it. 153. Freitag, den 4. Juli 1890. ?. Jahrg. Dein, gen am» ZeMerVljlksblM. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. S« Das„Berliner Voltsblatt" (iicheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnemenlspreis für Berlin frei n, t a's HauS vierteljährlich 3,3V Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. Hnaizgnntags-Nummer mit den?„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnemeut 3,30 Mark pro Ouartal. ,(Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 18S0 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) ) 5Mnt«r Kr««zbai?d, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oesterreich-Ungarn - F" 3 Mark, für das übrige Artsland 3 Mark pro Monat. Jnfertionsgebühr beträgt für die Sgefpaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VerfammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Beuthstraße 3, sowie von allen Annoneen-Bnreaux. ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3— 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. —>-, Fernsprecher: Amt VI. Ur. 4106.«■» als i ge>! De« �er t Medakkion: S. Expedition: VeukhZteMe 3. und s�ie Hausindustrie mit besonderer Mckstcht auf Kerlin. SD -rg( ors» N Äi I. r Bis vor kurzem hielt man verschiedene abgelesene * 1 segenden in Thüringen, das sächsische und bayerische Fran�oigtland, einige Theile des Rheinlandes, höchstens noch «-Dürnberg und Fürth für die hauptsächlichen Zentren der Indv-musindustrie im Deutschen Reiche. Doch nunmehr hat Statistik den Schleier gelüftet, der die Wahrheit über ' ,e Vertheilung der Hausindustrie verbarg. Die deutsche .'J�Aerufsstatistik vom 5. Juni 1882, trotz ihrer vielfachen und�stängel die hervorragendste statistische Arbeit, die wir über der Deutschland besitzen, hat klar gezeigt, daß nicht die abgc- I�Mgenen Gebirgsthüler, sondern im Gegentheil die großen Städte die Zentren der moderne?! Hausindustrie sind. Wohl niuß nian aber hierbei eine Scheidung unter cs-ngKn Hausindustriellen niachen, und zwar in solche, die in Mrt«r Textilindustrie, und in diejenigen,?velche in anderen "b«'mdustrien thätig sind; die in der textilen Hausindustrie �Zhätigen finden sich mehr in kleineren, die in den anderen M«oausindustrien Thätigen in großen Städten. Während unter je 10 000 Hausindustriellen der Textil- �uhljtdustrie nur je 96 auf Berlin und 64 auf die 13 anderen '"«ÄLutschen Großstädte(die Orte mit 100 000— 1000 000 lw-r�uwohner) kamen, entfielen von je 10 000 der übrigen J usindustriellen 1137 auf Berlin und 1130 auf die an- en deutschen Großstädte, d. h. fast ein Viertel derselben auf die Städte, ivelche nur beiläufig den 15. Theil der deutschen völkerung bildeten! Es ist demnach nicht ganz richtig, wenn man die Großstädte lediglich als die Zentren der Großindustrie, ' R->uHweit sie fabrikmäßig betrieben?vird, betrachtet, sie sind Ae Zentren auch der Großindustrie, welche hausindustriell auv-c�trieben wird. Die Gründe, welche zur Verbreitung der Haus Nnd»ldustrie auf dem flachen Lande geführt haben, liegen weit M Arück; sie bestehen in dem Bemühen der Meister, sich zu lähm- Ausgang des Mittelalters den drückenden, die Entwickelung '«ilsiGc Industrie und der Arbeiten für den Weltmarkt bis Ändernden Zunftbestinunungen zu entziehen. So sind die Ühr, Verhältnisse, welche die Ent?vickelung der Hausindustrie i den großen Städten gefördert haben, sie liegen in der «genwart oder in naher Vergangenheit, sie sind bedingt «rch eine rückläufige Beivegung in der Industrie- ßitlvickelung, aus die jüngst erst Friedrich Engels in der , Anleitung zu seiner Schrift„Zur Wohnungsfrage" hin- nkovGwiesen hat. In einer Reihe von Industrien,?vo die mck ,paWne noch nicht den Sieg davongetragen hat oder?vo hZni tt FettMewn. ;i ErVtichdrua verbolen.,_ men, [74 „Znm Glück der Damen." � Roman von Emile Zola. Brill Autorisirte Uebersetznng von Armin S ch?v a r z. „n d- Indessen zögerte er doch eine kurze Weile, denn man �Mhlttte den Kommis den Auftrag ertheilt, oic kostbaren Spitzen ?e?i silf den? Pulte nicht so aufzuhänsen, überdies war ih??? die ilusgJrige Woche das Malheur passirt, daß er sich zch?? Meter tost nlccheluer-Spitze?? hatte stchlci? lassen. Allein sie brachte ihn t"5 Verwirrung, er gab nach und verließ einen Augeitblick A�n Haufen Alen?o??er-Spitzen, um sich Nntzuwendc?? u>?d «e verlangten Berthen herunter zu holen. �— Schau nur, Mama, sagte Bla??che, welche seitwärts 1 einem Karton???it?vohlfcilen Valeuciennes-Spitzen herum- gegeblunte; wir kön??ten von diesen kleinen Spitzen nehmen, n die Polster da?nit zn besetzen. ir W Mada?ne de Boves antwortete nicht. Da?vandte ihre vchter sich????? u>?d sah,?vie ihre Mutter, i?n?ner unter «n. ruch uberrajcht zn se???, jonoeru :-Aanip?,lntio??en ihrer Mutter zu verberge??. Da p £$«) plötzlich Jouve z>v?scheu den beiden Damen a?l sonVgte sich zu??? Ohr der Gräfin u??d su. stalle in hö zt? vue: .. V— Madame, folgen Sie mir. — Warum denn? fragte sie widerstrebend. tanzte f. Er liehe??? ie bestinimte Manipulationen der Handarbeit noch nicht entrissen hat, und endlich auch dort, wo die Ma- 'chine auch außerhalb der Fabrikmauern ange- wandt werden kann, was freilich in erheblichem Maße nur von der Nähmaschine gilt, produzirt der Unter- nehmer billiger, wenn er von seinen Arbeitern in ihren Behausungen, statt in der Fabrik arbeiten läßt. Die Vortheile für den Unternehmer sind sehr erhebliche, er spart die Fabrikräume, Beleuchtung, Beheizung und Aufsicht, er ist endlich der z?var nicht drückenden, aber doch fier und da unbequemen Rücksicht auf die Arbeiterschutz- Gesetzgebung überhoben. U?n seine zu Hause arbeitenden Leute kümmert sich kein Fabrikinspektor, kein Polizeiorgan, sie "önnen Sonntags arbeiten, sie können ihre Kinder von rühester Jugend an ausbeuten, und ohne Unterbrechung arbeiten w. Damit sind aber die Vortheile für die Unter- nehmer noch lange nicht erschöpft, ganz ini Gegentheil, ein Hauptvortheil ist noch anzuführen. Während die Fabrik ein natürliche Organisation der Arbeiter ist,?vährend das nahe Aneinanderarbeiten die Organisation fördert, die Arbeiter eher Vereinen beitreten, fester geschlossen aneinander stehen zum Widerstande gegen sie benachtheiligende Forderungen der Unternehmer leicht bereit sind, vor einem Streik nicht zurückschrecken, ist dies alles bei den Hausiubustriellen anders. Sie sehen sich selten, sie finden es viel schivieriger ich zn organisiren, ein geschlossener Widerstand gegen Lohndrnck und ähnliches, so leicht er in der Fabrik zu Stande kommt, so schlver ist er in der Hausindustrie zu erzielen. In Anbetracht all' dieser Vortheile und bei den nur ganz unbedeutenden Nachtheilen, welche die haus- industrielle Arbeit für die Unternehmer in? Gefolge yat, ist es wohl begreiflich, daß die Unternehnier, so weit es die technischen-Verhältnisse gestalten, die Produktion durch die Hausindustrie vorziehen und von der Auflösung ihrer Fabriken keinen Moment zurückschrecken, wenn ihnen die ! lausindustrielle Gütererzeugung mehr Vorthcile in Ansicht stellt. Hauptsächlich kommen für Berlin folgende Hans- industriell betrieoelie Gelverbe in Betracht: die Weberei, Wäschesabrikation, Damen- und Herrenkonsektion, die An- fertigung von Phantasieartikeln, Posamentierwaaren, Zigarren, dann ein großer Theil der Arbeiten der Schuh- macher, Handschuhmacher, Sattler und Tapezirer, Kürsch- ner, Tischler, Drechsler, Stuhlstechter, Holzbildhauer, Buchbinder, Kartonnagefabrikanten, Hutmacher, Putzfeder-, Silber- und Nensilberfabrikailten. Man sieht aus dieser keineswegs vollständigen Auf- Zählung, daß die Stadt Berlin für die Erforschung der hausindustriellen Verhältnisse viel Gelegenheit bieten dürfte, leider haben sich aber die zum Theil sehr verdienten deutschen Forscher auf diesem Gebiete anderen Gegenden zugewendet, sie gingen an den interessantesten Erscheinungen der deutschen Hausindustrie in Berlin blind vorbei und erforschten lieber die Verhältnisse in Sachsen, Thüringen, dem Rhein- lande jc. Als Fortsetzung dieser Arbeiten hat der„Verein für Sozialpolitik", diese sattsam bekannte Vereinigung streberhafter Universitätsprofessoren und solcher, die dies hohe Ziel erstreben, eine im Prinzip recht verdienstvolle, in der Ausführung aber über alle Maßen inangelhafte Sammelforschung der deutschen Hausindustrie begonnen. Der letzte Band der Schriften dieses Vereins enthält unter anderein eine aus der Feder des Gewerberaths von Stülp- nagel herrührende Arbeit„Ueber Hausindustrie in Berlin und den nächstgelegenen Kreisen". Obgleich wir Herrn Major a. D. und Gewerberath von Stülpnagel trotz seiner Feindschaft gegen den Sozia- lis?nus für einen der energischesten und tüchtigsten Fabrik- inspektoren Preußens halten, scheint er uns der ihm vom Berein für Sozialpolitik gestellten Aufgabe nicht gewachsen zu sein. Wir wollen damit nicht behaupten, daß er im Allgemeinen eine solche Arbeit nicht hätte ausführen können, sondern nur betonen, daß einein pflichttreuen Fabrikaussichtsbeaniten, der einem der größten Aufsichts- bezirke vorsteht, leider absolut die Zeit mangeln muß für eine größere wissenschaftliche Arbeit. In Erlnangelung besserer Belehrung über diese Ver« Hältnisse, müssen wir uns aber vorerst?nit der Stülp- ragel'schen Arbeit begnügen, deren wichtigsten Ergebnisse in Kürze mitgetheilt werden sollen. — Folgen Sie niir, Mada??ie! wiederholte Jouve i»? nämliche?? r??lngei? Tone. Angstvoll und verstört blickte sie rasch????? sich. Da???? ergab sie sich, gciva???? ihre hochfahrci?de Haltung?vicder?lnd gi??g nebe?? ihn? her, wie eine Köntgi??, die sich der Obhut eines Flügeladj?ita??te>? anzuverllra??ei? geruht. Nieina??d hatte die Sze??e beniertt. Deloche, u?it den Berthe?? znriickgekehrt, sah hoch erstaunt,?vie sie hinwcggeführt wurde. Wie? Diese auch? Diese vornehme Dame? Blanche, die nian freiließ, stand bleich ul?d zittcr>?d????ter der Menge?»?d blickte ihrer Mutter nach, schwankend zwischen der Pflicht, sie nicht zu verlassen und der Furcht, sanimt ihr i?? Haft gei?on??nel? zu lverdeu. Sie sah itzre Mutter in das Ardeitskabinet Bonr- do>?clcs eintrete?? u?!d beg?lügte sich, vor der Thür desselben z?? lvarte??. Ebei? war Bonrdoncle zur Stelle. Bei ähnlichen Dieb- stähle?? pflegte er selbst das Urtheil zu spreche??. Seit la??ger Zeit war Jo?ive der Gräfin ans der Spur; er hatte Bonr- doncle seinen Argivoh???nitgetheilt. Dieser?var denn auch ?licht sonderlich überrascht,, als ih?n der Inspektor von dem Vorfalle Meldung lnachte. Es käme?? ihm so außerordentliche Fälle unter die Hand, daß er die Frau zn Allem fähig hielt,?veun einmal die Begierde nach den? Toilette>?luxns sie erfaßt hatte. Da ihn? nicht u?lbeka??i?t?var, daß Mouret in den Gesellschaste?? mit der gräflichen Diebin hä??fig zusa?nlue?ltraf, behandelte er sie mit vollko>n?nener Höflichkeit. — Madanie, wir entschuldige?? solche Angc??blicke der Schwäche... Bedenken Sie, wohin ei??e solche Selbstver- gessenheit Sie führen ka??n!,.. Wenn Jemand bemerkt hätte, ?vie Sie die Spitzen in den Aermel Ihres Ma?ltels gleite?? ließen!... Movrespo»rdenzen. Zletersbnrp, 1. J?lli. Es gelangte kürzlich in die de?ltsche Presse eine Metdung von A r b e i t e r- K r aw a 1 1 en in den kaiserlich russischen W er f t e n an der Newa. In den hiesigen Blättern d?irste natürlich hierüber nichts berichtet?verde??,??ur er- fuhr?nan zn Aller Erstanne??, daß die revoltirenden Arbeiter nicht etwa sa?i?n?t und sonders nach Sibirien geschafft?vurden, sondern daß a>lf Befehl des Zaren den Arbeitern ihre Forderl???gen bewilligt worden seien. Gai?z so gli???pflich werden freilich dieselben doch nicht abgekoininen sei??, aber andererseits?verdei? jetzt Dinge laut,?velche diese Krawalle n? ehr als begreiflich erscheinen lassen. Jene kaiserlich russischen Werstarbeiter erhielten nämlich seit an- terthalb Jahren einen drlrchschnittlichen Tagelohn von eine??? halbe?? Rubel,?vas nach den? jetzigen Kccrsstande etwa eine Mark??nd elf Pse????ige ist. Als diesjähriges Ostergcschenk wurde ihnen?????? aber gar noch eine L o h n r e d u k t i o?? von 20 Proz. bescheert, und zugleich wurden die Strafen,?velche selbst für die kleinsten Vergehen verhängt werden, soiveit erhöht, daß hä??slg der Woche>?lohi? bis a?lf wei??ge Kopeke?? herabsank!— Während ????» aber die Arbeiter in dieser tra??rige?? Weise behandelt wur- Sie u>?terbrach ihn entrüstet. Sie eine Diebin! Für wen hielt er sie de>?>?? Sie mar die Gräfin von Boves, ihr Gatte: der Graf vo>? Boves, Generalii?spektor der Gestüte, ein Lieblii?g des Hofes. — Ich?veiß, ich?veiß, Madanie, sagte Bonrdoncle ruhig. Ich habe die Ehre, Sie zu kel???en... Aber, geben Sie vor Allem die Spitzen z??rück, die Sie bei sich habe??... Sie ivehrte sich noch iinmer, spielte die große Da?ne, ?veii?te i»?d tobte. Jeder Andere?väre erschüttert worden und hätte gefürchtet, daß ein beklagensiverther Mißgriff geschehen sei. — Nehmen Sie sich in Acht! schrie sie. Mein Mann ivird Ihr Ha>?s vernichten; er wird Rache neh?ne>?; er wird, we???? nöthig, bis z????? Mi??ister gehen. — Sie sind nicht klüger als die Anderen. Madame; nun wohl:?nan wird Sie durchsuchen. Sie ivard i?och immer nicht?va>lke?!d, sondern sagte mit iinponirender Ruhe: — Ja, lassen Sie mich durchsuchen. Aber, Sie riskiren Ihr Ha??s, ich mache Sie ausmerksa?n. Jo??ve holte zivei Ladenmädchen ans der Abtheilung für Korsets. Als er z?lrückkain, theilte er Bourdoncle mit, daß die Tochter der Dauic dra??ßen vor der Thür stehe und fragte, ob er auch diese festneh?nen solle, we??ngleich er nicht gesehci? hat, daß sie et?vas genommen hätte. Bourdo>?cie cutschied in? Hinblick auf die Moral, daß sie draußen bleiben soll, damit die Mutter nicht genöthigt sei, vor der Tochter zu errothe??. Die beiden Männer zogen sich in ein benach- hartes Zim?i?er zurück, währe??d die beide?? Ladenmädchen die Gräfin entkleidete??, um ihr auch Busen und Hüfte?? zu durchsuchen. Außer den AlenZoner-Spitzen— zwölf Meter I den, stellte sich vor Kurzem herauZ, daß seit Jahren der Tagelohn aller Arbeiter in den Büchern der Marineverwaltung durchschnitt- lich in der Höhe von einem Rubel verrechnet wurde. Und wenn es nun auch in Rußland wohl in keiner staad lichen Werkstatt ohne das abgeht, daß die Meister und Kassirer einen Theil des Arbeiterverdienstes in ihre Taschen fließen lassen, so ist eine solche Unterschlagung und eine so ungeheuerliche Beraubung der„Staatsarbeiter" doch selbst für russische Zustände skandalös. In den letzten Jahren mögen auf jenen Werfte» mindestens 4000 Arbeiter regelmäßig beschäftigt gewesen sein, was also im Jahre eine Unterschlagung von nahezu anderthalb Millionen Mark ausmacht!— Und dieses Geld blieb nicht etwa in den Taschen der unteren Beamten, son- dern den Haupttheil behielten Leute, welche in nächster Nähe des Marinennnisters standen! Jetzt weiß man auch, daß die Gährung unter den Arbeitern der Werfte schon seit einem Jahre in regelmäßigen Zwischen- räumen zu gewaltsamen Verzweiflungsthaten geführt hatte; aber die dort stationirten Kosacken hatten stets dafür gesorgt, daß derartige Szenen rasch unterdrückt wuroen, uud daß die Anstifter bald verschwanden. Niemals aber durfte hierüber ein Wort in die Ocffentlichkeit dringen, denn der Oberst- kommandirende des gesammten Flottenwesens war der Bruder des Zaren, der Großfürst Alexis Alexandrowitsch, dem selbst der Hauptgewinn an allen diese» Machinationen zugefallen sein soll. Heute, nachdem das ganze Treiben durch eine vom Zaren anbefohlene peinliche Untersuchung, allerdings nicht für die Augen der Oeffentlichkeit, wohl aber für die Regierung blosgelegt ist, hat der Großsürst einen längeren Urlaub für das Ausland er» halten, während man seinen Helfershelfern in aller Stille den Prozeß machen wird, freilich den darbenden Arbeiterfamilien werden damit die entzogenen Millionen nicht zurückerstattet sein. _ Ans Tageslicht kam die Sache zuerst durch die vielbesprochene Affäre des Marineoffiziers Schmidt, welcher die Festungspläne von Kronstadt an deutsche Behörden verkauft haben sollte. An- fangs hieß es, derselbe sei nach kurzem Prozeß erschossen worden, später aber wurde sein Vergehen als ein geringeres hingestellt, wofür er auch nur eine leichtere Strafe erhalten habe. In Ruß- land„verlautet" über dergleichen Dinge eben nur etwas, irgend welche bestimmte Nachricht über das Schicksal von Personen, welche in die Gewalt der Polizei oder der Gerichte gerathen, giebt es nie. Wie die Arbeiterverhältnisse im übrigen Rußland beschaffen sind, erhellt beispielsweise aus einer Nachricht, die soeben durch die Zeitungen geht, nach welcher gegenwärtig in Moskau ein recht starkes Angebot von l a n d w i r t h s ch a f t l i ch e n Ar- beitsk rüsten vorhanden ist. Während man noch im vorigen Sonnner für einen Tagelöhner 60 Kopeken und eine Feld- arbeiterin 35 Kopeken bezahlen mußte, bieten sich in diesem Jahre die Männer für 35 und die Frauen für 20 Kopeken an; das ist also nach deutschem Gelde ein Tagelohn von 45—80 Pfennigen. Diese Arbeiter werden auf den Feldern und in den Gürten be- schästigt, die in Moskau jede halbwegs wohlhabende Familie, jeder Beamte und Lehrer besitzt oder pachtet, wo er dann wäh- rend der wärnisten Wochen auch die Nächte in seinem Garten- Häuschen zubringt. Die Tagelöhner, die hier arbeiten, erhalten deshalb zu ihrem kärglichen Lohne keineswegs irgend welche Nahrungsmittel. Und dies sind die Löhne, welche in der Haupt- stadt bezahlt werden, um welche sich die aus dein Lande herbei- strömenden Arbeiter zu Tausenden reißen. Auf den großen Gü- tern der südöstlichen Provinzen beträgt der Tagelohn neben einer aus Hafermuß und wenig Brot bestehenden Nahrung selten mehr als zehn Kopeken, also 23 Pfennige. Frauen und Kinder erhallen natürlich noch weniger. Schließlich sei noch über einen köstlichen Beitrag berichtet, den kürzlich die„Moskauer Zeitung" zur Naturgeschichte der Pariser Nihilisten-Attentats-Berichte geliefert hat. Das Blatt erzählt nämlich folgendes: Seine schönen, ans- sührlichen Schilderungen über die Umtriebe und Persönlichkeiten der Pariser Nihilisten seien ihm aus Paris von einem Herrn übersandt worden, der über seine eigene Person sehr gute Aus- kunft gab und viele Empfehlungen anführte. Die Redaktion habe hieraus und aus der„Korrektheit" der Berichte entnehmen zu können geglaubt, daß der Einsender seine Informationen aus amtlichen Quellen geschöpft habe. Als sie(die Redaktion) nun aber sich bedanken und den freundlichen Herren bitten wollte, ihr häufiger Berichte zu schicken, sei der Brief als unbestellbar zurück- gekommen, und als sie in Paris durch Vertrauenspersonen nach dem Absender forschen ließ, war weder die angegebene Straßen- nummer zu finden, noch auch der Name im Adreßbuche und auch nicht auf der Polizei eingetragen!— Das arme Blatt fragt nun mit der unschuldigsten Miene von der Welt, ob es wohl „niystifizirt" worden sei, oder ob hier wieder ein„Verbrechen der Nihilisten" vorliege!— Zürich, 31. Juni. In: Kanton Zürich wurden am letzten Sonntag vom Volke zwei Gesetze angenommen, die von prinzipieller Bedeutung find. Das eine Gesetz, daS mit rund 24 000 gegen rund 23 000 Stimmen angenommen wurde, betrifft die obligatorische Stimmabgabe. Das Prinzip dieses Gesetzes ist gut, allein der Kantonsrath mit seiner liberalen Mehrheil hat aus dem Stimmzwang eine zu tausend Franks— die sich im Acrmel des Mantels fanden, wurden in ihrem Busen noch ein Taschentuch, ein Fächer und eine Kravatte gefunden. Alles in Allem Spitzen im beiläufigen Werths von 14 000 Franks. So stahl Frau von Boves schon seit einem Jahre, verzehrt durch eine wahu- witzige, unwiderstehliche Begierde. Und sie stahl nur Maaren in den Magazinen, sie stahl auch ihrem Gatten das Geld aus der Tasche, der sich jetzt ruhig bestehlen ließ; sie stahl, um zu stehlen. — Das ist ein Hinterhalt! schrie sie, als Bonrdonclc und Jouve zurückkehrten. Man hat mir diese Spitzen zu- gesteckt. Ich schwöre es bei Gott! Sie war auf einen Sessel hinabgesunken und weinte Wuth. Bourdoncle schickte die Ladeuinädchen Karrikatur gemacht. Bekanntlich wird in der Schweiz bei jeder Abstimmung dem stimmberechtigten Bürger von der Behörde die Stimm karte in's Haus gebracht. Der dem Wahl- rc" Absiimmungsgesetz nun beigefügte Paragraph erklärt die Ab- stimmung für jeden Stimmberechtigten als Pflicht. Geht er aber nicht zur Urne, so hat er zwei Tage Zeit, die Stimmkarte an die Behörde zurückzuschicken. Unterläßt er dies, so wird er gebüßt und zwar setzt das Gesetz die Buße von 50 Cts. bis zu 1 Fr. an, die definitive Festsetzung des Strafsatzes den Gemeinden überlassend. Sozialisten und Demokraten waren über die Zweckmäßigkeit dieser Gesetzesbestimmung getheilcer Meinung, obwohl sie das darin ausgesprochene Prinzip durchwegs als gut anerkennen. Die Einen agitirten kür Verwerfung, die Andere» für Annahme des Gesetzes und wie nun die Abstimmung lehrt, erfolgte letzteres. Es wird nun Aufgabe derjenigen, die mit der Verklausilirung des Stimmzwanges nicht einverstanden sind, sein, in den nächsten Jahren auf eine präzise Ausgestaltung der Abstimmungspflicht hinzuarbeiten im Sinne des Entweder— Oder. Entweder es erscheint der Stimmberechtigte an der Urne und erfüllt seine bürgerliche Pflicht oder er erscheint nicht und hat dafür Buße zu zahlen, dem Fernbleibenden erst noch zwei Tage Zeit zu gewähren zur Rücksendung der Aus- weiskarte, gleicht fast einem Privilegium für das Nichtstimmen und verunstaltet den Stinnnzwang vollständig. Das L e i ch e n b e st a t t u n g s g e s e tz, das einen ent- schieden sozialistischen Charakter trägt und auf das wir noch aus- sührlicher zurückkommen werden, wurde vom Volke mit der kollossalen Mehrheit von 18 000 Stimmen, nämlich mit rund 34 000 gegen rund 16 000, angenommen, was zugleich einen glänzenden Erfolg des Referendums darstellt. Die B u n d e s v e r s a m in l u n g, die am 28. v. M. ae- chlossen resp. bis zum September vertagt wurde, hat endlich wieder einmal nach langem Stillstande etwas in Sozial- reform gearbeitet und zwar ist es zuerst ein A r b ei te r- chutzgesetzzu Gunsten der E i s e n b a h n b e d i e n st e t e n ic. und dann der Beschluß betr. Einführung der Unfall- und Krankenversicherung resp. der dadurch nothwendig gewordenen Revision der Bundesverfassung. Das ersterwähnte Arbeiterschutzgesetz erstreckt sich auf die Bediensteten der Transportanstalten, Eisenbahnen, Posten, Dampfschiffe, Straßenbahnen ic. Durch dieses Ge- etz wird die tägliche Maxi malarbeitszeit auf 12 Stunden beschränkt, die Zahl der jährlichen Ruhetage auf 52 angesetzt, wovon wenigstens 17 ans den Sonntag zu allen haben. Der Güterdienst wird für den Sonntag untersagt. Ein neues A r b e i t e r s ch u tz g e s e tz und zwar zu Gunsten der Arbeiterinnen soll im Kanton Zürich geschaffen werde» und hat die bezügliche Kommission bereits einen Entwurf aus- gearbeitet. Wir wollen voraus bemerken, daß dieser gesetzliche Schutz jene Arbeiterinnen betreffen soll, die in Gewerben be- chäftigt sind und daher nicht unter dem Fabrikgesetze stehe». Mit dem gesetzlichen Schutze der Arbeiterinnen ist bereits der Kanton Basel vorangegangen, so daß oie übrigen Kantone nur nachzufolgen brauchen. Der zürcherische Entwurf geht jedoch wesentlich weiter, als das Basler Gesetz. Dieses enthält den elsstündigen Maximalarbeitstag, der genannte Entwurf sixirt edoch nur den z e h n st ü n d i g e n. Die Mittagspause beträgt dort nur 1, hier soll sie l'/s Stunden betragen. Die Verwendung von Mädchen unter 14 Jahren zur gewerblichen Arbeit soff verboten sein. Die Ueberzeitbewilligung ivill der Entwurf insofern beschränken, als er ausdrücklich sagt, daß sie in einem Monat nur auf 6 Tage erthcilt werden darf. Die Ueberzeitarbeit wird dadurch beschränkt, daß der v e r- längerte Arbeitstag 12 Stunden nicht übersteigen und nicht über 10 Uhr Nachts ausgedehnt werden oarf; serner soll in jeder gewerblichen Arbeitsstätte eine Arbeitsordnung, dem Gesetze angemessen, eingeführt wer- den. Zur Ueberwachnng der Ausführung des Gesetzes sollen den damit beauftragten Beamten noch weibliche Sachver- st ä n d i g e beigegeben werden.— Wann dieser Entwurf im Kantonsrathe zur Verhandlung gelangen wird, ist heute noch un- bestimmt; aber, wenn es auch sei, die Demokraten, deren Mehrheit ihre Sitze der Mithilfe der Arbeiter bei der Wahl verdanken. werden dann eine prächtige Gelegenheit haben, die Ehrlichkeit und Ernsthaftigkeit ihrer stets im Munde geführten Arbeiter- reundlichkeit durch die That zu beweisen oder— zu widerlegen. Die organisirte Arbeiterschaft Zürichs hat gegen die kapital- protzige Stadlherrschaft einen Sieg errungen. Die Stadtpolizei erließ nämlich vor einiger Zeit folgenden, für ein demokratisches Staatswesen geradezu schmachvollen Ukas:„Es ist verboten, die öffentlichen Straßen und Plätze dazu zu benutzen, um durch Auf- teilen von Gruppen, Postenstehen, Patronilliren vor den Werkstätten, unberufenes Begleiten oder in anderer ähnlicher Weise eine Arbeitseinstellung herbeizuführen oder einer bestehenden Ausdehnung zu verschaffen. Zuwider- handeln wird als Polizeiübertretung bestraft."— Die Ar- beiter protestirten in. der Presse und in Versammlunge» gegen diesen verfassungswidrigen Gewnltstreich einer kapitalisrenfreund- lichen anmaßenden Polizei und legten dem Stadtrathe eine ge- haruischte und wohlmvtivirte Protesteingabe vor. Die Folge Thränen der hinaus; dann sagte er nnt ruhiger Miene: — Madame, auS Niicksicht auf Ihre Familie wollen wir diesen bedauerlichen Vorfall unterdrücken. Aber vorher werden Sie uns eine Erklärung unterschreiben, des Inhaltes: „Ich habe im„Glück der Damen" Spitzen gestohlen." Und das heutige Datum. An dem Tage, da Sic mir 2000 Franks für die Armen bringen, sollen Sie diese Erklärung zurück- erhalten. — Niemals werde ich das unterschreiben, lieber sterben! schrie sie in einer neuen Ausivalluug des Zornes und der Entrüstung. — Sie tverden nicht sterben, Madame; sondern ich werde den Polizeikommissär holen lassen. Es gab nun eine greuliche Szene. Sie bcschimpste ihn und schrie, es sei feige, daß Männer eine Frau so quälen. Ihre jouische Schönheit, ihr großer majestätischer Körper ging in der Wuth eines Fischweibes unter. Dann versuchte sie, die beiden Männer zu rühren; bat im Narneu fihrer Mütter, wollte sich ihnen zu Füßen w/rfcn. Da sie, an solche Szenen gewohnt, unerbittlich blieben, setzte sie sich plötz- lich, ergriff die Feder und stellte mit fieberhaft zitternder Hand, vor Wuth keuchend, die verlangte Erklärung ans. — Da haben Sie, mein Herr!.., Ich weiche der Gewalt!... Bourdoncle nahm das Papier, faltete es sorgfältig zu- sannnen und verschloß es in einem Schubfach, indem er sagte: — Wie Sie sehen, Madame, befindet sich Ihre Erklä- rung in zahlreicher Gesellschaft; denn alle diese Damen, ivclche zuerst sterben wollen und hernach die Erklärung ausstellen, unterlassen es später, ihre billets-doux abzuholen. Sie brachte ihre Kleider in Ordnung uud fragte in trockenem Tone: — Ich kann ivohl gehen? Bourdoncle befaßte sich bereits niit einer andereil An- gelcgenhcit. Infolge des Berichts Jonvcs beschloß er, Teloche zu entlassen. Dieser Kommis ist blöde; er läßt sich fortwährend bestehle»; niemals wird er eine Autorität aus die Kundschaften ausüben. Mme. de Boves iviedcrholte ihre Frage und da sie mit einem zustimmenden Kopfnicken entlassen wurde, heftete sie einen mörderischen Blick auf die beiden Männer und ging hinaus, indem sie die Thüre geräuschvoll zuschlug. — Ihr Elenden! brummte sie dabei. Blanche war inzwischen vor der Thüre des Kabincts ge- blieben. Da sie in Nnkenntniß darüber war, was drin vor- ging und da sie den Inspektor und die Ladenmädchen kommen und gehen sah, war sie lies bestürzt; sie dachte schon an die Gendarmen, an den'Assisenhof, an das Gefängniß. Um ihren Schrecken aufS Höchste zu steigern, erschien mit einem Male Ballagnosc, dieser Mann, der erst seit einem Monat ihr Gatte war und dessen„Du" sie noch in Verlegenheit brachte. Erstaunt über ihre Verstörtheit, fragte er sie: — Wo ist Deine Mutter?... Sprich! Du beunruhigst mich... Es ivollte ihr keine halluvegs glaubwürdige� Lüge ein- fallen. In ihrer Beklemmung dämpfte sie die Stimme und stammelte: — Mama... Mama... hat gestohlen. Wie, gestohlen!..... Endlich begriff er. Das ans- gedunsene Gesicht seiner Frau, dieses bleiche verstörte Autlitz entsetzte ihn. — Spitzen hat sie genommen, in den Aermel ihres Mantels geschoben, so..... stammelte die Unglückliche weiter. der Protesteingabe war der stille und geräul lose Rückzug des herrlichen Verbotes. Die jetzt erschienene Abrechnung des vor einem halben? verlorenen Generalstreiks der Buchdrucker verzeichnet an gegangenen UnterstutzungSgeldern, die aus dem In- und' laude flössen, die beträchtliche Summe von 31 439,87 Frks.- Zentralkomitee des schiveizerischen Typographenbundes be» am Schlüsse der Abrechnung,„daß diese Beweise des Solu tütsgefühles den Typographenbund den übrigen ArbeitcrorZ sationen näher brachten, so daß er allfälligen neuen Stü» die durchs die prinzipalerseits projeklirte Einführung eines sch>U stehen, mit ungeschwä!! tischen Normaltarifs in'Aussicht Muth entgegensehen könne." Voltkistho Aeverstchl Dem Reichstage ist folgender Antrag der AbgeordU Dr. Barth und Nickert zugegangen:„Der Reichstag ruolltz schließen: dem nachstehenden Gesetz die verfassungsmäßige stimniung zu ertheilen: Gesetz, betreffend Abänderungen unb1 -"......... � Wahlgesetzes für den deutschen Reichstag> . I. Mai 1669. Wir'Wilhelm, von Gottes Gnaden, Deul Kaiser, König von Preußen jc. verordnen im Namen des nach erfolgter Zustimmung des Bundesraths und des Reich! was folgt: Artikel I. An Stelle der§§ 10, 11 und tz Wahlgesetzes für den deutschen Reichstag vom 31. Mai treten folgende Bestimmungen: tz 10. Das Wahlrecht will erson durch Stimmzettel ohne Unterschrift ausgeübt.! timmzetcel müssen von weißem Papier und dürfen mit kl Kennzeichen versehen sein. Ter Wühler hat in einem o: abgestempelten mit keinem sonstigen Kennzeichen«ersehenen! durchsichtigen Umschlag, dessen Form gleichmäßig für alle Wahl» vom Bündesrath festgestellt wird, den Stimmzettel zu überreis 'i 11. Die Stimmzettel sind außerhalb des Wahllokals mitl Atmen des Kandidaten, welchem der Wähler seine Stimme z will, handschriftlich oder im Wege der Vervielfältigung zu sehen, tz IIa. Die Stimmabgabe erfolgt in der Weise, daß Wähler beim Erscheinen im Wahllokal zunächst vom Wahhoo oder einem von diesem Beauftragte» den abgestempelten Uni entgegennimmt und darauf in einem der Beobachtung unzn lichen und mit dem Wahllokal in unmittelbarer Verdi" siehenden Räume den Stimmzettel in den Umschlag steckt. so kouvertirten Stinlmzettol hat der Wähler direkt dem B Vorsteher zu übergeben, welcher den Umschlag mit dem dar!» findlichen Zettel in die Wahlurne legt. Jeder Wähler muß' abgeschiedenen Raum vor der Stimmabgabe betreten. Nid?. darf sich in diesem Raum sonst aushalten, so lange der M darin ist, und Niemand darf auf dem Wege von diesem � zur Wahlurne mit dem Wähler in Beziehung treten. Die V kandidaten sind berechtigt, aus ihren Namen lautende SN zertel in dem abgesonderten Räume zur Benutzung für die auslegen zu lassen, uud jeder Wahlvorsteher ist zu solcher' legung verpflichtet, sobalv ihm 24 Stunden vor dem Beginn Wahlhandlung die Stimmzettel zu jenem Zweck übersandt' den. tz 16. Die Konen der Druckformulare zu den � Protokollen, für die Umschläge und für die Ermittelung.- (wie bisher). Alters- nnd Inunlidenversicherting. Dienstag hni Konferenz der Landesdirektoren über die Jnvaliditätsversicht? stattgefunden, bei der trotz der erhobenen Bedenken über MöZ ;'eit baldiger Inkraftsetzung des Gesetzes Staatssekretär v. Bötv' die Htnausschiebung des Einführungstermins bis zum 1. Jas 1892 ablehnte. Dir Dnrteikritilns der Dolkspartei, so wird „Frankfurter Zeitung" auS Württemberg geschrieben, ist in auf Herrn v. Münch weder überrascht, noch enttäuscht; siel mit ihrer Haltung gegenüber der Kandidatur eines Herrn? ür zweijährige Präsenzzeit gestimmt, ja sogar einen A»tr-� Einfubrung derselben mit eingebracht hat, um nachher eine•» gegen diese demokratische Forderung zu halten, nunmehr aufl de» Augen derjenige» Parteigenossen gerechtfertigt da, die c»� dahin nicht billige» wollten, daß seitens der Parteileitung a> lehnt wurde, Herrn von Münch einen der zu besetzenden Ä kreise zur Verfügung zu stellen. Es wird jetzt auch verstand ein, daß es sich allerdings empfohlen hat, den von Herrn' Münch zur Verfügung gestellten sehr erheblichen Beitrag zu! Wahlkosien seiner Zeit nicht anzunehmen, obwohl ein Hebel- an verfügbaren Mittel» nicht vorhanven war. Der vom La»! ausschuß der Volkspartei vertretene Grundsatz hat sich beiv® daß die Erklärung eines bis dahin politisch nicht thälig. wesenen Herrn im Alter von 25 Jahren, dem volksparteitzj Programm zustimmen und der Vollspartei beitreten zu w»" die zur'Ausstellung und Unterstützung seiner.Reichstagslandib» erforderliche Garantie noch nicht biete. ZUber die Wirkt», gr» der Getreidezölle in der Pr»> Schlesien sagt der soeben erschienene Jahresbericht der Halt» kammer zu Breslau für das Jahr 1889:„Die Produktion l Getreide) der Provinz hat in den letzten Dezennien unmö» gleichen Schritt halten können mit der Zunahme der besond in Riedel völkerung Ernteresv seine tra deutschen tliis erhal Als Ruf ersten Sei fügen hat tiberschrei Getreides willige A Erntejahr wirth hat braucht e Wirthschc Zoll bela Abä durch die reich-Ung Rechnung lungen zi Aerwaltn lheurcn 3 des zu hc herigen I Thalsache reduzirbai gefälle sch tarise im seien. Di Jahres zi §11 mationalli lich von i eine Kani _ Seit Schneide" Zeit milil sie heute � «es heil bel Sri Aus: Iu t höchst geh „Bier Wc tadelt die stellers, ir wirft. Fe Dienstweg Wahrneh, habt, diel tvelches d Beschwert Buch bezr rischer B( zeituug" über den dieser SN nur beili das Due! „Kreuzzeil zeihe». 2 macht der Wik Reichskon sollen ihn dilligung Ehauviuij Herr Statistisch Erklärung „Soe die Anssii bin Mam stolz, do, Eine de- furchtsvol „Hört!( seelen da Kündigun wäre eine Petenten Resolutioi den Nieich Zustände des Direk Dienstgeb, lich übers '& Lrip Du hast zugesehen? murmelte er, bei dem � zerbrechen danken erstarrend, daß sie vielleicht die Mitschuldige'Häuf setzen Mutter sei. telegraphi Doch sie nlnßien jetzt stillschweigen, weil einzelne L» �Leip >chon die Köpfe uunvandten. � � Jj Gerücht t Vallaguosc stand starr vor Schrecken, unbeweglich! Reickstaa Was thun? Eben hatte er sich entschieden, bei M werde. 2 doncle einzutreten, als er Möuret wahrnahm, rocst durch die Galerie schritt. Er befahl seiner M ihn hier zu erwarten, nahm den Arm seines alten Freu»' nnd erzählte ihm in einigen hastig hervorgestoßen se>ge eil» Worten, was vorgefallen war. Dieser führte ihn rasq.„Krenz-Z- sein Kabinet, wo er ihn über die möglichen Folgen Leipziger ruhigte. Er versicherte ihm, daß es unnöthig sei, sich ive einzumengen und erklärte ihm, wie die Sache beiläufig lausen werde. Er selbst schken übrigens von diesem T stahl nicht sonderlich überrascht zu sein, als ob er densel solut»ich Leipzig fr scheinendc Mitivirku seit langer Zeit vorausgesehen hätte. Allein, Ballagnosc/'., f,, nicht mehr eine angenblickitche Verhaftung zu fürchten i" Cin'C1)lU• schien das Abenteuer nicht mit der nämlichen Ruhe" ncnteustai nehmen zu wollen. Er lehnte sich im Fauteuil zurück � lisieugeset erging sich in Klagen über sein eigenes Schicksal. Er eine blöde Heirath gemacht, nur dein Vater zu Liebe.' er brach in Thränen aus. zum Erstaunen von Monret, sich seines früheren Pessinnsmus erinnerte. Hatte er nicht zwanzigmal sagen gehört, daß das Leben gar in tauge uud daß höchstens noch Böses zu thun einigen Z? 3 der mache. — Beruhige Dich, schloß Monret, von Mitleid zu vergn Lud! Arnsberg den Regi »In Freiheit i lungs- u, griffen. Ich VcUhe Dir, Madame de Boves den Ärlii � reichen; das wird besser sein, als einen Skandal zu»»»' werden. Gelisstvasi ., Son, des Jnne nicht an, i Vereins- Vallagnosc erhob sich und befolgte den Rath ff ehemaligen Mitschülers. Sie erhoben sich und beträte« dem Augenblick die Gallerie, als Madame de Boves Kabinet Bonrdoncles verließ. Sie nahm majestätisch Arm ihres Schwiegersohns und da Monret sie eben, tlinn � äußerster Höflichkeit grüßte, flüsterte sie: J P�izei r — Sie haben sich tausendmal entschuldigt; wahrhaff' iQa p0n es geschehen hier schreckliche Mißgriffe. wird, so (Schluß folgt). in Niedttschlesis», sowie in dem Montandistrikt sehr dichten Be- Dölkerung, und trenn nun außerdem, wie im vorigen Jahre, die Ernteresultate zu wünschen übrig lassen, dann kann Schlesien seine traditionelle Stellung als exportirende Kornkammer des deutschen Reiches nicht behaupten. Der politische Frieden blieb uns erhalten, den Zollkrieg hatten wir fortgesetzt zu beklagen. Als Rußland, Rumänien, die Balkanstaaten und Ungarn im ersten Semester des Jahres noch über ansehnliche Bestände zu ver- fügen hatten, konnte die Frucht die deutschen Zollmauern nicht uberschreiten, und blieben die disponiblen Mengen osteuropäischen Getreides angewiesen auf den Versand nach Westeuropa, wo sie willige Aufnahme fanden... Der Schutzzoll konmtt in diesem Erntejahr den Großgrundbesitzern zu statten. Der kleine Land- wirth hat nichts zu verkaufen; fein Korn und seine Gerste ver- braucht er selbst und wenn der Hafer nicht ausreicht, den eigenen Wirthschaftsbedarf zu decken, ist er genöthigt, russische, mit dem Zoll belastete Frucht zu erstehen." Abiindernng der Ci fen l> a h»-Person e»t nrife. Um den durch die Einführung des Zonen- refp. Kilometertarifes in Oesterreich-Ungarn herbeigeführten neuen Verhältnissen in Deutschland Rechnung zu tragen, sind nach der„Nationalzeitung" VerHand- lungen zwischen den süddeutschen und preußischen Eisenbahn- Verwaltungen eingeleitet, die für Bayern eine Reduktion des zu theuren Reisegepäcktarifes und für Preußen eine Verminderung des zu hohen Personentarifes, verbunden mit Aufhebung des bis- herigen Freigepäcks in's Auge fassen. Man ist hierbei von der Thalsache ausgegangen, daß die bayerischen Personentarife nicht reduzirbar seien, ohne die Staatseinnahmen aus dem Eisenbahn- gefälle schwer zu schädige», daß aber die preußischen Personen- tarise im Vergleich zu Süddeutschland und Oesterreich zu hoch seien. Der Abschluß dieser Verhandlungen steht im Herbst dieses Jahres zu erwarten. Z« Liomarils Drichstags• Kandidatur meldet der nationalliberale„Pfälzer Courier", daß Fürst Bismarck thatsäch- lich von den Nationalliberalen Kaiserslauterns ersucht werden soll, eine Kandidatur zu übernehmen. Seit ihre»„Krirg-in-Sicht-" und den„Auf-des-Messers- Schneide"-Artikeln hat die„Post" das Privilegium, von Zeit zu Zeit militärische Gruseluachrichten zu lanzircu. So veröffentlicht sie heute folgende Alarmdcpesche aus Paris: EL wird sehr bemerkt, aber von der hiesigen Presse todt- geschwiegen, daß die gesammteu Reservisten, welche längst hätten entlassen werden müssen, bei der Fahne zurück- behalten werden. Seit 187» ist es das erste Mal, daß der Kriegsminister von diesem Recht Gebrauch macht. Auf die Börse macht die Nachricht vielleicht Eindruck. I« einer Feuilleionnoti? bespricht in wegwerfender und höchst gehässiger Weise die„Kreuzztg." daS Büchlein Kurt Abells, „Vier Wochen Vize-Wachtmeister". In höchst verächtlicher Weise tadelt dieses edle Blatt die Wahl der Waffe des genannten Schrift- stellers, indem sie ihm sehr deutlich als Motiv derselben Feigheit vor- wirft. Ferner rügt die edle Kollegin, daß der genannte Herr nicht den Dienstweg der Beschwerde wählte gelegentlich seiner sehr schlimmen Wahrnehmungen mit den Worten: er habe nicht die Kurage ge- habt, diesen Weg zu wählen. Es ist ein schätzbares Gestäudmß, welches die„Kreuzzeitung" da macht: also zur Beschreitung des Beschwerdeweges gehört eine ganz besondere„Kurage". Äbcl'S W Buch bezweckt eben die Schwierigkeit und Erfolglosigkeit militä- j.• rischer Beschwerden zu erweisen, und— siehe da!— die„Kreuz- , zeitung" bestätigt dies noch ausdrücklich. Daß sich das Blatt hat über den Mann als Schriftsteller lustig macht, ohne Gründe zu chch dieser Stellungnahme seinen Werken gegenüber anzuführen, sei sjW nur beiläufig erwähnt. Ein absprechendes Urtheil Abel's über ötft das Duell giebt am Schlüsse jener haßgetränklen Notiz der sra�„Kreuzzeitung" nochmals Anlaß, Abel des Mangels an Muth zu zeihen. Die ganze Bemerkung über die in Rede stehende Notiz vi macht den Eindruck der Hetzerei. � K Mißmaim soll der„Nat. Ztg." zufolge seine Entlassung als sie! Neichskommissar für Ostafrika nachgesucht haben. Veranlaßt hierzu cn, sollen ihn Zuständigkeits- und Verwaltungssragen, nicht die Miß- [•-»fi billiguug des deutsch-englischen Abkommens, wie die Kolonial- ie z Chauvinisten verbreiten. au« Herr Dr. Dense, einer der gemaßregelten Hilfsarbeiter im Statistischen Amt, bittet die„Volksztg." um Aufnahme folgender g C;' Erklärung: 23'„Soeben zurückgekehrt aus der Uckermark, erwidere ich aus tänt die Ausführungen des Ministers v. Bötticher im Reichstag: Ich :rn' bin Mannes genug, das, was ich gesagt, zu vertreten, und zu zu! stolz, dort pater peccavi zu sagen, wo ich im Recht bin. :ben Eine de- und wehmüthige Beschwerde mit dem obligaten ehr- öai� furchtsvollen Ersterben ist nicht nach meinem Geschmack. Das eirfl„Hört! hört!" rechts beweist nur das Erstaunen edler Mannes- lig, seelen darüber, daß Jemand bei 4 Mark Diäten, täglicher :eiüi Kündigung tc. den Muth der Wahrheil besitzt. Im Uebrigeu wo' wäre eine Beschwerde nach erfolgter Entlassung durch den kam- divi> Petenten Direktor genau dasselbe, wie die Windthorst'schen � Resolutionen nach erfolgter Annahme der Militärvorlage durch Pro' den Reichstag. Die Zusage einer objektiven Untersuchung der an» Zustände im Statistischen Amt ist dankenswerlh. Der Befehl ion' des Direktors an den Kanzleidiener, mir den Eintritt in das möS' Dienstgebäude zu verivehre», ist zwar sehr schneidig, aber gäuz- so»» lich überflüssig." � Leipzig. Es ist merkwürdig, wie Gegner sich unsere Köpfe m � zerbrechen, und welche albernen Gerüchte sie über uns in Um- e ih> lauf setzen. Da lassen sich z. B. Berliner Blätter aus Leipzig telegraphiren: ■-„Leipzig, den 80. Juni. In hiesigen Arbeiterkreise» ist das j Gerücht verbreitet, daß nach Ablauf des Sozialistengesetzes der �'ch�l�abgeordnete Schippe! von Berlin hierher übersiedeln JJ werde. Die„Volkstribüne" des Herrn Schippel würde dann Vj-b ebenfalls hier erscheinen." :cl»il Herr Schippel wird über diese Notiz, welche sich wie gc- oßck sagt als Telegramm(„Privat- Telegramm")— zuerst in der asch!„Kreuz-Zeitung" fand, ebenso erstaunt gewesen sein, wie die zeit! Leipzig«„Arbeiterkreise". Von einem solchen Plan ist hier ab- wc� solut nichts bekannt; und er hätte auch gar keinen Sinn, da P3. Leipzig bereits ein sozialdemokratisches Organ, den täglich er- 1 üj scheinenden„Wähler" hat, der von Manfred Wittich, unter � I Mitwirkung Liebknechts redigirt wird, und seinen schon sehr tt ansehnlichen Abonnentenstand—(dreimal so hoch als der Abon-. ie a neu te» stand des Lokalblatts„Fackel", welches vor dem Sozia- ick i listeugesetz hier erschien) im Laufe dieses Quartals noch erheblich Er' zu vergrößern hofft. -\ Lüdruscheid, 1. Juli. Der Regierungspräsident Winzer zu ret, Arnsberg verordnet mit Zustimmung � des Bezirksausschusses für den Regierungsbezirk Arnsberg wie folgt- „In 8 8 der Freiheit und Ordnung gefährd lungs- und Vereiiiignngsrechts vom kl. März ISöi) Anwendung n i findet, dürfen Eintrittsgelder oder sonstige Geldbeiträge ohne Ge- >tt nchmigung der Ortspolizeibchörde nicht erhoben oder eingesammelt werden. Wer diesem Verbot zuwiderhandelt, wird mit einer �eldstrase von CO M. bestraft." Somit wären wir die Ersten, die mit einer von dem Minister er : ui> i k cid mal s-l ■atc» oes isch den chasi die Genehiuignnq allzu häufig erfolgen dürste. Am IS. er. haben wir hier Gelegenheit, die Probe auf das Exempel zu machen, da an diesem Tage ein vom Leseverein veranstalteter Vortrag ge- halten wird. Dan einem neuen Grenzuarfall bei Epinal wird der „Straßb. Post" aus Saales berichtet:„Am letzten Sonnabend be- merkten zwei Forstbeamte im Waldbezirk Voyement vier sranzö- sifchc Holzdiebe, welche verschiedene Stämme angesägt hatten. Die Förstbeamten, welche sie fassen wollten, versuchten, ihnen dei> Weg abzuschneiden. Die Diebe aber, welche von einem jenseits der Grenze auf der Lauer stehenden Genossen durch Zuruf ge- warnt wurden, flüchteten. Noch auf deutschem Gebiet drehte einer derselben, ein als Holzdieb bekannter Mensch, sich gegen die Be- amteu um. Der Förster Hipp, ein geborener Elsässer, feuerte darauf gegen ihn zwei Schüsse mit dünnem Schrot ab, von denen der eine den Manu leicht verletzte, ohne ihn aber an der Flucht zu verhindern. Die Schüsse wurden auf deutschem Gebiet abge- seuerr und trafen auf deutschem Gebiete. Als die Holzdiebe die Grenze erreicht hatten, schimpften sie weidlich gegen die deutschen Beamten. Eine gerichtliche Untersuchung des Vorfalles ist eiuge- leitet." Derselbe Vorfall wird von der„Agence Havas" wie folgt dargestellt:„Bier Personen ans Colroy ta Grande wurden auf deutschem Gebiete im Walde von Voyemont in ISO Meter Entfernung von der Grenze beim Waldfrevel überrascht. Zwei deutsche Waldhüter feuerten drei Schüsse auf sie ab, während sie sich noch auf deutschem Boden befanden. In der Hitze der Ver- folguug gingen die beiden Waldhüter bis 12 Meter über die Grenze vor, zogen sich aber sofort wieder zurück. Einer der Waldsrevler, ein gewisser Chaudel, wurde leicht verwundet: die französischen Behörden schritten sofort zur Untersuchung."— Die beiden Berichte stimmen zieinlich überein, nur daß der deutsche Bericht von der Grenzüberschreitnng nicht spricht; auch der französische Bericht erkennt an, daß die Schüsse auf deul- scheut Boden abgegeben wurden. Die Angelegenheit dürfte kaum dazu angethan sein, irgend welche diplomatische Schwierigkeiten zu schaffen. Co l mar i.©., 3. Juli. Der Neichstags-Abgeorduete Karl Grad ist in der vergangenen Nacht gestorben. Gvoßlu'lttnmien. Leeds, 2. Juli. Die Mehrzahl der fremden Zlrbeiter hat die Stadt wieder verlassen. Die Konferenz, welche heute zwischen den feiernden Arbeitern und dem Vorstande der Gasgesellschaft stattfand, verlief rcsultatlos. Die Stadt wird auch heute Nacht zweifellos wieder in völliger Finstcrniß bleiben. London, 2. Juli. In der heute in Barrow stattgehabten Wahl zum Unterhause wurde dev Gladstomauer Duncan mit 195)4 Stimmen gewühlt. Von den Gegenkandidaten erhielt der Konservative Wainwright 1802, der unabhängige Liberale Caine 1280 Stimmen. Dänemark. Kopenhagen, 8. Juli. Wie„Nitzau's Telegrammbureau" erfährt, ist der Assessor Konrad Cedercrantz in Stockholm zum Oberrichter in Samoa ausersehen. Holland. Haag, 2. Juli. Die zweite Kammer hat eine mit Frank- reich vereinbarte Erklärung, durch welche die schiedsrichterliche Kompetenz in dem Streitfall über die Abgrenzung von Surinam und Guyana erweitert wird, mit 57 gegen 21 Stimmen an- genommen, nachdem die Regierung erklärt hatte, daß Frankreich in dem streitigen Territorium den Status quo wieder herstellen werde. Spanien. Madrid, 3. Juli. Deputirtenkammer. Marios unter- stützte den Antrag auf Zlmnestie für politische Verbrechen und auf Begnadigung für militärische Vergehen. Sagasta erwiderte, die Regierung würde die 2lnmestie zu einer ihr günstig erschei- nenden Zeit beantragen; dergleichen Maßregeln dürften allein von der Regierung in Vorschlag gebracht werden. Madrid, 3. Juli. Nach den letzten telegraphischen Nach- richten sind in Gandia zwei, in Real Gandia zwei Erkranknnge» an Cholera, in Bonigamin eine Erkrankung vorgekommen. Balkanländer. Belgrad, 3. Juli. Nach einer Depesche des serbischen Konsuls in Ueskueb ist Marinkovic auf belebtem Marktplatze 150 Bieter vom Regierungspalast ermordet worden; die Leiche blieb eine Stunde liegen. Einige Zigeuner wurden verhastet. Die Pforte hat dem serbischen Gesandten die strengste Unter- snchnng zugesichert. Ein näherer Bericht ist der Regierung noch nicht zugegangen. AmevlK rt. Der F i s ch e r z w i st ans Neufundland. Ein Telegramm aus White Bay meldet, daß die britischen Fischer von srauzösischen Fischern, welche Köder suchen, am Fischen verhin- dert werden. Der Präsekt des Distrikts verlangt, daß den Fischern von St. Georgc's Bay für den ihnen von den Französen zugefügten Nachtheil eine Entschädigung von 10 000 Dollars gezahlt werde. Die Lokalregierung lehnt jedoch jedwede Haftbarkeit ab. Der hier �eingetroffene britische Krenzer „Emerald" meldet, daß die Lage der Dinge in St. George'S Bay unverändert sei. Kapitän«ir Baldwin Walker wird beschuldigt, in einem nichtproklamirten Distrikt das Standrecht in Kraft gesetzt zu haben. D i e kleine südamerikanische NepnblikBo- l i v i a, welche in dem Kriege zwischen Peru, Chile und Bolivia eine sehr hervorragende Rolle spielte, ist neuerlich der Schauplatz eines freilich mißglückten Umsturzversuches gewesen. Der Genera Camacho, das Haupt der dortigen liberalen Partei, setzte sich in den 5iopf, den jetzigen Präsidenten Dr. Arce zu stürzen. Er sammelte einige Anhänger um sich tmd erließ einen Ausruf, in welchem er Arce und seine Freunde Betrüger nanute und behauptete, alle anständigen und ehrlichen Leute ständen auf seiner Seite. Für diesen Ausruf wird Camacho nunmehr selbst von gesinnuugs- verwandten Blättern als zweiter Boulauger verhöhnt. Die Auf- reizung der Truppen von Llguirri gelang ihm zwar, doch hätte er Unglück bei beut Sturm aus Cochabamba; er wurde geschlagen und sitzt jetzt hinter Schloß tmd Riegel. Bolivia wurde bereits wiederholt von Aufstauosversuchen heimgesucht. In den letzten 20 Jahren sind etwa ein halbes Dutzend Revolutionen, zum Thei! erfolgreich durchgeführt worden. Die neuesten Uiusturzbestrebuu- gen sind, wie cius den vorliegenden Berichte» erhellt, schlge- schlagen. Leipzigs, der vornehmlich bezweckt,„dte guten und fnedltchen; bester gegenüber den Aufwiegler» zu schützen." Für letztere eine s ch w a r z e Liste(!!) angelegt und den Mitgliedern des V bandes es zur Pflicht gemacht werden, keinen„Aufwiegler" tue in Arbeit zu behalten. Die Zahl dieser„agitatorischen" Element Leipzigs wird aus 2—300 veranschlagt. Verband der Flachs- spinuerei-Besitzer von Nordwest-Detitschland zur gemeinsamen Abwehr unberechtigter(!?) ArbnterauLftände. Verein der Brauereibesitzer in Rheinland, Westfalen, Hessen-Nassau». st w. mutigen sind: Es wird ein Schiedsgericht gebildet, welches aus dem Vorsitzenden des Verbandes, zwei bei einem event. Streik unbetheiligten Fabrikanten und zwei unbetheiligte» Arbeitern be- steht. Weiin die Forderungen der Arbeiter als gerechte anerkannt werde«, hat sich der Fabrikant zu fügen, andernfalls er leine Unter- stützting vom Verbände zu envarten hat. Die vom Verbände ab- gewiesenen und trotzdem streikenden Arbeiter dürfen von keinem Perdandsfabrikanten beschäftigt werden, der betreffende Fabri- kant hat sofort eine Liste dieser'Arbeiter einzureichen, die jedem Verbandsfabrikanten mitgetheilt wird. Der Verbands- fabrikant, der solche Arbeiter innerhalb acht Wochen vom Streik an gerechnet, beschäftigt, zahlt pro Person 50 M., die event. vom Vorstande eingeklagt werden können. Verband deutscher Metall- industrieller, welcher die Bezirksvcreine der Provinz Hannover, Magdeburg, Braunschweig, Halle a. S., Hamburg, Berlin, Offen- dach a. M., sowie die Firma Henschel und Sohn in Kassel um- faßt. Der Verband erachtet es neben der werkthätigen Förderung des Wohls der'Arbeiter als Psticht der Arbeitgeber, unberechtigte(!?) Bestrebungen der Arbeiter, welche darauf gerichtet sind, die Slrbeitsbedingnngcn einseitig vorzuschreiben, gemeinsam abzuwehren und in thron Folgen unschädlich zu machen. Zur Erreichung dieses Zweckes sind die Verbandswerkc verpflichtet, streikende Arbeiter anderer Verbandsbetriebe so lange nicht in ihren Arbeitsstätten zu beschäftigen, als der von einem Bezirks- verein für unberechtigt erklärte Streik dauert. Als unberechtigten Streik erachtet der Berband daS gemeinsame planmäßige Nieder- legen der Arbeit zu dem Zwecke, die Erfüllung von'Arbeits- bedingungen, welche durch die Arbeiter einseitig aufgestellt sind, zu erzwingen, gleichviel ob die Zlrbeitsnicderiegung mir oder ohne Kontraktbruch erfolgt. Ebenso wie gegen Streiks hat der Ver- band seine Thätigkeit auch gegen die von'Arbeitern ansgehenden Sperren zu richten. Zieglerverein für den Regierungsbezirk Magdeburg und das Herzogthum Anhalt, dessen Mitglieder, so- bald eine Arbeitseinstelltuig auf einer Ziegelei erfolgt, auf allen Ziegeleien den Betried einstellen und sämmtliche Arbeiter ent- lassen. Slrbeitgeborverband Hamburg-'Altona, dem sich äuge- schloffen haben: der Verein Hamburger Rheder, der Hamburger Eisenindustrie, die Bauhütte, fast sämmtliche Hamburger Innungen, der Verein Hamburg-Altonaer Ewerführer, Hamburger Quartiersleute, die Kornumstecher, der Verein der Sprit- interessenten, der der Brauereien und Mälzereien von Hamburg und Umgegend. Der Verband richtet sich gegen die Uebergrisse und Ausschreitungen der Sozialdemokratie(!) und deren Führer(!) zum Schutz der„besonnenen" Elemente unter den Arbeitern. Der Verband erstreckt sich über Hamburg, Altona, Harburg und Wandsbeck. Der Vorstand deS wirthschaftlichen Vereins und der der Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustriellec im Saargebiet haben den Angehörigen der beiden genannten Ver- einigungen zur Pflicht gemacht, kein Mitglied der Fach- und Ge- werkvereine, sowie der sogenannten Niechtsschntzvereine zu be- schäftigen. Außer den aufgezählten kommen, wie die„N. A. Z." meldet, mit ähnlichen Einrichtungen in Betracht: Verband der Tuchfabriken in KottbuS, der Riemenfabrikanten in Barmen, der Tabakfabrikanten in Braunschweig, Halberstadt und Nordhansen, von Kartonsabrikanten in Berlin und der Nathenower Ziegelei- besiyer. Die in Likvaszbutg abgehaltene Generalversammlung des Deutschen Bnchdrucker-Vereins beschloß am 30. Juni, der„Rh.- Wests. Ztg." zufolge, unter einstiminiaer Annahme der Anträge der Sektion 1t l Rheinland-Westfalen) eine Neuregelung der Lohnfrage unter entsprechender'Abänderung der Veretusstatuten. Ein neuer Grund-Lohntaris mit sektionsweiser Feststellung der Lokal- Zuschläge soll unter Mitwirkung der Gehilfen vereinbart werden. In Mir» haben am 1. Juli laut Mittheilung der„Voss. Ztg." infolge einer von 700 Arbeitern besuchten Versammlung sämmtliche Weber die Arbeit eingestellt. Da die Mittel für die Unterhaltung des Ausstandes nur geringfügig sind, wandern die meisten Ausständigen anS. Innern angeregten Maßregel beglückt werden. Wir stehen mcht cm, zu erkläre>i, daß dies eine weitere' Beschränkung des Vereuts- und Versammlungsrechts der Arbeiter ist. Denn wenn man bedenkt, daß zu einer Tcllersammlnng die Genehmigung der Poltzet erforderlich ist, und das„Wohlivollen" berücksichtigt, das den von Arbeitern arrangirten Versammlungen entgegengebra cht wird, so hat man keine Ursache, sich der Illusion hinzugeben, da�' A vlte ifevlun ung. I» Ktrtti» fand eine sehr zahlreich besuchte Versamiulimg der ausständigen Maurer, Zimiuerkeute und Kolk- und Steinträger statt, in welcher über eine Besprechung Bericht erstattet wurde, die Abends zuvor zwischen den Abgeordnete» der Streikenden und den Vorständen des'Arüeitgeberbnndes und der Bau- gewerke-Jnnung stattgefunden hat. Die Streikenden hatten sich, wie berichtet tvurde, erboten, für einen Stundenlohn von 47','s Pf. die'Arbeit wieder aufzunehmen, unter der Bedingung, daß die von den Meistern eingeführten EntlassnugLscheiue wieder abge- schafft»verden und daß die Vereinigungen der Ziunnerleute und Manr« fortbestehen. Die Meister hatten erklärt, auf diese Be- diugnygeu nicht entgehen zu wollen und die Besprechung war resttltatloS verlausen. Es wurde beschlossen, den Streik weiter zu führen. Uovrr de» grgc»iv!irl!gen Ktiiud der theils schon fest organisirte», theils in der Organisation begriffene» Untern eh- nt'er- V erb ä n d e giebt die„Kiel. Ztg." eine Uebersicht in fol- gender Znsammenstellnng: Verband sännntlichet Arbeitgeber rnnurlv Uebersichk. Wie die Dlntevnehmep auf einander toohache». wenn es an den Geldbeutel geht, und welch' protzige Uebcrhebuug sie gegen die Arbeiter beseelt, zeigt folgendes Zirkular des Feilen- fabrikantenvereinL zu Remscheid: Es wird Ihne» vielleicht nicht unbekannt geblieben sein, daß seit Kurzem Hierselbst ein allgemeiner Feilenhauerstreik ausge- vroche» ist, verursacht durch beträchtlich erhöhte Lohnsordernnaen, deren Bewilligung die Fabrikanten glaubten ablehnen zu müssen, von dem Standpunkte ausgehend, daß eine Preiserhöhung bei der jetzigen Konjunktur unzeitgemäß sei, das Export- geschäft mit Iiücksicht auf die ausländische Konkurrenz und nach den verschiedenen in 1867, 1868 und 1880 bereits stattgehabten Lohnaufbesserungen vollends ganz ruiniren und dann a n ch dieLage der Feile»hau er an und fttrsich eine neue E r h ö h n n g nicht bedinge. Leider sind etwa 6 Fabrikanten unter Annahme der Forde- rungen der Feilenhauer aus dem ca. 160 Mitglieder zählenden FeUcnsabrikanten-Verciit ausgetreten und entblöden sich jetzt ein- zelne derselben nicht, Offerten-Zirkulare an die Feilenabnehmcr zu versenden, um die Lage ihrer im Streik befindlichen und vo>t ihnen verlassenen Kollegen zu selbstsüchtigen Zwecken auszubeuten. indem sie unter Himveis darauf, daß sie nicht vom Streik betroffen seien, glaube» die Kundschaft ihrer bisherigen Freunde zu sich herüberziehen zu können. In Anbetracht dieser Verhältnisse beschloß der Fabrikanten- Verein in seiner Generalversammlung vom 20. c.( gegenwärtiges Gegenzirkular behufs Versendung an die einzelne» einzelnen Abnehmer zu erlassen und richtet das ergebene Ersuchen auch an Sie, den abtrünnigen Fabrikanten, falls Ihnen von den- selben Offerte gemacht werden sollte, es sei schriftlich oder mündlich, die ihnen gebührende Llutivort darauf zu Theil werden zu lassen. Eine jegliche Berücksichtigung derselben in Bezug aus Lieserungen»vürde gleichbedeutend sein mit einer Unterstützung der maßlosen ans s o z i a l i st i s ch e r G r u n d l a g e be- ruhenden Lohnforderungen, deren Durchführung auch eine Erhöhung der Verkaufspreise fürs Inland unbedingt nach sich ziehen würde. �..Wir zweifeln nicht, daß Sie sich mit der Stellungnahme de-Z Fetleufabrikanten-VeremS. welcher gewillt ist, unberechtigte Lohn- forderttngen zurückzuweisen und den ihm aufgedrungenen Kamps mit aller Macht durchzuführe», solidarisch fühlen und somit zu Ihrem Theile beitragen werden, unserer gerechten Sache zum Siege zu verhelfen. Etwaige Ordrcs bitten wir nach wie vor Ihrem bisherigen Lieserauten zuwenden zu wollen, der dringendste Bedarf wird durch gegenseitige Aushilfe der vereinigten Fabrikanten gedeckt werden. Ter Vorstand deS Feilensabrikanten-Vereins. Theater. Freitag, den 4. Juli. ArrNner Theater. Othello. Ftrik�rich-Wühehttstädt. Theater. Der arme Jonathan. Platin er- Theater. Mamsell Ni- touche. aria-Theater. Stanley inAfrika Gjieud- Theater. Heinrich Heine. Vorher: Eine vollkommene Frau. ■S-UeaUianre- Theater. Der Nau- rilus. Krolt's Theater. Der Postillon von Lonjumeau. Kmrfman»'« Uarlötö. Große Spe- zialitäten-Vorstellung. Laglisolier Ksrleu. Direktion: C. Andress. Alexanderstraße 27 c. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. äennont. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn rss. Auftreten der Duettistinnen Geschwister cks In Vsrrs. Au'reten des Tanzkomikers Herrn S limidts, treten der Jano-Tmppe. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags öVe Uhr. r ntree Wochentags u. Sonntags 30 Pf., >0 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Ter Garten ist an Vereine f. Sommer- f.' lichkeiten m.Spezialitäten-Vorstellung a vergeben. iblifeiKCtlt Buggenliagen am Mopitzplatz» Täglich: Grosses Garten-Concept. Direktion A. Nödman». - enstag und Freitag: Valzur-kbmi. Fältl'PP Wochentags 10 Pfg., Uli cc Sonn. und Fcsttafls 25 Pfg. «er ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsränmen. Llloßer Frühstücks- und Mittagstisch. . pezial-Ausschank von Payenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Tie oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. F. muiler. Vari6t6-Theater. (Hasenhaide) T mnannstr. 18— Nene Strasse 18. I>» herrliche» Garten: Kmjttt, Tljtlittt, id EpeMlAteji-ÄrftMU. Im Saale: BULL. A»fang 4 Uhr. Entree 20 Pf. K i n d,e r f r e i! Zu Privatfestlichkeiten halte mein Etablissement empfohlen. llaseullaiäs �U88tk11uiig8-?ark. 2153) Iii Eingeborene aus dem Kitul-Lande. Vorstellung und Produktion von Nachm. 4—9 Dhr Abds. stündlich. Vassage I Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Haiser-panorarna. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. Eine Wanderung durch Uai». 1. Zyklus Amerika, Kalifornien. Der Mond, fliegende Vögel rc. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. 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Nach der Versammlung GemUthliches Beisammensein. Gleichzeitig werden Diejenigen, welche vom Maskenball noch nicht abgerechnet haben, ausgefordert, es unverzüglich zu thun, da dieselben onst namhaft gemacht werden müssen. Um recht zahlreiches Erscheinen bittet 860 Her Vorstand. GenepagwepsaBnmiuBifi b. Freien Vereinig, d. Berlins am Montag, den 7. Juli, Abends 8f-2 Uhr, im Lokale Zochstr. 3Sa. T.-O.: 1. Vortrag des Herrn Türk über:„Die Lage der ländlichen Arbeiter". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Antrag auf Ausschluß der Mit- glieder, welche länger als 3 Monate mit ihren Beiträgen restiren. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, zu erscheinen. Käste vUlkommen. 862 Der Vorstand. I. A.: B. Lehmann, Stettinerstr. 9, I. Grosse Volksversammlung am Freitag, den 4. Juli, Abends 8V2 Uhr, im großen Saale der ITavvßB-Sls'auai'QB. Tages-Ordnung: 1. Vortrag über:„Die erste Saison des Reichstags". Ref.: W.Werner. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. 363 Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Eiubernfer. �aokverein der Putzer Berlins. Sonntag, den 6. Juli, Vorm. 11 Uhr, in den Bürgorsälen, Dresdenerstr. 96; UMglieder-Nersammwug Tages-Ordnung: I. Die Ursachen und Schäden der gegenwärtigen Krisen im Baufach. 2. Diskussion. 3. Abrechnung pro 2. Quartal 1890. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. 361 Der Vorstand. Fachverein der Tischler. Sonnadenci, den 5. Juli, Abends S'/e Uhr, in Jordan's SaSon, Nene Grünstraße Nr. 28: NÜ" Vensasnmiung."ME Tages-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegeuheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Mitgliedsbuch ist mitzubringen. 868 Neue Mitglieder werden aufgenommen. vor Vorstand. Ter wahre Zacob Npo 103s Zu beziehen durch die Expedition Beuthstraße 3. Soeben erschien: Heft Im Dr. W. Zimmermann's Groher deutscher Vaaerakrieg. Jllustrirte Volksausgabe. Herausgegeben von IKfiBIheBnv Bios. Drelo pro Keft Pfiennig. Zu beziehen durch die Eixpedition, Beuthsfrasso 3. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Wieder vorriithig: PROTO deZ LL UernatiallalekArbeiterkaagreßes zu abgehaltru uom 14. bis 20, Juli 1889. Deutsche U e b e r s e h u n g. MM" Mit einem Vorwort von WilkelnA Liebknecht. 140 Seiten. Preis broschirt 59 Vfruuige. Zu beziehen durch unsere Expedition, Beuthstraße 3.� V>iedrrvrrl:iinfrr erhalte» Uabatt. enosscn 1362 Allen Freunden und empfehle mein Weih- a. Bairislli-Bitr-Lokal. Gustav S&unxe, 19. Kürassierstrasse 19. Cigarren und Tabake von 1709 August ilintse, Pankstraße 14s. Rippe ntabak Pfd. 30 Pf. Audreasstr. LS. . RudoSph Reinhardt Uhrmacher 94 Lindenstrasse 94 neben der Markthalle empfiehlt rmpiieyu Silderne Remontoirs für Damen u. � in großer Auswahl von 20 Mk. an. � Reichhaltiges Lager goldener vamen» ud■ Herren-Uhren zu reellen festen Preisen. ReguSateurs mit Schlagwerk in den neuest» Mk. an. Mustern von 25 Garantie für jede Uhr auf die ganze Daalth x Z � derselben. 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Selmlize(mit'n tz). Einzige Keller-Zlhotographie der Welt. 1940 j Da ich am 1. Mai gemaßregelt wurde und infolge dessen seil acht Wochen ohne Beschäftigung war, so habe ich am 1. d. die Zeitung»- Spedition von H. Raschke übernommen und bitte die Genossen, mich in meinem Unter- nehmen zu unterstützen. Bsstellungeu auf das„Berliner Tolksblatt",„Volks- Tribüne",„Vereinsblatt" und„Wahren Jakob", sowie auf sämmtliche Arbeiter- Bibliotheken sieht entgegen 858 C. CViarzahn, Wieseustr. 11, l. Stsl. 4 Tr. Laffalle-, Marx-, Bebel-, �Liebknecht-, Singer-Köpse, als Cig.- Spitze, echt Meersch., u 1,50 M. und besser. Wieder- Verkäufer Prozente. 2163 R. GUnzel, Brunncnstr. 157. Einen Kreissngensihnridrr verl. August Werkmeister jr., 867 Brunnenstr. 151/52. Einen guten Metalldriicher, der auch etwas Klempner- Arbeit machen kann, verlangt K. Dettr, Grimmstr. 39. Gesellen, Korbmacher auf Bambus- arbeit u. Gestell u. Rohgeschlagenes per sofort 0. Kuntae, Hamburg, Königsir. 5. Tücht. Stepperin it. tücht. Zuschneider und Modelleur bei hohem Lohn sucht A. Bandolp, Schäftcfabrik. 819 Berlin W., Lützowstr. 14. Versammlung ■—lin§ 27 (\'\ neten St b. i, Landen t 2) 21 logenen< nnd Drrnf» genossen am Soitnabend, den 5. Juli ISSst�tz�"- Abends 3 Uhr, Stel bei Seefetd, Grenadierstrasie 3�"" �' Tages-Ordnung: � 1. Vortrag des Herrn Richard N* ginski über: Volkswirthschastliche Elö.k 103 c Wickelung. 2. Diskussion. 3. Wordener schiedenes. L» VI 8.?m meinden Verein der Saltler iegenheii und Fachgenossen., ständen Sonnabend, d. 5. Juli, Abds. 8V2 Uhr, Deigmüller's Salon,'Alte Jakobstr. Gefchiossene Mitglieiier-VersllmmlNg. Tages-Ordnung: 1. Berickt des Vorstandes. 2. rechnung des 2. Quartals. 3. Ers« Bild wähl des 2. Vorsitzenden. 4. Wahl die Revisoren. 5. Verschiedenes und FrM, für kästen.— Um zahlreichen Besuch bit�uf G Der Uorstand' er Gen« räsiden Sof« äche Bez 'ind, sin! pieser B< it reich 855 Fchvilliii drr Ker««Ar im«. Bttijspiisfl» iche Bez ebertra ehenden 4) 11 sind die Amtsbezi zer in Z Berlins und Umgegend« d:— Sonnabend, d. 5. Juli, Abends SVe Wie Wal im Lokale des Herrn Gnadt, Brunri'ondere 1 straße 33: dei Versammlung. �x[m 6 Tagesordnung:) 0 1. Wie stellen sich die Kernma�elbstvei und Berufsgenoffen zur weiteren Lderhältnl ganisation. 2. Verschiedenes. ,i**)'■ Um recht zahlreiches Erscheinen ivwehörde, gebeten. Der Vorstand- tatutari' Kollegen, welche noch im Besitz vverbände Billets vom Stiftungsfest sind, werdmcht dei ersucht, dieselben doch abzugeben behv> s 'Abrechnung. AsFabrik-. -----1a sie od« V er ramm l»« g Dieser K des Soaialdemokratischen I-ese- OlAtitglie! viskntir- Vereins„Uervegh".. d. s AFAStktUU- v m ems„ucsivcyu,.> am Dienstag, Abends 9 Uhr, im Lole�ber be des Herrn Linke, Forsterstr. 45�®ttllcher Aufforderung. ,(Ua«tjh Ich fordere den Kollegen, Töpr Kiehard Oettert, Gerichtstraße 20, a« die Unwahrheit, die derselbe geäuß� hat, daß ich zivei Drittel unter Ta» arbeiten soll, öffentlich zurückzunehiN� Varl kedmann, � Töpfer, Wiesenstraße 2l.|c()0n ast— 5! Ich habe mich Uene Köttigstr.-tH � gegenüber vrsnd-SStel Aleinnderpl»?'�/"- als Zahnarzt niedergelassen. SprecMeckst N 9—1 und 3—6 Uhr, auch SonntaHdressm dullus Semmel, prakt. Zahnarzt, sann „A ntgegn franzö Platina-'Abfälle, wie Draht aus el« irischen Glühlampen ec., kaust tit11 lc mit;, Tragonerstr. 27. 21' biegen - ict elc Masinilna«»« anständ. Häusern z.l 3 ärger WVIjlllillljUl 55, 60 u. 65 Thlrn. pe iscken« nigSdorferfir. 24 b. 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Juni 1389(Zieichs-Gesetzbl. ■ muT�' 97) wird im Anschluß an die Aniveisung vom 20. Febr. 1890 �Mnd an die Bekanntmachung vom 17. März 1890 vorbehaltlich '�weiterer Anordnungen folgendes bestimmt. sofoli A- Untere Verwaltungsbehörden. --> 1) Als„untere Verwaltungsbehörden" im Sinne des Ge- 2 lesetzes vom 22. Juni 1889 sind, unbeschadet der für die Fälle des �§ 161 a. a. O. durch die Aniveisung vom 20. Februar 1390 r V-�etroffenen abweichenden Vorschrift, folgende Behörden anzu- «eri/ � a. in Städten von mehr als 10 000 Einwohnern, sowie in 2iMenienigen Städten der Provinz Hannover, für welche die revi- zt. oirte Städteordnung vom 24. Juni 1353 gilt, mit Ausnahme der --§ 27 Absatz 2 der Kreisordnung vom 6. Mai 1334 bezeich- » Meten Städte,— die Gemeindevorstände; fc> J1' Uebrigen die Landräthe, in den Hohenzollernschen i Landen die Ober-Amtmänner. 1" L. Höhere Verwaltungsbehörden. 2) Als„höhere Verwaltungsbehörden" im Sinne des ange- lvgenen Gesetzes sind auch in den Fällen des§ 122 a. a. O. die Regierungs-Präsidenten, für Berlin der Ober-Präsident anzu- Iggakehen. L. Stellen für die Ausstellung, den U in tausch jt gzu n d die Ernerierung der Quittungskarten, so- wie für die Entwerthung von Marken. 8) Die Ausstellung und der Umtausch der Quittungskarten � 103 a. a. O.). die Ersetzung verlorener, unbrauchbar ge- Mvordener oder zerstörter Quittungskarten durch neue Quittungs- karten(Z 105 a. a. O.), sowie die Entwerthung von Marken, so {.x weit diese durch das Gesetz oder die vom Bundesrath erlassenen „id. Lorschristen vorgeschrieben ist*), erfolgt durch die Orts-Polizei- __ Behörden. In solchen Orts-Polizeibezirken, welche mehrere Ge- meinden oder selbstständige Gutsbezirke umfassen, sind die Orts- I öf Polizeibehörden befugt, die Wahrnehmung der bezeichneten Ob- .iegenheiten für einzelne Gemeinden(Gutsbezirke) den Vor- ständen der letzteren zu übertragen. Die Uebertragung bedarf . ,fl2.cr Genehmigung der höheren Verwaltungsbehörde(Regierungs- tr. �Präsident). Sofern für die Verwaltung der Ortspolizei besondere ört- nche Bezirke(Polizeireviere und so weiter) eingerichtet worden * tnd, sind zu den bezeichneten Handlungen auch die Vorstände fieser Bezirke in so weit verpflichtet, als ihre örtliche Zuständig- 2-"Seit reicht. Erso» Bildet der Gemeindevorstand ein Kollegium, so hat er, wenn >ahl° hm die Wahrnehmung der bezeichneten Obliegenheiten übertragen FMst, für dieselbe aus seiner Mitte einen Kommissar zu bestellen. h bivAuf Gemeinden, für deren Verwaltung besondere ört- and'üche Bezirke(Distrikte und so weiter) errichtet sind, findet bei —-�lebertragung jener Obliegenheiten die Bestimmung des vor stehenden Absatzes entsprechende Anwendung. ch.' 4) Unbeschadet der Bestimmungen der tzß 112 ff. a. a. O.**) Bind die Gemeinden(Gutsherren) sowie die Kreisverbände(Ober- Amtsbezirke) befugt, für ihre Bezirke, auf ihre Kosten, an Stelle nd'�ev in Ziffer 8 bezeichneten Behörden oder neben denselben, für IVeUPMe Wahrnehmung der daselbst bezeichneten Obliegenheiten be� runvffvndere Beamte zu bestellen. Der Beschluß bedarf der Genehmi- mng der höheren Verwaltungsbehörde(Regierungs-Präsident, für � � Berlin der Ober-Präsident); dieselbe bestimmt in solchem Falle -A» 1-- *) Einstweilen ist eine Entwerthung von Marken nur bei unaälSelbstversicherung oder freiwilliger Fortsetzung des Versichernngs cen Verhältnisses vorgeschrieben(§§ 117, 120 a. a. O.) ,**) Nach§§ 112 ff. a. a. O. darf durch die Landes-Zentral- m ivibehörde, das Statut der Versicherungsanstalt, oder durch und- tatutarische Bestimmung von Gemeinden over weiteren Kommunal- .sitz plberbänden bestimmt werden, daß die Beibringung der Marken werdsiicht dem Arbeitgeber obliegen soll, sondern : behui a, soweit es sich um Mitglieder einer Orts-, Betriebs- SksFabrik-), Bau- oder Junungs-Krankenkaffe, einer Knappschasts- ---lasse oder der Gemeinde-Krankenversicherung handelt, den Organen sdieser Krankenkassen bezw. Gemeinde-Krankenversicherung für ihre 56.«Mitglieder, tz» b. für andere Personen dagegen der Gemeindebehörde , Qrttiibber besonderen auf Kosten der Versicherungsanstalt errichteten 45. örtlichen Hebestellen. die Zahl der zu ernennenden Beamten. Die Bestellung der letzteren bedarf der Bestätigung durch diejenige Behörde, welche zur Bestätigung anderer Beaniten des betreffenden Kommunal- Verbandes zuständig ist. 5) In jeder Gemeinde ist durch dauernden Aushang im Ge- meindehause und auf andere ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, welche Stellen für die betreffende Gemeinde zur Ausstellung, zum Umtausch und zur Erneuerung der Quittungs- karten sowie zur Entwerthung von Marken berufen sind, wo die Diensträume dieser Stellen sich befinden und welche Dienststunden etwa festgesetzt worden sind. Veränderungen sind in gleicher Weise bekannt zu machen. Die mit diesen Obliegenheiten be- trauten Stellen sind ourch Verniittelung der unteren Ver- waltungsbehörde dem Vorstande der Versicherungsanstalt mitzu- theilen. 6) Ueber das bei der Ausstellung, dem Umtausch und der Erneuerung der Quittungskarten sowie bei der Entwerthung von Marken zu beobachtende Verfahren bleiben besondere An- Weisungen vorbehalten. D. Errichtung und Sitz der Schiedsgerichte. 7) Für die Versicherungsanstalten der Provinzen Ostpreußen, Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien, Posen und West- salen ist, sofern nicht für einzelne Kreise noch besondere ab- weichende Bestimmungen getroffen werden, für jeden Kreis ein Schiedsgericht zu errichten. Der Sitz des Schiedsgerichts ist, sofern nicht für einzelne Fälle noch besondere Anordnungen getroffen werden, die Kreis- stadt. Wegen der Schiedsgerichte für die übrigen Versichernngs- Anstalten bleiben weitere Bestimmungen vorbehalten. von Maybach. Frhr. Lucius von Ballhausen. Herrfurth. Frhr. von Berlepsch. llg. ß»(llnchdvurii verboten.) TöpN KZ Koch hinaus. Von Caroline Hausier. r l»�i'äiiähiulbmmui, Annannerl, jetzt hörst mir auf mit '»'st � sonst machst mich fuchsteufelswild f Alan könnt _I>fchon meinen, dös Deandl mär aus der Welt, so ein Gethu — mein' Ruh will ich haben!" „No freilich, nnfbegehrn auch noch!" fuhr die Bäuerin [%,. 4»uf und wischte sich mit dem blauen Schürzenzipfel die nassen igipWfingen.„Zwei Bnam eh schon bei die Soldaten und jetzt Zprechsteckst mir auch noch's aanzige Madl in so ein' modische mntaUzressur— pfui Teufel, a Schand und a Spott ist's; ich narzukann meine Kinder selber ziehgn, ich brauch Niemand dazu!" Li„Alte, halt Dich net auf und thu net so rennemiren," BBÄntgegnete der Stammhofer würdevoll;„kannst Du vielleicht -i!" el�faonzöisch" reden, oder Musi macheu t Net amal deutsch i jßrnKen kannst— ich kann's zwar auch net— aber grab desi ~ gl�vegen soll unser Cenzl was lernen. Meinst es Hütt mich -<£et elendig g'wurmt die ganze Zeit, wie g'schwolln der ern Z.- Bürgermeister mit seiner Loni thut, seit's von die„Eng- ischen" heimkommen is? In die drei Tag is er schier um !chs Köpf größer geworden, der Provtz! Hoho! ich bin uch„Wer", ich steck den Bürgermeister mit sammt sein HZ zthfajj me Unnpigcn Hof in mein Schilötaschl" und da soll ich mich o. sinnen, aus meiner Cenzl a Herrische zu machen, wenn er aus seiner langg'steckeltenLoni drechselt? Weißt, Alte, x'f* a grundschlechte Mutter, wenn Du Dein' einzigen Deandl die Büldung uit gönnst!" »Hör mir auf mit der Büldung!" wehrte die nudel- icke Gesponsin und stieß die irdene Kaffeeschale so derb au en kreuzbeinigen Eichentisch, daß die dünne Flüssigkeit erausspritzte; dies gab dem Bauer zu einer boshaften Be- lerkung Anlaß, welche zur glänzendsten Vertheidigung der schnöde verdrängten„Brennsupve" wurde und mit den nnF� iaae.. Lolrellos.' In dev..Uoss. Ztg." findet sich folgendes ironische Ein- gesandt:„Die Durchlegung der Zimmerstraße durch den Garten des Kriegsministeriums läßt bekanntlich etwas lange auf sich warten. Der Laie weiß allerdings die Schwierigkeiten einer solchen Durchlegung nicht gebührend zu würdigen, das vermag nur der Fachmann. Eine solche Herknlesarbeit will weislich erwogen und berathen werden. Da gilt es, zunächst die Meterstäbe nach dem Pariser Normalmeter zu adjustiren, alsdann zu messen und zu nivelliren, endlich die Entscheidung darüber zu treffen, ob erst die Nord- und dann die Südmaucr oder umgekehrt niederzureißen ist. Ist über diesen Punkt durch Stimmenmehrheit Klarheit geschaffen, so gilt es zu überlegen, ob die bewußten 12,50 Meter langen Mauerstrecken etwa durch eine 5kompagnie des Eisenbahnregie- ments mittelst Dynannt in die Luft zu sprengen oder fein säuber- lich mit der Spitzhacke Stein für Stein abzuhacken oder endlich die ganze Geschichte mit etlinzen Mauerbrechern in altrömischer Manier niederzulegen sei. Ist dieser zweite Punkt zur Zu- sriedenheit endgiltig festgestellt, so gilt es, Entschluß zu fassen, wie die gewaltign Steinlasten und die Erdmassen zu entfernen sind, ob die Straße mit Granitwürfeln, Findlingen, Asphalt oder Holzwürfeln zu befestigen ist und ob die Fugen zwischen den Granitwürfeln mit Pech oder Zement auszugießen sind. Einige Ries Papier sind nvthig, um jene Riesenarbeit zunächst theoretisch nach Gebühr und mit Bedacht klärzustellen und zu einer würdigen Ausführung vorzubereiten. Wie gesagt, der Laie versteht von allen diesen Dingen nichts und er hat ruhig noch etliche Jährchcn zu warten, bis die wissenschaftliche Seite dieses Durchbruches ge- löst ist. Jeder Durchbrnch erfordert gewaltige, umständliche Vor- bereitnngen, man denke nur an den MoiU Cenis-Tunnel, den Diese Organe der Krankenkassen, Gemeindebehörden oder Hebestcllen sind dann verpflichtet, den Betrag der zu verwenden- den Marken von den Arbeitgebern einzuziehen und die Marken, soweit dies vorgeschrieben ist, zu entwerthen(§§ 112, 135 a. a. O.) Für den Fall, daß eine solche(behördliche) Einziehung der Beiträge angeordnet wird, darf in gleicher Weise ferner bestimmt werden, daß den mit der Einziehung der Beiträge betrauten Stellen auch die Ausstellung, der Umlausch und die Erneuerung der Quittungskarten obliegen soll(§ 113 a. a. O.). Das Gleiche kann für Mitglieder einer Krankenkasse auch durch das Kassenstatut, und für denjenigen Versicherten, welche einer für Reichs- oder Staatsbetriebe errichteten Krankenkasse an- gehören, auch durch die den Verwaltungen dieser Betriebe vor- gesehte Dienstbehörde angeordnet werden(g 114 a. a. O.). St. Gotthard-Tunnel, die Landenge von Suez und wie alle diese Kleinigkeiten heißen. Daß die Geschichte so lange dauert, erscheint aber bedauerlich namentlich für das Kunstgewerbemuseum, dessen Besuch durch die jetzt vorhandene schlechte Verbindung wesentlich erschwert wird. Auch nach der Durchlegung der Zimmerstraße wird die Verbindung noch immer nicht die beste sein. Es dürste sich daher folgender Vorschlag zur Berücksichtigung empfehlen: Man schaffe gelegentlich des Neubaues eines Herren- und Ab- geordnetenhauses von der Leipzigerstraße aus einen bedeckten Zugang, der direkt zum Museum hinführt. Die Ausführung dieses Vorschlages ist, da genügender Flächenraum zur Verfügung steht, sehr wohl möglich." Das Mitchtrinleen ist bei dem jetzigen warmen Wetter sehr an der Tagesordnung und in der That giebt es kein gesunderes, nahrhafteres und billigeres Getränk wie die Milch. Das Trinken derselben muß aber langsam geschehen, denn es ist geradezu un- gesund, wenn nian schnell hintereinander ein ganzes Glas voll Milch hinunterstürzt. Eine solche Menge, auf einmal in den Magen gebracht, wird von der Magensäure sofort in einen harten, käsigen Quark verwandelt, in welchen die Magensäfte nicht eindringen können und der sich äußerst langsam verdaut, da er immer wieder ini Magen umhergeworfen wird, was besonders bei einer schwachen Verdauung schädlich ist. Milch soll man immer nur schluckweise, am zweckmäßigsten abwechselnd mit etwas Brot genießen, oder man trinkt ab und zu einen Schluck Kognak dazwischen. Ferner darf man die Milch nienials so, wie sie von der Kuh komnit, das heißt un- aufgekocht trinken, ja, der Genuß von roher Milch sollte eigentlich von Polizei wegen ganz verboten werden, weil es erwiesen ist, daß dieselbe Trägerin von Krankheitsstoffen aller Art sein kann, oder auch Krankheiten der Kühe auf die Menschen dadurch übertragen werden können. Alle die in der Milch etwa enthaltenen'Ansteckungsstoffe werden unschädlich gemacht, wenn erstere bis zum Siedepunkt erhitzt wird. Dies Keimfreimachen, das sogenannte Pasteurisiren oder Sterilifiren sollte mit aller Btilch geschehen, und vor einiger Zeit ging auch die Nachricht durch die Zeitungen, daß sich hier eine Aktiengesellschaft gebildet hätte, welche das Sterilifiren der Milch im Großen in der Weise in die Hand nehmen wollte, daß schon in diesem Sommer in jeder Milchhandlung sterilisirte Milch zu haben sein sollte; bis jetzt jedoch scheint dieser Plan nicht zur Ausführung gekommen zu sein, wenigstens gelangt sterilisirte Milch hier nicht allgemein in den Verkehr, und es muß daher Jeder, der Milch trinken will, sich dieselbe erst selbst auskochen. Die Kchulferien stehen vor der Thür. Die Schulräinne öffnen ihre Pforten, um auf volle vier Wochen die Kinderschaar in Freiheit zu setzen. Nur zu oft freilich hat es mit der Freiheit der Kinder während der Ferien eine eigene Bewandtniß, denn nur zu oft zwingt des Lebens Nothdurft, die zarten Geschöpfe in ihrer schulfreien Zeit zu harter'Arbeit zu verwenden. Die Kinder aber, denen nicht ein so schweres Loos zugefallen ist, von frühester Jugend an selbst ihr Brot erwerben zu müssen und den degeuerirenden Einwirkungen der gewerblichen Arbeit preis- gegeben zu sein, jauchzen aus vollem Herzen auf an dem Tage, wo die langersehnten Ferien beginnen. Die glücklichen Kinder! Noch drückt die Arbeit nicht schwer auf ihren Schultern und in reichlichem Maße wird ihnen Erholung gegönnt. Aber wie lange noch, und auch sie werden eingespannt in das Joch der ihr Mark verzehrenden Lohnarbeit, in dem sie ohne Ruhe und Rast werden ziehen niüfsen— oder wenn ihnen dann einmal eine Arbeitspause gegeben wird, so geschieht es nicht, damit sie sorgenfreie Ferien verleben können, sondern sie werden als arbeitslose Proletarier auf das Pflaster geworfen, um die Reihen der industriellen Reservearmee zu verstärken und sich durchzuhungern, bis sie wieder Gelegenheit finden, ihre Kräfte gegen kärglichen Lohn zu verkaufen. So will es der Moloch Kapitalismus, und glücklich sind schon diejenigen zu schätzen, in deren früheste Jugend wenigstens der Kapitalismus nicht ver- heerend eingreift, welche als Kinder keine schwerere Arbeit zu leisten haben, als die von der Schule verlangte, und ihre Schul- ferien ganz genießen dürfen. Und die Kinder haben wahrhastig auch vollauf genug zu thnn, wenn sie fünf Stunden täglich in der Schule sitzen und außerdem ihre häuslichen Aufgaben machen. Nur der ganz und fgar vertrocknete Philister, der nichts anderes kennt, als den ziffcrmäßig zu berechnenden Nutzen, kann leS den Kleinen verdenken, wenn sie oft mehr Lust dazu haben, Ball zu spielen, als in der heißen Schulstube zu sitzen und ihre Aufmerksamkeit auf alle möglichen Dinge zu richten,' welche weder zu essen, noch oft genug überhaupt genießbar sind. Bildung macht frei, sagt man mit Recht, aber diesen Satz ver- steht man erst, wenn man längst von der Schule entwöhnt ist; Worten schloß:„So ein G'söff! Abwaschen könnt'st Dich in der Hutzlbrüh, Du ivcrest net braun davon!" „So?" rief die immer mehr gereizte Bäuerin,„glaubst vielleicht, unser Cenzl kriegt bei den„Englischelt" a Brenn- flippen? Dös war mir die rechte Büldung!" „Natürlich, die fangt bei Dir in der Früh beim Kaffee an und hört auf d' Nacht bei Deiner Zwetschenbrüh ans!" höhnte der ländliche Zeus. Statt jeder Antivort setzte Annamierl die Tasse an den Mund und sog den geliebten Morgentrauk in so energischen Zügen, daß dem Bauer vom bloßen Zuschauen das Schlncksen ankam. Endlich war der ansehnliche Kaffeetopf geleert, die Bäuerin stand behaglich schmatzend auf, wischte mit dem weißen Hemdärmel über die feuchten Lippen und stellte das Geschirr auf das buntbemalte„Kuchlkastl" neben der Thür. Dann streifte sie die Pantoffeln von den Füßen, schlüpfte in ein paar derbe, rindsledcrne Bundschuhe und machte Miene, die Stube zu verlassen. Das paßte aber dem Stammhofer nicht, denn wenn seine Alte einmal anfing, den Mund zu halten, dann that sie ihn auch nicht sobald wieder auf und schweigenden Trotz vertrug er nicht. So hielt er denn sein Ehegesponns an der Schürze fest und sagte begütigend: ,,No schau, Annamierl, is mir ja recht, daß Dir das Zichorienwasser so gut schmeckt, schon deßzwegen, weils neumodisch is und schau, sür's neumodische bin ich halt—" „Drum willst ans der Cenzl auch was„Nenmodisch" machen!" eiferte die Frau;„nur zu, wirst schon scgn, wohin Dich der Hochmuth führt!" damit riß sie sich los und schlug scheppernd die Thür hinter sich zu. „Und jetzt bleibt's grad extra dabei!" schrie ihr der Bauer zornroth nach,„und wennst meintwegen drei Täg's Maul nimmer aufmachst!" Er riß den breiten Filzhut vom Nagel, fuhr wnthend in den kurzen Lodenrock und verließ ohne Umschauen Haus und Gehöft. Sein Weg führte zum Bürgermeister, mit dem er eine Gcmeindcangclegenheit zu besprechen hatte und das kam ihm just gelegen, denn er fühlte das dringende Bedürfnis!, seine Autorität geltend zu machen, es dem hochmüthigen Bürger- meistcr unter die Nase zu reiben, daß er nicht hinter diesem zurückstehen müsse; ein wenig neugierig aber war er doch auch, die„ausgebildete" Loni wiederzusehen. Beim Eintritt in die geräumige Wohnstube tönte dem Besucher lautes Schluchzen entgegen; der Stanunhofer blieb unschlüssig neben der Thüre stehen und drehte seinen Hut verlegen hin und her, denn was er sah, erweckte in ihm die dunkle Ahnung, daß sein Erscheinen nicht recht in die Situation hineinpasse. Ans der schmalen Holzbank, hyperbolisch auch„Kanapee" genannt, hinter dem blankgeschenerten Ahorntisch saß die Frau des Gcmeindeoberhanptes, in die vor das Antlitz ge- haltene Schürze schluchzend, während der Bauer selbst mit dröhnenden Schritten auf und ab rannte; am Fenster aber lehnte in trotziger Haltung ein städtisch gekleidetes, hoch- frisirtes Mädchen; die Hände in den Täschchen der koquetten Schürze, die Lippen energisch zusammengepreßt, staild sie dort wie der leibhastige Protest. Ohne von den, Stamnihofer anders als mit einem barschen:„Grüß Gott" Notiz zu nehmen, blieb der Bürger- meister vor seinem Weibe stehen und polterte: f„Dn alte Jammerslippen! Recht hat das Madl, das sag ich Dir! Glaubst vielleicht, ich Hab dös heidenmäßige Geld zahlt, daß unser einziges Kind jetzt Dein' KnhdinT macht? Schämst Dich net, so was von Deiner Tochter zu verlangen? Bist Du a Mutter? A Gans bist und wirst in Dein' Leben nix anders!" Das aber war der Mangbäuerin doch zu viel; sie ließ die Schürze herabfallen und stand zornbebend auf:„So? A Ganz bin ich, ivcil ich von mein' Deandl verlang sie soll mir in der Wirthschaft helfen, anstatt den ganzen lieben Tag mit ihre Bücheln in der Lauben sitzen oder auf dem den Z selbiger alle kostbaren Mobiliargegenstände hat heraus� aber i auf einen Speicher bringen lassen, die Villa aber an eine? Lange für jährlich loOD M. vernnethet hat. Die prachtvolle Vilu sej von der Mietherin jetzt zu einem Katzenasyl hergerichtet« die R den. Die Mietherin ist nämlich eine große Vereh« geprel von Katzen und da ihre Vermögenslage derart z»! maßei scheint, sich jede beliebige Liebhaberei gestatten zu können, s«' Gesick sie sich ca. 30 Katzen und zwar eine bayerische Race, ganz M! Mimt grau ohne Abzeichen, und zur Pflege für dieselben speziell« gestrei eine Köchin. Der Hof der Villa ist mit Draht überzogen,» Z die Katzen beim Genuß frischer Luft nicht das Weite i» sVajft können i jetzt ist sogar, damit die Katzen auch des Nachmi» Oskar Sonnenschein genießen und sich am Verkehr der Straße etfrt Knabe noch der Vorgarten an der Straße ganz mit feinem Draht» spielt, spönnen. Man sieht, wie sich die Straßenjngend an t> mit i seltenen Katzenversanunlung ergötzt; denn Schaaren von In»! Streck stehen an dem Garten und belustigen sich und wenn dies Tt« Hose, der Herrin zu toll wird, so schickt sie ihre Katzenpfleger»_(ü Zeiten mit einem Scheuerbesen auf die Straße, um die JH m de zu vertreiben. So viel bekannt, ist bei allen Villen in der I Wochc tischen Straße die Bestimmung grundbuchlich eingetragen, daß dadur kleinen Vorgärten nur als Blumen- und Ziergärten Verwen» mittel finden sollen. j Man ahnt hiernach gar nicht, wie viel verrückte MeH ml es es eigentlich auf der Welt giebt. 1 �horo Der Handtlomaun Zermauu Keil, Straußbergerstr.�' der uns seit Jahren als anständiger Mann bekannt ist, hat' � Ö längerer Zeit unter den allerniedrigsten Machinationen<'■ fon&ei Geschästskonkurrenten zu leiten. Letzterer giebt sich Müh« vl wurde K. überall als„Spitzel" zu verdächtigen. Der Ehrenmann V. �em 2 Johann Friedrich Stück, und wohnt Manteuffelstr. 63 n.> lassen ersuchen, auf das Gewäsch dieses Atenschen kein Gewicht zu l» 3 Es muß übrigens schon ein ziemlich thörichtcr Mensch sein, � ohne Weiteres glaubt, daß Jemand, der nichts erfährt oder fahren kann, der Polizei Dienste leisten könnte.> Hi,>tei Zwei Personen lebendig begrabe». Ein entsctzl» � Unglücksfall, bei welchem zwei Menschenleben auf's höchst« �n wi fährdct waren, hat sich am Mittwoch Nachmittag in der R> straße des benachbarten Weißensee ereignet. Nachmittags g> Wacht 3 Uhr waren daselbst eine Anzahl Arbeiter mit Ausschachtul � � arbeiten für eine neu zu erbauende Wasserleitung beschäftigt« Flucht war der Kanal bereits etwa IV2 Meter tief gegraben, als st �reak lich die durch den Regen der letzten Tage aufgeiveichten W beiden der Ausschachtung in sich zusammenbrachen. Während sich Außer übrigen Leute noch rechtzeitig durch bei Seite springen zu I* Dieb vermochten, wurden die beiden Arbeiter Passow, Greifswal>(j„ßl straße, und Glaser aus Weißensee durch die Erdmassen>- sonder schrittet. Nach kaum»/»-stündigem Bemühen der entseß milder Kollegen was es diesen gelungen, P. und G. noch lebend' später ihrer furchtbaren Lage zu befreien. Während Passow nur l Früch hältnißmäßig leicht verletzt ist, hatte Glaser so schweren aus» beider und inneren Schaden erlitten, daß sein Zustand als ein led» Amts! gefährlicher zu bezeichnen ist. Z zlugliicklichr Liebe hat wiederum ein junges Mädchen! sich b, Selbstmordversuch geführt. Die in der Waßrrrannstraße rr» Nach haste, in den zwanziger Jahren stehende Schneiderin D.,! hat sb arbeitsames Mädchen, war, wie die„Post" berichtet, schon! jm lel längerer Zeit mit einein hiesigen Kaufnrann verlobt und ged» tauseu sich in nächster Zeit zu verheirathe». Dieser Tage fand« genoss zwischen beiden Verlobten ein Zerwürftriß statt, irrfolge dessen« lausen der Bräutigam zurückzog. Die D. glaubte nicht mehr lebe" h können; am Dienstag wußte sie sich eine größere Quanv Oleum zu verschaffen und nahm während der Nacht zum � äur q, woch einen Theil davon zu sich. Sofort stellten sich he? Fahrn Schmerzen bei ihr ein, und, durch ihr Geschrei angelockt, fn? anlan sich Hausbewohner bei ihr ein, denen sie ihre That eingep wucht Auf Anordnung eines hinzugezogenen Arztes brachte man. Boder Bedauernsrverthe nach dem städtischen 5kra»kenhaus am Friedr? sehen Hain, wo an ihren» Arlfkominen gezweifelt wird. Wach» AllsNgrojje pertvarirnvseligkcit hat eilte arme Lnnd, das Opser eines frechen Betrügers werden lassen. Zu der in Bereit- Neuen Hochstraße wohnhaften Wittwe Karoline N. kam, wi» verletz „Post" berichtet, Montag Mittag ein etwa Lbjähriger, unbekan" genen Alensch, um eine Schlafstelle zu miethen. Er gab an, Heizer wundl dem Zentral-Viehhof zu sein, und wollte auch für die konsta vakante zweite Schlafstelle einen Kollegen mitbringen. D»m uurrg bot der gewissenlose Mensch der armen Frau eine so hohe Mst ij an, daß die Wittrve der nun folgenden dringenden Bitte ge"f auf d wurde. Nachdem der Mensch nämlich noch erzählt, daß er 700 aufges auf der Sparkasse habe, von ivelchen er am nächsten Tage s"l am dl ttX) M. abheben wolle, bat er die N. um ein Darlehn von 1k>> hat d da er auf dem Viehhof noch Schinken und Speck einzukaufen h" Flurs leider sei es ihm zu spät geworden, um noch zur Sparkasse zu kou»" Als c Frau N. machte eine verlegene Ausrede, sie habe nur 14 M- des G Hause, und diese seien zur Miethe bestimmt, welche morgen bez" an di werden müsse. Da warf sich der Schwindler in die Brust, sp>« ansric sich mit verletztem Ehrgefühl auf und sagte schließlich:„Ha« daß t Sie mich etwa für einen Betrüger? Sehe ich vielleicht so a" ein a- Ich heiße Emil Lange, wohne Liesenstraße ö und bin auf! Drosc Polizei sehr wohl bekannt." Dann redete er der Frau zu, verlet könne ja mit ihm gehen und sehen, daß er Räucherwaaren Wj Dies überzeugte die Wittwe von der Redlichkeit ihres wohlha» die kleinen Buben, welche in ihr zerstreutes Köpfchen die Anfangs- gründe der vielleicht später zur geistigen Freiheit führenden Bildung aufnehmen sollen, empfinden das meistens nur als einen sehr lästigen Zwang, dem sie nach Möglichkeit passiven Wider- stand entgegensetzen. Es ist aber auch schrecklich, was alles von so einem kleinen Kerl verlaugt wird! Da fragt z. B. der Lehrer, wie viel 8 mal 7 ist, und da gehört doch schon ein unendliches Glück dazu, aus der unendlichen Menge von Zahlen gerade die richtige Zahl 36 zu rathen. Denn daß es auch möglich ist, auf einem anderen Wege, als auf dem des zufälligen Rathens, zn dem richtigen Resultat zu gelangen, das erscheint manchem ABC-Schützen noch ganz unglaublich. Und wenn er dann end- lich mit vieler Mühe die Schwierigkeiten des ABC und des Ein- maleins überwunden hat, und infolge dessen schon allen Grund zu haben glaubt, sich für ein sehr gelehrtes Thier zu halten, dann geben ihm die Lehrer immer rvreder neue Nüsse zum Knacken auf. Dann soll er ausrechnen, was 6V3 Pfund Pflaumenmus kosten, rvenn die Kartoffeln mit 5 Pfennigen pro Liter verkauft werden, oder er soll gar in einem deutschen Aussatze die tiefsinnigsten Themata abhandeln, z. B. in welchen Beziehungen die Schwalbe der Kuh ähnlich ist, oder rvelches Thier uns nützlicher ist, der Laubfrosch oder der Seehund. Außerdeiir soll er wissen, welche Dörfer im Kreise Tirschtiegel liegen und wie lange der oder jener Fürst noch hätte leben können, wenn er nicht vorher gestorben wäre. Kurz, die Kinder müssen in der Schule einen solchen Haufen lernen, daß es ihnen wirklich nicht zu verübeln ist, wenn sie gelegentlich einmal nnge- duldig werden und die Bücher in die Ecke werfen, um lieber Räuber und Gendarmen zu spielen. Wie heutzutage noch viele Lehrgogenstände in den Schulen behandelt werden, ist es übrigens auch gar kein großes Unglück, wenn die Kinder nicht allzu viel davon lernen. Aber das Lernen überhaupt wird ihnen nicht er- lassen werden können, rvenn der Zwang den ungeduldigen kleinen Leuten oft auch noch so unerträglich erscheint. Dafür soll aber auch alles rveggeräumt werden,»vas unter dein Druck der gegen- wältigen Verhältnisse so vielen armen Kindern ihre Erholungs- stunden und ihre Ferien verkürzt. Nicht nrehr vielen Genera- tionen wird durch das Massenelend des kapitalistischen Zeitalters die Jugend verkümmert werden. In dieser freudigen Hoffnung wünschen rvir vorläufig vergnügte Ferien! Die Uei»erwnch»ng der sanitäre» Verhältnisse Kerlino unterliegt ganz bestimmten Vorschriften. Erkrankt z. B. ein Schulkind an einer ansteckenden Krankheit, wie es die Masern, das Scharlach u. s. w. sind, so sind die Eltern verpflichtet, die gesunden Geschwister des kranken Kindes aus der Schule zurück- zubehalten, bei Masern drei Wochen lang. Außerdem ist der be- handelnde Arzt verpflichtet/ jeden Masernsall— eines bestimmten Falles wegen berücksichtigen wir nur diese 5irankheit— bei der Polizei zu melden. Anderenfalls wird er bis zu 10 Mark für jeden Fall bestraft. Das Alles geschieht, um die gesunden Kinder in der Schule nach Kräften vor der Ansteckung zn schützen. Nun erkrankte kürzlich, wie dem„Kl. I." von einem Arzt geschrieben wird, das Kind eines Lehrers an einer hiesigen Gemeindeschule sehr schwer an den Masern. Die Wohnungs- und auch andere Verbältnisse gestatteten dem Vater des Kindes nicht, sich voll- ständig zu isoliren, vielmehr war er immer im engen Ver- kehr mit demselben. Wir meinen nun, daß es da sehr nahe gelegen hätte, den Vater bis zur Genesung seines Kindes vom Unterricht zu dispensiren. Andernfalls kann er die Klasse ebenso anstecken, wie die Geschwister eines erkrankten Kindes, wenn sie die Schule besuchen. Dieser Meinung rvar denn auch der betreffende Arzt. Er zeigte den Fall der Polizei und gleichzeitig dem Rektor der Anstalt mit der Bestimmung an, der Lehrer solle 3 Wochen zu Hause bleiben. Der Rektor der Schule wandte sich an den Schulinspektor, und dieser ordnete an, daß der Lehrer weiter Unterricht ertheilen müsse. Mittlerweile erkrankte auch das zweite Kind des Lehrers an Masern, und der Lehrer unterrichtete nach wie vor in drei Klassen der Schule. Das kann vielleicht gut enden, aber es ist do»h die Gefahr vorhanden, daß dieser Lehrer einer ganzen Reihe von Familien diese ansteckende Krankheit zuträgt. Der Arzt wandte sich nunmehr an die Sanitätskommission des Polizei-Präsidiums unter Darlegung des Falls mit Namen und mit der Bitte um Belehrung. Das Polizei- Präsidium verrvies den Arzt kurz auf die bekannten polizeilichen Bestimmungen, die er für seine Person ja beobachtet hätte. Der Lehrer unterrichtet aber weiter. Giebt es eine ,,G»nt,ui?elle"? Seit ewigen Zeiten herrscht im großen Publikum die Meinung, daß in Dalldorf eine sogenannte„Gummizelle" existirt, in welcher besonders gewalt- thätige Irre untergebracht werden. Diese Ansicht ist eine falsche; eine derartige Zelle giebt es nicht, hat es nie gegeben. Von fach- und ortskundiger Seite wird uns darüber Folgendes geschrieben: Was die in der Dalldorfer Anstalt herrschenden Jsolirverhältnisse anbetrifft, so besitzt jeder der zur Anstalt gehörigen zehn Pavillons sechs Jsolirzellen und zwar je drer aus einer Abiheilung(jeder Pavillon besitzt zwei Abtheilungen). Diese sämmtlichen Zellen bestehen, mit Ausnahme des Pavillons V, aus einem ca. drei Meter langen, zwei Meter breiten und ca. vier Meter hohen Raum, der mit Eichenbohlen gedielt ist und aus massiven Wänden besteht, sonst aber durchaus nichts enthält, am wenigsten Gumnriwände. Das Licht erhalten diese Zellen durch ein an der Gartenseite angebrachtes ca. ein Meter hohes und ca. drei neumodischen Hackbrettl rumzuhauen, daß einem der Kopf brummt? Uno sie hat Recht, wenn sie ihrer Mutter den Gehorsam aufsagt und Unfrieden in's Haus bringt? Paß nur auf. Du überspannter Gischpel, ivas Du Dir für a Suppen einbrockt hast— dersticken wirst noch dran, nlit- sammt Deiner säubern, nobligen Tochter!" „Mutter, das muß ich mir ein für allemal verbitten, das laß ich mir nicht gefallen!" rief das gebildete Töchter- lein heftig. „Ganz Recht hast!" schrie der Bauer,„so ein Weib! So eine Kratzbürsten! Dein Herrgott sollst Du danken, daß Du so eine Tochter hast, auf die das ganze Dorf stolz sein kann! Zu dnmm, von so ein' Staatsmadl verlangen, daß sie Schüsseln waschen und Knödl kochen soll!" „Thu ich's vielleicht net auch und bin doch die Frau im Haus?" „Müßt Dir schon anstehn, rvenn Du Dich als„Noblige" ausspielen rvolltest", höhnte der Bauer,„rveißt, so mit ein' seiden Schleppg'rvandel zum Streumisten, hahaha!" Und„hahaha!" lachte die„gebildete" Tochter, mdeßdie arme Mutter vor dem Hohn ihres Kindes weinend ans dem Zimmer lies. Der Stammhofer hatte mit offenem Mund der uner- qnicklichen Szene beigewohnt, ohne sich zn rühren und nur die Vorstellung beschäftigte ihn:„wenn der nixuutzige Balg dort Deine Tochter war?!" Als die Bäuerin an ihm vorbei zur Thür hinauslief, wandte auch er sich zum Gehen und verließ mit eiuein kurzen:„Ich komm ein andresmal" den Schauplatz. Draußen fuhr er mit der schwieligen Hand über den heißen 5?opf und murmelte ingrimmig:„So ein Racker! Da soll doch gleich em Steruhageldonnerwetter drein- sahren!" Beim Mittagessen war er äußerst zerstreut und gab die verkehrtesten Antworten; die Bäuerin schaute ihn verstohlen von der Seite an und konnte sich offmbar nicht in ihn finden;.als er aber nach beendeter Mahlzeit halb ver- droffen, halb verlegen äußerte:„Ich fahr heut nüber in's Kloster zu der Cenzl," da mußte sie ihrem Erstarnren das Meter von der Erde entferntes Bogeusenster, welches mit einem eisernen, in kleine Quadrate eingetheilten Rahmen versehen ist, und V/i" starkes geschliffenes Glas besitzt. Zur Nachtzeit wird vom Korridor aus, durch eine an der Decke entlanggehende Kette, das von außen angebrachte Schiebefenster, welches aus Eisen- blech besteht, heraufgezogen, wodurch die Zelle dann verdunkelt wird. Der in der Zelle sich befindende Irre erhält während der Nacht sein Licht durch eine oberhalb der Zellenthür befindliche, nach innen durch eine dicke Glasscheibe verdeckte Gasflamure. Außerdem befinden sich in jeder Thüre patentirte, von außen verstellbare, zirka 2" große Observationslöcher, durch welche der Wärter jederzeit ungesehen den in der Zelle befindlichen Irren beobachten kann. Als einzige Lagerstätte wird dem Jnternirten während seines Aufenthaltes in der Zelle ein aus dickein Segel- tuch gefertigter, unzerreißbarer Strohsack überlassen, zu dem er während der Nacht noch eine oder zwei wollene Decken erhält. Der Irre selbst ist während der Jsolirung je nach den Umständen entweder nur mit einem Hemde oder, wenn er an Wrrthaus- brächen leidet, mit einem sog. Zwangsanzuge, d. h. einem An- zuge, der von oben bis unten ans einem Stück starken Segeltuch besteht und am Rücken durch Schrauben geschlossen wird, ver- sehen, so daß er nicht im Stande ist, soviel er sich auch anstren- gen mag, diesen Anzug zu zerreißen oder vom Leibe zu ziehen. Etwas fester sind nun allerdings die Zellen auf dem Pavillon V für Tobsüchtige resp. für die sogen, wilden Männer(verbreche- rische Irre) eingerichtet. Trotzdem der kubische Inhalt der Zellen derselbe ist, wie aus den anderen Pavillons, so besteht dennoch hierin in sofern ein Unterschied in der Beschaffenheit der Zellen; als sie erstens unterwölbt, sodann schwere, mit Eichenbohlen ver- sehen« und mit Eisenblech beschlagene Thüren, in denen sich eben- falls die Observationslöcher befinden, besitzen, und die Fenster außer dem eisernen Rahmen und der Schrebeplatte nach außen zu auch noch eiserne, fingerdicke Traillerr haben, sonst aber ist alles wie in den übrigen Zellen, auch hier ist von Gummiwänden oder sonstigen ähnlichen Vorrichtungen nichts zu sehen. Alle Ver- richtuugen des Jnternirten geschehen unter Beivachung, ebenso wie ihm auch das Essen in der Zelle unter Aussicht der Wärter ver- abreicht wird. Wir ief'e» im„Ka>»b. Echo": Paragraph 133. Wie in vielen anderen Blättern, so steht auch täglich im„Neuroder Hausfreund" eine Annorrze, wonach für Hamburg Maurer und Zimmerer verlangt werden. Daraufhin entschloß sich der Zimmer- mann Robert Hermann ans Münsterberg(Schlesien), mit noch drei Kollegen nach Hamburg zn fahren. In Breslau wurden die für Hamburg Bestimmten in ein besonderes Koupee gepackt. Als sie in Berlin aussteigen und mit der Stadtbahn nach dem Lehrter Bahnhof fahren wollten, gestattete dies der Schaffner nicht mit dem Bemerken, beim Aussteigen müßten sie 6 M. Strafe pro Mann zahlen. Es blieb den Leuten nichts übrig, als mit nach Charlottenburg zu fahren. Ob der Schaffner verhindern wollte, daß die Leute in Berlin auf die Lage in Hamburg aufmerksam gemacht würden, mag dahin gestellt bleiben. Ilebrigens wurden die Leute in Charlottenburg doch von dem Streik der Bauhand- werker in Hamburg in Kenntniß gesetzt und verzichteten auf die Weiterreise. Vielleicht giebt die Polizei oder die Bahndirektion Auskunft darüber, ob der bekannte tz 153 auch auf den Schaffner Arrrveir- dung finden kann, welcher gegen ihren Willen die Leute veran- laßte, ohne Biller einige Stationen weiter zu fahren, um zu ver- hindern,„an solchen Verabredungen(zur Erlangung günstigerer Lohnbedinguugen) Theil zu nehmen." H. Ortland, Zimmerer, Berlin. Das„Elsarlottenliurgep Intellig«»?ü!att" erzählt: Vor ungefähr zwei Jahren kaufte sich ein Herr V., vom Rhein her- gekommen, in der Englischen Straße hier eine Villa, welche er nnt großem Kostenaufwands zu einem Schmuckkästchen ausbaute und im Innern auf das Prachtvollste dekorirte und möblirte. Nachdem er sein Heim in allen Beziehungen fertig gestellt hatte, reiste er plötzlich, seine alte Wirthin allein zurücklassend, nach dem Rhein hin ab und nach ungefähr 14 Tagen seiner Abwesenheit kam die Nachricht, daß V. sich in Köln das Leben genommen. Aus was für Gründen er sich entleibt, weiß»ran nicht,— aber soviel ist gewiß, daß er aus Nahrungssorgen es nicht zu thun brauchte, denn er war unverheirathet, hatte also nur für sich zu sorgen, und da er die Villa besaß, außerdem verschiedene Grundstücke in Darmstadt und am Rhein und noch 325 600 M. baar, so war der noch junge und an- spruchslose Mann nicht von Nahrungssorgen geplagt. Nach seinem Tode fand man 3 Testamente, und zwar ein beim Ge- richt in Darmstadt depvrrirles Testament, rvorin der Berliner Magistrat für die Stadt Berlin als Universalerbe eingesetzt ivar; ein später abgefaßtes Testament, das dem jetzt verstorbeuen Herrn Pastor Burchard eingehändigt und worin die Berliner Stadt- Mission als Universalerbin erirannt war und endlich ein drittes Testament, das in seinem Schreibtische vorgefunden wurde rirrd worin er, die beiden ersten Testamente aufhebend, seine Geschwister als Erben einsetzte. Von diesen drei Testamenten wurde aber nur dasjenige, in welchem der Berliner Magistrat als Universal- erbe eiugeseyl war, als das allein giltige anerkannt. Infolge dessen hat der Berliner Magistrat auch scyon vor dem 1. April d. I. die Erbschaft angetreten und die Verrvaltung der Villa in der Englischen Straße insofern in die Hand genommen, als Wort geben:„Was? Heut am Werktag? Von der Buch- wiesen wird's Korn eing'fahru und Du willst fort?" „Bis die Scut mit dem Aufladen fertig sind bin ich wieder da— red mir net ein!" „Ro, meinetwegen!" seufzte die Frau und begann den Tisch abzuräumen. Au der Stnbenthür drehte sich der Stammhofer noch einmal um und rief:„Du, Alte, ein Klavier kommt mir net in's Haus, so ein Hackbrettl, daß einem der Kopf brummt — daß Du's nur weißt!" Ganz verdutzt starrte die ahnungslose Annamierl dem Forteilenden nach; war sie denn nicht von Anfang gegen den ganzen unheimlichen Bildungskram gewesen? Was flel nur dem Alten ein?" Indessen gab der Stammhofer Befehl zum Anspannen der Chaise und verließ dann den Hof, um inzwischen nach den Grntearbeitern zu sehen, die in einiger Entfernung mit dem Aufladen der Garben beschäftigt waren. Tief in Ge- danken versunken schritt er dahin. Wenn er nun dasselbe an seinem Kinde erleben müßte, wie die Bürgermeisterin an ihrer mißrathenen gebildeten Tochter, wenn sein Herz- käferl einmal hochniüthig verhöhnen würde, was der Eenzl bisher die Heiiiialh so lieb und theuer gemacht, die gutherzigen, einfachen Eltern, die schlichten, ehrlichen Gewohn- heile»?! Dieser Gedanke wollte den aufgeschreckten Mann nicht mehr verlassen und gestaltete sich zu schwerer Bekum- nieruiß. Wie gerne hätte er Eenzl hente gleich wieder heimgeholt, aber sich so vor seinem Weibe zu demüthigeii, so den Spott Aller herauszufordern, denen er die Tochter bereits im Licht einer„Stndirten" gezeigt hatte, das erlaubte sein unverfälschter Bauernstolz nicht. „Der Malesiz-Bürgermeister!" greinte er zornig,„der ist schuld daran, daß ich mit meiner Eenzl so hoch hinaus Hab wollen— oho! Hoch hinaus? Ist sie net die reichste Banerntochter weit und breit? Was brauch ich höher hinaus!? Jessas, ich wollt, die ganz G'schicht— Ein jauchzender, wohlbekannter Ton unterbrach fein Selbstgespräch; mit eiuein Ruck blieb er stehen, legte die Hand beschattend über die Augen und starrte dorthin, woher der Schall gekommen. Auf einem hochbeladenen Ernteiva? kauerte ein etwa fünfzehnjähriges Mädchen, mit den 5 bläßten Armen in dem glattgeschichteten Getreide wühle" veschä jetzt arbeitete sie sich ans den gelben Halmen empor" b�lg mit dem Rufe:„Aufhören, genug ist's!" warf sie das d gereichte Garbenbündel hell auslachend den nuren stehe»' Mägden auf die Köpfe. Herr „Eenzl, Eenzl, wo kommst her?" ertönte plötzlich der Z athemlose Stimme des herbeigeeilten Stammhofer und b< seiner Arme ausbreitend, fing er das herabspringende Meid«""5}' kraftvoll auf. „Aus dem Kloster, Vater!" antwortete Eenzi kleinla" Aiige „ich hab's nimmer ansg'halten dort— ich bin dar« kom» g'lausen!", dem „Und Du ivillst daheim bleiben, willst keine G'stnd" Vatei werden wie die Soni?" Stein „Bei Dir und der Mutter, auf nnsern Hof und n»! �s( Felder da rvill ich sein, da ist's doch am schönsten. Bezie Kloster geh ich nimmer und ivenust mich todtschlagst—' anlas anral a Brennsuppen Hab ich kriegt!" nicht „Magst eine, Deandl?" rief der Bauer und hob£-�e dralle Ding zrr sich empor,„a ganze Bnttn voll muß Schö d' Mutter kochen! Eenzl, ivas G'scheidteres hättens Dir' Entsc Kloster»et lernen können als das Durchbrennen!" Beru „Und Du bist net bös deßzwegn?" fragte Eenzi frei» von � erstaunt. j Motz „Ja, so snehStcnfclswild bin ich, daß Dn morgen* f""' schönste Spinnradl kriegst, das ich in der Stadt c? treiben kann. Jetzt mach aber, daß mir heimkommen' Umk no, die wird Augen machen, meine Alte, die wird 2I»f gegen machen. Auge So leicht war jetzt dem Stammhofer, so srendigll Mnth, daß er sich Gewalt anthnn mußte, um seiner W»!:" nicht etwa durch einen ungeheuren Lnftsprung etwas!' vergeben. Seine Tochter war auch ohne Kloster fortan» �ech ihn das gescheidteste Mädel unter der Sonne, denn sie 0: ,n£,j allein hatte den richtigen Weg gefunden, der für ihn' tausend Brettern vernagelt gewesen war. den Schlafburschen, sie gab ihm ihre 14 M. hin, begleitete ihn aber vorsichtshalber bis zum Viehhof. Hier gebot ihr„Herr Emil Lange" in befehlendem Ton, an der Eingangsthür zu ivarten, er sei bald wieder zurück. Stunde» lang wartete die arme Frau auf die Rückkehr des Betrügers, bis sie endlich tnne wurde, daß sie geprellt worden war. Die N. beschreibt den Gauner folgender- maßen. Unter Mittelgröße, dunkles Haar, dicken Mund, röthliche Gcsicbtsfarbe, Berliner Dialekt, verzieht beim Sprechen den rechten Mundwinkel. Kleidung: duickelbraunen Rock und Weste, hellgrau gestreifte Hosen, weißen Shlips, braungelben runden Hut. Verschwundenes Kind. Seit Montag Abend ist der 4 Vz jährige Sohn des in Weißensee wohnenden Gärtners Rothe, Oskar, spurlos verschwunden. Der recht lehhafte und zutrauliche Knabe hatte am genannten Abend vor dem elterlichen Hause ge- spielt, als zwei etwa 15 jährige Burschen au ihn herantraten und mit ihm plauderten, denen der kleine Oskar Rothe auch eine Strecke gefolgt sein soll. Der Knabe war bekleidet mit schwarzer Hose, ebensolcher Jacke und ohne Kopfbedeckung. Gin gefährlicher Auiomaten-Rtarder ist am Dienstag in der„Neuen Welt" dingfest gemacht worden. Schon seit Wochen wurden die Besitzer von Automaten im Süden der Stadt dadurch in ganz empfindlicher Weise geschädigt, daß die Kästen mittelst Spielmarken in gleicher Grüße und gleichem Gewicht der lO-Pfeimigstücke geplündert wurden. Am genannten Abend nun fiel es einem Kellner des bezeichneten Lokals auf, daß ein vordem Chokoladen-Automaten stehender Herr fortgesetzt den Mechanis- mus in Bewegung setzte und sich erst entfernte, als der Kasten völlig leer war. Eine sofort vorgenommene Untersuchung ergab, daß sich in dem Automaten nicht ein einziges Nickelstück, sondern Nichts als werthlose Spielmarken befanden, und so wurde denn der Gauner von der benachrichtigten Polizei rn dem Augenblick verhaftet, als er mit seinem Natid das Lokal verlassen ivollte. In Febenogefahr gerieth am Dienstag ein Knabe, welcher m Gemeinschaft eines anderen beim„Obststibitzen" auf der Obst- Allee der Prenzlauer Chaussee von dem Wächter ertappt wurde. Hinter einem langsam daherrollcnden Break gedeckt, schlich sich im Chausseegrabcn der Obstwächter unbemerkt jener Stelle näher, an welcher die kleinen„Obstsiibitzer" emsig thätig waren, sich die schon gefüllten Taschen noch mehr zu füllen. Als nun der WächterZplötzlich aus den» gedeckten Schleichwege emporsprang und den einen der Obstdiebe faßte, wollte der Andere in wilder Flucht davoneilen. Blindlings lief derselbe in die Räder des Äreaks, sodaß er mit dem Kopfe unter oen Wagen flog und an beiden Oberschenkeln von dem Hinterrade überfahren wurde. Außer einigen geringen Quetschungen hatte indessen der kleine Dieb keinerlei Verletzungen erlitten. Freilich war es nicht der „Engel der Kinder", welcher den Jungen„wunderbar" errettete, sondern die mit den gestohlenen Birnen gefüllton Hosentaschen milderten die Folgen deS Ueberfahrens, da lediglich, wie es sich später bei genauerer Untersuchung zeigte, nur die„verbotenen Früchte" von dem Rade zu Brei gequetscht worden waren. Die beiden kleinen Diebe folgten schließlich gutwillig zum Weißenseer Amtsbureau. Die<ßvofle der Unfallgcfahr beim Fuhrwesen vertheilt sich bei den Berufsaenossenschasten in ganz eigenthümlicher Weise. Nach genaue» Feststellungen über Unfälle im Fnhrwerksbetriebe hat sich ergeben, daß die Brauereien die Mehrzahl der Verletzten im letzten Rechnungsjahre gehabt haben. Dieselben haben 8 auf tausend Verletzte unter den Versicherten. Die übrigen Berufs- genossenschaften haben mit wenigen Ausnahmen unter 5 auf lausend Verletzte. Ginein hinterlistigen Ueberfal! ist am Mittwoch Abend gegen 11 Uhr der ktutscher E. zum Opfer gefallen. Als derselbe zur genannten Zeit, von einer Ausfahrt zurückkehrend, mit seinem Fuhrwerk vor dem Hause seines Chefs in der Landwehrstraße anlangte und das Gefährt verließ, erhielt er plötzlich mehrere wuchtige Hiebe hinterrücks über den Kopf, die ihn bewußtlos zu Boden streckten. Passanten hatten jedoch den letzten Thäter gc- sehen und es gelang ihnen, denselben festzunehmen und nach der Wache zu bringen, wo in demselben die Person eines in der Landwehrstraße wohnenden Hausdieners F. erkannt wurde, der bereits am Vormittag mit E. in Differenzen gcrathcn war. Der verletzte Kutscher wurde zunächst nach einer in der Nähe gelc- genen Sanitütswache gebracht, wo außer drei klaffenden 5topf- wunden, Spaltung der Nase und der Oberlippe durch Stockschläge konstatirt wurde», und sodann mittelst Droschke nach seiner Wob- nung geschafft. VoHjeibericht. Am 1. d. M. wurde der Slrbeiter Bong auf dem Hose des Grundstücks Schwedterstr. L49a schwer verletzt aufgefunden und nach dem Lazarus-Krankeuhanse gebracht, wo er am daraus folgenden Tage verstarb. Wie nachträglich festgestellt, hat derselve, welcher seit längerer Zeit krank war, sich aus dem Flurfenster des erhöhten Erdgeschosses auf den Hos hinabgestürzt. Als am 2. d. M. Vormittags der Schleifer Kubskr auf dein Hofe des Grundstücks Mühlenstr. 3 einen etwa 85 Zentner schwere», an die Mauer gelehnten Schleifstein mittelst eines Hebebanmes ausrichten wollte, schlug der Stein um und traf den KubSki, so daß dieser auf der Stelle getödtet wurde.— Nachmittags wurde ein achtjähriges Mädchen vor dem Hause Cuvrystr. 61 von einer Droschke überfahren und am linken Unterschenkel nicht unbedeutend verletzt. Gevichks-OBeitmrg. De? Kundestenev' Grhebrv und dessen galante Abenteuer beschäftigte gestern in einer unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattgehabten Verhandlung die I. Straskammcr des Landgerichts II. An einem Tage verließ der Tapezirermeister Arndt seine in der Wallstraße zu Charlottenburg belegene Wohnung; seine erwachsene Tochter blieb allein zu Haus. Bei seiner Rückkehr war Herr A. nicht wenig erstaunt darüber, daß ihm berichtet ward, der Stadtische Steuerheber von P r o d c z i n s k i sei während seiner Abwesenheit tu der Wohnung gewesen, um Hundesteuer einzuziehen. Llrndt hatte nämlich gar keinen Hund. Tie Sache erschien ihm höchst verdächtig. Auffallend war ihm ferner das befremdliche Verhalten seiner Tochter, deren verweinte Augen und gedrücktes Wesen auf ein außergewöhnliches Vor- kommniß schließen ließen. Tie Schilderung der Erlebnisse, welche dem Mädchen in der vereinsamten Wohnung in Abwesenheit des Vaters widerfahren, bewiesen Letzterem zur Genüge, daß nicht die Steuer für einen Hund, den er garuicht besaß, sondern daß viel- mehr die Gelegenheit zu einem pikanten Abenteuer oen Besuch des SteucrcrhcbcrS gezeitigt.— Die Einzelheiten, weiche in dieser Beziehung zur Sprache kamen, gaben der Anklagebehörde Ver» anlassung zur Erhebung einer Anklage.� Dieselbe lautete indessen nicht auf Verbrechen wider die Sittlichkeit, sondern nur ans eine hart an dieses Vergehen streifende Ehrenbeleidigung der uner- fahrenen, unschuldige» Tochter des A.— Das Charlottenburger Schöffengericht kam in erster Instanz z» einer freisprechenden Entscheidung; gegen dieselbe legte aber der Amtsanwalt Berufung ei». Die Belastungszeugin bekundete vor Gericht, daß von Prooczinski sie mit unlauteren Anträgen in der elterlichen Wohnung verfolgte und daß sie im Hinblick aus feine t rohende Haltung es nicht gewagt, um Hilfe zu rufen, um den Bedränger, welcher ihr den Ausgang aus der Wohnung vertrat, zu ver- scheuchen. Erst als eine Nachbarin sich bemerkbar machte, sei der Unhold fortgegangen. Ter Amtsanwalt hatte in erster Instanz gegen von Prodczinski 6 Monate Gesängniß beantragt. Ter Angeklagte, der notorisch nicht zum ersten Male bei Ausübung setner amtlichen Funktionen in derartige Situationen, wie die der Anklage � grundeliegende gerathen, bestrill vor der Vernfungs- straskammer des Landgerichts U., daß er, des ihm ziep Last gelegten Vergehens schuldig sei. Den Ausführungen des Vertheidigers, Stechtsamvalt Dr. Seile folgend, ließ die Straskammer noch ein- mal Milde walten und das Urlheil lautete unter Aufhebung der scköffengerichtlichen Entscheidung auf nur 56 M. Geldstrafe oder 10 Tage Gesängniß. Wegen Vergehens im Amte stand gestern der ehemalige Gerichtsvollzieher Benjamin Mattheus vor der 3. Strafkammer des Landgerichts I. Der aus der Untersuchungs- Haft vorgeführte Angeklagte war der Unterschlagung von Geldern, die er in amtlicher Eigenschaft eingezogen, in fünf Fällen be- schuldigt. Die cmzelncn Beträge waren nur gering, in einem Falle erreichte die veruntreute Summe die Höhe von über 300 M. Wie der kürzlich verurtheilte Kollege des Beschuldigten, der Ge- richtsvollzieher Pohl, hatte der Angeklagte ein glänzendes Ein- kommen und wie jener soll er sich einem lockeren Lebenswaudel hingegeben haben. Der Angeklagte bestritt dies, wie auch, daß er die fehlenden Gelder sich in rechtswidriger Absicht zugeeignet habe. Er hat in der Voruntersuchung die widersprechendsten An- gaben gemacht, einmal wollte er einem soeben bei ihm ein«- tretcnen Schreiber, dessen Namen er nicht mehr wisse und der nur einen halben Tag in seinem Bureau gearbeitet habe, die fragliche Summe übergeben haben mit dem Bemerken, dieselbe dem Mandanten einzuhändigen, bei einer anderen Vernehmung widerrief er diese Angabe und bc- hauplete, daß es nur Vergeßlichkeit seinerseits gewesen, wenn er die eingezogenen Beträge nicht abgeliefert habe. Auch im Ter- mine versuchte der Angeklagte es mit den gewagteste» Winkel- zügen, trotzdem der Vorsitzende ihm vorhält, daß er seine Lage nur dadurch verschlimmere. Der Staatsanwalt hielt die Schuld des Angeklagten durch die Beweisausnahme für zweifellos er- wiesen, er wies auf die Häufigkeit der Fälle hin, die sich gerade im Stande der Gerichtsvollzieher ereigneten und beantragte gegen den Angeklagten eine Gesamnitstrafe von IV» Jahren Gesängniß und dreijährigen Ehrverlust. Das Urtheil lautete ans ein Jahr Gesängniß und zweijährigen Ehrverlust. Den Antrag deS Ver- urtheiltcu, ihn vorläufig auS der Hast zu entlassen, lehnte der Gerichtshof wegen Fluchtverdachts ab. Gin Kanswirth, wie er im Buche steht, ist der Zimmer- meistcr Müller, Hochstr. 32. Dieses ergab eine Schöffengerichts- Verhandlung am Älmtsgericht I. vom 30. Juni d. I. Als Ange- klagtet erschien der Schankmirth R. Wilkc, Hochstr. 32. Derselbe erhielt am 8. Mai d. I. wegen Schnnkpolizei-Kontravention ein polizeiliches Strasmandat von einer Mark, wogegen er richterliche Entscheidung beantragte. Der Angeklagte, vom Präsidenten befragt, erklärte, daß ihm etwas Strafbares nicht bewußt sei; das Ganze sei seiner Ansicht nach nur ein Racheakt seines Haus- wirthes. Als Zeugen erschienen die Schutzleute F. und Sch. Dieselben bekundeten, daß sie in der Nacht vom 5. bis 6. Mai I2V« Uhr vom Patroillengang zurückkamen. Sie wurden nun von dem tc. Müller angerufen, um sich von dem im W.'schen Lokal herrschenden Skandal zu überzeugen. Die Zeugen bekunden, von einem Skandal nichts gehört zu haben; es haben auch die letzten Gäste deS je. Wille darauf, jedoch ohne Aufforderung, daS Lokal verlasse», worauf je. Wille sein Lokal schloß. Die Schutzleute haben dem HauSwirth M. daraus erklärt, er möge sich mit der Beschwerde au den Revieroorstano wenden, was derselbe auch ge- than hat. Durch die Beweisaufnahme wurde sestgestelit, daß gegen den Schankwirlh Dt. Wille nichts Strafbares vorliege und ersolgte darauf kostenlose Freisprechung. Soziolo MebevsMzk. Mir erchnlten folgendes Kchreibr»: Der Setzer- streik im„BerlinerLokal-pl ii zeiget" d a u e r t f o r t. Im Publikum ist thoilweise die Nachricht kolportirt worden, der Setzerstreik sei in letzter Woche beigelegt worden. Dem ist nicht so. Herr Scherl hat nach siebenwöchenilichem Streik allerdings Veranlassung genommen, mit uns am Sonnabend in Aerhand- lung zu treten. Dieselben führten jedoch zu keinem Diesnltate, hatten höchstens den Zweck, uns„bange" zu machen, und„bange machen gilt nicht". Herr Dr. Sandstein, der„Justitiar" des „Berliner Lokal- Anzeiger", wies nämlich daraus hin, daß eine Anklageschrift gegen uns schon für die Staatsanwaltschast bereit läge, ein Herr, der hiesigen GeschästSlcitung aber Herrn Scherl, welcher verreist, jedoch nachgereist sei, denselben zu bitten, er möge doch von einer Klage gegen uns Abstand nehmen. Wenn wir nun auch die Großmuth der Helfershelfer des Herrn Scherl wohl verstehen, so glauben wir doch, daß dieselbe mehr darin besteht, daß dieselben wünschen, Herr Scherl möge sich durch eine Klage nicht noch mehr blamiren, als daß demselben unser Wohl so sehr am Herzen läge. Im übrigen möchten wir Herrn Scherl zurufen:„Du sollst den Namen des Staatsanwalts nicht unßbrauchen!" Denn vor ca. 10 Tagen hat Herr Scherl in seinem Blatt schon erklärt, er häti..die jungen Heißsporne" der Staatsanwaltschaft übergeben, wab'doch nicht der Fall war. Eine Klage wäre uns sehr erwünscht, da da- durch die Berliner Presse, welche sich ihrem Kollegen Scherl gegenüber sehr passiv verhalten, Stellung zu der Sache nehmen könnte. Die Berliner Zeitungen nehmen ja anderen Streiks gegenüber Stellung, warum denn nicht bei den Schristsetzern? In den Hunderttauseiiden von Flugblättern, welche wir in Berlin, in der Umgebung und in» Reiche versandt haben, entspricht jedes Wort der vollständigen Wahrheit, was wir hiermit nochmals konstatiren wollen. Interessant wäre es uns, wenn Herr Scherl jetzt mit seiner Aboiinciitenzahl herausrücken wollte. Nach den Erklärungen, die wir im Publikum erhallen haben, taxire» wir den Abgang an Abonnenten aus zirka 30—40000. Danach hat der„Berliner Lokal-Anzeiger"„nicht die grüßte Auf- läge aller deutschen Zeitungen". Wenn Herr Scherl seiner Zeit die hohe Abonuciitenzahl als Unterlage' für den Preis seiner Inserate angab, so müßte Herr Scherl als gewisserhaster Mann seinen Inseratenpreis in der Weise erniedrigen, wie sein Blalt an Abonnenten abnimmt. Alls diesen Punkt wollen wir die Inserenten des„Berliner Lokal-Anzeiger" in ihrem eigenen Jnter- esse aiifmerksain machen. Znin Schluß sagen wir dein Berliner wie aiiswürligen Publikum, insbesondere den Berliner Arbeitern, für die moralische Unterstützung in unsereni Kampfe gegen den„Berk. Lokal-Anzeiger" unseren besten Dank und bitten auch um sernere Unterstützung, daß in allen Bersainmlungen ans den Streik der Setzer des„Berl. Lokal- Slnzciger" hingewiesen wird. Die ausstehenden Setzer. I. A.: Tie Kommission. Achltttto Schlosser und VZnfchinettt'annrbeiier! Unter- zcichneter Borstand des Fachvereins für Schlosser und Maschinen- vauarbeiter Berlins und Umgegend fordert hiermit alle diejenigen Kollegen, welche noch im Besitz von Sammellisten zur Unter- stütziing der am I. Mai gemaßregelten Schlosser und Maschinen- bauarbeiter Berlins sind, auf, dieselben behufs Abrechnung sobnld wie möglich, ob gezeichnet oder nicht, an folgenden Stellen abzn- liefern: im Arbeitsnachweis für den Süden, Dresdenerstr. 116, bei Gründel; sür den Norden: Anklamerstr. 40 bei Nürnberg; bei dem unterzeichneten Vorstand und allen anderen Vorstnndsmit- gliedern, sowie in der am Mittwoch, den 9. d. Mts., bei Feuer- flein. Alte Jakobslr. 75, stattfindenden Geucralversammliliig des Vereins. Ter Vorstand: Karl Unversärth, Nauutzustr. 28, vorn 3 Treppen. Kongfrsi aller nicht gewerbliche» Arbeiter Deutsch- Innds. 3. Sitzung vom 30. Juli, Nachmittags. Fortsetzung. Eröffnung 3 Uhr durch den Vorsitzenden Lohrberg. Tie Ver lesnng der Präsenzliste ergab, daß alle anwesend seien. ES wurde die Brrichterslaltuiig über die Situation ans de» einzelnen Orten fortgesetzt und sprachen hierzu noch: Dtdolf-Kassel, Ziegler-Alsetb, Vüsing-Döhren, LncaS-Peine, Graner-Berlin, Kuhntke-Berlin, Magnus-Btcrseburg, Magmis-Eolberg. Grauer- Berlin berichtet, daß er, wie sein Kollege, sich eigentlich nicht als Vertreter der nicht gewerblichen Slrbeiter Berlins geriren könnte», sondern daß sie nur die Hausdiener zu vertreten berechtigt seien. Dtedner erörtert dazu die Gegeuagitation, welche seitens der Banarveiler gegen das Abhalten deS Kongresses iuscenirt sei. In Berlin bestehe z. Z. ei» recht reger Geist, hervorgerusen durch das Vorgehen der Hamburger Kapitalisten. Die Wohnnngsverhältiusse seien traurige, ,für Stube und Kammer durchschnittlich 270 M. pro Jahr. Die Vereinigungen der Maurer und Zimmerleute seien gute. Die nichtgewerblichen Arbeiter seien auf 90 000 zu veranschlagen. Vor dem I. Mai seien ca. 2000 organisirt gewesen, die Zahl schrumpfe jedoch zusammen, da zu hoch gesteuert worden sei. Zur besseren Znsammenhaltung ist eine Zentral-Streik-Kommisston ein- gesetzt. Von den Hausdienern giebl es etwa 35 000, von denen 2000 in 4 verschiedenen Organisationen sich befänden. Die Arbeits- zeit betrage 3 bis 18 Stunden, Sonntags 3 bis 13 Stunden. Der Verdienst betrage 10 bis 24 M., der Durchschnitt 16,50. Einer der größten Mißstände sei der Arbeitsnachweis und das Agenten- unw'csen. Täglich laufen in Berlin 5000 arbeitslose Hausdiener herum. 4. Sitzung vom I.Juli, Vormittags. V u ch h o l z- Wandsbcck referirt über Zentral- resp. Lokal- organisatiou. � Grauer- Berlin als Korreferent. Die Debatte darüber war eine sehr lebhafte, jedoch gänzlich leidens ch a s t s l o s. Für Zentralisation traten noch ein: Vogt-Hamburg, Lucas-Ham- bürg, Heitsch-llelzen bedingungsweise, Mnnne-Harburg, Krens- Hamburg, MagmiS-Mersebiirg, Barzer-Hamel» bedingungsweise, Wilhelm- Hannover, Mittelsdorf- Verden, Reimer- Flensburg, Lohrberg-Hännover, Brunke-Osterode, Adols-Kassel, Thiclhorn» Linden bedingungsweise. Dagegen sprachen außer dem Korreferenten Grauer-Berlm noch Kuhntke- Berlin. Ohlendorf- Brauuschweig, Henkel- Braun- schweig. Da noch nicht alle eingezeichneten Redner hierzu gesprochen, mußte die weitere Verhandlung hierüber in der nächsten Sitzung fortgeführt werden. Schluß der Sitzung 1 Uhr. Es wird uns hier noch geschrieben: Soeben ist die Zentralisation mit 23 Delgirten beschlossen, 5 enthalten sich der Abstimmung. Dafür: Zieglcr-Alscld, Ohleudorf-Alseld, Dieimer-Flensburg, Magnus-Merseburg, Büsing-Döbren, Vogt-Elberfeld, Lohrberg- Hannover, Wilhelrn-Hannover, Vogt-Hamburg, Lueas-Hamburg, Krens-Hamburg, Brecr-Hage», Garzel-Hamcln, Malsch-Höchst a. M., Munne-Harburg, Wassermann-Schöningen, Adols-Kassel, Sievers- Limmer, Tielhvru-Linden, Brunke-Osterode, Bennow-Dtüttlingen, Mittelsvorf-Berden, Buchholz-WaudSbcck. Abstimmung enthalten: Grauer- Berlin, Kuhntke- Berlin, Henkel-Braunschweig, Ohlendorf-Brannschwcig, Hcitsch-Uelzen. Der Sitz ist in Hannover. Es bestehen dort zwei von den Hausdienern begründete 3lr- beitSbureauS, welche monatlich etwa 70 Mann unterbringen, jedoch nicht unter 18 M. Die Aussichten für die junge Vereinigung seien gute. Kuhntke-Berlin schließt sich den Ausführungen Grauer's an und bemerkt noch, daß doch alle Delegirten dafür sorgen möchten, daß die Hausdiener aller Städte sich den Berliner Hausdienern anschließen möchten. � Die Situationsberichte säimntlicher Delegirten gleichen sich in so weit, als an fast allen Orten Klagen über Mangel an Orga- nisation laut werden, Roth und Elend ist an einzelnen Orten in besonders starker Weise vertreten durch theure Miethen, elende Wohnungen, niedere Löhne und starken Druck durch die Unternehmer. Aus einem großen Theile der Städte wird Klage geführt über den herrschenden Judifferentismus und die Schmutzkon- kurrenz der Arbeiter unter einander, aus verschiedenen Berichten geht hervor, daß die polnischen Arbeiter in letzter Zeit in größerer Zahl wie bisher eingeführt feien. Erfreulich ist, daß aus den meisten Berichten hervorgeht, daß allerorts Bedürsniß für Organisation vorhanden ist. Hieraus erhielt Reimer das Wort zum Referat über„Nor- malarbeitZtag". Eine dazu eiugelauseue Resolution wird der Kommission überwiesen. Da Buchholz-Wandsbeck wegen Unwohlsein sein Dieserat nicht halten kann, referirt Lueas-Hamvurg über Frauen- und Kinder- arbeit. Auch hierzu wurden Diesolulionen eingebracht, welche der Kommission überwiesen wurden. Schluß der Sitzung 1 Uhr. 5, Sitzung und Schluß. Wie ich schon mitgetheilt habe, ist nach langer Debatte und Erwägung nach allen Seiten, speziell aiich' Beachtung der Berliner Verhältnisse, die Zentra- lisation beschlossen. Ich führe noch besonders an, daß der Kon- greß�beschlosscn hat, der Aereinignng folgenden Diamen zu geben: „Verband der Fabrik-, Land- und gewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands". Der Sitz des Vorstandes ist Hannover. Als Vvrstandsmit- glieder sind e i n st im in i g ernannt: Lohrberg als Vorsitzender, Wilhelm als Kassirer, Thielhorn als Schriftführer. Der Sitz des Dlnsschnffes ist: Hamburg. Als Publikationsorgan ist versuchsweise ernannt:„Die Einig- keit", Organ der Berliner Hausdiener, mit der Motivirung, daß dein Vorstande die Kontrole darüber anheimgegeben wird, um eine etwaige sich in Berlin geltend machende Gegeuagitation zu- rückwcisen zu könne», oder nach Ermessen dasselbe bei etwaige» derartigen Gelegenheiten als Publikatiousorgan nicht»lehr au- zuerkenne». Mehrere Dtesolntionen wurden noch angenommen, die folgen werden. Daraus erfolgte Schluß des Kongresses. Wir erljaltn» folgriidrs Schreibe»; Jubetresf des Auf- rnfes in der Sonntagsnummer dieses Blattes, in welchem Zeugen gesucht worden wegen der Aeußerung eines Hamburger Meisters auf dem Lehrter Bahnhofe, kann ich nnttheilen, daß ich die betreffende Aenberniig selbst gehört habe und auch dieses dem Be- treffenden mitgetheilt habe. Ich werde aber zusehen, ob es meine Kollegen auch noch gehört haben. AchtnugSvoll W. Kerstan. Die betreffende Aeustermig hat auch Herr Karl Weiße, Tege- lersir. 27, gehört. DerkmnmlungeH. Giue össenklichr Verstminlnng der Knndlnngs- getzilfen und GehUfinne« tagte am Mittwoch unter Vorsitz der Herren M i e k e r, S ch e s s e r und Zaasch, um einestheils die schon so oft ventilirte Frage der Sonntagsruhe nochmals zu erörtern, anderntheils um gegen das unwürdige Gebahren der Ortsvereine deutscher Kaufloute in der bekannten Versammlung bei Keller Stellung zu nehmen. Die Tagesordnung hatte einen derartigen Andrang herbeigeführt, daß der nicht besonders ge- taumige Saal der Gratmeil'sche» Bierhallen bald vollständig überfüllt war, so daß die Thüren polizeilich geschlossen wurden. Man vermißte unter den Anwesenden, die dicht gedrängt, sogar auf den Fensterbrettern, standen, die besonders ein- geladenen s r e i s i n n i g e n Abgeordneten, die in der Keller'schen Versammlung ihr„Licht" leuchten ließen, ebenso, wie die Vorstände der hiesigen kaufmännischen Ortsvereine.— lieber die beregte Angelegenheit rsferirte Herr DI o s e n t h a l, welcher zunächst die Unkenntniß der freisinnigen Abgeordneten über die den Kaufmaniisstand bewegenden Fragen nachwies. Hätten sich diese Herren näher mit der Sache befaßt, dann müßte» sie wissen, daß die Bewegung zur Erringung der Svniitagsriihc be» den Kansteuten nicht, wie s i e ans- führten, ganz neu ist. Schon seit 10 Jahre» arbeite man für die Sonntagsruhe. Die Bewegung sei jetzt so mächtig geworden. daß wohl Niemand die Berechligmig der Forderung nach Sonn- tagsruhe leugnen könne, ebenso wie sich auch im Laufe der Zeit gezeigt hat, daß die Durchführung keine Unmöglichkeit ist. Auch tu de» inauchesterliche» Kreisen habe sich jetzt erfreulicher Weise die Ueberzeugung Bahn gebrochen, daß eine Regelung dieser Materie mir aus dem Wege der Gesetzgebung zu erreichen sei. Eine andere Folge sei aber, wie sich die Selbstständigeu zur Sonntagsruhe stellen. Und da fei es verwunderlich, daß noch keine Versammlung derselben in dieser Sache stattgefunden habe. Umsoniehr habe es ihn(Redner) gefreut, als er in der Ankündigung zur Kcller'schen Versammlung las, daß auch „hervorragende Industrielle" anwesend sein werden. Leider sei er getäuscht worden. Die Herren vom„Verein Berliner Kauf- leute nno Industrieller" seien nicht erschienen. Die Angestellten dürften nicht eher in der Agitation nachlassen, bis sich die Selbst- ständigen geäußert haben. Bis jetzt liege nur die Ansicht des Vorsitzenden dieses Vereins, Lissauer, vor, der gelegentlich der vor einigen Jahren stattgehabten Enquete vor dem Regierungs- kommissar erklärte:„Die Sonntagsruhe ist undurchführbar." (Hört, hört.) Damals habe der Verein geschwiegen; es sei also anzunehmen, daß der Vorsitzende die Ansicht der Vereinsmitglieder aussprach; denn: Wer schweigt, stimmt zu. Möglich, daß es jetzt anders geworden. Redner wendet sich nun zu der Taktik der Vorgänge in der Kellcr'schen Versammlung und ver- urtheilt dabei hauptsächlich, daß den Mitgliedern der„Freien Vereinigung" nicht das Wort gegeben wurde, obgleich sie sich noch während des Referats in die Rednerliste eintragen ließen. Nur Herr Türk habe das Wort erhalten und zwar aus Versehen, da man glaubte, er sei ein Ortsvereinler.(Gelächter.) Die Herren von» Ortsverein scheinen eine grauenhaste Furcht vor anders Denkenden zu haben.(Lebhafter Beifall. Widerspruch. Rufe: Oho! Sehr richtig!) Es sei vcrdammenswerth, die Meinung von Leuten zu unterdrücken, die nur die Wahrheit, nur sagen wollen, wo den Angestellten der Schuh drückt.(Sehr richtig!) Man könne nicht energisch genug gegen ein Vorgehen protcsiiren, das nicht der Würde des Zkaufmannsslandes und des freien Mannes entspricht.(Lebhafter Beifall.) Redner kritisirt weiter die Ausführungen des Abg. Dr. Witte, der eine Sonntags- arbeit von 7— 9 und von 11— I Uhr zulassen will. Uebriaens habe auch Herr Dr. Hirsch seinen Fraktionsgenöqen Herrn Witte rektifizirt.(Widerspruch.) Herr Hirsch sei für eine Beschränkung der Sonntagsarbeit bis auf drei Stunden eingetreten.(Sehr richtig.) Redner legt nun seinen prinzipiellen Standpunkt— den Standpunkt der fortgeschrittenen Elemente— in Bezug auf die Sonntagsruhe und die tägliche Arbeitszeit klar. Der Ortsverein fei jetzt diesen Anschauung nachgepumpelt; erst völlig werde er oersclben nachkommen, wenn er den Har- moniedusel abgestreift hat.(Lebhafter Beifall und Oho.) Redner stellt infolge des Widerspruches den Gegensatz fest, der die Orts- vereine von der jungen, mächtig aufstrebenden Bewegung unter- scheidet. Die Ortsvereinler müßten noch viel lernen, wollten sie verstehen, was die neue Bewegung will. Ganz unberechtigt fei es, daß die Ortsvereinler ein Zusammengehen mit den Haus- dienern ablehnen und verwerfen. Die heutigen wirthschafttichen Zustände seien äußerst schwankende. Es gebe viele Hausdiener, die früher Kaufleute waren, und es gebe viele Selbstständige, die früher Hausdiener waren. Doch auch die Ortsvereinler werden durch die Macht der Thatsachen zu besserer An- ficht kommen. Belehren wollten sie sich nicht lassen. Mögen sie noch so viele Versammlungen abhalten, meine Freunde komnien nicht mehr hin.(Stürmischer Beifall.) Die Diskussion war eine sehr rege. Herr H i n tz e weist nach, daß die Regierung zur Einführung einer theilweisen Sonntagsruhe erst durch die Agitation der verflossenen„Freien Organisation" und der jetzigen „Freien Vereinigung" gedrängt worden sei. In Bezug ans die Kellersche Rede bemängelt Redner, daß die Resolution erstens nicht getrennt und zweitens vor Schluß der Diskussion abgestimmt worden sei, um, wie man sagte,„nicht ohne Resultat nach Hause gehen zu müssen". Diese Befürchtung war sehr grundlos, eine Auslösung war nicht zu erwarten. Da die lanun frommen,„gut angeschriebenen" Ortsvereinler nicht die Ehre einer polizeilichen Ueberwachung hatten.(Hört, hört.) Man habe einfach die Nicht- Ortsvereinler vergewaltigt.(Lebhaftes Bravo.) Selbstständiger Kaufmann Herr Engel tritt warm für die Sonntagsruhe ein. Seine weiteren Ausführungen veranlassen Herrn Schleyer darauf hinzuweisen, daß man es den Angestellten nicht übel deuten dürfe, wenn sie geistig noch znrückge- blieben wären. Ein Vorwurf sei nur der Gesetzgebung zu machen, die die Angestellten nicht früher bedacht hat.(Stürmischer Bei- fall.) Ebenso unverständig sei es von dem Vorredner, den Frauen den Zutritt zu den Versammlungen zu verwehren. Die Ge- hilfinnen seufzten unter denselben Mißgändeii, wie die Gehilsen. Man könne es ihnen nicht verdenken, wenn sie sich ihrer Haut »vehren und Verbesserungen zu erreichen trachten. Das können sie nur, wenn sie sich an die Gesetzgebung wenden, und zwar in großen Massen, in Vereinen und Versammlungen.(Zustimmung.) Herr A u g u st i n betont, daß die Kauflcute wohl schwerlich etwas vom Reichstage erlangen werden, wenn sie selbslständig und nicht im Verein mir den Arbeitern vorgehen. Sie mögen sich in allen Punkten mit den Arbeitern solidarisch erklären, wie ja auch— das weist Herr M i e k e r nach— nur die Arbeiter bis jetzt die Kaufleute in der Bewegung zur Erringung der Sonntagsruhe unterstützt haben. Mehrere Redner pflichten dem bei. Herr Brummert aber glaubt gegen die Verbrüderung mit den Arbeitern protcstiren zu müssen, da sich der Begriff „Arbeiter" mit dem Begriff„Sozialdemokrat" deckt. Ein Zusammengehen mit der Sozialdemokratie die nur den Umsturz will.(Stürmisches Gelächter), sei nicht von Segen für den Kaufmann.(Oho.) Man müsse sich an die Regierung an- lehnen.(Lachen, Oho.) Die übrigen Redner, Herr S ch r e v und P ahn, treten diesen Ausführungen geschickt entgegen und legen das Programm unserer Partei unter lebhastem Beifall klar. Damit war die Diskussion erschöpft. E i n st i m m i g wurde darauf beschlossen:„Die heute in Gratweil's Saal tagende Versammlung von Handlungsgehilfen und-Gehilfinnen richtet an den hohen Reichstag die Bitte, eine Schließung sämmtlicher kauf- männischen Geschäfte an Sonn- und Feiertagen von 19 Uhr ab herbeizuführen, sowie die Beschästigung der Angestellten nach dieser Zeit zu verbieten. Im Weiteren bittet die Versammlung, nach Ablauf von 3 Jahren die v o l l st ä n d i g e Sonntagsruhe im kaufmännischen Gewerbe herbeizuführen." Gegen das Ber- halten der Berliner Ortsvereine deutscher Kauflenle sprach sich folgende Resolution aus, die gegen 11 Stimmen zur Annahme gelangte: „Die heute, den 2. Juli er., in Grativeil's Saal tagende öffentliche Versammlung von Handlungsgehilsinnen und Gehihen erklärt sich im Einverständniß init den» ilteserenten dahin, daß sie es im Interesse ihres Berufes mit Genugthuung begrüßt, daß auch diejenigen Berussangehörigen, welche bisher jeder gesetzlichen In- tervention zur Beseitigung der im kaufmännischen Beruf herrschen- den Mißstände feindlich gegenüberstanden, und nur aus dein Wege der Freien Vereinbarung zwischen Prinzipal und Gehilfen das Dienstverhältniß des letztere» zu regeln suchten, im Prinzip— vielleicht unbewußt— mit dieser Anficht durch die Beschlüsse in der öffentlichen Versammlung der Ortsvereine deutscher Kausleute bei Keller gebrochen haben. Die Versammlung verurtheilt aber entschieden das Verhalten der Mitglieder der Ortsvercine der deutschen Kailsleute in der Kellcr'schen Versammlung, welche jeden nicht diesen Vereinigungen angehörenden 5iollegen, von welchem nur die geringste Gegner- schast zu erwarten«var, nicht zum Worte kommen ließen. Eine derartige Handlungsweise kann die Interessen der kaufmännischen Gehilsen und Gehilfinnen unmöglich fördern und hofft die Ver- sannnluug, daß die Vorgänge in zener Versammlung nur vereinzelt dastehen und für die Zukiluft keine Nachahmung finden werden." Nachdem noch die Kollegen Hintze und Auerbach als Tele- girte zur Zentral-Streikkom>nission gewählt worden und nian noch beschlossen hatte, nur Hüte mit Arbeiter-Kontrolmarken zu lausen, schließt die Versammlung mit einem stürmischen Hoch aus die kaufmännische Bewegung im Sinne der modernen Arbeiter- bemegung.�� öffentlich- Versammlung der Ktuckatenre Verlins, welche am 39. Juni fand im Lokale des Herrn ttemter, Münzstraße 11, stattfand, hatte folgende Tagesordnung: I Vortraa des Herrn Litfin über: Zweck und Ziele der Gewerkschafts-Organisation. II. Diskussion. Hl. Stellungnahme zum 2. deutschen Stuckateur-Kongreß. VI. Neuwahl eines Vertrauensmannes. V. Verschiedene gewerkschaftliche Angelegenheiten. Zum ersten Punkt der Tagesordnung nimmt der Referent Herr Litfin das Wort. Derselbe führte unter anderen aus: Der Arbeiter sei bei der heutigen Klassenlage zur Erringung besserer Arbeitsverhältnisse gezwungen, ausklärende Vorträge zu hören, gute Lektüre zu lesen und sich vor Allem der Organisation anzu- schließen. Nur dann könne er dem Kapitalistenringe, der plan mäßig die gewerkschaftlichen Vereinigungen zu sprengen sucht und den Beistand der Behörde genießt, wirksam entgegen- ämmlung statt, die von Herrn Laukau einberufen war. TüP var gut besucht und empfing, nachdem das Bureau gebildet, iuu*, ywe,—».V____ �________ als Referenten bestellten Reichstags-Abgeordneten Georg S i machet mit lebhaftem Beifall. Dieser behandelte in ei- gediegenen Vortrag zuerst die Schädlichkeit und Abschaffung Getreidezölle. Er wies nach, daß die Getreidezölle nicht, ivie hierin noch treten. Der Vortag wurde mit großem Beifall aufgenommen. Es wurde dann folgende Resolution einstimmig angenommen: Tie am 39. d. M. im Lokale des Herrn Zemter tagende öffentliche Versammlung der Stuckateure erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden, erkennt die Nothwendigkeit einer immer regeren Agitation, welche nur eine stramme Organisation Schaffen kann, an, und verspricht, in diesem Sinne zu wirken. In der Diskussion sprachen sich die verschiedenen Herren im Sinne des Referenten aus. Wegen Stellungnahme zum zweiten Stuckateurkongreß entwickelte sich eine rege Debatte und wurde die Wichtigkeit desselben mehrfach hervorgehoben. Ein Antrag des Kollegen Braun, den Kongreß zu beschicken und in nächster Versammlung zwei Delegirte zn wählen, wurde angenommen. Es wurde noch hervorgehoben, daß die Agitationskommission in den kleineren norddeutschen Städten eine regere Agitation ent- falten müsse und wurde dabei die traurige Lage der Magdeburger Kollegen hervorgehoben. Bei der nunmehrigen Wahl eines Vertrauensmannes fiel die Wahl auf Kollegen Meyer. Unter Gewerkschaftliches rügt Kollege Scherbing das unehrliche Verhalten eines Kollegen(Nichtvereins- Mitglied), der sich vom Meister Arbeit hat bezahlen lassen, die er »och gar nicht geliefert. Er hat sich heimlich das Werkzeug vom Bau geholt und ist dann nicht wieder gekommen. Es wird noch ein Fall angeführt, wo ein anderer sich eine Unterschlagung von 9 M. hat zu Schulden kommen lassen und wird darauf hinge- iviesen, daß solche schmutzigen Elemente in der Oeffentlichkeit ge- kennzeichnet werden müssen. Hieraus schließt der Vorsitzende die Versammlung um ILVe Uhr. Der Lächverein sämmtlicher an golsbearbritnngs- Dlaschiuen beschäftigter Arbeiter hielt am Montag, den 39. Juni, in Fenske's Lokal, Landsbergerstr. 37, seine gut besuchte Mitglieder- Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: . Vortrag des Herrn Stadtv. Vogtherr über:„Arbeitszeit und Arbeitsruhe". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Der Vorsitzende eröffnete die Versammlung um 8 Uhr 35 Min. Nachdem der Schriftführer das Protokoll der letzten Versammlung verlesen und dasselbe angenommen war, erhielt Herr Vogtherr das Wort zu seinem Vortrage. Derselbe führte aus, daß für den Ar- beiter nichts geschehen ist, obwohl sich die Unternehmer immer briisten, was sie für uns gethan haben. Da wir unbeschränkte Arbeitszeit haben, soll es durch die neue Gewerbe- ordnung geändert, und wie manche sagen, gebessert werde». Reicher Beifall lohnte den Referenten am Schlüsse seines interessanten Vortrages. In der Diskussion sprachen sich sännntliche Redner im Sinne des Referenten aus. In Ver- 'chiedenes wurde der Antrag eingebracht, den streikenden Kupfer- chmieden 39 M. aus der Vereinskasse zu bewilligen. Der Antrag wurde angenommen. Ebenso wurde den vom 1. Mai gemäß- regelten Bietallarbeitern 39 M. bewilligt. Alsdann machte der Vorsitzende bekannt, daß am 26. Juni eine Versammlung der Holzindustriellen im Felfensaale des Prälaten tagte, um Stellung zu nehmen gegen die Arbeiterorganisation, zu welcher höchst ver- traulich eingeladen wurde. In dieser Versammlung, welche ohne polizeiliche Ueberwachung tagte und bei welcher sie nun dachten, so ganz unter sich zu sein, sprachen sich die Herren dahin aus, den Fachverein der Arbeiter zu sprengen, denn derselbe nehme eine immer größere Macht an. Alsdann prahlten sie noch mit ihrein Arbeitsnachweis, welchen sie in letzter Zeit eröffnet haben, was mit großer Entrüstung angehört wurde. Kollege Stein stellte den Antrag, daß sich die Kollegen verpflichten, den Arbeitsnachweis der Holzindnslriellen nicht in Anspruch zu nehmen. Ter Antrag wurde einstimmig angenommen. Dann wurde der Wunsch auS- gesprochen, das Bundesschießen in Pankow nicht zu besuchen. Es wurde das mit Beifall aufgenommen. Da weiter nichts vorlag, und der Vorsitzende die nächste Versammlung, welche am Montag, den 14. Juli, in demselben Lokale stattfindet, bekannt gemacht hatte, wurde die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung geschlossen.— Die Arbeits- nachweise beenden sich: Mariannen-User4 bei Jähn und Veteranen- straße 22' Petersen. G.' zahlreich besuchte öffentlich- Zteinmeh- Verja.amlung fand am Freitag, den 27. Juni, in dem Lokale des Herrn Müller, JohanneSslr. 29, statt. Im ersten Punkt wurde die Abrechnung vom Bnnzlaner und Wiesbadener Streik, soivie die Einnahme der Extrasteuer vom Mai bekannt gemacht und für richtig befunden. Unter„Verschiedenem" wurden die Kollegen von mehreren Rednern aufgefordert und es ihnen zur Pflicht gemacht, daß jeder hier beschädigte Steinmetz dem Fach- verein und auch dem Verbände der Steinmetzen angehören müßte. Von mehreren Kollegen ivurde angefragt, wie sie sia, zu verhalten hätten, wegen der Streitigkeit, die ans ihrem Arbeitsplätze mit dem Meister stattgesunde» hat. Es sind dort mehrere Werkstücke zu machen, wofür sie den Preis von 8 M. erhalten sollte»; es war unmöglich, die betreffenden Stücke chr diesen Preis herzu- stellen und sie verlangten mehr, wurden aber schroff abgeiviesen. Da nun der betreffende Meister der In- nung angehört, so wurde den Kollegen der Rath ertheilt, sich an den Gesellenausschuß zu wenden. Z» gleicher Zeit lief auch folgende Resolution ein:„Die heutige öffentliche Sleinineg-Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen der Kollegen des betreffenden Platzes einverstanden. Die Angelegen- heit ist so schnell wie möglich dem Gesellenausschuß zu unter- breiten und die Versammlung fühlt sich mit den Kollegen soli- darisch." Diese Resolution wurde einstimmig angenommen. Außerdem war noch eine Resolution gestellt und einstimmig an- genommen: Da die Kollegen in dieser Versammlung ermhren haben, daß sie dem Fachverein nur für maßgevend halten können, o erklären sie hiermit, alle Mann für Mann dem Fachvcrein der Steinmetzen Berlins beizutreten. Es wurde den Kollegen nlin noch ans Herz gelegt, daß sie, nachdem sie dafür gestimmt, auch nun zu den Versammlungen kommen und sich einschreiben lassen sollen. Dann wurde noch bekannt gemacht, daß das Sonnner>est, ivelches vom Fachverein veranstaltet wird, am 19. Juli in Wei- mann's Volksgarten stattfindet. Am letzten Sonntag hielt der Cozialdemosiratische Lese- und Divltutir-Verein„Kerwegh" seine zweite Wander- Versamnilung unter Vorsitz des Genoffen Volkmann in Renz' Salon, Naunynstr. 27, ab. Der Vortragende, Herr Kendziora, entledigte sich seines Vortrages:„Ter llteichthum in Plato's Staat" in vortrefflicher Weise. Der Vortrag wurde von den zirka 399 Besuchern mit größtem Interesse verfolgt und mit Beifall aufgenommen. Auch die sich hieran schließende Diskussion war sehr lehrreich, so daß es sehr zu empsehlen ist, solche Versammlungen zn besuchen. Zum Schluß gelangte sol- gende Resolution zur Annahme: In Erwägung, daß es dem Einzelnen schiver fällt, sogar unmöglich ist, sich über Wort und Schrift, die oie besten Schriftsteller geschrieben, Klarheit und Berständniß zu verschassen; in Erwägung, daß eS dem Einzclnen in engeren Kreisen leichter ist, seine Geoanken zum Ausdruck zu bringen, tritt die Versammlung mit voller Kraft für den Beitritt in den sozialdemokratischen Lese-, Diskutir- und Arbeiterbildungs- Verein ein; denn nur da kann man die richtige Erkenntniß für Diskussionen erlangen, die einem jeden Arbeiter im wahren Sinne des Wortes zu konimen. Ulagbebnrg, den 2. Juli. Gestern Abend fand im großen Saale des Schloßgarten-Etablissements eine öffentliche Volksver- �selreioezoue. iüu» imu;, vup. Agrarier behaupten, vom Auslande getragen würden, sondern« sie die einheimischen Konsumenten belasteten. Nach Ablauf a Pause sprach der Referent noch über den Nutzen einer beiterpresse. In der darauf eröffneten Diskussion nahm dakteur Müller das Wort, während dessen Rede der überwacl Polizeikommissar die Versammlung auflöste. Die Anwesenden ließen in musterhafter Ordnung den Saal. vroße«»»erat- yersauimlung der Freien Vereinigung der Berlins und Umgegend am Sonntag, den o. Juli, Vormittags io Orschel's Salon, Sebastianstr. so. z>«»in jne Negelung der gewerblichen Perhältniss» der Kerlino»nd zlingegend. Montag, den 7. Juli er., Abends 7% UO' Erundcr's Salon, Schwerinstr. 13: Mitgliederversammlung. itft- und Diokutirtiliib„Zlniversnin Freitag, den 4. Juli, Äff 9 Uhr, im Restaurant Bähland, Bülowitr. 02: Vorlesung aus Karl Matt darauf folgender TiSkusston. Gaste haben Zutritt. vrdrntliche veneraluerfirinmlnng der«inseber lSischler) die» Sonntag, den o. Juli, Vormittags 1«; Uhr, Reue Friedrichstr. 44. ischeint »'s Haut WVIIIUWV)/«v»»— W................--rj..... w____ ordnung: 1. Wahl eines ersten nnd zweiten Vorsitzenden. 2. Abrechnung 2. Quartal. 3. Verlegung des Arbeitsnachweises. 4. Fragetastsn. Daß Mann am Platze sind, ist Ehrenpflicht jedes einzelnen Mitgliedes. Fachurrein siir Hchlosler und ttlalchinenbauarbeiter Berlins Umgegend. Generaloersammlung am Mittwoch, den 9. Juli, Abends' in Feuersteines Salon, Alte Jalobstr. 75. Tagesordnung: l. Abrechnung! 2. Quartal. 2. Ersatzwahl des Vorstandes und der ArbeitsnachweiWJ Mission. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Entrichtung der Beitr 4. Wahl eines Vergnugungskomitee's. 5. Verschiedenes und Frage»- Pflicht sämmtlicher Mitglieder ist es in dieser Versammlung zu erscheines�onniag. Uersarnmlung de« zirrei»» mv Nlastrung der Sntereflen der I( liner ttochdrcher am Sonntag, den s. Juli, Vormittags ich; Uhr, �luter i stauranl Schlüter, St. Martusstr. io. Tagesordnung wir» in der Ber"- lung bekannt gemacht. Billetausgabe zum Sliftunasfeft. Wir ersuch-. Mitglieder, die Versammlungen regelmägta zu besuchen und zur i�i und Förderung de» Vereins neue Mitglieder einzuführen, da solche in r Sitzung aufgenonimen werde». BereinSbeiträge nimmt der SassirerJ Sretschmer, Palltsadenslr. 46, auch in seiner Wohnung entgegen. Um d* liches Bezahlen werden die Mitglieder gebcien. � «gelang-, Turn- und gesellige zlereine am Freitag. Kaisern — nnergciangverein Abends o Uhr im Restaurant Tamm, Schöna Allee 2g.— Gesangverein„Pausebeutel" Abends s Uhr im Restaurant V Alexandrinenstr. 15.—„Liedertafel der Maler und verwandter Berufsgcn« Abends 9 Uhr im Restauranl Kleine, Brandenburgsir. 69.— Buchbi« Männerchor Abends K Uhr bei Feuerstein, AlteJalobssir. 75.— Gesang' „Flöter'fchcs ToppelguarteN" Abends 9 uhr im Restanrant Musehold,* bergerstr. 31.— Gesangverein„Fortschritt" Abends» Uhr im Res« Blumenstr. 40.— Gesangverein„Echo 1972" Abends 9 Uhr Lrantensirax Reue Mitglieder werden aufgenommen.— Sesaugvercin„Dfstan"»■ 9 Uhr, Tresdenerstr. 35 bei Wustavus�—.vupp-rtflche Sanger-BereuA Harmonie" Ä'b-'nds 9 Uhr ver Rieft, Weberstr. 17.- Gesangverein�� Hain" Abends o Uhr Adalbertstr. 21.— Liedertafel� des Fachveretns der Gesangverein„Nord" Uebungsstunde Abends Uhr im Restaurant■ Brunnenftr. 38. Stimmbegabte auch passive Mitglieder werden ausgenoi — Gesangverein„Collegta" Abends von 9— it Uhr bei Schuster, Oranie« — Votgt'scher Dtletianrcn-Orchcsterverctn, Uebungsstunde von 8�— ll Abend« im Louisenstädttschen Klubhaus, Annenstr. is, l Tr.— B- Turnaenossenschafl<5. Männerabtheilung) Abends � Uhr in der städt Turnhalle, Wafscrihorstr. 31.— Turnverein„Hajenhaids"(Wännerabth«> Ab. 8 Uhr Dieflenbach str. so— oi.— Turnverein„Froh u. Frei"(Männi» Abends 8� Uhr Bergstraße 59.— Wissenschaslltcher Berein für Rolls Stenographie Abends 8j; Uhr im Restauranl Ziethen, Toroiheenstr. 3l.' rtcht und Uebungsstunde.— Allgemeiner Arends'scher Stenographen« Abtheilung„Vorwärts". Abends Uhr im Restaurant Kall, Mari« platz it.— Arcndsflcher Stenographenverei»„Apollobund" Abends 8 ist Restaurant Seydelsir. 3ü.— Verein ehemaliger Tr. Toedbelinscher Schüler g Uhr im Restaur. Krebs, Friedrichstr. 208.— Ztlherverein„rllpenoeUchdn" 8\ Uhr im Restaurant„Wahlftan" Bellcallianceflr. 89.— Rauchrluh„B Abends 9 Uhr im Hohenzollerngarten Steglitzerstr. 27.— NauchlluS-„B> biatt" Abends sif Uhr im Restaurant Stalttzerftr.>47».— Rauchiiuv ,- Zwang" Abends Uhr im Restaurant W. Spälh Weinfir. 28.— Berel» maliaer Schüler der 22. Semeindeschule AbendS 9 Uhr im Restaurant««9. Slcglitzerstraste 18.— Sozialdemolrattscher Lese- und Dtslurirllub Abends 8z Uhr Adalberlstraßc 8 bei Schneider. Gäste durch Ä tonnen einaeführl werden.— Sozialdemolralischer Lese- und Disn Borwärl« Abend» 8X Uhr in Poland'» Lolal, Siaunnnstr. 87. Sitzung. lönnen durch Mtlolieder eingeführt werden.— Männerqwr der„®! Mechaniker" Abends 9 Uhr im Reftanranl Krüger, Franzfir.»— ehemaliger Schüler der 2». Sem-tnd-schui- Abends a\ Uhr Königstadt! *—'-----—«m /a~f4.. t.....__ S\ Bei Dei d e asse v siforde: cht üb« acht u f dem re Ve f klein äge voi ichts i 'uster, ewicht aare i hrt d ner B ebstuh nach Landsbergerstr 73, sstes, le l finde! aufe e hästlich Vrenflau» Donnerstag, 3. Juli. Bei der im WahA. Prenzlan- Angermünde stattgehabten Ersatzwahl für den ve 9.1 3 Depesrlien. (Molffs Telegraplien-Kurea».) denen Reichstags- Abgeordneten v. Wedell- Malchow wurde«>m sj) runder Zahl abgegeben: für den Geh. Regierungsrath, Land.x 2jje _„o/w*-S!» CU-fcr—s\ für ii v. Winterfeld(kons.) 19 999, für Rohland"(dfr.)"4990/ für berger(Soz.) 1399 Stimme«. Der Erstere ist sonach gewäh��� jreise fc VvrefKalken der Medaktiott« Bei Anfragen bitten wir �die Abonnements-Quittung beizufügen.** Antwort wird nicht«rlheUt. A. N. Sie mußten am 39. kündigen..„Ms eir '——__ CYX„/- C ITl.—___«___.... D. 3. Der Brief ist angekommen; die Artikel«W�'.nzuvich legentlich verwandt werden. eituna M.|l. 1890. Wir bitten um Ihren Besuch., s.-• � A. K. 100. 1. Wer trotz bestehender Utägiger, � entlassen worden ist, kann für diese Zeit Entschädigung ver»i™pnacht. d.i. den Betrag des Lohnes, welchen er während dieser Z�gr De WMMMWWMWMMWMMM Z'M. dient haben würde, abzüglich desjenigen Betrages, den r u anderweit verdient hat. Es kann also nicht die ganze /tpmiefo« tnpri'iim mptf©TArtW ptüp Qpit Tnrm nndpriVlfit J...,. gewiesen werden, weil der Klüger eine Zeit lang anderweit-� hatte. 2. Auch wenn die Anwalts- oder Gerichtskosten' stanz nicht gezahlt sind, nimmt das Verfahren in zweiter Fortgang. A. J. Sernauerstr. Dieser Anspruch verjährt in � Jahren. f. I. Gdettzergerstr. Darlehiisforderungen veriähreH��ck dreißig Jahrein JT A. 85. Das Dienstmädchen, das vom Hansherrn(rj handelt ivorden ist, muß sich zum Zwecke eines Sühueverfi. au die Revierpolizei wenden. Sonst kann der Hausherr, das Mädchen den Dienst verlassen hat, dasselbe pvlizeilich holen lassen..1 Tis. S. Kr-slinrrrstr. Wer Verwandte oder Sch«� Antc Blc ______ Wer Verwandte«ji, cltern Sei sich"beherbergt, ohne einen Entgelt dafür»u r«» �. der kann dafür nichts fordern, vielmehr gelten alle Zuw« als geschenkt....„ � G. 10. C. K. Sie und Ihre Frau können allerdings Es "'~.<3'-WiV 44»yAlfVV 4-4444 V4 4 4 V.~~.-j Vorminid beanspruchen, daß er Ihnen für das Kind ErziebAch �al geld giebt, welche aus den Zinsen, nöthigenfalls auch vom L ischt ge «sm Maimul eile bc zu nehmen sind. Dagegen" kann Ihnen ein Betrag schaffung von Möbeln nicht aus dem Kindesvermögen werden. Kündigung. Wenn Sie innerhalb 3 Tagen nach E« � der entgegen den Kontraktsbedlngnngen nicht durch Ei»I�I"P'"™ brief erfolgten Kündigung gegen dieselbe dem Wrrth geg»usstell proteslirt haben, so ist diese Kündigung hinfällig.-;-Uchtun J. K. Htraulibergerstr. Der junge Mann kann M« lnng des vollen Gehalts klagen. Der Ches ist nicht' rachtetl das Weihnachtsgeschenk zurückzufordern._ Kelenchj I. D. Verklagen Sie oen Betreffenden auf 3avllV,2r" restlichen 17 Mark und lassen Sie aus Grund des Urlhe« Z, Anzug vom Gerichtsvollzieher pfänden und versteigern. der Schnloner damit einverstanden ist, so können Sie de» natürlich auch freihändig verkaufen. D. K., Slnmenstr. Ihr Bruder ist. nachdem r-■- und sodann sein Kind gestorben, alleiniger Erbe seiner wie Bin worden. Er erbt aber natürlich nur dasjenige, was 1/9 t iffoteu, d zur Zeit besessen hat, nicht etiva das, was sie noch 1?� Zchopfi ihren Eltern zu erwerben hoffen konnte. Verantwortlicher Redakteur: Cnrt Laake in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Lading in Berlin SW., Beuthstraße 2.