�-Kr. 163. Donnerstag, den 17. Juli 1896. 7. Jahrg. 16 Ud-Wlgl y'— 1— s/———— �' V"' PeMerVlilksdlM. ÜE Graan für die Znterefsen der Arbeiter. fk. 16- Süpm«' Meiiwr" Sartfi Organ für die Znterefsen der Arbeiter. da, Dc 5i' Das„Berliner Boltsblatt" 't täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei r..Vous vierteljährlich 3�0 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. / mtags- Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3,30 Mark pro Quartal. gen aus�(Eingetragen in der Postzeituugspreisliste für 1690 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) gen üy-Wep Kreuzband, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oesterreich-Ungam > Zusa,_ 2 Mark, für das übrige Ausland Ii Mark pro Monat. ickiterhel 1 - MW r gl Insertion sgcbühr beträgt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersaminlungS» Anzeigen 20 Pf. 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Und das System ist ungemein el 2 ich an solchen drastischen Gegensätzen und Paradoxen, ��euchtung jedem geistig Blinden die Augen zu bersehe�� vermag. Einer der ärgsten Widersprüche liegt in induug� Behauptung von Ueberproduktion, der auf der anderen aichr»Mite Mangel und Entbehrung gegenübersteht. Dieses age ziisiild, durch einzelne Beispiele aus dem praktischen Leben . �j�argestellt, muß unfehlbar auf Jedermann aufklärend und wirken. Den Widersinn von der behaupteten Ueber- Zflicht, Produktion kann man noch ferner in überzeugender Weise bis zu�arlegen unter Bezugnahme auf das sogen.„National- Ankommen". Wir haben da z. B. Sachsen, das 1882 zerausM Gesammteinkommen von 1151 Millionen Mark ver- icht W�eichnete, welche Summe sich auf 1 162 694 amtlich Eingeschätzte vertheilte. Auf den Einzelnen entfiel ein jährliches �vste�inkömmen von 910 M. Mit diesem Betrag kann man n nuis-'ur ein dürftiges Leben führen, worüber wohl keine Sie z�rtheilte Meinung bestehen bedürfte. Wenn wir aber .eute, Lehrer, Beamte, Geschäftsleute zc. sehen, die ein ben �Jahreseinkommen von 8000 M. haben, so können wir bei inen ein geordnetes anständiges Leben beobachten, aber ��-'-ion einem Uebersluß, von einer Verschwendung, kann bei schivor«?nem solchen Einkomnien nicht geredet werden. Man rozesse«hnt eben möglichst gesund, ißt und trinkt nahrhaft und zcäftig, kleidet sich anständig, befriedigt einigermaßen seine '' eistigen und geselligen Bedürfnisse und hält von seiner familie die Noth fern— und bei dieser Lebenshaltung, LandsÄe nichts Unvernünftiges aufweist, gehen die 3000 M. n Sie is zuni letzen Pfennig Jahr für Jahr auf. Der Arbeiter kckieds'�irbt sich vermittelst seiner für die Gesellschaft nützlichen ZttfaKl'Weit den Anspruch auf die gleiche Lebenshaltung, und vere Z�ehmen wir nun an, es lebten alle Bürger in Sachsen so, er aM�ie mit dem bezeichneten Einkommen gelebt werden kann, ssüge", müßte das sächsische Nationaleinkonnnen mehr als r e i m a l so viel jährlich betragen, als es gegenwärtig 'trägt. Alls dieser Thatsache ergiebt sich der iveitere chluß, daß die moderne Güterproduktion, statt Ueberfluß erzeugen, vollständig unzulänglich ist, daß sie in 'hat und Wahrheit nur ein Drittel derjenigen Güter- lasse darstellt, die erforderlich ist, wenn die minimale die iachdiuck verbeten.] FeuMekon. Kchanspieler-Mend. Ein Stück aus dem Bühnenleben [10 von Julius Türk. Eine tiefe dulikle Rothe war über Stirn und Backen ge reitet, der Unterkiefer starrte hervor, lieber dem geflickten tauen Rock trug sie eine schivarze Uebcrjacke, während ein elbes Taschentuch mit braunen Punkten wild um den Hals leschllingeil war. In die Stirn hingen ebenfalls Büschel e e-nfykr schwarzgranen Haare, aus denen heraus ihm ein Paar arteib«' chwarze, glänzende Augen bekannt entgegenschallten. ]U übe A- Bruder meines ehemaligen Geliebten sehen Sie eH" j,(J£nz gut aus, Vater Barbealld", redete ihn die hexenartigc ' 7». 5�� Ii scherzend an. Der geöffnete Mund zeigte zwei „mW'dt& glänzend weißer Zähne, die grell von der kupfernen Gesichts abstachen und aus denen einige Zähne ——"V O�nsgeschlageu schienen. H«Gnädige Frau, Sie sind's! Wie sehen Sie aber ans?" rtf,,"J'Q' als Hexe muß ich mich doch ein wenig grauenhaft ill fachen, um die Kinder zu erschrecken.« fliiflL JiV diesem Aufzuge und mit diesem Aussehen A-- 1 wohl auch Großen ein unheimliches Granen —>�lnjagen. Doch Sie haben recht, sehr recht sogar. Die ®"'"t n51W8' t5 iBn|1°Ui" cn�y|!klara sah den Sprechenden groß an. gt! Lebenshaltung der Bevölkerung so gestaltet sein soll, daß sie derjenigen entspricht, die heute ein Jahresein- kommen von 3000 M. ermöglicht. Reicht ein Einkommen von 910 M. nicht hin, um über die Dürftigkeit des Lebens zu erheben, so werden le sozialen und wirthschaftlichen Verhältnisse um so schlimmer, wenn die Mehrheit des Volkes tief unter jener Einkommensstufe steht. Es hatten nämlich im ge- nannten Jahre 580 904 Bürger in Sachsen nur ein Ein- kommen b i s zu 500 M. und 302 925 bis zu 800 M., 61 065 bis zu 950 und so immer weniger bis schließlich nur 5 sind, die über eine Million Einkommen beziehen. Gegenwärtig beträgt unser Waaren-Export ins Aus- land jährlich rund 3'/» Milliarden Mark. Diese ganze Gütermasse und noch mehr als eine ebenso große dazu wäre erforderlich, wenn wir das ganze deutsche Volk mit seinen 50 Millionen Köpfen aus dem Zustande der Roth und Entbehrung befreien und ihm ein etwas besseres Leben gewähren wollten. Das gäbe einen wirthschaftlichen Aufschwung, wie ihn der spekulativste Kapitalist sich nicht träumen läßt und dieser Auffchivnng könnte bei Einführung vernünftigerer Gesellschafts-Prinzipiett nicht blos ein vorübergehender, sondern ein solcher von beständiger Dauer sein. Paradox sind aber anch die Arbeitsverhältnisse für die Arbeite,'. Das Unternehmerthum sträubt sich gegen jede ernsthafte Sozialreform und es appellirt an alle Staatsgewalten, wenn die Arbeiter auf den, Wege der Selbsthilfe, der„freien Uebereinknnft", sich günstigere Be- dingungen gesichert wissen wollen. Wie blindwüthig zieht die ganze, vor Loyalität überfließende, Vourgeoispresse gegen die Arbeiterbestrebnngen nach Verkürzung der Ar- beitszeit los. Und doch wie vernünftig ist das Begehren der Arbeiter nach kürzerer Arbeitszeit, wenn sie zugleich darauf hinweisen, �daß sie selbst durch die lange Arbeits- zeit zu Grunde gerichtet werden, während andererseits hunderttausende von Arbeitern wegen Arbeitslosigkeit im Lande herumziehen und als„Vagabunden" gesellschaftlich und offiziell geächtet werden. Die Vagabunden können keine Arbeit erhalten, weil die anderen, die beschäftigt sind, zu lange Zeit arbeiten. Aber das Unternehmerthum ist für die einfache Vernunft unzngänglich; es möchte den be- schäftigten Theil der Arbeiterklasse durch Ueberaustrengung ruiniren und Streikende mit Flinten und Säbel zu anderer Ueberzeugung bringen und die von der Bourgeoisie selbst produzirte Vagabundenarmee will sie in Zwangsarbeitsanstalten, in Zuchthäuser- gesperrt und mit Ruthe und Peitsche be- arbeitet wissen. Die heutige Gesellschaft fügt zum physischen und moralischen Ruin ihrer Opfer noch die Ver- „Gefällt Ihnen das Stück nicht?" „Nein, ganz und gar nicht." „So, warum nicht?" „Ich habe bis jetzt drei Stücke der Charlotte Birch- Pfeiffer kennen gelernt nnd alle drei sind mir gleich wider- wärtig. In allen dreien dieselbe überspannte Sentimentalität, die ihren Sitz nur in einer kranken Frauenphantasie haben kann. In jedem Stück ist ein Mädchen die Hauptrolle, die in Liebe zu einem großen und interessanten Manne erglüht, der sehr schön sein muß, wie Hinko, oder sehr stark, wie Nochcstcr. Oder aber es ist ein blitznatürlichcs Mädchen, wie die Grille, der erst nach und nach ihre Liebe klar wird. Die ganze„Grille" besteht ans lauter romantischem Tändcl- kram. So die Liebe der armen Grille zum reichen Sohn des Hauses; so die sogenannte bäuerische Natürlichkeit der Grille, die der Glanzpunkt der Unnatur ist, so der wilde Tanz im Mondschein, der grauenhaft sein soll und der dem erfahrenen Znschauer ein Lächeln entlockt, so die Umwand- lung der Grille durch die Liebe, der Rcichthum der Fadet, während sie in Armnth zn verkommen scheint. So die Liebe der Fadet zu dem Bruder deS Varbeand, das düstere Ge- hcimniß des ZwillingshofeS. Uebrigcns scheint mir das Ge- heinmiß bei den Virch-Psciffer'scbcn Stücken die Hauptrolle zu spielen. Dii Wahnsinnige in der„Waise von Lowood", die Enterbung des„Hinko" und hier das Gchcimuiß des ZwillinghoseS. Alle drei Momente stammen aus demselben Kasten. „Ich kann Ihnen nicht Unrecht geben. Im„Glöckner von Notre-Dante" ist es beinah ebenso. Und in„Mutter und Sohlt" da kehrt auch geheimnißvoll der Engländer zurück." achtung hinzu. Und doch brauchte gar Niemand 11 und 12 Stunden zu arbeiten und Niemand ein„Vagabund" zu sein, wenn man etwas vernünftiger und menschlicher wäre. Ein charakteristisches, bis zum Exzeß wiedersinniges Treiben spielt sich seit Jahren in der L e d e r i n d u st r i e ab. Trotz der exorbitant hohen Lederzölle hat das Leder noch immer nicht den Preis erreicht, den die großen Leder» fabrikanten so sehnlichst wünschen. Die meistens zu den großen Unternehmern haltende Gerberpresse predigt nun seit langer Zeit schon in den rührendsten Jammertönen, die Gerber und Lederfabrikanten möchten die Produktion einstellen resp. wesentlich einschränken, um eine Leder» noth zu erzeugen und dadurch befriedigende Preise zu erzielen. Kürzlich ist nun einer wirklich auf den Speku- lationsleim hereingefallen. In Neustadt a. O.(Groß- Herzogthum Weimar) reduzirte ein großer Gerber seinen Betrieb ganz bedeutend und entließ 130 Arbeiter. Die Gerberzeitungen berichteten mit Genugthuung davon; gleichzeitig brachten sie aber die Nachricht, daß sich in Bremen eine A k t i e n g e s e ll s ch a f t für Lederfabrikation mit einem Kapital von 300 000 M. gegründet hat. Wenn man will, kann nmn das Versahren eine ganz gewissenlose Bauernfängerei nennen. Die größten Gerbereien resp. Lederfabriken reutiren nämlich gut und es sind pro 1889 10,16 bis 19 pCt. Dividenden von verschiedenen Gesellschaften vertheilt worden. Und diese Großproduzenten bestimmen den Lederpreis, gegen den der kleine Gerber und der schlechteingerichtete kleine Fabrikant nicht aufzukommen vermögen, und da wird den Kleinen von der Presse gerathen, die Produktion einzuschränken, damit die Großen allein das Gebiet behaupten können. Daß zuviel Leder pröduzirt würde, will uns nicht ein- leuchten, so lange man auf der Straße bei jedem Schritte Leuren begegnet, die in zerfetztem Schuhwerk nicht einmal die Füße genügend zu schützen vermögen. Das Prinzip des modernen Wirthschaftssystems ist purer Widersinn, und man muß sich in der That wundern, daß ein solches widersinniges System sich so lange halten kann. Lebt der heilige Geist der Vernunft denn nur in wenigen 5iöpfen? London, den 13. Juli. Das war eine ereignißreiche Woche. Sie eröffnete mit einer dreifachen Revolte. Meuterei in der 5caserne, Meuterei in der Polizei und Meuterei im General- Postamt. Ueber den Verlauf dieser Bewegungen sind Sie bereits durch die Tagesberichte unterrichtet, es bleibt mir also nur, die sich aus denselben ergebenden Nutzanwendungen festzustellen. „Ja, aber die Stücke wirken doch," warf Alfred ein. „Daran zweifle ich keineswegs," antwortete Fritz,„doch müssen wir mal genauer znschen, ans wen und wie. Der Appell an die Thränendrüsen wird seine Wirkung nicht oft versagen. Nun, dieses Mittel wendet unsere Dichterin immer und ewig an. In Berlin freilich ist Charlotte Birch-Pfeiffer schön abgethan; sie ist verdrängt durch daS ebenso zu ver- achtende Gegentheil, durch das französische Theater. In den kleinen Städten aber ist das Publikum noch naiv genug, um an den Birch-Pfciffer'schen Stücken Gefallen zu finden. Es stößtsich nicht an ihrer groben Unnatur undUnwahrscheinlichkeit. In allen ihren Werken werden die Bösen bestraft, die Guten belohnt durch Reichthum, Ehrenstellen, reiche Heirathen. So geht's aber auf unserer Erde durchaus nicht zu. Im Gegen- theil, die Verhältnisse sind thatsächlich ganz andere. Die Guten wcrdeit durchaus nicht belohnt, die Bösen durchaus nicht bestraft, falls sie nicht zufällig einen Strafgesetzbuchs- Paragraphen verletzt und das Pech haben, ertappt zu wer- den. Als ich am ersten Tage Sie kennen lernte, Herr Hol- mcr, erzählte ich Ihnen von Berlin. Sie werden gewiß zu- geben, daß die Arbeit etwas höchst verdienstvolles ist. In Berlin wird ungeheuer viel gearbeitet, aber erhalten diese Guten nach Birch-Pfeiffer'scher Manier den Lohn ihrer Ar- beit? Ganz und garnicht. Weder der Handwerker noch der Arbeiter, weder der Kaufmann noch der Künstler, weder der Schriftsteller noch der Gelehrte! Nein, den Lohn er- halten diejenigen, welche den größten Besitz haben. Also wenn es nun irgend Jemand versteht, nicht mit den Gesetzen zusammenzustoßen, so trifft ihn keine Schuld, keine Rache, selbst wenn er sein ganzes Leben andere aus ihrem Eigenthnm gestoßen'hat. Im Gegentheil, je reicher er ist, desto größerer Schutz steht ihm zu Gebote, so daß Am einfachsten ober, wie man bei Ihnen sagt, am glattesten verlies der Streik bei den Garde-Grenadieren. Dieselben fanden, daß sie seit einiger Zeit mehr als nöthig für Ehrenwachen und Drill in Anspruch genommen wurden, und blieben am Montag ruhig auf ihren Zimmern. Erst als nach ihnen geschickt wurde, erschienen sie, aber keineswegs in vorschriftsmäßiger Kleidung. Ueber dieses insubordinationsmüßige Verhalten zur Rede gestellt, erklärten sie, es sei dies der einzig wirksame Weg gewesen, ihre Beschwerden zur Kenntniß der militärischen Oberbehörden zu bringen. Und siehe da, man steckte sie nickt sofort in strengen Arrest, um sie dann vor ein hochnothpeinliches Kriegs- Gericht zu stellen, sondern man gab ihnen Kascrnenarrest, der aber bald wieder aufgehoben wurde, und versprach ihnen eine genaue Untersuchung ihrer Beschwerden. Möglich, daß noch hinterher eine eigentliche Bestrafung erfolgen wird, aber sie wird auf keinen Zoll schlimm ausfallen. Es ist in der deutschen Presse darauf aufmerksam gemacht worden, daß diese milde Behandlung eines Vergehens, das in Deutschland die härtesten Strafen nach sich zieht, dem Umstand geschuldet ist, daß das englische Heer aus Söldnern, bezw. Werbe- foldaten besteht, mit denen man nicht zu arg umspringen darf, um die später anzuwerbenden Rekruten nicht abzuschrecken. Das ist sicher richtig, und wenn darauf der Schluß gezogen worden ist, daß was beim Söldnerheer möglich ist, bei dem auf Grund der allgemeinen Wehrpflicht relrutirten Volksheer erst recht möglich sein müsse, nämlich zur Kriegstüchtigkeit nöthige Manns- zucht zu erhalten, auch ohne das Selbstgefühl des gemeinen Soldaten zu ersticken, so kann ich das nur unterschreiben. Aber darüber darf nicht vergessen werden, daß die„milde" Behandlung der Werbesoldaten in diesen, Falle auch ihre Kehrseite hatte. Ich will nicht gerade von„Prätorianerthnm" reden; so weit sind wir in England zum Glück noch nicht, aber ohne das Bewußtsein in den maßgebenden Kreisen, daß die Soldaten heute zur Aufrecht- erhaltung der Ordnung im Innern so nöthig sind, wie nur je, wäre es den rebellischen Gardisten doch wohl etwas weniger glimpflich ergangen. Es kam ihnen zu Gute, daß just in dem- selben Moment eine andere Stütze der Ordnung bedenklich in's Schwanken gerathen war. Der Dolizristrcilr, der zwar wiederholt angekündigt, aber immer wieoer verlagt war, so daß er schon zur Seeschlange zu werden schien, nahm plötzlich greifbare Gestalt an. Eni Polizist der Bowstreet- Station war nach einer anderen Station verseht worden, weil er ein Zirkular ver- schickt hatte, das zur Unterschristsammlung für die Petition an den Minister ankkorderte.(£rnr>ürt darüber. iipnnAinM-tpn Om«» K'.inip- Minister aufforderte. Empört darüber, venveigerren seine Käme raden, den Dienst anzutreten, nur nach längerem Zureden gelang es, einen Theil derselven von diesem Beschlüsse abzubringen. Um ein warnendes Exempcl zu statuiren,� erhielten eine größere An- zahl Festgebliebenen, vierzig an der Zahl, am Sonntag ihre Eni- lassung. Das vermehrte natürlich die Mißstimmung ungemein, es kam zu äußerst tumultuarischen Szenen auf der Polizeistation, aber, da nur erst die Anfänge einer Organisation vorhanden waren, zu keiner wirklichen, planmäßigen Aktion. Immerhin sah die Sache anfangs höchst bedenklich für die Behörde aus. Obwohl die Schuhleute, nnd namentlich die der Metropolitain Polizei'), bei den ') Dieselbe, für ganz London mit Ausnahme der City organisirt, steht unter der Verwaltung des Staates; während die City von London ihre eigene Polizei hat, die der City-Korporation untersteht. Arbeitern nicht sehr beliebt sind, nahmen diese doch, wie für jeden Unterdrückten, auch für dieselben Leute Partei, die sich wiederholt als nur zu willfährige Helfer ihrer Unterdrücker erwiesen hatten. Und ebenso ein großer Theil des übrigen Publikums. Allerdings auch das in der Umgegend von Bowstreet ziemlich zahlreiche Kon- tingent der Buminler, Zuhälter und sonstigen dunkelen Existenzen Londons; oder vielmehr, diese benutzten die Vorfälle als will- kommenen Anlaß zur Veranstaltung einer richtigen„Hätz". Jndcß das war nur geeignet, die Verlegenheit der Polizeiverwaltung noch zu erhöhen— sobald die Schutzleute einig für ihre Kap/,»- zad-n.«iqtratyt..�KA�eschLb W vereinzelten Scharmützeln, die Masse dagegen ließ sich cinschüchiern, und während am Montag Abend berittene Leibgarden abgeordnet werden mußte», um die johlende Volksinenge, die steh in Bowstreet und Umgegend angesammelt, aus- einander zu treiben, konnte am Dienstag bereits die Polizei dies Geschäft mit eignen Kräften besorgen, und die Art, wie die Polizisten sich dieser Aufgabe entledigten, ließ an Brutalität wirklich nichts zu wünschen übrig. Durchaus Hann- lose Passanten wurden aufs Gröblichste mißhandelt— es schien, als ob die Blauröcke das Publikum für ihre Niederlage verant- wortlich machen wollten. Diese ist in der That vollständig. Und wer den Ursachen auf den Grund geht, der nmß zu dem Schluß kommen, daß es nicht blos der Mangel einer genügenden Organisation war, der dessen Ausgang zur Folge halte, sondern auch die Beschaffenheit des Menschenmaterials, aus dem sich die Schutzmannschast hier wie anderwärts zusammensetzt, sowie der eigenthümliche Geist, den dieser Beruf in seinen Angehörigen großzieht. Ein gewisser Korpsgeist ist allerdings auch vorhanden, aber der ist noch weit entfernt von dem Gefühl wahrer Solidarität, ohne den ein Kamps, wie er den Ansichten der Bewegung vorschwebte, nicht durchsühr- bar ist. Trotz ihrer Niederlag« werden übrigens die Schutzleute einen Theil ihrer Forderungen in Erfüllung gehen sehen, und zwar aus denselben Gründen, aus denen die Gardesoldaten Berücksichtigung ihrer Klagen zugesichert erhalten haben. Nachdem„die Disziplin wieder hergestellt" ist, wird die Negierung Gnade für Recht er- gehen lassen, die„Verführten" wieder aufnehmen, und schließlich auch einige Aufbesserungen eintreten lassen, sowie das Pensions- gesetz etwas modifiziren. Alles„aus freier Entschließung und ledig- lich ihrem Wohlwollen für die Angestellten folgend". Und größere Ergebenheit wie je zuvor wird im Polizeikorps der Hauptstadt herrschen. Stach dem gleichen System wird Herr Raikes verfahren, der Sieger im Ktrrik der Dostleute— soweit überhaupt von einem solchen gesprochen werden kann. Welche Ursachen die Niederlage der Postleute verschuldet, ist nicht leicht zu sagen. Das Menschenmaterial ist hier ein Besseres, und auch die Organisation war viel weiter vorgeschritten als die der Polizisten. Aber sie war auch weit davon, vollkommen zu sein. Und namentlich in der Leitung scheint es gehapert zu haben, sie hat sich nach der Ansicht vieler der Situation nicht gewachsen ge- �eigt. Damitz soll den Einzelnen kein Vorwurf gemacht werden. ahon, der Sekretär der Union, hat geiviß sehr fleißig gearbeitet und überhaupt gewiß alles gethan was man von ihm billiger- maßen verlangen konnte, aber in einer so schwierigen Situation kommt es nicht nur auf den Fleiß und den guten Willen an, da kommen noch Faktoren in Betracht, für deren Mangel mau die einzelnen Personen nicht verantwortlich machen kann. Es ist ja für den Außenstehenden schwer, ein zutreffendes Urtheil zu fällen, aber so weit ich die Dinge übersehen kann, ist mein Eindruck der, daß unter dem Gefühl der großen Verantwortlichkeit, die auf ihnen lastete, die Leiter der Bewegung im entscheidenden Moment das Kommando verloren hatten. Daß sie äußerst vorsichtig vorgingen und Alles aufboten, den Streik zu vermeiden, war ganz in der Ordmmg. Als aber Anfang dieser Woche die Postverwaltung den Konflikt provozirte, da mußten sie entweder sofort handeln oder die Absicht des Widerstandes ganz aufgeben. Das Drohen mit dem Streik hieß nur, dem Gegner Zeit geben, sich noch besser vorzubereiten, sein Einschüchterungswerk mit doppelter Wucht fortzusetzen. Wenn eine Möglichkeit gegeben war, durch den Streik zu siegen, so war es nur die, daß der Gegner sozusagen überrumpelt ivurde, daß auf eine ausgesandte Parole an allen Plätzen gleichzeitig gestreikt wurde. Das geschah nicht, es wurde Ultimatum über Ultimatum gestellt, bis es ultimo— zu spät war. Als dann der Streik proklamirt wurde, folgten dem nur wenige Sektionen; die anderen waren entweder schon eingeschüchtert oder glaubten noch warten zu müssen. Und das Ende war eine schmähliche Deroute. Jetzt ist alles vorbei, nnd die vierhundert Entlassenen können von Glück sagen, wenn sie, nach abgelegtem Reuebekenntniß, in Gnaden wieder aufgenommen werden. Schreiber dieses, der in einem der wenigen Distrikte wohnt, wo wirklich gestreikt wurde, erhielt seit Donnerstag seine Posi von„Blacklegs" ins Haus gebracht. Und der Bursck, der bisher kam, war so siegesgewiß, versicherte mich so froh, sie seien„alle einig"! Armer Kerl, du bist bitter ent- täuscht worden. Was ein herzhafter Entschluß zur rechten Zeit unter Um- ständen vermag, hat sich bei dem siegreichen Streik der Gas- arbeiter in Lerd» gezeigt. Dort haben 30 Streiker dadurch, daß sie den ktampf mit mehreren hundert, von der Polizei ge- führten Blacklegs aufnahmen, solche Desorganisation und Demoralisation in die Reihen der Gegner, einen solchen Geist des entschlossenen Widerstandes in die eigenen Reihen getragen, daß man sagen kann, dieser scheinbar hoffnungslose Kamps hat den Sieg entschieden. Freilich wirken noch andere Umstände mit und es sei nicht vergessen, daß Leeds in England liegt. Heute Vorm-Ugg fand in, Arbeilerklnb Vauxhall die zweite Delegirtenverlsmmlmig zur Scratlinng der Statuten der ä®5.!"{»iche,i Achtstundentags' und Internationalen �rveits-Liiza" statt. Trotzdem die Delegirten der„Jnternatio- nalcn Arbeitsliga und Föderation" diesmal fortgeblieben waren, waren doch 53 Delegirte, die 30 Branchenorganisationen und 10, zum Theil sehr große Klubs vertraten, anwesend. In voller Har- monie wurde die Statutenberathung zu Ende geführt nnd als- dann ein„cueS Komitee gewählt, das bis zur endgiltigen Kon- stituirung die weiteren Geschäfte führen soll. Es scheint, daß trotz aller Gegenintriguen doch etwas aus der Sache werden, die viele ausgeivendete Mühe nicht umsonst gebracht sein soll. Schiller wunderbar Recht hat, wenn er im Wallen- stein sagt: „Sei im Besitze und Du wohnst im Recht, Und heilig wird's die Menge Dir bewahren." „Ja, aber zum Teufel, was ist denn hier los! Sitzt die ganze Gesellschaft mit den Weibsbildern hier in der Herrengardcrobe und die Uhr ist bald 8 Uhr. Hier ist wohl ein großer Kaffeeklatsch!" Wahrend Kolbe immer heftiger und leidenschaftlicher gesprochen hatte und seine Kollege!, ihm lauschten, hatte sich die Thür leise geöffnet und der Direktor war mit Anna ins Zimmer getreten. „Herr Kolbe hat uns was erzählt", antworte Angelika schnell. „Der Kolbe soll seine Nase in die Nolle stecken. Hent Abend hat er genug zu erzählen", erwiderte der Direktor � Noch eh' Fritz etwas erwidern konnte, rief Hildegard dazwischen, indem sie ausstand und ihre kleine Gestalt an seinen hageren Körper lehnend, ihn mit schmachtend-theatra lischem Blicke ansah. „Na, Direktorchen, nicht böse sein. Sie werden doch nicht heut am Sonntag.— Wir sind ja Alle fertig „Ach, papperlapapp, alte Schmeichelkatze," erividerte er, indem er ihr zärtlich in die Backen kniff.„Alfred, laß die Stube runter.— Der Saal ist voll.— Wir wollen ansangen. Hört Ihr, da unten klatschen sie schon." Wirklich hörte man durch die Thüre hindurch das Klatschen einiger eifrigen Zuschauer, das die Schauspieler zu größerer Eile anspornen sollte. „Na," sagte Alfred lustig,„da Beifall, ehe wir noch gespielt haben. fünf Minuten bin ich fertig." Flugs ließ er die an einem dicken Bindfaden befestigte Hintcrleinwand hinunter, die in der Mitte eine große vier- eckige Oeffnung für die Thür hatte. In Enuaugelung der Thür hatte der erfinderische Alfred rothe, weißpunktirte Gardinen von etwas zweifelhafter Reinlichkeit angesteckt. Dann zog er an den Seiten die Waldkoulissen, die noch vom bekommen wir schon Wart' nur, Vater, in Und nun zu m Schluß zu den„sachlichen Richtigstellungen", die Herr F.(Dille, auf meine vorletzte Korrespondenz eingesandt. Es wäre zu weit gegangen, zu behaupten, daß sie von A bis Z mit den Thatsachen im Widerspruch ständen; es sind einige unbestreitbaren Wahrheiten danrnter. So z. B. daß„spenk" „sprechen" heißt, und daß Herr Gilles in seiner Erklärung in der „Justice" auf die Kongreßbeschlnsse von Wyden jc. bingewiesen bat. Was aber mit diesen„Richtigstellungen" bewiesen werden soll, das ist wirklich nicht recht abzusehen; wohl aber, was sie bewiesen. Die„Justice" zitirt einen Ausspruch, den Liebknecht zum Berichterstatter des„Petit Journal" gethan haben soll, und der mit den Worten beginnt„Wir sind keine Revolutio- letzten Bilde des„Pcchschnlzen" herrührten, empor, aufißder Rückseite war die Stube gemalt. Zwischen den, Proscenium und der ersten Scitenkouliffe von tinks stellte er das neuverfertigte Fenster, davor einen Tisch mit rother Decke und einen Stuhl auf; auf der rechten Seite vorn ebenfalls einen Stuhl, und die Ausrüstung der Bauernstube war in kürzester Schnelle nnd denkbarster Einfachheit fertig. „Wer soufflirt denn den ersten Akt?" rief er laut in die Garderobe hinein.„Die Brusche hat ja zu thnn." „Kolbe nnd ich doch auch!" rief Angelika zurück. „Na, dann bitte mal Hildegard, sie soll so freundlich sein— für den ersten Theil nur—" „Ich kann ja garnicht souffliren," entgegnete Hildegard. „Na, iveiln Tu uns nur den Anschlag giebst." „Soufflire Du doch selbst," sagte Hildegard zu Alfred. „Ich muß ja den Vorhang ausziehen." „Na denn incinctivcgcn; wo ist denn das Bnch und die Klingel?" fragte sie. „Das muß doch die Brnsche haben, Hildegard." „Frau Brnsche, wo ist denn das Buch und die Klingel?" „Ich habe es nicht." „Was, sie haben es nicht, wer denn sonst?" „Na, die Anna wird das Buch wohl haben." „Anna, hast Du denn das Buch?" rief Alfred. Anna war eben im Begriff sich anzukleiden. Unwillig sagte sie: „Ach, wie werde ich mich denn um das Buch kümmern." „Na, zum Teufel, wer hat denn das Buch?" fing jetzt Alfred an zu, vettern.„Wer hat es denn zuletzt gehabt? Wer hat es denn auf der Probe mitgenommen!" Alle wurden jetzt ansmerksani und suchten gemeinsam umher. Eine allgemeine Unruhe beinächtigte sich der Gesellschaft. Das Buch war nicht da, das sorgsam gc- schützte Buch. „Was rennt Ihr denn alle so? Warum fangen wir denn nicht an?" rief der Direktor dazwischen, der sich eben- falls umzuziehen begonnen hatte.„Das Buch ist nicht da," ie: en Nachf ißt, so ein mnten Eini jungen' chte ihm n ä r e". Obschon die darauf folgenden Worte d daß dieser Satzsvon Liebknecht nur in dem Sinne gebi „■wir sind keine Revolutions macher", fühlt sich HerrnHyndman berufen, nach einigen sehr diunmenl-,,. noch albernere Frage anfzuwerfen-, ob alle deAl«™«*.*>«) demokraten mit Liebknecht einverstanden seien, weieiM d« n ihrem Ramen erkläre,„wir sin o keine R e v o l«'... Woraus die„Herausforderung" folgt, von der«*... � schreibt, die aber nicht an ihn allein gerichtet war. D' Darauf tritt nun Herr Gilles ans und erklätfa' 4 Nein, sie sind keineswegs damit einverstanden." uT erfolgt der Hinweis ausüben Kongreß von Wyde», �„2 Sö»«**»«•* Wort„gesetzlich" aus dem Programm gestrichen£icficn TO' dieser Beschluß in Wyden mit der Frage Revolution JL' b Reoolution gar nichts zu thun habe, sondern nur j, auf das Ausnahmegesetz war, davon hat dieser Herr, rufen fühlt, im Namen der deutschen SozialbeB.°. sprechen, wozu ihn„aber auch nichts" berechtigt, n�A�L � mal eine Ahnung, obwohl es in Wyden selblt� rufen fühlt, im Namen der deutschen Soziall WMWWU.„1 i schon zu Hunderten Malen öffentlich erklärt worden Daran anknüpfend spricht Hr. Hilles nicht, wie es �aran ancnupfeno ipricyr vr. vmes incyr, wie w»,.- lichen Richtigstellung" heißt, von einer etwaigen hn snctvtphivnnvitminS" fntihprn tinn ohiom 91 n f v.. des Parteiprogramms", sondern von einem„A u fg m,. nh, alten sozialrevolutionären PrinziV'�<*m übt ' ei W> atie* zu imputireu, daß er sie aufgeben will, heißt ihm' Aonialein r u i ii: u| u j i u i i c u u i u i i u u u i e ii-+) i 1 n j• r übt Partei", was denn doch gefälligst zweierlei ist. ganz' man die Prinzipien der deutscheu Sozialdemokratie den!»» c Jl.„ o eine Ze wä rath imputiren. Doch Herr Gilles hat ja seinem„Zweifel Ausländern sich, daß Liebknecht jene einfältigen Aeußerungen geth�tezepten de das hat er. Aber in einer Form, die zehnmal bf's'rjuf weitere wie der offene Angriff! Ter Herr war dabei so("r zu unterstellen, daß Liebknecht seine politische HaltuW- fl eber Rücksicht auf sein persönliches Wohlcrg''M mKraf stimmen lasse. Das allerdings verschweigt er in seiner»a g ebenso Richtigstellung".,.jarlament, Aber stelle ich seine Ausführungen auch richtig dar. Kgk dies i! ihn nicht einmal richtig überseht habe? Das nächsten kor vor, und darauf muß ich ja wohl antworten. Ich ihr! ,i,,Wes Ba ich den fraglichen Satz aus seiner Erklärung in � fDrrfien< wörtlich folgen lasse-. was nbi „Lut may assure tko readers of. neitlior Liebknecht nor any other G erffläO tUslvatUge „loader" could ever speak in the nams JmchSl Social-Democracy, ivhen it would please hiPft, besteht such nonsense to a matchin g] t prägen, Hierauf bezog sich und hierauf allein konnte PUnau wie i die Stelle in meinein Brief vom 29. Juni:„daß w*1"— sie diesen„Unsinn" wirklich„geschwatzt" habe..."..�eichst! Man beurtheile danach die— Unerschrockenhen;» x_ Gilles, wenn er jetzt erklärt:. Soll „So wäre das von mir gebrauchte r „sprechen", aber nicht mit„schwatzen" zu � wesen.".1° 8""Vit Ich will das Wort nicht hierhersetzen, �Äesitzergrei verdienen. Aber dieses l Ö r l 0. journalistische Praktiken.................. jeder Hinsicht typisch ist für Herrn Gilles, eniheWjjestehen. i der Mühe, noch weiter über die„sachlichen WV�Kr— ol dieses Herrn ein Wort zu verlieren. chuldig nu zolte,— flichtverg polikifrfte Krisen. Herr v. Eaprivi arbeitet sich ein, H�franzöi denkt über die„gerechte Bcrtheilung der Steuerlast.«rtbeiluna v. Bötticher und Herr v. Berlepsch sind von Berlin JC./. j abgereist und die anderen Minister? Ja, die< Theil und suchen Kraft für neue Arbeil. Es ist eiticdeursche. für Minister. Nieniand weiß, wie lange er noch n�'sMrchSkanz die alte zopfige Bi.rcaukratenwirthschaft hat irgend»�'Sturz des an der allerempfindlichsten Stelle für diese Herren, �.waffnen. komme», ein so großes Loch, daß man es mit EH"flaiin gesä zustopfen kann, ja nicht einmal mit einer vollständig Jüchfi gros Tie Herren, die ehedem dem Fürsten Bismarck Zxigcne GrL dienste thäten, hatten sich die Sache jedenfalls nach des Herrn nnd Meisters etwas leichter gedacht. schwieriger geworden als zuvor. Man vcrü» und ganze Arbeit von ihnen, man verlangt Reform lnngt Jdeeii! Ja, du lieber Gott, ein Bismr Hilfe und Ideen, wie reimt sich das zusammen? eben nicht znsammen, und daher ist es so verivU daß man an einer gewissen sehr maßgebenden Sff, fällig über die Herren Minister spricht und gar kein macht, daß man ans diese alten Schläuche keinen füllen könne. Uns läßt die Sache im Ganzen recht kühl. wissen Freude können wir uns bei diesen Zuckungr» erwehre». Schade nur, daß das Volk die Folgen aur dafür, daß es so lange ein rein persönliches SiegW Es giebt übrigens Leute, die die fortwährenden.�.�.- etwas anders auffassen. Sie behaupten, Fürst bergab e erden, di eg nach ösische utschen, orn gere ehr richti, aß er to mand bezr äubt— inen wide iolisteu ei» war die Antwort.„Welches Buch?"„Das H,. natürlich."„Das Soufflirbuch hat doch die genommen, ich habe es ihr ja selbst gegeben." „Sich was da hier da, was da," zeterte ich habe— Ach du mein Herrgöttche," W* von einem plötzlichen Gedanken erfaßt,„Anna lineingew mal her."„Jon das rc „Na, wo haben Sie denn das Buch gclar tirn den S Alfreo heraus. zHuhnerkoi „Das— das— habe ich dem Wirthe zulN Alfred hi gegeben," stotterte sie angstvoll hervor., Jlouliffen „Natürlich, sie mußte sich wahrscheu�.kriechen. Stärkendes besorgen," murmelte Alfred dazwi# �lfri Brnsche wandte sich empört ab..iftertig?" „Ja, aber wer geht denn da vor zum#1 In sind ja Alle schon geschminkt und angezogen,| allezeit umsichtige Alfted.„Anna ist die Einzig*' erst im zweiten Akt. Anna, geh doch mal vor. � „Natürlich," ließ sich diese hören,„ich muß r hörte ans laufen, mich für Andere bemühen." Hildegard „Du siehst doch wohl ein, daß kein Anderer g Alfred zo Hörst Du, da klatschen sie wieder. Mach schnell- L „Na ja, ich gehe schon." Anna knöpfte ih� „Er und tief i? ,°ie Zusri zum wandte sich zum Gehen. „Du weißt ja gar nicht, wo es liegt," rasch und ging zu ihr hin. „Ich denke. Du hast es dem Wirth gegeben?" .tn.Ä'cH.®'-- m ,U � 1-"KS. Anna verzog den Mund zum Lächeln S -% eileuds weg. Fünf Minuten tröstlichen „Br. dü: vorüber, che Anna mit dem Buch und der 0'�.... „Es hat ja so lange gedauert," rief iht z�nna sal QCßCrt.; hte ßhprj „Ich habe es erst suchen müssen." „Na gut, gieb her." Alfred klingelte stark, um die unten klatm nnen Nachfolgern, die er naturgeinaß, d. h. seiner Natur aeinäß, te deutÄMßt, so eine Art Kuckuksei in das Nest gelegt durch seine be- > aebrciM>nnte» Einwirkungen auf Wilhelm IL Man weiß, wie Bismarck sich deinen jungen Prinzen im Gegensatz zu Friedrich III. behandelte, er mcn Berichte ihm die Idee„von dem eigenen Kanzler" bei, der Nie- >' heüli�wnbel bedürfe. Wilhelm II. begriff das schnell. Sllsbald gc- ive>i»�gte ihm nicht eininal ein Bismarck mehr, was sollen ihm die „(uliiii minores der Goßler, Maybach und wie ffe sonst heißen! be, Mfo übe der Fürst seine Stäche noch über seinen Minister- sel hinaus. Es ist klar, das sind nur niederträchtige Böswillig- ten solcher Leute, die Bismarck garnicht genug anhänge» nen. Sei dem wie ihm wolle, einstweilen müssen diese Böswillig- nten recht wirksam sein. Auf die„Kreuzztg." haben die neuen eichen wenigstens derart gewirkt, daß sie drei ganze Spalten zu ihren der preußischen Unterrichtsverwaltung verbricht, die die leformen in„stetem Fluß" erhalte, wovon außer der„Kreuz- ritung" in Preußen kein Mensch etwas gemerkt hat. Das ist n, war. , erklaff i. vyden, 1 striche« wlution t nur l :%* nitanttOP1 � 111 Preupen icm tuuus gemmi i;ai. Ist stigt garnicht nochwendig, wenn es nur an einer gewissen Stelle 'P�J'jJ�teUe ist garnicht so gutgläubig, wie man gerne möchte� nämeiit- 'IC es 1"!„--- CvavWavt V-- fi—»-- cn—'...r. «KM inz'r� Cfm i'ihvtnen fcheir jch seitdem Herr Herberl Bismarck den stark mißglückten Versuch Schuld seiner Familie an den Waldersee- ) Mesen und geglaubt wird. >ord«l>�t �Ja oeglaubt�da liegt�der Hase im Pfeffer, denn diese gewisse a"' MM" Z< tj .|irj Im übrigen scheint die Krcuz-Zeitung" die Angst vor Hinz- lr,,.�eter ganz irre zu machen, denn sie schimpft geradezu spitzbübisch M eine Zeit, deren Hauptfehler es sei, daß man aus sozialem. ,t lym �onialein und pädagogischem Gebiet immer gleich Erfolge sehen Böse Zeiten das, in der That, aber Zeiten und Menschen i-!. kern sich, Fürsten sogar, und so kann's nicht ewig nach den ' bct"Kreuz-Zeitung" gehen. Sie mag sich immerhin :i so M weitere neue Männer einrichten. Haltuas' Kleber die Frage, ob der deutsch-englische Vertrag, hl c rgffm in Kraft treten zu können, dem Deutschen öt e i ch s- n seiner-a g ebenso gut vorgelegt werden muß, wie dem englischen , Parlament, hat sich eine Diskussion in der Presse entsponnen. stgdar- jpnß dies überhaupt möglich war, zeigt, wie wenig die ein- �" ijpisten konstitutionellen Grundsätze noch in gewissen Kreisen � l>a>useres Vaterlandes begriffen werden— und zwar gerade i n solchen Kreisen, die sich auf ihr politisches Verstäudniß of jasfoas einbilden. Zu jedem Vertrag, der nüt irgend einer Ssriv'r'.nswärtigen Macht abgeschlossen wird, muß die Zustimmung nams chts Reichstags eingeholt werden— bevor dieselbe ertheilt >assbil°st, besteht der Vertrag nicht zu Kraft. Mit Ver- agl mZ r ä g e n, welche die Regierung abschließt, verhält es sich n n t e Hnau wie mit Gesetzesvorlagen, die sie ausgearbeitet aß we« ict— sie werden erst Gesetz, nachdem sie vom ckenheit � �4& t a g a n g e n o m«n e ,t und s a n k t i o n i r t M, t.®0P, swch � vor nächstem November von Helgoland lchte .zolie,- Vflichtve ���Dße, ü I .—? vor nächstem November von •u ü» Besitz ergriffen werden, so muß der Reichs- g unbedingt vorher zusammentreten— andernfalls ist die tzen, Pesitzcrgreifung ungesetzlich und versassnngs- 'es i d r l g. Es kann in Bezug hierauf absolut kein Zweifel «nchjJ'i>estchen. Und die Regierung würde sich einer Verletzung Richter— ohnehin sehr spärlichen— Rechte des Reichstags chuldig machen, wenn sie dessen Zustimmung nicht ein- zolte,— und der Reichstag würde sich einer schweren iflichtvergessenheit schuldig machen, wenn er es sich gefallen "Hergängen zu werden. Der Reichskanzler a. D. hat eine Zeit lang in der eiM�VH ranzösischen Presse eine auffallend günstige Be- JurtheUung gesunden, und er selbst meinte einmal gegen einen „hpliteesucher, die französische Presse sei ihm freundlicher als die ilt ei:�utsche. Nun— in Frankreich kennt man den Herrn och Reichskanzler nicht so gut, wie in Deutschland; und der rgend»'- ,«turz des einst gefürchtetcil Feindes mußte den Haß ja eut erren, �waffuen. Dazu kam die französische Eitelkeit, welche sich nit Ä�»ar>n gefällt, den Mann, der Frankreich besiegt hat, mög- Itündizylichst groß darzustellen. Die Größe des Gegners soll dre imarck eigene Größe erhöhen. Des Weiteren muß aber auch bedacht L zffwerden, daß die Bismarek'schen Reptilgelder auch den .Ü'w�Weg nach Frankreich gefunden haben; und die fran- 'eioeinci�A ö s i s ch e n Reptilien sind vielleicht dankbarer als die -deutschen, die den ehemaligen Brotgebcr zu so grimmigem 'orn gereizt haben. Im Allgemeinen urtheilt jedoch die französische Presse ehr richtig und sehr gerecht über den Fürsten Bisniarck. aß er todt ist, bien wort— mausctodt— wird von Niemand beziveifelt, und daß der Toote sich gegen den Tod äubt— die„Justice" nennt ihn einen cadavro recaicitrant, inen widerspenstigen Leichnam— ist den französischen Jour listen ein außerordentlich willkommener Stoff— es giebt ihnen Bisnm-, ;en?*9 verivu' den ;r kein keine» uckM-Ss' jen a»! liegin'«"' Dann Das Gg die prächtige Gelegenheit, ihr Talent drastisch- geistvoller Schil- dcrung zu wirksamster Geltung zu bringen. Ist Fürst Bismarck auch nicht gerade eine sch ö n e Leiche, so ist er doch eine höchst interessante Leiche. Und auch blos als solche wird er von der ernsthasten französischen Presse aufgefaßt. Ein sensationelles Sujet— fast so anziehend wie E y r e u d und andere Pariser Modever- brecher. Wahrhafte Bewunderung erregt das, au Genie grenzende Talent des Besitzers von Friedrichsruhe, seinen „Ruhm" und die Bismarck-Legende zu zerstöre n. Und insbesondere das letzte„Interview" gilt für ein Meisterstück in dieser Kunst.„Und das war der Götze, den Europa ein Vierteljahrhundcrt lang als großen Staatsmann an- gebetet hat"! Das ist denn der gewöhnliche Refrain dieser Betrachtungen, in welche meistens das Oxenstierna'sche Wort von der merkwürdig geringen Quantität(und wohl auch Quanlität) des Regierungsverstandes niehr oder weniger geschmackvoll eiugewoben wird. Sic transit gloria rnirndi. Dir Lrhrrr gerathen bei den kirchlichen und auch bei den mittelpartcilichen Reaktionären nachgerade auf dieselbe Stufe der Werthschätzung mit Juden, streiklnstigen Arbeitern und ähnlichen Leuten, die den frevelhaften Wunsch haben, an einer Tafel mitzuesseu, die unsere herrschende Gesellschaft 'ür sie nicht gedeckt hat. In der frommen„Kreuz-Zeitung" uldet die Klage über den ungläubigen und unzufriedenen Lehrer ein stehendes Thema. Aber auch die aufgeklärten „Grenzboten" blasen in dieses Horn. In dem letzten Hefte der genannten Wochenschrift wird es den Lehrern wieder ordentlich gegeben. Zwar nicht alle seien sie nichtsnutzig. „Es giebt unter den Schullehrern zuverlässige, treue, ver- 'tändige Leute, wir wollen sogar annehmen, daß es die Mehrheit sei, aber es giebt unter ihnen auch mehr als genug, die das Gegeutheil davon sind, Leute von radikaler Gesinnung in politischer wie in religiöser Beziehung, denen der Skat der höchste Lebenszweck und der Schulunterricht das größte Uebel ist.(Daß der Radikalismus sich im Verscsscnseiu auf den Skat und in der Abneigung gegen den Unterricht— der Ver- 'asser hat aber wohl das Unterrichten gemeint— äußert, ist eine neue, aber höchst possirliche Entdeckung.) So ein Schulmeister hält sich für einen Etemcutarprofessor, für den Schöpser der Nationalintelligeuz und für den Macher des Ganzen. Dabei ist er stets unzufrieden. Sein Gehalt würde auch verdoppelt nicht ausreichen, ihn nach Gebühr zu bezahlen." Und nun erst die politische Haltung der Lehrer! Sie sind zum größten Theil freisinnig und sozialdemokratisch, was für den „Grenzboten"-Mann ungefähr gleichbedeutend ist.„Es giebt unter ihnen viele, die die reinen Demokraten sind— wie viele mögen sozialdemokratisch gewählt haben! Von einem Lehrer, der bis jetzt, so viel ich weiß, noch nicht zur Ver- antwortung gezogen ist(hört!), wird berichtet, daß er bei den letzten Reichstagswahlen durchs Dorf gegangen sei, um ür den jüdischen Fortschrittsmann zu wühlen." Die radikalen Lehrer seien vielleicht noch eine Minderheit, aber diese Minderheit gebe gleichwohl„dem ganzen Stande das Gepräge". Wehmuthsvoll erinnert sich der Verfasser des Schulmeisters der älteren Generation, ans der Zeit der Stahl'schen Äiegulative, die den Grundsatz:„Beschränkung und Vertiefung des Wissens" vertraten; der Schulmeister von ehemals war auch kein„Herr" und„wollte nichts vor- stellen". Das ist nun alles anders geworden in dieser schlimmen Zeit. Aber wie will man's bessern? Zunächst schraube man den Unterricht etwas rückwärts! Weniger Kenntnisse und mehr Hiebe! Vor allem lasse man den Wunsch fallen, daß die Schule sich schon mit Votlswirthschaft beschäftige! Es nütze nichts, wenn in der Schule kräftig über die Sozialdemokraten geschimpft werde, und anderer scits, was würden wohl diejenigen Lehrer, welche felbst sozialdemokratisch gesinnt sind, aus dem Volkswirthschasts- Unterricht machen? Nun, mit dem ersten hat der„Grenz boten"-Man» recht, und das zweite verräth wenigstens von seinem Standpunkt aus mehr Folgerichtigkeit, als wir ihm zugetraut hätten. Dagegen vergißt er ganz uns zu sagen, wie denn der Lehrerstand gebessert werden soll. Im seinem Räsonniren ans Freisinnige und Sozialdemokraten, auf Juden und junge Burschen, auf das gelinde Strafrecht und die schwachen Regierungen hat er Ausgangspunkt und Thema feiner Auseinandersetzung ganz vergessen und schimpft und schimpft und läßt die Lehrer eben ungebessert. So wiro wohl das Ende sein, daß die Lehrer auf der betretenen Bahn zur Sozialdemokratie, der„Grenzboten"-Mann aber bei seinem monologischen Klagen und Schimpsen bleibt. SS? iSiW�t den Füßen trampelnden Zuschauer zu beruhigen. d � bergab er Hildegard das Buch. «Rasch aus die Bühne," kommandirte er. Frau Brusche stellte sich als Mutter Barbeaud vor das ft«r, Fritz eilte zur rechten Koulisse, Brenner als Landry ellte sich hinter die Thür. Hildegard setzte sich mit dem —, jausgeschlagenen Buche, dessen Schrift so oft mit den ver- ,* si1!) Jfchtebensten Bleistiftfarben Striche erhalten hatte, daß ein Anna Uneingeweihter es wohl schwerlich hätte lesen können, ..Jan das rechte Prosccnium. Alfred ging au die linke Seite, gelasl um den Vorhang aufzuziehen. Angelika stellte sich mit dem jHühnerkorbe, dessen Teckel sie bereits losgebunden, neben he zuw Alfred hinter einen Stuhl, den sie zwischen die Seiten- mkoulissen gestellt hatte, um dann durch das Fenster zu »rschewZkriechen. lazwts« Alfred flüsterte gedämpft auf die Bühne:„Ist alle! �-�fertig?" f tm j l„Ja," ertönte es ebenso von verschiedenen Seiten. rSe, r»Er gab der ihm gegenüber sitzenden Hildegard ein ''Z Zeichen. Diese klingelte zwei Mal stark hinter einander. J Das Flüstern der vielköpfigen Menge im Zuschauerraum muß M hötte auf, es verbreitete sich eine tiefe erwartungsvolle Stille. Hildegard klingelte nach einer Pause zum dritte» Male »derer? Alfred zog langsam den Vorhang»n d»e Höhe. vi. U Das erste Bild ging vorüber, der Vorhang fiel. Einige rief �'schüchterne Beisallszeichen ans den ersten Reihen zeigten , v" Zufriedenheit einiger Zuschauer. Das Publikum war »um i# noch nicht warm geworden.,,„ ,i, Als Fritz aus den Koulissen heraustrat, trat ihm Klara entgegen, die zwischen der ersten Seitenkoiilisse stand und zufchaute.' »Brav gemacht, Herr Kolbe." Fntz drückte ihr schweigend die Hand. Er war von der Unterhaltung und dem gleich daraus folgenden Spiele »n furchtbarer Aufregung. Er ging in die Garderobe. Anna sah ihn von ihrem Tischchen aus kommen. Sie hatte die Oberkleider bereits abgeworseit und hatte sich geschminkt. Sie warf rasch ein Tuch um die entblößten Schultern und trat Fr.y entgegen. „Sie sehen aber prächtig aus, Herr Kolbe." „Ja, ich habe keinen Theil daran, Brenner hat mir die Maske gemacht." Sie lasten sich ja jetzt gar nicht mehr sehe«. Seit vorgestern bin ich Ihnen nicht begegnet." „Ich habe gelernt, Fräulein." „Warn»» besuchen Sie uns nicht, wir wohnen doch in einem Hause." „Ich fürchte zu stören." Anna sah ihn mit durchdringendem Blick an. „Angenehme Leute stören doch nicht," sagte sie in ihrem liebenswürdigsten Tone;„doch verzeihen Sie, ich muß mich weiter anziehen. Auf Wiedersehen." Fritz sah ihr nach. „Was haben nur all' diese Menschen, daß sie ans das Mädchen so böse sind?" dachte er,„sie ist doch freundlich, wenn man ihr Höstich entgegentritt. Unterdessen hatte Alfred die Stilbendekoration hochgezogen, die Walddekoration heruntergelassen. Daun holte er aus einer Ecke das Bauernhaus hervor, aber schnell zog er es zurück. Jetzt erst beim Lampenlicht erkannte er die gräuliche Verwüstung, die der Regen auf der Landschaft angerichtet hatte. Die Farben waren durcheinander gestoßen, die geniale Perspektive war dahin, er sah nur einzelne Stückchen von schwarze» und weißen Strichen; die herrlich gemalten rothcn Ziegel waren zu Klumpen und Flecken zusammen- gestoßen. „Da kann ich mich morgen an die Arbeit machen und ein neues Hans malen," sagte er traurig, Dann nahm er die mit einem Rahmen umspannte be malte fünfeckige Lcineivand vor, die einen Felsen vorstellte. Auch diese sah gräßlich ans, sie war gerade in den Graben gefallen, so daß die untere Seite, die unteren Felsen, in einander verschwommen waren, wäbrcnd die oberen Felsenmassen wohlbehalten geblieben waren. (Fortsetzung folgt.) Die Glasindustrie im Dirschberger Thale hat Gustav Lange zum Gegenstand einer statistischen Unter- üchung geinacht, deren Ergebnisse er in einem bei Dnncker und Humblot in Leipzig erschienenen Schristchen verösfent- ! icht. Die Arbeit findet in einer Fachzeitschrist, der(Karl) Braun'schen„Vicrtcljahresschrift für Volkswirthschaft" eine günstige Beurtheilung. Eigenthnmlich uitd bezeichnend ist, daß die Arbeitgeber dem Verfasser nicht gestatteten, Einsicht in ihre Lohnlisten zu nehmen. Gestützt auf die Angaben der Arbeiter und der an die Regierung erstatteten Gewerbe- berichte, ermittelte Lange, daß die Schleifergcsellcn einen Wochenlohn von 6 bis 9 Mark erhalten und in der Regel reie Station beim Meister haben. Die Glasschneider- und Glasmalcrgehilsen wohnen sehr häufig nicht beim Meister, andern sorgen selbst für Wohnung und Beköstigung, und ihr Wochenlohn schwankt dann zivischen 9 und 15 Mark. Da wird es fast begreiflich, daß die Arbeitgeber ihre Lohn- listen nicht zeigen wollen. Ueber die Wohmmgsverhältmsse wird wenig Befriedigendes berichtet, daß sie„durchschnittlich immer»»och viel besser sind als die Massenquartiere der Arbeiter in vielen Groß- und Industriestädten", besagt genug; wenn der Vergleich mit denjenigen Orten gewählt wird, wo die Wohnungsverhältnisse die allerschlechteftcn smd aus Gründen, welche für das Hirschberaer Thal nicht zutreffen, 'o weiß der Leser Bescheid. Die Sterblichkeitsverhältnisse sind ehr ultgünstig. Was insbesondere die Sterblichkeit der Kinder der mehr oder»veniger mit schweren Krankheiten be- hafteten Glasarbeiter betrifft, so»varen von je 1000 im Durchschnitt der Jahre 1875 bis 1882 geborenen ehelichen Kinder todtgeboren: im preußischen Staat 87,8, in der Provinz Schlesien 41,3, im Regierungsbezirk Licgnitz 53,0, im Kreise Hirschberg 64,0, von den Berufsthätigen in der Industrie der Steine und Erden, d. h. fast ausschließlich Glasarbeiter des genannten Kreises: 77,7. Die Proportion ür die während des ersten Lebensjahres gestorbenen Kinder st ganz ähnlich. Die Beziehungen der Arbeitgeber zu den «Arbeitern rühmt der Verfasser als„in jeder Beziehung günstig." Von je her habe den Arbeitgebern das Wohl ihrer Arbeiter am Herzen gelegen. Auch sei während der Gründerperiode, wo allerorts Streiks»vegen höherer Löhne und gimstigerer Arbeitszeit ausbrachen, namentlich aber unter den übrigen Industriearbeitern der schlesischcn Gc- birgskrcise, in der Glasindustrie nichts derartiges vor- gekommen, weil die Arbeitgeber„es verstanden, den Wünschen ihrer Arbeiter gewissermaßeil zuvorzukommen und freiwillig das zu gewähren, was bei anderen erst ertrotzt werden mußte." Was von diesen Redmsarten zu halten ist, zeigen die mit- getheiltcu Löhne. Zur Charakteristik der Grguer und Kekämpfer des Sozialismus. Die Ideen dieser bedauernswerthen Menschen bewegen sich in einen« steten Kreislauf; sie repräsentiren einen „roiirenden Zirkel des Unsinns"; das Ende dedmtet zugleich wieder den Anfang. Dieser Jdeenkreis hat seine Technik, wie die Melodiemvalze eines Orchejtrions; in bestimmter Reihenfolge «Verden die Stücklein z«l>n Vortrag gebracht. Jetzt ist die Maschinerie der Ordnungsmusit wieder'mal bei dem allen be- kannten Lied vom„allgemeinen Theilen" angekommen,»nit«velchem man in den ersten Jahren der sozialdemokratischen Bewegung die „Gebildeten der Nation" zu schrecken versuchte.— Da finden wir in kapitalistischen Zeitungen eine Variation dieses Liedes unter dem Titel:„Was würde bei einer allgemeinen Theilung herauskommen. Zur Erheiterung unserer Leser wollen wir das Stücklein hier miithellen; „Als der Sultan Abdul Medschid eines Morgeiis zum Gebete die Stufen der Moschee euiporsliea, trat ein Bettler an ihn heran. „Großinüchtiger Herr, glaubst Du auch, waS der Prophet sagt?'— Der Sultan lächelte:„Ja das glaube ich."—„Nun wohl, Mohamed sagt,«vir seien alle Brüder. Gieb mir also,«nein Bruder, de«« Theil,«velcher mir von Deinen« Ueberstust gebührt." Aboul Medschid besann sich kurz und gab dem Bettler einen Piaster. Der aber behielt das Geldstuck in der Hand, betrachtete es lange und sagte endlich:„Aber, mein Bruder, das ist nicht recht getheilt, denn dieses Geldes hast Du doch«vohl fünfzig Millionen."— Da erhob Sultan«varnend die Hand und sagte: „Höre, behalte was ich Dir gegeben habe»«nd sei ziisrieden, denn ich habe einhundertfünfzig Millionen Brüder, und«venn die alle kommen, im« mit«nir zu theilen, so«nüsstest Du zwei Drittel «nieder herausgeben. Salem aleikum." Damit ging er in die Moschee; der Bettler aber mustte das Ding begriffen haben, denn er nickte still vor sich hin, steckte seinen Piaster ein und ging seines Weges.— Eine ähnliche Anekdote«vird aus dem Jahre 1848 von Rothschild erzählt. Auch mit ihm wollte ein„Bruder" theilen. Rothschild, der guter Laune«var, drückte dem„Bruder" einen Thaler in die schwielige Hand mit den Worten: „Hier ist Dein Theil,«««ehe kommt nicht auf Dich."— Was käme aber heraus, wenn die Theilung allgemein ausgeführt wurde, d. h. wenn man die Reichen ihres Einkommens beraubte und dasselbe auf die Unbemittelten ver- (heilte?— In Deutschland giebt es etwa fünf Millionen Steuer- zahler, davon gehören aber 12 Millionen oder 80 pZt. zu der Sülasse, die sich gegebenen Falles zmn Theilen berechtigt halten könnte. Die Zahl der Reiche», d. h. die Leute, die e«n durch- schnittliches Einkommen von 25 000 M. haben, macht aber»ur etiva 85 000 aus. Deren jährliches Einrommen(2125 Mill.), auf obige 12 Millionen vertheilt, ergäbe für Jeden jährlich 177 M. Das wäre nun zivar ein nicht zu verachtender Zmvachs. Wie aber«vürde voraussichtlich damit verfahren? Es ist nur zu bekannt, daß AlleS, was nicht mit sauren« Schiveiß verdient«vird, gar nicht gewürdigt«vird. Da heißt es hernach in den aller- meisten Fällen: wie gewonnen, so zerronnen. Für das allgemeine Beste käme aber dabei nichts heraus, es erwüchse ihn« im jGcgen- (heile ein Nachtheil, der so empfindlich«väre, dah er sich so leicht nicht wieder gut«ilachen ließe. Erstens«vürde,«vie leicht begreiflich, die Arbeitslust der Armen dadurch bedeutend abgeschivächt; das sogenannte Proletariat dadurch also«veseiitlich vermehrt, die öffentlichen Lasten in demselben Maße ver- größert«verde», während auf der anderen Seite ein großer Theil der Steuern in Wegfall käme. Denn jene 85 000 mit ihrem Einkommen von 2125 Millionen bringen ungefähr den dritten Theil der Einkommensteuer auf. Man braucht nicht Finanzmini stcr gewesen zu sein, um zu begreifen, daß dies den Untergang des Staatsiveseus bedeute. Wer sollte die Einbuße leide»? Alle Zweige, und keiner«vürde es«volle««, noch könne». Die Armee und Marineuerivaltung? Das würde uns«vehrlos »lachen! Die Schuldzinsen? Die müsse«« bezahlt«verde». Die Volksbildung und die Wisseiischaften? Wir würde«« nichts mehr lernen! Das«väre es,«vaS bei einer allgemeinen Theilung her- auskäme." Nun giebt es auf der ganzen weiten Welt, am allerwenigsten in Teutschland, nicht einen einzigen Sozialdemokraten, der den« Wahnsinn der Idee„allgemeiner Theilung" huldigte. Diese Idee ist unvereinbarlich mit den« Sozialismils,«velcher den« „KoinnniniSuius des Kapitalismus" das Gerechtigkeitsprinzip ent- gegen setzt, daß jedem ehrlich Arbeitenden der Ertrag seiner Arbeit gebührt. Grade heute besteht ein„anarchistischer Komm«- msmuS" unter dem Scheine individueller Freiheit««nd individueller Produktion. Der Sozialisinus«vill, indem er««ur die Arbeit als Rechtsgrund des Eigenthuins anerkennt, erst ein wahrhast recht- lieh es Privateigenthuu« schaffen. Und dabei soll das geschichtlich geivordene Eigenihun« unangetastet bleiben als historisch recht- mäßig. Der Sozialismus fordert lediglich, daß die Quelle aller « klats'le"er lastenden Refaktiensystems des Lloyd und der Bahnen, ä schließlich Anträge auf Ermäßigung der Bahntarife»!............ der Hasengebühren in Trieft und der Lloydtarife an MWeßungen d« einem weiteren Antrage dem Verlangen nach einem'o�s verpflichti Land- und Seetarif für die nach der Levante bestimmteaf die Krone Ausdruck. Zur Wahrung der besonderen Interessen tschließung er Diener Diese Da mn ein leiti Industrie wurde ein eigenes Komitee niedergesetzt. nn er ander- » treuesten 2 d Entschiede ?ge, die sein su. so ist( n auszuspr! Schwede»«»d Norwegen. � Seit Donnerstag den 25. Juni streiken ca. 700™ Fredrikshalds Sägewerk. Anlaß: abgeschlagene LoN Als das Dampsschiff„Konz Ring" auf der Rhede anL.. r. Last aufzunehmen, waren die Arbeiter nicht dazu zu btiAn ihn war, beladencn Pram hinaus auf die Rhede zu schaffen,-sanyter nicht, machte sich das Komptoirpersonal daran, oen schweren Praßregeln zu auszurudern. Nachdem sie nach langer Zeit und schwssPenüen oder endlich an ihrem Ziele sind, rudern von den 200 am%#, so lst er ämmelten Streikenden 5 Mann dem Pram nach, besc's'us nehmen; �intertheile desselben eine starke Trosse und unter laimf hat dann! wird der Pram von den am Ufer stehenden wieder an's?t>"og durch zogen. Der Direktor des Sägewerkes, wüthend hierüber'Z �onarchei einem Aerger dem Polizeimeisier gegenüber Luft, weM'v als oei doch erklären mußte:„Was ich mit meinen 14 Konstabl�. j?" kann, ist gar nichts, dadurch wird das Uebel nuriL.?...' „Konz Ring" mußte ohne Last absegeln. Die 5 Mann, weAMl 3" am Pram �befestigten, bekamen Ordre, vor Gericht zu" � � übrigen Streikenden erklärten sich jedoch mit ihnen sob am Montag erschienen statt der 6 mehr als 300 Man* rieht.— Die Heilsarmee hat den Streikenden ihre gros zur Verfügung gestellt und hielten die Streikenden in ner Entschl den durch s> herbeizusi f am Sonntag ihre erste von ca. 1000 Personen besuchterer in Sache In dieser lung ab. Religiöse Leute in Fredrikshald suchten zwasid weiteren hindern, daß diese Lokale der Heilsarmee durch derar�ouarchen nn saniinlungen„entweiht" würden, doch vergebens.\n Minister armee sandte am Sonntag ein Gebet zii Gott, er möge sti Staatsma Arbeitern zu ihrem Rechte verHelsen und die Macht der frVidert, oder si brechen. stiegt, zurück. Gvoszbt-itttNNi-».»ahrung dess. London, 16. Juli. Auf Grund des Berichts%hca. erkam suchungs-Kommission über die Gehorsamsverweigerung iWtho, resp. de schaften des 2. Bataillons der Grenadier-Garde sollen t4 erathungskoi sichrer der Bewegung vor ein Kriegsgericht gestellt ��j�Mnzler aung erfuhr, inessalls i onserenzbcra Theater. Donnerstag, den 17. I u l i. Friedrich-Uli lhelmstiidt. Theater. Der arme Jonathan. MaUner- Theater. Mamsell Ni- tauche. Niktoria-Theater. Stanley inAfrika. Ästend-Theater. Der Traum ein Leben. KeUeaUianre» Theater. Der Nau- tilns. Kroll'a Theater. Die lustigen Weiber von Windsor. Aaufmann's Dariötö. Große Spe- zialitäten-Vorstellung._ Englischer Garten. Direktion: C. Anilress, Alexander- straße 27c. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Bennont. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Jonas. Auftreten der Duettistinnen Geschwister de la Terra. Auftreten des Tanzkomikers Herrn Schmidts. Auftreten der Jano-Trnppe. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 5V2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 80 Pf. 60 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben. Telegr.-Adr.: Glilckscollecto Berlin. BCtmägl. EVetass. Lotterie. Ziehung vom 22. Juli bis 10. August 1890. n�ininal.T.nnco mit Bodin lange nich (!. Grau, Wendenstraße 2, v. 3 Tr.; 0. Wandelt, Oppelnerstraße 12, svtbeiterstnubi Ä. Schiefel, Wilsnackerstr. U. Das Vrrgnugunas-Konlitrr. J- A�erden, andc �«Arrenzfähigk- ifstffaubt er auf zarch die a\ Fachverein der Metaliarbeiter in Wasser- und Damptarmaturen. Kon nahen d, bcultKJ«Ii, in a u f in an«'s N''tzfalcifsriel am KtadthaHuHof Alcrandrrplah: Feier des 7. StifMngsfestes Wenn F stiler, in die d"� Konzert, Sptzialitiiten-Borßellnug Frennve lind Gönner des Vereins sind hiermit freundlichst eiMß er nun «siv vi/vsv*ivv w» uvuuluiu;!*'..„NUN {JiKrto a 80 Pf. sind bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern, soir'�iner Ansicht mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Die Kaffeehüche ist vo?.�hr guter R an geöffnet._ 1147 Das KoN�ckrone nicht; 1140 Fachverein der Bürsten- und Pinselmacher BerSiws umd Umgegend. Donntag, den äO. Inli, Dormittags 10 Dhr, bei Feuerstein (Tunnel), Alte Ialiobstraffe 75: Tagesordnung: 1. Vortrag über: Kapitalistische und sozialistische Moral. Referent: Herr Pens. 2. Diskussion. 3. Errichtung eines Rechtsschutzes. Wahl von drei Mitgliedern zur Iiechtsschutz-Kommission. 4. Verschiedenes. Um reckst zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet 1103 Der Dorstand. RheinlaMer Tumlel, gen.:„Die fidcle Zlagelliiste", Berlin N., Elsasserstraße 73, gegenüber der Bergstraße. Im Folial photographifcheo Atelier zur Benutzung.— Jeder| "elb Gast, auch wenn derselbe nur für 10 Pfennige verzehrt, wird gratis jjhotogWhirt und erhält sein Bild sofort als Gratisprüsent. Höchst scherzhaft! H. Schnitze(mit'n tz). Einzige Keller-Photographie der Welt. 1940 äi«)ttiPiiä(n.�eÄÄ5 Rechts-KureaV«�, I Diedorf. Prin, SaudseeF�d wenn t I nöch'Wohnimgen�nit"ÄaE!N?de gegen, I von 50—58 Thlr. zu vcr��°! wenn, Politiker, bei Hervorrag. Sehenswllrdigk. b-, vird. Er � Zum ersten Male- Dann von Z Pafstonsfpiele, Gberan'� nrechen. und ZlmgebunS-.� if« f rh p r» ClUi' e i eleu Wünschen Zweite Waiidern>'e.t durch das Diefengel' l Eine Reise 20 Pf., Kind Abonnement 1 Verantwortlicher Redakteur: Cnrt Kaalie in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin LW„ Beuthstraße 2. Dirr«» eine& «r c den n inirten einer Am. Beilage zum Berliner Versn !N an rber d (r Donnerstag» den 17, Juli 1890. 7, Jahrg. Mlnter dem Titel:»>Fnrst Kismarck nnd die Arbeiterfragen� die„Hamb. Nachr." die folgenden Auslassungen digen inen*, ten PßBg � ehemaligen Reichskanzlers: erreichW Dem Fürsten Bismarck wird vorgeworfen, er habe an die lnaaris�ferlichen Erlasse vom 4. Februar den Vorschlag der Berufung ,unqen!'er internationalen Konferenz geknüpft, obwohl er der Ansicht mbinirt�esen sei. daß es auf Illusion beruhe, den Arbeiterschutz inter- wcckwMional machen zu wollen; es könne nicht gerechtfertigt werden, nehmer§ ein Minister, wenn er seinen Monarchen von einem Plane irchweg abzubringen vermöge, einen Rath ertheile, desien Durchfüh- n Trief-'0 vergeblich jenen Plan begünstige, nach der wirklichen Ueber- mbura,''0ung des Ministers aber vielmehr vereitele. Das sei nicht ein : überM» Diener seines Herrn, der so handle. hnen. Sjf Diese Darstellung ist eine Verzerrung des Sachverhaltes. lrife ein leitender Minister glaubt, daß die allerhöchsten E»t- > an ur Weßungen den Landesinteressen nicht entsprechen, so ist er seiner- nein verpflichtet, den ihm verfassungsmäßig zustehendeii Einfluß timmte»? die Krone dahin geltend zu machen, daß die Ausführung der essen% tschließung unterbleibe. Der Minister handelt pflichtwidrig, nn er anders verfährt; er leistet dem Monarchen und dem Lande t trenesten Dienst dadurch, daß er seine Meinung mit Nachdruck h Entschiedenheit vertritt. Wenn der Minister meint, daß die ge, die sein Herr zu gehen entschlossen ist, gefährliche Wege n, so ist er amtlich nnd vor seinem Gewissen gehalten, dies !n auszusprechen. Man dient seinem Herrn am besten, indem N ihn warnt, sich in Gefahr zu begeben. Gelingt es dem n»...„.Mister nicht, den Monarchen von der Bedenklichkeit der geplanten veren Maßregeln zu überzeugen, weil der Minister infolge seiner Ante- schwerchentien oder aus vorgefaßter Meinung als parteiisch angesehen ) am#&, so ist er doch nicht ohne Weiteres berechtigt, die Dinge ihren , beseMf nehmen zu lassen und eventuell um seinen Abschied zu bitten. er hat dann den Versuch zu machen, seine abweichende Ueber- er an's TBnnß durch andere Personen und Instanzen, die das Vertrauen hierubt-- Monarchen in der fraglichen Angelegenheit vielleicht mehr welch�siven als der leitende, verantwortliche Alinister der Krone gegen- instabl!�� �treten zu lassen. Die Nächstberufenen hierzu sind die l nur f??!?�.. Munster. Hcit er auch hiermit keinen Erfolg nnd a welPf?�„ 0� dre Sache, so handelt der Minister im Landes- in e? dem Monarchen anräth, vor der Ausführung .» solipi"°r Entschließungen eine gutachtliche Beurtheilung der- ' Maiiv�en durch sachverständige Autoritäten, die nicht seine Minister re gros-i d, herbeizuführen. en in j In dieser Lage dürfte sich Fürst Bismarck dem Kaiser gegen- esuchte�er in Sachen der aus die Arbeiterfragen bezügliche» Erlasse n zwoljd weiteren Maßnahmen befunden haben. Die Meinung des derar'�onarchen war eine andere, wie die seines Kanzlers: die übri- Zsolrales. et». 700 e Loh� jede au' zu bei" ffen. WW Erörterung uns hier nicht 'liegt, zurückgedrängt haben. So blieb als letzter Rath zur fahrung dessen, was der Kanzler in diesem Falle als die salus ichtZ t'iblica erkannte, nur der Vorschlag zur Berufung des Staats- rung t�ths, resp. der internationalen Konferenz übrig. Wenn diese ollen b» erathungskörperschaften den auf sie gesetzten Hofsnungen nicht lt wert�si'p�ochen haben, so beweist das höchstens, daß der frühere Reichskanzler in seinen bezüglichen Vorausfetzungen eine Enttäu- >ung erfuhr, die ihn als Menschenkenner irre machen konnte inesfalls war das Ergebniß der StaatSraths- nnd onserenzberathungen voraus zu sehen. Die Berufung dieser Be- ���Wun�sinstanzen war vollständig berechtigt, auch wenn sie schließ- { Nachdem die Ansicht des leitenden Staatsmannes nicht durch- Zungen war, sondern die des Monarchen, mußte ersterer ent- ssen werden, da von ihm die Uebernahme der Verantwortung UJt die Ausführung der zu fassenden Beschlüsse nicht zu gewär- gen war. So fand die Trennung statt; von einer Untreue da- i zu reden ist sinnlos. Thatsächlich ist Fürst Bismarck wegen .... ilZeinungsverschiedenheit zwischen dem Kaiser und ihm entlassen kOHlir orben; aber das ist weder ein Geheimniß, noch ist daraus irgend n Vorwurf gegen ihn zu konstruiren. Wer die Reden, die Fürst ismarck im Jahre 1886 im Reichstage zur Frage des Arbeiter- zutzes gehalten hat, mit Aufmerksamkeit liest und sie mit den tung d>' itsprechenden Vorlagen der jetzigen Regierung vergleicht, dem h. nn die Unvereinbarkeit beider Anschauungen nicht entgehen. Saale i1 ehemalige Kanzler ist arbeiterfrcundlich im Sinne » Na Ii. t durch ihn in's Leben gerufenen kaiserlichen Botschaft S'ß,)J)m 17. November 1881, der Basis der deutschen Sozial- ie. un form; et will die Arbeiter gegen die Gefahren der Krankheit, Unfalls, des Alters und der Invalidität sichern, aber er — s";' pmEt nicht, durch Eingreifen in die Autonomie des Arbeiters ie' w dem Staate wahrhaften Nutzen bringen zu können. • Ji f,ns J-Cv e-3iel der Beschränkung der SonntagS-, der Frauen- wr bei jNd Kinderarbeit schwebt auch ihm als erstrebenswerth vor; aber Seiten! p lange nicht nachgewiesen ist, wie die vielen Millionen, die dem 16.|rbeiterstands diirch diese Beschränkung an Arbeitslohn entzogen I..l�erden, anderweitig beschafft werden können, ohne daß die Kon- �„tirrenzfahigkelt der Industrie und der Staat darunter leiden, U jjf<»noub£ er auf diesem Wege nur so weit vorgehen zu dürfen, als urch die allerdringeudste Nothwendigkeit erheischt wird. Der GH« ,)cmalige Kanzler meint auch wahrscheinlich nicht, daß durch a y„f'nttuen�imt der Begehrlichkeit der Arbeiter zur Sicherung des izialen Friedens zu gelangen ist. z; Wenn Fürst Bismarck, als der älteste lind erfahrenste Po- v ttiker. in diesen Dingen solche Ansichten geivonnen hatte, sie aber laend-U llcht durchsetzen konnte und infolge dessen aus dem Dienste 0...-»Heiden mußte, so ift es unbillig, von ihm zu erwarten, chst eu-nß er„nunmehr" zu der Ueberzengung von der Unrichtigkeit n, sow' zstner Ansicht gelangt sein lUid schweigen müsse. Man kann ein ist vou.�hr guter Royalist fem und dennoch die jeiveilige Politik der KnistVirone nicht für richtig und heilsam halten. Dann erheischen es .Utecht und Pflicht, es offen auszusprechen. Fürst Bismarck hat, lange er in seiner miniiteriellen Stellung war, seine Ansicht stets .-.-„istr, llit aller Offenheit vertreten; kein selbstständig denkender Mann jßil ann ihm zumuthen, sie jetzt zu verschweigen, nur iveil er aus dem �rechen rein zu hallen, die seiner Ueberzeugung wider- r.&' lM-J id ferst Dir Mißstände in der Geseifgeb, ing. betreffend die Unfallverstcherung. I. Bei der Reichstagsdebatte über die Anträge, welche die sozialdemokratische Fraktion behufs Abände- rung des Unfallversicherungs- Gesetzes vom 0. Juli 1884 eingebracht hatte, ging die Staatsregierung der Sache dadurch am besten aus dem Wege, indem sie eine Novelle zum Gesetz ankün- digte. Somit war die Angelegenheit vorläufig beigelegt. Wann die versicherte Arbeiterschaft mit dieser Novelle beglückt werden wird, wissen wir nicht. So viel aber ist sicher: Jahre können darüber noch vergehen! Machen sich doch in neuester Zeit wieder Stimme» bemerkbar, welche vor der Revision des Unfallversiche- rungs-Gesetzes eine Umarbeitung des Krankenversicherungs-Gesetzes fordern. Ob mit Recht oder Unrecht, wollen wir hier unerörtert lassen. Nichtsdestoweniger scheint es uns angebracht, im An- schlich an die oben erwähnten Anträge weitere Mängel des Unfallversichcrungs-Gesehes ans Licht zu ziehen, namentlich auch 'olche, die nicht durch das Gesetz selbst bedingt sind, sondern durch die Praxis in der Ausführung desselben hervorgerufen werden. Eine Besprechung hierüber ist umsomehr am Platze, als eit dem Inkrafttreten des Unfallversicherungs-Gesetzes bald fünf Jahre verflossen und die Schattenseiten desselben in diesem Zeit- räume genügend hervorgetreten sind. Das Unfallversicherungs-Geseh hat den Zweck, den in den gefahrvollen Industriezweigen thätigen Arbeitern beim Eintreten körperlicher Betriebsunfälle für die erlittene Verminderung in der Erwerbsfähigkeit eine Entschädigung zu gewähren, resp. die Hinterbliebenen eines Getödteten gegen Roth und Elend zu 'chützen. Wenn wir uns nun zunächst die Frage vorlegen:. Wird der Zweck des Gesetzes in vollem Maße erreicht?— so müssen wir hierauf schon bei der Besprechung über den ersten Abschnitt des Gesetzes— Umfang der Versicherung— eine verneinende Änt- wort geben. Wir meinen hier nicht allein im Allgemeinen, daß der Kreis der zur Unfallversicherung herangezogenen Industriezweige eng begrenzt ist, obwohl das Transportgewerbe, die Land- und Forstivirthschast, der Schifffahrtsverkehr ,c. nachträglich mit eingegriffen worden sind, sondern wir haben hierbei namentlich die Thatsache im Auge, daß die große Mehrzahl der für ver- ficherungspflichtig erachteten Betriebsarten selbst nicht in ihrem vollen Umfange hierzu herangezogen werden. Die meisten Kleinbetriebe dieser Industriezweige sind nach dem Wortlaut des Gesetzes und den ergangenen Ausführungsbestimmungen von der Versicherung ausgeschlossen, da eine Gefahr für die Arbeiter solcher Betriebe nicht angenommen wird. Ein erheblicher Bruchtheil der Unfälle passirt aber in den Kleinbetrieben ebenso häufig, als in den größeren Betriebsstätten, und zahlreich sind die Fälle, wo in Kleinbetrieben Verunglückte sich vergeblich um die Wohlthaten des Gesetzes bemühen. Soll also der Zweck des Letzteren auch nur annähernd erreicht werden, so muß zunächst hierin Wandel geschaffen werden. Ein weiterer Uebelsiand in der Handhabung des Gesetzes besiehe darin, daß der Begriff des Betriebsunfalles bei weitem zu engherzig aufgefaßt ,vird. Die knappe Form von Gesetzes- '' nmungen verhindert häusig, daß die Bedeutung und die Trag- weite der letzteren sich klar und zweifellos auS den Worten selbst ergeben, und so ist denn namentlich in diesem Punkte den Berufs- genossenschasten der weiteste Spielraum gelasseu. Es ist deshalb auch kaum möglich, eine endgiltige Präzision der bezüglichen Gosetzesbestimmungen festzustellen und täglich werden in dieser Hinsicht die widersprechendsten Ansichte» und Entscheidungen zu Tage gefördert. Daß die letzteren selten zu Gunsten eines Verunglückten ausfallen, dafür bürgen die durch das Gesetz geschaffenen Feststellungsorgane der Berufs genossenschasten, indem die Versicherlen auf diese Organe nicht den geringsten Einfluß haben. Erst in der Bc rusungs- und Rekursinstanz dürfen Arbeitervertreter in ziveisel- hastei» Maße bei den Entscheidungen mitwirken. Einige drastische Beispiele solcher Urthcile wollen wir hier anführen. 1. Ein Kutscher ist mit dem Reinigen seines Wagens auf offener Straße, also außerhalb der Betriebsstätte, beschäftigt. Hierbei trifft ihn ein Stück Holz, welches von dem Neilbau des Hauses seines Arbeitgebers heruntersällt und verletzt ihn tödlich. Ein Betriebsunfall wird nicht angenommen, weil das Gesetz die Arbeiter nur gegen die ihnen aus solchen Unfällen erwachsenden Schäden versichert, welche sich aus dem Gewerbe, indem sie thätig sind, er- geben, oder die durch dessen Betrieb erwachsen. L. Ein Arbeiter erleidet infolge eines Betriebsunfalles eine mit starker Blutung verbundene Quetschung der Nase, der rechten Schulter und der Brust. Nach einiger Zeit erkrankt der Verletzte noch an Luftröhren- Entzündung, welche den Tod herbeiführt. Die Entschädigungsansprüche der Hinter- bliebenen werden zurückgewiesen, weil die Sachverständigen einen Zusammenhang des Todes mit dem erlittenen Unfälle nicht„festfiellen" konnten. 3. Ein Fuhrmann ist mit seinem Fuhrivcrk unterwegs, als er mit einem durchgehenden Gespann kollidirt. Er stürzt infolge dessen vom Wagen und wird von dem sremden Fuhrivcrk überfahren. Ein Betriebsunfall wird nicht angenommen, weil der Unfall nicht durch die Gefahren des Betriebes, in welchem der Verletzte angestellt ist, sondern durch eine fremde Ursache herbeigeführt wor- den ist.. Diese Entscheidungen sprechen für sich selbst und erübrigt sich deshalb eine Kritik darüber an dieser Stelle. Wir meinen aber, daß solche und ähnliche Fälle, die wir noch anführen könnten. den Zweck des Gesetzes in ganz beträchtlichem Maße lahmlegen Jeder Verständige erkennt hier, daß der Begriff„durch die Ge- fahren des Betriebes verunglückt" in ganz jämmerlicher Weise eingeengt wird, obwohl er bei einiger Arbeiterfreund- lichkeit der berufenen Organe ebenso gut erweitert werden könnte. Ferner bietet die ärztliche Kunst in mancher Hinsicht— namentlich aber bei inneren Leiden— um zweifelhaft noch Lücken, und was bürgt dafür, daß in Fällen, wie ad 2, wo die Entscheidung von ärztlichen Slnsichten abhängig gemacht wird, den armen Unglücklichen immer Gerechtig- keit widersiihrt? Jedenfalls entspräche es mehr dem Grund- gedanken des Gesetzes, wenn dergleichen unaufgeklärte Falle ohne Weiteres zur Entschädigung gelangten.,.,.. Zur|Iutrtll)trtti(tiU t>tv Straßenbai, ueir bringt die „Zeiischr. f. Lokal- und Straßenb." einen kurzen Aufsatz, der, auf die Beobachtungen bei der Großen Berliner Pserdeeiscnbahn während des Jahres 1889 gestützt, i» einem verhältnißmäßlg günstigen Ergebniß gelangt. Es sind näinlich infolge von„Be triebsverrichtungen" im Ganzen nur 293 Personen von Unfällen betroffen worden, von denen indeß 279 vollständig erwerbsfähig wieder hergestellt wurde», 13 aber bei Abfassung des Berichts der Wiedergenesung entgegengingen. Nur ein einziger aller Falle führte zu einer Verminderung der Erwerbsfähigkeit, wahrend danernde Erwerbsuiifähigkeit und Todesfälle ganz ausgeschlossen blieben. Es verunglückten von den einzelnen Beamten der Pferde- bahn u. A. nur 6 Kontroleure(von 56), 62 Schaffner(von 894) 43 Kutscher(von 914), 94 Stallleute(von 626), 11 Beschlagsleute (von 112). Außerdem wurden noch betroffen 15 Bahnarbeiter, 12 Aufsichtsarbeiter. 9 Werkstättenarbeiter. Eine kleinere Zahl der Unfälle ist nicht durch den Betrieb selbst, sondern durch Fahrgaste veranlaßt worden, welche aus irgend welcher Ursache im Ganzen 6 Schaffner, 1 Kutscher und 1 Vorleger thätlich aligriffen. Ber den Zusammenstößen waren betheiligt 5 Droschken und 5 Pferde- bahmvagen, 3 Rollwagen, 2 Milch- und Postwagen, soime 9 Wagen und Fuhrwerke anderer Art. Die Äerungllickung von Fahrgästen ist hier außer Acht gelassen. Uom religiöse» Mahnsinn befalle» wurde vor Kurzem die Frau des in der Kastanien-Allee 81 wohnenden Schuhmachermeisters Geiseler. Frau G., welche sich viel im praktischen Leben beivegt hatte, da die beiden Eheleute früher behufs Absatzes ihrer Waaren die Messen und Jahrmärkte besuchten und überhaupt viel auf Reisen waren, hatte bis vor ungefähr 5 Monaten nie besondere Neigung zum Kirchenbesuch oder sonstigen religiv>en Aiidachtsübungen gehabt; um obige Zeit fing sie nun(wahr- cheinlich aus Anregung von Bekannlinnen) an, die Predigten und Betstunden der Baptistengemeiiide in der Gartenstraße zu besuchen, wovon Herr G. in der ersten Zeit weiter keine Notiz nahm. Späterhin" waren aber der Frau diese Besuche, welche wöchentlich zweimal und Sonntags dreimal erfolgten, schon so zur Leidenschaft geworden, daß sie durch nichts mehr davon zurückgehalten werden konnte und ihre liebsten Gewohm heilen dafür opferte. Nun ergab sich Frau Geiseler auch mit solcher Leidenschaft dem Bibellesen, daß sie ganze Nächte dabei zubrachte und dann auch Visionen gehabt haben ivollte. Ihren Mann suchte sie dann mit aller ihr zu Gebote tehenden Ueberredungskunst zu ihrem Glauben zu bekehren. Die önst so ordentliche Frau ließ sich jetzt auch Unregelmäßigkeiten n der Wirthschaft zu Schulden kommen, welche ihren Ehemann veranlaßte, ihr sanfte Vorstellungen zu machen mit dein Hinweis darauf, daß schon Viele durch ein derartiges Gebühren� in religiösen Wahnsinn gefallen seien, worauf er die Antwort erhielt: .Das wird der„Herr" bei mir nicht zugeben." Es wurde chliinmer und schlimmer, bis die unglückliche Frau mit einem Male von Wuthausbrüchen befallen wurde, welche auf Anordnung des Arztes ihre Ueberführung nach der Charitee nöthig machte. Uernnglüiiiter Luftfchiffrr. Der vorgestern Nachmittag _ Uhr im Slerneckerschen Etablissement zu Weißensee aufsteigende Luftschiffer L. war zur angegebenen Zeit vor einem zahlreich ver- ämnielten Publikum haushoch emporgestiegen, um sich nach Oeff- nung des Ventils mittelst des Fallschirmes zur Erde niederzulassen. Dabei passirte im das Versehen, daß er sich in der Leine vergriff. den Fallschirm verfehlte und aus einer Höhe von etwa 30 Metern zur Erde herabstürzte. Natürlich war durch diesen schweren Un- glücksfall die Festfreude des Publikums gestört und verließen Viele den Vergnügungsort. Der Bedauernswerthe wurde sofort nach Hinzuziehung eines Arztes nach dem städtischen Krankenhause am Friedrichshain überführt, wo seitens des du jour habenoen Arztes schwere innere Verletzungen und bedenkliche Kontusionen am Rückgrat festgestellt wurden. Den Aerzten gegenüber äußerte L., daß ihm das Experiment zivölfmal gelungen, das dreizehnte Mal aber mißglückt sei. Die Zahl„13" war für L. also in der That eine Unglückszahl. Durch eine»»ichtomürdigr» S»ibenstreich»st vorgestern Nachmittag ein Besucher des Grunewalds schwer verletzt worden. Der Betreffende, ein in der Chausseestrahe wohnender Kaufmann K., hatte mit Frau und Tochter zwischen Schlachtensee und Wannsee Halt gemacht, und während die Damen blumenpflückend sich weiter" in den Wald hinein entfernten, schlug Herr K. eine mit- gebrachte Taschenhängematte zwischen zwei Bäumen auf und schlief bald ein. Als eine halbe Stunde später Frau K. und deren Tochter ivieder zurückkehrten, fanden sie den Gatten und Vater in einer Blutlache liegend mit einer klaffenden Wunde am Hinterkopf vor. Die Schnur, welche die Hängematte trug, war von bübischer Hand durchschnitten ivorden, wahrend Herr K schlief und war derselbe so unglücklich mit dem Kopfe auf einen Baum- stumpf gefallen, daß er einen Schädelbruch erlitten hatte. Lebens- gefährlich verletzt wurde der Bewußtlose nach Berlin geschafft. Wer der Urheber des frivolen Scherzes gewesen, hat nicht er- mittelt werden können. Die woge» Hochverraths vom Reichsgericht kürzlich zu sechsjähriger Zuchthausstrafe verurtheilte Frau Reinhold aus Berlin ist zur Verbüßung der Strafe in die Strafanstalt zu Delitzsch überführt worden. Die„DoUis-Itg." bringt folgendes Beschäftigungsgesuch: „Wir suchen für eine unserem Blatte nahestehende, wegen ihres greimuthes gemaßregelte Persönlichkeit Stellung als Mitarbeiter oder Hilfs-Redakteur einer energisch liberalen Zeitung; auch Nach- weis von Privatstunden ä 1 M. in Latein, Griechisch, Mathe- matik ist erwünscht. Nähere Auskunft ertheilt gern die Redaktion der„Volks-Zeitung". Dir»utomatij'che» Choliolnde-Drvkäufe»', welche man überall in den Restaurants, Cafes, öffentlichen Gürten:c. ausge- stellt sieht, sind etwas in Verruf gekommen, seit es öfter vor- kommt, daß sie ihren Dienst versagen. Sie haben zwar einen un- ersättlichen Appetit für„Nickel", aber lassen zuweilen lange auf sich warten, bis sie die gewünschten Chokoladetäselchen jc. von sich geben. Rathlos stehen oft die getäuschten Nickelwerfer vor der halsstarrigen Maschine, welche trotz alles Klopfens und Schüttelns nichts herausgeben will. Die so Gefoppten mögen nun einen Trost darin finden, daß es einem Schlaukopse gelungen ist, durch ein einfaches Mittel der Maschine einen Streich zu spielen. Er schlügt sich nämlich ein Loch in den „Nickel", bindet eine Schnur daran, läßt das Geldstück durch den Schlitz in den Kasten gleiten, und nachdem er Chokoladetäselchen, Zigarren zc. unten aus dem Kästchen genommen, zieht er seinen Nickel einfach an der Schnur wieder oben diirch den Schlitz her- aus. Der Erfinder dieses genialen Kunststückchens ist nun zwar in einem Restaurant an der Friedrichstrahe gestern Abend auf der That erwischt worden nnd sieht seiner Bestrafung entgegen, aber die Tage der Chokolade-Automaten dürsten infolge dessen doch vielleicht gezählt sein, wenn es nicht gelingt, eine neue Vor- richtung daran anzubringen, welche das Kunststückchen unmöglich macht. Noch mal so glücklich„l»avo»gelrotn»ne»" ist vor- gestern Vormittag gegen 7V2 Uhr ein Charlottenburger Zimmer- mann und zivar trotz eines Sturzes aus beträchtlicher Höhe. Infolge eines Fehltrittes aus dem Neubau Berliner- und Krumme- slraßen-Ecke stürzte der Mann aus der 3. Etage in die Tiefe hinunter. Er fiel zunächst auf das Dach des nur einstöckigen Nachbarhauses, ein Balken, an welchem er sich in der Höhe hatte festhalten»vollen, siel polternd nach, jedoch ohne den Abstürzende» zu treffen. Als Letzterer unten angelangt war, zeigte es sich, daß der Zimmermann nur eine Schnittwunde an der Hand, mit welcher er beim Fall auf das Nachbardach in eine Bodenfenster- scheive gerathen, sonst aber keinerlei weitere Verletzungen erlitten hatte. Nachdem der Mann den ersten Schreck uberstanden, erhob er sich mit den Worten:„Na da bin ick noch mal so glücklich davongekommen!" Das Agitationskomitee der Tertilartieiter hat Sammelstellen für gelesene Arbeiterblätter errichtet, weil in den Gegenden, wo die Textilindustrie vorhanden, meist die Löhne schlecht sind» fo daß ein Arbeiterblatt, welches von Auswärts bezogen werden muß, für diese Leute zu theuer ist. Wir bitten daher, uns ge- lesene Zeitungen an folgende Adressen zusenden zu wollen. Karl Hübsch, K a r l H o f f m a n n, Meniclerstr. 40. Drcsdenerstr. 18. Poliseibericht. Am 15. d. Mts. Morgens wurde ein Mädchen in seiner Wohnung in der Wrangclstraße von seiner Schlaswirthin schwer krank ausgefunden und nach dem Kranken- Hause Bethanien gebracht, wo es gegen Mittag verstarb. Seiner eigenen Angabe zufolge hat es sich mittelst sogenannten Löth- Wassers vergiftet.— Vormittags wurde ein Mann in seinem Wohnzimmer in der Friedrichstraße erhängt ausgefunden.— Zu derselben Zeit fiel der Maurer Müller in einem Zimmer der 58. Gemeindeschule, Heinersdorferstraße 18, infolge eines Fehltritts von einer Leiter zwei Meter hoch herab und erlitt außer einem Bruch des Nasenbeines eine Gehirnerschütterung, so daß er nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden mußte. — Nachmittags wollte ein Mann in seiner Wohnung in der Manteuffelstraße sich durch einen Schuß in den Mund das Leben nehmen und brachte sich eine schwere Verletzung bei, so daß seine Uebcrführung nach dem Krankenhause Bethanien erforderlich wurde.— Zn derselben Zeit stürzte ein Arbeiter, als er im Hause Neichenbergerstr. 14 eine mit Eiern gefüllte schwere Kiste aus dem Laden in den Keller schaffen wollte, infolge eines Fehltritts mit der Kiste nieder, so daß diese auf ihn fiel, und erlitt derselbe da- durch einen Bruch des linken Oberschenkels. Er wurde nach der Charitee gebracht.— Gegen Abend wurde eine Blumenhändlerin in der Friedrichstraße vor dem Zentral-Hotel durch eine von einem Vierwagcn herabfallende leere Tonne getroffen und an den Unterschenkeln sowie am Hinterkopf so bedeutend verletzt, daß sie nach der Charitee gebracht werden mußte.— Nachmittags fand An der Stadtbahn Nr. 88 ein kleiner Brand statt. Geviihts-Betktmg. 61» virtvei fpi rchender Kurfche wurde gestern der ersten Ferienstrnfkammer des Landgerichts I in der Person des erst vierzehnjährigen Handlungslehrlings Max Paul Kanitzki aus der Untersnchungshast vorgeführt. Der Angeklagte kam am 1. April in die Lehre bei dem Fabrikanten Hoppe, von dem er wöchentlich sechs Mark Beköstigungsgeld erhielt, das er seiner, in ärmlichen Verhältnissen lebenden Mutter abliesern sollte. Nach Ablauf der ersten Woche kam der Angeklagte mit dem Bescheide nach Hause, sein Chef müsse wohl vergessen haben, ihm das Geld zu geben. Am folgenden Sonnabend kam er wieder mit leeren Sänven und einer anderen Ausrede. In Wahrheit hatte er das eld vernascht. Nach Ablauf der dritten Woche beschloß der An- geklagte, seinen Chef zu bestehlen, da sonst eine Entdeckung der begangenen Unterschlagungen unvermeidlich war. Nach Schluß des Geschäftes versuchte er, das Komptoir mit einem falschen Schlüssel zu öffnen. Der Bart des Schlüssels brach bei dem Versuche ab und blieb im Schlosse stecken. Jetzt verfiel der durchtriebene Taugenichts auf eine rassinirte Idee, um feinen Plan durchzusetzen. Er begab sich in die elterliche Woh- nung und theilte seinem Vater mit, daß sein Chef ihm beim Ver- lassen des Geschäfts den Komptoirschlüssel mit den Worten in die Hand gedrückt habe, er möge sich sein Geld, das für ihn abgezählt im Komptoir liege, selbst herausholen. Beim Versuche, die Thür zu öffnen, sei der Schlüssel abgebrochen. Sein Vater glaubte ihm und besorgte selbst einen Schlosser, der sofort das Schloß abnahm und einen neuen Schlüssel anfertigte. Der Angeklagte mußte im Komptoir bleiben, bis der Schloffer mit den hergestellten Gegen- ständen zurüclkehrte. Diese Zeit benutzte der Angeklagte zur Aus- führung des Diebstahls. Mit einem eisernen Instrument sprengte er den Deckel eines Pultes los und eignete sich von dem Inhalte gegen 50 M. an. Damit verschwand er, indem er nach Danzig ging. Es stellte sich heraus, daß der Angeklagte noch weitere Strafthaten begangen. Bei einem Bekannten seines Bater- hatte er im Namen des Letzteren 20 Mark geborgt unter der falschen Vorspiegelung, daß das Geld zur Beerdigung seines jüngsten Bruders gebraucht werden solle. Einen niederträchtigen Streich hatte er gegen seine Mutter verübt. Dieselbe fertigt Trikottaillen für eine Fabrik und hatte eine große Anzahl zu- geschnittener Taillen in ihrer Wohnung. Von diesen entwendete der Angeklagte 84 Stück, da er aber wußte, daß er beim Ver- kaufe Verdacht erregen würde; so zerschnitt er den Stoff in kleine Fetzen; die er als Abfall für den Preis von einer Mark ver- kaufte. Der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Schmidt, hielt den jugendlichen Sünder eine eindringliche Strafpredigt und crmahnte ihn, die Bahn des Verbrechens zu verlassen. Das Urtheil lautete auf acht Wochen Gefängniß. Als ei» all»» energischer jjauouerwalter hat sich der Herr Bernhard T r o j e gezeigt, welcher gestern wegen B e- d r o h u n g und schwerer Körperverletzung vor der V3. Abtheilung des Schöffengrichts stand.z Der Angeklagte hat mehrere Häuser am Weidenweg zu verwalten. Zu seinen Miethern gehörte auch der Arbeiter Diehr, der am 20. November exmittirt worden war. Am folgenden Tage erfuhr Troje, daß Diehr sich dennoch wieder in das Haus begeben habe. Er ging ihm nach und traf sowohl Diehr wie dessen Ehefrau auf der Treppe. Auf die Frage des Troje, was Diehr noch in dem tause suche, erwiderte der Gefragte, daß er ein zurückgebliebenes tück Handwerkszeug holen wolle. Troje gerieth hierüber in große Wuth, er zog eine Pistole hervor und rief drohend:„Hund, Du mußt sterben!" Die Diehr'schen Eheleute wollten sich schleunigst entfernen, Troje versetzte dem Ehemann aber ohne Weitere- mit dem Griffe der— übrigens nicht geladenen— Pistole einen wuchtigen Schlag gegen den Kopf, sodaß eine klaffende Wunde entstand. Der Angegriffene versuchte zwar, sich zur Wehre zu setzen, er zog aber den Kürzeren, weil die Ehefrau Troje ihrem Manne einen Ochsenziemer zusteckte, den dieser als Waffe benutzte. Nicht nur der Ehemann Diehr wurde arg zu- gerichtet, sondern auch dessen Ehefrau, die von dem Angeklagten mehrere Schläge über den Kopf erhielt. Die Mißhandelten haben ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Der Gerichtshof war mit dem Staatsanwälte der Ansicht, daß die an den Tag gelegte Rohheit des Angeklagten eine empfindliche Strafe verdiene und wurde auf 6 Monate Gefängniß erkannt. Kigrnthiimlichr Anstchte» Lbrr seine Aernfopflichten äußerte der Fuhrhcrr Ed. Hildebrandt, als er gestern wegen fahrlässiger Körperverletzung vor der ersten Ferienstraf- kaminer des Landgerichts I stand. Durch die Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß der Angeklagte am Vormittage des 19. April d. I. in vorschriftswidrig schneller Gangart mit seiner Droschke 1. Kl. von der Königstraße in die Heiligen-Geistilraße eingebogen war und hierbei einen Mann, der über de» Straßen- dämm ging, zu Boden gestoßen und leicht verletzt hatte. Ter Angeklagte verlangte dennoch ungestüm seine Freisprechung, da lediglich der Ueberfahrene Schuld an dem Unglücksfall gehabt habe. Derselbe haoe seinen Blick nach der entgegengesetzten Richtung gehalten und seinen Anruf nicht gehört, wofür er aber doch nicht könne: Wenn er einen Fußganger anrufe, so habe er seine Pflicht gethan und es sei Sache des Publikums, sich dann in Acht zu nehmen. Der Gerichtshof belehrte ihn eines anderen. Selbst wenn ein Unfugstister aus Uebermuth oder aus einem anderen Grunde sich vor dem Wagen hinpflanze, so dürfe der Kutscher nicht über ihn hinwegfahren, sondern müsse halten oder ausbiegen. Der Gerichtshof erkannte gegen den Angeklagten auf dreißig Mark Geldstrafe. Au« welch' geringfügige» Anlässen bisweilen denunzirt und ein umständliches Gerichtsverfahren in Szene geseht wird, zeigte wiederum eine Verhandlung, welche gestern die I. Ferien- strafkammer des Landgerichts I beschäftigte. Der Dachdecker Oskar Grabert war des Diebstahls beschuldigt, er sollte einem Kollegen ein Paar Strümpfe gestohlen haben. Es waren verschiedene Zeugen in der Sache geladen, aber schon nach Vernehmung der beiden ersten wurde auf weitere Veiveisaufnahme verzichtet und der Angeklagte auf den Antrag des Staatsanwalts freigesprochen. Alle Angaben des Angeklagten wurden bestätigt. Er war eines Tages auf den Bau in bloßen Füßen gekommen und auf An: rathen seiner Mitarbeiter hatte er ein Paar Strümpfe angezogen. welche ein abwesender ikollege an der Arbeitsstelle hatte liegen lassen. Als der Eigenthümer der Strümpfe kam, händigte der Angeklagte ihm dieselben wieder ein. Aus diesem Thatbestande war eine Anklage wegen Diebstahls konstruirt worden. Ktrmlbing(Niedcrbaycrn), 15. Juli. Vom hiesigen Schwur- gericht ist gestern der katholische Pfarrer Hartmann zu 3 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust wegen Anstiftung zum Meineide und Beihilfe an strafbarem Eigennutz verurtheilt wor- den; sein Opfer, die Kaufmannswittwe Ebenhöch von Berg, wurde freigesprochen. Während die Anklage den Pfarrer als den Anstifter, die armselige Wittwe als die eigentliche Thäterin ansah, hat sich das Geschwornengericht nur den eigentlichen Schuldigen herausgelangt und die von dem Pfarrer verführte Frau laufen lassen. Die Ebenhöch schickte ihren Sohn nach dem Tode des Vaters in ein holländisches Jesuitenkloster, dem der junge Mann ein baareS Einstandsvermögen von 86 000 M. zubrachte. Das genügte dem bekannten großen Magen nicht, denn durch das Ableben der Großmutter des Jesuiten Ebenhöch gelangten Mutter und Sohn zu einem weiteren Besitz von 66 000 M., den wieder das Kloster erhalten sollte. Hiergegen protestirten Verwandte der Ebenhöch und dieselbe wurde ver- urtheilt, die 66 000 M. herauszugeben. Das suchten die Herren Jesuiten, wie Herr Hartmann zu verhindern. Die Ebenhöch übergab auf Hartmann's Anleitung 33 257 M. an diesen, weitere 400 M. in Gold- und Silbersachen an Marie Jörg, Tochter des bekannten Archivars und früheren Zentrums- führers und leistete, als Zwangsvollstreckung verfügt wurde, wiffentlich einen falschen Offenbarungseid. Alles auf Rath und direkte Anleitung des Herrn Pfarrers. Dem Gericht liegt eine förmliche Anweisung des Pfarrers für den Falscheid vor, jede Antwort ist genau vorgesehen und am 21. April fügt er noch bei:„Die Hauptsache ist, daß Sie eidlich erklären, Sie besäßen an Hab und Gut nicht mehr, als der Gerichtsvollzieher aufge- nomine»." Dabei ließ er wohlweislich seine Unterschrist weg, ebenso die Orlsangaoe. Der Pfarrer hat das Alle- selbst ge- standen und schon die Anklage gelangte zu dem Schluß, daß die Ebenhöch lediglich durch ihn in ihrein widergesetzlichen Handeln beivogen wurde, der sroinme Zweck, dem sie das Geld bestimmt, schien ihr so groß, daß es auf die kleine Sünde nicht ankam. Hartmann aber übergab das Geld dem geistlichen Rath Zorn in Würzburg, nachdem er es mit der Aufschrist versehen:„Eigen- thum des Pfarrers Joseph Hartmann. Ist nach dem Tode des- selben an die Gesellschaft Jesu auszuhändigen." VevlfommUmgcu. I _lc Arbeiter der zUihmaschinenliranche, speziell d Arbeiter xd er Fabrik von Gebr. Roth mann. Neue Hochstr. 20, hielten eine öffentliche Versammlung im Kolberger Salon ab, welche gut besuchr war. Zum ersten Punkt der Tages- ordnung sprach Herr Rooert Weber, Möbelpolier, über die Ursachen der Arbeitseinstellung der Möbelpolirer bei Nothmann. Derselbe führte etwa Folgendes aus: Wie allen bekannt, legten die Möbelpolirer genannter Fabrik am 17. Juni die Arbeit nieder, weil Ihnen oer bisherige Verdienst durch Einführung eines Akkorddienstes gekürzt werben solle. Die Polirer, welche bisher auf Lohn gearveitet haben, legten nun den Fabrikanten einen von ihnen aufgestellten Akkordtarif vor, welcher in einzelnen Positionen 20 bis 25 pCt. höher als des Fabrikanten Tarif war. Derselbe wurde von Herrn Nothmann abgelehnt. Dies war am 17. Juni. Am 18. Juni sollte nochmals eine Unterhandlung stattfinden. Hier wurde den Polirern erklärt, daß man hoffe, durch Arveitstheuuug billiger zu produziren; es solle ei» Theil der Polirer gruudiren, der andere Theil aus- poltrcu, dann wolle man vorläufig es bei bisherigem Lohn belassen, bis auf Grund dieser Theilung der Arbeit ein»euer Tarif hergestellt sei, wodurch das Poliren sich billiger stellen solle. Die Polirer wollte» aber bindende Erklärung, konnten sich mit dem„vorläufig" nicht begnügen, ebenso wenig als perfekte Polirer als Grundirer hergeben, wie einwilligen, daß auf Kosten der Ar- oeiter die Proouktionskosien sollten verringert werden. Eine Unterhandlung mit der Kommission des Verbandes der Möbel- polirer verlies resultatlos, da der Meister über die Polirer, Herr Kindermann, erklärte: Die Polirer könnten bei dem Fabi-ikantentarif zurecht kommen. Er sei seiner eit als Meister zurecht gekommen und habe noch das iaterial(Schellack, Spiritus, Oel k.) geben müssen. Referent wies nun nach, wie Meister Rindermann zurecht gekommen sei. So habe er den Polirern mehr Lohnstunden einge- 'chrieven und sich das Geld wieder am Sonnabend zurückgeben lassen. Eine Geige kaufte er sich ebenfalls auf diese Weise von einein Polirer, ebenso mußte ein Polirer ihm in seiner Wohnung einen Sopha aufpolstern, welches acht Tage dauerte und erhielt derselbe doch am Sonnabend seinen Lohn von der Fabrik(Ve- ivegung.) Ebenso machte er mit den Gehilfen Reparaturen, wie Biuardüberziehen:c., alles auf Kosten der Fabrik, in dem er mehr Lohn einschrieb. Nun habe Referent am 80. Juni mit Herrn Nothmann eine Konferenz gehabt, ivo derselbe nochmals versuchte, die Differenz beizulegen. Er wie» darauf hin, welche Manipula- tionen Meiste; Rindermann getrieben, und daß er doch wohl nicht so, wie er gesagt habe, bei den Preisen zurccht käme, sonst hätte er seiner Zell nickt daraus gedrängt, in Lohn angestellt zn iverden. Wenn Herr Nothmann an der Produktion sparen wolle, erklärte Referent, dann solle er einen solchen Meister, der relativ keine Werlhe schaffe, gehen lassen. Dann spare er pro Woche 42 M. an der Polirerei. Ferner frug Referent Herrn Nothmann, ob er die Polirer denn unter dem alten Lohn und Arbeits- bedingungen wiedereinstellen wolle, worauf Herr Nothmann er- klärte, daß er, nachdem die Polirer vor seiner Thür ihm die auf Inserate antommeuden Polirer abgehalten haben, anzufangen, lern er die Polirer erst jetzt ihm von den Zügen des Meisters Rindermann mittelst Briefes in Kenntniß gesetzt haben, könne er dieselben eigentlich nicht wiedereinstellen, zedoch wenn der Eine oder Andere käme anfragen, wolle er sehen. Referent habe nun Herrn Nothmann die Versicherung geben können, daß dieses nicht geschieht; vielmehr wird es nach wie vor Aufgabe des Vervands der Möbelpolirer bleiben, den Zuzug fernzuhalten nd die Streitenden vor wie nach zu unterstützen. Hierauf fprachHerr Gerisch, Metallarbeiter zum zweiten Punkt: Der Kampf gegen das Großkapitat und wie stellen sich die Metallarbeiter zur Arbeits- tinsteUung der Polirer bei Rothmann. Derselbe führte aus, wie in diesem Jahre überall Lohnkämpfe stattfanden, daß der Kampf mit dem Grostkapital jetzt zum Klassenkampf geworden und daß es die höchste Zeit sei, daß die Metallarbeiter erwachen und ge- 'chloffen in der Organisation dem Großkapital die Stirn bieten. In kurzer Zeit weroe es sich zeigen, wie das Kapital werde vor- gehen, renn überall vereinigen sich die Großindustriellen zur Stellung gegen die Arbeiter. Dann» müssen die Metallarbeiter auch am Platze sein. Eingehend auf die Arbeitseinstellung der Polirer bei Nothmann, betonte Redner, daß«s Ausgabe sei, die Polirer in diesem gerechten Kampf moralisch und eo. materiell zu unterstützen; denn was der kleinen Branche jetzt gilt, würde später auch die Hauptbrauche treffen. Darum ist es Sache der Arbeiter der Nolhmanu'schen Fabrik, so viel in ihren Kräften steht, den Polirern zum Siege zu verhelfen. Die Arbeitseinstellung der Polirer ist eine gerechtfertigte. Daß habe der Vorredner klar- gelegt und nun haben wir darnach zu handeln. In der Diskussion sprachen, nachdem zwei Resolutionen eingegangen waren, die Polirer Kurth, Fäße, Franke, Schulz, sowie die Metallarbeiter der Nothmann'scheu Werkstatt Gutheit, Unger, Warnst. Letzterer war der Ansicht, daß die Angriffe gegen den Arbeiterausschuß genannter Fabrik nicht richtig seien. Dieser Ausschuß sei nichtMdners du» formirt gewesen. Dem gegenüber wurde von vcffä>i�durch sch nern hervorgehoben, daß, wenn einem ArbeiterausW» nothigt sal Recht der Regelung solcher Lohndifferenzen zusteht,% lzurveisen, � überflüssig ist. Es wurde nun beantragt, daß»ilj* sn die Rul Nothmann'scheu Fabrik über die Resolutionen ebswjbnen abgc wurden folgende Resolutionen von den Arbeitern gena�pden im 4 einstimmig angenommen:„Die heute im Kolberger � Versammlung aller in der Nähmaschinenbranche besch beiter erklären die Arbeitseinstellung der Polirer bei Ai vollständig gerechtfertigt. Die Versammlung beauftragt!« ausschuß obiger Fabrik an Herrn Nothmann heranzutrelen* suchen, die Differenzen mir den Polirern beizulegen bur� rüfung der Angelegenheit durch den ArbeiteraM Hinzuziehung von 2 Kommissions-Mitgliedern des Möbelpolirer und 2 der streikenden Polirer.„In IW* Herr Nothmann die Frage des Arbelkerausschusses OT? aber einem Ausschußmitglied als solchem die Thür beschließen die anwesenden Arbeiter der Nothmann Iwfl dem Chef anheim zu stellen, in der Zukunft denjwj schaffenen Ausschuß mehr Gehör zu schenken, da sonst � obiaer Fabrik sich aenötbiat leben. den Ausschuß j.. ist nach Nachdem' flraße s hierin anznsl stehen Gleid Verei um d (gegei nur zu c schlos In eim e tz k e(lj iedrichshl erHanl luv aurerl ie Werl er diese j äckte vor, tellung c »arbcitei w Grünt Kategorien sie Stellur nidere sei, »ren. omger yaon:»rn genoryigi ,eyen, oen Aus,cyn? � maßgebenden Faktor zu beachten.(Letzterer ist nach' jL Abstimmung am Dienstag bereits gefallen.) Nachdem' 9! L Redner zu„Verschiedenes" sprachen, schloß der VotstW.. L Strauch, die Versammlung mit einem Hoch auf die immin Sozialdemokratie. bjc la Nachschrift! Am Dienstag legte der ArbeiterauW� Eine Nothmann beide Resolutionen vor, worauf Herr Notkm���.� einging, am Mittwoch, den 2. Juli, Nachmittags° � 1( Konferenz von einem Kommissionsmitglied des Pcr»�--- Möbelpolirer, einem streikenden Polirer und dem Arbff stattfinden zu lassen, welche aber rcsultatlos verlief Nothmann erklären ließ, alle Polirer könne er nicht stelle», da einzelne ihm die Leute abgehalten resp. gm? bei ihm in Arbeit zu treten. Jedoch wenn jeder ec wolle er sehen, wen er einstelle. Hierauf ging die nicht ein. Natürlich galt auch hier der Arbeiterrath Meister Rindermann ist auf Grund seiner Manipu" lassen. Der Kampf dauert demzufolge fort und ist Polirern nach genannter Fabrik fernzuhalten. Eine össrntlich« Uersaiumlung der Kerls wirthvgehitfen, welche außerordentlich zahlreich« fand in der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch im R....... thalerstraße 33 statt. Zu dieser Versammlung warM vjrthschastl f rinzipale eingeladen worden, es hatten jedoch nur'»sttaltek, als inladung Folge geleistet. Jn's Bureau wurden Poliere schl Thomas, Kuhle und Günther gewählt. 3# ,gstei» des wies in seinem Vortrage darauf hin, daß eine TWals Mittel sonders grell in die Augen falle, nämlich die allge�J»uszunutzer Auch früher habe es schlechte Zeiten und große Nothstä� md zwar aber es sei zu bezweifeln, ob die Ernährung hinter l«Arbeitern| zurückstand. Sicher sei heute ein Uedelstand sr trster solch mit dem man früher nicht zu rechnen hatte: die � jsmihtimm Unsicherheit der Existenz. Redner schilderte nun düLiraktlschen der stetig wachsenden Arbeitslosigkeit und deren verderbl�eitern für auch für die Gastwirthsgehilfen. Der Prinzipal kön»' sogenannte des starken Angebots die Auswahl treffen und seine �siper Unterm nach Belieben stellen. Man müsse sich hier klar>!>�in schroff' denn eigentlich unter der vorhandenen wirthschastlichi�dieser Pol iverden solle. Ter Einzelne sei dem Arbeitgeber gcg�Kollegen,< Null, anders sei es mit der Vereinigung; in dieser �Solche Ve Einzelne sich stark fühlen und durch gemeuischasllichc isammenwi werde nur die Wahrheit gefunden. Die umnitlelbarc» UiUer den Vereinigung ist, daß Tinge, von denen die Oeffentl-äl iPoUere m nichts wußte, nunmehr in die Oeffeutlichkeit dringen � und� anger liege schon eine große Bedeutung, indem es den �>>en ihr> nicht»lehr möglich sein werde, geivisse Pralls denken, t ihre Angestellten vorzunehmen. Die Organisation ww Unternehn gleichem Maße auf alle Arbeilgeber ein, der einzeln� vermitteln könne sich mithin nicht darüber beschwerden, daß Die Ecfah Druck stärker laste, als ans seinem Konkurrenten. 3s�".ber Organisation allein werde freilich nicht alles Fragen sei die Gesetzgebung bernsen. von selbst kommen, errejl eintre können, zur durckgreifenden Regelung aller die Arbeiter ......... gzwtfSWüB zA schmutzige, geklärten Arbeiter. Zu dieser Mitarbeiterschast sei d>°sb M '-----.e«forderlich, welche man durch«Ä"M"'» der heutigen Zustände erforderlich, welche man durch»"jj mit b» Mia%» Frage erlange. Zum Schluß Anwesenden ans, zunächst die Organisation in den Vor� vlefce gel stellen und dann in derselben mit der nöthigen Ruhe an®r. P',Ulg erläuterte den ökonomischen Entwicklungsgaug, der zu v'j' Zuständen aus wirthschastlichem Gebiete aesührt. wirth Deter erklärte, daß ihn eine Lesart in hiesig�!■'® fc nach welcher die Kellner ins sozialdemokratische%,• ars&.« servativen Abgeordneten im Reichstag beantragt, auch j„. e zu gedenken. Der zur Gewerbenovelle gestellte Antrag Ä J 9 ck, leider die Zustimmung anderer Abgeordneten nicht erh�.•'! nehmen das Gute überall, gleichviel wo es uns gevy a- � Einen Anschluß an die allgemeine Arbeiterbewegung, d>. ccIb,...... manches Gute geschaffen hat, kann ich jedoch nicht befürw»' ß c wir uns unbefangen prüfen, kommen wir freilich j mchi in� eruna, daß wir alle Sozialisten sind, aber deshalb N« Dietri eine Sozialdemokraten.(Widerspruch.) Schließen S>« B Poliere, .......-" ssrebt fei, Partei an, wir sind sozialistisch genüg. Treten Sic bei und geben Sie dem Vorstand die Regelung der d. traueusvoll in die Hand.(Beifall und Widersp�f Meyer bemerkt, der Vorstand möge dafür sorgen,, j Damenbedienung" nicht überhand nehme. Gastww� b e r g: Das Standesinteresse stehe ihm näher wie d» deshalb ergreise er das Wort. Wenn es gelänge,� politisch in zwei Lager zn spalten, so würden nur die den Vortheil haben.(Widerspruch.) Redner verwahrt!? dagegen, die Kellnerbewegung sechs Jahre lang nuisi � ju haben. In der letzten Versammlung sei elj Stück rothes Tuch behandelt worden, das vor eiucw� � uci geschwenkt werde.(Unruhe.) Dem Weiberunfug wer�j wbemsi Ende mache» müssen.(Stürmischer Beifall.) Soz»� g wir alle, daß wir aber deshalb Sozialoemokraten sein>-• nicht nothweudig.(Große Unruhe.) Es wiro gut FJ*,| auch'mal Redner von anderen Parteien hören. Hü"< vor einer einseitigen politischen Richtung, helfen»'ij erst die Zustünde in unserem Geiverbe bessern. Herr recht illu des Unti den Pol' Herren s (lusgemst gehalst. Unternel ti Haml energisch dorisch e dazu bei aus eine tunz au ihre Lag einen B durchfül VLst V4V.QUfi.iHV« III UHJVVtia MJCIVMVV Vt(|CVU.%/. DUVCt) hielt seinem Borredner entgegen, daß dieser allerdings b lang Vorsitzender des Vereins Berliner GastwirtMÄ weiter wesen sei; für die Gehilfen sei aber in der ganze»&t � ch m, von Belang erreicht worden. Jetzt sei er(Redner) Vorsitze»?� for Rtf olcher dafür, daß man sich der allgemeinen Arbeit»' � zuwende, da nur von dieser etwas für die Kollegen»- Er selbst bekenne sich offen als Sozialdemokrat.»Ji prachen noch die Herren Zimmer in an»,$" j W i l s ch k e. Letzterer wurde durch Geschrei und oL unterbrochen, als er der Versammlung die Ansichten demokratie in Bezug ans die Frauenarbeit»'.Ulhc»� Seine Ausführungen gipfelten in der Auffassung, vast�j Gleichberechtigung der grauen anerkenne» müsse. He*' jst schilderte die Zustände auf der Schützenwiese während 'chteßens. An oer Hand von Thatsachen zeigte Redner, 4s rassinirte» Weise man dort die Kellner die Kellnerinnen ausgenutzt habe. Herr W>' ,,tj ich für den Anschluß an die SozialdenlA'/J er wurde in seinen Ausführungen aber derartig durch J gestört, daß er vom Podium abtreten mußte. Herr Hg» mit dem Herrn Herzberg scharf ins Gericht, ver dtt dessen t das Ve haben t sein, st zu küni »forde, Geselle, einsti«, giebt f, 1. % bei 5" tragt d atret«« ,1 durch? tcwu rs B-r ,11 ß-rtf� ifd«€ .aün'sch- den% dnerS durch Zwischenrufe abzuschwächen suchte. Es entstand I rdurch schließlich ein solcher Tumult, daß der Vorsitzende sich Nöthigt sah, die Versammlung zu vertagen und die Ordner ' zuweisen, den Zwischenrufer auS dem Saal zu führen. Nach- . m die Ruhe wieder hergestellt war, wurde über drei Nesolu- i abDHnen abgestimmt, von denen die folgende den Inhalt der geiwwßiden im Wesentlichen wiedcrgiebt: Die heute im Saale des Herrn Philipp, Rosenthaler- firaße 38, tagende öffentliche Versammlung der Gastwrrths- aehilfen Berlins und Umgegend erklärt sich mit den Ausführungen der Referenten einverstanden und beschließt hiermit, sich der allgemeinen modernen Arbeiterbewegung anzuschließen, weil sie nur dadurch eine Reform der be- stehenden mißlichen Lohn- und Arbeitsverhältnisse erwartet. Gleichzeitig erklären die Anwesenden, die Mitgliedschaft des Vereins Berliner Gastwirthsgehilfen enverben zu wollen, um diesen Verein zu einer geschlossenen unbesiegbaren Macht (gegenüber den. bestehenden Provinzial-Vereincn, welche nur ihre, nicht aber die Vortheile anderer Kollegen zu erreichen suchen) zu gestalten; denn nur durch ge- fchlossenes Vorgehen ist etwas Ganzes zu erreichen. In einer von den beiden anderen Resolutionen wird es für „o* ciü-erwerflich erklärt, daß die Stadt Berlin 40 000 M. für das ckdew»wchnhenfest bewilligt habe, ohne sich auch nur im mindesten um gjntfiBtflWe Uebelstände zu kümmern, welche auf dem Festplah für die die inK�rliner Kellner vorhanden waren. Die Resolutionen wurden instimmig angenommen. Mit Hochs auf die Arbeiterbewegung .„.�zsißkud die Hamburger Kollegen schloß die Versammlung. öffentliche Generalveesamuilung der Atanrev, z ßluher und sonstiger Interessenten Kerlin««nd Umgegend : om 1(5, Wts. unter der Lcituna der Herren Fiedler, ' v Metzle(Polier) und Fischer im Saale der Aktienbrauerei riedrichshain. Der erste Punkt der Tagesordnung, welcher zur ßerhanl lung gelangte, lautete:„Das Verhalten der "aurerpoliere und welche Stellung nehmen te Berliner Maurer hierzu ein?" Das Referat der diese Frage hatte Herr Witschte übernommen. Derselbe hickte voraus, daß es durchaus nicht die Absicht sei, durch die Stellung obiger Tagesordnung einen Zwiespalt zwischen den auarbcilern und den Polieren hervorzurufen, vielmehr wäre Dr Grundgedanke, das Solidaritätsgefühl zwischen beiden ..Kategorien zu festigen. Es sei nicht zu leugnen, daß heute ■< Ii»1** Stellung der Poliere zu den Bauarbeitern eine gänzlich �eich Andere sei, als ehedem, wo Poliere und Arbeiter solidarisch im(varen. Des Poliersnstem habe sich unter den heutigen wirthschaftlichen und Arbeitsverhältnissen wesentlich anders ge- Utr staltet, als es früher der Fall war. Hieran seien weniger die rden 1 jpoliere schuld, als das heutige Produktions- beziv. Ausbeutungs- l.»•jhftem des Unternehmerthums, welches die Poliere ebenfalls nur ne Mittel zum Zweck benutze, die Arbeitskraft nach Möglichkeit allgch�uusziinutzen. � Die Poliere seien in drei Kategorien zu sondern und zwar seien zu unterscheiden diejenigen, welche sich mit den Arbeitern solidarisch erklären und deren Interessen niit vertreten; lernt solche, welche sich, gestützt ans ihre theoretischen Kenntnisse (nicht immer aber auch praktische), etwas höheres dünken, als die oraktlschen Arbeiter und eine Juteressengeineinschaft mit den Ar- veitern für ausgeschlossen erachten. Tie dritte Kategorie sei das sogenannte„Beamtenthum", welche sich willenlos den Wünschen der Unternehmer unterordnen und in der Ausübung ihres„Amtes" lin schroffester Weise gegen die„Arbeiter" vorgehen. Viele istlichc�, dieser Poliere stehen thalsächlich nur als„Treiber" hinter den r gcPWollegen, ans deren Kreisen sie größtentheilS hervorgegangen sind. dieser sz Solche Verhältnisse können nun und nimmer ein gedeihliches Zu stlichl! k sainmenwirken zwischen beiden Parteien platzgreifen machen. clbart t Unter den beutigen wirthschaftlichen Verhältnisien seien auch die fentl!c>>? Poliere nicht sicher, daß sie nicht morgen ihrer Slellung enthoben ingcn �luid augewiesen sind, a» der Seite ihrer bisherigen„Untergebe- den w.. w..... ihr Brot zu verdienen. Deshalb sollten die Poliere be- Prakh? denken, daß sie nicht allein dazu da seien, den Standpunkt des on wil? Unternehmerthums in schroffer Weise zu vertreten, sonder» eine Inzell, vermittelnde Stellung zwischen Kapital und Arbeit einzunehmen. >aß®ie Erfahrung habe gezeigt, daß bei Lohnkämpfen ein großer lken. ,3 F.v, �r Polierschai t de» Interessen der Arbeiter entgegemvirkte. ertt>� Bei eintretenden Lohnkämpfen habe sich auch ein gewisses„Speichel- zeiter k? leckerthuni" breit gemacht, welches die arbeitet freundlichen Poliere lung 4 beseitigte. Durch ein Zusauiiuenhalten der Poliere mit den Ar- arbeit ä heitern könnte viel gethan werden zur Beseitigung dieses ei di-�sch"uitztgen Poliersystems. Bei richtiger Erkenntniß ihrer Lage rch 0% Wichten die Poliere zu der Einsicht lommeu, daß sie das Soli. rdertt� daritätsgefühl mit der Gesellenschaft zu pflegen hätten. Würdi n Vor�, dieses geschehen, dann würden auch gedeihliche Verhältnisse an c an di'. den Bauten Platz greise». Maurerpolier Frtest maß die Haupt- C WH w I......"f-"V O"*|•«wvvvi» 4. v vi rvv v l v p titiip v»v I' e d ei»'', sächliche Schuld an dem unerquicklichen Verhältnisse, welches heute Tbeil�, größtentheils zwischen Polieren und Gesellen aus den Baute» .Molche-......... iv zu°', ft habuj jiefig«;, und Gesellen aus den Baute» den Gesellen bei, welche die Poliere„verschmarotzen oder„vergewaltige»" und verursachte durch seine Aussühruuge» einige Unruhe in der Bersammlung. Herr Karl Schmidt che bionle dem Vorredner durch Schilderung einiger eigener Erleb- (,e. visse beim„Maurerpolier Frieß" aus seine Anzapfungen, infolge mit Vj brise» der Vorsitzende Veranlassung nah»», zur sachlichen Tis- auch"b aufzufordern. Herr W e i s e führte seinerseits die gegen- lntrag\ sätzliche Stellung zwischen Polieren und der Gesellenschast even- lit erib','»Us auf die heutige Produktionsweise zurück. Er koustatirt» s aevc�, nl* Thatsache, daß viele, wohl die meisten der„alten" Poliere ma dst! 0llf Straße liegen und mit Hammer und Kette ihr Brot zu künvls? verdienen suche» mußten. Er empfahl den jetzigen Polieren, im ich z» j Interesse sich mit den Gesellen solidarisch zu erklären und Ib sind 5 Ji'chi otchtutalet Weise ihre„Autorität" geltend zu machen. Herr en Sil(mAf. ch(Putzer) appellirte an das Solidaritätsgesühl der Sie d'� Uv,ev Hiuwets auf Hamburg, woselbst das Kapital be- «Ä ssts" sorgen, I M tuJii)?.Lr''tx, juy8 sestellt haben. Das Solivarilätsgesühl sei .st»«. ZI f|u.« ÄS!: ausgenutzt und ihnen würde die ganze Verantivortlichkeit auf- gehalst. Auch in Berliu wäre der Zeitpunkt nicht fern, wo das Unternehinerthum gegen das Koalitiousrecht vorgehen werde, wie in Hamburg. Danii wäre es an den Polieren, diesem Beginnen energisch entgegenzutreten, indem sie sich mit den Gesellen soti- darisch erklären. � Wurden sie dies thu», dann würden sie viel Ä'J "Äl ''einen' J 'vcrdkZ Weise' über das Perhältniß zwischen Polieren und Geselle», sich dazu beitragen, den so wilnschenSwerthen Frieden auf den Bauten herbeizuführen. P°l>er D e ck e r äußerte sich in sehr verständiger vgeifs ii her hnS Verhältnis! miitfrhen!»!.>?!»..>„.... v /u.r.n___...I. Ii seilt, nuf eu,e" Wt vernünftigeii Standpunkt stellend und die Erw'ar'- "> tung aussprechend, daß auch die>«tzt noch verblendeten Poliere ihre Lage erkennen werden. Herr H e m p e l warnte davor, irgend einen Beschluß zu fassen in der Poliersrage, da ein Beschluß un- durchführbar sei, indem die Berliner Maurerschast noch immer unter dem Mangel an Organisation leide. Zlir Debatte sprachen weiter noch die Herreu DSU mich, Jzorke, Polier S ch m o h l und Herr Krieg. In seinem Schluß, vorte betonte der Referent die Bereitwilligkeit der Berliner Maurerschaft, ge- deihliche Verhältnisse mit den Poliere» anzubahnen, ohne sich ni- ""ßen zu werfen und nahm für die Gesellenschast nspruch, den erste» Anstoß hierzu gegeben zu ffiwn uno oen Polieren mit gutem Beispiele vorangegangen zu Herr*\ er'" W -gen iL t* i<", nd % a ce»d 1 K »uVx1 dem heutigen Ausbeutungssysie»» wirksam entgegentrete» erFnl* �«lt n eine gemeinsame starke Organisation für «siefeii! r?"ud ein Zusammengehen der Pvlierschast mit vir ...i ,j��chaft. Die Bersammlinig stimmte lolgender Erklärung ' zu: aifht'f Versamiulling der Maurer, Putzer, Bauarbeiter w. grebt folgende Erklärung ab-" ' miL,.«rk«»nt die leidige Zivischensielliing, weiche die Poliere auf den Bauten einnehmen, insoweit TV'.,a(.l stt dieselbe aus den heutigen traurigen wirth schastlicken Berbältnissen herleitet. 2. Sofern bei denPolicrern die ehrliche Absicht vorhanden ist, sich mit den Maurern solidarisch erklären zu wollen, mögen sie die Maurer auf ihren Bauten in Arbeit stellen, welche sie von dem bestehenden ständigen Bureau der Freien Vereinigung der Maurer Berlin's und Umgegend aneinpsvhlen erhalten können. Auf diese Weise kann der Friede zwischen den Bauhandwerkern und Polieren wieder hergestellt werden." Der nächste Punkt der Tagesordnung:„Stellungnahme zu dem aus dem 7. deutschen Maurcrkongresse anerkannten Fach- organe wurde sowohl der vorgerückten Zeit wegen, als auch um den Kollegen genügend Gelegenheit zur Information zu geben, bis nach dein Erscheinen der 5iongrebprotokolle vertagt. Auch der Punkt„Verschiedenes" blieb unerledigt und wurde nach einigen Mittheilnngen die Versammlung, welcher weitere folgen 'ollen, geschlossen. Eine Uersammlnng der Freien Uereinignng der Kandagiste»«nd dentschrn Handschuhmacher fand am 14. d. M. bei Wcick statt. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vor- trag des Herrn Tasch über Telephone und Mikrophone, verbunden mit Demonstrationen. 2. Verschiedenes. Nach der Verlesung des Protokolls, welches für richtig befunden ivurde, erhielt Herr Tasch das Wort zum Vortrage. Derselbe entledigte sich seiner Aufgabe in sehr geschickter Weise. Nach Verlesung der nciieingela»sei»eu Vakanzen kam der Vorsitzende, Herr Boszinsky, auf die Bewegung der Bauarbeiter Hamburgs zu sprechen und kritiflrte das jetzige Vorgehen der Unternehmer in scharfer Weise. Säinmtliche Arbeiter Deuischlands müßten für die Hamburger Kollegen eintreten; denn dieselben verfechten jetzt nicht mehr ihre eigene Sache, sondern die allgemeine Arbeitersache. Nach kurzer Debatte wurde der Autrag, den Hamburger Maurern sowie den Zimmerern je 10 Mark zu bewilligen, angenommen und auf Listen für die Greitzer Weber 7,50 M. gesammelt. Herr Glaser erstattete den Revisionsbericht und konstatirte eine Einnahme von 117 Mark und eine Ausgabe ron 81 Mark. Stach Abzug der oben bewilligten 20 Mark bleibt ein Kassenbestand von 16 Mark. Stach der Mittheilung des Vor- sitzenden, sobald der Fonds ein größerer ist, eine Arbeiter- Bibliothek anzuschaffen, schloß die Versammlung. Der Militärschneidev-Verein hielt am Sonnabend, den 12. Juli, in Feuersteins Salon eine Miigliedervcrsaminliing mit folgender Tagesordnung ab: 1. Wie und wodurch halten wir unsere Errungenschaften aus dein Streik fest? Referent: Herr Linck. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekaste». Nach- dein das Protokoll ans der letzten Versaniinlung verlesen und angenommen, erhielt der Referent das Wort zu seinem Aortrage, in welchem er erwähnte, daß die Atilitärschiieider sich erst vor ganz kurzer Zeit zur Freude anderer Gewerkschaften organisirt und ebeiisalls einen Streik siegreich durchgesochte» haben. Jetzt gilt es aber, diesen errungenen Lohn festzuhalten. Nur durch eine stramme und feste Organisation aller Kollegen sei es mög lich, auf die Geschäftsinhaber einen Druck auszuüben und deren Willkür ein Halt zu gebieten. Da nun die Herren Geschäfts- inhaber die sehr gerechten und bescheidenen Forderungen der Arbeiter als nngerechtfertigt hinstelle», so schließen sie feste Fa brikantenringe und versuchen, wie wir jetzt in Hamburg sehen, die Organisation der Arbeiter zu sprengen und die Arbeiter mit allen, wenn auch sehr unlauteren Mitteln, in ihren Bestrebungen auf Verbesserung ihrer gedrückten Lage zu verhindern. Die Hand- liiuge», die der Staatsanwalt, wen» sie von Arbeitern anSgehen, sogar von solchen, die nicht einmal die nölhige Kenntnip be- sitzen, ui» das Strafbare derselben zu kenne», sofort verfolgt, kann sich der Fabrikant, ohne irgend weiche Gefahr zu laufen, erlauben. Es'werde» schivarze Listen angefertigt und unliedsaine Arbeiter darauf verzeichnet. Dieses Treiben hat bis jetzt noch kein Staatsanwalt für Vcrrufserklärimg angesehen. Der Arbeiter muß darum mehr als bisher das Gefährliche feiner Lage einsehen und begreifen lerne», daß nur vermöge einer starken Organisation, die fest geschlossen ist, wie eine Kette, dem Ueber- iiiulhe des Kapitals ein Damm entgegengesetzt werden kann. Hierauf solgte dem Referenten reichlicher Beifall und eine rege und ausgedehnte Diskussion, welche sich im Sinne des Referenten gestaltete. Hierauf folgte eine Pause von 15 Minuten, um den Mitgliedern Gelegenheit zu geben. Beitrüge zu entrichten und die Streiks ondskarten in Empfang zu nehmen. Es wurde auch ein sehr ausgiebiger Gebrauch davon gemacht. Unter„Verschiedenes" wurde noch erwähnt, daß sich die Agitationskommission der Liescrungsschueider nicht hören lasse; eS iväre doch bald an der Zeit, daß von dieser Kommission eine Versammlung einberufen würde. Tie Offiziersschneider haben deshalb zu erscheine»»nd die Kollegen, welche i» ihrem Lohn noch niedriger dastehen, that- kräftig zu unterstützen. Hierauf schloß der Vorsitzende die Ver- saninilliiig. Eine gntbesttchte MitsUederveesammlnng des Fach- «evrins den in den©lapee-»nd Knrtonpapirr-Fabvike» beschäftigten Aebeitee nnd Arbeiterinnen tagte am Dienstag, den 15. Juli»n Scheffer's Salon, Juselsiraße Sir. 10. � Die Tagesorduling lautete: 1. Vierteljahresbericht des KassirerS. 2. Vortrag des Herr» August Günther über:„Tie Gewerkschasts- orgauisation und ihre Bedeutung." Nachdem der Kassirer den Viertcljahresbcricht verlesen, welche die Revisoren auf die Richtig keit hin bestätigten nnd dem Kassirer Decharge ertheilt war, hielt Herr Günther seinen Vortrag. Redner stellte fest, daß die deutschen Arbeiter in der Geiverkschaftsorganisation in den letzten Jahren sehr zurückgeblieben sind gegen die Arbeiter anderer Länder, ivas hauplsächtich seinen Grund darin hat, daß man die Führer der Beivegling aus Grund des Sozialistengesetzes auswies, oder durch andere Machiliationen in ihre Thätigkcit hemmte. Reserent wies serner daraus hi», daß die Engiäiiter sictz eine viel größere Koaliations- sreiheit errungen haben, als die deutschest Arbeiter. Wir haben das Koalitionsrecht so zu sagen nur aus Papier. Das Koalitionsrecht stehe nur den oberen Zehntausend zu, wie es ja die Hainburger Verhältnisse beweisen. Referent kam dann auf die traurigen Ge- werkschasts-Verhältnisse zu sprechen. Ter Arbeiter, welcher alle Werlhe schafft, verhungert, während die Bourgeoisie alle Werthe, welche der Arbeiter schafft, im Uebermaß verkonsumirt. Tie Bourgeoisie ist nur darauf bedacht, die Arbeiter in der Berdum- mung zu erhalten, indem sie diesen das Eiapopeia vom Hirninek und besseren Jenseits einpauken. Die Arbeiter und Arbeiterinnen glauben aber nicht mehr an solche Ammenmärchen. Bei diesen Worten wurde die Versaminluiig vom überwachende» Beamten auf Grund des 80 des Sozialistengesetzes aus- gelöst. Eine öffentliche Persamnilun« der Eravrure und Ziseleure sand am in. Juli im Lokal» des Herrn Kle»n. Oranienstraße, statt. Auf der Tagesordiulug stand: 1. Ist zwectmäßig in diesem Jahre einen Kongreß der deutjchen<Ära- veure und Ziseleure einjubenisen? L. Diskttsjlon. 8, Verschiedenes. In das Bureau wurden die Herren VUnnke, Schwahn und Mich an gewählt. Zum erste» Punkt der Tagesordnuiig er- griff Herr B. Zack das Wort. Er führte ans: Vor hundert Jahren sei das Graveur- und Ziseleur-Gewerbe noch als Kunstgewerbe betrachtet worden!. Mst dagegen mache sich die kapitalistische Produltion mit allen ihren schlechten Aus- flüssen auch hier geltend. Vor zehn Jahren»och sei gut bezahlt worden. Hierdurch ivurde ein großes Angebot von Lehrlingen hervorgerufen. Die Unternehmer griffen natürlich zu bot sich ihnen ja ein großes Ansbeutniigsseld dar. nah», auch die Sonntags- und Ueberzeitarbe.t rapide zu und ver- ursachte große Arbeitslosigkeit unter den Kollegen. Bor sechs bis acht Jahren ivurde ein Fackverein der Graveure und, Ziseleure aearimdet, um gegen die Unteruehmcischast Front zu mache» Jedoch erst vor ea. vier Jahren wurde von den Kollegen der richtige Weg erkannt, den man gehen müsse, um etwas Positives zu erreichen. Erst jetzt schloß man sich voll und ganz der allgemeinen Arbeiterbeivegung an. In diesem Jahre sei nun die Idee eines deutschen Graveur- und Ziseleurkongresses ausgetaucht. auf welchem sich die Kolleaenschast Teutschlands auc sprechen könne. Tie Berliner Agitationskommissioi, habe die Sache zur Siegelung übertragen bekommen und mache den Vorichlag, einen Kongreß vom 22. bis 24. September in Erfurt mit folgender Tagesordnung stattfinden zu lassen: 1. Bericht der Deleairten über die Lage des Gewerbes ln den einzelnen Städtm. 2. Organisationsfrage(Lokal- oder Zentralorgamsation). 3. Fach- presse 4. Der Werth der Verkürzung der Arbeitszeit. 5. Ter Werth der Statistik. 6. Das Lehrlingswesen. 7. Arbeitsnachweis. Wanderunterstützung und Herberaswesen. Nachdem der.tteferent die für den Kongreß in Aussicht genommenen Punkte einer näheren Besprechung unterzogen hatte, schloß er»ut einer Mahnung an die Kollegen, z„ jeder Zeit uiitzuarbeiien an der Befreiung der arbeitenden Klassen vom Joche des Kapitals.(Bei- fall.) An der Disk.tssion bctheiligten sich die Herren Schimansky, Richno und Guttmann. Nach dein Schlußwort des Referenten ivurde olgende Resolution angeuommen:„Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und beschließt, den Kongreß zu beschicken, um uns so zu orgauisiren,>vie es die heutigen Verhältnisse erfordern." Darauf wurde beschlossen, vier Delegirte zum Kongreß zu entsenden. Es wurden als solche die " erteil Guttmann, Uhrbach, B. Zack und Schimansky geivählt. >ie Agitationskommission wurde beaustragt, 150 M. von den Agitationsgeldern den Delegirte» zu übergeben. Nachdem an Stelle des austretenden Herrn Blümle Herr Uhrbach in die Agitatlonskommissio» geivählt worden, wurde die Versammlung �' Wiuc sehr stark besuchte Uersauiintuug fiir- Utiiuner und Frane» sand Sonntag, den 13. Juli, in May's Festsälen uuter Leitung der Herreu Fricke, Eick«, Herzbcrg statt. Das Referat hatte Herr Piius übernommen. Derselbe besprach zuerst die Eni- Wickelung deS iiienschlichen Wissens, und wie der Mensch sich durch sein Wissen die Statur unterworfen habe. Zuerst habe sich der Fortschritt des Wissens allerdings in Gestalt des Glaubens zezeigt. Ursprünglich haben die Menschen im Glauben einen esten Halt gefunden. Die alteren Leute seien es von je her ge- ivesen, welche aus Furcht vor geistiger Obdachlosigkeit am starren Dogma festgehalten haben, während die jüngeren Leute mehr Unternehmungsgeist zeigen, ein neues Haus aufzubauen. Der Redner geht dann zu den heutigen Wissenschaften über und be- merkt in der Kritik derselben, sie wären, wenn man von den Naturwissenschaften absehe, gefühl- und charakterlos. Da- gegen habe schon I. I. Rousseau mit Erfolg augc- kämpft, welcher von einem öden Wissen nichts hören wollte, 'ondern nur von einem solchen, das im engen Zusannnenhang stehe mit dem Lebe». Es iväre, führt Redner weiter alis, eine der wichtigsten Aufgaben der Wissenschaft, sich in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen, darnach zu forschen, auf welche Weise Roth und Elend, Hunger und Obdachlosigkeit von der Erde zu baniien seien. Bisher habe die Wissenschaft diese wichtige Mission nicht erfüllt, sie habe nur allein im Dienste einer Ileincn Minder- heit gestände» und für diese gearbeitet. Im Interesse dieser Minderheit habe es daher stets gelegen, den Massen des Volkes allgemeine Ausklärung und Bildung zu entziehen, weil sie einge- ehe» Hütte, daß sie nur so die Massen beherrschen könnte. Der Referent bespricht dann noch eiiigohenver die heutigen Schulverhältnisse und die Mängel unserer Volks- schulen und Gymnasien. Die Schule von heute sei nicht daZ, was sie sein solle und müsse, eine wahre Bildungs- anstalt des Volkes. Wenn erst die Gelehrten erkennen werden, tonde Eharakterlosigkeit verlieren. Reicher Beifall lohnte den AuSführungeii des Redners. An der Diskussion betheiligten sich die Herren Löschke, Sündermann, Fräulein Wabnitz und Frau Kolbe. Es ivurde auf Antrag des Herrn Wilde das Bureau der Versammlung beauftragt, auch weiterhin an Sonntagen öffentliche Versammlungen mit wissenschaftlichen Vorträgen einzuberufen. Auch wurde der Antrag, zur Deckung ver lliikosten beim Verlassen des Saales die Tcllersammlnng lortzu- setze» und einen etivaigen Ueberschuß den Hambiirger Arbeitern zu überweise», einstimmig angenommen. Ferner gelangte folgende Resolution zur Annahme: „Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Aus- führungen des Referenten einverstanden und beschließt, nur aus das„Berliner Aolksblatt" und die„Berliner Volks- Tribüne" zu abonnircn, da die bürgerliche Presse den an eine Presse zu stellenden Anforderuugen, als Volksbildungs- mittel z» dienen, nicht genüat. Unter Verschiedenem brachte Frau Gubela eine Beschwerde gegen den Inhaber des Saales vor, und wurde das Bureau beauftragt, diesen Fall der Lokalkommission zu unterbreiten. Eine öffentliche Zleesammlung sämmtlichev Ktncka- teure Kerlin» nnd zimgeoend ivar zum Sonntag, den 13. Juli, im Lokale deS Herrn Zemter, Müuzstr. 11, einberufen. Das Bureau bestand aus' den Kollegen W. Schulz, F. Scherbing und Kotsicky. Tie Tagesordnung lautete: 1. Rechnungslegung der Vertrauensleute und Wahl zweier Revisoren. 2. Wie stelle» wir uns zur Wahl von Delegirte» zum zweiten deutschen Stuckateurkongreß. 3. Verschiedene Gewertschasts-Angelegenheiten. Zunächst erhielt Herr Meyer zu der Abrechnung das Wort. Die Einuahme betrug 210 M. 10 Pf., der einer Ausgabe von 133 M. 5 Pf. gegenüberstand, so daß 81 M. 5 Pf. als Bestand verbleibt. Einige Redner sprachen sich»ninmehr dahin an?, daß die Abrechnung nicht klar genug erscheine, und wünsche», da man es der Oeffentlichkeit schuldig ist, dieselbe künfitg genauer präzisire, welches auch die Vertraiieiisleme be- achte» werben. Zur Wahl der Stcvisoren geschritten, ergab die Kandidatenliste deren drei, und zwar die Herren Keyser, Metten und Schmiedel, welche dann auch von der Versammlung gewühlt ivtirdeu. In der Debatte behufü Wahl von Delegirlen zum zweiten deutschen Stuckateurkongreß hob Herr F. Grüneuberg hervor, daß der erste Kongreß noch nichts geschaffen habe, auch hätten die meisten Kollegen für diese Sache kein Berftändniß. Reduer rieth daher von einer Wahl ab. Diese Ausführungen wurden aber von mehreren Rednern ividerlegt, indem uns durch die rege Thäligkeit der Agitations- Koiniilisfioit 5 Städte, in denen Facyvereine gegründet, zngeführt wurden. Auch sprechen dieselben Redner sich dahin aus, daß es unbedingt nothivendig sei, den Kongreß zu deschicke»; inid wenn die Betheiliguug in den Versammlungen noch so gering ist, so müsse man nicht die Hoffnung ausgeben, man muffe vielmehr außerhalb derselben, an den Arbeitsstätten fleißig agitirei» und die Kollegen ansklären. Deuizusolge wurde der Antrag an- genommen, zivei Delegirte zu schicken und die Kosten durch freiwillige Beiträge aus Sammellisten aufzubringen. Dieselben sind bei Herrn Meyer in Empfang zu nehmen. Die Wahl traf aus die Herren Marker nno Braiim, ivelche auch annahmen, sich aber vorbehielten, kein ge- bundenes, sondern ein freies Mandat mit aus den Weg zu er? halten. Run socke man sich rege an den Saininliingen betheiligen nnd die Kollegen an ihre Pflicht erinnern. Zum Schluß verliest der Vorsitzende einen Brief, betreffend die Firma Henseler in Dresden, und wird ein jeder Kollege gewarnt, dorthin zu reisen. Die Firma erläßt Annonze», durch welche ein starkes Angebot bezweckt wird, um dann die Löhne herunterdrücken zu können; die Firma Schulze ebendaselbst betreibt dasselbe. Nähere Ans- kinist ist zu ertheilen bereit: Hugo Heiuke, Straße C., Sir. 32 1. Da die Tagesordnung erschöpft, wurde die Versammliing ge- schlössen. Gommern(Kreis Jerichow), 7. Juli. Hier sand gestern eine Arbeiterversanunlung, in welcher die Gründung eines Arbeiter- Vereins augebahnt ivnrde. Seit einer Reihe von Jahre» herrschen hier unter den Arbeiter» die trübseligsten Eriverdsverhältiiifse, namentlich für die aufreibenden Arbeiten in den Steinbrüchen, die seit einer Reihe von Jahren, ansqnglich von kleinen Unter- nehniern erschlossen sind, die zuerst die mühevolle und frühzeitig e itkrästende Arbeit selbst verrichteten, später aber, als sich Geld- gewinn und damit neue Unternebmunaslust den Stein- brüchen zuwendete, die Arbeit anderen überließen und Nch_ als richtige Unternehmer, auf das Einziehen des Gewinnes beschränkten. So wurden hier die Arbeits- Verhältnisse die denkbar traurigsten. Bald bekamen die Unter- nehmer die Arbeitskräfte in der Umgegend nicht mehr billig genug und es fand nun das beliebte Mittel der Heranziehung fremder Arbeiter statt. Hauptsächlich waren es bedürfnislose Polen, die man für die Steinbrüche gewann, damit die Löhne möglichst niedrig gehalten werden konnten. Die Steinhauer arbeiten be- reits von Morgens 4 Uhr an, um es dann bis zum späten Abend auf einen Tagelohn von etwa 4,50 M. zu bringen; der Tagelohn der übrigen Arbeiter in den Steinbrüchen ist erheblich geringer und erreicht kaum die Hälfte der erwähnten Summe. Dabei ist die Arbeit schwer und erfordert eine reichliche Ernährung des Körpers, wenn der Arbeiter nicht vor der Zeit siech und krank werden soll. Namentlich gilt dies von den Steinhauern, die den ganzen Tag hindurch ihren fünfundzwanzig Pfund schweren Hammer schwingen. Trotz dieser elenden Verhältnisse oder vielleicht infolge derselben, bestand in Gommern unter den zahlreichen Arbeitern keinerlei Vereinigung, keine Organisation. Erst aus den Nachbarstädtcn müssen die Arbeiter auf diese traurigen Verhältnisse aufmerksam werden und veranlaßten nun die gestern stattgehabte Ver- sammlung. Die Wirkung derselben läßt sich amjbesien beurtheilen, wenn wir den Bericht der„Zeitung für Gommern" wenigstens theilweise zitiren. Das genannte Blättchen, so ein echtes und rechtes Unternehmer-Blättchen, dem bei dem Gedanken an «ine selbstständige Arbeiterbewegung die blasse Angst aus jeder Zeile guckt, schreibt über die Versammlung folgendes: „Hurrah! Die Arbeiterbewegung lebe hoch!" Mit diesen Worten wurde die erste sozialdemokratische Versammlung in Gommern geschlossen. Die dlutrothe Fahne der Sozialdemokratie ist in unserem so sriedlicheu Gommern gestern von fremden Elementen entfaltet worden. Eni junges, aber tapfer drein brüllendes Kerlchen aus Burg lieh sich von seinen Komplizen in Burg, Krakau und Leitzkau als Vorhetzer zum Leiter der Versammlung aufstellen und schlug mit seinem Bierseidel ge- waltig den Takt zu seinen groß— redigen Hetzereien. Als Rese- rent nahni das Wort ein T i s ch l e r G l o ck e aus Berlin, jein Rednertalent mit Redensarten voll blühenden UnsinnS. Mit solchen Redensarten, die jeder gebildete Arbeiter gegen einen Arbeitskollegen anzuwenden sich schämen würde, geht es in dem Bericht weiter, dasselbe schließt dann folgendermaßen: In der nun folgenden Diskussion gründeten nun Burgenser Sozialdemokraten einen Arbeiterdildungsverein für Gommern. (Ter provisorische Vorsitzende, Klempr.ergeselle Emil Schmidt, ist heute bereits wegen sozialdemokratischer Umtriebe von seinem Meister entlassen. Red.) Es sollen Kräfte herangebildet werden, die dann Forderungen stellen sollen. Also eine nette Verhetzung steht uns bevor! Auch auf sozialdemokratische Blätter wurde aufmerksam gemacht. Die andern Blätter sollen Blätter sein, welche den Arbeiter nur verdummen wollen. Einige sozialdemo- kratische Zeitungen lagen aus. Es gehören starke Nerven dazu, dieselben zu durchlesen. Mit Abscheu und Ekel legt man die in verrohtem Tone geschriebenen Blätter wieder aus der Hand mit dem Wunsche, daß Gommern und Umgegend von dieser geistigen Verpestung bewahrt bleiben möge. fAuch wurde fleißig ermahnt, nur Wirthe und Geschäftsleute ihrer Partei in Nahrung zu setzen. Eine wirkliche gesunde Ansicht äußerte ein Herr Bilhard. Räch Feierabend soll nicht mehr gearbeitet werden, auch nicht des Sonntags, denn es heißt, 6 Tage sollst Du arbeiten. Diesem Spruche, den auch wir gut heißen, möchten wir aber auch den aus dem neuen Testamente beifügen:„So jemand nicht will arbeiten, der soll auch nicht essen."(Das Urtheil über diese Reden des qu. Sozialdemokraten glauben wir getrost unseren Lesern über- lassen zu können. Wir hätten gern von der Veröffentlichung zener Hetzreden Abstand genommen, aber um zu zeigen, daß wir keinen Sozialdemokraten, ja auch keinen Glocke fürchten, mußten wir Obiges demonstriren.— Horresco referens. D. Red.) So der Bericht der Zeitung für Gommern. Man sieht daraus, daß der Berichterstatter stark am Latein leidet, hinter dem er wahrscheinlich sein mangelhaftes Deutsch verstecken will. Hoffent- lich reden die Arbeiter lünjtig ein verständlicheres Deutsch mit dem Herrn, damit demselben Gelegenheit gegeben wird, sich hierin zu vervollkommnen. Die Maßregelung des Klempners Schmidt ist ja die richtige Art, einem neuen Verein aufzuhelfen. Das Sozialistengesetz scheint jetzt, nachdem die Re- gierung es aufgegeben hat, in Gommern von den Arbeitgebern privatim gehandhabt zu werden.— Nun, wohl bekomm's ihnen! Hoffentlich werden sich die Herren nicht wundern, wenn die Ar- deiter, nachdem sie stch organisirt haben, mit den Herren Unter- nehmern wegen solcher und ähnlicher Vorkommnisse, die man einstweilen hübsch in Erinnerung behalten wird, ein ernstes Wörtchen reden. So eine kleine Ahnung hiervon scheint ja auch die„Zeitung für Gommern" schon zu haben. Einstweilen besteht in Gommern ein Arbeiterverein und derselbe wird geleitet werden, wenn auch die„Zeitung für Gommern" und ihre gleichgesinnten Hk.iterntänner ihre Furchtlosigkeit durch fernere Maßregelungen der Betheiligten zu beweisen suchen. itft- und Di»I>»tirt>lud„International»". ZuH, Abend« 8 Uhr, Steine Andreasstr. i» bei S«liat>»n>okrati(cher Sltznng Donnerstag, den 17. Beste.(Säfte haben ZnirlN. «awanisrnr» und Kerussgenolten Krrlino und ztmgegend. Große öffentliche Versammlung am Donnerstag, den 17. Juli, Abends 8 Uhr, tn Feuerstein'« Salon, Alle Jakobstr. 75. Frei» z>»r»lniaung drr Kau- und gewerblich»» Kilfoarbritrr Schön»b»rg» und jlmyegrnd. Donnerstag, den 17. Juli, Abend« s Uhr, tn der„Schlvßbrauerei Schöneberg", Hauptstraße: Mitglieder-Versammlung. AUg»M»in»r Arbeiterin»»»- Pereii- fanuutlichrr Kernt onveig» Kertin» und tzlingrgend.(Leneral-Berfammlung am Donnerstag, den 17. Juli, Abends 8% Uhr, tn Scheffer's Salon, Jnfelslr. 10. Mitgliedsbuch legitimirt.— Herr Steinlopf, LandSbergerstr. IS, wird ersucht, die Btllet« vom Maskenball abzurechnen. Uerrin gewerblicher Nilfoarbeiter für Zohannisthai und Zlui- Donnerstag, den 17. Juli, Abend« 7 Uhr, tn„fiemieberg's Salon" tn Johannisthal: Große General-Versammlung.— Um fleh über die durch Niedertracht einzelner Gegner tn Umlauf gebrachte» falschen Gerüchte zu orienriren, ist das Erscheinen fämmtlicher Hilfsarbeiter dringend noth- wendig. Allgemeiner Aletallarbeiter- Kerein Kerlino und Zlingegend. Sonntag, den so. Juli, Vormittag«% Uhr: Ordentliche General-Versammlung im großen Saal der Brauerei Friedrichshain(norm. LipS). Tage«- ordnung: 1. Sassenbertcht und Bericht der Revisoren. 2. Bericht des Vorstandes. s. Neuwahl des Vorstandes.* Beschlußfafsung über etne Bibltothek- vrdnung und Bestättaung der Bevollmächtigten, s. Anträge.«. Verschiedenes. — Es ist Pflicht fämmtlicher Mitglieder zu erscheinen.— Mitgliedsbuch legitimirt. Fachverein der Tischler. Sonnabend, den 19. Juli, Abend« 8% Uhr, in Mai)'« Festsälen(früher Heydrich), Veuthstr. 20—21(Eingang von der Post): Generalversammlung. Mitgliedsbuch legitimiit. Neue Mitglieder werden auf- genommen. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Kerei»!ur zvahruug der Interelse» der«alt- und Schankivirthe Kerlin» und Zlingegend. Freitag, den 18. Juli, Nachmittag« Uhr, beim »ollcgen Gründe!, Dresdenersir. iie, General-Berfammlung. Allgemeiner Metallarbeiter Nerein Kerli»» und Zlingegend. Große Versammlung für FrtedrtchSberg und Weißensee ain Donnerstag, den 17. Juli, Abends 8 Uhr, im Sonzert-Park Ostend, Frankfurter Allee. Zefeklub„Keine." Sonnabend, den 19. Juli, grober Sommernacht«- ball tn der Unionsbrauerei, Hasenhaide. Um 12 Uhr«asseepause. Ansang 8 Uhr. Billet« für Herren so Pf., Damen es Pf., find in den mit Plakaten versehenen Lokalen und bei folgenden Herren zu haben: H. Klingenberg, Heimftr. 18, Quergeb. 2 Dr.; A. Helterhos, Arndtslr. 81, 8 Dr.; W. Grube, Bellealliancestr. 64, Hos park.; W. Müller, Bergmannsir. 98, Hos parterre: H. Köhler, Schenkendorfslr. 4, 4 Tr. Nlodcllenre und vipabildhauer Kerlins. Oesfentliche Versammlung im Restaurant Poppe, Lindenstr. 10«. Tagesordnung: Wie stellen sich die Kollegen zur Gründung eine« Verein« der Modelleure und SipSbtld- Hauer?" <610(1» öffentliche Fra»ei,-ZIer(ammlung für Friedenau, Etegliv und Umgegend am Freitag, den 18. Juli, Abend! Uhr, im Kurhausrestaurant Friedenau. Herren alS Gäste haben Zutritt. Zur Deckung der Unkosten findet eine Dellersammlung statt. ES ist Pflicht aller Frauen, tn dieser Versammlung zu erfcheinen. «efaiig-, Turn- nnb gesellige Pereine am Donnerstag. Männer- gesangverein„Lätilia" Abends 9 Uhr tn Vettin'« Restaurant, Veteranenstr. 19. — Gesangverein„Bretzelschluß" Abends 8� Uhr im Restaurant Mündt, Köp- ntckerstraße 100.— Männergesangverein„Nordstern" Abend« v Uhr im Restaurant Pohl, Müllerstr. 7.— Schäfer'scher„Gesangverein der Elser" Abends 9 Uhr bei Wols u. Krüger, Skaliherftr. 128, Gesang.— Gesangverein „Blüthenkranz" Abends 9 Uhr im Restaurant Brandenburgstr. 80.— Männer- gesangverein„Alerander" Abend« 0 Uhr im Restaurant Rose, Straußberger- straße 3.— Männergesangverein„Firmitas" bei»inner, Köpnickerstr. 88.— Gesangverein„Sängerlust", Abends 9 Uhr, im Restaurant LandSbergerstr. 80.— Gesangverein„Männerchor Tl. Urban" Abend« 9 Uhr Annenslr. 9.— Gesang- verein„Deutsche Liederlasel" Abends 9 Uhr Köpnickerstr. 100.— Besangverein „Norddeutsche Schleife" Abends von 9 bi« 11 Uhr, Michaelkirchstr. 39.— Männergesangverein„Sangesfreunde" Abends 9 bi« 11 Uhr, Frankfurter Bier- Hallen(Krüger), Große Frankfurterstr. 102.—„Brunonia' Abend«» Uhr Halle, Briherstr. 17—18;— desgl. 8. Männerablheilung Abend« 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubenerstr. 61.— Lübeck'scher Turnverein(Männer- Ablheilung) Abend« 8 Uhr Elisabethsir. 67—68.— Allgemeiner ArendS'scher Slenographenverein, Abrheilung„Loutsenftadt", Abend« 8is Uhr im Restaurant Preuß, Oranienstraße 61.— ArendS'scher Stenographenverein „Phalanx" Abends 8% Uhr im Restaurant„Zum Buckower Barten", Buckower- straße 9.— Deutscher Verein ArendS'scher Stenographen Abend« 9 Uhr in Heidt'« Restaurant, Koppenstr. 75, Unterricht und Ucbung.— Berliner Sleno- graphen-Verein(System Arends) Abend« 9 Uhr im Restaurant Friedrich- straße 20s.— Stolze'scher Slenographenverein„Nord-Berlin" Abend« 9 Uhr, Schlegelstr. 44.— Berein der„Natursreunde" Abend« 9 Uhr im Restaurant Wienerstr. 86.— Verein der Unruhstädter Abend« 8\ Uhr im„Köntg- Padt-Kastno", Holzmarltstr. 72.— Verein ehemaliger F. W. Retrschlag'scher Schuler am 1. und 3. Donnerstag ieden Monat« im Nase Schüler, Land«- bergerstr. 7s Abend»« Uhr.— Rauchklud„Kernspihe" Abends s1; Uhr im Restaurant Böhl, Rudersdorferftr. 8.— Verein ehem. Schüler der 28. Ge- meindeschule Abend« 9% Uhr, Große Frankfurterstr. 47 bei Martini.— Rauch klub„Arcona" Abend« 9 Uhr bei ZiplaiSki, Reichenbergerstr. 71.— Ranchklub „Dezimalwaage" Abend« 9 Uhr, Blumeustr. 38 bei Hencke.— Rauchklub „Vorwärts" Abends 9 Uhr beim Herrn Tempel, Restaurant„Zum AniboS", Breslauerstr. 27. Orientalischer Rauchklub" Abends 9 Uhr im Resiaur. Wtechert, Oranienstraße 8.— Rauchklub„Krumme Piepe" Abends 9 Uhr Langeslr. 70 bei Heindors.— Rauchklub„Eollegia" Abend« 9 Uhr bei Thiemermann.SlaliSerstr.»6. Vevttrtsthkes. Ueber den Cyltlon in Minnesota liegen die folgenden ausführlichen Kabel-Telegramme vom 14. d. Mts. vor: Der Orkan wüthete am schlimmsten in den Vorstädten der Stadt St. Paul. Die dort belegenen Sommerhotcls wurden demolirt und mehrere Gäste getödtet und verletzt. Viele Personen, welche eine Bootfahrt auf den benachbarten Landseen unternommen hatten, ertranken. Auf dem Pepin-See fuhr der Dampfer„Seawing" mit einem Kahne im Schlepptau von Diamond Bluff nach dem etwa 18 Meilen davon gelegenen Standlager und trat um 8 Uhr Abends die Heimfahrt sich 150 Personen auf dem Dampfer/ darunter� und Kinder aus Red Wing und Diamond Bluff, dem Kahne waren. Obwohl Anzeichen eines Sturmes vorhanden waren, hielt man die Ueberfa> lich. Als das Schiff indeß gegenüber Lake City die volle Gemalt des Sturmes verspürt. Die# über den Dampfer, der bald daraus auf einer Inzwischen hatte sich der Kahn losgerissen m umher, nachdem mehrere seiner Insassen in de» und ans Ufer geschwommen waren. Der TaniH gemacht und trieb in die Mitte des Sees infolge des stürmischen Wogenganges u 50 Personen hatten sich festgehalten, und gelungen, auf das umgestürzte Schiff zu 1 übrigen 100 ertranken, da die schäumenden W> versuche unmöglich machten. Die Szenen, die spielten, wurden als gräßlich geschildert. Der indeß bald und von Lake City stießen mehrere die Personen, die sich am Kiel des Dampfers nahmen. Eines dieser Boote schlug um, Geretteten wieder ins Wasser sielen und n» ertranken. Die übrigen, größtentheils Männer, Ruderboote vom Ufer gerettet. Der Kahn errch stade und alle Personen, die sich auf demselben best gerettet. Der Wirbelsturm richtete großen Schade» an. Die Stadt ist größtentheils dem Erdboden g» viele Einwohner wurden entweder in den Häuser» Straßen getödtet. Ein später aufgegebenes Telegramm meldet: E ermittelt worden, daß 60 Passagiere des Dampf*» gerettet wurden, so daß die Zahl der Ertrunss als 100 betragen dürfte. Etiva 70 Lel> reits geborgen worden. Der Wirbelsturm halben furchtbare Verheerungen an. An den Gestade»� nioi» eint tag HäuS vr tv Kr, Sees unweit St. Paul befinden sich zahlreiche Som»» der Einwohner dieser Stadt, die fast alle zerst»» während fünf Personen getödtet und viele andere v> Der Sturm hat nahezu eii bestrichen, und alle auf demselben befindlichen—. entweder zerstört oder beschädigt worden. Versä.'�r fem, Seen und Vergnügungsorte unweit St. Paul heimgesucht und arg beschädigt, wobei auch mehrere tödtet und verletzt worden sind. ine fast alle 5#% md viele andere Flächenraum vo»� lie ganz I Im I c B er DezreHlhen. st r i e l Loblied tMolffo Trlrgraphrn-Kureau.) Kochnm, 16. Juli. Auf einigen Zechen des � ml),;' Reviers ist wegen mangelnden Kohlenabsatzes eini#*. uteglerl leuten unter gleichzeitiger Zusicherung der Wiedero�ssen Ka Herbst für jetzt gekündigt worden� Leibe gl stltat g' solche Dvirslialkc» dvv Bei Anfragen bitten wir die Abonneniemz-Quiltung beizufüS�'" Antwort wird nicht erlhetll.■ Das K. M., Riffdorf. Wenn Sie den Namen JhMg diese K annehmen wollen, so wenden Sie sich mit der%% e t tt t i nehmigung an das Polizeipräsidium Hierselbst und's.«n jedenfalls die Einwilligungserklärung Ihres Stiesvate�-• Gesuch hat jedoch nur dann Aussicht auf Erfolg, bestimmte Gründe für dasselbe angeben und U»» stellen.>; H. Tst. Ausserhalv. 1. Wenn die mündlich Wohnung bereits vom Miether bezogen worden ist, der WIW" de durch Aeltesi er als yumiy uctcus» UÜIU VVAVgeN lüütüCU JaMUpl hrts neue Eigenthümer des Hauses an den mündbvyy.' 0al ebenso gebunden, wie der ursprüngliche Vermiether, d chzeng die Jahresmiethe über 150 Mark beträgt, auf höchst,'".! d. D seit Beginn der Miethszeit. 2. Ist keine Miethszeit, für die Zeit bis zum I. Juli geschlossen, so lief an hörigen ohne daß es einer 5kündigung bedürste, die Miethe ad. Miether für die Zeit nach dem 1. Juli noch Miethe �. kann doch jeder Theil vor dem 1. Oktober erkären,'• fernere Verlängerung der Miethe nicht wolle. Da»' men dl Wohnung am 1. Oktober geräumt werden. ,idie aus M. T. 9, Im Allgemeinen verjähren vorbedunS�sf»« in 4 Jahren. Wir müßten aber zu einer präzisen Be»» �j0ß| die näheren Umstände Ihres Falles kennen. kann Ibedellt HerreuschneMZ Unserm Kollegen u. Genossen Robert Hahn zum heutigen Wiegenfeste ein 09Smal donnerndes Hoch! 1148 Mehrere Kollegen. Am Dienstag, den 15. Juli, Vormittags, endete ein plötzlicher Tod die Leiden unseres einzigen Kindes, unserer L o t t i. Um stilles Beileid bitten Eduard Flickschu und Frau, W., Sigismundstr. 5. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 17., Nachm. 7 Uhr, auf dem alten Jakobikirchhof(Nollkrug) statt.(1140 Allen Freunden und Genossen die traurige Mittheilung, daß unsere Tochter Martha im Alter von 6'/« Jahren am Sonnabend plötzlich gestorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 18. d. Mts., Nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle der St. Elisabeth-Ge- meinde, Prinzen-Allee aus, statt. 1154 Die trauernde Mutter Z Frau Talbert nebst Kindern. Danksagung.[1145 Sage hiermit allen Verwandten und Kollegen meinen herzlichsten Dank für die Theilnahme am Begräbniß meines Mannes. Wwe. Emma Simon. A. Goldschmidt, ___ Spandauerbrücke 6, am hiesigen Platze bekanntlich Grossto Auswahl. Varantirt sicher brennende aap- T a b a lr e."WB, Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindlichen Rohtabake sind am 1653 Lager. A. Oolschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt. Platinaabfälle, wie Draht aus elektr. Glühlampen k. Bergwitz, Dragonerstr.27. zWaMeü-llllterstDttgs-Klljse llttGürtler-Gesellea zllBerliu. Die Mitglieder obiger Kasse werden zu der am Sonntag, den 20. d. M., Vormittags 10>/s Uhr, in dem Lokale Sanss ouci, Kotlbuserstr. 4a, statt- findenden General- Reriammlnno hiermit ergebenst eingeladen. 1130 Tagesordnung: Bericht über die Lage der Kasse. Der Vor st and. I. A.: G- Kneifs, Vorsitzender. Wfrfjer Weider-MM. Zahlstelle K erlin. Donnerstag, 17. Juli, Abends S'/e Uhr, in„G Srativeil's Bierhallen", Kommandante» strafte 77—"79; Mglieijer-VechMlW. Tagesordnung: l.Fortberathung derAnträge. 2. Wahl der Delegirten. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Bezahlung der Beiträge. 4. Verschiedenes. Der Wichtigkeit halber ist das Er- scheinen aller Mitglieder nöthig. 1144 Die Lokalverwaltnng. Restaurant„Sport", Grünau, Cöpenickorstr. 42 Allen Freunden und Gönnern empfehle mein schön am Wald und Wasser gelegenes Gartenlokal. Kegelbahnen und kl. Saal stehen zur Verfügung. 1151 Achtungsvoll Gustav Anders. Roh-Tabak Größte Auswahl, billigste Preise. 667 G. Elkhuygen, Munsstr. 10, Eine parthie 121 fehlerhafte Teppiche!> in Sophagrösse ä 5, 6, 8 u. 10 U. ■ in Salongrösse ä 12, 15, 20-50 H. Werth das Saplte I ten I Gardinen rÄ.I Wl ä 10, 12, 15—40 Mark. g 500 Master stets Torräthig.■ 'Gardinen- u. Teppichfabrik� . Emil Lefävre, J Berlin S., Granienstr. 138. I Jllustr. Musterbücher franko. 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