—— jettbl jcrei ilust I 81 Ur. 156. Mittwoch, den 9. Juli 1890. V. Jahrg. erlinerlolkslilflll, Organ für die Interessen der Arbeiter. te !Nd itöse c Sti hi'.i Nu, in acht, irfahlt n dicZ der ä der ZA Das„Berliner Volksblatt" che-'scheint täglich Morgens aicher nach Sonn- und Festtagen. AbonnementSpreiS für Berlin frei >,! ZM'S Haus vierteliährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer S Pf. r, �.Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3„?0 Mark pro Quartal. '(Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) a ilnter Krruzliand, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oesterreich-Ungam L Mark» für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. T-�''r'-- i lapr Jnsertionsgebühr beträgt für die 5gespaltene Pclitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs« Anzeigen 20 Pf. 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Wenn sie es auch ar jcht direkt aussprechen, so klingt es doch aus jedem Satze, en sie den Arbeitseinstellungen widmen, daß sie das Recht s»?�tbei fast ausnahmslos auf Seite der Unternehmer, das lnrecht auf Seite der Arbeiter setzen. Diese Stellung- '' Ihme ist um so auffallender, als es den Fabrikaufsichts- eamten keineswegs entgangen ist, daß die industriellen Unternehmer das Jahr 1889 als eines der gewinn- '' ringendsten der letzten Zeit betrachten müssen und daß die öhne von dieser günstigen Geschäftslage nur sehr wenig eeinflußt würden. � ms den zahlreichen Angaben über die Lage der In- ; seien die folgenden hervorgehoben. Der Inspektor stkll«� � Regierungsbezirke Frankfurt a. O. und Potsdam lrl ezeichnet dieselbe als eine günstigere als in den Vor- '�'«ren. Selten, schreibt er, konnte so andauernd, ohne gend eine größere Unterbrechung gearbeitet werden, wie ir: j in dem Jahre 1889 der Fall war. In vielen Hbrikationszweigen reichten die vorhandenen maschinellen " Achtungen nicht aus, um den wachsenden Ansprüchen Die«c l�9en' so daß zunächst bedeutende Erweiterungen er- Zesc im �lich wurden. Die günstige Lage der Industrie rief kln->iche industrielle Neubauten hervor, deren Errichtung niw den niedrigen Zinsfuß wesentlich erleichtert wurde. -s!hc:'l»üe hierdurch herbeigeführte Konkurrenz hat zwar schon :}*■ ligv und da die Preise beeinflußt, wird jedoch ihren vollen fluß erst im künstigen Berichtsjahre geltend niachen ien.— Aus der Provinz Pommern wird berichtet, laß in allen Branchen reges Leben herrsche und daß die t-sÄ�fabrikm mit Aufträgen überhäuft seien. In Posen waren " Preise auskömmlich, der Absatz befriedigend. Aus "fen Regierungsbezirken Breslau, Liegnitz, Oppeln, Magdeburg, Merseburg, Erfurt, Schleswig, der Provinz jlpannooec melden die Inspektoren auch nur Günstiges für ue Unternehmer. Der Inspektor für die Regierungs- ezirke Köln und Koblenz schreibt:„Die Lage der In- m lustrie kann im Allgemeinen als eine außerordentlich Knstige bezeichnet werden. Die bedeutendsten Industrie- weige waren das ganze Jahr über in fortwährend stei- �endem Maße reichlich mit Aufträgen zu höheren Preisen kam als im Vorjahre versehen und sind für einen Theil des neuen Jahres(1890) bereits durch Abschlüsse gesichert. Mit Rücksicht hierauf kann von einer Ueberproduktion noch nicht gesprochen werden. Aus dem Regierungs- bezirke Düsseldorf wird berichtet, daß Handel und Ge- werbe fast überall und in all' ihren Zweigen eine lebhafte Bewegung in merkbar aufsteigender Linie zeigen, daß reichliche, ja zun: Theil überreichliche Aufträge bei steigen- den Preisen die Regel bildeten. Durch volle Ausnutzung aller zu Gebote stehenden Betriebsmittel, sowie durch Er- Weiterung bestehender und Errichtung neuer Anlagen trat der Aufschwung in den verschiedensten Industriezweigen recht sichtbar in die Erscheinung. Der Inspektor für die Regierungsbezirke Aachen und Trier schreibt: Auf allen Gebieten der vielseitigen In- dustrie des Aufsichtsbezirkes herrschte eine außer- ordentlich lebhafte Thätigkeit, welche, da sie durch gestei- gerte Nachfrage hervorgerufen, sich auf gesicherten Äbsatz zu allmälig anziehenden Preisen gründete. Nur aus zwei Aufsichtsbezirken, den für Oft- und Westpreußen und den für die Regierungsbezirke Kassel und Wiesbaden, werden weniger günstige, aber keineswegs direkt ungünstige Mit- theilungen über die Lage der Industrie gemacht. Als Gesammtbild resultirt jedenfalls aus all' diesen Einzel- angaben, daß die Unternehmer selten auf ein so überaus günstiges Jahr zurückschauen können, wie es das Jahr 1389 war, sicher ist, daß dieses Geschäftsjahr das weitaus günstigste war seit 1872�73. Günstig in diesem hohen Maße freilich nur für die Unternehmer, keineswegs für die Arbeiter. Die in so hohem Maße widernatürlichen Verhältnisse im modernen Produktionsprozesse haben fast stets zur Folge, daß die Arbeiter, welchen die schlechte Geschäftslage stets alle Schädigungen ihrer sozialen Stellung in gesteigertstem Maße zu Theil werden läßt, an den Vortheilen der günstigen Geschäftslage nur zum allerge- ringsten Theile sich erfreuen können. Die ökonomische Ursache dieser auf den ersten Blick befremdenden Erschei- nung lieg in der Existenz der industriellen Reservearmee einerseits, in den unerhört niedrigen Löhnen der land- wirthschaftlichen Arbeiter andererseits, welche sich zu dem größten Theile der Arbeiten in der Industrie sich ganz wohl eignen. Leider läßt sich über die Lohnverhältnisse der deutschen Arbeiter im Jahre 1889 kein auch nur annähernd ähnlich genaues Bild aus den Berichten zusammenstellen wie über die Lage der Industrie. Daniit soll aber kein Vorwurf den Inspektoren gegenüber ausgesprochen werden. Wäre diese Zahl doppelt, ja dreifach so groß, als sie thatsächlich ist, so hätten sie vollauf zu thun, die Durchführung der Arbeiterschutz-Bestimmungen der Gewerbeordnung zu über- lachdru«»ertöten.]_[3 Schimsvieler-Geud. Ein Stück aus dem Bühnenleben von Julius Türk. Der Kutscher sah ihn verdutzt an, und brummte nur wr sich hin. Als Holmer von dem Kutscher keine Antwort rhielt, wandte er sich an Alfred, der eben mit einer schweren i l liste angeschleppt kam. -.J„Meines Erachtens nach wäre es besser, wenn Du «eranlassen würdest, zuerst die Dekorationen auszupacken." M» Alfred, der jetzt seines Vaters ansichtig wurde, rief er- chreckt aus: i-t;„Aber, um Himmelswillen, was willst Du denn hier, --Sater? Thu' mir den einzigen Gefallen und geh' wieder zum Vagen. Du kannst Dich ja auf den Tod erkalten, wenn ' i-u hier im Regen stehen bleibst, wir werden schon fertig werden." ■»Aber ich kann Euch doch mit meinem Rathe unter- altzen," erwiderte der vortreffliche Heldenvater. ff»Na, der fehlte noch gerade," murmelte Alfred vor sich in. Laut setzte er hinzu:„Fahr' doch meinetwegen allein >eiter, aber laß uns nur allein arbeiten." '«s„Nun denn, mein Sohn, so will ich Deinen allerdings ltsamen Wunsch erfüllen," erwiderte der Direktor pathetisch „der davonfahren werde ich nicht, nein, ich werde auf ite. Dich warten. Es kam: ja höchstens ein Viertelstündcheil währen." Er warf mit stolzer Geberde sein Haupt in den Nacken, wickelte sich fester in seineu schwarzen Nadniantcl imd wie ein entthronter Despot schritt'er durch die Pfützen der Chaussee. „Ein Viertelstündchen," murmelte Alfred,„na, laß Dir die Zeit nicht zu lang werden." Mit diesen Worten schritt er wieder zum Graben, um Brenner beim Aufpacken zu helfen. Mit unendlicher Mühe packten sie Korb für Korb, Kiste für Kiste auf. Sie vergaßen des Regens und der lüälte. Endlich, nach anderthalb Stunden schwerer Arbeit war das Werk voll endet; die Männer konnten daran denken, den verlassenen Wagen wieder aufzusuchen. Düster in ihr Schicksal ergeben saßen die Zurück gelassenen da. Der kleine Kuno hatte mit seiner Tante gespielt, doch als der Kleine allzu fröhlich wurde, warf Anna, geärgert durch die Freude des Kleinen, ein böses Wort da- zwischen. Ihre Schwester fing es auf und bald maßen sich ihre Stimmen in lautem Gezänk. Frau Hohenstein wollte den Streit schlichten., aber Anna wurde nur noch wüthender und als sich auch Fräulein Brnsche, die ihre Kafferolle noch nicht vergessen konnte, in den Streit mischte, der kleine Kuno mit dem kleinen Mädchen schrie und des Direktors Baß dazwischen tönte, hörte vor diesem Höllenlärm selbst der Sturm auf zu pfeifen. Nach und nach aber glätteten sich die Wogen der Aufregung. Angelica kehrte ihrer Schwester den Rücken zu, Anna wickelte ihr Kind fester in den Mantel, der kleine Cuno legte sich auf den Boden des Wagens und schlief ein. Auch der Direktor und Frl. Brusche lehnten sich stumm in ihre Ecken und wachen. Nur ist die Sozialstatistik und speziell die Lohn- statistik eine der weitaus schwierigsten Partien der Statistik überhaupt. Um da zu befriedigenden Resultaten zu gelangen, bedürfte es großer Mittel und Bureaus mit einem sozialpolitisch und statistisch tüchtig geschulten Beamtenkörper. Es hieße Unberechtigtes von den Fabrikaufsichtsbeamten fordern, wollte man in den Berichten das finden, was diese Bureaus leisten sollten. Aber auch die wenigen Angaben in den Berichtenge- nügen, um unsere Behauptung, daß die Lohnsätze von dem guten Stande der Industrie nur sehr wenig berührt wurden, zu belegen. Betrachten wir z. B., was der Gewerberath für die Regierungsbezirke Aachen und Trier, Dr. Bernoulli, sagt: „Da die Akkordarbeiter, schreibt er, namentlich in den Haupt-Jndustriezweigen, ihre Kraft voll einsetzen dürften, ohne befürchten zu müssen, von den Industriellen wegen Mangels an Aufträgen beschränkt zu werden, und auch dis im Tagelohn Arbeitenden vielfach mit Ueberstunden zu arbeiten Gelegenheit fanden, so stieg der Wochenverdienst entsprechend, und es kann wohl mit vollem Rechte be- hauptet werden, daß sich die wirthschaftliche Lage der Ar- beiterbevölkerung im Berichtsjahre wirklich gehoben hat." Das heißt aber nichts anderes, als daß die Lohnsätze die gleichen geblieben und daß die Ausbeutung der Arbeiter eine stärkere geworden ist. Ueberstunden, steigende Mord- — parckon Akkordarbeit, war also die Kehrseite der Medaille. Weiß Dr. Bernoulli denn nicht, daß solche ihre Kräfte auf's äußerste anspannende Arbeiter auch mehr mit» kräftiger arbeiten müssen, daß sie zur Wachhaltung ihrer Spannkraft alkoholische Getränke zu sich nehmen müssen. Wo liegt da der Vortheil für die Arbeiter. Nicht günstig ist das Bild, das der Herr Gewerberath mit einem be- sriedigendcn Schmunzeln" zeichnet, im Gegentheil höchst ungünstig und, er vermuthet es kaum, kann zu einer wirksamen Begründung der Forderung eines Maximal- arbeitstages verwendet werden. Hätten wir im beut- scheu Reiche den IVstündigen Maximalarbeitstag, so wären die Arbeiter bei einer so günstigen Lage der Industrie be- deutender Lohnerhöhungen sicher gewesen ohne Ueber- stunden, während sie heute zu Gunsten der Unternehmer ihre Kraft auf's äußerste anspannen müssen, ohne irgend- wie einen Nutzen zu haben, denn die Paar Pfennige Mehrverdienst, die nach Abzug der größeren Auslagen für Kost und Getränke bleiben, die stehen doch in schreiendstem Mißverhältnisse zu den gesundheitlichen und sozialen Folgen der Ueberarbeit. Die weiteren Angaben über die Löhne sind so allge- meiner Natur, daß es sich absolut nicht lohnt, auf sie des weiteren einzugchen. Mehr Mühe haben sich die zwei warteten und warteten, und sahen mit stierem Blick in's Weite hinaus. So fanden sie die Schauspieler wieder. Der Kutscher stieg ans den Bock und trieb die Pferde zu schnellerem Laufe an. Hildegard wandte sich an Alfred:„Wie steht's mit unfern Sachen?" „Na, gut—, ich habe sie ja fest verschnürt. Nur im Innern mag'S etwas bunt aussehen. Es ist nur ein Glück, daß in Drossen Dekorationen sind, denn die unseren werden wohl wunderlich genug aussehen. Da kann ich wieder neue machen."„Ach, ich wünschte, die Fahrt ginge bald zu Ende," setzte er nach einer Pause seufzend hinzu. Aber sein Wunsch sollte nicht so bald erfüllt werden; nach welcher Seite man auch sah, endlos dehnte sich die Chaussee, doch der Kutscher selbst hatte jetzt Eile, er wollte die verlorene Zeit wieder einholen, und nach einer Stunde — zeigte sich die erste Hütte am Wege. Der einen Hütte folgten mehrere, dazwischen Ackerland, Gärten mit verwitterten Bäumen, deren frierende Zweige trostlos in die Lüste starrten, Ställe, dann wieder kleine Bauernhöfe, und schließlich rollte der Wagen auf dem holprigen Stadtpflaster an den schon erleuchteten Häusern vorüber. Die Straße wurde zusehends breiter, die Häuser größer, und schließlich schauten die Insassen des Wagens das Rathhans, das von der Mitte ans Wacht hält über die unterthänigen Wohnungen der Bürger. Dem Rathhause gegenüber stand der erste Gasthof der Stadt, ein einstöckiges Hans, lieber der Hansthür stand eine lange schwarze Tasel mit goldener Inschrift: „Zum goldenen Löwen" Inspektoren für die Regu">'ngZbezirke Frankfurt a. O. und Potsdam und Oppeln genommen. Leider fehlt dem In- spektor für die Regierungsbezirke Frankfurt a. O. und Potsdam jedes Verständniß für die Statistik. Anders kann man sich seine„ Zusammenstellung der in den Regierungsbezirken Frankfurt a. O. und Potsdam gezahlten Akkord-Arbeitslöhne in den Jahren 1882, 1884 und 1889" nicht erklären. Was hat es denn, um nur ein Beispiel anzuführen, für einen Sinn, mitzutheilen, daß der Stundenlohn der Streichgarn- Weber 1882 20 bis 21 Pf., 1889 16,3 bis 22,7 Pf. betrug. Wir wissen nun absolut nicht, ob der Lohn gestiegen oder gefallen ist, da wir nicht ersehen können, wie viele verschiedene Lohn- stufen es gab, und wie viele Arbeiter auf jeder einzelnen Lohnstufe sich befanden. Man kann leicht aus diesen Zahlen herauslesen, daß die Löhne gefallen sind, man darf es aber auch Niemandem verübeln, wenn er diese Ansicht bestreitet. Weitaus besser ist die Uebersicht, welche der Inspektor des Kreises Oppeln vorlegt, leider beruht sie aber ganz einseitig auf Angaben der Unternehmer und ist erst der Anfang einer Lohnstatistik und gewährt daher keine Ge- legenheit zu Vergleichungen. Befriedigen können uns auch die Lohnangaben nicht, denn wir finden gelernte Arbeiter mit Tagesverdiensten von 1 M. 81 Pf., ungelernte mit 1 M. 19 Pf., jugendliche mit ö8 Pf., weibliche mit 60 Pf. täglichem Einkommen. Das Resultat unserer heutigen Betrachtung ist ein durchaus trostloses. Wir sahen, daß die Unternehmer des goldenen Segens froh werden konnten, und die Arbeiter in fast gleich trüber Lage weiter leben mußten, daß ihre Anstrengungen im Lohnkampfe nicht den wünschenswerthen Erfolg hatten. Und schon droht neuerdings das Gespenst der Ueberproduktion und Wirthschaftskrise bei uns Einkehr zu halten, so__ daß mehr denn je Vorsicht am Platze ist bei Arbeitseinstellungen, die den Unternehmern vielleicht schon erwünschter sind, als wir vermuthen. So bestätigt sich eben für uns neuerdings die Be- hauptung der Sozialdemokratie, daß nur der Uebergang zur genossenschaftlichen Produktionsweise die so nothwen- dige Aenderung in der Lage der arbeitenden Bevölkerung herbeiführen kann. Norre1t»o»rdettze»». Paris, den(5. Juli. Die alte Fabel von dem Berg, der rm tkreißen lag und schließlich ein winziges Mciuslcin gebar, hat sich wieder einmal in der Bomben- und Komplottassüre der in Paris verhafteten russischen Reoolutioncire bewahrheitet, welche am 4. und V. d. M. vor Gericht standen. Wochenlang hatte die von der russischen Botschaft ausgehaltene Presse sich bemüht, die Angelegenheit zu einer Haupt- und Staatsaktion aufzubauschen, die franzosische Polizei infolge ihres Einschreitens als eine Art rettende Vorsehung des russischen Czarismus und als einen Ausbund von Staatsklugheit hinzustellen. Nach dem Zeitungsspektakel hätte man also meinen sollen, daß der in den Wehen liegende Berg der Affäre nnt einem fürchter- lichen Ungethüm von fürchterlichem Komplott niederkommen mußte. Statt dessen setzt der Prozeß als Ursache der so mühevollen polizeilichen Kindsnöthen ein Mäuslein, ja weniger als das, jene in der modernen Gesellschaft als aßent provocateur klassisizirte Mißgeburt in die Welt. Alles in Allem läßt sich die Affäre darin zusammeusaffen. daß etliche russische Revolutionäre Versuche über die Herstellung von Explostven, resp. Bombenhülsen gemacht, offenbar in der Absicht, zu revolutionären Zwecken eine gewisse Fertigkeit darin zu erlangen. Ein geplantes Komplott hat durchaus nicht beiviesen werden können und wird von den Be- treffenden entschieden in Abrede gestellt. Andererseits erglebt sich, das, eine zum mindesten höchst zweideutige Person- ät moralisch und praktisch einen hervorragenden Antyeil an Uchkeit............................... Bv------ den Versuchen genommen, und daß gerade, nachdem die französische Polizei auf höchst geheimnißvolle Weise, die in den Anklageakten nicht angegeben worden, den Versuchen auf die Spur gekommen, diese Persönlichkeit die einzige ist, welche unbehelligt entkommen konnte. Die Rolle sieht der eines ageat provocateur so ähnlich, wie ein Ei dem andern. Mögen sich der Staatsanwalt, sein Substitut, der Unter- suchungsrichter, der von Landesin gespielten Rolle gegenüber noch Ziel der Schauspielergesellschaft. rschien in der Thüre des Hauses Als der so skeptisch erweisen, mögen sie sich alle Mühe geben. Miene zu machen, daß sie dessen revolutionäre Ueberzeugungen und seine Ehrlichkeit ernst nehmen, so läßt doch eine Gesammtheit von Thatsachen kaum einen Zweifel über das Schröder-Hauptthum des Herrn Hoekelmann von Landesin zu. Der Prozeß hat ergeben, daß es Landesin war, der das Geld für sänimtliche Einkäufe zu den Versuchen lieferte. Er ertheilte Reinstein den Rath, eine besondere Wohnung zu nehmen, in welcher die chemischen Arbeiten vor sich gingen. Nach seinen Winken und unter seiner Anleitung beschäftigte sich Reinstein mit der Fabrikation von Explosivstoffen, von ihm erhielt er auch die Bombenhülsen, davon etliche noch am Vorabend der Verhaftungen. Als Kaschintzeff nach dem l. Mai infolge der Constans'schen Drohungen gewisse kompromittirende Papiere vernichten wollte, hielt ihn Landesin davon zurück, bezeichnete seine Slbsicht als eine Feigheit und versicherte, daß er, der gut über Alles unterrichtet sei, was vorgehe, wisse, daß man nichts zu befürchten habe. Diese Erklärung konnte wohl beruhigend wirken, da sich Landesin oft seiner Beziehungen zu Constans gerühmt hatte. Ein französischer Student sagte als Zeuge aus, daß er vor drei Jahren die Bekanntschaft eines ' en gemacht Hab», dessen Persönlichkeit zieuilich genau dem Porträt Landesin's entspreche. Dieser Russe habe ein sehr flottes Leben geführt, viel Geld bei Wettrennen zc. aufgehen lassen und erklärt, daß er von der russischen Polizei Mission habe, die russi- schen Revolutionäre in Paris zu überwachen. Er werde dafür sehr gut bezahlt und erhalte Tausende. Auffallen muß, daß während Landesin selbst durchaus unbehelligt blieb, bei allen Personen Haussuchungen oder Verhaftungen stattfanden, welche mit diesem Beziehungen unterhalten. So wurde gerade bei einem Russen in Roueu gehaussucht, dessen Abreise und Aufenthaltsort Landesin bekannt waren. Weiter ward an der rumänischen Grenze der Revolutionär Rappoport verhastet, der von Landesin Paß, Reisekleider und wie Manche behaupten, auch das Reisegeld er- halten hatte, nud dessen Abreise in der Kolonie geheim gehalten worden war. Während Landesin erzählte, daß er sehr wohl- habend sei und von Hause reichlich mit Geldmitteln versehen werde, führte Millerand an, daß er in der letzten Zeit wenigstens, in welche die bedeutenden Extraausgaben fallen, kein Geld von Hause erhalten haben könne. Die Schwestern des Landesin's hätten sich nämlich bei einein seiner Bekannten erkundigt, was aus ihren» Bruder geworden, sie seien schon mehrere Monate ohne Nachrichten von ihm.— Höchst sonderbar muß auf alle Fälle erscheinen, daß die bis in alle Einzelheiten der Versuche der dabei belheiligten Personen, der Aufbewahrungsorte der Bombenhülsen und Ehemikalien unterrichtete Polizei gerade allein von Landesin's thätiger Mitwirkung an Allein keine Ahnung gehabt hätte. Eigenthümliche Schlußfolgerungen läßt es auch zu, daß der Untersuchungsrichter erst am 18. Juni einen Haftbefehl gegen Landesin ausstellte, obgleich Reinstein und seine Mitangeklagten denselben bereits am 14. einstimmig als axent provocateur bezeichnet hatten. Der Umstand erscheint um so bezeichnender, als der Advokat Milleraud am IS. die Aufmerk- samkelt des Untersuchungsrichters auf die Möglichkeit gelenkt hatte, daß diese Verzögerung ein Entkommen des Beschuldigten nach sich ziehen könne. Nun behaupten zwar die Behörden, daß Landesin bereits am 10. Mai, also vor den Verhastungen Paris verlassen habe. That- fache ist jedoch, daß er nach den Verhaftungen sich noch am Orte aushielt, daß er verschiedenen russischen Revolutionären gegenüber es als eine Pflicht der Solidarität erklärte, sich dem Untersuchungs- richter zu stelle». Ferner ist ihm später persönlich Mittheilung deL auf ihm lastenden Verdachts gemacht worden, woraus er er- ividerte, er werde zun» Prozeß vor dein Zuchtgericht erscheinen »md seinen Theil der Verantwortlichkeit fordern. Natürlich ist er nicht erschienen. Nu» kann man zwar einwenden, daß der lehtere Ninstand den Mann nur als Feigling, aber keines- falls als agejit provocateur charakterisire. Aber bis dato hat man noch nie einen ageut provocateur oder Spitzel seines vtichtgentlemenberufes bezichtigt, ohne daß derselbe in der näinlichen Weise den Mund vollgenommen— und sich,»venn'L zum Treffen kam, gedrückt hätte. Außerdem kann man wohl sage», daß infolge des Kampfes und seiner Konse- quenzen, an ivelche die russischen Revolutionäre gewöhnt sind,»m schlinimsten Falle 5 Jahre Gefüngniß in Frankreich keine so ent- setzliche Eventualität sind, daß einer derselben diese Eventualität mit Drangabe seines ehrlichen Rufes vermeiden»vürde. Es»var»vohl nicht ans der Luft gegriffen, daß ein Polizei- kommissar Lawre»i»is gegenüber erklärte, die Verhastungen und Hausstichungen seien aus den Verrath einer der bei der Affäre betheiligten Personen zllräckzuführen. Bedeutsam ist auch, daß der Staatsamvalt dem Bertheidiger Millerand zugestehen mußte, daß sich in den Anklageakten absolut keine Angaben und Beweise über daS angebliche Experiinent zu Raine») befinde»», obgleich doch die Polizei gerade dieses Experiment als Ausgangs- plinkt ihrer Nachforschungen und E»»tdeÄungen angegeben. In den A>»klageaiten»vird der Nachforschllngen über das Experiment zu Rainey mit keine»» Worte erivähnt, der Name des Polizei- roiumiffars ist nicht genannt,»velcher dieselben geleitet haben soll, es fehlen Angaben über Datum und Ort des Experiments, über Daneben ein mächtiges Thier, das vermnthlich ein Löwe sein sollte. Das ,var das der Wagen hielt, er Wirth, ein Aiann»int stattlichem Bauche. Mürrisch be- grüßte er die Gesellschaft. „Sie kommen ja so spät, ich l>atte Sie bereits vor z»vei Stunden erwartet,"»vandte er stch an Alfred, der im Verein mit Brenner erst Frau Hohenstein, dann Hildegard aus dein Wagen half. „Wir haben Pech ans der Fahrt gehabt," erwiderte Alfred,„unser Wagen ist in den Graben gefallen. Na, Herr Wirth," fiihr er fort, nachdem er auch den Andern beim Absteigen behilflich war,„Sie können uns nur gleich die Betten machen lasse»»,»vir find völlig durch geweicht." „Was? Betten? Bei mir könne»» Sie nicht alle bleiben, ich habe mir noch zwei Zimmer übrig." „Nur zwei Zimmer," wiederholte Alfred.„Aber Herr Wirth, Sie versprachen mir doch für die erste Stacht vier?" „Na ja, aber ich kann doch meine Gäste nicht a»lf der Straße liegen lassen.— Seit gestern»vartet schon ein junger Mann aus Sie.— Heute sind mehrere Reisende angekoin- men, die»miner bei mir verkehren." „Aber Herr Schnch, was sollen wir denn anfangen, heute Abend im Regen können wir uns doch kein anderes Logis besorgen? Sie hatte» es»nir doch fest ver- sprochen?" „Versprochen— ja, versprochen— ja, aber meine Gäste gehen mir doch vor." „Aber ivas sollen wir denn anfangen!" „Das ist mir gleichgiltig. Uebrigens habe ich schon zn lange mit Ihnen gesprochen. Hier im Regen kamt man sich ja erkälten." „Aber Herr Schlich, drei Zimmer werden Sie doch wenigstens beschaffen können. Bedenken Sie doch nur—" „Ach ivas, sprechen Sie mit meiner Frau." Bei diesen Worten wandte er sich unwillig um und ging in die Küche, die neben dem Gastzimmer gelegen war. „Grober Filz," knirschte Alfred zwischen den Zähnen hervor. Eine Weile stand er allein ans der Schwelle und starrte auf die öde Straße, dann»vandte er sich um, und schritt aus das Zimmer zu, das der Hausknecht den Schau- spielern angezeigt hatte. Hier sah es bereits bunt ans. Zlnna hatte der Kleinen auf zwei einander gegenüber gestellten Stühle»» ein Lager zurecht gemacht; Hildegard hatte Kaffee für die ganze Gesellschaft bestellt; Frau Brusche war sofort in die Küche geeilt, um die nothivendigen Bekanntschaften zn inachen. Jetzt trat sie freudestrahlend herein, eine Ctnlle niil Schinken in der Hand haltend, die sie nnt vielem Vergnügen verspeiste. Ter Direktor ging mit großen Schritten auf und ab und betrachtete mit prüfender Miene die Bilder, die an den Wänden hingen. AugcUEa saß einsam an dem Fenster, durch das man in die Gaststnbe schauen konnte,»rnd überblickte gelangweilt den leeren Raum. Brenner hatte Frau Hohenstein" zu»» Sopha geführt, als der Hausknecht hereiuträt, um eine der drei Petroleumlampen des Kronleuchters anzuzünden. „Kommt denil der Kaffee nicht bald?" fragte Anna ungeduldig. „Weeß ick«ich," war die Antwort. Der Knecht ver- schwand. Alfred trat ins Zimmer. „Der Wirth hat nur zivei Stuben," wandte er sich an Hildegard,„entiveder Brernier oder ich»verde» uns ein Logis besorgen müssen.— DaS scheint hier recht heiter zn iverden," fügte er grimmig hinzu. Brenner, der die Worte gehört, trat zu Alfred hin: „Was, nur zwei Stuben?" „Ja," erwiderte der Gefragte. „Rur zivei Stuben— hattest Du denn keine bestellt, als Du mit Demein Vater hier warst?" „Gewiß, aber der Schuft hat sie verntiethet an Reisende, natürlich— die können mehr bezahlen als»vir. Konnte den Kerl gleich nicht ausstehen. Habe dem Alten gleich abae rathen.— Jetzt haben wir's." „Ja, aber was machen wir denn da?"»nur», leite Brenner traurig. X Alles i oralische «dient, nn Rolle der( erschein« In de» fcvstem der die franzv alle die k »rmerie, s die Quelle, ans der die Denunziation gekommen. Es'«�"nt�da sehr kläglich aus, als der �Substitut bis.f'JVnstein s diesen Konstationen gegenüber erklärte, die Nachncqleii% Ausna Experiment im Walde zu Rainey seien aus den �vorliegende nommen worden, denn bekanntlich wollten seinerzeit i%rden.£ die Nachricht von der Polizei erhalten haben.„achdem m Was das den Angeklagten zur Last gelegte fSerj*—-■ trifft, so hat der Prozeß ergeben, daß Reinstein und thatsächlich mit Landesin zusairnnen an der Fabri Sprengstoffen gearbeitet haben, daß es stch ferner»! handelte, Bomben mit den betreffenden Substanzeil Ob Teploff oder Trepoff und Lawrenius Theil an dei den Versuchen und Arbeiten genommen, ist eine c\ geblieben. Weder die Ergebnisse der Haussuchungen Untersuchungen der Experten haben dieselbe gen gestellt. Lawrenius behauptet, daß die voi Chemikalien zu Studien dienten, welche er fia und industrielle Chemie anstellte. Er habe sich damit> einen mittelst von Explosiven in Thätigkeit versetzten »u erfinden. Die bei ihn» aufgefundenen Glas- und M> lind übrigens rnit den bei anderen Angeklagten ansA Bomben nicht identisch, sondern haben nur eine gewisse keit mit denselben. Lawrenius meint, daß Landest», der„�et, Ingenieur vorgestellt war und mit dem er seine Studien eine Bomben vielleicht in Anlehnung an seine eigene» i eit anfertigen ließ.,....7..> Gegen Stepanoff hat die Anklage nichts vorznbri« chemucyre, daß dieser von Reinstein eine Schachtel in Verwahrung gKegrüßen v obivohl er vermuthen konnte, daß dieselbe„keine}«knüpfte„ artikel des„Lou Marcüö" enthielt". Kaschintzesi. rij« y mit Stepanoff zusaminen,»vußte also»'«�„validei um die Schachtel und deren Inhalt. Das Vergehen o�xeres von resümirt sich im Grunde darin, daß sie sich nicht zu DeN� gemacht habe»», welche ein« ihnen verdächtig erscheinende der Polizei auslieferten.— Ter Prozeß hat bemiesen, Neinstein nichts von den Versilchen ihres Mannes w» daß Fräulein Bromberg der Inhalt des ihr übergeben thatsächlich unbekannt war. Wie nachlässig und in i»'elc die Untersuchung geführt worden beweist z. B. der Um' das Auffinden einer Stummer des„Petit Journal" vom Koffer als Beweis von der Mitwissenschaft Wo Staat nc »e jungst ndes-Hw e„Köm. welches vnaen, d nstellung ainte ini amten se _i bctracht Bromberg's angesehen ward, weil Reinstein Jffj daran Wochen lang nicht nach dem Koffer gesehc«H�x Versv' auch die Zeitungsnummer nicht in diesen geleg> ü e r e ch t i konnte. Erst während des Prozesses ergab die A»lssa!ZZrgvj,»zial Polizeikommiffars resp. dessen Unterbeamten, daß dieserKigenschafl schlagnahme des Koffers mit anderen Papieren auch k�dgiltig n Journal" in denselben gelegt halte. Der Staatsanioal! W Wittw folge dieser Feststell»mg die Anklage gegen Fräulein �dauernde zurück. Gegen die übrigen Beschuldigten basirte er eins würden. nicht auf die Zmviderhandlung gegen eine Polizeivorsch»' Tagt! der» aus das Vorgehen gegen das Gesetz von 1S71 über die sertigung mörderischer, explosiver Gegenstände-c. zn Sucher Dem verbrecherischen Zivecken. Er hielt die Affäre auf �Manchester Terrain fest und legte großes Geivicht darauf, daß Leibe. De zivischen den, Atteniat und der Vorbereitung zum«nglischens kein Unterschied sei. Die Vertheidiger stellten Irland deshc Theil auf den juristische»! Standpunkt»ind„,�1 die s zu beweisen, daß es sich nicht un» einen Verstoß � Opposition Dynamitgesetz, sondern um einfache Ztlwiderhandlung gl Manches»«» W WW—-- Nur Milleraud antivortete„ebao Pölizeivorfchrift handle. Nur Milleraud antwortete� bedanken, längern, theilweise recht guten politischen Rede. Er w habe. Di« daß man stch in die russische Mitte versetzen miisfy einen Seit russischen Revolutionäre zu verstehen. Die abnormen k firvativen Verhältnisse, welche er an der Hand der Greuel von Js° der andßv Kara, sowie der Lebensschicksale seiner Klienten schilp»ekommen, klärten, warum die russischen Revolutionäre zu Mitteln pj« dany flucht nehinen, deren Anwendung er in unseren Westens nässen. Staaten veriversiich finde. Die Leute, welme man als Dj« anklage und behandle, träumten und erstrebten ciUz Ruhe kpl Zukunft für ihr Vaterland. Höchstens könne£ Post" ein für Wahnsinnige, jedoch keinesfalls für Misset!? solger des Und die Bourgeoisie von 1390 �»�»�WWWWW vergessen, daß ohne Wahnsinnige der nämlichen Art nicht das Maß der politischen Freiheit und Gerech »ließen würde, dessen es sich heute erfreut. Stepanoff und Reinstein forderten in Erklärungen Verantwortlichkeit ihrer Handluugei», der agent provoc« ihnen nicht als mildernder Umstand gerechnet werden." insbesondere versicherte, daß er zu"> seinen Versuchen> ......, Inspiration eines agent provocateur bedurft hätte, eittg■ hje königl habe er jedoch nicht vorbereitet. Seiner Ansicht nach Der solches mir auf russischem und nicht auf ausländischem«nwaltsch rächte sin zleb, Ktrndat gelheilt, d Grund 4 Polizeikon Anträge l plant und vorbereitet»verde,». Das Urtheil ward Abend 9Vs Uhr verkündet, nach. Saal vom Publikmn geräumt»vorden, um einer Ma>» vorzubeugen. Das Urtheil ist auf Grund des Dynai>� von 1371 gefällt, welches die Absichten, Zwecke der Siifl „mörderischer, explosiver Maschinen":c. als erschwer» stände in Betracht zieht. Es ist ungemein hart ansgeA hart, daß sich die öffentliche Meinung durchgehend? ff ' i brachte« . Uin groß! Markt| breiten ui gegen de erheben, A», eine öffe» auch der „Eine Stube oder ich." der Direktor haben iw" i�. Land g« Brenner schaute nach der Hohenstein, die eimatu! wird er Arm ans die eine Sophalehne gestützt hatte. „Lieber Holmer", fuhr er fort,„thu mir !>e» Der gar stchch ■ a*' de»! im dich und überlast mir das Zimmer für hellte. ist heute»ehr schlecht, ich kann sie lassen. Nicht»vahr, Fräulein Schwarz",»vandte Hildegard,„Sie haben doch nichts dagegen?" „Ja— ich— crividerte sie zögernd,„ich»Höchst was meinst Du, Alfred?" Alfred antivortete:„Na, nicinctivegen,— ist Euch uöthiger, als uns. Wenn wir Kaffee haben, will ich mich in der Stadt umsehen. Vielleiß ich Glück." Brenner reichte Alfred und Hildegard dank'', Hand, als von einem Mädchen der Kaffee gebracht' der die Verhandlung abschnitt. Mit großem Lär»! stch alle um den Sophatisch und griffen nach dcN„ Die Kanne ging von Einem zum Andern, doch die Hohenstein sie ergriffe»», als sie erbleichend wieder auf den Tisch stellte ni»d mit einem leise»'- rncklmgs aufs Sopha fiel. Ihr Gesicht wurde noch! die Uder schlössen sich krampfhaft, wahrend die F'* ihre» Wangen stärker hervortraten. Bestürzt erhoben sich Alle von den Stühlen,, eilte sofort zu Klara: �Was ist Dir?" fragte er bestürzt. „-Ich— muß— zu Bett— ich— habe—'J sie, wahrend ihr Busen sich mühsan» hob und se>>" wollte er zerspringen. Brenner bat Alfret" Klara zu weilen, während er schnell zu»» ■ m't hastigen Worten z» ems der Zuumer sofort in Stand setzen zn lasse,»., �Hildegard hatte das Kleid, das Korset ihrer ,. geöffnet, �'.e Lösung schien der Kranken Erleich'U gewähren. Sie hörte auf zu keuchen. Traurig blickte? ans die gelicble Kraiike. Schweigend setzte er sich f* pachtete ängstlich jede»» Athcmzug � AI» das Madchen ihm sagte, daß das Ziimner f seine Gi „N Mädche sofort z Ba tiesein< dem St Leuchten und lt Antlitz Silbers »völbtei Lider> Klara, Körper und sei mager» B zurück Stube & J ihr de» D gctheil ertrag, sterben er den, nicht, elende, Krank finster er sich sie du Er w ,avon setgt. 3(2'tfl«'me-nt- abzufinden gesucht. lerzcit I Dieselbe hat man übrigens durch ein bloßes Kam- abzufinden gesucht, daß Frl. Broinberg und Frau ,.,...rinstein freigesprochen morden sind. Die übrigen Angeklagten, Ausnahme von Landefln, sind ohne Unterschied der gegen sie en � vorliegenden Thatsachen zu je 3 Jahren Gefänanip verurthcilt irden. Landesin hat in contumaciam 5 Jahre erhallen— achdem man ihn glücklich entwischen ließ. Alles in allem bedeutet der Prozeß wieder eine empfindliche iralische Niederlage der Polizei und der Mittel, deren sie sich !»dient, um der Bourgeoisie und dem Spießbürgerthum in der olle der Gesellschaftsretterin zn imponiren und als unentbehrlich erscheinen. In der Rolle Landesin's hat sich wieder einmal das ganze iustem der Schröder— Haupterei und Konsorten richten lassen. >te französische Polizei insbesondere spielt in dem vorliegenden »lle die klägliche Rolle einer Handlangerin der russischen Gen- «merie, sie zeigt sich kurzsichtig, ungeschickt und tölpelhast. :e Bey und Fabri ner tanzen an de ine d jungen gern »Ol er f''< vaimt setzten I und i aufffl gewisse» -sin, der stubie» igenea VottttPHo ItcDftnrfit. Staatliche Krbeitsbureana sollen, wie die„Magdeb. Ztg." eldet, nach Muster der amerikanischen Bureaus für Arbeits- atistik von der Regierung eingerichtet werden,«wenn die Her- ellung einer Lohnstatistil wirklich beschlossen ist." Die Wahr- einlichkeit, daß eine derartige Einrichtung, die mit Freuden zu grüßen wäre, wirklich ins Leben tritt, wird durch das daran- üpfte„Wenn" leider sehr abgeschwächt. � Die Einführung de« Gesehe« über die Alters- und »validenversorguug macht die Anstellung eines ganzen eeres von Beamten nothwendig, bezüglich deren Anstellung »e jüngst stattgesnndene Konferenz der Landes- Direktoren und mdes-Hauptleute sich auch zu äußern hatte. Es bestanden, wie e„Köln. Bolksztg." erfährt, Meinungsverschiedenhelten darüber, . welches Berhältniß diese Beamten zu den Provinzial-Verwal- denen die Ausführung I des Gesetzes und somit auch die ' ,v-'■'•ilftellimg der Beamten obliegt, treten sollen, ob sie Provinzial- amte mit den Rechten und Pflichten unmittelbarer Staats- amten sein sollten oder lediglich als im Privatverhältniß stehend betrachten seien. Die Staatsregierung hat ein lebhaftes Jnter- e daran, das Erster« zu wollen, weil sich mit einein Schlage e Versorgung für zahlreiche Militär-Vers orgnngs- L�sHMer echtigte finden würde. Wie es heißt, sollen aber die Nusl»«�rovinzial- Verwaltungen Bedenken haben, diesen Beamten die . Eigenschaft von Provinzialbeamten zu verleihen, weil dieselben >uai �«idgiltig mit Pensionsansprüchen und dem Rechte auf Versorgung inwalt her Wittwen und Waisen übernommen werden mühten, also eine ilein � dauernde erhebliche Last für die Provinzial- Verbände bilden r ��ztvürden. Tagtäglich mehren sich die deinoliratlschen Gleiuente, i�tvelche die Sozialpolitik des Freisinns verdaulmen. Ein bürger- .-licher Demokrat wie Flürscheim ging neulich dem unfruchtbaren �Manchesterthum im Londoner„United Democratic Club" arg zu daß treibe. Der bekannte„Bodenbesitz- Reformer" sagte vor seinen was chen 9 zu De -inende iesen, w>iß ir Uinj " com schaft stein Zürn ten st und toß ung >rtete Er fi müffft men on Jl schiß itteln >esteil als n cl lue dlt Art »rech >'gen. »vooW 1 >en. chen , ein lach sein nach Z Mm»? iznanfl r Jinfl lswercl? A "M englischen Hörern, daß die politischen Parteiverhältnisse in Deutsch land deshalb eine so unerquickliche Gestalt angenommen hätten, weil die sich freisinnig und demokratisch nennende bürgerliche Oppositionspartei von jeher die Theorien des unfruchtbarsten Manchesterthums vertreten und sich grundsätzlich jedem Reform- gedanken, der die Landwirthschaft betreffe, verschlossen gehalten habe. Dieser doppelte Mangel habe es verschuldet, daß aus der einen Seite in allen positiven Fragen der Gesetzgebung die kon- servativen Parteien ausschlaggebend geworden seien und daß aus der anderen Seite dem„Fortschritt" die Möglichkeit abhanden gekommen, die große Masse des Volkes länger an sich zu fesseln, die dang nothwendiger Weise der Sozialdemokratie' hätte zusalleu müssen.. Die Grrüchte über Ministerlerisrn rv ollen sticht zur Ruhe kommen. Jetzt verzeichnet die nationalliberäle„Bielcf. Post" ein Gerücht, wonach Herr Geheimrath Hinzp'eteic der Mäch- folger des Kultusminister v. Goßler werden sollt.'Athnliche Ge- rüchte sind schon früher in Umlauf gewesen.'| Kelit« die AuflSfung einer Nolkoverfammlnng in Stendat berichteten wir vor einiger Zeit. Dabei wurde mit- getheilt, daß der belheiligte.Redner sowohl wie, ein später ohne Grund polizeilich. sistirter Magdeburger Genosse gegen den Polizeikommissar Richard Strafantrag gestellt hätten. Diese Anträge lauteten: SAn ' die königl. Staatsanwaltschaft zu Stendal. hj Der Unterzeichnete erlaubt sich hiermit, der königl.. Staats. " anwaltschaft zu Stendal den folgenden Thatbestand. zu unter breiten und im Anschluß daran an sie das Verlangen zu stellen. gegen den Polizeikommissar Richard zu Stendal die Anklage zu erheben wegen Mißbrauch der Amtsgewalt...... Am lo. Juni d. I. fand in Stendal im Lqkahe Vogelgesqng eine öffentliche Volksversammlung statt, in welcher unter.alchsrem auch der Unterzeichnete sprach. Derselbe wurde, in seinen. Ans dit mcu tss- ! ich .ö� illss te»' f >öcht-' if e ielleii danktl rächt >är« den kav! di« eisen no - F! n. sein .sred uiN sU U, Ä er? chl-F )* der rsel führungen von dem Polizeikommissar Richard mit den Worten unterbrochen:„Ich verbiete Ihnen hiermit persönliche Angriffe, und werde, wenn Sie dieselben fortsetzen, die Versammlung auf- lösen." Der Unterzeichnete verwahrte sich dagegen, daß die ihm vcr- ässungsmäßig zustehende Redefreiheit in solcher Weise vergewaltigt würde, ging aber bald daraus, um eine Auslösung der Versammlung zu vermeiden, auf einen anveren Gegenstand über. Zunächst muß der Unterzeichnete konstatiren, daß von ihm persönliche Angriffe irgend welcher Art nicht gemacht sind. Aber selbst, wenn dies der all wäre, wenn der Unterzeichnete wirklich eine oder mehrere ersonen angegriffen hätte, selbst dann wäre der überwachende iolizeikomnussar auf Grund des Versammlungsrechtes nicht be- ügt gewesen, den Redner zu unterbrechen. Es liegt also ein Ver- gehen seitens des Polizeikommissars vor, das unter den§ 339 des R.-Str.-G.-B. fällt. Derselbe lautet: „Ein Beamter, welcher durch Mißbrauch seiner Amts- gewalt oder durch Androhung eines bestimmten Mißbrauchs derselben. Jemand zn einer Handlung, Duldung oder Unterlassung widerrechtlich nöthigt, wird mit Gefängniß bestraft. Der Versuch ist strafbar. Die Bestimmungen des§ 839 treffen für dies Vergehen des Polizeikommissars Richard gegen Unterzeichneten in zeder Beziehung vollkommen zu. Indem er den Redner unterbrach, machte er sich eines Mißbrauchs der Amtsgewalt schuldig. Indem er den Redner mit der Auslösung der Versammlung drohte, um ihn an der Fortsetzung der angeblich persönlichen Angriffe zu verhindern, nöthigte er diesen widerrechtlich zw einer Unterlassung, beziehungsiveise machte er den Versuch dieser Röthigung. Es treffen also alle Voraussetzungen zu, welche von§ 389 des R.-Str.-G.-B. gemacht sind, und ersucht der Unterzeichnete des- halb die königliche Staatsanwaltschaft zu Stendal, den Polizei- kommissar Richard wegen groben Mißbrauchs der Amtsgewalt anzuklagen. Hochachtend Hans Müller, Redakteur. Magdeburg, den 13. Juni 1890. Fürstenstraße 20. An die königliche Staatsanwaltschaft zu Stendal. Der Unterzeichnete erlaubt sich hiennit der königl. Staats- anwaltschaft zu Stendal den folgenden Thatbestand zu unter, breiten und im Anschluß daran das Verlangen zu stellen gegen den Polizeikounnissar Richard zn Stendal wegen widerrechtlicher Freiheitsberaubung die Anklage zu erheben. Am 15. Juni d. I. fand in Stendal im Lokal Vogelgesang eine öffentliche Versammlung statt, in welcher der Unterzeichnete ein einziges Mal zur Geschästsorduung sprach. Ungefähr eine Stunde nach der Auflösung der Versammlung wurde ihm vom Polizeikommissar Richard bedeutet, er solle sich legitimiren. Der Unterzeichnete ließ von dem in Stendal wohnenden Vergoldcr Otto GörzeS, Alte Dorfstraße 34, dem Polizeikommissar Richard erklären, daß der Unterzeichnete Max Baetge, Arbeiter in Buckau, sei.' Der Kommissar aber bezeichnete Görges als imglanbwürdig und ordnete hierauf die Sistlrung des Unterzeichneten an. Als derselbe im Bureau des Polizeikommissars angelangt war, verlangte dieser vom Unterzeichneten abermals, sich zu legiti- miren. Derselbe kam diesem Berlangen nach, indem er soivqhl auf die„von ihm herausgegebene, mit seinem Namen versehene Bolksstiiilme hinwies, als auch einen auf seinen Namen lautenden Kautschukstempel dem Beamten vorivics. Der Beamte erklärte edoch, daß ihm diese Legitimation nicht genüge, und daß er tele- graphische Erkundigungen in Magdeburg beim Polizeipräsidium einziehen müsse. Der Unterzeichnete verlangte darauf, sofort zn Protokoll vernommen zu werden, um zu erfahren, weshalb seine Sistiriliig angeordnet sei. Der Polizeikommissar weigerte sich dieser Forderung nachzukommen, indem er bemerkte, daß gegen eine Person nichts vorläge und daß er seine Sistirung nur an- zeordnel habe, weil er in einer sozialistischen Versammlung als Redner aufgeireten sei. Stach einige» weiteren Beuierkniige» entließ darauf der Kommissar den Unterzeichneten aus dem Polizeibureau, ohne daß irgend ein Protokoll ausgeiioiiiilie» wor- den>var. Der Unterzeichnete sieht nun in dieser HandlüngSweise des Polizcikommissars ein Vergehe», welches unter de»§ 341 des R.-Str.-G.-B. fällt. Derselbe lautet: Ein Beamter, welcher vorsätzlich, ohne hierzn berechtigt zn sein, eine Verhaftung oder vorläufige Ergreifung, Fest» nähme oder Zwaiigsgestellulig vornimmt oder vornehmen läßt oder die Tauer einer Freiheitsentziehung verlängert, wird nach Vorschrift des§ 289, jedoch mindestens mit Gefängniß von drei Monaten bestraft. Da, nach dem eigenen Eiiigeständuiß des Polizeikommissars eine strafbare Handlung vom Unlerzeichnelen nicht begangen wurde, so stand ihm auch nicht das Stecht zu, irgend eine Legitimation zn verlangen, viel weniger die, wenn auch nur vor- übergehende Entziehung seiner Freiheit anzuordnen. Ter Polizeikoinmissar würde auch wohl nicht daran gedacht habe», den Unlerzeichnelen zu sistiren, wen» er in einer konser- brachte«'Klara mit Alfreds Hilfe zu Bett. Daun lief« in größter Eile zum Arzt, der neben dem Gasthofe auf dem Markt wohnte. Der Arzt ist nicht amvesend;„er ist über Land gefahren," sagte ihm das Mädchen.„Um zehn Uhr wird er vielleicht wieder da sein." Ein Schreck> durchfuhr seine Glieder.•..•.. „Noch drei Stunden," murmelte er. Nachdem das Mädchen versprachen hatte, den Doktor be( seiner.Ätzkunst sofort zu ihm zn schicken, verließ er das Hau?..... Bald war er wieder im Gasthofe. Er fand Klara in tiefem Schlafe liegen. Mit ciiwiii Seufz« ließ« sich ans dem Stuhl neben dein Bett nieder.'Dann ergriff er den Leuchter, der ans der Waschtvilette neben dem Stuhle stand und ließ des Lichtes kargen Schein über Klara's bleiches Antlitz sich ergießen. Das tiefschivarze Haar, von einzelnen Silberfäden durchzogen, stach grell ab von der weiße», gewölbten Stirn. Müde hingen die weichen, zartgeädcrtcn Lid« über den feingeschnittenen Augen. Das Hemd hatte Klara, als ein heftiger Schweiß aus den Poren ihres Körpers brach, geöffnet, die Decke zurückgestoßen, schwer hob und senkte sich die weiße, eingefallene Brust. Ihre bleichen, magern Finger hatten sich fest in das Laken eingekrallt. Brenner bedeckte die Kranke. Dann stellte er das Licht zurück aus den Waschtisch. Traurig schritt er in der öden Stube aus und ab.- � n- r i r i „Sie wird's nicht lange mehr treiben, die Fahrt hat ihr den Rest gegeben," murmelte er bang vor sich h,n. Dreizehn Jahre hatte er mit ihr das Komödiantcnleben getheilt, dreizehn Jahre hatten sie Freud«"d Leid zusammen ertragen, und nun sollte sie an dieser entsetzlichen Krankheit sterben. Heftiger schritt er auf und ab. Was für Freude hatte er denn am Leben, ivoui lebte er denn überhaupt, wein» er für sie wcht mehr zn sorgen brauchte? Sie hatte ihm früher sein elendes Heim frendiaer gestaltet, ehe die furchtbare Krankheit sie packte. Er sah nach Klara Hut, ihre Inge verfinsterten sich, sie schien Schmerz zn leiden. Wieder beugte « sich über sie. Nein, nein, es konnte nicht möglich sein, sie durfte nicht sterben. Er wollte sie wieder gesnnd machen. Er wollte angestrengter für sie sorgen. Sie mußte genesen. vativen Versaiiirnluiig aufgetreten wäre. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Unterzeichnete nur seiner Freiheit beraubt wurde, weil er in einer sozialistischen Versammlung gesprochen hat. Da es Nim die Pflicht der Staatsanwaltschaft ist, darüber zu wachen, daß die verfaffungsinäßig garantirte Gleichheit aller Preußen vor dein Gesetz allfrecht erhalten wird, so erivartet der Unterzeichnete, daß die königliche Staatsanwaltschaft zu Stendal den Polizei- kommissar Richard wegen Vergehens gegen den ß 341 des R.-Str.-G.-B. anklagt. Hochachtilngsvoll Magdebiirg-Buckau, den 13. Juni Max Baetge. Dorotheenstr. 13. Auf diese Eingaben erhielten, wie die Magdeburger„Volks- stimme" mittheilt, die Herren Müller und Baetge folgende g l e i ch l a u t e n de Antwort: An den Herrn Max Baetge zn Magdeburg-Buckau, Dorotheenstr. 3. Auf Ihre unter dem 18. Juni dieses Jahres hierher gerichtete Anzeige wider den Polizeikommissar Richard Hierselbst, wegen angeblichen Vergehens im Amte wird Ihnen eröffnet, daß ich es ablehne, strafrechtlich gegen den Genaimten einzlisckfteiten, weil derselbe nach dem Ergebmß der stattgehabten Ermittelungen Ihne» gegenüber lediglich seine Pflicht erfüllt, in keiner Weise aber eine lleberschreitung seiner Amtsbesugnisse sich schuldig gemacht hat. Stendal, den 26. Juni 1899. Der Erste Staatsanwalt. I. V.: Braumann. Gegen diesen Bescheid wird nunmehr Beschwerde bei der Oberstaatsanwaltschaft zu Naumburg eingelegt iverden. Die seltsame Auslegung, welche kürzlich der ß 5 dcS ächsischen Vereinsgesetzes durch vie Polizeibehörde des Städtchens Netzschkau erfahren hat, ist neuerdings auch seitens der Amts- hauptmannschaft zu Planen und ebenso von der Zwickauer Kreis- hauptmannschaft bestätigt worden. Es handelt sich dabei um das Verbot einer Versammlung, in der Herr Dr. Spccht-Gotha über das Thema„Wcltanfang und Weltende" zu sprechen beabsichtigte. Dieses Verbot wurde begründet durch Bezugnahme auf ß 5 des ächsischeu Vereiusgesetzes, auf Gruno dessen Versammlungen, :ereii Zweck ist, Gesetzesübertretungen oder unsittliche Handlun- zen zu begehen, oder doch dazu geneigt zu machen, verboten ind. Man wird nun auch die Entscheidung des Ministeriums anrufen. Zu bcv Krrearbeiiet'-Uet sammln», z zu Kiidstackl, die aufgelöst wurde, schreibt die St. Joh. Bztg.:„Was wir voraus zesehen haben, ist zur Thatsache geworden. Die seitens der Berg- nspektion IX plötzlich erfolgte Kündigung des derzeitigen Vor- tzenden des Nechtsschutzvereins Joh. Müller 42 hat die Gemüthcr wieder von Neuem erregt. Die Kündigung erfolgte zufolge eines Paragraphs der Arbeiterordnung, wonach sowohl die Inspektion als auch der Bergmann das Recht hat, das Arbeits- verhältniß nach vorhergegangener 14 tägigen Kündigung zn lösen. Bon diesem Rechte hat die Inspektion ohne nähere Be- gründung Gebrauch gemacht. Diese Entlassung bildete ein lPnnkt der Taaesordmlilg. Die Versammlung sollte gestern Abend um 6 Uhr bei Wirth Krön stattfinden. Schon vor 6 Uhr war daS Lokal dicht voll und hatten Leute auf der Straße Platz genommen, zu welchen sich immer noch neue Trupps gesellten, welche trotz eines ziemlich starken Regens nicht von der Stelle wichen. Der Einbernfer erklärte im Bureau, daß man mit der Eröffnung bis 6,33 Uhr warten möge, um welche Zeit er am vorhergegangenen Tage im Beisein von zwei Zeugen zum dritten Mal die Versanniilliiig angemeldet habe. Eine Bescheinigimg habe er bis jetzt nicht erhalten, da der Herr Bürgermeister nichr anwesend gewesen iväre. Die erste Anmeldung sei um 9 Uhr Morgens, die ziveite durch einen eingeschriebenen Brief nm 2 Uhr Nachmittags erfolgt. Kurz nach halb 7 Uhr brachte der Ein- beruser ei» dreimaliges„Glück auf!" auf den obersten Bergherrn aus und erklärte die Versammlung für eröffnet. Weiter kam er nicht, da der inzwischen mit vier Geiidarmen erschienene Herr Bürgermeister Förster, als eine Bescheinigung über erfolgte Anmeldmig nicht vorgezeigt werden konnte, die Versammlung verbot nnd zum ruhigen Auseinandergehen aufforderte; des- gleiche» that der Vorsitzende Müller. Aus der Straße bildete sich nun eine dichtgedrängte N!e»schenmenge von etwa 700 Berg- leuten, die sich jedoch auf Aufforderung der bewaffneten Macht »ach und nach ruhig auflöste. Die Allflösuiig der Versammlung war offenbar nicht darnach angethan, die Gemüther zu be- ruhigen. '' im Briefkasten der„Kreuz-Zeitniig" man sich am besten über das unterrichten könne! Das läßt lies Aber wie sollte er ihr helfen? Mit seinem Tagcsthcil, den er vier Mal in der Woche empfing, wenn sie überhaupt vier Mal zum Spielen kamen? Mit den Bildcrrahmcn, die sie verfertigten? Niemand kaufte sie Ihnen ab.— Nichts.— Kein NtlSweg. Höhnisch lachte er vor sich hin, er mußte an den Arzt in Vietz denken, der ihn einmal bei Seite nahm und ihn eindringlich zuredete, sie inS Gebirge ziehen zu lassen. Dort in der freien Bergeslnst wäre der einzige Ort, ivo die Kranke genesen könnte.— Gebirge!— Stärkende Mittel!— Wie wunderschön der Arzt doch_ sprechen konnte. Ilm nur das nackte Leben zn fristen nnd hin und ivieder die Medizin zu bezahlen, Wußte er des Abends Komödie spielen, während sie sich in cnlsetzlichcn Schmerze» im Bette herumwälzte. Er ballte wüthcnd die Faust, daß er nicht im Stande, sie dem Tode zn entreißen. Wie liebte er sie. Wie war er ihr dankbar, seit sie ihm näher getreten war. Er forschte nicht nach ihrer Vergangenheit. Sie nicht nach der seinen. Er scheute sich, ihr zugestehen, daß er Tischlcrgcsellc geivcscn und nur ans Liebe zn einer Schauspielerin zur Bühne gc- gangen ivar. Natürlich wurde ihm seine Geliebte bald untren, aber das Bühnenleben hatte einmal in ihm Wurzel gefaßt, er hatte sich eingelebt. So blieb er Schauspieler. Schlecht und recht, une es eben(sing. Er memorirtc fleißig, kannte seine Nolle stets Wort für Wort. Co wurde er nach und nach auch ohne Talent ein Manu, der zn gebrauchen war. Er fühlte, daß es ihm an Bildung gebrach und stürzte sich mit rastlosem Eifer ans jedes Buch. Erlas nnd las, ahne Methode. Nach achtjährig« Wirksamkeit traf er ans Klara. Ihr Talent, thr tiefes Wissen imponirte ihm. Sie hatte den ehrlichen, energischen Wann gern, sie wurde seine Lehrerin. Schließlich zogen sie zusammen. Doch noch trennte sie eine Kluft, die, je länger sie znsammen- wohnten, desto unüberbrückbarer schien. Die Erziehung, das Vorleben, die verschiedeuartigeil Neigungen beider vcr- hinderte die Annährung. � ,. So ging es, bis ein Zufall sie ganz anemander brachte. Klara hatte sich den Fuß ver>taucht nud mußte acht Tage lang das Bett hüten. Diese Zeit hatte ihr Ei» Geistlicher' fragt an, aus welcher Schrift Wesen der Eozialdemokratie blicken. Dach einer ZNeldni!'/ nua Knisersl, rutern ist die Kau- didatnr des F ü r sl e n Bis»i nrck endgiltig aufgegeben und von den Nationalliberalen beschloffen ivorden, den Gutsbesitzer Brunck- Kirchheimbolanden anfziistelle». Bon den lebhaften Erörterimgen, ivelche die erste Mittheilung von der beabsichtigten Kandidatur des Fürsten hervorgerufen hat, bleibt somit als Rest unr ein scherzhafter Streit zivischen einzelnen Kartellblättcrn über die Frage übrig, ob die Nationalliberalen den Wahlkreis bei der Stachivahl behaupten oder verlieren werden. Dieser Streit wird insbesondere da» Herz Brenners offenbart, hatte ihr das tiefe Gefühl des Mannes dargewiesen, und es war, auch sie suhlte sich hingerissen von der hingebenden Liebe des MauueZ. Und als sie ganz genesen war—, da feierten die beiden, die sich tviedergefnnden, die wirkliche ivahre Vereinigung. Dann folgten glückliche Jahre. Ab« sie gingen zn bald vorüber, nud die Sorgen?nm das tägliche Brot kamen. Der Direktor Holmer, der sie beide engagirt hatte, zahlte nicht. Sie halfen sich mit der Anfertigimg der Kienäpselrahmen elend durch. Dann gings wieder besser. Ein Schauder erfaßte ihn, als er dann jenes schreckliche» Tages gedachte. Klara hatte schon läng« über Katarrh gc- klagt, nud wirklickj setzte ihr der Husten arg zu. Aber eines Tages, als sie die Garderobe zum Abend packte und ihre Brust von heftigem Husten durchivühlt wurde, imirde� sie bleich nud mußte sich an dem Bettpfosten halten, nm nicht umzusinken. Brenner sprang hinzu„Was ist Dir?„Nichts" stöhnte sie.„Wirklich nichts?"„Min, laß mich." Er ließ sie, aber waS er damals nur fürchtete, wurde bald zur schrecklichen Gewißheit. Sie war schivindsüchtig. die Krankheit machte schreckliche Fortschritte. Wenn er sie mir hätte pflegen können. Wenn sie auch nicht gerettet worden wäre, so hätte er doch ihre Leiden mildern können. dieses schleichende, zehrende Leiden. „Mir ist, als wäre ich überfahren worden," sagte sie immer. Und Brenn« war eS, als ivürde die letzte Sehne sein« Thatkraft zerrissen, wenn« sie leiden sah und ihr nicht zu Helsen vermochte. Die abendlichen Thcile waren in den letzten Jahren im»!« kleiner, iimncr gering« geworden, dann kam die lange Zeit der Charivochc, in der nicht ge- spielt werden durste. Tann die Sommerzeit, in der sie sich erholen sollte nnd die sie benutzte, um so oft, wie irgend möglich, zn spielen. Etwas mehr würde dann doch vcr dient. Düster brütete der Schauspieler vor sich hin. Wohin er schaute, sah er kahles, graues Elend. (Fortsetzung folgt.) von den„Hamb. Nachr." auf der einen und dem„Hamb. Korrespondent" auf der anderen Seite mit wachsender Erbitterung ge- führt. Der»Hamb. Korresp." sieht die Niederlage der Kartell- Parteien im Wahlkreise voraus und wendet sich gegen die„Ham burger Nachr.", welche die entgegengesetzte Ansicht vertreten. Main?, V. Juli. Bei der gestern dahier stattgehabten Landes» Versammlung der hessischen Sozialdemokraten wurden für die dem- nächstigen Landtagswahlen folgende Kandidaten nominirt: für Mainz: die Herren Jöst-Mainz und Ullrich-Offenbach; für Offen» dach: Müller-Darmstadt; für Mühlheim: Ohlig-Heusenstamm; für Ingelheim: Sprenger- Mainz und für Darmstadt- Land: Kramer-Darmstadt. Köuigshiitte(Oberschlesien), 5. Juli. Die russische Regie- rung hat jetzt, wie die„Königsh. Ztg." meldet, den Kinoern der- jenigen deutschen Familien, welche zenseits der Grenze wohnen und ihre Kinder in deutsche Schulen in den auf dieser Seite ge- legenen Ortschasten, z. B. nach Myslowitz, schicken, verboten, deutsche Schulbücher nach Hause mitzubringen. Mit Recht be- merkt das zltirte Blatt zu dieser deutsch-feindlichen Maßregel, sie lege den Unterricht so ziemlich lahm, da ein gedeihliches Fort- schreiten in der Ausbildung nicht gut denkbar sei, wenn die häus- lichen Schularbeiten nicht gefertigt werden können. Au« Kitchsieu» 7. Juli. Unsere Frommen im Lande sind seit geraumer Zeit ganz besonders rührig, um die Sozialdemokratie mit Hilfe von Kirche und Religion zu tödten. Allsonntäglich doimern sie von den Kanzeln gegen die verruchte und gottlose Partei, wobei sie ihren Schafen unsere Bestrebungen in den abgeschmacktesten und für schwache Gemüther abschreckendsten Farben darzustellen lieben. Bleibt die gehaßte Partei dennoch am Leben und gewinnt sie fröhlich neuen Anhang, an unseren Schwarzröcken liegt es nicht. Der Bau neuer Kirchen wird mit Vorliebe betrieben um der Ausbreitung der Rothen entgegenzuwirken. Da giebt es z. B. in der Nähe von Großenhain die Ortschaft Gröditz, in welcher der frühere Reichstags- und jetzige Land- tags-Abgeordnete Niethammer eine große Fabrik besitzt, in der mehrere Hundert Arbeiter beschäftigt werden. Obgleich die irdischen Güter diese Armen nicht drücken, scheint ihr Chef � die Ansicht zu haben, daß die christlichen ihnen nöthiger seien. Auf sein Betreiben hat das Ministerium angeordnet, daß nächstens in allen Kirchen des Landes der Bcttelsack geschwungen wird, um die Mittel für den Bau einer Kirche m Gröditz aufzubringen. Herr Niethammer hat zwar auch sein Theil gesteuert, um besagten Zweck zu er- reichen, aber so tief mag der vielfache Millionär nicht in den Beutel greifen, um die nicht allzu große Summe aus Eigenem aufzubringen. Er läßt an die Gläubigen im Lande appelliren, damit das Institut geschaffen wird, das seinen Arbeitern lehrt, auf die irdischen Güter zu Gunsten der hiinmlischen zu verzichten. Erfüllt die Kirche ihren Zweck, so verzinst sie reichlich das Pfund, das Herr Niethammer für das„Seelenheil" seiner Arbeiter opferte. Ja, dem Ge- rechten muß Alles zum Besten dienen, auch nnt der Fröm migkeit macht man ein gutes Geschäft. Großbritannien. London, 8. Juli. Die Ruhestörungen in der Bow- street dauerten den Abend über fort. Gegen 9 Uhr hatte die Menschenmenge dort derart zugenommen, daß sie die ganze Straße füllte. Eine stärkere Abtheilung berittener Polizeimannschaften versuchte die Straße zu säubern, jedoch ohne Erfolg. Es wurden mehrere Personen verhaftet, und eine Anzahl verwundet. Eine Abtheilung Kavallerie mußte den Wagen des Prinzen von Wales, als dieser die der Polizcikaserne gegenüber liegende Oper verließ, begleiten. London, 3. Juli.(Meldung des Reuter'schen Bureau.) Die Unruhen in der Bowstreet setzten sich bis tief in die Nacht hinein fort; erst heute früh gegen 2 Uhr begann die Bienge sich zu zerstreuen. Die berittenen Polizei- Mannschaften lvurden durch Schutzleute zu Fuß ersetzt. Die durch die Volkshaufen angerichteten Zerstörungen sind be- trächtlich; viele benachbarte Häuser wurden beschädigt, zahl- reiche Fensterscheiben wurden zertrümmert. Die Zahl der verhafteten Personen ist eine sehr erhebliche. Frankreich. Paris, 6. Juli. Auf der Tagesordnung des Abgeordneten- Hauses stand die erste Lesung des vom Senat genehmigten Ge- setzentwurfs, betreffend die Arbeit der Kinder, minder- jährigen Mädchen und Frauen in den Fabriken. Nachdem ein Antrag Aynard's zu§ 1, die Familienwerkstätten, also die Hausindustrie, gleichfalls dem Gesetz zu unterwerfen, abgelehnt war, entwickelte sich ein lebhafter Kampf um die Altersgrenze der Schutzanlässigkeit. Der Artikel 2 lautete in der Regierungs- fassüng: Die Kinder dürfen von Meistern nicht vor dem zurückgeleg- ten 13. Altersjahre beschäftigt und eben so wenig in die in Ar- tikel 1 aufgezahlten Anstalten zugelassen werden. Jene Kinder jedoch, welche das vom Gesetz vom 23. März 1832 eingeführte Abgangszeugnis aus der Primärschule(Cortificar d'ötudes primaires) besitzen, dürfen vom 12. Altersjahre an be« schäftigt werden. Auf alle Fälle darf kein Kind unter IS Jahren in die oben genannten Anstalten zugelassen werden, wenn es nicht mit einen: ärztlichen Gesundheitszeugniß versehen ist, welches einer der mit der Aufsicht über die kleinen Kinder betrauten Aerzte oder ein Schularzt ausgestellt hat. In den Waisenhäusern oder in Artikel 1 angedeuteten Wohl- thätigkeitsanstalten, in welchen der Primärunterricht ertheilt wird, darf die Erlernung eines Berufs oder der Handarbeiten drei Stunden täglich nicht überschreiten. Graf de Mun befünv ortete die Streichung des Absatzes 2, welcher den mit einen: Schulzeugnis! versehenen Kindern von zwölf Jahren den Zutritt in die Werkstätten gestattet. Wenn es nach seinem Sinne � Kinder unter 14 Jahren d:e e, so dürften überhaupt� .erkstätte betreten; er w «inöct unter 14 �ayren ote �eriiiaue oeiteien, et jedoch auch mit dem zurückgelegten dreizehnten Jahre t>-9? Das Abgangszeugniß der Primärschule bewefft nur, w Kind aufgeweckt und gelehrig, nicht aber, daß es auch W hinreichend entwickelt ist, um eine zeh::stünd:ge Arbe:t ohn«s theil für sein ganzes Leben zu ertragen. Wenn Absatz 2 erhalten würde, fügte der Redner hinzu, so wurden wie in einem Treibhause zur Erlangung des d'etudss gedrängt werden, damit sie ein ,, 3ah* ihr Brot verdienen könnten. Der Soz:al:st»» unterstützte Herrn du Mun und alle Widerrede richterstatters Waddington half nichts. Gegen d:e der bei den Mittelparteien des Hauses sich g* den Manchesterleute wurde der Antrag mit 378 gegen 10S S angenommen, so daß jetzt nach Streichung des Absatzes 2 unter 13 Jahren überhaupt nicht in Fabriken beschäft:gt dürfen. Nach Annahme des Art. 3 drehte sich die ganze sl Berathuna u:n einen Antrag des Abgeordneten Chicho, folgende Forderungen aufftellt: Die Kinder beiderlei Geschlechts dürfen b:s zum voul 14. Altersjahre nicht über 6 Stunden, bis zum 13. Iah' über 3 Stunden täglich arbeiten. Die minderjährigen und die Frauen nicht über 10 Stunden. Balsan empfahl die Annahme dieser Bestimmungen. ungeachtet wurde der Antrag Chichö durch Händeaufh' warfen. Spaniett. Madrid, 7. Juli. In den beiden Häusern wurde heute ein königl. Dekret verlesen, derselben suspendirt. lr. 11 Lando iaben sich nnen Fall, ' üheren B: äidlondoni »en, weil iner einge ieiche zu> md Fall c langte, erh ungen des ärektionsb irund der Nach bevor er Anspruch . der»» Kutsch welches die SÜV�ben, so ses famgei und Entschi Amerika....gurückbehal einer Depesche der„Times�' aus Buenos- suchen. _____—. vom 6. dieses Monats ist in dem Salpeterhafen Jqmql? Schon ernster Arbeiterstreik ausgebrochen, infolge dessen auch störungen vorkamen. Der Handels- und Schiffsverkehr st Washington, 7. Juli. Die Mei::ungsversch:cd in der aus Mitgliedern des Senats und des Repräsentant� gebildeten Kommission über den vorliegenden Entwurf der bill sind nunmehr beseitigt. Die republikanischen Mitgue Kommission haben einem Vergleich zugestimmt, nach welch Bundesschatzamt monatlich 4 500 ovo Unzen feinen S:lb> kaufen dürfe. Die Schatznoten sind in gemünztem Silber lösen und gelten als gesetzliches Zahlungsmittel. Senator man faßt den Bericht ab, welcher dem Senat vorgelegt wird. Die Mitglieder der Konnnisston sind zu einer H gnd der Ve äßer(in )r:eben, u inräumte, chatten ee. mdigung- Stufen: such diesm vurt nich ltsverträx r sagte, u; nehmen: sammlung zur Betätigung ov:gen Bergle:ches e:nveru,en. �„töS: werden d:e bezüglichen Berichte dem Senate und der»Wä e r e ch t. tantenkammer vorgelegt.•iei[en � Das„Renter'sche Bureau" meldet aus Monteols ch. w rn Die durch die Weigerung der Nationalbank, ihre Noten siegZw o vr e: einzulösen, hervorgerufene Panik dauert fort. Die Regierurio 0 kündete für heute einen Nationalfeiertag, um den An stur»._ Le:der die Banken zu verhindern. aufgefischt, bmden für Theater. Mittwoch, den 9. I u l i. Berliner Theater. Gräfin Leg. Friedrich-WUchelmstndt. Theater. Der arme Jonathan. Mallner» Theater. Mamsell Ni- touchc. Diktoria-Theater. Stanley inAfrika. Ästend» Theater. Heinrich Heine. Vorher: Eine vollkommene Frau. Kelleallianee» Theater. Der Nau- tilus. Kroll'« Theater. Die Hugenotten. Kaufmann'« Variötö. Große Epe- zialitäten-Vorstellung.__ Neue Welt. Bergschlossbrauerei, Hasenbaide. Heute, Mittwoch:§ I. FerM-Merseß Meubock-CMnn. Von 4 Uhr ab: Konzert, Komiher-«nd Spezialitäten- Vorstellung. Puppentheater. Stangenklettern. Bonbonreaen. Wettlaufen. Fackelzug. Isnttte 15 Ifj., 10 M. Pmdt-, Lliliil-, Met« ti. Knegö-Kmmtl. Eroberung von Kilwa, unter Mitwirkung v. Negern, Matrosen, Arabern«. Englischer Garten. Direktion: C» Andres«, Alexanderstraße 27 c. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Vermont. Auftreten des Gesangshunwristen Herrn .Jonas. Auftreten der Duettistinnen Geschwister de la Terra. Auftreten des Tanzkomikers Herrn Schmidts. Auftreten der Jano-Trnppe. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags SVe Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 80 Pf., so Pf. und 75 Pf., in: Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben. litolllii)eiil(!llt Buggenliagen am Moritzplatza Täglich: Grosses Garten-Concert. Direktion A. Uodmann. Dienstag und Freitag: Valzer-Abend. Fnfroa Wocheutags 10 Flg., AjUIILL Sonn- und Festtags 25 Flg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren RestaurationSrü:::nen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben b:s auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen 041 F. MUller. Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. Zum ersten Male: Pafstonospiele, Gberammerga» und Umgebung. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. am hiesigen Platze bekanntlich Grossts Auswahl. Garantirl sicher brennende anr Tabake."MK Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche in: Handel befindlichen Rohtabake sind au: 1653 Lager. iL. Golschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt. Vvrdauü äerVergotäer, trolä1ei8ten-�rhviter und verw. Berufsgenossen. Arn Sonnabend, den 12. Juli ISSio�int ViotOPia�Park, Frankfurter Allee 72 i Gi% SowiBtieHFest. Programm: 1) Konzert. 2) Vorträge. 3) Auftreten berühmter Spezialitäten. Anfang des Konzertes 5 Uhr. D:e Kafseeküche ist den Damen von 3 Uhr an geöffnet. Billets ä 30 Pf. sind zu haben bei: Peterson, Veteranenstr. 22; öp nik, Schillingstr. 30a; Krohmeier, Mariannenplatz 13, sowie bei E. Böhl, Frankfurter Allee 74.— Kasse findet nicht statt. 970 Gegen Unbilden der Witterung ist genügend Schutz. Zu zahlreicher Betheiligung ladet freundlichst ein Da« Urrgnügungs-Komitre. Große öffentliche Versammlung aller Mechaniker nnk Kerufsgenossen Berlins und Umgegend am Donnerstan, den 10. Juli 1890, Abends 8 Uhr, in Frnerstein's Salon, Alte Jakobstraste Nr- 7»(oberer Saal.) Tages-Ordnung: 1. Der Stand unserer Bewegung und was gedenken wir noch weiter zu unternehmen? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um starke Betheiligung ersucht 977 Der Einberufer. für Akrechnnng der Uergalder den Streik bei der Firma Asüüov& C0< vom 35./11. 1889 di« 17. 4. 1890. Einnahme? Auf Listen gesammelt. Von den Kollegen aus: Mark 4432,45 270.— 83,50 22- Köln a. 91. Fürth in Bayern München... Ottensen...... 388,75 Samburg 30,— armbeck 360,— Stendal...... 112,05 a. H. a. Rh. Burg Brandenburg Niederbreisig Paris....... der Schweiz..... Magdeburg..... Fachverein der Vergolder.. „„ Vergolderinnen Von anderen Gewerkschaften: Buchdrucker..... Maurer...... Putzer....... Kupferschmiede.... Weißgerber..... Töpfer. 118,40 88,06 52,80 144,40 5,— 16,40 800,— 20,- 100,- 80,- 50,— 50,- 50,- 50,— Bildhauer..... 50,— UkterstWWer. Zeutsch. Hiltmchtr Am Mittwoch, den 9. Juli, Abends 8'/- Uhr, ' W. im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee 11—12: Mitglieder-Uersanttnwng. Tages-Ordnung: 1. Delegirten-Wahl zur außerordentlichen Generalversammlung. 2. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches Ersck, einen ersucht 971 Der Vorstand. Ihi*c$ss0 We�saäiimlung hes SoziOemkrat. Wlmms für TtltW-Charlotttitbmg am Donnerstag, d. 10. Juli, Abendo 8 Uhr, in„Kiomardt«- Köhe", Uliliuersdorfer-Ktraste Ur. 39. Tages-Ordnung: 1. Die allgemeine politische Lage. Referent: Herr C. Pirch. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. 973 Rohrleger! Da es uns nicht möglich ist, eine genaue Abrechnung vom Ausstand der Rohrleger und Helfer Berl:ns und Umgegend seststellen zu können, und zwar aus den: Grunde, weil sich einzelne der KommissionS-Mitglieder trotz wieder- Holter schriftlicher Aufforderung nicht zu den bestimmten Sitzungen eingefunden haben, so ersuchen wir dieselben hiermit öffentlich, sich am Sonntag, den 20. Juli, Vormtttags 9 Uhr, im Lokale des Herrn Z i p p k e, Markusstr. 14, Eingang Griiner Weg, einzufinden, widrigenfalls wir die Namen der Be- treffenden der Oeffenllichkeit preisgeben. Kommifsto» drr Lohnbemrgnng der Uohrleger und Kelfrr Kerlin» nnd Umgegend. I. A.: A. Booker. 974 Klempner Steinträger..... Steindrncker und Lithographen..... Buchbinder::. verwandte Bettiebe..... Gewerbliche Hilfsarbeiter Kartonarbeiler.... 50, 30,- 30,— Rohrleger Stuckateure Korbmacher Tapezirer. Feilenhauer Einnahme Ausgabe. 30,- 20- 20- 20- 20- 20,- 20,- 20,- Kilanz: Schrauben- und Fayon- dreher...... Werkstatt von Werner. Marmor- und Granit- schleifet...... Lederarbeiter..,, Weber....... Posamentirer.... Lithographiesteinschleifer. Stepper und Vorrichter. Schneider...... Schmiede..»«». Auf Tellersammlungen... G. S,......»» K. F.......... E. H.......••. Vom Streikfonds der Vergolder Summa A u a g a b e: Streik-Unterstütznngen gezahlt gezahlt für 21 Wochen.. Reise-Unterstützungen... Sd>reibutensilien, Porto, Brief- marken, Bestellgeld,,. Agitationsunkosten..., Rechtsanwaltsgebühren., An D. in Köln a. Rh..., An O. M. in Berlin... Nach Meßlingen a. Rh... Nach Niederbreisig a. Rh.. An die streikenden Karton- arbeitet....... An die streikenden Schrauben- und Faoondreher.. bezwungen, pnbetrifft, gurückbehal! Bezug auf Kutscher sa Mrlenntniß gefühls; es pnbetrifft, s pie, welche «der die Z {Beamten ei Höfen bint Nnd UNg' Üch dazu ir ihn: d:e Hi I Wie h Zeit bei d: Der z: sammln«, Städtchen ivtigen S, eiden. Et eilsarmee !etzteren r theilt. ihrerseits e o. I. auf: |M)00 Perf :nd so ourde. 1 iner straf! huisance", (Unfug" üb smn kam i Hof, der a »richter Co! nicht uniw b, sich ü ktor: zefährlichN überrichte: >alt der 9 hun habe. md meint -g wegen bttte in den Werkstuben recht rege für diese VersainwlJPollze» ei ____ Echter Kimgensalzarr Kautabak, AN hergestellt nur aus besten lleutuckx-rabaken; zu haben in den meiste" �fspruch mi ordnung agitire». 305 „ e« Handlungen Berlins und umliegenden Plätzen. unfere Hauptmederlage Llralanerstrasse 39 giebt zu Fabrikpreisek Lehr, IldMer, Tabakfabrtl/ xtt> fv. � Langensalza i. Thür. iMi. Jede Rolle muß den Zettel n,it unserer Firma enthalten der Herr Verantwortlicher Redakteur: Enrt Laake in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kndina in Berlin SW„ Beuthstraße 2. -siirr'u«inr l?'1 !N. lei! Beilage zum Berliner Bolksblalt. lr. 1S6. Mittwoch, de» S. I«ti 1890. 7. Iichrg. Movroltkottdenzen. London, den s. Juli 1890. Zwei intevesfanto pro?esse haben sich in diesen Tagen hier abgespielt. Der eine betrifft �inen Fall, ähnlich einem andern, dessen ich bereits in einem rüheren Briefe erwähnte. Ein Pferdebahnkutscher war von der rüdlondoncr Tramwaygesellschaft ohne jedes Verhör gebüßt wor- den, weil er einen Kollegen nicht denunzirt hatte, der ih>n auf iiner eingeleisigen Strecke entgegengefahren war, statt an der Zeiche zu warten. Erbittert darüber hatte er den Dienst Knall und Fall quittirt; als er aber seinen rückständigen Lohn ver- langte, erhielt er zum Bescheid, daß dieser gemäß den Bedin- jungen des Arbeitsvertrages verfallen sei. Auch verweigerte der ■ Avirektionsbeamte dein Kutscher seine Fahrberechtigungskarte, auf ifhei>e»Grund deren allein derselbe eine neue Stelle erhalten konnte, 1 bevor er nicht einen Schein unterschrieben, daß er keinerlei Jlnspruch� mehr an die Gesellschaft habe. Das mochte er Kutscher nicht, um sich seines Rechtes nicht zu be- eben, sondern verklagte die Gesellschaft auf Zahlung 5C§ fälligen Lohnes, Herausgabe der Fahrberechtigungskarte und Entschädigung für die Zeit, während deren er infolge der ? Sl&'l �a�Kn8 derselben verhindert worden sei, eine neue Stelle to'jjW Schon als der früher gemeldete Fall vor dem Richter kam auch-Md der Vertreter der Gesellschaft den Kontrakt vorwies, den der Ü"- ienen Falle ein Kondukteur) beim Antritt unter- �beschrieben, und durch den derselbe u. a. der Gesellschaft das Recht .ante!«, bäumte, jejien Augenblick zu entlassen, seinen Lohn zurück- schalten zc., während er sich zur Jnnehaltung einer wöchentlichen Kündigungsfrist verpflichtete, hatte der Richter entrüstet aus- erufen:„Ich denke, wir leben hier in einem freien Lande." Und uch diesmal unterließ es der Richter Poivell vom Labeth County "ourt nicht, seiner Meinung über diese Art von„freien" Ar- itsverträgen in der entschiedensten Weise Ausdruck zu geben. c sagte, und wen es bei Ihnen angeht, der mag es sich all notam lehmen: „Es ist im höchsten Grade skandalös und un- erecht. Schlimniere Sa Hungen habe ich nie ver- esen hören. Als sie verlesen wurden, meinte ch. wir seien in den Südstaaten, zur Zeit, o die Sklaverei noch be st and. Es macht mein lut kochen, wenn ich daran denke." Leider hatte der Advokat der Gesellschaft einen Präzedenzfall ufgefischt, wonach von zwei höheren Richtern ein gleicher Vertrag ür bindend erklärt worden war, und so war Richter Powell .ezwungen, auch hier die Klage, was die zurückbehaltenen Löhne nbetrifft, zurückzuweisen. Zum Glück gab es jedoch für die urückbehaltene Fahrkonzession nocki keinen Präzedenzfall, und in siezug auf diese verurlheilte der Richter die Gesellschaft, sie dem Utscher samnit der geforderten Entschädigung auszufolgen. Das irkenntniß ist ein schönes Denkmal ausgeprägten Gerechtigkcits- efühls; es heißt darin u. A.:„Was das(zurückbehaltene) Geld nbetrifft, so bin ich der Meinung, daß die Statuten— besonders ie, welche bestimmen, daß der Direktor der Gesellschaft allein der die Zurückbehaltung von Löhnen zwischen diesen und jenen Eeamten entscheidet, und daß sein Entscheid vor allen Gerichts- Höfen bindend sein soll— so parteiisch, willkürlich p« Und ungerecht, daß ich sie fürungiltig erklären würde, wenn ' Ich dazu in der Lage wäre." Aber durch den Präzedenzfall seien » thm die Hände gebunden. I. Wie hebt sich diese Sprache von derjenigen ab, welche zur x• Zeit bei den deutscheu Gerichtshöfen Sitte ist. Der zweite Gerichtsfall ist für die Frage de» freie« Uer- ' sammlnttgorecht» von Bedeutung. In Whitchurch, einem * Städtchen in der Grafschaft Hampshire, hatte die Heilsarmee im ' vorigen Sommer viel unter Ehikanen von Seiten der Polizei zu ' leiden. Es kam wiederholt zu Konflikten zwischen dieser und den " lBeilsarmeeleute», und schließlich wurden eine große Anzahl der ____ Letzteren wegen Widersetzlichkeit vor Gericht gestellt und ver- »»a Kifirtheilt. Gegen diese Verurtheilungen berief die Heilsarmee ihrerseits ein großes Protestmeeting ein, das am 14. Oktober Z. I. auf dem Marktplatz von Whitchurch stattfand und von über ■#000 Personen besucht war, so daß der Wagenverkehr �gnd so weiter allerdings auf eine Weile unterbrochen mrde. Dadurch sollten sich die Veranstalter des Meetings mer strafbaren Störung des Verkehrs sowie einer„common huisance", was man wohl am besten mit„grober hllnfug" übersetzt, schuldig gemacht haben. Anfang dieser Woche »Nun kam die Sache vor dem hiesigen Queens Bench Gerichts- jhvf. der als Obergericht fungirt, zur Entscheidung.„Lord" Ober- fichter Coleridge präsidirte. Die Verhandlung war auch insofern nicht uninteressant, als sie der kleinstädtischen Polizei Gelegenheit .�ab, sich in ihrer ganzen Glorie zu zeigen. So wollte der Polizei- Inspektor Lowler von Whitchurch aus den Inhalt der gemein- gefährlichen Rede des Hauptsprechers eingehen, wurde aber vom Aberrichter mit der Erklärung unterbrochen, was denn der In 8? � Reden mit der Anklage aus Störung des Verkehrs zu !N- ehuu habe. Er kam aber doch bald wieder auf das Thema zurück . �/od meinte, ein Mann habe auch vom Sozialismus gesprochen, --"Amd 0?oe schauderhafte Dinge geäußert. Er habe über die Richter Uta nund die Polizei gesprochen.„Ist das der schauderhafte Sozialis- Mus C rief der Advokat der Angeklagten dazivischen.„Sie hätten ihn nur hören sollen", antwortete der Polizist,„er sprach gegen alle Ordnung und Gesetz". Zu seinem nicht geringen Erstaunen riefen diese Worte statt allgemeiner Entrüstung allgemeine Heiter- „.„feit hervor. College» Schließlich erklarte der Oberrichter, eine unbedeutende oder vorübergehende Störung des Verkehrs bildeten kein strafbares Ver- gehen. Diese Dinge müßten, wie Lord Ellenborough gesagt habe, mit Sinn und Verstand beurtheilt werden, das Publikum müsse tt. Gerechtigkeit üben. Ein Wagen oder ein Bierwagen bildeten in r e ch � /iner engen Straße zweifelsohne eine Verkehrsstörung, und wenn _Jj'ie stundenlang dieselbe besetzten, könnte dies sogar zu einer Be- WN�strafung führen; sonst aber keineswegs, das Publikum müsse kleine fi Oll Unbequemlichkeiten in den Kauf nehmen, ohne dies käme die Welt HXl'' nicht vorwärts. Der Verthcidiger der Angeklagten habe hervor- gehoben, daß es denselben fern gelegen habe, eine Störung zu ver- Ursachen, daß jedoch in einem so kleinen Ort, wie Whitchurch, eine Ansammlung von über zweitausend Menschen dieselbe unvermeid- ich mit sich bringe. Jndeß habe er hinzugesügt, sie hätten ein A echt gehabt, dort zu sein, und das hätten sie aller- .b i ,, g s benutzt; die blos zeitweilige Störung, die sie verursacht, »nntl�ilde kein strafbares Vergehen. lll.*'.. Und demgemäß erkannte auch die Jury. Ohne sich erst ..mren Sitzen zurückztiziehen, sprach sie die Angeklagten frei. igen..Wenn man berücksichtigt, daß jedes Mal, wenn die Londoner aininm Pouze» eine Versammlung oder einen Umzug inhibirt, sie sich mit Rücksicht auf den Verlehr zudecken sucht, wie das erst neulich �eder. gegenüber dem Protestmeeting gegen die Schaicklizenz zntschadlgungen geschah, so wird man die Bedeutung dieses Er enntniffes unschwer einsehen. Es steht im entschiedenen Wider: m- lit- hlt ics ZN- i Fe" von ainv"' listen* ■tif* abru, ipruch nnt der Praxis der Handlanger des Herrn Matthews. Es scheintauch seine Wirkung schon ausgeübt zu haben, denn der Herr Bradsord, der neue Londoner Polizeichef, hat dem auf heut einberufenen protestmeeting briw. protestnmfug gegen- über ein ganz anderes Verfahren eingeschlagen wie sein Vorgänger. Er hat kein direktes Verbot erlassen, sondern nur Maßregeln zum Schutz des Verkehrs angeordnet und das einberufende Komitee von denselben in Kenntniß gesetzt. Ich muß hier einen JrrtHum berichtigen, der mir, infolge unrichtiger Zeitungsnotizen, in meinem letzten Brief unterlaufen ist. Nicht eine voni Nationalliberalen Klub eingesetzte, sondern eine im Nationalliberalen Klub zu- ammengetretene Kommission, bestehend aus Mitgliedern verschiedener Vereine, u. A. auch des genannten Klubs, hat die Protestbewe- ;ung in die Hand genommen. Die Gladstone'sche Partei als olche hatte mit derselben nicht nur offiziell nichts zu thun, ihre Organe haben sich vielmehr ihr gegenüber theils direkt abwiegelnd, theils sich höchst lau verhalten. Von dieser Seite hinderte nichts die Polizei, eine zweite Aullage der Trafalgar-Square-Knüppelei aufzuführen. Aber das seinerzeit als„starke Regierung" an's Ruder gelangte Ministerium hat so jeden Halt verloren, die Po- lizei ist ihrer eigenen Leute so wenig sicher, daß auch auf dieser Seite nichts weniger als Kampfeslust herrscht. So konnte das Meeting und der Umzug programmmäßig stattfinden. Trotz über- aus ungünstiger Witterung haben sich zur festgesetzten Zeit gegen 2000 Menschen auf Clerkenwell Green eingefunden, die nach kurzen Ansprachen der Herren Saunders(Mitglied des Londoner Grafschaftsrath), Conybeare(radikales Parlaments- Mitglied), sowie die Sozialisten Dr. Ed. Aveling und John Williams, im Zuge unter Absingen der Marseillaise sc. NM Hyde-Park marschirten. Der ganze Weg war mit Polizisten besetzt, die sich im Ganzen gut verhielten; nur an den stellen, wo der Zug Verkehrsstraßen kreuzte, ermunterten die dort wstirten Polizisten— wahrscheinlich ausgesuchte Leute— die Rutscher, durch den Zug hindurchzufahren. Doch entweder waren diese von selbst so vernünftig, davon abzustehen, oder sie wurden von Mitgliedern des Zuges davon abgehalten. Ohne jede ernst- hafte Störung wurde bei strömendem Regen Hyde-Park erreicht, und, nachdem von drei Plattfornien herab kurze Ansprachen ge- halten worden, einstimmig eine Resolution beschlossen, welche gegen jede Einschränkung des Rechtes der freien Versammlungen und Umzüge, das ein Schutz gegen Tyrannei und Ungerechtigkeit ei, protestirt, der Entschluß der Versammelten ausgedrückt, allen dahingehenden Versuchen Widerstand zu leisten, und verlangt, daß die Regelung der Umzüge den direkten Vertretern des Volkes übertragen werde. Am Montag wird sich das Komitee darüber schlüssig machen, ob, nachdem die Polizewerwaltnng durch ihre Verfügung still- chweigend das Recht der freien Umzüge anerkannt, zur Zeit noch eine weitere Aktion nothweudig sei, oder ob man sich mit dem festgestellten Präzedenzfall begnügen und von jjeder weiteren Aktion vor der Hand absehen soll. Wahrscheinlich wird die letztere Ansicht obsiege». Die Lohnbewegung unter den Polizisten ist in's Stocken gerathen. Nachdem Herr Bradsord die Leute hat wissen lassen, daß ihre Wünsche in„wohlwollende Erwägung" gezogen werden chllen, haben sie sich dazu verstanden, einstweilen auf Fortsetzung der öffentlichen Agitation zu verzichten. Dagegen geht die Krwrgnng unter de» Postbeamte» in hohen Wogen und die Eventualität eines Briefträger- Streiks rückt immer näher. Herr Raikes, der General- Postmeister, hat durch sein System der Spitzelei und Maßregelei genau das entgegengesetzte Resultat von dem erzielt, was er beabsichtigte. Die Union der Postleute nimmt rapide an Mitgliedern zu, und die Mißstimmung ist so groß, daß sie am Mittwoch Abend zu einer Demonstration 'ührte, wie sie unzweideutiger nicht gedacht werden kann. An diesem Abend wurde im South Kensingtou-Museum das Jubiläum des Penny- Posttarifs gefeiert. Dazu hatte Herr Raikes eine großartige Loyalitätskundgebung ausgedacht. Um zehn Uhr Abends sollte die Herzogin von Edinburgh, eine Schwiegertochter der Königin, auf einen Telegraphenknopf drücken und alsdann in allen Telegraphenstationen des Reichs ein begeistertes Hoch aus die Königin ertönen. Was geschah aber? Auf der Zentralstation in London, wo über 2000 Leute angestellt sind, herrschte, als der Stationsvorsteher aus das verabredete Zeichen das Hoch aus- brachte, zuerst eisiges Schweigen und dann brach ein allgemeines Zischen und Grunzen aus und Rufe„Nieder mit Raikes",„Fort mit Raikes" w. ertönten. So etwas— eine wahre Rebellion— war an dieser Stelle bisher noch gar nicht dagewesen, man kann sich daher leicht vorstellen, welches Aufsehen die Sache gemacht at. Da aber gleichzeitig mit dem Bericht hierüber auch die iachricht von einem neuen Ketzergericht, das Herr Raikes veran- staltet, xn die Presse kam, lauteten die Kommentare des Publi- kums vorwiegend zu Gunsten der Leute und gegen den nach oben servilen und nach unten anmaßenden Chef. Diese Stim- mung ist durch am Freitag erfolgte Entlasfungen(darunter ein Mann, der über 20 Jahre im Postdienst ist) noch verstärkt ivorde», die große Masse des Publikums sympathisirt mit den Postleuten, deren Bezahlung wirklich eine schreiend ge- ringe ist und die Bewegung für Aufbesserung vollauf rechtfertigt. Von allen Seiten erhalten die Leute Aufforderungen zum Aus- harren, und es ist sehr wohl möglich, daß das Ende des Kon- fliktes der Abtritt des Herr» Raikes sein wird. Jedenfalls würde sich, falls es zum Streik'kommt, die Unzufriedenheit des Publikums weit mehr gegen ihn als gegen die Strecker richten. De» letzten Mittwoch wird sich die Regierung überhaupt schwarz angestrichen haben. Er brachte ihr eine noch viel fatalere Enttäufchung. Ein Mitglied der liberalen Uniontste» gruppe, Caine, hatte, aus Wuth über die Einbringung der Schankgesetzvorlage und die übrigen Ungeschicklichkeiten der Re- gierung, seiner Partei die Heeresfolge gekündigt und sein Mandat niedergelegt. Er wollte als unabhängiger oppositioneller Liberaler von Neuem kandidiren. Die Tories stellten ihn» einen Gegen- kandidaten gegenüber, und der Führer der liberalen Nnionisten, Lord Hartington, der in deni betreffenden Wahlkreis� sehr großen Einfluß besitzt, forderte die Wähler auf, für diesen zu stimmen. Im Hauptquartier der Gladstonier war man über- wiegend der Meinung, es sei am besten, keinen dritten Kandidaten aufzustellen, aber die Liberalen am Ort dachten anders und stellten Herrn Caine einen unverfälschten Gladstonianer gegenüber. Bei dem hiesigen Wahlsystem, wo das relative Mehr entscheidet, galt danach der Sieg des Konservativen so gut wie sicher. Nächst ihm schien Herr Caine, für den die in jenem Bezirk sehr starken Temperenzler eintraten, die meisten Aussichten zu haben. Statt dessen trat das Unerwartete ein, der Gladstonianer, ein ganz junger Mensch, erhielt die größte Stimmenzahl und zieht als Sieger in's Parlament ein. Damit ist die Regierungsmehrheit, die 1886, nach dem Ausgang der Hauptwahl, 116 betrug, auf 80 zusammengeschmolzen. Und auch diese Zahl ist nur nominell, denn es sitzen noch manche Leute in den Rechen der Unionisten. die gleich Herrn Caine denken. Die Gladstonianer sind im siebente» Himmel..JVe sweep the country"—„wir machen Kehraus im Lande", jubelte am Donnerstag die„Daily Neivs". Die Anhänger der„starken Regierung" aber lasse» die Flügel hänge» und jammern nur noch über die bevor- stehende„Gomarchie"— die„All-Herrschaft des G. O.M.—„Grand Old Man" Gladstone. Jndeß, sie mögen nur erst Herrn Glad- stone wieder an's Ruder lassen, dann wird es sich zeigen, daß auch seine Bäume nicht in den Himmel wachsen. Ueber den siegreichen Kampf der Gasarbeiter in L e e d s hat das„Berl. Volksblatt" bereits nach den Tages- Meldungen berichtet, ich sehe daher von einer Rekapitnlirung der Vorgänge ab. Es war die reine Hamburgerei, ein von langer "and vorbereiteter und in rafsinirter Weise in's Werk gesetzter usschluß. Um so erfreulicher, daß der Handstreich so erfolgreich zurückgeschlagen wurde. Möchte es doch ähnlichen Anschlägen ebenso ergehen. � � Herr GiU«« London bittet uns um Aufnahme folgender Berichtigung: „In Nr. 151 Ihres Blattes bringen Sie eine, London, den 29. Juni, datirte Korrespondenz, welche mich in mehreren, mich betreffenden Punkten zu sachlichen Richtigstellungen nöthigt. 1. Die im verflossenen Winter gebildete„Internationale Ar- beiterliga und demokratischen wie zu allen öderätion" steht zu'der Hyndman'schen„Sozial- Föderation" in keinen anderen Beziehungen, als übrigen Arbeiterorganisationen Londons; sie hat eine Verständigung mit dem Dr. Aveling'schen„Zentralkomitee ür den gesetzlichen Achtstundentag" ernstlich gesucht, indessen ohne Irfolg, weil Dr. Aveling und seine Freunde darauf bestanden, eine neue Arbeiterwahlpartei zu gründen, obwohl deren hier be- reits vier bestehen, von denen drei gleichfalls den gesetzlichen Achtstundentag erstreben. 2. Als prov. Sekretär der„Internationalen Arbeiterliga und Föderation" war ich in den letzten Monaten so sehr von der englischen Arbeiterbewegung in Anspruch genommen, daß mir zu meinem Leidwesen die gegen den Berichterstatter des„PetitJournal" gerichtete Erklärung Liebknecht's in der That entgangen ist. Nun aber war ich von der„Justice" öffentlich aufgefordert worden, mich über das fragliche„Interview" zu äußern. Ich that das in einer Zuschrift, deren Inhalt in Ihrer Korrespondenz keines- wegs richtig dargestellt ist. So wäre z. B. das von mir im Engli- che» gebrauchte„spealc" mit„sprechen", aber nicht mit„schwatzen" zu übersetzen gewesen. Ferner ist verschwiegen, daß ich in dem Schreiben wiederholt meinem Zweifel darüber Ausdruck gegeben habe, daß Liebknecht die ihm zugeschriebenen einfältigen Aeuße- rungen wirklich gethan habe. Außerdem verwies ich auf die Kongreßbeschlüsse von Wieden, Kopenhagen und St. Gallen, in- dem ich hinzufügte, daß eine etivaige Aenderung des Partei- Urogramms nur durch einen neuen Parteikongreß erfolgen könnte; ch sei aber überzeugt, daß aus einem solchen von dem, auf den genannten früheren Kongressen eingenommenen Standpunkt nicht abgewichen werden würde." Doksles; Die leisten Tage des vergangenen Utonata haben mit ihren Wohnungskündigungen die Völkerwanderung eingeleitet, die >vic seit vielen Dezennien, am 1. Oktober sich vollziehen wird. Ver- hältnißmäßig wenig wird von de« Miethern und am wenigsten von denen gekündigt, die kleine Wohnungen innehaben und auch solche nur wieder miethen können. Wenn die Mängel der bisherigen Wohnung nicht gar zu arg sind, so werden sie ertragen, weil es noch ungewiß ist, ob eine neu zu beziehende Wohnung, ivenn auch nicht die gleichen aber vielleicht noch unangenehmere haben wird. Ein Wohnungsmangel ist dieses Mal nicht vorhanden, wie uns die vielen Bermiethungszettel an den Thorwegen verkünden. Abgesehen von den großen und.Mittelwohnungen, an denen llcberfluß zu sein scheint, fehlt eS auch keinesivegs an kleinen, von ivelchen, wenn nicht alle Anzeichen trügen, eine ziemliche An- zahl keinen Miether zum 1. Oktober finden wird. Wenn aber irgendwo, so hier, macht sich der JrrtHum bemerkbar, welcher in dem Satze, daß Angebot und Nachfrage den Preis bestimme, ent- halten ist. Man hat zwar von keinem Trust oder Ring oder einer Verabredung der Hausbesitzer gehört, die den Zweck hat, eine allgemeine Steigerung der Wohnuugsmiethen eintreten zu lassen, die Hauswirthe sind sich jedoch ihres vorfhcilhaften Ver- hältnisses den Miethern gegenüber zu sehr bewußt, um dasselbe nicht nach Möglichkeit auszunutzen. Die seit Jahren andauernden Miethssteigerungen haben den Wohlstand der Wirthe dermaßen erhöht, daß der Schaden, welcher ihnen aus einer nicht ver- mietheten Wohnung erwächst, leicht ertragen werden kann, auch durch andere von ihnen theurer vermietheten Wohnungen aus- geglichen wird. Die uicisten Kündigungen sind daher nur zum Zwecke der Miethssteigerung erfolgt, und viele derselben Leute, die jede höhere Lohnforderung der Arbeiter gar sehr genau auf ihre Be- rechtigung zu prüfen verlangen und sich dabei als die allein be- rechtigten Richter geberden, übersehen mit einem Male, daß auch ihre Mehrsordcrung auf ihre Berechtigung geprüft werden müßte. Weder die konservative, nationalliberale noch freisinnige Presse läßt auch nur den leisesten Anklang einer Mißbilligung laut wer- den und viele deutsche Behörden, welche bei jedem MehranspHlche der Arbeiter denselben, ivenn auch nur indirekt, hindernd ent- gegentreten, nehmen nicht, ivie es scheint, die geringste Kenntniß von der Erhöhung der Miethspreisc. Der Wucher wird mit Aus- nähme der Wucherer von allen Volksireisen für unehrenhaft und schäbig gehalten und von den Gerichten hart gestraft. ES macht keinen Unterschied, ob für ein Gclddarlehn zu hoher Gewinn ge- nommen oder für Vieh, das dem Landmann auf Kredit gegeben worden, ein übermäßig hoher Preis bestimmt wurde, wenn nachgewiesen, verde» konnte, daß dem Darleiher die Nothlage des Tarlehennehmer bekannt war. Ganz genau dieselben Merkmale des Wuchers haben die Miethssteigerungen der Hauseigenthümer, welche ebenfalls die Nothlage anderer ausnützen, um durch nichts gerechtfertigte Gewinne einzuheimsen. Der Schaden, welcher dem Volkswohlstande durch den Wohnungsivechsel zugefügt wird, ist ein ganz erheblicher und trägt nicht wenig zur allgemein zunehmenden Berarmung bei. Es ist eine bekannte Redensart, daß ein dreimaliger Wohnungswechsel ebenso verderblich wie ein Abbrennen ist, und in der Wirklichkeit ivird diese Redensart nicht allzu weit von der Wahrheit entfernt sein, denn es kommen nicht allein die Umzugskosten und die nicht zu vermeidenden Beschädigungen der Möbel in Betracht, sondern auch die Auslösung von Geschäftsverbindungen, die anzn- knüpfen so schwer sind. Nicht minder erheblich ist der moralische Nachtheil, der aus dem fortwährenden Wandern erwächst, es trägt nicht zum Wenigsten dazu bei, daß sich die Hausgenossen sremd gegenüberstehen. Es wird soviel über mangelhafte Erziehung der Kinder geklagt, so weit diese Klage berechtigt ist, trägt der Wohnungswechsel nicht unerheblich dazu bei, denn kaum ist ein Kind dem anderen näher getreten, so findet schon wieder die Trennung statt, die Entwickelung zur Freundschaft ist nicht möglich. Dies sind Momente, welche Gemeindevorstand wie Regierung ernst in's Auge fassen sollten. Die Hoffnung dazu ist sehr gering. Die preußische Städteordnung bevorzugt die Hausbesitzer der- maßen, daß diese in der Stadtverordnetenversammlung die Mehr- heit haben müssen, und da heute der Egoismus als eine Tugend gepriesen wird, der die Menschheit jeden Fortschritt zn danken haben soll, so wird man von zenen Männern nicht erwarten dürfen, daß sie untugendhast seien, und dem Egoismus entsagen. Die Liste der stimmberechtiateil Küegev Kerlins ist nach Vorschrift der HZ 19 und 29 der Städteordnung vom 30. Mai 1öS3 berichtigt und wird nunmehr in der Zeit vom IS. bis einschließlich den 80. Juli d. I. täglich von Borinittags S bis Nachmittags 2 Uhr im städtischen Wahlbureau, Noststraße 13, 2 Treppen, öfsentlich ausliegen. Während dieser Zeit kann jedes Mitglied der Stadtgemeinde gegen die Richtigkeit der Liste@in- Wendungen erheben. Dieselben müssen in der gedachten Zeit schriftlich beim Magistrat eingebracht werden; später eingehende Einsprüche tönnen nicht berücksichtigt werden. Die erste Abthei- lnng besteht aus denjenigen Wählern, welche mindestens einen Sleuerbetrag von 1631,30 M. zahlen und schließt mit denjenigen Rnmcn, deren Anfangsbuchstaben„J" ist. Die zweite Abtheilung beginnt mit dem Steuerbetrage von 1631.60 M. und denjenigen Namen, deren Anfangsbuchstabe„K" ist; sie endigen mit dem Steucrbetrage von 363,20 M. und den mit dem Buchstaben„R sUslaiigendcn Namen. Die dritte Abtheilung beginnt mit dem letzteren Steuerbetrage und den" mit" Vem Huchnabe'n'."s*"an fangenden Namen. Wir machen hierbei noch besonders darauf aufmerksam, daß bei Berichtigung der Wählerlislen in Betreff des Wohnsitzes der stimmberechtigten Personen in Berlin die von den- selben zu erstattenden polizeilichen An- und Abmeldungen berück- sichtig t werden. Demgemäß sind wahlberechtigte Personen, welche nach einem Bade, in eine Sommerwohnung oder dergleichen— also nur vorübergehend— verreist sind, es aber unterlassen haben, solches auf der Abmeldung zu vermerken, in der Wählerliste gestrichen, vorden. Di« Schlostfreil/eit-xottrri- macht Kchulr. Ein sindiger Zkopf hat den Plan ausgeheckt, die Streits vermittelst einer Lotterie aus der Welt zu schaffen. Der„Metallarbeiter" veröffentlicht das Schriftstück. Da der Verfasser mit der deutschen Sprache sich schwerer abzufinden scheint, wie mit der Kunst Adam Riefe's, ist der langen Rede tiefer Sinn nicht leicht zu verstehen, doch scheint es, daß durch staatlichen Zwang den Arbeitern eine Lotterie- steuer abgequetscht werden soll. Unter den„Guten" werden dann einige sy zusammengebrachte Gewinne ausgeloost; die„Bösen", me Streiker, bleiben ausgeschlossen, müssen aber die Steuer doch zahlen. Das Fazit ans seinem Plane zieht dieser neueste und originellste Sozialreformer dann mit folgenden Worten: „Die Gewinste �solln in den Zeitungen vereseiltlicht werden und daß würde den Arbeiter einen großen Reiz zu der Arbeit machen und würd die gresste Ruhe stets ent- stehen und die Beste zufriden Seit veranlassen— solle Ihn der antrag wohlgefalln tön Sie es für mich vorstelln oder Verefentlichen—" o Ä'ö*«"»daueritdrn Degruwettcro hat sich der Landwirthe eine große Niedergeschlagenheit bemächtigt. Der erste Hciischnitt»st zum großen Theil vernichtet. Nun droht auch der Roggen ernte Gefahr. Das Getreide ist stellenweise reif, und bei trockener Witterung hätte man hier und da schon in voriger Woche mit dem Mähen beginnen können. Bei der jetzigen Witte- riing muß jede Erntearbeit unterbleiben.— So wird aus der Provinzen berichtet. Das gleiche gilt wohl auch für ganze .tj Di�Mnmirlmng d«s KUH schlag,» auf dru mrnfch- tJn seiner klinischen Vorlesung stellte Hof- rath Professor �Nothnagel in Wien kürzlich seinen Hörern ein zwanzigiahriges Mädchen, Josepha Schleser, vor, welches jüngst ln.?oiermQrf 0011 hinein Blitzschlag« getroffen wurde und jetzt nach Wien kam, um auf der Klinik Nothnagels Heilung ihres seit jenem Unfälle bestehenden nervösen Leidens zu suchen. knüpfte an die Nntersuchung dieses Falles Vortrag über die Wirkungen des Blitz- im Wesentlichen Folgendes: In früheren f mVi V.v*------ nur so viel, daß die Brandwunden, welche der Blitzschlag verursacht, eine Zickzackfigur zeigten und daß die weiteren Folgen schwere Lähmungen oder der Tod waren. Erst die letzten Dezennien, in denen Hofrath Nothnagel weitgehende Versuche an Kaninchen anstellte, indem er auf dieselben den elek- krischen Funken einer großen Leydcner Flasche einwirken ließ, haben auch auf diesem Gebiete Klarheit geschaffen. Es stellte sich heraus, daß die Einwirkung des Blitzschlages aufs Gehirn, Rückenmark und die peripheren Nerven zweifellos sei, erklärt burch die stets zu Tage tretende Bewußtlosigkeit, Störung des Intellekts und fdie ausgedehnten Lähmungserscheinungen, welch letztere die Tendenz haben, sich bald zurückzubil- den. Andererseits sind es hochgradige nervöse Erschei- nungen, welche lebhaft an diejenigen erinnern, die bei Eisen- bahnungliicken und anderen Erschütterungen austreten und das KrankhcltZbild lange Zeit beherrschen. Gesichts- und Sprach- stvrungen sind häufige Vorkommnisse und können zeitlebens bc- stehen bleiben oder bilden sich theilweise zurück. In anderen Fälleii beobachtet man an den vom Blitze getroffenen Individuen kindische, b»ld zur ausgelassenen Heiterkeit, bald zur melan- cholischen Traurigkeit hinneigende Gemüthsstimmung. Auch haben die Erfahrungen gelehrt, daß der Blitz nur an der Ein- und Aiistnttsstelle eine große Wirkung entfaltet, so z. B. geschah cS, daß ein Blitzschlag, welcher in ein Schulziminer drang, nur das erste und das letzte Kind in der Bankreihe beschädigte, während die dazwischensitzenden unversehrt blieben. Hofrath Nothnagel hob hervor, daß zur Behandlung der Lähmungen und der ande- "n kknMt des Blitzschlages entstandenen Sinncsstörungen die Metallo-Therapie am gectgnetsten ist, welche darin bestehe, daß man einen großen Husetsen-Magnetcn abwechselnd aus den Kopf, Rumpf und auf die Gliedmaßen legt. Dieses Verfahren weist besscre Resultate auf, als die bis vor kurzem noch in derartigen Fallen angewendete Elektrizität. Hat man dagegen Gelegenheit, bki kinem ganz frischen Blitzschlage zu interveniren, so sorge man für Lustuug der Kleider, lagere den Patienten mit dem Kopfe Ijoch, sorge für Ruhe und srische Luft und begieße den Kopf bei anhaltender Bewußtlosigkeit mit kaltem Wasser. (Est« KZihnrr Kinbrnchsdieb stahl wurde in der Nacht von Sonnabend auf den Sonntag in dem Postamt Alte Jakob- straße, Ecke der Neuenburgerstraße, ausgeführt. Der Verbrecher hat sich- wie die„Post" berichtet— aller Wahrscheinlichkeit nach deS Abends in das Hau? einschließen lassen, hat während der Nacht mittelst Nachschlüssels die Thören zum Postamt ge- öffnet und dann den Schreibtisch des Vorstehers mit Gewalt aus- gesprengt. Hier fand er als Beute eine kostbare goldene Tos« vor, welche dem Postvorsteher seiner Zeit von dem Kaiser Wilhelm I. zun» Geschenk gemacht»vorden war. Die Dose hat Hosrath Nothnagel einen interessanten fchlages und sagte Zeiten wußte man einen Werth von 1000 M."und wird folgendermaßen beschrieben: ut, 2 om hoch. Der Deckel war blau, weiß, 1* f fr**•/**** vi* 10 cm lang, 5 cm breit, grün emaiuirt und in die Emaille waren Blumen eingravirt, welche wiederum 65 Brillanten trugen. Außerdem zog sich über die Dose eine Agraffe mit einem großen prachtvollen Rubin. Ter Einbrecher muß mit den Verhältuissen wohl vertraut gewesen sein, insbesondere hatte er es wohl auf einen größeren Werth- betrag abgesehen, welchen der Postvorsteher bis zu dem Tage vor dem Diebstahl in seinem Pult aufbewahrt, vor dem verhäng- nißvollen Abend aber in den Kassciischrank gelegt hatte. Einen Geldbetrag von 20 M. sowie eine Anzahl Eheks hatte der Ver- brecher, von welchen» bis jetzt noch jede Spur fehlt, unbeachtet liegen gelassen. Cm abj'chruilchrs Sittlichkeitsvrrbvrchen, verübt einem achtjährigen Mädchen, wird aus Lichtenberg berichtet. Das Kind wurde auf Anordnung des Arztes nach dem Krankeuhause Friedrichshain gebracht. Der verruchte Thäter wird als ein lahuicuder,' junger Mensch mit Schnurrbart beschriebei» und hoffentlich bald ergriffen. Aquarien- und Terrarien-AnosteUnug in Kerlin. Die im August und zivar während der Tage vom 13. bis 27. August hier in Berlin»m Grand Hotel„Alexanderplatz" stattfindende große Aquarien- und Terrarien-AuSstellung erregt'nicht nur ir Deutschland sondern auch im Auslände bei den zahlreichen An- hängeru dieser Liebhaberei ein außergewöhnliches Interesse. Zahl- reiche Anmeldungen zur Beschickung der Ausstellung liefern den besten Beweis dafür. Auch in anderer Weise macht sich das Interesse geltend. So hat beispielsweise der große„Russische Fischerei-Verein" eine goldene Medaille zur Versügung gestellt, welche für hervorragende Leistungen auf dem Gebiete der See- und Süßwasser-Aquarten verliehen werden soll. In gleicher Weise sind von dem veranstaltenden Verein der Aquarien- und Terrarien-Liebhabcr eine Anzahl goldener, silberner und bronzener Medaillen für beste Leistungen ausgesetzt. Täglich laufen jetzt Anmeldungen von Ausstellern bei dein Komitee ein; es verspricht die Ausstellung soinit eine hochinteressante zu werden. Neben den umfangreichen Aiisstellungen der großen Händler und Züchter wird das bescheidene Aquarium und Terrarium des Privatmannes nicht fehlen; die größten Anstrengungen werden gemacht, um auf diesem Gebiete des Sports Außerordentliches zubieten. Besonders reich werden die verschiedenen Gattungen der Zierfische vertreten sein. � Die Ausstellung soll in drei verschiedenen Gruppen ein- getheilt werden, uänilich Süß- und Seewasser- Aquarien und deren Bewohner, Terrarien und die dazu gehörige Bevölkerung und schließlich Wasser-, Sumpf- und Dekorationspflanze». Lim? Hermann Lorenz, Forsterstraße 53, ersucht unS um die Mittheiluug, daß er mit dem in unserem Blatte erwähnten Selbstmörder gleichen Namens nicht identisch ist. Die Lolialltominisston für Milmerodorf bringt hiermit den Berliner Arbeitern zur Kenntniß, daß folgende Lokale Wilmersdorfs den Arbeitern zu Versammlungeu unentgeltlich zur Verfügung stehen: Viktoria-Garten, Wilhelmsau. Pietsch's Volks- arten, Berlinerstraße. Seeschlößchen, Kaiser-Allee, In- aber Herr Krause. Restaurant Meier, Ecke Augusta- und Berlinerstraße. Ferner Restaurant Rudolf, Wilhelmsau, gegen eine Saaln.iethe von 50 M. Dolizeibericht. Am 7. d. M. Vormittags stürzte in der Wäschefabrik von Böhm und Wolssohn, Weinineisterstraße Nr. 14, eine Frau vom ersten Stock in den Fahrstuhlschacht bis in den kkellcr hinab und erlitt dadurch so schwere innere Verletzungen, daß sie bald darauf im jüdischen Krankeuhallse verstarb.— Kurze Feit darauf wurde der 62jährige taube Almosen-Empfänger Jüng- liig an der Ecke der Stettincr und Bellermannstraße von einem Bierwageu überfahren und erlitt außer einer bedeutenden Ver- ichling der linken Hand einen Bruch des linken Oberschenkels, so daß er nach dem Lazarus-Krankenhause gebracht werden mußte, wo er bald darauf verstarb.— Zu derselben Zeit wurde ein 12jähriger Knabe vor dem Grundstück Kurzestraß« Nr. 6 von einem schwer beladenen Arbeitswagen gegen die Barriöre gedrückt und dadurch an der Brust so schwer verletzt, daß seine Ueber- sührung nach der Charitee erforderlich wurde.— Mittags fiel ein Arbeiter im Oberlichtsaale des Rathhauses von einer Balustrade, auf welche er sich während der Mittagpause zum Schlafen nieder- gelegt hatte, und erlitt anscheineno inner« Verletzungen, so daß er nach dem St. Hedwigs-Krankenhause gebracht werden mußte.— Nachmittag- fiel auf dem Michaelkirchplatz ein lOjähriger ftiiabe von einer Bank und brach den linken Arm. Er wurde nach dem Krankenhause Bethanien gebracht.— Abends wurde ein Soldat vor dem Hause Mohrenstraße Nr. 61 von einem Omnibus über- fahren uns erlitt eineu Bruch des linken Unterschenkels.— Nach- mittags fanden an zwei Stellen kleinere Brände statt. Gevilksks-�eitimg. Der ehemalige Uedasttcur der sreisinnigen, in Wittstock erscheineuden„Priegnitzer Zeitung", Hugo Drechsler, hatte sich gestern wegen Beleidigung durch die Presse vor der ziveiten Strafkammer des Landgerichts 1 zu verantworten. Die Sache hat früher das Landgericht zu Neu-Ruppin beschäftigt, welches den Angeklagten zu einer vierzehntägigeu Gesängnißslrase verurtheilte. Auf die vom Angeklagten eiugelegte Revision hat das Reichsgericht das Urtheil aufgehoben unv die Sache zur nochmaligen Verhandlung an das Landgericht zu Verlin ver- wiesen. In der Nr. 54 der„Priegnitzer Zeitung" vom vorigen Jahre war eine Notiz enthalten, durch welche sich der Gendarm Köhler zu Wittstock beleidigt fühlte. Die Notiz begann mit der Be- merkung:„In welcher Weise von oben Herabgegen die freisinnige Presse agitirt wird, zeigt solgender Vorfall": Es wurde dann er- zahlt, daß der Gendarm Köhler zum Gastwirth Gamnicli» zu Berlinchen gekonlmcn sei und vergebens nach dem konservativen „Priegnitzer Kreisblatt" gefragt haoe. Ter Gendarm habe dann hinzugefügt, daß der Landrath es gerne sehen würde, wenn Gam- mclin die letztgenannte Zeitung halten würde. Ten Schluß der Notiz bildete die Bemerkung, daß man bei dem Minister des Innern anfragen wolle, ob dem Gendarm Köhler eine derartige Liebenvcschüstigung als Abonncntenf ammler gestattet sei. Ter Angeklagte bestritt, daß in der Notiz eine Beleidigung enthalten sei und daß er eine beleidigende Absicht gehabt habe. Im Uebrißen beruhe der Artikel auf Wahrheit, wie er sich persdnlich überzeugt habe, bevor er denselbeu verfaßte. Im freisinnigeu Verein sei ihm die Mittheiluug von dem Verhalten des Gendarmen Köhler geworden, worauf er in Begleitung des Verlegers der„Priegnitzer Zeitung", Herrn Hermann, nach Berlinchen gefahren sei, um persönlich mit Gammelin Rücksprache zu nehmen. Der Letztere sei ihnen nicht persönlich bekannt gewesen. Nach einer Unterhaltung gleich- giltiger Art habe der Angeklagte die„Priegnitzer Zeitung" verlangt und dann dieselbe Erklärung von Gammelin er- halten, wie er sie später in der beanstandeten Notiz wieder- gegeben. Der Zeug» Gammelin bekundete, daß jenes Gespräch mit dem Gendarmen schon vor etiva drei Jahren»md in einer anderen Weis« stattgesundcn habe, wie die Notiz au- gebe. Er habe den Gendarincu über amtliche Bekanutmachungen i«fragt und die Antwort erhalten: Halten Sie doch das„Kreis- blatt, dann ivissen Sie immer Bescheid. Auf Befrage!» des VertheidigerS, Rechtsanwalt Dr. Grelliug, gab der Zeuge zu, es könne möglich sein, daß der Gendarm hinzugesetzt habe, der Landrath»vürde das Halten des„KreiSblattes" gersi sehen. Der Gendarm Köhler schilderte das Gespräch in gleicher Weise ,vie der Vorzeuge, auch er gab die Möglichkeit zu, daß er die er- wähnte Schlußbemerkuiig gemacht habe, jedoch habe ihm irgend welche agitatorische Absicht gegen das freisinnige Organ dabei vollständig fern gelegen. Mehrere vom Ver- theidiger geladene einwandssrcie Zeugen behaupteten, daß Gammelin ihnen gegenüber die Beeinsiussuna durch den Gendarmen Köhler»n derselben Weise erzählte, wie sie von dem Angeklagten»viedergegeden sei. Staatsanwalt Flickel hielt trotzdem die Beleidigung für erwiesen, er beantragte gegen den Angeklagte» eine Geldstrafe von 150 Mark. Der Vertyeidiger vertrat mit Energie den Standpunkt, daß der Wahrheitsbeweis als vollständig gelungen zu betrachten sei. Er führte des Weiteren au?, daß eine Beleidigung deS Gendarmen in dem Artikel nicht enthalten sei und schließlich, daß der Beschuldigte in Wahr- uehmuiig berechtigter Interessen gehandelt habe. Aus allen diesen Gründen beaulrage er die Freisprechung. Der Gerichtshof hielt den Angeklagten für schuldig. Das betreffende Gespräch zivischcn dem Gendariu Köhler und dem Wirlh Gammelin habe keineswegs das sreisinnige Kreisblatt berührt und von einer Agitation des erstcreu könne keine Rede sein. Die beleidigende Absicht liege vor und sei deshalb auf eine Geldstrafe von 100 M. ev. 10 Tage Hast und auf Publikationsbesugniß für den Beleidigten erkannt worden. El« Uhrmacher oder Kandier, welcher eine Uhr ver- kauft unter Berschweignug der Thatsache, daß dieselbe nicht ab- gezogen ist, macht sich dadurch eines Betruges schuldig. So entschied gestern die 92. Abtheilung des Schöffengerichts in einer Anrlagesache gegen den Kansmani» L« d iv i g Schmidt. Die Verhandlung warf gleichzeitig ein grelles Licht auf das Mißver- hältuiß, welches zwischen dem reellen Werth einer Uhr und dem Preise besteht, de» die Abzahlnngskäliser dafür zahlen müssen Der Schuhmacher Becker hatte durch den Reisende» d«S Augci klagten eine silberne Uhr für 55 Mark gekach Mark zahlte er an und eine Mark sollte er lich abzahlen. Nachdem Becker im Ganzen bezahlt hatte, gerieth er mit den weiteren Abj ins Stocken. Er wurde von dem Angellagten verklagt sich zu rächen, zeigte er den Letzteren ivegen Betruges afl, behauptete nämlich, daß die Uhr nach dreimonatlichem" stehen geblieben sei. Ein Uhrmacher, dem er sie gebrl ihm erklärt, daß dieselbe nicht abgezogen und mit 25 Haupt bezahlt sei. Der Angeklagte behauptete im Termin, daß er die Uhren nicht vom Fabrikanten, son! Großhändler gekauft habe. Er glaube das© 24 M. bezahlt zu haben. Der Reisende erhalte für den von vorn herein 10'jiCt. von der Berk' und weitere 10 pCt. von jeder einkassirten Ratenzahlung müßten also zunächst aufgeschlagen werden. Hierzu» Verdienst, der lange Kredit und das Risiko und sonnt Verkaufspreis von 55 M. kein zu hoher. Seinem Reisen! er aufgegeben, jedem Käufer zu sagen, daß er die Uhr zuo! des unentgeltlichen Abziehens der Firma zuschicken köni" Zeuge Becker bekundete, daß hiervon keine Rede geweß vereidete Sachverständige, Uhrmacher Hoffmann achtete, daß die Uhr beim Fabrikanten sprechen, be Bildung be >iese beider flu», wie« Herr Sc >en Worten flchtig u. s. s. w. u. lit einer! zwangen, d >b Herrn S ist bei Abfo '»as Wort, inen, dem ionstrum! Irbeitern n liger" Zum S hn„le ledig« irückzuführ Dazu -treil eing< jis zum 1. Ihren wir! Schweiz für 18 bis 20 M. zu haben sei. Derartige Uhren �ch Z'rka immer vom Uhrmacher auseinander genommen nn!>�ri»,ier-« err Scherl « Aufklär Zum; ird uns o wären f leischerver fangen Z »cken kan nigcn Arl gesehen werden, worin das„Abziehen" bestehe. Rechne n'l für 6 Mark und 50 Prozent Verdienst, so kämen 39 Marl womit die Uhr reichlich bezahlt sei.— Der Staatsamra einen Betrug für vorliegeiid und beantragte gegen den Angee eine Gefängnißstrafe von acht Tagen. Ter Gerichtshof A Höhe des Verkaufspreises, der za thatsächlich nicht v! Zeugen Becker, bei dem Zivangsvollstreckuiig fruchtlos« war, bezahlt wurde, nnberücksicktigt. Betrogen sei der schon, daß er eine uilabgezogene Uhr erhielt. Hierfiir sei Geldstrafe von 50 Mark erkannt worden. Ci» Cinbrecher-Trio von besonderer Gefährlichkl schästigte gestern die zweite Strafkammer des Landgericht-?-. 5' waren ein gewisser August A r n d t Friedrich F i s chMSm-l Adolf H e ck e l. Die ebenfalls auf der Anklagebank bl Wittwe Luise Schön sollte sich der Hehlerei schuldig haben. Im Januar und Februar d. I. wurde im Nor! Stadt eine ganze Anzahl Einbrüche verübt, welche der Ä Ausführung nach von denselben Personen begangen sein l Die Diebe hatten es auf die Komptoirhänschen abgesehen/ sich inmitten der Holz- und Kohlenplähe zu befinden Sie nahmen stets ihren Eingang durch ein«inge! Fenster nnd hatten nieist Zeit genug, ihre 5i'N den„diebessicheren" Geldschränken zu versuchen, dadurch zu öffnen pflegten, daß sie die schweren umkippten und dann mit Hilfe geeigneter Werkzeuge die wand losttenntei». Ans allen Höfen waren Hunde als gewesen, die sich in den fraglichen Nächten aber nicht hatten; die Diebe mußten eigenartige Mittel angewendet um die Thier« zu beruhigen, denn bei allen zeigten sich f genden Tage Brechers cheimmaen. Bei einem Holzhändler Fruchtsiraße erbenlcten die Diebe nur etwa 100 M. ut Unzufriedenheit hierüber gaben sie dadurch Ausdruck, einen Zettel hinterließen mit den Worten:„Bitte, zu w nächste Mal mehr, Sie oller Jude", und hieran knüpfte eine gemeine Reoensart. Die Angeklagten legten sich ausS jedoch hielt der Staatsanwalt sie durch die umfangreiche W aufnähme in allen Fällen für überführt. Er beantrag� Arndt 15, gegen Fischer und Heckel je 12 Jahre Z"1 gegen die Wittwe Schön ein Jahr Gefängniß. Das lautete gegen Arndt aus acht, gegen Fischer auf s t c?j gegen Heckel auf zwei Jahre Zuchthaus. Die------. wurde zu zwei Monaten Gefängniß verurthcui selben Tisch Gerichtshof hatte einige Fäll», als nicht genügend erwies�znit aller 0 geschieden.* In d Uiev jugendliche Verbreche?, dl« kaum dos Otreten all I dige Alter erreicht halten, erhielten gestern durch UtN-ber auch lV. Strafkammer des Landgerichts 1 einpsindliche Eitzen selbstb, In einem Falle hatten sich die Schillknaben Karl �greift nicht und Philipp Schönrade verbunden, um gemeins�niß zwische die Kassen der Automaten mittelst falscher Schlüssel zu öff�Härigkeitsr des Inhalts zu berauben. Ter Gerichtshof veruriheilte tieinbürger geklagten zu je einem Jahre Gefängniß._«recht erha Nicht minder gefährlicher waren die beiden Schäle*'istZcrändcrir Meyer und Albert Borgt, die geiiiciuiAstädten du vrige Mos ffrig berat ozialdemo nr der s eferate zu icherweise" ei doch nal tzte Sitten Daspa i Sher im FI chwinden, höhere Löh: ii reinen£ rbeilsbüch »igen, roi tcsellen ur ehr wisse, Das h! arin, daß emokratisck :mgehe, ei ns Leben\ nrg hat n Zeßrebimgl ers unters eister stck achverein esellen, d eine Reihe von an Raub grenzende Tieöstähl« die ii hatten. Die Angeklagten dehnten ihre Raubzüge über gai'Z aufdrücken. aus,»vobei sie aus solche Kinder fahndeten, welche o�der überall Eltern zur Besorgung von Einkäufen ausgeschickt worden? Der\ Tie Angeklagten wußten, daß die kleinen Bolen daS<;'il„herabzusii weder krampfhaft in den geschlossenen Händchen zu halt�-Patriarcha ihnen iiiär/Lohnarbeil im Korde aufzubewahren pstege». Gelang es Geld durch List zu erhalten, so scheuten sie nicht davor.�nli Knecht Gewalt anzulvenden, oder das Kind einfach über den Hch'lSjetzt betrac rennen, wobei es gewöhnlich das Geld fallen ließ, Darin Angeklagten wurden zu einer Gefängnißstrafe v> ber Fleisch einem Jahr drei Monaten verurthcilt. Kopfzcrbrc Auch Der Konki Soziale Ueverstthk Di- Facht! cnininjsio» des Vereins der KlA Kertius und Umgegend giebt im Lause der"ächstss,.� Fragebogen aus und ersucht sümmtliche Kollegen, diesig, jucci,t v.« wiffei, Haft und den Thatsache» entsprechend auszufüllen, stff! J. arersen, di Herr auftreten, der Arbei deren W» langen bc industriell iiianoirt, tnchc nag Und thilm für Stiinham den rühm Enlsi faßte der zum Aue wiffei, Haft und den Thatsache» entsprechend auszufüllen� allen Werkstätte!» dafür zu agitiren, daß sich die Rolle zahlreich an der Sache betheiligen. Tie Kollegen mög sorgen, daß die Fragebogen ihren Zweck erfüllen und wie! zählig i» unsere Hände gelangen. Kollegen! Rur dadur' möglich, eine genaue Statistik unseres noch so elend dä liegenden Handwerks sestznstellen, um den Gegnern der A fache, die fiets bemüht sind, unsere Lage als eine rosigk stellen, zu beweisen, daß sie den heutigen Ansorderungeu" , lügend sind. Die Fragebogen sind zu erhalten in folgenden Zahlst a) Nilterstr. 123, bei Stramm, •b) Lands bergerslr. 103, bei Görmer, c) Granseerstr. 3, bei Leuc, ä) Graffunder-, Ziethen- und Schwerinstraßen-Ecke, c) Nixdorf, Berlinerstr. 136, bei Kniiuiiers, t) Spandau, Becker und Fuhrmann, Sonnabends von 8—10 Uhr und Sonntags von 10—12 U'«roeuerr wie in allen Versammlungen. � iciuxion. Mit kollegialischem Gruß Die Fachkommission des Vereins der KleniP»'* iVili-! Berlins und Umgegend. Der Kei; erstreik im„Keriiner Loi,al-Ansciger..~ schreibt uns:„Aus unser im Juni erlassenes Flugblatt' terr Scherl bewogen gefunden, jetzt an seine abgeganflh bonnenten ein Zirkular zu erlasse», welches von unfrei� Komik und nnversrorener Dreistigkeit alles bisherige Z1- schatten stellt. Wir bedauern nur» daß Herr Scherl Pamphlet nicht dem ganzen Berliner Pudliküm zur Be* stellt. Bor allen Dingen, schreibt Herr Scherl, wäre er'/ Flugblatt ungemein verleumdet, dann(ivörtlich):„W«»", die Hnltnng des„Berliner Lokal- Anzeigt�, mein« genugsam bekannte persönliche Gesinnung.� dafür leisten, daß die in dem Flugblatt entbf Behauptiingeu völlig ans der Luft gegriffene Schnn stfid, so halte ich es dennoch für angezeigt, auf diefer dreisten Unwahrheiten besonders hinzuweisen." schlagt hier den Gaffenjnngcnton an. Nun, Herr Schert, habe» wir uns befleißigt, ,vie gebildete anständige Me»l' Entziehui ie Nam reröffent daß Gest Arbeit m wie\\t b Tie Grü werbeorb fieliungei Beistehen zn erstick Also nehmer der Dori sprechen, bei diesem Zirkular aber finden wir, daß Anstand und Mldung bei Ihnen verloren gegangen sind, oder sollten Sie diese beiden Requisiten eines„Mannes" nicht gehabt haben? "tun, wie es in den Wald hineinhallt, so hallt es wieder heraus. Herr Scherl fiihrt nun 6 Punkte an, dieselben symetrisch mit den Worten einleitend:!. Es ist unwahr u. s. w. 2. Es ist unrichtig u. s. w. L. Es ist unwahr u. f. w. 4. Es ist unrichtig s. w. u. s. w. Bei allen diesen Punkten leugnet Herr Scherl rit einer Unver— frorenhett alle dw Thatsachcn, welche uns Zwangen, die Arbeit niederzulegen. Wir möchten doch fragen, ob Herrn Scherl denn nicht die Schaniröthe tn's Gesicht gestiegen flist bei Abfassung dieses Pamphlets. Für Herrn Scherl scheint oas Wort„Wahrheit" em sehr relativer Begriff zu sein. In »nein demnächst zu erlaffenden Flugblatt werden wir dieses ionstrum von Umvahrheitcn veröffentlichen und den Berliner llrbeitern nochmals Gelegenheit geben, diese saubere„Lokal-An- eiger"-Gesellschaft kennen zu lernen. Zum Schluß erklärt Herr Scherl, daß die Agitation gegen hn„lediglich auf die Umtriebe von zirka 10 ausstehenden Setzern urücfzuführen ist". _____ Dazu erklären wir, daß sämmtliche Setzer, welche in den ewestitStreik eingetreten sind, eine Koinmission geivählt haben, welche nn, fis zum 1. Oktober unsere Sache gegen den„Lokal-Anzeigcr" iflkllhren wird. Hinter diesen unseren Austraggebern stehen aber »noch zirka t7 000 Kollegen in ganz Deutschland und ferner die Berliner Arbeiterschaft, also jedenfalls eine Macht, gegen welche err Scherl sich doch sehr klein vorkommen muß. Dieses vorläufig x Aufklärung. Die aus st ehe n den Setzer. _ I. A.t Die Kommission. Zum Kapitel Fleischermristrr und LleischrrgeseUen »rd uns au« Waldeuburg, den v. Juli, geschrieben: Und wären sie wieder einmal bei einander, die Korophäen des leischerverbandes, um zu berathen, wie man den Gesellen, die hangen Menschen sein zu wollen, den Daumen anss Auge ucken kann. Die Fleischergcsellen gehörten bisher noch zu den- tnigen Arbeitern, unter welchen der Geist der modernen Slrbei. erbewcgung am wenigsten Wurzel gesaßt hat. Das scheint end- . s m etjjch, auch anders werden zu sollen, sonst würden die Herren k best i�ischermeister, dieses Protzenthum xar excollence, auf ihrem Ibin ä■,oriBe Woche in Schwerin abgehaltenen Verbandstag nicht so ojßjJififng berathen haben, wie man die Gesellen den Klauen der er Arl�azialdemokratie entziehen könne. Referent über diesen Punkt ar der Fleischermeistcr Steinhauer aus Hamburg. Seinem eferate zufolge hat sich ein Theil der Fleischergcsellen„bcdauer- icherweise" bereits der Sozialdemokratie angeschlossen und das i doch nach ihm entsetzlich, sintemalen die bösen Beispiele leicht Ute Sitten verderben. DaspatriarchalischcVerhältnißzwische»MeistcrundGcsellcn,das i sher imFleischergewerbe bestanden habe, drohe immer mehr zu ver- chwinden, klagt Herr Steinhauer. Die Gesellen verlangten immer »öhere Löhne und kürzere Arbeitszeit, die Gesellen begännen also u reinen Lohnarbeitern herab zu sinken(sie!). Sogar von den rbeitsdüchern und all' den anderen patriarchalischen Einrich- uigen, welche bekanntlich so hübsch dazu eingerichtet sind, die csellen unter der Fuchtel der Meister zuhalten, wollten sie nichts ehr wissen. Das höchste Maß der Verderbniß sieht aber Herr Steinhancr rrrin, baß ein Theil der Fleischergesellen in Hamburg einen„sozial- eniotratischen" Fachvereln gegründet hätten und mit der Absicht mgehe, einen Fleischergesellen- Verband über ganz Deutschland !er sein sehe», den cingei m », en die als nicht endet sich ndler N. auf, l wi ffte •ll{Mclben Tische säßen. Der Meisterverband müsse diesen Bestrebungen lwtes�yitt aller Energie entgegentreten. In diesen Aeußerungen des Hamburger Fleischermeistcrs '" all die bornirten sozialen Auffassungen des Jnnungsbruders, Zc�ber auch der Haß des voreingenommenen Unternehmers gegen '?«K• Fkbstbewnßten Arbeiter zu Tage. Der Jnnungsbruder bc- nicht, daß das von ihm gerühmte patriarchalische Verhält- nenflMzliß zwischen Meister und Geselle nur die Hülle für ein reines " �ii� �«'-ksverhältniß ist, wie es sich bis jetzt nur infolge der ilte 1 lieindürgerlichen Produktionsweise im Fleischergewerbe noch auf- [«cht erhalten konnte. Dieses schwindet insbesondere durch die Veränderungen, die das Fleischergewerbe zunächst in den Groß- fcidten durch die Errichtung der Vieh- und Schlachthöfe erlitten at, die ihm mehr und mehr den Charakter des Fabrikbctriebes ufdrüclen. Das weitere besorgt der Geist der Arbeiterbewegung, •x überall Bode» faßt, wo Lohnarbeit vorhanden ist. — Ter Fleischergeselle braucht nicht erst zum Lohnarbeiter iS ��herabzusinken", wie Herr Steinhancr sagt. Er war trotz der halte'Matriarchalität, in welcher er bisher lebte, nichts anderes als nich'.Lohnarbiiter. Er fühlt sich heute nur mehr als Arbeiter, denn zavor f nls Knecht oder Dienstdote, als welcher er sich hauptsächlich bis l Hal�jetzt betrachtete, weil er beginnt, sich als Mensch zu fühle». Di« J Darin liegt daS Geheimniß für das veränderte Verhältnis! e v«'der Fleischergesellen zu ihren Meistern, das den ersreren soviel Kopfzerbrechen macht. > Auch die Fleischerei wird immer mehr kapitalistisch betrieben. Der Konkurrenzkampf wird immer heftiger, er verliert das alte r c �riarchalische Verhältniß seiner naiv gemüthlichen Seite, soweit iksl!, si« noch bestand, und der reine Klassencharakter, der Klassengegen- 5 sutz zwischen Meister und Geselle, kommt immer schärfer zur K, �Geltung. ächsle". Ter brutale Untcrnehmerstandpunkt tritt in ganzer Nacktheit diestEff!» oen> Bestreben der Jnnungsmcistcr hervor, ihren Arbeitern das en, ftt� i''«J Organisation zu wehren und jeden aus die Straße zu .vllcg«». � erfcn» der von diesem Recht Gebrauch inacht. möge»'..Herr v. Stumm kann nicht junkerlicher als Großindustrieller austreten, als es hier der kleinste Jnnungsbruder thut. Ihm ist adurÄ der Arbeiter nur l � bendes Werkzeug, er soll keinen an- d da� deren Willen, als den seines„Brotherrn" haben. In diesem Ver- langen begegnet sich das Unternehmerthum aller Grade, ob Groß- industrieller, der über tansende von Millionen Vermögen kons- uiandirt, oder kleuiburgerlicher Jnnungsuieister, der ain Hunger- tnchc nagt. � Und wie sich's int Klassenstaat geziemt, ergreift das Beamten- thum für die Unternehmer gegen die Arbeiter Partei. Wie Herr l Steinhauer mit großer Genngthunng von den Hamburger Bchör- ] den rühmt, wiederholt sich ähnlich fast überall. Entsprechend den Ausführungen des Hamburger Fleischermeistcrs faßte der Verbandstag eine Resolution, in welcher voll der Geist zum Ausdruck kam, der heute das Unternehmerthum gegen die .12 Iii' Arbeiterklasse beseelt. Da heißt es in der angenommeneil Resolution: „Ter„Verbaudstag erklärt: In allen Städten, wo sich leiiiv»� Fleischeraesellen-Fachverelne auf Grund sozialdemokrattscher Ideen 1 bilden, ift zunächst durch belehrenden Einfluß einzuwnk»,'. Wenn ttr" ohne Erfolg bleibt, dann sind die betreffenden Gesellen, unter latt Entziehung des VerbandSbuches, aus der Arbeit zu entlassen und „ß«' die Name» der betreffenden Gesellen durch das Vcrbaiidkorgan zu nsrci'n �«röffenlltchen. Ferner ist auf alle Nachbarinuuugen einzmvirkeu, iae ü> i®«f«Ucn, die einem solchen Fnchverein» angehörni, nicht in cöerl.?. genommen werden. In alle» Städten sind Vereinigungen, c» Umständen auch das deutsche Militär Brot genug und Fleisch die Fülle be- komme, dann nämlich,»venn dasselbe,»vie im Kriege, nichts loste. Auf die politische Lage des Näheren eingehend, meint Redner, das alte Kartell sei vernichtet, das neue zeigt, an der Spitze das Zentrum,»vclch unwürdiges Spiel man mit der Masse des Volkes spiele. Nur in der Sozialdemokratie sei für die Arbeiterschaft das Heil zu finden.— Herr Pohl mahnt vor allem zur Einig« keit.— Die Herren Wiese mann, Täterow unv Bögt- b e r g c r ergänzen und bestätigen die Ausführungen des Referenten, der noch zum Schlußwort kommt. Bei den Schlußausführungen des Herrn Zubeil, in denen derselbe ausführt, daß ein großer Theil sowohl des Militärs als der Schutzmannschaft bereits Sozialisten seien, löste der über- wachende Lieutenant die Versa», mlnng ans, welche sich ruhig und »vürdig aus dem dichtgefüllten Saale entfernte. Di« GrtsvepWnlti,»g V(perlmuttarbeiter) der Nereintgnng der Dr«ch«l»r Deutschlands hielt am l. Jul» Andreasstr. 20 bei Bolzmann eine Mitgliederversammlung»ntt folgender Tagesordnung ab: 1. Vortrag des Herrn O. Witzle „Was lehren uns die Fabrikantenverbande?" 2. Diskussion. 3. Ausschluß der Mitglieder,, velche sich gegen si 0, Abs. 3, vergangen haben. 4. Wahl eines Schrtstsiihrers, zireicr Beisitzer und eines Revisor?. 5. Verschiedenes.— Der Referent entledigte sich seiner Aufgabe in zirka ein« stündiger Rede unter dem Beifall der Anwesenden.— An der Dislnssion betheiligten sich die Kollegen Rautenberg» Tost und Ulte.— Punkt 3, vnrde erledigt durch das Ausscheiden der Mitglieder,»velcho sich gegen§ 6, Absatz 3, vergangen haben.— Zu Punkt 4»vnrde Kollege Trautmann als Schriftführer, E. Hintze und A. Schulz als Beisitzer und Kollege A. Scholz als Revisor geivählt.— Uuter Verschiedenes gedachte der Vorsitzende »och des Streikfonds und»vnrde beschlossen, denselben vomlö. Jiil» in Kraft treten zu lassen. Hierauf schloß der Vorsitzende die Ver- saminlung um 12 Nhr. Ii, ersteMitglirdrrvevl'aiüuiluug derWalc»', Karlnve»', Austrricher und verwandten Berufsgenosse», Filiale VII... tagte am 3. Juli in, Restaurant Poppe, Lindensir. 100. Ter erste Piinkt der Tagesordnung»oar„Rechenschaftsbericht". Der zioeite Bevollmächtigte, Vehrend, legte sstechnung und»vurde dieselbe für richtig erklärt. Punkt 2., Vorstandsivahl,>»>ird erledigt, indeu» die Kollegen Zeirke zum 1., Kosanke zun» 2. Bevollmächtigten, Müller II Schriftführer, Bnrmeister, Müller I, Boß und Laube als Beisitzer, Behrend und Barzick zn Revisoren geivählt»vnrden. Ein Antrag, den jkasscnbeamten»vöchentliai 50 Pf. zu beivilligeu,»vird angenolnmen. Tie Wahl eines Mit- gliedes z»lr Arbeitsverniittelungs- Kommission»vird vertagt. Zun, dritten Punkte liege» zwei Anträge vor. Es sollen für ein verstorbenes Mitglied 4,50 M. zn einem Kranze dcivilligt»Verden »nid derselbe durch zwei Mitglieder vom Vorstand„iedergclegt »verde»». Kollege Kosankr findet es»vohl passend, einein dahin- geschiedenen Kollegen die letzte.Ehre zu erweisen. Darauf»vird der Antrag einstimmig angenommen. Der z>»'eite Antrag betrifft die Besoldung des verantwortlichen Kassirerk. Da Kollege Kosankr,»velcbcr dies Amt vrrtrltt, dasselbe zn Gunsten der Kasse unentgeltlich führen will, ist der Punkt erledigt. Da sich'Nie- mand zmn Wort meldete, schloß der Bevollmächiigte, Kollege Zeiske, vie Versammlung. SnU i»mini(nmo d,»-Iienrer Krrlln»»»u«Lroki iissemNche Aorwimnluag am Toanersiag, de» 10. In», Abends 8 Uhr, in Sanefoucl, KoUv»seriU. ca. {tüpemii:! l»li»thrrvrrel» für tispeniiN»»i>!l>nzr»«nd,«tisannn- lnnfl am MMwelh, de»». Juli, Abends« uvr, im»aiserhof. Koiiaidrinokraiischrr AlaI>Iv«rein für d», N, Kcrliurr Keichst»«»» Mnllikrei». fflenevcUuerfanmiluno am MNiwoch, den l. Juli, Abends 8 Uhr, bei Seefeld, Grenadierfir. oz. Lr-U perrinionng der Kartnnarbeifer. cseneralvirsammluiia am MiUwach, de»«. Juli. Abends 8!t Uhr. bei Cliger, Brnner Wer ed. Lnchrerrii» d»r HInpicrnrnriteriniien iind»ereuandtcr Kerns»- Ofiiaftiimen.(Üvohc üjersammlnng am Donnerstag, de» 10. I»>l, bei Fensle, vandsbergerstr. ic. Tagesordnung;». Aorlrag:„Die EiuanzlpaNon de: ffrau." s. Dibknfston. u Abrechnung vom Maslenball.«. Aerfchiedenes und Fragekasten. Äanc, Damen und Herren, hadsn Zuiritt. 8)»ls»»tiichs z>»rs>imi»i»»o der Kreiyolrr und Kerufsgeuolsrn am MlNioach, den». Juli, AdendS« Uhr, in Hciidrich-S g-ststilen, Beuihsir. Tagesordnung: i. Endgiliige Befchlustfassung über die diesjährige Loh»- biivegung. 2. Die Lage in Hamburg. Refereni«oliege Legten Hamburg. s. Wahl eines LohnfondS-KasstierS. c. Mahi vor. iNeviso'.«» zum Slactarbeiiec- streik. 5.«ierschiedeneS. Erscheinen Aller noihig. UinUri Vcrfannniüng der sillial, 8.(Nord), am Donnerstag, den 10. Juli, Abends»fr Uhr, Brunnennr. o«. Tagesordnung: I. Bierieijährlicher kiaflenberichr.-i. Aorlrag. 3. Verschiedenes und Fragelasten. Äästs haben Znirilr. Neue Mitglieder werden aufgenonnnei!. «»frUisrr Klnii„Proletarini" lagt heilte Miitwoch im Lalal diSHerrn Magna», Ucaulstr. 13. Gaste willkaunnen.— Sonnabend, de» August stnset in, Koiljeriparr„Viliorin", tzrauksnner Allee 71—73,«inaroher Sonmier- nachlSball stall, verbunden mit hmnarislischen Vorträgen und unter gütiger Aiilwirkling des Aibeiier-lLelangveret»„Hoffnung". Um rege Belhelltgnna biilcl der Vorstand. Lese-»n>> A>«ll»iirl!l»b..Klorgrnrath" nan I-Hi ab Elljung all« Mittwoch bei IScholz, Liebennzalderslrnhz 2v. Gäste durch Mliglledcr ein««- siihrt haben gutritl. «»•ofie olfentliiiir i>«rk»»»»In»g der aewerbl. Hilfsarbeiter Berlins und llmgegetld an, Sliillvoch, den s. Juli, Abends 8!; Nhr, im Lolaic des Herrn Nebel, lNenz Salon), Naunynstr.»7. Lachv«rri» der iiii!,»graphi«iiri»lchle>f»r„nd Kernlaaenaste». Beneralvcrsammlnng am Biiliwoch, den s. Zuli, Abends s Uhr, bei Zemier, Münjstr. Ii. siefr- und KI«kniirI,l»l>„Zlnioersn in". Freitag, den»». Jnll, Abend« i> Uhr, i», Aestaurant Gründer, Bülowllr. 70. Vorlesung mit darauf- folgender DlSlnsstvn aus Marx Kapital. Gäste haben Zutritt. 1>»r,in>gn»a»er pr»ch«lrr Aeuifchla»»». OriSvcrwaltung 1-7. Am Sonniag. den»z. Inli. Ausflug mil gamllle» nach FricdrichShagen. Abfahrt vom Schief. Bnhnhoft Morgens 7 Uhr ce Min. Arbeilerbillei hin und inrüc so Pf. girr BachjUgkr: Mngaelfchiähchen. KUe» pau chiilnb» u,>» Nrrelntu ,nr Zlachrliht, dah der Rauchklnd „0ut Brand" am Sonnabend, den lo. Juli, in den ca. eooo Personen fassenden Räumen de«„Elysium", Landsberger Allee, Ecke PsterSburgerstraße, ein SominernachlSsest veranstaltet. Prrrinignng der Srecholer venifchlnnd«. OrtZverwaltuna I. Veii sammlung am Montag, den lt. Juli, Abend« s Uhr, in Sahm's iiluahau« Annenstr.»o. Tagesordnung: l. Ge'schästltcheS. ä''Vortrag"über Endziele' Arbeiterbewegung.-----"—---------- modernen Arbeiterbewegung. Referent Herr Matutat. 3. Diskussion. 4. Wahl eines BetfttzerS und der AgttaltonSkommisston. ö. Verschiedenes und �abcn�Zutritt und pünllltcheS Erscheinen wird gewünscht,«äste ... 3»ntral;'?.v««hri»- mid St.rbrKast. de?«, schier tt. s. w. Montag tS., �et �°uen Welt, Hasenhaide.%i VTJ öffmt v/> VTi ,t v* �„ 4> /ft c, � rrc �».(.•> u �..- •wv..�«„�uuiuui jyiuicyuio, �tinoooeiflcriiv. öl.— VLiangver ,,Freya Abends ö,� Uhr im Restaurant Benecke, Große Hamburgerstr. 16.— Huppert'sche Eängervereinigung jeden Mittwoch»ach dem Ersten im Monat, Abends» Uhr im Restaurant Heise, Lichtenbergerstr.-I.—„Eeeger'scher Sc- sangverein Abends b Uhr im Restaurant WencI, Bluinenstraße 46.— Gesangverein„Schwungrad" Abends sjf Uhr im Restaurant Sahm, Annenstr. is.- Männergesangverein„Lorbeerkranz" Abends 9 Uhr im Restaurant»arsch, Oranienstr. loo.— Gesangverein„Rord-Jubal" Zlbends 9 Uhr in Bettina Bterhaus, Neterancnftr. IS.— Gesangverein„Unverzagt" AbendS B Uhr Köv- moerftr. 127a bei Greving.— Männergesangverein„Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr im Restaurant Toberstein, Mariannenstr. 81—32.— Gesangverein Sangerrunde" AbendS sj� Uhr Buckowerstr. 9.- Verein„SangeStreue" im Restaurant Henkel, Brüderstr. 28 l. UebungSstundi von SV— Ii Uhr Abends. — Gesangverein„Bruderbund" AbendS B Uhr bei Päholdt, Reichenberstr. 16. — Manneigefangoercin„Schneeglöckchen" AbendS 9 Uhr Sihung im»iestau - n'«oenos 9 ugr csigung tm vceiiau- rant Stehmann, Mclchtorstr. 15.— Gesangverein„Süd-Ost" Abends 9 Uhr bei Ziemer, Euvryslr. 16. Gäste willkommen.— Lübeck'scher Turnverein(l. Lehr- ltngS-Abtheilung) AbendS s Uhr Elisabethstr. 67—58.— Turnverein„Wedding", Pankstr. b. Männerabtheilung von sjs— lojs Uhr Abends; desgleichen l. Lehr- ltngsabtheilung von S— io Uhr Abends.—„Mehr Licht", Berein für Scherz und Ernst, AbendS a\ Uhr im Restaurant Held, Fruchtstr. ssa.— Schlestscher Verein„Holtei" Abends B Uhr im Restaurant Sehrt, Prinzen- straße loe.— VergniigungSveretn„Fröhlichkeit" Abends B Uhr tm Restaurant Säger, Grüner Weg 29.— Wissenschaftlicher Verein für Roller'scher Steno- graphie Abends sZ Uhr im Restaurant Beese, Alte Schönhauserstraße 42 Unterricht und Uebungsstunde.— Roller'scher Slenographenverein Süd-Berltn Abends sV Uhr im Restaurant Prinzenstr. 97, Sitzung und Uebungsstunde— Gesellschaft ArendS im Restaurant Büraergarten. Lindenftr. 105. Unentgelt- licher Unterricht und Uebung.— Berliner Rauchklub„Wrangel" Abends B Uhr im Restaurant Foge, Köpnickerstr. ibi.— Rauchklub„Havanna SO. Abends»ji Uhr im Restaurant Paetzoldt, Retchenbergerstr. 16.— Rauchllub „Gemüthlichkeit" Abends B Uhr tm Restaurant Achsel, Köpnickerstr. 181.— Rauchllub„Eolumbta" Abends sjj Uhr tm Restaurant Beyer. Prinzenstr. 96. — Rauchllub„Frisch geivagt" Abends sV Uhr im Restaurant Tempel, Bres- lauerstr. 27.— Rauchllub„Vulkan" Abends» Uhr im Restaurant Schulz, Gräsestr. S2.— Fricdrichsberg. Rauchklub„Nordstern", Lipps'? Restaurant, Friedrich-Karlftr. 11.— Bergnügungsverein„Fröhlichkeit", gegründet issb, Abends 9 Uhr, Grüner Weg 2B.—„Pollack-Elub-Eintracht", jeden Mittwoch, AbendS s� Uhr bei G. Thiel, Wienerstrabe 68.— Besangveretu der Tapezirer Berlins, jede» Mittwoch Restaurant Seydelstr. 30, von B— 11 Uhr Abends.— Untcrhaltungsverein„Harmonie". Sitzung Abends b Uhr Dresden erftr. Iis bei Mendt.— Tambourverein„Exelstor" s� Uhr. Uebungsstunde bei Böhl. Rüdersdorfersir. s. Aufnahme»euer Mitglieder.— Männergesangverein „Liedesfreiheit", AbendS sls Uhr im Restaurant Henke, Blumenstraße 38.— Flölsr'scher Gesangverein bei Äusehold, LandSbergerstr. 31, Abends b Uhr.— Kartenklub„Kreuz-Dame", AbendS b Uhr im Restaurant Mönch, Lichtenberg- Friedrichsfelde, Prinzen-Allee o.— Bergnügungsverein„Kreuzfidel" im Rest. Doberstein, Mariannenstrabe 31—32: Sitzung. Nach der Sitzung Tanz, Bor- rage ec. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, wiUomme». DetresihenL (Molffs Telegraphen-Kureau.) Lottdon, 8. Juli. Wie das„Reuter'sche Bureau' ist in einer heute im Kriegsministerium abgehaltenen beschlossen worden, das Bataillon der Gardegrenadier sich gestern ungehorsam und meuterisch zeigte, bis au in der Kaserne zu konsigniren. Gerüchtweise verlautei, einem Flügel der gedachten Kaserne zugleich ein herbei» Regiment Linieninfanterie Quartier nehmen solle. Cettlnfe, 8. Juli. Die Ermordung von Bosko witsch, dem Kommandanten der Leibgarde und Vetter de- erfolgte aus Privatrache durch Savo Pocek, der den Martinowitsch mit einem Revolverschuß tödtlich Martin oivitsch gab seinerseits nach seiner Verwundl Revolverschüsse auf Pocek ab, der sofort todt niedersank, er selbst ver erhaltenen Verwundung wenige Stunden fr Nr. 1 llldlH S VviefkÄfken vor NsdÄltkio* Bei Anfragen bitten wir die Abonnements-Quittung beizufügen. Antwort wird nicht ertheilt. II. C. Z. Es sind Staatsbeamten wie hier. p. M. Lt.„Inwendig"., M. F. Rhelnsliergrrstvaßr. Das können«»'rschemt tax nicht sagen. n s HanS vi ���ßonntags- S (Ei Ihrem Freunde und Genoss�ntrr Kr. Aufjust?eim null seiusr junges widmen zu ihrer grünen herzlichsten und besten Glü Arnstein. Anerdach. Born. David. Dentschland. Ecksteil bert. Graetzer. Günsel. B'f; Hintze. Klünder. Laascb. J; Lnck. Mariuse. Kieker. S» 973 Scblopper. Schmidt H. Hartwig Söhne& Baer Kerlin, Chausseestr. 24a. Stettin, Kohlmarkt 8 hat sich entschlossen, durch Eröffnungen von Detail-Geschäften neben ihrem Engros-Berkauf direkt mit dem Publikum in Verbindung zu treten «70 Den Mitgliedern zur Nachfl�1�.�™. der in der Nacht zum 1. JuWmuht LerVerkau! geLLltied! zu denselben Preisen, wie Geschäfte einkaufen. glückte Kollege'' isten, Sp August SabatftöjUcr Art, am Mittwoch, den 9. Juli, Dringen, c G Uhr, von der Leichenhalle Emmaus-Kirchhofes aus beerdiw.,, � 96 L Der D-rp« n? Halbleinener Inzng i. vielen geschmackvoll. Mustern überall 17 M. j für 8. S0 M Halbwollener Anzug Prima Qual. in praktischen Mustern überall 22 M. für 14 M. Wollener Anzug, haltbare Waare. Muster für Jedermann, überall 24 M. für 15,50 M. mmmm Schwerer Velour-Anzug, unverwüstliche Waare i. vielen schönen Mustern, überall 36 M. für Lv M. reinster Hammgarn- ' Anzug, hochf. Kammgarn mit seidener Borte, eleg. Schnitt, überall 45 M für 27 M. Knaben-Anzüg. in Baumwolle, Halbwolle und reiner Wolle: 6 M.. 4 M., 2,10 M., ».SO M. Echt englische Lederhoson überall 10 M. für 0,50 M. Sommer- Ueberzieher, reine Wolle, überall 25 M. für 18 M. Zwirn-Hosou überall 4 M. für».?» M. Hemden überall 1,75 Mark für 1.3« M. Unser Unternehmen ist von der Arbeiterbevölkernng Stettins mit großem Wohlwollen aufgenommen worden. Dies veranlaßte uns, auch der Berliner Bevölkerung die Vortheile unseres Geschäfts zugängig zu machen. .Jeder Kunde | hört die reine| Wahrheit | über unsere nur[ reelle Waare. Zur Hochzeitsteior unseres wackeren Genossen und Vorsitzenden Hugust Penn sendet die herzlichsten Glückwünsche 976 Die Freie Vereinigung der Kaufleute. � Große öffentliche Versammlung slimWer in her Pelz-, Mtzen- und Zmichter- Branche beschästigten Arbeiter unb Arbeiterinnen Berlins am Donnerstag, drn 10. Juli, Abruda 8 Dhr, im Kchührnhau», Linirustraßr 5, Tages-Ordnung: 1. Vortrag über Gewerbegerichte. Referent: Reichstags- Abgeordneter Franz Tutzauer. 2. Diskussion. 3. Diskussion über Ver- bandsangelegenheit sämmtlicher Filialen Berlins. 4. Aufnahme von Mitgliedern zum Verband deutscher Kürschner. 5. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. 969 Es ist Pflicht, zahlreich zu erscheinen. I. A.: FranzWedemeyer, Jahnstr. 13. Arahljut-Fabrik-Niederlage veuuevNzLtr. 1, Ecke Steglitzerstr. Wegen vorgerückter Saison werden llsmon», Uennsn- und Knaben Stpohhtiie zu den billigsten Preisen ausverkauft. 877 k'endinand Henke, Fabriklager von Blumen, Federn, Samniet- und Seidenbändern. Wieder vorräthig: PROTOKOLL des Achtung! Unterzeichneter empsiehlt den geehrten Parteigenossen seine selbstgefertigten {OOjr* Zugharmonikas, pro Stück von 3—30|U.; außerdem empfehle alle ins Musiksach ein- schlagende Artikel alsBeigen, Zither«, '' arnronika» u. s. w. nur in guter Waare. 2163 Bei Bedarf obiger Artikel bitte die geehrten Parteigenossen mich unterstützen zu wollen. Händler erhalten Rabatt. Versandt franko gegen Nachnahme. 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Juli, Nachmittags 5 UW_ Hebet Hedwigs-Krankenynns nach den> Bereits geö lschen Kirchhof, Britzer-Chausl"�g(gnialpc ver Vorstauä halten, ni äer ventral-liranlcen- v. �as Hütt, Kasse der löpter. überhaupt _ 1 �iut geforl WWWWWWWWWWW�eR Das Danksagung' auf der( Allen Freunden und BekaiiÄ; n f 0< Qi tri m orf 011 fort und onders den Zimmerleuten des Berlins, für die rege TheilnahVch� � reiche Kranzspende bei der Bechschem. d>i meiner lieben Frau, MutAxs sich um Schwester, unfern herzlichsten*%en Rhem Wolter nebst ft»«' n(>tfnQt h Emilie j-t&ermanW�6- 9 Ethische G»s»Uschast.>sprochen t Am Sonnabend, 12. Juli, 9 Uhr, in Schneider's Salon, Bonls deutsch straße 15: Stiftungsfest. Prez� a b r i Prolog, Festrede gehalten vo»' Wi Dr. Bruno Wille; darauf deklamatorische Vorträge. BiuWtl"n>,« unsere Freunde und Gönner pTOeutfastat liannestr ezeichnet bei Herrn Schneider, Belforle' und beim Restaurateur S' Klosterstr. 83, zu haben. rocn, IedeMr»7S«� 0 WlarK.w»» w >,! unter Garantie des Gut- und."'�eufel m gehen?. Kl. Reparaturen entsp-, man halt hager aller Arten Uhren, Gol'tenncn g< lüthe ui Silberwaaren. ifcheute, C. Wunsch, Achtung I Kein Lad Nur eigene Fabrikation, 25 1 Mark. Garantie rein americh� Nachdruck> Tabake. Nippentabak 2 Pfd. � 234 jj. F. Dinslag,.., Kottbuserstraße 4, Höh) I Milchgeschäft zu verkaufen. fragen bei Strach e, Bäcker� Schönhauser Allee 166 d. E Äintoap.V-Ä*) wAl seinen R Soeben erschien Ter lvahre Zal ein he zehn A der Wir der Aus» Nr. 103..Ä.'l ÄÄ � gn— tSa tnvc das volle Sl Ein Kausdiener, der etivl Pferden Bescheid weiß, bittet schäftigung. Adressen in der dieses Blattes unter p. 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