Nr. 144. Mittwoch, de« IF. I««i 18S0. V. Jahrg. KMer MM» Hrgan für die Inierefsen der Arbeiter. eri». r. tm Das..Berliner V o l ks b l a t t" '"*' sWÄf S�-LLW» I WSrÄÄ.�-«».™ Jnsertiousgebühr beträgt für die S gespaltene Pctitzeile oder deren Raum 40 Ps., für Vereins« und Ve�ammlungZ- Anreiaen 20 Ps. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags m der Expedltron, Berlin&W., Bcuth�trahe 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3— 7 Uhr Nachmittags, Sonn- uiid Festtagen bis 9 Uhr Norinittags geotsnet. - 1 Fernsprecher: Amt V 1. Ur. 410G,«# Medüllkion: VeukhsZvAtze Ä.— Sxpedikiom: VvttkhfkvÄi�zv 3. Die NÄWsxen qege»» den Sozialisinus. Das nahe Ende des Sozialistengesetzes macht den frommen Gemüthern schweren Kummer. Sie hätten so gerne den ganzen Kampf gegen die moderne Arbeiter- bewegung der Polizei überlassen und hätten sich darauf beschränkt, gegenüber der„Begehrlichkeit" von heute die„ E n t s a g u n g" mit entsprechender Be- lohnung im Jenseits zu predigen. So leicht soll ihnen aber die Sache künftig nicht gemacht werden und so wollen sich denn die Herren in Talar und Bäffchen entschließen, den Kampfplatz selber zu betreten, um den sozialdemo- kratischen„Verführern" die Seelen ihrer gläubigen Lämmer streitig zu machen. Während die konservativen Vereine verschiedener deutscher Vaterländer ein Zetergeschrei anstimmen, als ob nach dem Ablauf des Sozialistengesetzes der Weltunter- gang drohe, haben die kirchlichen Behörden in Preußen mien systematischen Widerstand gegen die sozialistischen Bestrebungen seitens der Geistlichkeit angeordnet und in .Uvd die Geistlichen angewiesen worden, direkt den soziahstifchen„Agitatoren" entgegen zu treten. Dieser Entschluß der Häupter der streitenden Kirche ! verdankt seine Entstehung offenbar einer tiefen Bekummer- niß über die Verderbtheit unseres Jahrhunderts; wir aber begrüßen ihn mit ausrichtiger und großer Freude. Denn er kann nur Gutes stiften. Die Herren in Talar und Bäffchen werden inzivischen hoffentlich soviel gelernt haben, um zu begreifen, daß sich gegen die sozialistische Bewegung nicht mit purem Phrasen- werk ankämpfen läßt, und sei es auch mit noch so viel �Frömmigkeit getränkt. Auch der gottseligste Pfarrherr wird nicht umhin können, wenn er sich z» einem solchen Kampfe rüsten soll, sich in die moderne sozialökonomischen Probleme zu vertiefen. Der„Helm des Heils" und der„Harnisch des Glauben s", die einst der Doktor K a r l st a d t für genügend erachten konnte, reichen heute nicht mehr aus, um mitzustreiten in dein großen welthistorischen Kampf zwischen Kapitalismus und Proletariat. Auch die Bibel ist kein zeitgemäßes Arsenal Mehr; da muß anderes Nüstzeug her, wem, man nicht arg zerhauen heimkehren will aus deni Gefecht. Wenn aber die Pfarrherren genölhigt sind, sich in das Studium der modernen Zustände und der ans den- selben erivachsenen Probleme zu vertiefen, so werden sie ohne Zweifel auch die Berechtigung des sozialistischen Ge- dankens erkennen. Sie werden erkennen, daß die in Mitten der heutigen Gesellschaft sich vollziehende Umwand- lung offenbar aus sich selber heraus eine neue Pro- duktionsform gebären muß, die an Stelle der Zerklüftung und des rasenden Jnteressenkriegs von heute die Förderung des G e s a m m t w o h l s zum Ziel hat. Auch mag unter den Pfarrherren so mancher sein, der sich um die materielle Lage und die Lebenshaltung seiner Psarrgcmeinde noch wenig gekümmert und in der Meinung gelebt hat, seiner Pflicht sei genug gethan, wenn er die Neugeborenen in den Schooß seiner Kirche aufnehme, die Tobten begrabe und am Sonntag von der Kanzel seinen gläubigen Zu- Hörern das Wort Gottes verkünde. Wenn diese Herren die Verwüstungen kennen lernen wollen, die der moderne Jndustrialismus unter unserem Volke anrichtet, so werden sie auf ganz andere Gedanken kommen. Sie werden dann einsehen, daß die Unzufriedenheit unter dem Proletariat nicht ein Produkt irgend einer„Hetzerei", sondern der Zustände selber ist. Auch wenn die Gottesstreiter in die Versammlungen kommen und dort mit den sozialistischen Rednern bis- kntiren wollen, so kann das für beide Thcile nur von Vortheil sein. Die Sozialdemokratie hat noch keine Dis- kussion gescheut und braucht auch wahrlich keine zu scheuen. Sie hört alle Gründe ihrer Gegner an. Wenn die Psarr- Herren bessere Handhaben für die Beseitigung des Massen- eiends und für die Befreiung des arbeitenden Volkes ans seiner Knechtschaft zu bieten vermögen, als im Sozialisinus enthalten sind, so wird man das zu ivürdigen wissen. Nur die„Entsagung" und das Jenseits müssen aus dem Spiele bleiben, denn das Volk hat schon Entbehrungen genug zu tragen und will besser, n i ch t n o ch schlechter ge- stellt sein. Es steht auch einem behäbigen Pfäfflein nicht wohl an, die Verewigung der Arimith als nothwcndig zu verlangen. Dabei"handelt es sich nur um durchaus irdische Dinge; die himmlischen Angelegenheiten ge- hören in die sozialen Fragen gar nicht hinein. Wir erwarten dabei, daß es sich um anständige und sachliche Diskussionen und nicht um Hetzereien handelt. Leider sind die konservativen Elemente, die sich bei der letzten Wahlbewegung eine so schwere Schuld aufluden, indem sie die Bauern, in der Umgegend von Berlin und anderwärts, zu Gewaltthätigkeiten anreizten, nur zu sehr geneigt, sich um die Psarrherren zu schaaren. Die Pfarrherren werden dann hoffentlich die christliche Liebe und Milde durch die That be- weisen und Ausschweisungen ihrer konservativen Freunde verhindern. Thun sie das nicht— nun, der Knüppel und die Mistgabel biederer Landbewohner sind gewiß die schlechtesten Anwälte in einer Sache, die auf geistigen, Gebiet ausgefochten werden soll und muß. Wir könnten es auch darauf ankommen lassen. Denn besser gemacht wird mit jenen konservativen„Agitationsmitteln" gar nichts und das Fortschreiten des allgemeinen Elends wird durch dieselben nicht um einen Tag aufgehalten. So sehen wir dem neuen„Pfaffeukrieg" mit frischem Much entgegen. Derselbe wird auch die gute Wirkung haben, daß er ein neues Leben in die sozialpolitischen Diskussionen bringt und interessanten Meinungsaustausch fördert. Vielleicht wird auch mancher Pfarrer zum Sozial- demokraten; solch ein Beispiel wäre weder neu noch un- erhört. Man hat dergleichen in unserer Geschichte häufig genug gesehen. Eine Erkenntniß wird dabei den Seelsorgern nicht erspart bleiben und das wollen wir den bekümmerten »eeren Konsistorial- und Oberkirchenräthen gleich im ioraus sagen. Weim die Geistlichkeit mehr als bisher sich mit den Zuständen in der Arbeiterwelt vertraut machen wird, so wird sie erfahren, daß die„soziale Auf- gäbe der Kirch e", von der man so viel spricht, ein Phantom ist. Die Kirche als solche kann zur Lösung der Arbeiterfrage nicht einmal etwas beitragen und ihr A l m o s e n s y st e m hält vor den sozialpolitischen Pro- blemen unserer Zeit keinen Augenblick Stich. Die Herren werden erkennen, daß sie längst in die Defensive gedrängt sind, od sie es nun eingestehen wollen oder nicht! Nachdruck«erbouny lkG »»Zum Glück der Damen." Roman von Emile Zola. Autorisirte Uebersetzmig von Armin Schwarz. Die Gruft der Familie Band» befand sich in der ersten Allee links. Binnen wenigen Minuten war die Zeremonie beendet. Jean hatte den Onkel weggeführt, welcher mit vcr- Itörter Miene in die Gruft hinabstarrte. Als der Sarg hinabgelassen ward, sagte Bonrras zu Deinsen: — Wir Alle sollten uns in das Loch da hineinlegen. Mit dieser 5ileincil da wird das ganze Stadtviertel be- graben. Denise führte ihren Oheim und ihren Bruder in einem Trauerivagei, zurück. Der Tag gestaltete sich für sie sehr büster. Zunächst war sie' beunruhigt über die Blässe Jcaivs und als sie begriff, daß es sich um eine neue Weibergrschichte handle, wollte sie ihn schweigen machen, indem sie ihn, ihre ■Öörfe öffnete. Allein, er schüttelte den Kopf, er wies das Geld zurück; diesesmal sei es ernst, sagte er, es sei die N'chte eines sehr reichen Pastetenbäckers, die von ihm u,cht einmal Veilchenoouqncts annehmen wolle. Nach- uuttag, als sie Pepe von Madame Gras abholen wollte, �klärte ihr diese, das 5lind sei nunmehr zu groß, uls daß sie es länger bei sich behalten könnte. Das war unn eine neue Sorge, sie mußte ein Kollegium finden, das Kmd vielleicht entfernen. Und als sie nun Pepe zu Bandu dachte, um Onkel und Tante zu umarmen, war sie tief be- Movvesiplmdonzen. iJJitric, den 19. Juni. Schon in dem Bericht über die Proteswersaminlung der Pariser Marxisten ist das durch nichts zu entschuldigende und nur durch„Auftrag von höherer Stelle" zu erklärende'Austreten der Anarchisten angenagelt worden. Um auck) bei den naivsten Gemüthern leinen Zweifel darüber auskommen zu lassen, daß in dem rüden Treiben System liegt, und daß eS die Befolgung einer ausgegebenen Parole ist, haben die Anarchisten in gleicher, ja noch ärgerer Weise daZ Protestmeeting der Blanqnisten zu stören versucht. Dieses fand Sonn- abend, den 14. Iii»!, im Lallo clu Commerce statt. Der Zlldrang des Publikuins war ungemein stark, und die erste Hälfte der Bcr- sanunlnng verlief in durchaus ruhiger und würdiger Weise. Siadtrath B a i l l a n t«klärte uilter brausendem Beifall, daß da? Meeting gleichzeitig ein Akt internationaler Solidarität und berechtigter Protestation gegen die Hal- tiliig der Regierniig sei.„Vor Allem," sagte er, muß die sich aus Milien des Volks erhebende Protestation ver- hindern, daß die sranzösische Volizei die russischen Namen aus- liefert, ihr einen Einblick m die beschlagnahmten Dokumente er- möglicht. Camölinat, Mitglied der Kommune und ehemaliger Abgeordneter, legte die Nothwendigkeit nahe, daß daS ftanzösische Proletariat durch einen krästigen Protest beweist, wie es nicht vom moralischen Verfall der Bourgeoisie angesteckt sei. Die Bourgeoisie hat ihren Ruin beiviescn, indem sich die Regierung der Republik dazu erniedrigt hat, einein Autokraten Polizeidienste kümmert über den stummen Schmerz, der im„Alten Elbens" herrschte; die Boutique war geschlossen, Onkel und Tante sasstn in dem kleinen Speisesaal, wo sie das Gas anzuzünden vergessen, trotzdem an diesem Wintertage völlige Finsterniß herrschte. Es ivar Niemand da, als sie; sie befanden sich emander stumm gegenüber, in diesem durch den Ruin langsam geleerten Hause."Ter Onkel ging unaufhörlich um den Tisch herum, immer in seinem gemessenen Schritt, in welchem er dein Leichenwagen gefolgt war, während die Tante mit ihrem leidenden bleichen Gesichte stumm ans einem Sessel saß. Sie weinte nicht, als Pepe sie aus die kalten Wangen küßte. Denise drohte vor Schmerz zu ersticken. Zlm Abend verlangte Monret mit Deinsen zu sprechen, um sich mit ihr über ein Kinderkostüm zu berathcn, welches er einführen wollte: ein Gemisch von einem schottischen und Znaven-Anzug. Noch völlig erregt von dem tiefen Mit- leid konnte sie nicht ap sich halten; sie wagte es von Bonrras zu sprechen, dem armen Mann, der auch am Boden lag und nahe daran ivar, erwürgt zu werden. Allein, als sie den Namen des Wraplniehündlcrs erwähnte, gerieth Monret in Zorn. Der alte Narr, wie er ihn nannte, zer- störe ihn das Leben, sagte er, verderbe ihm seinen Triumph durch seinen blöden Eigensinn, das Haus nicht überlassen zu wollen, diese schmutzige Baracke. Was sollte er da thun? konnte er diesen Schutthausen an der Seite des„Glücks der Damen" stehen lassen? Die Baracke muß verschwinden, um so schlimmer für den alten Narren! Und ermnerte sie an seine Anerbietnngcn, er hatte ihm bis zu hunddcrttauscnd Franks geben wollen. Das war doch mehr als vernünftig, er gebe, was man verlange, aber man lasse ihn doch sein Werk vollenden! Kann man eine Lokomotive aufhalten, wenn sie auf den Schienen dahinbranft? Sie hörte ihn mit gesenkten Augen an und fand nichts, als Gründe des Herzens. Der gute Man sei so alt, man sollte seinen Tod abwarten, ein Bankerott würde ihn tödteil. Er fügte nun hinzu, daß er nicht mehr Herr der Ereignisse sei, Bourdoncle beschästige sich damit, denn die Berathnng der Jnteressirten habe beschlossen, in der Sache ein Ende zu machen. Nach einem kurzen Stillschweigen kam Monret auf die Familie Baudu zu sprechen. Er beklagte sie wegen des Ab- lebens ihrer Tochter, es waren sehr gute, sehr rechtschaffene Leute,— leider vom Schicksal verfolgt, sagte er. Dan» kam er wieder auf seine Argumente zu sprechen: sie hätten im Grunde ihr Unglück selber gewollt, sagte er; man dürfe sich nicht so eigensinnig in die wurmstichige Baracke des alten Handels einnisten; es sei gar kein Wunder, daß das HauS ihnen über den Kopf einstürzt, er habe es zwanzigmal vor- ausgesagt. Und die Katastrophe ist gekommen. Niemand kann sie mehr aufhalten. Es kann doch vernünftigerweise Niemand verlangen, daß er sich rmniren soll, um das Stadtviertel zu schonen. Und wäre er so thöricht gewesen, das„Glück der Damen" zn schließen, so wäre sofort an seiner Seite ein anderes großes Magazin erstanden, denn die Idee weht von allen vier Enden der Welt; der frische Zug des Jahrhunderts, welcher das alte Gebäude früherer Zeiten in Trümmer stürzt, streue überall den Samen aus zum Triumph der Arbeiter und Industriestädte. Nach und nach erwärmte sich Monret und fand eine lebhafte Beredsamkeit, um sich gegen den Haß seiner unbeabsichtigten Opser zn vertheidigen; gegen das Geschrei der kleinen sterbenden Krämer, das er rings um sich zu vernehmen glaubte. Man behält die Todten nicht im Hause, sondern man beerdigt sie und mit einer großen Geberde schien erden zu leistÄi. TaZ Proletariat thut seine moralische Ueberlegenheit kund, indem es gegen diese Haltung protestirt. Der nun folgende Redner ward systematisch von den Anarchisten unterbrochen, welche sich wieder in der Nähe der Tribüne in kleinen kompakten Gruppen vertheilt hatten. Nach einem kurzen iireuzfeuer von Zwischenrufen, Interpellationen und Antworten schwang sich einer der anarchistischen Haupthähne auf die Rednertribüne und überschüttete trotz des allgeineiuen Pro- testes,„kein Anarchist, wir wollen keine Anarchisten hören", das enttäuschte Publikuin mit den Dyuamitblüthen anarchistischer Be- redsamreit und den bekannten Stinkbomben gegen die Sozialisten aller Schulen, die„Autoritäre, Reaktionäre ec." Als weitere anarchistische Redner das Wort ergreifen wollten, erhob sich der allgemeine Ruf:„Werft die Anarchisten hinaus",„hinaus mit den Polizisten". Die Anarchisten suchten als Antwort die Redner- tribüne zu erstürmen, wurden aber von den Blanquisten kräftig abgewiesen. Nun kam es zu einem allgemeinen Handgemenge, in welchem die Stühle zerbrochen, die Glasglocken der Gas- flammen zertriimmert und zu Wurfgeschossen benutzt wurden. Verschiedene Anarchisten waren mit Todtschlägern und Stöcken mit Bleiköpfen bewaffnet, es war also augenscheinlich, daß sie nicht zur Abwehr/ sondern mit Vorbedacht handelten. Auf beiden Seiten ging es nicht ohne blutige Köpfe ab, und mehreren Leuten waren buchstäblich die Kleider vom Leibe ge- rissen. Der Wirth des Saales drehte schließlich das Gas aus und schickte nach der Polizei, die jedoch erst gegen Schluß des Tumultes ankam und demselben mit offenbaren» Behagen zusah. Es ist ungemein charakteristisch, daß die Polizei, die doch sofort bei der Hand ist, die„bedrohte öffentliche Ordnung zu wahren", sobald ein Haufe streikender Arbeiter ruhig und geordnet durch die Straßen zieht, sich dem Radau der Anarchisten gegenüber durchaus passiv, mau ist versucht zu sagen, wohlwollend verhält. Die Sozialisten sind übrigens»veit entfernt, diese That- fache zu beklagen, sie konstatiren dieselbe einfach, um die „Ordnungsrolle" der Polizei und das.Helfershelferthum etlicher anarchistischer Führer,»velche sich als Ultrarevolutionäre blähen und naive Leute leithanuueln, in die rechte Beleuchtung zu rücken. Was die systeinatischen Störungen ihrer Versammlungen aube- laugt, so»verden sie mit der Zeit lernen, Ordnung und Ruhe zu sichern, trotz der polizeilichen Vorder- und Hlntermänner. Die Blanquisten haben übrigens schon beiviesen, daß sie dies ver- stehen. Trotz des hartnäckigen Widerstands»vurden die Anarchisten aus dem Saale gebracht, das Gas»vard wieder augezündet und der Präsident ließ die Tagesordnung votiren. Die Versainnilung erklärt in derselben ihre Solidarität mit den Sozialisten und Proletariern aller Länder, ihren ausge- sprochenen Willen, den internationalen Frieden durch die Ver- einigung aller Völker»md zun» Besten der sozialen Enianzipation aufrecht zu erhalten. Sie protestirte fer>»cr gegen die VerletzuiiA des Asylrcchts und dagegen, daß sich die französische RegieruM zum Diener des politischen Despotislmls des Zaren gemachtHat. Der Tumult des Protestmcctiugs hat übrigens einMicht weniger tumultuöses und skandalöses Nachspiel gehabt. Die von Roques herausgegebene„Egalits",»velche bisher ziemlich starke Fühlung»nit den Anarchistcn hatte, in der jedoch die sogenannten„»»»»abhängigen Sozialisten" dominiren, brachte einen durchaus objektiv gehaltenen Bericht über das Treiben der Anarchisten im Lalls ä>» Commerce. Der Schluß dieses Be- richtes lautete:„Wenn sich die Anarchisten wie Banditen be- nehmen, so müssen sie gewärtig sein, mich wie Banditen behandelt zu iverdon." Diese Aeußeruug milßte, zumal von befreundeter Seite fallend, hart erscheinen,»var aber nur gerecht. Infolge dieses Berichtes,»velcher in der Sonntagsirunnuer der„Egalite" erschienen, begaben sich zirka vierzig Anarchisten, darunter »nehrere Frauen, Sonntags Nachinittag in die Redaktion des genannten Blattes. Hier»varen gerade nur zwei Mitarbeiter der„Egalite", Odin und Leparia, anivesend. Beides sind kleine, schivächliche Leute. Die noblen Herren Annrchiste», 'velche die ganze Gesellschaft, erst n»it Dynamit zertrmnmern und dann mit lauter„Moral" in„unbeschränkter Freiheit des Jndi- viduums" ztlsamnienkleistern»vollen, fielen nun in höchst uunobler Weise über die beiden Männer her. Das aus der»»»beschränkten Freiheit des Individuums resultirende Recht, hii'derliche und unbequeme andere Individuen zu unterdrücken, feierte glänzende Triumphe, allerdings nicht ohne daß die Knüppel der Einbrecher den unbeivaffneteu Odin und Laparie gegenüber eine„so»iverün autoritäre" Sprache redeten. Odin ist von der Verbrecher- bände derart zugerichtet»vorden, daß sich seine Ueberführung in ein Hospital als nöthig erivies. Mit diese»»» Akt brutalster Barbarei»var übrigens derBericht noch nicht gesühnt. Wie eiueHorde Va»»dalen ergossen sich die Anarchisten in die Redaltio»skokallt»ireu der„Egalite und zerlrülmnertei» hier Alles, was nicht ganz niet- und nagelfest war. Triuinphirend über die vollbrachte Heldenthat zöge»» sie dann ab. Ehe Odin in einer großen Blutlache beivußt- los zusaminengebrochen, hatte er zun» Fenster heraus uin Hilfe rufen können. Die Polizei erschien auch diesmal»vieder post festurn und verhaftete— eine Frau. Obgleich Odin mehrere der anarchistischen Unholde erkannt und genannt hat, sind dieselben bis dato noch nicht zur Vera», twortung gezogen und spazieren frei herum. Die Anarchisten— beivußt oder unbewußt, es giebt be- kanntlich unter ihnen die beiden Kategorien der Dyna»i»itschuste Kadaver des alten Handels in eine gemeiirsame Grube zu senken. Allein, er fühlte keine Geivissensbisse, er verrichtete emsach die Arbeit seines Zeitalters. Sie hörte ihin lange zu und zog sich dann schiveigeild mit bekloinniene»» Herzen zurück. Diese Nacht konnte Denise nicht schlafen. Es war ihr, als wäre sie wieder klein, und als»vürde sie in ihrem Garten zu Valogl»es in Thränen ausbrechen bei dem Anblick, »vie die Grasmücken die Spinnen auffressen,»velche ihrerseits wieder die Fliegen verzehren. War dieser Tod nothivei»dig, »velcher die Ueberlebeirden nährt? dieser Kamps um das Leben,»velcher auf der Werkstätte der ewigen Verwüstung neue Wesen entstehen läßt? Dann sah sie sich vor der Gruft, in welche Geirevievc gesenkt»vurde. Sie sah ihren Onkel»»»»d ihre Tante allein in ihren» dunkle»» Speisezünmer. In der tiefen Stille erhob sich ein dmnpfcs Rollen: Das»var der Z»»sammenbruch des Hauses von Bourras,»velches gleichsam von»mterirdischen Geivassern untenvaschen war; dann ward es»vieder still und es folgte cin neuer Zusammenbruch, dann»vieder einer, und da»»»»»vieder einer: die Robincc»»», die Bedoree, die Vaupouille brachen nach einander zusmumen, der ganze Kleinhandel des Stadtviertels Saint-Roch verschivmid»»nter den» Walten einer»»»»sichtbaren Spitzhacke� Sic»vard von cillem unei»dlichci» Mitleid ergrisfe.i, Mei»» Gott,»vie viel Leiden,»vewende Familien,»vie viel auf die Straße gc- »vorseue Greise, die erschütternden Dramen des Nuii»s! Und sie konnte Niernmiden retten, sie hatte das Beivußtseüi, daß das gut sei, daß dieses Eleied nothiveudig sei,»im das Paris der Zukunft gesund zu gestalten. Als der Tag anbrach, »vard sie ruhiger, eine tiefe resigmrte Trauer erhielt sie ii»»t ossmen Augen dem Fenster zugekehrt, dessen Scheiben sicy allmälig erhellten. Sie dachte lange»»ach u>»d sai»n»n»hrer Herzensgüte über die Mittel zur Rettung der Ihrigen aus dem allgelneinen Ruin. Jetzt tauchte Mouret vor ihr auf, mit seinein leide»»- schaftlich erregte»» Kopfe, seine»» liebeglühcuden Augen. Er »vird ihr sicherlich nichts vMveigern, er wird ihr jede ver- »»üuftige Eiltschädigung gcivähren und ihre Embildmigskraft verstieg sich noch weiter. Sie suchte ihn zu beurtheilen. sie und der Dynamitesel— arbeiten der Polizei zu trefflich in die Hände, als daß sie sich durch deren Mäßregekung in das eigene Fleisch schneiden könnte. Wie die Verhältnisse uegen, kann die Polizei ohne Anarchisten nicht bestehen,»vie auch die Anarchisten nicht ohne Polizei bestehen könne»». Abgesehen von der Bourgeoispreffe, welche sich beim Radanwerk der Anarchistcn frohlockend die Hände reibt, ist die Entrüstung über das Treiben der Brüder,»velche den Sozialisten gegenüber so wild, der Polizei gegenüber so zahm sind, daß sie ihr aus der Hand fressen, allgemein und tief. So bedauerlich auch die betreffenden Vorgänge sind, weil sie von der Bourgeoisie ausgenutzt werden nnd rveil sie ganz beson- ders im aktuellen Augenblick die Protestbewegung zu hemmen suchen, so»verden sie doch nicht ohne gute Folgen für die sozia- list»sche Arbeiterbewegung bleiben. Sie werden einer großen An- zahl von naiven, hitzigen Leuten, welche in dem Wahne leben, die Anarchisten seien die»Vahren„Vollblutrevolntionäre", der äußerste und fortgeschrittenste Flügel der sozialistischen Beive- gung, die Augen über Charakter»ind Werth der Herren Phrasen- ritter öffnei». Die Thatsachen geben hoffentlich besonders den hiesigen unabhängigen Sozialisten eine gute Lektion. Diese sind der Mehrzahl nach gute Leute, aber schlechte Musikanten, ehrliche,»vohlineinende Männer, aber sehr unklare »rnd verworccne Köpfe, über die die revolutionäre Phrase noch einen umvidersteyUchen Zauber ausübt. In ihrer Unklarheit, ihrem Nnverständniß der Theorie und der Nothivendigkelt der Organisation liegt eine geivisse Wahlverwandtschaft mit den Anarchisten. Sie bildeten sich ein, daß die Sozialisten mit diesen gemeinsain gegen den gemeinsamen Feind»narschiren könnten. Es »vird ganz ivescntlich zur Klärung der französischen Beivegnng beitrage»», mnn durch die Thatsachen bewiesen»vird, daß auch im Kampfe gegen die heutige Gesellschaft kein Hand in Hand gehen zwischen Sozialisten und Anarchisten»nöglich ist. ■polikiHHo Itcltcistirfif. fierr Mlqnrl hat es erreicht, er ist an Stelle des Herrn v. Scholz preußischer Finm»z»ilinlstcr geworden. Der gestrige „Reichsanz." veröffentlicht die Genehmigung des Abschieds- gestlches dxs bisherige»» und die Berufung des neuen Fu>a»»z- inmistyjÄf'" Die Nationalliberale:» werden nicht wenig stolz daraZ�sen», daß einer ihrer eivigen Ministcrkandidaten nun glMUch unter Dach nnd Fach gekonimen ist. Jr Die„Alten" und die„Junge»»". In dem„Berliner �Tageblatt" von vorgestern fmden»vir folgende Notiz(natürlich »nit obligater Fett- u»»d Spcrrschrift): Ans Weimar schreibt man m»S mit Bezug auf den signalisirten Zersetznngsprozeß innerhalb der sozialdemokratischen Partei: Letzten Sonntag, den 15. Juni, fand im Schießhanse zu Weimar eine sozial- demokratische Versammlung behufs Beschlußfassung über das Verhallen der Partei nach Ablauf des Sozialistengesetzes statt. Unter Ayderm führte da auch einer der Redner a»ls, daß die Partei chentzutage sich nicht mehr so sehr auf die Alten und deren veraltete Anschauungen stützen müsse, als vielinehr auf die fortgeschrittenen Ansichten und die ent- schiedencre Propaganda der Jungen. Er»vurde zwar von Herrn Reißhaus, einem der hervorragendsten Führer der sozialdemokratischen Partei in Thüringen, der ja auch bekanntlich als Kandidat zur letzten Reichstagswahl aus- gestellt war, sehr energisch abgefertigt, indem von diesen» gesagt wurde, daß die Kraft der Partei nach»vie vor einzig ans dem sozialdemokratischen Gedanken beruhe, daß es in der Vertretling dieses Gedankens keine Jnngen oder Alten geben dürfe, and daß gerade Männer»vie Lassallc auch heute noch immer diejenigen seien, deren Werke die Grundlage und stets frische Nahrung dieses Gedankens seien,»»nd von denen die junge Generation auch in alle Zukunft z»l lernen haben»verde. Den» gedachten früheren Redner»var aber ein so vielseitiger und lebhafter Beifall zu Theil geworden, daß die Zustimmung, die Herr Reißhaus für seine Rede erntete, kaum viel allge- meiner nnd nachdrücklicher erschien." ES ist merkivürdig, mit welcher Beharrlichkeit die Bourgeoispreffe— namentlich die fortschrittliche— sich selbst und ihre Leser über unsere Partei zu täuschen sucht. Oder auch nicht merlwürdig, denn die fortschrittliche Presse hat so viel vor der eigenen Thür zu fegen, daß sie sehr guten Grund hat, die Atifuierksamkeit abzulenken. Ohne auf den bekannten Diebcski»iff zu verweisen, daß der verfolgte Dieb am lautesten: Haltet den Dieb! ruft, braucht man ja nur an die jüngsten Skandale und Katzbalgereien innerhalb der freisinnige,» Partei zu erinnern und wie sie mir mühsam und nur für den Moment zusammengeleiint»vorden ist. Zu diesen» taktische»» Interesse, die Ausinerksamkeit von der eigenen Blöße abzulenken, kommt noch die bodenlose Uu- ka»»nte sei» Leben, sie kannte die frühere Berechnung seiner Liebschaften, seine fortwährende Ausbeutung des Weibes, sie »vnßre, daß er MäUressen nahm, um seinen Weg zu inachen; sie wußte, daß er mit Madame Desforges ein Verhältnis angeknüpft zu dem alleinigen Ziveckc, um den Baron Hart- man»» zu geivinnen; sie»vußte auch alles Uevrige: Klara »»nd die Schmispielerinnen, die Verfügungen, die er sich er- kaufte»»nd da»»»» aus die Straße warf. Allein diese Anfänge eines Liebesabenteuers, über welche das Magazin sich lustig»uachle, verloren sich in dem genialen Zug dieses Mannes, in seiner siegreichen Liebensivürdigkeit. Er»var die Bersnhrnng selbst. W:s sie ihm niemals vergeben haben würde, das»var seine Luge von ehemals, die Kühle des Liebhabers unter der galanten Komödie seiner Zuvorkommen- heiten. Heute aber, da er durch sie litt, zürnte sie ihn» nicht mehr. Durch dieses Leiden»vard er größer in ihren Augen. Wenn sie- ihn so gemartert sah, seine frühere Verachtung des Weibes so schwer"büßeiid, schien ihr, daß er seine Vergehen gut gemacht habe. Am Morgen gelang es Denisen, von Mouret alle Ent- schädiguugen zngcsagt zu erhalten,»velche sie für gut finden »vürde an dem Tage, an welche»»» die Fainilic Ba»tdn u>»d der alte Bourras unterliegen würden. Wochen vergingen, sie besuchte fast täglich ihren Oheim auf einige Miunlen, um die düstere Boutik einen Augenblick aufzuheitern. Sic war besonders»mruhig über den Zustand ihrer Tante; seit dem Tode ihrer Tochter saß diese in dumpfem Brütest da; es schien, als»vürde mit jeder Stunde ein Theil ihres Lebens dahinschivmden und wenn man sie befragte, antwortete sie mit erstaunter Miene, daß sie nicht leide, daß sie blos schläfrig sei. Im Stadtviertel schüttelte man traurig die Köpfe; die arme Seele»vird sich nicht lange nach ihrer Tochter sehnen, sagte Jedermann. Eines Tages, als Denise eben die Familie Band»» verließ, hörte man a»lf dem Gaillonplatze ein großes Geschrei. Die Menge eilte hinzu, eS herrschte allgemeines Entsetzen. Ein Omnibus, eines jener schweren Fuhrwerke, welche vom Bastilleuplatze nach Batignolles verkehren, hatte an der Ecke der Rue Neuve Saint-Augustin vor dem Springbrunnen einen Mann niedergeführt. Der Kutscher auf seinein Bocke wiff'euheit, durch welche die Fortschrittspartei in allen die soziale Frage und die Arbeiterbewegung betreffenden Dingen sich auszeichnet. Von dem Standpunkt ihres beschränkten Manchesterthums ist sie unfähig, das Wesen einer Partes zn erfassen, die ausschließlich von Prinzipien»md der wissen« schaftlichen Wahrheit geleitet wird, und zu erfassen,� da? Streitigkeiten um die Führerschaft, wie zwischen Nichter und Rickert(beides Männer der„freien Konkurrenz, auch auf politischem Gebiet), überhmipt persönliche Streitigkeiten einfach uninöglich sind in einer Partei, welche prinzipiell/ oh»»e der Individualität zu»»ah? zu trete»», das Individuum unter die G e s a m m t h e i t stellt, und das Parteiinteresse allen persönlichen Interessen, Wünschm u»»d Strebungen überordnet. In der sozialdemokratischen Partei giebt es Mcinungs« Verschiedenheiten, die Geister platzen fortwährend,— nnt- »mter sogar heftig— auseinander, allein das ist die natür- liche Bethätigung des Lebens— wäre es anders, so wäre unsere Partei ein fauler, stagnirender Sumpf—. All dieses Ringen und Kämpfen der Geister wird aber scharf umgrenzt von den Demantreifen des Prinzips n»it der wissen- schafllichen Mehrheit. Was innerbalb dieses Reifeils ringt und kämpft, gehört z»lr sozialdemokratischen Partei—»vas über ihn hmansgcht, das gehört nicht»nehr zur Partei. „R a d i k a l" oder„gemäßigt"— das sind keine prinzipiellen Gegensätze,»md es sind nicht einmal Gegen« fütze der Taktik und des Temperaments, so weit die sozial- demokratische Partei ins Spiel kommt. Obgleich die bürger- liche, namentlich die fortschrittliche Presse jahrelang von der „Spaltung" der sozialdeinokratischen Partei in ei»»e„rad»- kale" und eine„gemäßigte" Hälfte sprach, ist eS uns beim besten Willen nicht gelungen, zu entdecken, wer de»»»» eigent- lich die„Radikalen" nnd die„Gemäßigte»»" sind, und worin der Unterschied zwischen beiden unfindbaren Gruppen be- steht.— Seit einiger Zeit ist»uan denn auch»ü dem Gebrauch dieser albernen Schlagwörter,»velche unziveifelhast polizeilichen Ursprungs sind, ein Bischen oorsichtiger geworden; ui»d»»euerdings ist ein an« deres Schlagioort an die Stelle jenes abgetakelten getreten: die„Alten" und die„Jungen". Ja,»ver sind denn die„Alten" und wer die„Jungen"? Wodurch unter- scheiden sich beide von einander? Daß es„Alte"»»nd „Junge" dem Geburtsscheine»lach in der sozialdemokratischen Partei giebt, ka»m allerdings nicht geleugnet werden, sinte- malen nicht sämintliche Sozialdemokraten an einem Tage auf die Welt gekominen sind; aber haben die„Jungen" ein anderes Programm als die„Alten"? Aendert sich der Sozialismus mit dem Alter des Sozialisten? Ist z.B. das Marx'sche„Kapital" dem„Jungen" etwas Anderes als den» „Alten"? Geht bei einer bestinnnten Altersgrenze— sagen»vir mit Antritt des 30. oder 40. Jahres— eine wunderbare Veränderung, eine Art Transsubstantiation in dem Geiste des sozialdemokratischen Menschen vor sich? Vielleicht ist irgend ein fortschrittlicher Schlauberger NN Stand, uns die Frage zu beantworten. Und zu noaj größerem Dank wären»vir verpflichtet, wenn, man uns einmal einen„Alten" und einen„Jungen" auf den Tisch unserer Redaktion niederlegte, damit wir chemische, anatd- mische und physiologische Untersuchungen anstellen können. Die Kolvninlj'chnräl'nrev sind mit dein deutsch- englisch� Abkommen sehr unzufrieden, und diese Unzufriedenheit koinmr auch in zahlreichen Zeitungsartikeln mehr oder»veniger»»nver« blümt zum Ausdruck. Von einer Seite wird für die Abtretung des Wilulandes und der Somaliküste an England weiiigstens eine namhafte iilaterielle Entschädigung der deutsch- ostasrikanischen Gesellschast verlaugt. Dabei hat diese Gesellschaft für Witu noch keinen Pfifferling verausgabt, und ihr Fusionsvertrag mit der Witngesellfchaft hat noch nicht einmal die Genehmigung des Reichskanzlers erhalten. Von anderer Seite gehl man noch iveiter und verlaugt,»vie beispielSiveise in der Blünchener„Llllgemeinen Zeitung", daß der deutsch-englische Vertrag nicht ratisizirt werden soll. Zu der- schivärzestcn Drohimg aber hat sich die deutsche Kolonialgesellschast, Aötheiluna Berlin, emporgeschwungen. Dieselbe wollte zu Ehren der Rückkehr Wißmann's eiiien großen Festkominers veranstalten. Jetzt hat sie beschloffen, von dein- selben Abstand zu nehmen mit Rücksicht auf die„gänzlich ver- änderte Lage in Ostasrika, welche zu Freudenfesten keine Vera»»- lassung»nehr bietet". im die Ktimimmg der Dekgoländev zu erforschen, hm sich,»vie ein Spezial-Berichterstatter der Hamburger„Reform vom Freitag ans Helgoland berichtet, dort bereits ein ganzes Heer von Korrespondenten aus allen Gauen Deutschlands und hatte seine Pferde, zwei kräftige Rappen, mit wüthcnder Hand zurückgerissen; er fluchte was er konnte. — Donner Gottes, geben Sie doch. Acht, vermaledeiter Ungeschickter! Der Oinnibus stand jetzt still, die Menge mnringte den Verimmdetcn; zufällig befand sich ein Polizist zur Stelle- Der Kutscher schrie und wüthete noch immer. — Hat man jemals einen so sonderbaren Patron ge- sehen? Er stand da mitten in der Straße als ob er zu Hause wäre. Ich habe ihn angerufen und siehe: da ans einmal liegt er unter den Rädern. Ein Anstreicher, der in der Nachbarschaft beschäftigt »var, eilte jetzt hevbei und sagte dem Kutscher: — Schrei' doch nicht fo, ich habe Alles gesehen. Der gute Mann hat sich unter die Räder Deines Wagens ßc'' worfen, es muß ein rechter Narr sein. Es mengten sich noch Andere in das Gespräch, man einigte sich dahin, daß ein Sclbstinord vorliege, während der Polizist ein Protokoll aufnahm. In diesem'Augenblick kain Denise hinzu, sie neigte sich über den ohnlnächtigen,»nit bc- schmutzten und blutigen Kleidern auf dem Straßeupflastsr daliegenden Mann. — Großer Gott, es ist Herr Robineau! rief sie in schmerzhaftem Erstaunen aus. Der Polizist befragte sie sofort. Sie gab Nainen und Adresse des Verunglückten an. Dank der Geschicklichkeit des Kutschers hatte der Omnibus eine Schiveuknng gemacht,\0 daß nur die Beine Robineau's unter die Rüder gerathen »varen, doch war zu befürchten, daß beide Beine ge- krochen»varen. Vier Männer nahmen den Unglücklichen und trugen ihn in eine Apotheke der Line Gaillon, während der Oinnibus langsam seinen Weg fortsetzte. Denise»var Robineau in die Apotheke gefolgt. In Er- wartnng eines Arztes, der nicht sogleich gefunden werden konnte, erklärte der Apotheker, es sei keine unmittelbare Ge- fahr zu befürchten und es wäre am besten, den Verwundeten in seine Wohnung zn schaffen, da er in der Nachbarschaft ivohne. Ein Mann ging nach dem nächsten Polizeiposten, um eine Tragbahre zu holen. Denise hatte den guten Gedanken, vorauszugehen,»m» Maoame Robineau auf diesen fürchterliches ©nglmibg eingefunden. Der Berichterstatter der Hamburger r. f®™1" bezeichnet die Stimmung der Helgoländer in Bezug auf me Abtretung an Deutschland als eine deprimirte. Die Helgo- rander haben einen Hauptverdienst von der Beförderung der -passtigiere der Dampfschiffe auf Booten an das Land und durch me Fahrten zur Dune. Sie fürchten, das: die deutsche Regierung eine Brücke zum Anlegen für die Dampfschiffe und eine ebensolche sur Fußgänger zur Düne anlegen werde, womit die Bootsleute ihren Berdienst einbüßen würden. Zwei Drittel der Helgoländer wurden nach ihrer jetzigen Stimmung dafür votiren, bei England ä" bleiben, denn sie fürchten, ihr Brot zu verlieren und im •"KgSfall das Opfer der sich bekriegenden Mächte zu werden. Stellnna drv Uclfe»?nr Mlitiirvorlage. Das Organ vor Deutsch-Hannoveraner, die„Deutsche Bolkszeitung", nimmt entschieden Stellung gegen die Militärvorlage. Es ist jedenfalls em starkes Stück, so schreibt das Blatt, sein Ja zu der Borlage o zu begründen, wie es das Zentrum in diesem Falle thur.„Es ciastet sich unweigerlich niit dem Tadel, daß es aus Furcht und °czmungen annimmt, was es bei freier Entschließung veriveigert � Die Zentrums-Fralilion des Neichstaaes hat in der letzten «•raltionsfiizimg beschlossen, falls durch die Regierung eine Ver- wehrung der Dispositionsurlaubcr zugestanden wird, geschlossen lur die Militärvorlage zu stimmen. Die Miederaufnahmr der Reichstagssitzungen ist, wie cüe„Frs. Ztg." hört, erst Anfang November zu erwarten, ooch joii die Arbciterschutz-Kommission bereits einige Wochen früher im Oktober zusammentreten. Dir Urichstags-Ersatttvahl für den Wahlkreis Prcnzlau- Angermünde ist durch amtliche Bekanntmachung nunmehr auf Mittwoch, 2. Juli er., angesetzt. ., Ana Gbcrlchtesieu, 22. Juni. Wie vor einigen Wochen ose niederschlesischen Knappenvcreine, so haben sich auch jetzt die oberschlesischen Bergleute mit einer Petition um Einführung der Achtstundenschicht an den Reichstag gewandt. In der vom i' Innung Versuche gemacht worden, die zünftigen Meister zum Ein- gehen auf jene Forderung zu bewegen; vorläufig jedoch vergebens. — Dagegen nimmt der Streik der Heizer, denen sich nun auch die Matrosen anschließen, eine immer größere Ausdehnung an, trotzdem die Polizei bei dem geringsten Versehen mit großer Strenge ein- M-rettet. Die Rhedereien bieten alles mögliche ans, die nöthige Kjrllkanlattder. Der w i r t h s ch a f t l i ch e K r i e g zwischen Serbien und Oesterreich-Ungarn, welcher infolge der politischen Verstinnnnng zwischen beiden Ländern seitens Oesterreichs mit einem Schweineeinfuhrverbot gegen Serbien eröffnet wurde,.ist '-Al'.'".'.."cv" VJ jetzt auch von Serbien aufgenommen worden. Der serbische Mannschaft zu besc�ffem was aber von Tag zu �.ag schwieriger Flnanzminister hat angeblich zur Verhinderung der Einschleppung wird, namentlich seitdem die Heizer init der großeii� englischen �on Seuchen durch Einführung von kranlen Thiercn oder aus Seemann�-Unioii m Verbindung getreten sind. Die streikende» verseuchten Gegenden herrührenden Häuten angeordnet, daß rohe vnlangen eine Erhöhimg ihre- �agclohnes auf 00 jironen monat- Häute nur nach vorausgegangener ärztlicher Bescheinigung zur !;;LÄ.St flllbl ÄÄÄ»i-W"» s°--»-°ch WA, strationen der Heizer untersagt hat, so halten dieselben ganz eigen- thüniliche Prozessionen in Böten im Hafen ab, wogegen bisher nicht eingeschritten worden ist. Der Generalsekretär der Seemanns- Union, Wilson, wird hier erwartet, um mit den Streikenden direkt in Verbindung zu treten. Der Tag seiner Ankunft ist nicht genau bestimnit, weil man befürchtet, daß die Polizei sich seiner Person bemächtigen würde. ....... Einfuhr von Läuten auch..... die Zollämter in Belgrad, Eemendria, Schaoatz, Radujevatsch und Vrania gestattet sei. Amerika. Eine telegraphische Nachricht des'„Neuter'schen Vurealt's aus San Salvador meldet, Präsident General Menendez fei vor- gestern Abend am Schlüsse eines Erinnernngßbanketts an den vor 50 Jahren erfolgten Eintritt in Salvador und an die Niederlage der Partei Zaldivar plötzlich gestorben. Während der hierdurch hervorgerufenen Panik wären General Marcra und einige Andere getödtel worden, und General Earlos Czeta, der Befehlshaber der Truppen hätte die Führung der Geschäfte an sich genommen; im Uebrigen herrsche Ruhe.— Die Meldung ist sehr unklar. Ver- muthlich ist der Präsident General Menendez erschlagen wor- den, und ein neuer Prätorianer Witt die Herrschaft über die Insel an. Rio de sJ a n e i r o. 23. Juni. Die neue brasilianische .. Berfassnng ist vom Ministerpräsidenten Fonseca unterzeichnet und Englands, das Protektorat über Sansibar" zuübernehinen, sei der gestern Abend veröffentlicht worden. Der Inhalt derselben ent- iranchsischen Regierung mitgetheilt worden. Dem französischen spricht den von den brasilianischer ivnljfril..!. t-t. emrüt.!,------''——- London, Großkrttaunie«. 23. Juni. Unterhaus. Unterstaatsfekretär �ergussoii erklärt auf eige Anfrage, die Regierung sei nicht der Ansicht, daß das seiner Zeit zwischen England und Frank- reich getroffene Abkommen über die Unabhängigkeit Sansibars durch eine mit voller Zustimmung des Sultans erfolgende Ucber- nähme des englischen Protektorats über Sansibar irgendivie be- rührt werde. Weiter erklärte Unterstaatssekretär Ferguffon, die Absicht Minister habe aber diese Mittheilung noch nicht vorgelegen, als er seine auf Sansibar bezügliche Erklärung in der französischen sianlincr abgegeben habe., �, v„ Der Erste Lord des Schatzes Smith kundigte an, daß die Regierung die Bestimmung der Lokalsteuer-Bill, durch»velche die Sx-mM ff»»«rsa»■zssrsssst�&s� ***«»»mm..» t***.«;«> ksm zerstört. Die lange Arbeitszeit sei ein Hinderniß für die Hebung � L„ nr,, L. �•! iL___ 1.- J-.-i-T-_ O___ ü i< S.___ ....... hen Blättern am 30. vorigen Monats darüber gebrachten Mittbeilungen.— Die brasilianffche Regierung hat den aus spanischen Häfen kommenden Schiffen i gegenüber die Quarantäne angeordnet. Buenos-Ayres. 23. Juni. Nach hier eingegangenen I Nachrichten ans Entre-Rios dauert dort die aufständische Bewegung fort; die beunruhigenden Anzeichen mehren sich. y hl 3! r � e' � des Bergbau- und°Hüttenbetriebes, iveil der Ieo->nu°u„" � gewinnen könne, sich über seine Lklassenange- �cgenheiten zu rnformiren und deshalb univisiend bleibe. Bon brachte Geldsumme solle angesaiinuelt werden, bis das Parlament I über berci����VCioer��un��beftt��nie. auy eines Aus-I Der Antrag der..„...... schusse- wegen Fortberathung der de», Parlamente gemachten Bor- lagen in der nächsten Session desselben Parlaments wurde nach ...._______________-„ y. uiueu in vri.«ua�jicu vcncium Pnriailienlv wuroe den Beleaschaften der einzelnen Gruben und Hütten weroen gleiche �nnmt Debatte ohne besondere Abstimmung angenommen. Petitionen vorbereitet. Zur Zeit ist in Oberschlesten nur für»., etwa 10 pCt der Arbeiter die Achtstundeuschicht eingeführt. Atl litt tl df._ Paris, Montag, 23. Juni, Abends. Deputirtenkammer. Dubreuil von der Siechten interpellirt die Regierung wegen der Vorgänge in der Gemeinde Bieg im Departement Haut-Marne, wo unter dem Widerspruche der Bevölkerung Laienschulen ein- gerichtet worden seien. Der Minister Cvnstans erwidert, die Regierung denke nicht daran, mit irgeudwem Händel zu suchen, sie habe lediglich die Absicht, das Gesetz auszuführen. Eine von Dessaigne eingebrachte Tagesordnung, ivelche das Verhalten der Regierung billigt, und auf deren Festigkeit und Weisheit bei Ausführung der Schulgesetze rechnet, wurde mit 310 gegen 160 Stimmen aii genommen. Der Antrag des Bischofs Freppel, wonach ohne vorgängige gutachtliche Aeußerung des Munizipalraths die Er- richtung neuer Laienschiilen verboten sein sollte, wurde mit 221 gegen 205 Stimmen abgelehnt. Die„Estafette" läßt sich ans Genf über den„L.....", welchen die Pariser Polizei jetzt als Lockspitzel sucht, in Ueber- Eine Urrsa.nmluug de« Allgemeiue» ArbeiteRuneu- verein» sämmttichrr Ksr«f»Meige Zerlina«»>» Umgegend(Filiale I Moabit) tagte am 18. dS. MtS. im Saale des Herrn Jlgcs, Wilsnackersrrahe 63. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Herrn Millarg. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Um O'/i Uhr eröffnete die Be- vollmachtigtc, Frau Hierse, die Versammlung. Nach erfolgter Verlesung des Protokolls der vorigen Versammlung erthcilte die Bevollmächtigte, Frau Hierse, den, Herrn Referenten zu seinem Vortrage das Wort. Redner führte in seiner einstündigen Rede über die Volksernährung und das Volkseinkommen des Arbeiter- standeS aus, in welcher traurigen Lage und mit welch' geringer Lebenshaltung er dein Großkapitaliften gegenüber stehe, und Etwa ein'Drittel der Arbeiter hat zehnstündige Arbeitsschicht, der Rest arbeitet 12 Stunden.(!). Dresden. Zwei hiesige„höhere Staatsbeamte« Haben sich kürzlich„delikater Familienangelegenheiten wegen unt Pcholen duellirt, wobei der eine durch einen Schuß in die Brust schwer verletzt wurde. Es ist erstaunlich, mit welcher-.eichtigkcil diese „höheren Klassen" über die Staatsgesetze sowohl wie über das Menschheit-gebot:„Du sollst nicht tödten!" sich. b-nweg,etzen. ohne daß ein Hahn danach krähl. Und was bekommen tu Leutchen, ivenn sie wirklich einmal„erwischt werden. Ein paar Monate Festung. Wenn sich dagegen ein paar Arbeiter aus der Straße durchwalken und dabei irgend e,n Werkzeua anwenden, das ihnen das Prügeln erleichtert, so werden sie so hart als möglich bestraft und die Lokalblätter sind voller Entrüstung über „die Roheit des niedere» Bolls". Die Nolksvertretmig hatte, wenn sie eine solche in Wahrheit wäre, schon längst auf Anfhcbuiig der laxen Bestimmungen über den DueU-Mord drilMN muffen, damit den Herrchen aus den„höheren Ständen" die Lust vergeht, da- Volksgefühl durch solche Akte der Barbarei, wie sie das Duell dar stelll, augenfälligst zu verhöhne». Uebrigens ist der Ausdruck delikate Familienangelegenheiten", welchen die bürgerlichen Blatter mit Vorliebe anwenden, hochkonnsch. Undelikate Familien- angelegenheiten, das wäre die treffende Bezeichnung. Straffburg. 22. Juni. Die„Amtliche Strapburger Korre- spondenz binngl folg�ide Mmisterium für Elsaß-Lothringen«u,.v>-.sy,>, m-i vrn ruimcyen entledigte sich seines Bortrages zur volle» Zufriedenheit der An- bttüalick, der Paßpsticht nachfolgende Bestimmungen Studenten Boniben abgegeben, ihnen Geld angeboten hatte und niesenden in 1'.'-stündiger Rede. Darauf 10 Minuten Pause. S■"'................. s„Zentral- an, Tage ihrer Verhaftung verschwunden ivar Zinn zweiten Pnnkt wurde Herr Schlüter— ■........ Die„Oesterr. B olks-Zeitnng" bringt aus Paris über die dor- als Beisitzer gewählt. Im dritten Punlt tlgen N i h i l i st e n- B e r h a f t» n g e n einen Brief, der manche-~■ weitere interessante Ausschlüsse giebt. Danach waren es weder ivarum? Weil der Arbeiter ausgebeutet wird: das sind feie traurigen Verhältnisse des Proletariats. Darum ist jeder Frau zn- ziirnfen, fest mit dem Mann Front zu machen. Hierauf fand eine Pause von 15 Minuten statt. An der Diskussion betheiligte sich Herr Heidmann im Sinne deS Referats. Bei„Verschiedenem" be- lHeUigten sich Frau Lepke und Herr Sieckner. Zum Schluß machte Frau Hierse noch bekannt, daß am 26. Juni eine Generalversamm- ü____„„v I__ n.1— M— r-..,.--"■• einstimmungmit unsere» Informationen, melden, derselbe sei eint kl......— v..........——___ gewiss-r Landeisen, der sich als Kamerad der Russen Landesin\ de?V?ammlm der Lohnbe- wegung der verschiedenen Geiverkschaften herbeizuführen, wurde beschlossen, eine Kominisston zu wählen. Die Kollegen Brinkmann iliid M. Ahrendt wurden dazu destimmt. Ein Antrag betreffs Aushebung der Sperr« über die Hegermann'sche Fabrik wurde nach längerer Debatte gegen eine Stimme angenommen. Die Ansichten waren dahingehend- da die Bewegung verloren und die Fabrik von Streikbrechern besetzt ist, da außerdem in anderen Fabriken ein flauer Geschäftsgang eingetreten ist, soll den arbeitslosen Kollegen Gelegenheit gegeben werden. dort zic arbeiten ohne zum Streikbrecher zu werden und um den dort arbeitenden Streikbrechern keinen festen Platz zn überlassen. Eine Abrechnung des Hegermann'schen Streiks soll stattsinden. Zu öte- visoren wurden die Kollegen Maje», Platz und P. Ahrendt gewählt. Ein weiterer Eintrag, die Hamburger Zimmerer in ihrem 5iampfe zu unterstützen, wurde angenommen. Die Majorität stimmte für 100 Mark.' Es wurde bei dieser Gelegenheit mit- getheilt, daß wir für andere Gewerkschaften jetzt weniger thnn können, da wir für unsere Kirchheimer Kollege», welche seit 15 Wochen(ca. 240 Mann) im Streik liegen, alles aufbieten müssen, um diese zu», Siege zu verhelfen. Die Lage derselben hat sich jetzt günstiger gestaltet, da ca. 100 Mann von deir Streikenden bei einem dortigen Bahnbau in Arbeit getreten sind. Es wird nochmals aufgesördert, daß jeder seine Schuldigkeit thue und eine Mark pro Woche zahle, bis der Sieg errungen. Der aUgeu»eil»o Arbriterinnonvcrei» s ä m m t l i ch e r Berusszwoige Berlins und Umgegend, Filiale Osten, hielt am 16. d. M. in Seeger's Salon, Grüner Weg 29, eine Versammlung ab, irt der Herr W. Werner einen Vortrag hielt. Der Redner führt an, daß der Frau ihr Beruf im Haus- halt längst genommen sei, daß sie in der Industrie ebenfalls thätig sein muß, wie der Mann; solgedessen auch dieselbe» Recht? zu beanspruchen hat, wie dieser. Sie wird in allen Verpflich- tungen oem Manne gleich gestellt; sie muß ihre Steuern zahlen, so gut wie dieser, also muß sie auch dieselben Rechte fordern>vie der Mann. Redner führt ferner an, daß die Herren Kapitalisten sehr geneigt sind, den Arbeitern Moral zn predigen, selbst aber leider den richtigen Begriff der Moral nicht zu ver- stehen scheinen, indem sie ihre Nebennienschen stets als ein ihnen untergeordnetes Wesen betrachten, weil der Geldsack nicht bei Ihne» Pathe gestanden hat. Redner meint, ein wirklich mora- lischer Charakter hält seinen Nebenmenschen stets für gleich- berechtigt und pflanzt nicht schon in den Kindern den Klassen- haß. Es ivurde ferner bekannt gemacht, daß am 20. d. M. eine Generalversammlung stattfindet bei Scheffer, Jnselstr. 10, und daß am 7. Juli wieder von der Filiale Osten eine Versammlung stattfindet bei Seeger, Grüner Weg 29. Theater. Mittwoch, d e n 25. I u n i. Gpernhalis. Carmen. Scha«spiel>»aus. Der Sturm. Krrliner Theater. Hamlet. Deutsche« Theater. Der Richter von Zalamea. Friedrich-Mi lhelmstäM. Theater. Der arme Jonathan. Wallner- Theater. Mamsell Ni- tauche. Viktoria-Theater. Stanley in Afrika. Ostend- Theater. Heinrich Heine. Vorher: 1733 Thlr. 22Ve Sgr. Ketleatliaure- Theater. Der Nau- tilus. Kroll'v Theater. Der Barbier von Sevilla. Kaufmann'« Darietö. Große Spezialitäten-Vorstellung. Englischer Karten. Direktion: C. Anclress, Alexander- straße 27 c. Auftreten d.Liedersängcrin Frl. Stoiuov. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn •lonas. Auftreten des Komikers, Mimikers und Stimmen-Jmitators Herrn Götlicko. Auftreten der Geschwister Lor�og. Auftreten des musikalischen Reger- Klown Mr. de Volks. AMljsemnt Buggenliagen am MoritzplaSz. Täglich: Grosses GartetfConcert. Direktion A. Düdniann. Dienstag und Freitag: Valser-ktbolld. Vovbentags 10?kg., �tttt VV«jonn- und Festtags 25 Flg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren ölestaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Gxport-Aier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben WS auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. Müller. Variätö-Theater. (Hasenhaidc) Herrmannstr. 13— Neue Strasse 18. Sonntag, den 29. JuniziLgll: Koltzert, Theater, SpeziMte»- Varstellaag ilu!» Ball. Durchweg neue« Programm. Anfang des Konzerts 4 Uhr.— Der Vorstellung 6 Uhr.— Entree 29 Pf. Montag, den 30. Juni 1890: Der Postillaa m Muncheberg. Gr. Posse mit Gesang in 3 Akten und 6 Bildern. Anfang des Konzerts 6 Uhr.— Der Vor- stcllung 8 Uhr.— Entree 20 Pf. iT Passage l Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Aalser�panorama. Hervorrag. Sehenswstrdigk. d. Residenz. Eine Mauderung durch Pom. Eine bequeme Dhetureise. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Artistisch- Photographisches Atelier von Oarl Qraei'e, Prinzenstr. 11, empfiehlt sich Vereinen u. Privaten zur Aufnahme von Gruppen u. Portraits. Bei Landpartien bitte Bestellung durch Postkarte. 1716 Hiermit die Anzeige, daß ich das Nahiilaslhinell- CeM mii) ReparaLar- Werkstatt meines Mannes unter unveränderter Firma weiterführe, und bitte das bis- herige geschenkte Vertrauen nieines Mannes gütigst auch fernerhin auf mich zu übertragen. 2143 Hochachtungsvoll Emma kranke, Saarbrückcrstr. 6. Hasenhaide Ansstellungs-Fark. 2153] 16 Kiugcboreuo aus dem Kitui-Lande. Vorstellung und Produktion von Nachm. 4—9 Uhr Äbds. stündlich. ES OasiksagtäMga Allen Freunden, Bekannten und Genossen für die rege Theilnahme und reiche Kranzspende bei der Beerdigung meines Mannes, des Nähmaschinen- Fabrikanten kirnil Franke, derFirma G. Ncidlinger und dem Arbciter Ge- sangvcrein„Nord", den beiden Vereinen der Metallarbeiter und dem Weißen- seer Verein, und ganz besonders Herrn Gast für die trostreiche Rede am Grabe meinen herzlichsten Dank. Gmma Franke und Tochter. Freunden und Genossen empfehle niein Mehl- nni) Vorkost-Wast, verbunden mit itintraii!, Coli mi> Ml«. Auch sende ich Milch und Dnck- waaro frei ins Hans. 2149 H. Furann, A d a l b e r t st r. 30 i. Keller. Mm MM. lZerg8olil0!Z!Zdranere!, nasenliaiSe. Heute, Mittwoch,| Kinderfest mH® ptgeS�' Iiegendockgespmm. Nachm. Gr- Concert und Specialitäten-Vorstellung. Puppentheater. Staugenklettern. Weltrennon. Soubonregcn. Festzug. ß«ttte lä M., 10 Iii MO»-, Änd-. Wer-«. Kriqs-Küewert. Eroberung v. Kilwa, unter Mitwirkung v. Negern, Matrosen, Arabern sc. Kekamrtmachung. Auf Grund des Gesetzes vom 1. Mai 1889 sind die Listen der den einzelnen eingetragenen Genossenschaften angehörigen Genosse,: dnrch unS aufgestellt worden. In Bezug aus folgende Genossenschaften: 1. Vereinsbäckercien in Deutschland, Eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht, 2. Vereins-Baugesellschaft in Berlin Nord, Eingetragene Genossen- schaft mit unbeschränkter Hastpflicht werden nunmehr hiermit a. diejenigen Personen, welche zwar in den Listen aufgeführt stehen, aber behaupten, daß sie am 1. Oktober 1889 nicht Mitglieder der betreffenden Genossenschast gewesen seien, oder daß ihr Ausscheiden nicht richtig in die Liste ringe- tragen worden, sowie b. diejenigen Personen, welche in den Listen nicht ausgeführt stehen, aber behaupten, daß sie an dem bezeichneten Tage Mitglieder einer dieser Genossenschaften gewesen seien, aufgefordert, ihren Widerspruch gegen die betreffende Liste binnen einem Monat schriftlich oder zu», Protokoll des Gerichtsschreibers zu erklären. Die gestellte Frist beginnt mit dem Tage, an welchem daS letzte der- jenigen Blätter erschienen ist, die diese Bekanntmachung enthalten. Nach Ab- lauf dieser Frist ist für die Mitgliedschaft am 1. Oktober 1889 und für das Ausscheiden in Folge vorher geschehener Aufkündigung oder Ausschließung der Inhalt der Liste maßgebend. Einwendungen gegen die Liste bleiben den vor- stehend bezeichneten Personen vorbehalten, sofern sie in Gemäßhcit desselben den Widerspruch erklärt haben oder hieran ohne ihr Verschulden verhindert waren und binnen einem Monat nach Beseitigung deS Hindernisses den Widerspruch schriftlich oder zu Protokoll des Eerichtsschreibers erklärt habe». Kerlin, den 7. Juni 1890. KöniglilhkS Mtsgerilht I, Airtheilttiig 56 K miEa. Allgew. Arbeiteriimenverein sämmtlicher Berniszweige Berlius und Umgegend. Donnerstag, 26. Juni, Abends SVa Uhr, iu Scbeifer'c Salon, Insclstrasso 10: AchrgckMlhe Ceuml- Lechmüllliilg. Tages-Ordnung: Aufnahme neuer Mitglieder. Statutenberathung. General-Disknssion. Vereinsangelegenheitcn. Verschiedenes. 2142 Die Mitglieder werden auf§ 3 unseres jetzigen Statuts aufmerksam gemacht, ebenfalls ist das Mitgliedsbuch bei dem Eingang zur Versammlung vorzuzeigen. Neu eintretende Mitglieder können vor der Versammlung auf- genommen werden. Um recht zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung siimtl. Zimmerer Lttl. am Dannevstag, den 26. I«»i, Al-enda 8V2|(l)r, tu Biflay's SaSon, Vcuthstr. 22. Tages-Ordnung 1. Stellungnahme zur tientral-Streik-Kontrolkvinmission. 2. Revisorenwahl. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Zimmerers, w erscheinen. 2130 rr Velellrn-Auol'chnll. Gr. öjfeiltl. Stmmch-BersiiMlw am Freitag, den 27. Juni, Abends 8 Uhr, in Domack's Salon. Johannisstr. 20. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung vom Bunzlauer und Wiesbadener Streik. 2. Abrechnung vom 1. Mai. 3. Verschiedenes. Es wird gebeten, sämmtliche Quittungen mitzubringen. 2140_ Ter Einberufer: A. Eempel, Steinmetz, Müllerstr. 3, III._ Freie VereichW her Glllvaniseure uO VerüstzeüOil.. Donnerstag, 26. Jani, Abends 8 Uhr, in Fenerstein's Salon, Alto Jakob str. H- General- Versammlung. Tagesordnung:_ 1. Kassenbericht. 2. Bericht der Revisoren. 3. Wahl eines Kassirers. 4. Wahl der Rechtsschutz-Kommission. 5. Wahl der Bibliothek- Kommission. 0. Vortrag des Kollegen Knippel über den Nutzen der Vereinigung� 7. Diskussion, Verschiedenes, Fragekasten. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen. 2143 Irr Uorstnnd. Achtung 1 Maler, Anßreilljer il«h nemallhte BerOgezlch'kn. Donnerstag, den 26. Juni, Abends S'/e Ubr, bei Feuerstein, Alte Jakobstrasse 75(oberer Saal)t Große öffentliche Versammlung. Tagesordnung: I. Vortrag des Reichstagsabgeordneten I.■ßntljtte. 2. Diskussion. 3. Endgiltiger Bericht der Revisoren vorjährigen Streikfonds. 4. Verschiedenes. Sämmtliche Maler und Berufsgenossen müssen zur Stelle sein. 2145 Der Einberufer. Znr gest. Heachtung! Sonnabend, den 26. Juni er., N. Stiftungsfest des.Gesangvereins Lorbeerkranz im Etablissement Elystnm, Landsberger Allee 39/41, verbunden mit großem llarten-lloucert und Lall, zum Besten des arbeitsunfähigen Webers Hrn. Pllkon- roth.— Billets ä 20 Psg. sind bei sämmtlichen Mitgliedern und in den»ut Plakaten belegten Handlungen zu haben; an der Kasse 25 Psg. 2144 Die Kasseeküche ist geöffnet. Abends 10 Uhr Kinderfackelzug. Alle Freunde und Gönner ladet-freundlichst ein Das Fest-Komltoe, Zahnärztüche Poliklinik, Chausseestrasse la. Meine Poliklinik für Zahnleidende ist«vochrntäglich von 6— 10 Uhr Vor- mittags, 12—1 Uhr Mittags, 4—6 Uhr Nachmittags geöffnet. Kehandlung und Zahnziehen unentgeltlich. Für Plomben»nd künstl. Zähne werden dieselben Beträge berechnet wie im Universitäts-Jnstitut. 2054 _ Dr. Erich Richter, avvrobirter Zahnarzt. Zur Gründung eines Vereins, ge- nannt der 2123 „Kangettbilaner", lade ich alle Langenbilauer zu einer näheren Besprechung auf Sonntag, den 29. Juni er., Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Heuseldcr, Frncht- straße 54, ein. L. Gutsch, Die Wer deS Westens und Schtinebergs, ivelche gewillt sind, an einer Familien- Landpartie theilzunehmen, werden er- sucht, Sonntag, den 29. d. Mts., Vor- mittags 10 Uhr, sich im Königshofs- Garten zur näheren Besprechung ein- zufindeu. 2>39 O. G. N. Achtung! Unterzeichneter empfiehlt den geehrten Parteigenossen seine selbstgefertigten MkM' Ziugbarenonikas, pro Strich von 3—60 M.: außerdem empfehle alle ins Musiksach ein- schlagende SlrtikclalvVeige», Zithern, Mnudharmonikao u. s. w. nur in guter Waare. 2153 Bei Bedarf obiger Artikel bitte die geehrten Parteigenojjcn mich unterstützen zu wollen. Händler erhalten Rabatt. Versandt franko gegen Nachnahme. Achtungsvoll IL R. ftiass, Accordeonfabrik, Brunndöbra bei Klinge nthal. Freunde und Bekannte, sowie die Leser dieses Blattes ersuche ich, da icy das bisherige Zeitnngsaustragen infolge einer Krankheit nicht mehr besorge» kann, mich in meinem jetzigen Unter- nehmen, Wäsche zn Hause zu wascken und zn plätten, freundlichst unterstütze» ju wollen. 2146 'F�n�Öt�r�M�Mlst�TU�lmst Freunden und Genossen empfehle iÄ meine 2134 Stickerei. AufVerlangen liefere ich meine Back- waaren ohne Preiserhöhung ins Haus- A. Caildlncp, CöMechrüjje Nr. 68. Hiermit warne ich Jeden, meiner Frau V/ilbelniine geb. Tbunat auf meinen Namen etwas zu borgen, da ich für nichts aujkoiume. 2152 Heinriok Stieber. Restaurant besond. Umstände halber billig zu verkaufen Georgenkirchstr. 14. Ein Cigarrengcschält ist zu verkausen- Näheres Wassorthorstr. 20. 1220 Platinabiälle, wie Draht ans Glüh- lampemc. kauft Dergvita,Dragonerftr.27. Schlafstelle verui. Lange, Neichen- bergerstr. 177. 213' Schlafstelle 1 od. 2 Herren b.KubiV, Kreuzbergstr. 9, Quergebäude 111. 2131 E. Schlafstelle Waldemarftr. 16, 4 Tr. l. Arbtitslsartt. Tüchtige Arbeiterinnen a. d. Hanse auf Knabensachen verlangt Plariin, Wlenerstr. 17, part. 2133 Die nachstehenden, uns bezw. dein„Berl. Volksblatt" zugegangenen Erklärungen bringen wir hiermit auch unsererseits zur öffentlichen Kenntuiß: 1. Nachdem in Bezug ans unsere Forderungen eine Einigung mit den Arbeitgebern erzielt worden ist, erklärt die Lohnkommission der Vranergesellen von Berlin und Umgegend den Ausstand für beendet. Iie LchiikMUilssi'öil kt MuerzesM m �erlitt nxl Umgegexh. 2. Laut Beschluß der Votksvevsammlnng voin 19. Juni 1890 im Saale der„Brauerei ErwArishsham" erklärt die Lvkalkommission den Bierstreik und Berlin, den 23. Juni 1890. Boykott für Lereiit her Brailtreitil Berlik nni) kr Verantwortlicher Redakteur: Ene-t Saalre in Berlin. Druck und Verlag von Mar Zading in Berlin S\V„ Beuthsiraße 2. Hierzu zwei Dkilage». Berliner Nr. 144. Mittwoch, den 35. Juni 1890. Jahrg. DÄVlQnreZrksbnVichke. Deutscher Reichstag. LS. S i tz u n g vom 24. Juni. Eröffnung 12 Uhr. n, � f der Tagesordnung steht zunächst die dritte Bernthung des "»chtragsetats für Ostafrika. .«kaatssekretar t». Marschail gedenkt des jüngst getroffenen i�»r. omm?� mit England. Ueber einen Punkt desiclben tHeigoiand) sei noch die Entscheidung des englischen Parlainents 'Zu-varten. Te-Hnlb, so lange die Unterhandlungen noch nicht g abgeschlossen seien, sei es erwünscht, daß das Ucbcreinkoni- "M England heute nicht zur Erörterung gc- j? n? r. Ter Vertreter der verbündeten Regierungen würde sich �asalls an einer solchen Erörterung nicht betheiligen können. >?,.>!" �'e Entscheidung in England getroffen sei» werde, dann eroe auch die Stegiernng hier mit einer Vorlage an den Reichs- 'sg treten. Wann, das stehe noch dahin, vielleicht aber noch in Sessiou. Man könne uni so eher auf eine Diskussion ver- ilchten, als das Abkommen die sinanziellen Grundlagen des Nach «rageetats nicht berühre. Ohne jede weitere Diskussion wird der N a ch t r a g s e t a t °eflnitiv genehmigt. d» folgt die zweite Lesung der Vorlage betr. die Frie- enspra senz stärke. Die Kommission beantragt, den unverändert anzunehmen. „®on dem Abg. Rambrt'grr und Genossen liegt ein Antrag b-. r den Z 1 einen 8 la einzufügen, den Artikel SU ä. lsoerfassnng dahin abzuändern, daß die Verpflichtung zum Dlenst in den, stehenden Heere bei den Fußtruppen-fortan I>ch nur auf zwei Jahre erstrecken soll. tm.• tn Zweiter Antrag Bamberger will Annahme einer Rc- qi tiSl1 dahin, daß die Vorlage nur für die Zeit bis zum J. ijiarj 1801(statt 1894) beivilligt werde und daß von da ab ��ievenspräsenzstärke alljährlich durch den Etat festgestellt m.. Debatte wird eröffnet über ß 1, den Zlntrag und die cesointlon Bamberger und die vier von der Kommission bean- lragten Resolutionen. Nach kurzem Referat deL Abg. Graf Ziollbrrg führt in-p Ä'»"'llcrt aus: er stimme dem Referenten darin bei, daß Deutschland Niemand an Eroberungen denke. Die Deutschen eu. friedliche Nation und wollen in Ruhe gelassen werden. bas Bedürfniß, zu erhalten, was sie haben. Es ***(. l?.1 daher überhaupt nur darum, zu benrtheilen, was ruh."*"£■ sei, um zu diesem Ziele zu gelangen. Noch mehr Hu- bnti y-■■ Erklärungen des Kriegsministcrs in der Kommission, Vorkn)�>igea des Schatzsekretärs hervorgerufen. Diese ganze i«! ganz unerwartet gekommen, ganz unerwartet in pJit™ �°annersession. Allein drei Nachtrags-Etats in dieser i c-�??de»l der frühere Reichskanzler früher sogar zwei- 1 fiir möglich erklärt habe.' Diese Fülle von Stach- Anfria s?? v e ja viel niehr zu Erörterungen und Erwägungen vo„ ordentliche Etat! Weshalb sei man mit dieser Fülle und"icht schon beim ordentlichen Etat gekommen, Käst.., rJ�ch' schon vor den Wahlen?! Er sei mit dem leb- t Ainnsche in die Verhandliiiigeii über die Vorlage ringe- «recen, es würde ihm möglich«verde», im Verein mit seinen Freunden ihr zuzustinunen. Er habe bestimmt geglmibt, die Rc- B'«rui-.g«rerde, nachdem sie mit so abnorinen Forderungen an de» Reichstag herangetreten,»nn auch zu Kompensationen bereit sein. «o viel stehe feg, die letzten Wochen und Monate hätten gezeigt, daß die Septennatsfrage vor drei Jahren nur aufgebauscht«vor- den«var, uin eine der Regierung unbequeme Majorität zu bc- seitigen. Für ih» und seine Freunde,«oie überhaupt für die oamalige Atinorität bringe die Gcgenivart eine traurige Genug- thuung. Sei doch daS Septennat gegenivärtig völlig in Stiiae gerissen! In Stücke zerrissen durch die Regierung selber. Er habe die Hoffnung, nach diesen Vorgängen«rerde stch Niemand mehr stnden,«veder hier im Reichstage "och im Volke, der künftig noch einmal ein Septennat für noth- Mendig halten und zur Grundlage solcher Angriffe gegen A«iders- senkende machen werde. Ihm selber sei von dem Abg. v. Kar- oorff vorgehalten worden» daß er ja selbst 1684 für das Septen- gestimmt habe. Ja, damals habe es sich aber um die Frage gehandelt, ob Septennat oder Aeternat! Ueberdics habe er da- "»als fünf Jahre beantragt,«vas leider vom Reichstage abgelehnt forden sei. Das Verlangen nach jährlicher Festpellniig der -Präsenzstärke habe damals dem Reichslaiizler Anlaß gegeben, o°n„Parlamentshcer" zu sprechen und von parlainentarischcr -Rachtsrnge. Auch noch die Konservativen hätten in der gegen- hurtigen Kouunission von Machtfrage gesprochen. Aber das sei unberechtigte preußische Reminiszenz ans der Konfliklszeit. Das Volk«lud die Aolksverlretnng seien doch nicht nur dazu da, hosten zu beivillige», es müsse denn doch auch,«venn es Lasten Men solle, auch Rechte haben. Das Nichtigste«väre.«venn der Rillitär-Etat ebenso behandelt werde,«oie der Marme-Etat. Auch die parlamentarischen Krisen würden dainir nicht zu- son- oern abnehme». Er habe,«oie gesagt, geglaubt, die Regierung 'virde es jetzt als ihre erste Pflicht betrachten, in °.leser Beziehung jetzt, bei friedlicheren Verhältnissen zwischen Re- ölerung und Volksoertrctnug, nachzugeben, l'lnd cc bedauere, daß 5'e- nicht zu geschehen scheine. Er bedauere, daß man diesen �uegleich abiveise, und daß man dadurch vor aller Well die Der- "etung des Deutschen Reiches als eine solch« hinstelle. man diese Forderung der ziveijährigen Dienstzeit erfüllt sehe. Die I nationalen Schiedsgerichts ist von uns mit aller Sympathie be- Regierung freilich habe dieselbe abgewiesen, wie sie ja bei allen grüßt worden. Daß die Ausführung solcher Anträge nicht so bisherigen Miluäroorlagen jede Kompensation' habe. Er«volle nicht noch näher auf d gehen, da einer seiner Freunde deren wirths._. I... noch zu erörtern gedenke. Nur eines noch müsse er sagen, zu schwärmen,(Heiterkeit), aber seine Anregung«vird nicht von Ein Vertreter der Heeresverivaltnng habe die Kasernen der Tagesordnung verschivinden, übrigens ist Bonghi bester als Ferienkolonieen genannt,' wo der Soldat«ver«veip«vie genährt Crispi.(Heiterkeit.) So lange aber diese Pläne nicht erreicht «viirde; nun, auch darüber«verde man der Volksvertretung wohl sind, müssen«vir alles für die Sicherheit des Vaterlandes thrni. zutrauen, daß sie ein wenig Bescheid wisse. Nedner geht dann auf Das unermeßliche Rußland rüstet mit aller Energie«md«venu die finanzielle Lage ein. Während Frankreich in de» letzten vier Jahren sein Militärbudget herabgesetzt habe, steige dasselbe bei uns rapid. Herr v. Maltzahn sage nun,«vir brauchten unS um die Teckuug des künstigen Mehrbedarfs von 60 Millionen jetzt noch nicht den Kopf zu zerbrechen. Das sei ein Standpunkt, dem nicht beigepflichtet«Verden könne. Rechne man die indirekten Stenern und die Belastung durch die Zölle mit ein, so sei der deutsche Steuerzahler mehr belastet, als irgend ein anderer. Wir zahlten sogar an Steuern und Schutzzöllen mehr, als das reiche England. Dieses Hube ein Einkommen von 12Vs Milliarde», wenn man nur die Einkonnuen von 3000 M. ausivürts rechne, «vir in Teutschland hätten dagegen nur ein Einkonnuen von 2 Milliarden, selbst«renn man die Einkommen von 2000 M. es mit Frankreich zusammen uns den Krieg bringt,«vürden wir bei den größten Anstrengungen nur gemeinsam mit Oesterreich und Italien bestehen können. Die linke Seite verlangt alljährliche Bewilligung und ziveijährige Dienstzeit. Tie erste Bedingung hat die Regierung kategorisch abgelehnt j«vir werden sie fort- gesetzt verircten und auch durchsetzen, aber zur Zeit können wir unsere Zustimmung davon nicht abhängig inachen. Die ziveijährige Dienstzeit fordert die Mehrheit des Volks mit elementarer Geivalt, der Lieichstag muß für sie entschieden eintreten, kann aber auch sie zur Bedingung der jetzigen Beivillignug nicht machen. Die Regierung möge bedenken, daß das Volk die zwei- jährige Dienstzeit fast einmüthig verlangt.(Widerspruch rechts). Fragen Sie nur Ihre Wähler. Wir unserer- seils verlangen von der Regierung eine kurze bündige Er- aufivärts rechne. Und trotzdem sei unsere Belastung.........».......» v...v-,»»<.><«>-«"■- an Steuern und Zöllen eine größere, als in England. Und klärnng, daß sie durch Vermehrung der Königsnrlauber Erleichte- dabei sei hauptsächlich das kleine Einkonnnen am meisten rungcn eintreten lassen«vird.(Lachen links.) Die Regierung hat durch die Zölle belastet. Trotzdem spreche der Staatssekretär uns mit voller Offenheit und Loyalität ihre weiteren Pläne dar- von Malhahn kein Wort von Beseitigung der Ausfuhr- gelegt. Tie Ansführnng dieser Pläne«viirde eine nicht zu prämien ans Zucker und Branntwein, und von den Getreidezöllen tragende Last ans das Volk legen, sie müssen ein für alle Mal sage derselbe, an deren Aushebung sei nicht zu denken! Gambetta anigcgeben«verde». Diese Darlegungen sind späier in der Korn- habe s. Z. gesagt: Die Deutschen haben uns mit de» Waffen bc- mistion dahin eingeschränkt worden, daß nur Erivagungen dar- siegt jetzt«verden«vir sie mit unseren Finanzen besiege»! Damals über stattgesnndcn haben, Beschlüsse nicht vorliegen. Wir haben habe man über das Wort Gambetta'S gespottet. Aber jetzt— es für nölhig erachtet, gegen diese Pläne cinc:« formellen, klaren wie stehe es in der That mit unseren Finanzen! Man solle doch Protest zu erheben. Wir verlangen die Ausstellung eines festen nicht vergessen, daß zur Kriegsiihrnng auch gute Finanzen gehören. Progralinns>ür die Zukunft, um die Grenze bestimmen zu können. WaS habe man nicht früher für Verheißungen gemacht, da habe In diesem Sinne haben die Resolutionen einen hohen Werth. eS geheißen, ans den Kornzöllen sollten nicht nur die Reichs- Man sagt, der Windthorst sei alt geworden.(Heiterkeit.) Nu». -•■■■■■•.....-' stnrtts- das ist nicht der Grund meiner Zustimmung, sondern lediglich meine Vaterlandsliebe. Wir sind keuicSivcg» unkonsequent gewesen. Jederzeit bemühte»«vir uns, die Forderungen herabzu- 'ehe»;«vo aber die Stothivendigkeit uns dargelegt«vnrde, haben »vir jeden Mann und jede» Groschen bewilligt. Wir«vollen nach unser«» Programm die größte Sparsamkeit«valten lasse», außer«vo es sich um die Ehre und Wchrhasligkeit des Landes handelt. Auf der anderen Seite sind«vir ja für einjährige Präsenzfesisetzung und ziveijährige Dienstzeit. Wir stimmen daher für die Vorlage mit den Resolutionen. Wir stimmen nicht für die dazu gestellten Anträge; aber die Differenz liegt nicht in der Sache, sondern in der Form. Der Antrag, betreffen» die zweijährige Dienstzeit ist eine Verfassungsänderung und da- her in dieser Korn» nicht zulässig.»Ich habe die Ueberzcugung. daß, wenn unsere Wähler sehen, wie die Sachen liegen, sie unsere Haltung verstehen«verden.(Beifall in« Zentrum). Reichskanzler w. Enprioi; Gegen den materiellen Inhalt der Vorlage, die nothivendige Verstärkung des Heeres, die Aenderung der Organisation desselben habe ich keine Eiuwen- düngen gehört, auch vom Abg. Rickert nicht. Dies hat mich mit uin so mehr Freude und Befriedigung erfüllt, als ich im Namen der verbündeten Regierungen zu erklären habe, daß dieselben niwt gesonnen sind, von den Forderungen der Vorlage abzugehen, und ebenso«venig gesonnen sind, die zu der Vorlage gestellten An- träge anzunehmen. Nach den klaren Darlegungen des Herrn Windthorst über die Vorlage kann ich mich der Kürze be- fleißigen, die er mir zur Pflicht gemacht hat. Herr hat zivci Einwendungen gegen die Vorlage gemacht, hat die Hohe der Kosten besprochen und gefragt, ausgaben bestritten werden, sondern ivomöglich auch die Staats- ausgaben. Und die. Resultate 1 Herr von Maltzahn stellte neue Stenern in Aussicht! Derselbe möge nur erst mir den Details seiner Steuerpläne herauskommen. Dabei stürzen wir niis in immer neue Ausgaben, selbst für weitgehende koloniale Zwecke. Da«»üsse er doch endlich sagen: bis hierher und nicht «veiter! Wir müßten endlich einmal einen starken, seste» Finanzplan haben. Ueberall sei ja überdies das Friedens- bedürfniß groß, in allen Ländern. Er meine nicht, daß «vir jetzt in Deutschland abrüste» sollten. Aber«vir müßte» doch ivünschen, daß endlich einmal mit Ausführung der ' riedlichen Ideen,«vie ihnen jüngst auch sogar ein österreichischer Kriegsminister Ausdruck gegeben habe, ein Ansang gemacht «verde. Es bestehe da nur eine Gefahr, daß die Regie- rungen nicht aufhörten, zu rüsten. Nehme daS«licht ein Ende, dann bestehe die Gefahr einer endlichen Verbrüderung der Massen, von der man ja den Ansang schon sehe! Dieser Gefahr kann ►vhuT«iprm i�it» Nicht geioühm« könne,«� sonst überall, den Bol�erkzmgn. Sew'ikvt movito Sem Antrag, betreffend die jährliche BewuUgung, h. Kompeusations-Forderung, sonder» eine natürliche For >g f'Ng«in Interesse sowohl des Landes, wie auch der Armee. v J'reiteii müsse er ausdrücklich die Richtigkeit einer Andeutung auch mim e er unsiuuuuui>->-•-••-»--u— eine« KriegSminisiers, daß das Septennat ein Kompromiß gewesen '?>..und dal- Manaels einer Einigung zwischen �iegiermig und ■'..'""d daß Mangels einer Einigung feit-,%e,r,'retun9 derKaiser befugt sei, ganz allein die Friedenspräsenz «..-» stellen. Der Kaiser sei nach der Verfassung thatfächlich nur aber im Rahmen 5» ver nur der Reichskanzler habe jene falsche bet' ,„ im Reichstage vertreten. Er hoffe bestimmt. Zur a> Reichskanzler«verde sich dieselbe nicht aneignen. Und iv�runduug der Vorlage«verde auf Frankreich verivieseu -Rund. Aber wenn nun der Wettlauf ■im—• s wen» auch in diesen die neuen 1,"»"PUIUV.•wv*»*»'--- v rtirrf, »"den Ländern von Neuem beginne, u»d, fc Plane des fwrn Krisaßminiiters zur Durchführung tzUange«, j �ivri- Kriegsministers 0 Zettln?? doch nicht reich genug, um...—._ «listf,."11!""fzumacheit. Wir haben alles Vertraucii zu den tech- itttg" Eähigkeiteu der Kricgsverwaltuug und zu'"'" �eichq« don der Nothiveiidigkeit ihres Vorgehend Rech«,, 9 wiederum habe die Ausgabe, auch der fiilaiizieur»«.-»e Lejst,„,"9.. tragen, Rücksichten zu nehmen auf die sinanzielle liche Ulahigkeit des Volkes, die ßnanzielle und die wirthschaft- das' h,.,.r'i Technikern der Militärv.'rwaltung zum Trotz habe Tienßi«/ palk die feste Ileberzeuguug, daß es des dritten . dicht bedürfe. Man frage»lur deii Bauer, wie er aver denke. Das deutsche Volk werde nicht bis in alle Ewigtell dieie» ihrer Ueber- Aber der ablassen, bis es mir vorgebeugt werden,«venn die Regierungen zum»venigsten Kompensationen zugeständen zur Entlastung der Massen. Ich hatte nach meiner ganzen Vergangenheit gern für die Vorlage ge- stimmt. Aber die Regierimg hat seit Jahren auch die geringste Erleichterung abgelehnt; desivegen»uiissen auch«vir jetzt sagen: bis hierher und nicht«veiter! Fortsetzung der bisherigen Militär- Politik ist ei» Ding der Unmöglichkeit— ich«verde daher mit meinen Freunden gegen die Vorlage stimmen.(Beifall links.) Abg. Dr. MindtHovst(Z.): Ich bedauere es mit dem Vor- redner, dnß nian die Vorlage erst im Hochsommer eingebracht hat. Man halte sie schon im Januar einbringen können; man hat es aber nicht gethan,«veil man ihren Einfluß ans die kommenden Wahlen fürchtete.(Hört, hört! links.) Ich bin mit dem Vorredner einversta,:- waruin die Vorlage gerade jetzt vorgelegt'sei" Lst-rr Nickert"wA,«t' den. daß dieFordcrüngen„n höchste» Grade bedauerlich»nd und gäbe es könne noch gewartet«verde». y«,sr kann ,ck, n r das Bilk vieles darum, wenn«»an sie ablehnen könnte, denn diese Mehrsvrdc- wieder brauchen, das ich schon einmal anaeiuaiidt kab- M-«« rnng a,. Nienschen und Geld wird schwer au der Bevölkerung Jemand sich einen Blitzablc.ter an chaffen«4? ch o könnte v Te r-chen. Die t.ejgehende Bewegung«in ganzen Lande, namentlich Ausgabe ja noch ein Jahr verschieben wenn ibm d� Garant- in den süddentschen Kre.sen, d»e Zeitungen, die täglich n.assenhast dafür gegeben-verde» könnte, daß der«volkenlose Himiiwl b s einlaufenden Knndgebunge» bewei>en, wie schwer schon jetzt der ubcrs Jahr andauert. Trotz der aiinstiaen vo ti chm. �aar bin Druck euipiunden»wird. Tie Angriffe der Preise«verde» mich ich nicht im Stande, vorderznsaaen«vie lana! Nor n«ut.-c,ü» «lnd meine Freunde aber nicht abhalten, lediglich der Pflicht zu Himmel wolkenirei bleibt und deshalb bin ick der Lianna folgen. Man hat mir besonders vorgeworfen, daß ich plötzlich>n Blitzableiter muß sofort angeschafft werden irfOia i rh fs« Rickert er kannt. Wenn maii hierher kommen«vill niit dem Vorsatz, unter allen Unistände» und zu allen Vorlagen Nein zu sagen, dann brauchte man gar nicht hier zu sei». Meine Freunde haben es sich zur festen Ausgabe gemacht, die Regierung zu unterstützen, wo sie Recht hat, und sie mit Energie zu belli»ipsen,«vo sie llnrecht! den'leitenden Minister hat. Man hat es«nir zu Gemürhe geführt, wie es möglich sei,■ ...... irchlichen« Finanzlage des Reiches und der Einzelstaatcn gew!l,»scht hat. mache ich mir völlig zu eigen. Eine derartige Uederewstimmung ist auch einer meiner sehnlichsten Wünsche. Eine andere Aeuße- rnng aber des Herrn Windthorst hat mich betrübt. Er hat über den leitend?» Minic»»,- eines Ulis befreundeten Staates eine ab- fällige Aenßernng� gemacht. Ich halle es in dem Augen- �/--XJ' V»I» Will „ ker Revicrnna entaeaeiilonimen, obwohl sie auf kirchlichem vlicke, in welchem Sie über eine Vermehrung des Heeres berathen, W.iet wie kiirz vorher bei der Spcrrgeldervorlage im Abgeord- uichi s.ir angebracht, an den Bündnissen mit besreundeten i.e»,,hmife ll>z bettia bekänipit hat. Es hat uns allerdings große Staaten,«velchen ,v»r treu zu halten gesonnen jind, zu rütteln. mw.«> d lleberwinduna gekostet, um trotzdem das zu thnn. was Das Bi-ndniß mit Italien«ollrde freilich auch weiter bestehen, � Et Wenn«vir aber auch als Stiefkinder behandelt sind und«venn der gcgemvärtige leitende Minister Italiens, was Gott , m'ä.It.«erben müssen wir doch dasjenige thnn,»vas recht ist verhüten»volle, von seinen« Slmte zurücktreten sollte. Aber kein . Reiten' des Baterlandes auch für die, welche uns schaden, anderer Italiener kann uns persönlich eine solche Bürgschaft für zum-o I.-...............•- die Ausrechterhaltung des Bündniffcs geben, als gerade� Herr zum Besten oes Baienanoes ancy j-ir oie,»vetche uns Was erfordert die Unabhüngigleir und Sicherheit des Bater- landes V Alles Andere muß vor dieser Frage zurücktreten. Sorgen «vir, dnß zunächst daS geineuisame Vaterland vertheidigt«vird, unsere Streitigkeiten können«vir in diesem Vaterhans in Ruhe ansfechten oder uns vergleichen. Nach sorgfältigster Prüfung habe ich mich von der Nothiveiidigkeit der Forderung überzeugt. Die Wvtilspvit» tff im? 1 1(i-Kiittpvlni ormmv nTS>,ia ii< Crispi.(Sehr wahr!) Herr Windthorst hat gemeint, init Oester- reich znsamincn könnten»vir auch allein fertig werden, es ist aber ein alter militärischer Grundsatz, daß nian zur Entscheidung nie stark genug komnie» kann. Ich möchte nicht, daß von den Allianzen, die«vir haben, auch nur der kleinste Theil abbröckelte. daß sie anch nur innerlich geschwächt»vürden. Ich«vcndc mich nun zu den Resolutionen des Herrn Abgeordnere» Windthorst. Tie erste geht dahin, daß von den Plänen Abstand genommen »verden soll, indem deren Durchführung unerschwingliche Kosten im Gefolge haben«viirde. Ich kenne diese„unerschiving- lichen Koste««" nicht, denn ich kenne die Pläne nicht.(Heiter- kcit.) Wenn in« nächsten Jahre die verbündeten Regierungen mit militärischen Forderungen hervortrete» sollten,«vas ich noch nicht«vciß, so könnte es sich dabei doch blos um die innere Kon- solidirung des Heeres Handel». Wir haben eine ganze Anzahl darauf bezüglicher Fragen noch zu lösen, in dem Sinne, daß es, «vie Fürst Bismarck sagte, mehr ans gute Truppen als auf viele anlomuit. In dieser Beziehung«verden«vir lich .„.vvimiu. vie; er Beziehung werde»»vir noch nches zu thim haben. Wenn«nan die Kosten als nnerschunng- bezeichnet, so muß ich sage», ich siute de» Ausdruck zu hoch �rh mfirMo hT«\S..... «rüder je nicht mit gleichen Waffen ger.istet sind,«vie b>e Gcaner Deshalb kann ich anch nicht«varten, bis ,»» Herbst ein fetter Finanzplan vorgelegt wird. Damit würde kostbare Zeit ür die nothivendige» Anschaffungen verloren gehen. Wer sichert «ins dnß nicht bei der allgemeinen ungeheuren Spannlmg c«» unerwartetes Ereigniß uns plötzlich zum Kampfe fordert. Auch 1370 kam die Kriegserklärung plötzlich»nd unerwartet. Mit vollem Siecht ist vermißt worden, daß keine Finanzpläne für die -tnlniift gemacht worden sind. Die Finanzverwaltuug muß noth- wendig sich klar werden über die Aufgaben der Zukunft. Die Finanz-\ Truppen minister der Einzelstaaten müssen versammelt werden, um einen aemeinsamen durchsichtigen Fiuaiizplau zu schaffen. Ich will um so weniger mit der Vewilligung zögern, als ich überzeugt bin, daß dasjenige,, vas hier verlangt ivird,� mit den vorhandenen Mitteln gedeckt Reiches»iit ukuiift nicht ie es uns jc WWWWWMWMWU..._______. v-«>->- f...... mä mm»nd nur in« wissen, daß Siothwendigkeit der Forderung bestritten.... � �,—... Richter.) Ich nehme Sie nicht aus, Herr Kollege Richter, und zivcite Stesolution betrifft, so«st es mir zur Stunde noch uner- »venn Sie die Siothwendigkeit leugne»,' so veriveise ich Sie auf smdlich, warum Sie die Frage deS Eeptennats so akzentniren, die gegenthciligen Aeußernngen des Herrn Vorredners, der die da es sich nur noch um die Bewilligung für drei und ein halbes Bewilligung'«ur an Bedingungen knüpfte. Der Antrag des Jahr handelt und«vir das Septennat»ur noch z» Emde führen ilaiieniichen Abgeordneten Bonghi auf Einsetzuna eines iuter- wollen. Ich Hatte mir eingebildet, die Fortschrittspartei in dieser Manche D WB�»W gegriffen. Ich möchte blos an die Leistungen deL kleinen ....____„«p wv 4>iipuiuu«uaji jo gemeint«var> tick« ist die größte Sparsamkeit üben', keinerlei Luxusausgaben ge- Kainpse der Meinungen gebraucht worden ist. Wir ftntte«« Außer den Sozialdemokraten hat keine Partei an sich die«vir noch lange nicht au, Ende unserer Leistungsfähig Rothwendigkeit der Forderuna bestritten. fWiderfmmb box orfm-s ftvacjc auf meinet Seite zu haben, da wir uns darin nur dem Antrags Stanffenberg augefügt haben, welcher die dreijährige Be- ivilligung verlangte. Doch zu meinem Bedauern bin ich auf jener Seite auf Widerstand gestoßen und ich kann denselben nur als eine konstitutionelle Kraftprobe bezeichnen. Was ferner die zwei- jährige Dienstzeit betrifft, so ist diese ein Gegenstand dauernder Erörterungen gewesen, und ich möchte denjenigen, welche dafür schwärmen, bemerken, daß diese Sache zwei Seiten hat. Schon der umstand, daß die zweijährige Dienstzeit nicht siir alle Waffen eingeführt werden kann, macht ihre Einführung in hohem Grade bedenklich. Die Konsequenzen einer solchen Maßregel sind nicht zu übersehen. Die verbündeten Regierungen sind nicht in der Lage, zur Zeit aus eine Verkürzung der Dienstzeit einzugehen. Was schließlich die dritte Resolution anlangt, so bin ich ermächtigt, zu erklären für ganz Deutschland, daß in diesem Herbste in erhöhtem Umfange Beurlaubungen in dem Grade stattstnden werden, wie es sich mit den Rücksichten des militärischen Dienstbetriebes vereinigen läßt. Nach der Auf- stellung, die wir gemacht haben, ergiebt sich die Zahl von 6000 Mann.(Beifall.) Die verbündeten Regierungen haben also hierin Entgegenkommen bewiesen. Ans etwas Weiteres können sie nicht eingehen. Wir sind nicht in der Lage von unseren For- derungen etwaS aufzugeben, und ich bitte das hohe Haus, die Vorlage unverändert und möglichst einstimmig anzunehmen. Man hat mir in der freisinnigen Presse imputirt, daß ich eine Schonzeit für mich erlangt hätte. Das ist nicht der Fall. Schießen Sie nur immer auf mich; ich habe die Schonzeit nicht für mich sondern nur für Deutschland beansprucht.(Beifall rechts.) Glauben Sie nicht, daß es der Regierung ein Vergnügen macht, Menschen und Steuern zu fordern! Sie handelt dabei nur aus Pflicht- gefühl. Erkennt sie aber, daß ihre Forderungen für das Dasein Deutschlands uothweudig sind, so würde sie unrecht handeln, wenn sie mcht mit allen Mitteln dieselben durchzusetzen suchte. Wohin dabei entstehende Differenzen führen könnten, will ich nicht weiter ausführen. Ich will dabei nur auf die Folgen für unsere ans- wärtige Politik hinweisen. Ich fragte: ist es logisch, in einem Zeitpunkte, in dem wir für einen, wenn auch hoffentlich fernen Krieg uns vorbereiten, eine Verstärkung unserer Gegner durch— ich will nicht sagen einen Konflikt, aber durch Differenzen in unserem politischen Leben herbeizuführen?(Sehr richtig!) Wenn es zu einem Kriege kommt, kann er nur geführt werden, wenn die ganze Nation einmüthig zusammenhält.(Lebhafter Beifall.) Abg. Fürst Habfrldj(Rp.): Der Hauvtgrund des Abg. Nickert gegen die Vorlage war der, daß sie im Sommer eingebracht worden. Die Vorlage ist nichts weiter als die Konsequenz der nach demSeptennat in Frankreich vorgenommenen Armee-Organisationen und der von uns bereits bewilligten beiden neuen Armeekorps. Durch die vermehrte Einstellung entsteht ein Schaden nicht, denn der gediente Soldat ist ein geschickter und geweckter'Arbeiter. Unrichtig ist es auch, daß die finanzielle Mehrbelastung so groß ist, daß das Volk sie nicht ertragen könnte. Insbesondere sind die vom Abg. Rickerl Über die Belastung durch die Getreidezölle vorgebrachten Zahlen zu hoch gegriffen. Wie man eine zur Sicherheit des Reichs noth- wendige Bewilligung von einer Vermehrung der Parlaments- rechte abhängig machen kann, verstehe ich nicht. Wir stimmen Siir die Vorlage, wir stimmen auch zum Überwiegenden Theil für üe Resolution 1 des Abg. Windtyorst, aber nicht für die Reso- lution betreffend Einführung der zweijährigen Dienstzeit, auch nicht für die Resolution Bamberger, weil wir die Versassungs- änderung nicht so nebenher behandeln wollen. Die Bewegung im Volke ist nur eine Folge Ihrer Agitation vor den Wahlen. (Beifall rechts.) Abg. Richter: Wir haben allerdings im Jahre 1SS7 jeden Mann und jeden Groschen bewilligen wollen. Das bezog sich aber nur auf 468 000 Mann. Es sollte das nicht bedeuten, daß, wenn weitere Forderungen gestellt werden, wir auch zu deren Bewilligung bereit sind. Gerade weil damals für sieben Jahre die Präsenz festgesetzt worden ist, sind wir jetzt nach drei Jahren um so mehr berechtigt, zu fragen, ob es schon angezeigt war, über die damalige Grenze hinauszugehen. Der Reichskanzler stellte in Aussicht, daß für diesen Herbst die Zahl der Dispositions- Urlauber im ganzen deutschen Heere um 6000 Mann vermehrt werden würde. Diese Vorlage bedeutet eine Erhöhung des Jahres- Ltekrutenkontingents um 6000 Mann. Bei der Infanterie ivnroen schon bisher 85 pCt. deS jährlichen Kontingents nach 2 Jahren zur Disposition beurlaubt, also würde schon bei Vermehrung des Kontingents um 6000 Mann jahrlich das bisherige Verhaltniß eine Vermehrung der Dispositionsurlauber um 85pEt. von 6000, also um rund 2000 Mann bedingen, so daß, wenn überhaupt die absolute Zahl der Dispojitionsurlauber sich gegen bisher nur um 6000 Mann erhöht, darin nur eine Konzession von 4000 Urlaubern Über das bisherige Verhaltniß liegt. Doch ich nehme an, daß der Reichskanzler das nicht gemeint hat, sondern Über das pro> portiouale Verhältnis) von bisher hinaus eine Vermehrung der Urlauber nicht um 4000, sondern um 6000 Mann beabsichtigt. Ich erkenne an, daß hierin eine Konzession gemacht ist, die in der Kommission von den Miltelparteien wiederholt in Anregung gebracht, dort aber von dem Reichskanzler nicht be- willigt worden ist. Es zeigt dies, daß, wenn ein Wille erst vor- standen ist, sich auch ein Weg für die Militärverwaltung findet, Erleichterungen zu schassen. Ich bebaute aber nur, daß dieser Weg, der jetzt betreten ist, ein überaus schmaler und die Konzession so wenig erheblich ist, daß sie nach meiner persönlichen Auffassung unmöglich eine Brücke bilden kann, um für die GesammthaUung gegenüber in der Vorlage eine Aenderung herbeizuführen. Die Vermehrung der Urlauber um 6000 Mann bedeutet nur eine Minderung der in der Vorlage geforderten dauernden organischen persönlichen Mehrbelastung um ein Drittel und der finanziellen Mehrbelastung nm ein Neuntel oder vielleicht ein Zehntel. Aber auch eine Verminderung der persönlichen Mehrbelastung um ein Drittel ist es nicht. Die 18 000 Manu werden mit ihrer ganzen Persönlichkeit an den militärischen Dienst geseffelt; die 6000 Mann aber werben für das 8. Jahr nicht jeder Militärpflicht entbunden, andern nur zur Dispositiou beurlaubt. Jeder dieser 6000 Mann ann auch im dritten Jahre zum Dienst herangezogen werden, wenn aus irgend einen» Grunde z. B. bei Manövern oder in- folge regelmäßigen Abganges durch Tod n. s. iv. eine Verstärkung der Kadres erforderlich wird. Wir haben ja auch aus Den mit- getheilten Zahlen ersehen, daß 5000 solcher Urlauber im Laufe des Jahres wieder eingezogen werden. Nun ist das allerdings nur ein Prozentsatz von der Gesammtheit der Urlauber, aber die Möglichkeit zu denjenigen zu gehören, die in dem dritten Jahre wieder eingezogen werden, trägt eine Unsicherheit in die ganzen bürgerlichen Verhältnisse, auch der Entlassenen. Deshalb sind auch diese 6000 Alaun Erleichterung nicht so vollwichtig wie es zifser- mäßig angesehen werden könne. Das gesannnte Jahreskoniigent beträgt 180 000 Mann, die Erleichterung kommt also nur ein Dreißigstel zu gute. Bei der Infanterie betragen die Urlauber, da das jährliche Jnfanteriekontingent über 100 000 Mann beträgt, etwa 85 pCt. Rechnet man zu den 35 000 Urlaubern, die 6000, d. h. 6 pCt. hinzu, so ergiebt das im Ganzen 41 pCt., und es bleiben noch 59 pCt., also drei Fünftel des ganzen JahreSkontingents, die zu drei- jähriger Dieusizeit verurtheilt sind. Wie weit ist das entfernt von der gesetzlichen Einführung der zweijährigen Dienstzeit. Je mehr wir uns mit der Sache beschäftigt habe», desto mehr haben wir gefunden, daß, iveit über unsere Erwartung hinaus, die Forderung der zweijährigen Dienstzeit einen Widerhall in den weitesten Schichten des Volkes hat. AuS zahlreichen Zuschriften erfahre ich, daß gerade die Dreijähriggedieuten die Ueberzeugnng in den Kreisen des Volkes verbreiten, wie überflüssig und entbehrlich das dritte Jahr ist. Die zweijährige Dienstzeit ist über- aus populär. Die Einrichtung der Dispositionsurlauber ist gar nicht populär, weil sie Niemand bis zum letzten Tage des dritten Jahres eine Sicherheit giebt, ob er wirklich unter den- jenigen sein»verde, die von dem dritten Dienstjahre entbunden sind, und doch giebt nur diese Sicherheit die Möglichkeit, sich in den bürgerlichen und wirthschasllichen Verhältnissen einzurichten, feinen ganzen Bildungsaang mit den mili- tärischen Forderungen in Uebereinstimmung zu bringen. Die Einrichtung der Dispofitionsurlauber schafft»veit mehr Unzufriedenheit bei denjenigen,»velche im drilten Jahre zu- rtickbleiben, als sie Zufriedenheit mit sich bringt bei denen, denen das dritte Jahr erlassen wird. Also im Verhaltniß z»» dem, was wir verlange»»,»st das, was der Reichskanzler angebvteN hat, ein Linsengericht, und,»venu wir daraus eingehen sollte»»,»viirde man in weilen Kreisen des Volkes versucht sein, zi» glauben, daß es nns Überhaupt an dem nMwendigen Ernst bei dieser Forderung gemangelt hat. Man würde mit einem sreikonservativen Abgeordneten in der Kommission sagen, sie sei ausgestellt geivesen, utaliquid fecisso videatur. Was der Reichskanzler angeboten hat, kam» nur für diejenigen ausreichen, die schon zu ne>»i»und- neunzig Hundertstel von der Vortrefflichkeit der Vorlage überzeugt »varen, für diejenige»», die bereit waren, einzuschlagen in die ganze Hand, auch»venu nur die Spitze des kleinsten Fingers ge- roten wird. Nim hat der Abgeordnete Windthorst in der sicheren Vorahnung dessen,»vas der Reichskanzler sagen»vird(Heiter- keit links), gesagt, die größere Zahl der Dispositions- Urlauber wäre ein erheblicher Schritt auf der Balm zum ziveijährigen Dienst. Ich würde mich darüber sehr freuen, aber ich vermag das nicht anzuerkennen. Das Slfftem der Dispositionsnrlauber gehört nicht zn dem System der zivei-, sondern der dreijährigen Dienstzeit. Es ist das Mittel für das letztere Systeu», sich zu akkommodiren gegenüber den veränderten Finanz-»nid sonstigen Verhältnissen. Ohne die Dienstnrlauber »uätcn wir die dreijährige Dienstzeit längst los geivorden. Ties ist thatsächlich eine Befestigung der dreijährigen Dienstzeit. Es wäre ja anders,»venn es sich hier nm große' Ziffern handelte, um 24 000 Mann Urlauber, wie der Abg/Hitze in der Kommission angedeutet hat. Unter der Herrschaft der" dreijährigen Dienstzeit haben»vir schon viel höhere" Ziffern von Urlaubern gehabt/ als jetzt einschließlich der 6000 Mann. Vor 1875 betrug die Zahl der bei der Infanterie Beurlaubten mehr als die Hälfte, und selbst nach Einführung des ersten Septennats »var die Zahl noch größer als sie jetzt»Verden soll. Eine Vermehrung der Dispositionsurlauber könnte man als einen wenn auch kleinen Schritt ans der Bahn zur ziveijährigen Dienstzeit ansehe», wenn der Reichskanzler Über die Einführung der ziveijährigen Dienstzeit geiviffe Zusicherungen für die Zukunft gäbe. Statt dessen hören»vir nnr das Nein, und welche Kluft selbst in Bezug auf die volksivirthschaftlichei» Anschauinigen, die hierbei in Frage kommen, uns trennt, haben ja die Ausführungen des Herrn Vogel von Falkenstein in der Kommission überzeugend dargethan. Die ZuknnfSpläne für das Heer hält der Abgeordnete Windthorst für aufgegeven, wodurch denn? Durch seine Reso- lutionen? Der Reichskanzler hat die Windtyorst'schen Reso- lntionen keinesivegS freundlich behandelt. Er hat sie eingehend kritisirt und namentlich bei den Zukunftsplänen mit dem Ab- geordneten Windthorst gerechtet, was unerschivingliche Lasten seien. Die Herren Militärs im parlamentarischen Leben »vissen sehr genau,»vas sie sprechen, an» wenigsten von ihrer Seite wird ein Wort gesagt, das nicht genau vorbedacht ist. Alles,»vas sie über die Zuknnstspläne gesprochen, ist auch wohl erivogen, so sehr man sich auch auf der rechten Seite bemüht, das als bedeutungslos hinzustellen. Die Herren haben »vohI geivnßt, daß sie mit diesen Plänen die Annahme der gegen- wattigen Vorlage sich nicht erleichtern, und wenn sie sie dennoch geäußert haben, so beiveist das den vollen Ernst, der sie bei diesen Plänen beseelt. Man hat gesagt, bei den Zukunftsplänen würde man Konzessionen geivähren. Wem» die gegenwärtige Konzession vräjndizirl»verde»» soll, so würde sich bei 55 000 Mann nnr eine Kmizessioi» von 18 000 Mann ergeben. Wenn man auf diesem Wege die ziveijährige Dienüzeit ourchführen wollte, so müßte auf dem Wege der Kompeusatiou erst eine HeeresverftÜrkung von 3 Mal 65 000 also 165 000 Mann eintreten. Schon wegen der Uebergangsverhältnisse belastet diese Vorlage uns sehr stark. Will man die 18 000 Ma»in mehr schaffen, indem man sie a»»f einmal einstellt,»vährenv normal nur 6000 eingestellt»verde»»? Wie denkt man sich das namentlich bei der Artillerie? Sollen mehr Mann hier auch nach dem dritten Jahre zurückbehalten»verde»»? 12 Millionen»verde»»»;» den» Nachtragsetat,»vie durch die Zeitungen geht, für außerordentliche Ueblingen der Reservisten von 18—14 Tagen verlangt. Das bedeutet eine außerordentliche Einziehung von 600 000 bis 700 000 Mann»md allein für dieses Jahr außerhalb dieser Vorlage eine Verstärkung der Friedenspräsenz um 60—70 Tausend Mann. Der Herr Reichskanzler meinte, Herr Nickert habe die Nothivendigkeit der Borlage anerkannt. Der Abg. Nickert hat mich bevollmächtigt zu erkläre»», daß er diese Nothivendigkeit mit keinem Worte an- erkannt hat, vielleicht ist daS Mißverständniß dadurch entstanden, daß er sagte, selbst»venn ich die Nothivendigkeit anerkennen »vollte, so kämen noch diese und diese Gründe»n Betracht. Ich habe allerdings die militärische Nolhivelidigkeit durchaus nicht in dem Maße anerkannt,»vie es bei den Abgeordneten Windthorst nnd anderen Mitgliedern der Komniispon der Fall ge- wesei» ist. Ter'Abg. Windthorst beruft sich darauf, daß»vir die Korpsstäbe beivilligi haben. Wir haben dieselben be- »villigt, nachdem der Kriegsminifter erklärt hat, daß dieselben in dein Rahmen der frühere»» Friedenspräsenzstärke ge- bildet werden könnten. Der Abgeortmete Windthorst ist also ministerieller als der Mmister selvst. Der Aoz. Windthorst hat ordentlich gruselig gemacht. Er hat von der Nothivendigkeit gesprochen, für die Ehre nnd Sicherheit des Batertandes einzu- treten. Der Feind»viirde sonst ins Land hereinbrechen. Das war gesprochen,»vie die Wahlreoner der Kartellparteien 1887 gesprochen haben.(Links: Sehrivahr!) Das Volk ist inzivischen ruhiger Und vernünftiger geivorden. Das Angstprodukl ist geschwunden und ein Abgeordneter hätte keinen Grund, die Angst zu produziren wie der Abg. Windthorst es gethan hat.(Lev- haftet Beifall links.) Der Abg. Windthoru hat von einem Konflikt gesprochen. Die Regierung hat das Wort nicht in den Muird genommen und keiner von der rechten Seite. Der Abg. Windthorst hätte kein taktisches Interesse daran gehabt. Er spricht von den Leuten, die nicht»vüßte»», was sie thäten. Was weiß er denn mehr? Dam» heraus mit der Sprache! (Beifall links.) U»»d alles das sagt er gegen das Drei- gestirn einer sozialdemokratischen Zeitung, ich weiß nicht, welche er gemeint hat, der„Franks. Zeitung" und der „Freisinnigen Zeitung". Seit warn» hält er es für nöthig, sich gegen drei Zeitungen zn wenden? Nein, diese Rede brauchte er gegen seii.e Partei, um dort den Widerspruck) und die»vichtigen Bedenken niederzukämpfen. DeSivegen die Malerei des Konflikts, die'Angstmalerei, daß es Manchem dabei schlver»vird, die Vor- läge sogleich zu prüfen(Zustimmung links). Daß die Fra»izoseil im Frieden mehr Militär haben als»vir, ist doch keine Thatsache, die hellte zum ersten Male bekannt wird. Es kommt doch nicht daraus an,»vie viele Soldaten auf dem Paradeplatz stehen, sondern »vie viel auf den Kriegsplan gestellt werden. Kennt der Abg. Windthorst die Zahl unserer Feldbatterie? Ich kenne sie, aber ich sage sie nicht(Heiterkeit rechts). Ich sage sie nicht, weil ich verpflichtet bin, sie geheim z»» halten. Ich halte mich an das,»vas hier öffentlich von dem Kriegsminister ver- kündet»vorden ist. Ter Kriegsminister von Bronsart sagte 1839, als»vir die 3000 Artilleristen und 4000 Pferde be- willigten, daß diese Beivilligung bis 1394 ausreichen »md»veiteres für die Artillerie nicht»verde verlangt werden. Also könnte von militärischer Seite mit mehr verlangt werden in dem Verhaltniß als in den Nachbarstaaten seitdein mehr Artillerie geschaffen worden ist. Nicht 70, sondern 19 sranzösische Balte- rien Feldartillerie sind seitdem mehr geschaffen»vor den. Wenn ich auch außer Betracht lasse, daß diese 19 Batterien durch Ver- mehrung der italienischen Batterien hervorgerufen sind, so könnte ich doch nur zu einer Mehrbeivillignng von eben nur 19 Balte- rien konimen. Diese 19 Batterien könnte man aber aus der Er- sparniß der 6000 Dispositions»»rlauber herstellen. Gesetzt, ich er- kenne die Vermehrung der Artillerie als nothwendig an, dann kann ich doch die Bedingung daran knüpfen, daß anderes minder nothivendiges als die Artillerie eingeschränkt wird, um das imbe- dingt Nothivendige durchführen zu können. Wir haben ja in der Kommission angedeutet, wo diese Ersparnisse gemacht, Verden können. Wenn es unbedingt nothlvendig ist, diese Balte- rien zu beschaffen, so»vürden sich in dem großen Rah' tuen des Militäretats von über 300 Millionen mit Leichüg' seit die 6—7 Millionen dafür finden.— Ich kann nicht gena» ausrechnen,»vas 6000 Mann Gemeine»veniger zu unterhalten, sur eine Ersparniß bringt. Ich glailbe, nicht über 2 Millionen. Jedenfalls ist die Ersparniß nicht so groß,»vis die eines einzigen Monats Rekruteiivakanz. Diese Vorlage verlangt einen Dicht- anfivand von 18 Mill. Mark»md wenn man auch, wie ich hoffe, an den Unterossizier Prämie»» etivas abzieht oder|ic gar nicht bewilligt, so kommt andererseits die Steigerung der Zinslast aw- dem Extraordinarinin hinzu, der Mehraufwand wird also innner ans 18 Millionen z»» schätzen sein. Eine Ersparniß von 2 M»u- bedeutet also nur As. Das ist doch ein Tropfen auf den heißes» Stein unserer Finanzen. Wer sie ungünstig a>»sieht und nicht die Vera>it»r»ortlichkeit für neue Stenern übernehmen will, kann deshalb nicht darum der Vorlage zustiiilme»», weil die Mehrbelastung um 2 Millionen erleichtert»vird. Der Schatzsekretär sagt uns ff» der Kommission, er beschäftige sich schon ausreichend mit »»enen Steuer- Vorlage»» für das Reich und für Preuße»», und forderte lins auch auf, ihm Artikel, auf die noch Steuern gelegt»verden könnten, namhaft zn mache» und seiner Phantasie zu Hilfe zu kommen.(Heiterkeit.) Leibhaftiger kann nnS doch nicht vorgemalt»verden,»vas uns bevorsteht. Es»!» nns scharf zu Gemuthe geführt»vorden, daß»vir durch die An- nähme der Vorlage einen Wechsel auf neue Steuern ausstellen und daß»vir ans eine Ermäßigung der Kornzölle verzichten. Der Abg. Windthorst hat heute nach dem neuen Finanzplan gefragt und eine Zusammenkunft der Fwanzininister der einzelnen Staaten geivunscht. Ich bin garnicht neugierig auf den ganzen Fmanzplan.(Heiterkeit.) Das ist doch nur ein Euphemism»»» für neue Steuerprojekte. Die Phantasie des einen Finanzminister- wird die der anderen unterstützen, um zu neuen Steuerprojekten zu kommen. Nun sollen»vir in Preuße»» einen>»euen Finanz- minister bekommen, das kann mich garnicht beruhigen.(Heiter- keit.) Mir ist ein alter Finanzlninister viel lieber als ein neuer (Heiterkeit), denn eine» allen, dessen Kräfte erschöpft, dessen Phantasie nicht»»ehr so lebhast ist, kann ich mir viel eher gefallen lassen.(Heiterkeit.) Auch hier gilt das Sprichwort: neue Besen kehren gut. Was erst ei» neuer Finauziuinister leisten»vird, kann man sich denken.(Heiter- keit.) We»»n der neue Finanzininister auch nicht aus den Konservativen genommen wird, wenn selbst ein Koilservativer nicht ausreicht, um die neuen Steuern zu schaffen, die nöthig sind,»vieviel mag dann aus dem Progra»»»»» werden, nachdem»vir gesehen haben, was ein konservativer Finanzininister an neuen Steuer» geleistet hat! Der Abgeordnete Windthorst legt großen Werth aus seine Resolutionen, aber die Zlrt, wie der Reichskanzler dieselben behandelt hat, hat die Werthschätzung derselben erhöht.&tte solche Resolution ist ein Monolog, so lange die Regierung sta) nicht zustimmend erklärt. Die Resolutionen sind allerdings eine Kundgebung des Reichstages für die Zukunft, nach dem, was der Reichskanzler(heute sagte, kann ich sie aber nicht über- schätzen. Der Abgeordnete Windthorst sagt, daß»vir seit der Gründung des Reichs mit so großer Frei- gebigkeit geivirthschaftet hatten und nun sparen»nüßte», und schließlich bewilligt er diese 13 Millionen. Diese Mah!»ung stärkt mich in meiner avlehiie>»den Haltung, zumal die Konzessionen des Reichskanzlers unerheblich sind. Nach den kolossalen Be- ivilligungen für Heer uno Marine in den letzten vier Jahren ist die Ehre und Sicherheit des Vaterlandes, d»e mir nicht minder am Herzen liegt»vie jedem anderen, in keiner Weise gefährdet, iveim wir hier einmal deutlich sagen: Bis hierher Ui»d nicht weiter!(Lebhafter Beifall links.) Biliideskomniisjar Major Oncbc: Ich muß einige Zahle» deS'Abg. Ätichter Über die Mehrbeurlaubimgen richtig stellen. Die Etatsstarke der deutschen Infanterie an Gefreiten und Gemeine» beträgt 261 000 Ma»»». Daher müßten bei voller dreijähriger Dienstzeit jährlich Va und ein gewisser Prozentsatz für Abgange eingssiellt werden, macht 92 000 Mann. Thatsächlich stellen»vir jährlich 109 672 Rekruten ein und in drei Jahren zusammen 813 069 Mann. Ziehen Sie davon die Etatsstärke von 261 000 Mann ab, s» ergiebt sich, daß wir alle Jahre bei der Infanterie und den Jäger» 52 000 Mann zur Dispositiv» beurlauben. Zu diesen Mannschaften sollen jetzt noch die 6000 Mann hinzuko»»men, von denen der Reichskanzler sprach, ohne Bezug auf die 13 000 Mann, die jetzt mehr gefordert werden, also jiatt der bisherigen 52 000 Mau» 58 000, also etwa»/»»»ehr von den bis jetzt Beurlaubten. Be» zweijähriger Dienstzeit müßten wir die Hälfte der Etatsstärle der Infanterie und Jager jährlich an Rekruten einstellen, also 135 000 Mann, d. h. gegenüber den vorher erwähirten 109 000 Mai»n 26 000 mehr.(Hört, hört! rechts.) Wie die Erhöhuirg der Friedenspräsenzstärke im nächsten Herost gewonnen werden soll, ist in der Koinmisston und in der Begründung der Vorlage ansei»»- audergesetzt worden, nämlich im Wege der regelmäßige» Rekrute»»' einstellung. DieZiffer der Mannschaften, welche behujs Ausbildung illit dem neue»» Geivehr zu Uebungen eingezogen»verden sollen,»ver- den die Herren aiich in der Vorlage, die noch dem Bundes« ralh vorliegt, nicht finden, weil es in unserem Interesse liegt, diese Ziffer den» Auslände darzulegen.(Zustimmung rechts.) I» der Kominissioil»verden die Herren genau erfahren, und ich kann versichern, daß die Ziffer, die der Abg. Richter angegeben hah sehr erheblich zu hoch gegriffen»var. Ein Bertagiingsantrag»vird angenommen. Abg. Ridieut verwahrt sich in einer persönlichen Bemerkung dagegen, daß er die Nothivendigkeit der Vorlage anerkannt hätte. Er habe nur gesagt, er möchte gern die Gründe der Militär- Verwaltung über die Vermehrung der Artillerie anerkennen, aber die»nilitärischen Gründe könnten nicht allein entscheiden, sie seien auch nicht überzellgend, besonders nicht für die sofortige Beivilligung. Schluß 4»/» Uhr. Nächste Sitzung: Mittwoch 12 Uhr- (Militärvorlage.) Loftalos. Der Wasievstnrz, welcher in dem Viktoriaparke auf den» Kreuzverge hergestellt»verden soll, ist so gedacht, daß derselbe ft» der Achse der Großbeerenstraße den schroff abfallenden HanghtN- ab, von der Großbeerenstraße aus in seiner ganzen Lange z"* Geltung kommt und, ähnlich,»vie eine architektonische Kaskade direkt aus den Beschauer zuführend, als zusamii»e:>hange>>de Wassermasse wirkt,»velche jedoch durch kleine, geschickt disponirte Abiveichmigen von der einfachen Linie nnd die ganze Haltung der herzustelleude»», begreuzeudeu Felsmassen und vor allem durch naturgemäße Gliederung der dem Hange»»»öglichst anzupassei»de» Absätze, zusammen mit der umgedeudeil Vegetation eine» malerischen Eindruck hervorruft. Von dem natürlichen SchlnP decken des Wasserfalls fließt das wieder nach der Ausgangsstelle zu schaffende Waper in geschlossener Rohrleitung zu den oi» Fuße des Berges aufzustelleuden Pumpmaschinen, während e»» kleiner Theil,»velcher, um das Wasser frisch zu erhalte»»,»»>» Tiefbrunuen zu ersehe»» ist,»»»»terirdisch bis zu einer nahe liegende»» Schlucht geführt, in dieser herabgestürzt und unse» der ans Eisen oder Maueriverk herzustellende»» Brücke, 1,11 Zuge des breiten Hauptaufgangs,»md über Steinblöcke fortfließend, natürliche Kaskaden bildend, in den kleinen Weiher a»» Fuße des Kreuzderges sich ergießt und dann durch den Nothkantu- »velcher durch die Bellealliaueestraße geht, in den Schis! fahrt'-/ kanal abgeführt»vird. Die Höhe des Hauptabsturzes f0'' 14Va Meter, die des seitlichen, unteren Absturzes 8Va Meter hosv werden. Da die projektirten Villenbavten an der Kreu»bexasir»«e fgegebcn sind, wird der untere Absturz, von der Straße aus s-Jvw-' J?011 besonderem Reize sein. Wenn man auf die Vorder- fpffi m-3 Denkmals hinaustritt, sieht man künftig auf das von n'r?.,Jian&crn umschlossene Ausgaugsbecken des Wassersturzes, das Wasser aus Höhleu und Rissen herausflicßend, i R Iprudelnd ergießt, um in tosendem Sturze dem Fuße des zuzueilen. Die Maschinen des Wasserhebewerls sollen si-m-'yp15 l�raftüberschuß zu elektrischer Beleuchtung des Wasser- h�iMchergebcn. Die durch Herstellung des Wassersturzes und '»���rhebewerks, sowie durch die Vergrößerung des Parks Menden Mehrkosten betragen rund zwei Millionen Mark. K«. ou'? bei» Winkel Zwischen der Fangen Krücke, n,.'f ree und dem Schlosse aufgebaute Wettersäule wird zeit- mT*. 0011 uielen Personen umstanden, welche die an der Säule ,?2edrachten physikalischen Instrumente mit großer Aufuierksani- betrachten. Das Barometer und das Thermometer sind ihnen mrvekannte Instrumente zur Erinittelung des Luftdruckes und des Wärmegrades; beinahe gar nicht bekannt sind die Einrichtungen ivT lchNdaucrud selbstthätigen Aufzeichnung des sich gleichbleiben- en oder sich ändernden Luftdruckes oder der ab- und zunehmen- jm �.empcratur. Ein Gleiches gilt von dem Minimal- und dem �caxrinal-Thermometer und dem Hypcrmeter, wie aus den Äußerungen der Besichtigenden hervorgeht, die es bedauern, daß vie�n Instrumenten eine kurze, gsmeinverständliche Erklärung ,�er Einrichtung nicht beigegeben ist. Eine solche hier zu gebe» unv darauf eine Besprechung der Säule folgen z» lassen, soll der ijweck dieser Zeilen sein. f, �us der dem Schlosse zugekehrten Seite der Säule befindet iny ein großes hunderttheiliges(Celsius) Thermometer, neben brivähnle felbstthätige Registrirapparat. Derselbe «t>.ehl aus einer Trommel, ähnlich einer solchen, wie wir sie in ocm Schaufenster der Kurzwaarenhändler vielfach sehen, vie den'Zweck hat, eine mit Waaren belegte Scheibe n>n ehre Axe zu drehen. In dem Innern dieser r�nimel befindet sich daS Uhrwerk, welches die Umdrehung verjelben um sich selbst in 7 Tagen bervorbringt. Um die äußere ■feite der Trommel ist ein niit rothen Linien, Strichen und Daten swih bedrucktes Blatt gelegt, auf welchem die Wochentage und «runden angegeben sind. Ein Hebel, an dessen einem Ende ein -otaustist. befestigt ist, der das sich langsam umdrehende Blatt de- nn?'• 5c'chiict eine Linie auf dasselbe, die genau die Auf- und -nvwartsbewcgung des Hebels darstellt. Die bewegende Kraft Meies selbstthätigen ZcichenapparateS bildet eine kleine in Form eines Kreisabschnittes gebogene dünne Metallplatte, welche sich der zu- oder abnehmenden Wärme gemäß entweder ausdehnt oder zu- '.�mmenzieht und den an ihr befestigten Hebel hebt oder hinunter- vruckt. Durch die Verbindung dieses Hebels ruittelst eines zweiten unt dem� Blaustifte versehenen folgt dieser der Bewegung, welche das Metallplättchen hervordringt und veranschaulicht durch die sich zeichnende Linie die stetig vor sich geheimen Temperatur- Veränderungen. Das um die Trommel gelegte Blatt wird mon- mguch durch ein neues erseht, das abgeuomniene bleibt aber wahrend der nächstfolgenden Woche noch an der Säule, dadurch wird dem Beschauer eine Vcrgleichung des Wärmewechsels der vorigen Woche mit der jetzigen ermöglicht. An derselben Seite «er Säule unter dein beschriebenen Apparate befinden sich das wtinlmal- und das Maxinial-Thermoineter, er n eres sixirt dm medrigsten Wärmegrad während einer gegebenen Zeit, letzteres reu höchsten. Beide Thermometer haben eine horizontale rf®8' Minimal- Thermometer besteht aus einer an einer Skala befestigten in einer Kugel endigendeii Röhre, welcher sich Alkohol und ein etwa 1 Zentimeter juII n 0mfen,cä Stäbchen befindet. Bei abnehmender Wärme w». � Alkohol zusammen und das Stäbchen folgt dieser -om egung, b« zunehmender Wärme dehnt sich der Alkohol aus, semer Leichtstüsiigteit verinag er nicht, das vor ihm KiTt.s rP c�cn vorwärts zu schieben, er geht darüber hinweg, der l?*, ßen i die Lage des Stäbchens bezeichnet also den an �aren niedrigsten Wärmegrad der gegebenen Zeit, RmlJ s Stunden. Das Maximal- Theruionieter hat den <>wecr, den höchsten Wärmegrad einer gegebencii Zeit, etwa auch "t Stunden, zu verzeichnen. Es besteht ans einer sich nach oben vcrengeudeii, unten in eine Kuppel auslausende Glasröhre, in welcher sich Quecksilber befindet. Wenn die Temperatur ihren höchsten Wärmegrad erreicht hat und niit ihm zugleich das Quecksilber seine größesre Ausdehnung, und es beginnt infolge der ab- nehmenden Wärine sich zusammen zn ziehen, so reißt etwas Queckfiber am obersten Ende der Quecksilbersäule ab, und da es liegen bleibt, bezeichnet es den höchuen Etandpunkt des Queck- silbers in der gegebenen Zeit, der'dann von der Skala abzu- lesen ist. An der der eben besprochenen gegenüber liegenden Seite der Wetlersäule ist ein Holostcrikbaromeler angebracht von gewöhn- licher bekanuter Konstruklion. Unter demselben befindet stch ein ähnlich eingerichteter, selbstthätiger Registrirapnarat, wie der an der gegenüber flehenden Seite der Säule. Er dient zur Aus Zeichnung des ivechseludeu Lustdruckes während der Dauer einer Woche. Da» Hcbeliverk wird durch den Luftdruck auf eine t» Schlangenform gebundene mit Quecksilber gefüllte Glasröhre in Bewegung gesetzt. An der zwischen diesen beiden Seiten befindlichen Wand ist ein gewöhnliches Gefäßbarometer angebracht, über demselben ein vielleicht weniger bekanntes Hygrometer. Dieses Instrument zeigt den Feuchtigkeitsgehalt der Lust durch einen Zeiger au, dem feine Bewegung durch ein mit ihm in Verbindung stehendes Menscheilhaar gegeben wird, das sich je»ach der in der Luft ent- haltenen Feuchtigkeit ausdehnt oder zusammenzieht. An der vierten, der Spree zugelegeuei: Seile der Säule ist außer einigen Notizen über die verschiedenen Zeiten eine Wetter- karte angeoracht, aus welcher die Isobare» verzeichnet sind. Unt» dieser Bezeichnung versteht man eine gedachte Linie, welche alle Orte verbindet, die einen gleichen Barometerstand haben. Zu wünschen wäre eine sauberere Ausführung und ein größeres Fvr- mat dieser Karte, denn dadurch, daß die Ortsnamen nur durch 2 oder 3 ihrer ersten Buchstaben bezeichnet sind, ist deren Auffiu- dung erschwert, wemigleich sich au der Seite der Karte ein Re- gister befindet, auf welchem die Ortsliamcn und deren Abkürzung augegeben sind. Die Lage der Wettersäule, die architektonische Ausführung, die Plaziruiig der Instrumente und die Vollzähligkeit derselben ist nicht tadeifrei. Eine Wettersäule muß auf einem freien Platze, deren es in Berlin genug giebt, mid nicht wie diese in einen» Winkel aufgestellt sein. Die Grundform muß die quadratische sein, die eine Spitze der Säule muß genau nach Norden gerichtet sei», woraus sich von selbst ergiebt, daß die gegen- uberlicgende Seite dem Süden zugekehrt ist. Auf jeder d,e,cr beiden Seiten müssen genau kontrolirte, gleich gearbeitete Ther- wometer mid Barometer in entsprechend gleicher Lage angebracht sein, um den wünschensiverthen Vergleich über den Unterschied l» Wärme und Luftdruck zwischen Schatten- i.nd Sonnenseite an- stellen zu können. Zn hoch augebracht sind das Holosterik»»d das Gesäßbarometer, das Hygrometer. Die richtige Hohe zur diese Instrumente ist die, daß eine Person mittlerer Größe nicht»n die Höhe zu blicken braucht, um den augezeigton Grad abzulesen, der Blick muß horizontal gerichtet bleiben löniien, man bei emem Hinaufsehen einige Grade mehr sieht als ,n Wirklichkeit gezeigt sind. Ferner fehlen eine Normaluhr,� ein Kontpaß imd ein Apparat, welcher die Windrichtinig anglebt Noch ist zu tadeln, daß die oberste der zivei Stufen zu schmal i t, pe muß Mindestens die doppelte Breite der jehigeii habeli Hochli sonder- bar ist es, daß auf den Blättern des piegistrlra�aratev das hicr gebräuchliche Wort„Sonnabend" durch„Samstag ersetzt "Betrachtet man die Wettersäule von d« Langen Brücke mS, s° sieht das Ding noch dürstiger alS m der Rahe aus. Berlm in diesem Sommer vielen Fremdenbuch zu �a�m, dieses Bauwerk sowohl wie das kasernenmäßlge P°l'�büude mit k«nen plunrpen Thürmen in der Alepanderstraße werden auf die Besucher mtserer Stadt keinen günstigen Eindruck machen, und wenn man auch höflich genug sein wird, sich hier Angesichts der erwiesenen Gastfrenndschaft nicht absprechend zu äußern, so wird es in der Heimath desto lauter geschehen, wie später in den Zeil tuiigen zu lesen sein wird. Man sollte meinen, es müsse der gistrat sich beeilen, die Wettersäule rechtzeitig zu entferuen. Auch ein Kild der Aumanitat. In der Maschinenfabrik vorm. Schwartzkoff wurde der Modelltischler Boß am 16 d. M eingestellt und am IS. d. M. wurde ihm der Bescheid ertheilt. daß er sofort die Arbeit niederzillegm habe. Der Grund wurde natürlich nicht angegeben. Und wegen Mangel au Arbeit konnte keine Rede sein, da dem betreffenden Meister befohlen wurde. noch Leute einzustellen. Ebenfalls kann auch davon keine Rede sei», daß Herr Voß seine Arbeit nicht versteht, denn sonst hätte man den Betreffendou überhaupt nicht wieder eingestellt, da er bereits früher dort 2% Jahre in Arbeit gewesen ist. Also es liegt hier wieder ein Grund vor, aus welchciu »'.an eben sehen kann, wie die Maßregelungen vo» Seiten des Fabrikantenvereins vorgeiiolnmeil werden. Es fehlt immer noch an durchgreifmdm Organisationen der Ar beiter, sonst konnten solche Willkürlichkeiten doch nicht mehr vor kommen. Z« nnsovcm Kerrcht«bor die Keerdigung dos Go Nossen GmU Franlie wird uns berichtigend mitgetheilt, daß nicht der Gesangverein der kumanistischen Gemeinde, sondern der „Arbeiter-Gesangverein Nord" in bereitwilligster und lineigen- nlitzigster Weise dem verstorbeueu Genossen diesen Dienst erwies Gine boherzigrirowertho Maririing enthält ein Kranken- fall, welcher vorgestern im Charitee-Krankeuhause in der Klinik des Geheimraths Gerhardt zur Vorstellung gelaugte, eine Warnung für alle Hundeliebhaber und besonders für jene Eltern, die ihren kleinen Kindern thörichtcr Weise Hunde als Spielzeug geben. Es ist eine leider sehr verbreitete Unsitie der Kinder, die Huilde au dem Arme zu tragen iiild sie zu liebkosen oder sich von ihnen liebkosen zu lassen. Besonders zu tadeln ist die häßliche Auge wohnheit, sich von den Hunden im Gesicht hermillecken zu lassen Ist der Hund gesund, so schadet das ja weiter nichts, wenn gleich sich über die„Geschmäcker" streite» läßt. Nur zu häufig aber kommt es vor, oaß ein Thier mit sogenaiinten Hunde Bandwürmern behaftet ist, deren Eier, in den Mund resp die Verdaiiungswege des Menschen gelangt, die tiefstgreisen den Veränderungen hervorrufe». In dem von uns mit getheilten Falle handelt es sich um einen SS jährigen Friseur Namens Carl St., welcher eiiigestandener Maßen früher mehrfach mit Hunden zu thun hatte. Derselbe zeigte bei der Besichtigliug ganz riesige Anschwellungen in der Leber- und Milzgegcnd, derentwegen er vor sünf Jahren von Dr. Landail und vor neun Monaten von Professor Küster im Augnsta Hospital operirt worden ist, wie die ausgedehnten Narbenzüge am Bauche deutlich iiachwleseu. Trotz der ziviefacheil Operation, und obgleich der Patient später nichts mehr mit Hunden zn chasfen hatte, wilchfeil neue Blasengeschwülste in Leber iiild Milz heran. So tlein übrigens der Hunbe-Bandwurm selbst ist— er hat etwa die Größe eines kleinen Fingernagels—, so groß sind diese blasenarligen Geschwülste, die er hervorruft, größer oft als ein Manne köpf. Seltsam ist, daß manche Leute ihre Geschwülste oft viele Jahre lang mit sich herumtragen können, ohne daß ihr Allgemeinbefinden dabei irgendwie alterirt wird. Im vorliegen den Falle datirt der Beginn der eigenartigen Erkrankung bereits fünfzehn Jahre zurück. In andercii Fällen freilich nehmen die Kräfte der Kranken— zumal wenn die Blasen vereitern— all- mälig ab, sie werden blaß, schwach und kommen in der That„auf den Hund", der ihr ganzes Leiden verschuldet hat. In Lrbonogrfahv schivebteu in der Nacht zum Montag die Bewohner des Parierrcgeschosses vom Seitenflügel BrUmienstr. öS. Im Keller des Hauses befindet sich eine Bäckerei, in der kurz nach Mitternacht ein Feuer entstand. Als das Feuer endlich nach ein Uhr von den Bäckergesellen bemerkt wurde, staudeir schon die Backstube mit den Holzvorrüthen und Regalen, sowie die darüber belegenen Räume, eine Küche und eine Schla|stude in Nammen. Energisch machte man sich zunächst an die Rettung der Bewohner iliid eS gelang auch, alle wohlbehalten durch die Fenster in Sicher- heit zu bringen. Die inzivischen herbeigeholte Feuerivehr löschte den Brand mit zwei Spritzen. ®i» Nanlinufalt wurde am 21. d. M. in der Mittags- stunde von einem undekaiinten Manne vor dem Hause August- siraße 36 auf den achtjährigen Knaben Otto M. verübt. Dieser und sein elfjähriger Bruder Alfred hatten von ihrem Vater, einem Schnymachormeisier, den Auftrag erhalten, ausgebesserte Schuh- ivaaren an einige 5iunden zu überbringe». Einen Theil der Waaren hatten sie gegen Bezahlung abgeliefert, als vor dem be- zeichneten Hause au der Auguststrasie ein unbekannter Mann im Alter von 22—27 Jahren in abgerissener itieidung die beiden Knaben ansprach nno dein älteren ein Trinkgeld versprach, falls er aus dein vierten Stock des Hauses von einem gewissen 5k. zwei Uhren, ein Armband und noch einige Kleinigkeiten holen wolle. Als red M. ging auf das Anerbieten ein und ließ seinen Bruder Otto, dem er den Rest der Schuhwaareu und 4 Mark 50 Pfennige übergab, die in ein Taschentuch gemickelt waren, aus der Straße zurüa. Kaum hatte sich der ältere Bruder entsernt, als der Unbekannte versuchte, den jüngeren Knaben in das Haus zu locke», il»o als der kleine Bursche nicht folgte, entriß ihm der Mann das Taschentuch mit den» Gclde und entfloh. Es gelaug Vem Räuber, vorläufig zu eiltkolinnen. In drv Ztncht zu)« Aonnt,:» ist ein Zeiltänzee schiver vernngtümt. Ter Artist Karl Heiuzel hatte gelegentlich eines in einein Lokal der Briilmenflrape stattfindenden Familienlränz- chcus allerhand Produktionen auf einciu Parterrettapez zum Besten gegeben und daflir reichliche» Bestall des Publikums gccrutet. Gegen Morgen deflieg auf allgemeines Verlangen der bereits Aiigelruiikcne noch einmal das Seil, um neue Kunststücke zui» Beste» zu geocu. Bei einem gefährlichen Sallomortale ver- jehlte er sein Ziel und siel so unglücklich von dein etwa 16 Fuß hohen Seil nieoer, daß er den rechten Arm und das rechte Bein bracb und außerdem innere Verlegungen erlitt. Durch das Krrschiuckri« einer Itecknadel brachte kürz- lich eine in der Gmchtösiraße wohnende Schneiderin R. ihr Leven in Gefahr. Wie das bei Frauen nur zu oft geübt wird, hatte die R. während einer Handarbeit die erforderlichen Stadeln zivischeu die Zähne genommen. Hierbei gerieth ihr eine Stadel in die Lilfttöhre und die Schneioerin schwebte eine Zeitlang in hoher Gefahr. Einem herbeigerufenen Arzte gelang es mit Hilfe des Kehlkopsspiegels, die Nadel zu entdecken und zu ent- fernen. Kolizeiboricht. Am 23. d. M. Vormittags sprang ein 16jähriger Arbeiter vor dein Hause Engel-User Nr. 2A in selbstmörderischer Avficht in den Louisenstädrischen Kanal, wurde aber, anscheinend ohne Schaden genommen zu haben, aus dem Wasser gezogen und nach dein Krankenhanse Bethanien gebracht.— Nachmittags wurde ein Maiiil beim Ueberfcyreiten des Fahrdaliimes vor dein Hause Weverstr. IS von einem mit Steinen beladene» Arbeitsivagen Überiahren und erlitt außer einer Quetschung des linken Oberarmes anscheinend so bedeutende innere Verletzuugeu, daß er nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden mußte.— Abends wurde ein Mann in seiner Woh>i»ng in der Grmadierstraße erhängt aufgefunden.— Slm 24. d. M. Morgens erschoß sich vor der Anfahrt zum städtischen Krankenhause Am Urban ein junger Mann mittelst Revolvers. Die Leiche wurde „ach dem Schauhause geschafft. blatt als Annonzeiisamniler thätig geiveseu. Er hat dessen Ver leger sowie viele der Auftraggeber aufs Empfindlichste geschädigt. In vielen Fällen zog er die Beträge für die Annonzen ein, wo- bei er sich selbst für den Verleger ausgab und mit dessen Namen quittirte. Bei seinen Besncheii mußte er sich in zwei Fällen je eine Gcschäftskarte anzueignen, die in demKomtoir, wo er sein Anerbieten machte, ans einem Tische lagen. Er schrieb hinten eine ansehnliche Bestellung darauf und legte die Karte dem ZeitungSverleger vor, der ihm darauf die verabredete Provision nicht vorenthielt. Bei einem Kaufmann versuchte er unbefugter Weise eiiieu Betrag von 18 M. einzuziehen. Man verwies ihn au das zweite Geschäft der Firma, das in einer anderen Stadtgegend lag. Hier erhielt er die Summe auch ausbezahlt. Trotzdem begab der Angeklagte sich wieder au das erste Geschäft, erklärte, daß er in dem zweiten nichts erhalten habe und ließ sich noch einmal den Betrag aus- zahlen. Da der Angeklagte wegen ähnlicher Betrügereien schon vorbestraft ist, so traf ihn diesmal eine Gefängnißstrafe von drei Jahren. Die Amtonnterschlagungen deo Gcvichiavollzieherv KernhiU'd Pohl unterlagen gestern der Beruriheiluug der vierten Strafkammer des Landgerichts 1. Ta der aus der Unter- suchuiigshast vorgeführte Angeklagte in vollem Umsange geständig war, so beschränkte sich die Beiveisaiifnahme auf die Vernehmung deS Sekretärs 5karstädt, welcher im Auftrage seiner Behörde die Akten und amtlichen Papiere des Angeklagten geprüft hat. Ter letztere gab an, daß er seit 23 Jahre» Beamter sei und sich bis zum Jahre 1886 vorwurfsfrei geführt habe. Im Jahre 187'J sei er Gerichtsvollzieher geworden. Vor vier Jahre» sei er zum ersten Male auf Abwege gerathen. Er sei einer Anzahl söge- iianiiter guter Freunde in die Hände gefallen, welche ihn auf die verschiedenste Art gebrandschatzt hätten. Einem derselben habe er 1S6S, einem zweiten 160» Mark geliehen und als vor einigen Jahren der Gerichtsvollzieher Bock flüchtig ge- worden, habe derselbe 866 Mark von ihm»ütgcuommcn. So sei es gekommen, daß er in Geldverlegenheit gerieth, obgleich er in den Jahren 1834 bis 1836 eine Bruttoemnahme von jährlich 10 006 Mark gehabt, in den letzten Jahren sei es etwa» weniger gewesen. Ter Staatsanwalt hielt dem Angeklagten vor, daß er u Hause zivar einfach gelebt haben solle, sein Auftrete» außer- >alv desselben sei aber das eines Verschweuders gewesen. So solle er beispielsweise mit Vorliebe in Kneipen mit weiblicher Bedienilug verkehrt sein und den Kellnerinuen theucre Mäntel, Uhren und dergleichen ge- schenkt haben. Der Angeklagte erwiderte, daß diese Angaben sehr übertrieben seien, wenn er auch nicht leugnen könne, daß er flott gelebt habe. Der Zeuge 5karstädt hat 47 Uilterschlaguiigeii zum Gcsammtbetrage von 6234 M. festgestellt. Er schätzte die Nettoeinnahme des Angeklagten auf nun- bestens 6000 M. jährlich. Der Zeuge nimiiit a», daß der Auge- klagte immer weitere Unterschlagungen beging, um früher aus- geführte damit zu decken. Einer Entdeckung bei den regelmäßig stattfindenden Revisionen hat der Angeklagte dadurch vorzubeugen gewußt, daß er bei denjenigen Posten, die er bereits eingezogen halte, bei» Vermerk„Frist" machte, so daß diese Gelder' als bereits eingegangen noch nicht verrechnet werden konnten. Der Staatsanwalt hielt die Art und Weise, wie der Angeklagte, der keine Kinder besitzt, die unterschlagenen Summen und sein hohes Einkommen verbraucht hatte, für be- sonders erschwerend, er beantragte eine Gefängnißstrafe von 4 Jahren und Ehrverlust auf gleiche Dauer. Das Urlheil des Gerichtshofes lautete auf drei Jahre Gefängniß und 4 jährigen Ehrverlust. Eitle Handln,»g beisPieUoser ZZahheit fand gestern durch Urtheil der zweUeil Strafkammer des Landgerichts I. ge- bührende Ahndung. Ter schweren Körperverletzung beschuldigt, befand sich ein gewiffer Hermann F i n k e laus der Anklagebank. Am 29. Januar d. Js. Morgens gegen ö Uhr begab sich die 30 jährige Arbeiterwittwe Tannenberg ivie allmorgentlich nach dem Haupttelegraphenamt in der Französtschen Straße, wo sie die Bilreauräume zu reinigen hatte. Sie hat den Schloßplatz zu überschreiten ii»d vlieb hier einige Augenblicke stehen, um eine hr nachfolgende Kollegin zu erwarten. Wie sie glaubwürdig versicherte, hat sie dabei auf den Angeklagten, der unweit von ihr mit einem junge» Mädchen, seiner damalige» Braut, einen ziemlich lebhaften Wortwechsel führte, garnicht geachtet und von dem Gespräch der beiden Personen nichts vernviiimen. Plötzlich sprang der Angeklagte aus sie zu und versetzte ihr mit den Worten:„Was stehen Sie hier?" eine» so heftigen Stoß, daß sie vom Bürgersteig herab auf den Tamm schlug. Sie blieb wimmernd liegen; wie sich später herausstellte, hatte sie einen Schenkelbruch erlitte». Ter Angellagie trat auf ie zn und wollte ihr mit der rohen Aeußerung:„Du A. was verflellst du dich noch", eiueu Fußtritt versetzen, er wurde aber hiervon durch einen Dienstmann und einem Droschkenkuischer, die herbeigeeilt waren, verhindert. Mau veranlaßte leine Sifti- rung. Frau Tannenberg ivurbe ins Krankenhaus gebrachi, wo sie sich noch befindet. Stur mit Hülfe einer Krücke uiid von der Wärterin ge- stützt, vermag sie sich langiain fortzubewegen. Wie der sie vetzandeliide Arzt begutachtete,>virc> sie Zeitlebens en» Krüppel bleiben und in ihrer Erwerbsthätigkeit behiuberl sein. Der Angeklagte suchte seine rohe That dadurch in ein milderes Licht zu pellen, daß er behauptete, Frau Tanuenberg habe im Vorbeigehen eine be- 'chimpfeilde Aeußerung gethan, welches die letztere aber unter ihrem Eide bestritt. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Äuge- llagten anderthalb Jahre Gefängniß, der Gerichtshof erkannte ans ein Jahr Gefängniß. Bei der Höhe der Strafe wurde die ofortige Inhaftnahme de» Verurlheiilen bcfchloffeu. ■Umfangreiche Kekrügereien«nd Urkunde,»fälfchungen hat sich der Kaufmann Ernst L ö w e zu Schulden kommen lassen, der gestern dieserhalb vor der vierten Strafkammer des Land- gerickts I stand. Der Angeklagte ist für ein hiesiges Vorstadt- Soziole Anfrnf an die Arbeiter Kerlina l Arbeiter, Brüder! Wieder hat die Macht des Kapitals über die Arbeit den Sieg er- rungeu, es ist der Ausstand der Weber i» Greiz zu Ungunsten der Arbeiter beendet. Durch die große Zahl der arbeitslosen Leute, welche von Auswärts herbeigelockt wurden, war es mög- lich, 500 Arbeiter zu maßregeln, und da viele Familienväter dar- ii»ter sind, so sind viele unschuldige Kinder durch derartige Kapital- wirthschast in Mitleidenschaft gezogen. Darum, Arbeiter, zeigt, daß Ihr edlere Gefühle habt, als die heutigen skapitaliften und theilt Eure wenigen Groschen mit den darbenden Brüdern. Geld zur Ucberseudung nimmt entgegen Karl Hübsch, Memclerstr. 40. Bis jetzt empfangen von den Stickern 7,70 M.; AUgeiueiner Arbeiterinne, lverem 12 M.; Gnst. Lehmann 33 M.; R. jkurtze 10 M.; von den Böttchern Berlins 30 M.; Glasö-Handschuh mach er 13 M. Zn der..Ciraphifchc» presse" lesen wir Folgendes: Bon einem Dresdener Kollegen erhalten wir nachstehendes Engagementsschreiben, welches wir mit all seinen orthographischen und stilistischen Schnitzern wiedergeben: Glogau den 28! Mai 1830 Herrn Carl Brock, Steindrucker Dresden. Ihre Offerte erhalten u. bin ich nicht abgeneigt Sie zu eugagiren, natürlich, kann ich Ihnen keine 20 M. Gehalt wöchent-■ lich geben, ich habe gewöhnlich einen tüchtige» Drucker 10 bis 12 M. wöchentlich gezahlt, mein jetziger Drncker erhält mir SM.. derselbe hat bei mir gelernt u. ist etwas sehr langsamer u. fauler Natur; ich bin also nicht abgeneigt, Sie mit Anfangs- gehakt von 10 Ntark wöchentlich in Condition zu nehmen».nach dem ich sehe, Sie sind ein tüchtiger u. fleißiger Mann, den Gehalt auf 12 Marl zu erhöhen. Mein Lithograph welcher bei mir über ein Jahr ist, erhält jetz 13 M. u. ist derselbe ein tüchtiger u. sehr bescheidener Mensch u. spart sich Geld, denn hier ist alles billig. Ich habe eigentlich noch nie einen Drucker über 12 M. Wochenlohn bezahlt, da bei den heutigen Verhältnissen in der Stein-Druckerei, auch fast unmöglich ist, daß es ein Drucker verdiene» kann in merkantilischer Beschäftigung auf Handpressen. Ich bitte Sie um Ihre Arbeitsbedingungen, u. ob Sie auch auf die von mir gesagten Bedingungen, wie mein Lithograph u. meine Drucker eingegangen sein, eingehen. Sie verpflichten sich als ordnungsliebender, fleißiger, pünktlicher u. bescheidener Arbeiter zu arbeiten. Die Arbeitszeit ist von früh 7 Uhr bis Mittags 12 u von 1 Uhr bis Abends 7 Uhr, jedoch darf es Ihnen darauf nicht ankommen, auch etwas länger zu arbeiten. Ich, der Prinzipal L. Rothe, verpflichtet sich bei stets fleißiger, ordentlicher u. guter Arbeit, de» vorgesagten Gehalt zu zahlen. Nichtarbeit Z- B. Feiertage oder Krankheit ec. bezahlt der Prinzipal keinen Lohn, da ja dafür die Krankenkassen existiren, jedoch richtige u. fleißige Ucberstunde», werden nach Uebereinkommen bezahlt u. sind Sie als Steindrucker verpflichtet zu jeder Zeit, wenn es der Prinzipal verlangt zu arbeiten u. alles zu thun, was zum Aortheil des Prinzipal erforderlich ist; auch sind Sie ver- pflichtet mit den andern Druckcreipersonal, abwechselnd die SonntagsvormittagS Contorwachen:e. von früh 7 Uhr bis Mittags 12 Uhr ordentlich n. uuendgeldlich zu führen; auch müssen Sie sorgen, daß die Pressen zc. immer sauber und rein gehalten resp. geputzt sein. Dies sind so meine Bedingungen und bitte Sie, mir dieselben durch Abschrift be- stättigen z>i wollen und mir bald schreiben, wenn Sie antreten wollen in mein Geschäft. Mein Drucker geht Sonnabend über S Tage fort. Reisegeld zahle ich nach vierwöchentlichcr Arbeit bei mir für die 4.1e 5klasse doch müssen Sie mir es zurück zahlen, wenn Sie unter einen Jahr die tttrbcit bei mir entlassen oder entlassen müssen Achtungsvoll L. Rothe. Also 8 M. Lohn, dabei ordnungsliebend, tüchtig, fleißig, be- scheiden. Unbegrenzte Arbeitszeit und zwar nicht unter 11 Stunden täglich, doch Halt! bald hätten wir eine Unwahrheit gesagt,— des Sonntags wird nur b Stunden gearbeitet und, wie dies für einen bescheidenen Menschen sich ziemt, natürlich unentgeltlich, oder bezahlt die Krankenkasse auch die Sonn- und Feicrtagsarbeit V Es ist aber auch alles schrecklich billig in Glogau— nämlich genau so wie anderwärts im Deutschen Reiche.— Wer alle obigen Eigenschaften besitzt, muß deshalb unfehlbar in ein paar Jahren selbst Kapitalist und Druckercibesiher sein. Herrlich! Herrlich! Auf nach Glogau! Es mangelt uns in Deutschland ganz e»t- schieden nicht an Gesetzesparagraphen, namentlich nichr an solchen zum Schutze des Privateigenthnms, allein einen geseglichcn Schutz gegen schrankenlose Ausbeutung, welche einem Diebstahl an de. Arbeitskraft, am einzigen Kapitale des Arbeiters gleichkommr, haben wir nicht. Im„Ktettiner Tageblatt" finden wir folgende Annonze: Zur Unterbringung von 300 fremden Maurern und Zimmer- leuten werden Quartiere gesucht, eventuell größere leerstehende, gut veutilirte Böden und Reniisenräume. Anmeldungen hierfür werden auf unserem Meldeamt, Kronprinzenstr. 0, durch Herrn Maurermeister Urban bis Sonntag, den 22. d. MtS., entgegengenommen. Stettin, den 10. Juni 1800. Der Vorstand des Ar- deitgeberoundes der Maurer- und Zimmerergeschäste zu Stettin und Kreis Randow.— Wer also auf einem Boden oder in einer Remise in einem Massenquartier schlafen will, kann sich ja bei dem schönen Bund der Arbeitgeber melden. Achtung! Den Delegirten sämmtlicher Gewcrke zur Zentr Streik-Kontrolkommission zur Nachricht, daß die Versaunnlinusfeer Delegirten am Donnerstag, den 3. Juli, AbendS LVs Im, in Jordan's Salon, Neue Grünstraße 23, stattfindet. Dieziboraus- sichtliche Tagesordnung wird fein: I. Konftituirung dc�.Zentral- Streik-Kontrolkommission. 2. Anträge. 3. Geschäftliches 4. Verschiedenes. Diejenigen Gewerkschaften, welche noch nicht zur Zenbcal-Streik-Kontrolkom. nission Stellung genommen haben, werden ersucht, dies sofort zu thun. Nur solche Delegirten werden anerkannt, die in öffentlichen Versammlungen(nicht in Ver- e.nsvcrsammlungen der Fachvereine) gewählt sind. Tie An- Meldungen der Delegirten sind von den Bureaus der Versamm- laugen sofort an einein der Unterzeichneten zu richte». Vis jetzt sind nur sehr wenige Anmeldungen erfolgt, selbst von solchen Ge- werken, in denen die Wahlen schon vorgenommen sind. Tie Beauftragten: Aug. Täterow, Mauerstr. 9, 3 Tr. Karl Thieme, Ruppinerstr. 3. E. Wiedemann, Wendenstr. 2, 4 Tr. und Wallstr. 7/3. An die Arbeiter'«nd Arbeiteriunr» der Kestlei- dungsiudnstrie. Kollegen und Kolleginnen! In der am 21. April in den Vürgcrsälen stattgehabten kombinirten Ver- sammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen der Bekleidungs- industrie wurde laut Beschluß die Nothwendigkeit eines abzu- haltenden Kongresses anerkannt, auf welchem unsere Erwerbs- Verhältnisse einer eingehenden Besprechung unterzogen werden, um Mittel und Wege zu finden, unsere tieftraurige Lage derart zu gestalten, damit wir allen Anforderungen, welche die heutige Zeit an uns stellt, gerecht werden können. Arbeitsgeuossen und Genossinnen! Die Einberufung des Kongresses ist inzwischen gc- schehen und findet derselbe in der Zeit vom 12. bis 10. August statt. Zur Besprechung der bereits aufgestellten Tagesordnung sowie etwa zu stellender Anträge siudet am Montag, den 30. Juni, Abends 8 Uhr, in May's(früher Heidrich) großem Festsaal, Beuthstr. 21, eine große öffentliche Versammlung aller Arbeiter und Arbeiterinnen der Bekleidungsindustrie statt. Die Kongreßlommission. A. Schulz. R. Kroll. L. Pfeiffer. Frau Gubcla. Frau Leuschner. Der Fachverein der Zteindruchrr und Lithoaraphcn hielt am 10. d. M. seine Mitgliederversammlung m Jordan's Salon ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung machte der Vor- sitzende Mittheilung von dem Ableben deS Kollegen Bastian, dem- selben einen kurzen Nachruf widmend. Tie Versammlung ehrte das Andenken des Verstorbene» durch Erheben von den Plätzen. Beim Verlesen des Protokolls wurde von« Kasfircr Kollegen Witzel bemerkt, daß die in der letzten Sitzung ausgeschlossenen Stein- drucker Godenschweggcr und Gordlanskq, welche in Leitelshain als Streikbrecher eingetreten sind, gar nicht Mitglieder deS Vereins gewesen sind u.'.d infolge dessen auch nicht ausgeschlossen werden können. Trotzdem haben dieselben durch ihr unkollcgialischeS Verhalten sich die Aussicht, jemals Mitglied unseres Vereins zu werden, verwirkt. Nunmehr erhielt Herr W. Bölsche das Wort zu einem einstündigen Vortrage über„Heinrich Heine", welcher alle Anwesenden in hohem Maße inleressirte und reichen Beifall fand. Da sich zur Diskussion kein Redner meldete, so nahm Kollege Simonsohn zu Punkt 3„Unser Fachorgan" das Wort. In sachlicher Weise sührte er den Anwesenden den Werth eines Fachorgaus vor Augen, zugleich bedauernd, daß das unsrige noch so wenig Ver- breitung unter der Kollegenschaft gefunden, denn eine winzige Zahl sei es doch, wenn dasselbe in ganz Teutschland nur 1400 Avon- nenten zählt. Auch ist es nicht möglich, dasselbe bei einem so ge- ringen Abonnentenstand allwöchentlich erscheinen zu lassen. Jedoch wenn dasselbe obligatorisch als Vcreinsorgan eingeführt, dann wird auch dieses möglich sein, denn selbst unter den Vereins- .Mitgliedern sind noch iviele, welche nicht Abonnenten sind. Als Beispiel, daß die Einführung als Vereinsorgan möglich ist, führte Redner Hamburg an, wo die Kollegen allwöchentlich mit dem Vercinsbeitrag auch die„Er. Presse" bezahlen, und somit jedes Vereinsmitglied auch Abonnent derselben ist. Ein Antrag, den Vereinsbeitrag auf 00— LS Pf. zu erhöhen, wofür dann diePresse geliefert wird, und den Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Generalversammlung zu setzen, wurde einstimmig angenommen. Zu Punkt 4,„Unser Arbeitsnachweis", sprach Kollege Preuß. Der Werth eines eigenen Gehilfen- Arbeltsnachweises dürfe von der Kollegenschaft nie unterschätzt werden, welches jedoch leider bei unseren Kollegen noch allzu sehr der Fall ist, das beweist, daß selbst Vcrcinsmitglieder zu Herrn Herrniann hingehen, um Arbeit anfragend, trotzdem der Herr alle Hebel in Bewegung setzt und kein Mittel unver- sucht läßt, unseren Arbeitsnachweis zu schädigen. Leider erhält der Herr auch die Unterstützung verschiedener Arbeitgeber, welche unserem Verein nicht sympathisch gegenüber stehen. Aus asten diesen Gründen müssen die Kollegen besonders beuniht sei», unseren Arbeitsnachweis in die Hohe zu bringen. Dieses kann jedoch nur dadurch geschehen, daß jeder Kollege Mitglied des Vereins wird, und den Arbeitsnachweis von Herrmann nicht mehr besucht, denn wenn H. keine Kräfte zur Verfügung stehen und er die ihm erthcilten Aufträge nicht erfüllen kann, so werden auch diejenigen Arbeitgeber, welche jetzt noch Kräfte von H. nehme», gezwungen sein, unseren Arbeitsnachweis in Anspruch zu nehmen. Auch dürfe die Berliner Kollegenschaft nicht vergessen, daß gerade Herrmann es gewesen ist. rvelcher die ersten Kräfte herangeschafft und nach Leitelshain geschickt, als die dortigen Kollegen gezivungen waren, die Arbeit niederzulegen. Die Dis- kussion über diesen Punkt war eine recht rege und es kam auch die Meinung zur Geltung, ob man nicht den Arbeitsnachweis, damit derselbe den ganzen Tag geöffnet ist, in die Hände eines Kollegen legen könnte. Ein Autrag, welcher angenommen wurde und die ganze Angelegenheit dem Vorstande zur eingehenden Prüfung überwies, brachte Schluß in dieser Sache. Zur Ver- anstaltung eines gemeinsamen Familien-Ausfluges an einem der nächsten Sonntage wurde ein Komitee von fünf Personen ge- wählt. Kollege Obier forderte noch auf recht tüchtig für den Besuch des Sommerfestes in Weiinann's Volksgartcn zu agitiren, damit der Ueberschuß desselben, welcher der Familie des ver- storbcncn Kollegen Bastian zu Gute kommen soll, ein recht großer wird. Die nächste Verssammlung findet am 17. Juli statt. Die Kranken- und Kegräl-niffkafl'e de» Dereino sämmtlicher Kerufsklasse»(E. H.) hat nach dem letzten Mo- natSabschluß einen Vermögensbestand von 15 804,04 Mark. Tie Kasse nimmt Personen ohne Unterschied des Berufes und Gc- schlechts im Alter von 14—45 Jahren auf, und bestehen verschie- dene Versicherungsklassen. Für die geleisteten Wochenbeiträge vo» 13—00 Pf. wird bei Erkrankungssällen eine Unterstützung von 4,50 M. bis zu 15 M. gewährt, bei etwaigem Todesfall den Hinterbliebenen ein Begräbnißgeld von 45—150 M. gezahlt. Für Berlin sind 5 örtliche Verwaltungsstellen, wo jederzeit Beitritts- erklärungen entgegengenommen werden, und zwar Berlin l Kassirer E. Schilling, Koppcnstr. 43. Berlin U Kasfirer I. Schumacher, Mariannenstr. 8. Berlin III Kassirer H. Rudolph, Koloniestr. 150». Berlin IV Kassirer O. Witzel, Hollmannstr. 23. Berlin V Kasfirer(S. Hundt, Pritzwalkerstr. 17. Charlottenburg Kassirer Fw«ZieIecke, Berlinerstr. 147. Ferner beim Hauptkassirer Ed. Kühn�lk, Teltowerstr. 13», wo auch jede gewünschte Auskunft — ES kommt nach obigein Bestand pro Mitglied 15,%#!. lrber 3000 Arl>eiterl»ue» der Wäschebrauche und a 100 Arbeiter hielten am Montag eine öffentliche Bersamm- ;ng in Lips' Brauerei, am Friedrichshain, unter Vorsitz der Herren Grashold undKoopmann und der Frau Wagener ab. Ctadtv. Heindorf hielt ein beifällig aufgenommenes Referat über das Thema: Das Koalitionsrecht der Arbeiter und die Fabrikantenver- einiguug." Nachdem Redner eingehend die aus dem Koalitions- rechr den Arbeitern zustehenden Rechte vor Augen ge- uhrt, weist er nach, daß die Organisationsbeiveguug unter den Arbeitern nicht eine Modekrankheit. sondern ein Produkt der wirthschaftlichcn Verhältnisse sei. Diese Bewegung werde innner weitere Früchte tragen; sie könne durch nichts ausgehalten werde». Ja, daß sich die 'Arbeitgeber vereinigen, werde nicht zu einer Zerstörung der Ar- beitcrorgauisatiou, sondern dahin führen, daß sich Arbeiter wie Arbeiterinnen immer fester zusammen schließen. Dieser Zu- sammenschluß sei nothwendig gegenüber der immer schlechter werdenden Lage der Arbeiter, die durch die wirlhschastliche Ent- Wickelung bedingt sei. Diese Entwickelung habe aber das gute, daß sie die Arbeiter und Arbeiterinnen die Gleichheit der Interessen lehre. Tie Arbeiterinnen hätten eingesehen, daß sie die Genossinnen des Mannes in dem wirthschasttichen 5kampfe sein müsse», daß sie gleiche Löhne fordern müssen, um nicht mehr den Männern Koi.kurrentimten zu sein. Sie werden auch politische Rechte fordern und zu erringen suchen. Sie werden sich an der politi- scheu Vewegimg bctheiligen und Schulter an Schulter mit den Arbeitern aller Länder für die Beseitigung der heutigen unHalt- baren Zustände kämpfen, welche auf der einen Seite Millionäre züchtet, auf der anderen Seite Elend unter der Arbeiter- bevölkerung schafft.(Lebhafter Beifall.) In der Diskussion weist Herr Möhring nach, daß die Fabrikanten ein friedliches Zu- sanimenarbeiten mit ihren Arbeitern nicht wollen. Sonst wäre bei der Firma Buchholtz nicht eine Plätterin, welche schon neun Jahre lang dort thätig war, ohne gehört zu werden, auf eine Denunziation der Direttrize, Fräulein Seim, hin sofort entlassen worden, weil sie dem Buchhalter einmal die Wahrheit gesagt hat. In Bezug auf die Fabrikanten-Vercinigung glaubt Redner, daß dieselbe an ihren eigenen Beschlüssen zu Grunde gehen werde. Wollte sie ihren Beschlüssen treu bleiben, dann müßte sie alle organisirten Arbeiter und Arbeiterinnen— und das seien gerade die besten— Hinauswersen. Dann würden abey, die Fabrikanten ihre Fabriken schließen müssen, da sie andere Arbeiterinnen nicht erhalten können. Des Weiteren stellt Redner die Handlungsweise einiger Fabrikanten in das gehörige Licht. So läßt jetzt ein Fabrikant die sstragen anders stempeln und zahlt seinen Plätterinnen jetzt weniger Lohn als srüher, indem er vorgicbt, es sei minderwerthige Arbeit. Thatsächlich sei es aber dieselbe Arbeit, nur anders gestempelt. Weiter sei einer Arbeiterin für ein Stück Leine- ivand im Werths von 10 Pf., 1,25 M. abgezogen worden. Solches Vorgehen müsse gebührend gekennzeichnet werden. HcrrWolsrath (Fabrikant) erklärt, daß er höhere Löhne für berechtigt halte. Daß seine Firma dem Fabrilanteuverein beigetreten sei, daran sei er schuldlos. Es solle geändert werden. Er erwerbe sich gern die Sympathie seiner Arbeiter. Nach Schluß der Diskussion wird folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heutige Bersammluug gesteht den Fabrikanten das Recht zu, sich zur Wahrung ihrer Interessen zu orgauisireu. Sie verdammt eS aber aufs Aeußerste, daß die Fabrikaulen gegen die Arbeiter und Arbeiterinnen vorgehen, welche das ihnen ge- setzlich zustehende Vereinigungsrecht benutzen und im Nahmen einer Vereinigung dahin irachten, Mißstände abzuschaffen und ihre gedrückte Lage zu vcrbeffcr». Die Amveseubcn ver- pflichten sich im Einverständniß mit den Ausführungen des Referenten, alle, Arbeiter wie Arbeiterinnen, den Vereinigungen beizutreten. Sie sind de: Meinung, daß nur durch geschloffeues Vorgehen der Arbeitnehmer Besserungen für sich erlangt werden können; aus eigenen Stücken thnn die 'Arbeitgeber nichts für ihre Arbeiter." Es wird hieraus Stellung zur Gründung eines Vereins der Näherinnen und Ve- rufsgenossinnen genommen. Herr Möhring begründet dies mit der elenden Lage der Näherinnen, die nur durch geschlossenes Vorgehen Besserung erreichen könne». Näherinnen verdienen 10 bis 15 M., aber sie müssen dann die Nacht zur Hilfe nehmen, 1»/» Tag arbeiten. Verriegleriunen verdienen oft nur 4—5 M bei einer Arbeitszeit von früh 7 bis Nachts 12 Uhr. Dabei könne man bei lebendigem Leibe verhungern. Es wurde darauf die Gründung des Vereins reschlosseu und Herr Kleincrt, Fr. Hoff- mann. Fr. Lehmann und Frl. Boer zur Berathung der Statuten gewählt. Nachdem noch Herr Koopmann, Frl. Hoffmann und Frl. Nowas in die Zentral- Streikkommission gewählt worden und der Ueberschuß der Tellerssammlung den Greizer Webern und de» Hamburger Bauarbeitern je zur Hälfte überwiesen worden, schließt die Versammlung mit einem Hoch aus die Arbeiter' beweguug. ~He Schriftgießer hielten am 23. Juni bei Deigmulicr Zersammlung und nahmen das Resultat der Verhandlungen der Gehilsenkommission mit den Prinzipalen entgegen. Das AC! sultat ist eine Ausbesserung des Tarifs um durchschnittlich 15pE>., womit sich die Versaminlung einverstanden erklärt, �ec Kommission wurde aufgegeben, die endgiltigen Abmachungen uur die Bestimmungen des Tarifs zu treffen. Sobald die Verein- barungen schriftlich getroffen und die Plätze von den Elementen gesäubert sind, die die Arbeitseinstellung als den geeigneten Moment betrachteten, sich dem Prinzipal als Helfer in der Noth aufzuspielen, in Wirklichkeit aber ihr werthes Ich im Auge haben, unbekümmert darum, ob sie den als gerecht anerkannten Forderungen der Arbeiter den größten Schaden zufügen,»verden die Streikenden nach fünfwöchentlichein Ausstande als Sieger in w" Arbeitsstätten einziehen. bergerstr. lautete: 1. Die Wichtigkeit-------------------------------. kussion, event. Wahl eines Delegirten. 2. Streik-Unterstützung-- sonds. 3. Verschiedenes. Ten Vorsitz führte Kollege Boldt. Nach kurzer Diskussion, in welcher sämmtliche Redner sich für die Streik-Kontrolkommission aussprachen, wurde Kollege Albert Boldt, Breslauerstr. 10, v. 3 Tr. bei Schulz, einstimmig als Delegirter gewählt. Ter ziveite Punkt wurde des schwachen Besuches wegen vertagt. Unter Berschiedeuei» wurde der Brauerstreik erwähnl und die Kollegen ersucht, nur Bairisch Bier aus den bekanntes vier Brauereien zu trinken. Beschlossen wurde noch nur Hüte vul Arbeite.-SEoiitrolmarken zu kaufen und alsdann die Versammlung geschlossen. Der Fachverei» sämmtlicher an KotibearveitunS�' Maschinen beschäftigter Arbeiter hielt am Montag, den 10. Juni, in Feusle's Lokal, Landsbergerstr. 37, seine Mitglieder- Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag de» Herrn Paul Litsin über Kapilalisteuringe und Arbeiterorgam- sation. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Tri Referent erntete lebhaften Beifall für seine Ausführungen. S1' „Verschiedenes" wurde den streikenden Greitzcr Webern und Webermnen 30 M., ebenso den Hamburger Zinimerern 30 N>. aus der Vcreinskasse bewilligt. Sodann wurde dem Kasstrri Decharge ertheilt und die 5iontroleure ihreS Amtes enthoben. Dann wurde der Antrag aiigeuomnien, zur nächsten Versamin- lung per Karte einzuladen. Nachdem der Vorsitzende die nächst» Verssammlung, welche am Montag, den 30. Juni, in demselben Lokale stattfindet, bekannt gemacht hatte, schloß die Ver- sammlung. Urttru. Es wurde dem Töpfer H. Günther ans Velten am 2. Mai d. I. das Bildniß Ferdinand Lassalle's mit der rothen Fahne, welches im Saale des Herrn Gostwirths Grunow r" Velten zur Ansicht bereits 0 Wochen aushing, polizeilich ohn* Wissen des Inhabers entfernt. Es beschwerte sich der Inhaber desselben bei dem Landrathe von Osthavelland darüber. Die Be- schwerte wurde abschläglich bcschiedcn. Eine neue Beschwerde richtete der Inhaber nun an den Regierungspräsidenten, woraus nachstehender Bescheid erfolgte: Nachdem die ungesunde AM regung in der Verbreitung des ersten Mai(Ardeiter-Feiertag) sich beruhigt, ist dem Töpfer H. Günther aus Velten das aus de:» Grunow'schen Saale polizeilich entfernte Bild zum Privaieigen- thuin wieder auszuhändigen. Der Landrath. I. V.: von Bredow- Fach»rr»i» TifchUr» MUUvoch, den 25. Juni ct., AbendS Nhs- in Soci's(früher iieller's) Eicken, AndreaSstr. si: Auherordentttche«enera» verfammlnua. AUa-mriiier Ziletirllnr-biitesvereln Kirli»» und Umgegend. Donnerstag, den 20. Huick, Slb-ndS» Uhr, bei Jordan, Neue Srünstrahe 2S: Sroße de- fchliebende Aerfamnckung. Uerband dentfcher ZUiiUergef-Ue».(MitgNedfchafrlSerNn.) Donnerstos, den 26. Juni, Abends sfj Uhr, in Nehlitz' Salon, Bergstr. 12: VerfannnlunS- Z«,itral-Krn»i!r»!!ass- der Klaurrr f. n>.«Zrundsteln!>ir v-initz' lieit." Zahlstelle Charlotteuburg. Sonnlag, den 29. Juni, BorinitiagS 10 Ut», im Kasfenlotal VtSmarckhühe: Äroste MUgliederverlainnilung. Acht»»v prrgoider! Mittwoch, den 25. Juni, Abends s Uhr, bei Gchesiri, Jnfslstr. 10: Sroste öffentliche Berfammlung der Bergoider, Bergoidertnne« und BerufSgenossc». Merrin für Zieform der Schul»«nd ssrilehung. Donnerstag, den 26. Juni, Abend«« Uhr, Nofenlhalerflr. 38. Vortrag de» Herrn Dr. Epatztif über:„Bellamy'S Rückbltcle aus dem Jahre 2000 auf 1887." Düste sehr willkommen.„ «elfeutlichr Nerpamuckuiig der ztarqnettbodenteger zZerlitt««m» zlmoegrud a»> Donnerstag, dcn2«. Juni, Abends 8 Uhr, tn Fcuerstetn'S Lolal, Alte Jalobstr. 75., «Örohe Nersainnckung deS Vereins gewerblicher Hilfsarbeiter Lerlin- und Umgegend am Mittwoch, den 25. Juni, Abend« 8� Uhr, tn Renz' Salon, Nauntznstr. 27. o-rsße ölfeuilich« Nerfamminng der Lohgerber und LederzurichN' VerlinZ sowie der tn diefer Branche beschäfligten Arbeitet am MMwoch, btll 25. Juni, Abends s Uhr, bei Jul. Haafe, Dr. Franlsurlerstr. in. Vriefkslpken Medolkkion. Bei Anfragen bitten wir die AbonnenieniS-Qulitnng beizufügen. Antwort wird nicht erthetlt. Brieflich» G. S. 33. 1. Die für rückständiges Schlafgcld relinirten Sachen können Sie, falls Sie nichi mit dem Schlafburschen si«! anderweit einigen, nicht freihändig verkaufen. Sie müssen viel- mehr Zahlungsbefehl gegen den Schlafburschen beim Amtsgericht beantragen und dann die relinirten Sachen durch einen Gerichts- Vollzieher pfänden und verkaufen lassen. I. M. Wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt oder per- sönlicl, an die Redaktion. G. K. Elifatictlistv. Ter Vater eines unmündigen Schlas- burschen haftet für dessen rückständiges Schlafgcld. K. 38. 1. Wenn der Unfall dem Polizeipräsidium wu- getheilt ist, so wird Ihr Entschädigungsanspruch von der Berufe- genossenschast schon von Amtswegen geprüft. 2. Nehme» S'-e die Arbeit wieder auf, sobald der Slrzt es erlaubt. 3. Eine» Rechtsanwalt brauchen Sie einstweilen nicht. Wenn Sie von der Verufsgenossenschast Bescheid erhalten habe», können Sie sich pri- fönlich an die'Redaktion wenden. Kt. Eövbrrke. 1. Sie haben zwar die Möglichkeit, beim Präsideuten des Landgerichts zu beantragen, daß, da kein Rechte- anwalt Ihre Vertheibigung freiwillig übernehmen will, Ihne'» ein solcher gemäß§ 33 der Rcchtsanwaltsordnung beigeordnet wird. Indessen rathen wir davon ab, da ein Anivalt, der nur gezwungen und widerwillig Ihre Verlheidigung übernimnit, JhMU wohl nicht sehr zusagen würde. 2. Die Höhe der Kosten für die Revisionsinstanz hängt davon ab.ivelche Strafe tu erster Instanz erkanul worden ist. 3. Ein Zeuge kann zur Verartheilung wohl genügen- Vielleicht können Sie von den anderen Zuhörern den Einen over Andere» dem Gerichte als Gegenzeuge» vorschlagen. Kommen Sri schriftlich um Ladnug dieser etwaigen Zeugen ein, mit der Be' hauptung, dieselben würde» bekunden, daß sie in Ihrer nächsten Nähe »ich 4. v....................................„...._____ Schwabe|lr. 40. Eine Frau haftet nicht für Schulden des Mannes, auch nicht für Prozeßkosten. F."»! sicher wissen können, an wen die Miethe zu zahlen ist, so rathe" wir Ihnen, dieselbe bei der Hinterlegungsstelle zu deponiren. Verantwortlicher Redakteur: Eurt Kaaße in Verlin. Druck und Verlag von Ma» Kading in Berlin SW.. Beuthstraße 2. tt!agt ßnt Nr. 144. Mittwoch, de» 35. Juni 1890. 7. Jahrg. LskKlSS. nachstehend die Liste �gen unentgeltlich her- ...............,.,., ochentlich einmal mit rvent. Abcinderungen abgedruckt wird, ferner, daß Vcrössent- "chungen in Bezug auf die Lokalfrage nur von den Herren Wik- yelm Werner, SebastianstraKe 72, August Jnsinger, �ludersdorferstr. 45, und Otto Heindorf, Langestr. 70, aus- Zugehen haben. Alle event. Unregelmäßigkeiten siuv an die ge- kannten Herren zu berichten. Adlerbrauerei, Badstraße. Aktienbrauerei Moabit. C. Bachmann, Tresdencrstr. 45. Bergfchloßbrauerei, Rixdorf. Beyer, Neue Grünstr. 14. Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. Böhmisches Brauhaus. Bötzow's Brauerei. Bolzmann, Andreasstr. 26, Bobert, Weinstr. 11, Brauerei Tivoli, Kreuzberg. Brauerei 5köiligstadt. Brauerei Fricdrichshain(Lips). Brauerei iyriedrichshöhe(Patzenhofer). Brauerei Pfefferberg. Buggenhagen, Moritzplalz. Bürgcrsäle, Dresdenerstr. 96.. Konzertpark, Ostend, Frankfurter Allee. Teigmiiller's Salon, Alte Jakobstr. 48 a. Deutsches Volkstheater, Schönhauser Allee. Eiskeller-Etablisiement, Chausseestraße. Elysium, Landsverger Allee. Feneke, Landsbergerstr. 37. Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75. Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 79, Gnadt, Brunncnstr. 38. Gründel, Dresdenerstr. 116. Gründer's Salon, Schwerinstr. 13. Habel's Brauerei, Bcrgmannstr. 5—7. 'deise, Lichtenbergerstr. 21. dennig, Hochstr. 32a. oeydnch's Säle, Beuthstr. 18—21. sritz Jlgrs, Wilsnackerstr. 63. Industrie-Hallen, Mariannenstr. 31—22. Joel(früher Keller), Andreasstr. 21. Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28. Keller, Bcrgstr. 68. Königshof, Bülowstraße. Klein's Festsäle, Oranienstr. 186. Kliem, Hasenhaide. Konigsbank, Gr. Frankfurterstr. 117. Krieger's Salon, Wasserthorftt- 63. Kuhtin ey's Gesellschafrshau», Köslmerstc. 17. A. Möwes' Gesellschaftshaus, Fichtestr. 29. Müller, Johannissir. 20. Neustädtischer Volksgarten, Proskauerstraße. Norddeutsche Brauerei, Ehausseestr. 68. Orschel, Sebastianstr. 89. Retchert, Müllerstr. 7. W. Nehlitz, Bergstr. 12. Renz' Salon, Naunynstr. 27. Rennefahrt's Salon, Dennewitzstr. 13. Reyer, Alte Jakobstr. 83. Roll, Adalbertstr. 21. Ruhland, Moabiter SchützenhauS. Sachoiv, Müllerstr. 136. Saeger, Grüner Weg 29. Sahm's Klubhaus, Annenstr. 16. Sanssouci, Kottbuserstr. 4 a. Scheffer's Salon, Jnselstr. 10. Schloßbrauerei Schöneberg. Schneider, Belforterstr. 15. Schröder. Müllerstr. 178(Weddingpark). Schivarzmüller, Kolbergerstr. 23. Silber's Salon, Schwedterstr. 24. Specht(Brauerei-Ausschank), Nene Jakobstr. 26. Eüd-Ost, Waldentarstr. 75. Unionsbrauerei, Hascnhaide. Vereinsbrauerei,(Rixdorf). Viktoriabrauerei, Lützoivftraße. Viktoria-Salon, Perlebergcrstr. Volksbranerei(Moabit). Wedding-Kasino, Schulstr. 29. Weick, Alexanderstr. 31. Weiinann's Volksgarten, Gesundbrunnen. Wollschläger, Bluinenstr. 78. Wohlhaupt, Manteuffelstr. 9. Zelt Nr. 1. Zemter, Munzstr. II. M. ,,.... Di» Lokalkommisston fordert die B-rlmer Partilgenossen ans, üch streng nach der hier oben verössentlichten Lijte zu richten. 13. OZooichks�Bcik««0. in gpostiirtigem ZUnhstabe au»grfiih»'t«x 'uu«del nahm geslern die ganze Sitzung der 89. Abtheilung Schöffengerichts in Anspruch. Da 53 Zeugen geladen waren, ""»"S- Ecknvuraerichtssaal in Anspruch genomme» Alls der ' 1 Otto Krause und Fritz E r n st S t e i>1, soivte oer »ungskoiiimis Otto Probst vorgeführt, von denen die n ersten gemeinschaftlich 52 vollendete Betrügereien ansge- haben sollen,»vährend außerdem alle drei Llngcklagte eines achten Betruges bezichtigt waren. Den Borsitz führte Assessor ?urz, die Anklage ivurde durch Staatsamvalt Jesch vertreten. 9. Mai d. I. erschien bei dem Milchhändler Klante in der marktstraße ein gutgekleideter Mann, der sich als Mitinhaber Inkassofirma F. E. Stein vorstellte und sich zum Einziehen nstehender Forderungen empfahl.(St versprach Erfolg, } die Schuldner auch noch so faul seien und erzählte Wun- �uge, wie seine Firma selbst noch in solchen Fällen, in denen Zewandtesten Gerichtsvollzieher nichts halten ausrichten kön- die Schuld eingetrieben hätte. Herr Klante hatte nun Ö>->gZ in seinen Büchern einige Posten offen, zu erhalten er längst aufgegeben hatte. Er dem Frentden das Berzeichniß und sagte ihm, — a..!, Nun rückte der Letztere aber erst M>" �4 ty0i h0r der und vv---- F. E. Stein betrage jährlich 25, tjaiojagimv-..... Mindestens der letztere Betrag im Boraus dezahlt werden. Mucker legte dem Milchbfindler gleicbzeitio zwei Papiere vor, eine Quittung über den halbjährigen Abonnementsprcis und eine gedruckte Versicherung, daß dieser Betrag zurückgezahlt werden solle, falls die Forderungen nicht eingingen. Beide Schrift- stücke trugen in möglichst auffallender Weise den Stempel: F. E. Stein, Jnkasso-Geschäft, Elsasserstr. 15.— Trotzdem der Fremde den, Milchhändler mit großer Beredsamkeit auseinander- setzte, daß derselbe nicht das geringste Risiko laufe, bat der Letztere sich doch Bedenkzeit bis zum folgenden Tage aus. Am Abende begab Klante sich nach der Elsqsserstraße, um sich nach der Firma Stein u. Co. zu erkundigen. Da ein Schild sich au dem bezeichneten Hause nicht befand, so erkundigte Klante sich bei dem im Keller wohnenden Grünkramhändler. Dieser lachte bei der Frage laut auf. Klante erfuhr, daß die Inhaber des Inkassogeschäfts zwei durchaus mittellose Kaufleute waren, welche kurze Zeit bei einer Wittive fünf Treppen hoch, in Schlafstelle gelegen und sich ohne Zahlung der Miethe heimlich entfernt hatten. Es hätten sich schon viele Leute nach denselben erkundigt. Als der Vertreter der Firma am folgenden Tage bei Klante erschien, ließ dieser ihn verhasten. ES ivar der Angeklagte Krause, der die Seele des Schwindels gewesen und erst iui Februar wegen eines Betrugs zu einer noch zu verbüßenden Eefängiiißstrafe verurtheilt ivorden war. Es gelang leicht, seiner beiden Mitschuldigen habhaft zu werden. In 52 Fällen ivar es Krause gelungen, kleinere schästsleute zur Hergäbe von Vorschüssen z:i bewegen; fonntar"ei nicht mehr erreiche», so begnügte er sich mit einigen Jfitnvl. Natürlich war die Thätigkeil des„Inkassogeschäfts" hiaflmt beendet. Während die beiden ersten Angeklagten gestäujng waren, behauptete der Angeklagte Probst, daß er von dcnselbei, getäuscht worden sei und sie für die Inhaber einer reellen Firma gehalten habe. Tie Vc>veicanfnah»ie ergab die Schnld aller drei Änge- klagten. Ter Gerichtshof verurtheilte Krause zu neun Mona- ten Gefän gniß zusätzlich. Stein zu zwei Monaten und Probst zu zwei Wochen Gesängnip. Dem zweiten Angeklagten wnrde ein Monat abgerechnet, bei dem Dritten die ganze Strafe sür verbüßt erachtet. Uppsdmttnlungen. Eine Uer/mnmluna de» sozialdenrokrntil'che» Mahl- Vereins für den ersten Berliner Reichstagswahlkreis fand am Sonnabend den 21. Juni in den Gratweil'schen Bierhalle» mit folgender Tagesordnung statt: I.Wahl eines zweiten Vorsitzen- den: 2. Vortrag des Stadtverordneten Vogtherr über Geiverbe- schiedsgerichte; 3. Verschiedenes. Nachdem das Protokoll der letzten Versammlnnq genehmigt worden, wurde an Stelle des ab- gereisten Genossen FeSke der Genosse Felgentresf zum zweiten Vor- sitzende» einstimmig gewählt. Hierauf erhielt der Referent zu seinem Vortrage daS Wort. Er kritisirte die Prinzipienlosigkeit der Mehrheit der Berliner Stadtverordneten-Versamnilung, welche seiner Zeit sofort auf verschiedene grundlegende Stellen, welche m dem von ihnen eingenommenen und dem Polizeipräsidenten zur Begutachtung zugesandten Eiitwurf eines Statilts siir Gewerbe- Schiedsgerichte enthalte« waren, verzichteten, als der Entwurf des- wegen als unannehmbar zurnckkam. Rednerweist aufdieVortheiledes damaligen Eutivurfs für Berlin gegenüber dem dem llieichstag zur Zeit vorliegenden hin. Die Ursache dafür, daß man jetzt die Frage der Gewerbe-Schicdsgerichte von„Rechtswegen" zu regeln suche, liege in der regellosen Handhabung der jetzt bestehenden Schieds- gerichte. Als Grundlage sür einigermaßen segensreich wirkende Schiedsgerichte stellt Redner aus, daß die Rechlsprechenden Fach- leute sein müßten, welche kein Parteiinteresse bei den Schiedssprüchen mitsprechen lassen dürften. Redner betont die Zulässig- keit jedeS volljährigen Arbeiters zum aktiven Wahlrecht zu de» Schiedsgerichten. Nach dem jetzt dem Reichstag vorliegenden Ent- wurs soll der Arbeiter zum aktiven Wahlrecht erst mit dem fünf- undzwanzigsten, und zum passiven erst mit dem dreißigsten Jahre zugelasfen werden; trotzdem man schon dem Neun- zehnjährigen alle Pflichten eines Staatsbürgers aufbürde, solle er mit einnudzivanzig Jahren noch nicht zu einem Gericht, welches nur Fach streitigleiten zu entscheiden habe, wählen dürfe», und mit 25 Jahren, welches Alter: doch zuin mindesten hier angebracht sei, sich in das Schiedsgericht wählen lassen. ES sei hier von der RegierungSseite blos maßgebend, dem Slrbeiter so lange wie möglich, auch seiner kleinsten Rechte zu berauben. Man sehe in der Armee und im höheren Staatsdienst junge Leute, Sühne von bevorzugten Klassen angehörenden Eltern, be- deutend verantwortungsvollere Posten einnehmen, öteserent kri- tisirt das Verhalten der Siegierung der event. Wählbarkeit der Frauen gegenüber. Ihnen rvird nnter anderein die Befähigung abgesprochen, in solchen Schicdsfragen mit Stecht sprechen zu können, während doch die gleichen wirthschastlichrn Verhältnisse, rvelche sie als Arbeiterin mit dem Manne habe, sie wohl dazu befugten. Redner weist noch ans die Unzulänglichkeit der bestehen bleiben sollenden Jmnings-Schiedsgerichte hin und schließt: der Arbeiter verlange ordentliche, in seinem Interesse liegende Gesetze, oder gar keine. Er darf sich nicht voir der Erstrebnng seines Endziels, dem Sozialisnu!?, abhalten lassen. Auch die besten Ge- setze können ihm lange nicht das bieten, was ihm ankommt. Man müsse sich darüber klar werden, daß sie blos ein Verkleisternngs- initlcl darstellen und ein Gegengewicht gegen den jetzt so schroff in Erscheinung tretenden Kapitalisnms bilden sollen. Die Ent- wickelnng der wirthschaftlichcn Verhältnisse gehen unentwegt dem Sozialismus zu.(Beifall.) An der ans den Vortrag folgenden Diskussion belheiligten sich die Genossen Wach, Felbrnann und Tätcroiv. Nach dem Schlußwort des Referenten wurde ein Antrag angenommen, daß vorläusig mindestens alle vier Wochen eine Versammlung stattfinden solle und wenn die Nothiveudigkeit vorhanden, auch in kürzere» Pausen. Schluß der Versammlung IlVe Uhr. Eine a roste ö!?e»tlichr Urrsnmmlung InmmtUchtzr in den Glarec- und Kiuckonpapier-Litlinlrrn beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen tagte am Donnerstag, den 19. Juni, in Scheffer's Salon, Jnselstr. 10. Die Tagesordnung lautete: 1. Welche Bedeutung haben die Streiks für die Arbeiter? Re- fereirt: Herr Bär aus Gera. 2. Diskussion. 3. Wahl einer Streik-Kontroltouunission. 4. Verschiedenes. Da der Referent nicht erscheinen konnte, so hielt Herr Hübsch an dessen Stelle den Vortrag. Referent erläuterte den Anivesenden, daß der Streik noch für die meisten Gewerkschaften unentbehrlich sei. Die Ar- beiter werden durch Roth, lange, aufreibende Arbeit und schlechte Löhne dazu gezwungen werden. Ein Streik sei aber nur dann zum Mutzen der Arbeiter, wenn mindestens zwei Drittel der betreffenden Gewerkschaft einer Organisation angehören. Wenn der Streik richtig angeivendet und durchgeführt wird, so ist er in allen Fälle» nutzbringend für die Arbeiter. Wenn nun in der letzten Zeit viel« Streiks zu Wasser geworden sind, so liegt der Grund darin, daß eben zu viele Gewerkschaften streikten und die Unterstützung nur spärlich eintreten konnte. Außerdem seien noch viele Streiks unterdrückt worden durch falsche Berichte, welche Blätter brachten, die von den Fabrikanten gekauft waren. Es sei deshalb Pflicht aller Arbeiter, die Presse näher in Augenschein zu nehmen und nur Arbeiterblätter zu lesen. In der Diskussion sprach Herr Beyer und wies darauf hin, daß die Kapitalisten ons Koalitionsrecht viel besser für sich in Anspruch zu nehmen wissen als die Arbeiter. Nachdem der Versammlung der Zweck der Streik-Koirtrolkommission vor Augen geführt war, wurde zur Wahl von Delegirten geschritten und wurden drei Personen dazu gewählt. In„Berschieöenes" machten die Herren Hübenthal und Höhne bekannt, daß die Arbeiter der Firma Trapp u. Münch mit einer Lohnforderung an besagte Firma herangetreten sind, worin es sich um eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 9 Stunden und dem entsprechenden Lohnzuschlag handelt. Da der Fabrikant diese Forderungen rundweg abgelehnt hat, so sind sie entschlossen, am Sonnabend die Arbeit niederzulegen und baten die Anwesenden, diese Forderungen.anzuerkennen und sie materiell zu unterstützen. Hierauf wurde folgende Resolution von der Versammlung angenommen:„Die heutige Versammlung der Glacee- und Karton- papier-Arbeiter und-Arbeiterinnen erklärt die Forderung der Ar- beiter der Firma Trapp und Münch für gerecht und verpflichten sich die Arbeiter anderer Firmen, überall da die Arbeit rueoer- zulegen, �wo Arbeit für die Firma angefertigt rvird, sowie die streikenWst Arbeiter und Arbeiterinnen nach Kräften zu unter- stütze»� Außerdem verpflichten sich noch alle Anwesenden, nur AxMterblätter zu lesen." Hierauf wurde die Versammlung mit cm Hoch auf die allgenrerne Arbeiterbewegung geschlossen. Eine öffentliche Ueesammlnng der i-nciur Äerttna nnd Zlmgegend tagte am Donnerstag, den 19. Juni in der Köniasbank, Frankfurterstraße unter Vorsitz der Herren Pfeiffer, Nuoffer und Wittesch. Auf der Tagesordnung stand: 1. Die Arbeiterschutz-Gesetze und der Werth der Organisation der Ar- beiter. Referent: Herr Neichstagsabgeordneter Fürster. 2. Gewerkschaftliche Angelegenheiten. Da nach Eröffnung der Ver- sammlung der Referent noch nicht erschienen war, so wurde zu- nächst über den zweiten Punkt der Tagesordnung verhandelt, und wurde Folgendes beschlossen: Da der bisherige Vertrauens- mann R. Hoppe aus der Bewegung der Bäcker Berlins laut Versanrnrlungsbeschluß ausgeschlossen ist, keinen Vertrauens- mann für Berlin wiederzuwählen, da man eingesehen habe, daß die bestehende Geschästsleitung in der Bewegung der Bäcker ein richtiges Zwitterdina sei nnd wolle man dahinstreben, die ganze Geschäftsleitung auf dem nächsten Kongreß zu beseitigen. Mittler- rveile war der Referent erschienen. Demselben wurde nun sofort das Wort zu seinem Referat ertheilt. Er erörterte»mgefähr folgendes: Nicht allein in Deutschlaad, sondern auch in allen anderen Ländern befasse man sich mit der Frage der Arbeiter« schutzgesetze. Doch wolle man sich die einzelnen Paragraphen an- sehen, so finde man, daß diese Gesetze lange noch nicht dazu angethan sind, um den wirthschastlichen Schwächeren gegen die maßlose Aus- beutung der Kapitalmacht in hrnreichendenr Maße zu schützen, sondern die ßZ 152 und 153 seien eher dazu angethan, den Unter- uehnrern einen Schutz zu gewähren. Dreses würde aber nicht besser werden, wenn der Arbeiter all diese Dinge mit Gleichmuth ansähe. Alle anderen Parteien thäten jetzt so, als wenn sie es wären, welche für das arbeitende Volk soziale Reformen schaffen wollten; das käme aber daher, daß mcm eingesehen habe, daß oie Slrbeiter eine Macht sind, mit der man rechnen muß. Die Arbeiter dürften jedoch mm nicht die Sache gleichgiltig ansehen, sondern inrmer fester und fester in jedem einzelnen Geiverk zusammenstehen und s«ne Stimme gegen die gesetzgebenden Faktoren erheben, dorn so lauge der Arbeiter ruhig ist, fühlt man sich in diesen Kreisen garnuht veranlaßt, auch nur das Geringste für den Arbeiter zu thun. Hierauf schloß Redner mit dem Hrnweis, sich fest zu organistrerr> da vereinzelt in keiner Hinsicht etivas erreicht würde.— Kollege Most fordert die Kollegen auf, sich nicht an diesen oder jenen Führer zu hängen, da hierdurch nur die Entzweiungen größer mürben. Wir wollen nur einen Verband haben, und dieses sei der Verband der Bäcker und Berufsgenossen und er bitte die Kollegen, sich dieser Richtung anzuschließen. Ein Antrag des Kollegen Milde, die Kollegen Pfeiffer und Schlüter, ebenfalls wie Herrn Hoppe, aus der Beiveguna auszu- schließen, wurde gegen die Stimme des Antragstellers abgelehnt. Ferner wurde folgende vom Kollegen Schlüter eingebrachte Reso- lntion einstimmig angenommen:„Die heute tagende öffentliche Versammlung der Bäcker Berlins erklärt sich mit den Ausfüh- rungen des Referenten voll und ganz einverstauden. Ferner er- klärt dieselbe der Kommission des Deutschen Reichstages zur Be- rathung des ArbeiteAchuygesetzes, indem der Rerchstaasabgeord- nete A. Bebel der Komnusston die Behandlung der Bäckerlehr- linge klarlegte, worauf von dem Abgeordneten Dr. Krause entgegnet wnrde, diese Zustände wären nicht so schlimm,— daß diese Zustände überhaupt jeder Beschreibung spotten." Hierauf schloß die Versammlung mit einem dreifachen Hoch aus die all- gemeine Arbeiterbeivegung. Eine Lffenlliche Nerfnminlnns dev Änuarbeilcr Derlin« tagte am Donnerstag, den 19. Juni, Abeirds 8Va Uhr, im„Kviiigstadt-Kasino", Hvlzmarktstr. 72, unter Leitung der Kol- lege» Gaßmann. Noack und Deredder. Die Tagesordnung war folgende: 1. Die Lage der streikenden Bauarbeiter Deutschlands, speziell Hamburgs und Stettins. 2. Diskussion. 3. Wie stellen sich die Bauarbeiter zur Wahl einer Zentral-Streik-Kontrolkom- Mission? 4. Verschiedenes.— Zur größten Freude der Versamm- lung war nach einer Einladung der Reichstagsabgeordnete Herr Metzger(Hamburg) erschienen, um über den I. Punkt der Tagesordnung zu referiren. Redner führte an, daß der Kampf, welcher den Hamburger Bauhandwerkern und den Bauarbeitsleuten von der Uuterrrehmerklasse aufgedrungen worden ist, ein sehr schwerer ist, weil von dem Unternehmerthum, mit welch«» die Polizei Hand in Hand geht, alles aufgeboten wrrd, um die Arbeiter zum Nachgeben zu zwingen und ihre Organisation zu sprengen. Diese ist schon von Anfang ihres Bestehens ihnen ein Dorn im Auge und gerade daraus ist zu sehen, welchen Nutzen eine Organisation den Slrbeiter» bietet, dorn nur allein dadurch ist es möglich, unsere gerechten Fordernngor dem Kapital gegenüber durchzuführen. Einzeln sind wir machtlos und wir werden wie die Spreu im Winde verweht und gerade hier möchten sich diejenigen Arbcitermassen, welche uns noch indifferent gegenüber- stehen, ein Beispiel daran nehmen und einsehen lernen, daß sie durch ihren Unverstand dem Kapital eine Waffe schmieden. Sie werden zn einem willenlosen Werkzeuge des Kapitals, sie werden zum Verbrecher an ihrer eigenen Fainilie. Redner wies durch Zahlen nach, wie viel Arbeiter auf den Bauten in Hamburg arbeiten, wie viel ihre Forderungen durchgebracht haben. wieviel nicht, nnd wie viel zu Streikbrechern geworden sind. Darum forderte der Redner mit rvarmcn Worten die Vcrsanrmluna auf, für unsere darbenden Brüder einzutreten und sie nach Kräften zn unterstützen, danrit sie nicht zur Freude des Unternehmerttzums in ihrem Kampfe unterliegen, sondern als Sieger glorreich hervorgehen. Ihr Sieg ist auch unser Sieg, darum beherzige es ein Jeder und werfe sein Scherflein, und sei es noch so wenig, für die darbenden Kämpfer ab. Hiermit schloß Redner seinen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag. Zur Diskussion sprach alS erster Redner Kollege Rennthaler über den Berliner Streik rm vorigen Jahre und führte an, daß die Baw- gewerks-Jnnung einen Stundenlohn von 50 Pf. für eine ge- rechte Forderung hielt, es ihr aber gar nicht eingefallen sei, diesen Lohn zu zahlen, sondern die Hungerlöhne von 30 Pf. immer nock ruhig weiter gezahlt habe. Kollege Wernau führte der Versammlung vor Augen, wie es die Ham- durger Polizei mit einem streikenden Zimmerer gemacht" hat, welchen sie nach dem Stadthause zitirt habe und ihn gegen seinen Willen, wie einen gemeinen Verbrecher, photographirt habe. Kollege Marasas erwähnte die gegenwärtige Militäroorlage im Reichstage, im Falle diese abgelehnt werden sollte und der Reichstag aufgelöst würde, so müßten nicht nur IV2 Millionen Wähler hinter den sozialdemokratischen Abgeordneten stehen, son- dern 2—3 Millionen. In seinem Schlußwort ging Herr Metzger auf die Ausführungen der Diskussionsredner ein." Der erste Redner sprach von Harmonie zwischen Kapital und Arbeit; darauf erwiderte der' Herr Referent, daß eine Harmonie zwischen Kapital und Arbeit niemals zu Stande kommen wird, denn es sind zwei Körper, die in einem fortwährenden Reiben bleiben. Auf die Andeutung des photographirten Zimmerers meint Redner, daß es nicht nur dieser eine Fall sei, sondern, daß es mindestens deren ein Dutzend wären. Die Sache werde über- Haupt im Reichstage zur Sprache kommen. Unter nochmaliger Aufforderung, nach Kräften für die streikenden Arbeiter einzn- treten, endete Redner sein Schlußwort. Nochinals brausender Beifall. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: „Da der Kapitalismus in Hamburg es sich zur Aufgabe gemacht hat, unsere gesummten Arbsitsbriider durch Gewalt zu direkten Arbeitssklaven zu machen, d. h., daß sie keiner Bereinigung ange- hören, keine Forderung stellen, kurzum niit allem zufrieden sein solle», was ihnen von Seiten dieser Paschasippe gestellt wird, er- achten es die gesammten Bauarbeiter für ihre'heiligste Pflicht, die Hamburger Kollegen in ihrem schweren Kampfe mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln zu unterstützen, damit sie nicht dem Uebermuth des Kapitalismus unterliegen, sondern siegreich aus dem Kampfe, der ihnen ausgedrungen ist, hervorgehen. NachderAb- stimmung forderte der Vorsitzende die Versammlung auf, auch ihr Wort treu zu halten und für die Streikenden einzutreten. Hier«� wurden die Kollegen Rennthaler, Wernau und Gaßmann in ou Zentral-Streikkominission gewählt. Ferner wurden noch 7 Ben trauensleute gewählt und zwar für den Osten die Kollegen«an Kandale und Johann Mahron: für den Westen Paul Memap, Ernst Meinaß und Gustav Hartleib; für den Norden Wilhelm Wernau und Hermann Lüderitz, so daß für ganz Berlin jeig 17 Vertrauensleute sind. Kollege Wilhelm Kühn wurde seme- Amtes als Vertrauensmann enthoben, weil er sich mehrere Un- rcgelmäßigkeitcn hat zu Schulden kommen lassen. Zu schiedenes" wurde der Antrag gestellt, die Tellersammlung nacy Schluß der Versammlung fortzusetzen und den vollen Betrag ver Agitationskomnussion zur Unterstützung der Streikenden zu über- weisen. Mit einem dreimal donnernden Hoch auf das Gedeihe» der internationalen Arbeiterbewegung schloß der Vorsitzende die Versammlung. Allen Denen, welche sich an der Beisetzung des früheren BrMtteilieUers fomt Hillig betheiligt haben, erlauben wir uns, hiermit unfern aufrichtigsten, innigsten Dank auszusprechen. Wir bitten, dem theuren Entschlafenen ein liebevolles Andenken zu bewahren. Krrti», den 34. Inni 1890. Zül Mm der MMickuen:§ Die Testaments-Uollstrecker. Hcpmuth. Leder« Fachverem der Tischler. Kitwoed, den 25. Juni, Abends S'/a üiir, in Josl's(fr. Kelters) Sälen, Andreüsft. 21: Ausserordenü. Generalversammiimg. Tages-Ordnung: 1. Wie stellen wir uns z. Einführung d. Werkstatt-Vertrauensnlännersystems? 2. Verstärkung der Werkstatt-5kontrolkommission eventuell Neukonstituirung derselben nach Branchen. 3. Anträge, Vereinsangelegenhciten, Verschiedenes und Fragekasten. Der wichtigen Tagesordnung wegen sind sämmtliche Mitglieder ver- pflichtet, zu erscheinen. Mitgliedsbuch lcgitimirt. Der Vorstand. tlL. Diejenigen Mitglieder, welche noch im Besitze von BilletS sind, werden ersucht, mit dem Billetausgeber abzurechnen. s2113 ökftkilüidie Versammlung der Parquetbodenleger Berlins und Umgegend am Donnerstag, den SS. Inni er., Abends 8 Uhr. in„Feuerstein's Lokal", Alte Iakobstraffe Ur. 75. TageS-Ordnnng: 1. Beschlußfassung über die Sperre der Firma Leier I,s?t(Passauer .Stab- und Parguetfabrik). 2. Verschiedenes. 2112 Es ist Pflicht eines jeden Parquetbodenlegers, in dieser Versammlung zu erscheinen. vis vodukommlszion. Große öffentliche Versammlung der Lederfarder und Kerufsgenossen am Mittwoch, drn 2». Juni, bti Sckwärzmuller, Kolbergcrstraffe 33. Tages-Ordnung: 1. Der Kampf um's Dasein.— 2. Diskussion.— 3. Wahl einer Streik- Kontrolkommission.— 4. Verschiedenes und Fragekasten. Der Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. Gäste sind willkommen. 2129 Der Cinbernfer. Achtung Uergolder! In der heut Abend bei Scheffer stattfindenden Ver- sammmlung wird unter„Verschiedenes" die Abrechnung des Methlow'schen Streik bekannt gegeben. Das Streik-Comite. 2188 AcHtisWlmfeForbtl Und in» kurner Zeih getrocknet. Ja das ist Suler'sehc faboden- Glasur-lotk-Farbe und kostet nur 75 Pf das Pfund. Ii** trocknet in 4—5 Stunden hart und giaazec� macht das Ueberlackieren uberflüssig. Das unangenehme Kleben ist vollständig ausgeschlossen. Nasse Witterung hat keinen Ein Aus» auf raeino Farbe. Aufträge führe nur gegen vorherige Einsendung des Betrages oder gegen Nachnahme aus. Preis k Pfund 75 Pfennige. W o -1 o Ol 3-n §? CU � k n 0« tp 2, » R. J. Suter, ff°' Lerlin X., �ioneleirebstr. No. 44. Kastamen-Ailee No. CO. Ausschank der Tivoli-Brauerei. J. May's Beuth- Strasse 21— 22. Grosse, mittlere, kleine Säle zu Hochzeiten, Versammlungen etc. zu billigen Bedingungen, einschliesslich des Prachtsaales • des Vereins junger Kaufleute.[2078 Grosse Restauration, Mittagstisch zu kleinen Preisen. empfiehlt Vereinsstempel, Quittungsstempel Medaillonstempel mit Laffalle, Bebel, Lieb- v. Krnnnenstraffe 9, knecht u. a. m. zu erniäß. Preis. Monogramm- Schablonen. Thürschilder, Gravirung von Inschriften. Entwürfe gratis sofort. H. Guttmann� Durch die Crpedition, Deuthstr. 3, zu beziehen: vis varvw'seds Theorie. Von Dr. Eduard Aveling. Broschirt M. 1,50. Geb. M. 2,—. Karl Marx' Oekonomische Lehren. Gemeinverständlich dargestellt und erläutert von Karl Kautsky. Broschirt M. 1,50. Geb. M. 2,—. Weltschöpfimg und Weltuntergang. Di- Enwickelung von Himmel und Erde vom Standpunkt der Naturwissenschaften dargestellt von Oswald Köhler. Broschirt M. 2,—. Gebunden M. 2,50. Die ländliche Arbeiterfrage. 2. Auflage. Nach dem Russischen des Kahliikow. Brosch. M. 1,—. Geb. M. 2,—. Thomas More und seine Utopie. Mit einer historischen Einleitung von Karl Kautsky. Broschirt M. 2,—. Ge- bunden M. 2,50. Charles Fourier, sein Lehen und seine Theorien. Von August Bebel. Brosch. M. 2,—. Geb. M. 2,50. Das moderne Elend und die moderne üeber- VÖlkerung. Zur Erkenntniß unserer sozialen Entwickelung. Von Max Schippel. Brosch. M. 1,50. Geb. M. 2,—. Die französische Revolution. Von wiiheim Bios. Gebunden in Prachiband k Exemplar M. 5,50. Broschirt in Heften ä 20 Pf. Dazu Einbanddecken ä M. 1. Die Geschichte der Erde. Von r. Bommen. Gebunden in Prachtband i Exemplar 2% 5,90. Broschirt in 22 Heften a 20 Pf. Dazu Einbanddecken a M. 1. Berliner Arbeiter-Bibliothek. Von Max schippei. Serie I. Heft 1: Ein sozialistischer Roman.(Ein Rückblick. Von Bellamy). Heft 2: Der Nutzen der Gewerkschaften. Von Max Schippel. Heft 3: Die Arbeiterinnen- und Frauenfrage der Gegenwart. Von Clara Zetkin(Paris). Heft 4: Der So- zialismus in Frankreich seit der Pariser Kommune. Von Ossip Zetkin-Paris ch Heft 5: Charaktcrköpse aus der französischen Arbeiterbewegung." Von Ossip Zetkin-Paris Heft 6: Die Hausindustrie in Deutschland. Von Paul Kampffmeyer-Genf. Heft 7: Junker und Bauer. Von Paul Kampsfmeuer-Gens. Heft 3: Die wirthschaftlichcn Umwälzungen und die Entwicke- lnng der Sozialdemokratie. Von Max Schippel. Heft 9: Die Marx'sche Werththeorie. Von Paul Fischer-London. Heft 10: Die Sozialdcmolratie und der Deutsche Reichstag. Heft 11: Die soziale Frage auf dem Lande, I und II. Von PaulKampff- meyer-Genf und%*• Heft 12; Die Arbeiterschutz-Gesetzgebung. Von Paul Ernst-Berlin. Serie II. Heft 1: Der Mythus von der Begründung des Deutschen Reiches. Von Hans Müller- Rostock. Heft 2: Die antisemitische Bewegung. Von Gerhard Krause.— Preis pro Heft 15 und. 20 Pf. Einbanddecken zu Serie I. a 80 Pf. Serie"1, geb. M. 2,50. Die Arbeiterinnen-Bewegung Berlins. Von A Bergen a Heft 30 Pf. Ferdinand Lassalle, eine Gedenkschrift zu seinem 25jährigen Todestag. Von Max Kegel, a 50 Pf. Gesetz der Alters- u. Invaliditäts-Versicherung. Von A. Bebel und P. Singer. Preis cartonnirt M. 0,50. Lichtstrahlen der Foesie. Gedichtsammlung von Max Kegel. Jllustrirt von O. E. Lau. Elegant geb. M. 3,50. Liebknecht, W., Volks-Fremdwörlerbuch. sechste Auflage. Gebunden M. 3.—, broschirt in 12 Heften a 20 Pf. Dazu Einbanddecken a 30 Pf. —, Robert Blum und seine Zeit. 2. Auflage. Broschirt in 0 Hosten a 25 Pf. Dazu Einbanddecke a 35 Pf. —„—, Eiu Blick in die Neue Welt. Elegant gebd». M. 3,-. —, Protokoll des Internationalen Arbeiter- Kongresses ZU Paris. Deutsche Uebersetzung. 140 S. Broschirt 50 Pf. Stern, J., Die Religion der Zukunft. Dritte vermehrte Auflage. Broschirt M. 0,50. —, Halbes und ganzes Freidenkerümm, Zeit- und Streitschrist. 2. Auflage. Broschirt 15 Pf. —, Thesen über den Sozialismus.». Auflage. Broschirt M. 0,30. —, Die soziale Krankheit, Ihre OrsacUen und ihre Heilung. 2. Auflage. Broschirt 30 Pf. Die Klassengegensätze von 1789. Von k. Kautsky. a Exemplar 50 Pf. Die Arbeiterschutz-Gesetzgebung und der Achtstundentag. Von Karl Kautsky. Broschirt 30 Pf. Die Sonntag S-Arbeit. Von A. Bebel. 2 Hefte. Brosch. M. I. Die Mohamedanisch- Arabische Kultnrperiode. Von August Bebel. 2. Auflage. Broschirt 50 Pf. Syhil. Roman v. Disraeli, übersetzt v. Natalie Liebknecht Brosch. M. 1. Die Ritter der Arbeft. Nach dem Amerikanischen des Zor von Natalie Liebknecht. Brosch. M. 0,75. Wilds Blumen. Gedichtsammlung von Adolph Lepp, Broschirt M. 2,—. WsliiniWr Timel, gen.:„Die stdrle Dagelsiistr", Berlin N., Elsasserstraße 73, gegenüber der Bergstraße. In» Losini pffotogunpl/isches Atelier zur Benutzung.— Jeder Gast, auch wenn derselbe nur für 10 Pfennige verzehrt, wird gratis phutizpplKt und erhält sein Bild sofort als Gratispräsent. Höchst scherzhaft! H. Schnitze(tnit'n tz). Einzige KrUer-Dsiotosrnphir i der Melt. 1940] Mittngstisch m. Bier 50 Pfennige. E.Välckef's Bierhaus, Falkensteinstr.il- SsItoliAf sSSalt am hiesigen Platze bekanntlich Grüsste Auswahl. Gnrantirt sicher brennende -- T.» b n!t-- Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindlichen Rvhtabake sind am 1053 Lager. A. ßolschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt. Kup I Büark kostet jede Uhr zu reinigen unter Garantie. Bei allen Reparaturen wird der Pre» "ngt. 102? ESsssp, Uhrmacher(Fachmann), Daunijnstr. 15, Ecke Mariannenstr. ms KkKW vorher gesagt. Cttü""" WniMM, Werkzeuge, Kliuö- uuh Üiillzeugeriithe B. Vogikerr, � 0- f Lnndsbergersir. 64. am Alexanders (Sonntags geschlossen.) Fenster 2, 3, 5, 3 Mk. Stores 1 Mk. x>-abrikverkauf Zimmerst»'. Ur. Kof pari. 65 Im Vuchgcschäti krmzsHStF. 33, gegenüber der Turnhalle: Herren» und Knaben- AnxUge, Paletots, sowie üamenkleider etc. Auf Wunsch auch gegeu Theilzahlungen. 2008 Achtung I Kein Laden. Nur eigene Fabrikation, 25 Zigarren l Mark. Garantie rein ainerikanischer Tabake. Rippentabak 2 Pfd. 60 Pitz' 224 jj. F. Dinslage, Kottbnserstraße 4, Hof par»- Echt Kreseherger Schnupk' tahak aus Hameln, allen Schnupfern als krättig und bekommh«" bestens empfohlen, bei[l9 Robert Schnell. Wallstr. IL eigener Fabrik. Brunnenstraße 28, Theilzahlung nach 1 Spiegel und � Polsterwaareni Gr. Lager, bill. Preise. � EmiB Heyn, itss Jede Uhr. zu repariren und zu reinigen kostet o- uns unter Garantie des Gutgehen» st IM. 56 Vf.(außer Bruch), k»», Reparaturen billiger. Lager aller-tu•- neuer und gebrauchter Uhren. Verl 3 zu erstaunlich billigen Preisen./. E. Rothert& Stolz, Uhrmach-s Andreaostr. 6», Ehaulseestr..« Alte Schönsiauserstr. 35� Verantwortlicher Redakteur: Curck Kaasie in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Aadiui in Berlin SW., Beuthstraße 2. Eiu tüchtiger WttkzeugmK welcher selbstständig alle Arten sions-Werkzeuge für Revolverbänle fertigen kann, wird als Vorarbeiter in dauernde Stellung gesucht. zQ Gefällige Offerten unter R-'' befördert vie Exped. d. Bl.