1 zu s' �ucW � Mr. 154. Sontttag. den 6. Juli 1890. y. Jahrg. onneP nW n# Ii. he � l wsl ctigt ühd' itaDl -lksb» MmMkMl hbarsl! flflj »«-* Hrgan für die Inierefsen der Arbeiter. -a•■ricrn Das„Berliner Volksblatt" erscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. AbonnementSpreiS für Berlin frei »MÜIin S Haus viertchahrlich ZM Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. reelle> Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3,30 Mark pro Quartal. |(Eingetragen in der Postzcituugspreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) Kreukliand» täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oester-reich-Ungam L Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. 6l Jnsertionsgebühr betrügt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS» Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Bcuthltraße 3, sowie von allen Anuoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3— 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. � �'] VI. Ar. 4106..» Fernsprecher: Amt palt r= Nrdslükion: Veukhstvntze 3.— Expedition: VeukhfleMe 3. Ms rJ Arteilj>ie Dss neue Murkell. ilM Im neuen Reichstag hat nunmehr das Zentrum Rolle der Nationalliberalen übernommen; das U�jneue Kartell ist da. Die Mehrheit will an Be- slreisllvilligungseifer nicht hinter dem Kartell von 1887 zurück- chlosschleiben; sie hat geleistet, was zu leisten war, und wird �T�dies auch in Zukunft thun. Wenn man jetzt den unge- � meuren Militärforderungen zugestimmt hat, um einem Konflikt" auszuweichen, so wird man im Herbste Itj'llchjeselben Gründe geltend machen können, der neue und irken. noch größere Militärforderungen bringen wird; denn wen ■f- man heute mit dem„Konflikt" ins Bockshorn jagen kann, der wird im Herbst auch nicht Stich halten. Der Unterschied zwischen dem alten und dem neuen Kartell ist nur, daß die Nationalliberalen seinerzeit„m i t H u r r a h" bewilligten, während Herr Windthorst vor rüiiMder ganzen Nation einen Tanz auf dem Drahtseil aus- �führt, der die Bewunderung aller anderen Seiltänzer er- ■) regen muß. Aber auch nur der anderen Seiltänzer, denn •"t den Augen der rechtlich denkenden Leute des In- und üslandes wird diese Seiltänzerei dem deut- chen Parlamentarismus weder zur Ehre och zur Kräftigung gereichen. Nun, wir haben uns über die Natur des Zentrums jemals getäuscht und stehen drum auch nicht mit offenem "unde da, wie gewisse naive Leute, welche immer noch glauben, durch wohlgedrechselte Redensarten und zierliche Komplimente das Zentrum auf die Bahn einer volfö 'thüinlichen Opposition zurückrufen zu können. Wie wird �aiit Herr Windthorst in sich hineinlachen, wenn er diese ver- AnDo orenen Stimmen in der Wüste hört! Das neue Kartell hat auch in der Arbeiter- -"t�frage so ziemlich nach dem Muster des alten gearbeitet. � Während die Hurrah-Majorität dem Volke Millionen ddiiMber Millionen an neuen Lasten auflud, ganz unbeklim- g« mert um die Seufzer, die ans der schwer um ihr Dasein ringenden Masse emporstiegen, glaubte sie allen Beschwer- ßiitJ'den die Spitze abzubrechen, indem sie das famose Alters- guistülnd Invaliden-Vers orgungsgesetz, den Triumph Vis- ie««>marck'scher Sozialgesetzgebung, noch annahm. Die Küm- o�merlichkeit dieses„Geschenks", das den Arbeitern ans ihre W�Kosten gemacht wurde, ist heute Niemand mehr verborgen «Hi geblieben. Was sonst an Arbeiter-Gesetzgebung auf der ke 6, Tagesordnung stand, ward von dem Kartellreichstag ein- ch fach von der Hand gewiesen. Man sprach wie immer 'ndr'e�r t,0n Arbeiterschutz und das Zentrum nahm g den Mund vielleicht am vollsten davon. Aber zu Stande Uigsts kam Nichts und die Bestrebungen, die auf Verkürzung mioei der Arbeitszeit gingen, wurden mit den plattesten Gründen abgewiesen. Da kam endlich der Sturz Bismarck's und mit ihm erschienen die kaiserlichen Erlasse. Die in denselben enthaltenen Gedanken fanden erst allgemeinen Beifall. Wir glaubten nicht au diesen Beifall, denn wir kennen unsere Bourgeoisie und die mit ihr verquickten Parteien viel zu gut. Wir sagten gleich, der Widerstand gegen die Tendenz der Erlasse werde von den herrschenden Klassen ausgehen und die Bourgeoisie werde bemüht sein, in der Ausführung der Erlasse vor- zubengen, daß etwa den„oberen Zehntausend" bedeutende Konzessionen an die Arbeiter zugemuthet werden würden. Das traf zu; schon im Staatsrath erhoben die Groß- industriellen heftigen Widerspruch gegen die Grundgedanken der Erlasse. Die Regierung, welche durch ihre sozial- politischen Geheimräthe die Arbeiterschutzvorlage aus- arbeiten ließ, verfiel offenbar in ihren althergebrachten Fehler; sie hatte für die Klagen und Beschwerden der Großindustriellen ein viel mehr offenes Ohr, als für die Beschwerden und Forderungen der Arbeiter. So ist es denn auch gekommen, daß die Geheimräthe, welche die Vorlage ausarbeiteten, dieselbe gar nicht den kaiserlichen Erlassen entsprechend gestaltet haben; mehrere wichtige Fordenmgen der Erlasse sind in der Vorlage gar nicht berücksichtigt worden. Wir glauben schon, daß mit solch einem Regierungsmechanismus schwer zu arbeiten ist. Dann ging die Vorlage an die Kommission und die Behandlung, die sie hier erfuhr, entsprach ganz der neue« Kartellpolilik. Wie sonst, flössen auch hier die Vertreter der bürgerlichen und junkerlichen Parteien über von Schmeicheleien und Wohlwollen für die Arbeiter. Wenn sie es wirklich aufrichtig meinten, so hätten sie sich doch auch sagen müssen, daß die Wünsche und Forderungen, die von den sozialdemokratischen Mitgliedern der Kommission kundgegeben wurden, direkt ans den Kreisen der Arbeiter kommen und darum auch eine be- sondere Berücksichtigung verdienen. Aber nichts von alle- dem. Was von den Sozialisten kam, wurde Alles rück- sichtslos niedergestimmt. Auch die freisinnigen Vertreter, die beim Erscheinen der Erlasse sich geberdet hatten, als hätten sie den Arbeiterschutz von jeher gepachtet gehabt, glaubten jetzt den richtigen Moment gekommen, um den Schasspelz abwerfen zu können. Mit einer Hartnäckigkeit und Ausdauer, die wirklich einer besseren Sache würdig gewesen wäre, wurden die kleinsten Zugeständnisse an die Arbeiter bekämpft. Die Berathungen wurden ans diese Weise in's Endlose verschleppt, eine Taktik, in der das Zentrum schon in anderen Kommissionen, wo es sich um Arbeiterfragen > a>» br. 6> Iseuttlekon. slachdruck verboten)_ � Schanjpieler-Glend. lostet' ens f )' Ä er Verl» tr,?! schwarzgrauen Wolken, die trübe und düster über der von 5. Kricscht nach Drossen führenden Landstraße lagen. Der -- �Wind fuhr mit selbstgefälliger Kraft durch die Pappclreihen, . st. die sich auf beiden Seiten der Chaussee dahinzogen; er trieb empljchie dürren Zweige nach derselben Seite hin. so daß jeder ,.,Ea>un das Aussehen einer vom Wind gepeitschten Fahne srk'erhielt. Die Grüben hinter den Bäumen füllten sich mit Ein Stück aus dem Bühnenleben von Julius Türk. I. In langen, endlosen Fäden floß der Regen ans den PrMehniig'em Wasser; schiver lag das einfarbige Gewölk ans ie �nden weiten abgemähten Feldern, deren Stoppeln kurz aus aß�/den grauen Pfützen hervorragten. Kein Laut ertönte, als das taktmäßige Pfeifen des Windes. Langsam, Schritt für Schritt, an Baum und Baun, irt4(0.01:bet, schlichen zwei Klepper die Landstraße entlang. Bor I» cnien öeitcvioageu w ......„öv.. waren sie gespannt; zwei Bretter waren js.,«der Länge nach über den Wagen gebreitet und dienten einer l bunten Gesellschaft von acht Personen als Bänke. Müde ten ße&en die abgetrabten Klepper die Köpfe hängen, die durch- löcherten Decken trieften vom Wasser. isefl. In einer Entfernung von hundert Schritt! folgte dem .. ersten Wagen ein zweiter, in dessen Innern bis hoch über tel'j/das Gitter hinaus Kisten, Reisekoffer, Holzkoffer, Körbe, chen Latten mit grauer Leinewald umwickelt, ein Bündel Schwerter, zwei Gewehre, ein Stoß runder Hüte und viele andere wundersame Geräthe eng zusammengeschnürt bei ein- ander lagen. Uebcr sämmtliche Geräthschaften war ein graues Leinentnch gebreitet, dessen Enden in die Ritzen zwischen Kisten und Kasten hineingestopft waren. Die Pferde dieses Wagens kamen nur schwer durch den aufgeivcichten Boden. Besorgt schaute ein älterer Mann, der im ersten Wagen saß, nach dem zweiten Gefährt ans. „Werden die Dekorationen da auch nicht naß werden/ schrie er mit scharf akzentnirter, heiserer Stimme zu dem Kutscher aus dem Bocke empor. „Ach wo," erwiderte der,„ick habe—" „Sie müssen etwas lauter sprechen," unterbrach ihn eine Frau, die dem Fragenden gegenüber saß,„bei dem Wetter hört der Direktor schwer." Der Kutscher wiederholte seine Worte lauter:„Der Plan is jut, ick Hab ihn selbst festgestoppt." Scheinbar befriedigt beugte sich der Direktor zurück, lehnte sein hervorstehendes, spitzes Kinn auf seinen Stock und stierte in den Regen. Ein schwarzer Radmantel bedeckte die hagere Gestalt und verbarg den schwarzen an vielen Stellen blanken Rock, in dem der Thcaterdirckror seine Gesellschaft am nächsten Orte anmelden wollte. Eine graue, weiche Reisemütze bedeckte die spärlichen Haare, die dnnkelgestreift unter der Mütze hervorsahcn. Schmutzige Tropfen fielen aus den gefärbten Haaren auf den Mantel, und bei den grauen Borsten des wulstigen Schnurrbarts war die schwarze Farbe fast nur an den Spitzen haften geblieben. Neben dem Direktor saß ein etwa 25 Jahre zählendes Mädchen; ihre fest zusammengekniffenen Augenwinkel ließen nur wenig die stumpfen grauen Augen hervorblicken, ei» handelte, großes Geschick gezeigt hatte. Man hätte glauben können, es handle sich wirklich um den„Umsturz" der bürgerlichen Gesellschaftsordnung, wenn man die feierlichen Warnungen vor dem Normalarbeitstag, den A r b e i t s k a m m e r n u. s. w. hörte, welche die bürger- lichen Arbeiterfreunde im Verein mit Junker und Pfaff im Brustton des Gesellschaftsretterthums vortrugen. Sie haben erreicht, was sie wollten; sie haben die Sache auf die lange Bank geschoben, sie haben das Interesse der Arbeiter ermüdet und abgeschwächt, und sie werden es auch zu Stande bringen, daß die Vorlage eine Gestalt bekommt, die für die Arbeiter ganz unbefriedigend ist, dem Großkapitalis- mus aber um seine„industrielle Reserve« a r m e e" keine weiteren Sorgen macht. Wenn man den neuen Kartellparteien die Aufgabe gestellt hätte, sich auf immer um alles Vertrauen der Arbeiter zu bringen, so hätten sie nicht zweckmäßiger arbeiten können. Es wurde ihnen um so leichter, weil sie von diesem Vertrauen ohnehin nur in bestimmten Kreisen sehr wenig noch besaßen. Die Windthorst und Genossen werden bei den katholischen Arbeitern schon ihre Erfahrungen machen. Die aufgeklärten Arbeiter aber werden um so fester an ihrer gerechten Forderung auf eine Erleichterung des Kampfes um's Dasein festhalten. Darum wird auch das neue Kartell, wie das alte, in Trümmer gehen! Nottkikiho Aelrrvstichk. Der Reichokanzler a. D.» der ja allerdings Grund zum Mißvergnügen hat, soll sich dieser Tage insbesondere über den Vertrag mit England sehr mißvergnügt ge- äußert haben— er hätte nie seine Unterschrift unter einen solchen Vertrag gesetzt. Nun, der Vertrag hätte unzweisel- hast besser sein können; wenn wir sämmtliche Fiebersumps- und Sandwüsten des„dunklen Kontinents" den Engländern oder den Eingeborenen überlassen und Helgoland nur unter der Bedingung übernommen hätten, daß nie eine Kanone hingeschafft iverden darf, dann wäre der Vertrag entschieden weit vortheilhafter für uns gewesen. Immerhin ist anzuerkennen, daß er viel schlechter hätte sein können— und das ivill schon etwas besagen. Jedenfalls hat aber der Reichskanzler a. D. von allen Menschen der Welt das wenigste Recht, sich über den Ver- trag aufzuhalten, denn erstens hat e r die Suppe eingebrockt, die sein Nachfolger niit diesem Vertrag aufzuessen hatte, und zweitens hat er auf kolonialpolitischem Gebiet einen Ver- trag abgeschlossen, der so skandalös ist, daß er ihm jedes Recht nimmt, über Andere zu skandalisiren. Wir meinen den Vertrag bezüglich der Samoa-Inseln. Wer eine solche großer schwarzer Hut überdeckte die niedrige Stirn fast ganz, ihre ein wenig aufgeworfenen vollen Lippen preßten sich eng zusammen, wenn sie auf ein kleines Kind sah, das auf ihrem Schöße ruhte. Das kleine Wesen war eingehiillt in einen blau und rothkarrirten, an vielen Stellen mit andersfarbigem Stoff geflickten Mantel, dessen weite Aermel des Kindes Aermchen ganz verbargen. Jetzt erhob es das rechte Füßchen ein wenig und stieß ein leises, klägliches Wimmern aus, das der pfeifende Wind verschlang. „Das Dingchcn hat Hunger, Anna", sprach mitleidig die der Trägerin gegenübersitzende Frau,„geben Sie ihm doch die Flasche." „Das muß ich besser wissen", versetzte die Angeredete, „vor einer Stunde erst Hab' ich dem Balg die Flasche ge- geben. Da kann der Schreihals doch nicht jetzt schon wieder Hunger haben." Und sie gab dem Kinde einen Klaps. Die mitleidige Rathgeberin wollte auf Aima's barsche Antwort etwas erwidern, doch ein plötzlicher Hustcnanfall verhinderte sie am Sprechen. Auf ihren Wangen, die eine fahle Blässe bedeckte, erschien eine dunkle Röthe, die bald durch scharfbcgrcuzte rothe Kreise verdrängt wurden. Rasch hüllte sie ihr Nachbar in den weichen, braunen Mantel und schloß seinen Arm fest um ihre Taille. Aengst- lich blickte er ihr ins Auge und athmete erleichtert aus, als das Keuchen in leisem Hüsteln erstickte. „Du hättest doch lieber in Kricscht bleiben sollen, liebe f ohcnstein", sagte er leise,„Du kannst diese angestrengte ahrt doch nicht aushalten— das geht über Deine Kräfte — Du hast Dir zuviel zugemuthet." „Nein, nein", erwiderte die Angeredete mit angestrengter Stimme,„es wird schon gehen. Der Mantel hält ja warm. Unkenntniß der thatsächlichen Verhältnisse in jenen fernen Gebieten bekundet hat, wie dies Fürst Bismarck that, nidem er tölpelhaft in die Machtsphäre der Vereinigten Staaten eindrang, und wer sich dann mit Schimpf und Schande hat zurückziehen müssen, wie das durch jenen Samoa- Vertrag geschah, der darf überhaupt nicht von blamablen Verträgen reden. Es ist überaus schwierig» in Folge der sich oft wiedersprechendcn Berichte aus den Zentren der Bergwerks- und Eisenindustrie, einen sicheren Schluß über den gegen- wältigen und zukünftigen Geschäftsgang dieser für unsere ökonomischen Verhältnisse wichtigen Betriebe sich zu machen. Während vor� kurzem etn allgemeiner Niedergang der Erz- und Eisenpreise aus England gemeldet wurde, lauten die Berichte jetzt im ganzen günstiger, der Absatz in Eisenbahn- Material hat sich gehoben und mit ihm die Preise, während andererseits über Mangel an Nachfrage für Schiffsbau- Materialien geklagt wird. Die Nachrichten aus den rheinisch- westfälischen Industriegebieten sind ebenso schwankend und jedenfalls eine Folge der unregelmäßig eingehenden und nicht umfangreichen Bestellungen, welche bald bei dem einen oder dem anderen Werke gemacht werden. Ani schwächsten scheint es mit der Walzeisen-Jndustrie zu stehen, und aus dem Siegen'schen kommt die Nachricht, daß das seit zwanzig Jahren in Siegen bestehende Feinblech-Walzwerk der Firma Ax, Schleifenbaum u. Mattner den Betrieb vollständig eingestellt und sämmtliche Arbeiter entlassen habe. Als Grund für diese Maßregel wird gänzlicher Mangel an Aufträgen angegeben. Nach allem Anscheine geht die deutsche Arbeiterwelt einer geschäftslosen Zeit mit ihren Leiden und Entbehrungen entgegen, die der nahende Winter steigern wird. Es scheint nicht, als ob die deutschen Regierungen ihre Aufmerksamkeit aus diese Eventualitäten richten. Die Bergleute von St. Ingbert in der Pfalz, über deren Kündigung wir am 28. Juni berichteten, werden jetzt die Hilfe des Landtages anrufen, jedenfalls auch vergeblich. Während diese Bayern beschäftigungslos sind, werden auf der Wolfratshauser Bahn bei München, deren Bau jetzt in Angriff genommen worden ist, die billig arbeitenden italienischen Arbeiter eingestellt. Es ist nicht Mißgunst deutscher Arbeiter über die Verwendung der italienischen, welche bei ersteren starke Mißstimmung hervorruft, sondern die raffinirte Lohndrückerei, die der Unternehmer ausübt. Bei der Einführung und Erhöhung der Zölle auf Lebens- mittel haben die Reichsregierungen sowohl, wie die Mit- glieder des Reichstages, welche für ine Zölle stimmten, die Versicherung abgegeben, daß auch die Arbeiter durch das Steigen � des Lohnes Nutzen davon haben würden. Wenn diese schönen Redensarten nicht längst vergessen wären von denen, die sie gemacht haben, so würde gegen die Unternehmer des Wolfratshauser Bahnbaues eingeschritten werden. Die vom Kuudesratst in seiner Donnerstagssitzung bezüg- lich der Volkszählung von 1890 genehmigten Bestimmungen be- sagen dem Vernehmen nach Folgendes: Die periodischen Volks- Zählungen im deutschen Reiche sollen nach dem Stande vom l. Dezember des Zählungjsahres derart vorgenommen werden, daß die ortsanwesende Bevölkerung, welche aus der Gesanimtzahl der in der Nacht vom 39. November auf den 1. Dezcniber inner- halb der Grenzen der einzelnen Staaten ständig oder vorüber- gehend anwesenden Personen ermittelt wird und die zur Zeit der Zählung vorübergehend abwesenden Personen aufgenommen werden. Soweit thunlich, soll die Zählung mittelst besonderer Zählungskommissionen und Heranziehung freiwilliger Zähler in Zählkarten oder Zählungslisten in abgegrenzten Bezirken unter Leitung der Lokalbehörden vorgenommen werden, und von Haus zu Haus sowie von Haushaltung zu Haushaltung mittelst nament- licher Aufzeichnung der zu zählenden Personen erfolgen. Wo mit Zählkarteil gezählt wird, muß den für je eine Haushaltung be- stimmten Karten eine Namensliste der Personen dieser Haus- Haltung beigefügt werden. Am 1. Dezember Vormittags sollen die Zählungssormulare durch die Hmishaltungsvorstände dezw. einzelnen lebenden Personen und d,e Vorsteher oder Verwalter von Anstalten für gemeinsamen Aufenthalt, wie Kasernen, Er- ziehungs-, Versorgungs-, Kranken-, Strafanstalten, Gefängnissen ec. ausgefüllt werden. Wo dies Verfahren nicht anivendbar ist, find die Formulare durch die Zähler auszufüllen. Tie Austheilung der Zählungsformulare an die Haushaltungen hat in den letzten Tagen des Noveniber zu ersolgen und die Wiedercinsammlung mit dem 1. Dezember Mittags zu beginnen und überall am 2. Dezember zu endigen. Die Lokalbehöroen oder Zählungskom- Missionen müssen die Formulare alsbald nach beendigter Zählung einer genauen Prüfung unterziehen und die erforderlichen Ergän- zungen und Berichtigungen sofort veranlassen. Diese Arbeiten Uebrigens mußte ich doch mit, Otto, Holmer hat bereits drei Mitglieder verloren. Wenn ich nun auch zurückge- blieben wäre, so hättet Ihr in Trossen fast garnicht spielen können." „Ach, bei diesem Sallwetter", versetzte Otto mit mürrischer Miene,„kommt ja doch keine Katze ins Theater — Dn wirst Dich noch ganz hinopfern für den Alten." „Rein, laß nur. Breuner," fuhr sie begütigend fort, „ich kann doch nicht verlangen, daß Du Dich allein abmühen sollst, damit ich unthätig zu Haus bleiben kann" „Aber bedenke doch nur Deine Krankheit, wie willst Du denn gesund werden bei diesen Anstrengungen. Der Doktor sagte, Du sollst in's Gebirge, Du sollst Dich pflegen, nichts thun— jetzt fährst Du mit mir in strömendem Regen ans einem Leiterwagen. Wo soll denn da die Gesundheit her kommen V „Gesund, gesund", hauchte sie, seine Hand fassend, „nun, wird es schon gehen, und dann, sieh' mal, was soll ich zu Hmise anfangen. Unser Vorrath an Kienäpfelrahmen ist sehr groß; es wird lange dauern, ehe wir alle verkaufen. Von Deinem Theile allein können wir beide nicht einmal leben, geschweige denn die Apothekerkosten bezahlen, wenn mich schon der Arzt in Trossen umsonst behandelt.— Wir wissen ja noch gar nicht, ob wir in Trossen lange bleiben können. In Kriescht waren die Theile schon so kurz, daß Dn kaum allein auskommen konntest. Deinen zchwarzen Rock hat Dn versetzt, um mit Geld nach Trossen zu kommen. DieZängere Rede hatte sie erschöpft,— sie hielt inne. Brenner blickte starr aus das Stroh im Boden des Wagens. �, „Ja, ja. Du hast Recht, Klara", aber die Krankheit, diese Krankheit," murmelte er. Anna hatte sich inzwischen doch entschlossen, ihrem Kinde zu trinken zu geben. Sie schielte nach der Hohenstein hin, ob sie ihr Beginnen wohl sehen könnte. Dann zog sie wider- willig die Milchflasche hervor, und nachdem sie diese ans einem Milchtopse, den sie einem Korbe unter ihren Füßen entnahm, gefüllt hatte, steckte sie dem Kinde den Gummipsropfm in den Mund. Mit hastigen Zügen saugte müssen am 29. Dezember beendigt sein. Die näheren Anordnun- gen über die Vornahme der Zählung, die Prüfung und Zusam- menstellung der Ergebnffse sind den betreffenden Regierungen überlassen. Zur Zeit der Zählung sollen öffentliche Versamm- lungen und Feste, Jahrmärkte, Truppenmärsche und Truppenver- legungen, Gerichtssitzungen und andere Veranstaltungen, welche den Stand der ortsarnvesenden Bevölkerung vorübergehend wesentlich ändern können, nicht stattfinden. Als ortsanwesend sind diejenigen Personen zu betrachten, weiche in der Nacht vom 39. November auf den 1. Dezember in den betreffenden Gemeindebezirken oder Wohuplätzen sich aufhalten. Personen, welche in dieser Nacht unterwegs sich befinden, sollen als ortsanwesend verzeichnet werden, wo sie am Vormittag des l. Dezember an- langen. Zur ortsanwesenden Bevölkerung werden auch diejenigen Personen gerechnet, welche sich an Bord solcher Schiffe befinden, die im Gebiete eines Staates verweilen. Die Zählung der Zivil- und Militärpersonen soll in übereinstimmender Weise ausgeführt werden. Aus der republikanischen Zeit des Herrn Miguel hält ein Altersgenosse desselben im„Reick>ssrennd" seine Erzählung gegenüber dem Versuch einer Berichtigung in der„Frankfurter Zeitung" von einer Herrn Miquel nahestehenden Seite ausrecht. l. Nur die erste Versammlung der Republikaner in dem Rath- Haussaale zu Eisenach am 12. Juni Abends tagte unter dem Vorsitz Miguels, wie die wenige Wochen darauf von Thcilnehmern dieser Versammlung herausgegebene Schrift bezeugt. Daß er in späteren Sitzungen den Vorsitz geführt hat, ist nicht behauptet. 2. Es fanden noch zwei Versammlungen„der Republikaner" statt. Die zweite in der„Klemda" übertrug dem Studenten Miguel aus Göttingen den Entwurf einer zweiten Adresse. In dieser Vcr- sanimlung ward auf Antrag des allen Berlinern von 1348 wohl- bekannte Studenten v. Salis- Seewis aus Graubünden eine Adresse an Hecker beschlossen. Eine dritte Versammlung am 14. Juni nahm diese von Salis entworfene Adresse an. Zn der- selben Sitzung verlas Miquel einen Adreßentwurf au die Na- tionalversammlung. Aus langen Verhandlungen und aus An- trägen von Max Friedländer, dem späteren Gründer der„Neuen Freien Presse" in Wien, und von Kainpe aus Breslau ging dann die zweite Adresse hervor, welche„Wartburg, IS. Juni 1348" datirt ist. Hier niag Salis, der in» Kanton Graubünden als angesehener Schweizer Staatsmann verstorben ist, den Vorsitz geführt haben. 3. Die republikanischen Studenten waren in ihren Forderungen nicht ganz so unklar, wie es die„Frankfurter Zeitung" darstellt. Die zweite Adresse wenigstens verlangte als Errungenschaft der Revolution, daß„die freie Volkskammer die einzige gesetzgebende Behörde für Deutschland sei". Bundesober- Haupt soll ein aus den bewährtesten Patrioten freigewählter Mann sein.„Mit Einem Worte: wir wollen die Republik als die einzige Staatsform, die eines edlen und gebildeten Menschen würdig ist und die als ihr erstes Panier das theuer errungene Kleinod unserer Revolution, die gleiche Berechtigung Aller, oben anstellt. Mit Volkssouveränität und Volksgl ck ist Fürsten- sonveränität und Fürstenglück unverträglich: in ihrer Bereinigung erblicken wir vielmehr nur einen unheilbaren Zwiespalt, vor dem es zu bewahreil wir um jeden Preis dem Volke schuldig zu sein glauben." AI» vollstiindig verlsre» giebt der nationallibcrale„Ham- burgische Korrespondent" den Wahlkreis Kaiserslautern, nachdem die Nationalliberalen sich nicht hätten entschließen können, den Fürsten Bismarck aufzustellen. Fürst Bismarck habe, nachdem sich in nationalliberalen Blättern Uneinigkeit über die Oppor- tlinität der Kandidatur Bismarck's gezeigt, jetzt durch einen Ver- trauten in Kaiserslautern erklären lassen, von seiner Kandidatur abzusehen. Wenn die„Pfälzische Presse" jetzt den Wählern nicht von vornherein den Muth und das Vertrauen auf einen Sieg der Nationalliberalen erschütterte, so erfülle dieselbe nur noch eine parteitaktische Pflicht, aber der Wahlkreis sei vor der Volkspartei nicht mehr zu retten. Kismarck läßt die„Hamb. Nachr." erklären, daß er das ihm(angeblich) angettagene Mandat des Wahlkreises Kaisers- lautern nicht annehmen, verde. Bei dieser Gelegenheit theilt der würdige Greis mit, daß ihm jetzt die Nationalliberalen am näch- sten ständen. Wird das den Herren Miquel und Bennigsen Recht sein? „Uirr M-chr» Dizr-Machiweister." Die„Slraßburger Post" theilt mit, daß der Rittmeister des Trainbataillons in Straßburg, gegen den der Vize-Wachtmeister Abel in der obigen Broschüre seine Beschwerden richtete, im Laufe des vergangenen Winters in einer Irrenanstalt gestorben ist. Danach ,st anzu- nehmen, daß der Rittmeister schon zur Zeit seiner unmenschlichen, von Abel geschilderten Behandlung der Trainsoldaten geisteskrank gewesen ist. Trifft die- zu, so würde der Beweis erbracht sein, daß die bestehenden Einrichtungen nicht einmal hinreichen, um die Soldaten vor Mißhandlung selbst irrsinniger Offiziere zu schützen. Dem Reijirruuaspväjidenten in Apusberg, der be- kanntlich bestimmt hat, daß in Versammlungen, ans welche das Gesetz vom 11. März I8S9 Anwendung findet, Eintrittsgelder oder sonstige Geldbeiträg» ohne Genehmigung der Ortspolizci- behörde bei Strafe von 99 M. nicht erhoben oder eingesammelt werden dürfen, bestreitet die„Freis. Ztg." mit Recht die gesetz- das arme Ding. Wüthend, daß die Hohenstein Recht be- halten, murmelte Anna zornig:„Mit schwindsüchtigen Lungenpfcifern mnß man zusammenfahren,— es wird immer besser,— wie leicht kann man da angesteckt werden." Sie biß sich ingrimmig auf die Lippen und nur ihre Angell hefteten sich voll Aergcr und Haß bald auf Klara, bald aus das kleine Wesen, das auf ihrem Schoos; tag. Auna's Gesicht gewährte keinen unschönen Anblick. Wenn der häßliche, mürrische Zug, der von den Nasen- flügeln zum Mimd führte und der durch ihr mürrisches, abstoßendes Wesen sich stetig vertiefte, verschwand; ivenn der Mund sich zu einem freundlichen Lächeln öffnete, er- schienen zwei Reihen glänzendiveißer Zähne. Sie stachen seltsam von dem farblosen Teint ihres Gesichtes ab. Tie halbe Stirn verdeckte eine Reihe rothbrauner Ringellöckchen, die ans dein vollen Kopfhaar Hervorflossen. sVft.incfimnT fipfrtiihpva iiieim ein Berelwer ibr ein Kmnulunent Manchmal, besonders wenn ein Verehrer ihr ein Kompliment über ihre Schmiheit sagte, konnten ihre blaugrauen Augen glänzend blicken, doch seit der Geburt ihres zweiten Kindes wollten derlei Aligenblicke nicht mehr kommen. Sie putzte sich gern heraus, oftmals zog sie ihr schwarzes Bühnenkleid, das ihre volle Figur eng umgab, trotz der Abmahnungen der Qiv/ti»*»/■»/»¥» Sovon SSniTfim ftp hip rtlltpn ifM! stolzirte mit aristokratischer Doch wo sollte sie jetzt bei zwei Kindern die Zeit zu solchen Freuden hernehmen? Dieser Verlust ihrer vormaligen Ge- nüsse machte sie mürrisch und wüthend. Die Väter der Kinder, reisende Schauspieler, waren schnell von ihr gc- gangen. Die Kinder blieben ihr zurück. Sic haßte sie; wenn sie sah, wie ihre Schwester Klara,„die erste Liebhaberin, die es dick hinter den Ohren habe, wenn sie nur reden, volle". umschwärmt wurde. Sie fühlte sich stets zurückgesetzt, von allen verachtet, und sie hatte doch die größte Arbeit. Ter kleine Kuno, ein hübscher fünfjähriger Schlingel mit blonden Haaren und blitzblanen Augen, machte ihr noch den wenig- sten Kummer. Des Tags trieb er sich ans der Straße herum und nur, wenn er Hunger hatte, oder wenn er von seinen i Erzen; liche Zukäsfigkeit einer derartigen Polizeioerordmmg, welch»• 24 Sti eine Einschränkung der Versammlungsfreiheit hinausläuft..1 Minist sagt:„— Sie halten diese Polizeiverordnnng für gesetzwidrig' des D können nur rathen, vorkommenden Falles gegen StrafoerfügBs Abmai Einspruch vor Gericht zu erheben. Es ist nicht gestattet, ts mit Er Polizeiverordnungen Bestimmungen über Materien zu trw unbegr rvelche durch ein Gesetz rvie das Vereinsgesetz von 1859 gcrff P sind. Außerdem bestimmt Art. 39 der Verfassungsurkunde � Krapo drücklich, daß das Gesetz die Ausübung des Vcrsammlungs-' Nihili Vereinsrechts regelt und daß politische Vereine Beschränkt wiesen nur im Wege der Gesetzgebung unterworfen werden dürfen.? P hat denn auch jenes Verbot von Eintrittsgeldern oder fonffc den G Geldbeiträgen sachlich für einen Zweck? Bettelei wird doch erfolgt dieser Form nicht getrieben. Im Gegentheil wird die Ordr« sonder in Versammlungen erleichtert, ivenn es nicht Jedermann a als Z weiteres gestattet ist, Versammlungen beizuwohnen." be Die übtvfteifdje Auswanderung ans dem Deuts» die be Reich über deutsche Häfen, Antwerpen, Rotterdam und Atnl' ben er dam betrug im Monat Mai 1399 11 829 und in der Zeit baß es Anfang Januar bis Ende Mai 1690 42 977 Personen; J hchbe t letzleren kamen aus der Provinz Posen 6823, Pommern 6® öckand Westpreußen 5364, Bayern rechts des Rheins 3316, Ham 2677, Württemberg 2534, Schleswia-Holstein 2999, Branden! mit Berlin 1633, Rheinland 1509, Baden 1339, Hessen-Naffa« Schlesien 914, Kgr. Sachsen 825, Rheinpfalz 817 u. s. w. Eine urue vom„Reichsanzeiger" veröffentlichte Verordi zum Alters- und Jnvaliditätsgese tz besagt, daß nach§ 12 Absatz 2 und 8 des Reichsgesetzes, betreffend die validiläts- und Altersversicherung, vom 22. Juni 1839(R Gesetzbl. S. 97) im Verwaltirngsstreit-Verfahren zu entscheide Streitigkeiten der Entscheidung des Bezirksausschusses unterli Gegen die Entscheidung des Bezirksausschusses ist nur das R mittel der Revision zulässig. daß e »nßbre ben m Versuc Fräule daß wüßt aussag sie Hai sobald Reinst Versuc auch i Fontai behält, aber t zu hak London, 4. Jnli. Das Oberhaus g erster Lesung die Abtretung Helgolands. Die zweite ist ans kommenden Donnerstag angesetzt. London, 4. Juli. Unterhaus. Unterstaatssekri! mit�B Fergusson erklärt in Beantwortung einer Anfrage,! Angekl deutsche Regierung sei bereit, gesetzlich erworbene K Landes Zessionen im Damaraland anzuerkennen. In dem A stätigt, Lewis werde aber die Giltigkeit der Hauptkonzession>' selben von der deutschen Regierung bestritten, und sei' 1�* fragliche Angelegenheit noch unter Erwägung.— Q zum 3 I rag»eye vcugeregenyeil nocy nnier Erwägung.—>» w eitere Anfrage beantwortend, erklärt Fergusson, die k Raibe, gierung habe die Meinung der hauptsächlichsten Hand«.und di gesellschasten und Missionen über das mit Deutscht betreffs Afrikas getroffene Abkommen eingeholt> glaube, daß dasselbe nn Allgemeinen Billigung si> Es sei der Regierung unmöglich, Präteilsionen und sprüche, die mit billigen Forderungen anderer Ratio unvereinbar seien, zu unterstützen. Er wisse Nichts von- stcllungen jener Gesellschaften und Missionen, welche g« das getroffene Abkommen gerichtet wären.— Der erste L des Schatzes, Smith, erklärt, die Kapregierung habe kein« Vorstellungen darüber geniacht, daß die in den: engl' deutschen Abkommen vorgesehene Abgrenzung der deutst Sphäre im Tamara- und Makololo- Lande den britist R aesterr Kamm Welt Vorlm hatte punkte eine p ernenr durch komme Handel nach dem Innern des Landes hin benachtheiligb b«schlc London, 4. Juli. Das amtliche Blatt veröffciltlo. h einen Befehl des Geheimen Rathes der Königin, wonach� Alles Gouverneur deL englischen Bechnana- Landes mittelst ei« Jmbri roklamation ermächtigt wird, die amtliche Gewalt und' Bari, nprt I Jurisdiktion der Königin in den Gebiete» im Norden englischen Bechuana-Landcs, im Westen Transvaals Matabele-Landes, im Osten des unter dem Protektorat Deutschen Reiches stehenden Gebietes und südlich des best auszuüben. London, 5. Juli. Die liberale Partei des Unterhat beabsichtigt, bei der Verhandlung über die Abtretung Helgolo� zu beantragen, daß die Abtretung ungiltig sein solle, wenn drei Viertel der Inselbewohner dieselbe guthießen. mitgli sind l missio, Entrü Publil der K Partei einsti» stiinm! Währe decknn Fraullretch..wußte, Paris, 4. Juli. Der Senat genehmigte heute die von> den T, Deputirtenkannner beschlossenen Zölle auf Mais, Reis und?. gegen lassen unverändert und vertagte sich sodann bis zum näÄ' sonder Dienstag. Mehrt Die Deputirtenkammer berieth den Entwurf o1' natürl Zollgesetzes für Tunis. Dreyfus theilte mit, daß er anleißl verthe dieser Vorlage an den Minister des Älusivärtigen die Frage ff ganz ten werde, ob es richtig sei, daß von Barthölemy St. Hilair»! entferr Jahre 1889 mit England und Italien in Betreff Tunis gehe» schrie Abmachungen getroffen worden seien. � treuen Paris, 4. Juli. Deputirtenkammer. Der Entick.��, .............-■ fiff.------ des Zollgesetzes für Tunis, welche- die Einfuhr geivisser tunesist wider »Gewü Spielgenossen als Komödiantenjunge gehänselt und geschlaß ivurde, kam er heim. Gehä'i Aber das jüngste, das schwache, kleine Mädchen, 11 C den dünnen, schmutzig grauen Aermchen, das sie in ih* wiede Schlaf störte, das sie den ganzen Tag wiegen mußte, � sichtig fortwährend krank und wund war, das Ding ärgerte sie j zugest sehr. Wie oft hatte sie den Vater und das Kind verwüsiN'wisset ivie oft hatte sie es ans bloßem Aerger über seine Exis� keit geschlagen...... i zu sot Der Kuno war der Liebling seines Großvater-, mit 6':■' i Rein, P als ll auch der Liebling der ganzen Gesellschaft. Die ß glieder staunten ob der seltsamen Klugheit.auch kleinen nichtsnutzigen Bengels, der schon als zwcijähris Kind des Abends mitgewirkt hatte., Bibli Nicht allein in der Liebe zum kleinen talentvollen K>° Direk folgten die Mitglieder dem Direktor, nein, in Allem war 5 ihnen ein Vorbild. Was er befahl, geschah sofott. Nicml; Ü0U wagte, trotz seines schlechten Gehörs, laut zu reden �uv» Worte fallen zu lassen; denn schonchst war es vorgekotm»� daß Holmer selbst bei schlechtem Wetter das leiseste Gerat hörte, während er zu anderer Zeit nicht einmal das WLeg q schreien der Kleinen vernahm. Seit laugen Jahren schon war er Direktor und wände! � seiner Truppe von Stadt zu' Verbleibens richtete sich natürlich mit seiner Truppe von Stadt zu Stadt. Die Länge stets nach den Eumah� J.A .. m. U.. W.....(»j: die Stadt nicht eher, als bis ihn die leeren Säle da® 5�. überzeugten,„daß den echten und rechten Sinn für die K>- dieses elende Publikum nicht besäße, daß er sich wieder'' gefje[ mal getäuscht hätte." j umhä ungcn Fluche von der undankbaren Stadt. j, Seit längerer Zeit schon hatte er es aufgegeben, Ge>� und Verlust auf seine Kappe zu nehmen, und hatte!',. den, Leute, die zum größten Theile aus seiner Familie bcstav'. zu einer Theilungsgesellschaft organisirt. Niemand hakt«' ch-' t. i «« . ii trefi1 gett» de ö * fl onst>l doch Zrl !eu< A' � eit« Mb« an« den ssau ordn Zaß die (R-� nden erli« R« M !esi> fcftj ge, >n. st�! die >and rschl- t f-Z nd rttiu DU- e a- ite 2 :ein( mßii cutfi citisl �MÜ' rent«' acht t ci» and ien i nd. cat 1 eiW gol» NN Erzeugnisse nach Frankreich begünstigt, wurde mit 497 gegen 24 Stimmen angenommen. Im Lause der Berathung erklärte der Minister des Auswärtigen, Ribot, in Beantwortung der Anfrage des Deputirten Dreyfus, daß die Angeben über angebliche geheime Abmachungen, welche im Jahre 1880 von Barthölemy St. Hilaire mit England und Italien in Bezug aus Tunis getroffen sein sollen, unbegründet seien. Paris, S. Juli.„XIX. Siöcle" theilt mit, daß Fürst Krapotkin in London die Absicht habe, die angeklagten russischen Nihilisten bei sich aufzunehmen, falls sie aus Frankreich ausge- wiesen werden sollten. Paris, 4. Juli. Zu der heute im Justizpalast stattfinden- den Gerichtsverhandlung gegen die verhafteten Russen erfolgte ein außerordentlich starker Zudrang des Publikums. Besonders auffallend war die große Zahl von Ausländern, die sich als Zuhörer eingefunden hatten. Die Verhandlungen begannen mit dem Verhör des Angeklagten Neinstein, der erklärte, daß er die bei ihm vorgefundenen Bomben von Landesen erhalten habe, den er für einen Lockspitzel halte, wofür auch der Umstand spreche, daß es ihm geglückt sei, ungehindert zu verschwinden. Landesen habe ihn aufgefordert, Bomben anzufertigen, die nach Nußland gesandt werden sollten, aber er, Reinstein, habe ihm erwidert, daß er die ihm von Frankreick erwiesene Gastfreundschaft nicht mißbrauchen wolle. Landesen habe Anweisung gegeben, die Vom- ben mit Zündstoff zu versehen. Neinstcin erklärt, er habe einfach Versuche machen wollen, gesteht, die Bomben in einer Kiste zu Fräulein Bromberg gebracht zu haben, behauptet aber daß diese von dem Inhalt der Kiste nichts gewußt habe. Hiernach wird Frau Reinstein verhört, die aussagt, sie habe nichts davon gewußt, was ihr Mann treibe. Häufig habe sie Landesen gesehen, der ihren Gatten besucht habe, sie habe sich aber jedesmal auf Reinstein's Bitte zurückgezogen, sobald Landesen gekommen sei. Nakachidze sagt aus, daß er von Neinstein nach Paris berufen worden sei, um diesem bei chemischen Versuchen beizustehen. Er gesteht, daß er chemische Stoffe, wie auch Metalltheile bei Kauflenten bestellt und dein Fabrikanten Fontaine eine Prämie versprochen habe, wenn die Metall behältnisse sich bewährten und leicht zu sprengen waren. Erstellt aber in Abrede, jemals mit den Metallstücken Versuche angestellt zu haben. Stepanow behauptet, die Zusammensetzung der bei ihn» mit Beschlag belegten Bomben nicht zu kennen. Wie die übrigen Angeklagten halten Stepanow und der gleichfalls verhörte Livow Landesen für einen bezahlten Agenten. Fräulein Bromberg be- stätigt, daß sie nichts von dem Vorhandensein der Bomben in ihrer Wohnung gewußt habe. Der letzte der Angeklagten erklärt, sich einzig mit Agrikulturchemie zu beschästigen. Fast alle Fragen und Antworten erfolgen durch Vermittelung dreier Dol- metscher in russischer Sprache. Die Vcrtheidigung, vertreten durch Raiberti, Deputirten von Nizza, den Pariser Deputirten Milleraud und die Advokaten Puech, Durier und Tardif, wird erst morgen zum Wort kommen. Italien. Rom, 1. Juli, Eine solche Skandalszene, wiesle sich gestern Abend am Schlüsse der Sitzung in der italienischen Kammer abspielte, dürste noch in keinem anderen Parlament der Welt vorgekommen sein. Die langwierige Diskussion über die Vorlage in Betreff der Stadt Roin war beendet, Herr Crispi hatte m der ersten Lesung wichtige Konzessionen über die Haupt- punkte der Vorlage gemacht und es handelte sich nur noch darum, eine parlamentarische Komvnssion zur Prüfung der Vorlage zu ernennen. Herr Erispi verlangte, daß die Kommisston sofort durch die Kammer gewählt werde, welchem Wunsche nachzu- kommen die Kammer auch trotz des Widerspruches Jmbriani's beschloß. Die Sitzung wurde daher auf Verlangen Crispi's auf ein« halbe Stunde aufgehoben. Nach einigen Minuten, während Alles still war, erhob sich im Saale die donnernde Stiinme Jmbriani's:„Herr Präsident", schreit der Abgeordnete für Bari,„Herr Präsident, man yertheilt die Liste der Kommissions- Mitglieder schon gedruckt; wir werden zum Narren gehalten; hier sind die Nainen der ministeriellen Kandidaten slir die Kom- »nission!" Und unter dem schallenden Gelächter der Opposition, den Entrüstungsrufen der Mehrheit und dem Heulen und Pfeifen des Publikums auf den Tribünen, verliest Herr Jmbriani die Namen der Kandidaten, welche natürlich alle der regierungsfreundliche Partei angehören. Von den iilbgeordneten Roms, welche beinahe einstimmig, ohne Unterschied der Partei, gegen die Vorlage gc- stimmt hatten, war keiner in die Liste aufgenommen worden!... Während die Minister betroffen und beschämt über die Ent- deckung des Manövers dastanden und der Aiinistcrpräsident nicht wußte, was er thun sollte, dauerte der Lärm in der Kammer auf den Tribünen fort. Jmbriani donnerte weiter gegen die„Infamie", gegen die„Schande", welche man der Kammer anthue, und be- sonders gegen den Abgeordneten Sprovieri, einen der Führer der Mehrheit, welcher ohne Weiteres und als ob es sich um die natürlichste Sache der Welt handelte, die gedruckte Liste weiter vertheilte. Der Skandak war so groß, daß der Kammerprästhcnt ganz außer sich endlich den Hut nahm und sich aus dem Saale entfernte. Herr Crispi packte wüthend seine Papiere zusammen, schrie und fluchte über die Einfältigkeit seiner allzu eifrigen Ge- treuen und entfernte sich dann, begleitet von eimgen Ministcrn. widersprechen gewagt in Hoffnung auf den künftigen großen ., Gewinn, nur Klara sagte zu Brem, er: ckM„Paß auf, wenn das Geschäft besser geht, zahlt er wieder Gehälter, oder— zahlt sie auch nicht." u, Die Folge hatte ihr Recht gegeben. Bald aber sanken * wieder die Einnahmen und von neuem begann der nm- ih' te, sie. DUtfl ZxW sichtige Bühneuregent seinen Staat kommunistisch nm- zugestalten. Es wurde genau nach Recht und Gc- wissen gctheilt, die Damen erhielten ans Ritterlich- keit und besonders, da sie für ihre Garderobe allein . zu sorgen hatten, iVa Theile, die Herren einen Tbeil des tnm Reingewinnes jeglicher Abendeinnahmen, der Direktor aber '-*1 als lebender Zeuge der idealen Gerechtigkeit nahm für sich t auch nur einen Thcil in Anspruch,— indessen zog er für stihri» seine verschiedenen Obliegenheiten einen KouzessionSlheil, einen � Bibliothekstheil, einen Garderobe-,1 einen Regie-, einen u Ks" Direktions- und einen Rcisctheil ab, so daß er»int den wat i>/a Theilen seiner Freundin, des Frl. Brnsche, einer Maid üeM von 58 Jahren, und denen seiner beiden Töchter übe 'U"s U'/a Theile zu verfügen hatte. Er zählte jetzt ungefähr 62 Jahre. Er hatte ein be- a l« wegtcs Leben hinter sich, das er manchmal den Stammgästen ,des Thcaterlokals mit der Grandezza eines Hidalgos zum J Besten gab. „Nur durch einen hasseustollen Znsall oder durch hinter- ml! listige Jntriguen war ihm der Platz eines Hostheater- »ieiA Intendanten entgangen. Die ihm gebührende Stellung hatte V junger adliger Fant eingenommen. Nun, er sei auch riwli mit dieser Glücksalstücke zufrieden; unter seiner Direktion � allerdings, das müßte ihm ja auch der ärgste Feind zugc- • epi stehen, wäre das Hostheater zu einem fknnslinftitnt ersten I" ü?nges emporgewachsen—, und jetzt, um die Wahrheit zu gestehen, jetzt sei es nichts mehr, als eine mit Flittcrpracht f W* in,'Hnöte Schmiere. Er habe sich aber furchtbar gerächt, 'd**"gene Faust habe er eine Gesellschaft gegründet, und frei .„rf V.!1, �abhängig von jedem ServUisumS einer Hofcharge n 0 führe er sein Direktionsszcptcr." � U)ar groß, wenn er diese Geschichte, bei der aller- r;(jt dnlgs der Name des Hoftheaters zu öfteren Malen wechselte, �en duschender» Philistern am Biertische erzählte, wenn er w Die Sitzung wurde darauf unter ungeheurem Lärm aufgehoben. Man erzählt, daß Herr Fortis, der frühere Staatssekretär im Ministerium des Innern, dem Ministerpräsidenten zugerufen habe: „Ich hätte es doch besser angestellt!" Wahrlich, es gehörte kein. große Kunst dazu. Sipitttien. Madrid, 5. Juli. Die Königin konserirte gestern Nach- mittag mit Sagasta und hatte Abends eine Unterredung mit den Chefs verschiedener Gruppen. Der Eindruck herrscht andauernd vor, daß die Konservativen zur Regierung gelangen werden. Heute soll die Entscheidung erfolgen. Madrid, 5. Juli. Das neu gebildete Ministerium ist wie folgt zusammengesetzt: Cauovas del Castillo, Ministerpräsident: Herzog v. Tetuan, Auswärtiges; CoZgnyon, Finanzen; Silvela, Inneres; Villaverde, Justiz: Jsasa, Handel; Azcurruga, Krieg; Böranger, Marine; Fabie, Kolonien. Madrid, S. Juli. Ans Montichelvo, Cuatretonda, Manuel und Fortalien wird je eine Erkrankung an Cholera ge- nieldet. Aus anderen Bezirken verlautet von Choleraerkrankungen nichts. Amertlra. Die Politiker der alten Parteien haben eine Anzahl von Schreckcnskindern in ihren Reihen, die mitunter recht vorlaut ans der Schule plaudern und die Geheimnisse der Profession verratheu. So hat JngallS, der bekannte republikanische Führer und Senator aus Kansas sich über den Charakter des politischen Kampfes in Amerika wie folgt geäußert: „Die Reinigung unserer Politik ist ein Traumgebilde. Gouvernement ist nichts anderes als Gewalt, Politik nicht? an- deres als der Kampf um die Erlangung der Gewalt und der Suprematie im Staate. Die Parteien sind die Armeen; die Gebote der öffentlichen Moral haben keine» Platz in dem politischen Parteikampfe. Der Zweck der Parteipolitik ist siegreicher Erfolg und Erlangung der Parteiherrschaft über die Republik. Dies kann nur erreicht werden, wenn wir den Parteigegner siegreich beiämpsen. Die Republikaner und die Demokraten sind uuver- söhnliche Gegner sowie Grant und Lee im letzten Rebellions- kriege. Die Parteien gebrauche» die Stimmzettel als ihre Waffen. In diesem Kampfe können wir keinen Gebranch von den goldenen Regeln der öffentlichen Moral machen. Im Kriege ist es ganz gesetzlich, den Gegner zu täuschen, Sold- linge zu kaufen und alle Mittel, Recht oder Unrecht anzuwenden, um den Feind zu vernichten. Der Koinmandeur einer Armee, welcher infolge seiner moralischen Grundsätze in der Schlacht ge- schlagen wird, ivürde sich der allgemeinen Verspottung aussetzen und in der Geschichte gebrandmarkt sein. Ebenso ist es mit dem Parteikampse in der Republik. Dies Geschrei nach Reinigung der Politik ist im höchsten Grade lästig und kommt nur von den Di- lettanten der Politik, welche an einer kranken Sentiinentalität leiden." Das nennen wir noch offen gesprochen? Und weshalb konnte Jngalls es wagen, mit diesem Freimuthe von der Leber weg zu reden? Weil er weiß, daß nicht nur seine Kollege» in der Politik, sondern überhaupt alle DurchschniUsanierikaner der lebenden Generation gerade so denken! Das Geschrei der beider- seitigen Parteiprcsse über die Korruption der Gegner ist müßiger Lärm. Wenn das große Publikum nicht sehr milde über diese Korruption dächte, es hätte schon seit zehn Jahren in hellen taufen das Lager der alten Parteien verlassen. Das Prinzip deS eldmachens in der Politik ist dem Amerikaner in Fleisch und Blut übergegangen und die Jnteressenpolitik ist sein bürgerliches Lebenselement. Geviektts-�eikung. Die Frage, ob auf der fiskalischen Abdeckerei verworfenes Fleisch gestohlen und in den Verkehr gebracht wird, wurde gestern wiederum in eingehender Weise vor der 100. Abtheilung des Schöffengerichts erörtert. Die„Allgemeine Fleischer-Zeitnng" hatte wiederholt darauf hingewiesen, daß derartige Mißstände beständen und diese Angaben unter der ausdrücklichen Aehaup- tung, daß der Handelsmann Scheuer sowie die Arbeiter Lethe, Leben und Siegfried wegen derartiger Diebstähle bestrast worden seien, ausrecht erhalten, trotzdem die Abdeckerei in einer einge- sandten Berichtigung in Abrede stellte, daß solche Diebstähle vor- gekommen seien. Die vier genannten Personen halten daraufhin gegen den Redakteur der„Allg. Fl.-Ztg.", Heinrich Horwitz, den Strafantrag wegen Beleidigung gestellt. Im vorigen Termine wurde beschlossen, vom Polizeipräsidium eme Auskunft darüber einzuholen, ob und wie viele Diebstähle auf der Ab- deckerei zur Kenntnis! der Behörde gelangt sind. Die ertheilte Ausknust lautete dahin, daß erstens vor etwa drei Jahren drei Schweine, die zur nienschlichen Nahrung untauglich geivesen, ge- stöhlen worden seien: zweitens wurde ein gewisser Mockwih an- gehalten, als er sich mit einem Sacke voll Fleisch von der Ab- oeckerei entfernen wollte; drittens habe eine Witrwe Wolff einen lebhaften Handel mit Fleisch getrieben, welches von der Abdeckerei stammte und viertens seien kürzlich der Kutscher Lioggenbuck zum Schluß ausstand, gerade und stolz in malerischer Pose, die linke Hand in der Rocköffnung, während die Rechte das Bierglas in kühn geschwungenem Bogen zum Munde führte. Arn anderen Morgen grüßte er bei seinem Spazier- gang seine hagere Gestalt ganz in schwarz gekleidet, glich einem wandelnden Ausrufungszeichen,— seine Bicrgenossen mit einer aristokratischen Neigung des Kopfes. Bor den vornehmeren Bewohnern aber, dem Bürgermeister, dem Doktor, dem Amtsrichter, den etivaigen Offizieren zog er in bewunderungswürdiger Haltung den Evjlinder. In seinem Hause entpuppte er sich als mürrischer Tyrann. Nur Frl. Brnsche verstand es durch ihr weiblich liebenswürdiges Wesen, ihm von Zeit zu Zeit Freundlichkeit zu entlocken. Vteberhanpt war Fräulein Brnsche ein wahres Univer- salgenie. Sie verwaltete die Wirthschaft des Direktors, trug die Theaterzettel aus, besorgte die Regnisiten, spielte des Abends Anstandsdanien und Heldenmütter, und sonfflirte, sofern sie nicht ans der Bühne beschäftigt ivar. Daß sie mit der Grammatik ans etwas gespanntem Fuße lebte, wird ihr kein ivahrcr Knnstfrennd, wenn er die verschiedenartigen Obliegenheiten der Dame bedenkt, ver- Übeln können. Als kleiner Fehler aber mußte ihre Vorliebe für Getränke aller Art gelten, eine Angcivohnheit, die ihr beim Sonsfliren, ivenu sie anstatt zu lesen nach dem Glase griff und»nlerdeß die Schauspieler im Stich ließ, übel vermerkt wurde. Heute glich sie ganz und gar einein geknickten Hage- dornsirqnch, das letzte Journal�) war sehr schlecht ausge- salleit und hatte ihre Stimmung czanz darnieder gedrückt. Ihr durchnäßter Hut niit dem großen lwauueu Band, das im Regen die Farbe verloren, bedeckte die halbe Stirn, ge- knickt hing die Feder nach vorn und seufzte über die böse Laune der Besitzerin. Sie selbst hatte sich fest in den braunen Atarttel eingehüllt und in die Ecke des Wagens eingedrückt.(Forts, folgt.) und der Schlächter Köhler wegen derartiger Diebstahle zu strengen Strafen vcrurtheilt worden. Waren somit die gerügten Mißstände erwiesen, so konnte der Beklagte doch keinen Beweis dafür erbringen, daß einer der Kläger wegen Diebstahls auf der Abdeckerei bestraft worden war. Nur einein der Kläger, dem Arbeiter Lethe, wurde durch die Beweisausnahme nach- geunesen, daß er im Jahre 1880 vom Gendarm Julian mit einem geschlachteten Huiid in der Nähe der Abdeckerei betroffen wurde. Der Gendarm hat ihm de» Braten, den Lethe von Abdeckerei- gehilsen zum Geschenk erhalten haben wollte, abgenommen und den Vorfall zur Anzeige gebracht. Zu einer strafrechtlichen Ver- folguiig ist es indessen nicht gekommen. Der Beklagte bedauerte, daß er in Betreff der vier Kläger falsch berichtet worden sei. Er habe die Nachricht von der Bestrafung der vier Kläger aus einer Quelle geschöpft, der er unbedingt trauen zu können glaubte, iveil sie einen amtlichen Charakter trug, in einem Bericht des Gendarme» Engter aus Reiilickeudors an den städtischen Fleischschau-Inspektor Meyenburg seien dieselben Behauptungen aufgestellt, die in dein beanstgu deren Artikel iviedergegeben wur- den. Durch die Vernehmung Engler'S wurde diese'Angabe des Beklagten bestätigt. Während der Rechtsbeistand der Kläger, Rechtsanwalt Mühsam II, für die Beleidigung eine Gefüngniß- strafe in Antrag brachte, plaidirte der Vertheidiger, Rechtsamvalt Dr. Richard Wolff für Freisprechung, da der Beklagte einerseits sich im guten Glauben befunden und andererseits be- rechtigte Interessen wahrgenommen habe, denn ivenn durch die Artikel der„Allg. Fl.-Ztg.", die ebenfalls die Stadtverordneten aiif die gerügten Mißstände aufinerksam gemacht habe, nicht unter dem Schutze des ß 193 des Str. G. B. ständen, so würde dieser Paragraph wohl niemals zur Anwendung gelangen köinien. Nicht nur die Fachgcnoffen, sondern das gesammto Publikum sei der „Allg. Fl.-Ztg." zu Dank verpflichtet. Der Gerichtshof erkannte an, daß der Beklagte in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt habe, dieselbe sei aber sahrlässigerweise überschritten worden. Es wurde auf eine Geldstrafe von 100 M. erkaiint, den Klägern auch die Publikationsbesugniß in der„Allg. Ft.-Ztg." zugesprochen. Gtn schwerer Diebstahl im wahren Sinne des Wortes, der außerdem mit großer Frechheit ausgeführt wurde, gelangte gestern zur Kennt, üß der zweiten Straskammer des Landgerichts I. Auf der Anklagebank befanden sich der Arbeiter Franz D o e m- lang, der Handelsmann Robert Krause und der Handels- manii Karl G o r m a n n, von denen der erste des Diebstahls, der zweite der Hehlerei und der dritte der Vegäustigung beschuldigt waren. Doemlang hat früher auf dem Schlesischen Bahnhofe gearbeitet und wußte, daß dort am dritten Weihnachtsfeier- tage nur ein geringer Verkehr herrschte. Er miothete sich einen Wagen, fuhr auf den Bahnhof und belud sein Fuhrwerk in der ungenirtesten Weise mit 45 Zentnern Zinkguß, den er einem Güterivage» entnahm. Er kam mit semer Beute, die einen Werth von über 700 Mark hatte, auch unbehelligt davon. Der zweite Angeklagte nahm ihm das Metall für die Gesammtsuinme von 450 M. ab, ohne den ihm»»- bekannten Verkäufer nach einer Legitimation zu frage». Eine eigeiithümliche Rolle spielte der dritte Angeklagte bei der An- gelegenheit. Er hatte gehört, daß Doemlang den Diebstahl be- gangen hatte und daß die Polizei dem Thäter bereits auf � der Spur war. Er machte Doemlang von seiner 5to»»tiiiß Mittheilung und bot ihm einen bereits abgelaufenen Gewerbeschein an. Wenn die Polizei ihn, Doemlang, vernehmen würde, dann solle er angeben, daß er das Zink von einem Manne gelaust habe, der sich ans Grund des Gewerbescheins legitimirt habe. Natürlich würde dann auch er, Gormaim, vernommen werden, wobei er angeben wolle, daß der Gewerbeschein ihm ver- loren gegangen und in die Hände des Diebes gerathen sein»iüsse. Der Vorschlag wurde befolgt, Doemlang gab eine Beschreibmig des angeblichen Verkäufers, die durchaus ans Gormann nicht paßte und die Polizei wurde dadurch vorläufig irre geführt. Gormann erhielt für seineu Gewerbeschein nebst der Gebrauchsanweisting 25 M., nach eiiiiger Zeit versuchte er von Doemlang aber noch mehr Schiveigegelder zu erpressen und als er Abweisung erfuhr, erstattete erÄuzeige. Er hatte nicht vermuthet, daß auch er wegen Begünstigung vcrurtheilt werden würde. Im gestrigen Termine wurden Doemlang zu neun. Krause zu vier und Gor mann, der bereits,»ehrfach vorbestraft ist, zu sechs Monaten G e f ä n g n i ß verurtheilt. Hochstapeleien in ziemlich bedeutendem Umsange betreibt die unverehelichte Natalie F i d e I m a n>«, welche gester» vor der 11. Strafkammer des Landgerichts 1 stand und sich wegen Betruges in elf Fällen zu verantworten hatte. Die Angeklagte, welche sich„Näherin" nennt, lebt ausschließlich vom Betrüge und reist m der weiten Welt umher, um leichtgläubige Menschen. deren es überall zu viel giebt, zu braubschatzen. Die Mutter Statur hat die noch jugendliche Schwindlerin nicht übel bedacht imd dieselbe bahnt sich den Weg zu Betrügereien durch ein- schmeichelndes Wesen und sicheres Austreten. Ihre Methode geht dahin, daß sie den Leuten vorredst, demnächst reich' zu heirathen und daß sie ihnen darauf hin die schönen blanken Gold- stücke auS der Tasche zu locken iveiß. So hat sie es in Breslau getrieben, wo ihr schließlich der Boden unter den Füßen zu heiß wurde, so trieb sie eZ in Düsseldors, wo sie einen, Kellner seine ganzen Ersparnisse in Höhe von 53 M. abschwindelte und oamtt spurlos verschwand. Sie tauchte hier in Berlin wieder aus und hat hier ihre alte Kunst mit einer wahren Virtuosität betrieben. I» überraschend kurzer Zeit hat sie eine Anzahl von Frauen um kleinere und größere Sunnnen im Gesammtwerthe von über 300 M. gebracht, doch gelang es ihr hier nicht zu ent- kommen, das sortgesetzte Hinausschieben ihrer angeblichen Hochzeit hat vielmehr ihre Gläubigerinnen veranlaßt, sie mit dem Staats- amvalt bekauut zu machen.—- Ter Gerichtshof verurtheilte sie wegen ihrer unverkennbaren Gemeingefährlichkeit zu 2 Jahren G e f ä n g n i ß, gab ihr auch ernstlich au die.Hand, lieber zu Stadel imd Scheere zurückzukehren, da sie beim nächsten Male ganz sicher ins Zuchthaus kommen würde. tus Leipzig schreibt man dem„B T.": Die Anklage gegen old und Genossen,»relche am 10. Juli vor dem vereinigten 2. und 3. Strafsenat stattfindet, ist erhoben unter der Anschuldi- gnng, durch Verbreitung von anarchistischen Druckschrifteli in Kouverts der Packetfahrt-Altiengesellschaft zum Hochvcrrath aus- gefordert, den deutschen Kaiser beleidigt und zu'verschiedenen anderen strafbaren Handlungen aufgefordert zu haben. Die An- geklagten sollen Beztehungen zu ausländischen Anarchisten unterhalte» haben, in welcher Richtung sie. besonders durch eine Frau Töbs imd Frau Siittiueisler belastet werden sollen. Frau Rem- hold ist geständig, die Druckschristei, auS ihrer Wohnung ver- breitet zu haben, behauptet aber, die anderen drei Auge- klagten hätte» keine Keuntniß hiervon gehabt. Die Hauptverhaud- Utug findet unter Ausschluß der Ossfenrlichkeit statt. ') Das Abschiedstrinkgeld, das der Sonsficur in kleinen Städten von de» Belvohiiern sich zu», Abschied holt,»nd für wel- ches er dein freigebigen Publikum ein Gedicht verabreicht, heißt im Bühnenjargo» Journal." Veosrimmlnugen. Eine Derkammtnug der Delegirten des Uerb, indes der Titöbelpolirrr Kerlina und Umgegend tagte am Montag, den 30. Juni, Abends 8V2 Uhr, im Lokale des Herrn Bolz- man», Andreasstraße 20, Zum ersten Punkt der Tägesordiinng wurde beschlossen, daß der Beitrag von 25 Pf. pro Woche zum Streikfonds beibehalten wird, und sind die Delegirten verpstichtet, den Beisrag alle Sonnabend Abend in den Zahlstellen der Kranken- kasse aii die 5kassirer abzuliefern. Zum Schluß machte Kollege Gräber bekannt, daß m» Sonntag, den 13. Juli, eine allgemeine Familienparti« nach Lehnitz bei Oranienburg staUsindct. Abfahrt früh 7 Uhr 23 Minuten vom Stettiner Bahnhof und 7 Uhr 33 Minuten vom Bahnhof Gesuudbrumieii. Arbeiterbillet a 60 Pf. / Theater. Sonntag, den 6. Juli. K*rHtt»v Theater. Der Veilchensresser. Montag: Der Probepfeil. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. Der arme Jonathan. Montag: Dieselbe Vorstellung. Mailner- Theater. Mamsell Ni- touche. Montag: Dieselbe Vorstellung. Uiktoria-Theater. Stanley in Afrika. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ostend- Theater. Heinrich Heine. Vorher: Eine vollkommene Frau. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kelleallianre- Theater. Der Nau- tilus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kroll'« Theater. Der Troubadour. Kaufmann'« Uariötö. Große Epe- zialitäten-Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andres«, Alexanderstraße 27 o. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Vermont. Auftreten des Gesangshmnoristen Herrn llonas. Auftreten der Duettistinnen Geschwister do la Terra. Auftreten des Tanzkomikers Herrn Lolunidts. Austreten der•Jano-Trnpps. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags SVa Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf., bv Pf. und 75 Pf., iin Vorverkauf 20 und 30 Pf. > Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben. Etablffmellt am IWoritzplatz. Täglich: Grosses Garten>Concerl. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Vilzer-kUni. wochenl F.llfrpp Wochentags 10 Pfg., CO gönn- und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. ■ Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. ■ Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. «41 F. Müller. Hasenhaide Ausstellungs-Fark. 2153] 16 Eingeborene ans dem llitni-Lande. Vorstellung und Produktion von Nachm. 4—9 Uhr Abds. stündlich. ■Bffia Victoria>Park._ Blttcberstr. 31. Gnoisenaustrasse. Jede» Sonntag: Großro Conrert und Speiialitätcn-Norstolluug. Montags und Donnerstags: l-eipziger Sänger. Mittwochs: K i n der-Fr e u d e n fest. Kaffeeküche von 3 Uhr ab geüffnet! Um gütigen Besuch bittet t714 F. Sihenstolk. Sgr. Nicolini auf dem SO Fuss hohen Drahtseil. Vari6t6-Theater. 18. RToha 117 aU Bergschlossbrauerei, Hasenhaide. HIcUc Vi 611. Heute, Sonntag: L Nachm. Ä: �lilitär-Boneert u. 8peeia!ität6n-V0!'8t6lI. Famllie vodjarolf. Neiss u. Frau. Belloni, Jongleur mit seinen dressirten Kakadus. Alfidri-Truppe. Pantomimen-Gesellschaft Castellar. Feuerwerk: Neu! Musizirende Bomben. Knnstfeuerwerker Leichnitz& Bau. Montag: Sommerfest der I. Berl. Fechtschule. Mittwoch: Kinderfest. Donnerstag: Massenfeuerwerk, Eroberung von KUwa. Großer Erfolg! Zentral-Kranken- und Sterbekajfe der l'isvklei' u. f. w. Montag, den 14. Juli, in der Neuen Veit, Hasenhaide: Gr. Kommerfest. Concert, Specialitäten>Vorstellung, Kinder-Belustigunoen, Fackelzug, Tanz. Feuerwerk. Anfang des Concerts 4 Uhr. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. Billets sind bei folgenden Jpemn� zu haben; Münk, Manteuffel- straße 05, H. 3 Tr.; Krüger, Manteuffelstraße 67, H. 3 Tr.; Lehmann, Ritterstraße 124, H. 3 Tr.; Pielicke, Kottbuser Ufer 60, Quergeb. 3 Tr.; C arow, Wartendurgstraße 26, v. K.; Theuri ch,Värwaldstraße5I,H.3 Tr.; Nagel, Wienerstraße 25, H. 3 Tr.; M o r g e n st e r n, Reichenberger- straße 117, v. 3 Tr., und in den mit Plakaten belegten Lokalen. 930 Da» Komitee. Aufforderung! Sämmtliche ZEimmeHeiife Berlins und Umgegend, welche noch im Besitz von Marhen sind, welche von den drei Beauftragten des vorigen Jahres ausge- geben, werden ersucht, das Celd dafür oder die Marken sofort beim jetzigen Kassirer Evald Petermann, Müllerstraße 173, abzugeben. vis Der Gesellen-Ausschuß. I. A.: H. Ortland. Unterstützung sveretn der Maurer des Westen Berlins. _ Am Montag, drn 7. Juli, Abend« 8 Uhr,_ gay im Lokale ,, Königshof", Knlowstraffe Ur. 37:'KDU Mitglieder- Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über: Der Kampf ums Dasein in der Volkswirthschaft. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom 2. Quartal und Neuwahl eines Revisors. 4. Verschiedenes. Gäste können durch Mitglieder eingeführt werden. Crche Kermls-VechlllilllllN her Freiea toichiulg her TmellMel-Zchneiher unh ArbeiteriNell n. s. n». Berlins am Dienstag, den 8. Inli, Abend« SVe Uhr. bei Jolll(früher Keller), Andreasstr. S1(oberer Saal). Tagesordnung: I.Vortrag des Herrn Türk über:„Moderne Poesie und Arbeiterbewegung." 2. Diskussion.' 3. Verschiedenes und Frage- lasten. Gäste, Damen und Herren, haben Zutritt. Aufnahme neuer Mit- glieder. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt.(907 Verein z. Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter und verwandten Eeruisgenossen. MT Am Montag, de» 7. Jnli er., Abend« SVa Uhr, in F-hmann'» Kalo», Schwrdterstr. Ä3: DM- Hepsammiung* Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Gorisch über:„Nationalreichthum und National- armuth. 2. Vereinsangelegenheiten. 873 Der Vorstand. Stuckateure S Am Montag, den 7. Juli 1889, Abends 7'/» Uhr, Münzstraße Nr. 11 bei Zemter: ¥er>eins-Vensammiung. Tages-Ordnun g: I. Vortrag. Der Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Wie beseitigen wir die Mißstände im Arbeitsnachweis? 3. Verschiedenes und Fragekasten. 017_ Der Dorstand. Größe Dtötlilhe Bechmllülg (Hasenhaide) Berrmaunstr. 18— Heue Strasse Sonntag, den 5. Juli 1800: Der Postillon von Müncheberg. Posse m. Gesang in 3'Akten u. 6 Bildern. Vorher: SjjeMlitiiten-Vorßellmlg. Anfang oes Konzerts 4 Uhr, der Vor- stellung 6 resp. 7 Uhr. Montag, den 6. Juli 1890: Die Lieder des Musikanten. Volksstück mit Gesang in 3 Akten und 7 Bilder». Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Vor- stellung 8 Uhr. Entree 20 Pf. Kinder frei. Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Ilaiser-Fanorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. Zum ersten Male: Pafstonsfpiel», Gbrrammerga« und Umgebung. Eine Reise 20 Pf., Kind nur Abonnement 1 M. 10 Pf. siiNMtlilßer ÜO v nra gs a r» Berlins unh llmgezellh am Montag, d. 7. Juli, Abends 8 Uhr, in May's Festsälen(fr. Heydrich), Beuthstr. 18— 21. Tages-Ordnung: 1. Bericht der Lohnkommission, event. wie stellen wir uns in diesem Jahre zum Streik? Referent: Paul Abraham. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht, recht zahlreich am Platze zu sein. 908 Ter Einberufer: Rudolf Köhler. General- Versammlung des Sozialdemokratischen Wahlvereins des 4. Berl. Reichstags-Wahlkreises am Dirnstag, den 8. Juli, Abends 8 Uhr, im Lokale Süd-Ost, Waldemarstr. 75. Tages-Ordnun g: 1. Vortrag, Thema und'Referent werden noch bekannt gemacht(siehe am Dienstag Säulenanschlag). 2. Diskussion. 3. Abrechnung des 2. Quartals 4. Wahl des Vorstandes, Vereinsangelcgenheiten und Verschiedenes. Quittungsbuch legitimirt. Gäste, sosern dieselben Mitglieder werden wollen, haben Zutritt. 906 I. A.: Der Vorstand. HerUner Wirkergesellen-Uerhanh. km Montag,"--------......--~ nach Am heutigen Tage verlegen wir unsere Mgr Buchdimckepei Elisabeth-Üfer No. 55, Hoi 1 Tr.(am Qmgefbeu Krrli», den 1. Juli 1890. Maurer, Werner& Co. 1 Achtung! Rohrleger! r. Wir ersuchen alle diejenigen Kollegen, die noch im Besitz von Mi»! ''"..........*" j hvrq sind, dieselben umgehend abzuliefern im ArbritsnachWri« de« Fach»-.-, bei Schmidt, Ritterstraße 112, Sonnabends Abends 8 Uhr oder in der; sammlung des Vereins. Ferner ersuchen wir die Kollegen, die Sammlungen zur Bestreiti Unkosten zum Weimarer Kongreß fortzusetzen, da dieselben noch nicht sind. Außerdem ist auch noch ein Theil der Gemaßregelten zu unterstütz! ersuchen wir Euch, auch darin Eure Schuldigkeit zu thun. Die Kommission! _ I. 91.: A. Becker.__■ Größe össenll. BerMmlung der 912 MetaWriiuliell-, FMlilrejer den 7..Juli, Abends SVe Uhr, in Qobbert's Salon, Weinstrasse II i Versammlyng. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Franz Berndt über: Ursachen der Verbrechen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 9llle in der Wollbranche beschäftigten Arbeiter sind freundlichst ein geladen._ 931_ Der Einberufer. Achtung Kitdlchner! Dor Anzug nach Liegnih. wird dringend gewarnt. 941 vis Kommission der Bildhauer. und Kerufsgenossen am Montag, 7. Juli, Abends 7Vz Uhr, in Reyer's Lokal, Alte Jakobstr. 83. Tagesordnung: I. Verlauf der Maßregelung event. erklären wir dieselbe für beendigt. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht "er Einbrrufer. m Freie Kmkes- iu Kaße der WsMcher «nd Kerufogenossen Kerlin«. (E. H. Nr. 27.) Montag, 21. Juli, Abends 3 Uhr, Fifcherstraße SS Generalversammlung.__ Tagesordnung: 1. Vierteljähri. Kassenbericht. 2. Innere Angelegenheiten. Quittungsbuch legitimirt. 884 Der Uorstand. I. A.: F. Eula. Deutscher Tischler-Verbaud. ZaMe CHMtenburg. Dienstag, 8. Juli, Abends 8Ve Uhr, bei Herrn Bachmann, Wallstr. 46; Mitglieder-Berjmmlllilg. Tagesordnung: I. Bericht der Werkstatt- Kontroi- Kommission. 2. Vorttag: Die Bildungsmittel des Volkes wie sie sind und wie sie sein sollen. Referent: Herr(5. Schade. 3. Fragekasten und Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Neue Mit- glieder werden ausgenommen. 020 D,r Uorstand. Das Sommerfest des obigen Ver- bandes, verbunden mit Konzert, Tan» und Kinderbelustigungen aller Arti findet am 12. Juli, Nachmittags von 5 Uhr ab in der Gambrinus-Brauerei, Wallstr. 46, statt. Einlaßkarten sind zu haben bei den Herren: Goerike, Brau- hofstraße 4; Haase, Englischestraße 21; Koenig, Straße 6a, Haus Lembke; Matthias, Schillerstraß'e 91; Linde, Krummestraße und bei sämmtlichen Vor- standsmitgliedern. Aug. Schnell, Charlottenburg, Schillerstr. 20. lmtral-Kranken- unk» Sterbe- KOil. Mlers. lem.Berchg. K a m b« r g, E. A. 71, Filiale IV. Westen, y&vsammluntg am 7. Jnli, 9l b e n d s 8Vs U h r, Lntzowstr. 7 bei 9lppelt. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Wahl von Krankenbesuchern. 3. Verschiedenes. 926 ver Vorstand. Ahm. Arbeitmsiie»- Bereis jür iien Dßes Berlins. Grosse Versammlung am Montag, den 7. Juli, Ab. SVsUhr, in Seeger's Salon, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Litsin. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Damen und Herren als Gäste haben Zutritt. 925 Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellerfammlung statt. Um zahlreiches Erscheinen bittet Di« bevollmächtigte. vor allem der Firma Fritfche& Co., Achtung! Kein Laden. Nur eigene Fabrikation, 25 Zigarren 1 Mark. Garantie rein amerikanischer Tabake. Rippentabak 2 Pfd. 60 Pfg. 224$). F. Diu« tage, _ Kottdnserstraße 4, Hof pari. Wilhelm Bölsche, Adele Bölsche geb. Friedrichs Bert« er Arb durch m nterm rgerl troenl i« ze mverm on dl erden. agen. offene Eintret Verden. Julius Türk, Anna TUrk geb. Neue, fteeiks" Berlin C., Grenadierstr. Ikönnen - fnieden Dp. Bruno Wille, puß m Auguste Wille geb. Kpilfl«' Ar Friedrich shagen Wandelt Vermählte.! Di �en«u Lassalle-, Marx-, Bebel-, Liebknecht-, Singer-Köpfe, als Eig.- Spitze, echt Meersch., a 1,60 M. und besser. Wieder- Verkäufer Prozente. 2168 B. GUnzel, Brunnenstr. 167. licht m cheint "leroegi Nach langen und schweren LVerbänt den verschied am 4. Juli, Mwinlmrti mittags 7Va Uhr, meine imGerunte geliebte Frau 9l-Waare Todes-Anzeige.Z Nack, lanaen und schweren L?:er ssmalie«arti«.?' De Mutige eb. Warbeck. Die! den von der Leichenl Kirchhofes, Prinzen-Allee,< brunnen, aus statt. zersägt. Der trauernde Gatte nebst Kindts, oh � Julius Wiartin. J&ie ew ————— Brfev Gef Allen Freunden und Bekannte»�"�" BP Nachricht" daß unser Kollege K�xbens. ingun -----,—,.------„„Pebens. Spetlich am Donnerstag, den öj Mittags 12 Uhr, verstorben ist. lflt � Die Beerdigung findet am MA. r. Nachm. 4 Uhr, vom- �° den 7. Juli, Nachm. 4 Uhr, vom s*:».ff Cin /> i(■ ff/rtt. I..~' Krankenhause, Moabit, aus statt�� Die Kollegen der Treibriemen/ mauerst i von Friedr» Banncke j"? � )es An Ich habe mich Ueue Könlgst«« gegenüber Grand-Uütel hlezanavl� als Zahnarzt niedergelassen. Sf 9—1 und 3—6 Uhr, auch Soi"1 Julias Semmel, prakt. Zahmr Nur I MaP» kostet jede Uhr zu unter Garantie. B Reparaturen wird der' vorher gesagt. Otto Iiiesel Uhrmacher(Fachn Uannqnstr. 1ä, Ecke Marianne llarnhurger Itade�° lAvheiism' befindet sich jetzt! am RosentHaler Thor, früher straße. Ecke Elsasserstraße. r 55 _ J->-«'»Äuus is Rechts-Knreau A. Ludveig, Mantenffelstr. 63, fertigt Klagen, Gesuche re. billig�! Empfehle allen Genossen, sowie geehrten Nachbarschaft meine naaff Uormal-Kohntarifselbstangeferbl 5 Cigarren und Tabak1" M. Schindler, Perlebergerstra� � � � ' lfl' »««f'sSJ Fr, Rheislasdischer Feder inögli im gen.:„Dir stdrle Uagrlkist« Berlin N., Elsafferstraße 73, gegenüber der Bergstraße.. Zm Lokal photographil'ih'l.... � Atelier zur Benutzung.— Jeebel d Gast, auch wen» derselbe nur rcheflei 10 Pfennige verzehrt, wird kemstl gratis flotstMilittw« und erhält sein Bild sofort P Gratispräsent. Höchst scherzhal'--tstl H. Schnitze(mit'n i?)- «initor KrUer-Phot-grapA.�,, d-r W-tt. �aber »vunt dürfl krstsitil'slhe BierW�uße, Nornrnandantenstr. 77�� trägt ßy Schü »stück von 30 12 bis 4 von assei Grosses Garten-Konzej. Montag— Donnerstag— So»"'1." Reichhaltiges Frühst: Großer Mittagstisch ä la«arte. Hier Bockbrauerei ä Seidel 15 Pf. 7s nlita Spaten Va Liter 30 Pf. Schnitt-z_ j, Saal für Vereine und Gesellst 8 Billards u. 3 Kegelbahnen enfJ»«nz 761 F." i er aus der Veraittwortlicher Redakteur: Curt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW„ Beuthstraße 2. Kirr«« zwei Keil" lfl L Beilage zum Berliner Bolksblatt. beifr 10.- �Ur. 154. Somitag, den 6. Juli 1890. 7. Jahrg. uiftf der Gewehr bei Fuß! les. m i Es ist allgemein anerkannt, daß die Ausdehnung der Zahl Her Arbeitseinstellungen in diesem Jahr eine solche geworden ist, daß �Dadurch die Arbeitersache geschädigt wird. 9 JL i Wir reden natürlich nicht von den Ausständen, die von den u?r»Unternehmern hervorgerufen wurden, indem sie die Arbeiter ihrer bürgerlichen Rechte zu berauben, ihnen das Bereinigungsrecht zu twenden oder durch frivole Aussperrungen ihre Macht u zeigen suchten. � Ausstände aus diesem Grund sind mvermeidlich und müssen mit dem allergrößten Nachdruck on der gesammten Arbeiterschaft Deutschlands zurückgewiesen erden. Ausstände, wie der von den Unternehmern hervorge- ufene in Hamburg rufen die ganze deutsche Arbeiterschaft zuin Eintreten auf, und muß da der letzte Groschen darangesetzt «erden. Das ist unbezweifelbar. Die sogenannten„Abwehr- e- treiks" gegen Angriffe auf die bürgerlichen Rechte der Arbeiter c. Mannen dem frechen Auftreten der Ausbeuter gegenüber nicht ver- mieden werden, man darf sich nicht vergewaltigen lassen. Da »uß man kämpfen bis zum Siege. ligek Anders liegt die Sache, wo es sich um Lohnforderungen n»andelt. Da ist die größte Zurückhaltung heilte geboten. Die wirthschaftlichen Verhältnisse liegen augenblicklich in -��en meisten Gewerben einer Lohnaufbesserung für die Arbeiter ��ticht niehr günstig. Die Zeit des Auffchwnnges der Industrie cheint ihren Höhepunkt überschritten zu haben, die rückläufige .Bewegung fängt an sich bemerklich zu machen. Die Unternehmer- en«verbände zur Erzielung höherer Preise können vielfach ihre ver- Nashinbarten Preise nicht mehr durchhalten, sonder» müssen fie inncheruntersetzen. Der Markt ist nicht mehr willig, die ihm gebotene gl-Waare ganz aufzunehmen. Ja, man spricht in sehr kundigen ��Geschäftskreisen schon offen von dem Herannahen einer„Krisis", Haines„Kraches". Der Grund hierfür liegt einestheils in dem Wesen der lnnWeu*'®en anarchistischen Wirthschaftsweise selbst, in der bei etwas , Lebhafterer Nachfrage sofort ein Angebot hervorgerufen wird, das .r bald dies Angebot weit übersteigt. Die Unternehmerverbände l...zur Preissteigerung haben sich nicht als mächtig genug erwiesen, M hier als Regler zu diene». Die„Selbsthilfe" hat auch hier zersägt, die Unordnung hat sich als mächtiger erwiesen, die Profit- wuth hat ihren unheilvollen Weg ohne Hindernisse genommen. ewigen Schwankungen, das fortwährende Steigen und Fallen �M>er Geschäftsaussichten ist ohne Verbesserung geblieben. Die Wasser .�laufen heute zurück, es tritt Ebbe ein, aus den natürlichen Be- «,ifl�i»gungen der anarchistischen Zustünde unseres wirthschaftlichen �«Gebens. Zum anderen Theil hat das Schutzzollsristem, das von der die deutsche Entwicklung so unheilvollen Persönlichkeit ingeführt wurde, die unser Vaterland fast 30 Jahre mißregieren jurste, sich heute abgewirthschaftet. Die Schäden desselben schlagen nit furchtbarer Geivalt auf das unglückliche Land zurück, das zierst in diese Bahnen einlenkte. Es mag ja etwas Bestechendes haben, wenn man Zustände cm.sst, in welchen die eigene Herstellung vor dem Wettbewerb es Auslandes in der Heimath geschützt ist, man aber auf dem 'eltmarkte alle Grenzen offen findet. Man kann nun zu Hause anz beliebige Preise nehmen und dafür auf dem auswärtigen arkte billiger liefern, dort die Konkurrenz besiegen. Der eimische Käufer muß bluten, damit der Ausländer billigere "aare erhalten kann. Dadurch wird eine künstliche Steigerung der Industrie �Hervorgerufen, die auf schwankender und unsicherer Unterlage —-�beruht. II** Einestheils wird durch die künstliche Steigerung der Preise �jiiilm Jnlande die Herstellung vertheuert und also der Wettbewerb g.i Mit dem Auslande zuletzt erschwert, was nach einiger Zeit zum der Musdruck kommen muß. Dann aber anderentheils wird das Musland gezwungen, nun seine Industrie auch zu schützen. _ir haben gesehen, wie dem von Bismarck'schen Deutschland gegebenen schlechten Beispiele folgend, ein Land nach dem anderen eine Grenzen den deutschen Waaren verschloß. Dadurch ingcn die durch das Schutzzollsystem anfangs erreichten Vorthcile icht nur allmälig verloren, sondern verwandelten sich in das egentheil. ... Jetzt holt Nordamerika zu einem Schlage aus ganz nach H�vWismarck'schem Muster, der, das ist nicht abzuleugnen, mit un- 2«eilvoller Wucht auf viele Zweige der deutschen Industrie herab- $'Jfausen wird, das einige Industriezweige bei uns vielleicht geradezu vernichten wird. . 0H Wir können uns nicht beschweren, denn von Deutschland fl®->aus ist das Beispiel zu solcher Handlungsweise gegeben worden. . Man hat bei uns geglaubt, ungestraft nach dein Satze handeln LU.zu können: . 63, 1 Was du nicht willst, daß dir man thu', jig Das füge allen Andern zu! — Jetzt muß man die Folgen tragen. Die Industrie ist er- wie' nach. jefertil }akf straße. Sonnlngsplauderei. schreckt. Die Werths an den Börsen schwanken schon lange in fieberhaften Zuckungen auf und nieder. Dazu kommen die ewigen Kriegsrüstungen, die in Deutsch- land einen geradezu schwindelerregenden Durchblick zeigen. Die Kapitalisten werden verschnupft. Sie fangen an, sich zu weigern, die bewilligten Gelder zu den Anleihen herzugeben. Der Staat sinnt auf neue Steuerquellen, und Niemand weiß, wo der Blitzstrahl einschlagen wird. Soviel ist aber ziemlich sicher, eine sehr starke Erhöhung der Steuern ist kaum mehr ver- meidlich. Das Alles drückt auf die Industrie und verschärft die rück- läusige Bewegung. Es ist ohne Zweifel, an eine schnelle Besserung der heutigen gedrückten Geschäftslage ist nicht zu denken. Das kommende Jahr wird schlechter sein, als das heurige. Diese Wahrheit fest in Aussicht zu nehmen, ihr geradezu in's Auge zu sehen, das ist, worum wir unsere Freunde bitten, wozu wir sie herzlich ermahnen. Es ist jetzt nicht die Zeit, an wesentliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu denken. Die günstige Zeit ist vorübergegangen und von Vielen ver- paßt worden! Wir tragen keine Schuld! Wir haben mit Schrift und Wort, so lange die Geschäftslage eine günstige war, zur Organisation gerufen und zun» Vorgehe»» ermuthigt. Nur langsam und träge ist man damals dem Rufe gefolgt. Jetzt ist es zu spät. Was nicht erreicht ist, wird hellte nur in seltenen Fällen unter ganz besonders günstigen Ulnständen sich erreiche!» lassen. Wir stehen jetzt vor der Nothivendigkeit, ui»s auf Abwehr zu beschränken. Es ist für die Arbeiter von hoher Wichtigkeit, die Schivankungen des wirthschaftlichen Marktes auch zu beobachten und sich»»ach denselben zu richten. Es ist dies bisher viel zu »venig geschehen, man hat die Augen viel zu sehr auf das Nächste gerichtet, man hat viel zu viel Zeit und Mühe auf Kleinigkeiten, ja vielfach auf Jntriguen verivendet, man hat sich gewöhnt, von viel zu kleinlichen Mitteln Hilfe zu erwarten. Ein ganz anderer Geist ist jetzt eingezogen in die uns feindlichen Kreise. Die stu- pide Unterdrückerei der Puttkamer'schcn und Bismarck'schen Zeit hat uns nicht viel geschadet. Die zetzige Art der Vergcivaltigung der Arbeiter durch Unternehmervorbände unter Führung und Beihilfe der gegen die Arbeiter parteinebmenden Behörden, die den Klassenkampf im Großen organistren, finden uns ziemlich un- vorbereitet und fast wehrlos. Unsere Orga»»isatio»»en singen an, mehr zersplitternd als einigend zu wirken. Manche Geiverbe chlossen sich vollkommen zünftlerich ab und erinnerten sich l»ur Zann daran, daß es eine allgemeine Arbeiterbe»vegung giebt,»venu »e in Roth geriethen und„alle arbeiterfreundlichen Blätter";»>»>» Abdruck ihrer Ausrufe aufforderten. Sonst hörte man von ihnen nichts. Zünftlerische Selbstgenügsainkeit, Fachsimpelei, Verbändchcn- pielerei, Fachorgan-Gründerei, die von schlauen Spekulanten an- geregt und ausgenutzt»vurde,»varen an Stelle des Gefühles für Solidarität getreten. Manche Organisationen, manche Kreise haben sich zwar gilt benominen u»»d den»veiteren Blick bewahrt, vielfach aber machte die possibilistische Versiunpsung solche Fortschritte, daß es schon einer recht verblendeten Anschauung bedurfte, um fie nicht zu be- merken. Das Aufflackern des Feuers bei den Wahlen spr»cht nicht dagegen. In kleinen Ausstände», wurde die Kraft vergeudet, die Mittel der Arbeiter wurden erschöpft. Wir brauchen als Beispiel,»vie weit fehlerhafte Organi- ationen die Strciksvielerei fördern können, unsere Leser nur auf die geradezu verblüffende Zahl der kleinen Streiks der Zimmerer in diesem Jahre aufmerksam zu»nachen. In diesen» Jahre ge- rade,»vo anerkannter- und bekanntermaßen die Bauthätigleit fast überall ganz erheblich abgenommen hat und noch»veitere Abnahme für die nächste Zeit in Allssicht steht. Die Unternehmer können zetzt leichter zur Einigung mit den Arbeiter» gelangen als früher. Erstlich steht ihnen heute die Polizei mit einer solchen offenen Parteinahme gegen die Arbeiter zur Seite,»vie es selbst in der Puttkainer'schen Zeit ilur selten geschah. Bürgermeister und Polizeiverwalter stellen sich an die Hpitze der Unternehmer- schaft, organisiren sie, liefern ihnen Mitgliederverzeichnisse von Arbeitervereinen aus, fertigen ihnen schivarze Listen an, benutzen den behördlichen Einfluß, um die Verabredungen unter den Unter- nehmern ausrecht zu erhalten. Dabei»Verden die Arbeiter in der alten Art behindert. Das Puttkamer'sche Systen» be- schränkte sich»»ehr auf die letztere Aufgabe, der„neue Konrs" geht zugleich in ersterer Richtung vor, ohne die letztere zu ver- nachlässigen. Zlveitens haben die Unternehmer in den kleinen kkriegen die Schivächen unserer Organisationen richtig erkannt. Sie zwingen die Arbeiter, die heute nur für den kleinen Krieg Waffen besitzen, zum Massenkalnpf, dem sie nicht geivachsen sind. Drittens macht die rücklällfige Bewegung des Marktes es den Unternehmern leichter, sich zu einigen. Wem» der Geschäfts- R, C. Seitdem ich gestern am Anhalter Bahnhos drei Droschken ziveiter Gute voll Schützcnbrüder gesehen hatte, . war es mir klar, daß»»»an das»velterschütternde Ereigniß lNfs, von heute doch nicht ganz und gar nüt Stillschweigen nber- i gehen konnte. Die Herren trugen grüne Joppen, bunte 73, Federn am Hut, die nie fehlende Büchse im Futteral, u»»- »e/ mögliche Schießorden auf der Brust und die rothen Nase.» lisch�ini Gesicht. Welcher Nationalität sie angehörten, konnte ich Je�bei dem rasenden Teiupo, dessen sich unsere Droschken stets mr» befleißigen, leider nicht ergründen. Nur soviel ließ sich ., konstatiren, daß sie aussehen wie wackere Jnnungsincister, llUtl die es in ihrer Schüheun'ürde höchlichst bedauerten, fliiimß ihnen ein gewisser Berthold Schivarz mit einer geivissen ...hast' Erfindung zuvorgekoinmen war. /.» Doch das Glück lächelte mir gestern noch weiter. Im \jlPferdebahmvagei» wurde mir die seltene Ehre zu Theil, "feinen echten, unverfälschten Schützenbruder a»s Gegenüber zu ��haben. Meinen Augen war es vergönnt, dieses Natur- wunder eine ganze Zehnpfennig-Tour lang betrachten zu ,9*»« dürfen. Meine Hochachtung für Alles, was die Büchse— der Salnmelbüchse für die Stadtmission— —W*' ist seit dieser Zeit ernsach eine unbegrenzte.„Ein Qjjer E-chütz bin ich—" fast hätte ich begeistert angefangen aniifl.fl zu pfeifen, als ich die Heldengestalt erblickte, wenn die Dis- w Pl'j Z'pun»m Pferdebah,»wagen eine solche Ausschreitung zuge- bi3 ij lassen hätte. Offen gesta»»den: Eins störte mich bei dein it rackeren Schützcnbrudcr. Er hatte nämlich seine Gattin rt#3 mitgebracht, der er— das spricht allerdings»vieder für ihn üfcWa— die Bergung und Ucberwachung einer Zylinderhutschachtel ern»'� Länz allein überließ. Auf diese Hutschachtel war der Raine il-S des Lieferanten aufgedruckt, so daß man ohne bedeutci»den charfsinn erkennen konnte, daß die beiden Leutchen aus Pirna, - die Sachsen»rennen das Städtchen glaube ich„Berne"— stammten. Daß der Schütz»nid die Schützin ans Sachsen »varen, ersah ich übrigens aus dem Unista»»de, daß der Main» nlit der Büchse eine untcrtassengroße Vtedaille»nit dem Bildniß des sächsischen konservativen Abgeordneten Klemm— es kann übrigens auch der„Geenig Johann" gewesen sein, dessen Portrait mir von sächsischen Thalern her bekannt ist— auf derjenigen Stelle seines Körpers zu hängen hatte, wo bei anderen Leuten der Bauchirabet sitzt. Dieses silberfnnkelnde Stück verlieh der Gestalt des schießeilden Sachsen einen ähnlichen Glanz,»vie er soirst nur geivöhnlichei», wadenlosen Sterblichen innewohnt, die zuin Tragen von Eskarpins vcrnrtheilt sind. Der Schützenbrudcr hatte meine Syinpathie— ich ka»ln es nicht leugnen. Schon das Betreten des Pferdebahn- ivagenS hatte etwas Markantes, cigei»tlich sollte»nan sagen: Noch nie Dageivesencs. Wir anderen Leute, die»vir die Pferdebahn zu benutzen pflegen, setzen uns bescheiden auf den ersten freien Platz, halten unsere Nickel fest»»nd warte»», bis u>»s der Schaffner unseren Fahrschein a»ishäi»digt. Ganz anders dagegen der sächsische Schütze. Er durchtrapst in der einen Ha>»d die Büchse, an der ai»dern die thcnre Gatti»» mit der Hutschachtel nach sich schleppend, den ganzen Pferdebahuwagen, öff»»et das tleme Klappfenster an der vorderen Thür, und lispelt in den süßen Flötcntönen sei,»er Heimath dein Kutscher zu: „Heeren Se, mei' kutcs Herrchen, was kostet es Sie denn bis zur geepnicker Brücke?" Ich muß gestehen, dieses eigenartige Auftreten er- regte bei den Insassen des Pferdebahnwagens Sensation. betrieb ein sehr flotter ist, dann sucht begreiflicher Weise ein Jeder so viel als möglich von der Beute zu erhaschen, dann ver- hindert die fieberhafte Aufregung des Kainpfes im Wottbewero jede Einigung. Man sieht iin anderen Unternehmer nur den Konkurrenten. Wenn aber ein stiückgang des Geschäftes eintritt, dann sucht Jeder die Herstellung zu verringern. Der Nachbar ist dann nicht mehr so gefährlich, da er»n derselben Lage sich befindet und weniger herstellen»lochte. Man ist ruhiger und mehr zur Vereinigung gegen die Arbeiter aene»gt. Man bedarf der Arbeiter nicht»nehr in der Art als frliher, es kommt auf einen Ausstand nicht an. Die wenigen vorhandenen Austräge können auch noch befriedigt werden, wenn e»n>ge Monate verloren gehen. Der Geschäftsverdienst wird nur ver- zögert, er geht nicht verloren,»vie in Zeiten eines sehr drungem den Geschäftsganges,»vo jeder Verlust an Arbeitszeit auch Verlilst, un»viderbringlicher Verlust an Gewini» ist.,.... Viertens sind die Unternehiner ohne Ziveifel erinuth igt durch die Schwankung in der Arbeiterschaft Deutschlands zur Zeit der Maifeier. Anordnung, Rückordnung, Unordnung! Man glaubte eine Schwäche in der Arbeiterbewegung erkannt zu habe», einen Kainpf in der Arbeiterschaft»»m �Grundsätze, wo doch nur ganz untergeordnete persönliche Rücksichten walteten, die die Sache keinesivegs berührten. Diese falsche Voraussetzmig versetzte die Unternehmer»n den Glauben, nun»väre für sie die Zeit znu»„Einhauen" gckoininen, da das fest geschlossene Bataillon eine Lücke zu zeigen schien. Kleine Scharmützel zur Einleitung des Klassenkampfes waren von den Unteruehmern schon früher unter>ion»ii»en. Wir erin»»ern an die Angriffe der Leipziger Steininetzmeister, der Berliner Stein- »netzeninnung, des Verbandes des Ofenfabrikanten und Töpfer- »neistcr gegen die bürgerliche!» Rechte der Arbeiter. Uns erschien schon damals klar, daß sich der Kampf verschärst und größere Formen anniinmt. Dies Bauzünftler lagen schon seit Jahren den Hamburger Meistern in den Ohren, einen großen Schlag gegen die dortigen Arbeiter zu führen. Die Hainburgcr Meister zogen die Sache aber hin, so lange das Baugeschäst in Hainburg durch die„An- schlußbauten" ein sehr lebhaftes»var. Sie»vollten den Geivini» erst einheimsen. Wir haben wiederholt auf diesen Umstand hinge>viesen und vor der Gefahr eines Kampfes bei rücklä»lfigen Verhältnissen ge- warnt. Jetzt glaubten die Meister in Hamburg die Zeit zum Angriff gekoinmen. Die Maifeier gab den äußeren Anlaß. Der Klassenkamps ist dort in nicht erwarteter Art und Ausdehnung entbrannt. Nun zeigte sich die Fehlerhaftigkeit der heutigen Organ»- sationcn. Sehr langsain nur gelingt es, die»vetteren Arbeiter- kreise hcranzuziehen und ihnen die Gefahr klar zu machen, die darin liegt,»venu in Hamburg die Arbeiter unterliegen. Es ist hier kein Kampf der Maurer, Zimmerer, Schlosser, Schlächter, Steinnietzen u. s.>v., sondern ein Kmnps des Unternehmerthums gegen die gesanimten deutschen Arbeiter. Ein Kainpf, gegen den alle anderen kleineren Ausstände vollständig wesenlos sind. Es ist heute ganz einerlei, ob hier oder da ein kleiner Aus- stand geivonnen»vird oder verloren geht. Hamburg ist heute das entscheidende Schlachtfeld. Gelingt es, der Arbeitersache dort zuin Siege zu helfe»», dam» haben wir einen großen Sieg errungen, der uns den Kamps an anderen Orten wesentlich erleichtern»vird. Geht der Kanipf in Hamburg für uns verloren, dann steht eine ganze Reihe neuer Kämpfe in Aussicht, die das übermüthig geivordene Unternehmerthum dann hervorrufen würde, auch gegen den Willen der Arbeiter. Nun hat aber dieser Kampf die Mängel der Gesammt- organisation der deutschen Arbeiter sehr deutlich gezeigt. Wir könne»» nicht schnell genug Mittel und Hilfe an die be- drohte Stelle zu bringen, es fehlt der Z»lsain>»»enschluß der ver- schiedenen Geiverke. Die Fachorganisation muß die natürliche Gruitdlage bilden, sie muß entivickelt und gefördert»verden. Aber neben ihr muß eine Gesammtorganisarion geschaffen»Verden, die die all- gemeine Solidarität sännntlicher Arbeiter zum praktischen Aus- druck bringt. Wir glmiben, daß der Weg. den man»iiU den Generat- komnlissionen und Zentral-Streikkomlnissionen an einzelnen Orten einzuschlagen beginnt, der richtige ist, daß er verfolgt und ver- breitert»verde» muß. Man»nuß die Arbeiter daran geivöhnen, auch die Lohnfragen nicht als Frage»» der einzelnen Geiverke, sondern als Fragen, die die gesaniillte Arbeiterschaft angehen, anzusehen. That- sächlich zieht ja auch ein Geiverbe das andere in Mitleidenschaft. Ein Maurerstreik berührt die Ziinmerer, die Töpfer, die Stein- träger, die Bauarbeiter, die Tischler, die Schlosser, die Ziegler, die Dachdecker»c.,»md doch»vurde er bis jetzt unternommen, nur nach der Entschließung der Maurer. Das ist doch nicht das Richtige! Wo alle»nitleiden,»vo alle mitthaten sollen, da Man sah sofort, das»var kein Dutzendmeitsch; mit sichere»»»' festen Blick— eines Schützen würdig— hatte er die Sihiation erfaßt,»ind das beifällige Schniunzeln, welches die Gesichter aller Anivesmden erklärte, ließ erkennen, daß auch bei Urbcrlinern der'Sinn für wahrhaft Großes noch nicht ganz erstorben ist. Das ist das, was ich aus eigener Anschatiung von den bisherigen Vorbereitungen zu»» Bundesschicßen mittheilen ka»»»,. Ich gebe freimüthig z»i, daß ich für»neine Person für den Bnichtheil, der von den 40 000 M. auf mich als Steuer zahler fällt, voll und ganz durch den eben geschilderten Vor- fall entschädigt bin, daß ich aber, da nicht jeder Berliner diesen Sachsen sehen kai»n, den Spaß doch etwas theuer finde. Man darf allerdmgs nicht unbescheiden sein, und wenn der Magistrat in seiner unifassendcn Fürsorge uns Laste» auflegt, so sollen wir unsere Hcüipter in Demuth beuge» ui»d sch»veigeu. Das knalllose Pulver hat man ja bereits erfunden; der Champagner dagegen, der aus Kosten der Steuerzahler getrunken»vird, knallt inuner noch lustig weiter, vielleicht erweckt diese Knallerei noch eilten Wiederhall. Hoffentlich haben die Bundestage noch lange ihr Ende nicht erreicht, denn in den Kreisen der Brief- »narkeilsaininler soll es sich ebe>»falls bedenklich regen: auch sie wollen zu ihrem Rechte kom»nen, und wenn der Berliner Magistrat für die Schützen zehntausend? von Mark übrig hat— weshalb sollen dann die Briefmarkeitsaimnler leer ausgehen? Ein Sport ist soviel werth»vie der andere,»md eine Spielerei darf»»icht höher geschätzt werden, wie die andere.--- müssen sie auch mitrathen. Diese kleinlichen, zünftlerischen Zu. stände müssen aufhören, die Gesammtheit hat mitzureden und zu entscheiden. Der 5tlassenkampf, die weite Ausdehnung, die heute die Unter- nehmer dem Kampfe zu geben bemüht sind, machen eine solche Gesammtoraanisation dringend nothwendig. Wäre sie schon vorhanden gewesen, dann hätten den Ham- burger Ausgeschlossenen ganz andere Mittel zur Verfiigung gestanden, als heute. Die Unternehmer hätten sich dann wohl sehr besonnen, den Ausstand hervorzurufen. Um eine solche Organisation zu schaffen und durchzubilden, bedarf es der Zeit und der Ruhe. Sie muß überlegt und erprobt werden. Es ist Agitation und Belehrung nöthig. Das ist nur in der Ruhe zu machen. Aus diesen Gründen: I) Weil bei dem rücklaufenden Markte die Ausstünde in Lohnsragen meistens aussichtslos sein werden, L) weil die Arbeiterschaft Deutschlands für den ihnen aufge- drungenen Klassenkampf im Großen eine angemessenere Organisation bedarf, L) weil die Herstellung dieser Organisation Zeit erfordert, 4) weil die Mittel der Arbeiter zusammengehalten werden müssen, kleine wirkungslose Ausstände sie aber zer- splittern, S) weil der Verlust vieler kleiner Ausstände auch den Muth der Arbeiter herabsetzt: rufen wir: Gewehr bei Fuß! Es muß, bis sich die Geschäftslage wieder verbessert, Ruhe eintreten. Es müssen sämmthche Ausstandsgelüste unterdrückt werden. Im nächsten Jahre müssen die Arbeiter alle Ausstände zu vermeiden suchen. Diese Zeit der Ruhe muß zur Vervollständigung der Organi- sation benutzt werden. Eifrig und mit Energie muß daran gearbeitet werden, den Massenangriffcn der Unternehmer gegen die den'Arbeitern gesetzlich garantwten bürgerlichen Rechte widerstehen zu können. Wir müssen in der Zeit der Ruhe, des Geschäftsrückganges so stark geworden sein, daß wir dann, wenn die Geschäftslage wieder aufwärts geht, fertige Organisationen haben, um den Unternehmern mit-linsen»nrii-finfiton...»k*.--——« stj heute gegen das Zinsen zurückzahlen zu könnnen,' was lütionsrecht der Arbeiter sündigen. mit Koal.......—......_ Ihren heutigen Ruf: Tod den Fachvercinen! müssen wir dann deantworten können mit dem Rufe: Nieder mit den In- nungen, den Unternehmervereinigungen zur Bedrückuug der Arbeiter! Wir kehren dann den Spieß um. Dazu ist erforderlich: Ausbildung der neuen Organisationsferü.Z Bis das erreicht ist: Gewehr bei Fuß! LaKslss. hl».*«5� Arbeiter» ihr gesehlicheo Koalitionsrech! % Arbeitgeber oder durch Koalitionen der Arbeitgeber ..V/s Ifi' duldet sich immer mehr zur Regel, zur allgemeinen und ständige» Einrichtung aus. Vor mehreren Tagen brachten .... Unternehmervereinen, welche in verhüllter oder »i*-» isorin den'Arbeitern den Gebrauch des Koalitions- rechres erschweren wollen. Heute liegen wieder folgende Mel- oungen vor. Die Direktion der Eidelstedter Glashütte verlangte von ihren Arbeitern die Erklärung durch Unterschrist, daß sie ,-— uuvu; vwutij u;i i| i/ vup keinem Fachverein angehören und keine Fachvereins-Vrrsammlung besuchen wollen; die Arbeiter lehnten di'e Unterschrist ab und sehen nun dem Kommenden entgegen. Die nämliche Aufforderung erging an die Glasmacher in Flensburg, welche ebenfalls den —.— w V»»» Kaiupf um die Erhaltung ihres Koalitionsrechts aufnehmen»vollen. An die Dachdecker in Köln wurde von den Meistern das Ver- langen gestellt, ihre Organisation aufzulösen; es ist des- wegen zum Streik gekommen. Und derartiges lesen w>r zetzt fast an jedem Tag. Gesetzlich haben die Arbeiter das Recht der Koalition, aber thatsächlich wird ihnen dieses Recht �rch die größere wirthschastliche Stärke des Unternehmers illu- sonsch gemacht. Die„Volks- Zeitung" wendet sich in ihrer gestrigen ersten Nummer gegen diese Praxis des Unternehmer- thurnä indem sie das Beispiel König Stumm's anzieht. Sie sagt: " v."nternehmer ruinirt auf Grund des freien Arbeitsvertrages und seiner wirthschastliche» Ueberniacht das Versammlungsrecht fetiicr Arbeiter. Es ist ihm rechtlich nicht einmal beizukommen, denn vermuthlich steht in der Arbeitsordnung: wer wider den Willen des Unternehmers sich an Versammlungen betheiligt, wird lasort entlassen". Es braucht dies aber gar nicht einmal in der Arbeitsordnung zu stehen; nur daß, wenn es nicht darin steht, der Unternehmer die etwa bestehende Kündigungsfrist gelten lassen muß. Der Unternehmer vermag einfach kraft seiner wirthschaft- lichen Ueberniacht jeden Gebrauch des gesetzlichen Koalitionsrechts unmöglich zu machen. Dagegen sehen wir kein anderes Mittel, als daß man, wie es der Arbeiterschutz-Gesetzentwnrf(Z 153) der sozialdemokratischen Fraktion thut. den Versuch der Unternehmer, die Arbeiter in der Ausübung ihres gesetzlichen Rechtes zu hindern, unter Strafe stellt. Darin wird uns die„Volksztg." wohl zustimmen müssen. Der„Freist Ztg.", welche den sozialvemokratischen Vor- schlag für eine Verhöhnung der Gleichberechtigung von Arbeitern und Arbeitgebern erklärt hatte, haben wir das Verkehrte ihrer Ansicht nachgewiesen und ihr ferner die Thatsache vorgehalten, daß die sicher nicht arbeiterfreundliche sranzöstsche Kammer kürzlich einem mit dem obigen Vorschlage sowohl im Prinzip, wie hin- sichtlich der vorgeschriebenen Strafgattung und des Strafmaßes übereinstimmenden Gesetze mit nahezu Dreiviertel- Majorität zu- gestimmt hat. Die„Freist Ztg." hat seitdem die Dummheit von einer„Verhöhnung der Gleichberechtigung" nicht wiederholt, son- dern geschwiegen. Wie stellt sich die freisinnige Partei nun jetzt zu dem sozialdemokratischen Vorschlage? Die Drrlinrr Malsteure bieten gegenwärtig ein deutlich sprechendes Beispiel dafür, wie schnell durch eine unwesentlich scheinende Neuerung ein ganzer Berufsstand geschädigt, ja ge- radezu gesähraet werden kann. Seit etiva fünfzehn Jahren hat sich die Massagebehandlung Nervenkranker entwickelt, die damals von bedeutenden Nervenärzten empfohlen und zuerst von wenige» Heilgehilfen geübt wurde, die der neuen Behandlung Bersründ- niß, Interesse und Fertigkeit entgegenbrachten. Die örtliche Be- Handlung erkrankter Muskel- und Nerventheile war eine Beschäftigung, die so sehr die besondere Handfertigkeit des Heilgehilfe» in Anspruch nahm, daß man sich unmöglich denken konnte, es würde diese Geschicklichkeit, die sich anzueignen übrigens nicht so leicht war, jemals durch mechanische Mittel verdrängt werden können. In der ersten Zeit gelang es auch, zum großen Leid- wesen der Nervenärzte nur wenigen Heilgehilfen, die erforderliche Geivandheit zu erwerben. Es ist ja auch für einen Laien leicht vorstellbar, daß die verschiedenen Arten, wo die Haut und die Muskulatur des 5törpers an den nervenkranken Stellen durch Handgriffe behandelt werden muß, um die Haut- lind'Nerven- thätiateit tvieder zu heben, eine äußerst schivierige sein muß. In der That war diese Arbeit für den Masseur höchst anstrengend und dazu undankbar, denn für den Nervenkranken ist die Massage keineswegs in der Zeit der Be- Handlung angenehm. Aber die Masseure hatten doch in der ersten Zeit den Vortheil, daß ihre Arbeit gut bezahlt wurde, einmal weil es nur wenige geschickte Masseure gab, und dann, weil die Patienten, die sich einer so kostspie. igen Kur unterwerfen konnten, meist wohlhabende Leute waren. Leider dauerte diese Freude der Masseur« nicht lange. Bald war die Konkurrenz da, denn immer mehr Heilgehilsen erlernten die gut bezahlte Kunst und die Nervenärzte konnten bald daran denken, auch weniger bemittelten Kranken die Massage zu verordnen; ja sogar in den hiesigen städtischen Heilanstalten wurde sie, allerdings nur in be- sonders nöthigen Fällen, den Kranken zu Theil. Bald wurde die anfänglich gute Bezahlung für Masseure geringer, auch kam es bei der eigenartigen Natur nervenkranker Patienten oft vor, daß ein mehr schlauer als gewissenhafter Masseur einen 5iollegen ver- drängte, der es mit der Behandlung des Kranken streng nahm, trotz der nervösen Empsindlichkeit desselben. Gegenwärtig denken die Masseure sehr ernstlich an einen engen Zusammschluß aller Berufsgenossen, um der immer weiteren Lohiidruckerei entgegen- zutreten und für das Verhalten der Kollegen gegeneinander, namentlich bei der Behandlung widerspenstiger oder sonst schwer zu behandelnder Kranker feste Normen zu schaffen. Die Verhältnisse drängen neuerdings mehr als je zu einein solchen engeren Zusammen- schliiß, denn auch die Erfindung mechanischer Instrumente droht diesem Berufe gefährlich zu werden, bei dem man die vollendetste menschliche Handfertigkeit anwenden muß, die man füglich für unersetzlich halten sollte. Aber unersetzlich ist diese menschliche Hand bei der Massage keineswegs und zwar haben die Techniker eine ganze Reihe von mechanischen Instrumenten erfunden, um die verschiedenen Eingriffe der menschlichen Hand beim Massiren zu ersetzen. Da ist zunächst ein„Roller" konstruirt, dessen Wirkung auf den menschlichen Körper die gleiche ist, wie das Streichen mit der Hand oder wie der sogenannte Ballen-«nd Kammgriff der Masseure, mit dem die Haut erfaßt, in die Höhe gehoben, gedrückt und wieder losgelassen wird, eine Prozedur, durch welche die Hautthätigkeit wesentlich an den so behandelten Stellen gehoben wird.' Ter Roller kann ohne jede nähere Sach kenntniß der Massage von jeder beliebigen Person, für gewisse Krankheitsfälle sogar von den Patienten selbst angewendet werden. Weiter hat man einen Muskelschläger und einen Muskel- h a m m e r erfunden. Beide äußern infolge ihrer besonderen Kon- struktion bei einfacher mechanischer Handhabung die gleiche Wir- lung auf Haut und Muskulatur, wie gewisse, schwer zu erlcr- nende und mühsam auszuübende Handgriffe der Masseure. Freilich ist damit die Thätigkeit der letzteren nicht erschöpft, sondern nur beengt, und man kann es begreifen, wenn diese Leute ernstlich daran denken, für die Sicherung ihrer materiellen Lage zu sorgen. Ghne die«bliche» Fnfftritte können manche Berliner eitungen gar nicht auskommen. So lesen wir in der„Berliner eitung": „Auf einen Bericht über das Festessen, welches die amcrika- nischen Schützen vorgestern Abend im Kaiserhos gegeben haben, müssen unsere Leser verzichten. Die Herren von jenseits des Wassers hatten ursprünglich die Absicht, die gesummte Berliner Presse zu diesem Feste einzuladen. Auf Einspruch bezw. auf Veranlassung des Redakteurs Herrn Max Horwih von der „National-Zeitung" wurde jedoch eine Auswahl unter den Ber- liner Preßorganen resp. deren Vertretern getroffen, und hierbei unsere Zeitung, wie auch andere, übergangen. Wie übel die auS einem freien Staate kommenden New- Jorker Jndependent- Schützen hierbei durch den Genannten berathen wurden— Jnde- pendence heißt ja wohl Unabhängigkeit?— wird dadurch am besten gekennzeichnet, daß z. B. die ultra-konservative„Kreuz- Zeitung" von Herrn Horwiy„zugelassen" wurde, während, wie das Beispiel lehrt, ein den Herren Jndependent-Schützen so nahe stehendes demokratisches Organ, wie das unsrige, vor die Thür gesetzt wurde. Es ist nicht etwa der Unmuth über eine uns ent- angene Einladung zn einem Festessen, welcher uns hiergegen ffentlich Protest erheben läßt. Nein, wir wollen lediglich die Art von„Kollegialität" kennzeichnen, die ein Mitglied der Presse durch diese Handlungsweise dem eigenen Stande entgegen bringt und durch die es sowohl sich als auch der Presse selbst in den Augen der amerikanischen Gäste wahrlich einen schlechten Dienst geleistet hat. Denn wo soll die Achtung der Schützen vor der Ber- liner Presse herkommen, wenn das eigene Mitglied derselben so wenig'Respekt vor ihr bekundet." Wir finden dieses Gewinsel einfach würdelos. Man soll die Leute eben unter sich lassen. Wenn man aber jeden Komödianten nachläuft und sich geehrt gefühlt, mit einem Theaterdirektor ein Wort wechseln zn dürfen, dann kann man sich nicht nmndern, wenn man bei allen möglichen Gelegenheiten eben wie ein Lakai behandelt wird. Die bürgerliche Presse hat sich die Schuld an ihrer unwürdigen Stellung nur allein zuzuschreiben. Jeder erhält die Behandlung, die er verdient. Am Todrotagc Wilhelm gas'ettrleNer's(3. Juli) ver- sammelten sich Mitglieder des sozialdemokratischen Wahlvereins für den vierten Berliner Wahlkreis und legten einen großen Lorbeerkranz auf dem Grabe nieder. Der Abgeordnete Singer brachte Namens der sozialdemokratischen Fraktion einen Kranz; außerdem erschienen eine Deputation des Vereins der Maler, so- wie verschiedene Parteigenossen, auch die Frau mit de» Kindern des vor einem Jahre verstorbenen Genossen auf dem Kirchhose, um Kränze zu spenden. El» groker �ergstnrf findet am Montag Nachmittag Uhr in den Rädersdorier Kalkbergen im Alvenslebcnbruche statt. Kei der rlekti-ischr» Gifritbahn in Lichtrrfetde, welche unlängst auch in ihrem ivestlichen Theilc(Haupt-Kadetten- anstatt— Berlin-PotSdainer Eisenbahnstation) vollendet und weh- rere Tage probeweis befahren ivorden ist, ohne daß die Mitfah- renden etwas zu bezahlen hatten, hat sich herausgestellt, daß die tisher in Thätigkeit gewesene Maschinenanlage zur Erzeugung der von der Oberleitung aufgeuomnienen elektrischen Triebkraft nicht mächtig genug ist, um einen korrekten Betrieb der ganzen, der Anhalter bis zur Potsdamer Bahnstation reichenden Strecke zu gewährleisten, und mußte deshalb eine Verstärkung der Maschinenanlage vorgeuommeit werden, deren Vollendung in kurzem bevorsteht. Mit der Kitte«>» Anfnahme geht«»« Folgendes in: Ein Genosse aus Tempelhof wollte daselbst eine Volksversamm- lung einberufen und ging selbstverständlich zu Herrn Nieke, um wegen des Saals zu verhandeln. Ihm wurde aber von Herrn Nieke der Bescheid gegeben, er möchte sich doch nach einem anderen Saal ninsehe», denn er(Nicke) gebe seinen Saal nicht mehr, da bei ihni jetzt wieder das Militär verkehre,»nd wenn er seinen Saal gebe, würde es ihm tvieder genvininen. Ferner sagte er:„Sehen Sie, lieber Herr, von den'Arbeitern kann ich doch nicht allein lebe», denn hier beim Militär sind fette JungenS, die speisen und trinken bei mir und des Abends iverden auch noch 7— ö Rotbköpfige gelninken, dadurch mache ich immer«in gutes Geschäft!" Unsere Gcliosic>i und Freunde werden dieses za auch zu würdigen wisse». Im Einverständmß mit der Lokal- kommission. H. Klingenberg, Heimstr. 18. Ecliiiiltcner Kuh». An der Oderbaums-Brücke ist gestern Nachmittag ein großer mit Bauschutt von den königlichen Mühlen (Mühlendamm) beladen» Kahn gesunken. Der Schiffer, dessen Frau in Köpenick beerdigt iverden sollte, ivollte sich, um schneller vorivärts zu kommen, mit einem kleinen Kahn zusammen durch einen Dampfer spreeailfwärts schleppen lasse». Vor der Ober- baumsbrücke löste das dem Dampser zunächst befindliche kleinere Fahrzeug daS Schlepptau und dies Manöver hatte zur Folge, daß der solgende große Kahn unter das falsche, nicht zur Durch- fahrt beslimmte Brückenjoch gerieth, wo er derartig an die vor- stehenden Balken geschleudert wurde, daß er sofort untersank. Der Schiffer und seine Knechte sind gerettet worden. Später er o{wo VUinntpro mit Sinei Ü�nr.timä schien eine Abtheilung Pioniere mit zwei Pontons, welcher es gelana, noch verschiedene werthvolle Gegenstände mittelst Haken und Stangen aus dem Wrack herauszuziehen. Gegenwärtig ragt nur noch der Griff des Steuers einige Zoll aus dem Wasser empor. Die Hebung des Fahrzeuges dürste mit großen Schwierig- leiten verbunden sein. Kei dem Dorortznge von Gekncr gerieth gestern früh eine Achse in Brand. Auf dem Schlesischeu Bahnhofe wurde ber Wagen ausgehängt. Ter Zug erlitt dadurch nur 1t) Minuten Ausenthalt. Do« einem Kreinler überfaffve» wurde am Sonnabend Nachmittag in der Schlesischeu Straße ein etwa läjähriges Mädchen, welches init der Badewäsche unter dem Arm von der Auerbach'schen Badeanstalt kam. Eben im Begriff die Straße zu überschreiten, wurde das Kind von dem berankonimenden Waaen erfaßt und gerieth so unglücklich unter dens elben, daß il* Rüder direkt über den Kopf hinweg gingen. Von zwei SchM wurde die Schwerverwundete in den Wagen gehoben»»»> der Sanitätswache gebracht. Der Kasstrer S„ welcher unlängst verhastet wurde,> er verdächtig war, an einem Betrüge mittelst F?ri> spreche theiligt zu fem, bei dem sein Bankhaus um 15 000 M. gG worden ist, wurde ans der Haft entlassen. Es sind kests1 weise dafür erbracht, daß er mit dem Unbekannten im ständniß war, welcher das telephonische Gespräch mit treffenden Firma angekunpst und das Geld durch einen mann hatte abholen lassen. 1|(hf Dachmittngs. hat sich die unr«? drei Monate alten Kinde von Gestern, trat lichte L. mit ihrem der Ju»! brücke in die Spree gestürzt. Die L. wurde von Schiffe rettet, das Kind jedoch ertrank. Die Mutter will durch sorgen zu der Verzweiflungsthat gebracht worden fein; sich in polizeilichem Gewahrsam. � Die Klntffr»«nd Knospe» eines Rosenstocktes ijj eine ungeheure Zahl erreichen. EinPankoiver Kunstgärtner k»i» auf seinein Grundstücke seit 17 Jahren einen Stamm mit* gefüllten Rosen, welcher in diesem Jahre fünf- bis sechst� Knospen hat, von denen vor acht Tagen mindestens zweita» gleichzeitig aufgeblüht waren. Ter Stamm hat eine Höh«! etwa l3/« Meter; die Ranken dieses wohl einzig dasteht Exemplars haben eine Lange bis zu 5 Metern und bilden, ein Eisengesrell gezogen, das Dach und die Seitenwände prächtigen Laube. Znr Entgegrunaffme gelesener Arbeiterbliitter L Weiterverbreitung nach den Provinzen haben sich für den 1 bezw. Nordosten des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises sei* Genossen bereit erklärt: Gustav Tempel, Breslauersir. Wilhelm Lock, Friedrichsbergerstr. 5, Robert B e r A Große Frankfurterstr. SL, Hof 1 Tr., Carl Müller, i-'1 z« z« straf Jahre, Andro mit G androl sinnig daß a zwei � der A> meingl drückt belegt ergebe dieses arag traff daß d welch, angeh einen nach t Pflich sein; des G allen horsar füllun den il sprechi über l daß Ü über\ rechts nichtig ivehrstr. 18, 3 Tr.; Emil Böhl, Frankfurter Allee 74, H•' Reicht rich Hoffmann, Kaiserstr. 4, A d o l p h S ch o l z, La> gespro berger Allee 144, Hos 3 Tr.. Genossen außerhalb Berlins, welche die Zusendung von» stoff wünschen, wollen ihre Adressen an eine» der obige« »offen gelangen lassen. Doliteibmcht. Am 3. d. M. Abends stürzte ein? jähriges Mädchen im Hause Blumenstr. K4X über das Trepi geländer im dritten Stock iit den Hausflur, hinab und erlitt« Schädelbruch, sowie schwere innere Verletznngen, so daß tf 1 dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden mußt« In der Stacht zum 4. d. At. fand vor dem Ostbahnhof' Schlügerei zwischen einem Koppelknecht und einem Tischler? ivobci erftercr durch einen Messerstich in den Rücken nich>� deutend verletzt wurde. Am 4. d. M. VormiKags stürzte M städtischen Waisenhause, Eberswalderstr. 17, eine SLjährig« v in einem Anfalle von Geistesgestörtheit aus dem Fenster ihrst zweiten Stock belegenen Wohnstnbe etwa 10 Meter tief hinabf verstarb bald darauf infolge des erlittenen Schädelbruchs.— Abend gerieth ein sechsjähriges Mädchen vor dem Hause M«! burgerstraße Nr. 40 in ein Arbeidsgespann und erlitt durch' Hufiritt so schwere Verletzung des Kopfes, daß es nach Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden mußte. der Nacht zum 5. ds. Mts. stürzte sich ein Mädchen mit st* 2 Monate alten Kind bei der Jungfernbrücke in die Spree, jedoch noch lebend ans dem Wasser gezogen, während das? ertrank.— Zu derselben Zeit stürzte sich ein Mann gcg«»« dem Hause Schiffbauer Tamm Nr. l in die Spree, wurd«! noch lebend herausgezogen und nach der Charitee gebracht. � d. M. und in der Stacht zum 5. ds. Mts. fanden an vie« Vertr> demm Zivilg Rückt füllun Rede c> greife schiedenen Stellen kleinere Brände statt. Gevittlks-Fieikrtttg. U.chÄ Eine interessaiite Kelenchtiing erfuhr das Reichsgerichts vom 8. Dezember 1889, in>velchc»i, wie ausgesprochen wurde, daß die öffentliche Aufforderung.! Arbeitseinstellung, um günstige Arbeitsbedingungen zu crzst ein Vergehe» gegen§ 110 Str.-G.-B., nämlich die Straft!)«� öffentlichen Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze 5 stellen kann. Im November v. I. war in Luckenwalde ei»* macherstreik ausgebrochen, an welchen» sich zirka 3000 Zlwj betheiligten. Von Berlin aus war der Hntmacher Völkel in. walde erschienen, welcher in den Versammlungen zu wiedei Malen betonte, daß die Arbeiter ohne Einhaltung der viel tägigen, durch die Gewerbeordnung vorgeschriebenen Kündig- frist in den Streit eintreten sollten. Als der Streik ins bröckeln lam, forderte er in einer Versammlung diejenigen mach», welche ihre� Thätigkeit in den Fabriken aufgenor Gelt» wurdl jenige auffo der' schass bestin langr Einst sei sorder Gewe Reich selben das seitig preta sei,! Geltii ltche, des i Koali indeii steht. von änderen Arbeiter, der Hntmacher Helsinger und Bucht Sailer, welche ähnliche Aeußerungen aethan halten, Anklage vor der Straskammer des L»ndg»icht8 Potsdam. Angeklagten gaben die ihnen zur Last gelegten Aeußcru« welche auch durch den Polizeikomniissar Allodi bestätigt um»'1 zu. Ter Staatsanwalt Mendelsohn betonte in seinem Plaid» der Inhalt des ß 110 Strafgesetzbuchs sei durch die Rechtspre� des llieichögerichts klar gelegt. Diese Norm bestrafe denjeiii? der öffentlich zum Ungehorsam gegen Gesetze auffordere. 4 unter Gesetze nicht Strafgesetze allein zu verstehen sind,»gebe! veile auS dem allgemeinen Inhalt des Paragraphen sowie daran?.' der ß III den Ungehorsam gegen Strafgesetze besondere her? hebe. Der§ UO wolle die Autorität des Gesetzes� schützen und diese Autorität sei in Zivil-' sich Reck Ber. Straf- Gesetzen verkörpert. Die Koalitions- Freiheit, für den Arbeiter geschaffen sei, ändere nach der tung hin nichts. Tie Angeklagten hätten öffentlich I Arbeitseinstellung aufgefordert, sie hätten verlangt, daß Arbeiter ihre Verträge nicht erfüllen und da»nit zum Unaehow gegen tz 276, I, 5 Allg. L.-R., ivelcher die Pfliast zur©erbst erfüllung ausspreche und zum Ungehorsam gegen 122 der! werberordnung, tvelcher eine vierzehntägige Kündigung vorschtff thei Mit Rücksicht darauf, daß Völkci den rechtlichen Sinn! Arbeit» durch sein Verhalten gestört, sei gegen di« eine dreimonatliche, gegen die beiden anderen AngekioS eine zweiinonaUiche Gefängnißstrafe geboten. Ter Bern diger des Angeklagten Völkel, Rechtsanwalt Freuden th Berlin drückte zniuichst seine Verwunderung darüber aus, gegen seinen Mandanten eine solche Gefiiiignißslrase in A«1 gebracht sei. Selbst wenn derselbe den Rechtsstim der Li« walder Arbeiter gestört haben sollte, so treffe ihn die gcri Schuld. Die Hauptschiild müsse man den öffentlichen Behöi. welchen die Strafverfolgniig obliegt, beimessen. Seit 3 stituirung der Koalilionssteiheit sei in der Presse, in Versa? gesti W c gcri geh« 2 Gef B» und jiuiurung ver wocumwwirciy«» jci m uc». m owip-, lunge» gelegentlich von Streikbewegungen zur plötzlichen vlicst B legniig der Arbelt aufgefordert und bisher habe kein Sta� N eine tufgefordert bisher habe anwalt»was Strafbares darin gesunden. Erst 20 Jahre Koalitionssreiheit )« Ner lichi Zill »ni nl gese wai säni Uli! der gesetzlichen Fixirung der W> plötzlich entdeckt, daß das Verhalten des Zlngcklaö? aber auch das bisherige Verhalten der Staatsani? schaften ein pflichtwidriges war. Unter solchen Umständen''! bie geringste Schuld bei dem Angeklagten und wenn eine Zl« denselben träfe, fei die geringste gesetzliche, nämlich die 2� von drei Mnrk, im vorliegender Falle geboren, vorausgesetzt, ff st'«« die Interpretation des Reichsgerichts, welche dem K 110 Str.-OK Am gegeben wird, eine richtige ist. Gegen dieselbe liegen gewst� Hal Bedenken vor. Für dieselbe spricht zivar die allgemeine Faiff,'«0( welche auf„Gesetze" schlechthin lautet, aber der Wortlaut st, Ee nicht maßgebend sein. Der§ 110 bestrafe die Aufforderung»rl« Ungehorsam gegen Gesetze mit ein» Gefängnißstrafe . jtg zu zwei Jahren, der 8 Iii die Aufforderung zu einer 1 r,rtS strafbaren Handlung mit einer Gefein gmßstraf» bis zu einem ,i«d> Jahre, der ß 126 die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung eines gemeingefährlichen Verbrechens , i mit Gefänglich bis zu einem Jahre. Halte man diese Straf- 5* androhungen im Auge, so müsse man sich sagen, daß es wider- �«5 sinnig und nicht im Geiste des Strafgesetzbuches liegen könne, daß auf den Ungehorsam gegen Zivilgesetze eine Bestrafung von telL zwei Jahren eintreten könne, während der Ungehorsam, der in } i-y der Aufforderung zum Verbrechen, in der Androhung von ge- JX meingefährlichen Verbrechen, wie das Strafgesetzbuch sich aus- u* drückt, höchstens mit einer Gefängnißstrafe von einem Jahre ilfl belegt werden kann. Die Entstehungsgeschichte dcS§ 110 Un"? ergebe ganz klar, daß unter„Gesetze" im Sinne dieses Paragraphen Zivilgesetze nicht fallen. Dieser rFS Paragraph korrespondire mit dem§ 87 des Preußischen ächrj Strafgesetzbuches. Die Materialien zu diesem Gesetze ergeben, « w' daß der Ungehorsam gegen Gesetze nur derartige Gesetze beträfe, u welche ein Gebot oder Verbot der Staatsgewalt an die Staats- '■*'2 angehörigen aussprechen. Es handelt sich in diesen Fällen um st nwj einen unmittelbaren Anspruch des Staates auf Gehorsam, dem- nit nach um eine öffentliche Gehorsamspflicht. Von einer derartigen hsta« Pflicht könne bei zivilrechtlichen Beziehungen nicht die Rede jeitaif fein; in Vertragsverhältiilssen könne man von einem Rechte Hödel deS Gläubigers auf Erfüllung— jedoch dieses nicht einmal in istehe» allen Fällen,— nicht aber von einem Rechte des Staates auf Ge- den, l horsam sprechen. Von einem Recht des Gläubigers eigens auf Er- rde• füllung könne man z. B. im Gebiete des preußischen Rechts bei den Verträgen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern nicht et$ sprechen. Diese Verträge gehören zu der Gattung der Verträge jeu M über Handlungen, zwar schreibe das Zlllgemeinc Landrecht vor, ! solzl daß Verträge in der Regel erfüllt werden, aber bei den Verträgen lersrr über Handlungen existire ansorücklich in ß408l 5 Allgem. Land- Jev� rechts die Vorschrift, daß jeder VertragSgenosse selbst aus den r, Li nichtigsten Gründen vom Vertrage zurücktreten könne. DaS ., H i1 Reichsgericht selbst habe in einer zivilrechtlichen Entscheidung aus- , LS gesprochen: „Dem 8 403 liegt die dem Leben sehr entsprechende Er- von« wägung zum Grund, daß nichts dabei herauskommt, dem zjge» Besteller eine Arbeit, die ihm nicht genehm ist, aufzudringen, sosern nur der Arbeiter seine volle Entschädigung erhält ein Zl und daß andererseits ein Zwang, die Arbeit zu thun, Treis wider einen weigernden Arbeiter weder recht ausführbar -litt* ist, noch im Interesse des Bestellers siegt, daß also durch ß es> die vermöge des% 408 jedem Theile gegebene Befugniß, muW den Anspruch auf Erfüllung in eine Schadensforderung >hof l aus dem Vertrage aufzulösen, in der That keinem Theile hier s zu nahe getreten, das beiderseitige Interesse vielmehr ge- icht fördert wird." te sick Hiernach ist noch bei derartigen Arbeitsverträgen jedem der rige? Vertragsgenossen ein freies Rücktrittsrccht gegeben. Es kann ihrS demnach, selbst wenn sich der§ 110 des Strafgesetzbuchs auf stnab l Zivilgesetze bezieht, bei Verträgen über Handlungen, für welche ein _ flj Rücktrittsrecht festgesetzt ist, von einem Recht auf VertragSer- t gjjiri füllung, also von einem Ungehorsam gegen Gesetze, gar nicht die ■rch t Rebe sein. roch 1 Im Uebrigen müßten noch folgende Erwägungen Platz .- greifen: it fef Die preußische Gewerbeordnung vom 1?. Januar 1845, deren ce, i"' Geltung durch Einführung der Reichs-Gewerdeordnnng beseitigt das wurde, habe in dem 8 162 die Strafnorm festgesetzt, daß der- gege"' jenige, welcher zur Verabredung behufs Einstellung der Arbeit -rde| auffordert, mit Gefängniß bis zu einem Jahre bestraft wird. In t. der Reichs-Gewerteordnung, welche die ikoalitionssrciheit ge- vier' schaffen, sei ausdrücklich im K 152 bestimmt, daß alle Straf- bestimmungen wegen Verabredungen zum Behuse der Er- langung günstiger Arbeitsbedingungen insbesondere mittelst Einstellung der Arbeit ausgehoben werden. Demnach ' sei auch die Strafandrohung, welche gegen die Auf- r i forderung zur Arbeitseinstellung nach der preußischen ** j Gewerbeordnung gerichtet war, ausgehoben. Run komme das thei' 1 Reichsgericht und interpretire den§ HO dahin, daß unter dem- > beks selben die Aufforderung zur Arbeitseinstellung fallen könne. Durch -und das eine Reichsgesetz sei diese Strafbestimmung ausdrücklich be- i ctji', seitigt, das Reichsgericht führe dieselbe jedoch im Wege der Jnter- zfthpll pretation ein, obwohl man in Theorie und Praxis darüber einig setze l sei, daß der§ 152 der Reichsgewerbr-Ordnung sortdauernd in ein$ Geltung sei. i Pil» Neben diesem juristischen Bedenken treten noch wirthschaft- in M liche, welche gegen die reichsgerichtliche Jnterpretalion des 8 110 idcrhf! des Straf-Geseichuchs sprechen, denn dieselbe hebe thatsächltch die uierZ* Koalitionsfreiheit auf. löigjij Letzteres will zwar das Reichsgericht nicht wahr haben, ins' indem es erklärt, daß es den Arbeitern und den Arbeitgeber» frei- ;gen» steht, ihren Ansprüchen, deren Forderung und Bewilligung an sich en WA von dem freien Willen der Betheiligten abhängt, durch das— en— zweifellos auch ohne Vertragsbruch diirchfüh''bare Berg« und wirksame— Mittel der Vereinigung, Koalition und t größeren Nachdruck zu geben.— Diese Anschauung ist eine uchbff irrige und wird durch das Gesetz selbst widerlegt. ieu. Der§ 152 der Gewerbeordnung giebt die sioalitionssreiheit am.' und gestattet als Büttel die Arbeitsciiistellimg, die ßeninf geuieinschaitliche gesetzliche Uiiterbreck>ung eines'Arbeitsverhält- - nnu» niffes, wobei es natürlich ist, daß die zivilrechtlichen Folgen im Zlaidof Falle ter Lösung durch Koutraltsbruch, z.B. SchadenLersatzpflicht sprech'«intreten. mjen'S Das Mittel der Arbeitseinstellung ist deswegen gegeben, weil re. � me Lohiikonjuiiktiiren sich nicht an die Kündigungssrist der Ar- rgebe« beiterverträge binden und die Arveiterverträge in demselben In- cau-?, 1 mistriezweiae nicht gleichzeitig ablaufen. Wird das Mittel der s hell �öeiteeinstellung gebraucht, so sind in jedem Falle, in welchem sich setze»-Arbeiter vereinigen, um niittslst der Arbeitseiiistelluiig l- s ausgesprochener Maßen bessere Lohnbedingungen zu erzielen, die , Tfodt und der neue, Herr Fröhlich, sei bereit, sein Lokal zu Versaiitiiilungen herzugeben. Aus Antrag des Herr» Witschte wurde beschlossen, die Sperre erst dann auszuheben, wenn in dem Lokal eine sozialistische VolksversamiiUuitg getagt habe. Ferner wurde beschlossen, rege für die Verbreitung ver Parteiblätter und dafür einzutreten, daß der„Lokal-'Anzciger" nicht mehr gelesen werde. Mit einem dreifachen Hoch auf die internaNonale revolutionäre Sozialdemokratie schloß die Versammlung. Eine öflenttiche Urrsainmtnng der Korb mach er Äer- lins«nd Umgegend tagte am Montag, den 30. Juni. Ans der'Tagesordniiiig stand: 1. Vortrag des Stadtverordneten Herrn Zubeil über: Nutzen und Werth der Zeniral-Streik-Koutrolkom- Mission. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Mitgliedes. 4. Verschie- denes. Nachdem die Herren Glöckner, Fuchs und Grundmann ins Bureau gewählt waren, nahm Herr Zubeil das Wort. Er führte unter großem Beifall ans, daß es unmöglich sei, jetzt noch etwas Vollständiges durch Streiks zn erringen. Dieselben greifen so um sich, daß es den Arbeitern nicht mehr möglich ist, alle ge- nügend zu unterstützen, und den Uebelständen abzuhelfen sei nur möglich durch eine Zentral-Streik-Kontrolkoinmission. Dieselbe wirb sich zur Pflicht machen, alle voraussichtlich ins Wasser fallenden Streiks zu verhindern. Auch müsse man die von Arbeitern gesammelten Gelber einer besseren Prüfung unterziehen, damit die Arbeiter vertrauensvoll weiter ihre Beiträge abliefern.'An der Diskussion betheiligten sich mehrere Personen. Unter denselben Herr Schnitze, welcher gegen die Zentral-Streik-Kontrolkommisston sprach, und sich dabei selbst in kolossale Widersprüche verwickelte. Die übrigen Redner sprachen sich im Sinne deS Referenten aus. Tarauf wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die hier tagende Versammlimg der Korbmacher erklärt sich mit den Aiissühruugen des Referenten voll und ganz einverstanden und er- klärt sich für die Bildung einer Zeiitral-Streik-Koiitrolkomniissi on, weil eine solche Kommission dafür gewährleistet, daß voraussichtliche UN- durchführbar« Streiks nicht mehr unrernomnien werden. Gewühlt wurden fast einstimmig in die Streik-Kontrolkommisfloii die Herren Krüger als Deleairter und Jmigmckel als Ersatzmann. Unter „Verschiedenes" sprach sich Herr Voigt über das eigenmächtige Borgehen des Vorstandes der OrtZ-Krankeiikaffe aus, wogegen wir unbedingt Protest erheben müssen. Herr Grundmann war der Ansicht, daß dies bei der Orts-Krankenkaffe nichts nützen wird. Wollten aber die Kollegen ebenfalls etwas mitzureden haben, so wäre eS ihre Pflicht, eine Zentral-Kranken- und Sterbe- lasse der deutschen Korbmacher zu errichten. Die übrigen Red nee sprachen sich dahin ans, eine öffentliche Versammlung in dieser Angelegenheit einzuberufen. Daraus wurde Herrn Zubeil das Schlußwort enheilt, wobei er alle diejenigen ermahnte, die noch der Organisation fern stehen, beizutreten, denn das sei die Bor- schule des ganzen politischen Lebens. Hierauf schloß der Vor- sitzende mit einem dreimaligen Hoch beiterbewcgung die Versammlung. auf die internationale Ar Arb«it«»achw«ist-Kur«an der Graveur» und Ziseleur» Dresdener praße es, dt« 10 Uhr. OreR* öffentliche Peiffaminluna der Srechvler und Kerufagenoffen am Miltwoch, den s. Juli, pünlllich Abends slj Uhr, in Hdduch's Saal, Beuihstr. 22. Tagesordnung: l. Endgiltigo Beschlußsassung über unsere dies- jährige Lohnbewegung. 2. Die Lage in Hamburg. Reserent Kollege Legten. "-•'""'' La hl von Revisoren für den Sto» 3. Wahl eines Lohnfonds-Kasstrers. arbciterstreir. o. Berschtedenes. Merein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher. Am Sonntag, den 14. Juli, findet dag Sommerfest des Amins in Kliem's VolkSgarten, Hasenhaide, statt. Die Kollege» werden ersucht, für sleikigen Umsah von Btllets zu sorgen. Dieselbe» sind bei allen Vorstandsmitgliedern, sowie in allen mit Plakaten belegten Eeschäften zu haben. Auch werden in der nächsten Versammlung Btllets ausgegeben Perrin zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher. Bersamm- lung am Montag, den 7. Juli, Abends Uhr, in den Arminhalle», Koin- mandantenstr. 20. Tagesordnung: l. Vortrag des Herrn Mar BäginSli. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Freie Uereinigung der Schneider Kerlin«. Die zu Montag angekün- dtgte Versammlung sindet nicht statt. Da von Seiten der AgitationS- kommilston des Verbandes eine Versammlung nach Feuerststn'S Salon einbe- t''L1081?™ at'e Kollegen ersucht, dorr zu erscheinen. 4. Antrag des Kollegen Blühmke, Erhöhung der Betträge aus 5o Pf. s. Ergänzungswahlen zum Borstande. Uletalischrauben-, Farondreher und Kerufsgenvssen. Oeffentltche Versammlung am Montag, den 7. Juli, Abends s Uhr, in Reyer'S Lokal, Alte Jakobstr.«s. Tagesordnung: 1. Der Verlauf der Maßregelung, event. erklären wir dieselbe für beendet. 2. Diskusstou. 3. Verschiedene«. Achtung, Rirdorfer! Zwei öffentliche Versaminlungen der Freien Uhr. bei Weigt, Marlgrasenstr. s?. Tagesordnung: 1, Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Rechnungsberichr. 3. Ausübe der Btllets zum Sommerfest. VereinSabzetchen ist anzulegen. Pünktliches Erscheinen der Mitglieder dringend erwünscht. AUgrmriner MetaUarbeiter-Perein Kerlina»nd zlmgegend. Große «ersammlung am Dienstag, den 8. Juli, AbendS 3 Uhr, in Renz' Salon, �"»ynstt. 27 Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neutjc, Mittsliebw;. 4. Verschiedenes und Fragekasten. ES muß Ehrenpflicht der Mitglieder sein, in dieser Versammlung vollzählig zu erscheinen.- Der Zentral-Arbeitsnachweis für dt- Metallarbeiter aller Branchen bestndet sich Wallstr. 7-8 und ist taglick, von Morgens 8 bis 12 und Nachmittags von 2 bis 0 Uhr geöffnet.- Die Bibliothek bestndet sich im Süden: Rttterstr. 112, Restaurant Schmidt: im Norden: Brunnen, ,r. 40 bei Schar, er. und werden daselbst Montag! und Donnerstags, Abends von s bis M Uhr. Bücher aus- gegeben. DormiMzteS. Ittff Errrttung Ertrinkender. Der Vorstand des Ham- burger Secamts veröffentlicht folgende, auf reicher Erfahrung be- ruhende Vorschriften und Maßregeln, die bei Rettung Ertrinkender zu beachten sind. Dieselben lauten: 1. Wenn man sich einem Er- trinkenden nähert, rufe man ihm mit lauter, fester Stimme zu, daß er gerettet fei. 2. Ehe man ins Wasser springt, entkleide man sich so vollständig und schnell wie möglich. Man reiße nöthigenfalls Kleider ab; hat man aber keine Zeit dazu so löse man jedenfalls die Unterbeinkleider am Fuß, wenn sie zugebunden sind. Unterläßt man dies, so füllen sie sich mit Wasser und halten den Schwimmer auf. 3. Man ergreife den Ertrinkenden nicht so lange er noch start im Wasser arbeitet, sondern warte einige Sekunden, bis er ruhig wird. Es ist Tollkühnheit, Jemanden zu ergreifen, wäh- rend er mit den Wellen käinpft, und wer es thut, setzt sich einer großen Gefahr aus! 4) Ist der Verunglückte ruhig, so nähere man sich ihm, ergreife ihn beim Haupthaar, werfe ihn so schnell wie möglich auf seinen Rücken und gebe ihm emen plötzlichen Ruck, um ihn oben zu halten. Darauf werfe man sich selbst ebenfalls auf den Rücken und schwimme so dem Lande zu, indem man mit beiden Händen den Körper am Haar festhält und den Kops des- selben, natürlich mit dem Gesicht nach oben, sich auf den Leib legt. Man erreicht so schneller und sicherer das Lano, als auf irgend eine andere Art und ein geübter Schwimmer kann sogar zwei bis drei Personen über Wasser halten. Ein großer Vortheil dieses Versahrens besteht darin, daß man in Stand gesetzt wird, sowohl seinen eigenen, wie auch des Verunglückten Kopf über Wasser zu halten. Auch kann man in dieser Weise sehr lange treiben, was von großer Wichtigkeit ist, wenn man ein Boot und sonstige Hilfe zu erwarten hat. Gin„Eiewissens-Fonds" existirt in den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Ueber denselben giebt der jüngst veröffentlichte Bericht des Schatzamtes in Washington merkivürdige Einzelheiten. Der Fonds datirt vom Jahre 1311 und ist jetzt zur Höhe von nahezu 300 000 Dollars angewachsen. Jede Woche fast täglich laufen im Schatzamte Briefe ein, welche Geld von zwei Cents bis 100 Dollars enthalten, das auf unrechtmäßige Weise de», Staate entwendet worden ist. Oft sind die Briefe ohne Unter- chrift; viele sind einfach unterzeichnet„Gewissen" oder„Resti- tution". Hier ein paar Beispiele solcher Wiedererstattungen: Eine Hunderl-Dollars-Note war in ein Papier ge>vickelt, worauf geschrieben stano:„Von einem, der in Zukunft das Gebot beachten will■ Du sollst nicht stehlen." Ein anderer Brief lautete:„Ein unruhiges Gewissen sendet 12,50 Dollars, die der Regierung ent- wendet wurden." Die größte Summe, die eingesandt wurde, be- lief sich auf 5000 Dollars. Das Begleitschreiben lautete:„Diese Summe gehört der Regierung, obschon die Welt sagen würde, ich sei ehrlich dazu gekommen. Indessen schlage ich ein gutes Ge- wissen höher an als Geld." Nicht Wenige, die unfähig sind, alles auf eininal zu erstatten, machen Abschlagszahlungen. Die That- fache, daß solche Briefe zu Tausenden einlausen, zeigt freilich, daß viel»„gerecht Gut in Amerika umgeht. Ueber den Flug einer Uanchschwalbe(LirunSo mstica) von Paris nach Calais machte kürzlich I. Viau in der Zoologischen Gesellschaft die folgende Mittheilung: Zwei schwalben hatten seit mehreren Jahren ihr Nest in einer O" des Schlosses von Niellesles-Ardres(Pas-de-Calais), Baron v. Vilmarest gehört. Im August 1333 hatten fünf. das Nest verlassen und ihre Ausflüge begonnen; des A kehrten sie mit den Eltern zum Nest zurück, um in der Nähef «elben zu übernachten. Am 2i. August, 9 Uhr Abends," die Diener des Herrn v Vilmarest, welche zur Weitausst. fahren wollten, eine der beiden erwachsenen Schwalben' i brachten sie in einem Säckchen nach Paris, wo sie mu Nachtzuge ankamen. Am 25., um halb 10 Uhr des MerZf ließen sie die Schwalbe am Fuße des Eiffelthurmes fliegen.' stieg senkrecht empor bi» zur Höhr der ersten Galerie �ei Thurmes; darauf flog sie in wagerechter Richtung Itvünschi Norden über die Seine, ohne daß sie irgenowie a„ � j,. zögern schien. Um 11 Uhr 46 Minuten langte� Ni Schwalbe' wieder in Nielles an, wo sie von dem sie erwartflfo� eg Wächter des Herrn 0. Vilmarest an dem rothen Bändcheist'sxh�, man ihr angelegt hatte, erkannt wurde. Sie flog in die Nc gerie hinein, kam aber sogleich wieder heraus, jedenfalls Werfchcin die Jungen dort nicht vorfand, welche Morgens zur Jagd'gandsli geflogen waren. Am Abend kam sie mit ihnen znriick. S'6 Jrvelcher fort, die Nächte in der Nähe des Nestes zu verbringen, I' nachdem sie ein zweites Mal zum Zweck der Entsernuag Bändchens eingefangen worden war. Calais ist 296 lautet 1 Paris entfernt, und Nielles liegt noch 16 Icm weiter ab.(jj der Lust hat die Schwalbe etwa 250 Ion zurückgelegt, und l's t,eg Ja dazu nur 2 Stunden 16 Minuten gebraucht. � Und doch dffjrabant Uligu««Wir Ä wvuttvvt» JI.V»._v k.» v»»viv V«, P'fcl ihr der Weg unbekannt sein, denn ohne Ziveifel ist sie aus lVPxxssg Wege von Afrika nach� Calais nicht über Paris geflvgei�die Bei VUil uuu; rr v.« ü- 1" D Uebrigens sind ähnliche Versuche schon früher angestellt wo'f.Leute a Man hat auch Schwalben zu gleicher Zeit mit LrieftaMjg�. stiegen lassen und beobachtet, daß sie beträchtlich früher anWrvilllge als diese. Nach den Ergebnissen der bisherigen Versuche Schwalbe eine Geschwindigkeit von 125 stm, die Mauerschrtsf�,� eine solche von 130 stm und die Taube«ine von 72 tun»»Permeir Stunde. Sitte: Vviefkcrflen der Nedslkkionö Bet Anstagen bitten wir die AbonnementS-Quittung beizufügen. Btii" Antwort wird nicht-rtheilt. . Wi der Vi F.$. Fichteflr. Wir werden für Abhilfe sorgen. Finden F. Sch. Dünnwald. Ein allgemeines Gesetz, wonach stsie gek, Sammlungen der polizeilichen Genehmigung bedürfen, bsjoaren, nicht. Wohl aber existiren viele derartige Polizeiverordnuv De ob auch für Ihren Bezirk, ist uns unbekannt. ankänip fruchtlo dem Mi eld d zz�Ge iveite(j Achtung» Zimmerleute! Zum 13. Stiftungsfest des Keerdigtmgsveveins Kerl. Iitnmerlente findet am Sonnabend, den 12. Juli er., im großen Saal der Brauerei Friedrichshain(früher L i p s) ein grosser SommeraacMs-Ball statt, wozu die Mitglieder und Freunde gütigst eingeladen werden Billets für Herren 50 Pf., für Damen 25 Pf. sind bis Donnerstag, den 10. Juli,(von da ab tritt erhöhter Preis ein) bei folgenden Komitcemit- tliedern zu haben: K l e b b, Mariendorferstr. 2; Günther, Mühlenstr. 67 a; -chröder, Ackerstr. 152; Schwarz, Biesenthalerstr. 22; Büchner, Skalitzerstr. 36; Freitag, Frankfurter Allee 31; Herzog, Rheinsberger- straße 62; Mathesius, Memelerstr. 29; Schultz, Schönhauser Allee 54; Liesegang, Pappel-Allce 14; Schikowsky, Kl. Alexanderstr. 1, part. Außerdem bei Herrn Würtemberg, Teltowerstr. 34 und Bandlow, Krauts- und Langestraßen-Ecke im Restaurant.— Ansang 8V2 Uhr. 381 I. A.: August lllsdd, Mariendorferstr. 2. Achtung Uergolder! Die Filiale Berlin betheiligt sich nicht an der heutigen Feier. Wir er- warten, daß ein jedes Mitglied sich danach richtet. Von der Berliner Ver- golder-Gehilfenschaft wird erwartet, daß dieselbe glänzt durch— Abwesenheit. �41 Der Dorstaud. Sonnabend-, den IS. Inli: Grosses Sommerfest? verbunden mit Konzert, Uorträge»«nd Kraftprodnktionr», im Viktoris-Park, Frankfut-tei* Mliee. Die Kaffeeküche ist für die Damen von 3 Uhr an geöffnet. Kasse sindet Nicht statt. Billets ä 30 Pf. sind in sämmtlichen mit Plakaten belegten Lokalen und am Vergnügungsabend bei E. Böhl, Frankfurter Allee 74, zu haben. Da« UergnLgnnKs-Komiter. Große öffentliche Versammlung der N Kchbcllrbeltlillgs-MHiüeü besUftigten Arbeiter »m Dienstag, 8. Juli, Abenus SVa ühr, bei Feaskc, Lancisbergerstr. 37. Die Kistenmacher, Holz- und Bretterlräger sind ganz besonders zu dieser Versammlung eingeladen. Tagesordnung: 1. Schließen wir uns dem gegründeten Verband der Holzarbeiter in Hamburg an oder nicht? 2. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Deanftraate»: Vi. MUl..... 924 folf. Huchthausen. HcsMung UmdoHF es* I Zwei große öffentliche Uersommlungett der freien Gemeinde zn Kirdorf 1) Montag, d. 7. Juli, im Koffmann'schen Kaal, Dergstrasie 13S, A) Dienstag, d. 8.......* iJnit, im Maue'schrn Saale, Kermannstrasie 18, beide Abends SVe Uhr. Tages-Ordnung: 1. Berathung der Petition in Betreff einer höheren Lehranstalt. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Steuerzahlers, zu erscheinen. Frauen und Männer sind eingeladen. U. Steinmar, Prinz Handjerystraße 10. VV* IHKolseSgsoBipeB*! Die Differenzen der Uolirrr bei Gebrüder Uw ite Differenzen der Uolirer bei Gebrüder Uothmann sind noch nicht beigelegt. Haltet Zuzug fern. Näheres morgen, Montag, Abendo fci Uhr» in der öffentlichen Uerfannnlnng aller Arbeiter der Uäh- Maschinenbranche im Meddingparlr, Ulüllerstr. 178. Tagesordnung: 1. Die jetzige Lage des Streiks der Polirer bei Gebr. Nothmann. 2. Werth und Wesen der Arbeiterausschüsse.(Referent wird in der Versammlung be kannt gemacht.) 3. Verschiedenes. Alle Arbeiter von Gebr. Nothmann sind hierdurch eingeladen, sowie auch alle Möbelpolirer Berlins. 916 Der Cinbrrnfrr. Verband deutscher Zimmerleute. Lokalverband Berlin. Montag, 7. Inli, Slbends 8Vs Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75: Ccnttlll-VerWlmlNg. Tagesordnung: I. Vortrag des Herrn W. Schweitzer über: Vergangenheit und Zukunft. 2. Wahl des gesammten Vorstandes. Im Interesse der Organisation ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes zu erscheinen. 919 Verein zur Wahrung der Interessen der SchulimacherBerlms. Montag, 7. Juli, Abends 8V2 Uhr, in den„Armin-Hallen", Koinmattdanten-Strastr SO: ¥er>saBroiiigun||B Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Uax Baginski. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Ausnahme neuer Mitglieder. Ent- gegenuahme von Beiträgen. 934__ Drr Dorstand. Eeiaisclfoes» Tischiei*-¥eribane3. Zahlstelle Steglitz. Sonnabend, den 12. Juli, Slbends 8 Uhr, im Knrhau« z» Friedenau: Grcher SmcrNihts-M. Herren-Billets k 50 Pf. und Damen- Billets a. 25 Pf. sind vorher zu be- ziehen durch V. Lindenberg, Steglitz, Ahornstr. 7, 2 Tr. Um zahlreiche Be- theiligung bittet 331__ Das Domitee. Centrkl-Kmkek- nnh Sterbe- Kch ber Mler Nil mmjlilt. Berussgeillliseu DentWM Filiale> Uord (Eingeschr. Hilfsk. 71, Sitz Hamburg). Mitglieiler-VechmilllUg am Dienstag, den 8. Juli, Ab. 8 Uhr, bei G n a d t, Brunnenstr. 38. Tagesordnung: 1. Vierteljährlicher Kassenbericht. 2. Wahl der Krankenbesucher. 3. Wie stellen sich die Mitglieder zur Gründung einer Filiale in Moabit. 4. Verschiedenes. 911 Dir Grtsorrmalinng. Ethische Gesellschast. Sonntag, den 6. Juli,'Ab. 3Vs Uhr, Münzstr. 11 bei Zeuiter: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über„Die wahre Elhik Jesu Christi". 872 Nach dem Vortrag gesellige Unter- Haltung und Tanz. Gäste, Damen und Herren, willkommen. Cigarreu und Tabake. B. Stabernack, Wrangelstr. 85. Anhalt. Banschnle Zerbsl TÄ Bauhandwerker, Steinmetzen, Bau- u. Möbeltischler etc., sowie Fachschule für Eisenbahn-, Strassen- und Wasserbautechniker. Staatlich� Eeifeprüfung. Billiger und angenehmer Aufenthalt Kostenfrejf Auskunft durch die Direktion. lätter blätter spenb 'ortes elt," Upbeitep! Filz- und Sridrnhütr m. Arbeiter- Kontrolmarke ernpsiehlt s337 kVaaa Haupt, Hntmacher, Gr. 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Illssi ilben t------- ' jxttt' SP Deutsche Politik ileri«'ßUg der Ferne betrachtet. Ein englischer Dichter— V u r n s— ung ,münschte den Menschen die Gabe, sich so zu sehen, wie sie von ivivli Indern gesehen werden. wg«' Nun, haben wir diese Gabe auch vorläufig noch nicht, so ro?11(liegt es doch in unserer Macht, wenigstens nachträglich zu dch-fl'sehen, wie die andern uns sehen. dl- � Nachstehender Artikel ist der in San Paul, Brasilien, is'�erscheinenoen„Germania" entnommen, und zeigt, was unsere LG???Landsleute dort über die„deutsche Politik" denken. Der Artikel, �"welcher das Motto hat: »Anständige Leute schreiben nicht für mich." p"( Fürst von Bismarck. f � lautet also: '" s., Ein eigenthümliches Zeugniß ist es, was der„größte Mann !'�des Jahrhunderts" seinen freiwilligen und unfreiwilligen Preß- e j�trabanten hier ausgestellt hat und kein von der oppositionellen ""s. �Presse erlogenes Wort, sondern sein eigener Ausspruch, den uns Berliner Presse verbürgt. Und doch wie viele unanständige ■ �wa> euts gab es in Deutschland, welche freiwillig ihre Zeitung als ' in die Hand des Jupiters gaben und wie viele unfrei- «"'�willige„Unanständige", welche im Auslande aus jenen Quellen ".�'Ichöpften und sich ohne Wissen eine Moralsünde zu Schulden ,ii?ommen ließen! Wie hoch gingen die Betheuerungen jener � 1 vermeintlich Reichen im Geiste vaterländischer Gesinnung und Sitte: Kanzler, treue Knechtesliebe Widmet Euch dies Blatt, Weiter aber keine Triebe, Weil es keine hat! Wie zogen sie los gegen die Gegner, welche es wagten, Bismarck'schcn Politik nur den Zweifel eines Tadels nden— Verdächtigung, Verunglimpfung traf diese alle, Sonntag, de« 6. Inli 1890. 7. Jahrg. ans Sättll® der nach sHe�! n, b-Hvar an zu ie gekrönte Häupter, Deutschfreisinnige öder Sozialdemokraten aren. rdnu»S' Der Einzelne konnte nicht gegen die losgelassene Preßmeute «nkäinpfen, die bessere Zeitung unabhängiger Richtung mußte im fruchtlosen Ringen mit dem kleinen Kreisblättchen unterliegen, dem man die amtlichen Inserate zuwies und hinter welchem das �"eld des Reptilienfonds stand. Die freiheitliche Presse war auf eite Strecken ausgerottet, überall triumphirte in allen möglichen eleuchtungen die allmächtige Bismarck'sche Politik in den lättern. Zu einer endlosen kraftlosen Wüste haben die Reptilien- lätter den politischen Geist des deutschen Volkes gemacht. Wie spenlaub zitterte der Kleinbürger beim Geräusche eines freien ortes.„Bismarck, Bismarck über Alles, über Alles in der elt," war der stetige Refrain der Zeitung, die er las, war er stete Gedanke, der in seinem prüparirten Gehirne lebte! nd dabei hielt er sich für den wahren Vaterlandsfreund und „ chwor auf die Ueberzeugung seines Redakteurs! Dieser Arme! sr-sich, Anständige Leute schreiben nicht für mich!" klingt es ihm Hohn- n sil�woll entgegen. Er wird in die Masse der„Nichtgcntlemen", welche eits-iWie preußische Politik überhaupt in innern Fragen an den Rock- Feigejfchöfjcn hatte, hineingeworfen. Und hier geben wir Bismarck aus .—-�vollem Herzen Recht. Es ist allerdings nicht anständig, seine Feder 86 3- für eine gewisse Summe zu verkaufen, denn man verkaust damit , seine Ehre und zieht andere Unbewußte, die aus der trüben Quelle ff?, schöpfen, mit in den Sumpf, in welchem man lebt. 50 Ps- Eine große Summe war's, die den Offiziösen zur Verfügung . Wand: 19 000 000 Thaler, das dem König von Hannover vor- ilekok«rnthalte»e Vermögen! Mit den Einkünften dieses Vermögens die preußische Regierung nach Gutdünken wirthschaften. ■ bekanntlich erklärte Bismarck, er gebrauche das Geld zur'Abwehr ■ feindlicher Bestrebungen des Königs von Hannover, denn er ver- >iner Molge bösartige Reptilien bis in ihre Höhlen hinein, woraus der nd evHtam«„Reptllienfond" hergeleitet wurde. !N, dlsj Die Zeiten änderten sich unterdessen, König Georg brauchte iBticht mehr bekämpft zu werden, um so mehr aber die Gegner nerstr�Bismarcks auf parlamentarischem Felde und hierzu besoldete er ■-mM�ne Preßkreaturen ' g» Diese besoldete Presse ist keineswegs ein Phantom, wie Minister i ciülPerrfur� preußischen Abgeordnetenhanse glaubte die Regier itlulMung rein waschen zu sollen, sondern sie ist eine nackte Schal -'»che, welche durch Caprivi nicht geleugnet wurde. Die sfiziösen haben den andern Wind bereits in Spürung bekommen .re Hamburger Blätter sind über Absichren der Regierung nicht sellen ssuiehr unterrichtet, die„Nordd. Allgemeine" treibt nur noch ver- Son»l Ästete Politik und die liebe Kölner Tante bekommt keine Nach. erhall richten mehr ans der Reichskanzlei zugeweht. Dafür wird der iquetf,„Reichsanzciger" Kanzlerblatt. Damit ist aber die Bismarck'sche siigr�Kampfweise, welche er ja selbst als Ausfluß unanständiger �T'ajiCharnktere hinstellt, gebrandmarkt. Dem Nachfolger des„größten �sTttca Mannes des Jahrhunderts" sind die Waffen des Vorgängers nicht ' Mvuständig genug, sich ihrer zu bedienen. -- Man sieht, an der Ehre des Unsterblichen wird gemäkelt: usern Z, Bitter ist'S, daß dies bei Lebzeiten des Gefeierten geschieht, was )lrn. � ihn alle Höllenqualen verletzter Eitelkeit durchkosten läßt. Er, � v. �>von dem es heißt: Trotz der ungeheuren Größe, 1 g« Jeden Wurm zertratest Du, -- muß tN ohnmachtiger Wuth das alles über sich ergehen lassen! . Mar«' Uber nein, er bleibt nicht kalt dabei. Ihn schreckt nicht das „ Schicksal eines Arnim, noch dasjenige eines Gesslen, er droht biß mit der Presse. ® Ein sehr lebhafter Briefwechsel zwischen ihm und Wilhelm II. itr n7,,sall sich entsponnen haben über Auslieferung gewisser Doknniente, !— l-�die jener als Kronprinz Bisniarck eingehändigt hätte. Dieselben ehaup>? sollen die Einsetzung einer Regentschaft betreffen er zap Daher eine Nachricht in fremden Zeitungen, daß der Ex- ldhau�kanzler im Sachsenwalde Gefangener, der von Gendarmen Schritt --- für Schritt bewacht sei und vergebens, wie Maria Stuart, die � Arme nach dem Himmel erhebe und ausriefe: Eilende Wolken, an«: Segler der Lüste u. s. w. Rein, das ist Phantasie! Aber keine solche ist ein Artikel •• 0 der„Hamburger Nachrichten", welcher Bismarck'sche Nörgeleien ,'. M an der Caprivi'schen Rede enthält: '-�4 Wir wollen einmal sehen, inspirirt Jupiter mit dem Schlapp. tutmaZhute, wer die„andern Kräfte" sind, die unter mir nicht auf. __ �kommen konnten und worin die„unterdrückten Gedanken und uschn-�Sßünsche" bestehen und ob die so iverthvoll sind, daß ich ihnen erl. geopfert werden mußte! Da ist der Bötticher z. B.(Gott sei 45,� Dank, daß er nicht Kanzler wurde), welcher den Kaiser�gege» nstr erden J111� verhetzt hat. w kraten züchten! meld.-, m A�te' OraN'1 Regiment ! 1 kommt aiebt's Die jetzige Regierung wird nur Sozial- Denen zum Trotze wäre ich so gerne geblieben. Ich glaube nicht, daß das neue etwas Besseres zu Wege bringt. Wenn nicht, dann der Rückschlag. Männer mit großen heilsamen Ideen -igen, M""» M im öffentlichen Leben, ich habe keine gesehen. !>d u»dz Eaprwi ist auch kein Diplomat, sonst hätte er nicht ausgesprochen, f daß ihm die politischen Angelegenheiten bisher fremd waren, das g-str. Wst zum mindesten Schwäche! Ich bin ein Freund Cavrivi's, dessen persönliche Eigenschaften ich hochschätze— aber behandelt se ti-$ K09»»> mir ihn wegen seines Charakters und der Schwierigkeit seiner Ausgabe mit Rücksicht. Bismarck ist klein geworden und fürchtet die Jntriguen, deren Meister er war und welche e»«veiter spinnt. Der„große deutsche Patriot" ist seines Kaisers und seiner Regierung aller- getreuester Rebell geworden, weil er auf seine menschliche Größe reduzirt wurde: Nicht hat sich die Sonne verfinstert, Kein Tempclvorhang zerriß— Des Volkes eisiges Schweigen, Das war die Nemesis. Vevsammlunaim. Eine öffrntliche Versammlung der in den All>»m- fabrike» beschäftigte» Arbeiter und Arbeiterinnen fand am 2. Juli, im Lokale des Herrn Uebel, Naunynstraße, statt. Auf der Tagesordnung stand: 1. Stellungnahme zur Zentral-Streik- Kontroikommission. 2. Vortrag des Herrn Röhlke über: Volks- ernährung und Volkseinkommen. S. Verschiedenes. Zum ersten Punkt der Tagesordnung nahm Kollege Mielenz das Wort und begründete in lüngerer mit Beifall aufgenommenen Ausführung die Nothwendigkeit einer Streik-Kontrolkommission für Berlin. Hieran knüpfte sich eine äußerst lebhafte Debatte, an welcher sich die Kollegen Freudenreich, Röhlke, Herzoff und Mielenz be- theiligten. Ein Antrag, zivei Dclcgirte in die Zentral-Streik- Kontrolkommission zu wählen, wurde angenommen und als solche die Kollegen und Miclenz Herzoff gewählt. Von der Wahl eines weiblichen Delegirten wurde in Anbetracht, daß nur wenige Arbeiterinnen in der Versammlung anwesend waren. Abstand genommen und dies einer später statt- findenden öffentlichen Arbeilerinnenversammlung überlassen. Nach- dem so der erste Punkt der Tagesordnung erledigt war, ergriff Herr Röhlke das Wort zu seinem Vortrage über„Volksernährung und Volkseinkommen". Er stellte in demselben die dem Menschen zum Ersatz seiner ausgegebenen Kräfte nöthigcn Lebensnüttel und das Einkommen des Volkes, als solches die große besitzlose Masse meinend, gegenüber und wies nach, daß es für einen solche» Volksangehörigen, einen Arbeiter, unmöglich sei, unter den heutigen Verhältnissen seinem Körper die qualitativ und quantitativ nöthige Nahrung zuzuführen. Um so mehr sei es zu bedauern, daß die Arbeiter den sie speziell angehen- den Fragen, wie eine der Versuch der Erringung einer ivirth- schastlichen Besserstellung sei, immer noch eine gewisse Laschheit entgegen bringen.— Der lehrreiche Vortrag wurde mit Beifall aufgenommen. An der Diskussion betheiligten sich die Herren llioder. Freudenreich, Röhlke und Mielenz im Sinne deS Refe- renten. Unter Verschiedenem macht Kollege Mielenz auf einen in einer Nummer der„Voss. Ztg." gestandenen Artikel aufmerk- sam, in welchem die Arbeitsverhältnisse der Albumarbeiter und Arbeiterinnen im rosigsten Lichte, leider aber vollständig unrichtig geschildert werden. Dies rief eine gerechte Entrüstung unter den Anwesenden hervor. Nach längerer Debatte wurde s olgende Resolution angenommen:„Die heutige Versammlung erklärt, die in der „Vossischen Zeitung" enthaltene Notiz betreffs der Album- fabrikation als auf unwahren Ueberbringungen beruhend und er- sucht das heutige Bureau, die nöthigen Schritte zu thun, um das Unwahre der in betreffender Notiz enthaltenen Behauptungen nachzuweisen, resp. den Widerruf desselben zu veranlassen."— Kollege Hanig theilt mit, daß er auf Veranlassung eines Kollege» und des Werkfnhrers in der Moser'schen Fabrik geinaßregelt sei. Darauf wurde die Versammlung geschlossen. Eine öffentliche Versatnmtuug der Filiale II!(Vi»- darf) des Allgemeinen'Arbeiterinnenvereins Berlins und Um- gegend tagte am Sonnabend, den 28. Juni, i» Hoffmann's Salon, Bergstraße 133. Auf der Tagesordnung stand: l. Vortrag des Herrn Stadtv. Heindorf. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Dis- kuffion. 4. Verschiedenes. An Stelle des Herrn Heindorf, der wegen Antritt einer Strafe am Erscheinen verhindert war, sprach Herr Fritz Berndt über die Fraucnsrage. Aus dem interessanten Vortrag ist besonders eine Fabrikordnung hervorzuheben, deren wesentlichste Punkte in folgenden bestehen: Es ist dies ein« Thon waarenfabrik in Blankenfelde in Mecklenburg. Daselbst erhält der Arbeiter bei einer Arbeitszeit von Morgens um 4 bis Abends 8 Uhr einen täglichen Lohn von 2 M., von welchen aber pro Woche noch 4 M. als Spargelder abgezogen werden. Die Schlaf sälc befinden sich auf der Fabrik und muß jeder Arbeiter Punkt 10 Uhr sich auf dem Lager befinden, widrigensalls derselbe 1 M. Strafe zu zahlen hat. Auch befindet sich daselbst eine Spciscan stalt, in welcher man für 20 Pf. pro Tag Mittag- und'Abend- brot bekommt. Das Betreten ver Küche ist verboten und haben Zuwiderhandelnde 50 Pf. Strafe zu zahlen. Wer sich mißliebig über das Essen ausspricht, zahlt l Mark Strafe, und erfolgt im Wiederholungsfälle die sofortige Entlassung, in welchem Falle aber der Fabrikant die abgezogenen Spargelder für sich gespart hat. In der Diskussion iveudete siel) Frau Gubela hauptsächlich gegen die hiesige B-lvetsabrik in der Köpeniclerstraße. Auch dort sind die Arbeitsverhältnisse äußerst schlechte. Einige Arbeiterinnen sind dort in der Lage, in 14 Tagen einen Verdienst von 9 M. zu erzielen, wovon jedoch im Unglücksfalle noch die Hälfte für Messer und Strafgelder abgezogen werden kann. Nach Schluß der Versammlung fand ein gemüthliches Zu- sammcnsein statt, welches die Thciluehiuer bis gegen 4 Uhr in heiterer Sttminung zusammenhielt. Der Fachnemn der Fedrrarbeitrr hielt am 23. Juni seine regelmäßige Sitzung ab im AereinSlokal, Oranieustraße 180, terr Paul Litf», hielt einen ebenso interessanten wie lehrreichen ertrag über:„Welchen Einfluß haben unsere Gewerkschaft� organisationen auf den Lohn und die Ausbeutung der Arbeit.' Derselbe wurde sehr beifällig aufgenommen. Eine Diskussion hierüber fand nicht statt. Zur Verlheilung gelangten die statisti schen Fragebogen. Die Wahl der Delegirten zur Streik-Kontrol kommission wurde kassirt, da solche nur in einer öffentlichen Ver- sammlung gewählt, verde» können, letztere soll in allernächster Zeit einberufen werden und dafür die nächste Vereiusversanuulimg ausfallen.— Zu dem Ertrag der Tellrrsamiitlung der letzten öffentlichen Versaminluug für die Hamburger Zimmerer wurden noch 20 M. bewilligt. Bekannt gegeben wurde noch, daß Listen für die gemaßregelten Weber in Greiz zu habe» seien beiin Vor- sitzeiiden. Fmdettrt». An, Sonntag, den 29. Juni, fand in Büchel's Salon, Friedenau, eine große öffentliche Versammlung der Van- und gewerblichen Hilfsarbeiter SchönerergS»nd Umgegend statt mit der Tagesordunug: Vortrag des Herrn Otto Rennthaler über„Organisation, Zweck und Ziele eines Vereins." 2. DiSknssio». 3. Verschiedenes. Das Bureau bestand aus deu Herren. 1. Vor- sitzender Rudolph Kanter, 2. Vorsitzender Marasaß, Schriftführer. Max Nimmich. Da der Referent nicht erschiene,» war, übernahm Herr Robert Lungwitz-Friedenau das Referat. Siedner führte ungefähr folgendes aus: Wie eine freie Organisation unbedingt nothivendig ist, um zu einer großen und festen Masse zu werde», so ist es auch Nflicht eines zeden Arbeiters, dem Bau- und ge- werblichen Hilfsarbeiterverein Schönebergs und Umgegend beizu» treten. Zn demselben Punkt sprachen noch die Herren Kanter und Marasaß. Zum 2. Punkt Diskussion nahm nochmals Herr Langwitz das Wort und kritisirte das Verlangen der neuen Militär- bewilligung. Ferner sprachen noch in der Diskussion die bereits obengenannten Herren. Zum Verschiedenen wurde zunächst die Wahl eines Final- Vorstandes vorgenommen und wurde Herr Siefert für Steglitz dazu gewählt. Mittlerweile war folgende Resolution eingegangen, welche auch einstimmig angenommen wurde. „Die heutige große öffentliche Versammlung der Vau- und gewerblichen Hilfsarbeiter Schönebergs und Umgegend schließt sich den Ausführungen des Herrn Referenten voll und ganz an und strebt danach, daß unter den heutigen Ver- Hältnissen eine freie Organisation unbedingt nothivendig ist und jeder Arbeiter verpflichtet ist, der Vereinigung in seinem eigenen Interesse beizutreten." Hierauf schloß der vorgerückten Stunde wegen der Vorfitzende die Versammlung mit einem dreimaligen Hoch auf die internatio- nale Arbeiterbewegung. Kevichtianna zu dem Unffammhiiigsbericht der Delegirten zur Kerliner Sterilr- Kontrot- Komiuisston, nicht, wie es irrthümlich heißt:„Jen trat-Streik-Kontrol-Kam- Mission". Nach Aufführung der Delegirteuliste ist der Passus unerklär- lich, welcher bestimmt:„diesem'Herrn haben auch sämmtliche Delegirten ihre Adresse einzusenden." Wenn es auch als selbstverständlich erachtet werden muß, daß die nicht Angemeldeten dieses sogar möglichst bald zu thun haben, so ist doch schwer zu begreifen, was mit der nochmaligen Meldung resp. Wohnungsmittheilung bezweckt werden soll, da der einmaligen Anmeldung mit Angabe von Wohnung durch den Vor- sitzenden der Versamniluna, in welcher die Delegirten gewählt sind, allen Zlnfordmmgen genügt, um die richtig geprüfte Präsenzliste festzustellen. Dieses zur Ausklärung, um die Anmeldungslast überflüssig zu machen. Zur Ausrage der Frau Gubela in der Sprechsaalnotiz dieses Blattes. Die Einsenderin hat die falsche Voraussetzung als Grundlage ihrer Handlungen, daß eine öffentliche Versammlung des Vereins etwas anderes ist, als eine Vereinsversammlung. Die jetzige Handhabung des Vereinsgesetzes würde es sogar ver- bieten, ein derartig erivorbcnes Mandat anzuerkennen. Um nun den betreffenden Arbeiterinnen ebenfalls Gelegenheit zu geben, Delcgirte zu der Kominission zu wählen, ist eine öffentliche Versammlung der Handarbeiterinnen aller Branchen einznbernsen, welcher auch vvn Seiten der Polizeibehörde keine Hindernisse in den Weg gelegt werden können, da die Koalitions» gesehe für Alle, ohne Ansehen des Geschlechts, gelten. Sollte auch dies nicht gestattet werden, so würde die einzu- legende Beschwerde unziveifelhast die erwünschte Remedu» schaffen. Achtungsvoll O. Tacterow, Mitglied des geschästsführenden Ausschusses der B. St.-K.-K. T»*n- »«rein„TlingerlnsU und oes«Ilig« Nerrine rtr. am Montag: Besang» Abends» Mir im Mestauraut LanbZbcregstraß« so.— n iö/a inveno y uijv ijumit»-* 'dends o Uhr, Orantenstraße 100.— t Alle Tchönhanserstr. 42 d. Mal, ahn.— 81; Nhr bei lülloio, Av.niraistr. 38.— Liedertaset der Maler»nd venvandlen BernfSgenossen, Nestaurant Bern, Kaiser- Franz-Grenadler-Piah Nr.?. Aufnahme sUmmbegaWer Kollegen.— Miinner- aesangveretn„Weihe Rose- Abends o Nhr im Rsslauran» Kleine WcrtchlS- strahe 10.— Miinnergesangverei»„(jintvadit I" Abends 9 Uhr Kopntiler- ftrahs ss tm Restaurant.— Besangversin„Echo IS72" Abend o Uhr Oranton» slrahe l«o.—„Deutsche Lledcrlasel" AhendS' Besangverein„MnrlHenbUttlsr" UebungSst S Verein Berliner Theatersreundo Abendi, Bergniigungsveret»„ZIli-Zacl" Abends» Uhr in MSws'S KesellschaftShauS, sttchteslrahe 20.— Berein„Lnstig" iilbendS 0 Uhr bei Thanun, Schönhauser Allee 28.— Verein„Ratibor" AbendL s.'Z Uhr im Köuigsladt-Kastno, Host- »mrttsir. 72.— Ab-ndS'scher Stenographenverein„Apollvbnnd" Abend« ssz Uhr Dhunnslrahe 81(Moahtl).— WtfsenschafUicher Berein fitr Roller'sche Steno- graphie Abends Uhr im Münchener Bräuhaus, Rene Friedrichstr. I, Uniec- rtcht«- und UebnngSflunde.— Rauchtliib„Rordstern" in Susat'S LotalFrank- surrer Alice 174, grtedrtchsberg.— Ranchilub„Hellblau" Abend« 0 Uhr Sta- tscrstr. 14».— Verein ehemaliger Schiller der 42. ISemeindeschule Uhr bei klolh, Drebdenerstr. 10.— Zitherklub„Waldrose" Abend» Abends Xo Uhr. Uebüngsslunde bei Schneider. Rlberrstr. s. Dirigent: Wegen er. Ausnahme neuer Ai itgiteder. Eäste Ivilllonunen.— Bandonion- und Jnfirumentalvcrcin „Melodia" DioniagS von 0 bis II Uhr Abend«, Retchenbergerslrahe lö.— —„Friedrichs Worein" lehenialige Zögliuge de« grohcn Frtedrtchs-Waisen- hauies der Stadl Berlins Abends ssj Uhr bei Bormann. Ohmgaffe 2.— Unter» haltungstlud Schiller Abends s Uhr im Reslauranl Siesel, Trislstrahe«1.— „Berguügungsveretu Freundestreue" Abends Uhr tm Reftauran' Breuls, Prtnzenstr.»7, Däsie willkommen.— Rauchtlnb„Aoldene Quaste', Abend« 0 Uhr, Reslauralio» Barnimstr. 21, Gaste willkommen. VrirfksPten dev Nodclkkion. Bei Anfragen biilcn wir die Abonnemenls-Qutttuug beizufügen. Brieflich« Anlworl wird nicht ertheiil. E. V- 12« Eine Bekanntmachung der Aufgebote in einer Zeitung sindet nicht statt. Da müssen Sie alle 14 Tage im Flur des Rathhanses an den betreffenden Tafeln nachsehen. Wenn auch der Vater zur Zahlung von Alimenten für das Kind bis zn dessen 14. Jahre verurtheilt ist, so hat er doch das Recht, daS Kind sobald dasselbe 4 Jahre alt geworden ist, selbst zu er- nähren und zu erziehe», und ivird, ivenn ihm die Heransgabe de? Kindes verweigert wird, von seiner Verpflichtung, weitere Alimenten zu zahle», frei. p. C. 31. Der Verlobnngsring gehört zum Nachlaß Ihrer verstorbenen Braut»ud fällt, da das Geschenk schon über sechs Monate alt war, an deren Erben. Sie haben also kein Recht, desjen Heransgabe zu verlangen. A. F.«nd A. K. l. Man wird, wenn man die deutsche Grenze nach Belgien passirt, nicht nach einem Paß gefragt, wenn nicht die dortige Behörde bestimnlte Verdachtsgründe hat. 2. Einen AnSlandSpaß würde man voraussichtlich trotz des schwebenden Strafverfahrens erhallen. Man hat aber ans die Ausyandigiing des Passes keinen Anspruch und läuft Gefahr, wegen Fluchtver- dachtes in Uiiterfilchungshast genommen zu»Verden. 3. Zwischen Deutschland einer- und Holland und Belgien andererseits existiren Auslieferungsverträge, welche auch ans das Vergehen des Betruges sich erstrecken. In einfacheren Füllen pflegt jedoch das Veelaingen nach Anslieserung n,cht an die auswärtigen Be- Hörden gestellt zn werden. E. Kchm. 1. Von der Staatsklassenstcncr sind im Allge- meinen nur Diejenigen befreit, deren jährliches Einkommen 420 Mark nicht übersteigt. 2. Der Vollziehunas-Beanite darf die un- entbehrlichen Sachen nicht psänden. Welche Sachen als nnent- behrlich gelten, kann nur bei Kenntniß aller Umstände beantwortet , verde». 3. Wege,» direkter Staatssteuern kann der Arbeitslohn beschlagnahmt ivcrden. $1. Sil. Wilhrlinstr. Wir halten das Verlangen der Polizei nach sofortiger Einbringuiig des Jmpfnachwcises für gerechter- tigt. s 2 des Juipfgesetzes. Abonnent F.«. Sie brauchen Ihr Dienstmädchen nur in dem Falle zur OrtSkrankenkasse anzumeiden, wenn dasselbe nicht nur in Ihrer Häuslichkeit, sondern auch in Ihrem Gewerbe thätig ist. fl. H. Sie können Ihren Schwager ans Rückzahlung der 80 Mark verklagen, wenn Sie nachweisen, daß Sie ihm daS Geld geliehen haben. Verjährt ist Ihr Anspruch nicht. H. Hartwig Söhne& Baer Kerlin, Chansteestr. 24a. Stettin, Kohlnrarkt 8 hat stch entschlossen, durch Eröffnungen von Detail-Geschüften neben ihrem Engros-Verkauf direkt mit dem Publikum in Verbindung zu treten. Der Verkauf geschieht zn denselben Preisen, wie Geschäfte einkaufen. 870 Halbleinener Inzng i. vielen geschmackvoll. Mustern ! überall 17 M. l für 8. S0 M. Halbwollener Anzog Prima Qual. in praktischen Mustern überall 22 M. für 14 M. Wollener Anzug, haltbare Waare. 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Lager, bill. Preis Lmil Heyni Brunnenstraße 28, Hof parterre� Theilzahlung nach Uebcreinkunst Das gr. Leger Bcrs > Andreaastr.» Verantwortlicher Redakteur: Cnrt Knaste in Berlin. Druck und Verlag von Zßla» Kading in Berlin SW., Beuthstraße 2.