L Be- di- Nr. 178. Sonntag, de« 3. Angnst 1890. 7. Jahrg. I erlittet ü olbblatt Hrgan sür die Interessen der Ardeiter. .... i Das„Berliner Volksblatt" in'» taglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin gBJP.auä vierteljährlich 3,M Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 nta88«Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3,30 Mark pro Quartal. %.(Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1390 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) »««* Kreuzband, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Ve�ammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags m der Expedition, Berlin SW., Beuthstraße 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Prelles, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -• Fernsprecher: Amt VL|hr. 4106.»» Nevaktion: VeukhPtrAtze 2.— Expvdikion: VeuthZtvMe 3. Ders liciufmännililic pvctlcfavtitf. Die Berichte der in Deutschland bestehenden so- Mannten Arbeiterkolonien ergeben, daß diese �'stalten sehr stark von stellenlosen jungen Kaufleuten in Spruch genommen werden. In der Kolonie Berlin N. .flanden sich unter den Besuchern schon vor einigen Jahren K%hn Prozent an jungen Kaufleuten; in den übrigen .,g Weise da urtheilr, wo die Handlungen Solcher und seien. „privatspekulirende Genossen", gewiß nicht das Licht der> lichkeit zu scheuen haben. Wer glaubt, sein Bestes ge Y■ haben, muß sich dadurch nothwendigerweise verletzt siiyie».> „In Bezug auf die Streitigkeiten habe ich es mit dem ausfliegen" nicht so eilig. Bestehen Differenzen w. der Partei— und es wäre geradezu ein Wunder, wenn zwölfjähriger Niederhaltung sich nicht auch abweichende Me. gebildet haben sollten— so ist nöthig, das Für und Ww � zusprechen, ja es ist nützlich für die Partei, daß der E � nennen wir es ruhig so— zum Austrag kommt; wenn w � ausgestritten, dann werden wir uns auch auf einem gemen Boden wieder zusammenfinden, dann aber auch neu aus dem Streite hervorgehen. Alle nur dem einen uns Ziele zustrebend.. „Betrogen nur werden unsere Gegner sein, welch« B'„ einen Keil in unsere Parteibestrebungen treiben zu und die schon heute die Sozialdemokratie in zwei Lager ze „Der nächste Kongreß, deß bin ich sicher, wird meint% iich.« NU-»-Mi«.-. Genosse W. Liebknecht erwidert darauf:- „Freund Schönfeld hat richtig gerathen— ich bin d# � fasser der Korrespondenzen des„Volksblatt" welche sich 0% „Sächsische Arbeiterzeitung" wandten. Von dem Gesagten ich nichts zurücknehmen— die Sache wird jedoch an � anderen Ort ausgemacht werden. Gern will ich es sw« n aussprechen, daß ich Freund Schönseld an der— Mch™1?;' unschuldig weiß, welche mich zu meiner Kritik genolylg" welche in den weitesten Kreisen Entrüstung hervorgerme � Ich kann ihm auch versichern, daß es Rücksichten aus* erprobten Genossen ivaren, die mich wieverv,.* hinderten, Plänen meine Zustimmung zu geben, deren lichung gleichbedeutend mit dem Ruin der„Sächsischen zeitung" gewesen wäre. Mit dem„Hinausfliegen" habe auch i ch es„nicht f0 J;] wenn es sich uni Meinungsverschiedenheiten ya y| Im Gegentheil; ich bin stets der Ansicht gewesen, die Stärke unserer Partei gerade in der absoluten F r e> der Kritik bestehe. Kritik hat mich niemals verletzt, wenn sie sich gegen mich richtete. Und ich wüßte nicht, we einigem Einfluß in der Partei anders dächte. Es ist lächerlich von einem„gefährdeten Recht der freien Atem äußerung in der Sozialdemokratie" zu reden, wie ein-M K burger Blatt es gethan hat, das sich dadurch die Ehre graphischer Reklame erwarb. Insbesondere hat die Parteileitung keinen Grund, die Kritik zu scheuen. Je desto besser! Nur muß es eine Kritik sein, die vom P® s inte resse diktirt ist. Wo die Kritik persönlicher Eitelkeit-J Gehässigkeit dient, und die Partei zu schädigen bemüht t!>- komint das„Hinaussliegen" in sein Stecht..» Was nun das„Hinausfliegen" anbelangt, so m u eine— beiläufig durch keinen mir bekannten Zeim bericht gerechtfertigte Auffassung ineiner Worte, daß ich haben solle, wer der Parteileitung sich wiedersetze, der stte0°»j aus. Ich habe im Gegentheil in jener Berliner Versamiyi ausdrücklich das Recht der freien, schrankenlos freien speziell auch der Parteileitung gegenüber betont; und nur«o das Recht, in der Partei zu sein, abgesprochen, welche syr oder fremde Interessen über die Partei und das Partenul� stellen. Und ich will den Parteigenossen sehen,, der in � hierauf anderer Meinung ist., Durch kameradschaftlichen, genossenschaftlichen Geist, durch Unterordnung des Individuums die G e s a nun t h e i t ist die deutsche Sozialdemokratie� geworden, und wir„Führer" würden uns einer schweren fj„ versäumniß schuldig machen, wenn wir diese Grundlage� Stärke unserer Partei von den» ersten besten zweifelhaften* I tonisten angreifen ließen..- Jeden, der das Interesse der Partei schädigt, betrachte i� Feind, und Jeder, den die Partei als solchen erkannt h®" „fliegt hinaus". Er gehört nicht zur Partei.,((J Und derartiges„Hinausfliegen" gehl ohne„Spaltung sich, und sogar auch ohne„Streit." Wenn„Tante Voß"„f spaltungen" sehen will, wird sie zu Haus bleiben müssen. Borsdorf, 1. August 1890. W. Liebknechts Der schrecklich« Masse» selbstmork der Hn»ir>>», die aber in Wirklichkeit de Werth hieß, /Ä haben gestern einen Artikel der„Z. Post" darüber Sieb.) hat in Paris den schmachvollen BekehrungsuAZ welcher von gewissen christlichen Fanatikern getrieben an das Tageslicht gezogen. Durch die unglückliche MAj 4 % etr Nacht wie eine junge Katze, das raubt mir den Schlaf' jJ Und am Tage muß ich dann das Klavierspiel und- Rouladen der Mutter anhören... tra la la la la.* es wenistens lustige Musik wäre." Risler hat das bessere Theil erwählt, er sagt kein mehr. Als er aber merkte, daß sie sich beruhigt hat, suchte er sie durch Schmeicheleien vollends zu besänftig� „Wie reizend sie heute ist!... Man beabsith s wohl Besuche zu machen....„Um die Klippe des zu umgehen, bedient er sich der unpersönlichen � form._..J „Nein," erwiderte Sidonie mit einem gewissen«t-J „im Gegentheil, ich empfange..... heute ist � 1 Empfungstag." Und da ihr Gatte bei dieser Mittheilung ein verblüfftes Gesicht macht, fährt sie fort:, „Nun ja! Heute ist mein Empfangstag! Mad� Fromont hat ja auch einen; ich denke, ich kann mir auch leisten." „Gewiß, gewiß," sagte der gute Risler, indem er ff etwas beunruhigt umsieht...„deshalb also sah ich übe| selbst auf dem Flur so viele Blumen!..." „Ja! Ich befahl dem Mädchen, diesen Morgen in Garten zu gehen... Habe ich damit Unrecht gethan- P O, Sie sagen es nicht, aber ich bin überzeugt, daß Sie V.. denken, es war unrecht von mir... Meiner Treu,> dachte, die Blumen im Garten gehörten uns ge»' schastlich." „Gewiß, sicherlich... aber dennoch... D»> Sie... es wäre doch besser gewesen..." „Darum zu bitten... Das wäre nett... mb einiger lumpiger Blumen und grünen Zweige so Z» nidrigeu. Uebrigeus habe ich mich ja nicht versteckt o'* sie nahm und wenn sie jetzt herauskommt..." „Wird sie heraufkommen?... das ist hübsch!.» Entrüstet springt Sidonie aus., „Was? Das ist hübsch. Das fehlte gerade noch, W sie nicht käme, während ich jeden Mittwoch zu ihr hin&j gehe und mich mit einem Schwarni Zieraffen und A' I puppen langweile."(Fortsetzung folgt.) I roeldje allein die furchtbare Tragödie überlebt hat, ist näm- «ch an den Tag gekommen, daß eine katholische Bei- schwester das jüngste Kind der protestantischen Familie. die Roth derselben ausbeutend, für die alleinseligmachende katholische Kirche in optima forma gekauft hat— durch da� versprechen der materiellen Unterstützung im Falle katho- üscher Taufe. Mit Recht ist die Pariser Presse empört über diesen„Seelenkauf" der beiläufig durchaus nicht vereinzelt dasteht. .. Frankreich. Man schreibt uns: Nichts kann eine bessere Charakteristik vom Stande der französische n A rberte r- Partei geben, hauptsächlich in Nord- Frankreich, als v!n Sieg unseres Parteigenossen G. Del ory ,n (stk Am 27. Juli wurde derselbe zum„Conseiller d arron- mssement"(Arrondissementsrath) gewählt und das gegen die Koalition der büraerlicken Barteien. .. der bürgerlichen Parteien. Sier stehen die Ziffern: Zweite Wahl(27. Juli) Delory 1446 St. Engrand 1256.. Leclercq 239 Erste Wahl(20. Juli) Delory 1126 St. Engrand 857„ Bouchet 925 ,,«WWUWJVk ,, . sogenannte„discipline republicaine"*) wurde wieder 'nnial von den bürgerlichen Parteien verletzt, was sie immer jF"' wenn ihr Interesse dagegen spricht. In dem Kampfe gegen ° �oulangisten, der in Nord-Frankreich sehr heftig gewesen }?.!' hatten— im Gegensatz zu dieser Praxis— unsere Freunde P«® fut die Republikaner gestimmt. . /Jcht aber hatte Delory im ersten Wahlgange relativ die «ieyien Stimmen bekommen; allein einem Sozialisten gegen- •wir gilt die Theorie der„discipline republicaine" nicht, und, wige Radikale ausgenommen, haben alle Republikaner ihre .�'mmen seinem Gegner gegeben. Ein Beweis dafür ist, daß m ersten Wahlgange Delory 1126 Stimmen hatte und En g r a n d �Stimmen.— Im zweiten Wahlgange(Ballotage) Delory «« und Engrand 1296(d. h. die Stimmen der vereinigten radikalen und Opportunisten). �as ist ein glänzender Sieg für die französische Arbeiter- und eine Niederlage für die Regierungsparteien, denn die Legierung und die Munizipalität von Lille hatten alle Waffen »Candidature offioielle"(Negierungskandidatur) gegen uns gevrauchl. . Das ist eine gute Vorbedeutung für den nächsten Partei-- �hugreß, der in Lille während des Oktober stattfinden wird, und glänzende Revanche für die Verhaftung unseres Freundes »elory während der Bewegung des 1. Mai. Die Golehrten des Körfen-Conrier" haben in „ fstf HundStagshitze eine neue Erklärung des Wortes„Sozialist" geiiefert, die wir unfern Lesern nicht verschweigen wollen. In Sonnabeno-Leitartikcl des Blattes, der dem„sozia- �'sti scheu Parteitage" gewidmet ist, heißt es: „Sozialist ist schließlich Jeder, der sich mit sozialen Fragen beschäftigt, aber es wird noch nicht Sozialdemokrat, wer dies thut." ...„Sehr gut! Besonders fein und überzeugend ist das„schließ- "ch. Und in der Ueberschrift des Artikels gebraucht der kluge und gelehrte Mann, der den Artikel geschrieben, das Wort "sozialistisch" selber als gleichbedeutend mit„sozialdemokratisch". «lamiren kann sich„schließlich" Jeder. Die übeuseeische Auswanderung aus dem deutschen »eich über deutsche Häsen, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam betrug im Monat Juni ds. Js. 6407 Personen gegen 7021 im Juni 1889 und umfaßte in dem ersten Halbjahr 1890 40 084 Köpfe gegen 51 003 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. vesterrekch Ungarn. P est, 2. August. In einem Sohlenschachte bei Fünfkirchen bmrden 8 Arbeiter durch schlagende Wetter getödtet. Im Szaszoarer Schachte wurden Ii Arbeiter infolge von Gas- Ausströmung ohnmächtig. Kurze Zeit darauf starben 3 derselben. Großbritannien. London, den 1. August. Unterhaus. Unterstaatssekretär Ferausson erklärte, die Portugiesen hätten einen Tampfcr der ofrikanischen Seengesellschaft weggenommen und dessen Offiziere Und Mannschaft unter Arrest nach Quilimane gesandt. Tie portugiesische Regierung hätte tclegraphisch die strenge Be- urafung derjenigen, welche die Beschlagnahme vorgenommen, an- geordnet. . London, 1. August. Unterhaus. Der Unterstaatssekretär °es Auswärtigen Fergusson erklärte, für die Uebernahme des Protektorats von Sansibar durch England sei kein bestimmter Zeitpunkt festgesetzt. Der Sultan von Sansibar und der britische stsonsul seien mit der Erwägung von Maßregeln zur allmälige» Aufhebung des Systems der häuslichen Sklaverei beschäftigt. Es "oge weder in dem Wunsche noch in der Macht Englands oder �eutsdilands, sich durch den Artikel 8 des englisch-deutschen Ab- . Wommens von irgend einer aus der Berliner Kongoakte von 1885 "sultirenden Verpflichtung loszusagen. Der Sekretär des Gewerkvcreins der Heizer erklärte auf einem ««eeting in Dover, der Kampf solle bis zum bitteren Ende aus- Mochten werden. Es bestehe der Plan, französische Heizer her- - Mjuschaffen. Hiergegen ließe sich aber auch etwas thun. Das orinsche Handelsamt könne Einsprache erheben und auf dessen 'Vorstellungen beim französischen Handelsministerium würden wahrscheinlich die französischen Heizer nur auf den Booten, welche vm lronzösische Flagge führen, arbeiten dürfen. Im Lause dieser sieche werden die Londoner Arbeiterführer Burns und Man» Zusprachen an die Streiker halten. ' � Frankreich. Paris, 2. Augtlst. Im Aiinisterrath unterzeichnete Präsident Carnot ein Dekret, welches den anläßlich der llisstände Verurtheilten einen gänzlichen oder thciliveisen Straferlaß gewährt. 14 Verurtheilten wurde die ganze «träfe, 22 ein Thcil derselben erlassen. v P atis, 2. August. In der gestrigen Verhandlung oes Rihilistenprozesses vor dem Appcllationsgericht, die am spaten Abend erst geschlossen wurde, verlangte und erhielt oer Gcnxx�(�dvokat zur Formulirung seines Plaidoycrs einen Aifschnb bis zum nächsten Dienstag. Die Verthcidignng bc- schrankte sich bisher auf die Geltendmachung der bereits srnher vorgebrachten Argumente, eine neue Thatsache wurde «tcht vorgebracht. . Das Syndikat der Kohle nkompagnien in °on Departements Nord und Pas de Calais hat den Berg- bewill �prozentige Lohnerhöhung vom 15. August ab .. Paris, 2. August. Eine gestern Abend hier ein- getroffene Nachricht besagt, daß in einer kleinen Ortschaft v°s Departements Horault ein Cholerafall aufgetreten sei. np% aris. i. August. Von gut unterrichteter Seite wird*"> •Vi vlO'**«-»- k.*»-<_ tvi— 1 � SlJurt i övnnrt ' v �OlgUli.«Olm giii......... vrgenti.ne- p �ble iranzösifche Regierung an die Regierung der koriia?»-"..Republik eine Note ivege» Entschädigung der bard»n>-. /fvnzösischen Unterthanen für den während des Bom- in A b r e d e e st g i � � erlittene» Schaden gerichtet habe, Spanke». 9 Erfr.«' 2- Agilst. In der Provinz Valenzia sind gestern ��rankungen und 34 Todesfälle an Cholera vorgekommen. Pepubii??�,�p"b��nische Disziplin ist, daß bei Stidiwahlen alle p'iist«» Stimmen dem republikanische» Kandidaten, der die " Stimmen gehabt hat, zufallen sollen. Die Streikbewegungen in Manresa und Malaga sind als beendet anzusehen. R«ßzand. Das Pariser Blatt„XIX. Siede" veröffentlicht folgende Depesche: Aus Petersburg wird die Entdeckung eines neuen Nihilistenkomplots gemeldet. Zahlreiche Verhaftungen sollen statt- gefunden haben, darunter auck) die eines Petersburger Univcrsitäts- Professors. Dalkanliinder. Konstantinopel, 1. August. Nach der„Agence de Constautinople" verlautet, die Pforte bereite ein Rundschreiben an ihre Vertreter im Auslande vor, in welchem sie sich über die hiesigen Vorgänge am letzten Sonntag auszusprechen würde. Heute seien viele hier nicht ansässige Armenier, angeblich über 300, verhastet worden. Constantinopel, 1. August. Meldung der„Agence de Constantinople". In Mekka sind am 29. Juli 71 und am 30. Juli 84 Personen an der Cholera gestorben. Die Regierung hat für Provenienzen aus Mekka und für die von dort zurückkehrenden Pilger die geeigneten Quarantänemahregeln angeordnet. Amerika. Von Amerika aus wird folgende„Einladung zu einem internationalen Arbeiter-Kongreß nach Chikago im Jahre 1893" erlassen: An die Lohnarbeiter aller Länder! Brüder! In der Erkenntniß, daß die Interessen aller Lohnarbeiter der Welt identisch sind, daß ein gemeinsames Band gemeinsamer Jnter- essen und gemeinsamen Denkens alle Arbeiter verhindern sollte, und daß in Anbetracht der Thatsache, daß die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika zur Feier des 400. Jahrestages der Entdeckung dieses Landes beschlossen hat, 1898 in Chikago eine Weltausstellung zu veranstalten, und eS ferner unser Wunsch ist, die freundschaftlichen Beziehungen und das so nothwendige einheitliche Vorgehen und die Befestigung des internationalen Gedankens zur Besserung der Lage der arbeitenden Massen und deren endliche Emanzipation zu fördern, erlaube ich mir, Sie zu benachrichtigen, daß während der genannten Weltausstellung ein internationaler Arbeiterkongreß in Chikago stattfinden wird. Der Zweck dieses Kongresses ist, die zahlreichen unsere Interessen berührenden Fragen zu besprechen und zu sormuliren, der Sache des Fortschritts und der Zivilisation neues Leben ein- zuflößen und der Welt durch unsere unerschütterliche Entschlossen- heit zu erkennen zu geben, daß wir darauf bestehen, uns einen größeren Antheil an den Errungenschaften der Neuzeit zu sichern, wie bisher. Wir senden Ihnen hiermit unsere herzliche und brüderliche Einladung zu diesem Internationalen Arbeiterkongreß, und wir appelliren an Sie, während des Jahres 1893 in keinem anderen Lande einen ähnlichen Kongreß abzuhalten. Es ist unsere Absicht, es dem Kongreß zu ermöglichen, die Arbeiterfrage von einem hohen und fortgeschrittenen Standpunkt aus zu behandeln und den Gesichtskreis des ökonomischen Wissens und Denkens so weit zu machen, wie die Welt selbst. Ein provisorisches Exekutivkomitee, bestehend aus zwei Per- sonen von jedem Lande und fünf von Amerika, wird in kurzer Zeit ernannt werden und bis zur Abhaltung von Konventionen in Thätigkeit verbleiben. Die jeweiligen industriellen Kongresse ersuchen wir, bei ihrem Zusammentritt ein Zwcierkomitee zu ernennen, das als permanentes Exekutivkomitee für das respektive Land sun- giren soll. Jede in den Vereinigten Staaten bestehende nationale Ge- werkschast oder Arbeiterorganisation ist ersucht, einen Vertreter durch ihre respektive Konvention zu ernennen, oder falls eine sold>e Konventton nicht rechtzeitig genug stattfindet, sollen die Exekutivbeamten, falls dieselben die Vesugniß haben, die Er- nennung eines Delegaten vornehmen. Gestatten Sie mir, die organisirten Arbeiter der ganzen Welt zu versichern, daß alles in unserer Macht stehende ge- than werden wird, um ihren Aufenthalt in den Vereinigten Staaten sowohl angenehm wie interessant zu machen und den Kongreß so zu gestalten, daß derselbe der großen Sache, deren Vertreter zu sein ich die Ehre habe, zum Ruhme gereichen ivird. Die Einzelheiten des Arrangements werden Ihnen von Zeit zu Zeit mitgetheill werden. Mit brüderlichem Gruß Im Auftrage der„American Federation of Labor", Sainl. GomperS, Präsident. Nach Beschluß des letzten internationalen Arbeiterkongresses soll bekanntlich der nächste Kongreß 1891 entweder in Belgien oder in der Schweiz stattfinden. Uns erscheint deshalb diese Einladung etwas verfrüht. New-Jork, 1. August. Wie aus Buenos-Ayres beriästet wiro, hat Präsidenl C e l m a n ein Manisesl erlassen, in welchem er hauptsächlich seine eigenen Verdienste preist und auf diejenigen, welche ihn während der Krisis unterstützten, den Segen Gottes herabfleht. Der Präsident sd)reibt die letzten Umwälzungsversuche der Parteiehrsucht der Stadtpolitiker von Buenos-Ayres zu, welche die ganze lltepnblik beherrschen wollten. Das Manifest macht einen humoristischen Eindruck. Buenos-Ayres, 1. August. Der argentinische Kongreß beschloß ein allgemeines 30tägigee Moratorium. Die Börse wirb wahrscheinlich am 15. August wieder eröffnet werden. New- A or k, 2. August. Nachrichten ans La Libertad be- stätigen die Niederlage des Generals Rivas. Rivas flüchtete sich auS der Hauptstadt San Salvator am letzten Donnerstag, wurde aber verfolgt und gesangen und Freitag öffentlich erschossen. Der Leid)»am wurde aus der Plaza Armas ausgestellt. Per- schiedene Personen sollen stark kompromittirt sein und ist eine Untersuchung eröffnet. Tie Belagerung Sa» Salvators dauerte 40 Stunden. Die Stadt ist arg beschädigt; gegen 100 Personen sind getödtet. Tie lliegierungötruppen, welche sich an der Ber- schwörung betheiligl hatten, haben sich unterivorsen und sind bereit, nülhigeufalls an die Grenze zurückzukehren. Afrika. Sansibar, 1. August.(Telegramm des„Reuter'schen Bureaus".) Ter Sultan hat heute ei» Dekret betreffs der Sklaverei erlassen. Nach demselben bleiben die vor Abschluß des deutsch-euglischen Abkommens bestandene» Verordnungen über die Sklaverei in Kraft. Ter Verkauf oder Austausch von Sklaven wird untersagt und die Haltung von Sklavendcpots bei strenger Strafe verboten. Beim Ableben eines Sktaveneigners gehen desfe» Sklaven in oeu Besitz seiner legitimen Kinder über und erhalten die Freiheit nur in dem Falle, daß keine legitime Nachkommen- schaft vorhanden ist. Grausame Behandlung von Sklaven wird mit deren Konfiskation bestraft. Bei Eheschließungen zwischen Arabern und britischen Unterthanen werden die Sklaven des Arabers frei. Endlich können in Zukunft Sklaven ihre Freiheit erkaufen und die Rechte freier Unterthanen erlangen. Zanzibar, 31. Juli. Der stellvertretende Reichskommissar ist heute von seiner Expedition gegen Mahenge nach Zanzibar zu- rnckgekehrt. Die Maffiti sind vor ihm entflohen und der letzte der aufständischen Häuptlinge, Pangire, hat sich unterworfen. Auch die Pazifizirung der Nordprovinz bis Nufidji ist jetzt beendet und es herrscht— im Gegensatz zu der Meldung der„Times" aus Ostafrika vom 31. Juli— völlige Ruhe. Verpammlrmgim. Der Verein zur Mnhrung der Interessen der Älavierarbriter und Bernfsgenossen hielt am Sonnabend, den 26. Juli, in Deigmüller's Salon. Alte Jakobstr. 48a, seine Versammlung ab. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Alwin Gerisch über Nationalreichthum und Nationalarmuth. 2. Werk- stattangelegenheiten. 3. Versichiedenes. Der Vortragende erntete reichen Beifall. Eine Diskussion fand nicht statt. Zu Punkt 2 theilte Kollege Jeppson mit, daß er nach 6jähriger, zur Zufriedenheit geleisteten Arbeit in der tabrrk des HerrnRathBechstein entlassen worden ist. uf Befragen nach dem Gruna der Entlassung erklärte der Werk- sührer, er hätte nichts gegen ihn; aber der Herr„Rath" entließe ihn wegen stiller Agitation für d en 1. Mai. Auch wäre der Wunsch, den Kollegen Jeppson zu entlassen, von Kollegen desselben in der Fabrik geäußert worden. Der Kollege Jeppson bestreitet entschieden etwas geihan zu haben, was eine derartige Maßregel rechtfertigt. Man sieht hierbei, wie der Herr „Rath" sich zu seinen Arbeitern stellt, ebenso die eigenartige Kollegialität eines Theiles der Arbeiter dieser Fabrik. Der betreffende Kollege hatte sogar den 1. Mai gearbeitet, wahrscheinlich also ist als Grund angenommen worden, daß er für die Feier des 1. Mai in einer Fabrikversammlung gestimmt hat. Der Kollege wird einstimmig als gemaßregelt betrachtet und dem- gemäß vom Verein unterstützt. Zu Punkt 3 wird ein Antrag: den H a m b u r g e r B! a u r e r n 100 M. und den Z i in m e r e r n 100 M. Streikunterstützung zu senden angenommen. Außerdem macht der Vorsitzende noch aufmerksam, auf die ausgegebenen Listen recht fleißig zu zeichnen, damit die Hamburger zum Siege gelangen. Der Vorsitzende bedauert, daß die Versammlungen nicht zahlreicher besucht werden und macht bekannt, daß M ontag, den 4. August in den Zentral-Festsälen, O r a n i e n st r. 180, eine öffentliche V e r sja m m l u n g der Piano-Mechanikarbeiter und Arbeiterin u e n mit wichtiger Tagesordnung stattfindet. Mögen sich die Arbeiter und Arbeiterinnen dieser Branche recht zahlreich betheiligen. Das Stiftungsfest findet nicht den 6., sondern den 13. September bei Buggenh agen, Moritzplatz, statt. Der Verband der Möbelpolirer Herlii»» und Mm- grgend hielt am 28. Juli im Lokale Andreasstraße 26 seine Generalversammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Kassen- bericht; Bericht vom Unterstützungsfonds; Bericht vom Darlehns- fonds und Bericht vom Arbeitsnachweis. 2. Wahl eines ersten Vorsitzenden, eines ziveiten Schriftführers, eines Revisors und der Fad)ko»imission. 3. Anträge. 4. Verschiedene Arbeitsein- stellungen. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Der Kaffenbestand vom vorigen Vierteljahr betrug 13 M. 90 Pf., in diesem Vierteljahr vom April bis Juni Einnahme 287 M. 50 Pf., zusammen 301 M, 40 Pf. Ausgaben 209 M. 60 Pf., bleibt ein Kassen- bestand von 91 M. 80 Pf. Da die Kasse von den Revisoren ge- prüft und für richtig befunden, so wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Der Unterstützungsfonds hatte eine Einnahme von 47 M. 2 Pf., eine Ausgabe von 30 M., bleibt ein Bestand von 17 M. 2 Pf. Da er auch von den Revisoren geprüft und für richtig befunden, so wurde dem Kassirer Frohmann Decharge ertheilt. Der Darlehnsfonds besitzt ein Vermögen von 284 M. 55 Pf., ausgegeben sind davon 275 M., bleibt ein Bestand von 9 M. 55 Pf. Bericht vom Arbeitsnachweis: Es wurden vom April bis den letzten Juni 199 Adressen abgegeben; 133 wurden davon erledigt. 66 nicht erledigt und bei 9 wurden die Karten nicht wieder zurückgebracht. Zum 2. Punkt der Tagesordnung wurde beschlossen, den jeweiligen Vorsitzenden für Baarauslagen und Versäumnisse monatlich 10 M. zu bewilligen. Zum 2. Schriftführer wurde Kollege Schönecke und als Revisor Kollege Otto Schulz gewählt. In die Fachkommission wurden die Kollegen Karl Kurth, Lindemann, H. Schulz, Frohmann, Kuhnicke, Fehse und John gewählt. Der Antrag, ber den Arbeits- Nachweis und Mängel im Darlehnsfonds betraf, wurden der Kommission überwiesen, ein Antrag, im Winterhalbjahr monatlich 3 Versammlungen, je eine im Norden, im Süden und Südosten abzu- halten, wurde angenommen. Zum 4. Punkt besprach Kollege Weber die Arbeitseinstellungen bei Gebrüder/ Nolhmann. Der Fabrikant hat sich mit den-Polirern noch nicht geeinigt. Die Fabrik bleibt für die Mödelpolirer gesperrt. Ebenso liegt es bei Weimann, Königgrätzerstraße. Die Nähmaschinen- Fabrik von Just u. Kompagnon hat sich mit ihren Polirern geeinigt. Zu Ver- schiedenem wurde beschloffen, den ausgesperrten Hamburger Arbeitern 50 Mark zu überweisen, die 25 Pf., die wöchentlich zum Streiksoud gezahlt werden sollen, den Hamburger Arbeitern zu- fließen zu lassen, so lange sie ausgesperrt sind. Weiter wurde beschlossen, am 17. August eine Herrenpartie nach Buckow zu unternehmen. Der Verband denkschrr Korbmacher(Filiale Berlin) hielt am 21. Juli d. I. seine Mitgliederversammlung bei Roll, Adnlbertstr. 21, ab. Der angekündigte Vortrag des Stadt- verordneten Herrn Znbeil konnte nicht stattfinden. Es folgt so- nach die Ltechnungsablegung für das zweite Quartal. Die Ein- »ahme betrug für die Atonale April, Mai, Juni 21,43 M., die Ausgabe 21,15 M., bleibt ein Kassenbestand von 0,33 M. Herr Bunzel als Revisor berichtet, daß am 12. Juli beim Kassirer die Revision stattgefunden, und Kasse sowie Bücher in größter Ordnung waren. Sodann wird von der Versammlung das Lokal von Stramm, Ritterstr. 123, als Korbmacherherberge für Berlin als das geeignetste anerkannt. Auch wird beschlossen, den Arbeitsnachweis in Händen des Herrn Jungnickel, Wiener- straße II, zu belassen. In Anbetracht des ungünstigen Kassen- bestandes zieht Herr Nier seinen Autrag: Eine Tafel für Vereins- Angelegenheiten zu beschaffen, bis zu gelegener Zeit zurück. Hieraus stellt Herr Frenk den Antrag, ein Komitee zur Veranstaltung eines Herbst-Vergnngens zu wählen, und werden die Herren Krüger, Wilh. Schulz, Grundmann, Lehmann und Stier hierzu gewählt. Schließlich wird noch der Hamburger 5kollegen gedacht. Herr Krüger vernrtyeilt in kräftigen Worten die Maßregelungen seitens der Unternehmer gegen ihre Arbeiter, und fordert unter leb- haster Zustimmung der Versammlung alle Kollegen auf, die Hamburger thatträstig zu unterstützen. Sobald diese unterliegen, würden die Berliner Kollegen dasselbe erfahren, und schließlich die ganze Arbeiterschaft Teutschlands in kurzer Zeit nachfolgen. Nachdem Herr Vogt noch knudgemacht, daß eine öffentliche Ver- sammlung in 14 Tagen einberufen werde betr. der Krankenkasse, wird die Versammlung geschlossen. Die Korbmacher-Herberge für Berlin und Umgegend befindet sich 8. Ritterstr. 123 bei Stranu», der Arbeitsnachweis L. Wienerstr. 11 bei Jungnickel. tävof» öffentl. NrrM»»»l»»a der EabalinrbeUer»»d Tabak- 8. SteIUlNg»aln»e zu bem Utternationalen Zioacre»-AcbeU«c-Ko»gr«b zu Anl- wecpen.«. Aerfchtedenes. Theater. Sonntag, den 3. August. Frirdrich-M illjilm städt. Theater. Der arme Jonathan. Montag: Dieselbe Vorstellung. MaUner- Theater. Mamsell Ni- touche. Montag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria- Theater. Stanley in Afrika. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ostend- Theater. Der Traum ein Leben. Montag: Der Hypochonder. Adolph Crnst» Theater. Der Goldfuchs. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kelleallianre- Theater. Der Nautilus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kroll'» Theater. Don Pablo. Kaufmann'» Uariött. Große Spe- zialitäten-Vorstellung. EtMijseMlt Buggenliagen am Moritzplatza Täglich: Grosses Garten-Concert. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Wochentags 10 Flg., ihllll cc gönn- und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. Müller. Englischer Barten. Direktion: C. Address, Alexander straße 27c. Auftreten der Chansonnette Fräulein Ehrenteid. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Rosa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Ziegler. Auftreten des Malabaristen und Equi- lebristen Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Clermont mit seinen dressirten Schweinen, Esel und Gänsen. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 5Vs Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags SO Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben. Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. Diese Woche eine höchst interessante Reise durch die malerischen oder- italienischeu Alpen und auf viel- seiligen Wunsch 1. Abth. London mit oem Jubiläumsfestzug der Königin Victoria. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Wm's Tnj-WtL IÄ Sonntag, den 3. August, Rachmittags 5 Uhr, beginnt der erste neue Kursus für Anfänger. Von 7 Uhr an: Ge- fellfchaftsstunde.[51 FPipWIi Tanz-Institut, • I IclaLllj Dresdeuerstr. 10. Der erste Lehrkursus in d. Saison beg. f. Damen u. Herren Sonntag, 3. Aug. Nachm. 4 Uhr. Meld. Adalbertstr. 93 u. bei Beginn des Unterrichts.[1401 1172 Saal •.WVVIVVV VM|VU|Ujll|i 29. Fichtestr. 29. Jede» Sonntag im grasten BALL.■ Empfehle mein Restaurant, Garten. Kegelbahn, Vereinszimmer, 2 Tanzsäle für Privatfestlichkeiten._ Reßamnt Pmde-Arten. Am Tempelhofer Feld» hinter der Kollibranerei. Jeden Montag u. Donner st ag: Grosses Frei-Konzert und am Kinderfest, n Um 9 Uhr großer Fackelzug bei ben- galischer Belenchtung. Allerhand Volks- belusligungen. 0 Kegelbahnen. Vorzügliche Küche zu sehr soliden Preisen. ff. Weiß- und Bairisch-Bier direkt vom Eiskeller. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr an geöffnet. [82 Beyler's Restaurant und Garten. Rixdorf, Herrnannstr. 84, Pferdebahn- Haltestelle Ecke Knesebeck- straße, empfiehlt sein herrlich schattiges Sommerlokal. Jeden Sonntag Frei» Konzert. Zwei Kegelbahnen sowie die Kaffeeküche stehen dem geehrten Publikum zur Verfügung. Speisen und Getränke, kalt und warm, in vorzüg- sicher Güte und zu billigen Preisen. Um freundlichen Besuch bittet achtungsvoll 1923 Otto Beyler. NB, Halte den verehrten Kirchhofs- besuchern mein Lokal bestens empfohlen. Das gr. Lager Berlins »Andrraostr. 83.H.P. Kurfiirstrndamm, ffidtc Angsdurgerstr.(IMin. v. Zool. Garten.) Zum ersten Male in Berlin. Buffalo-BiH's Wild— West, Oberst W. F. Cody(Buffalo Bill). 200 Indianer, Cowboy», Pfadfinder. Schützen, Reiter.— äOO Thiere, Ponie», Maulejel, wilde Pferde«. Süffel. Das Lager der Gesellschaft befindet sich in einem großen Parke. Täglich: 2 Vorstellungen. Anfang um 3 u. 8 Uhr. Cassa- Eröffnung nm IVa u. 7 Uhr. Eintrittspreis 1, 2, 3 u.4 M., Logenpl. 6 M. Sitzplätze für 10000 Pers. Gedeckte Tribünen. Die Vorstellungen finden bei jeder Witterung statt. Abeniis 8 Uhr BriWvttKellnU bei elektrWin Licht. Die elektrischen Anlagen(150000 Lichtstärke) wurden von der Firma Erfurth u. Sinell, Berlin, Neuenburgerstr. 7, ausgeführt. Avis: Dies ist die Truppe, welche in Paris(Ausstellung), London, New-Iork, Rom:c. solch kolossalen Erfolg erzielt hat. 52 Uororrkanf d. Killet» im Crntral-Kurea«: Unt. de» Linden 31. Neue Welt. Bergschlossbrauerei, Hasenhaide. Heute, Sonntag: s Von 4 Uhr Nachmittags ab: Miltär-Concert u. Specialitäten-Vorstelluiig. Belloui, mit dressirten Kakadus. Neirra's 3 fach. Reck. Bodjarotfs, Luftarbeit. Miss Marietta, Drahtseil. Ernesty, Schnellzeichner k. Feuerwerk. Musizirende Bomben. Kunstfeuerwerker Leichnitz& Bau. ftttte 25#, 20 Ps., stki. Montag: Vereinstag. Dienstag: Gr. Scatfest. Mittwoch: I. Erntefest. Donnerstag: Massenfeuerwerk. Brand und Zerstörung Heidelbergs. Th. Keiler s Koffiiger. Heute, Sonntag, den 3. August 1890: Erste» große» 41 Nilllint-, Pracht-«.ÄritM'tlltmerk mit Beschießung einer Festimg, abgebrannt in 2 Abtheilungen von 3 renommirten Kunstfeuerwerkern. Grosses Militär Coucert(Arnold). 3@Sen BaSi. Marionetten- Theater- Uorftellnng, Uolksbelnstigungen. Anfang d. Concerts 4 Uhr. Entree 15 Pf. Vorher 10 Pf. A. Froelich. Ziliei iroie ösfentl. VersmmlNgeil für» Sännen* u. Flauen am Sonntag, den 3, August 1890, Abends 7 Uhr. 1. In May'» Festsälen(früher Deydrich), Seuthstraße Ur. 22. Tages-Ordnung: 1, Vortrag von Frau Selma Schumme-Chaim über:„Gesundheits- schädliche Gewerbe". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein. 2. In den Ientrnl-Festfälen, Granienstraße 180. T a ges-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. L ü t g e n a u über:„Henrik Ibsen und die moderne Poesie". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein. Zur Deckung der Unkosten findet in beiden Versammlungen eine Teller- sammlung statt. 50 Verein d. Plätterinnen Berlins. Dienstag, den 5. August 1890, Abend» 8 Uhr, NV in Jordan'» Salon, Nene Grttnstraste Ur. L8:"P&B itglieden«¥ei*samBiiiluBi)g. Tages-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Um recht zahlreichen Besuch bittet 34 Der Vorstand. Große Mitglieder-Versammlung des Sozialdemokratischen Mahl-Uereins des 4. Kerl. Ueichstags-Mahlkreises am Dienstag, den 5. August, Abends 8 Uhr, in Uebel's Salon, Naunynstrasse Mo. 27. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn J. Semmel. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekaste».— Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. 47_ I. A.: Der Vorstand. Ansje WWe Persmüllung der Wirker und Wirkerinnen am Dienstag, den 5. August, Abends SVa Uhr, in Haasc's Salon(Königsbank), Gr. Frankfurierstr. 117. Tages-Ordnung: 1. Die heutige Produktion und die Zuchthausarbeit.(Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht, bei der Wichtigkeit der Tagesordnung für unser Gewerbe, daß alle Wirker und Wirkerinnen in dieser Versammlung erscheinen. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. 2299 Arbeitgeber sind freundlichst eingeladen._ Irr Einbrrufer» Große öffentliche Versammlung liller in hee lSi'linit- n# liuiorliriidjc beMigen Arbeiter am Dirustag, den 5. August. Abends S Uhr, im Lokale des Herrn Deigmiiller, Alte Jakobstraße 48 a. Tages-Ordnung: Welches ist die günstigste Organisation für die in unserer Branche beschäftigten Arbeiter i(Referent: Buchdrucker W. Werner.) Diskussion. Verschiedeues. 1477 Es ist Pflicht eines jeden in der Marmor- und Granitbranche be- schnstigle» Arbeiters(Steinmetzen, Steinbildhauer, Schristhauer, Marmor- und Granttschleffer) in dieser Versammlung zu erscheinen. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersamml ng statt. 1477 Der Einberufer. 1. 2. 3. Ire! gr.#11. WächmimW finden am Donnerstag, den 7. August, Abends 8 Uhr, in folgenden Lokalen statte Für Süden und Westen: in der Brauerei Tivoli, Kreuzberg« Für Osten und Südosetn:... in Körigsbank, Gr. Frankfurterstr« Für Norden und Moabit: «lei Jlges, Wilsnackerstr. 63. Tages-Ordnung: i. Die Aussperrungen der Hamburger Arbeiter. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen 57 Die Einberufcr� Stuckateure!. % 4* A«sust. Abend» 7i/g Uhr. Münzstr. 11 bei Iemt-r- tJccctns- veLfnnnnluttg. 58 Der V o r stand. � Große Versammlung des Arbeiter-Bildnngs-Vereins nm-- am Dienstag, de» 5. August, Abend» 8 Uhr, � � sXsF� in Mr,u,anu v UolKsgarteu, Kadstrnße Ur. 54—56. V , m Tages-Ordnung:„ mi.;- » h Vortrag des Herrn Türk über:„Die Frauenbefreiung". 2. � luflion 3. Verschiedenes..4. Fragekaste».— Gäste haben Zutritt. Um«« zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. I. A.: T. Kaasch, Fürstenbergerstr� ZämmerleuteE Große öffentliche Versammlung nimmt!. Iimmerlente Kerlms und Ityl am Montag, den 4. August, Abends 8 Uhr, in„Sanssouci", Kottbusei* Wie stellen sich die Zunmerer Berlins zu der Organisation der Zi>u� Deutschlands? Referent: Herr Dringmann-Magdeburg.;« Kameraden! Da gewisse Unternehmer-Verbände die Organffau � sprengen versuchen, so ist es Pflicht eines seden Einzelnen, zu dieser so Frage Stellung zu nehmen. 55 Der Gesellen-Ausschuss�� Gr. ArbeltemM-BttsmmlllU des Fachvereins der Papierarbeiterinnen n. vei1�' Berufsgenossinnen am Mittwoch, den 6. August, Abends 8 Uhr, In No. 78- Rest1'1 Feuersteiu's Lokal, Alte Jakobstrasse Tages-Ordnung: l. Dir Gmauzipatio» der Frau Max Baginski. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes...„.„[itd Die Mitglieder werden ersucht, ihre Beiträge in dieser Versal$ zu bezahlen. Sonnabend, den 9. August, Abends 8 Uhr: I. Stift&irogsfes-fc � SÄT" verbünde» mit Sali bei großem Grchest«� in Renz' Salon, Naunystrasse 27..„i Billets I ie.zu sind in der Versammlung, bei sämmtlichen Von Mitgliedern, sowie in der (City-Passage), zu haben. Buchhandlung von� R. Baginski, Dresdener _ Der U-rsta�- Große öffentliche Versammlung. siiMtlilhet in kt Tiipezitt-Mvllie besAstigteii PerB� illiüiclitlilii Naherittuen am Montag, den 4. August eis. Js., Abends 8Vs Ü»» bei Feuerstein(oberer Saal), Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Grünwald- äJl'1 2. Diskussion. 3. Berichterstattung der Werkstatl-Kontrolkommission»n. schiedenes.— Um regen Besuch, namentlich der weiblichen'Arbeiter,»u 33 Der Einberufe!�.— hd«. � � V � e Berfa m m l u n g litt IlMlo-Mechattikarbeiter iiilü «so in am Montag, den 4. August, Abends BVa Uhr, den„Ccntral-FesisSIen", Oranien- Strasse Wo. TageS-Ordnung:, I V orttag des Stadtverordneten Herrn Otto Heindorf utst. Werth der Organisation der Arbeiter und Arbeiterinnen. 2. Tch-U � 3. Verschiedenes.— Um recht zahlreichen Besuch wegen der Wichtig� Tagesordnung ersucht 66 Der Einberufen P. S ch o l�-___ Deutscher Sclmeider-Yerband. Filiale Berlin. Montag, 4. August, Abends SVa Uhr, in„Gratweil's Bierhallen", Kaunuandantr» straße 77—70: Älitglicdtt-Atrjiiiiliillilüg. Tagesordnung: I. Arbeiterorganisation und Unternehmerthuin, speziell die Hamburger Kämpfe. 2. Diskussion. 3. Bezahlung der Beiträge und Auf- nähme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Referent wird in der Versammlung be- kannt gegeben. Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen aller Kollegen ersucht[38] Dir Lolrnlurrwalfuttst. Verein zur Regeliliiß, iier geiverdiillsi!! Lerliiill"' der Töpfer Lerlius u. 11% Dienstag, ben 5. Aug., Ab. ,�1 im Dledbingpnrk, Miillerstra� Grosse- Mitgliederversanmilü�' Tagesordnung: 1. Vortrag. Sieserent: Stadtveff,� neter Herr Otto Klein. 2. DtSki'l U 3. Verschiedene VereinSangelegenh/' �l Gaste haben Zutrilk. Neue Mitgühz) werden ausgenommen. ——-—p Verantwortlicher 'C«vt D aaste in Berlin. Druck und Ve: lag von Mar Sabing in Berlin 8W„ Beuthsttaße 2, Hierzu zwei Deilas'"' I Beilage zum Berliner BolNlatt H Nr. 178. Sonntag, den 3. Angnst 1893. ?. Jahrg. �?WW 30* Juni d. I. erhielten ,, a. Wahl- und Diätenfond: Mi.» 1000 M.. aus Elberfeld 1000 M. Deutsche Ge- S-n.».den Vereinigten Staaten V. Rate 2070 M., Deutsche hr?lorLtnJ3ati§(Leseklub) III. Rate 80,05 M.. aus Magde- M.. Wanzlebeuer Wahlkreis 800 M.. Dresden N. 20 sm Lennep-Rcmscheid-Mettmann 227,65 M., Halle a. S. Hskn. 20 M., Nedlitz 7 M., A.'s Rentensteuer 1852 M., vannov« 500 M.. Frankfurt a. M. 80 M., Barinen 800 M., e5ÄrbSter Halle'sches Thor Berlin 22,75 M., G. P. Berlin Braunschweig 300 M., Düsseldorf 850 M., Großen- !K e M., Nürnberg 300 M., Hannover 300 M., Kiel lieim»„iOO Mark, Gaarden bei Kiel 24 Mark, Bocken- .> 30 M., Berliner Genossen von wegen der„Spaltung" -■'..... 42,80 M., Schwarze LrckLtles. die Rwfv Gottlieb aus Schleswig-Holstein a«., fe?®" Berlin 100 M., 15. sächsischer Wahlkreis 12 M.. Lllne- lin Geestemünde 20,75 M., Elberfeld Wahlüberschuß 24«n" Jakob in Remscheid 5 M.. 15. sächsischer Wahlkreis fi 8- S. M. Berlin 26,80 M„ Mühlhausen i. E. 15 M., Dmkelsbühl 420 M. b. Unterstützungsfond. F. Karlsruhe 74,60 M., E. W. Danzig 50 M.. V. B. � M.. Braunschweig 850 M., Freiberg i. S. 20 M., M. S. �uttgart 9 M., Arb. F. V. Dornbirn 4,80 M.,„Rovnost" Brünn IZ M.. Neuschönefeld 30 M.. Mühlhausen i. E. 13 M., H. Mühl- c ,f!®n i. E. 7 M., Schriftsetzer und Maschinenmeister der Sch. und fvJx" Druckerei in Dresden 47,30 M.,„Maifond" Berlin �.80 M., H. Mühlhausen i. E. 5 M.. Waldheim i. S. 40 M., U- 8,55 M., Dessau 5,30 M., Waldenburg i. Schl. 21,30 M., putschet in Genf 40 M., Braunschweig 65 M., M. Sei. Ludivig 5n oA M.. Buckau 53,05 M., Buckau 51,05 M., Buckau o» Brandenburg 150 M., Potsdam 25 M. •tf'ii dieVerurt heilten im Elberfelder Prozeß. tti«„ J�uleuroda 7 M., Zschopau 8 M., Berliner Genossen von 25 m cr„Spaltung" 2000 M., Schwenningen 50 M., Gießen XaJW., Burscheid bei Solingen 33 M., S. Mühlburg 4,30 M., H�burg 15,45 M., Hof 2,25 M. «•Bebel. C. Grillenberge r. W. Liebknecht. H. M e i st e r. P.Singer. «en Verhandlungen verdienen dre des zwecken Sitzungstages her- ?0t8choben zu werde». Der Kreiswundarzt Dr. Racine(Essen) Mt he, xinen Vortrag über: Die hygienische Seite der Arbeiter- �utz-Gesetzgebung, der zwar in manchen Punkten nur außer- Deutlich mäßige Forderungen erhebt, aber immerhin beachtens- Wh ist. Der llteferent äußerte sich etwa folgendermaßen: Es nothwenig, daß auch die Aerzte zu einer Frage Stellung Mine», die die gesammte öffentliche Meinung in so hohem Grade pschäftigt. Tie öffentliche Gesundheckspflege habe selbstverständ- W) an dieser Gesetzgebung ein sehr hohes Interesse; es sei des- Mb sehr zu verwundern, daß man diese Gesetzgebung inaugurirt M*. ohne die berufenen Vertreter der öffentlichen Gesundheits- Dge, die Medizinalbeamten und praktischen Aerzte zur Mitwir- Az heranzuziehen. Wenn die Medizinalbeancken nicht jetzt ihre Mmme erheben, dann werde sich die weitere sozialpolitische �jetzgebung ohne jede Mitwirkung der Medizinaibeamten Jo Aerzte vollziehen. Allein, angesichts des Umstaudes, daß die Mbeiterschutz-Gesetzgebung nicht nur ein soziales, sondern auch in Uem Grade ein hygienisches Problem sei, habe auch die öffent- Me Gesundheitspflege.ein ganz bedeutendes Interesse an der- Wen. Da ihm(Redner) nur die Verhältnisse des Fabrik-, Mgwerks- und Hochösen- Betriebes bekannt seien, so werde er Wßlich die in diesen Betrieben beschäftigten Arbeiter in's Auge �Istn. Der Redner ging hierauf des Näheren auf die Gewerbe- wnungs-Ztovelle ein. Dieselbe weise, vom hygienischen Stand- w"us betrachtet, ganz wesentliche Fortschritte auf; allein �ch'vendig sei noch die B e s ch a f f u n g n a h r h a s t e r K o st, » Zurichtung von Menagen in den Fabriken, um den Arbeitern 1 1 Erwärmung des mitgebrachten Essens Gelegenheit zu geben. Mner müsse den Arbeitern das Mitbringen von Kaffee, Thee, oW, unter gleichzeitigem strengen Verbot des Mitbriugens von Ii* ntwein, gestattet sein. Was die Beschäftigung von jugend- Arbeitern anlange, so müsse vom hygienischen Stand- lWi• 8A ordert werden, daß die Beschäftigung von Kindern in Mdrrken bis zum vollendeten vierzehnten Lebensjahre gesetzlich �brock.» s-w. haben sich in ganz ähnlichem Sinn aus- Der sechste internationale Kongreß für Hygiene habe !5>ckell i.?. daß zunge Leute, ehe sie vollständig körperlich ent- ' in Fabriken nicht beschäftigt werden dürfen. Diesem Iie sei beizutreten. Ter Hinweis, daß dadurch die Industrie � �'< ff- jf* in Bayern die Schulpflicht nur bis zum vüvs'!. dreizehnten Lebensjahre daure und daß es mithin (rf,";!' sei- wenn diese jungen Leute ein Jahr lang ohne Be- ..... daß die Kinder als- "niwu,, IUK5. met ia)iimiiiere,i Glasindustrie beschäftigt vflfteii. a„LlU'n. t11?® ihn(Redner) in seiner Ansicht nicht Oi.> lnackist babe die aeaenwärtiae Versanimlung lediglich d�siigung seien und' der endliche Hinweis, in der noch viel schlimmeren .'st habe die gegenwärtige Versaminlung lediglich stindor �uge zu fassen, zweitens sei es besser, daß c Merlir.»>> Jahr lang ohneBeschäftigung seien, als daß sie in ihrer � Hausin> i!• 8 Schaden leiden und was derEinwand betreffs Mhr ibrom n.te unlange, so sei zu erwidern, daß letztere immer Midlich.».?8ange entgegengehe. Bezüglich der Beschäftigung � ZU t)„ri et ,n Fabriken sei vom hygienischen Standpunkte "chten daß schwangere Frauen zum mindeste» vom Sehn,.-, onate der Schwangerschaft an von der Fabrikarbeit aus- Glossen Schwangerschaft J....... v, chvnzejt und ist ihnen nach erfolgter Niederkunft eine ?*U(ii auf" 4 bis 6 Wochen zu gewähren. Der Einwand, daß . i.veni Lande u. f. w. schon bisweilen nach wenigen ihre häuslichen Arbeiten verrichten, sei nAt zu'uej'1,1?' da die Fabrikarbcit mit den häuslichen Arbeite» d.„" Standm,�" f®'- Im Weiteren sei auch vom gesundheit- -" SW»;,. punkte eine möglichste Trennung der Geschlechter in ... vrfjt. OK'' J J�vifen und selbstverständlich eine Abso B w den Ankleide- und Waschräumen zu Absonderung der Gc- verlangen. Was �°°runa.f�nicht begründen. Erstehe jedoch nicht an, die Sd?be � x."® �taximalarbeitstages für diskutabel zu erklären und Ö�Unaen x �bündigen Arbeitstag als oberste Grenze. Die lÄ®uischen Mr �libeiter entsprechen zumeist auch nicht de» Ti- �ie>e„.»„ lorderungen. Ganz besonders in den große» Nün. pbeiter r„ f" geradezu eine Wohnungsnotb vorhanden. lkr. de 9»-.®ben infolge dessen in Wohnungen, die weder ge- H.""Ung d' uoch Licht gewähren. Dazu komme, daß eine Nn„ uie"Dichter in den Schlafräumeu nicht möglich fei, Äer � Und s:!r, P.uzu, die gefahrbringende Einrichtung der Kost- d�dnuna.» �/°kleute Hier müsse der Staat durch geeignete ßwfphp(.nernifcfier Weise eingreifen, um en, die den Am sprechen, zu ver d�°rdn,,» Schlafleüte. Hier müsse der Staat om fei Arbeit 9tn und Gesetze in energischer Weise eck evölkerung menschenwürdige Wohnungen, gen der allgemeinen Gesängnißpflege entfprei schaffen. Die Zahl der Fabrikinspektoren bedürfe, wenn dieselben den , /ie gestellten Anforderungen gerecht werden sollen, nicht nur einer '| H ehrung, vom hygienischen Standpunkte sei auch.die Forde- �. zu stellen, daß die Medizinalbeamten, bezw. praktischen Aerzte zur Mitwirkung bei Ueberwachung der gesetzlichen Arbeiter- schutz-Einrichtungen herangezogen werden.(Lebhafter Beifall.) Er ersuche folgenden Thesen zuzustimmen: 1) Die Bestimmungen der Arbeckerschutz-Gesetzgebung, wie sie in der Novelle zur Gewerbe- Ordnung enthalten sind, entsprechen im Allgemeinen den Anforde- rungenderHygiene. 2. Abänderungsbedürftig erscheinen hauptsächlich nur die Bestimmungen über die Beschäftigung von Frauen, speziell von Schwangeren, und über die Arbeit von Kindern und jugendlichen Arbeitern. 3. Die Festsetzung eines Normalarbeitstages läßt sich hygienisch nicht begründen, dagegen ist die Forderung eines Maximal-Zlrbeitstages diskutabel, und dürfte als oberste Grenze der elfstündige Arbeitstag zu bezeichnen sein. 4. In Bezug auf die Wohnungshygiene sind zur Zeit die Anforderungen, die an die Wohnungen der Arbeiter zu stellen sind, nicht erfüllt. Auch hier muß in Zukunft Abhilfe geschaffen werden. 5. Sollen die Bestimmungen der Arbeckerschutz-Gesetzgebung zur vollen Wirk- samkeit gelangen, so bedarf es dazu der Mitwirkung der Medizinal- beamten und der praktischen Aerzte." Diese Thesen gelangten ohne Debatte einstimmig zur An- nähme. „Mas sagen Sie bloo zu den Hitze?" Das ist äugen- blicklich die übliche Frage in den Straßen Berlins und ihre Be- antwortung bringt eine ganze Stnsenleiter von Verzweiflungs- rufen zur Erscheinung: Eine Vollenhitze! Kannibalisch! Zum Krepircn! Zum Umsinken!— Wahrhaft betäubend ist allerdings die Gluth, welche sich seit einigen Tagen über Berlin gebreitet hat und selbst der vielgepriesene Humor des Spree-Athcners geht bei der herrschenden Siedehitze aus dem Leim. Jung und Alt hat es plötzlich als Wahrheit bestätigt gefunden, daß man mit dem Hut in der Hand am Besten durch das Land kommt, von der Stirne heiß, rinnt in Strömen der Schweiß. Nicht nur den privilegirten Missethätern, sondern auch dem ge- wöhnlichen Alltagsmenschen wird jetzt der Boden unter den Füßen zu heiß und man ist jetzt doppelt geneigt, weiland Vater Adam zu verfluchen, weil er durch seinen thörichten Apfelbiß der Menschheit die Möglichkeit genommen, in pm-is naturalibus umherzuwandeln. Da das erquickende Naß vom Himmel fehlt, erinnert man sich des alten Stndcutenwortes, daß„die Nässigkeit von der Feuchtigkeit" herkommt und sucht wenigstens den inneren Menschen auf dem gehörigen Feuchtigkeitsgrade zu erhalten. Tie kohlensauren Jungfrauen sind im Augenblick die umworbensten Menschensreundinnen, die Berliner Weiße feiert ihre glänzendsten Triumphe und wer das Glück genießt, im tiefen Keller bei einem Faß voll Reben sitzen zu können, rechnet sich zu dem Glücklichsten der Sterblichen. Das öffentliche Leben kann sich unter dieser Hundstagshitze nicht entfalten und die Schläfrigkcit eines Droschken- gauls zweiter Güte ist augenblicklich zur Signatur des menschlichen Daseins in Berlin geworden. Als eine Folge der hohe« Käferpreis« ist die gegen- wärtig recht bedeutende Einfuhr von Mais zu betrachten. Be- rcits seit einigen Jahren hat die Verwaltung der Großen Berliner Pferdebahngesellschaft Versuche bei ihren Pferden mit der Mais- fütterung angestellt. Das Futtermaterial ist bedeutend billiger als Hafer und enthält in der gleichen Gewichtsmenge das gleiche Nährmaterial wie der Hafer. Es zeigte sich jedoch bei den mit Mais gefütterten Pferden Neigung zum Fettwerden und infolge hiervon Eintreten von Schweiß nach verhältnißmäßig geringer Anstrengung. Die Pferdebahn-Verwaltung setzte trotzdem die Fütterungsversuche mit Mais fort und zwar in der Art, daß Mais und Hafer gemischt wurden. Inzwischen hat sich der Mais als Pferdefutter vielfach bei den Berliner Fuhrunternehmern ein- geführt, wie man sich leicht auf den Droschkenhalteplähen über- zeugen kann, wo die großen runden Maiskörner am Boden den Spatzen erheblich mehr Schwierigkeiten verursachen als früher der Hastr. Das Urlheil der kleinen Fuhrunternehmer über den Futterwerth von Mais geht auseinander, die einen sind sehr zufrieden, die anderen halten ihn als Futter namentlich für leichte Pferde ungeeignet. Vermuthlich handelt es sich bei der Sache um die richtige Zusammensetzung des FuttcrS. Die Pferdebahn-Verwaltung mischt gegenwärtig 2,65 Kilo Haser und 5,67 Kilo Mais mit Häcksel als tägliche Futterration für ein Pferd, das außerdem noch 3,25 Kilo Heu erhält. Bei dieser Fütterung sollen sich die stock a»gestrengten Pferde sehr wohl be- finden, auch soll sich deren Widerstandsfähigkeit gegen Einflüsse des Wetters gegen früher gehoben haben. Weniger gute Er- fahrungen hat man in Berlin mit der Verfütterung und Bei- Mischung der Getreiderückstände aus den Brauereien— der söge- nannten Traber— gemacht. Diese können mit einigem Nutzen nur in getrocknetem Zustand verfüttert werden, und es würde nöthig sein, zum Trocknen der Trüber besondere Vorrichtungen zu treffen, wobei es dann fraglich bleibt, ob der Werth dieses Futtermaterials die aufzuwendende Mühe für das Trocknen und für den Verkauf lohnt. Uon dem Hrrliner Stadteattz Dr. zur. Hermann Jacobson hat, wie der„Volksztg." mitgetheilt wird, die Berliner freireligiöse Gemeinde außer einem Theil seiner Bibliothek 3000 Mark und die freireligiöse Stiftung zu Offenbach a. M. 10 000 Mark geerbt. Soviel bekannt, ist die Stiftung zu Offen- dach vor einer langen llieihe von Jahren von Herrn Doktor Jacobson mit einem beträchtlichen Kapital gestiftet' und seitdem wiederholt mit größeren Summen bedacht worden. Die hohen Dirhpreise haben auch für das als minder- werthig aus dem Zentralviehhofe verworfene Fleisch, welches dort in gekochtem Zustande verkaust wird, eine Preiserhöhung zur Folge gehabt. Während dieses Fleisch noch vor einigen Wochen mit 20 Pf. per Pfund bezahlt wurde, wird dasselbe jetzt für 40 Pf. per Pfund verkauft. Unter den Käufern sindeu sich auch zahlreiche Restaurateure. Gefiihrlithes Kinderspiel. Ein ungewöhnlich starker Rauch und Qualm, welcher über die Treppen und die Wohnungen des Hauses Sedanstr. 60 drang, erschreckte, wie wir nachträglich erfahren, Anfang voriger Woche die Bewohner dieses Gebäudes. Wie eine sofort vorgenommene Untersuchung ergab, hatten die beiden 9 resp. 11 Jahr alten Söhne des in diesem Hause woh- »enden Arbeiters T., um- Feuer zu spielen, in dem Keller des Grundstücks eine Menge Holz und Spähne zusammengeschleppt und diese mit einer größeren Menge im Keller lagernden Kohlen- zünder in Brand gesetzt. Bei der Entdeckung hatte sich das Element schon dem ganzen Inhalt des Kellers mitgetheilt, doch gelang es den weiteren Bemühungen der Hausbewohner, die Flamme uoch rechtzeitig zu ersticken. Ei» erschütternde» Familiendrama wird uns vom Donnerstag gemeldet. In dem Hause Sandstr. 3, wohnte bisher der 44jährige Weißgerber M. mit seiner aus Frau und zwei Kindern— ein 14 jähriges Mädchen und ein 13 jähriger Knabe— bestehenden Familie in bestem Einvernehmen, bis sich M. vor mehreren Monaten infolge erlittener pekuniärer Verluste dem Trunk ergab. Oester kam jetzt der Weißgerber total betrunken nach Hause, schlug in diesem Zustande Frau und Kinder und versuchte es wiederholt sich an seiner für ihr Alter ungewöhnlich entwickelten Tochter in strafbarer Weise zu vergreisen. Von dem letzteren Vergehen machte Frau M., nachdem ihr Mann in der vorigen Woche sie wiederum mißhandelt hatte, der Polizei Anzeige und so war denn zum Donnerstag der Weiß- gerber nebst Frau und Tochter behufs Vernehmung nach dem Kriminalgericht beordert und erschienen. Da vor dem Untersuchungsrichter Frau M. und derenTochter von ihrem Recht der Zeugnißverweigerung Gebrauch machten, der Beschuldigtejede Straf- that bestritt, so schien die Sache hiermit erledigt und alle drei wurden nach kurzer Vernehmung wieder entlassen. Auf dem Wege nach der Wohnung eilte M. seinen Angehörigen voraus und kam um 11 Uhr Vormittags völlig erschöpft in seiner Behausung an, in welcher der 13jährige Sohn seine Eltern erwartete. Von seelischer Oual gepeinigt, lief der Weißgerber in seiner Wohnung auf und ab, bis plötzlich seine Augen starr aus einen Punkt sich hefteten. „Ein Schutzmann, er kommt, er will mich verhaften. Hilfe! Hilfe!" rief der Unglückliche plötzlich aus, während ihm der Wahnsinn aus den Augen leuchtete und nur mit Mühe ver- mochte der kleine M. seinen Vater zu beruhigen. Bald jedoch wiederholten sich die Wsa hnsin n sausbrüche bei M. und so eilte schließlich der geängstigte Knabe zu Nachbars- lenten, diese auf den Zustand des Vaters aufmerksam machend. Als er in Begleitung von Hausbewohnern wenige Minuten später zu der elterliche» Wohnung zurückkehrte, bot sich den Ein- tretenden ein schauriger Anblick, mit entsetzlich ver- zerrten Gesichtszügen hing an der Wand an einem Bilderhaken der Unglückliche und obwohl derselbe sofort aus seiner furchtbaren Lage entfernt wurde, gelang es doch nicht mehr, ihn in's Leben zurückzubringen. Verhaftung und Haussuchung. Am Freitag, den 1. d. M., Abends UVa Uhr, swurden die Tischler P. Hellger- mann, Dieffenbachstr. 33, und G. Metz, Kottbuser Damm 8, von zwei Kriminalbeamten in der Hasenhaide vor dem Kliem'schen Lokale verhastet und nach dem Polizeibureau in der Grimmstraße sistirt. Dort wurden sie genau visitirt und dann in der Nacht mit dem grünen Wagen nach dem Polizeipräsidium auf dem Alexanderplatz geschafft und hier zu Protokoll vernommen. G. Metz wurde bis Sonnabend Nachmittags 2 Uhr und P. Hellgermaun bis 4 Uhr in getrennten Zellen einbehalten. Im Lause des Sonnabend Vormittags fanden in beiden Woh- nungen Haussuchungen statt; außerdem bei Hellgermaun Nach- mittags nochmals. Gesunden wurde bei M. Hefte der sozialistischen Bibliothek in je einem Exemplar. Bei H. 5 Exemplare N. Blum und seine Zeit, ein Exemplar„600 000 Vagabunden", ein Exemplar„die Geburt des Heilandes", sieben einzelne Exemplare„Sozialistische Bibliothek", ein Protokoll des St. Gallner Parteitages, zwei Nummern 20, zwei Nummern 21 des Londoner„Sozialdemokrat" und ein Band„Bebel's Frau". Außerdem wurde ein Brief aus dem Briefkasten beschlagnahmt, welcher einige Notizen und eine Einladung enthielt.— Bei der Haussuchung Nachmittags bei P. H. wurden gefunden mehrere Exemplare Nr. 23 des Londoner„Sozialdemokrat", drei Winter- niärchen, drei Liederbücher und einige Zettel mit Notizen. Aus dem zweiten Stockliveek heeadgrstürzt ist vorgestern Nachmittag der Birkenstraße 31 wohnhafte Zimmerer 21. Derselbe war auf einem in- dem benachbarten Biesdorf belegenen Neubau beschäftigt und fiel beim Balkentragen infolge eines Fehltrittes au- dieser bedeutenden Höhe herab. A. erlitt hierbei einen koniplizirten Bruch des rechten Armes und bedenkliche innere Verletzungen, so daß nach Hinzuziehung eines Arztes un- verzüglich zu seiner ueberführuug nach dem hiesigen städtischen Krankenhause am Friedrichshain geschritten werden mußte. Achtzig Mensche» in Crbensgefahe. In voriger Woche fuhren, wie die„B. Z." berichtet, mit dem Dampfer„Johanna" Nachmittags 4 Uhr 35 Min. gegen achtzig Personen von der Januowitzi rücke ab; sie kamen noch nicht über die Weichbildgrenze hinaus, da stand das Schiff still, die Schraube funktionirte nicht mehr; es war so stark geheizt, daß jeden 2lugenblick eine Ex- plosion des Kessels infolge von Ueberheizung zu erwarten war. Durch schleuniges Auslöschen des Feuers mit 15 Eimern Wasser wurde das Unglück verhütet. Manche der Passagiere waren über die Unvorsichtigkeit, welche achtzig Personen in Lebensgefahr brachte, begreiflicher Weise entrüstet, darunter unser Gewährs- mann, ein Baumeister, welcher sich unter den Passagieren befand. Gefleddert. Der Müller Wilhelm B. aus Thorn begab sich am Dienstag nach dem 2lnhalter Bahnhof, um nach Großbeeren zu fahren; er hatte aber den Zug versäumt und begab sich nun mit einem ihm unbekannten Mann, dem angeblich das gleiche Mißgeschick passirt war, um sich zu restauriren, in ein Kellerlokal, woselbst ihm binnen Kurzem in dem bekannten Kartenspiel„Meine Tante, Deine Tante" ca. 10 M. abgenommen wurden. B. ent- fernte sich bald darauf aus dem Lokal und setzte sich auf eine Bank eines öffentlichen Platzes, legte seinen Reisekoffer neben sich auf die Bank und schlief ein. 2lls er am Morgen gegen 4 Uhr erwachte, war nicht nur sein Koffer verschwunden, sondern erver- mißte auch sein Portemonnaie mit ungefähr 50 M. Inhalt, das ihm aus der Tasche seines Beinkleides gestohlen worden war. Ter Provinziale kannte weder das Lokal, in welchem ihm die 10 M. abgenommen worden, noch den Platz, auf dem er die Nacht vervracht hatte, angeben. Da B. ohne weitere Baarmittel war, mußte er an seine Eltern in seiner Heimath schreiben. Ueber den Verbleib des gestohlenen Gutes dagegen ist noch nichts in Er- fahrung gebracht. Die Kindesmärderin Marie Ileste aus Tempelhof, welche vor längerer Zeit ein Kind der Milchpächter Heno'schen Eheleute entführte und ein Kind der Karbaum'schen Eheleute ermordete, ist am Freitag aus dem Moabiter Untersuchungsgefängniß ent- lassen worden, nachdem durch die längere ärztliche Untersuchung unzweifelhaft festgestellt worden ist, daß die Neke an Wahnsinn leidet. Sie ist nunmehr dem Berliner Polizeipräsidium zugeführt worden, welches gegen die Sieke das Entmündigungsverfahren ein- leiten und dieselbe in einer Irrenanstalt unterbringen soll. Gin heftiger Zusamuirnstoff von Eisenbahnwagen fand Donnerstag Abend beim Rangircn auf Station Grunewald statt. Zwei Personenwagen wurden dabei arg beschädigt, die Platt- formen von einander gerissen und die Bedachungen bloßgelegt. Die ÄLagen wurden sofort außer Betrieb gesetzt. Vom Zug- und .Arbeiterpersonal ist zum Glück Niemand verletzt worden, auch trat keine Betriebsstörung ein, da das Rangiren und der Zu- sammenstoß bereits auf sogenannten tobten Geleisen erfolgte. Durch das Eeplodire» einer Dqnmuitpatrone, welche ein Knabe auf dem jüterbogker Schießplatz gefunden hatte, ist dieser Tage wiederum in Jüterbog! ein größeres Unglück her- bcigeführt worden. Der Knabe halte die Patrone mit nach Hause genommen und sie dort seinen Nachbarskindern gezeigt. Es waren dies zwei Knaben, von denen der eine tanvstuinm, der andere gelähmt ist. Der taubstumme Knabe erhielt die Dynamit- patrone zum offenen Fenster hineingereicht, und nun machte der Ueberbriuger derselben ihm ein Zeichen, er möge einmal darauf- schlagen. Der Taubstumme that dies und sofort erfolgte eirn Explosion, durch welche dem Taubstumnien die Noseuspitze fort- gerissen, außerdein aber ihm schwere Verletzungen an den Beinen zugefügt würden. Der in vcr Wohnung befindliche gelähmte Knabe erhielt schwere Verletzungen an der Brust. Beide Kinder wurden nach den» Krankenhaus gebracht. Der Finder der Dynamit- Patrone, welcher inzwischen an der Thür stehen geblieben war, wurde merkwürdiger Weise nicht verletzt, trotzdem die Fenster- scheiden zersprangen und die Splitter der in der Wohnung be- findlichen Möbel, welche stark demolirt wurden, zum Fenster hinausflogen. Durch eine Petroleum- Erploston erlitt am Mittwoch eine ISjährige Berlinerin in dem benachbarten, bei Wannsee be- legenen Dörfchen Stolpe gefährliche Brandwunden, denen sie am Donnerstag im Krankenhaufe zu Potsdam erlag. Das junge Mädchen, welches erst seit einigen Wochen aus Verlin kommend, in den Dienst des dort wohnenden Bäckermeisters Tietz getreten war, hatte am Mittwoch in der Küche zu thun. Um schneller Feuer anzumachen, hatte das Mädchen aus einer großen Blech- ranne Petroleum auf das nur schwach brennende Holz gegossen. Im nächsten Augenblick loderte eine mächtige Stichflamme empor und ergriff den Inhalt der Petroleumkanne; die brennende Flüssig- keit ergoß sich über den Fußboden und das Mobiliar der Küche, und das erschrockene Mädchen holte nun, um den Brand zu däm- pfen, einen Eimer Wasser herbei. Bei dem Ausgießen des letzteren ergriffen jedoch die Flammen die Unvorsichtige, und in wenigen Minuten lag das nun erst um Hilfe rufende Mädchen entsetzlich am ganzen Körper verbrannt am Boden. Mit eigener Lebenogefahr gerettet. Gestern Nachmittag gelang es dem Arbeiter K., an, Schöneberger Ufer wohnhaft, mit eigener Lebensgefahr im Schifffahrtskanal, in der Nähe der Bendlerstraße, einen Knaben von 11—12 Jahren, Sohn einer in der Marienburgerstr. wohnenden Wittwe N., vom Tode des Er- trinkens zu retten. Herr K. hatte soeben seine Wohnung verlassen, als er vom Kanal-Ufer Hilferufe hörte und angesichts einer größeren Menschenmenge einen Knaben in der Störung treiben sah, der nach einigen Momenten unter dem Wasser verschwand. Da kein Kahn oder sonstige Geräthe zur Hand waren, warf K. Rock und Weste von sich, sprang in den Kanal und schwamm der Stelle zu, wo der Knabe zuletzt gesehen war, ergriff den- selben an der Hand und versuchte dem Lande zuzuschwimmen. Hierbei klemmte aber der Knabe seine Beine um die seines Retters, so daß der letztere ihn mit aller Kraft von sich stoßen mußte, um mcht selbst zu sinken. Endlich gelang es K. mit knapper Roth mitz dem geretteten besinnungslosen Knaben das Ufer zu erreichen; der Retter, wie der Gerettete befinden sich außer Gefahr. Gin entsetzliches Unglüch, dem leider ein junges Menschenleben zum Opfer gefallen ist, hat sich am 81. v. M. in unserem Vororte Steglitz zugetragen. Auf dem Grundstück des Gärtners Dietze spielte dessen vierjähriges Töchterchen, welches schließlich, da das Kind über die gewohnte Zeit fernblieb, von feinen Angehörigen gesucht wurde. Man suchte und endlich fand ein Gärtnergehilfe die Leiche des kleinen Wesens in einem auf dem Grundstücke befindlichen Tümpel, wohin es spielend gerathen Und dabei ertrunken war. Der grschiistsführende Auoschufi der ,, Berliner Ktreik-Koutrolkommisstou" giebt nachstehend das Resultat der Untersuchung, mit welcher derselbe in der letzten Versamm- lung betraut wurde, bekannt: Der Leberhändler C. Sagert, Weidenweg Nr. 9, entließ den seit über einem Jahr bei ihm be- fchäftigten Schlächtergeselle» C. Aurin, weil er für die Organi- sation der Schlächtergesellen eingetreten ist, ohne von seinen Kunden, wie er sich ausgesprochen, dazu gedrängt zu sein. Er selbst stellt dem Gemaßregclten das beste Leumundszeugniß aus, und erklärt denselben für ehrlich, tüchtig und brauchbar. Die Frage, ob er denselben nicht wieder beschäftigen wolle, verneinte, auf die event. Konsequenzen hingewiesen, der p. Sagert mit der Motivirung, daß er es nicht thue, da er aus eigener Initiative gehandelt, d. h. denselben entlassen habe, weil er mit einem so auftretenden Gesellen nicht Harmoniren könne. Das Detailverkaufs- Geschäft des Herrn C. Sagert, für Fleisch und Leber, befindet sich m der Zentral-Markthalle, Stand Nr. 10. Millarg, P. Müller, Rechercheure. Di« Kammelstrlle» für gelefette Arbeiterblätter im Osten und Nordosten des 4. Verl. Wahlkreises folgende: Gustav Tempel, Breslauerstr. 27. Wilhelm Lock, Friedrichsbergerstr. 5. Heinrich Hoffmann, Kaiser str. 4. Robert Bcrger, Gr. Frankfurtcrstr. 92, Hof 1 Treppe. Emil Böhl, Frankfurter Allee 74. Karl Müller, Landivehrstr. 13. Adolph Scholtz, Landsberger Allee 144, Hof 3 Treppen. sind Genossen! Es ergehen soviel Anforderungen an diese Sammel- stellen von außerhalb, daß es Eure Pflicht ist, jedwede Nummer Abends wurde ein Almosenempfänger in seiner Wohnung in der Bellermannstraße erhängt vorgefunden.— In der Nacht zum 2. d. M. wurde im Thiergarten, nahe dem großen Stern, ein alter Mann mit einer Schußwunde in der Brust todt aufgefunden - Zu derselben Zeit brannte in dem Hause Steinmetzstr. 17 eine Stube aus. schehen kann, weil erstens die Zeit hierzu keine günstige isi� wir zweitens nicht dazu vorbereitet, nicht genügend .....•—•• L.. C sind, und drittens, haben. weil wir keinen ausreichenden Eurer Zeitungen abzuliefern, wenn der Nachfrage auch nur einigermafzen Genüge geleistet werden soll. In der letzten Versammlung des Arbeiterbildungsvereins Hierselbst wurde eine Kommission zur Empfangnahme gelesener Arbeiterblätter gewählt. Wir bringen fdie Namen hiermit zur Kenntniß der Genossen mit der Bitte, möglichst jedes gelesene Arbeiterblatt uns zu überlassen, um sie die Slermsten zugänglich zu machen. Es sind zur Empfangnahme bereit: Marlens, See- strabe 83 o. Sonnenburg, Kurzestr. 16. Maiwald, Zigarrenhandlung, Scharnweberstr. 22. Dir Fokatlrammisfion von Friedrichotzngrn giebt den Genossen bekannt, daß das Lokal von E. Wandrey, Reichsgarten, jetzt für Versammlungen zu haben ist. Arbeiterblatt liegt schon längere Zeit daselbst aus. Letterbericht. Die große Hitze des vorgestrigen Tages er- schwerste in vielen Häusern den freien Abzug des Rauches. In der sechsten resp. in der achten Abendstunde wurden die Häuser Unter den Linden 69 und Bandelstr. 20 a von einem undurchdringlichen Qualm erfüllt, so daß die Beivohner, Feuersgefahr vermuthend, die Feuerwehr alarmirte; diese hatte au keinem der beiden Orte Veranlassung, in Thätiakeit zu treten. Nachts 12 Uhr 20 Min. brannte in der Steinmetzstr. 17 der unversicherte Inhalt einer kleinen, im Seitenflügel belegenen Wohnung; das Feuer wurde mit einer großen Druckspritze gelöscht. Ein schweres Unglück ereignete sich gestern Vvrmittag in der zehnten Stunde in der Palmölfabrik von Reugert& Ko. zu Stralau. Um 9 Uhr 34 Min. erfolgte eine heftige Lxplosion von Schwefelkohlenstoff, der mit Oel vermischt war. Vier Männer erlitten schwere Brandwunden und mußten, nachdem ihnen von den Berliner Fcuer>vehrsamaritern die erste Hilfe geleistet worden war, nach dein Krankenhause am Friedrichshain überführt werden. Die Verletzten sind Karl Stadie aus Friedrichsbcrg, Karl Rau aus Lichtenberg, W. Büttner aus Berlin, Cuvryftr. 7, und Hofert aus Berlin, Grüner Weg 14. Die Baulichkeiten der Fabrik sind ziemlich bedeutend beschädigt. polizeibeeicht. Am 1. d. M. Morgens wurde im Thier- garten, in der Nähe des Restaurants Charlottenhof, ein Mann init zwei Schußwunden in der Herzgegend todt aufgefunden. Zu derselben Zeit wurde ein Hausdiener im Keller eines Hauses m der Karlstraße erhängt vorgefunden.— Vormittags wurde der Droschkenfuhrherr Jankowial vor dem Hause Neue Schönhauser- straße 9 von seinem Pferde geschlagen und im Gesicht nicht un; bedeutend verletzt.— In der Nawrath'schen Fabrik, Prinzen- Allee 66, stürzte zu derselben Zeit eine etwa 10 Zentner schwere Fraisemaschine dadurch um, daß der Treibriemen sich beim'Aus- schalten verwickelte, und traf den Arbeiter Albert Lade, so daß derselbe am rechten Unterschenkel schwer verletzt wurde. Mittags sprang ein Dienstmädchen von der Torsbrücke in den Spandauer Schifssahrtskanal, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach der Charitee gebracht.— An der Ecke der Leipziger- und Mauerstraße wurde zu derselben Zeit ein Herr von einem Möbelwagen überfahren. Er erlitt außer mehreren Verletzungen im Gesicht einen Bruch des rechten Vorderarmes.— Gcvirftks-jZeikung. Um angebliche iMißhimdlungen auf der Polizeiwache handelte es sich in einem Prozesse, welcher gestern die 11. Ferienstrafkammer des Landgerichts beschäftigte. Auf der An- klagebank befand sich die Arbeiter-Ehesrau Auguste Behnke, welche der wissentlich falschen Anschuldigung beschuldigt war. Sie hat geständlich an den Vorstand des 80. Polizeireviers einen anonymen Brief gerichtet, in welchem sie sich darüber beschwerte, daß der Schutzmann Heese ihren Bruder, den Tischler Junius, auf der Wache m der empörendsten Weise gemißhandelt habe. Diese Angaben sollen aus der Luft gegriffen sein. Wie bei allen der- artigen Verhandlungen standen sich die Zeugenaussagen schroff gegenüber. Der Tischler Junius hatte be» einer zweiten Schwester Aufnahme gefunden, er benahm sich bei ihr so, daß sie die Polizei zur Hilfe rief, um sich seiner zu entledigen. Der Schutzmann Kiese erhielt den Auftrag, den Ruhestörer nach der Wache zu führen. Was ihrem Bruder nun hier geschehen sein soll, hat die Angeklagte zum Gegenstande ihrer Anzeige gemacht. Der Zeuge Junius erklärte, daß der Inhalt der Anzeige in allen "lunkten auf Wahrheit beruhe. Auf der Wache angelangt habe der -chutzniann Klese ihn mit den Worten:„Hier setzt Du Dich hin!" in die Sistirzelle gestoßen und ihm ohne irgend eine Veranlassung eine Anzahl Faustschläge in's Gesicht versetzt. Als der Miß- handelte den Lieutenant zu sprechen verlangte, habe der Schutz- mann erwidert:„Warte, ich werde Dir gleich den Lieutenant geben", einen Bambusstock genommen und den Zeugen damit über Kopf und Rücken geschlagen habe, daß der Stock in drei Stücke zerbrach. Nach dieser Züchtigung hätten ihn die Beamten sehr freundlich behandelt und ihm sogar Schnaps angeboten.— Sämmtliche Schutzleute, die auf der Wache anwesend gewesen waren, bestritten unter ihrem Eide, daß sie Mißhandlungen be- gangen, oder solche»vahrgenommen hätten. Von den Eni- lastungszeugen»mißten einige nur zu bekunden, daß der Zeuge Jnnius ain Abende seiner Arrctirung mit einein etwas gesch»vollenen,»vie veriveinten Gesicht �von der Wache zurückgekommen sei. Auffallend war es, daß der angeblich Mißhandelte ich weigerte, seine Aussage zu beschivören. Der Staatsanivalt schloß hieraus, wie aus der Beiveisausnahme, daß die Angeklagte eine frivole Anzeige in Gemeinschaft mit ihrem Bruder gemacht habe. Er beantragte eine Gefängnißstrafe von 2 Monaten. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Böger, führte aus, daß die Be- schuldigte den Mittheilungen ihres Bruders Glauben geschenkt und deshalb nicht»vider besseres Wissen gehandelt habe. Zu Gllnsten der'Angeklagten nahm der Gerichtshof dies auch an und erkannte deshalb auf Freisprechung. Gl«» Anklage wegen Beleidigung durch die presse wurde gestern vor der ziveiten Ferienstrafkannner des Land- gerichts 1 gegen den Redakteur der„Pharmazeutischen Zeitung", Dr. B ö t t g e r, verhandelt. Der Anklage lag folgender Sach- verhalt zu Grunde: Im Herbste v. I.»vurde bei einem Apotheker in Elberfeld die übliche Revision vorgenommen. Tieselbe hatte kein günstiges Ergebniß, das dem Apotheker zugestellte Revisions- Protokoll wies gegen 20 Monita auf. Der Apotheker»var der Ansicht, daß ihm Unrecht geschehen sei und fand er sich dadurch veranlaßt, jenen Revisionsbescheid in dein obengenannten Fachblatte zu veröffentlichen und mit kritisirenden Radd- benierkungen zu versehen. Dies Verfahren wurde bei der Regierung zu Düsseldorf übel vermerkt und die Folge»var, daß an die Gerichts-Physici des Regierungsbezirks eine Verfügung erging, in welcher denselben ausgegeben»vurde, die Apotheker darauf hinzuweisen, daß eine Kritisirung von Re- visionsbescheiden und anderen Regiernngserlassen in öffentlichen Blättern ungehörig sei. Diese letztere Verfügung der Düsseldorfer Verfügung besprach der Angeklagte in den Nummern 16 und 17 der„Pharmazeutischen Zeitung". In den» ersten Artikel bestritt de�Angeklagte, daß der Regierung ein Recht zustehe, den Apothekern einen derartigen Zivang auszulegen und wurde dabei die Bemerkung eingeflochten, daß es einer Regierung ja bisiveilen ange- nehm sein könne, wenn über ihre Verivaltung nichts in die Oeffentlichkeit dringe. Der ziveite Artikel galt demselben Gegen- stand und kau» darin der Ausdruck„Vertuschungssystem" vor. Hierfür stellte die Regierung zu Düsseldorf den Strafantrag »vegen Beleidigung in 2 Fällen. Der Beschuldigte führte an, daß die von ihn, redigirte Zeitung seit ihrem 35jährige» Bestehen zum ersten Male Gegenstand einer Anklage sei. Cr habe nur in •.......-'v-'—— v-r4 Er müsse that- Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt. sächlich der Behörde das Recht absprechen, einem Apotheker zu verbieten, ihn angehende Erlasse in die Oeffentlichkeit zu bringen, zumal wenn, wie im vorliegenden Falle, einein Apotheker Bemängelungen ertheilt wurden,»velche nach der allgeineinen Anschauung des Apothekerstandes un- begründet seien. Außerdem könne er»veder in der ersten wie in der ziveiten Aeußerung eine Beleidigung erblicken. Der Staats- anivall war anderer Ansicht, er beantragte wegen jeder Beleidi- gung eine Geldstrafe von 100 M. Der Gerichtshof folgte aber den Ausführungen des Vertheidigers Rechtsanwalt Springer und fällte ein freisprechendes Urtheil. In der ersten beanstandeten Bemerkung sei überhaupt eine Beleidigung nicht zu erblicken und wenn auch anerkannt»verden müsse, daß der Ausdruck„Vcr- tuschungssystem" über de» Rahmen des Zulässigen hinausgehe, so stehe in dieser Beziehung dem Angeklagten doch der§ 193 des St.-G.-B. zur Seite. Ihr wißt auch, daß die Unternehmer aller Branchen dem Ausbau ihrer Organisationen arbeiten, um den Vernichw V ---------------t*,'---- orfnlorCimlWM kämpf gegen alle bestehenden Arbeiterorganisationen erfolgreich führen zu können, um überhaupt das dem Arbeiter atseM t stehende Koalitionsrecht zu beseitigen, damit die schranfeiiloi. beutung und Knechtung der Arbeit durch das»beriii. und übermächtige Kapital freie Bahn hat. Wie in allen an Branchen, so auch in der unseren.., Sollen wir nun angesichts der drohenden Gefahren die '""lere Organisation, den Unterstützung»-«« '— was et/' Oder sollen»vir aneinanderschließen, ein der Tabakarbeiter Deutschlands sji'Qmuiuuuji, vtu- profitwüthigen Unternehmerkliqüe?. s„„ Wir haben uns für das Letztere entschieden und sin» � schloffen, nicht eher zu ruhen, bis der letzte Tabakarbeiter und � letzte Tabakarbeiterin Berlins Mitglied des Unterstützung»««!' der Tabakarbeiter Deutschlands geworden sind. Zu dies«-t« tatioii und zur weiteren Wahrnehmung aller unserer J"»-'" gehört Geld.... Wir wissen wohl, daß an die Opfer>vill>gke>t�des � zelnen große Anforderungen gestellt werden .»» ffi* deshalb' die wöchentlichen.freuvilligen Beitrage��� Tabakarbeiter auf 10 Pfennige, und für d»e(!) auf 5 Pfennige festgesetzt und gelangen dieselben ——-. i\ rc.i:e*.uniu&*, qa<2:,v*ivirtfct>rthS. j)_ w Kaffen lokalen: l) Elisabethstr. 30 des Sonnabends, 2)»""rij Montags Abends und 3) Rheinsbergerstr. 19 in Form von Quittungsmarken zur Sonntags Vormittags Hebung. Der Beitrag ist so klein bemessen, daß auch der unter Euch in der Lage ist, denselben zahlen zu können;% fmmt Jedem der Einwand benominen, daß die geforderten f--, unerschwinglich sind, noch dazu, wo auch der UnterfW##"* die Beiträge ebenfalls bedeutend ermäßigt hat... „ Bei diesem geringen Beitrag ist es der Kommission möglich, etwas nenneusiverthes zu unternehmen,»venu stcy,. Tabakarbeiter und Arbeiterinnen Berlins, ohne daran betheiligen, und daß dieses geschieht, darauf rechnen Mit Bestimmtheit., -----—....... - v~0'"'----------- i— 2 öi».«afnnb8. hat e» g S in§""d. außer der Ansaminlung eines Kriegsfonds, htzl» rl Kmmnlsnoii zur Aufgabe gemacht, andere im Kampfe besi] "che Gewerkschaften, die uns bei unserer letzten LohnbewegunS � unverdienterinaßen unterstützten, ebenfalls thatkrästig zur 6% stehen, damit»vir dieselben,»venu wir uns später e'% wieder im Kampfe befinden, mit etivas mehr moralischer tigung, als wie wir es bisher konnten, an ihr Solidarität»�!" erinnern können. Ten Anfang haben wir bereits gemacht, indem wir unseren, geringen Baarbestand 100 M. den seit Moim»�,. Ausstand befindlichen Bauhandwerkern Hamburgs üb � Wir haben dieses»nit dem tiefer» Bedauern— nicht wehr st.z! zu können— gethan, denn»vir sind überzeugt, daß jeder I so angelegt, tausendfältige Frucht zeitigen wird.~ Um die von uns gesteckten Ziele zu erreichen, brauch!"..� ernste und thatkräftige Mitarbeiter und darum fordern w»r � auf, ernennt auf jeder Fabrik, selbst auf der kleinsten, soso"- p Vertrauensmann, der uns stets zur Verfügung steht, der ui, unserem Vorhaben unterstützt und durch den»vir uns wu in steter Verbindung halten können., Auch an diejenigen Kollegen und Kolleginnen wf)' wir uns, die bisher ihre Schuldigkeit nicht gethan haben, � »vuszt oder unbewußt die Interessen der Gesammtheit und auch ihre eigenen geschädigt haben, schaut uin Euch und(rül Euch, Ihr habt Gelegenheit, sobald Ihr bexeut und es e'nm.j aufrichtig meint. Eure Arbeiterehre wiederherzustellen, wir"� Euch die Hand zur Versöhnung— werdet ehrliche und Kollegen! Ebenso ihr Kleinfabrikanten, die ihr vorgebt mit den � strebungen der modernen Arbeiterbeivegnng zu synipathiesw'j,: die Ihr Euch Evern Abnehmern gegenüber als Genossen S � thiit auch gegen die Tabakarbeiter Eure Schuldigkeit, wen" ü nicht in den wohlbegründelen Verdacht kommen»vollt, nur Euch mit der Arbeiterbewegung im Einklänge zu befinden, w � weit es Euer persönliches Interesse erheischt, mit anderen — Geschäftssozialiste» zu sein. Beweist also, daß Ihr w'!' Freunde der Arbeiterbewegung seid und tretet mit uns i" Interessen der Tabakarbeiter ein.,«I Kollegen, Kolleginnen! Die Kommission hat zu EUW j Vertrauen, daß Ihr alle sannnt und sonders für die von, eMwickelten Ansichten für Eure Interessen eintreten werde'„ geben uns der Hoffnung hin, daß auch wir Euer Vertrau«" sitzen. � Wir versichern Euch, daß wir unsere Schuldigkeit thun" den, erwarten aber von Euch das Gleiche. Mit kollegialischem Gruß Die K o in m i s s r o N %)»e KOinmii i ,on...u für öffentliche A n g e l e g e n h e'' rv ar. cvrv rn �... Ol i f f 1()9., NB. I. A.: W. Börnes Ritterstr. K#, Die Adressen der Vertraiiensmänner bitten wir a» stehende Adresse gelängen zu lassen, aber sobald als mögü�i« mit»vir in der Lage sind, dieselben zu einer Konserenz ArbetterbetVegung. Magdebnrg, 2. August. Die hiesige Sozialdemokratie hat eine Frauenbewegung ins Leben gerufen,»velche in den Kreisen der Arbeiterinnen lebhaste» Anklang findet. Es soll eine Organisation geschaffen werden,»velche die Arbeiterinnen in die Lage versetze» »viirde, behufs Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen geschloffen vorzugehen. Nennkirchen(Kreis Saarbrücken), 2. August. Durch Mii»sterialversüguiig sind aus den fiskalischen Gruben des Saar- gebiets die Unterschichten der«Werkstatt- und Maschinen-Atann- schasten diseitigt»vorden. ES»vurde ein Arbeitsturnus eingeführt, durch»reichen jedem Angehörigen dieser Arbeiterkategorien alle 14 Tage ein freier Sonntag geivährleisiet»vird. Zum Ausgleich des dadurch entstehenden Lohnansfalls wollen die Arbeiter eine Erhöhung der Schichllöhne beantragen. Äoziole TlelrerUchk. An die Tnbakarbritrr«nd-Arbeiterinnen Berlins. Kollegen und Kolleginnen! In der öffentlichen Tabakarbeiter- Versammlung,»velche am 80. Juni d. I. in der Branerei Friedrichshain tagte,»vurde unterzeichnete Kommission dazu oestiniint, die Interessen der Tabak- arbeiter und-Arbeiterinnen Verlins ivahrzunehmen und zu ver- treten. Wir fühlen uns nun verpflichtet, Euch»nit dem, was wir zu thun beabsichtigen, bekannt zu machen. Ihr»vißt, daß unsere letzte Lohnbewegung den in öffentlicher Versammlung beschlossenen Lohntarif noch nicht zur Durchführung gebracht hat und daß dieses in allernächster Zeit auch nicht ge- _--- W— ß--- V"■-.| zu können. Auch inachen wir darauf aufmerksam, daß am ''"-■' Mey's Festsälen. Beuthstraße 22,!■ w tag, den o. August, in �—i.i.w.... eine große öffentliche Versaminlung, and am Sonnab«>w„ 23. August, von Nachmittags 5 Uhr an im„Elysiu»»", 1 berger Allee, ein großes Sommerfest stattfindet. t Näheres bringen zur Zeit die Plakate und Annon!«� „Berliner Volksblatt". � An alle Arbeiter Berlins. Unterzeichneter bittet V »mls alle diejenigen,»velche seiner Zeit aus Listen für die stiwfä den Schraubendreher bei den» Drechsler resp. Stockarbeitcr-v � Naunyiistr. 42 wohnhaft, gezeichnet haben, ihre Adrefl«'' J UiN zugeben, um denselben gerichtlich' belangen zu können. a«« s l r.« �- u cv\—"—... f...—: J....... Cr**' Handlungsweise des B. näher zu kennzeichne», se» erway. derselbe sich jetzt der gezeichneten Liste»» be» vers> g# Restaurateuren hinter dem Ofen entledigt. So»vurde»":z>i>> Tage eine Liste übermittelt,»velche in Rixdors""f Art vorgefunden wurde und auf»velcher über 20 M. v» waren. Ein Herr hat sich schon gemeldet und»ch hon' dieser nochmalige Aufruf seine Berücksichiignng finden>v; Benno Stabernack, Wrangelstr. 0 Nel.lin»nnlnngen »K Arbeiter Genosse»! Die Lage der Hainburger l)»t sich noch nicht gebessert. Noch immer verlangen die � nehiuer nicht allein die Knochen, sondern auch die Seele. sehen, daß das Kapital dort anfängt, Revanche zu nehin«"- � die Organisationen der Arbeiter am stärkste» sind; hat dv", Kapital gesiegt, sind dort die Arbeiter unterlegen, dann � wir die Folgen zu tragen haben. Arbeiter! Ge««� Tretet ein für die darbenden Brüder Hamburgs! Samws � wieder Sammeln muß unsere Parole sein, damit die ausges�/ Arbeiter dem Protzenthum die Stirne bieten können. am Tas " Sachen der ausgesperrten Hamburger Arbeiter nächsten onnerstag drei große Volksversammlungen statt. Ich bitte nun ° Arbeiter, dieselben zahlreich zu besuchen. Mit bestem Gruß Heinrich Klingenberg, Heimstr. 13. .... Achtung J Die im Jnseratentheil zu heute Abend an- «»undigte Versammlung für Männer und Frauen, welche im cli 0011 May, Beuthstr. 22, stattfinden und in welcher Frau «chumme über„Gesundheitsschädliche Gewerbe" reseriren sollte, rlk&et?*ch'"cht genehmigt worden; dagegen findet die zur leiden Ze,t nach den Zentral-Festsälen, Oranienstraße 180, ein- "ttufene Versammlung bestimmt statt. »»d Sterbkkair« drr Tischler und anderer gewerb- lHamburg). Oertliche Verwaltung Berlin A. Montag, de» Waldsmärstr'% Uhr, Mitglieder-Versammlung im Lolale„Tüd-Ost", der Grave»»« und Ziseleur» befindet stch Dresdener- nrure«o,%-io Uhr. fcm 7 SJ* N«r«i»ig»»g der Kartvnarbeiter. Versammlung am Montag, °n> 4. August, Abends 8% Uhr, Blumenstr. 38 bei Henke. »nnfi. der Zederarliriter. Vertrauensmänner- Versammlung am «MnynM�ss' cr., Abends»% Uhr, im Lokale des Herrn Fr. Zubeil, W.�'le- und Dialnitir- Klub„Worgenroth". Seschäftliche Sitzung li-4»?�' August, Abends 8 Uhr, bei Scholz, Ltebenwalderstr. 20. «scheinen der Mitglieder ist Ehrensache. Mst»'«rein Kerliner Portiers und Kernsogenossen, gegründet 188;, sein, m?!ontaa, den 4. August, Abends o lihr, Markgrafenstr. 87, bei Weigt, D-,-�s>s0m>nlung ab. Aufnahme»euer ivltlglieder. Gäste sind willkommen. ,,"W>eder werden höflichst gebeten, zahlreich zu erscheinen. lim,. lur Wastrliug der Antereisen der Kchiil,»iacher. Versamm- tnüS*.. A>o»tag, den 4. August, Abend« 8 Uhr, in den Arminhallen, Koni- 3 S.fSch'Jir. 20- Tagesordnung: i. Vortrag de« Hrn. Ptrch. 2. Ditkusston. " Astch'edeneS. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. am at der Kurbetstrpper Pertins und pingegend. Versammlung d-e 7°bnerstag, den 7. August, Blumenstratze 78. Tagesordnung: i. Vortrag »„Herrn I. Türk über:„Poesie und Arbeiterbewegung". 2. TtSkusslon. ' Verschiedenes. Gäste willkommen. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. «..»"chuerein säinmilicher an Nolzbearbeitungs- Ulaschtne» deschäs. ..bser Arbeiter. Generalversaminlung am Sonntag, den 3. August. TagcS- o 1. Vortrag des Herrn W. Werner über Arbetterschutz-Gesetzgebung. "'ussion. z. Kassenbernht vom l. Quartal. 4. Ersatzwahl des i. Echrifi- lim; 6- Verschiedenes und Fragelasten.— Mitgliedsbuch legitim irr.— i.' zahlreiches Erscheinen wird ersucht. m Sinterst, ihungoverrin der ttlnnrer des Utesten perli»». Mitglieder- �Iainmlung am Montag, den 4. August, Abends 8 Uhr, im Lokale„Königs- M- Vulowstrabe 37. Tagesordnung: I.Vortrag des Herrn W. Schweitzer a m itulturenlwickelung und die sozialistische Gesellschaft. 2. Diskussion, . Verschiedenes.— Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Om. v"ß* öffentliche Korbi»achrr-pcr>n>n»>t»n>g am Montag, 4. August, oiv:n?ä 8 Uhr, bei Roll, Adalberlstr. 21. Tagesordnung: l. Kassenbericht der "Wkommission. 2. Vorlegung des neuen Lohntariss. 8. Diskussion. 4. Ber- Wedeues.— Es ist Pflicht eines jtden Kollegen, zu erscheinen. ,. tachverein der iileuipner prrliuo und zlnigegeud. Dienstag, den m August er., Abends 8 Uhr. im Böhmischen Brauhaufe, Landsberger Allee f.,-."—13, grobe Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Die Bc- Lssöungen der Handwerker und Arbeiter im Jahre 1848. Referent: Herr C Webrand. 2. Debatte. 8. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragckasten. o,.»»rein deutscher Schuhmacher, Filiale Kerlin. Dienstag, s. August, «oendv 8% Uhr, bei Zcmter, Münzstraße ll, Versammlung. Tagesordnung: s'.Vdrtrag des Herrn H. Mehner über die kapitalistische Produllion. 2. Dis- u'stou. 3. Verschiedenes.— Zahlreiches Erscheinen erwünscht. im"" Fachverein der pleber veranstaltet am Sonnabend, den g. August. „Elysium", LandSverger Allee 39—41, ein Konzert, verbunden mit Tanz- »unzchen, um seinen schon seit einem Jahre an der Schwindsucht erkrankten «oiiegen Ptlkenrolh durch einen aus diesem Unternehmen erzielten Ueberschuh «unterstützen. Demselben ist, da er die gesetzlich zulässige Zeit Kranken- s?»..-Unterstützungen bezogen hat, auch noch diese letzte Quelle, womit er sein 4-eoen fristete, entzogen worden. Der obengenannte Fachverein appellirt nun an das Mttgesühl der Berliner Arbeiter und wünscht, dab sich dieselben in grober Zahl an dem Vergnügen betheiltgen möchten. Btllel» sind zum Preise don 20 Pf.' pro Stück bet�Herrn Resläuräteur Henke, Blumenstr. 88,' und beim Aestauraleur Ernst Wagnan,«rautstr. 18, zu hc' haben. VKvmipiszkes. Namburg, 81. Juli. Die Beerdigung des Redlikteurs des »Hamburger Echo", Heinrich Wilhelm Köhler, fand heute unter Theilnahme zahlreicher Freunde und Gesinnungsgenossen statt. Schon vor 10 Uhr. der festgesetzten Zeit, fanden sich, so berichtet l c f--Echo", vor dem Trauerhause in der Eimsbüttelerstraße « haaren von Leidtragenden ein, welche dem Dahingeschiedenen dir letzte Ehre erweisen wollten. Obwohl unser Freund in den 'etzten Jahren wenig an die Oefsentlichkeit getreten war, erinnerten sich doch Viele seines Wirkens und zollten ihm den �ank für sein unentwegtes Eintreten für die Sache des Prole- mriats dadurch, daß sie ihn zur letzten Ruhestätte geleiteten. lbon allen Seiten wurden Kranzspenden gebracht und der Sarg war mit dustenden Blumen überdeckt. Zahlreiche Kränze mit !"""gen Inschriften wurden hinter dem Leichenwagen hergetragen, wn sich ein großes Gefolge anschloß. Der Trauerzug bewegte sich von o�n Sterbehause aus am Heiligengeistfeld entlang durch die Theater- wK'ße, wo Köhlerseine letzten Lebensjahre hindurch thätig war, über die i-ombardsbrücke nach Barmbeck zu, einem Wunsche der Gattin Oes Verblichenen entsprechend. Am Ziel angelangt, erfolgte die ■oegräbnißseierlichkeil in einfach-würdiger Weise. Am Grabe hielt , Freund des Entschlafenen, Herr Ockelmann, eine herz- orgretsende Ansprache. In schlichter Weise sprach der Redner vom Werden und Vergehen, vom Entstehen und Schwinden und vom allerbarmeuden Tod, der dem theuren Dahingeschiedenen als "w sanfter Freund gekommen, ihn von schweren Leiden befreiend. ff'o der nunmehr Dahingegangene stets seine Pflicht erfüllt, wie -r den Platz, an den er gestellt war, stets auszufüllen sich bestrebt s-'gte, wie er stets seinen Idealen treu war, das möge den rauernd das Grab Umstehenden als ein leuchtendes Bei- liitl* dienen. Dem Sohne und der Gattin des Ver- o'lchenen spendete der Redner wahre Trostesworte und .*0 schmucklose aber ergreifende Rede fand Widerhall Aller Herzen. Als dem Verstorbenen der letzte Gruß geworden, als die letzte Handvoll Erde auf seinen Sarg gestreut war, gingen die Leidtragenden ernst und schweigend auseinander. «-keder ein Kämpfer weniger, der mitgestritten in gefahrvoller — aber die Saat, die auch er mitgesäet, sie wird aufgehen und Früchte tragen zum Heile des Menschengeschlechts! . Wie unserm unvergeßlichen Wedde, haben auch unserm Jreunde Köhler die Hamburger Arbeiter Zeichen der Anhänglich- nr und Trauer gespendet. Von den Inschriften der Schleifen nenne» wir nur folgende: «tj Verein der Steinbrügger, H a m bürg: _ Ruhe in Frieden, edler Streiter! �er Fachverein der Maurer dem Kämpfer für Freiheit und Recht: Es ist kein hohler, leerer Wahn, Erzeugt im Hirn eines Thoren. Im Herzen kündet es laut sich an: Zu elivas Besserem sind wir geboren! Personal der I. H. W. D i e tz' s ch m, Buchdruckerei: Mr im Gedächtniß seiner Freunde fortlebt, der ist nicht todt; % sst nur der, der vergessen wird. 'H'e Maurer am Bau des Herrn Bernet: Er kämpfte für Recht und Freiheit. .Die Redaktion des„Grundstein": Du aber standest dem Geschick, ein Mann, Buchdruckerei und Buchhandlung. Fallen seh' ich Zweig um Zweig— �ud immer enger wird der Kreis der Freunde, �'e, sich des hohen Ziels bewußt, •uu Leid und Freud' zusammenstanden. Lokalverband Das » en Frei der Gypser Hain . anderer Vereine, Mitkämpfer. Von burgs; das Personal des„Hamburger Echo"; die Maurerarbeitsleute von Wandsbek und Umgegend; der Verein der Kutscher tamburgs und der Vororte von 1890: der Verein deutscher chuhmacher, Zahlstelle Altona; die Zimmerleute an Wieseners Bau; dieFreunde in Langenfelde; der Lokalverband der Zimmerer Hamburgs; mehrere Freunde im Hammerbrook; die Maurer an Wieseners Bau— u. s. w. Auf der Schleife des von Redaktion und Expedition des „Hamburger Echo" dargebrachten Palmenzweiges stand: Wer Dich gekannt, der wußte, was Du werth, Wie Dir in allen sorgenvollen Tagen Nie rostete der Freiheit Geistesschwert, Wie unser Banner muthvoll Du getragen. Nun kommen wir. Dir diesen Kranz zu iveih'n, Daß dankbar Dich zur letzte» Fahrt er schmücke. Riß auch der Tod mit Dir in uns're Reih'n Auf's Neue schmerzvoll eine tiefe Lücke, Was sterbend Dir zu früh entglitt den Händen, Wir stehen fest und hoffen's zu vollenden! VrirfKapten dev Novakkion. Bet Anfragen bitten wir die AbonnementS-Quittung beizufügen. Brieflich« Antwort wird nicht ertheilt, Für die ausgesperrte» Kanhandwerker Hautburg» gingen ferner bei uns ein: 4 Freunde A. M. B. Z. 4 M. Tapeziergehilfen der Holl- mann'schen Werkstatt 3 M. Gesammelt im Arbeiterbildungs-Verein Friedrichshagen 6,40 M. Kollegen der Tischlerei Hardenberg- straße Nr. 24 3 M. Puttkamerstr. 7 1,50 M. W. Hildebrandt, Buchdrucker 3 M. Kommission der Bildhauer Berlins, 6. Rate 100 M. Bildhauerwerkstatt Max Schulz u. Komp., Alte Jakob- straße, 16,50 M. Kartenklub„Kreuz-Dame", Lichtenberg-Friedrichsfelde, 1. Rate 10 M. Rothe Steinsetzer 19,80 M. Liste 839, Fabrik Brandenburgstraße 75 12,50 M. Setzer des„Berliner Volksblatt" 50 M. Freitagskneipe der Kaufleute bei Zemter, 2. Rate UM. C. W., Bergstr., 1 M. Mehrere Freunde 2,50 M. Jlubscher 3,05 M. Schwager Fritz und Georg in Charlottenburg 2 M. Arbeiter und Arbeiterinnen von Werner und Schuhmann 12 M. Blauer Teufel u. Komp. 2 M. Fachverein der Albumarbeiter 25 M. Von mehreren Töpfern, Bau Bernauerstr. 5 M. 50 Pf. Schöning 1 M. Vom Verein Berliner Gastwirthsgehilfen durch Eberl schiff*" nennen wir nur den Verein der sowie die Seefahrer Teutschlands, S Aiauerleute L>amburos: der Fachverein 11. Ziehung der 4. Klasse 183. König!. Prcuß. Lotterie. Ztehung vom 2. Anglist 1390 VorniittsgS, liiit dt« Gewinn« über«10 At.irk find den detrelienden tflummer» tn Pnrenlhc'e deigefilgd» l0l,ne Gewähr.) 116 238 43[1500] 411 507 27 900 74 1230 479[1500] 653 753 813 917 2040 76 133 55 71 472 507 19 89 605 69 726 96 861 8023 186 203 16 340 46 413 61 512 703 23 895 938 4161 892 323 410 42 43 53 546 60 65 635 944 5153 214 380 473 503 10 89 627 52 80 90 907 40 «110 224 60 304 418 90 570 94 814 973»018 21 25 55 234 47 62 76 449 523 748 68 88 857 974 90 8263 344 PI 92 410 714 67 847 HS 000] *1010 42 609 115001 ——.—,————_——..[IoOO] 707 56 [500] 876 956 1 4210 37 39 87 633 843 901 8 1 5136 225 94 15001 379 551 678 765 874 900 17 1 0023 161 326 77 417 23 515 33 625 47 64 66 88 93 836 901 69 I»111 220 28 90 452 538 643 746 18032 45 93 589 606 898 920 45 89 91 10202 48 65 466 720 61 951 «0008 215 62 64 532«1006 62 IIS 60 11500] 71 72[5001 320 [SOOOi 465 511 67 81 679 84 743 869 919««030 46 135 363 130001 453 635 843 924«3014 31 49[SOOOl 114 34 231 34 52 98 330 846 920 79«4192 225 304 411 54 568 030 781«5180 227 47 70 77 807 402 174 226 13U00J 401 88 603 39 731 115001 866 920 48 4«1GI 91 281 868 495 34 537 623 861 9J8 4 3035 307 444 611 39 52[30001 707 41801 24 68 4 4033 93 115001 400 16 64 658 918 65 4 5085 195 458 706 68 4U0O2 8 127 678 972 4 7005 46 79 355 97 464 95 590 600 783 823 56 4*148 251 316 35 44 551 4 0045 209 377 401 667 90 818 48 50004 77 130 90 250 69 572 743 894 922[3000] 31 5 1000 79 88 91 359 741 819 934 76 5«UÜ4 78 238 315 429 508 11 35 655 69 716 860 63.111 418 548 633 708 26 36 61[3001 812 22 904 115001 5 4078 371 692 606 97[3001 812 24 915 55090 151 341 535 82 630 63 75 724 28 61 880 907 30 13001 49 78 56080 249 66 618 897 5 7037 40 99 137 274 568 512 86 620 Vu5 73 897 924 60 5*131 286 321 67 403 69 95677 726 85 93 835 960 96 50038 94 248 56 319 435 75(5001 666 837 98 944 76 «1)110 43 228 328 47 Gl 97 803 26 941 75 OI034 51 55 106 19 44 62 230 4 9 87 390 404 69 574 785 87 946««108 91 254 89 303 565 694 819 61 912 77«»III 19 448 70 500 38 44 80 630 714 64 832 96 957«4014[300] 190 203 489 536 47 647 965«5122 230 567 95[30001 706«0008 42 402 20 54 81 674 701 115001 931 57[3001«7012 46 223 54[30001 320 49 574 87 914 82«*006 22 11500] 146 99 241 97 334 563 82 636 62 850«»022 132 07 243 810 43 48 471 509 623 27 41 80 758 »O014 60 176 261 459 86 671 768 87 835 115001»1031 114 88 63 75 341 55 61 481 620 40 85 835»«107 70 237 93 339 72 77 408 649 56 IIÜOOOJ 800 3 948 91»3018 35 1500) 428 519 36 64 719 60[5001 813 968.84 74030 319 32 4 2 69 88 445 90 709 803 12 83 904»5135 75 97 213 Ü500J 508 22 663 66 801 65»«029 87 127 65 87 211 310 512 64 768[15001 894 936 1300) 67 68 7 7051 244 303 567 834 901 7*128 78 242 49 319 92 485 531 612 49 88 867»»135 59 202 36 47 61 308 46 76 85 604 19 727 97 924 56 80 *0012 107 379 412 590 627 31 769 81*1022 SO 86 670 700 816 22 49*«057 149 78 97 297 455 58 601 24 612 20 21 792 867 961 78 »3004 1590] 11 38 72 159 235 00 307 54[500] 88 526 663 819*4075 215 150«») 3:13 543 52 603 68 847 78*5102 1100 0 001 32 99 248 70 308 89 424 25 521 90 923 42 46*«268 300 43 13000] 411 533 667 948»7073 147 210 29 506 8 698 779 888 944»*060 194 72 247 318 419 43 51 70 554 84 727 67 74 825 904 18 61 83[3001*»170 310 506 93(3001 719 »1)105 56 84 340[30001 767 89[300] 94»1048 114 45 359 463 [309t 86 632[1500] 60 90 903[500] 20»«018 163 79 230 31 75 353 11. Ziehung der 4. Klaffe 182. Königl. Preuff. Lotterie. Liehnn«(ein 2. August 1800, Ra-tiuiltiog». tililti« Gewinne Uber« 1 t) Mark sind drn Z!treliend«n itunim-ri« tu P»tl! diigitiige. (Ohne Giwodr.) 69 186 202 343[5001 422 505 748 826 33 924 64 1 045 113 260 302 438 48 547 78 094 762 75 95 KÜ6«174 15001 93 826 057 83 768 79 901 «028 62 99 137 69 287 334 555 618 863 945 77[5901 4142 1500] 288 400 643 809(IOOOOI 32 48 915 03 97 5000 82 100 34 227 43 SU 31 418 20 79 95 784«077[30001 135 60 261 317 430 894 935»097 189 228 318 507 45 11500] 69 94 610 43 890 8 94 902»128 288 357 416 948 92»060 116 29 247 60 08 811 78 80 959 I«054 231 66 352 407 82 674 658 61 727 9 8 883 920 1 1038 64 294 312 407 30 771.-03 7 925 1«U48 74 307 57 98 439 613 76t 89 911 13016 23 223 48 90 347 87 601 13 46 82 758 850 95 14063 147 227 29 59 73 336 82 431 99 565 84 665 65 93 702 79 15062 115001 87 293 15001 99 303 472 15001 605 724 130001 8.7 938 10141 58 205 363 448 64 71 522 829 81 l»094 108 13 242 400 9 1*151 296 423 33[3001 691 633 757 81 957 IttUÜU 31 55 90 122 45 47 309 79 411 75 70 98 740 922 «»08» 91 199 265 68 75 84 453 690 736 850 902 26 51«1087 311 115001 801 48[30001 927 78««064 94 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Kühn. Maurer, 3 M. 11 Weber 3 M. 70 Pf. Buchdruckerei M. Babing, Werkabtheilung, 4. Rate, 10 M. Schraubendreher O. N. 9 M. 65 Pf. Von den Arbeitern der Hamburg- Berliner Jalousiefabrik, 2. Rate, 7 M. 45 Pf. 13 Kollegen der Metallwaaren-Fabrik W. Fischbach 6 M. 25 Pf. Tischlerwerkstatt von Schön u. Jurk, Schlesischestr. 6, 4 M. Arbeiter der Fabrik Vorchert, Ritterstr. 77/78. 2. Rate 6 M. Rothe Neune, 1. Rate 5,50 M. Gesainmelt von Holzpflasterern am Opernplatz 7 M. Tischlerei von Witte, Blumenstr. 33/34. 9 M. Bildhauer der Werkstatt Kreßler 4 M. Buchbinderei, Kochstr. 70, 2. Rate 10,50. Werkstatt Barth 6,30 M. Schlosserei Blum, Elisabeth Ufer 65 6,50 M. Fabrik Lindenstr. Sch. W. Klempner 4,70 M. Fabrik chirurgischer Instrumente, Krüger, Artilleriestr. 23, 10,30 M. Berlin B. 12,80 M. Kunsttischlerei Fahnkow, Wasserthorstr. 9, 850 M. Gesammelt von Metallarbeitern 2. Rate 6,30 M. Extra Briese u. Ko.. Stockfabrik 2. Rate 10 M. Die Arbeiter der Fabrik W. Strube 7 M.— Pianofabrik von Grabow und Kunst 4 M.— 3 Arbeiter, Hauptwerkstatt Tempel- Hof 4,50 M.— 7 Genossen der Schlosserei Jahnke, Besselstraße, dnrch Frögel 7 M.— Klempnerwerkstatt von Hinze, Wrangel- straße 77, 3 M.— Stecket 1,50 M.- Maschinenfabrik Wilke, Fehrbellinerstraße 14, 3 M.— Tischlerwerkstatt Ratsch, Krautstraße 88a, 2 Rate, 4,50 M.— Tischlerei W. Arndt, Manteuffel' straße 113, 6,15 M.— Schraubenfabrik Willing u. Violet 26,90 M.— Fabrik G. Kanow, Stallschreiberstr. 30, 12 M.— Von den Tischler-Jnnungsgesellen und Aufwieglern aus der Waldemarstrahe 6,50 M.— Rauchklub„Krumme Piepe", 2. Rate, 10 M. Weitere Beiträge nimmt gern entgegen die Expedition Beuthstr. 3. #01. Wir kennen ein Städtchen, das so heißt, nicht. R. S. Eine schriftliche Antwort würde uns zu viel Raum und Zeit kosten. Zu mündlicher Auskunft sind wir bereit. C. H. 999. 1. Innerhalb drei Monaten seit Rechtskraft des Ehescheidungsurtheils kann der für unschuldig erklärte Ehe- gatte gegen den anderen Strafantrag wegen Ehebruchs stellen. 2. Wenn die angeklagte Ehefrau nachweist, daß auch der Ehemann Ehebruch getrieben hat, so würde das allenfalls auf das Straf- maß von milderndem Einfluß sein können. Der Mann kann aber wegen Ehebruchs nicht bestraft werden, da nicht wegen seines Ehebruchs die Ehe getrennt ist. 3. Sie können bei der Staats- anwaltschaft wegen Betruges und Nahrungsmittel-Verfälschung Strafantrag stellen.! K. 44, Um Ihre Frage richtig beantworten zu können, möchten wir Ihren Kontrakt einsehen. Zu mündlicher Auskunft sind wir bereit. M. U. Uirdorf. Es kann Ihnen nur am 15. zum nächsten 1., nicht auch umgekehrt gekündigt werden. W. G. 80. Im Jahre 1883. H. Kp. Friedrnstr. Ein rein geselliger Klub braucht über- Haupt nicht polizeilich gemeldet zu werden. Wenn er in separatem Zimmer eines Lokals, gesondert von den übrigen Gästen tagt, so kann er über die Polizeistunde hinaus bleiben. K. M. Gewiß ist ein Wirth berechtigt, einem anderen über einen bisherigen Miether Auskunft zu«rtheilen. Um beurtheilen zu können, ob der Miether etwa eine Beleidigungs- und Schadensersatzklage anstrengen kann, müßten wir Inhalt der Auskunft wissen. den ge»»»� hängenden, und ohne dem Inhalte des Plakats zu widersprecyen, gilt der Ausschluß der„u udigung als stillschweigend--- ? Generalfeldmarsqal ist eine höhere Charge als Gener» 06er|. U. 10. Die Tauf-, Entbindungs- und Krankheitsl-'� sind verjährt. Der Vormund des Kindes kann aber den dessen Wohnsitz auf Zahlung von Alimenten verklagen.<. F. K. 47. Ein blos geselligen Zwecken dienender g, klub unterliegt überhaupt nicht dem Vereinsgesetz und Statuten und Mitglieder- Verzeichniß nicht der Polizei reichen._ t... Granienstr. 62. Es heißt: Die Arbeiter sind der Ut.©. 101. Wenn Sie blos eine musikalische Unterhelturi in Ihrer Wohnung bis 10 Uhr Abends abgehalten hav. berechtigt dies den Wirth keineswegs zur Anstellung missionsklage. j Bockbrauerei a Seidel 15 Pf. Spaten Vi Liter 30 Pf. Schnitt � Saal für Vereine und Gesellschns 8 Billards u. 3 Kegelbahnen empf 761_ F. Sodtkgy Fitlstermatder, Z1-' Alle Mann heute Kessclstraße Wirthshaus zum goldenen Krug�. E. Strauss, Slhlleitiermsir., 17a. Wassmaniistr. 17a, pari., ab 1. September er.: Blumenstr. 46, nahe der Andreasstraße, 1367 empfiehlt sich zur Anfert. eleg. Herren- Garderoben. Für guten Sitz u. saubere Arbeit wird garantirt. Lager».Stoffen in grosser, geschmackvoller Auswahl. Koulante Zahlungsbedingungen! Resterhandlung. Bill. Reste z. klein, u. groß. Hose», z. klein.». ar.Anz. Sammet, Seide, Plüsch u. alle Besatzstoffe. Trikots z. Taillen, a. Wunsch zugeschnitten. Fert. Knaben-Anzüge. Karte, Waldemar- straße 66.___ 72 48 Unsortirte kräftige empfiehlt J. 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Druck und Verlag von jtta» Kading in Berlin SW.. Beuthstraße 2. I zum Berliner Volksblatt. Nr. 178. Somitag. den 3. August 1890. 7. Jahrg. Versinttmluttgen. KrrlinrrKarbirr-, Friseur- und Perruckenmachrr- welche sich vor kurzem dem in dieser Branche in j~. j Mchfanb bestehenden Gehilfen- Verband angeschlossen haben, t/r& atn Dienstag Abend in Keller's Konzertsaal, Köpincker� öffentliche Versammlung ab, zu der auch die Prin- »'pale eingeladen und zahlreich erschienen waren. Auf der Tages- ftnriö: 1. Bekanntmachung des neu(von den Gehilfen) errichteten Arbeits-Nach weisbureaus. 2. Besprechung uoer eine an den hohen Reichstag zu richtende Petition in Betreff �Sonntagsruhe. 3. Verschiedenes. Gehilfe Steczniewsky neut bei der Eröffnung der Versammlung die Frage, ob Jemand m Saale sei, der nicht zum Fach gehöre. Wer nicht im Fache sei, möge hinaus gehen. Es meldete sich jedoch Niemand. V'erauf machte derselbe bekannt, daß nach wiederholter Auf- lorderung vom Verbandsvorsitzenden man sich seitens der hiesigen Wtale dazu entschlossen habe, mit der Errichtung eines eigenen Arbeitsnachweises vorzugehen. Dieser Schritt habe sich als eine -lothwendigkeit gegenüber der Mißwirthschaft erwiesen, die auf °r>n Nachweis der Innung herrsche. Ein großer Theil der Gehilfen werde schon auf der Herberge ausgesogen, und u,'Q"Se der Gehilfe Geld habe, erhalte er vom Nachweis schwer eine Stellung zugewiesen. Der Nachweis befinde !'ch in einer Restauration, und das sei eben ein Uebel- Itanb. Auch die Prinzipale hatten Ursache genug zum �wgen' manchmal müßten sie drei, vier Postkarten schreiben, vevor ihnen ein Gehilfe zugeschickt werde. Das neue Bureau befinde sich im Lokale Rosenthalerstt. 38, es sei dafür gesorgt, b?ß die gerügten Uebelstände dort nicht vorkommen könnten. �prechmeister sei Herr Heid mann. Der Nachweis stehe den Prinzipalen ohne Unterschied offen, den Gehilfen jedoch nur, wenn dem Verbände angehören.-■ Hierauf ging man zum zweiten Mnkt der Tagesordnung über, dessen Besprechung sich sehr leb- Hüft gestaltete. Herr Steczniewsky meinte im Hinblick auf den borliegenden Entwurf der Regierung, daß es nicht gut möglich sein fhcrde, mit einer bstündigen'Arbeitszeit am Sonntag auszukommen. Alan müsse hier dem Geschäfte Rechnung tragen. Viele Kunden wußten an Feiertagen bis zur Mittagszeit thätig sein und diese wurden dann das Geschäft geschlossen finden. Selbst wenn man 'n der Petition den Schluß der Geschäfte erst um 1 Uhr verlange, >0 werde die Zeit noch nicht ausreichen. Für Berlin sei es am passendsten, wenn der Schluß um 3 Uhr Nachmittags erfolge. Obgleich dies eine späte Zeit sei, so werde dennoch daraus schon 'blgen, daß den Gehilfen der übliche Ausgehetag in der Woche Genommen werde. Man möge daher die Sache reiflich überlegen. vSeifaU.) Gehilfe M e n d a t sprach sich für eine fünf- fiündige Arbeitszeit und dem Schluß der Geschäfte um 1 Uhr aus. Nachtheil könne daraus für die Geschäfte nicht entstehen, weil alle geschloffen halten müßten. Der Ausgehetag sei heute schon vielfach gar nicht mehr vorhanden.(Beifall.) Herr Pergenroth(Prinzipal) hält den gesetzlichen Schluß für eine Nothwendigkeit; um 3, spätestens um 4 Uhr könne die Arbeits- Zeit beendet sein. Es gäbe viele Prinzipale, die auch gerne ihr bischen Sonntag haben möchten. Ein früherer Schluß würde für das Geschäft sehr schädigend sein. Für den Schluß um 3 Uhr werde ein großer Theil der Prinzipale sein.(Beifall.) Herr ■ofer(Jnnungsmeister) ist im Prinzip für gesetzliche .sinntagsruhe. Aus seinen Ausführungen ging aber nicht hervor, wie er sich die Durchführung dieses Prinzips bvrstellt. Der Gehilfe arbeite eigentlich überhaupt nur fünf Stunden täglich, wie das der Obermeister(Wollschläger V) Ganz richtig behauptet habe. Herr Kuhle, ebenfalls Jnnungs- weister, sprach sich, im Gegensatz zu seinem Vorredner, sehr klar Und deutlich aus. Die Geschäftslage sei gewiß nicht rosig, um sie bver zu einer blühenderen zu machen, sei der gesetzliche Schutz uvthwendig. Nach den freien Vereinbarungen richte sich doch Niemand. Eines gesetzlichen Schutzes bedürften namentlich Die- senigen, welche auf Preise halten. Spätestens um 3, besser aber schon um 2 Uhr könne der Schluß der Geschäfte erfolgen.(Leb- hafter Beifall.) Herr R o s s a(Prinzipal) glaubt, daß die Sonn- wgsruhe erst um 4 Uhr eintreten könne. In der Ballsaison werde man gewiß nicht so früh schließen können.(Unterbrechung.) Werde das Geschäft schon um 3 Uhr geschlossen, könnten viele ueute sich nicht rasiren lassen und der Prinzipal habe den Schaden. Die Gehilfen sollten doch bedenken, daß sie alle'mal Prinzipal werden und dann selber die Nachtheile zu tragen hätten, welche sie sich schaffen wollten.(Beifall.) Gehilfe Schulz hält o Uhr für die richtige Zeit. Man möge nicht so streng mit den Prinzipalen vorgehen. Gehilse John betonte, daß die Arbeit flw mehr auf die Wochentage vertheilen werde, wenn der Sonn- wß zum Ruhetag geworden sei. Er habe gesehen, daß Prinzipale fioch nach 8 Uhr das Geschäft offen halten.""" Alchen Prinzipalen machen f(Ruf: Aufhäng.... �.........., Weiter sprachen noch zur Sache Gehilfe Wiechert und die Prinzipale 7 e r ck h a h n und Kuhle. Bei der Abstimmung wurde der eentrag, den Zeitpunkt in der Petition auf 3 Uhr festzusetzen, mit jwoßer Mehrheit angenommen. Für die Petition sollen Unter- Elsten gesammelt werden. Zum Schluß beschäftigte man sich ZI der Trinkgelder-, Lohn- und Lehrlingssrage. Es wurde kon- L ti' daß in einem Geschäft ein Gehilse wöchentlich 1,50 Mark j°d""eben der Kost erhalte. Man habe diesem Gehilfen gesagt, Berlin sei das Haarschneiden komplizirter, hier müsse er sich einarbeiten. Herr Koser klagte über die erbärmliche Maltslage, welche es zuwege bringe, daß manche Prm- »Im"'cht einmal das Kraukengeld für ihre Gehilfen Men könnten. Die Hauptschuld hieran trage das ungeregelte . eyrtmgswesen. Herr Kuhle bemerkte zu der Trinkgelderfrage. m�dem Gehilfen das etwaige Trinkgeld seitens des Prinzipals J,?' streitig gemacht werden dürfe. Mit einem dreifachen Hoch ' 0en Verband schloß die Versammlung. l�füln-li� der Bericht, in dem wir die Verhandlungen ziemlich die Barbis'"'edergegeben haben. Es ist sehr erfreulich, daß sich ?erbeisx,..,..Gehcheu endlich ebenfalls orgaulsirt haben, um eine scheint iJi 3'drer sehr, gedrückten Lage zu erzielen und es er- >N de», Gewerkschaft, deren Mitglieder sich noch niemals ceifijrf, v'-Gen Umfange zusammengeschlossen hatte», auch be- sehler>i, fie'm Kampfe um diese Verbesserung anfänglich werde,. Solche Fehler müssen aber in Zukunft vermiede» wüssx,,',"eun Etwas erreicht werden soll. Tie Barbiergehilfe» dieser ich.■ modernen Arbeiterbewegung anschließen und mit Ito ehÜltuin. � wirkliche durchgreifende Aenderung der bestehenden A»aenn,,Ä e"'Ueteii. Sie werden dann anerkennen, daß sie ihr �elbsts,""'cht lediglich auf die Erlangung einer sogenannten &a0 zu i wchttn können, da sich die Aussicht dazu von . sage» hl? schlechter gestaltet, wie das deutlich genug aus den mehr.�eylerfchast hervorgeht. Geschieht das, so kann es Hpchlüff. vorkommen, daß in den Versammlungen so unsinnige Dilärte wJche in der geschilderten, gefaßt werden Jeder auf- * 0|,ntaofiv, u r würde eine völlige, mindestens doch aber die > die verlangt haben,"-..... miff Wenwe welche die Regierung bieten will, arbeiten an dem Ruin ihrer eigenen e■, öffentlich erklären: uns ist die gebotene "tags noch zu kurz, wir wollen länger betten. Es gehört wirklich keine große Fassungsgabe dazu, um zu begreifen, daß weder die Gehilfen noch die Prinzipale von der Sonntagsruhe Schaden haben würden. In England und Amerika ist noch kein Mensch gestorben, weil die Bäcker Sonntags nicht backen und wenn alle Barbiergeichäfte am Sonntag Nachmittag geschlossen sind, wird das Publikum sich sehr bald daran gewöhnen müssen, sich zur rechten Zeit in die Barbierstube zu begeben. Es würden sich deshalb in Berlin noch nicht 1000 Personen weniger rasiren lassen und es kämen für den einzelnen Prinzipal kaum 10 Pf. Mindereinnahme dabei in Frage. Wer ohne diese 10 Pf. nicht auskommen kann, wird so wie so zu Grunde gehen. Wir wiederholen noch einmal, die Barbiergehilfen müssen sich in Reih und Glied mit allen kämpfen- den Arbeitern stellen, wenn sie ihre Lage verbessern wollen. Auch sollten sie dem Beispiele der Arbeiter folgen, welche die Lokale meiden, deren Inhaber sich weigern, ihre Säle den Arbeitern zu Versammlungen herzugeben, wie das bei dem Keller- schen Lokal der Fall ist. Wenn die Barbiergehilfen sich von anderen Handwerkern und Arbeitern, aus denen doch die meiste Kundschaft der Prinzipale besteht, isoliren wollen, werden sie die Sympathie des großen Publikums verlieren, ohne die sie garnichts erreichen können. Die Kranken- nnd Sterbekasse der Berliner Sans- diencr(E. H. 61) hielt am 17. d. Bits, ihre dritte ordentliche Generalversammlung ab. Nach Genehmigung des Protokolls der letzten Versammlung und einigen geschäftlichen Mittheilungen gab der Kasfirer den Vierteljahresbericht; es stellte sich die Einnahme auf 4916,15 M., die Ausgabe auf 4340,67 M., das Gesammtvermögen der Kasse betrug 22 811,13 M.; dem Vorstand wurde nach Bericht des AuS- fchufses Decharge ertheilt. In den Ausschuß wurde als Ersatzmann Kollege Karl Arndt gewählt. Hierauf wurde zur Statutenänderung geschritten, wozu ein von der Behörde eingesandtes Schreiben, in welchem noch einige Aenderungen vorgeschrieben, verlesen wurde. Kollege Märtens machte den Vorschlag, ein revidirtes Statut zur Genehmigung einzureichen, womit die Versammlung sich einverstanden erklärte. Der Vorsitzende theilte mit, daß der Vorstand in Gemeinschaft mit der Kommission die behördlicher- feits gewünschten Aenderungen, welche meistentheils nur redaktioneller Natur seien, durchberathen und stellte nun die ge- änderten Paragraphen einzeln zur Diskussion. Bezüglich des Vorschlages Märtens wurde auf Antrag Grauer das ganze Statut einer Revision unterzogen und sämmtliche sich heraus- stellende Mängel beseitigt. Was die Aufnahme betrifft, ivurden die Mitglieder in zwei Altersklassen getheilt und zwar jugend- liche von 14—16 Jahren und ältere von 16 Jahren aufwärts. Die Beiträge wurden für erstere auf 1 M.»— und für letztere wie bisher auf 1,25 M. festgesetzt. Tie Leistungen der Kasse wurden folgendermaßen festgesetzt: Für jugend liche die ersten drei Tage ein Krankengeld von 0,75 M. und vom Beginn des vierten Tages 1,50 M.; für ältere die ersten 3 Tage 1 M. und vom Beginn des vierten Tages y M. pro Tag, auf die Dauer von 52 Wochen, und zwar wird die ersten 26 Wochen das volle und die letzten 26 Wochen die Hälfte des Krankengeldes gewährt. Für erwerbsfähige Kranke soll, um keine zu benachthciligen oder zu übervortheilen, nicht mehr Geld, sondern freie ärztliche Behandlung und freie Medikamente auf die Dauer von 26 Wochen gewährt werden. Sind diese 26 Wochen verflossen, so hat der Kranke für dieselbe Krankheit Anspruch auf weitere Unterstützung erst dann, nachdem er seine Beiträge ein volles Jahr weiter bezahlt hat und zwar für 13 Wochen. Die ärztliche Behandlung geschieht durch die Aerzte der Kommission freier Hilfskassen, welche den Mitgliedern zur beliebigen Wahl zur Kenntniß gebracht werden. Für Mitglieder, welche in ein Krankenhaus gehen, zahlt die Kasse freie Kur und Verpflegung auf 26 Wochen, nachher tritt die Hälfte des Krankengeldes auf weitere 26 Wochen ein; für ver- heirathete Mitglieder erhalten in solchem Fall die Angehörigen pro Tag—,60 M. Bei Mitglieder, welche wegen Geisteskrank- beit in eine Ansialt untergebracht werden, werden die vollen Kosten auf die Dauer von 26 Wochen bewilligt. Das Sterbegeld wurde wie folgt festgesetzt: Bei einer Mit- gliedschaft bis zu drei Jahren zahlt die Kasse 75 M., von 3 bis 5 Jahren 85 M. und über 5 Jahre hinaus 100 M. Sterbegeld. Die Publikation der Versammlungen wurde für die Folge dahin beschlossen, daß die Bekanntmachung im„Verl. Volksblatt", dem Organ der Hausdiener(Die„Einigkeit"), sowie Säulen- anschlug eventuell durch Zuschicken von Zirkulären erfolgen wird; das veränderte Statut gelangte zur einstinimigen Annahme und wurde der Vorstand auf den Antrag Oswald Grauer ermächtigt, von der Behörde etwa noch geforderte Aenderungen seldstständig vornehmen zu dürfen. Es wurde dann über die provisorische Kranken-Kontrole diskutirt: Kollege Hamann gab einen ausführlichen Bericht, aus welchem sich erwies, daß eine scharfe iiontrole unbedingt noth- wendig sei. Da man sich indessen über die Höhe der Be- soldung dieses Amtes nicht einig wurde, stellte Kollege August Hollschewski den Antrag, den bisherigen Kontrolepr Hamann dieselbe bis zur nächsten Generalversammlung provisorich zu überlasse», und die definitive Wahl zur nächsten Generalver- sammlung auf die Tagesordnung zu setzen. Der Antrag wurde angenommen. Ferner legte Kollege Franke die Frage auf, ob erwerbsfähige Kranke Versammlungen, gleichviel welcher Art dieselben sind, be- suchen dürfen. Nach einer längeren Debatte stellte Kollege Lambrecht den Antrag, daß innerliche oder Augenkranke, soivohl in ihrem eigenen, wie im Interesse der Kasse, weder Versammlungen noch Vergnügungen besuchen dürfen. Der Antrag wurde gleich- falls angenommen. Nach Erledigung des Fragekastens wurde die Versammlung um IV« Uhr geschlossen. An die Diano-Dlechanik- Arbeiter nnd-Ar briterinnen! Kollegen, Kolleginnen! Da sich alle Arbeiter rüsten, ihre Organisationen zu stärken und zu kräftigen, so glauben wir, es ist hohe Zeit, daß sich die Arbeiter und Arbeiterinnen unseres Gewerks endlich aufraffen zu einer thatkräftigen Organisation und nicht mehr zurückstehen hinter andere» Berusszweigen. Denn gerade Eure traurige Lage müßte Euch schon längst zu der Ein- ficht gebracht haben, wie unbedingt»othwendig es ist, daß Ihr Euch einer bestehenden Organisation anschließt. Ter Einzelne ist machtlos gegenüber der Herrschaft des Unternehmerthums; nur i» einem festen Zusammenhalten gleichartiger Interessen ist es mög- lich, der Ausbeutungswuth des Kapitals eine Schranke zu setzen. Das innner mehr zunehmende Eintreten der Frauen in unserem Erwerbszweig läßt auch an sie die dringende Mahnung ergehen, nicht müßig und fern der allgemeinen Arbeitersache zustehen. Nur wenn sie, wie die Männer, gemeinsam in Organisationen vor- wärts dringen, wird es ihnen möglich sein, Aufklärung, Bildung und Besserstellung ihrer materiellen Lage zu ermöglichen. Frage sich nun ein Jeder, welche Behandlung er von seinem Fabrikanten oder Werkführcr oftmals zu erdulden hat. Das geringste Vergehen wird nach der mit äußerster Rafsinirtheit ausgedachten Fabrikordnung bestraft, und somit dem Arbeiter sein schon kärglicher Lohn noch mehr gekürzt. Nicht einmal das Sprechen mit Euren Arbeitskollegen ist Euch erlaubt. Zur be- stimmten Minute schließt sich das Fabriklhor dem Zuspätkommen- den, und der Arme, welcher vielleicht durch Familienverhältnisse abgehalten wurde, pünktlich zu erscheinen, hat nun diesen Leicht- sinn mit einer Geldstrafe zu büßen. Geradezu moralisch herab- würdigend für die Arbeiter ist das sogenannte Markensystem, da geht es nicht mehr nach dem Namen des Arbeitenden, sondern es heißt: Nummer so und so fehlt, oder ist da, oder muß aufhören. Bedenkt die überlange Arbeitszeit! Wir haben 10 und lOVe Stunde, in flotter Geschäftszeit 11 und 12 Stunden täglich in staubiger, dunstiger Fabrik bei angestrengter Arbeitszeit zuzu- bringen. Der geringe Lohn der Arbeiterinnen gestattet denselben nicht einmal eine genügende gesunde Nahrung bei ihrer Be- schäftigung; Kaffee ist nicht selten die Hauptnahrung. Wo sollen da die Kräfte herkommen für ein gesundes Gedeihen und Ent- wickeln des Menschen? Es ist dies doch fast unmöglich bei solchen Zuständen. Krank, elend und arbeitsunfähig werden sie bald aus der Fabrik hinausgewiesen, um anderen neuen Kräften Platz zu machen. Von einer persönlichen Freiheit kann natürlich hier gar keine Rede sein, im Gegentheil maßen sich die Fabrikanten die Dreistigkeit an, über des Ar- beiters Thun und Lassen außerhalb der Fabrik zu bestimmen, sie von ihren Organisationen mit brutalen Drohungen fernzuhalten. Arbeiter und Arbeiterinnen! Wollt Ihr Wandel in diesen Verhältnisien schassen, wollt Ihr, daß die lange Ar- beitszeit und die vonntagsarbeit, welche Euch geistig und phy- fisch herunterbringt, aufhört, wollt Ihr einen Lohn erhalten, der mit den heutigen hohen Miethspreisen, den Lebensmitteln, Steuern und anderen Anforderungen in Einklang steht, so tretet Alle, ohne Ausnahme, einer Arbeiterorganisation bei. Der§ 152 der Gewerbeordnung gestattet uns Vereinigungen zur Erzielung besserer Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Laßt Euch dieses eine der wichtigsten Rechte der Arbeiter nicht illusorisch machen durch Machinationen der Fabrikanten, sondern zeigt, daß Ihr fest zu- sammenhaltet, diesen Zuinuthungen den gehörigen Druck entgegen zu setzen. Wir laden Euch deshalb ein, recht rege die öffentliche Versammlung der Mechanik-Arbeiter und-Arbeiterinnen am 4. August, Abends 8Vä Uhr, in den Zentral-Festsälen, Oranien- straße 180, zu besuchen. Es wird hier die Frage der Organi- sation und die Lage unseres Gewerks besprochen werden. VviefkÄZten dev Mednlition. Bei Antragen bitten wir die Abonnements-Quittung beizulügen. Brieflich« Antwort wird nicht ertheilt. ©.|l. 1. Wenn Sie den Miethskontrakt unterzeichnet und dem Wirthe ausgehändigt haben, so können Sie nur mit Zu- stimmung des letzteren zurücktreten. 2. Antivort erfolgt dem« nächst. S. 1000. Wir bedauern, Ihnen darüber keine Auskunft geben zu können. Diese Zeichen wechseln alle Augenblick. ■p. B. Wegen städtischer Steuern ist Lohnarrest zulässig; der Arbeitgeber ist dann berechtigt und verpflichtet, den ge- pfändeten Betrag vom Arbeitslohn zu kürzen. A. K. 100. Durch Ausstellung jenes Reverses ist der Wirth verpflichtet, Ihnen die verniietheten Räumlichkeiten zum 1. Oktober zu übergeben. Thut er dies nicht, so macht er sich schadensersatzpflichtig. K. Tst. 101. Ein Mädchen, das schon ein Kind von einem anderen hat, kann für das zweite Kind keine Alimente be- anspruchen. K. K. Der Anzug kann gepfändet werden, wenn derselb. nicht für Sie unentbehrlich ist. Wenn Sie denselben auf Leih- kontrakt entnommen haben, so kann der Verleiher interveniren und die Freigabe verlange». Bleibt die Pfändung bestehe», so wird der Anzug demnächst in öffentlicher Versteigerung verkauft. J. K. 100. Der Schlafbursche ist in dem angegebenen Fall fraglos verpflichtet, die Federn reinigen zu lassen, rcsp. Ihnen die Kosten für das Reinige» zu ersetzen. Bei seinem Auszüge können Sie ihm soviel von seinen Sachen, als zur Deckung der Forderung voraussichtlich nöthig ist, einbehalten. Zlo. 100. I.Wenn die Wittwe des Micthers der Erbschaft nicht etwa entsagt hat, so ist sie an den Miethskontrakt gebunden und kann nur, auch wenn dies im Kontrakt nicht steht, bis zum Schlüsse des Sterbeqnartals mit halbjährlicher Frist kündigen. 2. Der Wirth oder Verwalter kann möglicherweise wegen Belei» digung klagen. Ein Exmisfionsgrund ist das aber nur, wenn durch den Skandal eine erhebliche Störung der anderen Haus« bewohner verursacht worden ist. Uhr 40. Lassen Sie die Uhr bei einem anderen Uhrmacher repariren und verlangen Sie von ihrem Lieferanten Ersatz der Reparatnrkosten. K., Schlcstschestr. 14. 1. Eine Milliarde gleich 1000 Millionen; die Reihenfolge ist also Million, Milliarde, Billion, Trillion. 2. Durch einen Lacküberzug. Ä. Liibkenrrstr. Ihre Anfragen sind zu unvollständig, nm eine präzise Antivort zu ermöglichen. Ur. ÄO. Wenn die Ziehung beendet ist, ohne daß das be- treffende Loos gezogen ist, so ist dasselbe natürlich werthlos. Wozu wollen Sie es den» retiniren? J.®. Obgleich keine ausdrückliche gesetzliche Vorschrift da- für besteht, wird von der Rechtsprechung vielfach angenommen, daß Hochzeitsgeschenke nicht zurückgefordert werden können. U. Ut. 10. I. Frankfurt a. Ä. wählt nur einen Reichs- tagsabgeordneten. 2. Der schwarze Adlerorden wird nicht nur für Verdienste im Kriege verliehen; daß es einen solchen mit Schwertern giebt, ist uns nicht bekannt. Wir sind übrigens er- staunt, in unserem Leserkreise Interesses für solche Dinge zu finden. E. U. 100. Die Alimente für ein in Berlin lebendes un- eheliches Kind betragen ohne Rücksicht auf Stand oder Vermögen des Vaters monatlich 13,50 M. bis zum vollendeten vierten, und monatlich 15 M. von da bis zum vollendeten 14. Lebensjahre des Kindes. Schlafbiitssche. Da Sie ausdrücklich unter Vorbehalt ge- zahlt haben, sind Sie zur'Rückforderung der 3,60 M. berechtigt. Ihr Anspruch wird Ihnen zuerkannt werden, wenn Sie nach- weisen, daß die Schlafwirthin sich mit der an sich nicht zu- lässigen Kündigung zum 15. einverstanden erklärt hat. Zwei Mettende. Von einer bestimmten Parteisteuer, die in Oesterreich erhoben wrrden soll, wissen wir nichts. Sattler D. Das Hamburger„Manifest" ist doch zu blöd- sinnig, als daß darauf eingegangen werden könnte. Wir stellen es Ihnen mit Dank wieder zur Verfügung. Zwei Mettrnde. 1873. A. A. Lietzmaiinstr. Wenn der verabredete Miethspreis für ein Jahr oder für die etwa ausgemachte kürzere Miethszeit 150 M. übersteigt, so sind Sie an Ihr Wort nicht gebunden und büßen nur die 3 M. ein. Beträgt dagegen der Miethspreis nicht mehr als 150 M., so ist das mündliche Miethen rechtsgiltig. Ur. 189. Wir können unmöglich die 1400 Seiten des Adreßbuches durchsehen, um Ihre Frage zu beantworten. T. K. Wenden Sie sich an einen evangelischen Prediger. Dort erfahren Sie alles Nöthige. W Kaiser- und Kaiserin- Friedrich• Kinderkrankenhaus. Das Kimderkrankenhaus Reinickendorf erstrasse[32 wird am I. August d. J. eröffnet. Poliklinik für innerlich kranke Kinder täglich von 10—12 Uhr Vorm., „„ äusserlich kranke Kinder täglich von 1—3 Uhr Nachm. Der Pavillon für diphtheriekranke Kinder wird am O, August eröffnet. 1374 Das Cnratorinm. ZolidaritiitM üte. Arbeiter! 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Röpke, Prinzenstr. 60. „ Potsdamerstr. 126a, W. Kliem, Bernauerstr. 108. J. Kock, Kastanien-Allee 80. G. Knaake, Andreasstr. 21. „ Aleranderstraße 37. Ph. Krull, Rheinsbcrgerstr. 50. A. Lemke, Schönhauser Alice 138/139 0. Liskow, Oranienstr. 47a. A. Sissmann, Gerichtstr. 7. A. Lange, Brunnenstr. 136/137. H. Meissner, Neue Höchste. 43. C. Möwes, Andreasstr. 53. C. Music, Potsdamerstr. 37. R. Müller, Jnvalidenstr. 117. H. Mammlock, Gollnowstr. 19. A Nauen, Wrangelstr. 99. F. Sporreuter, Poststr. 16. J. Stobcy, Oranienstr. 170. P. Stahl, Grüner Weg 96. W. Wille, Köpenick, Grünaucrstr. 2. W. Zapel, Skalitzerstr. 131(neben Frister u. Roßmann). Victor Krull, Stralsunderstr. 11. P. Hansen, Münchebergerstr. 26. E. Ditimar, Ackerstr. 68a. Rud. Weidner, Dresdenerstr. 100. A. Wittenbecher, Moabit, Birkenstr. 9. C. Töpfer, Andreasstr. 77. W. Hildebrandt, Schönhauser Allee 4. 0. Mühlberg, Biesenthalerstr. 18. A. Birkenfeld, Blumenstr. 54. Wittwe Hofmeister, Moabit, Thurmstraße 10. S. 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