Mt-160. aeii�—»<\* ien mtigW »kÄ Vst- ». moffal Sonntag, de» 13. Juli 1890. y. Jahrg. der anlSpl BS berliner Dolksblfltl i Hrgan für die Znleressen der Arbeiter. :#%#####! und ........ � r Jusertionsgebühr befragt' ur die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS« Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin LV., Beuthttraße 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ,st an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. --* Frr»fprrcher: Amt VI.|tr. 4106., ♦ Medaktion: Vvukhflvaße S.— Expedition: Veukhfteotze 3. 7« Dü Mandelsbileini. mi Sit H».n SchutzM»»! sind immer bereit,>1 Ig.— � v thli % die W Die Hel;n Schutzzöllner sind immer bereit, ihren .ochs«».ßen Schuheiligen, Friedrich List, anzurufen, ' �an ihnen l? Gründe auszugehen drohen. Gegenüber eparirel Handelsbiinz von 1889 dürfte ihnen dies etwas rch)k�vierig werdj. Denn der Schutzheilige— der übrigens afp Schutzzölle im heutigen kleinlichen Sinne war— uf und' Ecksteil seines volkswirthschaftlichen Systems be- enAntlich den Lch aufgestellt, der Wohlstand eines Landes wen,»uhe darauf, Paß dasselbe eine möglichst große -en..lsfuhr UN eine möglich st geringeEinfuhr MP» Ml U V W. VUiU nebt ren Ziffern ftlL rtfwß ren von gt wurde: de E.. riU n«"1 Während un England und Frankreich in ihrer ÜnsikWdelsstatistik im 1889 einen Umschwung zum Besseren f. IUI(stellen, sonach thre Ausfuhr gewachsen ist, konstatirt die 'ff* �tsche Hände, bilanz eine Zunahme der Einfuhr Zahstst beinahe si'�en h u n d e r tsü n f u n d z w a n z i g lieh... i I l i o n e n ir eine Verminderung der Ausfuhr von der Lnahe v i e r z i gM i l l i o n e n. Dabei sind die Preis- �'Wanderungen nichx-n Betracht gezogen, welche die Sache !%l ungünstiger g alten. mtlich? Die hochgepri'ene Wirthschaftspolitik des Fürsten hüte �smarck kann nicht schärfer und nicht eindringlicher 'MwjXgju—"si— � durch diese trockenen und uuanfecht- chieht. Wenn schon vor einigen Bismarck' schen Politik mit Recht gelingt Nichts mehr! so kann man Politik des„großen Staatsmannes" ch Innen hat ihren Ruf verloren. Mißkredit gekommen, daß man ihrer i—ygr noch wie ein-, fngst entschwundenen Epoche gedenkt. G rl ch dennoch sin seit dem Sturze ihres Trägers kaum gloria mundi— so einigen verkümmerten ,rmt imv,s"'""lWlvu'cu v�iuuisiuuuuuicii, Mllg Heut® Nock) das ne fW des„großen Kanzlers" singen? Fürst Bismarck hat 4 M�hrlich ein harts Schicksal: er hat seinen Ruhm ft* 6� erlebt. Alfrdings, wer in den Zeiten der Macht- so viele Anizre verfolgt hat, kann beim Niedergaug iFfloPer auf Freunlschaft noch auf Bedauern rechnen! � Doch bleibest wir bei der Handelsbilanz. Mit welcher .ämung müsffi die schutzzöllnerifchen Parteien, Kartell- der und Zentrum in schönem Verein, vor dem Lande ' hen! 3!och.or einem Jahre konnten sie nicht laut Hpft-Ustig ihre Hymne auf die Schutzzollpolitik vortragen; ist"' ri ließen noch ein. al das alte Blendwerk spielen, wonach angebliche Schutz der nationalen Arbeit mit Segen übt schütten sollte! Mit welcher Seicht- l�figfett thürmten| die mittelalterlichen Verkehrsschranken ch Außen und e ist so schnell noch wie ein'. d dennoch sin Ki' c all«, steh' immer höher auf! Nun kann jedes Kind die Wirkungen der Schutzzöllnerei sehen; sie mag einige große Unter- nehmer und Grundbesitzer reich machen, aber sie macht Deutschland arm. Daß die Einsuhr gestiegen ist und daß England und Frankreich sich eines wachsenden Waarenabsatzes zu er- freuen haben, liefert den Beweis, daß die deutsche In- dustrie von ihrer Konkurrenzfähigkeit verloren hat. Früher hörte man die großen Unternehmer jammern und wehlklagen, die deutsche Industrie werde mit dem Aus- land nicht mehr konkurriren, ihre Stellung auf dem Welt- markt nicht mehr behaupten können, wenn eine wirksame Arbeiterschutzgesetzgebung eingeführt werden würde. Die Herren Industriellen brachten es in der Uebertreibung und Spiegelfechterei so weit, daß sie behaupteten, schon durch die Unfall- und Altersversicherung werde die deutsche In- dustrie so stark belastet, daß man für ihre Konkurrenz- sähigkeit fürchten müsse. Nun befinden wir uns erst in den Irrgärten schwacher' Anfänge einer Arbeiterschutzgesetz- gebung und dennoch muß die deutsche Industrie auf dem Weltmarkte weichen! Daraus ist für denjenigen, der sich nicht gewaltsam besserer Erkenntniß verschließen will, die Lehre zu ziehen, daß eine Industrie nicht auf die Dauer konkurrenzfähig bleiben kann, die sich innerlich selber schwächt, wie die unserige. Die Amerikaner und Engländer zahlen bessere Löhne und lassen nicht so lange arbeiten, wie die deutschen Unternehmer. Es war möglich, daß die deutsche Industrie auf dem Weltmarkt Erfolge hatte, indem sie Hungerlöhne zahlte und die Arbeitskraft bis an die Grenze der Mög lichkeit ansbentete. Aber diese„Erfolge" führten eine innere Schwächung der Industrie herbei und die sinkende Konsumtionskraft der Masse wirkte lähmend aus alle Be- triebe. Statt eine kräftige Arbeiterschutzgesetzgebung ein- zuführen und uns dadurch zu einem mehr"konsumtions- sähigen Volke zu machen, kam man mit den Schutzzöllen und steigerte die Preise der Lebensmittel. Man schien förmlich die V e r a r m u n g der Massen fördern zu wollen. Und nun erweist sich, daß dies Alles umsonst ge- wesen ist, daß die Einfuhr vom Auslande wächst und daß mir drinnen und draußen in der Konkurrenz zurückkommen und Boden verlieren. Wer von weiteren Gesichtspunkten ausgeht, mag aus diesen Thatsachen ersehen, wie unheimlich es ist, die Konkurrenz als den richtigen Regulator des Welt- Handels und der Weltwirthschaft anzuerkennen. Sie wird immer nur Verwirrung, schädliche und erschreckende Schwankungen und Katastrophen nach sich ziehen und ver- geblich wartet man aus das Phantom der„Selbstregelung", Ifffl bltuä virbol-n.I_ � Jäsj Schan'pieler- Glend. Ein Stück a» s dem Bühnenleben von Julius Türk. ' �„Aber jetzt mus ich foc't, eS ist 10 Uhr, ich habe noch >en halbe Straße. Ja, sehen Sie, Herr Lüdecke, Sie sind unterhaltender Man», bei Ihnen bleibt man immer M ÄK-.- JSi zurück. Morgen lomm' ich wieder zu„Sie/ ».'» Sie lite hinweg und ließ den gesprächigen Wirth allein ück, kv noch lange über die Schauspieler im attgemeilien > de Geschichte, die ihm Frau Brusche erzahlt hatte, im »vercn, kopfschüttelnd nachdachte. IV. Gegen 4 Uhr Nachmittags verließ Fritz sein Zimmer; bis zur Stunde hatte er seit Mittag an er nächsten Nolle gearbeitet. Nun wollte er ein wenig sieren gehen, frische Luft schöpfen. Seine Nerven ivaren dein rastlosen Lernen angegriffen. Er hatte ja noch „e Zeit, bis er zur Garderobe niuhte, um sich anzukleiden. ging über den Markt hinioeg durch die engen winkeligen ifolW-fchen, um aufs Feld zu gelangen. I„l/ Es war ein schöner Fcbruartag. Der Wind hatte die genwolken, aus denen tagelang das Wasser niederfiel, ver- erde».( S lacket� 4*% Sei'" jagt. Die Sonne neigte sich zum Untergange und übergoß die kleinen Hügel in der Ferne mit dnukelrothcm Licht. Die Räume an der Landstraße standen in einsamer Kälte. Fritz hüllte sich dichter in seinen Ucberzieher und schritt mit starken Schritten aus dem Umkreis des Städtchens. Nachdenklich sah er hinaus in die weite, sich endlos dahin ziehende Landstraße, ans die kahlen, nackten Bäume, die kein Windhauch bewegte, auf die weiten Stoppelfelder, die von Baumalleen durchschnitten waren. Kein Laut ertönte, kein Lüftchen regte sich, alles öde, still, feierlich. Fritz fühlte sich allein, ganz allein, auf sich angewiesen, heransgerissen aus den Banden der Familie, fern von seinen Freunden. Ein neues Leben hatte begonnen, und es erfaßte ihn mit voller Gewalt. Heute war der erste ruhige Tag, diese Stunden die ersten, die er für sich benutzen konnte, ohne sie seiner Knnst zu stehlen. Die neuen seltsamen Begebnisse ließ er an sich vorüber- gleiten. Gleich am nächsten Tage war er zum Direktor gegangen, um sich die versprochene Rolle zn holen. Und was war das erste Wort seines jetzigen Ehcss gewesen? Der Herr Direktor ivar entrüstet darüber, daß Herr Mühl- recht dem Nenengagirten die Mittheilung, daß er ihn zn einer Theilnngsgesctlschaft schicke, vorenthalten habe. Die Geldfrage ,var bald erledigt, gern ging Fritz ans die Be- dingungen ein, ohne zn wissen, was für einer eigenartigen Einrichtung er nunmehr angehöre. Dann erhielt er seine Rolle— Frau Brusche hatte richtig prophezeit, es war der „Gottschalk".— Sofort machte er sich mit Eifer an das Studium. Nachmittags war Probe. Abends stand er zum ersten Male ans einer echten Bühne vor einem fremden die die ökonomischen Bourgeois-Anarchisten der Manchester- schule immer ankündigen, die aber nicht erscheinen will, nicht einmal als Phantom, denn das kapitalistische Wirth- schaftssystent bietet auch nicht einmal den Anschein irgend einer festen Ordnung. Wahrlich, die Situation, in der wir uns befinden, nimmt einen Charakter an, der immer bedenklicher wird. Wir stehen vor lauter großen Räthseln; es wird immer unheimlicher. Die Staatslasten wachsen mit erschreckender Schnelligkeit, die Lebensmittel steigen im Preise, das Volks- entkommen geht zurück und die Handelsbilanz konstatirt einen geradezu unerhörten Zuwachs der Einfuhr, sowie eine be- deutende Verminderung der Ausfuhr. Es fehlt nun nur noch, daß wir, wie es allen Anschein hat, eine schlechte Ernte be- kommen und daß auch noch die Amerikaner mit der Mac Kinley-Bill für den europäischen Handel die Klappe zu- machen; dann gerathen wir in eine Handels- und Ge- schäftskrisis hinein, wie sie schlimmer kaum gedacht wer- den kann. Alle diese Dinge könnten den Weg zum Besseren bahnen helfen, wenn die Regierungen daraus die Ueber- zeugung gewännen, daß mit der ganzen überlieferten Wirthschaftspolitik völlig zu brechen ist. Wer sie fortführt, der nimmt eine bedenkliche Erbschaft von dem verflossenen Reichskanzler auf sich. Die Thatsachen sind so überzeugend, daß sich ihnen Niemand zu verschließen vermag. Aber-----! MorrsHgondenzen. Utailiind, 10. Juli. In Ober-Italien ist es zur Zeit etwas ruhiger; die in so erschreckendem Maße während des Winters und des Frühjahrs um sich gegriffene Arbeitslosigkeit ist wenigstens in den Städten einigermaßen beseitigt. Dies bedeutet jedoch keines- falls eine allgenieine Besserung der Lage. Die finanzielle Krisis lastet noch immer schwer auf dem Lande, die Arbeitslöhne smd etwa um 13—90 pCt. niedriger als im vorigen Sommer und die Arbeitsgelegenheit ist wesentlich vermindert. Wenn trotzdem die Tausende der Arbeitslosen von den Straßen Mailands, Bologna'?, Venedigs, Geuua's und der übrigen lombardischen Städte ver- schwnnvcn sind, so hat dies nur die Auswanderung fertig gebracht. Zwar haben die Massentransporte italienischer Arbeiter- I amilien nach Argentinien nachgelassen, weil dort das Geld ausgegangen ist und die dortigen Arbeiter selbst nichts mehr zu thun haben, auch Brasilien importirt seit der Proklamirung der Republik weniger Italiener, dafür aber ziehen die ch i l e- irischen Agenten um so größere Massen aus dem Lande. Die Regierung stellte sich zwar Anfangs, als wolle sie dieser Aus- Wanderung nach Chile entgegentreten und erließ mehrfache War- nungen; doch einerseits konnten diese auf die hungernden Ar- beiter, die selbst nach einem Strohhalm gegriffen hätten, keinen Eindruck, nachen, und andererseits waren Herr Crispi und seine Publikum. Eine Blutwelle schoß ihm in's Gesicht, als er jeneS ersten Auftretens gedachte. Es war ein Rausch der Freude, dieses erste Austreten. Es ging gut bis zum Schluß. Ohne Anstoß, ohne Pause, ohne Vcrwirnmg spielte er. Zuletzt überkam ihn eine wahre Leidenschaft und er fühttc, daß er gut spielte. Das Stück war vorüber, der Direktor hatte ihm seine Anerkennung ausgesprochen, aber hliizugefügt:„ Junger Mann, bringen sie mir nicht zu viel falsches Spielen und dann, kein Pathos, immer im Gesellschaftstone sprechen." Spruchs tind ließ ihn stehen. Daun trat Anna auf ihn zu und beglückwünschte ihn. Sein Herz war zum Ueberströmen voll gewesen, er hätte ihr um den Hals fallen mögen. Als er ihre Hand erfaßte, fühlte er wieder jenes eigenthümliche Vibriren, er fühlte, wie ein Schauer ihre Gestalt zusammen- zucken ließ. Aber er achtete nicht besonders daraus. Sein Kopf glühte von stürmenden Gefühlen. Als er am nächsten Morgen noch schlummerte, sah er im Halbschlaf, wie schwarze Gestalten vor seinem Lager auf- nud nicdcrwvgten, die Gestalten des Stückes, wie sie ihn zu grüßen schienen und vor allen Anna ihn packen und nicht von sich lassen wollte. Energisch sprang er aus dem Bett, um sich diesen Fieberphantasien zu entreißen. Er ging zum Direktor, um seine zweite Rolle in Empfang zu nehme». Bevor er sie erhielt, hatte ihm der Direktor die Abrechnung des Abends gezeigt und ihm seinen Theil,„drei Mark", eingehändigt. Er betrachtete das harte, runde Geldstück mit einer stillen Freude, es war das erste als Schauspieler verdiente Geld. Dann empfing er nicht eine, nein 5 Rollen zum nächsten Stück. Da sich die Anstritte der Personen kunter- bunt kreuzten, so hatte er sich fast zu jedem der sieben Bilder Leute im Grunde genommen recht froh, auf so billige Weise den unbequemen Ueberschuß des Proletariats los zu werden. Reserve- armee bleibt doch genug im Lande! Aber auch nach dem O st e n hat eine Mafsenwanderung italienischer Arbeiter Platz gegriffen. Griechenland und die Türkei haben sich in dem letzten Jahre des überflüssigen Geldes der westeuropäischen Börsenplätze erbarmt und durch einige Dutzend Anleihen die Mittel zum Bau ausgedehnter Eisenbahnlinien, ferner für den Kanal von Korinth und viele anderen großen Werke erhalten, wozu man sich natür lich schleunigst die billigen Arbeitskräfte aus Italien holt. So sind es die italienischen Proletarier, welche die Eisen- bahnen Palestinas für die künftigen Pilgerzüge erbaue», und eben dieselben sind es, welche von Konstantinopel aus den Schienenweg durch Kleinasien bis zum Euphrat legen sollen, auf welchem die Engländer im mittleren Asien einen Vorsprung vor den an- dringenden Russen zu gewinnen hoffen. Jedenfalls muß es für den grrroßen Staatsmann, der Italien in die Reihe der euro- päischen Großmächte gestellt zu haben glaubt, ein erhebendes Ge fühl sein, drei Erdtheile, Europa, Amerika und Asien mit Arbeiter Proletariat versehen zu können. Im nächsten Jahre freilich wird auch Afrika einen Theil des italienischen Arbeitervorraths aufnehmen, denn schon dann soll das große Werk der Bestedelung des neuerworbencn Kolonial- besitzes in Abessinien beginnen.„Eritrea" heißt dieses zu- kunstige Eldorado für alle hungernden Arbeiterfamilien Italiens und Herr Erispi hatte bereits dem König Humbert den Vorschlag gemacht, sich„Kaiser von Eritrea" zu nennen. Dieser freilich meinte, es sei nicht ganz so eilig mit dem Kaisertitel, da man doch erst abwarten müsse, wie sich das Reich, das bisher erst auf der Landkarte abgesteckt ist, auch in der Wirklichkeit entwickeln werde. Im Lande selbst dauert natürlich die Gährung in jenen beiden traurigsten Theilen Italiens, in der Romagna und auf Si zili en, ungeschwächt fort. In der Provinz' Ra- venna sind allerdings vorsichtshalber sämmtlichc Gendarmerieposten verdreifacht und selbst in allen kleineren Städtchen sind militärische Besatzungen stationirt worden, trotzdem aber ist die Erbitterung unter der darbenden ländlichen Arbeiterbevölkerung eine so tief- gehende, daü der geringste Anlaß zu gewaltsamen Ausbrüchen fuhren könnte. Hier wird noch die Vendetta, d. h. die B l u t- räche, von dem Volke als eine geheiligte Institution angesehen, und die wehrlosen Arbeiterinnen von Conselice, welche im vorigen Monat von den Soldaten angegriffen und getödtet ivurden, werden als Märtyrerinnen verehrt, für welche das Volk Rache fordert. Auf Sizilien hat die Bewegung jetzt das ganze Gebiet der Schwefel gruben ergriffen. Arbeitseinstellungen, allerdings in kleinerem Maßstabe, werden fast täglich gemeldet, und in der Regel bewilligen die Grubenbesitzer rleme Lohnerhöhungen. Welche Zustände hier herrschen, beweist, abgesehen von dem in Blüthe stehenden Räuberhandwerk, wohl am besten ose Thatsache, daß in diesem Frühjahr im Bezirk Giogenti 426 Schweselgruben-Arbeiter zur Musterung kamen, von denen 127 Zu klein waren und 168 wegen körperlicher Gebrechen als un- brauchbar erklärt werden mußten. Madrid, 9. Juli. D i e s p a n i s ch e n Sozialdemo- kraten haben zum ersten Male Gelegenheit gehabt, in dem öffentlichen Leben eine ausschlaggebende politische Rolle zu spielen, wenngleich dieselbe auch nur in einer Art von E n t- haltsamkeitspolttik bestand. Wie inzwischen schon ge- nugend in Deutschland bekannt geworden sein wird, hat Spanien während der letzten Tage einen Regierungsivechsel durchgemacht, der die fünfjährige liberale Herrschaft Sagastas unter etwas etgenthümlichen Umständen beseitigte. Sagafta verfügte in beiden Kammern noch über eine fiarke Majorität und verspürte auch selbst nicht die geringste Lust, von seinem Posten als Minister- Präsident zurückzutreten. Aber nach dem berühmten Vorbild, Ivel- ches Deutschland vor nicht zu langer Zeit gegeben hat, scheinen die Regierungschefs in den verschiedenen Ländern Europas trotz aller parlamentarischen Regierungskunst nicht mehr so fest zu stehen, wie früher. Hier wurde Sagasta von der Königin- Regentin in aller Form entlassen, nur um den Konservativen die Möglichkeit zu gewähren, die bevorstehenden allgemeinen Wahlen in ihrem Sinne zu leiten. Natürlich war die Entrüstung und die Bestürzung der Libe- ralen unbeschreiblich, als sie sich in so unerwarteter Weise vor der Thür gesetzt sahen. In ihrer Verzweiflung wollten sie im Lande e,nen Entrüslungssturm entfachen, um die Königin zu einer Aende- rung ihres Beschlusses zu bestimmen. In Madrid, Barcelona undVa- lencia sollten Massenversammlungen, Resolutionen zu Gunsten Sagastas fassen. Hierzu hätten die Herren nun gar zu gern die Unterstützung der Arbeitervereine gehabt, da die Liberalen selbst doch gewiß nicht das„Volk", ani wenigsten in den Hauptstädten, darstellen. Aber die Arbeiter blieben u n- beweglich; alle Bitten und alle Lobpreisungen der großen Thaten» welche die liberale Aera den Arbeitern erwiesen hätte, waren vergeblich. Die Vorstände der Arbeitervereine Madrids verständigten sich darüber, die gesanunte Arbeiterschaft vor einer Theilnahnie an den liberalen Entrüstungsversammlungen nach- drücklichst zu warnen. In einem öffentlichen Aufruf erklärten zweimal umziehen müssen. Als er nun dieser chamäleon- artigen Leistung gedachte, lachte er laut vor sich hin. Trotz der größten Aufmerksamkeit hatte er die ver- schiedenartigen ktleidungsstücke verwechselt, und wenn Brenner ihn nicht auf den großen Fehler aufmerksam gemacht hätte, wäre er als Soldat in einer Jagdjoppe, die er als Schütze gebraucht, herausgetreten. Am nächsten Tage hatte ihm der Direktor mit mürrischer Miene zwei Mark übergeben und zugleich den„Vater Bar- beaud" in der„Grille" zum Sonntag.„Junger Mann, Sie haben nur zwei Tage Zeit! Studiren Sie eifrig. Sie müssen durch eifrigen Fleiß meine Protektion zu verdienen suchen." Bis hierher war Fritz in seinem Gedankengange ge- kommen. Er war so in seine Geoanken versunken, so rasch dahin geschritten, daß er es garnicht bemerkte, wie die Dämmerung heraufzog und das Land mit grauem Schimmer überdeckte. Hastig sah er nach der Uhr, es war fünf. Er wandte sich wieder der Stadt zu. Er blickte zur Seite und sah den glühenden Sonnenball in blutrothem Lichte ver- sinken. Einsam stand Fritz auf der Chaussee. Dort in der Ferne lag seine Vaterstadt, lag Berlin. Er hatte fortge- mußt, hatte es nicht länger im Vaterhause ausgchalten. Dort hatten alle seine Abneigung gegen die seichte Älltäg- lichkeit mit Vorwürfen, mit Hohn und Spott begleitet. Wie sollte seine bigotte Mutter, sein Vater, der kalte Geschäftsmann ihn verstehen? Wie sollte er mit einem Bruder verkehren, der nach dem Vater geschlagen war? Die engen Fesseln des Gymnasimns bemühen sich von Anfang an, die jungen Blüthen abzuschneiden, der Geist wird gedrillt, bis er seine Individualität aufgegeben. Zu Haus bleiben im engen Zimmer und die Bücher durchackern müssen, während der lachende Sonnenschein draußen ihm ins Freie rief, wenn seines Schillers Verse in seinen Ohren klangen. Und doch machte er das Exainen. Was aber dann? Ein paar Jahre versumpften Kneipen- lebens und dann Schullehrer werden oder Jurist? Nein, sie, daß die Arbeiter nicht die geringste Ursache hätten, sich über den Sturz des liberalen Ministeriums aufzuregen,'das außer der Einführung des allgemeinen Wahlrechtes nicht eine That voll- bracht habe, welche den Dank der Arbeiter verdiene. Die Kon- servativen aber hätten sich verpflichtet, das allgemeine Wahlrecht vorläufig bestehen zu lassen, was für die Arbeiter im Augenblick genüge. Gerade jetzt bei de» Neuwahlen müßten die Ar- bciter zum ersten Male als geschlossene Partei in den politischen Kampf eintreten und dabei ebenso sehr den Liberalen wie den Konservativen entgegen arbeiten. Diese Erklärung erreichte durchaus den gewünschten Zweck, denn die„großen" Entrüstungsversammlungen verliefen klag- lich. Um so energischer aber werden schon jetzt in Madrid, in Barcelona und Valencia seitens der Arbeiter die Vorbereitungen für die Wahlen betrieben. pjriitiftfje Mebevstdstk. Tante Kost hat sich in neuerer Zeit niehrmals darin gefallen, der Sozialdemokratie altjüngferliche Nathschläge zu geben. Nun, wir haben Tantchen nie so sehr ernst genom- meli, und uns deshalb auch über ihre Versuche, uns gegen- über die Gouvernante spielen zu wollen, nur amüsirt. Zum Dank für das uns bereitete Vergnügen wollen»vir unserer- seits dem Tantchen einen guten Rath geben: Schauen Sie vor die eigene Thür! Und packen Sie einen Besen! Aber es nnlß ein guter, starker Besen sein, denn viel Unrath ist wegzufegen! Sollten Sie den Unrath nicht sehen, so wollen wir mit einer Brille aushelfen." Und da wir gerade heiterer Lanne sind, so wollen wir dem Tantchen auch auf eme Frage Antwort geben.„Warum wir voriges Jahr nicht von Streiks abgerathen, wie wir dieses Jahr thun?" Ei, liebes Tantchen, weil voriges Jahr andere Zeiten waren, nnd wir keine Luft hatten. Verstanden, lieb Tantchen? Die Dresdener Handelskammer hat in ihrem Bericht über das Jahr 1889 in einer Weise über die Sozial- r e s o r m sich ausgesprochen, die nach mehreren Seiten recht interessant ist. Vorausgeschickt sei, daß Präsident der Kammer der Vertreter für Dresden im Reichstag, Herr Hnltzsch. ist: „Wir haben seinerzeit die kaiserliche Botschaft von, 17. November 1881 mit der aufrichtigsten Freude begrüßt, und, soweit dies in unseren 5kräften und innerhalb der uns zugewiesenen Befugniß stand, mit ganzer Hingebung an dem großen, darauf begründeten Gesetzeswerke mit- gewirkt: wir konnten ferner in unseren Berichten mit Genugthuung hervorheben, daß die Arbeitgeber mit ver- thwindenden Ausnahmen nicht allein die von ihnen durch ie soziale Gesetzgebung geforderten, nicht zu unterschätzen- den Leistungen auf sich genommen haben, sondern daß auch eine große Zahl derselben, von Wohlwollen für ihre Arbeiter geleitet, freiwillig das Loos derselben zu ver- bessern, ihre Lage zu heben bestrebt gewesen sind. Trotzdem können wir uns nicht verhehlen, daß die ktluft zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Allgemeinen und mit ganz besonderer Schnelligkeit im Laufe der letzten Jahre sich erweitert hat, dank der nn- ermüdlichen und leider nur zu erfolgreichen Agitation der sozialdemokratischen Führer, welche ja Alles, was den Ar- beitern bisher geboten worden ist und noch geboten werden soll, nur als„Abschlagszahlung" und den Begriff„Zu- friedenheit" als mit den wahren Interessen der Arbeiter unvereinbar betrachten und nicht eher ruhen zu wollen er- klären, als bis»ach llmsturz der bestehenden Gesellschafts- ordnung der von ihnen als das einzige Heil angepriesene Zukunftsstaat errichtet sein wird. In Anbetracht dieser Sachlage können wir nicht umhin, die Befürchtung auszusprechen, daß auch der in Aussicht stehende weitere Ausbau der sozial- politischen Gesetzgebung eben so wenig den damit verfolgten Zweck, die Festigung des inneren Friedens, erfüllen wird, ganz ab- gesehen davon, daß, wenn Deutschlands Vorgehen auf sozialpolitischem Gebiete in den anderen Industriestaaten keine Nachahmung findet, die Gefahr einer Schwächung seiner Konkurrenzfähigkeit auf dem W e l t m a r k t e nahe liegt. Ob und ivelche Erfolge der zur Beseitigung dieser Gefahr in Berlin ab- gehaltene Kongreß haben wird, entzieht sich zur Zeit noch der Beurtheilung. Mit dem größten Theil der Vorschläge zur Mehrung des Llrbeiterschutzes haben ivir bereits früher unser Einverständniß unter dem zuletzt genannten Vorbe- halt ausgesprochen, dagegen scheinen uns sowohl in der Gewerbe- Schiedsgerichts- Vorlage als auch in er hielt es nicht ans. Es drängte ihn zur Bühne, und er setzte seinen Willen durch. „Ich bereue meinen Schritt nicht", sprach er zu sich selber,„ivenn es mir auch schlecht geht, wenn ich auch zeit- weilig hungern muß, gleichviel, Befreiung von den Fesseln schon ist Glück." »Jetzt habe ich nun mein langersehntes Ziel erreicht, jetzt bin ich Schauspieler," dachte er weiter, bin ich mm zufrieden? Daß das Gehalt, daS nur der treuherzige Herr Mühlrecht für die zivanzig Mark, die ich ihm bezahlen mußte, kontraktlich ausmachte, nur ein Versprechen war, will ich noch hingehen lassen. Für's Erste reicht ja nieine Baar- schaft noch aus, und dann,— na, das wird sich finden. Wenn nur die Gesellschaft hier eine andere iväre. Die Zuschauer eine kleinstädtische Philisterhorde! Und meine Kollegen? Diese Frau Brusche, diese Angelika, der Direktor! Anna— ja Anna, was ist's mit der? Es mar inzwischen ganz finster geworden. Einzelne Lichtpunkte in der Ferne verkündeten die Nähe der Stadt. Der Wind pfiff wieder seine Melodie nnd schüttelte die finsteren Zweige der Bäume durcheinander. Fritz beschleunigte seine Schritte. Als er endlich vor der Thür des Hotels zum„goldenen Löwen" stand, sah er Alfred und Brenner herankommen, die seinen lebhaften Gruß freundlich erwiderten. Er er- wartete sie aber nicht, sondern stieg in sein Zinmier hinauf. „Es ist erst sechs Uhr, sagte Alfred zu seinem Begleiter, „komm ins Gastzimmer. Ich möchte erst noch'ne Grätzer trinken." Brenner nickte zustimmend. „Wie geht es denn der Hohenstein?" fragte Alfred, als sie am Wirthstisch saßen. „Du hast sie ja heut Morgen in der Probe gesehen." »Ja, sie sah nicht gut aus." „Vorgestern ist sie zun» ersten Mal aufgestanden. Ich wollte ihr nicht die Erlaubniß geben, aber Du kennst sie ja. Sie ließ nicht ab, den Doktor zu bitten, sagte, sie fühle sich vortrefflich. Und dann schickte der Alte oft hin, ob er für fr etheilt, ein hnrchberathei 'liuten: Di jähren darf ane Rast vc sfie Nachtar ehn Jahren ßntersagt;, der Novelle zur Gewerbeordnung einzelne wie die Bestimmungen der ersteren zu die Einrichtung von Arbeiterausschüffen, der Arbeiter bei Feststellung der Arbeiterin sehr gewichtigen Bedenken zu unterliegen uiw die Begehrlichkeit zu steigern. Wir möchten lich nur noch darauf hinweisen, daß ein> von dem festen Znsammenschluß der Arbeil Wahrung ihrer Interessen zu erwarten Auch wir sind mit der Dresdener Handeh�ages vorgesc Ansicht, daß in den letzten Jahren die Kluft zwisfsag zusein, ei und Arbeitgeber mit ganz besonderer sich gesteigert hat; das ist aber nicht der Agitation der sozialdemokratischen dern die naturgemäße Folge der gesteigerten zwischen Kapital und Arbeit. Die Dresdei' kammer wird nicht leugnen können, daß die Konzentration sich ganz besonders in den I außerordentlich entwickelt hat und in Deutschb schaffen half, die früher in dieser Zahl und Gröl ivaren. Diese Entwickelung wirkt nothwendig ganze soziale Entwickelung ein. Die„Begehr Arbeiter wird allerdings nicht nachlaffen, wen/ vor Augen haben, wie die B e g e h r l i c.'� Kapitalisten wächst und wie immer u< r Antrag ämmer des r Gewerbe t noch de e„Tägl.! sraiizösi hren, und sgezogenei us die Ge ine." Zum I " eser Wochi juchhei kam zu den vorhandenen aufgehäuft werden..»er'Ermittel Ein statistischer Nachweis über d-e- �der verscl Akkumulation würde die interessante That-c. gJ daß der Hanptvortheil des besseren Geschäf �M�d das letzten Jahre in den Händen der KapitalbesttzerrrrSj�� sg. und die Arbeiter kaum mehr verlangten, als wa �Leickwiekien stiegenen Preise der Miethen und Lebensmittel ni*~Le,ltcu g- hatten. Von einer wesentlichen Verbefferun � Cut itüt Haltung der Arbeiter kann kaum die Rede stk JüTrhen ftälli hat sich die Lebenshaltung und das®i"t> Jtatnmi bi Kapitalistenklaff« sehr erheblich verbessert.., JLnmen ,,,, Dei Jammei über die gafL, die da» 3�7%" ■m nenivincfit kommt einem löckierlicki vor U 0%___... reform verursacht, kommt einem lächerlich vcr" �Mstellbar zu von Leuten, die in Wahlprogrammen und«�F,�- als ihre vornehmste Aufgabe hinstellten, d i e e �-■--- resorm zu fördern. Recht erfreulich zu hören ist, wie di Organisation der llnternehmerklasse das A rt genehmer würde uns allerdings gewesen se»■r* mit gleicher Liebe auch der Arbeiter- On nis genommen und ein Wort des Tadels geha'- ü' wie hohe und niedere sächsische Behörde den organisationen das Leben sauer machen. Das lakaienhafte protzige Kenehme eines deutsch-amerikanischen Schützenbrüder kam.nur Kreisen Verwunderung erregt haben, dies.icht_____________ welchem Stoff diese New Yorker„JndÄ"�? Z. abhängigen" nach dem lucus a non Ineenc- sirmpk' olgung, sind. Es sind zum größten Theil reicheworden ersolgei Verkäufer, LogiSvermiether, Häuserspeku.»nten,.�gedulden. S ildung ffmehmung be bekannte nicht auf de WL, Auch»i ■■•»igcotbueten 'teilt wurt chters, sich nehmen z ort„Krim ß ein Brie ochenblatte s Theisau be.— Gri s Gericht i Z. Unterst icht geschlos nnd Bierbrauer— Leute, die jegliche: hochmüthig auf die Arbeiter herabsehen.chib kctnj Stolz kennen, als den auf das Geld,■estlches mehr oder weniger zweifelhaften Mit!. er wo. Der Hauptmann der„Unabhängigen" der Bierpänscher Ehret, der Jahre l Krieg organisirtcn Arbeiter New-Iorts führte« wo er Kürzeren zog. Die„Unabhängigen" besitzen eine bße Vir' Vertilgen von Bier; die sonderbar« Abzeichr sie tragen, sind ein sogenannter„Bierv! i"; und trinkfähigen Manner hat das Recht, so- tl Orden als er Bierseidel in einer Sitzung; �einverle Einige der Herren haben es so weit ebracht» „Orden" aus ihrer Brust nicht mehr Pl schon nach der Rückseite hin auszudehnen.......,.. Daß diese„Unabhängigen" für den sv.ocrlnirc dupmpczlrk, von Friedrichs ruhe schwärmen, ist uatiirli als daß dieser sich durch ihren Besuch.ehr ß'l ubeV0 fühlte.> doppelte We Wir schließen diese kurze Charaki w m�oder weiter« merken, daß die„Unabhängigen" in A'■ rika �Schlachtvieh« desselben Maßes von Achtung erfreuen, da) hnen v" Mal durch '�Bamberg am »legraphisch 75 Wo /i Preis wurde gezahlt. Di .„Oberschl. A Schlachtvieh! -dort ausgetri >den Nachbar Meustadt, ff ■'rationell bev j Breslau und i letzten Betru ! Kleinvieh ve nehmen weit finde» doppelt ver ■ie» Schlachtvieh] Seite gezollt wird. Sonntag die„Grille" ansetzen könnte. Na, denn der Doktor erlaubt." Und Du?" fragte Alfred. Ich, wie meinst Du das?" t. „Nun, ich meine, was Du dazu st u. fchlesien selb un, die Flei sächlich- da gewiesen sin« Mai"?, stenums des soeben das i Verhältnisse M—%....... IM.... �statistischen „Ich", sagte Brenner finster, inden er mit st1 j werde»: i. Figuren auf den Fußboden zeichnete,„W lasse st 'MWVW-W! Flinte ins Korn werfen—" k � a. Verb Brenner erwiderte, die Mundwiü-l höhnisch% nwhnuugen, „Ter Arzt in Kriescht hat m w Rühen, l. bethätigt, v« bald als möglich ins Gebirge», am hsjTDas hier g« so chweiz,— gut pflegen, dann mf« noch Ho Hanbein Hahaha,"— er lachte inziünmig in stä „gewiß, gut pflegen. Wenn man i'cht mal das Allernothwendigsten hat, wenn es pgar daran Vorlagen V zu bischen Fleisch zu Mittag zu haken,?sl-:en! soll ich mir selbst was vormachen. Vcn Tag sie schwächer, hat sie WeineMWWWWWWWWWWW zu verwundern. Diese Sorge— diese Roth, 1 Groschen zum Leben zu verdienen, im Reg».-� ■ Mt»WN 1 Lon! empfing h als wahrs Empfange schwächer, das Athmen wird immer schwerer �mpsange sie wieder Blut gespuckt. Nun ja, wai ist's. A Streck der eine Thränc schimmerte in seinem Auge—-(' � a' Landstraße zu liegen und bis in die späte Nacht steche« zu machen," um dann schließlich nicht jj' K'V'l al,ß nach Haus zu bringen, um warmes Mittagesseil i _ st Das i «. land-Bill i Der daß da die Gesundheit bald untergeht, ist ja rk> ständlich.", Alfred schaute schweigend in sein Glas.% den Kops in die hohle Hand gelegt, finster vor s>� murmelte er wie im Selbstgespräch vor sich hin. i „Ach, das entsetzliche Schanspielerleben h*» j vollständig satt. Tag für Tag dem unsicheren% gegeben; wenn der Sonntag mal etwas br»lly ganze Woche leer. Und wenn's gar nicht n>eh� j packt man seine Siebensachen, um es in einem zu versuchen. (Fortsetzung folgt.) möglich an verseht Osten entbe Oie Unzusr ous einen gestern dri deshalb ni und Gerech Es läßt fiel Londoner 12. Juli. D Generalpos i»un Brief — -W idie Nachtarbeit in Fabriken wird für Knaben unter acht- hn Jahren und für Mädchen und Frauen jeglichen Alters lntersagt; als Nachtarbeit gilt die Arbeit, welche zwischen | Uhr Abends bis 5 Uhr Früh vollbracht wird. Ferner wird «n Unternehmern die Einhaltung eines wöchentlichen Ruhe- ges vorgeschrieben; dieser braucht nicht nothwendig der Sonn- g zusein, ein den letzteren zum obligatorischen Rasttag erklären- er Antrag wurde abgelehnt. Diese von der französischen "ammer beschlossenen Bestimmungen sind bei uns theils in er Gewerbenovelle vorgeschlagen, theils begegnen fle auch etzt noch dem Widerstande der Regierungen. Trotzdem hat e„Tägl. Rundschau", ein echtes Kartcllblatt, die Naivetät, s französische Gesetz ans das deutsche Vorbild zurück zu hren, und bei dieser Gelegenheit den„von Deutschand sgezogenen Geist der neuen Sozialpolitik" zu feiern, der aus die Gesetzgebungen der übrigen Länder befruchtend ein- irke." Zum Kapitel der Findigkeit der Post. Anfangs eser Woche hatte der Abgeordnete Liebknecht an den estaurateur G. D. B r u n j e s in G e e st e m ü«de einen r... i oppelbrief, enthaltend Aktenstücke, zu schicken. Drei Tage rachher kam der Brief— nachdem er inzwischen zum Zweck aer Ermittelung des Absenders amtlich eröffnet und dann wieder verschlossen war— als„unbestellbar" an Liebknecht , zurück. Der Adressat hatte„nicht ermittelt" werden können. j?....,r>?nd das Alles, weil Liebknecht aus der Adresse den mn. ie(Ptoroett Brunjes mit zwei statt mit einem n .Krankschrieben hatte. Es giebt in Geestemünde keinen ,,,. ver iweiten Restauratcur ahnlichen NamenS; und die ,; �Identität war über jeden Zweifel«haben. In .'�enIchrn Fällen wird es sonst mit einem unwesentlichen Frrthum beim Schreiben der Eigennamen nicht ernst gc- genommen, und kann es nicht ernst genommen werden, weil jijjpoim jedes Jahr Millionen v o n B r i e f e n als un- 'bestellbar zurückgeschickt werden müßten. Herr Brunjes ist m bekannter Sozialdemokrat, und steht mit den Behörden ' ht auf dem besten Fuße. Auch»in Empfang. Das Erste, was dem Neichstags« geordneten Grillenberger bei seiner Nückkunst von Berlin zu- estellt wurde, war eine Einladung des Herrn Untersuchungs- chters, sich bei ihm einzufinden und sich wegen— Beleidigung 'rnehinen zu lassen. Auf dem Kouvert stand das fürchterliche Ott.„nnminaUa". Bei der Aernehinung stellte sich heraus, st ein Briefträger sich wegen einer in Nr. 10 des„Bayerischen ochenblatteS" von» 8. März d. I. veröffentlichten Korrespondenz s Theisau nn Wahlkreise Kronach-Lichtenfels beleidigt gefühlt de.— Grillenberger verweigerte zur Sache jede Erklärung, da Z Gericht gemäß Art. 82 der Reichsversassung nicht befugt sei, Z. Untersuchung gegen ihn«inzuleilen. Ter Reichstag sei .. nicht geschlossen, sondern nur vertagt, also dauere die Sitzungs- „jplperiode fort und während der Dauer derselben kann eine Straf- Verfolgung eines Abgeordneten nur nnt Zustimmung des Reichs- od tags erfolgen. Ter Herr Staatsanwalt müsse sich also ein wenig m, �gedulden. Nach Protokollirung dieses Protestes war die Ver- »iiia k�nehmung beendigt.— Ten Slrafantrag hat das Oberpostaml �Bamberg am 7. Juni, also am Tage vor Ablauf der Klagefrist, legraphisch gestellt! 75 pfg. für»in Pfund Riudfleifch! Dieser enorme Preis wnrve auf dem letzten Wochenmarlte in Königshütte bereits LMhlt. Die Fleischer des Jndnstriebezirks beziehen, wie der „Oberschl. Auz." berichtet, die zu schlachtenden Rinder von dem Echlachtviehmarkt in Breslau, obgleich das Großvieh, welches dort aufgetrieben wird, zum grüßten Theil aus Oberschlesien und den Rachbarkreifen stammt. Aus den Kreisen Ralibor, Leobschlitz, cfl Neustadl, Neisse, Falkenberg und Brieg, wo die Viehzucht rationell betrieben wird, geht das Mastvieh waggoniveise nach Breslau und Berlin. Auf den« Bahnhof Rntibor wurden im letzte» Betriebsjahre allem 2127 Stück Großvieh und 8881 Stück Kleinvieh verladen. Tie Fleischer des Judustricbezirkcs unter- > nehmen weite und kostspielige Reisen, das Schlachtvieh wird findel> doppelt vertheuert durch den Transport nach dem Breslauer ie»-i Schlachtviehmarkt und durch den Rücktransport nach dem In- ..-.rnduslriebezirk, zuweilen mißlingt ein Kauf, und so kommt es, daß beiist sdas Fleisch so unerschwinglich theuer wird. Dieser Fleischmaugel n es; hat natürlich die Steigerung der übrigen Lebensmittel, über '" welche überall geklagt wird, zur Folge. Ein Wandel kann auf doppelte Weise geschaffen werden: das eine Mal durch Aufhebung tNjJbder weitergehende Milderung der. Sperrmaßregeln gegen die lka l�Schlachtvieheinfuhr aus Oesterreich und Rußland, das andere neu Mal durch Errichtung eines Schlachtviehmnrktes in Ober- lschlesien selbst, damit die Fleischer des Jndustriebezirkes— und die Fleischversorgung deS letzteren handelt es sich ja Haupt- —> sächlich— nicht auf den entfernten Breslauer Markt an- », da gewiesen sind. L. Mainz, 9. Juli. Im Auftrag des Großherzoglichen Mini- steru.ius des Innern und der Justiz in Darinstadt beschäftigt sich 'foeben das Polizeiamt mit einer Statistik üver die Wohnung?- Mrhaltnisse der Fabrik- und geiverdlichen Älrbeiter. In dieser ., f.:J ftaiistischen Aufnahme soll besonders nachstehendes berücksichtigt �. t* Welche Zustände bestehen hinsichtlich der Arbeiter- e fn- Mietwohnungen und in welchem Umfange werden insbesondere ungesunde ober nnz reichende Räume zum Wohne» benutzt? m -Nif t ü den eines nur icht ndelb welchem Umfange „,((i»nz reichende Räume zum imoyne» venuyr i ir A'lj 2. Wie gtop Ist die Zahl der Schlafstellen, getrennt in Logir „liier' Häuser und.lrbeiter- Niietbwobuuiiaeu? welclie Mißstände tuck Häuser uno Arbeiter- ivtiethwohnmigeu? welche Mißstände sind i hierbei beobachtet worden? 3. Welche Bestrebungen wurden: ■.-j, ßi'» zur Verbeffcrung schlechter Logirhäuser und Arveiter- Mieth- ... iä Wohnungen, b. zur Errichtung von Arbeiterwohnungen bis jetzt s>ikl� bethätigt, von wem. m welcher Weise und mit welchem Erfolg? N � Das hier gewonnene Material soll seiner Zeit für gesetzgeberische Hoch'. Vorlagen Verwendung stnden. das? Großbritannien. ran° London, 11. Juli. Der Generalpostmeister Raikes empfing heute eine Deputation der Briefträger. ES wird zu? als wahrscheinlich angenommen, daß infolge des bei dem wer �. Empfange erhaltenen günstigen Eindrucks ein allgemeiner st's Streik der Briefträger nicht ausbrechen werde und die Krisis _ M beseitigt sei. it« Das Oberhaus hat die Eiuzelberathung der Helga- icgci,.land-Bill ohne Debatte erledigt. icht% Der Ausstand der Londoner Vri efträger Ä..... I I.......... ßtcfl si-h W tum scheint abgewendet. Generalpostmeister lliaikes, der so lange wie wöglich auch den berechtigten Klagen seiner Untergebenen sein Ohr verschloß und durch Einstellung neuer Kräfte den Dienst der alten entbehrlich zu mache» suchte, hat eingesehen, daß er damit te Knzujriedenheit nicht zum Schweigen bringe» kann. Und aus einen Ausstand der Mehrzahl der unteren Postbeamten, der x». drohte, wäre er keineswegs vorbereitet gewesen. Er hat halb mildere Seiten ausgezogen und versprochen, mit„Milde u?a,�°rechtigkeit oie Beschwerden und Forderungen zu prüfen." E.' laßt sich also erwarten, daß wieder Einigkeit in die Hallen der �5?�«inzieht. Man meldet der„Voss. Ztg." London, IL. Jim. Die Krisis in der Briefbestellung scheint überwunden zu sein, Generalpostmeister Raikes empsing gestern eine Abordnung von teun Briefträgern des Hauptpostamts, welche um Aufbesserung ihrer Gehälter und Wiederanstellung ihrer entlassenen Kameraden baten. Die Briefträger möchten gern den Minimalsatz ihr« Ge- hälter von 18 auf 22 Schilling, den Maximalsatz von 85 auf 40 Schilling erhöht sehen. Raikes räumte«in, daß 18 Schillinge wöchentlich für das Auskommen eines Beamten nicht hinreickten. Er versprach Abhilf». Bezüglich des Gesuche? um Wiederanstellung der entlassenen Briefträger würde er Gerechtigkeit mit Milde paaren. Die versöhnlichen Versicherungen des Ehest der Postverwaltung machten einen guten Eindruck aus das Dienstpersonal, so daß weitere Ausstandsversilche nicht erwartet werden; von den 8000 Briefträgern Londons sind 400 snspcndirt oder entlassen worden. Frankreich. Paris, Ii. Juli. Der Senat genehmigte einstimmig einen Kredit von 400 000 Frls. für die Abgebrannten auf Mar- tinique»nd Guadeloupe und genehmigte ferner ohne Abänderung die von der Kammer angenommene Vorlage betr. die Fabrikation von Wein aus Rosinen. Die Kammer genehmigte ehcnfalls einstimmig den für die Mgebrannten von Martinique und Guadeloupe geforderten Kredit von 400 000 Frks. Der Devutirte Brisso» hatte dem Minister des Auswärtigen Ribot mitgethcilt, er beabsichtige wegen der durch Artikel 5 des englisch- deiitschen Abkommens vereinbarten Theilung des zwischen dem Tsadsee und dem Kongo gelegene» Gebietes zu interpelliren. Nach einer Unter- reduug mit Ribot vertagte Brisson sein« Interpellation. Die Kammer bericth sodann die Vorlage betreffend die indirekten Steuern, nach welcher die Grundsteuer in einem für die Besitzer von Baustellen günstigen Sinne ab- geändert würde. Mehrere Depulirle, namentlich Leon Say, ver- langten eine Vertagung der Vorlage, bis eine gründlichere Be- rathung möglich sei. Der Finanznnnister bekämpfte jedoch die Vertagung, welche die Kammer mit 295 gegen 249 Stimmen ablohnte. Paris, 11. Juli. Den Abendblättern zufolge hat der Höhere Ackerbanrath die Einfuhrzölle für Thierselle, Lein, Hanf, Wein und Oelkörner votirt. Die Geranten der„Estafette" und der„Petite Nopublique", welche den Admiral Aube anläßlich der Ernennung des Adiniräl Duperrö auf das Heftigste angegriffen hatten, sind wegen Ehren- beleidigung z» je einer dreimonatlichen Gesüngnißstrafe und 3000 Frks. Geldbuße verurtheilt worden. Kelgien. Brüssel, 11. Juli. Der Gesetzentwurf, betreffend die dem Kongostaate durch Belgien zu gewährende finanzielle Unterstützung ist von den 6 Abtheilungen der Deputirtenkammer angenommen worden. Deputirtenkammer. Cartuyvels interpellirte die Re- gierung über die Gefahren, welche die Einfuhr amerikanischen Bieh's mit sich bringe, und verlangte die'Anordnung einer Quarantäne. Der Minister des'Ackerbaues erklärte darauf, daß die vorerwähnten Gefahren nicht beständen. Itali««. Rom, 11. Juli. Die Kammer genehmigte in heutiger Sitzung in geheimer Abstimmung mit 161 gegen 41 Stimmen den Gesetzentwurf betreffend die Maßnahmen zu Gunsten(??) der Stadt Rom und mit 167 gegen 3ö Stimmen die Gesetzesvorlag« betreffend die Reorganistrung der Banken von Neapel und Sizilien, ferner mit 153 gegen 49 Stimmen den Gesetzentwurf, durch weichen dem Staate das Recht zur Ausübung des telephonischen Dienstes zugesprochen wird. Hierauf entwickelte Bonghi seine von 23 Devutirten mitunterzeichnete Resolution, welche die Regierung anffordcrl, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln die Slustragung internationaler Streitigkeiten durch Schiedsgerichte zu begünstigen. Der Ministerpräsident Crispi erklärte. Niemand stimme dieser Initiative mehr zu, als er; seit den 8 Jahren, welche er an der Regie- rung sei, habe er mit allen Mitteln den Frieden zu sichern gesucht. Leider dürfe man sich keine Illusionen machen; die Ver- Hältnisse Europa'S feien im allgemeinen dem Frieden weniger günstig, als diejenigen Amerika'S. Er habe die Hoffnung, daß die Zukunft auf dem europüischen Schiedsgerichte beruhe. Für den Augenblick aber könne ein Staatsmann nichts anderes thun, als von Fall zu Fall zu verhindern, daß der Krieg ausbreche. Italien werde in alle Kongresse dns Wort des Friedens tragen, und wenn ein Krieg verhindert wird, werde er(Crispi) glauben, strikte seine Pflicht erfüllt zu haben. Er bitte demnach die Kam- in er, die Resolution Bonghi's zu votiren, welche eine edle Hoff- nung ausspräche, die von der Zukunft verwirklicht werden würde. Die Resolution Bonghi's wurde hierauf einstimmig angenommen und die Kammer sodann verlagt.— Eine recht harmlose Spielerei! Der Bericht der Kommission des Senats über den Gesetzentwurf betreffs der frommen Sttftungen bean- tragt die vollinhaltliche Genehmigung des von der Kammer an- genommenen Textes. Der sozialistische Abgeordnete AndreaCosta, welcher wegen thütlichen Widerstandes gegen die Polizei bei einer Oberdank-Feier und darauffolgender öffentlicher Demonstration durch das römische Zuchtpolizeigericht zu einer mehrjährigen Ge- fängnißslrafe verurtheilt worden ist, hat sich der Vollstreckung dieser Strafe durch Verlasse» des Landes entzogen, nachdem die Kammer die Ermächtigung zu seiner Verhaftung ertheilt hatte. Um seiner Partei die Gelegenheit zu einen» feierlichen Protest und einer Kundgebung des Volksivilleus gegen die Kammerentscheidung zu verschaffen, legte er dann sein Abgeordnetenmandat nieder,»md er erreichte seinen Zweck in der ausgiebigsten Weise, indem er durch die Sozialisten nicht nur in seinem früheren Wahlkreise Ravenua, sondern überdies bei einer Ersatzwahl allch in Bologna mit großer Stimmenmehrheit gewählt»vurde. Das zweite Mandat mußte für nichtig erklärt werbe». Das erste hat die Kammer»vohl oder übel bestätigt, und es»varf sich nun die Frage auf,»vie es mit der Ableistung des verfassungsmäßigen Eides zu halte» sei. Wollte man das Gesetz zur Anwendung bringen,»velches klar und unzweideutig vorschreibt, daß jeder Abgeordnete, welcher binnen zwei Monaten nach der Giltigkeitscrklärnng der Wahl den Eid aus die Verfassung nicht abgelegt hat, des Mandates verlustig gehe, so würde man die Aussicht gehabt haben, alle zwei bis drei Monate den unbequeme»». Sozialisten wiedergeivählt zu sehen. Dieser seinerseits ivürde gewiß nicht daran denken, sich»» Ron» einzustellen, um den Eid zu leisten— und beim Verlassen des Parlamentsgebälides durch die Karabinieri in Empfang ge- nommen zu»vcroen,»md er wünscht nichts Besseres, als durch beständige Wiederwahl die Regierung und das Parlament zu schikauiren. Ilm dem vorzubeugen, hat Crispi an» 80. Juni»i» der Kammer den Beschluß beantragt und durchgesetzt, daß die Verhinderung Costa'e, den Eid zu leisten, als eine gerechtfertigte betrachtet und die Frist dafür hinausgeschoben werde. Ohne Zweifel ist dies ein- Umgehung des Geistes und Wortlautes der Verfassung, umsomehr. als eine Begrenzung der Verlüiigeruugs- frist nicht erfolgen koi»nte; denn es ist klar, daß Costa bis zun» Ende der Legislatur in derselben Lage bleiben»vird, in welcher er sich jetzt befindet. Wenn tS ihn» beliebt, kann er trotzdem die Regierung und die Kammer um die gewünschte Wirkung des Beschlusses bringen. Er braucht nur immer von neuem sein Mandat niederzulegen,»»d das Parlament»vird immer von neuem seine Wahl zu bestätigen und ihn von der rechtzeitigen Ablegung des Eides zu cutbinden haben. Es ist demnach de- greiflich, daß der Wunsch auftaucht— und Crispi hat demselben im Gespräch mit Abgeordnete» Ausdruck gegeben— durch eine Gesetzesbestimmung die Wiederkehr ähnlicher Knmpszustände zwischen den Wählern, resp. dem Gewählten, und dem Parlament unmöglich zu machen, indem»nan den Wahlkreis,»velchor einen» gesetzlich an der Ausübung des Mandats Verhinderten seine Stimme giebt, für eine geiviffe Zeit des Wahlrechts verlustig erklärt.— Der ehemalige Revolutionär und Republikaner Crispi macht reißende Fortschritte in seinem Rückbildungsprozeß; jetzt schon gäbe er einen ganz leidlichen ruspschen Gouverneur ab. Em solcher Ukas ist in der allgemeinen Verfass»ingsgesch»chte doch so ziemlich etwas unerhörtes! Einen ganzen Wahlkreis»u entmündigen und seiner ganzen Staatsgrundrechte zu entkleiden— das entbehrt entschieden mcht des Reizes der Neuheit! Amerika. t Washington. 11. Juli. Senat. Teller beantragt d»» An- nähme einer Resolution, in»welcher die Politik der Vereinigten Staaten, Gold und Silber als gesetzliche Zahlungsmittel a»zu- wenden, bestätigt und der Präsident der Vereinigten Staaten nnfgefordert wird, die Staaten der lateinischen Münz-Uiuoi» und andere zu einer Konferenz einzuladen, behufs Beschlußfastmig Über ein allgemeines Verhältniß zwischen Gold»md Silber»md behufs Herstellung eines internationale» biinetallistlsche» Munz- � �Die von der Ko n fer en z- K o m mi ssion beschlossene Fassung der Silberbill ist heute den» Repräsentantenhaus« ,n- � � Im Genua liefen Depeschen ein, welche Meldungen über ein« in B u« n o s Ayres ausgebrochene Revolution bringe». Soziale Mebeepichk. Notodam. An unsere Freunde und Kollegen! Wie Ihr auS einer früheren Nummer des„Berliner Volksvlattes" ersehen habt, haben hier am Orte Maßregelungen stattgesimden.»»nd zwar in erster Linie in der Fabrik von Danker. Es sind daselbst drei Arbeiter und drei Arbeiterinnen und zwar jedesmal Mann und Frau, ohne jedweden Grund entlassen worden. Sie haben der eine 12, der andere 7 und der dritte 3 Jahre»n der Fabrik in Arbeit gestanden und zur vollen Zusneden- heit der Firma I. P. Danker gearbeitet. Sie wollte» an, Montag, den 80. Juni, wie gewöhnlich ihrer Arbeit nachgehen. als sie jedoch den Hof des Fabrikgebäudes betraten, da wurde ihnen von einen» Schreiber, der zu gleicher Zeit auch Krön- qardist ist, im militärischen Tone befohlen, daß sie d»e Fabrik incht mehr betreten dürften. Sie erhielten hieraiis aiis der Hand des Krongardisten ihren Entlassungsschein. Die Maßregelung erfolgte aus den» einfachen Grunde,»veil die drei Kollegen sich nicht dazu verstehen konnten, billiger zu arbeite»». Der Inhaber der Fabrik. Herr O. Danker, betrat eines Tages den Arbe»tsraum der Kolleginnen»md sagte: Wer bis heute über acht Tage das Tausend Wickel für 2 M. 50 Pf.(gespitzt giedt's 3 M.) machen will, solle es ihm sagen. Darüber waren die Kolleginnen ausgebracht,»veil man»hnen unter keinen Umständen zumiithen konnte, ihr eigener Lohndrücker zu sein und deshalb»vurden sie nebst ihren Männern entlassen. Wir sahen uns nun veranlaßt, hierzu Stellung zu nehmen»md beriefen am Donnerstag, den 3. Juli, eine öffentliche Tabakarbeiter- und Arbeiterinnen- Versammlung ein, um in derselben das Vorgehen des Fabrikanten einer Kritik zu unterziehen. Herr Denker hatte nämlich den Arbeitern nach Beendigilng des hiesigen Streiks sein Wort gegeben. Niemand zu entlassen und wie hat er dasselbe gehalten? Genug, die Versammlung tagte und nahm dann in Gegenivart des Werksuhrer» oben genannter Fabrik eine entsprechende Resolution an. Ferner sprach die Versanimluug den Wunsch aus, die hiesige Einwohner- schast zu ersuchen, ihre Söhne»md Töchter fern zu halten von der Erlernung der Zigarrenfabrikation. Wir ersuchen unsere Berliner Kollegen und die gesummte Kollegenschaft Teutschlands, falls verlockende Versprechungen an sie gerichtet werden sollten, den Zuzug nach hier zu meide»,»veil Herr Danker die Absicht hegt, die hiesigen Arbeiter zu entlassen«nd fremde dafür einzu- stellen. Er glaubt mit diesen leichter fertig zu werden.— Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Verlammlimguu. Köpniiit. Am Mittwoch Abend hielt der hiesige Miether- Verein eine Versaminlung ab, um die Uimvaiidluna seines Namens vorzunehmen,»md zwar soll der Verein künftig„ Ä l l g e m e» n er Arbeiter-Vereii»" genannt»verde». Die Mitglieder waren mit der Namensänderung einverstanden und es machte sich unter ihnen der Wunsch bemerkbar, auch für die bisher in sehr engen» Rahmen gehaltenen Bestrebungen des Vereins ei» größeres Gebiet der Thätigkeit zu eröffnen. Um die künftigen Aufgaben des Vereins klarzulegen und namentlich um darzulhun, daß die ein- seitigen Bestrebungen, denen der Verein bisher gehuldigt,»n Zukunft auch nach anderen Richtungen erweitert»verde» müssen. »var der Expedient Glocke aus Berlin zur Versammlung berufen »vorde». Als derselbe feinen Vortrag begann und darlegte, daß der Verein sein Bestrebe» darauf richten müsse, die allge- meinen Eriverbsverhältnisse zu bessern, die Produktions- Be- dingungen güilstiger zu gestalten,»vurde einer der die Bersanim- lmig überwachenden Polizeibeamte» unruhig, trat auf den Redner zu und bemerkte ihm, daß er in dieser Weise nicht»veiter reden dürfe; als der Redner verwundert fragte,»veshalb, erwiderte der Beamte, der Redner habe von„Produktion" und„Arbeits-Bc- dingungen" gesprochen, das vürse er(der Beamte) nicht leiden und deshalb erkläre er die Versammlung für aufgelöst. Auf die Frage, aus Grmid welcher gesetzlichen Bestimmungen die Auflösung erfolge, gab der Beamte keine Antwort. Es soll gegen die Auflösung Beschwerde eingelegt werden. VviefKnsketr dev Vutmkkion. Bei Aniragen bitten wir die«bounementS-Qutttung beizuftigsn. Briefliche Amwort wird nicht erlhcill. K. 05. Rechtsamvaltskosten können Ihnen nicht erwachsen, da Sie sogleich nach erhaltener Aufforderung gezahlt haben, also nicht in Verzug innren. Wie hoch die Löschungskoslen sich be- lausen, können»vir nicht angeben, da Sie»ms die Höhe des H»)pothcle»kapitalI mitzutheileii vergessen haben. K. 100. Die Worte, welche der Wirth Ihrer Frau gegenüber gesagt hat, cuthalten auch für Sie eine Beleidigung. Laden Sie den Wirth vor den Schiedsmann und strengen Sie dann im eigenen Namen die Privatllage an. Als Zeugen benennen Sie seine»md Ihre Ehesrau. Ans Empsehlungen von Rechtsanwälte» lassen wir uns»icht ein. MiUo. Wir können unmöglich»visse», ob Sie Aussicht auf Anstellung beim Reichs-Versicheruugsamt haben. Versuchen Sie eS mit einer Eingabe,»velche zu adressiren ist:„An das Kaiser- liche Reichs-Versicheruugsamt." AI. Die'Anzeige des Wirthes, daß die Wohnung vom I. Oktober ab mehr kostet, als bisher, gilt als Kündigung per 1. Oktober. Sie sind also,»vem» nicht in der Zwischenzeit eine Vcrftäudigung erzielt wird, berechtigt und verpflichtet am 1. Oktober zu ziehen. Die auch von Ihnen durch Einschreibe- bries ausgesprochene Kündigung ist demnach überflüssig gewesen; sie wäre aber auch verspätet erfolgt, da die Gerichte mit Recht annehmen, der Kontrakt lause mit Schluß des Quartals, also am 30. September, ab, so daß spätestens am 30. Juni gekündigt iverden müßte. A. S. Wenn die Wittwe eines unter das Unfallversicherungs- Gesetz fallenden Verunglückten sich wieder verheirathet, so erhält sie den dreifachen Betrag der aus sie bisher entfallenden Jahres- rente.als Abfindnng. Die den Kindern bisher gezahlten Jahres- renten erleide» durch Wiederverheirathnng der Wittive keine Aenderung. I Theater. Sonntag, den 13. Juli. Kerliner Theater. Der Probepfeil. Friedrich-Mi lhrtmltädt. Theater. Der arme Jonathan. Montag: Dieselbe Vorstellung. MaUner- Theater. Mamsell Ni- touche. Montag: Dieselbe Vorstellung. Miktoria-Theater. Stanley inAsrika. Vftend- Theater. Die Räuber. Montag: Dieselbe Vorstellung. KelleaUianre» Theater. Der Nau- tilus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kroll's Theater. Der Postillon von Lonjumeau. Kaufmann's Uariötö. Große Spe. zialitäten-Vorstellung. Montag: Dieselbe Vorstellung. Hasenhaide Ausstellungs-Park. 2153] 18 Angeborene ans dem Eitni-Lande. Vorstellung nnd Produktion VON Nachm. 4—9 Uhr Abds. stündlich. Victoria-Park.— Blücherstr. 31. Gneisonanstrasse. Jeden Sonntag: Großes Eonrert nnd Kpezialitäten-Vorstellnng. Montags nnd Donnerstags: Leipziger Sänger. Mittwochs: Kinder-Freudenfest. Kaffeeküche von 3 Uhr ab geöffnet! Um gütigen Besuch bittet 1714 F. Kihenstork. Sgr. Nicolini auf dem SO Fuaa hohen Drahtseil. Englischer Harten. Direktion: C. Andreas, Alexanderstraße 27c. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Bermont. Austreten des Gesangshumoristen Herrn Jonas. Auftreten der Duettistinnen Geschwister de la Terra. Auftreten des Tanzkomikers Herrn Schmidts. Auftreten der Jano-Trnppe. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags öVa Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags SO Pf. 60 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Vf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben. Etadlijsement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Garten-Coneert. Direktion A. N-dmann. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Fnfroa Wochentags 10 Pfg., Jhllll Cc Sonn- und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. «41 F. Müller. Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehcnswürdigk. d. Residenz. Zum ersten Male: Passtonsj'pieie,(Obern mmerga« und Umgebung. Bielen Wünschen entsprechend: Zweite Wanderung durch das Uiesengebirge. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Jede Uhr zu repariren und zu reinigen s(außer Bruch) kostet bei mir s unter Garantie des Gntgehens 8,50 Mark. Lager aller Arten Uhren und Gold- waaren zu den billigsten Preisen. 1 flUim? Rosenthalerstr. 10. U Bitill,(a. d. Auguststr.) Alex Golde, Cigarren, Cigarretten u. Tabake, Lotteriecomtoir.Rauclircquisiten. Berlin N.W., 1873 Liibecker-Strasse No. 21. Eingang Perlebergerstrasse. UTaII Bergschlossbrauerei, Hasenhaide. Well. Heute, Sonntag:§ RMr-ÄMt ünD Zi>tjiliIitilte»-!Sl>rfcIl«»z. Familie Bodjaroff. Neiss und Frau. Belloni, Equlibrist mit dreffirten Kakadus. Alfieri Tronpe. Pantomimen-Gesellschaft Casielar, Feuerwerk. Reu: Musizirende Bomben. Kunstfeuerwerker Leichnitz& Bau. Montag: Sommerfest der Tischler. Mittwoch: K i n d e r f e st. Donnerstag: Monstre-Fenemrerk. Eroberung von Kllwa. Großer Erfolg. Keller s Kofjager. W Hasenhaide._ , Kergmannstraßen-Ecke. Heute, Sonntag, den 13. Juli 1890: kttsjts Militü-Köiijtrt feÄvtÄÄf Su*' Im großen Dmll Marionetten- Theater--Vorstellungen. Saale: KAsäMBa Doiksbelustigungeu. Anfang 4 Uhr. Entree 15 Pf., im Vorverkauf 10 Pf, A. Froelich. Mittwoch, 16. Juli er.: Erstes grosses Erntefest nach ländlicher Sitte. Budidpuckerei n°ch GUjavetls-Ufer 55(am Engelbecken) verlegt haben. Wir Killen, das uns bisher geschenkte Vertrauen auch fernerhin bewahren zu wollen. Durch bessere Einrichtungen und größere Lokalitäten sind wir jetzt im Stande, jeden Auftrag, auch den größten, schnell und sauber auszuführen. j_ Maurer, Werner& Co. Stuckateure! Heute, Sonntag, den 13. Juli, Mittags 12 Uhr: Große öMtliche VechmlW stumtlilher Stuckateure Verlins nnd Uingegend im Lokale des Herrn Zemter, Münzstr. 11. Tages-Ordnung: I. Rechnungslegung der Vertrauensleute und Wahl zweier Revisoren. 2. Wie stellen wir uns zur Wahl von Delegirten zum 2. deutschen Stuckateur- kongreß. 3. Verschiedene Gewerkschaftsangelegenheiten. 1076 NB. Es wird im Interesse jedes Einzelnen ersucht, recht pünktlich und zahlreich zu erscheinen. _ Dir Urrtrournvlrnte. Sozialdemokratischer Mahwereiu des 6. Serliuer Reichstags-Wahlkreises. Dienstag, 15. Juli, Abends 8Va Uhr, im Saale des Herr» Lehmann, Schwodter-Strasto Ur. 34: 1073 UM" Große Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Pirch über:„Welche Konsequenzen haben wir aus der bewilligten Militärvorlage zu ziehen V" 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste herzlich willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. NB. Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß zur Entlastung des Kassirers in der Versammlung bei folgenden Restaurateuren Zahlstellen errichtet sind: Vieck, Birkenstr. 24(Moabit); Gleinert, Fenn- und Müllerstraßen-Ecke; Gnadt, Brunnenstr. 38; Bebnfeld, Schönhauser Allee 40; Prenss, Grünthalerstr. 66. Die Beiträge werden jeden Sonntag von 10—12 Uhr enU gegengenommen. Mitglieder werden in den Zahlstellen aufgenommen. D.&, Einsetzer Berlins nnd Umgegend. Große öffentliche Versammlung ain Montag, den 14. Juli, Abends SVs Uhr, in Feuerstein s Lokal, Alte Jakobstraße 75. Tagesordnung: 1. Unsere gewerkschaftliche Organisation. 2. Stellungnahme zur Zentral- Streik-Kontrolkommission. 3. Diskustion. 3. Gewerkschaftliches. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. _ 1062_ T opp. Klopft ockstr. 50. UntttWWsmeill deuWer TMardciter. Z a h 1 st e 1 t r Jt r r 1 i n. Kontag, den 13. Juli, Abends SVs Uhr, bei Zemter, Hüuz-Strasse 11: Mitglieder- Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vorschläge für 3 Bevollmächtigte und 3 Kontroleure. 2. Vorschläge zur Entfaltung einer wirksamen Agitation. 3. Wie stellen sich die Mitglieder zur Errichtung eines Arbeits-Nach- weisebureaus? 4. Verschiedenes._ 1066 Wer Berlins und Umgegend. Oeffentliche Uersammlung am D i e n st a g, 15. Juli, Abends 7 Uhr, in May's Festkäle»(früher Heydrich), Beuthstraße 22. Tages-Ordnung: I. Bericht der Delegirten voin 6. deutschen Töpfer-Kongreß. 2. Gewerkschaftliches.— Um zahlreiches Erscheinen der Kollegen ersucht Der Einberufer: C. Thieme, Ruppinerstr. 3. 1071 Jentral-Kranlleu- und Sterkekasse der deutschen Wagenkauer. Kezirk 4. Sonnabend, 19. Juli, im Konzcrthaus„Sanssouci", Liottbuserstr. 4a: MW" Großer Sommernachtsball. Billets sind zu haben bei der Ortsverwaltung und beim Komitee; an demselben Abend im Cigarren-Geschäst Kottbuserstr. 4a. �Hierzu laden wir alle Freunde und Gönner ein. 1083 Das ftomitrr. Fchmein und Uulgegend. der Tapezirer Berlins Koiumbrnb, den 19. Juli: Großes Sommerfest in der Neuen Welt, Hasenhaide. Konzert, Spezialitäten- Vorstellung, Kinderbelustigungen, Tanz im Ball-Champötre. 1072 Anfang des Konzerts 4 Uhr, Tanz 6 Uhr.— Die Kasseeküche steht den geehrten Damen von 3 Uhr ab zur Verfügung. Zu diesem Sommerfest sind alle Freunde, Bekannten und Kollegen freundlichst eingeladen. Killeta sind in den mit Plakaten belegten Handlungen und im Arbeitsnachweis, Schützenstraße 18—19, zu haben. Dienstag, 15. Juli: Mitgliederversammlung bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. T.-O.: Vortrag des Herrn Pens, über: Klassenhochmuth. Diskussion. Vereinsangelegenheiteu. Fragekasten. Der Vor st and. EvoraMubi Um den vielfach an mich ergangen U Wünschen zu genügen, habe ich m entschlossen, das von mir eingestP Bier der Brauerei . Die Deuts Bezug auf ) auf die n die Angehö ten. Sie k , sich dakelt 'etzen und i ede Art verschieder den Deuts Evora& Meyer Fürth bei Nürnberg in Bayern auch in Flaschen zu führen. Ich offerire demnach 35 Flafö/�'�' für 3 Mk. frei ms Dans 5%%�% Hierdurch wird Jedermann in Lage versetzt, zu einem Preise, den tefd'oltenen für hiesiges Bier zahlen muß, echtes bayrisches Hier,- Die ikel 2 des mg die näi ikel 1 des weiz zusich dessen Vorzüglichkeit allgemein anerka� � bie mssd, zu beziehen.%% Aufträge bitte ich so zeitig wie mfe gv versagen, n lich auszugeben. Gustav Hering, Kotwmstr. 24. Kellerei: Lagerhof, Gebäude � Die Ange i anderen des über ende Ersatz de, in wl litärdienste ten werd Ltttii zur WchrNg kr Zsimis» der Tchüljmcher Montag, den 14. Juli 1890: Im Falle m Nutzen m wohnen '"' des i gehalten Sommerfest K% in Kliem'o Volksgarten, Hasenhaide 14—15, sten Macht bestehend aus oder ii Konzert und Ball in beiden großen Sälen,-sie und zu Bei eintretender Dunkelheit Kinder-Fackelpolonaiso. StocklatekE�iur Är für Kinder gratis. � besonder Kasseeküchr geöffnet.— Anfang 4 Uhr Nachmittags, w Killet« sind bei allen Vorstandsmitgliedern, sowie in allen müT Die Ange belegten Geschäften zu haben. Einem zahlreichen Zuspruch sieht entgst? des anbei 1070 Der Dorfen und -- S8e)ttinmi Große öffentliche Versammlung LS für sämmtliche �en. ' Unter gl- e vormalij It nach der und sonstigen Interessenten � gewoi 1..... b jhe fnr snmmttiche Maurer, Putzet am Dienstag, 15. Juli, Abends 8V2 Uhr, im Lokale Friedrio�ibernehmei (früher L i p s). j Eine pol Tages-Ordnung:.�ttnathsrecht 1. Das Verhalten der Maurerpoliere und welche Stellung tu»' lästige S Berliner Arbeiterschaft demgegenüber ein. tfinden, 1 2. Diskussion. die letzt 3. Stellungnahme zum Fachorgan. nnt ist. 4. Verschiedenes. Die Trai Zu dieser Versammlung sind speziell alle Poliere eingeladen. u der Schn Alle Kollegen, die gravirende Beschwerden gegen die Poliere haben, werden höflichst gebeten, wenn sie dieselben nicht selbst vortrage» dieselben zur rechten Zeit an die leitenden Personen abzugeben. Der ffiinbrruf'�i' -- � R. C. il, fom: 1084 Große Versammlung aller Arbeiter nni) Arbelterianea her Seflcihnpiiiilf mj* am Montag, de» 14. Jult, Abrnd« S1/« Jdjr, 0 iw Gratweit'v Kierhallen, Kommandantrnstrast« 77—71'- d„nach Tagesordnung: M tch DO 1. Fortsetzung der Diskussion vom 30. Juni. Jer Zeit t 2. Was haben die Arbeiterinnen der Bekleidungsindustrie vom kongreß zu erwarten? Referentin: Frau Ihrer aus Velten. flh im M -md w B-°-KN industrie bittet 1097 Die Kongreß-Kommisst���,' ur Nersammlnng her Filiale I. W> her VereiliigW her Maler a. s.V. am Dienstag, den 15. Juli, Abend« 8 Jfljr, inHoffmann's Festsälen, Oranienstr. 180. Tages-Ordnung: I. Vortrag des Herrn W. Gründe! über:„Volksernnhrung". 2. Vierteljahresbericht. 3. Fachschul-Angelegenheiten. 4. Verschiedene?. 1064 Die Kevollmiichtigte». Graveure! Ziseleure! Dienstag, den 15. Juli, Abend« 8Va Uhr, in Klein's Festsälen, Oranienstr. 180. Oeffentliche 999 Versammlung. fltäheres Dienstag Säulenanschlag. Reßaaraat 123. Rittersti«. H. Slrateg .7 Vhystsck verbunden mit Fremdenl� t, hat dei Herberge und Arbeitsnachweis" rückt: sie eins der Lilempner. �sind es i Empfehle meinen allbekanv�l Die Fa Getränke in bekannter Verfügung._. Im Tuchgeschäft, f�hier� Prinzeustr. 53� Arme gegenüber der Turnhalle- her ein Herren- und KnabeV[tetl JUl Anzüge, Paletots».cten Untei | sowie Damenkleider e> wenn Auf Wunsch auch grll' sth sänge Theilzahlungen p Hierzu zwei Kt'l Verantwortlicher Redakteur: Curt Kaaste in Berlin. Druck und Verlag von War SSab«-»''"c-rlin SW.. Beuthstraße 2. I IL Beilage zum Berliner r. 160. Sonntag» den 13. JnU 1890. V. Jahrg. geB Uiederlajsungsvertrag \0 zwischen dem Deutschen Reich und der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Vom 81. Mai 1890. ■ Artikel 1. ; Die Deutschen find in jedem Kanton der Eidgenossenschaft Bezug auf Person und Eigenthum auf dein nämlichen Fuße ) auf die nämliche Weise aufzunehmen und zu behauoeln, wie die Angehörigen der anderen Kantone sind oder noch werden ten. Sie können insbesondere in der Schweiz ab- und zugehen „t*> sich daselbst dauernd oder zeitweilig aushalten, wenn sie den hjr'etzen und Polizeiverordnungen nachleben. \ Jede Art von Gewerbe und Handel, welche den Angehörigen verschiedenen Kantone erlaubt ist, wird es auf gleiche Weise h den Deutschen sein, und zwar ohne daß ihnen eine pekuniäre iVtol1!1®e Mehrleistung auserlegt werden darf. f%„ VI. Artikel 2. 10«! �,e iu dem Artikel l bezeichneten Rechte beanspruchen halt- �können, müssen die Deutschen mit einem Zeugniß ihrer rt TH'dtfchaft versehen sein, durch welches bescheinigt wird, daß � Inhaber die deutsche Reichsangehörigkeit besitzt und einen sttl �scholtenen Leumund genießt. 1. Artikel 3. .Die Schweizer werden in Deutschland unter der im ikel 2 des gegenwärtigen Vertrages enthaltenen Voraus- mg die nämlichen Rechte und Vortheile genießen, wie sie der WO ikel 1 des gegenwärtigen Vertrages den Deutschen in der *..�'z Zusichert. kW_ Artikel 4. i Durch die Bestimmungen der vorstehenden Artikel wird das ht eines jeden der vortragenden Theile, Angehörigen des »Aren Theiles, entweder infolge gerichtlichen Urtheils oder aus ttfHnden der inneren und äußeren Sicherheit des Staates, oder 3 aus Gründen der Armen- und Sittenpolizei der Aufenthalt versagen, nicht berührt. |, Artikel 5. Die Angehörigen des einen der beiden Länder, welche in > anderen wohnhaft sind, bleiben den Gesetzen ihres Vater- ■ t lierT tue Militärpflicht oder die an deren Stelle ende Ersatzleistung unterworfen und können deshalb in dem wc,™ welchem sie sich aufhalten, weder zu persönlichem .litardienste irgend einer Art, noch zu einer Ersatzleistung an- tSi»«Ilten werden.■ Artikel 6. Im Falle eines Krieges oder einer Enteignung zum Lffent- W�en Nutzen sollen die Bürger des einen Landes, die in dem an- .en wohnen oder niedergelassen sind, den Bürgern des Landes s|j(flgtich des Schadensersatzes für die erlittenen Beschädigungen gehalten werden. Artikel 7. s* I Jeder Vortheil in Bezug auf Niederlassung und Gewerbe- -Übung, den der eine der vertragenden Theile irgend einer ten Macht, auf welche Weise es immer sei, gewährt haben /hie oder in Zukunft noch gewähren sollte, wird in gleicher töll. kise und zu gleicher Zeit gegenüber deni anderen vertragenden Zur Anwendung kommen, ohne daß hierfür der Abschluß :r besonderen Uebereinkunft nöthig wird. .s.*_ Artikel 8. i Die Angehörigen des einen Theiles, welche sich auf dem Ge- entgeK des anderen Theiles befinden, aufhalten oder niedergelassen ovßtHn und in die Lage kommen sollten, auf Grund Bestimmungen des Artikels 4 weggewiesen zu werden, rt m sammt Familie auf Verlangen des ausweisende» y üles jederzeit von dem anderen Theile wieder übernommen iden. Unter gleichen Voraussetzungen verpflichtet sich jeder Theil, fi-Ble vormaligen Angehörigen, auch wenn sie das Staatsbürger- t nach der inländischen Gesetzgebung bereits verloren haben, mge sie nicht in dem anderen oder einem dritten Staate an- n �rig geworden sind, auf Verlangen des anderen Theiles wieder irici1 ibernehmen. �Eine polizeiliche� Zuweisung soll jedoch, sofern nicht das *».___ Ii. die letztere von dem Pflichtigen Theile ausdrücklich an- nnt ist. , Die Transportkosten bis zur Grenze zwischen Deutschland Schweiz werden von dem zuweisenden Theile getragen --- Artikel 9. Beide Theile behalten sich in Bezug auf solche Personen, welche vor Erfüllung ihrer Militärpflicht die Staatsangehörig- keit gewechselt haben, das Recht vor, ihnen die Befugniß zum bleibenden Aufenthalt oder die Niederlassung in ihrem früheren Heimathlande zu untersagen. Artikel 10. Die deutschen Eigenthümer oder Bebau» von Grundstücken in der Schweiz und umgekehrt die schweizerischen Eigenthümer oder Bebau» von Grundstücken im Gebiete des Deutschen Reichs genießen in Bezug auf die Vewirthschaftung ihrer Güter die näm- lichen Vortheile, wie die am gleichen Orte wohnenden Inländer, unter der Bedingung, daß sie sich allen für die Landesangehörigen geltenden Verwaltungs- und Polizeiverordnungen unterwerfen. Artikel 11. Jeder der vertragenden Theile verpflichtet sich, dafür zu sorgen, daß in seinem Gebiete denjenigen hilfsbedürftigen Ange- hörigen des anderen Theiles, welche der Kur und Verpflegung benöthigt sind, diese nach den am Aufenthaltsorte für die Ver- pflegung der eigenen Angehörigen bestehenden Grundsätzen bis dahin zu Theil werde, wo ihre Rückkehr in die Heimath ohne Nachtheil für ihre und Anderer Gesundheit geschehen kann. Ein Ersatz der hierdurch oder durch die Beerdigung Ver- storbencr erwachsenden Kosten kann gegen die Staats-, Gemeinde- oder andere öffentliche Kassen desjenigen der vertragenden Theile, welchem der Hilfsbedürftige angehört, nicht beansprucht werden. Fiir den Fall, daß der Hilfsbedürftige selbst, oder daß andere privatrechtlich Verpflichtete zum Ersatz der Kosten im Stande sind, bleiben die Ansprüche an diese vorbehalten. Die vertragenden Theile sichern sich auch wechselseitig zu, auf Antrag der zuständigen Behörde die nach der Landesgesetz- gebung zulässige Hilfe zu leisten, damit Diejenigen, welche die Kosten bestritten haben, diese nach billigen Ansätzen erstattet werden. Artikel 12. Der gegenwärtige Vertrag soll am 20. Juli 1890 in Wirk- amkeit treten und bis zum 31. Dezember 1900 in Kraft verbleiben. Im Falle keiner der vertragenden Theile zwölf Monate vor dem Ablauf des gedachten Zeitraums seine Absicht, die Wirkungen des Vertrages aufhören zu lassen, kundgegeben haben sollte, bleibt derselbe in Geltung bis zum Ablauf eines Jahres von dem Tage an, an welchem der eine oder der andere der vertragenden Theile ihn gekündigt hat. Gegenwärtiger Vertrag soll baldmöglichst ratifizirt und die Auswechselung der Ratisikationsurkunden spätestens bis zum 10. Juli dieses Jahres in Bern bewirkt werden. Dessen zur Urkunde haben die beiderseitigen Bevollmächtigten den vorstehenden Ver- trag unt»zeichnet, unter Beidrückung ihrer Siegel. So geschehen in Bern, den 31. Mai 1890. Ottto von Vülow. Droz. (L. S.)(L. S.) Schlußprotokoll. Vor Unterzeichnung des vorliegenden Niederlassungsvertragcs haben die unterzeichneten Bevollmächtigten Kraft Ermächtigung ihrer beiderseitigen Regierungen eine Verständigung über folgende Punkte getroffen: 1) Bezüglich der bayerischen Staatsangehörigen ist der königlich bayerische Gesandte bei der Eidgenossenschaft zur Ausstellung des im Artikel 2 erwähnten Zeugnisses zuständig. 2) So lange die Schweiz vermöge ihrer Gesetzgebung nicht eine Bestimnmng darüber trifft, daß für ihre Angehörigen, um die Rechte dieses Vertrages im Deutschen Reich zu beanspruchen, das im Artikel 2 erwähnte Zeugniß ausschließlich von ihrer Gesandtschaft und ihren Konsulaten in Deutschland ausgestellt werden muß, werden die deutschen Behörden einem von der betreffenden schweizerischen Gemeindebehörde ausgestellten Hcimath- schein und einem von dieser ertheilten Leumundszeugniß, sofern diese Urkunden von der zuständigen Behörde des Heimathkantons beglaubigt sind, dieselbe Bedeutung wie dem im Artikel 2 er wähnten gesandtschaftlichen Zeugniß beilegen. 3) Die Angehörigen des einen Vertragsstaats, welche Kraft des Vertrages vom 27. April 1876 im Gebiet des anderen in gesetzmäßiger Weise die Niederlassung erhalten haben, werden derselben ohne weitere Förmlichkeit nach den Bestimmungen des heutigen Vertrages theilhastig bleiben. 4) In Bezug auf die Heimbeförderung der unter Artikel 8 des heutigen Vertrages erwähnten Personen werden die mittelst Zusatzprotokolls vom 21. Dezember 1881 zu dem Niedcrlassungs- vertrage vom 27. April 1376 festgesetzten Bestimmungen so lange in Wirksamkeit bleiben, als nicht das genannte Protokoll durch R. C.... ll, kommt Mit dem Pfeil, dem Bogen, durch Gebirg und 't der Schütz gezogen, früh im Morgen- om Wirf kt» Jahrzehnte sind verflossen, seitdem nur im ,;em � vielleicht fünfzig Altersgenossen dieses schöne 7— 70'b„nach Roten eingepaukt wurde. Meine Stimme— m ich von dieser Gebrauch mache— hat sich im Laufe .�'cr Zeit vom schrillen Diskant zum dröhnenden Bierbaß S«ausentwickelt, aber niemals habe ich gedacht, daß ich Ilh im Morgenstrahl so vielen Schützen auf dem Straßen , w.klei�si� Berlins begegnen würde, wie das in der vergangene!. .„iM�che der Fall war. Das Strohwittwerthum entschuldigt — U>tzches, und die Schützen sind za fast alle Strohivittwer. «jirtstr der schillernde Glanz, der im Beginn dieser Woche die 4 6» glichen Gestalten verklärte, ist geschwunden, der moralische p, Kl physische Katzenjammer, der keinem bürgerlichen Feste idenloS-t, hat den bummelnden Büchsenträgern seinen Stempel auf- weis VI nicU; sie kommen sich nicht nur überflüssig vor, sondern m». Mfinb es in der That. M-rtii!'' Fasanenfedern sind zerrupft, die Reden gehalten. , goci(4 ausdauerndsten Schützenbrüder hängen geknickt an! Giitr."gel, und die Sehnsucht, wieder an den heimischen Herd, a h 1 kie Fittige der liebenden Gattin zu komme», macht is# j? den Physiognomien derjenigen, die in Schützenhut ��,,'J°ppe unsere Straßen unsicher machen, mehr als je be- - Es konnte natürlich nicht ausbleiben, daß die lätt ��agenden Staatsbürger aus Kötzschenbroda, welche das 1 J1" Zu verherrlichen sich berufen fühlten, in ' r. Berliner Sirenen fielen. Es ivar das ihalle- her ein Vorrecht der Potsdamer, aber die ge- ,al»e iten jungen Damen machen in dieser Beziehung 0 ettun Unterschied m der Nationalität. Geld riecht niemals, fuenn der ehrsame Zunftmeister und Schützenbruder � lO'f lange Zeit in emem verborgenen Strumpf die Schätze ansammelte, die dazu erforderlich sind, hier in Berlin den „wilden Manu" zu machen oder gar den„Noblen zu markircn", so vergehen die Kronen und Doppelkronen trotzdem wie Schnee an der Sonne, und das letzte Ende eines solchen Vergnügens ist immer eine innerliche Zer- knirschung, die mit unumstößlichen Vorsätzen zur Besserung anfängt und schließlich mit stiller Wnth endet. Aus grauer Vorzeit sind uns selbst aus unserer Praxis ähnliche Fälle bekannt, aber die Zeiten liegen eben glück- licher Weise so weit zurück, daß uns erst der Anblick der katzenjämmerlichen Schlitzen dieselben wieder ins Gedächtniß zurückrief. Natürlich reden die Gerupften vom Sündenbabel, sie finden es schöner in ihren kleinen Städtchen, wo im schlimmsten Falle„Mutter" des Abends den säumigen Zecher mit der Kochkclle aus dem Wirthshause holt— aber was können wir Berliner dafür, wenn die großen Kinder mit den gefüllten Portemonnaies hier in Berlin in entsprechender Weise„hochgenommen" werden? Einmal lächelt den Beute- lustigen nur das Bundcsschicßen und die Provinzialcn sind nicht alle Tage so dicht gesät, daß sich die Ernte verlohnte. Doch, wenn man eine Reise thut, kann man nicht nur etwas erzählen— nein, man soll auch Etwas mitbringen. DaS ist der praktische Hintergrund von der Sache, und wahrscheinlich werden viele Schützen auch nur unter dieser Bedingung ohne Aufsicht nach Berlin entlassen worden sei«. Der„Affe" verflüchtet sich bald, auch erfreut sich dieses Mit- glied des Thierreichs nur selten einer freundlichen Aufnahme am häuslichen Herde; und ähnlich verhält es sich mit dem Kater. Daher mag es wohl kommen, daß augenblicklich die Fünfzigpfennigbazare in der Leipzigerstraße von alten und jungen Schützenbrüdern förmlich belagert werden, und sind die Goldniünzen in schäumendem Sekt aufgegangen, so müssen in diesem Falle die Nickelstücke herhalten, um„Souvei-oirs de Berlin" bis in die entferntesten Provinzen zu tragen. Der Geschmack ist glücklicher Weise sehr verschieden ge- artet, und wer eine Gipskatze nicht von einer Marmor- ein neues Uebereinkommen zwischen beiden Regierungen ersetzt 'ein wird. 5) Die beiden kontrahirenden Staaten geben sich die gegen- Zeitige Zusicherung, daß in allen Fällen, wo der Artikel 9 in An- wendung kommen wird, der Ausweisung vorausgehend, die Ver- Hältnisse genau untersucht und erwogen werden sollen, und insofern die Umstände ergeben, daß der Nationalitätswechscl bona fiste und nicht zum Zweck der Umgehung der Militärpflicht erfolgt ist, die Ausweisung unterbleiben soll. Gegenwärtiges Protokoll soll die gleiche Kraft haben, wie wenn es wörtlich in dem Vertrage vom heutigen Tage stünde. Es ist von den beiden Vertragsparteien zu ratistziren, und die Ratifikationen sind in Bern am gleichen Tage und zu gleicher Zeit wie diejenigen des Hauptvertrages auszuwechseln. Dessen zur Urkunde haben die Unterzeichneten das gegenwärtige Protokoll in doppeltem. Original unterzeichnet und ihre Wappenstegel beigedrückt zu Bern am 31. Mai 1890. Otto von Bülow. Droz. (L. S.)(L. S.).. Der vorstehende Vertrag nebst Schlußprotokoll ist ratifizirt worden und die Auswechselung der Ratifilations-Urkunden hat am 3. Juli 1890 in Bern stattgefunden. Voksles. Der subnltmte Geist, der in der„Volks-Ieitung" augenbtickilich unbeanfsichtigt fei» Mefen treiben darf» spricht von einer„Zurechtweisung", die er uns hat zu Theil wer- den lassen. Zunächst lehnen wir es ab, uns von irgend Jemand zurechtweisen zu lassen; wir wissen nicht, wie wir zu dem höchst zweifelhaften Vergnügen kommen, uns in Fragen unserer Parteitaktik mit Leuten herumzustreiten, die weder den internen Zusammenhang der Dinge kennen, noch berufen sind, ein Urtheil über unsere Haltung abzugeben. Wenn jene Leute ihrem dunklen Drange, sich in Sachen einzumischen, die sie absolut nichts an- gehen, nicht widerstehen können, so dürfen sie deswegen aber noch nicht verlangen, daß ihren Meinungsauslassungen von inter- essirter Seite ein Werth beigelegt wird. Was wir sachlich über den vom Zaune gebrochenen Streit hier noch anzuführen haben, ist das, daß wir nicht die geringste Veranlassung haben, aus unserer bisher beobachteten Reserve herauszutreten. Keinesfalls kann es in der Tendenz des Parteiorgans liegen, einen Parteigenossen zu Gunsten eines bürgerlichen Organs zu bekämpfen. Wenn Sozia- listen das Mißfallen bürgerlicher Organe erregen, so fühlen wir uns nicht im Mindesten veranlaßt, zur Freude irgend welcher Krakehler, die um jeden Preis in unsere Angelegenheiten hinein- reden möchten, gegen die eigenen Parteigenossen zu Felde zuziehen. Sollte jemals von einem Parteigenossen Etwas unternommen werden, was nicht mit den Gesetzen der Parteiehre in Einklang zu bringen ist, so stehen uns glücklicher Weise noch Wege genug offen, um durch nichtöffentliche Rektifikation Abhilfe zu schaffen. Allerdings sehen es manche Leute viel lieber, wenn der Skandal in Blüthe steht, sie können ja dann ihre unerbetene Weisheit zu Markte bringen, und es kann unseren Parteigenossen nur dringend angerathen werden, auf bürgerliches Gewäsch— namentlich wenn es von so obskurer Seite kommt— überhaupt kein Gewicht zn legen. Dann verpuffen diese unreifen Auslassungen wirkungs- los. Damit gehen wir über den Zwischenfall zur Tagesordimng über. Grgrniil'n' drm engherzigen, zimftlerilthen Gedahren, das neuerdings mehrfach in verschiedenen Gelehrten-Berufen zu Tage tritt, nimmt ein Artikel der von dem Dr. Otto N. Witt, Dozent an der hiesigen technischen Hochschule, herausgegebenen Zeilschrist über die Fortschritte der angewandten Naturwissen- schaften Stellung. Die Frage, ob es des Gelehrten würdig sei, die Ergebnisse der Forschung dem großen Publikum zugänglich und mundgerecht zn machen, ist oft erwogen und zu verschiedenen Zeiten sehr verschieden beantwortet worden. Es wird in dem Artikel darauf hingewiesen, daß, so lange die Beschäftigung mit den Wissenschaften noch ein Vorrecht gewisser Kasten war, statuette unterscheiden kann, begnügt sich auch mit bescheidenen Erzeugnissen unserer Industrie. So sehen wir, daß auch die Schleuderbazare im entscheidenden Augenblick nicht ganz ohne Nutzen sind, und daß sie dazu dienen können, unter Umständen civig gestörtes Familienglück wiederherzustellen. Aus eigener Anschauung können wir leider nicht von dem Treiben aus den, Festplatze berichten. Die Sage geht, daß man dort draußen sogar lebende Gänse verlooste. Für die Schützenbrüder hätte man eigentlich gewisse gehörnte Wiederkäuer als Preise aufstellen müssen, während wir nicht bestreiten wollen, daß die Retterinnen des Kapitols als Sinnbild für die weiblichen Theilnehmcr am Feste in geradezu verblüffend geistreicher Weise ausgewählt waren. Wir wünschen allerdings nicht, daß dieses Lob aus den findigen Kopf verwirrend wirken möge, sollte aber der Magistrat einmal wegen eines Festkomitees in Verlegenheit sein, so empfehlen wir ihn den Erfinder jener Idee als Ehrenmitglied. So verrauschen die Feste ohne Saug und Klang, und das Bischen angetrunkene Begeisterung reicht auch kaum von heute bis morgen. Die Schloßfreiheits-Lotterie ist nun auch zu Grabe getragen, und wie wir hören, soll unter Denen, die nicht alle werden, der Plan bestehen, einen Verein ehemaliger Rietenbesitzer der Schloßfreiheits-Lotterie zu gründen. Diese Vereinigung würde gewiß einem längst ge- fühlten Bedürfniß � entsprechen; sie würde ebenso segen- bringend sein, wie der Verein ehemaliger Pockenkranker. Wahrscheinlich haben die Veranstalter nun ihr Schäfchen im Trockenen, und die Anderen haben das Nachsehen. So kommt Jeder zu seinem Recht. Was nützt das Geschrei und Gejammere? Nach gethaner Arbeit ist gut ruhen und nach begangenen Dummheiten soll man schweigen; erst die Schloßfreiheits- Lotterie mit Pauken und Trompeten ein- lauten und dann schimpfen? Das ist das Gebahrcn der Kapitalistenblätter, aber es wirkt nicht besser, als wenn der 1 Hirsch nach der Tanzstunde schreit.--- eZ auch natürlich der Kastengeist verlangte, daß die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit geheimgehalten und zur Festigung der einmal vorhandene» sozialen Abschließung ausgenutzt wurden. So finden wir die hochentwickelte Forschung der alten Aegypter in tiefe Mysterien gehüllt; die Wissenden be- dienen sich einer umfangreichen Symbolik zur Niederlegung ihrer Forschungsergebnisse. Schließlich überwuchert die Symbolik so sehr, daß kein Mensch mehr in dem mystischen Labyrinth sich zurecht zu finden vermag. Die ägyptische Weisheit verfällt, ohne der Menschheit dauernden Segen zu hinterlassen. Erst wir, deren Wissen sich mit dem der alten Egypter zu messen vermag, lernen wieder die alten Symbole deuten und aus den Resten der alten Herrlichkeit ihre einstige Größe zu ahnen. Bei den Griechen und Römern haben die Naturwissenschaften eine viel geringere Pflege gefunden als bei den Egyptern. Die republikanische Verfassung ihrer Staaten ließ das Interesse für Politik und Volkswirthschaft überwuchern, so daß höchstens noch für die Pflanze der bildenden Künste Zeit und Liebe übrig blieb. Die Schriften eines Dios- korides und Plinius sind zwar werthvolle Quellen der Be- lehrung über die naturwissenschaftlichen Kenntnisse des Alter- thums, aber sie zeigen auch, daß diese Kenntnisse nicht weither waren. Dann ging alle Forschung zu Grunde in den Greueln der Völkerwanderung, um erst wieder aufzublühen im Mittel- alter, dessen reiche Klöster und behübigen Gemein- wesen zur sorglosen Forschung� die nöthige Grundlage her- gaben. Die naturwissenschaftliche Forschung knüpfte an das an, was alte Welt hinterlassen und was uns die Arabi die alte Welt hinterlassen und was uns die Araber neu dazu ge- bracht hatten, also an zwei antichristliche Erbschaften. War es 'da ein Wunder, wenn die Feinde der naturwissenschaftlichen Forschung diese als ein Werk des Antichrist, als eine höllische Er- findung des Teufels brandmarkten? Der religiöse Fanatismus jener Zeit brachte es bald so weit, daß die Beschäftigung mit den Naturwissenschaften ein lebensgefährliches Beginnen war. Der einmal erwachte Wissensdurst neß sich zwar nicht wieder todtmachen, aber es empfahl sich für den Forscher, seme Weis- heit geheim zu halten. So sehen wir neue Mysterien entstehen, welche zwar anderen Rücksichten entsprungen, doch schließ- lich zu einer ähnlichen Geheimnißkrämerei führten, wie sie einst im alten Egypten bestanden hatte. Phantasmus und Schwindel schleichen sich ein, die Forschung vcr- sumpft und die Leute, welche ausgezogen waren, die Wahrheit zu suchen, werden zu Betrügern, welche vor dem gaffeirden Volke mit dem Teufel kokettiren. Dann kommt die neue Periode des Aufschwungs, unsere seit! Und mit dem Aufschwung kommt auf's Neue die Frage: Geheimniß oder Offenheit? Daß ein Mysterium im Sinne der alten Egypter nicht niehr möglich ist, bedarf keiner Erörterurig, aber trotzdem sind jene Priester der Wissenschaft nicht aus- gestorben, welche die Wissenschaft allein für sich behalten und eine Kaste bilden möchten. Es giebt Leute, welche der Ansicht sind, daß die Ergebnisse der Forschung nur in gelehrten Journalen in fachmännischer Form niedergelegt werden sollen. Merk- würoigerweise sind dies dieselben, welche am wenig ten nieder- zulegen haben. Auch vergessen sie, daß es viel leichter ist, fach- männisch und gelehrt, als allgemein verständlich zu reden und zu schreiben. Die Beschäftigung mit den Naturwissenschaften gewährt dem, der sich ihr hingiebt, doppelte Ausbeute; einestheils lehrt sie die Natur zu erkennen und sich dieselbe dienstbar zu machen, anderer- seits aber lehrt sie logisches Denken, weil die gesammte Thätig- reit der Natur durch unabänderliche Gesetze bestimmt wird und daher das Logische ist, was es überhaupt giebt. Um das Volk zu logischem Denken zu erziehe», müssen die Naturmssen- schasten verallgemeinert werden. Alle sozialen Schwierigkeiten und viel Haß und Zwietracht würden schwinden, wenn alle Menschen logisch zu denken verstünden, statt sich durch unbe- stimmtes Einpfinden leiten zu lassen. Von diesem Gesichtspunkt betrachtet, wird die gemeinverständliche Behandlng der Natur- Wissenschaften zur großen, menschenfreundlichen Ausgabe. Die Naturerkcnntniß macht uns nicht nur klüger, sie macht uns auch gerechter und duldsamer. Was hier von den Naturwissenschaften insbesondere gesagt ist, das gilt auch von den Wissenschaften im Allgemeinen, und die Herren Fachgelehrten sollten sich deshalb diese Epistel ernstlich zu Herzen nehmen. GW Uniltttt» unter den Mohnhiiufern Kerlin« ist das in der Ackerstr. 132/133 belegene, nach seinem Eigenthümer, dem Herrn Rentier Meyer,„Meyer's Hof" benannte Etablissement; dasselbe besteht aus sieben parallel hinter einander liegenden und siebzehn Fenster in der Front zählenden fünfsiöctigcn Gebäuden und 6 Höfen. Eine größere Miethskascrne dürfte wohl Berlin kaum aufweisen können. In den mehrere hundert Wohnungen enthaltenden Räume» findet man alle Handwerke vertreten als: Schlosser, Schmiede, Buchbinder, Böttcher, Schornsteinfeger, Ver- golder, Barbier, Tischler, Kürschner, Mützenmacher, Kammmacher, Sattler, Lackircr, Weber, Klempner, Schuhmacher, Schneider, Bandagist, Schlächter, Bäcker, Konditor, Bierbrauer, Drechsler, Wagenbauer, Steinmetz, Kupferschmied, Zigarrenmacher u. A. Die Kunst ist durch Maler, Musiker, Bildhauer, Mechaniker, Schriftsetzer und Photographen, der Beamtenstand durch Sekretär, Post-, Telegraphen-, Eisenbahn-Beamte und Feuerwehrleute ver- treten. An Gewerbetreibenden findet man darin: Kauflente, Handelsleute, Schankwirth, Milchhändler, Butterhändler, Zigarren- Händler, Porzeflanhändler, Droguisten u. s. w. An Fabriken sind vorhanden: eine Mostrich-, Zichorien- und eine Möbel-Fabrik, auch Line Schleif- und Fraise-Anstalt befindet sich dort. Um junge Weltbürger an's Licht der Welt zu befördern ist auch für eine Hebeamme gesorgt und für Heirathslustige sind eine Anzahl Wittwen vorhanden. Für Ordnung iin Hanse sorgt ein Haus- vermalter und für die Reinlichkeit das auf dem letzten Hofe befindliche Depot der städtischen Straßenreinigung. Um in diesem Chaos von Namen und Gewerben das Suchen zu erleichtern, sind im stillen Portier die Namen der Bewohner in alphabetischer Reihenfolge geordnet. Ein geheimnisvoll«« Dunkel nmgiebt noch immer«ine ganz sonderbare Affare, welche sich vor einiger Zeit zugetragen hat und in der jetzt anscheinend die Recherchen wieder aus- genommen sind. Die„Post" berichtet darüber etwas romanhaft: Ein junger Berliner Kaufmann war mit einer schlesischen Kauf- mannstochter verlobt. Das junge Mädchen ist eine klassische Schönheit und das Verhältniß zwischen Braut und Bräutigam ivar das denkbar glücklichste. Da reisten die Eltern mit der Tochter in ein Bad des Riesengebirges, wo die Familie die B« kanntschajt eines Herrn aus der besten Gesellschaft machte. Der Herr interessirte sich sofort für das bildschöne Mädchen, erwies ihr Aufmerksamkeiten und machte ihr schließlich, trotzdem er wußte, daß sie bereits versagt war, eine Liebeserklärung. Man bra� nun sofort jede Verbindung mit dem Herrn ab, welcher am bald darauf tiesbekümmert abreiste. Als nach vier Wochen die Elter» mit der Tochter nach der Heimath zurückkehrten, erhielt die Braut«inen von ihrer zukünftigen Schwiegermutter unterzeichneten Brief, in welchem dem Mädchen der plötz- liche Tod ihres Bräutigams mitgetheilt wurde. DaS Mädchen war noch starr vor Entsetzen über das Gelesene, als_ der Packetpostwagen eine große Kiste brachte. Als man dieselbe öffnete, fand man darin einen Todtenkranz und daneben einen Brief von dem verstordcnen Bräutigam, in welchem er seine Braut bittet, ihm zu folgen und den Todtenkranz an- zunehmen. Nun wurden Depeschen gewechselt und die ganze Sache stellte sich als ein unerhörter frivoler Streich heraus. Der Bräutigam lebte, war gesund und guter Dinge. Man schöpfte sofort gegen die Bekanntschast aus dem Bade Verdacht, doch d,e Untersuchung ergab keine thatkräftigen Beweise. Da kam das junge Mädchen mit ihrer Mutier nach Berlin und Beide bezogen ein Logis in der Stallschreiberstraße. Ter Weg führte beide Damen des Oesteren nach der Großbeerenstraße, wo Verwandte wohnten. Ein-S Abends begab sich das junge Mädchen allem nach der Großbeerenstraße; die Mutter hatte noch Abhaltung und wollte nachkommen. Unterwegs merkte das Mädchen, wie eine Equipage immer neben ihr herfuhr. Unweit der Großbeerenstraße fuhr der Wagen plötzlich rasch vorbei, bog um die Ecke und hielt an derselben. Als das Mädchen nun herankam, trat ihr ein egelant gekleideter Herr entgegen und bat sie, in den Wagen zu steigen. Die ffinge Dame wies das Anerbieten entrüstet zurück, im nächsten Moment aber war sie von dem Herrn um die Taille gefaßt, der Kutscher sprang vom Bock, half sie mit in den Wagen beben, der Herr nahm neben ihr Platz und fort gings in sausender Eile. Die Vorhänge in der Equipage waren heruntergelassen und der Herr bedeutele in höstichster Weise der Dame, es werde ihr nichts geschehen; in zwei Stunden sei sie wieder in der Großbeeren- straße. Sie müsse nur einer Handlung beiwohnen, und wenn es das Leben koste. Dann verband er der vor Schrecken und Angst Bebenden die Augen; der Wagen hielt, sie hatte gemerkt, daß man in einen Flur eingefahren war, man hob sie heraus und führte sie eine Treppe in die Höhe. Als ihr die Binde abgenommen wurde, sah sie sich in einem eleganten, großen Salon stehen, welcher durch elektrisches Licht erleuchtet war. Ihr gegenüber stand— der Unbekannte aus dem schlesischen Bade. Derselbe verbeugte sich tief vor ihr, bat sie mit bewegter Stimme und thräncnden Auges um Verzeihung für die Frevelthat, aber sie solle um des Himmels Barmherzigkeit halber ihm den einen Gefallen thun, welchen er erflehe. Ehe sie sichs versah, hatten zwei andere Herren ihr einen Brautschleier übergeworfen, einen Myrthenkranz aufgesetzt und dann nahm der Unbekannte in ehrfurchtsvoller Weise vas Mädchen an Die Hand und führte sie einige Schritte vorwärts. Bevor sie es sich versah, war sie mit dem Herrn als Brautpaar — photographirt. Hierauf wurden ihr wiederum die Augen ver- bundeu, bald befand sie sich in dem Wagen, und als sie nach beendigter Fahrt die Binde abnahm, stand sie in der Großbeeren- straße vor der Wohnung ihrer Anverwandten. Diese Angelegen- heit beschäftigt noch immer die Behörden und bis jetzt ist es noch nicht gelungen, Licht in diese geheimnißvolle Angelegenheit zu bringen. Jetzt glaubt man endlich einen schwachen Anhalts- punkt gefunden zu haben. Das Wettere entzieht sich vorläufig der Veröffentlichung. Wie wir berichteten, hielt am Doimerftag eine Zigeunerbande vor dem Moabiter jmmmalgericht. Auf dem mitgeführten Wagen lag ein verletzter Zigeuner mit zwei ebenfalls verletzten Frapen, während drei Männer, von denen zwei leicht verletzt waren, den Staatsanwalt zu sprechen wünsckren, weil sie von Kesselflickern in Gemeinschaft mit gedungenen Strolchen am Mitt- woch Abend zwischen Dalldorf und Hermsdorf überfallen und um llOO M. beraubt worden sein wollten. Auch hätten ihnen die Angreiser zwei Pferde todtgestochen. Der Führer gab an, Peter Wartusch zu heißen und mit drei Wagen, fünf Männern und zwei Frauen dem Pferdehandel obzuliegen. Die Polizei beförderte den Wagen nach dem Moabiter Baracken-Lazareth, wo die Ver- letzten verbunden wurden. Als der Wagen zum Kriminalgericht zurückkehrte, waren die drei Männer abgefertigt worden. Der Erste Staatsanwalt hatte die Gesellschaft an das Polizeipräsi- dium überwiesen. Nachdem die Zigeuner vernommen waren, ließ man sie wieder ziehen, da dieselben nur als Ankläger gekommen waren. Das Polizeipräsidium beauftragte, wie die„Ber- liner Börsen-Zeitung" berichtet, einen Kriminalkommissar, mit zwei Schutzleuten den angeblichen Räubern nachzuforschen. Der Kommissar fuhr zunächst nach Pankow hinaus, wo die „Räuber" zuletzt gesehen worden sein sollten. Kurz vor seiner Ankunft war ein Zigeunerwngen in Pankow eingefahren, der von einem taubstummen Zigeuner geleitet wurde. Auf dem Wagen befand sich ein Zigeunenveib, das herzzerreißende Klagetöne aus- stieß. Von einem Gendarmen angehalten, schrie das Weib: „Man hat mir Kind ermordet, mir Kind, sünf Tage alt, von Brust gerissen und erwürgt! Suchen Sie Blörder, den verfluchten!" In der That befand sich in einem schmutzigen Laken die Leiche eines wenige Tage alten Kindes, an dessen Halse eine Verletzung zu sehen ivar. Ter Wagen wurde mit seinen Insassen auf den Hof des Amtsbureaus gebracht. Dort reimte man aus dem zu- sammenhaiigslosen Schreien des Weibes allmälig zusammen, daß eine Bande von Kesselflickern und Pferdehändlern in einem Nestau- rant zu Pankow tüchtig gekneipt habe und dann in Streit geralhen war. Man hatte sich aber wieder vertragen und war alsdann weiter gezogen. Unterwegs sollte der Führer der Pferdehändler, ein gewisser Georg Petermann, an den Wagen der Frau heran- gesprungen sein, mit raschem Griff den Hals des an ihrer Brust schlafenden Kindes umspannt und diesem die Kehle eingedrückt haben, so daß es auf der Stelle todt war. Ein Arzt konstatirte, daß die Wunde am Halse der Kindesleiche ein Zentimeter tief war, die Entstehnngsart dieser Wunde konnte jedoch nicht klar festgestellt werden. Währenddem erschien der Kriminalkommissar, der sich mit dem Amtsvorsteher Schwarz wegen der Verfolgung der von„Peter Wartusch" angezeigten Räuber in Verbindung setzen wollte. Dabei stellte sich heraus, daß der an- gebliche„Peter Wartusch" mit dem angeblichen Mörder des Kindes, dem„Georg Petermann", identisch war. Ter Kommissär kam mit dem Amtsvorsteher überein, vor Allem selbst den Peter- mann zu verfolgen, die Mutter des ermordeten KindeS und den taubstummen Mann in Gewahrsam zu halten. Da die Bande des Petermann an 30 Kopse stark sein sollte, so schlössen sich zu ihrer Verfolgung dem Polizei- kommissar und dem Amtsvorsteher Scywarz noch mehrere Gendarmen und Mitglieder der Pankower freiwilligen Feuerwehr an. Gegen Mitternacht war die Bande im sogenannten Rosenthaler Grunde angetroffen. Sie hatte dort ihr Lager aufgeschlagen, ihre Pferde grasten ein Kleefeld ab. Die Männer versuchten die Flucht zu ergreifen, wurden aber daran gehindert.„Wo ist Petermann?!" donnerte Gendarmerie-Wacht- meister Posselt der Bande entgegen.— Petemann nix hier! Petermann in Berlin bei Staatsanwalt!— so jammerte e» zurück. Aber Petermann war doch da, er hatte sich in einem Zelte ver- borgen gehalten. Nachdem die Bande Kantion hatte stellen müssen für den Schaden, den sie ans den Feldern angerichtet hatte, wurde Petemann und ein anderer Zigeuner, der durch seine Verletzungen bewies, daß er bei der Prügelei betheiligt gewesen ist, mit- genommen. Es war bereits am frühen Morgen, als die Expedition mit den Gefangenen in Pankow eintraf. Glauben darf man un- dingt keiner Partei, ein Verbrechen scheint vorzuliegen. Es fragt sich, ist das Kind ermordet? Hat es die eigene Mutter getödtel? Oder hat es Petermann erwürgt? In einer grsahrvotlen Lage befanden sich am Freitag Nachmittag in der fünften Stunde die Passagiere eines Spree- dampsers, der, von Treptow kommend, unter der Oberbaum- Brücke hindurchfahren wollte. Als der Dampfer ganz nahe vor der Brücke war, bemerkte der Kapitän desselben, daß von der entgegengesetzten Seite ein Kahn herankam, dessen Spitze die Brückenlinie bereits erreicht hatte. In der Meinung, noch an dem Fahrzeug vorbeikommen zu können, gab der Führer des Dainviers»nr dos Koinmarido: Lauosam! Der Kuiammenstos! Dampfers nur das Kommando: Langsam! Der Zusammenstoß war aber nnvemeidlich geworden und erfolgte mit einer solchen Wucht, daß der Dampfer sich erheblich aus eine Seite neigte. Die Passagiere, unter denen sich eine Frau mit einem kleinen Kinde befand, hatten sich schon vor dem Anprall von ihren Deckplätzen erhoben und auch der Klingeljunge hatte sich schleunigst nach rückwärts konzenlrirt. Den Zurufen seiner Kollegen folgend, er- hob der Kahnschisser einen dicken Staaken, um den Kapitän damit zu„verhauen", diesem gelang es zedoch, die ihm zugedachten Hiebe von sich abzuwehren und vom Kahn frei zu kommen. In auffallend schräger Lage steuerte der anscheinend stark beschädigte Dampfer, dessen Name aus der Entfernung nicht genau zu er- kennen war, der Jannowitzbrücke zu. Ter Kahn ist unbeschädigt geblieben. In panischen Kchrechen wurden vorgestern Nachmittag die Passagiere eines nach Potsdam fahrenden Dampfers versetzt. Es war in der vierten Stunde. Das Boot war etwa noch eine halbe Stunde von seinem Ziele entfernt, und auf dem gut be- setzten Deck befand sich Alles in trefflichster Stimmung, als ein furchtbarer Krach ertönte, welcher das Schiff erzittern gleich drang aus dem Maschinenraum brodelnd und! Dampfwolke hervor, welche das ganze Fahrzeug eiB Passagiere glaubten nicht anders, daß der Kessel gepb jeden Augenblick der Dampfer versinken müßte. spielten sich daher die schrecklichsten Szenen ab. Alles ser dem Lande zugekehrten Seite des Schiffes hin, uin zurufen. Dadurch neigte das Fahrzeug sich ganza> und drohte umzuschlagen, wodtirch die Angst um sich noch bedeutend steigerten. Von den Damen fn'r». Schrei- und Weinkrämpfe, andere suchten sich in d stürzen und konnten hiervon nur mit Gewalt zurc den. In dem allgemeinen Tumult verhallte die Slti Hm das Ve rzählt, verb iber ihn gel irt, daß ih ifmerksam »eselbe für leis liefere, arüber vet gesehen habt moste deS' »nn wird i srnommene efragt, ob ieseloe ihr utu. uuucmuucu wt�uu»„iv T'.-Jim- d->i»n t pitäns, der vergebens die Leute zur Ruhe und Best?*'. �& mahnte. Erst als der Dampf sich verzogen und dv!...?- Geräusch des Kessels zum Schweigen gebracht war, Gemüther ein wenig ruhiger zu werden. Der Keffer licherweise nicht geplatzt, sondern ein Cylinder sprungen. Immerhin war der Schaden so groß, da? seine Fahrt nicht fortsetzen konnte. Es blieb ans Wasser etwa Stunden liegen, bis ein anderes«t» kommendes Dampfboot die Stelle passirte. Dieses Fa «selbe sie "nne sich ägen, daß nmal habt den; ob e nicht, sit chließlich' üchtig gen angerufen und nahm die Passagiere des beschädigte» hatte «»*«■» etrtrk 917«it frvmrtO« L_* jf. x nicht s bnflikt zu Megei stern der !chöffengeri hatbestand iter und ß der Wt aus, um dieselben nach Potsdam zu bringen Polneibevicht. Am 11. d. M. Vormittags«m Ecke der Swinemünderstraße und des Arkonaplatzes er einem Geschäftswagen überfahren und erlitt eine Q»l rechten Fußgelenks, so daß sie nach dem Lazarus-Krar bracht werden mußte.— Abends fiel ein lOjähriger Spielen am Süduser, nahe der Fennbrück, in den Schifffahrls-Kanal und ertrank.— Zu derselben Z*»_____ fmmboldtshafen, zwischen der Sandkrttg- und Älse»°beiterinnen eiche eines neugeborenen Kindes aufgesunden.— A»Hlrbeittr vei an zwei Stellen kleinere Brände statt. lassen werdt ' Dhr Wunsch mach. Der olleaen, r traße gt «inen Man Ein Ztachlpiel»um Elbevfrlder Sozinlilv stnzusügun, Dem„B. T." wird geschrieben: Elberfeld, 10. Julu lrbeit niedi vmi (ftcvirfttS'-Bcifuitöl w-w.«vitv Ü l v v v•«v»-..— �-..»»». schlich des Reichsgerichts wird zum zweiten Male vor» mftecht erh Schwurgericht verhandelt gegen die drei Zeugen SWlngmßstraf Krause, Schreiner Heinr. Rieckmann und FabrikarbaFreudenthal Gemmer, sämmtlich aus Düsseldorf, welche im Wupp� gezogenen ss hetmbundsprozeß vor der Strafkammer des hiesigen»Aegenden F am 10. Dezember v. I. ein wissentlich falsches Zeugnst»träfe, we und am 13. Dezember vor derselben Behörde und'Vegeu such Sache unter Berufung auf den am 10. Dezember gäwedtngunger eine wissentlich falsche Versicherung abgegeben habe» l,mur em 7. und 8. März d. Js. kam die Sache bereis_ hiesigen Schwurgericht zur Verhandlung. Die sprachen alle drei Angeklagten des wissentlichen Meiuch Auf eingelegte Revision erkannte aber das Reich» nochmalige Verhandlung, weil ein Formfehler vor begann nun diese zweite Verhandlung. Es wird statirt, daß ein Hauptzeuge für die Angeklagten, Hermann Wind-Düsseldorf, seit Montag voriger schwnnden und nicht zu ernitteln gewesen ist. Tel ist kurz folgender: In dem Sozialistenprozeß war u. a. auch t ermann Mino ans Düsseldorf der Verbreitung ruckschriften, insbesondere des Parteiorgans„Sojii angeklagt, und zum Beweise der Anschuldigung tut» heutigen Angeklagten als Zeugen geladen. Dieselben er Gericht eidigers v Gl«, (l«»fried olb e vc bruarlag irma Ma ls der 8 der Angei er Firm nedergelegl oorden st Zerkäufer l er auf diel sie hätten das Blatt weder gehalten, noch zu Gepch' ij.''ch! Tag» daraus wurde auch die Ehefrau de» Anz;? wieder an\ wies aber i die wie er den i vernommen, und diese beschwor,'daß sie den Ä»i Austrage ihres Mannes den„Sozialdemokrat" ins|... und auch den Abonnementsbetrag ciiigcwgen habe."k., ihr am 13. Dezember die jetzigen Angeklagten gcget>»'wiederl)olte und diese blieben bei ihrer ersten Aussage; � ließ sich nachher durch die eindringlichen Ermab�°'��ate damaligen Vorsitzenden Dr. Traumann bewege»... u klärung, daß er auf die Frage, od er den„S�'Z Ginx» pieß ui gehalten habe, die Antwort verweigern müsse. geklagten. Krause, Rieckmann und Geminer, wurde» bringenden Verdachts des Meineids in Haft genonM'�,...- Die Angeklagten, zur Sache veriiommen. bleib-». l• wie am 13. Dezember dabei, daß sie den„Eozialdetf... tt. gehalten, nie zu Gesicht bekomme» hätten. Aber auch.�'»' galt an ihrer ,ruhereii Aussage fe>t; ffe behauptet uu°� �' heit und Entschiedenheit, sie habe zwar Krause selbst Hk., demokrat" nicht übergeben, doch sei ihm derselbe»1.. NSNNS.'NSf.HS 8& SSäaSss dann an Krause und von diesem ein Darlehn vyn 4 Als ihr Mann das erfahren habe, habe er sie zwar am letzten Tage vor seiner Verhaftung, dann hab�.. 1 n iit-fi in ntnpm f hrtTi'ihpr npmnrht UIlÖ �'__ v. 9 .eschleuder 'eweisaus ätten ihre Mutter und ihre Schwester auch, i.. Nittheilung ist ein ganz neues Moment; der? Landu bezeichnete bei der früheren Verhandlung die AuSMiKfu-...... j Wind als unwahr und letzt, nachdem neue Zeugen.36» VZ 3,° bestätigen solle», zieht Wind es vor, das Mette i» �wohnen u einer Anklage wegen Meineide» aus dem Wege zu('/.Hotd Elberfeld, 11. Juli. In der heute fortgesetzt Nm, limg werden ans Antrag des Staatsanwalts und dir, inch l)nIb noch mehrere Zeugen vernommen. Die Verthcilw, Verhältnis! einige Zeugen ins Feld, die das Vorleben der vor, sie a> Wind beschrieben und dabei Enthüllungen machte», j aber als l in ein sehr schlechtes Licht setzten. Bei Beru-H'. i �otei. D Zeugen wird die Oeffeittlichkeit ausgeschlossen und»l j wo tretern der Presse ist es gestattet, den Verhandlungen� � pnttes Ht Was dabei alles zu Tage gefördert wird, entzieh'|pe hjgff d lich der Wiedergabe; gesagt aber sei, daß S1»" J fthlicHich Beschuldigungen in Bezug aus ihr ehebrecherisches Flu nmi den delrenenden Leuten unter Eid ndnelent n)U� r,-.«. von den betreffenden Leuten Uitter Eid abgelegt wurbl' j � jnni unter Berufung auf ihren Eid als unwahr bezeick)»*1«1 fmften las sie vorher darauf ausmerksam gemacht worden m»r'MMne" da ..M rt vX j.v» fn Antwort verweigern dürfe. In einem Faste worden se von diesem Recyte Gebrauch. Auf welcher Seile vn0namuej geschworen, das festzustellen, muß Anderen und spät-f � eiliem c-n lioft.tTk-at« ttfailrav»(IS rt a..ai,«I � � S,w � behalten bleiben. Tie der Schmiedegeselle ue Hauptbclaftungszeugen der hindert w Wilhelm Libois. Gärtner Deus-'t �ürde sie kommissarisch vernommene Ehefrau Schmiedemeister i„e � Anstreicher Wirths und Maschinenschlosser Renhau»' einen(Qct •«r. aus Düsseldorf. Nach kurzer Pause wurde die Verhandlung wieder Eine Reihe weiterer Zeugen, zumTheil telegraphisch ebenfalls eidlich, daß Frau Wind einen unsittlichen«i xches v c geführt habe, so die Eheleute Traittmann, welche de- Izy; Straf dies erhalb die Wohnung gekündigt haben wollen,"ßl geklagte h schineiischtosser NeuhatiS, der mit ihr tm erlaubten thmiier R halte» hat. Frau Wind, welche hierüber Bormiltag Mark gel verweigert hatte, erkürt unter ihrem Eide diese Zvst benutzt r für umvahr, der Maurermeister Theken soll zu vers-h machte ih sonen geäußert haben, er gebe 6 M., wenn I-»'- könnten. würde, daß Frau Wind sich einen Zuhälter mit»»L,,; hanpten, genommen habe. Theken sagt, soivohl er wie Frau �-s? das E«f bei dein Bammternehmer Probst, mit dein er tn S'rVfl dann ei ziehnngen stehe, und wenn auch in verschiedenen H»»' ja die er er doch, nachdem auch er von den über 9*a» fi laufenden Gerüchten Kenntniß habt, daß Leute zweifelhaften erhalten, Rufe- nicht Der Schmiedegesell«' Libois,' welcher' ebenfalls daß di Angaben nimmerm unerlaubten Umgang gehabt, wird von Mensch bezeichnet, dem er wenigstens nichts hm das Verhältnis mit Frau Wind, nachdem ihm Livois davon " lt, verboten und ihn entlassen, und darauf habe Libois auch ihn geklatscht. Agent Julius Brüggemann-Düsseldorf depo- daß ihn der frühere Tischlergeselle Werner auf Frau Wmd fmcrksam gemacht und ihn aufgefordert habe, zu versuchen, ob eselbe für Geld zugänglich sei; er könne, wenn er diesen Nach- eis liefere, 1000 M. verdienen. Mehrere andere Zeugen werde» rüber vernommen, ob Nieckmann den„Sozialdemokrat" wohl sehen habe, so der Schreiner Ernst Erbert, ein früherer Stuben- nosse des Niedmmm und Abonnent des genannten Blattes. So- inn wird die Aussage der gestern in Düsseldorf kommissarisch rnommenen Ehefrau Oskar Fregler verlesen. Dieselbe, darüber fragt, ob Frau Wind ein Dariehn von ihr verlangt und ob «n»M»kfeloe ihr einnial niehrere Exemplare des„Sozialdemokrat", n. r.fliooii denen eins für Rieclmann bestimmt gewesen, gegeben habe, h w»at geäußert: Frau Wind sei mehrmals bei ihr gewesen, ob _»Dieselbe sie aber um ein Darlehn angegangen, wisse sie nicht; sie Jffj rfönne sich dieses Falles nicht mehr entsinnen, aber auch nicht , M,sagen, daß die Angaben der Frau Wind nicht richtig seien. h.zBi»mal habe dieselbe ihr auch etwas in Zeitungspapier gewickeltes „f n'Zkben; ob dies Exemplare des„Sozialdemokrat" gewesen, wisse "l.,ne nicht, sie habe das Packet ungeöffnet ihrem Manne gegebe». s?-..(Schließlich werden noch die zu Protokoll gegebenen Aussagen des 0 /': flüchtig gewordenen Ehemanns Hermann Wind verlesen; der- '"Ö selbe hatte über die wichtigsten Punkte die Aussage verweigert, ."'cht sich und seine Angehörigen mit dem Strafgesetz in -"T Konflikt zu bringen. Mrgri» Vergehe»» gegen die Gewerbeordnung stand stern der Arbeiter Karl Müller vor der 87. Abtheilung des chöffengerichts. Durch die Beweisaufnahme wurde folgender hatbeffand festgestellt: In einer hiesigen Fabrik, in welcher Ar- o,"ier und Arbeiterinnen beschäftigt werden, wurde es ruchbar, Ö.er Werkführer sich in sittlicher Beziehung gegen einige Ar- AljUPtiterinnen vergangen habe. Der größte Thcil der männliche» rbeiter verlangte von, Unternehmer, daß der Werkführer ent- assen werde, widrigenfalls sie die Arbeit niederlegen würden. jhr Wunsch wurde abgelehnt, worauf der theilweise Streik aus- nach. Der Angeklagte hatte eines Tages einen seiner früheren „iolleaen, welcher zu den Nichtstreikenden gehörte, auf der �LMtraße getroffen, bei dieser Gelegenheit demselben über nnen Mangel an Kollegialität Vorwürfe gemacht und ihn unter änzusügllng einer Drohung zu bewegen gesucht, ebenfalls die rbeit niederzulegen. Während der Staatsanwalt die Anklage usrecht erhielt und gegen den Beschuldigten eine einwöchige Ge- »ngnißstrafe beantragte, führte der Bertheidiger, Stechtsanwalt eudenthal, aus, daß keine der Voraussetzungen, die in dem an- ezogenen Paragraphen geltend gemacht werde», für den vor- Agenden Fall zuträfen. DaS Gesetz bedrohe denjenigen mit »träfe, welcher Andere durch Drohung oder Gewalt zu de- >egen suche, die Arbeit zwecks Erreichung besserer Lohn- dingungen niederzulegen. Im vorliegenden Falle sollte ur ein moralischer Druck ausgeübt werden und das Erhalten der Streikenden verdiene«her Anerkennung als Tadel. 'er Gerichtshof folgte den juristischen Ausführunge» des Ver- eidigers und sprach den Angeklagten frei. Sin«uter»igrntbümlicheu Klmstiinden begnngrtter NUvfnedrnsbruch führte gestern den Möbelpolier Friedrich o l b e vor die 89. Abtheilung des Schöffengerichts. An einem ebruartage betrat der Angeklagte ejnö der Zigarrengeschäfte der irma Martienzen. Er verlangte zwei Zigarren für 15 Pfennige. der Verkäufer dieselben auf de» Tisch gelegt, richtete er Angeklagte an ihn die Frage, ob den Arbeitern dsder Firma Martienzen, welche kürzlich die Arbeit Niedergelegt hatten, die geforderte Lohnerhöhung bewilligt �-ustiJworden sei, oder ob der Streik noch fortdauere. Ter "/�Verkäufer bejahte das Letztere. Nun erklärte der Angeklagte, daß ffhen Per auf die Cigarren verzichte, von einer Firma, die nicht arbeiter- esick,! freundlich sei, laufe er nichts. Der Verkäufer nahm die Cigarren ngcklq'vieder an sich und erwartete, daß K. sich entfernen»vürde. Tiefer A,>jjflwies aber noch darauf hin, daß noch Tausende hinter ihm ständen, Hl die wie er dächten:c. Der Verkäufer forderte den Angeklagten . cht auf, den Laden zu verlassen. Dieser ging aber trotz vielfach eäen»Pwiederholter Aufforderung nicht. Der Verkäufer ließ einen Schutz- - nii' man» holen, der den Angeklagten zur Wache brachte. Im Termine .'.«a»» beantragte der Staatsanwalt gegen ihn eine Woche Gefängniß icae» der Gerichtshof fand sich nicht veranlaßt, dies Strafmaß zu JLjiS mildern. ~9(|1( Einen ecitenden Kchubman» sollte derPostillon R ö» n e r- �.„tsspieß umgefahren haben, welcher deshalb gestern unter „„»li der Anklage der fahrlässigen Körperverletzung vor der vierten «Strafkammer des Landgerichts I stand. Der Angeklagte fuhr an ideiK�inern Januartage mit einem schweren Packetwagen durch die .„chßRarlstraße. Vor dem Zirkus Renz hielt ein reitender Schutz- ...„ii'mamispvsten. Der Angeklagte fuhr so dicht an dein- idü tsselben vorüber, daß der Wage» daZ Pferd streifte. Es fette Niel uni, der Neiler lag unter dem Pferde. Zum Glück L Mllhaben beide keine erheblichen Verletzungen erlitten. Der f>j,„!äA»geklagte behauptete, daß sein Wagen infolge des Glatteises 4 A geschlendert Hab« und dadurch gegen das Pferd gekommen sei, die jjjh�fveweisausnahme bestätigte diese Behauptung nicht. Es wurde bade�ine Geldstrafe von zwanzig Mark aber für eine ausreichende y-™Kühne gehalten und so erkannt. Unter dem Verdachte der Hochstapelei stand gestern die chauspielerin Elisabeth B e n c k e n vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts 1. Die Angeklagte will sich dermaßen für den vestechungsprozeß Warncbold und Genossen interessirt haben, daß „..sie von Bremen nach Berlin reiste, um den Verhandlungen bei- »,„e�ssioitten zu können. Sie stieg mit ihrem zehnjährigen Knaben im »Kaiserhoft ab. Nach Ablauf der ersten Woche beglich sie "l-c� ihre Rechnung, weitere Zahlungen konnte sie aber nicht leisten r kam das Personal dahinter, daß es mit den Geld- der Dame schlecht bestellt sein mußte. Man zog es „ zu lassen, der größte Thcil ihres Gepäckes blieb |' f,„iiP aber als Pfand für die über 400 Mark betragende Schuld im ' Hotts. Die Angeklagte wohnte dann einige Tage im Zentral- - �oteh wo sie ,hre Rechnung aber beglich, dann zog sie in ein ging der Angeklagte doch zur Bank und machte seine ungerechten Ansprüche geltend. Als er abgewiesen wurde, hatte er sogar die Dreistigkeit, der Bank durch einen Rechtsanwalt mit der Klage zu drohen. Nachdem der Thatbestand durch die Beweisaufnahme festgestellt worden, beantragte der Staatsanwalt gegen den An- geklagten eine Gefängniß st rafe von sechs Monaten und ein Jahr Ehrverlust, der Gerichtshof hielt bei der bisherigen Unbescholtenheit des Angeklagten eine zweimonatige Ge- sängnißstrafe für eine ausreichende Sühne. Sozietls Melrevsiirszk. Achtung! Arbeiter des Osten bezw. Nordosten des 4. Ver- liner Reichstags-Wahlkreises! Werft Eure gelesenen Zeitungen nickt fort, sondern bringt dieselben, zum Zwecke der Weiterver- breitung nach den Provinzen, zu einem der unterzeichneten Ge- nossen. Auch gewerkschaftliche Organe werden gern entgegen ge- nommen. Gustav Tempel, Breslauerstraße 27. Wilhelm Lock, Friedrichsbergerstraße 5, Robert Berger, Große Frankfurter- straße 92, Hof 1 Tr. Karl Müller, Landwehrstraß« 19 3 Tr. Emil Böhl, Frankfurter Allee 74. Heinrich Hoffmann, Kaiser- sttaße 4. Adolf Echoltz, Landsberger Allee 144, Hof 3 Tr. Solingen, 18. Inti.(Privattclegramm dcS„Berliner Volksblatt".) Laut Proklamation des Scheerenfabrikanten-Aertins ist die Sperre gegen die Scheerenschleifer ausgehoben. k drittes Hotel. Hier war ihre Schuld aus 56 Mark ausgelaufen, J,„ii» f16 b'ett den Besitzer von einem Tage zum anderen Tage hin und \ g� schließlich entfernte sie sich„„ter Umständen, die«liier heim- .vvell»! �chen Flucht ähnlich sahen. Der Hausdiener hat sie einen halben Lli'.-W lang durch ganz Berlin verfolgt und schließlich ver ;i haften lassen. Die ocs Betruges Angeklagte versicherte im Ter 1 mine, daß sie nur durch unvorhergesehene Umstände verhindert ) 1,1(1# werbe» sei, ihren Verpflichtunzen nachzakoimnen. Sie wies durch �(-ritz PostainveisungSabschnilte nach, daß einer ihrer Gönner sie in sie ei n ein Jahre mit 0000 M. �unterstützt" habe. Derselbe sei ver- U,« hindert worden, ihr rechtzeitig Zuwendungen zu mache», sonst amiti#! würde sie nicht in die unangenehme Lage gekounnen sein, in der I sie sich befinde. Der Gerichtshof Welt. nur in dem letzten Falle |a' einen Betrug für vorliegend und erkannte hierfür auf drei .„ü# Wochen Gefängniß, die durch die erlittene Untersuchliiigs- �..JäHast für verbüßt erachtet wurden. %» i 'IV, Straslauwier des Landgerichts I zu verantworte». Ter An -„.(ilaketiagte halt« erfahre», daß ein Bekaiinter von ihm, der Eigen '" gii thüiner Aohloff, von der Jniiiiobilienbank eii, Haus für 110 000 ,i,il»lk �ark gekauft halte, ohne daß bei dem Geschäft ein Vermittler !-i»/ benutzt worden war. Parczack begab sich zu demselben und wachte ihm«inen Aorschlag, wie sie leicht jeder 550 M. verdienen e f W ru,Uem Er, der Angeklagte, ivollte bei der Jmmobilienbank be- a" hanpten, daß er den Känser eingesührt und dadurch das ffl«fdiäft"''"-* es* ,« dann sich gestern ivegen indels vor der Geschäft vermittelt habe. Tie Bank müsse ihm _«in Prozent,= 1100 Mark Provision zahlen ."Y die er mit Rvhloff zu theilcn bereit sei, vorausgesetzt. caa:i l>aß dieser bei der Bank die Richtigkeit seiner cefl'�' Angaben bestätigen wolle. Obgleich Rohloff erklärte. daß er w nimm«rm«br die Sand zu einem solchen Schwindel bieten werde m Ä-k ta# VsvlÄtnntltt ttaett. Eine zahlreich besuchte LLentliche Vrrsauiiulnng der Hansdiener Krrliuo tagte am Freitag Abend in Feuerstein's Lokal, Alte Jakobstraße 75. Zur Leitmig der Verhandlungen wurden die Herren Herr mann, Grau ert und Putzer gewählt. Als erster Punkt stand auf der Tagesordnung: Bericht der Dclegirten vom Kongreß zu Hannover. Es wurde jedoch beschlossen, den dritten Punkt:„Die Diebstähle in unserem Berns" zunächst zur Besprcchmig zu stellen. Erster Redner zu diese Angelegenheit war Herr K u h n t k e, welcher die Frage erörterte, ob man berechtigt sei, gerade die Hausdiener- schast der Unchrlickkeit in besonders hohem Grade z» beschuldigen. Diese Frage müsse entschieden verneint werden, obgleich die Unehrlichkeit der Hausdiener eine stehende Rubrik i» den Zeitungen bilde. Ma» veraesse hierbei, daß di« Halisdiener- schast Berlins aus zirka 35 000 Personen zu schätzen und daß an- gesichts einer solchen Ziffer der Prozentsatz der von Berufsge- »offen verübten Bergehen kein höherer sei, als der in anderen Branchen. Die Ursachen zu den bedauerlichen Vorgängen habe man in den traurigen Lohnverhältnissen, der übermäßig langen Arbeitszeit, der stetigen Sorge um die Existenz im Alter und mich nicht zum wenigsteii darin zu suchen, daß ein großer Theil derBernss- genossen infolge andauernder Arbeitslosigkeil gezwungen sei, in Lo- kalen zu verkehren, in denen unsaubere Elemente ihr Wesen treibe». Man lasse den in Roth Befindlichen fühlen, daß sie ja recht leicht hübsches Geld verdienen könnten, und den steiigcn Verlockung«» 'alle Mancher zum Opfer. In Wien passire es Höchst selten, daß Hausdiener in derartige Lokale gehen; die Kollegenschnft dränge dort darauf, daß es nicht geschehe. Auch in andereii Städten trete die Kollegenschast für den Besuch anständiger Lokale ein. Man möge aber die Sache ivenden wie man wolle, die Prinzipale köniie man von der Mitschuld an den Unehrlichkeiten nicht frei prechc», weil sie sich wenig oder gar nicht»IN die Existenz hrer Angestellteii kümmerten, denen sie oft geinig nach zehn- bis fünfzehnjähriger Thätigkeit erst einen Wochenlohn von 16 bis 17 Mark zähsten. Herr G r a» e r t bezeichnete ebenfalls die ungeregelte Arbeitszeit als einen Faktor, der den Geist beschränke und die Erkcnntniß abstumpfe. Die Kaufmann 'chaft müsse bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen gewähren und sich bei Vakanzen an die Organisationen wende», mit deren Hilfe es möglich fein werde, die unsauberen Elemente zu verdrängen. Der Hausdiener nehme meistens eine so große Vertranensstellung tni Geschäfte ein, daß es geradezu unbegreiflich erscheine, wie man sich von Seiten der Prinzipale an Agenten wende» oder sich die Kräfte von der Straße holen könne. Herr L a in p r e ch t bemerkte, daß es ein großer Fehler sei, wenn sich die Kollege» nicht um die vlonomischo» Fragen kümmerten. Tie heutigen wirthschaftliche» Verhältnisse zwinge» zum Diebstahl imb zur Unredlichkeit. Die Erreichimg einer besseren Erkeii»t»iß und einer einheitlichen g« schlössen«» Organisation müsse das Bestreben eines jeden Haus dieners sein. Herr D o p a t k a hob hervor, daß die Eigeiithuimü vergehen völlig verschwinden würden, sobald die sozialistischen Prinzipien zur Durchführung kämen. Herr P rill wies aus die Thatsache hin, daß man die nngetrenen Hansdiencr stet» an den Pranger stelle, hingegen die Vergehen der jungen Kniiflcnte nach Möglichkeit zu vertuschen suche, Iveil hier die Elter» gewöhnlich durch Geld die Sache todtinache» könnten. Nachbein hierzu noch die Herren Barii eivitz, Schulz, Bendix, Plutzer und M» l l e r gesprochen hatten, wurde folgende Resolution mit großer Mehr- heit angenwinne»: „Die heute bei Feuerstein tagende öffentliche Bersamm lung der Hausdiener Berlins protostirt mit aller Ent schiedeuheit dagegen, daß aus der Thatsache, nach weicher leider ein sehr erheblicher Theil der BerufSgenossen sich be sonders in der letzte» Zeit schwer an den Gesetzen der Moral vergangen hat, irgend Jemand die Berechtigung zn einer Schlußfolgerung auf die Gesamnitheit der Haus diener hätte. Der heutigen Versaunnliing gereicht es zur großen Genugthunng, daß die organisirten Kollegen Berlins bei diese» schmutztgen Sachen nicht bethe.iligt sind. Die Kaufinanuschast Berlins hat es an der Hand, dadurch, daß dieselbe nur die SteNenvermittelimgs-Bprcails ' der Hausdiener bei Besehung vakanter Stellen in Anspruch nimmt, mit dazu beizulragen, daß t ie»»sauberen Ele»ie»te ausgeinärzt werden können; sie hat aber andererseits au h die Pflicht, durch möglichste Verkürzung der Arbeitszeit und Geivährung eines anSkömmlichen, wöchentlich auszuzahlenden Lohnes, auch de» Schein der indirekten Mitschuld von sich zu weisen. Sicherlich wird ein geistig entwickelter und den Nahrnugssorgen entrückter Hausdiener die ihm zu Theil gewordene Vertrauensstellung zu würdigen wissen._ Hieraus er olgte die Berichterstattung vom Kongreß durch die Delegirten G r a u e r t und K u h n t k e. Herr L a m p r e ch t wandte sich gegen die Thätigkeit der Delegirten auf dem Kongreß. dessen Beschickung nicht im Interesse der KoNcgenschast gelegen habe. Herr Wie,» er ttat dieser Ailffassung eiitgegeu. Die weitere Besprechung dieses Punktes gestaltete sich zu einer sehr lebhaften. Es»lahme,, an der Diskussion noch die Herren D o patka, Schmidt und Perleman» theil. Das Ergebni» der Besprechung war die Aniiahme folgender Resolution: Die heutige Versanniiluug der HanLdiener Berlins spricht ihre Zustinunung z» dem Verhallen der beiden Delegirten auf dem Kongreß aller nicht gelernten Arbeiter zu Hannover aus. Die anwesenden Kollegen verpflichten sich, mit allein Nachdruck dahin zu wirken, daß die HanS- diener Berlins in einer einzigen geschlossenen Organisatto» zuschmneiitreteu. Die beiden Delegirten werden beauftragt, demnächst eine öffentliche Versammlung aller Hausdiener zu diesem Zweck einzu berufen, auch beschließt vi« heutige Versammlung, zum Zwecke der i!lg>tation zu Gunsten der Organisation der Bernfsgenossen in und außerhalb Berlins, einen Agitationssonds durch Ausgabe von Bo»s zu 10 Pf, aufzubringen und hierzu drei Kollegen zu wählen. Einem Antrag, die weitere» Punkte der Tagesordniliig in einer nächsten Verfaminlung zu verhandeln, wurde nach längerer Debatte zugestimmt. Mit einem dreifachen Hoch auf die moderne Arbeilerbeweauno kckloß di- Versammluno- Eine gutbesuchte Veesammluug de« Fuchuereiu« der Lithographie-Steinschleifer und Berufsgenossen zu Berlin tagte am Mittwoch, den 9. d. M., im großen Saale des Herrn Zemter, Münzstr. 11. Tagesordnung: Kassenbericht. Vortrag des Stcindruckers Herrn O. Sillier über„Die Bedeutung der Gcwerk- schaftsorganisalion". Innere Vereinsangelegenheiteii. Ver- schiedenes. Herr Sillier wies darauf hin, daß die Lohn- beivegiiiigen nicht aus neuerer Zeit datiren, sondern, daß die- selben schon zu allen Zeiten gewesen sind und daß wir im Mittel- alter, namentlich in England, bedeutendere Streiks zu verzeichnen hatten, daß das Kapital sich zu allen Zeiten das Recht heraus- nahm, ihnen nicht kolweliirende Personen, welche sich an die Spitze der Arbeiter stellten, zu maßregeln. Einige Arbeiter sind ogar auf 7 Jahre in die Verbannung auf eine nnsame Insel geschickt worden. Auch damals ent- tanden Korporationen, um ihre Kollegen wieder zu befreien. Das Kapital suchte stets den Arbeiter auszilbeuten und das Koalitionsrecht zu beschneiden durch alle Mittel, die ihm zu Gebote standen. Dem gegenüber ist nur eine Organisation im Stande, Stand zu halten. Der einzelne Arbeiter ist ein Spiel- ball der Wellen; hingegen eine Organisation ein Fels, an dem die Wogen zerschellen. Redner zeigte uns an einigen Beispielen der letzten Zeit, ivie weit die Indifferenten und Unorganisirten hinter den organisirten Arbeitern ziirückstehen und forderte uns auf, von unserem Koalitionsrecht, so weit es uns zusteht, Gebrauch zu machen. Reicher Beifall wurde dem Redner zn Theil. An der Diskussion bethciligten sick die Herren Seidel und F. Rose im Sinne des Referenten. Es waren zwei Anttäge eingelaufen: Zu der Vereins-Landpartie nach Saatwinkel 36 M. zu bewilligen. 2. Einen, streikenden Dresdener Steindrncker, welcher ans der Durchreise begriffen ist, 5 M. zu bewilligen. Beide wurden einstiinniig angenommen. Nächste Sitzung am Montag, den 11. August 1890. Eine MitgliedevverfammUmg de» UnterstLhmrgs- Umi»» drntfchev Kiitmachcr(Fit. Berlin) tagte am Mitt- woch im Böhmischen Brauhaus mit der Tagesordnung: 1. Tele- girtenwahl zur außerordentlichen Generalversammliing. 2. Ver- schiedenes. Zinn 1. Punkt der Tagesordnung wird aus Antrag zcs Kollegen H. Borginann eine Wahlkonmiission, besteyend aus den Kollegen Haupt, Auguftin und H. Bergemann gewählt, welche die Wahlhandlung, welche durch Listen statt- sinder, zn leiten hat. Da die Feststellung des Wahlresultats die Kommission längere Zeit beschäftigt, so wird zuin 2. Punkt der Tagesordnung geschritten. Zu demselben spricht Kollege Borgmann über die Kontrolmarke. In kräftigen Worten betont gledner, daß dieses von uns inS Lebe» gerufene System in erster Linie durch die Hntmacher selbst mit aller Kraft zur Durchsährung U bringen sei, indem ein jeder Einzelne es sich angelegen sein .äßt, kräftigst zu agitiren-von Freund zu Freund, allüberall dar- aus hinzmveisen, daß durch dieses Mittel diese Streiks, welche als elend und erbärmlich bezeichnet werden müssen, aus der Welt zu schaffen sind, daß wir einzig und allein durch dieses Mittel in den Stand gesetzt seien, mich»ach und nach die Lebenshaltung unserer Mitbrüder auf eine bessere Stufe zu bringen, und das Solida- ritätsgefühl der gesammteii deutschen Arbeiterschaft, mit dessen Hilfe wir unscr Kontrolmarkensystein nur durchznbringen vermögen, dadurch zu eiitflmnnie», daß wir selbst in erster Linie krästiast und nachdrücklichst dafür agitiren. Wir werden dann, schloß Redner, am Ende des geivissen Sieges mit dem Beivußtsein, eine wahre Kulturthat vollbracht zu haben, an der ein jeder Einzelne beige- tragen, mit Stolz in der ersten Reihe der deutschen Arbeiter- bewegung marschiron köiinen. Kollege Augustin verkündete nun- mehr das Resiiltat der Wahl. Gewählt sind: Kempe, Kruse, Ehr. Otto, Borgmann, Augustin, O. Völckel, Stark und Lund. Äl» folgende streikende Gewerkschasten sind Unterstützungen gezahlt: Kupferschmiede 50 M., Metallarbeiter 50 M., an hie streikenden Hamburger Genossen 300 M. iSroßkr xiixdrrausflns des AUgimeincn Aeb»tt»ri»»«»- z>«>«ii»« (iiinmtiicher tlrc»>«i>v->o- K»rl!»s und slms»s»nd slndet am Moniag» scu u. Juli, nach Sern Moabuer Schützmhause bei Plöyensee ftait. Acreiiis- NiilglteSer, wslche a»I diesen Ausftua reflenireii und die Mütter aber nicht in der Nage sind, mit daran iheilznnelimrn, ersuäie» wir, ihre Minder auf solacnde Trefspunlte hiniuschicken, da für diesen Tag eine Ueberw a ch ungd- Kommissian ausser dem Aorfiand sdcslchcnd aus I« Personen) gewählt worden m. v» werde» folgende Lotale als Tresspantli betannt gegeben, Ivo die an dem AuSpua Belheiligien abgeiioli werden. Für den Norden: Arnnnrnslrasie 33 bei«Snadt, früh 1% Uhr; für den Süden: DreSdenerstrahe u» bei Gründet, früh 7\ Uhr; für Süd-Oft: Nauiiunstr. 8« sei Znbe», früh T% Uhr, für den Osten: Lanneftr. 70 bei Hein- dort, früh TA Uhr. Abfahrt für Berlin von der Jannoivigbrüüe um« Uhr. Abfahrt für üharloitendnrg um« Uhr; Trefspu»«; Bismarck'S Hohe, BiS- marclslr. eo, um u Uhr früh. Abfahrt für Kirdorf um u Uhr: Trefspunti: 8 Uhr, Bergsir. 183 bei Hossman». Tresspunit für Moabit um 10 Uhr, Wils- nackerstr. 88 bei Jlgner. Nachjügl-r iverden bis r Uhr im„Moabiler SchühenhanS" bei Plätzenfec erwartet. Freie Fahrt, Kaffei, Ctocllaternen und »rsins-Ninder gratis. Um recht zahl- interessanten AnSflugeS, auch fremder Gäste, sonstige Beluftiguiige» e>lialte,i die VereinS-Ninder gratis. Um recht zahl- reiche Beiheiligung diese« sehr'"" wird gebeten. pcrriuignns der Arecholer Dentfchland». OrtSverwaltnng 3. Moniag, den li. Juli, Abends«X Uhr, Andreassir, 36 bei Bolziiian», Ber- sammluna. ?»r pauchstlud„«aide», chnati«" hält am IS. Juli im alten Schützen- haus, Linie, istr. 6, einen SomiiiernachlSball ab. prrciuignug der Drechsler Deutschland». OrtLoerwallung I, Man- lag, de» it. Juli, Abend« 8 Uhr, Versammlung. Der Fachoerri» der Albnmarbriter hält seine Vorsammlung am Mon- tag, den Ii. J»li, in den Zentral-Jestsäten, Oranienslr. 180, ab. Siehe Annonze. älerei« zur Wastruug der zntrressen der Laüiirer. Versaunnliing bei Zemter, Münzilr. II, am Montag, de» 14. Juli, Abends 8% Uhr. Tagesordnung; l. Vortrag. Die Lage der ländlichen Arbeiter. Ref.: Herr Türk. 2. TiSlufsion. 8. Verschiedenes. Pflicht eines jeden lioüegen ist es, der wich- ligen Tagesordnung halber zu erscheinen. Frei» Dereiiiiguiio der Dandagifte» und deutschen Baudschnh- m acher. Versammlung am Montag, den 14. Juli, Abends 8 Uhr, bei Weitl, Alerauderftp. 31. Tagesordnung: Vortrag des Herr» Tasch über Telephone und Mikrophone, verbunden inU Demonstration. 2. Verschiedene«. Papnich. Lose und DiSknlirklub„Zukunft". Jeden Dienstag Abend« 8% Uhr Sitzung bei A. Schnitt, Grünauersirabc. Gäste haben ZuIrUi. tachirer. Filiale 4 der Vercliilgung der Maler. Versammlung am Mon- tag, den 14. Juli, Ab-ndS 8% Uhr, in Beijer'««testanrant, Nene Griinstr. 14. Tagesordnung: i. Vortrag. Neferent wird in der Versammlung belgnnr ge- »mchr. 2. Abrechnung vom 2. Quartal. 3. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Neuer Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. Di» tzira» ste». und Kterbekaü« der Derline» Aa»«di»n»r, S. H. 6i, hält ihre 3. ordeniliche Generalversaminlung am Donnerstag, den 17. Juli, Abends» Nhr, tu Jordan'« Salon, Nene Grllnstr. 28.»Iii folgender Tagesordnung ab! i. Millhellungen. 2.«terleliahrSberlchr. 8. llrgänzungSwahl de« Ausschusses. 4. Abänderung des ElalniS und zwar der§§ 2, o, 7, 7a, u, n, 30. 27. 5. Berich! des Vorstandes über die provisorische KranfenloiNrole. «. Verschiedene«, Auflage und Fragelaslen. Quiliungsbuch leglltmtrt. Nur großjährige Mitglieder haben Zulrttt. D-reinianng der Drechsler Dentfchlaud». Berlin 4, Norden. Ver- saimnlung am Dienstag, den 16. Juli, Abends« Uhr, im Lolalc de» Herrn Gnadt, Brunnenstr. 38. Tagesordnung: i. GoschäfllickieS. 2. Die Uriachen de» Streik«. Referent: Herr siautenocrg. 3. DiLlussio». 4. Kasfenverichl. b. Verschiedenes»nd Jragekasten. ijehriiursu» der periiuer Arbeiter und Arbeiterinn»» zur erste» flilfe bei Uugliiiiiofallen. Moniaa. den 14. Juli, Abends 8% Uhr, bei ffenerkicin. Alte Jakobstr. 73. Tagesordnung: i. Bortrag von Dr. Bernstein. 2.«ekanniinachnng der Landpartie, s. Bibliolhet. 4. Verschiedene». Herron und Damen haben als Gäste Zutritt. Drr,i»i«'i»o deutscher ztinier, Zachirer, Anstreicher und»er- inandte» Dcrusogenassen. Filiale 6, Moabit. Montag, den 14. Juli, 8 Uhr, Mitglieder-Versammlung Perlebcrgerstr. 23(Restaurant Hcrmerschmtdt). Vortrag de« Kollege» Wilh. Schivciher. «irol!» öffenilich« Dersammlung aller Kartonarbelterinneu und f artonarbelter am Montag, den 14. Juli, Abends 8 Uhr, bei Scheffer, ns. istr, lo, . de» Vargn-ibodenieger«erlin«. Montag, den 14. Znli, Abends 8\ Nhr. bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, Mitglieder-Bersammlung. Derein ine Ulahrniig der Zntereste» der Kchiihmachrr Merlins. Monlag, de» 14. In» isoo: Wrope« Sommerfest in Kliem'S VollSgartsn, Has.nihaidr 14—15, bestehend an« Konzert und Ball in Heiden groben Fest- sälen. Bei eintretender Dnnlelheit Kinder-Facrelpoioiiaise. Storliaterneu für »iiider gratis, itaffeeküche ist aeosfac«. Anfang 4 Uhr RachmUlag«.- Villeis sind bei allen Borslandsmltgliedern, sowie in den mit Plalalen belegten Geschnsten zu haben.— Einen zahircichen Besuch sieht der Vorstand ent- gegen. Zentral. Nran Ii»»-»nd Kterbeliasf» der deutschen zpagenbauer Des urkomischen Schweine-Professors, Klown Mr. jean Clermontf mit seinen dressirten Eseln und wilden Schweinen, und der Familie EüstreHa's in ihren außerordentlichen Produktionen auf dem 10 Meter rund fliegen- denEngel-Neck und unübertroffenen gymnastischen Potpouris. Im Saale: Großer italienischer Sommernachts-Ball. Abends: KriUant-Erleuchtung des ganzen Etablissements durch elektrisches Licht und tausende von bunten Flammen. 1081 Im hinteren Theile des Gartens: Volksbelustigungen aller Art. Kinderspiele. Anfang 4 Zlhr. Gintrittsgeld 25 Pf. Die Direction. Mem's Uoiksgarten. Kajenhaidr 14—13. Sonnabend, Iahnstrnhe 17-18. I890i den 19. Juli 5. Stiftungsfest der Freien Vereinigung der Bauarbeiter Berlins. Anfang Abends 8 Uhr. Billets: Herren 50 Pf., Damen 30 Pf, sind in allen mit Plakaten belegten Lokalen, sowie bei folgenden Herren ju haben: ©. Hartleib, Zollenerstr. 55; G. Uöding, Adalbcrtstr. 10; K. Keeskaw, Lausitzerstr. 50; M. Nlnller, Swiiiemünderstr. 125; A. Iick(Schöneberg), Hauplstr. 85; H. Iaurlch(Rixdorf), Bergstr. 2; K. Handair, Andreasstr. 71: E. Krunsch, Oranienstr. 57; H. Tauschke, Görlitzerstr. 56; A. Neufert, Falkensteinstr. 19; M. Wittmar, Wrangelstr. 83; K. Deredder, Sorauer- straße 26; L. Steinberg, Stephanstr. 60; K. Sanbekatt», Müllerstr. 33a; A. Kerger, Ruppinerstr. 37; E. Gntsch, Oppelnerstr. 24. 1078 Hierzu ladet sreundlichst ein Da» Feststomitee. Kranken-Unter stütznngsbnnd der Schneider. Dienstag. 15. d. M.. Abds. S'/eUhr, bei SeigmüIIer, Alle Jakobstr.43a Uersammiung. T.-O.: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1890. 2. Ersnhwahl der Lokal- oerwaltung. 3. Verschiedenes. 1067 Qmttungsbuch legitimirt. Um regen Besuch bittet D,r LoKnivermaltlmg. 1068 Das von Mitgliedern obiger Kasse arrangirte Sommerfest findet am 28. Iutt(Montag) im Konzerthauo Sansfonri, Kottbuser straße 4a, statt. Billets sind zu haben: in obiger Versammlung; bei Zilm, Krausen straße 1 1, im Bureau; Erenadierstr. 33 bei Seefeld; Annenstr. 9, Restaurant Karl Müller, Naunynstr. 37 IV und in den mit Plakaten belegten Handlungen Um zahlreiche Bclheiligung bitten Aug. Zilm. Karl Hällor. Albert Zander. Möbel auf Theilzahlung 1061 am Dienstag» den 13. Juli, Abend« 8V2 Uhr, bei Fenrestei«, Alte Jakob strafte 75(oberer Saal). Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bernstein. 2. Geschäftliches. 3. Verschiedenes. Mitglieder-Aufnahmen und Entgegennahme von Beiträgen in der Versamm- lung. Gäste willkommen. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht_ 1087_ Der Vorstand. Achtung! und Pinselincher!! Mittwoch, den 10. Juli, Abend» 8 Uhr, findet eine Oeffntl. Versammlung Alte Jakobstr. 75, bei Feuerstein, mit folgender Tag es ordn un g statt: 1. Wahl von zwei Delegirten zur Central-Streik-Kontrol-Kommisston. 2. Vortrag des Herrn Steinmar. 3. Diskussion. 1057 4. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine ellersammlung statt. _ Der Ginbernfer. Fachverein der Posament lere n. Dernfsgenossen. drn 14. Iuti, Zentrlll-KrlUlkcll-# Sterbe* Kch ber Maler u. s. m. (E. H. K. 71 Hamburg.) Oevtl. Perwattung Kerlin S.W. V. Dienstag, den 16. Juli, Abends 8V2 Uhr, Nostizstraße 50 bei Burkhardt. Versammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Wahl von Krankenbesuchern. 3. Verschiedenes. 1082_ Der Porstaud. Fachverein der Albumarbeiter. Versammlung am Montag, den 14. Juli, Abends SVa Uhr, in d. Central-Festfälen, Oranienstr. 180. Tagesordnung: Vortrag über Kultur. Referent wird in der Versammlung b( kannt gemacht. Werkstatt-Angelegenheit. Verschiedenes. Fragekasten. _ Der Vorstand. 1. 2. 3. 4. 1086 i Klempner! Alle Diejenigen, welche noch im Besitz von Listen sind(ganz gleich welcher), werden ersucht, dieselben sofort an mich abzuliefern. Ebenso bitte ich alle Kolle- gen, welche Billets vom Sommervcr- anügen haben, dieselben bis spätestens Montag, den 14. Juli, Abends, abzu- rechnen(Herberge)._ Selchow. Stimmbeg. Herren können sich melden im Lokal Blumenstr. 54.[993 Montag, Abend» SVa Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75. Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über:„Vergangenheit und Welt", von Kol!. Heidfeld. Zukunft der 2. Diskussion. 8. Wahl eines zweiten Schriftführers 4. Vereinsangelegenheiten. 5. Verschiedenes u. Fragekasten. Gäste sind willkommen. Um zahl- reiches u. pünktliches Erscheinen ersucht 1052_ Der Dorstand. Mitglieder- Versammlung Wj Fchvereivs siiiimtlilher an HchbearbeituW-ÄWm beMigtea Arbeiter, Montag, d. 14. Inli, Ab. SVa Uhr, bei Fenske, Laudsbergerstr. 37. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn W. Werner über Arbeiterschutz-Gesetzgebung. 2. Diskussion. 1074 3. Innere Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Der wichtigen T.- O. wegen ist es Pflicht eines jeden Kollegen zu erscheinen. Gäste sind willkommen, neue Mitglieder werden aufgenommen. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Dorstand. Kr toinipz IrrchSlrr InWM. Ortsverwaltung I. Montag, den 14. Juli, Abds. 8 Uhr, in Sahm's Klubhaus, Annenstr. 16 Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschästlicbes. 2. Vortrag über:„Endziele der modernen Arbeiterbewegung". Referent Herr Haititat. 3. Diskussion. 4 Wahl eines Beisitzers und der Agitations-Komuiission. 5. Verschiedenes nnd Fragekasten. 1032 I * i Handsrrystr. 501 «och Wohnungen mit Wasserleitg. von 60— 58 Thlr. zu vermiethen. I Dem Pfropfenbruder A�Vng, richl zu seinem heutigen Gebuck�r Chausie donnerndes Hoch._ 1090 Pfropfenvrrein W >te er bei grase Unord: ren, de> worden sei« Statt jeder besondere» �oroeujeu Am Freitag, den 11. d. Vorhandene entschlief nach langen schwer�nchungen meine mniggeliebte Frau schließlich Mutter»nkurs-! Anna Buro6*%% geb. Saffrahn, ganzen un Alter von 32 Jahren an.�..chmcnä oe schwindsucht.— Die Becrdig�.�� ein am Sonntag, den 13. Inli, JjSalD nach 1 Uhr, vom Trauerhause den Be 'traße 57 statt. g-Onügen 1 H. Burose nebst�,, nur -—-- im gerat Achtung. ovas für Empfehle allen Freunde» mm ii(.( kannten meine � i 000 M Destillation, Wf'Wiiutraaen. «nd Kair,sch-K»«r-ZoF,er die W Vereinszimmer für Aibeiß%(Mb nie und Zahlstelle steht zur Veri�olle er se RnhArt Zimmermann. KeN�'nllaus hpi Robert Zimmermann, KesstMlauf bei Wirlhshaus zum g 0 l d e n e�töwer thei Allen Freunden u. Genosse» Behc mein . ötnatsamv Weij- n. SiiriMÄfc™" Vereinszimmer noch einige%uch ihnen geben. F. Winzer, NaunV��rlegenheit Allen Freunden u. Genosse» �x�den mein astungsmm y. Nstifittli-Piel�raushin z 1 Saal zu Versammlung",� Umstän! 2 Vereinszimmer stehen zur G efc Hermann Wuntteue Unt< Friedrichsbergerstr. Heklagte Sc nicht zu verwechseln mit Ca» Um g früher Weberstraße l°jlage wegec -— r—-;- �for der 93. Empfehle mein uaarenhäm K-ii- 1. BM-ASKÄ .- tu" Marlruvstr. 81, an der vHUersuchur surterstraße. Vereinszimmer unzuläs sep. Eing. geeignet für Arbeit�Die Behör! u. Zahlstellen.„Verl. Volksbl. warnte ihn -—--- Keß die P- Empfehle mein Lokal hole, nachwri» und für Zafflste»�ualität Zimmer mit Pianino für Angeki 1017 Arthur Ziemer,©Termine, d TSiebenlist, HÜte Mrnnng� «rnung mit Arbeitev-Hontrol-DI»��Bsrffi� E. BergmartCere feoi Markgrafenstr. 98, n. d. Begönne er n �-standetei Großartig� geblieben .18.Kerna�>iolizei{ Inn Hamburger La�ein'icin ---------- g--— ,in länger Tpezialitiit: Arbeitsß#% befindet sich jetzt Weinbergs!»�, 9 bis 2 am Rosenthaler Thor, frühe» ,5 pCt.( straße. Ecke Elsasserstraße..Fahrlässig J. l-->ü M. in ä? 38',.* Das gr. Lag'.' D > Andrrn�audui Ein Parteigenosse ...... Ich Schlafstelle für 2 Herren, f» einc-, 1 straße 16. 3 Tr. bei Durgek�on Rusil Eine möbl. Schlafstelle Z»,«rgistet Elisabethufer 23, 3 Tr. re-h�ieses Mo 'pa zur V Eingeholt llllM Geübte Ueiiefpragrki''«Zergehen en dauernde BeschSstig»»' hos erkan .tUsfabrik Schönhauser Gin verl 8-12 Uhr, 2-7 Uhr. esjoortigen sucht die uf Luxuspapier-rß", Schönhaujer Einen Uaslhenbier-� verlangt Cust. Hßf Kottnmstr. schüft bei ircar, ge (feine mil (artig sch «wie Lack i würgte> I erzählte *41 Verantwortlicher Redakteur: Cnrt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Aading in Berlin SW., Beuthsttaße 2. i. Beilage zum Berliner BolNlatt. r. 160. Sonntag, den 13. Juli 1890. 7. Jahrg. -rM„ Das Schwurgericht de« Landgerichts I hatte sich gestern der Verhandlung einer Anklage wegen betrügerischen »ankerotts und Anstiftung dazu zu beschäftigen. Zes ersteren Verbrechens war der Kaufmann Albert Georg .�taf°wer, der Anstiftung dazu der Zigarren- und Kognakhändlcr n»4"' ermann Scholz beschuldigt. Der Erstgenannte, welcher Qfachltöllig geständig war, bezichtigte auch den Mitangeklagten �st iltcholz, trotzdem dieser auf's Entschiedenste seine Schuld �nrilt. Römer, der früher ein Kolonialwaaren- Geschäft einer anderen Stadtgegend betrieben, das nicht besonders AnFtig, richtete ein gleiches Geschäft im Oktober vor. Js. in eburt»>?r Chausseestraße 57 ein. Schon nach einein halben Jahre mel- ite er den Konkurs an. Der Massenverwalter fand eine heil- t Unordnung vor, die Bücher machten, soweit sie vorhanden —-klaren, den Eindruck, als ob sie erst in letzter Zeit„rcgulirt" MlMbe" ststn und Römer gab auch zu, daß dies geschehen. Die d.»vorhandenen Maaren standen zu der Höhe der vorgefundenen hwer�uchungen und Rechnungen in einem schlechten Verhältniß und au»«hließlich stellte sich heraus, daß Römer kurz vor seiner onkurs- Anmeldung eine Remise gcmiethet und dort »ngKue Menge Maaren untergebracht hatte, um sie seinen Gläubigern i entziehen. Römer gestand ferner ein, daß Scholz die Seele Irfff ganzen betrügerischen und lange vorher geplanten Unter- chmens gewesen sei. Scholz habe noch aus dem früheren Ge- »mw-�e eine Forderung von zirla 160 Mark an ihn gehabt. '/arj)0'0 nach Eröffnung des neuen Geschäftes sei Scholz gekommen, >e u- it den Betrag einzuziehen, er habe sich aber mit einem Wechsel »«.gnügen müsten. Bei dieser Gelegenheit habe Scholz ihm nur kurzes Bestehen des Geschäftes prophezeit und m gerathen lieber eine„Schiebung" zu machen, um >,d-N für die Zukunft zu retten. Scholz habe ihn ann überredet, fingirte Forderungen in Höhe von „•((. 4 000 Mark auf seinen, Scholz, Namen in die Bücher --«IitMtragen, er werde auch die diesbezüglichen Rechnungen, nicht itslwi �'e Waare schicken. Wenn die Gläubiger dann auf einen Vers� U./'" befriedigt in mdi! beit�.kkord nicht eingehen wollten und es käme zum Konkurs, so Gw;# n F fe'".e hohen Forderungen anmelden, er würde nicht nur utwll'jöIlflllT hofVtoSirtt(mmSaWM SkA«. 11 werden, sondern den Üeberschuß dann mit ___ ,®wei theilen. Diesem Vorschlage ist Römer geständlich gefolgt. uüiaVr �"geklagte«cholz blieb dagegen dabei, daß alle Behauptungen aus der Lust gegriffen seien. Die •u' Maatsanivaltschaft hatte zwei Kaufleute als Zeugen laden 'N Mäs!°n. welche früher mit Scholz in Geschäftsverbindung gestanden hatten und welche bekundeten, daß derselbe >e �uch ihnen unreelle Rathschläge gegeben hatte, als sie sich in Geld- �Überlegenheit befanden. Der Staatsanwalt führte nach Schluß der �emeisaufnahme aus, daß Scholz zwar sehr verdächtig sei, er °ll nisse den Geschworenen aber anHeim stellen, ob sie das Be- ststungsmatcrial gegen denselben für ausreichend hielten, um llzMaraushin zu einem Schuldigspruch zu kommen. Die Geschworenen � sprachen nur den Angeklagten Römer unter Zubilligung mildern- u"S f�er Umstände schuldig. Derselbe wurde zu anderthalb Iah- u4Aeu G efängniß verurthcill, wovon 3 Monate durch die er- 'U»nttcne Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wurden. Ter An- n. sGklagte Scholz wurde freigesprochen. Um gefälschten Uothwri« handelte es sich in einer An- ße l�jlage wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz, die gestern wr der 93. Abtheilung des Schöffengerichts gegen den Kolonial- , paaren Händler Hermann W e s e n b e r g verhandelt wurde. )WlM",Tuli v. I. ließ die Polizei bei dem Angeklagten eine halbe >-" �»lasche Meoc holen, der dem Gerich tschcmiker Dr. Bischoff zur ntersuchung gegeben wurde. Derselbe stellte fest, daß der Wein i unzulässiger Aicise mit Spiritus und Wasser versetzt war. e Behörde machte dem Angeklagten hiervon Mittheilung und nrnte ihn vor dem ferneren Verkauf des Weines. Im Oktober eß die Polizei bei dem Angeklagten wiederum eine halbe Flasche "ein holen und nachdem Dr. Bischoff gefunden, daß es dieselbe ualität war, wie der früher beanstandete, wurde gegen Angeklagten strafrechtlich vorgegangen. Derselbe erklärte im i u Termine, daß er den Wein von einer hiesigen bedeutenden Firma Siebenlist, Knoche u. Co.) bezogen. Nach der polizeilichen Ver- aarnnng habe er sämmtliche noch in seinem Besitze befindlichen »t�Mafchen Wein jener Sorte zusammengesucht und dem Lieseranten A liill�r Verfügung gestellt; die Letzteren hätten ihm darauf eine andere »essere Sorte geschickt. Da er ein großes Weinlager halte, so Bch/inne er nur annehmen, daß noch eine halbe Flasche jenes be- -r�nstandeten Getränks aus einer früheren Lieferung zurück- 'M*««blieben sei, welche zufällig in den Besttz der Kä�ylclizei gerieth. Dr. Bischoff bestätigte diese Annahme, » ja Mch die zuletzt entnommene Flasche habe eine größere �AWeinstein-Ablagerung gezeigt, wie die erste und dies lasse auf ,-.«�längeres Lagern schließen. Entweder sei der Wein ans ge- t�glloaisertem Most hergestellt oder derselbe sei später gewässert, ge- -iirtä d V'»"'10'"it Sprit versetzt. Unverfälschter Rothwein enthalte li-r S1* Extrakt, der vom Angeklagten bezogene habe nur / Extrakt enthalten. Der Staatsanwalt hielt nur eine ' e- if für vorliegend, für die er eine Geldstrafe von L--"* o- a brachte, der Gerichtshof hielt 10 M. oder Tage Haft für ausreichend. naltb Ertrablntt-Schwindel wurde gestern in einer Ver- Handlung,_ die vor der dritten Strafkamnier des Land a�zerichts 1. lGrsten Tagen ,4, v�lugust Lange, als dieser auf der Straße' Extrablatt —�Tjßlld die Neugierde des Publlkunis dadurch zu erregen i, Se et eines entsetzlichen Unglücksfalles erwähnte, von dei ieses Jahres als ä»" gebührend gekennzeichnet. In den traf ein Schutzmann den Arbeiter Extrablätter ausschrie zen suchte, daß ----...?. W-.......... dem der Kaiser ntt'Jipn Rußland betrosten sein sollte. Der Schutzmann ließ sich ein "FÄlatt geben und ersah daraus, daß der Kaiser von Rußland pergiftet sein und sich in Lebensgefahr befinden sollte. Verleger pieses Machwerks war der„Redakteur" Hermann Weg euer und Za zur Verbreitung des Blattes die polizeiliche Genehmigung nicht nngeholt worden war, so wurde Lange von Polizeiwege» mit l Tagen Hast belegt und Wegner wegen Vergehens gegen das Sozialistengesetz»»ter Anklage gestellt. Ter Staatsanwalt . Koeantragle gegen Wegener, der bereits zweimal wegen ähnlicher ltri' Pergehen vorbestraft ist, eine Geldstrafe von I5u M., der Gerichts erkannte auf 100 M. Gin Prozeß woge» Uergehe»»» gege«»'oas Ualzr»r»gs- aittelgrsrtz wurde gestern von der ersten Strafkammer des !andgerichts 1 gegen den Kaufmann Emil Sch., dessen Bruder, ..ehrlmg Hermann Sch. und Kutscher R. verhandelt. Am Abend ��joes 9. November harte der Postbote T. in Weißensee auf dem ids/Üll �tigen Wochenmarkt, verlockt durch die Anpreisung„billiger Atr an*? schöner Lachs", für den beispiellos billigen Preis von 80 Pf, ii mehr als ein halbes Pfund geräucherten Lachs aus dem Ge- gbr'�chaft des Sch., in welchem der Lehrling als Verkäufer anwesend l gekauft. Am Sonntag Vormittag verzehrte er im Dienst «seine nnt Lachs belegten Stullen; der Lachs roch ihm ganz eigen- 'tartig scharf und schmeckte dumpfig. Da er aber»och«icht wußte, wie s-achv riecht und schmeckt, glaubte er, das müsse so sein, und würgte das Frühstück hinunter. Als er Mittags nach Hause kain, erzählte ihm ferne Frau, sie habe zwar von dem Lachs gefrüh K"! 0 tückt, derselbe habe ihr aber gar nicht geschureckt. Bald nach lern Genuß des Mittagbrotes, daS aus Kartoffeln und Schweine- braten bestand, wurde dem Ehepaare heftig rmwohl; der Mann mußte sich wiederholt stark erbrechen, während die Frau das nicht konnte, obwohl sie unausgesetzt bis zum Er- ticken von Brechreiz gequält wurde. Nachmittags kamen Schwager und Schwägerin zum Besuch, denen ebenfalls Lachs vorgesetzt wurde, denn die T.'schen Eheleute hatten noch keine Ahnung davon, daß der Lachs die Ursache ihrer Erkrankung sein könne. Schon nach dem ersten Bissen rief die Schwägerin ihrem Manne zu:„Du, halt ein! der Lachs ist verdorben!" Schon nach kurzer Zeit stellte sich auch bei diesen Leuten Uebelkeit und Erbrechen ein, noch am Abend mußte ein Arzt zu Hilfe ge- rufen werden, der sofort eine Vergiftung durch Thiergift konstatirte. Der von ihm geprüfte Lachs war hochgradig äulig, so daß es sich seiner Meinung nach hier nur um Lachs- gift handeln konnte. Er gab sofort energische Brechmittel, d»e Schwägerslente, die nur wenig gegessen hatten, waren nach zwei Tagen wieder wohlauf, T. selbst hat sechs bis acht Wochen an ziemlich heftigen Magenbeschwerden gekrankt, ist aber wieder völlig gesund geworden. Seine Frau starb jedoch am 0. Dezember, vier Wochen nach dem Genüsse des Lachses. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde die Leiche obduzirt und als Todesursache ein heckiger Darmkatarrh festgestellt, der sehr wahrscheinlich von einer. Vergiftung durch thierisches Gift herbei- geführt worden sein kannte. Infolge dieses Sektionsbcsundes wurde gegen die drei Eingeklagten die Anklage ivcgen Verkaufs gesundheitswidriger Nahrungsmittel unter dem erschwerenden Gesichtspunkte erhoben, daß durch den Genuß der in Verkehr zebrachten gesundheitsschädlichen Genußmittcl der Tod eines Renschen herbeigeführt worden sei, ein Vergehen, welches mit Zuchthausstrafe bis zu 6 Jahren bcdrokst ist. Der Räucher- waarcn-Engroshändler it aus der Zentralmarkthalle bekundete, daß der Angeklagte die Waare, im Ganze» 43 Pfund, am 0. November bei ihm gekaust habe. Er selbst habe den Posten von einer bekannten Firma in Misdrop, mit welcher er im ständige» Geschäftsverkehr stehe, in Konsignation erhalten. Er habe sofort erkannt, daß es Salz-Lachs, also minderwerthige Waare sei. Diese Marke werde nur hergestellt, wenn der Fang reichlicher sei, als die Möglichkeit des baldigen Absatzes. Er habe am 31. Oktober die Waare erhalten, sich von der Güte überzeugt, da ihm aber nur 50 Pf. geboten worden, während er eine Mark erzielen wollte, habe er sie bis zuni 9. November stehen lassen und erst losgeschlagen, als er ein höheres Gebot nicht erzielen konnte. Seines Wissens sei die Waare gut gewesen. Dieser Zeuge und Sachverständige wurde wegen Verdachts der Theilnahme nicht vereidigt. Der gerichtliche Sachverständige Rademann be- gutachtete, daß ein anderer Verkäufer wohl einen höheren Preis erzielt haben würde. Da K. jedoch nicht Spezialist für Lachs m, so kauften die Händler nicht eher bei ihm, als bis er die Waare sehr dillig laste. Ter Vorsitzende des Gerichtshofes theilte mit, daß amtlicy der Lachs nicht zur Untersuchung gelangt sei. Bei der Obduktion der gestorbenen Frau seien Theile der Ein- gcweide herausgenommen und einem Chemiker zur Untersuchung aus animalisches Gift übergeben worden. Die Untersuchung habe edoch ein negatives Ergedniß gehabt. Kreisphtisikus Dr. Philipp erklärt, daß die beobachteten Erscheinungen bei der Kraukheits- deHandlung.wie bei der Obduktion der Vergiftung durch Thier- lsift entsprechen. Nach den Ergebnissen der Beweisaufnahme labe der Lachs gestunken und es sei daher sehr wahrscheinlich, daß der Genuß desselben die Ursache von Krankheit und Tod 'ei. Vorher hätte die starke Einsalzung den fauligen Geruch ehr wohl verdecken können. Es sei mit thierischem Gift wie mit dem Nikotin, wer dasselbe häufig zu ich nehme, werde nicht gefährdet, ein anderer dagegen sehr. Der Staatsanwalt beantragte, das Verschulden für erwiesen haltend, ür den Kaufmann Cm. drei Jahre Zuchthans, für den Lehrling Sch. ein Jahr sechs Monate Gefängniß, für N. wegen Nicht- betheiliguug Freisprechung. TerVcrtheidigcr bot noch 50 Zeugen an, die alle unbeschadet ihrer Gesundheit von dem Lachs gegessen, und forderte auch ein Gutachten des Medizinalkollegiums; der Gerichtshof erkannte aber auf Freisprechung, weil das Ver- Schulden der Angetlagtcn aus vielerlei Gründen nicht ausreichend erwiesen sei. VorfammUmgen. Dev soziatdemoknatischeMahlverei» für de» 5. LS»r- linrr Urichstags-Njahlkrei« hielt am Mittwoch, den 9. ds., eine Generalversammlung bei Eeeseld, Grenadierstr. 33, ab. Auf der Tagesordnung stand: I. Vierteljahresbericht des Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Wahl des ersten Vorsitzenden und der Re- visoren. 4. Verschiedenes und Fragekasteu. Vor Eintritt in die Tagesordnung machte der Vorsitzende bekannt, daß ein treues Mit- glied des Wahlvereins Ende Juni verschieden ist und zwar ist es Herr Emil Frauke. Derselbe war Mitbegründer des Wahlvereins und ein treuer eifriger Genosse, welcher stets für Freiheit und Recht gekämpft hatte. Zu Ehren des Dahingeschiedenen ersucht der Vorsitzende die Versammlung, sich von den Plätzen zu erheben, was auch geschieht. Hierauf wurde der Bericht über das verflossene Vierteljahr abgestatter. Nun erhielt der Kas sirer Herr E. Fritzsche das Wort und berichtete in eingehendster Weise über den Kassen- bestand des vergangenen Ouartals. Dieser wird von den Re- visoren für richtig befunden und dem Kafsirer Decharge erthcilt. Zum 3. Punkt, Wahl des ersten Vorsitzenden, wurde Herr Fritz Berndt als Vorsitzender gewählt. Ferner wurden drei Revisoren gewählt und zwar die Herren Craivzcak, Müller und Schulz. Zu Verschiedenem wurde über die Landpartie, welche in der letzten Versammlung angeregt wurde, dcbattirt. Herr Friy Berndt stellt hierzu den Autrag, eine Herren-Fußpartie bei Nacht zu machen, trotzdem einige lltedner dagegen waren, wurde der Antrag angenommen, und machte der Aorsctzende bekannt, daß Ort und Fett in der nächsten Versammlung bekannt gemacht werden. Herr Hcidciuann wünscht Auskunft, wo im fünften Wahlkreise Sammelstellen für gelesene Älrbeitervlättcr, wie„Berliner Volks- blatt"«nd„Verl. Volks-Tribüne" sich befinden. Dieselben be- finden sich bei den Herren Wittich. Kelbelsir. 15; Müller, Land- wehrstr. 13 und Pietsch's Restaurant(früher Hangt) Weinstr. 22. Die Genossen werden hiermit ersucht, falls sie Arbetterzeitungen haben, an diese genannten Stellen abzuliefern, von da aus werden diese Zeitungen in die Provinze» geschickt werden. Nachdem noch einige interessante Fragen von Herrn Curt Vaake beantwortet waren, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Eine öffentliche Versammlung hielt die Freie Ver- einigung der Maurer Berlins und Umgegend am 10. d. M. im Lokale Sanssouci, Kottbuserstr. 4m,, ab, welche ziemlich gut besucht war. Auf oer Tagesordnung stand als erster Punkt ein Vortrag des Herrn Link über:„Gesellschaft- liches und Privat- Eigenthu in." Derselbe griff zurück ans die erste Eutwickelunasstus« der Menschheit, wo Grund und Boden gesellschaftliches Cigenthum und von Arbeit im heutigen Sinne des Wortes nicht die Rede war. Dieser Periode der Wildheit folgte diejenige der Barbarei mit etwas mehr K>cktur entwickelung, aber doch noch dem ursprünglichen Kommunismus. Hier machten sich die ersten Anfänge der Produktion bemerkbar bezüglich des Ackerbaues. Zu Anfang der Zivilisation nach weiterer Entwickelung der Arbeit und der Arbeitstheilung traten auch die Klassengegensätze zu Tage, welche sich mit der fort- schreitenden Kulturentwickelung immer schärfer ausprägten. So entstanden Produzirende und Nichtproduzircnde, Freie und Un- freie, Ausbeuter und Ausgebeutete, Reiche und Arme. Jetzt trete an die arbeitende Bevölkerung die Frage heran, wie sie sich dem Drucke des übermächtigen Kapitals entziehen kann. Die Bourgeoisie sei nicht zu haben für eine Besserstellung des Pro- letariats. Der Sozialdemokratie werde inimer vorgeworfen, daß sie ihre Endziele verschleiere. Dazu sei gar keine Ursache vor- Händen und keine Partei kämpfe mit so offenem Visiere, als gerade die sozialdemokratische. Die heutigen Zustände seien ganz unhaltbare. Um diese zu beseligen, sei es in erster Linie er- forderlich, daß die Produktionsmittel gesellschaftliches Eigenthum werden. Die heutigen Zustände zu beseitigen, müsse Aufgabe der Proletarier aller Länder sein. Um dieses zu erreichen, sei wiederum in erster Linie Organisation erforderlich, um die Ar- beiter in wirthschastlicher und politischer Beziehung aufzuklären und sie zu schulen für den großen Endkampf um Vergesellschaft- lichung der Produktionsmittel, um Schaffung glückseliger Zu» stände, von welchem Endziele sich die Arbeiterschaft durch nichts abbringen lassen werde und forderte der Vortragende aus, in diesem Sinne zu agitiren und sich zu organisiren.(Verfall.) Der Vorsitzende, Herr Wernau, erörterte gleichfalls die Frage, aus welche Weise es möglich sei, die heutigen Verhältnisse um- zugestalten derart, daß eine gleichmäßige Vertheilung des Volks- einkommens von Statten gehe und der heute immer weiter um sich greifenden Arbeiternoth ein Ende bereitet werde und verwies in seinen Darlegungen auf die kommende Zeit, in welcher es den Arbeitern möglich sein werde, diese Fragen gründlich zu erörtern und der Bourgeoisie den Aberglauben der„sozialdemokratischen Irrlehre" ebenso gründlich zu benehmen. Wissen sei Macht und diese Macht müssen sich die Arbeiter zu eigen machen. Auch Herr W r l s ch k e verbreitete sich über das Vortragsthema, die Roth- wendigkeit der Organisation ebenfalls in den Vordergrund stellend. An dem organisirten und ausgeklärten Proletariate müßte und müsse der frevelhafte Uebermuth der Kapitalisten zer- schellen.(Bravo!) In seinem Scl'nßworte richtete der Vor« tragende einen Appell an die Anwefenden, wo es immer möglich sei, für die Sozialdemokratie zu wirken und für deren Ideen und Ideale einzutreten und zu agitiren. Nur durch Agitation und Organisation sei etwas zu erreichen.— Zum dritten Punkte der Tagesordnung wählte die Versammlung für das in der vorigen Versammlung beschlossene, auf dem Ber- liner Bock abzuhaltende Sommerfest ein Vergnügungskomitee, be» stehend aus den Herren R aschke, Hälterhoff, Baganz, Wegener, Karl Wagner, Petsch und Aug» st Schulz. Des weiteren hatte die Versammlung Stellung zu nehmen zur Veranstaltung einer Landparthie. Der Vorstand brachte eine Fußparthie am 31. August in Vorschlag. Die Ver- samnilung stimmte diesem Vorschlage zu. Der Vorstand wird das Erforderliche veranlassen. Unter„Verschiedenes" wurde u. A. auch das Verhalten einzelner in Polierstellung befindlicher Vereins- Mitglieder den ihrem Kommando unterstellten Vereinsaenossen gegenüber einer abfälligen Kritik unterworfen. Bei dieser Gelegen- heit wurde darauf hingewiesen, daß die„Polierfrage" am nächsten Dienstag in der im Saale der Aktienbrauerei Friedrichs- Hain stattfindenden öffentlichen Versammlung aller Bauinteressenten zur allgemeinen Erörterung gestellt werden wird. Auch würden die Adressen der Ausschußmitglieder, an welche sich die Vereins» genossen behufs Gewährung des Rechtsschutzes zu wenden haben, bekannt gegeben. Es sind dies folgende: S y d o w, Fürsten- bcrgerstr. 10; T a s ch, Kleine Frankfurtcrstr. 10; Legier, Kreuzbergstraße 77; Krieg, Weißenburgerstraße 30; Franz Schulz, Nostizstr. 16.— Am Sonntag Vormittag findet im Wedding-Park(Norden) eine Bezirksversammlung statt. Uersammlung de» Ncrrin» zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher und verwandte» Kernfsgenoffe» Kerlins vom 7. Juli. Tagesordnung: 1. Vortrag vom Kollegen M. BaginSki über:„Die Frauenfrage". 2. Diskussion. 3. Ber- schiedeues und Fragekasten. Zum 1. Punkt sprach der Referent unter dem Beifall der Versammlung. Bei Verschiedenem empfiehlt der Vorsitzende nochmals das am 14. dS. stattfindende Sommer- fest; er giebt bekannt, daß am 21. ds. Mts. in demselben Lokale (Arminhallen) die Generalversammlung des Vereins stattfindet, ferner giebt ein Kollege bekannt, daß in einer Pantoffelsabrik in der Lottumstraße wegen Lohnabzug eine'Arbeitseinstellung statt- gefunden habe und werden die Kollegen>rsucht, den Zuzug nach dorthin fern zu halten.• Eine öffentliche Versammlung der Töpfer Charlotten- bnrg« tagte am Donnerstag, den 3. Juli, Abends 8 Uhr, in der Gambrinus-Brauerei, mit folgender Tagesordnung. Bericht- erstattung des Delegirten vom 6. deutschen Töpferkongreh. Berichterstattung des Vertrauensmannes und Verschiedenes. Im ersten Punkt der Tagesordnung entledigt sich Herr Paul Kolbow als Delegirter im Allgemeinen zur Zufriedenheit der Kollegen seines Auftrages. Nur waren einige Kollegen gegen die feste Besoldung von Kollegen und waren dieselben der Ansicht, daß so ein wichtiger Punkt wenigstens auf der Tagesordnung stehen müßte. Des weiteren verliest der Vorsitzende die auf dem Kongreß ange- nommenen Nesolution und werden dieselben von der Versammlung anerkannt. Im 2. Punkt der Tagesordnung verliest der Ver- trauensnrann Herr Otto Müller den Rechenschaftsbericht der frei- ivilligen Sammlungen. Darnach sind eingegangen vom 10. März 1890 bis 1. Juli 1890 874 M. 50 Pf. Ausgabe bis 1. Juli 354 M. 20 Pf., bleibt Bestand 20 M. 80 Pf. Nachdem die Revisoren die Richtigkeit desselben de- stätigt, ertheilt die Versammlung denselben Entlastung. lieber die Frage der Einführung der achtstündigen Arbeitszeit entspann sich eine längere Debatte und war man der Ansicht, daß der Einführung des achtstündigen Arbeitstages nichts im Wege liege, da doch die Hälfte der Kollegen so schon nicht länger als acht Stunden arbeiten. Doch da hatte man die Rechnung ohne die 0— 10 Stunden- Arbeiter gemacht. Diese waren gerade in dieser Versammlung zahlreich genug vertreten, um erneu Antrag behufS Einstihrnng der achtpündrgen Arbeitszeit zu Fall zu bringen. Nun, Kollegen Charlottenburgs, den 1. Mai habt Ihr gefeiert zur Erringung des achtstündigen Arbeitstags, den neun- stündigeir Arbeitstag haben wir schon; wollt Ihr bei oer uns einiger- maßen günstigen Konjunktur denselben nicht ernsühren, so würden wir ans Jahre hinaus verzichte» müssen, denselben in unser Gewerbe einzuführen. Es ist das Vorgehen wieder ein trauriges Zeichen unserer Zeit, daß viele Kollegen von den, Werthe der Verkürzung unserer Arbeitszeit noch»icht durchdrungen sind oder nicht durch- drungen sein rvollen. Nachdem dieser Punkt erledigt, wird ein Antrag, den ausgesperrten Greizer Webern 15 M. zu bewilligen, angenommen. Ferner wird dem Vertrauensmann für jeden Sonn» abend 50 Pf. Vergiitigung bewilligt. Daraus Schluß der Ver- sammlrurg 11 Uhr 45 Minuten. Zeutral-Kranken- und Sterdekasse der TEschler u. s. w. Montag, den 14. Juli, in der Neuen Welt, Hasenhaide: Gr. Sommerfest. Coneer#, Specialitätem« Vorstellung, Kinder-Belustigungen, , Fackelzug, Tanz. Feuerwerk. Anfang des Concerts 4 Uhr. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. i Billets sind bei folgenden Herren zu haben: Münk. Manteuffel- straße 6ö H 3 Tr.; K r ü g e r. Manteuffelstraße 67. H. 3 Tr.; L e h m a n n. Ritterftraße 124. H. 3 Tr.; Pielicke, Kottbuser Ufer 60, Quergeb. 3 Tr.: Carow, Wartenburgstraße 26. v. K.; T h e u r i ch. Bärivaldstraße 51, H. 3 Tr.; Nagel, Wienerstraße 25, H. 3 Tr.; Morgenstern. Neichenberger- straße 117, v. 8 Tr., und in den mit Plakaten belegten Lokalen. 930 Da» Komtt». Lessentlilhe VersllMltllullg!>er Parquetbodenleger Kerlins nud Umgegend >m Sonntag, 13. Jnll, Vormittags 10 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakob str. 75. Tages-Ordnun g: 1. Berichterstattung über die Sperre der Firma Levi u. Meyer infolge rekommandirten Briefs nebst Antwort. 2. Verschiedenes. 1034 Es ist Pflicht eines jeden Bodenlegers, pünktlich ain Platze zu sein. �__ Die Lohnkommissto»_ Achtung Rohrleger! Da es uns nicht möglich ist, eine genaue Abrechnung vom Ausstand der Rohrleger und Helfer Berlins und Umgegend festflellen zn können, und zwar aus dem Grunde, weil sich einzelne der Kommissions-Mitglieder trotz wieder- Holter schriftlicher Aufforderung nicht zu den bestimmten Sitzungen eingefunden haben, so ersuchen wir dieselben hiermit öffentlich, sich am S o n n t a g, den 20. Juli, Vormittags 9 Uhr, im Lokale des Herrn Z i p p k e, Markusflr. 14, Eingang Grüner Weg, einzufinden, widrigenfalls wir die Namen der Be- treffenden der Oeffentlichkeit preisgeben. Kommisston der Lohnbrwegilng der Rohrleger und gelfer _ D erlin» und Umgegend. I. A.: A. Becker._ 974 Die seit 1877 bestehende, weltbekannte Uhrenfabrik von Max Busse 157 luvalidenstr. 157, ÄÄ. verkauft jetzt sämmtiicho Uhren zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Für jede Uhr wird reelle Garantie geleistet. Grosse Abschlüsse mit Pforzheimer und Hanauer Fabrikanten ermöglichen derselben Firma den Verkauf von Gold-, Silber-, Granaten- und Korallenwaaren zu fabelhaft billigen Preisen. Specialitüt: Ringe. Reparaturen an Uhren und Goldsachen werden auf das Gewissenhafteste ausgeführt. 522 Jll. Preis-Kour. gratis u. franko. Billigste Quelle für deutsche und englische eiserne Bettstellen g Fabrik mit Dampfbetrieb von E. Sass, Köpttickerstr. 32. Ich habe medrr Filialen, noch stehe ich mit ähnlich lautenden Firmen in Keziehnng. Kitte daher genau ans Firma und Hausnummer in achten. Wollen Sie det Ihren Einkäufen streng reell bedient sei», so demuhen Kie stch 1« J. aer, rj 1 h Kerlin IT., Eiesnnddrunne», Kad straffe 18, Ecke der Stettinerstraße, ialtestelle d. nSBBBDI �Reelle Be-D Pferdebahn, g Allerbill. dienung. I Sie finden da-W Preis e. überraschender Auomahi: Eleg. KmiMil-Rolk-Akzügt 27, 30, 36-40 M. Eleg. ZastMiMl' ßltj. S««>n-Wtt»t§-?LA ■eiej. st## o.». 8-« Weiteflilen gearbeitet, iinfferst billig: Reizende Knaben- Anzüge für jehes Alter t"m 4�0 m' Grosses StoHlager Vorzügl.■ jU Bestellungen nach Maß. Eigene Werkstatt HEloganter Arbett. a im Hause. 0 Sttz. Möbel-, Spiegel- u. Polsterwaaren-Magazin. Ganze Ausstattuuyen in Mahagoni nud Nussbanm. Kttchenmöbel in grosser Julius Apelt, gtinliniit. 27-28. Kronengarn ist das beste Uiihgarn fnr Kand» u. Maschinen- Näherei, hat in allen Nummern garantirt volle» Iii na ff, ist haltbarer als jedes andere Garn, näht in- folge seiner Geschmeidigkeit auf jedem Maschinensystem gleich gut. 690 1 Schwarzes Kronengarn, verändert seine Farbe nie. Weiffr» Kronengarn Man achte ans die nebenstehende Kchntzmarke. Schutzmarke. Jll M solidell GesAjtelt ki Bruche Wich. Uechts-Kureau A. Ludwig, Manteuffelstr. 63, II, fertigt Klagen, Gesuche:c. billig an. Koh-Tabak Größte Auswahl, billigste Preise. 667 G. Elkhnysen, Miinzstr. 10. Eine parthie fehlerhafte Teppiche! i in Sophagrösse d 5, 6, 8 u. 10 H. ■ in Salongrösse ä 12, 15,20-50 M. i Werth hllS Ioppelte! ßardin W ä 10. 12 an iu Stücken Cli von 22 Mtr. I ä 10, 12, 15-40 Mark 500 Muster stets vorräthig. i Gardinen- u. Teppichfabrilr Emil Lefevre, Berlin S., Granirnstr. 158. I Ha Richter, Optiker, Berlin C., Wallstrasse 97, am Spittelmarkt. 2. Geschäft: Weinbergsweg 15b, am Rosenthaler Thor. <�QX Aluminffold- � Brillen nud Pince-nez, garantirt nie M. 2,50 M. 1,50 M. 2,- M. 1,- M. 2.- M. 1,50 schwarz werdend. Hickelbrilleu n. Pince-nez. do. allerfeinste Qual. Rathenower Brillen... do. allerfeinste Qual. Scheidig's Uniallbrillen (prämiirt)...... Scheidig's Unfallbrillen, allerfeinste Qualität.... Sptrilästt,'S,"S Ueu I Opern- u. Reisoglas, Excelsior, das Beste auf dem Markte, mit Etllis und Riemen M. 12,—. Bejte llilh billigße BezugsPelle aller optischen Artikel, genaueste Fach- kcnntniß, eigene Werkstatt, prompt. Ver- fand nach außerhalb gegen vorherige Einsendung oder Nachnahme. 1024 M. 3- M. 7,- Uhren! i Oranionstrasse Nr. Eins, Im Bazar deutschen Kunst- vercins | Sind Uhren aus der ganzen Welt Für halbe Preise ausgestellt. i Und jedes Werk— mit Garantie— f Zeigt nicht zu spät und nicht zu früh. Tiktak, Tiktak muß ans den Schlag, Parlren, selbst bis 14 Tag. Bedarf die Uhr der Rep'ratur, Geh' man zu Albin Grilgen nur: Granienstraffe Nummer Gin», Das einz'ge Lager, sanften keins! E. Strauss, SchneiilernlKr., 17 a. Wassmannstr. 17 a, part., empfiehlt sich zur Anfert. eleg. Herren- Garderoben. Für guten Sitz u. saubere Arbeit wird garantirt. Lager v. Stoffen in grosser, geschmackvoller Auswahl. Koulante Zahlungsbedingungen! Finienstraffe 88 part. werden von heute ab an Handwerker, Gesellen und Burschen herrschafliche getr. Sommer- Paletots für 8—19 M., gut erhaltene Hosen für 3—5 M., Röcke, Jaquets für 4—7 M. verkauft. Ggale Aitfttgc. 708 Spiegel und • Polsterwaaren.! eigener Gr. Lager, bill. Preise. Fabrik. Emil Heyn, Brunnen straße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunft. Bazar Jemsalemerstr. 56, Hof Parterre. (3r«ftavtigc A»»>vahl jeder Art billigst! (Auch a. Thcilzahlg.) Kur I Mark kostet jede Uhr zn reinigen unter Garantie. Bei allen Reparaturen wird der Preis vorher gesagt. 1023 Otto Eieser, Uhrmacher(Fachmann), Zlounhnstr. 15, Ecke Mariannenstr. Spandauerbrücke 6, am hiesigen Platze bekanntlich Gröeste Auswahl. Naranfirl ftcher brennende aW T a b a 1: c. Stteng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämintliche im Handel befindlichen Rohtabake find am 1653 Lager. A. Golschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'scheu Markt. lr. � Neu: ml entfe Zehn Minuten vom Bahnhof Rixdorf An der Canner Chaussee gelegen. Mache das geehrte Publikum auf meine neu renovirte und durchfließendem Wasser versehene Kade-Anstalt mit Schmimm-Sass Herren und Damen aufmerksam. Dazu herrlicher Aufe« fOr Herren und Damen aufmerksam.'Dazu herrlicher Aufea Garten und billige Restaurationspreise. Im Saale zeden Sonntag' Achtungsvoll A. StolzenburS' Roh-Tabake. Grösste Auswahl, billigste Preise von sämmtl. im Handel befindlichenTabaken. Heinr. Frank, s Brunnenstr. 141-143. Schneider- Bedarssartikel empfiehlt billigst(Muster gratis und franko) Wllhehustrasse 114 ßlld. PicpPFj(g.d. Putlkamerstr.). Sonntags von 10 Uhr ab geschlossen. Meine von vielen Vereinen und Kor- porationen als streng reell anerkannte Kranzbinderei und Hlumenhandlnng befindet sich nach wie vor 3» Elelifcrslrqe% in:_____ rx__ r.» n.. v. o— Ecke Wienerstraße. Zu d. vier Lorbeern. 2. Geschäft: Markthalle VII, Dresdener- Strasse, Stand 233. J 1838 Sonntagsruhe. Meinen geehrten Kunden zur gefl. Nachricht, daß meine Uhren- u. CioldWaarenhandlung an Sonntagen von 12 Uhr ab geschloffen bleibt. Gleichzeitig empfehle Goldwaaren u. Ketten zu Fabrikpreisen. Alle Sorten Uhren unter mehrjähriger Garantie. Reparaturen werden sauber, schnell und billigst in meiner eigenen Werkstatt ausgeführt. Emil Tierscb, Uhrmacher, 1874 Srnnne« straffe Sil, neben Greifenhagen. Hut-Fabrik Klii.hrrstraffe 11, Wilhelm Böhm. Sämintliche Hüte mit Kontrol- marken. Große Auswahl bei bil- ligslen, festen Preisen. Großes Lager in Sonnen- u. Regenschirmen. Heellste Bedienung. 875 Allen Lesern dieses Blattes empfehle mein 909 Wrren- MTMks-Wiist. W. Lindemann, Heimstr. 24. kistWlllirei!, Werkzeuge, HM- mii) Küchengerathe E. Vogtherr,»»iw c Landsbergerssr. 64, amAlexanderpl. (Sonntags geschlossen.) Zum 831 Nur HGt mit Arbeiter-Kantrolmariee. Größte Ausivnhl in Strohhüten. SllliJttPtlle 131,."ÄÄ Wilhelm Zapcl, Hutmacher. Achtung I Kein Laden. Nur eigene Fabrikation, 25 Zigarren 1 Mark. Garantie rein amerikanischer Tabake. Nippentabak 2 Pfd. 60 Pfg. 1). F. Dinslage, Kottbuserstraße 4, Hof part. 234 Arbeiter! Fils- und Zridcnhute m. Arbeiter- Kontrolniarke empfiehlt[837 Franz Haupt, Hutmacher, Gr. Frankfurter str.(alte Nr. 140, neue Nr. 145) zw. Frucht- u. Memelerstr. Kranzbinderei und Blumenhandlung J. IMeyer, ÄÄ. in der Ecke bei der Manteuffelstraße, liefert Guirlanden Meter von 15 Pf., Doppelbügel-Lorbcerkränze von 50 Pf. an. Topfpflanzen wie Bouquets:c. gut und billig.[1391 Lassalle-, Marx-, Bebel-, Liebknecht-, Singer-Köpse, als Eig.- Spitze, echt Meersch., a 1,50 M. und besser. Wieder- Verkäufer Prozente. 2168 B. GUnzel, Brunnenstr. 157. fllV Achtung I"WB Empfehle allen Freunden und Ge- Nossen sowie Bekannten mein Weiff- und Kaivilch-Kier-Fohai. 1088 ist, Skalitzerstraße 76. WulallWer M gen.: ,,Dir fidcie Uagell? Berlin N., Elsasserstraße � gegenüber der Bergsttas� Im Lokal photograph' Atelier zur Benutzung.— Gast, auch wenn derselbe i" 10 Pfennige verzehrt, wird gratis photogrW. und erhält sein Bild foftdj Gratispräsent. Höchst schest H. Schnitze(mit'n int täj Hauö v mtagS»! (Ei ie» Kr Einzige Kellerei i�otogrl der Mrl Reßauriint zum Am!>! Breslauerstraße 27.. Allen Genossen empfehle mei» und Bairisch-Bierlokal., Großes Vereinszimmer mehd srei- GusfaW T Jpit Temp!, br Die s Beyler's üestaurai�.� und Garten. ,1 Zeit i Rixdorf, Hermannstf'.ftärlunc Pferdebahn- Haltestelle Ecke%ftachtet straße, einpfiehlt sein herrlich 7� ß. Sommerlokal. Jeden Sonntag l �(s Konzert. Zwei Kegelbahn� bft die i die Kaffeeküche stehen dem Äweg.' Publikum zur Verfügung. Sp�ftmmeni Getränke, kalt und warm, in,«»»»•» liehet Güte und zu billigen Prc>>�,�.' freundlichen Besuch bittet acht>�Y>>e vei 1923 Otto Ben, weil NB, Halte den verehrten noc bcsuchern mein Lokal bestens ew� Militi Rchermt zm§#%%% Stolpe.°°»> 2 Mein direkt an der NordbaM ��' mittelbarer Nähe des Waldes dff Nestaurliiit zum Fich» so# mit neu erbautem grossen Saal, ehenoen Pianino, Kegelbahn u. dergl., Ks öko ich den geehrten Vereinen zu�jj ä t i a MM" Ausschank 'S sSri'A?"#»»p- tränke ist bestens gesorgt., oßen Ä Ii. Jssing, --�eservear Wannsee. Wir Haltestelle Stolpe an der Sl"1 Cafe Alse« Größtes Lokal, höchst roinaN>>r,g� Wald und am Wasser belegeftj-V.�< des Flensburger Löwen,?. Vereinen seine großen Säle,.heiide. bahnen, Kähne und Vollsbelnst'-ßchten aller Art»ur aefälliacn Bev aller Art zur gefälligen«KMfcuktio Küche, Keller gut, fol.be Ptedf 4 �ge, - Ateru, weichet ihre tüchtig. Schneid� (Methode Kuh«, bilden lassen st empfiehlt sich das Atelier von, Wlstller, Iimmerstr. 53, IU? E Äusbild. theoretisch u. praktisch Als Schlafstelle ist eine fch"i Vorderstube an einen Genossen 1 � miethen bei Grosch, Grenzstr. 6, vorn T ereins-Bau-Geseilscbaf Jll ss«' in Berlin Nord.(Eingetr. Genoi Sita»? 1889.. Aktiva.... 441 184,3?' Passiva.... 441 042, 1005] Wa Hir mze B M ere> W mt 1 er .,J' i4L�Mochen Der Reingewinn fließt in den sonds. Der Vor st an''■..fiten V _ A. Heinichen. R. Greuth Achtung 2 Der Arbeits-NuizioeiK n -S uten, . sser. tu erst M mroeilg-Mlljivei!'> Vereins ber Eiuseber WL |ldj nicht mehr PetrijM sondern PallLsadenstraße bei Krobne. V Verantwortlicher Redakteur: Cur! Kaak« in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW., Beuthstraße 2.