«M ■nn* mf!«® s jnatti? kWÜ hl-r, i» : Fr»»' 1 1 I I 1 1 II Zr. 180. Mittwoch, den 6. Angnst 1890. 7. Jahrg. Organ für die Interessen der Arbeiter. .... Das„Berliner Volksblatt" in'« tätlich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei C°n«.? vlerteliährlich 3.30 Mark, monatlich 1.10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Äummer 5 Pf. nntags� Nummer mit dem �Sonntags-Blatt" 10 Vf. Vostabonnement ZL0 Mark vrn Quartal. !lnter .................„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3M> Mark pro Quartal. (Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) Kreuzband, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oestenreich-Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Insertion sgebüh .....~ Pf., und Versammlunge« der Expedition, Berlin SW., beträgt für die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins Anzeigen 20 Pf. 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Januar 1890 brachte der nationalliberale Ab- Ziordnete Dr. Krause die Angelegenheit zur Sprache; .'amen dadurch eine Reihe von Thatsachen zu Tage, p als Material zur Erkenntniß der großkapitalistischen Entwickelung von nicht zu unterschätzender Bedeutung I»ld.— Im Jahre 1860 gab es in Danzig noch 14 große Handelsgeschäfte, die sich mit dem Vertrieb und der Ver- Leitung von Rohbernstein im großen Umfange beschäf- Wen, 1889 existirten davon nur noch zwei. Eine Hand- Karl August Westphal in Stolp, die fast zwei Jahr-. ™>derte bestanden hat, und deren Umsatz 1887 noch <2 000 M. betrug, setzte im Jahre 1889 nur noch für 58 000 M. um.„Ein Theil der guten Arbeiter", führte krause im Landtage aus,„hat entlassen werden nMeii, Lehrlinge werden fast nicht mehr aufgenommen." j~le Bernsteinindustrie fordert jahrelange Vorbereitung, und � Niedergang des Geschäftes hält Viele davon ab, es P. erlernen, da die Arbeitsgelegenheit sich stetig vermindert. Pl» Geschäftshaus in Königsberg, Bernhardt Liedtke, er- Pitete 1887 eine Fabrik, um an der Quelle des Bern- pws, am Ostseestrande, das Rohmaterial verarbeiten zu °nnen. Die Zahl der Arbeiter, die zuerst 13 betrug, IM, 1888 auf 8, am 7. November 1888„mußte die Fabrik ganz geschlossen werden, und der Unternehmer Mte emen sehr großen Verlust zu verzeichnen." Dieser Zusammenbruch kapitalistischer Unternehmungen . klr eine einfache Wirkung der Uebermacht des Monstre- oef/�ls, wie es durch die Firma Stantien und Becker dar- Mellt wird. Diesen gelang, mit ihren überlegenen v."ein die Konkurrenz der anderen Händler und In- sUstnellen zu Boden'zu schlagen und die. Bernstein- Werung, den Bernsteinhandel und zum großen Theil auch >e Bernsteinverarbeitunq an sich zu reißen. Diese Firma �herrscht den Markt, sie allein diktirt die Rrene. von �ein Belieben hängt es ab, ob, wann die Preise, von und wem sie n, FeuMekon. OMtolw.]_{12 �omont junior nudUisler senior. Von Alphonse Daudet. Aus dem Französischen von Ludwig Knorr. vergeblich sich ihnen anzupassen. �weile» die Ladenmamsell. Ihre gezwungene �Ueänir, 5il kriechende Liebenswüroigkeit, berührte nnan- u>>d die einstndirte Höflichkeit der Verkäuferinnen Plenen x' 3e Haltung erinnerte an die hochmüthigen ersten Direktrizen in den Wtodebazärcn, die mit �Aqeua«fr und den schwarzseidenen Kleidern, die sie � wieder in den Schrank hängen müssen, �beln 13 auf die kleinen Leute herabblicken, die zu (£. wagen. kühlte, wie sie beobachtet und bekrittelt wurde und ?>e kanni»'lcherheit suchte sie nach Vertheidigungswaffen. #e unh �eöet bie Namen, noch die Vergnügungen, die Aat vss Bücher, von denen gesprochen wurde. Klara r. Wit P�Slichstes, um sie ans deni Laufenden zu halten und „�""dschaftlicher Hand auf ein höheres Niveau zu �%% tarnen /fanden Sidome diesem genügte, um ihnen einen Widerwillen �JUen Eindringling einzuflößen. Andere, "ll V.__ c>,..... 1(.' die hübsch gegen auf die Bernstein verkaufen will, und sie hat bewiesen, daß sie ihre Ungnade die davon Betroffenen sehr scharf empfinden lassen kann. Vom Rohstoff bis zum gewerblichen Erzeug- niß ist die ganze Branche in ihrer Hand, sie kontrolirt mit despotischer Gewalt die Produktion und den Verschleiß, als irgend ein amerikanischer Trust, wie z. B. der Zucker- oder Standard Oel-Trust. Die Firma Stantien und Becker verfügt Dank dem mit der preußischen Staats- regierung abgeschlossenen Pachtvertrage über die alleinige Ausnützung eines an eine bestimmte Lokalität, an den Ostseestand, gebundenen Natur Monopols, denn die preußische Küste ist die Fundstätte des goldigen Harzes, zu ihr sind schon die Griechen gefahren, von ihr bezog Altrom den Bernstein, und die heutigen Pächter des Bernsteinmonopols sind die Lieferanten für die ganze Erde. Wer sich nicht den Bestimmungen der Firma fügt, wird schlankweg geboykottet, es wird ihm die Lieferung des Rohmaterials verweigert. In einem Schreiben, das Stantien und Becker an ein Königsberger Geschäftshaus gerichtet, heißt es z. B.: „Wir theilen Ihnen hierdurch mit, daß, falls Sie es nicht unterlassen, Bernstein von den Stränden zu kaufen, wo- durch Sie uns sehr schädigen und uns die Kontrole er- schweren, wir Ihnen fortan keinen Bernstein mehr ver- kaufen." Bekanntlich ist das Drechslergewerbe mit der Bern- steinbearbeitung zu einem großen Theile beschäftigt. Auf den Verhandlungen des zünftlerischen 8. deutschen Drechslertages in Hamburg wurde folgende Resolution gefaßt: Wir können nicht mit dem Bekenntniß zurückhalten, daß in demselben Maße, als das hier gelobte Fabrikantenthum wuchs, unsere Knnstdrechslerei zurückgegangen ist, und der künstlerische Kleinbetrieb innerhalb unseres Gewerbes nicht nur abgenommen hat, sondern überhaupt Gefahr lauft, zu verschwinden. Wenn irgend ein Kleingewerbe, so stellt die Bernsterndreherei ein wirk- liches Handwerk vor, von welchem man bei natürlichen und nicht künstlich in schiefe Bahnen und Abwege gelenkten Produktions- Verhältnissen am allerwenigsten hätte annehmen können, daß es durch den Fabrikbetrieb dezimirt werden würde. Und doch ist es unleugbar, und wir wollen diese Behauptung gern mit beweisenden Thalsaehen belegen, daß wohl eine verbesserte Gewerbe-Gesetzgebnng viel Roth unter unseren Kleingewerbe- treibenden lindern, lein Gesetz indessen jemals uns den unserer Drechslerei zugefügten Schaden ersetzen könnte, welchen immer vernichtender das Weiterbestehen des bisherigen Waltens und der monopolistischen Macht der Firma Stantien und Becker uns zufügen muß." Die Klagen der Kleinmeister sind leicht verständlich. Nicht blos die Preise des Bernsteins steigen, nein die Monopolgesellschaft begnügt sich nicht mehr mit der Förderung und dem Vertrieb im Großen, sie errichtet in Sidonie bezeichnete sie alle mit einem Worte. Klara's Freundinnen sind meine Feinde! Aber ernstlich zürnte sie doch nur einer einzigen. Die beiden Kompagnons ahnten nicht, was zwischen ihren Frauen vorging. Rislcr ging ganz in der Erfindung seiner neuen Druckpresse auf und saß oft bis nach Aiittcr- nacht an seinem Zeichentische. Fromont junior war fast immer außer dem Hause, frühstückte im Klub und ließ sich selten in der Fabrik sehen. Er hatte seine Grunde dazu. Sidoniens Nähe beängstigte ihn. Die flüchtige Leiden- schaff, die er für sie empfunden, diese Liebe, die er dem letzten Willen seines Onkels geopfert hatte, lebte mit dem Bedauern über das für immer Verlorene in seinem Herzen wieder ans; und da er sich schwach fühlte, floh er. Er war eine schwache, haltlose Natur, intelligent genug, um sich selbst zu erkennen, aber zn schwach, sich zu beherrschen. An Ris- ler's HochzeitSabcnd hatte er,— selbst kaum einige Monate verhcirathet— beim Anblicke dieser Frau alle die Empfin- düngen der stürmischen Abende von Savigm) wieder von neuem empfunden; seitdem vermie der— ohue.'sich selbst klar darüber zu sein— Sidonien zn sehen und zn sprechen. Unglücklicherweise be- wohnten sie dasselbe Haus und da sich die Frauen wohl zehn Mal des Tages besuchten, so führte der Znsall Begegnungen her- bei und daher entstand das Seltsame, daß der Ehemann sein Haus mied um ehrenhaft zu bleiben, und außer dem Hause Unterhaltung suchte. Klara sah oies ohne Verwunderung. Sie war schon von ihrem Vater an das beständiges„Aufdemsprungczu- stehen" im Gesellschaftsleben gewöhnt und während der Ab- Wesenheit ihres Mannes erfand sie große Aufgaben für sich, Tochter- und Mntterpflichten, Arbeiten verschiedenster Art, Spaziergänge mit dem Kinde und Ruhepausen im Berlin, Hamburg, Frankfurt a. M., Dresden Geschäfte, die dem Handwerk eine vernichtende Konkurrenz machen und zwar nicht unter ihrer Firma, sondern unter dem Titel:„Ostpreußische Bernsteinindustrie". Noch vor einem halben Jahrzehnt kamen Händler an den Ostseestrand und kauften den Bernstein, die Preise konnten von den Strandbewohnern, den Bernsteinfischern höher gestellt werden. Jetzt ist infolge des zwischen der Negierung und der Monopolfirma abgeschlossenen Pakts jeder Pächter gezwungen, allen Bernstein, den er pro- duzirt, der Monopolfirma zum Kaufe vorzulegen und erst, wenn diese Handlung erklärt, sie wolle nicht kaufen, wird er dem Verkehr fteigegeben. So hörte die Konkurrenz der Käufer auf, dank dem Vorzugsrecht von Stantten und Becker, die den armen Teufeln von Fischern die Preise diktiren. Die Monopolgesellschaft kauft wohl- feil ein und verkauft theuer,[da sie den Markt be- herrscht; die Preise für Bernstein steigen also, und die Nachfrage wächst. Hat es doch die Firma in der Hand, z. B. eine künstliche Preissteigerung zn erzielen, indem sie das Angebot vermindert. Das Verkaufsrecht der Firma Stantien u. Becker wird damit begründet, daß die Bernsteinimitationen ver- hindert werden sollen. Nun ist aber festgestellt, daß die Firma Stantien u. Becker„die Bernsteinimitation in großem Maße fabrikmäßig selbst be- treibt." Sie liefert an Wiener Fabriken jährlich 4000 Kilogramm Bernstein zum Zwecke der Imitation. Die Allmacht der Königsberger Bernsteinkönige ist urkundlich festgestellt, und die Rechtfertigungsversuche des Landwirthschaftsministers Herrn von Lucius fielen platt zu Boden. Sie gipfelten in einem Loblied auf das große Kapital: „Diese Herren(St. u. B.) haben mit einem unge- heuren Aufwand von Fleiß, Sachkenntniß und Kapital nach und nach von kleinen Anfängen ein gänzlich dar- niederliegeudes Geschäft zu einem großen l u k r a t i v e n W e l t g e s ch ä f t gemacht.... Ich glaube nicht, daß der Staat berechtigt ist, nachdem eine Firma in der Weise eine Industrie entwickelt und auf eine solche Höhe ge- bracht hat, um über Nacht sich anders zu besinnen und nun dieser Firma eine Konkurrenz zu bereiten, und zudem eine Konkurrenz in illoyaler Weise." Wo bleibt da der„Schutz des Handwerks", wo die „Fürsorge für die kleinen Leute"? Auch das kauf- männische Kapital, das schwächer ist als die Bernstein- könige, muß es sich gefallen lassen, ins alte Eisen zu kom- men. Die Pacht, die der Staat erhält, ist von 60 000 auf 600 000 M. gestiegen. Sonnenschein, von denen sie dann hocherfreut über die Entwicke- lung ihres Kindes und dessen Jauchzen und Lachen selbst mit der Glückseligkeit eines Kindes nach Hanse zurückkehrte. Auch Sidonie ging häufig aus. Oft zwang der Wagen Georges, wenn Frau Risler in glänzender Toilette des Abends von weiten Spaziergängen in die Stadt zurückkam, diese zur Seite zu treten. Die Boulevards, die Schaufenster, Einkäufe, die sie, um das ihr neue Vergnügen.des Kausens ganz zn genießen, unnöthig verlängerte, hielten sie so lange vom Hause fern. Dann tauschte man auf dem Treppenabsatz einen Gruß und einen kalten Blick ans und George eilte schnell in seine Wohnung wie in einen Zufluchtsort, wo er unter tausend Zärtlichkeiten gegen das Kind, den Sturm seiner Cinpfinduugen zu verbergen suchte. Sidonie ihrerseits schien sich an nichts mehr zu erinnern und für diese feige, schwache Natur nur Verachtung zn haben. Außerdem hatte sie andere Sorgen. Ihr Mann hatte im Salon, zwischen den Fenstern, ein Piano aufstellen lassen. Nach einigem Schwanken hatten sie sich entschlossen, Gesangsstunden zu nehmen, da sie glaubte, daß es zum Er- lernen des Klavierspiels ein wenig zu spät sei; zwei Mal wöchentlich kam eine hübsche, blonde, sentcmentale Frau, Frau Dobson, um ihr von 12—1 Uhr Mittags Unterricht zu geben. Bei der in den angrenzenden Höfen herrschenden Ruhe klangen diese zehn Mal bei offenem Fenster wieder begonnenen, langgezogenen a...a...a... und 0... 0... 0... als wäre die Fabrik ein Pensionat. Und wirklich übte sich dort eine Schülerin, eine unerfahrene kleine Seele voll unbewußter Wünsche, die viel zu erlernen und zu erfahren statte, wenn sie eine echte Frau W i e gewaltig müssen die Profite von Stantien u. Becker sein! Der Staat hat das Bernsteinmonopol früher selbst betrieben, dies aber aufgegeben, weil er nicht dabei genug profitirte. Aber ein rationellerer Betrieb würde heute finanziell günstigere Ergebnisse so gewiß zu Tage fördern, wie der Betrieb der Staatsbergwerke. Die Aufsaugung des Kleinhandwerks und des Mittel- kapitals in der Bernstemindustrie zeigt, daß das moderne Großkapital auch bei der Ausnützung eines Staatsregals seine Aufgabe, die Konzentration der Pro- duktions mittel, vortrefflich erfüllt und dadurch für die Umgestaltung des wirthschaftlichen Systems in unserem Sinne die Wege ebnet. Und Herr von Lucius giebt dazu durch seine Protektion der Bernsteinkönige den obrigkeitlichen Segen. Movrefptmdenzett. Madrid, 1. August. Die Streikbewegung ist im Ab- nehmen begriffen, und die Organe der neuen konservativen Regierung verkünden diese Thatsache als den ersten großen Er- folg derselben auf dem innerpolitischen Gebiete. Sie erklären, nur die Umsicht der Behörden und zugleich das energische Auftreten der neuemannten Militärgouverneure habe dieses für sie er- freuliche Resultat zu Tage gefördert. Diese Auffassung dürfte sich jedoch bald als eine trügerische erweisen; und wenn man sich auch jetzt noch in den bürgerlichen politischen streifen Spaniens der Einsicht zu verschließen sucht, daß die Arbeiterbewegung auf der pyrenäischen Halbinsel nicht etwa auf einer Laune des Tages beruht, sondern eine eigene Macht geworden ist, welche mit immer stärkerem Nachdruck Beachtung und Anerkennung im staat- lichen Leben fordert, so wird doch auch diese Erkenntniß nicht mehr lange auf sich warten lassen. Im Augenblick liegen die Verhältnisse des Streiks folgender- maßen: In der Provinz Catalonien hatten sich etwa 50 000 Arbeiter und Arbeiterinnen dem Ausstande angeschlossen, in Barcelona konnte eine Woche lang nicht die geringste Arbeit geleistet werden, zum Umladen der Schiffe steltten die Militärbehörden etliche Hundert Soldaten, welche durch mehrere Kompagnien vor den Streikenden geschützt wurden. In den Fabriken und Werkstätten wurde überall gefeiert, auch die Fleischer und Bäcker mußten mehrere Tage lang ihre Geschäfte schließen, da keiner ihrer Gehilfen zur Arbeit zu bringen war. Allerdings hat dieser Zustand nur eine Woche angehalten, da die Unter- nehmer die größten Versprechungen den Arbeitem gegenüber machten. Man kann deshalb behaupten, daß in der Stadt Barcelona dieser letzte Streik mit einem Siege der Arbeiter geendet hat, da fast durchgängig eine kürzere Arbeitszeit ohne Herabsetzung des Lohnes bewilligt wurde. Alle Verhandlungen zwischen den beiden streikenden Parteien aber wurden unter der Leitung des Gouverneurs der Provinz oder des Bürgermeisters geführt, die sich beide redlich bemühten, eine Einigung herbei- zuführen. Hauptsächlich aber kam es den Arbeitern daraus an, daß die von ihnen geschaffenen Organisationen von den Unter- nebmern und den staatlichen Organen anerkannt wurden und daß man mit den Delegirten der Arbeiter wie mit Gleichberechtigten verhandelte. Dies ist in Barcelona völlig erreicht worden, ebenso in einigen anderen Städten Cataloniens, wie in Reus und Lerida. Unentschieden blieb der Kampf dagegen in Manresa und den umliegenden Distrikten der Textilindustrie. tier schienen die Fabrikanten mit den organisirten Arbeitern den ampf auf Leben und Tod aufnehmen zu wollen, so daß dort heute noch 12 000 Streikende vorhanden sind, ob diese noch lange aushalten werden, läßt sich zur Zeit kaum bestimmen, doch haben die Korporationen Barcelonas Unterstützungen versprochen. In V a l e n z i a, wo die Zahl der Streikenden auf etwa 10 000 angewachsen war, seiern heute nach glaubwürdigen Berichten noch 1500. Der Erfolg der Arbeiter war hier nur ein geringer, da die seit Monaten in der Provinz herrschende Cholera Handel und Verkehr fast gänzlich beiseitigt hat und die Zahl der Arbeitslosen sich auf viele Tausende beläuft. Die Unternehmer hatten es hier also ziemlich leicht, für die Streikenden in der Haupt- stadt der Provinz Ersatzmannschaften vom Lande heran zu holen, so daß dadurch die Aussichten des Streiks bedeutend herabgesetzt wurden. Gleichwohl muß man zugestehen, daß die Arbeiterschaft Valenzias in politischer Beziehung zu der fortgeschrittensten ge- hört, was sich besonders am vorigen Sonntag zeigte, als die Streikenden einen Umzug durch die Stadt veranstalteten, an dem fast SO 000 Personen, darunter Frauen und Kinder, theilnahnien. Der Zug bewegte sich in musterhafter Ordnung mit Musik und vielen Fahnen durch die Straßen, bis ans dem Hanptplatze der Stadt Halt gemacht wurde, wo die Führer Ansprachen an die Menge hielten und sozialistische Lieder gesungen wurden. In Malaga und den übrigen Streikgebieten Andalusiens haben die Arbeiter nennenswerthe Erfolge erzielt. Auf den Zuckerplantagen wurde den männlichen Arbeitern neunstündige und den weiblichen achtstündige Arbeitszeit, sowie außer dem Sonntag noch ein freier Tag in der Woche bewilligt, und zwar bei gleichem Wochenlohn. Diese Forderung wurde in Rücksicht darauf erHobe», daß die meisten Arbeiterfamilien selbst kleine ländliche Anwesen besitzen, zu deren Bestellung sie jetzt ebenfalls Zeit erhalten wollen. In der Stadt Malaga haben die Hasen- und Bauarbeiter, welche gut organisirt sind, kürzere Arbeitszeit erlangt, dagegen wird noch in mehreren Fabriken gestreikt. Aber trotz dieser Erfolge ist das augenblickliche Nachlassen der Streikbewegung höchstens als ein Waffenstillstand anzusehen, die Unternehmer, die nachgegeben haben, werden bald genug ver- suchen, die Erfolge der Arbeiter wieder zurückzunehmen, während die unterlegenen Arbeiter darauf warten, ihre Forderungen von neuem stellen zu können. Vor allein sind sie zu der Erkenntniß gekommen, daß eine feste und straffe Organisation der Arbeiter die wirksamste Waffe im Kampfe gegen das Unternehmerthum ist, und deshalb wird man hauptsächlich auf diesem Gebiete weiter zu arbeiten haben. *.* Itent-iJot'h, 22. Juli. Die Nationalisten des Staates New- Dork beabsichtigen, sich ün den diesjährigen Staatswahlen zu be- theiligen. Es ist dies besonders aus dem Grunde von Interesse, weil sie sich bisher nicht mit„Politik" befassen und— wenigstens vorläufig— auf die Propaganda für ihre Ideen beschränken wollten. Gelegentlich einer Konvention der Sozialisten(resp. dieser und der fortgeschrittenen Gewerkschaften), welche ebenfalls selbst- ständig in die Wahl eintreten wollen, sandte die gleich- zeitig tagende, von den Nationalisten einberufene Kon- vention eine Deputation an erstere, der auch Professor de Leon angehörte, welcher bekanntlich vollständig auf sozialistischem Boden steht. Derselbe sagte, er glaube, man könne sehr leicht zusammengehen, und er glaube nicht, daß die Un- ehrlichkeit in den Massen der Bürger bestimmend sei, sondern die Unwissenheit, und wenn es auch Elemente wie Archi- bald(der Boodle-Geselle in der Zentral Labor Union) gebe, so seien dieselben doch in der Minorität und müßten am Ende in den Hintergrund treten.— Ein anderes Mitglied der Delegation, Wakeman, erklärte, die Stimmung in der Konvention der Ratio- nalisten wäre, daß„unsere Sache die Ihrige" sei, und daß man zusammengehen müsse, wenn nicht als eine Organisation, so doch einig in der Aktion am Stimmkasten. Es wurde beschlossen, daß die Delegirten ihre Organisationen auffordern sollen, zur Frage des Zusammenwirkens mit den Nationalisten Stellung zu nehmen; ferner, daß das zur Plattform gewählte Komitee mit einem zum gleichen Zweck eingesetzten Komitee der Nationalisten wegen nöthiger Information kon- fcriren solle. In der von den Nationalisten einberufenen Konvention, zu welcher Vertreter aller fortschrittlichen Organisationen eingeladen waren, figurirten 81 solcher, und zwar 17 Nationalisten- Klubs und 14 andere Organisationen, vertreten durch zusammen 64 Delegaten. Unter letzteren befinden sich auch solche des„Socialistic Club, in dem sich die„September- Ko»greß"-Fraktion der Sozialisten befindet; einer der Delegirten des Klubs, White, warnte vor Ernennung einer Delegation an die sozialistische Konvention,„weil man sich dadurch mit den Grundsätzen jener Leute einverstanden erklären würde". Er blieb indessen ganz allein. Es wird also dieses Jahr die erste Probe stattfinden, ob das Zusammengehen von Nationalisten und Sozialisten von ge- deihlicher Wirkung sein kann. Innerhalb der sozialistischen Partei New-Uorks wurde das Ereigniß von einem Theile derselben sehr günstig beurtheilt, so günstig sogar, daß die„Volks- zeitnng" einen kleinen Dämpfer auffetzen zu müssen glaubte. Ich habe bei früherer Gelegenheit meine Ansicht bezüglich der Nationalisten geäußert, mit der ich durchaus nicht allem stehe; ich werde bei nächster Gelegenheit nochmals darauf kommen. In Bezug auf den vorliegenden Fall will ich vorläufig die Ansicht des sozialistischen„St. Louis-Tageblatt" reproduziren. Dasselbe schreibt:„Die Frage ist nun, wie werden sich die Sozialisten New-Iorks gegenüber dieser neuen politischen Formation der Nationalisten verhalten? Eine Vereinigung erscheint unerläßlich, aus prinzipiellen und taktischen Gründen; denn sie wollen Beide dasselbe und Beide sind numerisch schwach, also auf Ergänzung angewiesen. Aber wer soll den ersten Schritt zur Vereinigung ttiun? Darin liegt die Schwierigkeit. Wer soll sich vom Älnderen absorbiren, aufessen lassen? Tie Sozialisten dürfen nicht und die Nationalisten können vorläufig nicht. Die Sozialiste» dürfen nicht eine alte Organi- sation zu Gunsten dieser neuen aufgeben, weck letztere sich noch im Stadium des Dilettantismus befindet. Die Nationalisten können nicht, weil sie sonst zugeben würden, daß ihre Sondcrcxistcnz als separater Sozialistenflügel von vornherein unberechtigt war. Die Sozialisten dürfen nicht, weil ihre Resourcen in den Arbeiter-Organisationen liegen, während die Ratio- sein wollte. Leider beschränkte sich ihr Ehrgeiz nur auf die Oberfläche der Dinge. „Klara Fromont spielt Klavier— ich werde singen. Sie gilt als elegante und vornehme Frau— ich will, daß man mir das Gleiche sagt. Ohne daran zu denken, etwas ernsthaftes zu lernen, verbrachte sie ihr Leben damit, in die Magazine zu laufen, um zu fragen, was wird man diesen Winter tragen? Sie suhlte sich von den Schaufenstern angezogen, wie von allem, was Vorübergehenden in die Augen fällt. Von den falschen Perlen, mit denen sie sich so lange be- schäftigte, war ihr etwas an den Fingerspitzen hängen ge- blieben, etwas von dem künstlichen Perlschmnck, der leichten Zerbrechlichkeit und dem feinen Glänze derselben. Sie war ja selbst eine solche falsche Perle, rund und glänzend, an der ein platter Geschmack wohl Gefallen finden tonnte. Klara Fromont jedoch war eine echte Perle von starkem und zugleich erwärmenden Feuer und sah man beide nebeneinander, so siel der Unterschied sofort auf;_ man erkannte, dast die Eine immer, von Kindheit an eine Perle gewesen war, die durch geschmackvolle Fassung und die Edel- natur ihres Wesens ein kostbarer Schatz geworden war. Die Andere hingegen war ein richtiger„Pariser Artikel", ein falscher Schmuck mit vielen glänzenden Eigenschaften, aber wenig solid und mangelhast gearbeitet; ein richtiges Pro- dukt des Kleinhandels, aus dem Sidonie hervor- gegangen war..., Besonders beneidete sie Klara um ihr Kind, das wie eine Luxusplippe von den Vorhängen seiner Wiege bis zur Haube seiner Amme von Bändern umgeben war. Sidonie dachte nicht an die süßen Mutterpflichtcn der Sorgfalt und ent- sagenden Hingebung jene schlaflosen Stunden des Wiegcns und des nächtlichen Wachens...... Nein, sie dachte be: dem Gedanken an das Kind nur an die Spaziergänge nnt demselben. Wie schön nehmen sich doch die fliegenden Bänder und die langen Federn aus, die den Müttern in dem Straßengewühl nachfolgen! �, Wenn sie ausging, hatte sie za nur ihre Eltern oder ihren Maiin zur Gesellschaft, daher zog sie es vor, allein aus- zugehen. Der gute Risler besaß eine so absonderliche Art von Liebenswürdigkeit gegen seine Frau, indem er ihr, als wenn er mit einer Puppe spielte, Kinn und Backen zwickte, wobei er um sie hernmtäuzclnd ein„Hu, Hu" hören ließ, oder er sah sie mit seinen großen treuen Augen wie ein auf Zärtlichkeit und Anerkennung wartender Hund an. Diese kindische Liebe, die sie znm Spielzeuge, zu einer Nippsache machte, erschien ihr entwürdigend. WaS ihre Eltern anbelangt, so gcmrten sie diese in derWelt, inwelcher sie gern leben wollte und gleich nach ihrer Heirath entledigte sie sich ihrer, indem sie ihnen ein Häuschen in Montrougc micthete. Damit machte sie zugleich den häufigen Uebcrfällen des Herrn Chcbe in seinem langen Ucbcrzieher ein Ende, sowie den zahlreichen Besuchen ihrer Mutter, bei welcher das Wohlleben alte Gewohnheiten, Klatsch und Müßiggang wieder erweckt hatte. Sie hätte sich auch gern die Telobclles vom Halse geschafft, deren Nähe sie drückte. Für den alten Komö- dianten war jedoch das MaraiS wegen der Nähe so vieler Theater ein wichtiger Mittelpunkt, den er nicht verlassen wollte und Dcsirce liebte, wie alle zu einer sitzenden Lebens- weise Gezwungenen, ihre bekannte Umgebung, den traurigen, im Winter schon um vier Uhr finsteren Hof, den manchmal ein Sonnenstrahl erhellte, wie ein an ihre Person gerichteter frenudlicher Gruß. Da Sidonie sich dieser Familie nicht entledigen konnte, so stellte sie sich, als sähe sie dieselbe gar nicht mehr. Im Großen und Ganzen führte sie ein einsames und gewiß auch trauriges Leben, wenn Klara Fromont ihr nicht einige Zerstreuungen verschafft hätte. Darüber gerieth sie jedesmal in Wuth, weil sie dachte: „Alles muß doch durch sie kommen." Selbst wenn man ihr ans der unteren Etage eine Ein- ladung für den Abend oder ein Billet zu einem Logenplatze im Theater schickte, dachte sie nur daran, wenn sie sich an- kleidete, ihre Nebenbuhlerin auszustechen. Da Klara zn sehr mit ihrem Kinde beschäftigt war, so boten sich anfänglich solche Gelegenheiten selten, kam jedoch der Großvater Gardinois nach Paris, so unterließ er nicht, die beiden Familien einzuladen. Die Ausgelassenheit des alten Bauern steckte Sidonie an, die ihrerseits seine Schmeicheleien und Aufmerksamkeiten nalisten sich mit Vorliebe aus den Reihen der Gebildeten ttbv Die Nationalisten können vorläufig nicht in dissoziab�� bieten.„,-Mt Jede der beiden Fraktionen hat gute Grande, w Organisation nicht zn Gunsten der anderen fallen zu wp- � Besonders wichtig für die Sozialisten ist der stuff' � bis dato das Reverend-Element*) die Führerschaft Nationalisten behauptet hat. �.. ffl M Lüge nichts weiter vor, als dieses eine Hindernis, I � es für uns deutsche Sozialisten schon hinreichend genug, '»V&W'Si; gemeinsam zu führen. Das wird hoffentlich in New-Ä arrangiren lassen. NolikiMe Aekrovstchl. Zur Fleischthrurruntz. Der„Reichsanzeiger" Li aus München:„Die Enquete über die Ursachen der d,. theucrnng, welche vom Ministerium des Innern � wurde, erregt das lebhafteste Interesse aller bw». Kreise. Es handelt sich dabei um eine vornrthei!. genaue Ergründnng der Ursachen dieser Fleffchtheu. damit für Abhilfe gesorgt werden kann. Die Annahm, � diese Enquete ihrer Tendenz nach gegen ein bestunmi M werbe gerichtet ist, ist, wie die„Aug. Ztg." betont vollständig irrige." Sonderbar, was alle Welt im lieben Deutschen weiß, ist dem bayrischen Ministerium unbekannt.*„ flll( fachen der Fleischthcuerung sind zwei, einmal der Ä, � alle Getreidcartcn und zweitens die Absperrung der's gegen das Ausland, aus welchem bisher Vieh emg i � worden ist. An beiden Maßregeln hat die bayerip?. � gierung durch ihre Vertreter beim Bundesrathe nurg, t, Durch die Gctreidezölle sind die Preise für Getr»% maßen in die Höhe getrieben worden, daß es für vm wirthe Deutschlands, die bisher mindestens einen The' � Kornernte zur Viehfüttcrung verwendet haben, vortyei i geworden ist, die Viehzüchtung aufzugeben, und � für verbrauchte Getreide zu verkaufen; es ist fenier die hohen Zölle die Einfuhr niinderwerthen Getreides, w � zu Viehfutter Verwendung gefunden hat, um desyaj. hindert worden, weil aus die Qualität bei der Verz keine Rücksicht genommen wird, d. h. der Zoll für und schweres Getreide derselben Art ist der gleiche. Eine noch einschneidendere Wirkung auf die Erg v � der Fleischpreise übt das angeblich wegen Verhütung. ä Einschleppnng von Viehseuchen erlassene Verbot der C fremden Viehes oder der Anordnung einer inehr�M, Kontumaz an der Grenzstation aus. Man hat dieses bot hauptsächlich dadurch begründet, daß die daw Deutschland, auch in unserem Berlin, vielfach ausgei � Maul- und Klauenseuche des Horn- und Borstenvieye», dem Auslande eingeschleppt worden sei. Daß die ck konsumenten die Richtigkeit dieser Annahme bezweip jener Maßregel die Deutung geben, daß sie nur o I sei, um dem Großgrundbesitz einen Vortheil zuzurve. wird man ihnen nicht verargen dürfen,. � bis jetzt ist noch gar nicht erwiesen worden, daß diese � C eingeschleppt worden ist. Es ist überhaupt fragl»?'�. durch Absperrung die Verbreitung einer Seuche veryi � werden kann, es liegen der Beispiele zu viele vor, f?..x dagegen sprechen. Die Klauenseuche ist in längeren zeitcn stets hier und da in Deutschland ausgetreten,'< daß man auch nur vcrmuthet hat, daß sie durch Vieh verbreitet worden sei. Uebrigens ist diese Vi# heit gar so gefährlich nicht, in höchstens 14 Tagen'I' v.. von ihr befallene Vieh wieder genesen, ein Absterben� dieser Krankheit kommt wohl kaum vor, wie daraus" p geht, daß Berichte über das Absterben, die nmn � grnndnng der Absperrungsmaßregel gewiß unverzügi# öffentlicht hätte, nicht erschienen sind.. M Ein Vorfall in Oesterreich charakterisirt die Gründe 1 � Absperrungsmaßregeln sehr treffend. Die österreichische � rung war vor einigen Monaten aus einem politischen A"& der serbischen Regierung in Streit gerathcn- mit *) Reverend: Titel der Geistlichen, gleichbedeutend niit, würden". ruhig hinnahm. Er lud sie alle vier zu einein Diner Philippe, seinem Lieblingsrestaurant, ein, wo er den V Ut die Kellner und den Hausknecht kannte, eine tüchtige 0 � bezahlte und sie dann in eine vorher bestellte Log „Opöra cornique" oder des„Palais Royal" führte. � Im Theater lachte er laut, sprach vertraulich""Mi Schließerinnen wie mit den Kellnern bei Philippe, st � mit lauter Stimme Fnßbänkchcn für die Damen uiu' beim Weggehen eher als jcoer Andere die � und Pelze haben, als wäre er von allen Anivsi der einzige Drei Millionen-Emporling gewesen. � Bei diesen, etwas gewöhnlichen Vergnügungen, sich George am liebsten entzog, kleidete sich Klara in� Lit, angeborenen Takte sehr einfach, um kein Aufsehen zu o*. jj Sidonie hingegen, die alle Segel aufgespannt hatte, Pj; der Logenbrüstung und lachte aus vollem Herzen Späße des Großvaters, denn sie war glücklich vom 5' � und dritten Rang, wo sie ehemals gesessen, heruntergc zu sein; nun saß sie in erner jener ersehnten mit vi � pi-A geschmückten Vordcrloge, deren Plüschpolster nur schien Ilm ihre hellen Handschuhe daraus legen zu 1 Das Fade dieser öffentlichen Lokale mit ihren* nnd goldenen Dekorationen erschien ihr als echter Luxus. Sie nahm sich darin aus wie eine Blume in einem Filigrankärtchen. An einem wo im PalaiS-Royal ein beliebtes Zugstück ivnrdc,.... bemalten ungeheuren Fächern,.................... D-,..., Köpfen und tief ausgeschnittenen Miedern wie mattt � träts aus dem Dunkel der Loge hervorsahen, infolge.F' Aufputzes und ihres lauten Lachens allgemeine AufMs kcit. Alle Operngläser im Saale richteten sich allMP �-r von einem elektrischen Strome unter dem Kronleu#� leitet, nach der Loge, in der sie saß. Klara wurde o j etwas genirt und ivechsclte ihren Platz ohne Aufs#� dem ihres Mannes, welcher sie unglücklicheriveise a" Abende begleitet hatte. (Fortsetzung folgt.) '•* fut das die Schweineausnihr als eine Lebens- «rif?' brach, für Oesterreich zur rechten Zeit, die �. �uche ans, die Schweineeinfnhr ans Serbien n?nrde -s.. die serbische Regiernng beeilte sich darauf, den nerreichischen Beschwerden gerecht zu werden nnd sofort ,* m ��dien nach österreichischer Anschauung die Klauen- l'che erloschen nnd ein Transport von 800 serbischen ««Meinen durfte die Grenze ungehindert passiren. i �urch diese Ausführungen werden wohl die Ursachen cr Fle�chvertheuerung genügend erwiesen sein, und da �ohl einige Münchener das„Berliner Volksblatt" lesen a?,r �"d sie jetzt in den Stand gesetzt, das Ihrige fi fj. m3 über diese, wie gewisse Personen versichern, 1» Ichnnerige Frage beitragen zu können. _ Daß die Fleischtheuerung zu einer Volkskalamität ge- roorbcn, ist eine leider nicht zu bestreitende Thatsache, selbst aas mmderwerthigste Fleisch ist im Preise auf das Doppelte Megeii, der Zulauf zu den Pferoefleischschlächtern mehrt sw) rapid, ein trauriges Zeichen für den Niedergang der �avölkerung, die in ihrer Noth zu dem schlechten vlnsche abgetriebener alter Pferde greifen muß. Der hiesige de als kommunales Eigenthum überwiesen werden, damit o" Widerspruch zwischen Privatbesitz und kommunaler Verwaltung o,ej es Grundstücks gelöst werde, der durch keinen Vertrag, sondern "»r durch den Usus besteht. Denn wenn auch die Besitzer der nen Stammgüter jetzt das betreffende Grundstück als gemein- 'A.N Besitz betrachten und sich in Rücksicht auf diesen Besitz als «ugemeinde bezeichnen, kann doch kein Mensch sie daran hindern, ocnn einmal die Eintragung ihres Anlheils in das amtliche «rund- und Hypothekenregister eingetragen ist und sie vermögen to'.stch zu verständigen, dieses Stück Land zu verkaufen und den Eag ui ihre Tasche zu stecken. Ein ganz interessanter Beitrag Entstehung des Privateigenthums. Die Eintragung der be- .Menden Stammaulsbesttzer als Eigenthümer dieses Landes solle» " erst jetzt- und das ist sehr bezeichnend— seitens des Amts- JIM gestempelten Eigenthümer nicht beigebracht. Und noch etwas würdiges. Während der Besitzer eines erst spater als andere "getrennten Theiles Land von dem Stammgut Fol. S jetzt ».£ Fol. 89 als Mitbesitzer eingetragen werd-n soll, sollen die «»»—-•/* I ,eSrt � sgericht daß es �inen End « �"'wepyer.......... W.... ,"hart Ii' iruher abgetrennten Grundstücke leer ausgehen. Hilst s!,«. dieses Versahren besteht nicht und das Amtsc �"rf nra'ln.� unsichereiisPositio» dadurch, daß es eines,_... Birten» ach trag zum Grund- und Flurbuch für Scaup auf- ""�»r.Rvinpn Iicktellt mit der .... 6»e uv'lt08 ä""'•••"' o------- W. ??fforbevmV rs allen Gemeindeangehörigen zustellt mit der dessen biner bestimmten Zeit Einspruch zu erheben, "Mb, l Unterlassung die Angelegenheit als perfekt angesehen "■• E wenn memand Widerspruch erhebt, ist die„Alt- �"ilillbo«�«!'mf""...v i red?., ,?os>tzerin eines Stückes Grund und Bodens, das, wenn "henfona ,',£)er das Gemeindeeigenthum früherer Zeiten guten Aufschluß zu geben im Stande wäre. Die Ver- waltungsbehörde(Amtshauptmannschaft), welche in einer Ein- gäbe ersucht wurde, in die Angelegenheit regelnd einzugreifen und dazu auch Veranlassung hätte, da ja die politische Gemeinde ein ihr nicht gehöriges Grundstück verwaltet, wenn die Eintragung desselben nach dem Entwurf des Amtsgerichts geschieht, wies die Gesuchssteller an die Kreishauptmannschaft, die ihrerseits ebenfalls ein Eingreisen ablehnte und auf den Weg des Zivilprozesses hin- wies. Und in der That müßte die Sache auch näher vom Amts- gericht geprüft werden, statt den sich benachtheiligt fühlenden Interessenten durch die ohne bestimmten Nachweis beschlossene Eintragung als angebliche Eigenthümer einen niemals zu be- schaffenden Beweis aufzuerlegen. Entlarvter Kpichrl. Die„Magdeb. Volksst." enthalt in Fettdruck folgende Notiz:„Zur Warnung. Der Schriftsteller Th. Uhlich, der sich trotz wiederholter Zurückweisung an die Magdeburgische Sozialdemokratie heran zu machen versuchte, ist, wie wir sicher wissen, Spitzel." Ans Schleswig-Aolstein, 2. August. Wie dem„Berliner Tagebl." geschrieben wird, hat hier die Auswanderung derart zugenommen, daß einige Dörfer der schleswig-holsteinischen Westküste nahezu entvölkert sind. Die jüngeren Kräfte sind aus- gewandert und die Alten allein zurückgeblieben. Das Herab- sinken der Bevölkerungsziffer hat sich recht deutlich unter der Schuljugend bemerkbar gemacht, und der ganze Schuldistrikt, zu dem beispielsweise das Dorf Reisbye gehört, hat jetzt nur»och 20 schulpflichtige Kinder aufzuweisen. Neuerdings haben in Neu- Münster nicht weniger als 30 Familien beschlossen, in Gemein- schast mit einigen anderen Familien aus Kiel und Eckernförde zum Herbst nach Brasilien auszuwandern. In Neumünstcr war vor einigen Tagen ein vom königlichen Oberpräsidium in Schles- wig entsandter Regierungsassessor anwesend, um mit den Fami- lienvütern zu konferiren, die demnächst mit ihren Familien nach Brasilien auswandern wollen. Derselbe gab den Leuten Auf- klärung über das Schicksal, das ihrer in Brasilien harre. Doch auch dieser letzte Versuch, sie von ihrem Vorsatze abzubringen, ist vergeblich gewesen. UrnnKirchen, 2. August. Herr v. Stumm hat versucht, seinem Ruhmeskranze als Vater der Arbeiter ein neues Blättlein einzuflechten und dabei bewiesen, daß nicht nur die noch thätigen Arbeiter in jeder Beziehung nach seiner Pfeife tanzen müssen, son- der» daß er sogar die längst pensionirten Arbeiter unter seiner Botmäßigkeit zu halten versucht. Der Walzermeifter Stöhr wurde vor zirka 10 Jahren pensionirr und erhielt, da ihm eine Dienst- zeit von 33 Jahren angerechnet wurde, eine nionatliche Pension von 27 M. Daß diese Pension nach so langjähriger schwerer Slr- beit zu hoch war, wird gewiß Niemand behaupten; aber von dieser Pension erlitt er für ein im Stumm'schen Versorgungshause be- findliches Kind noch einen monatlichen Abzug von 6 M., so daß ihm für seine Bedürfnisse pro Tag 70 Pf. blieben. Da er damit seinen Unterhalt nicht bestreiten konnte, übernahm er, wo er Ge- legenheit fand, leichtere Arbeiten, die ihm sein geschwächter Körper zu verrichten gestattete nnd erwarb sich so einen Zuschuß zu seiner Pension von täglich 70 Pf. Dieser Stöhr ließ sich nun bei- kommen, einer Versammlung des Arbeiter- Rechtsschutz- Vereins beizuwohnen, ein Verbrechen, das durch die hingeschickten Meister sofort hinterbracht wurde. Flugs erhielt Stöhr die Weisung, sich durch den stellvertretenden Knappschastsarzt Doktor Thier», resp. den Kreisphysikns Dr. Kimpen untersuchen zu lassen, ob er nicht wieder arbeitsfähig sei, unter Berufung darauf, oaß er ja auch sonst Arbeiten verrichte. Als er persönlich zu Herrn von Stumm ging, wurde er mit der Anrede„Demokrat Stöhr" begrüßt und wegen des Besuchs der genannten Arbciteroersamm- lung zur Rede gestellt. Seme Entgegnungen, daß es ihm ja nicht verboten gewesen sei, daß auch viele Meister der Hütte anwesend gewesen seien, nützten nichts; die Meister seien zum Aufpassen hingeschickt. Kurz und gut, der alte Mann, der nebenbei an einem schweren Bruchleiden laborirt, mußte sich, nachdem er 85 Jahre gedient und 10 Jahre die erstcnmlich hohe Pension ge- nosjen hatte, untersuchen lassen. Er ging zuin Kreisphysikus und erhielt das Attest, daß er nach wie vor vollständig arbeitsun- fähig sei, womit denn der Versuch des arbeitersrcundlichen Herrn von Stumm, den alten Arbeiter für den Besuch einer miß- liebigen Versammlung zu strafen, ins Wasser gefallen war. Ob aber ein solches Vorgehen geeignet ist, die aufgeregten Ge- müther der Arbeiter zu beschwichtigen, dürste billig zn be- ziveiseln sein. Gvoßl»r!ta»»tt!en. London, 4. August. Unterhaus. Unterstaatssekretär Worms theilte den wesentlichen Inhalt einer Konvention zwischen der britischen Regierung und der Transvaal-Rcpublik betreffend das Swaziland mit. welche vom Präsidenten Krüger unterzeichnet und heute dem Volksrath vorgelegt worden sei. Frankreich. Paris, 4. August. Eine Meldung des„TempL" aus Portonovo theilte mit, daß die Franzosen dem König von Dahomey unter gewissen Bedingungen einen Vertragsabschluß angeboten haben. Diese Bedingungen enthielten eine Anerkennung der französischen Herrschaft in Kotonu und die Verpflichtung des Königs von Dahomey zu einem sreundnachbarlichen Verhalten gegenüber dem sranzösischen Besitze in Portonovo. Die hieraus bezüglichen Mittheilungcn werden von mehreren Abendblättern mit dem Znsatze bestätigt, daß, wenn der König von Dahomey diese Vorschläge ablehne, anfangs September eine französische Militürexpedition gegen Abomey erfolgen werde. Marseille, 5. August. Der Dampfer„Caledonien", von Jndo-China kommend, meldet, daß die Seeräuberei in den dortigen Gewässern fortdauert und daß zahlreiche Scharmützel zwischen de» Truppen und Seeräubern stattgefunden haben. In Japan herrsche eine sehr bösartige Influenza. In Tokio allein sollen zirka hunderttausend Fälle vorgekommen sein. PariS, 4. August. Ter Senat bewilligte 100 000 Fr. zur Errichtung von Schutzposten gegen die Cholera und begann darauf die Beralhung des Gesetzes über die direkten Steuern. St. Etienne, 4. August. Außer dem Unfall, welcher sich heute Morgen 8 Uhr in den Gruben von Villebeouf ereignete, und in der Entzündung schlagender Wetter seinen Grund hatte, entstand heute Vormittag 11 Uhr noch eine Explosion schlagender Wetter. 12 mit der Ausbesserung der Zlbdämmung beschäftigte Arbeiter wurden verwundet. Mehrere Verwundungen sind sehr schwer. Paris, 5. August. Die Interpellation Brisson wird ver- tagt werden, nachdem der Minister Ribot in einer längeren Unter- redung Brisson auf das Unzukömmliche einer öffentlichen Tis- kussion der politischen Lage zu einem Zeitpunkt, da die Unter- Handlungen mit England noch nicht abgeschlossen seien, aufmerksam gemacht hat. Kelgie». Vier Mitglieder des GeneralratheS der Ar- b e i t e r p a'r t e i Belgiens hatten sich zum Brüsseler Bürger- meisler Herrn Buls begeben, um mit ihm über die für den 10. d. geplante Kundgebung zu berathen. Sie versicherten vorweg, daß diese Straßenknndgebung, an der„mindestens 80 000 Personen" theilnehmen würden, ganz friedlich sein solle. Buls erwiderte, er werde diese Kundgebung nicht hindern; die politischen Ansichten der Parte, seien für ihn ohne Belang; seine Sorge sei die Er- Haltung der öffentlichen Ordnung; wenn er auch glaube, daß daö allgemeine Stimmrecht wenig Aussichten habe, so sei er doch für die Verfassungsänderung und für die weitere Ausdehnung des Stimmrechtes; auch erklärte er sich bereit, die Petition, welche behufs Erlangung der Verfassungsänderung be, dieser Kundgebung an die Kammern gerichtet werden soll, anzunehmen und der Kammer bei ihrem Zusammentritte zu überreichen. Nachdem die Manifestanten die Stadt durchzogen, werden sie sich im großen Parke der Vorstadt St. GilleS versammeln und für das allgemeine Stimmrecht eintreten; sie werden geloben, nicht eher zu ruhen, als bis dieses Recht errungen worden. Das Zustandekommen dieser Monstre-Kundgebung ist somit gesichert. Amerika. N e w- I o r k, 4. August. Wie aus Buenos Ayres gemeldet wird, hat der geheime Kabinetsrath beschlossen, Zwangs- Papiergeld einzuführen und die Wechselkurse in diesem Geld« zu notiren. London, 5. August. Wie das„Rcuter'sche Bureau" aus Buenos Ayres meldet, dauert die Ministerkrisis fort. Nicht nur Eduard Costa, sondern andere einflußreiche Mitglieder seiner Partei weigern sich, in das Kabinet einzutreten. Die National- dank habe die Zahlungen wieder aufgenommen, doch bleibe die Börse geschlossen und die panikartige Stimmung halte an. Celman's Politik soll Opposition hervorrufen. Die Lage wird als ernst aber nicht gefährlich bezeichnet. Buenos Ayres, 4. August. Die politische Lage ist eine außerordentlich gespannte; eS ist unmöglich, eine Lösung voraus- zusehen. Das skabinet bleibt unverändert. N e w- I o r k, 5. August. Aus Buenos Ayres wird berichtet, daß Präsident Cclman die Erfüllung seines Versprechens, um seine Entlassung einzukommen, verweigert hat. Infolge dessen demissionirte der Vizepräsident der Republik Pellegrini. Präsident Celman bot den Führern der Opposition einige Ministerposten an, die aber von diesen abgelehnt wurden. Darnach suchte der Präsident die Häupter der städtischen Partei in Buenos Ayres für sich zu gewinnen, indem er der Hauptstadt gewisse Privilegien, ja selbst volle Autonomie zusagte. Alle diese Vorschläge wurden aber abgelehnt, überall besteht man darauf, daß Präsident Cel- man seinen Abschied nehme. New-Iork, 5. August. Nach einer hier eingegangenen Depesche aus San Salvador soll der Befehlshaber der aufstän- dischen guatemalischen Truppen, General Trungardy, die Stadt Chiquimula in der Nähe von Guatemala genommen und dadurch die Regierung gezwungen haben, eine Anzahl Truppen in der Nähe der Hauptstadt anzusammeln. Der„New-Iork Herald" veröffentlicht eine Depesche aus San Salvador, nach welcher die Truppen von San Salvador vier Schlachten in Guatemala gewonnen haben sollen. Im Staate Indiana haben die Deutschen einen be- deutsamen Sieg erfochten. Die deutsche Sprache, die aus den Schulen verdrängt worden war, wird wieder obligatorisch einge- führt werden. Und zwar durch Gerichtsentscheidung, welche von den Deutschen provozirt wurde. Ein amerikanisches Blatt schreibt hierüber: „Der gerichtliche Weg, den die Deutschen von Indianapolis eingeschlagen haben, um den dortigen Schulrath zu zwingen, den gesetzlich gewährleisteten deutschen Unterricht fortdauern zu lassen, scheint noch erfolgreicher gewesen zu sein, als die früher erwähnten Schulrathswahlen, bei denen die Deutschen blos ihren Gegnern ihre numerische Stärke zeigten, ohne einen durchschlagenden Sieg zu erringen, während der gerichtliche Weg die Anerkennung ihrer Ansprüche zur Folge hatte. Es besteht nämlich in Indiana ein Gesetz, nach welchem auf Verlangen einer gewissen Anzahl von Bürgern der deutsche Unterricht in alldenjenigen Schulklassen, auf welche sich die Forderung bezieht, eingeführt werden muß. Trotz dieser ganz klaren Bestimmungen weigerte sich der Schulrath, in welchem wegen zeitweiliger Abwesenheit eines deutschen Mit- gliedes die Freunde und die Gegner des deutschen Unterrichts sich zur Zeit„och die Wage halten, den, Verlangen der Deutschen betreffs Ertheilung des deutschen Unterrichts zu entsprechen. Der Schulrath stellte nur englische Lehrer an, deutsche keine. Darauf nahmen die Deutschen die Hilfe des Gerichts in Anspruch, um den Schulrath zur Erfüllung seiner gesetzlichen Pflicht zu zwingen, nnd dieses Verfahren hat ihnen jetzt den Sieg gesichert. Die Art und Weise, wie das Gericht seine Entschei- dung begründet, zeigt klar, daß die Freunde des deutschen Unterrichts von der Appellation an das Staatsobergericht, womit ihre Gegner jetzt drohen, nichts zu fürchten haben. Es handelt sich hier nicht um Auslegung eines dunkeln oder zweideutigen Gesetzes, und daher wird das Obergericht voraus- sichtlich genau so erkennen, wie die untere Instanz. Um den verhaßten deutschen Unterricht los zu werden, bleibt den Gegnern desselben nur ein einziges Mittel: Aufhebung des betreffenden Gesetzes. Aber um dies zu erreichen, müssen sie bei den nächsten Legislaturwahlen eine Majorität erringen und da werden die deutschen Stimmgeber wieder ein sehr gewichtiges Wort drein zu reden haben. Auch scheint es, als ob die Wogen des Deutschen- Hasses nicht mehr so hoch gehen, wie früher, denn einer der Kämpen des Deutschthums von Indianapolis schreibt:„Die Wirkung der ebenso besonnenen wie kräftigen Kampfweise der Deutschen auf die Amerikaner war eine sehr heilsame. Die besseren der Letzteren kommen von ihren Vorurtheilcn gegen die Deutschen zurück. Dagegen traten die Jrländer beinahe bis auf ihren letzten Mann den, Deutschthum entgegen, ebenso die französische Kolonie, die immerhin einige hundert Stimmen zählt, und ihnen schloß sich die Hefe des amerikanischen PöbelS an. Das Deutschthum kämpfte gegen blinden Fanatismus und stockfinstere Unwissenheit die Ent- scheidungsschlacht für Duldung, Freiheit und Licht." Wir können dem nur hinzufügen, daß nur die politische Un- selbstständigkeit eines großen Theiles der deutschen Bevölkerung daran schuld ist, daß die Deutschen in den Vereinigten Staaten vielfach eine so untergeordnete Rolle spielen. Der Bismarck'sche Chauvinismus, den das deutsche Philisterium(von der Sorte der „Jndcpeudenten") nach 1870/71 trieb, brachte das Deutschthum drüben vollends in Mißkredit und zog ihm Niederlage über Niederlage zu. Afrika. Kairo, S.Aug.(Telegramm des„Reuter'schen Bureaus"). ES sind sehr strenge Maßregeln zur Verhütung der Etnschleppung der Cholera in Egypten getroffen und ist eine Kommission von Aerzten ernannt worden, um sich über die Vorsichtsmaßregeln zu verständigen. Die große Messe in Tantnh ist untersagt worden. Soziale Aufruf nn alle Kartonavl>riter Kevlin«! Kollegen, die Ihr auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung steht, die Ihr den stampf mit de», Kapital so energisch ausgenommen, die Ihr so erbittert gekämpft, die Ihr nach harten Anstrengungen unterlegen seid, schreibt es Euch in Eure Herzen: nur durch die Verbrüderung der gesammten Kollegenschaft ist es möglich, wieder cttvas zu erringe», nur durch das feste Zusammenhalten der Vereinigung können wir uns gegen den furchtbaren Druck unserer Fabrikanten schützen. Denn sie sitzen augenblicklich auf de», hohen Pferd, weil sie die Oberhand behalten. Darum Kollegen, an uns liegt eS, in unserer Hand liegt die Kraft! Haben wir nicht die Berechtigung ein menschenwürdiges Dasein zu führen 1 Die Antwort möge sich jeder selbst geben. Alle, Mann für Mann, alle sind wir uns schuldig, an den, angefangenen Werk gemeinschaftlich fortzuarbeiten. Eines jeden Schuldigkeit ist es, dem Geschehenen den Rücken zu kehren und der Stätte zuzti- eilen, an welcher er seine Thätigkeit entfalten kann. Daher Kollege», richten wir das Mahnivort im Vertrauen auf Euer Zielbewußisein an Euch: Widmet Eure ganze Kraft der Allgemein- heit, tretet den unberechtigten Forderungen der Fabrikanten mit offener Stirn entgegen und laßt Euch durch nichts von dem großen Werke, welches Ihr begonnen habt, zurückschrecken. Wir laden Sllle hiermit ein, zugleich das System der Vertrauens- männcr in's Auge zu fasten, welches eine nähere Besprechung heute Abend, Mittwoch, de» 6. August, bei Hille, Gcorgenkirch- straße 21, erhalten soll. I.A.: Der Vorstand der freten Ver- einigung der Kartonarbeiter. Kvauttschmeis. igen Baugewerkei .______ j,-• August. In der letzten Sitzung der hiesigen Baugewerken-Jnnung wurde von einem hiesigen der nationalliberalen Partei angehörenden Zimmermeister ein Antrag für den vom 31. August bis L. September in Bremen stattfinden- den Delegirtentag der Deutschen Baugewerks-Meister begründet, der Beachtung verdient. Er strebt nämlich zur Vermeidung der Streiks im Baugewerbe eine Vereinbarung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern über Lohnhöhe und Arbeitsdauer an, aller- dings unter der Voraussetzung, daß die parlamentarischen Ver- treter der Arbeiterpartei Deutschlands, d. h. die sozialdemokratische Fraktion des Reichstags, ihre Hand dazu bietet. Der Antrag- steller führte aus, daß die Unternehmer unbeschadet ihrer Stellung den Arbeitern die Hand zur Versöhnung bieten könnten, aller- dings unter der Bedingung der Mitwirkung der sozialdemo- kratischcn Fraktion, was die gänzliche Beiseiteschiebung der lokalen Streikkomitee's bedeuten würde. Gelinge dieses, so würden die Ar- beiter des Baugewerbes, provinziell oder klcinstaatlich vereinigt, Vertrauensmänner zn wählen haben, welche alljährlich die Dele- girtentage der deutschen Baugewerksmeisier besuchen und mit diesen die Arbeitsbedingungen in den einzelnen geographischen Bezirken gemeinsam feststellen. Der Vorschlag wurde schließlich von der Innung mit Einstimmigkeit gebilligt und zum Antrage Braunschweigs auf dem Bremer Delegirtentage erhoben. ÖpverhsdlQl. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit Raum dafür abzu- aeben ist, dem Publilum zur Besprechung pon Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Beifügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identistztrt zu werden. Veranlaßt durch die vielen Verdächtigungen, welchen die Vertrauensleute der Bauarbeiter Berlins bei Vorlegung der Sammellisten für die gemaßregelten Haniburger Kameraden aus- gesetzt sind, erlaube ich mir, folgendes milzutheilen. In der Sanssouci-Versammlung vom 25. v. M. wurden einem gewissen Wollni gefälschte Sammellisten für gemaßregelte Bau- und ge- werbliche Hilfsarbeiter Hamburgs abgenommen. Ich bat Herrn Werner resp. seinen Sozius, da selbiger nicht anwesend war, um Vorlegung eines derartigen Exemplars, da ich doch genau wußte, daß sich einige schon in den Händen des Herrn Werner befanden. Ich erhielt jedoch keine derartige Liste, da sie sich in den Händen des Herrn Werner befanden, welcher nicht anwesend war. Um nun die Allgemeinheit nicht länger im Unklaren u nach meiner Ueberzeugung höchst wichtige Zlligeleaeuheu. Z � ersuchte ich die Redaktion sowieExpedition, hiervon � was bis jetzt noch nicht geschehen ist. Mein � hauptsächlich darin, die Oeffentlichkeit in Kenntniß zu st?' ei die echten und wie die gefälschten Listen aussehen. wie die gefälschten Lyren aus,™*».- � fälschten Listen sind zweispaltig, wohingegen die v__ Hamburger A g i t a t i o n s- K o m m i s s r o n � und gewerblichen Hilfsarbeiter eiiifpalüg � deutend länger sind, auch ist der Kopf der Lchen aus Ö viel kurzer im Wortlaut und zwar: Sammelliste für die i den Kameraden in—(Hamburg). Letzteres Wort m � nicht mitgedruckt, weil seiner Zeit in verschiedenen gestreikt wurde. Erlauben möchte ich mir noch die Frage.* es nicht auffällig, wenn eine Geiverkschast 50 Listen drua% (Hilfsarbeiter), welche mindestens 15 000 Personen in f,a 3n der Hoffnung, daß diese Zeilen einiges zur«ufklärM beitragen zeichne W. Gaßm Theater. Mittwoch, den 6. A u g u st. Friedrich-Milhelmstiidt. Theater. Der arme Jonathan. MaUner- Theater. Mamsell Ni- touche. Viktoria- Theater. Stanley in Afrika. Gstend» Theater. Das Schloß am Meer. Adolph Ernst- Theater. Der Goldfuchs. Kelleallianee- Theater. Der Nautilus. KroU'a Theater. Die lustigen Weiber von Windsor. Kaufmann'» Variötö. Große Spe- zialitäten-Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexander straße 27c. Auftreten der Chansonnette Fräulein Ehrenfeld. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Rosa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Ziegler. Auftreten des Malabaristen und Equi- lebristen Hr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Clermon t mit seinen dressirten Schwei- neu, Esel und Gänsen. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 5V2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 80 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Garten-Concert. Direktion A. Ködmann. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. FnWß Wochentags 10 Flg., uiiu tc sonn- und Festtags 25 Ffg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Siestaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. Müller. Vajsage 1®r. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. Diese Woche eine höchst interessante Reise durch die malerischen ober- italirnikchen Alpen und auf viel- seiligen Wunsch 1. Abth. 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Die Versammlung ist genehmigt. 87 Der Einberufer: Paul Bogasch. Sozialdemokratisch. Wahlverein für Teltow- Charlottenburg. Am Donnerstag, den 7. d. M., Abends 8 Uhr, in der Gose-Brauerei, Wallstraße 46 in Charlottenburg: Grosse Me�saitumiunp. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Theodor Glocke über; Gesell- schaftllohes und PriTateigentham. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zuttitt. Um recht zahlreichen Besuch bittet 101 Der Uorstaud. Fachverein der Lederarbeiter Berlins und Umsjegend. gSgT" Sonnabend, den 9. August 1890, B. Stift&mgsfest im Concerthaus Sanssouci, Kottbuser-Straße Nr. 4a. Vocal- und Instrumental-Concert, ausgesührt von der Hauskapelle unter Leitung des Kapellmeisters Herrn Wein, sowie unter gütiger Mitwirkung des Männer-Gesangvereins„Echo"(1872),(Dirigent Herr H. Voigt. Auftreten der beliebten Komiker und Mimiker Gebr. Stange mit ihren dressirten Krokodilen aus Kamerun. Nach dem Concert:. Smm:nernachts«Ball. Herren, welche am Tanz theilnchmen, zahlen 50 Pf. nach. Ansang 8 Uhr. Ende V?? Billets u. 25 Pf. sind bei den Komitccmitgliedern George Schönfeld, Nixdorf, Berlinerstr. 110, part.; Hermann Lehmann, Dresdenerslr. 132, Hof 2 Tr.; Paul Schulz, Wilhelmstr. 3, Hof 2 Tr. bei Götzke; Paul Göritz, Lachmannstr. 1, v. 3 Tr.; F. Dorn, Mnnteufselstr. 67, v. 2 Tr., und in den mit Plakaten be- legten Geschäften zn haben. 92 Alle Freunde und Gönner des Vereins werden hierzu ganz ergebenst eingeladen, Da« Komitee. Freie Volksbühne. Am Freitag, den 8. August er., Abends 8'/- Uhr, im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11— 13: Grosse Ifoiks-Wersa�BEfflSuiig. Tages-Ordnung: 1. Bericht der Kommission. Referent Herr Julius Türk. 2. Statuten- berathung. 3. Wahl des Vorstandes, der Revisoren und der Ordner. 4. Aufnahme von Mitgliedern. Zu zahlreichem Besuch laden höflichst ein 100 Die Ginbeuufer. Rsäsa LWWWWMWM» Spiegel und i Polstenvaarcu. eigener Gr. Lager, bill. Preise Fabrik. 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Ihre ergebenste Zeitungsfrau- 94 Meidenweg 4. � Parquetbodenleger' Todes-Anzetge.. Den Kollegen zur Nachricht, dap | unser Ehren-Mitglied Ludwig Schmidt am Sonntag, den 3. August, öe: 1 starben ist. Die Beerdigung findet am Mtfl' in och, den 6. d. M., Nachm. 6 Uhr- von der Leichenhalle des Thoma» Kirchhofes in Britz aus statt. Um rege Theilnahme bittet Der Vorstand. TTlaH-GardläneB*! Fenster 2, 3, 5, 8 Mk. Stores 1 Fabrikverkauf Zimmerstr.|U'. Sof part. Kinderwagen, gebrauchte, kaust 95 Zimmermann, Kottbuserstr. Ein Genosse, augenblictllch Leiter einer Zeitung, sucht zun 1. Septbr. oder später Stellung solcher oder als Hilforrdaktrur an einem Arbriterblatt. Adr. nimmt die Exped. d. � entgegen. Aanodiener für Restauration L verlangt E. Berndt, Alte Jakobstr� Tüchtige, selbstständige Schriit«»� verlangen sofort Gtto Grund& � � Fischerbrücke 25.____ Anständiges Mädchen oder Frau Anhang für kleine Wirthschasl gck' bei Schlag, Pankstr. 3a. I Der Arbeitsnachweis f der Klavierarbeit*, befindet sich pannynstralze 78...�, Restaurant Winzer. Die Adrel Ausgabe findet an Wochentagen von 8— 9V2 Uhr und Sonntags; von 10— llVs Uhr an Mitglieder, an NichtMitglieder unentgeltlich Pmä Ebenso ist die Bibliothek Son' � von 9Vs— 11 Uhr und Mittwoch von 8— 9V2 Uhr geöffnet.'-'„j, Die Arboitsvormitlelangs-Comnii�. Verantwortlicher Redakteur: Curt Kaakr in Berlin. Druck und Verlag von ZUar Vadiug in Berlin 8W.. Beuthitraße 2. Hierzu eine Keilas' 86. 9S| 9& Nr. 180. Mittwoch, den 6. August 1890. 9. Jahrg. Loksulos. Constanti» Janiszrwski ist laut Verfügung des kgl. Regierungspräsidenten von Potsdam, Grafen Hue de Grais, „Ta» Juli d. I., welche am 4. d. M. dem Janiszewski Zugestellt ist, auch aus dem Vorort Friedrichshagen aus- gewiesen, mit der Weisung, zur Vermeidung einer zehn- Mm®6? �uft den Ort binnen acht Tagen zu verlassen. In iva 30 anderen in der Zustellung ausgeführten Vororten iw w' �'kdorf, Steglitz, Rummelsburg, Pankow w. ist m Ausgewiesenen gleichzeitig ebenfalls der Ausenthalt ver- lugr worden. Speisimg der Gefangene,» gehört nach dem neuen tpL'*' �et seit 1887 in Kraft getreten ist, auch die Verab- bin*?11® uon Kaffee, die in einzelnen Berliner Gefängnissen aller- fi» uuch schon vor jener Zeit stattfand. In neuerer Zeit haben l>� uun mehrfach industrielle Unternehmer an die Gefängniß- ein r®eu mit dem Ansinnen geivender, statt des theuren Kaffee iin� gat zu verwenden, das von den Anbietenden hergestellt b-a sm e,I!etn billigen Preise offerirt wurde. Sowohl der Direktor st-oabiter Zellengefängnisscs, Herr Krohme, wie auch der ."'S* Anstaltsarzt, Herr Dr. Leppmann, warnen nun auf Grund v macyler Erfahrungen vor solchen Surrogaten, denen, wenn sie .st'st keine weiteren Nachtheile haben, immer dem Kaffee s,.S.tstuber der eine Nachtheil anhastet, daß ihnen das Alkaloid i-is' tm, für die gesunde Reizwirkung des Kaffees unentbehr- mes Erforderniß. Ein anderes Nährmittel, das im Zellen- « sangniß probeweise Anwendung fand, war die neue Kokas- cv Her, kin aus der frischen Kokusnuß gewonnenes pflanzliches .Diese Versuche haben kein günstiges Resultat ergeben. Zunächst ist die Preisdifferenz, wenn Kokusbutter an Stelle der > jt vorgeschriebenen thierischen Fette(Rindertalg, Schwcinelicsen ' l' m-) zur Speisebereitung verwendet wird, und eine ziemlich �"stSfugige. Außerdem aber zeigte sich bei den mit Kokusbutter bofc v r Speisen die regelmäßig wiederkehrende Erscheinung, bc»» PAben einen bitteren, ranzigen Geschmack hatten, der nur von Ki«? pflanzlichen Fett herrühren konnte. Die Verhältnisse im Moa- "ZeUcngefängniß liegen so, daß subjektive, einseitige Geschmacks- ."bslndungen, wie sie wohl in solchen Fällen vorkommen, recht (�.»Verschieden werden können, da von dieser Anstalt aus die «uion für irre Verbrecher mit gespeist wird. Nach kurzer Zeit " stellte sich übereinstimmend bei allen Beköstigten gleichmäßig So ra9.un9 gegen die mit Kokusbutter bereiteten Speisen ein und �Geisteskranken waren die ersten, welche sich weigerten, diese Mhrung zu sich zu nehmen, dieselbe auch von anderen, nicht mit "vlusbutter hergerichteten Speisen leicht unterschieden. Abschaffung der ReKlameschUder auf der Ktadbahn» stNie. Der Pächter der Stadtbahnreklamen, Herr Alfred Langen- sstg, ist durch einen Erlaß des Berkehrsminifters Herrn v. May- bach angewiesen worden, die an den Geländern der Stadtbahn- v°gen angebrachten Reklameschilder sofort zu beseitigen. Als .-.rund für diese Anordnung ist„Betriebsstörung" angegeben. . Auf dem Kottbuser Damm findet gegenwärtig die Ver- M,ng des zweiten Pferdebahngeleises statt, nachdem der für den Mehr ehemals so hinderliche Engpaß an der Urbanstraße ver- Wvundcn ist, wo bisher wegen der Enge der Straße der Pferde- A>hnbetrieb nur auf einem Geleise stattsinden konnte. Die Arbeiten fstrben während der Nacht betrieben und wird zu diesem Zwecke ie verkehrsreiche Straße bei Beginn der Dunkelheit auf der in sssbeit genomnienen Strecke abgesperrt, so daß nur die Wagen Js Pferdebahn dort passireu könne», während der anderweite jrstgenverkehr durch die Gräfestraße geleitet wird. Für den in Schinkestraße stattfindenden Wochenmarkt war die Absperrung oi, i der letzten Tage sehr hinderlich. Die cingeleisige Strecke w l" Kottbuser Brücke wird zwar etwas verkleinert, kann aber z.P. dem Umbau und der Erweiterung der Brücke nicht ganz lvuigt und zweigeleisig eingerichtet werden. und ystiokolnbo, bestehend ans sterilisirter Magermilch, Kakao j.. Hücker, eventl. auch Vanille, wird nun hier auch nächstens «, Verkehr gebracht werden und zwar durch einen Herrn kh �vbias, Spandauerstr. 48, welcher dieselbe in besonderen .--.../allen, warm oder kalt, pro Flasche ä 3/io Liter Inhalt zu 20. Ps. auszuschäuken gedenkt. Bei Vorführung des Gr, >chp™ Vn Milchsterilisirungs- Apparats in vergangener »Ub k.?Ve den Anwesenden auch solche Chokolade präsentirt such» kss t theil derselben lautete durchweg günstig. Es ist That- �cnfrfvo. pvme Milch ohne Zusätze für de» Gaumen der meisten Biilch/st. vtwas fade schmeckt und daß aus diesem Grunde der sollte Vstst geringer ist, wie er aus verschiedenen Ursachen sein »c. mrr» t..---- cn— p—. k-. crn;»� ÄUnne abzuwarten, ob diese Milchchokolade der menschlichen ..SUsagen und sich als Nahrungsmittel einbürgern wird. 'vrze a-p trat am Sonntag Nachmittag eine � llb,. o» ö ein; auf dem Bahnhof Börse mußte um AmT,,.lV,en die Maschine des Stadtzuges 1830, die in S�ei, fpviitl;eile» schadhaft geworden war, außer Betrieb gesetzt nach ca. Ve Stunde konnte der betreffende Zug die ctafifA.? onedrichstraße fortsetzen, da inzwischen die vom tar. A,,-.stvhnhos. herberufene Reservemaschine eingelrojsen '"iwislb»,,' st-nhnhof Alexanderplatz und Friedrichstraße mußten ?voch L, e Stadtbahnzüge halten. Mit Recht beschwert sich sber Abonnent unseres Blattes darüber, daß den Passagieren i"tde„«k'? der Fahrtunterbrechung jede Auskunft verweigert wiben. dadurch die ungeheuerlichen Gerüchte Nahrung % �.iiaussel Einstur? in der Hafeuhnide auf dem voch fot.», v euen Welt belegenen Terrain erfährt das„Kl. I." °il n,,« k• Das Unglück ist dadurch entstanden, daß sich ein Enterst.., �.d ein schlecht verlötheten Seilschloß löste. Die zwei . vselbon.'del» kippten um und acht Personen stürzten aus tastj». heraus. Von diesen sind vier leicht und vier erheblich tan.'-k-vuie Frau hat sehr bedenkliche innere Verletzungen er- k?vr. verunglückten wurden mit Droschke» theils nach Ber- tage, menhäusern überführt, theils begaben sie sich in Privat- ipta oUn8efähi 70 Personen blieben in den in der B«"touls«I- Etage befindlichen Gondeln in gefährdeter ita m.Pn. Es entstand eine große, jammervolle Panik. ein aus Rixdorf, der alsbald auf .-. so umsichtig, eine starke Militär- der Kaserne in der Blücherstraße zu requiriren im Lauffchritt an und drängte k- Peters VoÄ erschien, war «UWZ Karoussels in dieser Angelegenheit hat vorgestern noch"'cht hiz�suyk oussels m dieser Angelegenheit hat vorgestern»oiy„»u,» °eio»sve k».' dagegen ist dem Unternehmer seitens der Rixdorfer n.jtan �"nstiveiligc Einstellung des Karousselbetriebes an- -. de». Das Karousscl gehört einer Svzietät: Sauer �Al«n � einstweilige ttK» in Das KlUUUlf»» y../u.. v.i.v hiiOof.y�'oiover. Die Inhaber werden als vermögende Leute ' den Schaden, den sie durch die theilweise Demolirung der Anlage erleiden, ist ein sehr beträchtlicher. Der Schauplatz des Unglücks wurde auch während des gestrigen Tages fortgesetzt von großen Haufen Neugieriger umlagert. Der Zigeuner- Hauptmann Georg Deterinaun, der wegen Kindesmordes verhastet, dann gegen eine Kaution von 25 000 M. freigelassen, später in Spandau wegen eines Taschen diebstahls wieder eingesteckt worden ist und seit 14 Tagen im Spandauer Amtsgerichts- Gefängniß internirt war, wurde am Dienstag Vormittag nach dem Moabiter Untersuchungsgefängnisse überführt. Wahrscheinlich, weil die Belastung in der Diebstahls- fache eine sehr schwere ist, hat Petermann den Versuch gemacht, den„wilden Mann" zu spielen, d. h. sich verrückt zu stellen; es ist daher gerichtsseitig die Ueberführung nach Moabit angeordnet worden, um entweder dort oder in der Charitee seinen Geistes- zustand beobachten zu lassen. Seine Leute haben den Rechts- anwalt Gabriel in Spandau bewogen, die Vertheidigung Peter- mann's zu übernehmen. Der Anwalt wird nun fast täglich von Mitgliedern der bei Haselhorst lagernden Bande belagert, die Auskunft über das Schicksal ihres Führers haben wollen. — Kurze Zeit, nachdem Petermann in Moabit ein- geliefert war, erschien seine Frau und seine Schwester im Kriminalgerichtsgebäude und versuchten, in den Sitzungssaal der Ferienstrafkammer am Landgericht II, Zimmer Nr. 80 zu dringen. Frau Petermann war höchst ungebehrdig und rief fort- währe..d:„Mein Mann ist hier! Ich will meinen Mann frei haben, mein Mann ist unschuldig!" Da weder gütliches Zureden noch energisches Vorhalten half, Frau Petermann sogar auf einen Gerichtsdiener einschlagen wollte, mußten die beiden Frauen mit Gewalt aus dem Gebäude gebracht werden. Sie nahmen sich darauf eine Droschke erster Klasse und als Gerichtsdiener dem Kutscher aufmerksam machten, er möge sich mit dem Fahr- geld vorsehen, da riefen sie piguirt:„Was, wir kein Geld haben! Armes Zigeiner hab'n mehr Geld, als alle Deitschen!" Recht beliebt sind jetzt die sogenannten amerikanischen Auktionen, die häufig zu Gunsten der Hamburger Ausgesperrten veranstaltet werden. Vielleicht wäre es'nicht überflüssig— nieint einer unserer Abonnenten— den Verlans einer solchen Auktion zu schildern. Er schreibt:„In erster Linie sucht man einen redegewandten Auktionator(braucht kein vereideter zu sein) zu ge- winnen, sodann ernennt man einige Geldsammler. Ist dies gc- schehen, dann nimmt man einen minderwerthigen Gegenstand, verpackt denselben sauber in eine Pappschachtel und die Auktion kann ihren Anfang nehmen.'Jedes aus den Gegenstand gebotene Geldstück wird von den Sammlern sofort in Empfang ge- nomine», der betreffende Gegenstand wird dann schließlich Dem- jenigen zugesprochen, welcher das letzte Gebot darauf gemacht hat. Dieses Versahren erklärt es, wenn bei diesen Auktionen ver- hältnißmäßig hoher Ueberschuß erzielt wird.". Au, Montag Nachmittag miethcten zwei junge Männer, der Kaufmann G. und der 21jährige Schuhmachcrgeselle K. von dem Bootsverleiher am Halensee ein Ruderboot, um in Gesell- schast eines jungen Mädchens eine Wasserfahrt zu unternehmen. Als das Fahrzeug etwa die Mitte des Sees erreicht hatte, wollten, wie das„B. Tgbl." berichtet, die beiden jungen Männer die Plätze wechseln, das Boot gcrieth hierbei ins Schwanken und kenterte schließlich, so daß alle drei Insassen ins Wasser stürzten. Der Bootsverleiher H. löste unverwcilt ein anderes. Boot und fuhr den drei Verunglückten zu Hilfe. An der Unglücksstellc an- gelangt, erfaßte H. zunächst das'wieder emportauchende Mädchen und brachte es auch glücklich in sein Fahrzeug, nachdem er noch dem einen der Männer, dem Kaufmann G., ein Ruder zu- geworfen hatte, an welchem dieser sich so lange über Wasser hielt, bis er ebenfalls in Sicherheit gebracht werden konnte. Dem dritten der Verunglückten, dem Schuhmachergesellen, vermochte H. indeß keine Hilfe mehr zu bringen, derselbe ertrank, am Abend war seine Leiche noch nicht gefunden. Gin gemnltigr,? Dachlln htbrand wüthete vorgestern Vor- mittag auf dem Brunnenstraße 89—90, Ecke der Usedomer Straße, belegenen Grundstück. Um 9Vs Uhr Vormittags war der Brand ausgebrochen und die Feuerwehr mit gewohnter Pünktlichkeit auf die sofort erstattete Meldung hin zur Stelle, aber sie hatte einen schweren Stand. Einmal hat das ausgedehnte Grundstück, eine richtige Berliner Miethskaserne, eine so hohe Lage, daß der schwache Druck des Wassers mit dem Feuer nicht erfolgreich den Kampf aufnehmen konnte, dann aber erschwerte die starke Rauch- entwicklung das Vorgehen der Mannschaften ungemein. Es brannte auf dem Boden allerlei ausrangirter Hausrath, Sopha's, Matratzen»c., welche einen so beißenden Qualm erzeugten, daß die Feuerwehrleute den Rauchhelm anlegen mußten. Um 10V4 Uhr ließ Herr Brandmeister Krameyer, welcher das Kommando führte, noch den Dampsspritzenzug 4 zur Hilfe rufen; diesem gewaltigen Ansturm der Wassermaßen konnte die Flamme auf die Daner nicht Stand halten. Das Feuer wurde auf seinen Herd beschränkt; trotzdem wird der Schaden, der meist„kleine Leute" betrifft, die nicht versichert sein sollen, denselben empfindlich sein. Auch die Wohnungen im 4. Stock haben durch das eindringende Wasser ge- litten. Um 1 Uhr Mittags rückte die Feuerwehr in ihre Quartiere zurück. Verbrüht. Ein entsetzlicher Unglücksfall hat sich gestern Nachmittag ,n der Alten Jakobstraße zugetragen. Tortselbst wohnt der Bäckereibesitzer K. mit seiner aus Frau und einem vier- jährigen Knaben bestehenden Familie. Der Kleine befand sich gestern Nachmittag allein in dem Wohnzimmer, in welchem er spielte, als gegen 4 Uhr plötzlich das Dienstmädchen(die 17jnhrige Anna Hak) einen großen Kessel kochendes Wasser tragend in die Stube hineintrat. Freudig eilte ihr der Knabe entgegen und lief mit solcher Gewalt gegen das Mädchen, daß diese das Gleich- gewicht verlor und zu Boden stürzte. Das kochende Wasser ergoß sich nun über beide Personen, die in entsetzlicher Weise am ganzen Körper verbrannt wurden. Nach langem Suchen und nachdem er erst bei 8 Acrzten gewesen, gelang es Herrn K. einen solchen zu finden, der den Verunglückten die erste Hilfe zu Theil werden ließ. Während das verhültnißmäßig leicht verletzte Dienstmädchen in kürzester Zeit wieder hergestellt sein dürste, sind die Verletzungen des kleinen K. so bedenklicher Natur, daß der Arzt nur wenig Hoffnung hat, denselben am Leben zu erhalten. Ein oräfflichrr NngliisiiofnU ereignete sich vorgestern Nach- mittag 2 Uhr an dem Kreuzungspunkt der Köpnickcrstraße und Engeluser. Um genannte Zeit bog, vom Engelufer kommend, ein Rollwagen in die Köpnickerstraße ein. In demselben Augen- blicke wollte ein ca. 12 jähriges Mädchen den Fahrdamin über- schreiten und gerieth dabei so unglücklich unter die Räder des Wagens, daß dieselben ihr über Kopf und Brust gingen. Mit- leidige Passanten schafften das blutüberströmte ungliictliche Kind nach Bethanien; aus dem Wege nach dem Krankenhause ist dasselbe den erhaltenen Verwundungen erlegen. Ter Kutscher wurde zur Wache sistirt, doch soll ihn leine Schuld treffen, da er langsam fuhr. Zelbstmord. In eigenartiger Weise erhängte sich gestern Morgen der bei dem Tischler M. in der Jnvalidenstraße 132 in Schlafstelle wohnende 53jährige Omnibuskntscher St. Haus- bewohner beobachteten gestern;rüh, daß St. stundenlang ans dem Fenster seines Schlafzimmers hinausblickte, ohne seine Stellung zu verändern, und da ihnen auch der ungewöhnliche starre Blick des Mannes auffiel, so wurden schlieKUch die M.' scheu Eheleute alarmirt. Wie sich nunmehr herausstellte, hatte St. am Fensterkreuz einen Bindfaden befestigt und in diesem eine derartige Schlinge ge- macht, daß er in liegender Stellung sich zu erhängen vermochte. lieber die Motive, welche den Mann zum Selbstmord getrieben, ist nichts bekannt; wahrscheinlich dürfte er denselben in einem Anfall von Irrsinn begangen haben. Kchai,, nieder eine blutige Kchlägerei zmischen Zivil m»d Militär. Alm Montag Morgen glaubten sich, wie ein Be- richterstatter mittheilt, zwei Soldaten, welche mit Dienstmädchen von einem nächtlichen Vergnügen heimkehrend die Brandenburg- straße passirten, von drei Zivilisten, die ihnen entgegen kamen, durch Blicke belästigt. Es trat infolge dessen einer der Soldaten an die Zivilisten heran und fragte den Gasarbeiter Thiele, wel- chcr sich unter ihnen befand, unter sonderbarer Betonung:„Was gucken Sie nach denn so an?"— Als die Zivilisten hierauf die Antwort gaben:„Sie werden uns doch nicht hindern wollen, unsere Augen aufzumachen!" kam es sofort zur Rempelei zwischen beiden Parteien. Plötzlich, wie er sah, daß sein Kamerad den Kürzeren ziehen wird, sprang der bisher weniger betheiligt ge- wesene Soldat mit blankem Seitengewehr ein und versetzte dem Gasarbeiter Thiele mehrere wuchtige Säbelhiebe von hinten über den Kopf. Durch die Dazwischenkunft eines Schutzmannes wurde dem Gemetzel ein Ende bereitet und die ganze Gesellschaft arretirt. Da Thiele furchtbaren Blutverlust hatte, mußte er die Sanitäts- wache, Adalbertstr. 9, aufsuchen und sich verbinden lassen. Er hatte eine ungefähr 15 cm lange und eine etwa 10 cm lange Hiebwunde auf dem Kopfe, außerdem war ihm das linke Ohr beinahe halb durchgehauen. Krrliner Asytvereiu für Gbdachlofo. Im verflossenen Monat Juli 1890 nächtigten im Männerasyl 9169 Personen, davon badeten 3197 Personen, im Frauenasyl 1332 Personen, davon badeten 103 Personen. Potizeibericht. Am 3. d. M. Abends stürzte der Arbeiter Karl König im Hause Koppenstr. 72 A infolge eines Schwindelansalles die etwa 2 m hohe Treppe hinab und erlitt dadurch eine so schwere Verletzung des Schädels, daß er am darauffolgenden Tage verstarb.— Am 4. d. M. Vormittags wurde ein Mann in seiner Wohnung, in der Jnvalidenstraße, und eine Frau in ihrer Wohnung, in der Schönleinstraße, erhängt vorgefunden.— Mittags wurde ein 10 zähriger Knabe an der Ecke der Groß- beeren- und Zorkstraße von einem Pferde gegen den Unterleib geschlagen, so daß er anscheinend innere Verletzungen erlitt.— An der Ecke des Engel-Ufers und der Köpnickerstraße wurde Nach- mittags ein unbekanntes, etwa 16 jähriges Mädchen von einem Nollwagen überfahren und aus der Stelle ge- tödtet.— Zu derselben Zeit gerieth ein 4jähriger Knabe vor dem Hause Kaiser-Wilhelmstraße 31 unter die Räder einer vornberfahrenden Droschke und wurde an der rechten Schulter und am linken Fuße nicht unbedeutend verletzt.— Nachmittags stürzte der Arbeiter Heinrich Selle aus dem vierten Stock des Neubaues verlängerte Göbenstraße, Parzelle 7, auf den Hof hinab und erlitt außer einem Bruch des linken Arms anschei- nend schwere innere Verletzungen.— Zu derselben Zeit brachte sich ein Posthilfsbote in den Diensträumen des Postamts Grimm- straße 35 mittelst eines Revolvers einen Schuß in den Unterleib bei.— Gegen Abend ertrank ein achtjähriger Knabe beim Baden in der Spree nahe der Gotzkowskybrücke.— Abends wurde ein Zlrbeitsbursche an der Ecke der Leipziger- und Mauerstraße von einem Omnibus überfahren und am rechten Arm und der Hand verletzt.— Am 4. d. M. Vormittags brannte der Dachstuht des Hauses Brunnenstraße 90 und Abends Grüner Weg 117.eine Teppich- Reinigungs- Anstalt. Beide Brände wurden von der Feuerwehr gelöscht. Eine Nfänduttgagrschichte und ihre Folgen bildete die Grundlage einer Verhandlung wegen Beleidigung, welche gestern vor der zweiten Ferienstrafkammer des Landgerichts I gegen den Professor Dr. Bruno Meyer stattfand. Der Buchhändler Weißbach hier hatte an den Angeklagten eine Forderung, welche der letztere entweder nicht bezahlen konnte oder wollte, weshalb Weißbach sich aus dem Wege der Klage ein rechtskräftiges Urtheil erstritt. Mit der Bollstreckung desselben hatte es aber seine Schwierigkeiten. Da erfuhr der Rechtsanwalt des Klägers, daß der Professor M. an, 1. August v. I. in einer Versammlung des deutschen photographischen Vereins zu Weimar einen Vortrag gegen ein Honorar von 150 M. halten wollte. Der Rechtsanwalt beauf- tragte den Gerichtsvollzieher Parsch zu Weimar, nach beendetem Vortrag nicht nur auf das erwähnte Honorar Beschlag zu legen, sondern dem Schuldner auch noch eine goldene Remontoiruhr nbzupfänden. Der Gerichtsvollzieher führte beide Aufträge aus, trotzdem der Schuldner darauf hinwies, daß das Verfahren des Beamten ein ungesetzliches sei, denn nach§ 730 der Zivilprozeß- Ordnung müsse die Zustellung an den Schuldner sofort nach der Zustellung an den Drittschuldner erfolgen, und dies sei nicht gc- schehen. Der Angeklagte erhob gegen das Verfahren des Gerichtsvollziehers beim Amtsgericht zu Weimar Einspruch und erzielte auch, daß die gepfändeten Gegenstände einstweilen im Gewahrsam des Gerichts blieben und dem Gläubiger nicht ausgehändigt wurden. Darauf richtete der Angeklagte ein zweites Schreiben an das Amtsgericht zu Weimar, in welchem er in aller Form die Bestrafung des Gerichtsvollziehers Parsch im Disziplinarwege verlangte. Der Bescheid lautete dahin, daß der Gerichtsvollzieher zwar nicht ordnungsmäßig gehandelt habe, von einem Einschreiten gegen denselben sei aber" Abstand genom- nie» worden, da angenommen worden sei, daß derselbe sich im guten Glauben befunden. Der Angeklagte gab sich hiermit nicht zufrieden, er richtete eine Beschwerde an die zweite Instanz, das Landgericht zu Weimar, und in diesem Schriftstück soll er über den Rahmen des Erlaubten hinausgegangen sein und sich zweier Beleidigungen dcS Gerichtsvollziehers Parsch und einer des Ober-Amtsrichters Justizraths Dr. Michel, welcher den Straf- antrag gegen den Gerichtsvollzieher abgelehnt hatte, schuldig gc- macht haben. In der Beschwerdeschrift warf der An- geklagte dem Gerichtsvollzieher vor, daß derselbe, ver- muthlich im Einverständnisse mit dem Gläubiger, bewußt un- gesetzlich gehandelt und ihn getäuscht habe, um ihm einen Ver- mögensnachtheil zuzufügen. Dem Amtsgericht zu Weimar bezw. dessen Vorsitzenden, Justizrath Michel, warf der Angeklagte vor, daß es sich unter Nichtachtung der wenigen gesetzlichen Vorschriften, oic zum Schutze des Schuldners bestehen, zum Mundstück des Gläubigers gemacht habe. Der Staatsanwalt verkannte nicht, daß der Angeklagte wohl in Erregung gerathen konnte und in Wahrnehmung berechtigter Interessen zu handeln glaubte, er sei aber weit über die Grenzen des Zulässigen hinausgegangen, wo- für ihn bei seinem Bildungsgrade eine entsprechend hohe Strafe treffen müsse. Er beantrage eine solche»n Höhe von 300 M. Der Angeklagte nahm den§ 193 des Str.- G.- B. voll und ganz für sich in Anspruch und beantragte seine Freisprechung. Daß der Gerichtsvollzieher ungesetzlich gehandelt habe, gehe aus der Thatsache hervor, baß derselbe nachträglich wegen seines Verbalteiis von einer höheren Instanz einen ernsten Verweis er- halten habe. Daß derselbe ferner„bewußt" gehandelt, dafür liefere der Umstand emen unwiderlegbaren Beweis, daß der Gerichtsvollzieher auf das Vorhalten des Angeklagten, weshalb er ihm eine Zustellungsurkunde nicht vorher überreicht habe, er- widerte:„Herr Professor, seien Sie aufrichtig, wenn ich das gethan hätte, waren Sie sicher nicht gekonunen." Auch in Betreff des Justizrath Michel bestritt der Angeklagte die Form und die Absicht einer Beleidigung. Der Gerichtshof er kannte an, daß der Angeklagte in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt, in zwei Fällen liege aber eine Ueberschrcitnng der Form und eine beleidigende Absicht vor. Hierfür sei auf eine Geldstrafe von 130 M. erkannt worden. In dein Kelridignngvprosrfl'e, den der Redakteur des Börsentheils der„Köllnischen Zeitung", Paul Steiler, gegen den Bankier Max Arendt von hier angestrengt hat, fand gestern vor Berufungs-Strafkaumer des Landgerichts I eine nochmalige Verhandlung statt. Da der Beklagte gegen das erste Urthcil, welches auf 900 M. Geldstrafe lautete, Einspruch erhoben hatte. Der Kläger, gegen den der Beklagte die Widerklage erhoben hatte, war freigesprochen worden. Ein langer Streit zwischen den Parteien hat schließlich die Klage gezeitigt. Der Kläger hat die geschäft- lichen Unternehmungen des Bankier Arendts in verschiedenen Artikeln, die in der„Köllnischen Zeitung" erschienen sind, einer Kritik unterzogen, welche der Beklagte als geradezu gehässig und beleidigend bezeichnet. Als dem Beklagten im vorigen Jahre wieder ein solcher Artikel zu Gesicht kam, sandte er von Herings- dorf aus ein Depesche an den Kläger, die, wie der Absenderselbst zugab, von Beleidigungen strotzte. Dieser Depesche folgte eine zweite ahn- lichen Inhalts. Bald darauf trafen sich die Parteien in Aachen, wo Arendt als Mitglied des Aufsichtsraths einer Generalversammlung der Aachen-Kölner Bergwerks-Gefellschast beizuwohnen hatte, während Steller als Berichterstatter der„Kölnischen Zeitung" anwesend war. Hier kam es zu einer unerquicklichen Auseinandersetzung, wobei Arendt sich in einer Weise ausdrückte, die ebenfalls Gegen- stand der Klage war. Nach langer Verhandlung gelangte die zweite Instanz zu demselben Ergebniß wie die erste, der Wider- beklagte Stellcr wurde freigesprochen und die Berufung des Be- klagten Arendt verworfen. Sozinle Uelrevstilkzk. Di« organistrten Tischler und Kildlimur Kerlm» dürfte das nachstehende Schriftstück interessiren, das uns ei» Abonnent zuschickt: „Ew. Wohlgeboren! Die Freie Vereinigung der Holzindustrielle» Berlins, welche sich zur Aufgabe gemacht, den wirthschaftlichen Frieden zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu befördern(Na na! Red.), hat in dem Kampfe, welcher seitens der Arbeitnehmer gegen die Arbeit- geber unternommen worden ist, mit Bedauern bemerkt, daß eine Anzahl von selbststündigen Bildhauermeistern die tü/sstündige (resp. Ostündige— nach Abzug der Frühstücks- und Vesperzeit) Arbeitszeit angenommen. Diese Meister schädigen dadurch nicht nur das Bildhauergewerbe, sondern auch das Tischlergewerbe— es wird fever einräumen müssen, daß die Mehrzahl der Bild- hauergehckfen nicht der Kunst, sondern dem Gewerbe angehört, und daß die Mehrzahl der Tischlergesellen ebenso geschult und gebildet ist als diese Bildhauergehilfen, mit Ausschluß derjenigen, welche sich in der That eine gediegene technische resp. akademische Bildung erworben haben! Nun ist die Frage doch sofort klargestellt— daß, wenn die Bildhauer nur wVe Stunden arbeiten, warum soll der ebenbürtige Tischler 9Ve Stunden arbeiten? Um die Resolution der Generalversammlung der Arbeitgeber vom 22. April er. aufrecht zu erhalten, nach welcher die OVs ständige Arbeitszeit zur Zeit als die normale angesehen werden muß, glaubt der Ausschuß alle seine Mitglieder und Tischlermeister er- suchen zu müssen, nur an solche seldstständige Bildhauermeister rhre Arbeit zu vergeben, welche an der hergebrachten mindestens Sstündigen Arbeitszeit festhalten. Es liegt hierbei nicht in der Absicht, einzelne selbstständige Meister zu kränken oder zu schädigen, sondern sie gegen die un- gerechten Forderungen und wirthscyaftlich schädigende» Uebergriffe der Streikkommission des Gauvereins Berliner Bildhauergehilfen zu schützen. Genannter Verein stört und beunruhigt die Berliner Holz- industrie seit Oktober vorigen Jahres durch seine Forderungen bald hier, bald da, ohne daß derselbe es bisher gewagt, einen Streik zu proklamiren, sondern bald dem Einen, bald dein Andern die Gehilfen zusendet oder entzieht. Nur das Zusainmenhalten sämmtlicher Interessenten kann zu einem befriedigenden Resultat führen und endlich auch dazu bei- tragen, daß die gutgesinnten Gehilfen den Muth finden, sich gegen die Uebergriffe der Führer aufzulehnen. Die Freie Vereinigung der Berliner Holzin dustriellen. Der Ausschuß: Ferdinand Vogts» I. C. P f a f f, Vorsitzender. Kommerzi en- Rath. R. Mosel, E. Saul, Obermeister der Tischler-Jnnung. In Firma: Gebr. Weimann. H. Haberland. I o h. P i n g e l. W. L i e s e k d t. So befördert man den„Frieden" zwischen Arbeit und Kapital! Um nnliebsnmrr Uermechselnugen aus dem Wege zu gehen, erkläre ich hiermit, daß ich mit dem Maurer Richard Kurtz, welcher in Neudamm gesammelte Gelder unterschlagen hat, nicht identisch bin und außeroem mit dem Betreffende» in keinem verwandtschaftlichen Verhältnisse stehe. Hochachtungsvoll Richard Kurtz, Wcberstrape 15 a, Mitglied der Agitations-Kommission der Textil-Ärbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Vevlttuunlnttgeu. Der Allgemeine Alrtnllnrbelter- Verein Kerlin» und Unigegend hielt am Dienstag, den 29. Juli, bei Jordan, Neue Grünstraße, eine beschließende Versammlung ab. Kollege Gerisch sprach über die Aussperrung der organisirlen Arbeiter in Hain- bürg. Redner führte aus: Ebenso wie im Mittelalter die Bauern tiefer und tiefer herunter gedrückt und zu Sklaven gc- stempelt wurden, wollen die Kapitalisten die Arbeiter heutzutage knechten, damit dieselben auch außerhalb der Arbeitsstätte unter ihrer ikontrole stehen� hiergegen hilft nur eine strainme Organi- sation. Heute liegt die Frage vor uns, was ist zu thnn in Betreff der Hamburger Arbeiter. Laut Kongrcßbeschluß waren die Ber- liner Metallarbeiter von materiellen Unterstützungen entbunden, da die zu unterstützenden 5iollegen vom 1. Mai eine beträchtliche Zahl betrug; da aber glücklicher Weise ziemlich Alle untergebracht sind, ist es Pflicht unsererseits, für die Hamburger Brüder ein- zutreten, vor allen Dingen dafür zu sorgen, daß alle außen- stehenden Listen vom Verein zurückgegeben werden, damit erst einmal Ordnung geschaffen wird, vielleicht auch ein anderes Sammelsystem eingeführt wird. Helfen wir den Hamburgern zum Sieg, so werden die Früchte auch unsere sein. In der Diskussion berichtete Kollege Panzer(Hamburg), wie die ausgesperrten Ar- beiter Hamburgs von der Behörde behandelt würden, bestätigt oie Thatsachen, die seiner Zeit im„Berliner Volksblatt" ausge- führt waren, daß die Kleinkaufleute und Kleinmeister von den Börsenmännern IVa Mill. Mark Unterstützung erhalten hätten; die Glasarbeiter seien am schlimmsten daran, dieselben sind von ihren Wirthen aufs Straßeupflasler geworfen, weil sie„faule Kerle seien", und logiren mit ihren Faniilie ein Schuppen, Kegelbahnen oder sonst wo: da nun so viele Gewerke in Hamburg ausgesperrt seien, die Eisenindustrie gänzlich darnieder liegt, so sind die Hamburger Arbeiter auf fremde Hilfe ange- wiesen. Schnelle Hilfe thut noth. Redner weist noch auf die §§ 152 und 153 der Gewerbeordnung hin. Diese scheinen nur für die Kapitalisten da zu sein, denn wollten die Arbeiter ihre Rechte ausüben, so tritt ihnen die Behörde sofort entgegen. An- knüpfend hieran fordert Kollege Hartmann alle Metallarbeiter auf, sich einer Organisation anzuschließen, ehe es zu spät ist, denn wir müßten mit aller Energie unser Recht zu wahren suchen. In ver- schiedenen Versammlungen werden die weitgehendsten Beschlüsse gesaßt, doch sollen dieselben auch durchgeführt werden, so ist Nie- mand zu Hause. Sammellisten für gemaßregelte Hamhuger Ar- beiter können hier in der Versammlung entgegengenommen iverden. dieselben müssen aber spätestens bis Montag wieder an die Kassirer abgeliefert werden, schnell geben heißt doppelt geben. Dieser Ham- bnrger Fall zeigt uns, sobald die Arbeiter ihre Lage verbessern wollen, treten die Kapitalisten zusammen, um dieses zu ver- hindern. Bei Arbeitseinstellungen möchten die Kollegen etwas vorsichtiger sein und dem Vorstand es vorher anzeigen und nicht, wie es wieder geschehen ist, erst drei bis vier Tage nach erfolgter Einstellung. Hartmann stellt den Antrag: die Versammlung verpflichtet den Vorstand, so viel wie möglich aus dem Vereinsvermögen den Hamburger Arbeitern zur Unter- stützung zuzuwenden. Kollege Panzer dankt für das Interesse für die Hamburger. Da höchst wahrscheinlich in Berlin dieselben Zustände eintreten werden, so giebt er den Rath, für Berlin ein Komitee zu wählen, für alle Gewerke, zur Regelung der Unter- stützungen. Angefragt wurde, warum der Vorstand nicht nach dem Kongreßbcschluß handele, da alle eingehenden Gelder an den Vertrauensmann zu senden seien. Kollege Gerisch erwidert, daß sich der Verein keine Lässigkeit hat zu Schulden kommen lassen, da der Kongreß Berlin das Recht gegeben hat, vorläufig seine Sachen vom 1. Mai zu ordnen. Bei den neuen Kämpfen der letzten Wochen hat sich gezeigt, daß die Zersplitterung der Ar- eiter noch beim Alte» geblieben ist. Das muß an- ders werden, es muß einfach heißen, wie auch der Hamburger Kollege bestätigt: Arbeiter sind wir, gleiche Ziele erstreben wie also arbeiten wir auch zusammen, lassen wir die Kleinkrämerei bei Seite. Kollege Hartmann erklärt, der Vorstand habe Hamburger Listen— nur eine kleine Zahl— drucken lassen, da schnelle Hilfe noth thut. Nach kurzer Debatte über Listensaminlung wurde der oben gestellte Antrag einstimmig angenommen. Im„Verschiedenen" wurde ausgeführt, daß eine plötzliche Arbeitseinstellung sehr leicht eintreten könne, da doch verschiedene, jetzt arbeitende Kollegen auf den schwarzen Listen der Fabrikanten verzeichnet seien. Erividert wurde, daß ein Ein- ziehen bezw. Aufschieben der Arbeitseinstellung auf mindestens 24 Stunden möglich ist und in der Zeit der Fall dem Vorstand zu unterbreiten sei, um Maßnahmen vorzunehmen. Z. B. haben die Drücker der Kilinski'schen Werkstatt am Donnerstag die Arbeit wegen Lohnabzug eingestellt, aber diese Thatsache erst am Montag dem Vorstand gemeldet. Dieses müßte ent- schieden anders werden, es muß eine feste Norm geschaffen werden, die alle einzuhalten verpflichtet sind. Em diesbezüglicher Antrag: Alle Arbeitseinstellungen müssen 24 Stunden vorher dem Vorstand unterbreitet werden, wurde mit Majorität angenommen. Ebenso wurde die Reso- lution:„Die heutige Versammlung beschließt, mit aller Kraft die Beschlüsse der'Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins, betreffend die Sonntagsruhe in kaufmännischen Geschäften, hoch zu halten und bei Kollegen und Fainilienmitgliedern mehr als bis dahin zu wirken, daß von der arbeitenden Bevölkerung Berlins nur in den Geschäften gekauft wird, welche Sonntags von 12 Uhr ab geschlossen sind", einstimmig angenommen. Nach Himveis auf die Metallarbeiter-Kongreßberichte, die Vereinsbibliothek und das am 16. August bei Lips(Friedrichshain) stattfindende Sommer-Ver- gnügen, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Eine öst'entliche Versammlung der Weber und ver- wandten Berufsgenossen tagte am Sonntag, den 27. v. M., in Deweins GeseUschastshaus zu Weißensee mit folgender Tages- ordnung: 1. Vortrag des Stadtv. Herrn O. Heindors über: Zweck und Ziele der Gewerkschastorganisation. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nachdem oas Bureau aus den Herren Lehmann, Klaar und Büttner zusammengesetzt war, hielt Herr Heindorf seinen Vortrag unter dem Beifall der Versammlung. An der Diskussion betheiligten sich die Herren Schuster, Kunik, Otte, 5komer»itzki. Sie sprachen sich im Sinne des Referenten aus. Der letzte Redner suchte den schwache» Besuch der Versammlung auf die Nothlage der Weber zurückzuführen. Herr Heindorf nahm in seinem Schlußwort Veranlassung, dies zu ividerlegcn. Niemand sei gezwungen, Geld auszugeben. Redner ermahnt nochmals, die Kollegen darüber zu belehren, daß sie durch ihr Fern- bleiben ihre Lage nur verschlechtern. Hierauf wurde folgende Resolution angenommen:„Die heutige Versammlung der Weber von Weißensee erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden, erkennt die Nothwendigkeit einer strammen Organisation an und beschließt infolge dessen, sich dem Fach- verein der Weber und verwandten Berufsgenossen Berlins und Umgegend anzuschließe»." Hierauf wurde Kollege Klaar als Vertrauensmann gewählt. Stuf eine Anfrage, ivieviel Mitglieder der Fachverein zählt, wurde die Antwort ertheilt, daß bei der letzten Abrechnung 364 Mitglieder waren. Nachdem noch der Vorsitzende auf das Vergnügen, welches am 9. August im Elysium stattfindet, aufmerksam gemacht, und zum Abonniren auf Arbeiter- zeitungen ermahnt hatte, schloß derselbe die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung. Der Fachverrin der Gao-, Wasser-, Zjeiznngarohr- leger und Kernfogenasse» hielt am Sonntag, den 27. Juli, in Feuerstein's Salon, Alle Jnkobslr. 75, seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Die Tagesordnung lautete: 1. Vorlesung über Verordnungen und Bestimmungen in Betreff der Hans- entwässerungen. 2. Wahl von zwei Konnnissions- Mitgliedern. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Bericht über den Arbeits- Nachweis. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Ten ersten Punkt die Tagesordnung erledigte Kollege Reckner. Derselbe drückte sein Bedauern aus über die Interesselosigkeit der Mitglieder bei einer derartige» wichtigen Tagee ordnung. Hierauf verlas Kollege Karpenkiel die Vedingiiiigen der Lichtenberger Gaswerke. Punkt 2: Wahl zweier Kommissionsmitglieber; gewählt wurden die Kollegen Hauke und Markmann. Hierauf fand eine Pause von 10 Minuten statt, während welcher die Aufnahme neuer Mitglieder stattfand. Punkt 4 erledigte Kollege Kntschera zur Zufriedenheit der Mit- glieder. Kollege Reckner ersuchte die Mitglieder, den Arbeits- nachiveis mehr zu benutzen und das Abklappern der einzelnen Werkstätten zu unterlasseil. Zum 5. Punkt der Tagesordnung übergehend, erhielt zunächst Kollege Becker das Wort. Derselbe schilderte das Gebahreu und daS Interesse für die Arbeitersache, welche Kollege Habicht(Klixdorf) an den Tag gelegt. Die mehr- maligen Aufforderiingeu seitens der Streilkommission, mit dieser abzurechnen, sei derselbe bis zur Stunde noch nicht nachge- kommen; dahingegen stellt derselbe ganz ungerechtfertigte Forderungen an dieselbe, z. B. für Leihen einer 75 Pf.-Kisle verlangt derselbe 5 M., trotzdem er dieselbe unentgeltlich zur Verfügung gestellt hatte. Aus Antrag wurde derselbe aus dem Verein aus- geschlossen. Ferner wurde Kollege Pirsch auf Antrag ebenfalls �Nachdem gelangte folgende Fabrikordnung, der Frankfurter Versicherungsgesellschast gegen Wasserleitungsschäden zu Berlin zur Verlesung: 1. Die Arbeit beginnt im Sommer um 7 Uhr, im Winter um TVe und hört um 6Va Uhr Abends tn«f. Frühstück von LVe— 9 Uhr, Mittag im Soinmer von 12—1 Uhr, im Winter 12'/-— 1 Uhr. Vesper fällt fort. 2. Nachtarbeit rechnet von 10 Uhr Abends bis 6 Uhr früh und wird theurer als Tagcsarbeit bezahlt. 8. Ueberstunden dürfen nur im Falle der Noth, zur Beendi- gung einer nahezu fertigen Arbeit und im besonderen Auf- trage gemacht werden, anderenfalls ihre Bezahlung nicht erfolgt. 4 ÄU««,-« seinen Helfer nach Material zur Werkstatt schickt ohne de» Arbeitszettel mitzusenden. b) Zeder Rohrleger u. s.w., welcher den Arbeitszettel ohne Unterschrift des Bestellers oder ohne dessen Zeitangabe der Arbeitsdauer abliefert. WMW.Ä aufzugeben.„, ,„p d) Jeder Rohrleger u. s. w., welcher versäumt, nnw standenen Wasserschaden, welchen er bei Gelez seiner Arbeiten wahrnimmt, zu melden... e) Jeder Rohrleger n. s. w., welcher es unterlaß. � herausgenommene Material, an dessen Stelle ne wendet wurde, wie Bleirohr, Hähne oder Gummis c? u. s. w. in der Werkstatt abzuliefern. ,,:W f) Jeder Rohrleger u. s. w., welcher vergißt, ihm> � der Hausbesitzer und anderen Personen gegebene stellungcn auszurichten. 5. Ein Strafgeld von 25 Pf. hat zu zahlen:....# a) Jeder, der mehr als 5 Minuten verspätet aus o beitsstelle erscheint.\ ech b) Jeder, der sich ohne Auftrag von der Arbeitsstil.� kernt; außerdem wird oie versäumte Zeit vom in Abzug gebracht._ naA c) Jeder, der ans anderen als den direkten Wegen und von der Arbeitsstelle angetroffen wird. d) Jeder, der ohne schriftlichen Auftrag eines Hausbes«� oder seines Vertreters, oder eines Miethers Ar._ als Neuanschaffungen während der Arbeitszelt be außerdem ivird die versäumte Zeit und estv. brauchteS Material der Gesellschaft vom Lohn m gebracht.,..„»z- e) Jeder, der eine Arbeit schlecht und nicht fachgemäß führt oder besonderen Anweisungen entgegen 9» g außerdem die zur sachgemäßen Herstellung ver erforderliche Zeit, sowie das neue Material vom in Abzug gebracht. 0 Jeder, der aus einer Arbeit sich ergebenden Bauiui nicht ans den Hof befördert. 6. Ein Strafgeld von 50 Pf. hat zu zahlen:„,(p a) Jeder, der auf der Arbeitsstelle angetrunken o trunken ist.,.„„s sich l b) Jeder, der auf der Arbeitsstelle Streit beginnt uno i| grob und roh beträgt., c) Jeder, der von Leuten der Gesellschaft früher b(i Arbeiten dein Publikum gegenüber als sssssea), i pfuscherhast und die Leute selbst als Pfisssher•' bezeichnet, anstatt solche Arbeit in der Werkst melden. n-„mpill>O <3) Jeder, der durch unnütze Unterhaltung oder Er») von Rathschlägen das Publikum zu Fordeiunge anlaßt, deren Gewährung der Gesellschaft rier mäßig obliegt oder welche zu Weiterungen führe- � e) Der Rohrleger und Maurer, welcher nach Eriness Werkstätten-Borstehers eine Arbeit offenbar zu m 0 zu Ende geführt hat. tfl f) Jeder, der für eigene Rechnung Arbeiten ivahren � Arbeitszeit bewirkt; außerdem wird die versamin � und etwa verbrauchtes Material der Gesellschm Lohne in Abzug gebracht..... wi 0 2) Jeder Rohrleger, welcher bei Erdarbeiten über r, Tiefe es unterläßt, den Boden abzusteifen.„„si» b) Jeder Rohrleger, welcher es unterläßt, Rohrgräben»• i über Nacht sicher abzudecken.,.„IW 7. Die Strafkasse steht unter Aufsicht des Vorstehers � Werkstätten und soll einem für alle in den Werkstatl« schäfrigten Leuten genieinsamen Zwecke dienen. lieber die Verwendung der Kasse beschließen der �4 sicher, der Meister, die beiden ältesten Rohrleger, m j/ den ältesten Arbeiter der Zentralwerkstatt, sowie der& Rohrleger jeder Filialwerkstatt, doch müssen in der mindestens 20 M. vorhanden sein. 8. Jeder kann, namentlich wegen Unpünktlichkeit, keit, Widerspenstigkeit und wegen der unter 6 L Vergehen auf der Stelle und ohne vorherige oder Verwarnung von seinem Werkstatt-Vorsteher en» werden. 9. Ein entlassener hat die ihm„ u. s. w. in der Werkstatt abzuliefern und fehlende l setzen oder von seinem rückständigen Lohne zu bezah»' In Geltung getreten am 8. Dezember 1889. rtjiP Hierüber entspann sich eine recht lebhafte Debatte, unov den diese Strafparagraphen einer vernichtenden Kritik unterz bedauerlich sei es, daß unter den heutigen Zuständen der rtr � unter derartigen Gesetzen sein Brot verdienen muß— aber j Arbeiter tragen hieran selbst Schuld. Trotz immerwährender � sorderungen sei die große Masse nicht zu bewegen, sich" stehenden Organisation anzuschließen._, Nachdem der 5. Punkt der Tagesordnung erledigt, m-i, der Vorsitzende auf die am 10. August stattfindende Fachves � Versammlung aufmerksam und schloß hierauf die Versani». Am Montag, den 38. Juli tagte im Lokal„Kömg. Bülowstr. 37, eine Mitgliederversainmlung der Filiale 21 der Vereinigung der Maler unter Vorsitz des Kollegen.«l mit folgender Tagesordnung: I. Abrechiinng vom letzten Otz. gß. 2. Vortrag über: Die Unternehmerverbände und die 3ir.me 3. Wahl des gesamniten Borstandes. 4. Lokalfrage. schiedenes und Fragekasten. Nachdem der erste Punkt der ordnung erledigt, wobei dein Kassirer aus Antrag der Reo i.(t( einstimmig Decyarge ertheilt wurde, erhielt der Referent, Apelt, zu seinem Vortrag das Wort. In eingeheiiver pr schilderte der Referent die Entstehung der gewerkschaftliche ganisation. An der Hand der jetzigen Situation der G � schasten in Hamburg und andere» Beispielen wies daß sich die Kämpfe zwischen den Arbeiterorgamsat und den Unternehmern immer mehr und mehr zu Prttzi- xzi kämpfen zuspitzen. Was früher die Behörden Polizeiknule zur Unterdrückung der Arbeiter nicht verPckjW das suchen jetzt nach Fall des Sozialistengesetzes die KapG � mit dem Geldsack zu vollbringen. Der große Protest der'sss p am 20. Februar gegen die Unterdrückung seitens des ßf und die Ausbeutung der Unternehmer hat letztere deraru0 � geschüchtert, daß sie geschlossener, denn je zusammenstehet Kampf gegen die Arbeiter auszunehmen. Was die Kapu.�ss auf politischem Gebiet verloren, suchen sie auf wirthschgt' ß.s wieder einzuholen. Die Schlußfolgerung der ganzen S>»/ ist, daß die'Ardeiter sich fest zusannnenschließen, um de»'..ck mit dem Kapital siegreich ausnehmen zu können. Nach„«s kräftigen Appell an die Versammlung die Hamburger Kräften zu unterstützen, um den ersten Kampf zwischen und Arbeit zu einem für letztere siegreichen Ende zu vecki, J schließt der Bortragende unter großem Beifall der Versa»' m» seinen interessanten Vortrag. Von einer Diskussion wurde genommen, weil der Vortrag so eingehend war, daß er&»%# Diskutiren nur abgeschwächt werden konnte. Eine Res»' die sich mit den Aussührungen deS Referenten voll und 6»%,! verstanden erklärt, so ivie für den Verkauf von Streik»»»..� agitiren verspricht, die Hamburger nach Kräften zu»»sfch;� wurde einstimmig angenomme». Nach Erledigung des Z' Punktes der Tagesordnung wurde bei Punkt 4 beschlolss Zch Vereinslokal zu verlegen. Die weiteren Schritte hierzu% ~"..... In Punkt B„Verschieden»' er oder austretender Rohrleger oder Acbss.> übergebenen Werkzeuge, Geräthe,(t, dem Vorstände überlassen,.yn Punri o„-pericyieoe»''� s Fragekasten" erläuterte der Vorsitzende der Versammlung t?! erwartenden Kampf der Bremer Kollegen und forderte d�V Versammelten mit beredten Worten auf, Streikmarken ui»r Nachwarm em- r,—»v«'«'«i«utvv v*»v CXlCÖlflt % schloß der Vorsitzende die Versammlung. ?>.���u»ml«ng«vericht der freie» Uereinignng der ,?5..-�'Nteutel-Schneidri? und Arbeiterinnen der Bekleidungs- Sln Vom 29- Juli, in Lehmann's Saal, Schwedterstr. 23. n&teiie be§ schon zweimal nicht erschicnwen Reserenten, Herrn s�.er, sprach Herr Litfin unter dem Beifall der Anwesenden £, Zugehender Weise über den Kontraktbruch. Herr Dremel, 7�d°r. berichtet, daß ein Trikotfabrikant im vorigen Jahre ntj? v Uebexfchtisj hatte und dabei immer noch Lohnabzüge 1 Dutzend Taillen werden oft nur 2,50 Mk. gezahlt. S 10T10 Knopflöcher geschürzt, in einer Taille, giebt es nicht 'ehr als 10 Pf. Dazu giebt die Arbeiterin die Seide. Die verren Tausche!, Neuhaus und Thierbach besprechen noch die Arbeitsverhältnisse im Allgemeinen, worauf die Ver- lamnllung geschlossen wurde. �..Elnr öffentliche Uerfammlnng fnr Frauen und ««annrr fand bei gutem Besuch am Sonntag, den 3. August, in r-1 Jkutral-Festsälen in der Oranienstraße unter dem Vorsitz des Jp"*" �ricke statt. Zluf der Tagesordnung stand ein Referat f-V pettn Dr. Lütgenau über„Henrik Ibsen". Der Referenl Myrte ungefähr folgendes aus:„Die Wahl des Themas bedarf um einer Rechtfertigung; hat doch Ibsen das größte Verständniß oi m1 bculf<�cn Arbeitern gefunden. Aber gerade gegenwärtig 6vr«ef"uch einen besonderen Grund, Sie zum Lesen und zur trltik der Jbsen'schen Stücke anzuregen. Die„Freie Volksbühne" 77«n Unternehmen, für welches das Interesse der Anwesenden mim erst geweckt zu werden braucht— wird ihre gesammtcn Mitglieder, wenn auch nicht in direkter Abstimmung, so doch 'wenigstens mittelbar darüber entscheiden lassen, welche Stücke auf- gefuhrt werden sollen. Deshalb hat jedes Mitglied die Pflicht, . dem Maße seines Urtheilsvermögcns seine Stimme "�'Geltung zu bringen, damit Stücke aufgeführt werden, velche gut sind, den Geist der Wahrhaftigkeit athmen, r.ie.modernen gesellschaftlichen Probleme behandeln, eine Marse Kritik an den bestehenden sozialen Zuständen >!°?''"d sich mit den proletarischen Bestrebungen auf >,i„n Gedankenwegen begegnen. Wohl mit Fug sind auch me Stücke Jbsen's vorgeschlagen worden. Redner schilderte kurz vj? Lebensgang des Dichters, skizzirte seine Hauptstücke und fuhr msdann fort: Weil Ibsen die Zustände der Gegenwart, aller- mngs nur zu einem Theil, erbarmungslos schildert, hat man ihn einen Pessimisten genannt. Wenn er ein solcher wäre, könnten �.chu, eine bleibende Bedeutung nicht zuerkennen. Denn der jpesMmismlis ist überhaupt keine Philosophie und am wenigsten rann er Leuten behagen, die an der Zukunft so wenig verzweifeln, wir. Wohl faßt Ibsen besonders scharf die Nachtseite» �"Daseins ins Auge, aber daß er deshalb vom menschlichen Dasein nur die Nachtseiten zugäbe, kann nur ein oberflächlicher urtheiler meinen, der Ibsen in seiner Tiefe nicht versteht. Diese Oberflächlichen Beurtheiler nennen denn auch Ibsen dunkel; "'st nicht dunkel, nur tief. Daß Ibsen die Welt für besserungsfähig hält, das ist die tiefe Grundstimmung lemer sämintlichen Stücke. Wie wird die bessere Welt beschaffen fem? Wer wird Besserung bringen? In einem Briefe an einen norwegischen Arbeiterverein schreibt Ibsen:„Reine Demokratie kann die soziale Frage nicht lösen. Unserem Leben muß ein nnstokratischcs Element beigegeben werden. Ich meine natürlich weder die Geburts- noch oie Geldaristokratie, noch selbst die Geistesaristokratie. Ich meine die Aristokratie des Charakters, des Willens, des Gemüthes. Von zwei Gesellschaftsgruppcn wird diese Aristokratie, wie ich hoffe, unserem Volke kommen, von Unseren Frauen und unfern Arbeitern. Die jetzt in Europa sich vorbereitende Umwälzung in der sozialen Lage betrifft hauptsäch- uch chie Arbeiter und die Frauen. Und hierauf setze'ch all' meine Hoffnungen und Erwartungen; hierfür will ich all' mein Leben lang und mit meiner ganzen Kraft arbeiten." So spricht wohl kein Pessimist. Diese Aeußerung Jbsen's über die Frauen ist ehrlich; denn was er hier theoretisch ausspricht, er bestätigt es praktisch in den Gestalten der Nora, Frau Linden, Elise Heffels. Aber die Nora- Naturen, das heißt die -ltatnren, welche der alten Nora gleichen, werden erst verschwinden, wenn die Frau ökonomisch voin Manne unabhängig geworden sein wird. Wenigstens im Großen und Ganzen. Der dichter dagegen verfährt ideologisch. Darin unterscheidet er sich von uns Sozialisten, obgleich sein Weltideal nicht das bürgerliche fft und er vielmehr einmal ausdrücklich aussprach, daß wir Heu- llgcn von dem Bevorstehenden eine klarere Vorstellung nicht haben konnten. Auf das feige Wort ihres Gatten:„Niemand opfert borzenigen, die er liebt, seine bürgerliche Ehre," antwortet Nora Unverzüglich:„Das haben Millionen Frauen gethan." Das ist bharf und treffend. Aber die Stelle hat noch eine andere Be- veutnng und hier ist eine Einrede nöthig. Die freie Hingebung und Opferfähigkeit, das ist, neben der Freiheit der Levenswahl, jbsen's Ideal. Die Frauen und überhaupt die guten Menschen 17" opferwillig. Er sagt:„Wenn wir alle besser werden, wird » Welt besser geworden sein. Wir aber wissen, daß es umgekehrt ist. jklt müssen die Verhältnisse besser werden, erst inuß die freie Konkur- M aufhören, welche unser Volk entsittlicht; dann werden auch die -v'eiffcheu sittlicher. In dem Selbstmorde der kleinen Hedwig Ekdal ist ykr Idealismus geradezu auf die Spitze getrieben. Alles in : Ibsen ist uns wesentlich um seiner Kritik willen sym- t'ffch! immerhin sei festgestellt, daß seine Weltanschauung keine onrgeoistische ist. Weitere Vorzüge sind seine scharfe und wahre �harakterzeichnung, seine bestimmte, jeder Phrase abholde Sprache. v.") auf die Schauspielkunst ivird er fördernd einwirken. Sie, >e ihn kennen, treten Sie mit für die Berwerthung des Geeigneten o» ihm ein! Sie aber, denen er bisher ein Fremd« war, lernen «T"in kennen!"(Lebhafter Beifall.) An den Vortrag lnüpste ' ky eine längere lebhaste Diskussion, an welcher sich Frau i!°kb e. Frl. Wabnitz, Herr Franke und der Referent be- n�uigten. Schließlich wurde ein Antrag angenommen, das ureau zu beaustragen, an anderen Sonntagen, möglichst schon «m nächsten, wieder öffentliche Versammlungen einzuberufen, und mit einem wissenschaftlichen Vortrag als Tagesordnung. a" Ueberschuß der zweimaligen Tellersammlung wurde für die knburger Ausgesperrten bestimmt. große öffentliche Uersammlnug der Stern- tfcto' r/' Lithographen und Berufsgenossen �"ffchleifer, Präger und Prägerinnen) tagte am 4. d. M. im oale des Böhmischen Brauhauses, um in erster Linie Stellung Wr T?me" Zur Streik-Kontrolkonnnission bczw. um Delcgirte zu «. leiben zu wählen. Die Versammlung fand unter Leitung deS si�WJriedcwald. Ficbig, Neumann und Rose Uns m" einleitenden Vortrag hielt Herr Sillier, die Zwecke m., Bedeutung der Streik-Kontrolkommission erläuternd und die wihwendigkeit der Betheiligung der Branche darlegend. Gleich- g bekämpfte Redner die Lauheit, welche bei den Kollegen ein- puffen fei."„..gisch ein für eine lebhaftere Bethätigung Er führte den Kollegen und Kolleginnen «»mo.rVvtAmfrtftrm ffN der bepcyenoen ""sie",'vohin er gehöre, von dem ihm gewähr- Kvjffitioiisrechte Gebrauch machen, so würden sich nicht v'elt in Absplele», wie sie in letzter Zeit die gesammte Arbeiter- Z»m a.�.„usregiing versetzen. Derartige Klassenkämpfe spielen sich � rCv örtnrtprfp nn i Zkim T boi I s�önng.......,, den ni er riJn bcr eigenen Branche ab. Er erinnerte iilrbxj,.. i"bji ebenfalls der Austritt aus der Organisation der ?erlann„�!�?°kt sei, sowie an Hannover, woselbst ein gleiches �kderun �. einer Firma gestellt worden sei. Dieser Auf- ?ekonim»J5 �ider ein Theil der dortigen Lithographen nach- 'Ordern v j,.",n" an die Arbeitgeber ein gleiches An- ejn fg.,.k'chten, z. B. aus einer Innung auszuscheiden, so würde "erde>.„i."ches. Lamento erhoben werden. Doch beweise die "g des Unternehmerthums und die unendliche Wichtig- und den Werth der Arbeiterorganisationen, da Arbeiter heute auf gegenseitige Ünterstützung an- ' Redner di" feit die gewiesen seien, so empfahl Redner"die Wahl von' Dele- girten zur Streik- Kontrolkommission und zwar je eines Steindruckers, Lithographen, Steinschleifers, Prägers und Prägerin. Nach einer dein Referate durchaus zustimmeNdM Diskusston, in welcher namentlich Herr Rose dem Gedanken entgegentrat, daß die Arbeiterschaft unter das Kuratel einer Körperschaft gestellt werden solle, ausführend, daß die Streik-Kontrollkoinmisston vielmehr als ein sichtbares Zeichen der Verbrüderung des Prole- tariats, des gesainmten arbeitenden Volkes zu betrachten sei, als ein Vorbild dafür, daß alle Gegensätze und Unterschiede unter den Arbeitern zu verschwinden haben, daß sich alle lediglich als Industriearbeiter mit gleichen Interessen zu betrachten haben, und an der sich ferner die Herren Dann hofer, Seidel, (Präger) u. A. betheiligten. Ter Letztere beleuchtete seinerseits in kurzen Umrissen die Verhältnisse seiner Branche. Die Luxuspapier- fabriken hätten sich im Laufe der Jahre in Berlin bedeutend ver- mehrt, doch seien auch hier die Löhne den heutigen Verhältnissen nicht angemessen, beobachten vielmehr eine sinkende Tendenz. Zwarffei eine Organisation der Branche geschaffen worden, doch stehe dieselbe noch auf schwachen Füßen. Doch versprach auch er sich durch eine Vertretung der Präger in der Streik-Kontrolkominifsion in mancher Beziehung eine Besserung der Verhältnisse der Branche, sowie eine Stärkung der Organisation. Nach Schluß der Dis- kussion und nach einem Schlußworte des Referenten erklärte sich die Versammlung einmüthig für die Bcthciligung an der Streik- Kontrolkommission und wählte als Vertreter in dieselbe die Herren F i e b i g(Lithograph), Schöpfe(Steindrucker), Rose(Stein- schleiser), Seidel(Präger). Unter„Verschiedenes" wurde Allen die Unterstützung der Hamburger Arbeiter eindringlichst ans Herz gelegt. Auch wurde seitens des Herrn Albert S ch u l z die Versicherung abgegeben, daß in allerkürzester Zeit eine Versamm- lung stattfinden werde, welche über den vorhandenen„Streik- fonds" zu Gunsten der Hamburger zu verfügen bestimmt ist. Zum gleichen Zwecke wurde zum Schlüsse der Versammlung die Tellersammlung fortgesetzt und die erster? mit einem dreifachen Hoch auf die allgemeine moderne Arbeiterbewegung vom Vor- sitzenden geschlossen. Drr Snnitätsvrrein für Arbeiter beiderlei Geschlechts(E. H. Nr. 85) hielt an, Montag, den 28. Juli, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstraße, seine ordentliche General- Versammlung unter Vorsitz des Herrn P. Hundt mit der Tages- ordnung: 1. Kassenbericht, 2. Verschiedene Kassenangelegenheiten ab. Der Kassirer Herr W. Schmidt führte zunächst die Quartals- und dann kommend die halbjährliche Einnahme- und Ausgabe- rechnung der Kasse vor. Dieselbe ergab eine Gesammteinnahme von 1589,87 M., ein Baarvcrmögen von, 21. Januar 1890 von 1429,22 M. Ausgabe an Arzthonorar 1245,33 M., an Vcr- waltungskosten 210,42 M., in Summa 1445,75 M. Vaar- verinögen am 23. Juli 1890 1563,12 M. An diese Aüssührungen knüpfte sich keine Diskussion, und der Vorsitzende des Aus- schusses ersuchte, indem er der Versammlung bekannt gab, daß der Gesammtausschuß Bücher und Belege in bester Ordnung vorgefunden haben den Kassirer zu entlasten. Selbiges geschieht. Zum zweiten Punkt theilte der Vorsitzende folgendes mit. Das Mitglied Quandt hatte ein krankes Kind in BeHand- lung des Herrn Dr. Bernstein, und hatte derselbe, trotzdem die Kasse des Sanitätsvereins die eingelaufenen Bons für den Patienten, welche die Höhe von 31 M. erlangteff, bezahlt hatte, deui Herrn Quandt eine Rechnung von 36 M. zugestellt. Der Vorsitzende hat sich diese Rechnung geben lassen und die auf dieser Siechnung angeführten ärztlichen Hilfeleistungen mit den einge- laufenen Bons verglichen; aus diesen nun war zu ersehen, daß Herr Dr. Bernstein sich zunächst von der Kasse bezahlen ließ, und sodann noch dem Mitgliede Quandt für dieselbe Leistung besagte Rechnung zustellte. Die Folge hiervon war, daß der Vorstand sich veranlaßt sah, Herr» Dr. Bernstein seiner Thätigkeit für den Sanitätsverein zu entbinden, indem er annahm, daß dieses nicht nur der Kasse, sondern auch den Mitgliedern zum Schaden sein könne. Die sich hieran schließende Diskussion, in welcher die Herren Hoffmann, I. Dietrich, W. Schmidt, Marks, Koopmann, scharf gegen eine solche Handlungsweise eines Arztes, welcher in der Arbeiterbewegung hinreichend bekannt ist, sich wandten, zeigte, daß die Mitglieder mit der Handlungsweise des Vorstandes sich einverstanden erklärten. Ferner giebt der Vorsitzende bekannt, daß in nächster Zeit öffentliche Versammlungen stattfinden sollen zur Agitation für den Sanitätsverein, welche im„Berliner Volksblatt" bekannt gemacht werden. Referenten für alle Krankenkaffen-Ver- sammlungen und auch Geiverkschafts-Versammlungen über den Zweck und die Ziele des Sanitätsvereins sind die Herren Julius Dietrich, Putzer, Fürstenbergerstr. 10, 3 Tr., Gustav Koopmann, Zuschneider, Wollinerstr. 69, 2 Tr., sowie der Vorsitzende de» Sanitätsvereins, Herr Paul Hundt, Adalbertstr. 4, Hof r. 4 Tr. Eine öffentliche Kn«»diener-U«rfi»ul»»lung fand am Donnerstag, den 31. Juli, unter Vorsitz der Kollegen Dopatka, Bartel und Alboldt in Feuerstein's Salon mit folgender Tages- ordnung statt: I. Vortrag und Diskussion. 2. Abrechnung der Kongreßkommission. 3. Wahl einer Agitationskommission und Ergänzungswahl der Preßkommisston. 4. Wie stellen wir uns zu einer Streik-Kontrolkommission? 5. Verschiedenes. Der Referent, Herr Stadtverordneter Vogtherr, hielt seinen Vortrag zur Zu- sriedenheit aller Anwesenden. Zur Abrechnung der siongreß- kommission erhielt Kollege Bendix als Obmann der Kommission das Wort und bemerkte, daß er die Abrechnung nicht geben könne, um so mehr, da er nicht gewußt habe, daß heute die Ab- rechnung stattfinden solle. Am Sonnabend, den 26. Juli, sei ihm erst die heutige Tagesordnung durch die „Einigkeit" bekannt geworden; ferner hat Kollege Dopatka ohne Wissen der übrigen Kommissionsmitglieder die heutige Ver- sammlung einberufen, mithin könne die Kommission nicht nbrech- nen. Ferner kritisirt Redner einige Kollegen wegen ihrer Saum- seligkeit und betonte, daß noch Gelder, sowie Listen(6 Stück) ausständen. Es entspinnt sich hierüber eine lebhaste, unliebsame Debatte, an welcher sich die Kollegen Hermann, Kuhntke, Grauer, Perlemann, Keßler und Dopatka betheiligen. Dieselben traten den Ausführungen des Kollegen Bendix entschieden entgegen. So bemerkten Kollegen Grauer, soivie Kuhntke, daß sie wegen dieses Punktes Rücksprache mit dein Kol- legen Bendix gehabt hätten, und daß derselbe sich damit einverstanden erklärt hatte, heute aber von nichts wissen wolle. Die Kommission, so führte Kollege Kuhntke aus, sei nur eigensinnig; die Abrechnung selbst könne doch nur einige Stunden in Anspruch nehmen. Während dessen war ein Antrag eingelaufen, welcher besagte, die Kommission solle sofort abrechnen. Dieser Antrag wurde mit Majorität angenommen. Die Kollegen Bendix sowie Werner erklärten nochmals leine Ab- rechnung zu geben, indem sie die heutige Versammlung nicht für kompetent erachteten. Auch über diese Ausführungen entsteht eine lebhafte, meist persönliche Debatte, an welcher sich die 5kollcgen Lambrecht, Dopatka, Grauer und Alboldt be- theiligen. Inzwischen war ein Antrag eingelaufen, welcher lautete:„Ich beantrage, der Kongreß-Kommission ihrer Aemter zu entheben und drei Kollegen zu wählen, welche deren Funktionen versehen und Listen, sowie Gelder, in Empfang nehmen. Auch hierüber entfaltet sich eine lebhaste Debatte, der Vorsitzende, Kollege Dopatka, erklärte rundweg über diesen Antrag nicht ab- stimmen zu lassen, weil derselbe nicht demokratisch sei. Die Kollegen Herrmann und Alboldt können sich den Ausführungen des Kollegen Dopatka nicht anschließen, und erklärte Kollege Herrmann, daß die heutige Versammlung eine öffentliche sei und der Vorsitzende verpflichtet ist, über jeden ein- gelaufenen Antrag diskutircn und abstimmen zu lassen. Kollege Dopatka bleibt bei seinen Ausführungen und der Antragsteller zieht unter Protest gegen das Verhalten des Vorsitzenden de» An- trag zurück. Alsdann wurde der Antrag des Kollegen Keßler zur Abstimmung gebracht; derselbe lautete: Die Versammlung spricht ihr Mißtrauen der Konareßkommission gegenüber aus, weil,1 dieselbe die Beschlüsse der Versamiulung nicht respektirt. Dieser Antrag wurde mit großer Majorität angenommen. Kollege Bendix erklärte nach dieser Abstimmung, daß es ihm ganz egal sei, ob man der Kommission ein Mißtrauensvotum entgegen- bringt oder nicht, der Tumult war deshalb ein derartiger, daß die meisten Kollegen es vorzogen, nach Hause zu gehen. Kollege Otto Köpke stellte den Antrag, die heutige Versammlung zu schließen und die noch nicht erledigten Punkte in einer anderen Versau»»- lung auf die Tagesordnung zu setzen; dieser Antrag wurde mit Stimmenmehrheit angenommen. Eine öffentliche zZ a ch erver samm 1»» g fand am Donnerstag, den 24. Juli, in der Königsbank, Große Frankfurterstraße, mit der Tagesordnung: 1 Der Zweck der Berliner Streik- Kontrolkommission. ß. Das neue Gewerbe- Schiedsgerichtsgesetz, 3. Die Macht der Presse, 4. Gewerkschaftliches, statt. Geleitet wurde die Versammlung von den Herren Pfeiffer, Schlüter und Wittesch. Das Referat über- nahm Herr Pfeiffer. Derselbe beleuchtete unter Hinweisung auf eine feste Organisation den Zweck der Streik-Kontrolkommission. Ohne Organisation sei es unmöglich, etwas Positives zu er- reichen, selbst mit Hilfe der Streik-Kontrolkommission. Redner forderteAlle auf, sich dem Verbände anzuschließen. Wenn dieses von der gesammten Arbeiterschaft beobachtet würde, dann würde auch bei einem etwaigenSircik dieUnterstützung nicht versagen.(Beifall.) Herr Nuoffer bemerkte, daß er schon im vorigen Jahre darauf hingewiesen habe, aber von den Kollegen zu wenig gehört worden sei. Herr Schlüter wies hauptsächlich darauf hin, daß gerade die Bäcker die größte Ursache haben, eine feste Organisation zu bilden, da gerade die Bäckerinnungen den Innungen anderer Branchen als Muster- bild hingestellt werden. Deshalb sei es jetzt an der Zeit, sich fest zu organisiren, um dem Protzen deS Unternehmerthums einen Damm entgegenzusehen. Der 2. Punkt wurde von der TageS- ordnung wegen schwachen Besuchs abgesetzt. Zum 3. Punkt sprachen wiederum die Herren Pfeiffer und Schlüter. Die Redner traten mit warmen Worten dafür ein, daß es Pflicht eines Jeden sei, für sein Fachblatt einzutreten. Jeder müsse dafür agitiren und für die Verbreitung sorgen. Letzterer Redner wies insbesondere auch auf die Arbeiterpresse hin. Gerade die Arbeiterpresse diene zur Ausklärung, und deshalb müsse Jeder, sowohl für das Fachblatt, als auch für die Arbeiter- presse agitiren, schon um deswillen, weil der§ 163 der Gewerbeordnung(neueste Fassung) nur den Agitator beträfe. Wenn jeder ein Agitator werde, dann falle das Gesetz in sich selbst zu- sammen.(Lang anhaltender Beifall.) Zu„Gewerkschaftliches" kam die Lage der Hamburger Ausgesperrten zur Sprache. Herr Pfeiffer forderte die Anwesenden auf, die Sache der Hamburger Ausgesperrten zu der ihrigen zu machen. Das Vorgehen der Hamburger 5!apitalisteu gehe nur darauf hinaus, die gesammte Arbeiterschaft zu unterdrücken. Die Hamburger Arbeiter wollen sich aber dem TerrorismuS des Kapitals nicht beugen, sie wollen sich ihrer staatsbürgerlichen Rechte nicht berauben lassen. Gerade die Hamburger Bauhandwcrker haben sich bei dem Bäckerstreik 1886' sehr opfermuthig bewiesen. Die Hamburger Arbeiter müssen pekuniär unterstützt werden.(Zustimmung.) Herr Schlüter erklärte, daß das Vorgehen der vereinigten Kapitalsmacht nur die Rache voin 20. Februar sei. Redner schloß mit einem dringenden Appell zur opferwilligen Hilfeleistung für die nothleidendeu Hamburger Arbeiter. In dem- selben Sinne sprachen auch die Herren Mauthey, Wengeis(Nicht- bäcker) und Fcnkel. Hierauf wurde folgende von Herrn Wittcsch gestellte Resolution angenommen: „Die heute in der Kölligsbank tagende Versammlung der Bäcker Berlins beschließt, den im Jahre 1888 gesammelten und sich in de» Händen des Herrn R. Hoppe befindenden Streikfonds(ca. 175 M.) den Hamburger Ausgesperrten zu bewilligen. Ferner beschließt die Versammlung eine Komnlission von drei Mann zu wählen, die das Geld von Herrn Hoppe in Empfang nimmt und der Redaktion des„Berliner Volks- Matt" übermittelt. Im übrigen erklärt sich die Versamm- lung niit den ausgesperrten Arbeitern solidarisch und per- pflichtet sich ihrerseits, alle Mittel anzuwenden, um den- selben zum Siege zu verhelfen." Zum Schluß beschloß die Versammlung am Dienstag, den 29. Juli eine neue Versammlung einzuberufen, die sich mit der- selben Sache beschäftigen soll. Reinickirndorf. Eine öffentliche Volksversammlung fand am Sonntag, den 3. August, im Restaurant Lüdicke mit folgender Tagesordnung statt: 1. Der Streik in Hamburg. Referent: Herr Pirch. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nachdem in das Bureau die Herren Wegen«, Meier und Duchatcau gewählt waren, hielt Herr Pirch seinen Vortrag. An der Diskussion be- theiligten sich die Herren Schäfer, Knauf, Thal und Brach sämmtlich im Sinne des Referenten.— Ein Antrag, welcher dahin ging, am Schluß der Versammlung eine Tellersammlung zu Gunsten der Hamburger Ausgesperrten zu veranstalten, wurde einstimmig angenommen.— Zum Verschiedenen stellte Herr Schäfer den Antrag, eine Lokalkommission für Reinickendorf, bestehend aus 3 Manu, zu wählen. Der Antrag wurde angenommen und die Herren Schäfer, Thal und Duchateau in die Lokalkonimission gewählt. Ferner wurde angeregt, in Reinickendorf Sammelstellen für gelesene Arbeiterblätter zu errichten; Herr Knauf, Seestr. 10, und Herr Schäfer, Pankower Allee 41, erklärten sich bereit, Arbciterblätter in Empfang zu nehmen. Darauf wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung geschlossen. ©vefie Lsscntlichr Zlcesamuil»»» sii>»»>ttichce i» der Jlrli-, UUiücn- >>»i> Z»r>chtr»z>rn»ch- beschäfUqten Sclbstsländtgcn, Gesellen und Mamsells. TaaeSocdnung: l. Bortraa dcS Stadiverordnctcn Fc.Zubi.nl.'i. TiStnsston. n. Aufnahmc neuer Mitglieder zum Verband. 4. Wie steilen sich die Berliner Kollegen ,um UnterstüvungSfondS hilssbedllrfligcr Kiirschner Berlins V o. Verschiedenes. - achurrci» der ptapicrarbriterluncn. Mtliinoch, den s. August er., bei Feuerstein, Alte Jatovitr. 75, Versammlung. Tagesordnung: Die Emanzipation der Frau. Referent: Mar Baginsli. 2. Tislussion. 8. Verschiedenes und Fragetasten. $Kt\t J,iollt»bGI)itt. Grosir vollisurrsaniinlung am Freitag, den 8. August, Abends n!( Uhr, im Böhmischen Brauhaus«, Landsberger Allee Nr. Ii— in. Tagesordnung: i. Bericht der liommisston. Referent: Herr JuliuS Türk. 2. Statulenberathung. a. Wahl des Vorstandes, der Revisoren und der Ordner. 4. Aufnahme von Mitgliedern, e. Verschiedenes. Gesang., T»r».»»d grsrUige herein» am Mittlvoch. Männer- gesaugvcretn„Jugcndlust" Abends 8% Uhr im Restaurant Passod, lilarten- strahe 102.— Männergesangverein„ffiiiclUa" Abends» Uhr im Resialirant Kopenlilerstr. 127».— Gesangverein„Männerchor Linde" itlbendS Uhr im Restaurant Hallcr, Naunynstrahe 70.— iRäimergesangveret»„SangcSsreude" AbondS 0 Uhr im Restaurant Musehold, LandSbergerstr. ai.— Gesangverein „Frcua" Abends 1»; Uhr im Restaurant Bcncils, Sroh« Hamburgerslr. in.— HttppertMe Säugervcreinigung jeden Mittwoch nach dein Ersten iin Monat, Abends 0 Uhr im Restaurant Heise, Ltchlcnbergcrstr. 21..—„Seeger'schcr Gesangverein" Abends n Uhr Im Restaurant Sßcurt, Blumenstrahe 48.— Gesangverein„Schwungrad" Abends sjj Uhr im Restaurant Saht», Annen str. in.— Mannergesangveretu„Lorbeerkranz" Abend» 0 Uhr im Restaurant Karsch, Oranlenitr. 190.— Gesangverein„Rord-Jubal" Abends« Uhr in Vettin'S BierhauS, Veteranenstr. in.— Gesangverein„Unverzagt" AbendS 9 Uhr Kijp- niclerstr. 127a bei Greving.— Männcrgesangverein„Schneeglöckchen" Abend» 9 Uhr im Restaurant Toberstein, Mariannenstr. 81—82.— Gesangverein „Sängerrunde" Abends 8% Uhr Buckowerstr. 9.— Verein„Sange-treue" im Restaurant Henkel, Brüderstr. 20 I. UcdnngSstnnde van Uhr Abends. — Gesangvereln„Bruderbund" Abends v Uhr bei ipäNoldt, Reichenberstr. 18. — Männergesangverein„Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr Sihnng im iüestau- ranl Stehmann, Melchiorstr. 10.— Gesangverein„Sud-Ost" Abends 8 Uhr bei Ziemer, Euvrystr. I«. Gäste willlommen.— Lubeckycher Turnverein(1. Lehr- iingS-Abtheilung) Abends 8 Uhr Elifabcthstr. 57— 08.— Turnverein„Weddma", Pankstr. 9. Männerabtheilnng von 8%— 18% Uhr Abends: desgleichen 1. Lehr- lingSablheilung von 8—10 Uhr Abends.—„Mehr Licht", Verein für Scherz und Ernst, Abends 8% Uhr im Restaurant Held, Fruchtstr. 86a.— Schlestscher Acre in„Holtel" Abends 9 Uhr im Restaurant Kehrt, Prinzen- strahe 188.— BergnüguugSverein„Fröhlichkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Säger, Grüner Wog 29.— Wifsenschaftlicher Verein für Rollerstcher Stenographie Abends 8% Uhr im Restaurant Beese, Alte Schönhauserstraste 42 Unterricht»nd UebungSsinnde.— Roller'scher Sienographenveretn Süd-Berlin Abend» 8% Uhr im Restaurant Prlnzenstr. 97, Sthung und UcbungSstunde— ArendS'scher Stenographen-Verein„Amicilia" Abends sx Uhr im Restaurant Behrend», Schönebergerstr. 8.— Arendsstcher Stenographenvercin„Philia" AdendS 9 Uhr im Restaurant„Wilhelmsgarten", Kochstr. 7.— Stenographische Gesellschaft ArendS im Restaurant Bürgergarten. Lindenstr. los. Unctilqelt- Itcher Unterricht und Uebung.— Berliner Rauchllub„Wrangel" Abend» r Uhr im Restaurant Foge, KLpntckerstr. isi.— Rauchllub„Havanna SO Abends 8% Uhr im Restaurant Paeholdt, Retchenbergerstr. 18.— Rauchklud Gemuthltchkett" AbendS 0 Uhr im Restaurant Achsel, Küpnirkerstr. 101.— mnud)ftub Sotumbin" Abends s% Uhr im Restaurant Beyer. Prinzenstr. 98, — Rauchllub„Frisch gewagt" Abends 8% Uhr im Restaurant Tempel. Brcs- lauerftr, 27.- Nauchtlub�„Bulkan" �Abends 9 Uhr im Restaurant Schulz, (0C(lT6[tt. 82,»MW» Sm a mjim»»WW»»W»»» � � �" Mi» W» Frieorich�" Abends fl I.________ WW_________ �|__ W�WWWWW Abends«Zi Uhr bei w. Thiel, Wienerfträste" es'"— Wesängvereiu" der Tapezirer Berlins, jeden Mittwoch Reitaurant Seydelstr, so, von 0— II Uhr Abends.— Unterlialtungsverein„Harmonie". Sitzung Abends<1 Uhr Dresdcnerstr. 118 bel SBetiM.- Tambourverein„Erelsior" sjj Uhr. Uebungsstunde bei Böhl. aspft suwfc ffsjsmim. ssseBn Floter'scher Gesangverein bei Musehold, Landsbergerstr. 31, AbendS 9 Uhr.— «artenHub„Kreuz-Dame", Abends 0 Uhr im Restaurant Mönch, Lichtenberg- Friedrichsfelde, Prinzcn-Allee 0.— Bergnügungsvercin„Kreuzfidel" im Rest. Dobersteln, Marianncnstrafie 31-32: Sitzung. Nach der Sitzung Tanz, Bor- träge-c. Gaste, durch Mitglieder eingeführt, willtommen.- Gesangverein „Steinnelke," Uebungsstunde von v-11 Uhr bei Müller, Gartenstrafie«3.- Gesangverein„Phönix", Gesangstund- o Uhr Stcinmeystr. 78.- Vergnüguugs- »crein„Immer lustig", Sitzung jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, bei Bartels, ZlbbUvcllstr. s. Gaste willkommen.- Geselliger Klub„Proletariat" lagt jeden Mütwoch Abend im Lokale des Herrn Magnan, Kraulstrabe 13. Gäste will- VriefkAflen dvv NedAkkion. «ei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Quittung beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht ertheilt. Fiir die ausgesperrt«« Kanhandwerker Kamv«rg« gingen ferner bei uns ein: Vom Ueberschuß der Geburtstagsfeier in der Pankstraße 6,30 M. 5 Löive'sche Arbeiter, Martinickenfelde, 4,50 M. Drei Klenipner aus dein Lohmühlenweg 2,40 M Ein guter Freund IM. Metallsargsabrik S. u. Ko. 14,95 M. Schwohl's u. Ko., Mühlcnstr. 8, 2. Rate, 5,70 M. Durch Surre, Mühlenstraße 8, 9,30 M. Zentralverein der Sattler, 2. Rate, 100,05 M. Gesammelt von den Nothmann'schen Arbeitern 4,25 M. Stammgäste Restaurant Hermersschmidt(Moabit) 9 M. Bautischlerei Schulstr. 50 5,50 M. Metallarbeiter Ackerstr., 2. Rate, 17,40 M. Neumann. Kesselstr. 22, 2,75 M. Baudrechsler, Markusstr. 50, 0,70 M. Von 14 Korbmachern und 2 Arb. aus Friedrichsfelde 7,60 M. Tischler von Rietze, Uorkstr. 50, 2. Rate 6 M. 2t. S. C. 9,50 M. Durch Arno Th. 4,25 M. Malerwerkstatt 2l. Heyersdorf 3,50 M. Schuhmacher von Wegel u. Secker 8 M. Tischlerwerkstatt Heese, Lindenstr. 93 3,55 M. Von den Arbeitern der Firma Gotthllf Frankel 8 M. Tischler von Witthaus, Mariannenstr. 7 1,80 M. Tagesverdienst einer Arbeiterin 3 M. Borstenarbeiter von Triivaks, Greifswalderstr. 54/60 2,50 M. Am Biertisch gesammelt von Siegmund 1 M. Tischlerwerkstatt von Weiß, Grunewald- straße 122 2,70 M. Bautischlerei von Broschnow, Bahnstr. 14, Schöneberg 5 M. Liste 899 4,55 M. Liste 847 6,65 M. Bau Wittmann, Stephan- und Stendalerstraßen-Ecke, 6,50 M. Tischlerei von Ladewig, Oranienstr. 189, 6,55 M. Straße A Nr. 96, Tischler, 5,75 M. Luxus-Papierfabrik A. M., 1. Rate, 24 M. Müller 1 M. Posamentier P. S., Einer für Alle, 1 M. Waschecht Roth 1,50 M. An einem Privat- Mittagstisch in lltixdorf gesammelt 6,50 M. Freie Vereinigung der Kartonarbeiter 15 M. Wrangelstr. 32 5 M. Einige Genossen von I. 7,25 M. Durch Hcrschleb, Adalbertstr. 4, 8 M. Der rothe 2lst 7,60 M. Tischlerwerkstatt E. Bormann, Zossenerstraße 10, 9,70 M. Von den Tischlern Rcichenbergerstraße 135 8,35 M. Neberschuß der Tellersammlung der öffentlichen Tapeziererver- sammlung 6,70 M. C. D., Schneider, 2 M. Tischlerei von Salzmann, Friedenstr. 43, 5 M. Weinstr. 8 gesam. bei Spät 1,55 M. Tischlerwerkstatt Breske, Fürbringerstr. 9, 5,90 M. Gustav Much 1,50 M. Schnipper aus dem 5. Wahlkreis 50 Pf. Filzschuharbeiter, Elsasscrstr. 6, 4,50 M. Colonel 18,85 M. Albold, Hausdiener, 50 Pf. Ambos 8,20 M. B. S. 50 Pf. ©. T. 1 M. Fachverern der Sattler, 2. Rate, 40 M. Werkstatt C. T., 2. Rate aus der Kasse 2 M. Durch Prinz von 7 Hausdienern 4,25 M. Von 2 jungen Kaus- leuten 1,90 M. 4 Schwager und keine Schwägerin 2,60 M. Durch Kampf zum Sieg 10,35 M. Piefke's erste Fahrt 1,10 M. Tischlerei von Gerts, 2. Rate 5,10 M. Klempner der Nomun- macher'schen Werkstatt 5,05 M. E. Krieger, Fürbringerstr., 1 M. H. I. und E. Z. 0,80 M. Möbelfabrik F. B. u. Ko., Alte Jakobstraße 18—19, 40,70 M. Arbeiterschweiß, Oranienstraße, 2. Rate, 16,45 M. 2t. S. IM. Tischlerwerkstatt Max Schulz u. Ko., Alte Jakobstr. 130, 9,75 M. Buchdruckerei u. Buchbinderei Ottov.Holten 11,40 M. Tischlereiv. Willers, Stallschreiberstr.32, 9M. Werkstatt, Franzstr. 53, 3,50 M. Einige Aristokraten von S. u. H., Markgrafenstraße, 18,40 M. 6 Metallarbeiter R. K. 4,50 M. Montagsavend der 5kaufleute 5,50 M. Lederarbeiter und Tischler von Kann, Luckauerstr. 7, 2,50 M. Von einigen Kollegen der Sattlcr-Werkstatt von Demuth, 3. Rate, 3 M. Sattler stamm tisch 2,25 M. Klempnerei Schiveigler, Kurfürsten str. 15, 2 M. Tischlerei Schaub und Franz, 3. Rate, 2,25 M. Tischlergesellen v. Müller, Prinzessinnenstr. 24, 2,25 M. 4 rothe Frauen H. St. P. R. 1,75 M. Mostrichweiße 1,25 M. Schwarze Bruder bei dem Pinselwirth, Lindenstr. 20, 4,75 M. Tischler, Po lirer, Drechsler und Bildhauer, Grüner Weg 30, 5,20 M. 90. 6. Schmiede 6,50 M. Tischler, Polirer und Tapezirer bei Pfaff, 4 Tr. 24,75 M. Rauchklub Gr. W. 10 Mark. Liste 3982, Zimmerliste, Pianofabrik Gohrs u. Kallmann 10,95 Mark. Liste 3983. Gehrs und Kall- mann 2,40 M. Liste 3841, gesammelt Gehrs und Kallmann 7,70 M. Anstalt von 2lberla durch Hendrichs, 2, Rate, 11,45 M. Einige Kurdelstcpper 2,40 M. Arbeiter der Kästner'schen Leder- waarenfabrik 14 M. Konsum der H. S. Hermann'schen Buch- druckerei 50 M. Steiudrucker und Schleifer 2,25 M. Stein- drucker, Schleifer und Buchbinder von I. Miesler, Louisen-User Nr. 44, 6,05 M. Bei der verregneten Nachtpartie des Gesangvereins„Senefelder", Ertrag für einen Storch 10 M. Fachverein der Weber durch Listen 821—825, 1. Rate, 20 M. Schneider 1,50 M. Freidenker 1,80 M.Hagelsbergerstr. 52 d. Pehlkeabgel.,2R., 17,15 M. Ueberschuß der TeUersammlung der öffentlichen Versammlung der Steindrucker, Lithographen und Berussgenossen 12,52 M. Arveiter der Möbelfabrik von Gebr. Wegener, Oranienstr. 185, 8 M. Vom Tischler 2lpitz am Sviintag bei Senftleven in Johannisthal beim Kopp verspielt 1,14 M. Tischlerwerkstatt von Heinrichs, Oranien- straße 23, 2. Rate, 3 M. Liste 827, gesammelt in der Bäckerei Thier 8,10 M. Mehrere arbeitslose Buchdrucker 3 M. Von Bäckern in der Grenadierstraße gesaminelt 11,50 M. Durch Bäcker Lehmann gesainmelt 7,45 M. Durch Bäcker Most 2,50 M. Durch Zeitungsspediteur Schmidt gesammelt 9,75 M. Böttcherwerkstelle Mette, Muskauerstr. 46 3 M. Gesaminelt durch Lorbrochski, Frieden- straße 53 4,50 Mk. Spiegelrahmenfabrik von Mester, Manteuffel- straße 12,05 M. Tischler Rothensleen, Lasse und Mahlmann 6,95 M. Gesammelt bei Heymann und Schmidt 17,25 M. Berichtigungen: In Nr. 179 soll es statt Gohsicke 6,25 M. heißen Gehricke 5,25 M. Von Maurern am Bau Jnvaliden- straße 144 sind nicht 30,75 M., sondern 20,75 M., eingezahlt worden. Statt Eisenbahnstr. 11 8,40 M., soll es heiße» Eisenvayn- straße 11 Tischlenverkstatt von R. Bachmann 8,40 M. Statt von A. Behse seinen Nichtsnutzigen 2 M., soll es heißen von A. Bebel seinen Nichtsnutzigen 2 M. Bei Frister und Roßmann soll es statt Saal 35 Saal 37 heißen. Weitere Beiträge nimmt gern entgegen die Expedition Beuthstr. 3. K. M. 1000. Dr. Reiche, Leipzigerstr. 46. Alte« Genosse 61. Soviel wir wissen, hat dieses Gewerk eine eigne Berussgenossenschast. M. J., Diedenhoferstraße. 1. So lange die Ehe nicht geschieden, hastet die Frau für die Schulden des Mannes. 2. Sie dürften die Beilagen in unserer Erpedition erhalten. Schadcmih. Wenden Sie sich an Herrn Kämpe, Hutmacher, Georgenkirchplatz 3. G. M. pallisadenstr. Formell ist die Ausweisung Ihres Freundes ivegen der erlittenen Vorstrafe zulässig. Wir können aber nicht daran glauben und würden eventuell zur Einlegung der Beschwerde an den Oberpräsidenten rathen. Prinzen-Allee 37. Berlin. 100 G. I, Ihr Vater muß für Sie den Offenbarungseid leisten. Im Falle der Verweigerung könnte Haft beschlossen werden. 2. Wir wissen nicht, wo das Kind geboren ist und welches örtliche Recht zur Anwendung kommt. Nach preußischem Recht kann der Vater das Kind von dessen vierten Lebensjahre an zu sich nehmen, sofern nicht dag Vormundschastsgericht im Interesse des Kindes Anderes anordnet. 3. Die einzelnen Alimentenrückstände verjähren in 4 Jahren. 4. Ebenso Gerichts- kosten. 5. und 6. Das kann Ihnen nicht genommen werden. 7. Wenn die Ihnen von einem Dritten geborgte Uhr gepfändet wird, so kann der Dritte deren Freigabe verlangen, nöthigenfalls im Wege der Jnterveutionsklage. 3. Schließen Sie vor Ihrer Verheirathung die Gütergemeinschaft aus und sichern Sie sich den Beweis dafür, daß die einzelnen Gegenstände Ihnen von Ihrer Frau in die Ehe gebracht worden sind. E. L.» Friedenstr. Ein Mitglied der Orts- Krankenkasse kann, abgesehen von einem Wechsel der Beschäftigung, freiwillig nur nach Kündigung austreten. Dieselbe muß spätestens am 30. September zum 1. Januar erfolgen, und das Mitglied muß vor dem 1. Januar dem Kassenvorstande den Nachweis führen, daß es Mitglied einer dem§ 45 des Krankenkassen- Gesetzes ent- sprechenden freien Hilfskasse geworden ist. Wir habrfi' � jedes Jahr im September durch einen täglich gebrachten � aus die Bedeutung des 30. September hieraus aufmerksam 5 und werden dies auch in diesem Jahre thun. Depel'chett. (Molffs Trlegravhen-Kur-au.) i(. Helgoland. 5. August. Der Gouverneur macht so � kannt, daß die Uebergabe der Insel am 9. d. M. e,rfoI?'L., M Ueber die Zeremonie und die Stunde der Uebergabe, st», die.Reit seiner Abreise seien näbere Bestimmungen noch n l Social W.,— 1 der Appellhof ausgesprochene 6monatliche Gefängnißstrase, ermapig».-�t über denselben verhängte Geldbuße auf 3000 Frks.». nll{ Laveisstöre verhängte Gefängnißstrase wurde aufgehoben u. seine Verurtheilung zu einer Geldstrafe von 3000 iF■ stätigt. die Zeit seiner Abreise seien nähere Bestimmungen troffen. Paris. Dienstag, 5. August. Im Prozeß gegen die« des Metanx" bestätigte heute der Appellhof die gegen® jj, ----—--........■ ermäpigte 13. Ziehung der 4. Klasse 182. Königs. Preuß. Lotterie. „ Liehuiitz vom 5. August 1890, Vormittags. lim dl« Sewinne iiticr 210 Mari Nnd den deiregiude» Rümmer» i» Par-Uide>e beigeiiige- fiOdue(ileroäljt.) 19 32 133 276 86 99[1500] 432 610 726 859 71 943 1132(3000) 72 287 822 88 518 28 756 57 829[300] 911 30 59 2089 438 62 530 93 628 91 789 827 917 3051 93 143 68 200 374 639 1500) 51 808 17 18 983 4317 55 11500) 59 73 448 610 40 96 752 811 26 26 910 79 5096 137[15001 256 88 394 429 54 555 86 700 81«048 153 257 473 92 770 853 917 97 7057 207 41 53[300] 371 77 115001 427 616 Gl 98 744 815 53 8015 17 96 147 246 385 413 85 675 934 93 0002 3 292 643 701 30 875 946 62 91 I«249 67 86 420 11500] 88 725 943 1 1035 89 227 578 762 74 897 18095 129 479 541 652 859 990 1 3055 179 228 31 330 518 68 649 76 720 14033 135 295 517 20 99 662 69 709 976 13088 115 46 204 CS 80 440 07 679[30001 846 970 1O60O 818 909 60 17020 26 40 96 107 221 36 87 91 301 58 447 65 541 609 716 31 818 932 47 XS079 106 218 60 53 81(600) 318 78 414 73 13001 586 653 836 62 976 10110 81 295 398 439 43 72 534[3000] 603 68 742 92 93 806 *«014 205 302 4 77 485 550 81 758 86 861*1192 237 11500) 83 96 383 583 85 699 733 864 91*2018 40 145 476 78 611 730 805 19 937[3000] 63 93*3070 203 375 613 51 781 85 953 97 3 4017 49 215 13001 37 328 462 7 2 623 24 53 15001 71 959*5062 143 52 213 23 361 74 83 623 43 69 731 836 59 91 915 33[5001 44 53 54 97*0130 93 437 539 49 720 62 731 67 908*7003 60 262 351 450 591 623 835 45 87 *S11S SO 324 416 581 686 91 715 842 934*«074 125 57 80 237 41 [30001 381 448 514 686 115001 952 :i«104 78 217 54 59 94 389 96 601 6 39 51 809 66»1154 338 796 827[1« OOOJ 95 956»*042 138 304 10 79 616 760[3001 99 825 900 »»826 578 789 931 92»4028 128 40 304 68 534 84 707 95 936»5076 259 532 612»«156 211 362 409 82 504 Gl 837 58 15001 3 7379 565 782 882 906 40»«137 47 288 419 25 44 97 564 732 816 67 3*030 15001 81 139 249 915 42 4«212 57 75 680 837 88 97 957 90 4 1 088 141 272 352 87 507 627 13001 708 819 932 4*003 100 71 SO 262 88 332 49 478 511 32 720 922 4 3023 15001 59 109 297 409 607 972[3001 44010 24 255 74 364 82 410 34 1500) 63 98 712 829 81 95 4 5060 332 43 74 693 1500) 759 839 58 940 4(1058 166 201 36 83 87 314 Gl 422 30 648 734 15001 916 47172 360 417 509 33 618[300] 836 917 61 99 4*013 38 177 387 695 768 869 947 59 49011 40 57 69 107 8 241 79 392 496 575 658 706 50040 155 470 514 604 891 51035 41 67 192 209 71 406 10 705 802 44 5*077 149 428[15001 40 84 520 80 651 91 719 808 68 79 948 5 3019 44 137 219[3001 396 402 15001 509 27 65 656 701 25 27(5001 826 978[5001 54028 54 148 69 286 348 490 91 532 HSOOOi 93[15001 688 750 78 813 55110 71 238 75 359 559[300] 712 33 889 923 5 0231 51 60 359 96 415 511 638 65 988 5 7046 82 196 290 327 29 668 880 5*049 373 451 60 98 634 79 724 44 827 918 59261 377 432 646 600 [6001 89 917 60 ««124 75 86 470 606 749 831 967 01295 385 457 99 672 702 86 862 964«■4001 143 264 316[300] 445 513 697 712«»053 263 73 323 69 411 77[5001 617 58 74 130001 680 81 748 837 922 130001 31«4085 147 204 97 584 722 37 820 15001 920«5013 72 78 119 54 250 341 659 91 802 39««030 393 660 704 874«7084 206 7 71 370 544 634 hO 16001 821 904 60 1600)«*027 341 98 442 578 030 717 838 944[15001 65«»061 100 467 840 53 70U2 247 11 81 399 618 800 53 974 7 1016 188 235 46 59 304 49 427[15001 594[15001 600 855 7*303 33 73 96 468 539 855 70 945 7»020 125 220 94 372 409 623 83 15001 131 886 950 7 4032 316 13001 424 621 124 964 75217 41 71 354 841 87 7«06S 548 74 641 804 77172 216 387 570 82 603 18 95 793 872 115001 950 7*054 98 113 39 245 306 483 92 504 35 96 668 87 7*000 60 414 779 *«000 58 17.8 79 82 251 15001 387 513 650 61 776[3001 8 1 000 25 42 62 91 167 290 340 434 36 64 561 670 83 739 898 954*2001 12 277 [3001 302 10 84 450 515 684 705 22 29 60 833 54 85 966 88*3001 1301'Ol 290 370 71 520 34 606 815 8 4013 87 128 97 287 11500] 397[3001 434 522 74 842 89*5013 19 129 35 529 78 036 84 777 877*«073 173 201 13 11«0001 451 511 622 38 86 9-1*7142 293[50 001 97 348 537 71 819 28 975 8*055 180 275 429 72 569 610 62 78 810*»010 68 95 292 357 644 772 804 27 999 *«003 97 116 13001 50 432 65 509 603 31 67 829 60 921»1343 65 93 659 842 86 913»*072 13001 247 11500] 72 79 378 039 704 68 77 86 928»»0,0[3001 132 50 93 232 36 437 99 510 52 776»4097 131 311 15 31 497 540 621 53»5011 48 69[3001 159 290 92 319 28 39 86 13. Ziehung der 4. Klasse 182. Königl. Prenß. Lotterie. LietzUNg«(IN 5. August 1880,•»jotbuiltlng«. flu» dl« Scwliiu» über* IO Vlart liub de» eeKtilm«» SiumnKM In PaeeiUbt« beigtiugU (Dbiie iSem.ib;.) 81 34 233 308 465 594 853 61 150001 82 983 1131 212 426[15001 60 89 531 731 832 49 924 75*018[1500] 38 III 45 60 240 57 366 130001 93[300! 467 613 59 6 7 88 792 864 966 89»014 42 54 56 84 86 IUI 1600] 36 60 248 430 44 612 810 78 927 34 4272 314 501 90 614 784 993 5009 120 130001 69 73 218 3ol 609 625 88 868 87«026 72 91 167 315 614 752 97 850 7480 584 822 73 84 901[15001 44 88*066 15 00«! 85 Hl 33 90 302[15001 76 81 476 500[15001 46(30001 669 74 790 810 .903 27 68»070 147 252 66 693 744„ 1«218 36 96 349 93 414 93 740 999 1 1001 92 121 84 418 511 733 824 37 89 939 1*042 49 72 85 128 371[3001 409 60 633 729[5001 62 816 1»049 72 158 367 433 561 67 687 736 970 1 4031 286 338[3001 46 420 59 657 717 20 822 15362 619 27 702 50 917 10219 25 301 426 671 81 756 802 94 945 83 1 7042 152 327 530 616 93 850 95 1*125 335 413 95 552 58 622 63 93 870 947 l»ü73 83 149 74 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