Kr. 16 Donnerstag, de« 1v. Inli 18SV. V. Jahrg. die«,' aus' mtel viteil lifo! den I und ank,' lerlinerüoltelilfttt Hrgan für die Interessen der Arbeiter. .,.. Das„Berliner Volksblatt" 0,11 rscheint täglich Morgens aujzer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei n's Hans vierteljährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Rummer 5 Pf. W��ßonntags- Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnemcnt 3,30 Mark pro Quartal. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1830 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) moitSttWV Kreuzband, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oesterreich-Ungarn �% 8 Mark, für das übrige Ausland 6 Mark pro Monat. Jasertionsgebühr beträgt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VciiantmlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Beuthstrasje 3, sowie von allen Annonccn-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 3 Uhr Vormittags geöffnet. -*•-* Fernsprecher: Amt VI. Mr. 4106.«-■*" Vedaltkion: Veuthyratzo S.— Exprdikion: VeukhPtrMe S. Kownial-Natrwtlsnms. re\\ Das Kolonialgebrüll ist wieder an der Tagesordnung. achriihSeit dem Bekanntwerden des deutsch-englischen Vertrages Juli gemüht sich die bekannte bunte Gesellschaft von Kapita- isten, Spekulanten, Abenteurern und Negerseelenfängern tlkL iller Art, dem deutschen Volke den Glauben beizu- Zuli, Dringen, als sei ein nationales Unglück geschehen, weil Hfvjjnan ostafrikanisches Gebiet gegen die Abtretung von so,ftöelgolmid an England überlassen habe. Die Presse dieser —-�Gesellschaft sucht in kräftigen Trontpetenstößen dem Volke dxg�inznreden, daß Deutschlands Ehre und Deutschlands In- anth!>eressen in Ostafrika auf dem Spiele ständen. Wir halten >llegi)on unseren Philistern gewiß nicht viel und trauen ihnen �jjtlle Dummheiten zu, aber es sind auch unter ihnen nur �WiWenige, die solch' starken Tabak vertragen können. 5 Uh Ueber den deutsch-englischen Vertrag haben wir uns den» fereits geäußert; wir bedauern nur, daß er der deutschen Kolonialpolitik in Ostafrika, die wir für ganz überflüssig l � halten, nicht überhaupt ein Ziel gesetzt hat. II. S%>as hätte unserer Ansicht nach der Ehre Deutschlouds kr, überhaupt keinen Eintrag gethan und hätte seine Interessen — �»ur gefördert. Das ist freilich nicht die Meinung der Herren, die s��tutf der Generalversammlung der deutschen Kalo- au«�ialgesellschast zu Köln erschienen sind. Der hütechte und rechte Kolonial-Patriotismus kam dort zum Vor- Bee�schein. Man klagte über den Verlust von Sansibar, wie wenn sich um eine deutsche Provinz handelte. Als N ap ol e o n I. --den Rheinbund zu Stande brachte, kann man kaum bitterer geklagt haben, und wir wundern uns nur, daß man icht' von der„Zerrissenheit" Deutschlands ge- TjTtfprochen hat, weil uns nun das liebe Sansibar fehlt. ili, z Es ist geradezu zum Lachen, was diese„Patrioten" t, Mchls deutsche Interessen bezeichnen. Der bekannte Professor Prefe a b r i stimmte ein besonderes Klagelied an, daß man auch Witu unter englisches Protektorat gestellt habe, Billt�dessen„ritterlicher Sulla n" doch ein Freund r �"Deutschlands sei. Wenn hier mit„ritterlich" die besten ortesMunnestugenden, Muth, Pflichtgefühl und Wahrheitsliebe ezeichnet sein sollen, so muß es schon weit gekommen __- Iseuillekon. Ai wodurch er nicht wenig zu dem bekannten blutigen Auf- stand in Ostafrika beigetragen hat. Schließlich werden uns die Araber und Neger in Ostafrika überhaupt noch als Vorbilder empfohlen werden, namentlich das stark ausge- prägte Unterthänigkeitsgefühl der Neger wäre wohl den Herren Kolonialpolitikern sehr erwünscht an Stelle des Unabhängigkeitssinnes, wie ihn die moderne Arbeiterbewegung groß gezogen hat. Herr Fabri will den Sultan von Witu mit seinem ganzen Volke auf das deutsche Gebiet in Ostafrika versetzen. Da können wir schließlich noch dahin kommen, daß wir diesem Wilden eine Pension zahlen müssen für seine„Verdienste", die er sich um Deutschland erworben hat! In einer Resolution, die von der Gesellschaft ange- nommen wurde, ist ausgesprochen, der i d e a l e S i n n in Deutschland habe durch das deutsch-englische Abkommen einen empfindlichen Stoß erlitten; dieser ideale Sinn aber habe in Deutschland die koloniale Bewegung hervorgerufen tmd zu einem beachtenswerthen Faktor unseres öffentlichen Lebens gestaltet. Ja, der ideale Sinn! Es ist wirklich erhebend, wie sich der ideale Sinn in Deutschland verwandelt hat! Früher prägte sich der- selbe aus in schönen und großen Kundgebungen für die Triumphe des deutschen Geistes. Nun mit einem Mal hat sich der deutsche Idealismus mit dem 5tolonial- Enthusiasmus verbunden. Leute, die in Afrika gute Kapitalanlagen suchen, die dort viel S ch n a p S, alte Gewehre, Zeuge niedrig st er Qu ali- t ä t und G l a s f l i t t e r verkaufen oder gegen Elfenbein umtauschen wollen, oder die in Afrika billige Arbeitkräfte suchen, sind die Träger des deutschen Idealismus geworden! Unsere großen Handels- Herren und unsere Finanzgrößen haben es übernontmen, in Gestalt der Kolonialbewegung den idealen Sinn zu pflegen, den andere vernachlässigen! Ein ungeheures Hohngelächter, das durch ganz Deutschland erschallt, kann die einzig richtige Anttvort auf solch dreiste Spiegelfechtereien sein. Wenn die Deutschen recht laut darüber lachen, so entschließen sich vielleicht einige der vortrefflichen Kolonialschwärmer, bei dem ritterlichen Sultan von Witu Trost zu suchen gegen das Unglück, von ihren Landsleutcn so schlecht verstanden zu werden! Die Herren sprachen sich schließlich noch gegenseitig Muth ein. In der That, das war nöthig; es gehört Muth dazu, immer und immer wieder vor dein Volke dieselbe Fat« Morgan« aufsteigen zu lassen und zu be- haupten, das nebelhafte Luftbild sei greifbare Wirklichkeit. Es gehört Muth dazu, immer wieder die Schätze Afrikas anzupreisen, während wir bis jetzt noch nichts erreicht haben, als daß stattliche Summen nach Afrika abgeführt worden sind, zu denen wir Alle haben beitragen müssen, und daß die Reichsgelder noch mehr zu diesem Zwecke werden in Anspruch genommen werden. Im Uebrigen beunruhigen wir uns nicht sonderlich über den Koloniallärm. Das Volk bleibt gleichgiltig und wir sind der festen Meinung, daß es nicht gerne mehr solchen Politikern ein Mandat zur Volksvertretung er- theilen wird, die immer wieder die Kolonialsummen be- willigen, das wird in Zukunft zu verspüren sein. Je eher, desto besser. Wir haben wahrlich in diesen schweren Zeiten kein Geld übrig, um in Afrika das zu suchen, was gewinnsüchtige Kaufleute als„deutsche Interessen" be- zeichnen. Exp� ebv -t >er Schauspieler-Clend. Ein Stück aus dem Vühnenleben von Julius Türk. Fröstelnd zog er sein Portemonnaie hervor und zählte seine Vaarschaft. Zum Schluß hatte er in Kriescht noch seinen Rock versetzt. Zwölf Mart gab ihm der Wirth für sein bestes Kleidungsstück. Jetzt hatte er nur noch zehn Mark und eitrige SUbergroschett. Was würde der Wirth wohl für die Stacht forderu, dachte er, und, weint der Aufenthalt vorübergehen würde, was würde der Trans- Port kosten? Und wie würde die Wohnung fein, wie würde er überhaupt mit einer Kranken eine Wohnung flndett?—— Alle diese Gedanken krampften sein Herz zttsatttttten. Ganz ruhig wurde es itt dem dunklen Hotelzimmer, nur das röchelnde Athmen Klaras ttttterbrach die geheimniß- nolle Stille im Zimmer. Der Lichtstumps flackerte noch etn paarmal auf, dann verlöschte er. Fittster wurde eS im Zimmer. Kein Laut scholl von der Straße her. Brenner hatte die Arme auf das Bett nebe» den Kopf Klara's ge- stützt. Er merkte nicht das Erlöschen des Lichts. Seine Gedanken eilten in rasender Flucht. Jetzt schienen sie Halt zu machen. Ein Schleier legte sich vor sein ermüdetes Auge. Die Wimpern schlössen sich. Er lehnte sich zurück aus das Kissen und übermannt von der Müdigkeit schlief er ein Kopf an Kopf mit der geliebten kranken Frau.-- II. Unterdessen ging es bei den übrigen Mitgliedern der Gesellschaft heiter zu. Der unangenehme Vorfall mit der Hohenstein war bald vergessen. Der Kaffee hob die er- starrtett Lebensgeister. Der Direktor erzählte eine funkel nagelneue Geschichte aus seinem wechsclvollen Leben. Seine Untergebenen horchten ihm mit neugierigen Augen zu, als ob sie die interessante Geschichte zum ersten Mal hörten, bis der letzte Rest des Kaffec's in die Kehlen der ausgefrorenen Mimen hinabgeglitten war. Angelika hatte auf Anordnung ihres Vaters Papier und Schreibzeug ausgepackt. Der Di- rektor setzte sich an einen kleinen Tisch, der am Straßen- fettster der Wirthstube stand und entwarf den Theaterzettel für die erste Vorstellung, der am andern Tage in die Druckerei sollte. In diesem Augenblick trat Alfred, der, um eine Wohnung für sich und Hildegard zu suchen, die Gesellschaft verlassen hatte, itt das Zintmer. Aus dem Fuße folgte ihm ein junger Mann in mittlerer Größe. Sein 5kopf mit den energisch und doch freundlich blickenden braunen Augen trug als Krone eine Fülle von braunen Locken, die die tut- ablässige Gewohnheit hatten, auf die Stirn zu fallen. Mit einem heftigen Ruck warf der glückliche Besitzer die Locken wieder itt die frühere Lage zurück; aber vergebens, die Widerspenstigen wollten nicht gehorchen. „Hier ist mein Vater", wandte sich Alfred zu seinem Begleiter. Der junge Maun trat an den Tisch des Direktors und verneigte sich. „Mein Name ist Fritz Kolbe, ich bin durch Herrn Mühl recht bei Ihnen engagirt." Der Direktor regte sich nicht und schrieb ruhig weiter „Sie müssen ettvas lauter sprechen," unterrichtete den Kinn bürg, den 8. Juli. Die Situation ist hier hinsichtlich des Bauhandwerkerstreikcs unverändert dieselbe; wenngleich es nicht zu leugnen ist, daß die Zahl der arbeitenden Maurer, theilS durch Zuzug, theils durch Abtrünnige stetig wachsen. In der letzten Versammlung der ausständigen Maurer wurde ein Antrag, den Streik für beendet zu er- klären und hierüber eine geheime Abstimmung vorzunehmen, mit großer Majorität abgelehnt und mitgetheilt, daß auf den christlichen Versuch mit den Meistern, in Unterhandlung zu treten, die Innung eine abweisende, die Bundesmeistcr jedoch gar keine Antwort ertheilt hätten. Die Arbeitgeber fühlen sich, wte es scheint, gestützt auf die Beihilfe, der Behörden und der Hain- burger Kapitalistenwelt, im Vollbesitze der Macht. Haben sie doch 'ogar folgenden Beschluß gefaßt: „Jedes Mitglied ist verpflichtet, strenge darauf zu halten, daß alle während dieser Streikzeit herangezogenen fremden Maurer- und Ziinmerergesellen auf lange dauernde Zeit hier beschäftigt bleiben und in keiner Weise durch die jetzt streikenden alten Gesellen verdrängt resp. ersetzt wer- den. Ein weiterer Bedarf an Gesellen, soweit solcher durch fremden Zuzug nicht gedeckt werden kann, wird aus dem alten streikenden Gesellenstande nur dann entnommen, wenn deren Einstellung und Zuweisung durch das Arbeitsnach- weisungs-Bureau der Innung erfolgt. Das Arbeitsnach- weisuugs-Bureau ist von dem Ausschuß für das Gesellen- und Herbergswesen dementsprechend einzurichten und dahin anzuiveisen, daß arbeitsuchende Gesellen er st dann eingestellt und an einen Meister verwiesen werden, nachdem dieselben vor- her aus dem Fach verein der Maurer resp. dem Lokalverband der Zimmerer definitiv ausgetreten sind." Also mit den Vereinigungen der Arbeiter auf Grund des § 132 des Geiverbcgesetzes soll aufgeräumt werden. Andere Ar- deitgeberkoalitiouen gehen in gleicher Weise vor. So hat„der Verein der handeltreibenden Gärtner" folgende Zuschrift an seine Mitglieder erlassen: Sprechenden Angelika, die sich sofort beim Eintritt des Fremden neugierig erhoben und an den Tisch dcs�Direktors gestellt hatte. „Mein Bater hört etwas schwer." Befremdet wiederholte der Angeredete seine Worte in lauterem Ton, indem er ans seiner Brnsttafche ein Papier zog, das er dem Direktor überreichte. Jetzt sah der« selbe auf. „Wo waren Sie früher engagirt?" fragte er. „Ich mar nie beim Theater." „So, also wieder ein junger Anfänger. Ich habe dem Mühlrecht doch schon so oft geschrieben, er soll mir keine jungen Leute mehr schicken. Man hat zu vielen Aerger mit den jungen Leuten. Was denkt der Mann sich eigentlich. Ohne Routine kann man doch auf der Bühne nichts an- fangen." Fritz fühlte bei dieser freundlichen Begrüßung sein Blut in die Wangen schießen. „Ich werde mich gewiß bemühen, mir die fehlende Routine so bald als möglich anzueignen," erwiderte er mit lauter Stimme. „Na, wir werden sehen," antwortete mit stolzer Miene der gestrenge Bühnentyrann,„haben Sie noch nie gespielt?" „Nur einige Male auf Liebhaberbühnen," antwortete Fritz in gewöhnlichem Ton.„Wie?" „Nur einige Male ans Liebhabcrbühnen," wiederholte Fritz lauter. Holmer setzte sich znrecht und sah Fritz niit einem strengen Blicke an. „Und da gehen Sie so mir nichts, dir nichts zum Theater? Wissen Sie, junger Mann, was eigentlich „Spielen" heißt, daß das Studium eine sehr langwierige Mühe ist, daß dazu viel Talent gehört?" An unsere Mitglieder! Vorstand und Kommission haben in ihrer am IS. Juni stattgehabten Versaminlung einstimmig beschlossen, die Forderung an die Mitglieder der Vereinigung zu richten: reine Gehilfen und Arbeiter zu be- schüft igen, welche Mitglieder desZentral- Vereins(Fachverein) sind. Wir fordern unsere Mitglieder auf, sich unter den bei ihnen beschäftigten Ge- Hilfen und Arbeitern in dieser Sache Auskunft zu ver- schaffen, und diejenigen, welche an der Mit- glredschaft beim Fachverein festhalten wollen, unn achsichtlich zu entlassen. Wir glauben, diese Mahregel im Interesse der Vereinigung und ihrer Mitglieder auf das Strengste durchführen zu müssen und wird in einigen Wochen eine diesbezügliche Aufnahme von Seiten der Unterzeichneten bei den Mitgliedern gemacht werden. _ rt... t Die Kommission. Dasselbe wird aus anderen Gewerkschaften gemeldet. Die Direktion der Ottensener Glashütte macht z. B. folgendes be- kannt: .«Im Interesse eines dauernd guten Einvernehmens mit unserer Arbeiterschaft, das durch die fast nur gänzlich Politischen Tendenzen untergeordneten Bestrebnngcn des Fachvereins weder gepflegt noch gehoben werden kann, sehen wir uns veranlaßt, den Fachverein der Ottensener Glasmacher nicht iveiter anzu- erkennen, daß wir hiermit unsere sämmtlichen Glas- arbeiter, Schleifer und sonst bei uns in Arbeit Stehenden, die dem Fachverein angehören, freundschaftlich aber e»tschieden auffordern, ihren Austritt aus dem- selben zu erklären. Werdieser Aufforde- rung nicht nachkommen will, gilt a l s von unserer Seite aus gekündigt. Es handelt sich bei unserem Entschluß durchaus nicht(!) um Beschränkung irgend welcher gesetzlichen oder privaten Rechte unserer Ar- beiter, sondern werden ivir gerne bereit sein, jede ander- weite nützliche und dem Interesse der Glasmacher unserer Hütte wirklich dienliche Vereinigung, welche unsere Mit- Wirkung ermöglicht, zu unterstützen." � So handelt es sich also gegenwärtig nicht mehr um die Be- stimmung niedriger oder höherer Löhne oder Festsetzung längerer oder kürzerer Arbeitszeit, sondern, trotz der gegentheiligen, man darf wohl mit Recht sagen,„pharisäischen" Versicherung der Glnsindustriellen, direkt um eine„Beschränkung der gesetzlichen und privaten Rechte der Arbeiter" und von Seiten dieser um eine Abwehr einer solchen Despotie seitens der Arbeitgeber- vereine. Da die Arbeiter leider der schwächere Theil sind, niangels zweck- entsprechender Organisation, sowie wegen der fortwährenden Ge- fahr mit der Polizei in Konflikt zu gerathen und Woche» lang rn Untersuchungshast genomnien zu werden, auch wenn sie sich Ungesetzliches durchaus nicht zu Schulden kommen lassen, auch daß nur sie fortwährend die Anklagebank einnehmen, man aber nie vernimmt, daß auch Arbeitgeber wegen Nöthigung und Bedrohung dasselbe Schicksal theilen, so kann aus allen diesen und noch anderen Gründen es wohl gelingen, manchem Fachverein der Arbeiter vorläufig den Garaus zu machen. Ob aber dieser vom Kapital ausgeübte Zwang von nachhaltiger oder aber überhaupt von Wirkung sein wird, darf wohl mit Recht be- zweffelt werden. Diese Maßregeln des Arbeitgeberthums ivird ähnlichen Er- folg haben, wie die Maßregeln des Ex-Reichskanzlers gegen die Sozialdemokratie hatten, welche im Sozialistengesetze gipfelten. Die Arbeiter werden ihre Gewerkschaftsbestrebungen, wenn sie es nicht mehr öffentlich dürfen, auf irgend eine Weise doch fort- setzen. So wird auch das schroffe Auftreten der hiesigen Bau- Jnnungs- und Bundesmeister bewirken, daß eine große Zahl Maurer und Zimmerer von tapferer und treuer Ge- sinnungsttichtigkeit, sobald sie hier am Platze nicht mehr in Arbeit genommen werden, sich über ganz Deutschland zerstreuen und den dein hiesigen Unternehmer- thnm so verhaßten Geist der Solidarität der Arbeiter in Kreise tragen, welche gleichgiltig bisher bei Seite standen. AuderutheUS aber werden die unter Verlockungen hierher geführten Arbeiter bald dem allgen, einen geistigen Zuge der Hamburg-Altonaer Arbeiterschaft folgen und in kurzer Zeit von ganz anderen, dem Z�ttgeiste entsprechenden Ueberzeugungen durchdrungen sein, als .So wird der Streik der hiesigen Maurer und Zimmerer, selbst wenn er verloren gehen sollte, das Gegentheil von dem be- wirken, was die den Arbeiterbestrebungen feindliche» Kreise wollen. Erkenntniß und Aufklärung wird in Kreise getragen, wohin sie bisher nicht gedrungen. Man kann der Erivartung sein, daß die Arbeiter allgemein zu der Erkenntniß gelangen, daß die heutigen Arbeiter-Organi- sationen nicht mehr genügen, daß man nach anderen, umfassen- deren Formen suchen muß. Fachschrift. 9. Juli. Der Streik der Maurer ist beendet. In der gestrigen Versammlung der Maurer wurde zunächst vom Fritz schaute ihm zagend an. Er wußte offenbar nicht, wo der Direktor hinaus wollte. Leicht hatte er sich das Spielen auch nicht vorgestellt. Endlich faßte er sich bei dem strengen Blick des Direktors ein Herz und erwiderte: „Ich glaube eben, daß ich Talent besitze. Was mir fehlt, das möchte ich bei Ihrer Gesellschaft lernen. An Lust und Liebe zur Kunst mangelt es nur nicht." „Ach so! Gewiß find Sie da bei mir an den rechten Mann gekommen," sagte Holmer geschmeichelt,„ich habe schon viele junge Leute ausgebildet, die später große Künstler geworden sind. Ich habe allerdings nur eine kleine Gesellschaft, aber das ist gerade die beste Schule für einen tüchtigen Spieler. Die jungen Leute gehen nur immer zum Theater und denken, Schauspieler sein, ist ein Kinder- spiel-- wäre so leicht, wie Schuster oder Schneider werden. Darum sind so viele schlechte Eleniente beim Theater. Es ist nur gut, daß einige alte Schauspieler,"— er strich sich wohlgefällig die Stoppeln seines Schnurr- bartes—„die gute Tradition erhalten. Jaivohl, ich habe schon viele ausgebildet. Und wenn Sie Talent haben, so werde ich Sie schon genügend beschäftigen." Fritz ließ die wohlgedrechseltc Rede, die der Direktor mit allem Pathos vortrug, ruhig über sich ergehen. Alfred, den: die Unterredung etwas zu lange dauerte, trat an seinen Vater heran. „Der Kutscher hat die Sachen abgeladen und wartet auf Bezahlung." „Sogleich, mein Sohn. Kann denn der Mann nicht einen Augenblick warten? Er erhob sich im Gefühle seiner Würde und neigte sich gravitätisch zu Fritz: „Kommen Sie morgen— Wie ist doch gleich ihr Name?" „Fritz Kolbe". „Gut, Herr Kolbe, ich werde es mit Ihnen versuchen, kommen Sie morgen auf mein Zimmer und holen Sie sich Ihre Rolle für das erste Stück ab. Adieu." Er strich nochmals über seinen Schnurrbart und ging mit stolzen Schritten aus den: Zimmer. Fritz sah ihm mit einem langen Blick der Enttäuschung nach. Alfred wandte sich an Hildegard. Vorsitzenden des Fachvereins G. Meyer die Situation wie folgt dargelegt. Es befanden sich augenblicklich hier in Hamburg 944 Gesellen im Ausstände, von denen 893 verheirathet und 51 ledig sind. Unter den neuen Bedingungen arbeiteten 482 Ge- sellen, während zu dem alten Lohntarif L008 beschäftigt waren. Unterstützungen empfingen 760 Maurer mit 449 Frauen und 1736 Kindern. Der Zuzug war ein starker, da 604 fremde Maurer hier eintrafen, von denen nur 14 wieder abgereist sind. In Anbetracht dieser Lage empfahl der Vorsitzende folgende Resolution zur Annahme: „In Erwägung, daß seitens des Unternehmerthums und des hinter demselben stehenden Großkapitals aufs Beharrlichste die Forderung der neunstündigen Arbeitszeit verweigert wird und daher das Ende des Streikes nicht abzusehen ist; in fernerer Er- wägnng, daß die durch den Streik im Baugewerbe entstandene Krisis nicht allein auf sämmtliche im Baugewerbe beschäftigten Arbeiter, sondern auch ans die mit den Letzteren auf's Engste ver- bundenen Kreise der Kleingeiverbe-Treibenden auf's Schwerste lastet, erklärt die heuttge Versammlung des Fachvereins der Maurer Hamburgs, von der Fortsetzung des Streiks Ab st and zunehmen, die Forderung der neun- stündigen Zlrbeitszeit und des durch diese bedingten Stunden- lohnes von 65 Pf. bis auf Weiteres fallen zu lassen und die Arbeit unter den alten Bedingungen wieder a u f z u n e h in e n. Sollten jedoch die' Meister, bezw. das Unter- nehmerthum, den seitens der Innung„Bauhütte" am 27. Juni er. gefaßten Beschluß, den Gesellen die Ausübung des durch den § 162 der Gewerbeordnung gewährleisteten Rechtes zu ver- wehren, in Wirklichkeit ausführen, dann wird der Streik mit allen zu Gebote stehenden Mitteln wieder anfgenomnien und weitergeführt." Nach lebhafter Debatte wurde diese Resolution mit großer Majorität angenommen. Der Streik ist dadurch so weit beendet, daß vour heutigen Tage ab die Arbeit von den Maurern zu den früheren Bedingungen, Ivstündiger Arbeitstag und 60 Pf. Stundenlohn, wieder aufgenonunen wird. Wo jedoch verlangt wird, daß ein Geselle ans dem Fachverein austritt, soll solches sofort dem Vorstande angezeigt werden. Mit diesen Beschlüssen der Maurer geht jedenfalls auch der Streik der hiesigen Zimmerer zu Ende. Der Ausstand der hiesigen Bauhandwerker hat somit 9 Wochen gedauert. DolikisAzo AebrrstckIk. Einen„säkularen" Fußtritt versetzt ein national- liberales Blatt, die„Pfälzer Presse", dem verunglückten „Säkular-Menschen". Die„Pfälzer Presse" ist das Organ der Nationalliberalen im Kaiserslauterner Wahlkreis, welcher die Kandidatur Bismarcks soeben höchst unzeremoniell abgelehnt hat. Diese Ablehnung begründet das fragliche Blatt wie folgt: „Unfern göttergleichverehrten weltgebie- tenden Reichskanzler Bismarck zum Reichs- tags-Kandidaten für Kaiserslautern-Kirch- Heimbolanden aufgestellt, das wäre das er- haben st e Volksideal in den Koth gezogen, das wäre eine p o l i t i s ch e I m m o r a l i t ä t ohne Grenzen, das wäre eine unverantwortliche Verirrung, das hätte zur Folge eine unberechenbare Volksverwirrung; das kann sich in England ein Gladstone gefallen lassen, aber unser Bismarck in Deutschland nimmermehr I! Wenn Bismarck durch einen Wahl- kreis, sei er, welcher er wolle, dahin gebracht wird, ein Reichs- tagsmandal anzunehmen und im Reichstag als Abgeordneter der frechen Schamlosigkeit seiner Gegner sich auszusetzen, dann wollen wir keine Reichstags-Berichte mehr lesen, dann scheuen wir uns, Deutsche zu sein, und wenn irgendwo, oder gar in der Pfalz, ein national- liberales Reichstags-Wahlkornitee diesen Schritt und diese Ver- antivortung auf sich nehmen würde, dann würden wir uns schämen. Nationalliberale zu sein und ge- wesen zu sei n." Armer Bismarck! Mit solchem Hohn abgespeist zu werden! Hätte das Blatt einfach erklärt:„Du bist ein todter Mann und wir können Dich nicht mehr brauchen," so wäre das hart gewesen, aber nicht bitter. Allein dieses perfide Ersticken unter Rosen, diese Liebkosungen während des Erdrosselns— das ist wirklich zn grausam. Von allen „Du, ich Hab ein Zimmer bekommen. Gleich hier in der Näh«! Die Wirthin hat allerdings nur ein Bett drin. Sie hat mir aber versprochen, sich um ein Sopha zn be- mühen. Bis dahin müssen wir uns eben behclfen. Na meinetwegen, ich bin nur froh, daß wir nicht ans der Straße oder hier im WirthSzinnner kampiren müssen." Inzwischen näherte sich Anna, die ihr Kind nieder- gelegt hatte, dem neuen Mitglied«. „Setzen Sie sich doch an unseren Tisch," sprach sie mit einladender Geberdc. Auch Frau Bruschc war neugierig dem neuen Mit- gliede entgegengetreten und wiederholte die Einladung. „Wenn Sie gestatten—" „Ach was hier, was da," sprach die liebenswürdige Genossin des Direktors,„Sie gehören doch jetzt zu uus. Bitte, nehmen Sie da neben„mich" Platz". Mit eifersüchtigen Blicken folgte Anna dem Beginnen der Brnsche. Alfred bemerkte die Aufdringlichkeit der alten Schauspielerin und wandte sich zu ihr. „Erlauben Sie, daß ich unser neues Mitglied erst vorstelle." „Ach was da," murmelte die Angeredete, dann sagte sie: „Mein Name ist Theudelinda Brnsche." „Sehr angenehm," Fritz verbeugte sich höflich. Alfred führte dann die weitere Vorstellung durch und schloß sie mit den Worten:„Hier, nieine Fran." „Sie kommen ans Berlin?" fragte dieselbe neugierig. „Direkt gnädige Fran, Herr Mühlrecht hat mich engagirt und gebeten, mich sofort auf die Reise zu be- geben." Bei den Worten„gnädige Frau" stieß Frau Brnsche Angelika bedentnugsvoll an, Anna konnte ihren Neid nicht unterdrücken, während Hildegard geschmeichelt das Gespräch fortsetzte. Fritz ahnte nicht, was er mit diesem Höflichkcitsausdruck angerichtet hatte." „Wo waren Sie denn früher?" fuhr Hildegard fort, den Angekommenen auszuforschen. „Ich stndirte." Erneutes Erstannen. „Was denn?" fragte Hildegard weiter. Fußtritten der schlimmste ist der schmeichelnden Lippen. Soll man denn t ans Heran mit. Eskarp stind Lösung einmal die Änderung eil hinunter- oder hinaufgeworfen werden, dann geslUsssen, hanve wenigstens einfach und sans fagons,— das Opfer � mit beschleunigter Geschwindigkeit unten oder oben � 27,'über 1 seine Knochen zusammen und die Sache ist abgemacht hg 400 1 daß Einem bei der fatalen Prozedur noch ein Arbeitgeb Eau de Cologne über den Kopf gegossen wird, wie�ellt, von dl dem armen„Säkular-Mcnsch" geschieht— das übtÄ gleichen A iu xnuoto der Bosheit das Maß des Erlaubten. tzeilweiscm( »00 Sühnet« Reaktionäre Mänsche für die Au»g»stalt«itf«ter Zuzic "' wirthschApter Zuziel Gewerbeordniilig. Der„Hessische Verein für Interessen" beschäftigte sich m seiner letzten Sitzung MKordenen S „Kontraktbrnch der ländlichen Arbeiter". Ein ObeMjJJergleich: 8 Thon hielt es für das ivirksamste Mittel gegen den KsHühneternnin bruch, daß der„Arbeitgeber" berechtigt werde, dem sein Ve�aNenen Verl verhältniß brechenden Arbeiter vom verdienten Loh» Zünften des Drittel bis zur Höhe von ziveimonatl%ch Anstelli Lohn«inzubehalten und sich dadurch schadlos zu mache»tage, 168 ii der sehr lebhaften Debatte, welche folgte und an der Pluhr Wocher auch die früheren Reichstags-Abgeordneten Baron v. ChHeiverbe-Sch Werleshausen und Seyffarih-Rotenburg und der Wiesl% diesen fu Polizeipräsident v. 3! Heinbaben(der bekannte FachM444 von A tödter) betheiligten, traten noch verschiedene Meinungen»«siing dersewi Mittel zur Abhilfe gegenüber dem Konttaktbruch hervor, je Borfttzem Ende wurde einstimmig folgende Resolution gefaßt: Zuziehung dl „Der Hessische Verein für wirthschaftliche Interessen Beisitzer über das hauptsächlichste Mittel zur Abhilfe der mit dem KontraVtr�tigleltZN verbundenen schweren Uebelstände in der Selbsthilfe der Weich(6413 Seber. Die Landwirthschaft hat in ihrer ohnehin schorerminen, 4v hwierigen Lage von Jahr zu Jahr schwerer unter dem auftretenden 51ontraktbrnch der Arbeiter zu leiden. WeMH eine durchgreifende Abwehr der Hauptsache nach nur von der Hilfe der Landwirthe zu erwarten ist, so kann doch ohne Unterstützung das Ziel nicht erreicht werden. Es richtet der Verein an das hohe Staatsministerium das Ersuchen Einfluß bei dem hohen Bundesrathegeltend zu machen, de» der Gewerbeordnung dahin zu ergänzen, daß es �Statistischem beitgebern der Landwirthschaft und Industrie gestattet wer� NMitärl Viertel des Lohn es bis zur Höhe des ein m o�h�j lief) en Lohnes z u r ü ck z u b e h a l ten, welches zu öJee/S? aus des Arbeitgebers verfällt, wenn der Arbeiter den Vertras einhält, bezw. vor Ablauf desselben die Arbeit verläßt. wird gebeten, den Konttaktbruch überhaupt unter ents! Strafe zu stellen.", An diese Leistung schloß sich eine Debatte über die SP des Handwerks. Ihm wurde mit folgender Resolution» Beine geholfen: „Der Hessische Verein für wirthschaftliche Interessen in der heutigen Lage des Handwerks den Niedergang di Um diesem zn begegnen, erhofft er von der Gesetzgebung die den gänzlichen Verfall des Handwerks zu verhindern erscheinen. Als solche Schritte glaubt er die obligatorift sührung der �Arbeitsbücher für alle Arbeiter, die Beschränk Arbeiten in Strafanstalten und höhere Besteuerung des Handels als dringend empfehlen zu sollen." rhandlnng Klägers Von ein Tage, i und me er Klagen' Die£». 31 Abschlift it der Wa ssionen(11 hilologen) heint in öi es Erforde elche gedi stiven Mil mrch die U e Lebenso ewöhnung «ivissen U ienfte in' :iten so be tive Dm Der ländliche und der Industriearbeiter soll zum reqM�diendau "mm-■ öieF. Dazu rufen die Herren Agrarier die�sä Jahn Juristen 6,! weM«?, bei i Kuli gemacht werden. der Gesetzgebung an. Für dirjeingen Reichstngv-Akgrordneten uuk Eintritt des Reichstags) chlnsses bei der Verathu»p'-.a- Gewerbe-Schiedsgerichte dafür eintraten, daß{.„it»! beiter der Weg, ohne Kosten zn seinem Rechte zu gelange».«�0,1 lichst erschwert werde, würde es von Stutzen sein, sich einni»�v-.rst Einblick in die Thätigkeit des Leipziger Gewerbe-Schiedsgeri��L�HP verschaffen. Vielleicht würden sie dann auch zu der Erke�aupt gedu gelangen, daß die Einführung der Berufung einer der verh!'�� Waffe vollsten Fehler ist, mit welchen sie diesen pramlchen Volksg�68,53 pEt., Hof ausstatten.— Im Jahre 1888 traten vor dem LeipzstpBei den werbeschiedsgericht 1709 Personen(251 Arbeitgeber und beiter) auf. Unter den Arbeitgebern nahmen das Gerick meisten in Anspruch: Glaser, Schneider, Tischler, Steinmetz� Steinsetzer, Buch- und Steindrucker, Buchbinder, Kaufleute, � fabrikanten, Schuhmacher, Gast- und Schankwirthe u. f. der Reihe der Arbeiter suchten ihr Recht vorzugsweise; (III), Markthelser und Laufburschen(110), Tischlergesell-« �agewyne: Maurergel, ilfen(79), Handarbeiter(67), Schloffergehill-�vam'Ue z Fabrikarbeiter(59), Schneidergesellen(52), SchristtetzerMmvurq ei (48), Geschirrführer(88), Buchbindergehilfen(37), Backender Tageli. (31), Zimmemgesellen(28), Maler- und Lackirergehil!-'' baariahrl Erdarbeiter, Näherinnen und Stepperinnen, Kelln-�uswande sie 24), Tapezirergesellen(22), Fleischergesellen(21) �'«tande. Rücksichtlich des Klagegegenstandes waren gerichtet: 1. 251 Klagen der Arbeitgever: 239 auf Rückkehr in die ÄrbG Wiese, P3ti auf Fertigstellung übernommener Stückarbeit; 2. von dc»,«ft Klagen der Arbeiter: 621 auf Bezahlung von rückständigem.> 523 auf Lohnentschädigung wegen kündignngsloser Ensi? bez. wegen Nichteinstelliing in die Arbeit bezw. Fortgew» von Arveit, 94 auf rückständigen Lohn und Lohnentscha� 8,96 und hnlicher L äeselbe aus andwirthsc leber die i äthnersöh „Philosophie, besonders Nationalökonomie." „Nationalökonomie, was ist denn das?" Fritz lächelte verlegen, eS wurde ihm offenbar eine für die Fragende verständliche Definition des B-ü zu geben. Alfred mischte sich ins Gespräch.„Nat> ökonomie, liebe Hildegard, das ist der Handel, die Jn'J und der Ackerbau, worüber sie oft im Reichstag verhaVff (f, Ii.., unl «r'oer er nur die äl sch goland is offizielle i licht ward setzung cn nichts voi Aus dem „Ah." Hildegard sah mit einer ' Fritz. Miene der 33-1»' getheilt, d Art. Parlämen allem wai Majestät Regieruns toriums t zwar in jähriger S rung auf Fritz, der ihr wie ein wissenschaftliches Ung� vorkam. ii „Wir waren vor vier Jahren in Göttingen," � sich nnu auch Anna ins Gespräch,„da verkehrten nff» mit Studenten, so mit rothen und blauen Mützen.~ Sie auch eine?" „Nein, mein Fräulein, ich war nicht aktiv—" j Anita blickte ihn fragend an..- i- Jänua „Das heißt," fuhr er schnell fort,„ich gehörte nie ff getretenen Verein an, dessen Mitglieder die Verpflichtung halten, der Unte Mütze und ein Band zn tragen." „Wie kamen Sie denn dazu, Schauspieler zu ive� fragte sie weiter. „Von Jugend auf hatte ich den heftigen Wunsch, spieler zn werden, doch jetzt erst erhielt ich Gelegt meinen Wunsch auszuführen. sind, sind Flottendi Landes b Regierun) dem den dem 1. I Privatpei .1. Maise „ Jawohl, gnädige Frau. Seit ungefähr 15 J wohnt meine Familie in dieser Stadt." „Ach, Berlin, Berlin ist meine GebnrtSstadt",, Hildegard fort,„ich liebe es sehr. Aber schon- Jahre bin ich nicht dort gewesen. Hat sich'S denn s-� ändert?" i „Verändert, gnädige Frau, außerordentlich. Sie unsere Hauptstadt kaum wiedererkennen, so sehr hat 7 Physiognomie des gewaltigen Hänsermeercs verändert- So. ober wie dl>i», Erzählen Sie doch." � „So, aber wie denn. Und Fritz schilderte in beredten Worten das blühen Berlins. (Fortsetzung folgt.) ■nnehmi Reparatv ttffchen gestört.« Mttstexl Dönhoffbracht. diesem( darin be Erben 1 von dei welii , ,1 auf Herausgabe des Arbeitesbuches bez. von Arbeitszeuguissen cpiw�d Losung des Arbeitsverhältnisses, 4g auf Ausstellung bez. )ie«cnberung eines Zeugnisses er. Soweit Klagen auf Geld erhoben >es«Mren, handelte es sich um einen Werth bis mit Iv M. in ser»2 Fällen, über 10 bis L0 M. in 27? Fallen, über 20 bis 40 M. " I 347, über 40 bis 70 M. in 1S4 Fälle», über 70 bis 100 M 1 27, über 100 bis 200 M. in 15, über 200 bis 300 in 8, über biS 400 M. in 3, über 400 M. und mehr in 3 Fällen. Von Arbeitgebern wurden 7 Anträge auf Zwangsvollstreckung gelte chellt, von denen 4 ohne Erfolg geblieben waren; von den üfcPS gleichen Anträgen der Arbeiter waren 41 von ganzem oder �»eilweiscm Erfolg. Ans Anlaß aller Klageansprüche fanden »00 Sühnetermine und 200 Verhandlungen und Entscheidungen toJJjltex Zuziehung der Beisitzer, außerdem LI Sitzungen tW.?I>ter Zuziehung der Beisitzer statt. Von den anhängig gc- f rdenen Streitigkeiten wurden erledigt durch gerichtlichen rgleich: 815 in den durch die Vorsitzenden veranstalteten hneterniinen, 100 in den unter Zuziehung der Beisitzer abge- tenen Verhandlungsterminen, außerdem durch Schiedsspruch zu LohnZunsten des Klägers 18, des Beklagten 22, in anderer Weise 755. rtlifyjch Anstellung per Klage fanden Erledigung: 1441 an einem 108 in einer Woche, 73 in zwei Wochen, 21 in drei und lehr Wochen. Von Interesse ist auch das Ergebniß des Leipziger eiverbe-Schiedsgerichts innerhalb der fünf Jahre 1384 bis 18d8. i» diesen fünf Jahren wurden 11 008 Klageansprüche angebracht ;444 von Arbeitgebern, 9654 von Arbeitnehmern). Zur Erledi- ung derselben wurden 11 130 Termine(10 060 zur Sühne durch rvoMe Vorsitzende», 1070 zur Verhandlung und Entscheidung unter Zuziehung der Beisitzer) und 301 Sitzungen unter Zuziehung der sen Beisitzer Überhaupt abgehalten. Von den anhängig gewordenen ntyMieitigkeiten fanden Erledigung: 6882 durch gerichtlichen Ver- »er bleich(6413 in den durch die Vorsitzenden veranstalteten Sühne- schotirininen, 460 in den unter Zuziehung der Beisitzer abgehaltenen dein Verhandlungsterminen), außerdem durch Schiedsspruch zu Gunsten Wenges Klägers 186, zu Gunsten des Beklagten 124, in anderer Weise der$904. Von 11098 Klageansprüchen wurden erledigt: 8361 an ne lstinein Tage, 2060 in einer Woche, 500 in zwei Wochen, 157 in tet d»rei und mehr Wochen. Hieraus ergiebt sich, daß drei Viertel heu,|}Ker Klageansprüche an einem Tage entschieden wurden. Die Kegnnugc» des Militarismus. Ein Artikel der 23 statistischen Korrespondenz" beschäftigt sich mit dem Einflüsse . Militärdienstes auf die Dauer des Studiums und rechnet bei unter Zugrundelegung der Zahlen für das Michaelissemester 36/87 ans, daß diejenigen Stumreudeu, welche gedient haben, u Abschluß ihrer Studien gegenüber denen, die nicht zum Dienst it der Waffe herangezogen sind, bei allen Fakultäten und Kon- ssionen(mit der wohl zufälligen'Ausnahme der Juden bei den hilologen) um einen betrachtlichen Zeitraum verzögern, und zwar ''eint in der Mehrzahl der Fälle die Verzögerung über das Maß - Erforderlichen hinauszugehen, d. h. diejenigen Studirenden, elche gedient haben, verlieren theilweise nicht nur die dem 'liven Militärdienste geleistete» Semester, sondern sie werden wch die Unterbrechung des Studiums, durch Einführung in an- ce Lebensanschauungen, vielleicht in andere Umgangskreise, durch ewöhnung an andere Bedürsnisse jc. anscheinend auch in einem �wissen Umfange und für eine gewisse Zeitdauer nach dem ienste in der Fähigkeit zu planmäßigem und intensivem Ar- iten so beeinträchtigt, daß sie ihre Sludienzeit um mehr als die aktive Dienstzeit verlängern. So beträgt die durchschnittliche ludiendauer bei den nicht gedienten evangelischen Theologen ,55 Jahre, bei den gedienten 13,45, bei den evangelischen Juristen 6,57, bezw. 3,03, bei den katholischen Juristen 6,01, bezw. !s 67, bei den jüdischen 6,44, bezw. 3,80, be, den evangelischen , giKhilologen 11,93, bezw. 15,73, den katholischen 11,34, xü d5'bezw. 14,29, bei den jüdischen 14,65, bezw. 12,75 ee. Jlxp.Wir halten dieses Zahlenmaterial noch nicht für ganz ""'verlässtg und wünschten, daß dasselbe auf mehrere Semester sgedehnt würde. Ueber die Zahl der Studenten, die über- aupt gedient haben, erfahren wir, daß den vollen Dienst mit er Waffe thaten, bezw. gethan hatten von den evangelischen 3,53 pCt., den katholischen 58,43 pCt., den jüdischen 52,45 pEt. ?ei den Juristen steigen die Zahlen bis aus 76,02, bezw 8,06 und 63,55 pCt.— Di« Industriearbeiter haben in hnlicher Weise unter der langen Dienstzeit zu leiden. Und wie dieselbe auf die Landwirthschast wirkt, darüber schreibt„ein älterer te, j�landwirthschaftlicher Inspektor" an die„Freisinnige Zeitung": st ivchUeber die Hälfte aller Soldaten sind Tagelöhner-, Büdner- und e': PKäthnersöhne. Nun sind auf den Gütern Norddentschlands die sesie» Tagelöhner vielfach kontraktlich verpflichtet, täglich ans der hilsOtzFainilie zu Dreien Dienste zu leisten. Wenn nun drei Jahre tzecgfjhindurch ein Sohn, oft zwei Söhne beim Militär dienen, so muß ckelff der Tagelöhner zwei Ersatzleute miethen, denen er 100—120 M. ilseiMaar jährlich Lohn giebt. Dergleichen treibt die Tagelöhner zur Auswanderung. Selbst Eigenthum zu erwerben sind sie nicht im ] it I Stande. Aber den vielen kleinen Eigenthümern geht es auch nicht „o« viel besser. Oft trifft man bei ihnen ein kleines Stück Land. ' Wiese, Moor in schlechtem Zustande. Fragt man sie, warum das ''and ni-bt besser aussehe, dann antworten sie:„Meine Söhne .siilitär. Leute kann ich mir nicht annehme». ES muß che», bis sie wiederkommen." Die Bessersituirten gehen .) Amerika, um nicht alles zu verlieren. Tie Leute aus »u en Dienstjahre nehmen sehr an der beliebten Schneidig- u... und kommen dann mit sonderbaren Manieren nach Hause. ),.rocr ersten Zeit wollen sie gar nichts arbeiten. Man frage nur die älteren Landwirthe danach. u Das deutsch-englische Abkomme« über Afrika und Hel- X Öflaud ist dem englischen Parlament vorgelegt worden. Der 93st!'' f.Welle deutsche Text ist vom„Neichsanz." noch nicht veröffcnt- Oküffl, worden, und die gestrigen Abendblätter waren auf Heber- «nM'Schill aus dem Englischen angeiviesen. Der Vertrag enthält ,. 1 00,1 bem bisher bekannten Inhalte wesentlich Abweicheudes. -lus dem umfangreichen Schriftstück sei hier nur der Passus mit- Zofl getheilt, der sich mit Helgoland beschäftigt: lng?»-url. A.n. i) Vorausgesetzt die Zustimmung des britischen ! Parlaments wird die Sonveranetät über die Insel Helgoland mit >„n allem was dazugehört, von Ihrer Britannischen Majestät an Seine „sirj Majestät den Kaiser von Deutschland abgetreten. 2) Die deutsche ai Regierung gestattet allen Eingeborenen des abgetretenen Terri- toriums das Recht, für die britische Nationalität zu optiren, und l zwar in der Weise, daß dieselben, und im Falle minder- jähriger Kinder, daß deren Eltern oder Vormünder dies vor dem , l. Januar 1892 erklären. 3) Alle Eingeborenen des derartig ab» lie* getretenen Territoriums und deren Kinder, soweit dieselbe» vor (eil, der Unterzeichnung des gegenwärtigen Uebereinkommens geboreil � sind, sind frei von der Verpflichtung zum deutschen Militär- und Flottendienst. 4) Die eigenthümlichen Gesetze und Gewohnheiten des ' � Landes bleiben so weit als möglich ungestört 5) Die deutsch- � Regiening verpflichtet sich, den Zolltarif, der gegenwärtig i,> , A dem derartig abgetretenen Territorium in Kraft ist, nichl vor dem 1. Januar 1010 zu erhöhen. 6) Alle Eigenthumsrechte, die J Privatpersonen oder bestehende Korporationen in Helgoland nnler M.....-'—-«•'■■■ iDei" dem britischen Gouvernement erworben haben, bleiben bestehen; die Verpflichtungen, die sich daraus ableiten, werden auf den .rd Kaiser von Deutschland übertragen. 7) Die Rechte der britische» Wo Fischer in Betreff des Vorankergehens bei jedem Wetter, des � Einnehmens von Provision und Wasser, der Vornahme von Reparaturen, des Umladens von Gütern, des Verkaufs von v'ischen und des Landens und Trocknens der Netze bleiben un- ge>tört.» 1'-i iii- m i i li Gründung von„Neimstiitt«»" nach amerikanischem �"ster.hat eine Anzahl Konservativer unter Führilng des Grafen Donhoff-Friedrichstein einen Gesetzentwurf im Reichstage etnge- bracht. Das Eigenthümliche derjenigen Besitzungen, welche nach diesem Gesetzentivurf als Heimstätten bezeichnet werden, svll darin bestehen, daß das Besitzthum unthcilbar auf einen einzigen Erben übergehen muß, jüngere Geschwister also beispielsweisr von der Erbschaft ausgeschlossen bleiben sollen; auch darf ein solcher Besitz nur mit einer unkündbaren, jährlicher Amortisation unterliegenden Rente bis zur Hälfte des Werthes belastet werden Die konservativen Herren wollen also kleine Fideikoiinuisse begründen. Man will auf diese Weffe dem laudwirthschastlichen Kleinbetrieb unter die Arme greifen, der immer mehr durch die Konkurrenz des Großgrundbesitzes vernichtet wird, was eine Ver- treibimg des Bauern von seiner Scholle zur Folge hat. Diesem uothwcudig aus der heutigen Produkliousweise rcsultireudci: Prozesse sucht man durch das„Heimstättengesetz" ent- gegenzuarbeiten. Die Existenz des Kleiubaucrn soll ge- sichert und eine Proletarisirung dieser Gesellschaftsschicht verhindert werden. Daß dies nicht möglich ist, wird die Zn- fünft lehren. Die großkapitalislische Bewirthschaftung des Bodens wird über die„Heimstätten" brutal hinweggehen, denn die Konkurrenz des Großgrundbesitzes wird durch kein Heimftättengesetz beseitigt und deshalb wird auch die Lage des Kleinbauern, der eine„Heimstätte" besitzt, nicht besser. Vielmehr würde er dadurch gezwungen, auf seiner Scholle zu verharren— auch wenn sie ihn nicht mehr ernährt. Jetzt kann er wenigstens seinen Grundbesitz veräußern und sich einer anderen Beschäftigimg zuwenden. Wenn man aber glaubt, daß durch das Heimstättengesetz die Proletarisirung des kleine» Bauernstandes vermieden oder auch nur verzögert werde, so ist dies eine arge Täuschung. Im Gegentheil mird nach Einführung des Heimstättengesetzes das Proletariat durch die jüngeren Söhne und Töchter der Äauernsaimlien vermehrt, da dieselben durch das Gesetz vom Erbreche an der Heim- stätte ausgeschlossen sind.— Die besonderen Einschränkungen deS Erbrechts und des Kredits einer solchen Heimstätte würde übrigens, wie die„Freis. Ztg." hervorhebt, von vornherein den Werth der Gruiidstücke, welche zu einer sogenannten Heimstätte verbunden werden sollen, verringern. Der Knuttesrnth hielt am 8. d. M. eine Plenarsitzung ab. In derselben machte der Vorsitzende, Vizepräsident des Staats- Ministeriums, Staatssekretär des Innern, Dr. von Bötlicher, der Versammlung von den Ergebnissen der Brüsseler Anlisklaverci- Konserenz Mittheilung. Die Uebersicht der ReichsauSgaben und -Einnahmen für das Etatsjahr 1888/89, welche dem Reichstage vorgelegen hat, wurde dem Ausschuß für Rechnungswesen/ eine Mitlheilung des Präsidenten des SieichStageS, betreffend den Beschluß des letzteren wegen des gerichtlichen Zustellungswesens, dem Herrn Reichskanzler überwiesen. Der Antrag der'Ausschüsse für Zoll- und Stcuerwcsen und für Handel und Verkehr, betreffend die Abänderimg und Ergänzung des amtlichen Waarenverzeich- nisses zum Zolltarif, des statistischen Waarenverzeichnisscs und des Verzeichnisses der Massengüter, wurde genehmigt. Nachdem noch über mehrere Eingaben in Zoll- und Stenerangelcgenheiten Beschluß gesaßt worden war, wurde zum Schluß der Reichs- schnlden-Verwaltimg sür die von ihr geführten Rechnungen die Entlastung ertheilt. Die Kestrafnng des Redakteurs Sommer von der„Sachs. Arbeiter-Ztg." mit 6 Wochen Hast, weil er die Namen zweier in einem Bopkottprozeffe amtirende Schöffen in der„Arbeiter-Ztg." ohne jeden Kommentar genannt hatte, ist vom Landgericht auf- recht erhalten worden. Dortmund, 7. Juli. Heute fanden hier zwei öffentliche Bergarbeiter-Versammlungen'statt, in denen der bisherige Vor- sitzende de? Verbandes der rheinisch-westsälischen Bergleute, Herr Bunte, Mittheilung machte, was ihn veranlaßt, den Posten als Verbandsvorsitzcnder niederzulegen. Herr Bunte führt ans, es sei von mehreren Zahlstellen an ihn das Ansinnm gestellt worden, sein Geschäft(Tabak und Zigarren) auszugeben, da sich solches nicht mit der Thätigkeit des Vorsitzenden, der seine ganze Arbeits- kraft dem Verbände zu widmen habe, vertrage. Da ihm jedoch das Geschäft eine sichere Einnahme verschaffe, während er als Vorsitzender des Verbandes mir ans ein Jahr gewählt sei, so habe er sich entschlossen, den Posten als Vorsitzender niederzu- legen und sein Geschäft beizubehalten. Er gebe allerdings die sichere Einnahme von monatlich 150 M. auf, welche Summe er als Besoldung erhalten; diese Summe sei allerdings erheblich ge- schmälert worden, da er auch davon habe die Kosten der Reisen bestreiten müssen. Andererseits bnbe er sich durch die ewigen Ver- dnchtiguugeu der Presse, namentlich der ultramo utaneu, bewegen lassen, den Platz zu räumen; man möge doch einen anderen darauf setzen. PersoncnknltuS trieben die Bergleute nicht � die Hauptsache sei, daß Alle treu zur Fahne hielten und einig seien, dann werde das Nebrige sich schon finden. Mourno, 6. Juli. Der„Franks. Ztg." wird geschrieben: Ter Äntisemitismus sucht auch hier— voraussichtlich aber ganz und gar vergeblich— Feld für seine Agitationen zu gewinnen. In den letzten Tagen wurden nämlich zahlreiche Familien durch Zusendung(Poststempel WorinS) der„deutsch-sozialen Blätter" nebst einem Flngblatte überrascht resp. belästigt. Widrig und ekelhaft und überall den blindesten Haß verrathend ist der ganze Inhalt dieser Blätter. Das Flugdlatt(mit Nr. 30 bezeichnet) behandelt die beiden Fragen:„WaS kosten uns unsere Juden und„Warum muß die Sozialdemokratie wachsen und immer wie- der wachsen?" Unterzeichnet sind beide Ausführungen mit „Thcod. Friffch, Techniker in Leivzig". In dem erste» Aussätze leistet sich der Verfasser u. A. den blühenden Unsinn:„Alle Stenern, Zölle und StaatSabgaben sind verhältnißmäßig mibe- deutend gegen den unerhörten Juden-Unterhaltiiiigstriviit, den das Volk fortwährend aufzubringen hat." Bezeichnend für den Charakter des Verfassers und die ganze Art und Weise der anti- semiiischen Hetze ist auch der Schluß;„Wenn unser Volk durch- auS Luxus treiben will, so mag es sich neben Schoßhündchen und Goldfischen noch Kakadn'S, Schildkröten, Chamäleon's, Klapperschlangen, zahme Krokodile und anderes Ungeziefer halten, aber den Jndenliixlis ertragen wir ans die Dauer nicht!" Oesfener ,cigt sich die Absicht der Anti sein i teil in dem zweiten Aufsätze. Die Auffordermig Fritsch's lautet:„Weist Inda aus dem Lande". Nur so, meint er, könne die Sozialdemokratie schwinden, anders helfe„kein Gott und kein Teufel". Grohbritattnken. London, 9. Jnli. Die von den Postbeamten zur Verbesserung ihrer Lage eingeleitete Beivegung dauert fort. Etwa 40 der dem Verein der Postbcamtcn angehörigen Beamten entfernten heute gegen 70 dem Vereine nicht an- gehörige Postbcamte gewaltsam ans dem Postbureau. Gegen 300 Briefträger des Generalpostamts legten heute die Arbett nieder, nahmen dieselbe jedoch später wieder aus. Lord Campton hat die Vermittelnng zwischen dem Gcneralpost- Meister Raikrs und den Tclegraphcnbeamtcn übernommen, Oberhaus. Der Premierminister Lord SaliSbury erklärte, die gestrigen Vorkommnisse bei der Polizki keiei. von den Zeitungen übertrieben dargestellt worden. Die Oed- nung in Bowstrect wurde schnell wieder hergestellt und es seien kaum neue Unruhen zu befürchten; sollte die Ordnung zedoch gestört werden, so seien hinreichende Vorkehrungen ge- troffen. In Betreff des gestrigen Vorganges bei einem Gardebataillon, welches zeitweilig den Gehorsam verweigerte, sei Untersuchung eingeleitet. London, 8. Juli. Die Unruhen in der Bowstreet haben stch gegen Abend erneuert. Drei Konstabler, welche ein Jrldividuiiin verhaftet hatten, machten von ihren Stöcken gebrauch, als ein Frennd des Verhafteten denselben befreien wollte. Drei andere Konstabler, welche nach Konvent Garden gingen, wurden von der Menge verfolgt; als Polizeimann- schaften zu Hilfe kamen, wendeten sich die Konstabler gegen die Menge, wobei eine Frau mit dem Stock einen Schlag gegen den Kopf erhielt. Als man die Frau bluten sah, wurde auf die Polizeimannschaften mit Holzstückcn und Steinen geworfen; die Konstabler gingen gegen die Menge vor und verhafteten mehrere Personen. Zur Herstellung der Ordnung sind berittene Schutzleute und 30 Konstabler dort- hin gesandt worden. London, 8. Juli. Die Militärbehörden haben befohlen, daß die Mannschaslen des Bataillons der Gardegrenadiere, welche de» Gehorsam verweigerten, in der Kaserne zn verbleiben haben und später verlegt werden sollen. Der Kommandant des Londoner Militärbezirks, Generalmajor Smith, hat das Bataillon davon verständigt, daß das East-Norkshire-Negimeur nach der Wellington- Kaserne kommen werde, um die Wachen zu beziehen und andere militärische Obliegenheiten zn erfüllen. Generalmajor Smith setzte weiter auseinander, daß das geuamite Regiment keineswegs zum Zweck der Enffchuchte- r»ug der Grenadiere, auch nicht aus Besorgniß anderer Ordnungs- ividrigkeiteu nach der Welliiigtou-Kaserue kou»»audirt werde, sou- dcru lediglich zur Wahrnehmung des Dicnsies. Frrtttlu'eich. Im Allgemeinen finden die französischen Blätter, sofern sie es überhaupt für klug halten, sich darüber zn äußern, daß die über die sechs Nihilisten ver- hängte Gcfängnißstrafe von 3 Jahren unverhältnißmäßig hoch ist. Der„Nuppel" meint, selbst wenn die Anklage er- wiesen wäre, hätte man doch nur die Absicht, ein Attentat zn begehen.„Wir haben aber bisher noch nicht gewußt, daß die französische Rechtspflege die Absicht der That gleich- stellt."— Das„Mot d'Ordre" glaubt, daß die Verurtheiltett eine Verschwörnng geplant hätten, sie seien aber noch nicht beim Ansänge der Ausführung angelangt gewesen. Sie hätte» vorläufig nur mit Sprengstoffen Versuche angestellt, ohne einen bestimmten VerschivörnngLplan festzustellen. Die„Äa- taillc" erinnert daran, daß man seiner Zeit Hartmann nicht verurtheilt, sondern nur ausgewiesen habe, und fragt: „Warum befriedigt man jetzt jeden Wunsch der 3. Abthei- lnna des Kaisers von Nußlaud? Weil man in gewissen Kreisen bereit ist, wegen des Bündnisses mit Nußland selbst bis zur Ungerechtigkeit und Kriecherei zn gehen. Das Zucht- Polizeigericht hat gewiß geglaubt, patriotisch zu handeln, in- dem es Leute verurtheilte, die freigesprochen worden wäre», wenn sie Franzosen wären. Das Nänkespiel des Frieden?- bnndcs raubt u»S unsere Kaltblütigkeit. Ueberall hören wir die Fanfaren des Vierbundes und vergessen uns in unserer Kopflosigkeit so weit, daß wir Nußland anrufen. Man spricht von gemeinsamen Interessen, die ivir mit Rußland haben sollen. Rußland wird nie etwas für das französische Volk thun. Wir warten aber noch auf den Beweis für deren Vorhandenseiit Wenn man Rußland den Hof macht, so täuscht man sich..Sobald es zum Zusammenstoß kommt, ivird man sich hinter unserm Rücken einigen." Die gegen- wärtigen Machthaber in Frankreich scheinen dies freilich noch nicht eingesehen zn haben. Paris, 8. Jnli. Die Deputirtenkammcr hat das Gesetz über die Frauen- und Kinderarbeit in Fabriken in erster Lesung angenommen. Paris, 8. Juli. Die aus Spanien nach Frankreich eingehenden Korrcspondenzbcntcl sür Marseille werden fortan einer Desinfektion unterworfen. Paris. 8. Juli. Senat. Chesnelong begründete seine Interpellation betreffend die Vorgänge in der Kommiine Wicq, wo Laienschulen eingerichtet worden sind, und führte aus, daß das Vorgehen der Reaierung daselbst eine Gesehesverlehung und eine Bedrückung der Gewissen sei. Der Unterrichtsimn ister Bour- geois wies in seiner Erwiderung nach, daß die Uinivandkling der geistlichen Schule in Wicq in eine Laienschule weder ungesetzlich sei, noch eine Verletzung der Gewissensfreiheit üivolvire. Die Politik der Regierung lasse sich in zwei Worten ziisammeiifasscu: Verständigkeit und Festigkeit bei der Anwendung der Gesetze. Nachdem noch mehrere Senatoren daS Wort ergrissen hatten, beantragte Büffet die Annahme einer Tagesordnung, in ivelcher der Senat seine Mißbilligung über das Verhalten der Regicrung ausdrückt. Der Senat lehnte diese Tagesordnung ab, nahm da- gegen mit 185 gegen 66 Stimmen die von Damöle beantragte Tages ordnmig an, welche betont, daß die Regierung das bestehende Gesetz ausgeführt habe, und serner das Vertrauen zu der Re- gierung ausspricht, daß sie auch in Znkunst die Aussührung vor Gesetze sichern werde. Halkttttkattdev. Die amtliche Untersuchung ivcgcn der Ermordung des serbischen Konsuls Marinkovic in Pristina hat ergeben, daß es sich dabei um einen Akt persönlicher Rache handelt. Der Zigeuner Sigo hat eingestanden, daß er niit drei Mohamedanern und einem andere» Zigeuner die Ermordung des Konsuls, von dem er geschlagen worden sei, verabredet hätte. Sigo ist mit seine» Mitschnldigen in Haft genommen worden. Die„Polit. Korresv." meldet aus Sofia: Infolge freund- nachbarlicher Benachrichtigiiiig der rumänischen Regierung von dem Austauchen zahlreicher fremder, verdächtiger Elemenre an der rmnänisch-bnlgnrischen Grenze hat die bulgarische Regierung die Grenzpolizeiorgane in den Donanstaaten angewiesen, ihre Wachsamkeit zn erhöhen und den Uebertritt von Agitatoren aus Rumänien zu verhindern. Amerika. Eivem Privatbriese ans Brasilien ent>ieh»>en wir über die dortigen Wahlauosichten folgendes: Allem Anschein nach soll hier am 15. September d. I. die erste VolksvcrtretiingS-Wahl stattfinden, wie sie aussallen wird, ist nicht vorherzusehen, aber einen mächtigen Feind hat die jetzige Regierung in der»euorga- nisirten katholischen Partei, welche auf das ungebildete Volk einen großen Einfluß hat. In Rio de Janeiro ist eine Arbeiterpartei in. Bilden begriffen nnd auch in Sao Paulo soll Aussicht dazu vorhanden sein, in allen anderen Städten ist nichts davon zu lpüren, da nur wenige Arbeiter das Wahlrecht besitzen, weil sie weder schreiben noch lesen können. Die übrigen Wähler, meist Geschäftsleute und Geldmänner, haben keine Sympathien für die arbeitende Klaffe, nur etwa, wenn es gilt, ihnen das Geld ans der Tasche zu locken. Es ist leicht möglich, daß die katholische Partei bei der nächsten Wahl ans Ruder kommt, dann können wir uns darauf gefaßt macheu, auch einmal von den Jesuiten regiert zu werden. Schöne Aussichten, denn alles freie Reden und Denken, sowie jeden Fortschritt zu bekämpfen, bildet deren Programm. Afrika. „Reiitcr'S Bureau" meldet aus Sansibar: Dr. Peters ist mit Gefolgt am Dienstag an der Küste eingetroffen und wird morgen hier erwartet. Alles wohl. Veiefknften dvv Vvdctkkion. iget Ansragen bitten wir bis AbonnsmeiitZ-Quittung beizufiigen. Brieflich« Antwort wird nicht«rlheilt. A. A. 100. 1. Der Betreffende muß Steuern zahlen. 2. Der Wirth kann ein ihm durch die Pakctfahrt zugegangeucs KlnidigungSschreiben nicht zurückweisen. Wenn aber im Kontrakt Kündigung durch Einschreibebrief bestimmt ist, so kann als ein solcher nur der durch die Reichspost bestellte angesehen werden. &• Mnrirn. Wenn der Gastwirth ein Zimmer für einen Abend dergestalt an eine geschloffen« Gesellschaft oder einen Ver- em vermiethel hat, daß diese Gesellschaft ganz abgesondert von den übrigen Gästen bleibt, so ist er befugt, dieselbe auch Uber die Polizeistunde hinaus im Lokale zu lassen. Theater. ; Donnerstag, den 10. Juli. Berliner Tsteater. Cornelius Voß. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. Der arme Jonathan. WaUner- Theater. Mamsell Ni- touche. Viktoria-Theater. Stanley inAfrika. (Ostend- Theater. Heinrich Heine. Vorher: Eine vollkommene Frau. Kelleallianre» Theater. Der Nau- tilus. KroU's Theater. Die beiden Schützen. Kaufmann» Karists. Große Epe- zialitäten-Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C> Andreas, Alexanderstraße 27 c. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Vermont. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn llonas. Austreten der Duettistinnen Geschwister de la Terra. Auftreten des Tanzkomikers Herrn Schmidts. Auftreten der Jano-Trnppe. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags öVa Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf., S0 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitüten-Vorstellung zu vergeben. Allblißemellt Buggenhagen am Moritzplatz« Täglich: Grosses Garten-Concert. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Plfltrpp Wochentags 10 Flg., utiu cc Souq. mm Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. «41 f. MUller. Vassage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-?anorama. Hervorrag. 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Juli, in der touen Welt, Hasenhaide: Gr. Sommerfest. Loncert, SpeciaI!taten»VorsteIIung, Minder-Gelustigunston, Fackelzug, Tanz. Feuermerk. Anfang des Concerts 4 Uhr. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. Billets sind bei folgenden Herren zu haben: Münk, Manteuffel- straße 05, H. 3 Tr.; Krüger, Manteuffelstraße 07, H. 3Tr.; Lehmann, Ritterstraße 124, H. 3 Tr.; P i e l i ck e, Kottbuser User 00, Quergeb. 3 Tr.; C a r o w, Wartenburgsttaße 26, v. K.; T h e u r i ch, Bärwaldstraße 51, H. 3 Tr.; Nagel, Wienerstraße 25, H. 3 Tr.; M o r g e n st e r n, Reichenberger- straße 117, v. 3 Tr., und in den mit Plakaten belegten Lokalen. 930 Da» Komitee. IM kreie Verenrigimg der Kaufleute. Donnerstag, den 10, Juli er., Abends 8� Uhr, Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45: Mitgliedei*- Versammlungs Tages-Qrdnung: 992 1. Vortrag des Herrn oanck. phil. Psus über:„Kapitalistische und sozialistische Moral". 2. Diskussion und Fragebeantwortung. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Entrichtung der rückständigen Beiträge. 4. Verschiedenes. Gäste sind willkommen. Der Vorstand. I. A.: Aug. Penn. Verein deutscher Schuhmacher lFiliale Berliil). Bennerstag, den 10. d. dl», Abends S'/e Uhr, in Scheffer's Salon, Inselstrasse No. 10, 2 Tr. I Grosse Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Hrn. Pietsch über: Die Organisation der Schuhmacher aus Grund der Beschlüsse vom internationalen Arbeiter- Kongreß in Paris. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 936 Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. Um zahl- reiches Erscheinen ersucht Der Keoollmächtigte. Geffentliche Frauen-Versammlung inDeutsch-Wilmersdorf,WilhelmsAue am Konnakend, d. 12. Juli, Abb». 8 Uhr, im Viktoria-Garten. Tages-O rdnung: 1. Zweck und Werth der Organisation. Referent Herr Pens. 2, Diskussion. 3. Verschiedenes. Herren als Gäste haben Zutritt. 985 Der Tinberufer. Fachverein der Papierarbeiterinnen und verwandter Kerufogenosstnne». Am Donnerstag, den 10. Juli, Abends 8 Uhr, bei Fenske, Landsbergerstraße 37: Große Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag. Referent wird in der Versammlung be- kannt gegeben. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Maskenball. 4. Ver- schiedenes und Fragekasten. Gäste, Damen und Herren, haben Zutritt. Der wichtigen Tages- ordnung wegen bitte in den Werkstuben recht rege für diese Versammlung zu agitiren. Der Vorstand. Einwohner Rixdorfsl Große öjfeMlhe BMmsllmlililg für Manner und Frauen Kirdorfs am Freitag, den 11. Juli 1890, Abends 8� Uhr, im Lokale des Herrn Barta, Bcrgstr. 120. Tages-Ordnung: 1. Die Schule und ihre Bedeutung. Referent: Wilh. Werner. 2. Endgiltige Beschlußfassung über die Petition an das Kultus- Ministerium, betreffs Errichtung einer höheren Lehranstalt im hiesigen Ort. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes._ 990 Das Erscheinen sämmtlicher Einwohner Rixdorfs ohne Unterschied ist unbedingt nothwendig. Der Cindernfer. CelltrMrllnken- n. Sterbckjse der Maler md Berchpop ZenWllM. Wr. 71.) Filiale K e r l i» II, Osten. Freitag, den 11. Juli, Abends 8V» Uhr, Blumenstraße 38 bei Henke: Mitglieder-VerMiliiilllng. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Wahl von Krankenbesuchern. 3. Verschiedenes. Die Grtsverwaltnng. 987 Verml Verliuer KinlSiiieHer. Donnerstag, 10. Juli, Abends 9 Uhr, Ueue Grünsieahe 28: Cellcrol-Äersaiillillllllg. Tagesordnung: 1. Mittheilung. 2. Aufnahme neuer Mitglieder und Ausgabe der Billets zu dem am 13. Juli stattfindenden Sommerfest. 3. Vierteljahres-Bericht. 933 4. Verschiedenes und Fragckasten. Kollegen, welche noch im Besitz von Komitee-Schlcifen sind, habe» dieselben mitzubringen. Mllbllther Frauen- unS MiiMp-Kaße. Verwaltungsstelle Berlin III, Nord. Sonntag, 13. Juli, Nachmittags 4 Uhr, Brunnenstraße 33 bei Gnadt: _r Kaupt-Vrrsammlnng. Tagesordnung: 1. Viertestährttcher Kassenbericht. 2. Innere Angelegenheiten.[984] Der Vorstand. Nadlerel m. guter Kundsch. b. billiger Miethe für 150 Thlr. zu verk. Off. i. d. Exved. d. Bl. unter 2. L.[983 Stimmbea. Herren können sich melden im Lokal Blumenstr. 54. [993 ventseber Schneider-Verband. Filiale Berlin. Donnerstag, 10. Juli, Abends SVa Uhr, in Orschel's Salon, Sebastianstr. 39: RitglikKr-SnMmlkU. Tagesordnung: 1. Berathung der Anträge. 2. Aufstellung von Kandidaten. 3. Bezahlen der Beiträge und Auf- nähme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Mitglieder ist dringend nöthig. 989 Die Lokahrerwaltung. Sterbe-Kasse von Arbeitern der Berliner Mascliinenbau■ Actien- Gesellsehaft. Sonntag, 20. Juli, Vormittags 9 Uhr, im Lokale des Herrn Stümke, Ackerstrahe 1Ä3: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Jahresbericht pro 1889—90 und Bericht der Revisoren, sowie Ertheilung der Decharge durch die- selben. 2. Entschädigung des Vorstandes und der Revisoren. 3. Beschlußfassung, in welchen Zeitungen die Bekannt- machungen der Kasse stattzufinden haben. 4. Verschiedenes. Das Quittungsbuch lcgitimirt. Um pünktliches Erscheinen ersucht Her Verstand. I. A.: Aug. Ache, Vor- sitzender, Müllerstr. 184, 2 Tr. 991 Spiegel nnd i P olste nvaaren. Gr. Lager, bill. Preise. Heyn, Brnnnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunft. Erorabrän! jlr. 15 Um den vielfach an mich ergangen Wünschen zu genügen, habe ich B entschlossen, das von mir eingeführt e Hauptvor hmen der Meyer Bier der Brauerei Lvore& Fnrtß bei Nürnberg in Bayern auch in Flaschen zu führen. Ich offerire demnach 25 »e Versami bd nach all« ne Schrecke: hl der„frii ichnung ist - beugen m tzt sein wol ese sonderbl «stehen; er jchen sie ges >ji, so ein m. Lager t Birnen und« für 3 Ulli, frei in» Hau»["-,»1® nntlich«im Hierdurch wird Jedermann in ty1™ Lage versetzt, zu einem Preise, den für hiesiges Vier zahlen muu. �.«r echtes bayrisches Hier, seu» nug sagt. iafs" nur torgen für der über i dessen Vorzüglichkeit allgemein anerkan��bald wird, zu beziehen. hm™* ithig, daß Auftrüge bitte ich so zeitig wie lich aufzugeben. kustsv Jottumstr. 24. Hering, 997 Kellerei: Lagerhof, Gebäude � Wen es angeht. r. um de n anderes che Vereint irtheihrebe nen noch )ne Berech ierden. unten onach die ein an! stwirthsz« ingerlohn uren nicht :eifen, wen Zeise Vorst nt, als der der Anker-L�ichtern, di< Jeder Hausfrau wird als bester Kaffee...______,. von Dommerich& Co. in Magdeburg-Buckau empfohlen. Schon eine ure" aussi Zugabe davon genügt, um den Kaffee vollschnieckender und weiäfiß das In it«r niachen. Jeder andere Zusatz unter dem Namen„Kaffee" führt mit" u- bezogen diese Benennung. Der Werth auf reine Waarr legt nnt-. r stch�rliner"Ze Benennung verbrauche ausschließlich Anker-Cichorien. Anker- Cichorie>'.esem Verei ' andluntboni Packeten oder Büchsen zu kaufen bei fast allen besseren Waarenhandluntbonuenten, ——--—-———---—--- Tiden Blät Zahnärztliche Poliklinik, Chausseestrassk- /-n Meine Poliklinik siir Zahnleidende ist wochrntüglich von 6—10 Uh� mi � mittaas, 12—1 Uhr Mittags, 4—6 Uhr Nachmittags geöffnet. 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Donnerftag, de» 10. Juli 1890. 7. Jahrg. eil« in# Lokales. Unduldsamkeit und Uergemaltigung sind gewöhnlich 'litA* Hauptvorwiirfe. welche die Unternehmerpresse gegen die Maß- tUJi'chmcn der Arbeiter schleudert. Die zielbewußten Beschlüsse, die ne Versammlung öffentlich faßt, nachdem sie vorher debattirt >d nach allen Richtungen beleuchtet sind, sollen im Stande sein, ne Schreckensherrschast hervorzurufen, unter der sich die Mehr- hl der„friedliebenden und zufriedenen Arbeiter"— diese Be- ichnung ist natürlich nur im Sinne jener Herren zu verstehen - beugen muß, wenn diese nicht den schlimmsten Folgen ausge- tzt sein wollen. Wer die Arbeiterbewegung genauer kennt, wird II»se sonderbare Behauptung, der man oft genug begegnet, nicht iiehen; er wird sich nicht erklären können, aus welchen That- en sie gefolgert werden kann. Dagegen sind wir heute in der e, so ein Stückchen„Unduldsamkeit und Vergewaltigung" aus Lager der Unternehmer und Jnnungsbrüder mittheilen zu Mannen und es könnte darnach scheinen, als ob jene Behauptun- > bezuglich der Arbeiter von den Herren Unternehmern aus der alt. ie'er?)cg �geilen Busens geschöpft seien. In Berlin besteht be- /.nntlich eine Gastwirths-Jnnung, bezüglich deren innerer Ein- Richtung im großen Publikum noch mancherlei Unklarheiten be- then, so weiß man namentlich noch nicht, was für ein Gesellen- tin ein solider Gastwirthsgeselle zu leisten hat, auch ist man >ch vielfach im Unklaren darüber, ob ein richtiger Gastwirths- eister seine Werkstatt, oder wie man auch zunstwidrig nug sagt, sein„Lokal" oder auch wohl gar sein DA iafs" nur bis zwölf Uhr Nachts oder bis zum hellen WO lorgen für den Verkehr der Halbwelt offen halten kann. ber über einen anderen Punkt waren die Herren Gastwirths- ssUjlnftler bald klar, daß es nämlich gut sei, ein Preßorgan für die ertretnng ihrer Interessen zu haben und dieses wurde in der deutschen Gastwirthszeitung" geschaffen. Weiter ist natürlich llhig, daß solch ein Organ gelesen wird und dazu muß es mög- chit billig sein. Von ähnlichen sehr folgerichtigen Schlüssen mag *ch wohl der Verein der Berliner Gastwirthe ausgegangen sein, :t' um dem bekannten längst gefühlten Bedürfnisse abzuhelfen, u anderes Preßorgan, nämlich das„Gasthaus" als ausschließ- Vereinszeitung erscheinen läßt. So sehen nun die Gast- jirthe ihre besonderen Verufsinteressen in zwei Organen vertreten, die nen noch dazu, und das ist das Interessanteste an der Sache, jne Berechnung von Beförderungskosten in's Haus gebracht erden. Zu Gunsten der Gastwirthe bestand zwischen den ge- .innten Blättern iind den Zeitungsspediteuren ein Abkommen, Wonach die Spediteure verpflichtet waren, jedem Gastwirth, der � jdch ein anderes Blatt von dem Spediteur bezieht, die„Deutsche -�Mastwirthszeitung" und das„Gasthaus" ohne Berechnung von W�ringerlohn zu Übernutteln. Das wird nun wohl den Spedi- uren nicht sehr angenehni gewesen sein und man kann es be- leisen, wenn sie darauf Bedacht nahmen, in irgend einer anderen Zeise Vortheil aus der Sache zu ziehen. Hierzu bot sich Gelegen- At, als der Verleger, um sich die Beförderung der Blätter zu er- 'er-C'�ichtern, die Spedition dem„Verein der Berliner Zeitungsspedi- einetire" ausschließlich übertrug. Die Sache gestaltete sich nun so. wenfeß das Jnuungs- und das Vereins-Organ von den Gastwirthen mit% bezogen werden kann durch Vermittelung des„Vereins der tijsjp'finn Zeitungsspediteure", daß aber andere Spediteure, welche jorien.esem Verein nicht angehören, nicht in der Lage sind, ihren idluw.bonnenten, wenn diese auch Gastwirth sind,"die genannten --- Äden Blatte-" zu liefern. Die Folge ist, daß die Gastwirthe 'ALö'" Jon ihnen in ihren Lokalen ausgelegten Zeitungen inübk� � bei Vereins-Spediteuren bestellen, wodurch natür V ch JJd' le der kleineren Spediteure, die ihre Spedition »•»".ielle. nur mit zwei, drei Voten betreiben, in eine sehr üble 9"e age gerathen sie verlieren die Kundschaft der Gastwirthe, die .gewöhnlich mehrere Zeitungen von einem Spediteur bezogen, und iyna�A ist für.solche kleinen Unternehmer ein gewaltiger Schaden. .lür das Jnmuigsorgan ist ja diese Art, den„selbstständigen Uilst Mittelstand" zu stärken, äußerst bezeichnend. Das ganze Verfahren ienoslTier giebt einen hübschen Beitrag zu der Frage, auf welcher " wegung der Gegenwart„Unduldsamkeit , erden. mmung wird geschrieben: Da Einführung der Weltzeit und ind geschrieben wird, so dürfte en, was ein Sachverständiger, ler„Rsvuo scientifique" dar- pr mache. Zuerst, so führt er den reformirt werden. Früher ? gch neu- Auf- und Untergang be ; 3 Versuchen hat man die Zeit .oerlichen Punkte, sondern nach Reite bei der fo-'oj" _____ ld Vergewal ;iev Zur V s�iils�uerdino Ä.H»r � i nsttM vp.ude und V . y erkaimukui i der 0:h Vl '—1 der at man l ämmt; Nu �. �icht mehr nach 4. . ZUch SÄ n.ie Vis innul�tze Der chmestsche Arbeiter in Amerika. Vor nicht allzulanger Zeit brachten mehrere Blätter Nachricht, daß„die Edelsten der Nation", deren Wohn- . UN J*"/ Schlössern und Burgen Preußens und __ �Pommerns besiuden, den noblen Gedanken gefaßt haben, „„tlilLcutschland durch die Heranziehung chinesischer Arbeiter zu outrJeglücken. In Folge der Bekämpfung, welche der saubere te P�ssian durch emen TheU der Presse erfuhr, wurde die an- »lO�edrohte Einfuhr der schlitzäugigen Söhne des himmlischen «« Meiches bis jetzt unterlassen. Ob jene edlen Landcsbcglücker herrlichen Gedanken vollständig fallen gelassen haben, ostemird uns allerdings erst die Zukunft lehren. Jedenfalls öö.Mrfte es für unsere Leser von Interesse sein, zu hören, wie «liebt sich die Herren Zopfträgcr jenseits des Ozeans gc- acht haben. Ter Verfasser dieser Zeilen hat in den letzten Jahren in den Vereinigten Staaten gelebt und reichlich ».Ashelegenheit gehabt, das Leben und Treiben der gelben klaven gründlich kennen zu lernen. Zunächst bitte ich n geneigten Leser sich in Gedanken mit mir nach an Franziska, der wundervollen Stadt am stillen eere, zu versetzen. Die Sehenswürdigkeiten des so rasch orgeblühten Ortes haben wir in den ersten Tagen oe8 Aufenthaltes besichtigt und nun wandelt uns auch � Lust an, die Straßen und Plätze kennen zu lernen, eiche von den Chinesen bewrhnt werden. Zu diesem Zwecke misten wir unsere Schritte dem Herzen der Stadt zuwen- ven; denn hier haben sich die Mongolen eingenistet. Der re,.i)$"a.'1*?eue�me Geruch, welcher bald unsere Nasen beleidigt, Pliuoet uns ftn-möKr■motf foi« uldet uns an, daß„China-town" nicht mehr weit sein nn. Bei der nächsten Biegung der Straße gelangen wir enn auch auf einen Platz, dessen ganzes Aussehen uns die teg�sWewißheck giebt, daß wir in„Halbasien" angelangt sind. r � f ar unterscheiden sich die meisten Häuser nicht im ge- li lb dem„wahren Mittag" bestimnit, d. h. nach dem Augenblicke, wo die Sonne den Meridian eines Ortes passirt. Die Zeit von einem Mittage zum andern hat man in alter Weise in zweimal 12 Stunden getheilt, eine ebenso seltsame wie unbequeme Ein- theilung; das Datum des Tages rechnet man von Mitternacht zu Mitternacht. Die Reform, sagt man, sei einfach; statt nach 12 wieder von vorn I. 2, 3 u. s. w. zu zählen, solle man 13, 14, 15 u. s. w. zählen bis 24 Uhr. In der That haben die praktischen Amerikaner seit 1837 für einen großen Theil ihrer Eisenbahnen das 24- Stunden- System eingeführt, das dem Publikum wie dem Personal gefällt. Es ist freilich die Frage, ob unser europäisches Publikum sich an eine solche Neuerung gewöhnen wird, und dann müßten nicht blos die Zifferblätter, sondern auch das Schlagwerk geändert werden: es wäre aber sehr schwer, 24 schlagen zu lassen, denn wer würbe so viel zählen wollen? Biel wichtiger ist freilich die Frage der Ver- einheitlichung der Zeit. Genf hat den Ruhm, mit dem alten System zuerst gebrochen zu haben: es führte am 1. Januar 1780 auf seinen Uhren die mittlere Zeit ein. London folgte 1792, Berlin 1819, Paris 1813. Von nun an zeigte jedes Zifferblatt die mittlere Zeit für den betreffenden Ort, was nun wieder den Nachtheil hat, daß diese mittlere Zeit für jeden Ort eine andere ist, daß alle Orte der Erde in der Richtung von Ost nach West oder umgekehrt zu einer anderen Zeit Mittag haben; es macht bekanntlich auf den Längegrad 4 Minuten aus. Mit der Ein- sührung der Eisenbahnen wurde diese Verschiedenartigkeit greif- bar und unbequem; man mußte für größere Komplexe eine ein- heitliche Zeit schaffen, und nun stimmt diese nicht mehr mit den einzelnen Ortszeiten. So z. B. differirt die Pariser Zeit mit der Brester um 27, mit der Nizzaer um 20 Minuten; jener ist 'ie vor, dieser nach, der Gesammtnnterschied beträgt also 47 Mi- nuten. Man hat deswegen in verschiedenen Ländern eine ein- heitliche Zeit geschaffen, so in England, Schweden, Japan und in den Vereinigten Staaten. Geht man außer Land, so macht ich der alte Uebelstand freilich wieder recht fühlbar; wer z. B. von Paris nach Konstäntinopel reist, der muß seine Uhr zehnmal vorrücken: in Avricourt um 23 Minuten für das Elsaß, in Kehl für die badische, in Mühlacker für die württembergische, in Ulm für die bayerische, in Simbach für die Prager Zeit, dann ebenso in Bruck, Belgrad, Zaribrod und Mustapha-Pascha; die Gesammt- differenz beträgt 1 Stunde 52 Minuten. Hier gebe es, meint der Verfasser, drei Vorschläge zur Abhilfe: 1) Einführung der ab- soluten Lokalzeit, wie sie einzig in Norddeutschland bestehe; davon wolle aber Niemand mehr etwas wissen. 2) Einführung der Weltzeit, die allerdings wieder andere Unzuträglichkeiten im Gefolge hätte. Gegenwärtig zählen die zivilisirten Völker bekanntlich das Datum ihres Tages von Mitternacht an, wobei sie sich nach ihrem Meridian richten, so daß für verschiedene Orte auf der Erde auch ihr Datum verschieden ist. Mit der Einführung der Weltzeit würde das neue Datum für die ganze Welt in demselben Momente beginnen; wenn also das neue Datum kin Greemvich oder in Paris um Mitternacht anhöbe, ivürdc der neue Tag in Tonkin etwa um 7 Uhr Morgens, in Sidney um 10 Uhr Morgens, in Neu- Seeland um 12 Uhr Mittags und in San Franzisko um 4 Uhr Nachmittags ansangen; die Worte„gestern",„heute" und„morgen" würden ihre Be- deutung verlieren ober total ändern müssen. 3) Die Einführung der Stundenzonen, ein Kompromiß zwischen der absoluten Lokal- zeit und der Weltzeit. Der Verfasser ist für diese Methode, die von den Amerikanern bereits eingeführt ist. Man hat dort die Erde in 24 Zonen eingetheilt, von denen jede um eine Stunde von der anderen verschieden ist. Alle Orte derselben Zone haben den gleichen Mittag, der den Orten der benachbarten Zone eine Stunde vor oder nach ist, je nachdem sie östlich oder westlich liegt. Die Zonen werben mit den 24 Buchstaben des Alphabets bezeichnet. Für Europa schlägt der Verfasser folgende Zonen vor: A. Großbritannien, Niederlande, Belgien, Frankreich, Spanien, Portugal, Marokko, Algier und Tunis; bie Pariser. Uhr würde dadurcb um 4 Minuten später gerückt wer- den. B. Schweden und Norwegen, Dänemark, Deutschland, Schweiz, Italien, Oesterreich-Ungarn und Serbien; Berlin würde uni 7 Minuten vor, Prag um 3 Minuten vor und Wien um 5 Minuten nachgerückt werden. C. Polen, Rußland bis Moskau, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Griechenland, Kleinasien, Syrien und Egypten. Zur Durchführung dieser Lteform wäre eine inter- nationale Konserenz nöthig. Wir haben eine solche für die Grad- Messung, warum sollte nicht auch eine für die Zonenzeit möglich sein v Herr von Nordling hofft, daß bis dahin wenigstens Frank- reich die Zonenzeit einführen werde; es brauche seinen Mittag statt nach dem von Paris nur nach demjenigen von Havre zu richten. Mis der allgemeinen Einführung der Zonenzeit wäre allerdings nicht Alles, aber doch wenigüens ein bedeutender Schritt zum Einfacheren Besseren und Praktischeren gethan. ringsten von den Bauten, welche man in den nbrigen Theilen der Stadt findet, dieselben erscheinen im Gegentheil viel solider zu sein, als die Behausungen der Weißen; aber die Unsauberkeit, die an allen Theilen der Gebäude sichtbar ist, und der das Pflaster bedeckende Schmutz belehren uns voll- kommen, daß hier Europäer nicht wohnen können. In den nächsten Straßen, die wir nun passiren, häufen sich diese asiatischen Eigcnthnmlichkeiten immer mehr und mehr, bis wir schließlich die Sinne zusammennehmen müssen, um gciviß zu sein, daß wir uns noch auf amerikanischem Boden befinden. Der Lärm, den die tausende durch die Straßen und Gassen fluthen- den Chinesen verursachen, ist geradezu unbeschreiblich. Ohne Lärm kann bei den Gclahäuten überhaupt nichts ab- gemacht werden! Die erste Frage, ivelche sich der Beschauer der Chinesenstadt vorlegt, ist gewöhnlich;„Wie haben es die Mongolen fertig gebracht, gerade das Zentrum, den schönsten, bcstgelegensten Stadttheil San Franziskos in ihre Hände zu bekommen?" Ja, lieber Himmel, auf einmal ist es freilich nicht gegangen, aber mit Beharrlichkeit kommt man zum Ziel, sagt ja Windthorst, und der Zweck heiligt die Mittel. In einem Hause, in dem ein Chinese gewohnt hat, ist es selbst dem anspruchslosesten Weißen nicht mehr möglich, zu leben; anch dann nicht, wenn die Wohnung lange Zeit leer stand. Der den Chinesen anhaftende eigen- thümliche Geruch ist fast unvertilgbar und der Nnrath, welcher sich durch die Lebensgcwohnheiten der Söhne des Reiches der Mitte anhäuft, geradezu unausrottbar. So ist es gekommen, daß aus den Häusern, in denen Chinesen eingezogen waren, gar bald alle anderen Miether— selbst Neger— auszogen. Sogar die den Mongolenhäusern bcnach- karten Gebäude werden gemieden. Selbstredend blieben dieselben nicht lange leer stehen. Ganze Trupps von Gelb- häuten siedelten sich in den verlassenen Häusern an, und eine Straße nach der anderen ivurde langsam aber sicker erobert. Die Büraer Kaliforniens schienen zu schlafen oder wollten Wir erhalt«» f-lge»d-s Schreib«»: Die«Voss. Ztg.' schreibt in Nr. 291 vom 23. Juni über die Albiimfabrikation, be- sonders über die Löhne der Albumarbeiter und-Arbeiterinnen. Diese Auslassung verdient der Vergessenheit entrissen ZU werden, um den Arbeitern einmal zu zeigen, wie derartige Blatter sich nicht entblöden, solche Unwahrheiten in die Welt hlnauszuschrelen, Sie schreibt über die Zahl der Fabriken und Arbeiter:„Wie ein amtlicher Bericht sagt, waren in Berlin im Jahre 1889 7° Album- fabriken mit Arbeitern". Dieser amtliche Bericht wird jedenfalls, was die Zahl der Fabriken betrifft, der Adreßkalender gewesen fem, denn in diesem Buche sind Albumfabriken aufgezählt, die nur dem Namen nach existiren. In Berlin waren im Jahre 1889, ebenfalls in diesem Jahre, 45 Albumfabriken mit höchstens 7 bis 800 Arbeitern. Jetzt die Löhne. Diese sind nach der Tante Bop sehr gut, aber in Wahrheit sehr schlecht. Sie schreibt:»Wen- führer 72 Mark pro Woche, ein Vergolder(jedenfalls SchmU- machet) 30 Mark, ein Buchbinder 40 Mark." Unter Buchbinder meint die„Voss. Ztg." die Deckel und Fertigmacher. Man lese und staune, der gewöhnliche Arbeiter 30 Mark. Was versteht die„Voss. Ztg." unter geivöhnlichen Arbeiter: Die Koulissen- und Pappenschneider, sowie Stanzer und Beschneidet sind theils keme Buchbinder, jedoch gehört langjährige Uebung dazu, nach dem heutigen Stande der Akkordlöhne einigermaßen etwas zu ver- dienen. Frauenarbeit wird mit 25 M., Kinderarbeit mit 12 M. bezahlt. Sehr gut, wenn es nur wahr wäre. In Wahrheit sind die Löhne folgende und zwar vorab derjenigen Arbeiter, die rn Akkord arbeiten. Schnittmacher verdient im Durchschnitt 24— 30M., Deckel und Fertig», acher 17,50-13 M., Koulissenschneider und Stanzer 12-15 M., Pappenschneider und Stanzer 12-15 M., Frauenarbeit 3-8 M.. mit Ausnahme der Kleberinnen 9— 12 M. An Löhne zahlen die Fabrikanten für Deckel- und Fertig- macher 18, 21 und 24 M., Koulissenschneider und Stanzer 15—18 M., Pappenschneider und Stanzer 12, höchstens 15 M.. Frauenarbeit 3,7,50, höchstens 9 M Kmder werden mit geringer Ausnahme fast gar Nicht beschäftigt. Werl- führer 30—33 M. � �, Weiter schreibt die„Voss. Ztg.". daß ein Drittel des Jahres zu der stillen Zeit gerechnet werden muß,»n welcher die Fabrikanten auf Kosten ihres Gewinnes Bestellungen suchen und oft noch unter dem Selbstkostenpreise annehmen, nur um ihren Arbeitern Unterhalt zu verschaffen. Dies wäre ja sehr schön, aber leider ist dem nicht so. So bald die stille Zeit ansängt, so muß einer nach dem andern mangels Arbeit saushören, diese Arbeiter gehe» einer drei- bis viermonatlichen arbeitslosen Zeit entgegen, nur die aller- nothivendigsten Kräfte werden zurückbehalten. Selbst diese arbeiten nur halbe Tage.„, � Ferner wird gesagt:„Mit Genugthuung muß es bemerkt werden, daß zur Zeit mehr die bessere Waare gekaust wird, mit Leder-, Sammet- und Plüschbezug, die allerdings schon so billig l. erzeugt werden." Also die bessere Waare wird billig e�eugt, da spricht die„Vossische Zeitung" die Wahrheit, billig auf Kosten der Arbeiter. Inr wissenkchaftliche» Theater der Urania» in welchem in verhältnißmäßig schnellem Wechsel ein großer Vortrag den an- deren abzulösen pflegt, nimnit zur Zeit ein Experimental- und Demonstrationsvorlrag des Assistenten an der königl. Technischen Hochschule D. Schultz-Hencke über die Photographie und ihre An- ivendung in Kunst und Wissenschaft die Aufmerksamkeit der Besucher dieser Anstalt für volksthümliche Naturkunde m hohem Grade in Anspruch. Der erste Theil dieses zwei Abende in Anspruch nehmenden Vortrages behandelt den photo- graphischen Prozeß. Anknüpfend an das im vorigen �ahre gefeierte fünfzigjährige Jubiläum der Erfindung der Photographie giebt der Vortragende zunächst eine geschichtliche Einleitung, und knüpft hieran eine nähere Beschreibung der Daguerreotypie. �le Daguerreotypie— sogenannt nach dem Erfinder Daguerre bezeichnet die Methode, Abbildungen durch direkte Einwirkung des Lichts selbst auf Metallplatten zu erzeugen. Die ersten Anfänge dieser Bestrebungen lassen sich bis zun, Jahre 1814 zurückführen, ivo Niep« sich ähnlichen Arbeiten widmete. Seit 1823 suchte dieser mit Daguerre genieinsam das gesteckte Ziel zu erreichen. Nach Piepce's Tode(1833) bildete Daguerre das Ver- fahren soweit aus, daß er es 1338 in künstlerischer Vollendung bekannt machen konnte. Nach Daguerre's Verfahren mußte eine Silber- oder mit Silber plattirte Kupferplatle mit einer licht- eiiipfindlichen dünnen Schicht überzogen werden. Anfangs bestand diese aus Jodsilber, indem man die Platte Joddümpsen aussetzte. Weit empffndlichere Ueberzüge bilden Chlorjod und Bromjod. Zwecks Aufnahme eines Bildes stellt man nun die Camera obs- cura so ein, daß auf einer eingespannten matten Glastasel das vollkommenste Bild erscheint. Hierauf bringt man die Silberplatte an die Stelle der Glastafel. Waren früher zum Erzeugen des die Gefahr, welche der gedeihlichen Entwickelung des Landes drohte, nicht sehen. Erst als die Kleinkaufleute, Handiverker und Arbeiter mit Schrecken wahrnahmen, daß sie infolge der Chincsenwirthschaft dem Untergang entgegen gehen, kam eine Bewegung in Fluß, welche denn auch wenigstens einiger- maßen günstige Erfolge hatte. Die Mehrzahl der Kapita- listen freilich stellte sich ans Seite der Chinesen. Konnte ja doch die Gewinnsucht der Herren des allmächtigen Dollars am leichtesten durch die Anspruchslosigkeit der gelben Sklaven befriedigt werden. Was kümmerten sich die Angehörigen der „oberen Zehntausend" darum, ob der weiße Arbeiter mit seiner Familie verhungert oder nicht! Um es aber begreisen zu lernen, daß es einem Europäer unmöglich ist, mit einem Chinesen an Enthaltsamkeit zu ivetteifern oder, richtiger gesagt, sich dessen Lebensweise ai, zueignen, ersuche ich den geneigten Leser, mir in eine sogenannte chinesische Fabrik zu folgen. Gleich von der Straße aus betreten wir einen Raum, in dem nach unseren Begriffen höchstens sechs Personen arbeiten könnten. Dicht aneinander gedrängt finden wir aber hier mehr als 20 Kulis, die eine pestilenz- artige Luft athmend, ihrer Beschäftignug obliegen. In einem nebcnanliegendeu Zimmer von dem gleichen Umfange, schlafen inzwischen auf scheußlichen Lagerstätten die gleiche Zahl von Arbeitern, bis an sie die Reihe zur Ablösung komntt. Die kärglichen Mahlzeiten, welche meistens aus Reis und irgend- ivclchen chinesischen Leibgerichten bestehen, bei deren bloßen Anblick uns ein Schauer überkommt, werden im Arbeits- zimmer einge>iommcn. Messer und Gabel sind bekanntlich den Zopfträgern zu lästige Dinge. Die Speisen werden mit Hilfe zweier Stäbchen geschickt zum Munde gebracht. Da nun an eine Lüftung der Arbeits- und Schlafräume nie ge- dacht wird, kann man sich eine ziemliche Vorstellung von den» Gestank machen, der in einer Fabrik herrscht in der viele Hundert Chinesen beschäftigt sind'. Der vorsichtige Amerikaner wird es deshalb selten unter- lassen, eine stark dampfende Zigarre oder ein Riechfläschchen Bildes mehrere Minuten erforderlich, so reichten später bei vervollkommneten optischen Apparaten und empfindlichen Platten schon einige Sekunden hin. Auf der herausgenommenen Platte ist von dem Bilde noch nichts zu sehen, die Platte muß vielmehr noch der Einwirkung von Quecksilberdämpfen ausgesetzt werden. Dann wird das Bild durch Abwaschen mit Kochsalz lösung oder unter schweflichsaurem Kali fixirt. Die Bilder er- scheinen bei Daguerre stets positiv. Im Gegensatz zu den Daguerreotypieen(Lichtbildern auf Metall) nennt man ein auf Papier hervorgebrachtes Lichtbild Photographie. Ter Erfinder der Photographie ist der Engländer Talbot. Ein feines Blatt Papier wird mit einer für die Einwirkung des Lichts empfindlichen Schicht aus Chlorsilber überzogen, welches sich, vom Licht ge- troffen, dunkel färbt. Legt man nun einen Kupferstich auf das- selbe, drückt beide durch eine darauf gelegte Glasplatte zusammen und setzt dieselben so dem Sonnenlicht aus, so wird das Chlorfilber von allen Stellen, wo der über ihm liegende Kupferstich durch die Druckerschwärze un- durchsichtig ist, weiß bleiben, an allen anderen Stellen um so mehr geschwärzt werden, je weniger das Sonnenlicht durch den Kupferstlch aufgehalten wird. Hebt man nun den Kupferstich vom Papier ab, so erblickt man auf' dem Papier eine Zeichnung des Kupferstichs in verkehrter Schattirung, weiß auf dunklem Grund. Wir haben ein negatives Bild. Es folgt nun das sogenannte Fixiren des Bildes; man verfährt darauf mit dem negativen Bilde wie zuvor mit dem Kupferstich und erhält so ein positives Bild. Der Vortragende giebt sodann noch im ersten Theile des Vortrages eine nähere Beschreibung der Eiweißphotographie, des Kollodium- oder nassen Versahrens, der modernen Trockenplatte, durch deren Anwendung es gelang, die Ausnahmezeit bis auf r/soo Sekunde abzukürzen, der farbenenipsindlichen Photographie, der Aufnahme bei künstlichem Licht und nimmt schließlich eine Blitzaufnahme des Publikums von der Bühne aus vor. In einem zweiten noch interessanteren Vortrage wird vom Vortragenden alsdann die Bedeutung der Photographie für Kunst und Wissen- schaft dargelegt. Eine Neuerung hat die Ober-Postdirektion seit vorgestern ein- geführt. Wer die öffentlichen Fernsprechstellen benutzte, hat es rmmer als einen Mangel empfunden, daß es in der Nähe des Apparats an jeder Gelegenheit fehlte, über das Gehörte sich einige Notizen zu machen. Diesem Uebelstande hat nun die ge- nannte Behörde abgeholfen, indem sie dicht am Telephon zur Rechten des Sprechenden ein Schreibpult anbringen ließ, das zugleich in sinnreicher Weise das zun. Schreiben nöthige Papier darbietet. Dieses läuft unterhalb des Pultes an einer Rolle und nun zieht der Schreibende über eine andere an der Schreibfläche des Pultes befindliche Rolle so viel Papier herauf, als er eben bedarf. Ein messerartiger Falz ist an der oberen Kante ange- bracht, so daß das Blatt sauber von der Rolle abgerissen wird. Der Apparat, das sogenannte Michaelische Fernsprechpult, wird demnächst auch in den öffentlichen Fernsprechämtern anderer Städte angebracht werden. Ein Keispirl von Gtzrlichlreit wird dem„Kl. I." be- richtet: Der Kaufmann B. in der Barutherstraße fuhr kürzlich Abend mit einer Droschke nach seiner Wohnung. Beim Aus- steigen öffnete er sein Portemonnaie, um das Fahrgeld zu ent- richten; dabei entfiel ihm ein Zwauzigmarkstück. Man suchte lange vergeblich nach demselben und gav das Goldstück verloren, weil man annahm, daß es durch das Gitter des vor dem Hause zur Ausnahme des Regenwassers befindlichen Verschluffes gefallen sei. Und so mußte sich B. in das Unabänderliche fügen. Um so freudiger war er aber überrascht, als ihm ain anderen Morgen der Kutscher das Goldstück übergab, welches er am Morgen beim R einigen der Droschke, in eine Ritze des Fußbodens eingetreten, wieder gefunden hatte. Herr B. nahm mit vielem Tank das Geld entgegen, indem er den zwar rviderstrebenden Mann durch einen Fünfmarkschein für seine Mühe entschädigte. Vier Dachstnhlbrände haben innerhalb einiger Monate im Hause Spenerstraße 47 in Moabit stattgefunden und sprechen alle Anzeichen dafür, daß in allen Fällen vorsätzliche Brandstif- tung vorliegt. Da die Ermittelungen der Polizei bisher resul- tatlos geblieben, so hat der Eigenthümer des genannten Hauses nunmehr eine Belohnung von ö00 Mark ausgesetzt für den Nachweis des Thäters auch nur einer dieser Brandstiftungen. PoHfeilirricht. Am 8. d. Mts. Morgens wurde ein Mädchen m seiner Wohnung in der Lothringerstraße schwer krank vorgesunden und nach der Charitee gebracht. Anscheinend liegt Vergiftung vor.— Zu derselben Zeit gerieth der Kutscher Vengels an der Ecke der Kaiser-Wilhelm- und Spandauerstraße bei dem Versuch, auf einen in der Fahrt befindlichen Rollwagen zu springen, unter die Räder desselben und erlitt anscheinend schwere Verletzungen an beiden Unterschenkeln— Vormittags wurde«in zweijähriger Knabe vor dem Hause Schönhauser tllllee Sir. 48 von einem Pferdebahnwagen überfahren und auf der Stelle ge- tödtet.— Mittags brachte der Bäckergeselle Schwarzkopf, welcher von seinem Meister wegen Mißhandlung eines Lehrlings ent- lassen worden war, der Meisterin im Laden in der Liniensirnße mittelst eines Taschenmessers eine bedeutende Wunde anr linken Handgelenk bei. Der Thäter wurde verhaftet.— Abends wurde an der Ecke der Schönleinstraße und des Kottbuserdammes der Arbeiter Schubert von einem unbekannten Mann anscheinend ohne jede Veranlassung mittelst eines Messers in die rechte Backe ge- stachen, so daß er nach dem Krankenhause am Urban gebracht werden mußte. Gsrtchks-Ieikung. bei dem Besuche dergleichen Lokale untzunehmen. Aus dem eben Erzählten kann jedermann entnehmen, daß es dem weißen Arbeiter nicht möglich ist, wie der Kuli zu essen und zu wohnen; aber mich die Kleidung der beiden Lkonklirrenten ist eine grirndverschiedene. Nicht nur die Landessitte, sondern auch das leibliche Bedürfniß zwingt den weißen Arbeiter, sich einigermaßen ordentlich zu kleiden. Der Kuli, der auf ein wirklich gutes Leben erst nach dem Tode rechnet, begnügt sich mit leinenen, lottrigen Hosen, einer blauen Blouse, Schuhen mit Filzsohlen und einer Kappe. Hat der arme Teufel dazu nur noch seinen Reis und etivas Opium, dann ist er zufrieden. Der lasterhafte, ncrvenzerrüttende Opiumrausch versetzt ihn ja in den Himmel, in den er nach Aussage seiner Priester einst gelangen soll. All' daS Geschilderte jedoch würde die von ihrer Arbeit lebenden, gegen Angehörige anderer Nationen so duldsamen Amerikaner nicht erregt haben, wenn die Chinesen sich nicht herbeigelassen hätten, zu einein Sechstel des bisher üblichen Lohnes wo- Mötzlich 14—16 Stunden täglich zu arbeiten. Der ameri- kanische Arbeiter sagt sich:„Nur dann sind die Erfindungen der Neuzeit, die Dampfmaschinen«. s. w. wirklich segen- bringend, wenn sie dem Menschen die ohnehin harte Arbeit erleichtern und nicht denselben ersetzen sollen." Die nimmer- satten, kapitalistischen Menschenkinder allerdings haben, ob- gleich sie auch ohne Maschinen Aiillionen erwerben, darüber eine andere Ansicht. Diesen Mcnschenausbentern, die nur durch die schwere Arbeit ihrer Leute Reichthum erlangt haben, sind die Kulis natürlich noch lieber als Maschinen, denn sie sind billiger als diese. Der weiße Arbeiter verlangt außerdem 3— 4 Dollars für den Tag. Der Chinese erhält 50 bis höchstens 80 Cents und nimmt womöglich eine Tracht Prügel auch noch in den Kauf. Bedenkt man nun, daß in wenigen Jahren mehr als 70 000 Kulis sich allein in San Franzisko niedergelassen haben, so kann man sich denken, mit welcher Besorgniß der kleine Man» der Zukunft entgegensah. (Schluß folgt.) Eine Anlilnge wegen unbefugten Nachdrucks wurde gestern vor der dritten Strafkammer des Landgerichts I gegen den Tapezirer Jos. Willmann und den Verleger Th. Opperniann verhandelt. Im Verlage des letztgenannten erscheint der„Allgemeine deutsche Verlodungs-Anzeiger". Der erste Angeklagte ließ in diesem Organ eine Annonze veröffent- lichen, wodurch er den Heirathslustigen sein Geschäft empfahl und diese Annonze war von einer dekorativen Zeichnung um- geben, welche eine Portiere vorstellte. Die Firma Cläsen u. Co. hat nun eine Serie Blätter herausgegeben, welche künstlerisch aus- geführteV orlagen für Tapezirer, Tischler und andere Gewerbetreibende enthalten. Sie entdeckte, daß die Umrahmung zener Annonze einer solchen Vorlage nachgebildet war, hielt dies für unberech- tigt und stellte gegen die Angeklagten den Strafantrag. Die Letzteren erklärten im Termine, daß sie ihr Verfahren nicht für strasbar halten könnten. Der erste Angeklagte habe die Vorlagen von der Firma Cläsen u. Ko. gekauft, um vorkommenden Falls darnach zu arbeite», hierzu seien dieselben auch bestimmt und durch den Ankauf seien sie sein Eigenthum geworden, über welches er nach freiem Ermessen verfügen könne. Der literarische Sach- verständigen-Verein hat ein den Angeklagten ungünstiges Gutachten abgegeben. Er hielt die Vorlage für eine Arbeit, die eine eigene geistige Thätigkeit ibres Urhebers erfordere und deshalb schütz- berechtigt sei. Mit der Erwerbung eines einzelnen Exemplars sei nicht die Berechtigung zur Vervielfältigung verbunden. Der Staatsanwalt beantragte gegen die Angeklagten je 100 M. Geld- strafe, während die Vertheidiger, Rechtsanwälte Meißner und Leop. Katz, in längeren Ausführungen ftir Freisprechung plädirten. Der Gerichtshof hielt die nachgeahmten Vorlagen weder für ein Kunstwerk noch für ein Muster, sondern sür eine technische Zeichnung, welche in erster Linie zur Erläuterung und Belehrung dienen solle. Eine unbefugte Nachahmung derselben werde nach dem Patentgesetz nur als eine Uebertretung angesehen und da diese verjährt sei, so mußten die Angeklagten sreigesprochen werden. Eine ganze Reihe von Kctriigerrien führte gestern den Kaufmann Felix Vesser vor die erste Strafkammer des Land- erichts I. Der Angeklagte hat früher ein Manufakturwaaren- Geschäft in Treptow a. T. gehabt, ist dort in Konkurs gerathen und hat sich dann mittellos nach Berlin begeben, wo er sich als Reisender ernährte. Nach kurzer Zeit machte Lesser sich wieder selbstständig. Er miethete im Hause Fennstraße 53 einen Laden auf drei Monate für den jährlichen Micthspreis von 1600 M., um darin ein Trjkotwaaren-Gcschäst einzurichten. Die Ladeneinrichtung wurde von ihm gegen eine ge- ringe Anzahlung von 30 M. entnommen und dann gelang dem Angeklagten, eine ganze Anzahl Firmen zur Hergabe von Maaren aus Kredit zu bewegen, indem er verschwieg, daß das neuerrichtete Geschäft auf den Namen seiner Ehefrau geführt wurde. Zwei Monate nach Eröffnung des Geschäfts wurde das- selbe wieder geschlossen, der Angeklagte leistete den Osfenbarungs- eid, Maaren waren nicht mehr vorhanden und die meisten Gläubiger hatten das Nachsehen. Der Angeklggte soll besonders in der Weihnachtszeit einen dedeutenden Unisatz erzielt haben und wurde deshalb zuerst angenommen, daß der größte Theil der Maaren und der Erlös dafür in betrügerischer Absicht bei Seite geschafft worden sei. Ein Beweis sür diese Annahme hat sich zedoch nicht erbringen lassen, die Anklagebehörde hielt dagegen die Behauptung aufrecht, daß Vesser sein kaufmännisches Unternehmen lediglich zum Zwecke des Betruges gegründet habe. Der Beschuldigte bestritt dies. Er will 200 Mark während seiner Geschäststhätig- keit als Reisender erübrigt und fernere 200 M. von Verwandten seiner Frau erhalten haben. Er habe gehofft, daß das Geschäft in kurzer Zeit einen solchen Aufschwung nehmen würde, daß er sich mit dem Ertrage würde über Wasser halten können. Der Gerichtshof hielt durch die umfangreiche Beweisaufnahme sür er- wiesen, daß der Angeklagte zur Erlangung des Kredits falsche Vorspiegelungen angewendet habe und verurtheilte ihn hierfür zu neun Monaten Gesängniß, wovon ein Monat durch die erlittene Untersuchungshaft abgerechnet wurde. Der Staats- anwalt hatte zwei Jahre Gesängniß beantragt. Gegen da» schwurgerichtliche Grllenutniß. wonach der des Doppelmordes angeklagte Schneider Klausin zum Tode ver- urtheilt wurde, ist seitens des Vertheidigers, Rechtsanwalt Dr. Fricdmann, die Revision eingelegt worden. Die Bemängelung richtet sich im Wesentlichen gegen die Form der doppelten Be- richligung, welche aus juristischen formellen Gründen das Verdikt der Geschworenen vor der endgiltigen Verkündung erfahren hat. Da es sich um Fragen prinzipieller Art bezüglich des schwur- gerichtlichen Verfahrens handelt, so dürfte die deninächst vor dem Reichsgerichte in dieser Sache stattfindende Verhandlung ein be- solideres Interesse beanspruchen. �.....„.,, Wegr» Uergeli»,» gegen da» Sozialistengesetz fand gestern vor der IV. Strafkammer die Verhandlung gegen Zedier und Genossen statt. Dieselben waren beschuldigt, im VI. Wahl- kreis nach Ausschreibung der Wahl öffentlich ein Flugblatt ver- breitet zu haben, welches zur Wahl des damaligen Kandidaten Wilhelm Liebknecht aufforderte. Die Verhandlung endete schließ- lich mit Freisprechung sämmtlicher Angeklagten. Der Staats- anwalt hatte gegen die beiden Angeklagten Zedler und Grahms je 15 Mark eventuell 3 Tage Hast, gegen das 15jührige Mädchen Schlecht 5 Mark Geldbuße beantragt.— Vor der II. Srraskamnier des Landgerichts ll fand wegen einer gleichen Sache gestern eben- falls eine Verhandlung statt. Die Arveiter Groke, Werder, Fischer und Göoe waren beschuldigt, am 16. Februar zu Char- lottenburg, Hoffmann am 17. Februar ebendaselbst, Senkpiel, Hannig uno Lorenz am 16. Februar zu Tornow, Steuendorf und Egsdorf und Grätz in Grünau ein sozialistisches Flugblatt ver- breitet zu haben. Sechs der Angeklagten wurden schließlich zu 16 M. Geldbuße und in die Kosten verurtheilt, während die An- geklagten Lorenz. Senkpiel und Hannig sreigesprochen wurden. A».'boitevbe»veAU»»g. der Fabrikanten sei der, den Feilenhauerverein sprengen um die Fcilenhauer in Zukunst ganz zu knebeln. Redner erwähnten noch ihre Reiseerlebnisse aus der Mffl wo einzelne Meister sogar bis 20 Lehrlinge und Mäd� einigen Gesellen in einer Werkstatt beschäftigen. trieben aber mehr Landwirthschaft als Industrie. mit hiesigen Fabrikanten auf' ein Jahr sich konttak pflichtet, für den von den Fabrikanten gestellten arbeiten. Welcher Geist unter den hiesigen Feilenham beweist die übergroße Betheiligung, obschon die lung auf 6 Uhr Abends angekündigt war, halber aber am Morgen desselben Tages schon a> nd die kon and voll reßtsn Me m erreichen, ib eine stai '$({[( juni» ob auck @te Kation sei zi gt schlagen. �rosperilät in Lohmoi letzt alle Kr mm Sieg >en räth ewegung Wie schon kurz mitgetheilt, dauert der Streik stVewegung Statuts, den die Fabrikanten in ihrer VersamMMSen»uh nicht erwähnt hatten, lautet wie folgt:„Da die veriÄFächverein beziehungsweise in Zukunft zu vereinbarenden Preise als Mi?) �«----—•----- o~:r— ♦msi scitze gelten, so darf einerseits kein Feilenfabrikant ive! die Preise bezahlen, andererseits kein Feilenhauer zu Preisen arbeiten. Sollte das Eine oder Andere dennoch so sind die Uebertreter, wenn sie Vereinsmitglieder sind Vorstande zu verwarnen und im Wiederholiingsfalle ih> wurde. des lautet wie folgt:„Da die ve«i nfchon setzt d Die Lohnko beitszeit va Tage cor t voller Beza J,rägt 24,30 gliedschaft verlustig zu erklären. Der Feilenhauerverein uetjRbeiids beb lich, daß seine Mitglieder für einen, die getroffene Verei»' Nachtarbeit übertretenden Fabrikanten(Vereinsmitglied oder nicht) nivLohn von arbeiten, wogegen der Fabrikantenverein die Verpflichtust kälten dieje niinmt, einen solchen unter den vereinbarten Preisen arbugeder yai Feilenhauer nicht zu beschäftigen. Jff11®-irthoi Kildstock(Kreis Saarbrücken), 9. Juli. Der Arbei Verein der Bergleute hat beschlossen, gegen die EntlaM� Bergmanns und Vorstandsmitgliedes Johann Müller i JJ»,. Friedrichsthal den Beschwerdeweg zu beschreiten und, wenW*."Jr bis an den Landesherrn zu gehen. Die Ablegung Müllers,�) � erst kürzlich eine ihm'im �Prozeß.gegen Marken tn � V V(* V V•» V>vx«a.*•••-J.» J_________ zuerkannte vierwöchentliche Gesängnißstrafe verbüßt hat, Ansicht der Arbeiter im Widerspruch mit der revidirten»' J' Ordnung, wonach außer der gerichtlichen Bestrafung weg!'?, Vergehens eine Disziplinarstrafe nicht mehr verhängt werdM, P- Stockholm, 6. Juli. Unter den landwirthschaftlich� beitern Schwedens, besonders in der Umgegend von �. j ist in der letzten Woche eine Vewegung aufgetreten, die» Umfang anzunehmen scheint. Es sind nicht die selbstst«">> landwirthschaftlichen Tagelöhner, sondern die eigentlichen�, übri,,. knechte die Güter(statlcarlar) und der Häusler(torpuräoe..... welche überall von der GutSherrschast die Bewilligung fa L -' M*■•' �... cvf..e, r_ ♦ v v» v»; V V- V k va a« w• v va,« 7---|— y 1"J.H JEji-t VwlD V Arbeitszeit und höhere Löhne fordern. Auf den Güter«!� /-rru.-i-*.. J._______ CTY\___....Sa CTNk.' und El isla legten am Montag und Dienstag die finedjfl� ueincr der Forderung eines zehnstündigen Arbeitstages die Arbe» si}otaj;i und viele verließen ohne weiteres die Güter, als w."? denken da Forderung abgeschlagen wurde. Auf den Gütern Bogels dürfe.' D Früsvik wurde am Donnerstag unter der gleichen 3°.netzmigen mitten in der Heuernte von den Dienstleuten die Arben. gtrfij 0a, stellt. Der Besitzer der Güter, Frhr. v. Hüpken, sah �Kollege A nöthigt, den Leuten eine IO'/s stündige Arbeitszeit zu Kongresses woraus diese dann gestern Morgen die Arbeit wieder aus? bet Auch aus dem großen Gute Stydboholm, dem Grafen» ho Brahe gehörig, ist unter denselben Forderungen die gegen ein gestellt worden; eine Verhandlung mit den Leuten sollt! �gesamm stattfinden. Die Besitzer der Güter Helgerum und..beschlossen haben ohne langes Besinnen die Forderungen der DienF„trete willigt. Es wird angenommen, daß auf allen größeren �■)ctun0Cj,. in weiterer Umgebung von Stockholm die Arbeit»ie°v«eunstünd werden wird. In Veranlassung des in Aussicht stehend?, �en wec meinen Ausstandes der Dienstleute fand schon am Fr!' Jeberstun! dem Gute Sundby eine große Versammlung von Gut»" si Punj und Gutspächtern statt, um über die Mittel und rächen, wie dieser plötzlichen Arbeitsniederlegung von An entgegen zu treten fei. Nach längerer Verhandlung>n> schloffen, die Forderungen der Dienstleute zur Zeit NW willigen; dagegen dafür zu wirken, daß vom nächsten 9 in den gesetzlichen Miethsvertrag eine gewiffe ArU-it� gesetzt werde. Es wurde ferner beschlossen, zu einer M sammlung alle Gutsbesitzer und Gutspächter aus weitem einzuladen. Soziale Aebcefirszl n r«H« Oauardeiter Krrlin». Kameraden! J yolentlich sehen wir uns veranlaßt. Euch auf die im AUf'! stndlichen Bauarbeiter Hamburgs, Stettins, Altonas und' becks aufmerksam zu machen. Die Mittel zur Unterstüh? selben sind bis zetzt, was Berlin anbetrifft, verhülm? schwach eingelaufen. Infolgedessen ersuchen wir E"ch' Eure Pflicht den darbenden, sür ihr He0'o«z Recht 1:0" wvtif 'Sw Kameraden gegenüber zu thun. B wärligen Unternehmerr'er'-inden ganisationen der Bauar'.i.er- Zeit auch hier versuchen wird.' Solidaritätsgefühl. Der Sieg auch der unserige. Sammelliste männern zu haben und jwn O. Rennthaler, Faller neinstr. I pen, Wasserthorstr. 7t.; Sttei Pücklerstr. 13; Kandale, F.-.drei ivesten: R. Klinge, Bahnst r. 15 ftraße 5; E. Meinaß, i lmstr straße 21. Für Norden: Liiditz� Swiuemünderstr. 47; Beeil.'.de. Lui straße 42(b. Leibmann); Harms, Schönhauser Sl7 e mann, Exerzierstr. 41, und W. Hartt-tb, Zossmerstr. b» I. A.: W. Gaßmann. iHuCi i.-FTdtj ,««1,1,1-•»-®t- ■.rstr. U; mir, 229: L'-sto? Remscheid.?. Juli. Hente Morgen tagte um lOVe Uhr wiederum eine von 1000—1200 Personen besucht« Feilenhauer- Versaninilung im Lokale des Herrn Greuling, um über die Streik- ailgelegenheit zu berathen. Ter Vorsitzende frug die Versaminelten, ob Jemand in der Lage wäre, Erklärungen von Fabrikanten ab- zugeben, welche die Forderuugen der Feuenhauer der letzten Ver- sanniiluiig bewilligt hatten; er selbst sei in der Lage 3 Firmen namhaft z» machen. Es sind dies die Herren Karl Offermann lind Walter Wiedenhof in Remscheid und Braun in Wermelskirchen. Ter Streik bei diesen Firmen ist also beendet.— Der Vorsitzende theilte serner mit, daß die Jabrikanten in ihrer letzte» Versammlung „nr von!§ 6 gesprochen habe» und sprengte» die Nachricht a»is der Streik sei beendet. Von den übrigen Fordmuigen der Feilen- Hauer erwühuten sie gar nichts. Auch nach außerhalb sei die Nachricht von der Beendiguiig des Streiks verbreitet worden, um den Streikenden die finanzielle Unterstützimg abzuschneiden. Ein besonderes Lob wurde denjenigen Feilenhauern ans gesprochen, welche eine zahlreiche Familie haben und doch am trenrsten zur Fahne hielten. Es wird daini noch besonders aufgefordert, die im Verein gefaßten Beschlüsse ausrecht zu erhalteu und sich nicht so unschlüssig zu zeigen, wie die Herren Fabrikanten, welche in jeder Versammlung andere Beschlüsse faßten. Der Vorsitzende er- »iahnt« dann dringend, in der hoffentlich letzten Woche des Streiks treu a»lszuhalte>i und geißelte diejenigen, welche das Ge- riicht verbreiteten, sie hätten kein Geld mehr und müßten bald zu Kreuze kriechen. Eine nicht sehr zarte Würdigima wurde dem Deniinüaiiten zu Theil, welcher die Liebenswürdigkeit hatte, dem „Bergischen Tageblatt" die Namen der srenndlichen Spender für die streikenden Feilenhauer mitzutheilen. Ter ganze Hauptzweck Vevsitmrmlmrge»»- Die Klempner hielten am Montag Abend eine Versammlimg in May's Sälen, Beuthsiraße, unter Herren Selchow, Köhler. Abraham und® � um den Bericht der Lohnkommission zn hören und üb«,„ Eintritt in einen Sireik zu berathen. Es res« J Abraham, welcher Eingangs seiner Ausführungen« aj blick aus die Klempner-Beivegung gab. Zu Beginn de Jahre habe die Bewegung unter den Klempnern einen j Aufschwung genommen. Allerdings sei damals ni .ngenomn lehmizun' ieschließt � nc Klen Punkte .nS Ge .»treiben Das sei deschlosser I, Allgitst Zorderun nöglichst Lersamm Frage gc Baens' Weimare mit einei Gin gnteresi ui Gchli 2. Bespr .okoll dei fallen ge schienen stände u Versa, n» Jbold tasse d seien. an der wurde o diesjähr parle» i habe, j decker-J 9 M. p wältig Herrn Si worden, KölnS j einzuw Ei Fach» wand am ö. nung f nähme rungen de» Vc Punkte Kollege eit v> fiaudes der illln durch nichts gehinderte Ueberiiillth des KaplU""« daS Gefühl der Ziisamliiengehörigteit unter den � stärkte,(rs wurde ein« Orgauisatton gegründet,.Jj Tag zu Tag mächtiger wird und zu de» besten �(1iJ berechtigt. Diese Vereinigung ist eine Naturnoty'� gegenüber dem Bestrebe» der Arbeitgeber, die ivirthschm'JJ des Arbeiters immer tiefer herab zu drücken. Schlimn' I es, daß die Gesetzgebung nun auch noch den iPS stärkeren Theil, die Kapitalisten, unterstützt, indem die- � Gewerbeordniing das„An, reizen zuiii Streiken" bestZ.� durch eine Organisation könne ei» Druck auf die öP. ausgeübt werden; deshalb müßten alle Klempner de>n> beitreten. Dies sei auch die Vorbediiigung, wollten d»« i — was allgemeiner Wunsch ist— eine Bessermig ihr« � Verhältnisse erreichen. Gewiß sei das Bestreben, Besserung_ der Lebenslage zu verschaffen,, Gewiß sei es segensreicher, wenn durch ei»!. unser er komme zu»vel waren Enlgeg Arbeit Jnnun sich d. Stund Lohna W des F resp. i tagsa Erhöl Facht besserniig bie_ Masse kanskrästig gemacht durch eine Verkürzuiig der Arbeitszeit die Reservearmee' nv die konsumtionsfähige Masse vergrößert wird, als wenn eine and voll Unternehmer den aus der Waare Arbeitskraft ge- reßten Mehriverth auf die hohe Kante legt. Aber um das alles iu erreichen, müsse man verschiedene Momente in Betracht ziehen: eine starke Organisation, ob eine Prosperität im Gewerk nd ob auch Mittel zum Kampfe vorhanden sind. Die Organi- ätion sei zwar gut, aber noch nicht stark genug, um eine Schleicht lN schlagen. Da hatten die Kollegen noch nachzuholen. Mit der rosperitäl stehe es augenblicklich sehr schlecht. Es sei faule Zeit. in Lohnfonds sei auch noch nicht angesammelt; außerdem müsse etzt alle Kraft darauf verlegt werden, den Hamburger Arbeitern zim Siege zu verHelsen. Aus allen diesen Grün- en räth Redner von einem Eintritt in eine Lohn- � ewegung in diesem Jahre ab; fordert aber die Kol- nilifllege» auf, rege Propaganda für den Beitritt zuni tiildfsachverein zu treiben und Geld zu sammeln. Dagegen könnten j Bschon jetzt die Forderungen, die aufzustellen sind, berathen werden. >e, iis Tie Lohnkoinmtssion habe folgendes ausgearbeitet: I. Eine Ar- «beitszeit von S Stunden: am Sonnabend eine Stunde, an dem , Ol Tage vor den drei Hauplfesten 2 Stunden früher Feierabend bei � voller Bezahlung(S Stunden). 2. Der Mindestwocheulohn be- ihr« trägt 24,30 M.<45 Pf. pro Stunde). Ueberstunden bis 10 Uhr veÄLlbends bedingen 25 pCt. Aufschlag; Sonntagsarbeit 50 pCt. und rein Nachtarbeit 100 pCt. Aufschlag. 3. Bei Akkordarbeiten muß der niHLohn von 24,>0 M. ausgezahlt werden. Für Ueberstunden:c. ""gelten dieselben Aufschläge, wie bei Lohnarbeit. 4. Der Arbeit- geber Hai das Werkzeug zu liefern und darf für fehlendes Werkzeug beim Abgang des Arbeiters kein Geld einbehaltcn, soweit dem Arbeiter nicht nachweisbar die Schuld trifft. 5. Ebenso sorgen die Arbeitgeber bei gefahrdrohender Arbeit, soweit sie .�laicht schon gesetzlich dazu verpflichtet sind, für Schuhrüstungen, �»Rettungsleineno lange gegen»in Streik, bis ein namhafter Unterftützungsfonbs i angesainmelt ist. Es wird schließlich mit großer Majorität beschlossen, dieses Jahr nicht in einen Streik ein- »treten. Man schreitet nunmehr zur Berathung der For- Gerungen. Das Ergebniß der Diskussion war folgendes: 1) Die «eunstündige Arbeitszeit wird beschlossen. Die übrigen Punkte Zillen weg. Punkt 2 wird mit dem Zusatz angenommen, daß Ueberstunden-, Sonntags- und Nachtarbeit möglichst zu vermeiden st. Punkt 3 wird mit dem Hinweis auf möglichste Abschaffung .ngenommen. Die übrigen Punkte erhalten ebenfalls die Ge- lehmigung der Versammlung, welche noch folgende Forderung »eschließt: Die Arbeitgeber haben bei Fayadenarbciten für sie-Klempner eine eigene Rüstung zu stellen. Bei diesem punkte gehen einige Redner scharf mit den Putzern .ns Gericht, welche die Klempner bei der Arbeit ."»treiben, damit sie ungehindert ihre Arbeit machen können. Das sei eines denkenden Arbeiters unwürdig. Es wurde noch | beschlossen, pro Mann und Woche 25 Pf. zum Streikfonds vom l. August ab zn zahlen, damit im nächsten Jahre die aufgestellten I Zorderungen durchgeführt werden können. Dieser Beschluß ist - nöglichst unter den'Kollegen zu verbreiten, damit in der nächsten tV Versammlung Beschluß über die bestmöglichste Regelung dieser J Frage gefaßt werden kann. Nachdem noch die Kollegen Franz, !. j B a e n s ch und Thiele als Revisoren der Abrechnung vom Weimarer Kongreß gewählt worden, schließt die Versammlung mit einem Hoch auf die Arbeiterbewegung. Eine Versammlung de» jUrrein» zur Zvahrnug der Intrrrsieu Kerliurr Dackdrlier tagte am Sonntag Vormittag vei Schlüter, Kleine Markusstr. 10. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Besprechung des Stiftungsfestes, 3. Verschiedenes. Das Pro. .okoll der Versammlung wirb angenommen. Der 1. Punkt wurde fallen gelassen, weil der betreffende Herr zum Vortrag nicht er- schienen war. Zum 2. Punkt wurden die vom gesammten Vor- stände und Vergnügungs-Komitee gemachten Vorschläge von der Versammlung angenommen. Unter„Verschiedenes" wies Herr Jbold nach, daß die Quittungsbncher der Ortskranken. lasse der Dachdecker Berlins nichts als Arbeitsbücher seien. Ein Antrag Delahaye, daß sich die Kollegen nicht an dem deutschen Schützen-Bundesfest beiheiligen solle». wurde angenommen, da der Berliner Magistrat 40 000 M. zum diesjährigen Schützenfest bewilligt, aber den Antrag der Arbeiter- Partei wegen Lohnerhöhung der städtischen'Arbeiter abgelehnt habe. Herr Rackwitz wies nach, daß der Obermeister der Dach- deckcr-Jnnung, Keller, den vorjährigen Lohnverdienst mit 6 bis 9 M. pro Tag angegeben habe. Der Dachdecker verdiene gegen- wärtig nur 40 bis 00 Pf. pro Stunde. Durch die Aussagen des Herrn Keller seien die Kollegen bis in die 4. Sleuerstufe geschraubt worden. Zum Schluß erklärte man sich noch mit den Dachdeckern Kölns solidarisch und verpflichtete sich, mit allen Mitteln dafür einzutreten, daß die Kölner Kollegen zum Siege gelangen. Eine außerordentliche Generatversammtuug des Fachvereins der in Buchbindereien und ver wandten Betrieben beschäftigten Slrbeiter fand am 5. Jnlt bei Keßner, Annenslrafie, statt. Auf der Tagecord irnng stand: I. Vortrag über„Klaffenhochmuth". 2. Stellung nahmt zu dem bisherigen Verhalten der Innung unseren Forde rungen gegenüber. 8. Verschiedenes. Aon einer Dteknssion über den Vortrag wurde>n'Anbetracht der Wichtigkeit des zweiten Punktes der Tagesordnung Abstand genommen. Hierzu ergriff Kollege Tilchner das Wort. Er stattete Bericht ab über oaS seiner Zeit vom Fachverein beantragte in Vsrbiudunatreten des Vor. standes desselben mit dem Vorstand"..... rungen der Forderungen sollte nun in drei Wochen von der Innung eine Arbeitgeberversammlung einberufen werden, zu der ca. hundert Buchbinder, welche sich durch Karten, welche die Innung dem Fachvcreinsvorstand übergeben wollte, legitimiren 'ollten, zugezogen werden sollen. Als nach vier Wochen keine derartige Versammlung stattsand, richtete der Fach- vereinsvorstand eine Mahnung an den der Innung. Hieraus kam kein Bescheid. Auf eine nochmalige Mahnung wurde per ioflkarte mitgetheilt, die Versammlung finde noch vor dem l. Juli tatt. Da nun jetzt schon der 5. Juli sei und die Innung sich mmer noch nicht zur Erfüllung ihres Versprechens bequeme, solle etzt der Fachverein beschließen, wie wir uns weiter zu verhalten haben. Nachdem die mit der Innung ausgetauschten Schriftstücke verlesen, wurde zur Diskussion geschritten. An derselben bethei- ligten sich die Herren Schneider, Haß, Tilchner, Marwitz. Hoffmann und Wach. Alle Redner sprachen sich mißbilligend über das Verhalten der Innung aus. Nach der äußerst animirten Debatte wurde folgende Resolution angenommen:„Die heutige Verj'ami»- lung beauftragt den Vorstand, Zirkulare an die Arbeitgeber ans» zuarbeiten und zu versenden, in nächster Zeit eine öffentliche Versammlung einzuberufen, wozu die Arbeitgeber eingeladen werden und ebenfalls die Arbeiterinnen hinzuzuziehen sind." Unter Verschiedenem überbringt Kollege Tilchner dem Fachverein einen Gruß der Generalverfammlung der Zentralkrankenkasse zu Offen- dach. Nachdem Kollege Hoffmann auf die Nützlichkeit einer regeren Werkstuben-Agiiation und auf das am 2G. Juli statt» indende Sommervergnügen des Fachvereins hingewiesen hatte wurde die Versammlung geschlossen. Generalvevsaminlung der Freien Nereinignng der Graveure»nid Ztselrure. Tagesordnung: I. Geschäftliches. Berichte. 3. Revision des Statuts. 4. Autrag Blühmke: Er- höhung der Beiträge. 5. Ergänzungswahlen. Der Vorsitzende giebt einen kurzen Rückblick über das verflossene Halbjahr. Durch die in dieser Zeit einberufenen öffentlichen Versammlungen ist ein großartiger Erfolg im Verein zu verzeichnen; im Anfang dieses Jahres zählten»vir 96, zur Zeit 223 Mitglieder. Es ist zn be- grüßen, daß die Kollegen endlich mit dem ihnen zum größten Theile anhastenden Künstlerdünkel gebrochen haben und sich nun aufraffen, unsere Interessen durch eine Organisation zu wahren. Das Nachweisbureau hat insofern eine Veränderung erhalten, als dasselbe von 14 Mitgliedern versehen wird. Es befindet ich im Vereinslokal, Tresdenerstraße 45. Die Untorstützungskasse hat ihren Zweck in guter Weise ausgefüllt, unter anderen wurden der Zlgitations-Kommission 110 Mark für die am I.Mai Gemäß- regelten überwiesen. Die Kassen wurden in Nichtigkeit befunden und dem Kassirer Decharge ertheilt. Das Statut wird einer durchgreifenden Aenderung unterworfen, es wird der Paragraph gestrichen, daß volitische Zwecke verfolgt", in Anbetracht, Angelegenheiten erörtern müssen und eine bestimmte Grenze darüber, ob diese politische sind, nicht existirt. Bei dem Antrage des Kollegen Blühmke entwickelt sich eine heftige Diskussion; der Antrag selbst wird angenommen. Kollege Kröbel legt sein Amt als erster Vorsitzender nieder, an seiner Stelle wird Kollege Blühmke gewählt. An Stelle des ersten Kassirers C. Müller wird der Innung, behus Regelung unser« Forderungen. An die Innung habe man sich geivandt, um durch sie, als einzige Arbettgeber-Verbiudimg in unserem Gewerbe, mit der Unternehmerschaft Fühlung zn be- kommen Am 26. März habe eine Borstands, ctzuug Mtgesrniden. zu welcher der Jnnungsvorstand.eingeladen war Erschienen ivaren zwei Herren. Ter Obermeister Lochner stellte dort ein Entgegenkommen der Innung in Betreff der Verkürzung der Arbeitszeit in Aussicht. Eine Litztmg mit dem gesammten Jnnungsvorstand fand dann am 7. Mai statt. Hier erklärte stch derselbe mit der nennstündigen Arbelt»zeit, sowie 35 P,g. Stundenlohn einverstanden. Bei ver Erörterung des prozentualen Lohnausschlags wurde aber darauf hingewiesen, daß ein 25prozenttver Aufschlag für Ueberstundenarbeit schon vor Jahren festgestellt sei, die Gehilfen denselben aber nicht beansprucht hätten. Der Vorstand des Fachvereins habe sich mit Abstandnehmung von der 83'/» resp. 50 prozeiitigen Mehrzahlung der Ueberstunden- sowie Sonn- tagsarbeit und mit der damals bewilligten 25 resp. 33'/zprozentige>i Erhöhung einverstanden erklärt und sei dies ja auch daraus durch Fachvereinsbeschluß sanktionirt worden. Zu weiteren Erörte- der Verein keine daß wir öffentliche Kollege Futtich gewählt. Kollege Zack als Beisitzer wird durch Kollege Kröbel erseht. Nor Fachvrvein der Gas-, Wasser- und Keizungo rohrleaer und verwandten Kerufagcnosse» hielt am 22. Juni er. seine regelmäßige Versammlung in Feuersteins Salon unter folgender Tagesordnung ab: 1. Vortrag des Herrn W. Werner über: Gewerkschastsorgänisation und Jnnnngsbestrebiingen. ?. Diskussion. 3. Abrechnung vom Stiftungsfest. 4. Wie stellt ich der Fachverein zur Anschaffung der Kongreßprotokolle? . Verschiedenes und Fragekasten. Der 1. und 2. Punkt mußte, da der Referent nicht erschienen war, zurückgestellt werden. Zum 3. Punkt wurde dem 5tollegen Kutscherra das Wort ertheilt; derselbe machte bekannt, daß die Einnahme 55 Mark 50 Pf. betrage, die Ausgabe dagegen 60 Mark 50 Pf., so daß ein Defizit von 5 Mark zu verzeichnen sei. Nachdem die Abrechnung für richtig befunden und angenommen wurde, er- theilte der Vorsitzende dem betreffenden Komitee die Decharge.— Der 4. Punkt wurde dadurch erledigt, daß 100 Protokolle nach kurzer Debatte gegen 6 Stimmen zur weiteren Verbreitung angc nommen wurden. Unter Verschiedenem machte der Vorsitzende bekannt, daß der Referent bis jetzt leider nicht erschienen sei und rügte infolge dessen sein unentschuldigtes Fernbleiben, es sei bc- reils das zweite Mal, wo er dem Verein gegenüber sein Wort nicht gehalten hätte. Hierauf wurde nach kurzer Debatte ans ein ferneres Referat des Herrn Wilhelm Werner verzichtet. Hierauf gelangte folgende Siesolution zur Verlesung: „Die heutige Aersamnilung beschließt, den„Berliner Lokal Anzeiger" in Anbetracht des nnqualifizirten Betragens des Be- itzers(derselbe forderte seine Setzer auf, aus dem UnterstützungS- Verein deutscher Buchdrucker auszutreten), soiveit derselbe nicht .chon abbestellt ist, abzubestellen, das Jnseriren in diesem Blatte möglichst zu meiden und bei den Inserenten keine Einkäufe zn machen, bis der Streik zu Gunsten der ausstehenden Setzer ent- 'chieden ist." Diese Resolution wurde nach kurzer Debatte mit der Motii viruug seitens des Kollegen Becker abgelehnt, daß ein zielbewußter Arbeiter wohl ganz entschieden auf ein Abonnement des betr. Blattes verzichtet. Eine zweite Resolution, welche besagt, nur Hüte»nt Kontrol- marken z» kaufen, wurde einstimmig angenommen. Nachdem noch eine kurze Debatte über diese Angelegenheit stattgefunden hatte, wurden vom Obmann der Fachkouninsston mehrere Unternehmer wegen ihrer Schundarbeit in die Oeffent kichkeit gebracht. Nnchdein auch diese Zlngelegenheit erledigt war, las der 2. Vorsitzende eine Bescheiniguug der Kellner vor, welche folgen den Inhalt hat:. „Ich erkenne hiermit an, daß ich von meinem Arbeitgeber besonders darauf aufmerksam gemacht worden bin, daß für die Bemessung der Rente, im Falle meiner vollständige» oder theiliveisen Erwerbsunfähigkeit infolge von Unfall, die An gäbe der mir zugeflossenen Trinkgelder er, orderlich ist. �ch verpflichte mich, meinem Arbeitgeber spätestens am jedesmaligen Jahresabscblusse, oder bei meinem Abgange, falls solcher im Laufe des Jahres erfolgen sollte, unaufgefordert anzugeben, welche Summe ich seit Beginn des Jahres an Trinkgeldern(außer dem mir bewilligten Lohne) vereinnahmt habe. Ich erkenn« ferner an, daß die Folgen unrichtiger und unterbliebener Angaben einzig und allein mir zur Last fallen; mein Arbeitgeber ist weder geyalte» noch überhaupt in der Lage, meine Angaben zu kontrolire» oder sehlende Angaven ohne meine Hilfe zn erbringe».(Unterschrift.) Nachdem in betreffs dieser Bescheinigniig eine kurze aber scharfe Debatte über das Vorgehen seitens der Arbeitgeber statt gefunden hatte, machte der Vorsitzende bekannt, daß die nächste Versammlung am 13. Juli cr. im selbigen Lokal stattfindet und schloß hierauf die heutige Versmnnilnng mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Arbeiterbeivegnug.... Von der Krrtinrr Velv-tfabrUc erhalten wir folgende Berichtigung: Geehrte Redaktion! In der 2. Beilage der Sonn- lagsnmnmer vom 6. ds. Mts. bringen Sie unter der Ueberschrift „Eine öffentliche Versainnilung der Filiale Ripdorf des Allge' meinen Arbeiterinuenvcreins Berlins und Umgegend einen Bericht über eine öffentliche Arbeiterinnen-Versammlung, in welcher eine l2Vs M. pro Woche variiren, der Verdienst der Stopferinnen erreicht sogar häufig eine Höhe von 21 M. und darüber. Die Abzüge und Strafgelder, welche nach der unwahren Be- hauptung der Frau Gubela die Hälfte des Arbeitslohnes ver- chlingen sollen, übersteigen niemals 30 Psg. Wir ersuchen Sie, auf Grund des Gesetzes vom 7. Mai 1874, obiger Berichtigung in Ihrem geschätzten Blatte Raum gewähren z» wollen. Hoch- achtungsvoll Berliner Velvetfabrik. Der Uersummlungsbericht der Korbmacher in der Sonntagsnummer 154 enthielt einige Unrichtigkeiten. Es heißt: die Korbmacher sollen eine Zentralkrankcn- und Sterbekasse er- richten. Es muß aber heißen: eine Filiale der Zentral- kranken- und Sterbekasse deutscher Korbmacher in Berlin zu er- richten. Fachumin in Papier,, ib»it««ln»»n ,»,d tieemnuMen Keruf«- «enafstn»»». Srobe Verfoinnlliing. Am Donnersiag, den io. Juli, Abends " Uhr, bei Fenike. LandSbergerstr. tt. Vrahe Nersammixng des Perein» deutscher Kchnymacher(Filiale Berlin). Donnersiag, de» io. Jim, Abends SP Uhr, in Scheger's Salon, Jnfelsirabe io. Tagesordnung: I. Borlrag des Herrn Pistsch: Tie Organt- ation der Echuhniacher aus Srund der Beschlüsse vom Internationalen Sit- >eite>Io»greb zn Pariö. 2. Dtslllssion. s. Verschiedenes. Wvolje öffentlich« P-rsninniinng sännmlicher in der Pelz-, Mühen- und Znrichter-Branche befchästiglen Ardeiter und Arbeilerinnen Berlins am Donnerstag, den io. Juli, Abends 8 Uhr, im Schützenhanse, Linienstr. 6. Kaliaidriuotiratischer Lese- und DioiintiriU»!-„International«" Donnerstag, den io. Jnli, Abends 8 Uhr, Sitzung. Kleine Andreasstr. is, bei Oelze. Wüste haben Zulritt. zfreie P-re>»ig»»g der Ka»fl«»t». Donnerstag, den l». Jnlt, Abends Uhr. Mitglieder-Versaminlung im Dresdener Garten, DreSdenerstr.«s. Tagesordnung: l. Bortrag über„Kapitalistische und sozialistische Moral." 2. DiStlission und Fragebeaniwortung. S. Aufnahme neuer Mitglieder und ijntrichtnng der nUlständigen Beitrüge. 4. Verschiedenes. Wüste sind will- lomuien. Kraß» Persainmlnng deZ Sozialdemokratischen WahwereinS für Teltow- Charlotrenburg am Donnersiag, den io. Juli, Abends e Uhr, in„BismarckS- Höhe", WilmerSdorferstr. SS. Per P>rri» der berliner Nau«dien«r Hütt am Donnerstag, den I». Juli, AbendS 9 Uhr, Neue Srünstr. 2S, die». ordentliche Weneral-Ver- sammlung ab. Tagesordnung siehe Inserat. S»e>« Kranii»»- und Kegriiiiniß-Kass» der Kchnh«,ach«r und Berufs- genossen Berlins.(S. H. Nr. 27.) Gsneralversamuilung. Montag, 21. Juli, lbendS s Uhr, Fischsrstr. 25. Acht«»», Aansdiener! Graste öffentliche Versammlung aller Hausdiener Berlins am Freitag de! Feuerstein, Rite Jakobstr. 75. Tagesordnung:>. Be- richlerstattung de, beiden Delegirten vom Kongreß in Hannover. 2. Wie stellt sich dte HauSdicnerschaft zu dem Verhalten der sogenannten Kongrestkonlmisfton. S. Erledigung de« dritten Punkte« der Tagesordnung vom 27. Juni. e. Die Zentral-Sireilkommisston und SerschledencS. Kollegen, betrachtet eS als Pflicht, in dieser Bersannnlung zu erscheinen und tretet Mann für Mann für die Interessen unsere« Berufs und diejenigen der Arbeiterschast ein. Prrband der Prrgoider,«oldieift»«- Arbeiter und verwandter Kernssgenoss«». Großes Sommerfest am Sonnabend, den 12. Juli, im Btktoria-Parl, Frankfurter Altes 72. «roste öffentlich» Persammlung aller Utechanilier und Berussgenossen Berlins und Umgegend am Donnerstag, den iv.Juli, Abends 8 Uhr, i» Feuer- stein'» Salon, Alte Jakobstr. 75(oberer Saal). Lachvrrein der Lederarbriter. Vertrauensmänner- Versammlung am Donnerstag, den io. Zuit, Abends 9 Uhr, bei Herrn gnbeil, Naunynstr. 80.. ES ist Pflicht eines jeden Vertrauensmannes, in diejer Bersanimlung zu er- scheinen. Krank»«-»md Kegräbnistkass« des Perein» sämmtiicher Kerus«- klaffe», Verwaltungsstelle Berlin l. Versammlung am Sonnabend, den 12. Juli, AbendS 8 Uhr, bei Wollschlüaer, Biumenslr. 78. Tagesordnung: Kassenbericht. 2. Antrüge. 3. Mittheilungen.». GeschüftlicheS. Lachverei« tur Kchioffer»>»d ZUa ich inend anarbeite,- Kerlin« und ilmgegend. Große Versammluna am Sonnabend, den 12. Juli, Abends»ssUhr. n Nehlitz' Salon, Bergstr. 12. Tagesordnung: I. Vortrag de« Herrn Türk über Frauenbefrciung. 2 Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitakieder und Entrichtung der Beitrüge.». Ersatzwahl der Arbeitsnachweis- Kommisston. ' Verschiedene« und Fragekaste». Um zahlreiche« Erscheinen wird ersucht. «»sang-, Turn-«nd geseUig» Prreine am Donnerstag. Männer- gesangverein„Lätitia" Abend« 9 Uhr in Vcttin'S Nestanrant, Veteranensir. 19. — Gesangverein„Bretzelschlub" Abends 8'( Uhr im Restaurant Mündt, Kop- nilkerstraste Ivo.— Münnergesangvcrein„Nordstern" Abend« 9 iihr im Restaurant Pohl, Mülle,-str. 7.— Schäfer'fcher„Gesangverein der Elscr" Abends 9 Uhr bei Wolf u. tiriiger, Tkaliyerstr. 12«, Gesang.— Gesangverein „Blülhenkranz" Abends 9 Uhr im Restaurant Brandenburgstr.«o.— Männer- csangveretn„Alexander" Abends 9 Uhr im Restanra»! Rose, Straustderger- lraße 3.— Männergesangverein„F-trmitaS" bei Kinner,»öpntckerstr.«3.— Gesangverein„Süngerlust", Abends o Uhr, im Restaurant LandSbergerstr. 80. � Gesaugverein„Männerchor St. Urban"'Abends 9 Uhr Annen str. o.— Gesang- verein„Deutsche Liedertafel" Abend«» Uhr KöpnWerstr. Ivo.— Gesangverein „Norddeutsche Schleife" Abend» von ob!« I! Uhr, Mtchaelkirchstr. 39.— Frau Aubeln sich hauptsächlich gegen die unterzeichnete Firma i» ihren Ausführungen wendet mit der wahrheitswidrigen Be- hauptung.:... ,...„... Einige Arbeiterinnen sind dort in der Lage, 14 �agen eine» Verdienst von 9 M. zu erzielen, wovon jedoch im Unglücksfalle noch die Hälfte für Messer und Strafgelder abgezogen werden kann." Wir erkläre» hiermit diese sämmtliche» Ausführungen in allen Punkten für wahrheitswidrig. Unsere Arbeiterinnen erzielen Löhne, welche zwischen 9»/« und Münnergesangverein„SangeSfreundc" Abends 9 bis 11 Uhr, Frnnkfnrter Bier- hallen(Kvüaer), Große Frankfurt ersir.>02.—„Brunonia" Abend« 9 Uhr iiebnngsstnnde bei Lehmann, Alexandrinenstr. 02.— Turnverein„Hasenhalde" (Lehrltngsablheilung) Abend« 8 Uhr Dieflenbachstr. 00—01.—„Berliner Turn- aenossenschast"(7. Lehriingsabllietluna) Abends 8 iihr in der slädiischen Turn- lalle, Britzerstr. 17— 18;— desgl. e. Männerabthe ilnng Abends 8 Uhr in der slädiischen Turnhalle, Gubenerfir. si.— Lübeck'scher Turnverein(Männer- Abtheiinng) AbendS 8 Uhr Elisabethstr. 57—58.— Allgemeiner ArendS'scher Stenvgraphenverein, Ablhellung„Louisenstadt", Abcndö Uhr im Restaurant Proust, Oranienftraste 51.— ArendS'scher Elenographenverein .Phalanx" Abend» 8Ü Uhr im Restaurant„Zum Buclower Garten", Buckower- Ilraste 9.— Deutscher Verein ArendS'scher Stenographen AbendS 9 Uhr in Heidt'« Restaurant, Koppenstr. 75, Unterricht und Uebuna.— Berliner Steno- graphen-Verein(System Arend«) LidcndS 9 Uhr im Restaurant Friedrich- trastc 20s.— Stoize'seder Stenograpyenverein„Rord-Bertin" Abend« 9 Uhr, Schlegelftr.«.— Verein der„Naturfreunde" Abends 9 Uhr im Restaurant Wtonerstr. 35.— Verein der Unruhstüdler Abends 8); iihr im„König- ladt-Laflno", Holzmarktsir. 72.— Worein ehenialiger F. W. Rettschiag'scher Schüler am 1.»nd 3. Donnerstag jeden MonatS im Gase Schüler, Land«- bergersir. 78 Abend« 8 Uhr.— Rauchkluv„Kernspitze" Abend««.'§ iihr im Nestanrant Böhl, Aiidersdorforstr. 8.— Verein ehem. Schüler der 2«. Ge- metndeschnle Abend« 9% Uhr, Große grankfurterftr. 47 bei Mariini.— Rauch- klud„Arcona" Abends 0 Uhr bei Zivltnsti, Rcichenbcrgerstr. 71.— Rauchklub „Dozimalivaage" Avend« 9 Uhr, Viumenstr. l!8 bei Hencke.— Rauchklub „Vorwärts" Abend« 0 Uhr beim Herrn Tempel. Restaurant„Zum Ambot", Breslaucrstr. 27. Orientalischer Rauchklub" Adendb» Uhr im Restaur. Wiecherr, Orauienstraste s.— RauchNub„Krumme Piepe" Abend« v iihr Langosir. 70 bei Heiudors.— iliauchkluv„Eollegia" Abend« 9 Uhr bei Thiem ermann, Skalitzcrstr.«5. — Skatllub„Rückwärts" jeden Donnerstag Abend s Uhr im Restaur, Boderte, Pallisadenstr. 47.— Privat-Thcatergesellschaft„Adlerschwinae" Sitzung v); Uhr Gartenstr. Ii bei Träger.— Mnflkverein„Vorwärts" Uebung Abends von «i; bi» ivis iihr, Annenstr. 14 pari. Nene Mtiglicoer, ivelche schon blasen tonnen, flnden Aufnahme.— BergnügungSvrrein„Fartnolly" AbendS 9jj Uhr Sitzung Fidelita« Jnvalidenstr. 139. Gülle Willrommen. Ausnahm« neuer snung" FriedrichSberg bei Reusch, W.> cke. iiebiingSstunde. Aufnahme neuer Mtiglieder.— Ranchllud„Wald-Kuaster" Abends von 9 bis n Uhr Wallsir. s bei Gimpel.— Seeger'lcher Gesangverein Abend« 9 Uhr, Blumen- sirast: 4« bei Wonck.— Münnergesangverein„Alte Linde" 8!:— ivsz Uhr, Johns Reiiauraut.— Gesangverein„Kornblume" Abend« a Uhr im Restaurant Biumenstr. 54, UebnngSstunde. Mitglieder.— Arbettsrgefangvsrcin Frankfurter Chaussee-»nd Dorfstraßen-l Die Redaktion stellt die Benutzung de« Sprechsaals, soweit Raum dafür abzu- gebe» ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheilen allgemeinen Interesse» zur Persügnna: sie venvahrt sich aber gletchzetttg dagegen, mit dem Jnhall defletben tdenttfiztrl zu werden. Es kann den Arbeiter- irnd sonstigen Vereinen resp. den Vor- ständen derselben nicht warm genug ans Herz gelegt werden, bei Arrnngirnng von Festlichkeiten und Vergnügungen die Stellung der Musik hierzu nur Zivil-Beruss- Musikern zu übertragen und nicht den sogenannten S t a d t- M u s i k- direktoren, welche sich in letzter Zeit hier und um Berlin herinn geradezu pestilenzartig breit gemacht haben. Diese» Leuten, welche angeblich den Zweck verfolgen, junge Leute zu tüchtigen Musikern auszubilden, ist es in Wirllick)keit nur darum zu thun, sich auf Kosten der Gesnndheil der ihnen anvertrauten Zöglinge zu bereichern, unbekünimert darum, ob dieselben dabei uiornlisch und physisch zu Grunde gerichtet werden oder nicht. Für die Wahrheit dieser Worte haben wir eine Menge der besten Vcivcise! Tie ineisten dieser Herren„Stadt-Musikdirektoren"(!?) halte» eine unglaubliche Zahl Musiklehrlinge, viele haben 50 bis 70, einige aber sogar 100 und noch mehr Zöglinge(Lehr- linge). Nicht allein, daß bei dieser„Massenausbildung", wie wohl jeder Denkende einsehen wird, der künstlerische Nutzen für die Zöglinge nur ein sehr geringer und mangelhafter sein kann, sind die Kenntnisse der Lehrherren oft noch derartig, daß sie wahrlich nicht znm Lehren berechtigen. So hat auf einer „Bersannillimg der Stadt-Atusikdirektoreu", welche am 31. März o. I. hier in Berlin tagte, einer dieser Herren„Stadt-Ntusik- direktoren". welcher in einem kleinen Dorfe unweit Berlins haust und eine stattliche Anzahl„Lehrlinge" hält, öffentlich velannt: „daß er in Wirklichkeit gelernter Schuhmacher sei." Nun, dieser Fall spricht doch deutlich genug dafür, welche Zwecke diese Herren verfolgen. Dann denke man sich in einein solchen„ M a s s e n m u s i k er a u s bi l d u n g s- In- st i tut" vier bis sechs jungt Leute,„Gehilfen" genannt, welche eben selbst erst, eine ivomöglich ebenso„vorzügliche" Musiklehre verlassen habe», als die, in welcher sie sich jetzt befinden, um an» deren Lehrlingen von ihren empfangenen Kenntnissen einzuimpfen. Diese 4—6 Gehilfen, mit der„glänzenden" Gage von monat- tich S bis IS Mark und freier Station denke man sich in Gemeinschaft mit ihrem Brotherrn SO— 70, oder bis 100 Musiklehrlinge unterrichten. Welchen künstlerischen Nutzen eine solche„iilusbrldung" für den einzelnen Musikzögling hat, kann man sich denken. Selbstverständlich:„Es muß viel Geld ein- bringen, darf aber wenig kosten". Am liebsten würden die Herren Stadt-Musikdirektoren schon gar keine Gehilfen mehr halten, um auch noch dieses Geld zu schlucken, das sieht man ja an den vielen Annoncen dieser Herren in den Musiker- und auch ver- schiedenen Tages-Zcitungen, unter letzteren ganz besonders die „unparteiische" Zeitung(!?) mit der größten(?) Auf- läge aller deutschen Zeitungen". In diesen Annoncen heißt es:„Junge Musiker, Volontäre, die sich werter ausbilden wollen, werden bei hoher Gage und freier Station gesucht u. f. w." Wie hoch diese hohe Gage in Wirklichkeit ist, habe ich schon weiter oben ange- geben. Diese Volontaire,„die sich weiter ausbilden wolle n", sind dann die Gehilfen, die den Lehrlingen die Kunst des Musizirens beibringen sollen. Gehilfen, die kaum älter sind als die ihnen anvertrauten Lehrlinge. Das sind ja ungeheuere Respektspersonen! In der Zeitung mit der„größten Auflage aller deutschen Zeitungen" erschien vor einiger Zeit aus Musikerkreisen eine Warnung vor Er- greifung des Musikerberufs. In dieser Warnung war das ganze Treiben der Herren Stadt-Musikdirektoren aufgedeckt. Der Einsender jener Warnung war mir sehr bekannt. Er sagte mir gleich, daß seine Einsendung von Seiten der Re- daktion betreffender Zeitung wohl um die Hälfte gekürzt worden ist. Namentlich einige ganz wichtige Punkte seien gestrichen wor- den. Acht Tage später erschien aus diese Warnung eine Ent- gegnung der angegriffenen Stadt-Musikdirektoren. Diese Ent- gegnung war über noch mal so lang, als die Warnung meines Freundes, und mit so schönen Phrasen gespickt, überhaupt so ge- schickt arrangirt, daß sie wohl im Stande war, das Publikum zu täuschen und die Wirkung der Warnung vollständig abzu- schwächen. Damit aber noch nicht genug, schien es die Redaktion jener Zeitung auch noch für nöthig zu halten, ihr Fett dazu geben zu müssen, indem dieselbe in einer Anmerkung zu besagter Entgegnung ausführte:„daß der Einsender jener Warnung vor Ergreifung des Musikerberufs" etwas übertrieben Hab e." Jedenfalls wollten die Herren jener Redaktion mit dieser Anmerkung das Kapital retten. In der Entgegnung selbst hieß es aber an einer Stelle, daß die Gehilfen nicht bis 20 M. monatliche Gage erhalten, wohl aber bis 100 Mark und freie Station.— 100 M.ü— Diese hundert Mark sind wohl den armen Musikgehilfen bisher nur als ein Gebilde ihrer Phantasie im Traume vorgegaukelt. Aber entrüstet über eine solche ganz gem-- xaräon, der Wahrheit entsprechenden Behauptung" schrieb ich sofort selbst einen Aussatz, worin ich die Ausführungen meines Freundes rn seiner Warnung unterstützte, und zum Beweis dessen, daß die Behauptungen meines Freundes in Betreff der Bezahlung der Gehilfe» richtige sind, legte ich meinem Aussatz einige Briese und Postkarten bei, die ich, als ich selbst einst in unserer Musik- zeitung Stellung suchte, erhalten hatte, und in denen mir Stellung als Gehilfe angeboten wurde mit monatlicher Gage von IS— 20 M. bei freier Station. Diese Briese und Postkarten sandte ich nebst dem Aussatz an die Redaktion besagter Zeitung, mit der Bitte, sich von der Wahrheit der Worte jener Warnung meines Freundes zu überzeugen und den Aussatz zum Abdruck zu bringen. Aber was nicht kam, das war der Aufsatz. Nicht einmal eine Antwort erhielt ich darauf. Mein Artikel und meine Briese wurden einfach todtgeschwiegen. Später wiederholte ich das Einsenden von solchen Artikeln zu öfteren Malen mit theilweise anderen Namensunterschriften, aber alles ohne Erfolg. Von vier oder fünf Kollegen erfuhr ich, daß sie auch Einsendungen in unserem Interesse an die Redaktion jener Zeitung gemacht hatten mit demselben Erfolg, wie ich. Nun wußte ich ja Bescheid. Die Redaktion jener„unparteiischen" Zeitung hatte sich mal sehr parteiisch gezeigt. »Von früh bis spät Abend werden die Musikzöglinge unter- richtet", sagten dann noch die Herren Stadt-Musikdirektoren in ihrer Entgegnung; daß die Zöglinge dann aber noch des Nachts durch Musikmachen in oft sehr„zweifelhaften" Lokalen ihren Lehr- Herren Geld verdienen müssen, verschwiegen die ehrenwerthen Serren wohlweislich, und doch liegt hierin gerade der größte nsug. Der Anblick des in Balllokalen herrschenden wüsten Treibens, der daselbst abgehaltenen Wein- und Bier- gelage, des ekelhaften Gebahrens gewisser„Damen", muß die junge Seele der bedauernswerthen Zöglinge geradezu vergiften, und es wird jedermann begreiflich erscheinen, daß durch solche Anblicke, zu denen die Zöglinge, selbst gegen ihren Willen, gezwungen werden, der Grundstein zur physischen und moralischen Versumpfung derselben gelegt wird. Es ist hohe Zeit, daß die Behörde auf solche saubere „Lehrlings-Ausbilduiig" und„Erziehung" aufmerksam wird, und gewissen Herren„Stadtmusikdirektoren", was ihr„segensreiches"(!!) Wirken betrifft, künstig etwas schärfer auf die Finger gesehen wird. Aber leider scheint eine„hohe Obrigkeit" für die Klagen des Zivil-Musikerstandes lein Ohr zu haben. Nun, das sind ivir ja, und alle die, welche sich durch Arbeiten ihr Brot verdienen müssen, schon gewöhnt. Dadurch, daß die Herren Stadt- Musik- direktoren sowohl hier in Berlin, wie in der Umgegend wie die Pilze aus der Erde hervorschießen, ist der beste Beweis erbracht, daß das Geschäft ein„nahrhaftes" ist und es ihnen mehr um «ine„Älusnutzung" als uin eine„Ausbildung" der ihnen an- vertrauten Zöglinge zu thun ist. Die besten Beweise dafür haben wir ja daran, daß diese Herren, die früher auch nichts hatten, in verhältnißmäßig kurzer Zeit ein- und mehrfache Hausbesitzer wurden, ja einige von ihnen sogar es von den Schweißtropfen ihrer Lehrlinge dahin bringen konnten, des Nachmittags in zweispännigen Equipagen den Thiergarten und in den Stadtvierteln, wo die„feinen" Leute wohnen, entlang zu lutschiren, währenddessen die armen Lehrlinge in den Ver gnügunasetablissements durch Musikmachen die Unterhaltungs kosten für die schöne Equipage und sonstige Gewohnheiten „feiner" Leute verdienen müssen. Aber was hat nicht so ei, Stadt-Musikdirektor für ein schönes Einkommen. Mit dem Ab wickeln der Musikgeschäste befaßt er sich gar nicht n,ehr, das überläßt der Herr Musikdirektor seinen Gehilfen, welche die Konzerte event. Tanzmusiken leiten und das Geld nach Hause bringen. Sein Geschäft ist es dann, das Geld zu zählen und in den Beutel zu thun, der täglich dicker wird; dann den feinen Mann zu spielen, auf großem Fuß zu leben und sich in's Fäust chen zu lachen über die Dummen, welche ihm täglich neue Werk zeuge als Mittel für seinen Zweck in Gestalt vo, Lehrlingen, welche noch ein ansehnliches Lehrgeld mitführe» in's Haus bringen. Und wie werden die jungen Kräfte der Lehrlinge ausgenutzt. In einer Weise die sich ein Lehrherr in jedem anderen Beruf. ohne in gerichtliche Strafe zu verfallen, schwerlich erlauben dürfte. Alle Arten von Geschäfte werden da gemacht, und zu welchem Preise? Es ist geradezu unglaublich! Konzerte werden gemacht mit 30 Mann lJungens wäre richtiger) für 20 M. Selbstver- ständlich sind ja d,e Gastwirthe unserer Gegner nur zu gern bereit, um Geld zu ersparen, die Konzertmusik einem solchen Stadt-Musikdirektor zu übertragen, denn diese Herren rnegen za nie die Taschen genug voll. Ich frage: was soll da nu ___«1..—--£3—..ri*-— /»%»»v* o I /+»««• CtU i L o An diese nicht genug,' kommen dazu noch rufsmusiker machtlos da, er kann sich ihrer Konkurrenz nicht er- wehren, selbst nicht mal gesetzlich. Vieles ist schon zur Aufbesse- rung unserer Lage versucht worden, aber ohne Erfolg. Aber einen Erfolg habe ich im Interesse meines Standes zu verzeichnen, und das ist der, daß es mir gelungen sein wird, die Herren Stadt- Musikdirektoren bei den Arbeitern unserer Partei ein für allemal aus dem Gedächtniß zu bringen. Also Genossen: Gedenket in Zukunft bei Veranstaltung von Vergnügungen nur der Zivil-Berufsmusiker! Alle arbeitersreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten! Georg Schonert, Musiker, Elisabethkirchstr. 7. nie die Taschen genug voll. Ich frage: was"soll da" derZivil-Berufsmusiker machen, welcher l Familie zu ernähren hat, wenn in allen kalen solche Jungenskapellen spielen? An S\a a«*«—»«i. AA„,, A hrm» 0- die erdrückende Konkurrenz noch nicht genug Militär-, Beamten- und Dilettanteuniup,«!., uuju mv vielen Zigeuner- und Damenkapellen, welche in der Welt herum- ziehen. Allen diesen Konkurrenten gegenüber steht der Zivil-Be- VevttriHckzkeo. abermals � ....k der!' und wie eine* ©in« Kallonfahrt auf Leben und Tod. Telegraphisch ist uns bereits Mittheilung über jene unglückliche Fahrt ge- worden, welche der Luftschiffer Maximilian Wolff in Köln mit dem Stollwerck'schen Ballon unternahm. Heute finden wir in Kölner Journalen die ausführliche Schilderung dieser Fahrt durch Herrn Wolff; derselbe schreibt: An, 3. d. M. erhielt ich die ehrenvolle Weisung von der Leitung der Kriegskunst-Ausstellung, den Ballon Stollwerck für ''eine vierte Freifahrt im Kaiser-Garten herzurichten, und zwar ollte diese am 6. d. M. stattfinden. Während ich gewöhnlich des Nachts die Füllung vornahm, um mit derselben zeitig fertig zu sein, konnte ich dies Mal erst am d. M. früh 8 Uhr damit beginnen, weil Sturm und Regen- wetter herrschte. Meine Absicht war, überhaupt nicht zu füllen; aber als Luftschiffer kann man nur Geld verdienen, wenn man 'ährt. AUmälig flaute der Wind ab; wir konnten den Ballon stillen, zwar waren um 11 Uhr 43 Minuten noch einige Ge- witter vorübergezogen, indeß in Köln nicht zur Entladung gekommen. Gegen 3 Uhr Nachmittags, als die Sonne uns wieder mit einigen spärlichen Strahlen grüßte, machte ich den Ballon Stoll- werck für seine vierte Fahrt fertig. Immer noch wollte ich zurückbleiben, aber es war zu viel Publikum im Kcisergarten; man hätte mich der Feigheit beschul- digt und vielleicht insultirt, wäre ich zurückgetreten. Kennt doch das Publikum kein Erbarmen, wenn seine Schaulust nicht be- 'riedigt wird. Mögen diese Zeilen dazu beitragen, daß das Publikum für die Folge gerechter urthcilt. Doch zur Sache! Um 5 Uhr 30 Minuten gab ich das Signal Los!" An Bord hatte ich die Herren Kaufmann Peter Schmitz und Fabrikant Depenheuer, beide Herren aus Köln. Der Ausstieg ging glatt von Statten; unser Kurs war Südwest nach Nordost. In einer Minute hatten wir 1800 Meter erstiegen, die Temperatur war kühl; rückwärts lag Köln in tiefem Nebel, ein Gewitterregen ging dort heftig nieder. Unser Stollwerck aber flog immer höher; dichter und dichter wurde der Nebel. Das Aneroid-Barometer zeigt 2400 Meter; wir treiben heftig, die Gondel fängt rhythmisch an zu pendeln, ein Zeichen, daß wir schnell fahren. Ein Gewitter entladet sich unter uns. Stach 15 Minuten erhalten wir wieder freien Ausblick zur Erde. wir steuern auf Bensberg zu; Bensberg liegt von uns nordöstlich. Nichts als Wald und abermals Wald unter uns; der Ballon geht ziemlich heftig nieder; kalt ist die Luftschicht, welche wir durchfallen. Endlich sehe ich vor mir eine lichte Schonung an einem Vergabhang, zur Landung geeignet; ein Zug am Ventil, der Anker setzt vorschristsmäßig ein, der Ballon geht sanft zur Erde. Der heftige Wind läßt den Ballon noch einige Male auf- und niederstoßen; aber der Anker hält, man hat uns schon bemerkt, Leute eilen herbei, den Ballon zu packen. Der vereinten Kraft von acht Personen gelang es, den Ballon zu bändigen. Ich ziehe noch kurze Zeit das Ventil, gebe meinem Reisegefährten Peter Schmitz die Weisung, die Gondel zu ver- lassen und dieselbe mit niederzuhalten; kurz hinterher stieg Herr Depenheuer aus. Soweit ging alles gut; ich reichte Mantel, Instrumente, owie noch zwei Flaschen Wein hinaus. Da mit einem Male bricht ein Wirbelwind los; wir werden hestig hin und hergeworsen, aber durch Anspannung aller Kräfte zwingen wir den Ballon zur Erde. Schnell äffe ich eine Nothleine und biiwe die Gondel an einem Baum fest, aber ein heftiger Ruck, ich fliege auf den Rücken in meiner Gondel, und als ich aufspringe, da chweben wir hoch empor und ich sehe zwei Menschen aupen am Gondelrand hängen. Den einen, einen Landbewohner aus der Um- gegend, will ich schnell hereinziehen, aber zu spät, die Kräfte halten den Armen verlasse»— ich sehe den Mann stürzen und höre mit schrecklicher Deutlichkeit das dumpfe Ausprallen seines Körpers auf der Erde. Mir schien der Herzschlag zu stocken; indeß die Geistesgegen- wart war mir nöthiger als je; hing doch auch der treue Genosse meiner Fahrt, Herr Schmitz, noch außen an der Gondel. Schon sanken die Wollen unter uns hinab und immer Höhersliegen wir; nach meiner Schätzung mußten wir über 3000 Bieter hoch sein. Ich suche meinem Frennde zu helfen, ihn in die Gondel hineinzuziehen; aber es geht nicht, ich kann ihn nur bis zum Ellenbogeugelenk über den Gondelrand bringen, und er selbst hat die Kraft nicht mehr, sich emporzuarbeiten. Unserer bemäch tigt sich die Verzweiflung; alle Fibern sind auf's äußerste gespannt. Da fasse ich den in der größten Gefahr Schwedenden mit meinen Zähnen am Rock, ergreife eine Sturm- leine, lehne mich, so weit es eben möglich, hinaus und suche den Freund festzubinden. Zwischen Hoffnung und Todesangst vergehen einige fürchter- liche Minuten, endlich kann ich den Strick zwischen oen Armen des an die Gondel Gektanimerlen durchbringen; lest ziehe ich an und es glückt: ich kann Schmitz festbinden. Aber eS ivar nur ein Nothbehelf; hätte die Besinnung meinen Freund verlassen, so wäre er trotzdem aus der grausigen Höhe herabgestürzt. Ich rief ihm zu:„Lehne Dich auf den Sirick, Arme recht breit machen!" Dabei brachte ich es fertig, eine Strickschlinge unter seinen rechten Fuß zu ziehen, wodurch der Arme doch etwas Halt hatte. Diese ganze Prozedur hatte 25 Minuten in Anspruch ge- nommen; jeyt hing alles davon ab, schnell zu landen. Ich ziehe das Ventil, allmälig sinken wir, wir befinden uns in einer witterwolke, der Ballon wird ivie ein Kreisel gedreht, es hagelt, regnet, blitzt, als wäre die Hölle los. Immer heftiger pendelt die Gondel, ich liege fast auf den, Bauch, ganz horizontal; heftiges Ohrensausen tritt ein, aber ich darf nicht den Kopf verlieren;„Peter," rufe ich.„halt aus. halt aus!" Ich konnte den armen Freund nicht sehen; er hing nur noch mit den Fingerspitzen ain Korb, durch das starke Schaukeln hatte sich der Strick gereckt, und mein Freund ivar nach unten gerutscht. Da packe ich sein rechtes Handgelenk mit der linken Hand, ziehe mit der rechten Hand noch mehr das Ventil, aber ich muß die Zähne»u Hilfe nehmen. � 0 ,."'ein Freund:„Ich kann nicht mehr, ich rutsche Jil-..Mnmn alle Kräfte zusammen," schreie ick,„noch eine Minute, dann haben wir den Boden erreicht." Aber je näher wir dem Boden kommen, je heftiger wird das Schaukeln der Gondel. Ich rufe noch hinab, daß mein Freund nur ja nicht loslaffen soll, wenn er den Boden berührt, denn sonst seien w>r Beide verloren, dann gehen wir über ein Haus und eine Scheune e»n Krach, ein Ruck, wieder ein Ruck, wir werden geschleift; in Schnellzug-Geschwindigkeit fahren wir dahin. Da kann nur das äußerste Wagniß Rettung bringen.„Laß los, Peter, hinab,„laß los, spring' zur Seite, daß Dich der Anker iw' Zur rechten Zeit folgt er der Weisung. Der Ball« malS um 195 Pfund leichter, saust mit mir wieder biN Wolken; mit allen Kräften reiße ich am Ventil und W eher los, bis der Anker einen Brnim packt. Doch der Amt den Riesenbaum um, die Gondel schlägt mit großer zum Ballon hinauf, so daß ich für eine Weile mit t« nach unten hing. Da packt der Anker wieder— m»> Ruhe, die Gondel fährt zwischen den Riesenbäumen bei ein Ruck, ein Krach, wieder ein Bauin umgerissen, ich"X, ein Ball geworfen, da, beim fünften Male, als die wenige Meter von einem Baume entfernt ist, springe dem Kopf voran, in die Zieste des Baumes und schlage zu Ast bis zur Erde. Ter Anker rasselt in uw" Nähe über mich weg; der Ballon hatte sich macht, ein starker Baum hatte nachgegeben, schwebte nach Nordost weiter und ging später, meldet, bei Olpe in Westfalen nieder. Ich war beim„Neuen Hause" bei Clev gelandet.* gekomnien, brachte ich die ganze Gegend auf die Beine,««J armen Freund zu suchen, da ich annahm, daß er mindein" oder Beine gebrochen haben müßte; doch Bote auf Ba". zurück, mein Freund Schnny war nicht aufzufinden.\... geschlagen mit zerschundenen Gliedern mache ich mich wpc"" Weg nach Station Overath. Als wir den Ort beinahe erreicht, sehen wir seitwärvonniag- � Trupp Menschen.„Da führen sie Jemanden herfeiV� L man; ich beschleunige meine Schritte und eine Minute spätck'" � wir uns in den Armen. Stumm hielten wir uns umschlungen, keiner konnte reden. Am Abend fuhren wir nach Köln zurück, woselbst � 11 Uhr 20 Minuten eintrafen, eine Anzahl Freunde h von der Bahn ab. Heute ist mir der Kopf dumpf, sl hämmern die Schläfen, ich kann die Ruhe nicht finden, Nachricht über den Landmann fehlt, der das Opfer seiner berettschaft wurde; wahrscheinlich hat der Tod den Arn» seine» Qualen erlöst. Ich würde alles darum geben, wen». schreckliche Fall nicht eingetreten wäre; ich werd« wohl n gräßlichste Fahrt meines Lebens vergessen. Wenn russ »lossen wi ieses Bün rmell, so DvirfliciNc» der DedaKkio'�Z B«t Anfragen bitten rolt die Abonnementg-QuMung beizufügen. gafXft Antwort wird nicht ertheiit. ja 100, f. C. Köpenick!. Es ist zulässig, daß ei« Wrachtunc verivalter, wenn er auch nicht Jura studirt hat, zum Anw JJszen Ell bestimmt wird oder als Stellvertreter des Bürgermeisters flianz nui amtsanwaltlichen Geschäften.«avffen au Crüner Weg 03. 1. Die Adresse können Sie i«»U'' m des Reichstages erfahren. 2. r/z Mal r/z ist gleich V i• s multiplizirt Brüche mit einander, indem man Zähler m» stl N v NUI und Nenner mit Nenner multiplizirt. Irüber koi 2 Mettende. Wir sind gern bereit, im Briefkasten�r�,� fix Lesern Rath über juristische Fragen zu ertheilen. können den knappen Raum unmöglich zur Beantwortuntrec tfuim möglicher geschichtlicher Fragen verwenden.. Wir r Alter Abonnent. Wer von einer Verlobung ohne Zeder einet ertigten Grund zurücktritt, kann nur dann zu einer �' xv.a die> Haltung des anderen Theils gezwungen werden, wenn, Z inals vorkommt, ein gerichtlicher oder notarieller Verlöbni?» 8 tfbürden geschlossen ist.., H. A. Köpnickerstrafie. Schlafburschen könne»,«aitUNg J nichts anderes ausgemacht ist, am 15. eines Monats zuw stZchcgiluc Ersten kündigen und gekündigt werden. �4. A. S. Weifirnf««. Wenden Sie sich schAstUch a»>P f\ � tigen deutschen Konsul.■ 6 t C" s t Zwei Wettend«. Ehescheidung auf Grund gege>» taatsman Abneigung ist nur zulässig, wenn die Ehe kinderlos ist..Kundschaft Ehescheidungsurtheil wird alsdann kein Theil für den sc» z M'ffrt-'t der flpfmn firmtrfct fein» ttttimontC �» erklärt, zahlen. der Mann Doch können die kinderlosen Eheleute vor braucht der Frau keine Alimente �-- '' m---- der SÄ uns stT fluyicu. iüuhcu iuc uuoetioien ifgeieuit vui ueu � i-" durch gerichtlichen Vertrag mich andere Abmachungen lce%tüctnel)m W. H. 1. Der uneheliche Vater braucht außer de» � Spitze theile festgesetzten Alimenten keine weiteren Kosten, J- �■ Krankheit des Kindes, zu erstatten. 2. Wenn das Kind Vf®-oerv alt ist, so kann der Vater das Kind zu sich nehnien b ochst ch lagen anderweit für dessen Erziehung sorgen, auch wenn er>» eiliger sei menten im Rückstand ist. xH SQoulai Ai. 1000. 1. Beantragen Sie unter Einreichung einer,.., Urkunde bei dem betreffenden Amtsgericht die Eröff»»�_. Testamentes Ihres Vaters. 2. und 3. Können wir Deulsc Auskunft ertheilen. 4. Man muß beim Amtsgericht seine» ,xnig dem ortes schriftlich oder mündlich die Absicht anzeigen,» hgj heabs Landeskirche auszutreten, und muß beantragen, Z»' �. gr gegennahme dieser Erklärung einen besonderen Tern»»■> setzen..ecyerlsche |{. K. Warum soll das nicht möglich sein, zwar m; dag ausdrücklicher Erlaubniß, aber doch mit stillschweige»»' ußlands &.|L, Abonnent in Ntiinche». Aus anonyme Ves����'?� können wir keine Abhilfe schaffen.,.- c--- V Ei. H. Soweit Ihre Forderung rückständige oder'»T* 1 1 l1 ch Miethe ist, so weit haben Sie das Recht, die Sachen vaf sine zu retiniren. Aber selbst wenn Sie gar lein Retenti» hätten, so kann doch von einer Unterschlagung keine Reds I., Kteinmebstr. Wenn Sie vor Ihrer Verhe» Ihrer Braut die Ihnen gehörige Wirthschast für den F».. Todes verschreiben wollen, so müssen Sie einen diesbczu Kontrakt gerichtlich oder notariell abschließen. Stenü genügt nicht. ,, Kochstraße 80". Wenden Sie sich an das Deulf� sulat in Newyork. *?.|l., CorbiHrestraße. Der Tischler ist ersatzpst'� A. f. Alle Rechtsgeschäfte zwischen Vater und Soh»'� welche die Gläubiger Etnes von Beiden benachtheiligt. /A unterliege» der Anfechtung, so auch das von Ihnen ges9,i Dasselbe würde übrigens den gewollten Zweck auch"»j»!_____ fechtung nicht erreichen, weil der Hypothengläubiger."Lftem Fl Sohn als den neuen Eigenthümer wegen rückständiger Zl»> Lirferete klagen und das Grundstück zur Subhastation bringen. A. D. Wenn solche Sachen, welche nicht dem. sondern z. V. dessen Ehefrau gehören, gepländet und Z»* Jtfc-' lammet geschafft, demnächst aber infolge eines Jnterv». lllaven,; Prozesses freigegeben werden, so braucht der Eige»thü»'.>l vcgetn Sachen Pfändungs- oder Aufbewahrungskosten überhaupt reiche, ei zahlen. Die Kosten für den Rücktransport kann er v.ackfbm voi kv>**..•*_____ t_____________«.___.r.ft.A /-w ,17' 1' dckcher das .a? ibmä»et it' Ei U!.„Gau Gläubiger nur dann erstattet verlangen, wenn derselbe d>s grm «♦X�Sa I,a*__ r_ r-' x-___ � r....., w. 0 /r-lA-tttn1'.«!.. stände hat abholen lassen, trotzdem ihm vorher das Eigs»�' �fivrben. Jntervenirenden nicht nur mitgetheilt, sonder» auch M®?uf' ................... Pratlil�?hnh«it, von unseren Zlbg*� f eidesstattliche Erklärungen glaubhaft gemacht worden Zst K. D. Äeramonnstr. Daß die Möbel geschäfte viel Unheil stiften und oft wucherähnliche treiben, ist eine ost beklagte und auch von unseren... im Parlament schon zur Sprache gebrachte Thatsa«„ Wuchergeseh trifft aber diese Auswüchse eines an sich» Gewerbezweiges nicht._...z, <ß. H. Uostifstr. Was ein Exmissionstermin WI sich ohne weiteres nicht sagen. Es könunt darauf an,' � der Betrag der während der ganzen Kontraktsdauer z» i Miethe ist, und ob die Parteien durch Anwälte v�rtrei serner darauf, ob der Verklagte den Exinissionsansprnch 0 oder bestreitet. Me sich ä hystognt ort Ech a, Geld ihr Di der S erschau ute, ir derbe» Verantwortlicher Redakteur:«Curt Laak, in Berlin. Druck und Verlag von Mae«ading in Berlin SW.. Beuthstraße 2.'