** Kit >I!lS jeim dem 3« neti; Ifen. .ed« .3 ifcein jerg. ion' zaf-- aü' end« S tral- zwei eite» , im Ber« dem Vel' ene« selbe r, i» bei ittet« rbei- di- Dis- lattn, IBNf tand, Vor- Ä von und , sich und >ykot- !»>en» , und chloß lung. Kr. 136. Somltag, dr« 13. Juni 1896. 7. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. -rschein» r rx cm Das„B erlia er Nolksblatt" WIWNMII#' Sonn- und Festtagen bis 9 Nhr Vormittags -a.-» Lerusprechrr: Amt VI. Nr. Nedclükion: WeukhZkvctßv S.— Expedikion: Veukhptvcttzv 3. Hrrr SchöMe. i i. 10- ;it! mx tste fr. ZZl jll tc. Iten- eisten. nann, er. f inigef ei nitt , Derk. k. Minister außer Diensten, Dr. A. E. F. Schäffle, , neuerdings in der Tübinger Zeitsck)rift für die ge- Minten Staatswissenschaften„Die Bekämpfung der Sozial- knwlratie ohne Ausnahmegesetze" unternontinen, nachdem t lte schon früher aussichtslos gemacht hatte. Er hätte, schreibt er einleitend, sich schon länger vor- Moinmen, das Ausnahmerecht vom ivissenschaftlichen «tandpunkte zu untersuchen, die Wendung des öffentlichen Oistes gegen das Sozialistengesetz setze ihn nun freilich in �rlegenheit, das Ergebniß seiner Untersuchung, und dieses Klange die NichtVerlängerung des Sozialistengesetzes, �ade jetzt zu vertreten. Schon der böse Schein, mit dem �inde zu segeln und dem soeben vom Kampfplatze ab- ästenden Staatsmanns einen Stein nachwerfen zu wollen, ihm zuwider. Ein alter Professor, offizieller Vertreter der„tiefen strengen Wissenschaftlichkeit" des deutschen Gelehrten- thittiis und der böse Schein, mit dem Winde zu segeln, hat nur je so etwas gehört? Herr Schäffle glaubt trotz dieses bösen Scheins sein Vor- toben ausführen zu dürfen. Er beruft sich darauf, daß P seiner Zeit öffentlich die Stimme gegen die zwei be- Elendsten Ausnahmegesetze Deutschlands vor deren Erlaß Gsst �Kulturkampf) und 1878 erhoben und sich damals "'.cht gefürchtet habe, man könnte ihn deswegen unter die --schwarze" und die„rothe" Internationale versetzen, was tochher auch wirklich geschehen sei.— .„Wir vermeiden weiter jenen Schein, indem wir �chdrücklich hervorheben, daß viel und vielerleisAusnahinerecht 3% außerhalb Deutschlands in den neustzeitlichen Staaten fk(ill anzutreffen ist und stets da war: in Frankreich 3. dem Prinzengesetz und anderem; in England mit den Äetzen gegen die Homerulers; in der angloamerikanffchen einst mit Sklavereirecht(!) bis 1863 und jetzt noch p der Chinesenbehandlung.... bei den Liberalen mit völligen Ausschließung des Proletariats vom Wahl- /.cht; bei den S o z i a l d e m o kr a t e n, A n a r ch i sten, °s,'hi listen?— sie haben in Deutschland nur die tocht noch nicht gehabt, die„Eigenthumsbestien" höchst �nahmerechtlich zu behandeln. Nur auch hier kein Mrisäisches: Herr ich danke dir, daß ich nicht bin wie %! Bisher kam es nur auf die Macht an, so erlaubte !lch jede Partei Ausnahmerecht gegen gefürchtete und ge- Mtc Gegner. Niemand hat das Necht, diesfalls auf den mirsten von Bismarck einen Stein zu werfen; die deut- -shen Ausnahmegesetze wären von seinen Gegnern vielleicht .�mieden worden, weil sie nie seine— Macht hätten er- tt%n können." JFcitiUciou. Gold' t. '. 10. str.)� Ii iger oer. veifr soivit wfeg fftc iveife"' ■Jh m0 l.Favst isicblt 245, ruck sirtottn.] [58 »»Anttt Glüllt der Damen." N o m a u v o n E ni i l e Z o l a. kutorisirte Uebersetzung von Armin Schwan z. fp�ie Damen waren wieder auf die großen Magazine Ex ,i gekoiunien und Mouret mußte seine Ansicht sagen. tccht.�ao sich in ihre Mitte und that, als wollte er nur ge- 'ittlieir!1"' Der Bon Mmcho sei ein ausgezeichnetes Haus, iläi>> 5 n' s��d und chrcnhast, aber der Lonvre habe eine "'Zendere Kundschaft. Kurz, Sie stellen das„Glück der Damen" Allen sagte der Baron lachend. toe cm'" Eewiß, crividerte Mouret ruhig. Bei uns werden <�U"sche. und der Geschmack der 5tundschaften knltivirt, vringt ihnen eine gewisse Liebe entgegen. Tn? anwesenden Frauen waren der nämlichen Ansicht. foMm.!j?at es. Sie fühlten sich im„Glück derZDanien" Nc Fschvend geschmeichelt und angebetet, wodurch selbst fo[g troarsten Frauen angezogen wurden. Ter enorme Er- % Magazins war ans dieser galanten Berführnngs- " i» erklären. 3eifte,r A„ProPos' fragte Henriette, welche sich srcigeistig her"'rollte, was fangen Sie mit meinem Schützling an, -- lonret, mit Fräulein von Fontenailles? Dann wandte sie sich zu Madame Marty und sagte: So Herr Schäffle. Daß es bisher nur auf die Macht angekommen ist, wenn sich irgend eine Partei ein Aus- nahmerecht gegen gefürchtetc und gehaßte Gegner erlaubt hat, ist eine sehr alte Weisheit, und ivir brauchen darüber nicht erst belehrt zu werden.„Recht ist, was den Mäch- tigen nützlich ist!" hat schon 400 Jahre vor unserer Zeit- rechnung ein griechischer Philosoph Thrasymachus gesagt. Alsdann soll man aber auch, wenn solche Ausnahme- gesetze eingeführt werden, nicht von der„Ruhe und Sicherheit des Staats", von„staatsgefährlichen Umtrieben", von der„Gefährdung der öffentlichen Ruhe und Sicher- heit" zc. reden, sondern man soll gleich zugestehen, daß es sich um die Ruhe und Sicherheit einer bestimmten Partei, um die„Ordnung" dieser Partei, d. h. in unserem Falle, daß es sich um die„bürgerliche" Ordnung und Sicherheit handelt. Das Sozialistengesetz wurde von den bürgerlichen Parteien im Interesse der bürgerlichen Parteien, aber im Namen des„Staats" verlangt und durchgebracht, weil zu Folge der bürgerlichen Weltordnung der Staat aus den bürgerlichen Parteien besteht. Es brauchte also keine be- sondere„Macht" des Fürsten Bismarck, ein solches Aus- nahmegesetz durchzudringen, wenn er damals dennoch eine große Anzahl von Gegnern sich gegenüber gesehen hat, so ist dies nicht deswegen geschehen, weil die Mehrzahl dieser Gegnerschaft etwa weniger bürgerlich gesinnt gewesen wäre, sondern, es waren andere Rücksichten maßgebend: man wollte der Regierung nicht diese gefährliche Waffe in die Hand geben, da man nicht wußte, wie viele der bürger- lichen Parteien noch an die Reihe der„Reichsseindschaft" kommen, und dann leicht ebenfalls mit Ausnahmegesetzen gemaßregelt werden konnten. Bekanntlich hat unter der Kanzlerschaft des Fürsten Bismarck fast jede neue Legislatur periode in dieser Beziehung neue Konstellationen ge- bracht. Was also Schäffle sagt, die deutschen Ausnahme gesetze wären von seinen(Bismarcks) Gegnern vielleicht vermieden worden, weil sie wie seine Macht hätten er langen können, ist dahin zu beschränken, daß man für ein solches Ausnahmegesetz vielleicht so lange keine Mehrheit gefunden haben würde, als die Abgeordneten einzelner Parteien noch andere Rücksichten zu nehmen hatten und vielleicht auch die„sozialdemokratische Gefahr" nicht für so groß hielten, wie die Regierungsparteien. Das Ausnahmerecht als Aufhebung oder Be- schränkung des gemeinen Rechtes in Beziehung auf die bürgerlichen und staatsbürgerlichen Freiheitsrechte entbehre grundsätzlich nicht überhaupt jeder Berechtigung, läßt sich Herr Schaffte vernehmen. Stets habe es Fälle gegeben, und werde immer Fälle geben, wo einerseits das gemeine Interesse des ganzenVolkes, andererseits dass besondere!')Jnter- esse der nicht Singular-(ausnahme)rechtlich behandelten Volks- — Es ist eine Marqnisc, meine Liebe, ein armes Mäd- chen, das einen Erwerb suchen mußte. — Mein Gott, sagte Mouret, sie verdient drei Franks täglich, indem sie die Mnstcrhefte zusammennäht und ich denke, ich werde sie an einen meiner Ladenbnrsche ver- Heirathen. — Pfui, schrecklich! schrie Madame de Bovcs. — Er betrachtete sie und sagte mit seiner ruhigen Stimme: — Warum denn, Madame? ist es nicht besser, einen wackeren Jungen, einen tüchtigen Arbeiter zu hcirathen, als sich auf den Trottoirs durch irgend einen Taugenichts auf- lesen zu lassen? Ballagnosc glaubte sich ins Mittel legen zu sollen und bemerkte scherzend: — Treiben Sie ihn nicht zu weit, Madame, sonst wird er Ihnen sagen, daß alle alten Familien Frankreichs sich dem Handel widmen sollten. — Das wäre für viele von ihnen wirklich ein ehren- Haftes Ende, erklärte Mouret. Man lachte, das Paradoxon schien ein wenig stark. Er aber fuhr fort, sich in Lobpreisungen über dasjenige zu ergehen, was er die Aristokratie der Arbeit nannte. Eine leichte Rothe färbte die Wangen von Madame de Bovcs, die über ihre Ärmnth fortwährend von Wuth verzehrt war, währcicd Madame Marty, von Vorwürfen erfüllt wegen ihres armen Gatten, Mouret recht gab. Eben führte der Diener den Professor herein, welcher kam, um seine Frau abzuholen. Er war noch trockener und magerer als früher, in seinem dünnen, vom langen Gebrauch glänzenden Ucberrock. Nach- dem er Madame Dcssorges für ihre Vermittelung im theile ausnahmsweise Beschränkungen besonders gemein« gefährlicher Schriften zu fordern ganz berechtigt sei. Der Verfaffungsstaat sei nicht darin vom absoluten Staat ver« schieden, daß ein Ausnahmerecht selbst dann nicht zulässig sei, wenn die wirksameBekämpfung derGefahrnur aufdem Wege der Ausnahmegesetze geschehen könnte, sondern darin, daß er (der Verfaffungsstaat) eine Volksvertretung besitze und be- sitzen wolle, welche unnöthiges und maßloses Ausnahme- recht verhindere. Dies schreibt Schäffle, nachdem er ganz kurz vorher gesagt hat, es komme nur auf die Macht an, so habe sich jede Partei Ausnahmerecht gegen gefürchtete und gehaßte Gegner erlaubt. Im Verfaffungsstaat üben die Parteien ihre Macht durch Abstimmung aus, und es ist nicht zu ersehen, und es sind keine Garantien gegeben, warum er eine Volks-, d. h. Parteivertretung besitze und besitzen solle, welche„unnöthiges und maßloses Ausnahmerecht" ver- hindere. Der radikale Kain erschlug den liberal und kon« stitutionell gesinnten Bruder Abel, und gestützt auf dieses Abstimmungsresultat, herrschte er unumschränkt, schrieb Reinhold Rüegg in Zürich in Bezug auf die Geltend- machung des„Volkswillen" durch die Mehrheitsbeschlüsse der Parteien. Also nicht das Ausnahmerecht schlechthin, sondern „unnöthiges und maßloses Ausuahmerecht" soll verhindert und in der Schrift von Schäffle eine grundsätzliche Begrenzung der Zlusnahmegesetzgebung vom wissenschaftlichen Standpunkt ge« geben werden. Erstens müsse die Gemeingefährlichkeit der ausnähme« rechtlich behandelten Volksglieder erwiesen sein. Diese Bedingung findet nun Herr Schäffle für das Sozialistengesetz wirklich zutreffend, und er weist auf 16 Seiten die Genteingefährlichkeit der Sozialdemokratie weitläufig nach. Sie sei eine genteingefährliche Partei nicht etiva durch die unwiderlegliche Wahrheit ihrer Kritik, durch die unumstößliche Gewißheit ihrer Lehre(für die „Widerlegung" hat man doch den„gesunden", d. h. bürger- lichen Menschenverstand und einen ganzen großen Stab nationalökonomischer Professoren, Dozenten und Streber) und durch die überwältigende Zweckmäßigkeit ihrer Forde- rung, welche vorläufig in dem bis heute unformulirt ge- bliebenen, allgemeinsten, aber papageienhaft ewig wieder- holten Verlangen„allgemeiner Kollektivproduktion im Volks« staat" bestehe. In Wirklichkeit sei ihre Kritik eine ungeheure Ueber« treibung, ihre Lehre eine Verzerrung von Sätzen der liberalen Ltationalökonomie, ihre allgemeine Forderung jeder erwiesenen Zweckmäßigkeit bar.— Wir brauchten diese Aussprüche nur neben diejenigen ganz und fast gleich- lautenden Stellen aus andern Schriften des Herrn Schäffle, Ministerium gedankt hatte, warf er auf Mottret den scheuen Blick eines MantteS, welcher dem Uebcl begegnet, an ivelchem er zu sterben fürchtet und er war nicht wettig überrascht, als er sah, daß Letzterer das Wort an ihn richtete. — Nicht wahr, ntein Herr, die Arbeit führt nnS zu Allem? — Arbeit und Sparsamkeit, erwiderte der Professor am ganzen Körper zitternd. Mittlerweile saß Boutheniont regungslos in seinem Fautcnil. Noch klangen ihm die Worte Mourcts in den Ohren, er erhob sich endlich und sagte leise zu Henriette: — Sie müssen wissen, er hat mir meinen Abschied an- gekündigt, allerdings in sehr höflicher Weise.. aber er soll es bereuen. Ich habe eine ausgezeichnete Firma ersonnen: „Zu den vier Saisons". In der Nähe der Oper will ich mich etablircn. Sie schaute ihn an, ihre Augen brannten in einem dunkeln Feuer. — Zählen Sie auf mich,, ich bin dabei, flüstert« sie ihm zu. Warten Sic einen Augenblick. Sie zog den Baron Hartmann in eine Fensternische. Hier empfahl sie ihm Bonthemont als einen verständigen Jungen, der in Bälde ganz Paris revolntioniren wird, denn er sei im Begriff, sich zn etabliren. Und als sie nun von einer Kommandtte für ihren neuen Schützling sprach, konnte der Baron, der über nichts mehr erstaunte, eine Geberdc der Verwttnderttttg nicht unterdrücken. Dies ivar das vierte Genie, welches sie seiner Sorgfalt anvertraute. Er fühlte, daß er eine lächerliche Figttr zu spielen beginnt. Indes; lehnte er nicht rundweg ab. Die Idee, dem„Glück der Damen" eine Konkurrenz erstehe? zu sehen, gefiel ihm selbst, namentlich seiner„Aussichtslosigkeit der Sozialdemokratie" zu stellen, um beim Leser ebenfalls den Eindruck>„pava- geienhafter ewiger Wiederbolung" hervorzubringen. Wegen dcr,uiiwiderstel>>ichc/i Neverlegenheit der Ideen der Sozinldemokratie meint also Herr Schäffle, hätten auch die rücksichtslosesten Erhalter des Bestehenden nicht den geringsten Grund zu ausnahmerechtlicher Verfolgung der Sozialdemokratie. Ihre Gefährlichkeit bestehe vielmehr darin, daß sie Sozialismus und Demokratismus zugleich sei. Man kann sich vorstellen, auf welcher Seite Herrn Schäffle's„Gemcingefährlichkeit" liegt.—„Würde sie sich (die Sozialdemokratie) darauf beschränken,(gegen den reinen Liberalismus des Manchesterthums) Schul- t e r an Schulter mit den„Staats-" und „K a t h ed e r"- S o zi a li st en zu kämpfen, so wäre sie nicht bloß ganz ungefährlich, sondern nicht einmal Sozialismus überhaupt." —„Das Brüderpaar„Staatssozialisinus" und „Kathedersozialismus" kann nun offenbar eine gemeine Gefahr nicht werden." Gewiß nicht! Wer hat nur je so etwas von diesen Herren Staats- und 5lathedersozialisten behauptet? Wenn Gefahr da ist, sich„unmöglich" zu machen, oder so lange man nicht weiß, ob der Wind aus der Protektionsccke kräftig genug wehe, wie Rudolf Meyer von den deutschen Professoren in Bezug auf ihr famoses Verhalten zu den Getreide-Schutzzöllen sagte, so zieht man die Schultern ein und duckt sich, wer mag da „Schulter an Schulter" mit diesen Herren kämpfen. „Wenn der Liberalismus den Sozialdemokratismus, oder dieser sich selb st an die Rockschöße des sogenannten Staats- und Katheder- s o z i a l'i s m u s hängen will, so geschieht dies ohne jede Berechtigung." Das Letztere geschieht überhaupt nicht, HerrSchäffle! 9. Sitzung der Arbeiterschntz- Kommisston. Sonnabend, den 14. I u n i. In der Fortsetzung der Debatte über§ 126 wendet sich Bebel gegen Herrn v. Pntlkamer. Die Lehrlinge würden in kleinen Städten weit über das Maß zu Arbeiten angehalten, die mit ihrem Beruf nichts zu thnn hätten. Ter sozialdemokratische Antrag wolle diese Art der Beschäftigung nicht absolut verbieten, er verlangt nur, solche Ausnahmen in den Lehrvertrag auszu- nehmen, damit sei einer schlimmeil Ausbeutung der Riegel vor- geschoben. Freiherr v. Stumm,, v. Kleist, Möller, Freiherr v. Pfetten, Dr. Krause, Stöyel, Dr. Hirsch, Mer- dach, Graf v. Galen und Klemm-Sachsen sprechen gegen den Antrag Bebel. D i e tz stellt den Unterantrag, dem Antrag Bebel anzufügen: „soweit das nicht ausdrücklich im Lehrvertrag zugelassen ist". Bei der Motivirung führt Tietz aus, daß in großen Städten der Handwerksmeister in seltenen Fällen den Lehrling ine Haus zu nehmen geneigt ilt. Auf dem platten Lande und in den kleinen Städten fei das wohl der Fall, der Lehrling würde ins Haus genoinmen, aber wie würde er dort in den ineisten Fallen geschunden? Ausnahmen seien selten w.e weihe Rabe». Minister v. Berlepsch giebt zu, daß Lehrherrn vorhanden sind, die ihren Verpflichtungen den Lehrlinge»» gegenüber nicht nachkommen. Insbesondere sei dies der Fall, wenn sie über- mäßig viele Lehrlinge halten. Seiner Ansicht nach wäre ein Lehrherr, der bei ein und zwei Gehilfen zehn und zwölf Lehr- liiige beschäftige, nach dem§ 148 strafbar. Gr m liste sich aber gegen den Antrag Bebel-Dietz wenden, da die Regierungsvorlage vollständig genüge, um Mißbräuchen vorzubeugen. Bebel wendet sich nochmals gegen die erhobenen Vorwürfe, man wolle den mittelalterlichen Hustand aufrecht erhalten. Gr schildert die Zustände im Bäckereigewerbe, Ivo die Meister die Minderjährigen in unerhörter Weise ausbeuten. Die Lehrlinge stammen in den seltensten Fällen aus de» großen Städten, sondern vom platten Lande. Agenten erhielten sogar eine Provision für die Acquilition von Lehrlingen. Dr. Krause findet, daß die Mißstände nicht in der ge- schilderten Weise vorhanden seien. Das Anbringen von Lehr- Ii»gen sei durchweg keine leichte Sache. Im Uebrigen ständen sich die Handwerksmeister jetzt viel besser als in früheren Jahren. Der Referent G u t f l e i f ch wendet sich gleichjalls gegen den Antrag Bebel und Genossen. denn er war anch in seinem Bankgeschäfte auf das Aus- kunftsmittel gekommen, sich in dieser Weise eine Konkurrenz zu schaffen, um ernsten Konkurrenten die Lust zu benehmen. Er versprach, die Angelegenheit zu erwägen. — Wir müssen heute Abends über die Sache reden, flüsterte Henriette Bouthemont ins Ohr. Kommen Sie um 9 Uhr pünktlich, der Baron ist gewonnen. Viertes Kapitel. Am 20. September begannen die Arbeiten an der neuen Fa?adc des„Glücks der Damen". Baron Hartmann hatte seinem Versprechen gemäß in der letzten Generalversammlung des Credit immobilier die Sache durchgesetzt. Mouret näherte sich endlich der Verwirklichung seines Traumes. Diese Faeade, welche aus die Rue du Dir-DAembre verlängert werden sollte, ivar gleichsam eine Entwicklung seines Glückes. Daher wollte er auch die Grundsteinlegtlng feierlich begehen. Er arrangirte die Sache in zeremonieller Weise, vertheiltc Geschenke an seine Konlmis rmd traktirte sie am Abend mit Wildpret und Champagner. Den ganzen Nachmittag war er sehr heiter und er trug eine glückliche Miene zur Schau, als er den Grundstein befestigte. Aber beim Diner, als er durch den Speisesaal ging, um mit seinem Personal ein Glas Champagner zu leeren, war er wieder fieberhaft er- regt, sein Lächeln war ein gezwungenes, seine Züge verriethen wieder das Leiden, welches er zu verbergen suchte. Am folgenden Tage suchte Klara in der Koitfektions- Abtheilung Denise zu ärgern. Sie hatte die hartnäckige Liebe Colomban's endlich bemerkt und kam ans den Ge- danken, sich über die Baudu lustig zu machen. Mit lauter Stimme rief sie zu Marguerite hinüber: — Mein Verliebter da drüben dauert mich wahrhaftig, in seiner finsteren Bo»ttik, wohin niemals eine Kundschaft kommt... — Er ist doch nicht gar so unglücklich, erwiderte Margnerite, denn er wird ja die Tochter seines Patrons Heirathen. — Ei, ei, rief Klara, es wäre also drollig, ihn zu eut- führen, ich will mir den Spaß machen, aus Ehre! Bei der Abstimmung wird der Antrag Bebel und Genossen abgelehnt, der§ 126 der RegierungS-Vorlage angenommen, ebenso ohne Debatte der§ 127. Bei§ 128 empfiehlt Stütze!, die Lehrverträge schriftlich zu machen. Dr. Hirsch glaubt, daß es auch auf mündlichem Wege gehe. Geheim. Ober-Regierunasrath Lohmann, von Meisl und der Referent Dr. G u t f l e i s ch sind gegen die schriftlichen Lehrverträge. Der§ 128 wird hierauf angenommen, ebenso die §§ 129, 130, 131, 132 und 133. § 135. Hierzu liegt ein Antrag von Dr. Hirsch vor. Da- nach soll Absatz 1 folgende Fassung erhalten:„Kinder unter vierzehn Jahren dürfen in Fabriken nicht beschäftigt werden." Der Referent Dr. Gutfleisch glaubt, es sei besser zu setzen, die Veschästigung von Kindern zuzulassen nach Voll- endnng der Schulpflicht. Dem schließt sich der Korreferent Bebel schließt sich dem Antrag Hirsch an; er will schon ans dem Grunde den Antrag annehmen, weil er eine ivohlthätige Rückwirkung auf die Schulgesetzgebung, insbesondere Bayerns, aus- üben würde. Die Hygiene erheische dringend, die Kinderarbeit nicht vor dem vollendeten 14. Lebensjahre zuzulassen. In der Schweiz und Oesterreich sei dies bereits der Fall. Aber nicht nur für die Fabrikarbeit sei die Beschränkung nöthig, sondern auch für die Hausindustrie.— Er ivisse nicht, woran' es läge, daß gerade in Sachsen in der Textilindustrie so viele Kinder beschäftigt würden, mehr wie in jedein anderen Landestheile! Zu kon- statiren sei als Folge die Thatsache, daß überall da, wo Kinder beschäftigt würden, die Löhne der Erwachsenen ganz elende seien. Dr. Hirsch führt aus, daß die aesammte deutsche Arbeiter- schaft dringend wünsch», die Beschäftigung von Kindern nur vom vollendeten 14. Lebensjahre an zu gestatten. Aber nicht nur in der Schweiz und in Oesterreich sei diese Beschränkung ge- setzlich eingeführt, das Gleiche sei auch m England der Fall. Die Ausbeutung von Kindern sein ein„Raubbau an der Entivicklung des kindlichen Körpers. Was die Grenze der Schulpflicht be- träfe, die in einigen deutschen Landestheile» früher endige, so wolle er gerne hierfür eine Konzession machen, daß die Einfüh- rung in solchen Fällen auf eine längere Zeit hinausgeschoben ivüree. König!. Bergrath R. R. Landmann giebt zu, daß in Bayern und Württemberg eine 7 jährige Schulpflicht eingeführt sei. Sie beginne mit dem 6. und endige mit dem vollendeten 13. Lebensjahre. Er könne nicht zuzeven, daß die hygienischen Be- dingungen es durchaus erheischen, die Grenze auf das vollendete 14. Lebensjahr zu setzen.— Was die Ausdehnung der Schulpflicht beträfe, so könne er nur sagen, daß Bayern und Württemberg den Erfolg für sich haben. Die Ziffer der Analphabeten sei in diesen Staaten niedriger denn in Preußen. Frhr. v. Stumm. Bei einer Beschränkung der Kinder- arbeit bis zum vollendete» 14. Lebensjahre fei die Konkurrenz Deutschlands anss Ernstlichste gefährdet. Aber auch Arbeiter selbst hätten davon Schade», wie das auf der Hand läge. Er halte es für unzulässig, den Einzelstaaten gute Rathschläge zu geben, auf wie lange sie die Schulpflicht ausdehnen sollten. Aus der Schule an die Arbeit, das sei allein richtig. Wenn eine Zeit dazwischen läge, so diene sie nur dazu, die Kinder an die Bummelei zu gewöhnen. Dr. Krause. Das 14. Lebensjahr bildet erfahrungsgemäß in physiologischer Beziehung einen Zeitabschnitt, in ivetchem die Reife des Kindes soweit vorgeschritten ist, daß es zur Arbeit herangezogen werden kann. Ans diesem Grunde müffe man strenger an dem 14. Lebensjahre festhalten.— Auf die Frage Bebel's, warum in Sachsen so viele Kinder in Fabriken beschäftigt werden, müsse er antworten, daß die Kinder unter Zustimmung der Eltern sich zur Arbei drängen. Mit dem verdienten Gelde, wovon nur ein Tl an die Eltern abgegeben würde, verschafften sich die Kinder 1 erlaubte Genüsse, die schließlich verderblich wirken. Möller: Die Regierungsvorlage ist ein Fortschritt/ man solle nichts daran ändern. Betreffs der Hygiene müsse et sagen, daß der etwas frühzeitige Verdienst der Kin.er zu einer besseren Lebensnnterhaltung der Familie diene, was ßnicht außer Acht zu lassen sei. v. Kleist und Frhr. v. Pfetten polemistren mit einander über die bauerische Schulgesetzgebnng. Der letztere meint, in Bayern sei Alles aufs Beste geregelt. W ö l l m e r gewinnt aus dem Gange der Debatte die Neber- zeugnng, daß es dringend nothwendig sei, die Kinderarbeit erst mit dem vollendeten 14. Lebensjahre zuzulassen. Eigentlich sei dadurch die Kinderarbeit überhaupt aus dem Gesetz verschwunden und eine Klarheit geschaffen, die man heute in der Vorlage vermisse. Dr. Hirsch zieht seinen Antrag zurück und beantragt, in der Regierungsvorlage statt„unter dreizehn"—„unter vierzehn" resp.„über vierzehn" zu setzen. Minister Frhr. v. Berlepsch verweist auf die Motive, die deutlich besagen, daß die Beschäftigung in den Fabriken und der Besuch der Schule nicht zusaminensallen dürfe. Die Gre je von 13 Jahren sei deshalb gewählt, weil sie die Bedürfnisse Und sie fuhr in diesem Tone fort, entzückt darüber, als sie Denise empört sah. Diese konnte ihr Alles ver- zeihen, aber der Gedanke an ihre kranke Base, weicher diese Grausamkeit den Nest geben niüßte, brachte sie außer sich. Eben trat ein Kunoe ein und nachdem Madame Aurelie in das Souterrain hinabgegangen war, übernahm sie die Leitung der Abtheilung. Sie rief Klara herbei: — Fräulein, Sie thäteu besser, sich mit dieser Dame zu beschäftigen, als zu schwatzen. — Ich schwatze nicht. — Schweigen Sie, ich bitte Sie; und beschäftigen Sie sich sogleich mit Madame. Klara fügte sich. Wenn Denise, ohne auch nur die Stimme zu erheben, ihre Energie zeigte, wagte Keine, sich zu widersetzen. Durch ihre Sanftmulh hatte sie sich ein unbe- schränktes Ansehen erworden. — Sie ärgern sich? flüsterte jetzt eine Stimme hin- ter ihr. Es war Pauliue, die eben durch die Abthcilnng ging. — Ich niuß wohl, erwiderte Denise; es ist so schwer, diese Mädchen in Ordnung zu halten. — Lassen Sie gut sein, bemerkte Pauline achselzuckend; Sie werden noch uns Alle beherrschen, wenn Sie es nur wollen. Sie wollte die Weigerung ihrer Freundin noch immer nicht begreifen. Sie hatte Ende August Bange geheirathet, was eine rechte Dummheit sei, wie sie versicherte. Bourdoncle behandelte sie jetzt schlecht, wie Eine, die für das Geschäft ver- loren sei. Sie zitterte, daß man sie und ihren Mann eines schönen Tages entlassen werde; denn die Herren von der Direktion wollten von verliebten Paaren nichts wissen. Dies ging so weit, daß sie that, als würde sie ihren Mann nicht kennen, wenn sie ihm in den Gallerien begegnete. — Sie werden für mich ein gutes Wort einlegen, wenn mir Etwas widerfahren sollte, nicht wahr? fragte sie Dcnisen. Ja, ja, seien Sie nicht so erstaunt! Man weiß, daß Sie Alles durchsetzen können. Und sie eilte in ihre Abtheilung. Denise war sehr roth geworden; Pauline hatte die Wahrheit gesagt. An den Schmeicheleien, die sie umgaben, erkannte Denise ihre treffe, und die Verhältnisse in den Einzelstaaten imveratiH' lasse. Eine Pression auf die Gesetzgebung der Letzteren nicht ausgeübt werden.".... Bebel nimmt den Antrag Hirsch wieder auf. Die sächrpi' Fabrikanten verweisen mit Siecht auf die bayerische Konkurwi- wo die Schulpflicht um ein Jahr kürzer sei, als in Sachsen,»h bayerischen Industrie könne man nicht besondere VergünstigunZs; gewähren. Was sei der Grund uvserer Arbeiterschutz-GcsetzgebunS' Um die Degeneration der Bevölkerung vorzubeugen! Wolle NW' den Forderungen der Industrie nachgeben, so hätten wir'' 50 Jahren eine physisch zu Grunde gerichtete Arbeiterschaft. H a e h n l e berichtet, daß in Württemberg seines WissenS es achtjährige Schulpflicht existire. In Württemberg sei man bi# weg für Aufhebung der Kinderarbeit.. Der bayerische R.-R. Sandmann weist hierauf nach, in Württemberg thatsächlich nur eine siebenjährige Schnlppn bestehe.. Dr. Hirsch. Er habe mit seinem Antrag nur eine F konsequenz des früheren Antrags beseitigen wollen. Er gehe I" weiter wie früher. Frhr. v. H u e n e will auf die bayerischen Verhältnisse ficht nehmen und für die Regierungsvorlage stimmen. Wc»n möglich sei, eine Fassung zu finde», die Grenze von 14 Jahn als die Regel, die von 13 Jahren als Ausnahme zu bezeroF 1 so würde er diese vorziehen.*,-I v. C e g i e l s k i ist für den Antrag Hirsch.— Der Restr* J Dr. Gutfleisch hält es für sehr schwierig, eine Fassung>'> Sinne des Frhrn. v. Huene zu finden. Bei der Abstinimung wird Absatz I der Regierungsv� läge unter Ablehnung des Hirsch'schen Amendements e" nomine». Nächste Sitzung Montag früh 10 Uhr. ptritfijnje Aebevsiwk Aerr Constans, der französische Puttkamer, schÄ das Bedürfniß nach einer großen staats- und gesellschaffl retterischen That zu empfinden. Nicht zufrieden damit, Clj „Nihilistenkomplott" erfunden und„entdeckt" zu haben,"rj der polizeiministerliche Biedermann nun auch noch den kiih»'' Entschluß gefaßt, die französischen Sozialdemokraten, die W „Marxisten" in Hoch- und Landesverräther zu verivaude. Und zwar soll der Landesverrath mit— den deutschen®. zialdcmokraten verübt worden sein— genau in der Wsib wie es der neulich von uns veröffentlichte Brief eines jpff, verrückten Possibiliften dargestellt hat. Herr Eonstans ßk"' durch dieses geniale Manöver zwei Fliegen mit einer Klapp zu schlagen: 1) sich den Glorienschein des„obersten Gest schafts- und Staats-Retters um das patriotische Haupt i zaubern, und 2) seinen possibilistischen Polizeisozialisten ß" der Oberwasser zu verschaffen.. Es haben, wie wir erfahren, in Paris dieser M bei Sozialdemokraten, die mit deutschen Genossen in»st bindnng stehen, Haussuchungen stattgesunden, und Zß. suchte die Constans'sche Hermandad nach Briefen" Deutschland. Man mM sagen, Herr Eonstans arbeitet mit gtop Geschick Myedem Sinne des Worts pour le Roi de Prä35/ Er nM�wohl auf dem geplanten internationalen PoW ! dem Vertreter der französischen Republik den Ehß , sichern. Du ff de» sugendlichen Arbeitern da» Jt#rfi>ett«W recht über den verdienten Lohn genommen oder beschra� werden soll, hat selbstverständlich den Beifall des Zeidtza Verbandes deutscher Industrieller. Nur darüber, wie- j gemacht werden soll, hat er eine andere Ansicht, und T entwickelt er denn einen sehr charakteristischen Gcgcist'J] schlag. An Stelle fakultativer Bestimmungen verlangt Zentralvcrband den Erlaß fester, das Verfügungsrecht jj? minderjährigen Arbeiter über ihren Lohn einschränken� Bestimmungen durch das Gesetz selbst. Und zwar soll% zwei Gründen das Gesetz an die Stelle des Beliebens n Unternehmers treten:„einestheils um die Durchführt solcher Bestimmungen auf weiterem Gebiete i'� Haupt zu sichern, audereutheils um die große Zahl% minderjährigen Arbeiter merken zu lassen, daß es erzieht� Absichten des Staates, nicht Launen des Arbeitgebers welche ihn in seinem freien Verfügungsrecht über verdick Lohn u. s. w. empfindlich einschränken." o Das heißt, ans dem Uilternehmerjargon ins Dentis überseht: Einestheils soll der einzelne Unternehmer gehin� werden, den jugendlichen Arbeitern das Versügungsr�i über den Lohn zu belassen, und anderentheils soll der TG Macht. Wenn Mme. Aurelie in die Abtheilung kam unter der Obhut ihrer Stellvertreterin Alles ruhig und M der Arbeit fand, lächelte sie Deinsen freundschaftlich Die Herrschaft Denisens begann.. J Bourdoncle allein wollte nicht abrüsten. Der gefst� Krieg, den er gegen das Mädchen führte, entstammte ei" natürlichen Antipathie. Er verabscheute sie wegen MUte sie Sanftnmth, wegen des diskreten Zaubers, den sie aus»!' Dann bekämpfte er sie, weil er ihren fatalen Einfluß ehr welcher das Haus in Gefahr stürzen könnte, an dem da Mouret unterliegen würde. Was ihn am me>st beunruhigte, bei dieser kleinen Verkäuferin, die ß" und nach so mächtig geworden, war, daß er. ihre Uneigcnnützigkeit, an die Aufrichtigkeit ihrer rungen nicht glaubte. In seinen Augen spielte sie% Komödie, die geschickteste der Komödien; denn hätte sie r am ersten Tage ergeben, so würde Mouret sie gewiß j!, anderen Tage wieder vergessen haben; aber indeni sie n weigerte, hatte sie seine Begierden aufgestachelt, ihn verr» gemacht, jeder Thorheit sähig. Eine im Laster erfahG Dirne hätte nicht anders handeln können, als diese Uusch� Daher, wenn Bourdoncle sie sah, mit ihren klaren 91»?, ihrem sanften Antlitz, ihrer Einfachheit, ward er von t"' wahrhaften Furcht ergriffen, als ob er eine verkauf Menschcnfresserin vor sich hätte, das düstere Räthsel J3 Weibes, der Tod unter der Maske einer Jungfrau. sollte er die Taktik dieser falschen Keuschen vereiteln? verlegte sich nunmehr hartnäckig darauf, ihre Künste j durchschauen, in der Hoffnung, daß er sie eines Tages si. larven werde; sie wird sicherlich irgend einen Fehler � gehen, er wird sie mit ecnem Liebhaber überraschen, da- wird sie von Neuem davongejagt werden und das, wird wieder seine geregelte, maschinenmäßige Funktion fll nehmen. — Passen Sie gut auf, Herr Jouve, pflegte er" Inspektor zu sagen; ich werde Sie belohnen.. Allein, Jouve ging dabei lau zu Werke; den».. fragte sich, ob es nicht besser sei, auf gutem Fuße mit dicU Kinde zu bleiben, welches von heute auf morgen die des Hauses werden könne. fcfn Unternehmern ba§ Odinm abnehmen. Dagegen will der Aentralverband den Unternehmer ermächtigen, je nach den wdivid netten Verhältnissen des Arbeiters, Ausnahmen zu machen, also dem Minderjährigen den Lohn unverkürzt aus- Zuzahlen. r Er begründet dieS damit, daß nicht alle, auch nicht ein- Mal die meisten jugendlichen Arbeiter Heimstätten bei rtf,---««»vkuviv luutu. Eltern oder Vormündern in der Nähe des Beschästigungs- ortes haben; z. B. habe in der Gußstahlfabrik von Fr. Krupp nur etwa ein Fünftel der beschäftigten 2674 minderjährigen -urbeiter Eltern im Stadt- und Landkreise Essen, die meisten anderen lebten als Kostgänger, diesen müßte der /s pCt. Lohnzuschlag für Ueberstunden, 60 pCt. Zuschlag für Sonntagsarbeit. Der Vertrauensmann der Gehilfenschaft vergewissert sich zunächst in sog. Werkstubenver» sammlungen über die Stimmung der Arbeiter und Arbeiterinnen (denn auch diese sollen an der Lohnbewegung sich betheiliaen), ehe er die Angelegenheit der Beschlußfassung in öffentlicher Versammlung unterbreitet.— In einer am 10. Juni in Leipzig abgehaltenen, sehr stark besuchten Versammlung der Maurer wurde über den Ende vorigen Monats in Erfurt aogehaltenen siebenten Kongreß der Maurer Deutschlands Bericht erstattet und nament- lich hervorgehoben, daß daselbst beschlossen worden sei, das In- stitut der Vertrauensmänner aufzuheben, die Organisation in der bisherigen Weise beizubehalten und die Wochenschrift„Grund- stein" als offizielles Fachorgan der Maurer Deutschlands zu er» klären. Die Gesammtavrechnung der Geschäftsleitung mit dem Sitz in Hamburg vom vergangenen Jahre wies eine Einnahm« von 97 016 M. und eine Ausgabe von 75 495 M. auf. Für die Unterstützungen bei Arbeitseinstellungen sind 48 786 M. und für Agitation 14 699 M. gezahlt worden. Die Versammlung beschloß noch zu Gunsten der ausgesperrten Hamburger Maurer, die Wochenbeiträge sür den Unterstützungssonds sür Verheirathete auf 50 Psi, für Ledige auf 1 M. sestzuseyeii. Die Zimmerer von Elberfeld und Barmen hatten vor kurzem von den Meistern eine zehnstündige Arbeitszeit und 45 Pf. Stundenlohn geforvert, die Meister hatten dies aber ab« gelehnt. Die Gesellen reichten darauf am 7. d. M. ihre Kündigung ein und werden nun am 21. d. M., wenn die Meister di« Forderungen nicht nachträglich noch bewilligen, die Arbeit niederlegen. Remscheid, 14. Juni. Der Fellenfabrikanten-Verein hat in einer heute staltgehabten, zahlreich besuchten Versammlung die von den ausstänciigen Feilenhauern geforderte Erhöhung deS Hautariis abgelehnt und beschlossen, bis auf Weiteres den Feilen» Hauern keine Feilen mehr zu geben. England. In der Monkwearmouth-Kohlengrube(Dnrham) ist, wie die„Rh. Wests. Ztg." mittheilt, ein ernster Streik aus- gebrochen, an welchem etwa 1000 Mann betheiligt sind. Seit Monaten schon bemühten sich die Häuer um die Erlangung eine« siebenstündigen Schicht, wurden jevoch stets von den Grubenver- waltmigen abgewiesen. Die Beamten bereiten die Werke auf eine Periode längeren Stillstandes vor, während die Bergleute Unter» stichung in ihren Kreisen suchen und solche bereits auch von 50 000 Mann zugesagt erhielten. Ein weiterer Grubenstreik hat rn der Murton-Collicrii lSeaham Harbour) 8000 Manu von der Arbeit genommen. Die Förderjungen beklagten sich über ungenügende Bezahlung und verlangten Aufbesserung ihrer Löhne, was die South Hetton Coal Company, welcher die Werke gehören, ab- schlug.— Die Exekutive der„Wcber-Assoziation der Nordlande" hielt am Donnerstag in Accrington(Laucashire) ein wichtiges Meeting ab, um ü er ein Schreiben Josuah Raivlinsons zu be- ratheu, welcher als Sekretär der Arbeitgeber auf das Ultimatum, bezüglich Einführung einer uniformen Lohntabelle sür die Baum- wollemveber, geantwortet hatte. Rawlinson rieth zu einer aber- maligen gemeinsamen Besprechung der Angelegenheit, bevor sich die Arbeiter zu einem Generalstreik entschlösse». Es entspann sich eine sehr lebhafte Diskussion zwischen oen Herren Birtwistle, David Holnies, Äarrow und Wilkinson, worauf beschlossen wird, vier Ülrbeiterreprüsentanten zu wählen, um mit vier Vertretern der Unternehmer die Frage nochmals zu erörtern. Das Resultat dieser Konferenz wird mit großer Spannung erwartet, da die Weber in ganz Laucashire zur Einführung der gleichförmigen Lohntabelle entschlossen sind und ein allgemeiner Weberstreik un- venncidlich sei» wird, wenn die Fabrikanten sich nicht zum Nach- gebe» entschließen. Vviefftollfam dev Nedttkkiott. Bei Aviraaen bltlin wir die Ab>nmsinsntZ-QuiI!u»g bitiuluzen. Lrieflichi Anbvort wird nichi erthitlt. 43. x. 40. Gewiß ist der Wirth dazu berechtigt. Zwei D'cüiiide. I. 1871, 2. 1873. 3. Sie sind nicht zugelassen. E. K. Nein. noch I Theater. Sonntag, den 15. In n t. Gpernhaus. Geschlossen. Montag; Flick und Flock. Zchauspielhaus. Geschlossen. Montag: Der Bibliothekar. Ltssmg- Tssrnter. Die Ehre. Kerliurr Tssratcr. Gräfin Lea. Montag: Mein neuer Hut. Doktor Wespe. Arutscheo Theater. Der Richter von Zalamea. Montag: Das Käthchen von Heil- bronn. Fri«drich-M ilhelmfiädt. Theater. Der arme Jonathan. Montag: Dieselbe Vorstellung. MaUner- Theater. Mamsell Ni- touche. Montag: Dieselbe Vorstellung. K iktoria-Theater. Stanley in Afrika. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gstend-Theater. Der Trompeter von Säkkingen. Montag: Dieselbe Vorstellung. KelleaUianre- Theater. Der Nau- tilus. Montag: Dieselbe Vorstellung. KroU's Theater. Der Postillon von Lonjumeau. Kaufmann'« Uariötö. Große Spe- zialitäten-Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andreas, Alexanderstraße 27 c. Auftreten d. Liedersängerin Frl. Ltoino v. Austreten des Gesangshumoristen Herrn Jonas. Austreten des Komikers, Mimikers und Stimmen-Jmitators Herrn Gödicke. Austreten der Geschwister Herzog. Austreten des musikalischen Reger- Klown Mr. de Volks. Hasenhaide Anssteliungs-Fark. 1811] 16 tungeborene ans dem Kitoi-Lande. Vorstellung und Produktion von Nachm. 4—9 Dhr Abds. stündlich EtaWUllt Buggenhagcu am Moritzplatz. Täglich: Grosses Garien-Concert. Direktion A. Ztödmann. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Fnh'PA Wochentags 10 Pfg., IjIIUCC sonn- und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsränmen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Rcnovirung geschlossen. 641 F. Müller. Victoria-Park. flBHEl BIttcherstr. 31. Gneisenaustrasse. Irden Sonntag: Krosseo Concert und Sperialitäten-Vorstellnug. Montags und Donncrstags: Leipziger Sänger. Mittwochs: K i n dcr-F r eu d e n fest. Kasfeeküche von 3 Uhr ab geöffnet! Um gütigen Besuch bittet 1714 F. Sihrnstock. Am 15. Juni: 1. Auftr. B l o n d i n s. Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. Zur Errnnerrmg an den Sterbelag: Potsdam und Trauerzug Kaiser Friedrich». Eine bequeme Rheinreife. Eine llieise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Wannsee. ßafe Missn. Größtes Lokal, höchst romantisch int Wald und am Wasser belegen, Nähe des FlcnSburger Löwen, empfiehlt Vereinen seine großen Säle, Kegel- bahnen, Kähne und Volksbelustigungen aller Art zur gefälligen Bcnnhnng. stäche, Keller gut, solide Preise. 1671 R. Bloch. SiidKirPt! 'Ausschank bei: echten bamifchrt' Kierea aus der Brauerei Evora 6 Meyer in Fürth. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Exner, 1011 Klrindeerenjtr. 34. ©rsc Nene Welt. Bergschlossbrauerei, Hasenhaide. Heute, Sonntag, i Nachm.?b: Militär-Concert u. Specialitäteu-Vorstellg. Familie Bodjarolf. Neira- Truppe. Neiss und Frau geb. Weitzmann. Miss Adelo m. ihren dressirt. Hunden. Vantomimen-Gefellfchaft Castellar. Feuerwerk. Neu, musizirendo Bomben. Kunstfeuerwerker Leichnitz xt. Bau. Eck» 25%, 20 fg.,9Är4?Ä'r' im. Rlontag: Sommerfest der Berliner Tischler. Mittwoch: Kinderfest. Donnerstag: Massen-Feuerwerk. Eroberung von Kilwa, großer Erfolg! «K. Zum Kternecker. 1. FMirm-ADlirz kr. Sioiijtrt des Luftfchissers Herrn Josef Brunner, der Kapelle des ersten Gard.-Drag.-Reg. kl. FMNMttf. TtilUMI-Plirl. Anfang des Konzerts 4 Dhr. Morgen, WeiSSenS6e. Montag: Gr. Mi» H/TÄIÄ kr. Gr. humoristisch- historischer Festzug in 12 Gruppen. Komponirt von G. Earell-Großmann, nach den Entwürfen des bekannten Jllustrateurs Herrn Alex. Honig, nrraimirt von dem Kostümier Hrn. Otto Lohnig. Dekoration von Müller& Schäfer. Porträts v. J.Reimer. Dekorative Requisiten v. Tapez.Schölzel. Der Zng wird von mehreren hundert Mannschaften zu Fuß, zu Magen und zu Pferde ausgeführt. Gr. Preis-Wett-Gesang°°" In allen Lokalen: Ball, Konzert, Feuerwerk, Jllumination etc. Entröe 50 Dfg., vorher 30 pfg.[1906 Weimann's Volksgarten Gesundbrunnen. Erster Eingang Badstr. 56. Zweiter Eingang Pankstr. 25 ISESBBBMD Haltestellen der Dferdebahn. IfäiVMAtl'lä Sonnabend, den 21. Juni Großes Sommerfest verbunden mit einem großartigen italienischen Sommernachtshall zum Kesten des UllttG�lllksnerelns kr Maurer Berlins Grosses Garten- Konzept. _ Auftreten der Spezialitäten-Künstler:_ _ Fr er es Molodzoff_ ■EBB Luft-Gymnastiker und Thurm-Seillätifep■■■B _ MM" Jean Clermont"HW_ MBCB mit seinen dressirten Schweinen und Eseln. BBB In beide» Kaie» Grosser Sommernachtsbail. Anfang 4 Uhr. Eintrittsgeld 25 Pf. Herren, die am Tanz theilnehmen wollen, zahlen 50 Pfg. ezira. Freunde und Kollegen von nah und fern sind herzlich willkommen. 1939 Killet» sind bei folgenden Herren zu haben: Wilhelm D a»> s, Treskowstraße 15, vorn 3 Tr.; Emil Grö ppler, Krantstr. 42, vorn 4 Tr.; Fritz Karge, Friedrichsfelderstr. 11, Hof 1 Tr.; Paul Kienast, Juden straße 21, Hof part.; Hermann Schulz, Rnppinerstr. 46, v. 4 Tr., Aufgang Schönholzerstraße; Karb e, Müllerstr. 34, v. 4 Tr.: Schmidt, Schulzen- dorfferstr. 18, Quergeb. part.; Julius Wagen er, Ritterstr. 122, v. 5 Tr.; Wilhelm Kienast, Jüdenstr. 33. Der Vorstand. Fachoerew der Tischler. Montag, den 16. Jnm, in der 725 Neuen Welt, Haseuhaide 36c: JC. Stiftiisigsf©st9 Konzert, Ball, Auftreten des gesammten Küustlerpersonals. Abends grosses Feuerwerk. SAST* Kinder-Fackelzug."WZ Das Konzert beginnt um 3 Uhr Nachmittags. Die Kaffeeküche ist von 4 Uhr ab geöffnet. Billets hierzu sind auf den Zahlstellen des Vereins, sowie bei folgenden Herren zu haben: Fest, Stallschrciberstr. 43a; Millarg, Lehrterstr. 22 II; Apelt, Sebastianstr. 27, 28; Kende, Wicnerslr. 37 II; Schmidt, Fürbringerslr. 25, Hof I, bei Wicdeholz; Schade, Liüdersdorserslr. 0-4; Glocke, Lansitzerstr. 52 III; Wiedemauu, Wcndenftr. 2, IV; Dahlgrün, Adalberlsir. 06, Quergeb. IV, bei Bomba; Habcrland, Reichenbergerstr. 161 II; Micke, Adallertftr. 9 IV; Monion, Krenzbergstr. 9, Qncrgeb. III. Freie Vereinig, d. Graveure und Ciseleure, Montag, d. 10. Juni, Abends Ve9 Uhr, im Vereinslokal, Dresdenerstr. 45, Drrfammlnng. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag de? Stadtv. Herrn Otto Klein: Die Mpitalistenringe nnd die Arbeiter- Bewegung. 3. Unterstütznngs-Frage. 4. Verschiedenes. 1007 Am Sonntag, den 22. d. M., findet eine Dartie mit Damen nach Manufee statt. Abf. Schles. Bahnhof 7,18 Uhr. Arbeilerbillets. Oer Vorstand. Grosse öffentliche U e r s a m m l n n g der GmilUlilllbeiter und verwandten Derufogenosse» Kerlina und Umgegend am Dienstag, den 17. Juni 1890, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Renz, Naunynstraße 27. 1893 In Anbetracht der wichtigen Tages- ordnnng ist das Erscheinen sämmtlicher Gnminiarbeiter dringend erforderlich Fürther Bier aus der Brauerei von EEvora& Bßeyer in Furth b. Nürllberz gelangt in folgenden Lokalen zum Ausschank: Lange, Reichenbergerstr. 106a. Linke, Forsterstr. 45. Niemetschek, Skaliherstr. l®' Raabe, Gransee'erstr. 1. Strusch, Reichenbergerstr. 73a, Tempel, Breslauerstr. 27. Zubeil, Naunynstr. 86. Gühlitz, Friedrichstr. 44. Exner, Kleinbeerenstr. 24. Fuhrmann, Usedomstr. 1. Gnadt, Brunnenstr. 38. Gründe!, Dresdenerstr. 116. Henke, Blumenstr. 38. Hoffmann, Kaiserstr. 4. Kuntzsch, Stettinerstr. 13. Gustav Heping» Lottumstr. 24, III. Grosse öffentliche Hausdiener-Nersum ml uug Montag, den 16. Juni, Abends 8V2 Uhr, bei Jordan, Neue Grünstr. 28 I. Tagesordnung: 1. Der Arbeiterschutz-Gesetzentwurf im Reichstage. Referent: Herr Buchdrucker Wilhelm Mernrr. 2. Diskussion. 3. Ter am 29. Juni stattfindende Kongreß zu Hannover. 4. Verschiedenes. Kollegen! Die Beträge, welche auf Listen gezeichnet, sind in dieser Ve- t abzuliefern, auf die Listen wird jedoch weiter gefainnw» sammlung bestimmt Die Kongress-Kommission. Stellellvemittelung k>es öttiwerciiii Berlitter Bildhauer. Achtung Bildhauen! Montag, den IG. Juni, Abends 8V2 Uhr, in den Bürgersäleu, Dresdenerstr. 96: Grosse öffentl. Bildliauer-Versamralung. Tages- O r d n u n g: I. Vortrag des Herrn Kölsche über: Gehirn und Geist.. 2. Lohnbewegungs-Angelegenheiten. iys 3. Verschiedenes. Der Einberufer. Allgemeiner Arbeiterinnen-Verein sämmtlicher Berufs' zweige Berlins nnd Umgegend. Dienstag, den 17. Juni, Abends 8V2 Uhr, im Lokale„Bismarck's Höhe", BismarckStrasse Nr. 80 in Charlottenburg: Grosse Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Einrichtung einer Filiale. 2. Vortrag. 3. Diskussion. 4. AufiiaW neuer Mitglieder. 5. Wahl einer Bevollmächtigten. 6. Wahl einer Kassirer� 7. Wahl einer Schriftführerin. 8. Verschiedenes. Herren und Damen als Gäste haben Zutritt. Zur Deckung der UnkostV eine Tellersammlnng. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. � Große Militärschneider-Versammlung des Militärschneider-Vereins am Dirnstag, den 17. Juni, Abend» 8V2 Uhr, in Jordan'« Kalo« Urne Griinstrasse l� Tagesordnung: ,, 1. Die moderne Arbeiterbewegung und der Achtstundentag. Referew' Herr R. Millarg. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes und Fragekasten. Gasi' sind willkoinmen. Mitglieder tonnen Beiträge entrichten und Quittungebüch� in Empfang nehmen. Der Dorstand. Große öffentliche Versammlung der Schneider BeHins am Montag, den 16. Juni, Abends 8V2 Uhr, im„Königlladt-Kastno", Holzmarktstr. 7S. Tages-Ordnung:, I. Militäroorlage im Reichstage. Referent: Reichstagsabgeordnet! Molkenbuhr.— 2. Diskussion.— 3. Wahl einer Lohnkommission. 4. Verschiedeues.. Alle Schneider Verlin's sind verpflichtet, vollzählig zu erscheinen. 1917 Die Agitations-Kommifston. rM-MacwmuuLUi i LKi'Ji'J wag— üJa'-imUiS St�iGkatesir,@I Vereins-Versammlung am Montag, den 16. Juni, Abends 7va Uhr, bei Z e m t e r, Münzstr. 11. TageS-Ordnung: 1. Vorlesung.— 2. Diskussion.— 3. Verschiedenes nnd Fragekchten- KB. Vor Eintritt in die Tagesordnung findet Aufnahme neuer Vi' glieder statt. 1914 Der Dorstand. Faihvem« kr Weber mh Bcrnidnlitc« Berussgtlllijsell Kerlins und Umgrgrnd. l8� Montag» de» 10. Inni, Abends 8 Uhr, im Fobale de» Herrn Heise. Lichtenbergerstrasse AI: Große Versammlung, Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Kehr aus Gera über: Slrbeiterschntzgesetze. 2. Diskussion.— 3. Wahl von Vertrauensmännern für Stralau-lllumulelsbnw — 4. Wahl einer Kommission für den Arbeitsnachweis.— 5. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden ausgenommen. Die Mitglieder werden ers«A ihre rückständigen Beiträge entrichten. Der Arbeitsnachweis nebst Zahlstc» befinden sich bei Herr» Henke, Blumenstr. 38. Der Dorstand.. Grosse öffentliche ü- SchchMer-BersmlllW au: Montag, den 16. Juni, Abends 8 Uhr, in Lenerstein's Lokat(oberer Saal), Alte Jakobstrass« 75 Tages-Ordnung: 1. Wie stellen sich die Berliner Schuhmacher den Beschlüssen der su deutschen Fabrikanten gegenüber? llieferent: RcichstaaSabgeordncter J. Loltv«. — 2. Diskussion.— 3. Berichterstattung der Kommission und Gründung c Filiale des Vereins deutscher Schuhmacher.— 4. Verschiedenes.. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen zu erscheinen.— Zur Deckung � Unkosten findet Tellersammlnng statt. Drr Einberufrr: Joseph Dörr, Barniinstr. 47, 3 Tr. zioh-Tabak Größte Auswahl, billigste Preise. 667 G. Elkhnysou, Münzstr. 10. Empfehle mein Lokal ziun Arbeit� Nachweis und für Zahiktelle«.- Zimmer mit Pianino für Vereine-, ' Arthur Ziemer, Cuorystr. 1 892 Verantwortlicher lltedakteur: Curt Kaalre in Berlin. Druck und Verlag von Mar Hading in Berlin SVV„ Benthstraße 2. Hierzu zwei Keitage»' Beilage zum Berliner BolNlatt. Ur. 13«. Sonntag, de« 15. 1«»i 1890. V. Jahrg. D«rla»tt?nksl»erilszke. Deutscher Drichstag. t7. S i tz u n g v o m 14. I u n i, 2 U h r. tckk- Tische des BundeZraths: v. Bo etlicher, v. Oehl- Un� ��uuissarien. eilt.«-! �cr Tagesordnung steht die zweite Berathung des Gesetz- m � betr. die G c w e r b e g e r i ch t e. ini-rs%..§ 1 sollen die Gewerbegerichte fakultativ eingerichtet kSnn..Können. Auf Antrag der Arbeiter und Arbeitgeber Gewerbegerichte von Seiten der Landes- Zentralbehörden Verstehen erde», Gemeinden sich nicht freiwillig dazu Sozialdemokraten(Auer n. Gen.) beantragen, die Ge- Meierte obligatorisch einzurichten. Kabn-'ll- Cbrrty beantragt, daß die Genehmigung des Orts- wer!, s-r bie Errichtung eines Gewerbegerichts nur versagt borf, wenn dessen Bestimmungen den Anforderungen dieses Wf5"IJ* entsprechen. der 5'. Ii'rrsbach(Soz.): So gerne ich die Bereitwilligkeit � oervundete» Negierungen, wie des Hauses anerkenne, diese gesetzlich zu regeln, so muß ich doch betonen, daß dieser iWo' ch'ch üi der Gestalt der Kommission die gesteckten E i" buchst nnvollkommener Weise erreicht. Nach§ 1 des teil i f können Gewerberichte errichtet werden. Diese Möglich- HiirX b ober schon nach§ 120 der Gewerbeordnung. Es L. i ovn dem Ermessen der Gemeindebehörden abhängen, ob sie z.,. �oechtigten Wünschen der Interessenten, namentlich der Ar- rirf.f»olge geben oder nicht. Ich glaube, daß wir die Er- bphsü1® bieser Gewerbegerichte nicht die Initiative der Gemeinde- Sliitv» überlassen dür>en. Nun ist zwar vorgesehen, daß auf v chg der Arbeitgeber oder Arbeiter durch Anordnung der noes-Zentralbehörden Gewerbegerichte eingeführt werden können. nn ungeachtet einer von ihnen an die bctheiligten Behörden gangenen Aufforderung innerhalb der gesetzlichen Frist die Er- «lumg der Gewerbegerichte nicht erfolgt. Diese Bestimmung >rde aber ein sehr großes Mißtrauen zur Folge haben. Wir l�t. schon Beispiele genug, daß die Gesuche von Arbeitern ? m größeren Städten um Errichtung von Gewerbegerichten ■isach abgelehnt wurden. In Mannheim, in dessen Gemeinde- krü eil"? ei" erheblicher Theil von Arbeitern sitzt, hat es .-�ahre gedauert, ehe man sich dazu entschloß, dieser Forderung nachzugeben. Die Verhältnisse in Berlin sind be- '«mit. Man hat nun eingewendet, es sei unmöglich, Gewerbe- züchte obligatorisch einzuführen, weil in vielen Bezirken die Industrie nicht festen Fuß gefaßt habe. Selbst dies zugegeben, besteht doch das Handwerk überall, und die meisten Streitig- �llen kommen gerade im Kleingeiverbe vor. Die Zeit ist auch "'cht so ganz fem, wo auch die ländlichen Arbeiter, die heute Nne exklusive Stellung einnehmen, in dieselbe Lage versetzt werden wie die gewerblichen Arbeiter. Die Kosten, deren Höhe betont wird, sind sehr minimal, namentlich da, wo die Gerichte nicht so yaufig versammelt sind. Die Gemeinden müssen darauf hinge- !üLefem,roeri)e?; in diesen Fragen Sparsamkeit am Wenigsten sin Platze ist. Lage ein Bedürfniß zur Errichtung von gewerbegerichten nicht vor, dann hätte das Haus nicht L lange mit diesem Gesetze sich beschästigen solle». Sie biid aber eben ein Bedürfniß. Den Einwand, man solle warten, ob sich die neue Institution bewährt, kann ich nicht Allteu lassen. In einer Reihe größerer Städte, wie in Hamburg, mankfurt a. M., Stuttgart und Mannheim haben sich die ge- werblichen Schiedsgerichte durchaus bewährt.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) . Abg. Ebcrt«(dfr.): Der Antrag Dreesbach wäre ganz gut, bin er ausführbar wäre, aber er ist nicht ausführbar. Es giebt Nze Provinzen und Landstriche, bei denen die obligatorische Ein- ' TOmg der Geweru egerickte nicht möglich wäre. Es müßten für Jwn Kreis von viele» Meilen im Umfang Gewerbegerichte hoffen werden, die nicht genügend Beschäftigung hättem�va Kommunen von Uebelwollen gegenüber der ErnchWch vor , Medsgerichten erfüllt seien, muß ich bestreiren, unfc'vefon&cr; tat die Berliner Stradtvertretung. Nach der ganzen Struktur ist �.Gesetzentwurf eigentlich ein Normalstatut für die Gewerbe1 Füchte im Deutschen gleich. Unser Antrag beziveckt, den Ge . finden innerhalb dieses Rahmens noch eine gewisse Freiheit zii ..■'Jen. In den Gemeinden ist sogar die Erkeuntniß der Bedürf .'ll« der Bevölkerung in dieser Beziehung in höherem Maße vor �uden als bei den vorgesetzten Behörden. Wer den Koir ,i Neu diesen bescheidenen Spielraum nicht lasse» will, sagj Deutlich, daß ein Gemeindeverband nicht Verstand gemii J'we, um an der Hand der Instruktionen dieses Gesetze fin"ornünftiges Ortsstatut zu machen. Die vorgesetzte Behörd n nur die Entscheidung darüber haben, ob formell und materiell 2 Statut Alles enthalten ist. was dem Gesetze entspricht. Nut ."»r dieser Freiheit der Kommunen werden recht viele Orts' 2"'te entstehe». Die Annahme unseres Antrages würde bc: Uten, daß diese neue Einrichtung nicht als ein staatlicher Zwan wpfundcn wird, sondern als eine Einrichtung, die auf Grun >es Gesetzes von de» Kommunen selbst eingeführt wird. „9% Kutch(dkons.): Ich bin gegen den Antrag Eberty. «>,. fntlich um deswillen, weil sim Orlsstntut eine ganze Anzahl Jq reiner Zweckmäßigkeit, nicht Gesetzlichkeit zu prüfen find. ,'�"n die starke Stimme des Abg. DrceSbach entscheiden wurde. �ußte der Antrag Auer einslinimig angenommen werden. er.) Der Abg. Dreesbach hat die - v«.............. oder fakultativen Schiedsgerichte SSMMM statuts für Gewerbegerichte andere Formen zu bestimmen, als für den Erlaß von Ortsstatuten im Allgemeinen in den Städte- und Gemeindeordnungen ausgestellt sind. Außerdem erkenne ich nicht allein kein Bedürfniß einer Ausnahme an, das sich aus der Kon- struktion dieses Gesetzes ergeben könnte, sondern es sind sogar zwingende Gründe vorhanden, die Genehmigung und Prüfung der Kommunalaufsichtsbehörden hier auszuschließe». Größeren Kommunen im Reiche ist volles Vertrauen zu schenken, daß sie beim Erlaß des Ortsstatutes für Gewerbegerichte mit Sachkunde und mit Rücksicht der Zweckmäßigkeit vor- gehen werden; allein wir machen das Gesetz ja für alle Kom- munen, die davon Gebrauch machen wollen, und da ist denn doch nicht mit so grober Sicherheit die Unmöglichkeit ausgeschlossen, das Gemeindebehörden an kleinen Orten leicht unzweckmäßige Bestimmungen treffen können, die nicht allein unpraktisch sind, sondern zugleich auch die Angehörigen der betreffenden Gemeinden sehr erheblich belasten. Nehmen sie die Prüfung der Kommunal- auisichtsbehörde weg, so ist absolut keine Remedur gegen ein solches Ortsstatut gegeben. Es könnte z. B. aus einem mißverstandenen Interesse eine Gemeinde eine so starke Besetzung des Schiedsgerichts beschließen, daß daraus eine Belastung der Ge- meindekasse entstünde, die weit über den Zweck der ganzen Ein- richtung Hinausgeht. Wollen Sie in solchem Falle keine sachge- mäße Prüfung durch die Aufsichtsbehörde eintreten lassen? Ebenso könnte eine im wohlverstandenen Interesse eines weiteren Kommunalverbaiidesvonden Organen deffelben beschlossenegewerbe- ------~*........... eine kleine Gegerichtliche Einrichtung gestörtwerden, bloß weil irgend i meinde oder ein Kreis kleiner Gemeinden es fü für angemessen =• 2, der obligatorischen "er Prinzipienfrage aufgebauscht. Vichts». eme Zweckmaßigkeitsfrage. Im Berief,*, dagegen, wenn auch kleine Mürwik x dekameil. Aber es Vicht• n'Ur vorhanden ist. Die.......... 8ericf,f„eicmvnI genügendes Personal zur Besetzung der Gewerbe- S» tf..('"den, und diese selbst hätten nichts oder nicht genügend Viren t'J0 daß die Gcwerberichter, die doch ebenso gut funktio- Hruii« s-' tt''e die staatlichen Richter, nicht die nöthigen Er- iveji. sten sich erwerc en könnten, die ste um so mehr habe» müssen, v«r f..; i?er(tfun0 gegen Urtheile der Gewerbegerichte nach§ 49 iiich■ Streitgegenstände» über 100 M. zulässig ist. Wenn Sie vvirde x den kleinsten Orten Gewerbegerichte einführen wollen, dfreh, Vertrauen, das man ihnen entgegenbringt, sehr bald SUiin„."geschickte Geschäftsführung ruinirt werden. Die Bereini- Öe,«.,'Uet großen Anzahl von Gemeinden zur Einführung von daß x.?.erichten würde einen so ausgedehnten Bezirk ergeben, best- ia Eutzen des Gewerbegerichtes wieder verloren ginge. Das "NiUneh,.,� Z'veckmüßigkeilsgründen der Kaatssekretär von Köttichrr: Ich —«........„'.„„„i die Kommissionsvorschläge bitte Sie, den § k in welche �0,»,,,� der Konimlsstoi, anzunehmen. Die Gründe, weiu,e ü.�vietmpu f-.dazu geführt haben, die Antt'äge Auer und Eberty ,'edern°i."t.''"d bereits in dem Kommissionsbeiicht ausführlich ,. dr wodi x. den Antrag Eberty anlangt, so begreife ich Si!. Wif,,«« x e,n«"Möglichste Befreiung von der Einwirkung ein tjJJHi-»er Kommunalaufsichtsbehörde angestrebt wird. nzlpiell liegt keine Veranlassung vor, bezüglich des Orts- hält, ein besonderes Schiedsgericht herzustellen. Die Frage liegt also doch nicht so einfach, um zu sagen, weg mit der Aufsichts- behörde, lassen wir die Kommune allein beschließen, ob und wie das Statut festgesetzt werden solle. Was den Antrag Auer an- langt, so haben wir im Deutschen Reich weite Distrikte, in denen die Errichtung gewerblicher Schiedsgerichte absolut überflüssig ist, wo von ihnen, wenn sie geschaffen ivürden, kein Gebrauch oder ein so seltener gemacht würde, daß die Kosten zu dem Zwecke der Einrichtung in keinem Verhältniß ständen. Es ist wirklich keine Frage des Wohlwollens oder Uebelwollens, um die es sich hier handelt. Wir wünschen auch, daß ein möglichst weiter Ge- brauch von den Gewerbegerichten gemacht wird und daß möglichst allen Arbeitern Gelegenheit gegeben wird, ihre Streitigkeiten mit den Arbeitern vor einem Schiedsgericht auszusechten. Aber die obligatorische Einführung derselben steht in keinem Verhältniß zu den Nachtheilen, die sie in einzelnen Bezirken herbei- führen könnten, und da ein Bedürfniß der obligatorischen Ein- richtung für das ganze Reich nicht vorhanden ist, so thun wir bester, sie fakultativ zu lassen. Aber auch vom Standpunkt des Abg. Dreesbach ist keine Gefahr vorhanden, daß da, wo unter den Arbeitern eine lebhafte Strömung auf Einführung der Schiedsgerichte sich bemerkbar macht, mit dem§ 1 nicht auszukommen sein sollte. Denn einmal ist die Gemeinde in der Lage, die Einrichtung zu beschließen; ist sie nicht geneigt, auf den Wunsch der Arbeiter oder Arbeitgeber einzugehen, so kann der weitere Kommunalverband ein Schiedsgericht einführen; und ist auf diesem Wege nicht zum Ziele zu kommen, so können die In teressenten sich an die Landesregierung wenden, und diese, wenn die Einrichtiing wünschenswerth ist, dieselbe anordnen. Wenn diese drei Eventualitäten benutzt werden, wird es kaum noch möglich sein, daß irgendwie berechtigte Wünsche nicht zur Be- friedigung gelangen. Ich bitte Sie, die Anträge Eberty und Auer abzulehnen und bei den Beschlüssen der Kommisston zu bleiben.(Beifall rechts.) Abg. v. PIfrtten(Zentr.): Die gewerblichen Schiedsgerichte sind ihrer Natur nach außerordentliche Gerichte. Als solche sind sie mifeda berechtigt, wo ein wirkliches Bedürfniß zu ihrer ErrichtnBffvorliegt. Wo sie nicht nöthig sind, würden sie von de�iSenieinden und den Belheiligten finanziell sehr unangenehm funden werde». Ich bin deshalb für fakultative Gewerbe- S Abg. Singer: Auch in Berlin ist ein Interesse an der Er- richtung gewerblicher Schiedsgerichte erst in dem Augenblicke her vorgetreten, wo die sozialdemokratische Partei ihre Vertreter in die Lkonnnunial-Verwaltnng geschickt hat. Trotzdem hat es noch lange gedauert, bis das Ortsstatut zu Stande gekommen ist. Wenn der Abg. Eberty gemeint hat, daß der Zwang vom Hebel sei, und daß man sich in dieser Beziehung auf die freiwillige Thätigkeit verlassen müsse, so meinen wir, daß diese Dinge dem Bürgerthum aufgezivungen werden müssen, weit es sonst aus freiem Willen nichts thut. Das Streben meiner Partei, die Gesetzgebung zu Schritten zu veranlassen, durch welche die soziale Lebensstellung der arbeitenden Klassen gefördert wird, resnltirt gerade daraus, .daß das liberale bürgerliche Manchesterthum sich als durchaus unzulänglich bewiesen hat. Das Manchesterthum hat in Bezug auf viele Fragen schöne Redensarten und hübsche Versicherungen, die aber an den geeigneten Stellen nicht zum Ausdruck kommen. Ich bin überzeugt, daß der Minister von Böttichcr die ernste Absicht hat, ach Möglichkeit die Errichtung von Gewerbegerichten zu befür- worten. Die besten Zlbsichten können aber durchkreuzt werden durch den Mangel an Willfährigkeit der Gemeinden, zumal in en mittleren und kleineren Städten. Diejenigen selbstständigen Geineinden, bei denen ein Bedürfniß für die Errichtung von Schiedsgerichten nicht vorhanden ist, können sich doch mit den Nachbargemeiuden verbinden und geineinsam ein Schiedsgericht errichten. Die Hoffnung des Ministers, daß gegenüber dem An- drängen von Arbeitern und Arbeitgebern die Aussichtsbehörden die Kommunalverwaltungen zivingen iverden, gewerbliche Schieds- gerichte einzuführen, ist doch eine trügerische. Die Stadt Colin- gen hat beschlossen, ein gewerbliches Schiedsgericht zu errichten, und das Ortsstatut der Aufsichtsbehörde eingereicht. Diese hat dies zurückgewiesen und gemeint, die Stadt Solingen solle sich an das große rheinische Schiedsgericht wenden, welches im Umkreise von Solingen besteht. Der Abgeordnete Kurtz hat an der starke» Stimme meines Kollegen Treesbach Anstoß genommen. So stark die Stimme des Herrn Dreesbach, so schwach waren die Einwendungen des Herrn Kurtz. Daß er gegen unseren Antrag ist, wundert mich nicht, denn er kommt aus Sachsen, wo jede selbstständige Regung des Arbeiterstandes unterdrückt wird. Abg. v. Ctmy(natl.): Wo die Gemeinden sich weigern, die Schiedsgerichte einzuführen, kann die Landes- Zentralbehörde ihre Einrichtung erzwingen. DaS Beispiel von Solinge», auf das sich Herr Singer bezog, paßt nicht ganz. Dort bestand bereits ein rheinische» Gewerbegericht mit einem größeren Bezirk. Die Genehmigung zu dem erwähnten Statut ist von der Aufsichts- behörde versagt worden, nicht weil sie der Ansicht gewesen wäre, die Stadt Solingen solle sich an einen weiteren Bezirk ivenden, sondern weil ein solches Geiverbegericht für einen iveiteren Bezirk bereits bestand. Wären die Argumente des Abg. Dreesbach durch- schlagend, so hätte man auch seiner Zeit die Handelskammern obligatorisch einführen müssen. Das ist aber aus guten Gründen nicht geschehen. Gegen den Antrag Eberty könnte ich noch an- führen, daß die Unterwerfung unter die Schiedsgerichte nicht etwa freiwillig ist, sondern daß es sich hier um Gerichte mit Zwangs- gewalt handelt. Hier muß der Staat das Recht haben, diejenigen Sahungen zu prüfen, auf Grund deren die Errichtung des Ge- richtes stattfindet. Abg. Sarmening(dfr.): Im Gegensatz zu meinen poli- tischen Freunden muß ich mich für die obligatorischen Gewerbe- gerichte erklären. So dankenswerth auch die Bereitivilligkeit der Regierung ist, die Errichtung von Schiedsgerichten zu befördern, so müssen wir doch mit der Zukunft rechnen. Das Wohlwollen, welches heute besteht, kann vielleicht später nicht mehr vorhanden sein. Auch sind die Begriffe über Wohlwollen kehr verschieden, und der gegenwärtige Minister kann vielleicht durch einen von weiter rechts ersetzt werden. Der Hinweis darauf, daß die Gewerbe- gerichte nicht gut durchführbar sind innerhalb einzelner kleiner Gemeinden, widerlegt sich einfach durch den Inhalt des§ 1 selbst, wo den kleinen Gemeinden das Recht eingeräumt wird, mit anderen Geineinden Gewerbegerichte zu errichte». Sollte der Wortlaut des § 1 diesen Zweck nicht herbeiführen, so würde ich ein Amen- dement beantragen, daß von Seiten der Landes- Zentralbehörden die gemeinsame Anordnung getroffen werden kann, wonach die durch das Gesetz zur Errichtung von Gewerbegerichten verpflich- teten Gemeinden angehalten werden können, sich zusammenzuthun, um ein gemeinsames Gewcrbegericht zu machen. Die finanziellen Opfer der Gemeinden, die ja erleichtert werden, wenn sich mehrere zur Bildung eines gemeinsamen Schiedsgerichts vereinigen, können nicht ins Gewicht fallen geaenüber den Nachtheilen, die in dem Vermissen eines Gewerbegernhts für die betreffenden Gemeinden liegen. Bei gemeinsamen Schiedsgerichten mehrerer Gemeinden würden auch Prozeßfälle genug vorhanden sein, und die Unge- schicktheiten, die za im Anfang wohl bei den Gewerbegerichten vorkommen mögen, würden mit der Praxis entschieden verschwin- den. Zur Unterstützung des Antrages Eberty weise ich darauf hin, daß auch nach dem Krankenversichernngs-Gesetz die Geneh- migung von Kassenstatuten nur versagt werden kann, wenn sie den Anforderungen des Gesetzes nicht genügen. Bei alle:» Gesetzen, die Ortsstaluten vorsehen, müßten wir uns grundsätzlich auf diesen Standpunkt stellen. Sollte der Antrag Eberty abge- lehnt werden, so beantrage ich eine Bestimmung dahin, daß die Genehmigung der Ortsstatuten nur dann versagt werden kann, „wenn sie im Widerspruch mit den Gesehen stehen." Abg. Seine(Soz.): Daß die städtischen Verwaltungen die Bedürfnisse der arbeitenden Bevölkerung nicht überall erfüllen, beweist der Vorgang in meiner Vaterstadt Halberstadt, wo ein Antrag auf Errichtung von Gewerbegerichten abgelehnt wurde, nachdem die Innungen erklärt hatten, daß die Gewerbegerichte lediglich den sozialdemokratischen Bestrebungen zu gute kommen würden. Wir haben kein Zutrauen zu de» stäbtischen Vermal- tungen in Preußen, und können es auch nicht haben, denn ste sind so zusammengesetzt, daß der größere Theil der Bürgerschaft von jedem aktiven Wahlrecht ausgeschlossen ist, und der andere Theil so künstlich gruppirt ist, daß von einem Ausdnick des Volks- willens nicht die Rede sein kann, zumal die Wahl öffentlich ist und beeinflußt werden kann. In kleineren ländlichen Gemeinden. mag allerdings noch kein Bedürfniß für Gewerbegerichte vor- handen sein, aber dem ließe sich leicht abhelfen, wenn das lande liche Gesinde auch unter die Gewerbeordnung gestellt würde Diese den größten Theil der deutschen Arbeiterschaft umfassenden Leute stehen heute noch in der Leibeigenschaft im vollsten Sinne des Wortes. In Sachsen besteht sogar noch die Prügelstrafe für das ländliche Gesinde. Der Arbeiter darf sich der Prügelstrafe nur widersetzen, wenn sein Leben in Gefahr ist. Die freisinnige Partei will die Initiative der Bevölkerung selbst abwarten, ehe sie zur Errichtung von Gewerbegerichten schreitet. Das ist aber bei ungenügender Bildung auf dem Lande nicht zu verlangen. Hier in unmittelbarer Nähe von Berlin hat sich sogar hcrausge- stellt, daß ein vierzehnjähriger Junge noch nicht ein Wort lesen und schreiben konnte. Wie kann man von solchen Leuten ver- langen, daß sie die Initiative in dieser Beziehung ergreifen? Das einzige Mittel ist, die Gewerbegerichte obligatorisch zu machen. Abg. Meyev(Berlin): Das ausführliche Eingehen auf die Verhältnisse der landwirthschaftlichen Arbeiter verzögert nur den Abschluß dieses Gesetzes, und ich weiß nicht, ob die Herren, welche diese Anregung gegeben haben, das für wünschenswerth hasten. Bisher ist die Einführung der landwirthschaft- lichen Arbeiter in das Gesetz nicht beantragt. Es ist auch nicht ersichilich, wohin solche Erörterungen führen sollen, um so weniger, wenn es richtig ist, daß infolge der geringen Bildung auf dem Lande die Möglichkeit, das Material für Schieds- gerichte zu finden, nicht gerade erleichtert wird. Ich möchte, daß Schiedsgerichte überall eingeführt werden, wo sie möglich sind, und möglich sind sie dort, ivo man daS Material an geeigneten Streitsachen und an richterlichem Personal hat. Ein Gewerbe- gericht, das nur im Staatshandbuch paradiren soll, ohne etwas zu thun zu haben(Heiterkeit), würde keinen Nutzen haben. Ein Gewerbeschiedsgericht muß aber auch einen strengen lokalen Zu- sammenhang haben, sonst gehen diejenigen Charakterzüge verloren, die es auszeichnen sollen, die genaue Kenntniß der Sachverhält- nisse und die schnelle Entscheidung. Wir können nicht weiter gehen als die Vorlage. Wenn die Gewerbeschiedsgerichte bisher nicht so große Fortschritte gemacht haben, wie es wünschensiverth wäre, so liegt das daran, daß große Schwierigkeiten zu über- winden waren, die in Zukunft wegfallen werden; es wird an der Hand dieses Gesetzes die Arbeit von wenigen Stunden sein, um ein solches Ortsstatut auszuarbeiten. Was der Ein- siihrung der Gewerbegerichte im Wege stand, war, daß man nicht daran recht glaubte. Gerade die Verhandlungen in den letzten Jahren haben uns die Ueberzeugung von ihrer Nützlichkeit beige- bracht. Wenn in Halberstadt wieder gesagt werden sollte, die Schiedsgerichte wären eine sozialdemokratische Einrichtung, so hat man nur nöthig, dieses Gesetz in die Hand zu nehmen, und zu sagen:„Es steht aber im Neichsgesetzblatt". Auch ohne die Einrichtung obligatorischer Schiedsgerichte werden wir dazu kommen, daß diese Gerichte überall, wo sie nothwendig sind,«in- geführt werden. Gegen den Antrag Auer erkläre ich mich mit Entschiedenheit. Dagegen befürworte ich den Antrag Eberty. Wenn Herr von Cuny entgegenhält, da, wo ein Gericht geschaffen wird, welches wirkliche Zwangsgewalt hat, müsse der Sraat auch die Normen prüfen, so sehe ich dem gegenüber, die Normen sind in diesem Gesetz gegeben und die Negierung soll auch nach unserem An- trag befugt sein, zu prüfe», ob diese Normen innegehalten sind. Ter Justizhohcit des Staates ist also damit vollständig Genüge ge- leistet. Wir möchten aber eine Garantie dafür haben, daß den Gemeinden nicht Schivierigkeiten in den Weg gelegt werden, die in dem Gesetze keinen Anhaltspunkt haben. Ein wirklich kon- kretes Beispiel, wie der Staat dazu kommen könnte, einem von den Gemeinden genehmigten und dem Gesetze entsprechenden Statut seine Zustimmung zu versage», ist bisher nicht vorgeführt worden. Wir haben nur mit der allgemeinen Möglichkeit zu rechnen, daß in einem solchen Statut eine unzweckniäßige Be- stiminung enthalten sei, und nach dem eigenen Zugeständniß des Staatssekretärs soll diese Besürchtung nur in kleineren Gemeinden obwalten. Selbst in einem solchen Falle aber hat die Regierung die Möglichkeit, ehe sie die Bethätigung ertheilt, der Gemeinde zu sagen: wir haben diese Bedenken, überlegt sie euch einmal. Die Gemeinde, die schlecht berathrn war, wird das mit Dank an- nehmen, sie würde sich ja selbst schaden, wenn sie eigenwillig auf ihrem Willen beharrte. Wenn aber die Gemeinde sagt: wir haben die Bedenken der Regierung in Erwägung gezogen und sind nach bestem Wissen und Gewissen zu der Ueberzeugung gekonunei!, daß unsere Vorschläge zweckmäßiger sind, als die Gegenvorschläge der Regierung, so wird man sich der Regel nach auch darauf verlassen können, daß die Gemeinde im Recht und die Regierung im Unrecht ist. Wenn der Staats- sekretär den Bescheid des Oberpräsidenten der Stadt Berlin durchliest, dann wird er sich selbst kaum der Ueberzeugung ver- schließen, daß darin so manche unhaltbare Behauptung sich sindet. Der Gemeinde, die bei der Bearbeitung des Statutes sich inner- halb der gesetzlichen Schranken hält, sollte man billigerweise keine Schwierigkeiten machen. Ich empfehle die Annahme des Antrages Eberty. Abg. Kllindthorst spricht sich gegen die Anträge Auer und Eberty ans, erklärt aber für seine Person, dem Antrag Harme- ning zustimmen zu wollen. Abg. Kurh bestreitet, daß die Prügelstrafe in der sächsischen Gesindeordnung eingeführt sei. Staatssekretär v, Rötliche*: In der Annahme des An- träges Harmcning wiirde eine Inkonsequenz gegenüber un- serer Städteordnung liegen, welche ausdrücklich für dergleichen statutarische Anordnungen die Bestätigung der Regierung fordert. Es liegt kein Anlaß vor, in diesem Spezialgesetze dem allgemeinen Prinzip widerstreitende Vorschriften zu erlassen. Der Antrag Harmening schließt alle diejenigen Bedenken gegen das Statut aus, welche aus Zweckmäßigkeitsgründen erhoben werden könnten, die aber nach den allgemeinen Vorschriften der Städtcordnung bei der Prüfung von Ortsstatuten erhoben werden dürfen. Wenn- gleich die Frage der Zweckmäßigkeit einer Reihe von Gemeinden ruhig und ohne Gefahr überlassen werden darf, so kann doch eine so allgemeine Befugniß, ausschließlich über die Zweckmäpigkeit der statutarischen Einrichtung zu befinden, nützlicherwcise nicht eingeführt werden. Ich verweise auf die Beispiele, die ich bereits angeführt habe. Die Dinge liegen nicht so und werden nicht so liegen, daß ans politischen oder nicht in der Sache gebotenen Rücksichten die Genehmigung eines Statuts versagt werden wird. (Ruf von Soz.-Dem.: Na, na!) Das ist meine Auffassung; ich nehme Ihnen die Ihrige nicht, aber sie ist falsch. Eine Kautel, wie sie der Antrag Harmening verlangt, ist in den Verhältnissen nicht begründet. Wenn Sie ihn zum Beschluß erheben, so würde darin eine Verletzung des Prinzips der Gemcindcordnung nnd der Rücksichten der Zweckmäßigkeit liegen. Ich kann sie nur drin- gend bitten, lehnen Sie den Antrag ab und lassen Sie es bei der wohlerwogenen und gründlichen Beschlußfassung Ihrer Kommission. Abg. Eberty: Ich kann nicht finden, daß der Antrag Har- mening ein wesentliches Prinzip der Gcmeindeordnung durch- bricht. In den Fällen, die der Herr Staatssekretär im Auge hat, handelt es sich um Materien, die gesetzlich nicht geordnet sind. Die Bestimmungen über Gewerbegerichte sind aber hier bis ins Einzelne geregelt. Nur ganz wenige Nebenpunkte sind nicht geordnet. Deswegen kann man allerdings diese Sache der Selbstverwaltung überlassen. Ist es nicht auch sehr viel besser, daß in der Gemeinde einmal etwas unzweckmäßiges bc- schlössen wird, es kommt das auch anderswo vor, sogar in der Gesetzgebung und an anderen sehr hohen Stellen (Heiterkeit)— als wenn Sie hier die autonome Ordnung der Gerichte den Kommunen nicht überlassen. Wesentlich würde sich die Sache nach dem KommissionSbeschlusse so gestalten, daß mel- leicht ein Regiernugsassessor das Statut macht und nachher den Gemeinden zuschickt. Diese Folgen würde es haben, wenn Sie die Bestätigung durch die Aufsichtsbehörde zulassen. Ter Reichstag muß an dieser Stelle entscheiden, ob er Vertrauen zu den Ge- meinden hat, ob er ihre Freiheit oder ihre Bevormundung haben will. Damit schließt die Diskussion über§ 1. Abg. Keine(persönlich): In der sächsischen Gesinde- ordnung heißt es ausdrücklich: Scheltworte oder geringe thatliche Handlungen gegen das Gesinde begründen kein Strafverfahren und keinen Anspruch auf Gennglhuung. In der Regierungsvorlage hieß es, daß das Gesinde über 18 Jabre körperlich nicht ge- züchtigt werden darf; die sächsische Landesvertrctung lehnte aber diese Bestimmung ab und setzte die eben erwähnte an die Stelle. Bei der Abstimmung über den Autrag Harmening ergiebt sich die Beschlußunfähigreit des Hauses, da im Ganzen nur 145 Abgeordnete anwesend sind(76 für und 6b gegen den An- trag), während zur Beschlußsähigleit 199 Abgeordnete erforderlich sind. Schluß 4% Nhr. Nächste Sitzung Montag 1 Uhr.(Dritte Lesung des Niederlassung- Vertrages mit der Schweiz, Fortsetzung der abgebrochenen Berathung über die Schiedsgerichte.) entschließen konnten, bei der Stichwahl dem nationalliberalen v. Reden ihre Stimme zu geben, so daß dieser in den Bergwerksdörfern kein erheblichesMehr imVergleich zur ersten Wahl erhielt, dieStimmen des sozialdemokratischen Kandidaten gingen direkt zurück. Vom ganzen Wahlkreis erzielten die Kartellbrüder mit ihrem Wahlterrorismus eine Majorität von ca. 1800 Stimmen für v. Reden. Diese Majorität gab nun der Mehrheit der Wahlkommission, zu der in diesem Falle auch drei von den vier Mitgliedern der Zentrumspartei gehörten, den Grund ab, die Wahl trotz all der geschilderten Vorkommnisse, sofort für giltig zu er- klären und dem Antrag, die Entscheidung auszusetzen, bis über bestimmte Punkte und speziell auch über das famose Flugblatt des Herren Oberbergrathes Erhebungen gepflogen sind, abzulehnen. Man darf neugierig sein, ob diesen Beschluß der Kommission auch das Plenum billigen wird, auf alle Fälle aber dürfte das Vorgehen des Herrn von Datten im Reichstag die volle ihm gebührende Beachtung finden. Außer der von Reden'schen Wahl wurden noch die Wahlen der Abgeordneten Uhlendorff(Fürstenthum Lippe), Sam- hamer(Sachseu-Weimar), Graf Schulenburg(11. Hannover) für giltig erklärt. Nächste Sitzung Dienstag, den 17. d. M., Vor- mittags 10 Uhr. Loltnles. pot'Inmcufru'irrftcü. Zu der ZIahIpvuprrUj»»- Kommipston führten in den letzten beiden Sitzungen die Vorgänge bei der Wahl deZ Abge- ordneten v. Reden im 0. hannoverschen Wahlkreis zu recht leb- hasten Erörterungen. In dem erwähnten Wahlkreis machte sich eine Stichwahl nothwendig, bei welcher der nationalliberale von Reden nnd der sozialdemokratische Kandidat, Schuhmacher Bärer aus Hannover, sich gegenüber standen. Die Möglichkeit eines Sieges des Sozialdemokraten war nicht ausgeschlossen und um dieses„nationale Unglück" abzuhalten, wurde der ganze Apparat der amtlichen und Unternehmer- Wahlbeeinflussung in Szene gesetzt. Man mobilistrte die Kriegcrvereine als kartellbrüderliche Wahlmannschaften, künstlich gefaltete Wahl- zettel kamen vor dem Wahllokal und hier und da wohl auch in diesen selbst zur Vertheilung; eine sozial- demokratische Wahlversammlung wurde verboten, Gendarmen nahmen den Austrägern die auf den Sozialdemokraten Bärcr lautenden Stimmzettel fort. Dasselbe geschah auch mit den sozial- demokratischen Flugblättern. Schnaps und Bier wurde vor der Wahl bezahlt, um die Arbeiter für den Kartelllandidaten zu ge- Winnen und außerdem noch„mehr" Bier nebst Schnaps versprochen� wenn Bärcr durchfällt, außerdem aber den Arbeitern an verschiedenen Orten mit sofortiger Entlassung aus der Arbeit gedroht, wenn Bärer siegen sollte, und um dieser Drohung das uöthige Gewicht zu geben, auch an verschiedenen Orten solche Arbeiter entlassen, von denen man zu wissen glaubte, daß sie bei der Hauptwahl sozialdemokratisch gewählt, oder für Bärer agitirt hatten. Dies Alles aber genügte den Kartellbrüdern noch nicht und so ließ denn Einer der Ihren, der Oberbergrath v. Datten, in seiner Eigenschaft als oberster Beamter der siskalischen Bergwerke am Deister am Tage vor der Stichwahl einen Ausruf an die Bergarbeiter und Invaliden los, der wohl in seiner Art einzig dastehen dürfte. Der Herr Oberbergrath erklärt nämlich mit dürren Worten, nach dem er die sozialdemokratische Partei in der maßlosesten Weise beschimpft und heruntergerissen, daß die Wahl Bärer's die„Ver- nichtung des Bergbaues" am Deister bedeutenwürde.„Seid gewarnt", so heißt es an einer Stelle dieses samosen Schriststücks,„im letzten „Augenblick, Ihr Bergleute, Euere'Arbeit, Euer Lohn, Ihr In- validen. Euere Unterstützungskassen stehen auf dem Spiele, wenn die Sozialdemokratie ihren Einzug hält durch Euere Unterstützung." Diese unerhörte Pression hat denn auch ihre Wirkung nicht ver- fehlt, und wenn auch die deutschhannöverschen Wähler sich nicht Zur Warnnug für Answandrrer. Wir erhalten fol- gendes Schreiben: Während meines längeren Aufenthaltes in Südamerika, namentlich in der Republik Paraguay, habe ich häufig deutsche Zeitungen in die Hand bekommen, welche vor Allem Paraguay als ein Eldorado für Auswanderer darstellen, und wohl geeignet sind. Vertrauensselige dorthin zu locken. Die Verfasser dieser Artikel sind fast Alle von der Regierung bezahlt und schämen sich nicht, für einen Judaslohn ihre Landsleute in's bitterste Elend zu jagen. Ich bin vor zwei Monaten von dort zurückgekommen und habe mit eigenen Augen gesehen, wie es mit den Kolonien steht, deren ja mehrere von Deutschen bewohnte in Paraguay exiniren oder besser gesagt vegetiren. Viele Kolonisten, welche unter großen Mühseligkeilen dem steinigen Erdreich, das zu ihrem Lebensunterhalt Nothwendigste abringen, kehrten wohl gerne in ihre Heimath zurück, wenn sie das für sich und ihre Familie nöthige Reisegeld besäßen. Andere fürchten wieder nach Jahr- langer Abwesenheit als kraftlose ergraute Männer leeren Händen nach Deutschlaud zurück zu kommen; besowjKrs da sie anfangs nach Hause geschrieben hatten, sie wären im Besitze von 10 Kühen, 2 Pferden und eines eigenen Hauses, was sie in Deutschland freilich nicht hatten. Man muß aber wissen, daß das„eigene Haus" eine elende Lehmhütte»st; tritt man hinein, so hat man unter sich die nackte Erde, über sich das von Ungeziefer wimmelnde Strohdach. Daß ferner 10 Kühe dort höchstens so viel Milch geben, als in Deutschland 2 und daß das Gewinnen dieses Wenigen oft. mit den größten Schwierigkeiten verknüpft ist, da das halbwilde Vieh beim Mellen am Kopf und an den Hinter>üßen gebunden werden muß, wenn man seiner täglich im Wald oder im Camp habhaft werden kann, wird verschwiegen. Ter Preis einer Kuh stellt sich auf 16— 18 Thaler höchstens. End- lich ist das südamerikanische Pferd in keiner Hinsicht niit dem europäischen zu vergleichen, die Leistnugsfähigkeii ist in jeder Hin- ficht eine sehr geringe, der Preis der Pserde beträgt 9— 25 Thlr. Gepflanzt wird von Deutschen nur sehr wenig, höchstens das zum eigenen Bedarf nöthige an Mais und Manjoka(einer Pflanze, deren Wurzel» an Stelle unserer Kartoffeln gegessen wird). Getreidearten kommen in Paraguay nicht fort. Karfee und Reis ebensowenig. Das Anp'lanzen von Zuckerrohr wird in den letzten Jahren ganz unterlassen, da sich hierfür, wie für Baum- wolle kein Absatzgeviet findet. Der Transport aus den elenden Verkehrswegen ist zu kostspielig und Fabriken existiren im Lande nicht. Europäer, welche namentlich Aiyangs schwer arbeite», sterben sehr bald, die Kinder der dort lebenden Deutschen sehen fast alle jämmerlich aus, sterben früh und sind in der Regel stumpfsinnig. 'Austern ein darf man die Millionen jede Anpflanzung ver- nichteade Ameisen, die zahlreichen Giftschlangen, die großen gisti- gen Vogelspinnen und die Skorpione nicht vergessen, welche bis in die Hütten, ja sogar bis in die Betten kommen und schon viel Unheil angerichtet haben.— Traurig sieht es in den Kolonien ans; am traurigsten in der von Dr. B. Förster gegründeten Kolonie Ncn-Germania. Dr. Förster vergiftete sich bekanntlich in der deutschen Kolonie San Bernardino, einige Bteilen von Asnncion, der Hauptstadt.des Lances, entfernt. Tie Gründe, welche Dr. F. in den Tod trieben, will ich hier nicht weiter er- wähnen. Die Temperatur erreicht eine Höhe von-f- 25 Grad Rcaumur in der kühle», 4- 35 Grad Reanmur im Schatten in der heißen Jahreszeit. Die vielen Sümpfe erzeugen Fieber. Die Sicher- heit in den Städten nnd aus dem Lande läßt viel zu wünschen übrig und Morde ans offener Straße sind nichts Settenes. Die Einwohnerzahl Paraguays betrug früher 2 600 000, ist aber infolge eines fünf Jahre dauernden Krieges gegen Brasilien, Ar- gentinien und Uruguay ans 500 000 herabgesunken. Das Land »st infolge dieses Krieges total verarmt. Gold- und Silbermünzen sieht man garnicht, nur Papier. Fremdes Gold muß zun» Kurse von 160—200 pCt. gekauft werden. Wer während seiner An- Wesenheit im Lande es»vagen würde, die Verhältnisse Paraguays in europäischen Zeitungen der Wahrheit gemäß zu schil- dern, der könnte des Schlimmsten gewärtig sein. Alebrr Lüftungsanlage»» für Fabrikrämne veröffenb licht Neu in M.-Gladbach eine umfangreichere Mittheilnng in der „Deutschen Banztg.", dessen Hanptgedankeiigang in folgendem sich zustimmen fasse» läßt: Tie hohe Wichtigkeit einer ausreichenden Lüftung der Wohn- nnd Arbeitsräume wird in neuerer Zeit immer mehr angestrebt. Die Vervollkommnung der gegnw artig noch sehr ungenügenden Lüftungseinrichtungen in den F a b r i l r ä u m e n der G r o ß i n o u st r i e sollte mehr als bisher augeregt werden. Bei allen derartigen Anlage» handelt es sich darum, die durch Athmung, Ausdünstung, Arbeitsstaub u. dergl. verdorbene Luit der Aröeitsräume in genügendem Maße durch frische Luft zu ersetzen. Diese Ventilation kann erfolgen durch: 1. Oeffnen von Fenstern, Klappe», Thüreu:e., 2. Absaugung der verdorbenen Luft auf mechanischem Wege oder mittelst Erwärmung, 3. Einführung frischer Luft auf mechanischem Wege, oder 4. durchgleichzcitige Absaugung der verdorbenen und mecha- Nische Zuführung frischer Luft. Die gewöhnliche F e n st e r l n f t u n g ist hierfür recht unrksam und in den meisten Fällen wohl auch ausreichend. Bedingung ist jedoch dabei, daß zur Vermeidung des lästigen und den von der Arbeit erhitzten Arbeitern leicht schädlich werdenden Zuges der Zutritt der Lust durch möglichst viele, aber kleine Oefsnungen erfolgt, die in größerer Höhe angebracht sein müssen. Bei solchen 'Aulagen muß ans das Eindringen von Wind, Regen und Staub Rücksicht genominen werden, und es bleibt deshalb die Anlage solcher Anlagen schwierig. In neuerer Zeit geht man bei größeren Fabrikanlagen dazu über, die Lufterneuerung in den Aroeitsräumen durch mecha- nische Mittel, oder unter Benutzung der Dampf- s ch o r n st e i n e zu beivirken. Die Absaugung verdorbener Lust unter Benutzung des Schorn- steins hat sich nur bei wenigen Fabriken als geeignet erwiesen; sie ist schwer und bei bestehenden Fabriken nachtraglich fast � einzurichten. Bei der mechanischen Zuführung reiner Luft von Aup mittelst sogenannter Bläser ivird die reine Luft im freien a» dazu besonders geeigneten Stellen entnommen und dem großen Ventilator zugeführt,»velcher sie durch Luftkanäle bis in die enl- legensten Winkel des Raumes vertheilt. Sind zweckmäßig ang� ordnete Saugkanäle vorhanden, so läßt sich die Lnstvertheilunz>» beliebiger Weise regeln. Außerdem bietet diese Einrichtung Kn Vortheil, daß die eintretende Luft ganz nach Bedarf erivärn», befeuchtet und abgekühlt werden kann. Im Winter kann die ip führung solcher erwärmten Luft als Faktor für die HeiMS des Raumes mit in Rechnung gebracht»Verden.,, Je größer die Menge der zugeführten Luft ist, desto ivichtigsi ist ihre Durch feucht ung, denn sobald sie, sei es in den Ast beitsräumen, sei es schon vorher, durchwärmt wird, verliert 1» an Feuchtigkeit. Bei vielen Betrieben aber, namentlich bei Spinnereien, Webereien u. dergl. entziehen auch die Vorräthe an Wolle, Garn:c. der Luft einen bedeutenden Theil ihrer Feuch' tigkeit.. or. Im Sommer kann man die Befeuchtung und die Ab k ü h l u n g der Luft dadurch verbinden, daß man sie vor dein Eintritt in die Arbeitsräume durch regen- oder staubförmig rer< theiltes kaltes Wasser streichen läßt, wobei die Luft zugleich von Staubtheilen gereinigt wird. In der kalten Jahreszeit ist dagegen eine genügende Steigerung der Lufttemperatur und des SBafst1' gehaltes durch bloße Anordnung von»varmein Wasser nickst erreichen, man muß dem Räume also eine genügende Meng- Wasserdainpf zuführen oder die Luft durch besondere Heizkörper vorwärmen., Eine derartige Anlage,»reiche in dem Webe- und Spulsau einer Fabrik in M.-Gladbach eingeführt ist, berechnet der Ver' fasser nach ihren Herstellungskosten auf 3200 M. Da in dem cW" 50—60 Meter langen und 30—40 Meter breiten Saale jedensau- weit über 100 Personen beschäftigt»verden können, so ergiebt sich, daß bei einem derartigen Unternehmen für solche Einrichtungen ein keineswegs übermäßiger Kostenaufwand erjoroerlich ist. damit auch Gelegenheit gegeben ist, der Luft das nöthige Mo? von Feuchtigkeit zuzusühren, um der Verminderung des GewiaR der Wolle und anderer Gespinnste entgegenzuwirken,— ein Grunb, der,»vie wir neulich aus den Berichten der Fabrikinspektoren mittheilten, viel Unternehmer zu Feinden einer gesunden LustZb' führung macht— so fällt für die Unternehmer, auch bei f'-£ entwickelter Sacra auri l'arnes, wie Herr Bamverger sagt, oder, um es deutsch z» sagen, bei der Prosilwuth der Hauptgrund weg, um sich ablehnend gegen solche'Aulagen zu verhallen, deren Kosten eigeutluW�elhältnißinäßig so gering sind, daß diese Vorrichtungen als aqie Erfordernisse des Arbeiterschutzcs verlaugt sollM. jr Uon den bei uns herrfchenben politikchen Zuständen giebt eine Mittheiluug der„Nat.-Ztg." ein Bild, ivelchcS w# kaum eines Kommemars bedarf. Wir geven dieselbe so»viede», »vie wir sie in genanntem Blatte finden:.. Auf dein elivaS langen Umwege über New- Jork, wohin 6l' Nachricht am Mittwoch telegraphirt wurde, ist die Meldung voi einein Vorgange nach Verlin telegraphisch zurückgelangt,»oeldp den Angehörigen einer der ersten Slew-Aorker Firmen hioe Berlin in die bedauerlich, ren Verwickelungen hineingerissen nfck Das Schweigen, welches wir im Interesse aller Betheiligren l»-' her beobachiet, ist demnach zwecklos geworden und»vir geW die thatsächlichen Vorgänge nunmehr, weil die aus Amerika gekabelte Darstellung in den wesentilchsten Punkten falsche An" gaben enthält. Seit Jahren kommt der Mitinhaber der großen Konfektion-' firma Meyer Jonassoi» u. Ko. in New-Iork, Herr Ernst Jonas# ein junger Mann von etwa 26 Jayren, als Einläuser i# Berlin. Am Dienstag der vorigen Woche begab er sich,' dem er bei Uhl zum Abend gegessen, gegen 12 Uhr in Cafs National. Das Unglück»vollle es, daß er, selbst elw aniniirt in unmittelbarer Nähe eines Tisches Platz nahm,! welchem ebenfalls zwei nicht nüchterne junge Leute mit der hst nicht verwunderlichen Begleitung saßen. Tie Beiden fühlten stn anscheinend dadurch, daß Jonas on sie ansah, belästigt und* enlspann sich eine bei der allseitigen Erregung wenig parlanie? tarische Auseinandersetzung, die dahin führte, daß die bei# Hiesigen„den Amerikaner", der Legiere„die Pariser" hänselce� Bon da war es nur ein Schritt bis dahin, daß die beiden an# trunkenen, in lüderlicher Gesellschaft befindlichen jungen Menscheh es für angemessen hielten, eine patrioiische Auswallung zu zeigeft wobei sie des Kaisers erwähnten und nun soll ein» Bemerk.# Seitens des Herrn Jonanon gefallen sein, die, wenn sie»vahr>?! unzweifelhaft unehrerdietig war, aber nach dem ganzen Verlust des Streikes immerhin dahin gedeutet»veroen kann, dag sie rst. dem'Angehorizen der öievublik der monarchischen'Jnstit. tion. der Person des Kaisers galt. Es war geraume Zeit\r- als sich Herr Jouaqon erhob, um nach seinem Hotel, l# Kaiserhof zu gehen, wo auch sein Bruder»vohnte# zahlreiche Freunde. Als er die Straße betrat, lie# ihn die Beiden, die ihm gefolgt waren, durch den Stachtiväch» ivegen Majestätsbeleidignug verhasten. Die beiden Deirunzi# den sind ein hiesiger Student der Medizin und ein Forstelee aus Eberswalde. Jonasson wurde zuerst zur Nevierivache bracht, an» nächsten Morgen nach dem'Alexanderplatz und von# nach den» Unlersuchungsgefängniß in Moabit. Dort wurde e angeblich in Sträflingskleider gesteckt und mußte, wie er f# j die Zelle scheuern. Und nun erst wurde ihm angst. Jetzt# fürchtete er, daß die Sache schlimm»verden könne. Bis da# hatte er absichtlich nicht darum ersucht, daß man nach# Kaiserhof Nachricht geben möge. Es»vor im Gegentheil fest Wunsch, daß man dort nichts davon erfahre, weil er hoffte, sein Ausbleiben über Nacht unbemerkt bleiben würde und# ganze Sache au» nächsten Morgen mit seiner Entlassu# endigen werde. Als er dann endlich den Ge.ängnißwärter Nachricht nach dem Kaiserhof zu geben, lehnte dieser die pi-st# widrige Handlung ab, und als er gegen Mittag dasselbe G-1#{ dem Untersuchungsrichter vortrug, verwies ihn dieser aus den W# der schriftlichen Eingabe. Sobald er sich indessen mit einem A» »valt, Herrn Fritz Friedcmann, in Verbindung setzen konm« erfolgte seine Entlassung gegen eine im Kaiserhof gestellte Bü# Inzwischen ist der Student hier vernomwe, daß schast von 6000 M worden. Er hat ausgesagt/ er sei so betrunken gewesen,—r- sich keiner Aeußerung selbst crinnere. Ihn» schwebe nur vor, seine Begleiterin ihm die angebliche Bemerkmig Jonassou's miede gesagt. Wer aber diese Begleiterin geivesen, das ivisse er falls nicht mehr. Ter Forsteleve wirb in Eberswalde vernomw'' werden. Herr Jonasson, der eigentlich Berlin schon längst b/ verlassen sollen, ivartet den'Ausgang der für ihn so sehr mißlich� Angelegenheit ab. Der'Amerikaner, der sich in diese Gesa? begab— er ist in Berlin schon sehr oft geivesen nnd»v»? genau, wohin er ging— nnd der dann versuchte, seinen Freunde zu verheimlichen, in»reiche Lage er geralhen, hat sich die» Handlung, über die Klage geführt wird, selbst zuzuschreiben gehnü Er würbe voraussichtlich sofort an» nächsten Morgen(#1 Kantion entlassen worden sein,»venu er seinen Freunden dabu»# daß er feine Spur zu verwischen suchte, das Eintreten für nicht unmöglich gemacht hätte.. Zun» Kapitel vom„Koystott". Gegen die Wahl � Abgeordneten Pickeubach liegt den» Reihet ig ein Protest Natürlich sind in diesem Proteste, wie in allen derart-.. Schriftstücke», für die Richtigkeit der angegebenen Behauptung/ t. Die Name» dieser letzteren veröstentb� auch Zeugen benannt.»iuiucu, nun der Kollege des Pickenbach, Dr. Bockel, in seinem in Heist, erscheinenden Blatte, zugleich die Zlusforderung an seine P#/ freunde daran knüpfend, oei den betretenden Zeugen, soiveit Geschäftsleute sind, nichts mehr zu kaufen, sondern sie in o"' Form zu boykotten._ völlige Zusammenbruch einer Reparatur-Werlfl# am Bahnhof Stralau-Rummelsburg alarrnirte in der gcjiviir ■ Mittagsstunde die betreffende Gegend. Von einem Augenzeugen, ver, die Ankunft eines Zuges erwartend, sich auf dein erwähnten �ahnhofe aufgehalten und die Katastrophe beobachtet hatte, wird ,»Verl. Tagebl." über dieselbe Folgendes berichtet:„Ich warf zusallig meinen Blick auf das im Neubau begriffene etwa an Meter lange Gebäude, als plötzlich— es war 10 Minuten nach 12 Uhr— die auf massivem Mauerwerk sich erhebende �'lenkonstruktion, mit deren Montining man noch beschäftigt ist, ohne vorher wahrnehmbares Schwanken oder Erschüttern, unter starkem Krachen und Dröhnen zusaininenbrach und in sich zu- lammenstürzte, so daß nach wenigen Augenblicke» sich den: Auge «ur noch ein Trünimcrhausen zeigte, aus welchem die eisernen «agesäulcn, die Eisensparren der Dachkonstruktion und das Zertrümmerte Gebälk im chaotischen Durcheinander emporragten." 77 Wie wir hier gleich bemerken wollen, ist die Zerstörung auch ohne weiteren Unfall für Menschen verlaufen, und dies ist nur einem überaus glücklichen Zufall zu danken. Die an dem •öuu beschäftigten Maurer waren zur Zeit des Zusammenbruchs vmn Mittagsessen, das sie in einem anderen Räume einzunehmen Pflegen; die bei der Montirung beschäftigten Schlosser u. dergl. nehmen dagegen in der Regel ihr Mittagsmahl in dem in Rede stehenden Gebäude ein. Am gestrigen Mittag hatten sie jedoch eben angekommene weitere Konstruktionstheile abzuladen, ehe sie un ihr Essen denken konnten. Nur diesem glücklichen Zufall haben ste, wie gesagt, es zu danken, daß sie mit dem Leben davon ge- wmmen sind; denn sie wären unfehlbar unter den stürzenden Eisentrümmern begraben und zermalmt worden, wenn sie gestern m gewohnter Weise rechtzeitig ihr Mittagsmahl hätten einnehmen können. E-inrn brklngrnsWertlirn Ausgang fand am vorgestrigen �achmittag auf einem Grundstück in der Grünanerftraße das »pwl einer Kinderschaar. Auf diesem Grundstück werden Erd- arbeiten ausgeführt, und in der entstandenen Grube tummelten stch die Kinder umher. Plötzlich ertönte ein furchtbares Geschrei, Hausbewohner eilten herzu und holten aus der Ausschachtung bin sechsjährigen Knaben V. heraus. Derselbe hatte am lliande ber Grube geuanden, als ihm einer der Spielkameraden hinter- rucks einen Stoß versetzte, daß er mit voller Wucht in den Schacht hineinfiel und zwar so unglücklich, daß er nach der auf der nach- sten Sanitätswache vorgenommenen Untersuchung beide Füße ge- brochen hatte. Es handelte sich um so schwere Komplikationen, baß der verunglückte Knabe nach Anlegung der nöthigen Ver- bände in ein Krankenhaus geschafft werden niußte. ., Um andere vor Schaden?» bewahren, wird es gut sein, darauf hinzuweisen, daß seit einiger Zeit eine Frau in Mittleren Jahren eine» betrügerischen Handel mit Seife im Herum- fetzen betreibt. Sie stellt sich geivöhnlich bei neu anziehenden Familien ein und bietet der Hans�rau Seife zu billigen Preisen an, indem sie sich auf Verbindungen mit dem Viehhof beruft, die ihr gestatten, ohne wesentliche Unkosten eine vorzügliche Seife zn kochen und sie zu äußerst billigen Preisen abzugeben. Wenn die Hausfrau, um bei den theureu Preisen zu sparen, auf den Handel Angeht, erfährt sie bald zu ihrem Schaden, daß sie mit einer Be- trügerin zu lhun gehabt hat. Tie Seife schwindet in der Luft förmlich dahin und löst sich im Wasser soiort auf; es scheint weiter nichts als eine Verbindung von Soda und Seifenstein Zu sein. Grgrn eine» stndtij'chrn Uachtwüchtrr ist, wie eine hie- sige Korrespondenz meldet, in dieser Woche die Untersuchung wegen Diebstahls resp. Beihilfe eingeleitet worden. Schon seil längerer Zeit machte der in der Lottumstraße 17 wohnende Schlächtermeister S. die Bemerkung, daß seine Wurstvorrälhe sich in auffallender Weise verringerten. Der Verdacht, dieselben ge- stöhlen zu haben, fiel aus den ersten Gesellen deS S., Namens M., doch gelang es nicht, denselben auf frischer Thal zu ertappen. Vor einigen Tagen nun bemerkte eine Hausbeivohnerin in der Lottumstraße einen Mann auf- und abgehen, dessen Gebühren auffallend war und der auf längere Zeit in den Hausfluren der benachbarten Gebäude verschwand. Plötzlich erschien der Geselle M. in der Thür des Hauses, in welchem sich der Schlächterladen befand, sah sich vorsichtig nach allen Seiten um und winkte dann dem näher tretenden Un- bekannten, mit welchem er im Hause selbst verschwand. Wenige Sekunden später trat der Fremde wieder heraus, einen schweren Koffer tragend, mit welchem er sich in eine nahe be- legeue Destillation begab; die Beobackterin dieser Szene aberlief schnurstracks zu dem Schlächtermeister S., ihm von dem Gesehenen Mittheilung machend. Run begab sich der Bestohlene in Be- gleitung eines herbeigeholten Kriminalschutzmauns in das Echanklokal und nahmen den soeben heraustretenden Fremden in »Nlpfang, der sich auf der Wache als der städtische Nachtwächter des Reviers Lottumstraße, Namens K., entpnppte. Bei dem vor- genommenen Verhör leugnete K. und niachie allerhand Aus- fachte, während der gleichfalls vernommene Geselle M. den Diebstahl eingestand und augav, daß der Wächter für die Beihilfe uus dem ge,iohle»en Koffer, in welchem sich 18 Pfund Schlackwurst befanden, einen Theil dieser Fleischwaare, die K. nach der faiienstraße zu tragen beabsichtigte, erhalten sollte. Der Wächter 'st sofort seines Postens enthoben und der Schlächtergeselle ver- hastet worden. Gegen Beide ist die Untersuchung eingeleitet. Di- Lokalkommisst-I» von Uikdcr-Sarnim ersucht uns Um die Mittheilung, daß das Lokal von Mönch, Friedrichsfelde, Prinzen-Allee 0, im Arbciter-Almanach zn streichen ist. Die Zahl- falle der Zeutral-Kraukenkasse befindet sich ebenfalls nicht mehr dort. Die Arbeiter von Friedrichsfelde verkehren»n dem Lokal wicht mehr..... _ Uoliz-il.erl.ht. Am 13. d. Mts. Vornuttags wurde em Mann in dem Vorraum eines Kellers in der Schonleinftraße er. hängt vorgefunden.— Als an demselben Tage Abends der Kutscher Devillat die Saudstraße entlang fuhr, gerieth der mtt zwe. eifernen Dampfkesseln beladene Wagen ans den. stark abschuff.gen Fahr- damin ins Rollen, so daß der Kutscher be. den, Verjuch.de. Magen vor de». Eisenbahnübergang abzulenken, durch den Anprall Segen die Bordschwelle von demselben herabgeschleudert wurie. Devillat erlitt hierbei so bedeutende Verletzungen am rechten Fuße Unfern. Kegelbruder i l l> n r t zu siinem heutigen Wiegenfeste ein dm- Mol donnerndes Hoch. UlOl Di- K-g-lbrn!>-r Kahn frei._ Allen Freunden, Bekannten und Ge- Uossen empfehle mein k'JllU Bavbiev u. Fräsii-Gcschaft __ E. Wessel, Fri-drnstr. 60. (BcfirfifSKBcifimfl. M-hr als 156 000 Marlr hat der Buchhalter Hugo Otto, welcher gestern der vierten Strafkammer des Land- gerichts I vorgeführt wurde, unterschlagen. Der Angeklagte be- kleidete seit vielen Jahren bei der Firma Kahlbaum den Posten eines Kassirers Viele tausend Mark gingen täglich durch seine Finger. Beim letzten Jahresabschluß stellte sich heraus, daß der Angeklagte das ihm geschenkte Vertrauen... der schmählichsten Weise ge.nißbraucht hatte. Die Staatsanwaltschaft stellte mir die Fälle unter Anklage, die seit dem Jahre 1885 begangen sind, die früheren sind verjährt. Es kamen insgesamn.t 286 Fälle heraus, welche die obenerwähnte kolossale Summe aus machten. Durch geschickt geführte falsche Buchungen hat er die Entdeckung so lange hinauszuschieben gewußt. Der Ange- klagte legte ein volles Geständniß ab. Er hatte das Geld in der frivolsten Weise verpraßt, mit Vorliebe verkehrte er in Kneipen mit Damenbedienung, wo er den Champagner in Strömen fließen ließ. Ter Staatsanwalt hob hervor, daß dem Angeklagten auch nicht ein einziger Milderungsgrund zur Seite stände, es müßte denn die ungenügende Kontrole, die geherrscht haben müsse, als ein solcher angesehen werden. Er beantragte eine Gesängniß- strafe von 6 Monaten für jeden Fall, was eine Gesammtstrase von 143 Jahren ausmachen würde. Er beantrage die höchste zu- lässige Strafe— 10 Jahre Gesängniß und 6 Jahre Ehrverlust.— Das Urtheil lautete auf sechs Jahre Gesängniß und fünf Jahre Ehrverlust. Zn W-lch-n SchUdbiu'gmien dir Kons-qu-nz-n des Sozialistengesetzes führen, lehrt folgender Fall: In einer komischen Verlegenheit befand sich gestern eine Abtheilung des hiesige» Schöffengerichts bei Gelegen- heit einer Anklage wegen unbefugten Waffentragens, welche sich gegen ein junges Mädchen richtete. Die Ange- klagte, welche den Nachstellungen eines Hausgenossen ausgesetzt war, hatte eines Abends, als der letztere in ihr Zimmer zu drin- gen versuchte, einen geladenen Revolver in die Luft gefeuert, um den ihr unbequemen Menschen zu erschrecken. Sie stand deshalb gestern unter der Anklage eines Verstoßes gegen das Sozialisten- gesetz, wurde aber freigesprochen, weil in einer solchen Aufbe- wahrung des Revolvers in. Hanse nicht ein unbefugtes Waffen-„Tragen" im Sinne des Gesetzes erblickt werden kann. Weniger einfach war die Entscheidung der Frage, wie nun der beschlagnahmte Revolver der Angeklagten wieder zurückgegeben werden könnte. Die einfache Uebergadc der Waffe an die Ange- klagte hielt das Schöffengericht doch für bedenklich, da dieselbe dann unter Un.ständen auf dem Wege nach Hause sich wieder eine Anklage wegen unbefugten Waffentragens zuziehen könnte. Derselbe Gesichtspunkt mußte auch zur Verwerfung eines Vor- schlages der Angeklagten führen, ihr den Revolver mit Hilfe eines Dienstmannes zuzustellen. Schließlich fand man das AuskunfS- mittel für probat, der Angeklagten den Revolver durch einen Ge- richtsdiener zu überschicke.., welcher durch einen besonderen Lauf- zettel davor geschützt werden soll, dem Sozialistengesetz zu ver- fallen. W-g-n Gott-sliistmmg hatte sich gestern der Metall- drucker Paul Max Hermann Litstn vor der ersten Strafkammer am Landgericht II zu verantworten. Am 28. Februar, also unmittelbar vor den Stichwahlen, wurde in Gürschmidts Nestau- rant zu Rixdors eine sozialdemokratische Wahlversammlung abge- halten, beider auch Litf.n das Wort ergriff. Die Ausführungen der Redner nnd auch des Litfin richteten sich gegen ein Flugblatt der konservattven Partei, und Litfin kam auch auf die Religion zu svrechen, die, wie er sagte, durch die Wissenschaft bereits verdrängt worden sei. Tie Lehre von der Himmelfahrt Christi bezeichnete der Liedner als unrichtig, nnd machte über dieselbe Bemerkungen, welche die An- klage wegen Gotteslästerung zur Folge hatten. Rechtsanwalt Freschner I führte aus, daß eine Beschimpfung der christliche» Religion nicht vorliege, da die Lehre von Chriüi Himmelfahrt kein wesentlicher Lehrsatz der christlichen Religion sei. Verspotten und Beschimpfung seien verschiedene Begriffe, hier könne es stch nur um eine Verspottung eines unwesentlichen Satzes handeln. Der Gerichtshof war anderer Ansicht. Zweifellos habe der An- geklagte sich nicht allein gegen die Lehre von Christi Himmelfahrt, sondern durch dieses willkürliche Beispiel gegen die ganze Re- ligion gewendet, das beweise schon die Aeußerung, die Wissen- schaft habe die Religion verdrängt. Er habe nicht blas frivolen Spott treiben, sondern das Gefühl der Verachtung erwecken wollen. Damit liege der Thatbestand des§ 166 St.-G.-V. vor, und der Gerichtshof habe deshalb auf 1 Monat Gesängniß erkannt. Di- G-richtsf-vien werden am 15. Juli beginnen und am 15. September endigen. Während dieser Zeit werden nur in Feriensachen Termine abgehalten und Enlscheidiingen erlassen werden. Das Gebiet der Feriensachen ist immerhin noch um- fassend genug, zu denselben zählen Straf- und Arrestsachen, sowie die eine einstweilige Verfügung betreffenden Sachen, Meß- und Marktsachen, Streitigkeilen zwischen Vermiethern und M.ethern von Wohnungs- und anderen Räumen, wegen Ueberlassung, Be- Nutzung nnd Räumung derselben, sowie Zurückbehaltung der vom Miether in die Miethsräume eingebrachten Sachen, Wechsel- klagen, Vausachen, wenn über die Fortsetzung eines angesangenen Baues gestritten wird, schließlich gehören zu den Feriensachen noch Antrüge auf Unterbringung verwahrloster Kinder. Auf Antrag kann das Gericht auch andere Sachen, soweit sie besondere Beschleunigung bedür en, als Ferien- fache bezeichnen. Der Lauf einer Frist wird durch die Ferien gehemmt. Der noch übrige Theil der Frist beginnt mit dem Ende der Ferien zu laufen. Fällt der Antrag in die Ferien, so beginnt der Laus mit Ende derselben. Die Ferien sind aus das Mahnverfahren, das ZwangsvoUstreckungs-Verfahren, das Rekurs- verfahren und die Angelegenheit der nicht streitigen Gerichtsbar- keit, sowie die Juilizverwaltungs- Angelegenheiten und die Verpflichtung der Gerichtsvollzieher die ihnen ertheilten Aufträge zu erledigen, ohne Einfluß. Die Bearbeitung der Vormundschastssachen, Nachlaßsachen, Lehns- und Familien- fideikomn.iß- und Stifti.ngssachen kann während der Ferien' jedoch unterbleiben, soweit das Bedürfniß einer Beschleunigung, nicht vorhanden ist. Die Befugniß des Richters, Termine für' die Zeit nach den Gerichtsferien anzuberaumen nnd die diese Termine betreffenden Ladungen und Zustellungen zu erlassen,! wird durch die Gerichtsferien nicht berührt. Schließlich haben die Gerichtsferien auch keinen Einfluß auf diejenigen Angelegen- heiten, welche zur Zuständigkeit der Gewerbegerichte und Aus-- einandersetzungsbehörden gehören. Nvvfmumlrmgen. Der Unterstütz.n.gsverein der MaurerKerlino hielt am Sonntag, 8. Juni, Vormittags lO'/a Uhr, eine außerordentliche Mitglieder-Versammlung in Scheffers Lokal, Jnselstraße 10, mit folgender Tagesordnung ab: 1. Wie stellen sich die Mitglieder zur Vertagung des Vereins? 2. Vereinsangelegenheiten und Ver« schiedenes. Zum ersten Punkt nahm Kollege F. Karg das Wort. Derselbe führte aus, daß wir unbedingt den Verein tagen lassen bis»ach dem Vergnügen, da wir sonst das Vergnügen illusorisch machen könnten. Kollege Gröbler befürwortete, daß wir den Ver- ein durchaus nicht vor dem Vergnügen vertagen können und jedes Mitglied die Pflicht habe, so viel wie möglich für das Vergnügen zu agitiren. Es wurde der Antrag gestellt, den Verein bis nach dem Vergnüge» tagen zu lassen, welcher angenommen wurde. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. A-tzUmg Hau«d!«ner! Am Montag, den 18. Juni, Abends 8% Uhr, In Jordan's Salon, Neue Grünstraße 2S. 1 Tr.: Grohe öffentliche Hausdiener- Versammlung. Tagesordnung: 1. Der ArbeilerschuS-lSeselzeniwurf. Referent Herr Buchdrucker Wilhelm Werner. 2. Diskusston. s. Der am LS. Juni statt- stndsnde Kongreß zu Hannover. 1. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Haus- dtener In dieier Versammlung Ist nothwendig. Diejenigen Kollege», welche Lislen tn Händen haben, werden hierdurch gebeten, die gezeichneten Beträge in dieser Versammlung abzuliefern. Auf die Listen kann wetler gesammelt werden. sZroh« öffentlich« Schuhmacher-Ner/ummIung am Montag, den l«., AbendS 8 Uhr, tn Feuerstein'« oberem Saat, Alte Jalobstr. 75. Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Berliner Schuhmacher den Beschlüssen der süddeutschen Fabrikanten gegenüber? Reserenl: Re.chs.agSabgeordne.er I. Seiserl. 2. D.S- kusston. 8. Berichterstattung der Kommission und Gründung der Filiale des Vereins deutscher Schuhmacher. 4. Verschiedenes. ES ist Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersamm» lung statt. Ain Sonntag, den 15. d. HU«., findet Nachmittag 4 Uhr im Lokale der Frau Wwe. Müller, Neu-Brtg Chaussee 88, eine öffentliche Versammlung der freien Gemeinde von Rixdors und Britz statt, wo Herr Dr. Voelkel M.S Magdeburg eine» Vortrag halten wird. Frei« Uereiniv»»« aller tn drr chirnrgikche» Kranit, e lieschästiete» Srrussgrnossen. Dienstag, den.7. Juni, Abends 8 Uhr, bei Seeseldt, Gre- nadierstr. 33. Tagesordnung: l. Umgestaltung unserer Kassenangetegenheiten. ?. Wie stellen stch die Kollegen der S.ahlbranche zu unseren durchgesührten Forderungen? 3. Verschiedenes. Uerband deutscher Korbmacher, Filiale Berlin. Montag, den 18. Juni, Versammlung. Fachverrin für Schloffer und Nlaschinenbau-Krbeiter Berlin» und Ungegcnd. Da lau. Beschluß der Versammlung vom.o. d. Mi«, dt« zur Regelung der Bterfrage die Vereinzversammlungen während der Tauer von 4 Wochen ausfallen, machen wir die Mitglieder daraus aufmerksam, daß zur Enrgegennahme der Beitrüge die Safstrer jeden Sonnabend von 8%— lo Uhr Abend« tn dem Arbetlsnachwets de» Verein» für den Süden Dresdenerstr. 1.8 bei Gründe!, für den Norden Anklamerftr. 49 de. Nürnberg anwesend find. Ruch werden daselbst neue MUglteder ausgenommen. «lasergeseUschast Berlin» und Umgegend. Montag, den 18. d. Mi«., Abend» 8% Uhr, tn Gra.weil'S Bterhallen,«ommandanlenstraß« 77—7»! Mit- gltedervers ammlung. Zentralbranben- und Sterbeltass« der«ischler und anderer gewerb- licher Arbetler iE. H. Hamburg) Filiale Berlin D. Montag, den.8. Juni, Abend» 8% Uhr, tm Victoria- Saal, Perlcbergerstraße Mttgliederver-. sammlung. ftrltuer Kranken- und Kegräbnihkaff» für Frauen und iUädchen . Nr. 07). Montag, den 23. d. Ml»., tn Beyer'» Lokal, Neue Grun- straße.4: Generalversammlung. Bereinigung der Krecholer Deutschland«, Kerlln 4(Zlorden) hält Dlensiag, den 17. Juni, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Gnadt, Brnnnenstr. 88, eine Versammlung ab. Tagesordnung: l. Wa» lehren uns die neuesten Unternehmer-Verbände? Referent Herr Ptrch. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Maskenball. 4. Besprechung über den Zweck der Agi- tationSmarken. s. Verschiedenes und Fragekasten. Der wichtigen TageSord- nung wegen ist da» Erscheinen eine» Jeden nolhwendig. KebrKursu« drr Keriiner Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten Iiis» bei ZlnaiiillisfäUen am Montag, den 18. Juni, Abend» 8� Uhr, bei euerstein, Atte Jakobstraße 75. Tagesordnung: i. Vortrag de» Herrn r. Bernstein, prakt. Arzt.». Bericht über die Petition betreff» Verbandskasten. 3. Befprechuna Uber die fiattstnbende Landpartie. 4. Ausgabe der Btbliotheksbände. 8. Verschiedene».— Herren und Damen al» Gäste haben Zutritt. Derband der Krrgotder,«otdleisten-Arbeitrr und Kerufdgenoffen, (Filiale Berlin). Am Montag, den 16. Juni, Abend» 8% Uhr, in Schiffer'» Salon, Jnfelstr. lo: Vm sammlung. Außerordentliche Generalversammlung der Modelltischler Kerltn» und zluigegend am Montag, den.8. Juni 1890, Abend» 8 Uhr, im Restaurant „Wedding", Mällerstr. 178. Anherordenttiche Generalversammlung de» verein» zur Kebung der materielle» nnd geistigen Fag» der Arbeiter Schönrbrrg« am Montag, den 18. Juni, Abend» 8 Uhr, in der Schloß-Braueret zu Schöneberg. Gesang-,«nrn- und gesellige vereine«tr. am Montag: Gesang- verein„Sängerluft" Abends 0 Uhr im Restaurant Landsberegstraße sv.— Liedertafel der Maler und verwandten Berufsgonoffen, Restaurant Berg, Kaiser- Franz-Wrenadter-Platz Nr. 7. Aufnahme siimmbegabter Kollegen.— Mänttrr- gesangverein„Weiße Rose" Abends o Uhr im Restaurant Kleine Gerichts- ttraße 10.— Männergcsangveretn„Etntrachl I" Abend« 9 Uhr Köpnicker- iraße 88 im Restaurant.— Gesangverein„Echo 1872" Abend 9 Uhr Orante»- «iraße 199.—„Deutsche Liedertafel" Abends 0 Uhr, Orantenstraßs 199.-» Gesangverein„Myrlhenbläner" UebungSst Alle Tchönhauserstr. 4» b. Malzahn.— Turnvereln„Hasenhalde"(Lehrllngsabth.) Abends 8 Uhr Dt-ffenbach- straße eo—ei.— Berliner TurngenossenschasI(7. LehrlingSabtheilung) Abend» 8 Uhr tn der städtischen Turnhalle, Britzerstr. 17—18 — deSak. 8. Männeradihellung Abends s Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubenerstraße 51.— Lübeck'scher Turnverein«Männer- ablheilung) Abend» 8 Uhr Elisabeihftr. 57—53.— Verein ehemaliger Schüler der 7. Getnetndeschule Abends 9 Uhr im Ristanranl Poppe, Ltndenstraße 108. —„Friedrichs Verein"(ehemalige Zöglinge des großen Friedrtchs-Waisen- Hause« der Stadl Berlin) Abends Uhr bei Bormann. Ohmaassc 2.— Unter- haltungsklub Schiller AbendS 8 Uhr im Restaurant Giesel, Trtfistraße 41.— Verein Berliner Theaterfreunde AbendS 8% Uhr bei Lütow, Admiralstr. 88.— Vergnügungsveretn„gicf-Zack" Abends 9 Uhr in Möwe'S GesellschattshauS. Fichtestrahe 20.— Berein„Lustig" Abends s Uhr bei Thaimu, Schönhauser Allee 28.— Verein„Ratibor" Abends 8% Uhr tm Köntgstadl-Kastno, Holz- marktflr. 72.— Adends'scher Stenographenveretn„Apollobund" Abends 8% Uhr Thurinstraße 3.(Moabit).— Wisfenschaslltcher Verein für Roller'sche Steno- graphte Abends s% Uhr tm Münchener Bräuhaus, Neue Friedrichsir.., Unter» rtchls- und Uebuugsstunde.— Rauchklub„Nordstern" tn Susat's Lokal Frank- furier Allee 174, Frte»r«chsb-ra.- Rauchklub„Hellblau" Abends 9 Uhr Eka- lltz-rstr..48.— Verein ehemaliger Schüler der 42. Gemetndeschule AbendS 9 Uhr bei Kloth, Dresdenerstr. 10.— Ztlherklub„Waldrose" Abend» jjs Uhr. UsbungSstunde bei Schneider, Albertsir. 8. Dirigent: W-gener. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen.— Bandonion- und Jnstrumentalveretn „Melodta" Montag« von o bt« 11 Uhr Abend», Reichenbergerstraße 148 be,. Otto.—„Vergnügungsverein FreundeStreue" Abends 8% Uhr im Restaurant Praiß, Prtnzensir. 97. Gäste willkommen.— Slauchklub„Goldene Quaste" AbendS 9 Uhr, Restaurallon Barnimsir. 21. Gäste willkommen. .. WWMW.,«».._ ler's Restaurant und Garten. rf» Hevmannstr- 84, n- Haltestelle Ecke Knesebeck- pfiehlt sein herrlich schattiges 'kal. Jeden Sonntag$tci- Zwei Kegelbahnen sowie iküche stehen dem geehrten zur Berfügung. Speisen und kalt und warm, in vorzüg- ■ und zu billigen Preisen. Um n Besuch bittet achtungsvoll Otto Beyler. ilte den verehrten Kirchhofs- nein Lokal bestens empfohlen. latimaabtälle mst bei zer. K-sselstr. 40, 2 Tr. Ich habe mich hier als praktischer Arzt und Frauenarzt niedergelassen und wohne Knrfürstrnstraße 1, Ecke der Tennewitzstraße. Dr. med. Albert Lewy. Sprechstunden: Vorm. 8 bis 10 Uhr, Nachm. 4 bis 5 Uhr.— Unentgeltliche Sprechstunde für arme kraute Frauen Nachm. 5—6 Uhr._ 1845. Empfehle meinen werthen Freunden und Genossen, sowie den Leser» dieses Blattes mein 1721 Cigarren- Geschäft. Carl Lehmann, Brunnen str. 83, dicht am Humboldthain. Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß ich mit dem heutigen Tage ein Ulrhl- nnd Uorkost-Gp. I'chäft mit Kicivrrlng Kindritstv. Ä0 übernommen habe. Bitte alle Kollegen und Freunde mich zn unterstützen. 1930 J. Jacobl, Lackirer. Echt Kroseberger Schnupf« tabak aus Hameln, allen Schnupfern als kräftig und bekömmlich bestens empfohlen, bei[1913 Robert Schnell, Wallstr. 11. Uiilzmnfchinen ohne Anzahlung verkaufe ich bei geringer'Abzahlung. Das Nähen wird unentgeltlich erlernt und Arbeit nachgewiesen. Ueichen- bergerstralze Ur. 141, Quergebäude 2 Treppen links. 1807 Linienstralze 88 pari, werden von heute ab au Haudiverker, Gesellen und Burschen herrschasliche getr. Sommer- Paletots für 8—19 M., gut erhaltene Hosen für 8—5 M., Röcke, Jaquets für 4—7 M. verkauft. Ggale Anzüge. 708 Allen Genossen empfiehlt sein Lager Filz- intd SMnMen nur mit Kontrolmarken. 1922 c. Frobenstr. 12, Ecke Bälowstr. Möbl. Schläfst, für 2 Herren, mit sep. Eing.(st 7 M.) zu verm. 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Im Eittverstiittdniß mit rinigen hier arbeitende« Stettiner Maurern» lade ich sämmtliche hier arbeitenden Stettiner zu Montag, Abends 8V2 Uhr,«ach der Puttkamerstr. 13, bei Schulz, /e bis 43/4 pCt. Zinsen und jährlicher Rückzahlung von min- destens 1000 M. Sollte vielleicht ein Gesinnungsgenosse in derLage sein, vor- stehende Hypothek zu kaufen? Drei- doppelte Sicherheit. Amtlicher Tar- »ver-th 324 üüü M., erste Kijjin- thek 60 000|tl. Gefällige Offerten befördert die Exped. d. Zeitung.[1928 JohaBmisthais Ludwig's Salon. Größter und schönster Saal Johannis- thals, ferner große Kaffeeküche, Aus- schank, Kegelbahn, Schaukel, direkt im Walde gelegen. Dem geehrten Ausflüge machenden Publikum bestens empfohlen. 554] Achtungsvoll C. Ludwig. RheiMWtt Timel, | gen.:„Die fidele ztagrlkiste", Berlin N., Elsasserstraße 73, , gegenüber der Bergstraße. 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IjL- Meinen Freunden und Gönnern z''- Nachricht, daß ich Eilte ans dy De» sehen Hutfabrik, versehen mit der beiter-Kontrolmarke führe. Fr. Schmidt, Cöpenick, Kirhrrstr. 41(Laden)._ Verantwortlicher Redakteur: Gurt«Zanke in Berlin. Druck und Verlan von Wa» Zinding in Berlin SW., Beuthstraße 2. Nr. 136. Somttag, den 13. Inn: 1890. 7. Jahrg. erichks �eikung. KtrafbarKett der Lokalsperre als grober N«fng bom hiesigen Landgericht II, wie wir gestern kurz gemeldet verneint worden, sodaß vor der Hand die von sächsischen Berichten angewendeten Grundsätze, durch welche viele Arbeiter und Redakteure wegen Boykotts fast ausnahmslos zu Haftstrafen verurtheilt worden sind, hier zu Lande keinen Anklang gefunden 8" haben scheinen. Die Wichtigkeit der Angelegenheit veranlaßt uns, noch folgenden ausführlichen Bericht über die Verhandlung ZU bringen: Fritz Mielenz aus Johannisthal hatte in einer Ver- sammlung auf die Anfrage, wie sich die Arbeiter gegen die- ienigen Lokale zu verhalten hätten, aus denen sie ihrer politischen Neberzeugung wegen hiuausgewiesen würden, geantivortet, er ivnne jedem nur rathen ein Lokal zu meiden, in dem er eine solche Zurückweisung zu befürchten habe. Ihm selbst sei es in ge- Dissen Lokalen in Johannisthal so ergangen und er besuche diese Vicht mehr. Obgleich Herr Mielenz geglaubt hatte mit diesen Korten im Interesse des Friedens und der Vermeidung un- uöthjger Konflikte zu reden, ja direkt den Wünschen derjenigen Wirthe zu entsprechen, die eine solche nervöse Abneigung dagegen Zu haben scheinen, dieGroschen sozialdemokratischer Arbeiter zu ver- dienen, erließ doch der Amtsvorsteher von Adlershof tinen Strafbefehl wegen groben Unfugs in Höhe von 15 M. Ligen ihn. Herr Mielenz beantragte gerichtliche Entscheidung, Und zunächst beschäftigte sich am 17. März das Schöffengericht zu Köpenick mit dieser Frage. Der Herr Staatsanwalt war so über- zeugt von Strafbarkeit und Gemeingefährlichkeit der Handlungs- weise des Angeklagten, daß er statt der von der Polizei fest gesetzten 15 M. Geldstrafe eine vierwöchentliche Haft strafe beantragte. Das Gericht sah in den von Herrn Mielenz gebrauchten Worten zwar den Thatbestand der Sperre über die von ihm benannten Lokale, es sprach ihn aber doch frei, indem es sich den Anführungen des Vertheidigers, Rechtsanwalt Heine, anschloß, daß ein grober Unfug nicht vorliege. Der Para- graph sei bestimmt, bubenhafte Unarten zu treffen, dürfe aber, wie auch das Reichsgericht ausgeführt habe, nicht benutzt werden, um Dinge unter Strafe zu stellen, die das Gesetz straflos habe lassen wollen. Es habe besonders auch keine Belästigung des Publikums in der Absicht des Angeklagten gelegen, sondern höchstens ein Angriff gegen gewisse einzelne Personen, die betreffenden Gastwirthe. Der Staatsanwalt hatte gegen dies Urtheil Berufung eingelegt und versuchte in der Verhandlung vor dem Landgericht II am 12. d. M. zu deduziren, daß eine Belästigung des Publikums, eine Beunruhigung seiner Gefühle doch vorliege, wenn die Gastwirthe durch Sperren der Arbeiter vergewaltigt würden.(Dies ist neben- bei bemerkt auch die Auffassung des sächsischen Oberlandes gerichts.) Der Vertheidiger führte dagegen aus, daß, wenn die Beunruhigung von Gefühlen des Publikums strafbar sein sollte, es sich doch jedenfalls nur um berechtigte, d. h. sittlich richtige Gefühle handeln könnte. Wenn aber die Arbeiter eine Aussperrung aus den Lokalen mit einer Sperrung der Lokale beantworteten, und wenn Herr Mielenz der Versammlung etwas angeratheu habe, das schon die gute Sitte vorschreibe, nämlich sich dicht in eine Wirthschaft zu begeben, aus der man hinausgeworfen zu werden fürchten müsse, so kann ein sittlich richtiges Empfinde» daran keinen Anstoß nehmen und nur ein einseitig fanatisirter Und jedes Gerechtigkeitsgefühls entbehrender Mensch könne sich daran ärgern. Falsche Empfindungenzu schützen, sei aber das Gesetz keines- wegs da. der Vercheidiger wies zugleich auf die vielfachen von �ssizierkorps verhängten Sperren einzelner Lokale hin, an denen auch kein Mensch etivas ungesetzliches finde. Das Gericht schloß sich den Ausführungen des ersten Urtheils an und wies den Antrag des Staatsanwalts, der wieder auf vier Wochen Hast lautete, zurück. Dagegen entsprach es dem An- trag, die Auslagen für die Vertheidiguug des Angeklagten der Staatskasse aufzuerlegen. Versammlungen. Sif,..?*** öffentliche Uolksverfammlnng tagte am Freitag i'-iPfv'2. Mundt's Salon, Kö PN Icker st r. luü, unter Vorsitz der In,,?!" Thieme und Schigolski. Die Tagesordnung b.. if:. Der Hamburger Bauhandwerkerstreik und die Koalition Up»«, i ne�"ner. 2- Diskussion. Referent Reichstagsabgeord- „-x.®ert Förster. Da der Referent nicht erschienen war, so St.??' Zunächst Zimmerer Ortland das Wort und führte der riannnlung die Pariser Kongreßbeschlüsie vor Augen, indem er « turzen Worten den Werth der Verkürzung der Arbeitszeit ariegte, und daß die Hamburger Bauhandiverker am I. Wlai zu nii?? des Achtstundentages demonftrirte», refp. die Arbeit dipfen. e�n' die Unternehmer jedoch, um ihre Macht zu zeigen, Wiewen aussperrten, worauf dann 1200 Zimmerer und 5000 „'?l'ref sich gezwungen sahen, eiuinüthig die Arbeit niederzulegen GR w- e,ne Verkürzung der Arbeitszeit auf 9 Stunden und Pf. Stundenlohn zu verlangen. an.'st die Ursache des Streiks. Redner führt im Weiteren "n, daß die ganze Kapitalmacht hinter den Unternehmern steht, 'w diese ihr Augenmerk hauptsächlich darauf gerichtet hat, der ILamsation der Hamburger Bauhandwerker,(diese ist bekannt- 9,7 kine sehr gute) die Spitze abzubrechen, indem Haniburger �n.en bemüht sind, indifferente Arbeiter, hauptsächlich aus Schlesien und Posen, heranzulocken, es ist sogar vorgekommen, atJ wan angeworbeneii Leuten vorschwindelt, sie sollten nach di.r?rpen, dieselben jedoch dann nach Hamburg bringt, um auf wie Art und Weise Streikbrecher zu werden. . Hierauf nahm Maurer Baaker(Hamburg) das Wort und «onte, wenn nian die letzten Tage etwas näher in Augenschein 'Mmt, so findet man, daß wir im Zeitalter der Sklaverei und .«aventreiberei leben, schildert sodann einige in Hamburg vorge- Fälle, wo man iniportirte Leute sogar der Freiheit be- umT �'"dem man sie zwang, auf der Arbeitsstelle zu essen Z» logiren; ferner wie man es versteht in die Welt hinaus- '"wagen, daß der Streik in frivoler Weise von den Gesellen inszenirt sei, und daß die Forderungen der Gesellen bewilligt wären; es ist dies nicht der Fall, der Streik ist uns von den Meistern aufgedrängt worden, wir haben den Fehdehandschuh au genommen und hoffen mit Hilfe aller Arbeiter dem Kapital zu be weisen, daß sich eineArbeiterorganisation nicht zerstören läßt, denn der Arbeiter ist der Staat, auf welchen die Kirche der Zukunft auf gebaut werden soll.(Anhaltender Beifall.) An der hierauf folgen den Diskussion betheiligten sich u. A. die Tischler Boye, Schneioer, Pfeiffer und Andre, welche sich sämmtlich dafür aussprachen, daß den Hamburger Bauhanowerkern von Seiten der Berliner Ar beiterschast jede nur mögliche Hilfe zu Theil werde. Folgende Resolutionen wurden einstimmig angenommen 1. Resolution: Die heute in Mundt's Salon, tagende öffentliche Volksver sammlung erklärt sich voll und ganz mit den außenstehenden resp zum Streik gezwungenen Arbeitern Hamburgs solidarisch, und verpflichtet sich, den Zuzug von fremden Arbeitskrästen fern za halten und da es ein Klasscnkampf in vollem Maße ist, wirdäA zielbewußte Arbeiterschaft Berlins dieselben mit Allen ,Hr zu Gebote stehenden Mitteln unterstützen.>" 2. Resolution: Die heutige Versammlung beschließt, das Bier der boykottirten Brauereien nicht eher zu trinken, bis die Forderungen der Brauergesellen bewilligt sind.. 3. Resolution: Die heutige Versammlung beschließt, nur Hüte mit Kontrol- marken zu kaufen. 4. Resolution: Die heutige Versammlung fordert die Arbeiter Verlins auf, den„Berliner Lokal-Anzeiger" in Anbetracht des unqualifizirten Betragens des Besitzers Herrn Scherl(derselbe forderte die Setzer auf, aus dem Unterstützungsvereiu deutscher Buchdrucker auszw treten) so weit derselbe nicht schon abbestellt ist, abzubestellen, das Jnseriren iwjMlfem Blatt möglichst zu meiden und bei den Inserenten kejprEinkäufe zu inachen, bis der Streik der Setzer zu deren G«iffteii entschieden ist. DaWif folgte Schluß der imposanten Versammlung mit einem ZSKifachen Hoch auf den Sieg der Hainburger Bauhanfr werk Einen siiirmi scheu Uerlanf nahm eine öffentliche Ver- amlung der G a st w i r t h s g e h i l f e n Berlins, welche in der acht vom Freitag zum Sonnabend im Variötö-Theatcr, Könige straße 32, tagte und außerordentlich stark besucht war. Die Ver sammlung war von sozialdemokratischer Seite einberufen worden. das Referat hatte Stadtverordneter V o g< h e r r übernommen Auf den Tischen lagen Flugblätter und Exemplare der„Hotel Revue", in welchen gewarnt wird, in den Festhalle» für das X. deutsche Bundesschießen ein Engagement anzunehmen. Dort ver- lange man Kellner von ansehnlicher Figur, mit guter Garderobe und 30 M. Kaution. Außerdem müsse Jeder mit 80 M. Wechselgeld antreten. Die Zeit fei auf einen Monat bemessen, erst nach Ablauf derselben werde das Gehalt bezahlt. In den„Gebirgs- hallen". Unter den Linden 14, zahle man den Kellnern 6 Mark Gehalt monatlich, davon habe man für den kurzen Februar noch 40 Pf. abgezogen. Der Referent geißelte mit scharfen Worten die heutigen Zustände im Gastwirthsgewerbe. Ter Prinzipal laufe hinler den Innungen und ähnlichem „Klimbim" her, kümmere sich aber nicht um die Lage seiger Gc- Hilfen, welche fast gänzlich auf die Trinkgelder angewiesen seien, die doch n.ar als eine feinere Art Almosen angesehen werde» könnten.(Lebhafter Beifall.) Es sei sogar soweit gekommen, daß die Kell ier dem Prinzipal von den Trinkgeldern noch Ab- gaben zu zahlen Hütten, was allerdings etwas sehr Verlockendes an sich habe, indem der Gehilfe in dieser Weise auch noch die Geschäftsunkosten mit bezahlen helfe. Das sei eine Art modernen Straßenraubes.(Stürnnscher Beifall.) Hierzu komme noch die Aussaugung durch die Agenten, die nicht minder ver werslich sei. Solle es anders werden, so müßten die Kellner sich zusammenschließen und vereint für bessere Zustände eintreten. Die Lohnsrage sei zwar an sich keine politische, sie werde aber auch die Gastwirthsgehilfen der Sozialdemokratie zuführen.(Stürmischer Beifall.)— Hierauf er- hielt der bisherige Vorsitzende des Vereins Berliner Gaitwirths- aehilfen, Herr Herzberg, das Wort.(Rufe: Hinaus!) Redner erklärt, er werde sich durch die Zwischeuruse nicht irre machen lassen. Er spreche aus Erfahrung und werde dem Vor- redner beweisen, daß man auf Seiten der Arbeiter stehen könne, ohne Sozialdemokrat zu sein.(Zwischenrufe.) So lange das jetzige Lohnsystem bestehe, könnten die Kellner nicht politisch sein, da sie heute mit diesem, morgen mit jenem Publikum zu thun hätten.(Lachen und Unruhe.) Bevor die Führer der Arbeiter- bewegung mcht das nehmen, was heute zu erlangen, und Jenes ruhen ließe», was vielleicht erst nach 300 Jahren durchzuführen sei, könne Nichts geschassen werden.(Große Unruhe; Ruie: Schluß! Hinaus! Der Vorsitzende, Kellner E b e r t, läutet vergeblich mit der Glocke, der Redner kann nicht weiter sprechen, die Versammlung muß auf 10 Minuten vertagt werden.) Ein Antrag, den Redner nicht weiter sprechen zulasse», wird abgelehnt. Herr Herzberg beuierkt noch, daßdasPubli- kun, den Kellnern keine Sympathie mehr zuwenden werde, wenn die Lohnbewegung sich politisch gestalte. Herr V o g t h e r r tritt diesen Ausführungen entgegen, und weist dieselben als ganz un- begründet zurück, ebenso Stadtv. H e i n d o r f, welcher in längerer Rede die Bestrebungen der modernen Arbeiterbewegung darlegte. Kellner Buhle rnth, von der Politik Abstand zu nehmen, während Kellner S a b o t t e erklärt, Lohnbewegung ohne Politik gleiche einer Suppe ohne Salz. Stadtv. Klein fordert zur Organisation auf. Kellner Kampfmeyer aus Hamburg ist im Auftrage des dortigen Vereins anwesend; er macht bekannt, daß mit der Gründung von Vereinen vorgegangen und im nächsten Jahre ein Kongreß der Gastwirthsgehilfen Deutsch- lands stattfinden soll. Den Berliner 5kollegen rathe er, sich der modernen Arbeiterbewegung anzuschließen und dem hier bestehenden Verein beizutreten.(Lebhafter Beifall.) Herr Fel- gentreff verwahrt sich entschieden gegen d,e Anschauung des Herr» Herzberg, daß die anwesenden„Gäste" kein Recht hatten, sich an der Diskussion zu betheiligen. In einer öffentlichen Ver- sammlung habe jeder Theilnehmer gleiche Rechte, das sei ein alter demokratischer Grundsatz.(Beifall.) Inzwischen war folgende Resolution eingelaufen: Die heute im Varictö-Theater tagenden Gastwirthsgehilfen erklären sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und werden sich der modernen Arbeiterbewegung anschließen, in zutreten, um in geschlossenen Reihen vorgehen zu können. Von Herrn Herzberg wurde eine Gegen resolution eingebracht. ,vas wiederum zu äußerst stürmischen Szenen Ver- anlassung gab, sodaß die Versammlung mehrfach in Gefahr schwebte, der polizeilichen Auslösung zu verfallen. Schließlich wurde obige Resolution mit großer Mehrheit angenommen. Um halb vier Uhr Morgens schloß die Versammlung unter Hoch- rufen auf die internationale Sozialdemokratie. Krolle zierRiittitilmi? de« Soiiiildeinobratil'chen Maytoereins sur den X. Kerl. istelch»taa»-WaI>lIirei» am Sonnabend, de» 21. Inn! 1890, tu di» lpratwetUschen Bierhallen, Koininandantcnstr. 77—79. Tagesordnung und Lieferenl wird noch näher bekannt gemacht. Sonntag, den 22. Zun!, Famttien-Ausslug nach Johannisthal. Trefspunkt daselbst Nachmittags 2 Uhr im vieslaurant Scnflleben. Tie Mitglieder werden ersucht, sich an beides recht rege ,u b.lh-Uigen. Lachverrin der Weber Verlins und Umgegend. Große Versammmlung am Montag, den 18. d. Mts., AbendS s Uhr, im Lokals des Herrn Heise, Lichtenbergerstr. 21. Tagesordnung: i. Vortrag des Herrn S. Vehr aus Sera über Arbeiterschuhgessü. 2. Tiskussivn. 8. Ausnahme neuer Mitglieder. 4. Wahl etiler Kommisston für den ArbeiisnachweiS. 8. Wahl von Vertrauensmännern für Stralau-Rummelsburg. e. Verschiedene?. Gäste haben Zutritt, tion stellt die Benutzung de« Sprechsaal?, soivetl Raum dafür abzu- st, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen eresseS zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeiiig dagegen, mit dem Inhalt desselben identtfizirl zu werden. Zur Steuer der Wahrheit. In der Mittwochnummer des„Berliner Volksblatt" benützt err Oskar Schwarz den Sprechsaal, uin eine Fülle der schwersten orwürse gegen den Vorstand des Allacmeiuen Metallarbeiter- Vereins zu schleudern. Veranlaßt will Herr Schwarz zu diesem Vorgehen sein durch die fortgesetzten Angriffe des Vorstandes auf andere Branchen. Indem wir uns darüber vorläufig jeder Aeußerung enthalten, fordern wir Herrn Schwarz auf, den Be- weis zu erbringen, wo der Vorstand als solcher fortgesetzt andere Branchen angegriffen hat. Run zu dem eigentlichen Ar- tikel selbst. Thatsache ist, daß die Schleifer schon vor der am 7. bei Lips abgehaltenen Versammlung Listen ausgegeben hatten, aber nur zu dem ausgesprochenen Zwecke, anderweitig arbeitslos gewordene Schleifer zu unterstützen und zu verhindern, daß von ihnen die Stellen der Streikenden eingenommen würden. Thatsache ist aber auch, daß die Schleifer die erste Unterstützung, welche ihnen überhaupt zufloß, vom Metallarbeiter-Vereiu erhielten und damit wird auch der Vorwurf hinfällig, daß auf den Vorstand des Allgemeinen Metallarbeiter- Vereins nicht zu rechnen gewesen sei. Wenn während des Streiks bei Mix und Genest Mitglieder des Allgemeinen Metallarbeiter- Vereins von den Mechanikern unterstützt wurden, so geschah dies von den letzteren freiwillig, andernfalls Hütten die Mitglieder die ihnen zustehenden Unterstützungen unweigerlich erhalten. Wir haben das koulante Verhalten der Mechaniker dankbar anerkannt und nur deshalb angenommen, weil wir durch die große Zahl der unorganisirten Kollegen, welche doch auch unterstützt werden sollten, ohnehin schwer belastet waren, werden aber gegebeneu Falles auch den Mechanikern in gleicher Weise beistehen. Daß der Kassirer die Listen nach dem Arbeitsnachiveis schickte, war nur seine Pflicht, nachdem bestimmt war, daß die Listen von säinmtlichen Gemaßregelten aus dem Arbeitsnachweis zusammen- gestellt werden sollten. Wenn Herr Schwarz serner behauptet. der Metallarbeiter-Verein habe kem Recht, die an die Schleifer ge- zahlten Unterstützungen zurückzufordern, so fordern wir ihn dem- gegenüber wiederum auf, zunächst den Beiveis zu erbringen, daß der Vorstand als solcher schon jemals eine derartige Anforderung gestellt hat. Der in der Generalversammlung gefaßte Beschluß besagte lediglich, daß die Mitglieder anderer Vereine verpflichtet sein sollten, die Unterstützung zurück zu zahlen, wenn ihnen in derselben Zeit auch von ihrem Berem eme angemessene Unter- stüyung geivährt wurde. Es sollte dadurch nur verhindert werden, daß nicht der eine gemaßregelte Kollege ooppelt so viel wie der andere erhielt. Daß der Metallarbeiter-Verein alles gethan hat, was in seinen Kräften stand, erhellt schon aus der Thatsache, daß er in wenigen Mo- naten 15 000 M. an Unterstützungen gezahlt hat. Erweisen sich die Vorwürfe, die in Bezug auf die Unter- stützungen gegen den Verein erhoben werden, als völlig haltlos, so sieht es mit den übrigen Anklagen noch schliminer aus. Die Behauptung des Herrn Schwarz, der Vorstand des Allgemeinen Bietallarbeiter-Vereins habe seine Mitglieder aufge- fordert, ihr Wort zu brechen, enthält die g r ö b st e Unwahr- heit, die jemals in die Welt geschleudert wurde. Von allen Metallarbeitern hatte nur ein verschwindend kleiner Bruchtheil in allgemeinen Metallarbeiter-Versammlungen, zur Feier des 1. Mai Stellung genommen. Erst kurz vor dem 1. Mai war dies durch Abstimmung in den Versammlungen der einzelnen Fabriken ge- schehen. Daher war auch der Ausruf des Vorstandes unanfecht- bar, der besagte, daß in allen Fabriken, wo die Majorität sich 'ür die Feier ausgesprochen, die Arbeit zu ruhen habe, während n den Fabriken, in denen die Majorität von vorn herein be- chlossen hatte zu arbeiten, der Minorität gerathen wurde, sich diesem Beschlüsse zu Unterwersen, um sich nicht ganz unnöthiger Weise Maßregelungen auszusetzen, weil durch das Zusammenwirken einer langen Reihe von Umständen, an denen der Vorstand völlig unschuldig war, an eine einheitliche Feier nicht mehr zu denken war. Und daß nach der Erklärung der Fraktion, nach dem ab- lehnenden Verhalten der Arbeiter ganzer Städte, die Demonflra- tion ihren einheitlichen Charakter verloren hatte, wird doch Nie- mand bezweiseln. Wenn nun Herr Schwarz trotzdem der Mei- nung ist, daß es nur eine? Aufrufes vom Vorstande bedurft hätte, um die sämmtlichen Metallarbeiter Berlins zur Feier zu deivegen, und wenn er weiter folgert, daß der Vorstand im Stande gewesen wäre, den Unternehmerring zu sprengen, so zeigt dies von einer vollständigen Verkennung der Sachlage, von einem ökonomischen Köhlerglauben, der in solch ernster Zeit beinahe er- heiternd wirken könnte. Hätten wir statt 10 Jahre Unterdrückung, 10 Jahre freiheitlicher Entwicklung hinter uns gehabt, hätte der Metallarbeiter- Verein statt 6000, 60 000 Mitglieder gezählt, dann würde dies möglich gewesen sein, dann wären die Unternehmer auch einer solch friedlichen und berech- tigten Demonstration gar nicht entgegengetreten. Die Berliner Arbeiter hätten dann ebenso ruhig ihren Feiertag abgehalten, wie dies die australischen Arbeiter gethan haben. Daß es bei den gegenwärtigen pottttschen und ökonomischen Verhältnissen, bei dem Vorhandensein großer, ungeschulter, indifferenter Massen nicht leicht ist, Unternehmerverbände zu sprengen, das hätte Herrn Schwarz der Verlauf einer Anzahl von Streiks lebren müssen, die von gut organisirten Arbeiter», wie beispielsweise den Formern, unternommen, und manchmal, wie in Hamburg, auch heldenmiithig durchgekämpft wurden. Herr Schwarz begeht den„gröbsten Fehler", oaß er für Erscheirningen, die ihre Wurzel in den gesammten ökonomischen wie politischen Ver- Hältnissen haben, einzelne Personen verantwortlich macht. Durch ein solches Vorgehen wird nichts erreicht, sondern nur durch einen fortgesetzten Kampf gegen diese Zustände selbst. Der Vor- 'tand des Allgemeinen Metallarbeiter-Vereins hat das Bewußt- .ein, so gehandelt zu haben, wie es unter den gegebenen Umstän- den am Platze war, und er hat die Genugthuung, daß sein Ver- halten von Allen gebilligt wird, die durch lauge Thätigkeit in der Arbeiterbewegung besähigt sind, ein objektives und fach- geinäßes Urtheil abzugeben. Deshalb kann es uns auch kalt lassen, welches Urtheil Herr Schivarz mit seinen Hintermänner» über die Thätigkeit des Vorstandes fällt. Der Vorstand des Allgemeinen Metallarbeiter-Vereins. I. A.: I. Hartmann. • c Verkehrslokale, in denen die Vertrauensleute freiwillige Beiträge zu.» Generalfonds entgegennehmen, befinden sich bis auf Weiteres an folgenden «teilen: 1. so.(Wf- Kerstan, kassirt bei E. Schmidt, Skalitzerstr. Kk, Keller. 2. 3. 4. 5. C, 7. 8. 9. 10. 0. N. W. s. c. (13. Rr~,c5ike,„ Waldemarstr. 61. (E. Gr�jijsJer,„„ Hinze, Krautstr. 42. (K. Schulz,„„ Böhl, Nüdersdorferstr. 8, Keller. (H. Schigalsky, kassirt bei Nosenthal, Metzerftr. 28. (K. Markoyjsky, (F. Pinkowsky, (K. Bioneck, H. Klingcnbcrg, K. Lehmann, B a t h, Gerichtstr. 19. Grafunder, Schwerinstr. 9. B ö h l a n d, Bülowstr. 52. Z c ch l i n, Hornstr. 11. Kltf' lhlm'ey. Neue Friedrich- und ' Rosenstrafien-Ecke. 11 Moabit, kiiilling, kasfirt Sonnabends bei Holzbecher, Nathe- nomerstraßc 89, und Montags bei Fink, Birkenstraße. roc'fert nochmals auf den Antrag der Versammlung vom 10. April(Buggenhaaen) hin, welcher besagt, daß ein jeder in Berlin arbeitende Maurer bis auf Weiteres pro Woche 50 Pf. zum Generalfonds beizusteuern hat. Es werden aber die Gelder nur in den betreffenden Lokalen entgegen- genomnien, nicht mehr in den Wohnungen, wie bisher. Gcschäftsstunden sind jeden Sonnabend und Montag, Abends von 8 bis 10 Uhr._ 1093 Es wird gebeten, Obiges in den Baubuden vorzulesen. Maurer Berlins, schließt Euch alle der Freien Vereinigung an!_ Wollen S ie bei Ihren Ginkänfen streng reell bedient sein, so bemühe» Sie sich zu Je ü®0r9 Kerli» N., Gesundbrunnen, Kodstraste 18, Ecke der Stettinerstraßc, \ Haltestelle d. Reelle Be-D Pferdebahn. D Allerbill. ' dienung.« Sie finden da-D Preise. selbst in überraschender Auvmahi; Eleg. KllMNgkrn-RllS-Alljöge 37, 30, 36—40 Ul. Eltg. Zllquet-Allzilge lLlcg. SöMliltr-Pllletsts2?-z1'M.' i C'leg. EtöMm 6. 7. 8-13 M. sM ME. Mjs! M ArbeitsMh 1 Keizende Knaben- Anzüge für jedes Alter äußerst dauerhast ,l" gearbeitet, äußerst billig! von 4,50 Utk. an. _ Grosses Stoff Bayer, w?"? ra Bestellungen nach Maß. Eigene Werkstatt UEleaantcr I mmu. Sc im Hause. Bitte genau auf Firma und Hausnummer zu achten. Die seit 1877 bestellende, weltbekannte Uhrenfabrik™n ifex Busse 157 Invalidenstr. 157, ÄÄ verkauft jetzt sämmtliclie Uhren zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet. 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