i -II Ul itgeltl e Fori lachiv« Nr. ISl. DomlerKaa. dr« 3. Juli 1890. V. Jahrg. Männl Bai flau! Uhr SfreuU ufloete» c. 16.' Monal cher ö' Gesan? c. 16' Karsch ;rtC Organ für die Znlerefsen der Arbeiter. VeNin !)r S" ilbenl Das„Berliner Volksblatt" �»cheint täglich Morgens aubcr nach Sonn» und Festtagen. AbonnementspreiS für Berlin frei Äbeadil's Hau« vierteljährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. irstr. sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnemcnt 3„?0 Mark pro Quartal. Uhr(Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1M0 unter Nr. 832, V. Nachtrag.) i. Lehilnter Kreuzband, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oesterreich-Ungarn -dd-nA S Mark, für daZ übrige Ausland 3 Mark pro Monat. I. L-I r Scty Prinzeß staural» Tteni Insertion sgebühr beträgt für die S gespaltene Pelitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS» Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Beutmtraße 3, sowie von allen Annoncen-Burcaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3— 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -» Fernsprecher: Amt vi. Ztr. 4106.«■» ¥ Vednltkion: Vvukhptraße 2.— Expedikion: VeukMrnHe 3. rave >-Bec0 ÄDss VolksfAzulttreferr der«rrgenkinif-iHrtt Liepublrlr. Fnde ftCXUtl .wt« teniflelLiX. Sibeitw- itna SV auchtlU . isi. � nstr, t Die südamerikanischen Republiken scheinen in manchen ängen noch ziemlich rückständig zu sein und den Mel- et Zangen nach zu urtheilen, die von Zeit zu Zeit über ihre ;uw>Matliche Ordnung und wirthschaftlichen Verhältnisse in ends!-Europa verbreitet werden,.muß dort vieles saul sein. ?tSöÄunnerhin empfiehlt es sich dringend, diese. Nachrichten ngutct�i jedem einzelnen Falle mit kritischer Vorsicht aufzu- 'uyri �ehmen, da hierbei sehr oft die Tendenz bestimmend ist, rfn monarchischen Europa die republikanische Staatsform iz,«oei Mißkredet zu bringen und dadurch auf der anderen veite der � Monarchie höheren Glanz zu verleihen. So oar man im vorigen Jahre anläßlich der Proklamation » er brasilianischen Republik ungemein eifrig ZEes!i«femüht, alle möglichen und unmöglichen bösen Nachrichten iber die junge Republik zu verbreiten und die Wieder- Nietlitznführung der Monarchie als„nahe bevorstehend" zu �'...Melden, Preßschwindeleien, die freilich in der Regel b"/ schnell aufgeklärt wurden. Die Lügen haben eben kurze Schlasöeine. cteI'. Die argentinische Republik dürfte gerade nicht als lÄmHlfusterstaat gelten können, allein wenn man weiß, daß er �Äas Land Jahrhunderte lang in spanischem tabrÄ?si� war, so erkläre dies Alles. Im Jahre gen in810, hat sich das Land von spanischer Herrschaft «freit und seitdem hat es in der That auf allen rachteDebieten des öffentlichen Lebens bedeutende Fortschritte ge- ?Aacht. Als sicherste Grundlage zur Aufrechterhaltung des chen inireistaates wurde von den aufgeklärten Männern von „g veLnfana an die Hebung des Unterrichtswesens erkannt. die Reorganisation desselben vollzog sich jedoch nur lang- >en s'�Am, und zwar wurde damit an den höheren Schulen der �Anfang gemacht. Zunächst wurde das Nniversitätsstudium stn piwcb modernen Anschauungen umgestaltet und sodann die Errichtung von Mittelschulen vorgenommen. Erst zu Ende müssejxx sechziger Jahre, als ein ehemaliger Lehrer 2- �arnicntoj den Präsidentenstuhl der Republik bestieg. sch fü«erbreitete sich die Wohlthat der öffentlichen Erziehung uerunSnd des Unterrichts auch in die allgemeinen Volksmasten. ideften�n erster Linie wurden Lehrer- und Lehrerinnenseminarien r das niedere und das höhere Schulwesen errichtet ur Zeit bestehen 34 solcher Anstalten, von denen 13 für n Per i bei" tcbrer, 14 für Lehrerinnen und 7 für beide Geschlechter , auÄestnnmt sind, alle sind mit Uebungsschulen und theilweise b�da�uch mit Kindergärten in Verbindung gesetzt. Als im Jahre 1869 eine Volkszählung vorgenommen xan bt' i einet »andelt giinges lange» digungltachdrua verbotcn.z ihrige» durch FenMcko». 173 ls ent> Lebens n sprach „ZUM Glnü: der Damen." Roman von Emile Zola. Autorisirte Uebersetzung von Armin Schwarz. lartaV Als Mme. Dessorges sich jetzt nach Mmc. Guibal um- w. Jihlickte, sah sie diese zu ihrer Ueberraschung in Gesellschaft ver Mme. Marty. Diese war, gefolgt von ihrer Tochter !t �«P�lentine, seit zwei Stunden von einer jener fürchterlichen c eitie�n�m der Verschwendungssucht durch alle Abtheilnnaen „„.s,egeschleift worden, ans welcher sie völlig gebrochen hervorging. Sie hatte sich lauge in der Möbel-Ab- scheinetheilung herumgctummelt, welche durch eine Ausstellung >r denbon weiplackirten Möbeln in ein großes Mädchen- ter nn�immer umgewandelt worden war; dann in der Abtheilnng rf eiMr Bänder und Tücher, aus welchen ganze weiße i LanvTciulen errichtet waren, in der Pfaidlcrei, in der Passemcn- .. gj�ie-Abtheilung, in der Wirkwaaren-Abtheilung, wo das �änge dieses Jahr besonders groß war, weil man ein 1 ungeheures Dekorations-Motiv bewunderte, den leuchtenden �alt des„Glücks der Damen", in Letten: von drei Meter ; lcmgHöhe, zusammengesetzt aus weißen Strümpfen auf einem Grunde von rothen Strümpfen. Arbet' Am meisten hingerissen war Mme. Marty in den ersehsneuen Abtheilungen. Wenn eine neue Abtheilung errichtet 0 �..-l/vu'cde, mußte sie bei der Eröffnungsfeier dabei sein; sie ts aus'��llte sich hinzu und kaufte trotz ihrer finanziellen wurde, ergab sich, daß im ganzen Lande auf ca. 2 Millio- neu Einwohner nur 344 Volksschulen vorhanden waren, da griff die Regierung mit kräftiger Hand auch in's Volks- schulwesen ein; es wurden den Provinzen Staatsbeiträge zur Gründung und Hebung der Volksschulen verabreicht, welche für die ärmeren Distrikte bis auf zwei Drittel sämmtlicher Ausgaben anstiegen. Ebenso wirksam unter- stützte der Staat die Errichtung von Schulhäusern, indem bei sämmtlichen Schulhausbauten die Hälfte der Baukosten vergütet wurden. Als weniger nachhaltig für die Ver- breitung allgemeiner Volksbildung erwies sich die Grün- dung von Volksbibliotheken, welche zwar mit Begeisterung in die Hand genonunen wurde, aber nur in den größeren Städten, wo sie sich an die Gymnasien und Lehrersemi- narien anschließen konnten, bleibenden Bestand hatten. Nachdem im Jahre 1880 Buenos Ayres National- Hauptstadt geworden war, wurde im Jahre 1884 ein all- gemeines Gesetz über das Volksschulwesen erlassen, welches den Prinmr- Schulunterricht als obligatorisch und unentgeltlich erklärte und ausdrücklich verlangte, daß bei Ertheilung desselben insbesondere auch die Vorschriften der Gesundheitspflege zur Geltung kommen müssen. In d er argen- t i n i s ch e n Volksschule i st das Fach d e r Religion vom Unterrichtsprogramm aus- geschlossen, obgleich das Gesetz keine Bestimmung über den ausschließlich weltlichen Charakter der Schule enthält. Die Schulpflicht erstreckt sich auf alle Kinder vom zurückgelegten sechsten bis zum zurückgelegten vier- zehnten Altersjahre. Der Unterricht kann in den öffent- liehen oder privaten Schulen oder in der Familie er- worden werden. Derselbe umfaßt folgende Fächer: Lesen, Schreiben, Rechnen, Landeskunde und Grundbegriffe der allgemeinen Geographie, Geschichte der Republik und Be- richt über die allgemeine Geschichte, Nationalsprache, Sittenlehre, Gesundheitspflege, Naturwissenschaften und Mathematik, Zeichnen, Singen und Turnen. Für die Mädchen kommen weibliche Arbeiten und die Elemente der Haushaltungskünde, für die Knaben militärische Uebungen und auf dem Lande der erste Unter- richt in der Landwirthschaft hinzu. Die Oberaufsicht über das Volksschulwesen wird von einem nationalen Erziehungsrath ausgeübt, welcher aus einen: Präsidenten und vier Mitgliedern besteht und vom Präsidenten der Republik ernannt wird. Die unmittel- bare Aufsicht vollzieht sich durch nationale Schulinspektoren in den einzelnen Provinzen und durch lokale Schulkom- Missionen, welche ans fünf Familienvätern zusammen- gesetzt sind und vom nationalen Erziehungsrath gewählt werden. für lon Nöthen. Eine Stunde hatte sie in der Abtheilnng Fraucnmodeartikel zugebracht, welche in einem neuen Sa des ersten Stockwerkes untergebracht war. Sie ließ alle Schränke ausräumen, nahm die Hüte von den schwarzen Gestellen, probirtc sie sämmtlich, sich und ihrer Tochter, die weißen Hüte, die weißen Hauben, die weißen Touques. Dann war sie in die Schnhwaaren- Abtheilnng hinabge- stiegen, welche in einer Gallerte des Erdgeschosses, hinter der Kravaten-Abtheilung, untergebracht war. Die Abtheilnng war erst an diesem Tage eröffnet worden; sie durchstöberte alle Auslagen daselbst, von einem krankhaften Verlangen fortgerissen nach den mit Schwancuflaum besetzten Pantoffeln von weißer Seide, nach den Schüben und Stieflctten von weißer Seide, nach den Schuhe» und Stiesletten von weißem Satin. — Oh, meine Liebe! stammelte sie, Sie glauben gar nicht!... Es gicbt da eine Auswahl von Hüten!... Ich habe einen für mich, und einen für meine Tochter gewählt. lind nun erst die Schuhe!... Oh, ganz außerordent lich!... — Unerhört! fügte Valentine mit der Kühnheit des fertigen Weibes hinzu. Es giebt dcx Stiefletten zu 20 Fr. 50! Noch nicht dagewesen!... Ein Kommis schleppte den unvermeidlichen Sessel mit einem ganzen Haufen verschiedener Artikel hinter ihnen her. — Wie geht es Herrn Marty? fragte Mme. Des- forges. — Nicht schlecht, wie ich glaube, erwiderte Mme. Marty, verblüfft durch diese unerwartete Frage, die ein sehr boshafter Kommentar zu ihrer Ausgabensucht war. Er ist Die argentinisch� Republik besitzt zur Zeit 3227 Volksschulen, welche von 254 607 Schülern besucht wer» den. Diese Zahl stellt etwas weniger als die Hälfte der wahrscheinlich im ganzen Lande vorhandenen schul- Pflichtigen Kinder dar. Um einen Vergleich mit einem anderen Lande zu ermöglichen, sei hier die Schweiz an- gezogen, die ungefähr die gleiche Zahl schulpflichtiger Kinder besitzt, wie Argentinien. In der Schweiz geht nun die halbe Million schulpflichtiger Kinder auch wirklich in die Schule, während in Argentinien nicht ganz die Hälfte der Kinder thatsächlich Schulunterricht erhält. Im Jahre 1883 hat Argentinien für den öffent» lichen Unterricht ca. 16 Millionen verausgabt; dagegen betrugen die Ausgaben der Schweiz für den Unterricht im gleichen Jahre 28 Mill. Frks. Wir halten uns indeß überzeugt, daß Argentinien in nicht allzu ferner Zukunft durch ausgesetzte Bemühungen der Freunde der Volksbildung dazu gelangen wird, die nach dem Gesetze bereits in Kraft bestehende obligatorische Schulpflicht allen Kindern vom 6. bis zum 14. Altersjahr wirklich zu Gute kommen zu lassen. Zu dieser Hoffnung berechtigt die Thatsache, daß nach den gemachten Erhebungen vom 1887 zum Jahre 1888 die Zahl der Volksschulen um 109, der Lehrer um 1001 und der Schüler um 27 153 zugenommen hat. n Zum Schlüsse sei noch besonders der bereits ange« führte Ausschluß der Religion vom Unter- richtsprogramm hervorgehoben. Bekanntlich hat auch die junge brasilianische Republik unmittelbar nach ihrer Gründung die Religion vom Unterrichtsplane ge» strichen. Das gleiche hat vor Jahren Frankreich gethan und in der Schweiz bestimmt die Bundesverfassung von 1874, daß der Schulunterricht ein konfessionsloser sei, und endlich figurirt die Religion auch in dem Lehr» Programm der Vereinigten Staaten nirgends als Unter« richtsgegenstand. Das ist eine sehr bedeutsame kultur» historische Erscheinung, die uns in unzweideutiger Weise die Tendenz offenbart, in welcher die geistige Entwickelungs» geschichte der Menschheit für die Zukunft sich vollzieht.�, M ovrefponde»rzen. Fondo«», 29. Juni 1890. Keine Entschädigung! Der Feld- zng der Liberalen und Temperenzler gegen die:m Lokalabgaben- gesetz vorgesehene Entschädigung der Schankkonzessions-Jnhabcr hat mit einem vollen Sieg geendet. Die Regierung hat unter dem Druck der Agitation, die auch weite Kreise ihrer Anhänger ergriff, die anstößigen Paragraphen aus dem genannten Gesetz zurückgezogen. Es ist das ein außerordentlich bemerkeuswertyer Beweis, wie sehr sie die Fühlung mit der Wählerschaft bereits noch immer in jener gewissen Anstalt; mein Onkel hat ihn neulich besucht. Doch sie unterbrach sich jetzt mit einem Ausruf des Entzückens. — Schauen Sie, das ist anbetungswürdig! Die Damen befanden sich vor der Abtheilung kür Blumen und Federn, die in der Zentralgallerie, zwischen der Seiden- Abtheilnng und der Handschuh- Abtheilung untergebracht war. Unter dem hellen Lichte des Glas- dachcs war da eine riesige Blumenpracht etablirt, eine weiße Garbe, hoch und breit wie eine Eiche. Blumenbüsche besetzten den untern Theil, Veilchen, Maiblumen, Hyazinthen, Vergißmeinnichte, alle zartweißen Blume» der Blumenbeete. Darüber erhoben sich Blumensträuße: weiße Rosen mit einem Stich in das Fleischfarbene, riesige weiße Pfingstrosen nnt einem zarten Hauch von Carmin, weiße Chrysantheme, welche wie ein weißer, gelbgestirnter Rauch emporstiegen. Und immer höher, immer weiter verbreitete sich die Blüthenpracht: große Lilien, ganze Apfelbanm-Zweige, duftende Fliedersträucher, in der Höhe des ersten Stock- wertes überragt von ganzen Büscheln von Strauß- federn und anderen weißen Federn. In einem Winkel gab es ganze Garnituren und Kränze von Orangen- blüthen. Dann gab es aus Metall verfertigte Blumen, Disteln von Silber und Aehren von Silber. In den §weigen und Blumenkronen, ininitten dieser Mousseline-, eidcn- und Sammtstoffe, wo ausgestreute Gummitropsen den Than nachahmten, flogen allerlei für Hutschmuck be- stimmte seltene Vögel, Silberschnäbel mit schwarzem Schwanz, vielfarbige Prachtmeisen, deren Gefieder:n allen Farben des Regenbogens schillerte. verloren hatte, und wie sehr der Zusammenhalt unter den zur Parlanwntsmehrheit zählenden Abgeordneten nachzulassen beginnt. Dtit einer Mehrheit von gegen 1 Davos, Norwegen, Tyrol, Salzburg, Helgoland, Harz— Einer macht sogar Anspielungen auf Reise nach Amerika. Inzwischen ist der Präs zu Ende— das Signal zum Scheiden kann werden, und lustig, wie Schulknaben, stieben die r. 13 wahr? Und da sie Mme. Marth stimmt ihrer Tochter in einem Porzellankauf vertieft sah, sagte sie ihr, indem sie sich mit Madame Gnibal entfernte: — Sie werden uns oben im Lesekabinet finden.., Ich muß ein wenig ausruhen. Im Lesekabinet angekommen, mußten die Damen stehen bleiben; alle Sessel waren beseht rings um den großen, mit Zeitungen bedeckten Tisch. Da lasen dicke Herren ganz be- häbig und dachten nicht daran, ihre Plätze' den Damen zu überlassen. Einige Damen schrieben, die Nase auf dem Papier, als ob sie das, was sie schrieben, mit ihren Hüten verdecken wollten. Mme. de Bovcs war übrigens nicht da und Henriette wurde ungeduldig, als sie plötzlich Vattagnosc bemerkte, der ebenfalls seine Schiviegermutter und seine Frau suchte. Endlich grüßte er und fragte: — Sie sind gewiß in der Spitzen- Abtheilung; sie können sich von dort nicht losreißen. Ich will einmal nachsehen. Neichsboten nach allen Richtungen der Windrose auseinai Sie können sich nun„erfrischen" und„ausruhen". Hojs � lich sorgen aber die Wähler dafür, daß die Herren Ret boten nicht allzu viel Ruhe bekommen, und daß ihnen die bevorstehenden Kämpfe das Rückgrat etwas gestärkt n-g. Der Fall des Sozialisteugel'etzes bereitet uns Arn Ti Bourgeoisie böse Kopfschmerzen. Einen recht netten Bei�blschil dafür finden wir in den folgenden Schriftstücken, die i Der Ge ein Zufall in die Hand gespielt und deren Veröffentlicht � k e»* i am Platze ist, um die Wege, die gewisse Leute wandeln, bühreud zu beleuchten. stg eMes Die beiden Schriststncke, von welchen das eine das anl Kommisj ergänzt, lauten: I Die En Berlin, den 12. April 1890.* Standbi An ischluß dl Se. Exzellenz i s s i o n s den Königlich Preußischen Staatsminister,:n der S Minister des Innern 0 Herrn von Herrfurth, Ritter hoher Orden. s m i l i i In der Anlage erlauben sich die Ergebenstunterzeichneten h n e D e b Exzellenz den Entivurf zu einem Unternehmen zu unterbr« Damit das mit dem 1. Mai d. I. ins Leben treten soll und den 3. Staatss hat, gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Soziald��� kratie zu wirken und so Arbeiter und Arbeitgeber vor den schlirim-- Folgen und steten Beunruhigungen durch Arbeitseinstellung» schützen. Eure Exzellenz um eine wohlwollende Prüfung der 3l: legenheit und einen baldigen gütigen Bescheid bittend, zeichn» tieffter Ehrfurcht Euer Exzellenz ergebenste gezeichnet M. Stenglei», Ingenieur, C. Behrens, Buchdruckcreibef Berlin II. M, Berlin O. 27, Schönhauser Allee 09. Grüner Weg 9 u. 10. Berlin, den 12. April 16» Ich be, Die Gehorsamstunterzeichneten erlauben sich hiermit auf A Köntz 12 ui im S di in der Anlage als Manuskript beigefügte Projekt, um defsß�� erta Präsidi rückgabe wir ganz ergebenst bitten, hinzuweisen und um gesorbrni Währung des zum Schluß angehängten Gesuches ergebenHe jen festz bitten.] migung Wir beabsichtigen vom 1. Mai a. c. ab eine Zeitung h� �"x�hte zugeben, welche als unabhängiges Organ als Hauptziel, � jre, sachliche Bekämpfung der gemeingefährliä- Geschäj Bestrebungen und Auswüchse der E 0 demokratie und des internationalen Anar mus und die Besprechung allgemein wirthschaftlicher Frazfi oben r folgen sollen. fall.) Hierzu erscheint es uns unumgänglich nothwendig; daß Abg. 5 jene Flugschristen, die von sozialdemokratischer und anorchifl? Seite verbreitet werden, eingehend sachlich besprochen werden � Vorführung ihres Inhalts— soweit dieses thunlich u» aus ihre wissenschaftliche Haltlosigkeit und praktische! soziale Gemeingesährlichleit aufmerksam gemacht f Nur dadurch allein dürfte allen Gewerkschastsklassen. große Gefahr klar gemacht werden können, welche in- oben bezeichneten, verhängniß'vollen Preßerzeugnissen halten und durch die kurzen Debatten bei Gelegenheit del rathung deS Sozialistengesetzes dem großen Publikum in> ausreichender Weise zum Bewußtsein gekommen ist. n Alte, wfe.! die teiische . ich zi zur s , Wir i zurück ist, die ter Best Präsid i>rte her, memi -"--•i- y"''--- k-|---- x,---------. Wir sind uns der Bedenken, welche Euere Exzellenz& die oben geäußerten Absichten hegen werden, wohl bewußt,� terbrech, dennoch glauben wir auf eine diesbezügliche Unterstützung ur� nehme», Unternehmens vertrauen zu dürfen, da durch die Abi" nung des Sozialistengesetzes der bis jetzt» sen, ohne Sozi, .lsgebrach Schlu achdruc Lat �»Fri den B Bevor er ging, war er so galant, den Damen Sä zu verschaffen. In der Spitzen- Abtheilung wuchs das Gedränge Minute zu Minute an. Die große Ausstellung von Ä ivaaren feierte hier ihre höchsten Triumphe. Dies wal Versuchuug, der Wahnwitz der Begierde, welche alle Fr verzehrte. Die Abtheilung war in eine weiße Kapelle wandelt worden. Tüllen und Guipuren flössen von i üerab und bildeten so einen weißen Himmel, einen.egen. � Wolkenschleier, deren seines Netz die Morgensonn«„Fr! bleichen machte. Rings um die Säulen sloffen Vc jr schaut von Mcchelner- und Valencienuer-Spitzen herab. Dan- Wurzel si allen Seiten, auf allen Pulten nichts als Weiß: sp," Da Blondspitzen, leicht wie ein Hauch, Brüsseler Applik�ranm« mit ihren breiten Blumen auf den feinen Masche», oitreu, I zianerspitzcn mit ihren schweren Dessins, Spitzen von Alt ßr fjsi,, und von Brügge mit ihrer königlichen Pracht. ,ewegt d Nachdem Madame de Boves mit ihrer Tochter lCn, star vor den Ausstellungen herinngeirrt war, in dem sin»!' Uni Bedürfnisse, ihre Hände in diese zarten Gewebe zu(cu senken, kam sie zu dem Entschlüsse, sich durch» lerkmide Alenconcr-Spitzen zeigen zu lassen. Zuerst hatte � Pochen Imitationen gezeigt; allein sie wünschte echte Aleuo xkkgx � Spitzen zu sehen und sie begnügte sich nicht mit kl«§_ Dm Garnituren zu 300 Franks den Meter, sie verlangte P-tter S hohen Volants zu 1000 Franks, nach Taschentüchern x�en A Fächern zu sieben- bis achthundert Franks. Bald w chivarzei Pult mit einem Vermögen in Spitzen bedeckt. J» Szenen e- Winkel der Abtheilung stand der Inspektor Jonve- Hritz ick weglich und ließ kein Auge von Madame de Boves. sihieht? — Haben Sie auch Berthen von Points ä I'vix- HZettcrs fragte die Gräfin; lassen Sie sehen, ich bitte Sie. veißeu- Der Kommis, den sie nun schon seit zwanzig M»' und ziP aufhielt, wagte keinen Widerstand zu leisten, so sehr inn'o�icht, de sie ihm durch ihre Vornehmheit, ihre Gestalt und ihre Stilört kau einer Prinzessin. mcchanis (Fortsetzung folgt.) vieder. Er Seele. j andene Schutz mit dem!. Oktober d. I. aufhört, m wiiku ndesnur einVortheil sein kann, wenn das hncs tNzanze V olk schon vorher mit den von den Um- scheine� urz Parteien geplanten und jetzt noch durch das [en0b"tp esetz unterdrückten Zustünden mehr als bisher Der ln)v e r t r a u t g e m a ch t w i r d. iesem Von der ersprießlichen Tragweite des Unternehmens für das t J�lkswohl überzcllgt, und von dem Bestreben beseelt, allen �Volksschichten die Herbeiführung und Erhaltung des sozialen löst uoMricdens zum Bewußtsein bringen zu helfen, wagen wir es, die üreviÄLitte auszusprechen, nach dem Ermessen Eurer Exzel- 1 r"hl enj das Königlich Preußische Polizeipräsi- bolt� 1p ium anweisen zu wollen, uns besonders gra- >er Napirende Druckschriften zur Verfügung zu stellen, lernsio-ü m dieselben in oben besprochener Weise behan- Versiorih e j„ jU können. vm? a» Wir verpflichten uns, in jeder Weise von dieser eventuellen HiiizuiBcfugniß stets nur insoweit Gebrauch zu machen, als dieses im StockWereiche der Gesetzmäßigkeit liegt. Wir sind deshalb bereit, sam znHeweiligen Falles alle unsere auf der Benutzung vtt£jw i e se s Materials beruhenden Publikationen ielchiicti" eb st den N a in e n ihrer Verfass er vor der Druck- Gehinilegung im Manuskript dem Polizeipräsidium ttgefniW orzulcgen. >ewirkt ggir werden überhaupt stets bestrebt sein, nur anerkannt ilunn �iffe"fchaf«ich gebildete und als solche bekannte Mitarbeiter für Ut had�uskre Zeitschrift zu halten und stets den Charakter objektiv— ltschaslwissenschaftlicher Begründung in unseren im übrigen geuieinver- stündlich gehaltenen Publikationen zu wahren. —• T geneigt« Bescheidung bittend, da die erste ��»mnmer der Zeitung aus naheliegenden Gründen möglichst vor wiebsvem 1. Mai 1390 der Oefsentlichkeit übergeben werden soll, als in zeichnen wir, zu jeder weitere» Auskunst bereit mit der größten ivieder��ietung Ew. Excellenz '"s.ichl ganz ergebenst etie Chi gez. C. B e h r e n s. M. S t e n g l e i n. ,ei'rrtJL Wir wissen nicht, welche Antwort der Miinster des -ail al Lünern den beiden Sozialistentödtern gegeben hat. Die ��schsl�pekulation der Herren auf die Mithilfe und Mitarbeiter- hohe»Haft des Berliner Polizeipräsidiums dürste wohl einige vagen Hindernisse gefunden habeil, wenigstens verräth das litera- Hluientische Unternehmen des mittlerweile von den Herren M. Steng- Die dasein und C. Behrens unter dem charakteristischen Titel ,,Der halteMlrbeftgcber" erschienen ist, nichts von einer solchen Mitar- die'�Ceiterschaft, das besagte Blättchen dürfte sonst tvohl doch s dera»twas intcressmitcr sein. Uns frappirt nur das Cclbstvcr- Mn-re stauen, das die Herren Stenglcin und Behrens besitzen, in- >e>» sie glauben, mit Hilfe ihres mit Ausschluß der Ocffcnt- sichkeit erscheinenden Blättchens etwas fertig bekommen zu ,,..stönnen, an dem die Staatsmacht mit all den ihr zur Ver- wunnÄ�gung gestellten Gewaltmitteln des Sozialistengesetzes gc- elßaer�cheitert ,st. i Hu»! Die Herren Stenglein und Behreils, die als tapfere i Thic'St. George auszogen, um den Drachen Sozial-Demokratie zu ngiückiMdtcn, dürften nach einiger Zeit genügend ernüchtert sein, den"[im zu erkennen, daß sie nur Don Quixotes sind, über die ■"«nt'x'e �®Iuerschaft sich belustigt. Wir gratuliren unserer ''lvsois�aurgeoisie zu solchen Kämpen. ciuC J Ein sehr einfaches„soziale» Programm" hat der Ex- '�Aokkßparteiler OSkarvon Münch. In einem kauderivelschen Znserat, das er soeben anläßlich seiner Ausschließung aus der Ein Fraktion der BolkLpartet verössentlicht hat, bezeichnet er als sei» in der Asoziales Programm": V�'erif„Die gerechtere Bertheilung des Gewinns aus der ü>t" nationalen Produktion durch progressive Einkommensteuer mhrnng und staatliche Arbeitersparkassen mit, den üblichen me h r- rstraße� fach übersteigen dem Zinsfuß." °cu',{.( Bermuthlich sollen die Herren Bourgeois den Arbeitern, die cm rcaifch®tivaS„ersparen", für das„Ersparte" so viel Zinse» be- jahlen, daß— die soziale Frage dadurch gelöst wird. der Ki� Die uationalökonomischcn Kenntnisse des freiherrlichen Ex- � �'wlksparteilerS scheinen mit seinem Deutsch auf gleicher Stufe zu achtjüb�®�®"'~ ende» I Einen Kericht über dir Uevhandlnnae» de»„Uereina :n Beförderung de» Gewrrbeflrilje»"» die iin Alonat 'ü un stattgefunden, haben wir kürzlich an anderer Stelle urrlo k�escs Blattes gebracht. Es wurde in diesem Berichte darauf viclsaib Angewiesen, daß die Verhandlungen des Vereines deshalb urückgeMächtenswerth seien, weil seine Ntitglieder theils dem hohen �J-�samtenstande. theils der Großindustrie angehören, deren 7�?.>nfluß auf die Gesetzgebung nicht zu unterschätzen ist. Nur me rm�rcsem Umstände ist es zuzuschreiben, daß den Verhandlungen hend:«i der Juni-Versaminlung unsererseits noch einige Brach- ' mn�ng zu Theil wird. ollte." Eehcimrath Blenk hatte wie in der Maisitzung mich mn tchfi dieser das Referat übernommen. Das Thema war msselbe geblieben, man hatte, wie es so Sitte ist, wenn die !„®"'Fähigkeit fehlt, über eine Sache etwas Gescheidtes zu sagen, man l'w jkoinunssiou mit der nochmaligen Berathung der Lehr- h°uch.ing, frage beauftragt, und diese hatte dann ihrer Weisheit der JU folgenden Sätzen durch den Mund des Herrn Nesereuten sgniß Ausdruck gegeben. uicr Tai„Es ist anzustreben: t Die Veralsgoineincrung des Spar- »s Waß zwanges für minderjährige'Arbeiter, nöthigenfalls durch Gesetz. h auf? L. Tie iveitere Verbreitung der Forttnlduiigsschulcn, deren sser sni» obligatorische Einführung außer durch Ortsstatut auch durch Anordnung der Staatsbehörde mnft erfolgen könne». 9. Tic •hv bii� weitere Ennvickelung des sachgeiverbliche» llntcrrichtS und Lehr- > wesens, inbcsondero durch staatliche inid gemeindliche Zuschüsse. s I■SÜ 4. Tie Einrichtung ständiger Spezialorgane für die Bcauf- vas Wdl pchtignng und Forderung des LehrlinaswesenS.« und M dgZ alte biS zum Ucberdrusse o,t gehörte Lied mit nc Mitfmaä veränderter Melodie. Da aber eine neue Melodie 1 durch« iaiiieller oder auch flacher, als die alte sein kann, so möge r und ftx daraufhin einer Besprechung gewürdigt werden. Da ta'' Afso Satz 1.„Sparzwang". Sind wir recht unter- zs Gewichtet, so hat mit diesem sehr sinnreich zusammengesetzten mettcrlWvrte die deutsche Sprache eine werthvolle Bereicherung daruchrfahren, und Fürst Bismarck wird hocherfreut sein, dag attert anmt allen Ernstes daran geht, Millionärzucht im Großen rn farai treiben. Sicht mau aber von der komischen Seite ab, »vebt';o erkennt man sofort, wie tief in den Kreisen jener Ge- werde Keimen Räthe die heutige Geldgier des Abgeordneten Bam- »s Würger Wurzel geschlagen hat. Lachen Aber um Sparen zu könneit, muß die Einnahm« die llusgabe übersteigen. Der junge Mensch verdient höchstens bis zum vollendeten 17. Lebensjahre 6 Mark wöchentlich. Wenn sich dann der Verdienst auch etwas erhöht, so wachsen andererseits die nothwendigen Bedürfnisse, die befriedigt werden müssen. Hat der junge Mensch diese Anforderung erfüllt, so ist er ein guter Hanshafter. Jede darüber bin- ausgehende Enthaltsamkeit ist verächtlicher, schmutziger Geiz. Den Mitgliedern des Vereins zur Beförderung des Gewerbe- fleißes mag freilich ein junger Mensch, der am Sonntage zweimal die Kirche besucht und dann mit einem Traktätchcn als geistige Nahrung ins Freie wandert und etwaigen Durst mit einem Schluck Wasser löscht, als ein Musterknabe gelten; einsichtsvolle Menschen denken darüber anders. Der Besuch des Theaters, eines Konzerts, die Theilnahme an einer sröh- lichen Gesellschaft ist in den Augen der Herren Verschwen- dung. Den Arbeiter geistig niederzudrücken, ist die Tendenz unserer Zeit, und ans diesem Bestreben ist auch der Satz 2 hervorgegangen,„Fortbildungsschnle und deren obligatorische Einführung". Der Satz klingt so human, er bezweckt aber weiter nichts, als eine abermalige Einschnürnng des jungen Menschen, die ihn sowohl an seiner körperlichen wie geistigen Entwickelung behindern soll. Er soll, nach dein er zehn Stunden oder länger in der Werkstatt oder Fabrik ge- schivitzt hat, auf die Schulbank geschmiedet werden unter oes Schulmeisters Füchtel, daniit jede freie Regung erstickt werde. Um das Lernen der Arbeiter ist es den Herren auch gar nicht so sehr zu thun, denn sonst würde« sie die Fort- bildungsschnlen anders einrichten, und was die Hauptsache ist, eine angemessene Zeit dafür bestimmen. Warum lernen denn die Herren Söhne der Bourgeoisie alles nicht auch so nebenbei?" Der Satz 3 wendet sich der weiteren Entwickelnng des sachgewerblichen Unterrichts und LehrlingSwesens zu. Es ist allerdings löblich, wenn dafür gesorgt wird, daß den jungen Menschen Gelegenheit geboten werde, sich in ihrem Fache tüchtig auszubilden, weil zum Theile ihre künftige Existenz von ihrer Leistungsfähigkeit abhängig ist. Es ist aber auch bei dieser Einrichtung eben so, ivie bei den meisten anderen; den größten Nutzen hat der Fabrikherr, billige Meister und Aufseher, und da sich die Anzahl der fach- gewerblich ausgebildeten Arbeiter schneller mehrt, als Meister- oder Aufscherstellen vakant werden, so wirkt auch hier die Konkurrenz zu Gunsten der Fabrikhcrren. Der Satz 4 wünscht eine ständige Einrichtmig für die Beaufsichtigung und Förderung des Lehrlingswesens. Wer beaufsickstigen soll und ob Lehrhcrr und Lehrling oder wer von Beiden bcanfsiehtigt werden soll, ist nicht gesagt. Wenn man aber die Entwickelung unserer neuesten Gesetzgebung und ihre Handhabung durch die Behörden näher betrachtet, so wird man zu keinem anderen Schlüsse gelangen können, als zu dem, daß man aus dem Lehrling einen Arbeiter heranbilden will, der sich genau in den Bahnen, auch in politischer Beziehung, bewegt, welche der Fabrikherr ihm wenn nicht geradezu vorschreibt, doch sehr verständlich an- deutet. Die Quintessenz dieser vier Sätze besteht also darin, den jungen Atenschen so zu erziehen, daß er als großjähriger Arbeiter willenloses Werkzeug des Fabrikanten ist, seiner theoretischen und praktischen Fachkenntnisse wegen viel leisten kann, selbstverständlich gegen möglichst geringe Bezahlung, und daß er dennoch tüchtig spart, damit er Zeiten der Ar- beitslosigkeit gut überdauern kann und nicht ctiva die Gc- meinde zu seiner Unterstützung in Anspruch zu nehmen braucht. Uebrigcns scheint bei einigen Mitgliedern des Vereins nicht unberechtigtes Bedenken darüber entstanden zu sein, ob Arbeiter, welche sich tüchtige, allgemeine und umfassende Fachkeuiitinsse erworben haben, den gewünschten Grad von Unterwürfigkeit bewahren werden. Solche Zweifel sind denn wahrscheinlich maßgebend für den Autrag gewesen, der auch angenommen wuroe: der Verein wolle die Angelegenheit der Ausbildung des Lehrlingswesens au den technische» Ausschuß zu weiterer und sortlanfender Berathung auf Grund der in der Debatte ausgestellten Gesichtspniikte zurück- verweisen. Damit ist ivohl der ganzen Angelegenheit ein anständiges Begräbuiß bereitet worden. Die Leser unseres Blattes werden aber de» Eindruck gewonnen haben, daß es mit dein Witz gelehrter Herren sehr oft nicht iveu her ist. Knchjijche(öemiithlichluit. Sachsen erfreut sich bc- kanntlich eines— nebenbei bemerkt recht guten— Ein- kommeiistcncr-Gesctzes. Wer sich zu hoch eingeschätzt glaubt, hat das Recht zu reklamireu. Dieses Stecht übte jüngst in Wechselburg ein Arbeiter, der unzweifelhaft zu hoch einge- schätzt war; er erhielt aber von der königlich sächsischen Bezirks-Stencreiniiahme jn Rochlitz einen abschlägigen Bescheid, der unter Anderm durch folgendes Ärgnment bc- gründet war: „Es kann dem Rcklamanten auch nachgewiesen werden, daß er außerhalb seiner Thätigkelt als Steinmetz, sich gut- lohnende Beschäftigung sucht und thatsächkich gehabt hat, ivie beispielsweise gelegentlich der Reichstags- und anderer dergleichen Wahlen." Tie„gntlohnende" Beschäftigung„ beispielsweise gc- gelegentlich der Reichstagswahl K." bestand darin, das; der betreffende Arbeiter den Kartcllbrüdern bei der letzten Reichstagswahl in einigen Versammlungen entgegentrat. DaS ist nach den Begriffen der sächsischen Karteklbrüdcr offenbar ein„Luxus", ivclcher zur verdienten Folge hat, daß der Sünder mit der Einkoimnenstener emporgeschraubt wird. Strafe muß sei n. Alan sieht eben, wie in einen, Land mit so entivickelten Klassengegensätzen, wie Sachsen es ist, alle Staatseiurichtungeu in den Dienst der Klaffen- Herrschaft gepreßt werben. |l«Iirv die Ztiiiiilrehr der Leipziger Uerbanuten theilt der„Wähler" noch solgcube Ciiizelheileu mit:„9 lach mehrjäh'.ager Beruaininug belraleu am Sonntag eine'Anzahl unserer cniege- wteseneii Genossen wieder de» Boden Leipzigs. Tie ersten der »iuelkehrenden ivaren die in Würze» wohnenden Ausgewiesene», Schneidermeister Krause und Zigcireenmacher Kainitz, welche um 9 Uhr in Sellerhausen einplaugen ivurden. Inmitten ihrer Freunde wurden sie nach Aolkmarsdors geleitet, wo im Kühne- schen Resinurant und Thüringer Hos entsprechende Vorbereitungen zum gemüthlichen Veisainmensein getroffen waren. Von Alten- dnrg>var der Buchdrucker Vogenitz herüvcrgekommeu. Ilm L Uhr versammelten sich die Genossen in den drei Mohren zum Spazier- gang nach Ttöltcril,, woselbst im Deutschen Haus Zusammenkunst mit den übrigen Genosse» stattfand. Eine andere Abthcilimg war inzwischen nach Balsdors gewandert.�ioohin Liebknecht, Pinkan und Pvirncker gekommen waren. Jn Stötteritz fanden sich alle zlisaiuineu. Nach längerem Verweilen daselbst— ein Begriisnuigs- telegranim von den Genossen 5tolditz und Bierstein aus Krim- mitschau erhöhte die srohe Stlinmuug— marschirte» die Genossen, von denen viele ihre Familien mitgebracht hatten, in imposantem Zuge nach Thonberg in daS Restaurant Schönherr. Erst in später Stunde schlug man den Heimweg ein. Auch im Pantheon, Thüringer Hof zu Volkmarsdorf, bei Kühne ebendaselbst sowie u verschiedenen anderen Lokalen kamen die Genossen am Abend zusammen und freuten sich der Wiedervereinigung mit den Ver- bannten." Das fiichstfch« Ministeri,»»» des Inner,» hat das Gchick, deS sozialdemokratischen„Wähler", in Leipzig eine Sammelstelle für die streikenden Hamburger Maurer und Zimmerer errichten zu dürfen, abschlägig beschieden, weil durch solche Saniiiillmgen die Lohnkämpfe zwischen Unternehmern und Arbeitern nur ver- längert würden. Die Bemühungen des sächsischen Ministeriums, den sozialen Frieden zu wahren, werden zweifellos in allen Unter- nehmerkreisen die gebührende Lobpreisung finden. Das dcutsch-enaiische Abkommen ist, wie die„Times" erfährt, thatsüchlich am Dienstag unterzeichnet worden. Die „TimeS" bemerkt, vorbehaltlich der Ratifikation deS Artikels betreffs Helgolands seitens des Parlaments wäre diese Urkunde »unmehr perfekt. Knrkstädt. Wiederum stand unser Genosse R. Walther vor Gericht. Es handelte sich um ein Vergehen gegen H 131 des R.-Str.-G.(Verächtlichmachung staatlicher Einrichtnnacn ec.) Nach mehrstündiger Hauptoerhandlung vor dein Landgericht zu Plauen i. V. erfolgte die Freisprechung, da Verjährung eingetreten. In dem Prozesse, der gegen Walther wegen„groben Unfugs" schwebte, weil er gegen einen Wirth in Mittweida eine Anzeige anfgc- nommen, ist das freisprechende Urtheil des Mittweidacr Schöffengerichts aufgehoben und eine vierzehntägige Gefängnißstrafe aus- geworfen werde». Mit btv Nerlzaftnug van Ktrrikrnde» ist die Ham- burger Polizei bekamillich leicht bei der Hand, sobald sie die geringste Gesetzwidrigkeit begehen. So wurde, wie das„Hamb. Echo" mittheilt, der Gasarbeiter H. Nohde anfangs vorigen Monats Morgens früh aus seiner Wohnung abgeholt und dann bis zlim 23. v. M., wo die Gerichtsverhandlung über sein Ver- gehen— Beleidigung— stattfand, in Untersuchungshaft behalten. Das Urtheil lautete auf drei Tage Gefängniß; scchszeh» Tage war Rohde die Freiheit entzogen gewesen. Natürlich wurde er sofort auf freien Fuß gesetzt.— Wie es jetzt einmal üblich, ist Rohde auch photographirt ivorden. Ans Altona. Eine interessante Sache ivird demnächst in Altona zur Verhandlung gelangen. Bei irgend einer Gelegenheit wurde vor einiger Zeit ein Arbeiter sistirt, bei dein man eine oder cinige Sammellisten zur Unterstützung der von dem bc- kannten Fabrikanten Herrn Jsermann seiner Zeit ausgesperrten Arbeiter, zu denen der Mann auch gehörte, fand. Da einige Mark ans die Liste gezeichnet waren, so erklärte der Mann auf Befragen, das Geld hätte er an den Kassirer der Kommission abgeliefert, von diesem auch die Listen erhalten. Mertwürdigerivcise ist nun gegen den Mann eine Anklage ivegen BettelnS und gegen den Kassirer eine solche wegen Verleitung dazu erhoben worden. Elberfeld, den l. Juli. Der belaniite Polizist Jäckcl ist seines Amtes als politischer Geheimpolizist enthoben und hat als Polizeiscrgeant im öffentlichen Dienst Verwendung gesunden. Sein bisheriger Chef, Polizeikommissar Kammhof, ist auf Beur- laubuiig, und es geht das Gerücht, daß auch er hier keine Ver- wendung im politische» Dienst mehr finden werde. Köln. Die Straskammer verhandelte letzthin gegen den Zimmermann Wilhelm Laufenberg aus Blatzheim ivegen Majestäts- beleidigung. Die Verhandlung fand bei verschlossenen Thüren statt. Die Acußerungen hat Lanfenberg gelegentlich der jüngsten Reichstagswahl fallen lassen. Dem Antrage des Staatsanwaltes entsprechend, erkannte daS Gericht auf zwei Jahre Gefängniß. Ktrajjburg, 30. Jilni. Die„'Amtl. Corresp." schreibt: Die am 23. v. M. in Kraft getretene Ministerialverordnung über'Ab- änderung der Paßvorschriften ist verschiedentlich mißverstanden worden. Insbesondere hat man die Auffassung zum Ausdruck gebracht, daß durch die Verordnung nur den ans der Bahnlinie 'Avricourt-'Appenweier Dlirchreiscnden Paßsreiheit gewährt sei. Diese Auffassung ist irrig. Bisher waren allerdings nur die- jenigen Sieisenden von der Paßpflicht ausgenommen, weiche den aus genannter Linie verkehrenden Orient-Expreßzug benutzten und eine Fahrkarte mindestens von Paris bis München oder Nürnberg ge- löst hatten. Die in der neuen Verordnung aeivährte PaßftÄhcit des Durchgangsverkehrs gilt dagegen für alle Züge ans allen durch Elsaß-Loihringen führenden Linie». Außerdem ist die Eiiischränkung bezüglich des Ausgangspunktes der Reise weggefallen; es ist also nicht mehr erforderlich, daß die Fahrkarte mindestens in Paris gelöst worden ist. Ebenso besteht, mit einziger Ausnahme der Station Kehl, keine Einschränkung mehr bezüglich des außerhalb Elsaß- Lothringen liegendeii Endpunktes der Reise. Großbritannie». Lceds, I.Juli. Die durch den Streik der Gasarbciter ucranlnstte Heranziehung fremder Arbeitskräfte rief heute ernste lltuhestörungen hervor. Die Streikenden griffen die sremden Ar- beiter, sowie die Schutzleute und Militärabthcilungen an, welche dieselben nach der Gasanstalt geleitete». Bei dem dabei entstan- denen Handgemenge fanden auf beiden Seiten zahlreiche Vcrwun- düngen statt. Infolge des Gasmangels herrschte am Abend in der Stadt völlige Fiustermß. Schweix. Der Vnndesrath hat die Bolksabstiunnung über die Revision der Bundesverkafsung im Sinne der Einführung einer Unfall- und Keankenversichernng auf den 20. Oktober, gleichzeitig mit den Wahlen in den Natioimlrath, angesetzt. Selsion. Aus Brüssel iverden niedliche Geschichtchen gemeldet, die sich bei den letzten Kammerwahlen ercigneten. ES dringen sehr seltsame Enthüliniigen über die von den Klerikalen betriebene Wahlbestcchiiug nud de» Stimmenkauf zu Tage. Die liberale Vereinigung der Stadt Gent hat das Material hierzu der Staats- anwnlt übergeben, der eS nunmehr obliegt, eine Untersuchung auznordnc». Die Klerikalen haben bei der letzten G.enter Wahl nIS ausschließliche Ucbcrzeugungsknnst, wie es scheint, den Geldsack benutzt, und zur Erleichterung ihrer Wahlarbeit die Wähler- schast in zwei ftategonen getheilt: in die Wähler, deren liberale Gesiniliing bekannt war, und in Jene, welche zu den„Unsicheren" gehöre». Ten Ersicren wurde gegen die Einhändignng einer Geldsumme, welche den Verhältnissen angemessen war, blos die Wahleuthaltung auferlegt, während die Letzteren direkt für die klerikale Liste stimmen mußten. Besondere tlerikale Kommissäre überwachte» das Fernbleiben der aiigctauften liberalen Wähler. Bezüglich der übrigen, deren Stimmabgabe für die klerikale Liste man ivegen der geheimen Ab'timmling nicht sofort kontroliren konnte, wurde zu einer Finte gegriffen. Tie klerikalen Aahlagente» händigten den„unsicheren" Wählern nämlich eine halbe Banknote ans, und erklärten, daß die schleude Hälfte ihnen erst nach dem Wahlsiege der klerikalen Liste übergeben würde. Aus diese Weise hatten sie die Gewiß- heit, daß die bestochenen Wähler in ihrem Sinne abstimmen würden. Z?>apl«ltte»»knriftls»e?. In» ttominlfi'arijAzru Urrwaltnng der Stelle als R e i ch S b a n k- I u st i t i a r i u s und Nütglied deS Reichs- b a n k-- D i r c k i o r i u m s ist der Oberbürgermeister von Posen, frühere Gerichtsassessor und Landrath Müller berufen worden, ivclcher die bezüglichen Geschäfte übernonimen hat. Sein Reichs- lagSmandat würde erst»ut der definitiven Ernennung erlöschen. Bisher wurden die Justiliaritätsgcschäste von dem jetzigen Präfi- deuten Dr. Koch auch nach seiner Ernennung zum Vizepräsident«; mitversehen. Geviihks-Beiiung. .Kichere Pristen? für alleinstehende Dam»«, namentlich Lehrerinnen! Em e Leihtnbliothek, gut assortirt, mit großem Um- sah,«n der Nähe von 14 Schulen, ist> preiswerth zu verkaufen." So ungefähr lautete die Annonze, durch welche die ehemalige Lehrerin Marie Sophie Meyer ihre ain Grünen Weg belegene Leihbibliothek, verbunden mit Antiquariat und Papierhandlung zu verkaujen bemüht war. Frl. Meyer ist eine sehr geschästs- gewandte Dame, die es mit der Reellität manchmal nicht sehr !ienau nimmt; sie ist schon wiederholt wegen Betruges vorbe- traft, zuletzt wegen eines, in Bruchsal bei Verkauf eines Geschästs m Szene gesetzte» Schwindels, mit 2 Jahren Gefängniß. Sie be- saß lett einiger Zeit Hierselbst die angekündigte Leihbibliothek, um welche sich infolge der verführerischen Annonze ein Frl. M. bewarb. Geschäft und Geschüftsinhaberin gefielen derselben ganz ausge- zeichnet. Was war das auch für eine edle Frau! Frl. Meyer erzählte, daß fie die Tochter eines Konsistorialraths sei, ivährend ihre Bruder Professoren seien, daß sie mit einem Grasen Rantzau verhcirathet gewesen, nach der Trennung von demselben aber ihren Mädchennamen wieder angenommen habe ic. Sie würde es am liebsten sehen, wenn sie einer alleinstehenden Dame durch Verkauf ihres Geschäfts eine gesicherte Lebensstellung bereiten könnte, denn das Geschäft gehe in allen seinen Theilen brillant, der Umsatz gehe manchmal bis 120 hinaus und der Verdienst sei ein so großer, daß eine ganze Familie davon leben könne. Da- bei zeigte sie dem Fräulein Meyer ein kleines Tagebuch, in welchem die Tageslosungen verzeichnet waren, sie holte auch dieses und senes Buch herab, kurz, die Kauf- lust des Fräulein Meyer wurde in dem Maße erregt, daß dieselbe am liebsten sofort den Kauf abgeschlossen hätte. Sie hielt es jedoch noch für geboten, an einem bestimmten Sonn- tag Nachmittag einen Vertrauensmann zu Frl. Meyer zu schicken, welcher sich von dem Geschäftsgang überzeugen und eventuell den Kaufpreis von 900 M. bezahlen sollte. Der Sonntag kam, der Vertrauensmann erschien und war ganz verblüfft über die große Kundschaft, welche an einem sonst für ein solches Geschäft sehr ungünstigen Tage in die Erscheinung trat. Käufer kamen und gingen und es entwickelte sich ein so gewaltiger Geschäftsverkehr, daß es deni Vertreter des Frl. M. angezeigt schien, den Kauf sofort abzuschließen. Er hat es nachher sehr bedauert, denn er ist jetzt fest davon überzeugt, daß dieser großartige sonntägliche Geschäftsverkehr nur„Sand in die Augen' und von Frl. I�latz in selbst arrangirt war. Der Käuferin ist es nämlich schlecht SfPfank hi gegangen. Dieselbe saß Tage lang einsam und verlassen iHenomnn iaden, manchmal hatte die Tageskasse nur einen Jnhall»u mach> >rv cnc w rt vfi ArtSorr ort erden llatz 20 Pf.', und was die vorhandenen Bücher betrifft, so ze>! sich, daß dieselben zum großen Theil aus Hinterlreppen-Ll« . s. �. Cfnnvfor* rMoTr&e» tinffff/inhlrt Yllrtl IUI), uup uicjciwcu gum bestanden oder aus Werken, welche nicht vollständig waren. Käuferin blieb nichts übrig, als schon nach 6 Wochen den" Plunder für 300 M. zu verkaufen. Frl. Meyer, die auf dieses Thatbestandes wegen Betruges festgenommen wurde, gestern vor der 4. Strafkammer jede Schuld. Sie behauptet der Verkauf ein sehr reeller war und Frl. Meyer nur ein ihrer eigenen Geschäftsunkenntniß und der Thatsache ge> sei, daß sie die Bücher verschleudert habe. Der Staats hielt dagegen auf Grund des Vorlebens der Angeklagten dl trug für erwiesen und beantragte ein Jahr Gefäng Der Gerichtshof mußte jedoch auf Freisprechung erkennen, l— zwar ergab, daß die Angeklagte beim Verkauf den MuNGrs, vollgenommen, direkt falsche Vorspiegelungen ihr aber nicht hie Redl zurüc !essel m >ar aus leube Ä rüht, d landen Nie iruar bi ia8 Inf ;uch»in, selbe erl irr ang« "ledingu sucht, gewiesen werden konnten. senden. Zerlins mtöhai aß sie oärters und der Theater. D o n n e r st a g, d e n 3. Juli. berliner Theater. Der Veilchen- fre.ser. Friedeich-Milhrlmstädt. Theater. Der arme Jonathan. WaUner- Theater. Mamsell Nu touche. Uilltoria-Theater. Stanley inAsrika. Ästend» Theater. Heinrich Heine. Vorher: Eine vollkommene Frau. SeUeallianre» Theater. Der Nautilus. KroU'a Theater. Silvana. Kaufmann'o Karistö. Große Spe- zialitäten-Vorstellung. llugliseder Kartell. Direktion: C. Andreas, Alexanderstraße 27 c. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Bemont. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn llonae. Auftreten der Duettistinnen Geschwister ae la?orra. Auftreten des Tanzkomikers Herrn kodmläts. Auftreten der llallo-Vrafilio. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags£>>/» Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf., V0 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben._ WlMifeinent Buggenhagen am Moritzplatz« Täglich: Grosses Garten-Concert. Direktion A. Nödmann. Dienstag und Freitag: Valaor-�dollä. P'.nh'Pt» WooheutaBB 10 Pfa-, .Eilt 11 cc gomi. QQd FostUgi SS Pig. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsränmen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Payenhofer Export-Bier, Seidel 15 Ps. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Nenovirung geschlossen. 041 F. Maller. Vartätä-Theater. (tfasenhaieke) Herrmannstr. 18— Neue Strasse 18. Im htrrlichru Garten: Konzert, Theater, vnh Spezialitäten-Vochellung. Im Saale: BALL. Anfang 4 Uhr. Entree 20 Pf. K i n d,e r frei! Zu Privatfesllichkeiten halte mein Etablissement empfohlen. Große General-Versammlung der Freien Bereinigung der Asurer BeHins und Umgegend am Sonntag, den 6. Juli, Vorm. 10 Uhr, in vrsodol's Saloll, Sebastianstr. 39. Tages-Ordnung: 1. Abrechnung des Kassirers vom 3. Quartal 1890. 2. Abrechnung vom Vergnügungsfonds. 3. Wahl eines Revisors. 4. Ersatzwahl des Ausschusses. 5. Verschiedenes und Fragekasten.— Kollegen, welche sich vor der Versamm- lung als Mitglieder aufnehme» lassen, haben Zutritt. Ein jedes Mitglied wird ersucht, dafür Sorge tragen zu wollen, daß diese Versammlung recht zahlreich besucht wird. 810 Der Vorstand. Ächtimg! Rohrleger! Wir ersuchen alle diejenigen Kollegen, die noch im Besitz von Marken sind, dieselben umgehend abzuliefern im Arbeitsnachweis des Fachoerein» bei SeKmldt, Ritterstraße 112, Sonnabends Abends 8 Uhr oder in der Ver- sammlung des Vereins.[845 Ferner ersuchen wir die Kollegen, die Samnilungen zur Bestreitung der Unkosten zun, Weimarer Kongreß fortzusetzen, da dieselben noch nicht gedeckt sind. Außerdem ist auch noch ein Theil der Gcmaßregelten zu unterstutzen und ersuchen wir Euch, auch darin Eure Schuldigkeit zu thun. Die Kommission* I. A.: A. Becker. Achtung! MdlMner! In folgenden Werkstätten ist, da Differenzen aus- gebrochen, Zuzug fern zu halten: Kunzenen, Reichen- bergerstr. 57; I-uisee, Reichenbergerstr. 107; �kiele, Swinemiinderstr. ll.[844 Hambupg- Amerikanisehe � PostdampfschiffabpJ Hamburg-NewYork Sontlimpton anlaufend Oceanfahrt» 7 Tage. Ausserdem regelmässige Postdampfer-Verbiudung twiachcq IHrre— Nerryork. 1 Hamburg— Wostindion. Stettin— Neivy ork. Hamburg— Harana. Hamburg— Baltimore, j Hamburg— Mexico. Nillicre Auskunft evtheilt: Wilh. Mahler, Berlin N., InTalidonstrasse 121, 283 und August Langer, Berlin, Platz vor dem Neuen Tbor 3. Wieder vorräthig: PROTOKOLL des ZnteMtMM AckltttkWttW Dassagr t Tr. 9 Nhr M. b. 10 Uhr Ab. Aaiscr-Fanarama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. Eine Vlandernng durch Pom. 1. Zyklus Amerika, Kalifornien. Der Mond, fliegende Vögel je. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. zu s* r i 55� abgehalte» vom 11. bis ÄE. Inli 1889. Deutsche Uebersetzung. Mit -WZ Uauusve. 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Dr> �cßH�ungB vlaser-vosellsohatt Berl. u. llmgl Die gestern durch Säulenanf kann! gegebene Einladung zur bildung beim 10. deutschen schießen ist vom Altgesellen des<3' Ausschusses. Unser Verein als betheiligt sich nicht an der Der beireffende Altgeselle ist v ostwerk un in diesem Sinne benachrichttgt. Und. Stampebl, 1. Vorsitz artwig erllst t entesin ruch d rztlichei in sch» fAls Ur erletzun nachdem den Zus fsammenl Lcrci» j. Negtlng I. stt BltWiifse 1. Xiffn'' .estellter as Ge immer ämlich Asphalt l Zentn des G demselbe __ ♦ �...'Zentner Hontag, den 7. Juli, Abds.< ielnes de in Gründer'» Salon, Schwerinstralxgr Gei Mitglieder- Y ersaiuiBl��" Tages-Ordnung: ttiche», 1. Vortrag über:„Arbeiterschutzg«! Matthe Referent: Vllh. Vomer.'hauptet> 2. Diskussion. gbeantca 3. Verschiedene Vereinsangelegen�ahr�s Gäste haben Zutritt. NeutAerechne glieder werden aufgenommen, �schulden Versammlung wird präz. 8 Uhr �Hosinsp _ Der Vorst; Lesstntlilhe ScrjainniliiiSle der Frauen und Mädc10"�' Weissensee's u. ümgefljMtcnt im nnanerstan. den 3. d. M.. 3®? am Donnerstag, den 8. d. M., Wteßteicn 8Vs Uhr, in Deweln's Salo»� � ö e l Tagesordnung: �wrbl 1. Vortrag des Stadto. Herrn � horr über:„Kindererziehung". Jj kussion. 3. Bericht über den B« der Mitglieder- Versammlung 1°. M-i. UN'nissto Uial betrieb Erscheinen bittet Die Einberul� Männer haben zu der-»rriu»»..,4 Zutritt. Zur Deckung der findet Tellersammlung statt. ru!0 führen, ��u"g Ein Uereinszimmer ist">"»ttn 0 einige Tage in der Woche frei. iJgähre 2188 V. kaug«,. Untern Manteustelftr. Krisch.] 'M richten' ohne(j \ gemach a Kleine Wohnungen(auch m. St� verm. Vst-Eisverke, kixdort. Tücht. Stepperin u. tücht. Zus� der hohem Loh» Artikel und Modelleur bei A, Bandoly, Schäftesa 819 Berlin W., Lützowstr. 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' Bezüglich des Antrags der Negierungen, betr. die Errich- .ig eines NaUonaldenkmals für Kaiser Wilhelm I. beantragt as a>u Kommission: Die Entscheidung über den Platz und über die Gestaltung 1890* Standbildes der Entschließung des Kaisers anheimzugeben. Nachdem der Referent Abg. Frhr. v. Unrotze-Komft den eschluh der Kommission befürwortet hat, wird der Kom- issionsbeschluß mit großer Mehrheit gegen die Stim- !n der Sozialdemolraten und weniger Freisinnigen ange- o m m e n. Letzter Gegenstand der Tagesordnung ist die dritte Lesung s militärischen Nachtragsetats. Derselbe wird neten hne Debatte angenommen. iterbrß Damit ist die Tagesordnung erschöpft. den Z Staatssekretär v. Kötticher: Ich habe dem Reichstage eine mialdf�Aiche Verordnung mitzutheilen(die Mitglieder erheben sich .. ,,.n den Plätzen). Die Verordnung lautet: schiu» Wir Wilhelm von Gottes Gnaden, Deutscher Kaiser, Aung� König von Preußen je. verordnen auf Grund der Artikel 12 und 26 der Verfassung mit Zustimmung des Reichstages G im Nanien des Steiches. was folgt: § 1. Der Reichstag wird vom ö. Juli d. I. bis zeichne» zuiu 18. November d. I. vertagt. Z 2. Der Reichskanzler wird mit der Ausführung dieser Verordnung beauftragt. Urkundlich unter Unserer Höchsteigenen Unterschrift ... und beigedrncktem Kaiserlichen Jnsiegel. ctMoer Gegeven Schloß Fredensborg, den 29. Juni 1890. 7. I(gez.) Wiltzrlm. u. 10.(ggez.) v. C a p r i v i. ril IL» Ich beehre mich, dem Herrn Präsidenten das Original dieser it auf �Alchen Verordnung zu überreiche». ...„i Präsident v. Lcvriiow: Nach dem, was wir soeben gehört wen, erlaube ich mir die Bitte, daß Sie mich ermächtigen, die ld uv>,.gxZordnung der nächsten Sitzung nach memem eigenen Er- gebend sen festzustellen. Ich konstatire, daß das Haus mir diese Ge- ! migung ertheilt. Zugleich nehme ich�die Gelegenheit wahr, Donnerstag, den 3. Juli 1890. 7. Jahrg. üriAnen von Herzen dafür zu danken, daß Sie während dieser nicht 7,mz leichten Sitzungszeit mich unausgesetzt und auf allen Seiten "S,..... Lptzw, der freundlich sren Weise unterstützt und mir die Führung h rli� Geschäfte erleichtert haben. Ich bin Ihnen dafür herzlich e 0 ,i kvar. Ich wünsche Ihnen allen eine glückliche Heimkehr -i• ein gesundes Wiedersehen und zwar mit derselven Ge- K�ynitng für mich, deren ich mich in dieser und früheren Sitzungs- Frag#c oben von Ihrer Seite zu erfreuen gehabt habe.(Levhaslcr —iE fall.) dal« Abg. Dr. Ulindthorst: Sie werden einverstanden sein, daß die freundlichen Worte, welche der Herr Präsident an gerichtet hat, hier nicht unerwidert lassen können, und n Alter möge mich entschuldigen, wenn ich das Wort eise. Wir alle sind, glaube ich, dem Herrn die außerordentlich geschickte, umsiatigs leiische Leitung der Geschähe zu tiesein Tanke � ich zweifle nicht, daß gerade diese Leitung zur glücklichen Erledigung unserer Geschäfte . Wir hoffe», daß der Herr Präsident neugeflärkt wleder'zn ! zurüclkehren wird und daß er die Freude in seinem Hause >st, die wir»Alle ihm gönnen in Bezug auf seinen Sohn.(Leb- ter Beifall.) Präsident». Lrvetzow: Ich bin dein Vorredner für seine >rte herzlich dankbar. Ich bitte Sie nur zu gesiatten, daß ich ch meinen Kollegen im Präsidium, den Herren Vizepräsidenten, archist>! erden l _ ifll1 tische ht 1 Haffen ie in issen it del a in Präsidenten und un- verpflichtet, so wesent- beigetragen �en?"i hristführern und Quäsroren von dieser Stelle aus'danke. Wir 'wüßt, terbrechen ja nur unsere Si l ung unl> I Abi etzt r ie« Stj Sitzungen; aber ich glaube, es ist an Nehmen, daß sie den Wunsch habe», diesen Saal nicht zu ver- sen, ohne unserm Kaiser und Herrn ein Hoch auszubringen. »e Sozialdemokraten verlassen den Saal.)— Das Hoch wird "gebracht. Schluß 11 Uhr. Rovveppondenzen. JlrwhOvK, 20. Juni. In meinein vorigen Briefe hatte ich irrthüinlich die Wiedervereinigung der beiden früheren gewerk- schaftlichen Zentral-Organisationen Newyorks IVs Jahre zurück- datirt; zu jener Zeit hatte der Austritt der fortschritt- lichen Organisationen aus der Zentral-Labor-Union statt- gefunden, während die Wiedervereinigung vor einem halben Jahre erfolgte. Es hat inzwischen eine von den fortschrittlichen Gewerk- schasten einberufene Delegaten- Konferenz stattgefunden, in der sich 32 Delegaten für, 7 gegen Trennung aussprachen. Die letzteren vertraten den alten Standpunkt, der bis- her trotz aller Erfolglosigkeit immer wieder durchdrang, daß man sich nämlich unter die rückständigen Arbeiter mischen müsse, um Aufklärung unter ihnen zu verbreiten. Freilich, in anderer Richtung vertraten auch die übrigen Delegaten diese Anschauung, sie sagen sich aber, daß das Zusammenarbeiten mit den konservativen Organisationen, welche sich vollständig in den Händen der politischen Drahtzieher befinden, absolut aussichtslos sei. Diese Leute wollen einfach nicht aufgeklärt sein, bei ihnen hat man es nicht allein mit dein„Unverstand" der Massen zu thun, sondern mit deren absichtlicher Böswilligkeit. Bei der Abstimmung nach den vertretenen Organisationen stimmten die Delegaten von 18 derselben für, die von 3 gegen Trennung, während die Delegaten von 18 Organisationen sich der Abstimmung enthielten, weil die letzteren inzwischen noch leine Versammlungen abgehalten und ihren Vertretern also keine Auf- träge gegeben hatten. In der Sitzung der C.-L.-U.(welche am Nachmittag statt- fand, während die andere Vormittags tagte) wurden durch den Vorsitzenden die Verhandlungen derart hingezogen, daß die schwebende Frage nicht zur Erledigung kommen zu können schien. Dennoch fand letzteres statt. Der Vorsitzende schloß nämlich die Sitzung, als er meinte, daß die vorgeschriebene Schluß- zeit(6 Uhr) eingetreten sei. Es fehlte aber noch ein Viertelstündchcn an derselben, und so wurden die Ver- Handlungen von dem nun zur Vorsitzführung an der Reihe befindlichen— fortschrittlichen— Delegaten wieder eröffnet, und nun wurden vut 44 gegen 40 Stimmen die in der vorigen Sitzung gefaßten Beschlüsse bezüglich Ausschließung der„Volks- eitnngs"- Vertreter von den Sitzungen und Jnszenirung eines äreiks in allen Polbrauereien und Wirthschasten, die Polbier führen, aufgehoben. Es ist indessen kaum Jemand im Zweifel darüber, daß damit die Sache für einstiveilen wieder„in Ordnung" sei, sondern an- zunehmen, daß trotz dieses(Ueberrumpelungs-) Sieges in der am nächnen Sonntag stattfindenden Separatversammlung der fort- schrittlichen Organisationen die Gründung einer neuen Zentral- organisation stattfinden wird. Bekanntlich hatte s. Z. die nach der damaligen Trennung gegründete Central Labor Föderation die(gleich dem Orden der K. o. L.) neben der C. L. U. bestehende lokale Zentralorganisation der deutschen Gewerkschaften gezwungen, sich aufzulösen. Es mag dies viel dazu beigetragen haben, daß bei der späteren Wiedervereinigung der beiden Zentralorganisationen viele der Delegaten ans den deutschen Organisationen keine besonders sreu- dige Stimmung mit in die Sitzungen brachten. An dem Um- stände, daß schon bald nach der Vereinigung regelmäßig eine große Anzahl der fortschrittlichen Delegaten dieselben gar nicht besuchten, ist aber noch ein Anderes schuld. Seitens der Macher in der alten C. L. 11. war nämlich dafür gesorgt worden, daß eine Masse kleiner Organisationen sclvstständig Delegaten wählten, so daß, da der Vorsitz nach der Reihenfolge von den Delegaten der einzelnen Organisationen geführt wurde, dieser meistens in den Händen der„konservativen" (wenn das Wort hier überhaupt am Platze ist) Elemente war. Und von der Rasfinirtheit, Unverfrorenheit und Riicksichtslosig- keit, mit welcher diese Leute die ihnen nach den hiesigen„par- lamentarischen" Regeln übertragene Machtvollkommenheit aus- zunutzen nässen, kann>nan sich drüben gar keine Vorstellung machen. So ist es denn nicht zu verwundern, daß der Ekel vor diesem Treiben viele Delegaten abhielt, die Sitzungen zu besuchen oder sie gar veranlaßt«, ihren Posten niederzulegen. In Chicago sind Seitens eines Theiles der Sozialisten (Gruppe vorn„28. September") die ersten Schritte zur Ver- anstaltung eines internationalen Arbeiter- Kongresses im Ausstellungsjahr(1893) geschehen. Die erste Sitzung der von 21 Vereinigungen beschickten Konferenz fand in dem Lokal der ränge vnbottn.] riuaf Tatein... ganz nngenngeud! ffe Fr-f Lebensbild von Marco Brociner. apeUe■«Fritz Kronau!" ruft der Klassenlehrer und wühlt dabei von t den Zeugnissen umher, die vor ihm auf beut Katheder nnen.egem Niemand regt sich auf. ei4. �ch0uau!" wiederholt der Klassenlehrer ungeduldig. 5r schaut ans, eine kleine Falte furcht senkrecht bis zur Nasen- Dan mrzel seine Stirn. u.>. j o ' sph Da fährt in der zweiten Bank ein Knabe wie aus einem lppli üraum empor, ein elfjähriger Knabe mit vollen Wangen, heil, oirren, blonde» roac», tiefblaue» Augen und einer gewölbten, sn A ür sei» Alter fast zu stark entivickelte» Stirn. Er ist bleich, >e>vegt de» Hals hin und her, als hätte er Schlingbeschiver- chter. ien, starrt den Professor an und erschrickt. fülu Um den breiten Äiund des Professors schwebt ein Lächeln. we zu �ritz kennt dieses Lächeln. Es weissagt nichts Gutes. Es ~»erkündet, daß das in Erfüllung gegangen, wofür ihm seit Wochen gebangt. Er weiß jetzt alles, bevor noch der Pro- .l.c xssgr xjn Worst gesprochen. Und alle seine Mitschüler wissen 11U s. Darum zischeln und lächeln sie. Darum lächelt sein ingre g�tter Alfred dort in der ersten Bank, darum glüht aus che- /einen Augen eine so boshafte Schadeilsreude, aus den großen, ä n 1 chwarzen Augen in dem bleichen, schmalen Gesichtchen, in \SIX t Jenen es geschrieben steht:„Jetzt bist du sitzen geblieben, nve fjritz, ich aber bin Schüler der zweiten Gymnasialklasse, ge- nhieht Dir recht, Fritz!" Und wie er in die Augen seines 'Letters starrt, da regt sich sein Trotz. Er nagt mit den ' � Jüchen Zähnen an der Unterlippe. Sie sollen nur lächeln z.. /und zischel,,. Er aber wird nicht weinen, jetzt erst recht '"'/v' /ust, dem Alfred zum Trotz. Er schaut finster vor sich und re ecit�ört kaum, was der Professor zu ihm spricht. Er faßt mechanisch das Zeugnis;, das jener ihm reicht, und setzt sich vieder. *» Er denkt an nichts, so wüst«nd weh ist es ihm in der Seele. Auf einmal schlägt Läriuen und Lachen an sein Ohr. 1'au Die Vertheilung der Zeugnisse ist beendet. Alles strebt hin- aus. Er aber bleibt noch eine Weile allein im Schulzinnner zurück, es ist so still darin. Jetzt erhebt er sich langsam, faltet das Zeugniß zusammen, steckt es in die Tasche, setzt den Hut aus, schleicht mit zögernden Schritten bis zur Thür, bleibt stehen und sinnt. Er wird also noch ein ganzes Jahr auf jener Bank dort hocken müssen, in welche er mit dem Taschenmesser seinen Namen eingeschnitten. Ein ganzes, volles Jahr! Und seine früheren Mitschüler werden nicht mehr mit ihm verkehren. Und Alfred wird verachtungsvoll aus ihn herabblicken. O, dieser Alfred! Bor zwei Wochen erst hat er ihm eine Schachtel mit Farben geschenkt und ein Dutzend neuer Stahlfedern und acht Tage hindurch hat er für ihn Gummi gekaut. All' dies in der stillen Hoffnung, daß er das letzte lateinische Pensum von Alfred »verde abschreiben können. Aber er hatte ihn nichts, kein einziges Wort abschreiben lassen. Daher das Unglück. Alfred ist an Allem schuld. O, wenn er ihn jetzt vor sich hätte, er würde ihm einen Denkzettel geben! Und die Schachtel mit den Farben und das Dutzend neuer Stahl- federn und den Knallgummi muß er wieder haben! Heute noch. Ein Gefühl wühlenden Hasses steigt in ihm gegen Alfred empor. Er ballt ingrimmig die Fäuste u>td eilt hinaus, mit den Zähnen immer noch an den Lippen nagend, um nicht läut atlszuiveinen vor bitterem Weh und breimen- dem Haß. ♦ ♦ Es ist ein sonnengoldiger Vonnittag. Der Himmel wie ein Kelch aus blauein«rystall, so rein und klar. Schivalben schießen zivitschcrnd durch die Luft. Auf dein freien Platze vor dem Gymnasium herrscht ein reges Treiben. Gruppen- weise stehen Schüler beisammen und lärmen. Und Alles lacht und in Aller Augen lacht die Freude über den bevor- stehenden Genuß der Ferien. Fritz schleicht scheu dahin, den Kopf gesenkt, die Blicke zur Erde gerichtet. Da gaukelt etwas Weißes an ihm vorbei, es ist ein weißer Falter. Er schaut ihm nach. Sein Vater hat ihm eine ganze Schmetterling- sainmlting versprochen, wenn er ein gutes Zeugniß heim- bringt. Eine Schmetterlingsammlung! Das war sein Traum, „Personal Rights League"(Liga für persönliches Recht) statt; es wurden ein Fräulein Jessie Cox vom Nationalistenklub Nr. 1 zur Vorsitzenden, Frau Corinna Brown von derselben Organi- sation zur Sekretärin gewählt. Außer der„Südwestseite-Branche und der englischen Sektion der sogenannten Arbeiterpartei" hatten diverse offene gewerkschaftliche Verbände Delegaten gesandt, und serner der Zentral-Council der Knights of Labor, Personal Rights League, Lakeside Turnverein, Verein der christlichen Sozialisten, Schweizer Turnverein, Vonvärts- Turnverein, Nationalistenklub Nr. 1 und 2, Turnverein Freiheit, Workingmans Educational- Society(Arbeiter-Bildungsverein). Also eine sehr„gemischte" Gesellschaft. Der Delegat der Knights of Labor hatte keine blaffe Ahnung, welchen Zweck die Konferenz habe, trotzdem auf dem Einladungszirkular angegeben war, daß es sich darum handle, die fortgeschrittenen Arbeiter aller Länder zu gemein- schaftlicher Aktion zu vereinigen. In diesem Zirkular heißt es auch u. A., daß jede Organisation, die auf der Konferenz ver- treten zu sein wünscht, die Thatsache anerkennen muß, daß die Frage? „wie kann man genügend Nahrung, Kleidung und Wohnungen für den Bedarf aller Menschen erzeugen? gelöst ist. Die Aus- gäbe, welche sich die Arbeiter stellen, müsse sein:„W i e kann Ii» an diese Produkte in gerechter Weise unter die Produzenten vertheilen?" Der Delegat des Vereins der„christlicheil Sozialisten, ein Herr Gestefeld, professioneller Politiker, wollte davon nichts wissen, und verschiedene andere Delegaten getrauten sich nicht, sich offen zu erklären. Frau Brown erklärte diesem gegenüber, daß eine Organisation, welche noch nicht so weit fortgeschritten sei, um die im Einbe- rusungszirkular niedergelegten Bedingungen zu unterschreiben, vom internationalen Kongreß fernbleiben solle.— Wie die Sache sich weiter entwickelt, bleibt abzuwarten. Es herrschen gegen- ivärtig in Chicago infolge der Spaltung zwischen den Sozialisten eigenthümlichc Zustände. Von dem Organ der dortigen fort- schrittlichen Arbeiterschaft, der„Arbeiterzeitung" ist zu sagen, daß es auf zwei Schultern, oder auch, daß es„zwei Seesen in der Brust" trägt. In schönster Eintracht. findet man in ihm Sozialismus und Anarchismus vertreten. Wäh- rend das Blatt an der einen Stelle sagt, daß man sich wegen des künftigen Zustaudes der Gesellschaft nicht die Köpfe unserer Söhne oder Enkel zerbrechen wolle, heißt es an einer andern:„Wir haben kein Verstänoniß für irgend einen Sozialismus, als den, welcher auf dein Prinzip der freien Asso- ziation beruht, also eine Form der Gesellschaft, welche durch ihre ungehinderte Selbstgestaltung zuwege gebracht wird. So wirb also der Sozialismus, der uns als Ideal vorschwebt, eine Selbst- schöpfung sein, wozu nichts erforderlich ist, als eine genügende 'ahl von intelligenten und freien Individuen."— Und serner: .jeder Zwang von außen erschwert die Selbstgestaltung der Gesell- schaft oder macht sie unmöglich. Gesetzt, es wären hundert intelligente Individuen, die auf der Höhe ihrer Zeit stehen, aus dem Staat, wie er ist, auf eine fruchtbare Insel versetzt, würden sie, nach den Erfahrungen, die sie init dem Staat gemacht haben, wieder einen solchen einrichten? Wir glauben nicht. Es sind immer nur Menschen, die sich selbst nicht trauen— und wegen fehler- haftem Intellekt oder bösen anererbten Neigungen Ursache zum Mißtrauen haben— welche die Freiheit fürchten und die Herrschaftslosigkeit mit dem Chaos verwechseln. Sie sind gleich den armen Hirnbelasteten, welche fürchten, wahnsinnig zu werden und ihre Freunde bitten, sie zu bmoen, damit sie lei» Unheil anrichten."— Einen„solchen" Staat will freilich Niemand, was aber ge- flisscntlich von den Vertretern der„ungefesselten Freiheit" ignorirt wird. Die„fruchtbare Insel" mit ihren hundert aus einem „Racker von Staat" geflüchteten„intelligenten Individuen" möchte übrigens der einzige Ort sein, wo das Experiment der„freien Assoziation" im anarchistischen Sinne Aussicht auf einigen Erfolg hätte. Ob auf die Dauer?-- Lokales. Auch Seschnsiev der Arbeit. Ach, wie glücklich muß sich doch eine Stadt fühlen, die in ihren Mauern solche Männer be- herbergt, die das Geschick besitzen, die soziale Frage mit einem Schlage zu lösen. Ist das nicht viel, ist das nicht ein Bravour- stuckchen eigener Art, mit einem Male alle Roth aus der Welt geschafft zu haben? Ja, geehrte Leser, das sind die ehrbaren so lange er zurückdenken kann. Vorige Nacht erst hat er von der Schmctterlingsammlung geträumt, o, wie das schim- inerte und glitzerte und schillerte in so wundersamen Farven! Und auf einmal waren die Schmetterliiige lebendig geworden und hatten die Flügel zu recken begonnen. Und sie siatterten auf— einer nach dem andern— und sie gaukelten hin und her und schwebten dann hoch empor, immer höher und höher... Und er starrte ihnen nach, zu Tode betrübt, daß all die buntfarbige Herrlichkeit so jählings verflattert, und weinte. Da klang ein leises Lachen, neben ihm stand seine Freundin Lolo, Alfreds zehnjähriges Schwesterlein und sie schaute ihn an mit den guten, stillen, blauen Augen, und sie sagte tröstend:„Wein' nicht, Fritz, Du hast ja ein so gutes Zeugniß, Papa kauft Dir andere Schmetterlinge, und viel, viel schönere, wein' nicht, Fritz l" Er seufzte schwer auf. „Ein gutes Zeugniß," murmelt er. Er hat sein Zeuginß noch nicht gelesen. Jetzt will er es thun. Aber nicht hier vor all den Leuten, die ibn so seltsam anstarren, als wüßten sie, daß er die erste Klasse repetiren müsse. Er steckt die Hand in die Tasche und faßt mit krampfhaften Fingern das Zeugniß und stürmt dahin, hinauf in jenes enge, stille Gäßchen, darüber wie ein schmales Band der Himmel sich hinzieht. Jetzt bleibt er stehen, zieht das Zeugniß hervor »ind eiltfaltet es. Es flirrt ihin vor den Augen, die Buch- stabcn tanzen niid recken und strecken sich. Und aus einmal starrt es ihn schwarz auf weiß an: Lateinische Sprache... ganz ungenügend. Er hat bis nun nicht geweint. Jetzt aber werden ihm die Augen feucht, zwei Thränen tropfen herab auf das Blatt, und die„lateinische Sprache" und das „ganz ungenügend" verschwimmen. Er faltet das Zeugniß zusammen uiid steckt es wieder in die Tasche. Da hallen eilende Schritte. Er wendet sich hastig um. Vor ihm steht Alfred. ** Alfred spricht kein Wort* Er lächelt nur. Aber das Lächeln um seine schmalen Lippen und das boshafte Flim- mern in seinen großen, schwarzen Augen, all das sagt: „Jetzt bist Dn sitzen geblieben, Fritz, ich aber bin Schüler der zweiten Gymnasialklasse, geschieht Dir recht, Fritz!" Meister der Zunft der Klempner und Dachdecker in Köln, welche am 16. Juni folgenden Beschluß faßten: In der gestrigen Versammlung der Dachdecker- und Bautlempnermeister wurde einstimmig der Beschluß gefaßt, für die Folge keine Gesellen mehr zu beschästigen, welche dein Dachdecker-Fachverein angehören, weil nach gemachter Erfahrung das Bestreben des genannten Vereins dazu an- gethan ist, das bisher bestandene gute Einvernehmen zwischen Meister und Gesellen, sowie das Gedeihen des Geschäftes zu zerstören. Es wurde ferner beschlossen, am konimenden Sonnabend, den 21. Juni, den sänuntlichen Gesellen mitzutheilcn, daß in 14 Tagen dieser Beschluß in Kraft tritt. Gut ausgesonnen, Pater Lamormain,„Wär''der Gedanl nicht so verwünscht gescheut— Man wär' versucht, ihn herzlich !dumn> zu nennen." Gehört zu diesem Beschluß nicht eine ganze Portion Frech- .heit. Aber die Herren wollen doch mal etwas von sich hören lassen, den Dachdccter-Fachverein kennen sie zwar nur vom Hören- sagen. Nielleicht ist ihnen auch ein Wink mit dem Zaunpfahl von anderer Seite zugegangen. Wie wäre es denn, wenn Euch inun die Dachdecker- und Klempnergesellen gar nicht gebrauchen, avenn sie nun die Arbeit ohne Euch machen? Maschinen brauchen sie nicht, überhaupt keine Kommandirungsmaschine. Ihr hängt ja nur an der Strippe des Kapitals und ivenn Ihr nicht pünktlich !die Zinsen zahlen könnt, so wird die Strippe zugezogen und Ihr «erschwindel. Aber das sehen diese Herren nicht ein, daß sie sich und alleS Andere mit rumiren. Sic denken mit den, Stein, den sie nach dem Weltenrade werfen, eine Speiche desselben geknickt zu haben; aber der Stein fliegt ans sie selber zurück und begräbt sie.„Das «ute Einvernehmen zwischen Meister und Gesellen wird gestört". Hier möchten wir die Frage aufwerfen, wer ist Meister? Ei» altes Wort in der Zunstfprache Hecht: Meister ist, der was ersann; Geselle ist, der was kann; Lehrling ist Jeder- mann. Und dieser Satz ist auch richtig. Aber bei denjenigen von heute, heißt es, wer Geld hat, ist Meister; ob er was kann oder was ersann, thnt nichts zur Sache. Tie Herren schiinpfen sich Meister und damit sind sie fertig.„Lehrling ist Jedermann", würden sie sich diesen Satz zum Prinzip machen, dann wäre es etwas anderes, lernen muß man alle Tage, lernen und denken ist die Aufgabe jedes Wesens; sobald ein Individuum das nicht mehr thut, ist es geistig todt. Ist das die Ehristenliebe der Meister, daß sie ihren Arbeitern verbieten wollen sich zu versammeln und zu vereinigen, ist das das praktische Christenthum, wie es gepredigt wird. O, ihr Heuchler! Hier zeigt Ihr Euch in Enrer ganzen Gestalt, hier zeigt Ihr Eure Nächstenliebe. Aber es ist in Köln nicht mehr em Kampf zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern, sondern es ist «in Klassenkampf, den die Herren in Szene setzen. Die Wuth darüber, daß der sozialdemokratische Kandidat soviel Stimmen erhalten hat und derselbe dem Gewerbe angehört, hat sie zu "ihrem Vorgehen veranlaßt. Aber wir werden uns nicht abhalten lasien, unserer Vereinigung weiter anzugehören, welche wir mit so vielen Opfern gegründet haben, diese Feigheit werden wir nicht begehen. Unser Koalitionsrecht werden wir uns nicht so leicht rauben lassen. Dieser Beschluß ist eine Vergewaltigung unserer Menschenrechte,«in Verstoß gegen die bestehenden Ver- einsgesetze. Dem Fachvcrein, den diese Sekte treffen will, rufen wir zu: Wir warnen Dich in dieser Stunde, Aus solch Gekläff geht nichts zu Grunde. Die Medizin hat«no fette« etnmo TrLstliche« J« fitsten. Um so erfreulicher ist es, wenn eine Autorität und zur Zeit wohl unsere erste Autorität auf dem Gebiete der mit Recht aefürchtetsten und mit Unrecht für so stark zunehmend gehaltenen Leiden, der Geisteskrankheiten, das Wort ergreift, um üderlriebene Besürchtungen zu zerstreuen. Wc'l man heutzutage vermöge der größeren Publizität von jedem benicrkenswrrthen Falle hört,»veu ferner vermöge der besseren hygienischen Einrichtungen, der beste- ren Einsicht in das Wesen dieser Leiden und der Vermehrung der geeigneten Anstalten die Geisleskranken in Institute gebracht werden, während sie vordem meist in häuslicher Pflege behalten wurden, hat der Jrrthun: entstehen können, die Geisteskrankheiten griffen so erschreckend um sich. Dieser Jrrlhum ist wieder selbst zur Quelle eines fatalen Modernen Leidens geivorden, der Furcht vor der Geistes- krankheit. Prof. Mendel hat sich der schönen Aufgabt unterzogen, diesem letzteren Uebel entgegenzuwirken. In der„Freien wissenschaftlichen Vereinigung" an der hiesigen Universität hielt Prof. Dr. Mendel am Montag einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über das Thema:„Nehmen die Geisteskrankeiten zu?" Mit einem kurzen Ja oder Nein, so führte der Redner aus, sei diese Frage freilich nicht so ohne weiteres zu beantworten. Eine zuverlässige Statistik bestehe nicht, so daß man Oiv x~ � s» o.-__ i.__- v.... rtt____ t -------- 1-- v----- /'/....... bei Beantwortung der Frage nach der Zunahme der Geisteskrank- heilen auf Beobachtung von Fall zu Fall angewiesen sei. Bei zwei Geisteskrankheiten sei eine Zunahme ja allerdings sicher nach- zuweisen: bei der progressiven Paralyse(der fälschlich„Gehirn- erweichung" genannten Krankheit) und dem Alkoholisiniis. Andere Geisteskrankheiten, so namentlich die mittelalterlichen Epidemien, die Flagellantenkrankheit und der Tarantismus, sowie ähnliche Wahnfinnserscheinungen haben unzweiselhast ganz bedeutend abgenommen, und durch hygienische Maßnahmen sei in einzelnen Gegenden der Cretinismus wirksam bekämpft worden. Die Prä- Eltern von Schulknaben, welche Mitschüler des Versteif i j n j waren, daß ihr Sohn am Vormittag seines Todestage,' seinem Lehrer übermäßig gezüchtigt worden sei. Von a Seite wurden diese Mitthcilungen bestätigt mit dem Hinz? daß der Lehrer W. die Züchtigung mit dem„neuen Stock artig ausführte, daß er den Kopf dcS Knaben gewaltsam zn seine Knie preßte und nun mit dem Stock die Hiebe verab Bei dieser Gelegenheit ist der Knabe Altmann mit dem Koss den Fußboden aufgeschlagen. Ter Todtenschcin bezeichne" das Ergebniß der gerichtlichen Leichenschau: eiterige Gchir Entzündung und Rückenmark-Aerletzung. Nach stnttgefuq Obduktion ist die Beerdigung am jüngsten Montag bewirkt den. Die Sezirung scheint ergeben zu haben, daß die? Ursache in der That auf jene übermaßige Mißhandlung. zuführen sei, denn inzwischen ist— wie wir festgestellt Hab der betreffende Lehrer verhaftet und der Staatsanwaltschaflwissensck geführt worden. ständlich Unter de« Folgen de« Feldfngcs von 1806 ha> um Sattler St. aus der Zoffeuersiraße 61 noch schwer zu V Derselbe bekam bei Königgrütz eine Kugel in die Stirio wurde zwar geheilt, doch konnte man die Kugel nicht wiedcköem 1. fernen. Die Folge davon ist, daß St. schon mehrmals i» zeichnen sucht verfiel. Dieselbe kam auch Ende voriger Woche wicder�j.,.�, Ausbruch. In diesem Anfall waren Frau und Sohn vor nicht sicher, ja in der Nacht machte er sogar den Versuch,' Frau zu würgen. Deshalb mußte er wieder in die neue Chi aufgenommen werden. Heim Kirschcnpflückie«»mmgltlittt. Durch einen � seltenen Unfall ist am Dienstag Nachmittag eine Berliners Weißensee schwer verletzt worden. Dieselbe, eine Frau SM auf der Malchower Chauffee mit dem Pflücken von Kirschs schäftigt, zu welchem Zweck sie eine etwa 4 Meter hohe- erstiegen hatte. Bald darauf passirte ein Milchwagen Stelle, nnd der hervorstehende Achsenträger des Hinteck streifte die Leiter, welche dadurch umgeworfen wurde. Die daßetn nu stehende Frau B. versuchte, sich an einem Ast festzuhalten!Ilrbeitg selbe war jedoch morsch, brach ab und nun stürzte die St�eitevW auf den Erdboden aus der Höhe von etwa 4 Metern herab j zwar so unglücklich, daß sie beide Beine brach. Da außff' durch einen sofort herbeigeholten Arzt schwere innere � letzungen konstatirt wurden, so mußte die B. nach einem.ll<: Kraukenhause geschafft werden. itchkeu Keim Schlachten vennngltickit. Ein schwerer Uitaf?""6"' W Innern rpekulc hast 1 iinocti ische U fall hat sich am Dienstag Abend auf dem Gesundbrunne» getragen. Der in der Prinzen-Allee 67 wohnende Wetßgerl hatte den Auftrag erhalten, einen ziemlich großen Hui schlachten. Bei dem Versuch, dem sich sträubenden Thif Kehle durchzuschneiden, glitt Z. aus und siel so unglückl Boden, daß ihm das scharfe svitze Schlachtmesser in den Arm hineindrang nnd die Pulsadern und Sehnen de! durchschnitt. Anstatt sofort ärztliche Hilfe aufzusuchen, vr Z. den Blntstrom selbst zu stillen und brach dann insnti enormen Blutverlustes bewußtlos zusammen. Erst eine. � Stunde darauf wurde der Verunglückte aufgefunden und nachl� Lazarus-Krankenhause geschafft, wo er gegenwärtig in hoffu>v.-, losem Zustande darnicderliegt.. �' Steckbrieflich verfatgter Zirltnvdirektor. EinFraktioi genannter ZirkuSdirektor Namens St., Inhaber eines in der ksozialei vinz umherziehenden ZirkuS sehr zweifelhaften Ranges, wird, man uns mittheilt, momentan wegen verschiedener betrttgcr> Handlungen seit Wochen von der hiesige» Polizei gesucht. G« früh 7 Uhr sollte der Gesuchte, von dem man in Erfahrung bracht, daß er sich bei einem Herr» M. in der Blücherstraßk s halte, von zwei Kriminalbeamten festgenommen werden; u* scheinlich hatte K. aber Wind davon dekoinmen und sich rechtl. in Sicherheit gebracht, denn als die Beamten erschienen, ivutäy crw Bogel bereits ausgeflogen.' Hahlen, > f Ve stur? vom Treppenaelättder. Die Unsitte der SU Du die Treppengeländer als Rutschbahnen zu benutzen, hat am Nachmittag einen schweren Unglücksfall im Gefolge gehabt.„. einem Hause der Bellealliancestraße stürzte ein kleines achtjüh�ve». Mädchen, Tochter einer im betreffenden Hanse wohnenden 8(£{ Sch., bei dieser Manipulation aus der zweiten Etage in K, Die Kleine zog sich eine schwere Gehirnerschütterung und>..>.■> Bruch beider Beine zu.„ J Das Augenlicht durch siedeudes Dlasi'er verlck1��" Ein oedanerlicher Unglücksfall, der lediglich auf die vielfachsiugew rügte Unsitte, kleine Kinder sich selbst zu überlassen, zurückgeMächtc WM i'"camti ickgesibe. -41 tMhsi influj lächelt so boshaft wie immer, und boshaft wie iwchcsem' flimmern seine schwarzen Augen. Und er ruft lachend:-n der da, Schusterjunge!"„Ich werde kein Schuster," muSstmg z, Fritz, nun und nimmer, und wenn ich sterben sollte, l G ich will anch sterben, allen zum Trotz. Und wenn ichgz die storben bin, dann wird es ihnen leid thnn, jawohl." msselb blitzt eine Erinnerung durch seinen Stopf. Er hat ein�ftsigf davon gehört, daß das Ertrinken so leicht sei. Man stw jfo ins Wasser und dann ist alles ans. Er wird sich auch Wasser stürzen, allen zum Trotz. Dann mag der Älfc �lg höhnen und lachen, soviel er will. Und das Zengniß>�iusdr> er in Stücke zerreißen, sofort. Er holt es ans seiner Tas hervor, zerreißt eS und wirft die Papierfetzen ins Wap zwan dann kriecht er bis zum letzten Stamm, setzt sich anft 2. 1 hin und läßt mit einem Ruck die Beine ins Wasser sim oblig Das Wasser ist lauwarm, ein wohliges Gefühl durchscha» Ano, ihn. Und er schiebt sich immer tiefer und tiefer lstu™cu; Jetzt hat er jeden Halt verloren, er sinkt nnd erfaßt, 4? letzten Augenblick mit den Händen den Stamm. Das W»! rauscht nnd summt ihm um die Ohren, dann und rf zz schlägt eine Welle über seinen S?opf. Eine seltsame Mü�y�s leit überkommt ihn. Allerhand Bilder zucken ihm durch Seele, wie vor dem Einschlafen, aber alles unklar und ste bax worrcn und wie von einem Nebel umhüllt. Da taf A plötzlich ans diesem Nebel licht und klar Lolos Gewichtet, empor, und sie lacht leise und reicht ihm eine Schmetterlifeorte' sammlung. Ein wundersamer weißer Falter ist darurstfahrc Ter beginnt zu leben, die Flügel zu regen, flattert«nan 0 nicht empor in den blauen Himmel hinein, sondern schien trei tief hinab, immer tiefer und tiefer, nnd er schwebt''o erke nach und sinkt und sinkt und murmelt:„Ich werde Keimen kein Schusterjunge!" nnd dabei schlägt, wie ans trÄrgcr weiter Ferne leise spielend, Lolos klingendes Lachen A sein Ohr... llusga F ren. en uf K ptl ein gei atsi i dl in :n, lunl erden muß, trug sich am Dienstag Nachmittag auf dem Louisen- '�/TPlatz in einem Waschkeller z». Eine daselbst beschäftigte Frau cht Wlank hatte ihr fünfjähriges kleines Mädchen mit in den Keller u'"Benommen, später aber, als sie eine Besorgung in ihrer Wohnung Valsju machen hatte, dasselbe dort sich selbst überlassen. Als Frau zurückkehrte, bot sich ihr ein schrecklicher Anblick. Neben einem Gessel mit heißem Wasser lag leise wimmernd ihr Kind. Dasselbe >ar auf nicht aufzuklärende Weise mit dem Gesicht in das sie- ende Wasser gefallen und hatte sich die Augen derartig per- rüht, daß keinerlei Hoffnung auf Erhaltung der Sehkraft vor- anden ist. Die Älfährige Mnise eine« Arzte» suchte am 18. Fe- uar durch Inserat Stellung als Köchin oder zum Alleindienen. as Inserat war in medizinische Blätter übergegangen und so uch einem amerikanischen Arzte zu Gesichte gekommen. Der- elbe erklärt sich jetzt bereit, das junge Mädchen, das unter er angegebenen Chiffre nicht zu ermitteln war, unter günstigen Bedingungen für sein Krankenhaus anzustellen. Die Dame wird l°«rsucht, ihre Zeugnisse und einen Abriß ihrer Lebensgeschichte an licht die Redaktion der„Deutschen Medizinal-Zeitung" in Berlin zu en. Eine seisteakrnnk« Lrauruspersou, anscheinend aus Zerlins Umgegend, ist in Zehlendorf aufgegriffen und im dortigen tmtshause eingeliefert worden. Die Frau konnte nur angeben, daß sie Henriette Schulz heißt und die Ehefrau eines Bahn- värters oder Weichenstellers ist. Ihre Wäsche ist gezeichnet II 8, und der Trauring zeigt die Gravirimg J. S. 1878. IML, Krvtiner Asylurrein für Obdachlosie. Im verflossenen LWtwSmo»at Sunt nächtigten im Manner-Asyl 8810 Personen, da- von badeten 2889 Personen, im Frauen-Asyl 1877 Personen, da- von badeten 120 Personen. Dolizribericht. Am 1. d. Mts. Morgens wurde in der »pree, hinter dem Grundstücke Wassergasse 30, die Leiche des in der voraufgegangenen Nacht an der Obervaumsbrücke ins Wasser geworfenen Tischlers Sabalke aufgefunden und nach dem Schau- hause geschafft.— Vormittags fiel der Maurerlehrling Golewski auf dem Neubau an der Gneisenaustraße, Platz E, infolge eines Fehltritts aus dem dritten Stock in den zweiten hinab und erlitt »inen Beinbruch, so daß er nach dem Krankenhattse am Urban gebracht werden mußte.— Nachmittags wurde ein achtjähriger Knabe vor dem Hanse Frankfurter Allee 194 von einer Droschke überfahren und anscheinend innerlich schwer verletzt. senden. aaen Gevichks-JZettung. .. Gin Krtriebsunfall beschäftigte am Dienstag die erste »uu�Straskammer des Landgerichts lt. Auf dein Grundstück der tnn.�Lkrliner Asphaltfabrik Kopp u. Komp., Kaiserin Augusta Allee zu Eharlottenburg hatte der Hosinspettor August Friedrich Schulz gahf�'" Gerüst aus Balken und Bohlenbelag errichtet, auf welchem aderig Arbeiter bei einem Asphalthaufen und einer Centesiinalwaage ~«beschäftigt waren. Am 23. September v. I. stürzte dieses Gerüst -in. Drei Arbeiter kamen unverletzt davon, dem Vierten, Namens Hartwig, aber, welcher ebenfalls uiit dem zusammenbrechenden lerüst heruntergestürzt, war die ungefähr ei» Zentner schwere , f iCentesimalwaage auf den Fuß gefallen und hes hatte einen J" jJBruch des Fußes zur Folge. Fünf Wochen mußte Hartwig in ärztlicher Behandlung verbleiben und auch jetzt noch erinnert ihn !in schmerzhaftes Gefühl im Fuße an die erlittene Verletzung. Iis Urheber derselben hatte sich wegen fahrlässiger Korper« »erletzung der Hosnispektor Schulz vor Gericht zu verantivorten, stiachdem festgestellt worden war, daß lleberlastiing des Gerüstes den Zusammenbruch herbeigeführt hat. Als Ursache des Zu- 'saiumenbruchs des durch Auflegen starker Tragebalken auf Ntauer- ~t vo»werk und Netzriegel nach den eigenen Angaben des Schulz her- '>eslcllten Gerüstes, ward dem Angeklagten vorgeworfen, daß er >as Gerüst, dessen Tragfähigkeit von einem sachverständigen Zimmermann auf nur t> Zentner bemessen, mit weit mehr— äiämlich mit ca. 20 Zentnern belastet hatte. Außer einem Haufen -, iAsphalt im Gewicht von nahezu 10 Zentnern befand sich die Msl Zent». schwere Eentesimalwaage und, von der eigenen Schwere des Gerüstes abgesehen, noch die vier Arbeiter aus demselben, also ineaesammt weit mehr als zwanzig Zentner Belastung. Daß infolge dieser Ueberlastung durch Brach eines der Tragebalken der Zusammensturz erfolgte, bestritt Schulz tor Gericht, er behauptete vielmehr, das als Stützpunkt benutzte Nauerwerk habe, weil schadhaft, nachgegeben und der zerbrochene lallen sei astbrüchig gewesen. Durch das Gutachten der gencht- liehen Sachverständigen, Bauinspektor Runge und Baumeister hutzg" Matthes, ward indessen dargelegt, daß die in der Anklage be- shauptete Ursache den Unfall verursacht hatte. Ter Staatsanwalt beantragte gegen Schnlz 4 Wvchen Gesängniß und bezeichnete die sahrläsfigkett als eine gröbliche, da Schnlz den Ausgang voraus- »erechnen konnte und mußte. Ter Gerichtshof erachtete ein Ver- Schulden auf Seiten des Angeklagten für ztveiseilos erwiesen, als bosinspektor sei der Angeklagte jedoch kein Sachverständiger im !inne des§ 230 R.-Sr.-G.-B. und deshalb»vard von der einer Gefängnißstrafe abgesehen. DaS Urtheil läutete auf'bO Mark Geldbuße event. 10 Tage Ge- N-iStk" n g n i ß. lllcku Prejzprozrß gegr» die„Uolks-Zrituus" beschäftigte festern die I. Strafkammer hiesigen Landgerichts 1. Vor der M.» Metztercn hatte sich der Redakteur der„Vollc-Zettung", Georg Lalo»� e d e b o u r, wegen Beleidigung der Kreisländrathe und Berg- lg: kevierbeamte des Ruhrorter Kohlengebiets zu verantworten. Ten Herrn �'wfanlrag Namens der Landräthe hatte der Regierungspräsident g�on Arnsberg, für die Revierbeautten das Königliche Oberverg- en Dortmund gestellt. Unter Anklage gestellt war ein Artikel tlung„ t ej}� der„Volks-Zeitung" vom U3. Juli v. I. unter der illcberschrift„Eine Ertgueie der Sozialresorin vom heutigen Tage". ersainl Derselbe eisthält über die Zusaumtensetztiiig der Enqnete-Kom- er Un""lstdn für die Bergarbeiter-Verhältnisse, sowie über den Geschäfts- . Uwpelneb derselben eine abfällige Kritik und suchte auszu- berntsssühren, dap nach der ganzen Art der Zusammen- ~—-slsetzung und der Art, wie die Untersuchung betrieben werde, st statin objetlive» Ergebniß der Enquete nicht zu erwarten sei. srei. t Während der ganzen Untersuchung sei Seitens der mit den '"g-'t Uuiernehnlcrkr-.ien in Verbindung stehenden Presse, der„Rhci- stst�nisch- Westsälischen Zeitung«, den„Berliner Politischen Nach- m. St» richten" ec. energisch dahin gewirkt worden, daß diese Enquete «kork.! ohne Erfolg bleiben solle und wo in solcher Weise Slünnmiig - gemacht werde, könne man kaum an eine tmparteiische Prüfung . Zus« der Beschwerden der Bergleute glauben. Am Scklusse des . Onlnt Artikels wird ausgejührl, daft nach dem Ergebniß der Em. Vi—'vie eS die Osstziöfen voraussagten— es mit all' diesen Be '1 schwerdcn Nichts aus sich habe. Laute das Ergebniß aber wirklich so, dann löge nicht das Ergebniß einer Enquete vor, sondern eine «»»ift/V? Sßni'rtitif t n'irttOtl �ßrreS- Sil» CtO a(\»»» ist, daß Läden- i Lol)>' Artikels ,r>jrd ausgesührl, daß nach dem Ergebitiß der Enquete lüftesa— wie es die Osstziösen voraussagten— es mit all''""" ■----------- ",en i ilarrikatur eines Potcinkin'f'ckM Dorfes, geeignet die' Wahrheit zu '1 o«sJ verhüllen, anstatt sie zu offenbaren.— Zu bemerken ikt. dan v-*0 wegen desselben Artikels, welcher fernen Weg in scheider Anzeiger" gefunden hatte, das Landgericht zu Hagen .!_ den Redakteur V a n in e i st e r freigesprochen halte, iveik j.FIiik es demselben den Schutz des H 198 zuerkannte und der Ausichi daß in dem ganzen Artikel Beieidigungen nicht vorhanden , seien. Ganz entgegengesetzter Ansicht war gestern der Staats- graR chstvakt Unger, welcher ausführte, daß der'Artikel schwere ehren ihrige Vorwürfe gegen die Milglieder der Enquetekoinmissiot rfi entl,nlte- Der Artikel behaupte, daß diese Enquete in den Händen getti»/! von Personen ruhte, tvelchen das Denken, Fühlen und Sehnen des i �bellenden Volkes ein Buch mit 7 Siegeln sei. Darin liege der iSC' Vorwurf völliger Nnfähigleit für die ihnen gestellte Aufgabe und nave$ ,r �"'"'bsatz lasse gar keinen Zweifel darüber, daß den Mit- -onntl>i llttebeva der KoinmMon der Vorivurf gemacht werden sollte. -»ast-i bast stch von subjektiven Einpfindungen leiten lassen, und die J Wahrheit absichtlich entstellen, ähnlich, «acharina II täuschte, indem tvte einst Potenttin er ihr blühende Dörfer zeigte, um sie über den tvahren Stand der Verhältnisse in Rußland zu täuschen. Der Staatsanwalt erachtete die Beleidigungen sogar für so schwere, daß er drei Monate Gesängniß in An- trag brachte.— Der Vertheidiger Rechtsanwalt Dr. Harntening führte dagegen, ganz in Uebereittstimmung mit dem Urtheile des Hagener Landgerichts, aus, daß Beleidigungen, wenn sie über- Haupt vorlägen, sich doch nicht gegen die Mitglieder de'- Enquete- kommission, sondern gegen die Personen richten würde welchen die Bildung derselben oblag. Das Landräthe und Revwrdeamle nicht die geeigneten Personen seien, solche Enquete zu veranstalten, sei eine Ansicht, welche viele Leute theilen. Der Artikel habe dieselben nicht einer subjektiven Parteilichkeit beschuldigen, sondern die Gründe klarlegen wollen, tvarnnt das Ergebniß der Enquete ein objektiv nicht richtiges werden könne. Der ganze Artikel sei in einer Polemik gegen die offiziöse Presse geschrieben, er richte seine scharfe Kritik gegen den Unternehnterstandpunkt und dir Machinationen der Jnteressenkreise und beanspruche daher den Schutz des 8 193. Hier sprechen Gefühle und innere Ueber- zeugungen, Thatsachen, welche gefühlt sein wollen, mit und da Hagen geographisch den qu. Verhältnissen sehr nahe steht, so sollte man es doch als Ungeheuerlichkeit betrachten, hier auf 3 Monat» Gesängniß zu erkennen, wo das Hagener Landgericht freige- sprachen hat. Man sollte sich hüten, die Möglichkeit zu einer Kritik unserer Rechtspflege durch solche diametral entgegen ge- setzten Entscheidungen in einer und derselben Sache zu vermehren. Der Angeklagte Ledebour ergänzte diese Aiissnhrnngen noch in verschiedenen Punkten, bestritt gleichfalls, daß die Grenzen einer berechtigten Kritik irgendwie überschritten seien und beantragte seine Freisprechung.— Der Gerichtshof thetlte jedoch die Mei- nung, daß ehrenrührige Vorwürfe gegen die Mitglieder der Enquetkommission vorliegen und vernrtheilte den Angeklagten zu 1 M o tt a t Gesängniß. Eine» ntirrwartrie» Anogang nahm eine Verhandlung, welche gester» vor der Berufuttgs-Straskammer des Landgerichts I stattfand. Am 13. Februar d. F. hatte der ehetnalige Lieutenant Maximilian v. Koller in einer Zivilklage als Zeuge zu erscheinen. Vor' der Vernehmung wurde er von dem Aorsttzenden nach seinem Stand befragt, worauf v. Koller erwiderte:„Ich bin Fidei- kommißbesitzer". Hierauf hielt ihm der Rechtsbeistand der klage- rischen Partei, Rechtsamvalt Dr. Reiche vor, daß diese Behaup- tung doch etwas gewagt sei, er möge sich doch lieber als Agent bezeichnen. Der Zeuge wurde Hieräber sehr unmuthig, er wandte sich an den Vorsitzenden mit der Frage: Herr Amtsrichter, muß ich mir diese Unverschämtheit gefallen lassen? Wegen dieser Aeußerung stellte Rechtsanwalt Dr. Reiche den Strafantrag und die Staatsanwaltschast nahm auch an, daß ein öffentliches Interesse vorliege. Das Schöffengericht vernrtheilte v. Köller zu einer Geldstrafe von nur b M., unter der Begründung, daß der Angeklagte sehr wohl Veranlassung hatte, über die Vorhaltung des Rechtsanwalts Dr. Reiche erregt zu werden. Wegen der Niedrigkeit dieses Strafmaßes legte Rechts- anwalt gleiche, der als Nebenkläger zugelassen worden war, die Berufung ein. Im gestrigen Termine liest derselbe sich durch den Rechtsamvalt Nosenstock vertreten. Der Angeklagte erklärte, daß er thatsächlich Besitzer eines Fideikoinmißgures sei, obgleich das letztere keinen Ucderschuß genxthre. Richtig sei, daß er sich früher mit Agenturen beschäftigt und den Offenbarungseid geleistet habe. In der Bemerkung des Rechtsanwalt Reiche, daß er nicht daS Recht habe, sich Fideikommißbesitzer zu nennen, müsse er eine Herabsetzung seiner Person erblicken und seine Gegen- äußerung deshalb für berechtigt halten. Ter Nebenkläger hob hervor, daß er die Vorhaltung nur im Interesse der von ihm vertretenen Partei gemacht, um eventuell die Glaubwürdigkeit des Zeugen, der sich in einem früheren Prozesse einfach„Agent", genannt, in Zweifel ziehen zu können. Der Vertreter des Nebeitklägers führte aus, daß die geringe Strafe, welche den'Angeklagten ge- troffen, in Antvaltskreisen und darüber hinaus einiges Aussehen erregt habe. Wenn einem Richter oder einem Slaatsauivalt in öffentlicher Sitzung der Vorwurf der Unverschämtheit gemacht werde, so würde der Vetrefsende jedenfalls weit empfindlicher bestraft werden. Schon ein Schutz- mann oder Nachtwächter erhalte für eine ihm im Amte zugefügte Beleidigung eine andere Genugthuung, wie im vor- liegenden Falle einem Rechtsanwälte zu Theil geworden. Der Borhalt des Letzteren dem damaligen Zeugen v. Köller gegen- über sei berechtigt geivescn, denn„Fideikommißbesitzer" wie v. Köller es sei, sei nicht die Bezeichmtttg eines Standes. Eben so gut könne ein Zeuge sich als„HattSeigenthtiiner" bezeichnen, wie es kürzlich vorgekommen sei. Es habe sich aber herausgestellt, daß derselbe nur ein unter Subhastation befindliches Hans besaß und sogar Armenunterstützung erhielt. Der Vertreter des Neben- klägcrs bat das erste Urtheil aufzuheben und ans eine wesentlich höhere Strafe zu erkennen. Der Ge- richtshof hob allerdings das erste Urtheil ans, aber zu Gunsten des Angeklagten. Die Strafe tvnrde von fünf Mark auf drei Mark herabgesetzt und tvurden dem Nebenkläger die Kosten der zweiten Instanz ans- erlegt. Allerdings müßten die'Anwälte in ihrem Berufe geschützt werden, der vorliegende Fall sei aber so eigenartiger Statur, daß von diesem Grundsätze abgewichen iverden müsse. Ter Auge- klagte sei zweifellos berechtigt gewesen, sich Fideikoininißbesitzer zu nennen, einerlei, ob daS Gut Einkünfte gewähre, oder nicht, und ebenso war er berechtigt, in der Aeußerung des Nebenklägers eine absichtliche Kundgebung der Geringschätzung zu finden. Allerdings handelte der Anwalt in Wahrnehmung berechtigter Interessen, das that der Angeklagte aber auch, als er die aller- ding» das Maß des Erlaubten überschreitende Gegenäußernng machte. Soziolc Llebeusirf»?. 5»«userem Kerich! Aber den Kongreß aller nicht- gewerblichen Arbeiter in Hannover wird uns berichtigend mit- getheilt, daß Berlin ebensalls durch zwei Delegirte vertreten war. Novlammlmrgvu. Eine große öffentliche Nrrfaintnlnng fämmklicher Lederarbrite? Berlins und Umgegend fand am Dienstag Abend in Uedel'S Salon, Nattnynstrape, statt. Den Borsitz führten die Herren Zander, Dübel, Hauschild und Zack. Die Tagesordnung lautete: 1. Walll der Dclegirten zur Zentral- Streikkommisnon. 2. Stellungnahme zu den Beschlüssen der letzten öffentlichen Versammlung. 3. Verschiedenes.— Der erste Punkt der Tagesordnung ward durch die Wahl der Herren P ö h e r t und Hei nicke rasch erledigt. Es ward mitgetheilt, daß am Donnerstag Abend 8'/, Uhr die Streik-Kontrolkommission zum ersten Male zusammentritt.— In Bezug auf den eine rege und ausgedehnte Diskussion entfeffelnden zweiten Punkt der Tagesoroming ist bekanntlich in der letzten an gleichem Orte tagenden und überaus reich besuchtet! öffentlichen Versannn- limg mit überwiegender Mehrheit beschlossen worden, in eine Lohnbewegung nicht eher einzutreten, bis min- destens die Hülste aller Berliner Lederarbeiter organisirt sind. Dieser Standpunkt soll im wesentlichen auch fest im Auge dehalten werden. Herr W u n s ch e ck mahnt in Bezug auf den- selben, mm allgemein in eine rege und ernste Agitation für Or- ganisation der Lederarbeiter einzutreten. Herr H ei n i ck e kon- statirt, daß die junge Vereinigung der Ledcmiter schon recht erfreuliche Erfolge zu verzeichnen habe. Redner legt in längeren Ausführungen den Ztveck der Organisationen dar, der nicht allein der sei, pekuniäre Ersolge zu bringen, sondern dessen bester und höchster Gesichtspunkt die Ansklärttitg der Kollegen sein müsse. Herr Schulz verficht des Längeren die Ansicht, statt der auf 2b pEt. zu erhöhenden Löhne lieber die Frage der Wahl einer Lohn- uitd Streikkommisstou zu diskutiren. Diese Koumusston soll eine Einheit der noch so sehr verschiedenartig gestalteten Arbeitslöhne anbahnen.— Äie Herren K e j s e l und W u n s ch e ck bestätigen und ergänzen diesen Antrag.— Herr Tischler& r t« e warnt sowohl vor Streik als Wahl der Lohntarif-Kommtsßon. Er meint, man solle die Akkordarbeit überhaupt aus der Welt zu schaffen streben. Es ward am Ende ein Antrag angenommen, dahingehend, in 14 Tagen eine öffentlich- Versammlung emzu- berufen, um in derselben die Wahl der mehrerwähnten Kom- Mission vorzunehmen. Auch soll des Ferneren die Wahl der aus 5 Personen bestehenden Kommission zur Einsammlung der aus 20 Pf. pro Woche festgesetzten Beiträge zum Streiksonds vor- genommen tverdcn. Folgende von Herrn W u n s ch e ck etn- gebrachte Resolution ward einstimmig angenommen: „In Erwägung, daß nur eine starke Organisation im Stande, die materielle Lage der Arbeiter zu heben und die geistige zu wahren und zu fördern s in fernerer Erwägung, daß nur dadurch ein? durchgreifende Lohnbewegung zu Stande kommen kann, be- schließt die Versammlung, eine rege Agitation für den Verein zu entsalten und versichern alle Anwesenden, in eine rege Agitation für dieselbe einzutreten." Eine Grneraiuerjl'nmmlnng de» Uereina Mast« rnng der Interesse» der Klauierardeitor tagte am Sonn- abend, den 28. v. M. in Deigmüllers Salon, Alte Jakobstr. 48a. Auf der Tagesordnung stand: 1. Abänderung des Arbeitsnach- weises. 2. Ersatzwahl des Vorstandes. 8. Verschiedenes. Zu Punkt i erhielt Kollege Sparfeld das Wort. Derselbe bemerkt in seinen Ausführungen, daß der Arbeitsnachweis sowohl, wir die Bibliothek die besten Jitslitutione» der Fachvereine sind. Es wären zedoch in letzter Zeit einige Verbesserungen von einigen Kollegen für nothwendig befunden worden, dahin gehend, die Zahl der Arbeilsvermittler bisher 14 Personen— auf einen zu redtiziren. Er müsse sich jedoch hiergegen aussprechen. Auch säntmttiche folgende Redner sprechen sich dagegen aus. Der An- trag tvird abgelehnt. Punkt 2: Ersatzwahl. Als 1. Kassirer wird der Kollege Paul gewählt. Zum 1. Schriftführer Kollege Scholz; zum 2. Vorsitzettdett Kollege Krön; zum 2. Schriftführer Kollege Wimmer; als Beisitzer Kollege Zirke; als Revisor Kollege Luckas. Zttr Rechtsschntzkomutission die Kollegen Paul, Maurer, Bends. 'llls Bibliothekar Kollege Meyer. Streikuitterstütznngen wurden darauf erlheilt: Ten Hamburger Bauarbeitern 300 Mark, den Berliner Metallarbeitern 100 Rtark. Zu„Verschiedenes" waren die Kollegen aus der Pianoforte-Fabrik von Pfeifer eingeladen. Als sich zur Ataiseier sämmtlichc Arbeiter rüsteten, standen auch die Kollegen der Pianoforto-Fabrit von Pfeifer nicht zurück. Der trtbrikatu lehnte jedoch alle an ihn gerichtete Wünsche ab. er Fabrikant erklärte jedoch, wenn die'Arbeiter am 1. Mai arbeiten, werde er den achtstündigen Arbeitstag bewilligen. Ob- gleich nun 18 Kollegen am 1. Mai gefehlt hatten, sei es dem Fabrikanten zur Ehre nachgesagt, daß er keinen gemastregell. Diese Arbeitszeit nun glaubt der Herr Pfeifer nicht aufrecht er- halten zu können, indem viele Arbetter diese Zeit nicht ausnützen. Die Kollegen wandten sich nun hiermit an den Verein, was sie in dieser Angelegenheit thun sollten. Von einem gewaltsamen Vorgehen sieht der Veretn momentan ab, wird aber für die Zukunft jeder Machinativn seitens der Fabrikanten mit voller Energie entgegentreten. Zum Schluß polemesirt Kollege Blagis gegen die seichten Aussührnngen des Kollegen Sparselp, welcher niemals die Interessen des Vereins schützt, sondern immer das Gute der Fabrikanten in seinen Ausführungen befürivorlet. Redner kommt zum Schluß, daß der Kollege Spnrfeld jedes Ver- trauen seiner Kollegen verloren hat, welches die Anwesenden durch Beffall bekunden. Zum Schluß macht der Porsitzende bekannt, daß die nächste Versammlung für den Norden Montag, den 7. Juli, stattfindet. Gine öffentliche Uees'amtnlnng der Unher Aevlina «nd Alnrgegend tagte am 30. v. Mts. im Lokale„Sanssouci", Kottbuserstr. 4 a. Nachdem die Versammelten die Herren D ä h n e, S i e f e r t und G r ö s ch k e ins Bureau gewählt hatten, machte Herr Dietrich zur Geschäftsordnung die Mittheilung, daß ein hiesiger Putzer, Namens Kabermann, mit einem Hamburger Agenten einen Vertrag abgeschlossen habe, die Hamburger Putz- arbeiten auszuführen und daß derselbe bereits mit 9 Mann nach Hamburg abgedampft sei. Herr Dietrich warnte alle Berliner Putzer davor, nach Hamburg zu gehen. Er erwartete von jeden» Berliner Putzer, daß er nicht, selbst wenn er arbeitslos fei, ein Engagement nach Hamburg annehme. Würde dies geschehen, dann würden die Berliner Putzer es sein, welche den Streik de». Hamburger Bauhandwerker zu Falle bringen. Die nngeworbencil Maurer brächten zwar die Bauten in die Höhe, doch könnte nicht geputzt werden.'Auf keinen Fall dürsten demzufolge Berliner Putzer in Hamburg Arbeit nehmen. Mit dein Hiniveise darauf, daß diese Angelegenheit noch später zur Debatte kommen würde, trat der Vorsitzende in die Verhandlungen gemäß der Tagesordnung ein. Ter erste Punkt derselben laut.'te: „Unsere heutige w i r t h s ch a f t l i ch e Lage." An Stelle deS Stadtverordneten Heindorf, welcher durch eine vierzehn- tägige Sommerreis« nach Plötzensee am Erscheinen verhindert war, referirte über diesen Punkt Herr L i t f i n, in einem ausführlichen Vortrage die heutige tvirthichaftltche Lage der Arbeiterklasse be- leuchtend. Redner kam z» der Folgerung, daß die Lage der ar- beiteuden Klaffe ein« derartig schlechte sei, daß über kurz oder laug, wenn es auf dem jetzigen Wege so fort gehe, eine vollstän- dige Degeneration eintreten müsse. Die groben Dividenden, welche die großen tapilalistischen Unternehmungen den'Akttonären zahlen; die großen Profitraten, welche die großen Unternehmer einstecken, beweisen, daß sehr wohl zu Gmtsteu der Arbeiter von diesen etwas abgelassen werden könnte. Die arbeitende Bevölkerung habe dem- znzolge die Pflicht, sich in Organisationen ztisammenznschließen, welche trotz des„ehernen Lohngesehes" sehr wohl im Stande seien, zur Besserung der wirthschastlichen Verhält- nisse der Arbeiter beizutragen, sosern sie ihrer Aufgaben voll bewußt sind und in erster Linie ansklärend wirken und das Solidaritätsgesühl der Arbeiter»vecken und pflegen. Eine dauernde Hebung der wirthschastlichen Lage der Arbeiter vermöchten die Arbetterorganisationen allerdings nicht zu schaffen, dies könne nur durch eine Umgestaltung der Produktionsweise herbeigeführt werden. Niemand dürfe glauben und sich Jllusio- nen hingeben, daß mit dem Falle des Sozialistengesetzes ftir die Arbeiter eine bessere Zeil beginnen werde. Jetzt träten die ika- pitalisten an Stelle dieses Ausnahmegesetzes, jetzt beginne erst recht der Kampf zwischen Kapital und'Arbeit. Die Koalition der Hamburger Unternehmer sei der Beginn dieses Kampfes. Wür- den diese als Sieger au» diesem Kampfe hervorgehen, so würde dieses Beispiel i» Teutschland sehr schnell Nachahmung findest lind den'Arbeitern würde noch mehr der Fuß in den Stacken ge- setzt. In Berlin beginne bereits der gleiche Kampf, das beweise die Koalition der Eisen- und Holzindustriellen. Jetzt müsse es sich zeigen, wer stär.er sei, Kapital oder'Arbeit, Tie Arbeiter hätten diesen Kampf aufzunehnten und zwar gestützt auf ihre Or- ganisatione», zu welche» alle VernsSgenossen herangezogen, welche alle BernsSgenossen ntnfassen müssen. Jeder Arbeiter, welcher einer Organisation beitrete, heffc dadurch im Allgemeinen schon die Lage der Arbeiter verbessern. Durch dieZOrganisationen müssen die Fordernngen der Arbeiter Schritt sur Schrill erkämpft werden. Die hauptsächlichste Forste- rnng müsse sein eine Verkürzung der Arbeitszeit. Selbst wenn dieselbe nicht vermögen sollte, eine Lohnaufbesserung zu erzielen, so habe dieselbe doch einen nnendlichen ethischen Werth. Die verkürzte Arbeitszeit würde einen Arbeiterstand heranbilden, der im Stande sei, für die Forderungen der Arbeiter kraft- und machtvolles eittzutrcteii. Deshalb empfahl der Vortragende zun» Schluffe, die bestehenden Organisationcn groß nnd stark'zu inacyen, um dein Kapitale geschlossen gegenüber treten zu können.(Leb- hafter Beifall.) Bon einer Diskussion über den gehörten Vorirag wurde abgesehen und beschloß die Versammlung folgtnd; Neso» lution: „Die heutige öffentliche Versammlung der Putzer Berlins und Umgegend erklärt sich mit den Ausführungen des Refe- renten voll und ganz einverstanden. Auch sie ist der festen Ueber- zeugung, daß nur durch Aenderung der heutigen kapitalistischen Produktionsweise in eine genossenschaftliche eine vollständige Besserstellung oer Arbeiter möglich ist. Sie erklärt ferner, daß es Pflicht eines jeden Kollegen ist, dem in der öffentlichen Versammlung der Putzer in Königshof gefaßten Beschlüsse, eine einheitliche große und starke Organisation zu schaffen, nachzu- kommen, da eine solche nur im Stande ist, gegen die immer ruck- sichtsloser auftretende Kapitalmacht Front zu machen und ist es daher Pflicht aller Anwesenden, der Freien Vereinigung der Maurer Berlins und Unigegend als Mitglied beizutreten." Hierauf erfolgte die Abrechnung vom Generalfonds seitens des Herrn N e u m a n n. Die Abrechnung ergab eine Einnahme von 2033 M- 10 Pfg. und eine Ausgabe von 1850 M. 75 Pfg. (Unter diesen sind gebucht als abgeführt an die Geschäftsleitung der Maurer Deutschlands in Hamburg 1400 M., an die Berliner Former 200 M., an die Berliner Rohrleger 90 M.). Der ver- bleibende Bestand betrug 170 M. 35 Pfg. Die Richtigkeit der Ab- rechnung wurde durch die Revisoren K r ö b e l und Schulz be- stätigt. Die Versammlung erklärte sich jedoch mit der Vornahme einer Generalrevision, sowie mit einer Neuanlage übersichtlicher Kassen- bücher einverstanden. Der dritte Punkt der Tagesordnung lautete:„Neuwahl der Vertrauensmänner." Es wurden gewählt: für den Norden die Herren König und (für Moabit) Förster; für den O st e n die Herren Krause und Siefert; für den Westen die Herren Dochu und Schimbach; für den Süden Herr W ä s ch. Zu Revisoren wurden die Herren K r ö b e l und Schulz wiedergewählt. Die Vertrauensmänner wurden beauftragt, die eingehenden Gelder vorerst nur an die Geschäftsleitung der Maurer Deutschlands zu senden. Die Adressen der Vertrauensniänncr sind folgende: A. König, Franseckistraße 3; W. Förster, Lübeckerftraße 43; Karl Krause, Andreasstraße 02; H. S i e f e r t, Skalitzer- ftraße 54a; I. Wasch, Mittenwalderstraße 40; S ch l i m b a ch, Steglitzerstraße 84 und I. Dochu, Gneisenaustraße 23. Die Adressen der Revisoren sind: Schulz, Bergstraße 30 und Kr übel, Langestraße 11. Nach Erledigung des Punktes„Ver- schiedenes" wurde die Versammlung geschlossen. Eine öffentliche Generalversammlung der Maurer und Putzer füllte am 1. d. Mts. den Saal der Habel'schen Brauerei und hörte in erster Linie einen Vortrag des Herrn Wilh. Werner über das Thema:„Die Vereinigung der Arbeitgeber gegenüber der Vereinigung der Arbeitnehmer." Derselbe hob hervor, daß auch nach dem Fallen des Sozialistengesetzes mit aller Macht das Feld der gewerkschaftlichen Organisationen zu beackern sein werde, da die staatlichen Ansprüche an jeden einzelnen Bürger inimer größere, die Preissteigerungen aller Lebensbedürfnisse immer höhere wer- den.„Zum Schutz und Trutz" sei das berechtigte Motto der gewerkschaftlichen Arbeiterorganisationen. Zmn Schutz der berechtigten Arbeiterinteressen, zum Trutz gegen die Uebergriffe des Kapitals. der Unternehmerverbände. Diese seien ein sehr sichtbarer Beweis für die Nothwendigkeit der Umgestal- tung der heutigen Produktionsweise. Durch die gewerk- schaftlichen Arbeiterorganisationen müsse den Unternehmer- verbänden ein energisches Paroli geboten werden und bedauerte Redner lebhaft, daß die Bauhandwerker nach dem Streik von 1839 so sehr die Waffe der gewerkschaftlichen Organisation außer Acht lassen. Die Vorgänge in Hamburg müßten endlich allen Arbeitern die Augen öffnen. Selbst unter den schwierigsten Ver- hältnisseu, unter dem heutigen Arbeitsmangel seien die Maurer und Putzer verpflichtet, den Uebergriffen des Kapitals energisch entgegenzutreten, sich zu organisiren, um Berbrechen gegen die Menschheit, wie sie jetzt in Hamburg begangen werden und wie sie für Berlin bevorstehen, unmöglich zu machen, und ebenso, die Hamburger Bauhandwerkcr thatkräjtig zu unterstützen.(Beifall.) Herr Witsch le erläuterte gleichfalls die Nothwendigkeit der aewerkschastlichen Orgamsation im Sinne des Referenten, die Ueberzeugung aussprechend, daß hierdurch der freche Uebermuth des Kapitals gebrochen werden könne.(Bei- {all.) Die Darlegungen der Vorredner wurden ergänzt durch ne Ausführungen des Herrn Wernau, welcher die Bosheitspolitik der Unternehmer nach dem 1. Mai in gebührender Weise kenn- zeichnete und die Kollegen ermunterte, muth- und kraftvoll für die Wahrung ihrer Interessen einzutreten, so lange es noch Zeit dazu sei.(Beifall). Nachdem auch Herr Gröschke besonders den Putzern an's Herz gelegt hatte, sich der Freien Vereinigung anzuschließen, gelangte uachjtehende Resolution zur einstimmigen Annahine: „Die heute in Habcl's Braurei, Bergmannstraße 5— 7, tagende öffentliche Versammlung der 3)iaurer und Putzer Berlins und Umgegend erklärt sich mit dem Referenten«in- verstanden und verpflichtet sich 2. Mann für Mann einzutreten in die Freie Vereinigung der Maurer Berlins und Umgegend. 2. Einzutreten für die neunstündige Arbeitszeit und einen Stundenlohn von 00 Pf. 3. Einzutreten für die Sammlungen zum Generalfonds und verspricht, nicht eher zu ruhen und zu rasten, bis ein jedes Mitglied der menschlichen Gesellschaft eine sichere Existenz gewonnen hat." In einem gehaltvollen Schlußworte befürwortete der Referent nochmals eine rege Agitation für die gewerkschaftliche Orgaiu- ' sation. Unter„Verschiedenes" trat Herr Hanisch in wärmster Meise auf Grund des Hamburger Streiks für eine Organisation aller Berliner Kollegen, für eine Berbrüderung aller deutschen Arbeiter, der Proletarier aller Länder ein, während Herr Wernau die ausgegebenen Fragebogen erläuterte, dittend, die- selben ausgefüllt bis spätestens Sonnabend Abend an seine Adresse gelangen zu lassen, da das Resultat derselben in der am Sonn- tag bei Orschel stattfindende» Versammlung der Freien Vercini- gung bekannt gegeben werden soll. Auch regte er die Unter- stützungsfrage wieder an, den Wunsch aussprechend, daß die Vertrauensmänner ermächtigt werden, in dringen- den Füllen nach Möglichkeit Hilfe zu leisten. Da die Roth unter den Berliner Maurern bereits eine zu große sei. Hierdurch wurde auch die Frage der Unterstühungsvereine wieder angeregt, gegen die sich verschiedene Stimmen erheben. Ein charakteriflisches Streiflicht auf die im Berliner Baugewerbe bereits eingerissenen Zustände warf die Mittheilnng des Herrn S ch i g a l s k i, daß auf einem Bau in der Joyannisilraße (Polier Rudolph) den dort arbeitenden Maurern 45— 47'/« Pf Stundenlohn gezahlt werde, jedoch nur gegen die Verpflichtung. täglich 11 Stunden zu arbeiten.(Sensation.) In scharfer Weise wendete sich der Vorsitzende, Herr Kerstan, gegen die systema- tischen Verhetzungen und Verdächtigungen der Leiter der Bewe gung und forderte auf, derartigen unlauteren Machinationen euer gisch entgegenzutreten. Er schloß die Versamnilung mit der Mit theilung, daß die fällige ordentliche General-Vcrsammlung der „Freien Vereinigung am nächsten Sonntage bei Orschel, Sebastian- straße 39, und am Donnerstag künstiger Woche voraussichtlich in Sanssouci, Kottbuserstr. 4a, eine öffentliche Versammlung statt- findet. Eine öffentliche Versammlung der Gast- un Schankwirthe Berlins und Umgegend war für den 1. d. M., Nachmittags 5 Uhr, mit der Tagesordnung „I.Weiche Vortheile würden nach Verlauf de? dreijährigen Probezeit durch Abschaffung de? Spiritus st euer den Konsumenten, sowie de: Schankwirthen erwachsen? 2. Diskussion 3. Verschiedenes", nach dem Jodl'schen Saale, Andreas straße 21, einberufen und fand dortselvst bei zahlreicher Betheili- gung unter Vorsitz des Herrn Z u b e i l statt. An Stelle des verhinderten Referenten Reichstags- Abgeordneten Schwarz für den ersten Punkt der Tagesordnung trat Herr Gastwwth Gründe! unvorbereitet«in. Derselbe führte aus, daß früher zweierlei Arten von Brennereien zu verzeichnen waren, und zwar gewerbsmäßige Brennereien und landwirthschaftliche Brennereien, welche letztere nur eigenes Material brennen dürsten. An Maisch' raumsteuer wurden 10 Mark per Hektoliter gezahlt. Diese ge- ringe Steuer ergab sich aus dem Unistande, daß der Zwischenhandel mit Spiritus noch nicht so ausgedehnt war, wie heilte. Der immer weiter sich ausdehnende Konsum, sowie die wachsenden Ausgaben des Reichs lenkten die Blicke der Re- gierung auf diesen Konsumartikel und verschiedene Projekte der Mehrbesteuerung des Spiriws traten zu Tage, wie Branntwein- Monopol, ein Steuersatz von 120 M. jc. Am 17. Juli 1887 trat nun das Spiritusgesetz in Kraft, nach welchen» ein bestimmtes Quantum für einen Steuersatz von 50 M., jedes Quantum darüber aber für einen Steuersatz von 70 M. gebrannt werden darf, und zwar probeweise auf 3 Jahre. Der Zwischenhändler stehe infolge dieser Mehrbelastung dem Konsumenten mit gebundenen Händen gegen- über. Derselbe verlange dasselbe Quc'■—- _ Quantuin, wie früher und sei deshalb leicht erklärlich, wenn zu ätherischen Essenzen gegriffen iverde, wenn der Branntwein verschlechtert werde zum Schaden des Konsumenten. Gleich nach Inkrafttreten dieses Gesetzes schössen die Bodegas wie Pilze aus der Erde. Die Weine dieser Bodegas seien ein langsames Gift für die Konsunienten, da sie keine reine Naturweine seien. Was den Spiritus so sehr vertheure, ei, daß auf den Liter Spiritus 03 Pf. Steuer ruhen. Die ge- ainmte Spiritussteuer erbringe 103 Mill. Mark Steuern. Davon fließen 41 Millionen in die Taschen der 3000 Fuselbrenner für die 2 047 000 Hektoliter„kontingentirten" Spiritus. Das Wünschens- werthe der Entlastung des Spiritus ergebe sich von selber. Herr �ubeil verbreitete sich in längeren Ausführungen über die chädlichkeit des„denaturirten" Spiritus und folgerte, daß der Spiritus unverfälscht für gewerbliche Zwecke freigegeben werden muß. Ter Branntwein sei heute ein nothwendiges Nahrungs- und Genußmittel für einen großen Theil der Bevölkerung infolge der mißlichen wirthschastlichen Verhältnisse. Die Mehrbelastung des Spiritus werde naturgemäß und oft in gedankenloser Weise auf_ den Konsumenten abgewälzt, ebenso naturge- mäß zu seinem Schaven, und dennoch„habe oer Vrannt- wein noch lange nicht genug geblutet", dennoch solle der Spiritus„iinnicr noch mehr heran". Die geschäftliche Unsicherheit sei heute bereits eine unendlich große und würde schließlich eine ganz haltlose werden. Redner hielt es daher für Pflicht der�Gastwirthe, sich zusammenzuschließen, um Mittel und Wege zu finden, um gegen eine noch weitere Besteuerung des Spiritus Front zu machen und für eine Entlastung desselben zu wrrken. In der weiteren Diskussion wurde auch das die Gast- wirthe so schwer drückende und viele Krebsschäden im Gefolge habende Konzessionswesen einer scharfen Kritik vom Vorsitzenden unterzogen und hielt derselbe die Schaffung einer einheitlichen Konzession für durchaus nothwendig.(Großer Beifall.) Herr Elze sorderte seinerseits auf, sich solidarisch zu erklären mit den Arbeitern Berlins, von welchen die Gast- und Schankwirthe leben müssen. Wenn aber die Arbeiter nichts verdienen, dann hätten auch die Wirthe darunter zu leiden. Alle müßten dem Verein zur Wahrung der Interessen der Gast- und Schankwirthe Verlins und Umgegend beitreten, damit derselbe so groß und stark werde, daß andere Gast- wirlhsvereine vor ihm die Fahnen streichen mußten.(Bei- all.) Zur einstimmigen Annahme gelangte folgende Resolution: „Die in Joel's Salon tagende öffentliche Versammlung der Gast- und Schankwirthe Verlins und Umgegend be- schließt, soweit es ihr möglich ist, in der gesammten Be- völkerung dafür Sorge zu tragen, daß man Stellung gegen die im Oktober dieses Jahres zu erneuernde Spiritussteuer nimmt und dafür eintritt, daß dieselbe nicht nur nicht er- höht, sonder» gänzlich beseitigt wiro." Unter„Verschiedenes" kam auch die Jnnungs- und Wiener Kaffee-Frage zur lebhaften Erörterung, sowie verschiedene gast- ivirthsgewerbliche Jnteressenfragen zur Besprechung. Nach einem wirkungsvollen Appell an oie Gast- und Schankwirthe Berlins und Umgegend, treu und fest zur Arbeitersache zu stehen, und die reine Fahne der Sozialdemokratie hoch zu halten, schloß der Vor- sitzende die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die inter- nationale Sozialdemokratie, welches bei den Anwesenden einen stimmungsvollen Widerhall fand. Weitere Versammlungen sollen folgen. Der Ueberschuß der stattgehabten Tellersammluug wurde dem Versammlungsbureau zur Vertheilung an die desselben be- dürftigsten Arbeiter überwiesen. Eine grosse öffentliche Hausdiener- Nerfammlung änd am Freitag, den 27. Juni er., in Feuersteines Salon unter Vorsitz der Herren O. Wiemer, G. Grauer und C. Alboldt mit folgender Tagesordnung statt: 1.„Der Werth der Gewerkschafts- Kongresse". Referent: Th. Glocke. 2. Endgiltige Beschließung über die eventuelle Beschickung des Kongresses in Hannover. 3. Die Veruntreuungen in unserem Berufe, deren Ursachen und Wirkungen. Referent: August Kuhntke. 4. Verschiedenes. Der Referent erledigte seinen Vortrag zur Zufriedenheit aller Anivesen den und tritt warm für die Beschickung des Kongresses in Han- nover ein. Von einer Diskussion zu diesem Vortrag wurde Ab- stand genommen. Alsdann wurde in Punkt 2 der Tagesordnung eingetreten. Kollege Lainbrecht als erster Redner verwahrt sich gegen die Aussührnngen des Herrn Referenten und behauptet, daß die Hausdiener auf dem Boden der Arbeiter- schaft stehen. Redner ist entschieden gegen die Beschickung des Kongresses und zwar deshalb, weil dort alle Kategorien vertreten sind, z. B. Landarbeiter, Bauarbeiter ic. Vor allen Dingen wünscht Kollege Lambrecht Auskunft, wer und wieviel Städte dort vertreten sind. Kollege Kuhntke verlas darauf die Tages ordnung für den Kongreß und die Städte, 24 an der Zahl, die sich gemeldet hatten. Kollege Kuhntke bittet, diesem Kongreß doch nicht solches Mißtrauen entgegen zu bringen. Gerade diesen Kongreß hält Redner für am zweckmäßigten. Tort könne man die traurige Lage der Hausdiener erörtern. Erbittet die Kollegen, für die Beschickung einzutreten. Kollege O. Grauer tritt den Ausführungen des Kollegen Lambrecht entgegen und behauptet, daß auf diesem Kongreß nur nicht gelernte Arbeiter vertreten sind; der Einberuser, Herr Lohrberg, ist auch aus den Hausdienern hervorgegangen. Redner bittet die Kollegen, sich nicht beirren zu lassen und für die Beschickung des Kongresses einzutreten.(Beifall.) Die Kollegen Dopatka, Pinzer, Bendix, Willy Schmidt sprechen sich gegen die Beschickung aus, Kollege Bendix erklärt sogar im Namen der Kongreßkommission mit Ausnahme des Kollegen Utheß, daß sie, im Fall der Kongreß be- schickt werden solle, das gesammelte Geld nicht herausgeben iverden. Es entspinnt sich hierüber eine unliebsame, nicht zu be- schreibende Debatte, die damit endete, daß ein Antrag auf Schluß der Diskussion angenommen wurde. Nun erhielt der Referent, Herr Glocke, des Schlußwort. Derselbe tritt den Gegnern des Kongresses energisch entgegeu. Namentlich kritisirte derselbe das Verhalten de» Klollegen Willy Schmidt; der- selbe so führte Redner aus, hätte sich vollständig widersprochen. Erst ist dieser Kongreß für die Hausdiener gut; sie hätten keinen Schaden davon, wenn sie deuseloen beschicke» würden; anderseits aber empfiehlt Kollege Schmidt den internationalen Arbeiterkongreß und räth von einer Beschickung des Hannooer'schen Kongresses ab. Herr Glocke schließt sich den Ausführungen des Kollegen Kuhntke voll und ganz an und ist der Meinung, daß ein internationaler Arbciterkougreß keinen großen Werth für den HauSdiener hat; denn sollte da jeder Delegirte zum Wort kommen, so dauerte solcher Kongreß nicht 14 Tage, sondern ein ganzes halbes Jahr. Folge dessen bittet Redner, den Kongreß zu beschicke». (Lebhafter Beifall.) Während dessen waren zwei Anträge einge- gangen, der erste Antrag besagte, den Kongreß in Hannover zu beschicken und zivei Delegirte zu wähle». Dieser Antrag wurde mit großer Majorität angenommen. Gewählt wurden die Kol- legen'August Kuhntke und Oswald Grauer. Der zweite Antrag lautete: Die heutige öffentliche Hausdienerversammlung fordert die Kongreßkommission auf, die gesammten Gelder morgen den Delegirte» zu übergeben. Hierüber entspann sich wieder lebhafte Debatte.— Kollege Bendix als Obmann der Mission erklärte nochmals, sie würden nicht Pfennig herausgeben. Alsdann wurde zur Abstin geschritten und wurde auch dieser Antrag mit überwiegt Majorität angenommen. Kollege Lambrecht stellte den A» über den 3. Punkt der Tagesordnung nicht zu verhandeln� heutige Bureau aber zu beauftragen, in zirka 14 Tagen> diesen Punkt der Tagesordnung eine öffentliche Versamw einzuberufen. Es konnte aber wegen zu großen Tumultes> diesen Antrag nicht abgestimmt werden. Deshalb sah sich Vors.gende, Kollege Wremer, genöthigt, die Versammlunf 'chließen. j Die Lederfarber und Hepufsgenoffen Berlins h» am 25. Juni bei Herrn Gastwirth Schwarzmüller, Kolbck straße 23, eine öffentliche Versammlung ab. Die Tagesorö»< lautete: 1. Kamps ums Dasein. 2. Diskussion. 3. Wahl wei Delegirten zur Zentral-Streik-Konttolkommission. 4. m asten und Verschiedenes. Den Vorsitz führte Kollege Karl 0 gast. Die ersten zwei Punkte wurden wegen mangelhaften suchs weggelassen und so wurde zum dritten Punkt der TN ordnung geschritten, Wahl zweier Delegirten zur Zentral-S' Konttolkommission. Nach kurzer Debatte wurden die KoljL» Georg Larisch, Biesenthalerstr. 24 und Kollege Robert Seck Biesenthalerstr. 21 mit größter Majorität gewählt. Nachdes mehrere Kollegen iin Verschiedenen zum Wort meldeten, s der Vorsitzende die Versamnilung mit einem dreimaligen Hoch die internationale Arbeiterbewegung. Wir erhalten folgendes Schreiben: le.Z scheint tii 'S Haus i onntags- (E ~......,................„,........ Bezüglich bel|nitr K, richtes der öffentlichen Gärtner-Versammlung vom 25. Im der Nummer vom 1. Juli ihres geschätzten Blattes, ersuchen. Sie, berichtigen zu wollen, daß Herr Abromeit nicht als p trauensinann wieder gewählt worden ist. Es wurden ge» zu Vertrauensleuten die Kollegen: Wetzel, Born und De» während Herrn Abromeit nur die Verwaltung der Gelder i tragen wurde. «»»»ralorrkammlnn« der Freien Vereinigung der Lohgerber und jli,. zurtchler Berlins am Tonnerstag, den 3. Juli, Abends s Uhr, in FeV 14? XI Salon, Wetnstr. Ii.' AUgrmeinr Kranken- und Sterbekaste(Nr. sg) und Z»ij Krankenkasse N»lkan(Mr. SS) der Metallarbeiter zu Hamburg(ff; Berlin s), Sonntag, den e. Juli, Vormittags 10 Uhr, Wasterlhorflral Mitgltederveriaminlung.— Der Bevollmächtigte BarowSly wohnt Kol» User so. Sprechstunden von iz— I Uhr. Bis , ou, is+'i.cvviiuuvtu vuu x«—*, Kranken- und Kegräbnihkaste de« Uerein« santMtlicher i>er Klassen, Verwaltungsstelle Berlin s(Moabit). Sonntag, Vormittags im Restaurant Blolidorf, Ralhenowerstr. 70, Wahl eineS Kafstrer-. jwgeiiOelt zierein»hei». Schüler der 28.». Siyung Xmatlaild Donnerstag, Abends jgo Uhr, i» der Großen Frantfurlerstr. lvs, FranN? � v" Bierhallen. Ausnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Der BerOsurpverg sreut sich eines sielen Zuwachses. Ter Verein arrangirt am!Tienüa8<.-■, ss --■• Dampserpartie nach Schmöckwitz, wozu alle Freunde und««»uvtitiju ____<______.___ miZ o,,,,..___-. cm»ill:- /CVi."P 8. Juli, einet des" Vereins eingeladen werden.' Dle Fahrt kostet'pro Person t M. Füsg©tCitis ....................°........... L-ituitS, m lusttgungen jeglicher Art hat das VergnügungSkomUee unter Herrn Straube bestens gesorgt., vesang-, Turn- und gesellig« Nrreine am Donnerstag. Mi gesangverein„Lätitia" Abends o Uhr in Veltin'S Restaurant, Weierane — Gesangverein„Bretzelschluß" Abends Uhr i>n Restaurant Mündt, Oünael d ntckerstraße i»v.— Männergesangverein„Nordstern" AbendS S u»� v-■ Verths rufsstal Restaurant Pohl, Müllerstr.?.— Schäfersscher„Gesangverein der jjeutlchlctl Abends 9 Uhr bei ffiols u. Kruger, Skaliyerstr. 128, Gesang.—®efana2r.„r,„n(l „Blüthentranz" AbendS 9 Uhr im Restaurant Brandenburgstr. 80.— Mokp',, .--- Ve, WraußlItadte dl ,, Kopntckeritr.? ,„„,...._______.________ LandSbergerstt.i NF ah Gesangveretn„Männerchor Et. Urban» Abends 9 Uhr Annenstr. 9.—.' verein„Deutsche Ltedertascl" AbendS o Uhr Köpntckerstr. wo.— GesangAN.yCiUS .Morddeutsche Schleift" AbendS von v bis Ii>Uhr, Michaelkirchstr."... Männergesangverein„SangeSfteunde" AbendS 8 bis n Uhr, Frankfurter hallen(Kruger), Große Frankfurkerstr. 102.—„Brunonia» Abend« � iuÖUftVlfcl ilebungssiunde bei Lehman», Alcrandrineiistr. 82.— Turnverein„HasenF, (Lchrlingsabthsilung) Abends s Uhr Diesfenbachstr. 80-81.-„Berliner Kyailgeil genossenschasr"(7. Lehrlingsablhellung� AbendS 3 Uhr tn�der siädttschen Zggusmdu alle, Britzerstr städtischen Turnhalle. (7. LehrltngSabtheUuna) Abends 3 Uhr i 17—ib;— deSgl. 8, Männerabtheilung »Halle, Gubensrstr. si.— LiidecTscher Abends 8 Uhr.. Turnverein Wäh Äbthetl'ung) Abends's Uhr Elt'sabethstr. 67— es.—' Allgemeiner Aren�r. Stenographenverein, Abtheilung„Louisenstadt", Abends 8� UyjjDUjulC t rw w c.F.r Äf(»nnnrnnBeit®L.. ip-f.... Restaurant Preuß, Orantenstrasie 6i.— Arends'sche? Slenograp&enZ* �< „Phalanx" Abend« H Uhr«m Restaurant„Zum Buckower(Sn-ien", I J straße 9.— Deutscher Verein ArendS�scher Stenographen ßfilUÜOljtlC straße 203.— Stolzc'fcher Stenographenveretn ,. Nord-Berlin" Abend«< t Schleaclstr. 44.— Verein der„Naturfreunds" Abends 0 Uhr im Restjpeil UCIU Wtenerstr. 86.— Verein der Unruhstädler Abend««X Uhr int VA, Städte stadt-Kastno", Holzmarklstr. 72.- Verein ehemaliger F. W. Mettschl-T Schüler am l. und 3. Donnerstag jeden Monais im Gase Schüler, r�levoileiU bergerslr. 78 Abends 3 Uhr.— Rauchllub„Kernspltze" Abend««X u»(xz Restaurant Böhl, Rüdersdorserstr. 3.— Verein ehem. Schuler der-1 meindeschul« Abend« 9j( Uhr, Groß- Franksurlerstr. 4? bei Martmi.--Aroßstckdi ri„h«frmnrt" oihonhÄ o iihr hoi SinlinSki Rctdienbcraerftr. 71.— Ravz � Hub„Arcona" AbendS 9 Uhr bei ZwlinSkl, Reichenbergerstr. 7i.- Raü? „Dezimalwaage" Abends 0 Uhr, Blumenstr. 83 bei Hencke.— RaWiveil sie „Vorwärts" Abends 9 Uhr beim Herum Tempel, Restaurant„Zum Aw? BreSlauerstr. 27. Orientattschcr Mauchklud" Abends 9 Uhr im Retlaur. Orantenstrabe 3.— Rauchklub„Krumme Piepe" Abends 9 Uhr Lauge, ir L'tnebeit Heindoii.— Rauchklub„Gollegia" Abends 9 Uhr bei Thiemermann.Skalitzcri� Die Pallisadensir. 47.— Privat-Thealeraesellschasl„Adlerschwinae" Sitzung ,si„t. Gartenstr. 14 bei Träger.— Musikverein„Vorwärts" Uebung Absnd»./viist>.ie 8'i bt« Uhr, Annenstr. 14 part. Neue Milglieder, welche schon Mpsick;' können, finden Aufnahme.— Vergimgungsvctem„Farinelly" AbendS 8>,' Sitzung Fidelita« Jnvalidenstr. 189. Gäste willkommen. Ausnahm«?USg(lNg _ V I l[ 4 4, AUO, Vk/U|lV»W4444WHH"V..,-»»»,.0110 0 Mitglieder.— Arbeilergcsangvsrein„Hoffnung" FriedrichSberg bei»5., cvtlj, Franksnrler Chaussee� und Dorsstraßen-Gcke. jlebungistunde.. Aus»� op llu neuer Milglieder.— Rauchklub„Wald-Knaster" Abend« von 9 bis.(ändernde Wallstr.» bet Gimvel.— Seeger'scher Gesangveretn AbendS 9 Uhr, Bio straße 46 bei Wenck.— Mämiergesangveretn„Alte Linde" 3X— iojj Uhr, ckerhaillil Restaurant. . den gl �egemva vch ei twickel nleitun nr Dctreflheir. (Molffs Telegraptzen-Kureau.) Hrtgrnd, 2. Juli. Der serbische Konsul Matiuköt'tt'imefen Prischtina(türkisches Vilajet Koffowo) ist in vergangener �Iaschi«» ermordet worden. Nähere Angaben darüber liegen noch V vor. Der serbische Gesandte in Konstantinopel ist beaufi' worden, von der Türkei die strengste Untersuchung und die vi Genugthuung zu verlangen. Madrid, 2. Juli. Nach den letzten telegraphischen M "'andia vier, in Real de Gandia drei Er'wchdruck richten sind in Gandia kuugen und in Montichelvo eine Erkrankung vorgekommen Vvreflrasken dvv Mcdciltkion Bei«nsragen bitten wir die AbonnstneniS-QulNung belzusügen. Bntworl wird nicht ertheilr. Bri«!> Aiitoi Jnd zi. I. 83. Verklagen Sie die Kundin oder, wenn*, � verheirathet ist, deren Ehemann beim Amtsgericht auf Söä$l}»fiTrtT\n0ä hnr©Trtrn» mpfffift Sic fcThft irmcficU V des Restlohnes. In der Klage, welche Sie selbst mächen Pl dem auch auf der Anmeldestube"(Neue Friedrichstr. 13) äufßJutge D können, erwähnen Sie gar nichts davon, daß angeblich Stoff j/cchelne gekommen sei, sondern überlassen Sie es der Verklagten, S> Verwi Einwand zu erheoen; den Sie dann bestreiten. Einen R�jx anwalt gebrauchen Sie nicht.- Verla Cr. Skatitzerstraßr. Ihre Frage ist nicht recht_, stündlich; zu mündlicher Auskunft sind wir bereit., Abonnent|lt-. 100. Natürlich muß die Wittwe � einem Leichen- Transportkosten bezahlen. Der von Ihnen angetpTume; Satz von 10,90 M. scheint uns nicht übermäßig hoch. die S C. K. Drilzrrstraße. 1. Naturbutter ist aus reiner Mcü gemacht, während Kunstbutter(Margarine) Zusätze von Ächter i Talg oder allem Möglichen enthält.— 2. Nur derjenige, der m Spii Ehausseehaus passirt, braucht Chausseegeld zu zahlen. a Aeru H. K. Es ist ein viel verbreiteter Jrrthum, daß niaNjcht son einem schriftlichen Miethsvertrag binnen 24 Stunden zurückt»� �nu, kann. Ein solches RiicktnUsrecht besteht nicht. Hob. L. Ein Dienstmädchen, welches zum 1. heiralhen will, braucht nicht am 15. August zu kündigen, ju kann jederzeit erklären, daß sie zum 1. Oktober, um sich zu eme: Heirathen, ziehen will._ E. K. Ihre Frage kann ohne spezielle Angabe der— Auswanderung�ageuteii getrosseuen Abrede nicht beaut»� werden. Zu mündlicher Auskunft sind wir bereit. Berantwortticher Redakteur: Gurt Sank« in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Sading tn Berlin SVV., Beuthftraße 2.