Stadt, wenn das Bier nicht ordentlich schäumt, so giebt er sich außerhalb auch mit einem weniger guten Getränk zufrieden; der Spreeathener wird zum Spartaner. Wenn Reichs- Hauptstädtern aus irgend einem Lokale mit einem dünnen Bäum- chen die Zauberformel:„Hier können Familien Kaffee kochen!" entgegenlacht, so ist er zufrieden und genießt die mitgebrachten Stullen mit Wohlbehagen. Und kehrt er Abends Heu», J er doch glücklich und lobt die schöne Landpartie, die macht hat.„ M Einbrechev drangen in der Nacht vom 20. zum 21. o. in die Geschäftsräume des Groß-Destillateurs, Kaufmanns be thal, Inhaber der bekannten Firma Hartwig Kantorowicz-.. folger, Holzmarktflr. 48a. Als Herr Löwenthal am Dienstag 1� sein auf dem zweiten Hofe parterre belegenes Komtoirveir' merkte er sogleich, daß„schwere Jungens" in der Nacht recht.einhauenden" Untersucl , hen, mehrere müssen es gew. augenscheinlich durch das Fenster des Komtoirs, welches Abend drungen nÜrsfj 61 gleich, oap„zcywere Hungens" in vn Geldschrank einer recht.einhauenden" Untersuchung unterwor," hatten Dw Burschen, mehrere müssen es gewesen sein," """-"kcheinlich durch das Fenster des Komtoirs, ivelches wohl t)orl)cr noch nicht eingeriegelt gewesen sein mag, king q.... b hatten das ziemlich große Geldspind, welches aus K feite des Schrankes mit Stemmeisen abgesprengt. Doch vergeo Muhe; die Herren Einbrecher stießen nämlich auf eine zw» Ruckwand, eine Panzerplatte, welche den„Stemineisen-Angnnff. i-tand hielt. Die Burschen sind übrigens äußerst frech zu® ------------ frtTlrt M" gegangen, von den gegenüberliegenden Wohnungen kann direkt in die Löwentharschen Geschäftsräume hineinsehen, j, dem haben die Burschen ziemlich lange„gearbeitet", em im ständig heruntergebranntes Stearinlicht beweist dies.». � gnügten sich schließlich mit einer Flasche guten, alten Ai � welche sie an Ort und Stelle, gleichsam zur Stärkung ns?/ gethanen, aber glücklicherweise erfolglosen Arbeit leerten nahmen noch 4 bis 3 Tausend gute Zigarren mit.;« Vor dem Hause Ierusalemerstraste 50 waren ge!.. der Mittagsstunde vier Arbeiter mit Gasarbeiten befch I � Drei derselben wurden plötzlich in der ausgeworfenen Ow e: durch ausströmendes Gas bewußtlos und mußten in ein bartes Haus getragen werden. Der Eine der Erkrankten � da er nicht sogleich wieder zur Besinnung gebracht werden in die Charitee geschafft..,«i, Ein Anzeigen Schwindler ist einer Lokalkorresponde z � folge vorgestern in der Person des stellungslosen Komuns� verhaftet worden. L. hat es verstanden, eine Reihe hiestift fchäftsleute empfindlich zu schädigen. In Friedrichohagen stehen den Arbeitern jetzt Est Lokale mit ganz wenigen Ausnahmen zur Verfügung und en � wir unsere Berliner Parteigenossen, uns wie bisher auch unterstützen zu wollen. Mit der Lokalkommission sind nogl � Verbindung getreten die Saalinhaber: F. Lerche, W- W. Tabbert, Hirschgarten. Die Restaurateure: W. F. Schulze, Stehbierhalle, W. Fritze, Ralow, Kalesky, � Wwe. Kurfis. Achtungsvoll die Lokalkommission,»m»' Carl Maiwald. Volizei-Serickt. Am 23. d. M. Morgens siel em£ � vor dem Grundstück Müllerstr. 158 bei dem Anziehen der pi � von dem von ihm geführten Wagen, gerieth unter die.o 7, desselben und erlitt dabei eine bedeutende Verletzung am daß er nach der Charitee gebracht werden mußte.— fand die Arbeiterfrau Schäfer bei der Rückkehr in ihre Wob g Freienwalderstr. 6, ihren dort unbeaufsichtigt zurückgelassenen � Monate alten Sohn besinnungslos mit dem Kopfe in den» liegend vor. Das Kind, welches sich wahrscheinlich ausgerqu hatte und mit dem Kopf aus ein am Fußende liegendes gefallen war, zeigte nur noch schwache Lebenszeichen und veri„ bald darauf.— Mittags.wurde ein Mädchen vor dem P Neue Königsstr. 43 von einem Möbelwagen überfahren und), außer einer Kopfwunde anscheinend innere Verletzungen. mittags fiel aus dem städtischen Steinplatz in der PankstraA», Kutscher von seinem im Gange befindlichen beladenen herab und wurde überfahren, so daß er anscheinend sm.. innere Verletzungen erlitt. Er wurde nach der Charitee gch1 — In der Nacht zum 24. d. M. sprang ein Mann"J, Trunkenheit nahe der Kottbuserbrücke in den Landwehr-»� Um ihn zu retten, sprang der Briefträger Benick ihm na«_ ertrank, während ersterer durch einen Wächter gerettet VM*#.# — Zu derselben Zeit fanden an zwei Stellen kleinere Brände st GerichksrBeiktmge �nm Kapitel der Abzahlungsgeschäfte lieferte eine S ..........."-Schöffen� #£ 3)e, in betggl Handlung, die gestern vor der 100. Abtheilung des< stattfand, einen bemerkenswerthen Beitrag. Der straße wohnhafte Möbelhändler Lentz hatte gegen den erstatter Venne mann und den Redakteur B e st vom«3® Anzeiger für deutsche Möbelindustrie" Strafantrag wegen t leidigung gestellt. Im Januar d. I. erschien in einer Nuw des„Lokal-Anzeigers" ein Inserat, worin die Redaktion<. milde Gaben zur Unterstützung einer armen Wittwe bat, w». durch die Hartherzigkeit eines Möbelhändlers ins größte gerathen war. Bald darauf hielt der Verein der Berliner Mo Händler seine Monatsversammlung ab, und hierin brachte% Beklagte Bennemann, welcher der Versammlung Berichterstatter beiwohnte, den Gegenstand zur Er erzählte, daß die Wittwe H. im September vorigen Jny- vom Möbelhändler Lentz Möbel zum Betrage von 243 M. � Abzahlung entnommen und 55 M. angezahlt habe. Ist Kontrakt befand sich die übliche Klausel, daß die Möbel bis s. vollständigen Bezahlung Eigenthum des Lieferanten bleiben � ihm auch wieder ohne vorherige Klage zufallen sollten, falls Ratenzahlungen nicht pünktlich erfolgten. Drei Monate � Frau H. ihrer Verpflichtung pünktlich nachgekommen. � ('! hatte weitere 106 Mark, insgesammt also 161 Mark die Möbel bezahlt. Im vierten Monate hierzu außer Stande und nun hatte der Möbelhändler sein in der rücksichtslosesten Weise geltend gemacht. Er sei solo{ Begleitung eines Gerichtsvollziehers mit einem Möbelwagen der Wohnnng der Frau H. erschienen, um die Sachen zu? bt) die letztere hatte aber von der ihr drohenden Gefahr Ww � kommen und die Möbel an einen anderen Ort geschafft. � zweiter Versuch des Händlers sei ebenfalls mißlungen; dann sich dessen Voraussetzung, daß Frau H. die Sachen währe» Feiertage doch in ihrer Wohnung haben würde, aber aw» � bewahrt. Am Vorabende des Weihnachtsfestes sei wiederum bei der Frau H. erschienen und habe � weder die Bezahlung der noch restirenden 82 M., die Herausgabe der Möbel verlangt. Er habe die zu zivei v.„ bezahlten Sachen wieder an sich genommen, die Frau H. ff � nöthigt gewesen, einen Dienst anzunehmen. Kurz vor der, holung der Möbel sei der Bruder der Frau H. bei Lentz ersai' � und habe die restirenden 82 M. bezahlen wollen, Lentz veria � aber außer den Kosten für den Gerichtsvollzieher noch f, b(t für den Möbelwagen und über diese Forderung empört, ff � B ermittler zurückgetreten. Diese Darstellung der Sachlage han � zweite Beklagte in dem von ihm verfaßten Versammlnngsvs wiedergegeben und hinzugefügt, daß sich über die Handlung�'■„ des Händlers, der glücklicherweise nicht zum Verein gehöre. � allgemeiner Sturm der Entrüstung erhöbe" habe. Lentz flo � auf Grund dieses Sachverhalts die Privatklage gegen Bennen, und Best an. Die Beklagten, die den Wahrheitsbeweis an» x i wollten, hatten zu diesem BeHufe einen großen Zeugenapp f, »aufgeboten, es erübrigte aber ein Eintreten in die Äewel � nähme, da der Kläger in thatsüch lieber Beziehung alles jnS�coif' Habe aber auf Grund seines verbrieften Rechts gehandelt nno »and habe das Recht, seine Handlungsweise als eine ehrenrn' tHnzustellen. Der Vertheidiger, R.-A. Schöpe, führte aus, daß W-klagte in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehaiideO dem in der Mittheilung der wahren Thatsachen eine Beleidig � niv'st gefunden werden könne. Der Kläger möge ein Recht ä.5 so-vorzugehen wie er gethan, vom Standpunkte der Vtornl, der- Menschlichkeit sei dessen Handlungsweise aber verdain»'.< roeOch. Diese letztere Aiychauung gab der Vorsitzende bei Ss-SSSSLSS zur Pnir ÄS /»ngeklag / Zur Last. bei den!.?Ä'bende der Strafkaninier 6a. besitzt, wird den flriirj»"'�.;vutl'e»-'iiüe uei oITtiuummcL ua vri'yi, iv.tv eine Karte N??' 1 N) NN dieser Stelle abspielen, oft genug auf wird m ,„-bc gestellt, denn wer als„Partei" hier vorgeladen feinen?lt®''t und Galle bis oben hin geladen, aus wenn sein m f4%cßcn Blitze und er würde es am Liebsten sehen, �leidigr hat'hn durch irgend ein müßiges Ge�' Hottet" �r-; eiufnch dem Nachfolger des Herrn Krauts überant- Thiers Die Bibel sagt zwar, daß„alle Natur der wunder n s �..Vogel und der Schlangen und der Meer- schwer."v.gezahmet worden", daß es aber außerordentlich %imen m. t menschliche Natur zu zähmen, zeigen diese Nenm>i,r � ungen in Privatklagesachen. Bei 20 Grad Jüt 1111 pchntten sind die erhitzten Gemüther besonders schwer als und der Vorsitzende des Einigungsamts— lonsti tnivf lchaint sich die Strafkammer 6a dankenswerther Weise do� haben— hatte gestern an sich einen schweren Stand, nach c£er Ausblick auf Pfingsten in vielen Fällen erfolgreich ken ßZt* � alten Mann, welcher mit gravitätischem Schntt in der sieht man den Franzosen auf 10 Schritte an; in den sw t- C3 ein aus Frankreich stammender Agent Eh., welcher van- euaufsvermilller in der Zentralmarkthalle, Herrn K., in Herr" �ualiiizirbarer Weise brieflich beleidigt hat. Der alte de,, oom Schöffengericht wegen der zur Anklage stehen- QetbhnÄ® 1 Woche Gefängniß und außerdem zu 100 M. zu ic,s„ uerurtheilt ist, scheint unter der Wucht der Verurtheilung seiner fahrend seine lebhafte, viel jüngere Frau, welche zu feto it«;* J uAun0 an seiner Seite wacht, eine große Zungen- vertieft. Abwickelt.— Präs.: Wie können Sie sich nur so weit solche beleidigende Briese zu schreiben?— Frau(da- nirfif fahrend): Das ist Alles wahr!- Präs.: Sie sind hier r,!." angeklagt, sondern Ihr Mann!— Frau: Ich bin aber „.,»;?wi»ei!> Mann ein Herz und eine Seele.— Präs.: Das ist Mil i � schön, wir haben es hier aber lediglich mit Ihrem o�r Z" rhu«.— Frau(sehr erregt): Ich habe dem Kläger Ei?, Wadezu ins Gesicht gesagt, daß...— P r ä s.: Schweigen fv zu einein Vergleiche angethan.— Klägerin: Mit solchem Grobian mich vergleichen? Lieber steroe ich!— Präs.: Der -mgekl. hat sich ja allerdings recht unhöflich benommen, aber Sie .«vnnen ihm doch verzeihen.— K l ä g e r i n: Ich will mein Recht! �ch habe ihn ja nicht verknaxt, sondern ein Herr Gerichtshof.— Präs.: Sehen Sie mal, übermorgen ist das schöne Pfingstsest: wlste Sie das nicht milde stimmen?— Klägerin: Ich bin »sst sehr mildes Mädcken, aber denkt denn der, ich bin ein Stück listh?— Präs.: Sehen Sie mal, mit welch' schönem Gefühl Jj'-e in die Feiertage' hineingehe», wenn Sie hier Gnade vor ü?°cht ergehen la, en. An der Bestrafung des Mannes kann �hnen doch Nichts liegen.— Klägerin: So? Er Wst doch auch nicht an die Feiertage gedacht und r'r kurz vor Ostern eine solche Ohrfeige gehauen, daß ich mich �.ganzen Feiertage vor keinem Menschen, nicht'mal vor meinem Asnvtigam sehen lassen konnte! Ist das hübsch?— Präs.: N» Ohr>eiae scheint ja allerdings ordentlich gesessen zu haben.— Klägerin: Ich sah aus, als hätte ich mir die Backen mit ffeuerheerds Roth geschminkt.— Präs.: Das ist ja sehr be- nuerlich, indeffen können Sie sich doch damit begnügen, wenn if* Angeklagte Sie um Verzeihung bittet.— Klägerin: �enn soll er hier sofort vor mir auf die Linie fallen.— Präs.: «stt» ist ein unsinniges Verlangen. Der Angeklagte wird aber .wlleicht zu Protokoll erklären, daß ihm sein Verfahren leid thut /J10 noch 10 M. an die Armenkasse zahlen.— Klägerin tenergifch); Tann sollen die Armen wenigstens 20 M. haben! nnter dem thue ich es nicht, denn so viel ist mir meine Backe — Ter Kläger erklärt sich auch damit einverstanden und s? sst die Angelegenheit erledigt. Stolz wie eine Königin schreitet St. aus dem Gerichtesaal. % Unendliche Mühe hatte der Vorsitzende mit dem nächsten >-aar, dem wohlbeleibten Schlächtermeister R. und dem Molkcrei- veiltzer W. Ersterer ist der Hauswirth, letzterer der Miether, ■nb das Verhl ltniß zwischen Beiden ist so innig, daß sie sich als Zwßer und Wiederkläger vor Gericht ein Stelldichein gaben. hatte dabei den Kürzeren gezogen und war dabei zu f*.• Geldbuße verurtheilt worden. Der Schlächtermeister R. ZA«» im Gefühle seines Sieges unversöhnlich und lehnte alle �irgleichsversuche rundweg ab.—„Ick vcrjleichc mir nich. Niel) s" de Hand!"— P r ä s.: Sie sind doch vernünftige Männer und Uten es doch im Geklatschden Weibern nicht nachthnn.— Klag er: j,. 8 er ufessen, wat er sich injebrockt hat!-ück ver- We mir nich!- P r ä s.: Hören Sie, Sie konnten doch auf die Z-lderklage hin auch verurtheilt werden.— Kläger: Tel ivere hmmieifchtcicnfcet Unrecht! Präs.: Also ich rathe Ihnen auf- s.f/dg, sich z>l vertragen!— Kläger: Der hat mir aber zu Li beleidigt, wie noch keen Mensch vor ihm. Wenn der sich � dragen wollte, denn konnte er's ja beim Schiedsmann. Aber da war er jrob wie die Sünde!- Präs.: Nun dann über- „�lfen Sie ihn an Zartheit, lassen Sie die Pfingstsonne m Ihr f« 1 Icheinen und versöhnen Sie sich nut ihm!— Kläger: b der Verklagte erklärt sich nach langem Sträu- w rtS» O仫ä. Z'°ch SÜSS s A-T U »-»»'-ich° yim Ä------««-.zzu sü Ä SySSÄ �ei'una- Psingstfest durchzieht, kam-----„, d>ele lkin'i„ Beredsamkeit des Vorsitzenden hat wohl selten so dls der z!8»»gsprotokolle zu Stande gebracht, als gestern.„Und tdüthia der Psingften erfüllt war, da waren sie alle ein- ' o vei einander!" ÄrveikerLrenreguns. wurde am Mittwoch in einer öffentlichen Ver- �hreä �-?.�'8en Buchbinder die für den Herbst- dieses n Aussicht gestellte Lohnbewegung besprochen, und dabei hervorgehoben, daß es sich namentlich um die Einführung einer neunstündigen Arbeitszeit, einen Minimalstundenlohn von 95 Pf. und verschiedene Zuschläge handeln soll. In Gera hat sich, der„Mgdbg. Ztg." zufolge, das Streik- komitee der Weber und Weberinnen aufgelöst, da es zu der lieber- zeugitng gekommen ist, daß der Ausstand sich nicht länger auf- recht erhalten läßt. In der Unterstützungskasse ist vollständige Ebbe.(Siehe„Pol. Uebers.") Zur Ker>zarbeiter-Keweg»ng, Wie die„Rhein.-Westf. Ztg." aus Dortmund berichtet, haben Bunte, Schröder und Siegel auf den zweiten Feiertag eine öffentliche Bergarbeiter-Versamm- lung nach Dortmund berufen, um liber die jetzige Lage der Berg- arbeiter und die Beschlüsse der letzten General-Versammlung in Bochum vom 11. d. M. zu verhandeln. In Essen haben die Branerburschen eine Lohnerhöhung von enva 20 pCt. beantragt. Auf der Aktienbierbrauerei soll eine Einigung erzielt worden sein, während in der Brauerei von Fehrenberg& Stinnesbeck bis jetzt eine vollständige Beilegung noch nicht erfolgt ist. Die Brauer haben dort die Arbeit verlassen. Sozinle Llcl»evsttt»k. An die Metallarbeiter Kerlins. Kollegen! nisse der letzten Tage nöthigen uns, einige Worte arEuch zu richten. Trotz der schwierigen Lage, in der sich die Metallarbeiter Berlins in den letzten Wochen befanden, hat es an einmüthigem Handeln gefehlt, indem von einzelnen Korporationen die Beschlüsse umgestoßen wurden, welche die gesummten Metallarbeiter in öffentlicher Versammlung gefaßt hatten. Ist ein solches Vorgehen schon an sich bedauerlich, so ist es dies um so mehr, wenn be- hauptet wird, daß die gezahlten Unterstützungen zu niedrig, oder ungerecht und ungleichmäßig vertheilt worden seien. Wir können dem gegenüber erklären, und Niemand wird im Stande sein, einen Gegenbeweis zu erbringen, daß ivir bemüht gewesen sino, die Unterstützungen so schnell, so hoch und so gerecht zu vertheilen, wie es überhaupt nur Menschen möglich war. Allerdings mußte nach bestimmten Regeln verfahren werden, aber eine strenge Kon- trole war bei der großen Anzahl Gemaßregelter, die den verschiedensten Fabriken angehörten, und auch über ganz Berlin zerstreut wohnten, unbedingt nothwendig. Aber auch hierin hat der Vorstand des Allgemeinen Metallardeiter-Vercins nicht schablonenhaft, sondern mit größter Humanität gehandelt, indem er noch fortgesetzt solchen Kollegen die laufende Unterstützung be- willigte, die aus Unkenntniß oder sonstigen entschuldbaren Gründen gegen die ausgestellten Regeln verstoßen hatten. Nur Diejenigen erhielten verkürzte Unterstützungen, oder wurden ganz gestrichen, die trotz genauer Kenntniß der Sachlage sich den Konttolmaß- regeln nicht unteriversen wollten. Es. ist doch einfach unmöglich, Einzelne von Verpflichtungen zu entbinden, die von Hunderten freudig erfüllt und allseitig als nothwendig anerkannt werden. Hätten wir diesen Einzelnen ihren Wunsch erfüllt, so würden mit vollem Fug und Recht die Hunderte entrüstet gewesen sein, und der Unfriede wäre erst recht groß gewesen. Ferner ist es vielfach Mißdeutungen ausgesetzt gewesen, daß bei der letzten Aus- zahlung die Mitglieder des A. M.-V. 2 M. mehr erhalten haben, als die übrigen Gemaßregelten. Der Sachverhalt ifi folgender: Bei der ersten Auszahlnug erhielten alle Gemaßregelten, gleich- viel ob sie einer Organisation, und welcher sie angehörten, die gleiche Unterstützung. Nachdem aber einzelne Branchen das Ganze im Stich- gelassen hatten und nur für ihre Mitglieder sorgten, war auch der Metallarbeiter-Verein gezwungen, seinen voll- berechtigten Mitgliedern aus Vereins Mitteln eine Extra- Unterstützung zu gewähren, da die Mitglieder statutenmäßig eine solche zu fordern hatten. Ihr seht Kollegen, daß wir bemüht gewesen sind, allseitig Gerechtigkeit walten zu lassen, tretet daher ganz energisch allen Gerüchten und Machinationen entgegen, die als ein Ausfluß per- sönlicher Unzufriedenheit und Gehässigkeit nur darauf hinaus- gehen können, die gesammte Arbeitersache auf das schwerste zu schädigen. Setzt die Sammlungen kräftig fort, damit wir auch fernerhin in der Lage sind unseren übernommenen Verpflichtungen uachzukommen. Der Vorstand des Allgemeinen Metallarbeiter-Vereins. I. A.: Hartmann. An alle Maurer Zerlins. Kollegen, wie uns von meh- reren Seiten uiitgetheilt toird, ist auf verschiedenen Bauten für kranke oder sonst in Noch gerathene Kollegen besonders ge- sammelt worden. Es ist dieses nicht der richtige Weg, Kollegen; ein Jeder, der ettvas für das Gesammtwohl der Arbeiterbewegung (und dazu gehört die Noch einzelner Kollegen) thun will, ist in erster Linie verpflichtet, laut so und so vielen Beschlüssen, nur Listen vom Generalfonds zu entnehmen, um dadurch eine bessere Handhahttng der ganzen Sache herbeizuführen. Alle diejenigen aber, welche durch Krankheitsfälle oder sonst in Roth gerathen sind, haben die Pflicht, sich nicht an einen beliebigen Kollegen zu wenden, sondern nur an die dazu gewählten Vertrauensmänner, welche dann nach Lage der Sache ihre Schuldigteit thun werden. Mit kollegialischem Gruß: Wilhelm Kerstan, Lübbenerstraße 4, 2 Tr. Achtung! Avbritoriustrlluug I Nachdem die vereinigten Berliner Sa,riftgießereibesitzer auf die, seitens der Gehilfen ge- stellten Forderungen, als Antwort einen Lohntarif übermittelten, welcher den Verdienst der gegenwärtigen Bezahlung theilweise so- gar um 20 bis 25 pEt. schmälern müßte, so legten am Donner- ftag, den 22. Mai, sämmtliche in Berlin besänftigten Schrift- gießer die Arbeit nieder. Die Forderungen der Schriftgießer oesiehen in einer Arbeitszeit von 0 Stunden incl. Frühstück- und Vesperpause sowie einen Lohntarif, welcher es ermöglicht, einen Wocheiiverdieiist von durchschnittlich 27 bis 30 M. zu erzielen, ein Verdienst, welcher, verglichen mtt den kolossalen Uebers et, ässen der Schriftgießerei-Besitzer, welche ja bekanntlich mit Hunderten von Prozenten arbeiten, gewiß als berechtigt bezeichnet werden muß. Bedenkt man, daß diejetzigen Löhne seit nahezu 20Jahren keine «emtenswerthe Aufbesserung er ahren haben, sondern mehrmals ganz erheblich reduzirt wurden, trotzdem die Anforderungen, ivelche durch Staat und Gesellschaft, sowie durch bedeutende Verlhenerung der Lebensmittelpreise, an jeden Einzelnen gestellt werden, so wird selbst den Laten klar werden, daß die Forderungen der Schriftgießer nur gerechte sein können. Die Zahl der Streitenden beträgt 200 Mann und ist der Geist unter denselben ein guter, infolge dessen wir, begünnigt durch flotten Geschäftsgang, au; einen baldigen Sieg Unsererseits rechnen können. Indem wir dies hiermit zur Kennt- niß der Berliner Arbeiterschaft bringen, dürfen wir wohl zugleich die Hoffnung aussprechen, daß uns letztere in diesem Kampfe, welckjer in all' sinnen Einzelheiten ein Kampf gegen das Groß- kapital ist, hilfsbereit zur Seite stehen werden. Indem wir im Voraus schon unseren Dank aussprechen, zeichnet mit Gruß die Streik-Kommission, im Austrage Ad. Löhr. Alle Anfragen resp. Zusendungen sind zu richten an E. Berkhahn, Grimmjtraße 2, 4 Treppen. Der Ktrrilt der Malrr und Anstrr,ch»r Kamburgo dauert unverändert fort und ist Z u z n g>t r e n g st e n s s e r n- zuhalten. Die Kommission. I.A.: R. Schocke!, Görlitzer- straße 68. Vevsttmntlungen. Der Fachurr«;« der Schloffer und Maschinenban- Arbeiter Krrlin« und Mmgegend hielt am 18. Mai er. eine Mitgliederversammlung in Köhler's Salon, Bergstraße 63, ab. Tie Tagesordnung lautete: 1. Bortrag des Herrn Gerisch über: .Soldatenhandel im Mittelalter". 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Entrichtung der Beiträge. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Wegen Nichterscheinens des Referenten hielt Herr Bader einen Vortrag über die Mannesmam'sche Erfindung und deren soziale Folgen. Großer Beifall lohnte den Referenten für seinen sehr lehrreichen Vortrag. In der Diskussion sprachen sämmtliche Redner im Sinne des Referenten. Zur Ausnahme meldeten sich 6 Kollegen. Unter„Verschiedenes" wurde auf die am 13. Mat im Königstadt-Kasino gewählte Werkstatt- Kontrol- Kommission aufmerksam gemacht und sind etwaige Unregelmäßig- leiten in den Werkstätten an den Vorsitzenden derselben, Carl Schubert, Friedrichstr. 33 bei Paß, schriftlich oder mündlich zu melden. Ferner wurde auf die Sammellisten für die am 1. Mai Gemaßregelten aufmerksam gemacht und sind dieselben bei allen Vorstandsmitgliedern in Empfang zu nehmen. Nach Erledigung des Fragekasten erfolgte um HVe Uhr Schluß. Der Arbeitsnach- weis befindet sich für den Süden Dresdenerstr. 116 bei Gründet, für den Norden Anklamerstr. 49 bei Nürnberg. Geöffnet von 8—10, Sonntag von 10—12 Uhr. Die Versammlung de» Klavierarbeiter-Verein» fand am 16. d. M. in Feuerstein's Salon statt. Es wurden hauptsächlich Werkstattsangelegenheiten besprochen. Emer Kritik wurden die Werkstätten von Frati u. Komp., Pianofortefabrik Neumeyer, fortefabrik Ecke und Mechanikfabrik Lange u. Komp. unter- Es wurden in diesen Fabriken eine Anzahl von Arbeitern egen des 1. Mai entlassen. Die nächste Versammlung findet am 31. d. M. in der Schivedterstraße bei Lehmann statt. Eine öffentliche Arbeiterversammlung tagte am Frei- tag Abend in Joel's Salon, Andrea sstr. 21, unter Vorsitz des Herrn W i l d b e r g e r, um zu der Frage der Unterstützung der Brauergesellen durch den Boykott Stellung zu nehmen. Herr Schade, welcher referirte, betonte, daß jeder Streik, so auch der der Brauer, aus den mißlichen wirthschaftlichen Verhältnissen resultire. Die Forderungen der Brauer seien gerecht und zeit- gemäß. Deshalb sei es auch ganz gletchgiltig, ob sich an den» Streik der Brauer die ganze Kollegenschaft oder nur ein Theil derselben betheilige. Der Streik verdiene die Sympathie und die Unterstützung der Arbeiter, ganz unbeschadet dessen, daß nur ein geringer Bruchtheil der Arbeiter sich im Ausstand befindet. Brauer Richter giebt ein genaues Bild der Entstehung und des Standes des Brauerstreiks und eine Erklärung, warum die Brauer so schlecht organisirt sind. Es sei dies auf das Schlafen in den Brauereien zurück zu führen. Herr Bruns wundert sich, daß der Referent die Forderung der Brauer ganz unerwähnt gelassen hat, daß ungelernte Arbeiter nicht im inneren Betrieb beschäftigt iverden dürften. Das sei ganz unsozialistisch. Man dür�e nur gleiche Löhne fordern. Redner hält nicht viel von der in der Roth abgegebenen Erklärung der Brauer, sie wollten sich der Arbeiterbewegung anschließen. Die Versicherung sei bald ver- gössen und sei auch nur von denen gemacht worden, die äugen- blicklich ausgesperrt sind. Das sind 300— 1000 arbeiten und geben diese Erklärung nicht ab. Redner vertritt weiter seinen in dem Sprechsaalartikel niedergelegten Standpunkt. Buchdrucker Wilh. Werner: Als die Resolution der Vrauerei-Direktoren in die Oefsentlichkeit kam, als so der Ring gebildet»vorden, hätte die Lokalkommisfion es für an der Zeit ge- halten, einzugreisen; leicht konnte es zu spät sein. Er sei zu der ileberzeugung gelangt, daß die Direktoren den Schlag, den sie durch den verflossenen Boykott, die die Erlangung von Sälen zu Versammlungen im Auge hatte, erhielten, nicht ver- schmerzt haben. Der Ring sei direkt gegen die Berliner Ar- better insgesammt gerichtet. Gleich in den ersten Verhandlungen mit den Direktoren habe er von letzteren die Erklärung gefordert, daß sie mit der Resolution nicht auch die Berliner Arbeiter treffen wollten. Er habe nur die Versicherung empfangen können, daß sie, die Direktoren, als sie die Resolution faßten, nur an die Brauer gedacht haben. Es sei dem- nach nicht ausgeschlossen, daß sich der Bier- ring, wenn erst dte Brauer unterworfen sind, nicht auch in seiner ganzenSchärfe und mitallerMacht gegen die Arbeiter überhaupt richten werde. Es müsse gegen die Ringe eine andere Taktik eingeschlagen werden. Selbst gut organisirte Arbeiter, wie die Former, können aus dem alten Wege gegen Unternehmerringe nichts ausrichten. Hier sei ein Weg vorgezeichnet. Er müsse beschritten werden. Der durch Goldspangen geschlossene Ring der Brauereien müsse an dem eisernen Willen, an der Macht der Arbeiter zerschellen.(Beifall.) Herr Glocke: Die Macht der Ardeiter als kämpfende Klasse ist beceutcnd gewachsen; dies hat in letzter Zeit zu Erfolgen für die Arbeiter in politischer, wie in wirthschaftlicher Beziehung geführt. Doch durch diese Erfolge sind die Unternehme» einander näher getreten, um ihre bevorrechtete Stellung zu behaupten, sie haben Ringe gebildet. Die Situation hat sich letzt im wirthschaftlichen Kampf zwischen Arbeit und Kapital zu Ungunsten der Arbeiter verschoben und»vir haben nunmehr die Pflicht, bei jedem Streik, bei jedem Boykott mit größerem Ernst als zuvor die Durchführbarkeit der Forderungen zu prüfen. Die Brauer haben Forderungen gestellt, die von einer ganz ungenügend organisirten Gewerkschaft nicht durchgeführt werden können. Der Kamps zwischen den Brauerei- besitzern und Brauern steht bereits in den letzten Stadien. Es ist schwierig, eine für die Brauer ablehnende Hattang anzunehmen, da das Hauptgewicht jetzt darauf gelegt wird, den Ring der Brauerei desitzer zu sprengen. Wäre diese Frage von der Durch- führbarkeit der Forderungen von vornherein getrennt behandelt, so wäre wohl der Streik längst entschieden. Jedenfalls muß endlich einmal in alle diese Kämpfe Einheitlichkeit gebracht werden; das Mittel hierzu wird uns durch die Bildung der Zentral-Streik-stontrolkommission gegeben»Verden, und es ist ivünschenswerth, daß dieselbe so bald wie möglich durch die Ge- werkschaften gewählt wird.— Nach Schluß der Diskussion»vird folgende Resolution gegen 4 Stimmen angenommen: „In Erivägung, daß die Brauereibesitzer und Direktoren einen Ring geschlossen haben, der nicht nur gegen die Brauer, sondern gegen die gesammten Arbeiter Berlins gerichtet ist; in»veiterer Erivägung, daß die streikenden Brauer erklärt haben, sich der allgemetnei» Arbeiterbeivegung anzuschließen; in schließlicher Erwägung, daß durch eine Abweisung der Brauer durch die Arbeiter Berlins das pulsirende politische Lebm der streikenden Brauer erstickt wird, beschließt die heute tagende Arbeiterversammlung, das Bier der 31 B vxi.u.ti.e i e tt-.juch.t eker.�u ttinie n, bis die Forderungen der Vratter bewtlligl sind und der B» er ring ge- sprengt i st." Die ganze Angelegenheit»vurde der Lokalkmnmission bis zur endg»lt»gen Regelung überwiesen.— Man beschloß dann noch, nur Hüte mit Arbeiter-Kontrolmarke zu kaufen. Der Vrrriir d-r Mod-Utischlrr Berlins und Umgegend hielt am Montag, den 12. Mai eine außerordentliche General- Versammlung im Restaurant Wedding, ab. Die Tagesordnung lautete: 1. Wie stellt sich der Verein zu den gemaßregelten Bereins- mitgliedern. 2. Antrag des Vorstandes um Erhöhung der monat- lichen Beiträge. 3. Wahl eines Beisitzers. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Nachdem die Versammlung,»velche von einigen 60 Kollegen besucht war, eröffnet war, nimmt Kollege Hoffmann das Wort»md bemerkt, daß es wohl keiner großen Debatte zu Punkt 1 bedarf, da es sich nur darum handelt, die früher ge- faßten Beschlistse zttr Ausführung zu bringen u»»d heute nur die Höhe der Unterstützung festzustellen sei. Hierauf detaillirt Kollege Kletnau die Angelegenheit in der Kappler'schen Fabrik»tnd betont, daß sich sämmtliche Tischler ge- nannter Fabrik solidarisch erklärt und gehandelt haben; ebenso soltdartsch habe der Fachverein der Tischler den Modelltischlern gegenüber gehandelt, und sei es wohl an» besten, wenn die Modell- ttschler sammt und sonders dem Fachverein der Tischler beitreten wurden, da die Modelltischler doch nicht im Stande sind, in der- artigen Angelegenheiten auf eigenen Füßen zu stehen, auch nicht »m Stande und, sich selbst zu unterstützen. Was die gegenwärtige Unterstützung anbelangt, schlägt Redner vor, alle unsere Kassen zusammen zu wer en und unter den Gemaßregelten zu vertheilen, nur auf diese Art könnte zur Roth eine Woche Unterstützung ge- Sftljlt werden, an eine dauernde Unterstützung sei nicht zu denken. Die folgenden Redner schließen sich zum größten Thcil den Ausführungen Kleinau's an. Es tritt eine Pause von 10 Minuten ein zur Feststellung der Zahl der Gemastrcgelten Mitglieder und ergiebt dieselbe 8 verheirathete und 10 Ledige. 4 davon melden sich zur Abreise bereit und werden denselben je 10 M. Reise- unterstützung gewährt, hierauf ermahnt der Kassircr zur Vorsicht und bemerkt, daß nur im Ganzen 171 M. vorhanden sind. Ein Antrag, diejenigen Kollegen, welche vom 1. Mai bis nach dem 9. Mai hinaus gemaßrcgclt sind, noch Kräften zu unterstützen, und die Mittel dazu dem Gcneralfonds und dem Unterstützungssonds zu entnehmen; ferner daß jeder arbeitende Kollege sich verpflichtet, bis auf Weiteres 1 Mark pro Woche freiwillig zu zahlen, wurde gegen 2 Stimmen angenommen. Ein fernerer Antrag, Verheirathete mit 10 Mark und jedes Kind 1 M., jedoch nicht über 13 Mark und Unverheirathete mit 6 Mark pro Woche zu unterstützen, wurde gegen 1 Stimme angenommen. Punkt 2 und 3 wurden von der Tagesordnung abgesetzt. Zu Punkt 4 war folgende Resolution eingelaufen: Die heute im Restaurant Wedding tagende außerordentliche Generalversammlung der Modelltischler Berlins und Umgegend erkennt die Rothwendigkeit des Anschlusses an den Fachverein der Tischler an und beauftragt 3 Personen, Erkundigungen einzuziehen, unter welchen Forma- litäten die Mitglieder des Vereins der Modelltischler Mitglieder des Fachvereins der Tischler sein können resp. werden. Die Resolution wurde nach ziemlich lebhafter De- batte mit allen gegen 6 Stimmen angenommen. Ein Antrag, ein Vorstandsmitglied, welches nnsolidarisch gehandelt, seines Amtes zu entbinden, wurde durch freiwilligen Rücktritt erledigt. Nachdem die nächste Versammlung(9. Juni) bekannt gemacht, schließt der Vorsitzende mit der Mittlieilung, daß derselbe mit dem heutigen Tage(12. Mai) sein Amt als Vorsitzender niederlegt mit der Motivirung, daß derselbe infolge seines Amtes aus der Arbeit entlassen sei und ihm dadurch persönlicher Nachtheil er- wachsen sei, die Versammlung um 12 Uhr 10 Minuten. erjnmmlunsslierichtdr« sozialdrmoliratischrn Mahl- vevtum fwv|ötu zweite» Berliner Reichstags Mal, lüreis am 21. Mai in Habel's Brauerei, Bergmannsiraße. Ter Vor- sitzende eröffnete die Versammlung mit Bekanntmachung der Tages- ordnung, welche lautete: 1. Die Arbeiterschutz-Gesetzgebung. Ref. Reichstagsabgeordneter Molkeubuhr. 2. Diskussion und 3. Verschiedenes. Nachdem das Protokoll angenommeil war, erhielt der Referent zu seinem Vortrage das Wort. Er erläuterte die Ar- beiterschutz-Vorlage der Regierung und die der sozialdemokratischen SRrtvfot in hßr iU*** Sa««aI-�'+a Od,».- Partei in der ausgedehntesten Weise, wofür ihm der reichste Bei- ....... zu Theil■' 2. Punkt der gestellt war, genommen. fall der Versammlung zu Theil wurde. Vom Tagesordnung wurde, nachdem ein Antrag die Diskussion fallen zu lassen, Abstand Unter Verschiedenes brachte der Vorsitzende die einge- laufenen Resolutionen zur Kenntniß der Anwesenden. Die 1. Resolution welche lautete: In Anbetracht deS Artikels 30 der Fabrikordnung des Baron Stumm, welcher dahin lautet: Allen Meistern und 9......'" > Arbeitern ist es untersagt, gegen einander gerichtlich Klage zu führen, oder sich zu verheiraihen, ohne den Chef der Firma ihre Absicht vorgetragen zu haben— Zuwiderhandelnde werden mit 3—10 M. bestraft und tritt unter erschwerenden Um- ständen die Kündigung ein: die Fraktion zu ersuchen bei Gelegen- heit die ßiegierung oder den Minister zu interpelliren, welche Schritte dieselbe zu lhun gedenkt, um die betreffenden Meister und Arbeiter vor Versklavung zu schützen! Nachdem der Antragsteller dieses begründet hatte, w..rde die Resolution angenommen. Die zweite Resolution lautete: 1. Die heute, am 21. Mai, tagende Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins für den zweiten Berliner Reichstags-Wahlkreis steht fest auf dem Beschluß: Das Trinken von Bayerischem Bier, welches geliefert wird aus den- jenigen Brauereien, welche im April dieses Jahres laut Beschluß und Unterzeichnung einen Ring geschlossen haben gegen die Brauer und Fahrer resp. gegen Schankwirthe direkt und indirekt gegen die Arbeiter Berlins, ja ganz Deutschlands, mit aller Energie zu vermeiden. 2.| Tie Anwesenden verpflichten sich vielmehr, solches für sich zum festen Beschluß zu machen und so lange auszuhalten, bis unterzeichnete Brauereien ihre Er- klärung zurückgenommen. 3. Damit wir eher unser Ziel erreichen, wolle die heutige Versammlung beschließen: Die Ver- sammlungen auf 3 Monate zu vertage», und bis auf Weiteres von jedem Vergnügen Abstand zu nehmen. 4. Alle diejenigen Mitglieder und Anwesende» wollen in diesem Sinne in den Ge »4\A«f4 Ap�AM 4***� CD rt»» Sv.f. � � � � C.. werkschaften und Vereinen dafür wirken, und nach Kräften ihre Schuldigkeit thun. Hierfür sprachen mehrere Redner und wurde die Resolution dann ebenfalls angenommen. Es war noch ein Antrag betreffs einerILandpartie eingelaufen, diese Sache aber dem Vorstand von der Versammlung überlassen. Ein Antrag, ge- lesene Arbeiterblätter blos nach einer Provinz zu schicken, wurde abgelehnt. Dann wurde des Herrn Oekonom von Habels Brauerei noch gedacht: Es hatte derselbe unsere Plakate, welche an seinem Garten angeklebt waren, durch den Oberkellner ent- fernen lassen. Er schob die Schuld auf die Polizei, auch warder Herr so freundlich, 25 Pf. für Selterwasser zu nehmen, und hat bei Anfrage, ob der Saal zu haben sei zu dieser Versammlung, extra gesagt: Sie müssen aber Bier trinken, sonst stelle ich mich vorn hin und drehe das Gas aus. Tann Schluß der Versammlung. Schullinacher! Am 2. Pfingstfeiertag Landpartie mit Famllte nach Schildyorn. TreftpiniN am Brandenburger Thor rechts um 7% Uhr früh. Zahlreiches Erscheinen erivünschr. vrselliacr Klub„Proletariat." Am zweiten Psingslfeiertag Fußpartte nach FrtedrichShagen. Sammelplay: Weberwiese(Franlfurter Allee und Atemelcrftr.-Ecle. Abmarsch präzise« Uhr früh. Für Nachzügler Trefspuntt FtscherhüNe— Friedrtchshagen. Freunde und Genossen willkommen. Achtung! Sozialdeinokratischer Wahloerein für den s. Berliner Reichs- tags-Wahltreis. Bin Tonnerslaa, den 2a. Mai, findet im Lokale des Herrn Seeseld, lSrenadierslr. 83, eine Versammlung statt. Die Rittalteder werden er- sucht, recht rege sür den Besuch dieser Versammlung zu agitlrcn. Ttcj-nigen Alitglieder, welche mit ihren Beiträgen sür den Monat Januar noch im Rull- stände sind, werde» daraus aufmerksam gemacht, daß Sie ihren Verpflichtungen dein Verein gegenüber nachzukommen haben, wen» sie nicht wollen, daß der § 10 b de« Statuts in Kraft treten soll. Achtung! Rohrleger und Helfer Berlins. Eine öffentliche Versammlung sinder am Dienstag, den 27. Mai(8. Feiertag), Vormittag 8 Uhr, in Feuersteines Salon, Alle Jakobslr. 75, statt. Tagesordnung: i. SituarionSberi unseres Streiks. 2. Verschiedenes. reich zu erscheinen. Tagesordnung: 1. SituätionSbericht Die Kollegen werden ersucht, recht zahl- dev Nodakkiott» Bei Anfragen bitten roir die AbonnementS-Qnittung beizufügen. VrUjW Antwort wird nicht ertheilt. C. M. Stl) raub ondrohev, Eiseitbalittlkraße. Die schuldigungen, die Sie gegen die Kommission richlen, haben I nach unseren Erkundigungen als vollständig ungerechtsertigle# wiesen. Wir können Ihren Artikel daher nicht veröffentliÄech K. D. Kam mm acher, Hochstraße. Wir danken tch'i« sehr sür Ihren freundlichen Bericht; wir wollen den Antisemiten aber nicht aas Vergnügen machen, ihren blödstmnge» Anschauungen weitere Verbreitung zu geben. H. Zleumrilzeusee. Sie müssen Ihre Tochter noch bis � Oktober nach der Schule schicken... V. K. 100. Schließen Sie mit Ihrer Frau beim gericht(Neue Friedrichstr. 13) einen Vertrag über Ausschluß« Gütergemeinschaft. Sachen, die Ihnen gehören, können Sie r>> rechtlicher Kraft nicht auf Ihre Frau schreiben lassen, ohne da? die Gläubiger das anfechten. V- 1000. Da die Miethe voraussichtlich mehr als Ibo�!' beträgt, sind alle mündlichen Miethsverabredungen ungiltig. Wirth ist daher auch nicht zum Schadenersatz verpflichtet.. Kilder. Ihre Frau ist an den Leihvertrag gebunden,«st aber nicht. Den Leihverttag können Sie auf der Redaktion>" Empfang nehmen. F. 7. Eine ärztliche Honorarforderung verjährt in 4 Jährest Die Frist beginnt am 31. Dezember des Jahres, in welchem Behandlung stattgefunden hat.,. ©. K. Sie haften für die Kurkosten nur, wenn Sie av- sichtlich oder fahrlässig die Wunde des Kindes veranlaßt habe"' Ilothlrehlchen. 1. Ihre Frau hat offenbar einen Verstfl)� rungsanttag unterzeichnet und ist daher zur Zahlung der Termm- verpflichtet. Dagegen haften Sie für diese Schuld nicht. 2. S>° können nur gegen den Besteller klagbar werben und das K>e>° auf Grund des Urtheils durch den Gerichtsvollzieher verkauf lassen. Zu einem freihändigen Verkaufe sind Sie dagegen mV berechtigt. Ä- St. Die Entlassung wegen Feierns am schlich gerechtfertigt. Ihren rückständigen Lohn der Gewerbedeputation einklagen. M. D. 3. Sie sind an den von Ihnen unterzeichnet� Versicherungsantrag gebunden und können einseitig nicht zur»» treten. Lesen Sie das Statut der Gesellschaft durch, um zu erfahren, wann Sie kündigen müssen. .,31' K. A. M. So lange Ihnen die Ehescheidungsklage Nicht zugestellt worden ist, kann nicht etwa hinter Ihrem Rucke ein Termin stattfinden. Zu näherer mündlicher Auskunst sine wir bereit. M. 100. Wenden Sie sich mündlich an die Redaktion. ., Brikrrstr. Sie sind nicht zur Zahlung verpflichtet, da m Fuhrherr Ihnen den Brautwagen nicht der Bestellung gemäß Hm- und Rückfahrt geliefert hat.. f. M., Frobenstraßr. Sie können den über Ihnen wohnenden Miether auf Schadensersatz verklagen. 1. Mai ist g-i können Sie d-l Feste Preise! _ Adfler& ßapuch, 143 Lmmstr. »(zwischen Moritzplatz u. Brandenburgstrahe.) Grosses Lager eleganter fertiger I Herren- Garderobe. MF* Ki a 8- § KestrUnngen»ach ZU aast morden g,»kftizoud i»«igonor Merlrstatt bostono ausgeführt."KRB 20 Reelle Bedienung! i Neueste EMung in der Musik! g Paffendes und billigstes Musikiverk für jede Familie empfohlen. M_ tausende Stücke. Spielt 029 Lager aller Musik-Instrumente, sowie m Musikwerke- Vorleili-Institut. jH Auge ICess8ery Lausitzerstr. 51, am Görlitzer Bahnhof. Eiscuuiaartll, Werkzeuge, haus- uust Küchengerathe E. Vogtherr, � c Kandodergerstr. 64, amAlexanderpl (Sonntags geschloiien.) S\ ettseseru u. Daunen, staubfreie, reelle Waare v. 50 Pf. ab bis M. 9,50 allen pr Pfd. in allen Preislagen. Inlette, Bezüge(schief. Stoffe) bill. 623 A. Schouert, Marianncnplatz II, 1 Trp. 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Carl Brunzlow, Königstraße 23. George Praetorius. W. Brunzlow& Sohn, Poststraße 6(Inhaber August Beter)(wegen Maßregelung). Schwarz, Elisabethstr. 8/9(wegen Maßregelung). Die Ueberwachnngs-Rommlssion 621 der Tabakarbeiter Berlins. Fachvtttiu flMtllchttllnHch beurbtttuugs-Maschinenbejchus- tigteu Arbeiter. General- Versammlung den 2. Juni, Abends S'/a Uhr, Lands- bergerstraße Nr. 37 bei Venzki. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Wahl eines ersten Kassirers. 4. Ergänzungs- wähl des Arbeitsnachweises im Norden. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Grosse leimr-Lottme. Zieh, unwiederruflich 7—9. Juni er. Hauptgew. 50,000, 20,000 M. i. W. Loose ä 1,30 inel. Porto und Liste empsiehlt und versendet 037 Fritz Priihss, Berlin 8., Dresdenerstr. 82 1 83. Guuvllt!« BerliuerBiWutt. Dienstag, den 27. Mai, Morgens Uhr. BesicT Lassalle-, Marx-, Bebel-, Liebknecht-, Srnger-Köpse, als Cig.- Spitze, echt Meersch., k 1,50 M. und besser. 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Soeben erschien Jer mim Zacoll Julie Stasch Fritz Senf Verlobte. Berlin, den 25. Mai 1890. Allen Freunoe» und Bekannten traurige Nachricht, daß mein Schwieg�' söhn und unser lieber Vater, der MaU" Hans Kirschbaum j im Alter von 31 Jahren am 23. an der Kehl'opflähmung verstorben 6 Er folgte seiner vor 7 Wochen storbenen Ehefrau. Es bittet um P1 Theilnahme Fra» Thiele nebst Kinder»' Die Beerdigung findet am Montag Nachmittags 2 Uhr, von der Charns aus nach dem St. Hedwigs- Kirchh�t Dalldorfer-Chaussee, statt. Grtokranlirnkasse der Klemp»s,', Am 23. d. Mts. verstarb unser All glied, der Drechsler Gustav Kühne.,. Die Beerdigung findet am MonwS' den 26. d. Bits., Nachmittages Uhr- von der Leichenhalle der Kal. Char>.� aus nach dem M Wilhelmsberg statt. .. Kal. tt-ym' aus nach dem Markus- Kirchhof Der Dorsta»� 639 hierdu rch Freunden und Bekannten, die traurige Nachricht, daß unser arin-r kleiner Kau» an den Folgen Alurzes aus dem Fenster am FreittS- Nachmittags 3 Uhr, im Stöbt. Kranke"' Haus gestorben ist. Alle, die ihn kannte»- werden unser» Schmerz zu würdigt wissen. Alfred Alschner nebst Fra»' Treskowstr. 33. 6U 5 Grabdenkmäler f in Marmor, Granit und Syenit liefen bei solider Ausführung zu mäßige» Preisen W. Günther, Rirdors, H�' maunstr. 150. Fabrik: Skalitzcrstr� Grabdenkmiiler Mariitor, Siienit u) 8� fertigt zu den solidesten Preisen m A. Zabel, Schönhauser AUeeJi� Kurbelstepiicv«; >» wirv gesucht. Nur solche wollen I melden, denen daran gelegen ill, feste dauernde Stellung zr H. Phemal, Stralaucrstr. 39 Lehrmädchen sür Kurbristcp wird gesucht. Nach der Lehrzeit daner Stellung. K. Phemal, ' tralauerstrape 3. 615 Wagenlackirer verlangt C Schiffdauerdamm 19. Stralauerstrape� »-Ä «r-- a. Zu beziehen durch die Expedition Beuthstraße 8. t- uu ttuiuey. u. ,, arb. vl. Fr. Hönniges, Michaelkirch?nw Kartonaibeiterinnen uvä -Arbeiterl � Die Kommisston und die Arbeits itteluna benndet litt, von ieNt Blui, Mittelung befindet sich von jetzt straße 33 bei Henke. ti* Verantwortlicher Redakteur:nia-"- uerlauseaen Streiks hin und bemerkte, daß die Ceuommii8 r Arbeiter nicht in frivoler Weise in Anspruch roent mit fueroen dürfe. Auch im Eattlergewerbe werde man Rleitmioi,,..*'" Ring der Arbeitgeber zu rechnen haben, da die bkuivli�» m"» gegebenen Falle voraussichtlich begierig auf einen ßontTnif!! der Großindustriellen eingehen wurden. Die »nh ,i(J I�U1"'0" werde jedesmal die Sachlage zu prüfen haben berwa-?.-l aussichtslosen Arbeitseinstellungen ihre Zustinimung ilrbeit.� Toeilich wurde immer die Hauptsache bleiben, daß den üiuim Tl?urch die Gesetzgebung volle Koalitionsfreiheit etuge- des a,.?..�as Fehlen dieser Freiheit mache sich angesichts dein w? �l�oiks ganz besonders fühlbar, die Arbeiter könnten der Brauereibesitzer nur ungenügend entgegentreten, IfygtT ftll'�Tl �»IU*. Msi�veiu�jvetv-—, foDp«.• Versammlungen, in welchen die Frage erörtert werden lelm,!?�* �lreik am besten beendet werden könne, nicht ge- sich in Tilden.— Nachdein die Herren Weiß und H a u s n e r »Mb. a>.'?ue des Vorredners ausgesprochen hatten, wurde fol- Reiolution einstimmig angenommen: Tie heutige öffentliche Versammlung der Sattler und Verujsgenosseu ist mit der Wahl einer Streik-Konttol- konmnsnon völlig einverstanden und beschlieht, zwei Kollegen diese Kommifsion zu wählen. Wahl fiel auf die Herren Aßmann und Bombin, ltoonl M bereit erklärten, das Anit anzunehmen. Ueber den LJ"1.Punkt der Tagesordnung: Wie stellen sich die Sattler zur ö chpreffe? referirteebenfallsHerrBombin. Erhob hervor, daß in den viit i>?�unen viel gesündigt werde, was allerdings wohl nicht immer vj.r'v�ußtsein geschehe, da dieBehandlung der vorliegenden Fragen obKi0011 der subjektiven Anschauung der betreffenden Redakteure habe sich dies ganz deutlich bezüglich des I. Mai oiffr s Wan habe versucht an dem Beschluß des Pariser Kon- öu deuteln und dieser Inkonsequenz habe sich fast die ge- bIo?i Arbeilerpresse schuldig gemacht. Das„Berliner Volks- Ii»... �be sich neutral verhalten. Die„Satller-Zeitung" sei zu??ugend in ihrem Inhalt und es liege kein Interesse vor, siiuT Blatt noch zu unterstützen. Herr Barth trat den Aus- cni.. gen des Referenten entschieden entgegen. Was den I. Mai Crweffe, so sei man darüber sehr getheilter Meinung in Ar � diesem Tage ruhen zu lassen, nicht gefaßt worden sei, gehe ja schon zur Genüge aus der Haltung der Arbeiter anderer Länder hervor. In England habe man z. B. für die Demonstration den vierten Mai, einen Sonntag gewählt. Un- bestreitbar sei ferner, daß die„Sattler-Zeitung" als spezielles Fachblatt, nameutltch da sie schon in einer Auflage von 2000 Eremplaren erscheine, entschieden mehr für die Kollegen leisten könne, als das„Vereinsblatt" des Herrn Keßler, welches der Hauptsache nach doch nur Berichte über Bauhandwerker-Versamm- lunge» bringe und zur Zeit in einem Streit mit dem Abgeordneten Frohme einen Ton anschlage, der gewiß nicht bildend auf die Leser wirke» könne.— Herr Aßmann stimmte den Ausfuh- rungen des Herr» Bombin zu, während Herr Schubert betonte, daß, wenn man erst mit lauter aufgeklärlen Arbeitern zu thun habe, die Fachpresse nicht mehr nölhig sein werde; soweit sei man aber noch lange nicht. Dieser Ansicht waren auch Herr H a u s n e r und fast ausschließlich alle folgenden Redner. Während dieser Diskussion hatte sich der Saal bereits sehr geleert. Eine Reso- lution, welche die möglichste Verbreitung des„Berliner Volks- blatt" und der„Volks-Tribiine" empfahl, wurde einstimmig an- genommen, ebenso ein'Antrag, das im Sommer stattfindende Bunde-schießen, zu welchem die hiesige Stadtvertretung 40 000 Mark aus den Taschen der Steuerzahler bewilligt habe, nicht zu besuchen. K er. Am Donnerstag Abend fand ieckner eine öffentliche, nur von etwa lersamiiilung bei Feuerstein statt, um den des Streiks zu hören. Kollege Becker 4 Werksleuen haben die Kollegen, eschke, Stromilr. 26, siraße 10. Borche�/�all� 70.' )oUmannstr. 16, Rohrleger und unter Vorsitz des Kollea 150 Personen besuchte S Bericht über die Lage gab denselben. Nur in dem Beschluffe der Versammlung vom 6. Mai, einmuthig die Ar beit niedergelegt. Tagegen haben folgende Firmen bewilligt: Th. Heu», Alexandrinenslr. III, Schmidt, Prinzessinnenstr. 16, Kreuzfeld, Wiesenstr. 3, Bacher u. Sohn, Fruchtsir. 36, Bourvierl, Zossener- , Witt, Gips»r. 17, ist flaue u. Gerlach, Köpnickerstraße, Wittich, Wasserthorstraße und Lange, An- dreaeftraße. Etwa 20 Firme» haben eine Lohnerhöhung, dagegen nicht die Verkürzung der Arbeitszeit bewilligt. Es seien etwa 150 streikende Kollegen zu unterstützen. Bedauerlich fei es, daß S Kollegen die Arbeit in gesperrten Werkstellen aufgenommen haben. Bedauerlich sei es auch, daß die Kollegen nrcht einig seien. Wären sie das, so müßten ihre Forderungen innerhalb dreier Tage bewilligt werden. Kollege R e ck n e r ist derselben An- ficht. Ihm ist es unbegreiflich, wie die Kollegen zum Streik drängen können, um nachher, wenn der Streik erklärt ist, zurück- zutreten. Redner hofft bestimmt, daß nach den Feiertagen sich die Kollegen ermannen und die Forderungen an ihre Arbeitgeber stellen werden. Geld sei genug vor der Hand vorhanden, was aber nicht die arbeitenden Kollegen dazu verleiten sollte, ihrem Beschlüsse, 1 M. resp. 60 Pf. pro Woche zum Streikfonds zu steuern, untreu zu werden. Kollege Reckner sowohl, wie mehrere andere Redner richten den dringenden Appell an die Anwesenden, ihre Forderungen nicht fallen zu lassen, sondern spätestens nach Pfingsten an ihre Arbeitgeber heranzugehen und event. die Arbeit niederzulegen, sonst wurden fie unabsehbares Unglück über die Familien derjenigen bringen, welche treu und fest von Anfang an zur Bewegung standen. Kollege Koch, der bei der Frankfurter Versicherungsgesellschaft arbeitet, führt aus, daß er und seine Kollegen mit ihren Arbeitsverhältnissen zu- frieden seien. Sie erhielten zwar nur 40 Pf. Stundenlohn, hätten aber 44 Wochen im Jahr Arbeit, verdienten also noch mehr als ein Rohrleger, der 50 Pf. Lohn erhält, aber gewöhnlich nur 33 Wochen hindurch Arbeit hat. Seine Kollegen wollten gern Unterstützungsgelder zahlen. Meister Stramm hielt die For- derungen für solche der Menschlichkeit, die wohl bewilligt werden könnten. Ein Arbeitgeber verdiene an der Arbeit eines Rohrlegers 5— 7 M. pro Tag! Seitens mehrerer Redner wird noch lebhaft aufgefordert, sich zu orga- n i s i r e n. Seien zwei Drittel der Rohrleger und Helfer Berlins organisirt, dann wäre jeder Streik ausgeschlossen. Alles müßte bewilligt werden.— Es wurde schließlich beschlossen, am Streik festzuhalten und die Streikenden thatkrästig zu unterstützen. Unter „Verschiedenes" regt Klempner Weber an, daß sich die Rohr- leger mit den Klempnern zusammen organisiren sollten, da letztere sehr leicht im Falle eines Streiks die Rohrleger ersetzen könnten. Kollege Reckner hofft, daß diese Frage aus dem nächsten Metallarbeiter-Kongreß zur Erörterung gelangen werde. Nachdem noch einige unwesentliche Angelegenhelten erledigt worden, schließt die Versammlung. Normisihkes. Kettrag zur Literaturgeschichte. Im„Leipz. Tagebl." lesen wir:„Seine königl. Hoheit Prinz Georg, Herzog von Sachsen, hat das neue Flugblatt der Bolksschriftftellerin Helene "•*-----* gnädigst anzunehmen und defselben zu gewähren ,........ König zehn. Denn beide wandeln aus der Menschheit Höh'n,— und für nur 10 Pf. ist dasselbe bei der Verfasserin früh von 7—10 Uhr und 3— 4 Uhr Nachmittags zu beziehen. Aus den Reden fachstschrr Laudtagsabgeordneter aller Parteien theilt die„Dresdner Ztg." folgende Stilblüthen mit:„Da ist z. B, der Fabrikinspektor Schmidt, den 3 tarne» will ich ja nicht nennen.— Das ist ein Kampf um die Existenz des täglichen Brotes.— Ich erlaube mir, der königlichen Staats- regieruna darüber keinen Vorwurf zu machen.— Der Amtshauptmann soll der Viehzucht dienen, die vorliegende Vorlage beweist es.— Wenn sich Leute finden, die nach ihrem Tode«Ale Kosten tragen, welche vie Leichenverbrennung erfordert...— Ich glaube, daß es nicht zu viel behauptet ist, wenn ich behaupte, daß es wenig(Geld) ist.— Es bleibt uns nichts übrig, als die Bewilligung auf das allerhöchste Maß zu beschränken.— 8 und 1 ist 4, und 1 und 1 ist 2, das ist also ungefähr die Hälfte.— In unserer Gegend ist es das Zeichen des Strebens junger Ehe- paare, wenn fie sich ein Schwein erziehen, indessen ist es so, daß der Mann vielleicht 1 Mark Steuer bezahlt und das Schwein 3 Mark." Angler# Ruh', Ihlendorf, Alseustrasse. ß Am zweiten Feiertag: 573 wossesFrtih-Concert, *■ t i i.... r*_ v. n-----. 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