Fr. 133. Sonnabend, den 31. Mai 1890. y. Jakra. i �| Hrgan für die Znlerefsen der Arbeiter. iWMMMWW» Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags ------- Fernsprecher: Amt VI. Ur. Nedctkkion: VeukhZkratze S.— Expedition: VvnkMvatze 3. Domleiilellts-EillladW. � Monat I«ni eröffnen wir ein neues Abonnement »ttbem»Zerliner UolKsblatt" '°°...«..-»S°nntags-Bl°tt" hinzutretenden Abonnenten wird der bisher erschienene �" des Romans von G. Z-Ia »Zum Glück der Damen" 1 a'' s und sranco nachgeliefert. »on. �bonnenten, welche für den Monat Juni abonniren n- haben bei ihren Postanstalten , IM Kl Mg »�'Zahlen. Das„Berliner Volksblatt" ist eingetragen in die �eilungsliste unter Nr. 892, V. Nachtrag. h. Für Berlin nehnien sämmtliche Zeitungs-Spediteure, sowie Expedition, Beuthstraße Nr. 3, Bestellungen zum Preise von a9|w. monatlich, frei ins Hans, entgegen. Probeinlmmern stehen auf Verlangen gratis und sranco zur flgung. ersuchen unsere Freunde, hiervon recht zahlreich(Se- 4 zu machen. Die Erpedition des„Keriiner NolKsdintt", � Keuthstraffe 3, $iiv xmt* rnidev ÄQS VenzKotken. Init Vergleich der Arbeiterbewegung unserer Tage zehn oder zwanzig Jahren läßt die größten »lir erkennen, zeigt wie die Bewegung sich nicht >°>id. � 0�e Erwartung in die Breite entwickelt hat, |li()r.evn?uch, daß der Kanipf in ganz anderer Weise ge- livar Die früher angewandten Waffen werden llihrt uoch heute benützt, doch anders werden sie ge- � �krvollkomnmet wurden sie. Neben den alten #Ilen �~n'''nÖ über auch neue aufgekommen, so vor Boykotten. •vuyiuueir diese uachdem die irischen Pächter und Landarbeiter >vurde ihren sozialen Kämpfen erprobt hatten, W.„®on den Industriearbeitern in der nordameri- Union adoptirt. Dort wurde das Boykotten in ___' 6111 gebracht und mit größten Erfolgen angewandt. ü>a v«rbot«n.i Ifeuillekon. [45 »ZUM Glnck der Dattten." Roman von Emile Zola. �iorisirte Uebersetznng von Armin Schwarz. �nta�s-?��ränge war da sehr groß. Da man sich hier Und traktireu konnte, legten die Leute jede Rücksicht ,, � J(nteit sich gütlich, bis sie sich krank machten. plßbi il no bleiben Sic denn? rief Madame Bonrde- � die mv- üus, indem sie ihren Kindern mit dem Taschen- Toch n",l�en abwischte. f einer i l bemerkte jetzt Madame Marty und Valentine tasten üiibexen, ziemlich entfernten Galerie. Die Beiden B�ubfw• ni!racr- Es war vorbei, Mutter und Tochter vcr- Uiicm Fieber das Geld auszugeben, welches sie üY. In, oo(.e und nicht wieder los ließ. jr�aui, nr und Korrespondenzsalon angekommen, installirte .'bwnrdelais ihre Kinder Madelcine, Edmond und .iv chewn bei» großen Tisch, dann nahm sie von einem der o Jibetj,' be Photographien- Albuins und brachte sie ihren ." Ter Plafond dieses langen Saales war reich ver- . u den beiden Enden befanden sich monumentale '(..v e.®änbe waren mit Gemälden in reichen Gold- H h' � UM«nr iebct der breiten, Nächst Amerika kommt das Deutsche Reich in Betracht, wo unter dem Sozialistengesetze der Boykott häufig, und nicht selten mit Erfolg, angewandt wurde. In Deutschland trat der Boykott als Antwort gegen die rücksichtslose Bekämpfung der Sozialdemokratie aus, welche unter einem Ausnahmegesetze schmachtend noch von Unternehmern, Wirthen:c. ic. mit Eselsfußtritten traktirt wurde. Besonders waren es die Gastwirthe, welche durch ihre Willfährigkeit die Saalabtreiberei nach jeder Richtung unterstützten. Gegen sie wandten sich ganz naturgemäß die Arbeiter, welche die polizeifrommen Wirthschasten und die nach Soldatenkundschaft lüsternen Wirthe systematisch mieden und dadurch die Wirthe vor die Wahl stellten, ent- weder auf die große Arbeiterkundschaft oder auf die kleinen von der Gnade der Polizei- oder Militärbe- Hörden abhängigen Vergünstigungen zu verzichten. Natür- lich wählte die Mehrzahl der Wirthe lieber den größeren Vortheil und bestärkte dadurch die Arbeiter in ihrem Solidaritätsgefühl und in ihrer Zufriedenheit mit dem neu erwählten Kampfmittel. Die Gelegenheiten dasselbe neu anzuwenden, brachte jeder neue Tag in Hülle und Fälle, vergeht doch kein Tag ohne vielfältige Provokationen der Arbeiterklasse oder einzelner Arbeiterkategorien, Vereinen oder Fabriks- personalen. In manchmal blindem Eifer, nicht selten ohne die nöthige Ueberlegung entschloß man sich dazu, die Provokationen mit der Boykottirung der Gegner zu beant- worten. Da aber die Verhältnisse in jedem einzelnen Falle und in jedem Orte verschieden liegen, so ergaben sich auch nicht stets die gleich günstigen Resultate. Es zeigte sich immer mehr, daß der Boykott zwar eine ausgezeichnete Waffe sei, daß sie aber nicht überall anwendbar wäre. Da nun unserem Erachten nach ein mißlungener Boykott mehr schadet als zehn gelungene nützen, so möchten wir zu einiger Vorsicht im Boykottiren rathen. Bevor wir die uns nöthig erscheinenden Rathschläge aufstellen, wollen wir noch erklären, daß wir im Boykotten nichts anderes sehen, als die erlaubte Geschästsmanier, dort zu kaufen, wo es dem Konsumenten angenehm ist und diejenigen Geschäfte Bekannten zu empfehlen, be- ziehentlich von anderen abzurathen, wo einem dies aus irgend welchem Grunde passend erscheint. Dies geschieht ohne jede sozialpolitische Absicht tag- täglich hunderttausende Male im geschäftlichen Leben. Wenn der Student nur in Wirthschasten verkehrt, wo Mädchen be- dienen und der Wirth pumpt, nun dann, möge er ein Jüngling von noch so unverfälscht germanisch-christlicher Gesinnung sein, boykottet er; er boykottet eben die Wirthe, welche keinen guten zeug bedeckt war. Einige Frauen hatten ihre Handschuhe abgelegt und schrieben Briefe auf dem Papier, welches die Chiffre des Hauses trug. Einige Männer saßen in ihre Fauteuils zurückgelehnt und lasen die Zeitungen. Viele waren da, ohne irgend etwas zu thun. Es gab Gatten, die auf ihre Frauen warteten, die sie unten im Gewühle zurückgelassen hatten; dann junge, geheimthnende Dämchen, welche hier die Ankunft eines Liebhabers erwarteten, endlich Väter und Mütter, die von ihren Kindern hier wie in einer Garderobe zurückgelassen wurden, um dann, wenn man mit dem Ein- kauf fertig ist, wieder abgeholt zu werden. — Wie, Sie sind hier? sagte Bourdclais; ich habe Sie gar nicht erkannt. Diese Worte waren an eine Dame gerichtet, die in der Nähe der Kinder saß und deren Kopf zwischen den Blättern einer Revue fast verschwand. Es war Madame Gnibal; sie war recht verdrossen über diese Begegnung und erzählte, sie sei nur heraufgekommen, um dem Gedränge der Menge da unten zu entgehen und sich ein wenig auszuruhen. Und da Madame Bonrdelais sie fragte, ob sie gekommen sei, um Einkäufe zu machen, erwiderte sie mit ihrer schmachten- den Miene: — O nein, im Gcgentheil, ich bin gekommen, um zurück- zustellen. Ja, ein Jnpon und einige Portiären, mit welchen ich nicht zufrieden bin. Aber es sind so viele Leute da, daß ich warten muß, um in die betreffenden Abtheilungen ge- langen zu können. Und nun plauderte sie weiter und meinte, es sei so be- quem, dieses System der Zurückstellungen von Waaren. Früher kaufte sie niemals, während sie jetzt sich zuweilen verlocken lasse. In der That gab sie von fünf Artikeln, die sie gekaust hatte, vier immer zurück; sie war schon in allen Geschmack haben und baar Geld lieber sehen als Kreide» striche. Wenn die Dame der großen Welt nur von den- jenigen Malern ihr Bild malen läßt, die auf die Lein» wand schöneres hervorzuzaubern verstehen, als die Natur dem Modelle gewährt hat, nun dann boykottet sie die Maler, welchen die Wahrheit die Grundlage ihrer Kunst ist u. s. w. Hat je jemand gewagt, hier etwas Unge- höriges zu finden? Nun, wenn man es hier nicht finden konnte, warum dort, wo die Arbeiter die Wirthe boy- kotten, welche ihre Säle nicht zu den Versammlungen der Arbeiter hergeben wollen? Wenn ein Unternehmer oder eine Vereinigung von Unternehmern beschließt, Mitglieder von Gemerkvereinen nicht in Arbeit zu nehmen, so ist ihnen dies von den Behörden noch nie verübelt worden. Warum aber dann der Jammer über die Zügellosigkeit der Arbeiter, wenn der Gewerkverein beschließt, die Fabrik des oder der Unternehmer zu blokiren, wenn diese nicht bestimmte Bestimmungen der Arbeiterorganisation akzep» tiren. Wenn der Staat heute seinen Soldaten ver» bietet, hier und dort zu verkehren, können die Arbeiter auch ihren Kameraden den gleichen Rath ertheilen. Nun soll all' dies beim Staat, bei der Kirche, bei den Unter- nehmern berechtigt, bei den Arbeitern aber unberechtigt sein. Das läßt sich natürlich beim besten Willen nicht beweisen, wohl aber freilich behaupten. Die„öffentliche Meinung" wird heute von der Bourgeoisie gemacht, ihr steht weit mehr als den Arbeitern die Tribüne des Parla- ments, die Macht der großen Presse zur Verfügung als den Proletariern. Sehen wir nun von der Stimmung- macherei der Bourgeoisie ab, so erscheint uns die Frage des Boykottens als eine Machtfrage und als nichts an- deres. Es ist eine scharfe, oft», wie wir zeigen werden, auch zweischneidige Waffe, die von der Bourgeoisie und den in der Staatsgewalt und der kirchlichen Organisation verkörperten Mächten leichter gebraucht und auch miß- braucht werden kann als in den Händen des Proletariats. Einen Boykottbeschluß zu fassen ist das Werk we- niger Minuten, denselben aber mit Erfolg durchzuführen, ist m i n d e st e n s ebenso schwierig, aber auch ebenso ehren- voll wie einen Streik zu gewinnen. Die Arbeiter- bewegung hat das Material in sich, das im Stande ist fast jeden ihrer Gegner, selbst unter den heutigen Ver- Hältnissen sich zu unterwerfen, dazu gehört aber An- spannung aller Kräfte zum Organisiren und dann in den Organisationen und bei genauem Abwägen der eigenen Kräfte Zerstören des Mißtrauens in die eigene Macht, dieses Erbfehlers der unterdrückten Klassen. Das Boykotten ist kein leichter oder kurzer Kampf, es kann zu einem jähre- langen Krieg werden. Der Boykott wird um so erfolg- reicher sein, je größer die Zahl derer ist, welche daran Abtheilunaen dadurch bekannt geworden, daß sie ihre Ein- kaufe, nachdem sie dieselben einige Tage bei sich behalten, immer wieder zurückstellte. Während sie sprach, ließ sie die Thüren des Salons nicht aus den Augen und sie athmete erleichtert auf, als Madame Bourdclais sich zu ihren Kindern umwandte, um ihnen die Photographien zu er- klären. Fast in dem nämlichen Augenblick traten Herr v. Boves und Paul de Vallagnosc ein. Der Graf, ivelchcr that, als würde er dein jungen Mann die neuen Magazine zeigen, tauschte mit Madame Guibal rasch einen Blick aus. Dann versenkte sich diese wieder in ihre Lektüre, als hätte sie ihn gar nicht bemerkt. — Schau, Paul! sagte plötzlich eine Stimme hinter den Herren. Es ivar Mouret, welcher die Runde durch die verschie- denen Abtheiluugcn machte. Sie reichten einander die Hände und der Patron fragte den Grafen: — Hat Madame de BoveS uns die Ehre erwiesen, zu kommen Y — Mein Gott, nein, erwiderte der Graf; sie be- dauerte sehr. Sie ist leidend, aber es ist gottlob nicht be- denklich. Jetzt that er, als ob er die Anwesenheit der Madame Guibal plötzlich bemerkt hätte, er näherte sich ihr mit ent- blößtem Haupte, während die anderen Herrn sich begnügten, sie aus der Ferne zu grüßen. Auch sie spielte die Ueberraschte. Paul lächelte, er begriff endlich und er erzählte Mouret mit leiser Stimme, wie der Graf, mit dem er in der Rue Richelieu zusammengetroffen, sich bemüht hatte, ihm wieder zu entkommen und wie er sich endlich entschlossen habe, ihn zum„Glück der Damen" mitzunehmen, unter dem Borwande, daß man dies absolut sehen müsse. Theil nehmen, je zielbewußter er durchgeführt und je ein Zeitlicher er geleitet. Die Zentralisation der Gewer� schaften hat in Amerika die Durchführung eines Bmch stets befördert. Nicht nur die anderen Armier- organisationen, sondern auch das außerball� der Arbeiterbewegung stehende Publikum kann T/T einen Boykott interessirt werden, nur muß fsilich die Veranlassung des Boykotts dementsprechend sein. Eine ununterbrochene Agitation muß aber hinzukonunen, wenn die Sache nicht bald vergessen sein soll. Ein Unternehmer, der nach dem Auslande exportirt, wird nicht mit Erfolg geboykottet werden können, ebenso wenig einer der blos Luxusgegenstände für die besitzenden Klassen, dann Gegeir stände für den Staat, seine Militär- und Eisenbahnver waltung produzirt. Einen Diamantenfasser, einen Kanonen- und Lokomotiven- oder Eisenbahnschienen- und Cham- Pagnerfabrikanten heute zu boykotten, wäre der helle Wahn- sinn. Ebenso unrichtig wäre es, das Boykotten gleich- zeitig auf eine größere Anzahl von Lebensbedürfnissen aus- zudehnen, dies würde die Agitation hemmen, die Massen verwirren. Es geht auch nur in den aller- selten st en Fällen, sämnitliche Fabrikan- ten oder Händler eines wichtigen Be- darfsartikels oder auch nur die größte Mehrzahl gleichzeitig zu boykotten, weil der Gegenstand dann von vielen doch beschafft wird, und die Bewegung zum Scheitern kommen muß. Dann kann auch dort nicht geboykottet werden, wo die Industrie durch ein Kartell monopolisirt ist. Endlich darf nicht außer Auge gelassen werden die oft unüberwindliche Schwierig- keit, boykottete von nicht boykotteter Waare zu unter- scheiden, man denke nur an Leinwand, Tuch, Mehl und Aehnliches. Das Boykotten kann serner die Preise stark erhöhen(eine Erhöhung der Preise liegt auch in der Abnahme min der werthiger Waare für dasselbe Geld) und dadurch den Boykott durch sich selbst zu Grunde richten. Wir sehen also, daß es sich beim Boykotten um eine im höchsten Grade zweischneidige Waffe handelt; eine ganze Menge ernstesier und nicht leichter Erwägungen pnd nöthig um einen Boykott durchzuführen. Vor allem dürfen und können ihn nur sehr starke Organisationen wählen, die sich des Solidaritäts- gefiihls der Massen mit ihren Bestrebungen bewußt sind. Eine ununterbrochene und geschickte Agitation ist unent- behrlich, ohne diese erlischt bald Interesse und Eiser. Die Wahl des zu boykottirenden Gegenstandes ist auch nicht leicht, nicht Alles kann boykottet werden, nilr sehr Weniges mit Aussicht auf Erfolg. Endlich soll Eines gar nie ver- geffen werden. Ein siegreich durchgeführter Boykott ist unzweifelhaft für die Unternehmer des Kampfes, für das Kraftbewußtsein der Durchführenden von großer, oft lang anhaltender Bedeutung, aber von noch größerer Bedeutung, ist ein mißlungener Boykott großen Styles. Er kann eine Bewegung auch auf Jahre hemmend zurückwerfen. Dies möge man sich aber stets vor Augen halten, bevor man diese scharfe und wie wir noch einmal betonen wollen, auch sehr zweischneidige Waffe gebrauchen will. Nicht zu sehr ist auf den momentanen Enthusiasmus zu bauen! Ein langer Kampf yerlangt gut organisirte, gut disziplinirte, intelligente und zielbewußte Kämpfer! Wenn wir hier in aller Kürze das Für und Wider der Frage erörtert haben, so geschah es, um sowohl zur Vorsicht zu mahnen gegen das unüberlegte Beginnen solcher oft folgenschwerer Kämpfe, dann aber auch um einen Meinungsaustausch über diese wichtige Frage zu veran- lassen. Nichts liegt uns serner als die Meinung durch die vorstehenden Ausführungen diese wichtige Frage er- schöpfend behandelt zu haben. Ganz im Gegentheil sollen sie nur den Anstoß zur weiteren Diskussion des Problems bilden, damit das Material gesammelt werden könne, welches uns in die Lage versetzt, Nothwendigkeit, Mög- lichtest der Durchführung und Aussichten jedes geplanten Boykotts vorher abzuwägen. dem Grafen s war sie s Rorreltrundenzen. Au« dem rhe,«ifch-meflf!i tischen Kohlenrevier, 28. Mai. Bekanntlich rührten sich im Monat März dieses Jahres die Grubenarbeiter der meisten Zechen des Oberbergamtsbezirkes Dortmund wieder lebhast zu Gunsten einer Verbesserung ihrer gedrückten Lage, die sich seit dem großen Maiausstand im Vor- jähre kaum nennenswerth gehoben hat. In zahlreich besuchten Versammlungen der Belegschaften jeder Grube wählten diese eine beschränkte Zahl von Telegirten, die den Auftrag bekamen, die gleichzeitig mit beschlossenen Forderungen, als bvprozentige Lohn- erhöynng, achtstündige Schicht inkl. Ein- und Ausfahren, vierzehn- tägige am 5. und 20. jeden Monats festzusetzende Lohnauszahlung, Wegsall des Wagenn llens u. f. w., bei den Werkverwaltungen geltend zu machen, und sobald sie einen ablehnenden Bescheid erhielten, im Namen der von ihnen vertretenen Belegschaften zu kündigen. Die Verivaltungcn erkannten die Delegirten gar nicht an und gingen auf die Forderungen nicht ein, worauf seitens der Dele- girten im Bezirk Gelsenkirchen und auch auf anderen Zechen die Kündigungen erfolgten. Am 18. oder 19. März wurden als Antwort auf diese Kündigung die Delegirten der Zeche Konsolidation— 3 Schächte— aus den Gruben herausgeholt und sofort entlassen. Hieraufgingen die Steiger in den Gruden hemm und fragten jeden Ar- beitcr einzeln, ob er mit der von den Delegirten abgegebenen Massenkündigung einverstanden sei oder nicht, ein Theil erklärte sich damit einverstanden, andere gaben ausreichende Antworten. Am Sonntag, den 23. März, fand im Schalkerhof in Schalke b. Gelsenkirchen eine öffentliche von 5—6000 tvtann besuchte Bergarveiterversammlung statt, welche beschloß, den Zechenver- waltungen durch dainit Beauftragte erklären zu lassen, daß die geschehenen Kündigungen von Selten der Bergleute ausrecht er- halten würden, und daß man die Wiedereinstellung der Delegirten bis Eilde März fordere. Da die Zechenverwaltungen eine schroff ablehnende Antwort ertheilten, stellten schon am Morgen des 24. März, die über die schlechte Behandlung ihrer Delegirten er- bitterten Belegschaften der 3 Schächte der Zeche Konsolidation die Arbeit ein, ihnen schlössen sich die Arbeiter der Zeche Hibernia sofort an und als auf der Zeche Alma und Rhein-Elbe während der Morgenschicht die Delegirten aus den Gruben herausgeholt wurden und die Abkehr erhielten, antwortete die übrige Beleg- schaft ebenfalls mit Arbeitseinstellung. Diese verbreitete sich bald weiter über sämintliche Zechen des Gelsenkirchener Reviers, Hau- nover-Günnigfeld, Maria, Anna und Steinbank-Höntrop, Deut- scher Kaiser-Hamborn, Neu-Jserlohn-Lütgendortmund, Vollmond- Langendreer, Bruchssiraße-Langendreer, Borussia-Marten, Crone- Hoerde zc. Da die Arbeitseinstellung keine allgemeine wurde, so beschloß man in den Delegirtenversammlungen zu Bochum und Essen den streikenden Kameraden zu empfehlen, die Arbeit wieder auszunehmen; eine Spitze zu wählen, welche die Wahl von Kreisaus- schlissen veranlasse!» solle, woraus eine Lohnkommission zu bilden sei; die Forderungen dann erneut zu stellen; die Delegirten sollten ihr Mandat, gleichviel ob sie auf der Grube wo sie gewählt wurden noch arbeiten oder nicht, behalten; zil verlangen, daß sämnitliche entlassene Delegirte und Bergleute wieder in Arbeit gestellt»vürden. Als Spitze wurden gewählt: S ch r ö d e r- Dortmund und H. Hüninghaus- Gelsenkirchen. Diese Beschlüsse konnten bisher nicht ausgeführt werden, weil»vir keine Versammlungen abhalten können, weil neben der polizeilichen Verweigerung von Besch ei- nigungen, Versammlungsverboten ee. auch die „S ch a n k s p e r r e" über die uns geneigten Wirt he verhängt wurde, die ziv ei Stunden vor, sowie während der Versammlung und zivei Stunden nach derselben keine Gerränke verabreichen dürfen. Als würdiges Glied dieses Verbots schloß sich auch noch die Verhängung der Mundsperre über Brodam, Meier, Margraf, Schröder, Bunte und Siegel an. Wir wollen nächstens in einer großen Delegirtenversammlung die eben erwählten Kreis- ausschüfse wählen lassen. Ende März und Anfangs April erfolgten nun massenhafte Maßregelungen; im Gelsenkirchener Revier allein 256, deren Namen»vir in Liften eingetragen haben. Ebenso wurden Bevollmächtigte der Zahlstellen des Verbandes gemaßregelt. Unserer Meinung nach erfolgten diese Maßregelungen von Seiten der Werkverwaltungen viel»nit aus Furcht vor dem 1. Mai, an welchem Tage man eine allgemeine Arbeitseinstellung erwartete. Sodann sind auf den Zechen im Gelsenkirchener Re- vier, namentlich auf Alma, Rhein-Elve, Hannover u. A. die Berg- leute wegen Kontraktbruchs bis zu 18 M. 50 Pf. bestraft»vorden. Und»vährend der Landralh Dr. Baltz in Gelsenkirchen auf Grunds des Sozialistengesetzes jede Sammlung für Brodam, der als De' girier nach Belgien ging, unter Androhung einer GefängnißsyKse bis zu 3 Monaien verbot, wird auf den Zechen auf' bequeme Weise für ein Bismarck-Denkmal .ammelt, indem man einfach den Bergleul� 1 M. ins Lohnbuch einschreibt, welche zumo tagabgezogenwird.„ Zum Schlüsse wollen wir noch bemerke», daß die r'.' behörde die Absicht hat, die etwa zu wählende Lohnkouni!. unter das Vereinsgesetz zu zivängen, wir stützen uns dagcge.. § 152 der Gewerbeordnung. Hüninghaus hat deswegen M Verhöre in Bochum und E«lsenkirchen gehabt. � (Soweit die uns zugegangene Korrespondenz. Wir w?) hierzu bemerken, daß die Polizei kein Recht hat, die-w � nigung über angemeldete Versainmlungen zu veriveiö. That sie es dennoch, so handelt sie wider das Gesetz. die Anmelder sollten gegen einen solchen Verstoß stlsr schwerde bei der vorgesetzten Behörde nöthigenfa� 1. 2. 3. 4. 5. zum Minister des Innern führen. Auch hat d« p. kein Recht, den Wirthen das Ausschänken von G» � vor, während und nach den Versammlungen zu# Ein solches Verbot macht zwar dem polizeilichen w sinn alle Ehre, es giebt aber kein Gesetz, auf Grund• die Polizei eine solche Maßregel sich herausnehme' Z, Als ungesetzlich erachten wir weiter das generelle den Sprechens in Versammlungen gegen die»n 0 �1«' respondenz genannten Personen. Hier wie in den a#i Fällen sollten die Bergleute sich auf ihr Recht n> � das Gesetz stützen und ohne Zögernng Beschwerde vorgesetzte Behörde ergreifen. Je mehr sie sich bieten � desto mehr wird ihnen geboten. Das gilt auch 3° 5& 'anders von der Angabe, daß den Bergarbeitern, 09, ,»1 fragen, Beiträge für ein Bismarcks e n � jom Lohne abgezogen werden. Kom-.. � wirklich vor, so steht es nicht blas im Widerspruch a o0l, Gewerbeordnung, die brave Auszahlung des Lohnes.�. schreibt, sondern es ist auch eine Schanckosigkeit derbe � � den Zechenverwaltungen, Lohnabzüge za solchem o'" � machen. Der Respekt der Zechenverwaltungen vo � Bergarbeitern muß sehr tief stehen, wen« sie sich.'„iiD waltakte gegen Letztere erlauben. Die Bergarbester � sich gegen solche Zumuthungen wie ein Mann wehre. vor allem sollten sie die ihnen befreundete Preise? � chen Vorgängen sofort benachrichtigen, damit dNp Kritiker- und Richteramt übernimmt. D. Red.) Anstarelk, 28. Mai. Die in Rumänien lelbenden und deutschösterreichischen Arbeiter mußte» dieser Tage sahrung machen, daß sie sich bei Lohnkmnpfen»och re»« auf die Solidarität der rumänischen Arbeiter verlassen 1 � obgleich diese schon eine ziemlich gul organisirte kratische Partei mit drei Abgeordneten in der Deputirtenla und mehrere Arbeiterzeitungen besitzen. So wurde letzthin]:v der deutschen Bäckergesellen in Bukarest eme bewegung eingeleitet, wobei man sich in mehreren Versaittwl dahin einigte, von den Meistern eine zwölfstüvdige b eitsz ei t, mit Einrechnung der Pausen von zusammen.' Seit einem Jahre zog die Dame aus viel Geld und Vergnügen als sie konnte; dabei vorsichtig, ihm niemals zu schreiben; sie gab ihm Rendezvons an öffentlichen Orten; in Kirchen, Museen, Magazinen, und da verständigten sie sich. — Ich glaube, daß sie bei jeder Zusainmenkuuft daS Hotel wechseln, flüsterte der junge Alaun. Jüngsthin einmal befand er sich auf einer großen Inspektionsreise; jeoen zweiten Tag erhielt seine Frau Briefe von ihm: aus Blois, aus Libourne, aus Tarbes; und doch bin ich überzeugt, ihn in ein Hotel garni in Batignolles eintreten gesehen zu haben. Aber schauen Sie ihn nur an: wie schön er da vor ihr steht, in einer korrekten Haltung eines hohen Beamten. Alt- sraukreich,»nein Lieber, Altfrankreich! — Und Dein Heirathsprojekt schivebt noch immer? Ohne den Grafen aus den Augen zu lassen, erwiderte Paul, daß man auf das Ableben der Tante»varte. Dann sagte er»nit triuniphirender Miene: — Hast Du gesehen? Er hat sich niedergebückt und ihr eine Adresse zugesteckt; sie hat mit der ehrbarsten Miene von der Welt angenoinmen. Ein schreckliches Weib, diese zarte Rothe»nit den unbefaugene»» Manieren!... Ei! Es ereignen sich schöne Dmge bei Dir! — O, sagte Mouret lächelnd, diese Damen sind hier nicht bei mir, sondern bei sich zu Hause. Und er scherzte nun weiter. Die Liebe bringt Glück ins Haus»vie die Schwalbe»», sagte er. Er keul»t sie sehr gut, die Mädchen und Fra»len, die den ganzen Tag d»lrch alle Abtheilimgen laufen und da einen Fre»»nd erwarten; aber, wenn sie nichts kaufen, so vergrößern sie doch die Menge und bringen Leben ins Magazn». U»»ter solchen Gesprächen führte er seinen Jreui»d davon, al»f die Schwelle des Salons, gegenüber der großen Zentralgallerie, deren Hallen in langer Flucht zu ihren Füßen sich dahin- zogen." �, Jin Salon hinter ihne»» war es still, man hörte nichts als das Rauschen der Zeitungen und das Gekritzel der Federn. Ein alter Herr war über dein Moniteur einge- schlafen. Herr de Boves betrachtete sich die Gemälde, in der augenscheinlichen Absicht, seinen künftigen Schwiegersohn»in Geivühl der Menge zu verliere»». Madame Bourdelais fuhr iudcssen fort, inniitten dieser Stille ihre Kinder zu belusti- gen, laut und ungenirt wie auf erobertem Boden. — Du siehst es, sie sind bei sich zu Hause,»viederholtc Mouret, indem er mit»vcit ailsgestreckter Hand auf die weibliche Menge zeigte, welche die Abtheiluugeu erfüllte. Eben trat Atme. Desforges ein»»»»d gelangte»nit vieler Mühe, nachdem sie iin Gedränge schier ihren Mantel ein- gebüßt hatte, in die erste Halle. In der großen Gallerie angekominen, blickte sie ans. Es war»vie das Schiff eines Eijenbahilhoses, umgeben von den Geländern der Stockwerke, durchzogen von eisernen Treppen»»nd fliege>»den Brücken. Das Eisen herrschte überall und der junge Architekt, der die Bcrgrößerungsarbeiten durchgeführt, hatte den Much, die Eiscnkonstruktionen nicht zu verkleiden. Unten war die Koilstruktion— aus Schonung für die Waaren— einfach, bestand aus großen, z»lsammengefügten Platten von einer unbestimnlten Farbe; in dem Maße, als die Eisenkonstruktion in die Höhe stieg,»varen die Sä»llen- kapitälcr reicher, die Ver>»ietlingen bildeten Knospen; die Konsolen und Simse waren»nif Bildhanerarbeiten belade»». Der Plafond eildlich zeigte frische, schiminernde Geinälde von kostbaren Goldleisten umrahmt; diese reichten bis z»lm Glasdach, das aus einaillirten Scheiben zusammengefügt war. Auch die Ziegel der gedeckten Gallerien waren in lebhaften Farben gehalten. Die Ori»amentik hatte Mosaiken und Fayencen zu Hilfe genommen; diese brachten einen heiteren Ton in die Frisen und»nilderten den strengen Ge- saminteindrllck. Obgleich sie die neuen Einrichtungen schon kannte, blieb Mine. Desforges de»»noch stehen, lebhaft interessirt durch das rührige Lebe,», welches in dein Schiffe herrschte. Unten, rings um sie her, dauerte das Gedränge fort; der Doppclstrom der Kommenden und Gehenden machte sich bis in die Seiden- Abtheilung fühlbar. Es»var noch»miner eine sehr gemischte Menge, in»velcher allerdings in den Nachlnittagsstunden die vornehmen Damen in der Mehrzahl wäre»», darunter viele in Trauer, mit ihren langen Schleiern; man sah indessen auch Stunden, ferner für zeden Gesellen ein eigenes (4 einem menschen, vürdigen Schlafraum und endlich an Stelle■ bisherigen Beköstigung im Hause einen M i n i m a l l o h o n 22 Lei(17,60 M.) zu fordern. Bisher betrng die Arbeiteze� bis 15 Stunden ohne regelmäßige Pausen, dabei wurde den. � Zellen eine meist ungenügende Kost gereicht, und als stät'te»vies»»an ihne»» ganz ungesunde Räume an. Als lohn erhielten sie 6 bis 8 Lei(5 bis 6 M.) A�'i man sich nun endlich betreffs der zu stellenden Forderungen 8� � hatte und den Meistern dieselben gedructt vorgelegt urnren,- klärten die letzteren nach Ablauf der als Bedenkzeit gesetzlen r�s daß die Forderungen völlig unannehmbar feien. sollte am vorigen Donnerstag die allgemeine Arbeitseinstellun?, t allen Bäckereien erfolgen. Dies thaten aber nur 28 d c u Gesellen, während die übrigen säinintlich weiter arbeiteten. � Meister hatten deshalb leim tes Spiel und am Sonnlag trafen� Bestellung aus Pest zwei D»itzend ungariicher Bäcker z »reiche in die Stellen der Streikenden eintraten. Die Entrup über diesen wenig rühinlichen Ausgang des so lange vorbere'� Bäckerftreiks war allerdings auch in den Kreisen der rumänu � Sozialisten eine große und man sammelte auch sofort stützungsgelder für die A»lsgesperrten; aber trotzdem»virve.-j nichts anderes übrig bleiben, als Ru»nänien zu verlassen unb. Oesterreich und Deutschland zurückzukehren, da em den>!ru Bäckergeselle vorläufig gewiß nicht wieder bei einein der rumän�cheü Meisterzunft Arbeit finden wird. - Polikifche Xlclnevstrfft Zwei Kongresse haben während dieser Woche in W getagt: Der„erste allgemeine deutsche Lehrertag" und „cvangelisch-sozialer Kongreß". Beide haben sich, außer deren wichtigen Dingen, auch mit der sozialen Frage noch genug Ammen und Haushälterinnen. Und dieses«u, von bunten Hüten und von bloßen Haaren, schwarz blond,»vogte von einem Ende der Halle bis zum an r0i( Mine. Desforges sah auf allen Seiten nichts als 8\.„ Zettel mit riepgen Ziffern, die sich in hellen Flecken von. ttattnnen, Seicen und Wollivaaren abhoben; Stöße Bändern schienen ans der Ferne wie Höruer auf den der MeiiyC, eine Mauer aus Flanell schob sich wie ei» gebirge vor und dahinter wogte ein neues Meer von Me»!�, die Spiegel, die auf allen Seiten angebracht waren, � längerten die Atagazine ins Unendliche; in den 0 galerien rechts und links vertiefte sich die schireeige theilnng für Weißwäsche und die dunklere Abtheilung � Wirkwaaren; es gab da entlegene Fernen, in»velchen die A ,,, nur noch»vie ein lebendiger Staub aussah. Auf den Trev--� Brücken, an den Geländern»vogte die Menge unrt ayfl- aus und nieder: es war eine ganze Bevölkerung in der � Vom Plafond hingen große, vergoldete Luster herad, Flaggenschmuck von Teppichen, Seiden und gestickten.$ bekleidete die Balustraden»nit schimmernden Banner»».� gab allenthalben schivebende Spitzen and Mom'' Trophäen aus Seidenstoffen, Apotheosen aus halbbekle» � Modellpuppen arrangirt. Ganz oben, gleichsain eü Luft schivebestd, befand sich die Abtheilung für Bettenw I � kleine eiserne Betten mit Matratzen und weißen Vory» � ein ganzer Schlafsaal von Pensionärinnen, die da obe> gestört der Ruhe pflegeu'kmmten.$i( Madame Desforges suchte jetzt sich zu orientiren. � Kasse des jungen Lhomme befand sich links. Er ta»» »»nd erlaubte sich, sie lächelnd zu begrüßen. Jetzt»vußte sie 1 � Ivo sie»var: die Seiden-Abtheilung mußte sich vor»9. � finden; aber sie brauchte gute zehn Minuten, um duW dichte Menge dahin zu gelangen. — Wie, Madame? Sie haben sich hierher 0 rief Bouthemont, als er Madamq. Desforges erblickte. '(Fortsetzung folgt.) Swl �tv®,e§ rechtfertigt ein näheres Eingehen auf die gnl?? T?8cn/ deren ausführliche Wiedergabe uns zu ihrem tunk nt�t ganz im Verhältnis zu stehe» schien und des- von uns unterlassen worden ist. ki-w�. der Feststellung der Tagesordnung des Lehrertages Hb,«!«?0 fie�rer Köhnke- Hamburg, die soziale Frage den!n>.�alle man sie aber erörtern, so müsse man w*. T, ho&tn, auch die Anhänger der Partei zu hören, in$!! dem Ergebniß der Reichstagswahlen die stärkste rj..;T'chiand sei. Diese Worte erfuhren nach den vor- ii Gerichten„lebhaften Widerspruch", von welchem he& r ,�bt, ob er der doch absolut feststehenden Thatsache d-m'm�demolratischen Wahlerfolges oder dem Appell an knn,«7 � �ur Anhörung des Gegners galt. Mit dem voll- MmenmWiderspruch:„Religion und Politik gehören nicht lmLr Wrertag, aber eine so wichtige Frage, wie die U f' Bussen wir behandeln", trat S ch e e r e r- Worms dem wi»s � entgegen und fand Zustimmung.— Jedenfalls be- &" J?er Verkauf der Verhandlungen, wie durchaus recht A �»ohnke hatte. Der Lehrertag berieth über die soziale Ä der soziale Standpunkt gelangte nicht zum Ausdruck, der ganzen Erörterung kam nichts heraus. Eine genommene Resolution besagt, daß die Schule zur Frei- <>«; t om Klassenhasse, zur Vaterlandsliebe und Gottesfurcht öv?i �nsse. Oberflächlich wie die Resolution, war fftv mv!w Diskussion. Obligatorische Fortbildungsschulen N.s. ,s?dchen uno hierauf noch, als dritte Schule von der „»�schme an, Haushaltungsschulen verlangte Dr. Kamp, oder Korreferent Ernst wünschte auch den Besuch dieser dritten Schule obli""'-■ halten werden. obligatorisch. Dadurch soll die Familie er- ....... Wodurch die Auflösung der Familie bewirkt davon war nicht die Rede. Aus dem evangelisch- Kongreß wurde die Behandlung der sozialen Frage s. A dkn Lehrertag sogar gelobt; Superintendent Reibt L�V»Der Lehrertag hat die soziale Frage in anerkennens- Weise erörtert. Die Lehrer sind die treuesten Stützen Geistlichen auf sozialem Gebiet." Das Lob war zum uck nicht ganz verdient. Soviel ist aber klar: die Lehrer G. x dem sozialen Gebiet erst gründlich studiren, ehe I darüber ükkentsirf, hiafiiHrcn föiiuen. darüber öffentlich diskutiren können. o)e Stellung der Schule Lehrerta� k>is ,,,»in-n, neniifsen' . ur Kirche faßte bis zu einem gewissen Maß unbefangen aus. . greise österreichische Schulmann Dr. D i t t e s erntete o«! einer gegen die geistliche Bevormundung der Schule und er Lehrer gerichteten scharfen Rede reichen Beifall. Dittes ?at sich con jeher weniger durch Tiefe der Auffassung, als urch Festigkeit der Gesinnung ausgezeichnet. Nur zu richtig el1 Je'n Hinweis, daß es in freiheitlicher Hinsicht um die «chule in Preußen weit schlimmer stehe, als im katholischen �cflerreich. Es kam indeß auch eine stark kirchensreundliche Achtung zum Ausdruck, besonders in einem Referat des Herrn G i e ß l e r- Barmen. Gießler verlangte, daß Schule und Kirche neben einander stehen und mit einander gehen iollen. Die Entgegnung, daß gerade das Umgekehrte von bestem Segen ist, wurde nicht erhoben. In„Schul- Moden", welche errichtet werden sollen, will derselbe Kirche, Schule und Eltern vertreten wisse». Der Ausdruck Schulsynode ist kennzeichnend dafür, daß d.ie Herren Lehrer 'Miner noch durch die Kopirung theologischer Einrichtungen, oder wenigstens durch die Erinnerung an solche, ihren Stand Zu heben vermeinen. Sie erkälten auch wieder, daß sie den Religionsunterricht durchaus nicht beseitigen wollen. Die Lehrer meine», daß sie durch den Uebergang dieses Unter- �chls von den akademisch gebildeten Geistlichen an sie in °kr öffentlichen Achtung stiegen. Man verräth damit nur, vaß man sich innerlich immer noch abhängig von den Theologen fühlt. Die Befreiung vom niederen Küsterdienste mußte leider auch diesmal noch ein wichtiges Thema der Verhandlungen ver Lehrer bilden. Der in dieser Hinsicht auf dem Lande "°ch herrschende Zustand erschien nach den Schilderungen ve» Referenten als ein höchst unwürdiger. Bezeichnend ist, daß svan nickt einmal schlechthin die Trennung des Lehrerberufs von, Küsterdienste verlangte. Kurz, Halbheit in allem, und /g klerikale„Germania" braucht gar nicht einmal so muth- °s vor dem Lehrertage die Segel zu streichen, wie sie es thut. rir, Selbstverständlich stehen die Verhandlungen des„evange- . Ich-sozialen Kongresses" an Wichtigkeit sehr weit hinter Un!� des Lehrertages zurück. Handelt es sich doch hier nur ch um die Reste von Funktionen, welche nachgerade rudi- Mir gewordene Organe in der Absicht, sich zu erhalten, S I x.äußerste, aber zwecklos forciren. Wagner und v J Oaer führten das große Wort. Darnach weiß man, ° auf die Sozialdemokratie und die Juden geschimpft »niv und daß den gleißnerischcn Wendungen von„Sym- mit den Bestrebungen der Arbeiter",„anerkennens- «, vthen Idealismus der sozialistischen Führer" und dergl. d Flusse folgten, welche darauf gerichtet sind, daß die Kirche d?,n» terbewegung eisern umklammere und im Bunde mit e»,?. llnternehnierthum den Arbeitern ihr Klassenbewußtsein er r>' Harr Stöckcr erklärte auch, nach der„Kreuz-Ztg.": in,.. keine Antipathie gegen die Juden. Gewandt, wie s,»«c stellte er mit dem einen kurzen Sätzchen die That- Ei»! ialsenfest, daß er noch der Alte ist in seinen beiden � LsUjchaften, die ihn zu einer berühmten Persönlichkeit taft'?c ln seiner— Liebe zu den Juden und zur Wahr- dn» vJit. Nach hergebrachtem Brauche erwiderte auf deuin» er'sche:„Ich bin ein Feind der Sozial- pokratie", Herr Wagner:„Aber ich bezeichne linb��akdemokratie nicht als unfern Feind, sie hat viel- viel Gutes." So widerspricht von diesen baden öffent- bcv ein dem andern. Darum ist auch Herr Wagner ist!- Bruder" des Herrn Stöcker. Anerrennenstverth sick der liberalisirende Theologie-Professor H a r n a ck .sur den Achtstundentag erklärte, wenn auch mit dem liaterr/rm � er arft von den Sachverständigen genauer �avunrf werden wünsche. Herr Stöcker unterließ es, BsibenG. unterrichten. Sollte er sich in übergroßer Be- Tein mix für einöil Sachverständigen gehalten haben? sag j arspricht, daß er am I.Mai über den Achtstunden- i ainer öffentliche» Versammlung referirt hat. velii A.? erschien Hans Dampf in allen Gassen auch aus •>-.Vertage. Nach der Dittes'schen Rede entwickelte er —»»». iftuu; un------ '"nrylen HS1 bildenden Gruppe seine entgegengesetzten »vilicb l bezüglich der Gründung von Arbeiterzeitungen, ?>««f�Vch Geistliche, brachten Stöcker und sein Freund »ch hjer, 5». vor und ermahnten zur Vorsicht, da man »sex% jatcht eher schade als nütze. Was denn auch ganz arg an die Herren ist. �kschaf�!? Kräftig»? Sporn für die Arbeiter, die ge- Iltiche und politische Bewegung auf der Höhe zu er- halten und immer weiter zu entwickeln, muß ihnen das Bei- spiel der Fabrikantenkoalitionen biete», die von großen In- teressengrnppen gebildet werden den produzirenden Arbeitern wie den Konsumenten ihre eisernen Bedingungen zu diktiren. So umfaßt der„Verein deutscher Eisen- und Stahl- industrieller" nach seiner neuesten Ausstellung 60 Werke für Eisenerzbau, 220 Hochofenwerke, Stahlhütten:c., 47 Schwarzuno Weißblechwerke, 232 Eisengießereien, 32 Etablissements für Stifte, Nägel, Schrauben ec., 136 Mas chinenbauanstalten, 21 Wagenbau-Anstalten, 17 Schiffswerfte, 1 Telegraphen- bauanstalt, 3 Kupferiverke, 36 Kohlenwerke und Kokereien. Diese Werke beschästigen rund etwa 244 000 Arbeiter, und das von ihnen vertretene Anlage- und Betriebskapital dürfte zu etwa 1400 Millionen Mark anzunehmen sein. Der Verein hat acht Gruppen, von denen die stärkste die nordwestliche(Düsseldorf) 3391V2 Einheiten, die kleinste die Gruppe der Schiffswerften mit 500 Einheiten ist. Die Mitglieder jener Fabrikantenvereinigung haben es in der Macht, die gesammte Industrie in Fesseln zu legen und auszubeuten. Es ist bekannt, wie diese Vereinigung den Staatsbahnen Preise stellte, die bedeutend höher waren, als die, für welche sie an das Ausland lieferte, also ganz anti- patriotische Gesinnung an den Tag legte, obgleich diese ' erren ihren Arbeitern neben anderen„Lastern" auch langet an Patriotismus vorwerfen. Sie selbst handeln nach den Grundsätzen der goldenen Internationale, die ebensowenig Grenzpfähle wie nationale Gesinnung kennt, die Arbeiter politisch imd wirthschaftlich rechtlos zu erhalten sucht, alle Rechte für sich in Anspruch nimmt und öffentlich, wie im geheimen ihre Abmachungen trifft, ohne polizeilich überwacht oder gemaßregelt zu werden, welches Schicksal gerade in Deutschland jede emporstrebende Arbeiter- Vereinigung getroffen und an ihrer freien Fortentivicklung gehindert hat. Daß diese hemmenden Schranken fallen und die Koalitionsfreiheit den Arbeitern im weitesten Maße ge- sichert wird, das müssen sich alle bestehenden Arbeiter- Vereinigungen und die berufenen Arbeitervertreter in den gesetzgebenden Körperschaften zur wichtigsten Aufgabe machen. Wir müssen uns den Polypenarmen des Kapitalismus ent- winden, dessen Umschlingung und Aufsaugungsfähigkeit keine natürliche Grenze kennt. Nur durch mächtig emporstrebende Arbeiterorganisationen kann seine verderbliche Wirkung einigermaßen gebrochen werden. Di» V»w»rl»»g»richts-Uorlage. Bei dem weitgehenden Interesse, welches die Arbeiten der Kommission des Reichstags ür die Gewerbegerichts- Vorlage finden, wird eine Zusammen- 'tellung der bisherigen Beschlüsse dieser Kommission erwünscht ein. Zunächst sind die Hausgewerbetreibenden obligatorisch den Gewerbegerichten unterstellt; dann ist die Befugniß der Gewerbe- gerichte ausgedehnt auf Streitigkeiten zwischen Arbeitern desselben Arbeitgebers aus einer gemeinschaftlich übernommenen Ar- beit. Zu den Bestimmungen über die Wahl der Beisitzer ist hinzugefügt:„Die Wahl ist direkt und geheim. Die näheren Be- ftimmungen über die Wahl regelt das Statut." Die Bestimmung über die Entschädigung der Beisitzer ist gefaßt wie folgt:„Die Beisitzer erhalten für jede Sitzung, der sie beigewohnt haben, eine Entschädigung für Zeitversäumniß und eine Vergütung etwaiger Reisekosten. Die Höhe der Entschädigung für Zeitversäumniß ist durch das Ortsstawt festzusetzen; eine Zurückweisung derselben ist unstatthaft." Ein neuer Paragraph folgenden Inhalts ist einge choben:„Rechtsanwälte oder andere Personen, welche das münd- liehe Verhandeln vor Gericht geschäftsmäßig betreiben, werden als Prozeßbevollmächtigte oder Beistände vor dem Geiverbegericht nicht zugelassen." Ebenso folgende Bestimmung:„Die Berufung ist nur zulässig, wenn der Werth des Streitgegenstandes den Be- trag von 100 M. übersteigt." Zu der Festsetzung der Höhe der Gebühren ist zugefügt:„Durch Ortsstatut kann vorgeschrieben werden, daß Kosten in geringerem Betrage oder gar nicht erhoben werden." Gelag»« wi» gedruckt. Folgende Anekdote macht gegen- wärtig die Runde durch die Bourgeoispresse: Wie bedeutende Opfer die Arbeitenden für die allgemeine Streikkasse bringen müssen, erhellt aus einem bestens verbürgten Fall. Die Frau eines Werftarbeiters in Hamburg wendete sich an den Besitzer einer großen Werft mit der Bitte, ihrem Mann doch einen höheren Lohn als 24 M. per Woche zu gewähren, da die kinderreiche Familie die Ausgaben trotz aller Sparsamkeit mit diesem Betrage nicht decken könne. Der Werftbesitzer ließ trotz des Sträubens der Frau den Mann sofort kommen und dieser mußte dann er- klären, daß er 36 M. Lohn erhalte> aber wöchentlich 12 M. an die Streikkasse abliefern müsse, was er seiner Frau verheimlicht habe, um keine Familienszene zu haben!" Das Hamburger „Echo" bemerkt dazu: Daß die Arbeiter eine dem Bourgeois allerdings unbegreifliche Opferivilligkeit entivickeln, wenn es gilt, 'ür ihre Rechte einzutreten, ist allerdings wahr. Das verheim- en sie aber ihren Frauen nicht und können es nicht verHeim- en, denn die Beschlüsse werden öffentlich gefaßt. Daß aber hier gerade ein Werftarbeiter als Beispiel gewählt ist, beiveist die Unkenntniß des Verfassers der Ente. So viel verdienen die Werftarbeiter wahrlich nicht, um 12 M. opfern zu tonnen, wenn sie es auch gerne thäten. Der Zweck der Rott; ist verständlich genug: Man will Unfrieden in den Arbeiterfamilien hervor- rufen. „Kevorst»h»ttd»r Rücktritt de« neue»» R»ich«Ki»»»z- ters!"— so lautet die neueste Sensationsnachricht, welche die Freunde des gestürzten Reichskanzlers in die auswärtige Presse lanzirt haben. Der neue Kauzler finde die Last seines Amtes zu chwer— natürlich er hat nicht die Schultern des„Herkules des 10. Jahrhunderts"—, und er will seine Demission geben, oder habe sie schon gegeben— natürlich, damit„der Herkules des 19. Jahrhunderts" die Titanenlast wieder auf seine Titanen- chultern nehine. Also zu lesen— in mehr oder weniger beut- lichen Worten— in zahlreichen Zeitungen des Auslandes, wo die Freunde des gestürzten Reichskanzlers deutlicher zu reden wagen, als in der Presse des Inlandes. Der Zweck dieses Treibens liegt auf der Hand. Erreicht wird er nicht werden; immerhin ist es charakteristisch für den Mann und sein System. Man wird sich übrigens erinnern, daß die Presse des Aus- lands von dem Kanzler a. D. stets sehr lebhaft berücksichtigt und planmäßig dazu benutzt wurde, auf die„öffentliche Meinung" im Inland zurückzuwirken. Was nun die diplomatischen Leistungen des neuen Reichskanzlers betrifft, so halten wir dieselben keineswegs für etwas Wunderbares, wie wir denn überhaupt weder an Wunder noch an Wundermänner glauben— allein das hat er doch fertig ge- bracht, daß die Beziehungen Deutschlands zu den übrigen Ländern weit bessere sind als vor ihm— unter dem„genialen" Re- giment. WaS nützen die„genialsten" Künststückchen, die nur reizen und verbittern? An den Früchten soll man die Staats» männer erkennen, gleich den anderen Menschen; und-an den Früchten des Kanzlers a. D. haben wir auf ewige Zeiten genug.— Di» Schauspieler. Nach der„Post" hat Graf Herbert Bismarck doch verschiedene Interviewer empfangen. So hat er nach dem„Evenement" dessen Redakteur erklärt, es sei unrichtig, daß er seinen Einfluß angewandt habe, um Deutschland von der Pariser Ausstellung abzuhalten. Seines Vaters Rücktritt seiend- giltig, aber gezwungen.„Wir haben uns dem eisernen Willen des Souveräns gebeugt, der glaubte, unsere Dienste dem Staats- interesse hintansetzen zu müssen. Von der Szene abgetreten, wie Schauspieler, die ihre Rolle beendigt haben, stehen wir erwar- tungsvoll in den Kulissen, und an dem Tage, wo der Kaiser unS ruft, kann er auf uns rechnen."— Ein Talent für komische Rollen haben wir dem Herbert niemals abgesprochen. Der Verband deutscher Eisen-«»»d StahliudnstrieUer (nordwestliche Gruppe) hat sich in seiner Hauptversammlung zu Düsseldorf im Anschluß an einen Bericht des Geschäftsführers Dr. Bäumer sehr scharf ausgesprochen gegen die Ausnahme der Staatsbetriebe von dem neuen Gewerbegerichts-Gesetze und gegen die Bestimmung der GewerbenoveLe, daß die Arbeiter vor Erlaß einer Älrbeiterordnung gehört werden sollen. Auch sonst verlangt der Verband ein durchaus vorsichtiges Vorgehen bei der Gewerbe- ordnungs-Novelle.— Es wäre ja unerhört, wenn den Arbeitern auch nur das Recht eingeräumt würde, ihre Wünsche bei einer Arbeitsordnung bescheiden zu äußern.„Durchaus vorsichtig" soll mit dem Arbeiterschutz vorgegangen werden: am besten so, daß man den Pelz wäscht, ohne ihn naß zu machen. Ter unvergeß- liche Bismarck hat das ja vortrefflich verstanden. Wallljustis. Aus Stettin wird der„Köln. Ztg." geschrieben: „Die letzten Reichstagswahlen haben hier vor dem Gerichte ein Nachspiel. Mehrfach waren DoppelzÄtel für den sozialdemokra- tischen Kandidaten(Siehe als Gegem'tück die vier Hamburger „Reichstreuen", die doppelt gewählt haben) abgegeben worden, doch nur in wenig Fällen war es mögKch, den Thäter festzustellen. Abgefaßt wurde bei einem solchen Aahlschwindel ein Maurer Namens Meißner und dieser ivurde kürzlich von der Straf- kammer III des hiesigen Landgerichts auf Gntnd des§ 108 des Strafgesetzbuchs zu 14 Tagen Gefängnis! verurtheilt. Schlimmer erging es einem Kahnknecht aus Jasenisi. der am 20. Februar im Wahllokal einem Arbeiter den Stimmzettel zu entreißen versucht und ihn dabei gar geschlagen, auch die Wahlhmtdlung durch den oft wiederholten Ruf:„Es lebe die Sozialdemokratie!" gestört hatte. Von einem Gendarmen zur Ruhe Anwiesen, leistete er nach- haltigen Widerstand und zertrümmerte schließlich im Gefängniß Alles, wäs ihm unter die Hände kam. Mit Rücksicht auf die durch solches Auftreten schwer gefährdete öffentliche Sicherheit wurde der Kahnknecht zu 2V« Jahren Gefängniß verurtheilt, ein Jahr mehr, als der Staats« iwalt beantragt hatte." — Die ganze Fassung des Artikels läßt die tendenziöse Dar- stellung des Falles nur zu deutlich erkenne»». Wäre der Fall nicht tendenziös dargestellt, würde das Urtheil, in Rücksicht auf seine Härte, nicht verständlich sein. Aber abgesichen davon. Wie hoch müssen, an diesem Urtheil gemessen, die Uatruhestifter und Land- friedensbrecher in Blumberg wohl bestraft»werben? Graf Kerchrm. der bisherige Unterftzratssekretär des Aus« wärtigen Amtes, wird, der„Köln. Ztg." zufolge, nach Ablauf seines Sommerurlaubs, den er vorgestern angetreten hat, nicht wieder in seine jetzige Stellung zurückkehren, sonturn so lange in den einstweiligen Ruhestand treten, bis eine Stulls im diplomatischen Dienst für ihn frei werden wird. Graf sitzerchem war früher Generalkonsul in Pesth und wurde in seine jetzige Stellung im Jahre 1885 berufen, als Graf Herbert Bismarck Staatssekretär des Auswärtigen Amtes wurde.' Er hat csiso jetzt fünf Jahre diese Stellung im Auswärtigen Amt bekleidet.— Die Glieder des Systems, die gelehrigen Schüler des„Alten", folgen ihrem Herrn und Meister nach. Hpionenriecherei. In Bezug auf die Verhaftung deS schwedischen Kapitäns Namens Petersen in Mainz wegen Spio- nage theilt die„Frankfurter Zeitung" mit, daß der Kapitän gegen Stellung einer Kaution wieder entlassen worden ist. Aus Alledem, was über die Persönlichkeit des angeblichen Spnons zu erfahren sei, gehe hervor, daß der Mann vollständig unschuldig sei, und daß es sich lediglich um eine„Spionenriecherei" handle. Der„Uer»»»» d»r r»gi»rnnasfr»«»,>lich»,» Vrrff»". Herr Ludwig Schaper von den„Görlitzer Nachrichten" d einen tirt die von uns dem„Boten aus dem Riesengebirige" entnommene Nachricht, daß dieser Verein sich aufgelöst Hain. Es sei auch falsch, wenn behauptet würde, der Verein sei aus dem Preßbureau des Ministeriums unterstützt. Die Behauptung lautete aber auch aar nicht, daß der Verein, sondern daß die zum Verein gehörenden Blätter von dem Preßbureau unterstützt würden. Auch»in Si»g. Der„National-Zeitung" nsird aus Paris telegraphirt,„Graf Bismarck habe während feiner Anwesen- heil daselbst siegreich die Angriffe unzähliger Reporter abge- schlagen." A»»f Gr»»»»d des Sozialistettgesech»« verbotet der hiesige Polizeipräsident die Druckschrift:„Nach zehn Jahmen. Material und Glossen zur Geschichte des Sozialistengesetzes. H. Die Ovfer des Sozialistengesetzes. London. German Ooopetratiye Publishing Co. 1890." In Kerli« und anderwärts sind Gerüchte im-Umlauf, wo- nach der Abg. Bebel schwer erkrankt, sogar gestaiiben sein soll. Diese Gerüchte, die vielfach zu telegraphischen und brieflichen An- fragen sowohl bei dem Abg. Bebel wie bei uns führten, sind falsch. Wohl mußte der Abg. Bebel neulich wegen Erkrankung an einem Darmkatarrh Berlin verlassen, er befindet sich aber bereits wieder wohl und gedenkt nächsten Donnerstag nach.Berlin zurückzukehren, um sich an den im Reichstag beginH.enden Berathungen der Arbeiterschuhgesetz-Kommission zu betheiligen. Weiter verbreitet der Telegraph die Nachricht, die Abgg. Bebel und Auer träten am 1. Oktober in die Redaktion des „Berl. Volksblatt" ein; uns ist von einer solchen Absicht der Ge- nannten nichts bekannt. Schweix. Bern, 30. Mai. Der Bundesrath hat heute den Entwurf zu einem Bundesgesetz betreffend die Auslieferung am das Ausland festgestellt. Der zehnte Artikel desselben lautet: Wegen poli- tischer Verbrechen und Vergehen wird die Auslieferung nicht bewilligt. Die Auslieferung wird jedoch, sosern der Thäter einen politischen Beiveggrund oder Zweck vorgeschützt, gletchwoht bewilligt, wenn die Handlung, um deren willen die Auslieferung verlangt wird, vorwiegend den Charakter eines gemeinen Ver- brechens oder Vergehens hat. Das Bundesgericht entscheidet in dem einzelnen Falle über die Natur der strafbaren Handlung auf Grund des Thatbestandes. Wenn die Auslieferung beivilligt wird, so stellt der Bundesrath dem ansuchenden Staate die Be- dingung, daß der Auszuliefernde wegen seines politischen Beweg- grundes oder Ziveckes nicht strenger behandelt werden dürfe. FvattKreich. Paris, 29. Mai. Deputirtenkammer. Vicomte de Moni- fort befragt die Regierung wegen Organisation der Kolonial- Armee, deren bedrängte Lage die Vorgänge in Dahomey dar- thäten. Kriegsunnister Freycinet erwidert, die Regierung bear- beite gegenwärtig einen Entwurf, welcher den Kolonialdienst sicherstellen werde, ohne die Interessen einer Mobilmachung zu schädigen.— Hierauf begann die Besprechung der Wahl in Saint- Di6. wo Picot gegen Jules Ferry gewählt wurde. Die Wahl Picot's in Saint-Diö wurde mit 274 gegen 232 Stimmen für un- giltig erklärt. Ueber die Verhaftung der Russen in Paris ver- breitet das„T. B. Herold" folgende(etwas romantisch aufgestutzte Erzählung: Paris, 29. Mai. Wie bereits von uns gemeldet, fanden in der vorigen Nacht Konferenzen zwischen den Beamten der Pro- kuratur und der Polizei statt. Infolge dieser Berathungen wur- den heute früh in verschiedenen Stadttheilen 14 Personen, größten- theils russischer Herkunst und zur Gruppe der Terroristen gehörig, verhaftet. Man fand in den Wohnungen der Verhafteten Explosiv- stofse, namentlich zahlreiche Bomben verschiedener Formen, Me- tallröhren, technische Schriften und Apparate u. s. w. Das Haupt dieser Vereinigung war«in gewisser Reinstein. Unter den Verhafteten befinden sich drei Frauen, darunter die Gattin Rein- stein's, Fräulein Feodorowna und Fräulein Ronnberg, die sich für Studentinnen der Medizin ausgeben und sehr tüchtige chemische Kenntnisse aufweisen sollen. Seit einiger Zeit haben die Verhafteten Versuche in der Umgegend von Paris, namentlich auch bei Raincy angestellt, wo man Metallröhren am Fuße eines durch eine Explosion zersplitterten Baumes fand. Die Polizei war außerdem von einem Verkäufer chemischer Produkte, der über die große Quantität gefährlicher Materialien erstaunt war, welche von einem Mittelsmann der Terroristen unter falschem Namen und unter falscher Adresse bei ihm gekauft wurden, aufmerksam gemacht worden. Bei Verfolgung der hierdurch angedeuteten Spuren gelang es der Polizei, die Glieder der verbrecherischen Verbindung zu ermitteln und zu ver- haften. Man vermuthet, daß die Bomben zum Gebrauch in Rußland bestimnit waren. Die mit Beschlag belegten Gegen- stände werden im städtischen Laboratorium untersucht. Das Verhör der Verhafteten hat bereits begonnen.— Diese Nachrichten sind noch wenig in das Publikum gedrungen. In den Kouloirs der Deputirtenkammer werden diese Vorgänge mit um so größerem Interesse besprochen, als die Polizeipräfektur bei ihren Auskünften hierüber sehr wortkarg ist."— Wir betonten bereits bei der ersten Meldung über die Verhaftung, daß sie mit großer Vorsicht auf- genommen werden müsse. Paris, 39. Mai. Es haben noch weitere Verhaftungen von Russen stattgefunden, die indessen ihre Theilnahme an dem angeblichen Komplot ableugnen. Die Verhafteten verweigern jegliche Auskunft über die Zwecke, denen die bei ihnen vorge- fun denen Bomben und Sprengmaterialien dienen sollten. Tie Untersuchung hat sich bisher auf die Feststellung der Persönlich- leiten der Verhafteten beschränkt- es hat sich herausgestellt, daß ein Theil derselben bereits in Rußland verurtheilt worden ist. Ein Theil der Verhaften n zeigt sich sehr erstaunt darüber, inhaftirt worden zu sein; als S tudenten, erklären sie, seien sie durchaus berechtigt, sich nnt cheitäschen Versuchen zu beschästigen. Rußland. Warschau, SO. Mai. Der Oberpolizeimeister verfügte der „Voss. Ztg." zufolge wiederum die Ausweisung von 84 Ausländern, darunter 30 Preußen und 26 Oesterreicher. Dieselben haben das russische Staatsgebiet unverzüglich zu verlassen. Petersburg, 29. Mai. Wie die.Nordische Telegraphen- Agentur" erfährt, soll der Einfuhrzoll auf Baumwollengarn der- art erhöht werden, daß für die englischen Nummern 1 bis 60 nunmehr 4 Rubel per Pub zu zahlen sind. Kalkanlauder. Sofia, den 30. Mai. Prozeß Panitz«. Das Kriegsgericht hat heute Morgen nach 16 stündiger Berathung folgendes Ürtheil gefällt: Panitza wegen thatsächlich begonnener Ausführung einer Verschwörung gegen das Leben des Prinzen Ferdinand und der Minister, sowie wegen versuchten Umsturzes der bestehenden Re- gierung mit Hilfe von Ausländern, zur Todesstrafe durch Er- schießen unter Vorbehalt der Begnadigung, der Reserveoffizier Kolobkoff zu 9 Jahren, Lieutenant Rizoff und Arnaudoff zu 6 Jahren, die Offiziere in Disponibilität Tateff, Tschawdaroff, Molloff, Kessimoff zu 3 Jahren, Stefanoff zu 5 Monaten Gefängnis(unter Anrechnung von 2Vs Monaten Untersu-6nngshaft). Freigesprochen wurden: Abalansky, Nojaroff, Staniei.off, Demeter Rizoff, Matheff und Pantalei Kessimoff. Ilvlroikerbeivegung. Hamburg, den 29. Mai. Die Unternehmer-Koalition nimmt eine dauernde Form an. Unter dem Namen„Industrie- und Gewerbeverband" hat sich hier eine Vereinigung gebildet, deren ausgesprochener Zweck ist,„den Arbeitern solidarisch entgegenzu- treten." In einer demnächst stattfindenden Versammlung sollen die Statuten vorgelegt werden. Auf die nächsten Thalen der Koalition kann man gespannt sein; Erfreuliches wird sicher nicht dabei herauskommen. Es soll uns übrigens wundern, sagt das „Echo", wie lange noch die kleineren Gewerbetreibenden den Groß- industriellen Heeresfolge leisten werden. Endlich müssen doch auch diesen Leuten die Augen darüber aufgehen, daß sie es sind, welche bei den von der Kapitalmacht provozirten Kämpfen mit der Ar- beiterschaft aufgerieben werden. Auch sie müssen einmal das Spiel der Großindustriellen durchschauen, welches dahin geht, durch Ver- schärfung und Verlängerung der Kämpfe die manchmal noch un- bequem werdenden kleineren Konkurrenten zu ruiniren und die gesammte Industrie mehr und mehr in wenige Hände zu ver- einigen. Ist man soweit, dann läßt man die Uebertölpelten ein- fach fallen und hat es dann sehr leicht, durch Bildung von Ringen und Trusts den Markt zu beherrschen und nach Belieben den Konsumenten die Preise vorzuschreiben. Ans Kiel berichtet die„Kieler Ztg." über eine öffentliche Malerversammlung, welche, vom Jnnnngsvorstand berufen, von Meistern sowohl als von Gehilfen zahlreich besucht war. Während der Jnnungsvorstand und mehrere Meister für Nufrechthaltung des Jnnungöbeschlusses(40 Pf. Stundenlohn und zehnstündige Arbeitszeit eintraten, wurde von den Gehilfen für ihren bezüg- lichen Beschluß(45 Pf. Stundenlohn und neuneinhalbstündige Arbeitszeit) gesprochen. Da von keiner Seite Anerbietungen irgend einer Art gemacht wurden, so mußte auch diese Versammlung ohne Resultat geschlossen werden. ... ,>Nt. Zuckerind." schreibt:„Vor einigen Tagen legten die mit Rübenverziehen beschäftigten Schulkinder in Brachstedt bei Halle plötzlich die Arbeit nieder und waren darin einig, M*: nicht eher wieder aufzunehmen, als bis ihnen ein Lohn von 19«. pro Tag bewilligt sei. Ter Gutsbesitzer mußte, da die Arbeit drängte und andere eben so billige Arbeitskräste nicht zu haben waren, die Forderungen der Kinder, die wohl erst von ihren Eltern zu diesem Vorgehen veranlaßt worden waren, bewilligen. — Auch in Langenbogen bei Halle hatten die mit Rübenzichen beschäftigten Schulkinder gestreitt, da sie für den bisher gezahlten Lohn von 20 bis 25 Pf. für die Zeit von 1 Uhr Mittags bis 7 Uhr Abends nicht weiter arbeiten wollten. Der betreffende Gutsherr mußte daher, um die dringende Arbeit zu bewältigen, eine Lohnaufbesserung eintreten lassen.". Wichtig für Metallarbeiter. In Offenbach a. M. und wohl auch in anderen Städten zirkulirt folgendes Schriftstück, auf das wir die Aufmerksamkeit unserer Leser unken. Streng vertraulich! Offenbach a. M., den 9. Mai 1690. An die Herren Mitglieder des Bezirksvereins deutscher Metall-Jndustrieller" Hier. Wrr machen unsere Mitglieder darauf aufmerksam, daß, nacy uns gewordenen Mittheilungen, hier versucht wird, Listen in Um- lauf zu setzen, um Unterftützungsbeittäge für die in Hamburg und Umgegend im Ausstand befindlichen Metallarbeiter aller Branchen zu sammeln. Es geschieht dies mittelst an eine Gruppe gleich' beschäftigter Arbeiter eines Betriebes gerichteter Briefe, worin gleichzeitig aufgefordert wird, den Zuzug nach Hamburg fernzu- halten. Als Absender figurirt entweder C. Schmerling, Altona, Lindenstr. 38, 3, oder C. Manns, Johannesstr. 10, Hs. 1, 2. Stock. Wir halten es im Interesse aller, sowohl Arbeitgeber wn Arbeitnehmer, zu verhindern, daß der Verdienst Letzterer durch Beiträge obiger Art geschmälert wird und ersuchen unsere M't- glieder, Vorkehrungen zu treffen, damit nicht solche Briese auf irgend eine Weise in die Händel eines einzelnen Arbeiters einer Gruppe ihres Bettiebes gelangen(I) Der Vorstand _,_ gez. Otto Engelhard. . Nach Mittheilung der Firma C. Lyner hier ist von derselben ein Feilenhaucr Hch. Elvert von Hösbach wegen geforderter acht- stündiger Arbeitszeit entlassen worden, vor dessen Einstellung wn warnen. Welch' edle Sorge tritt in diesem Erguß für die Arbste P Tage, deren Verdienst durch Unterftützungsbeittäge nichi» schmälert werden soll! Aber welcher Art sollen denn du kehrungen sei», damit die Briefe nicht in die Hände der Arve •' o ntr»• V*______£"-• r-JL___ 4.__% fP\„ ♦Viitvnß 09*4 kommen? Will man sie einfach unterschlagend Da würde der Staatsanwalt ein Wort dazwischenreden. Das Schris ist wieder einmal ein Beweis dafür, daß dem Unternehml im Kampf gegen die Arbeiter jedes Mittel recht ist. Berufserklärung, die das Schriftstück enthält, ist Wenigste. De do Monien, Kreuzbergstr. 9, Quergeb. III NB. entrichten. Die Mitglieder werden ersucht, ihre Beiträge gell, regelmäßig Der Vorstand._ � Freie BereichW ber iSaloa- iliieure imi) BerusSgen. Mitglieder-Y ersamml. am Montag, den 2. Juni, Ab. 8V2 Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstt. 75. Tagesordnung: I. Die Nothwendigkeit der Verkür- zung der Arbeitszeit. Referent Herr Wilh. Werner. 2. Diskussion. 3. Ausgabe der Statuten und Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Frage- kästen. 710 Zugleich wird auf die am 8. Juni stattfindende Herrenparthie aufmerksam gemacht. Abs. vom Anhalter Bahnhof nach Grunewald 6 Uhr 20 Min. Nachzügler 7 Uhr 35 Min. Näheres in der Versammlung. Oer Vorstand. SoMlbemokrat.WWerel!l sin k\\ peilen Wahlkreis. Die Zahlstellen befinden sich bei: Böhland, Restauration, Bülow- straße 52. Ernst Wilschke, Cigarrengesch., Junkerstr. 1. Scheuer, Restaurati on, Gneis enau- und Schleiermacherstraßen-Ecke. Schmidt, Restauration, Diefenbach- straße 34. Die Beiträge werden jeden Sonn- abend von SVa— 10 Uhr entgegengenommen. 711 Laut Beschluß fallen die Versamm- lungen drei Monate aus; es werden alle Genossen aufge ordert, die Beittäge pünktlich zu entrichte». Der Vorstand. Geimalmsmilll. des Bereins ber Einsetzer am Uhr, (Tischler) Sonntag, Vormittags lOVe Neue Friedrichstraße 44. Tagesordnung:». 1. Abrechnung des Vergnügung''' Komitee. 2. Vorlage der Dreier-KommissioU' 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. ,, Abschluß der Billet- Ausgabe M Kremserpartie am 16. Juni. 713 Oer Vorstand* Falbm'ein ber Albumarbeittl Berlins. Nersammlmtg ilft am Montag, den 2. Juni, Ab. 8Ve U' in Klein's Festsäle, Oranienstr. IsLg Tagesordnung:...» 1. Vortrag des Herrn Rechtsanw Frendenthal über das Gewerbegei*' 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. 1 Spiegel nnd �Polsterwaare»- Gr. Lager, bill. Preist Emil Heyn, Brunneustraße 28, Ho; parterre- Theilzahlung nach Uebereinkunl- eigener Fabrik. Verantwortlicher Redakteur: Cnrt Sänke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Sading in Berlin SSV,, Beuthstraße 2- Sierzn eine Seilaar' %((# Mm Berliner Sonnabend, den 31. Mai 1890. 7. Jahrg. ir»rnestr Zristnng des Herrn Wehriinrath Lnjo Krentano. Leipziger studentischen Kreisen schreibt man uns. i'nb pjl'1'® Nationalökonomie bis jeht beherrscht haben k%5w«.rs:bß VS ij l.ar� von diesem Gesichtspunkte aus ist der letzte Vortrag zu bi �n. welchen Lujo Brentano am 19. d. M.»n blauen Saale - �"stallpalastes ,u Leipzig in. Gegenwart der �königlichen >"üss s«4,%' öu•ttlfÖlö ltl va/vyvinvM»* w*. "Qet cvetl Prinzen, verschiedener Generäle, vor Studirenden .»iakulläten kielt— ein Bortrna. sn welchem der » akultäten hielt— ein Vortrag, zu welchem der halionale Verein deutscher Studenten" die Komilitonen be- qm ruigeladen hatte. Brentano sprach iiber:„Die Stellung wrten zur sozialen Frage" und erläuterte dies interessante SjoAv" Qn dem Beispiele Englands in den letzten vierzig Jahre». üÄ cr d'e Erklärung abgegeben, daß er es für seine Pflicht «top1} Hobe, der Aufforderung des„Vereins deutscher �ie W." Folge zu leisten, entwickelte er, wie einseitig man immer iibe! Verhältnisse Englands als Muster den deutschen gegen- itoft■®'e Stellung der Gebildeten zur sozialen Frage iväre %. in England genau dieselbe gewesen, wie in Deutschland. 'litni.• r übergroßen Gleichgiltigkeit stand man in Groß- tzy-.üüien den Interessen der untersten Volksschichten gegenüber. l>>t'ii ürde das anders. Die Bewegung der C h a r t i st e n wäre ja L'ßtnait dasselbe gewesen, was für die deutschenVerhältnisse jetzt die �."Nische ist. Ja man könne dreist behaupten, daß das Lärmen und «s./ü vor dem Sozialistengesetz ein Kinderspiel gewesen wäre jn, über der Massenbewegung der petitionirenden Chartisten. (L, in England sahen die gebildeten Klassen bald ihre Fehler L.' sie begannen sich mit den sozialen Problemen zu be- dP'gen, sie nahmen sich der unteren Bevölkerung an, entstanden überall Vereine, welche das Wohl der Ar- tz.u bezweelten, und auch das Gesetz griff zu ihrem �'he ein. Dabei bethciligte sich auch die englische studirende �Send in bedeutendem Maße. Vortrüge wurden gehalten. Fort- zwstigsvereine gegründet, ein reger Verkehr entwickelte sich ch hton der studirenden Jugend und den Arbeitern; man trug �Itnr in das englische Volk. Daran müsse man sich ein nehmen, ohne Tendenzpolitik zu treiben, müsse sich auch putsche Jugend dem Studium sozialer Probleme zuwenden. tz.J«=elch' xin Bild bekommt da der unbefangene Leser von der K.toiligkeit des englischen Volkes! Die soziale Frage existirt U-übax für das glückliche Großbritannien nicht niehr. Dort #[1, In die Reichen den Armen, dort schützen ja die gebildeten stto,» materiell Schwachen, und die englische Jugend schreitet 'e Zivilisation verbreitend— welch ein Bild! schade, daß dem die Thatsachcn nicht entsprechen. Die !erv üenbeivegung, allerdings aus den untersten Volksschichten li�pLegangeii, hat einen ganz anderen Charakter als die deutsche to'ch'sche Bewegung; sie hat auch ein ganz anderes Ziel und b»!«»"dere Mittel, das Ziel zu erreichen. Nicht um eine ge- i»»,?*'. aber friedliche Umwälzung der ökonomischen Lage, wie w}, schland, sondern um eine bedeutende, aber im alten System �nde Verbesserung handelte es sich in England. Und dem lojini» 5. der englischen Bourgeoisie lag nicht Interesse an den ,,(Jen Problemen zu Grunde, sondern es erklärt sich, wie die That- W I,(,Qllf5 klarste beweisen, aus dem Zwange, die Arbeiterrasse >w?HVlscher Degeneration zu bewahren. Es war eine noth- fein'9e. Konzession; nichts mehr und nichts weniger. Es gehört spj.,.-in merkw, rdig„praktischer" Blick dazu, um jene Vereins- ziel- er englischen Studentenschaft eine besonders große so- Vedeutimg beizumessen; einem„Theoretiker" der National- Der 4. Mai in London. Von Friedrich Engels. M wichtigsten und großartigsten Theil der ganzen ÄtopJ? ZLste ich, daß am 4. Atai 1890 das von vicrzig- �cip-,, Winterschlaf erwachte englische Proletariat in die iU-'ucr Klasse wieder eingetreten ist. Um dies zn "/ ist die Vorgeschichte des 4 Mai unentbehrlich. Anfang vorigen Jahres gcrieth das größte imd Arbeiterviertel der Welt, das Ostends von London, in Bewegung. Am 1. April 1889 wurde �j�chiwein der Gasarbeiter und Handarbeiter über- sljst-}(Gas Workers and General Labourers Union) ge- tot"'-r zählt heute an 100 000 Mitglieder. Wesentlich ito Mitwirkung dieses mitbethciligten Vereines(viele der.�?sarbeiter im Winter, Dockarbeiter im Sommer) kam Dockstrcik.in Gang und rüttelte selbst den untersten der Ostlondoncr Arbeiterschaft aus der Nersum- °uf., Jetzt bildeten sich unter diesen, melft unge- �»lt t.Arbeitern Fachvereine über Fachvercine, wahrend die ton fchbn bestehenden, bisher nur mühsam sich halteiideu, ilnC'ch aufblühten. Der Unterschied dieser neuen Trabes WeL ,Clch/ aber je reicher, desto niehr arten sie aus in und so lange es geht. Die neuen»uuge- ökonomie fehlt leider jedes Verständniß für diese so eminent wich- tige Entmickelungsphase. Bemerkenswerth ist der feine Takt, mit welchem Brentano im„Verein deutscher Studenten" von der„Toleranz" der englischen akademischen Jugend sprach. Aber was schadete dies? Lohnte doch ein ungeheurer Veifallssturm dem Reoner für die epochemachenden Wahrheiten, die er vortrug und ein zusriedenes Lächeln flog über die Lippen des„bedeutenden Nationalökonomen"— dasselbe zufriedene Lächeln, welches seine Lippen zu umspielen pflegt, wenn er über „die Utopien eines Karl Marx" spricht oder dem unoriginellen Ricardo ein Plagiat nachweist. LLtltriles. Künstliche Luftverbesserung in Mohnvanmen. Es giebt Fälle, in denen es darauf ankonunt, ungesunde Lufträume, üble und schädliche Gerüche, wenn sie einmal im Zimmer an- sässig geworden sind, so schnell wie möglich aus demselben zu entfernen; für solche Fälle kennt die Hausfrau eine Anzahl ver- schiedener künstlicher Mittel, wodurch die Zimmerlust wenigstens rasch verbessert werden kann. Denn jene Näucheressenzen und Räucherpulver, welche in den meisten dieser Fälle zur Anwendung kommen, verbessern die Luft nicht immer unbedingt, wohl aber vermögen jene würzigen Dämpfe die in der Luft befindlichen schlechten(miasmatischen) Stoffe unschädlicher zu verändern, sie für die Sinne iveniger empsindlich zu machen, und bei Personen, deren Athmungsorgane einer Anregung für die erschlafften Nerven bedürfen, lungenstärkend zu wirken. Schädlich ist die Anwendung solcher Räuchermittel indessen immer da, wo besonders reizbare Nerven und krankhast erregte Athmungsorgane in Frage kommen. Denn die gebräuchlichen Räucheressenzen und Pulver fallen alle mehr oder weniger em- pfindlich auf die Athmungsorgane; das trifft besonders zu bei allen harzigen Räucherungen, und da, wo dein Räucherpulver, wie das nicht selten der Fall ist, Moschustheile beigemengt sind, fallen seine Dämpfe schwer auf die Lungen, selbst wenn man die Vorsicht gebraucht, es sofort nach dem Ausschütteln zu beseitigen. Als das einfachste und unschädlichste Kaller dieser künstlichen Lust- Verbesserungsmittel darf die Räucherung mit Essig oder Essigsäure gelten. Ein einziger kleiner Tropfen solchen reinen Aethers, welchen man im Zimmer vergießt, reicht hin, sogar mehrere in- einandergehende Zimmer, deren Thüren geöffnet sind, mit einem erfrischenden und reinen Magnoliagcruch zu erfüllen. Die ganz besonders wohlthuende Wirkung dieses Mittels, welches, da keine Verbrennung stattstndet, zugleich den Vorzug hat, daß es zu jeder Jahreszeit angewendet werden kann, macht es besonders für Krankenzimmer geeignet, ivo hinsichtlich vermeidender Erregung und Reizung doppelte Vorsicht nöthig ist. Ist es auf einen kräftigen Geruch abgesehen, so erreicht man seinen Ziveck auch dadurch, daß man in einem flachen Gefäß etwas feinen Weinessig auf zerstoßene Gewürznelken gießt und ihn so- dann über eine Lampe verdampfen läßt. ■ Sollte Einigen dieses Aroma noch zu stark wirken, dann bleibt für diese schließlich noch der süßeste und diskreteste aller Zimmerparfüins übrig: der angenehme Dust blühender Stuben- pflanzen. Eine einzige kleine, blühende Reseda thut zuweilen Wunder. Soll jedoch die Wirkung eine noch sanftere sein, so mag man die Gardinen von Zeit zu Zeit init einigen Tropfen mit Ambra gemischten Lavendelwassers parfümiren. Bei den gewöhnlichsten und wohlfeilsten Räucherungsmitteln wie Wachholderholz, gedörrte Wachholderbceren, pulverisirter Zucker, gedörrte Aepfelschalen, sind gcioisse Vorsichtsmaßregeln zu beobachten, wenn sie nicht die beabsichtigte Wirkung verfehlen sollen. So soll man nur geschältes Wachholderholz verwenden, soll der Rauch nicht von den Kohlen, sondern vom hellen Feuer ausgehen, während des Verbrennens das Fenster geöffnet bleiben und gleich nach beendigtem Räuchern geschlossen werden. Ebenso muß inan, wenn man pulverisirten Zucker oder gedörrte Wach- holderbeeren auf glühende Kohlen streut, dafür sorgen, daß die Kohlen vollkommen glühend sind und nicht auch ihren eigenen Rauch der Räucherung beimischen, sowie auch, daß die Räucherung so schnell als möglich vorübergehe und der Räuchcrungsapparat einschließlich der Kohlen gleich nach Verbrennung deö RäucherungS- mittels aus dem Raum entfernt werde, weil der reine.Kohlen- dampf, der sich dann entivickclt, der Gesundheit nur schävlich sein würde. Die Krimiiml-I btheihmg des Dolizeipräsidttims befaßt sich zur Zeit mit Versuchen, die angestellt werden, das in kriminalistischen Kreisen vielbesprochene System zu prüfen, welches den französischen Kriminaliüen Bertillon zum Urheber hat und den Behörden Mittel an die Hand aeben soll, die Jdcntisiziruno sozialistische Propaganda war aber schon seit Jahren im Ostcnde thätig gewesen, und hier ivaren es besonders Frau E. Marx- Aveling und ihr Mann, Eduard Avetülg, die seit vier Jahren in den fast nur ans Arbeitern bestehenden„radikalen Klubs" das beste Propagandafeld entdeckt und ausdauernd bearbeitet hatten, und ivie sich jetzt gezeigt hat, mit dem besten Erfolg. Während des Dockstreiks war Frau Aveling eine der drei Frauen, die die Unterstützungs-Vertheilung besorgten und zum Dank dafür von Herrn Hyndman, dem Ausreißer von Trafalgar Square, verleumdet wurden, als hätten sie sich dafür aus der Streikkasse drei Pfund Sterling ivöchentlich zahlen lassen. Ten Streik in Silvertoivn, ebenfalls im Osteude, vorigen Winter, leitete Frau Aveling fast ganz allein und sie vertritt eine von ihr dort gestiftete Frauensektion im Ausschuß der Gasarbeiter. Die Gasarbeiter hatten sich im vorigen Herbst hier in London den achtstündigen Arbeitstag erkämpft, ihn aber im südlichen Stadttheil in einem unglücklichen Streik wieder verloren und Beweise genug erhalten, daß diese Errungen- schast auch im nördlichen Theile Londons keineswegs für immer gesichert ist. Was Wunder also, daß sie bereitwillig eingingen ans den Vorschlag von Frau Aveling, die vom Pariser Kongreß beschlossene Maiseier zu Guusten des gesetz- lichen Achtstundentages für London einzuleiten? In Ge- meiuschaft mit einigen sozialistischen Gruppen, den radikalen Klubs und den anderen Trabes- Unions im Osteude setzten sie ein Zentralkomitee ein, das eine große Demonstration zu diesem Zweck im Hydepark orgauisiren sollte. Da sich herausstellte, daß jeder Versuch, diese Demonstration am Donnerstag den 1. Mai abzuhalten, in diesem Jahr nothwendig scheitern müsse, so beschloß man, sie aus Sonntag den 4. zu verlegen. Damit, wo möglich, alle Londoner Arbeiter sich be- theiligten, lud das Zentralkomitee in naiver Unbefangenheit auch den Londoner Trades-Council ein. Es ist dies eine bestrafter Verbrecher zu erleichtern und über jeden Ziveifel fest- zustellen. Das System Bertillon beruht auf der Theorie, daß die knochigen Körpertheile eines ausgewachsenen Menschen keiner Ver- änderung ihrer Größenverhältnisse ausgesetzt sind und empfiehlt auf Grund dieser Annahme und der als Thatsache geltenden Voraussetzung, daß es nicht zwei Personen von ganz gleicher Bauart giebt, zur Jdentifizirung von Verbrechern die Messung des Kopfes und bestimmter knochiger Körpertheile, mit besonderer Be- rücksichtigung des linksseitigen, die sich zu diesem Zwecke besonders eignen sollen, weil sie infolge des stärkeren Gebrauchs, den die Menschen von ihren rechtsseitigen Gliedern machen, noch weniger einer etwaigen Umgestaltung ausgesetzt sind. Das System Bertillon hat im Laufe der letzten Jahre auch außer- halb Frankreichs Eingang gefunden, so in den Vereinigten Staa- ten und in Belgien und auch Anklang bei der internationalen kriminalistischen Vereinigung gefunden, welche die allgemeine Ein- führung des Systems lebhaft befürwortet und dabei besonders von dem Prof. von Liszt unterstützt ivird. Der preußische Minister des Innern hat es dem Polizeipräsidium anheimaestellt, das System zu prüfen, und nachdem Herr Bertillon unlängst die zu den Messungen erforderlichen, ziemlich einfachen Instrumente nach Berlin geschickt hat, sind nach den von ihm aufgestellten Regeln mit einigen Polizeibeamten Experimente angestellt worden. Ge- messen werden die Länge und die Breite des Kopfes, der Mittel- finger der linken Hand, der linke Fuß und die Länge des linken Armes, von der Spitze des Mittelfingers bis zum Ellenbogen. Bertillon, der in Paris in Verbindung mit der dortigen Polizei- Präfektur ein„Service d'Identification" eingerichtet hat, verpflichtet sich die Identität einer jeden Person festzustellen, welche einmal nach seinem System gemessen worden ist. In dein Pariser Bureau des„Service d'Identification" werden die Karten, auf welchen das Resultat der an Verbrechern vor- genommenen Messungen klassifizirt und in Kasten verwahrt. Als Grundlage für die Klassifizirung dient die Länge des Kopfes und diese zerfällt»ach Bertillon in drei Kategorien, in Köpfe von großer, mittlerer und kleiner Länge. Jede von diesen drei Klassen zerfällt nach der Breite der Köpfe in drei Unter- abtheilungen, für Köpfe von großer, mittlerer und kleiner Breite. Auf diese Weise erlangt Bertillon neun Klassen, die er um das Dreifache vermehrt, indem er nach der Länge des Mittelfingers der linken Hand für jede Klasse drei neue Unterabtheilungen schafft. Die 27 Klassen, welche auf diese Weise geschaffen sind. werden nach der Länge des linken Fußes abermals in je 3 Unter- abtheilungen gegliedert und ans den auf diese Weise entstandenen 81 Klassen werden dadurch 243 geschaffen, daß jede derselben nach der Länge des linken Armes bis zum Ellenbogen abermals in drei Unterabtheilungen gegliedert wird. Die praktische Durchführung dieses Systems ist, wie man sich leicht denken kann, mit vielen Schwierigkeiten verknüpft. Zur Erledigung der Geschäfte in seinem Pariser Büreau allein, braucht Bertillon nicht weniger als acht Beamte, und um die Messungen zuverlässig zu machen, bedarf es nicht nur sehr genauer Jnstru- mente, sondern es gehören dazu auch Personen, die in der Hand- habung der Instrumente erfahren sind und mit ihnen umzugehen verstehen. Die in Berlin angestellten Versuche haben sich vor- läufig nur auf Messungen des Kopses beschränkt. Es sind die- selben Personen in einem Zwischenräume von acht Tagen gemessen worden und da hat man denn doch in einigen Fällen einen Unter- schied von einein Millimeter im Kopfumfange festgestellt, was jedoch vielleicht darin seine Ursache hat, daß die Personen, welche die Messungen vornahmen, noch nicht Zeit gefunden haben, sich mit der Handhabung der Instrumente vertraut zu machen. Dennoch scheint man zu glauben, daß diese Messungen, wenn sie an ausgewachsenen Männern vorgenommen werden,— bei Frauen sind sie nicht anwendbar— die Jdentifizirung früher beftraster Persönlichkeiten erleichtern und als Ergänzung von Photographien gute Dienste thun könnten; doch erscheint es fraglich, ob die mit diesem System verbundenen Weitläufigkeiten durch die Vortheile, welche es bietet, aufgewogen werden könnten. Gino groffe Anzahl von Kauflrnten aus dem Südosten und der Rixdorfcr Stadtgegend hat beschlossen, ihre Geschäfte vom Sonntag den 1. Juni ab von 2 Uhr Mittags ab zu schließen. Seltsame Urrhältnisse bestehen in der Güterbeförderung durch die Eisenbahn nach Friedenau. Friedenau hat zwei Bahn- Höfe, einen an der Potsdamer Bahn, den andern an der Ring- bahn. Nur der Ningbahnhof, amtlich Bahnhos„Wilmersdorf- Friedenau" genannt, ist mit Güterschuppen u. s. w. ausgestattet; auf dem Bahnhof Friedenau, an der Potsdamer Bahn, kann Frachtgut weder ausgegeben, noch in Empfang genommen werden. Ist nun eine Glitersendung an einen Friedenauer Ein- wohner auf dem Frachtschein ausdrücklich nach der Station „Wilmersdorf-Friedenau" adressirt, so läuft alles seinen geregelten «»gelten id jroaS� aus Delegirten von Londoner Trades-Nnions, und zwar meist der älteren„gelernten" Gewerkschaften zusammen- gesetzte Körperschaft, worin, wie zu erwarten, einsttveilen noch das autisozialistische Element die Mehrheit hat. Der Tradcs- Council sah, daß die Bewegung für den Acht- stundentag ihm über den Kopf zu wachsen drohe. Die alten Trades-Unions sind ebenfalls für einen achtstündigen Arbeitstag, aber nicht für einen gesetzlich festzusetzenden. Unter dem Achtstundentag verstehen sie, daß für acht Stunden der normale Tagelohn— soviel per Stunde— bezahlt wird, daß z es aber erlaubt sein soll, jede beliebige Zahl täglicher Ueberstunden zu arbeiten, vorausgesetzt, daß jede Ueberstunde höher bezahlt wird, sage soviel wie ändert- halb oder zwei gewöhnliche Stunden. Es handelt sich also darum, die Demonstration in das Fahrivasser dieses durch „freie" Vereinbarung zn erkämpfenden, aber ja nicht durch Parlamentsakte obligatorisch zu machenden Arbeitstages zu lenken. Zu diesem Zwecke vereinigten sich der Trades- Council mit der Sozial Demokratie Föderation des oben er- wähnten Herrn Hyndmann, einer Gesellschaft, die sich als die alleinseligmachende Kirche des englischen Sozialismus gerirt, die ganz konsequent ein Bündniß aus Leben und Tod mit den französischen Possibilisten geschlossen und deren Kongreß beschickt hat und die daher von vorn- herein die vom Marxisteukongreß beschlossene Maifeier als eine Sünde wider den heiligen Geist ansah. Auch ihr wuchs die Bewegung über den Kopf; aber dem Zentralkomitee sich anschließen, hieß sich unter die Führung der„Marxisten" stellen; wenn dagegen der Trades-Council die Sache in die Hand nahm und wenn die Feier am 4. stattfand statt am 1. Mai, so war das aar nicht die böse„marxistische" Mai- eier mehr und man konnte mitmachen. Trotzdem nun die ozialdemokratische Föderation den gesetzlichen Achtstundentag m ihrem Programm führt, schlug sie in die vom Trades- Council gebotene Hand mit Freuden ein. Die neuen Alliirten, sonderbare Bettgenossen wie sie Gang: dem Empfänger wird die Sendung durch den Nollkutscher ins Haus gebracht, bautet die Adresse dagegen:„An Herrn N. N. in Friedenau bei Berlin", so ist den Eisenbahn- Güterverivnl- tungen in Berlin eine solche Station ganz und gar unbekannt; die Sendung geht nicht nach Friedenau, sondern nach dem An- kunftsbahnhof in— Berlin, und von hier bekommt der Empfänger eine Aufforderimg seitens der Gilterverwaltung in Berlin, sein Frachtgut binnen der festgesetzten Frist von dem betreffenden Berliner Bahnhof abzuholen. So erhielt Schreiber dieses, der eine Sendung aus Hannover erwartete, von der Güterverwaltung auf dem Lehrter Bahnhof mittels Postkarte die Mittheilung, frag- liche Sendung sei dort eingegangen und binnen 24 Stunden in Empfang zu nehmen. Wie der Empfänger das macht, ist seine Sache. Er kann sich beispielsweise für 6—10 M. ein Fuhrwerk miethen und das Frachtstück, für welches bis Berlin 2M. Fracht zu zahlen waren, abholen lassen. Dabei war die Sendung, den Wohnungsverhältnissen des Empfängers genau entsprechend, nach „Friedenau bei Berlin" adressirt. Zweifellos hat man es hier mit einer Einrichtung aus der Zeit der verflossenen Privat- bahnen zu thun, als„Station Frievenau-Wilmersdorf" aber der Staatsbahn angehörte. Freilich liegt jene Zeit schon ziemlich weit hinter uns, so daß reichlich Mupe gewesen wäre, den Güter- Verwaltungen der Berliner Bahnhöfe eine Anweisung z. B. des Inhalts zugehen zu lassen:„Alle nach Friedenau adressirtcn Frachtgüter werden nach dem Bahnhof Jricdenau-Wilmersdorf der Berliner Ringbahn geleitet. Für alle„Sierfabrilianten" und solche, die es werden wollen, ist ein Schreiben des vereidigten Chemikers der könig- lichen Gerichte, Herrn Dr. Bischofs, von Wichtigkeit, sowie von Interesse für alle Laien, indem es einen kurzen Blick in die Mysterien der„Bierfabrikation" gestattet. Das Schreiben bildet die Antwort auf eine Aufrage und hat folgenden Wortlaut: „Sehr geehrter Herr! Auf die gesl. Aufrage auf ein Plakat, welches die Herren Bierverleger mit den Interessen des Nah rungsmittelgcsctzes Hand in Hand gehen läßt und dieselben vor gerichtlichen Weiterungen schützen könnte, gestatte ich mir ganz ergebenst zu bemerken, daß'die mir vorgelegte Form Vieles Plakats unter keinen Umständen diesen Zweck zu erreichen ge- eignet erscheint. Ganz abgesehen davon, daß auf dem mir vor- liegenden Plakate das Weizenbier zu den obergährigen Bieren ge- zählt wird, während dasselbe kein oberguhriges Bier ist und siiyii IUIIU,«uijiei Überhaupt niemals bei der notorisch relativ schwachen Ein- brauung dieses Fabrikats gewässert werden sollte, ist es unwahr, daß ein Zusatz von Wasser dem Lübbener Bier, Braunbier, Werderscheu Bier„eine angenehme Schärfe" verleiht. Mit solchen Angaben ivürden event. die Herren Bierverleger sich der Gefahr aus- setzen, sich der Vorspiegelung falscher Thatsaqen schuldig zumachen. Erfahrungsgemäß gehl die Äährung in einem dünneren Bier etwas leichter und schneller vor sich, als in einem dickeren Bier und er- reicht selbstverständlich, weil bei einem dünneren Bier nicht so viel durch Gährunck zu zersetzendes Material vorhanden ist, wie bei einem dickeren Bier, durch geringere Kohlensäureentivicklung nicht den hohen Grab, wie bei einem konzentrirten Gebräu. Bei Weißbier tritt infolge dessen schnellere Flaschenreije ein, während das Fabrikat sich in dem Verhältnisse im Nähriverthe und auch Genußwerthe entwerthet, als die Verdüunung bewirkt wurde. Daß bei irgend einem dieser oberjährigen Biere überhaupt eine Wässerung nothwendig sei, ist unbedingt zu verneinen. Bei den Bieren, wie Lübbener Bier, Braunbier, Werdersch Bier und auch ganz besonders bei Weizenbier denkt der wässernde Bierverleger nach diesseitigem Dafürhalten und Wahrnehmung in erster Linie an den Preis und Ver- dienst, welchen er sich für das Fabrikat berechnet, und nicht an die„anaenehnie Schärfe", ivelcye angeblich das„Gebräu" durch die Wasserung erhalten soll. Ich erlaube mir daher, drin- acnd zu rathen, von der mir vorgelegten Fassung des Plakats Abstand zu nehmen und denjenigen Herren, welche im Interesse ihres Geschäfts nicht glauben, ohne Wässerung der oberg.chrigen Biere bestehen zu können, zu empfehlen, ein Plakat zu wählen, welches lediglich die nackte Thatsache, daß die in ihrem Geschäst verkauften obergährigen Biere einen Zusatz von Wasser erfahre,. haben, betont und bestätigt.... Ich gestatte mir des Weiteren, daraus ausmerksam zu machen, daß es sich trotz Anwendung eines solchen Plakats dringend empfiehlt, bei etwaiger Wässerung nie- malS über allenfalls anzuerkenneude Grenzen geringerer Wasser- zusäge hinauszugehen, damit nicht entweder oer Fall eintrete, daß das gewässerte Aier überhaupt kaum noch den Namen Bier verdiene ober das Bier infolge zu starker Wässerung zu schneller Zersetzung anheimfalle und alsdann als verdorbenes Genuß- mittel trotz der Miltheilung der Wässerung beanstandet werden müßte. Hochachtungsvoll gez. Dr. Bischosf, vereidigter Chemiker der lönigi. Gerichte." Grg-nüber dem großstädtischen Verkehr in der Friedrichstraße überrascht es, wenn man von der Weidendammer Brücke die nach dem Kupfergraben führende, in idyllischer Ruhe liegende Userstraße„Am Weidendamin" betritt. Man wird dort nocy mitten in die Zeit der ersten Bebauung jener Gegend versetzt. Zunächst bemerkt man Rest« alter Sommerhäuser auf einem zetzt zum Holzplatz benutzten Grundstück, sowie ein stallartiges, windschiefes Bauiverk mit einer alten Schifferkneive; unniittelbar daneben ist ferner noch der alte sogenannte„Katzengraden" mit hölzerner Einfassung und der urwüchsigen, kleinen, für Fuhrwerke gänzlich gesperrten Holzbrücke. Umveil davon erhebt sich das im Jahre 1774 errichtere, altersgraue königliche Hauptmontirungs- depot, welchem sich, durch die Stallstrape getrennt, die fast gleich- zeilig erbaute Artillcriekaserue anschließt. Die ehemaligen Wiesen wurden hier s. Z. halb verschenkt. So erhielt der Hosrath Ludwig, waren, begingen nun einen Streich gegen das Zentralkomitee, der in der politischen Praxis der englischen Bourgeoisie zwar als nicht nur erlaubt, sonderu als sehr geschickt gelte» ivürde, den aber die europäischen und amerikanischen Ar- beiter wahrscheinlich für äußerst kommun erklären werden. Bei Volksversammlungen im Hydepark nämlich müssen die Veranstalter ihre Absicht dem Ministerinm für öffentliche Arbeiten(Board of Works) vorher anzeigen und sich mit ihm über die Einzelheiten verständigen, namentlich die'Er- lanbniß einholen, Wagen, die als Tribünen dienen sollen, auf's Gras zu fahren. Vorschrift ist dann, daß, nachdem eine Versammlung angezeigt, keine zweite am selben Tage im Park gehalten werden darf. Das Zentralkomitee hatte diese Anzeige noch nicht gemacht; kaum aber erfuhren dies die gegen dasselbe verbündeten Körperschaften, als sie sofort aus den 4. Mai eine Versammlung im Park annieldeten und sich sieben Tribünen bewilligen ließen und zwar hinter dem Rücken des Zentralkomitees. Damit glaubten der Trades-Council und die Föderation den Park für den 4. Mai gepachtet und den Sieg in der Tasche zu haben. Der erstere berief nun eine Versammlung von Delegirten der Trades-Unions, wozu auch zwei Dele- girte des Zentralkomirees eingeladen wurden; dieses sandte ihnen drei, darunter Frau Aveling. Der TradeS- Council trat ihnen gegenüber auf als Herr der Situation. Er theilte mit, daß nur Fachvereiue, also keine sozialistischen Vereine oder politische Klubs an der Demonstration sich betheiligen und Fahnen mitbringen könnten; wie die sozialdemokratische Föderation damit demonstriren sollte, blieb ein Räthsel. Er hatte die der Versammlung vorzulegende Resolution bereits fertig redigirt, und zivar war darin die Forderung des gesetzlichen Achtstundentages gestrichen; ein Vorschlag, ihn ivieder hineinzusetzen, wurde weder zur Debatte noch zur Abstimmung zugelassen. Und endlich weigerte er sich, Frau Aveling als Delegirte zuzulassen, weil sie keine Handar- nach dem einst der jetzige Kupfergraben die Bezeichnung„Ludwigs- graben" führte, von König Friedrich Wilhelm I. daselbst ein aus- gedehntes Grundstück(Nr. 6.) für eine Lieferung von 200 000 Flintensteine, wonach später noch das dort aufgeführte Gebäude im Volks- munde das„Flintensteinhaus" genannt wurde. Die Kreuzottrr» treten in diesem Jahre, wie aus der. Be- richten aus den verschiedeiisten Gegenden des Reiches ersichtlich ist, in zahlreichen Mengen aus; es ist daher wohl zeitgemäß, iveim wir im Nachstehenden die Punkte aufführen, wie man sich gegen den Biß-dieser Giftschlange schützt und den üblen Folgen eines Bisses begegnet. Man findet die Kreuzotter häufig an hellen, sonnigen Waldrändern, unter Steinen und Heidelbeer- gestrüpp. Die sonnigen Waldränder werden nun gar zu gern von Ausflüglern zu Ruheplätzen erkoren; bevor man einen solchen Platz einnimmt, sollte man mit dem Spazierstock oder Regenschirm den Platz soudiren, denn dadurch wird die scheue Kreuzotter ver- trieben. Will man im Walde umher spazieren, so bekleide man den Fuß mit Schuhwerk, das hohe Schäfte hat; tritt man dann auf eine Kreuzotter, so kann ihr Biß doch nicht Schaden an- richten, da sie das Leder nicht durchbeißen kann. Sollte Jemand von einer Kreuzotter gebissen werden, so sauge man oder lasse sich die Wunde aussaugen, doch müssen die Lippen heil sein, weil sonst das Schlangengift sich mit dem Blute vereinen kann, als- dann unterbinde man die Wunde, damit das Gift sich nicht unter das gesunde Blut mische. Die Wunde muß alsdann erweitert werden, damit sie tüchtig ausblutet, später lasse mau sie aus- brennen; in jedem Falle aber ist möglichst schnell ein Arzt zu Rathe zu ziehen. Wer Waldtouren macht, sollte stets ein Fläsch- chen Rum oder Kognak bei sich führen, denn der Genuß desselben hat sich oft als bestes Gegenmittel gegen den Biß der Kreuzotter erwiesen. Ein fesselnde« KUd liefert im Aquarium das Becken mit den Einsicdler-Krebsen. Der Boden ist mit Muscheln bedeckt, aus denen die Burschen mit Kopf und Scheeren herauslügen. Zu- weilen aber wandelt sie die Lust an, ihre Wohnung zu wechseln. Dann messen sie mit den Scheeren eine Muschel aus und setzen mit einem flinken Salto Mortale von rückwärts in die neue Be- Häufung über. Denn hinten sind diese Krebse nicht gepanzert, und die Fische lauern darauf, daß sie sich eine Blöße geben, um sie zu fassen und zu fressen. Schließlich unternimmt der Krebs mit seinem neuen Hause noch einen Spaziergang, und ist ihm dasselbe zu schwer, dann zieht er sofort wieder aus. Die Art»nd Meise, wie Hunde auf der Stadtbahn be- fördert werden, hat vor einigen Tagen zwischen Passagieren eines Stadtbahnwagens dritter Klasse zu einem peü, lichen Austritt mit unangenehmen Auseinandersetzungen geführt und die Aufmerk- samkeit aus einen Mißstand im Stadtbahnverkehr gelenkt, der dringend der Beseitigung bedarf. Die in Rede stehende Szene wuroe dadurch veranlaßt, daß auf einer der Stadtbahnstationen zwei Herren, der eine mit einem riesigen Neiiftindländer Hunde, der anvere mit einer dänischen Dogge von nichr geringerer Größe, in eine Wagenabtheilung dritter Klasse stiegen, in welcher sich Fahrgäste befanden, die ihren Einspruch gegen die vierbeinigen Reisebegleiter in ziemlich kräftiger Weise Ausdruck verliehen. Es kam zu einem Wortwechsel und die proteftirenden Passagiere, die wahrscheinlich nicht Hundebesitzer sind, erfuhren im Laufe des Meinungsaustausches zu ihrem nicht geringen Erstaunen, daß den bestehenden Bestimmungen zufolge auf der Stadtbahn für Hunde Fahrscheine dritter Klasse zu lösen und diese Thiers ifi Wagen der bezeichneten Klasse befördert werden. Daß H�nde- besitzer von diesem Privilegium, das ihren Lieblingen von der nachsichtsvollen Verwaltung der Stadtbahn eingeräumt wird, Gebrauch machen, ist natürlich, leicht erklärlich aber auch der Un- wille von Personen, welche auf der Stadtbahn die dritte Wagen- klaffe benutzen und nicht die Absicht haben, sich mit Hunden in dieselben Wagen stecken zu lassen. Auf die Passagiere der zweiten Wagenklasse wird auf der Stadtbahn so viel Rücksicht geiiommen, daß nicht nur das Rauchen in allen Wagen dieser Klasse, son- dern auch das Betreten derselben mit einer brennenden Zigarre bei Strafe verboten ist, und Passagiere der dritten Wagenklasse dürften ivohl verlangen, wenigstens so weit berücknchttgl zu wer- den, daß man sie nicht in die Lage versetzte, ihre Wagen mit dänischen Doggen und Neufundländer Hunden theilen zu müssen, und zivar um so weniger, als diese Wägen bekanntlich häufig so übersüllt sind, daß in ih..en selbst für zweibeinige Fahrschein- Inhaber»kein Platz vorhanden ist. Schwer fällt noch dabei ins Gewicht, daß keine Bestimmung besteht, welche den Eigenthümern von Hunden verbietet, den Thieren während der Fahrt den Maulkorb abzunehmen. Angenommen der Fall, daß zivei Hunde in einem Stadtbahnivagen aneinander gerathen und sich zn beißen anfangen— welch' angenehme Lage für die anderen Passagiere, besonders für die Damen und Kinder, die mit den Thieren in dem engen Raum eingesperrt sind und nicht heraus können. Sollte ein Hund während der Fahrt Unheil an- stiften, so würden sich wohl Mittel und Wege finden lassen, den Eigenthümer dafür haftbar zu machen, aber es sind doch Leute denkbar, denen selbst mit einer sehr hohen Geldentschädigung für einen Hundebiß nicht gedient wäre. Aver ganz abgesehen davon, es gehört sich einfach nicht, Hunde in Eisenbahmvagen zu be- fördern, deren Benutzung in erster Reihe für das Publikum be- stimmt ist, wenn aus keinen anderen Gründen, so doch schon allein aus Reinlichkeitsrllckstchten, und es ist die Pflicht der Stadt- bahnverwaltnng, die Beförderung von Hunden entweder ganz zu verbieten oder zu diesem Zwecke besondere Wagenabtheilungen ein- zurichten. Der frühere Gerichtsvollzieher Grümvnld, dessen Ver- urtheilung zu zwei Monaten Gefängniß wegen Vergehens im Amte wir meldeten, hat sich am Abend desselben Tage?,® chem die Verurtheilung erfolgte, am Grabe seines Sohns»., dem Vegräbnißplatz der St. Pauls-Gemeinde erschossen.•P8 M eilende Kirchhofsbeamte und Besucher des Begräbnißplatzes M. den Unglücklichen, den Revolver in der Hand, mit einer wunde in den Schläfen, quer über dem Grabe liegend. A# i r cyi s*« o** fioi frrft tl'U ünra� des Gerichtsvollziehers Grünwald festgestellt worden war, � er, da er noch schwache Lebenszeichen von sich gab�zmia n�t seiner Wohnung in der Badstraße und von Anordnung in hoffnungslosein Zustande nach einem Krankenhause geschafft.„ Auf dem Julius Dribeschen V-st-Deubou. AusfuA durch den Unternehmer Friedrich Palm, in Teltow, brach 0°' unter großem Gekrach die Mauerrüstung zusammen, vev>a. durch das Ausschlagen der Steinmollen. Der Maurer Gleier. in der Rüstung hangen, während der Maurer Klamrowst? Quetschungen und bedeutenden Abschürfungen davon kam ......... cm rn.— fiel der "fr* �**<■»!•»—'.»r.•>»»»-------- � beiter Bels in der Mörtelfabrtk der Gebrüder Tavberl. straße 62 u. 63, in einen etwa 1 Meter hohen und bis zur v mit frisch gelöschtem Kalk gefüllten Bottich und erlitt i>> schivere Brandivunden, so daß er nach dem Krankenhaust Fricdrichshain gebracht werden mußte.— Mittags wurde em bliildeier Mann und seine Führerin an der Ecke der Mnu)' und Alten Schönhauserstraße von einer Droschke' __________________ WM � und Alten Schönhauserstraße von einer Droschke über>ay Während ersterer nur einige Hautabschürfungen davontrug,'®. seine Begleiterin an der Schulter und am Bein nicht unbeveu verletzt.— Nachmittags stürzte auf dem Neubau Wörtherst■. der Maurer Braschwitz aus dem 3. Stock auf den Hos hwcw är erlitt eine so schwere Verletzung des Kopfes, daß er bald o» in der Charitee verstarb.— Zu derselben Zeit wurde em f auf dem Hof des Grundstücks Jnvalidenstraße 16 erhangl � gefunden.— Am 29. d. M. und in der Stacht zum 20.»• sanden an zwei Stellen kleinere Brände statt. Megen Verbreitung von fozialistifche« IpljLst bliitirr» hatte sich am Freitag der Buchbinder Otto« � aus Berlin vor der II. Straskaiiliner am Landgericht 1t%$ antlvorten. Am 28. Februar, dem Tage vor der Stichiva? � Teltoni-Beeskow-Storkmver Reichstags-Wahlkreise verlheu( � Angeklagte ohne eine polizeiliche Genehmigung dazu zu® L;,: in Königs-Wusterhausen Flugblätter, durch welche die-w � aufgefordert wurden, in der Stichivahl für den Arbeiterkaiw Buchdrucker Werner zu stimmen. Als er eben in einem Z� jz, laden mehrere Flugblätter abgab, wurde er von einem dienet angehalten. Die Anklage lautete aus Vergehen 0eflCn Vi Nr. 2 des Sozialistengesetzes und Uebertretung des§.«iiil Ministerial-Verordnung vom 26. September 1886, Strafkammer desselben Gerichts Halle ursprünglich die der Anklage abgelehnt, weil es zur Verlheilung von Waeblättern während der Wahlzeik laut§ 43 der Gewerbeoro einer polizeilichen Genehmigung nicht bedürfe. Aus schwerde der Staatsanwalljchaft hatte indessen das»a® gericht die Erheoung der Anklage angeordnet. Der Ang» gab den Thatoeftand ohne Weileres zu, behauptete aber, ■ /n** f._«..c--- V.'' Off V sich im' guten Glauben. befundsn��abe. w«� � Zeitungen publizirt hätten, daß es von dem Moment setzung des Wahltermins der polizeilichen&ti-y. zur Vertheilung von Druckschristen nicht bedürfe und wV.V allen anderen Parteien der Bertrieb von Flugblättern 0' gewesen sei. Trotzdem beantragte der Staatsanwalt l4 Gefängniß, indem er darum bat, von einer Geldstraie da der Angeklagte eine Geldstrafe doch nicht aus eigener zahlen würoe. Rechtsanwalt Heim als Vertheidiger des klagten plädirte im Prinzip au, Freisprechung. Die Gewerbeordnung, welche die Vertreivung von Druchuy während der Wahlkampagne ireigeoe, sei ein Spezialgesetz jw so wie das Sozialisrengeseg. Da die Novelle zur GewcrwecH � erst im Jahre 1883 erlassen, mithin jüngeren Datums sei,«y das Sozialiflengesey, so iverde dadurch der§ 28 Nr. 2 des Gesetzes außer Kraft gesetzl. Der Gerichtshof stellte sich"' Vi auf de» Standpunkt des Kammergerichts, daß die Gewerbeor® � ein allgemeines Gesetz sei, dagegen das Sozialistengesetz-i; Spezialgesetz und daß letzteres nicht durch ersteres beseitigt"W könne. Da die Sache aber eine so zwei,elhafte gewesen, datz ä) die erste Strafkammer sich in dem Glauben befunden ry.ff_«k-«—.' >>er, ich in oem GickusSn ukiuuucu (V|V»*** wy* �-|--- U— I------ venti e l 8 Tage Hast erkannt worden. beiterin sei(was nicht wahr ist), und trotzdem sein eigener Präsident, Herr Shipton, seit reichlich 15 Jahren keinen Strick in seinem Handwerk gearbeitet hat. Die Arbeiter des Zentralkomitees waren entrüstet über den ihnen gespielten Streich. Die Demonstration schien end- giltig in die Hände zweier Körperschaften gespielt, die nur geringe Minoritäten der Londoner Arbeiter vertraten. Kein Gegenmittel schien zn bleiben als die von den Gasarbeitern angedrohte Erstürmung der Tribünen des Trades-Council.— Da ging Eduard Aveling auf's Ministerium und erwirkte trotz der entgegenstehenden Regel dem Zentralkomitee das Recht, ebenfalls sieben Tribünen im Park aufzufahren. Der Versuch, die Demonstration im Interesse der Minorität zu eskamotiren, war gescheitert; der Trades-Council zog seine Hörner ein und mar froh, mit dem Zentralkomitee wegen Anordnung der Demonstration ans gleichem Fuß verhandeln zu dürfen. Dieses Vorgeschichtliche muß man kennen, um den Cha- rakter und die Bedeutung der Demonstration zn würdigen. Von den neu in die Veivegung eingetretenen Arbeitern des Ostends angeregt, fand sie solch' allseitigen Anklang, daß zwei Elemente, oie einander nicht minder feindlich gegenüberstanden, als beide zusammen dem Grund- gedanken der Demonstration, genöthigt wurden, sich zu verbünden, um die Leitung an sich zu reisten und die Versammlung in ihrem Sinn auszubeuten. Hier der konservative Trades-Council, der die Gleichbercch- tigung von Kapital und Arbeit predigt, dort die radikal thnenoe sozialdemokratische Föderation, die bei allen unge- fährlichen Gelegenheiten mit der sozialen Revolution um sich wirst— und beide verbündet zu einem gemeinen Streich, um Kapital zu schlagen aus einer ihnen beiden grundver- haßten Demonstration. Die Versammlung des 4. Mai wurde durch diese Vorgänge in zwei Theile gespalten; aus der einen Seite die konservativen Arbeiter, deren Gesichtskreis nicht Suzinle Achtung, WetaUarbriter! Metallarbeiter aller Hiermit zur Nacyricyt, daß die Statistik am 1. Juni 0«! wird, und ersuchen alle Kollegen, welche noch keinen -, s w• r_ o?_. a..-.f.... X t____... f> t l nry 1 /I Pll, ausgefüllt Häven, dieses jetzt noch zu thun, auch diejenigen noch im Besitz von Fragebogen sind, gleichviel ob deschri« unbeschrieben, bitten wir, dieselben bis Sonnabend, den 31 an nach lolgeiu en Abreden und Zahlstellen abzugeoen. tto.— Kommt nun auch alle Eurer Pflicht pünktlich nach. Fragk® über das Lohnarbeitssystem hinausgeht, und daneben engbrüstige, aber herrschsüchtige sozialistische Sekte; al'Uf anderen die große Masse der neu in die Bewegung äs tretenen Arbeiter, die von dem Manchesterthum det.� Trades-Unions nichts mehr hören und sich iyre volle zipation selbst erkämpfen wollen, und zwar mit selbstgetf Vs Bundesgenossen, nicht mit den von einer kleinen sozial'I' jß Koterie vorgeschrievenen. Auf der einen Seite der stand, vertreten durch Trades-Unions, die sich selbst vom geist noch nicht ganz befreit, und durch eine engherzigch� � V4VI|». v s, v»y y v»«. j|,---------- v y' die sich auf die schäbigsten Bundesgenossen stutzt;-7�1- anderen die lebendige freie Bewegung oes ivieder erw m englischen Proletariats. Und� der � Augenschein dem Blindesten, wo in dieser Doppelversämmlnng v"® � Leben ivar und wo die Stagnation. Um die sieben Tr'.� des Zentralkomitees dichte nnabsebvare Schaaken,' i» ziehend mit Musik und Fahnen, über Hunderltaust' � Zug, verstärkt durch fast ebenso viele, die einzeln 6%,.,� überall Einstimmigkeit und Begeisterung und doch und Organisation. An den Tribünen der vereinigte" � tionäre dagegen schien alles matt; ihr Zug, weit als der andere, schlecht orgauisirt, unordentlich und<1 m thens verspätet, so daß man dort stellenweise erst a p ''...... als das Zentralkomitee bereits fertig.um. liberalen Führer einzelner radikalen Klubs und die mancher Grades- Unions sich dem Trades- Council .« VilUÜUÖ(IU> Utui Ä-tUVt» S". f, r schloffen, marschirten die Mitglieder derselben Bereu' V? vier ganze Zweiggesellschaften der sozialdemotr".j Föderation, mit dem Zentralkomitee. Trotz alleoe"' y her Trades-Council immer noch einen Achtungserfolg- der durchschlagende Erfolg war beim ZemraUointt�' y Was aber die zahlreichen znsci)auenoen Ao m Politiker als Totaleffekt mit nach Hause genommen-.y- die Gewißheit, daß das englische Proletarial, daß'V volle vierzig Jahre den Schwanz und das StimMv zu haben und ausgefüllte abzuliefern bei I. Hartinann, Aeichenbergerstr. 73, vorn 4 Tr.: P. Litfin, Reichenberger,tr. 21, M 2 Zr; R. Unger, Kesselstr. 20; O. Klein, Ritter, lr. 15 un «oben; G. Wolfs. Reinickendorferstr. 14-»; V. Kurgast, Anton- g 6; T. Hetz, Köpnickerstr. 151, vorn 4 Tr.: E. Mengeler, «kalcherstr. 147a, vorn 4 Tr.; K. Rolack. Reichenbergerstr. 106a, -S � Tr.; F. Hasselbach, Kottbuser Damm 36—37, v. 4 Tr.; ��-Arbeitsnachweis Wallstr. 7-8; Hense. Prinzenstraße. cC, iAitschinerstraße; Hasel, Barutherstrahe 6; Ohm, Rlxdorf, ji?9et|tta6e 24; Ott. Diefenbachstr. 39; Ziehmer. Cuvrystr. 16; |»Uner, Kottbuser Tamm, Ecke Skalitzersttaße; Wolf, Gericht- We; Gnadt, Bninnennraße 33; Scheuer. Brunnenstraße 40; Rüdersdorferstraße 8; Haugk, Weinstr. 22; Jungmck, «ernauersttaße 103; Viel. Birkenstrabe 24; Grande, Hnnr.chs- Herschleb. Adalbertstraße 4. Die Fachkonim,s,ion des All- Meinen Metallarbeiter-Vereins Berlins und Unigegend. Im Austrage: P�l Hetz..,. v Akistn«« Rietallarbeiter: Kollegen! Die am 7. Mai ni dervsfentlicheu Metallarbeiter-Versammliliig, Brauerei Friedrichs- 5"' gewählte Kommission zur Entgegennahme freiwilliger Bei- 9e zur Beschickung des Allgemeinen Metallarbeiter-Kongre>ses o■%lmQr, macht hierdurch nochmals bekannt, daß zu diesem «weck Bons zu 10 Pf. ausgegeben werden.— Kollegen! Da die Gelder bis jetzt erst sehr spärlich eingelaufen sind, waren wir ge- Hungen, das Fehlende zu leihen, denn wie Ihr wohl wlsien werdet, begann der Kongreß schon am l.Psingstfeiertag Abends, es i,t "-w Pflicht eines jeden Metallarbeiters, sich recht rege an den „wuinlungen zu betheiligen, damit ,vir in der Lage sind, unseren ns hierdurch erwachsenen Verpflichtungen sobald wie lnögn� �»chkommen zu können. Bons sind bei den Kollegen Wo �Nnickendorferstraße 14a, V. Kurgast. Antonstr. 6, A. SchM Rvabit, Wilsnackerstraße 11, Otto Klein. Nltterstraße lapnb unterzeichneter Kommission zu haben. Auch werden Mselbst j°"Iltge freiwillige Beiträge entgegeugenonunen. Die KoiMission: 121, Hof 4 Tr. r. Anfruf. Die unterzeichnete k" W--l~---"" in Hamburg zu verhandeln. Nachdeni von jeder Branche ein Redner gesprochen hat, beschließt der Kongreß: die Hamburger Schlosser aufzufordern, sich den Forderungeii der Eisenindustriellen nicht zu unterwerfen. Zugleich fordert der Kongreß die gesamm- ten Metallarbeiter auf, die Hamburger Schlosser materiell und moralisch kräftig zu unterstützen und den Zuzug nach Hamburg streng fernzuhalten. Ferner beschließt der Kongreß: alle Delegirte aufzufordern, in ihrer Heimath dafür einzutreten, daß, so lange die Aussperrung der Schlosser in Hamburg andauert, nirgends Lohnforderungen gestellt ivirden sollen. Im Laufe der nächsien Woche, wenn mög- lich am Mittwoch, sollen in ganz Deutschland Versammlungen abgehalten werden, um gegen das Vorgehen der Hamburger Eisenindustriellen Stellung zu nehmen. Es wird eine Kom- Mission gewählt, mit dem Auftrage, eine Resolution auszuarbeiten, welche allen diesen Versammlungen vorgelegt werden soll. Hierauf setzt der Kongreß seine gestern unterbrochene Debatte über die Thätigkeit des Vertrauensmannes der Schmiede fort. Dieser Punkt findet seine Erledigung dadurch, daß sämmtlichen Ver- trauensmännern ein Vertrauensvotum ausgestellt wird. Zur Um- arbeitung der auf dem vorigen Kongreß angenommenen Haupt- resolution wird eine Kommission von 7 Delegirten gewählt, der auch noch eine Anzahl bisher unerledigter Punkte der Tages- ordnung zur Vorberathung überwiesen werden. Um 1 Uhr Mittaas vertagt sich der Kongreß bis Freitag Vormittag, um soiv-M dem Formerkongreß als auch den Konimissionen Zeit zu ren, ihre Arbeiten zu vollenden. und TöTT''„ Kommission ersn Noch im Arbeiter, sowie Spiritus-Interesse..�.., SciritM Lefitz von Petitionslisten zur Beseitigung des denaturirten ,."'s und. um fAieimine fhirüdfeubuiia derselben und zwar sind, um schleunige Zurücksendung derselben und zwar . bis zum 1. Juli d. Js., da die gegenwärtige Session f.- deutschen Reichstages voraussichtlich nicht von langer Dauer > m wird. Da die Kommission aber bei dem Umfange der be- essenden Petition noch viel Material zu sichten hat, so erscheint c üben angesetzte Termin als gerechtfertigt, und bitten ivir dem- «ß nochmals um Beschleunigung.— Gleichzeitig machen wir „%i| aufmerksam, daß noch jeder Berufszweig und Haushaltungs- ftVi'aiid zu Unterschriften herangezogen werden, da jedes jetzt be- lA-ll. Deilaturirungsmittel, gleichviel welches, als gesundheits- iHWmch betrachtet werden muß! Die Kommission zur Beseitigung Spiritus. I. A.: Gustav Reuter, Frieden- Scheie 52' �beiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck An die deutsche» Maler und Kerufsgenosien: Kol- ißen i Noch immer befinden sich unsere Brüder in Hamburg, Jch Magdeburg, Gera, Mühlhausen im Streik, um überall die «rveltszeit zu verkürzen. In Kiel liegen die Kollegen vom 1. März y, im Ausstande, in Hamburg seit 10. April, in Magdeburg seil J- April, in Gera seit 21. April, in Mühlhausen i. Th. seit r*. April. In letzterem Orte sind die Kollegen wegen Kontrakt- Luches verklagt worden. Kollegen, hört nicht auf die Lügen- schlichten der kapitalisttschen Presse, haltet den Zuzug fern nach obengenannten Städten. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden Abdruck dieser Notiz gebeten. Alle Anfragen sind zu richten bN W. Schweitzer, Dennewitzftraße 26. Achtung, Veraolderiunen! Bei dem Hoflieferanten Aug. Werkmeister, Brunnenstraße 151/52, legten sämmtliche Barok- �lgolderinnen wegen Lohnreduktion von 18 pCt. einmüthig die 5°b«it nieder. Vor Zuzug wird dringend gewarnt. Zu der �tsammlung, welche am Montag bei Schesfer stattfindet, werden lb°iisll die Gehilfen der obengenannten Firma eingeladen. , A die größte Verbreitung unter den Vergolderinnen wird er- licht. t» Unwesen der Kinderarbeit. In einer Petition um Er. «Tsug des Eingangezolles für leinene Zwirne, welche dem ?'chstag zugegangen ist, wird hingewiesen auf den Vortheil, L%n die belgische Konkurrenz durch die Kinderarbeit habe. In »." belgischen Zwirnfabriken, so wird behauptet, würden schon s»*., von fünf Jahren an vom frühesten Morgen an bis zum bmeßen Abend beschäl tigt, bei lebhafterem Geschäftsgang werde f,.: btesen Kindern sogar die Nacht durch gearbeitet, so daß die- tei�" über 24 Stunden thätig gewesen; nur durch Äerab- sei- ng von schwarzem Kaffee und durch ununterbrochenes Singen en dt« kleinen Wesen munter erhalten worden. Ob diesem Un- jj3,tn durch Erhöhung des Zolles ein Ende bereitet wird, dürfte ein'lt bezweifeln sein, und nicht mit Unrecht das Gegentheil, noch stärkere Ausbeutung der Arbeitskraft gefolgert werden L Nur eine internationale Arbeiterschuy-Gesetzgebung kann 1 helfen. Pj. AletaUarbeiter- Ksngreß k« Weimar. Vierter Tag. �ljnet'vird am Donnerstag Vormittag 8 Uhr durch Panzner k. Es wird zunächst ein Antrag angenommen, vor Eintritt eigentliche Tagesordnung über die Aussperrung der Sä Partei abgegeben, endlich zu neue' "«vmArfif ift ttnd daran kann englische Ar- kein Leben und Handeln erwacht ist. Un! bei?. Deisel sein: Am 4. Mai 1890 ist die '."'Cteli.n» auf der fortgeschritte,, heis,.;. 3 und besitzt dazu die größte politische Bewegungs- NcileLa" langer Winterschlaf— Folge einerseits des mtz v."3. der Chartistenbcwegung von 1836—50, anderer- MfteMXr'i industriellen Aufschwunges von 1848—80 die Srn��lllebrochen. Die Enkel der alten Chartisten treten in �iten Seit acht Jahren hat es sich geregt in der ?Ufgetan.?sle. �ald hier, bald da. Es sind sozialistische Gruppen chl-.aber keine hat es über den Stand einer Sekte k�'"er aucfa-------' ;jior auch bloße Spekulanten und Streber, sie blieben «oi0n Ohne Soldaten. Es war fast immer die berühmte . Blums aus dem badischen Feldzug von 1849: der elf.Ossi ziere, ein Hornist und ein Mann. Und butet dl dieser verschiedenen Kolonnen Robert Blums �biee über die Führung der künftigen proletarischen Urin nX �iueswegs erbaulich. Das wird jetzt bald auf- >est�'?anz wie es aufgehört hat in Deutschland und in Meu eTfi Die gewaltige Bewegung der Massen wird allen �vldat»»""b Häuflein ein Ende machen, indem sie die xosstn?absorbirt und den Offizieren den ihnen gebührenden PW Wem's nicht gefällt, der kann sich drücken. d in üng wird's nicht abgehen, aber es wird gehen, M-toÄrer Zeit als mancher erwartet, wird die englische u f" p~''~ e- frt rtvtffrJilnfiPIt li und Amerikas mit Jubel begrüßt. Vcrfammlrmgrn. Die streikenden Kupferschmiede Perl ins hielten am Mittwoch, den 23. Mai, im Lokale Weinstraße 11 eine stark besuchte Versammlung ab. Nachdem die Kollegen Madel, Seyfert und Schräder in das Bureau gewählt waren, tritt der Vorsitzende Madel in den ersten Punkt der Tagesordnung ein: Bericht über den Stand unserer Lohnbewegung. Derselbe theilt mit, daß außer den Firmen Alisch, Wegerich, Langnickel, Fröhnert, Nielsen, Pflaum und Gerlach noch am dritten Feiertag eine der größeren Firmen und zwar die von Ouiel Söhne unfern Lohntarif be- willigt habe und knüpft daran die Hoffnung, daß nun, nachdem eine Lücke in den Ring der Kupferschmiedereicn Deutschlands ge- rissen sei, auch bald andere Firmen folgen werden. Redner theilt mit, daß von den dreitausend Kupferschmiedereien Deutschlands nur einige Hundert dem Berein angehören und daß in diesem Mitgliederverzeichniß noch viele Ungenauigkeiten enthalten sind, da Firmen darin enthalten sind, welche überhaupt nicht mehr existiren. Nachdem derselbe das Vorgehen und Gebühren der Arbeitgeber unserm Berein gegenüber einer scharfen Kritik unterzogen hat, verliest er zur Illustration der Gesinnungen der Arbeitgeber einen Artikel aus dem Fachorgan des Vereins der Kupferschmiedereien Deutschlands, ungefähr folgenden Inhalts:„Nichts kann heut- zutage wohlthätiger ivirken, mehr im Interesse des Arbeiterstandes selbst liegen, als die Zerstörung von Illusionen und unerfüllbai Erwartungen. Sie rauben dem Arbeiter die ZusriedeickMt, steigern seine Begehrlichkeit, erfüllen ihn mit sanguinischei�Hoff- nungen auf rasch eintretenden Glückswechsel, machen>hn un- empfänglich und undankbar für alles Entgegenkommen Jrcr Arbeitgeber, für alle Wohlthaten der Gesetzgebung, mr die unablässig fortschreitenden, ihm aber nicht genügenden Besserungen seiner sozialen und materiellen Lage, lind was das Schlimmste ist: die unzufriedenen Arbeiter erwarten alles Heil von Außen und vergessen, daß Jeder seines eigenen Glückes Schmied ist und das Bibelwort ewig wahr bleibt: Im Schweiße Deines Angesichts sollst Du Dein Brot essen." Nachdem der Vorsitzende noch einen kräftigen Appell an die Versammlung zu einmüthigem Zusammenhalten richtet, er- hält Kollege Schönborn das Wort und schildert in längerer Rede die Lage der Arbeiter unserer Branche mit den bis dahin ge- zahlten Löhnen und kommt zum Schlüsse dahin, daß es rathsam wäre niit den Meistern Verhandlungen anzubahnen. Kollege Ruthnick tritt ebenfalls ein für Anbahnung von Verhandlungen mit den Meistern. Diesen beiden letzten Ausführungen tritt Kollege Hübsch in längerer Rede entgegen, erklärt dies für den ersten Schritt zur Kapitulation und ist der Meinung, nachdem wir bereits 6 Wochen im Streik uns befinden und uns noch Geldmittel zur Verfügung stehen, daß wir es auch noch länger aushalten werden, wenigstens hält erden Zeitpunkt für zu früh, um von unserer Seite Verhandlungen mit den Meistern anzubahnen. In demselben Sinne sprechen noch verschiedene andere Redner und kommt die Versammlung zu dem Schluß, festzuhalten an dem neunstündigen Arbeitstag und an dem festgesetzten Minimallohn. Unter Ver- schiedenem bringt Kollege Korboivitz einen Antrag ein, welche Stellung die Kupferschmiede Berlins zu der zu biloenden Streik- Kontrolkommission nehmen und beantragt, eventuell zwei Kollegen als Delegirte dazu zu wählen. Nachdem von den Kollegen Kar- bowitz. Hübsch, Schröder und Schönborn die Ziele und das Wesen dieser Kommission erläutert worden, wird der Antrag, zwei Kollegen zu wählen, mit großer Majorität angenommen. Die Wahl erfolgt durch Stimmzettel und fällt auf die Kollegen Hübsch und Madel. Da hiermit die Tagesordnung erschöpft ist, schließt d�Wveite Vorsitzende Seyfert die Versammlung. Die streikenden Schriftgiester hielten am 28. Mai, Vormittags 10 Uhr, eine Versammlung bei Deigmüller ab. Tages- ordnung: 1. Die Lage des Streiks. Der Vorsitzende theilt mit, daß uns aus den verschiedenen Städten Zuschriften zugegangen sind, worin sich die auswärtigen Kollegen mit uns solidarisch fühlen. Wie hierher berichtet wurde, prangte in Offenbach am letzten Sonnabend an den öffentlichen Anschlagtafeln ein Plakat, worin Schriftgießer nach Berlin zu dem bisherigen Tarif bei 80 bis 35 Mark Lohn gesucht wurden, doch bald erschien daneben ein Gegenplakat des Inhalts, daß in Berlin Streik ausgebrochen und Erkundigungen einzuziehen seien. Der Vorsitzende zeigt die beiden übersandten Exemplare der beiden Plakate vor. Dieselben erregten die lebhafteste Bewegung. Von diesen Vorgängen ivar die Zentral-Kommission bereits am Sonnabend telegraphifch unterrichtet, woran zu sehen, was für Verbündete wir in Offenbach haben; unter diesen Umständen sei unsere Lage eine günstige, so daß wir den Sieg erringen. Die Arbeit ruht in den meisten Gießereien gänzlich, nur die Firma Woellmer holt ihre Leute aus dem Gesinde-Bermiethungs-Aureau. Unsere Pflicht sei es, die Buchdrucker darauf aufmerksam zu machen, was für ein Arbeitsprodukt sie aus diesen Händen zu erwarten haben. Diese Firma werde von kauf- männischen Leuten geleitet, diese sollten sich ein Bei- spiel an den Hamburger Fachleuten nehmen, dort werde der höchste Tarif bezahlt.— Vom nächsten Redner wird daran erinnert, wie uns im vorigen Jahre, als wir unsere Ansicht kund gaben, einen einheitlichen Tarif zu schaffen, von den Prinzipalen Unterstützung zugesichert wurde, da es für die besser zahlenden Prinzipale ebenfalls einen Vortheil bedeute. Jetzt, wo der Normaltaris vorliegt, hat man uns nicht einer Antivort ge- würdigt. Dafür aber einen Gegentarif vorgelegt, der unseren Wünschen Hohn spricht. Tie Gehilsen bleiben darauf be- stehen, daß der Normaltarif anerkannt, oder daß mit der Zentral- Kommission verhandelt werde. Bis jetzt stehen die Prinzipale auf dem Standpunkt, nur mit einzelnen ihrer Leute zu verhandeln, worauf die Gehilfen aber nickst eingehen können, denn der Normal- Tarif würde damit fallen. Zu erwarten sei, daß es der Einigkeit der Gehilfen, die sich diesmal über alles Erwarten bewährt, gelingen wird, diese aesunde Idee der einheitlichen Bezahlung, die der Schmutzkon- lurrenz ein Ende bereitet, zur That werden zu lassen. Auf die zu Anfang verlesenen Plakate wird bemerkt, daß es eiaenthümlich erscheine, wenn Schristgießer für 30—35 M. aus Offenbach, noch dazu mit Reisegeld geholt werden sollen, das kann man hier bequemer haben, es brauchte nur der Normaltarif bewilligt zu werden: mit diesem Tarif werde schwerlich mehr verdient, bei Brotschriften werde der Verdienst bedeutend geringer sein. Wie sich die Ankündigung mit der Wirklichkeit verträgt, beweise folgende Tbatsache. Als noch nicht 14 Tage vor der Arbeitseinstellung drei Gehilfen bei Woellmer mit 24 M. Lohn um Zulage einramen, wurde ihnen als Antwort einfach ge- kündigt. Von den folgenden Rednern wird der große Fortschritt unter den Kollegen hervorgehoben; wir sehen, wie die auswärtigen Kollegen voll Enthusiasmus hierher schauen, die Kollegen haben begriffen, was für eine Macht sie bilden. Wenn sich die Situation seit der Arbeitsniederlegung nicht geändert hat, so liege dies wohl daran, daß die Herren am Sonnabend nicht ausbezahlt haben und glaubten, dieser Ausfall werde eine andere Stimmung her- beiführen; nun kommt der 1. Juni, da muh Miethe be- zahlt werden, da denken die Herren, wenn wieder keine Lohnauszahlung ist, sitzen die Arbeiter fest. Doch die Herren werden sich irren, die Schristgießer halte» durch die Hilfe der Buchdrucker lange, sehr lange aus. Einstimmig wird folgende Resolution angenommen: „Die Versammlung bleibt auf dem in voriger Versamm- lung gefaßten Beschluß stehen, wonach die Verhandlungen nur durch die Zeutralkonlinission zu führen sind." Unter Verschiedenes wird mitgetheilt, daß die streikenden Ge- Hilfen der Wöllmer, Theinhardt und Arndt'schen Gießerei wegen der Arbeitseinstellung verklagt sind. Die Kläger beantragen: 1. Die Verklagten sollen auf 14 Tage zur Arbeit zurückkehren; 2. Schadenersatz von 10 bis zu 80 M. der Mann'leisten; 8. in die gesetzliche Strafe genommen werden. In der Eile ist ein schon vor der Arbeitseinstellung schwer Erkrankter auch mit der Klage bedacht worden. Die Verklagten werden wegen der Einbehaltung des Lohnes Widerklage erheben. Den jüngeren Kollegen, welche hier nichts zu versorgen haben, wird aufgegeben, den Staub der Reichshauptstadt abzu- schütteln und auf die Reise zu gehen, bis hier die Verhältnisse geordnet seien.— Es wird die Frage angeregt, ob die weiblichen Hilfsarbeiter, welche sich weigern, an der Maschine zu arbeiten, und deshalb entlassen werden, nicht zu unterstützen wären. Hierauf wird erwidert, daß die Schriftgießerei- Arbeit dem weiblichen Organismus ganz besonders schädlich sei, statt-, stische Erhebungen zeugen von den Verheerungen, die durch Blei- Vergiftung unter den weiblichen Arbeitern angerichtet werden. Wenn nun Frauen an der Maschine arbeiten müssen, gesellt sich zu der Gefahr der Bleivergiftung noch die des Verbrennens und andere beim Maschinenbeirieb mit Transmission vorkommende Unglücksfälle, hier kommt uns vielleicht der Arbeiterschuy zu Hilfe. Die Kommission werde der Frage näher treten. Mit einem Hoch auf die Bewegung schließt die gut besuchte Ver- sammluug. / ne öffentliche Fvrmevvepjammlung tagte am 29. Mai MDkellers Saal, Bergstr. 68, in welcher die arbeitenden Former Mellung nehmen sollten zu ihren ausgesperrten Kollegen. Be-, kanntlich ging der Streik der Berliner Former zu Grunde, weil nicht genügend Mittel vorhanden waren und eingingen, um die große Zahl der zu Unterstützenden eine längere Zeit zu halten. Diese, Mittellosigkeit war die Folge der gerade jetzt in so großem Umfange sich abspielenden Streiks im In- und Auslande,, die ihrerseits wiederum hervorgerufen werden— wenigstens zum- großen Theil— durch das ganz unqualifizirte Auftreten der Unternehmer, wie dies hier anläßlich des 1. Mai geschah. Bonden Formern liegen jetzt noch nahezu 300 als ausgesperrt aus der Straße; es sind das größtentheils Leute, die unter ihrem Namen auf der von den Fabrikanten geführten schwarzen Liste einen dünnen oder dicken Sirich haben,. also„mißliebige" Personen. Die mit einem dünnen Strich Ver- sehenen werden vom 1. Juni ab wieder eingestellt, aber die mit dem dicken Strich bekommen hier in Berlin wie im übrigen Deutschland, soweit Vereinswerkstellen in Frage kommen, keine, Arbeit wieder. Ganz so schlimm wird es nun wohl nicht werden,. denn es wäre doch gräßlich anzuschauen, ivenn man auf den Straßen die ausgehungerten Felle der„Rädelsführer und Agitatoren", herumliegen sehen würde. Mancher kommerzienräthliche Fabrik- besitzet würde allerdings ein wonniges Behagen empfinden, wenn er auf diese„warnende Exempel" alle streiklüsternen Arbeiter hüw weisen könnte. Soweit wird es nun glücklicherweise nicht kommen, denn in einer Resolution versprachen die arbeitenden Kollegen, einen möglichst hohen Theil ihres Äerdienstes den Ausgesperrten zukommen zu lassen, wie dieselben auch moralisch jzu unterstützen. Auch wird die Organisation der hiesigen Former nicht zor- trümmert werden, denn der Kern des Fachvereins ist ein zu guter, nur die„Korona" wird fernbleiben, jene Zaghaften und Schwäch- linge, die von dem Wesen und Werth einer Organisation noch nicht durchdrungen sind und den Fachverein nur als Unterstützungstasse auffassen. Diese Elemente ivaren es auch, die zum großen Theil den Streik mit zu Falle brachten; sie werden diese Hasenherzig- keit aber auch zu büßen haben, dafür werden die Fabrikanten wohl sorgen; es ist nur schade, daß die Unschuldigen mit leiden müssen. Die Former werden aber auch über diesen verlorenen Sreik hinwegkommen, die Organisation wird wieder enkarken nach wie vor werden die Former die Pioniere der Med sein. Glück auf! Eine durch Korr« Pfeiffer einberufene öffentliche Nerfammluug der Köcher Kerlius tagte am Donnerstag. Nachimttags 4 Uhr, im Lokale des Herrn May, Beuthstraße. Zum Leiter der Versammlung wurde der Einberufer gewählt.- Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde ein von Herrn Stern- berg gestellter Antrag, den Kollegen Hoppe aus dem Saal zu entfernen, nach erregter Debatte angenommen. Als Grund dafür wurde angegeben, daß Herr Hoppe bereits laut Beschluß der letzten öffentlichen Bäckerversammlung in Lips Brauerei mit allen gegen eine Stimme von der Bewegung der Bäcker Berliks ausgeschlossen worden, da er trotz Beschluß von öffentlichen Bäckerversammlungen 1. einen Betrag von 100 Mark an die streikenden Königsberger nicht abgeliefert habe, 2. des-- gleichen einen Betrag von 80 Mark für die streikenden Berliner Former, 3. weil er angeblich zu einem Ber- liner Bäckermeister, dessen Name genannt wurde, gesagt habe, wenn er(Hoppe) die Bewegung der Bäcker nicht verrathen hätte, so würden die Gesellen den Meistern noch mehr Schaden zugefügt haben. Mit Herrn Hoppe verließen einige zwanzig andere Kollegen den Saal. Da der Referent nicht erschienen war, nahm Herr Pfeiffer zum ersten Punkt der Tagesordnung, Stellung zu den von der Regierung und von der sozialdeinokralischen Fraktion im Reichstage eingebrachten Arbeiterschutz- Gefeyentivürfen, das Wort. Er wandte sich gegen die Bestimmungen im Entwürfe der Regierung, betreffend den Konttaktdruch, und gegen die Jnnungs- schiedsgerichte, die nimmermehr den Interessen der Arbeiter eut- sprechen könnten; verglich ferner die beiden Entwürfe mit einander, um zu dem Schlüsse zu kommen, daß in allen Punkten der sozial- demokratische Entivurf für die Arveiter der bessere sei. Wenn er sich mit dem letzteren nicht vollständig einverstanden erklären könne, so gebe er zu bedenken, daß seines Wissens in der ge- sammten Fraktion nicht ein Bäcker vertreten sei, doch hoffe er, daß die sozialdemokratische Fraktion gerne den Wünschen der Ar- beiter Gehör schenken werde. In der Diskussion sprach Herr Pirch meist im Sinne des Vorredners, noch mehrere Paragraphen näher beleuchtend und wies besonders darauf hin, daß die mo- derne Technik immer mehr und mehr die Grenzen zivischen den einzelnen Gewerken verwische, so daß in absehbarer Zeit sich nur Unternehmer und ungelernte, resp. nur ganz kurze Zeit gelernte Arbeiter gegenüberstehen würden und daß deshalb Gesetze für Ar- beiter geschaffen, da man nicht mehr auf einzelne Berufszweige Ruckycht zu nehmen brauche. Redner weist dann ans die Ansein- düngen des§ 154 im Entwürfe der sozialdemokratischen Fraktion hin. Hkerbei zeige es sich, daß die Unternehmer alles andere, nur keine organisirten und aufgeklärten Arbeiter leiden könnten. Hierauf wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heu- tige Versammlung beauftragt das Bureau, die sozialdemokratische Fraktion mit den Wünschen der Bäckergesellen in Bezug auf den Arbeiterschutz-Gesetzentwurf bekannt zu machen. Im Uebriaen schließt sich die Versammlung der Petition an den Deutschen Reichslag betreffs Arbeiterschutz an, und verspricht für zahlreiche Unterschriften so rasch wie möglich wirken zu wollen. Der zweite Punkt der Tagesordnung, Wahl eines Vertrauensmannes, wurde von der Tagesordnung abgesetzt, nachdem mehrere Redner gegen die sofortige Wahl gesprochen. Herr Hoppe, der jetzige Ver- trauensmann, sei vom Kongresse gewählt und wolle man unter Klarlegung der Berliner Verhältnisse erst bei der Geschäfts- leitung in Hamburg anfragen. Beim dritten Punkt der Tages- Ordnung wurden die Herren Schlüter und Pfeiffer zu Mitgliedern der Streik-Kontrol-Kommission gewählt. Ferner wurde noch auf den Boykott gegen die Brauereien hingewiesen, den man doch unterstützen müsse, um den Arbeitern zum Siege zu verhelfen. Es werde der Sieg ja bereits in einigen Tagen errungen sein. Es wurde dann noch darauf hingewiesen, daß die Arbeiter nur von ihrer eigenen Presse unterstützi würden und es deshalb Pflicht der Arbeiter sei, sich auch nur für ihre Presse zu interessiren. Der Vorsitzende machte dann noch auf das am nächsten Donnerstag, den S. Juni, bei Weimann's stattfindende Stiftungsfest des Verbandes der Bäcker und Berufsgenoffen Deutschlands aufmerksam und schloß dann mit einem begeistert aufgenommenen dreifachen Hoch ans die internationale Arbeiterbewegu 1 1 g. Kroß» lUclammlmio de» Kachverein« fnr Schlosser»nd Mafchi»«»- b»u-Krt>rit«r Berlin« und Umgegend am Momag, den 2. Juni, Adends «1t Uhr. in Rehlih' Salon, Bergstr. 12. Tagesordnung: I. Vortrag des Herrn Pens über lapiialislische und sozialistische Moral. 2. Diskussion. 3. Auf- nahmelncuer Mitglieder und Entrichtung der Beiträge. 4. Verschiedenes und Jragetasten. Angesichts der immer»lehr um sich grcisenden Vereinigung der Etscnindustriellen ist es Pflicht eines jeden Kollegen, sich der Organisation an- zuschließen. Große öffentliche Nersa»>ml»»s der Filiale 2 sWeißensee) des Allgemeinen Arbeiterinnen-Verein« sämmtltcher Berusszweigs Berlins und Um- gegend am Sonnabend, den si. Mai, Abends«% Uhr, im Lokal des Herrn Tewein. Uergiiüsimizoverein Kronre. Sonnabend, den Zt. Mai, AbendZ 9 Uhr, im lltestaurant Brückner, Lolhrtngcrstr. 87, Siyung. Die Mitglieder werden gebeten, zahlreich zu erscheinen. Gäste willkommen. Lachorrrin für Schlosser und Ulaschinenbauarbeiter Berlins und Umgegend. Am Sonnabend, den si. Mai, Abends«% Uhr, große Versammlung in Teichert's Salon(Zeniral-SchühenhauSI, Tegeler Chaussee, Scharn- weberstr. 4. Tischler-zierein. Sonnabend, den 31. Mai, Abends 9 Uhr, Kottbuscr- straße 4a, Versammlung. Tagesordnung: Bericht vom letzten Vergnügen und Vereinsangelegenheiten. Neue Mitglieder werden ausgenommen. Stft- und Diskntirlllui»„Frurrboch." Sonnabend, den 81. Mai, Abends«% Uhr, im Lokale des Herrn Schröder, Neichenbergerstr. 24. Zahl- reichcS Erscheinen erwünscht. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Ncretnigung der Drechsler Deutschlands, Filiale Airdorf und Umgegend. Am Sonntag, den t. Juni, Vormittags u Uhr, Mitgliederversammlung in Papke's Lokal, Zielhenstr. 71. Tagesordnung: i. Ausnahmen. 2. Vorstandswahl. s. Verschiedenes. Es ist Pflicht, daß ein jeder Kollege er- scheint. Allgemein« Stnlzlarbeiter- Pereinigung K-rlin«. Versammlung Montag, den 2. Juni, Abends 8X Uhr, im Lokale des Herrn Feindt, Wein- straße u. Tagesordnung: Unsere Agitation tn Schlesien.� Referent: C. Neu mann. Weder, Berlin. Versammlung Sonntag, den l. Juni, Vorm. 11 Uhr, im Lokale des Herrn Reinecle, Gr. Fraukfürterslr. 138. Telegtrtenwahl zur Generalversammlung. Verschiedenes. Achtung! Schneider Berlins. Montag, den 2. Juni, Abends«% Uhr. Große ösfentltche Schneiderversammlung in den Gratwetrschen Bierhallen, Kommandantenstr. 77—79. Tagesordnung: i. Wie stellen sich die Tagschneider Abschaffung der Akkordarbeit. 2. Wie stellen sich die Schneider zur Berlins zur Zentral-Streikkoinmission. 8. Diskussion. 4. Eventuelle Wahl der Delegirten und Verschiedenes.— Alle Schneider, speziell die Tagschneider der Wertstcllen, der Hausindustriellen, sowie deren Gesellen werden dringend auf- gefordert, zu erscheinen. Die Siebener-Kommtsston. Generalversammlung de» Lachverein» der Nletnlischrauben-Faoon- drelier und Bernfsgenossen am Sonntag, den i. Juni, Vorm. n Uhr, in Dobderstein's Lokal, Mariannenstr. 31—32. Tagesordnung: 1. Wie verhallen wir uns gegenüber der Koalition der Arbeitgeber. Referent wird in der Ver- saulmlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. 3. Der Stand unserer Lohnbcwe- gung. 4. Ergänzungswahl des Vorstandes. 8. Verschiedenes.— Richlmit- glteder sowie Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Fachverein der Tischler. Die Zahlstellen befinden sich in folgenden Lo- kalen: 1. Friedrichsbergerstr. 25 bei Schmidt, 2. Skaliherstr. 107 bei Kunft- mann, 3. Belleallianeeplay 6 bei Hilscher, 4. ZionSkirchplaiz u bei Hohn, 6. Schleiermacher- und Eneisenaustr.-Ecke bei Scheuer, o. Bülowstr. 62 bei Böhland, 7. Dresdenerstr. ho, 8. Lübecker- und Thurmftr.-Ecle bei Jahnke, 9. Langestr. 70 bei Hetndorf, 10. Rixdorf, Bergstr. 7 bei Duschet, u. Fennstraße 4a bei Krüger, 12. Görliher- u. Sorauerstr.-Ecke, 13. Weißensse, Völker- und Charlotiensir.-Ecke bei Klebs, 14. Belsorterstraße und Ecke Prenzlauer-Allee. Der Arbeitsnachweis befindet sich Wallftraßs 7—8. Derselbe ist geöffnet an Wochentagen von Morgens 7 Uhr bis AbcndS 7 Uhr, mit Ausnahme der Mittagsstunden von 12—8 Uhr, an Sonntagen von 8— ll Uhr Vormittags. Daselbst werden auch Mitglieder aufgenommen. Geffentltche Nersammlnng der Wöbelpolirer am Dienstag, den Weicyetl, Tauvennr. 45.— Hierein»er—.... Restaurant Hillmann, Manteuffelstraße 8«.—Dänischer Verein 9 Uhr im Restaurant Poppe, Lindenstr. 106.— Verein der Wnrltemoe» Abends Uhr bei Vaihinger, Torotheenstr. 84.— Verein ehem. Echuur 84. Eemeindefchule Abends 9 Uhr im Restaurant, Koppenstr. 58.— � -hem. M.(5. Luther'scher Schüler Abends% Uhr im Restaurant Bovs»� Ohmgasse 2.— Rauchklub„Portorico" Abends 9 Uhr bis II Uhr Kopni, straße 157 bei Schulz.- R-uchklub„Qualm" Abends 8 Uhr im R-fmui Tamm, Schönhauser Allee 28.— Vergnügungsverein„Lustige 18" Abeno» � im Restaurant Albrecht, Annenstr. 9.— Tambourverein„Sedan"SlSung n° � 9 Uhr. Grüner Weg 9—10, Aufnahme neuer Mitglieder.— Tambourr „Herz Innig", Abends 8 Uhr, Siyung im Restaurant Straßburgertl™» Dirigent und Vorsiyender Friy Laugant.— Tambourverein„Emigkeu• stark", gegrtindet isso, Dirigent zur Zeit H. Kämttng, Aufnahme Mitglieder AbendS 9 Uhr im Restaurant Hahn, Elsasierftr. 67.—_ D®»®, Verein„Felsenfest", Siyung 8% Uhr, Weißenburgerslr. 64, Dirigent uno sitzender: A. Friese. Aufnahme neuer Mitglieder.— Vergnügungsverein �> Seelen" Abends 9 Uhr im Restaurant Schuster, Orantenstr. 8.— Vergnüg»» verein Hospicia Kleine Augustraße 14 Abends 9 Uhr. 3. Juni, Abends 8 Uhr, Landsbergsrstr. 87 beiFenske. Tagesordnung: 1. Wie Möbclpolirer zur Wahl einer Zentral-Streik-Kontrollommission. stellen sich die.WW. �__________________ 2. Unsere Lohnbewegung und welche Vortheile haben die Poltrer tn der Näh- maschinen-Branche zu verzeichnen. 8. Verschiedenes. Siehe Annonze am Sonntag. Der Fachverein der Albuniarbeiter hält am Montag, den 2. Juni, Abends 8% Uhr, in Klein'« Festsälen, Oraniensir. 180, seine Versammlung ab. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Freudenthal über das Ge- werbegesetz. Siehe Annonze. Große öffentliche Dersanimlnng sämmtiicher Uergolderinne» und Pergolder am Montag, den 2. Juni, Abends 8% Uhr, in Scheffer's Salon, Jnselnr. 10. Allgemeiner Deutscher Sattiervere!»(Mitgliedschaft Berlin). Sonn abend, den 31. Mai, Abends 8% Uhr, bei Neyer, Alte Jakobstraße 83, Versammlung. Lachverein der Steindruärer und Lithographen. Versammlung am Sonnabend, den 81. Mat, Abends 8% Uhr, in Jordan's Salon, Reue Grün- straße 28. Gesang-, Turn- n»d gesellig» Dereine am Sonnabend: Gesangs verein„Harmonia" Abends« Uhr im Restaurant, Alte Jalobstr. 38.— Männergesangverein„Treue" Abends 9 Uhr im Restaurant Andreassiraße 9.— Männergesangverein„m 1 DM M' M W ,Erato" ZlbendS o'( Uhr bei Schläwille. Kleine Kursir. 1. 10% Uhr Abends: desgl. 1. Lehrlingsabthetlung von 8 bis 10 uy. — Arends'sche Stenographenklasie des„Berliner Handwerkerverei s% Uhr Sophienstr. 16.- Theater- und Vergnügnngsvereins�,. Caritas � W-inItt 11. Weichelt, Taubenftr. 45.— Verein der Taubenfreund- Abends�,„W VermiMzkss. . Fraltlifurt a. M., 28. Mai. Gestern Abend gegen 9% gerieth auf dem von Berlin kommenden Blitzzuge der volley Personenwagen in Brand. Aus dem den Achsen zunächst 0; legenen Thecke des Wagens sah man die helle Flamme heran-' schlagen. Der Zug mußte in Oberrad und dann nochmals sachsenhausen stille halten, um das Feuer zu löschen. Die kirnst des Zuges im Hauptbahnhofe erfolgte indeß mit zehn Minuten Verspätung, so daß die Anschlüsse noch erreich' wurden. Ue>v-Uork. LS. Mai. In Indianapolis wurden heute Mßvfnterf ßnn(Äpfirtikhß miirbß JCrftött. � Erdstöße verspürt. Ein Gebäude wurde zerstört, Lebensverlust entstanden. dev Nodakkiott. Bei Ausragen bilten wir die Abonnements-Quittung beizufügen. Vrtefl Antwort wird nicht erthetlt. N. N. Äst noch Festung. G.|. Sie haften nicht für Schulden Ihrer Ehefrau,>v* aus der Zeit vor Ihrer Verheirathung mit derselben herstamw. Eine Pfändung in Ihrer Wohnung darf wegen solcher 0# nur an solchen Sachen vollstreckt werden, welche ihrer Beschall heit nach der Frau gehören, z. B. Kleider, Schmucksachen H. G. Solche Medikamente können Sie führen. Arbeiter Beriisis und üiiigegendi Durch die Presse und anderweitig verbreitete falsche Gerüchte sucht man den Bierring als gesprengt und den Brauerstreik als beendet darzustellen, um dadurch die Arbeiterschaff 1 zu leiten. Auch die Bcröffentlichung des Schreibens des Herrn Happold an Herrn Werner geschah aus diesem Grunde und ohne Vorwissen des Herrn Werner...„ Wir bitten daher um fernere Unterstützung, indem Ihr kein Bayrisch Bier trinkt, bis der Friede im„Verl. Volksblatt" endgiltig erklärt und der Boykott von der Lokalkommlsl'� gegenstandslos aufgehoben wird. Bis jetzt hat nur„HIBnchcner Brauhaus", Johannissiraße 18/19, bewilligt. Trinkt daher nur diefr» Hier. Die Lohnkommissiou der Brauergesellen von Berlin und Umgegend� «8 721] Achtung 3 res* in Wcsltii SnliiiS. Der Unterzeichnete ersucht alle Kol- legen, des Sonntags Morgens zur Frühsprache im Lokale von B i n g e r, Groß-Görschenstr. 5, hinter d. Matthäi- Kirchhof, zahlreich zu erscheinen. 707 „Berliner Volksblatt" und„Berliner Volks-Tribüne" liegen aus. Brahlow. Culmstr. 20a, Schristgirlzer. Am Montag, den 2. Juni, (Herren- Partie roch Grunewald. Treffpunkt am Brandenburger Thor früh 7 Uhr. Hier- zu laden wir sämmtliche konditionslosen Buchdrucker ein. Treffpunkt für Nach- zügler bis 10 Uhr Spandauer Bock. 719] Die Kommission. Fall Schröder's Wirthshaus Wanusee in BeeBitziiof bei Wauusee empfiehlt sein Lokal für Gesellschaften� Vereine, Familien u. a. m. zu Aus- flügen und �Landpartien. 705 Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Solide Preise. Fami- lien steht die Kafseeküche zur Verfügung Zwei gute Kegelbahnen._ Ausspannung."WD Bahnverbindung durch Vorortzüge und Potsdamer Bahn nach Stativ» Wannsee, von dort zu Fuß in 15 bis 20 Minuten nach meinem Lokal. Zu den zwei ersten Vorortzügen werden vom Schlesischen Bahnho, u. 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