.z f r.ll; S' JnS rß tttl» itan» Hier- jtaJl 9 us; irtW «mW s-': nav »eu« d-M' Bol' Uhr Wk t g-- ;au?! 15 in An- nut reicht Sonntag, dr» 1. Juni 1890. 7. Jahrg. Serlim VckMM. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. uz.,. Das„Berliner Volksblatt" WA.t°�ich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonuementspreis für Berlin ftei - Goti* vierteljährlich ZM Mark, monatli�' mr«--....r... m.........* W 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. lott" 10 Pf. Postabonncment 3IZ0 Mark pro Quartal. Soniunn, m teiiahrlich 3,30 Mark, monat ngS-SJutnmer mit dem„Sonntags.�,.»..■r~,.....-........-, J(h1«. iEingelragen in der Postzeitungspreislisie für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) Kreuzband, täglich durch die Expedition, für Dcutlchland und Oesterreich-Ungarn � 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Mouat. Jnsertionsgebühr betragt für die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VerfammlungS« Anzeigen 20 Pf. 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Pxobenuinmern steheil auf Verlangen gratis und franco zur TMung. L ersuchen unsere Freunde, hiervon recht zahlreich Ge- * zu machen. Die Erpedition des„Herliner UolKsdiatt"» Keuthstralze 3. �ciffUxcir rmd Ititttcu modicit moltil! «.streit nahezu vier Jahrhunderten haben sich Pro- [J. � n t i s m u s und Katholizismus in Deiltsch- L° mit allen Waffen bekämpft. Der Kampf erreichte ijt en Höhepunkt in dem großen Kriege, der im sieben- Rü. Jahrhundert Deutschland dreißig Jahre lang ver- und es zum größten Theil zur Einöde machte. toiir � Franzosen, Spanier, Niederländer, Dänen, W er und Kroaten trieben sich damals mordend, „J�nd und plündernd in Deutschland umher; es fehlten {L°Ie Türken. Das machsende Kriegsglück zog den A so lange hinaus. Beim Ende des Krieges hatte �i ichland nur noch etwa vier Millionen Einwohner. !jw,..-sachwehen dieses fürchterlichen Kampfes sind in bot», ab noch heute zu verspüren; der religiöse Zwie- aber ist darum nicht viel schwächer geworden, und rua verboten.; Fcmlletmi. [46 t>Anm Glück der Damen." Ronian von Entile Zola. utorisirte Nebersetzung von Armin Schwarz. .... vv*»—/ n letzter Zeit kam der Abtheilnngs-Ches, den Mouret "lgefiihrt hatte, zuweilen zu ihr, um den Thee� zu ' Sie fand ihn gemein, aber sehr migctichm, v '9. aus mirpr D.„»mbeit eines drolligen Burschen, unter den Eiferern auf beiden Seiten giebt es nicht wenige, welche heute noch bereit wären, den Gegnern mi Feller und Schwert niederzuwerfen. Den Gegensatz zwischen römischer und protestantischer Hierarchie auszu- gleichen— welcher Staatsmann dürfte schon gewagt haben, an die Möglichkeit eines solchen Unterilehmens zu denken? Aber siehe da, ein neuer Faktor ist in der Welt- geschichte aufgetreten— die moderne Arbeiterbewegung Und dieser ist es mit außerordentlicher Schnelligkeit wenn auch ohne ihren Willen und ohne ihr Zuthun— gelungen, die beiden feindseligen Richtungen einander 'zu nähern. Die Arbeiterbewegung hat freilich kein Jntev esse daran, daß die beiden Richtungen sich vertragen; es kann ihr sogar lieber sein, wenn sie sich streiten. Aber man sieht, wie weit die Wirkungen der Arbeiterbewegung reichen. Der evangelisch-soziale Kongreß, über den wir gestern schon an anderer Stelle gesprochen haben, bildet den Punkt, wo die Katholiken und die Protestanten zusammentreffen. Ueber diesem Kongreß lagerte wie ein trüber Nebel der Geist S t ö ck e r s, und damit ist er für uns abgethan. Selbst wenn Leute wie Stöcker dem deut- sehen Volke wirklich Wohlthaten entgegenbringen würden, wir müßten rathen, sie zurückzuweisen, denn was aus diesen Händen kommt, kann für das deutsche Volk nur zum un- heilvollen Danaergeschenk werden. Aber die Kapläne der„Germania" widmeten dem evangelisch-sozialen Kongreß ein freundliches Grinsen. Das erklärt sich; sie betrachten, wie die„Germania" sagt, den evangelisch sozialen Kongreß und was drum und dran hängt, als „eine große Mobilmachung gegen die So- zialdemokratie" und da wollen die Diener des römischen Stuhls nicht zurückbleiben. Sie rühmen sich ihrer„reichen christlich-sozialen Thätigkeit", sie sind„fern von aller Eifersucht" und wünschen, daß die beiden Konfessionen„in ch r i st l i ch e m G e i st e und ohne konfessionelle Polemik" auf diesem Ge- biete mit einander wetteifern mögen. Das wird, fügt die „Germania" mit frommem Augenauffchlag hinzu, für das deutsche Volk nur segensreich sein!— Da tritt es wieder ein in die Rechte seiner Wahrheit, jenes berühmte Wort des Dichters Hölderlin: „Mit ihrem heil'gen Wetterschlage, Mit Unabwendbarkeit vollbringt Die Roth an einem großen Tage, Was kaum Jahrhunderten gelingt!" Und richtig, die feindlichen Brüder, die durch vier Jahrhunderte sich nicht vertragen konnten, sie liegen sich „ohne Eifersucht" in den Armen, sobald sie das sozial- "°r Miene der Geringschätzung verderaeno. ,va. -n-, I-.-'-«"4 Dewitz, sonst wäre ich ja nicht gekommen. Haben mm ihren Gatten oder ihren Vater? Wohl schwerlich ihren Vater, denn sie schien sehr traurig zu sein. Sie war also keine Kokotte, wie man sie verlästert hatte; sie hatte also einen wirklichen Gatten. Es war übrigens auch möglich, daß sie ihre Mutter betrauert. — Beeilen Sie sich! Das ist ja unerträglich! rief Hutin avier zu, welcher seine Kundschaft zur Kasse begleitete. Lenn diese Dame kommt, da können Sie nicht fertig wer- den. Sie macht sich wahrlich lustig über Sie! — Nicht mehr als ich mich über sie lustig mache, er- widerte der Kommis beleidigt. Allein Hutin drohte ihm mit einer Anzeige bei der Direktion, wenn er sich nicht respektvoller gegen die Kund- schaftcn benehmen werde. Hutin war schrecklich geworden, von einer unerträglichen Strenge, seitdem die Abtheilung sich verbündet hatte, um ihn den Platz Robineaus zu ver- schaffen. Trotz seiner ehemaligen Versprechungen, daß er gute Kameradschaft halten werde, erwies er sich jetzt als dermaßen unerträglich, daß die Kommis der Abtheilung sich insgeheim verbündet� hatten, um Javier gegen ihn zu unter- stützen. — Widersprechen Sie mir nicht, sagte Hutin streng. Herr Bouthemont verlangt Foulard von Ihnen, die hellsten Muster. Inmitten der Abthcilnng befand sich eine Ausstellung von Sommerseiden, welche in der Halle einen Glanz der Morgeuröthe verbreiteten; es gab da zartrosa, zartgelbe, durchsichtig blane, das ganze Farbenspiel der Iris; Foulards von der Feinheit der Wolke, Surahs leichter als der Flaum der Blüthe, satinirte Pckius von der Geschmeidigkeit der Haut einer jungen Chinesin; dann französische Seiden in allen erdenklichen Farben und Dessins. politische Gebiet betreten! Da sagt man immer, es gäbe in unserem nüchternen Jahrhundert nicht Zeichen und Wunder mehr— als ob das keine wären! Also sie wollen„mobil machen", die Herren mit den weißen Bäffchen und die mit den langen Kutten und runden Pilgerhüten, gegen die Sozialdemokratie! Uns däucht, da wird nicht mehr viel zu„mobilisiren" sein. Was die Herren leisten können, haben sie schon geleistet, und Reden der Herren Stöcker, Wagner, Bodelschwingh und wer es sonst sein mag, mögen wohl den auf dem Kongresse versammelten Amtsbrüdern und Genossen sehr wohl gefallen; für die große Arbeiterwelt und die Arbeiter- bewegung bleiben sie ohne besondere Bedeutung. Wir wissen wohl, daß in den katholischen wie evangelischen Gesellen- und Jünglingsvereinen Hunderttausende von Arbeitern stecken, die bei den Wahlen und allen ähnlichen Gelegenheiten den protestanttschen Pastoren und den katholischen Kaplänen Heeresfolge leisten. Aber die Zahl dieser von der modernen Strömung noch nicht ergriffenen Arbeiter dürfte eher ab- denn zugenommen haben, und da dürfte es mit dem- stolzen Wort„Mobilmachung" doch. seine eigene Bewandtniß haben. Es ist auch gar nicht anders möglich, als daß die Zahl der Arbeiter zunimmt, die sich den Forderungen der Sozialdemokratie anschließen. Von den regierungsfähigen Politikern ist das Schlagivort der„B e g e h r l i ch k e i t"' aufgenommen worden, um bei seder Gelegenheit in die Debatten über die Arbeiterfrage hineingeworfen zu werden. Katholiken und Protestanten predigen dem dürftigen Mann die„Entsagung", den Verzicht auf„irdische" Genüsse und verweisen auf die im Jenseits seiner harrenden Belohnungen. Und das Alles in einer Zeit, da die Löhne sinken und die Lebensmittelpreise steigen und die Staatslasten wachsen! Die feindlichen Brüder mögen sonach immerhin ihre Kolonnen aufmarschiren lassen; die Sozialdemokratie wird dem mit großer Gemüthsruhe entgegen sehen. Sie hat es auch wirklich nicht nöthig, sich darüber irgendwie aufzu- regen. Denn was hat die Kirche mit den praktischen Interessen der Arbeiterwelt zu schaffen? Die Arbeiter verlangen soviel Lohn, daß sie sich und ihre Familien ordentlich nähren und kleiden können; sie wollen auch ordentlich wohnen; sie wollen eine ordentliche BeHand- lung, sie wollen Zeit zur Ruhe, zur Erholung, zur Stärkung und zur Ausbildung des Geistes für sich und ihre Kinder, damit sie sich mit den weitergehenden sozialen Ideen beschäftigen und entwickeln können; sie wollen end- lich polittsche Freiheit. Wer diese Forderungen der Ar- beiter nicht berücksichtigt, der wird mit den aufgeklärten Arbeitern niemals in Fühlung kommen und wenn er die — Ich werde diesen Stoff im Geschmack Louis XIV. mit Rosenbouquets wählen, sagte endlich Madame Desforges. Und während Favier den Stoff abmaß, machte sie einen letzten Versuch bei Bouthemont, der neben ihr stand. — Ich will in die Konfektions-Abtheilung hinaufgehen, um nachzusehen, ob Reisemäntel da sind. Ist das Fräulein Ihrer Geschichte blond? Der Abtheilungschef, den ihre Hartnäckigkeit zu beun- ruhigen begann, begnügte sich zu lächeln. In diesem Augenblick kam Denise vorüber. Sie hatte eben in der Abtheilung für Merinowaaren Madame Boutarel an Lienard übergeben, jene Provinz-Dame, die von Zeit zu Zeit nach Paris kam, um ihre Ersparnisse, die sie zu Hause Sou für Sou von ihrem Küchengeld gemacht hatte, innerhalb zivei Stunden im „Glück der Damen" auszugeben. Da Favier schon den von Madame DesforgcS gekauften Foulard ergriffen hatte, um ie zu geleiten, hielt Hutin ihn zurück, weil er hoffte, ihn dadurch zu kränken. — Es ist unnöthig, daß. Sie mitgehen, das Fräulein wird die Gefälligkeit haben, Madame zu geleiten. Denise war verivirrt, erklärte sich indeß bereit, das Packet und d,e Rechnung zu übernehmen. So oft sie sich dem jungen Manne gegeilüber befand, fühlte sie eine gewisse Scham. Es war, als würde sie seine Anwesen- heit an ein ehemaliges Vergehen erinnern. Und doch Halle ie nur im Traum gesündigt. Hatte sie ihn wirklich geliebc? Sie ivußte es nicht, ihr Herz war noch geschloffen, ausgcfüll: von einem schweren inneren Kampfe, in welchem sie sich noch bei voller Besinnung wehrte. — Sagen Sie mir, fragte Madame DesforgcS Bonthe- mont ganz leise; ist es Nicht dieses so ungeschickte Mädchen; ganze Heilsarmee und säunutliche Mucker der Welt gegen sie„mol' machen" wollte. Wir be.eiten der Kirche als solcher, daß sie zur Lösung' gesellschaftlicher Fragen berufen sei. Die einzige moralische Macht, die in diesen Fragen mitzuwirken hat, ist die Bildung, und diese kann und will die Kirche ja nicht gewähren. Es will heute etwas heißen, wenn sogar ein so konservativ gewordener Sozialpolitiker wie Herr S ch ä f f l e offen ausspricht, daß die Mitarbeit der Kirche in sozialpolitischen Dingen keine besonderen Wir- kungen erhoffen lasse. Daß die beiden Richtungen, die sich bis aufs Messer bekämpft, sich nun gegen die Sozialdemokratie zusammen- schließen, beweist aufs deutlichste den s o z i a l p o l i t i- schen Roth st and in beiden Lagern. Die Zahl der„Schäflein" muß bedenklich im Schwinden sein, sonst würden sich nicht Kutte und Bäffchen mit einander ver- tragen. Der entrüstete Crispi. Crispi, der abstopmdste unter den sogen, grojjen Staatsmännern Europas, hat sich in der italienischen Deputirtenkammer entrüstet, weil in der auswärtigen Presse die unsagbar und sprüchwörtlich bekannten traurigen Verhältnisse nicht etwa gc- fälscht, sondern der Wahrheit gemäß geschildert wurden. Und wegen dieses„Verbrechens" hat der gewaltthätige Renegat Crispi eine Anzahl ausländischer Journalipen aus Italien verwiesen und sich mit dem Nimbus der Vatcrlandsretterei umgeben. Wir glauben, daß der italienische Minister in der That wenig Grund zur Entrüstung hatte; ist doch jeder einzelne von den vielen Tausenden italienischer Arbeiter, die mit jedem Frühjahr Deutschland überschwemmen, ein lebendiger, unwiderlegllcher Beweis der schlimmen sozialen Zustände, die in ihrer Heimath herrschen. Wer den italienischen Arbeiter beobachtet, wie er lebt, der wird sich wohl des Staunens über ihre Bedür niß- losigkeit nicht enthalten können. Etwas schlechter Backsteinkäse, etwas Polenta vom gröbsten Maismehl und dazu ein Stück Brot bilden das ärmliche Diittagsmahl. Morgens und Abends wird in der Regel eine säst-, krast- und geschmacklose, selbstzubereitete Wagersuppe Und wie die Ernährungsweise, so ist die zu sich genommen. Wohnung und Klei- dung beschaffen. Ein gesellschäftliches und geistiges Bedürfniß besitzt der italienische Ardeiter nicht— er ist vollständig Arbeits- thier! Indem mir diese Thatsache konstatiren, wollen wir dem italienischen Arbeiter in keiner Weise irgendwie nahe treten. Wir machen nicht das arme Volk in Italien für seineu tiefen Kultur- zustand verantwortlich, sondern die Herrschenden Klasfen und ihre Geschäftsführer, die Minister. Aber es wäre eine Blindheit un- sererseits, wollten wir nirgends einen nachtheiligen Einfluß beobachten, den die bedürfnißlosen gefährlichen Konkurrenten aus dem Süden unseren einheimischen Arbeitern bereiten. Darum wünsch- ten wir vor Allein ans italienischem Boden eine großartige sozialistische Arbeiterbewegung, die am besten jener veroervlichen Bebürfnißlosigkeit entgegenwirken könnte. Das so offenkundige Elend des italienischen Volkes ist aller Welt bekannt und darum gehört ein bedenklicher Muth dazu, sich in's Parlanient hinzustellen und mit dem Pathos sittliazer Entrüstung Diejenigen zu verurtheilen, welche die Tinge unge- schmückt und unbeschönigt der Welt zeigen. Obwohl wir an den konstatirten Thatsachen einen zutreffen- den Maßstab zur Beurtheilung der sozialen Zustände des arbei- tenden Volkes im Lande Crispi's hätten, so steht doch noch weiteres Material dafür zur Verfügung. Es ist gerade ein Jahr her, daß durch den grö>en Theil der Presse die Schilderungen über Italien von S 0 m u a r t die Runde machten. Es scheint uns angezeigt,»och einmal kurz darauf zurück zu kommen. Sombart konslatirt, daß die Lage der ländlichen Arbeiter seit 100 Jahren sich»icyt verändert resp. daß sie sich v e r s ch l e ch- t e r t hat.„Ter Massaro, der den gesummten Pferde- und Rind- Viehbestand unter sich hat, erhält monatlich 60 bis 70 Lire, der Wallaro(Hirte), der Feld- und Hofhüter 45 bis 60, der Fattaro(Faktor) etwa 40, das übrige Gefinde zwischen S und 30 Liren. Dazu je ein Deputat von V« bis IVa Kilogramm Salz, 1 bis 2 Kilogramm Oel, 3 bis 6 Kilogramm Schmatz, endlich iür 1,15 Lire tzsng und für 9,70 Liren Brot." Die Kainpagnastrten bringen vom ganzen Jahre etwa 2 bis 4 Wochen im Heimathsdorje bei ihren Faimlien zu. Ihr Lohn beträgt noch wie vor 100 Jahren 120 bis 150 Liren jährlich. In anderen Gegenden des Laubes, so in den gebirgigen Marken, de- trägt der I a h r e s v e r d i e n st für Männer 140 bis 280 Liren, für die Frauen 40 bis 60 Liren und davon.müssen sie sich selbst beköstigen! Die Feldtagelöhner in der Kampagna erhalten einen Tagc- Hat er sie wieder zurückgenommen? Ist sie die Heldin des Abenteuers? — Vielleicht, erwiderte der Abtheilungschef noch immer lächelnd nnv entschlossen, ihr nicht die Wahrheit zu sagen. '" stieg nun Madame Des- Unter Voraickritt Denisens oigeii Btbratiou de» ganzen Hauses zitterten die eisernen befestigte Modellpuppe, betteidct mit Kostümen, Pntetots, Schlafröcken: es war gleichsam eine lebendige Hecke von Soldaten, welche zu einem Triumphzug ausgeruckt sind. Madame Drsforges langte endlich im ersten Stocke an, als ein Stoß, heftiger als die früheren, sie zwang stehen zn bleiben. Sie konnte jetzt auf die Abtheilungen des Erdge- schoffes hinabbticken, aus diese ganze wogende Menge von Kundschaften, durch welche sie sich durchgeivunden hatte.— Was sie am meisten überrascht hatte, inmitten des blendende» Farbengewirrcs, das war das dumpfe Getöse, welches von unten heraus drang wie das Brausen des Meeres zur Zeit der Flnth. Mouret stand noch immer in der Mitte des Lesekabinets, an der Seite seines Freundes Vallagnosc, und indem er aus die Bevölkerung von Weibern deutete, die sich in seinen Magazinen drängte, sagte er: — Ja, sie sind hier zu Hause; ich kenne Einige, die den ganzen Tag hier zubringen, Kuchen essen, Syrup schlürfen und ihre Korrespondenz besorgen..... Es erübrigt mir nur noch, Schlafftiittenjär sie einzurichten. Ueber diesen Scherz lächelte Paul, der in seinem Pessi- - f!------—«.»* V c f �. C\1j„----- mismus es noch immer blöd fand, daß eine solche Menge wegen dieser Fetzen sich herandrängt. — Man muß Sie nicht wenig bestehlen, bemerkte er jetzt; ich sehe da viele Diebsgesichter. — Oh, das geht über alle Begriffe, erividerte Mouret Und er erzählte ihm eine ganze Reihe von Geschichten hierüber. Er theilte die Diebinnen in gewisse Klaffen ein: vor Allem die Profcssionsdiebinnen; diese sind am wenig- sten schädlich, weil sie fast sämmtlich der Polizei bekannt lohn von 1,2? Lires(Männer) und 50 Cent, die Kinder, wovon sie sich selbst ernähren müssen., Gegenüber dieser Mitleid erregenden Lage der italienischen Arbeiter hebt sich sehr v 0 r t h e i l h a f t für die besitzenden Klaffen die Steigening der G r u n d r e n t e ab, die sich in den letzten 100 Jahren um das Zehnfache, nämlich 150—250 pCt., vollzogen hat. iah dem so kleinen Lohne des Arbeiters hängt dann noch der Schröpfapparat der indirekten Stenern, die dem Aermsten das SO"" che» Brot noch vertheuern. Wie die Rente der Gutsbesitzer, so auch die Steuer kolossal gestiegen. Es betrugen 1853 die Sie» für die 7 italienischen Staaten 571 Millionen, für die Provi Verwaltung 29 Millionen, für die Genieindeverwaltung 150 lWilio- nen. Im Jahre 1877/73 belicf sich der Steuerbetrag fir den Staat auf 1854 Millionen, der Provinzialverwaltung 110 Milkionen, der Kommunalverwaltung 360 Millionen, mittleres jährliches Defizit für die drei Verwaltungen 150 Millionen, im Ganze» in runder Ziffer 2 Milliarden. Daneben ist die Staatsschuld von 2 auf 10 Milliarden gewachsen. Das jährliche Gesammtein- kommen Italiens wird pro Jahr auf ca. 5000 Millionen Lire geschätzt und die gesammten Steuern erreichen die Höhe von rund 1900 Millionen pro Jahr, also mehr als ein Drittel des söge- nannten Natianal-Einkommens. Bekanntlich florirt in Italien auch das unsittliche Lottospiel, das 1861 dem Staate 33, heute aber mehr als 80 Millionen jährlich einträgt. Wie die Lage der ländlichen, ist auch die der industriellen Arbeiter beschaffen. Italien ist für die Schlotjunker das gleiche Eldorado, wie für die Landjunker, von denen Sombart sagt,„daß sie sozkal nicht nur werthlos, sondern auch gefährlich seien. Lange Arbeitszeit und schlechter Lohn charakterisirt die italienische Industrie. Löhne von 50 Cts. für Kinder, 80 für Arbeiterinnen und 1,50 für männliche Arbeiter bezeichnen den„Normalverdienst". Dabei überwiegt die indu- striclle Frauenarbeit die der männlichen. Es sind in der Industrie 1 700 OuO Frauen und 1 380 000 Männer beschäftigt, die mit ihren weiteren Familienangehörigen etwa 6 Millionen Personen zählen dürften. Stuf die Landnurthschaft entfallen mit ebenfalls den Familien 10 Millionen, also die Hälfte des italienischen Volkes, die sich in einer Armuth befindet, wo die Hnngersnoth der be- ständige Schatten ist. 1 500 000 Personen(lhätige beiderlei Ge- schlechts 700 000) gehören dem Handelsstande an. Die Zahl der Großhändler beträgt 61 000, dazu kommen noch 60 000 herumziehende kleine und größere Verkäufer, 65 000 Staatsbeamte, 150 000 Gemeinde- und 2o0000 Lottobeamte. 1881 zusammen in Italien 305 000 Bettler. Das sind entsetzliche Zustände und sie werden durchaus nicht besser, wenn man die Schckderer derselben aus dem Lande jagt, wie auch kein Entrüsten und Beschönigen dagegen zu Helsen ver- mag. Sie werden aber noch enlsetzlicker werden, wenn die itattenischen Machthaber nicht endlich aufhören, sich vom maß- losen Großmachtskiyel und Größenwahn fortreißen zu lassen und nnt Deutschland als Landmacht, mit England als Seemacht und mit Frankreich als Kolonialmacht zu wetteifern. Mit den kolossalen Summen, die bereits Abessynien gekostet hat, konnte im Heimathlande viel Gutes geschaffen werden. Allein wo sind die Staatsmänner, die die soziale Frage nnt Ernst studiren und für sie Verständniß besitzen? Wie vor alten Zeiten, so erblicken sie auch heute noch ihre Hauptaufgabe im Jntriguiren und Er- ober». Diese Politik muß in der Periode der sozialen Strömungen mit einem Bankerott enden. Meborstchk. Auf das allgemeine gleiche Mahlrecht brachte die nationalliberale«Köln. Ztg.", wie wir vor einigen Tagen iben, wied bereits kurz gemeldet haben, wieder einen heftigen Angriff, in welchem sie sich sogar zu dem Satze verstieg, daß die Verwerflichkeit und Unsittlichkeit des gleichen Wahlrechts von Jedermann anerkannt werde. Gesinnungsverwandte Blätter, wie das„Leipziger Tageblatt", druckten den Artikel alsbald ab. In demselben werden die Ardeiter als unge- bildet, urtheilslos und roh bezeichnet und die politische Freiheit als„von unten" bedroht dargestellt. Unsere Leser, welche meist zu den„Ungebildeten" nach der Meinung der „Köln. Ztg." gehören, weroen eine Kritik solchen Geschimpfes nicht von unS verlangt haben und sind auch herzlich froh, nicht zu den„Gebildeten" der„Köln. Ztg." zu gehören, deren eigenthiimlich beschaffene„Vitdung" nur zu oft den Ersatz des Wortes„Gebildete" durch„Bildungspöbel" rechtfertigt. Vemerkenswerth aber ist, daß die„Rordd. Allg. Ztg.", das exoffiziöse Blatt und nunmehr ein Organ der konser- vativen Partei, den Artikel der„Köln. Ztg." in einem Leit- artikel zurückweist. Sie meint: Wir haben das gleiche Wahlrecht einmal, darum ist es vom konservativen Stand- punkt bedenklich, eS anzutasten; außerdem ist neben dem Reichstag noch der Kaiser und König da. sind; dann die Diebinnen aus Manie, welche die Beute einer nnbezwinglichen Begierde sind, hervorgerufen durch die großen Magazine; endlich die schwangeren Weiber, die sich auf spezielle Artikel verlegen; so hat der Polizetkommissär bei einer solchen 248 Paar rosafarbene Handschuhe gefunden, die sie in sämmtlichen Handschuhläden in Paris zusammen- gestohlen hatte. — Nun, es ist in der That eilte saubere Schule der Ehrlichkeit, Dein Magazin, das muß ich sagen» be- merkte Paul. — Und es giebt unter ihnen mitunter ganz distinguirte Damen, fuhr Niouret fort. Die vorige Woche haben wir die Schwester eines Apothekers und die Gattin eines Hos- rathes dabei ertappt. Mit solchen Damen legt man die Sache gütlich bei. Er unterbrach sich, um seinem Freunde den Inspektor Jouve zu zeigen, welcher unten, in der Abtheilung für Bänder, eben eine schwangere Frau beobachtete. Diese Frau, deren großer Bauch von den Stößen der Menge viel zu leiden hatte, war von einer Freundin begleitet, welche sie vor dem allzu argen Gedränge zu schützen suchte; und so oft sie in einer Abtheilung stehen blieb, ließ Jonve sie nicht aus den Äugen, während ibre Freundin nach Herzenslust in den Waaren herumwühlte. — Oh, er wird sie erwischen, bemerkte Mouret; er kennt alle ihre Schliche. Doch jetzt zitterte seine Stimme und ein gezwungenes Lächeln umspielte seine Lippen. Denise und Henriette, die er nicht aus den Augen gelassen, kamen eben hinter ihnen vorbei, nachdem sie sich mit vieler Mühe durch die Menge durchgearbeitet hatten. Er wandte sich plötzlich um und grüßte in der diskreten Weise eines Freundes, der eine Frau nicht dadurch kompromittiren will, daß er sie vor dem Publikum anhält. Allein Henriette, deren Eifersucht einmal erweckt war, hatte sehr wohl_ bemerkt, daß sein erster Blick Denisen gegolten. Dieses Mädchen niußte die Nebenbuhlerin sein, um deren Willen sie heute gekommen war. Die Fräulein der Konfektions-Abtheilung hatten alle Hände voll zu thun; denn zwei Fräulein waren krank und Die reinen Unternehmerorgane sind griffen aus die Volksrcchte rücksichtsloser als die konservativ-monarchischen Organe. „mittclpartcilich" zu nennen, sind aber in dem nnch-�,, Kan-pjc unserer Zeit thatsächlich die extremen. Es g sie zu unseren entschiedensten Sern r Ehre, gerade zn haben.. Giu neuer Fabrilrantettlmud ist gegründet j der Verband der deutschen Schuh' Schästesabrikanten, der natürlich auch Arbeiterbewegung in seiner Art sich K-,, wird. Es wurde beschlossen,„daß die Koalitionssmh, Arbeiter nicht angetastet werden soll", es ist gütig von den Herren in der Schuh- und Schästevr den§ 152 der Gewerbeordnung nicht antasten Zugleich aber beschlossen die Herren: Die Mng des Verbandes verpflichten sich, in der Lohn beweg sich gegenseitig zu unterstützen." Das heißt mck A Worten: Gemeinsames Vorgehen gegen die Arbeiter, f zur Verbesserung ihrer Lage von dem§.152 Ge machen. Das ist eben die Koalitionsfreiheit mit dem u � daneben. Nun, die Arbeiter werden zeigen, daß! thättgen b»Un�nehaM-ble W icyaften der Arbeiter, den maßlosen Ausbeu >erreii" den festen Widerstand ausgektärter Vereinigung der Kapitalisten die Vereinigung "---—-—" c. J--- f---—>»i|» y-y yi- eliistendH Zroletan I W#»|V|4V«k K** i VV V| W4-*I entgegenstellen werden. Daß der neugebackene Veroa»».. Preiserhöhung seiner Produkte um sechs Prozent elnstu> beschloß, ist die natürliche Folge jeder solchen Kartellin � Die Schuh- und Schäftrmacher werden ihrerseits aus v' Löhne dringen. Nöthig haben sie eS. Dir großartige Kundgebung, welche Anfangs- Woche auf dem Psre Laichaise in Paris zur Kommune-Märtyrer stattfand, war nach zwei Plchlu�j hin hochbedeutsam. Statt der mehr oder weniger meinen Revolutions-Phrasen, die früher bei dieser heit zu ertönen pflegten, waren es diesmal bkjhg sormulirten und durchaus realistischen Forderung yi internationalen Pariser Kongresses, welche den-0„j sämmtlicher Reden bildete. Der vorjährige Kongreß tritt immer klarer zu Tage— hat auf die ranzMW Sozialisten einen ebenso großen als heilsamen Einfluß. � geübt: er hat sie von der Phrase emanzipirt und aus. Boden der Thatsache gebracifl. Ueberall in der Kau � in den Versammtungen, in der Arbeiterpresse offenbc dieser Unischwung, und, wie gesagt, in der letzten Lachaise-Kundgebung war er ganz besonders auffällig. � Ferner ist als bemerkenswerther Vorgang � Züchtigung zu verzeichnen, welche den sozialrevoluttonwe. Boulangiften, die sich in die Löwenhaut Blanqui's des Bra der Braven zu hüllen lieben, mit anerkennenswert�> Gründlichkeit ertheilt wurde. Me Herren Granger ähnliche falsche Brüder vom Schlage des nun endlich � larvten Abenteurers Rochefort wurden, als sie � unreine Nähe das Grab Blanqui's zu entweihen einfach am Kragen gepackt und vom Kirchhof hinansgech� Hinterher behauptet Herr Granger, er sei von Vaillam � einem Nennlner ntinfivt mnrhen! Den Revolver. deU emem Revolver attakirt worden! Der Revolver,. erhitzte Phantasie dieses Poltrons— alle BoulangisteN I Potlrons— sah, war beiläusig ein— Bleistift! j, Die deutschen Chauvinisten werden nun hoffentlich hören, das alte Märchen zu verbreiten, die Pariser S/H öemokraten seien zum großen Theil Boulangiften Revanchewütheriche.„,x Zu erwähnen ist noch, daß dies die erste Gedeiul.. des Falls der Kommune war, weiche ohzw Ruhcflotu'*, verlief. Grund— zum ersten Male war keine Poli}cl 4 Es giebt kein besseres Mittel, um Ruhestörung� verhindern, als die PoUzei— die nicht da ist. Probatum est! Unsere Meldung, die sächsische Regierung beabsi beim Bundesrath die Verlängerung des kleinen Belage�» Lei" zustandes über Leipzig, der Ende Juni abläuft, öis Ende der Giltigkeitsdauer des Sozialistengesetzes z" tragen, wird von verschiedenen, früher offiziösen»w* bestritten. Möglich, daß die sächsische Regierung eines Anderen besinnt. Unsere Mittheilmtg, daß eine 1 1 Mcht bestanden hat, �Halten wir ausrecht. Allg. Ztg.", die gleichfalls unsere Nachricht dementirt, die Gelegenheit, in außerordentlich bestimmter Form 3% Madame Frederic, die stellvertretende Verkäuferin hatte* � vorher in aller Stille ihren Abschied genominen; sie � ohne Kündigung gegangen, gleichwie das Haus oft ßL|, seine Angestellten ohne Kündigung entließ. Trotz der-%,! regungen des Ausverkayses sprach man seit dem nur von dem Vorfall. Klara fand dies sehr„chic";-Hfe guerite machte sich über die Wnth Bourdoncles lustig rend Madame Anreite würdevoll erklärte, daß Mo* Fredcrik wenigstens soviel Anstandsgefühl hätte bei muffen, sie von ihrem Austritt zn verständigen. Maß ,, zählte sich, daß Madame Frederic im Begriffe sei, den Gßyj thümer einer in der Nähe der Hallen befindlichen Badeam zu heirathen..1 — Also, Madame wünschen einen Reisemantel? P Denise, indem sie die Dame zum Sitzen einlud. s — Ja, erividerte Madame Dessorges trocken; den» war entschlossen, unhöflich zu sein. Die neue Einrichtung der Abtheilnng ivar von reichen Strenge; hohe Schränke von Eichenholz mit � des E Zeit diu 1 Io§ »rtheil tttm ihrer s »Dsiih dung toticjje den. t Neue s Änstar bertiin wehr i nicht dein,! duinme den 5 scheide iündig der S °rhebli diesem iisteng! 9«%, Rechts "rtheil wenn werde: dessekbl W S �ben. weifm, 8°.£, }%»n r9t k d-ut ?uswe te Ä ,«»1 u s hnsan S |.%tc k h'chei Ö, villi tobe. Deni Hauer-Arbeit, hohe Spiegel, welche die ganze Breite ,, Wände einnahmen, ein riesiger rolher Plüschreppich, in jk ehern das Geräusch des fortwährenden Getrappels J Kundschaften sich vollständig verlor. Während Denise IJ u v vv< V V| vvy| vv•»|,WV W»V(VVU»V»VJ wvvvv»-«�4 V» vy».»• V V-—-- i..1 gegangen war, um Reisemäntel zu holen, blickte MaH Dessorges in einen Spiegel, wo sie ihr Antlitz sah. sie denn alt, daß man sie um der Ersten Besten wuie» trügt? fragte sie sich. In dem Spiegel sah die ganze Abtheilnng mit ihrem lebhafttn Treiben; l,e jJ sah nur ihr bleiches Antlitz, sie Hörle nicht, hinter ihr Klara der Margnerite eine der geheime" schichten der Madame Frederic in, Flüstertöne erzählte.> — Da sind unsere neuesten Modelle, sagte Denise' haben dieselben in mehreren Farben. Und sie breitete vier oder fünf Mantcaus. � Madame Dessorges betrachtete sie nnt geringst"/, Miene und bei jedem Mantel ward sie in ihrem Be>w — Wozu diese falschen Falten, welche das Kleid�Ä - üCVWgw vivjv vv*»«jvw-.. stück so knapp machen? Und dieser andere Wianlet eckigen Schultern scheint ja nicht mit der Schern, l"" WQtc %si Und in lc S jjunl [üufe toifc % Desf �tte y\ K iv-l Cft S ßit' bi; f* daj lo§ fianjlidjcti Fortfall des Sozialistengesetzes zu bestätigen. Sie die sächsische Regierung stets zu den end es pi-kü l Llnhängeru des Sozialistengesetzes gezählt: allein wen.?? Ä doch praktisch weniger erheblich, ob rn einem der rt.s..,?/? Orte des kleinen Belagerungszustandes die gemein- der Dinge am I. Juli oder am 1. Oktober ®nß aber eine Vorlage des Reichskanzlers mi "ßSflpsi des Sozialistengesetzes oder ein preußischer An Ii��� rsatz desselben zur Zeit nicht zu erwartrn ist, unter- Zweifel." 3l»s juristischen Kreisen wird uns geschrieben; In iäeuJ� 120 geschätzten Blattes findet sich ein dem Neil"Wähler" entnommenes Eingesandt nebst einer redaktio- reck>n ��erkung des genannten Blattes, betreffend den straf- � ichen Zustand bis zur Aufhebung des Sozialistengesetzes. _,,'"d der Einsender alle nach dem 80. September zur 916= (oS v9 fangenden Verstöße gegen das Sozialistengesetz straf- n» T. �äßt, glaubt die Redaktion des„Wähler", es komme Se f nuf Qn' ob die inkriminirte Handlung noch unter die Rm � des Sozialistengesetzes begangen sei, die in der � �ch�'Zeit eingetretene Aufhebung des Gesetzes könne höchstens des tm Strafmaß von milderndem Einfluß sein. Die Redaktion des Q äbersieht dabei offenbar die Bestimmung des§ 2 affl�etzbuches:„Bei Verschiedenheit der Gesetze von der der begangenen That bis zu deren Aburtheilung ist mildeste Gesetz anzuwenden: Hiernach kann zweifel- lirtl.' naC� Ablauf des Sozialistengesetzes eine Ver- Teilung auf Grund desselben nicht mehr erfolgen, auch «nn die That vor dem 30. September begangen ist, zur Zeit ln �igehung also strafbar war. Aber auch der Einsender des " ähler" ist im Jrrthum, wenn er den Zeitpunkt der Entschei- w lÜ �ten§ �ks Reichsgerichts für maßgebend hält. In Sachen, � che in erster Instanz vor dem Schöffengericht verhandelt wer- {". tritt auf eingelegte Berufung das Berufungsgericht in eine sachliche Verhandlung ein, und es erfolgt hier in zweiter Instanz eine neue Aburtheilung. Ist also zur Zeit der Urtheils- 'flündigung in der Berufungsinstanz das Sozialistengesetz nicht ni»*n fb kann eine Verurtheilung auf Grund desselben cht mehr erfolgen, auch wenn das Schöffengericht vor dem ,; September mit Recht verurtheilt hat. Anders liegt die Sache Reichsgericht auf Revision gegen die Urtheile der Straf �Mmer in erster Instanz. Das Reichsgericht hat nicht Fall von Neuem abzuurtheilen, sondern nur zu ent- Icheiden, ob das angefochtene Urcheil erster Instanz auf einer echtsverletzung beruht, wobei natürlich der Zeitpunkt der Ver- '"ndigung des ersten Urtheils entscheidet. Ist also das Urtheil {* Strafkammer vor dem 30. September ergangen, so ist es un- .Üblich, ob das Reichsgericht seine Entscheidung vor oder nach ■'«fem Zeitpunkte trifft, in beiden Fällen muß es das Sozia- 'stengesetz als noch geltendes Recht ansehen. Wenn aber das �Ichsgericht das erste Urtheil aufhebt und die Sache an das Landgericht zurückverweist, weil das erste Urtheil an einer sonstigen "cchtsverletzung leidet, so erfolgt dann wieder»ine neue Ab "tihiilung bei dem Landgericht, und dieses muß freisprechen, "'enn das Urtheil nach dem 80. September ergeht. Hiernach Werden alle kurz vor Ablauf des Sozialistengesetzes auf Grund �tjfelbcn Verurtheilten, wenn die Sache in erster Instanz vor H Schöffengericht gehört, auf alle Fälle Berufung einzulegen �ben, und wenn die Revision Aussicht auf Erfolg bietet, auch �vision auf die Hoffnung hin, daß nach erfolgter Zurückoer- Listing der Sache in die erste Instanz diese erst nach dem • September wieder ein Urtheil erlassen kann. Ueb»r die Kevolution i» de» alte« parteiverhält- welche die letzten Rcichstagswahlen hervorgerufen haben, I gt der Leipziger„Wähler" unter besonderen Hmweis auf die °°»tschfreifinnige Partei: %..Tie nationalliberale Partei, die vvm Sturmwind des Februar entwurzelt ward, besteht nur noch aus schwächlichen „.Eßlingen, von denen sich keiner zu einen: kräftigen Stanim si�'bachsen wird. Die Fortschrittspartei, welche nach den Wahl- in r' die sie zum Theil mit Hilfe der Sozialdemokratie erfochten, z. Mut krähte, ist urplötzlich in eine Krise gerathen, deren Aus- h längst vorauszusehen war und deren Ende auch das Ende (J Fortschrittspartei fein wird. Unseren Lesern ist bekannt, daß ftit�cv1 Aichter, der eine herrschsüchtige Natur ist, in seiner Partei " Jahren viele Feinde hat, und daß schon verschiedene kleine tztl'f et Holzhacke geschnitten zu sein? Wenn man auf die a°>se geht, so will man ja doch anständig gelleidet fein! >'r es möglich, daß man ihr diese unbedeutende Figur vor- L sollte? Jetzt erinnerte sie sich: Dieses Mädchen ist sfV. liche, welche ehemals bei ihrem Debüt eine so unge- d.». lächerliche Figur gemacht hatte, wie eine Gänsehirtin, W f i aus ihrem Dorfe kommt. Wohl hält sie sich heute ocsscr, sie sieht ernst und korrekt aus in ihrer Seiden- Allein, welche Dürftigkeit, welche Banalität! .7- Ich will Madame andere Modelle vorlegen, sagte �'Usc geduldig. � Als si« zurückkam, begann die Szene von Neuem. Jetzt die Stoffe zu schwer und tauchten nichts. Madame ».Jorges drehte sich hin und her, sprach mit lauter Stimme .. suchte die Aufmerksamkeit der Madame Aurelie auf sich .j lenken, in der Hoffnung, dem Mädchen eine Rüge zuzu- nlt Allein Denise hatte, seitdem sie zurückgekehrt war, ip.Aälig die ganze Äbtheilung für sich gewonnen, sie war ! m daselbst zu Hause, ja die Abtheilungs-Vorsteherin er- .?Unte fnnnr hnft sie uuaewölmlicbe Voritüae als Ver- Palastrevolutiönchen versucht worden sind. Jetzt nun, nach dem Sturz des Fürsten Bismarck, glaubt die größere Hälfte der Fort- schrittspartei den Augenblick gekommen, zu der Regierung in freundlichere Beziehungen zu treten— viele der Herren schwelgen bereits in seligen Träumen der Hoffähigkeit und da steht ihnen Eugen Richter im Weg, der zwar ein Rüpel ist in seinen Manieren und ein knotenhaiter Knownothing(Nichtswiner) in sozialen und nationalökonomischen Dingen, aber doch unleugbar eine tüchtige Kampfnatur von echtem Plebejerstolz und Plebejer- haß erfüllt gegen die hochnäsig-geistlose Aristokratie, und ein Feind des Militarismus, wenn er auch zu prinzipieller Negation sich bisher nicht emporzuschwingen vermochte. Und diesmal ist das Palastrevolutiönchen gelungen— Eugen Richter ist enb thront; und da er sich das nicht gefallen läßt, so hat ein unter irdischer Krieg begonnen, der ohne jeglichen Zweifel zum Zerfall der Fortschrittspartei führen wird. Wie die Dinge liegen, läßt ein Auseinanderfallen der heterogenen(verschieden gearteten) Elemente, aus denen die Fortschrittspartei besteht, sich auf die Dauer nicht verhüten, und die kleinere demokratische Hälfte wird sich vermuthlich mit der sogenannten Volkspartei, die jetzt im Reichstag wie ein verlorenes Schäflein uniherirrt, zu einer bürgerlich-demo kratischen Partei. voreinigen, die vielleicht wieder den Namen Fortschrittspartei annehnien dürfte. Die größere Hälfte, unter Führung der Rickert, Häncl sc., wird ihrerseits zu denjenigen Resten der nationalliberalen Partei hingezogen, die noch einige liberale Reminiszenzen sich bewahrt haben, und wird mit diesen eine gemeinsame liberale Partei bilden; während der rechte Flügel der Nationalliberalen den Freikonservativen, der söge- nannten„Botschafterpartei" zustrebt. Die Dcutschkouservativen aber sind einstweilen noch ganz rathlos; sie waren unter Bismarck zu reinstem Lakaienthum verurtheilt, und es ist währscheinlich, daß die Mehrheit sich der„Botschafterpartei" und dem rechten Flügel der Nationalliberalen anschließen und mit ibnen zusammen eine Regierungspartei bilden wird. Die paar Querköpfe a la Kleist-Retzow können dann unter die„Wilden" gehen. Jedenfalls bereiten sich große Aenderungen in unserem Parteileben vor— Aenderuliaen, welche uns direkt nicht berühren, da wir die ange- nehmste Rolle dabei haben, nämlich die des lächelnden Zu- schauers." Eine«eue Indiskretion des Fürsten Bismarck wird be- kannt. Dem Interviewer des Pariser„Petit Journal" sagte er, daß Caprivi, als er den Kanzlerposten übernahm, äußerte, es märe ihm zu Much, als ob er einen dunklen Raum betrete».— Fürst Bismarck führt auch dem Pariser Literaten gegenüber die ganze Politik auf Streberthum und Stellenjägerei zurück. Er faj nämlich wörtlich:„Ich wundere mich nicht darüber, daß in Deutschland so viele Leute ein orckl bei meinem Rücktritt ausge- stoßen haben. Wenn man so lange Minister war, dann hat man viele Feinde; zu denjenigen, denen man etwas abgeschlagen hat, kommen noch die, ivelche sich einbilden, daß man sie am Hervor- treten gehindert hat. Jedes Jahr bringt immer wieder neue Unzufriedene. Gerade in meinem Vaterlande bin ich am härtesten beurtheilt worden." Uon der Ansntandminft nach Deutsch-Küdwestafrika wird in manchen kolonialschwärmerischen Blättern noch immer gefabelt. Demgegenüber schreibt der bekannte Missionsinspektor Zahn an die„Weserztg.": Ganz Südafrika ist unfruchtbar, d. h. es kann nur wenige Menschen durch den Ertrag seiner Land- wirthschaft ernähren. In Britisch- Südafrika leben auf dem Quadratkilometer 8,1, im Oranjefreistaat 1,2, im Transvaal 1,9 Menschen, Farbige und Weiße. Wenn Deutsch- Südwestasrika 1 500 000 Quadratkilometer groß ist, so w irden 3 Millionen Menschen, Eingeborene und Fremdlinge, es ganz füllen. Von Weißen allein leben im Oranjefreistaat auf dem Quadratkilo- meter 0,6, in der südafrikanischen Republik 0,2. Und bekanntlich haben gerade diese Weißen dort nicht mehr Platz genug, und ihre Versuche, neues Land zu gewinnen, sind die Quelle der meisten südafrikanischen Wirren. Nach diesem Verhältniß würden im deutschen Südwestasrika, wenn es mit den beiden genannten Frei- staaten verglichen werden dürfte, vielleicht GOO 000 Weiße untergebracht werden können. Das ist natürlich kein Land, um unsere deutsche Auswanderung aufzunehmen. Die Vertzaftnng russischer ifUHHisien in Paris findet dort trotz der schweifwedelnden Freundschaft der französischen Bourgeois-Republikaner für das absolutistische Rußland keine allgemeine Billigung. Doch sind dieser strengen Republikaner, die von solchen Verletzungen des„Asylrechts" nichts wissen wollen, nicht sehr viele. Von den Blättern sagt„Lanterne", die Freundschaft für Rußland rechtferige noch nicht die Vergewaltigung der persönlichen Freiheit politischer Flüchtlinge. Der russische Botschafter Graf Mohrenheim begab sich zu Constans und be- lückwünschte ihn zu seinen Anordnungen. Wir gönnen Herrn constans diesen Glückwunsch des Vertreters eines barbarischen Landes. Schweix. Bern, 31. Mai. Heute Mittag ist der neue deutsch- chweizerische Niederlassungsvertrag hier unterzeichnet worden. �Afcheu zu treten. — Wollen Madame mir vielleicht das Genre nennen, Nches Sie wünschen? fragte Denise von neuem mit der Wichen Ausdauer, die sich durch nichts cntinnthigen läßt. .- Aber, wenn Sie nichts haben! rief Madame dem sie gekauft hatte, sich entschloß, das Packet, welches ihm 'chier die Arme zerbrach, auf einen Rollstuhl zu legen; er ging nun vor ihr her und zog den Rollstuhl nach sich, welcher mit Kravatten, Handschuhen, Sonnenschirmen, Jupons, Servietten, Vorhängen, einer Lampe und drei Schilfmatten beladen war. — Schau, schau, sagte sie; Sie kaufen einen Reise- mantel? — Ach ja, ich möchte, sagte Madame Desforges; aber 'ie sind abscheulich. Allein Madame Marty warf sich auf einen Mantel mit Streifen, den sie gar nicht übel fand; ihre Tochter Valentine war schon in Betrachtung dieses Kleidungsstückes versunken. Jetzt rief Denise Marguerite herbei, damit sie diesen Artikel aus der Abtheilung hinausschaffe, denn es war ein Modell aus dem vergangenen Jahre, welches diese letztere auf einen Wink ihrer Genossin wie einen außer- ordentlich wohlfeilen Artikel pries. Als sie schwur, daß man schon zwei Mal den Preis dieses Mantels herabgesetzt hatte, von 150 Fr. auf 130 und dann sogar ans 110, konnte Madame Marty der Versuchung der Wohlfcilhcit nicht widerstehen. Sie kaufte ihn und der Kommis, der sie be- gleitet hatte, ließ den Sessel mit allen Packeten da. Inzwischen dauerten hinter den Damen inmmitten- des Gedränges die Klatschereien der Abtheilung über Ma-r dame FrSdoric fort. —_ Wirklich, hatte sie Jemanden? fragte die kleine Verkäuferin, die erst vor Kurzem eingetreten war? — Ja, es war der Badeeigenthümer, erwiderte Klara. Diesen stillen Wcktwen ist niemals zu trauen. Während nun Marguerite damit beschäftigt war, die Rechnung für den Mantel auszufertigen, wandte Madame Marty zur Hälfte den Kopf und indem sie mit den Augen auf Klara blinzelte, sagte sie leise zu Madame Desforges: — Diese da ist die neueste Kaprize des Herrn Mouret. Madame Desforges betrachtete überraschc Klara, dann blickte sie auf Denisen und erwiderte: — Nein, nicht die Große, die Kleine ist's. Und da Madame Marty nicht wagte, bei ihrer Be- hauptung zu bleiben, fuhr Madame Desforges mit lauter Gestevveich-ZlugciVtt. Pest, 30. Mai.- Der Handelsminister Baroß hat einer von ihm empfangenen Deputation der Arbeiter der Staatsmaschinen- fabriken erklärt, daß er unter den, gegenwärtigen Verhältnissen weder eine Lohnerhöhung noch eine Revuktion der Arbeitszeit zu- sagen könne. Frankreich. Paris, 31. Mai. Die Regierung beschloß, im Prinzip einen Entwurf betreffs Einschränkung des Zlrbeitstages für Arbeiter zu stellen. Die Einzelheiten des Entwurfs werden demnächst be- schloffen werden. Paris, 28. Mai. Der„Voss. Ztg." wird geschrieben: Das Urtheil in der Strafsache des Kupfcrringes ist heute verkündet worden. Ter Urheber der Spekulation, die für immer einen Platz unter den hervorragendsten Gaunereien des Jahrhunderts behalten wird, Secrotan ist zu sechs Monaten Gefängniß und 10 000 Fr. Geldbuße, Lavoissiöre, der Vorsitzende der„Soziale des Metaux", zu drei Monaten und 8000 Fr. Buße, Ed. Hentsch, der Vor- sitzende des„Comptoir d'Escompte", zu 8000 Fr. Buße verurtheilt. In der Begründung stellt der Gerichtshof fest, daß die Vernr- theilten durch Auskauf und künstliche Bearbeitung des Marktes den Kupferpreis schwindelhaft in die Höhe getrieben, daß sie an die Antheileigner der„Societe des Metaux" und des„Comptoir d'Escompte" vorgespiegelte Erträgnisse vertheilt und die Schluß- rechnungen dieser Gesellschaften gefälscht haben. Ob das Urtheil vollstreckt werden wird, bleibt fraglich. Zunächst kann die Sache durch Höherberufung noch lange hinausgezogen werden. Aber selbst wenn das Urtheil rechtskräftig wird, ist seine Vollziehung noch nicht sicher. Auch Bontoux und Feder wurden seiner Zeit zu längeren Gefängnißstrafen verurtheilt, aber weder der eine noch der andere hat auch nur einen Tag von seiner Strafe abgesessen. Sie sind einfach außer Landes gegangen, nach fichf Jahren ist hier das Urtheil verjährt und sie konnten ruhig wieder heimkehren und ein neues„bürg er- l i ch e s Dasein" beginnen. Doch darauf kommt es nicht Haupt- sächlich an, ob Secretan und Genossen ihre Strafe auch wirklich verbüßen oder nicht. Schon die Zlnklage, die gegen sie erhoben wurde, schon die öffentliche Verhandlung der Sache war eine Ge- nugthung für das Volksgewissen. Die ehrlichen Leute athmeten erleichtert auf, als sie sahen, daß die Regierung den Much hatte, die Staatsanwaltschaft gegen dielSünder in Bewegung zu setzen. Die Macht der„hohen Finanz" in in der französischen Republik— wie ja auch in der nordamerikanischen, wie überhaupt in jeder Demokratie,(soll heißen Bourgeois-Demokratie. Red.)— so groß, ihr Einfluß beherrscht so vollständig die regierende Klasse, daß es ür ein Ministerium kein geringes Wagniß ist. das Gesetz gegen sie in Anwendung zu bringen. Nur eine starke Regierung konnte sich unterfangen, den gaunerischen Milliardären an den Leib zu >ehen, und dieser Beweis von Selbstvertrauen und Kraftbewußt- ein hat auf die öffentliche Meinung einen ungemein günstigen Eindruck gemacht. Die Verhandlungen in der Kupier- ring- Strafsache haben Verhältnisse aufgedeckt, die rein Uneingeivoihter für möglich gehalten hätte. In den an- eschensten Geldanstalten wurve gewirthschaftet wie in der )öhle Ali Babas und der vierzig Räuber. Secretan benutzte das Geld und den Kredit der„Soziots des Metaux", um seinen Kupferwucher in's Werk zu setzen. Wäre bei der Gaunerei der erwartete Gewinn herausgekommen, so hätte Secretan ihn für sich behalten und höchstens den Verwaltungsräthen einen Antheil zugewendet. Da das Geschäft sehlschlug, wurde der ganze Verlust einfach auf die Gesellschaft abgewälzt und diese unter der Last zerinalmt. Der Leiter einer allerersten Bank, des „Comptoir d'Escompte", deren Gesammtvermögen 100 Millionen betrug, ging im Namen der Bank Verbindlichkeiten im Bettage von 900 Millionen ein und der Vorsitzende des Verwaltungsraths, ntsch, fand das ganz natürlich, ja er behauptete, das Geschäft sei ihm so wenig ausgefallen, daß er sich nicht einmal nach dessen Einzelheiten erkundigt habe! Das Haus Rothschild, die„Banque de Paris et des Pays Bas" betheiligten sich mit zahlreichen Mit- lionen an dem Geschäft und fanden Secretan's Spekulation anz berechtigt, ganz löblich, so lange sie Gewinn versprach. vas sind die Sittlichkeits- und Rechtschaffenheitsbegriffe, die unter den hiesigen Finanzfürsten herrschen, das ist die Sorg- fall und Gewissenhaitigkelt, mit der die Bankleitungen das ihnen anverttaute Geld der Antheilseigner verwalten. Der ekelhafteste Zug in der Verhandlung war übrigens der, daß Se- cretan die Stirne hatte, seine Gaunerei als eine Eingebung der Vaterlandsliebe darzustellen. Secretan handelte nur aus Liebe zu Frankreich, ganz wie ein anderer„großer Franzose", der auch nur aus Patriotismus seine Landsleute um 1400 Millionen erleichterte. Secretan kränkte es, daß der Hauptmarkt für Kupfer in London ist. Er wollte diesen Markt nach Frankreich verlegen. Das französische Kupiergewerbe sollte den englischen Zwischen- Händlern nicht länger Zins zahlen. Und um dem französischen Kupfergewerbe den Bezug des Kupfers zu erleichtern, begann er zunächst damit, das Metall, welches man in Havre trotz des Tributes an England für 1000 Franks(die Tonne) kaufen konnte, auf 2200 Franks zu treiben. Es war der reine Undank und eine beklagensiverthe Verblendung, daß die französischen Kupfer- gießer die Wohlthaten des Eingreifens Secretan's nicht anerkennen. Stimme fort und mit der Verachtung der großen Dame für die Stubenmädchen: — Vielleicht auch die Kleine und die Große, Alle, die nur wollen. Denise hatte gehört. Sie war bleich geworden und erhob ihre großen klaren Augen auf diese Dame, die sie so beleidigte und die sie gar nicht kannte; es war ohne Zweifel die Dame, von der man ihr erzählt hatte, diese Freundin, die der Patron außer dem Hause besuchte. In dem Blicke, welchen die Beiden austauschten, lag von DeniseUs Seite so viel traurige Würde, so viel Freimuth und Un- 'chuld, daß Henriette verlegen da stand. — Da Sie nichts für mich haben, sagte sie plötzlich, führen Sie mich in die Abtheilung für Roben und Kostüme. — Ich gehe mit Ihnen, rief Madame Marty, ich will ein Kostüm für Valentine aussuchen. Marguerite nahm den Äollsessel und zog ihn hinter sich her. Denise trug nur die wenigen Meter Foulard, welche Madame Desforges gekauft hatte. Seitdem die Roben und Kostüme sich im zweiten Stockiverk befanden, am anderen Ende des Magazins, hatte man bis dahin eine ganze Reise zu machen. Und eS begann die große Reise längs der gefüllten Gallerien. Boraus ging Marguerite, den Rollsessel hinter sich herziehend und so sich mühevoll eine Gasse bahnend. Schon in der Wäsche-Abtheilung begann Madame Desforges sich zu beklagen: diese Bazars seien lächerlich, meinte sie, wo man zwei Meilen zurücklegen muß, um irgend einen Artikel aufziifinden. Auch Madame Marty beklagte sich über Müdigkeit, trotzdem sie von dem zauberischen Anblick der Abthcilimgen entzückt war. Bor jedem Pulte blieb sie stehen, vor Allem bei den Pulten für Brautausstattungen, angelockt durch Hemden, welche Pauline ihr verkaufte; Marguerite war jetzt den Rollsessel los, Pauline übernahm den- selben sammt allen Rechunngen. Madame Desforges hätte auch rascher gehen können, um so Denise bald zu de- freien, allein eS schien ihr eine Freude zu machen, daß sie hinter sich unbeiveglich und geduldig stehen mußte, während sie selbst ihrer Freundin Marty Rath- schlüge gab.(Fortsetzung folgt.) Theater. Sonn tag, den 1. Juni. Vp-rnhans. Coppelia. Montag: Fidelis. Kchauspirli/aus. Die Geier-Wally. Montag: Der Sturm. Kerlinrr Theater. Der Kriegsplan. Montag: Kenn. Deutsches Theater. Die Journa- listen. Lesstug- Theater. Die Ehre. Montag: Nora. Frirdrich-Wilhelmltädt. Theater. Der arme Jonathan. Montag: Dieselbe Vorstellung. MaUtter-Theater. In falschem Ver- dacht. Hierauf: Unter vier Slugen. Diktoria-Theater. Stanley inAsrika. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gstend- Theater. Lohengrin. Nestdeus-Theater. Marquise. KrUeaUiaure- Theater. Der Nau- tilus. Montag: Dieselbe Vorstellung. KroU's Theater. Lucia von Lammer- moor. Adolf Gruft- Theater. Der Gold- fuchs. Kaufmann'« DariStö. Große Spezialitäten-Vorstellung.< WWllMlt Buddenhagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Garten-Concert. Direktion A. Uödmann. Dienstag und Freitag: Walzer Abend. Entree- Woche,it?9» 10 p?a-. Sonn- nnd Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. Müller. Variete-Theater. (Hasenhaide) Herrmannstr. 18— Nene Strasse 18. In dem vollständig renovirten Garten: 275 Grchs Konzert, Theoter, SpeMlitiiten- Vorstellung BALL, Durchweg neue» Programm. Anfang 4 Uhr. Entree 25 Pf. Kinder frei! und Bekannten 853 Allen Freunden empfehle mein niii) Vnirisß-Vierloknl. C. J. Peterson, Veteranenstr. 22. Englischer Garten. Auftreten d. Liedersängerin Frl. Stelnov. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Jonas. Auftreten des Komikers, Mimikers und Stimmen-Jmitators Herrn Gödicke. Auftreten der Geschwister Herzog Auftreten_bc§ musikalischen Klown Mr. de Volks. Neger- Andress. CratRilHe Bierhakeu Kommandantenstr. 77—79. Grosses Garten-Konzert Montag— Donnerstag— Sonnabend. Reichhaltiges Frühstück von SO Pf. an. Großer Mittagstisch von 12—4 a la carte. Kier aus der Berliner Bock- brauerei a Seidel 15 Pf. Echt Spaten Vi Liter 30 Pf., Schnitt 20 Pf.- Saal für Vereine und Gesellschaften. 8 Billards u. 3 Kegelbahnen empfiehlt 761 F. Sodtkr. Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehcnswürdigk. d. Residenz. In MgT dieser"ME Woche: 3. Reise durch die Schmelz, das malerische Bern erOberland Neu! Zum e r st e n Male: Hochinteressant: Slam. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Paul Schröder's m Beelftzhof bei Wannsee empfiehlt sein Lokal für Gesellschaften, lersugung. Vereine, Familien u. a. m. zu Aus- flügen und Landpartien. 705 Für gute Speisen nnd Getränke ist bestens gesorgt. Solide Preise. Fami lien steht die Kaffeeküche zur Bei'" Zwei gute Kegelvahnen. SABT Ausspannung._____ Bahnverbindung durch Vorortzüge und Potsdamer Bahn nach Station Wannsee, von dort zu Fuß in 15 bis 20 Minuten nach meinem Lokal. Zu den zwei ersten Vorortzügen werden vom Schlesischen Bahnho, u. Alexander- platz ZIrbeiter-Tagesbillets zum Preise von 50 Pfennig für Hin- und Rück- fahrt nach Wannsee ausgegeben. Auch Sonntags. Achtun 1 Mark. Tabake. 234 Nur eigene Fabrikation, 25 Zi Garantie rein amerikanischer Kein Laden. abrikation, 25 Zigarren Rippentabak 2 Pfd. 60 Pfg. Ä. F. Dinslnge» Kottbuserstraße 4, Hos pari. Reichsgarten, Menliiirf Feldstraße 14. Feldstraße 14. Haltestelle der Pferdebahn. MK" Irden Sonntag: ISPE Grosser Bali. Familien können Kaffee kochen. Zu zahlreichem Besuch ladet ergebenst Oswald Schensch.[913 em Albert Hoifmann's Festsäle, Rixdorf, Bergstrasse 133. Jeden Sonntag: GrOSSCr Ball. 250 Quadratmeter Tanzfläche, Parquet- boden. Anfang 5 Uhr. 1373 RestlUlrant zum Ambos. Breslauerstraße 27. Allen Genossen empfehle mein nnd Bairiscb-Bierlokal. 852 Großes Vereinszimmer mehrere Tage frei. Gustav Tempel. Empfehle mein Lokal zum Arbeit«- nachwri« und für Zahlstellen. Zimmer mit Piainno für Vereine. 892 Arthur Ziemer, Cuvrystr. 16. enossen 147 Allen Freunden u. empfehle mein Weiß- unij VainsPier-Lokal. ~ Vereinszimmer stehen zur Verfügung. H. Wuttke, Friedrichsbergerstr. 20, pari. Empfehle allen Freunden und Be- kannten meine Destillation, Weiss- u. Bairisch-Bierlokal. Vereinszimmer mit Piano für Arbeitsnachweis und Zahlstelle steht zur Verfügung. C, Herrath, Adnuralstr. 21. 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Renz' Ball-Salon Nannyn- Strasse 27 Jnh.: Albert Uebel. ?lir"Ochste" Herbst» und Wintersaison meine Salons Achtungsvoll Albert Uebel. 669 Parh ganz tiiüpfi richtet S tt'bnei Platt« Plätte Mcku, SS lUlfw °»chi Volksgarten in Wilmersdorf, «eten d'-selb 6»äial lief« mitteu im Dorf gelege«, Berlinerstrasse 40. Großer schattiger Garten mit 3 Kegelbllhvtk. Prachtroller�grosser parqnetürter Tanz-Saal... Ztdeil Slinntag: Frei-Concert und Grosser Ball' Familien- Kaffee- Küche, Auaspannung, große Theater- Kühur r Empfehle mein Lokal den Arbeiter-Vereinen für Sommerfeste, Landpartien, Bälle etc. angelegentlichst. II ff. Ukeissbier 1 1 Nächste Stadtbahnstation: Schmarl dori(10 Minuten). Verbindung vom Spittelmarkt bis Golzstra». mit Omnibus, oder von der Zwölf-Apostelkirche mit OampfbahP» Wilmersdorf. Geneigten Zuspruch erwartend, zeichne 364 F. Pietsch, GastwirtH.___ diellei, Sottej Meiner iverthen Änndschnft zur gesnlligen KenntniduWk, daß mein Geslhast van hente an bis ans Weiteres Sonntags von 2 liht an aeschlchn ml Ja ürakauerj Kirdorf'. Berg str. J; Es ist uns nütgetheilt worden, daß verschiedene Nestaurateure Kiere, die aus anderen hiesig� Kranereien stammen, als von der Mnnchener Kranhaus- Aktien-Gesellschaft geliefert, verkanM . o* i i--- �-4 a a �-* Ä Ä A. Ä*.a. �>-i— A.-M A A A. L � � �.. �*- Ä- I r*»M A« � A vi» Am(Vü ♦ /X%S 4 ♦ �5 �1 wir bitten die geehrten Konsumenten, darauf' achten" zu wollen, daß der Mirth, der vorgiebt, Bier aus Münchener Brauhaus- Aktien-Gesellschaft zu schänken, wirklich unser Kier fuhrt, uns aber jeden entgege� gesetzten Fall gefälligst mitzutheilen, da wir keadstchtigen, die Kamen dieser Nestaurateure im„Kerl' Dolksbiatt" zu veröffentlichen. Gleichzeitig treten wir dem von unserer Konkurrenz verbreiteten Gerücht, daß wir nicht leistungsfähig wären, hiermit entgegen, indem wir dieses als eine von dem schlechteren Theil der Konkurrenz o# gesprengte ab sichtliche Unwahrheit bezeichnen. Wir sind in der Kage, jede» an uns herantretenden Bedarf, mag derselbe neäl so groß sein, prompt zu befriedigen. Münchener Brauhaus- Aktien-Gesellschaf tf Jahannisßr. 18|19. Gegründet 1863. LOUIS GORDAN, Gegründet 1863. 42 Oranienstrasse 42, Ecke Oranienplatz. Wegen Man meiner Cejlljastsränme eronne � am montag, den 2. Junts d. J-, einen iST" Ausverkauf-MW um mein großes Lager von RNanufaktur, Rßcde-, Wäsche-, Leinen- und Baumwoiiwaaren bedeutend zu verkleinern und werde ich MT' ganz erstaunlich billig verkaufen! Sdjiiifi des Ausverkaufs am 30. Juni er. 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Wir ersuchen die Kollegen, daß alle Fabriken durch Delegirte ve r,» r k......_ w—"f*-f. l.— � t.r..-—— � 1 s %< sind; Entschuldigung durch nicht genügende Bekanntmachung kann genommen werden._.. Dir Urbrriuachunga-Kommlffian der Tabakarbriter s Verantwortlicher Redakteur: Curt Pnalee in Berlin. Druck und Verlag von Mar Fading in Berlin SW,, Beuthstraße 2. Hier«» zwei Keilas 1 1. Beilage zum Berliner Nr. 124. Sonntag» den 1. Juni 1890. 7. Jahrg. Lolmles. SU Presse liebt es mitttttter. ihren Lesern SarT' n Vorkommnisse innerhalb der sozialdemokratischen ." aufzutischen und giebt sich dabei den Anschein, als ob sie ,z genau über die sich an den Fortfall des Sozialistengesetzes ächtet s� �''�n der sozialdemokratischen Parteileitung untere or!» T einigen Tagen die Mittheilung, daß die Abge Bl u uni) Bebel am 1. Oktober in die Redaktion unseres Dj? eä eintreten, die Runde durch die hiesigen und ausivärtigen - a tr- Bon einigen Seiten wird sogar angegeben, daß dt »j. uor Parteistreitigkeiten in Berlin die Ursache dieser Ver- unseres Redaktionsstabes sei. Ais Naben erst kürzlich Veranlassung gehabt, klarzustellen, Weise, nach unserer Meinung, derartige meist— wie m vorliegendem Falle— falsche Nachrichten in die Zeitungen iesck Pub wir in der erfreulichen Lage, die Entstehungs- sichte des unsere Berliner Genossen betreffenden oben bezeich- ®�chwätzes mitzutheilen, und machen uns das Vergnügen. '«be zu Nutz und Frommen aller, auf einen Streit in der ä'aldemokratie sehnsüchtig wartenden Polizeisozialisten, etm ZU hangen./ "icil�01 c'n'Sen Tagen erhielten die Redaktionen der hiesigen, f.. ��t auch auswärtigen Zeitungen, folgende hektographirte °ttespondenz: »Das Soziali st engesetz wird sicher Ende Sep- tember fallen und die Sozialdemokraten berathen deshalb schon seit Monaten eifrig die Pläne für die Zukunft. In zahlreichen Provinzialstädten hat man theils schon wieder sozialdemokratische Blätter ins Leben gerufen, theils ihre Gründung beschlossen. Die eigentlichen Führer, die Mit- glieder der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, welchen das Ausnahniegesetz vom 21. Oktober lt>78 eine unglaublich große, diktatorische Macht über ihre Parteigenossen verschafft hat, sehen im Allgemeinen mit Heiterkeit der Zukunft entgegen, nur ein Hauptplatz, das ist Berlin, erscheint ihnen in bedenklichem Lichte. In Berlin hatte in den ersten Jahren nach Erlaß des Sozialistengesetzes die Mehrzahl der Sozialdemokraten sich nicht unter allen Um- ständen den Wünschen und Weisungen auswärtiger „Führer" unterwerfen wollen, denn sie hatten geglaubt, als Demokraten eine eigene Meinung und das Selbstbestimmungsrecht haben zu dürfen. Diese Diffe- renzen sind bei besonderen Gelegenheiten immer wie- der an die Oberfläche hervorgetreten, das Austreten ein- zelner Führer hat wiederholt Anlaß zu scharfer Kritik ge- geben und mit der Leitung des„Berliner Bolksblatt" sind Dheut noch viele Sozialdemokraten höchst unzufrieden. Die Parteidisziplin gestattete es im Allgemeinen nicht, unter der Herrschaft' des Sozialistengesetzes Differenzen und Streitigkeiten öffentlich zum Zlustrag zu bringen, deshalb hat sich im Laufe der Zeit viel Explosionsstoff angesammelt. Die Führung von Proskriptions- oder schwarzen Listen seit dem Jahre 1878 hat besonders böses Blut gemacht. Es giebt deren zweierlei: Erstens eine Liste, welche in den» jetzt in London erscheinenden„Sozialdemokrat", der in allen zivilisirten Ländern mehr oder weniger zur Verbreitung gelangt, abgedruckt wird. In diese Liste werden solche Sozialisten aufgenommen, denen irgend welche ehrenrührige Handlung nach- schwärzt worden sind bezieh, bei einzelnen emsluß- reichen Personen sich mißliebig gemacht haben! Hier liegen keine„Thatsachcn" vor, im Gegentheil handelt es sich oft um Männer, die ehrenwerther sind als ihre Denunzianten. Deshalb geht nian gegen sie auch nicht offen vor, sondern verbreitet die Liste nur in aller Sttlle. Und was das Merkwürdigste dabei ist, keiner der„Sünder", welche dieser Kategorie angehören, erhalt eme Anklage, Vorladung oder Verurtheilung zugestellt! Mit Rücksicht auf die Berliner Verhältnisse hat sich die Fraktion jetzt dahin geeinigt, nach Fallenlassen deS Sozia- lsttengesetzeS behufs Unterdrückung der„Oppofition ihre beste und schlauesle Krast, den Abg. Bebel, in Berlin zu stationiren. Derselbe wird die Chefredaktion des„Volks- blatt" übernehmen und der frühere Sattler, Abg. Auer, sein Adjutant werden."(Vertraulich!) „ T�s„vertraulich" am Schluß der Korrespondenz besagt ge- "9' und wird noch ergänzt durch den Namen des Verfassers, �Uchen wir den Korr» Zirchtokousulrnteu Kparr be- i'%en können. sü"iheuix uns unser Gedächtniß nicht sehr täuscht, ist der Herr chtskonsulent Sparr bereits in etwas unliebsame Berührung hau �e'1*en gekommen, welche das berufenste Interesse daran en, die sozialdemokratische Partei von unsauberen Elementen �einigen. Ij.&iir uns reichten diese Vlrkomnmisse hin, der uns freund- s"1»"gebotenen Mitarbeiterschaft des Herrn Sparr unsere hält � hermetisch zu verschließen; daran kann auch das Ver- tiftt'1''-''n welchem Herr Sparr zu einem hiesigen Verein als Be- a? satter steht. Nichts ändern, ebenso wie wir durch grundsätzliche �.�wejsung der Sparrffchen Anzeigen darauf verzichtet haben, �ffer in die Lage zu bringen, sich des Rcchtsbeistandes des � Tparr zu bedienen. Pch den Fall jedoch Parteigenossen eines näheren gesellschast- Verkehrs von Herrn Sparr gewürdigt werden sollten, Iji nen wir denselben nur rathen, sich mit derjenigen Deutlichkeit eiü � frei zu machen, welche dem Erfinder und Verbreiter �bfil albernen als gemeinen und lügenhasten Nachricht nu®3 hieße die Berliner Genossen sowohl als die Fraktion er- iL �en. wenn wir auf das Machwerk des Herrn Sparr näher wollten; nur das mögen sich Herr Sparr und seine ;3{n Hintermänner merken: cni9 die Fraktion die„Opposition in Berlin" zu unter- W en beabsichtigt, so wenig werden sich die Berliner Genossen ' hergeben, den Feinden unserer Sache Vorspanndienste zu leisten. Der Koykott gegen die Krauereien ist noch nicht bcen- det. Die Lokalkommission hält es für unbedingt nothwendig, daß die Brauerei- Direktoren mit � der bisher bestehenden Lohn- kommission der Brauergesellcn in'Verbindung treten. Zur Bei- legung des Boykotts kann der von den Brauereien veröffentlichte Brief nicht genügen, weil zur Beilegung des Boykotts natürlich auch die Einwilligung der Lokalkommission erforderlich ist, wie der in der Versammlung bei Joel gefaßte Beschluß besagt. Das definitive Ende des Boykotts wird von der Lokalkommission aus- schließlich durch das„Berliner Volksblatt" bekannt gegeben erden. Der Kuchbinder Konstantin Janiszewoki, sozialdemo kratischer Kandidat im II. Berliner Reichstags-Wahlkreise, wurde am Sonnabend Vormittag durch einen Kriminalbeamten nach dem Polizeipräsidium geführt, wo ihm eröffnet wurde, daß er auf Grund der polizeilich verfügten und vom Obcrverwaltungsgericht bestätigten Ausweisung binnen 24 Stunden Berlin zu verlassen habe. Der Ausgewiesene, welcher zwar in Berlin arbeitet, aber bereits in Friedrichshagen wohnt, will noch einmal versuchen, die RechtWmgkeit der Verfügung anzufechten. a drr Angrlrgrnffeit betreffs der Verpachtung der chlagssänlen auf 10 Jahre seitens des Magistrats fand vor- estern. Mittags 12 Uhr, die Eröffnung der eingegangenen Offerten statt. Abgegeben waren sechs Gebote, von denen jedoch nur vier in Betracht konnnen, da für zwei die erforderliche Kaution gar nicht gestellt war. Das Höchstgebot mit 141 100 M. jährlicher Pacht hat die bekannte alte Firma Wilhelm Baensch(Verlags- Handlung und Buchdruckerei) abgegeben, das zweithöchste Hnasen- stein u. Vogler mit 140 000 M., dann die bisherigen Pächter Nauck u. Hartmann mit 135 000 M.; dieselben haben sonach ihr „freihändig" gemachtes Gebot um 35 000 M. pro anno, für die Gesammt-Pachtzeit also um 350 000 M. erhöht; Becker u. Horn- berg endlich habe» das Mindestgebot mit 120 000 M. abgegeben. Zlebrr die erstaunliche Entwi«Urhmg der Kerliner Ferusprech- Aulagen entnehmen wir einem Artikel der„D. Verk.-Z." die Mittheilung, daß der Gesammtbedarf an Bedienten und Arbeitern zum Ausbau und Unterhaltung dieser Anlagen allein zirka 1000 Menschen beträgt. Zu diesen kommen noch etwa GOO Beamtcnkräfte, welche den Bettieb bei den VermittelungS- Anstalten wahrzunehmen haben, so daß der Berliner Stadt-Fernsprechbetrieb— der großartigste der Welt— gegenwärtig etwa 1600 Arbeitskräfte erfordert. Nimmt man an, daß im Durchschnitt jeder dieser 1600 Menschen noch zwei Familien- Angehörige zu erhalten hat, so ergiebt sich, daß allein der Betrieb des Fernsprechwesens in Berlin annähernd 5000 Menschen ernährt. Als die Berliner Stadt-Fernsprech-An- läge eröffnet wurde, hatte sie 50 Theilnchmer, die Zahl der Sprechstellen ist inzwischen auf 13 000 gestiegen. Im Interesse des oberirdischen Fernsprcchbaues sind in 28 Bauabtheilungen unter Hinzurechnung von 36 oberen Beamten im Ganzen 477 Arbeitskräfte thätig. Durch diese sind im Jahre 1880/90 hergestellt worden: 34 390 km Linie mit hölzernem Gestänge, 101 287 km Linie mit eisernem Gestänge und 7 491 536 km Länge— eine Länge, welche dem fünften Theile des Erdumfanges oder S/5 des Erddurchmessers entspricht. Durch dieselben Arbeitskräfte sind ferner 3306 Sprechstellen zur Einrichtung gelangt und 1427 Sprechstellen, vorzugsweise in der Zeit vom 1. April bis 1. Oktober von einem Grundstück nach einem andern verlegt worden. An jedem Arbeitstage des Jahres sind demnach 15 bis 16 neue Fernsprech- tellen eingerichtet worden. Ei» hygienisch bedeutsames Ersuch dürfte demnächst das Berliner Polizeipräsidium beschästigen. Herr Dr. Möllen- dors hat im ärztlichen Südwestverein folgenden Antrag gestellt: Der Zentralnusschuß der Berliner ärztlichen Bezirksvercine wolle eine Petition an das Polizeipräsidium richten, daß nur diejenigen Molkereibesitzer ein Straßenschild mit der Aufschrift Milch für Kinder" anbringen dürfen, welche sich einer strengen ärztlichen Aufsicht ihrer Kühe und deren Stallungen in Bezug auf Gesundheit, Fütterung, Wartung und Desinfektion unter- werfen. Die Kestizer der am rechte» Kprer-Mer in Eharlatten- bürg belegene» Fabriken u. s. w. waren, wie wir s. Z. mit- theilten, bei dem Magistrat dahin vorstellig geworden, ihre Grund- tücke unter die Botmäßigkeit der Berliner Feuerwehr zu stellen, weil die Einrichtungen der Charlottenburger Feuerwehr nicht geeignet seien, im Falle eines größeren Brandes ausreichende Hilfe zu leisten. Nach der„Gem.- Ztg." hat der Magistrat die Vitt- steller jetzt ablehnend beschieden, weil die Feuerwehr im Orte seit dem April d. I. neu organisirt sei und im Nothfalle die Berliner Feuerwehr doch ohnedies würde herbeigerufen werden. ie Kescher der Anfnagelfabrik von Möller u. Schreiber in Eoerswalde haben an ihre zahlreichen Arbeiter svlgeude Publi- kation erlassen:„Unsere'Arbeiter haben sich bisher zu unserer Genugthumig den Verhetzungen einer schlechten Presse und anderen Versuchungen gegenüber ablehnend verhalten. Auch haben sie ihre guten Gesinnungen bei den Wahlen vielfach beth.itigt. Wir er- kennen darin ihr Vertrauen zu unseren Bestrebungen und wünschen im gegenseitigen Interesse ein dauerndes Fortoestehen der bis- herigen guten Beziehungen." In'Anerkennung dieser patriotischen Haltung sickern sodann die Fabrikbesitzer ihren treuen Arbeitern eine vom 1 Juni ab eintretende Lohnerhöhung von fünf bis zehn Prozent zu, wobei sie darauf hinweisen, daß dies für die Fabrik- besitzcr zirka 50 000 M. pro Jahr ausmache. So die Hcrreu Möller und Schreiber in Ebcrsivalde— und am 3. Juni ist die Nachwahl zum Reichstage! Urber den Ililaliickssall auf der Kavel, der am zweiten Psingsttage in der Nähe von Potsdam stattfand, hieß es irrthümlich, er hätte sich auf dem Seddiner See bei Ketzin zugetragen. Der Seddiner See liegt auf der Strecke Potsdam-Beelitz und steht mit der Havel in gar keiner Verbindung. Die Stadt Ketzin an der Havel aber liegt mehrere Meilen von der Nnglücksstelle entfernt. Der Unfall ereignete sich, wie der„Voss. Ztg." geschrieben wird, in der Nahe des Etablissements Alter Tornow unweit Potsdam, gegenüber der Pirschhaide. Es ertranken, wie jetzt festgestellt ist, vier Personen, und zwar zwei Dienstmädchen, Schwestern, Namens Betke, welche in Potsdam in Dienst standen, serner zwei Füsiliere von der 10. Kompagnie des 1. Garde-Regiments z. F. Zwei Soldaten, ein Sergeant und ein Füsilier, wurden gerettet. Von denselben ist keiner weiter verstorben, wie dies die„Potsd. Ztg." berichtete, sondern beide sind bereits aus dem Lazareth entlassen. Dir Meldung„Eirosifeurr" berief die Mannschaften unserer Feuerwehr gestern früh nach dem Grundstück Stallschreivcr- ktraße 57, nahe dem Moritzplatz. Dort war ans einem der Böden La fünfstöckigen Hintergebäudes gegen VVi Uhr ein Feuer aus- nebrochen, welches sich mit rapider Geschwindigkeit ausbreitete, da es in den auf dem Boden aufgespeicherten, leicht brennbaren Stoßen, wie besonders Holzwolle, reichlich Nahrung fand. In den beiden oberen Etagen des vom Braut: bedrohten Quergebäudes befinden sich je drei kleinere Wohnungen, in den unteren Etagen hingegen meist Werkstätten. Beim Eintreffen der Feuer- wehr schlugen die Flammen bereits zum Dache hinaus. Die Feuer- wehr griff den Brand sofort mit zwei Schläuchen an, deren einer die steile Treppe des Hintergebäudes, der andere an der Außen- front des letzteren selbst emporgeleitet wurde. Die Schläuche speisten zunächst die Dampf- und eine Handdruckspritze, später genügte hierzu ein Straßenhydrant. Erst nach mehr als ein- stündiger, angestrengter Thätigkeit gelang es, das Feuer zu dämpfen und damit die den unter den Böden belegenen Woh- nungen, sowie die dem anschließenden Seitenflügel drohende Ge- fahr abzuwenden. Der Dachstuhl des Quergebäudes ist total ausgebrannt; wie furchtbar das entfesselte Element gewüthct hat, konnte man in den vier Treppen belegenen Wohnungen sehen, deren Decken das Feuer an niehreren Stellen zerstört hat. Nament- lich hat die Wohnung der Wittwe Holtz, deren ärmliches Mobiliar leider nicht versichert ist, gelitten, aber auch durch eine Zimmer- decke des Schneidermeisters Hopp konnte man den Himmel sehen und ebenso haben die angrenzenden, von einem Herrn Töpfer bewohnten vier Räumlichkeiten erheblich durch Wasserschaden ge- litten. Die Erstgenannte der Geschädigten hatte beim Ausbruche des Feuers begonnen, die besten Stücke ihres Mobiliars in die Nachbarwohnung zu retten, und mußte sich, von Schreck und Auf- regung fast ohnmächtig, selbst dorthin flüchten, als die Stichflammen in ihre Zimmer schlugen. Branddirektor Stüde, welcher die Lösch- arbeiten persönlich leitete, konnte mit dem Gros der alarmirten Mannschaften um 9Va Uhr abrücken; die Aufräumungsarbeiten zogen sich bis gegen 11 Uhr bin. Um diese Zeit wurde bereits wieder„Klein Feuer" in der Rüdersdorferstraße gemeldet. Auch hier hatte das Feuer bereits größeren Umfang gewonnen, als: die Feuerwehr zur Stelle kam. Im Hause Rüdersdorferstr. 7, war im Dachgeschoß eines Quergebäudes, in welchem die Vor- räthe einer in diesem Gebäude befindlichen Tischlerei lagerten, das Feuer ausgekommen, welches sich ebenfalls so schnell verbreitete, daß der Dachstuhl bereits in lodernden Flammen stand, als die Feuerwehrmannschaften anrückten. Dieselben hatten volle zwei Stnnden zu thun, ehe sie die Feuersbrunst völlig bewältigten. Als man des Feuerö ziemlich Herr geworden war, verbreitete sich das Gerücht, daß in dem brennenden Gebäudetheile sich ein Tischlcrlehrling befinde; sofort eilten Mannschaften dorthin, fanden jedoch Niemanden daselbst vor. Leider stieß einem Oberfeuer- mann beim'Absuchen des Raumes ein Unfall zu, indem ihin eine herabstürzende Schieferplatte des Dachbelages mit der scharfen Kante allf den Fuß fiel, den Stiefel zerschnitt und den Fuß selbst nicht unerheblich verletzte. Keim Abrücke»»o» einem Kraude i» der Stral» sunderstrnffe am Freitag Nachmittag wurde dem Führer des Löschzugs die Meldung von einem Unglücksfall auf dem Grund- stück Sttalsunderstr. 29 erstattet. Letzteres ist Bauplatz und das ausgeschachtete Erdreich zu einem beträchtlichen Haufen ange- wachsen. Drei Knaben, im Alter von 9—12 Jahren, welche sich in dem Erdhaufen mit Buddeln vergnügt hatten, waren durch plötzlichen Zusammenrutsch der losen Erde verschüttet worden, beim Eintreffen der Feuerwehr aber von den anwesenden Ar- beitern schon herausgeschafft. Die beiden jüngsten waren unver- sehrt, der älteste dagegen bewußtlos, und bedurfte es längerer Bemühungen der Feuerwchr-Samariter, bis es gelang, denfc den in daS Bewußtsein zurück zu rufen, worauf seine Ueberfühi ung in das Lazarus-Krankenhaus erfolgte. Ei» rütiffellfnftrr Vorgang ereignete sich bekanntlich im August v. I. m Spandau. Mit der Hamburger Bahn war hier von Berlin ein Fremder angekommen, welcher im Begriff war, nach Frankreich zu reisen. Er hatte also eine falsche Tour ein- geschlagen, und um ihn auf den richtigen Weg zu führen, beauf- tragte der Bahnhofsvorsteher einen Beamten, mit dem der deut- schen Sprache nicht mächtigen Reisenden in einer Droschke nach dem Lehrter Bahnhof zu fahren. Unterwegs geschah aber etwas ganz Unerwartetes. Der Reisende, der sich auffällig ängstlich ver- hielt, sprang plötzlich aus der in voller Fahrt befindlichen Droschke und verschwand in der Dunkelheit. Sein sämmtliches Gepäck ließ er im Wagen zurück. Um die Persönlichkeit des seltsamen Flüchtlings zu ermitteln, ließ die Polizei die Koffer öffnen und ersah nun, daß der Fremde ein iranzösischer Friseur war, der längere Zeit in St. Petersburg gearbeitet hatte und sich nunmehr auf der Rückreise nack Paris befand. Die Polizei bemühte sich, mit Hilfe der Briefschaften und einer Photographie, die sich unter den Effekten vorfand, den Verbleib des Franzosen zu ermitteln. Nach langer Zeit gelang dies durch Vermittelung der Pariser Behörden. Der Reisende befand sich wohl und munter in Paris bei seiner Familie, und nachdem sein Aufenthalt endlich in Er- sahrung gebracht worden war, machte er auch Anstalten, wieder in den Besitz seiner Sachen zu gelangen; dieselben sind ihm kürz- lich, nachdem er den Betrag für die Frankiruug vorher eingesandt, zugeschickt worden. Die seiner Zeit ausgeworfene Vermuthung, daß der Franzose den Bahnbcamten für einen Polizisten hielt und fürchtete, er sollte als Spion verhaftet werden, ist wirklich zuge- troffen. Der ängstliche Franzose hat, wie der„Anz. f. d. Havell." berichtet, lediglich aus diesem Beweggrunde das Weite gesucht. Schon ivirdrr ei» Selbstmord auf den Verbindung». bahn-Geleise«. Als am Freitag früh II Uhr 27 Min. der Nordring-Zug, von der Schönhauser Allee kommend, auf dem Bahnhof Weistensee einlies, sprang plötzlich vor dem Stattons- gebäude ein Mann auf die Schienen und warf sich vor die Lokomotive. Der Unglückliche wurde, obwohl der Lokomotiv- fllhrer sei» Möglichstes that, um den Zug zum Stehen zu bringen, von der Lokomotive sofort erfaßt, zu Boden gerissen und mehrere Meter mit fortgeschleift und total zermalmt. Ihm waren. als der Zug hielt, die Eingeweide von den Geleiseräumern vollständig herausgerissen, ein Bein lag, abgetrennt vom Rumpf auf dem Geleise und außerdem war dasselbe in entsetzlicher Art von Knochensplittern und blutigen Fleischfetzen bedeckt. Neben dem Stationsgebäude wurde einstweilen die Leiche des Selbst- Mörders gebettet, welche als diejenige des in der Sedanstr. 37 zu Weißensee wohnhaft gewesenen Schneidermeisters Eugen Marx erkannt worden war. Im Sommer'schen Restaurationslokale neben der Verbindungsbahn hatte Marx kurz vor Ausführung seines schrecklichen Vorhabens der ihm persönlich bekannten Frau Sommer auf deren Befragen nach seinem Be- finden entgegnet:„Heute werde ich ein Ende machen!" Man legte auf diese Aeußerung kein Gewicht. M. war vier Monate Miethe schuldig gewesen, welche sein Sohn gestern in seiner Ab- Wesenheit bezahlt hat, wovon der unglückliche Selbstmörder leine Kenntniß mehr erhielt. Merkiuürdigerweise kam der in Spandau wohnhaste erwachsene Sohn des Marx von einer unerklärlichen Ahnung getrieben nach Weißensce um seinen nothleidenden Vater herauszuhelfenunddas geschah zur selben Stunde, als der verzweifelte Mann hinter und neben dem Stationsgebäude auf der Lauer stand, um einen ankommenden Zug zu erivarten. Der Sohn fand den Vater nicht mehr zu Hans; er ließ gemeinsam mit seiner Mutter die Thür der Wohnung gewaltsam aufbrechen, aber der Bater war nirgends zu erblicken. Erst einige Stunden später erfuhren die bedauernswerthen Angehörigen des voreilige» Selbstmörders die Schreckenskunde— zu spät k a m d e r H e l s e r in der Roth. Volizribericht. Am 30. v. M. siel ein Mann vor dem Hause Mohrenstraße 22 in Folge eines Krampfansalls nieder und verletzte sich hierbei nicht unbedeutend am Kopse, sodciß er nach der lZharitee gebracht iv erden mußte.— Zu derselben Zeit wurde eine Frau ans dein Boden eines Hauses in der Bcusselstraße er- hängt vorgefunden.— Mittags warf sich ein Mann auf dem Personen-Bahnhofe in Weißensee vor die Lokomotive eines ein- fahrenden Zuges, wurde überfahren und sofort getödtet.— Nach- mittags wurde im Thiergarten, nahe der Sieges-'AUee, ein unbe- kannter. etwa dreißig Jahre alter Mann mit einer Schußwunde in der linken Schläfe todt aufgefunden.— Gegen Abend wurde ein Ig jähriger Knabe auf dem Grundstück Stralsunderstr. 29/30 beim Spiele» in einer Grube von nachstürzenden Lehmniasscn vcr- schüttet, jedoch bald wieder ausgegraben, durch Feuerwehrleute ins Lebe» zurückgerufen und daraus nach dem Lazarns-Krauken- Hause gebracht. Unter einem schweren U erdachte stand gestern eine junge Dame, die 2gjährige unverchelicyte Emilie Klaußen vor der d7. Ab- theilung des Schchsengerichts. Die Angeklagte war des voll- endeten Betruges in zwei Fällen und des versuchten Betruges in einem Falle beschuldigt. Älm Abende des 30. Januar betrat die Angeklagte einen Milchladen in der Wrangelslraßc. Sie kaufte eine Kleinigkeit Backwaare und bat dann die jugendliche Verkäuferin, ihr auf einen Thaler herauszu- geben, wobei sie in ihrem Portemonnaie nach eiuem solchen zu suchen schien. Während die Verkäuferin das kleine Geld aufzählte, wurde ge von der redseligen Fremden mit Fragen der vcrscyie- denften Art überhäuft, die letztere ließ sich aber nicht irre machen, sondern wartete auf die Hingabe des Thalers, bevor sie das Kleingeld aushändigte. Plötzlich erklärte die Kundin, daß das Wechseln nicht nöthig sei, legte fünf Pfennige für die gekaufte Wnare auf den Tisch und entfernte fich. Der Verkäuferin kam das Benehmen der Dame verdächtig vor, sie blickte ihr nach und sah sie in einen gegenüberliegenden Laden gehen. Nach einiger Zeit begab die Verkäuferin sich ebenfalls in jenen L den. Sie fand die Inhaberin desselben mit nachdenklicher Miene, ihren Kassenbestand zählend, vor. Soeben habe, so er- klärte diese auf Befragen, sie einer höchst liebenswürdigen und redseligen Dame ein Zehnmarkstück ivechseln uiüssen, nnai deren Fortgange aber erst bemerkt, daß sie das Goldstück gar nicht er- halten. Die beiden Frauen verfolgten die Verdächtige und trafen dieselbe, als sie gerade einen Bäckerladen verließ. Eine Nachfrage in dem Laden ergab, daß auch hier die Dame den Schwindel mit Erfolg ausgeführt. Linn nahmen drei Frauen die Verfolgung aus und sie erwischten die Dame auch, als dieselbe soeben einen Pferdebahnwageu bestiegen hatte. Auf der Waase wurde die Ver- dächtige von Frauenhand einer Untersuchung uuterwor- sen und hierbcc kam«ine große Tasche zum Vorschein, die unter dem Kleids verborgen war. Die Tasche enthielt ein buntes Durcheinander, denn die Frauen entnahmen derselben Butter, Talg, Schmierseise, Apfelsinen, Zucker, Kohlenanzünder, Kuchen, einen flachen Teller und eine Flasche mit Morphiumlösnng. Die Anklage nimmt an, daß die Beschul- digte in den Läden kleine Einkäufe macht, um bei dieser Gelegen- heit den Schwindel auszuführen, wie oben geschildert. Tie Be- schuldigte, welche vom Justizrath Alexander Kätz vertheidigt wurde, bestritt jede betrügerische Absicht und wollte nur aus Ver- geßlichkeit in die schiefe Lage gekommen sein. Ter Vertheidiger stellte unter Beweis, daß die Augeklagte an Morphinismus telde und dadurch in ihrer vollen Verftanoesthätigkeit beschränkt sei. Der Gerichtehof erhielt nun aus der umfangreichen Bcweisaus- nähme aber doch die Neberzeugung von der Schuld der Auge- klagten und verurtheille sie unter Zubilligung mildernder Umstände zu 25 M. Geldstrafe ev. 5 Tage Gefängniß. Ärbeikerbetveaung. In Magdrbnrg» Sudenburg und in der nächsten Um- gebung sind seit einigen Wochen auch die Arbeiterinnen in eine Lohnbewegung eingetreten. Es handelt sich hierbei in erster Linie um die Feldarbeiterinnen in der Sudenburger Feldmark, wo bc- fonders im Frühjahr zahlreiche Frauen bei der Ackeroestellung beschäftigt sind; die Arbeiterinnen verlangen eine Erhöhung ihre» Lohnes, der bisher IM., in einigen Gegenden nur 90 Pf. betrug, mit 25 pEt., werden sich aber, wie in einer Arbeiterinnen- Versammlung am Donnerstag beschlossen wurde, in diesem Jahre mir einem Lohn von 1,20 M. begnügen, der ihnen zumeist be- willigt worden ist. I» Magdeburg tagte am 20. und 27. d. M. ein Kongreß der in den kgl. Eisenbahn-Betriebswerkstätten beschäftigten Ar- beiter. Die hauptsächlichsten Berathungsgegenstände waren die Aushebung der Akkordarbeit, die Beseitigung der Pensionskasse, Abschaffung des Kolounensystems, Auszahlung des Lohns in jeder Woche, Einsetzung von Arveiterausschüssen ec. Es»bürden ver- schieoene Resolutionen gefaut, die dem Reichstage und dem Elfen- bahn-Ministeriam überreicht»verde» sollen. Hamburg. Wie der„Hamb. Korr." berichtet, waren am Donuerftag Abend die Schläacherinnunge» von Homburg, Altona- Ottensen und Wandsbeck in Hamburg versammelt, um über die Frage, ob die Mitglieder der Schlächierinnungen in den obengc- nannten Städten fernerhin solche Gesellen, die der„Freien Ver- einigung der Schlachter Hamburgs und der Vororte(Fachverein)" als Mitglieder angehören, in Arbeit behalten wollen oder nicht, berathen zu können. Sämmtliche Redner, die an der Debatte theilnahmen, sprachen sich dahin aus, daß man die Schlächter- gesellen vor die Alteruattve stellen müßte, entweder aus dem Fachvercin zu treten oder ihre Arbeitsstellen einzubüßen. Dies fand allseitigen Anklang und wurde zum Besckäuß erhoben. Es lagen Zlistiuiliiungsavressen zu solchem Vorgehen aus Elberfeld und Berlin vor; die Jnnungsniitglieder Berlins haben sich er- boten,»ven» das Vorgehen der Meister zu einein Streik führe» sollte, sofort etlva 2000 Schlächtergehilfen zur Aushilfe nach Hamburg zu entsenden. Das Prahlen verfiehe» die Herren. In Mirsbnde,» erklärten, der„Wiesv. Pr." zufolge, die Steinmetzen, welche am 8. April die Arbeit Niedergelegt hatten, in einer Versammlung am Mittwoch den Streik für beendigt, da er anssichtolos sei. Von 57 Steinmetzen, welche in den Streik ein- traten, haben 18 die Arbeit wieder aufgenommen, 10 sind abgereist und von den noch übrigen 29 nehmen mit jedem neuen Tage einige die Arbeit»vieder auf. In Greiz haben, wie das„Chemn. Tagebl." mittheilt, die Innungen der Zimmerer und Maurer mit den Gesellen vom 1. April bis 15. September täglich elfstündige Arbeitszeit vereinbart, sowie bei Ueberstuuden pro Stunde 10 Pf. Zuschlag zu gewähren. Sozittls Itc&cvsMit. Mnstregelniig. In der Wollwaarenfabrik von Laer und Sohn, Wallstr. 67, murren gestern Morgen zivei Arbeiter, die Wirker Carl Sticbritz, Fruchtslr. 68 und Richard Kirschbach, Krautstr. 38 a»vegen sogenai.nter„agitatorischer Aufhetzerei" plöglich eutlassen. Die beiden Herren sollen den dort beschäftigten Mädchen zugeredet haben, den für ihre Jutcresten k rzlich ge- gründeten Verein beizutreten. 13 Kollegen erklärten sich mit den Gemaßregelten solidarisch und legten die Arbeit nieder. Zuzug ist fernzuhalten. Achtuitg, AtelaUarbritev! Die Sperre über die Fabrik von Friedrich Siemens und Komp. dauert unverändert fort. Sämmtliche von der Unterstichungskommission ausgegebenen noch ausstehenden Listen der Nürnberger Streikenden, der streikenden Bildhauer und Zigarrenarbeiter, für Luckenwalder Gemaßrcgelte, sowie der Siemens'schen Streikenden sind, ob leer oder gezeichnet, unverzüglich an den Kassirer Otto Klein, Ritterstr. 15, oder Gustav Wolf, Reinickendorferstraße 14 abzuliefern. Der Vorstand des Allgemeinen Metallarbeiter-Vereins. Achtung, Metallavbritrv! Trotz wiederholter Warnung ist der Zuzug nach Hamburg nicht unterlassen. Wir machen noch einmal darauf aufmerksam, daß in Hamburg Slussperrungen der Schlosser und Maschinenbauarbeiter im großen Maßstabe stattge- funden haben. Es ist daher der Zuzug nach Hamburg strengstens fern zu halten. I. V.: Paul Litsin, Reichenbergerstr. 23. Au die Arbeiter Dentjchlauds I Da durch die Sperre der vereinigten Schuhsabrikanlen von Frankflirt, Bockenheim, Offenbach, Mainz, Darmstadt und Bingen die Arbeiter moralisch verpflichtet waren, sofort die Arbeit inederzillegen, haben infolge dessen sich bis jetzt alle Fabrikanten mit Ausnahme der Firma O. Herz u. Ko. dahin verständigt, daß in Zukunft Kündigungen ivegen Lohndifserenzen in anderen Fabriken unterbleiben. Die Firma O. Herz u. Ko. setzt sich ans ein höheres Roß und will auch in Zukunft verfahren, wie es ihnen beliebt; infolge dessen dauert der Streik der Herrschen Arbeiter fort. Wir appclliren hiermit an das Solidaritätsgesühl der gestimmten Arbeiterschaft Deutschlands, da es sich hier nicht um einen Lohnkampf, sondern um einen Prinzipienkampf handelt, uns nach Kräften zu unter- stützen. Würde es der Firma gelingen, die Arbeiter zur Unter- werfung zu bringen, so»oürden in Zukunft die Fabrikanten aller Branchen ihnen folgen und würden somit jedem Bestreben der Arbeiter, in Zukunft sich bessere Lebensbedingungen zu verschaffen, unmöglich machen, welches mit den gegenwärtigen Lebensmittel- verthei, erungen in krassem Widersprüche steht. Wir hoffen, daß die Arbeiter das Vorhaben der Fabrikanten nicht unterschätzen werden. Siegen wir, so ist es auch ein Sieg für Euch! Geld- sendungen sind zu richten an das Streikkomitee: Steckenreiter, sirankstirt a. M., Kettenhofweg 60.— Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Nachdruck gebeten. Ua» der Fabrik vo» Gold-Uolit«tr-«i»d lKaroque- lristr», Gardinrnlkange» und Uoj'ettei» mit Dampf- betrieb August Werkmeister junior erhalten wir folgendes Schreiben: In Nr. 123 Ihres Blattes bringen Sie unter„Soziale Uebersicht" eine Notiz„Achtung Vergolberinneu w." und ersuche ich Sie auf Grund des§ 11 des Preßgesetzes um Ausnahme folgender Berichtigung: Von mir wurden bisher die höchsten Löhne für Varockleisten gezahlt, für einzelne Nummern sogar 25 pCt. mehr wie bei einigen anderen Fabrikanten und blieben infolge dessen die Auf- träge aus. Meine Lager sind vollgestopft und ich verlangte von den Vergolderinnen bei 2 Nr. unter 50 bis 60 Nr. einen Nachlaß von 6 pCt. und 9 pCt.; ich hätte dann weiter auf Lager ar- beiten lassen. Die Vergolderinnen sind von mir entlassen und bereits bei der Ortskrankenkasse abgemeldet. Hochachtend August Werkmeister. Der Streik der Meißgerber i« Kirchhei«»./{. dauert jetzt unlinterbrocyen 18 Wochen, ohne daß sich etwas geändert hat. Die Meisterinnung, aus ungefähr 80 Meistern bestehend, beharrt in ihrem Eigensinn, trotzdem für manchen dieser Klein- meister, welche nicht wagen, den Jnnungsbeschluß umzustoßen, der Streik der Nagel zum Sarge ihrer Existenz wird. Alle erdenk- lichen Mittel werden angewandt, um die feste Haltung der Streikenden zu brechen. Als Beispiel, wie die Innung den§ 153 der Gewerbeordnung beachtet, sei hier noch folgendes erwähnt: Vor einigen Wochen hatten sich an 70 Mann(Verheirathcte) der Streikenden Arbeit an der Sorau-Gubener Bahn, beim Bahnbau, verschaffl. Da die Unterstützungen, welche an die Streikenden ge- zahlt iverden müssen, um die äuperste Roth abzuwenden, eine ziem- liche Summe ergiebt(es sind ca. 200 Familienväter), so schien dies für die Streikeuoen, deren Mittel nur knapp sind, eine Hilje zu sei»», die ihnen den Sieg sichern mußte. Doch die Freude sollte nicht lange dauern. Eines schöne» Tages wurde den Weißgerbern vom Schachtmeiüer erklärt, er müsse sie alle entlassen, er hätte von anderer Seite diese Weisung erhalten. Auf Erkundigung beim Bahnmeister wurde den Weißgerdern erklärt, daß sie bei der Betriebsdirektion denunzirt seien und zwar als Kontraktbrecher, Sozialdemokraten w. Er könne nichts gegen sie haben, sei viel- mehr mit ihnen zufrieden, es stände ihnen ja der Beschwerdeweg osien. Es wurde nunmehr eine Deputation nach Berlin an das Eisenbahnministerium entsandt, welche auch vorgelassen und ver- hört wurde. Nach Htugiger Unterbrechung haben nun die Sireikenden auf Verfügung der Betriebsdirektion Erfurt die Ar- bcit wieder aufnehmen können. Leider hat man die Denunzianten nicht ermitteln können, um dieselben vor den Richter zu bringen. Die Streikenden haben nun wieder frischen Muth bekommen. Es ist noch nicht einer abtrünnig geworben und wird auch wohl an- gesichts solcher Thatsachen keiner werden. De» Herren Innung-- meistern wird es nun wohl klar werden, was Arbeiter im Staube sind zu leisten.— Die Streikenden richten nun noch einmal die Bitte an die Arbeiter Deutschlands um Unterstützung. Hilfe th.ck dringend noth. In einigen Familien ist die Roth groß. Nähere Auskunft ertheilt Wilh. Brinkmann, Weißgeroer, Berlin N., Soloinerstr. 28 pari.; A. Wunderlich, Weißgeroer, Kirchhein i. L. Dieselben nehmen auch Beitrüge für die Streikenden an. Rirdarf. Am Sonnabend, den 31. Mai, Morgens, legten die Gehilsen der W. Hecht'schen Hofvuchdruckerei Hierselbst, da der Prinzipal den erst vor 5 Wochen seinem Personale gegenüber an- erkannten deutschen Buchdrucker-Tarif nicht mehr bezahlen wollte, einmüthig die Arbeit nieder.— Zuzug ist strengstens sernzu- halten. Alle arbeilersreundliche Blätter werden ersucht, diese Notiz aufzunehnien. Wrlaltaibeiter-Kongreß in Wrimav. 5. Verhaudlungs- tag. Die Sitzung wird Freitag um 8 Uhr Vormittags durch Segitz eröffnet. Die Elier-Kommission hat die erfreuliche Mittheilung zu machen, daß es ihr gelungen ist, eine Anzahl Streitigkeiten zu schlichten, darunter die bekannte Angelegenheit: Schcrm— Junge. Dem Delegirlen Michaelis(Hamburg), der Tags zuvor gegen den Delegirlen Deisinger einen völlig umnotivirten Angriff geschleudert hatte, wirb vom Kongreß ein Tadelsvotum ertheilt. Um de» Schlossern uno Metallarbeitern Gelegenheit zu geben, sich über ihre zu wählende Vertrauensleute uno über oeu Ort, wo dieselben wohnen sollen, zu verständigen, verlagt sich der Kongrep. Nach Wiedereröffnung werden die Vertrauensmänner der Klempner, Former, Schmiede und Feilenhauer bestätigt. Die Schlosser theilen mit, daß sie als Vertrauensmann den Telegirten Bredcr wüusche», der seinen Wohnsitz in Nürnberg hat. Da die Abstimmung über Herrn Breder zweifelhaft ist, muß zu einer namentlichen Abstimmung geschritten werden. Es stinimen 67 Delegirte mit ja, 63 mit nein und 12 Delegirte enthalten sich der Abstimmung; damit ist auch dieser Vertrauensmann besiätigt. Zu seinem Stellvertreter wird Herr Groß burger gewählt. Der Ver- irauensmann der Metalloroeiter, soweit sie meist besonderen Brauck en angehören, Segitz in Fürth, wird einstimmig wieder gewählt. Ter Stellvertrewr des Herrn Segitz ist Hasche. Plinkt 9 der Tage» ordnung,„Organfrage", wird einer besonderen Kommission zur Vorverathung überwiesen. .Die zur Vomerathung der übrigen noch unerledigten Punkte niedergesetzte Kommission schlägt zu Punkt 10 der Tagesordnung: „Wie veryalten sich die Metallarbeiter bei Arbeitseinstelliiuge», Arbeiterausschüssen und Maßregelmigei,?" folgende Resolution vor:„Angriffsstreiks seitens der Arbeiter dür,en erst nach g e- heim er Ab>limmung der in Frage kommenden Geiverksgenoffen vom Vertrauensmann genehmigt werden, andernsalls sie nicht unterstützungsbereckstigt sind. Abwehrftreiks bedürsen einer geheimen Abstimmung derjenigen Gewerksgeno en, welche die Arbeit niederzulegen gedenken. Be: einzelnen Maßregelnuge» und Arbeitsaussperrlingen ist zunächst der Rath des Verirauens- mannes einzuholen. Zur Aufbringung von Mitteln für anerkannte Streiks sind die Vertrauensinannuer der einzelnen Branchen befugt, Listen oder Marken ausz.igeben. Ten Gemeck-gen», wird empsohlen, nur solche Listen, resp. Marken zu>» sichtigen, welche vom Vertrauensmann zugesandt sind.", Tie Resosution, welche der Kongreß allen VersamiuwJO unterbreitet, welche in Angelegenheit der c Hamburgs tagen, hat folgenden Wortlaut:„Tie erachtet den Ausschluß der Hamburger Schlosser und Werstick� � 2SS# IW«. wv*» �......... TT---- J| f««'«»»y l_ mmljV dieselben von ihrem Recht als Staatsbürger Gebrauch»'ist, � sich einer gesetzlich erlaubten Vereinigung zur�Erreichung 8-i gerer Lohn- und Arbeitsbedingungen angeschlossen haben ur nunmehr weigern auf Verlangen der Fabrikanten Weiteres aus der Organisation auszutreten, für widerrechtliche Vergewaltigung der Arbeiter, resp.'st neue Form der Sklaverei, und es sei daher beschlo len, Hamburger Kollegen mit allen möglichen Mitteln zu unterßus' und zwar durch:... a. Aufbringung von Mitteln zur Organisirung eines l?° kräftigen Widerstandes. b- Aerchaltung jeden Zuzuges. c. Möglichste Vermeidung von Streiks in allen tzimg Städten Deutschlands während der Dauer des Aus|Wc in Hamburg." Die Beschlüsse des Kongresses über„OrganisationsM' Wanderunteritützung und Herbergswesen" werden wir in unst"" Schlußbericht mittheilen. Es ist bei Adsendung dieses Berichtes zweifelhaft, ob' heute(Freitag) gelingen wird, die Verhandlungen zum Absch»? zu bringen. Hamb nrg. Am Donnerstag, den 22. v. M.. fand bc.* Streikkommlsuon der Maler, sowie bei süinnitlichen Vorsta»°- mitgliebern der Filiale eine Haussuchung statt. Am 27. w» der Kafitrer der Streikkommission. Kollege Geerdts, verhastet»»' ijt bis letzt, wo ich dieses schreibe, noch nicht freigelassen wock's �»>29. Mai wurde der Vorsitzende der Streikkommissio», Gest A. nobler, nach dem Polizeipräsidium bestellt, wo selbst ihm' beutet wurde, daß er als hervorragender Agitator lästig. rst und»venu er nicht aus der Vereinigung der Maler resp. F"'st trete, er ausgewiesen würde.— Kollege Tobler prolestirle energ'I? gegen diese Zumuihung.— Nun die Maler Hamburgs lassen t] auch durch diese Schreaschüsse nicht beirren und werden ruhig» besonnen m ihrem Loh..kämpfe ausharren..... Die Hannoversche©nmmiltamm- Hompagiiie erz« 1889 iG pEt. Dividende gegen 11 pEt. Dividende im Jahre Die Mädchen und jugeudticheu Arbeiter, die für ein paar Erosa, s täglich in diesem Betriebe sich muhen, werden eine geivm»« Freude über dies glänzende Geschäftsergebniß haben.... In England gab es im Jahre 18*0 590 Hochöfen, stl denen jeder eine vurchschiiittliche Jahresleistung von 13 087 T-»»st aufwies; im Jahre 1886 gab es mir noch 429 Oscu, deren Ist, durchschnittlich 16 940 Tonnen prodnzirte. Es ist also die st» der Oc.en gesunken, die Durchschnittsleistung ist dagegen«Qst'J gestiegen. Ein Beweis für die Entwickelung des Großbelriestl der durch erhöhte Intensität der Arbeit, durch Benützung st. technischen Fortschritte im Stande ist, in einer kleinen Erust großer Anlagen die früher in vielen kleineren Betrieben zetsp''" Waarenerzeugung zu konzentriren. Devsaiumlimgeu. Der sozialdemokratische Mahlverein für de» Serliner Ueichotago-Mahlkreis hielt am letzten Donneri. Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Seefeld(Grenadierstraße eine Versammlung ab mit folgender Tagesordnung: 1. Vorst des Herrn P ö u o über„Kapilalistische und sozialistische Mstst 2. Tiskussioil. 8. Verschiedenes und Fragekasten. Das nicht st große Lotal füllte sich zwar, wenn auch spät und aümälig, ist lich vollständig, doch erscheint es angebracht, manche Mckstst für die Zukunft zu einem regeren Besuche der VersamnWA des Wahlvereins aufzufordern. Ter Vortragende, Herr st, pliil- P ö us, entledigte sich seiner Aufgabe in besriedigsst Weise und erntete lebhaften Beifall. Er erwähnte der Wtst, denen Definitionen vom Wesen und Zweck der Moral h.st.p läuterte den Unterschied zwischen der bürgerlich-kapitalistbst, und der proletarisch-sozialistischen Moral an einer Reihe ist, gender Beispiele aus dem Berhältniß zwischen Unternehmer st 'Arbeiter, aus der seitherigen vom Kapitalismus beherrist, Gesetzgebung und aus den internationalen Völkerbeziehstst Die Versammlung begleitete insbesondere die lreffstst Hinweise des Referenien auf den Gegensatz zwstst oen Worten der Bibel und der praktischen Moral' Kapitalipen, sowie seine Ausführungen über den Völlersme den erst der Sieg der Arbeiterpartei gewährleinen kann, mit hafter Zustimmung. An der Debatte belheitigten sich niest Milglieoer und Gäste, und zwar wurden m der Disi'sßo» — gffiL-g-*—-..titfc-* ist � 0"' Ausführungen des Referenten theils theoretisch ergänzt, theile, einige jüngere Vorgänge in unserem öffentlichen praktische» st. angewandt. Besonvers erfuhr Herr von Stumm von mehrst Rennern eine Kritik, von welcher zu wünschen gewesen wäre,. er selbst sie mir angehört hätte. Ein"Red»er bemerkte, daß(st ----------- den Ausdruck-v«? v. Stumm in seiner letzten Reichstagsrede oen lausuiu« Arbei terbevöllernng"(vielleicht zu drucken:„Meine Artest bevölterung") gebraucht habe, nachdem ihm ironisch die Bezest Nimg„König Stumm" beigelegt worden sei, scheine ihm. Machtdewußtsein derartig zu Kopf gestiegen zu sein, daß er st selbst ernsthast aus sich die sonst beim Regenten üblichen Bezst, nungen anwende. Tie Versammlung natzin einstimmig. Resolution an:„Tie heutige Versammlung des sozialbemokraNIst Wahlvereins für den 5. Reichstage-Wahltreis erachtet die Arst. oronung des Frhrn. v. EtumM als eiuen Angriff aus persöstst Rechte von Staalsbürgern und protestirt gegen die Vergstst guugen der an seinen Werken beschäftigten Arbeiter." Alst; gelangte noch folgende Resotution etiisnuimch zur Annahme:*, VersckMmluug spricht ihr BeoctuerN darüber aus, daß sich'■ Majorität der Stadtverordneten- Versammlung, welche stA freffinnige nennt, gquiiten hat, zur Erbauung einer Kirche HuiNl oldthain ihre Zustimmung zu geoen. Die Versammstst ist cer Meinung, daß es endlich an der Zeit ist, mit Lerarstst Leuten abziirnnen." Eine fernere Resolution, welche im AnsAst an einige Ausflihriingen in der De. alte die ArbeiterfeindllA � der Gegner in Bezug auf das Koalilioiisrecht brandmarkt, 11,11 auf Wunsch des Borsitzenden vom Aiilragsteller zurückgezogen, n dieser Gegenstand ziveckmäßig vom Waylverei» erst beso»1., erörtert werde. Schließlich wurde noch beschlossen, den Bstst über die Brauereien, soivie die Sperre gegen die im„Bert» Votksblatt" genannten Zigarreiisadriken aufrecht zu erhallen. � Spaudn«, 30. Mai. Die aus heule Abend nach- „Rothen Adler" einberufene Volksversamnilung, in welcher d-t sattsam bekannte ehemalige Bergmann Fischer über„evangel st 'Arbeitervereine" sprach, war inklusive Kellner und Wisth, 28 Personen besucht, darunter 4 Ardeiter im Weinberg 0») i �.._._.1. V.• � � a � �\ Cbl«. 14» l H t stPnt b L* IlO*, denen schließlich die von abgedroschenen Frömuiigkeilsph� strotzenve Rebe des Herrn Fischer doch über die Hutschnur ä während der Diskussion aus beste Art nach H j H« und denselben.............. schickten. Im übrigen ist Herr F. nicht ernst zu nehmen, b» derartiger Arbeiterswng, wie seitens der„Evangelischen" vistst gewünscht wird, nicht mehr zieht. Herr F. dürfle wohl die ist. zeugilna nach Hause nehmen, daß derartige frömiueliide Heb". hier keinen sruchtbringenden Boden finden. Guten Morgen S'scher!. Allgemeinev Uetallnrbrlterverei» Kertt»«»»> � � gegcnd. Große Versammlung am Dienstag, den 3. Juni, W'st 8. Uhr in Nebels Salon, Naunynstr. 27..Tagesordnung: l- trag des Herrn Zubeil: Die Arbeiterschutzvorlage vor dem 9*cst tage. 2. Diskusston. 8. Aufnahme neuer Mitglieder. 4.* schiedenes. Fragskasten. 11$« loii« fltft # ß# 5 sich oh«« eiiif eine , ii{ ützi«, # lNg!« ItlW» b« eid-r llNd?' ourde l uv« enofl« in W" S ?Ä gu«' iS Usch-« lalf«' r!« ouvi« Z )ebl>ch ci-v-Z avei itlif Achtung Metallarbeiter I Große öffentliche Versammlung K Metallarbeiter-Branchen am Mittwoch den 4. Juni, Abends �hr. im großen Saale des Böhmischen Brauhauses. Lands- «vgcr Allee 11—13. Tagesordnung: 1. Berichterstattung der De- legirten vom Allgemeinen deutschen Metallarbeiter-Kongreß zu i»nar. 2. Diskussion. 3. Die Aussperrung der Schlosser und Achinenbaner Hamburgs. 4. Verschiedenes. Kollegen! Da w Tagesordnung eine so äußerst wichtige ist, es uns aber nicht woglich gewesen ist, trotz der größten Mühe ein günstiger ge- igenes Lokal zu bekommen, eine Aufschiebung der Versammlung � ker Hamburger Telegirten wegen, welche in derselben an- w°send sein wollen, nicht stattfinden darf, so ersuchen wir Euch, �otzdem dafür Sorge zu tragen, daß die Versammlung, der so 'chtigen Angelegenheit entsprechend, bis auf den letzten Platz g-lullt ist. UMIilx.rri» des.-""°�°�Utaften-Ecte. Schmidt, Restantation, Dtcsscnbachftratze 34, Saut oi.r�8e toe.den jeden Sonnabend von 8%— 10 Uhr entgegengenommen. QenmVrtJ � lallen die Versantmlungen drei Monate aus; es werden alle ■ Iien aufgefordert, die Beiträne vünktlich zu entrichten. Kerlluer Zieichsiags- Uhr, im Deutschen Bolls- Urandenburger Thor früh 7 Uhr. Hierzu säinmiliche dautr Buchdrucker ein."ZrWpünll für siachzugler bis 10 Uhr Span- Berliner Portier« und Herufogeiiossen. Montag, s. Juni, »ahm«. vh:, Vercins-Versammlung b.i Weigi, Marlaiafettstrahe 87. Auf- slgl!-r..veli-r Mitglieder. Besprechungen über die am Sonntag, den 8. Juni uwuch-nde Landpartie. Gäste willtommen. Mied l.. Bereinigung der olaluanileure ,t»d Kernsogenoslen. Mit- Ätlo!, am Montag, den 2. Juni, Abends«X Uhr, in Feuerstein'« Srf,*"« Jalobstr. 75. Slü?.,.! A>» Montaa, den i. Juni, Abends'% Uhr, bei Zemler, �vigegend Bersammlung de» Fachvereins der Emckateure Berlins und s. t�Usburrein der Tapctirer Kerlin«»nd tliugegend. Dienstag, den ltras»«bsnds S Uhr, Biitgliederversaimnlung bei Feuerstein, Alte Jakob- Sragekast'. �SkSordnuNg; Vortrag mit Ttslusston. BercinSangelegenyeilen. CaiuA*"»01 Ban«di«»er! Grabe össsntlichs Bersammlnng sämmtlicher am Montag, den 2. Juni, Abends»% Uhr, bei Jordan, Itch,. 28, i Tr. Tagesordnung: i. Ter Kongreß aller nicht gewerb- .'vroetter zu Hannover. S'.cserent Herr Stadlvero.dneler Fritz Znbeil. ? der eingegangenen Schreiben aus Hannover und Bericht der Ko»- «onl,?»'-""Mon. 3. Endgültige Beschlußfassung Uber die Beschickung dieses stur a?.' event. Festsetzung der Zahl der Delegtrten. 4. Verschiedenes. Ben der Untosten Tellerfammlung!" Pflicht eines jeden Kalle- Kollegen! Diejenigen, welche bestimmt an diesem Abende Ben st, L., ,8°er unrouen �euerianuncung: Ho* n c":r Versammlung zu erscheinen.— ß tmt n,0"l,re®""cn in Händen haben, bitten wir, der Kongreßtommifsio» abzurechnen. Vereinigung der Atmuterer Kerlin««nd zlmaegend. General- Ordn.! isi div Mbnlag, den 2. Juni, Abends Sss Uhr, Hochstr. 320. Tages- >B: 1. Ist die geevertschastliche Bewegung von der politischen zu trennen? 4 ms M' Bug. Taeierow. 2. TtSkusston.«. Wahl des ersten Borsttzenden. entschiedenes und Fra�ekasten. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist eS zu »...Gesang-, Turn- und gesellige Ncrelue etc. am Montag: Gesang- Si-s....Mängel Inst" Abends 9 Uhr im Restaurant Landsberegsrraße 80.— Ikl.» asel der Maler und verwandten Berufsgenosseit, Restaurant Berg, Kaiser- inUlnz-G onadier-Platz Rr. 7. Aufnahme sUmmbegabter Kollegen.— Männer- Mngoeretn„Weiße Rose" Abends» Uhr im Restaurant Kleine Gericht«- ige io.— Männergesangvcrein„Eintracht I" Abends 9 Uhr Köpnlcker- ,, dge sz im Restaurant.— Gesangverein„Echo 1872" Slbend 9 Uhr OraniSn- j Bbe 190.—„Deutsche Liedertasel" Slbends 9 Uhr, Orantenstraße 190.— 'angverein„Myrthenblatler" Uebungsst Sllle Schönhauferstr. 42 b. Mal, ahn.— % nnverein„Hasenhaibe"(LeyrlingsaSIH.) Abends v Uhr Dieffenbach- pt-lße go— vi.— Berliner Turngenosfenschast(7. Lehrlingsabiheilung) «Bends 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Britzerstr. 17—18 v vesal. 6. Möimerabtheslung Abends s Uhr in der städtischen �Urnhnlle, Gnbenerstraße Ol.— Lübcck'scher Turnverein(Biänner- MheUung) Abends 8 Uhr Eltsabelhstr. 57-58.- Verein ehemaliger Schüler % L Gemeindeschule Abends» Uhr im Restaurant Poppe, Lindenslrabe los. r./'Jrredrtchs Verein"(ehemalige Zöglings de« große» Frtedrichs-Waisen- ijst'e« der Stadt Berlin) ßlbendS 8% Uhr bei Bormann, Ohmaasse 2.— Unter- x»l»ngstluv Schiller Slbends 8 Uhr tm Restaurant Giesel, Triftstraße 4t.— Lstein Beritner Theatersreunde SlbendS 8% Uhr bei LUlow, Admiralstr. 38.— Sflhnügungsocretn„gick-Zack" Abinds 9 Uhr in Mönusts Gesellschastshans, «lAlestraße 29.— Verein„Lustig" Abends o Uhr bei Thanun, Schönhauser «vee 28.— Verein„Sintibor" Abends 8% Uhr im Konigstadt-Kasino, Holz- »arltitr. 72.—«lbends'scher Dtenogravhenverein„Apollobund" Slbends 8% Uhr o,„ inslraße 31(Moabit).— SLifsenschasllicher Berein für Roller'sche Steno» Wphie Slbends 8X Uhr im Münchener Bräuhaus, Neue Frledrichflr. l. Unter- Ii.?, und Uebungsstunde.— Rauchllnb„Rordflern" t» Snsat'S Lokal Frank- fetter Slllee 174, Friedrichsberg.— Ranchrlub„Hellblau" Slbends 9 Uhr Sla- g%llr. 143.— Berein ehemaliger Schüler der 42. Eemeindcschule Slbends „"hr bei Kloth, Dresdenerslr. 10.— githerklub„Waldrofe" Abends M Uhr. u�uuBsstunbe bei Schneider, Albertstr. 8. Dirigent: Wegener. Ausnahme "ter M itgliedcr. Gäste wililominen.— Bandonion-»nd Jnstrumentalverein jr-telodia" Montags von 9 bis 11 Uhr Slbends, Nsichenbergerstraße 149 bei «ua.—„Bergnügnngsverein Frcnndestrcue" Abend? 8% Ubr im Restaura..t Zstuß. Prinzenstr. 97. Gäsie willlommen.— Rauchllnb„Goldene Quaste" aends 9 Uhr, Restauration Barnim str. 21. Gäste willkommen. .!l | I i 1 I K iip««11' iX, VernrisÄzkes. ee � U'ittr dcm Finch It-o Nrrdaältes. Im Sommer vorigen ÄMes kam der Tischler Martin Köhler, ein junger Bursche aus ' mhren, nach Wien, um hier eine Beschäftigung zu finde». Als linie r, fleißiger Arbeiter konnte es ilim nicht daran fehlen, !>,. bei seinen einfachen, bescheidenen Bedürfnissen war er sogar !? Stande, sich bald kleine Ersparnisse als Nothpfennige auf le ceite zu legen. Köhler sireote mit allem Ei'er dahin, sobald gg. möglich eine Summe von etlichen hundert Gulden zu er- ".°wgeu, um dann ein selbstständiges Geschäft in einem Vororte * nbltven zu können. Das Ziel glaubte er um so rascher erreichen «'• können, als er wenige Monate später die Bekanntschaft eines eavcn jungen Mädchens, der Tochter eines in der Lerchenfelder hjynße wohnhaften Geschäftsmannes, gemacht. Der Vater der Anna, welcher an dem arbeitsamen Manne Gefallen und, war einer Verbindung Köhler's mit seiner Tochter nicht geneigt und er traf die Vereinbarung, daß � nächster der die Hochzeit stattfinden sollte. Einige Wochen vor «v anberaumten Zeit der Vermählung hatte sich der Bräuti- »n»t eche Besprechung mit seinem zukünftigen Scbwieger- flter erbeten. Bei dieser Gelegenheit trug er ihm die Bitte vor, ein Darlehen von 200 Gulden zu gewähren, da sich gerade im A»ge>lblicke die günstige Gelegenheit geboten habe ein kleines Geschäft in Favoriten ablösen zu können, wofür seine eigenen Ersparnisse nicht ausreichten. Der alte Herr lehnte das Ansuchen rundweg ab und erklärte auf das Bestimmteste, vor der Hochzeit keinen Kreuzer auszubezahlen.„Sind Sie einmal mein Schivicger- söhn", meinte er,„dann werde ich dafür sorgen, daß sie sich bald sclbstständig machen, denn meine Anna bekommt eine Mitgift, die für diesen Zweck auslangen wird. Das Geld liegt bereit und nach der Trauilng zähle ich's Ihnen auf." Während dieser Aus- cinandersetzung öffnete der Alte eine im Zimmer stehende eisen. beschlagene Truhe, kramte in den darinnen liegenden Wäsche- stücken herum und zog endlich ein dünnes Büchelchen hervor, zwischen dessen Blättern er drei Hnndertaulden- Noten verwahrt hielt. Er nahm das Geld, breitete es vor den Augen Köhler's auf dem Tische aus und legte es dann wieder behutsam in das schmale Buch. In demselben Augenblicke wurde der alte Herr aus dem Zimmer ge- rufen und er eilte hinaus, bevor er das Geld in der Truhe wieder versperrt hatte. Köhler wartete längere Zeit vergebens auf die Rückkehr des Hausherrn und begab sich durch die Küche auf den Korridor, wo er seinen zukünftigen Schwiegervater im eifrigen Gespräche mit einem Geschäftsfreunde traf. Der junge Mann entschuldigte sich, nicht länger bleiben zu können, und empfahl sich von dem alten Herrn. Der Hansherr betrat erst ungefähr eine halbe Stunde später die Stube, in welcher er das Zwiegespräch mit dem Tischler gehabt. Zu seinem größten Erstannen fand er das vorerwähnte Buch auf dem Erdboden liegen. Er hob es eiligst auf, blätterte und blätterte es mit steigender Ausregung durch— es war leer, das Geld verschwunden. Das Zimmer wurde durch- sucht, jedes Winkelchcn ausgestöbert— umsonst, die dreihundert Gulden blieben verloren. Niemand war außer Köhler in der Stube, von der Straße aus konnte keine fremde Person unbemerkt hineingelangt sein, der Bräutigam mußte für den Dieb gehalten werden. Anna wollte diesen Verdacht nicht theilen, sie konnte an der Ehrlichkeit ihres Geliebten nicht zweifeln. Ihrem Vater vermochte sie jedoch die Ueberzeugung nicht rauben, daß nur der junge Mann der Thäter sein könne. Nur die kniefälli- gen Bitten und Beschwörungen der Tochter hielten ihn davon ab, eine behördliche Anzeige zu erstatte». Am nächsten Tage trat Köhler ahnungslos in das Haus seiner Braut. Entsetzt hörte er, welcher Verdacht gegen ihn rege geivorden war. Der Alte forderte ihn empört auf, seine That einzugestehen, und behauptete, daß keine andere Person das Geld entwendet haben könne. Kühler vermochte nur seine Unschuld zu betheuern, mußte jedoch zugeben, daß außer ihm niemand in die Gelegenheit kam, diese Summe zu nehmen. Der Alte wies dem Geliebten seiner Tochter die Thür für immer und verbot ihm, sich je wieder vor seinen Augen blicken zu lassen. Eine Woche später erhielt Anna einen Brief aus Brünn. Es waren die Abschicvszcilen ihres Bräutigams und lauteten:„Es ist ein Fluch, der auf mir lauet, der entsetzliche Verdacht, welchen Dein Vater gegeil mich hegt. Ich kann mich nicht vertheidigen, aber ich kann auch so nicht leben. Glaube Du den Worten, die ich vor meinem Tode an Dich richte, ich bin unschuldig, so wahr ich an meinen Gott glaube, vor dessen Richterstuhl ich bald erscheinen werde." -- Arn Dienstag in der vorigen Woche bekam Anna zufällig die Spielsachen ihrer kleinen Nichte, der 4jährigen Elise in die Hand. Das Mädchen, die Tochter ihrer verstorbenen Schwester, wuroe im Hause auferzogcn. In dem„Kaufmannsladen", einem defekten Spiel- zeug, lagen zusamniengeknittert die vermißten dreihundert Gulden. Jetzt war die Sache aufgeklärt. Die Kleine war zur kritischen Zeit in der Küche anwesend, lief, nachdem sich Köhler entfernt hatte, in die Siube uno nahm das Geld, das sie unter ihren Spielsachen versteckte. Ans Furcht vor Strafe wagte das Kind nicht, die Sache auszuheUen. Ties sollte dem Zufall vorbehalten bleiben. Köhler iir von dem Verdacht gereinigt, aber die Entdeckung seiner Schuldlosigkeit kam zu spät, er ist verschollen, hat vielleicht schon längst den Entschluß ausgeführt, den er seiner Braut in dem letzten Briefe mitgelheilt. Zllrber Möglichst-it-»» d,r Dczahlung in deutscher Zieichsmiinse schreibt Professor Schubert der„Naturwissenschast- lichen Wochenschrift":„Eine Wette veranlagte den Verfasser dieser Zeilen, Formen zu entwickeln, welche ausdrücken, auf wie vielfache Weise es möglich ist, eine vorgeschriebene Gelbsumme in deutscher Reichsmünze zu bezahlen. Einige Resultate, die aus diesen Formen folgen, dürften auch weuere Kreise interesfiren. Wenn man gefragt wird, auf wie vielerlei Arten 1 M. gezahlt werden kann, so hat man daran zu denken, daß auf den Fall, wo 100 einzelne Pfennige gezahlt werden, zunächst schon viele Fälle folgen, wo ein, zwei, drei u. s. w. Ziveipfenniger und außerdem nur Pfennige gezahlt iveroen, daß dann wieder für einen, zwei, drei u. s.>v. Fünfpfenniger alle Kombinationen zwischen Ein- und Zwei- psennigern berücksichtigt werden müssen und daß dann noch die Möglichkeiten hinzutreten, auch Zehz.psenniger, Zwanzigpfenniger u. s. w. beizugeben. So gelaugt man leicht dazu, die Gesaiurnt- zahl der Möglichkeiten zu überschätzen. Sie beträgt nur 4563. Andererseits unterschätzen die meisten Menschen die Anzahl der Bezahlungs-Möglichkeiten bei Summen über 3—4 M. Schon bei 3 M. 50 Pf. bieten sich mehr als eine Million Möglichkeilen dar, nämlich genau 1 000 7«4. Hier, wie im Folgenden, ist immer angenommen, daß nur eine einzige Art von Funfmarkstöcken und Zwanzigplennigstücken zur Bezahlung verwandt wird. Die Zahl 369 876 434 gieot au, auf wievielfache Weise man 10 M. bezahlen kann, wenn man alle Arten von Reichsmünzen von Einpfenmg- stücken bis zu Fünsinarkflücken verwendet. Um von der Gröpc dieser Zahl eine Vorstellung zu geben, sei bemerkt, daß die Zahl der Minute», die ebenso groß ist, erst in etivas über siebzig Jahren enthalten ist, das J.ihr zu 365 Vi Tag, der Tag zu 24 Stunden gerechnet; fodaß nian sagen kann, daß selbst das höchste Alter eines Menschen bei weitem nickt ausreicht, um es ihm möglich zu niachen, 10 M. ans alle denkbare Weise in deutscher Reichsmünze zu bezahle», selb i wenn er scm gauzes Leben hindurch, so lauge er die Augen auf hat, sich dem zweisel- haften Genüsse hingäbe, immerzu 10 M. auszuzahlen, und in diesem Geschäft eine solche Fertigkeit besäße, daß er jede Zahlung durchschnittlich in eitler Minute beiverkstelligen könnte. Im Gegensätze hierzu würbe man zur Zahlung von einer Mark a. f alle mögliche Weis? unter denselben Bedingungen nur etwa eine Woche drallchen, wenn man auf den Tag II Arbeitsstunden rechnet. Schließlich sei noch die Zahl mitgelheilt, welche an- giebt, auf wie vielerlei Arien man 20 M. in kleinen Münzena bis zu Einmarkstücken einschließlich zahlen kann. Diese Zahl beträgt schon II 666 Millionen und fünszehntausendvierhundert- undeinunddreißig, eine Zahl, die großer ist, als die Zahl der Zwanzigpscnnigstücke, welche erforderlich wäre, wenn man den 5400 Meilen laugen Aequator der Erde mit dicht nebeneinander gelegten silbernen Zwanzigpfennigstücken bedecken wollte, eine Zahl, die auch größer ist, als die Zahl der Minuten, die in 22 Jahrtausenden verfließen." Zur Erklärung d«r Emitter- Erscheinungen theilt Dr. A. Krebs in Berlin in der„Elektrotechnischen Zeitschrist" die Ergebnisse einer Untersuchung über Gewitter mit, welcher derselbe auf Grund zehnjähriger Aufzeichnungen der Gewitter Hamburgs erhalten hat und welche nach der ganzen Art ihrer Erklärung all- gemein giltig zu sein scheinen. Aus den Aufzeichnungen stellt Dr. Krebs folgenden Satz auf:„Bei Tagegewittcru sinkt die Tem- peratur mit Aufzug des Gewitters plötzlich, während sie bei Nachtgewittern plötzlich steigt." Dabei wird unter„Sinken" der Temperatur nicht lediglich ein Rückgang um einige Grade, sondern auch ein Stillstand auf einem bestimmten Grade, wenn der Tageszeit entsprechend ein Ansteigen der Tem- peratur erfolgen müßte, verstanden; umgekehrt wird unter„Steigen" der Temperatur auch ein Stillstand auf einem bestimmten Grade oder selbst ein geringer Rückgang, wenn der Tages- bezm. Nachtzeit entsprechend ein Fallen oder ein stärkerer Rückgang zu erwarten wäre, verstanden. Zur Er- klärung des obigen Satzes wird angeführt, daß die bei Anbruch eines Gewitters heraufziehenden Wolken bei Tage durch den Ab- schluß der Sonnenwärme eine Temperaturabnahme bewirken, welche je nach der Jahres- und Tageszeit und je nach der Be- wölkung des Himmels vor dem Gewitter mehr oder minder be- trächtlich ist, und daß sie bei Nachtgemitlern durch den Abschluß der Erdwärme eine Temperaturzunahme zur Folge haben, welche mindestens den nächtlichen TemperattirabfaU schwächt, meistens aber ganz zum Stillsland bringt oder gar, wie nicht selten, in ein Steigen umkehrt, lieber die eigentliche Bildung der Gewitter und das beo- bachtete plötzliche Steigen oes Luftbrucks bei Gewittcrausbruch wird angegeben, daß alle Gewitter sich aus der mechanischen Ein- Wirkung mindestens zweier Depressionen bilden. Der Ort der Gewitterbildung liegt an der Stelle der größten Einwirkung dieser Depressionen auf einander, also zwischen denselben, aus einem Gebiete höheren Druckes. Die Wärmegewitter bilden sich infolge der Einwirkung zweier oder mehrerer lokaler Depressionen auf einander, die Wirbelgewitter infolge der Einwirkung der Haupt- bepression auf einen oder mehrere Ausläufer derselben. Die Bil- dung der Gewitterelektrizität, welche gewöhnlich aus der Reibung des aufsteigenden Lnststromes an den Zirriwolken erklärt wird, glaubt Dr. Krebs auf die Umwandlung der in den Geivittcrwolken vorhandenen Wärme in Elektrizität zurückführen zu sollen. Wegen der Verdichtung des Wasjerdampfes in den Gewitter- wölken und der mechanischen Einwirkung der gegen einander stürmenden Lustströme sollte man eine außergewöhnlich hohe Temperatur erwarten, während thatsächlich in den Gewitterwolken eine sehr niedrige Temperatur, nicht selten bis unter dem Gesrierpunkt herrscht. Obschon eine ganz gewaltige Wärntemenge entsteht, ist das Endergebniß eine Abkühlung bis zur Hagel- bildung. Da sich gleichzeitig ungemein große Menge» Elektrizität entwicieln, so gelaugt Dr. Krebs zu dem zweiten Satz:„In den Gewitterirolken setzt sich Wärme in Elektrizität um." Wie dieser Vorgang sich vollziehe, durch welche Zwischenzusiände und auf welche Weise Wärme in Elektrizität verwandelt werde, ist nicht bekannt, wie denn auch bei vielen naturwissenschaftlichen Vor- gangen nur der Anfang und das Ende, welche beide aber ohne Ziveisel in einem ursächlichen Zusammenhang mit einander stehen, bekannt sei. Sjärechsttcil. Die RebaNlo» stellt ble venuhuna be« SprechsaalS, soweit Raum dafür abzu- geben ist, dem Publltum zur Besprechuiig von SIngelegenheiten allgemeinen Interesse« zur Verfügung: sie verwahrt sich aber gleilbzetttg dagegen, mit dem Inhalt besselbeu tdentlstztrt zu werben. Auf das Schreiben des Herrn Eduard Becher, welches Sie in Nr. 122 des„Berliner Volksblatts" unter„Sprechsaal" abge- druckt haben, erlaube ich mir Folgendes zu erwidern, und bitte Sie dies gefälligst ebenfalls in Ihrer Zeitung aufzunehmen. Zunächst bemerke ich, daß der Herr Becher die Unwahrheit gesagt hat, indem er schreibt, ich hätte gesagt:„Ich danke für die Unterstützung der Arbeiter, mich braucht keiner zu unterstützen, der Vorfall war vielmehr Folgender: Nachdem ich die beiden Feiertage hindurch bis zum zweiten Abends 6 bis 7 Uhr Weißbier nach Abforderung ausaeschänkt hatte, war niir dasselbe zum iveiteren Ausschänken zu jung, so daß ich damit aufhören mußte. Am zweiten Feiertags Abends 6 bis 7 llhr kam ein Herr zu mir am Büffet— das Büffet besorge ich selbst— und forderte von mir eine Weiße, ich erklärte ihm, es wäre alle. Hierauf erwiderte der betreffende Herr, es wäre eine Schande, daß er kein Weißbier bekäme, er wolle mich unlerslützen und jetzt hätte ich nicht einmal Weißbier. Hierauf antwortete ich dem Herrn— den ich nebenbei gesagt absolut nicht kenne— ich danke für seine Unterstützung, ich weiß gar nicht ob er dazu iin Stande wäre. Wie der betr. Herr selbst bemerkt, bat er diese Aeußerung in Gegenwart von Zeugen gesagt, und ich lasse mir nicht sagen, daß ich unterstützt werde, denn für's Armenhaus bin ich noch nicht reif. Hierbei bemerke ich noch, daß ich mein Lokal für jeden anständigen Menschen offen habe, nicht aber, wie der Herr Becher sich vielleicht denkt, nur für den Arbeiter. Ich mache mit keinem Gast einen Unterschied und hätte jedem Anderen, möge er sein, was er wolle, in derselben Weise geantwortet. In meinem Lokal bleibe ich auch Herr über meine DiSpo- sitionen und halte Getränke, wie ich solche für gut befinde. Der Herr Becher hätte ja, wenn er mein Bairisch-Bier nicht trinken wollte, Setterwasser trinken können; dies war noch genug vorräthig. Hochachtungsvoll H. Böttcher, Gaflwirth, „Seeschlößchen". Die seit 1877 bestehende, weltbekannte Uhrenfabrik KSax Busse 157 Imalidenstr. 157, ÄS. verkauft jetzt aämmtliche Uhren zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet. Grosse Abschlüsse mit Pforzheimer und Hanauer Fabrikanten ermöglichen derselben Firma den Verkauf von Gold-, Silber-, Granaten- und Koralleuwaaren zu fabelhaft billigen Preisen. Specialität: Ringe« Reparaturen an Uhren und Goldsachen werden � auf das Gewissenhafteste ausgeführt. j/föbt. Schlafstelle, fep. 6 M., bei ebb e, Kottbuseroamm 9.[748 ((i�fcunbl Schlafstelle für zwei Herren ta,'"fort oder zum 15. zu vernnethen. "dar, Köpenickerstr. 124, Quergeb. IV. Frdl.Schlafst.b.Vogel, Annenstr.10, Qng. Möbl. Schlafstelle 7 M. zu verm. Barnimstr. 41a 3 Tr., bei Schumann. Freundl. Schläfst, an 2 Herren z.»• Gttschinerstr. 87a, v. 3 Tr. b. Roßbachcr. Fräulein Anna Kernchen, Herr Ernst Kusserow. Berlobte. 784 Hiermit sage ich dem Ehef, Herrn W. Delte, sowie allen Freunden und KoUrgrn meines verstorbenen Mannes für die ihm erwiesene letzte Ehre meinen herzlichsten Dank. 781 Ww. Himer nebst Ktnvern. Singermaschiaen, 10—40 M. verk. Reparaturen-Werkstatt Solmsstr. 49. Frdl. Schlafstelle, 1 od. 2 Hrn. z. v. Gen. Sommerfeld, Dragonerstr. 24, H.U. Frdl. Schläfst, z. verm. bei Hecht, Madaistr. 9, Hof rechts 4 Tr.[763 Eine Schlafstelle zu verm. mit sep. Eing. Oranienstr. 206. b. O. Plögcr. Ftbl. Schlafstelle an Herrn z. verm. Colbergerstr. 82, v. 4 Tr. r. 775 Tüchtige preßnergokder auf Malritzenarbeit suchen 745 Platb& Boysen, Louisen-Ufer 11. Spitzenpapier. Tüchtige Anschläger od. Anschlägerinnrn werd. gesucht Berolina, Lainpenschirmfabrik, Landwehrstr. 11. 753 Gesell, a. Näh-».Schreibtische, Frank- furterstraße 123. 719 Priigrr auf Lurnopapiep finden lohnende Befchästignng bei Wilhelm Boehme, 733 Reichenberger-Straße 158. Für eine Fabrik feiner Holzwaaren nnd Lnxnsmöbel ivird ein Werkfilhrer (Tischler od. Bildhauer), welcher selvst- ländig zeichnen kann, zu eng.igiren ge- »cht. Offerten sub L, R. 414 an Rud. Boss«, Prinzenstr. 41.[765 1 Wi.'elmacher wird verk. auf Hand- arbeit Prenzlauer Allee 237. p. r. 782 Anleger 776 an der Steindruck-Schnellpresse verlangt J. Miesler, Luisen-User 44. Modell-Tischler gesucht bei C. Hummel, Maschinenfabr., Berlin, Südufer, Spandauer Kanal. Lehrmädchen werden verlangt in der Luxuspapierfabrik 754 W. Bosse& Sachs, Landwehrstr. 11. 10 gut« Gfenseher verlangt zum Montag 772 Rattim, Birkeilstr. 76, I. Tüchtige Mschimschlchr werden verlangt Waldstr. 56(Moabit). Kartonarbeiterittnen«. Arlleiter.' Die Kommission und die Arbeitsver Mittelung befindet sich von jetzt Blumen- straße 38 bei Henke, 044 i Achtung, Maurerl Dienstag, den 3. Juni, Abends 8 Uhr, finden statt. Z p|e öjfentl. VersmmlNgtll 1. bei Joel, Andreasstrasse 21. 2. bei RcnBiefahcf, Dennewitzstrasse 13. 3. bei Reichert, Müllersirasse 7. Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom 7. deutscken Maurer-Kongreß. 2. Stellungnahme zu den Sondcr-Vereine». 3. Verschiedenes. Die Aufforderung zu erscheinen, ergeht an sammtliche im Maurergeiverbe beschäftigten Kollegen. Auch erivartcn wir, daß dem Beschluß wird Rechnung getragen, daß ein jeder in Berlin arbeitende Maurer sich der Freien Vereint- gung anschließt, in diesen drei Verscumnlungen ist die Gelegenheit dazu geboten. 734 Die Einberufet*. Oeffentliche UersammUmg kt PllrWtiboheüZegtt Berl. u. Ilmg. am 4. Juni, Abends SVe Uhr, im Lokal des Herrn Feuerstein, Alte Jakobsir. 75. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Stadtverordneten Zubcii. 2. Beschlußfassung über unsere Lohnfrage. 3. Verschiedenes. 737 Den Kollegen zur Nachricht, daß die Sammellisten ausgegeben find. Jeder Parquetbodenlegcr ist moralisch verpflichtet, seine Schuldigkeit zu thnn. 737 Die Lohnkommission. Gr. ößentl. WckeMchWlW NT" am Montag, den 2. Juni er., Abends 81 2 Uhr, in G r a t w e r l' s Bierhallen, Kommandantenstr. 77/79. Tagesordnung: I. Wie stellen sich die Tagschneider zur Abschaffung der Akkordarbeit? 2. Wie stellen sich die Schneider Berlins zur Zentral-Streiktommission? 3. Diskussion. 4. Wahl der Delegirten. 3. Verschiedenes. 738 Pflicht aller Schneider, namentlich auch der Tagschneider, ist es, zu er- scheinen.' Der Einberufer. ßttle intüle»«!««>« ÄSÄKÄW-— Juni, Abends 8V2 Uhr, Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Schweitzer über Zweck und Ziele des Vereins. 2. Statutenberathung. 3. Verschiedenes. 746 Der Einberufer. LokaiveHsanci BeHiti. Werband der ZimmerBeutes Große UersammUmg am Montag, den ü. Juni, Abends 8V2 Zlhe, in Feuerstein s Salon, Alte Iahobstraßr Ztr. 73. Tagesordnung: 786 1. Bericht der Delegirten und Ausschuß vom 8. Handwerkertag. 2. Verschiedenes und Fragekasten. Wegen der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht jedes Mitgliedes zu erscheinen. Jeder Zimmermann ist willkommen. Der Vorstand. Große öffentliche Militär- Schneider- Versammlung. Dienstag, de« 8. Juni. Abends 8V2 Uhr, Jordan» Kalon, Neue Grünstr. 28. 749 Tagesordnung: 1. Vortrag, Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. 3. Bericht über die Streikabrechnung. 4. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Kollegen ist erwünscht und nothwendig. Der Cinbernfer. Oeffentliche Versammlung her Mchslim Verlins mih llmgeg. am Dienstag, den 3. Juni, Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Venzki, Landsbergerstrasse Mo. 37. T a g e s- O r d n u n g: I. Wie stellen sich dieMöbelpolircrzurZentral-Streikkontrolkommission? 2. Wahl von Delegirten hierzu. 3. Der Streik der Möbelpolirer und welche Vortheile haben die Kollegen der Nähmaschinen-Branche? 4. Verschiedenes. Die Kollegen der vtähmaschinenfabrtken von Weimann, Dräsel Sc Langer und Just& Comp, sind speziell hiermit eingeladen. Anfang präzise 8 Uhr. Um das Erscheinen aller Kollegen bittet 743 Der Einberufen. Große öffentliche Versammlung söiilültlichtt kllchlWnW Ailgestellteu, Wimm nnh Hluishiem am Montag, den 2. Juni, Abends 9 Uhr, in den Bürgersälen, Dresdenerstr. 96. Tagesordnung: 1. Bericht der Agitations-Kommission für Schließung der Geschäfte an Sonntagen. 2. Sind Gewerbe-Schiedsgerichte für den kaufmännischen Beruf nothwendig? Referent Herr Stadtv. H e i n d 0 r f. 3. Diskussion. 4. Ver- schiedenes. 787 Die Einberufer: August Hinze, Handlungsgehilfe. Oswald Grauer, Hausdiener. Unterstützungsbund der Hausdiener Berlins. MstgbederversaminBung am D, e n ��' � 3. junior., Abends 9 Uhr, T ag es 0 r d n u n 1. Mittheilunge». 2. Aufnahme neuer Mitglieder und" Ausgabe der Billets zum Somnierfest. 3. Verschiedene?. 4. Frage- Üciftcn(£3 ift � � eu——..... r r �.ff kommen. Pflicht sämmtlicher [788] Mitglieder zu erscheinen. Gäste will- Der Vorstand. E. HH. Wilschke& Co., WiW»«i Steil« ßiptrti. empfohlen. 600 Pommersche Hypotheken-Aktien-Bank. Ansgabe w» 5010000 p.ni.Ein.).0|.,.....,„ und 5010000.. IV.„ j II«?»! Hypothekenbruftn in Berlin, in Eöslin und bei den V r �~®ie Pommersche Hypotheken- Aktien- Bank hat durch die Allerhöchste Kabinetsordre vom I. Oktober 18* iötiefm �halten � 1866 703 die Genehinigung zur Ausgabe von auf den Inhaber lautenden Hypotheken- ... ,rc Die Pommersche Hypotheken-Aktien-Bank beabsichtigt auf Grund neuer Ausleihungen neue 4prozent. al ruckzahlbare unkündbare Hypothekenbriefe zu emittiren, von denen Em. IV k 4 Jll: ÄpAl/Ottober j Coupons trägt. Einstweilen sollen von jeder Emission je 3 010 000 M. ausgefertigt und sodann auf Grund der statuten- inaßrgen Deckung ausgegeben werden. Die Verminderung der einittirten Hypothekenbriefe geschieht entweder durch Ankauf oder durch Einlösung nach vorganglger Bestimmung durch das Loos. Die Zins- und Kapitalszahlungen für diese Hypothekenbriefe erfolgen anderweitigen ausivartigen zu jedein Termin bekannt zu machenden Stellen. i-nn sm%% Lw- M u,.d Em. IV ä 4 pEt. lauten auf den Inhaber und sind in Stücke von 30009%, loOO M., 600 M., 300 M. und 150 M. getheilt. Die Sicherheit der Hypothekenbriefe und deren Zinsen wird gebildet: a) durch die in dem Tresor der Pommerschen Hypotheken-Aktien-Bank depoiiirten Hypotheken forderungtu von mindestens den, gleichen Betrage: b) durch das Grundkapital der Gesellschaft; 0) überhaupt durch das gesammte Vermögen der Pommerschen Hypotheken-Aktien-Bank, welches für d« or c. Verzinsung und Einlösung der Hypothekenbriefe unbedingt verhaftet ist. m be» Zuzahlunge», iöelche die Inhaber der Stamm- Aktien gelegentlich der Umwandlung chll, f? ilx; f" Steiftet haben, em Spezial-Sicherheitsfonds geschaffen, welcher im Anschluß an§ 23 de- �tatut� lediglich zur Bildung eines Spezial->slcherheitsfonds für die Inhaber derjenigen Hypothekenbriefe verwende m l r � Juni 1889 durch Konvertirung von Zuschlags- Hypothekenbriefen in 4 Prozent. Hypothekenbriefe entstanden sind, sowie für die Inhaber solcher Hypothekenbriefe, Zuschlags- und pari Hypothekenbritfe, welche für die nolge ,hre Hypothekenbriefe konvertiren lassen, endlich auch für alle in Zulinnft zur W'"' Gmmisston gelangenden Hnpothrkenbriefe der Kanli. Die Staatsreg,erung ist befugt, zur Wahrnehmung ihres Aufsichtsrechts über die Gesellschaft für beständig oder sur einzelne Falle einen Kolmnissar zu ernennen. 11,11 Gesellschaftsorgane, einschließlich der Generalversammlungen, giltig zu berufen, Gesellschaft Einsicht zu�nehmeu" �derzeit von den Kassenbüchern, Rechnungen oder sonstigen Schriftstücken der Insbesondere hat der Staatskommiffarius das Recht zur Kontrole darüber: I. daß nicht mehr als der fünfzehnfache Betrag des gezeichneten Grundkapitals in Hypothekenbriefen d« Pommerschen Hypotheken-Aktien-Bank emittirt wird; v r daß der Betrag der von der Pommerschen Hypotheken-Aktien-Bank ausgegebenen Hypothekenbriefe W aufg" Ciislin/Korli», den 10. Mai 1890. vottrntsrfcho r;,;pokl,el»en-Slhkien-V«nK F. Romeick. Schultz. 74> gCilisenisk. Oeffentliche Franen-Uersammlung am Dienstag, den 3. Juni, Abends 8 Uhr, im Lokale der Frau Th. Scheer(Wilhelmsgarten). Tages-Ordnung: 1. Die Fuge der Arbeiterinuen.(Referent: Fritz Krüger.) 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 767] Die Einbernferin. Fchverem für SGoistt m) MMinenblrn- Arbeiter Berlins und Umgegend. Grosse Versammlung am Montag, den 2. Juni, Abb?. 8V2 Uhr, in Reblitz' Salon, Bergstr. 12. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Peus über: „Kapitalistische u. sozialistische Moral." 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Entrichtung der Beiträge. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Angesichts der immer festeren Ver- einigung der Eiseiiindustr,ellen ist es Pflicht eines jeden Kollegen, sich der Organisation anzuschließen. 762] Der Vorstand. Central-Kranken- n. Sterbekasse ber Töpfer n. verivanbten Bernssgenossen Tentschlanbs, (Drvfl. Drmnltungsstrlle Krvlin. Den Mitgliedern zur Kenntniß, daß an Stelle des bisherigen Kaffirers E. Wendschlag Herr Otto Greier, Köpeuickerstr. 100, 4 Tr., getrete» ist. Alle Mitglieder sind freundlichst er- sucht, behufs Kontrole sich mit ihren Mitgliedsbüchern ailf den bekannten Zahlstellen recht bald einznfinde». OhneBorzeigungdes Mitgliedsbuches werden keine Quittungsmarken mehr verabfolgr. Dresden, am 30. Mai 1890. Mit kolleg. Gruß Der Centrai-Vorstand. I. A.: Jul. Frässdorf, Vorsitzender. Verein d. Plätterinnen Berlins. Montag, den 2. Juni, Abends 8 Uhr findet im Saale des Böhmischen Brauhauses, Laiidvbrrocr AU« 11—13, eine Mitglieber-Bersammlnng statt. Tages-Ordnung: 1. Unsere Organisationsfrage(Referent ,vird in der Versammlung bekannt gemacht.) 2. Ausgabe der Statutenbücher und Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Wahl des Vorstandes und Wahl der Revisoren. 4. Verschiedenes. Der ist es dieser.. Herren, durch Plätterinnen eingeführt, ist der Eintritt gestattet. 747 Allg. Arbeiterinnen- Verein Berlins und Dmg.(Filiale 1, Moabit). Mitglieder-Versammlung am Dienstag, den 3. Juni, Ab. 8V2 Uhr, bei Herrn Ilgrs, Wilsnackerstr. 63. Tages-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. 770 Die Mitglieder werden ersucht recht zahlreich zu erscheinen. Dir KrvoUmnchtigtr. Vei'slüilmlllüg b. Fr. Vereinig. b. Cravenre n. Ciselenrc an, Montag, den 2. Juni, Abends V29 Uhr, Dresdenerstraße Nr. 45. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Unterstützungsfrage. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Vereins-Versminlilug der Filiale III.(Ost) der deutseben Maler, Lackirer, Anstreich. u. verw. Beruf sg. Dienstag, den 3. Juni, Abends 8V2 Uhr, bei Henke, Blumenstraße 38. Tagesordnung: 1. Vortrag des Koll. Wilh. Schweitzer. 2. Filialangelegenheit. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Gaste willkommen. 752 Dir Drvottmächtigtru. I. A.: H. Tornow. Grosse Versammlung für Frauen und Männer am Montag, 2. Juni, Abends 8 Ubr, Schwnrzmiiller'» Salon» Kolberger- strage 23. TageS-Ordnung: 1. Fraueu-Enlanzipation. Referent Herr Türk. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 740 Um zahlreichen Besuch bittet D« Einbrrnfrr. Mg. Stuhlarbtiter- Vereinig. Grosse Versammlung Montag, den 2. Juni, Abends SVe Uhr, im Lokale desHrn. Frindt, Weinstr. 11. Tagesordnung: 1. Unsere Agitation in Schlesien, Referent: C. Neumann. 2. Innere Vercinsangelegenheiten. Gäste sind willkommen. 760 Der Vorstand. Allen Freunden, Bekannten und Ge- „offen empfehle mein 779 Dlciß- und Sairisch Kirr-Lokal. ' Gi Stark, 10. Weissensee« Den Kollegen zur Kenntniß, daß � Vereinslokal des Lachvrr-l« drr Maurrr jetzt bei Urbrl, Sch°' straße 3, ist, und die Versammlung. jeden Mittwoch nach dem 1. bofchS stattfinden. � Der Vorstands Achtung Klirton-Arbeittt. Die nächste Vereinsversammlung � det am 9. Juni statt. Lokal wird � bekannt gemacht. Der Vorstand� Allen Sch« Machern empfehle ich meine neu eingerichle« Kchiifte-Fabrik. Paul Hühl,, 759] Naimynstraße 74, Hof Grabdenkmäler m Incniör, Syenit iini) ßrrf fertigt zu den solidesten Preisen A. Zabel, in Schönhauser Allee 163. 5 Grabdenkmäler, in Marmor, Granit und Syenit siel bei solider Ausführung zu maM Preisen W. Günther, Rirdorf, H 0, inannstr. 150. Fabrik: Skalitzerstr�. Allen Freunden u. 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Audreas-Strasso 19. ,1 ffieii- iini) BsiriWier-H Verantwortlicher Ltedakteur: Gurt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von jttn» Kading in Berlin 8\V., Beuthstraße 2. 9*iä4. Sonntag, den 1. Juni 1890. 7. Jahrg. Unnützes Anmelden von Versammlungen. ci»in®°äJPreulifcf)e Vereinsrecht hat den Vortheil, wenigstens in iten recht klar und bestimmt zu sein. Zu diesen Punkten gehört der: Wann ist eine Versammlung der Ortspolizeibehörde anzumelden? 18 m™01' bautet ganz bestimmt: Jcur dann, wenn in derselben öffentliche Angelegen- yeiten zu erörtern bezweckt wird. aiemriA" mm auch der Begriff„öffentliche Angelegenheiten" ein dock gespannter itl, so sagt der Ausdruck„bezweckt" torjL P die Verhandlung über solche öffentliche Angelegenheiten geplant und beabsichtigt sein muß, daß also das zufällige Red,,». einer öffentlichen Angelegenheit durch irgend einen öffet,trLTtoc5,'1ic*'t genügt, um zu beweisen, daß die Erörterung Co i,�er Angelegenheiten in der Versammlung bezweckt war. yaoen die Gerichte wiederholt gleichmäßig entschieven. »lim o e. sogenannte„Festrede", die in allgemeinen Ausdrücken �°"""��alten, zur Einigkeit, zun, Beilritt zu emeni .. auffordert, oder die Zwecke eines Vereins ;u betrachten ein Wärtern öffentlicher Angelegenheiten nicht Hieraus folgt klar und�bestinimt: Festversammlungen, selbst solche, die„politische" Vereine veranstalten, in welchen nur solche Festreden gehalten wer- den sollen, in welchen man sonst musizirt, singt, deklamirt, Mimt oder tanzt, sind keine Versammlungen, in welchen be- zweckt wird, öffentliche Angelegenheiten zu erörtern und sind deshalb der Orlspolizei nicht durch den Veranstalter anzu- melden. den der Gastwirth, bei dem das Fest abgehalten wird, nach anfu,,* c�en Pvlizeivorschriften zu thun hat, das geht den Ver- i,?1 des Festes, den Unternehmer, nichts an. l Sache ist vollkommen klar, und darüber ist auch nach «einer Seite ein Mißverständniß möglich. *UN kommt aber die den Deutschen einmal angeborene und bu sövgene„Polizeiseligkeit". Man sagt sich: Anzumelden brauchst fA»lluor uicht, aber du wirst doch anmelden, es kann ja nichts en und der Herr Polizeigewaltige freut sich vielleicht über deine gemeine Zuvorkommenheit. So denkt man und— die Fest- Sammlung wird auf Grund des§ 8 des Preußischen Vereins- ""(ges verhindert. D«. öewth der Anmelder in Zorn, und doch ganz mit Ä, 8�«"'st geworden, was er redlich verdient hat. , Die Ortspolizeibehörde sagt sich: Wenn der Mann die Ver- mmmliing angemeldet, so bezweckt er, in derselben öffentliche An- Gelegenheiten zu erörtern, denn sonst hätte er ja keine Veran- .ussung, die Versammlung anzumelden. Wenn in der Versamm- m>ig aoer öffentliche Angelegenheiten erörtert werden sollen, und °>ese Versammlung ist eine von einem„Vereine" einberufene Versammlung, dann dürfen„Frauenspersonen, Schüler und Lehr- 'mge" an derselben nicht theilnehmen. Da nun kein Vergnügen me die Damen ist, so kann das Vergnügen nicht abgehalten Verden, weil es gegen§ 8 des Preußischen Veretnsgeseizes ver- Punktum! 9)®eSSn diese Logik ist wenig einzuwenden, man hat das kg"Ot geradezu durch die unnütze Anmeldung herausgefordert. f l geschieht solch unnützes Anmelden aber nicht nur von uner- Menen Anfängern, sondern oft auch von Personen, die sich zu »uhrerrollen berufen glauben, weil sie„schon lange in der Be- fgung stehen", wie sie gerne sagen. ». Ganz auf demselben Blatte sieht die Einreichung von Vereins- "«Uten„zur Genehmigung" an die Polizeibehörde. g Das preußische Vereinsgesetz kennt keine„Genehmigung" von 'atiiten, sie iverden der Polizei nur zur„Kenntnlßnahme" ein- ii»-Uo" bie»Genehmigung" ohne Grund nachgesucht, so ei»- Behörde annehmen, daß man beabsichtige, in dem Vereine t».. � treiben, was einer Genehmigung bedarf. Man durchsucht ""ach. das Statut, findet vielleicht, daß darin irgendwie di» den Mitgliedern zu zahlende» Unterstützung nj Rede ist und sagt sich: Weil der Mann unsere vjvW'iiigung nachsucht, die er nach dem Vereinsgesetze lRi?1. nöthig hat, muß er offenbar mit dem Vereine etwas fiteres bezwecken. Er will wahrscheinlich in demselben eine Geruch erungranstalt" errichten und dazu ist das Statut nicht e reichend, wir versagen also die Genehmigung. � Wieder großes Erstaunen über diese Polizeiverfügung, die . an doch einfach durch das unnütze Nachsuchen der„Genehmigung" �"vorgerufen hat. ». J'ffo, wo man sich an die Polizei nicht zu wenden braucht, man es nicht. sei«»- � die Polizei vielleicht den Veranstalter eines Vereins- aufl m?r'"ud sucht ihn zu Protokoll zu vernehmen, um ihn so viel«,"�eis zu führen, indem sie ihn veranlaßt, das Fest anzu- '"in, so antworte er: Das Fest ist keine Versammlung, in welcher wir öffent- «che Angelegenheiten zu erörtern bezwecken, ich habe aho keine Veranlassung, von derselben der Polizeibehörde irgend welche Anzeige zu machen. � b»,»�kmaigen weiteren Anmaßungen der Polizeibehörde mit größter Entschiedenheil auf dem BeschwerdewegeFnr- s»°,"Preten werden. Man erlangt meistens schon in deLBe- tuirw an den betreffenden Oberpräsidenten sein Recht, �venn die vorgehenden Instanzen sich dazu nicht bequemen sollten. Bei» Jnstanzengang ist: für ländliche Polizei(Amtsvoriteher), iJMverde an den Landrath, Präsidenten, Oberpräsidenten, Minister Innern; für städtische Polizei(Polizeiverwaltung, der Ma- '% Beschwerde an den Präsidenten u. s. w. aenv»«F"ehmen hier Gelegenheit, nochmals und wiederholt sol- m Erinnerung zu bringen:... Nach tj 8 de? Preußischen Verelnsgesehes sind Frauenspersonen, Schüler und Lehrlinge nur von den Versammlungen politischer Vereine ausgeschlossen. In öffentlichen Versammlungen, die mit Vereinen nichts WKW tmmysMmf willfahre man ihm und weise die betreffenden Personen heraus, um eine, wenn auch gesetzwidrige, Auflösung der Ver- sammlung zu verhindern. Dann fasse der Vorsitzende aber sofort folgende Beschwerde ab: Ort. Datum. In der am...ten...... 189. im Lokale des Herrn ....... stattgefundene« Versammlung, die ordnungsmäßig angemeldet war, befanden sich mit meiner Zustimmung und Duldung einige Frauen(oder Schüler, oder Kinder, oder Lehr- linge). Der überwachende Polizeibeamte forderte mich auf, diese Personen aus dem Lokale zu entfernen und drohte mit Auflösung der Versammlung, wenn ich es nicht thun würde, trotzdem ich ihn auf die Ungesetzlichkeit seines Verlangens hin- wies. Ich sah mich gezwungen, um die Versammlung weiter- führen zu können, dem Verlangen des Polizeibeamten nach- zugeben. Da die Versammlung, wie schon aus der Anmeldung her- vorgeht, keine Sitzung eines politischen Vereins war, befand sich der Polizeibeamte mit seiner Forderung im Unrecht. Ich bitte die Wohllöbliche Polizeiverwaltung deshalb, denselben belehren zu wollen, damit solche Eingriffe in das Versamm- lungsrecht nicht wieder vorkommen. (Namensunterschrift.) Wenn der Bescheid nicht der Beschwerde entspricht, oder zu lange(14 Tage) ausbleibt, so ist nach den oben angeführten In- stanzen die Beschwerde fortzusetzen. Eine Entschädigungsklage gegen einen Beamten, der aus Un- wissenheit oder grober Fahrlässigkeit, was für einen Beamten die Nichtkenntniß eines Gesetzes, das er ausführen soll, ohne Zweifel ist, hat in Teutschland sehr wenig Aussicht auf Erfolg. Wir leiden eben unter einer fast vollkommenen Unverantwortlichkeit der Gendarmen.(„Vereinsblatt.") Eine Erzlchwiudlerin, welche das Verbrecheralbum ziert und den Behörden schon viel zu schaffen gemacht hat, stellte sich gestern in der Person der ehemaligen Lehrerin Marie Sophie Meyer der 4. Strafkammer des Landgerichts I. vor. Die Ange- klagte hat bereits ein vielbewegtes Leben hinter sich und wegen Landstreichens, Betruges u. s. w. manches Jahr im Gefängniß zugebracht— zuletzt zwei Jahre im Gefängniß zu Bruchsal. Einige Zeit vor Antritt dieser Strafe hatte sie sich am Grünen Weg eine Leihbibliothek angelegt, deren Werth ein außerordentlich geringer war, welche sie aber durch einen schlauen Schwindel zu ziemlich hohem t reise an den Mann, oder vielmehr an die Frau zu bringen wußte. Durch eine öffentliche Annonze empfahl sie ihre Leihbibliothek und Buchhandlung, welche in der Stühe von 14 Schulen liege und einen großen Umsatz täglich habe, als passende Erwerbsquelle für alleinstehende Damen. Diese verführe- rische Annonze lockte ein Irl. Müller in das Netz der Angeklagten, und die Letztere schilderte das Floriren ihres Ge- schäftes mit den glänzendsten Farben, legte bezügliche Geschäfts- bücher vor und lud Fräulein Müller ein, einmal am Sonntag den Geschäftsverkehr zn beobachten. Tie Angeklagte umgab sich dabei mit einem gewissen Nimbus, indem sie erzählte, daß sie eine ehemals verwittwete Gräsin Rantzau, die Tochter eines Kon- sistorialraths und Schwester eines Professors sei. Als Fräulein Müller an einem festgesetzten Sonntage in Begleitung eines Be- kannten in dem Geschäft der Angeklagten erschien, war eS in demselben in der That so lebendig,„wie rn einer Akzise", Käufer kamen und gingen, und die Eingeklagte hatte nicht Hände genug, um all' die Nachfragen nach Büchern zu befriedigen. Dieser glänzende Zustand des Geschäfts blendete Fräulein Muller, und sie erstand, ohne sich lange zu besinnen, das Geschäft für de» Preis von 900 M. Leider hat die Käuferin erst zu spät eingesehen, daß sie einer Schwindlerin zum Opfer gefallen war, denn die vorhandenen Bücher bestanden zum allergrößten Theile aus werthlosen Produkten der Schund- und Hintertreppenliteratur, der tägliche Umsatz betrug etwa 20 Pfennig und es blieb kein Zweifel übrig, daß der große Sonntagsverkehr, welchen die Käu- serin bewundern konnte, ein Theatercoup war, und die angeblichen Käufer vorher von der Angeklagten bestellt waren. Die Ange- klagte stellte sich außerordentlich unschuldig und blieb dabei, daß sie aus ihrem Geschäft nicht nur ihre, sondern auch ihres Vaters Existenz bestritten und selbst mehrere hundert Mark in das Ge- schüft gesteckt habe. Auch um eine Antwort auf die Frage des Vorsitzenden, woher sie denn das Geld hatte, da sie eben erst aus dem Gefängnisse gekommen war, war die Angeklagte nicht verlegen, sondern stellte schlechtweg eine Baronin von Reischach als ihre Gönnerin dar. Der Staatsanwalt lächelte ob dieser Eröff- nutig, denn er kannte die Angeklagte schon aus früheren Affairen und konnte mittheilen, daß dieselbe in früheren Jahren schon ein- mal am englischen Hofe als Herzogin von Hamilton eine Gast- rolle gegeben.llnbe. Bei dem energischen Leugnen der Angeklagten blieb dem EMchtshof nichts Übrig, als die Angeklagte in das UntersulWng-gefängiiiß zurückzuschicken und noch weitere Erhe- bimgMMl veranstalten. ir brlmnute Aiagesnche de» Pfarrer» Witte gegen ehemaligen Redakteur des Blattes„Volk", Leuß, wurde estern in der Berufungsinstanz vor der Strafkammer Via verhandelt. Leuß ist vom hiesigen Schöffengericht wegen der Schmäh- artikel, welche das„Volk" gegen Pfarrer Witte aus Anlaß der bekannten Konflikte des letzteren mit dem Hofprediger Stöcker veröffentlichte, zu 15 Tagen Gefängniß verurtheilt worden und zwar hatte das Schöffengericht 5 Fälle der Beleidigung— dar- unter 4 im Sinne des# 1S6 St.-G.-B.— für vorliegend erachtet.— Vor Eintritt in die Verhandlungen machte der Vor- sitzende Landgerichtsrath Funke Einigungsversuche, welche jedoch fehlschlugen. Pfarrer Witte erklärte, daß er mit Leuß nie Be- ziehungen gehabt, dieser aber sich nicht gescheut habe, auf Grund seiner beiden Erklärungen in der„Nordd. Allg. Ztg.", welche weder das Konsistorium, noch der Evangelische Oberkirchenrath be- mängelt haben, seinen Namen in den Schlamm zU ziehen. Die Beleidigungen hätten ihn um so schwerer getroffen, als die Nummern des„Volk", in welchen die Schmähartikel enthalten waren, zwischen die Wohnungsthären seiner Konfirmanden ge- schoben worden seien und sich die Beleidigungen sogar mit Drohungen paarten. Er sei zu einer Einigung gern bereit, die Basis einer solchen müßte aber sein, daß der Angeklagte erklärt, daß alle seine herabwürdigenden Urtheile über seine Person von A bis Z jeglicher Basis entbehren.— Ter Angeklagte Leuß er- klärte, daß er bereit sei, sein Bedauern über den Inhalt der tnkrlminirten Artikel auszudrücken, aber nicht im Stande sei, alle seine Urtheile über den Pfarrer Witte zurückzu- nehmen.— Kläger wünschte hierauf eine das Zeichen der Reue an sich tragende, bedauernde Erklärung des Angeklagten, daß er schweres Unrecht begangen, als er ihn mit Schlamm be- morsen, da er, der Kläger, völlig makellos dastehe.— Der Angeklagte verweigerte eine solche Erklärung, worauf der Gerichtshof in die Verhandlung eintrat. Nach längeren Ausführungen der Parteien selbst und deren Vertreter, Rechtsanwälte Dr. Kaltnowski (für Witte) und Kattenbusch(für Leuß), erkannte der Gerichtshof dahin, daß der Angeklagte schmerer und boshafter Beleidigungen des Pfarrers Witte schuldig, aber nur aus§ 185 St.-G.-B. zu bestrafen sei. Was die Abmessung der Strafe betrifft, so habe der Gerichtshof eine Unterscheidung gemacht und geglaubt, daß die- jenigen Beleidigungen, welche als Antwort auf die Broschüre des Pfarrers Witte zu betrachten, nur eine Geldsttafe verdienen. Pfarrer Witte habe durch jene Broschüre seinen Streit mit Herrn Stöcker in die Oeffentüchkeit getragen und mußte gewärtig sein, daß sich Unberufene hineinmischen. Der Gerichtshof habe den Angeklagten wegen der betr. drei Artikel zu 150 M. Geldbuße event. 15 Tage Gefängniß verurtheilt. Ganz anders liegt die Sache bei den beiden Ar- tikeln, welche der Zeit nach vor die Witte'sche Broschüre fallen. Diese Artikel seien so boshaft und niederträchtig, daß hier von einer Geldstrafe gar nicht die Rede sein könne, vielmehr habe der Gerichtshof wegen dieser beiden Artikel auf eine Gefängnißsttafe von 9 Tagen erkannt, dem Pfarrer Witte auch die Publikations- befugniß zugesprochen. Der stud. jup. Lenrev, welcher kürzlich wegen des Ein- Bruchs in der Universität zu zwei Jahren drei Monaten Gefäng- niß verurtheilt wurde, hat seinen Vertheidiger beaufttagt, gegen das Erkenntniß die Revision einzulegen. Er bleibt nach wie vor dabei, daß er an dieser Slrafthat unschuldig sei und will sich nur insoweit bei dem Erkenntnisse beruhigen, als es seine Verurtheilung wegen der Unterschlagung betrifft. V c vsmnmlimjxc«. Am Montag, den 19. Mai, fand in Schrff«»'» Salon, Jnselstr. 10, eine Versammlung des Verbandes der Vergolder, Filiale Berlin, statt. Als Referent war Reichstagsabgeordneter Dreesbach angesagt, welcher jedoch am Erscheinen verhindert war. Statt seiner hielt Reichstagsabgeordneter Bruhns das Referat. Derselbe legte in klarer Weise den Zweck der Organisation aus- einander und i welcher Weise die Koalitionsfreiheit von Seiten der Arbeitnehmer und Arbeitgeber benutzt wird. Referent forderte die wankelmüthigen Kollegen auf, fest zur Organisation zu stehen und nicht durch pekuniäre Rücksichten sich beeinflussen zu lassen, wie es leider m letzter Zeit von früher maßgebender Seite ge- schehen ist. Referent erntete großen Beifall. Nachdem noch einige interne Angelegenheiten geregelt, sowie eine Anfrage, betreffs Kontrol-Streikkoinmission, zur Zufriedenheit erledigt war, schloß der Vorsitzende die Versammlung» Am 8. Frirrtng Vormittag» fand in Wöw«'« Ge- sellschaftshauo, Fichtestraße, eine Mitglieder- Versammlung des„Vereins zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins und Umgegend" statt. Zu dieser Versammlung waren die Kollegen aus Rixdorf, Steglitz und Friedrichshagen ziemlich zahlreich erschienen. Als erster Punkt der Tagesordnung war:„Die Arbeiterschutzgesetze und ihr Werth." Herr Fritz Zubeil sollte referiren, er erschien jedoch nicht und es mußte daher der zweite Punkt„Verschiedenes" vorgenommen werden. Zuerst wurde Kollege Waldau als Bibliothekar gewählt, Kollege Panneke als Arbeitsvermitteler. Dann entspann sich eine rege Diskussion über den Arbeitsnachweis. Derselbe würde zu wenig benutzt; man könne es den Meistern daher nicht verdenken,' wenn dieselben sich auch dort nicht hinbemühen und ihre An- nonzen im Vereinsblatt aufgeben. Von verschiedenen Kollegen wurden Artikel vorgelesen und diskutirt, unter Andern ein Ar- tikel der„Deutschen Töpferzeitung", daß unser Kongreß in München nun um 4 Wochen verschoben worden ist, da es dem „Komitee" noch nicht gelungen ist, das nöthige Geld zu- sammen zu bringen. Es wurde den �Kollegen ans Herz gelegt, sich zu organisiren, und recht rege sich an den wöchentlichen Sammlungen zu betheiligen. Auch ivurde an unsere Statistik erinnert, möge es nicht wieder so werden, wie im vergangenen Jahre, wo sich nur 201 Töpfer daran betheiligt Hütten. Diese 201 Arbeiter hatten im Jahre 156 000 M. verdient, die Teichert'sche Osensabrik in Meißen hatte einen Reingewinn von 145 221 M., welches unter ca. 10 Personen vertheilt wird. Da haben die Aktionäre fleißiger ge- arbeitet, und der Verdienst wäre noch höher gewesen, hätten die Dresdner Kollegen nicht so hartnäckig gestreikt. Der Dresdner Gewerbeinspektor bemerkte dazu:„Daß die Streikenden leider nicht daran gedacht haben, auch andere brotlos zu machen, und die weitgehendsten Interessen geschädigt haben.", Es wurde noch ein Antrag angenommen, den 1. Punkt wieder in nächster Versammlung auf die Tagesordnung zu stellen. Vcrittifrlzkev. Petersburg, 27. Mai. Der„Swjet" verzeichnet, indem er auf die Schädlichkeit der Verheimlichung von Cholerafällen im ersten Stadium der Epidemie hinweist, das Auftreten der Cholerine im südlichen Theil Polens, in Astrachan und Kiew. Aus Jelisawet- grab meldet der dortige„Bote", vor einigen Tagen sei ein Mann des Löschkommandos an einer sehr auffälligen gastrischen Krank- heit erkrankt. Krämpfe, starkes Erbrechen und Ohnmächten bei heftigen Magenschmerzen waren die begleitenden Erscheinungen. Der Stadtarzt ordnete sofort die Uebersührung des Kranken in das Krankenhaus an, ließ aber das Bett des Erkrankten sofort ver- brennen. Auf dem Wege in das Krankenhaus erkrankte auch der Begleiter an derselben Krankheit. Der Arzt will die Krankheit durch den unsauberen Zustand der Aborte des Löschkommandos erklärt wissen, doch dieser Auffassung widerspricht die Thatsache, daß in Jelisawetgrad noch andere cholerineartige Erkrankungen verzeichnet werden müssen. An» Kirötre. Paris, 27. Mai. In der Irrenanstalt Vicötre herrschte gestern große Aufregung. Ein Tobsüchtiger, ein wahrer Herkules, riß in einem Anfalle von Wahnsinn das eiserne Gitter seiner Zelle aus der Mauer und zog mit mehreren anderen Kranken, die sich ihm anschlössen, nach dem Rundgange, wo die Wächter sich aushalten. Diese mußten vor der Ueberzahl weichen und nun befreiten die Entwichenen alle Kranken der Sektion. Ehe die herbeigerufene Garnison des Forts und die Polizeiagenten eintraten, zertrümmerten die Tobsüchtigen Alles, was ihnen in die Hände fiel, und ein Wärter, der sich nicht eilig genug flüchten konnte, erhielt mit einem Tischbein einen so wuchtigen Hieb au, den Arm, daß dieser an zwei Stellen gebrochen wurde. Als der Polizeikommissar von Genlilly mit den Soldaten vor der Anstalt eintraf, fand er vier der aufge- regtesten Kranken auf der Mauer sitzend und die den Wärtern entwendeten Nasirmesser schwingend. Die Soldaten rückten mit au gestecktem Bajonnet vor und die Wärter setzten ihrerseits die Feuerpumpen in Beivegung. So war es möglich, die Irrsinnigen einzeln zu fassen und nach ihren Zellen zurückzubringen, wo den Tobsüchtigen die Zwangsjacke angelegt wurde. Ter angerichtete materielle Schaden betrügt mehrere Tausend Franks. t Achtung, Maurer! ite Verkehrslokale, in denen die Vertrauensleute freiwillige! SO. o. N. W. Die Verkehrslokale, in denen die Vertrauensleute freiwillige Beiträge zum Generalfonds entgegennehmen, befinden sich bis aus Weiteres an folgenden Stellen: Kerstan, kassirt bei E. Schmidt, Skalitzerstr. 61, Keller. Raschke,„ Waldemarstr. Gl. Gröppler,„, Hinze, Krautstr. 42. Schulz,„„ Vöhl, Rüdersdorferstr. 8, Keller. Schigolsky, kassirt bei Rosenthal, Metzerstr. 23. IMarkmwsky,„„ B a t h, Gerichtstr. 19. Pinkewsky,„„ Grafunder, Schwcrinstr. 9. Bieneck,„„ B ö h l a n d, Bülowstr. 52. Klingenberg,„„ Zechlin, Hornstr. 11. Lehmann,„„ K u h l m e y, Neue Friedrich- und Rosenstraßen-Ecke. IRilling, kassirt Sonnabends bei Holzbccher, Rathe- nowerstraße 89, und Montags bei Fink, Birkenstraße. Wir weisen nochmals auf den Antrag der Versammlung vom 10. April(Buggeuhagcn) hin, welcher besagt, daß ein jeder in Berlin arbeitende Maurer vis auf Weiteres pro Woche 50 Pf. zum Generalfonds beizusteuern hat. Es werden aber die Gelder nur in den betreffenden Lokalen entgegen- genommen, nicht mehr in den Wohnungen, wie bisher. Geschäftsstunden sind jeden Sonnabend und Montag, Abends von 8 bis 10 Uhr. 1093 Es wird gebeten, Obiges in den Baubuden vorzulesen. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. S. c. (W. (G. (K. l«. s (Ä. H. K. 11. Moabit. NB. Maurer Berlins, schließt Euch alle der Freien Vereinigung an!__ Kronengarn ist das beste Nähgarn für Knud- u. 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