1 Kr. 179. Dienstag, de« 5. August 1890. 7. Jahrg. MimMhMl Hrgan für die Znteressen der Arbeiter. .... Das„Berliner Volksblatt" Mchemt taglich Morgens auher nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin L ä Haus vierteljährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 «vnntags- Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3,30 Mark pro Quai .(Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) «Ott»» KreUldand, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Ocsterrcich-Ung 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin Sw., Beuthstrahe 3, sowie von allen Annoncen-Bnrcaur, ohne Erhöhung, des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt VI. Ur. 4106, Aedakkion: VvukhflrMe Ä.— Expedikion: VettkMvKtze 3. 44 tn Öoni„pviuatnrau« XrisvrtÄxsruh. Die Sozialdemokratie rüstet sich zur Neuorganisation, �achdem sie eine zwölfjährige erbitterte und heftige Ver- !°igung siegreich überstanden und durch eine Verdoppelung chrer Heerschaaren beantwortet hat. Die so heftig sich Mubende Welt hat sich an den sozialistischen Gedanken fieroöhnm müssen. Man sieht den Sozialismus nicht mehr die polizeiliche und bureaukratische Brille als eine Verschwörung von„Agitatoren" gegen die Staatsgewalt an, sondern man saßt ihn ganz richtig als °sn Gegenstoß auf die gesellschaftlichen Uebelstände auf. cc,gar den verbissensten Spießbürgern beginnt nach und "ach eine Ahnung aufzudämmern, daß um etwas gekämpft ""rd, worauf Jedermann einen gegründeten Anspruch hat, "Nd daß es aus dem bisherigen Wege nicht weiter gehen kann, wenn wir nicht so tief sinken wollen, daß uns keine Hoffnung mehr bleibt auf eine Zukunft unseres Volkes. erkennt, daß der Idealismus, den zu erhalten das ausgelebte Bürgerthum sich unfähig gezeigt hat, nunmehr a»f den starken Schultern der Arbeiterklasse ruht und daß Wm die Bürgschaft für eine künftige gedeihliche Eni- Wickelung liegt. , Nur Wenige sind es noch, die diese Dinge verkennen Mr sich ihnen wider besseres Wissen verschließen. Wem % die Erkenntniß des Wesens der sozialistischen Be- Regung in Deutschland heute am Meisten abgeht, das ist e"„Privatmann" in Friedrichsruh, der Donnerer Partibus infidelium. Er blitzt und donnert immer zu, ?oer fein Blitz ist von Kolofonium und fein Donner gleicht auf dem Theater. Sein Blitz schlägt nicht mehr ein; uuch beben die Gebirge nicht, wenn er mit seinen Wim- ji�n zuckt, wie bei olympischen Zeus. Mit Staunen ''cht heute Deutschland, daß der Mann, dem man zivölf sfuhre alle erdenklichen Mittel und Vollmachten zur Be- "'"Pfünz der sozialistischen Bewegung in die Hände ge- jL�en hat und der durch solch lange Zeit den ganzen ?matsapparat gegen diese Partei spielen ließ, über den Inhalt und den Charakter der Bewegung gar nicht unter- .'chtet ist, und eine ganz falsche Vorstellung von derselben M. Sonst würde er nicht immer von„Kanone n" Dechen, die man gegen den Sozialismus auffahren müsse, "bei man übrigens nicht verkennen kann, daß der liebe �iter, Herr v. P u t t k a m e r, nur die Brocken auf- Wichen hat, die von des berühmteren Vetters Tische gc- Men, als auch er von„Kanonen" sprach; sonst würde aet,„Privatmann" auch nicht davon reden, daß in nächster wst Deutschland eine blutige Katastrophe, her- Feuilleton. verboten.» (U �vomont junior nndUisier senior. Von Alphonse Daudet. Aus dem Französischen von L u d w i g K n o r r. G,- Sie spricht nicht davon, wie sehr ihr die Mittwoch- nck'�ichaften bei Madame Fromont von Nutzen waren, die � ein wöchentliches Modejournal ersetzten, eine jeuer kleinen ti»»Töett' mi§ denen man erfährt, wie man sich zu benehmen, »„hasten, hinauszugehen und zu grüßen hat, die Vliunen- Rauchtische ordnen muß, ganz abgesehen von den »ut-'» und Sachen und all den tausend Dingen, die zum WxL?»» und der Erscheinung einer Frau von Welt er- F.,„Aich s�d. Sie schweigt auch davon, daß sie alle die «ri.."tnen Klara's, von denen sie so wegiversend jprlcht, |„*0s"d gebeten hat, sie an ihrem Empfangstage zu be- an n �ne sich selbst ausgewählt haben._ Sto,. nn'.bcu sie kommen? Wird Frau Fromont jllnior der �lsler senior die Schande anthun und an ihrem fie'sU Freitage nicht erscheinen? Diese Ungewißheit regte sie Qoht auf. l>l�- So beeilen Sie sich doch, sagt Sidonie jeden Augen- stiickxn'' utein Gott, wie kann man nur so-atige fruy- Ai§i?n bet SHcit gehörte es zu den Gewohnheiten des braven fci**' langsam zu essen, dann seine Pfeife anzuzünden und 't q, f �»sfee in langsamen Zügen ztl schlurfen. Heute nniv I diese liebgewordenen Ännehmlichkeiten verzichten, die vorgerufen durch die Sozialdemokratie, zu erleben haben würde. Jedermann weiß, daß die Sozialdemokratie in diesem Moment von Nichts weiter entfernt ist, als von dem Ver- such einer Schilderhebung mit bewaffneter Hand; Jedermann weiß auch, daß ein solcher Versuch nur niit einer blutigen Niederlage enden würde, tuid traut auch der Sozialdeniokratie deshalb eine solche Thorheit nicht zu. Nur der Einsiedler von Friedrichsruh thut es und zwar wiederholt. Zwar könnten uns seine Auslassungen gleich- giltig seht; wir brauchen von ihnen nicht mehr Notiz zu nehmen als etwa von den tiefsinnigen Betrachtungen des aus der Petitionskomntission des Reichstages bekannten Lackfabrikanten Dietze in Leipzig. Wenn wir uns doch mit dem Manne beschäftigen, so thun wir es deshalb, weil es von Interesse ist, dem deutschen Volke zu zeigen, wie wenig der Mann es kennt, der es dreißig Jahre lang mit einer für unsere Zeit unerhörten Machtvollkommenheit regiert hat. Man könnte einwenden, der Privatmann von Friedrichs- ruh verfolge mit seinen Aeußerungen nur den Zweck, der gegenwärtigen Regierung ein unbequemer Kritiker zu sein, indem er sich bestrebe, ihre innere Politik als verhängniß- voll darzustellen. So wird das zusammengeschmolzene Häuflein seiner unverbesserlichen Verehrer sich über die sonderbaren Orakelsprüche seines„Heros" zu trösten suchen. Aber die Lösung des Räthsels ist eine sehr einfache und der Fürst hat sie selber itt seinein letzten Gespräche gegeben: sie liegt in seinen russischen Sympathien. Wir haben es in dem Fürsten Bismarck mit einem Staats- mann von russischen Anschauungen zu thun, und deshalb kann uns seine Auffassung von der sozialistischen Be- wegung nicht weiter wundern. Wer den Frieden liebt, kann heute nicht einmal als Christ wünschen, daß die Türkei ohne Weiteres vernichtet und Kotistantinopel den Russen überliefert würde. Nicht einmal das Oberhaupt der katholischen Christenheit, der Papst, würde heute so weit gehen. Die Eroberung Kon- stanlinopels durch die Russen würde heute für Europa dieselbe Gefahr bedctlten, wie anno 1453, als die Stadt von den Mnhaniedanern erobert wurde. Die Russen- g e f a h r ist heute, was damals die Türkengefahr, wenn die erstere nicht schlimmer ist als die letztere, und die Türken von heute haben die Rolle der Griechen über- nommen, welche Konstantinopel gegen den Angriff der Janitscharen Mahmuds II. vertheidigten. Fürst Bismarck aber bekennt heute, daß er im Jahre 1878 niit Sehnsucht darauf gewartet habe, die Russen würden Kon- st a n t i n o p e l besetzen, und daß er auch beim Ab- Pfeife des Rauches wegen im Etui lassen und sich nach dem letzten Bissen schnell in Gala werfen, weil seine Frau darauf besteht, daß er diesen Nachmittag herauskommt, um die Damen zu begrüßen. Das war ein Ereigniß in der Fabrik, als Risler am Wochentage in schwarzem Frack und weißer Kravatte herabkam. „Du gehst wohl zu einer Hochzeit, nfft ihm der Kassirer Sigismund von seinem Gitter aus zu." Und Risler erividert nicht ohne Stolz. „Es ist der Empfangstag meuter Frau." Bald weiß es alle Welt, daß heute Empsangstag Sidonicus ist und der alte Achill ist sehr ungehalten dar- über, daß man in„seuiem" Garten voit den am Eingänge desselbett stehende Winterlorbeerbäume Zweige abge- krochen hat. Jnzivischen sitzt Risler im hellen Lichte der große» Fenster vor seinem Zeichcnbrctte; er hat den Frack attsge zogen, die Btanchetten, die ihn geniren, aufgestülpt, der Gedanke jedoch, daß seine Frau Besuch erwartet, beschäftigt und beuurnhigt ihn und von Zeit zu Zeit begiebt er sich in Gala in seine Wohitung. „Ist niemand gekommen?" fragt er furchtsam. „Nein, Herr Risler, niemand." Sidonie hat sich unterdessen, als Frau des Hauses, die empfangt, in dein schönen rothen Salon niedergelassen— denn die RiSler's haben einen Salon niit rothen Damast möbeln, einem Pfeilcrspiegel zwischen den Fenstern und einem in der Mitte stehettoen schönen Tische auf einem hell- gemusterten Teppiche— wo sie eine Anzahl Sessel um sich herum gruppirt hat. Bücher und Zeitschriften liegen hier und dort, auf einem Tische steht ein zierliches mit seidene schluß des Berliner Vertrages zu Gunsten Rußlands gewirkt habe. Das kommt sehr gelegen zu einer Zeit, da die Nationalliberalen beschäftigt sind, Pfennige und Groschen zu einem Denkmal für„den größten deutschen Patrioten" zu santnteln! Wer so für Rußland schwärmt, der hat auch russische Anschauungen. Daher die steten Bestrebungen, das So- zialistengesetz ztl verschärfen, daher die strengen Maßregeln gegen die Presse, die in Rußland doch nur nach drei- maliger Verwarnung unterdrückt werden kann, während bei uns keine Verwarnung erforderlich war; daher die Forderung der Verbannung der sozialdemokratischen „Agitatoren"; daher die Ausbildung des Polizeiapparats nach russischem Muster durch Stieber und Krüger. Es fehlte nur uoch ein Sibirien, das man vielleicht durch die Kolonialpolitik auch hätte beschaffen können. Zieht man dies alles in Betracht, so findet man es nur natürlich, daß der Privatmann von Friedrichsruh die sozialistische Bewegung ganz im Sinne russischer Staats- ntätttter auffaßt, welche in jedem Oppositionsmann einen „Nihilisten" sehen. Er sieht in jeden Sozialisten einen Mann, der wie ein schottischer Räuber seinen Tribut einsordert. Unter solchen Umständen sprechen wir es ganz offen aus, daß wir es nicht bedauerten, wenn Fürst Bismarck hätte seine staatsmännischen Dienste von vornherein Ruß- land und nicht Deutschland gewidmet. Als russischer Minister hätte er Menschen und Zustände gefunden, die seineu Anschauungen am besten entsprochen hätten. Movvcsptrndenzim. Paris, dm 30. Juli. Wie ein in den Teich gcthaner Stein- ivurf das daseinslustige Gequak der Frösche für einen Augenblick verstummen und die Dberflciche des Wassers in zitternden Ringen hin- und herwogen läßt, so hat die furchtbare Tragödie der Rue Avron— der Selbstmord der Familie Hayeni, von deren acht Gliedern nur die Mutter durch einen grausamen Zufall dein Tode entronnen— eilten kurzen Moment lang die verdauungs- selige Stiinmung der Lebe- und Genußwelt des tont Paris und die genügsame Sttimpfsinnigkeit des Spießbürgerthums erschüttert, uni an der Oberfläche des öffentlichen Lebens Blasen und Ringe zu tverfen. lieber die Fantilie Hayein, welche monatelang durch das Pandämoniuin der Arbeitslosigkeit, der bittersten, verschämten Armuth gewandert, hatte kein Hahn gekräht. Hunderttausende von Augen halten keinen Blick für das Elend gehabt, das in Gestalt des nach Arbeit das Straßenpflaster ablaufenden Mannes scheu an ihnen vorübergestrichen. Bon Huitderttausenden von Händen hatte sich keine einzige ausgestreckt, um deiit Ertrinkenden das rettende Seil zuzuwerfen, an dem er sich, sein Weib und die hungernde Kinderschaar anö dem Strudel des Pariser Elends, des Elends der modernen Großstadt, ziehen konnte. Die Familie Hayem, welche in Verzweiflungsstoizismus ein Ende mit Schrecken dem Quaste» garnirtcs Arbeitskörbchen, in einem Kristallglase blüht ein Veilchenstrauß und die Blumentische füllen Herr- liche grüne Blattpflanzen, das Alles ist genau so arrangirt, ivie bei den Fromonts, eine Treppe tiefer, nur fehlt der Geschmack, diese unsichtbare Linie, die das Gewöhnliche von dem wahrbaft Vorttehntett trennt. Man könnte dies alles mit der mittelmäßigen Kopie eines vorzüglichen Genres- dildes vergleichen. Die Hausfrau selbst trägt' ein noch zu neues Kleid und scheint eher selbst ein Besuch abstatten zn wollen, als solchen zu empfangen. In Rtsler's Augen ist alles herrlich und tadellos und er ist gerade im Begriff dies attSzttspr-chett, als er durch den zornigen Blick seiner Frau etugefcküchtert, inne hält. „Sie sehen, es ist bereits vier Uhr", sagt sie mit zorniger Bewegung auf die Pendule weisend. Es wird niemand kommen... Besonders auf Klara bin ich wüthend, da sie nicht heraufkouintt... Sie ist zu Hause... ich weiß es bestimmt... ich höre es.. Und wirklich lauscht Sidonie seit Mittag auf das ge- ringste Geräusch da unten, auf das Geschrei des Kindes, das Oeffnen und Schließen der Thüren. Risler möchte am liebsten wieder fortgehen, um der drohenden Fortsetzung des Frühstückgespräches ans dem Wege zu gehen, die in dem- selben Tone zu begitttten scheint, aber Sidonie ist damit nicht einverstanden. Sie kann zum ntittdestens verlangen, daß er ihr Gesellschaft leiste, wo Alles sie im Stich läßt, und so bleibt venn der arme Tropf sitzen wie jene Menschen, die sich bei einem Gewitter nicht bewegen, aus Furcht der Blitz möchte sie erschlagen. Sidonie wird unruhig, sie geht aus dem Zimmer, geht im Salon auf tmd ab, schiebt einen Sessel weg und rückt ihn dann wieder vor, besieht sich im Vorübergehen im Spiegel und klingelt ihrem Mädchen, damit sie I f™, Schrecken ohne Ende vorgezogen, bot jedoch ein gutes Thema zu rührenden, kritischen, moralischen Chroniken, Artikeln, Berichten, bot Stoff zu einem bequemen, sich mit philosophischen oder philanthropischen Farben schmückenden Klatsch beim 5 Nhr-Thee, lieferte Anlaß, sich kür einen nach der Katastrophe der Frau zu- geworfenen Almosenbrocken von den Zeitungen als„Wohlthäter" und„Menschenfreund" beweihräuchern zu lassen. Lang und breit wurde darilber diskutirt, ob Frau Hayem als mitschuldig an dem Tode ihrer Kinder in den Anklagestand versetzt werden würde oder nicht, ob der Entschluß der Familie, resp. des Vaters ein Beweis von Feigheit und Schwäche oder von Stärke sei, ob er moralisch gerechtfertigt oder verurtheilt werden müsse, ob der Schritt wirklich unvermeidlich gewesen oder nur in trotzigem Stolze heraufbeschworen worden, ob die Pariser Armen- pflege ihrer Aufgabe genüge, was die Privatwohlthätigkeit ver- möge, ob das redliche Suchen nach Arbeit, die Fähigkeit, Etwas zu leiste», thatsächlich auch Beschäftigung verschaffen müsse k. Diese und ähnliche, gelegentlich des Ereignisses nahegelegte Fragen wurden in verschiedener Weise beantwortet. Aber in dein einen f tunkt stimmten die Urtheile der bürgerlichen Welt einmüthig berein: daß Niemand sich einfallen lasse, die jetzige soziale Ordnung als Ursache des siebenfachen Selbstmords anzuklagen. Die ganze bürgerliche Gesellschaft wusch ihre Hände in Unschuld und erklärte feierlich, in Nichts für die Katastrophe verantivortlich zu sein. Zwar gestand man hier und da ein, daß die öffentliche Armenpflege sogar in Paris sehr mangelhaft funktionire und unmöglich allem Elend abzuhelfen vermöge. Andererorten gab man zu, daß die moderne industrielle Entwickelung die Anschauung, daß Jeder, der nur wolle, sein Brot durch Arbeit finden könne, in einen leeren, abergläubischen Mythus verwandelt habe. Aber von diesen Zugeständnissen bis zu einein reumüthigen„Vater, ich habe ge- sündigt!" der bürgerlichen Gesellschaft war ein weiter Sprung, dem man inittels Hinweises auf die wunderwirkende Kraft der privaten Wohlthätigkeit auswich. Wir konnte man frevelnd von einer Gesellschaftsordnung ohne Armuth und Elend träumen, einer Gesellschaftsordnung, in welcher kein Platz für die beiden schönsten menschlichen Tugenden bleibe, mit Freuds zu geben und mit dankvarer Demuth zu empfangen. Sobald sich nur auf privatem Wege eine Art„Polizei des Elends" konstituire— es ist dies die Ansicht des würdigen „Temps"— welche zwischen unwürdigen und würdigen Be- drängten zu unterscheiden und letztere aufzufinden verstehe, seien Vorkommnisse, wie der Selbstmord der Familie Hayem, so gut wie unmöglich. Auf die Tragödie folgte noch ein hohnvolles Schauspiel: eine Stunde vor dem Begräbniß ließ der Baron Rothschild das Anerbiete»» machen, die Kosten der Beerdigung zu tragen. Die theuren Glaubensgenossen, welche vor dem Hunger in den Tod geflüchtet, sollten nicht im Armenleichenwagen und auf Kosten der Stadt zur letzten Ruhestätte, der„fosse commune", dem Massengrab, geführt werden. Der Leichenwagen sollte die Re- klame der Rothschild'schen Wohlthätigkeit durch das populäre Viertel von Charonne»md vor den Augen der zusainmen- geströmten Tausende vorüberfahren. Zum großen Leidwesen des Wohlthätcrs kam das Anerbieten zu spät, Hayem und seine Kinder wurden als Arme begraben, wie sie als Arme ge- ftorben. Auch an einem Epilog fehlte es dem Vorfall nicht. Er präsentirte sich in Gestalt eines Antrages des Monarchisten Marquis von Ferrounays, durch einen besondere»» Staatskredit von 25 000 Franks der Wittwe Hayem eine lebenslängliche vierprozentige Rente zu konstituiren. Der Antrag erregte bei der monarchistischen Rechten,»vie der republikanischen Linken gleiches Entsetze»» und ward einer Koinmission zun» Zwecke des Begräbnisses überiviesen. Die Presse zeigte sich höchst skandalisirt darüber, daß Jemand so vorwitzig sein konnte, durch einen derartigen Antrag implizite die Schuld der Gesellschaft und ihre Verpflichtung, die- selbe nach Kräften gut zu»nachen, einz»lgestehen. Dann habe»» andere Ereignisse den peinlichen Eindruck des Vorfalls verwischt, der wie ein auszuckender Blitz in greller Beleuchtung den uner- meßlich tiefen Abgrund des Elends gezeigt, wie er sich in den Großstädten dicht neben den sonnigen Höhen des Glücks und Be- sitzes findet. Die That der Fainilie Hayem, die freiivillig oder richtiger unfreiwillig, vom Hunger gejagt nach den» Lande ge- gangen, von dessen Grenzen kein Wanderer wiederkehrt, bildet in dem glänzenden, heitere»», liebensivürdigen Paris keinen Ans- nahmefall. Sie erscheint mir als solcher infolge der sieben Opfer, die sie kostete. Daß sich Fainilienväter den Tod geben,»veil sie sich außer Stande sehe», durch ihre Arbeit die Existenz ihrer Kin- der zu sichern, geschieht fast täglich. Die Selbstmorde ans Roth und Elend halten in den Polizeiberichten eine eigene, dichtgefüllte Rubrik. An» selben Tage, wo sich die Familie Hayem mitten unter dein durch die Straße»vogenden Festesjubcl des 14. Juli längerem Leiden entzog, starb freiwillig eine Mutter nebst Tochter unter den gleichen Umständen und aas den näinlichen Beweg- gründen. Eine Köchin suchte ihr Leben durch einen Sprung»»» die Seine zu enden, da alle ihre Bemühungen, einen Platz der Arbeit zu finden, fruchtlos geblieben. Eine Waschfrau, die seit langen Wochen oh»»e Verdienst herumirrte, zog einen Sturz von der Festungsmauer dem Sturz in die Prostitution vor. Er>viesenern»aßen waren sämmtliche vier Selbstinörderinnen fleißige und brave Frauen, die sich vor keiner Arbeit scheuten und nichts unversucht gelassen hatten, sie zu finden. Auch von Hayem mußte zugegeben werden, daß er„weder faul noch Trunkenbold, noch unfähig geivesei», ja, daß er sogar ein gewisses Talent zum Zeichnen besessen". Wer wird angesichts solcher Thatsachen noch n»it der abgedroschenen Phrase hervorkommen:„ja, wenn die Leute nur geivollt hätten, oder wenn sie es nur richtig angefangen hätten, so würde es nicht so weit mit ihnen gekommen sein!" Paris, wie jeder andere Ort, der unter dem Banne des »nodernen Wirthschaftslebens steht, hat aufgehört, dem fleißigen, tüchtigen Arbeiter eine sichere Existenz zu verbürgen. taktoren,»velche bei Aufrechterhaltung des kapitalistischen ystems von der Entivickelung der Produktionsverhältnisse untreni»bar sind, verwandeln auch hier immer häufiger den Ar- bciter in einen armen»»nd Lumpenproletarier. Die ein immer rascheres Tempo annehinende Revolution in den wichtigste» Pariser Industriezweigen, welche aus der Hand der Kleinindustrie in die der Großindustrie übergehe»», die fortschreitende Entbehrlich- »nachring der Menschenkraft im Produktionsprozeß, die zunehmende Konzentration aller industriellen und kommerzielle»» Betriebe haben schon seit Jahren in Paris eine stehende industrielle Reserve- Armee von rund 100 000 Mann geschaffen. Seit der Ausstellung aber ist deren Kontingent noch bedeutend geschwollen. In der Voraussicht eines starken Absatzes während der Jubilämns-Aus- stellung hat sich die Pariser Klein- wie Großindustrie in eine planlose Mehrproduktion hineingestürzt. Die»n den Tag hinein sabrizirten Produkte find nur zum geringsten Theil verkauft»vor- den, überall haben sich bedeutende Vorräthe angestaut. Von den schon ohnedies unter der Konkurrenz der Großbetriebe dahinkrüppelnoen Kleinbetrieben sind viele zu Grunde gegange»», da es an flüssigem Kapital zur Fortführung der Geschäfts fehlte. Infolge der aufgestapelten Vorräthe hat sich der Großbetrieb noch nicht in Maßgabe der verschwundenen Kleinbetriebe erweitert. Dazu hat sich die Geschäftsivelt und ganz besonders die kleine und mittlere Geschäftswelt noch nicht von den verschiedenen Finanzkrachs der letzten Jahre erholt. So koinmt es, daß sich gegemvärtig in fast allen Pariser Industrien eine schivere Ge- schäftsstockung fühlbar macht. Es giebt fast keine einzige Branche, »n der nicht die Zahl der beschäftigten Arbeiter, die Zahl derge- wohnlich geforderten und geleisteten Arbeitsstunden bedeutend reduzirt worden. Die Menge der zeitiveilig oder ganz Feiernden ist großer als je. Auch die Löhne sind fort»vährenden Sch»vankungen unterworfen und in vielen Industrien ganz be- trächtlich gesitnken, während doch für viele Lebens- bedürfnisse die„Allsstellungspreise in Kraft geblieben. Außer- dem hat sich das Pariser Proletariat durch Zuzug von Arheitern aus der Provinz, welche von den Ausstellungs- arbeiten angelockt nach der Hauptstadt kalnen und zun» Theil ver- suchten, sich hier zu halten, stark vermehrt. So kann gegenwärtig die Armee der Arbeitslosen auf gut 150 000 Mann abgeschätzt werden. Der Zahl der Arbeitslosen entspricht das Massenelend. Das Le»ite vor Hunger auf der Straße ohmnächtig oder todt zusammenbrechen,»vird nicht selten von den Zeitungen gemeldet. Die Tallsende, welche einem langsamen Hungertode erliege»», sind kein Wort der Erwähnung»verth, sie sind eines„natürlichen Todes"— unter den gegemvärtigen Verhältnissen nur allzu natür- lichen Todes gestorben. Die Zahl der unter dem Drucke des Elends begangenen Selbstmorde steigt stetig. Doktor Socqnet, »velcher eine Statistik der Selbstmorde in Frankreich von 1827 an zusammengestellt hat, giebt a»», daß sich 19 827 Männer »ind 2634 Frauen er, viesenermaßen aus Roth das Leben nahinen. Wie oft bei den Selbstmorden aus„unbekannten Grün- den", aus„verschiedenen» Kummer", aus„Trilnksucht", aus„Ge- Hirnkrankheiten", Roth und Elend die wirklich treibenden Motive geivesen, entzieht sich der Beobachtung. Thatsache ist, daß die Zahl der„Selbstmorde aus Elend", die von 1860 bis 1875 fast stationär geblieben, von 1875 bis heute sehr schnell und in starker Proportion ge»vachsen ist. Desgleichen ist die Menge der in öffetst- lichen und privaten Nachtherbergen Zufl»lcht neh»ne»den Obdach- losen riesig gestiegen. Die letzten Jahre weisen zu den früheren eine um 10 000, 13 000, ja 15 000 Mann erhöhte Frequenz auf. Auch die Schaaren von Hungrigen,, velche sich täglich vor den Thoren von Kasernen, Hospitälern u. s. w. drängen, wo die Speisereste des vergangenen Tages vertheilt»verde», lassen eine annähernde Idee von dein Anschivelle» des Pauperismus in der glänzenden Seinestadt aufdämmern. Dein Elend der modernen Großstadt gegenüber, das Napoleon III. durch seinen Ilmbau von Paris nur dezentralisirt, nicht vernichtet hat, das er a»ls dem Mittelpu>»It der Stadt nach der Peripherie verjagte,»vo sein Anblick die fremde und ein- hciinlsche Genußwclt nicht stört, diesem Elend gegenüber hat private wie öffentliche Wohlthätigkeit keine andere Wirkung als die eines Tropfen Wassers, der auf einen heißen Stein fällt. PoUtiMli? MebeMthk. Die ,,F»i»»Ilengl»rde", die»vir in unseren» Leitartikel vom letzten Sol»nabend ge>vürdigt haben, setzt den srisch-fröhlichen Krieg bei dem alten Achilles nachfrage, ob Niemand nach ihr verlangt habe. Der alte Achilles ist so boshaft! Er ist im Stande, wenn Jenrand fragt, zu sagen, sie sei nicht zn Hanse. Aver nein! Der Portier hat noch Niemand gesehen. Schweigen und Bestürzung. Sidonie steht am linken, Risler ain rechten Fenster. Von dort aus sehen sie den kleinen Garten, auf den sich die D»lnkelheit bald herabsenkt ui»d die schtvarze Rauchwolke, die aus dem hohen Schorn- steine zum niedrig hängenden Himmel elnporsteigt. Das Fenster des Kassirers Sigismund»vird zuerst hell; der Kassirer bringt seine Lanipe stets selbst niit peinlichster Sorg- salt in Ordnung, zündet sie selbst an und sein breiter Schatten bewegt sich vor der Lampe hin und her und fällt am Gitter zur Hälfte auf die Wand. Beim Anblick dieser beka»mten Erscheinung legt sich Sidoniens Wuth für kurze Zeit. Plötzlich fährt eine Equipage in den Garten und hält vor der Freitreppe. Endlich kommt Jemand. In der reizenden Wolke von Seide, Blume»», Schmucksachen und Verzierungen, die schnell die Freitreppe hinauskommt, erkennt Sidonie eine der elegantesten Besucherinnen des Fromoict'schen Salons, die Fran etiles reichen Bronzeivaaren-Fabrikanten. Welche Ehre für sie, einen solchen Besuch zu empfangen! Schnell, sehr schnell, nimmt das Ehepaar Risler seine Position ein, er am Kamin stehend, sie auf einen» Fautenil sitzend und nachlässig in einer Mode»»- zcitung blätternd. Vergebliche Ai»streng»»ng. Die schöne Be- sucherin kam nicht zu Sido>»ie, sie ist in die untere Etage eingetreten.... O, wenn Madame Chorche hätte vernehinen können, was Sidonie jetzt von ihr und ihren Freimdmnen sagte... In diesen» Augenblicke öffnete sich die Thür u»id das Mädchen meldete: „Fräulem Planus." Es ist die Schivester des Kassirers, eii»e arme, alte, bescheidene Jllngfer, die steh verpflichtet fühlt, der Fran des Chefs ihres Bruders einen Besuch abzustatten und nun über den«»lßergewöhnlich liebenswürdigen Empfang ganz verlegen »vird. Man eilt auf sie zu und begrüßt sie auf's Z»»vor- kommenste.„DaS ist sehr hübsch von Ihnen! Setze»» Sie sich doch näher zum Kamin." Welche Aufinerksamkeiten gegen den„zu arbeiterfreundlichen" Geheimrath H»>>ZViü ungeschwächter Kraft fort. So sagt die„Rh. Wests.% „Auch im modernen Staatsleben wird ein Fsnelon sdN? Erzieher der Enkel Ludwigs XIV. Redaktion des„Berl'ner»- blatts") für seine stille Arbeit immer ein fruchtbares oPD'; Aber selbst ein Fcnelon— und Geheimer Ober-Reg»«» 3 � Dr. Hinzpeter wird erst durch Thaten eriveisen mulsen._ auf der Höhe der geistigen Größe des Abbe's Fonelon 9. würde sich niemals in Dinge gemischt oder,»venu er dazu fordert worden wäre, die Einmischung und das UW � Dinge abgelehnt haben, die seiner Berufsthätigkeit ferne I. Ob es außerdem richtig war, daß Herr Geheimer �berreg». Rath Dr. Hinzpeter es über sich gewinnen konnte,»m � "ahre neben den amtlichen Organen, neben einen autjeroe" ieichskanzleramt noch besonders hingesandten hohen»e gleichsam die Rolle eines unverantwortlichen SAN"?« Dr. Hinzpeter bei dieser Gelegenheit gezeigt, daß>?,„ einem stellvertretenden Harun- al- Raschid die nothdu l Menschenkennwiß fehlt; man erzählt sich hier die droll S� Vorkommnisse,»velche bei diesen AuSflüc aber�auch sein mag, im modernen Verfapungsiraacr(tu Vorkommnisse, welche bei diesen Ausflügen passirt sind. W. all| aber auch sein mag, im modernen Äerfassungsstaate KP � die Dauer zu großen Unzuträglichkeiten führen�, wenn v,e �auer zu großen unzuiragiKyieuen»uyren,-o.....—. vor dem Lande verantwortlichen Rüthen des Monarchen ein® s-äs S-'K umfassenden praktischen und theoretischen Kenntnissen zu beherrsch� verinag. In dieser Stellung befindet sich Herr Geh. 0% Regierungsrath Dr. Hinzpeter nach der lleberzeugnng aller, einige nähere Kennt» iß von den Vorgängen in den M treffen des Hofes besitzen. Längst schon mahnten die 3 und welches Interesse für jedes ihrer Worte. Der g»lte Risler hat ein so herzliches Lächeln für sie, als könnte er ihr für den Bestich»»»cht genug danke»». Und Sidonie ei»tfaltcte ihr ganze Liebensivürdigkcit, ist sie doch glücklich, sich einer ehemaligen Standesgenossin in ihrem Glänze zeigen zu können; u»ld dann müssen die da unten doch hören, daß Jemand gekommen ist. Deshalb verursacht man auch mit den» Rücken der Sessel»nid dem Verschieben des Tisches so viel Geräusch»vie möglich, und als sich das alte Fränlein ganz entzückt, betäubt und geblendet, endlich entfernt, begleitet man sie»nit vielem Lärmen bis z»lr Treppe und ruft ihr über das Ge- läicder gelehnt noch niit lauter Stimme zn, daß man jeden Freitag zu Hause sei..... Hören Sie..... jeden Freitag... Es ist bereits Nacht. Im Salon brennen die beiden großen Lampen. Im Ncbeuziinmer hört man das Mädchen den Tisch decken. Es ist zn Ende. Frau Froinont junior »vird nicht kommen. Sidonie ist bleich vor Wuth. „Sehen Sie mm das schnippische Ding, das nicht acht zehn Stufen hinaufsteigen kann... Madame findet sicher lich, daß wir für ihren Umgang zu kleine Leute sind. O, ich»verde mich schon rächen." Und in dem Maße,»vie ihr Zorn sich in»»»gerechten Worten äußert,»vird der Toi» ihrer Stimme roher, bis er ganz in den pöbelhaften, gemeinen Ausdruck des ehenlaligen Lehrlings des Fräulein Le Mite zurückfällt. Zn seinem Unglücke»vagt Risler eine Bemerkung: „Wer»veiß? Vielleicht ist das Kind krank geworden/ Wüthend fährt sie auf ihn los, als ob sie ihn zerreißen ivollte. „Lassen Sie mich endlich mit diesen» Kinde in Ruhe Sie sind an allen» Schuld,»vas nlir»viderfährt.... Sie verstehen es nicht, mir Achtung zu verschaffen. Und während die Lampenglocken und Nippsachen m» den Etageren von dem heftigen Zniverfen ihrer Zünmerthür erklirren, steht Risler allein und unbeiveglich mitten im Salon und betrachtet mit verlegener Miene seine schnee Verhältnisse, den Herrn Geh. Ober-Regierungsrath Dr. an das alte Bibelivort zu erinnern:„Thue, jwas Deines s»., ist."— Die Bourgeoisie möchte gern jeden zerschmettern, auch nur ein wenig ihrer Profitsucht entgegenstellt., Di- Aufstände und„Kriege" der südamerikams« Republiken geben den amerikanischen Blättern Amaß! Spöttereien über den famosen„pa»»amerikanischen Kongr p.! So schreibt das„Pittsburger Volksblatt": Der panaMs kanische Kongreß hat seine erste süße Frucht bereits gezeu die Friedens- und Schiedsrichterduseleien der amerikann. Nationen haben sich realisirt und uitser Staatssekretär« kann aus seine lieben Freunde in den ex-spamschen Ra»- republiken stolz sein. Kaum befinden sich die Herren». gaten zum Washingtoner Kongreß wieder in ihrer Heiw-, offenbar ganz erfüllt von dem enthusiasinirenden Geda>. es könne nun unter amerikanische»» Nationen!U /e»' Kriege mehr kommen, so hauen drunten in Zeiitral-AiPc- zivei kleine Republiken, San Salvador und Guatemala einander ein, daß es eine wahre Freude ist, und es h�" Anschein, als ob die übrigen zentralameritanischen Rcpuvt. sich in Bälde auf die eine oder andere Seite schlagen... der Rumniel erst recht losgehen werde. Die Kriegführc» haben sich auch gar nicht die Mühe gegeben, sich 4 ,,, üblicher Weise den Krieg zu erklären. Guatemala y. einfach keinen Gefallen an dem provisorischen Präside j.. von San Salvador und, obschon sie dieser absolut anging, stellten die Guatemalaner Truppen an der G»/ auf und fielen in San Salvador ein; diese, auch nicht t, rückten mit ihrer besseren Armee den Truppen, „Schivesterrepublik" entgegen und sollen bis jetzt den Von davongetragen haben. Doch das Nähere sehe man Depeschen; im Ganzen ist das Katzengebalg ka»lm der �- werih, aber es ist, wie gesagt, ein Beweis für den-s> und Erfolg des panamerikanischen Kongresses und% mag mit Recht nach größerem Vorbilde sseufzen:«' mit solchem Pack muß ich mich herumschlagen!"„ Henry George hat einen Agitations- Feldzug. Australien unternommen, der jedoch keinen stegsv Ausgang genommen hat. Er suchte aus zwei Ächsi� tragen, wie das seine Eigenschaft ist— wollte es r � den Grnndbesitzern wie den Arbeitern recht machen,»m?> es natürlich Niemand recht gemacht. Die Arbeiter tr»j ihm überall entgegen und rissen ihm die Maske ab so hat Herr Henry George auch nicht einmal in sinanz' Hinsicht ein Geschäft gemacht. Und das wird ihn am 'chmerzen.' Es ist recht schade um Herrn George. Der Mann � entschiedenes Talent, als Redner wie als Schriftsteller.' Eins fehlte ihm: Wissen. Hätte Herr George, statt seinen eigenen Phrasen zu berauschen, seine spezifisch� �- amerikanischen Anschauungen über die Grund- und mechäfl »vcißen Manschetten, seine großen Lackstiefel; bewegt er die Lippen: „Der Empfangstag meiner Frau!" n. Falsche und echte Perlen. j „Was»nag sie nur haben?... Was habe M.. gethan?" fragte sich oft Klara, wenn sie an©U"3" Benehmen ihr gegenüber dachte. ,f4 Sie hatte keine Ahnung davon, was sich früher ziPw George und Sidonie in Savigny abgespielt hatte. Bei& rechtschaffenen Sinnesart und ihren wahren Empfind"� konnte sie sich unnlöglich vorstellen, welch eifersüchtige*� niedriger Ehrgeiz da neben ihr aufgewachsen war. 2*�,/ empfand sie— ohne sich davon Rechenschaft geben zu könv bei den räthselhasten Blicken, die ihr aus diesem hw'k- Gesichte entgegenlächelten, ein leises Frösteln. Auf � nnter Jugendgespielinnen seltsam erscheinende affektirte � i, lichkeit, folgte unvermittelt ein schlecht verhehlter A(*0.F;: trockener, schneidender Ton, welchen» Klara betroffen, t' einem Räthsel gegenüber stand. Manchmal empfand � dieser beängstigenden Situation das Vorgefühl irgend nahenden Unglücks, denn alle Frauen haben ctivas HeP an sich und selbst die Reinsten haben trotz der vollstaUP Unkenntniß des Schlechten oft Visionen von staunensu3* Klarheit. � Nach einer längeren Unterhaltung oder bei einem � warteten Znsammentreffen, wo das Gesicht in eine»», wachten Augenblicke den wahren Charakter enthüllt, Fran Fromont ernstlich über diese sonderbore kleine nach; aber das thätige, eilende, drängende Leben, si'" W Aufregungen und Sorgen, ließ ihr keine Zeit, sich W Betrachtungen lange hinzugeben. Es tritt nämlich der Frauen durch jähe Veränderungen des Lebenslauf. eine solche Wendung ein, daß der ganze Gesichts»** vcrändert..(j.. Wäre sie noch ein junges Mädchen gewesen, sie die,»vie von einer fremden Hand verursachte Crlu der Freundschaft, sicher sehr geschmerzt., Aber sie hatte inzwischen ihren Vater verlöte� fafic wissenschaftlich geläutert und erweitert— mit anderen «orten, hätte er Nationalökonomie stndirt und leinen Marx gelesen, statt aus ihn zn schimpfen, dann tonnte er heute eine geachtete Stellung einnehmen und hätte sine Zukunft. Jetzt kann er sich begraben lassen— er tzl tobt. Ei« Beitrag znr Kenrtheilnng des Merthes«»serer vatentgesetzgeiinttg. Das A n t i p y r i n, eine chemische Erfindung der neuesten Zeit, hat sich nach dem Nrtheile sehr vieler und bedeutender Aerzte als ein wirksames Heilmittel bei entzündlichen Zuständen innerer Organe erwiesen und roitd deshalb vielfach von den Aerzten verordnet. Der Er- finder dieses Heilmittels hat für dasselbe ein Patent erivor- den und dann das Recht der Alleinanfertigung des Anti- pynns an die Verwaltung der Farbenwerke in Höchst a. M. verkauft, die auch nicht gezögert hat, die Ausnutzung des Patentes sehr energisch zu betreiben. Es ist dadurch ein Bruttogewinn von 5 437 032 M. erzielt worden, von dem vach Abzug der Unkosten ein Reingewinn von 4 244 795 M. an die Gesellschaftsmitglieder vertheilt worden ist, dieser ungeheure Reingewinn, der über 79 pCt. des Rohgewinnes beträgt, ist der unwiderlegbare Beweis dafür, in wel- cher maßlosen Weise das Kapital die von ihm usurpirte Macht für sich zu verwenden weiß. Per Arzt, welchem die wirthschaftliche Lage seines Patienten sucht entgeht, sieht sich daher genothigt, von der Anwendung dnses vorzüglichen Heilmittels in vielen Fällen abzustehen, beim einige Antipyrin-Pillen, wie sie der Arzt zu verordnen pflegt, kosten 2-3 M. Es wird so viel von der Begehrlichkeit der Arbeiter gesprochen, und ihr Streben und Drängen nach Verbesserung chrer Lebenshaltung als ein unberechtigter Ausfluß der Ge- fuißsucht hingestellt; richten wir doch einmal die Frage an jene Aktienbesitzer, welche ihren Theil an dem angegebenen großen Gewinne einstecken, was sie mit dem Gelde machen? Ucbrigens ist kein einziger Fall bekannt geworden, daß je Arbeiter das Unglück, und ein Unglück ist eine Krankheit für ■vZrden, ihre Mitmenschen in solcher raffinirten Weise aus- gebeutet haben, nie und nimmer hat die Hilfe des Pro- ictariats bei Unglücksfällen versagt und niemals ist ein Preis sur die Hilfe gefordert worden, von dessen Zahlung sie ab- hüngig gemacht worden ist. Gegen Herrn Kurt Abel, den Verfasser der Schrift„Vier Wochen Vize-Wachtmeister", ist auf Grund derselben das militär- gerichtliche Verfahren eingeleitet worden. Am Mittwoch, den v. M., fand das erste Verhör statt. Herr Abel ist angeklagt, >n sechs verschiedenen Fällen die Meldung von Mißhandlungen «ezw. Beleidigungen von Soldaten durch Un.erofsiziere unter- lassen zu haben. Man verlangt also von ihm, daß er dem Ritt- Meister Mehlhorn, der die Leute weit mehr mißhandelte und schlug, als alle Unteroffiziere es thaten, jedes Mal, wenn irgend oin Unteroffizier ein derartiges Vergehen beging, hätte Meldung �statten sollen. Herr Abel hat den Herren(einem Audilenr mit Majorsrang und zwei Lieutenants) an der Hand seines Tage- buchs bewiesen, daß er derartige Meldungen wiederholt erstattete, aber stets zurückgewiesen wurde. Seiner Ansicht nach wäre die Ausführung der gesetzlichen Forderung— die er erst nach- träglich als solche kennen lerne— wegen der großen Anzahl der- artiger Vergehen völlig unmöglich gewesen; hätte er aber trotz wiederholter Zurückweisung immer neue Meldungen versucht, so würde man ihn als Rubellen betrachtet und behandelt haben. Herr Dr. K. Wille, Frirdrichvhagen, ersucht uns um Aufnahme folgender„Erwiderung": „In Nummer 137 des„Berliner Volksblatt" erklärt Genosse Bebel, der in Nummer 13 der„Sächs. Arbeiterztg." befindliche Artikel„Der 1. Oktober" greise„in beleidigender Weise" die Parteileitung an, er(Bebel)„fühle sich" daher„persönlich be- leidigt" und habe vor, dem Angreiser„die passende Antwort" zu Theil werden zu lassen, sobald er,„nach Hause zurückgekehrt" sei. Da der bezeichnete Artikel von mir versaßt, und folglich der öffentliche Vorwurf, die Parteileitung und Bebel beleidigt zn haben, gegen mich gerichtet ist, so halte ich es für geboten, auf diesen Vorwurf auch öffentlich zu erwidern. Der beschuldigte Artikel, welcher nicht bloß als ein Ausdruck meiner Ueberzeugung, sondern auch als ein Wort, von dem ich Mir Nutzen für unsere Parteientwickelung versprach, verfaßt wurde, hat folgenden(vom„Verl. Volksblatt" leider noch nicht mit- ijethcilten*) Gedankengang: Die Differenzen innerhalb unserer Partei brauchen keineswegs todtgeschwiegen zu werden; vielmehr *) Wir haben den Artikel„Der 1. Oktober" einfach deshalb nicht gebracht, weil wir mit ihm in vieler Beziehung nicht einver- standen waren. Ned.) einzige Liebe ihrer Jugend; dann hatte sie sich verheirathet. Das Kind war gekommen und erforderte unablässige Zärtlichste Sorgfalt. Außerdem hatte sie ihre fast kindisch gewordene Mutter bei sich, deren Stumpfsinn durch das traurige Ende ihres Gatten noch erhöht war. In einem so vollständig durch Pflichteil ausgefüllten Dasein konnten °ie Launen Sidoniens wenig Bedeutung gcwmnen; Klara hatte kaum Zeit gefunden, sich über die Verheirathun g mit visier zu wundern.,_ So viel erkannte sie jedoch, daß er zu alt für sie war, e>ver da sie einander liebten, so war es ja gleich. Ihre vornehme Statur war unfähig, steh darüber zn °rgern, daß Sidonic zu einer hohen, ihr fast gleichen Lebensstellung gelangt war: von solchen kleinlicheil Einpslndullgen Mar ste frei. Sie hätte vielmehr gern gesehen, wenn die ihr so nahe Mohnende junge Frau glücklich und angesehen wordeil wäre, sie doch ihre Jugendgespiclin war und sozusagen ihr "genes Leben mit durchgemacht hatte. Ans die llebevoll, e 4M« versuchte sie Sidonien zu belehren und sie m die Welt "»Zuführen, wie man es etiva mit einer sehr talentvollen Provinzicilin machen würde, der nur weuig fehlt, um ganz Aber zwischeu�schölleu und jungen Frauen ist das Rath- Leben ein mißliches Ding..._._. Kisker In ihr liebreich zu- DMM-W 0PM In Klara's Kreisen hatte man sie ziemlich kalt auf- v�Uovlv�N. c gDas Marais hat so gut seine Vorurtheik, wie das beschleunigt gerade Oeffentlichkeit der Verhandlung die Klärung der Köpfe. Unter dem Sozialistengesetze entzogen sich manche Parteivorgänge der Oeffentlichkeit, gewisse Machtbefugnisse mußten in den Händen einzelner Personen ruhen, und daher trat das persönliche Element vielfach vor das sachliche, persönlicher Ehr- geiz und private Interessen gelangten zuweilen über Gebühr zur Geltung, und hie und da entstanden unberufene Autoritäten. Rechnet man hierzu noch das Spitzelthum und das dadurch ge- ziichtete Mißtrauen, so kann man dem oft ausgesprochenen Satze die Berechtigung nicht absprechen:„Das Schlimmste, was uns das Sozialistengesetz gebracht hat, ist die Korruption. Unter dem Zwange des Sozialistengesetzes und der Last ihrer parlamentarischen Geschäfte hat unsere Fraktion die Arbeiterbewegung in Berlin und auch wohl anderwärts etwas vernachlässigt. Hierdurch wur- den die Arbeiter zur Selbstständigkeit angeregt. Dieselbe äußerte sich beispielsweise am 1. Mai. Wegen ihrer Selbst- ständigkeit dürfen die Arbeiter nicht mehr so behandelt werden, als es noch vor einigen Jahren geschehen konnte. So ist es falsch, wenn„Führer" eine straffe„Unterordnung" verlangen, so- fern diese Unterordnung etwas anderes bedeutet, als Nllckficht- nähme auf die Einigkeit unserer Partei und Uebergehen kleiner Meinungsunterschiede. Bedeutet sie aber etwas anderes, z. B. unterwürfiges Verschweigen einer vvn den„Führern" nicht ge- billigten, wenn auch innerhalb des Programms befindlichen An- ficht, so ist das Verlangen nach solcher Unterordnung entweder nur die Aeußeruug einer persönlichen krankhasten Gereiztheit und Herrschsucht, oder aber eine durchaus falsche Taktik. Wir dürfen nicht gestatten, daß diejenige Duldsamkeit auf dem Gebiete der Meinungen verletzt werde, ohne welche unsere Bewegung aufhört, Soziald emokratie zu sein. Ein„Führer", welcher unter An- wendung von Drohung oder Lockung politische Subordination verlangt, züchtet sich einen Hofstaat schmeichelnder Streber heran, nicht aber freie, offene, mnthige Männer. Was von Menschen gesagt ist, gilt auch von Blättern. Wir haben unabhängige Zeitungen nöthig. Wenn auch ein Zentralorgan wünschenswerth ist, darf doch unsere Presse nicht uniformirt werden. Deshalb ist es gut, wenn unübhängige und geistig anregende Blätter, wie die„Volks-Tribiine" und die „Sächs. Arbeiterzeitung", von dem Parteikongresse am Leben ge- lassen werden. Dies ist der, eingehend wiedergegebene Gedankengang des beschuldigten Aufsatzes. Als ich denselben schrieb, war ich mir wohl bewußt und habe es auch ausgesprochen, daß Anariffe nicht ausbleiben würden. Den Angreifern erkennbar zu sein, habe ich den Leitartikel mit B. W. bezeichnet. Daß aber ein Angriff von Bebel und noch dazu in der vorliegenden Form erfolgen könne, hätte ich nicht geglaubt. Durch wel chemeiner Aeußerungen fühlt sich denn Genosse Bebel„beleidigt?" Hier scheint ein Mißverständniß obzu- walten oder eine Gereiztheit� die das Urtheil trübt. Wenn ich P a r t e i zustünde kritipre, so meine ich doch nicht gerade die Partei l e c t n n g, und wenn ich die Parteileitung k r i t i s i r e, so beleidige ich sie doch nicht! Der von Bebel beschuldigte Artikel ist von vielen Genossen mir gegenüber beurtheilt worden; aber kein einziger der- selben hat eine Beleidigung der Parteileitung darin finden können. Oder kann jemand widersprechen? Um die durch Bebels Vorwurf herbeigeführten Mißverständ- nisse zu beseitigen, erkläre ich schließlich, daß ich weder an den guten Absichten noch überhaupt an dem hervorragenden Werths unseres Genossen Bebel irgendwie gezweifelt habe oder zweifle." Soldatenschindrrri. Der Hauptmann und Kompagniechef Fux des in Burghausen(Bayern) garnisonirenden Bataillons des 16. Infanterieregiments wurde bis auf weiteres des Kommandos seiner Kompagnie enthoben, weil er einem Soldaten seiner Kom- pagnie, der beim Scheibenschießen immer mit dem Kopf auf die Seite fuhr, um ihm dieses abzugewöhnen, ein Federmesser an die Wange hielt, so daß die Spitze des Messers in die Wange des Soldaten eindrang. Kaiserstantep», 2. August. Die Neichstags-Ersatzwahl an Stelle Miquvl's ist auf den 19. August festgesetzt. Hamburg. Am Schlüsse eines am 7. Mai d. I. erschiene- nen Artikels des„Hamburger Echo" über den Streik der Werst- arbeiter in Hamburg befand sich ein Satz des Inhalts, daß wohl in den nächsten acht Tagen sämmtliche Werftarbeiter die Arbeit niederlegen oder die Namen der dann noch Arbeitenden öffentlich bekannt gemacht werden würden. Dem Redakteur Steugele wurde darauf wegen Vergehens gegen die Gewerbeordnung ein amtsgerichtlicher Strafbefehl auf 14 Tage Gcfäuguiß zugestellt. Sein Einspruch wurde vom Schöffengerichte nicht blos für unbegründet erklärt, sondern hatte sogar zur Folge, daß die Strafe auf sechs Wochen erhöht wurde, weil der Artikel eine Bedrohung der arbeitswilligen Arbeiter und einen Eingriff in deren Privatrecht enthalte und die Tendenz des„Echo" auf den Umsturz der bestehenden Staatsgesetze und der gesellschaftlichen Ordnung gerichtet sei. Lrinzig. Unsere ländliche Polizei macht es sich sehr leicht mit ihren Versammlungsverboten. Sie schreibt einfach: Die und die Versammlung wird hiermit auf Grund des§ 5 des sächsischen Vereinsgesetzes verboten. ic. JC. Der famose§ 5 lautet: „Versammlungen, deren Zweck es ist, Gesetzes- Übertretungen oder unsittliche Handlungen zu begehen, dazu aufzufordern oder doch dazu geneigt zu machen, sind ver- boten." „Gesetzesübertretung" oder eine„unsittliche Handlung" ist alles, was der Polizei mißfällt, und was der„Zweck" einer Ver- sammlung ist, ivetß die allwissende Polizei natürlich immer im voraus. Man sieht, was für ein bequemer Polizeiparagraph der§ 5 sächsische» VereinSgesetzes ist. Weit bequemer als der Ver- '-Paragraph des Sozialistengesetzes, der eine Art Austands- mug erheischt. Der liebe§ 5 des sächsischen Vereinsgesetzes macht das Verbieten so leicht, als es der lieben Polizei nur ge- macht werden kann. Frrtnltveich. St. E t i e n n e, 4. August. In den Gruben von Ville- boeuf gerieth heute Vormittag die Galerie in Brand; von den ]20 Arbeitern, welche sich zur Zeit des Unfalles in der Grube befanden, wurden, soweit sich bisher feststellen ließ, 5 vewundet, davon 2 sehr schwer. Kelgie». Die großeStraßenkundgebung'der belgischen Arbeiterpartei zn Gunsten des allgemeinen Stimmrechts, von welcher schon wiederholt die Rede war, wird am nächsten Sonntag, den 10. d. Mls., in Brüssel mit Genehmigung des Bürgermeisters stattsinden. Die Ordnung des Aufzuges ist bereits festgestellt. Wie vor vier Jahren, so sollen auch jetzt Taufende von Arbeiter», denen sich diesmal Frndenker und Demokraten anschließen werden, die Straßen Brüssels durchziehen und als Protest gegen das Zeusnsivahl-Regiment ihre Stimmen für das allgemeine Wahlrecht erheben. Da die sozialistischen kooperativen Genossenschasteu die Reisegelser gewähren, so ist an eine starke Betheiligung nicht zu zweifeln; besonders das Hennegau mit seinen zahlreichen Bergleuten begeistert sich für diese Manifestation „zur Erriiigung der Freiheit".„Auf nach Brüssel!" so heißt es ili dem Ausruf an die Arbeiter.„Am 10. August werden die Proletarier Belgiens vereinigt sein; was in der Bourgeoisie an Ehrenmännern vorhanden, wird sich dem Volke anschließen, um dem allgemeinen Stimmrechte zuzujauchzen. Indem unsere Unter- drücker Euere gewaltigen Massen erblicken, werden ste von Achtung und Schreck ergriffen einen künstig unmöglichen Kampf aufgeben. Sie werden begreifen, daß Ihr die Gerechtigkeit, die Ehre und die Macht seid! Vorwärts! Die Stunde des Triumphes ist nahe l" des bietnngs begründnug Italien. Rom, 3. August. Definitives Ergebniß der Wahlen. In den 84 Sektionen waren 27 416 eingeschriebene Wähler, von denen 4018 ihre Stimmen abgaben; hiervon erhielt Antonelli 1735, Barzilai 1581, Ricciotti Garibaldi 614. Ungiltige oder zersplitterte Stimmen waren 88. Kpattie». Madrid, 3. August. Die schwebende Schuld beträgt jetzt fast 270 Millionen Pesetas; dieselbe hat während des Monats Juli um beinahe 5 Millionen zugenommen. Madrid, 3. August. In Arges, Provinz Toledo, sind 4 Cholerafälle vorgekommen. Die portugiesische Regierung hat aus sanitären Rücksichten das Einlaufen von Eisenbahnzügen in das portugiesische Gebiet untersagt und werden sämmtliche Eisen- bahnzüge an der Grenze angehalten. Vsrt«gal. Lissabon, 2. August. Offizielle Meldungen bestätigen den Ausbruch der Cholera in Badajoz. Die portugie- fischen Behörden haben energische Maßregeln an der Grenze getroffen, um die Einschleppung der Krankheit in Portugal zu verhüten. In der Deputirtenkammer fragte der Deputirte Navarro, ob es wahr sei, daß der Lieutenant Cotinho einen der englischen- afrikanischen Seegesellschaft gehörenden Dampfer bei Chiromo gekapert habe. Der Marincminister erklärt, es sei dies ein Disziplinarvergehen, welches von den betreffenden Tribunalen gerichtet werden müsse und mit welchem die Kammer nichts zu thlin habe. Amerika. Buenos-Ayres, 2. August.(Telegramm des„Reuter- schen Bureaus".) Die Ministerkrise ist noch nicht erledigt. Dr. Caruno, Generaldirektor der Post und Telegraphen, hat seine Entlassung gegeben.— Die Ordnung ist nicht gestört. Die Börse bleibt noch geschlossen. Buenos-Ayres, 3. August. Einem amtlichen Com- munique zufolge ist die Ordnung in dem Gebiete der Republik überall wieder hergestellt und herrschen weder in der Hauptstadt noch in den Provinzen irgendweiche Unruhen. Die Regierung hat keinen Augenblick daran gedacht, die Zahlungen des Staats- schatzcs zu suspsnoiren; sie verfügte lediglich ein Handels- Moratorium bis zum 81. August. Buenos A y r e s, 4. August. General Rocca und Eduard Costa, welche sich zuerst bereit erklärt hatten, in das Kabinet einzutreten, haben es jetzt abgelehnt, einen Ministerposten zu übernehmen. E i n F r e u n d der verurtheilten A n a r ch i st e n S ch w a b e, F i e l d e n und N e c b e hat diese in dem Gefängniß zu Joliet besucht und sie versichert, daß ihre Freunde durchaus nicht ent- muthigt seien,„wenn auch der großen Zahl, den Massen, eine größere Rührigkeit zu wünschen wäre. Aber Sie wissen ja aus Erfahrung," sagte der Besucher,„wie schwer die Massen zn bc- wegen sind."—„Das weiß ich durchaus nicht," antwortete Schwab,„im Gegenthcil waren zu einer für uns verhängnißvollen Zeit die Massen zu rührig und drängten uns voran und landeten uns in diesem Winkel." Die baldige Begnadigung der drei Verurtheilten wird allgemein erwartet. Afie«. Der„Standard" meldet ans Shanghai vom S. d. Mts., die Städte Peking, Tungchow und T i e n t s i n stehen unter Wasser, die Geschäfte stocken. Bisher ist es den Behörden nicht gelungen, die Fluthen zu bewältigen. Die Zollbehörde hat die sofortige Zulassung des Handelsverkehrs mit Ausländern in der Stadt Chunking an- geordnet. DerlÄmmUmscn. Die freie Vereinigung alter in de» chirurgische» Branche beschäftigten Kernfsgenasfen, tagte am Mittwoch bei Seeseldt, Grenadierstr. 33. Als ersten Punkt verlas der Kassirer den Kassenbestand. Derselbe ergab 230,70 Mark. Da der Bericht für richtig befunden war, konnte dem Kassirer Decharge ertheilt werden. Da der Referent, Herr Fr. Zubcil, noch nicht erschienen war, wurde der 2. Punkt:„Vortrag über Gewerbliche Schiedsgerichte", zurückgestellt und zum dritten Punkt:„Wahl des ersten Kassirers und eines Revisors", übergegangen. Zum ersten Kassirer wurde Kollege Schuster gewählt, dadurch wurde die Wahl eines neuen zweiten Kassirers noth- wendig und es übernahm diesen Posten unser bisheriger erster Kassirer. Revisor wurde Kollege Hilsinger. Jetzt bekam Herr Zubeil, der inzwischen erschienen war, das Wort zu seinem Vor- trage, den er zur allgemeinen Befriedigung hielt. Die Versamm- lang schloß sich den Gedanken deö Referenten an und nahm solgonde Resolution einstimmig an:„Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Herrn Referenten vollständig einverstanden und erklärt den Entwurf des Gewerbe-Schiedsgerichts für die Arbeiterschaft kals nicht segenbringend." Es waren noch folgende Anträge eingegangen.„Stelle den Antrag, den Ham- burger Ausgesperrten 180 M: zu überweisen, und diese Sumnie zur Weiterbeförderung an das„Berliner Volksblatt" zu senden." „Stelle den Anttag 50 Pf. pro Woche für die ausgesperrten Ham- bürge» zu steuern." Beide Antrüge sind gegen 1 Stimme angenommen worden. Ein Fall von Jndiffcrentismns, der einen ge- wissen Nürnberger betrifft, müßte auch aus unseren Reihen ge- meldet werden. Am 3t. August soll eine Herrenparthic veran- staltet werden. Um recht zahlreiche Betheiligung wird gebeten. Dir am 39. Juli, Abends SVe Uhr, in Weimann's Volks- garten tagende öffentliche Versammlung der Weißgerber hatte folgenden Verlauf. In das Bureau wurden die Kollegen Engel, P. Ahreudt und PSc gewählt. Die Tagesordnung war: l. Der ttirchhaiuer Streik, und wie stellen wir uns ferner zu demselben. 2. Bericht der Revisoren über Abrechnung. 3. Verschiedenes.— Zu Punkt 1 erstattete Kollege Brinkmann, welcher vor vierzehn Tagen in Kirchhain war, Bericht über die dortige Lage. Der- selbe führte aus, daß trotz deö 2t wöchentlichen Streiks die Aus- sichte» immer noch günstige seien, daß noch keine Ursache vor- Händen ist, an dem Sieg der Streikenden zu zweifeln, und daß unsere Hauptaufgabe sein müsse, die Unterstützung wie bisher fortzusetzen. Die übrigen Redner sprachen in dem- selben Sinne. Folgende Resolution wurde einstimmig an- genommen: „Die heute in Weimann's Volksgarlen tagende össent- liche Versammlung der Weißgerber Berlins erklärt den Kampf der Kirchhainer Weißgcrber für einen Prinzipien- kämpf und verspricht mit allen Kräften dahin zn streben, daß der Sieg den dortigen Kollegen zufallen muß." Sodann wurde Bericht erstattet über die vom 22. März bis 20. Juni gesammelten freiwillige» Beiträge. Die Einnahme betrug 4434 M. 81 Pf., die Ausgabe 6055 M. 95 Pf., davon wurden für de» Streik der Hegermann'schen Fabrik 2620 M. 15 Pf. verwendet, die Mehrausgabe wurde durch eine Anleihe gedeckt. Auf Antrag soll die Abrechnung im Jnseratentheil des„Berliner Volksblatt" veröffentlicht werden. Dem Vertrauensmann und den Leitern des Streiks wurde Decharge ertheilt. Zu Verschiedenem wurde mitgetheilt, daß für die Ham- burger Ausgesperrten 46 M. 70 Pf. gesammelt sind und der Expedition des„Berliner Bolksblattes" übergeben. Ein Antrag über weitere Unterstützung wurde abgelehnt und beschlossen, so lange der Kirchheiner Streik dauert, nur für diesen alles aufzu- bieten. Mit einem Appell, auch fernerhin fest zusammen zuhalten, wurde die Versammlung niit einem dreifachen Hoch aus die allge- meine Arbeiterbewegung geschlossen. Theater. Dienstag, den 5. August. Frledrich-Milhelmstiidt. Theater. Der arnie Jonathan. MaUurr» Theater. Mamsell Ni- tauche. Niittoria- Theater. Stanley in Afrika. vstend- Theater. Der Hypochonder. Adolph Ernst- Theater. Der Goldfuchs. KeUeaUiauce- Theater. Der Nau- tilus. {roll'» Theater. Ernani. aufmaun's Uariötö. Große Spezialitäten-Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Address, Alexander straße 27c. Auftreten der Chansonnette Fräulein Ehrenfeld. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Roaa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Ziegler. Auftreten des Malabaristen und Equi- lebristen Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Clerrnont mit seinen dressirten Schweinen, Esel und Gänsen. Ansang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 51/2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 80 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben. Etllblijsement Buggenliagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Garten-Concert. Direktion A. Uödmann. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Fnfi'oa Wochentags 10 Flg., ijil lllc gönn, und Festtags 25 Flg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Iiestaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhoser Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. G41_ F. Müller. Pässag?�r!?MrM??10UhrAb! Kaiser-Panorama. Hervorraa. Sehenswürdigk. d. Residenz. Diese Woche eine höchst interessante Reise durch die malerischen ober- italienischen Alpen und auf viel- seitigen Wunsch 1. Abth. 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Musterbücher franko. Das gr. Lager Verlins Andreasstr.SZ.H.p. Achtung! Den Mitgliedern des Sozialdemokratischen Mahlvereins de» 4. Kerliner Reichstags-Mahlkreisea zur Nachricht, daß die Mitglieder- Versammlung, welche heute. Dienstag, den 5. d. M., stattfinden soll. Umstände halber nicht stattfinden kann. I. A.: Der Vorstand. Ächtung Metallarbeiter! Diejenigen, welche noch Sammellisten jeglicher Art(l. Mai- oder Kongreß- Bons) in Händen haben, werden hiermit aufgefordert, dieselben bis spätestens 15. d. Mts. an die Kassirer Otto Klein, Ritterstr. 15(Cigarrengeschäft), ©.Wolfs, Reinickendorferstr. 14a, abzuliefern, indem wir uns sonst genöthigt sehen, die Namen derjenigen, welche dieselben entnommen haben, zu ver- öffentlichen. SO Der Vorstand. Große Uersammwng des Allgem. Arbeiterinnen-Vereins sämmtl. Berufszweige Berlins u. Umgegend am Mittwoch, den 6. August, Abds. 8Vs Uhr, in Gründel's Salon, Dresdenerstr. 116. Tages-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Das Verhalten etlicher Mitglieder der Freien Vereinigung der Bekleidungsindustrie dem Allgemeinen Arbeiterinnen-Verein gegenüber. 5. Ver- schiedencs. Herren und Damen als Gäste haben Zutritt. Zur Deckung der Unkosten ndet eine Tellersammlung statt. Gleichzeitig werden die Mitglieder der )ffcnbacher Fraueukasse hiermit eingeladen. Um recht zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Gleichzeitig werden diejenigen ersucht, welche an der ehrlichen Äerwaltung und Leitung des Vereins zweifeln sollten, den Wahrheitsbe>veis durch ihr per- sönliches Erscheinen anzutreten. Die es gewagt haben, durch ihr gemeines Bubenstück in einem offenen Kartenbrief mich an den Bierhändler Zubeil zu denunziren, in welchem ich seit 2 Jahren der Polizei zur Zufriedenheit ge° arbeitet haben soll und in welchem noch sonstige schwere Anschuldigungen ent- halten sind, fordere ich auf, unbedingt mit einem Beweismaterial hervor- zutreten. Wir werden es mit Hilfe anderer suchen möglich zu machen, diejenigen vor gerichtlicher Verantwortung zu ziehen. Frau Gudela, 1. Vorsitzende. Fräuleiu Laugisch, 1. Kassirerin. Allgem. Metallarbeiter-Verein 80 Berlins und Umgegend. Dienstag, d. 5. Aug., Abds. SVs ülir, in Debet s Salon(früher Renz), Uaunqustraß» 37. Grosse Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über: Das Elend und die Schäden in der heutigen Gesellschaftsordnung. Referent: Stenograph Herr Max Pfund. 2. Diskusston. 8. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes u. Fragen. Um recht regen Besuch wird gebeten. Der Vorstand. Alle Beschwerden in Vereinsangelegenheiten sind zu richten an Joseph Hartmann, Reichenbergerstr. 73. Alle Geldsendungen an Otto Klein, Ritterstr. 15. Verein der Klempner Berlins und Umgegend. Heute, Dienstag, d. 3. Aug., �bbs. 8 Ahr: Grosse Versammlung im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee 11— 13. Tages-Ordnnng: 1. Vortrag: Die Forderungen der Handwerker und Arbeiter im Jahre 1848. Referent: Herr Hildebrandt. 2. Diskussion. 3. Auf- nähme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragekasten. 83 Große m\l VersmilllW der gewerbl. Hilfsarbeiter Berlins u. Umgegend am Dienstag, de» 5. August, Adrndv 8V2 Uhr,"38® im Lokale„Sud-Gst", Waldemarstr. T3. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Paul Litfin: Die Aussperrungen der Hamburger Arbeiter. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist Pflicht a l l e r Hilfsarbeiter, in dieser Versammlung zu erscheine». 91 Der Einberuser. am Mittwoch, den 6. August, Abends 8 Uhr, im Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee. Tages-Ordnung: 1. Kasernen und Ferien-Kolonien. Referent: Herr Fritz Zubeil. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Arbeiters, in dieser Versammlung zu erscheinen. Ganz besonders lade ich alle wehrpflichtigen Männer und gedienten Soldaten ein. Die Versammlung ist genehmigt. 87 Der Einberufer: Paul Bogasch. Große öffentliche Versammlung der Sattler u. Berufsgenossen Berlins n. Umgegend fflSE?" am Mittwoch, den v. d. M.. Abend« 8Ve Uhr."VZ in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstrasse No. 43a. Tages-Ordnung: 1. In welchem Verhältniß stehen die Berliner Sattler zu ihren Organ«- satione». Referent: Kollege Bombte n. 2. Abrechnung vom Generalfonds. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet � 78 Der Einberuser: E. Marquardt. Große öffentliche Versammlung kt in kt TmmüM-, Herren-Trikotagen- nni) Wiisße- Vraiche beschäftigten Arbeiter nnt> Arbeiterinnen am Dienstag, 5. August, Abends SVe Uhr, bei Gründel, Dresdenerstrasse 116. Tagesordnung: � 1. Vortrag des Fräulein Wahnitz über: Naturgesetz und Menschenrecht 2. Diskussion und Verschiedenes. 8(5 Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlimg statt. Um zahl- reiches Erscheinen ersucht ,,_ Die Einberuferin: Fr. M. Masche, Fürstenwalderstr. 0. Großartige Auswahl. »IC.Krrnaurrstr.tll. 1 Möbl. Schlafstelle(Eingang separat) ' zu verni. Admiralstr. 23, Hof 2 Tr. l. Wen es angeht. Jeder Hausfrau wird als bester Kaffee-Zusatz der Anker-l.�. von Dommerich& Co. in Magdeburg-Buckau empfohlen. Schon eine Zugabe davon genügt, um den Kaffee vollschmeckender und mW J. machen. Jeder andere Zusatz unter dem Namen„Kaffee" führt nnt u. diese Benennung. Der Werth auf reine Waare legt unter r,cyi Ä Benenniing, verbrauche ausschließlich Anker-Cichorien. Anker- Cichoneni Packeten oder Büchsen zu kaufen bei fast allen besseren Waarenhandlung Am 1. September eröffne ich Stephau-Strasse No. 16 (Moabit) ein zweites Eisenwaapen-Geschäfi- Lager von Haus- und Küchen- Geräthen, Bauartikwo und Werkzeugen.. E. Vogtherr, L,na(ggg"__ DanksngunS 40 WntUe Versnmmlnns der FeBlenhaweB* Kerlws und Umgegend am Dienstag, 5. August, Abends 8 Uhr, bei Keller, jSergstrujje 68. Die Tagesordnung wird m der Ver- ainmlung bekannt gemacht. NB. Das Erscheinen eines jeden ein- zelnen Kollegen ist nothwendig. 83 Der Ginbernfer. Verbanti dentscher MeHnniker „Nd verwandter Verufogenossen. (Zahlstelle Berlin.) Mittwoch, 6. August, Abends 8Vs Uhr, im Louisenstädtischen Klubhaus. Annenstraffc 16: Ausserordentliche General- Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Unsere gegenwärtige Lage und die. Nrbeitgeber-Koalition. Referent: Kollege Trittelwitz. 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegirten zum Verbandstage. 4. Die Anträge der Zahlstelle Verlin zum Ver» bandstage. 5. Verschiedenes und Frage- kästen.— Mitgliedsbuch legitimirt.— Neue Mitglieder werden vor der Ver- saminlimg anfgenonimen. Stimmzettel werden nur gegen Vorzeigung des Mit- fliedsbuches ausgeliefert. Um pünkt- iches Erscheinen ersucht 75 Der Vorstand. Centi'lll-Kranken-n.Sterdcksse d.DentschenSenWer-Bnnijes. (E. H.))VerwaltungssteUe Ksrlw. Am 5. A u g u st bei Weick, Alexanderstraße 31: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Anträge zur Generalversammlung. 2. Wahl der Ab- geordneten zur Generalversammlung. 76 Für die Verwaltung: Paul Möhring, Wilhelmstr. 180. Große öjsentl. Versnmmlnng söinintl. Berliner Portiers und Kerufsgenoste» am Mittivoch, 6. August, Abends 9 Uhr, im„Klubhaus", Krausenstraße 10. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Türk über Ursache und Wirkung der franzöfischeii Revolution." 2. Diskussion. 3. Ver schiedenes und Fragekasten. Die Berliner Portiers und Bcrufs- genossc». werden ersucht, in dieser Ver saniiiilung recht zahlreich zu erscheinen. 89] Der Ginverufer. Centrnl-Krnnken-ll.SttrljMe kt Tischen* it. anderer gewerbl. Arbeiter(Hamburg) Oertliche Verwaltungsstelle Berlin C. Mittivoch, 6. August, Abends SVa Uhr, Mtgliklier-Versnnünlnng im kl. Saale der Habcl'schen BrauSrei, Kergmanlistrast» 5—7« Tages-Ordiiung: 82 1. Abrechnung vom 2. Quartal 1890. 2. Verschiedene Kassenangelegenheiten. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes in der Versammlung zu erscheinen.— DaS Mitgliedsbuch legitimirt. Zu zahl- und pünktlichem Besuch ladet Die Grtsvrrwaltung. der Beerdigung meiner lieben besonders den Kollegen von A)- UÄS. 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Unter dieser erschrift schreibt uns ein Genosse: Diese, von einer grenzen- lw, unverzeihlichen Unwissenheit zeugende Frage wurde in '»em Lokale von einem Arbeiter(Baukutscher) an einen seiner mannten bei Erörterung des Hamburger Ausstandes ge- i; Leider war der Auskunft gebende Theil nicht besser in- i rmirt als der Fragende, und daher nicht im Stande, ihm ue richtige Aufklärung über die Ursache des Ausstandes, richtiger «n Aussperrung, zu geben. „Warum die Hamburger streiken, fragst Du?" erwiderte er. ei man kotfj gleich, daß Du keiner Organisation an- ?orst. Warum wird überhaupt gestreikt? Um einen höheren 09N zu erzielen und darum streiken die Hamburger auch, trotz- en> sie es eigentlich nicht nöthig hatten, denn der Verdienst in «faien Reichsstadt Hamburg" war durchschnittlich so gestellt, aP meiner Ansicht nach ein Streik nicht gerechtfertigt war. Trotz- km habe aber auch ich bis jetzt wöchentlich einen kleinen Beitrag ä"1 Unterstützung der Streikenden gesteuert. Jetzt wird mir dies ir denn doch zu bunt. ..®et Streik scheint sich ins Unendliche hinauszudehnen, und 1 Dir auch sagen, aus welchem Grunde: Sieh mal hier m„Berliner Volksblatt" die Beiträge, die täglich gezeichnet wer- in, ohne die Summen, die hier garnicht quittirt und von Ver- wen und Versammlungen aufgebracht werden; in ganz Deutsch- � �ird gesammelt. Wenn ich nun ausrechne, was da fürun- lliheure Summen zusammenkommen, die die Hamburger garnicht i>nmal aufbrauchen, selbst wenn sie als Streikende ein besseres iben führen denn als Arbeitende, so muß ich mir selbst sagen, die am Streik Betheiligten sich garnicht in die Arbeit zurück- Uhnen, sondern am liebsten streiken möchten ihr Lebelang. Denn sie jetzt an Streikunterstützung erhalten, können sie nie, Illbst bei den günstigsten Lohnverhältnissen nicht, durch Arbeit «erdienen." Was soll man hierzu sagen? Wenn ein vollständig un- Msender, unaufgeklärter Arbeiter, der aus Jndifferentis- �us sich von jeder Organisation fernhält, eine der- °ktige Frage wie die obige stellt, so ist das in, wer �ch zu verzeihe»; wenn aber ein organisirter, aufgeklärt sein Sollender Arbeiter, statt mit allen Kräften für die Ausgesperrten � agitiren, im Gegentheil Unwissende in ihrer Unwissenheit be- l�rkt, so müßte er sich eigentlich doch schämen zu sagen, er �höre einer Organisation an. Wie sind nun die Verhältnisse der Ausgesperrten thatsächlich? herrschen dort, wie Herr Bombin in einer Versammlung der �legirten zur Streik-Kontrolkommission treffend schilderte, wahr- M russische Zustände. Ich habe den Brief eines Hamburger rbeiters gelesen, den derselbe an seinen hier wohnenden Bruder �rieb und den ich gern der Oeffentlichkeit übergeben hätte, wenn srselbe außer der Mittheilung über die Roth und das Elend auch Angelegenheiten diskreter Natur enthalten würde. Schreiber theilt seinem Bruder mit, daß die Roth bei ihm, � bri vielen Anderen, eine schreckliche sei, nicht einmal eine �schliche Wohnung habe er mehr, sondern wie die Thiere der 'ldniß habe er mit seiner Familie auf freiem Felde in einer .�dei, Bude sein„Heim" aufschlagen müssen. Seine Frau, die . 2 Monate altes Kind an der Brust hat, ist vor Entkräftung Ichwach geworden, daß sie dem Kinde nicht mehr die Brust J en kann, weil die Milch infolge des Hungers versiechte. � Sucher der bis jetzt gekämpft und gelitten und den Jammer �* �inen nicht mehr mit ansehen kann, kommt und bittet um unter schmachvoller Bedingung und wird selbst dann vielen Fällen mit Hohn und Spott von den jetzt so über- für■ en Kapitalisten zurückgewiesen. Ist das nicht eine Schmach der Putschen Arbeiter, wenn solche Zustände existiren, wenn lein f e''er' der für seine Ehre, seine Rechte, das Koalitionsrecht in fr � der Hunger zwingt, dem Uebermüthigen zu Füßen mllen, und von diesem dann in sei» Elend zurückgestoßen wird? tz �°uk dem Solidaritätsgefühl und der Opserwilligkeit der 'scheu Arbeiter, heißt es in einem Artikel von voriger Woche, der- Arbeiter Hamburgs stark genug sein, die Fachvereine, Wen" Dichtung das Protzenthum anstrebe, zu behaupten. w""der die Zustände derartig sind, wie oben geschildert deutrl' �0Un danken die Hamburger der Opserwilligkeit der in b)en �deiter, daß sie zu Sklaven herabsinken; denn siegt Atb% Kampf das Kapital über den Arbeiter, so verliert der »et fe'nen freien Willen, er wird zum Sklaven. Ten eS nun dahin kommen? Nein! und abermals nein! ei» die Hamburger Organisation zu Grunde; so ist das „iele der die ganze Arbeiterbewegung Deutschlands auf Ken, f." hinaus lahm legt, wir würden statt vorwärts einen Nebm �n Rückschritt machen, denn das Beispiel des Unter- 'erthums in Hamburg fände überall Nachahmung. Vre Ihr Arbeiter Deutschlands, auch Ihr, die Ihr keiner Äbt«t�tion angehört, tretet ein für die Hamburger Streiter, Kam t 9 ift der Eure, Ihre Niederlage die Eurige. Geht der Zz�verloren. so trifft die Schuld die gesamnite Arbeiterschaft alle, die zu dein glänzenden Sieg am 20. Februar bei- Sen haben, jetzt für die Arbeiter Hamburgs eintreten würden. Nur den IVe Millionen sozialdemokratischer Wähler auch lief J1"* Million wöchentlich den geringen Beitrag von 5 Pf. 60oon �vnimt da eine Summe von 50 000 M. zusammen. Diese jede Woche nach Hamburg gesandt und der Sieg ist sei»"och einmal: Hamburg ist die Parole; gebe Jeder ""d der Sieg ist unser. Berliner Dienstag» den 3. Angnst 1890. durch die städtischen Beamten veröffentlicht der Magistrat folgende Bekanntniachung, auf welche hiermit besonders aufmerksani gemacht sei. „Durch die Polizeiverordnung vom 7. Februar 1887, betreffend Desinfektion bei ansteckenden Krankheiten, in Verbindung mit der Bekanntmachung des Königlichen Herrn Polizeipräsidenten vom 21. Februar 1889 und derjenigen vom 24. Juli d. I., be- treffend die Desinfektion der Wohnungen nach ansteckenden Krankheiten durch städtische Beamte, sind die Haushaltungs- vorstände bezw. deren Stellvertreter(in Anstalten die Leiter, Verwalter, Hausväter u. s. w.) unter Androhung von Strafe verpflichtet worden, nach Ablauf von Erkrankungen an asiatischer Cholera, Pocken, Fleck- und Rückfalltyphus sowie Diphtherie unbedingt, an Darmtyphus bis auf Weiteres unbedingt und an bösartigem Scharlachfieber und bösartiger Ruhr nach dem Ermessen des Königlichen Polizeipräsidiums, die von den Kranken benutzten Räume gleichzeitig init den von ihnen benutzten Effekten und den in diesen Räumen befind- lichen Gegenständen vom 1. August d. I. ab lediglich durch die beamteten städtischen Desinfektoren desinfiziren zu lassen. Wir bringen daher zur öffentlichen Kenntniß, daß von dem gedachten Tage ab Meldungen behufs Desinfektion in solchen Fällen an die städtische Desinfektionsanstalt Nr. I, SO., Reichenbergerftraße 66 1 Tr., zn richten sind, und zwar, wenn sie nicht persönlich oder durch Boten überbracht werden, mittelst Postkarten oder durch Vermittelung des betreffenden Revierpolizei-Bureaus. Die Meldungen müssen enthalten: 1. Name und Stand des zur Meldung verpflichteten Haushaltungsvorstandes bezw. des Stellvertreters, 2. die genaue Angabe der Lage der zu desinsi- zirenden Wohnung(Vorderhaus, rechter, linker Seitenflügel, Quer- gebäude, 1., 2., 3. Hof oder Portal, 1, 2, 3, 4 Tr., part., Keller u. s. w.), 3. die Bezeichnung der Krankheit, wegen deren die Des- insektion stattflnden muß, 4. die Zahl der zu desinsi- zirenden Zimmer, nebst Angabe, ob dieselben tapeziert, in Oel- färbe oder in Leiin- resp. Kalkfarbe gestrichen, sowie ob Parquet- oder andere Fußböden vorhanden sind. Meldungen, welche diesen Erfordernissen nicht genügen, können nicht be- rücksichtigt werden. Wenn die Desinfektion noch am folgenden Tage ausgeführt werden soll, so muß die Meldung bis 4 Nhr Nach- mittags im Bureau der Desinfektionsanstalt 1, SO., Reichenbergerftraße 66, eingegangen sein. Infolge der Meldung erscheinen in der zu desinfizirenden Wohnung die Desinfektoren, verpacken, bevor sie mit der Desinfektion der Wohnräume beginnen, alle mittelst strömenden Wasserdampfes in den Dcsinfcktionsapparaten zu desinfizirenden beweglichen Sachen und lassen sie durch be- sondere Transportwagen nach der Desinfektionsanstalt befördern. Nach beendeter Wohnungsdesiufektion werden dann die in- zwischen in der Anstalt destnfizirten Sachen wieder zurück- geliefert. Den Beginn der Wohnnngsdesinfektion, sowie die Zeit der Abholung der beweglichen Sachen nach der Desinfektions- anstalt bestimmt die letztere. In der Regel wird mit der Woh- nnngsdesinsektion, sowie mit der Abholung der Sachen frühestens um 8 Uhr Morgens und spätestens um 2 Uhr Nachmittags begonnen werden. Die Gebühren für Ausführung der Desinfektion sind nach Maßgabe der hierunter abgedruckten„Gebührensätze" und der denselben angefügten Bestimmungen zu entrichten. In den oben bezeichneten Krankheits- und Sterbefällen, in welchen die Desinfektion, sei es unbedingt, sei es nach dein Er- messen des So, liglichen Polizei-Präsidiums, stattfinden muß, ist die städtische Desinfektion-Anslalt 1. zur Ausführung der Des- infektion verpflichtet, aber auch nur in diesen Fällen und nur in dem oben angegebenen Umfange, so daß die Desinfektion der Wohnung in der Regel auf das Krankenzimmer beschränkt werden muß. In den übrigen, oben nicht angeführten Fällen von an- steckenden Krankheiten können nach wie vor Kleidungsstücke, Wäsche, Betten, Matratzen, Strohsätze, Decken, Teppiche, Gar- dinen, Polstermöbel, Pelzwerk, Ledersachen und dergleichen der Desinfektion in der städtischen Desinfektionsanstalt unterzogen werden. Für die Meldungen behufs der Desinfektion, sowie für die Abholung der Sachen von den Wohnungen nach der Des- infektionsanstalt sind die vorstehend angegebenen Bestimmungen maß- gebend. Die Einlieserung von infizirten Sachen durch die Interessenten selbst ist aus hygienischen Gründen unstatthaft. Sie muß in allen Fällen— ohne jede Ausnahme— durch die Transportwagen der städtischen Desinfektionsanstalt erfolgen, welche die desinsizirten Sachen demnächst auch wieder nach der Wohnung zurückschaffen. Besondere Kosten erwachsen hierdurch nicht. Die Gebührenberechnnng erfolgt ebenfalls nach den hier- unter abgedruckten Festsetzungen. Die Desinfektion der Wohnräume wie der Sachen wird in der sorgsamsten und schonendsten Weife ausgeführt, doch kann eine Garantie für absolute Nicht- beschädignng derselben unsererseits nicht übernommen werden. Der Magistrat. 1. Die Gebühren für die Desinfektion von Wohnräumen, so- wie für die in diesen Räumen bewirkte Desinfektion von beweglichen Sachen betragen eine Mark für jede Stunde der von einer Person auf die Desinfektion verwendeten Arbeitszeit. Die Berechnung erfolgt nach Viertelstunden. Für die Hin- und Zurückschaffung der Desinfektions- Materialien und Utensilien, sowie für die Vorbereitungen zur Desinfektion wird außerdem in jedem Falle als fest- stehender Satz eine Mark erhoben. 2. Oie Gebühren für die Desinfektion von beweglichen Sachen in den städtischen Desinfektionsanstalten betragen. a) für die mittelst strömenden Wasserdampfs desinsizirten Sachen 4 M. für jedes Kubikmeter des Raumes, wel- che» die Sachen im Desinfektions-Apparate eingenommen haben, mindestens jedoch 2M. Die Berechnung erfolgt nach Zehntel-Kubikmetern. b) kür die mittelst Chemikalien desinsizirten Sachen 1 M. für jede Stunde der von einer Person aus die Des- insektion verwendeten Arbeitszeit, mindestens jedoch 50 Pf. Die Berechnung erfolgt nach Viertelstunden. Mit den Gebühren zu I und II sind auch die Aufwen- düngen der Desinfektionsanstalten für Desinfektions- Materialien k., sowie für den Transport der Sachen von der Wohnung nach der Anstalt und zurück bezahlt. 3. Falls die Desinfektion von Wohnräumen oder von beweg- lichen Sachen bestellt ist und den demnächst erscheinenden Desinfektoren die sofortige Ausführung der Desinfektion bezw. die Verpackung und Abholung der Sachen behufs des Transportes nach der DeSinsektionsanstalt aus irgend einem Grunde nicht gestattet wird, so sind für die Hin- und Zurückschaffung der Desinfektions- Materialien und Utensilien bezw. die Hin- und Rückfahrt des Wagens, so- wie für die von den Desinfektoren auf die Hin- und Rück- fahrt nutzlos verwendete Zeit in jedem Falle 10 M. Gebühren zu entrichte». Tie Gebühren werden in den nächsten Tagen nach erfolgter Desinfektion durch einen besonderen Boten unter Vorlegung der quittirten Rechnung eingezogen. Die Abtragung der Schuld in 7. Iichrg. einzelnen Raten wird in geeigneten Fällen auf schriftlichen Antrag gestattet. Von Zahlung der Gebühren ist befreit, ,ver sich zu diesem Zweck entweder von dem Vorsteher des betreffenden Stadtbezirks oder von dem Vorsteher derjenigen Armenkommission, in deren Bezirk er wohnt, ein Attest ausstellen läßt und dasselbe an die Desinfektionsanstalt einschickt. Das Attest kann nach erfolgter Desinfektion eingesandt werden. Die Ausstellung des Attestes findet statt, wenn der Betreffende eine Wohnung im Miethswerthe bis zu 300 M. inne hat, oder zu der untersten Stufe der Klassensteuer veranlagt ist, oder wenn sich nach Prüfung der Verhältnisse ergiebt, daß er infolge von Unglücksfällen(Krankheiten, Sterbefällen und dergl.) nicht in der Lage ist, Gebühren zu bezahlen. Dieselbe Befreiung von Zahlung der Gebühren hat auch für die Desinfektion von Effekten Anwendung zu finden. Die Befreiung von Zahlung der Gebühren hat nicht den Charakter einer Armenuntersttttzung aus öffentlichen Mitteln. Der Magistrat. Polizeiliche Pücherzensur. Dem hiesigen Kolporteur, welchem auf seinem Revierbureau eröffnet wurde, daß ihm der Vertrieb einer ganzen Anzahl von Schriften, meist freidenkerischer Tendenz, mit Ausnahme dreier von ihm geführter Werke (Schiller's Werke, Goethe's Werke und Kotzebue's Verzweiflung), verboten sei, ist auf seine Beschwerde beim Polizeipräsidium folgender Bescheid zugegangen, den die„Volks-Zeitung" ver- öfsentlicht: Polizeipräsidium, Abtheilung II. Berlin, den 31. Juli 1890. J.-Nr. 147, II. F. 90. Auf die Eingabe vom 26. v. M. gereicht Ihnen zum Be- scheide, daß Sie die Ihnen am 19. v. M. vom 25. Polizei- Revier gemachte protokollarische Eröffnung mißverstanden zu haben scheinen. Ihren Angaben zufolge betreiben Sie den Handel mit Druck- schriften nicht„im Umherziehen" im Sinne der Gewerbeordnung, fondern als„stehenden Gewerbebetrieb". Es findet deshalb die Vorschrift des§ 56 der Gewerbeordnung keine Anwendung, sondern der§ 43 a. a. O. Demgemäß sind Sie aufgefordert worden, einen Legitimationsschein zum gewerbsmäßigen Ver- trieb von Druckschriften auf öffentlichen Straßen u. s. w. zu beantragen und können, nachdem Ihnen ein solcher ausgefertigt worden ist, das Gewerbe in Berlin ausüben, ohne ein Verzeichniß der zu verkaufenden Druckschriften mitführen zu müssen. Da jedoch§ 42a der Gewerbeordnung vorschreibt, daß Gegen- stände, welche vom Feilbieten im Umherziehen ausgeschlossen sind, auch innerhalb des Gemeindebezirks des Wohnorts des Gewerbe- treibenden von Haus zu Haus, auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder an anderen öffentlichen Orten nicht feilgeboten wer- den dürfen, sind Sie zu Ihrer Belehrung sowohl mit dieser ge- setzlichen Bestimmung, wie damit zu Protokoll bekannt gemacht worden, daß eine der Schriften, welche in dem von Ihnen unauf- gefordert eingereichten Verzeichnisse enthalten ist, nämlich„Corvin, der Pfaffenspiegel" durch Beschluß des königl. Amtsgerichts zu Krefeld vom 3. März d. I. beschlagnahmt worden ist, also zu den durch§ 56 vom Feilbieten im Umherziehen ausgeschlossenen Druckschriften gehört. Ein formelles Verbot an Sie, irgendwelche Druckschriften zu verkaufen, ist von hier aus nicht ergangen, Ihre diesbezügliche Angabe also irrthümljch. Das nochmals zusammenfassend, wird Ihnen daher eröffnet, daß Sie beim gewerbsmäßigen Vertrieb von Druckschristen inner- halb des Weichbildes von Berlin, so lange Sie selbst in Berlin wohnen, kein Verzeichniß der zu verkaufenden Druckschriften mit sich zu führen verpflichtet sind, und daß demnach für die unter- zeichnete Behörde keine Veranlassung vorliegt, das eingereichte Verzeichniß zu prüfen, Ihnen vielmehr selbst überlassen bleiben muß, solche Schriften nicht zu führen, welche Sie nach§ 32a der Gewerbeordnung strafbar zu machen geeignet wären. Königliches Polizei-Präfidium Abtheilung 11 (Unterschrift) An Herrn KarlJagow Wohlgeboren Hier. Zu dieser merkwürdigen Zuschrift bemerkt die„Volksztg.", daß das Polizeipräsidium augenscheinlich mangelhaft informirt sein muß über die Vorgänge, welche zu der Beschwerde Ver- anlassung gegeben haben. Erstens ist nach den uns gewordenen Mittheilungen zunächst der Kolporteur Jagow in einer Versamm- lung durch einen Polizeilieutenant, der nach der eigenen Dar- stellung des Polizeipräsidiums seine Befugnisse überschritten haben muß, die Auslegung seiner Schriften ohne die vorherige Bei- bringung einer Genehmigung für deren Bertrieb untersagt wor- den und zweitens ist ihm später auf dem Polizeibureau ausdrück- lich eine protokollarische Eröffnung gemacht worden, aus welcher die Untersagung des Vertriebes der namhaft gemachten Schriften hervorging. Soll aber der vom Polizeipräsidium ergangene Bescheid das Zugeständniß eines Mißgriffs enthalten, so hätte das jedenfalls klarer und unzweideutiger ausgedrückt werden müssen. Zu bemerken ist noch, daß das Polizeipräsidium auch darin irrt, wenn er Corvin's Psaffenspiegel für verboten er- klärt. Das einmal ergangene Verbot ist längst wieder aufge- hoben, und die Schrift wird jetzt von allen Buchhändlern ver- trieben. Eine durchaus gerechtfertigte Steuerung hat am vor- gestrigen Sonntag die Direktion der Stadteisenbahn praktisch erprobt. In der Zeit, da die hinaus Gepilgerten wieder heimkehrten, zwischen 71/2 und 10 Uhr Abends, wurden auf den am Westen be- legenen Stationen die Zugänge zum Bahnsteig durch Ketten abgesperrt und nur so viele Personen hinauf gelassen, als mitkommen konnten. Hatte es sich erwiesen, daß die auf den Bahnsteig hinaufgelassenen Personen noch zu viele gewesen waren, indem eine ganze Anzahl keinen Platz mehr hatte finden können und zurückbleiben mußten, so wurde die Kette nicht eher gelöst, als bis sämmtliche oben befindliche Passagiere befördert waren, was oftmals erst beim 3. Zug geschehen war. Dennoch wurde das Publi- kum, welches manchmal eine bis zur Straße gehende Chaine bildete, nicht ungeduldig. Es sah ein, daß nur so der leidigen Ueber- füllung der Konpee's entgegengetreten werden konnte>und daß gleichzeitig dem rohen mit Fäusten und Ellenbogen fgesührten Kampf um die Möglichkeit des Mitkommens ein Ende gemacht war. Wersfrüher angetreten war, kam vorgestern jedenfalls früher mit und sah sich nicht mehr von Leuten zurückgedrängt, welche erst eben auf den Bahnsteig gestürmt. Für die Passagiere, welche nach Westend zu wollten, öffnete sich die Kette sofort. Wie wir übrigens bei dieser Gelegenheit noch bemerken wollen, spielt diese Kette auf den Londoner Stadtbahnen, der unterirdischen sowohl wie der oberirdischen, schon lange eine wichtige Rolle. In dem Augenblick, in welchem dort ein Zug in die Halle fährt, wird sie vorgelegt, um so auch zu gewöhnlichen Verkehrsstunden dem un- gestnmen undfdeshalb gefährlichen Hasten und Jagen ein für alle Male einen Riegel vorzuschieben. Die Erwerbung Helgolatids ist nicht„bedeutungslos" und nicht ohne„wirthschastlichen Werth", wie in„gutgesinnten" Blättern versichert wird. Wenigstens die— Ansternliebhaber T W werden einen Vortheil davon haben. Wenn nänllich Helgoland erst deutsch sein wird, muß es nach der Verfassung auch dem deutschen Zollgebiete einverleibt werden, denn nach§ 33 der Verfassung soll das Deutsche Reich ein Zoll- und Handelsgebiet bilden, umgeben von gemeinschaftlicher Zollgrenze. Dies hat zur Folge, daß die Einführung von Helgoländer Austern zollfrei er- folgen muß, während dieselben jetzt und bisher nach Position 25 r 2 des Zolltarifs mit 50 M. für 100 kg brutto verzollt werden müssen. Da dieselben in Fässern oder Korben transportirt zu werden pflegen, so vertheuert der Zoll diese Waare ganz erheblich. Wenn der Zoll künftig wegfällt, so werden dann nur noch Haupt- sächlich die englischen Nativesaustern dem Zoll unterworfen sein, da die an den schleswig-holsteinischen Küsten gefischten Austern ebenfalls keinem Zoll mehr unterliegen. Es soll danach sichere Aufsicht vorhanden sein, daß die Helgoländer Austern um so viel billiger werden, als jetzt der Zoll beträgt. Glückliches Deutsch- land! Ja, solch ein austernumschlungenes Eiland deutsch nennen zu können, das erfreut des Gourmands Herz; er spart, wenn er 100 kg jährlich verzehrt, 50 M. Also schweigt endlich, ihr Lästerer, die Helgolands Erwerbung für bedeutungslos halten,— die Austern werden billiger! Die Eröffnung de» 10, internationalen medizinische« Kongreffe» fand heute Vormittag im Zirkus Renz statt. Sämmtliche Redner, welche m irgend einer Funktion die Versammlung begrüßten, vanirten in mehr oder iveniger gelungener Weise zwei Themata, erstens das des friedlichen internationalen Wettkampfes auf dem Gebiete der Wissen- schaft und Humanität, zu dem der Kongreß zusammen- gekommen sei; zweitens die immer größer werdende Be- deutung der Hygiene gegenüber der Medizin im engeren Sinne, die Sorge für den gesunden Menschen und seine Gesunderhaltung gegenüber der Sorge für den erkrankten Menschen. In dieseni Sinne sprachen der den Kongreß eröffnende Vorsitzende, Prof. Virchow, der speziell auf die Leistungen Berlins auf dem Gebiete der Gesundheitspflege einging; Minister v. Bötticher, der im Namen des Reiches, Minister v. Goßler, der im Namen der preußischen Regierung; Ober- Bürgermeister v. Forckenbeck, der im Namen der Stadt Berlm; Geh. San.-Rath Graf, der im Namen der deutschen Aerzte die Versammelten willkommen hieß. Von Interesse waren die Mittheilungen des Generalsekretärs Dr. Lassar über die Vorgänge, welche den Rahnen des Kongresses bilden: Neben 2500 deutschen Aerzten haben sich ebenso viele ausländische betheiligt, außerdem 1000 Damen; das größte Kontingent stellt Nordamerika, von wo 500 Aerzte gekommen sind; aus Großbritannien und Irland sind etwa 400 da, aus Oesterreich-Ungarn 300; im Ganzen haben 50 Staaten Vertreter geschickt, darunter China, Japan, Mexico, Australien. Offiziell haben sich 25 Regierungen betheiligt; die französische Regierung allein hat 34 offizielle Delegirte gesandt— eine Mittheilung, welche stürmischen Beifall hervorrief. Vorträge sind bis jetzt 700 angemeldet, ihre Titel füllen ein 70 Seiten starkes Buch, nach den noch immer einlausenden Meldungen ist anzunehmen, daß das achte Hundert bald überschritten sein wird.\ Nach den Deutschen hielten die Vertreter der ver- schiedenen fremden Nationen kurze Erwiderungsreden, zum Theil deutsch, zum Theil in ihren Landessprachen. Darauf fand Wahl des Bureaus und der Ehrenpräsidenten statt. Endlich hielt Sir Joseph Lister aus London dxn angekün- digten Vortrag über den gegenwärtigen Stand der anti- septischen Chirurgie und Pros. Robert Koch über bakterio- logische Forschung. Die Uotme! Ein Leser der„Voss. Ztg." sendet dem Blatt folgenden beachtenswerthen Warnruf:„Bei einem Spaziergang durch den Garten des von mir bewohnten Hauses bemerkte ich, daß der Schmetterling der Nonne(Liparis monacha) auch hier in Berlin in für das nächste Jahr gefahrdrohender Weise auf- tritt. Ich konnte innerhalb 10 Minuten, ohne besonders zu suchen, 85 Exemplare von Zäunen und Bäumen abnehmen. Aus die Tödtung der Schmetterlinge dürfte das Augenmerk des Publi- kums zu lenken sein. Die Vernichtung derselben ist sehr leicht, da die Thiere träge an den Stämmen der Bäume, sowie den Zäunen ziemlich niedrig sitzen. Die Weibchen sind überaus träge und lassen sich, ohne abzufliegen, mit der Hand fortnehmen. Die kleineren, etwas dunkler gefärbten Männchen sind flinker, aber auch hier genügt ein vorsichtiges Herantreten und rascher Schlag mit der flachen Hand zur Tödtung. Später ist sowohl den Eiern wie den Raupen schwer beizukomnien, während jetzt die Vernich- tung sehr einfach ist, und nur während einer kurzen Zeit je nach Große des Gartens eine tägliche Aufmerksamkeit von etwa Vi Stunde beansprucht. Die Morgenstunden bis etwa um 9 Uhr sind die günstigste Zeit für das Ablesen, bei steigender Tages- temperatur wird das Männchen unruhig und beginnt zu fliegen." Eine« der schwersten Gewitter in diesem Sommer hat in der Nacht vom Sonnabend zu Sonntag in den meisten Vor- orten Verlins gewüthet und überall großen Schaden angerichtet. Der Blitz hat, wie uns ans der Potsdamer Gegend mehrfach ge- meldet, an verschiedenen Stellen und Ortschaflen eingeschlagen, ohne jedoch zu zünden resp. Menschenleben zu gefährden, dagegen hat der dabei herrschende Orkan in den Wäldern und Schonungen zahlreiche Bäume entwurzelt und niedergerissen, während der wolkenbruchartige Regen die Getreidefelder, Hafer und Weizen niedergepeitscht hat. Das Wasser stand vorgestern Morgen fast aus allen Chausseen und Landwegen mehrere Zoll hoch. In Berlin selbst hat das Gewitter nur kurze Zeit angehalten und mit Aus- nähme verschiedener„Keller-Ueberschwenimungen" fast gar keinen Schaden angerichtet. Kibschlagfälle. Die fast tropische Hitze am Freitag und Sonnabend hal leider, wie uns aus den meisten Sanitäts- ivachen und Krankenhäusern übereinstimmend gemeldet wird, zahlreiche Hitzschlagfälle herbeigeführt und dürfte die Zahl der nach den Hospitälern im Laufe des Sonnabends und Freitags überführten derartig Erkrankten wohl 20 Personen betragen. Wie wir ferner erfahren, befinden sich die Meisten der so Erkrankten auf dem Wege der Besserung, bis auf zwei Personen, den nach dem städtischen Krankenhause gestern früh eingelieferten 22jührigen Schmiedegesellen Steinert und der Schneiderin Anna Peine in der Frankfurter Allee in Schlafstelle wohnhast, welche Beide im Laufe der vorgestrigen Nacht am Hitzschlag verschieden sind. Beide Personen waren am Freitag früh auf der Straße zusammengebrochen und mittelst Droschken nach den resp. Krankenhäusern befördert worden. In htv Meude'schen Mordaffär« konzentrirt sich, wie e- in einer anscheinend amtlichen Mittheilung heißt, der Verdacht der Thäterschast auf einen jungen Mann, mit welchem Frau Wende ein von ihr sehr geheim gehaltenes Liebcsverhältniß unterhalten zu haben scheint. Während sie von einem früheren Liebhaber, welcher nachweislich schon seit längerer Zeit keine Be- Ziehungen mehr zu ihr hatte, zu ihren Freundinnen wohl nicht ohne Absicht oft mit anscheinender Wärme gesprochen, hat sie des Verdächtigen niemals Erwähnung gethan. Derselbe ist aber in ihrer Gesellschaft in Casos in der Friedrich-Wilhelmslraße gesehen worden, hat mehrere Male durch einen Dienstmann und einen Knaben von der Straße aus Briefe der Wende übersandt und Letztere aus ihrer Wohnung nach der Straße bestellt, hat auch an der Wende'schen Wohnung, Jnvalidenstr. 32, geklingelt und ist ein- gelassen worden. Es gewinnt indeß nach den Aussagen der Zeugen den Anschein, daß die Wende bei dem Wiedersehen dieses Mannes mehr Furcht als Freude empfunden hat. Daß dieser Mann, dessen genaue Beschreibung unten gegeben wird, zu der Ermordung der Wende in Beziehung steht, muß aus folgendem Umstände geschlossen werden: Am 19. Juli, Abends 10V4 Uhr, traf eine Zeugin, ivelche ihre Aussage eidlich erhärtet hat, den erwähnten Mann in den Zelten Nr. 4 und fragte ihn nach der Wende, in deren Gesellschaft sie ihn früher wiederholt gesehen hatte. Sie erhielt die Antwort, daß die Wende zu der heute Abend verabredeten Zusammenkunft nicht erschienen sei. Eine halbe Stunde später wurde die Wende nicht weit von den Zelten von einem Manne, mit welchem sie vorher einen Wortstreit ge- habt hatte, durch Revolverschüsse ermordet. Die von den Zeugen übereinstimmend gegebene Personalbeschreibung des Verdächtigten ist folgende: Etwa 30 Jahre alt, mittelgroß und untersetzt, gute straffe Haltung, gesunde, etwas gebräunte Gesichtsfarbe, weiße Stirn, kleinen dunklen Schnurrbart mit gedrehten Spitzen, in der Mitte gescheiteltes Haupthaar, bekleidet mit elegantem dunklen Jaquet-Anzug, schwarzem runden Hut, weißem Shlips mit Simili- Brillantnadel, Stiefeln mit hohen Hacken. Er trug Kneifer, goldenen Siegelring mit eingravirtem Namenszug, goldene jllhr mit Kette und viereckigem albumartigen Medaillon. Uov de» Auge» zahlreicher Paffaute» sprang vorgestern Nachmittag gegen 3 Uhr ein junges, löjähriges Mädchen in der Nähe von Plötzensee in den Spandauer Schifffahrts- Kanal. Sofort eilten mehrere in der Nähe lagernde Schiffer mit ihren Kähnen herbei und diesen gelang es, das Mädchen zu erfassen, als es eben zum dritten Male hochkam. Nach drewiertelstündigem Bemühen gelang es auch, die Bewußtlose wieder ins Leben zurück- zubringen. Die Lebensmüde ist die Tochter einer in Moabit wohnenden Wittwe und Verlobte eines jungen Kaufmanns. Das Liebespaar hatte vorgestern einen Spaziergang unternehmen wollen, hierbei kam es jedoch zwischen Beiden zu einem Streit, der damit endete, daß der Kaufniann seine Braut auf der Straße stehen ließ und sich nach Hause begab. Diese„furchtbare Schande" hat nun das junge Mädchen nicht überleben wollen. Die Selbstmord- kandidatin wurde nach dem Krankenhause in Moabit gebracht. Karouffel» Einsturz. Auf einem dicht an der„Neuen Welt" belegenen, der Bergschloßbrauerei gehörenden Terrain be- lustigt sich seit vier Wochen das Publikuni auf einem sogenannten Luftballon- Karoussel, von dem ein Theil der Wage» nach oben, der andere vermittelst Drahtseilen nach unten befördert wird. Die behördlich geprüfte und bis jetzt gut arbeitende Anlage war vorgestern lebhaft srequentirt, bis kurz nach 9 Uhr(das Karoussel war voll besetzt) plötzlich eins der Drahtseile riß und zwei Wagen in die Tiefe stürzten. Tie hierdurch verursachte Panik war selbst- redend eine große und das Schreien der Äetheiligten und Un- betheiligten jammervoll. Soweit festgestellt wurde, sind eine Frau und drei Kinder, die elftere ziemlich erheblich am Auge verletzt. Auch einige Ilippenbrüche wurden konstatirt. Die Bejammerns- werthe wurde nach der Klinik geschafft, während sich die in der Nähe wohnenden Geschäftsleute der Kinder annahmen. Ein Herr, der wahrscheinlich durch den Schreck bewußtlos wurde, erholte sich bald, und äußere Verletzungen wurden an ihm nicht wahrgenommen. Wodurch das Unglück entstanden, wird die Untersuchung ergeben. Gin Kremser mit IG Personen ins Maffer gefallen. Ein Unglücksfall hat sich am Sonntag Nachmittag gegen 2 Uhr, wie uns gemeldet wird, bei Schildhorn zugetragen, wobei sechszehn Personen in die größte Lebensgesahr geriethen. Zur genannten Zeit fuhr ein mit 16 Personen gefüllter zweispännigcr Kremser die Wasserchaussee im Grunewald an den Havelseen entlang, als plötzlich die vor demselben befindlichen Pferde infolge des Signals eines Dampfers scheu wurden und durchgingen. Der Kutscher, Namens Pietsch, verlor die Herrschaft über die Pferde, welche von der Chaussee herab und in wilder Karriöre dem Wasser �.ujagten. Im nächsten Augenblick schon flogen die Pferde die steile Böschung in das Wasser hinab, den Wagen mit den In- äffen nach sich ziehend.— Einige Augenblicke der ent- fetzlichflen Panik folgten nun, mit lauten Hitferufen versuchten lie Verunglückten, unter denen sich auch Frauen und Kinder be- änden, den Kremser, der bis zur Höhe der Sitzbänke hinauf im Wasser stand, zu verlassen, was auch mit Hilfe zahlreicher hin- zugeeilter Passagiere gelang.— Trotzdem sind 5 Personen darin verletzt worden, so trug ein Ziseleur Märtnu, welcher noch auf der Chaussee vom Wagen gesprungen, dabei einen Bruch des rechten Oberschenkels davon, zwei junge Bildhauer hatten starke Kontusionen an Brust und Kopf erfahren.— Der Kutscher P. ist durch einen Husschlag eines der Pferde am Kopse verletzt und hat einen Bruch des rechten Unterarmes erlitten, schließlich hat ein räulein Tiegler Verletzungen davongetragen. Alle verunglückten Personen wurden nach Anlegung von Liothverbänden mittelst rcquirirten Gefährten nach verschiedenen hiesigen Krankenhäusern gebracht. Drr bei den Schwefrlkohlenstoff- E»plosto» m der Rengertffchen Fabrik verunglückte Vorarbeiter Rau aus Lichten- berg ist bereits seinen schweren Leiden erlegen. Ter ebenfalls ehr schwer verletzte Arbeiter Hostert(Berlin), ist von den Aerzten bereits aufgegeben, wahrend die andern beiden Verletzten, Büttner und Stadie, icdenfalls wieder hergestellt werden dürften.— Rau ' interläßt eine Frau, Kinder hatte er nicht; Hostert ist unver- eirathet. Den Ausbruch der Duhr im Spandauer Festnua«- gefänanil! meldet der„Anz. f. d. Havell." Mehrere Straf- gefangene seien an dieser Krankheit bereits gestorben. Ei» uoruehmer Kleiderschrank. In einer hiesigen Zeitung findet sich wörtlich folgende Anzeige:„Alterthum! fragen." Vielleicht ist der Schrank aus lauter— Stammbäume» verfertigt. Auch eine Kcleidigung. Ein Reisender aus Breslau, der kürzlich in Tost zur Nacht blieb, hatte in dem polizeilichen Frcmden-Mcldezcttel die Rubrik„Besondere Bemerkill'.gen" mit der Versicherung„Ein guter Mensch" ausgefüllt. Daraufhin ist jetzt gegen denselben, wie man mittheilt, Strafantrag wegen Beleidigung beziehungsweise Verhöhnung der Toster Polizei gestellt worden. Eine öffentliche Uersainmlungsur Frauen und Klanner. die von dem Zigarrrenmacher, Herrn Paul Heitmann, zum 13. Juli einberufen war, hatte bekanntlich die polizeiliche Ge- nehmigung nicht gefunden. Der Einberuser wandte sich an den Polizeipräsidenten mit dem Ersuchen, ihn, die Gründe zu nennen, ivelche die Nichlgeiiehinigung der Versammlung veranlaßt hätten. Er erhielt hierauf die bekannte lakonische Antwort, daß man es ablehnen niüsse, die Gründe mitzutheileu. Zu DchuridemüHl wurde, wie verschiedene Blätter melden, von russischen Sozialisien der Versuch gemacht, den Sozialisten Slavinskp, der aus Plötzensee entlassen worden war und behufs Auslieferung polizeilich an die russische Grenze gebracht wurde, zu befreien. Der Versuch mißlang, einer der Russen wurde ver- haftet.— Uns ist noch keine Mittheilung darüber geworden. Achtung! Arbeiter des Süden und Westen Kerliua! Gelesene Arbeiterblätter zur besseren Agitation in den Provinzen werden in folgenden Sammelstellen entgegengenommen: Otto Klein, Ritterstr. 15, im Laden; C. Retzerau, Heim- und Berg- mannstraßen-Ecke, im Restaurant Ammer; Paul Suckcr, Fichte- straße 26; W. Werner, Äülowstr. 64; P. Schröder, Kreuzbcrg- straße 15. Diejenigen Genossen der Provinzen, welche Arbeiter- blälter zur Vertheilung in ihren Kreisen zugesandt haben wollen, mögen ihre Adressen an Herrn Otto Klein, Zigarrenhändler, Berlin 8., Ritterstr. 15, abgeben. Die Kommission. I. A.: Otto Klein, Rittersir. 15. Adlershof. Ter Möbelpolirer Herr E. Petsch, Bismarck: straße 20 III, bittet um gelesene Arbeiterblätter, um sie in Adlers- hos den Unbemittelten zugänglich zu machen. Gesperrt bis aus Weiteres für Fuhrwerk« und Reiter ist der Werdersche Markt von der Werderstraße bis zur Jägerstraße, sowie die Oberwallstraße zwischen dem Hausvoigtciplatz u�. Jägerstraße behufs der Erbauung von Kmälen zur> von Kondensationswasser der Allgenieinen Elektrizitat�ges � die Zehdenickerstraße, von der Christinenstraße bis zur t-y � straße, beHusch der Umpflasterung; die Strelitzerstraße, Anklamerstraße bis zur Bernauerstraße, einschließlich der .............'fet.lWSÄ® M behs 'Anirenwi •SÄSSSs dämme, behufs der Umpflasterung, Chaussee, vom Kleinen Stern bl_ der Neubeschüttung, wobei die Dampfwalze kommt. polisribericht. Am 2. d. M Kaufmann, sich in seiner Wohnung, in der Lottumirow-, hängen. Er wurde jedoch noch rechtzeitig losgeschnsiten Leben zurückgerufen.— Mittags ertrank der 16 whnge lehrling Kindt beim Baden in der Badeanstalt des Vorfai Eisenwerks, Alt-Moabit 84, infolge von Herzschlag. im selben Zeit versuchte der Steuermann Angerkiozki uver Bau begriffene Kielerstraßenbrücke hinwegzugehen, er 1 jedoch schon nach einigen Schritten hinab und verstarb va �. auf an den erlittenen schweren Verletzungen.— Nachmuia� starb vor dem Grundstücke Vor dem Sttalauer Tbor llcr.- unbekannte, etwa 50 Jahre alte Frau.— Am b. d.M. Vorm. wurde in einer Klinik ein daselbst untergebrachter Mann k y vorgefunden.— An der Ecke der Moltkestraße und»es», prinzen-Ufers wurde Nachmittags ein sechsjähriges Madch � einer Droschke überfahren und am linken Fußgelenk masi'( deutend verletzt.— Abends versuchte ein Student, sich Schankwirthschast in der Auguststraße zu vergiften. Er � noch lebend nach der Charitee gebracht.— Am 2. und 0.• fanden an fünf verschiedenen Stellen kleinere Brände staw ©ccirfifs-Uclfun« Ein die kaufmännij'cheu Kreise interesst�� 'S 0«%« d» e�w; Landgerichts 1 zur Verhandlung. Der auf der Anklageva, sindliche Kaufmann Michael I a k 0 b y sollte sich eines. schuldig gemacht haben. Der Angeklagte hatte früher wU 1 Bruder zusammen ein Manufakturwaaren-Geschäft am markt unter der Firma Jakoby frferes. Im Jahre 1037 m die Geschäftsinhaber mit ihren Gläubigern akkordiren. Die v � löste sich auf, der Bruder des Angeklagten schied aus un letztere gründete ein neues Geschäft am Schloßplatz. Das Em bestand wiederum nur 9 Monate, im Dezember 1888 veri � dem Konkurse. Unter den Gläubigern befand.sich G pL-si Firma Geyer, Vradt u. Ko. in Sachsen, welche eine Foro � von 4820 Mark zur Masse anmeldete, wofür st%. zirka 800 Mark erhielt. Die Firma will auf® älschcr Angaben zur Kreditgewährung bewogen worden fem hat deshalb Anzeige erstattet. Bevor der Austrag des Angeu von der Firma in Sachsen ausgeführt wurde, beauftrag! Letztere ihren hier wohnenden Agenten, sich über den Vcrmog. zustand des Angeklagten zu erkundigen. Der Agent flin8 C( Angeklagten selbst und erhielt hierauf auf seine Nachfrage � Bescheid, daß er sich an die Firma Gebrüder Fränkel w« � möge, welche seit Jahren mit ihm in Verbindung stand» deren Inhaber seine Verhältnisse genau kannten. Der j vlgte der Aufforderung. Von den Gebrüder Fränkel wurde � folgende Auskunft: Der Angeklagte hätte bemerken müssen,� man etwas Mißtrauen gegen ihn hegte und die langjährig» � bindung mit ihm einzuschränken suchte. Jakoby habe gebeten,. reinen Wein einzuschänken und das habe man unumwunden 0»L Nun habe Jakoby angeboten, den Gebrüder Fränkel einen, blick in seine Geschäftsbücher zu gewähren. Seitens der si Gebr. Fränkel wurde dies Anerbieten allerdings abgelehm-. gegen dem Angeklagten aufgegeben, eine Aufstellung seiner und Aktivi zu machen. Dies geschah und daraus wurde gewiesen, daß Jakoby ein Plus von ca. 20000 M. besaß. Ermittelungen theilten die Gebrüder Fränkel dem Agenten der dementsprechend seinen Bericht nach Hause abfaßte, w» seine Firma dem Angeklagten gerne Kredit gewährte. Konkurse stellte sich nun heraus, daß Jakoby ein seiner LZ gehöriges Kapital von 20 000 M. nicht als„Soll" gebucht"L sondern dies zu den Aktivis geschlagen hatte. beiin Konkurse amnp!?! Ä seine Ehefrau diesen Betrag oeun Zkonrur,« aiu»--.x hielt sich die genannte sächsische Firma für g»%j( Der Angeklagte behauptete, daß ihm jede betrügerische.Absiasii l aeleaen. Kr babe dock keine Veranlastuna aebabt. ein � mit dem er arbeitete und das er nicht zurückzuzahlen einzutragen. Da der Zeuge Fränkel der Gesarsi " Omer der hohen L-°5 als„Schuld" einzutragen. mhrung des Angeklagten, welcher nur ein....,. miethe und der ungünstigen Geschäftsverhältnisse geworden l ein gutes Zeugniß ansstellie und da derselbe serner erklärte, ,, er durch den Angeklagten nicht getäuscht worden sei, so folgt-, Gerichtshof den Ausführungen des Vertheidilgers, RechtsanNU Rosenstock, und erkannte auf Freisprechung, ohne erst in? � rathungszimmer zu gehen. Gefängnißstrafe beantragt. Der Staatsanwalt hatte eine G" JSajial« AebeMrht. A» die Kildhaner Kerlina k Die„Neue Stettiner 9% schrieb am 12. Juli: Terrorismus. Wie wir vor kurzem.ß, getheilt, hatten die in hiesigen Werkstätten beschäftigten Hvflyi Hauer Forderungen aus LVestündige Arbeitszeit, einen MWJ lohn von 20 M. für die Woche und Abschaffung der AkkordM gestellt, welche ihnen inzwischen auch von sämmtliche». A�i gebcrn bewilligt worden sind. Die Bildhauerei von Friest Lecke, welche als eine der ersten Firmen jene Forderungen zugestanden hat, hatte vor einiger Zeit von der Firma VojP, Co. in Berlin die Ausführung von Bildhanerarbeiten, die sü» J im„Vulkan" im Bau begriffenen Bremer Lloyddampfer bestimmt sind, übernommen. Da nun über diese Berliner seit Monaten die Sperre verhängt worden ist, erkm � am Donnerstag die bei der Firma Friese u. Leel» schästigten Bildhauer, daß sie infolge der Annahme deZ BpJ Aus träges die Arbeit niederzulegen gezwungen seien, und st» si denn auch gestern früh in ihrer Werkstatt nicht erschienen. P artige Z w an gsni aß regeln, wie sie hier von Arbo, ihren Aroeitgebern gegenüber, die alle ihre Forderungen b0 � willig zugestanden hatten, ins Werk gesetzt worden, möchten j wohl schließlich für ihre Urheber selbst schlimme Früchte treg, da hierdurch die Arbeitgeber geradezu gezwungen werden,& Vertheidigung ihrer Interessen Gegenmaßregeln zu treffen. J dem vorliegenden Fall haben die ausständigen Bildhaue» Firma Friese u. Lecke in die üble Lage gebracht, den ih», Berlin überwiesenen Auftrag nicht zur Ausführung bring»"' können, was einen Verlust von zirka 5000 M. bedeutet." Hierauf erwiderte ein Arbeiterblatt, der„Stettiner Bolksb» ,1 folgendes: Spießbürgerliche Moral. Wenn die UnterneÜä einen Ring schließen, daß ein in einer Werkstatt oder Fabrik � lassener Arbeiter nirgends wieder Arbeit findet, so hat die»P talistische Presse kein Wort des Tadels. Jetzt aber erhebt,� „N. St. Ztg." und nach ihr das„Tageblatt" ein Geschrei",- „Terrorismus" weil die Bildhauer bei der Firma OP und Seele die Arbeit niedergelegt haben, da in Werkstatt für die Berliner Firma Vogts u. j über welche seit dem 9. Januar die Sperre verhängt ist, Arby ausgeführt wurden. Derartige Zwangsmaßregeln, so A drohend ausgerufen, möchten für ihre Urheber selbst fdwjf Früchte tragen, das ist einfach lächerlich. Daß die Arbeit Stettin keine Arbeiten für eine gesperrte Firma in einer a% Stadt ausführen, ist ein Gebot der Solidarität und ist Y Kampfesweffe seitJahren üblich. Die Stellung derArbeiter kan» a!ft???/��"��-daßdieFirmaFrieseundLeeke,dievorkurzer om ge|tenten Forderungen der Bildhauer bewilligt. Uebrigens haben e Herren gewußt, daß die FirmaVogts u. Co. in Berlin gesperrt ist; Lf, onnte!t also eine Arbeitseinstellung in ihrer Werkstatt voraus- leyen, weil die Bildhauer in einer öffentlichen Versammlung am ,' �ull beschlossen haben, überall da die Arbeit niederzu- >ezen� wo Arbeiten für gesperrte Werkstätten' hergestellt werden. s» Anschluß hieran rufen wir Berliner den Kollegen in Stettin ein Bravo zu. Möchten sich die hiesigeu Kollegen ein -oeijpiel daran nehmen. Herr Vogts u. Co. wäre schon hättm wenn nicht Kollegen ihn über Wasser gehalten Dann möchten wir die Kollegen dringend bitten, alle Woche Ps- pünktlich an die Streikkommission abzuliefern; die- lelbe ist Sonnabends Annenstr. 16. i Der Beitrag ist deshalb so niedrig gesetzt, daß sich jeder aran betheiligen kann, und derselbe soll hauptsächlich für die Hamburger Genossen sein. q.. Nie Zimmerer Greifentzagens wenden sich in einen« an alle diejenigen, die noch ein Herz für die Interessen Arbeiters im Leibe haben. Seit dem 26. April liegen die Meisenhagener Zimmerer im Streik mit den Unternehmern. Sie wen die geringe und gerechte Forderung aufgestellt: zehnstündige Ärdeitszeit, 80 Pf. Stundenlohn. Die Unternehmer wollen die «weiter aushungern, sie treten jeder noch so bescheidenen Forde- "Mg entgegen. Die dortigen Behörden sorgen dafür, daß die streikenden in der Nähe Greifenhagens als Zimmerleute keine «rb-lt erhalten. Der Magistrat hat außerdem beschlossen, sämmt- "che städtischen Bauten auf die Dauer von 5 Jahren liegen zu tassen. Tie Streikenden sind jetzt aller Mittel entblößt. Sie arbeiten auf den Dörfern bei den Bauern Tag und Nacht für wenige Groschen. Schnelle Hilfe thut Roth. Die Streikenden mtd gut organisirt und halten fest und treu zusammen. Sic wollen eher untergehen, als nachgeben. Arbeiter Deutschlands! unterstützt Eure Brüder in dem harten, aber gerechten Kampf. «ue Unterstützungen sind zu senden an Ernst Mieg, Hirtenstr. 164, �uefe an August Fehlow, Stettiuer Thor. N«ndamm» 31. Juli. Wir warnen hiermit die gcsammte Arbeiterschaft Deutschlands vor dein Mmirer Richard Kurtz, geb. pi Potsdam. Derselbe hat unter den hiesigen Arbeitern auf Listen ftir die ausgesperrten Hamburger Bauhandwcrker Geld gesanimelt und hat, ohne die Liste abzugeben, mit 39 M. 60 Pf. das Weite Sticht. Weitere Schritte haben wir bereits eingeleitet. I. A.: ®mil Findeisen.— Alle Arbciterblätter werden um Abdruck ge- beten. Vovsmwnlmtgen. Die Kommisjion für die„Freie Nolüsbühne" hatZdie Errichtung von Zahlstellen für die Beiträge der Vercinsinitglieder in allen Theilen der Stadt in Aussicht genommen. Inhaber von Lienen Geschäften, welche sich im Interesse der Sache zur Uebcr- nähme solcher Zahlstellen bereit finden, werden ersucht, ihre Adresse so schnell wie möglich an Herrn Curt Vaake, Redaktion des„Verl. Volksbl.", Beuthstr. 2, zu senden. ... Ein« Ci«»ernlv«rfammlnna des sozialdemokratisch«» Wahlnevoins de« 6. Aerliner Zirichotago-W ahlkreis«» ragte am 29. Juli im Wedding-Park, Müllerstraße. Auf der Tagesordnung stand: Abrechnung vom 2. Quartal. Wahl zweier Revisoren. Vortrag des Herrn Baginski über: Die gegenwärtige Situation. Diskussion. Verschiedenes und Fragekasten. Zum ersten Punkt der Tagesordnung verlas der Kassirer die Abrechnung, welche 256,94 M. Einnahme und 245,25 M. Ausgabe ergab. Somit blieb ein Kassenbcstand von 11,69 M. Die Revisoren erklärten die Abrechnung für richtig. Dem Kassirer wurde Decharge ertheilt. Zu Revisoren wurden die Herren Grabs- dorf und Weber gewählt. Hierauf erhielt der Referent zu seinem Vor- trage das Wort und führte unter lebhaftem Beifall der Wer- mnimlung folgendes ans. Sobald eine neue Regierung an's Ruder in Deutschland kommt, so wird gewöhnlich angenommen, wß eine andere Aera anfängt. Man darf sich von diesem Wechsel nicht viel versprechen. Auch wnrfdem so bei dem Rücktritt des Kanzlers, der sitzt jetzt in Friedrichsruh und strengt sich sein Gehirn, wie schon so lange, jedoch vergeblich über die Sozial- Demokratie an. Wenn nun einige Berichterstatter hier Gewicht darauf legen, so danken wir bestens, für die uns zu Theil werdende Aufmerksamkeit eines Gestürzten, höchstens sehen wir daß ein Mann gestürzt ist, der sein Werk, das er ange- lchgen, nicht vollendet hat. Das Sozialistengesetz ist gefallen, nicht ywll sich die schärfsten Mittel als stumpf erwiesen haben. Durch we Ausweisung schickte die Polizei die Sozialdemokratie als Apostel aus das Land. Jedoch auch etwas anderes fällt uns bei gegenwärtigen Situation auf; das sind die bekannten Erlasse, M denen der Erkanzler gesagt hat, daß man von ihnen sich eiuen «unfluß auf die Wahlen versprochen habe. Alles das ändert aber mchts an dem heutigen System. Wenn Regenten und Philosophen glauben, die Welt zu CA eben, so sehen sie nicht oder wollen sie nicht sehen, daß sie »rch die Welt geschoben werden. Ebenso hat das einst demokratisch gewesene Vürgerlhum, welches in der französischen Revolution Frei- Mn, Gleichheit und Brüderlichkeit auf seine Fahne geschrieben Mtte, heute in der Republik Hamburg bewiesen, welcher Reaktion lähig ist. Es ist geradezu' beschämend, daß Arbeiter, welche als n'htzen gesetzlich garantirten Rechte einstehen, um sich nicht ,! �asithiere gebrauchen zu lassen, von der Reaktion als arbeits- iu>eu bezeichnet werden. Die Reaktion setzt sich aus Elementen Hammen, welche haltlos, von der Sozialdemokratie in die Enge flsfrieben, sich anklammern am kenternden Staatsschiff. Dieses «chauspiel hat man erlebt vom Zentrum und man wird es er- �en vom Freisinn. Uns kann es nur willkommen sein, diese «ancllschwcstern auf einem Haufen vor uns zu sehen, damit ihre ge- neiuschaftlichen kapitalistischen Interessen jedem Einzelnen vor Augen «i-f W Redner geht im weiteren auf die Gewerbc-Schiedsgerichte ein, ktchz traurigerweise in manchen Versammlungen Illusionen her- �gerufen haben; heute sieht man die Abgeschmacktheit dieser �letzesparagraphen ein, welche dazu angethan sind, den Unter- ?°hn>ern ibren-"■ ourci,«n.' � Wenn auch mancher Arbeiter unser- Zuckerversprcchungcn angezogen ist, so sei es WotfLv l'�t' diese Illusionen zu zerstreuen. Die sämintlichen nici» i«« d'0» 11110 Suppenanstalten sind der Sozialdemokratie sie sii,-» ,0' eo lauge jene nicht daran denken, den Ast, woraus Zeit»v �zusagen, fallen alle Sozialrefornien ins Wasser. Die osfoiinJ! �bei, wo Fürst Bismarck Millionen zu Produktiv- hergab. Ob ein Bismarck oder Caprivi oder ein das-/sicher Putttamer mit seinen Kanonen gegen uns sein mag, Äera-s-mi* an der Sache. Die Sozialdemokratie strebt die uäfe.„lchastung der Produklionsweise an. Redner ging hierauf tuna-n> die durch die Presse entstandenen Gerüchte von Spal- daß»".�«serer Partei am l. Oktober ein. Es sei wohl gciviß, serer vr*,. m I- Oktober eine etwas andere Organisation m uu- Uttnos»,. eintreten würde; jedoch wissen wir, daß die Mei- kea. Verschiedenheiten nicht die Prinzipien unserer Sache berüh- Als nfff werden unsere Gegner nicht erleben, was sie er>varleu. schm, angeinessen ist es aber zu bezeichnen, daß man heute *»ech,>f Dl:„Wer sich nicht fügt— der fliegt hinaus(die Lieb- Erklärung in unserer heutigen Nummer stellt dieses Red.) Damit hätte es noch Zeit, dieses werden zur anzuwenden. Doch k�üßt�n"' wir„im, m.u X.-------- sprach-l, D unsere Gegner zertreten werden. In der Diskussion arteten D, J« Herren im Sinne des Referenten und befür- besonders, die Hamburger Streikenden zu unterstützen. diese ganzen Gerüchte nach dein 1. Oktober, und ziel- Jin Verschiedenen wurde ein Antrag, eine Tellersammlung zu Gunsten der Hamburger zu veranstalten, vom„Vertreter der Ordnung" nicht genehmigt. Hierauf wurde ein Antrag angenommen. den Vorstand zu beauftragen, so weit es die Verhältnisse ge- statten, aus der Vereinskasse ein Scherflein für Hamburg zu bringen. Ferner wurde folgende Resolution angenommen: Die am heutigen Tage im Weddingpark tagende stark besuchte General- Versammlung des Wahlvereins beschließt, in Zukunft nur Hüte mit Arbeiter-Kontrolmarken zu kaufen und darauf zu achten, daß die Marken nicht erst dein« Kauf eingeklebt werden. Sodann schloß der Vorsitzende mit einem Hoch aus die völkerbefrciende Sozialdemokratie die Versammlung. Der Verleger de«„Herl. Lukat-Anz." ersucht uns um Aufnahme folgender Berichtigung: „1. Es ist unrichtig, wenn es in dem Artikel heißt, ich zwinge meine Setzer, keiner Organisation anzugehören und ver- lange deren Austritt aus dem„Unterstützungsverein beut- scher Buchdrucker". Bereits bei den ersten Verhandlungen mit den Setzern habe ich wiederholt erklärt, daß ich gegen ihre Zugehörigkeit zum„UnterstützungSverein deutscher Buchdrucker" nichts zu erinnern habe. Demgemäß habe ich auch am Montag, den 12. Mai er., 14 Setzer wieder eingestellt, welche Verbandsmitglieder waren. Wenn schon diese 14 Setzer die Arbeit plötzlich wieder verlassen haben, so bin ich nach wie vor dabei geblieben, daß die Mitglieder meiner Offizin, welche dem Verbände oder irgend einer anderen Organisation beitreten wollten, meinerseits daran nicht gehindert werden würden. 2. Es ist unrichtig, daß ein Redakteur des„Berliner Lokal- Anzeiger" einen von dein Kellner Herrn Ebert verfaßten objektiven Bericht über eine Kellnerversammlung mit der Begründung zurückgewiesen habe:„der Bericht verstoße gegen die Interessen des Unternehmerthums". Ter be- treffende Bericht war keinesivegs objektiv gehalten, strotzte vielmehr von persönlichen Beleidigungen. Lediglich aus letzterem Grunde ist der Artikel von dem Redakteur zurück- gewiesen worden. Der Verfasser und Uebcrbringer des Berichtes sah übrigens selbst ein, daß die Aufnahme des Berichtes m vorliegender Fassung nicht angängig wäre, versprach, einen anderen sachlichen Bericht zu bringen, ist aber nicht wiedergekommen. Hochachtungsvoll August Scherl. EineZ offrutttchr Versnuunlung der Düster Krrlino und Umgegend tagte am 28. Juli er. in Rennesahrt's Salon, Dennewitzstr. 13, mit folgender Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Paul Litsin über„Unteruehmerverbände und Arbciterorga- nisationen". 2. Bericht der stattgehabten Generalrevision vom 13. Juli 1890. 3. Verschiedenes. Nachdem die Kollegen Dähne, Seifert und Simanowsky ins Bureau gewählt, hielt der Referent seinen Vortrag, in welchem derselbe der Versammlung zeigte, wie das Unternehmerthum sich in immer größere und größere Ver- bände zusammen thut, uni den Arbeiter immer mehr zu unterdrücken, ihn in„Schranken zu halten" und womöglich ganz in der Gewalt zu haben. Den Arbeiter dagegen behindere man, von seinem Koalitionsrecht Gebrauch zu machen. Am besten sehe nian das jetzt in Hamburg, wie es dort dem Unternehmer- thuin gestattet wird, sich alles mögliche zu erlauben, um den Arbeiter zu drücken. Dagegen werde dem Arbeiter vieles, was er zur Besserstellung seiner Lage thun will, untersagt. Es ist da- her an der Zeit, daß der Arbeiter aus seinem Schlafe erwacht, seine Lage erkennt und sich ebenfalls zusammen thut, um hier in geschlossenen Reihen den Nebergriffen des Uuternehmerthums einen Tamm entgegen zu setzen. Der Arbeiter dürfe sich nur auf seine eigene Kraft, auf sich selbst verlassen, wenn er eine Besserstellung seiner Lage erlangen will. Redner ersucht zum Schluß die Ver- sammlung, nach Kräften dazu beizutragen, finanziell die Ham- burger itoilegen zu unterstützen und den Zuzug fern zu halten. Wir haben an allen Orten und an allen Platzen, wo auch immer es sei, für die Hamburger zu agitiren und somit ihnen zum Siege zu verhelfen. Der Sieg uuserer Kollegen in Hamburg ist unser Sieg. ES werden dann die Unternehmer Berlins mcht wagen. mit ähnlichen Forderungen, wie in Hamburg, an uns heran- zutreten.(Beifall.) Im Laufe des Vortrages war eine Resolution eingelaufen, zu welcher die Kollegen Dähne, Dietrich, Buchholz, Gräschke und Andere sprachen. Nach dem Schlußwort des Referenten wird die Resolution ein- stimmig angenommen. Sie lautet:„Tie heutige öffentliche Ver- sammlung der Putzer Berlins und Umgegend erklärt sich mit den Ausführungen deS Referenten einverstanden; sie beschließt, in Er- wägung, daß das Vorgehen der Unternehmerverbände gegen die Vereinigungen der Arbeiter ein systematisches ist, und in fernerer Erwägung, daß diesem Vorgehen entgegen zu treten Pflicht und Ehrensache jedes denkenden Arbeiters ist, moralisch und finanziell für alle im Kampf befindlichen Arbeiter voll und ganz einzutreten, um dadurch de» Hochmuth der Kapitalsmacht zu beugen und gleichzeitig den Beweis zu liefern, daß der leider oft hervortretende Kastengeist den„ungelernten" beitern gegenüber im Verschwinden begriffen ist." Punkt 2 verliest der Kassirer, Kollege Neumann, die rechnung vom Generalfonds. Es war eine Einnahme verzeichnet von 3985,60 M„ eine Ausgabe von 3821,70 M,, mithin bleibt Bestand 113,60 M. Nachdem sämmtliche Revisoren erklärt hatten, Bücher, Marken und Geld in der besten Ordnung gesunden zu haben, wird dem Kassirer, sowie der Vertrauenskommisfion Decharge ertheilt. Zum dritten Punkt der Tagesordnung stellt Herr Vuchholz den Antrag, die Marken zum Generalfonds durch Abstempeln zu entwertheu. Der Antrag wird gegen eine Stimme angenommen. Nachdem noch einige nicht nenueuswerthe Sachen verhandelt, schließt der Vorsitzende die Versammlung. noch Ar Z«i>tr>il- Kr»»!»«-„»d Ktei-b-Ilasse d« Zlolirche» Keurfrlder S»n0r» t®. H.), AerwaltungSstelle Berlin. Heute Abend 8 Uhr im lllestcmmnt Wctck, Alcr-mveriir. si- Milgtieder- und B-luoaNunzsversummlung. TageS- orduung: AnirUge zur Generalversammlung, Wahl der Abgcordneleu. Zimmcrlente Kchijuederoa und ztmg-o-nd. Dienstag, den 5. August, Abends 8 Uhr, große Versammlung des A-rbandeZ deulscher Zinnnerleute in der Schöneberger Schloßbranerei. Tagesordnung! i. Die Unierstützung der ----....—>--------~..... �- Verschiedenes und Fragelasten.— ausgesperrte» Hamburger Kameraden. Ausnahme neuer Blitglt-der. Soiinldrinokrati scher Lese-»»d JlUlmtirklnb„La stalle". Dienstag, den o. August, Abends% Uhr, ClaUherstrasie loa bei Haupt.— Gäste habe» Zutritt. L>erg»iia»»g«r>erein Kchänhanser Linde. Sitzung am Dienstag, ouhr. Gegründet am i. Mai iseo, Gäste lotlllommen. Verein der Wrikgerbcr geriino. Dienstag, den i. August, Abends 8% Uhr, in Welmann'S Bolisgarien, Badstr. soe diigefügb (06»« Snoadr.) . amäi« awMra B5S I.TOlll 635 43[3601 79 761 890 3232 352 436 550 51 93 612 41 52 732 13001 824 932 4024 65 116 47 223 36 541 658[3001 744 58 76 89 89%«%%&K% SB Ol IIVjO 897 53 452 511 115001 718 20 880 8052 191 222 343 470 512 63 13� 4978 BSISM SM[IMOl63 49187 212 IgSot 47�810 CO 50081 92 129 210 361 555 653 729[5 0 001 41 808 13 89 932 39 5 1 040 140 71 568[300] 635 98[3000) 725 78 53088 113 583 608 736 880 5 3098 180 229 386 413 520 684 805 45 63 54120 311 96 443 533 73 88 894 927 64 5 5067 183 342 52 412 718 51[30001 80 5 0019 28 136 62 90 96 290 97 341 67 538 718 942 5 7088 211 20 53 353 462 646 726 27 50 819[3000] 45 75 909 70 58048 147 75 269 300 32 326 633 786 59025 139 231 357 515 17 36 621 716 17(5001 37 900 64 «9095 176 482 86 553 624 753 70 940 60«1063 70 178 216 21 54 833 489 634 700 20 910 13 82 C2096 173 423 546 59 850 951 57 03283 309 65 461 609 22 88 707 805 910[15001 61«4012 571 652 93 710 48 842 960«5030 47 63 126 220 49 98[5001 351 57 520 96 628 1300] 841 ««078 301 51 88 453 558 653 96 717 9J 928«7082 346 440 659 863 ««161 75 95 318 51 475 92 699 745 59 844 62[600] 942«0141 73 227 487 563 605 791 831 907 79010 18 49 159[300] 233 358 74(3001 93(3000) 566 662 700 829 929 7 1 201 13001 3 99 335 50[30001 420 26 702 836[15001 68 949 74027 54 58 120 24 28 272 426 652 866 919 54 77 7 8048 215 313 58 633 58 65[15001 89 730 938 49 7 4055 220 46 87 338 469 618 712 801 918 7 5275 130001 315 771 820 7«012 198 345 760 822 91 915 54 77161 290 467 516 41 88 623 94 887 979 7 8044 79 210 435 115001 43 54 606 918 70 93 70130 329 72 405 20 41 541 618 48[30001 711 46 965 80003 242 82 304 44 70 484 746[5001 73»1024 28 75 249 65 85 348 91 485 566 99 759 970 82015[300] 58 77 94 103 18[30001 220 325 510(300O1 88 670 76 979 95 8»Ü51 75 82 326 61 556 735 44 63 821 991 84145 206 86 11500] 393[15001 409 49 557 743 861 919 8 5284 364 400 769 15001 916 52««031 64 115 63 84 87 231 67 87 301 483 693 771 93 936 1300) 8 7 003 185 278 85 337 407 570 720 66 900 27 88048 253 435 53 568 86 636 736 59[5001 65 827 998» 0006 132[300] 33 71 278 81 426[500] 640 651 728 12. Ziehung der 4. Klasse 182. Königl. Preuß. Lotterie. Lieh»»» vcm 4. August IS90, Sia-l, mittag». S111J dt« ffituiOm«»der s s o Marl stnv et» bett«i[«nse» ItHinntn in Var«»iheie deigesügl. (Düne Äevahi.) 139 252 530 54 612 18(30001 732[5001 90 844[300] 1056 67 126 252 310 65 150 001 401 14 657 97 612 958 84«468 95 765 887 920 8063 72 135 74 204 46[3001 51 459 92 514 625 4029 99 115 28 411 68 50 558 641 79 740 79 857 3224 30 484 616 731 96 971«020 211 31 634 785 852 68 7159 208 30 473 697 755 87 879 900 80»117 255 341 430 58 502 696 744 844 CO 906 0014 113 445 600 49 741 95 829 88 925[30001 42 43 84 10242 411 11014 189 97 266[30001 1366 465 84 558 655 714 59 810 56 916 73 18024 249 331 777 842 47[15001 918 93 1 3134 75 15000] 376 460 Ol 658[1500] 660 817 27 1 4038 45 82 102 363 667 810 15029 46 III 35 68 553 63 624 713 864 94 927 1OÜ03 27 149 88[3001 333 424 50 86 527 54 61 91 876 90 1 7210 29 320 24(500) 961 90 1»041 171 235 45 86 405 42 768 94 886 1 0113 35[3001 65 200 98 326 61 687 773 803[300] 76 948 ««153 71 81 234 80 709 92 825 99 910 84«1012 256 92 346 408 589 99 764 97 904 45««004 181 212 74 471 503 678 749 97 827 42 970 [3001«11047 79 87 178 201 13001 65 67 86 323 60 42 1 93 748 814 61 905 64 94«4029 51(3001 182[3001 224 400 3 58 518 757 822 907 «5058[3000] 108 29 36 53 65 86 387 94 371 445 95 1500] 736 913««267 465 502 682 749 85 86 88 891 966«7184 223 53 319 33 57 600 732 52 985 15001«»106 20 63 368 453 501 605 811 55 982«!»0J5 54 245 320 493 698 715 77 905 ««022 13000] 58 91 377 498 527 622 700 8 34 42 801 34 46 50 969 31130 62 226 33 81 464 505 621 752 59 70 9, 7»«061 222 366 502 57 91 11500) 605 14 725 806 79 33102 13001 45 86 470 71 514 003 728 87 841 93 34119 61 295 380 422 41 587 640 66 858 9.15 8 3025 175 283 418 536 69 618 44 739 49[300] 85 847 971(1500) 88 3 0011 131 36 210 417 506 67 95 770 37061 208 499 621 15001 840 77 3S051 91 176 221 60 69 85 357 477 733 40 897[1600]»»001 76 181 273 434 36 648 63 630 750 4»140 60 261 379 414 32 72 636 652[3000] 846 922 62 41033 80 99 371 95 416 523 49 57 736 91 96 820 l«lll 75[500] 214 41 47 Su9 10 34 91 751 1500] 57 825 13000) 74 4 3131 250 70 315 84 543 639 866 907 4 4042 185 277 389 434 38 542 691 811 4 3053 151 1300) 64 340 521 26 881 959 74 89 4«204 318 40 80 486 512 16 24 603 57 700 26 86 92 882(15001 923 55 47013 20[3001 189 91 385 441 70 517 40 093 807 43017 171 274 630 62 720 48 72 837 52 63 905 36 4»194 97[3001 99[5001 225 423 57 608[3000] 10 22 608 74 729 938 53 00052 112 63 82 399 804 27 937 5 1 009 38 39 187 93 223 36 538 707 855 74 935 5«034. 68 119 31 82 293 427 37 522 637 975 53 ,37 138 UOOOOl 49 292 322 526 68 628 86 733 849[3001 96 930 5 4094 111 41 203 52 306 557 651 711 63 831 88 55002 129 243 760 83 902 64 96[30001 56089 160[5001 73 U41 416 29 637 81 5 7054 436 68 607 69 96 621 39 733 803 25 51 5*076 81 88 100 265 92 401 18[300] 618 36 629 5»o74 251 69 369 506 66 610 719 820 13001 90 «»004 219 318 56 445 63 77[3001 79 93 546 86 95 646 83 94 727 913«1006 105 323 64 503 130001 714 882««147 250 86 375 79 468 69 80 87 587 715 833 70[3001 908«3045 212 130001 372 466 689 702 912 77«4052 321 574[3000] 76 90 604 30 98 770 98 834 905 41 «5036 110 224 325 451 13001 62 93 540 655 707 7 3 77 821 36 64 82 99 959««012 56 157 72 SO 235[15001 70 73 445 513 631 35 713 75 79 837«7034 13001 221 84 450 534 46 54 8b 726 862 910 97«»031 48 57 101 18 33 13000) 75 207 439 82 89 623 49 707[3000]«»000 46 91 166 76 82 259 91 311 17 30 782 70072 90 99 101 415[6001 543 99 620 799 980 71015 81 84 186 300 115001 63 652 845 7S042 89 181 66 200 12 11500) 62 360 424 75 630 97 752 828 74 929 7 3005 25 162(5001 71 73 335 75 15001 607 643 50 794 840 663 74417 19 614[5001 805 928 35 7 5030 11500J 72 212 62 370 459 97 615 27 709 60 77 879 130,1 928 67 87 13000] 70111 268 308[3001 82[300] 94 412 38 40 558 686 722 801 921 81 77061 147 70 220 1300] 337 410 26 30 625 45 608 736 838 7*082 93 130 311 462 525 611 06 790 942 70121 29 52 295 381 410 18 51 59[300] 028[3000] 739 48 98 835 53 55 925 38 *»016 51 60 260[3001 375 683 706 92 064 � 81121 99 268 528 54 [300] 73 86 606 11 980*«366 673 643 55 67 822 43 993*»„16 33 61 77 139 323[3O00] 29 89 487 94 630 782 828 74 94 97 912 115001 41 *4049 279 480 662 88[50 001 803 65 977»5127 312 1500] 635 59 70 799 901 13 98*«003 9 69 230 382 416 26 590 643 701 77*7008 47 130 98 354 523 676 811 906*8149 70 76 229 401 587 889 989 80179 201 18 309 51 478 533 724 26 877 selbe vor Ablauf von 3 Monaten seit erfolgter Beleidig s � seit erlangter Kenntniß davon bei Gericht eingereicht I' wird ein Gerichtskostenvorschuß von 10 M. erforden. Ihnen von dem Gegner, falls Sie obsiegen, erstattet w � � Verfahren nimmt aber seinen Fortgang auch dann, Vorschuß nicht geleistet wird.„ w Vfälzer. Wir rathen Ihnen, eine kleine Annonze IN Blatte zu veröffentlichen. t. mKh W. Der Versbau ist in Ihrem Gedicht doch noch mangelhaft und die Reime sind unrein. Das Gedicht tp nicht druckreif..# I. js. Unmmelsburg. Das ist eine rem perionlq gelegenheit, die auch nicht in den„Sprechsaal" gehört., ©. Kt. Verden. Wegen städtischer Steuern ist LoY»° zulässig. � � Auf die a» dieser Stelle veröffentlichte hin, sich als Zeuge zu melden, hat Herr Jos. Göhr,' bereitwilligster Weise seine Adresse angegeben. Er wohn seckistr. 23, Hof im Keller. »0023 74 535[1500] 616 733»1104 16[50001 52o 633& 972»«046[1500] 174 308 tt5001 64 413 667[30001 71 733 9«)»» 43 183 517 1500] 640 803 31 86 948 63 9 4026 32[3900] 226 417 519 7 3 645 716 830 910 89»5089 158 419 540 984»'wol 3U ÄzjZ our, ß Qr, i m ,400 r.Ai.4? nsuwi r.« r,7 öß Ah4< sl tllij I<1 ViO liU ooyj»2 tu OU•/•PVOU UO HIU VUV VOt«. i r»Ol ft.O■»J 735 935»7005 6 85 143 67 499 541 47(15001 54 57 88 664 731 � 959 70»*015 39 149 337 450 718 52 90 13000] 82365 96o 117 30 315 91 366 433 84 540 61 728 846„°z 759 100041 76 576 662 771£0 832 1OI027 99 200 313 92 414»z yj 65 947 10«()45"09 441 94 ,5001 533 04 0 I«»073 100 76-.Y.jrtll 10 7 084 129 81 204 81 130001 365 431 43 99 545 93 720 69 966'"8 44 251 59 581 712 1O9101 299 376(15001 531 35 631(1500) 868»» jj 110042 105 61 266 362 403 508 115001 65 67 613 ,'<3% 111213 88 357 404 694 721 808 977 1 12035 43 171[5001 205 741%, 312 67 449 635 646 994 113125 48 87 298 409 47 50 65 97 b-l HW, 726 848 64 974 114034 72 81 84 213 30 438 76 500 878»'»fftBOOl 645 115001 49 904 9 95 11«055 84 182 311 732 55 75 817 74 wg 117197 209 34 394 495 544 626 874 118011 41 70 199 218*8 6* [15001 418 718 991 119193 215 336 456 618 31 40 69 764 806,-jj 1«0033 55 1300) 76 116 91[300] 263 353 64[15001 421 u7W"jz 651 79 812 55 I«1310 79 508 604 720 1««004 34 171 342[3- 575 82 679 94 73 1 812„„„ ,M1 140156 210 97 317[3000] 586[3001 94 669(5 0 001 752881 933% 41 13000] 141134 76 78 209 77 99 342 76 431 547 616 I42Ü37 42% 70 71 98 141 43 80 315 497(15001 598 615 831 955 1 43010 231& 473 583 649 715 144031 40 63 87 138 221 376 561 74 701 JO 92 459 514 54 90 770 99 864 934 14*002 74 190 1500] 237 350 441-% 130001 84 674 68 713 22 81 839 68 1 47108 88 90 304 11 14 443>?. 81[30001 98 803[5001 63 78 962 1 4*216 81[5001 627 780, w [16001 901 22 52 1 40163 470 73 948 ,,mi 150097 121 224[3001 330 91 420 83 737 820 32 946 66 304 7 64 478 99 579 80 665 82 97 996 1 52073 139[3001 268 481 U 13001 721 41 803 12 1 5 3007 11 251 91 363 401 46 515 612 41 933 15 4069 227 42 498 538 621 763 809 21 15 5 224 37 358 56a% 704 85 977 1 50020 260 434 881 018 1 5 7221 57 67 441 937 302 531 13001 41[30001 717 99 13001 802 1 5»160 81 336 419 67» 945 70 78«fli l«»240 664 833 938 1 0 1069 82 103 17 64 94[30001 240 604% 20 30 102050 86 189 266 393 451 88 072 81[3001 1O3076 23» Zz 90 653 784 1 041Ü8 230 52 96 535 611 721 105115 477 92 608% 857 952 73 1 00U80 162 76 233 335 525 76 813 107021 183 9»»SS 73 540 63 75 603 811 914 25 10*142 85 87 323 423[1500] 904 l«""� 204 42 65 385 459 691 924 59[3Ü001„ 17OU60 93 196 227 599 645 852 58 942 79[50001 171097 l°" 224 87 552 79 701 12 800 929 1 72149 81 87 365 497 98 577 663 71 »vumMm9&mfc%nML m"Mwawim. m«« Ttma* S 85•™m» 88 219 888 ,, 77 274 8 13001»»»»>». 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Druck und Verlag von Mar Kadiug in Berlin SW., Beuthstraße 2.