'aö i5!« -lb-i in» # Zeil» ,ie# >n» in!«' Ai» 1703 :t bt' i**' klein! ältt!» "<$ oAA ?sl Hl 6, >e S o» Zlr. IAO Sometag, den 8. J««i 18SS. y. JaKrg. Hrgan für die Inlerefsen der Arbeiter. scheint ixnrirT. sm Das„Berliner Volksblatt" ?WWMWW Jnsertionsgebühr betragt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins-... Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags m der Expedition, Berlin Sw . ,.-------- und Verfamuilungs« u werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin 8w., Beuthstrabe 3, sowie von allen Annoncen-Burcaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. nmrnfrtrrrMi nrft 1 ITTir q �___ in____ Die Expedition ist an Wochentagen bis Sonn ........._ �» v.( V-r/ jen tagen bis 1 Uhr Mittags' und' von 3-7 Uhr Nachmittags, an und Festtagen bis 9 Uhr Vorniittags geöffnet. Lernsprechcr: Amt vi. Ur. 4106.» MedaKkion: VeukhPkvÄße S.— Expedition: Veukhpteo�e 3, -- Aus Venr o 2. Juni hat in der zweiten Kannner des badischen .Mdtags eine Debatte stattgefunden, welche es verdient, « wenig genauer besprochen zu werden, deshalb weil sie J? urkundlicher Beweis ist für die— Fortschritte der Ar- „'erbewegung, Der demokratische Verein zu Mannheim o der freisinnige Verein zu Offenburg hatten eine �tition betreffs der Einführung des allge ./'.wen direkten Wahlrechts an die Kammer und diese Petition kam am genannten Tage zur �Handlung. . Im Großherzogthum Baden herrscht für den Land lJ.. allgemeine indirekte gehejnte Wahlrecht; das ist an keinen Zensus geknüpft. Die Urwähler haben Mhlinänner, und diese die Landboten zu wählen. Schon lff � � t* Vii Y � den Jahren 1873 und 1876 hatten mehrere Ävge- .wnete den Antrag auf Einführung des direkten Wahl- ll)lTOM«S~- fx.rrx-- t, v.*4* �.* i-K* y* � AM CYl A 4*: A A 1 Oralen zur Tagesordnung übergegangen wurde. Im #re 1882 wurde eine Motion vom Abgeordneten Kern �gebracht, die mit der Bitte um Gewährung des direkten Wahlrechts schloß. Bei der Behandlung dieser Motion Gilten die Nationalliberalen den Antrag auf Nebergang F" Tagesordnung, der mit 29 gegen 28 Stimmen abge- Mt wurde. Dafür wurde folgender Antrag der Motion genommen:„Es wolle von dem Großherzog mit ehr- �chtsvoller Adresse eine Gesetzesvorlage über Einführung j X. t<*WV(|V V»»» V f V| VA' W W» � � iina �lten Wahlen erbeten werden." Die erste Kammer� badische Herrenhaus, lehnte den Beitritt zu dieser . w?ise einstimmig ab. Im Jahre 1886 liefen wieder L hL tloneii im gleichen Sinne ein, kamen aber wegen der ßuid gerückten Zeit nicht zur Verhandlung. l�ln Noch immer baben die Nationalliberalen im .«-s if'Nl 1,5 V ri.H, Noch immer haben die Nationalliberalen im ljx- tage die Mehrheit. Es war deshalb selbstverständ- y' daß auch am 2. Juni der Antrug auf lieber- n9 zur Tagesordnung gestellt wurde. Die '■'"fümJr® Begründung dieses famosen Antrages ging be- � milch dahin:„Das indirekte Wahlsystem habe den daß es dein Einzelnen leichter werde, aus eigener kr und Kenntniß der Personen herauszufinden, was n,s tl, wenn ihm nur die mit ihm und seiner Gemeinde zn.?miilenwohnenden, als Wahlmänner aufzustellenden �.""uer gegenüberstehen, mit denen er von je zusammen- t, als wenn er dem verwirrenden Chaos �"lliew*.leidenschaftlichen Agitation über« tem! ,u"vb und einen Mann ivählen soll, den er nicht u und nicht weiß, in welcher Richtung dieser thätig 108' en 'r# ' III it- ireifi a "y f .....�Iseuilleko». � »Initt Glück der Dameit/0 Nonian von Emile Zola. utorisirte Nebcrsetzung von Armin Schwarz. »ist 77 Gut, sagte Mouret mit lauter Stimme. Zeigen Sie 0,c Listen! W r* drin sind Sie, sagte Mmc. Anrelie; wir mußten 0i dem großen Lärm da hinein flüchten. H x, � folgte ihr in das benachbarte Gemach. Klara ließ dqz Jxf) das Manöver nicht täuschen; sie sagte, es wäre feii!.. gleich ein Bett zu holen. Allein, Marguerite fie r'c ihr noch heftiger und rascher die Packete zu, um Sn x- beschäftigen und ihr den Mund zn schließe». Ist fie• j,'e zweite Vorsteherin keine gute Kameradin? fragte ieL Piivatangelegenheiten haben niemanden zn küm- ' Tie Abtheilung beobachtete ein mitschuldiges Still- '-.....- o;rfn„ '» u« rnih,■"t'lt wuruKlluiiu ucuuuujitiv....... ,17'-7 n-u. Üb!'. ging jetzt vor der Thür des Nlulleyaales auf und dem regelmäßigen Schritte einer schildivache, welche die Vergnügungen eines Vorgesetzten wacht. 7" Geben Sie Herrn Mouret die Listen, sagte Mine. eintretend. "f'tpl»loJ Hinzutretenden Abonnenten wird der erschienene Theil de- "«ns gratis nachgeliefert. sein werde. Von einer Wahlbeeinflussung der Wahlmänner könne keine Rede sein, da diese sich einer größeren Einsicht, Bildung und Selbstständigkeit erfreuten, als dies bei den Urwählern der Fall sei. Wenn man sehe, wie bei den R e i ch s t a g s w a h l e n die niedrig st en Leidenschaften aufge- wühlt würden, so liege kein Grund vor, sich für das direkte Wahlsystem zu be- geistern. Mit dem direkten Wahlrecht— und das sei für die Kommission das wichtigste Moment gewesen— schaffe man die letzte Schranke weg, die für eine ruhige und stetige Entwickelung des Staatslebens noch eine Garantie biete; man würde einem Radikalismus Raum geben, wie er in keinem Kulturstaate der Welt existire. Bei jeder Vertretung, besonders bei der I n t e r essen Vertretung, könnten Garantien für Stetigkeit der Behandlung der Angelegenheiten nicht entbehrt werden. So habe man in Sachsen wohl direkte Wahl, aber Zensus; in Württemberg gleichfalls, dort sei aber die Kammer- Zusammensetzung eine solche, daß sie neben den gewählten Abgeordneten eine Reihe von konservativen Elementen berge, die die uöthigen Garantien enthielten. Neben der direkten Wahl für den Reichstag bestehe die Diäten l o s i g k e i t. Endlich seien die heutigen Zeitverhältnisse im Hinblick auf die von Toq?« Tan wachsende Htoziaidemokratie, besonders in den Städten, durchaus nicht angethan, neben dem allgemeinen Stimmrecht noch den direkten Wahlmodus einzuführen. Deshalb sei die Kommission mit allen gegen drei Stimmen, zu dem Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung gelangt." Die furchtbare Erbitterung der Kartellbrüder über die vernichtende Niederlage, die sie am 20. Februar davongetragen haben, offenbart in ihrer häßlichen Nacktheit sich dem Volk zu Nutz und Frommen in dieser Auseinander- setzung, die vom Aerger und von der 5ilasseiiselbstsucht eingegeben ist. Dieselben Herren, die bei der Faschings- wähl des Jahres 1887, als der Popanz Voulanger und der rothe Kriegsschrecken die Wähler der Hurrah-Mehrheit in die Hände trieb, das allgemeine geheime gleiche direkte Wahlrecht über den grünen Klee lobten und die hohe politische Klugheit des so intelligenten deutschen Volkes nicht genug rühmen konnten, dieselben Herren finden jetzt, daß bei den Reichstagswahlen„die niedersten Leidenschaften aufgewühlt werden", sie beben zurück vor dem„ver- wirrenden Chaos einer leidenschaftlichen Agitation." Wer, so fragen wir, hat schäbigere, unehrlichere Mittel zur Er- regung und Täuschung der Massen angewendet, als das Kartell, wer hat z. B. die verlogenen grellbunten Karten vertheilt, wer hat den Kriegswauwau aufmarschiren lassen, Denise reichte die Listen hin und stand dann mit er- hobenen Blicken da. Sie war beim Eintritt Mourets zu- sammengefahren, faßte sich aber bald wieder; bleich, aber ruhig hielt sie aus ihrem Posten aus. Mouret schien sich eine Weile ganz in die Ziffern zu versenken, ohne einen Blick für das Mädchen zu haben. Es herrschte Stillschweigen im Saale. Mme. Anrelie trat jetzt zu Mlle. de Fontenailles, die nicht einmal den Kopf umgewandt hatte und sagte ihr leise in's Ohr: — Gehen Sie zu den Packeten; Sie sind an das Rechnen nicht gewöhnt. Die Fontenailles erhob sich und ging zu den Konfektionen hinüber, wo sie von einem Gelächter empfangen wurde. Joseph, der die spöttischen Blicke dieser Fräulein auf sich ruhen fühlte, war so verlegen, daß er Fehler schrieb. Klara, obgleich entzückt über die Hilfe, die ihr ward, neckte die Fontenailles in ihrem Hasse gegen alle Frauen des Magazins. — Es ist doch blöd, sich in einen Bettler zn verlieben, wenn man Marquise ist! bemerkte sie. — Sehr gut! sehr gut! wiederholte inzwischen Mouret im anderen Saale, während er that, als ob er die Listen lesen würde. Mittlerweile war Mme. Anrelie in Verlegenheit, wie sie unter einem schicklichen Vorwande hinausgehen könnte. Sic trippelte hin und her, betrachtete die Arbeit der mecha- nischcn Messer und war wütheno darüber, daß ihr Gatte nicht? erfand, um sie Hinanszurufen; aber der war ja nie- mals bei einer ernsten Sache; er hätte an einem See stehen und verdürsten können. Endlich war Marguerite so ver- nünftig, sie um eine Auskunft zn fragen. — Ich komme sogleich, erwiderte die Abtheilungs- Vorsteherin. wer hat dem Bauer weisgemacht, daß der Franzos ihm die letzte Kuh aus dein Stall holen werde, wer hat alle Werkzeuge der schmählichsten Wahlbeeinflussung gebraucht, um dem volksfeindlichen Kartell die beschämende Mehrheit zu verschaffen? Aber das Hauptmotiv, das die liberalen Bour« geois der badischen Kammer gegen die Petition vorzu« gehen zwingt, ist nichts als die b l a s s e F u r ch t vor der mächtig und n» ächtiger anwachsenden Sozialdemokratie. Wir können mit diesem Er» folge zufrieden sein. Es ist lobend anzuerkennen, daß die badischen Gentlemen so offen mit der Sprache heraus- gehen und auf die wahre Ursache ihres Entschlusses mit ausgestreckten Fingern zeigen. Sie sehen ein, daß der gesetzmäßige Lauf der sozialpolitischen Entwickelung die Massen um das Banner der fortgeschrittensten Partei schaaren, daß die kleinen Leute, die Arbeiter, dem Weck- rufe der Arbeiterpartei folgen müssen. Das ist eine soziale Nothwendigkeit. Wir nehmen gern davon Akt, daß die badische Kammer mit uns hierin übereinsttmmt. Die Angst macht die Herren eben helläugig und leishörig, sie spüren den frischen Luftzug einer freieren Periode und suchen sich dagegen zu schützen durch— Anträge aus Uebergang zur Tagesordnung. Herzerquickend ist auch das Zugeständniß, daß im Interesse der besitzen» den Klassen, um die Proletarier möglichst fernzu- halten, der Reichstag diätenlos durch diese„beste aller möglichen Welten" traben muß, während die Landboten in Nord und Süd, in Preußen und in Bayern, in Sachsen und in Württemberg, in Reuß-Greiz-Lobenstein und in Hessen mehr oder weniger angenehme Tagegelder einstecken. Die Arbeiter haben allerdings dafür gesorgt, daß, trotzdem in den Reichstag eine stattliche Schaar Sozialdemokraten eingezogen ist---— Aus der Debatte sei hervorgehoben, daß der demokratische Abgeordnete Schmitt und der ultramontane Gerber für die Petition sich aussprachen. Der Letztere bemerkte treffend:„Schon der Umstand, daß das Voll das direkte Wahlrecht verlangt, muß die Mehrzahl veran- lassen, die Angelegenheit der Regierung zu überweisen, sie erfüllte damit weiter nichts als einen Wunsch der Wähler." Den Vogel schössen wie gewöhnlich die Herren Kiefer und Fieser ab, diese Max und Moritz des Nationalliberalis- mus, welche stets sich bemühen, für ihr Theil ihre Partei in den Augen jedes politisch Einsichtigen zu blamiren. Der bei der letzten Reichstagswahl schmählich durchgefallene Fieser, der Sozialistentödter, erklärte, daß „das direkte Wahlrecht zu einer Massenherrschaft des ar- beitenden Volkes" führe. Kiefer� dessen Spezialität der Und nachdem ihre Würde gewahrt war, nachdem sie einen Vorwand hatte in den Augen dieser Fräulein, die ihr nachspähten, ließ sie endlich Mouret und Denise allein; sie ging mit einer königlichen Miene hinaus, daß die Fräulein nicht einmal zu lächeln wagten. Mouret legte die Listen langsam auf den Tisch. Erbe- trachtete das Mädchen, welches, die Feder in der Hand, sich wieder gesetzt hatte. — Werden Sie kommen? fragte er sie endlich halb- laut. — Nein, mein Herr, erwiderte sie; ich werde nicht können. Meine Brüder sind bei meinem Oheiin drüben; ich habe versprochen, mit ihnen zu essen. — Aber Ihr Fuß? Das Gehen macht Ihnen Schmerzen! — So weit kann ich schon gehen; ich fühle mich besser seit heute Morgens. Run erbleichte er vor dieser ruhigen Weigerung. Seine Lippen bebten nervös. Er hielt indeß an sich und sagte mit der wohlmeinenden Miene deS Patrons, der sich für seine Untergebenen intcressirt: — Und wenn ich Sie bitte?... Sie wissen, wie sehr ich Sie schätze... Denise bewahrte ihre respektvolle Haltung und ant- wartete: — Ich bin sehr gerührt, mein Herr, von Ihrer Güte und ich dailke Ihnen für Ihre Einladnng. Aber ich kann nicht; ich wiederhole: meine Brüder erwarten mich heute Abends. Sic wollte ihn durchaus nicht verstehen. Die Thür war offen geblieben und sie hatte das Gefühl, als würde das ganze Magazin sie drängen. Panline hatte sie wie eine Thörin Kulturkampf ist, donnerte gegen die katholischen Geist lichen. Der Staatsminister Turban, der würdige Vertreter des„liberalen Musterstaats" erklärte kurzerhand:„Die Negierung ist entschlossen, niemals die Einftihrung des direkten Wahlsystems zu befürworten. Das indirekte Wählen sei ein Korrektiv für die Allgemeinheit der Wahl und für das geheime Wahlrecht. Deutsche Minister sollten nicht so freigebig sein mit dem bedeutungsschweren Wortchen: Niemals! Sie finden zu leicht nur ein Korrektiv in der harten, rauhen Wirk- lichkeit, welche mit energischer Kürze den Reaktionären fein säuberlich den Text korrigirt. Was nützt es, daß die Kartellbrüder diesmal noch die Petition in den Papierkorb geworfen haben! Was das Volk ernsthaft will, das setzt es auch durch, trotz aller Fieser und Kiefer! 4. Sitzung der Ardeiterfchntz- Kommisswn. 7, Juni. ßu dem§ 105 c Absatz 3 liegen Anträge von Bebel und Genossen und Cchmidt-Elverfeld vor, wonach 1) die Bediensteten im Gast- und Schankwirthschafts-, sowie im Verkehrs-Gewerbc mit unter die Schutzbestimmungen gestellt werden sollen, während 3) Schmidt nur die im Vcrkehrsgewerbe, welche es auf Rechnung des Reichs, eines Staates oder einer Kommune betrieben wird, beschäftigten Arbeiter oder Unterbeamten den bedingten Sonntags- schütz zu Theil werden lassen. Der Referent Schmidt wendet sich gegen den sozialdeinokrati- schen Antrag. Er will aber den Arbeitern ec. im Staatsbetrieb die Wohlthaten des Gesetzes zu Theil werden lassen. Der Korreferent Hitze erörtert, daß die früheren Anträge des Zentrums theilweise weiter gingen, als jetzt vorgeschlagen. Die schwierige Aiatcrie bezüglich der angezogenen Gewerbe hätte feine Partei veranlaßt, vorerst von einer Regelung abzusehen; vielleicht könnte dies am besten auf dem Wege der Verordnung in dm einzelnen Landestheilen resp. Verwaltungen geschehen. Auch empfehle er eine Resolution, die in dieser Richtung vor- arbeite. Bebel führt aus, daß insbesondere die Bediensteten in dem Gast- und Schankwirthfchasts-Geiverbe in einer übermäßig langen Arbeitszeit, die bis zu 30 Stunden dauere,„abgerackert" würden; das Gleiche sei der Fall im Verkehrsgewerbe. Allen diesen Ar- beitern sollte ein Ruhetag in der Woche gewährt werden, und in jeder dritten Woche niüßte der Ruhetag ans einen Sonntag gelegt werden. Man täusche sich, wenn man glaube, daß in Kellner-:c. Kreisen ein Wunsch nach einer Ruhepause nicht laut geworden sei. Gerade das Entgegengesetzte sei der Fall. Die Kellner ar- beiten schon seit langer Zeit dahin, diesen Schutz, der durch das neue Gesetz den anderen Arbeitern gewährt werden solle, auch für sich zu beanspruchen. v. K l e i st- R e tz o w ist ganz einverstanden damit. Er meint, daß der Antrag Schmidt lange nicht weit genug ginge, der Schutz müsse allen Arbeitern zu Theil werden. Erreichen ließe sich das nicht durch die vorgeschlagene Form. Vielleicht findet man bis zur 2. Lesung das Richtige. Minister von Berlepsch konstatirte, daß in den betr. Gewerben große Mißstände vorhanden seien, er sei bereit, seiner- seits das Rüthige zu thun, wenn volle Klarheit über diesen Punkt herrsche. Ob die Besserung auf dem Wege der kaiserl. Verord- nung zu geschehen habe oder durch einen gesetzgeberischen Akt, das müsse die Untersuchung lehren. Geregelt müsse die Frage werden, dazu sei eine dringende Veranlassung vorhanden. Nach dieser Erklärung des Ministers ziehen Schmidt-Elber- selb und Bebel u. Genossen ihre Antrage zurück. Zu§ 105 d liegen Antrüge von Bebel u. Gen., Schmidt, und Dr. Krause vor. Der Paragraph handelt von der Ermächti- !>ung des Bundesraths, in einzelnen Gewerben, welche in be- timmten Zeiten des Jahres eine verstärkte Thätigkeit entwickeln müssen oder ihrer Natur nach eine Unterbrechung nicht gestatten, Ausnahmen betr. des Verbots der Sonntagsarbcit zuzulassen. Dr. Krause schlägt eine neue Fassung vor, während Schmidt und Bebel und Gen. einen Zusatz beantragen, daß die Verordnungen des Bundesraths dem Reichstage zur Kenntniß- nähme resp. zur Genehmigung vorgelegt werden müssen. Dr. H i r s ch will den ganzen Paragraphen streichen. Dr. Krause will durch seinen Antrag eine größere Ge- währ haben, daß der Bundcsrath nicht allzuweite Konzessionen mache. Die Streichung des Paragraphen, wie es Dr. Hirsch wolle, halte er für unnöthig. Bebel erklärt sich gegen den Antrag Hirsch. Die Be- stimmungen des Paragraphen könnten durch ein Spezialgesetz nicht behandelt und die Anderen werden sich gewiß über sie lustig machen, weil sie diese Einladung resüsirte. Ein kurzes Stillschweigen trat ein. Dann fragte Mouret: — Wann werden Sie denn kommen? Morgen? Diese einfache Frage versetzte Tenisc in arge Verlegen- heit. Sie verlor ihre Ruhe einen Augenblick und stammelte: — Ich weiß nicht... ich kann nicht... Er lächelte und versuchte ihre Hand zu fassen, die sie ihm aber entzog. — Was fürchten Sie denn? fragte er. Sie blickte ihm gerade ins Gesicht und sagte lächelnd und fest: — Ich fürchte nichts, mein Herr... aber man thut nur was man tvill und ich ivill nicht.... Während sie stillschwieg, hörte sie zu ihrer Ueberraschung ein Krachen, sie wandte sich um und sah, daß die Thür sich langsam schloß. Es war der Inspektor Jouve, der es ans sich genoinmen hatte, sie zu schließen, denn die Thürcn gehörten zu seinem Dienste, keine durfte offen bleiben. Nie- mand schien diese so einfach geschlossene Thür zu bemerken, nur Klara flüsterte dem Fräulein von Fontcnaille, in deren Gesicht keine Wimper zuckte, ein Wort ins Ohr. Mittlerweile hatte Denise sich erhoben. Mouret flüsterte ihr mit leiser und bebender Stimme zu: — Ich liebe Sie, hören Sie, Sic wissen es seit langer Zeit, treiben Sie nicht das grausame Spiel einer Unwissen- den..... Uebrigcns fürchten Sie nichts, ich hatte schon zwanzigmal die Absicht, Sic in mein Kabinct zu rufen. Wir wären allein gewesen, wir hätten nur die Riegel vorzuschieben gebraucht. Aber ich wollte nicht, Sie sehen ja, daß ich hiermit Ihnen spreche, wo Jedermann eintreten kann. Ich liebe Sie, Denise! Sie stand bleich vor ihm und hörte ihn an, indem sie ihm forlivährend ins Gesicht blickte. — Warum weigern Sie sich? haben Sie keine Be- dürfnisse? Ihre Briider sind Ihnen doch eineschwereLast. Alles, was Sic von mir verlangen würden... Sic unterbrach ihn mit einem Worte: — Ich danke, ich verdiene jetzt mehr als ich brauche, — Aber ich biete Ihnen die Freiheit, eine Existenz voll gefaßt werden; die Technik des Produktionsprozesses sei im be- stündigen Fluß und so könne morgen sich als überflüssig erweisen, waS heute noch als nothwendig erkannt würde. Solchen Ver- änderungen könne die Gesetzgebung nicht folgen, da komme man nicht darum herum, den Behörden ein gewisses Vertrauen ent- gegenzubringen.(Heiterkeit.) Wenn das die Herren am Regie- rungStisch als Kompliment ansähen, wolle er(Redner) bemerken, daß er ein solches nicht beabsichtigt habe, es sei nur der Ausfluß seiner Ueberzeugung, daß so und nicht anders verfahren werden müsse. Der Antrag der Sozialdemokraten erreiche im Wesent- lichen dasselbe wie der Antrag Schmidt, doch werde er in erster Linie für den Letzteren stimmen. Frhr. v. Stumm hält den Antrag Krause für äußerst be- denklich. Die Regierungsvorlage sei allein für ihn annehmbar. Er stimme auch gegen die Anträge Schnndt und Bebel, die nur geeignet seien, die ohnehin durch dieses Gesetz beunruhigte Industrie noch mehr zu beunruhigen. Dr. Hirsch glaubt, daß man seinen Antrag mißverstanden habe; eine Aussicht, ihn durchzubringen, sei nicht vorhanden. Er empfehle aber, wenigstens die Anträge Schmidt und Krause an- zunehmen. Minister v. Berlepsch hält nur den Antrag Bebel u.Gen. für annehmbar, da nichts vorläge, was gegen die Mittheilung der Verordnungen des Bundesraths an den Reichstag spräche. Dagegen bittet der Minister, alle anderen Anträge abzulehnen. C l e m m- Ludwigshafen findet, daß der Antrag Krause gar nicht durchzuführen wäre, ohne verschiedene Industrien aufs Schwerste zu gefährden. Dasselbe gelte vom Antrag Schmidt. Dr. Krause und W ö l l m e r bleiben dabei, daß die von deutschfreisinniger Seite eingebrachten Anträge wohl annehmbar seien. Sie schaffen größere, insbesondere konstitutionelle Ga- rantien, als die Regierungsvorlage sie bieten. Dr. Böttcher will auch die konstitutionellen Rechte wahren, in diesem Falle sei es ihm jedoch nicht möglich, den Herren von der freisinnigen Partei zu folgen. Er habe zu der Regierung das Vertrauen, daß sie die Befugnisie nicht mißbrauche. Eine genaue Festlassung dieser Befugnisse, wie sie Dr. Krause will, gehöre zur Unmöglichkeit. So- weit konstitutionelle Bedenken in der Thal beständen, so würden diese durch den Antrag Bebel und Genossen beseitigt. Nachdem v. Stumm und die beiden Referenten noch einmal resümiren, wird zur Abstimmung geschritten. Es werden alle Anträge abgelehnt und nur der Zusatz-Antrag von Bebel und Genossen angenommen. Der Paragraph hat nunmehr folgenden Wortlaut: § 105 d. Für bestimmte Gewerbe, insbesondere für Be- triebe, in denen Arbeiten vorkommen, welche ihrer Rat nach eine Unterbrechung oder einen Ausschub nicht gestatt sowie für Betriebe, welche ihrer Natur nach auf bestiiMtc Jahreszeiten beschränkt sind, oder welche in gewissen Älten des Jahres zu einer außergewöhnlich verstärkten TbMgkeit genöthigt sind, können durch Beschluß des Buu�sraths Ausnahmen von der Bestimmung des§ 105 b, Wvs. 1, zugelassen werden. j Die Regelung der an Sonn- und»sttagen in diesen Betrieben gestatteten Arbeiten uio der Be- dingungen, unter welchen sie gestattet stnb\ erfolgt für ' alle Betriebe derselben Art gleichmäßig und unter Be- rücksichtigimg der Bestimmung des§ 105c Absatz 3. Die vom Bundesrath getroffenen Bestimmungen sind durch das Reichs-Gesetzblalt zu veröffentlichen und dem Reichstage bei seinem nächsten Zusammentritt zur Kennt- nißnahme mitzutheilen. § 105e will der höheren Verwaltungsbehörde gestatten. Aus- nahmen zuzulassen für Gewerbe, deren vollständige oder theil- weise Ausübung an Sonn- und Festtagen zur Befriedigung täg- licher oder an diesen Tagen besonders hervortretender Bedürfnisse der Bevölkerung erfordeilich ist, sowie für Betriebe, welche aus- schließlich mit durch Wind oder unregelmäßiger Wasserkraft bewegten Triebiverken arbeiten. Hierzu liegen Anträge vor von Schmidt-Elberfcld, Dr. Krause, Dr. Gutfleisch und Bebel und Gen. Der Antrag Gutfleisch bezweckt ein Rckursversahren zu er- möglichen analog den Vorschriften der§§ 20 und 21 der G.-O. Er glaubt, hierdurch eine bessere Sicherheit gegen Mißbrauch zu schaffen. Minister v. Berlepsch führt aus, daß die Verwaltnngs- behärden ihre Direktive peinlichst genau in dem Wortlaut der Paragraphen fänden. Er halte die gestellten Anträge für über- flüssig. Nach einer längeren Diskussion, bei welcher mehrere Ab- Änderungsanträge gestellt, theilivcise wieder zurückgezogen werden, erfolgt die Abstimmung; die Regierungsvorlage wird unter Ab- lehnung aller Anträge angenommen. Der§ 105e lautet wie folgt: „Für Gewerbe, deren vollstänige oder theilweise Aus- Übung an Sonn- und Festtagen zur Befriedigung täglicher oder an diesen Tagen besonders hervortretender Bedürf- nisse der Bevölkerung erforderlich ist, oder für Betriebe, welche ausschließlich mit durch Wind oder unregelmäßige Wasserlrast bewegten Triebwerken arbeiten, lönnen durch Verfügung der höheren Verwaltungsbehörde Ausnahmen von den im§ 105b getroffenen Bestimmungen werden. Die Regelung dieser Ausnahmen hat unter � sichligung der Bestimmung des§ 105 c, Absatz 3 zu il folgen. Bei 8 1055 führt Bebel aus, daß dieser Paragraph das g�> Gesetz durchlöchere. Er werde dagegen stimmen. Nachdem. den vorhergehenden Paragraphen bereits so außerordentlich v' Ausnahmen zugelassen seien, halte er es für gefährlich, ein weili»- Recht der unteren Verivaltungsbehörde zuzugestehen.. _ Bebel zieht einen von ihm gestellten Zusatzantrag zurück,« Hitze wieder aufnimmt.,. Dr. Cle m m- Ludwigshafen verweist auf die Frostgck�' feie unter Umständen ein sofortiges Eingreifen nöthig mache. emem von ihm gestellten Antrag will er den Unternehmern Recht gewähren, die Ausführung der Arbeiten vornehmen» laifen unter nachträglicher Einholung der Genehmigung. Dem tritt Wöllmer entgegen... Minister v. B e r l e p s cb erklärt, daß ihm die Anw? C l e m m und Hitze sympathisch seien, er hätte gegen die OT *—'nzuwenoeiu Vergnügungen und Luxus, ich will Ihnen eine eigene Woh- nung einrichten, ein kleines Vermögen sichern. — Nein, ich danke, ich würde mich langweilen, wenn ich nichts zn thun hätte. Ich war noch nicht 10 Jahre alt, als ich mich schon selbst erhielt. Er machte eine verzweifelte Geberde, sie war die Erste, welche ihm nicht nachgab. Er brauchte sich nur zu bücken, um die Anderen aufzulesen. Alle harrten seiner Laune als willfährige Dienerinnen und diese sagte nein, ohne auch nur einen vernünftigen Vorwand anzugeben. Sein so lange znrückgehaltenes, durch den Widerstand nur noch aufge- stacheltes Verlangen brach hervor; vielleicht hatte er ihr nicht genug angeboten; und er verdoppelte nun seine Aner- bietungen, er drängte noch mehr in sie. — Stein, nein, ich danke Ihnen, erwiderte sie immer wieder. Nun entschlüpfte ihm ein Hcrzensschrei: — Sehen Sie denn nicht, daß ich leide? ja es ist schwachsinnig, aber ich leide wie ein Kind. Und Thränen benetzten seine Augen, es entstand von Neuem Stillschweigen; hinter der geschlossenen Thür hörte man weiter das glcichsame Geräusch der Jnventurarbeiten. — Und wenn ich dennoch wollte, sagte er mit bebender Stimme, indeni er ihre Hände erfaßte. Sie überließ ihm ihre Hand, ihre Blicke ermatteten, ihre 5lräste schwanden dahin, von den warmen Händen dieses Mannes ging eine Hitze aus, die ihren ganzen Körper er- füllte und eine wonnevolle Schlaffheit desselben erzeugte. Atem Gott, wie sehr liebte sie ihn und welche Wonne wäre es für sie gewesen, sich an seinen Hals zu werfen und an seiner Brust zu ruhen. — Ich will es, ich will es? wiederholte er fast wahn- sinnig; ich erwarte Sie diesen Abend oder ich werde Maß- regeln ergreifen.... Er wurde brutal, sie stieß einen leisen Schrei aus. Der Schmerz, den sie in den Handknöcheln fühlte, gab ihr ihren Mnth wieder; mit einem kräftigen Stoß machte sie sich frei. Dann, als sie aufrecht stand, sagte sie: — Nein, lassen Sie mich, ich bin nicht wie Klara, die man am andern Tage wiederstehen lassen kann. Uebrigens trag Clemm dreht, wird zur Zlbstinimiing geschritten. Der§ 105 5 erhält unter Ablehnung des Antrags ClelNi» folgende Fassung: § 105 ü Wenn zur Verhütung eines unverhälti»?. mäßigen Schadens ein nicht vorherzusehendes Beburff � der Beschäftigung von Arbeitern an Sonn- und Festteg. eintritt, so können durch die unteren Verwalwngsbehoroc Ausnahmen von der Bestimmung des§ 105 b, Absatz" für bestimmte Zeit zugelassen werden.,,.» ,, Verfügung der unteren Verwaltungsbehörde. schriftlich zu erlassen und muß von dem Unternehmer m Erfordern dem für die Revision zuständigen Beamten<"> der Bctriebsstelle zur Einsicht vorgelegt werden. Die schriftliche Genehmigung ist in der Betri eb-stai an einer dem Arbeitspersonal leicht zugänglichen Stelle w zuschlagen. Tie untere Verwaltungsbehörde hat über die?»n V gestatteten Ausnahmen ein Verzeichnis zu führen, j chem die Betriebsstätte, die gestatteten Arbeilen, bie jL, der in dem Betriebe beschäftigten und der an den betrep den Sonn- und Festtagen thätig gewesenen Arbeiler, � Dguer ihrer Beschäftigung, sowie die Dauer und die Gru '�ber Erlaubniß einzutragen sind. x»olikifcho M-borfirsik Das Ende der goldenen 110. Am wenn anders die Götter an diesem Taye 9. IW wenn anoers oie isolier an oie�em itaae den Sterbu�j nicht besonders gnädig sind, die freisinnige aus dem Leim gehen._. Wenn eS sich bei dem Krakehl zwischen GUS Richter einer- und Hänel-Rickert-Barth aA J seits nur um persönliche Differenzen handeln w» so wäre die Sache wohl leicht beizulegen. Aber der'j(| der durch die freisinnige Partei geht, ist ein tieferer, � Differenzen sind prinzipieller Natur, soweit be>' Strebern, welche sich in die Opposition gegen Richter Wir haben, von Prinzipien die Rede sein kann.. ft Wir können unser Urtheil in dieser Sache Mit größerer Gemüthsruhe abgeben, als es sich um manchesterliche Gruppen handelt, die aus wirthschaftlichen Gebiete beide nur herrschenden Klassen zn dienen testen aller volkswirthschaftlichen Grundsätze, das- i(i faire, den Krieg Aller gegen Alle, aufrecht zu halten bestrebt sind im Interesse des Kapitalismus.. p Herr Richter wird nun einsehen, welchen Stre'ck/ � gemacht hat, als er die berühmte Fusion der 110" bewirkte und die unzufriedenen Nationalliber � von ehemals mit der alten Fortschrittspartei versa)' � Was von der alten Fortschrittspartei noch an polil'I� Charakter verblieben war, drohte zu ersticken Atmosphäre feiger Rechnungsträgcrei und armseliger thurmspolitik, welche die ehemaligen Nationalliberalen z,. größten Theil nach wie vor verfolgten. Die»Sezest� hatte an diesen Herren nichts besser gemacht; wie ir J auch aus Leuten, die ein Jahrzehnt oder noch länger „großen Staatsmann" aus der Hand gefressen, � anbetend zu ihm emporgeschaut hatten, über Nacht tm Staatsmänner werden sollen!. Schon die bekannte Abstimmung von 1884, bei J durch den„U m f a l l" der Freisinnigen das S o z i a l i st d e ü «i di Ol ffi fte fie & »( & we Mi Fr Po hat f hei fleti loci imr tnli t'sci wie I; Wi, wen Rio bei bei detn sogci verh Gleis |u o *8« schiel offen bes, flute feine Slam die Meh fllaul ®ele( is es sich um iyi Ware handelt, die aus'w% V' IrimMnitf». � I �Olfp m cf; mein Herr, lieben Sie ja eine Frau, jene Dame, die weilen hierherkommt: bleiben Sie bei ihr, ich will% theilen..„jl Er stand unbeweglich vor Ueberraschung; was sagte r.Z- was wollte sie?Niemals hatten die Niädchc», dic er in den denen Abtheilungen aufgelelen, darnach gefragt, ob K-Z geliebt seien. Er hätte lachen sollen, aber die zarri Haltung verwirrte ihn vollends.., — Oeffnen Sie die Thür, fuhr sie fort, es sch'� nicht, so eingeschlossen zu sein. Er gehorchte mit hämmernden Schläfen und wissend, wie er seine Beklemmung verbergen soll; er Madame Aurelie herbei und ärgerte sich über den 3..,� Vorrath an Rotondcn; man müsse den Preis hf1'0 � sagte er, und zwar so lange, bis noch eine einzige A vorräthig sein würde. Das war eine Regel des va jedes Jahr wurde Alles hinweggefegt, man vmaus'0 mit CO pCt. Verlust, als daß man ein altes Must�, einen abgelegten Stoff am Lager behalten würde. Bouro, erwartete ihn, zurückgehalten vor der geschlossenen Thür Jouve, der ihm mit ernster Miene ein Wort ins Ohr gw t1 hatte. Er war nngeduldig, hatte aber doch Kühnheit, das t6te-ä-teto des Direktors zn 5et'1 Ist es möglich! All einem solchen Tag� einer solchen gebrechlichen Kreatur! Und als A endlich herauskam, sprach Vourdoncle ihm oosl, Fantasiescidcu, deren Vorrath ein enormer sei. � eine Erleichterung für Mouret, sich recht ausschre' J können. Wo hat Bouthemont den Kopf? rief cr Z fernte sich, indem cr erklärte, cr könne es nicht dulde ein Einkäufer so wenig vernünftigen Sinn habe"i" den Bedarf einzlikaufen. — Was ist ihm beim, flüsterte Madame Aurelie, verwirrt über seine Vorwürfe. _ Und die Fräulein betrachteten einander mit überr" A Mienen. Um 6 Uhr war die Inventur zu Enve-�M Gönne leuchtete noch, es war ein goldiger Sommertag, Schimmer durch die Fenster der Hallen hereinsielen. (Fortsetzung folgt.) tzat, %% Er v doch durch wiini Part fc Ä Ties wir lich sinn weld ©ühi !°s-g die; Sloü p-rf. ovbi & des ficht in b pj *011, I lüge fchir v Nl«c wer den' wir alle Jchc dri Hundtsrath. Die neue Vorlage, betr. Erhöbung der Ve- amten- und Offiziersgehalte stand bereits auf der Tagesordnung der gestern Vormittags 10 Nhr beginnenden Bundesrathssitzung, obwohl formale Bedeuten dieser überschnellen Erledigung im Wege standen. Die Vorlage war noch nicht zu der geschästs- ordnungsmäßigen Vertheilung gelangt. Die Debatte über die Vorlage war sehr kurz, sie endete mit der einstimmigen An- nahm?. Das Abgrardnetruhau» berieth am Freitag die zum Sperrgeldergesctz von der Kommission beantragte Resolution be- tresss Ordnung des Stolgebührwesens für die evangelische Kirche mit den dazu vorliegenden nach derselben Richtung gehenden Petttionen. Vom Abg. Dr. Windthorst(Zentrum) war eine Aus- dehnung der Resolution allst die christliche Kirche überhaupt bcan- tragt worden. Die Redner der Kartellparteien und des Zentrums sprachen stch im Sinne der Resolution aus, obgleich die Letzteren anerkannten, daß eine Verquickung der Stolgebührensrage mit dem Sperrgeldergesetz nicht gerechtfertigt sei. Abg. Frhr. v. Hammer- stein benutzte die Gelegenheit, um eine allgemeine kirchenpolitische Rede zu halten, in welcher er auch die letzten Reichstagswahlen berührte und seinem Unmuth darüber Ausdruck gab, daß er in Bielefeld" durch die Parteinahme des Landraths Ditfurth gegen ihn unterlegen ist. Er erging sich dabei in einem heftigen Ausfall auf den Landrath, dem er die amtliche Verbreitung von Unwahr- Helten vorwarf. Kultusminister v. Goßler legte sich für den ab- wesenden Minister des Innern hiergegen ein. Frhr. v. Hammer- stein nahm aber auch ihm gegenüber das Recht in Anspruch, Mißbräuche der Beamten zu rügen. Die Resolution wurde darauf mit dem Antrage Windthorst angenommen.— Sonnabend WWW %% nu�Lrch bi! � Gperwlbe�Wag? zm brüten, bieRentmoutg-Vorlag? ■ hier abermals ihre Bestätigung findet. m 1 em Zwecke, daß sie beseitigt werden. Müwra I« den weitesten Kreisen einen ebenso tiefen � ... wcnlger in seinem Geiste, denn in seinem Besitze steckt, mer sehnsüchtig nach den Fleischtöpfen des Nationallibe- tt;*»urück. Er erschien sogar in den bekannten poli- ,n; Soireen des Fürsten Bismarck, obschon er wußte, dieser den Freisinnigen gewogen war, und ver- l Mahte es nicht, sich so bei dem Gewaltigen in angenehme �mnxrung zu bringen, während er im Parlament dessen ch'?Rchaftspolitik bekämpfte. Mit welcher Verehrung der tttzcheiivcrachtciide Kanzler wohl von einem solchen„Oppo- > sonsmann" gesprochen haben mag! Herr Rickert wirkte , f den letzten Wahlen eifrig dafür, daß die Freisinnigen i engeren Wahlen für die Kartellbrnder gegen die Sozial- iMokratie stimmen möchten; er machte zu diesem Zwecke «J!?* Cche Reise nach Süddeutschland! Und Herr Hänel ttherrlichte jüngst erst den Fürsten Bismarck! �. B a m b e r g e r hat von diesen Leuten am Meisten s-�stt und Wissen; allein er hat von seiner Begabung gar � oft einen schlechten Gebrauch gemacht und seine politischen Handlungen haben ihn um alles Vertrauen gebracht. Herr st! 5 r t h that sich als„radikaler" Klopffechter hervor und n« 1 bfw„Unversöhnlichen" zu gehören. Allein er ist isenbar ein in Eid und Pflicht geuonimeuer Schildknappe es Herrn Rickert, dessen Kapital den Barth'schen literarischen Unternehmungen die Grundlage gegeben hat. Das erklärt "we Haltung. Die Rickert, Hänel und Genossen haben mit Recht den fainen„W a d l st r ü in p f e" erhalten; sie zögen gar gern oie Kniehosen au, die für den Eintritt in das Schloß vor- schrieben sind. Diese Lcnte sind wirklich so naiv, zu klauben, die„Aera Caprivi" bedürfe ihrer und suche nur Gelegenheit,„Staatsmänner" von ihrer Qualifikation an die «Pitze der Verwaltung zu berufen! In der Einbildung waren sie ja immer groß. Da steht ihnen natürlich Richter im Wege, der seiner Opposition einen zu verbitterten Bei- vcflhniack gegeben und sich nach Oben zu sehr verfeindet M, als daß er„Wadlftrunipf" werden könnte. Ohnedies "wllen wir, bei aller Feindschaft, gerne zugestehen, daß Hm Achter aus besserem Stoff ist, als wie Rickert und Genossen. H vertritt Interessen, die uns feindselig sind, allein er hat so gehässig er kämpft, eine selbstständige Gesinnung. . Die Streber haben den unbequemen Eugen Richter °urch einen wirklich niedlichen Staatsstr.'ich zu über- Uiinpeln und von der Spitze der Partei zu drängen gesucht. sjjw hatten und haben offenbar die Absicht, die freisinnige •Parteipolitik etwas mehr„anschmiegend" an die Rc- swrnngspolitik zu gestalten und sich so den Weg zu -Aniiftersesseln zu bahnen. Dazu können sie einen, mnsigeuten" wie Richter nicht brauchen. Sie klagen Mlb seinen Hochmuth und seinen Parteidcspotismus ststwse Klagen sind nicht unbegründet. Allerdings hat, 5- sehen, auch der Despotisnius nicht vermocht, den inner- 4 zerfallenen Freisinn zusammenzuhalten. So haben die siegreichen Wahlen von 1890 dem Frei- die innerliche Fäulniß gebracht; es ist dies die Nemesis, Mche für die charakterlose Haltung bei den Nachwahlen , sshue und Buße heischt. Denn der Brand der Charaktc °figkeit frißt weiter, wie wir sehen, da kann nicht beliekfig Mit geboten werden. Die„freisinnigen" Streber haben nur w Rolle der Kartellbrüder übernehmen wollen. Darum ist auch der Zerfall der freisinnigen Partei eine othwendigkeit geworden, gleichviel, ob er am 9. Juni schon �erfett wird, oder nicht Dieser Riß ist nicht mehr zu verkleistern. .,?ie«nie Ulilitärvorlage— so wird uns aus Abge- .?wetenkreisen geschrieben— wird nicht so glatt durch- O6«, als anfänglich vermuthct ward. Ob die Eut- Mimgen des militärischen Zukunftsplans eine Voreiligkeit iia'. egsmimstcrs ivar, oder ob sie in wohlüberlegter Ab- fiuU L.. o � v.�-Tr�rff_ IlClt HC den I"- des- an. wie 0""I"O"" �-----|, docsi? teil der Rechten nicht vcr'schlicßeii können. Atußt« . s?3or eiil Niitglied der Reichspartei in der Militär ---— 1---- Mußte w" OVtWlJtU VlUVIl---.. ln8c ungünstigen Eindruck gemacht, dem sich selbst die MM' er Rechtc MM-MM» tni/'»*0� Slitalicb w*, � a »;""Ifion zugeben, daß die Wirkung des Zukunftsplanes vr-'»orschreckendc" gewesen sei; und mußte doch von den AZ.�lern aller, der Vorlage nicht prinzipiell gegnerischen iz lewn eingestanden werden, daß die Aussichten der Vor- verschlechtert hätten.„ fcfu«' können uns hierüber nur freuen,-fieser um- Kriegsmiilisters in den Wählerkreisen gesunden Hadem � W'lch°-s°-i» wachst" iiB) m|U tiu\iilKUV, w.—„ "Wide« s!s. dieser heilsame Druck kann und Heid ü'c �1C Wähler sollen überall den Abgeordneten zu ... i,..;.ffl;rtPlt Encraie. dann Qpf.| vttw»— flr es«!»-?'..Geschieht dies mit der nöthigen Energie, dann doch nicht ausgeschlossen, daß endlich einmal Nxsti! cntgegciigesctzt Forderungen ivürdc allerdings ein zu einem hftum°'lnc Konflikt nicht los. Und bei Ilaiiden die letzte Entscheidung. ss'" ........ Konflikt führen, werden lvtr den Militarismus über- den Wählern liegt unter allen das Heer, welche wie tagsmahl, ttunstschmalz-Schwarzbrot- Suppe Morgen- und Abendimbiß. Und bei diesen Speisen wird auch noch Zwang zum Beten ausgeübt. Das Aergste, was ich daselbst erlebt habe, war folgendes. Saß da eines Tage?, ein Sträfling in unserem Speise- und mitunter SpinnarbeitSsaal (Altbau), dem deutlich sichtbar der nahe Tod auf dem Gesicht ge- schrieben stand. Als nun der Ausseher zur Thüre hineinrief: „Angetreten!" blieb der Todtkranke natürlich sitzen, worauf jener ihm zurief, er müsse auch mit. Der Kranke erwiderte, er könne nicht, er sei krank und dispcnsirt. Der Aufseher aber fuhr ihn mit den Worten an.„Ja gelt, Saulump, fressa last, aber schaffa magst net." Andern Tags Vormittags 11 Uhr war der Mann eine Leiche. Ick geb-> zu. daß die Direktion der Rottenburger Strafanstalt(welche ja sonst bekanntlich als Musteranstalt gilt) von solchen Thaten einzelner Aujscher nichts weiß, denn wer wird wohl, so lange er dort ist, bei der Direktion sich beschweren und Klage führen Sträflinge werden als Zeugen nicht angenommen. und welcher Behandlung seitens des Aussichtsversonals würde wohl ein Be'' wäre es da strenger zu komroliren." Freienwalde a. O., 7. Juni. Amtliches Ergebniß der am z. d. M. im 5. Wahlkreise des Regierungsbezirkes Potsdam (Oberbarnim) stattgehabten Reichstags- Ersatzwahl. Abgegeben wurden insgefammt 13 343 Stimmen. Hiervon erhielt von Bethmann-Hollweg, Landrath in Freienwalde(deutsche Reichs- partei) 6534, Oberlehrer Dr. Altyaus- Berlin(dfr.) 5970 und Tischler Thierbach-Berlin(Soz.) 836 Stimmen. Es ist mithin eine Stichwahl zwischen von Bethmann-Hollweg und AlthauZ nöthig. Königsberg, 6, Juni..Eine Hierselbst stattgehabte Arbeiter. Versammlung beschloß die Gründung eines KönigSberger Volks- blattes, dessen Redakteur und Verleger der Reichstagsabgeordnete Schultze sein soll. Ans ziiederfchleste», 3. Juni. Der 1. Juli ist der Ter- min, an welchem die von den niederschlesischen Bergleuten gefor- derte Achtstundenschicht unter der Bedingung eingeführt werden sollte, daß bis zu diesem Tage die Konknrrenzgrubcn von Ober- schlesien und Sachsen mit der Einführung der verkürzten Arbeits- dauer vorangegangen wären. Da diese Borbedingung bis heute nicht erfüllt ist, auch keine Aussicht dazu vorhanden ist, haben die Vorstände der niederschlesischen Knappenvereine jetzt beschlossen, in einer Petition an den Reichstag die Nothwendigkeit der Einsüh- rung der Achtstundenschicht eingehend darzuthun. Gestevveich-Ungckvt». Wien, 6. Juni. Ein Erlaß des Handelsministers an die Eisenbahndirektionen erwägt die Frage, inwieweit es thunlich wäre, für das wegen des gesteigerten Personenverkehrs am Sonn- tag und an den Feiertagen in erhöhtem Maße in Anspruch ge- nommene Personal der Transportanstalten betreffs der Sonntags- ruhe eine entsprechende Fürsorge zu treffen. Der Erlaß empfiehlt. eventuelle Maßnahmen und fuhrt des Weiteren aus, daß bezüg- lich solcher Maßnahmen gegenüber den hinderlichen, zur Zeit be- stehenden Einrichtungen eine internationale Verständigung über eine entsprechende Abänderung mit der Aussicht auf Erfolg ins Auge zu fassen sein dürfte. Schweif. Basel, 4. Juni. Der hiesige Posamenterverein beschloß, die Initiative zur Abhaltung eines internationalen Textilarbeiter- Kongresses zu ergreifen, bei welchem Anlaß die Lage besprochen, Mittel und Wege zur Besserstellung berathen und eine engere Verbindung zwischen den Textilarbeitern angebahnt werden soll. Der Ort des Kongresses ist noch nicht bestimmt, doch ist Basel dafür in Aussicht genommen. Großbritannien. London, Freitag 6. Juni. Unterhaus. Unterstaatssekretär Ferguffon erklärte, in Beantwortung einer Anfrage, das Gerücht, eine Anzahl armenischer Arbeiter seien auf der Heimkehr aus Rußland von Kurden im Alaschgerdthale angegriffen und fünf derselben getödtet worden, werde von der Pforte dementirt. Es würden über den angeblichen Vorgang noch Nachforschungen an- gestellt. Schweden nnd Norwegen. Wie man uns aus Stockholm schreibt, kam es am Mittwoch, den 4. Juni, in M a l m ö(Schweden) zu einem ernstlichen Kampfe zwischen einer Arbeiterversammlung und dem Militär. Ueber die Ursachen und den näheren Ver- lauf der Unruhen sind glaubwürdige Nachrichten noch nicht eingetroffen; daß infolge des Verbots einer Arbeiterver- sammlung, in welcher über die Unterstützung eines ausge- brochenen Streiks berathen werden sollte, eine Ansammlung von Streikenden am Nachmittage auf dem Gustav-Adolfplatz stattfand, welche gegen das Verbot demonstrirten. Bald darauf erschien auch eine Sonderausgabe des sozialistischen Wochenblattes„Arbetet", welches in mehreren hundert Exem- plaren sofort in allen Werkstätten und Fabriken vertheilt wurde und die Arbeiter aufforderte, Abends halb acht Uhr auf dem genannten Platze zu erscheinen und sich an der Demonstration gegen den Bürgermeister zu betheiligen. In- zwischen waren die Streikenden in kleineren Abtheilungen durch die Stadt gezogen und hatten ebenfalls für die Versammlung agitirt. Gegen acht Uhr waren des- halb- an dreitausend Männer auf dem Platze zu- stimmen gekommen, und noch immer sckien sich die Zahl zu vergrößern. Nach verschiedenen Kundgebungen des Unwillens fing man nach acht Uhr an, sich zu einer Volks- Versammlung zu organisiren, und ein Redner bestieg eine improvisirte Rednertribüne. In diesem Augenblick erschien aber schon der Bürgermeister mit einer Anzahl von Polizei- beamten und forderte die Menge auf, sich schleunigst zu entfernen. Diese Aufforderung blieb ergebnißlos, und die Versammlung wurde ordnungsgemäß eröffnet. Daraus erschien denn eine Schwadron Husaren, welche mit entblöß- tem Säbel in die Menge eindrang und an hundert Per- sonen leicht oder schwer verletzte. Von der anderen Seite drang die Polizeimannschaft ebenfalls mit der blanken Waffe vor. Die unbewaffneten Arbeiter leisteten nur ge- ringen Widerstand und es„gelang" dem Militär, außer den Schwerverwundeten noch etwa vierzig Mann zu verhafte». Frankreich. Paris, 6. Juni. Die radikalen Deputirten stehen noch unter dem Eindruck der gestrigen Kammersitzung. In den Kouloirs geben sie in aufgeregten Gesprächen ihre Unzufriedenheit mit der Haltung der Regierung bei der Interpellation Dumay kund. Sie tadeln es vor allem, daß der Minister keine feste Verpflichtung zur Begnadigung der im Falle von Streiks Verurtheilten einge- gangen ist. Sie halten es für unerläßlich, daß zur Beseitigung des schlechten Eindrucks, den die Freilassung des Herzogs von Orleans gemacht.habe, der Demokratte eine formelle und mate- rielle Genugthuung zu Theil werde, indem die Regierung die Forderung der großen Mehrheit der Republikaner erfülle. Dieser politische Akt sei eine gebieterische Nothwendigkeit für die Regie- rung, wenn dieselbe die republikanische Mehrheit nicht spalten und sich einen großen Theil derselben entfremden wolle. Aehnliche Betrachtungen finden sich in den Abendzeitungen: so ver- öffentlicht die„France" einen charakterischen Artikel des ehe- maligen Ministers Lockroy. der„Paris" einen gleicher Tendenz von Ranc. Paris, 7. Juni. Im heutigen Ministerrath wurde auf den Antrag des Justizministers Falliöres vom Präsidenten Carnot ein Dekret unterzeichnet, durch welches 72 von den infolge von Streiks Verurtheilten ganz oder theilweise begnadigt werden. Bon der Begnadigung sind lediglich 24 besonders„schwer kom- promittirt?" Personen ausgeschlossen; die Mehrzahl derselben be- steht aus Ausländern.— Der Druck der durch die Begnadigung des Herzogs von Orleams erregten öffentlichen Meinung hat also genützt. . Holland. Amsterdam, 7. Juni. Die Ausständigen in Appelscha, unter denen daS größte Elend herrscht, haben gestern Abend be- schloffen, die Arbeit wieder aufzunehmen. Rußland. Die russische Zivilisation macht Fortschritte! Der regierende Senat hat angeordnet, daß die Gattin eines nach Si- birien Verbannten, wenn derselbe nach Abbüßung seiner Strafe wuroe vnn seiner Heimathgemeinde kein Aufeuthaltsrccht erhält, bcrech- ffchwerdeführer ausgesetzt sein? Pflicht der Direktion Ngt ist, eine neue Ehe einzugehen.(Ueber die Frage, ob ein her, selbst mehr nachzuschauen und das Personal Verbannter nach seiner Rückkehr wieder Bürgerrecht in seiner Ge- �"" meinde erhält, cnischeidet letztere selbst— ebenso, wie sie das (II,*- w it—-------------- w--- Recht hat, ihr mißliebige Individuen nach Sibinen zu verschicken. So vermag ein einflußreicher Bürger einen— etwa wegen Schulden— von ihm abhängigen Bauern nicht nur in die Bcr- banmmg zu schicken, sondern ihm auch die Ruck-ehr rn seine meinde zu verschließen. Die oberste Rechtsbehörde spricht durch obigen Erlaß ihre gänzliche Theilnahmslosigkeit gegen solche» menschliches Elend aus.) Theater. Sonntag, den 8. Juni. Gprruliaus. Die Afrikanerin. Montag: Der Waffenschmied. Kchauspiethau«. Don Carlos. Montag: Der Sturm. Deutsche« Therttre. Der Kompagnon. Montag: Faust's Tod. Kerliner Theatcr. Kean. Montag: Die Räuber. Lesstug- Theater. Die Ehre. Montag: Nora. Friedrich-Milhelmstiidt. Theater. Der arine Jonathan. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wallner- Theater. Mamsell Ni- touche. Montag: Dieselbe Vorstellung. Diktoria-Theater. Stanley in Afrika. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ostend-Theater. Marie, die Tochter des Regiments. Montag: Dieselbe Vorstellung. KeUeallianre» Theater. Der Nautilus. Montag: Dieselbe Vorstellung. KroU'o Theater. Der Barbier von Sevilla. Kaufmann'« Uarietö. Große Spezialitäten-Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andreas, Alexander- straße 27 c. Auftreten d. Licdersängerin Frl. Ltvinov. Auftreten des Gesaiigshilinoristen Herrn Jonas. Austreten des Komikers, Mimikers und Stimmen-Jmitatvrs Herrn Gödicke. Auftreten der Geschwister Herzog. Auftreten des musikalischen Lieger- Klown Mr. de Volts. ßtllölifeilieilt Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Garten-Coneert. Direktion A. Uödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. F.IlfrPP Wochentags 10 Flg., Uli Ii Lc s0un. und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spczial-Ausschank von Patzenhoser Export-Bier, Seidel 15 Ps. Die oberen Säle bleiben Ins auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. Müller. BBM Victoria- Park. HB Blücberstr. 31. Gneisenanstrasse. Irden Sonntag: Große« Concert und Sprrialitätrn-Dorstrllnng. Montags und Donnerstags: Leipziger Sänger. Mittwochs: Kinder-Freudenfest. Kaffeeküche von 3 Uhr ab geöffnet l Um gütigen Besuch bittet 1714 F. Siffenstock. Am 15. Juni: 1. Auftr. B l o n d in s. Valsagr 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. In MF- dirfer Woche: Zum ersten Male: Vierte Reise durch die Pyrenäen. Neu! Zum ersten Male: Hochinteressant: Siam. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Pier Inniifl, gen.: ,,Die ftdele Uagelkiste",! Berlin N., Elsasserstraße 73, gegenüber der Bergstraße. Im Lokal photographifche« 1 Atelier zur Benutzung.— Jeder Gast, auch wenn derselbe nur für 10 Pfennige verzehrt, wird gratis psjotogrllpsMt und erhält sein Bild sofort als 1 Gratispräsent. Höchst scherzhaft!| H. Schnitze(mit'n tz). Einzige Keller-photographie| der Welt. 1687 Reichsgartenjlacicniiorj Feldstraße 14. Feldstraße 14. Haltestelle der Pferdebahn. V" Jeden Sonntag:"WW Grosser1 Bali. Familien können Kaffee kochen. Zu zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein Oswald Schensch.[913 Alberl Hoffmann's Festsäle, Rixdorf, Bergstrasse 133. Jeden Sonntag: GrOSSGr Bali. 250 Quadratmeter Tanzfläche, Parqnet- boden. Anfang 5 Uhr. 1373 JohannistiiaB. Lndwig's Salon. Größter und schönster Saal Johannis- thals, ferner große Kaffeeküche, Aus- fchank, Kegelbahn, Schaukel, direkt im Walde gelegen. Dem geehrten Ausflüge machenden Publikum bestens empfohlen. 534] Achtungsvoll C. Ludwig. Nene Welt. Bergschiossbrauerei, Hasenhaide. Heute, Sonntag, Z Nachm. Ä: Milifär-Concert u. Specialitäten■ Yorstellg. Familie Hodfaroff. Ueira- Truppe. Ueiß und Frau geb. Weitzmann. Miss Adele m. ihren dressirt. Hunden. Pantomimen-Gesellschaft Castcllar. Feuerwerk. Neu: Mustzirende Somben. Kunstseuerwerker Leichnitz u. Bau. Bult» 25 f#. SStai 20 Pst. frei. Montag i Sommcrfest des Verl. Raucherbundes. Mittwoch, Kinderfest. Donnerstags Massenfeuerwerk. Die Eroberung u. Kilwa, gr. Erfolg. W«tt.Znm Kternecker.Qz: Josef Brunner TohÄS-ä1" Crches Keuemerk. Großes Concert. Seetheater-Vorstellung. Ba) champetre. Trianon-Park. Volksbelustigungen, i Anfang d. Concerts 4 Uhr. Entrde 30 Pf., vorh. 25 Pf. Uud. Sternecker. Morgen, Montag: 606. Stiftungsfest der Berliner Schuhmacher-Innung. Neu! Mser-Mhelms-M Neu! entfernt. Zehn Minuten vom Bahnhof Rixdorf An der Canner Chaussee gelegen. 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Billets sind zu haben bei: Frau Pfarr, Wilsnackersrr. 49, Hof 3 Tr.; Frau Siebrasse, Stromstr. 51, v. 3 Tr.; Frau Marzahn, Birkenstr. 46, v. 4 Tr.; Frau Lüke, Kruppstr. 7, H. 4 Tr.— Ferner sind Billets zu haben in Rixdorf bei Frau Käutschke, Eöthestr. 3, 2 Tr.; in Weißensee bei Frau Peper, Ehar- lottenburgerstr. 21, 2 Tr. und in den mit Plakaten belegten Lokalen. 1763 Entree: Herren 50 pf., Damen 30 pf.— Hierzu ladet freund liehst ein Da« Komitee. Achtung! Grovenrell. Ziseleure. UM- Oeffentliche Versammlung"MD am Dienstag,' den 10. Juni, Abends SVa Uhr, bei Fenske, Landsbergerstr. 37, (Alles Nähere am Dienstag Säulenanschlag).[1682 Gr Schneider-tfersammlungl ber Freien Vereinigung der Schneider Berlins am Montag, den 9. Juni, Abend« 8Vs Uhr, bei May(früher Heydrich), Kenthstraff» Zlr. SS, 1 Treppe. Tagesordnung: 1. Die Regierungsvorlage zur Gewerbeordnung. Ref.: Herr Reichstags Abgeordneter Aug. Dreesbach. 2. Diskussion. 8. Abrechnung u. Berel us- angelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mit- glieder. Um recht zahlreichen Besuch seitens der Kollegen ersucht 1776]_ Der Vorstand. der Große öffentliche Versammlung Töpfer Berlins und Umgegend am Dienstag, den 10. Juni 1890, Abend« 7 Uhr, im Deutschen Dolko-Thrater, Schönhauser Allee Ur. 150. Tagesordnung: 1. Vortrag.(Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) 2. Stellungnahme der Töpfer Berlins zur Wahl einer Streik-Kontrol- Kommission. 1754 3. Gewerkschaftliches. Um zahlreiches Erscheinen der Kollegen ersucht C. Thieme. Deutscher Sclmeider-Verband. (Filiale Berli n.) Dienstag, den 10. Juni, Abends SVa Uhr, Mitglieder-Versammlung in Gratmeil's Kierhallen, Kommandanteustr. 77—79. Tages-Ordnung: 1. Regelung des Zeitungswesens. 1753 2. Neuwahl der Agitations-Kommission. bittet 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Bezahlung der Beiträge. -------'......'' Zutritt. Un""' Die Lokalverwaltnuy. 4. Verschiedenes.— Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen NB. Auch sind in der Versammlung sowie bei Zilm, Krausenstr. 11 und Grenadierstr. 7 im Zigarrenladcn, Billets zur Dampferpartie am 23. Juni zu haben, n Billet 1,50 M. Achtung NSetaElarberler! 2 grosse öffentliche Metallarbeiter-Versammlungen sämmtlicher Branchen. 1, Für den Süden:,_ � M ontag, den S.Juni er., Abends SVa Uhr, in Joöl's Salon, Andreasstr. 21. 2. Für den Uorden: � Dienstag, den 10. Juni er., Abends 8Va Uhr. im Weddingpark, Mullerstr. 178. Tages-Ordnung: 1. Bericht der Deleairten vom Allgemeinen Metallarbeitcr-Kongreß zu Weimar.(Referenten um Montag: Alwin Gerisch und G o m b e r t. Am D i e n st a g: O t t o K l e i n und R. U n g e r.) 2. Diskussion. 1722 3. Wahl einer Streik-Kontrol-Kommission. 4. Wahl von Revisoren behufs Prüfung der Abrechnung vom Kongreß. 5. Verschiedenes. _ Der Ginberufer. Ausserordeutl. General-Versammlung der„Freien Vereinigung der Kartonarbeiter" am Montag, den 9. Juni, Abends 8 Uhr, bei Fenske, Landsberger- Strasse Mr. 37» Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Herrn H e i n d o r f. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Kassenbericht. Bericht des Revisoren. 4. Verschiedenes und Fragekasten.[17oL Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Der Vorstand. Fürther Bier! Durch den hiesigen Brauerstreik wurde ich veranlaßt, mich mit der Brauerei Ewora& Nieyer in Fürth b. MM in Verbindung zu setzen, um den Berliner Arbeitern einen in jeder Hinsicht mehrwerthigen Ersatz sür das von ihnen boykottirte Berliner(Ring-) Bier zu bieten. Die Mehrzahl der Berliner Arbeiter wird sich von der Güte des Bieres bereits überzeugt haben und bin lch durch den sich stets steigernden Bedarf genöthigt, größere Sendungen auf Lager zu halten. Insbesondere empfehle ich dasselbe seiner kannten Güte und entsprechenden Billigkeit wegen in we Stätten, Fabriken und zu Festlichkeiten in Familien su in kleineren Gebinden. In der Hoffnung, von den Berliner Arbeitern 1 meinem reellen Bestreben kräftigst unterstützt zu werden, sehe zahlreichen Bestellungen entgegen. Gustav Blefing; Lottumstr. 24, III. in folgenden Lokalen zum Ausschank: Lange, Reichenbergerstr. 106». Linke, Forsterstr. 45. Niemetschek, Skalitzerstr. 1& Rabe, Gransee'erstr. 1. Das Bier gelangt u. A. Bublitz, Friedrichstr. 44. Fuhrmann, Usedomstr. 1. Gnadt, Brunnenstr. 33. Grossmann, Ritterstr. 61. Gründet, Dresdenerstr. 116. Henke, Blumenstr. 38. Hoffmann, Kaiserstr. 4. Kuntsch, Stettinerstr. 13. Reichenbergerstr. Breslauerstr. 27. Strusch, Tempel, Breslauerstr. Zubeil, Naunynstr. 86. 73». Alle Freunde, Kollegen und Genossen ladet zu eineNl gemüthlichen Schoppen ein im Restaurant Haug»» Weinstraße Nr. 22 Max Pietschs Große öffentliche Versammlung der Tischler uud Klavierarbeiter am Montag, den 9. Juni, Abend» 8 Uhr, im Saal« de» Söhmischr» Krauhauf««, Landsberger Alle« 11-*" Tages- Ordnung: lavierarbeiter zur Wahl ewn -g' 1. Die Stellungnahme der Tischler und Zentral-Streik-Kontrolkommission. 2. Diskussion. 3. Wahl von Delegirten hierzu. 4. Verschiedenes.__ Der Einherufer. Grosse Versammlung aller Kartonarbeiterimren und Arbeits am Dienstag, den 10. Juni er., Abends 8 Uhr, in Renz' Salon, Haunynstrasse 27. Tagesordnung: rf 1. Stellungnahme zur Zentrai-Streik-Kontrolkommission. Referent: Hs. Franz Drens. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.(" Dieser wichtigen Tagesordnung wegen ist daZ Erscheinen der Kol! und Kolleginnen bringend nothwendig und ersuchen wir, hauptsächlich Arbeiterinnen auf diese Versammlung aufmerksam zu machen. Der Ginbrrufer. PacltTerein für Schlosser und Maschinenhanarheiter Berl. u. U. Dienstag, den 10. Juni, Ab. SVa Uhr, im Königstadt-Kastno, Holzmarktstaße 72: 1760 Beschließende Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn W. Gründel: „Ueber Volksernährung und Sozialis- mus". 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Entrichtung der Beiträge. 4. Verschiedenes und Frage- kasten.— Gäste willkommen. Um zahl- reiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Fachntteiu Üer Popmitiere Mi) Montag, Abends S'/a Uhr, in Feucrstein's Salon, Alte Jakobstr. 75: Zentral-Kranken- n. Sterbekass® der Tischler n. a. gew. Arbeit� (Hamburg). Oertl. Vermalt. Berlin' Montag, den 9. Juni, Abends 3Vsllh� Mitglieder- Versammlung, inKloth's Restaurant, Dresdenerstr. 16. Tages-Ordnung:, 1. Feststellung der Entschädigung� die Ortsbeamten und allgemeine®., sprechung über die örtlichen Bew mungen. 2. Wahl der gesammten L>t Verwaltung, der Beitragsammler» - saqteg. 3. � Mitgliedsl-M Versammlung. aa: Die Referent Tages-Ordnung: 1. Vortra, Maschine und die Kriltur. C. Hübsch. 2. Diskussion. 3. Vereinst angelegenheiten. 4. Wahl zur Fach- und Arbeitsnachweiskommission. 5. Ver- schiedenes und Fragekaften. 1755 Alle Kollegen werden ersucht zahlreich zu erscheinen. Gäste willkommen. Der Vorstand. Große öffentliche llersammöftiun der Dachdecker Deriws und Umgegend am Montag, den 9. Juni, Abds. 8 Uhr, in Fruerstrin« Salon, Alte Jakobstraße 75. Tages-Ordnung: 1. Vortrag über„Gewerbe-Schiedsgerichte". Referent Herr Otto Heindorf. 2. Stellungnahme zur Zentral-Streik- Kontrolkommission. 3. Verschiedenes. Das Erscheinen sämmtlicher Kollegen ist sehr wünschcnswerth und nöthig. 1761 Der Ginbernfer. Empfehle mein Lokal zum Arbeits- Nachweis und für Zahlstellen. Zimmer mit Pianino für Vereine. 892 Arthur Ziemer, Cuvrystr. 16. des Vertrauensarztes. Kassenangelegenhciten. legitimirt. � Um zahlreiches und pünktliches � scheinen ersucht Die Getsnerwaituttch� Vereiv berliner Montag, den 9. Juni, Abends 9 Neue Grünstr. 28: Versammlung' Tages-Ordnung: cl,et und Fragekasten.— Achtung', Metallarbeiter.� Um allen anderen Gerüchten entgegen zu treten,»xt wir hierdurch, daß der Streck Kupfrrl'chuiiede Krrliirs ändert fortdanrrt. 1 Das Streikkoiuitee. SnsArbeitsnachweisbureaU' des Verbandes der Vergolde� Goldleistenarbeiter und Beruh' genossen(Filiale Berlin) befindet M Schillingstrasse 30a und fluv. die Adressenausgabe für Mitglied und Siichtinitglicder unentgeltlich st? und zwar von jetzt ab den ganzen � r bis 9 Uhr Abends. Die Mitglie� sind verpflichtet, nur den Arbeitsn� weis zu benutzen. 177* VereillsziMer ,n v-rgebe,, 1748] H. Hoffmann, Pankstr. Verantwortlicher Redakteur: Ctirt Laake in Berlin. Druck und Verlag von Mar Fading in Berlin SW,, Beuthstraße 2. Kierzu zwei Keilagttt' Nr. 130. Sonntag, den 8. Inni 1890. 7. Jahrg. afl Der Vertragsbruch. £5..,(t'1,cr""ßei-ft interessanten Kritik der neuen Bestimmungen Vertragsbruch begegnen wir in der Münchener„Allgem. bn.';3/ f0 daß wir uns nicht versagen können, des Näheren �.-'Wgehen. /t trennt die vorgeschlagenen Bestimmungen über den des«sS v lc� in zwei Theile: I. Bestiinmungen über die Regelung Schadensersatzes. 2. Strafbestimmungen. .? lf' nun mit den Bestimmungen über den Schadenersatz pj»,,,.»,"''••*•••***** w»* �/v,*,..*....... j,»..--—-- v•- verstanden und spricht sich darüber folgendermaßen aus: des j geschädigte Theil hat ein- für allemal das Recht, statt ii�"chnnngsinäßigeii Schadenersatzes eine bestimmte Buße zu fn(, Die Buße besteht in einer Summe für den Tag; sie nii* � höher als der ortsübliche Arbeitslohn sein und für nicht m r nls sechs Wochen liquidirt werden. Dasselbe Recht der beit. bem Fabrikherrn gegenüber Vertragsbrüchigen Ar- von eingeräumt wird, ist auch den Arbeitern eingeräumt, die lu' Herrn vertragswidrig entlassen sind. Hierin ist end- .�emmal in unser Schadenersatzrecht der praktische Gesichts- ert-i..hineingebracht, daß ein Schaden nicht deswegen un- .jV'-it bleiben darf, weil er sich dem genauen„Nochweis" ent- be« i?'r ßnd überzeugt, daß dieser erste Anfang bald auf an- uJ"" Gebieten Nachfolge finden wird. Wenn von Seiten der s*!! geber t)iefc Bestimmung genügend benutzt wird, so kann sie bei. ii dazu dienen, den Streikenden das Bewußtsein davon ku. ,ngen, daß der Bruch eines Vertrags eine Handlung ist, welche man einzustehen hat. übe hat uns das verehrte Blatt leider keinen Vorschlag dar- bin in welcher Form der Fabrikant diese Schadenersatz- von dem Vertragsbrüchigen Arbeiter zu erhalten gedenkt. iiarf! dieselbe dem noch in Arbeit befindlichen Arbeiter nach und ei»? ln Form einer Kaution am Lohne abgezogen und beim Be- des Streiks zurückbehalten werden, oder sollen dieselben Ab- in«!." dem nach dem Streik wieder eintretenden Arbeiter ge- «cht werden? ein- das in Form einer Kantion etwa beliebte Einziehen bestimmten Summe von säinmtlichen in einem Betrieb be- ®®ten Arbeitern ist kurz folgendes zu sagen: ». Das System der Kautionen findet sich vereinzelt in der ?»zen Geschäftswelt. Wo es auftritt, bekundet es von vorn- Sl»? din Mißtrauen des Unternehmers gegen den Zlrbeiter oder "gestellten, der die Kaution zu leisten hat. Dies Mißtrauen ?g gerechtfertigt sein oder nicht— das Arbcitsverhältniß wird •t Ausnahme der wenigen Fälle, wo eine Kaution mit Grund .erlangt werden kann, ein ungesundes bleiben. Auch scheuen sich Unternehmer nicht, die aus den Lohnabzügen resp. Kantionen »bildeten Summen in den Betrieb zu stecken, so daß bei einem �"igen Zusammenbruch des Geschäfts der Arbeiter in doppelte i"Leidenschaft gezogen wird. Es ergiebt sich daraus mit unumstößlicher Gewißheit, daß obligatorische Einführung von Lohnbußen und Kautionen ■ Ach Gesetz, weit entfernt, das Vcrhältniß zwischen Unternehmer Arbeiter erträglicher zu machen, im Gegentheil die häusigen Innungen steigern wird. Eine unerschöpfliche Quelle»euer i» Milte und Reibungen eröffnet sich da. Jedermann, der unsere weiterverhiiltnisse kennt, irnrd dies leicht einsehe». ®"»} anders stellt sich das Blatt zu den Strafbestimmungen �..Entwurfs, und können wir mit den meisten seiner hierauf "»gliche» Sätze vollkommen einverstanden sein. Die hauptsächlichste Neuerung ist die Erhöhung des Straf- Aini L ."»«Ms für Röthigung zur Theilnahme an Streiks. Schon »dem heute geltenden Recht kann diese Nöthigung mit Ge- «"B bis zu 3 Monaten bestraft werden. Nun meinen die Gnü,.blcfcä Strafmaß habe sich als„zu gering" erwiesen. Ter üi,b will daher Gefängniß(bis zu fünf Jahren) darauf setzen. njobni?r soll niemals auf weniger als einen Monat, bei ge- N'»chditsniäßigen Aufwiegler-N sogar mindestens aus ein Jahr �"»»gniß erkannt werden. Hwr meint das Blatt: seiend meint das Blatt: Die Verfasser von Spezialgesetzen "R b,, uon dem Eindruck beherrscht, als ob die Handlungen, tilgt sie sich gerade beschäftigen, nnt Feuer und Schwert ver- "wen müßten. Selbst bei Räubern und Einbrechern lasse ll!g»i,sj. ernde Umstände zu, die das Strafmaß ermäßigen, nur �»len« dem Streikaufwiegler soll der bisherige Spielraum nach titieu,.Renzert werden. SJian stelle sich vor, daß man nach 'Qjjtz r.M"0*n Streik einen Burschen faßt, der seine Kameraden (also gewohnheitsmäßig), wenn sie arbeilen wollen, de», und beschimpft. Ein solcher Bursche muß bestraft wer- sperrt behaupten, daß er mindestens auf ein Jahr eingc- Dl.* n müsse, das geht doch nicht an in einem Staate, .»o«kn unb Messerslecher zuweilen mit einem Tage Gefängniß �>sten?!uwu. Hier trägt der Entwurf einen geradezu dilcttanken- ����harakter� "/'druch vrrbotrn.) . Silberreichs Gelübde. ° �rzählttng aus Krakau. Von Rudolf Schmidt. W bet Vorstadt Kasimir, dem Judenviertel von Krakau, • ihn ,ei' �ilberreich mit seinem betagten Weibe Sarah, siiier q»'.unähnlich ihrer biblischen Naniensgenannten, mrt AlNtÄ"ou Kindern beschenkt hatte. Dieselben ivaren thdiÄ erwachsen und, ans den Eriverb der täglichen fe ,Ji dedacht, über alle Theile der österreichischen Mon- sevbs � it. Der Name, welchen ein schelmischer Beaniter if.— da fnmmtlicfic hebräische llntcrthanen Cc)tcr= ■icvhi t, Ter Name, ivcicneu ein-------- 45? Jf-— da sämmtliche hebräische Unterthauen Oester- 'Iben f kaiserliches Geheiß mit deutschen Namen versehen e-,f r seinem nahezu bettelarmen Urgroßvater bei- e», tte, erschien ihm in Stunden des Mißmuthes nicht t chs eine blutige Ironie, denn auch Meier Silbcrreich arnicr Teufel. Und trotz seines Namens war er "»ein arm an weißem Silber und grünen Gulden- /"oten, selbst von den rothen 5kupferkreuzern trug er seinc» täglichen Handelswanderungen nach den Gast- o,/ wo er seine Waaren feilbot— Seifen, Chemisettknöpfe, ciii!-. rsten u. dgl.— Abends in der Regel nur eine be- Anzahl heim. Er strebte ehrlich vorwärts: aber ?"th war er geboren, und in Armuth rann sein u dahin. bei lb doch war Meier Silbcrreich ein spekulativer betrieb- !>e>,- ups, und wenn er gleich über die Mittagslunc des hinaus war, so nahm die Grundlegung emer neuen >sj"deii Handelswirksamkeit seine Gedanken ständig m % Allerdings gebrach es ihm an etlichen lumpigen )tye©ulbe«, die ihm keine Mutterseele vorschießen dem Glücke die Hand zu bieten, spielte Meier mit Unverdrossenheit in der Lotterie. Der Einsatz ist m Dieses schnellfertige Vorgehen mit Strafbestimmungen ist immer gefährlich, und doppelt gefährlich, wenn es sich um große gesellschaftliche Gegensätze handelt, in denen der eine Theil den Eindruck bekommt, daß der Apparat der Strafgesetzgebung gegen ihn angeivandt werde, weil ihn der andere in der Hand hat. Das ist das Bedenkliche in den Strafbestimmnngen überhaupt, daß sie allzu deutlich das Gepräge des Klassengesetzes an sich tragen. Darum meinen wir, daß es durchaus nöthig sei, angesichts des vorliegenden Entwurfes sich über das Endziel klar zu werden: über die Frage, ob man die Streiks bestrafen soll oder nicht. Wir nehmen nicht Anstand, diese Frage zu verneinen. Nicht etwa aus den formal juristischen Gründen, die man gewöhnlich anführt, sondern aus sozialen Gründen, die man nicht über- sehen darf. Unbestreitbar ist der Bruch des vertragsmüßigen Versprechens eine unmoralische Handlung. Aber es ist höchst einseitig, zu glauben, daß der Vertragsbruch eine Erscheinung sei, welche sich auf die Arbeiterkreise beschränke. Man begegnet derselben leider überall im Leben und man hat sie nur deswegen nicht so im Ge- dächtniß, weil man sich schon allzu sehr darangewöhnt hat, über sie hinwegzusehen. Wenn der Schneider mir einen neuen Rock für Sonnabend Nachmittag zusagt, so besteht zwischen uns beiden ein Vertragsverhältniß; wenn er ihn nicht bringt, so ist er wort- und vertragsbrüchig. Aber jeder, der mit Handwerkern zu thun hat, weiß, daß die Unpünktlichkeit, das heißt also die Vertrags- brüchigkeit, hier an der Tagesordnung ist. In der Praxis stellt sich dies so, daß Schneider und Schuh- macher, Tischler und Schlosser Aufträge annehme», soviel sie bekommen können, jeden Termin zusagen, den der Kunde wünscht, und hinterher Auswahl halten, um zu erfüllen, was ihnen lohnt, und unerfüllt aufzuschieben, was ihnen nicht lohnt. Hier ist der Vertragsbruch förmlich in ein System gebracht. Nun sind aber die Handwerksmeister nach ihrer sozialen Stellung und nach ihren Verinögensverhältnissen eine höhere Schicht als die der bloßen Arbeiter. Ihnen käme es zu, mit gutem Beispiel voran- zugehen. ES geht nicht an, daß man dem Arbeiter moralische Vorlesungen über Vertragsbruch hält, während er ihn von feiten des Meillers täglich vor Augen sieht. Aber in noch viel weitere Kreise geht die Hebung des Kon- traktdruches. Der Ossizier, der mit Schulden überhäuft ist, hat dieselben keineswegs immer dem Kredit zu verdanken, den seine Person genießt. Sehr oft ist er die Beträge für seine Rechnungen einfach„schuldig geblieben" Wer eine versprochene Lieferung nicht macht, ist vertragsbrilchig. Aber wer nach gemachter Liefe- rung die Zahlung unterläßt, ist ebenfalls vertragsbrüchig. Diese Betrachtungen, denen wir uns im großen und ganzen nur anschließen können, schließt das Blatt mit den Worten: In allen Ständen unseres Volkes ist der Sinn für pllnkt- liche Erfüllung eingegangener Verpflichtungen nicht in dem hohen Maße vorhanden, in dem es wünschenswerth ist. Suchen wir hierin zu bessern, mögen die höheren Gesellschaftsschichten den niederen mit gutem Beispiel vorangehen. Wenn die unbezahlten Weinrechnungen erst zur Seltenheit geworden sind, wenn die Schuster und Schneider ihre Liefcrnngovcrsprechen in der Regel halten und nur in seltenen AuZnahmesällen verletzen— wenn dann trotz alledem die Arbeiter allein eine Vertragsbrüchige Klasse bleiben sollten, dann wäre die Zeit gekommen, sie die besondere Strenge des Strafgesetzes fühlen zu lassen. Varlaurenfortfäzes. Der Präsident und die Vizepräsidenten des Reichstags werden zu Ansang einer Legislaturperiode nach§ 11 der Geschäftsordnung das erste Mal auf vier Wochen, dann aber für die übrige Tauer der Session gewählt. Das Präsidium des Reichstags wird also nächste Woche von neuem gewählt werden müssen. Man nimmt an, daß auch diesmal wieder, wie stets bisher, die Herren von Levetzow, Graf Ballestrem und Dr. Baumbach durch Alklaination in ihren Aemtern bestätigt werden. Die Beschlüsse der Arbeiterschutz-Kom- Mission des Reichstags haben die§§ 105 bis 105 c folgendermaßen gestaltet:§ 105(unverändert): Die Festsetzung der Ver- hültniffe zwischen den selbstständigen Gewerbetreibende» und den gewerblichen Arbeitern ist, vorbehaltlich der durch Reichsgesetz begründete» Beschränkungen Gegenstand freier Uebereinkunst. § 105 a.(Ällinea 1 abgelehnt): Welche Tage als Festtage gelten, bestimmen unter Beräcksichligung der örtlichen und konfessionellen Verhältnisse die Landesregierungen.§ 105 b(Neu): Im Be- triebe von Bergwerken, Salinen, Aufbereitungsanstalten, Brüchen und Gruben, von Hüttenwerken, Fabriken und Werlstätten, von Zimmerplätzen und anderen Bauhöfen, von Werften und Ziege- Oesterreich niedrig bemessen, er beträgt baare sieben Kreuzer. In dem seltenen Falle, daß alle drei Zahlen herauskommen, wird der geringe Betrag mit der netten Summe 700 Gnlden zchntausendfältig erstattet. Ist aber der Einsatz ein niedriger, so fehlt es in keiner Weise an Gelegenheit, sein Glück zn versuchen: Wien, Lembergs Brünn, Temcsvar, Prag und sicherlich noch viele andere Städte öffnen im schnellen Wechsel den Zugang zum Gewinn, und zu jeder dieser Lotterien werden innerhalb Oesterreichs Grenzen selbst in dem mi- bedeutendsten Reste Zettel feilgeboten. Die Versuchung, an die Pforte des Glückes zn pochen, bietet sich also in der ganzen Monarchie sozusagen alle Tage. Nach Meier Silbcrreichs Ansicht ließ sich mit 700 Gulden schon etwas anfangen. Er war aus das Kapital nun einnial erpicht. Infolge dessen beschränkte er sich keineswegs auf den Ankauf eines Zettels, sondern erwarb sich deren so viele, als seine Mittel nur irgend gestatteten. Und da das Spiel, wie bereits erwähnt, an den meisten Wochentagen vor sich ging, so verschlang die Lotterie den Löwenantheil seiner dürftigen Einkünfte; was Wunder, daß Sarah, sein folg- samcs Ehegemahl, schließlich sich zu empören begann. „Dein Kaftan ist voller Löcher, Meier, wo nehme ich Zeug zum Flicken her? Das Lanbhüttcnfest steht vor der Thür, wie komme ich zu Lamnifleisch und festlichen Broden? Du handelst unrecht, Meier! Dein kostbares Spiel legt uns zu große Entbehrungen auf. Der Gott Israel will nicht, daß Du Dein Glück auf solche Weise findest." Es geschah gewiß zum zehnten Male, daß sich sein Weib in so sreimüthiger Weise vernehmen ließ; den Zusatz aber, der Israels Gott betraf, hatte sie erst heute angefügt. Hin- ter der faltenreichen Stirn Meier's tauchte urplötzlich ein Gedanke auf. Wie, wenn ihm der eifrige Gott des alten Bundes gegen einen guten Rabatt behilflich wäre? Als er am folgenden Festtage seine Gebete herplapperte, schmuggelte er behutsam ein Gelöbniß ein, des Inhalts, der leien, sowie bei Bauten aller Art dürfen Arbeiter a» Sonn- und Festtagen nicht beschäftigt werden. Die de« Arbeitern zu gewährende Ruhe hat für jeden Sonn- und Festtag mindestens dreißig, für das Weihnachts-, Oster- unk Pfingstfest sechzig Stunden und in sonstigen Fälle» für zwei auf- einander folgende Festtage 48 Stunden zn dauern. Die Ruhezeit hat am vorhergehenden Werktage frühestens um 6, spätestens um 12 Uhr Abends zu beginnen. Im Handelsgewerbe dürfen Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter an Sonn- und Festtagen«ich» länger als 5 Stunden beschäftigt werden. Am ersten Weihnachts-, ersten Oster- und ersten Psingstfeiertag dürfen Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter im Handclsgewerbe nicht beschäftigt iverden. Für die letzten vier Wochen vor Weihnachten, sowie für einzelne Soon- und Festtage, an welchen örtliche Verhältnisse einen erweiterten Geschäfts- Verkehr erforderlich machen, kann die Polizei- Behörde eine Vermehrung der Stunden, während welcher die Beschäftigung stattfinden darf, zulaffen, jedoch nicht über zehn Stunden. Die Stunden, während welcher die Beschäftigung stattfinden darf,«verde» unter Berück- sichtigung der für den öffentlichen Gottesdienst bestimmten Zeit von der Polizeibehörde festgestellt. Die Feststellung kann für ver- schiedene Ziveige der Handelsgeiverbe verschieden erfolgen.§ 105 o (Neu):„Die Bestimmungen des§ 105 b finden keine Anwendung: 1. aus Arbeiten, welche zur Beseitigung eines Nothstandes oder zur Abivendung einer Gefahr oder im öffentlichen Interesse unverzüglich vorgenommen iverden, nüssen. la. Für einen Sonntag auf Arbeiten zur Durchführung der gesetzlich vorge- schriebenen Inventur; 2. aus Arbeiten zur Reinigung und Instandhaltung, durch welche der regelmäßige Fortgang des eigenen oder eines fremden Betriebes bedingt ist, sowie auf Arbeiten, von welchen die Wiederaufnahme des vollen iverkthätigen Betriebes abhängig ist, sofern nicht diese Ar- beiten an Werktagen vorgenommen werden können; 3. auf Arbeiten, welche zur Verhütung des Berderbens von Roh- fi offen oder des Mißstandes von Arbeitserzeugnissen erforderlich sind, sofern nicht diese Arbeiten an Werktagen vorgenommen werden können; 4. ans Gast- und Schankwirthschafts- sowie auf Verkehrsgewerbe.— Gewerbetreibende, welche Arbeiten an Sonn- und Festtagen mit Arbeiten der unter Ziffer 1 bis 3 erwähnten Art beschäftige», sind verpflichtet, ein Verzeichniß anzulegen, in welches für jeden Sonn- und Festtag die Zahl der beschäftigten Arbeiter, die Dauer ihrer Beschäftigung sowie die Art der vor- genommenen Arbeiten eingetragen sind. Das Verzeichniß ist auf Erfordern der Ortspolizeibehörde sowie dem in§ 139 b bezeichneten Beamten jeder Zeit zur Einsicht vorzulegen. Bei den unter Ziffer 2 und 3 bezeichneten Arbeiten, sofern dieselben länger als 3 Stunden dauern, sind die Gewerbetreid enden verpflichtet, jeden Arbeiter entweder an jedem dritten Sonntage oder Festtage volle 30 Stunden, oder an jedem zweiten Sonntage oder Festtage min- destens in der Zeit von 0 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends von der'Arbeit frei zu lassen. Fun dir nrur Perrovurrllävkung berechnen sich die ein- maligen Ausgaben für den preußischen Etat aus 34 034 008 Mark, darunter 3 502 242 Mk. für Bekleidung und Ausrüstung der neu aufzustellenden Truppen, 4 455 150 Mk. Ankaufskosten für 4186 Dienstpferde, 12 914 341 Mk. zur Beschaffung des Artillerie- Materials und Munition, ferner 1 322 000 Mk. für Erwerbung und Erweiterung von Exerzierplätzen und 2 424 000 Mk. für Wellblech- barocken für Mannschaften und Pferde. Svdann sind vorgesehen u. a. neue Kasernen mit ersten Raten zur Unterbringung der Feldartillerie in Düsscldvrf, Itzehoe, Darmstadt, Saarburg, Pols- dam, Gumbi nneii, Pr. Stargardt, Breslau, Celle, Hanau, Danztg, Dt. Eylau, Mariemverder, Weißendurg, Metz, Btörchingen, erste Raten zu Kasernen für ein Kavallerieregiment in Dieuze und für ein Infanterieregiment in Remilly.— Der sächsische und ivürttembergische Etat enthält analoge Positionen; u. a. ist im «vürttembergischen Etat eine erste Rate zu einer Kaserne für ein Feldartillerieregiment ausgesprochen. Für Sachsen belausen sich die einmaligen Ausgaben aus 1 050 375 Mk., für Württemberg auf" 789 050 Mk. Gin neues Meifjbnch ndrr den Aufstand in G stafrika, fünfte Fortsetzung, ist dein Reichstage zugegangen und enthüll Berichte vom 27. April, 23. April, 1. Mai, 10. Mai und 17. Mai d. I. Im ersten Bericht wird die Untenverfung Banci Heri's und völlige Beruhigung des Nordens geschildert, im zwei- ten iverden die Vorkommnisse des letzten Monats und die Lage in den einzelnen Stationen dargelegt, im dritten der Skavenhandek in der deutsche» Interessensphäre und den der letzteren vorliegen- den Kästenstreifen. Ten Schluß bilden die telegraphischen Berichte über die Einnahme von Lindi und die erfolgreichen Gefechte im Hinterland von Lindi und friedliche Besetzung von Mikindani. Synagoge hundert Gulden zu opfern, sosern ihn der Herr Zcbaoth einen Treffer machen lietze. Sobald er dieses Versprechen gemacht hatte, legte der Gedanke, daß hundert Gülden innnerhin eine beträchtliche Summe seien, sich ihm erkaltend auf's Herz. Es bot sich indeß keine Gelegenheit, das gegebene Wort zu brechen: als in Temcsvar Ziehung gewesen war, zeigte es sich, daß Meier wie gewöhnlich nichts gewonnen hatte. Natürlich verschaffte er sich sofort ein Dutzend Zettel zn einer anderen Lotterie und erhöhte in der Synagoge die Jehovah angebotene Prämie, deren Betrag bei jedem neuen Mißgeschick eine Steigerung erfuhr, bis er schließ- lich die Hälfte des ersehnten Gewinnes dem Gott seiner Väter zn opfern bereit war. Aber allemal, wenn er ein solches Gelübde abgelegt hatte, und vornehmlich bei dem letzten, stellte unabänderlich der Gedanke sich ein, daß es allerdings eine schöne Summe wäre, die er preisgeben würde. Meier verlor indeß fortwährend, und Sarahs Klagen über die Summe», welche dem ärmlichen Hauswesen cnt- zogen würden, mehrten sich beständig. Dann kam ein Festtag— ein hoher christlicher Festtag, an welchem die Griechenstraße vom frühen Morgen von lärmenden Landbewohnern, die allen Gegenden der Kar- pathen entstammten, erfüllt war. Zwischen diesen Ge- stalten, die zum größten Theile in Roth, Blau und Gelb gekleidet waren, schlich sich Meier Silberreich hindurch, an- gethan mit einem schwarzen abgeschabten Rocke und erfüllt von der unbestimmten Hoffnung, daß sich heute ein Fang thun ließe. In demselben Augenblick, da ein Herrschaft- licher Heiduck mit einem Schnurrbart wie zwei Enden einer Peitschenschmitze eine höhnende Bemerkung über die elende Beschaffenheit seines Kastans fallen ließ, hefteten sich Meiers Augen auf den Thurm der Marienkirche, an deren Spitze die blanke goldene Krone erslätute. Er batte Lokales. Mit K«?ug auf di» Frage von der Ansteckungsfähig keit der Tuberkulose und die von der Stadt Berlin geplante Heilanstalt für Lungenkranke wird uns von einem Arzt und Parteigenossen geschrieben: Sie brachten in Ihrer Dienstagnummer unter„Lokales" einen Artikel, der sich mit der Frage der Tuberkulose beschäftigte. Da in der Freitagsnumnier wiederum auf die Frage Bezug gc- nommen und den„übertriebenen Besorgnissen, welche die Ent- deckung des Tuberlelbazillus vielfach hervorgerufen hat", entgegen- getreten wird, beide Artikel somit unwidersprochen die Wirkung haben konnten, die Leser zur Sorglosigkeit in Bezug auf die einfach st en Schutzmaßnahmen gegen die wichtigste Volksseuche zu veranlassen, fühle ich mich im Interesse der Sache verpflichtet, darauf zu entgegnen. Es ist kein„weitverbreiteter Jrrthum", daß der Tuberkel- bazillus die Ursache der Schwindsucht ist, sondern eine That- fache, die von keinem wissenschaftlich ge- bildeten Arzt bezweifelt wird. I m m e r und allein der Bazillus verursacht diese Erkrankung. Streitig ist blos, ob derselbe durch Vererbung übertragen wird oder allein durch Einathmen und Verschlucken in den mensch- lichen Körper gelangt. Wenn der Artikelschreiber meint, daß dann„von der Existenz großer Städte schwerlich die Rede sein könne, da es kaum eine Familie oder eine Wohnung in einem einige Jahrzehnte alten Hause gäbe, in welchem nicht ein Schwindsüchtiger gelebt habe oder gestorben sei", so beweist er eben damit nur seine Un- kenntniß der Lebensbedingungen des Tuberkelbazillus. Derselbe ist außerhalb des menschlichen(thierischen) Körpers nicht im Stande, sich fortzuflanzen, sondern stirbt nach längstens einem halben Jahre ab. Daß eingcathmete Tuberkelbazillen eine gesunde Lunge krank machen können, ist leider wiederholt bei Gelegenheit von Thicrversuchcn konstatirt worden, indem Unvorsichtige, eben die Gefahr der Ansteckung Unterschätzende, ebenfalls die Bakterien einzuathmcn bekamen und erkrankten. Das beweisen ferner in der evidentesten Weise M e n t o n e und San R e m o, klimatische Luftkurorte an der Riviera, die seit Jahr- zehnten von Schwindsüchtigen aufgesucht werden und wo die Er- krankungs- und Sterbeziffer an Schwindsucht unter den Einge- borenen so enorme Zunahmen zeigen, daß Aerzte und städtische Körperschaften zusammentraten, um die Mittel zur Ab- wehr zu bcrathe».*) Der Artikelschreiber sagt ja selbst, daß„Personen, deren Körpcrbeschaffenheit die Erreichung eines hohen Lebensalters ver- muthen ließ, von der Krankheit ergriffen worden". Ebenso wie gesunde Wunden durch Hinzutreten des Bazillus tuberkulös wer- den und Drüsenerlranlungen(Skrophulose) zur Folge haben; ebenso wie gesunde Säuglinge durch Genuß von Milch perl- süchtiger Kühe tuberkulös werden, ebenso können gesunde Lungen, wenn der Tuberkelpilz zur Einathmung gelangt und nicht aus- geschieden wird, schwindsüchtig werden— genau so wie jedes Meerschweinchen durch Einathmung von zerstäubtem Lungen- auswurf mit Sicherheit tuberkulös gemacht werden kann. Diesen Thatsachen gegenüber mit„Erhöhung der Lebenskraft" und ähnlichen in der Wissenschaft längst abgethanen, mystischen Begriffen kommen, heißt an die Stelle des Wissens und der Erkenn tniß die Unwissenheit, den Glauben setzen, eine Sache, für die unsere Parteigenossen hoffentlich nie- mals und nirgends zu haben sind. Die von dem Artikelschreiber angezogenen Punkte: der Mangel an Nahrungsmitteln, an gesunder Luft, an Sonnenlichts an genügender Bekleidung, so richtig sie an sich sind und wahr- schcinlich auch von mir in ihrer Bedeutung für die Hygiene der Arbeiter im Allgemeinen und der Hygiene der Athmungsorgane insbesondere nicht unterstützt werden, spielen erst eine s e k u n- d ür e Rolle, weil sie ohne daS Vorhandensein des Tuberkelbazillus niemals Lungenschwindsucht erzeugen kann. ♦) Charakteristisch ist dabei, daß, als ein ideal gesinnter Arzt vorschlug, die Fremden öffentlich vor dem Besuch dieser Kurorte zu warnen, der Biirgermeister von San Remo diesen Vorschlag als die Interessen der Stadt schwer schädigend empört zurückwies — ein Szene, welche Alle, die Jbsen's„Volksfeind" kennen, an die dortige Schildcrimg erinnert. die Krone unzählige Male gesehen, heute aber gab sie dem alten Juden plötzlich den Gedanken ein, daß sich mit ihr vielleicht mit günstigem Resultat ein Geschästchcn einleiten ließe. Der Gedanke nahm seine Sinne derart gefangen, daß er sich durch die drängende Menge, die sich in? breiten Strome durch die Kirche bewegte, einen Weg bahnte und klopfeirden Herrens in den nahen Gassen umhertrippelte, bis der Gottesdienst beendet ivar. Dann stahl er sich durch einen Seitengang in die leere Kirche. Da stand sie, hoch auf ihrem mit Goldbrokat und Seide umwundenen Sockel, die Strahlcnkrone auf dem Haupte, das Jesuskind ans dem Arme. Vor ihr brannten Kerzen zu Dutzenden, etliche prachtvoll, gewichtig, mit kunstfertig ge- wnndener Außenseite, nmschlängelt von phantastischen Farben- bändern aus Rosenroth und Blattgold, andere lang und dünn, in armseliger gleichartiger Weiße erglänzend, je nach den Verhältnissen der Opfernden. Meier fühlte sich seltsam ergriffen. Entschlossen gelobte er Maria die eine.Hälfte des Gewinnes, und außerdem eine Kerze, drei Finger dick, zierlich gewunden und mit Rosetten und Gold geschmückt. In dem Augenblick, da er sein Ge- lübde gethan, fühlte er, wie eine Scheu sein Herz bcschlich. Er war ja in einer Kirche, mit der er nichts gemein hatte. Unbemerkt, wie er gekoinmen mar, schlich er von dannen. Als er aber die Griecheusiraßc entlang wanderte, erschien ihm das soeben gegebene Versprechen in einem völlig andern Lichte als die früheren dem Gott seiner Väter dargebrachten Gelübde. Die 350 Gulden bedeuteten doch immer eine beträchtliche Summe, mit deren Hilfe sich schon etwas ausrichten ließ und die er mit liefempfundener Dankbarkeit annehmen würde. Und was die Kerze betraf, so ließ sich ja eine recht schöne bereits für wenige Gulden erwerben. Als solle seine Genügsamkeit ausdrucklich ehren Lohn empfangen, meldete der Telegraph am folgenden Tage aus Lemberg, daß Meiers Nummern in der am Vor, nettag statt- gefundenen Ziehung sämmtlich herausgekommen seeen. Und Es gilt also v o r A l l e in, den Bazillus selbst zu vernichten. Erst wenn dies nicht möglich wäre, müßten wer uns allein darauf beschränken, die Widerstandsfähigkeit des menschlichen Organismus, insbesondere der Lungen zu erhöhen— ein Beginnen, das Angesichts der herrschenden sozialen Zustände ziemlich aussichtslos wäre. Nim ist dieses Ziel aber allerdings in so hohem Maße erreichbar, der Bazillus vcrhältnißmäfiig so leicht unschädlich zu machen, daß es uns geradezu als ein Urrdreche» erscheint, zur Gleichgiltigkeit gegenüber diesen Maßnahmen Veranlassung zu geben. Die Entdeckung des Tuberkelbazillus, das Studium seiner Lebens- und Zlnsteckungsbedingungen hat, anstatt übertriebene Besorgnisse hervorzurufen— bis dahin standen wir der Schwindsucht absolut machtlos gegenüber— überhaupt uns erst die Perspektive eröffnet, die Erkrankungsziffer an Schwindsucht stetig herabzusetzen. Das ganze Geheimniß ist, den Bazillus, der in dem Auswurf der Brustkranken(dagegen nicht in derAusathmungs- l u f t derselben) vorhanden ist, unschädlich zu machen, indem man es verhindert, daßderAuswurf in'sTaschentuch oder auf den Fußboden gebracht wird, sondern stets in ein täglich zu leerendes Glas oder Napf, indem man es somit überall und immer verhütet, daß der Auswurf vertrocknet, ver- staubt und der Athemluft beigemengt wird. Die neue Heilanstalt soll vor Allem— neben der besseren Ernährung der Erkrankten, der besseren Hautpflege durch Bäder und Abreibungen, der besseren Lungenventilation durch Lungcngymnastik in guter Luft, neben dem mehrmonatlichen Aus- ruhen von anstrengender, ungesunder(Staub-) Arbeit— den Lungenkranken die Unsitte abgewöhnen, mit ihrem Auswurf leichtsinnig umzugehen, sie zur Reinlichkeit, besonders in dieser Richtung, zu erziehen. Wenn ihr dies auch nur bei Einzelnen gelingt, so würde damit ein großer Theil von Neuerkrankungen vermieden. Wenn der Artikelschreiber glaubt, vom Parteistandpunkte aus sich gegen die geplante Heilanstalt als Wohlthätigkeitsinstitut aussprechen zu müssen(konsequenter Weise räth er vielleicht zur Abschaffung aller Krankenhäuser), so ist darauf einfach zu er- widern: Daß die Stadt, das Gemeinwesen, die Sache in die Hand zu nehmen hat und daß es Sache der Arbeitervertteter in der Stadtvcrordneten-Versammlung sein wird, durch weitestgehende, objektive Kritik für den möglich st großen Umfang der neuenHeilanstalt, für deren ausreichende Doti- rung und selbstverständlich auch für radikale Beschneidung aller etwa damit verbundenen Auswüchse einzutreten. Dann würden diese Anstalten der Menschheit den außerordentlichm Nutzen bringen, den man von ihnen nach unseren modernen wissenschaftlichen An- schaunngen erwarten darf. Der Mahnzettel geht um. Immer wenn der dritte Monat des Quartals beginnt, flattern den stiumigen Steuerzahlern die gefürchtetcn Zettel ins Haus, von denen sich gleich auf den ersten Blick die mit Blaustift unterstrichenen fatalen Worte abheben: ...„binnen drei Tagen"... Und dann heißt es weiter: „... widrigenfalls unverzüglich zur Pfändung geschritten wird." So ganz überraschend kommt die Mahnung ja nicht, aber ange- nehm ist sie darum noch lange nicht. Noch was Hilst es? Da muß man schon die Groschen zusammenklauben, eventuell noch das eine oder andere Stück aufs Versatzaent tragen, um nch nur den Gerichtsvollzieher vom Leibe zu halten. Und es ist immer noch besser so, als wenn man auch schon die Furcht vor dem Gerichtsvollzieher verloren hat, weil dieser einem doch nichts nehmen kanij, sondern sich mit dem Vermerk �Exekution fruchtlos" entfernen muß. Ja, das ist immer eine böse Zeit, wenn der Mahnzettel umgeht. In den Statistiken sieht die Sache nach gar nichts aus; da wird ganz trocken sesigestellt, wee viel Pfändungen wegen rückständiger Steuern vorgenommen wurden, und wie viele davon fruchtlos blieben, und dal»:i est weiter nichts Auffälliges, denn das weiß man ja aus Erfahrung, daß imnier etwa so und so viel Pfändungen vorkommen, und daß in der Regel so und so viel Prozent der Pfändungen kein Ergebniß haben. Und das ist ja eine herrliche Sache mit der Prozent- rcchnung. Die Statistek kann schon im Voraus ungefähr angeben, wie viel Prozent von diesen oder jenen Fällen vorkommen wer- den, und infolge dessen sehen die gesellschasllichen Vorgänge wie unabwendbare Naturereigieiffe aus, über Sie kein Wort mehr zn verlieren ist. Ebenso wie im Monate Juni eine DurchschnittStemperatur von so und so viel Grad zu erwarten ist, ebenso sind in demselben Monat so und so viel Pfändungen zu erwarten— die Rechmung ist ganz klar, und dein Zahlenmenschen ist es ganz gleichgiltig, ob die Ziffern Tcmperaturgrade oder Menschen bedeuten. Even darin Silbcrreich erhielt ans der Stelle und ohne jede Schwierig- keit die siebenhundert Gulden ausbezahlt. Run saß er in seiner armseligen Behausung med zählte die Banknoten vor Sarahs Augen mit nie ernuidenbem Eifer. Seine ergraute Ehehälfte bewachte ihn mit ängstlicherr Blicken; sie war von dem abgelegten Gelübde unterrichtet, und die unglaublich prompte Erfüllung der Bitte verpflichtete, wie die alte Judendame meinte, entschieden zur Eiillösung des gegebenen Versprechens; aber allerdings, dreihundert und fünfzig Gulden waren ein ganzes Vermögen. Mit gespannter Aufmerksamkeit lauschte sie den Auseinandersetzungen ihres Gatten, der einen Uebcrschlag an- stellte und einen vollständigen Feldzugsplan bis in alle Einzelheiten entwickelte. Derselbe sollte das neuerworbene Kapital in einer Weise eeutzbrengeied niachcn, daß zu gleicher Zeit die Wohlthat der Familie begründet wurde. Der Püau war in großen, tüheeen Zügen eutworfeu— säuenetliche sieben- hundert Gulden, auch nicht ein einziger Kreuzer aeisgenommcn, evürden bei der Verwirklichung ins Rollen gebracht werden.. Sarah glaubte ein Wort über das von Meier gethane Ge- lübde fallen lassen zn müssen. Meier blickte seine Genossin an, während ein wohl- wollendes Lächeln seine Lippen umspielte. „WaS thut ein weibliches Wesen mit Geld? Gesetzt Du erhieltest dreihundert Gulden, Sarah, würdest Du sie nicht sofort Meier Silbcrreich geben. Deinem Mamic? Sie aber, die Juiegfran in der Kirche, sie hat nicht einmal einen Mann med sie ist die Mutter eines Gottes. Wie kann sie des Geldes benöthigt sein? BiS auf Weiteres nehme ich die paar Gulden als Darlehn von ihr— zinsenfrei, natür- lich. Sobald ich dazu im Stande sein werde, soll sie die- selben bekommen. Aber es sind schlechte Zeiten Sarahleben; hat sich das Geld irgendwo festgesetzt, so bringt nean es nicht wieder los, und wenn man Zangen brauchte. Bei Licht betrachtet, so evar es auch leichtsinnig von ihr gehandelt, sich sofort beschwatzen zu lassen. Leichtsinn verdient keine Prämie. Sie muß warten!" daß man �-Produkte anS allen möglichen rann. Tie Auffassung ist ja auch richtig, rann. linc inuMpung YI ja nunj r-cyug, aber vie glaubt sich nun der Pflicht, auf eine Besserung der ZuMd y zu wirken, überhoben, weil eben doch so und so veel �.oz Menschen arm und elend sein müßten. Dieser Fatallsmns• recht bequem sein, wenn einem die Zahlen eben nur Zay-en i � aber mit ganz anderen Augen betrachtet der die Sache, oer I zu den Prozenten gehört, die arm und elend sein muffen, o. � denen im vorliegenden Falle die Pfändungen wegen ruckjta Steuern vollstreckt werden. Das ist eben die Thatsache, a die Weisheit der Bourgeoisie zu Grunde geht, dap die M l nicht bloß Zahlen und Prozente sind, sondern lebendige mit Bedürfnissen und Ansprüchen an das Leben, und daru sich das Streben med Ringen nicht aus der Welt schaffen IL� welches dem menschlichen Elend ein Ende uiachen wiu. nehmen wir es auch nicht ruhig als etwas ganz Selbsroe! liches hin, daß jetzt so und so viel Mahnzettel veroreitet wer° und daß in so und so viel Fällen Pfändung erfolgen wird, wiederum in so und so viel Fällen fruchtlos sein wird l. wir fragen: Warum können nicht alle Bürger dee Steuern lich, warum können sie manche gar nicht bezahlen--. vielleicht hat auch der eine oder andere Rentier eine«yn»» davon, woher die statistisch festgestellte Thatsache kommt, daß Menschen so wenig Geld haben. niac |lol>n- die Thiitigkrit des Gewerbegerichts ,m aog laufenen Geschästchahre hat die Gewerbedeputation mem ergänzende Mittheilungen an den Magistat gemacht. � sind von den eingegangenen 10 361 Klagen 1573 theils> 3. Unzuständigkeit drs Gerichts abge>viesen worden, theils rueu, selben vor das Foruin der Nachbargemeinden Rixdors, Hof. Weißensee, Reinickendorf und Charlottenburg gehörten,.. weil sie von dem Schiedsgericht des Jnnungsausschusses zu° scheiden waren. Von den zur Verhandlung gelangten 8788Kwa 10 pCt., in 186 Fällen 100 bis 149 M. oder 2 pCt.,'N t Fällen oder IV, pCt. 150 bis 299 M., in 66 Fällen ob»r 8/>-. Bon den oesammten Straieen-Flächen r geringer. Von den gestimmten Straßen-Flächen Asphaltpflaster etwa 12,2, auf das Steinpflaster 86, SP auf das Äsphaltpflasier eewa»u, uuu.«p — Das Holzpflaster hat bis jetzt noch nicht große Erfolge weisen; die Erfahrungen über die Dauer des neuerdings z")- Wendung gekommenen Buchenholzes als Material zur Befeit l städtischer Straßen sind zur Zeit noch nicht als abgeschloffe» betrachten. In neuerer Zeit haben die Unternehmer für aus Buchenholz den Versuch gemacht, dein Uebelstand' werdens durch ein möglichst dichtes Aneinandersetzen Pflasterreihen vorzubeugen. Die kurze Zeit, welche seit der« siellung solcher Pflasterungen verstrichen ist, gestattet noch. definitives Urtheil. Indessen hat sich neuerdings bei Holzpst"! � insbesondere bei dem auch aus Buchenholz hergesiellten, ein«>>" Uebelseand ergeben, indem gerade von der Großen Berliner PI � eisenbahn- Gesellschaft, aus deren Wunsch die Weiteroerwe"�., des Holzpflasters zugelassen worden war, konstatirt wurde, � dasselbe bei Frost und Schneewetter eine große Glätte habe.. j, Eisenpflaster ist noch immer in dem ersten Stadium des Bem. � Nach dem Fiasko, welches das Eisenpflaster aus der i%i Strecke Unter den Liuden erlitten, macht dasselbe Huttemvere u dem Jahre 1887 in der Langen Straße, an deren Kreuzung � der Holzmarkt- und Markusstraße einen erneuten Versuch. einem anders gestalteten Stahlpflaster. Bisher ist eine AbnUli" an demselben noch nicht wahrgenommen, ein eudgiltiges U- wird sich jedoch erst nach längerem Bestände fällen lassen. Ei» Fall von akuter Autipqrin-Uergistuug, der» seiner Heftigkeit bemerkenswerlh est, wird von Dr. Schwei" der„Deutschen Medizinal-Zeitung" metgetheelt. Es hailde» � um eine junge Dame von ziveiundzwanzig Jahren, welcher h. Arzt gegen neuralgische Beschwerden Antipyrin in Einzew � von einem Gramm verordnet hatte. Nachdem die junge einige Tage vorher am Vormittag sehr wohl, ja ausgelassen?� gewesen war, nahm sie Mittags nach der Mahlzeit zum- Mal ein Gramm Antipyrin. Nach drei Minuten beza"" über eigenthümleche druckartige Schmerzen im Hinterkops klagen. Bald traten Sausen und Klingen in den Ohren, Sarah athmete erleichtert; die 350 Gulden ließ � Meier sein Lebtag nicht entreißen, das stand fest. V fühlte sich in solchem Grade beruhigt, daß sie für die, süllung des Versprechens noch einmal eine Lanze eeinev zu müssen glaubte. „Wirst Du ihr denn gar nichts geben, Meier?" „Gar nichts? Wer n>�' > hat gesagt, daß ich ihr gar n> geben werde?" versetzte Meier mit Würde.„Sie sin� Vergnügen daran, die Lichter brennen zu sehen. Sie soll � Kerze haben. Nicht gleich; aber wenn ich das nächste auf der Fabrik Seife kaufe, werden sie mir wohl ein S-tc» licht als Zugabe schenken; sie machen ja auch Lichter.,, soll sie haben. Bielleicht wird es nur ein kleines ein Stümpfchen. Aber, du Allmächtiger, was thu/ Brennen die Kerzen nicht alle zu einem Stumpf ff Sarah fühlte sich so vollkommen erleichtert, dap. der Meinung war, sich ohne Risiko danlbar eriveip können. Meier Silberreich sah sie mitleidig an. Dann-... er seinen Blick auf die blaue Luft, lange und auhall � Aus seinen Zügen leuchtete eine gewisse Verklärung' C; schaue er in den Wolken Jehooah aus dem Thronjj Macht, umgeben von der mit Flammenschwertern neten Wache der himmilischen Heerschaaren. Unwistl"... btickje in den kleinen braunen Augen ein Funken ans• aber in überwiegendem Grade trugen sie den versiiändnißinnigen Mitwissens und billigender SyMl'ü i' „Führe nicht solche Rede, Sarah! Israels G"1 der beste." lked einen zweiten langen Blick zum Wolkenh" emporzendend, fügte er hinzu: „Gr wollte meiiie Bitte nicht erhören, sagst Du � j der Alte da oben läßt sich nicht zum Besten haben!' � und Angstgefühl auf. Daran schloffen sich furchtbares Herz- Uepsen, schwere Athemnoth, kalter Schiveip un Gesicht, tarkes Hitzegesühl in der ganzen rechten Körperhälfte, turfes Kalte- und Taubheitsgefühl in der ge>amn>re>i >nken Körperhälfte. Nach etwa zivanzig Minuten wurde v der Patientin schwarz vor_ den Uugen. �ann . � vollkommene Amaurose ein, die eine halbe Stunde »Hielt, um dann allmälig wieder zu verschwinden.-a�JSerz- 'ÖP en war äußerst stark, während der ersten Stunde 200 Schlage n bei- Minute.'Auch die Sprache war erschwert. Die Erschei- mngen traten sichtbar im Laufe des Stachmittags und Abends zurück. An den nächsten beiden Tagen fühlte sich die Patieutm fchr angegriffen; gegenwärtig aber hat sie die Vergiftung ganz �überwunden und keinerlei Folgen zurückbehalteii. �er»all chrt, wie vorsichtig man mit der Verabreichung lind ganz beson- mit der Dosirung von Antipyrin verfahren mup. . Als UrvanlaNer der diesjährigen Raupenplage lifll" halfplfachlich die Wickler auf. Obivohl nun sowohl fiska- den ist jtadtlscherseits in den Anlagen tüchtig geraupt wor- den»' dies dein Wickler gegenüber nichts nützen können, firf,.....•P'Uä'S kleinen Eier der Wickler überwintern und halten *..... f.:s.--- fifh'i ,üulöl9 llelnen �Fier ver— tv beil.» den Blatlknospen ec. versteckt, wo ihnen leider nicht s.,-l �°v»»e» ist. Die vorschnelle Hitze hat das ausgiebige und atnll Mlreten dieser Thierc gezeitigt, eine durchgreifende Hilsc u»en Naturereignisse dieser Art ist nicht bekannt. «l®ie uor einige» Sagen an» Kchwiebus mitgetheilte 0.,�''Uerliche Geschichte von einem in gänzlich vern ahrlosten stm« c'lle" Mädchens, welches angab, vor Jahren von LiZ geraubt und denselben nunmehr glücklich entronnen zu ein.«. sich nun als Hirngespinnst eines geisteskranken Mädchens Thatsächlich ist das Mädchen, welches sich Klara Sachs w!..» irrsinnig. Sie heißt nicht Klara Sachs, sondern itt?"ve Pebz und stammt aus dem Posen'schen. Klara Sachs ss.!...�.Na»ie eines Mädchens aus ihrem Heimathsorte. Die enttl®cistesfranle hatte sich am ersten Pfingstfeiertag heimlich die? und dann vagabondrrend umhergetrieben. Wie sie auf N>.,i!'guu!iergeschichte gekommen, ist gänzlich unersindlich. Ihr o>ix'1* f'e inzwischen bereits aus dem Schwicbuser(Berichts- ° mngnljz abgeholt. einem bissigen Pferde entsetzlich zugerichtet wurde b.v �r» Nachmittag die Frau des in Rixdorf wohnenden Fuhr- Uiisn u Dieselbe begab sich vorgestern Nachmittag, als die Knechte in>. l�t Mann nicht anwesend waren, nach dem Stall, um die »...Demselben besindlichen Pferde zu füttern. Hierbei erfaßte eines »mA plgtzlich, durch irgend einen Umstand wild geinacht, den K,, � �lvm der Frau mit den Zähnen, biß ihr bis auf den wchen durch und drückte dann die Aermste, deren gellende Hilfe- v le anfänglich ungehört verhallten, derartig gegen die Wand, »n« Jie gesinnungslos zusammenbrach. Wenige Minuten später - he die Aermste über und über mit Blut bedeckt neben dem zwischen wieder ruhig gewordenen Pferde ausgesunden. Ein so- f?s.hluzugerusener Arzt legte der Frau, welche außer der ent- i Buchen Verstümmelung des Armes auch noch schwere innere �vtetzungen erlitten, einen Nothverband an und verordnete den nortigen Transport nach dem Krankenhause Bethanien. n,.N>c Lokaillominission van paukoio ersucht uns um Annahme des Folgenden: Der im„Slrbciter-Vcrkehrs-Sllmanach" unter Pankow aufgeführte Gastwirth Wöpke, Breitestr. BGa, hält S»- ,, Volksblatt" nicht mehr; es liegt nur aus in Borchardt's Gasthaus, Schnlzcsir. 28, an der Nvrdbahn. Saal zu Arbeiter- unsnmmlungeu ist im Ort nicht zu haben. Wir ersuchen die berliner Genossen dies zu berücksichtigen. Polizribevicht. Am 0. d. M. Btorgens wurde im Thier- Lorten in der Stühe der Zelten ein unbekannter, etwa 40 Jahre usier, dem Arbeiterstande angehörender Mann erhängt vor- flestmden und Abends im Fluthgraben unterhalb der Freiarchen- brücke die Leiche eines etwa SS Jahre alten Mannes an- geschwemmt. Beide Leichen wurden nach dem Schauhause ge- schafft.— Zu derselben Zeit wurde vor dem Hause Unterbaum- Säße S/0 ein unbekannter, etwa 30 Jahre alter Mann mit einer �erlctzung am Kopse bewußtlos auf dem Bürgersteige liegend vor- «stunden und nach der Charitee gebracht.— Am 6. d. M. fanden kleinere Brände statt. Gerirftks-Ueikuug. 54.1*, .. bin die Kchuberte», Wittive Friederike Amalie ton";,.' üborne Bolle, mit Klingel-Bollen aber in leene Ber- n-fchuffchast nich. Wat mein Bater war, der stammte eijentlich SWn t Uckermärkische, ick bin aber schon von kleen uf an in (nl• wenn blos die Schutzleite nich wären, denn finge bt-ii. drieber, det habe ick schon immer jesagt un dabei «Je?»ck. Ick bin gewiß for Ordnung nn Reinlichkeit, aber— ein unterbrach der Vorsitzende den Redefluß der Angeklagten, liotf.1 eiiua bojührigen robusten Frau, welche den Kopf trotz der tn Temperatur mit einem dicken wollenen Tuch verhüllt hielt. E,.. Angeklagte, reden Sie nicht so viel und dann nehmen Ten Tuch ab, damit Sie besser hören können.— Angekl.: mir fch ders ick nich abnehmen, seitdem der Schuhlnann Kn«'0 zujericht' hat, muß ick mir warmhalten von wejen die bucht. Ick will blos abwarten, wie scheene er mit diese lix Station in't Essen liegt. Hernach verklage ick ihm erst amt- von" stökalisch un zuletzt noch bei't Zivile in de Jüdenstraße iei. wejen Schmerzeusjelder durch seine eiwekinn-riie Anirine Ästende'?°lchlecht. Ick habe sünfsingerije Aufrisse mir mit Eis un mit mei,,. L. Alimente behandeln lassen, der schwarze Provi,cr, orr hecbü-n jenau kennen dhut, meente sojar, det wäre in tzalte» � e wat'ne jefährliche— Vors.: Jetzt was i,r 5.. gefälligst den Mund und antworten Sie kurz, Det fssuge! Sie sind Handelsfrau?— Angekl.: sta«k besteht sich, ick jehöre zu'n merkantilen Handels- wobt wein Sohn immer sagt.— Vors.: Sie handeln .— Angekl.: Wie et kommt, je nach die N«.' �ube in'n Winter ooch Bücklinge nn Kieler Sprotten. dxx r/■' Am Abende des 5. April sollen Sie nun zunächst in Wen f�stwche eine feste Handelsstelle eingenommen haben, räu- Qö. c'n-— Angekl.: Ick hatte weiter nischt in- iipt wie so'n kleenen Mampe, indem mir nich recht nnübel den cl war, det hatte vielleicht zivee Minuten jedauert, als ick iu Äb.wmm bei mein Ferd finde.— Vors.: Sie geben also licfim.. i,aä Fuhrwerk unbeaufsichtigt ans der Straße stehen m' während Sie sich in der Destillation befanden? .renn" � k.: Kanu denn en Fuhrwerk sicherer sind, als steb." w e" königlich preußischer Schutzmann Wache bei '" 1----- nch irf hie btnnkeVickel- stehen kf1". ton'gucy prenm,cyer...............».M.... Haube i Ick war jerade rinjejangen, als ick die blanke Pickel- k... ooch schon bei mein Fuhrwerk jewahr werde. Na denke ick, '..... fr i'•.-r. r.,.. aYl-..., Mann un et is'S'0" cei"w"1 I----- Wuß die e:? J. e" Beamter, wie er in't Buch steht, so'n M wollt;),,,Cf rn �»ejen. Er hatte mir woll rinfehn sehen«.. °e»n not' a ian?5"ß min P�rd passen, da brauchte ick mir wser so zu beeilen.— Vors.: Angeklagte, mit Werben �, ver Vertheidignng werden Sie nicht weit kommen, das wnu m W bei der Strafabmeffung erfahren.— A n g e k l.: Ick '''•:3>"Ufn irf, koinnie NN »aus WöS sagen, wie et jewesen is. .— Vors.: Sie sollen ohne Also, ich komme Weiteres mit ver :»us.'.■. Sicher' ßief.» k�01�� Sie s�en oyne..... .» g e 5. vor dem Schutzmann ausgespieen haben.— �»t uwü'.st r5l plann muß in'n Koppe en bieten trillerig sind, k.'ck en m ß«enn Allens anziehe»? Ick habe ja schon jesagt. .weiie-"aienkandar hatte un da hatte ick denn en Paar �lter»n"iPS? usjesetzt. Natürlich schmeckt det ZeigS mächtig Ä�ere» o- s Straße habe ick ausjespuckt, det ick en biskeu k4 dabei bcn M""0 kAegl«. Det kann woll sind, det f"v nun Deibel" jesagt habe.— Bors.: Was passirte Nomine ftJUß k>em Schutzmann?— Angekl.: Als ick ran- !?ck tvot./n der Schutzmann da un schreibt wat in sein Notizbuch. �lte. e* w'r ja bei ihm bedanken, det er for mir ufjcpaßt I»ge aber nischt, indem ick ihn in sein Notiz- buch nich stören wollte. Ick stelle mir denn an'n Wagen un besehe meine Heringe. Mit eenem Male krieje ick ew Schreck.„Sie da," meent'der Schntzmann,„ich will Ihren Nameii und Wohnung ausschreiben und nun stellen Sie sich gerade vor das Schild?"— Ick denke natürlich nich, det er mir meent un nehme en Hering, der nischt taugt, un schmeiße ihn raus, wobei ick„fauler Kopp" sagen dhue, wo ick natierlich den Hering un nich den Schutzmann mit meeue.— Vors.: Hören Sie inal, das heißt doch wirklich die Unverschämtheit auf die Spitze treiben, Sie haben ja dann noch„Achtgroschenjunge" gesagt, hat sich das etwa auch auf die Heringe bezogen?—'Angekl.: Natierlich, aber der Schuhmann hat mir mißverstanden, da war noch en kleener Junge bei, der mir fragen dhat, wat die Mandel kostete un da habe ick jesagt:„Acht Jroschen, Junge." Ick werde meine Kunden doch ordentlich Bescheed stechen können?— Vors.: Sie sollen sich geweigert haben, Ihr Nationale anzugeben und den Schutzmann dann zur Wache zu begleiten, dazu haben Sie immer- fort„Hilfe!" geschrieen, sodaß ein bedeutender Auslauf entstand.— Aug eck l.: Um Hilfe habe ick erst jerufen, als mir der Schutz- mann so an den Arm packte, det die Impfstelle drei Daje lang braun un blau jeivesen is un denn hat er mir en Stückener sieben bis sechs Mal mit'n Kopp jcjen die Wagenledder jestoßen, det ick denke, meine letzte Stunde is jekommen.— Vors.: Ach Unsinn, davon hat kein Zeuge was gesehen.— Durch die Be- wcisaufnahme wird festgestellt, daß die Augeklagte sich der Ueber- tretung und der Beleidigung sowie des Widerstands gegen die Staatsgewalt schuldig gemacht hat. Sie ist aus's Höchste empört, daß sie zu 14 Tagen Gefänguiß verurtheilt wird. Für die Intevessenten des Deoschllenfuhv-Gewerbrs ist eine Entscheidung von großer Bedeutung, welche heute die 05. Abtheiluug des Berliner Schöffengerichts gefällt hat. Ter Droschkenfuhrherr Griitzmacher nahm am Nachmittag des 23. März auf dem gerade unbesetzten Dros ickenhalteplatz an der Spandauer- und Königsstraßeii- Ecke als Erster Aufstellung. Dieses Recht wurde ihm von mehreren Droschkenführern, welche mit ihren Vehikeln ans der Rathhausstraße herumkamen, bestritten und die Intervention des diensthabenden Schutzmannes angerufen. Dieser entschied den Streit dahin, daß Grüymacher mit seiner Droschke hinter die anderen Droschken Aufstellung nehmen müsse. Der- selbe weigerte sich aber, dieser Anorvnung zu entsprechen, und wurde deshalb wegen Nebertretung der§§ 90 und 49 des Droschken-Reglements in eine Strafe von 9 Mark event. 3 Tagen Hast genommen. In der letztem Bestimmung heißt es, daß Streitigkeiten vor den Kommissar für das öffentliche Fuhr- wesen zu bringen, dessen, sowie der Exekutivbeamten Anordnungen unbedingt Folge zu leisten ist. Gegen das Strafmandat erhob Grützmacher Einspruch und wies vor Gericht nach, daß die An- Ordnung des Schutzmanns ungerechtfertigt war und ihn in seinem Gewerbe benachtheiligt habe. Der Amtsanwalt beantragte Aufrechterhaltuug der Strafe, da der Angeklagte trotzdem dem ihm ertheilten Befehle entsprechen mußte. Ter Gerichtshof er- kannte aber auf Freisprechung des Angeklagten, indem er annahm, daß unter den im§ 49 1. c. gedachten Exekutivbeamten nur die dem Kommissar für das öffentliche Fuhrwesen unterstellten zu verstehen seien und§ 117 St. P. R. keine Anwendung finde, weil der Befehl nicht im Interesse der Sicherheit, Ruhe ic. er- theilt worden sei. Kkvl«eikerlIeiueauttg. Hamburg. Heber die verhafteten Kassirer der Ewerführer und Maler wird dem Hamburger„Echo" folgende schier un- glaubliche Mittheilung gemacht. Der Grund der Verhaftung soll nämlich sein, daß die Beiden durch Anbieten von Geldern Leute zum Streik zu bestimmen versucht haben! Wenn das der wirk- tiche Grund ist, was wir aber nicht glauben können, so wäre damit in Gcsetzcsauslcgung das Höchste erreicht, was je da- gewesen, dann können ivir nur die höhere Weisheit unserer@e Hörden anstaune». Wie lange noch sollen die beiden Leute der Freiheit beraubt sein? Sozicilo MelievstÄzk. A» dir Kürschner und Wützrnuiachrr Krrlins! In- folge von Lohnabzügen beabsichtigen die Kollegen der West- m a n n' s ch e n Mützenfabrik die Arbeit niederzulegen. Kollegen, wir sind fest entschlössen, den im vorigen Jahre erkämpstenLohn- tarif aufrecht zu erhalten. Eine Niederlage in der Weftmann'schen Fabrik würde doppelte Verluste der gesauunten Hausindustrie zur Folge haben. Darum Kollegen haltet den Zuzug nach obenge- nannter Fabrik fern. Unser Sieg ist Euer Sieg, unsere Nieder- lade die Eurige. Dasselbe ist von Hamburg zu berichten, die Kollegen der S. Wachtel'scheu Miitzenfabrik beabsichtigen wegen Lohnabzug die Arbeit einzustellen. Tie Tariskommission. I. A.: Franz W e i d e m e y e r, Jahnstr. 18. Leipzig, Am 5. Juni legten in der Leipziger Metallgießerei von R. F. Weber sämmtliche Former die Arbeit nieder, da ihnen von Herrn Weber zugemnthet wird, die bis jetzt übliche halb- ständige Frühstück- und Vesperpanse auf eine Viertelstunde ein- zuschränken, so daß sich die tägliche Arbeitszeit auf lOVa Stunden beläuft und hingegen Herr Weber nur 10 Stunden bezahlt. Kollegen, Ihr werdet unser Vorgehen rechtfertigen und Zuzug nach Leipzig fernhalteii. Mit kollegialischem Gruß die aus- ständigen Former. Achknng für Dachdechev und Knnklrmpnsr! Aus Köln erhalten wir folgende Mittheilung: Die Jnnungsmeister wollen inisern Verband sprengen, indem dieselben unfern Vorsitzenden sowie die Hanptmitglieder gemaßregelt haben. Wir halten fest trotz alledem und alledem. Bericht folgt. Zuzug fern- halten. Alle arbeitersreundlichen Blätter bittet um Aufnahme die Mitgliedschaft der Filiale Köln. VersÄimulmtgen. Eine ösfentlicho Rersammlung drr Maler und Anstreicher Kertin» tagte am 4. d. M. in Gratweils Vierhallen, welche trotz schwacher Bekanntmachung gut besucht war. Der Einberufer erhielt die polizeiliche Geuehmigung erst am Abend zuvor, trotzdem derselbe die Anmeldung bereits am 31. Mai ab- geschickt hatte. Infolge dessen konnte kein Säulenanschlag statt- finden. Tagesordnung: 1. Der Hamburger Streik. 2. Wahl von Delegirten zur Streik-Kontrol-Kommissio». Referent W. Schweitzer. Bemerkenswerth aus dem Vortrage ist, wie die Hamburger Be- Hörden Partei fär die Arbeitgeber ergreifen. Bei allen Mit- gliedern der Streilkommission wurde gehaussucht, aber nichts gefunden. Die dortigen Kollegen hatten aus der Vergewaltigung der Ewerführer eine Lehre gezogen. Ferner wurde der Vorsitzende auf die Polizei zitirt und das Verlangen(unter Androhung der Ausweisung aus Hamburg) an ihn gestellt, sein Amt niederzulegen und aus der Vereinigung auszuscheiden. Derselbe handelte aber natürlich wie ein zielbewußter Arbeiter; wies ein solches Verlangen energisch zurück. Obige Ausführuiigen riefen eine allgemeine Entrüstung hervor. Die iveitern Schritte zur Abhaltung des Zuzuges wurden der Kommission überlassen. Die Hamburger Meister versuchen es auch schon aus anderen Städten Leute herbeizuführen. In Dresden z. B. boten dieselben dem Herbergswirth 50 Pf. für jeden Streik- brecher den er nach Hamburg schickt. Der Streik dauertunverändertfort. Also Zuzug ist fernzuhalten. Ebenso Magdeburg, Kiel, Mühlhauscn. Auch.dahin den Zuzug fernhalten. Zum zweiten Punkt wuroen als D e l e g i r t e die Kollegen G. Link und I. H o h l>v e g l e< gewählt. Im Verschiedenen wurde bekannt gemacht, daß von jetzt die Mitglieder der Vereinigung im Arbeitsnachiveise bevor- zugt werden. Man war zu der Uebcrzeuguug gekommen, daß die Humanitätsduselei aufhören muß, und wir die indifferenten Arbeiter bekämpfen müssen, ebenso wie das Kapital. Wenn Worte und Versammlungen nichts nützen, muß. man Front gegen Diejenigen machen, die bloß Wohlthaten ge- nießen, aber sich sonst von Allein zurückziehen. Mögen jene Leute ihre Arbeit von dem Jnnungsnachweise auf der Herberge zur Heimath holen, wo sie Gefahr laufen auch mit Ungeziefer zu Hause kommen. Drei grosir öffentliche Versammlungen für sämmt-- liche im Maurerge werbe arbeitenden 5iollegen fanden am Dienstag, den 3. Juni in folgenden Lokalen statt: die erste in Joöl's Salon unter Vorsitz des Herrn Karl Schmidt; die zweite Müllerstraße 7 bei Reichart unter Vorsitz des Herrn Fiedler und die dritte Dennewitzstraße 13 unter Vorsitz des Herrn H e m p e l. Die Tagesordnung war in den drei Versammlungen gleich- lautend: 1. Berichterstattung vom 7. deutschen Maurer- k o n g r e ß. 2. Stellungnahme zu den Sonderver- einen. 3. Verschiedenes. Zum ersten Punkt der Tagesordnung sprachen sich sämmt- liche Delegirte im Sinne der Koiijgreßbeschlüsse aus und empfahlen den Anwesenden, dieselben genau inne zu halten, womit sich sämmiliche Versammelten einverstanden erklärten. Zum zweiten Punkt entspann sich in den beiden letzteren Versammlungen eine lebhafte Debatte. Den Anlaß hierzu gab eine vorgelegte Resolution, welche folgenden Wortlaut hatte: Resolution. Die heutige Versamuiluug erklärt: Um einen festen Zu- sammenschluß unter den Berliner Maurern zu erreichen, damit dem Drucke des Unternehinerthums erfolgreicher Widerstand ent- gegengesetzt werden kann, beschließt die heutige Versammlung: 1. Sämmtliche zur Zeit unter den Maurern Berlins be- stehende Sondervereine haben sich auszulösen. 2. Sänlintliche Maurer Berlins verpflichten sich, der Freien Vereinigung als Mitglieder sich anzuschließen, damit sich dieser Verein zu innerer und äußerer Selbstständigkeit erheben kann. Diese Resolution wurde in den beiden letzteren Versamm- lungen zurückgestellt, in ersterer Versammlung jedoch mit dem Unterantrage angenommen. Daß die Schließung des Putzer- Fachvereins der serueren Zukunft überlassen bleibt. Betreffs des Akkordmaurcrvereins wurde die polizeiliche Ab- melduiig von dem s. Z. fungirenden Vorsitzenden Wilh. Lehmann vorgelegt. Zum 3. Punkt, Verschiedenes, wurde in allen drei Versamm- lungen vor Zuzug nach Hamburg geivarnt, da sich die dortigen Kollegen gegenwärtig noch im Ausstände befinden, und wurde jedem Maurer ans Herz gelegt, sich durch den Säulenanschlag nicht beirren zu lassen. Im Weiteren gelangten Schreiben zur Verlesung, worin die Brauer-Lohnkommis>ion den Berliner Arbeitern ihren Dank für die moralische Unterstützung abstattet, und ersucht dieselbe alle Arbeiter, sich so lange mit den Brauern solidarisch zu erklären, bis der Bierring gesprengt ist. Nach Erledigung verschiedener interner Angelegenheiten erfolgte zu später Nachtstunde Schluß der Versammlungen. Eine Versammlung des sozialdemokratischen Wahl» oereins des 0. Kerliner Reichstags-Wahlkreises tagte am 4. Juni im„Deutschen Volkstheatsr" Schönhauser Allee. Auf der Tagesordnung stand: Vortrag des Herrn Glocke übev Gesellschaftliches und Privateigenthum. Diskussion. Verschie- denes und Fragekasten.— Der Referent griff zurück auf die letzte Wahlbeivegung, wo unsere Gegner behaupteten, wir verschleiern unsere Endziele. Unsere Gegner suchten ferner in unserem Pro- gramm Lücken nachzuweisen. Redner erörterte hierbei die in unserem Programm aufgestellten Forderungen der Produktiv» genossenschaften durch Staatshilfe uuter der demokratischen Kon» lrole des arbeitenden Volkes. Durch diese Genossenschastea sei allerdings uuter der heutigen privatkapitalistischen Produktions» weise nichts zu erreichen,(indem wir die heutige Konkurrenz da- durch nicht beseitigen, sondern nur. vermehren. Um aber unserem Ziele näher zu kommen, ist es Pflicht eines jeden Arbeiters, die heutige Wirthschaftsweise beseitigen zu helfen und an deren Stelle die Volkswirthschaft zu setzen, damit eine Regelung der Arbeit und des Arbeitsvertrages nach demokratischem Sinne durch das Volk vor sich geht.— Redner beleuchtete sodann die Entwictelung der Menschheit, welche von der Wildheit zur Barbarei und hier- nach bis zur Zivilisation gestiegen ist. In diesen Zeit- abschnitten herrschte besonders der Adel und machte zu Herren und Königen. maligen herrschenden Klassen brachten größtentheils das Raub- Anwendung, welches heute noch, Maße betrieben wird. Hier schilderte Redner die heutige privcck- kapitalistische Produktionsweise, und stellte dieser die sozialistische Produktion gegenüber und machte klar, daß die heutige Pro- duktionsform eine Umwandlung in sich trägt. Nicht streben wir in der sozialistischen Produktion die Herrschaft der Arbeiter an, sondern eine demokratische Gesammtivirthschaft. In dem heutigen Produktionsprozeß beherrscht die Produktion den Produzenten, denn der Arbeiter ist nicht mehr im Stande, sich die Waare, die durch seiner Hände Arbeit hergestellt wird, zu beschaffen? So entwickelt sich nun ein koiossgler Klassenunterschied,— dieser Unterschied aber wird verschwinden, sobald die Wissenschaft und Künste der'Allgemeinheit als Lehrmittel zur Verfügung stehen. Sodann sind wir in der Lage, die heutigen Besitzenden zu expropriiren. In der Diskussion sprachen mehrere Herren im Sinne des Referenten. Herr Feldmann bemerkte besonders, daß man dem Feind nie Munition liefern dürfe. Dennoch unter- stützen noch viele Arbeiter den Feind dadurch, daß sie die größten Schmutzzeitungen lesen. An der Zeit sei es, daß dieses aufhöre und die Arbeiter ihre Arbeiterpressen lesen, wie das„B. V." und„Volks-Tribüne". Im Verschiedenen ivurde durch Herrn Schayer die Handlungsweise der Münchener Brauerei, weiche Bier aus der Brauerei Moabit bezieht, ein- gehend geschildert. Ein Arbeiter der Münchener Brauerei demerkte, daß das Ahrend'sche Bier nach ausivärts(Wohin denn? Nied.) exportirt und in Berlin nicht verschenkt würde.— Herr Fischer frug an betreffs der Kommunalwahl im 33. Bezirk. Hier sollte Herr Adler, der als Vertrauensmann der sozialdemvkrati- scheu Partei gewählt war, am Tage der Wahl für den sreisinni- gen Kandidaten agitirt haben. Herr Adler gab zu, dieses gethan zu haben, als er gesehen hätte, daß der sozialdemokratische Kau- didat(E. Becker) nicht mehr siegen konnte. In einer s o l- che» Agitation erkannte die Versammlung einen Vertrauensbruch und Verrath an der Ar- beitersach e. Der Antrag, den pp. Adler aus dem sozialdemokratischen Wahlverein des 0. Ber- liner Reichstags-Wahlkreises auszustoßen und dieses im„B er l i n e r V o lks b l a t t" und der„Ber- liner Volks-Tribüne" bekannt zugeben, wurde einstimmig angenommen. Ein zweiter Antrag: Da Herr Adler somit aus dem Verein ausgeschlossen i st und das Lokal noch nicht verlasse n hat, wird er ers ucht, das Lokal schleunigst zu verlassen, iv i r d e i n st i in i g angenommen. Herr 'Adler drückte sich.— ISodaim schloß der Vorsitzende mit einem dreifachen Hoch auf die internationale, völkerdesreiende Sozialdemokratie die Versammliing. Vrr MiriirrgeseUenverband hielt am Mittwoch Abend m Feinds Salon eine Versamuilung ab, um gegen das Ver- halten der Firma Laer& Sohn, Wallstraße 67 und Neu-Cölln a-«J1, Stellung zu nehmen. Bisher war in dieser Fabrik eine Kimdigungssrist von acht Taoen sestge>'-t� und wurde dieie Die Vertreter der da- hielten sich Günstlinge und und Nlneignungsverfahren zur aber in feinerem und größerem durch Plakatanschlag in der Werkstatt in letzter Zeit aufgehoben. Vor kurzer Zeit hat sich ein Verein zur Wahrung der Interessen aller in der Wirkerbranche beschäftigten Arbeiterinnen gebildet und haben hauptsächlich zwei der daselbst arbeitenden Wirker versucht, die dort in der Fabrik beschäftigten Arbeiterinnen zu be- wegen, diesen Verein durch ihre» Beitritt zu unterstützen. Es muß dieses zu Ohre» der Fabrikanten gekommen sein und wurde von dieser Zeit an nur noch halbe Tage gearbeitet mit der Motivirung, daß das Lager gefüllt sei und die Arbeit nicht ge- braucht wird; von den Arbeitern dagegen wird die Vermuthung ausgesprochen, daß es nur eine Manipulation der Firma wäre, um sich unliebsamer Arbeiter zu entledigen. Die Arbeiter haben Alles dieses erkannt und verharrten weiter in der Fabrik. Eine Entledigung fand also nicht statt und blieb weiter nichts übrig, als die Kündigungsfrist aufzuheben. Es wurden demzufolge zwei ihrer Arbeiter als„AusHetzer" bezeichnet und plötzlich entlassen. Die anderen Arbeiter sahen dieses als eine Maßregelung an und erklärten sich mit ihren Kollegen solidarisch und legten alle, mit Ausnahme eines einzelne», eininüthig die Arbeit nieder. Der Geist unter den Streikenden ist ein guter und werden dieselben nicht früher ihre Arbeit aufnehmen, bis alle ohne Ausnahme wieder eingestellt werden. Arbeiter verschiedener Branchen wer- den eingestellt und angelernt, um den Streikenden zu zeigen, daß Kräfte immer noch vorhanden sind. Der Firma selbst ist es bisher noch nicht gelungen, einen Wcrkführer aus Berlin zu bekommen, welcher passend für ihr Geschäft ist, trotzdem sich verschiedene tüchtige Personen hier aufhalten. Jetzt ist es gelungen, einen Werhührer aus der Provinz Sachsen zu importiren, welcher nun endlich den Wünschen der Firma ent- sprecheil wird. Die Versammlung erkannte die Einstellung der Arbeit bei dieser Firma als eine gerechte an und nahm folgende Resolution einstimmig an: „Die heute in Feind's Salon tagende Versammlung des Berliner Wirkergcsellenverbandes erklärt sich mit den Kollegen der Firma Laer u. Sohn, welche sich iin Ausstande befinden, soli- darisch; sie erkennt die Handlungsweise des Werkführers als eine maßlose an, welche nur angethan ist, um der Firma finanzielle Aortheile zu verschaffen, jedoch sich praktisch als das Gegentheil bisher beiviesen hat, den Arbeiter dagegen vollständig zu korruin- piren. Ferner beschließt die Versammlung, allen gemaßregelten Kollegen moralische wie materielle Unterstützung zu Theil werden zu lassen und mit allen gesetzlich zu Gebote stehenden Mitteln einzutreten, um denselben zum vollständigen Siege zu verhelfen." Im Verschiedenen wurde ein Brief von dem Wirker H. E. Preußer verlesen, welcher an den Vorstand des Berliner Wirker- gesellenverbandes gerichtet war und von Lügen, Verleumdungen und Drohungen strotzte; derselbe wurde in schärfster Weise kritisirt. Hierauf erfolgte Schluß der Versammlung. Die am Mittwoch, den 4. Juni er., in Sch-sfer'v Salon stattgehabte grosse öffentliche Versammlung der in der Metallbuchstabcn- und Firmenschilder-Branche beschäftigten Arbeiter, bewirkten durch ihren recht zahlreichen Besuch der Ver- sannnlung die Statutenberathung zur Gründung des Fachvereins für sliiiuulliche in der Firmenschilder-Branche beschäftigten Ar- veiter. Die Statuten wurden bis auf§ 12, welcher einer kleinen Aenderung unterworfen wurde, mit bedeutender Majorität ange- nommen. Ebenso verlief die Vorstandswahl. Zun« provisorischen Vorstand wurden folgende Herren gewählt: Nagel, 1. Vorsitzeuder; Hillec, 2. Vorsitzender; Kerkau, l.Kasstrer; Edelheim, 2. Kassirer; Ladewig, Schriftführer; Kramer und Peterso», Beisitzer. Ueder alle Erwartung füllten sich die Einschreibelisten der Mitglieder und ist durch die stattliche eingeschriebene Mitgliederzahl die Existenz des Vereins gesichert. «raße i>»frnttichc v»n»ral»>ers<»m»»l»i»a der in der Speztalbranchc Treppengeländer beschäftiglen Tischler, Slellmacher, Zimmerer Berlin« und Umgegend am ZZtontng, de» 9. Juni, Abend« a Uhr. in Sch-fser's Salon, Jnselsir. 10. «-roste öffentlich« Urrfamnilung der Former und Berussgenossen Berlins am Moniag, den«. Jnnt, Abends 8 Uhr, in Deigmüller'S Salon, Alle Jalobstr. Nr. 48a. Lachvrprin der Tischler. Montag, den IS. Juni, in der Neuen Welt, Hasenhaidc 3oc: lü. Stlslungsfesl, Konzert, Ball, Auftreten des gesannnten KünsllerpersonalS. Abend« großes Feurnverl. lSroste öffentliche z>»rso,nml»»g der Filzschuharbeiter Berlins und Umgegend am s. Juni, AbendS 8 Uhr, bei Zeinter, Miinzflr. II. Der Krdeit»n»chm«i» tiir den Kachuerein der Weber befindet sich Blumensir. SS bei Heute. Tie Ausgabe von Arbeit erfolgt täglich Abend« von 8—9, Sonntags von 10—12 Uhr. Auch iverden zur genannten Zeit Mitglieder- beiträge entgegen genommen. Ferner iverden dt« Kollegen ersucht, die Samm- lungen für die streileuden Kollegen in fflieiz ernsthaft zu betreiben, da die Noth sehr groß ist. Listen sind zu haben Abend« von 8— u bei Heindorf, Langestr. 70. zterlr.minlung der Zailiirer, Filiale 4 der ztereinigung am Mon- tag, den 9. Juni, Abend« 8% Uhr, in Bener's Restaurant, bleue Srunstr. 14. Tagesordnung: i. Gew-rlschaftlicher Borlrag. S. Der Werth deS Arbeitsnach- Iveises. S. Verschiedenes. Der Wichttgleil der Tagesordnung wegen ist es Pfitcht eines jeden Kollegen in dieser Versammlung zu erscheinen. Neue Mit- Glieder Iverden aufgenommen. Gäste willlommen. Die Mitglieder, die ihr neues Qnittungsbuch noch nicht haben, Iverden ersucht, dasselbe in dieser Ver- sammlung in Empfang zu nehmen. zuanat»-z>»rsa»,u,lnng des Vereins Berliner Dtenftmänner für frei- willige Kranken- und Slerbeunterstühung am Montag, den 9. Juni, Abends »X Uhr. vetsbran leenliafi« der Kürschner, Auberordenlliche Generalversamm- lung am Dienstag, den 9. Juni, Abends 8% Uhr, bei Fleege, Linienstr. 44. Tagesordnung: Elatutenabänderuug. Versammlung de» Verein» zur Wahrung der Intereffen der Zachtrer am Montag, den io. Juni, Abends sh Uhr, bei Zemier, Münzstr. u. Tagesordnung: 1. Vortrag über die Ursachen der Verbrechen. Referent Herr Franz Behrendt. 2. DiSkuffion. 8. Aufnahme neuer Aiitglieder. 4. Ver- lchiedenes. vroste Aartonarbeiterinnen- und Arbeiter- Versammlung am Dienstag, de» 10. Juni, AbendS 8 Uhr, tn Renz' Salon, Naunynllr. Nr. 27. Tagesordnung: l. Stellungnahme zur Zentral- Streikkontrollommisston. Ref. Franz Drews. 2. Diskusston. 3. Wahl von ein oder zwei Personen zur Kam- Mission. 4. Verschiedenes. Das Erscheinen der Kollegen und Kolleginnen ist unbedingt nothwendig. Km Wontag, den S. d. W., Abend» 0 Ahr, tn den Bürgersälen, Dresdenersir. 98: Große öffentl Schuhmacherversammlung. Tagesordnung: i. Stellungnahme zur Streik-Kontroltommifsio». Referent Bagtnskt. 2. Wahl eiuer� Kommission zur Abrechnung des Streiks. Uebungssiunde bei Schneider, Albertftr. 8. Dirigent: W egener. Aufna� neuer Mitglieder. Gäste willtonimen.— Bandonion- und Jnstruineiitolver" „Melodia" Montags von 9 bis u Uhr Abends, Relchenbergerstraße Otto.—„Bergnügungsverein Freundestreue" Abends 8% Uhr Im R-stauA, Preufi, Prinzenstr. 97. Gäste willkommen.— Rauchklud„Goldene CM" Abends 9 Uhr, Restauralton Barnimstr. 21. Gäste willkommen. Kelirkursu» der Kerliuer Arbeiter u Ailse bei Zluglnriiofnilen. Dienstag, den io. Juni, Abends 8 Uhr, bei und Arbeiterinnen zur ersten Feuerstein, bltle Jalobstr. 76: Lehrstünde nur für Arbeiterinnen. Damen haben als Gäste Zulritt. Am 16. Juni findet Abends 8% Uhr Vortrag des Herrn Dr. Bernstein statt. Ausgabe der Bibliothek. Herren und Damen haben Zutritt. Frei« Vereinigung der Maurer Verlin« und Zlmgegend. Dienstag, den io. Juni, Abends 8% Uhr, in»önigSbank, Große Frankfurierstraße 117: Außerordentliche Versammlung. Tagesordnung: l. Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über die Kommuntsten-Gemeinde Hkaria. 2. Diskussion. 3. Be- schlußsassung über Gründung eines Agitations- und Unterslühungsfonds. 4. Verschiedene«. Mitglieder werden aufgenommen. Es wird wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung um zahlreichen Besuch gebeten. Große Schneider- Versammlung der Freien Vereinigung der Schneider Verlin» am Montag, den 9. Juni, Abends 8% Uhr, bei May ifrüher Heydrich), Beuthstr. 22, i Tr. Tagesordnung: l. Die Vorlage der Reichs- regierung zur Gewerbeordnung. Referent: Ter Reichstagsabgcordnete für Mannheim Stadlrath Aug. Dreesbach. 2. Diskussion, s. Abrechnung und Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder und Entgegennahme von Beiträgen. Gäste stets willkommen. Um zahlreiche Bethetligung wird ersucht. Achtung! Sozialdemokratischer Wahlverein für den s. Berliner zkeich»tag«-Wahlkrri». Am Dienstag, den 10. Juni, AbendS 8 Uhr, im Lokale be«.Swr„~...--.....-- Lokale des Herrn Seefeld, Grenadierslraße 39: Oesfentlich: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag: Die Arbeiterschuh-Gesehgebung und die Parteien. Referent: Herr Kaufmann Albert Auerbach. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragetasten. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich zu erscheine» und etwas pünktlicher im Beitrag zahlen zu sein. Gäste sind willkommen. Fese- und Di»kutir-Klnb„Worgenroth". Sitzung am 9. Juni bei Scholz, Liebenwalderftr. 20. Gleichzeitig Annahmestelle für gelesene Arbeiter- blätter. Weißensee. Montag, den 9. Juni, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Dewein, Königschaufsee. Zentral-Aranke»- und SlerbeKasse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter lAamburgj, Oertliche Verwaltungsstelle Berlin H. Am Montag, den 9. Juni, Abends 8jj Uhr: Mitgliederversammlung im Ekalitzer Garten, Skalitzerstr. 64,(Eingang 2. Hof, Garten links)./ Vereinigung der I>r»ch»ler veutschiand«. Nrt«»rrwnltnng 1. Am Montag, den 9. Juni, Abends 8 Uhr, in Sahm's Klubhaus, Annenstraße iß: Versammlung. Verein der Berliner Wöbeltran»port-Ardeit«r. Hutscher und V» rus»g»ioffrn am Miltivoch, de» 11. Juni, AbendS 8F Uhr, bei Herrn Feuer- stein. Alte Jakobstr. 76: i. Mitgliederversammlung. Freie Vereinigung der Graveure und Ziseleure. Partie mit Damen nach Wannsee(Belttzhof) am 22. Juni. Abfahrt nur Schlcfischer Bahnhof 7,18, Alerander-Play 7,24. Preis 50 Pf. Arbeitsnachweisebüreau Dresdenerstraße 45, geöffnet 8�—10 Uhr. Der sozialdriuokratifchr Wahlvereiu»»» lZ. Wahlkreis»» ersucht uns um Bekanntgabe der solgenden Zahlstellen des Vereins: Gnadl, Brunnensir. 98; Viek, Birkenstr. 24(Moabit); Gleinert, Fenn- und Atüllerstr.-Ecke; Preuß. Grünlhalerstr. 60 am Gesundbrunnen. Entgegennahme von Beiträgen Sonn- tags von 10—12 Uhr. Der Verein Berliner Kauodirner hält ani Montag, den 9. Juni, Abend« 9 Uhr, Neue Grunstr. 28, eine Versammlung ab. Tagesordnung stehe Inserat. Fachverein für Schlaffer und Waschinenbauarbeiler Kerliu» und Ilmgegeud. Beschließende Versammlung am Dienstag, den 10. Juni, Abends 8% Uhr, im Königstadt-Kafino, Holzmarklftr. 72. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn W. Gründcl über„Bolksernährung und Sozialismus. 2. Diskusston. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Entrichtung der Beiträge. 4. Verschiedenes und Fragckgsten. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen wird ge- belen. Turn- und gesellige Vereine am Sonntag: Lübeikffcher Turnverein (2. Lehrltngsablheilung) Abends 0 Uhr Esisabeihstraße 57—58.— Turnverein „Wedding"(2. Lehriingsabthetlung) Nachmittag? 4 Uhr Panksir. 9. Turnverein „Froh und Frei"(Lehrltngsablheilung) Nachmittags 4 Uhr Bergstraße 57.— Bergnügungsverein„Fröhlichkeit"„ da so beharrlich ruft. Und wenn sich das noch ein paar oa fo veyarrlicy rufr. uno wenn uq; uuu nuu»«...*•.—., wiederholt, kann es selbst einen vollständig nervenlosen Phlegmatiler zur Verzweiflung bringen. Wir rathen daher unser» Lesern au die im„Anzug" befindliche Gefahr hin, ihren besten Freund zu verpassen, sich in den nächsten Tagen nicht umzuschauen, tve»> das bekannte„Pst, pst!" hinter ihnen ertönt. SpuclftVaal. l de« SprechsaalS, soweit Raum dafür Anfrage. -7 t. Ist es der hiesigen Lokalkommission bekannt, daß a{n 6. Juni d. I. zirka S300 Liter Bier von der Moabiter Braueret (Aktiengesellschaft) an das Münchener Brauhaus(Johannisstraße) geliefert ivurden? 2. Wenn ja, welche Garantie ist den Berliner Arbeitern gebe», daß das Bier einer boykottirten Brauerei dennoch unter falscher Flagge den Arbeitern vorgesetzt wird? 3. Wenn sich obiges bestätigt, welche Schritte gedenkt dan» die Lokalkomniission zu thuu, um derartige Nianipulationen für die Zukunft unmöglich zu macheu? Fr. Zu beil. VviefkAflen tkvv Mrdaktkio»r. Bei Anfragen bttten wir die Abonnemenls-Quillung beizufügen. Briests Antwort wirb nicht eriheilk. R. G. Hiirgerstr. Äö. Sie müssen bis zum Schulf#� im Oktober warten. Mettende. Ende 1887.. |j. M. Gharlottenburg. Ein solche Schule existirt M.(C- 5. Eine gesetzliche Taxe für Hebammen exiM nicht. Als angemessen wird zugebilligt: für' eine EntbindU'ti 3 M., für ein eil Besuch 1,50 M., für eine Untersuchung in ifp Wohnung 1 M. K. V Die Großjährigkeit tritt mit vollendetem 21. LeWJJf jähre ein. Zur Verheirathung bedürfen Männer bis zuin- j Frauen bis zum 24. Lebensjahre der Genehmigung des Vatj? und, wenn dieser verstorben ist, der Mutter und des Vormu»�' �„Lv,—-.2.—--- m cvr,«»ntetk» falls der Heirathskandidat noch minderjährig ist. Ist Letztes gleichviel welchen Geschlechts, schon über 21 Jahre alt, so ka» er den Vater resp. die Mutter auf Ertheilung der Genehmig"™' beim Landgericht verklagen.. M. K. I» Wenn der Sohn das 21. Lebensjahr volle»�, hat, so kann er den Vater auf Ertheilung des Heirathskonsen!� verklagen. Das Landgericht hat nach freiem Ermessen zu„ f»********** t# S*/* CIO n* A nv>i•** � Ser? CTJ tili* htpfpv stimmen, ob die Weigerung des Vaters, für welche dieser Grün anzugeben hat, gerechtfertigt ist; daß das Mädchen in ander Umständen ist, Ivürde voraussichtlich zu Gunsten des Sohnes rüctsichtigt werden. M.'K. 46. Es kann dahingestellt bleiben, ob Sie da#* gegen den betreffenden Magistrat Rechte hätten geltend niachk können. Jedenfalls können Sie das jetzt nicht mehr, uachd� Sie über IVe Jahre sich bei der Ablehnung Ihrer Anstellung ruhigt haben Große öffentliche Versammlung särnrnWächer Stuckateure Berlins und Umgegend am Dienstag, den 10. Juni, Abend» priieise 7�2 Uhr, im Lokale de» Herrn Jemter, Münzstraste 11. Tagesordnllug: 1. Vortrag über die Stellungnahme zur Zentral-Streik-Kontrolkomnnsnon. 2. Diskussion event. Wahl von Delegirten zu erstgenannter Konliuission. 3. Verschiedene Gewerkschafts-Angelegenheiten. NB. Ter hochwichtigen Tagesordnung halber wird ersucht, recht zahl- reich zu erscheinen. 1750 Die Drrtranenslente. Berblllld Heu Wer Golh- mh Silhembeiter unh vermMer Benlssgenoiseil. Kahlstelle Berliu.) D i e n st a g. den 10. Juni, Abends 8 Ubr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, (unterer Saal): Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Tr. B ru n o W i l l e. 2. Tis- kllssion. 3. Verschiedenes.— Mitglieder-Beiträge und Aufnahme von neuen Mitgliedern in der Versammlung durch den Kassirer.— Ablieferung noch aus- stehender statistischer Fragebogen. Gäste willkommen. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 1749 Der Vorstand. Centrai-Kranken- und Sterbekasse der Tischler und anderer gewerbl. Arbeiter(Hamburg). . Montag, de» 9. JmTm� Abend" 8V2 Uhr: �'�/'5�.5°.Versammlung ,. in«>Sud-Gst, Waldemarftraße 75. G. A. Büttner Aleranderstraße 65 (gegenüber der Prenzlaucr-Strasse) empfiehlt Universal- Singer-Nähmaschinen mit 8 neuen Patenten, auch mit Knopflochapparat, für Fainilie und Gewerbe, sowie vorzügliche Ringscbiftmascbinen. Jede Maschine wird in eigener Werkstatt sorgfältig approbirt.[1913 Seife für Händler! M. per Ctr. Weiße Wachs- ä 22V4 Oranienburger- IN/s Transparent- ItfVt»»« Eschweger(marin.)- 13V2--. liefert inkl., frachtfrei Berlin. Zus. nicht unter 3 Ctr. gegen Nachnahme. Seifenfabrik Grimma i. S. A. Borta. WWr.Zll. 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Es wirkte ungefähr wie unt»*.? au§ heitrem Himmel, als sich vergangenen Tonnerstag an.?. Russen die Nackiricht verbreitete, daß in frühester »..Zustünde zahlreiche Haussuchungen und 14 Verhaftungen feir. ifi" n hätten. Viele der Behaussuchten hatten absolut M.�/'huiuig, welchem Umstände sie die Ehre des polizeilichen oett»»'uchs verdanken konnten, entnahmen aber dann aus den oniw'irn8e"/ daß es sich um Auffindung von Dynamit- resp. Kol» � Explosionsstosfe handle. Eine Nachfrage in der woru bald, wo, wie und warum gehaussucht Ii- en' und wer die Verhasteten waren. Tiefe rekru- (v,,- uch aus mehreren Studenten und Emigranten, welche find en ulten Narodnowolzi(Partei des„Volkswillen" .P'h wenigstens mehr oder weniger auf das Programm lick, Partei des„Volkswillen" berufen, und die wahrschcin- W*,.» l'ch einen kleinen ikreis besreundeter und vertrauter Ge- �.'"L-genosscn bildeten, ohne jedoch in einer eigentlichen festen Sti.??'»' 0n zusammengefügt zu sein. Dazu kommen noch etliche .., so aan» besonders Zwei(trauen. die(träulein stedorowa uf l ii * * 1« |>S t iP v t* L ist en trt )P 'h- ef nf lr. ist V ((■ 0, if irf n ri iij i». III und i vi giwz besonders zwei Frauen, die Fräulein Fedorowa k.- I��owberg, die außerhalb zedcs Zusammenhangs mit den neren>tanden und besonders inpolitischer Beziehung durchauskeinc bfis&un8 u>it denselben unterhielten. Das Gleiche gilt von den o J- rerhafteten polnischen Sozialisten Mendelsonund Tembski, die doa t- Fühlung mit den der Fabrikation von Bomben vcr- »,, l«gten Personen unterhielten, ja manche von diesen nicht ein- g?.p�sönlich kannten. Der Stohhalm des Vorwandes, an dem Verhaftung anklammert, ist offenbar, daß Tembski feiner- Iii.-"1'e Züricher Bombenaffäre verwiclelt gewesen. Tie Po- i" hat bei einem Theil der Verhafteten Eyplosionsstoffc oder Chemikalien, die kombintrt Sprengstoffe abgeben, so- b».-�slallhnlsen. Kapseln beschlagnahmt. Bei Fräulein Brom- »»■?'?�udentin der Medizin, sotten sogar 15 fertige Bomben— «!!> Y. er Lesart gealllt, nach der anderen ungefüllt— gefunden ftfnt f""* �ie Untersuchung hat bis Dato noch nicht festge- ffTt- 0b b'C betreffenden Subpanzcn und Gegenstände zur'An- is«>gung von Tynamitdomben dienten oder zu bloßen Studien- Letzteres ist nicht ausgeschlossen, da die meisten Ver- Meten Medizin, Chemie, Technik je. sludirten, so daß das Vor Midensein der verschiedensten Chemikalien, Retorten rc. in ihren Wohnungen an und für sich nichts Außergewöhnliches und Bc �Nerrästiges an sich hat. Ter verhaftete Lawrenius z. B., ein ziemlich wohlhabender Gutsbesitzer— die Sensationspresse hat M sofort zum mehrfachen Millionär gestempelt, welcher die Fonds mr die terroristischen Unternehmungen lieferte— studirte Medizin und hatte sich zu diesem Zwecke schon seit Jahren ein ziemlich reich- hnltiges chemisches Laboratorium einrichten lassen, das er in Wer Zeit so wenig benutzte, daß auf den Apparaten dicker «taub' lag. Trotzdem ward dasselbe im Augenblicke der Ver hastung als corpus delicti polizeilich versiegelt und bewacht, bis � behufs Untersuchung in das staotische Laboratorium transportirl «nird. Die Polizei behauptet allerdings, dag die aufgefundenen «tateri. lien beslimnit waren, der Bombensabrikation zu dienen, , NO sie stützt ihre Ansicht auf ein angebliches Experiment, das "n Walde bei Raissey stattgefunden, und zu Nachforschungen vcr- Anlaßt habe, die Tank der Aussagen eines Chemikalienhandlers iur Entdeckung der Bombenfabrikanten führten. Mir wollen an /stier Stelle nicht auf die unter den russischen Revolutionäre» :le:fach diskutirte Frage eingehen, ob sich die Anwendung des stoolutiondren Terrors in Rußland rechtfertigen läßt. Plechanoss, »-r berufenste Vertreter der jungen rust.schen Sozialdemo- st'lie, hat auf dem internationalen Kongreß zu Paris .h trefflicher Weise ausgesprochen, daß der Terror wohl dem . Uzelnen Despoten, aber nicht dem Tespotisinus als System "jährlich werden kann, und seine Ansicht hat er auch sonst Jüh ausführlich entwickelt und begründet. Nun wird aller- sAgs seine Auffassung nicht von allen revolutionären russi- s/stn Elementen getheilt, aber es erscheint in Anbetracht Kultischer Gründe als nicht recht wahrscheinlich, daß Anhänger nr Terrors den Plan fassen sollten, die für Rußland bestimmten yomben weit vom Schauplatz ihrer Verwendung, in Paris herzu- neuen. Man denke nur an die Schwierigkeit, die Bomben '"bemerkt über die Grenze zu schaffen und an die größere, sie, deren Transport unendliche Vor üchtsmaßregeln erfordert. die bei jeder Erschütterung "plodiren können, sicher Hunderte von Meilen weit zu spedieren! T.iet gesetzt auch, die Leute hätten diese Schwierigkeiten in An- Mnung gebracht und gelöst oder aber sie hätten wenigstens die gehabt, sich hier in Frankreich eine gewisse Sicherheit Fertigkeit in der Herstellung von Explosionen aneignen Symptome darauf hinweisen, daß der von der ökonomischen Ent- wickelung vorwärts gedrängte Liberalismus— und dieser ist momentan in Rußland auch noch ein revolutionäres Element— zaghaft anfängt, sein Haupt zu heben, ist es dem Absolutismus doppelt wichtig, die„unzuver- lässigen" Elemente kennen zu lernen und unschädlich zu machen. Und hierzu sollte die Beschlagnahme der Papiere russischer Emi- grauten k. im Auslände eine Handhabe bieten. Die Dynamiterei, ob wirklich existirend, ob erfunden, mußte nur als Vorwand für Haussuchungen und Konfiskationen von Dokumenten her- halten, zugleich auch die öffentliche Aufmerksamkeit von dem eigentlichen Zwecke des„Einschreitens" ablenken. Diese Vermuthung gewinnt sehr an Wahrscheinlichkeit da- durch, daß gehaussucht und sännntliche Papiere bei Personen be- schlagnahmt wurden, die durchaus keine Beziehungen zu den Leuten unterhielten, bei denen Explosive entdeckt worden sind. So ward Und '< l. 1 iö r. » hin rti',, Affäre hätte also nach der einen oder anderen Seite in bierlt!! lr"l:en Hintergrund, so ist doch kaum anzunehmen, daß zu Li!-*»'" kie Betreffenden mit so großer Unvorsichtigkeit lg„�0 gegangen wären, daß die Entdeckung des Vorhadens die ,,.Wahrscheinlichkeit für sich hatte. Politische Verschwörer, bissen./"Onlatszwecten mit Dynamit uno Bomben hantieren, r»fsis,,'V* Vorsichtsmaßregeln zu nehmen, und gerade die senden Terroristen bis 1864 haben bewiesen, daß sie dies ver- kesp Die in Paris jedoch wegen Ausbewahrung �erfni,»» rion Explosionssub, tanzen verhafteten mmtf lo wenig Vorsichtsmaßregeln ergriffen, den stcheim Vorhandensei» der kompromittirenden Substanzc» schon 1 111 galten, daß die Annahme eines revolutionären Zwecks Ott du rch allein viel an Wahrscheinlichkeit verliert. lUNoen°civ viele der vorgefundenen Chemikalien von einem ols s.. o»n angekauft worden, der sich schon durch sein Aeußeres 6[oie i«!i!in1ntet russischer„Nihilist" charalkterisirte und dessen Äerd��'��ivung genügend war, beim Einkauf aufzufallen und Werk»? 6» erwecken. Tie Explosivstoffe, die Metaukapseln, die �oh»,, zur Bearbeitung k. waren nicht verborgen, die W�.ststse» von deren Besitzern waren zum Theil nicht einmal SÖom°"e"', was ebenfalls sehr wenig nach geheimnißvoller »eppr, �stlubrikation aussieht. Es will auch Nicht recht zu dem ftiin,"vnärenHintergrnnd stimme», daß die kompromittirenden Sub- �ären mntl Dinge unter ca. einem Tuyend Personen vertheilt • Verschwörer pflegen derartige Sachen an einer oder zwei St»n->,»nijj.ntriren. damit bei eventueller Entdeckung Wie ge- M*: 0 wenin m Ü1 zu kouzentriren, dainit... P8i, Qr|, Versalien als möglich kompromittirt werden. Wie ge 'che �rec�cn ökrade nicht für die Polizei- 'chofleiib, ja so gut wie sicher ist die Annahme, daß die »? luffirl Regierung auf eine Tenunziation und Ausforderung kam»s 1 Votschaft zu Paris hier eingeschritten ist. Dieser o"Uäter■ ,n softer Linie durchaus nicht darauf an, Dynaniit- s�ten, zu entdecken, sondern die Korrespondenz von L'ben ck,?. vofchlagi, ahmen, von denen sie voraussetzte, daß die- stehun.�uolutionären bezw. liberalen Elementen in Rußland «on unterhielten. Gerade in letzter Zeit, wo manche z. B. der bekannte und gelehrte russische Sozialoge Peter Lawroff behaussucht, viele seiner Papiere wurden konfiszirt, obgleich derselbe bekanntermaßen mir wissenschaftlichen Forschungen und Schaffen lebt und nicht praktisch in die Bewegung eingreift. Aber Herr Lawroff hat infolge seiner schriftstellerischen Thätigkeit, infolge des Einflusses, den er lange Zeit auf die rifffische studirende Jugend übte, vielerlei Beziehungen und es stand zu erwarten, daß eine Razzia gegen seine Dokumente eine ausgiebige Ernte verspreche, daher die Maßregel. Aus dem gleichen Grunde erklärt sich wohl auch, daß bei dem ehemaligen Marineoffizier Serebriakoff gehaussucht und Papiere beschlagnahmt wurden. In den Rahmen der nämlichen Schlußfolgerung fügt es sich auch ein, daß die Polizei Personen verhaftete, bei denen sie auch nicht die Spur von Nitroglyzerin und Bomben ee. auffand. In den Wohnungen Dembski's und Mendelson's ward durchaus nichts Verdächtiges entdeckt, dagegen wurden bei dem einen wie dem anderen sämmtliche Dokumente ergriffen. Bei Fräu- lein Fedoroiva fand die Polizei nur Chinin- und Antipyrinpulver, die gebührend„beschlagnahmt und untersucht" worden? sind, trotzdem ward das junge Mädchen verhaftet, ihre Briefschaften mit Beschlag belegt. Frl. Fedoroiva lebte durchaus zurückgezogen, pflegte nur rein freundschaftlichen Verkehr mit verschiedenen Emigranten und Studenten, und nahm keinen praktischen Antheil an der revolutionären Bewegling. Da sie jedoch in Rußland in einen politischen Prozeß verwickelt ge- wesen, auch drei Jahre Untersuchungshaft verbüßt hatte, darauf zu acht Jahren Zwangsarbeit in den Karaminen verurtheilt worden, aber auf dem Transport glücklich entkommen war, so vermuthete man, in ihrer Korrespondenz Aufschlüsse über„unzuverlässige Elemente" zu finden. Der Zufall hatte es gefügt, daß sie mit Reinstein und dessen Frau zusammen eine Wohnung genommen*), und dieser Umstand war genügender Vorwand, gegen sie vorzugehen. Es ist zwar sicher, daß die Untersuchung beweisen wiro, daß Frl. Fedorowa absolut nichts mit einer eventuellen Herstellung von Bomben zu thnn hatte, so daß ihre baldige Freilassung ersolgen muß, allein cö ist eben so sicher, daß die französische Polizei sie trotz alledem aus dem Lande weist. Und diese Maßregel wird das junge Mädchen hart treffen, da es hier das Holzschnciden erlernte und seine Existenz in nächster Zeit durch diese Arbeit gesichert schien. Auch Frl. Bromberg. Studentln der Medizin, stand durchaus außerhalb der revolulionäre» Kreise. Sie soll ausgesagt haben, eine unbekannte Person habe ihr die Kiste mit den Bom- den zur Aufbewahrung überbraast") In der russischen Kolonie ist man allgemein überzeugt, daß sie auf alle Fälle nichts von dem verhüugnißvollen Inhalt der Kiste wußte. Jedenfalls ist durch ihre Verwickelung' in die Affaire ihr ganzer Lebensplan gestört. Sogar wenn sie freigesprochen nerden sollte, genügt der momentan auf ihr gelastete Verdacht, ihr die Rückkehr ins Vaterland für immer z» verschließen, will ne sich nicht sicher auf unbestiinmt lange Jahre, wenn nicht auf Lebens- zeit nach Sibirien verschicken lassen. Für die enge F hlnng, welche die französische Polizei mit der russischen Botschaft gehalten, spricht besonders der Umstand, daß die Polizeibeaniteil im Momente der Verhaftungen alle wirk- lichen Namen der Personen, die zum Theil unter angenommenen Namen in Paris lebten, kannten. Sic zeigten sich in diesem Punkte weit besser unterrichtet, als viele Freunde und Kameraden der Betreffenden. Gerade deswegen aber auch fürchtet man, daß die Affäre in Rußland die schlimmsten Folgen haben werde. Zwar hat die französische Regierung so gut wie offiziös versichert, daß sie der russischen Botschaft keinen Einblick in die beschlagnahmten Doku- mente gestatten werde, allein wer vermag für all die verschiedenen Personen z» bürgen, durch deren Hände dieselben behufs Ueber- setzung-c. gehe». Die Vcrtheidigung der Russen hat Milleraud übernommen. VersmmuUmaen. Eine von zirka 000 perlonrn besuchte öffentliche Uolkoversammiung tagte am Montag bei Schwarzmüller. Herr Türk sprach über die ländliche Arbeiterfrage unter dem Bei- fall der Versammlung. Es wurde folgende Resolutton angenom- wen:„Tie heute, den 2. Juni 1800 in Schwarzmüller's Salon, vom Dickntir- und Leseklnv„Morgenroth" einberufene, öffentliche Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und verspricht, mit allen ihr zu Gebote stehen- den Mitteln dahin zu streben, daß die von der internationalen Arbeiterpartei angestrebten Ziele verwirklicht werden." Nachdem noch verschiedenseltig auf die Nolhwendigkeit der Organisation der Frauen hingewiesen war, schloß der Vorsitzende die Vcr- ammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Ar- beiterbeivegung. Dir nn Holzbeapbeitungomafchinen beschäftigten Arbeiter hielten am Donnerstag eine öffentliche Versammlung bei euerstein. Alte Jakobstraße, unter Vorsitz des Kollegen Wilhelm Zolff ab. Zunächst wurden die Kollegen W. Wolff und Stein als Deleairte zur Zentral-Slreik-Kontrolkommission gewählt. Daun verlas Kollege Steiiiborn den Rechnungsbericht der Kon- greßkommisston, der eine Einnahme von 172,40 M., und eine Ausgabe von 144,30 M. aufweift. Der somit verbleibende Ueber- schuß von 28,10 M. wird, nachdem die Rechnungslegung von den Revisoren für richtig anerkannt worden, der Agitationskom- Mission überwiesen. Ueber die Frage:„Endgiltige Beschluß- fassimg über den Anschluß an den neu gegründeten Verband" entspinnt sich eine rege Diskussion. Tieselbe wird schließlich ab- gebrochen und die Agitationekommission beanstragt, inner- 3 Wochen eine öffentliche Versammlung einbe- zu der_ Bretterträger � und Kistenmacher ein- >) Es ist unter den Russen in Paris üblich, zu zweien oder dreien zusammen eine ganze Wohnung zu miethen, da diese billiger als einzelne Zimmer zu stehen kommt._ � —) Ist nicht so unwahrscheinlich, wie e-> klingt. Die Ruffen liier ziehen sehr est um, und es geschieht ost, daß Personen, die mit nur flüchtig in einer der russischen Küchen gesehen, uns Packete, Kisten ,c. für etliche Tage zur Aufbewahrung über- geben. halb rufen, geladen werden sollen. Die heutige Versammlung sei zu schwach besucht, um über solch' wichtige Fragen Beschluß zu fassen. Hierauf wird die Agitattonskommission durch Kollegen Lorenz, der einstimmig gewählt wurde, ergänzt. Zum letzten Punkt der Tagesordnung:„Wie verhalten wir uns zu den Beschlüssen der Arbeitgeber?" fand folgende Resolution einstim- mige Annahme:„Die heute tagende Versammlung erklärt, energisch dafür eintreten und mit allen zu Gebote �stehenden Mitteln dahin wirken zu wollen, daß in den Werkstätten, wo die Arbeitszeit noch über 10 Stunden ausgedehnt ist, dieselbe unver- züglich gekürzt ivird. Die anwesenden Kollegen verpflichten sich, mit ganzer Kraft diejenigen Kollegen, die durch ihr Vorgehen in Ausstand gerathen sollten, zu unterstützen. Anfferovdrntliche Eenrralvcrfaminlnng des Vereins zur Wnhruna der Interesse» der Schuhmncher und verwandten Berufsgenossen Berlins vom 3. Juni. Tagesordnung: Statutenveränderung und Verschiedene?. Laut Beschluß der Ber- sammlung vom 17. April sollten die Statuten dahin verändert iverden, daß es möglich gemacht würde, den Verein in Filialen cinzutheilen, um in Zukunft eine wirksamere Agitation entfalten zu können. Dieses Projekt wurde von verschiedenen Seiten aufs schärsste bekämpft, da durch Theilung des Vereins in Filialen die Kräfte zersplittert würden und schließlich der Verein zu Grunde gerichtet würde, und da sich außerdem noch verschiedene Kollegen mit dem Plane trage», hier eine Filiale des Vereins deutscher Schuhmacher zu gründen, sei es deshalb doppelt geboten, die Kräfte zusammenzuhalten. Schließlich wurde der 'Antrag angenommen, den Verein, wie seither, fortbestehen zu lasscii. Berlin aber in 4 Bezirke zu theilen, in jedem Bezirk 3 Vertrauensleute wählen zu lassen, welche in ihren Bezirken die Agitation in die Hand zu nehmen hätten. Das Zenttum soll dem Vorstand überlassen werden. Ferner wurde ein Antrag angenommen, dem 1. Vorsitzenden sowie dem Kasstrer eine Ent- schädigung zu gewähren. Die Höhe derselben bestimmt die General- Versammlung. Im Verschiedenen wurde noch hervorgehoben, daß, wenn im Falle in nächster Zeit eine öffentliche Schuhmacher-Ver- sammlung einberufen ivürde, behufs Gründung einer Zahlstelle der Vereinigung deutscher Schuhmacher, sich die Kollegen durch- aus nicht von gewiffenPersonen beeinflussen lassen sollte», sondern in jeder Hinsicht ihre Meinung unbeirrt zu vertreten. Der Interessenverein der Kuchdruckerei-HUfsarbeiter Berlins und Umgegend hielt am Sonntag, den 1. Juni ct., im Restaurant„Wedding", Müllerstr. 178, eine Mitgliederversammlung ab. Beim ersten Punkt der Tagesordnung„Unser Stellen- nachiveis" nahm der Vorsitzende Gelegenheit, vieses Thema in halbstündiger Ausführung den Mitgliedern kar zu legen, er schil- derte das Bestreben der Arbeiter aller Berufe, sich einen geeig- neten Stellennachweis zu schaffen und verbreitete sich des Weiteren über die Kämpfe einzelner Organisattonen gegen die Unternehmer, welchen der Arbeitsiiachweis in Händen der Arbeiter ein Dorn im Auge sei. Die hierauf stattfindende Diskussion, an welcher sich auch einige amvesende Buchdrucker betheittgten, ergab von allen Seiten die Bestätigung der Ausführungen des Vorsitzenden. Es wurde demnächst mitgetheilt, daß der Vorstand einen un- entgeltlichen ArbettsnachweiL für männliches Hilfspersonal ein- gerichtet hat und zwar Elisabeth-Ufer 54 im Keller bei Krüger. Der Nachiveis geschieht auch für Nichtvcreiiismitglieder unentgeltlich. Es folgte jeyt Aufnahme neuer Mitglieder und ließen sich 10 Kollegen einschreiben. Nach Erledigung von Verschiedenem und Fragekasten, wurde die nächste Versammlung, welche am Sonntag, den 15. Juni, Vormittags Ii Uhr, bei Feuerstein. Alte Jakobstraße 75, stattfindet, bekannt gegeben und serner mit- ethcilt, daß im Arbeitsnachweis auch Mitglieder aufgenommen nd Beiträge entrichtet werden können, hierauf schloß der Vor- sitzende die gut besuchte Versammlung. Eine össrnttiche Versammlung aller in der chlrnrgi» scheu Branche beschäftigten Hernfsgrnossen fand am Mittwoch, den 4. d. M., bei Seefeldt, Grenadierstraße 83, statt. Die Tagesordnung lautete: 1. Referent Pirch über die Streik- Kontrolkommission. 2. Wahl derselben. 3. Berschiedenes. Bevor zur Tagesordnung übergegangen wurde, fand die Bureauwahl statt. Tazu wurden gewählt die Kollegen Schmädicke, Schuster und Fendius. Da Referent am Erscheinen verhindert war, setzte Kollege Schmädicke den Versammelten in kurzen Worten den Zweck und die Aufgabe einer Streik-Kontrolkommisston aus- einander. Zur Grundlage seiner Besprechung nahm er das Zirkular der Stetttner Arbeitgeber-Verbindung, des pp. Graß- mann. Als Mitglieder jdieser Kommission sind gewählt worden die Kollegen Schmädicke, Janisch und O. Wille. Unter„Verschiedenem" wurde in erster Linie das geringe Erscheinen in dieser Versammlung besprochen, und wird gebeten, sich doch nicht in solches Licht zu stellen, als ob die Versammlungen, nachdem wir durchgedrungen sind mit unseren Forderungen, nunmehr keinen Zweck hätten. Auch wurde betont, daß die Sperre über die Werkstatt des Herrn Kunstheim fortbesteht. Zum Schluß wurde folgende Resolutton verlesen:„Die heute hier tagende Versammlung möge beschließen, das demnächst in Pankow statt- findende Schützenfest nicht zu besuchen, in Aubetracht dessen die Stadt Berlin 40 000 M. dazu hergeben kann und für die Kinder der freireligiösen Gemeinde nicht einmal Schulräume zur Ver- ügung hat." Schluß der Versammlung UV« Uhr. Am S. Inni tagte eine Versammlnng devMitgüeder de» Fachvrreins der Albumarbeiter in den Zentral-Fest- sälen, Oranienstraße 180. Zum ersten Punkt der Tagesordnung hielt der Rechtsanwalt Herr Freudenthal einen in allen Theilen lehrreichen Vortrag über das Gewerbegesetz, besonders über die Arbeiter interesstrenden Paragraphen desselben. Reicher Beifall lohnte den Redner für seine gelungenen Ausführungen.— Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Sommernachtsfest der Albumarbeiter am Sonnabend, den 21. Juni in der Berliner Unions-Brauerei, Haseuhaide 22—31, stattfindet. Die Zahlstellen sind Adalbertstraße 4, Restaurant Herschleb und Ritterstraße 21, Restaurant Judich. Die Eranirnbnrger Arbeiter waren am 1. d. M. in stattlicher Zahl versammelt, um einen Verein ins Leben zu rufen, der sich mit den wirthschastlichen und politischen Fragen der Gegenwart beschästigen, der berufen sein soll, die Interessen seiner Mitglieder in materieller, geistiger und sittlicher Beziehung zu wahren. Nach einem mit Beifall ausgenommenen Vortrag des Herrn Wilh. Kutzbach aus Berlin über:„Die Ziele der Arbeiter- bewegung", der noch durch die Ausführungen der Herren Paul und Günther ergänzt wurde, schritt man zur Gründung des Vereins. In den Vorstand wurden gewählt die Herren: Robert Tauter 1. Vorsitzender, Meier 2. Vorsitzender, Franz Milde l.Kassirer, Paul Volkmann 1. Schrift- führet. Reinhold Fiebig 2. Schrislsührer. Der Verein führt den' Namen„'Arbeiterbildungs-Vcrein für Oranienburg und Umgegend." Nachdem verschiedene Redner noch dazu aufgefordert hatten, recht kräftig sür den Verein zu agitiren, und der Referent den Ver- sammelten nochmals ans Herz gelegt hatte, stets und ständig sür die Lehren der Sozialdemokratie zu wirken, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung. Die Fachvereins-Versammlung der BeHins findet am Sonntag, den 8. Juni, 10 Uhr, in Deigmüller�s Salon, Alte Jakobstr. 48a, statt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 1724 Der Vorstand. Grosses Semnuei�fest des Vereills jiir Wchntilg De: Zllteressm der Klavierarbeiter «nd oerwaitdter Ärrufsgenoss«»» M e w@ W e 8 1, liasesiha£def Montag, den 23. Juni, bestehend aus Konzert, Spezialitäten-Vorstellung, Kinderbelnstignngen, Feuerwerk. Tanz in sämmtlichen Sälen. Billets k 30 Pf. sind zu haben bei den Kollegen Voglsang, Wiener- straße 44; R. Schmidt, Stralauer Platz 23, Hof 1 Tr.; 3! Lediger, Dieffenbachstr. 59; H. Nagel, Wienerstr. 25, Hof 3 Tr.; S p a r f e l d, Sorauerstr. 27; Paul, Sldalbertstr. 64, sowie bei sämmtlichen Vorstandsmit- liedern, im Arbeitsnachweis bei Wintz er, Naunynstr. 78 und in allen mit 'lalaten belegten Handlungen. 1651 Achtung, Bildhauer! Dienstag, den 10. Juni, Abends 8V2 Uhr,*5301 1663 findet bei K c ß n e r � Annenftr. 16, eine Iclmrttii-BerWlMlmßÄ. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist es nöthrg, daß iede Werl- statt einen Delegirten entsendet. Die Kommrjston der Kitdhauer. 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