>r. 12«. Mittwoch, den 28. Mai 1890. 7. 1.rl,rg. Hrgan für die Inierefsen der Arbeiter. Kein« '"'t m,„Berliner Volksblatt" SWMWMZW* I»M| lUCillU) VUIUJ V IV V|*»v"W v..., vy.....----- S Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Oesterreich-Ungarn Jnsertionsgebühr beträgt für die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins« und VerfanmilungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Benthstraße 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -*- 1 Fernsprecher: Amt VI.|ttr. 4106.*■» Nednülion: Veuthstvertze S.— Expedttion: VeukhstvMe 3. . ödjrttfic der n,Seuölttf|cn lti(ec�'e Notwendigkeit, den Schutz der jugendlichen Ar« L* � erweitern und seine Durchführung zu sicher», wird Ergebnisse der letzten sächsischen Fabrik- M j. �"berichte(für 1889) in ein Helles Licht gerückt. I, sm e.nt Aufsichtsbezirke Zwickau z. B. ergab die am Kifm-t'889 stattgehabte Arbeiterzählung, daß in 974 k. sk.B'ö betriebenen gewerblichen Anlagen 7986 fugend- bikr-* � beschäftigt waren, wobei die Zahl der Ar- lni Alter von 14 bis 16 Jahren 5466, und die der ViJt 2520 betrug. Die ersteren ergaben gegen das l\3x eine Abnahme von 0,98 pCt., die Zahl der �nien� ��egen hat um 113— 4,69 pCt. zuge- k.®er Zwickauer Fabrikinspektor hat nun festgestellt, L � 293 der jugendliche Arbeiter beschäftigenden An- Lr. GOO Verstöße gegen die Schutzbestimmungen betreffend »Mdlicher Arbeiter vorgekomnien find. Er sagt:„Die sind im Vergleich mit dem Vorjahr gestiegen, L dürfte dies zunächst darauf zurückzuführen sein, fyjammtliche Anlagen, welche jugendliche Arbeiter be- ?>S°n. wenigstens eine Revision im Laufe des Jahres Mkn worden sind." Sobald also die Peinlichkeit &i( �««fiftkeit der Revisionen wächst, vermehrt sich auch der ermittelten Sünden gegen die Gewerbeord- k?- Nun bedenke man aber, daß es bei den jetzt vor- iw Mitteln bereits eine höchst achtbare Leistung ist, L c,i Fabrikinspektor ein einziges Mal alle in Frage Nti Betriebe inspizirt. Das ist in Sachsen, das un- 3 von allen deutschen Bundesstaaten das ausgebildetste !%"5°ffendste Fabrikinspektorat besitzt, mit Mühe aus- (iit,ren, anderswo ist es selbst bei dem größten Eifer )L l!ei' Gewerberäthe einfach ein Ding der Unmöglichkeit. ii, fnJl'a9en wir: Was bedeutet eine einmalige Revision ,n-ftn 900 Arbeitstagen pro Jahr, wenn der Unter- i(„ fer n,st beinahe mathematischer Sicherheit darauf rech- lift j.nnn' daß er in den übrigen 299 Tagen nach Herzens- Schutzparagraphen mißachten kann, weil ihn der muß? r bieser Zeit ungeschoren läßt, ungeschoren Sachkundiger glaubt, daß die Summe der Ge- �rtretungen, die überhaupt in puncto Kinder- %u(f' vorkommen, sich decke mit der Ziffer der voin ist � � ch t s b e a m t e n rcgistrirten Fälle. Thatsächlich dzz' Z�hl der betreffenden Vergehen eine weit höhere, und fiiw 1 ben amtlichen Berichten verzeichnet ist, enthält blos Echtheit der zahlenmäßig zum Ausdruck kommen '"«fcoten.j Iseuitlekon. 1 142 »Inm Glück der Damelt." Roman von Emile Zola. �°risirte Uebersetzung von Armin S ch w a r z. .».-.schwieg wieder, und da der junge Mann noch immer ."ein Haupte da saß, fragte er ihn zum dritten �ich brummte Colomban, ohne ihm in's Gesicht zu kl�ch habe, nichts zu sagen. Sie sind der Herr, Sie .„ �er als wir alle. Ta Sie es verlangen, werden mir gehofft, Colomban werde sich ihm an den Hals mmm# �aem an das Ernste denkeil. den Achtung vor dem Gesetz, die unsere Bourgeoisie be- seelt. Es ist sattsam aus den deutschen Fabrikinspektoren- berichten bekannt, mit welch' unanständigen Mitteln man die Aufsichtsbeamten zu täuschen und dem Gesetz ein Schnippchen zu schlagen versucht. Dieselben Herren, die in einen Sittlichkeitskoller hineingerathen, wenn eine hungernde Wittwe ein Stückchen Brot für ihre hikflosen Kinder sich aneignet, nehmen armen Proletarier- kindern ihre Gesundheit, ihr Bischen Jugendfröhlichkeit, ihre Arbeitskraft. Sie scheuen sich nicht, dieselben zum Lügen in Bezug auf Altersangabe, darum der Beschäfti- gung u. s. w. zu zwingen. Sie verbergen jugendliche Ar- beiter vor den Augen des Fabrikinspektors, ja es ist vor- gekommen, daß dieselben vor jenem aus den Fenstern des Arbeitssaales sich flüchteten oder auf den Aborten einge- sperrt wurden. Die meisten Vergehen dieser Art fanden sich in der Textilindustrie, auf deren Betriebe 45,83 pCt. aller Fälle kommen. Die Zahl der Erinnerungen, die Arbeitsbücher, Karten, Verzeichnisse u. s. w. betreffend, betrug 363. Kinder unter 12 Jahren wurden in 6 Anlagen angetroffen, eine zu lange Arbeitszeit für Kinder wurde in 36 und für jugendliche Arbeiter in 101 Anlagen einige halten; in 46 Anlagen waren die Pausen zu kurz be- messen. Nachtarbeit von jugendlichen bezw. kindlichen Ar- beitern wurde in 29 Anlagen konstatirt. In Glashütten, Walz- und Hammerwerken wurde je 2 mal, in Spinnereien 15 mal gegen die diesbezüglichen Ausnahmevorschriften ver- stoßen. Viele Umstände gab es namentlich in den Stickereien der Amtshauptmannschaft Schwarzenberg. Die Kapitalisten suchen natürlich auf jede Weise vor der Inspektion sich zu schützen.„In einer Maschinen- stickerei des Bezirkes," erzählt der Zwickauer Gewerberath, „wurde die Wahrnehmung gemacht, daß in den, Erd- geschosse des ganz offenkundig alsFabrik her- gestellten Hauses 7 Maschinen standen, von welcher 6 an 6 verschiedene Sticker verpachtet waren. Der Besitzer hatte bei Besichtigung der Anlage erklärt, daß er keine Arbeiter besitze und daher auch zur Jnnehaltung der gesetzlichen Bestimmungen über Beschäftigung jugendlicher Arbeiter nicht verpflichtet sei. Bei der Arbeiterzählung wiederholte sich dies, der Zählbogen kam leer zurück. Es wurde darauf die Ortsbehörde verständigt, daß nach einer Ent- scheidung des königl. sächsischen Oberlandesgerichts vom 18. Februax 1889 alle Stickereien, bei denen 4 oder mehr Stickmaschinen in einen, gemeinschaftlichen Räume ver- einigt sind, als Fabriken angesehen werden. Gleichzeitig wurde darauf verwiesen, daß nach vorgenannter Entschei- dung es gleichgiltig sei, ob sich alle 4 Maschinen in Be- trieb befänden, oder ob die eine oder andere Stick- Als Madame Band,, am Abend vor dem Schlafengehen ihren Gatten über das Ergebniß der Unterredung befragte, hatte Band» wieder seinen Eigensinn gefunden und war ent- schloffen, bis zu Ende zu gehen. Er erging sich in Lobeserhcbungcn üoer Colomban: das sei ein lieber, gesinnungstnchtiger Bursche, nicht wie die geschniegelten Stutzer da drüben, welche den Käuferinnen den Hof zu machen sich vermessen. — Aber was ist's mit der Heirath? fragte Madame Baudu. — Später, erwiderte der Gatte. Ich will meinen Kindern mein Versprechen halten. Sie schwieg eine Weile, dann sagte sie: — Unsere Tochter wird daran sterben. Bandu war erzürnt, aber er hielt an sich. Er selbst wird daran sterben, sagte er sich, wenn man ihn fortwährend quält. Ist es denn seine Schuld? er liebt seine Tochter und möchte sein Blut für sie vergießen; aber er kann doch nichts dafür, wenn das Geschäft nicht besser gehen wolle. Gcncvicve sollte vernünftig sein und Geduld haben, bis man eine bessere Inventur zustande bringt. Alle Wetter, Co- lomban bleibt ja da. Niemand wird ihn ihr stehlen. — Es ist unglaublich, wiederholte er ein über das andere Mal; ein so wohlerzogenes Mädchen!... Madame Bandu sagte nichts mehr. Ohne Zweifel hatte sie die Eifcrsnchtsqnalen ihrer Tochter errathen, aber sie glaubte, ihrem Manne nichts davon sagen zu sollen. Eine seltsame weibliche Schüchternheit hinderte sie jedes Mal, mit ihm über diese delikate Sache zu sprechen. Denise wollte wieder beim„Glück der Damen" eintreten. Sie hatte begriffen, daß Robincan, obgleich er geneigt war sein Personal zu verringern, nicht den Mnth finden werde' sie zn entlassen. Um sich aufrecht zu erhalten, mußten sie Maschine außer Betrieb gesetzt sei, und erst hierauf er- folgte die vorschriftsmäßige Ausfüllung des Zählbogens." Die Herren Unternehmer sind, wie man sieht, nicht wählerisch, wenn es gilt, sich vor dem Arbeiterschutz zu schützen, und auf eine ganz kleine Dosis Unwahrheit, Lug und Trug kommt es ihnen trotz ihres Christenthums, das sie so ostentativ zur Schau tragen, gar nicht an. Aber derartige Vorkommnisse zeigen auch, daß die Ausdehnung der Fabrikinspektion wie des Arbeiterschutzes auf die Hausindustrie unbedingt nothwendig ist. Denn wie bereits heute die Industriellen sich der Hausindustrie be- dienen, um ungenirt die Arbeitskräfte ausnützen zu können — man denke nur an die Zustände in der Zigarren- Industrie nach dem Inkrafttreten des bundesräthlichen Erlasses vom 9. Mai 1888—, so wird eine kräftige Re- form der deutschen F a b r i k- Jndustriezustände allein diese Massenflucht der Kapitalisten in die Gehege der Heim» arbeit in noch weit großartigerem Maßstabe herbeiführen. Will man also Ernst machen, so muß man auch die Heim- arbeit schützen, muß sie der Aufsicht der Gewerberäthe unterstellen und durch wohlüberlegte, sorgsam durchge- arbeitete Reformen die Ueberführung der Hausindustriellen in die geschützte Großindustrie nach und nach anbahnen. Bestraft wurden im Zwickauer Aufsichtsbezirk 23 Per- sonen wegen Beschäftigung von Kindern unter 12 Jahren über 6 und der jugendlichen Arbeiter über 10 beziv. 11 Stunden, 8 wegen Nichtinnehaltung der vorgeschriebenen Pausen, 4 wegen nicht erfolgter Anzeige vor Beginn der Beschäftigung bei der Ortspolizeibehörde, 3 wegen gesetz- widriger Beschäftigung während der Nacht. Daß die in den Fabriken aushängenden Bestimmungen über Beschäftigung jugendlicher Arbeiter von den Bethei- ligten so wenig gelesen werden, ist begreiflich. Oesters waren sie„entweder verstaubt oder beschädigt oder in ganz ungeeigneter Weise angebracht." Ja, wenn es Maschinen- theile wären! Oft genug war anzuordnen, daß„die be- treffenden Gesetzesauszüge tiefer zu hängen" seien. " i, tiefer hängen, das ist das Richtige, lind wir thun dies zur Illustration der sächsischen Plusmacherei. Daß„auffällig viel Kinder" unter 12 Jahren in der Hausindustrie thätig sind, ist eine alte Geschichte. Hier thut baldiger Wandel noth. Interessant ist es, wie die Fabrikanten sich zu irren verstehen— zu ihrem Vortheile. Es wurde wahrgenommen, daß Unternehmer„der Ansicht waren, jugendliche Arbeiter, welche früher in Spinnereien beschäftigt und dort nach den Ausnahmebestimmungen auf Grund des ärztlichen Zeugnisses 11 Stunden arbeiten konnten, auch in ihren Betrieben 11 Stunden täglich beschäftigen zu können." Sehr optimistisch urtheilt übrigens der Zwickauer Fabrikinspektor, wenn er meldet, daß zwar Alles selber machen; Gaujcan beharrte bei seinem Eigen- sinn und gewährte ihnen noch längere Kredite, ja, er ver- sprach sogar, neue Kapitalien für sie zu finden. Allein Ro- bineau war vorsichtig und wollte nicht gegen die Anforde- rangen der Sparsamkeit und der Ordnung verstoßen. De- nise beobachtete seit vierzehn Tagen, daß die Robinean's sich ihr gegenüber verlegen benahmen und endlich entschloß sie sich ihrerseits, die Sachen in Anregung zu bringen. Sie habe anderwärts einen Platz gefunden, sagte sie. Alle Welt fühlte sich erleichtert. Madaiue Robincan küßte sie gerührt und schwor, daß sie stets bedauern werde, sie zu verlieren. Dann fragte man sie, wohin sie gehe und als sie.erwiderte, daß sie zu Mouret zurückkehre, wurde Robineau sehr bleich. — Sie haben übrigens recht, rief er dann heftig aus. Schwieriger war es, die Nachricht dem alten Bourras mitzntheilen. Allein Denise mußte sich von ihm verab- schieden. Und sie zitterte, denn sie bewahrte ihm eine leb- haste Dankbarkeit. Bourras kam, seitdem rings um ihn her diese geräuschvollen Arbeiten im Zuge waren, nicht mehr aus dem Zorn heraus. Die Materialwagen verranimelten ihm seinen Laden, die Spitzhacken wühlten in seinen Mauern. Alle Gegenstände in seinem Laden, Regenschirme, Stöcke tanzten den ganzen Tag nach dem Takte der Hammerschläge. Das Schlimmste aber war, daß der Architekt, um eine Ver- bindung zwischen den bestehenden Abtheilnngen des Magazins und jenen Abtheilnngen herzustellen, welche man in dem alten Hotel Dnvillard errichtete, auf den Einfall kam, einen unterirdischen Verbindnngsgang unterhalb des kleinen Hauses anlegen zn lassen, welches dazwischen eingekeilt stand. Da das Haus Mouret gehörte und der Vertrag dahin lautete, daß der Miether genöthigt sei, alle Reparaturarbeiten zu die jugendlichen Arbeiter„ziemlich häufig Vs bis 1 Stunde über das gesetzlich zulässige Maß beschäftigt und mit 20 Minuten Pause abgespeist wurden, daß sie aber in keinem Betriebe„in einer die Gesundheit schädigenden Weise" beschäftigt wurden. Alle Aerzte— wir erinnern an den letzten internationalen Hygieniker-Kongreß in Wien — sind sich darüber klar, daß die gesetzlich zulässige Ar- beitszeit für die jugendlichen Arbeiter direkt schädigend wirkt, und eine Ueberzeit sollte nicht noch nicht schlimmer wirken!! Daß unter diesen Umständen„mehrfach Klagen über den Kontraktbruch jugendlicher Arbeiter" laut werden, ist doch einleuchtend. Aber echtsächsisch-reaktionär ist es, wenn der Zwickauer Fabrikinspektor sagt: Ein Zwang zur Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses, wie ein solcher bei dem Gesinde besteht, wäre den jugendlichen Ar- beitern gegenüber gewiß am Platze." Und was ist am Platze gegenüber der Profitwuth der die Gesetze mit Füße tretenden Unternehmer! Die Gesinde„ordnungen" Deutsch- lands sind eine Schmach für das neunzehnte Jahrhundert, und es ist die höchste Zeit, daß dieses feudale Ueber- bleibsel der alten Hörigkeit endlich beseitigt wird. Aber es gehört eine sächsische Bürgerbrust dazu, um sich für die Ausdehnung der Gesinde,, ordnungen" auf die Industrie- arbeiterzustände zu begeistern. Die Arbeiterschaft wird sich gegen solche Ueberfälle zu wahren wissen. Aber derartige Aeußerungen sind sympathisch in einer Zeit, in der man gegen die„Zucht- losigkeit der jugendlichen Arbeiter" einen Kreuzzug predigt, ohne auch nur mit den Wimpern zu zucken über die „Zuchtlosigkeit der jugendlichen Nicht- Arbeiter", welche durch Rauf- und Saufhündel, durch im Tingeltangel provozirte Pistolenduelle und durch Ein- bräche in Universitätsgebäude den lokalen Theil der sensationslüsternen Blätter anmuthig beleben. Rovvotjjondeuzeu. Varia, 20. Mai. Nachdem die Legislativwahlen vom Sep- tember 1889 gezeigt, daß der Boulangismus schwer krank war, nachdem die Stadtrathswahlen von Paris in ihrem ersten und zweiten Gang den schlagenden Beweis erbracht, daß er gestorben, liegt nun die offizielle Anzeige seines Todes seitens des Chess der Schwindelfirina Boulanger u. Sto. vor. Dieselbe hat die Form eines Brieses, in dem der Reklameheld und Lüdrian Boulanger die„Ausgabe des viationalkomitees für beendet" erklärt, da„er wünsche, daß es von nun an zwischen ihm und den Bürgern, die seiner Sache treu geblieben, keine Zivischenpersonen mehr gebe, da Niemand besser als diese selbst ihre Gefühle zum Ausdruck bringen könne". Mit anderen Worten, der genußsüchtige Möchte- gernstaatsstreichler ertheilt den politischen Jnvustrierittern, ivelche sich an den Schwanz des berühmten schwarzen Pferdes klammerten, den Laufpaß, und zwar thut er das als Herr, der von den Leistungen seiner Lakaien nicht zufrieden gestellt, dieselbe sans faijon ohne Kündigung aus dein Hause wirft. Diese Bedeutung des Boulanger'schen Machwerks wird noch verstärkt durch eine post factum nachhinkende Erklärung des kühnen Ausreißers, der Brief bedeute keinen Verzicht auf die Zlklion, sondern nur eine Auslösung des nicht mehr nöthigen Nationalkomitee's. Die einzelnen Mitglieder desselben können sich„von nun an wieder den Ansichten" widmen, die ihnen persönlich lieb und werth sind", sagt der General, was nur ein höflich umschriebenes:„Geht zum Teufel, ihr Tröpfe, „Ihr nützt mir doch nichts" ist. Boulanger giebt damit übrigens nur die Antwort auf den Beschluß, welchen das Nationalkoinitee nach dem furchtbarsten und gründlichsten aller Wahlreinmlle gefaßt und dem„Haupte" des fehl geschlagenen politiscben Kümmel- blättchens zugestellt hatte. In den Syrup etlicher hös- licher Phrasen ivar daselbst der bitterböse Trank ein- gerührt, das Nationalkomiree halte zwar an seinem Programm fest, verzichte aber in Anbetracht der Situa- tion und um oas Land nicht unnöthig aufzuregen, auf jede un- fruchtbare Agitation. In einfaches Deutsch Übersetzt heißt das einfach: wir wollen nichts mehr thun, denn es nützt doch nichts. Summa S mimarum läßt sich der Inhalt beider Dokumente da- hin zusammenfassen, daß fich das Nationalkomitee von Boulanger lossagt, weil desten Person infoige des verblaßten Presnge's keine Zugkraft mehr aus die Massen ausübt, und daß Boulanger das Nationalkomilee fahre» läßt, weil dieses nicht vermochte, durch seine Fwd, gleit und Thätigkeil die Unfähigkeit des„Führers" wett zu mache». Die Kumpane laufen auseinander, indem sie sich gestatten, erschienen eines Morgens die Arbeiter bei Bourras. Es gab einen lauten Zaiik. Ist es denn noch nicht genug, schrie er, daß sie ihn von allen Seiten umzingeln, von rechts und von links, von hinteil und von vorne? Muß man ihn denn auch noch bei den Fußen packen, muß man ihm denn die Erde unter den Beinen wegnehinen? Und er jagte die Maurer davon, mit der Drohung, daß er klagen gehen werde. Das ganze Stadt- viertel war der Meinung, daß er den Prozeß geivinnen werde. In allen Fällen versprach der Prozeß lange zu wer- den und malt interejsirte sich außerordentlich für diesen end losen Zweikamps. An dem Tage, als Denise sich endlich entschloß, sich von Bourras zu verabschieden, kam dieser eben von einem Advokaten. — Werden Sie es glauben; diese Leute behaupten, daß dieses Haus nicht genug solid sei. Sie wollen den Beweis antreten, daß man das Fundament befestigen müsse. Meiner Treu, es ist kein Wunder, wenn das Haus wackelt. Sie rütteln ja lange genug mit ihren Maschinen daran. Dann, als das junge Mädchen ihm von ihrer Absicht erzählte, zum„Glück der Damen" zurück zu kehren mit 1000 Franks Gehalt, war er derinaßen betroffen daß er seine zitternden Hände gegen den Himmel erhob. Er sank aus einen Sessel nieder und rief: — Sieh, sieh, bleibt denn Keiner mehr übrig außer mir? Danli fragte er nach einer Weile: — Und der Kleine? — Er ivird zu Madame Gras zurückkehren, sagte Demse, sie liebte das 5tind sehr. Und nun schwiegen sie von Neuem. Sie hätte es vor- gezogen, wenn er wuthend gewesen wäre, wenn er geflucht, mit der Faust aufgeschlagen hätte, allein der stille, vom Zorn verzehrte Greis versetzte sie in Bestürzung. Doch faßte er sich nach und nach und begami dann wieder zu schreien. — 1000 Franks, das kann man freilich nicht zurück- mit Fllßtritten und Schimpsereien beehren, ivlle dies Banditen zu thun pflegen, denen ein Iiänkestückchen mißlunarn ist, und die sich gegenseitig für den Mißerfolg verantwortlich machen.— Neberraschend scheint es, daß der Boulangißmns, der unter wahrhaft betäubendem Tamtam geboren und n«t Hilfe eines fast nie dagewesenen marktschreierischen Humbug großgepäppelt worden, fast klang- und sanglos zu Grabe getragen ward. Sogar die boulangistische Presse weint den: Ende nur kalte, konventionelle Thräncn nach. Die ehemals für den französischen Monk in heißer Gluth schwärmenden bonapartistischen und royalitischen Zeitungen konstatiren einfach, daß es mit dem BoulangismuH aus, ganz aus sei und lassen je nach ihrer Richtung durchblicken, daß dies natür- lich, weil die„Wiedergeburt Frankreichs" eben nur das Werk des „demokratischen Cäsarenthums", ergo eines Bonapvrtes, oder deS absoluten Gottesgnadenthums, ergo eines Bourbcms sein könne. Die republikanischen Organe verzeichnen den Tod der beabsichtigten Plebiszitbewegung mit ruhiger Genugthuung, aber cchne jede laut jubelnde, begeisterte Freude. Der Grundton der Slimrnung. welche die verschiedenen politischen Parteien dem Ereigniß«genüber be- herrscht, ist die offenbare, mehr oder weniger verhehlte Gleich- glültigkeit. Das dem so ist, ist natürlich genug. Schon seit langen Monaten hatten die Anbänger Äoulangers aufgehört, von ihm etwas zu hoffen und die Gegner fürchteten ihn nicht mehr. Die Masse der Unzufriedenen erblickte in ihm nicht mehr das eil, und die politischen Lotterbuben, welche seine voiZüglichsten elfershelfer waren, verzweifelten, ihre Instinkte auf Genuß und Macht je durch ihn besrledigt zu sehen. Die Gefahr, welche der Republik von dem Alkovenhelden Boulanger drohen sollte, war zu einem bloßen Schlagworte geworden, das die konservativen Re- publikaner mit geheuchelter Angst ausstießen, sobald die Radikalen eine schwächliche Anwandlung zeigten, nicht länger am Strang der Reaktion mitziehen zu wollen. Der Boulangismus mit Boulanger war todt, lange bevor sein Verscheiden offiziell konstatirt ward. Es scheint sonderbar, daß eine Bewegung, welche eine Zeit lang in einem so hoch wogendem Strom dahinflutbete, so schnell und so resultatlos im Sande verlaufen ist. Und doch konnte es nicht anders sein. Die boulangistische Protestbewegung drehte sich eben um eine Person, sie fußte nicht auf thatsächlich dem Status mo fundamental gegensätzlichen Prinzipien. So mußte re mit der Person stehen und mit ihr fallen, sobald die Umstände den Piedestal zerschlagen, auf dem sie der Zufall gestellt hatte, sobald sie im Sturze zeigte, daß sie nicht aus Erz gegossen, son- dorn eine grobe Nachahmung aus zerbrechlichem Thon war. Aber der Boulangismus hatte doch sein Programm, könnte man hier einwenden. Gewiß, aber dieses Programm war etwas Neben- sächliches; Hauptsache war und blieb die Person des Exkriegs- Ministers selbst, es bot prinzipiell nichts Neues, es stellte den sozialpolitischen Momenten und Zuständen, welche das allgemeine Mißvergnügen der Nation geschaffen, keine neuen sozialpolitischen Prinzipien entgegen. Die Forderungen Boulanger's auf Revision der Konstitution, Abschaffung des Senats, Einführung des Referendums machten das Bühnenkostüm aus, welches die Clemenceau und Unter- Clömenceau in einer rein akademisch- parlamentarischen Aktion so gründlich abgetragen, daß es fadenscheinig geworden und Niemand mehr blendete. Boulanger legte das alte durchlöcherte Gewand an, und wenn er eine Zeit lang mit Erfolg darin paradiren konnte, so Dank dem Umstände, daß er es mit verschiedenen anderegesärbten Flitter» verbrämte, so mit der Forderung sozialer Reformen,„religiösen Friedens", der allen offenstehenden Republik und vor Allem seiner Kriegserklärung gegen den„faulen und unfruchtbaren Parlamentarismus", Indem er letzteren Punkt auf seine Fahne schrieb, schlug er zwei Fliegen mit einer Klappe. Er gewann die Elemente, welche an den Par- lamentarismus als Universalheilmittel für soziale Schäden ge- glaubt hatten und die sich infolge der Situation enttäuscht fühlten und euUäuscht fühlen mußten, weil der Parlamentarismus der französischen Republik die Interessen der herrschenden Klasse und nicht deS Volks vertritt. Er sicherte sich aber auch den Anhang zener Vevölkerungsschicht, welche von jeher von dem Parlamen- larismus Nichts wissen wollte, welche ihm von Anfang mißtrauisch und feindselig gegenüberstand, der reaktionären ländlichen Bevölkerung. Napoleon der Große und Napoleon der Kleine hatten oas Näm- liche mit weit niehr Geschick gcthan, als Boulanger. Während der größere Theil der Radikalen noch jetzt, ohne jede NothwendigkeU sich im Schlepptau der Opportunisten be- findet, scheint ein kleiner Brnchtheil unter Clömenceau's Führung die alte Opposition wieder aufnehmen zu wollen. Der Anfang hierzu ist wenigstens dadurch gemacht, daß Clemenceau vor etlicher Zeit in die Debatten über Abänderung des Preßgesetzes eingriff, und daß er vergangene Woche recht trefflich zu Gunsten des Entwurfes sprach, der den Arbeitern in wirksamer Weise die Ausübung des Koalitionsrechtes garantiren soll. Uebrigens sind dies nur sehr winzigeAbscblagszahlungen auf eine bessere Führung der äußersten Linken, die sich in den letzten Jahren in Sachen der Arbeitsschutz-Gesehgedung mehr als schmachvoll gehalten hat. Gerade die gegenwärtige Legislaturperiode des französischen Parlaments bietet den Radikalen Gelegenheit, gut zu machen, was sie ver- säumt. Das Projekt der direkten progressiven Einkommensteuer, mit welchem sie die Masse lange vertröstet, das Projekt einer um- weisen. Ja, ich werde allein bleiben, ich werde mein Haupt nicht beugen; sagen Sie ihnen, daß ich meinen Prozeß ge- Winnen werde und wenn ich mein letztes Hemd darauf opfern mußte. Denise sollte Robineau erst zu Ende des Monats verlassen. Sie hatte Mouret wiedergesehen und Alles war geregelt worden. Eines Abends, als sie eben in ihr Zimmer hinauf- steige» wollte, ward sie durch Deloche angehalten, der sie unter einem Hausthore erwartet hatte. Er war sehr glücklich, er hatte eben die große Neuigkeit erfahren; das ganze Magazin spreche davon, versicherte er. Und er er- zählte ihr sehr ausgeräumt die Klatschereien der Konseklions- Abtheilnng. — Sie müssen wissen: Diese Damen schneiden Gesichter?... A propos! Erinnern Sie sich noch jener Klara? Nun denn: Es scheint, daß der Patron sie zu seiner Ge- liebten gemacht hat... Er war dabei sehr roth geworden; sie hingegen rief er- bleichend aus: — Wie, Herr Mouret? — Ein sonderbarer Geschmack, nicht wahr? fuhr Deloche fort. Ein Weib, das einein Rosse gleicht.. Die Kleine ans der Wasche-Abtheilung, die er im vorigen Jahr ziveimal hatte, war mindestens ein hübsches Ding.. Uebrigens ist das seine Sache... Denise, als sie in ihrem Zimmer ankam, fühlte sich sehr unbehaglich. Sie glaubte, es wäre davon, daß sie zu rasch hinaufgegangen sei. Sie stand anS Fenster gelehnt und in ihrer Erinnerung tauchte plötzlich LalogneS auf mit seiner verödeten Gasse und den moosbedeckten Pflaster- steinen. Sie suhlte das Bednrfniß, wieder da unten zu leben, sich in die Vergessenheit und den Frieden der Pro- vinz zu fluchten. Sie empfand einen Widerwillen gegen Paris, sie haßte das„Glück der Damen" und wußte nicht mehr, weshalb sie eingewilligt habe, dahin zurück zn kehren. Sicherlich wird sie dort wieder zu leiden haben. Sie litt schon durch die Geschichten des Deloche, ohne sich die Ursache erklären zu können. Ein Schluchzenanfall zwang sie, das fassenden Arbeiterschutz- Gesetzgebung, welche auf den des internationalen Sozialistenkongresses basirt, kgnunen z � � Handlung. Wenn je, so wird dann die Masse der 3 9 bürgerlichen Radikalismus zurufen:„Mo Uchoaus. m � = Hierauf kommt's an, zeige was Du kannst. Wetten die Männer der äußersten Linken auch bei diesem g) den. Trotz alledem werden sie WWU. auch Momente nicht weit genug zum_ Sprung mitten zwischen der Regierungsfähigkeit schaft einer großartigen Volksbewegung. �»�sTgühttl- übernehmt schaft des politischen Lebens Frankreichs bis die verschiedenen sozialistischen Frakiwnei Einigung eine Macht geworden, ans welche die Maß� " echM nung, die Herrschenden mit Furcht und Blanquisten legen durch die Gründung� liga abermals den ersten Schritt zu einer~ Aber wie stets werden die Posflbilisten auch gebotene Hand nicht ergreifen. Dies n# Ät d--' Dolikisrhe UeUevsicki Zum Schutz des Koalitionsrechtes. Die M. kratische Fraktion hat in ihrem Entwurf eines Arvei j/ ,( Gesetzes bekanntlich vorgeschlagen(§ 153):"p" � durch Anwendung körperlichen Zwanges� durchs uutL nicht theilzunehmen oder ihnen zu leisten, sowie derjenige, welcher mit Anderen ve � Arbeitern deshalb, weil sie an solchen Verabredung � Vereinigungen Theil nehmen oder Theil genommen 3 die Arbeitsgelegenheit zu erschweren, sie nicht tn a � nehmen oder sie aus der ArbeitIzu entlassen, n"*® fängniß bis zu drei Monaten bestraft." Die Unter presse und insbesondere die„Freis. �tg." fand Paragraphen nebst dem§ 152(welcher m Sne Stra! mutigen wegen Verabredungen und Vereinigungen�� � «1 bm »ttwtvvjv«» W------- Y< Z\ Ötltß Erlangung günstigerer Arbeitsbedingungen aufhebt) ci � letzung— die„Freis. Ztg." sagt:»tolle Verhöhnung Gleichberechtigung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. � Wünschen der Unternehmer soll es heißen, zum A � „Du darfst dich koaliren, um dem Arbeitgeber für« thcilhaftcre Arbeitsbedingungen abzuringen",.zum gebet aber:„Du darfst den Arbeiter, der sich koalirr, � entlassen, dich auch behufs Entlassung aller koalir � beiter'rnit den anderen Arbeitgebern koaliren.'s des sozialdemokratischen Entwurfs soll nur dem treten, daß der Arbeitgeber den Arbeiter an der-llu y seiner Rechte aus§ 152 hindert, und dieses billig taugen findet die„Freis. Ztg."—„toll"! Anderer Ansicht' ist die französische Kammer, we�' � wir schon kurz mitgetheilt haben, einem Gesetzenu-- Schutz der Koalitionsfreiheit der Arbeiter zugestumm dessen erster Artikel lautet: „Wer immer, Unternehmer, Werkführer oder Arben-V � führt wird, daß er durch die Drohung, eine Anstell» � Arbeit zu entziehen, durch die Entlassung von Arbeitern» stellten, nur weil dieselben einem Syndikat(Fach- oder verein) angehören, durch Gewaltthaten oder Thäm?3i ..........-"'Drechen von% � oder beeinträchM 21. März durch Geschenke, Anerbieten oder Versprechen von Är Freiheit der Gewerbevereine gehemmt die Ausübung der durch das Gesetz vom zi.•jjwy-. währleisteten Rechte vermin oert hat, wird mit Gefang'M�/-' 1 Monat bis zu 3 Monaten und einer Geldbuße von 2000 Fr. bestraft." Dieser Artikel, welcher mit 347 gegen 150 � angenommen wurde, enthält im Prinzip genau dasstm der§ 153 des sozialdemokratischen Entwurfes. i A, Das Deteu allri« thnts doch nicht— denkt � V gemeine Evangelisch- lutherische Krrchenzeitung", meint die famose„Ansprache", welche das sächsische Jj# sistorium gegen die Sozialdemokratie verübt, sei die„jj „Ironie". Zum Glück hat die„Kirchenzeitung" nuchjy ein wirksameres Rezept und es lautet:„Mehr 3 � bauen! Und mehr Hilfsgeistliche anstellen. LrobatPN d«- Was den ersteren Theil des Rezepts betrifft, so w» uns— Hand aufs Herz— sehr lieb sein, wenn m Ausführung sofort begonnen wurde. DaS Äaugewerv � gerade arg darnieder, und es wäre vortrefflich, m# ßff!, vielen feiernden Maurern Beschäftigung geschafft Nur müßten die Löhne auch anständig sein. Maurer fast durchgängig Sozialdemokraten sind, kanü ---- anneliu'M ii»' sercn Vorschlag für die frommen Herren machen. riairag luv vie irvminen apeeeeii nur Möglich, daß die Maurer dann bekehrt wer Fenster zu verlassen; sie weinte lange und suhlte sich®a erleichtert; sie fand wieder einigen Muth zu leben- Am folgenden Morgen wurde sie von Robinec � verschiedenen Gängen beauftragt. Als sie am„Alten � vericyirvrnrn v-rnuijeii ucuunium- ins(i« um vorbeikam, trat sie einen Augenblick ein, weil sie 03 � allein im Laden gesehen hatte. Die Vaudu's mare � Frühstück; man hörte das Geklapper ihrer Gabeln 01 kleinen Speisezimmer.-„.fiel — Sie können hineingehen, sagte der Kommts; 1 bei Tische.,{ii Allein sie gebot ihm Schweigen. Sie zog thn Winkel und sagte ihm leise:... — Mit Ihnen habe ich zu reden. Haben& Herz? Sehen Sie nicht, daß Genevieve Sie liebt u> über stirbt?.... Sie bebte am ganzen Körper; das Fieber am Abcno hatte sie wieder ergriffen. Er stand betroffen da,völliguv von diesem Angriff; er schaute sie an, ohne ein finden. ,((i — Hören Sie:— fuhr sie fort— Gcneviev. h, daß Sie eine Andere lieben. Sie hat es mir gesagt. dabei geweint wie eine recht Unglückliche... arme Kind ist recht herabgekommen... Haben t mageren Arme gesehen? Es ist ein Jammer! können sie doch nicht so sterben lassen!... Endlich sagte er ganz verstört: — Aber sie ist ja gar nicht krank; Sie übertrci; Ich sehe nicht... Uebrigens ist es ihr Vater, der" zeit immer verschiebt... ifl Denise trat dieser Lüge schroff entgegen. wohl gefühlt, daß das leiseste Drängen von jungen Mannes den Onkel bestimmen würde, nasYM# Was aber die Ueberraschnng Coloinbans betrifft» f'j sie keineswegs geheuchelt: er hatte in der That 3 langsamen Hinsterben Genevieves nichts bemerkt. ß für ihn eine sehr unangenehme Entdeckung._ er nichts wußte, brauchte er sich keine Gewisses». machen..„ — Und für wen? fuhr Denise fort. Für eine k-i- Z*™ Neichstage ist beranntlich soeben die amtliche Bu- ntar ioS.""� eS Ergebnisses der Reichstagswahlen vom 20. Fe- insacfrtm,? emgetrosfen. Daraus crgicbt sich, daß unter den bet.forderlich gewesenen 148 Stichwahlen nur bei 99 f*on k derjenigen Partei den Sieg davontrug, auf den sich äuhl rS* er''C11(der allgemeinen) Wahl die größte Stimmen- 4g ht;',, � die relative Mehrheit, vereinigte. Bei den übrigen üeirf, sohlen trug eine andere Partei den Sieg davon. Hätte ftiS»» r 5 allgemeinen Wahl die relative Majorität ent- 'ont-JL- tt,aren bei diesen 49 Wahlen gewählt worden 4 Deutsch- itnb r~~ce'?, Reichspartciler, 21 Nationalliberale, 1 Freisinniger iBohr«.', Sozialdemokraten. Statt dessen wurden in diesen 49 Stich- 1 2f>ählt 8 Deutschkonservative, gar kein Reichsparteiler, G Zentrum, 5 Welsen, 24 Freisinnige, 6 Volks- kaht�fl � Sozialdemokraten und 2 Antisemiten. Hätten wir ein ldii-C f' bei welchem ohne weiteres die relative Mehrheit ent' 20 mn\.'0 wären also 1 Deutschkonservativer, G Reichsparteiler, ftteir,™-"Gerate und 15 Sozialdemokraten mehr, dagegen 23 2 6 Vollsparteiler, 6 vom Zentrum, 5 Welsen und weniger in den neuen Reichstag gekommen, als 9°ch'chllch tn denselben gelangt sind. . �bg.». Kethmann-Hollwrg hat sein Reichstagsmandat ergelegt. Bekanntlich hat die Wahlprüfungskommission erst .��gen Dienstag die Ungültigkeitserklärung dieses Mandats bei r �ber sich noch die Prüfung eines Gegenprotestes vor- Na ten. Die Niederlegung des Mandats in solchem Falle ist "� wunderbar. Wunderbar aber ist es, daß die Neuwahl schon l den 8. Juni anberaumt worden ist, also mit der denkbar festen Frist für Wahlvorbereitungen, welche noch durch die WigsUage beeinträchtigt wird.- Für die Neuwahl sind die ..Listen aus dem Februar noch maßgebend. Der Wahlkreis ah t 17 879 Wahlberechtigte. Am 20. Februar wurden 14 202 8' ige Stimmen abgegeben, von denen 7102 auf den freikonser- a wen Herrn v. Bethmann-Hollweg, 5701 Stimmen auf den oetimnigen Kandidaten, 1887 auf den sozialdemokratischen Kan- 1 aten fielen und 12 Stimmen sich zersplitterten.— Im Kreise erbarnim ist Herr v. Bethmann-Hollweg zugleich Landrath. 'e amtliche Bekanntmachung im„Oberbarnimer Kreisblatt" vom annabend lautet denigemäß, wie folgt:„Nachdem der Unter- Zeichnet sein Mandat als Mitglied des Reichstages niedergelegt, hat der Herr Regierungspräsident die Vornahme der erforderlichen Ersatzwahl auf den 8. Juni d. I. festgesetzt." 5aß Herr ZUiqurl von, Kaiser als Finanzminister ge- j.-. Mchi wird, schreibt die nationalliberale„Straßburger Post", J;.fsenrnn bekannt, aber der Frankfurter Oberbürgermeister ist ..Ar portefeuillelüstern.— Vielleicht gelüstet es ihn nicht gerade, � Minister die neuen Steuern aus de>n feurigen Ofen zu � Nom Uationalliberattsmu« in Kerli». Die„Berl. «rg. schreibt:„Wie eine Humoreske liest sich ein Artikel in aattonalliberalen Blättern über eine Neuorganisation der «atwnalliberalen Partei in Berlin. Außer den Reichstags- Wahlkreisen sollen auch die einzelnen Stadtbezirke national- Uderale Vertrauensmänner-Körperschaften organisiren. Wie m denn das möglich— nämlich arithmetisch? Aus jeden Stadtbezirk käme doch kaum ein halber National- itberaler." Das ist gewiß ganz richtig. Aber man wnnte wohl die sich Freisinnige neunenden Nationalliberalen ju der Berliner Stadtverordneten-Versammlung hinzunehmen. Diese Körperschaft zählt ja eine beträchtliche Anzahl ganzer N a t ionalliberaler, die von Deutsch-Freisinnigen ge- wählt sind. .. Kcltn* die Wirkuuge» der deutsche» Ketreidezölle sich der soeben ausgegebene Jahresbericht der Vor- "eher der Kaufmannschaft zu Stettin folgendermaßen aus: ---Lex Einfluß des Zolls auf den inländischen Getreidepreis lcheint im Jahre 1889 vollständig zun: Ausdruck gekommen P sein. Der Durchschnittspreis des Jahres fiir diejenigen .fischen Märkte, welche der Reichsstatistik die Preise für ."indisches beziehungsweise verzolltes fremdes Getreide auf- »eben, war für Weizen 191,64 M., für Roggen 157,70 M. >fhresdurchschnittZpreis für unverzollten fremden Weizen �Danzig war 137,54 M. und für unverzollten südrussischcn -wggen in Bremen 106,03 M., was für Weizen eine ---"—-- rw\ 9* i 54'10 M., für Roggen von 61,67 M. ergicbt. Qls �r tcr- fremder Weizen in Danzig war 20 M. billiger dew �uandlicher Roggen! Bemerkenswerther Weise ist es treibt � bisher nicht gelungen, die inländische Ge- 1 erheblich zu steigern. Das mit den vier 13 �Q�j�eatten bebaute Areal betrug im Jahre 1888 _ 193/ im Jahre 1884 13 254 496 Hektar; die Differenz ''9®!... Sie wissen ja gar nicht, wen Sie lieben. wollte Sie bisher nicht kränken; ich habe es ver- °en, auf Ihre fortwährenden Erkundigungen zu ant- je»... Sinn, denn, ja: sie geht mit aller Welt und jst sich nur lustig über Sie; Sie werden sie niemals »en oder höchstens sowie alle Anderen, einmal, im ubergehen... �r war erbleicht und hörte sie wortlos an? bei jedem er Sätze, die sie»hm unerbittlich ins Gesicht zischte, bebten e Hrppen. Bon einer geivissen Grausainkeit fortgerissen, schließlich aus: Und weirn Sie noch mehr wissen wollen, so sage ich uen�»och, daß sie es mit ihrem Patron hält, mit Herrn Dabei erstickte ihre Stimme und sie ward noch bleicher ie�'er � �trachteten einander stumm. Endlich flaiii- % Ich liebe sie. Denrse ward bei diesem Worte von Schain ergriffen. jum sprach sie so mit diesem jungen Manne und was . chtc sie sich dermaßen zu ereifern? Sie stand jetzt still- �tgend da; das einzige Wort, das er ihr soeben er- U hatte, tönte in ihrem Herzen fort, wie fernes Glocken- t�,."Jch liebe sie, ich liebe sie." Und der Schall > immer weiter aus und sie fühlte, daß er ötecht '- Da er sie liebte, konnte er keine Andere hewathen. Sie wandte sich um und bemerkte Genevieve auf der eile des Speisezimmers stehen. Schweigen Sie, flüsterte sie ihm rasch zu. Jp°dh es war zu spät; Genevieve mußte alles gehört »-Alles Blut war ihr aus den Wange»» gewichen. Im sche» Augenblick betrat ein Kunde den Laden; es war -> c» urdclais, eine der letzten Getreuen de? Ilten »s» wo sie noch solide Stoffe bekarn; Madame de war längst der Mode gefolgt>and zum »ck hex Dame»»" übergegangen; uuch� Mi»»e...tarty »'cht mehr; sie war völlig verfuhrt durch die lagen da drüben. Genevieve war genvthigt, der Kund- ist 0,37 pCt.. entsprechend einer Produktion von oO 000 Tonnen. Das durch freinde Einsuhr zu deckende Ernte- dcfizit.betrug 1877 1 903 756, 1878 1 615 448, 1887 1 947 550, 1888 1 982 830 Tonnen. Der bekannte dentsch-aincrikattischc Großindustrielle D o 1 g c, der sich bei verschiedenen Gelegenheiten schon prinzipiell zu Gunsten des Achtstundentages ausgesprochen hat, schreibt in einem'Brief an Liebknecht, seinen ehemaligen Lehrer:„Ich gedenke in memen Fabriken vom 1. Januar an die Arbeit auf O'/e Stunden herabzusetzen und in 4 bis 5 Jahren allmälig auf acht Stunden z»l kommen." Aus den» Munde eines der angesehensten mnerikanischenJndnstricllen, der mindestens so praktisch ist, wie irgend einer seiner deutschen Kollegen, erfahren wir hier also, daß die stufenweise Herab- setzung der Arbeitszeit, so wie die Sozialdemokraten es in ihrem Entwurf vorgeschlagen haben, durchaus praktisch und durchführbar ist. Urber de» ne»»»» Ueichstag nnd feine ZnlVtiuinrn- lelmug spricht sich der Korrespondent der Wiener„Ärb. Ztg." für Deutschland folgendermaßen aus: „Es heißt: Der alte Kartellreichstag ist todt; ja wohl, aber sein Geist lebt fort und beherrscht die gegenwärtige Parlaments- mehrheit, wie er die frühere beherrscht hat. Gewählt als Protest gegen den Kartellreichstag, handelt er genau so,»vie sein Bor- ganger gehandelt hat. So erweist sich schon jetzt die Wahl vom 20. Februar als e»ne ungeheuere Duperie der Wähler. Die Erklärung für diese Thatsache ist naheliegend. Als die eigentliche.Opposition und zugleich die Mehrheit des Reichstags bildend, gelten von rechts an gerechnet Zentrum, Deutschfrei- sinnige, Volkspartei und Sozialdemokratie. Dazu kommen die Gruppen der Polen, Elsässer, die aber in der Regel nicht zugegen sind und fast in allen Fällen die Heeresfolge des Zenttums bilden. Nun sind aber die Zentruinsleute die unsichersten Kantonisten, die es giebt. Ihrem innersten Wesen nach durch und durch reaktionär. Aristokraten, Pfaffen oder Spießbürger, sind sie nur demokratisch,»venu es gilt, den eigenen Rücken gegen die Regierungspeitsche zu schützen. Seitdem aber die Regierung die' Kulturkampspeitsche»veggelcgt hat, ist mich der Demokratis- nius des Zentrums, der immer sehr dünn war, verflogen. Er lebt nun fort in einigen kleinbürgerlichen Vertretern Süd- nnd Westdeutschlands, die geistig fast ausnahmslos Nullen sind und nicht»vagen, gegen die feudal-aristokratisch-reakttonäre Führer- schaft sich aufzulehnen. Aus Gründen seiner reaktionären Kirchenpolitik ist ferner das Zentruin bestrebt, sich die Gunst der Regierung und des jungen Monarchen zu erkaufen und ist bereit, um diese zu er- langen, seine Zustimmimg zu alle»» Unternehmungen, die für die Masse des Volks nur schivere Opfer und neue Lasten bedeuten, zu geben. So stimmt es für die kolonial-politischen und mili- tärischen Vorlagen, womit es zugleich den innersten Ueberzeu- gungen und Bedürfnissen der in seiner Mitte vorhandenen aristo- krat'ischen Mitglieder Ausdruck giebt. Ganz ähnlich verhält es sich»nit den Deutsch-Freisinnigen. Ihrer sozialen Stellung nach sind die Vertreter der Bourgeoisie par excellence, die entweder unzufrieden mit der Schutzzoll- Politik der Regierung dieser opponirten, oder noch a»ls einem letzten Rest von bürgerlichem Liberalismus sich auf die Ver- wirklichung bestimmter konstitutioneller Formen und Forderungen steifen nnd i»n übrigen geärgert durch die ihnen bisher wider- fahrene schlechte Behandlung, sich als zahnlose Parlamentslöwen ausspielen. Die Oppositiol»sstiininung der Freisinnigen ist aber durch zwei Umstände mächtig gedäinpft»vorden. Einnial durch das gewaltige Anschwellen der sozialdemokratischen Stimmen, das ihnen mehr Angst einjagte, als ihre eigenen Siege ihnen Freude be- reiteten, dazu das immer Wichtigerwerdei» der Arbeiterbewegung überhaupt; dann der Abgang»ismarck's, der sie so tödtlich haßte — er»vußte vielleicht selbst nicht ivarum— und die durch deffcn Abgang»i» ihrer Brust erivachte Hoffnung, doch endlich noch regierungsfähig zu werde». Diese beiden„Oppositionsparteien" hat die Regierung nicht mehr zu fürchte»», am allerwenigsten bei anständiger Behandlung, ein prophylaktisches Mittel, das sie, im Gegensatz zu Bismarck, jetzt anwendet und dabei ausgezeichnet fährt. Ein freund- liches Wort vom Regierungstisch und man liegt auf dein Bauch. Die Volkspartei, nur 10 Mann stark, ist»vesentlich aus denselben Elementen zusammengesetzt wie die Freisinnigen, und mit Ausnahme der Sozialdemokraten können die anderen Gruppen »veder an Zahl, noch wegen Mangel an Einheit des Strebens und Wollens das Geringste leisten. Thatsächlich ist also die Regierung unbestritten Herrin der Situation. Das bestätigen auch die vergl»ügten Gesichter der Herren an den Bundesrathstischen. Die Temperatur ist so an- genehm, daß fast kein Tag vergeht, an dem der neue Reichsranzler fich nicht blicken läßt,»vas bei seinem Vorgänger eine große Seltenheit war. schaft entgegenzutreten und mit ihrer matten Stimme zu fragen: — Was wünschen Sie, Madame? Mme. Bourdelais verlangte Flanell zu sehen. Coloinban holte ein Stück herab und Genevieve zeigte den Stoff; so stände»» Beide, kalt und steif, neben einander hinter dein Pulte. Mittlerweile ka»n auch Baudu aus dein Speise- zimmer, gefolgt von seiner Frau, die auf dem Bänkchen des Kassatischcs Platz nahm. Er mengte sich anfangs in den Verkauf nicht ein; nachdem er Denisci» einen Gruß zuge- lächelt, stellte er sich auf die Seite und betrachtete Mine. Bourdelais. — Der Stoff ist nicht fein genug, sagte die Käuferin; zeigen Sie mir den stärksten Flanell, den Sie haben. Colomban holte ein anderes Stück herab. Mine. Bourdelais besichtigte den Stoff genau und fragte dann; — Was ist der Preis? — Sechs Franks, Madame, erwiderte Genevieve. — Sechs Franks? Da drüben ist der nämliche Stoff um 5 Franks zu haben! Ein Schatten des Unmuthcs flog über Vaudils Antlitz. Er konnte jetzt nicht umhin, in der höflichsten Weise sich ein- zumengen. Madame täusche sich, sagte er; dieser Stoff sollte eigentlich 6 Franks 50 C. kosten; es sei unmöglich, ihn um 5 Franks zu geben. Das sei sicherlich eine andere Sorte. — Nein, nein! sagte sie mit dem Eigensinn einer Bürgersfrau, die nicht zugiebt, sich geirrt zu haben. Es ist der nämliche Stoff, vielleicht noch stärker als dieser. Die Diskussion verbitterte sich. Baudu unterdrückte seinen Aerger, der sich schon in seinem galligen Gesichte anszn- drücken begann. Die Erbitterung gegen das„Glück der Damen" schnürte ihm die Kehle zusainmen. — Sie müssen mich besser bedienen, sagte Mme. Bourdc- lais schließlich; sonst gehe ich auch hinüber, wie die Uebrigen. Baildu verlor den Kopf, als er dies hörte; seine Wuth machte sich»n dem Schrei Luft: — Nun denn: gehen Sie hinüber! ' Diese für die Sozialdeinokratie scheinbar so ungünstige Situa- tion ist thatsächlich die denkbar günstigste. Tritt sie stets und überall fest und entschieden auf, nur auf ihre Wähler, auf di» Arbeiterklasse blickend, so wird sie sehr bald auch den jetzt ihr noch fernstehenden Massen als die einzige Vertreterin des Volkes erscheinen, und eine Menge von Personen und Stimmen wenden sich von den anderen Parteien ab und ihr zu. Ihre Stellung ist also in Wahrheit nie günstiger gewesen als gegenwärtig und es ist ihre Aufgabe, diese Gunst der Lage und der Umstände auf's beste auszunützen." Die Schraube ohne Ende. Nachdem in Deutschland zum April zwei neue Armeekorps gebildet worden sind, erfährt jetzt das„Echo de Paris", werde ein höherer Kriegsrath in» Anfang Juni die Verdoppelung des VI. Korps berathen, welche bereits im August d. I. durchgeführt werden solle. Zeugiiißzwangs- Drrfalirr». Der Redakteur des in Schweidnitz erscheinenden„Schlesischen Tageblatts", Szasranski, ist am Donnerstag nach vierzehntägiger Zwangshaft aus dem Gefängniß entlassen worden. Schweix. lieber den neuen deutsch-schweizerischen Niederlassungsvertrag, welcher in den nächsten Tagen unterzeichnet werden wird, theilt der Berner„Bund" Folgen- des mit: Art. I bleibt wörtlich fortbestehen. Derselbe lautet:„Die Deutschen sind in jedem Kantone der Eidgenossenschaft jiu Bezug auf Person und Eigenthum auf dem näinlichen Fuße und auf die nämliche Weise aufzunehmen und zu behandeln, wie es die Angehörigen der anderen Kantone sind oder noch wer- den sollten. Sie können insbesondere in der Schweiz ab- und iugehen und sich daselbst dauernd oder zeitweilig aufhalten, wenn sie den Gesetzen und Polizeiverordnungen nachleben. Jede Art von Gewerbe und Handel, welche den Angehörigen der verschiede- neu Kantone erlaubt ist, wird es auf gleiche Weise auch den Deutschen sein, und zwar ohne daß ihnen eine pekuniäre oder sonstige Mehrleistung auferlegt werden darf. Art. 2, dem Deutschland bekanntlich vorübergehend eine neue Deutung zu geben versuchte, hatte im alten Vertrag folgenden Eingang:„Um in der Schweiz Wohnsitz zu nehmen, oder sich dort niederzulassen, müssen die Deutschen»c." Jetzt heißt es unge- fähr: Um die Wohlthaten des Art. 1 anrufen zu können, müssen die Deutschen mit einem Jmmatrikulationsschein versehen sein, welcher von der deutschen Gesandtschaft in Bern auszustellen ist und die Staatsangehörigkeit und den guten Leumund des In- Habers zu bezeugen hat. Deutschland wünschte dieses System der Jmmatrikulationsscheine einzuführen und die Schweiz konnte nichts dagegen haben, weil es natürlich Deutschland zusteht, die Bedingungen festzustellen, unter welchen es sich für seine Angehörigen ein Recht zur Niederlassung in anderen Staaten sichern will. Zudem hatten wir das System der Jmmatriku- lationsscheine schon mit Frankreich vereinbart. Daß die Schweiz aber auch Deutsche wie andere Ausländer ohne Jmmatrikulations- scheine, überhaupt ohne Papiere, aufnehmen kann, ist ein Hoheits- recht, das sie mcht in Frage stellen läßt. Daher konnte dasselbe in einem internationalen Vertrage nicht besonders stipulirt wer- den. Daß es eine selbstverständliche Voraussetzung auch des neuen Vertrages mit Deutschland bildet, geht übrigens aus der Erklärung im Zusatzprotokoll hervor, nach welcher das Zusatzprotokoll von 1881 des alten Vertrages auch in Zukunft in Kraft bleiben wird. Dieses Protokoll enthält die Ausführung des Art. 7 des alten Vertrages betreffend die Wiederaufnahme ausgewiesener Individuen, auch derjenigen, welche keinerlei Schriften besitzen oder die Ratio- nalität verloren haben sollten. Artikel 8 wurde aus den» alten Vertrag herübergenommen und hat folgenden Wortlaut:„Die Schweizer werden in Deutschland unter der im Art. 2 des gegen- wärtigen Vertrages enthaltenen Voraussetzung die nämlichen Rechte und Bortheile genießen, wie sie Art. 1 des gegenwärtigen Vertrages den Deutschen in der Schweiz zusichert", Heimathschein und Leumundszeugniß, welche durch die kantonalen Regierungen zu legalisiren sind, vertreten die Stelle der Jmmatrikulationsscheine für die Schweizer. Die Abweichungen des neuen Vertragstextes von dem alten werden sich erst beurtheilen lassen, wenn man den vollständigen Wortlaut vor sich hat. Italie«. Ravenna, 27. Mm. Während der Nacht explodirte zu Massa Lombard» unter der Treppe des Sicherheitsbureaus e»n Gefäß mit Pulver. Das Gebäude wurde beschädigt.— In Bagnacavallo wollte ein gewisser Romeo Poggi auf der Straße eine Bombe explodireu lassen, wurde dabei aber an den Beinen tödtlich verwundet. Rom, 24. Mai. In der heutigen Kammersitzung kam die Interpellation Cavallotti und Jmbriani über die Ausweisung der fremden Journalisten zur Verhandlung. Cavallotti tadelt zuerst die systematische Verletzung des Jnterpellationsrechts und erzählt nachher eine Episode seiner Ausweisung im Jahre 1879 aus Trieft, wohin er sich begeben, um eine dramatische Arbeit in Szene zu setzen. Er erkennt seine Ausiveisung vom österreichischen Standpunkt aus als berechtigt wegen politischer Gründe an. Trotzdem wurde er so behandelt, daß er jetzt wirklich sagen müsse, daß die Art und Weise derBehandlung derjetztvonCrispi ausgewiesenenJournalisten Sie erhob sich tief verletzt und ging fort, ohne sich um- zuwenden. Sie begnügte sich zu sagen: — Daß ivill ich thun, mein Herr. Allgemeine Bestürzung. Alle waren verblüfft von der Heftigkett des Patrons. Er selbst war betroffen von dem, was er eben gesagt hatte. Der Satz war ihm nnwillt'ürlich entschlüpft, in dem Ausbruch eines lang»mterdrückten Zornes. Die Buudil's blickten stninln, mit hängenden Armen, der Mme. Bordelais nach, welche quer über die Straße ging. Es war ihnen, als würde sie ihr Glück mitnehmen. Als sie unter der hohen Thüre eintrat und sich in der Menge verlor, murmelte der Tuchhändler: — Wieder Eme, die sie uns entrissen haben! Dann ivandte er sich zu Deinsen, von der er wußte, daß sie wieder beim„Glück der Damen" engagirt sei und sagte: — Auch Dich haben Sie zurückgenommen. Geh' nur, ich bin Dir nicht gram darüber. Da sie das Geld haben, sind sie die Stärkeren. Eben hatte Denise, in der Hoffnung, daß Genevieve Colomban nicht gehört hatte, der Erstem» zugeflüstert: — Sei munter, er liebt Dich ja! Doch das Mädchen erwiderte leise im Tone tiefsten Schmerzes: — Warum lügst Du? Sieh: Er blickt ja fortivährend hinauf! Ich weiß, daß sie»»»»r ihn gestohlen haben,»vie sie uns Alles gestohlen haben. Und sie setzte sich neben ihre Mutter auf das Bä»»kchen am Kasseupult. Die Mutter hatte ohne Zweifel errathen, welchen Schlag ihr Kind empfangen, dem» sie schaute von ihr aus Coloinban und dann auf das„Glück der Damen" hinüber; in der That, sie stahlen ihnen Alles: dem Vater das Ver- »»»ögen, der Mutter ihr Kmd, der Tochter den Gatten, aus den sie zehn Jahre gewartet. Beim Anblick dieser zum Untergang verurtheilten Famlie war Denise von Mitleid ergriffen und sie hatte einen Augenblick das Gefühl, als würde sie Schliinmes begehen. (Fortsetzung folgt.) im Vergleiche fca-u beschämend für Italien fei. Die italienische Presse habe damals mie auch jetzt, was ihr zur hohen Ehre gereiche, hart und einstimmig die Ausweisung getadelt. Das Organ Crispi's hatte damals edle Worte der Entrüstung für die Maßregel!(Bewe- gung.) Jetzt werden Journalisten, welche, wie besonders Grun- wald, nur ausrichtiger Sympathie für Italien hatten und welche von allen Kollegen geliebt und hochgeschätzt waren, von dem- selben Crispi ausgewiesen. Grunwald telegraphirte zwar der „Frankfurter Zeitung" eine falsche Nachricht, aber sowohl die „Frankfurter Zeitung" als er selbst berichtigten dieselbe mit dem loyalsten und aufrichtigsten Bedauern, das seines Gleichen suche. Cavallotti verliest hierauf den Artikel der„Frankfurter Zeitung", womit die Ausweisung Grunwalds koinmentirt wird, und sagt, umsonst könne man in dem ge- nannten Blatte nach Ausdrücken suchen, die auch nur im Geringsten die Ausweisung rechtfertigen konnten. Redner bespricht dann die Fälle Paronelli und Cir- meni in dem bekannten Sinne und erklärt, daß er nicht glauben könne, weder daß Crispi durch die Ausweisungen den Kredit Italiens zu retten sich einbildete, noch daß er sich durch andere Gründe habe leiten lassen. Er betonte darauf den Wider- spruch zwischen den Erklärungen Bonghis im Preßverein und der Depesche Sonnemann's und schließt mit den Worten: Crispi be- kenne sein Unrecht, er bereue es und verspreche, es nicht wieder zu thun!(Heiterkeit und Beifall.) Jmbriani, der jetzt das Wort nimmt, tadelt scharf die polizeiliche und unwürdige Art, wie die Journalisten bei der Ausweisung behandelt wurden. Während die Regierung ehrliche Journalisten ausweise, weil sie ihre Fehler tadelten, belohne sie mit Orden, Auszeichnungen, ja anch mit Geld Jene, welche ihr Weihrauch streuen. Redner nennt hier den Namen eines bekannten Korrespondenten mehrerer offiziösen österreichischen und deutschen Zeckungen. Warum ist die Regierung so brutal verfahren gegen den Korrespondenten einer der wenigen Zeitungen, die den Much hatten, die Politik des„großen Kanzlers" zu tadeln, daher auch jene unseres kleinen Kanzlers?(Große Heiterkeit.) Als Jtaliner blutet mir das terz, daß Oesterreich edelmüthiger als Italien gewesen ist. rispi wiederholt in seiner Beantwortung der beiden Reden die bekannte Erklärung über das„europäische Komplott" zwecks An- schwärzimg des italienischen Kredits. Er nennt die ausgewiesenen Journalisten gemeine Verbrecher.(Lärm und Entrüstungsrufe der Journalistentribüne.) Er erklärt dann weiter, de Lannay habe vor Monaten die Aufmerksamkeit der Regierung auf die feindliche Haltung der„Frankfurter Zeitung" gelenkt. Eine Per- sönlichkeit in Frankfurt sprach darüber mit Herrn Sonnemann, welcher in dein Gespräch anerkannte, daß Grunwald den Kredit und die Politik Italiens öfters tadelte, und versprochen hätte, ihm Mäßigung anenipfehlen zu wollen. Frau Grunwald habe sich zur deutschen Botschaft begeben und die Antwort erhalten, welche sie verdiente! Crispi schließt mit der Erklärung, daß nach den Ausweisungen die italienische Rente von 93 auf 97 gesttegen sei. (Rufe: Oh! Oh!) Cavallotti antwortete, daß er gewissenhaft die Korrespondenzen Grunwald's gelesen habe, sie seien nicht gegen den Kredit Italiens gerichtet gewesen, sondern haben nur zeitweise Angriffe gegen die Polittk Crispi's enthalten. Er erklärt, keinen Tadelsantrag stellen zu wollen, weil dieses Votum durch die Wähler bald ertheilt werden würde. Nach einer Erklärung Bonghi's über den Zwischenfall im Preßverein, welcher durch die heutigen Erklärungen Crispi's über Sonnemann aufgeklärt sei, wurde die Diskussion geschlossen. Der allgemeine Eindruck geht dahin, daß der Angriff Cavallotti's logisch glänzend, die Ver- theidigung Crispi's schwach und konfus war und am Schlüsse sogar lächerlich wurde. Amerika. ~~" Dynamit- darüber: „Chicago, 24. Mai. Die Polizei entdeckte heute ein Attentat, durch welches beabsichtigt wurde, das Denkmal im Haymarket zu zerstören, welches zur Erinnerung an die während der anarchisti- schen Unruhen umgekommenen Polizisten und Bürger errichtet wurde. Glücklichern-eise war die Explosion nicht erfolgt, da der Regen die Zündschnur der mit 50 prozentigem Nitroglyzerin gefüllten Büchse verlöscht hatte."— Man wird dieser Nachricht mit berechtigtem Mißtrauen gegenüber treten, die Chikagoer Polizei hat zu derartigen Dynamiterichen vermuthlich die aller- nächsten Beziehungen. Afrika. Die Bewegung in der iHraberwelt in den französischen Kolonien Nordasrikas greift bis Senegal weiter um sich und trägt größten Theils einen sozialen und antisemitischen Charakter. Die ausgezogenen Bauern rächen sich meist an den Juden. Sansibar, 26. Mai. Der Reichskommissar Major Wiß- mann tritt seine Urlaubsreise nach Europa an. Die berüchtigte Chikagoer Polizei will ein Attentat entdeckt haben.„W.' T.-B." meldet Aus der Schule geschwatzt hat der Hamburger spondent". Man hat sich allseitig den Kopf zerbrochen, was die Ursache der polizeilichen Maßregeln gegen die streikende» Ewerführer in Hamburg fei. Jetzt kann man es, Bissen, W „Correspondent" schreibt nämlich:„Die Annahme, daß die poliZ«' liche Beschlagnahme der Kasse und die Verhaftung des Kaffack' ein Nachgeben der streikenden Ewerführer herbeiführen wer». hat sich nicht bestätigt. Die Streikenden zeigen noch immer keim Bereitwilligkeit, die Arbeit zu den Bedingungen der Baase med» aufzunehmen." Es ist anerkennenswerth, daß der„Eorresponoenr es so offen ausspricht, welchen Zweck die Polizei bei ihrem gehen im Auge hatte. Hübsch ist das Kompliment nicht, das der �Correspondent" der Polizei macht, aber es war gut gemein,. Wir haben schon angedeutet, daß in Hamburger Arbeiterkreije» die Meinung verbreitet sei, die Polizei habe sich in den DieB des Unternehmerthums gestellt; der„Correspondent' s# gerade heraus, daß die Verhaftung und Befchlagnahme geschehen ser, um die Streikenden zum Nachgeben zu zwingen. So iß» recht, immer offenes Visir! Altona. 27. Mai. Als„Ersatz" für die streikenden MaurK »st eine Anzahl italienischer Maurer(!) hier eingelroye». Die Bauplätze, auf denen dieselben beschäftigt sind, werden po«' zeilich überwacht. Ans Mai»? wird der„Köln. Ztg." telegraphirt, daß Zwisch-'' den Schuhfabriken und den Arbeiterausschüssen am Sonnabeiw eine Verständigung stattfand. Ein neuer Lohntarif wurde ven einbart, das Trucksystem und die Stellung von Kautionen faUe» «IM Tli* cmiphprniifnnf,,«» hpr Wrhpit fnlltp in allen Schu?' weg. Die Wiederausnahme der Arbeit"sollte in allen fabriken erfolgen. In Frankfurt a. M. beschloß, der„Frkf. eine Versammlung der Maurer Frankfurts und der yy an» Mittwoch, nicht eher wieder in die Agitation für Loy erhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit einzutreten, als bis größte Theil der Maurer der Organisation angehöre. Gras» 26. Mai. Die Maurer haben heute beschlossen, � Arbeit einzustellen. Die Arbeiter der Papierfabrik rn Gratw haben die Arbeit wieder aufgenommen. Theater. M i t t iv o ch, den 28. Mai. Gvrrnliuuv. Orpheus und Eurydike. Schauspieltzau». Das Sttftungssest Krrlinor Ttzrater. Der Kaufmann von Venedig. Deutsches Theater. Mein Leopold. Lefstng- Theater. Die Ehre. Friedrich-Mi lheluilkädt. Theater. Der arme Jonathan. Mallner-Theater. In falschem Ver- dacht. Hierauf: Unter vier Augen. Uiktoria-Theater. Stanley inAfrila. Ostend- Theater. Lohengrin. Restdens-Theater. Btarquise. KeUeallianre- Theater. Der Nau- tilus. Kroll'o Theater. Martha. Adolf Gruft- Theater. Der Gold- flichS. Kaufmann's Dariötö. Große Spe- zialitäten-Vorstellung. Englischer Garten Direktion: C. Address, Alexander- straße 27c, itöfnitiij) Wj Cölllmergkrtevs nnd Viihue. Täglich Auftreton erster Spezialitäten. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags SVa Uhr. Eiitree Wochentags und Sonntags SO, 50 u. 75 Pf., in» Vorverkauf SO it. 50 Pf. Der Garten ist an Vereine für Son»- merfestlichkeiten mit Spezialitäten-Vor- stellung zu vergeben. Address. Etablißemeilt Buggenhagen dm Moritzplatz. Täglich: Grosses Garten-Concert. Direktion A, Rödmanu. Dienstag und Freitag: Vaizer-AbenS. Wnfrao Wochentags 10 Fig., JCillll Cc gönn- und Festtags 25 Ffg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Nestaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ansschank von Patzenhoser Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Nenovirung geschlossen. 641 F. Müller. Varietö-Theater. (Hasenhaide) Herrmannstr. 18— Neue Strasse 18. In dem vollständig renovirten Garten: 275 Am 1., 2. u. 8, Dstugstfeiertag: Großes Koilzert, Theater, Cpezioljtiltell-Äorßelliliig imii BALL. Durchweg neues Programm. Anfang 4 Uhr. Entree 25 Pf. Kinder frei! Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. In Sm~ dieser Woche: 3. Reise durch die Schweis, das malerische Berner Oberland. 2. Wanderung durch die Pariser Melt- Auostelluirg. Eine Reise 20 Pf.. Kind nur 10 Pf Abonnement 1 M. Koh-Tabak Größte Auswahl, billigste Preise. 667 G. Elkhuysen, Münzstr. 10. KT aha Wnlt Bergschlossbrauerei, Hasenhaide. Keue Weit. Heute, Mittwoch: Erstes Kinderfest mit Gratisverloo snng. Nachm ab: Concert und Speciaütäten. Stangenliletteru. Mettrennen. Kinderspiele. Cirru» Iuugmann. SHST Puppentheater. SW Kinderfestsug.'WßB m mmmm 15 Pf. SJÄÄ-SS 10 Pf■ 655 Morgen, Donnerstag: Concert, Speciaütäten, Ball. 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Mit kollegialischem Gruß Carl Habantzi Kesselstraße Nr. 20 Deutscher Sehnender VerbaM� (Filiale Berlin). Am Donnerstag, den 29. Mai 1800, Abend» SVe Uhr. . Mitglieder- Versammlnua in Gratweil'» Kierhalle«, Kommandanten strafte 77—79. . Tagesordnung: 1. Statutenberathung. 2. Wahl eines Rendanten. 8. Entgegennay" von Beiträgen. 4. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Kollegen wünscht 663 Die LokalwernraltunB» � Grosse Versammlung des Vereins der Klempner Berlins und Unigeßt«» am Donnerstag, den 29. Mai d. Zs., Abends 8� Uhr, im Meddingparlt» MiiUerstrafte 178., Tagesordnung: 1. Vortrag. Referent wird in der Versammlung" kannt gemacht. 2. Diskussion. 3. Fragekasten. 4. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. 649 Oer Vorstand.__- des Mge General- Versammlung meinen Arbeiterinnen-Vereins sainultlilher zweige Berlins nnd Ulugegend am Donnerstag, den 29. Mai, Abends SVe Uhr. In Scheff»«' Salon, Inselstrasse No. 10. gl'eder erscheinen.[661] wegen ist' es nothwendig, daß alle Der Vorstand. Fachverein der Lederarbeiter. Mittwoch, den 28. Mai ds. Js., Abends 8V: Uhr, Oranienstr.«ßu Vereins- Versammlung. � Tagesordnung: 1.„Die Heilkräfte des Organismus". Referent v Sperling. 2. Vcrcinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes.— Die Kollcu werben ersucht, den Arbeitsnachweis bei Sperling, Luisen-Ufer 22(Ora> Platz) zu benutzen.(Stellungen angemeldet.) Sprechstunden Abends o. OVe Uhr, Sonntags Vormittags von 10— UVz Uhr. Mittwoch, den 16. Abends 9 Uhr, bei Renz, Naunynstraße: Oeffentliche Versanimlnng�der ve arbeiter. Reser. Herr Reichstagsabgeordneter C. Ullrich aus Offenbacy. 646 Oer Vorstand. General- Ver Sammlung d.Medizinal-Vereins d.Tabnl- arbeiter, deren Chesranen nnd Tabaknrbeiterinnen zu Berlin Sonnabend, den 31. Mai, Abends 9 Uhr, bei 91. Fritze, Elisabethstraße 30. Tagesordnung: Rechnungslegung. Besprechung über nothwendig erscheinende 9lenderui»gen des Statuts und Verschiedenes. 654 Der Vorstand. Louis Dechand. 2senstr. gut mbl. Vorderz. an 2 H. zu v. Miethe 20 M. Nostizstr. 27, v. 3 Tr. l. J Spiegel nuil �Polstemaaren-' eigener Gr. Lager, bill. Preise- Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Nebereinkunft. Schneider-. Bedarfsartikel empfiehlt billigst(!R»i gratis und franko) M Rud. Pieper ÄÄ Sonntags von 10 Uhr ab gefch'�,. Verantwortlicher Redakteur: Curt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von Mar Unding in Berlin SW„ Beuthstraße 2. «jiernt eine Seiloae« Bellte zum Berliner Bolksb Nr. 130. NorvsMomdenzen. §. Mai. Heute kommt die Nachricht von Chi- ine meisten in der alten Meistcrvrganisation befindlichen MWSG """rucken soll »« W, f!J!an schätzt die Zahl der bei der Kampagne zuerfi m Ve- WSSS.WSS« jyueuuiutu �ottcuuyiuiy vv|f*.vv4.;v, Ein-*' diesem Ziveck Koniitces geivähll ivurden. !i.??"bt-Vorbereiwngsaufgabe der organisirten Arbeiter ä?:«5 ss MB--......... V""""""- � dies., �"rden, wie dies bisher massenhaft geschehen. Jttan s,„,ache drüben in der Weise mitgewirkt weroen, oap Ager mo solche Agenten thätig sind, denselben ans die '»tbfn. on und darauf acht gegeben wird, wenn Transporte troii-nsr te stattfinden. Von solchen Transporten wäre an iich. if,"!u.te in den Hafenstädten Mittheilnng zu machen, tli�t°,.„ �srrts"ach hier' berichten und zugleich mit den Schiffs- Tas betreffenden Dampserlinien in Verbindung treten. Silber,,« 10m®llnd eingesetzte Untersuchungskomitce über Ein- !'"°>Nm- gelegcnheilen hat in der letzten Zeit einen Anlauf -: m, um seinen guten Willen zu zeigen, das Gesetz gegen von Arbeitern unter Kontrakt zur Ausführung zu K wurden in den letzten Tagen sämmtliche eingehen- li�.' �pfer streng inspizirt und eine Anzahl Eitiwanderer zu- «iis agilen, bezüglich deren man starken Verdacht hegte, daß sie ''tbotf,* angeworben sind. Einer von den„Padroni's" wurde fiiib Jj Es handelt sich meistens um Italiener. Bekanntlich aber auch besonders die Slaven, welche wegen ihrer Be- S Emsigkeit den Kohlenlords„ans Herz gewachsen" sind. letzten Jahren war es speziell Galizien, wo die te®® ihr Unwesen trieben(von denen vor einiger Zeit Zu schweren Strafen verurtheilt wurden, da sie die �unwissenden Leute sozusagen bis aufs Hemd ausgeplündert Jrl* ist zwar sehr fraglich, ob inan ernstlich dem Import euro- iSsR auf den Leib rücken will, oder ob das gegenwärtige SS.WlSwur«Sand in die Augen" ist. Wenn aber die orga- *t(i.«rbeitcr, speziell in den Hafenstädten, mit Energie hinter- rfo. ist immerhin trotz des event. schlechten Willens der lVv Ziel zu erreichen. Dazu gehört hier in New-Iork im mdie bin einer der letzten General-Versammlung p der sogenannten Arbeitcr-Partei wurde beschlösse», Htw�ieuts zur Erinnerungsfeier an den Ehicagoer ist � uicht in Gemeinschaft mit den Anarchisten zu treffen. »."zunehmen, daß auch im übrigen Lande so verfahren , Kiesehen davon, daß die Anarchisten diese Gelegenheit ur»hre Sonderzwecke benutzte», hat auch ihr Verhalten «..Nstnnden-Bewegung, die sie prinzipiell und im Allge- � Don SJänipften, zu dem Entschluß beigetragen. Man hätte &, int!®,"9 an nicht darauf einlassen sollen.— SStnho/f„Tageblatt" hat angeregt, die jetzt vorliegende ,,b>>al.ns�öu benutzen, um die Frage des grseffliche» K�'-Arbe.tstages in Fluß zu bringen. Ich habe. ,7' schon milgcthcilt, daß im Bundes- Repräseu- eine Bill vorliegt, welche bezweckt, das - achtstündiger Arbeitszeit für Negierungsarbeiter ? Ausführung zu bringen, indem die Kontraltoren Z ech,s..�mne von Regierungsarbelten sich verpflichten müssen, zu«, ßbige Arbeitszeit einzuhalten. Bisher ivar das Gesetz Äfflibrt»?. erspiel da(auch in den diversen Staaten,>vo es Wenn durch großartige Kundgebungen des arbei- Ikes, Manifestationen, Masscupetitionen:c. Repräsen- a und Senat veranlaßt werben, die betreffende Vorlage i'ie u>nu,-u machen(das Veto des Präsidenten wäre in diesem tymiZ.v"1"" Zu fürchten), so ,väre ein solches, ohne Rückhalt � Übung gelangendes Gesetz nicht nur von sehr großem K �onlseitsttttsstellung in Aom. > H-?,,,�ben>der, am selben Tage angekommen und auf i'K ßnf von seiner ersten Exkursion nach dem Zllbergo !%!- würde am Knie der Römischen„Unter den - der Via Nazionale vor einem hellerleuchteten Gc- tchoix durch seinen Stil als Muselttempel kenntlt), «efaßt haben. Ei.. Lärm, ein Zischen, e... Volkvorkan. Ntm. ju einem Streite, einer Revolte oder einem ähnlich WKW MW »SWWSWSK Mittwoch, den 38. Mai 1890. SH Jahrg. moralischen, sondern auch von direkt praktischem Werth. Denn es sind sehr bedeutende und vielseitige Arbeiten, welche der Bund auszuführen hat, und man kann sagen, daß so ziemlich die meisten Industriezweige daran partizipiren. Es wäre aber auf die Dauer nicht verträglich, daß ein Theil der Arbeiter eines Gewerkes acht Stunden arbeitet, während der andere ein, zwei oder mehr Stunden länger seine„Knochen zu Markte tragen" muß. Der Druck auf die Einzelstaaten, die Sache gesetz- (ich zu regeln, müßte schließlich ein unwiderstehlicher werden.— Ich schalte hier als rnteressanten Umstand ein, daß in Denver (Colorado),>vo die Arbeiter ebenfalls den I. Mai durch eine 5000 Köpfe starke Parade feierten, der achtstündige Arbeitstag allgemeine Regel ist. In der Legislatur des Staates New-Jork ist vom Reprä- sentantenhaus und Senat ein Gesetz angenommen worden, welches die Anstellung von weiblichen Fabrik-Jnspektoren verfügt. Da- gegen ist das bestehende Gesetz, welches für Regierungsarbeiter einen Minimallohn von zwei Dollars vorschreibt, beseitigt wor- den, und der Herr Gouverneur hat nicht lange gefackelt(obwohl er zuweilen sehr arbeit ersreundlich sein kann) seine Unterschrist zu geben. rollnles. Die pfingflfriertngr sind vorüber, und das Alltagsleben mit seinem Zuviel an Arbeit und Sorgen und Zuwenig an Ruhe und Genuß tritt wieder in seine Rechte. Man spricht zwar auch von einem dritten Pfingstfeiertage, aber der ist nur für die oberen Zehntausend da, welche sich ohnehin einen Feiertag schaffen können, so oft sie nur wollen. Für die anderen, für die unteren Millionen, sind nur zu oft auch der erste und zweite Feiertag nicht volle Ruhetage, iveil ihnen ihre Stellung und ihre Mittel nicht gestatten, sich auch nur auf so kurze Zeit ganz dem Genießen hinzugeben. Aber schön ist das. Pfingstfeft doch, und schön ist es doch, einmal dem dumpfigen Arbeitsraume zu entfliehen und mit „Muttern" und den Kindern in's Grüne zu gehen. Und um das zu thun, nimmt man auch gern die unzähligen kleinen Unbe- qucmlichkeiten mit in den Kauf, welche mit einem solchen Feier- tagsvcrgnllgeil nun einmal unzertrennlich verbunden sind. Wer sich keine Equipage und keine Kindermädchen halten kann, muß eben zusehen, wie er sich und die Seinigen durch die vielen Fähr- lichkciteu hindurchsteuert, welche des Ausflügers auf den Bahn- Höfen und in den überfüllten Eisenbahn- oder Pferdebahnwagen harren. Wenn in dem Gedränge dein» Einsteigen weiter nichts passirt, als daß die Stirn des kleinen Fritz mit irg»ud einer brennenden Zigarre in Berührung kommt, ivorüber dann Fritz- chen natürlich durch mehr oder niinder langwieriges Geschrei quittirt, so ist die Sache noch sehr gut abgelaufen. Das Aller- mindeste, was man dann beim Aussteigen zu erwarten hat, ist, daß ebendasselbe Fritzchen, der überhaupt in der Regel ein kleiner Tolpatsch ist, seinen neuen Strohhut vom Kopf verliert und den- selben, den Strohhut nämlich, erst zurückerhält, wenn er unter den Füßen anderer Ausflügler eine höchst beklagmswerthc Fagon angenommen hat. Sollte sich Fritzchen weiterhin nicht schon in der nächsten Viertelstunde vermöge einer geradezu raffinirten Ungeschicklichkeit, wie sie ein anderer Mensch selbst mit der größten Mühe nicht fertig bringen würde, ein Loch in die Hosen gerissen haben, so würde»na» das als eine ganz besonders gnädige Fügung des Geschicks zu betrachten haben. Natürlich schwören dann Vater und Mutter tausend beilige Eide, daß sie den Bengel nie mehr mitnehmen wollen, aber diese Eide sind doch nicht dazu be- stimmt, gehalten zu werden, denn beim nächsten Male ist das Geschehene zum größten Theil vergessen, und man bedenkt, daß Fritz, wenn er ohne Aussicht zu Hause bliebe, im günstigsten Falle die Wasserkarafse und die Lampe zertrümmern würde. Vorläufig tröstet man sich damit, daß.»an nicht mehr solcher unnützen Rangen hat, wie Fritz, und man weist mit Stolz auf die noch ein Jahr jüngere Martha hin, die ihr reingewaschenes Kleidchen noch immer mit dem größten Anstand trägt; überhaupt läßt sich ja mit kleinen Mädchen in der Regel viel besser auskommen, als mit Knaben. Freilich, zu sehr darf die Martha auch nicht gelobt.verde»; denn es wäre nicht das erste Mal, wenn Martha sich später beim Kaffeetrinken mit ihren. Bruder in ein Gefecht ein- ließe und dabei die Kaffeekanne umstieße, deren Inhalt dem eben noch gerühmten rcingewaschenen.Kleidchen, sowie der weißen Sonnlagsivesle des Vaters viel von ihrer früheren Schönheit rauben würde. Auch gehört es nicht in den Bereich der Unmöglichkeit, daß Martha zu ihrem Privatvergnügen, aber nicht zu den. ihrer Eltern, i» dem seichten Wasser am Rande des Teiches umher plätschert, was ebenfalls nicht zur Verschönerung ihrer Garderobe beiträgt, oder daß sie sich die gerade in Bewegung befindliche Rieseuschaukcl aus allzu großer Stühe betrachten will und dabei eine faustgroße Beule davon trägt. Auf etwa ein Dutzend ähn- lichcr Uurnlle muß man sich wohl gefaßt machen, wenn man mit der Familie eine» Ausflug unternimmt, und wem. man am Abend nach Hause zurückkehrt, denkt man wohl ziemlich niedrig von dem Werth« eines solchen Feiertags- Vergnügens. Am nächsten Mor- legen die nicht unbeträchtliche Summe von 10 Lire, gleich 8 Mark, und steigen die braunen Läufer der Marmortreppe hiilan. Wir gelangen in einen amphitheatralisch umrundeten Raum, der mit seinen vermnthlich dramatischen Köpfen an der Decke und dem aufsteigenden Plankeuboden sich bald als ein Theater erklärt, dessen Zuschauerraum auf die Bühne übergeleitet wurde. So ist es oben eben und bietet besseren Tanz- räum. Noch ist's leer von Erwarteten. Die theneren Ränge: 60, 30, 20 Lire sind nur wenig durch ein frischfrisirtes Menschenkind in ihrer feiernden Ruhe beeinträchtigt. Dafür ist's unten, im gemischten Raum, voller. Man besteht sich neugierig die vier, in absteigender Linie kostbaren Preisbanner. Das letzte aber hätte schon ganz gut an einem Stammtisch Platz als„Besetzt"-Fähnchen spielen können. Ans künstlichen Rosen leuchteten farbige Lampions. Bewegung. Da sind sie. Ziemlich mäßig in der That Blonde, zierliche frisch duftende Gefallsucht— das Meiste aus Wien! Darunter eine weiblich werthvollere Gestalt, die etwas Sittliches hatte und darum durch ihr Hiersein schmerzlich bewegte. Auch war sie züchtig gekleidet, bis an Hals und Knöchel reichte das vornehme einfache Gewand, nicht wie die andern gefiel sie sich in der bekannten geschmacklosen Ballnndität. Ihre Kavaliere, Komiteemitglieder, führten sie durch den improvisirten Saal zur Bühne und tanzten mit ihnen. Ein sehr zweifelhaftes Vergnügen für die armen Konkurrentinnen — und doch im Stande so strahlende Blicke hervorznlocken. gen aber ist die mürrische Stimmung schon wieder ver- flogen. Die Menschen sind ja so genügsam, und es ge- hört so sehr wenig dazu, sie zufrieden zu machen. Von der Erinnerung an solch' harmloses Vergnügen zehrt der Arbeiter noch die ganze Woche hindurch, wenn er in schwerer Arbeit wieder erwerben muß, was er zum bescheidenen Lebensunterhalt braucht. Aber dann am Sonntag will er aller- dings nicht in die Kirche gehen, um sich vom Herrn Pastor darüber belehren zu lassen, daß er im irdischen Leben immer nur entbehren soll und erst„im Jenseits" Anspruch auf das Genießen erheben darf. Die Herren, die in Equipagen fahren, sind freilich der Meinung, daß der Arbeiter schon unverantwortlich luxuriös lebt/ wenn er am Sonntag ins Grüne geht, und sprechen über die kolossal hohen Löhne, die sie zahlen müsse», damit der Arbeiter das Geld vergeuden kann. Nun, die Herreu brauchten nur einmal mit den Arbeitern zu tauschen; dann könnten sie ja sehen, wie luxuriös das Volk seine Vergnügungen einrichtet. Uebrr die Leistuirge» der preuszische» Stermvarteu schreibt der„Reichsanzeiger": Es ist im Allgemeinen eine sehr schwierige Sache, die Gesammtlcistung wissenschaftlicher Anstalten eines Landes mit derjenigen der entsprechenden Anstalten anderer Länder einigermaßen erschöpfend und zutreffend zu vergleichen. Auch hinsichtlich der Sternwarten würde eine solche Ver- gleichung den Fachmännern gewiß als eine recht peinliche Auf- gäbe erscheinen. Dagegen ist es ganz erklärlich, daß außerhalb des Kreises der Astronomen ein vergleichendes Urtheil über Stern- warten keineswegs als ein Wagniß, sondern als eine ziemlich ein- fache Sache erachtet wird. Die Einrichtungen von Sternwarten scheinen sich nämlich ge- rade für den Laien durch gewisse hervortretende Eindrücke sofort als höheren oder als geringeren Ranges zu kennzeichnen. Jnsbe- sondere ist man gewohnt, nicht blos die Leistungsfähigkeit, sondern auch schlechtweg die Leistungen einer Sternwarte nach den Dimen- sionen ihrer Feruröhre abzuschätzen. Außerdem sind es die bloßen Entdeckungen von vorher un- bekannten Himmelskörpern, welche vom größeren Publikum und auch bei vielen wahren Freunden der Astronomie noch immer als die entscheidenden Merkzeichen hervorragender und ruhmvoller Thätigkeit einer Sternwarte betrachtet werden. Nachdem man z. B. vor einiger Zeit vernommen hatte, daß in Nord-Amerika zwei bis dahin nicht bekannte Monde des Pla- neten Mars entdeckt worden seien, daß aber auf keiner der preußi- schen Sternwarten bis jetzt die Fernröhre stark genug gewesen seien, um diese Monde nach der Entdeckung auch nur wahrzu- nehmen, geschweige denn so lichtschwache Objekte unabhängig ent- decken zu können, da galt es sofort als ausgemacht, daß unsere Sternwarten überhaupt auf einer ganz untergeordneten Stufe ständen, und daß unsere astronomischen Leistungen mit denen der anderen Länder gar nicht zu vergleichen seien. Unsere Astronomen hätten diese Eindrücke längst mit Erfolg zum Ausgangspunkt weitgehender Anträge auf stärkere Geld- bewilliguuaen für ihre Sternwarten mache» können; denn es ist eine feststehende, an sich gar schone und erfreuliche Erscheinung, daß der Wetteifer der Völker auf den Glanz der astronomischen Leistungen ein ganz besonderes Gewicht legt. Auf unseren Sternwarten und in unserer Präzisionstechnik sah man aber jenes anscheinende Zurückbleiben hinter anderen Ländern mit ganz anderen Augen an. Man war sich zunächst bewußt, auf den meisten Gebieten tieferer astronomischer Forschung den anderen Ländern mindestens ebenbürtig dazustehen, und man war auch bei den Fachgenossen in jene.. Ländern der Anerkennung dieses Sachverhalts vollkommen sicher. Aber hinsichtlich der Steigerung der Leistungen der Fern- röhre war man luit weiterblickcndcn Untersuchungen beschäftigt, welche, von der Ctaatsregierung eifrigst unterstützt, schon für eine nahe Zukunft die Hoffnung zu eröffne., schienen, mit viel ge- ringeren Geldmitteln, als in anderen Ländern dafür verwendet wurden, die Leistungen der Fernröhre, gerade bei kleinen Dimen- sionen, pündestens eben so weit emporbringe., zu können, wie es anderwärts m.t Riefen-Fernröhren erreicht wurde. Diese tiefer angelegten Arbeiten haben jetzt einen gewisse» vorläufigen Abschluß gefunden. Sie haben allerdings zunächst einige Klärungen herbeigeführt, durch welche die Er- füllung mancher der gehegten Erwartungen zum Theil in abseh- barer, zum Theil in unbestimmter Weise hinausgeschoben wird, aber sie haben zugleich der gesammten feineren Glastechnik und der praktischen Optik in Deutschland festere Grundlage» und voll- kommenere Mittel errungen. Inzwischen aber ist es in der That, selbst mit kleineren In- strumenren und zwar durch kritische Verfeinerung der Forschungs.nittel und Methoden unserer Sternwarten, insbe- sondere der Potsdamer Warte, gelungen, sich in wichtigen Ge- bieten an die Spitze der Forschung zu stellen. Bei dem jetzt er- reichten hohen Stande unserer praktischen Optik kann aber und muß nunmehr auch daran gegangen werden, durch Herstellung einiger großartigeren Instrumente diesen unseren Erfolgen die weitesten Gebiete am Himmel zu eröffnen und uns dadurch die Weib, du bleibst ein Räthsel isWo kein Mann sich abgestoßen fühlt, pflückst Du Genüsse! Diese unverschämt überall nachdrängende, gaffende und kaum die paar Tanzschritte freigebende Menge scheint dir keinen Abscheu zu erwecken. Und dazu die elende Musik von der Galerie. Endlich— gegen zwei Uhr!— neue Bewegung. Es geht zur Prcisvertheilung, von der ungeduldigen Zuschauer- schaft schon lange in ziemlich unanständiger Weise gefordert. Versuche, durch Musik auf diesen Tumult der Erwartung günstig einzuwirken, wurden einfach überpfiffe... Aha, nun, Erster Preis— 2000 Lire... Gold— Wer?— nicht zur Auszahlung, weil keine der konkurrirenden Damen den An- sprüchen an eine harmonische Schönheit genügte. Den zweiten— Schmuck und Banner— eine Signora Therese— gcradeb rechter deutscher Name!— aus Wien, den dritten die Dame aus Turin, den vierten wiederum ein Fräulein aus Wien und den fünften eine nied- liche Brünette aus Pavia. Die erste Wienerin rief, als ihr Na.ne genannt ward, freudig erstaunt:.Ich?"— riesiges Gelächter und Nach- sprechen. Wenn eine der vier Damen den Schmuck aus der Hand des Komiteevorstandes entgegengenommen hatte, geleitete ihr Kavalier sie zurück und befestigte ihr Banner nebeu ihre». Sitze im ersten Range. Erst gegen halb Vier fiel das müde, gleichsam gähnende Gebäude innerlich ins Dunkel zurück, während außen schon der Morgen Anstalt machte, heraufzugrauen. Peter H i l b i g. i volle Gunst der Bedingungen des Wettkampfes mit anderen Ländern auch dauernder zu sichern. Man kann nach den oben ermähnten Vorgängen jeden- falls überzeugt sein, daß die hierzu erforderlichen größeren Aus- gaben jetzt vollkommen gerechtfertigt sein werden, wie es auch in jüngster Zeit im Abgeordnetenhause eingehend hervorgehoben woroen ist. Einr» Keitt'rtg juv DisUpliir im Koll-'kche» Milchgeschäfte liefert die„Allg. Fahr-Ztg." in Nachstehendem: Den Milchkutschern des„Bolle'schen Etablissements in der Straße Alt- Moabit ist bei Strafe verboten worden, ihre event. durchnäßte Kleidung in dem Kessclhause des Etablissements zu trocknen. Am Abend des 14. d. M., also am Vorabende des Himmelfahrts- tages, hatten 58 Milchkutscher trotz oben erwähnten Verbotes ihre „Milchdlousen" in dem Kesselhause zum Trocknen aufgehängt und M dann in ihre Wohnungen begeben. 91m anderen Morgen um 3 /a Uhr, als die Kutscher kamen und ihre getrocknete„Uniform" � O"..-*■ e«.. Zi.. f..■*/ I/ rss\ j-.< aus der„Trockenstube" holten, hatte Herr"Bolle jun. vordem Eingange zu derselben Posta gefaßt und notirte Jeden, der auf obige Weise gezwungen war, die„Trockenstube" zu betreten. Da Herrn Bolle jun. diese Arbeit vermuthlich zu anstrengend war, so ließ er sich durch einen seiner Herreu Obcraufseher ablösen. Nach beendeter Arbeit mußten sich sämmtliche dienstfreie Angestellte in der Kirche versammeln und als auch dieser Dienst absolvirt war, wurde den 53 Kutschern, welche das Kesselhaus zur„Trockenstube" degradirt hatten, mrtaetheilt, daß jeder von ihnen dadurch eine Strafe von 50 Pfg. verwirkt habe.— Es geht, fügt das Fachblatt hinzu, doch nichts über eine strenge Disziplin. Durch die Ueberbriichuug derjenigen Stralze» Der- iitto, üoer welche die Stadtbahn geleitet ist, ist sowohl' für das Fuhrwesen, wie für die Straßenpassanten ein Zustand geschaffen worden, welcher schon häufig zu Gefahren Anlaß gegeben hat und welcher, wenn nicht beseitigt, noch häufig solche hervorrtnen wird. Durch das plötzliche, auf dem Hochdamme dahersausende, den Straßenzug kreuzende Dampfroß werden die vor Fuhrwerke ge- spannte» Pferde oftmals derartig erschreckt, daß sie, sofern sie nicht direckt scheu werden, so doch plötzlich stutzen, nacy der Seite springen und so die hinter oder neven ihnen befindlichen Fuhr- werke, sowie die Insassen derselben und die Straßenpassanten, wenn nicht direkt schädigen, so doch in hohem Grade gechhrdeu. Tagtäglich kann man beobachten— und ist dies hauptsächlich in der so engen Friedrichslraße, der Lnisensiraße, der Karlstraße, der Neuen Promenade, der Köuigftraße, an der Stralauer- und Jannowitzbrücke der Fall—, wie Pferde durch die plößlich angesaust kommenden Stadtvahnzuge erschreckt werden, wie es aller Energie der Rosseleuker bedarf,>iin dieselben znjzügeln und am Durchgehen zu verhindern. Die„Allg. Fahr-Ztg." ist nun der Meinung, daß, wenn irgendivo im allgemeinen Verkehrsinteresse eine Nothwen- digkeit zur Anordnung von Schutzvorrichtungen vorliegt, dies hier, besonders an den hervorgehobenen Punkten um so mehr der Fall ist, als das Unglück, welches durch das Fehlen einer solchen Schutzvorrichtung schließlich hervorgerufen wird, ein unabsehbares werden kann und daß eine solche Schutzvorrichtung dadurch geschahen werden könnte, daß an den bezeichneten Stellen eine Blechwand zu beiden Seiten des Bahnkörpers aufgestellt wirb, wodurch die Stadtbahuzäge den Blicken der Pferde entzogen wer- den. Nur durch diese Einrichtung sei es möglich, einigermaßen die geschilderten Gefahren abzuwenden.— Ob durch das Ver- blenden der Stadlbahnüberbrückungen ein gemigender Schutz zu erreichen ist, durfte mindestens fraglich erscheinen, da durch das durch die Stadtvahnzuge verursachte Geräusch die Pferde doch auch erschreckt beziv. zum Scheuen gebracht werden. Der Crnietternngobau btv Rrichsdrumerri schreitet nach Abbruch des Hauses Alte Jakobstr. 110 aus dem Hinterland rüstig weiter. Das Baubüreau für den Erweiterungsbau ist in dem Hause Nr. III genannter Straße installirl worden. Nun- mehr fällt das große Gebäude Ecke Orauien- und Alte Jakob- straße, welches in letzterer Straße mit Nr. 116 figurirt. Am 81. Mai Vormittags 10 Uhr ist Termin zur öffentlichen Ver- fteigerung deffclben auf Abbruch angesetzt und die Niederlegungs- arbeiten haben nach Zuschlag ungesäumt zu beginnen. Die An- ficht von dem an dieser Ecke erstehenden Theile des Eriveilerungs- baues zeigt denselben Stil in der Fa�aoe, den das Reichs- druckereigeväude Oranieusiraße 90—91 hat; ein den First be- deutend überragenocr runder Thurm, in welchen einer der Haupt- eingänge gelegt ist, wird die Ecke der Orauien- und Jakovfiraße bilden. In diesem Eckban sollen auch die jetzt aus dem Gruud- stück Alte Jakodsiraße 113 untergebrachten Reichspost- und Telegraphen- oezw. Telcphon-Aemter ihr neues Unterkommen finden. Sobald dies geschehen ist, fallen dann die Häuser Alte Jakobstrape 112— Studtiseye Bliudeuschule, von der man sagt, daß sie nach Nr. 127 der nämlichen Straße kommt— 113 (Reichsposlanstalten) und 114. Letztgenanntes Grundstück ist noch dewohnt und seinen Miethern kontraktlich noch ein Jahr Frist gegeben. Der Erweiterungsbau ivird gleich dem Stammbau eine architektonische Sehenswürbigkeit Berlins bilden. Uiiederum wurden zwei hqpathrkaris'ch stark be- lastete Grundstücke unter den Hammer gebracht, bei denen gröpere Hypothelen- Ausfälle zu verzeichnen und. Es sind das: das Hochstetter'sche Doppelgrnnostück Neue Noßstraße 19 und 20 und das Müller'sche Grundstück Alexanderstrake 23. Das erstere war hypothekarisch mit zirka 490 830 Mark belastet, und druck. le in der öffentlichen Versteigerung 429 050 Mark, mithin fielen zirka L12s0 Mark aus» Das Müller'sche Grundstück war mit 040 316 Mark hypothekarisch beschwert und ergab einen Kaufpreis von 425 6o0 Mark, Ausfall demnach rund 119 600 Mark. Bedauerlich ist nun, daß in der Regel die Baulieseranten und die Baugewerk-- meifter es sind, die bei dem Häuserkrach„hochstiege..". Die Festtage sind vo'enber. So ofpziös sich auch der! „dritte" Feierrag giebt, ossiziell können wir ihn nicht anerkennen. Uno so bleivt es dabei, die Festtage find vorüber und sie werden diesmal in gutem Andenken bleiben. Zwar nur der crp.e Tag war ein echter, herrlicher Somiueriag, nicht zu heiß, bei kleiuer Luftveweguug, wie geschahen, sich draußen in Wald und Flur an frischer Lust satt zu trinken— abgesehen von den anderen guten Dingen, an denen man sich aueg gern salt trinkt— und der zweite Feiertag verrieth etwas von Vetternschast mit den drei gestrengen Herren, wenigstens in den Morgen- und Abend- stunden, aber nu Ganzen verlies das Fest vortrefflich. Vielleicht hat das gute Wetter auch günstig gewirkt aus die Stimmung der unbeschreiblich großen Menschemnaffen, die von Sonntag in aller Frühe bis am Montag in spätester Stunde uulerwegs waren. Es hört jede Berechnung über diese Massen aus, es giebt nur Anhaltspunkte für sie. Aus dem Zoologischen Garten ersayren wir, daß einschließlich der Avonneulen an den beiden Tage» zusammen 100 000 Personen die Thore passirten, der Ausstellungspark war von etwa 25 000 Personen besucht, im Belle-Alliance-Theater- Garten fanden Morgens 6 Uhr die Thearer-VorsteUungen schon vor vollbesetztein Hause statt. Aber erfreulicher als die Meldung, die von Seiten der Interessenten von allen Seiten in dem Worte: „Zufrieden!" gipjelt, ist der Umstand, daß, soweit die Nachrichten bisher vorliege», in Berlin kein ernstlicher Unfall zu beklage» ist. Sticht immer find die Pfiugsuage mit ihren über die höchsten An- strengungen hinaus gesteigerten Ansorderungen an den Eisen oahn- Verkehr so gnädig an uns vorübergegangen wie diesmal; nicht immer haben Leideuschast und Verbrechen so wenig von sich reden gemacht. Guter Wille war überall vorherrschend, sich«n die kleinen MißHelligkeiten zu fügen, die eben bei einer solchen An- spannung alier Kräfte unentbehrlich sind. Allerdings, es erforderte häufig Geduld, sich darin zu finden, daß die Verkehrsmittel sich so wenig genügend erwiesen. Um so größer ist die Befriedigung. daß ivenigstens nirgends ein Unheil geschehen ist. Ei» Hclbstmoi-dveist'uch anf dem Master wird uns vom ersten Pstngstseiertage von der Oberspree gemeldet. Mehrere junge Leute, Angestellte einer Eisengießerei, �hatten mit ihren Frauen und Bräuten am genannten Tage eine Dampferpartle nach Treptow gemacht und mietheten dort am Nachmittage zwei Boote, um nach Sadowa zu fahren. Plötzlich, zwischen Treptow und Tabbert's Waldschlößchen, sprang ein junges, etwa 20jähriges Mädchen mit dem lauten Rufe„Lebe wohl, Max" aus einem der Kähne heraus und im nächsten Augenblick war auch schon die Lebensmüde in den Wellen der Spree versunken. Das Boot, von welchem aus die Selbstmörderin in das Wasser gesprungen, war dadurch so ins Schwanken gerathen, daß es der gewaltigsten Anstrengungen seitens der anderen Insassen be- durfte, um dasselbe vor dem Kentern zu schützen, von allen Seiten aber nahten Boote zur Rettung der Untergesunkenen, welche mehrere Male zur Wasseroberfläche wieder auftauchte und schließlich von den Mannschaften eines Segelbootes gerettet wurde. Die bereits Bewußtlose wurde nach längerem Bemühen erst ins Leben zurück- gerufen und dann mittelst Droschke nach der in der Landsberger- straße belegenen elterlichen Wohnung geschafft. Das junge Mäd- che», Rosa M., welches die Braut eines Monteurs ist, glaubte auf dem Psingstausfluge Grund zur Eifersucht gehabt zu haben; es war während der Kahnfahrt zu Streitigkeiten zwischen den Ver- lobten dieserhalb gekommen und das Ende des Zankes war ge- wesen, daß die exaltirte junge Dame ins Wasser sprang, dessen kalte Fluthen die Leidenschaft der Eifersüchtigen erst etwas abge- kühlt haben dürften. Ein»cht trauriges Dfingstfest haben die in der Keibel- straße 41 wohnenden Hausdiener Eichelbaum'schen Eheleute durch- zumachen gehabt.— Dieselben hatten am I. Feiertage ihren 9 jährigen Sohn Carl in Begleitung seiner 5jährigen Schwester mit einem Austrage nach der Chausseestraße geschickt und die Kinder passirten auf dem Rückwege die Linienstraße, als plötzlich das kleine Mädchen dem Bruder fortlief und dabei in eine Seiten- straße einbog.— Im Eiser, die Schwester wieder habhast zu iverden, rannte der Knabe in die Seitenstraße einbiegend mit solcher Gewalt gegen ein entweder mit vorstehender Verzierung versehenes oder an der Wand gelockertes Firmenschild an, daß ihm eine Kante desselben tief in das rechte Auge hineindrang, Pupille und Linse durchschneidend. Außerdem siel daS bedauerns- werthe Kind rücklings auf das Straßeupflaster, wodurch es an- scheinend eine Gehirnerschütterung erlitten.— Der Knabe wurde sofort nach der köuigl. Klinik geschafft, doch dürste nach Ausspruch der Aerzte die Sehkraft des Auges nicht erhalten iverden können. — Der Knabe weiß nicht anzugeben, wo ihm der Unfall passirt ist. Kri der Rettniig ertvunke». Den folgenden tragischen Vorfall meldet der Polizeibericht: In der Nacht zum 24. d. M. sprang ein Mann in der Trunkenheit nahe der Kottbuserbrücke in den Landwehrkanal. Um ihn zu retten, sprang der Briefträger Benick ihm nach und erkrank, während ersterer durch einen Wächter gerettet wurde.— Wir erfahren über den traurigen BormU noch folgende Einzelheiten: Laute Hilierufe ertönten in der zwölften Nachtstunde am Landivehrkanal in der Nähe der Kottbuserbrücke, die jedoch un- gehört verklangen, weil um diese Zeit sich in der fast unbebauten Gegenv keine Passanten befanden. Stur der in der Grimmstraße ivohnende Briefträger Benick, welcher vom Dienst kommend, sich nach feiner Behausung begeben wollte und gerade die Kottbuser Brücke passirre, vernahm die immer schwächer iveroenden Hilferufe, und da er in einiger Entfernung einen Menschen mit den Wellen rin- gen sah, so sprang der oraveMaun schnell entschlossen in das Wasser hinein. Es gelang ihm auch, den bereits Ermatteten und mit oem Tode des Ertrinkens Kämpfenden zu erreichen und, den- elven mit einem Arm umklammernd, nach dem Ufer znzu- chwimmen. Während dieser Zeit hatte auch der in der Nähe patrouillirende Sa,uYmann A., welcher ebenfalls die Hilferufe vernommen, den Rettungskahn losgemacht und ruderte nun aus Leiveskräfteu der Unglücksstelle zu. Nur noch einige Schritte war das Boot von dem Schwimmer entfernt, als plötzlich Benick laut- los veriank, während A. den eben wieoer austauchenden Körper eines ManneS erfaßte und diesen ins Boot zog. Es war dies, wie sich später heraussteute, ein obdachloser Arbeiter, der be- tranken gewesen und in diesem Zustand am Stancil hintaumelnd seinen Hut verloren hatte, welcher in's Wasser fiel. Um dieses Kleidungsstück zu retten, war der Betrunkene in's Wasser ge- prunge», vermochte jedoch nicht mehr herauszukommen und ver- anlaßle so durch seine Hilferufe den Tod des opsermuthige» Benick. Als eine halbe Stunde später der Körper degelben ge- sum en wuroe, blieben Wiederbelebungsversuche erfolglos. B., der 40 Jahre alt war, und Frau sowie einen dreizehnpchrigen Sohn hinterlaßt, würbe nach dem Leichenschauhause geschafft. Erosie Anfrrgung und Kchrecken verursachte während des Frühkonzerls in dem in der Landsberger Allee belegenen Gartenlokal von Patzenhofer am 2. Feiertage ein entsetzlicher Unglücksfall, wobei eine Frau, in hellen Flammen stehend, in die Gefahr des Berorennens gerieth. In der neunten Morgeilstunde befand sich daselbst an einem Tische, mit mehreren unbekannten Herren sitzend, das in der Weinsirape 17 u. 18 wohnende Bauklempner B.'sche Ehepaar, um dem Konzert beizuwohnen. Herr und Frau B. lauschten eifrig den Klängen der Musik und gewahrten daher nicht, daß einer ihrer Tiscynachbaren, sich eine Zigarre anzündend, das noch brennende Streichhölzchen fortwars, welches aus das Kleid der jungen 24jährigen Frau B. stet und den leichten Stoff sofort in Flammen setzte. Im nächsten Augenblick stand auch schon die ganze Kleidung der BedauernSwmyen in Flammen, und während einTheil der umfitzenden Gaste ftueylete, begannen mehrere Herren und der Gatte der Brennenden Hilse zu leisten und die Flammen abzulöschen. Frau B. hat zwar nur geringe Brandwunden am Körper davongerragen, doch verfiel sie infolge des gehabten Schreckens in heftige Krämpfe, die Stunden hindurch anhielten; Herr B. hat a-er bei seinen Löschversuchen an beiden Händen derartige Brandwunden erlitten, daß er sich sofort nach der nächsten Sanitälswache begeben umßle, um Hilfe sür sich zu er- langen. Dcim Kchankrl- Dergnugen verunglückte am zweiten Psingpseiertag Uibends gegen 9 Uhr im Etablissement Brauerei Feldschlößchen, Müllerfirape 142, ein 13jahriges Mädchen. Das- selbe ivar aus Fürstenwaloe besuchsweise zu seinen hiesigen Ver- wandten gekommen und hatte in Begleitung der Letzteren die Theatervorsiellung im Garten des bezeichuciea Brauerei-Etabliffe- ments beigewohnt. Wahrend einer Pause ging das Mädchen zu den im Hintere» Thcil des Gartens befindlichen Schaukelgerüsten, von deren Ge>ährlichleit es leine Kennlnip hatte. So nur konnte es sich ereignen, baß das Mädchen einer im Schwünge befind- lichen Boot-Schaukel sich unversehens und plötzlich näherte, ehe Jemand zu warnen vermochte. Die schwingende Schaukel traf das Mädchen an die linke Stirn, mit solcher Wucht, daß die Ge- trosfene sofort besinnungslos zur Erde stürzte. Unter den nach tausenden zählenden Besuchern des genannten Etabliffe- blisiements verbreitete sich alsbald die Schreckenskunde, daß das Mädchen von der Schaukel erschlagen sei. Glücklicher Weise entbehrte diese Trauerbotschaft, die lediglich der Transport des schwer verletzten Mädchens inmitten der Znschauer- reihen hervorgerufen halte, der Wahrheit. Der im Hause Müller- straße 144 wohnhaste Heilgehilfe Herr Geppert, welchem die Ver- tvuudete in allerdings bebeuklichein Zustande zugeführt wurde, stellte eine erhebliche Verletzung des linken Schläfenbeins fest und veranlaßtc nach Anlegung cmes Nothoerbandes die Uebersührung der Verwundeten in die B iusung der Verwandten, Onkel und Tante des Mädchens waren ihtießlich gezwungen, da kein Fuhr- werk auszutreiben war, die zum Gehen unfähige Nichte bis zu der im Wedding belegenen Behausung zu tragen. Infolge eines Znfammrnstosies zweier Koste trug sich am ersten Feiertage auf der Dahme ein Ünfall zu. Ein Herr G. aus Berlin hatte sich nur seiner Braut in einem Micthsboot auf den Weg nach Schmöckivitz begeben. Nahe bei diesem Ort karam- bolirte G. mit einem größeren Boot derartig, daß das seinige kenterte und G. faimnt seiner Braut in's Wasser stürzte. G. ver- mochte nur mit Mühe seine sofort untergesunkene Braut zu retten, wobei die Insassen anderer Böte ihn thatkräftigst unterstützten. Die junge Dame war jedoch völlig bewußtlos, als man sie auf's Trockne schaffte, und nur unter Assistenz eines Zufällig�� den Arztes gelang es, dieselbe wieder in's Leben zur � rv----- 1*9 fffifl Ei» NngliickvfaU ereignete sich am ersten Fcterw l's- ..... der Stadtbahn-Station„Thiergarten". Ein hiesiger � befand sich mit seinem zehnjährigen kleinen Sohne in emev o. moMonv QrtrtTr\mfrfitm(Sft.vipn fi'tfivfp m.w welcher nach dem Zoologischen Garten führte.<>....._ Station verließ ein Paffagier das Konpee, in welchem lAff und Sohn befanden, und schlug die Thüre mit solcher HW, hinter sich zu, daß dem Kinde, welches die linke Hano« �'lU� 6U, VU|Ö veiil JUUUC, JUCVUjC» V4C.»WI—-y.. Thüröffnung gelegt hatte, mehrere Finger Zerquetscht wurden. Derfistwundrn ist seit dem 23. d. M. der 20 oa|te j "r* �---- rjf.—...----„rm dem Kanzlist Friedrich Adler, welcher an diesem Tage von dem»»»" vorsteher eines Rechtsamvaltes 3700 Mark mit dem Auftrage 5 hielt, dafür auf dem Hanptsteueramte einen Kaufstempel m, Wien. Adler hat das Geld nicht abgeliefert, und man uiiisomehr an. daß er dasselbe unterschlagen hat, als er frühe- reits wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung besttaft den ist. Do»«ittm Dampfer«berfahr-n wurde voraestetn mittag auf der Oberspree in der Nähe der Schilligsbrucke Boot, welches im Fahrwasser des Dampfers lag und trotz Signale sowohl vor einem stromauf- wie vor einem stroiaa»® fahrenden Dampfer nicht auswich. Die Insassen, zwei 9' � I vtevv»» V»| V V»V*,« r—. W|,,,-, wurden von dem überfahrenden Dampfer gerettet und in abgesetzt.. ßi Eine hiesige Einwohnerin ist, wie der Magistrat' meindeblatt bekannt giebt, wegen Betruges mit einer Asoai, fänguiß bestraft worden, tu eil sie von einer Ortskrankenkaffe... Zeil Krankengeld abgehoben hat, obwohl sie mährend dlests v... ranms fast andauernd in ihrem bisherigen Arbeitsvery I thätig gewesen ist.„. J» unserer letzten Dummer fand sich folgende „ ,,3» Friedrichshagen stehen den Arbeitern alle Lokale mit ganz wenigen Ausnahmen zur Bert o j, und ersuchen wir unsere Berliner Parteigenossen, i bisher auch weiter unterstützen zu wollen. Mit gfli iuuuui}|imi juiu livuf tu ociumi'uug � r inhaber: F. Lerche, W. Lerche, W. Tabbert, Die Restaurateure: W. Hohmann, F. Schulze, Halle, W. Fritze, Ralow, Kalesky, Röstel, Wwe.- Achtungsvoll die Lokalkommission, im Auftrag®atl wald."... Es muß leider heißen, daß die hier aufgeführten Wir»? «itf H wild längl ein! Die «ben niß( Bure fort, fiesar sein Wim heute legiri Hafen etncii Hlerc lanin katio: frühe welch «etho der Lokalkommisfion nicht in Verbindung getreten sind.. ff'l Dolizei-Kericht. Am 24. d. M. Vormittags wur��M Leiche eines neugeborenen Kindes im Landwehrkanal c garten-Ufer angeschwemmt und nach dem Schauhause — Mittags wurden die Arbeiter Fiebig, Schwarz und Ao| welche vor dem Hause Jerusalemerstr. 50—51 mit der ckttp � eines schadhaft gewordenen Gasrohrs beschäftigt waren, plötzlich ausströmendes Leuchtgas betäubt in der Grube" sunden. Nachdem dieselben in einen nahen Hausflur worden waren, erholten sich alsbald nach Anwendung Mittel die Arbeiter Fiebig und Schwarz, so daß fie wieder fortsetzen konnten, währenv Rosenow bewußtlos b» m nach der Charitee gebracht werben mußte.— Nachmittag- «Sm«vi f ni na«* 5Ttl rtfirtitrrrt tri 0eD! ein Mann in seiner Wohnung in straße erhängt vorgefunden.— Am 25. dieses. wurde_ in den Parkanlagen der Elisadethkirast� Leiche eines nengeboreuen Kindes vorgefunden.— Nach]1'..ff wurde an der Torfbrücke die ans dem Spandauer Schiff' � Kanal angeschwemmte Leiche eine- etwa 10 Monate alten in eine Matte gewickelt und mit einer langen Schnur om � welche anscheinend um einen Stein geschlungen gewesen wad� gefunden. JSic bereits in Verwesung übergegangene Leiche.(p nach, dem Schauhause gebracht.-«m 25. d. M�Morg-�� den die Tischler Wogeradt'schen Eheleute, welche früh 5 Wohnung, Avalberhiraße Nr. 4, verlassen und ihre beiden Kinoer in derselben allem zurückgelassen hatten, bei chrc«# kehr um 71/2 Uhr ihre 7 Monate alte Tochter mit dein in den Betten liegend, erstickt vor.— Am 26. d. M. sprang gegenüber dem Jnvalidenhause ein un'" etwa fünfzig Jahre alter Mann in den S Schifffahrts- Kanal und ertrank.— Als Na� �ff der Schiffsgehilfe Kupsch sieben Personen dazu nicht'geeigneten Boote'am Görlitzer User über d'lLf#1> -. c#_ 3 rv.-------—-*■ S«tt I ül « r- Ulli Viiy II 4-�| W mow— a, ,«nir, wehrkanal fahren wollte, sank das Fahrzeug mit den L"'x! unter. Sämmtliche Personen wurden jedoch, anscheinen11 Schaden genommen zu haben, wiever aus dem Wasser 8% — Abends brachte der Maurer Weber in seiner Wohnung f- V wehrstraße Nr. 31 dem Arbeiter Penner, welcher gewaltsam f$ yiinfmuna oebrunaen war und ibn minbandelte. m der No�- v ii 1 14� i/t m ttiy, w« p v-> i• i w v»«« w—-- nach dem Krankenhause Am Friedrichshain gebracht werben — Am 26. b. M. Vormittags fand auf dem Grundstück x? straße Nr. 47 ein anscheinend vorsätzlich angelegter Bran � Dachstuhls des linken Seitenflügels statt. Außervem fanv� 24., 25. und 26. ds. Nils, an sechs verschiedenen Stellen% Brände statt. 4 Gevichks�eikttng» Die„Gberamtmann" Käufer, welche vor einigek � von der zweiten Strafkammer des Landgerichts I wegen I ff Kuppelei zu einem Jahre drei Monaten Zuchthaus ver� ivuroe, ist am Freitag vor Pfingsten nach der Strasan Luckou transportirt worden... ,„#1 Eine an Todtkchlag grenzende schwere Korpr !rtzn»g unterlag gestern der Prüfung der II. Sttaltanm Landgerichts I. Der in einem Seitenflügel des$auf giti«1', Königfirnße 25 wohnhafte Schutzmann Welschereck hatte am des 23. März den Besuch mehrerer Verwandten. Als schasl gegen lOffa Uhr ausbrach, wurde der unter wohnende Tischler Georg D i t t m a i e r dadurch in f""EW gestört und gab seiner Unzufriedenheit darüber durch-ff' ,I» Klopfen gegen die Decke A soruck. Man antwortete durw stampfen mit den Füßen. Beim Fortgange hatte der Bei„ff, der Thür Dittmaiers vorüberzugehen. Hier stand der Letzte � überberhäuste die Personen mit Schunpfworlen. Halter Wetschereck, der voran ging, ließ sich mit(flli'j in ein Wortgefecht ein und will zuerst von yi thätlich angegriffen worden sein. Er wehrte � taumelte aber gleich darauf blutüberströmt zurück._* gdi'f" hatte ihm mit voller Wucht mittelst eines Hammers einen f CTs#\*« fl) n Ii /% 4-«-»t ,8! gegen den Kopf versetzt. Der Verwundete hat in Lcbem geschwebt, durch den Schlag war ihm die Schädelve yvjvi�iwv»� V vvtz W«»-wv«;%v»y• vv* w••• v»v'"y"' 1� W| trümmert worden. Dittmaier wurde gestern aus der »«.v»»»»»»»».«,»,« V V/ W V»ll»w»*VII»M»VVich!gewerbl»chen Arbeiter De«tj.ti�ß Kollegen! Bon mehreren Orten wird unS mitgctheu-- Zeit bis zum Stattsinden des Kongresses so knapp be» Man Zahl thut wäre nur i Man liefe; Aser äuge 1850 bei t mens 12 w 'Zahl Und 6 Si' lagi Ann die Wet dein Lok, mit Sch der Hern Verl wie zuri run Unt Zw best in wo diel 100: noc zu i die übe ß! fg Mi de, we fta: Hai wn l'i UN Hie S I £ �enso müssen diejenigen Kollegen, welche nis bis dahin den Unterzeichneten davc SwÜ~ 5 Gaben. Die Wahl der Delegirten muß in öffentlichen B»?» � ngen erfolgen und haben die Gewählten sich vom reau der Versammlung ein Mandat ausfertigen zu lassen. kor» gedruckten Mandats-Formulare werden den Orten so- Gffandt dieselben den Delegirten angemeldet haben, zu- „„r®�W)ei[en wollen wir noch, daß etiva 20 Orte ihre Theil- k J;. Zugesichert und ca. 10 Orte Meldung gemacht haben, so sein wird a,wc�men �ßt, daß der Kongreß ziemlich gut besucht n,'t hoffen, mit Vorstehendem den laut gewordenen 'Ichen entsprechend gehandelt zu haben, zeichnen mit kollegialischem Gruße! I. A. A u g. L o h r b e r g, Hannover, Klostergang 4. 26. Mai. Der Kongreß der Metallarbeiter trat I-.,., �'ttag zusammen. Vertreten sind 88 Orte durch 146 De- Wm. m Vorsitzende wurden Segitz-Fürth, Deisinger-Ludwigs- Kan»?anzcr-Hamburg gewählt. Zlls ersten Punkt bestimmt der pjj" M= Bericht der Vertrauensmänner. Hierzu reserirten nach- n- Fürth, Junge- Hamburg, Metzger- Hamburg, a�'oarz-Lubeck als Vertrauensmänner. Morgen Debatte hierüber. vertagt sich der Metallarbeiter-Kongreß, um den Zu- «mentritt der verschiedenen Branchen-Kongresse zu ermöglichen. Die Entwicklung in der Industrie. In der Fabri a len von Stiefeln und Schuhen wird die Arbeit, zu welcher Ger 500 Arbeiter erforderlich waren, jetzt von 100 gethan. Bei der Anfertigung von Brotkisten wird die Arbeit, zu sicher früher 13 Arbeiter erforderlich waren, jetzt von 3 gtthan. Bei dem Zuschneiden von Kleidern und Tuchinützen thut ein ann die Arbeit, für welche früher 3 nöthig waren. In der Lederfabrikation ist durch die neueren Methoden die Zahl der Arbeiter um 5—50 pCt. reduzirt worden. Eine Maschine zum Messen und Bürsten von Teppichen M jetzt mit einem Manne die Arbeit, zu welcher 15 nöthig waren. Zur Herstellung von Mehl sind durch moderne Verbesserungen ww ein Viertel so viel Leute nöthig wie früher. Bei der Anfertigung von blechernen Kannen können jetzt ein Man» und ein Knabe so viel thun, als früher 10. Durch die jetzt bei dem Kohlengruben-Betriebe angewendeten Maschinen können 160 Bergleute in einem Monat so viel Kohlen wfern, als ftüher 500. Die Pferdekräfte durch Danipf, welche im Jahre 1888 auf Eisenbahnen, Dampfschiffen und in Fabriken und in Bergwerken angewendet wurden, waren 12 100 000 gegen 1 610 000 im Jahre 1850. Bei der Fabrikation von Backsteinen wird durch die ver- Offerten Methoden ein Zehntel der früheren Arbeit erspart, und bei der Fabrikation von feuerfesten Backsteinen ist jetzt 40 pCt. Menschliche Arbeitskraft weniger nöthig, als früher. Bei dem Herrichten von Faßdauben machen jetzt 12 Arbeiter 12000 Stück in derselben Zeit fertig, in welcher früher dieselbe Zahl von Arbeitern nur 1500 Stück fertig brachten. Im Befestigen von Schuhabsätzen machen jetzt ein Arbeiter Jwd ein Knabe mittelst Maschinen 300 Paar täglich, wozu früher Arbeiter nöthig waren. Bei der Kutschenfabrikation brauchte früher ein Mann 35 �age, um eine Kutsche fertig zu bringen, jetzt thut es einer durch Anwendung von Maschinen in 12 Tagen. In den Baumwoll-Spinnereien der Vereinigten Staaten ist "ja Zahl der Arbeiter um die Hälfte verringert worden. Ein ~�bcr besorgt jetzt 2 bis 6 Webstühle, während früher für jeden Webstuhl ein Mann nöthig war. NerfimunUmgen. de», D.�.M'taUscklei/er Kerlin» hielten am 20. d. M. unter Enkn?«' � ar Kollegen Peto, Nieinetscheck und Schwarz im Mit f fanOrstW, Sebastianstraße, eine öffentliche Versammlung ü l. Tagesordnung ab: 1. Vortrag von Herrn W. der a.» Diskussion, 3. Verschiedenes.— Zum 1. Punkt legte heut� Re>ere»t in längeren Ausführungen die Schäden der Gesellschaftsordnung dar. Iii der Diskussion sprachen »»»c ane Redner im Sinne des Referenten. Kollege Schwarz *uwi.»• Behauptung des Vorstandes vom Metallarbeiter-Verein riinn'ü' ar anführte, daß die Schleiser nicht eine Zersplitte- Unt?�� den Metallarbeitern hervorrufen wollen, sondern da biefpn. Schleifern noch der krasseste Jndifferentismus herrscht, kötin.. ainer großen Organisation noch nicht angehören ,u-n? sine große ollgemeine Organisation würde ihren den-? vollständig verfehlen, wenn sie aus ungeschulten Mitgliedern in i.» svürde, wie wir es auch am I.Mai gesehen haben, denn >vn!x Versammlung des Metallarbeiter-Vereins ist beschlossen di»s- 0m 1 Mai die Arbeit ruhen zu lassen und doch ist mm.* Beschluß nur von der Minorität der Mitglieder ausgeführt iinrf, i3 zeigt dies wiederum, daß die größte Zahl derselben ■Schicht die nothige Schulung besitzt; um aber diese Schulung die h G?1'» si"d noch die Branchenorganisationen da nöthig, wo ük>.� siande Branche die Anfangsstadien der Arbeiterbewegung sciiis Uligen hat. Die Branchenorganisation ist also die Vor- (Jfle J" einer großen allgemeinen' Organisation. Kollege Peto sJil m Hage des Streiks der Firma Ludiv. Löwe u. Ko. dar. MM �eto sichrte aus, daß sich die Streikkommisston die größte de,,, � gegeben habe, um eine Einigung zu erzielen, dies aber an "Judifferentlsmus einzelner Schleifer, sowie eines KleinmeisterS, ltn� Öie Arbeit außer dem Hause anfertigt, ferner an dem bot Sinne der Direktion, welche denkt, daß sie nur zu befehlen I!*' und der Arbeiter muß gehorchen, gescheitert ist. Der Streik t.Ua somit für beendet erklärt, und sollen die noch außer Arbeit . llndltchen Kollegen moralisch und materiell unterstützt werde». L«gender Antrag wurde einstimmig angenommen: Die heutige Sammlung beschließt, zwei Mitglieder zur Kontrol-Streik- »»x ilffion zu wählen; hierzu wurden die Kollegen Niemetfcheck Schwarz gewählt. Nrrein der Klempner Kerlina«n> Umgegend am Donnerstag, den 22. Mai, im Kömgstadt-Kasino. Holz- xarrsttraße 72. eine außerordentliche Generalversammlung ab. J: Tagesordnung lautete: 1. Craänzungswahl des Borstandes s»i?ar Kommissionen. 2. Erhöhung des Eintrittsgeldes. 8. Ver- {�ebenes und Fragekasten. Bevor das Protokoll der letzten Ver. —— v* Vrtv. su,,�r,�rz.rt%, der lg'"8 verlesen war, wurde Hans Carney und der Büchhalter «ufaekoSÄ» 5°" Carney. Teltowerstraße, vom Vorsitzenden bei einer m, r �0}0rt«« verlassen, weil nur Mitglieder Ger Generalversammlung Zutritt haben. Beim 1. Pnnli agesordnung wurde Kollege Weber als zweiter Vorsitzender gewählt, die Kollegen Burchhardt und Fröhner als Revisoren. In die Bibliothekkommission wurden gewählt die Kollegen Eickert, Waaner.Burchquardt, Klein, Richter, Janny, Lange und Winke. Beim 2. Punkt der Tagesordnung wurde beschlossen, das Eintritts- geld nicht zu erhöhen, sondern abzuwarten, bis die Delegirten aus Weimar zurück ivären. Beim 3. Punkt der Tagesordnung wurden die Kollegen aufgefordert, die Werkstatt von Kunitz, Stallschreiberstraße zu meiden, weil daselbst die Bereinskollegcn gemaßregelt sind, weil sie dem Vorstand resp. dem Verein ange- hören. Der Antrag des Kollegen Selchow betreffs Unterstützung der streikenden Rohrleger wurde dem Vorstand überwiesen. Der Kollege Zick wurde emstimmig aus dem Verein gestoßen, weil derselbe den Verein resp. den Vorstand verleumdet hat und trotz Aufforderung nicht in der Versammlung erschienen war. Da sich Niemand mehr zum Wort gemeldet hatte, schloß der Vorsitzende um HVe Uhr die Versammlung. ftv Unterstuizungobund der Kansdiencr KerHno hielt ienstag, den 20. Mai, eine außerordentliche Generalver- fammlung ab. Kollege Markgraf eröffnete dieselbe um 9Vs Uhr. Nachdem derselbe die Tagesordnung bekannt gegeben und der Schriftführer das Protokoll der letzten Versammlung verlesen hatte, theilte Kollege Markgraf mit, daß der Kollege Hansche am Montag, den 12. Mai, gestorben ist und die Beerdigung am Himmelsahrtstage stattgefunden hat. Die Versammlung ehrte sein Andenken durch Erheben von den Plätzen. Ferner theilte er mit, daß 2 Kollegen eine Unterstützung von je 15 M. erhalten haben. Das Komitee machte bekannt, daß unser dies- jähriges Sommerfest ain Sonntag, den 22. Juni in der Brauerei Friedrichshain stattfindet und die Billets hierzu beim Komitee, oder iin Bureau des Bundes Nene Grünstraße Nr. 10 zum Preise ä 30 Pf. abzunehmen sind. Ferner, daß am 2. Pfingst- seiertag ein Ausflug nach Schönholz stattfindet. Zur Aufnahme neuer'Mitglieder wurde nun eine Pause von 5 Minuten gemacht. Nach Ablauf derselben verlas Kollege Wiemer die Namen der neu aufgenommenen Kollegen, welche vom Kollegen Markgraf im Namen des Vorstandes begrüßt und in den Bund eingeführt wurden. Es wurde jetzt zu Punkt Wahl überge- gangen. Nachdem ein diesbezüglicher Antrag angenommen war, wurden Vorschläge gemacht und sind folgende Kollegen gewählt: O. Lamprecht als erster, E. Dopatka als zweiter Vorsitzender; A. Werner erster, H. Zursch 2. Schriftführer; C. Wiemer als erster, O. Paul zweiter Kassirer und Kort- mann als Beisitzer. Ferner wurden 3 Revisoren und 3 Kollegen ins Komitee gewählt. Zu Punkt Verschiedenes wurde zunächst ein Schreiben der Preßkommission verlesen, in welchem dieselbe bat, behufs Deckung eines Defizits für unsere Zeitung„Einigkeit" ein Darlehn von 180 M. zu bewilligen. Diese Summe wurde nach kurzer Debatte einstimmig bewilligt. Der Antrag des Kollegen Grauer, am 8. Juni den Kongreß in Hannover besuchen zu dürfen, wurde angenommen. Nachdem nun noch für die im Ans- stände befindlichen Former 20 M. bewilligt waren, wurde der Fragekasten der vorgerückten Zeit wegen bis zur nächsten Ver- sammlung vertagt und die Versammlung geschlossen. Eine öffentliche Kistenmacher-Urrsammlung tagte am Montag, d. 19. d. Mts. in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48a mit der Tagesordnung: 1. Vortrag über den Achtstundentag, Diskussion. 2. Wie stellen sich die Kistenmacher zur Wahl eines Mitgliedes zu der Streik-Ueberwachungskommission über sämmt- liche Berliner Gewerkschaften? 8. Verschiedene?. Da der Referent noch nicht erschienen war, so mußte der zweite Punkt zuerst er- ledigt werden. Hierzu bemerkte Kollege Tschernig, welcher die Versammlung leitete, daß vor 8 Tagen im Lokale des Herrn Joel eine Versammlung sämnitlichcr Gewerkschaften stattgefunden habe, daß eine solche Kommission bestehen müsse, weil häufig er- folglose Streiks vorkämen. Er halte es für angebracht, wenn eine kleine Gewerkschaft ein, eine große zwei oder drei Mitglieder wählt. Es äußerten sich noch etliche Kollegen im Sinne des Vorredners und wurde hierauf ein Antrag, welcher lautete: zwei Kollegen aus unserer Mitte zu wählen, angenoni- inen. Die Wahl fiel auf die Kollegen Tschernig und Karl TWff stechen Zu„Verschiedenes" ergreift Herr Steinmetz, FormeMwas Wort und avpellirt an das Solidaritätsgefühl, da sich dieÄvrmer schon lange im Streik befinden, doch eine Kleinigkeit zu beMlligen. Kollege Schröder bemerkte hierzu, daß es eine öffentliche Ver- sammlung sei und diese habe kein Recht, aus der Vereinskasse etwas zu bewilligen. Kollege Tschernig meint, was die Unter- stützung anbelange, so sei unsere Kasse jetzt gerade durch die Unterstützung der gemaßregelten Kollegen sehr geschwächt und er bittet die Kollegen, durch Sammellisten für die streikenden Former ihre Schuldigkeit zu thun. Ein Antrag, welcher lautete:„Die heute in Deigmüller's Lokal tagende öffentliche Kistenmachervcrsammlung wolle beschließen, in den nächsten 4 Wochen keine Versammlung stattfinden zulassen", nachdem der Antragsteller ihn näher motivirt hat und hervorhob, daß die Brauergesellen noch im Streik liegen und dadurck ein Druck auf die Brauereien ausgeübt wird, wurde angenommen.— Kollege Schulz von der Aktiengesellschaft be- richtete noch folgendes: Sein Meister habe ihm am Sonnabend Abend gesagt, daß am Sonntag gearbeitet würde, er habe aber nur von VeS— Vall Uhr gearbeitet und sei Montag entlassen wor- den. Nach dem Grund seiner Entlassung fragend, habe ihm der Meister geantwortet, er habe nicht genug gearbeitet. Kollege Schröder bemerkte noch, daß der Vorstand beschlossen habe, eine Bahnpartie nach Erkner zu unternehmen, da die Kremserpartie zu kostspielig werden würde. Hierauf schloß der Vorfitzende die Versammlung, indem er noch sein Bedauern aussprach, daß der Referent Herr Fritz Krüger nicht erschienen mar. Eine öffentliche Uersammlnug der Drechsler und Be- rufsgenossen Berlins tagte am Montag, den 19. Mai, bei Feuerstein, Alte Jakobstraße, unter Vorsitz des 5tollegen Strohmeier, in welcher Kollege Hildebrandt über die Bedeutung des 1. Mai und der modernen Arbeiterbewegung referirte. Redner legte in kurzen Zügen nochmals die Gründe klar, welche von den organisirten Arbeitern der ganzen Welt, die Verkürzung der Ar- beitSzeit, als eine gesetzliche Nothwendigkeit erachtet werden und begründete unter sichtlichem Interesse einzeln die Beschlüsse vom Pariser Kongreß. Auf die Bedeutung des Tages übergehend, Agte Referent, so sei der 1. Mai der alljährliche Gedenktag der- .enigen Märtyrer der Arbeit, welche die Achtstundenbewegung in Ehilago geleitet, aber auch ein Tag des Protestes Millionen von Arbeitern gegen die Hinrichtung dieser acht Opfer des Klassen- Hasses. Zum Schluß empfiehlt Redner, die bekannte Resolution mit Massenunterschriften versehen an den Reichstag zu senden, welches von der Versammlung einstimmig angenommen wurde. Die Versammlung beauftragte das Büreau damit. Unsere Stellung zur Ccntral-Streikkontrol-Koinmisüon wurde vom Kollegen Rautenberg klar gelegt, wonach die Versammlung die Kollegen Hildebrandt, Rautenberg und be Jung als Vertreter der Drechslergeiverkschast entsendet.— Hieraus wurde ein vom Kol- legen Hildebrandt eingebrachter Antrag, wonach kein Streik der Drechsler von Seiten der Gewerkschaft mehr Beachtung findet, wenn sich die Streikenden nicht vorher mit der Lohnkommission in Verbindung gesetzt hat, nach eingehender Begründung ange- nommen.— Unter„Verschiedenes" wurde das Gebahren zweier Kollegen der Werkstatt des Herrn Bredow, Lothringerstraße, dem Kollegen Mayer gegenüber, ans Licht gezogen; derselbe hat kein weiteres Verbrechen begangen, als„Jude" zu sein, dcssenlivegen er verhöhnt wurde und allerhand Chikanen und wirklichen Ge- meinheiten ausgesetzt wurde. Auf eine schriftliche Anfrage an Herrn Bredow, ob ihm die Vorkommnisse bekannt seien, antwortete Herr Bredow mrt„Rein" und bestätigte nur, daß Mayer bei ihm gearbeitet, jedoch ein sehr schwacher Arbeiter sei. In der Versammlung anwesende Kollegen gaben Obiges rückhaltlos zu. Zum Schluß wurden zwei Resolutionen, eine, welche sich mit den aus- ständigen Brauen, solidarisch erklärt und die andere, welche die vom Stadtverordneten- Kollegium bewilligten 40 000 Mk. zum Bundesschießen besser verwandt sähe zur Aufbesserung der Löhne der städttschen Arbeiter, einstimmig angenommen. Achtung? Soxtoldemokraiii'chtr Wahlverein des 4. Serliuer tteichstags-WoIilkrrifes. Den Mitglieder» sur Nachricht, daß, so lange die Biersperre besteht, weder Mitglieder- nocki Generalversammlungen stattfinden können, da uns Säle unentgeltlich nicht zur Verfügung stehen. Wir ersuchen daher die Mitglieder, die Beitreige an nachfolgenden Stellen zu entrichten: Fr. Zubeil, Naunynftr. ss, Restaurant; O. H-indorf, Langestr. 70, Ncstgnrant: M. Pohl, Frankfurterstr. sb. Hos 6 Dr.; E. Scholz, Wrangelslr. 32, Glaserei! ffi. Schulz, Admiralstr. 40 a, Zlgarrenhandiuna Groh» Uersammiung der Filiale 3 hlirdorf des Allgrutrine» Ar- britcrinnen- Uerrina sa»»»tlicher Herufszweige Berlins und Umgegend am Mittwoch, den 22. Mai, Abends 8% Uhr, im Lokale des Herrn Hoffmann, Bergstr. iss. Zs-rsainiuinng der Kchriftgießer am Mittwoch, den 28. Mai, Vorm. 10 Uhr, bei Deigmiiller, Alle Jakobstr. 42 a. Fachverein sainmtlichcr an Holibearbeituugs- Maschilie» beschäf- tigtcn Arbeiter. Ei».sralversaui>nln»g den 2. Juni, Abends 8% Uhr, Conds- bergerstr. 87 bei Aenzki. pleditinat- zlnterstühungaverein der Tabaliarbeiter, deren fällt- franen»»d TabaKarbeitrrinnen s» eIerltn iE. H. Nr. 88). Sonnabend, den 81. Mai, bei A. Fritze, Elisabelhstr. 3o, Generaloersammlung. Tagesordnung: Abrechnung; Besprechung über notywendig erschetnende Aenderungen deS Statuts und Virsinsangelegcnheitcn. Fachverrin der Lederarbeiter. Mittwoch, Abend» 8% Uhr, Oranien- straße ISO, Vereinsversammlung. Tagesordnung;„Die Hcilkntfle deS Organismus." Referent: H. Sperling. Vercinsangelegenheiten. Verschiedenes. — Die Kollegen werden ersucht, den ArbcilSnachweis bei Sperling, Luisen- Ufer 23(Oranienplatz) zu benutzen, Stellungen angemeldet. Sprechsttmden: AbendS 8—8%, Sonntags Vormittag 10—11% Uhr.— Mittwoch, den 18. Juni, Abends 9 Uhr, bei Renz, Naunlinstraße, öffentliche Versammlung der Leder-; arbeiter. Referent: Herr Reichstagsabgeordneter Ulrich aus Ofsenbach. vesang-, Eurn- und gcscllige Uerrine am Mittwoch. Männer- gesangvcrein„Jugendlust" Abends 8% Uhr im Restaurant ipassod, Garten- nraße 162.— Männergesangverein„Cacilia" Abends 8 Uhr im Restaurant Köpeniclerstr. 1270.— Gesangverein„Männerchor Linde" Abends 8% Uhr im Restaurant Haller, Naunynsiraße 70.— Männirgesangveretn„SanaeSfreude" Abends 8 Uhr im Restaurant Musehold, Landsberaerstr. 81.— Gesangverein „Freya" Abends 8% Uhr im Restaurant Bcuecke, Große Haniburgerstr. 18.— o-uppevt'fche Sängervereiniguna jeden Mittwoch nach dem Ersten im Monat, bends 9 Uhr im Restaurant Heise, Lichlenbergerstr. 21.—„Seeger'scher Gesangverein" Abends 9 Uhr im Restaurant Wenck, Blumenstraße 46.— Gesangverein„Schwungrad" Abends 8% Uhr im Restaurant Sahm, Annenstr. 18.— Männeracsangveretn„Lorbeerkranz" Abends 8 Uhr im Restaurant Karsch, Oranienslr. 180.— Gesangverein„Rord-Jubal" Abends 8 Uhr in Vetttn'S Bierhaus, Vcteranenstr. 19.— Gesangverein„Unverzagt" Abends» Uhr Köp- nickerstr. 127a bei Greving.— Männergesangverein„Schneeglöclchen" Abends 8 Uhr im Restaurant Toberstein, Mariannenstr. gl— 82.— Gesangverein „Sängcrrunde" Abends 8% Uhr Buckowerstr. 8.— Verein„Sanges treue" im Restaurant Henkel, Brüderstr. 26 I. Uebungsstunde von R\~ii Uhr Abends. — Gesangverein„Bruderbund" AbendS v Uhr bei Patzoldt, Reichenberstr. 16. — Männergcsangverein„Schneeglöckchen" AbendS 9 Uhr Sitzung im Restau- rant Stehmann, Melchiorstr. 16.— Gesangverein„Süd-Ost" AbendS 9 Uhr bei Ziemer, Cuvrvstr. 10. Gäste willtommen.— Lübecksicher Turnverein(1. Lehr- lingSabtheiluna von 8—10 Up und Ernst, Abends 8% Uhr im Restaurant Held, Fruchistr. 36a.— Schlesisther Verein„Holtei" AbendS 9 Uhr im Restaurant Sehrt, Prinzenstraße 106.— Vergnügungsverein„Fröhlichteti" Abends 9 Uhr im Restaurant Säger, G'üner Weg 29.— Wissenschaftlicher Verein für Rollersicher Sleno- graphte AbendS 8% Uhr im Restaurant Bcese, Alte Schönhauserslraße 42 Unterricht und Uebungsstunde.— Rollersicher Slenographenverein Süd-Berltn Abends a\ Uhr im Restaurant Prtnzenstr. 97, Sitzung und Uebungsstunde.— Arendssicher Slenographen-Verein„Amicitia" Abends 8% Uhr im Restaurant Beyrends, Schönebergerstr. 6.— Arendssicher Slenographenverein„Philia" Abends 9 Uhr im Restaurant„Wilhelinsgarten",Kochstr. 7.— Sienographtsche Geselischast ArendS im Restaurant Biiraergarten. Lindeustr. 105. unenigelt- licher Unterricht und Uebung.— Berliner Rauchkiub„Wrangel" SlbendS 9 Uhr im Restaurant Fogs, Köpntckerstr. 101.— Rauchllub„Havanna SO" AbendS 8% Uhr im Restaurant Paetzoldt, Reichenbergerstr. 16.— Rauchllub „Gemüihlichletl" Abends e Uhr im Restaurant Achsel, Köpntckerstr. 161.— Rauchllub„Columbia" Abends sjj Uhr im Restaurant Beyer. Prinzenstr. 96. — Rauchllub„Frisch gewagt" Abends 8% Uhr im Restaurant Tempel, BreS- lauerstr. 27.— Rauchllub„Vullan" AbendS 9 Uhr im Restaurant Schul; AbendS 8% Uhr bei G. Thiel, Wtenerstraße es.— Gesangverein der Tapeztrer Berlins, jeden Mittwoch Restaurant Seqdelstr. 80, von 9—11 Uhr Abends.— UnterhallungSverein„Harmonie". Sitzung Abends 9 Uhr DreSdenerstr. 118 bei Wendl.— Tambourveretn„Exelstor", 8% Uhr. Uebungsstunde bei Bohl. Rüdersdorferstr. 8. Aufnahme neuer Mitglieder.— Männeraesangvereni .Ltedesfreiheit", Abends s% Uhr im Restaurant Heule, Blumenstraße 38.— jlöter'scher Gefangverein bei Piusehold, LandSbergerstr. 81, AbendS s Uhr.— iartenklub„Kreuz-Dame", Abends 0 Uhr im Restaurant Mönch, Lichtenberg- FrtcdrichSselde, Prtnzen-Allee s. SKrrechTäQl. .. Idaktion stellt die Benutzung des EprechsaalS, soweit Raum dafür abzu- „jn ist, dem Publtlum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Nieresses zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mildem Inhalt desselben tdenltftzirt zu werden. Hierdurch sehen wir uns genöthigt, endlich aus unserer Re- serve herauszutreten und den Sachverhalt betreffs des Posamen- tirers Karl Röhden klarzulegen. Es ist wahr, daß Herr Röhden seit der Gründung des Fachvereins Mitglied desselben war, doch dies thut wenig zur Sache, um daraus den Haß der Arbeitgeber auf sich gezogen zu haben, ist doch ein geivagtes Stück. Glaubt Herr N. vielleicht, daß die anderen Mitglieder, die jedenfalls ebenso in der Arbeiterbeivegung stehen wie Herr Röhden, von dem Arbeitgeber mit offenen Armen empfangen werden? Ferner ist es unwahr, daß Herr N. auf der schwarzen Liste stand, denn dieselbe ist jetzt erst nach der Feier des 1. Mai von Seiten der Arbeitgeber eingeführt worden, und können wir gerade beweisen, daß Herr Röhden die besten Stellen innegehabt und selten ohne Arbeit war. Herr N. giebt jetzt zu, die Summe von 10,50 Mark vom Offenbacher Manufaktur- Arbeiterverein leihweise erhalten zu haben; wir müssen doch annehmen, daß Herr Röhden nicht an Gedächtniß- schwäche leidet und stets erklärt hat, das Geld geschenkt erhalten zu haben. Herr N. war f. Z. Werksührer in Potsdam, und ist durch verschiedene Arbeiter der dortigen Fabrik festgestellt wordeil, daß Herr N. thatsächlich die Preise gedrückt hat. Wenn Herr 91. sich darauf beruft, in Potsdam in allen politischen Versamm- lungen für die Interessen der Arbeiter eingetreten zu sein, um so mehr ist es verwerflich, ivenn er in gewerkschaftlicher Beziehung entgegengesetzt handelt. Als Vertreter der Fachkommission hatte Herr N. die Gelder derselben verwaltet, er hielt es trotz mehrfacher Aus- forderuilg nicht für nöthig, jedweder Abrechnung nachzukommen, er schickte einem Mitgliede 8 M. ohne jede Motivirung. Röhden scheint es für selbstverständlich zu halten, daß man ihm ein unbeschränktes Vertrauen entgegenbringt, und hat vielleicht seine Gründe dazu. Herr N. gi'ebt zu, sich bei einer Firma schriftlich um Arbeit gemeldet zu haben mit der Bemerkung, recht fleißig zu sein; wir überlassen es der gesammlen Arbeiterschaft, sich ein llrtheil über diese Handlungsweise zu bilden; wir halten es eines zielbewußten Arbeiters, wie Herr Llöhden sein will, für unwürdig. Wir kommen nun zur Feier des 1. Mai. N. ivar stets derjenige, welcher in den Versammlungen für die Feier des 1. Mai agitirt hat. In einer öffentlichen Versammlung am 6. Mai hat er er- klärt, es wäre eine Schmach für jeden, da in Arbeit zu treten, wo Kollegen wegen der Feier gemaßregelt sind. Nachdem nun in der öffentlichen Versammlung(Gratweil's Bier- Ballen) die Kommission bekannt machte, daß die Sperre aufge- oben, war N. der Erste, der am anderen Morgen in die Stelle der Ausgesperrten eingetreten ist. N. behauptet an dieser Stelle, wir hätten ihm kein Vertheidigung gestattet— sehr richtig! wir hielten es nicht mehr für nöthig,'ihn nochmals zum Wort kom- men zu lassen, da er nach seiner ersten Vertheidigung, im Fachverein sich als reumüthiger Sünder bekannte. Da mm feine nochmalige Handlungsweise unser Vorgehen herausforderte, sehen wir uns veranlaßt, jedwede Rücksicht bei Seite zu lassen und ihm einfach die Thür zu weisen. Wir kom- men zum Schluß: Herr N. behauptet, das Vorgehen einzelner Mitglieder des Fachvereins wäre ein der- artiges, denselben zu Grunde zu richten. Wir antworten hieraus, daß der Fachverein stets bemüht war, seine Mitglieder derartig heran zu bilden, daß sie in jeder Beziehung für ihre Interessen thatlräfiig einzutreten und nicht wie N. überall das große Wort führen, um nachher die Interessen seiner Mitarbeiter mit Füßen zu treten. Wir fühlten uns um so mehr veranlaßt, die Handlungsiveise des Kerrn N. der Oeffentlichkeit zu übergeben, daß derselbe sich in weitere die Handlungsweise des Herrn N. der machten, Kreise der Arbeiterbewegung hineindrängte. Ans dem bisher Mit- getheilten, dein wir noch, ivenn es der Raum gestatten wurde, eine �Knze Menge hinzufügen könnten, mag die gesammte-irlmier- »"""m s.»- ER. sc». Stralauerstr. 40. Nevmisrtzkes. potodam, 27. Mai. Bei einer Vergnügungsfahrt, welche mehrere Soldaten und Mädchen gestern gegen Abend mit einem Segelboote auf dem Seddiner See unternommen hatten, fanden 4 Personen durch Umschlagen des Bootes in den Wellen ihren Tod, die übrigen wurden gerettet. Danzig, 27. Mai. Gestern Nachmittag unternahmen 11 Personen auf der Ostsee in einem Segelboot eine Fahrt nach dem Vergnügnngsort Heubude. Das Boot kenterte und 7 Per- sonen, darunter der Schiffer, ertranken. Unter den Ertrunkenen befindet sich die Tochter eines Stolpcr Arztes, ferner eine Frau von Sprockhoff mit zwei Kindern und zwei erwachsenen Schwestern. Der ertrunkene Bootsführer heißt Schulz. Pest, 26. Mai. In der vergangenen Nacht fand bei Rakos- Csaba ein Zusammenstoß eines Güterzuges mit einem stark be- setzten Personenzuge statt. Als schwer verwundet werden 4 Personen aufgeführt, mehrere andere sind leicht verletzt, eine Person wurde getödtet. zliUotajem, 27.|Mat. In der Pyroxylin-Trockcnkammer des hiesigen Torpedomagazins hat eine Explosion stattgesunden, wobei ein Offizier und vier Matrosen getödtet und die Trocken- tammer zerstört wurden. Die übrigen Gebäude des Magazins sind unbeschädigt. Die Nrrrohuug in studentischen Kreisen wird durch eine Prozeßverhandlung illustrirt, über welche wir in der Presse nachstehenden Bericht finden: Würzburg, 29. April. Vor dem Schwurgericht wurde heute wieder eine jener traurigen Duell- affären behandelt, die dem Antisemitismus ihren Ursprung ver- danken. Paul Königsfeld, geboren am 29. November 1865 zu Kodier in Schlesien, Sohn eines Gast- und Landwirthes dorlselbst, war im letzten Semester Studircnder der Medizin an hiesiger Hoch- schule und ist Unterarzt der Reserve. Er ist beschuldigt und voll- auf geständig, den oanü. med. Paul Freu er ans Rakitt in Pom- mern im Zweikamps ain 21. März im Gnttenberger Walde erschossen zu haben. Der Thatbestand ist in kürze folgender: Am 19. März war Angeklagter mit Kollegen in der Restauration Klüpfel auf der Juliuspromenade. Dort verblieb er bis gegen 11 Uhr Nachts, um welche Zeit er sich in den Konzertsaal Schieserstein begab. Königsseld nahm an dem Tisch des ihm bc- kannten Mediziners Freuer Platz, an welchem auch einige Sängerinnen und andere Studenten saßen. Ein Kollege des Königsfeld zog ihn nun wegen seines mangelhasten Billardspieles ans und sagte:„Du willst Billard spielen? laß es lieber sein," ivorauf K. entgegnete:„Ich kann mir's erlauben." Diese Worte gefielen dem anwesenden Freuer nicht, weshalb er zu Königsfeld sagte:„Sie baden eine großsprecherische Schnauze, Sie haben doch kein Geld." Königsseld er- widerte:„Ich bitte Sie, was wollen Sie von mir." Nach diesen Worten begann Königsseld eine Partie Billard. Er kannte den Frener zu gut, da er mit ihm gleichzeitig bei den Cimbern kneipte und wußte, daß dieser, wenn er getrunken, der- artige Aeußerungcn machte. Freuer wiederholte diese Worte noch einmal, hieß K. herauskommen, was er auch thät. Im Hausflur nun redete Königsfeld den Freuer mit den Worten an:„Ich soll meine Schnauze halten?" worauf Frener sagte:„Ja, Sie sollen Ihren Mund halten, Sie sind ein ganz unverschämter Juden- bengel." Er holte darauf zum Schlage aus, R. kam ihm aber zuvor und versetzte dem F. einen Hieb ins Gesicht. Nun rangen beide mit einander und F. riß sögar K.'s Rockärmel herunter. Durch Hinzukomnien eines dritten trennten sie sich. !k. ließ sich Hut, Ueberzicher und Stock herausgeben und ging von bannen. Freuer ging ins Zimmer zurück. An- deren Tages ließ er durch den Studirenden Fritz Gottschling aus Kettewih den Frcuer auf Pistolen fordern, welcher die Forde- rung auch annahm. Am 21. März dieses Jahres um die Mittags- ,eit kam nun das Pistolenduell im Gnttenberger Walde in Gegen- vart eines sogenannten Unparteiischen, zweier Sekundanten und zweier Aerzte zum Austrag. Auf dein Wege dahin machte königsseld eineni Arzt gegenüber die Acußerung:„Heute giebl's loch'was zu Ihn»", welche Worte er nach seiner Angabe beim Verhör ans sich bezogen haben will, da er die Ahnung hatte, er würde fallen. Im Walde angekommen, nahm nun der sogenannte Unparteiische die Schrittzählnng(10) vor, lud die Pistolen vor ihren Augen und nun wurde noch ein Versöhyungsversuch ge macht, welcher von Königsfeld abgelehnt wurde. Auch einen zweiten Versöhnungsversuch seitens Freners lehnte K. entschieden ab. Daraufhin nun stellten sich Königsseld und Freuer zum Kampfe bereit. Beim dritten Kugelwechsel aus einer Entfernung von nn- gefähr 21 Metern brachte Königsseld dem Freuer eine Schuß- wunde mit nahezu wagrechtem Verlauf von rechts nach links bei, durch welchen Schuß die Leber, die große und untere Hohlvene, der Magen und die Milz verletzt wurden,'was den nolhwendig- sten und unmittelbaren Tod durch Verblutung zur direkten Folge hatte. Freuer stürzte augenblicklich zusammen und Königssclo reichte ihm nun— es war zu spät— die Hand zur Versöhnung. Die Aerzte legten einen Verband an und man verbrachte den mit dem Tode Ringenden in die Chaise, um ihn ins Juliushospital zu überführen. Auf dem Wege dahin gab er seinen Geist auf. Königsfeld stellte sich sofort der Polizei und wurde, da Flucht- verdacht bestand, auch in Haft genommen. Er wollte später Kantion stellen, um ans freien Fuß zu komme», doch die An- nähme wurde verweigert. In der Haft nun schrieb er einen herzzerreißenden Brief an seine Eltern, in welchem er sich als Mörder bekannte und sie um Verzeihung bat. Der Brief wurde aber an dieselben nicht abgeschickt. Das Verhör des Angeklagten ergab nichts wesentliches, er bekannte sich schuldig. Die Zeugen bekundeten, daß die Beleidigung eine schwere geivese», daß aber K. nach dem l. bezw. 2. Kugelwcchsel von der weiteren Durch- führung des Duells hätte absehen können. Königsseld gilt als Renommist und Freuer als ziemlich hitzig. Urlheil: 2 Jahre 6 Monate Festungshast, 38 Tage Untersuchungshast gehen ab. dev Medolltttan. Bei Ansragsn Hilten wir die AbonveinentZ-Quitlung beizusiigen. Briefliche Anlwort wird nicht erthciit. K. O. Eösliir. Beantragen Sie, daß Ihrem verschollenen Bruder ein Abwesenheitsvormund bestellt wird. Zuständig ist dasjenige Aintsgericht, wo Ihr Bruder in Deutschland den letzten bekannten Ausenthalt hatte. A. W. Kchwcrinstr. Unter diesen Umständen sind Sie zur Zahlung von Alimenten nicht gesetzlich verpflichtet. K. S. Friedrichsfeldr. Sie muffen die 1,33 Mark Kosten des Zahlungsbefehlcs natürlich ersehen. Aber erst nach 14 Tagen von der Zustellung ab hat der Gläubiger die Möglichkeit, Sie zur Zahlung zu zwingen. A. F. 1. Erschienen im Verlage von I. H. W. Dietz in Stuttgart. 2.„Berliner Volkstribüne", Oranienstr. 23. 3. Jetzt noch nicht. C. ij. Dresdenerstv. Für einen in Berlin Wohnenden bedarf es zum Hausirhandel in der Stadt nicht der Erlaubniß, 'andern es genügt die Anineldung. A. Itf. Lassen Sie die Aufforderung zu weiteren Zahlungen unbeachtet. Sosern Sie die vom Rechtsanwalt als Abfindung verlangten 160 M. gezahlt haben, besteht sür Sie keine weitere Verpflichtung. F. UI. zlru-Wriffensee. Die neue Kommode, Nähtisch, Schreibpukt, Wanduhr und zwei Stühle können Ihnen als ent- behrlich gepfändet, verde». Eine Pfändung der Photographien wird voraussichtlich nicht stattsinden, weil dieselben werth- los sind. A. M. 5G. Um ein Kind in Pflege zu nehmen, bedarf man keiner polizeilichen Erlaubniß. F. Klein. Ausländer werden deshalb, weil sie sich der Militärpflicht entzogen haben, von Deutschland nicht ausgeliefert. U. flluheplnst. Wegen Steuerschulden Ihres Ehemanns können Ihnen gehörige Sachen nicht gepfändet werden. W. Kch. Lassen Sie durch den Rechtsanwalt, der Ihren Prozeß in der Berusungsinstanz führt, einen Antrag auf Ein- stellung der Zwangsvollstreckung stellen, dann können die ge- pfändeten Sachen nicht verkaust werden. Ob das Schutzdach ordnungsntäßig war, ist für uns nicht möglich zu bcurtheilen. KU. v.$. 1. Die einzelnen Alimentenraten verjähren in vier Jahren, beginnend mit dem 31. Dezember desjenigen Kalenderjahres, in welchem die Rate fällig geworden ist. 2. Auch wenn das Mädchen sich mit 12 M. monatlich begnügt hat, kann der Vorumnd des Kindes die höheren Alimentensätze noch.....,. fordern und die Differenz einklagen. 3. Der uneheliche BaM kann stets das Kind zu sich nehmen, wenn dasselbe das 4. Leben-' zahr zurückgelegt hat und nicht das Vormundschaftsgericht eine Gefährdung des Kindes durch die Erziehung seitens des Bat«- als vorliegend erachtet.., Ii. 47. Ter Großvater eines Kindes kann die Vonnundschsls über dasselbe nur aus denselben Gründen ablehnen, wie 1«°' Andere, z. B. wenn er schon über 60 Jahre alt ist. Sch-nilcwirth. Eine Schuld für Maaren, welche oss Empfänger in Bezug auf seinen Gewerbebetrieb geliefert erhalte» hat, verfährt erst in 30 Jahren., ®. Pruiinenlkrnße. Die Honorarforderung eines Arzte» verfahrt in 4 Jahren. � I«. fi. SO. 6 Mark und 1 Mark für jeden weitere» Besuch. A- D. 17, Wenn der Wirth Ihnen mündlich die Heber- "ahme der Wohnung gestattet hat, und Sie dieselbe bejoge» Fmlipn fn miifion(Zio fn fonne tnnhnpn Mßiben. it)iß bßt »Ww",*(,„n jtiiioer Over ver cxyesrau nacywersncy geyoren. avtK.'-..-. eures Dritten gepfändet, so muß der Eigenthümer unter Glaubhai' machung seines Eigenthums die Freigabe vom Gläubiger ver' langen, event. die Jnterventionsklage anstrengen. Eine Wanbu» unterliegt stets der Pfändung, der einzige Kleiderschrank aber nicht; es kommt im klebrigen auf die gesammten Umstände n"' welche Sachen als unentbehrlich von der Pfändung ausgeschlo'»» werden müssen. Sachen, welche in einem nachweisbar an en>e Tritten veriniethelen und möblirt übergebenen Räume stehe»' können, so lange das Miethsverhältniß dauert, nicht werden. Dagegen kann der mit dem Schivager abgeschlossen» Mietvertrag, ebenso wie ein etwaiger Kaufvertrag angesoch" werden.. Mestend. Eine Klage Ihrer Braut gegen den Vater"P Ertheilung der Einwilligung zur Eheschließung ist einstweilen MM lässig, da Ihre Braut noch nicht 21 Jahre alt ist. Die"», zige Möglichkeit wäre, wenn Sie die Unzurechnungsfähigkeit de Schwiegervaters dem Gerichte nachweisen, daß dieses Ihrer Braw einen Pfleger bestellt., A. 010. 1. Der Betreffende würde sich dadurch selbst � Ehebruchs, also einer strafbaren Handlung schuldig bekennen darf daher sein Zeugniß verweigern. 2. Ter betreffende Eh"»®? kann, wenn wegen dieses Ehebruchs die Ehe getrennt wird, ""trag stellen. 3. Die Strafe ist Gefängniß bis zu 6 Monat-»- ©.iS iU einem""d daneben Geldstrafe bis f K. D. 100. 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