ig! -s & irten- : onf "'S ' i» (in. ir! • Sperrt aelll# h, ;be 1/ • ;r-98/9. i3, '9->, )4, Mg)' Michas r2/73, Z- zen. Lr. lAF. Dienstag,, den 3. Jnni 1890. y. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. hlcheint ln'S- Das„Berliner Bolksblatt" täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei ~- Haus vierteljahrlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 23 Pf. Einzelne Nummer S Ps. �°""tags-Nummer niit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3,30 Mark pro Quartal. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) lt"«v Kreuzdand, täglich durch die Expedition, für Deutichland und Oesterreich-Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. I n s e r t i o n s g e b ü h r beträgt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Rauin 40 Pf., für Vereins- und VersannnliMgs- Anzeigen 20 Pf. Inserate werde» bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin S w., Beutbstraße 3, sowie von allen Annonccn-Bureaur, ohne Erhöhung de/ Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -» Fernsprecher: Amt VI. Mr. 4106.«-■»- Medslktion: VeukMvAtze 2*— SxpvdMon: VeukMvMe 3. ißnay MliWemellts-MlliiW. ""f baä 2,ionat Zu»' eröffnen wir ein neues Abonnement �„KerUner UolkMatt� "'�«...."Sonntags-Blatt" hinzutretenden Abonnenten wird der bisher erschienene 9"' des Romans von E. Zola „Zum Glück der Damen1' 1(1 und franco nachgeliefert. ivnn ��donnenten, welche für den Monat Juni abonniren uen. haben bei ihren Postanstalten 1 Mark 10 Pfeilmg »XWHIeit. Das„Berliner Volksblatt" ist eingetragen in die �lzeitungsliste unter Nr. 892, V. Nachtrag. wt Für Berlin nehmen sämmtliche Zeitungs-Spediteure, sowie |j|re Expedition, Beuthstraße Nr. 3, Bestellungen zum Preise von '0 M. monattiih, frei in» Ha«», entgegen. �.Probenumniern stehen auf Verlangen gratis und franco zur lagung. Wir ersuchen unsere Freunde, hiervon recht zahlreich Ge- zu machen. Die Expedition des„Herliner UolKsdlatt�, Krnthstrastr 8. Ans dein Herichte der �weizerischen FadriKinfpeKtoren. . Unserem Versprechen gemäß, noch einmal auf den k j'chl der schweizerischen Fabrikinspektion zurückzukommen, i. ueii wir heule noch einiges daraus mittheilen. Zunächst K das Kapitel„Die Lage der Industrie" berührt. Dr. � u I e r sagt hierüber: retwj L.''Sät die bisher bei uns vertretenen Industrien waren Bei tön Heils bessere Zeiten angebrochen, als jene waren, b»" bencn unser letzter Amtsbericht melden konnte. Zwar ? u m w o l l s p i n n e r e i hatte auch noch im Jahre i° schwierige Zeiten, zum Theil sogar Verlust bringende u» gilt namentlich von der Feinspinnerei. Doch kleines Wissens keine Reduktion der Arbeitszeit vor J; auch die Löhne blieben, so viel mir bekannt, unver- Allmälig gestalteten sich die Verhältnisse besser. mann), tannenr tua eettoten.) Feuilleton. [47 167' „ZUM GUlck der Damen.� N o ni a n von Emile Zola. �utorisirte Uebersetzung von A r min S ch w a r z. ik„Su der Abthcilung für Kindeswäsche waren die Damen 'w,, ohne aber etwas zu kaufen. Madame Marty :eil 8 noch beim Anblick eines Korsets von weißer hte. S' „schleppen. ,..... welchen man zu jener Zeit Tischwäsche '(K�e. Alldics wurde auf den Rollsessel gelegt, die Pakete einen immer aröneren Bern und die Kommis, die k einen immer größeren Berg und die Kommis, die >l,fwer ablösten, vermochten jetzt die Last kaum mehr weiter !*A .,i.—L uua; Wim amiuni cim.» ovui]viv vv„ weißer j.?6, dann über ein Paar Handwärmer aus Pelz- rbeirts �' welche unter denr Preise verkauft wurden, weil sie [$ der Saison waren, ferner kaufte sie noch russische E'Sen. mit ('schleppen.' Madame Marty aber wiederholte ein über ünderenml: JöW;>i» r Mein Gott, was wird mein Mann dazu sagen? I.,. haben Recht,, es giebt keine Ordnung in diesem Ma- eO'.j jj�J, tttan verliert ja völlig den Kopf und begehr Dumm- 7*1 der Mitte der Zentralhalle vermochte der Nollstuhl ' k»lehr durchzukommen. Gerade hier hatte Monret eine Menge von Pariser Artikeln aufhäufen lassen. Becher Es war ein unerhörter Erfolg, er träumte davon, Es gab vollauf Arbeit und diese ist lohnender(für die Unternehmer?) als sie es während einer langen Reihe von Jahren war. Schlecht eingerichtete Etablisse- mente scheinen freilich dem allmäligen Untergange entgegen zu gehen, so daß möglicher Weise die die Zahl der Spinnereien auch in den nächsten Jahren eher ab- als zunehmen dürfte. Allerdings ist in manchen alten Geschäften enorm viel gethan worden, um sie wieder auf die Höhe der Zeit zu bringen und es wäre höchst er- freulich, wenn so dem Dahinschwinden einer bedeutenden Industrie Einhalt gethan werden könnte." Der Inspektor des 3. Kreises, Herr N ü s p e r l i, äußert sich über die Geschäftslage:„Was den Gang der Industrien anbetrifft, so kann er im Allgemeinen als günstig bezeichnet werden. Wenn auch viel geklagt wurde und die immer zunehmende Konkurrenz, sowie die für den Export ungünstigen Zollverhältnisse manchem Fabrikanten das Leben sauer machten, so waren doch die meisten Fabriken fast immer voll beschäftigt. Es wur- den auch viele neue Fabriken errichtet und schon bestehende vergrößert." Ueber die materielle Lage der Arbeiter erfahren wir aus dem Berichte nicht viel. Es sind blos einige Sohn- angaben für die Sticke r enthalten, die allerdings so unerfreulich als nur möglich sind. Es heißt darüber: „Eine immer größere Zahl von Stickern verdiente nur noch 1,80 Frks. bis 2,50 Frks. täglich, ja manche noch viel weniger(!) Ich fand ältere unbeholfene Sticker, die nicht einmal auf 1 Frks. Reinverdienst zu stehen kamen. Rur gute Spezialisten, die immer seltener sind, brachten es auf 4 bis 5 Frks. täglich, einzelne wenige noch höher. Die Hanssticker entbehrten noch mehr als die Fabriksticker der genügenden und besonders der einiger- maßen lohnenden Beschäftigung." Wohl unter dem Ein- flusse dieser Hungerlöhne siel die Zahl der Stickerei- arbeiter von IG 721 im Jahre 1888 auf 16 085 im Jahre 1889. Die Frauen beschäftigung in den Fabriken ist eine viel umfangreichere geivorden, allerdings nicht durchweg in allen Industriezweigen.„An manchen Orten ist die Fraiienarbeit sehr begehrt worden, ja es ist großer Mangel an Arbeiterinnen. Fabriken, in denen nur geringe Löhne zu verdienen sind, können oft gar nicht mehr genügen- des Personal auftreibe n." „Je größer der Prozentsatz ist, den die Arbeiterinnen in der ganzen Arbeiterschaft bilden, um so größer ist auch die Versuchung für die Arbeitgeber, die weiblichen Per- diesen Geschäftszweig auszudehnen. Während zwei Kommis den Sessel in den zweiten Stock hinaufzogen, kaufte Madame Marty 6 Elfenbeinknöpfe, einige Mäuse aus Seide, einen emaillirten Zündhölzchenbchälter. Im zweiten Stock begann die Reise von Neuem. Denise, welche schon seit dem Morgen in ähnlicher Weise die Käuferinnen spazieren führte, vermochte sich kaum mehr auf den Beinen zu halten, aber sie bewahrte ihre korrekte Hal- tung, ihre Höflichkeit und Sanstmuth. In der Abtheilung für Möbelstoffe mußte sie abermals auf die Damen warten, ivcil Madame Marty sich von einer entzückend schönen Krc- tonne nicht trennen konnte. In der Möbelabtheilung er- weckte ein Arbcitstischchen ihre Begierde. Ihre Hände zitterten und sie flehte zn Madame Desforges, sie möchte sie doch verhindern, noch mehr Geld auszugeben. In der Abtheilung für Teppiche begegnete man Madame Guibal, welche hier eine ganze Sammlung von orientalischen Portieren, die sie vor fünf Tagen gekauft hatte, zurückgab. Der Kom- uns, ein großer, kräftiger Junge, war natürlich entsetzt über diese Zurückgabe, ivelche ihn um seine Verkaufsprovision brachte. Er suchte daher Mine. Guibal in Verlegenheit zu bringen, denn er vermuthete irgend eine unanständige Ge- schichte dahinter; es kam oft vor, daß eine Dame zu einem Balle, den sie gab, Teppiche im„Glück der Damen" ein- kaufte und sie dann nach dem Ball zurückstellte, um so die Tapcziererdckoratiouen zu ersparen. Er wußte, daß unter sparsamen Bürgersleuten so etwas zuweilen vorkomme. Madame habe gewiß ihre gewichtigen Gründe, um die Por- ticren zurückzugeben; wenn ihr das Dessin oder die Farbe nicht konvenirt, so wird er ihr etwas Anderes zeigen. Es seiein sehrvollständigesAssortimeutindiesenArtikelnvorhande». Auf alle diese Insinuationen erwiderte Madame Guibal ruhig und fest, daß die Portieren ihr nicht gefallen und sie verschmähte sonen an der nur für Männer bewilligten Nachtarbeit ebenfalls theilnehmen zu lasfen." Dr. Schuler konstatirt serner, daß die Löhne der Arbeiterinnen nicht zum Leben ausreichen und es wird dann„ein Ersatz in oft wenig erfreulichem Nebenerwerb gesucht." Die Kinderarbeit ist seit 1882 bedeutend zurückgegangen und zwar in der Baumwollspinnerei 17,5 pCt. b. d. männl., 15,9 pCt. b. d. weibl. US:::: SS:::: Aehnliches kommt fast in allen Industrien vor. Der Fabrikiuspektor schreibt die Ursache an der Verminderung der Kinder vom 14. bis zum 18. Lebensjahre in den Fabriken nicht der Wirkung des Fabrikgesetzes zu, f o n- Sern der Erfahrung der Fabrikanten, die heute die Kinderarbeit nicht mehr so hoch w e r t h e n.„So theilte mir ein Spinnereibesitzer mit, wie er an ein paar Spinnstuhler auf die Ansetzer ver- zichtet und den Spinnern nur noch je eine Gehilfin bei- gegeben habe. Der Letzteren hat der Spinner, dessen Lohn um 30 pCt. erhöht wurde, eine kleine Zulage zu ihrem bisherigen Lohn zu gewähren. Das Produkt blieb sich gleich, ja es stieg sogar um einhalb Kilo pro Tag. Der Spinner brachte es in 12 Arbeitstagen aus einen Lohn von 61 Franken." An anderer Stelle wird über die Kinderarbeit gesagt: „Wenn noch vereinzelt Kinder unter 14 Jahren in Fabriken augetroffen wurden, so sprachen die zustän- digen Organe gewöhnlich empfindliche Strafen aus." Neber die Sonntagsarbeit finden wir folgende Bemerkungen:„Auch Sonntagsarbeit kam hier und da einmal bei Müllern vor, zum Theil unter dem Titel der Roth arbeit, ebenso in einigen wenigen anderen Ge- schäften. Eine Papierfabrik definirte sogar Alles, was etwa als Hilfsarbeit betrachtet werden kann, als Roth- arbeit und führte dann diese am Sonntag aus, bis Ein- spräche erfolgte. Die Züricher Regierung wurde durch ein solches Vorkommniß veranlaßt, sich mit aller Entschieden- heit dahin auszusprechen, daß„jede Arbeit, die am Sonn- tag verrichtet werden will, der zuständigen Ortspolizei- Behörde angezeigt werden muß. Sollte wegen plötzlich eintretenden Hindernissen die Einholung einer Bewilligung nicht mehr möglich sein, so hat dies nachträglich zu er- folgen. Selbst sür Notharbeiten, als welche z. B. unauf- schiebbare Reparaturen an Dampfkesseln, Wasserrädern, Transmisssonen, Wehrungen u. dergl. betrachtet werden können, nicht aber für Ablieferung einer pressanten Be- stellung, ist die amtliche Bewilligung nachzusuchen." es, eine weiterere Erklärung zu geben, auch wollte sie keine anderen sehen. Und er mußte sich fügen, denn die Kommis hatten den strikten Auftrag, die Waaren zurückzunehmen, selbst wenn sie merken sollten, daß dieselben gebraucht wor- den waren. Da die drei Damen miteinander fortgingen und Madame Marty zum Arbeitstisch zurückkehrte, den sie nicht benöthigte und doch so gern gekauft hätte, sagte Madame Guibal mit ihrer ruhigen Stimme: — Nun denn, nehmen Sie ihn und geben Sie ihn dann zurück. Sie haben ja gesehen: es ist nichts leichter als das. Lassen Sie ihn nur nach Hause schaffen. Man stellt ihn in den Salon, man sieht sich satt an ihm und wenn man seiner überdrüssig ist, giebt man ihn zurück. — Schau, das ist eine Idee! rief Madame Marty; wenn mein Mann allzusehr zürnen sollte, werde ich Alles zurückgeben. Und durch diese letzte Entschuldigung erleichtert, rechnete sie nicht mehr mit ihrer Börse, sie kaufte Alles zusammen, was ihr gefiel und faßte insgeheim den Vorsatz, auch Alles zu behalten, denn sie gehörte nicht zu den Frauen, welche ihre Käufe zurückstellten. Endlich gelaugte man in die Abtheilung für Kleider und Kostüme. Da aber Denise einer der Verkäuferinnen das durch Madame Desforges gekaufte Foulardtnch über- geben wollte, schien diese ihre Meinung zu ändern und erklärte bestimmt, daß sie einen der Reisemäntel, den hellgrauen, mit der Kapuze versehenen, nehmen würde und Denise mußte wohlgefällig warten, um sie zu den Kon- fektionen zurückzuführen. Das Mädchen sah wohl an diesen Kaprizen der gebieterischen Kundschaft, daß Madame Desforges nicht übel Lust habe, sie als Magd zu behandeln; Zum Kapitel„Unfälle" bemerkt Dr. Schuler: „Zuweilen ist mau ganz erstaunt, wie die Arbeiter auf einen großen Theil der ihnen zustehenden Entschädigungen verzichten. Es geschah dies bald aus nobler Rück- sichtnahme auf einen ökonomisch schwachen und mangelhaft versicherten Arbeitgeber, aus Dankbarkeit gegen ihn, bald aber auch infolge von Einschüchterung. Dies wird in vielen Unfallsprotokollen mit nackten Worten ausgesprochen; „ich wollte meine Stelle nicht riskiren" heißt es. Solches wiederholt sich besonders oft in den neu der Haftpflicht unterstellten Betrieben und wird gefördert durch die Unterwürfigkeit vielerArbeiter. So lautet ein Schlußprotokoll:„Akkordant hat mir den vollen Lohn ausbezahlt, dazu noch ein paar Ohrfeigen ge- geben— ich erkläre mich befriedig t". In dem Berichte des Fabrikinspektors Nüsperli finden wir einen Punkt besprochen, der schon oft bei uns besondere Gefühle weckte, nämlich die matten Glas- scheiden in den Fenstern der Arbeits- l o k a l i t ä t e n. Der Beweggrund der Fabrikanten zur Errichtung solcher Wände ist der, den Arbeiter zu ver- hindern, in's Freie zu blicken, damit er nichts versäume und daher mehr Arbeit liefere. Bon U h r e n a r- b e i t e r n eingegangene Klagen, daß diese Milch- oder Mattglasscheiben für die Augen sehr nachtheilig seien, ver- anlaßten den Fabrikinspektor, diese Verhältnisse genauer zu untersuchen und durch Sachverständige begutachten zu lassen. Einer der hervorragendsten Augenärzte gab, in Uebereinstimnuing mit den Ansichten anderer Fachmänner sein Urtheil dahin ab. „Daß diese Mattglasscheiben nicht nur eine Qual für die Augen des dahinter sitzenden Arbeiters sind, sondern auch eine unzweiselhafte Schädigung des Sehorgans zur Folge haben müssen. Um von feinerer Arbeit in der Nähe ausruhen zu können, ist das Sehen in die Ferne, wenn auch nur für Momente resp. kürzere Zeit, dringend noth- wendig. Solche kurze Ruhepausen sind bei Vornahme genauer Augenarbeit dringendes Erforderniß, denn allzulange Akkomodation des Auges für die Nähe wirkt auf die meisten Augen nicht nur unangenehm, sondern auch schädlich ein. Diese Akkomodationsanstrengung läßt sich nur dann ganz entspannen, weün dem Auge Gelegenheit ge- geben ist, abliegende Objekte zu betrachten. Hierfür eignet sich ein Blick in's Freie am besten, weil erfahrungsgemäß damit ein sehr zweckmäßiges Ausruhen verbunden ist. Hierzu kommt noch, daß die besagten Mattglasscheiben doch auch manchmal Blendung verursachen. Dies bedingt ganz sicher zum Mindesten rasche Ermüdung des Auges und reizt empfindliche Augen sehr."„ Dies Urtheil von einer Autorität auf dem Gebiete der Augenheilkunde verfehlte nicht zu bewirken, daßJSie zahlreichen Mattglasscheiben eines neuerbauten gröjmn Fabrikgebäudes schleunigst entfernt wurden. Etwas rescrvirter verhielt sich die„Leipziger Zeitung", welche für ihren Schmerz, daß das Sozialistengesetz nun doch nicht mehr zu retten ist, einigen Trost in dem Gedanken ge- fnndcn hat, daß das sächsische Vereinsrecht der Polizei noch reichlich Gelegenheit bietet, den Staat und die Gesellschaft zu retten pötiliTiftc Meb-vstchk. Uelirr den Schluß der Parlamente verlautet, daß der Reichstag frühestens Ende �uni, das Abgeordnetenhaus dagegen Mitte Juni die Sestion beenden wird. Eine so lange in den Sommer hinein erstreckte gleichzeitige Thätigkeit der beiden parlamentarischen Körperschaften ist noch in keinem Jahre vorgekommen.� Unsere Uoti?, daß die sächsische Regierung am Ende dieses Monats den kleinen Belagerungszustand für Leipzig und Umgegend noch bis zum 30. September zu verlängern beabsichtige, hat besonders in der sächsischen Rcgiernngspresse eine Aufnahme gesunden, welche die Richtigkeit unserer Mit- theilung bestätigt. Ob man sich schließlich doch nicht noch vor dem— ricükule fürchtet, das bleibe dahingestellt. Fuchs- wild war namentlich der bekannte Polizeinntarbeiter des „Leipziger Tageblattes", der mit rührender Naivetät dem Verfasser unserer Notiz bescheinigte, wie gut derselbe den Nagel auf den Kops getroffen oder— auf den Busch ge- klopft hatte. sie hatte sich jedoch geschworen, bei ihrer Pflicht zu bleiben; sie beivahrte daher, ungeachtet der Regungen ihres Herzens und ihres empörten Stolzes, ihre ruhige Haltung. Madame Desforges kaufte nichts in der Abtheilung für Kleider und Kostüme. — Oh! Mama! sagte Valentine, dieses kleine Kostüm da, wenn es nach meiner Taille wäre! Madaine Guibal erläuterte inzwischen Madame Marty ganz leise ihre Taktik. Wenn ihr in einer Niederlage ein Kleid gefällt, läßt sie sich es schicken, nimmt dessen Muster ab, dann stellt sie es wieder zurück. Frau Marty kaufte für ihre Tochter das Kostüm, indem sie murmelte: — Ein guter Einfall! Sie sind praktisch, liebste Frau! Man hatte den Rollsessel stehen lassen müssen; Madame Marty stand verwirrt in der Abtheilung für Möbel neben dem Arbeitstisch; die Last ivow zu schwer geworden, die Hintersüße des Rollsessels drohten zu zerbrechen; man beschloß, daß alle Einkäufe zu einer Kasse geschafft und von dort in den Versandt- Dienst hinunter befördert werden sollen. Die Damen strichen dann herum, immer von Deuise geführt. Man sah sie wieder in allen Abtheilungen, aus den Treppen, längs der Galerien. Jeden Augenblick hatten sie Begegnungen, die sie aufhielten. So kam es, daß sie in der Nähe des Lesesaales Madame Bourdelais und ihren drei Kindern begegneten. Die Kleinen trugen Packete: Madeleine hatte für sich ein Kleid unter dem Arm, Edmund trug eine Sammlung von kleinen Schuhen, während der jüngste, Lucien, ein neues Käpi trug. _ Witrfi qn»! saate Mab. Deski — Auch Du! sagte Mab. Desforges lachend zu ihrer Freundin vom Pensiouate. — Sprich mir nicht davon? rief Mab. Bourdelais. Ich bin wüthend... Siesassen uns jetzt bei diesen kleinen Wesen! Du weißt ich begehe keine Thorhciten für mich! Aber wie willst Du den Bebes wiederstehen, die nach Allem gelüsten? Ich wollte sie spazieren führen und siehe da, ich plündere die Magazine! Mouret, der sich gerade noch in Gesellschaft von Vallag- nosc und des Herrn v. Boves hier befand, hörte dies mit lächelnder Miene. Sie bemerkte ihn und beklagte sich _ Bezüglich des sächsischen Vereinsgesetzes hat die „Leipziger Zeitung" recht. Es ist noch reaktionärer als das preußische und giebt, wenn von dem Zeitungs- und Schriften- verbot abgesehen wird, der Polizei alle Machwollkommen- heilen, die das Sozialistengesetz ihr gewährt. Zum Aus- weisen braucht man bekanntlich das Sozialistengesetz nicht. Und die sächsische Reaktion hat in dem Fcldzug, welchen sie eit zwölf Jahren gegen daS Vereinsrccht und die Arbeiter- organisationcn führt, in dem Vereinsrecht eine weit brauch- barere Waffe gehabt, als im Sozialistengesetz. So wird für Sachsen die sozialistengesetzlose Zeit sich von der jetzigen nur dadurch unterscheiden, daß weniger Ausweisungen aus Leipzig und Umgegend erfolgen und keine Zeitungen und Schriften mehr verboten werden. Dafür wird es mehr Preßprozesse "etzen. Das ist alles. Der nächste parteikongreß oder Parteitag ist, wie der „Wähler" erfährt, nicht für Berlin, sondern eine Stadt Mittel- deutschlands in Aussicht genommen. Endgiltige Beschlüsse sind jedoch in dieser Sache noch nicht gefaßt. Sicher ist nur, daß unmittelbar nach dem Ablausen des Sozialistengesetzes der Partei- tag zusammentreten wird. Dir Zentruinvpartci spielt der Militärvorlage gegenüber ein recht nierkwiirdiges Spiel. Aus den letzten Reichstagsver- Handlungen ist bekannt, daß der Abg. Windthorst im Namen einer Partei die Annahme der neuen Militärforderung in Aus- icht stellte,„mit schwerem Herzen" natürlich. Damit aber ist die Annahme der Vorlage gesichert. Daß aber damit auch viele Zentrumswähler vor den Kopf gestoßen und ihnen ernste Nach- gedanken über das Ziel und Spiel der Zentrumspartei kommen würden, ist sicher. Um dem vorzubeugen', ist wahrscheinlich die ZentrumSpresse angewiesen worden,' die Handlungsweise der Führer im Reichstage�zu decken, bez. zu verwischen dadurch, daß ie sich vorläufig zur Vorlage in die Opposition setzt. Die„Ger- inania" machte jüngst dazu einen schüchternen Versuch. Jetzt kommt ein Berliner Korrespondent des„Wests. Merkur" her und geht schon stärker vor. Er schreibt seinem Blatt, die Volksver- tretung sollte sich nicht ängstlich machen lassen durch die militäri- 'chen Autoritäten,„sondern auch einmal kühn erklären:„Meine Herren, es geht jetzt nicht weiter, es ist jetzt der Belastung des Volkes genug! Aber wie gesagt, es wird nicht geschehen; ent- weder dieser Reichstag sagt Ja, oder ein anderer sagt zu einer verdoppelten Forderung sicker Ja. An Ersparnisse wird auch nicht gedacht werden, sondern man wird entweder mit neuen Steuern oder neuen Anleihen kommen, und auch diese werden bewilligt iverden. Und so wird es weiter gehen, bis Europa bankerott oder ein blutrauchender Trümmerhaufen ist." Die entrümspartei hat dieses geforderte Ja! oder Nein! in der cMd; sie wird Ja sagen; das glauben wir auf Grund der Er- chrungen, die wir mit der Zentrumspartei gemacht haben. Die Radikalen Tiraden gegen die Vorlage sollen nur das falsche Spiel verdecken, das die Führer spielen. Der Ueichstngs-Abgrordnete Harm wendet sich in der Elbcrjelder„Freie Presse" mit folgendem Aufruf an die Arbeiter und Arbeiterinnen von Barmen und Elberfeld:„Der Kamps aller Arbeiter gegen das Kapital, um Beschränkung der Arbeits- zeit, höhere Löhne:c., kurzum, die soziale Besserstellung, ist aus der ganzen Linie entbrannt; ja, er wird an manchen Orten mit einer Zähigkeit und Hartnäckigkeit geführt, die unsere Bewunde- rung herausfordert tind die Welt in Erstaunen setzt. Um nun diesen Kampf mit Erfolg führen zu können, sind scharfe Waffen nothwendig. Wir müssen zu jeder Zeit und am rechten Ort mit Beweisen dienen können. Der Unterzeichnete beabsichttgt nun, eine Statistik über die Arbeitszeit, Arbeitslöhne, Ueberstunden, Sonntagsarbeit, Nachtarbeit, Strafgelder, die Anzahl der Arbeiter(ob männlich, weiblich oder jugendliche)». s. w. sämmtlicher Fabriken und größerer Werkstellen des Wupperthales aufzustellen und er- Acht deshalb die Arbeiter und Arbeiterinnen aller Branchen, ihm dabei behilflich zu sein und wahrheitsgetreue Berichte über die raglichen Punkte schriftlich an untenstehende Adresse einzusenden. Zs hat kein Arbeiter dieserhalb Maßregelung zu befürchten, da die Namen der Einsender nicht veröffentlicht werden. Anonyme Ein- endungen können nicht berücksichtigt werden. Ich bitte unvcrzüg- lich damit vorzugehen und vor allen Dingen nur wahrheitsgetreue Berichte einzusenden. Im Voraus meinen Dank. Mit sozial- demokratischem Gruß! F r. H a r m. Sic walle» nicht. In einer Gladbach abgehaltenen Sitzung des der Arbeitszeit in den Spinnereien M.-Gladbach" beschäftigte man sich am 29. Mai in München- „Vereins zur Beschränkung des Handelskamnterbezirks auch'mit der dem Reichs- tage vorliegenden Geiverbeordnungs-Novelle und erklärte u. a. den bitter, nicht ohne einen Anflug wirklicher Gereiztheit über die der Zärtlichkeit der Mütter gestellten Fallen. Der Gedanke, daß sie dem Reklamefieber nachgab, regte sie auf, und er, immer lächelitd, verneigte sich und freute sich dieses Triumphes. Herr von Boves hatte dergestalt ma- növrirt, daß er sich Madame Guibal wieder näherte, indem er trachtete, Vallagnosc ein zweites Mal zu verlieren; aber dieser, der lärmenden Menge müde, beeilte sich, den Grafen einzuholen. Denise blieb abermals stehen, tim die Damen zu erwarten. Sie kehrte den Rücken, selbst Mouret that, als wenn er sie nicht sähe. Von nun an ziveifelte Mab. Desforges mit ihrem feinen Sinn einer eisersüchtigen Frau nicht mehr. Während er sie begrüßte und sich ihr näherte, in der Weise eines artigen Hausherrn, sann sie nach und fragte sich, wie sie ihn eines Verrathes überführen könnte. Jndeß gelangten Herrv. Boves und Vallagnosc, welche mit Madame Guibal vorangingen, zu den Spitzen. Das war neben den Konfektionen, ein reich geschmückter Salon, ver- sehen mit Fachkästen, deren Schubladen mit eichen Schnitz- werk niederzuklappen waren. Um die mit rothem Sammt bedeckten Säulen erhoben sich spiralförmig weiße Spitzen und von einem Ende des Gemaches bis zum anderen spannen sich flügclartig Gnipure-Spitzcn, während auf den Pulten große Pappen mit Genter, Mechelner, genähten Spitzen ausgeschichtet standen. Im Hintergrunde saßen zwei Damen ruhig vor einem Transparente von Seide, auf welches Deloche Chautilly-Spitzen warf, und sie betrachteten dies, ohne zu kaufen. — Schau! rief Vallagnosc sehr erstaunt. Sie sagten, Mab. v. Boves sei leidend. Da steht sie vor dem Pulte, da unten mit Fräulein Blanche! Der Gras konnte seinen Schrecken nicht unterdrücken, indem er einen Seitenblick auf Mab. Guibal warf. — Das ist meiner Treue wahr, sagte er. Im Salon war es sehr warm, die Stimmen klangen wie ein verivorrenes Gemurmel. Die Kunden, die sich hier zusammengefunden hatten, waren bleich, mit flammenden Augen. Man hatte gesagt, daß alle Verführungen der Magazine in diese höchste Versuchung auslaufen; dies sei stier ver- § 134(1, nach welchem die Arbeiter vor Erlaß der Arbesti nung über den Inhalt derselben zu hören sind, für uimnney» Man beschloß in einer an den Reichstag zu richtenden penn folgendes hervorzuheben:_, w In größeren Betrieben alle Arbeiter über den Arbeitsordnung zu hören, sei unmöglich; man wurde als- beiterausschüsse haben müssen, um dem§ 134 ä gerecht«er können. Die Arbeiterausschüsse einzurichten, habe man ave Neigung; es beständen solcher Ausschüsse im Bezirk nur A i'ifior.n-Trfi»-nfpf«tpftr npfnrnckpn werde, als ihrer BeoeiUPPv 4, über welche viel mehr gesprochen werde, angemessen sei. GejfrntUchüeit der Ulilitärgerichtr Der„Augsburg Abendzeitung" wird von München geschrieben,«ne Gesah des Prinzips der Oeffentlichkeit der bayerischen M1WM8_ durch den Entwurf der neuen deutschen Militärgericht--�. hten, es stehe im Gegentheil in Frage, o umci xtcuuciuiiy der Militärgerichts-Versassung ein- � funden werden könne, im ganzen deutschen Heeresgem Oeffentlichkeit des Verfahrens ohne Verletzung der diem des Prinzips der sei nicht Interessen zuzulassen. InBranWch'dg Eine urrgieichende Ueberstchk»der die der iZenölkerring in Deutschland und des Jahres 1888 zeigt, daß auch in diesem Zeiträume hältniß des Bevölkerungszuwachses zwischen beiden Lande � wesentlich zu Ungunsten Frankreichs verschoben hat. E- I 4.� im Jahre 1888 statt: nach den Veröffentlichungen des kmsei statistischen Amts im Deutschen Reichs 376 654 EheschließUNgu, 1823 379 Geburten und 1209 793 Todesfälle; nach dem „Journal Officiel" veröffentlichten„Rapport au Presiaen Conseil, Ministre du commerce et des Colonies,» mouvement de la population de la France pendant 1 a 1888" in Frankreich 276 848 Eheschließungen, 832 639 Gevur und 837:867 Todesfälle. Während demnach der Neberschuß. Geburten über die Sterbefälle in Deutschland 613 581 0 iL 605 155 im Jahre 1887 betrug, berechnet sich derselbe reich nur auf 44 772 gegen 56 536 im Jahre 1887. Im Deutz Reich übertrafen die Eheschließungen des Jahres 1333 biest 8 des Jahres 1887 um 5995 und diejenigen des Jahres, 4328; in Frankreich dagegen unterschritt die Zahl der schließungen im Jahre 1888 die des Jahres 133 212 und die des Jahres 1886 sogar um 6300. aj ersteren kommen 7,8 Eheschließungen gegen 7,< den letzten Jahren, im letzteren 7,2 Eheschließungen�� 7,5 in den letzten Jahren auf 1000 Einwohner. Im Reiche weist die Zahl der Geburten, welche seit dem„B stetig gewachsen ist, gegenüber dem Jahre 1887 eine Zunahme~ 2818 auf und gegenüber dem Jahre 1833 eine solche von( wogegen in Frankreich die Zahl der Geburten gegcnuver � Jahre 1887 um 16 794 abgenommen hat und seit dem die niedrigste ist. Seit dem Jahre 1884 ist ein ständiges J der alljährlichen Geburtsziffer wahrzunehmen und betrag. i« Differenz zwischen den Jahren 1884 und 1888� ungefähr � � ' 55 o00, Es entfielen im Deutschen Reiche 38,1, in Frankreich dagegeu 23,1 Geburten auf 1000 Einwohner. Im Deutschen Reiche 1,, Zahl der Todesfälle, von denen 25,2 auf 1000 Einwohner um 10 608, in Frankreich, woselbst 21,9 Sterbefälle auf„„V wohner trafen, um 4930 gegenüber dem Vorjahre zurückgeg» � Im ersteren nahm das männliche Geschlecht mit 51,9 p�L< mu;m uuy ummiuuje va/cju/icu.;* uuv r- letzteren mit 52,1 pCt. an den Todesfällen Theil. Wahren� Deutschen Reiche 12,9 mehr Geborene, als Gestorbene aus Einwohner entfielen, war das in Frankreich nur mit 1,1 Von den 87 französischen Departements hatten nur 44 einen» J schuß der Geburten über die Tovesfälle aufzuweisen,«ogeg.., den übrigen 43 Departements die Geburten von den Todesi übertroffen wurden. � A«» Dortmund, den 1. Juni, wird uns geschrieben: fy in einer der letzten Nummern Ihres Blattes wurde über � Verhalten der hiesigen Polizei gegenüber der Llrbeiterparu richtet. Heute hatten wir wieder Gelegenheit, das„EiM kommen"'näher kennen zu lernen. Es war dies bei der gung des verunglückten Gen. Bohne. Die Arbeiterpartei s einen Kranz mit Inschrift und rother Schieise. Etwa l„ Schritte vom Sterbehause trat der Polizeikommiffar Fischt � den Kranztragenven heran und forderte die Entfernung � Schleife; dies geschah auch. Aus dem Kirchhofe war die er?K einiger Zeit gebildete„politische" Polizei mit obligater voll vertreten. Nachdem die Leiche in die Gruft gesenkt, �! der aus Verlangen der nächsten Anverwandten beoi» Pfarrer die Leichenrede. Der langen Rede kurzer Sinn S«y darin, daß der Verstorbene in den letzten Jahren ein AbtriiN geworden sei, und richtete an die Arveiter die„dringenve' y nung, an ihre letzte Stunde zu senken, da dieser Fall ve� wie schnell sie kommen könne. Als der Prediger das Gr<«. ließ, trat der zweite hiesige Polizeiinspektor(Leiter der pot>« Avtheilung) heran. Als erster legte Herr C. Schröder den* mit der entfernten Schleife nieder und bemerkte: Im Name» Arbeiterpartei lege ich diesen Kranz nieder. Der Verstorbene ,; stets ein eifriger Vorkämpfer für den bedrängten Arbeiter. ren wir...„Halt!" Hier trat der zweite Inspektor vor Ut« jj bot das Weilerreden. Zlls der zweite Kranz niedergelegt«L und der Träger nur sagen wollte, in weffen Namen der- ®W % tmigs Wtet lastu» I | d- fastun faniili also d Ak fsihne st-ns, Meie fany i fe; ?emer Mein borgene Alkoven ihres Falles, der Winkel des betbeus, wo die Stärksten unterliegen, im Bereiche" J Spitzen. Die Hände versanken in den überquellenden Sch« und sie standen zitternd und trunken da. — Ich glaiibe, daß diese Damen Sie zu Gründers bemerkte Vallagnosc, vernügt über das Zusammemwi Herr v. Boves machte die Geberde eines M?' � welcher der Besonnenheit seiner Frau um so sicherer ist, � er ihr nicht einen Heller giebt. Diese, nachdem sie in Richtungen mit ihrer Tochter herumgestreift war,.j etwas zu kaufen, unterlag endlich vor den Spitzen, ist. ,, Wuth unbefriedigten Verlangens. Gebrochen von MnostL hielt sie sich dennoch ausrecht; die Millionen von Wf J welche sie gesehen hatte, die Toilette-Gegenstände, nach. chen sie Verlangen trug und die sie nicht mit sich ncy, konnte, blendeten sie, betäubten sie. Lange blieb sie, jy der Menge von Käuferinnen, welche sich um das Pult du fnn ivrnfifft* tv» Sott WVmo mnvhßlt � teil. Sie wühlte in den Spitzen, ihre Arme wurden los, sie glühte am ganzen Körper. Dann, als ihre ihren Kopf umwandte und der Verkäufer sich entfernte, st sie plötzlich ein Stück Alenconer Spitzen unter ihren Ast< gleiten lasfcn. Aber sie erbebte, sie ließ das Stück«„k los, indem sie die Stimme Valagnosc's hörte, welcher V sagte: — Wir überraschen Sie, Madame! d; Während einiger Sekunden stand sie stumm, gaR.ji da. Dann erklärte sie, daß sie sich bester fühle und Luft zu gehen wünsche. Indem sie noch ihren Mann mit Mstji Guibal bemerkte, erholte sie sich vollends wieder, sie sie mit solch würdevoller Miene an, daß letztere sage' müssen glaubte: ff — Ich war mit Madame Desforges, diese Herren verh, ftoch I uns begegnet. Eben kamen auch die anderen Damen hinzu. hatte sie begleitet und hielt sie noch einen Äuistst zurück, um ihnen den Inspektor Jouve zu zeigen, stL noch immer der schwangeren Frau und ihrer folgte. Es sei sonderbar, sagte Mouret, mau stellt M Anzahl Diebinnen gar nicht vor, welche man bei best ertappt. Madame v. Boves, welche es hörte, sah siw die, Ittl S dun- Utzd' °inei k stnb der m 1 ■ ■ dtt !ll- 0 in! un} cht- MWZWW ®Ottn\Utlbprn rttTrt rt.c.».~ uns teirt Set-- sich nbcn ich-" ? ; t an«« ntW z Sil S lug!11 «31 3« ä :1871 rs �3 * flu, c''—»••»«»»>«.» I v VI v MVVV»»W*V«>■WVfcVlWVV...,.... Wundern alle Ehre. .Für d�e 29. Mai. wird der Lrankf. Ztg." geschrieben: Lahres �% Requirirung von Militär im Mai vorigen Koste»«'--! Stadt dem Vernehmen nach lOOOO Mk. als selbst„1„L 8U tragen, während 25 000 M. vom Militärfiskus diem't v werden. Bekanntlich hatte das Militär den Patrouillen- Wied»-\ c � Stadt, der aber nach den blutigen Vorfällen rasch flu* w. Woben wurde. Damit legte sich mit einem Schlag % werft Schon damals erhoben sich Proteste in der deten n»' 9eSen die eventl. Tragung der gänzlich nnverschul- Sünstia»» Man scheint nach der verhältnißmäßig sich. T Heilung auf diese Umstände fiskalischerseits doch Rück- O:tfJL?.0mm!m Zu haben. Noch anders liegt es mit denjenigen nicht i Zechen, deren Verwaltungen militärische Hilfe diel? aber gegen ihren Willen bekamen. Man wird d?��ch � finanzielle Mitleidenschaft ziehen können." tzteii? is�ayer» ist ein Ministerwechsel vollzogen worden. An der hi.t$errn von Lutz, des bisherigen Premierministers, tritt flls mv.,'Se Polizeipräsident von München. Dr. von Müller. vo»-.1.�. des Innern. Die Premierstelle geht an Herrn �«msheim über. den- �oor, 29. Mai, wird der„Frks. Ztg." geschrie- florlie�. i die Rede des Herrn v. Stumm im Wortlaut Imioen f wir uns gestatte», derselben einige Randbcmer- schun-nn"�8uf>igen. Herr v. Stumm ist im Gegensatz zu seinen Raa ii.(Innf li*" Kollegen, namentlich den Agrariern, ehrlich ge- ftttftf*?�dheuerung der Lebensmittel seit Einführung der neuen ein, Ä�ausipolitik anzuerkennen, und wenn er die Belastung für gz» von vier Köpfen ans 6 M. monatlich, also auf riina-.'. r° Zahr angiebt, so entspricht das genau der Theue- »».„Zulage, die er seinen verheiratheten Arbeitern schon seit län- öu Gute kommen läßt. Indessen ist damit die Be- flien x cu?er Arbeiterfamilie durchaus nicht zum Ausdruck gekom- Ar!.,!. eme Kopfzahl von vier Personen auf die Familie für die Ti, f.» r"�altnisse des Saarreviers viel zu niedrig gegriffen ist. kjnJ-l'S-" Arbeiter sind durchaus keine Anhänger des Zwei- tri«.'temg.' und Familien mit 4—7 und noch mehr Kindern felWWaS"iel häufiger an, als solche niit 2 Kindern, abgesehen Ein, Ä von ganz jung verheiratheten Ehepaaren. dürft» Durchschnittszahl von sechs Köpfen auf die Familie im m v?/ 8" niedrig als zu hoch gegriffen sein, und last,,« rhältniß würde sich demgcmäst auch die Be- hmir6 erhöhen. Diese Belastung trifft aber alle Arbeiter- ,ii Uten, die nicht die Swmm'sche Theuerungszulage beziehen, ' n n nzeitaus größere Zahl, und ebenso alle ledigen Arbeiter vollem Umfange. Ob demgegenüber eine durchschnittliche Pf 1 üich bei°'Ä itW nej Sch' ii» njfl I § tan"' Ii % V Ä Ä HÜ1 ?.5 Ä )Cll W M 111 i b'ü !R«ff umfange, tju vemgegennoer eine ourcyfcymruuye . esserung der Löhne um 22 pCt. eingetreten ist, dürfte billig zu a?Utflifeln sein. Bei den Bergarbeitern ist ja seit den großen v.�ständen des vorigen Jahres eine erhebliche Steigerung des eingetreten, nicht aber bei den Industriearbeitern, wenig- i ens nicht in demselben Maße. Einzelne Kategorien derselben ku.« allerdings augenblicklich hohe Löhne, aber das ist nur der 8 sm �hfltl. Wenn von Löhnen die Rede ist in der Höhe von .-oi., so kommen solche gewiß vor; bei den Fcuerarbeitern z. B. .■■flu der sogenannte erste Mann einen durchschnittlichen Schicht- von 8 bis 10 M. verdienen, aber der Verdienst des zweiten -fltflnnes bleibt schon um mehr als die Hälfte dahinter zurück, Mm derselbe nur 8,50 bis 4 M. verdient, und die Löhne der Usirigen Arbeiter sind relativ noch geringer. Schließlich möchten Bj'r zu Stumm's Ausführungen betreffend die Bestrafung senier Arbeiter bei unterlassener Anzeige der Verheirathnng eine kleine �emerknng hinzufügen. So viel uns bekannt ist, besteht auf Mem Werk nicht nur die Anordnung, daß vor jeder Ehe- Schließung eine Anmeldung erfolgen muß, sondern auch das oirekte Verbot der Verheirathnng vor dem 24. Lebensjahre." n.. Sächsisches. Bei der letzten Wahl entzog der Obergendarm ipbler in Oschatz bei einer Wählerversammlung einem Redner, 5 Boulanger als einen Hanswurst bezeichnete, das Wort; denn «ooulanger sei ein General, und daß ein General ein Hansivurst Mannt werde, könne er als gedienter Militär nicht leiden." Übrigens entzog derselbe Beamte den Rednern sofort das Wort, fln vom„Septennatsschwindel" gesprochen wurde. Schwede» nnd Norwegen. . In Stockholm ist in dm Pfingsttagen ein sozial- flMotratischer Kongreß abgehalten worden behufs Schaffung nnex Parteiorganisation für Nord- und Mittel-Schiveden. wurde beschlossen,- die Agitation auch auf die läudlichen Lbbeitcr auszudehnen und sowohl persönlich als auch durch Verbreitung von Druckschriften zu wirken. Für Ausarbeitung . er besteu Agitationsschrift soll ein Preis ausgesetzt werden. Achter den Bedingungen, welche die Sozialdemokraten für �..Zusammenwirken bei den Wahlen mit anderen Parteien Aufstellen, befindet sich auch das Verlangen nach einem acht- It' ndigen Arbeitstag. iwifchen zwei Gendarmen, mit ihren 45 Jahren, ihrem l?uch der hohen Stellung ihres Gatten; und dennoch dÄ« I'e �ch keine Gewissensbisse, sie dachte sich, daß sie .u» Restchen Spitzen dennoch in ihren Aermel hätte gleiten Men sollen. Jouve entschloß sich endlich, das schwangere i„ süssen, denn er gab es ans, sie ans frischer That bxr. Uppen; er verdächtigte sie, sich die Taschen gefüllt zu tLbrn, und zwar mit einer solch' geschickten Bewegung der ft tzger, daß es ihm entgangen war. Aber, als er sie bei geführt und durchsucht hatte, empfand er den Ber- uß, nichts bei ihr zu finden: keine Kravatte, keinen Knopf, % nichts. Plötzlich begriff er: das schwangere Weib war rv da, um seine Aufmerksamkeit abzulenken und die Kundin war die Diebin. «.■�ie Geschichte unterhielt die Damen; Mouret, ein wenig "Vossen, begnügte sich zu sagen:,. v. Der Vater Jouve ist dieses Mal wieder betrogen "•eil... Er wird sich Genugthuung nehmen. sm O, schloß Vallagnosc, ich glaube nicht, daß er der «p un danach sei. Uebrigens, warum kramen Sie so viel Maren aus? Es ist recht geschehen, wenn man Sie bestlehlt. �ühre armen Frauen nicht dermaßen in Versuchilng di, Damen trennten sich, durchstreiften ein letztes Mal im �flfchiedenen Abtheilungen. Es war vier Uhr, die Sonne Nun gange, warf ihre Strahlen schräg durch die Oeff- der Fagade, beleuchteten die Glaswände der Hallen ein, ,n dieser rothen Helle einer Feuersbrimst erhoben sich, fc, ui Eolddanipfe ähnlich, die dichten Staubwolken, sint Aid, �uvgen hervorgerufen durch das Getrappel der Und 0« Die Mosaik und die Fayence spiegelten, �-as Roth tw®iün der Malereien entzündete sich an dem Feuer -, seichen Vergoldung. Es war wie ein flammender �vherd, wo jetzt die ailsgekramten Waaren brennen, öanhfi*' roo jetzt die ausgekramten Waaren vrennr» Achter 5' und Kravattenpaläste, Bänder und Spitzen-Arm Alifw»»!., hohen Stöße von Wollwaaren, das. vielfarbige �ieonr£ von leichten Seiden und Foulards. Die to�nenrJkvaHlten Alles wieder. Die Ausstellung der Reflexe gekrümmten Schilden gleich, warf metallische Frankreich. Paris, 31. Mai. Deputirtenkammer. Bei der Berathung des von der Gruppe der Agrarier eingebrachten Antrages, welcher eine Erhöhung der Maiszölle bezweckt, beantragte Raynal Ver- tagung, bis man sich über das Landwirthschaftswesen im Ganzen schlüssig gemacht habe; er hoffe aber, daß die Kammer einen dem Ackerbau nachtheiligen Zoll ablehnen werde. Die Berathung wird am Montag fortgesetzt werden. Im M i n i st e r r a t h e theilte der Handeksminister die allge- meinen Grundsätze bezüglich des Gesetzentwurfs mit, den er über die Gesundheitsvorschristen in Werkstätten und über die Be- schränkung der Arbeitszeit für Erwachsene ausarbeitet. Die längste Dauer der Arbeit soll 10 Stunden betragen.— Der Bautenminister bereitet ein Gesetz über die Abänderung des Frachttarifs vor, will aber zuerst den Obereisenbahnrath hierüber befragen. Die Tarifermäßigungen für Einfuhr aus dem Auslande sollen gänzlich wegfallen.— Herr Eon st ans wird den Gesetz- entwurf über die Gemeindeorganisation von Paris in nächster Zeit vorlegen. Ueber die verhafteten Russen liegen noch folgende Nachrichten vor: Außer den bereits erwähnten Haus- s u ch u n g e n hat man noch weitere bei den Russen T e r e b r i a- koffin Neuilly und Lewrof inParis vorgenommen. Die Nachforschungen bei Brodsko und Gureswit sch in Rouen blieben resultatlos; K a f f i a n o und K a s s i n e k in der gleichen Stadt waren nicht aufzufinden. Die gefundenen Hülsen der Bomben bestehen aus Kupfer, die ivalzen- förmigen sind 10 cm lang und haben 5 cm Durchmesser, und sind mit Kupferdeckeln geschlossen, die sich leicht abschrauben lassen. Tie Röhren sind mit Bleistückchen gefüllt, in der Mitte finden sich zwei verstöpselte Glasröhren. Das eine ist mit Stick- stoffbioxid, das andere mit Schwefelkalium gefüllt. Wenn sich diese Stoffe verbinden, bilden sie das Panclastit, dessen zer- störende Wirkung das Nitroglycerin übertrifft.— Nach Ansicht eines Russen, den der„E c l a i r" befragt hat, ist nur ein Theil der Verhasteten Terroristen: die übrigen sind Liberale. Nur bei einigen fand man Bomben und Chemikalien, bei andern nur Papiere. Bei Frl. Federoff fand inan nur Chinin und Slntipyrin, bei M e n d e l s o n, der reich und verheirathet ist, nur Papiere, bei K a t s ch i n o f f und O r l o überhaupt nichts. Lavrenius. der gleichfalls sehr reich ist, stellte in seiner Woh- nun chemische Versuche an. Serebriakof, ein früherer russischer Marineoffizier, war ein Freund des Fürsten Alexander Battenberg und befehligte im serbisch- bulgarischen Kriege die bulgarische Donauflotte. Die liberale Partei ist, nach Ansicht dieses Russen, im russischen Bürgerstande sehr verbreitet, sehr mächtig und der russischen Regierung äußerst unbequem, da sie fürchtet, durch sie ins liberale Fahrwasser mit fortgerissen zu werden. Die Haussuchungen seien in Paris auf das Drängen der russischen Regierung hin erfolgt. Die Bomben seien nur Äorwand; die Hauptsache sei: die russische Regierung hoffe, durch die Haussiichungen Mittel in die Hand zu bekommen, um eine harre Verfolgung der Liberalen im eigenen Lande vor der Welt rechtfertigen zu können. Latoroff erklärt, von einer geheimen Verschwörung nichts zu wissen; die Bildung einer solchen würde ihn aber angesichts der Gräuelthaten und der Mißwirthschaft in Sibirien nicht wundern. Einer der Verhafteten, Katschinoff genannt A m a n i e l, ist von mehreren russischen Hochschulen relegirt und endlich nach a r a verbannt worden, von wo er entkam. Feodorowna, die erst 19 Jahre alt ist, sei in ein nihilistisches Komplot ver- wickelt gewesen, nach Sibirien geschickt worden, aber von dort entflohen. Die Verhafteten fürchten, daß man ihre Papiere der russischen Botschaft ausliefere. Auch die„ B a t a i l l e" meint, ihr C o n st a n s sei nur auf Wunsch der russischen Regierung gegen die russischen Liberalen vorgegangen, und erklärt es für eine Schmach, daß die französische Regierung sich zum Werkzeuge der russischen Gewaltherrschaft her- gebe und ihr die Mittel liefere, ihre Unterthanen zu knechten.— «sogar die russenfreundliche„Cocarde" legt Verivahrung gegen daS Vorgehen der Regierung ein. Die bei den Nihilisten vor- gefundenen Sprengstoffe werden auf der städtischen Versuchs- anstalt chemisch geprüft. Vor dem Untersuchungsrichter bestritten die Angeklagten, daß eine Verschwörung stattgefunden habe. Sie entschuldigen sich init ihrer Unkenntniß des Französischen, um nähere Auskunft ablehnen zu können. Die Angeklagten sind ge- bildete Leute: Ingenieure, Chemiker, Mediziner:c. Holland. Haag, 31. Mai. Stach einer hier eingegangenen amtlichen Meldung des Generalgouverneurs von Indien ist die Lage in Edi (Atchin) eine ernstere geworden, die Zahl der Feinde hat zuge- nommen. Der Radja hat sich, da er seinen Unterthanen mißtraut, in die Befestigung der Holländer geflüchtet. Von Java werden Truppenverstärkungen abgesandt. Amsterdam, 30. Mai. Der Ausstand in den Torfstichen von Appelscha wird voraussichtlich noch sehr lange dauern. Die Arbeiter beiderlei Geschlechts sind keineswegs zum Nachgiebigkeit geneigt und werden die wenigen Wochen bis zur Beginn der Heu- und Getreideernte ausharren, um sich den Feldarbeiten zu . Und in dieser letzten Stunde, in Mitte dieser überhitzten Luft herrschten die Frauen. Sie hatten die Magazine mit Sturm genommen, sie kampirten hier, wie in einem eroberten Lande, wie eine räuberische Horde, in dem Lager von Waaren. Die Verkäufer gehorchten betäubt, ivaren nichts mehr als eine Sache in ihren Händen, über welche sie mit dhr Tyrannei eines unbeschränkten Herrn verfügten. Madame Bourdelais, begierig für ihre Auslagen sich einigermaßen zu entschädigen, führte von Neuem ihre Kinder ins Büffet; jetzt drängte von allen Seiten die lärmende Menge in einem wüthenden Appetit heran, selbst die Mütter tranken Malaga. Seit der Eröffnung waren 80 Liter Syrup und 50 Liter Wein ausgetrunken worden. Nachdem Madame Desforges ihren Reisemantel gekaust hatte, entfernte sie sich, über ein Mittel sinnend, Denise bei sich zu behalten, wo sie sie in Gegen- wart des Herrn Mouret selbst dcmüthigcn würde, um ihre Mienen zu sehen und daraus die Gewißheit zu schöpfen. Endlich, während es Herrn de Boves gelang, mit Madame Guibal in der Menge zu verschwinden, hatte Madame de BoveS, gefolgt von Blanche nnd Vallagnosc, den Ein- all, einen rothen Ballon zu verlangen, obwohl sie nichts gekauft hatte. Er sei für den Kleinen ihres Haus- besorgers, sagte sie. Am Vertheilungstisch begann man das vierzigste Tausend; vierzig Tausend rothe Ballons, welche ihren Flug in die warme Luft der Magazine genommen hatte, eine ganze Wolke von rothen Ballons, welche von einem Ende von Paris bis zum andern flatterten, den Namen des„Glückes der Damen" gen Himmel tragend. Es schlug fünf Uhr, von allen diesen Damen blieb Mad. Marty mit ihrer Tochter allein zurück. Sie konnte sich nicht losreißen. Sie weilte noch an den Ausverkaufs- Tischen, inmitten der heiseren Ausrufe der Verkäufer, in dem Geräusch des Goldes an den Kassen und dem Rollen der in die unter- irdischen Magazine fallenden Packcte. Sie durchschritt noch einmal das Erdgeschoß, die Weißwaaren, die Seiden, die Handschuhe, die Leinenwaaren, dann stieg sie hinauf und überließ sich den Schwingungen der schwebenden Treppen und der fliegenden Brücken, kehrte zu den Konfektionen | widmen. Sozialistische Redner durchreisen das Land und finden > mit ihren Vorträgen Beifall. Italie». � Rom, 31. Mai. Deputirtenkammer. In der heute zu Ende geführten Berathung über den Antrag des Deputirten Bovio von der äußersten Linken, betreffend die Verletzung der Rechte einer Privatgesellschaft, begangen am 11. Mai gegen den demokratischen Kongreß zu Rom, sprach der Unterstaatssekretär des Innern Fortis. Derselbe kündigte an, er lege sein Amt nieder, aber nicht wegen einer Meinungsverschiedenheit mit dem Ministerpräsidenten Crispi, sondern weil er überzeugt sei, daß bei der gegenwärtigen politischen Lage seine Mitarbeit die Aktion der Regierung schädigen würde. Der Ministerpräsident Crispi vertheidigte seine Politik und erklärte, an seinem Programm habe er nach wie vor nichts geändert, er übernehme die volle Verantwortlichkeit für die Regierung. Er sei immer überzeugt gewesen, daß die Grund- lagen der modernen Monarchien volksthümliche Einrichtungen sein müßten. Er sei glücklich darüber, daß seine alten Freunde mit einigen Ausnahmen, heute ebenfalls diese Ueberzeugung hätten. Denjenigen, welche ihn des Widerspruches beschuldigten, antworte er, daß er allerdings innerhalb dreier Jahre Einiges gelernt habe, während andere stets da stehen blieben, wo sie gewesen. Selbstverständlich dürften alle Parteien ihren Ideen Ausdruck geben, aber sie dürften dieselben doch nicht Anderen aufdrängen, und noch viel weniger dürfe der Staat außerhalb des Parlaments die Propaganda von Ideen dulden und begünstigen, welche er für schädlich und gefährlich erachte.(!!) Die Beschuldigung der Ausübung diktatorischer Gewalt weise er zurück; er habe stets die Ueberzeugung gehabt, daß im Interesse des Staates eine starke Regierung nothwendig sei, ebenso wie ein starkes Parlament. Crispi erklärte sodann, daß er sich mit dem sozialen Problem befasse und allen seinen Eifer anwenden werde, um dessen Lösung herbeizuführen,(Welch unglaubliches Selbstver- trauen dieses Männchen doch besitzt! Red.) um die Grundlagen der Regierung immer solider zu gestalten.— Italien müsse von dem Aethiopischen Hochlande aus seinen Einfluß ausdehnen und seinen Handel entwickeln.— Die finanziellen Fragen befänden sich Dank der neuen seitens der Regierung vorgeschlagenen Maß- regeln auf dem Wege glücklicher Lösung.— Die Beziehungen Italiens zu allen Staaten Europas seien niemals so herzliche, wie jetzt, sowohl zu Petersburg als zu Paris gewesen.— Er habe seine Pflicht gethan und erwarte nunmehr das Votum der Kammer; niemals werde er, um sich Stimmen zu erwerben, seine Vergangenheit verleugnen. Hierauf fand eine namentliche Abstimmung über das von Baccelll beantragte Vertrauensvotum für Crispi statt. Dasselbe wurde mit 329 gegen 61 Stimmen angenommen. Portugal. Nach einer Meldung des„Reuter'schen Vüreau's" aus Lissabon kam es am Seegestade bei Povoa do V arzim zwischen Fischern und Zollbeamten, welche die Elfteren an der Landung von Contrebande zu hindern suchten, zu einem Kampfe, in dem ein Zollbeamter und sechs Fischer getödtet wur- den und mehrere Verwundungen stattfanden. Berittene und un- berittene Zollbeamte sind inzwischen als Verstärkung dort ein« getroffen. Kalkaulauder. Sofia, 1. Juni. Wie die„Agence Balcanique" meldet, hat die bulgarische Regierung auf eine Anftage Serbiens in be- treff der Truppenbewegung in der Nähe von Widdin beruhigende Erklärungen abgegeben. Die erwähnte Truppenbewegung sei einzig und allein durch die jährlich stattfindenden Uebungen ver« anlaßt. Die in dem Panitz«-Prozeß Verurtheilten werden beim Kassationshofe Berufung einlegen. Bukarest, 1. Juni. Der Senat hat für die Berathung des von der Deputirtenkammer votirten Gesetzentwurfs betreffend die Organisation der Magistratur die Dringlichkeit, beschlossen. Hamburg. Der„Hamb. Korr." berichtet über eine von dem Vorstände des Vereins der Fluß- und Strom« schiffer sowie der Seefahrer Deutschlands(Lokalverein Hamburg) einberufene Versammlung, welche von nahezu 2000 Personen besucht war. Es wurde über den Stand der Arbeitseinstellung der Ewerführer Hamburgs mitgetheilt, daß zwar einige Wankel- müthige vorhanden seien, daß aber das Gros der Hamburger Ewersührer(etwa 2500 Mann) nach wie vor an seinen Forde- rungen festhalte. Es wurde beschlossen, noch einmal den Versuch zu machen, mit den Ewerführerbaasen in Unterhandlungen zu treten, um der öffentlichen Meinung den Beweis liefern zu können, daß die Hamburger Ewersührer den auftichtigen Willen zeigen, die Hand zum Friedensschluß zu bieten. Mulstatt-Knrbach, 2. Juni. Die Direktion der Burbacher Hütte macht durch Anschlag bekannt, daß sie diejenigen Arbeiter, welche sich an einem Rechtsschutzverein betheiligen, entlassen werde. zurück, zur Wäsche, zu den Spitzen, stieg hinaus bis in den zweiten Stock in die Höhen für Bettzeug und Möbel; und überall machten die Bediensteten— Hutin und Favier, Mianot und Liönard, Deloche, Pauline, Denise— obgleich todtmüde, eine letzte Anstrengung, um hen Käufern das Geld aus den Taschen zu locken. Als Madame Marty endlich ging, nachdem sie gesagt hatte, daß sie in ihrer Wohnung zahlen werde, entsetzt durch die Ziffer ihrer Rechnung, waren ihre Züge entstellt, sie hatte die erweiterten Augen einer Kranken. Am Abend, als Denise vom Diner zurückkam, rief sie ein Ladenbursche. — Fräulein, man verlangt nach Ihnen auf der Direktion. Sie vergaß die Ordre, welche Mouret ihr am Morgen gegeben hatte, Abends nach dem Verkauf in seinem Kabinet zu erscheinen. Er erwartete sie stehend; als sie eintrat, lieft sie die Thür offen. — Wir sind zufrieden mit Ihnen, Fräulein, sagte er, und wir habeil daran gedacht, Ihnen eine Genugthuung zu bieten... Sie ivissen, in welcher unwürdigen Weise uns Madame Frederic verlassen hat; von morgen an werden Sie ihre Stelle einnehmen... Unbeweglich und in höchster Ueberraschung hörte Denise ihn an, dann flüsterte sie mit zitternder Stimme: — Aber, mein Herr, es sind Fräulein da, welche schon viel länger hier in der Äbtheilung sind, als ich. — Das thnt nichts, sagte er, Sie sind die Geschickteste, die Ernsteste und darum wähle ich Sie, das ist ja ganz natürlich; sind Sie zufrieden? Nun errüthete sie. In dem Glück und der Verwirrung, die sich ihrer bemächtigten, verschwand der ursprüngliche Schreck. Warum hatte sie denn anfänglich an gewisse Ver- muthungen gedacht, mit welchen man diese unerivartete Be- günstigung begleiten würde? Und trotz der Regung ihrer Dankbarkeit stand sie verwirrt da. Er betrachtete sie noch immer lächelnd, wie sie vor ihm stand in ihrem einfachen Seidenkleide, ohne jeden anderen Schmuck, als den ihres pracht- vollen blonden Haarwuchses. (Fortsetzung folgt.) Theater. Dienstag, d e n S. Juni. Gpernstans. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg. Schauspielhans. Verlorene Liebes- müh. Berliner Theater. Die Räuber. Deutsches Theater. Der Unter- staätSsekretär. Lesstug- Theater. Die Ehre. Friedrich-Milhelmftädt. Theater. Der arme Jonathan. allner-Theater. Geschlossen. iKtoria-Theater. Stanley inAsrika. stend- Theater. Lohengrin. Nestdeus-Theater. Marquise. Kellealliauee- Theater. Der Nau- tilus. Kroll's Theater. Der Vampyr. Adolf Crnst- Theater. Der Gold- fuchs. Kaufmann's Uarietö. Große Spe- zialitäten-Vorstellung. Englischer Karten. (Mifemeitt Buggenhagen am Moritzplafz. Täglich: Grosses Garten-Concert. Direktion A. Uödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Fnfroo Wochentags 10 Flg., Xjllll CC gönn- und Festtags 25 Flg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Ps. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F.«I iiiler. Vari6te-Theater. (Hasenhaide) Hermannstr. 18— Nene Strasse 18. In dem vollständig renovirten Garten:' 275 Theater, SpeMWeu-Vorstellallg unii BALL. Durchweg neues Programm. Anfang 4 Uhr. Entree 25 Pf. Kinder frei! Auftreten d. Lieders ängerin Frl. Steino w. Austreten des Gesangshumoristen Herrn Jonas. Auftreten des Komikers, Mimikers und Stimmen-Jmitators Herrn Gödicke. Auftreten der Geschwister Herzog. Austreten des musikalischen Reger- Klown Mr. de Holls. Andress. El Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. In mr dieser"T»! Woche: 3. Reise durch die Schwei», das malerische Bern erOberland. Neu! Zum ersten Male: Hochinteressant: Siam. Eine Reise 20 Ps., Kind nur 10 Abonnement 1 M. Pf- RheinlänWer TNael, I gen.:„Die stdelo Uagelkifte", Berlin N., Elsasserstraße 73, gegenüber der Bergstraße. Im Lokal photographisches | Atelier zur Benutzung.— Jeder Gast, auch wenn derselbe nur für 10 Pfennige verzehrt, wird gratis photographirt und erhält sein Bild sofort als 1 Gratispräsent. Höchst scherzhaft! H. Schnitze(mit'n tz). Einzige Keller-Photographie 1 der Welt. 1637| Genossen! Wo bekommt man gute Speisen und guten Trank? Beim Wsen-Mller,Neil-WeUilsee König-Chaussee 46. Auch können Fa- Milien Kaffee kochen. Bolksbl., Wahre Jakob w. liegen aus. Große Vereins- zimmer. Also, auf zum Pfeisen-Müller! TUchWo« für jede vorkommende Ar- �Wltltl beit, für Modell, Bau und Möbel, Glaserei, Einrahm. aller Arten Bilder, Schleifen u. a. in. Demminer- straße 4, W. Abraham, Querg. pt. Achtung! Tabakarbeiter! Heber folgende Fabriken ist die Sperre verhängt: Carl Martienzen jjüegen Maßregelung), 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. Geschäft: Weberstr. 5, „ Friedrichstr. 97, „ Alexanderstr. 71, „ Neue Promenade 1, „ Gertraudtenstr. 20, Belle-Alliancestr.9S/99, „ Dresdenerstr. 93, Poststr. 16, „ Neue Königstr. 19c, „ Slndreasstr. 75, „ Chansseestr. 8, „ Prinzenstr. 83, „ Andreasstr. 59, „ Friedrichstr. 204, „ Spandan. Schmeisser(wegen Maßregelung). 1. Geschäft: Chansseestr. 25, 2. ,, Chansseestr. 76, 3.„ Friedrichstr. 100. Nancke, vormals Schubert& Sohn (wegen Maßregelung), Michaelkirchstraße 6. 1. Geschäft: Dresdenerstr. 72/73, 2.„ Charlottenburg. Keilpflug, Elsasserstraße 8, Laden. Hübsch, Prenzlauerstraße 3. Ratke, Alt-Moabit Nr. 130. Carl Brunzlow, Königstraße 23. George Praetorius. W. Brunzlow& Sohn, Poststraße 6(Inhaber AugustDeter)(wegen Maßregelung). Die Deberwachnhgs-Kommission 757 der Tabakarbeiter Berlins. Schneider- Bedarfsartitel empfiehlt billigst(Muster gratis und franko) Rud. Pieper WiIlielmstrasseI14 j(g.d. Puttkamerstr.). Sonntags von 10 Uhr ab geschlossen. AHen Hausfrauen unserer Nachbarschaft z. Kenntnißnahme, unser Kolonialwaaren-Grschäft da Sonn- und Feiertags von 2 Uhr ab geschlossen ist. Gehr.Reilpflng, >öchstestr. 11, cke Weinstr. Das von mir in Berlin eingeführte Bier aus der Brauerei von Evora& Meyei* in Fürth b. Nürnberg gelangt bereits in den meisten von Arbeitern frequentirten Lokalen zum Ausschank und ist nur durch mich zu beziehen. Gustav Hering, Schriftsetzer, Lottumstrasse 24, III. dl 10. Grosse Weimar-Lotterie Ziehung unwiderruflich 7.-9. Juni er."WS 702 Loose"ÄS® empfiehlt und versendet auch gegen Koupons und Briefmarken 6700 Gewinne, Werth Mk. |200,000 Hauptgewinne: 50,000 Mk i.W. 20,000 Mk die General- Agentur i.W. Porto und Listen 30 Pf. extra. Bankgeschäft, Serti« W., Keipzigerstr. ist. ß: r« na Uit der Na »che, 5 Jon« E «en von chco.rte Mß z »ähten uhen ß b* dem Nannyn- Strasse 27 F. 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Fäl Meibe, stände, eines h a* rbi SS? korben M «) da: girei Iber Ifhig. r Vi %a(, liistre KrlnNW HM bis hmk kmilW: Müncbeuer Brauhaus, MmiSft. 18 19. National-Branerei(LmiS StsaHiH») Iciiiiidhoittkrj. firäfl. Reischacb'sche Brauerei, 6W#9lumiMlMiit|. Sit LshistMisßm iitt SmMsM»»» Sttliii«iiü ll»ii>tztl>b. 1642 Sozialdemokrati scher Mastlverein! des 6. Herl. Reichstags- Wahlkreises. Mittwoch, den 4. Juni, Abends SVe U h r, im„Deutschen Volkstheater", Schönhauser Allee: Große Uersommlnng. Geffentliche Versammlung kt PürqnetbodenlegerBell. n. llmg. am 4. Juni, Abends SVa Uhr, im Lokal dos Herrn Fenerstein, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Stadtverordneten Zubeil« 2. Beschlußfassung über unsere Lohnfrage. 3. Verschiedenes. 737 ■ Den Kollegen zur Nachricht, daß die Sammellisten ausgegeben sind. Jeder Parqnetbodenleger ist moralisch verpflichtet, seine Schuldigkeit zu thun. 737 Die Lohnkommission. Grosse öffentliche Versammlung >er gewerbl. Hilfsarbeiter Berlins u. Umgeg. am Mittwoch, den 4. Juni er., Abends 8 Uhr, in Henz' Salon, Naunynstr. 27. Tages-Ordnung . TVw vw.-----_ i««3» i 1. Die Werne Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt.— Es ist Pflicht res jeden Arbeiters, zu erscheinen. Der Einberufer. Vttbllnh deiltslh. MNergeselle« (Mitgliedschaft Berlin) am Mittwoch, den 4. Juni, SIb.SVe Uhr, in Nehlitz' Salon, Bergstr. 12. Tages-Ordnung: 1. Bericht der Dekegirten vom Ver- baudstage. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste will- kommen. 1654 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Lakalurrwaltung. Nrtskrllilkeilk.il. Strlliilpfivirkel'. Den Arbeitgebern und Kasseninit- gliedern zur Nachricht, daß die Bei- trage vom I. Juni ab für Erwachsene 30 Pf., für Lehrlinge und Kassenmit- glieder unter 16 Jahren 18 Pf.(auf ein Jahr) bettagen. 1625 Der Vorstand. OeffenlVersammlung der Feilenhauer Berlins am Dienstag, den 3. Juni, Ab. 8 Uhr, bei Meißner, Gartenstr. 162. Tagesordnung: I. Bericht des Dekegirten. Diskussion. 2. Wie stellen wir uns zur Kontrol- Stteikkommission, event. Wahl der Delegirten. 8. Ueber' unsere Lohnbewegung. 4. Verschiedenes. Um das Erscheinen eines jeden ein- zelnen Kollegen ersucht 1623 . Der Cittbepufer. Grsjje Deiltl. Volksoemmliiita am Mittwoch, den 4. Juni, Abends 8#' in Joel s Salon, Andreasstr. 21. xWSSW« 1 Der Einberufer: Pobrot Sergcr� Rohrleger, Helser iiilil Verilftgeliojsell Verlins v. Uiiigegeii� Große öffentliche Versammlung am ZUittwoch, den 4. Juni, Abeuda 8 Uhr, in Fewei stein e Lokal, Alte Jakodflrafle Ur. 75. Tages-Ordnung: i. Bericht des Delegirten vom Weimarer Metallarbeiter-Kongreß 2. Wie stellen sich die Rohrleger und BerufSgenossen zu den 1 aussperrungeu der Metallarbeiter Hamburgs? 3. Wie stellen sich die Rohrleger zu einer Streik-Kontrolkommission 4. Verschiedenes. i, Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Ehrensache eines jeden RW' legers und Berussgenossen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Agitations-Kommission. Wif Sszilllilclllokrlltislher Wahlverein siir bni ziveiten Mhlkr�' Sonntag, den 8. Juni er.: WT Großer Ausflug"HM mit Freunden und Familie nach FmeeSmchshageM..0 Treffpunkt bis spätestens Morgens 10 Uhr im„Bellevue" zu Frredri müssen die Fahrt um 8 Uhr beendet haben.. Um zahlreiche Vetheilignng ersucht Der Vorstand"� H. Outtmann, empfiehlt Vereinsstempel, Quittungsst Medaillonstempel mit Lassalle. Bebcl, knecht u. a. in. zu ermaß. Preis. L>e° 9, Krunnenstrafle 9,' knecht u. a. m. zu ermäß. Preis. Monogra«� Schablonen, Thürschilder, Graviruug von Inschriften. Entwürfe gratis ftF «oh-Tabuk"SÄ" Größte Auswahl, billigste Preise. gg7 G. Elkhuysen, Munzstr. 19. 50, Wasserleitung, 50—56 Thlr., per\0'A zu vermiethe».. «ine ge tz E der Bttcibe S % bu % «U C\ w % & i Verantwortlicher Redakteur: Cur! ZaaKr in Verlin. Druck und Verlag von Ula» Kading in Berlin SW„ Beuthstraße 2. Hiev.«« eine fjeilitfl'' Beilage zum Berliner k 135. Dienstag» den 3. Inns 1890. y. Jahrg. "T A y Lo�Qles. M verschiede»,-,» Kvahtthätigk-itsver-in-n. welche S'"Berlin bestehe», wird beabsichtigt, einen neuen hinzu- iür 0,., nn will in einer geeigneten Gegend eine Heilanstalt dan�Senkranke, deren Leiden nicht so weit vorgeschritten ,st, leii dem jetzigen Stande der Heilwissenschast eine Möglich- 1 Heilung ausgeschlossen ist, errichten. «r* �em vorliegenden Plane sollen Unbemittelte unentgeld- Wl»' �enntteltere jedoch, wenn ihre Verniögenslage durch die den.„-'Gattung der Heil- und Verpflegungskosten gefährdet wer- tti Jvf T'■ 8e3en eine mäßige Vergütung Aufnahme finden. Da (lmfc wird, daß die Stadtverwaltung einen bedeutenden Zn- övr Errichtung und Erhaltung einer solchen Anstalt ge- werde, so ist es vorsichtiger Weise von den Voraussicht- die h\■ltmi des geplanten Nuternehmens betont worden, daß Ne�,'"Älteren Kranken, obgleich ihnen durch den versprochenen ti,t' P der Kosten eine Unterstützlmg gewährt wird, keine Ein- Mt 011'drcn bürgerlichen Ehrenrechten leiden würden. Man für kann nichts erdacht und geplant werden, ohne lei» Bourgeois' Vorzug vor den Armen bedacht zu du*'.??" dem es sich von selbst zu verstehen scheint, Iid Jyitr sein? Ausnahme in der Heilanstalt niit seinen biirgcr- �°n Ehrenrechten büßen müsse. «im n Anregung zu dicsein wohlthätigen Unternehmen scheint tocnKfc m ans«'gangen zu sein, welcher die zuvorkam- K l J'l Beachtung zu finde» gewiß sein darf. Die gute Absicht lim--!?! dezweifelt iverden, aber ein nennensiverther Erfolg wird hiAt? reicht werden. Die von dein Professor Dr. Koch ge- »-� Entdeckung des Lungentuberkel-Bazillus hat zu dein iveit- ,,, i,�eten Jrrthum Veranlassung gegeben, daß dieser Bazillus Ursache der Schwindsucht sei. Wäre diese Annahme richtig, großer Städte die ßiede oder eine Wohnung in der Schwindsucht sei. sei»% schwerlich von einer Existenz liw■ e»' da eS kaum eine Familie 6w lm'0e Jahrzehnte alten Hause gicbt, in welcher nicht ein �j.Mudsüchtiger gelebt hat oder gar gestorben ist. Die Ursache a.!?. Krankheit, die die Wohlhabenderen in viel geringerer s."' heimsucht als die Arbeiter, ist bei Erstercn in der Mehrzahl stfirJSt e dem ausschweifenden Leben in der Jugendzeit zuzn- „"den; bei den Arbeitern vereinigen sich aber so viele Uebel- ist-s- duß Personen, deren Körperoeschaffenhcit die Erreichung k'" hohen Lebensalters vermuthen ließ, von dieser verheerenden Neuheit ergriffen und hingerafft werden. Nicht eine einzige der � Fügungen, welche für erforderlich gelten, um die Gesundheit -.«Arbeiter zu erhalten, werden ihnen gewährt. Beginnen wirnnsere d°!. �tiwgi»itden Nahrungsmitteln, welche den �Arbeitern zusGedote i 9(n. E- ist in diesem Blatte erst vor kurzem nachgewiesen '°rden, daß der jetzige Lohn nicht hinreicht, um die einem er- ?«chsenen Arbeiter»öthige Menge stickstoffhaltiger Nahrung zu / schaffen, und daß der Mangel einer solchen zur Erschöpfung S Lebenskraft führe. Aber diese Erschöpfung wird doch ledig- dadurch herbeigeführt, daß einzelne Organe nicht so zu ? giren vermögen, wie ihr Zweck es erfordert. Je edler und Wer diese Organe sind, um so weniger sind sie Widerstands- s hig. und ein solches Organ ist die Lunge. Nicht minder wichtig «t: Nahrungsmittel, ist gesunde Lust, die hat aber der Ar- I'«« so wenig in seiner Wohnung wie in der Werkstatt. I» • uitnbe von Arbeiterwohnnngen scheint nie die Sonne, der ge- h.'h: Verdienst nöthigt zum Schlafdurschcnwese» und damit zur -,"««! ullung der Wohnung. Wie rücksichtslos gegen die Arveiter /«lahren wird, beweist die wohl in allen Berliner Kontrakten -v-ciunuifi nuiyiy-'vtj.n| v. !««lüllung der Wohnung. Wie ritt /hren wird, beweist die wohl in , chanvene Bestimmung, daß das Rauchen der Feuerungsan- jj«« kein Grund der Aufhebung des Mietysvertrages sein solle. schädlich der Rauch der Lunge ist, verspürt Jeder an sich. i"ch die ungenügende Bekleidung, wiederum eine Folge des un- suchenden Lohnes, ist Mitursache der Lungenschwindsucht. Mupfen, Luströhrenkatarrhe, sind Folgen von Erkältung und //»lassen Lungenerkrankungen. So wenig wie eine Pflanze « ungeeignetem Boden gedeiht, ebenso wenig der . Julus auf einer gesunden Lunge und ebenso wenig S--,-. �'«h trockener Sandboden in schattigen, feuchten Mesboden, aus dem gern Pilze wachsen, verwandeln k.0' wenn die Sporen derselben auf ihn, den Sand- ii»?'' 8�et werden, eben so wenig werden eingeathmete Bazillen gesunde Lunge krank machen. im,,®Zie überhaupt eine solche geplante Heilanstalt dein Arbeiter instr' such ist nicht abzusehen. Meist wird er durch die Roth ge- so lange zu arveiten, wie es seine Kräfte irgend er- UÄ und dann ist in den meisten Fällen eine Heilung ausge- !' ÄV'iÄ? CfXrÄS äft p.' die natürlicherweise dieselbe Wirkung hervorormgen Iverden. man ernsthafter Weise etwas für die Arbeiter thun, so Internationale Ganner. Von A. O s k a r K l a u ß m a n n. Nach dem Budapestcr„Tageblatt". Aiue ganz eigenthümliche Erscheinung auf dem Gebiete Kriminalistik sind die iutcrnatioualeu Gauner, welche Deutschland zum Schauplatz ihrer Thätigkeit ans- haben und in den letzten Jahren in München, Berlin, Breslau, Dresden, Nürnberg u. s. w. höchst «md geschickte Einbrüche in Jnwelen-, Gold, sowie �Aeschäste verübt haben, wobei sie jedesmal eine be- •Ade Beute machten. Internationale Taschendiebe ga' Aon seit längerer Zeit, die internationalen Einbrecher ■Qrn sind neu und dadurch eine sehr gefährliche Er- nung, weil sie unseren einheimischen Einbrechern weitaus �utelligcnz, Geschicklichkeit und Benutzung origineller ««zeuge überlegen sind.,,. einheimischen, lokalen Einbrecher, welche m ge- � Städten oder in gewissen Distrikten arbeiten, haben vrstimmtcs System, und die Hauptsache bei ihren Unter- Hungen besteht gewissermaßen in der Vorbereitung. Kein Techer unternimmt eine That, deren Umstände uichr y sorgfältig ausgekundschaftet sind. Er oricntirt sich das Genaueste über das Lokal, in das er einbrechen will, o den Ort, an dem die Werthgegenstände liegen, über ÄSS-ZS ' y diesen selbst heranzugehen._. internationalen Einbrecher scheinen dagegen weniger .5'° sorgfältige Vorbereitnng als ans die kühne Art d MI bei Einbrüchen etivas zu geben. Sie tauch in den Städten, in denen sie Einbrüche vernb des ien en schließe man sich offen und ehrlich ihren Vestrebnngen an, die nicht darauf gerichtet sind, das Wohl nur ihrer Klasse, sondern das der Menschheit zn fördern. Erreicht kann dieses Ziel freilich Nur dann werden, wenn alle Standesunterschiede gefallen sind. In der Art, wie es beabsichtigt wird, Heilstätten für Schwind- süchtige zu gründen, wird nichts Ersprießliches für die Arbeiter zn erwarten sein, es scheint, als sollte der Arbeit« nur als Dekorationsmittel gelten, um auf Kosten des allgemeinen Säckels dem Bourgeois eine neue Wohlthat ziiznwenden. In der Aiigrlrstruheit drs öffentliche» Aiisichlag- iveseuo hat der Magistrat bei der Stadtverordneten- Versamm- lung folgende Beschlußfassung beantragt: 1. Es wird eine ge- mischte Kommission, bestehend aus Mitgliedern der Stadlverord- «eten- Versammlung nnd Mitgliedern des Magistrats, eingesetzt undZdiese ermächtigt, die eingegangenen Gebote ans Uebernahme des öffentlichen Anschlagswcsens zu prüfen, diejenigen Aende- rungen der durch Beschluß vom 8. Mai d. I. genehmigten Be- dinguilgen sestzustelle», welche durch die Herstellung einer größeren oder geringeren Anzahl erleuchteter Anschlagfiiulen nothwcndig werden, und den Unternehmer auszuwählen, welchen das Anschlags- wesen zn übertragen ist; 2. der Magistrat wird ermächtigt, auf Grund der durch die zu 1 gedachte Kommission festgestellten Be- dingungcn mit dem von derselben bezeichneten Unternehmer den Vertrag abzuschließen. Dir Spree hatte gestern Vormittag in der Verlängerung der -Nenstädtischen Kirchstraße nahe dem Bahnhofe Friedrichstraße eine neue Uebcrbrückiing erhalten. Der gewaltige Eisenbau in ein« freitragenden Länge von 51 Metern, dessen Lieferung und Auf- ftellung seitens der Stadt dem Eisenwerke Lauchhamm« über- tragen war, wurde nicht, wie es gewöhnlich zu geschehen pflegt, auf einer festen Rüstung über dem Wasser mvntirt, sondern ohne besondere Riistung am Ufer. Heute Vormittag 9 Uhr war nun d« Moment gekommen, in welchein das eine Ende desselben auf einem Schiff ruhend, während das andere am User fest nnt«- stützt und gehalten ivurde, in einem großen Bogen nach dem eilt- gegengesetzten User hinüber geschwenkt werden sollte. Ruhig und ohne Zwischenfälle bewegte sich der Eisenkoloß über das Wasser hinweg und nach Verlaus von dreiviertel Stunden lag die Brücke sicher m ihren Auflagern. Ei» Krand, welch« leicht lmabschbare Folgen hülle haben können, gelangte am Sonntag Vormittag in dem königlichen Pro- viantmnt und Fouragemagazin, Magazinstraße 3—11, zun, Ausbruch, dessen zahlreiche und uinfangreicht Speicher und Scheunen das Terrain zwischen Magazin-, Alexander-, Kais« und Schilling- straße einnehmen. Der Herd des Brandes befand sich in der an der Alexaiiderstraße belegenen Scheune Nr. 2, die, an die Brand- mau« des Vorderhaus« Alexanderstraße 29 anstoßend, sich in ein« Aiisdehiiung von ca. 30 Metern bis an die Ecke der Magazin- straße erstreckt nnd von hier sich noch ca. 12 Meter in letztere hineinzieht, woselbst das Gebäude durch eine breite offene Durch- fahrt aogeschlosseii wird; eine zweite, oben geschlossene Durchfahrt führt von d« Alexanderstraße nach dem Hofe des Magazins. Nach ein« an der Hinterfront angebrachten Tafel ist die Scheune 1739 erbaut. Tieselve bildet bis»»t« dieDachsirst einen einzigen freien Raum, in welchem, in Bunden fest verpackt, 4500 Centn« Stroh lagerten. Wie wir gleich vorausschicken wollen, ist diese Scheune ausschließliche Brandstätte gebtieben. Ueb« die Entstehniigsursache des Brandes fehlt jeglicher Anhalt, umsomehr als das Innere der Scheune schon seit einigen Tage» von Niemand mehr betreten worden war. Die Feuerwehr ivurde iim 10 Uhr 15 Minnren kurz hintereinander gleich von verschiedenen Melde- stellen ans alarmirt. Bei ihrem Eintreffen standen die unter dem Dache lagernden Strohvorräthe bereits in Flammen, das Dach war durchbrochen und eine starke Rauchwolke hüllte die Vrand- stätte nebst Umgebung ein. Bei der geringen Höhe der Scheune nnd ihr« in d« Vorder-, sowie Hinterfront freien Lage gestalteten sich die Löschoperationen recht günstig, wenn auch wegen der Pflastcrarbeiten in der Alexaiiderstraße die Spritzen in etnzaö größerer Entfernung von der Brandstelle Aufstellung nehmen mußten. Das Dach wurde mittelst d« von den Löschzügen mit- geführten Leitern in der Vorderfront nnd vom Hose aus«stiegen und durch Einschlagen die zur Einführung der Schlauchleitungen erforderlichen Oeffnungeu geschaffen. I», Ganzen kamen nenn Schlauchleitungen zur Berwendnng, deren Speisung thcils zwei Dampsspritzeii und drei große Handvrnckspritzen des orgten, während vier Schlauchleitungen direkt an Hydranten angeschlossen waren und ans diesen ihren Wasserbedarf entnahmen. Diesem Ansturm gegenüber war es mit der Macht der Flammen bald vorbei, und schon nach einfiündig« Thätigkeit hatte man das Fe»« vollslündig in der Gewalt, womit jede Gefahr für die Umgebung beseitigt war. Es konnte nunmehr an das Ansräumen und cndziltlge Ablöschen gegangen werden. Zu letzterem Behuf« mußte während des Nachmittags von mehreren Spritzen noch un- ausgesetzt Wasser gegeben werden, da immer von neuem Flam- wollen, auf, und schon nach wenigen Tagen verüben sie schwere und geschickte Einbrüche, so daß von einem besonderen Ausspähen bei ihnen keine Rede sein kann. Sie nehmen allerdings sofort mir solche Geschäfte auf's Korn, bei denen viel zn holen ist, also Juwelier- lüden und Bankgeschäfte, und es mag ihnen wohl auch leichter iverden, sich über die Verhältnisse in den Lokalen, in welchen sie eindringen ivollen, zn unterrichten, da ausnahmslos diese internationalen Einbrecher sehr elegant gekleidet gehen, die Manieren anständiger Leute haben und daher ihr Aufenthalt ans den Grundstücken, selbst in den Läden und Geschäftslolalen, in denen sie später Einbrüche verüben wollen, iveuiger auffällt. Diese Fähigkeit zu reprä- sentiren ist es, welche sie kennzeichnet. Unsere Einbrecher sind im besten Falle tüchtige Schlosser, stammen also aus Handwcrkcrkreisen und sind nicht, wie die englischen nnd amerikanischen Einbrecher, Ingenieure oder Techniker, welche den Einbruch gewissermaßen als ein„Geschäft" betreiben, zu dem man Intelligenz und Kenntnisse aufwendet, wie zu jedem anderen. Die Werkzeuge, deren sich die internationalen Einbrecher bedienen, sind ganz eigenthüinliche, nur für ihre Zwecke kon- struirte, und es gicbt im Auslände Schlosser und Kunst- schmiede, welche mit den Einbrechern in Verbindung stehen und ihnen diese. Werkzeuge liefern. Ja es soll jetzt in Amerika eine vollständige großartige„Fabrik für Einbrecher- Werkzeuge" existiren, welche diese Instrumente von Tag zu Taa mehr vervollkommnet und verbessert. Bei all den Herren, die in den letzten Jahren eingefangen wurden, haben sich besonders gearbeitete Instrumente gefunden, welche vor Allem zum Erbrechen von Kassenschränken dienen. Die interessantesten Werkzeuge wurden amerikanischen Dieben in Wien abgenomnien und zeigen ganz originelle Brech- eisen und Hebel, von denen ein Apparat den hmno- ristischen Beinamen„persuading plate"(Ueberredungs- men bei dem Herunterwerfen des Strohs aus demselben hervor- schlugen. Mit Einbruch der Dunkelheit wurden die Aufräumungs- arbeiten, welche mit Ablösung vor sich gegangen waren, einge- stellt, und eine Brandwache übernahm die Aufsicht ans der Brandstelle. Am Montag früh mit Tagesanbruch nahm das Geschäft des Aufräumens«nent seinen Anfang. Von der Dachkonstruktion ist nicht viel«halten geblieben und das, ivas von dem Stroh nicht verbrannt ist, wird jedenfalls durch Wasser ilnbrauchbar ge- worden sein. Die von dem Alexander-Regiment auf die Brand- stälte entsandten Mannschaften konnte» schon gegen Mittag iviedcr abrücken, kurz darauf wurde auch der Verkehr für die Pferdebahn, nachdem in der Alcxanderstraße eine Ueberführung durch eine sogenannte Schlanchbrücke hergestellt, wieder frei- gegeben. Schließlich wollen wir nicht unerwähnt lassen, daß bereits vor 3 Jahren— am 2. Oktober 1887— eine Heuscheune des Magazins abgebrannt ist; damals ivar das Feuer beim Brande des Speichers der Berlin« Spediteur- nnd Lagerhaus- Aktiengesellschaft in der Schillingstraße durch Einsturz einer Mau«, welche ans das angrenzende Magazingrundstück siel, über- tragen worden. Der lrfite Kmf einco Scbriisnlüde». Am Sonnabend früh ivurde auf dem Festungsterrain der Spandauer Citadelle die Leiche eines etwa 42 Jahre alten Mannes gefunden, welch« sich durch einen Schuß in die Schläfe getödtet hatte. Der Selbst- mördcr, ein Schmied Namens Jnliiis Paschilles, welch« in Spandan im Hanse Kirchhofstraße l wohnte, hatte bis vor kurzem in der Zlrtilleriewerkstatt gearbeitet. Bei dem Todten wurde ein Brief vorgefmiden. Auch der Redaktion des„A. f. d. H." hat d« Lebensmüde mit der Post ein Schreiben zugesandt, welches folgenmaßen lautet: „Geehrter Herr Redakteur! Wenn Sie dieses Schreiben erhalten, habe"ich mich im Grünen an der Gewehrfabrik mittelst Revolvers erschossen. Man wird ein Schreiben bei mir finden, folgenden Inhalts:„Ich, Julius Paschilles, habe mich nach reiflicher Uebcrleguna getödtet. Geehrte Mitmenschen, die Sie mich finden, dürsen nicht glauben, daß mein Gewissen belastet ist. Ich habe nichts verbrochen. Was mich bedrückt, kann ich niemand sagen. Besten Gruß an alle Freunde und Bekannte, nun habe ich Frieden und Ruhe. Auf der Erde ist so manches schön: doch für mich ist's besser schlascn gehn. Unser mächtige Bismarck ruht jetzt auch, ab« nicht so ivie ich. Ich kann es nicht mehr erleben, ob's dem Kais« nicht zn schwer wird. O du schönes Land." Der Beweggrund für die verzweifelte That des Unglücklichen ist nicht bekannt. Der Mann hat offenbar in einem Anfall von Schwer», uth gehandelt. Nersnchtrr Todtsichlag a» der rigrue» Mutter. Aim Sonntagmorgen sind die Bewohner des Hauses Zimmerstr. 23. durch laute Hilfcrnfe«schreckt worden, welche aus der Wohnung der etwa 50 Jahre alten Waschfrau Wittwe Schulz drangen, die im Parterre des Seitenflügels jenes Hauses zwei Stuben und' Küche inne hat. Frau Schulz war eS, welche die Hilferufe aus- gestoßen, nachdem sie von ihrer eigenen Tochter überfallen und schwer verletzt worden war. Die Wittwe Schulz ernährt sich schon mehrere Jahre durch Waschen; sie hat zwei Kinder, edlest 19 Jahre alten Sohn Gustav und eine Tochter Emma, ein hübscheA Mädchen von IG Jahren. Der Sohn ist in ein« Schneiderwerk- statt beschäftigt und in d« Lage zu dem Unterhalt d« Familie etwas beizutragen. Mit ihrem Sohne lebte die Wittwe auch im besten Ein- vernehmen, während die Tochter Emma ihr große Sorgen bereitete. Emma Schulz hat trotz ihrer Jugend bereits zwei Gefängniß- strafen wegen Diebstahls verbüßt; die letzte betrug vier Monaie. und vor kurzer Zeit er t kehrte das Mädchen aus dem Gefängniß in die mütterliche Wohnung zurück. Die Strafe hatte zn ihrer Besserung nichts beigetragen; trotz des Versprechens, einen ordent- lichen Lebensivandel zn beginnen, trieb sich das erst 10 Jahre alte Mädchen die Nächte über außer dem Hause herum nnd erpreßte oft unt« Gewaltanwendnng von ihrer Mntt« Geld. Daß es unter solchen Umständen zwischen Mutter und Tochter, soivie auch zwischen Bruder und Schwester oft zu argen Streitig- ketten kam, ist leicht erklärlich. Auch vorgestern Morgen, nachdem Emma nach ein« wüsten Nacht wieder in die Wohnung der Mutter gekommen ivar, gab es Streit. Die ungerathene Tochter hatte erfahren, daß die Mutter ihrem Sohne Gustav eine Uhr gekauft habe; sie fühlte sich dadurch zurückgesetzt, umsomehr, als die Mutter ihrem Verlangen nach Geld nicht entsprochen hatte. Als sie mit Worten nichts erreichen konnte, versuchte sie es gemalt- sam, und die heftige Gegenwehr der Mutter war es, die nun die Tochter zu ein« verbrecherischen That trieb. Das Mädchen rannte in die Küche, ergriff das im Holzkasten liegende Beil und schlug mit d« stumpfen Seite desselben die Mutter üb« den Kopf. Die Getroffene, die nun noch die gellenden Hilferufe. welche Hausbewohner herbeilockten, ausstoßen konnte, schleppte platte) führt, ein Beiname, den die Verbrecher diesem In- strument gegeben haben, weil es die Geldschränke dazu über-' reden muß, sich zu öffnen. Welche Hebelkraft die großen Instrumente haben müssen, wird sich' jeder einigermaßen Sachverständige selbst sagen können. Unsere einheimischen Einbrecher begnügen sich mit einem Brecheisen, dessen umgebogene Spitze Ist ein höchst gefährliches Ding zum Erbrechen von Thüren, Kasten, ja selbst von kleinen Geldschränken. Die dentschen Einbrecher kennen aber Gott sei Dank noch nicht die Anwendung der verschieb- baren Theile dieses amerikanischen Brecheisens und die „Ueberredungsplatte" ist ihnen auch nicht bekannt. Die internationalen Einbrecher bestehen stets aus Gruppen von drei bis vier Personen, welche gewissermaßen nur Dc- putirte von großen Gesellschaften sind, die den Einbruch und Diebstahl als Geschäft im Großeil betreiben. Die Abgesandten iverden von ihren Gesellschaften sehr reichlich mit Geldmitteln versehen, treten in den Städten, in denen sie sich kurz vorder VerÜbung ihrer Einbrüche aushalten, sehr elegant auf, wohnen in den ersten Gasthöfen, benutzen die besten Züge und Eisenbahnverbindungen und unterscheiden sich in nichts von sonst achtbaren und anständigen Reisenden. Die Diäten, welche sie bekommen, können allerdings hoch bemessen sein, da die Vcrbrechcrgcsellschaft oft durch einen einzigen Einbruch Himdert- taufende nnd mehr Mark verdient und natürlich haben diese Deputirten, welche die Einbrüche verüben, den Hauptbetrag an die Zahlstelle abzuliefern, erhalten indeß für jeden ver- übten Einbruch eine besondere Gratifikation und da es be- kanntlich keine Diebesehrlichkcit giebt, so mögen sie wohl auch ihre eigenen Genossen betrügen und bestehlen, obgleich dies sehr streng bestraft lvird. Welche Summen aber die Kerle erbeuten, geht daraus hervor, daß man bei den Londonern Einbrechern, welche den grotzeit Münchener Juwelendiebstahl im vorigen Jahre verübten, iibcr dreihnndcrttausend Mark baareS Geld in sich bis zur Thür, riß dieselbe uns und sank dann stark blutend bewußtlos zu Boden. Als die Nachbarn sahen, was geschehen, schickten sie sofort Nach einem Arzte und nach dem Polizeirevier in der Lindeustraße. Der alsbald eintreffende Dr. Joachimsthal aus der Markgrafenstraße konstatirte bei der verletzten Wittwe Schulz eine breite klaffende, jedoch nicht lebensgefährliche Stirnwunde. Er vernähte dieselbe, legte einen Verband an und beließ die Verletzte in ihrer Wohnung, da die Nachbarn ihre Pflege übern ominen hatten. Die Thätcrin hatte sich in ein Zimmer eingeschlossen und langhin über ein Bett geworfen, als zwei Schutzleute in der Wohnung erschienen. Die Thür wurde gewaltsam geöffnet und nach Feststellung des Thatbestandes wurde das Mädchen zunächst nach dem Polizeirevier in der Linden- straße abgeführt und von da in das Polizeigefängniß am Alexander- platz geschafft. Die schwergeprüfte Mutter, deren Wiederherstellung wohl längere Zeit in Anspruch nehmen wird, befindet sich außer Lebensgefahr. Cinc abenteuerliche Geschichte von einem von Zigeunern geraubten und denselben entlaufenen Mädchen erzählt ein Korre- spondent der„F. O.-Ztg." in Schwiebus. Da es sich darum handeln kann, die Eltern des betressendcii Mädchens aufzufinden, sei die Geschichte hier kurz mitgetheilt. In T o p p e r fand sich am 28. Mai ein ganz verwahrlostes, 15 Jahre altes Mädchen ein, welches vorgab, in ihrem S. Lebensjahre von Zigeunern auf- gegriffen zu sein. Sic nannte sich Klara Sachs, nannte Haders- leben bei Braunschweig als ihren Geburtsort und erzählte, daß ihr Vater daselbst Grubenarbeiter sei. Sie erzählte, daß die Zigeuner, nachdem sw sie lange Zeit auf dem Wagen festgebunden die Zi bracht truppe zu entfliehen und sie habe seitdein ich ei ls" in Wäldern" theils bei gutmüthigen Leuten auf Dörfern übernachtet. Das völlig verwahrloste Mädchen konnte weder lesen noch schreiben. Sie behauptet, daß der Zigeuneroberst Klemt heiße, daß die Truppe aus 3 Wagen bestehe und daß dieselbe einige Tage vor ihrer Flucht wieder einen 3— 4jährigen Knaben gestohlen hätte. Das Mädchen ist nach dem Amtsgericht in Schwiebus übergeführt worden und es muß abgewartet werden, ob es gelingen wird, die Eltern desselben zu entdecken. Unfug beim Ulasserfahven hat vorgestern wieder ein blü- hendes Menschenleben dahingerafft. Bei Rummelsburg unetheteu zwei junge Leute, ein Zivilist uno ein Einjährig-Freiwilliger vom dritten Garde-Regiment, einen Kahn, um eine Zeit lang dem Wassersport obzuliegen Die Fahrt wurde durch eine längere Kneiperei in der Brauerei unterbrochen. Als dann die jungen Leute das schwankende Fahrzeug wieder bestiegen, befanden sie sich in animirtester Stimmung. Der Einjährig-Freiivillige ruderte mit nur einem Ruder, so daß daS Fahrzeug sich beständig im Kreise drehte. Von vielen Seiten ertönten Warnungsrufe, die jedoch unbeachtet gelassen wurden, bis plötzlich das Fahrzeug um- tippte und die beiden Insassen ins Wasser sielen. Der Zivilist rettete sich durch Schwimmen, wahrend der Cinjährig-Freiwillige, der Anfangs regungslos auf dem Wasser lag, nach einiger Zeit vor den Augen seines Freundes in die Tiefe sank. Noch einmal tauchte er auf, und schnell wurde ein Boot flott gemacht. Als dasselbe dem Ertrinkenden jedoch auf wenige Schritte sich genähert hatte, sank er wiederum unter, und bis heute ist der Leichnam noch nicht aus den Fluthen herausgezogen. Die Leichen der am zweiten Pfingstfeiertage auf der Havel vminglücuen beiden Füsiliere der 10. Kompagnie des 1. Garde- regiments zu Fuß sind gestern resp. vorgestern beim Alten Tornow gefunden worden; auch die Leiche des zweiten Mädchens hat sich gestern angefunden. Die verunglückten Soldaten sind die Füsiliere Hoffmann aus Sangerhausen uno Leweüag aus Osnabrück, beide Bergleute. Hauptmann v. Röder hat sogleich den Angehörigen von dem Auffinden der Leichen telegraphisch Anzeige gemacht mit dem Hinzufügen, daß die Beerdigung spätens am Dienstag statt- finden werde. Bemerkt sei noch, daß alle drei Leichen durch den Sturm der letzten Tage an die Oberfläche des Waffers getrieben wurden. Der uestenlFttte Miud von heftigen Regengüssen und schneidender Kälte begleitet, hat in der Nacht zum Sonnabend im Freien mannigfachen Schaden verursacht. In Berlin lagen die Baumblätter wie im Herbste in den Straßen umher. Im Thier- und Lustgarten waren Aeste und Zweige von den Bäumen herab- gerissen. Von den Feldfrüchten haben vor allen die Bohnen, sodann Kohl- und Rübenpflanzungen gelitten. Auch für die Eni- Wickelung der Kartoffeln, die eben Knollen ansetzen, ist die einge- tretene, doch gar zu arg empfindliche Maikühle nicht eben vor- theilhaft. Uoliseifimcht. Am 80. v. M. Vormittags verunglückte der bei den Ausschachtungsarbeiten auf dem Grundstück Kleine Jägerstr. 3/4 beschästigte Maurer Fa lisch dadurch, daß ein Stück Fundament, welches er unbefugter Weise untergraben hatte, nach- stürzte und ihm so schwere innere Verletzungen zufügte, daß er mittelst Droschke nach der Charitee gebracht werdeil mußte, wo er schon nach mehreren Stunden verstarb.— Am 31. v. M. Nach- mittags sprang ein unbekanntes, etivas 18 Jahre altes Mädchen in der Nähe der Corneliusbrücke in den Landwehrkanal und er- trank.— Zu derselben Zeit wurde ein Mann vor dem Hause Friedrichsstr. 118 auf dem Bürgersteige liegend krank aufgewunden und mittelst Droschke nach der Eharitee gevracht.— Abends wurde im Thorwege des Hauses Neue Schönhanserstr. 19 ein in der ihrer Wohnung fand, während einer der Einbrecher über hundertfünfzig werthvollc Diamanten in feine Kleider einge- näht trug. Diese Gesellschaften, welche ihre Emissäre ausschicken, um„Geschäfte zu machen", lassen sich wieder in drei große örtliche Gruppen thcilen, in die orientalische, in die englisch-amerikanische und in die französisch-itallenische. Die orientalische Gruppe hat ihren Hauptsitz anscheinend in Bukarest; die englisch-amerikanische enthält nur Eng- länder, sowohl in England geborene Individuen als Ameri- kaner, die als Emissäre nach England herüberkommen und von dort aus mit ihren sprachverwandten Spießgesellen den Kontinent bereisen, um ihre Verbrechen zu verüben. Gefährlich sind diese englischen Einbrecher schon deshalb, weil sie von den englischen Gesetzen beschützt werden. Haben sie erst die Grenze hinter sich und England wieder erreicht, so ist es sehr schwer, ihnen zu Leibe zu gehen. Sind sie geborene Engländer, so werden sie nicht an das Ausland ausgeliefert, sondern in England selbst bestraft und bekannt- lich bietet das englische Recht und Gesetz sehr viele Hinter- thüren, durch welche ein Verbrecher, der in der Lage ist, mehrere tüchtige Advokaton zu bezahlen, leicht entwischen kann. Hehler, welche in England leben und in Deutschland gestohlenes Gut aufgekauft haben, können überhaupt nach englischem Recht nicht belangt werden, sie sind gesetzlich in ihrem Thun und Treiben geschützt, und deshalb wählen die Englänoer so gern den Kontinent und vor allem Deutschland zu ihrem Operationsfeld, weil sie hier weit weniger Gefahr laufen, als im eigenen Vaterlande. Wie den Polizeibehörden des Kontinents bekannt ist, existirt in London eine vollständig geschäftsmäßig organi- sirte Diebesgesellschaft, welche den Namen die„Kontinental- bände" führt. Diese Kontinentalbande hat in London ihr Bureau, ihre eigenen Rechtsanwälte, hat sogar Filialen in Paris, und verfügt über immense Geldsummen, mit denen zum Theil die auf Raub ausgeschickten Einbrecher ausgestattet werden, um neue Summen für die Gesellschaft zu er- werben. Sie zahlen diesen Emissären Reisekosten und Mulackstraße wohnhafter Kaufmann von einem vorübergehenden Mann krank vorgefunden und mittelst Droschke nach seiner Wohnung gebracht, verstarb jedoch bereits auf dem Wege dort- hin, vermuthlich infolge eines Herzschlages.— Am 31. v. M. und in der Nacht zum 1. d. M. fanden an zwei verschiedenen Stellen kleinere Brände statt.— Am 1. d. M. Nachmittags wurde vor dem Hause Prenzlauerstr. 59 ein unbekannter, etwa 40 Jahre alter, anscheinend dem Arbeiterstande angehörender Mann auf dem Bürgersteige liegend krank aufgefunden und nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht.— In der Nacht zum 2. d. M. versuchte ein Mann in der Wohnung seiner Schwester in der Gartenstraße sich durch einen Rcvolverschuß in die Brust zu töden. Erwurde noch lebend nach dem Luzaruskrankenhause gebracht. — Am 1. d. M. Vormittags brach in dem in der Magazinstr. 3 belegenen Proviantmagazin Feuer aus, wodurch der Dachstuhl crstört und eine bedeutende Quantität Stroh vernichtet wurde. Außerdem fanden Straußbergerstr. 13 und Kürassierstr. 11 kleinere Feuer statt. Eine rrcht rmpsindlichc Strafe diktirte gestern das Schöffengericht dem„Dr. med." Helmsen, einer, kgl. Militär- arzt, Spezialarzt für Chirurgie und Geburtshilfe" wegen unbe- fugten Gebrauchs eines arztähnlichen Titels zu. Der Angeklagte empfahl sich mit einem, jene Bezeichnung enthaltenden pomp- hasten Schilde an seiner Hausthür der leidenden Menschheit; er vermochte dem Gerichtshofe aber Nichts vorzulegen, als ein philadelphisches Doktordiplom, ein altes Dokument einer braun- schweigischcn Akademie, nach welchem er als Wundarzt approbirt worden und eine Bescheinigung, daß er während des Feldzuges 1870 als Assistenzarzt in einem Lazareth beschäftigt gewesen.— Staatsanwalt O p p e r m a n n hielt letztere Thatsache nicht für genügend, um sich„einer, kgl. Militärarzt" zu nennen, sondern beantragte das höchste Strafmaß, 300 M. event. 80 Tage Haft, und zwar mit Rücksicht darauf, daß der Augeklagte, außer wiederholt wegen derselben Uebertretung, auch schon wegen Verbrechens wider das Leben und Betruges hohe Vorstrafen erlitten. Der Gerichtshof erkannte auf 200 M. Geldbuße. Der üleine Schwurgerichtsfiral im Kriminalgerichts- gebäude zu Moabit glich gestern einem größeren Waarengeschäft, denn in weitem Kreise waren Weißwaaren aller Art, Bettwäsche, Stoffe, aber auch Goldwaaren, Zigarren rc. ausgebreitet und man könnte fast vermuthen, daß jeden Augenblick eine Auktion be- ginnen würde. Thatsüchlich handelte es sich aber um die Diebes- thaten zweier Mitglieder des jugendlichen Verbrecherthums, von welchen die Welt wahrscheinlich dereinst noch einmal sehr Böses wird zu hören bekommen. Der Hauptangeklagte, ein noch völlig unreif aussehender junger Mensch, war der Maurer Karl Paul Otto Gröschkc, welcher schon einmal in dem Pro- zesse seines Bruders, des sogenannten„Friedrichsberger Räubers Gröschke" eine gewisse Rolle gespielt hatte, da- mals aber freigesprochen worden war. Neben ihm saß der gleich- falls noch jugendliche Hausdiener Max Franz Wilhelm S i e b o l d und dann folgten noch 9 Personen, Angehörige der beiden Ersten, welche die Rolle der Hehler gespielt hatten. Die beiden ersten sind zwei im höchsten Grade gemeingefährliche Individuen, welche trotz ihrer Jugend doch schon sehr verwegene Einbrecher sind und gewerbs- und gewohnheitsmäßig stehlen. Dem Gröschke fallen nicht weniger als neun vollendete und zwei versuchte schwere Diebstähle, dem S i e b o l d 5 vollendete schwere und ein versuchter schwerer Diebstahl zur Last. Dazu gehören Diebstähle bei dem Kaufmann Leop. Wolff rn der Alexander- straße, dem Kaufmann Moritz Wollstein in der Alexanderstraße, dem Handelsmann Simon Blumenfeld in der Reinickendorfer- straße, den» Goldcvaarenhändler Figdor in der Alexaicderstraße:c. Der bedeutendste Einbruch»var der bei Figdor,»vo den jugendlichen Verbrechern, die mit Brecheisen und Dietrich schon wie die Alten operiren, Goldivaaren im Werthe von ca. 6000 Mark in die Hände sielen. Was inan von diesen beiden Subjekten zu erwarten hat, zeigt die Thatsache, daß Gröschke dem Wächter Zimmermann, der ihn bei der Begehung eines Diebstahls über- rascht hatte, einfach mit dem Brecheisen zu Leibe ging und ihn damit über den Schädel schlug. Staatsamvalt Unger bean- tragte gegen Gröschke 5 Jahre Zuchthaus, gegen S i e b o l d 4 Jahre Zuchthaus, der Gerichtshof erkannte aber auf Gefängniß- strafen ii» gleicher Höhe. Gegen die Hehler männlichen und weiblichen Geschlechts ivurden Gefängnißstrafen von 1 Jahr bis zu 2 Wochen ausgesprochen. Dir Anlrlagrsache gegen de» des Doppewtordes beschuldigte»! Klans»» ist noch immer nicht spruchreif, dürfte vielmehr noch einen»veitcren Aufschub erleiden. Wie»vir hören, finden neuerdings noch Ermittelungen gegen einen Schlächter- gesellen statt,»velcher anscheinend in irgend einer Berbinoung mit der Mordthat steht ilnd gegen welchen auch bereits ein Steck- brief erlassen ist. Unter diesen Umständen ist kaum Ausficht vor- Händen, daß die Klausin'sche Anklage schon in der nächsten Schwurgerichtsperiode an» Landgericht I zur Hauptverhandlung kommen»vird. Gin Streit mit einem G-richtsvollziester hat für den Kaufmann Jakob K r ü g e r in der Friedrichstraße höchst unan genehme Folgen gehabt, denn er trug»hin eine Älnklage»vegen Diäten, außerdein gewisse Prämien, und ein geivisscr Guerin soll, da er ein außerordentlich geschickter Geldschrank-Ein- brechcr»var, für jede Operation eine Belohnung von 25 000 Franks von der Gesellschaft erhalten haben. Die dritte, die italicnisch-frmlzösische Gruppe, hat zum Operationsfeld mehr Italic»», Frankreich, Holland, Belgien, auch Schweden und Norivegen. Höchst interessant ist die Filiale der Koutmciltalbaude in Paris noch dadurch, daß man dort Werthpapicre, die .,cm porteur" ausgestellt find, und die bei Einbrüchen ii» die Hände der Gauner sielen, gegen Zahlung eines gewissen Reu- geldes, gewissermaßen einer„Einbrnchsprämie",»vicder zurück- erhalten kann, weil diese Papiere keinen Werth für die Ein- brecher haben. Dieselben verschmähen zivar nicht, aus den Kassenschränken der Bankiers auch Aktien, Koupons und hohe Geldscheine zu nehmen, da sie dafür immer wieder Verwendung fii»dcn und eventuell ihren Chefs respektive ihren Gesellschaf- ten die Einwechslung dieser Papiere überlassen; am liebsten nehmen sie aber baares Geld und in Jnivelenlädcn Gold u»id Brillanten. Das Gold wird sofort eingeschmolzen und ist in England und Frankreich leicht au den Mann zu bringen, da dort nicht die Kontrole bei»»» Goldverkaus existirt, wie in De»ltschland. Gestohlene Brillanten kann man ohne alle Gefahr»»» großen Masse»» in Amsterdain oder Autivcrpen absetze»»,»velche Orte die Hauptbörsenplätze für geschliffene und ungeschliffene Brillanten sind, und»vo Nie- wand nach der Herkunst von Brillante»» fragt, die z»l»n Kauf angeboten werden. Notorisch haben die großen interna- tionalen Diebsgesellschaften Agenten in Amsterdain, um den Verkauf der Dia»na»»ten und Edelsten»? möglichst vortheil- hcift zu besorgen. Jedenfalls mögen Inhaber von J»livelen- und Bank- geschästen vor diesen Gaunern gewarnt sein, deren Organi- sation»insere Polizeibehörden noch nicht vollständig kennen, zumal auch Material über die Persönlichkeiten fehlt, die als Emissäre aus Raub ausgeschickt werden. versuchter Nöthignng und Beleidigung ein,»velche straft WWtyiyuuy WIIV v».i/ das Schöffengericht mit einer G e f ä n g n i ß st r a f e v o n i dck v-W zehn T a g e n ahndete. Am dritten„, Gerichtsvollzieher bei dem Angeklagten eine Pfändung nehmen. Krüger machte dem Beamten gegenüber gelten»-, die Pfändung nicht gesetzlich sei, der Letztere»vollte diesen„ »vanv aber nicht als richtig anerkennen. Daraufließ derAiigeug sich zu der Bemerkung hinreißen:„Sie sind noch ein»unger Aiipf./ machen Sie es nurnichtwie der Gerichtsvollzieher K., derwegen e- Überschreitung entlassen»vorden ist. Ich werde mich beim A. richtcr Dr. Cohnstein beschweren, der»vird es Ihnen schon sorgen." Ter Gerichtsvollzieher ließ sich aber nicht emschnch 'andern vollzog die Pfändung. Krüger reichte auch sine fchiverde ein,»vurde aber abgeiviesen. In diesem Schnn.. hatte der Beschwerdeführer gesagt, daß das ganze Austreten Beamten den Eindruck eines Neulings gemacht habe._• hierin hatte das Schöffengericht eine Beleidigung gef»»-/ während in der vorerwähnten Aenßerung eine versuchte J»/ gnng und eine Beleidigung erblickt wurde. Die fünfte Beru>u S. Strafkammer des Landgerichts I gelangte gestern zu einer anoe„ Auffassung. Die in dem Schriftstücke beanstandetejAeußerung st» n- beleidigender Natur. Auch sei in der, dem Gerichtsvollzlehtt der Pfändung gemachten Drohung der Beschwerde eine NaW„ nicht zu finden, wohl aber in der Bemerkung, daß der«ea ein junger Anfänger sei. Hierfür sei auf eine Woche Gesang erkannt worden. „Dtirlehe,! an sichere Leute vemittelt Neanderstr. 23. Darlehnsuchende Schwindler haben a. keinen Erfolg." Diese Annonze erschien im vorigen£ wiederholt in den hiesigen Tagesblättern. Gestern wurde � Verfasser dieser Annonze der 3. Strafkammer des Landgerich vorgeführt, da fein Vermittlungsgeschäft selbst auf SclMn. beruht haben soll. Es war der Kominissionär Gustav Hfsw. W i l l n o»v und außer ihm hatte der Agent Carl Ludwig H"IL mann auf der Anklagebank Platz zu nehmen. Der Letztere. zunächst der Theilhaber des Darlehnsvermittlungs- Geschäft-.. zuletzt der alleinige Inhaber gewesen. Beide Angeklagten 0° erhebliche Zuchthausstrafen bereits hinter sich und hottt Staatsanwaltschaft eine Menge Belastungsmaterial zusainm, getragen, woraus sich ergeben sollte, daß die Angeklagten. vielen Fällen nur auf die Provision abgesehen hatten, wf. Z die Darlehnssucher zahlen mußten. Geldbcdürftige 1 ich infolge der Annonce in großer Zahl. fanden im Bureau freundliches Eiitgegenkommen und meisten Fällen wurde ihnen nach Klarlegung ihrer Verhalw� Gewährung ihres Wunsches in Aussicht gestellt. Vor Dingen mußten sie aber im Voraus eine Provision von st Deckung der Unkosten zahlen und einen Schein unterschw welcher in geschickter Fassung, aber schwerverständlicher iF eine Verzichtleistung auf jeden weiteren Anspruch seitens der». .......- �ällen sollen� »i lchnssucher enthielt. In den zur Anklage stehenden, Vfc»«i- j»»V*) W t\J••—-••(j-------- L>/ V», rtTi ypf Beschuldigten von vornherein garnicht die Absicht gehabt Häven," Geldsuchenden ein Darlehn zu verschaffen, sondern sie I w dieselben durch leere Versprechungen Hingehalten haben, � die Aermsten alle Hoffnung aufgaben. In anderen Fällen 1% die Beschuldigten den Geldsuchenden die Provision abgeiwnr haben, trotzdem die Letzteren auch nicht die geringste Si�" für ein Darlchn zu bieten vermochten»liid natürlich onw Geld erhielten. Der Angeklagte Willnow behauptete, daß er dgeschäfte abgewickelt und Geldmänner hinter sich er aber nicht nennen wolle, um sie nicht bloß zu WL, offmann war weniger skrupulös, er nannte ein Frärft, tauge und einen Herrn Cohn als seine ran ten. Die Beweisaufnahme war eine höchst uMlTO reiche und eingehende. Es wurde thatsüchlich erwiesen, daß f Angeklagten viele Darlehne beschafft hatten und der Gericht'. kam schließlich zu dem Ergebniß, daß für Willnow nur drei für Hoffmann nur ein Fall übrig bleiben, welche sich als trug kennzeickneten. Der Erstere wurde mit neun. der mit sechs Monaten Gefängniß belegt, jedem aber I' Monate auf die erlittene Untersuchungshaft angerechnet, Ü b» b» Ui ii» be ve % »Dl bei: da» olfi glc» büs bei, lag sich be», fön Erl Er. Arl rmi Z in») in»» «in sich zun, a siin, wü» seid Foi Wei %o nie, best Ell! kon, Bit und ü? Do» ritttr yewiffen priuzipirllci» Kedoutuug»vaf Anklage»vegen HausftiedensbrucheS, welche gestern vor der Strafkammer gegen den Bildhauergehiljen Max Wagner y handelt wurde. Es war zur Zeit der Ausstandsbewegung .Holzbildhauergehilfen; dieselben hatten beschlossen, nicht nur% die Möbelfabrik von Bfaff die Sperre zu verhängen, sondern o. bei allen denjenigen Meistern die Arbeit niederzulegen, wst für Pfaff weiter arbeiten würden. Der Angekl. Wagner zu denjenigen Personen, welche es übernommen hatten, die W stätten von Zeit zu Zeit daraufhin zu revidiren. So war auch in die Werkstatt eines Meisters gekommen, als letzterer n anwesend war und hatte sich Zutritt verschafft, indem er der' ircsenden Frau Meisterin erklärte, er wünsche nur mit einew Gesellen zu reden. Die kurze Anwesenheit genügte, un» Revisor zu zeigen, daß dort in der That für Pfaff gearb'.1 würde und die weitere Folge war die Einstellung...si Arbeit. J>» gleicher Weise war der Angeklagte in die Werst eines anderen Meisters gekommen, hier traf ihn aber_ letztere bei seiner Rückkehr fiioch vor und kompliinentirte ihn aus. In diesem Thatbestande hatte die Anklagebehörde e>, Hausfriedensbruch erblickt und, nachdem der Angeklagte\ Schöffengerichte freigesprochen worden war, hatte die Sta. anwaltschaft die Berufung eingelegt. Sie verttat auch u> Beruflingsinstanz den Standpunkt, daß in solchen» Eindringe» die Werkstätte eines Fremden zu einem solchen Zwecke ein u friedensbruch erblickt werden müsse, da dem Angeklagten be». sein mußte, daß ihm von den Inhabern der betreffenden chv statten unter den obwaltenden Umstünden gewiß nicht die laubniß zum Eintritt in die Arbeitsräume ertheilt werden w» Es würde doch sehr schlimm um die Arbeitgeber bestellt I � »venn es jeden» fremden Arbeiter gestattet sein sollte,»n UI; Eigenschaft eines„Revisors" in die Werkstätten zu kommen, j bei den Arbeitnehmern Unzufriedenheit gegen die Arbeitgeber � erregen. Die Berufungskammer schloß sich jedoch der Anficht. Vertheidigers Rechtsanivals Sachs dahin an, daß in tst L speziellen Falle der Angeklagte in dem guten Glauben sich.p funden habe, daß ihm der Zutritt zu den Werkstätten auch& stattet worden wäre, ivenn die Besitzer amvesend gewesen w*' Es erfolgte deshalb Freisprechung. % St« »eri t. Atzckeikevbwnregung In Salle ist der Streik der Steinsetzer, welcher an 6 WM gewährt hat, durch ein Nachgeben auf beiden Seiten be worden. Meister und Gesellen theilen sich in die stS-ßi Differenz von 5 Pf. derart, daß die Meister 2Vs Pf. Lohn IW Stunde zulegen. �, Londou, 31. Mai. In zwei großen Londoner Docks iedernm pinp innffpiifinftp 91vheitä#mfteIInna weaen©Tltlö'' wiederum eine massenhaste Arbeitseinstellung wegen En von zwanzig Dockarbeitern,»velche die ihnen aufgeu»»� Ladungsaufgabe verweigerten, weil andere Dockarbeiter eingestellt hatten. Morgen soll in dieser Veranlassung ein M». Meeting stättfinden. Sozial» Aebevstölzk »»9 gebrachte» Im Anschlnff an den von»»» o-3 �>-,» über de» Koiikrasttbruch drr Uttteriiehnier�sind�un� jtJI i{/t /ynoi ntlßf'.dJl einige Mittheilungen über die Verhältnisse in ver Kommerzienrath Herrn Bechstein zugegangen, die geeignet.A ein recht civeflpa Picht mtf hie.ftrtrmnnie»milchen jf»! 1%, � nur bieH=nirsm»M�%m, Arbeit»m Allgemeinen, und auf die so oft gepriefene Fürsoilfi last «Usc I ein nur *omi wäh geivi %% wel der El? der wir ein; »Uf Wen Heb, eint wir £ lebt Ulli tS' wt «in % fchl Uli £ S S £ wt hll! 29 I w 'S ietfe* Segsnüber seinen Arbeitern im Besonderen zu Derartige Eingriffe in die vertragsmäßige Rechte des Ar- ilterz find in der betreffende» Fabrik durchaus nlcht» neue-. bei allen großen ck)ristlichen Feiertagen wird ein ähnlicher J,?* bekannt gemacht, der, je nachdem es dem Herrn Rath ge- ../«.eine längere oder kürzere Verdienstlosigkelt den Arbeitern .... vvcr rurzere �eroitiiiuuiiaicu Äeflt5. unb dies, wohlgemerkt, nicht etwa nach einer Ruck. spräche mit den Arbeitern: die, verden nicht gefragt, ob sie durch Me Unterbrechnngen der Arbeit zurückkoimnen. sondern aus Swer Machtvollkommenheit ergehen derartige Bekanntmachungen. ZSMK-MWZtz �rath einmal Älachfrage bei seinen Arbeitern gehalten- frei- Arbeiter handeln, dann wie sie darüber denken._ y,r...... WWLWMs anverer Meinung geworden. Wollte der Herr, m �mne 121 Leiter handeln, dann müßte er auch die Arbeiter erst HJ�N, nne sie bdrühpr bpnfpn UM sie ftiivnnrüt ,®,ne Versammlung wurde einberufen, die, trotzdem �escfillik L?- Mann, denn doch zu Ende tagte und in welcher der bsitern den Herrn Rath zn bitten, seinen Ar- oer-icht-�» al§ Feiertag frei zu geben. Die Arbeiter den Feiertag, als ihnen nach Rücksprache mit den de» Herrn Bechstein(seinen beiden Söhnen) erklärt wurde Aethszahlung. Mehrheit der Zlr � WWWWWW» WM geschlossen; aber »If.' �ch. gleich die ganze Woche." Die Arbeiter verzichteten olm,&' die Feier mit der ausdrücklichen Motivirnng:„wir dük°»"ich' im Stande zu sein, den Lohn für diese Zeit ein- den n»»u können. Jetzt freilich müssen die Arbeiter auf 4 Tage tan«» venf einbüßen und noch dazu so kurz nach den Feier� unmittelbar vor der Mi«'' Ritn noch einen Fall: li-s>- wenigen Wochen gab es in der Fabrik eine wöchent- xZ Abschlagszahlung(Kostgeld) von 15 M. Die Arbeiter glaubten, kön» Gestellten Ansprüchen damit nicht mehr genügen zu (w.l?n- Unterschriften wurden gesammelt und um eine höhung des Kostgeldes auf 20 M. gebeten.„Nach reiflicher � wagung werden jetzt 18 M. gezahlt, aber nur an diejenigen 'oelche auch im Durchschnitt einen solchen Verdienst er- - können. Was pasürt aber jetzt V Alle Arbeiter, die man ß%d im Verdacht hat, sie könnten für den 1. Mai oder für die i, �ohung des Kostgeldes eingetreten sein, sie werden als Hetzer »H,. dfet hinausgemaßregelt; Hetzer und Wühler, wenn man ei» Feiertag oder um die Erhöhung des Kostgeldes bittet; f.? Z/ichen der Humanität, auf die der Herr Bechstein so oft für Äspruch erhebt. �erdings tragen die Arbeiter der genannten Fabrik selbst ,"sSroßeu Theil Schuld daran, daß die Zustände sich soweit , sichlechtern konnten. Würden sie Gründen zugänglich sein, sie Iii. J'ch kängst einer Organisation angeschlossen, sie würden JV'Gft Schulter an Schulter mit den Wühlern kämpfen, und sie uroen sich jedenfalls nicht schlechter dabei stehen. ... Trotzdem Ihr Arbeiter am I. Mai so hübsch artig gewesen WO. trotzdem verschließt man Euch die Fabrik. Wegen des üorn.erstreiks will Euer Fabrikherr den Betrieb— d. h. Euern �erdienst— einschränken, und doch stellt er wieder eine neue -säaschine auf(Sägeschärfemaschine), durch welche von neuem Anschliche Arbeitskräfte überflüssig werden. Solange Ihr Ar- weiter alles, was von, Fabrikanten kommt, widerspruchslos über ®"ch ergehen laßt, so lange ist Euer Fabrikherr human; aber «mint nur mit der kleinsten— nicht einnial Forderung, nur Bttte— und Euer Fabrilherr zeigt Euch seine Zähne wie jeder ßttdere Kapitalist. Darum Ihr Arbeiter auch der Bechstein'schen stabnk, schließt Euch einer Organisation an, und sorgt dafür, daß '« durch Maßregelungen leer gewordenen Plätze wieder von Wühlern besetzt werden. „ An alle Kellner und Kernfsgenossen Deutschland»: Kollegen! Jedem unter Euch sind die Mißstände in unserm chtand offenoar; das Trinkgeldunwese», Kost und Logis, Arbeits- Ermittelung sind eben so viele offene Wunden unseres Standes, jren Heilung je schwieriger wird, je länger wir mit geschlossenen Suen diesen theilweife himmelschreienden Zuständen gegenüber I chen. Und als Hauptjache: Was erhalten wir für unsere kolossal wig ausgedehnte' Arbeitsleistung für einen Loh», den, per Stunde �gerechnet, wir den deutschen Arbeitern nicht mittheilen können, chne daß uns die Schamröthe ins Gesicht steigt! Kollegen! Wie Jfliern wir's? Etwa, daß wir warten, bis uns die gebratenen "üben in den Mund fliegen? Oder daß unsere Herren Chefs " Einsehen haben? Nun, da können wir lange warten! Nein, .nr aus unseren eigenen Reihen heraus kann die Besserung .Jbmen. Nur durch Erkenne» unserer Klassentage und durch bc- . RWes Eintreten in die deutsche'Arbeiterbewegung auf gesetzlich Uns.oistetem Boden des§ 152 der Gewerbeordnung kann es %,S gelingen, wenn auch keine endgültige Besserung, so doch eine ."wehr zu errichten gegen die Ausbeutung, der wir heute mora- ? und physisch unterliege» müssen. Ja, moralifch auch! Denn icher Stand ist folchen sittlichen Gefahren ausgesetzt, wie gerade Kellnerstand? Welcher Stand ist so durchsetzt mit gefallenen .'fMenten(eine Folge der furchtbar gedrückten Lage), wie v,.«nsrige? Fern ist es von uns, die mißleiteten Opfer Sli« Zustände für dieselben verantwortlich zu machen! im» wir die Ursachen dieses Elends beseitigen, wenn euien festen Stundenlohn, eine geregelte Arbeitszeit, „,,; 3 Arbeitsnachweis in unseren Ständen erringen, wenn wir »jKoft und Logis Verzicht leisten und uns wirthschaftlich "tacken' x""' Verzicht leisten und uns wirthschaftlich mündig heben t' Ist werden wir unseren Stand auch sittlich und moralisch einei, Qllf unsere Arbeitgeber! In festgeschlossenen Ver- biittkr'ftl v zusammen, Alle Errnngenschasten, die der Gast- erlänipft hat, hätte der Einzelne nie errungen! linse»"ch daran ein Muster. Nur Einigkeit macht stark! jede» Sß oben ist deshalb ein solches, das die Anerkennung eines Muß �"nschenfreundes und dessen eifrigste Förderung finden ■ Aur iitifpr»,-(Spitp ti> hie Menschlichkeit, die Gerechtigkeit! �..... und dessen eifrigste Förderung finden ?ou>it unserer Seite ist die Menschlichkeit, die Gerechtigkeit! überall i Z Q!1 Euch der Ruf: Organisirt Euch! Gründet Vereine ,,, Tretet mit uns in Korrespondenz und in kurzer Zeit titsin,,,,. J das erreicht haben, wonach ivir streben: Eine Ver- dor deutschen Kellner. Im Auftrage des Vereins der kchlaa i'"O Vcrufsgenoiseii Hamburgs: Mit Gruß und Hand- Und?,,•£• Hoffmeyer, Adolfstraße 14, Haus 11 I. Altona. Briese a,'??en ffud an obige Adresse zu senden. %ie Arbeite? und Arbeiterinnen Deutschlands! "Ptfrirfir j, dereits bekannt, ist der Ausstand in Gera , üinL* beendigt, nnd zwar vornehmlich aus deur ">'llen ,K>eil der hiesige Stadtrath die Geldsamm- verbot und auch von auswärts die Unterstützungs- "-.....''..... t..... KS'W daß infolge dessen - w. t vi' n>ek»" Humanität oer«».<->. v»—.........-. nacht vom iriken und überall mit dem Vermerk abgespeist wurden:„Für %%. Es ist in einer V' 'ocirpst lonstatirt worden, der Ge- ----____ CJ. VS.'st rn einer Versanuillung der Geniaßregelten voin daß einige derselben in 20 Fabriken ' mitrhßn:„Für nachdem bj'"Ust ver,'!�. angefangen hatten, zu aroeiwi,. v-.».. m � die Herren eine Liste besitzen, nach kteflekh.. 9en vorgenommen werden. Die Zahl i m Ferne�trägt ungefähr 150. t-Ie» m.0 stnd ungefähr 40 Strafniandate erfolgt wegen unbe- ec 80o �chnuneln und sonstigen Uebertretungen, nach welchen -ucar! zu bezahlen sind. Da nun auch die Greizer knd, UN- Kollegen sich noch im Streik befinden, so ist es jedenfalls noth- wendig, noch vorhandene Gelder schleunigst an das unterzeichnete Komitee zu senden resp. wo möglich noch zu sammeln. Die Greizer Kollegen benöthigen dringend Geld und sind wir erbötig, denselben an uns gelangende Gelder sofort zu übermitteln. Das Komitee der ausgesperrten Weber Gera's. I. A.: Max Seidel. — Alle Sendungen an Emil Vogel, Gera, Reuß, Karlstraße 1. Metallarbriter- Kougrrk?» Weimar. Fünfter Ver- Handlungstag. Schlußbericht. In Bezug auf die Organisations- frage nnnmt der Kongreß folgende Resolution an:„Durch- orungen von der Ueberzeugung, daß die Arbeiter nicht im Stande sind, durch die gewerkschaftliche Organisation ihre Lage dutc' greifend und auf die Dauer zu verbessern, ist sich der Kongrl dennoch bewußt, daß die geiverkschaftliche Organisation' beitern ein Mittel bietet, ihre materielle Lage zeitweise i ihre Aufklärung zu fördern und sie zum Bewußtsein ihrer läge zu bringen. Der Kongreß erklärt es deshalb für di aller Metallarbeiter, sich den bestehenden Metallarbeiter sationen anzuschließen, und wo solche nicht vorhanden I verzüglich Organisationen zu gründen. Als die zweckmäßigste Organisation erachtet der Kongreß im Prinzip die Zentralisation und erkennt deshalb die bestehenden Zentralisationen an, sieht jedoch mit Rücksicht auf die gesetzlichen und politischen Verhält- nisse von der Gründung einer weiteren Zentralisation zur Zeit ab. Er empfiehlt vielmehr die Förderung und Gründung lokaler Organisationen mit der Maßgabe, daß sowohl Branchen-(allgemeine Metallarbeiter-) als auch Fachorganisationen, je nach den örtlichen Verhältnissen, für zweck- entsprechend zu erachten sind. Zur Betreibung einer regen und geregelten Organisation ernennt der Kongreß für folgende Berufs- gruppen je einen Vertrauensmann: 1. der Schlosser nnd Ma- schinenbauer, 2. der Schmiede, 3. der Klempner, 4. der Eisen- und Metallgießer, 5. der Feilenhauer, 6. der sonstigen Metallarbeiter, und erwartet, daß die Arbeiter einer jeden dieser Gruppen ihrem Vertrauensmann volles Vertrauen entgegenbringen und ihn zur Erreichung des vorgenannten Zweckes thatkräftig unterstützen. Zur Unterstützung der Vertrauensmänner empfiehlt der Kongreß, in den einzelnen Provinzen Vezirksvertrauensmänner aufzustellen, welche die Agitation in den speziellen Bezirken zu betreiben haben und von den Gewerksgenossen an den einzelnen Orten zu wählen sind. Von der Wahl der einzelnen Bezirksvertrauensleute ist den Vertrauensmännern der einzelnen Branchen Kenntniß zu geben. Der Kongreß überträgt den Vertrauensmännern die Pflicht, energisch die Interessen sämmtlicher Metallarbeiter, namentlich auch bei Arbeitseinstellungen und Ausschlüssen, zu vertreten und erwartet, daß die Metallarbeiter den zu diesem Zwecke getroffenen Anordnungen der Vertrauensmänner möglichst Folge leisten. Der Kongreß spricht den Wunsch ans, daß an allen Orten, wo Vran- che» und allgemeine Metallarbeiter-Vereine bestehen, die Vereine in allen Fragen ein einheitliches Vorgehen beobachten." Punkt 9 der Tagesordnung,„Oraanfrage", fand dadurch seine Erledigung, daß der Kongreß die„Metallarbeiter-Zeitung" auch fernerhin als offizielles Organ für die deutschen Metallarbeiter anerkannte. Der 11. Punkt der Tagesordnung,„Wandcrunterstützuug", wurde durch die Annahme folgender Resolution erledigt: „Der Kongreß empfiehlt den organisirten Metallarbeitern, welche keiner Zentralorganisation angehören, die Unterstütznng der reisenden Kollegen dahin zu regeln, daß sie nur an solche Metallarbeiter Unterstützung leisten, welche mindestens 3 Monate einem Verein der Metallarbeiter-Branchen angehören. Auf Metall- arbeiter, welche durch Streiks, Maßregelungen und Aussperrun- gen gezwungen sind abzureisen, findet diese Bestimmung keine An- wendung, wenn der Betreffende diesbezügliche Legitimations- papiers vorlegen kann. Wo mehrere Vereine bestehen, hat sich der Zugereiste an den Verein, welcher für seine Gewerkschaft vorhanden ist, zu wenden. Die Unterstützung ist im Mitgliedsbuch zu quittiren. An Vereins- Mitglieder, welche sich nicht ordnungsmäßig beim Vorstand ihres Vereins abgemeldet haben, wird keine Unterstützung ge- leistet." Zu Punkt 12 der Tagesordnung,„Arbeitsnachweis und Herbergswesen", werden folgende Resolutionen angenommen: „Der Kongreß erblickt im Arbeitsnachweis ein kräftiges Mittel zur Förderung der Arbeiterinteressen, und fordert derselbe alle Metallarbeiter auf, an solchen Orten, an denen sich bereits Arbeitsnachweise befinden, die von Arbeitern geleitet werden, nur diese zu benützen, und wo solche nicht vorhanden sind, unverzüg- lich solche einzurichten. Die Arbeitsnachweise sind, wenn möglich im Einverständniß mit den Unternehmern, dergestalt zu Hand- haben, daß letztere eine Kontrole über dieselbe auszuüben be- rechtigt sind. Wo die örtlichen Verhältnisse es nicht zweckmäßig erscheinen lassen, einen allgemeinen Arbeitsnachweis zu errichten, empfiehlt der Kongreß Branchen-Arbeitsnachweise. Bezüglich des He rbergs wesens empfiehlt der Kongreß, an solchen Orten, wo die Errichtung eigener Herbergen nicht möglich ist, dafür zu sorgen, daß den reisenden Kollegen preiswürdige und saubere Logis zur Verfügung stehen, und sind die reisenden Kollegen verpflichtet, diese Lokale zu be- nutzen. Wo immer die Möglichkeit vorhanden ist, soll das Ver- kehrslokal mit der Herberge in Verbindung stehen." Zu Punkt 13 der Tagesordnung:„Gesetzliche Sicherstellung des Koalitionsrechts der Arbeiter", nimmt der Kongreß folgende Resolution an:„In Anbetracht, daß der§ 152 der R.-G.-O. den Arbeitern zur Verbesserung ihrer geiverblichen Lage gestattet, Vereinigungen zn bilden, die verschiedenen deutschen Vereinsgesetze diese durch Reichsgesetz gewährleistete Koalitionsfreiheit aber illu- forisch machen, fordert der Kongreß die Metallarbeiter Deutsch- lands auf, mit aller Energie für das Zustandekomnien eines all- gemeinen deutschen Vereinsgesetzes iin Sinne des von der sozialdemokratischen Fraktion an den Reichstag gelangten Arbeiter- schutz-Gesetzentwnrfs einzutreten. Bezüglich der Frauenarbeit in der Metallindustrie empfieht der Kongreß, überall da, wo es nöthig erscheint, Frauen- Organisationen zu gründen. Was die Gewährleistung von Schutz in sittlicher Beziehung betrifft, erklärt sich der Kongreß mit den diesbezüglichen Paragraphen des Arbeiterschutz-Gesetzentwurfes der sozialdemokratischen Fraktion einverstanden." Zu den von Stettiner Unternehmern vorgeschlagenen Knebelungsversuchen der Arbeiter nimmt der Kongreß durch An- nähme folgender Resolution Stellung: „Der im Mai 1890 zu Weimar tagende Kongreß sämmtlicher Metallarbeiter Deutschlands, erklärt das Vorgehen des Komitees der freien Vereinigung der Arbeitgeber, Sitz Stettin, als unge- setzliche Verrufserklärung, als Vereinigung zur Vernichtung des Koalitionsrechtes der Arbeiter, und erwartet von den Behörden, daß dieselben hiergegen einschreiten, und den bestehenden Gesetzen Achtung verschaffen werden." Der 14. Punkt der Tagesordnung:„Arbeiterschutz-Gesetz- gebung" wird durch Annahme folgender Resolution erledigt: „Die Forderung eines wirksamen Arbeiterschutzgesetzes ent- spricht nicht nur den Wünschen der Arbeiter, sondern sie ist auch in der menschlichen Natur begründet. Die Erfüllung dieser Forderung ist nicht nur durch dieHuumnitätgeboten, sondern auch die Pflichteines jeden Staates, der seine vornehmste Aufgabe darin erblickt das Wohlergehen aller seiner Angehörigen zu schützen und n, fördern. Der Kongreß erklärt sich deshalb mit den bezüglichen Beschlüssen des Pariser Arbeiterkongresses einverstanden nnd for- dert alle Metallarbeiter auf, unermüdlich für die Verwirklichung dieser Forderung einzutreten und ihre Durchführung zu über- wachen." Außerdem fordert der Kongreß alle Metallarbeiter, welche bezüglich ihrer Organisation noch auf zünftlerischem Boden stehen, auf, diesen Weg zu verlassen und sich zeitgemäßen Organisationen SiT'S«=!,% SÄ»ÄTÄÄ» Segitz, daß den immer mehr überhand nehme, che» Verbanden W Unternehmer gegenüber die Arbeiter verpflichtet seien, die alte Mahnung von Marx wahr zu machen:„Proletarier aller Länder,, vereinigt Euch", und schließt mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die Arbeiterbewegung Abends 8 Uhr den Kongreß. Königsberg i. Dr., 2. Juni. Heute ist hier ein allgemeiner Streck der Bottchergesellen ausgebrochen. VerIÄnrmluirge»t. Die freie Vereinigung der Maurer Kerlino und xlmgegend hatte für den 1. d. M.(Sonntag Vormittag) eine öffentliche Generalversammlung nach Orjchel's Salon einberufen, welche zu der Hoffnung berechtigte, daß die Maurerbewegung nach Pfingsten wieder lebhafter in Fluß kommen werde, denn die Ver- sammlung war derartig rege besucht, daß der Wunsch laut wurde,. zur nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung, welche eine wichtige Tagesordnung zu erledigen haben wird und zu der auch die Herren Poliere besonders eingeladen werden sollen, die aber der heute(Dienstag) Abend stattfindenden drei großen öffent- lichen Maurerversammlungen wegen nicht am kommenden Donnerstage, sondern ausnahmsweise am Dienstag, den 10. dieses Monats stattfindet, ein geräumigeres Lokal zu wählen; auch ließen sich in dieser Versammlung allein 50 neue Mitglieder in die freie Vereinigung aufnehmen. Dieselbe beschäf- Gründung einesAgitations- und Unter st ützungs- fonds, welcher geeignet sein solle, die die einheitliche Organi- sation hemmenden und die Kräfte zersplitternden Unterstützungs- vereine zu beseitigen bezw. zu ersetzen, den Mitgliedern der freien Vereinigung mehr zu bieten und die Indifferenten mehr an die Organisation heranzuziehen. Der Vater dieses Gedankens war der Vorsitzende, Herr Wernau, welcher mit allen Kräften und Mitteln darnach trebt, die Organisation groß und starkzumachen und die Lage der Bern skollegenzuverbessern. Herr Wernau unterbreitete daher derGenera Versammlung zur Berathung nachstehenden Antrag: Die Versammlung beschließt: Es wird ein Agitations- und Unterstützungs-Fonds ge- gründet, zu welchem ein jedes Mitglied des Vereins 20 Pf., pro Monat z» entrichten hat. Die Quittirung erfolgt gleich den Monatsbeiträgen mittelst Quittungs-Marken. Dieser Fonds wird verwandt: a) zur Agitation betreffs Ausbreitung des Vereins durch Aufrufe, Flugblätter ec. b) Zur Unter st ützung bei Arbeitslosigkeit und zwar er- erhält, ivenn ein Mitglieo 3 Wochen hintereinander arbeits- los ist, der Verheirathete 16 M., der Unverheirathete 12 M. einmalige Unterstützung. Dieser Unterstützung kann jedoch ein Mitglied nur drei Mal im Jahre theilhaftig werden. <0 bei Krankhecks- und Unglücksfällen: Mitglieder, welche in letzteren Fällen Unterstützung beanspruchen, haben dieses dem Vorsitzenden mindestens 2 Tage vor einer ordentlichen Mitglieder-Versannnlung an» zuzeigen, und sind nur ordentliche Mitglieder- Versamm- lnngen kompetent, die„Höhe" der zu bewilligende« Gelder zu bestimmen. Mitglieder, welche die Unterstützung bei Arbeitslosigkeit— unter den alinea b., Absatz 1 enthaltenen Bedingungen erhalten wollen, haben sich täglich innerhalb der Geschäftsstunden im Ber» kehrskokal. Neue Friedrich- und Rosenstraßen-Ecke, Restaurant Kuhlmay, zu melden, behufs Abstempelung einer diesbezüglichen- Karte. Dieser Antrag wurde zwar mit der ihm gebührenden Auer- kennung aufgenommen, doch wurden in der sehr langen und ein» gehenden Berathung, an der ein Hamburger Kollege, sowie de» P itzer Herr Buchholz ebenfalls theilnahmen, auch sehr gewichtige' Bedenken erhoben. Zunächst wurden die zu zahlenden Beitrüge und die zu zahlenden Unterstützungen nach den im Antrage vor» bezeichneten Normen als nicht im Einklang stehend und mit ein» ander unvereinbar bezeichnet und wurde dafür gehalten, daß un- bedingt eine wechselseitige Erhöhung oder Erniedrigung Platz greifen müssen. Zum zweiten— und dieS war der gewrchtigste Einspruch— wurde die Arbeitslosenunterstützung als gänzlich undurchführbar erachtet und dieser Passus aus dem Antrage gänzlich entfernt zu sehe» gewünscht. Diese praktischen Eriva- gungen hatten denn auch die Majorität für sich, der Antrag wurde zur entsprechenden Umgestaltung und nochmaligen Vorlage in der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung schließlich an Herrn Wernau zurückverwiesen. Damit war der wesentlichste Theil der Tagesordnung erledigt— die Abrechnung vom statt- gehabten Vergnügen wurde vertagt— und schloß die Versamm-' lung mit einem dreifachen Hoch aus die sich neubelebende Berliner Maurerbewegung. Gin» Genoralversammlnng de» Fachverein» der Metallschranden-, Faxondreher nnd Kernfsgenossen, Krrlin» fand am Sonntag, den 1. Juni, in Doberstein's Re- staurant, Mariannenstraße 31/32, statt. Die Tagesordnung lautete: 1. Vortrag über Arbeiterschutzgesetze und wie begegnen wir der Koalition der Unternehmer? 2. Diskussion. 3. Der Stand unserer Lohnbewegung. 4. Wahl eines Rendanten. 3. Verschiedenes. Zu Punkt 1 referirte Kollege Hirsch. Redner erwähnte die jüngsten Reichstagsverhandlungen, in welchen Arbeiterschutzgesetze eingebracht sind, jedoch den vorausgesetzten Erwartungen nicht entsprachen. Bezüglich des§ 153 der Gewerbeordnung bemerkte Redner, daß dieser Paragraph voll und ganz bei den Fabrikanten, welche unsere Kollegen ausgesperrt haben, in Anwendung gebracht werden könnte, jedoch fände sich hierzu kein Staatsanwalt. Ueber- gehend zu der Koalition der Unternehmer brachte Redner die Schlosser Hamburgs in Erinnerung, von welchen ebenfalls, wie bei uns, verlangt wird, daß sie aus der Organisation ausscheiden. Um der Koalition der Unternehmer ent- gegentreten zu können, ist es Pflicht eines icden Kollegen, für die Stärkung der Organisation einzutreten. Ebenfalls müssen die Streiks an verschiedenen Orten gleichzeitig verhindert werden, um die Kollegen, welchen der Kampf aufge- drangen wird, nach besten Kräften zu unterstützen. Nachdem noch die Kollegen Treuherz und Stabernack die Fabrikordnung des Reichstagsabgeordneten Stumm einer gerechten Kritik unterzogen, wurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heutige Versammlung erachtet den Ausschluß der Hamburger Schlosser und Werstarbeiter, weil dieselben von ihren» Recht als Staats- bürger Gebrauch machend, sich einer gesetzlich erlaubten Vereint- gung z»lr Errichtung günstigerer Lohn- und Arbeitsbedingungen angeschlossen haben, und sich nunmehr weigern auf Verlangen der Fabrikanten ohne Weiteres aus der Organisation auszutreten, für eine»viderrechtliche Vergewaltigung der Arbeiter resp. eine neue Form der Sklaverei ui»d es sei daher beschlossen: Die Hamburger Ausgeschlossenen mir allen möglichen Mitteln zu unterstützen u»t) zwar durch: a. Aufbringung von Mitteln zur Organisirung eines thatkräftigen Wiederstandes, b. Fernhaltung jeden Zuzuges." o. Möglichste Vermeidung von Streiks in allen übrigen Städten, Deutschlands während der Dauer des Ausstandes vo>» Hamburg. Zum 2. Punkt berichtete Kollege Stabernack über den Stand unserer Lohnbewegung. Redner führte an, daß es jetzt nur eine Ruhe vor dem Sturin sei, für uns giebt es nur eine Frage, wie wir die Gemaßregelten unterstützen. Da auf unsere Kollegen wenig zu rechnen ist, wurde beschlossen, einen Aufruf im„Berliner Volksblatt zu erlassen, in welchem die nöthige Motivirnng enthalten ist, um so die Gemaßregelten dem Hunger nicht zu über- liefern und die eigenen Kollegen zu kennzeichnen. Ein Antrag, sämmtliche Listen und Bons, welche bis zum 31. Mai ausgegeben sind, behufs Revision einzufordern und neue Listen auszugeben, wurde einstimmig �angenommen' Zum 4. Punkt wurde Kollege Thate einstimmig als Kassirer gewählt. Als Revisor wurde Kollege Sauerbaum gewählt. Mit einem Hoch auf die inter- nationale Arbeiterbewegung wurde die Versammlung geschlossen. Der Allgemeine Metallarbeiter-Uerein hielt am Mon- tag, den 19. Mai, eine außerordentliche Generalversammlung ab. Zuerst gelangte der von der Generalversammlung vertagte Antrag des Vorstandes, für den 1. Vorsitzenden 20 M. Vergütigung, für den 1. Kassirer 20 M. und für den 2. Kassirer 10 M. Mankogelder pro Monat zu bewilligen, zur Verhandlung. Nach sehr animirter Debatte über diesen Punkt, wurde der Antrag init allen gegen 15 Stiinmen angenommen und beschlossen, die Vergütigung resp. Mankogelder vom 1. Juni ab zu zahlen. Hierauf wurde chie Wahl des Kollegen Sck)euer zum Bevollmächtigten, des Kollegen Dtlchateau zum Kassirer und des Kollegen Neuhoff, sämmtlich für Tegel-Reinickendorf, von der Versammlung bestätigt. Das Gleiche geschah in Betreff der Wahl des Kollegen Kachler zum Hilfskassirer für den Süden. Unter Verschiedenem stellt Kollege Wegner fol- genden Antrag: Da der Beschluß der öffentlichen allgemeinen Metallarbeiter-Versammlnna, welche bei Lips(Friedrichshain) am 7. Mai stattfand, von den Fachvereinen der Schlosser, Klempner, Schleifer:c. umgestoßen worden ist, so mögedie heutige Versammlung des Allgemeinen Metallarbeiter- Vereins beschließen, daß nur Mitglieder des Vereins fernerhin unterstützt werden. Kollege Hartmann wendet sich aus dein Grunde gegen den Antrag, weil die heutige Versammlung nicht kompetent sei, einen in einer öffentlichen Metallarbeiter- Versannnlung gefaßten Be- schluß unizustoßen. Man solle nickst in denselben Fehler ver- fallen und Beschlüsse der Allgemeinheit einfach durch Vereins- beschlüsse illusorisch machen. Kollege Klein spricht ebenfalls sein Bedauern darüber aus, daß die Schlosser, Klempner ec. derartig vorgegangen sind und selbstständig Listen ausgegeben haben. Dieselben haben nur dadurch erreicht, daß hier wie dort nichts einkommt. So sind von den in der ersten Woche zur Auszahlung gelangten 8000 M. seitens des Vereins nur ca. 500 M. ans Listen eingekommen.— Gegenwärtig bis jetzt von über 6500 M. nur 1664 M.—(Anmerkung des Verfassers.) Der Antrag wird abgelehnt. Folgender vom Kollegen Schräder gestellter Antrag gelangt dagegen einstimmig zur Annahme: Die heutige Generalversammlung beschließt, die Mitglieder derjenigen Organisationen, nvelche jetzt die Unterstützung ihrer Mitglieder in die Hand nehmen, aufzusordern, die an dieselben gezahlten Beträge zurück- zuzahlen. Nachdem noch darauf aufmerksam gemacht worden ivar, daß heute bei Friester, Jnhaher Heegewaldt, Ritterstr. 46, ein Streik ausgebrochen ist und vor Zuzug nach dort gewarnt wird, schließt die Versammlung um 12Vl Uhr.(Verspätet.) In Schmargendorf fand am Freitag, den SO. Mai, eine äußerst zahlreich besuchte öffentliche Volksversamnilung statt. Der erste Punkt der Tagesordnung:„Die internationale Arbeiterschuy- Gesetzgebung", blieb leider unerledigt, da der Referent, Herr Buchdrucker Wilhelm Werner, nicht erschienen war, und trotz der eifrigsten Bemühungen einiger Genossen, ein anderer Redner nicht zu haben war. Die Versammlung beschäftigte sich deshalb zu- nächst mit dem dritten Punkt der Tagesordnung„Verschiedenes" und nahm zwei Resolutionen an, deren erste die Genossen auf- forderte, mir das Lokal des Herrn Kübler zu besuchen, da dieser hier der einzige Wirth ist, welcher seinen Saal zu Versamm- lungen der Arbeiter hergiebt; die zweite Resolution, welche die Arbeiter aufforderte, den Genuß des Bairischen Bieres so viel als thunlich zu vermeiden, um die streikenden Brauer in ihren ge- rechten Forderungen zu unterstützen, wurde, wie die erste, ein- stinim'.g angenommen. Nachdem noch eine aus drei Personen be stehende Lokalkommission für Schmargendorf gewählt ivurde, schloß die Versammlung(die erste hier am Orte), und unter be- geisterten Hochrufen aus die Sozialdemokratie verließen die Theil- nehmer den Saal. Achtung! Schlosser, Maschinenbauarbeiter! Große öffentliche lÜersammlung der Schlosser und Maschinenbauarbeiter Berlins .und Umgegend am Donnerstag, den 5. Juni, Abends 8 Uhr, im Königstadt-Kasino, Holzmarkstr. 72. Tagesordnung: 1. Berichterstattung der Delegirten vom Metallarbeiterkongreß zu Weimar. 2. Diskusston. 8. Das Vorgehen der Eisenindustriellen Hamburgs gegen die Organisation der Arbeiter. 4. Verschiedenes. Kollegen! Da die Tagesordnung eine wichtige, für uns und unsere Organi- sation, infolge der Aussperrung der Schlosser und Maschinenbau- arbeiter Hamburgs, eine bedeutsame ist, muß es Pflicht jedes Kollegen sein, in dieser Versammlung zu erscheinen, sowie nach Kräften dafür Sorge zu tragen, daß die uns noch fernstehenden Kollegen hierzu zahlreich erscheinen. Da es uns bei der Kürze der Zeit nicht möglich war, zum Mittwoch ein größeres Lokal zu erhalten, muß es um so mehr Ehrensache eines Jeden sein, die Versainmlung zu besuchen. Kollegen! Da auch an uns eines Tages- diese Frage herantreten kann, so müssen wir dem gegenüber ge- rüstet dastehn, darum jeder auf dem Platze! Beitrittserklärungen zum Fachverein für Schlosser und Maschinenbauarbeiter Berlins und Umgegend können in dieser Versammlung erfolgen. Urtier die Frage der Schliestung kaufmännischer Geschäfte am Sonntag Nachmittag findet heute, Dienstag, den 3. Juni er., Abends 9 Uhr, in Breuer's Lokal, Große Frank- urterstr. 74, eine Versammlung der Interessenten aus 0. und NO. statt. Es betrifft diese Versammlung hauptsächlich die Herren- Garderobenbranche. Wie uns mitgetheilt wird, haben bereits eine große Anzahl von Prinzipalen ihre Zustimmung gegeben. Nur weigern sich noch einige wenige Kaufleute aus Furcht, daß ie irgend Etwas versäumen könnten. Wenn es nicht gelingt, diese Leute in der Versammlung eines Besseren zu belehren, so wird es Sache des Publikums sein, bei eventuellen Einkäufen auf diese Herren den nöthigen Einfluß auszuüben, indem sich die Käufer in den Wochentagen nach denjenigen Geschäften bemühen, die Sonntags geschlossen haben. Ne»«insv«rfai»Ml»ns der Filiale 3(Ost) der deutschen Maler, Anstreicher und verwandte» Berufsgenossen am Dienstag, den 3. Fum," 8,i Uhr, bei Henke, Blumenstr. 38.... linMif jao N»rgttiig»ng»Ieo»,ite» der Ztereinigung der Vrecheler S». � lands(Ortsverwaltungen i— 7) wird ersucht, sich am Mittwoch, den Abends 8% Uhr. bei Eründel, Dresdenerstr. U6, einzufinden. Ze»tral-Kra»k»n-»nd Sterbekaste de» Deutschen se«»",... Kunde»(E. H.) Verwaltungsstelle Verlin. Heute, AbendS s Uhr, mi„ � rant Weist, Aiexanderstr. 31: Mitglieder- und Verivaltungs-Versammum» � Gesang-. Snrn- und gesellige Uerrine am Dienstag, ifesang, „lSutenberg" Abends si Uhr im Restaurant Ouandt, Stralanerstram.. Gesangverein„Alpenglühen" Abends o Uhr im Restaurant Hildebrandt, r«w; straste 97.— Schäfer'scher„Gesangverein der Elfer" Abends o Uhr di> mo— STOrtmtotvtPimmnergitt..(Sflt"'1 und Krüger, Stolitzerstr. 126, Gesang.- Mänuergesangverem„e? Abends 9 Uhr im Restaranl Firk, Kottbuserstrafie 22.— weians Bouvardia"(Männerchor) Abends 8% Uhr im Restaurant sorterstraße 15.— Männergesangverein„Eteinnelke" AbendS s Uhr w rant Schulz, Stettinerstraße 33-57.- Gesangverein„Harmonie Uhr in Reukam's Bierhaus, Große Franlsurterstr«- Manne» rein„Echo ll" Abends s Uhr im Restaurant Drillhose. Rosenthalernr. �. — Gesangverein„Sängerhain" Abends s Uhr im Restaurant na i � Grenadierplah 7.— Gesangverein„Bruderherz" Uedungsuunde Av,„m„iz 9�—1 1!( Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder.— Gesangverein"�j,anntr Itoiii-legctr, Helfer und Serussgenoisen gerillt# und ZluigeSetid. Große osseniliche Versammlung am Mittwoch, den 1. Juni, Abends 8 Uhr, in Feuersteiu's Lolal, Alte Jakobstr. 73. Tagesordnung: I. Bericht des Delegtr- len vom Weimarer Metallarbeiter-Kongreß. 2. Wie stellen sich die Rohrleger und Berufsgenossen zu den Massenaussperrungen der Metallarbeiter Harn- burgs f 3. Wie stellen sich die Rohrleger zu einer Strcil-Konlrollommission? i. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen Ist es Ehrensache eines jeden Rohrlegers und Berufsgenossen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Agitationslommissto». Zur Keachtniig für Tabakarbeiter. Am Dienstag, den 3. d. M., Abends 8 Uhr, findet in Feindt'S Restaurant, Wetnstr. Ii, eine Delegirtenver sammlung statt.> ztöpenik. Oeffentliche Frauenversammlung am Dienstag, den 3, Juni. Abends 8 Uhr, im Lokale der Frau Th. Scheer(Wilhelmsgarten). Achtung, Maurer! Dienstag, den 3. Juni, Abends 3 Uhr, finden drei roße ossentliche Versammlungen natt: 1. bei Joel, Andreasstr. 21, 2. bei tennefahrt, Dennewihstr. 13, 3. bei Reichert, Müllerstr. 7, Uachvereii» der Lithographen ju Kerlin. Mittwoch, den 4 Juni, Abends 8 Uhr, findet im oberen Saale des Restaurant Feuerstein, Alte Jakob straße 76, eine Mitgliederversammlung statt. prioat-Thenter-GefeUfchast„Akazie". Sitzung am Dienstag, den Juni, Abends 0 Uhr. Gäste haben Zutritt. jlntrrstübutigobnnd der Kauodieuer Herlin». Mitgliederversamm- hing ain Dienstag, den 3. Juni, Abends 0 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakob straße 73, i Tr. Meißen iee. Den Kollegen zur Kenntniß, daß das Vereinslokal des Fach- vereins der Maurer jetzt bei Uebel, Schönstr. 3, ist und die Versammlungen jeden Mittwoch nach dem 1. daselbst stattfinden. Gauverein Heeliner Hildhauer. Dienstag, den 3. Juni, Abends 8% Uhr, im Restaurant Kcßner, Anncnstr. is. i. Geschäftliches. 2. Herr Duponr über Alters- und Jnvaltdenverficherung. 3. Verschiedenes. Das Er- scheinen aller Mitglieder ist nothwendig. Gäste willkommen. Geffentliche Uerfammlung aller in der chirurg. Krauche beschäftig- ten Berufsgenossen findet Mittwoch, den 4. Juni, Abends 8 Uhr, bei Seefeld«, Grenadierslr. 33, statt. Tagesordnung: 1. Besprechung Uber die Wahl der Kontrol-Streiklommisston. Referent: Herr Ptrch. 2. Wahl der«ommtsfion 3. Verschiedenes. ©effentiiche Perfammiung der Parqnetbodeuleger Berlins und Umgegend am Mittwoch, den 4. Juni, Abends% Uhr, im Lokal des Herrn Feuerstein, Alte Jakobstr. 73. Große öffentliche Militürfchneider-Kerfatnmlnng am Dienstag, den 3. Juni, Abends 8% Uhr, in Jordan'S Salon, Neue Grtinslr. 28. Große öffentliche Nerkatn»tintig der Möbetpotirer Berlins und Um aegend am Dienstag, den 3. Juni, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Fenste Landsbergerstr. 37. Aul Mittivoch, den 4. Juni, Abends 8\ Uhr, findet in Kmnmer'S Salon Rtxdorf, Berlinerstr. 130, eine Versammlung der Freien Gemeinde zu Rir dors statt. AUvierneitter ArbeHeritnien-yerein Berlins und Umgegend(Filiale Moabit). Mitglieder-Verlanttultutg am Dienstag, den o. Juni, Abends 8% Uhr. bei Herrn Jlgcs, WilSnackerstr.«3. Achtung Möbetpotirer! Heute, Dienstag, Abends 8 Uhr, Landsberger straße 37 bci Fensle: Oessentltche Versammlung. Tagesordnung: l. Wie stellen sich die Möbelpolircr zu einer Zentral-Streik-Kontrolkommisston? 2. Eventuell Wahl eines Delegirten hierzu. 3. Unsere Lohnbewegung und welche Vorthetle haben die Polirer der Rähmaschinen-Möbelbranche erzielt? 4. Verschiedenes. Alle Möbelpolirer müssen erscheinen.— Speziell find zu dem dritten Punkt der Tagesordnung die Polirer der Rähmaschinen-Fabriken von Gebr. Roth mann. Feister u. Roßmann, Langer u. Dräfel, Luekat u. Weißelberg, Just und Co. und Lawrenz in Rirdorf, hierdurch eingeladen, alle Mann zu erscheinen Ällee 89.— Gesangverein„Felicitas" Abends 9 Uhr im Restaurant Langcstr. los.— Mannergesangverein„Olympia" Abends oUhrtmResw, Werth, Prinzenstr. loe.— Gesangverein„Ltederlust" Abends 9 Uhr tm-t-i rant Lehmann, Naunynstr. 44.— Männergesangverein„Accordia" Ados bei Weiek, Aleranderstr. 31.— Gesangverein„Ludwig'scher Männerchor«_ 9 Uhr Lindensir. los bei Poppe, Uebungsslunde. Gäste sind wtllkonime Männergesangverein„Liedessreiheil" Abends 8% Uhr im Reftauram v„n Blumenstr. 38.-„Deutsche Liedertafel, Dirigent R. MaschinSkt, Ab-ttv»?, Uebungsslunde im Restaurant Saeger, Grüner Weg 29.— Mamergn verein„Alte Linde" AbendS e.f— iv's Uhr im Restaurant JohnS, Maria straße 19.— Gesangverein„Bleibtreu", Uebungsstunde Müllerftraße Pohl.— Zitherklub„Aniphion" Abends s Uhr in Triebels R«?»'. Hoher Steinweg 15.— Turnverein„Froh und Frei"(Männeradtheit Abends 8.X Uhr, Bergstr.. 37.— Berliner Turngenosscnfchaft(Fünfte Mo � abthetlung) Abends 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Waiserlhoritr. in„Hasenhaide"(Männerabt�ellun�«bends« Mr.�Di-fi-�, Turnverein straße«o— öi.— Verein ehemaliger Schüler der 37. Gemeindet w»".'lüb-n- 9 Uhr im Restaurant Ktnner, Köpnickerstr. 38.— Arendt'scher Gtenogr�- verein„Apollobund" Abends 8% Uhr Brunnenstr. 129a.— Arendt'scher vi graphenverein Abends 8% Uhr im Restaurant„Zum eisernen Kreuz'» straße 71.— Deutscher Verein Arendt'scher Stenographen Abends 3%"9 Randel's Restaurant Brunnenstr. 12g».— Verein„Roe" Abends 81 iso- Restaurant Eltze, Alerandrlnenstr. 89.— Unlerhaliungsveretn„Has™„z, Abends 8 Uhr, Eisenbahnstr. 36li, im Restaurant von Liebe.— Vergnügt � verein„Mollig" Abends 9 Uhr im Restaurant Reinicke, GipLstraße 3,> � ■''MT*— v"—»r..u Abends 9 l%.„s4 Herst Manteusselftraße 119 8 Uhr im Restaurant Abends 9 Uhr tm Restaurant tr. r.____-.1-. OrttrSfifzorrtrtiMir llfii.(lirf! Kipptng, Landsbergerstr. 118«. „Lustige Brüder"'"Äbends"'8�"'Uhr"bet"'Trothe, FÄstmbeMstr.-- gnügungsverein„Fröhlichkeil", Grüner Weg 29. Große Gesellsch s sWsMMi ttev NetrÄstkiotte � Bei Anfragen bitten wir die AbonnemeniS-Quitlung beizusügen, Antwort wird nicht erthetlt., g, Krriiaurrstraß«. Wir danken — cmmfieiiuW mit d- Die letzte Nummer Sifiriftfeizer Fl« Ä»------- freundlichst für die uns gemachten interessanten Mittheilung! wir fühlen jedoch nicht den Beruf in uns, noch einmal mit°! betreffenden Herrn ins Gericht zu gehen. Die letzte Nummer „Correspondent" zeigt den Herrn in einem so armseligen SM, daß er wirklich ansängt, unser Mitleid zu erregen. Nicht ei»� die Justiz will ihm ihre Hand bieten, um seine von uns so sch**l angetastete„Ehre" wieder zu repariren. Wir würden es � dings auch für einen Skandal halten, wenn am Mittwoch Slufstellting von Kandidaten zur Wahl eines ersten Vorsitz� nicht ein solches Resultat zeitigte, welches mit unzweisefll® Deutlichkeit erkennen läßt, daß für Patrone dieses Kalibüs der Arbeiterbewegung— sei sie gewerkschaftlicher oder politif Natur— ein für alle Mal kein Raum mehr vorhanden ist._ weit uns übrigens die Stimmung unter Ihren Gewerksgk»� bekannt geworven ist, wird die betreffende Persönlichkeit erni'v überhaupt nicht mehr diskutirt. taerein Berliner Bildhnner. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß abermals ein Kollege und Mitglied unseres Vereins durch den Tod von uns gegangen ist, und zwar ebenfalls verstorben an der Proletarierkrankhcit am 31. Mai. 1623 Es ist dies der Holzbildhauer Max Schulze aus Alt-Langsow. Beerdigung daselbst den 3. Juni, Nachmittags 3 Uhr. Oer Vorstand. Grabdenkmäler tn Marmor, 0pit M Granit fertigt zu den solidesten Preisen A. Zabel, Schönhauser Allee 163. 1 A. 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