s• �r* 181' Donnerstag, den 7. Angnst 1890. 7. Jahrg. Organ für die Interessen der Arbeiter. scheint Das„Berliner Volksblatt" .(Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) «'NW* Kreuzband, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oesterreich-Ungarn ___ 2 Marl!, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. MMMWWMZN Sonn- und Festtagen bis 9 Ul,r Vonmtlags geöffnet. -* Lernsprccher: Amt VI. Ur. 4106.«' Nedakkion: Vvukhpkvatze S.— Expedition: Venthpkenlze 3. ?le, sächsische Arveiter-Jeitnng" Mtd wtti quanti. * Die Erfolglosigkeit des Sozialistengesetzes hat unseren �gnern stets große Kopfschmerzen bereitet. Da die Hoff- ungen, die sie auf dasselbe gesetzt, niit jedem Jahre seiner �auer immer mehr zusammenschrumpften, erwarteten sie Zufälligkeiten ihre Rettung und ihr Heil. Seit Jahr nd Tag klammerten sie sich nunmehr an die Hoffnung Mer Spaltung der Partei und suchten ängstlich nach jedem schein von Bteinungsverschiedenheit, um ihn zu einer ge- layrdrohenden Krise auszupuffen. Dieses Suchen unserer Gegner nach Differenzen nahm dem Augenblick au, wo feststand, daß das Sozia- ''tengesetz falle, einen krankhaften Charakter an. Mit ner- °cher Gier untersuchte man die Spalten unserer Blätter, irgend ein Symptom zu entdecken, das die Hoffnung ?,uf Spaltung rechtfertige und suchte es, oft zum Er- Alflen in unseren eigenen Reihen, mikroskopisch zu ver- Lrößery und ins Riesenhafte aufzubauschen. Kein denkender Parteigenosse, der diese gierige Hoff- auf Spaltung und diese bliudwüthige Sucht, in "sere eigenen Reihen Verwirrung zu tragen, nicht kannte. Uni so mehr gebot jedem Einzelnen das Partei- Interesse, nichts zu thun, was den Glauben und die Öffnungen unserer Gegner zu rechtfertigen schien. Damit soll und kann nicht gesagt sein, daß da, wo � k I i ch e Meinungsverschiedenheiten bestanden, diese M ausgefochten, oder wo Fehler begangen wurden, diese ftirf �isirt wurden. Das hieße alles Parteileben er- I und zur Versumpfung bringen. Am allerwenigsten � eine lebens- und kampfesfrohe, den höchsten Zielen �.Menschheit zustrebende Partei, wie die Sozialdcmo- s. tle' einen solchen Zustand vertragen oder auch nur Wb aber Meinungsverschiedenheiten ausgefochten und g.s.. ll�übt werden soll, nmßte das offen und ehrlich sich � mußte Dinge und Personen, um die es lenLr�elte, bei Namen nennen und so jedem Ge- Sin« beben, sich Klarheit zu verschaffen und dem begriffenen die Möglichkeit, sich zu vertheidigen. ab«- fc Einfachsten Regeln eines ehrlichen Kampfes sind �erschiedenseitig nicht beachtet worden. Mi-rt r � geraumer Zeit ist in einzelnen Blättern eine Nur p Kritik an den Parteizuständen geübt worden, die sried fXhen ließ, daß man mit diesem und jenem unzu- sei, ohne daß es auch dem aufmerksamsten Leser »ach», v«rbol«n.l Fettilleron. [13 junior und Visier senior. Von Alphon se Daudet. Aus dem Französischen von Ludwig K n o r r. diach. le der junge, elegante George neben Sidonicn saß, ganz den Eindruck, als wäre er ihr natürlicher i»> wahrend der immer ruhige und bescheidene Risler frlcira � Urnnde der Loge, ganz zn der dunkel gekleideten Oper,»,, die aussah wie eine Dame, die inkognito den N,i i"ball besucht. Aac{,rln'm Hinausgehen reichte jeder der beiden Assozies seiner 'nbem'Jsiiden Arm. Eine Schließerin sagte zu Sidonie, klechp cl,c George meinte Ihr,„Gemahl"...... und die ffnau strahlte vor Vergnügen. Ihr Gemahl! ist bri„lü cuifache Wort genügte, um sie ganz außer Fassung ""d in der Tiefe ihres Herzens eine Menge böser daz cv"n wach zu rufen. Während sie die Korridore und EhyÄ �''durchschritten, betrachtete sie Risler und Madame ihr die vor ihnen gingen. Die Eleganz Klaras schien fnb f;,™. die plumpe Haltung Rislcrs gänzlich vernichtet ich sich:«Wie häßlich muß ich aussehen, wenn den, gi?'hin gehe!" Und dann pochte ihr das Herz bei l n?" au das reizende, glückliche Paar, das sie iind �erjss. oromoilt abgegeben hätten, dessen Arni jetzt bei der � mig des ihrigen erbebte. fv® dann der blaue Wagen an dem Portal erschien, "ionts abuiholcn, sagte sie sich zum ersten Aiale, dieser Anklagen möglich war, zu erkennen, gegen welche bestimmte Personen, Handlungen oder Einrichtungen diese nörgelnde Kritik sich richte. Man sprach und spricht von vorhandenen Differenzen und wiederholt dieses Wort von allen Seiten, ohne bisher auch nur anzugeben, worin denn diese Differenzen eigentlich bestehen, und durch wen sie hervorgerufen wurden. In dieser Art Kampfweise hat sich insbesondere die in Dresden erscheinende„Sächsische Arbeiterzeitung" her- vorgethan, die seit geraumer Zeit fast keine Woche vorüber- gehen ließ, ohne durch den einen oder anderen ihrer Artikel mehr oder weniger versteckte Angriffe gegen die Fraktion und die Zustände in der Partei im Allgemeinen zumachen und dadurch zu einer wahren Fundgrube für die sensations- lüsterne gegnerische Presse wurde. Ich kann mich hier auf eine ausführliche Darlegung der Einzelangriffe des Blattes, von welchen aber kein einziger offen und gerade auf sein Ziel los ging, nicht einlassen. Das würde mich nicht nur zu weit führen, ich halte es auch für überflüssig, weil ich nächster Tage Gelegenheit haben werde, vor den Partei- genossen von Dresden und Umgegend und den Redak- teuren und Eigenthümern des Blattes meine Anklagen zu begründen, außerdem wird sich der Parteitag mit dieser Angelegenheit zu beschäftigen haben. Der Hauptangriff, den das Blatt brachte, enthielt die Nummer 81 vom 28. Juli in einen, Artikel, betitelt „Der erste Oktober", gegen den sich meine Erklärung in der Nummer 173 des„Berl. Volksblatt" richtete. Als Ver- fasser dieses Artikels hat sich laut Erklärung im„Berliner Volksblatt" Herr Bruno Wille bekannt. Seine Erklärung hat wenigstens den Werth für die Parteileitung, daß er sagt, er habe nicht beleidigen, son- dern nur kritisiren wollen. Aber ich bedauere, daß er dann eine Form geivählt hat, die objektiv betrachtet, aus eine Beleidigung der Parteileitung hinauskommt. Nicht allein haben alle Genossen, mit denen ich über die Sache gesprochen, diesen Eindruck bekommen, insbesondere hat auch die Art, wie die gesanimte gegnerische Presse jenen Artikel verwerthete, über diesen Eindruck keinen Zweifel gelassen. Herr Br. Wille erklärte ausdrücklich, daß er in ein Wespennest greife ans die Gefahr hin, von den Wespen, in deren Nest er greife, gestochen zu werden. Dieses Bild ist deutlich. Er wendete sich dann in seinen Ausführungen gegen die Parteileitung, also auch gegen mich. Er bezeichnet als Wirkungen des Sozialistengesetzes für die Parteileitung, daß das persönliche Element vielfach vor das fach- liehe getreten sei, daß persönlicher Ehrgeiz und private Interessen zuweilen über Gebühr zur Geltung ge- daß diese Frau ihren Platz einnähme, und daß sie ein Recht habe zu versuchen, diesen Platz zurückzilerobern. III. Die Brauerei in der Rue Blondel. Seitdem Risler verhcirathct war, hatte er die Brauerei nicht mehr besucht. Es würde Sidonie Vcrguügci, bereitet haben, wenn ihr Mann des Abends in eine feine Gesellschaft oder einen reichen und noblen Klub gegangen wäre; der Gedanke aber, ihn in diesem Pfcifenqnalm bei seinen früheren gnten Freunden, dem Sigismund Delobcllc und ihrem Vater zu ivisscn, machte sie unglücklich und demüthigte sie. Darnm ging Risler nicht mehr hin, ob- gleich es ihm einige Ueberivindnug kostete. Dein, die in einen, versteckten Winkel von Paris gelegene Brauerei war für ihn eine Art Andenken an die Heimath. Ter geringe Wagcnvcrkchr, die Erdgeschosse mit den hohen vcrglttcrtcn Fenstern, der hübsche Geruch von Droguen und Apotheker- ivaaren verliehen der kleinen Rue Blondel eine gewisse Aehn- lichkcit mit manchen Straßen in Basel oder Zürich. Der Besitzer der Brauerei war ein Schweizer und seine Gäste fast nur LandSlcnte. Wenn man die Thür öffnete, sah man einen mit Tabaksqnalm angefüllten, von den rauhen Leuten des Nordens widerhallenden niedrigen Saal. an dessen Decke Schinken hingen, und ans dessen mit handhohci, Sägespähnen bestreuten Fußboden eine Reihe von Fässern aufgeschichtet war, während ans den Schenttischcn große Schüsseln rothen Kartoffelsalats und Körbe mit frischen, selbstgebackenen Bretzeln standen, deren goldgelbe Oberfläche mit Salz bestreut war. Zwanzig Jahre lang hatte Risler dort seine— Pfeife gehabt, eine lange Pfeife, deren Platz am Pseisenständcr der langten, daß die Korruption in die Partei g e k o m m e u s e i. Das sind Vorwürfe so starker und beleidigender Art, daß derjenige, der sie ausspricht, auch verpfichtet ist, sie zu beweisen. Insbesondere erwarte ich, daß diese Anklagen, die stärksten, die man gegen ehrenhafte Männer, die sich be- wüßt sind, jeder Zeit nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt zu haben und die Parteigeschäfte in den zwölf Jahren unter dem Sozialistengesetz ohne den geringsten persönlichen Vortheil führten, auf dem Porteitttg bewiesen werden. Weil diese Anklagen nicht bewiesen wurden, habe ich den harten Ausdruck in meiner Erklärung mit voller Ab- ficht gebraucht, und ich werde ihn auf dem Parteitag wiederholen, falls der Beweis für die erhobenen An- schuldigungen ausbleibt, oder dieselben nicht zurückgenommen werden. Genau wie mit der Anschuldigung, daß die Korruption in der Partei herrsche, steht es mit den Anschuldigungen von Autoritätenherrschaft, Personenkultus und Llliquen- wesen. Auch hier erwarte ich für diese von verschiedenen Seiten erhobenen Beschuldigungen den Beweis, wer sie begünstigt oder großgezogen hat, und durch welche Mittel sie hervorgerufen wurden. Es dürfte sich einmal wieder zeigen, daß bei dieser Art Anschuldigungen auf gar mancher Seite kleinlicher Neid, unbefriedigter Ehrgeiz und ein gut Stück Demagogie die Motive bilden. Aber nicht genug mit diesen Anschuldigungen Uezlch- tigte man die Parteileitung auch, lächerlich genug, die freie Meinungsäußerung in der Partei zu unterdrücken, und das Verschwinden sogenannter„unabhängiger Blätter"(sie) wie der„Volks-Tribüne" und der„Sächs. Arbeiter-Zeitung" herbeiführen zu wollen. Ich traute meinen Augen nicht, als ich das las. Welche Lügen müssen speziell unter den Berliner Ge- nossen kolportirt werden, wenn Herr Bruno Wille sich zu solchen Behauptungen versteigt. An diesen Behauptungen ist auch nicht ein wahres Wort, und es ist gelinde gesagt eine Leichtfertigkeit ohne Gleichen, sie in die Welt zu setzen, ohne den Schatten eines Beweises. Welche Taktik die Parteileitung bisher der Partei- presse gegenüber beobachtet hat, darüber können die Partei- blätter selbst doch nicht im Zweifel sein. Man trete mit Beweisen hervor, wo die freie Meinungsäußerung der- selben, sei es durch die Fraktion, sei es durch den Fraktionsvorstand, beeinflußt wurde. Die Parteileitung hat sich bisher von jeder Einmischung in die Gründung wie in die Leitung der Lokalpresse fern gehalten; sie Stammgäste mit seinem Namen bezeichnet war, zwanzig Jahre lang hatte er dort seinen Tisch in Gesellschaft seiner ebenso ruhigen, schweigsamen Landsleute gehabt, die den langen Diskussionen Telobcllc's und Chebc's bewundernd zuhörten, ohne ein Wort davon zn verstehen. Nachdem Risler die Brauerei nicht mehr besuchte, waren diese Beiden, ans gnten Gründen, auch nicht mehr hingekommen. Vor allem wohnte Herr Chebe jetzt zn entfernt. Dank der Frei- gebigkcit seiner Kinder war der Traum seines Lebens nun in Erfüllung gegangen.„Wenn ich reich sein werde", pflegte der Kleine in seiner traurigcn'Wohnung in, Marais zu sagen, so werde ich für mich allein ein Haus vor den Thoren von Paris, fast ans dem Lande, bewohnen, mit einem kleinen Garten davor, den ich selbst pflegen und knltiviren werde. Das wird meiner Gesundheit zuträglicher sein, als die be- ständigen Aufrcgnngen der Hauptstadt. Jetzt besaß er nun ein solches Haus, aber Vergnügen hatte er sicherlich nicht davon. ES lag in Montronge dicht vor den Wällen.„Ein kleines Schweizerhaus mit Garten" hieß es im Grundriß, dessen viereckiges Stück Karton eine fast genaue Vorstellung der Räumlichkeiten des Hauses gab. Die Tapeten waren neu und i», ländlichen Geschmack, der Anstrich noch ganz frisch. Eine Wassertonne neben einer mit wildem Wein be- wachscncn Laube ersetzte den fehlenden Teich. Zu diesen Vorzügen kam noch hinzu, daß eine Hecke diese Besitzung von einem andern„Schweizerhansc mit Garten" trennte, in welchem der Kassirer Sigismund mit seiner Schwester wohnte. Für Frau Chebe war dies eine sehr werthvolle Nachbar- schaft. Wenn sich die gute Frau langweilte, trug sie ihr Strickzeug in die Laube der alten Jnngscr, der sie mit den hat auf alle an sie ergangenen Anforderungen ge- antwortet: Sie lehne es prinzipiell ab, sich in die Gründung von Lokalblättern einzumischen; sie überlasse es den Ge- Nossen der einzelnen Orte, ob sie Blätter gründen wollten oder nicht, sie übernehme weder eine Verantwortung noch könne sie Mittel dazu gewähren, die überhaupt für solche Zwecke nicht gesammelt seien. Diese Antwort ist in den letzten sechs Monaten in einer ganzen Anzahl von Fällen ertheilt worden, und ich fordere jeden auf, auch nur eine einzige Thatsache anzu- führen, die diesem widerspräche. An den Untergang der„Berliner Volks-Tribüne" und der„Sächsischen Arbeiter-Zeitung" hat bisher in der Parteileitung kein Mensch gedacht, weder ist hier noch in der Fraktion hierüber verhandelt oder beschlossen worden, und es ist frivole Verdächtigung, wenn das Gegentheil behauptet wird. Was nnch speziell betrifft, so habe ich kurz vor Schluß der letzten Reichstagssession in einer Konferenz mit Ber- liner Genossen, welcher auch die Abg. Auer uild Singer beiwohnten, dem Genossen Wildberger auf seine Aeußerung: man(d. h. die Berliner Genossen) würde wohl die „Berliner Volks-Tribüne" eingehen lassen, geantwortet: daß ich dazu gar keinen Grund sähe, ich wüßte nicht, was der Fortexistenz der „VerlinerVolks-Tribüne" entgegen st eh en solle. Nun vergleiche man mit dieser Aeußerung die Aus- führungen Wille's, und man wird nur zustimmen, wenn ich sage: es nmß in Berlin Leute geben, die systematisch gegen die Fraktion und Parteileitung Hetzen und sie ver- leumden, daß sich Anschauungen, wie sie Wille in seinem Artikel entwickelte, bilden konnten, die das genaue Gegentheil von der Wahrheit sind. Sehr charakteristisch aber ist, daß die„Berliner Volks- Tribüne" den Artikel Wille's in der„Sächsischen Arbeiter- Zeitung" nachträglich und zwar, wie mir mitgetheilt wurde, auf Wunsch derselben Genossen zum Ab- druck bringen und zu dem ihrigen machen mußte, zu welchen ich die oben angeführte Aeußerung bezüglich des Fortbestandes der„Berliner Volks-Tribüne" machte. Das wirft ein eigenthümliches Licht auf die Berliner Parteiverhältnisse und giebt zu denken. Herr Wille sagt nun weiter, und die„Volks-Tribüne" und die Magdeburger„Volksstimme" sagen das Gleiche: fein Artikel habe den Zweck gehabt, eine prinzipielle Er- örterung hervorzurufen. Ich habe in seinem Artikel nichts Prinzipielles gefunden. Was er kritisirte, sind Personen, die er für Zustände verantwortlich macht, die sie nicht geschaffen, sondern die ihnen aufgezwungen wurden. Was ich ihm aber ganz besonders vorwerfe, ist die verletzende Art dieser Kritik� die unmotivirten Anklagen, die er erhebt und zwar in einem Augenblick, wo der be- stehende Zustand zu Niemandes größerer Genugthuung sein Ende erreicht, als zur Genugthuung derer, die Herr- Wille angreift. Daß die Parteileitung selbst in dem Augenblick, wo eine andere Ordnung der Dinge in der Partei möglich war, die Gelegenheit ergriff, mit entsprechenden Anträgen vorzugchen, das beweisen die Anträge und Vorlagen, die sie der Fraktion machte und die in den mittlerweile er- folgten Veröffentlichungen zur Kenntniß Aller gelangten und zum Theil noch gelangen werden. Ich muß annehmen, daß Herr Wille von diesen Plänen einigermaßen unterrichtet war, wie ich das gleiche von den Redaktionen derjenigen Blätter voraussetze, die in dieser Sache gegen die Parteileitung das Wort er- griffen. War das nicht der Fall, dann war es nicht weniger unverantwortlich, den Streit zum Gaudium unserer Gegner und zum Schaden unserer Partei vom Zaune zu brechen. Erzählungen ihres früheren Reichthuncs instrnirte. Leider kannte ihr Gatte nicht derartige Zerstreuungen. In der ersten Zeit ging alles gut. Es war Hoch- sominer. Herr Chebe rannte in Hemdsärmeln umher und besorgte die Einrichtung. Der kleinste Nagel, der im Hause einzuschlagen war, gab zu endlosen Debatten Ver- anlassung. Ebenso ging es im Garten. Anfänglich wollte er einen Garten im englischen Geschmack anlegen mit immer- grünen Rasen, gewundenen Gängen und dichtem Gesträuch. Aber der Teufel wußte, warum das dichte Gesträuch so lauge Zeit zum Wachsen brauchte. „Wahrhaftig, ich hätte Lust, einen Obstgarten daraus zu machen," sagte der kleine, ungeduldige Mann. Nun träumte er nur von Gemüsebeeten, Bohnenreihen und Pfirsichen am Spalier. Ganze Vormittage hockte er im Garten herum, sich den Schweiß von der Stirn wischend und runzelte in Gegenwart seiner Frau die Brauen, nur um von ihr zu hören: „So ruhe Dich doch ans... Du arbeitest Dich ja zu Tode." Schließlich gestaltete sich der Garten zu einem Gemisch von Obst und Gemüsegarten, halb Park, halb Küchen- anpflanzung und wenn Herr Chebe nach Paris ging, vergaß er nie eine Rose aus seinem Beete in das Knopfloch zu ftccfcil. So lange das schöne Wetter anhielt, unterließen die guten Leute nicht den Sonnenuntergang hinter den Festungswällen, die laugen Tage und die gute Landluft zu bewundern. Bisweilen sangen sie des Abends bei geöffnetem Fenster zusammen und angesichts der Sterne, welche zugleich nnt der Laternen der Ringbahn aufblitzten, gerieth Ferdinand in eine lyrische Stimmung... Als aber die Regenzeit kam, wo man nicht aus dem Hause gehen konnte, welches Elend gab es da! Wie sehnte sich Frau Chebe als eingefleischte Pariserin da nach den engen Gäßchen des MaraiS, nach den (S:':-r.v zu dem Markte der Blaue-Monteaux, und den Kaufleucen im Viertel. Von ihrem Arbeitsplatze am Fenster, von wo sie Alles beobachten konnte, übersah sie den kleinen feuchten Garten, in dem die verblühten Kressen und Wiiiden sich wie ermüdet Eine Information zu erlangen war leicht möglich, wenn man den guten Willen hatte. Wurde sie verweigert, so konnte man seine Anklage erheben, eher nicht. Und nun noch ein Wort gegen die Magdeburger „Volksstimme". Spricht Wille von der„Korruption" in der Partei, so spricht der Redakteur des zuletzt genannten Blattes, ein mir unbekannter Herr Hans Müller, in sehr geschmackvoller Weise von den„Krebsschäden" der Partei, von den„eiternden Geschwüren am eigenen Leibe". Liest nian diese und ähnliche von sittlicher Entrüstung strotzenden Ausfälle dieses Herrn, so müßte man glauben, in der Partei hätten bis jetzt Lumpen und Gauner das Regiment geführt, und es sei eine wahre Wohlthat für die Partei, daß Herr Hans Müller, der bis vor etwa 8 Wochen noch Student in Zürich war, glücklich entdeckt und auf den Redaktionsstuhl der Magdeburger„Volks- stimme" als Netter in der Roth berufen wurde. Ich rathe dem Herrn, den mir nähere Bekannte von ihm als einen von großem Selbstgefühl beseelten jungen Mann schilderten, sich ein wenig zu mäßigen. Diejenigen, die er heute der„Leisetreterei" beschuldigt, haben schon zu einer Zeit im Vordertreffen der Partei gestanden, als er noch die ersten Höschen trug oder noch nicht einmal ge- boren war, und Herr Hans Müller hat erst noch zu bc- weisen, daß seinen großen Worten auch die entsprechenden Thaten folgen. Damit genug. Alles übrige in Halle. Dresden-Plauen, den 5. August 1890. A. Bebel.. polifirrfie Mvbevstchk. Die zahlreiche Hetheilignng französischer Gelehrten an dem m c d i z i n i s ch e n K o n g r e ß in Berlin und die Herzlichkeit des Verkehrs mit ihren deutschen Kollegen liefert einen neuen Beweis dafür, daß der Chauvinismus, welcher nach dem täglichen Gekrächze der Bismarck'schen Preßgcicr die herrschende Stimmung im„wilden Land" sein sollte, eine fromme Lüge war, gemacht zu dem Doppelzweck, die Unentbehrlichkeit des„großen Staatsmannes und die Roth- wendigkeit des Militarismus ack oculoa zu demonstiren. War es damals schon falsch, was die Reptilpresse über Frankreich schrieb, so hat, seit der„große Staats- mann" auf seine erste wirklich„friedliche Mission" nach Friedrichsruhe geschickt und seine Reptilpresse, gleich ihm, abgedankt worden ist, und seit infolge dessen das pöbelhafte Gehetze eines großen Theils der deutschen Presse auf Frankreich aufgehört hat, die Stimmung bei unseren westlichen Nach- barn sich noch wesentlich gebessert; die Franzosen beginnen den durch das Gebahren der bismarck'schen Hetzpresse er- zeugten Glauben, sie würden bei erster bester Gelegenheit von Deutschland überfallen werden, allmälig abzustreifen und gewöhnen sich immer mehr an den Gedanken, daß zwischen Deutschland und Frankreich dauernde friedliche Be- ziehnngen hergestellt werden können. Und das ist ein sehr großer Gewinn. Seltsam ist es, daß die einzige Zeitung in Frankreich, welche systematisch gegen Deutschland hetzt, und die Deutschen in jeder Weise auf's Gehässigste verlästert, ein sog. Arbeiter- blatt ist, welches sich noch obendrein seiner„radikalen" und „revolutionären" Gesinnung rühmt. Wir reden vom „Parti ouvrier", dem Organ der französischen Possi- bilisten, die feigcnblattlose Regierungspartei geworden sind, und ihren Prinzipienverrath hinter„revolutionären" Kraft- Phrasen und„radikalem" Gcschimpf auf Deutschland im Allgemeinen und der deutschen Sozialdemokraten im Be- sonderen zu verstecken suchen. Es versteht sich, daß das französische Regierungsblatt den deutschen Regierungs- und Bourgeoisblättern die bekannten Spaltungsmärchen nach- druckt. „Erzähl« Er nur»veiter, Herr Zlrian!" möchte man mit dem alten Liede dem Exreichökanzler znrnsen, meint die „Frkf. Ztg.", denn mag er in Friedrichsruh reden oder nach Hamburg schreiben lassen, immer kommt ein Beitrag zur Geschichte zu Tage, der das politische Charakterbild des Gestürzten ver- vollständigt und damit dem Volke das richtige Verständniß für von selber von den Stöcken lösten; die lange, gerade Linie der immer grünen Wälle und etwas entfernt an einer Straßenecke den Halteplatz der Pariser Omnibusse, auf deren Schildern alle Punkte ihrer Strecke in verlockenden Lettern geschrieben standen. Jedesmal, wenn sich einer der Omnibusse in Bewegung setzte, folgte sie ihm mit den Augen, wie ein Beamter in Caycmre oder Nmuca dem nach Frankreich zurückkehrenden Dampfschiffe nachblickt, so, machte sie im Geiste die Fahrt mit; sie wußte, an welcher Stelle er halten, wo er langsam umwenden und dabei die Fenster der Läden streifen würde. Als Gefangener wurde Herr Chebe schrecklich. Im Garten konnte er jetzt nichts mehr thnn. Des Sonntags waren die Festungsivälle verlassen, so daß selbst die Ge- legenheit mangelte, unter den Arbeiterfamilien, die im Grase ihr niitgebrachtes Mahl verzehrten, einher zu stolzireu, als Nachbar in gestickten Pantoffeln und mit dem Aussehen eines reichen Eigenthümcrs von Gruppe zu Gruppe zu wandeln. Gerade das fehlte ihm am meisten, weil er von der Sucht verzehrt wurde, von andern Leuten bemerkt zu werden. Seitdem wußte er nicht mehr, ivas er anfangen sollte; da er Niemanden hatte, vor dem er sich zeigen konnte, der seinen Plänen und Erzählungen, dem Berichte von dem Unfall des Herzogs von Orleans zuhörte— ein gleiches war ihm, wie man sich erinnert, in seiner Jugend passirt — so überhäufte der unglückliche Ferdinand seine Frau mit Vorwürfen:„Deine Tochter hat uns ausgestoßen..... Deine Tochter schämt sich unser."..... Man hörte immer nur:„Deiue Tochter!"----„Deine Tochter!" Denn in seiner Erbitterung verläugnete er Sidonien, indem er seiner Frau allein die Verantwortung für dies mißrathene unnatürliche Kind zuschob. Daher war es für die arme Frau Chebe eine wahre Erleichterung, wenn ihr Mann in den Omnibus stieg, um Dclobelle aufzusuchen, der immer zum Bummeln bereit war und dein er all seinen Groll, den er gegen seine Tochter und seinen Schwiegersohn hegte, anvertrauen konnte. Auch der berühnite Dclobelle grollte Risler und sagte gern über ihn:„Er ist ein Lump." Der große Mann hatte nämlich erwartet, als Glied der die„großen Männer» erschließt. Das Neueste incher BismAZ Literatur ist die Znrückiveisung des an die ri« Schmoll- und Grollstimmung gerichteten Vorwurfs, es f Mißgriff des Kanzlers gewesen, den ganzen letzten Ww � von Berlin geblieben zu sein, sie lautet— auch ckj Bismarck'schen Stil kennzeichnende falsche Inversion ffv I darin— wie folgt:. „Wenn der damalige Reichskanzler nach Verlln gf wäre, so hätte er sich nothwendig über die sozialen Frag � sprechen müssen. Er würde das Sozialistengesetz eirerg treten und das in Geltung befindliche als unzulänglich 9 f � haben. Er wäre dadurch amtlich mit den damals' sozialpolitischen Ansichten des Kaisers in Widerspruch 6 und darf deshalb angenommen werden, daß es dem Kaisers entsprochen habe, wenn Fürst Bisinarck an der tags-Diskussion sich nicht betheiligte."„< „Wirthschaft, Horatio, Wirthschaft! Man stelle daß der leitende Staatsmann sich Monate laiig von der Betheiligung an den Geschäften fernhält, weil er sich � spruch mit den vom Kaiser vertretenen Ansichten weiß. �. läßt, was in solcher Lage politisch ein Gebot der). Ehre war, er stellt nicht das Verlangen: Entweder wiro Sozialpolitik die Richtung inne gehalten, für die ich«.itV antwortlichkeit vor dem Parlament und vor der Weu i 5 nehmen im Stande bin, oder ich erbitte mir den Abschu weise die Verantivortung denen zu, die sie tragen wogen er hütet sich,„amtlich" mit den Ansichten des Kaisers m spruch zu treten und bleibt, er denkt auch gar mcht dar, gehen, als das Sozialistengesetz, das er verschärft wissen zu Falle kommt. Er bleibt, bis an anderer Stelle der reift, daß dieses Bleiben vom Uebel sei, bis das Emtuw � gcsuch von ihm gefordert ivird. Die historische G»»- „eiserne" Wille, zusammengeschrumpft auf einen greif Trieb der Erhaltung der Macht, endlich gar auf ei_ � klammern an die äußere Form der Herrschast— das m,0"- sti der Herrlichkeit des Säkularmenschen. So hat wieder einw Nemesis ihres Amtes gewaltet.. ßJ Da» Celed über die Eeiverbegerichte wird in neuesten Nummer des„Reichsanzeiger" veröffentlicht.( Immer lauglam vorn»! Unter dieser Ueberschrist w die„Bolks-Ztg.": Am Sonnabend, den 2. d. M., wurden s � auch den Hilfsarbeitern im kaiserlichen statistischen eln» � Quittungen über die nachzuzahlenden Gehaltszulagen� M.. lausende Etatsjahr zur Unterschrift vorgelegt, und es dursw mehr noch im Laufe dieses Monats die-Auszahlung eis � Die Zulagen betragen 5 pCt., gleich 20 Pf. pro Tag, 1 j( Diäten jetzt 4,20 betragen. Daß bei einer täglichen Arbe i. von 7 Stunden ä 60 Pf. bisher nur 4 M. bezahlt worden 1' rechtfertigt sich daraus, daß den Hilfsarbeitern von„„t eine Frühstückspause gewährt wurde, welche das Amt sog?*.je 30 Pf. hätte in Abzug bringen können. Da man auch E Zukunft auf das bisherige Wohlwollen rechnet(andernfalls w j sogar 10 Pf. pro Tag zurück zu zahlen), so herrscht wieder e eitel Lust und Freude unter den Hilfsarbeitern. Man nw � sogar von einem Fackelzug mit Ständchen oder dergief indeß wird die Angelegenheit vorläufig noch sehr dtslrei handelt.. ß Ei» falsches Zitat. Fürst Bismarck gab neulich: seiner berüchtigten Interviews folgende Anekdote zum oq � „Als einmal einem französischen Herzoge die Hosschranzea Menge Volks zeigten, welche ihn zu bewillkommenen KM � war— so antwortete er:„Ah, rnon eher, ils seraient ev> bien plus nornbreux s'ils etaient yenus rne voir.„st Meine Feinde, scheint es, denken, daß diese angenehme toU � für mich gekommen ist, und alle triumphiren vollzählig.••' (Ach mein Lieber, sie wären noch zahlreicher, wenn sie j wären, um mich hängen zu sehen.)— Run— Fürst»is». ü täuscht sich in seinen Freunde». Sie freuen sich alle, daß und so lebt. Wer hätte ihn moralisch so gründlich todtsaMu können, als er selber, der lebendig Tobte, es besorgt? Uebri» ist die Anekdote ganz falsch erzählt. Nicht ein französischer Hstj.i that jene Aeußerung, sondern der große englische Staatsmann. Republikaner Oliver Cromwell. Als er, ans einem steg*�ß- Fcldzug zurückgekehrt, von einem seiner Begleiter bei dem S(t artigen Volksempfaug beglückwünscht wurde, antwortet« � lächelnd:„Wenn wir nach dem Galgen geführt würden, w* noch mehr Leute da.". Der„Ehrettschloffermeister". Auf dem„fünften deutf-L Schlossertag", der kürzlich in Halle tagte, herrschte, wie ans% Berichten hervorgeht, eine recht gehobene Stimmung. Hatte s der jetzige Landwirth und Privatier in Friedrichsruh, der Reichskanzler in Berlin,»nttheilen lassen, daß er seine vor eime, Zeit seitens des Borstandes des Verbandes der Schlofserinnuns erfolgte Ernennung zum„ E h r e n s ch l o s s e r m e i st er" a"L nehmen gerube. Bismarck als Ehrengröße der Schlofserinnun� meistcr ist kein schlechter Gedanke. Hat er sich doch im Schw�, „vortrefflicher" Fesseln für die Arbeiterbewegung und im!vo vom Finger- 'Opsen die Rede war, in erster Instanz zu 26 M. Geldstrafe oder Haft und die Kosten. Wegen Beleidigung des Gemeindevorstands Bonih «.*•-wegen �,.......j....3................................. ,,,'so, begangen durch Aufnahme eines Geineinderathsberichtes, zu 20 M. Geldstrafe oder 4 Tage Haft und die Kosten. 8. SBegm Beleidigung der Fabrikanten Konradi und Friede- mann in Limbach durch Aufnahme eines Inserats, wo das Wort Mgelogen» vorkam, zu 86 M. Geldstrafe oder 8 Tage Hast und mo Holten. 4. Der Strafantrag mehrer Fabrikanten in Grüna, welcher Men Ausnahme eines Artikels in welchen sie sich beleidigt �'gestellt war, wurde zurückgezogen. ,o. Wegen Ausnahme eines Inserats„Boykott" über das Gast- "Stadt Chemnitz in Mittweida betr., wurde vom Bürgermeister Goldenberg eine Gefängnißstrase von 14 Tagen verhängt, auf Mrcm ormt«novtrfit«Nittweida Cgmg wieder''hergestellt/ Die' eingelegte Revision des Ver- mtheilten hatte keinen Erfolg. Es blieb bei 14 Tagen Gefänglich, 'che der Verurtheilte jetzt verbüßt hat. Tc>g° ��egm groben Unfugs begangen durch em Inserat am IktUüvJl vuv|uy� o»"»J i fOOge nach der Reichstagswahl, worüber ein christliches Glaubens- 'iJ'ool in Gestalt eines i sich befand und darunter das Wort I',,«oll" stand, vom Amtsanwalt zu Burgstädt durch Strafbefehl ein? M. Strafe oder 12 Tage Hast und die Kosten. Die . ,90'egte gerichtliche Entscheidung hatte keinen, dagegen die ein- »o'ogle Berufung Erfolg. Walther wurde kostenlos freigesprochen. rj,'■ Wegen Druck eines Boylottflugblattes nach Siegmar bei Lomnitz zu 25 M. Strafe und die Kosten. >8. Wegen Druck eines Flugblattes nach Plauen i. V., tN miir rm die Staatsanwaltschast ein Vergehen gegen§ 131 erblickte, "MO wegen eingetretener Verjährung Freisprechung erfolgen. � 9- Ein Strafantrag der Amtsamvaltschaft zu Burgstadt .Wo» Uebertretung durch Herstellung einiger Eingaben scheint rückgezogen zu sein.._ v Daß die Kosten und Geldstrafen sich stark in die Hunderte kaufen, ist selbstverständlich. Run, wer hat Lust, abzulösen? v. Wir glauben in der Veröffentlichung vorstehender Strafen oii!„weis erbracht zu haben, welche Zeitungen es sind, die, sich A« Befahren aussetzend, für die Interessen ihrer Leser kämpfen. iu>„"nd Arbeiterinnen, verbreitet diese Thatsachen und werbet "o Anhänger. yn.,?ochuur, 4. August. Nicht geringes Aufsehen erregen hier ein h»"'igen der„Westf. Volkszeitung" über die Besteuerung „...«Anzahl Industrieller. Das Blatt führte bislang 12 Personen einr�.- g's«atspersone», Stadtverordnete, Mitglieder der Steuer- »'schatzungs-Komniissio», die eine außerordentlich geringe Staats- ko>i,�.. Niinunalstcuer im Verhältniß zu ihrem wirklichen Ein- Zs"'"0n entrichten. Es kommt dabei nicht etwa eine zu niedrige ."Ichähiing um ein paar Stufen in Frage, sondern es handelt ßers gowaltige Unterschiede und bedeutende Summen. Die der svnen sind z. B. in der 17., 7., 16., 8., 9., 3., 2. Steuerstuse ' ckonimensteuer und müßten ihrem wirtlichen Einkomme» SV N' der 33., 28., 27.. 26., 18., 12., 10. Stufe stehen; es sind jolr 9anz große Differenzen vorhanden. Leute, die 864 M. bojA' sollten 9000 At. entrichten, Leute mit 824 M. Zahlung lit! M. u. f. w. Dabei treffen die Enthüllungen nur national- • UPVrtT/» � i l r»»•-_ rv.. s. Ti».! AfY/*, rt it tritt die ijc 0 M. u.]. w. �avei ire gen oie isniynuung'-u«»»» v«°o Leute; nltramontane und sreisinnige Industrielle i Verden gOn dem katholischen Blatte geschont. Am krassesten tritt die Me bei dem Generaldirektor des„Bochumer Vereins" Geheiin- M und Staatsrath Baare in die Erscheinung. Dieser Ehren- ßMgor Bochums zahlt 864 M. Staatssteuern und hätte seiueui > Mommon nach 9000 M.(!) zu bezahlen. Bei der Gepflogen- des genannten Herrn, Alles, was seine Person betrifft. Mnigfl zu berichtigen, wenn nur ein Buchstabe nicht stimmt, . P wohl, da bislang kein Dementi erfolgte, die allerdings recht nooqueu.e Enthüllung ihre Richtigkeit haben. Bereits in den f.?" der„W. A." angeführten 12 Fällen belauft sich das Minus f'r- d>e Staatskasse auf fast 20 000 M. pro Jahr, für die Stadt- Ein netter Beitrag zur Moral- " lchichte der Bourgeoisie! b Siisscldorf. Die Auflösung des hiesigen Vuchbinder-Fach- xsoiiis ist auf Grund folgender fürchterlicher Thatsachen erfolgt: ?.„"rch die Wahl„sozialistisch gesinnter" Personen in den Vor- s ond und durch die Berufung solcher Personen als Redner, ferner ..urch den Anschluß an den Verband, dessen Vorstandsmitglieder K'iutlich als„sozialdemokratische Agitatoren" bekannt sind iliid Organ die„sozialistische" Buchbinder-Zettung i,t. hat der g°,,ochte Verein„seine Hinneigiing zur Sozialdemokratie" dar- Endlich hat der Vorsitzende in einer Fcstversainmlung ,.W Kampfe der Arbeiter gegen das Kapital aufgefordert ic. und B Rede ist von der Versammlung mit EiithusiasmuS und oorholtem Bravo ausgenommen worden." Schrecklich. Eiuberufer einer Uolkaverfaminluna»>- Luveil! l."'°o polizeilich eröffnet, daß der in Aussicht genommene Rcfc- Wo Rüget, zuvor seine Staatsangehörigkeit nachzuiveifen - Mit ivclchem Stecht das geschieht, bleibt im Duulcln. Ztg.Mainz, 5. August. Bei der hellte Vormittag stattgehabten lotbl Zweier Landtags- Abgeordneten waren von den gewählten H o Wahlmäunern nur 112 erschienen, welche die Herren ixranz ß und Karl Ullrich einstimmig wühlten. Ans Gberfchlesiett, 4. August. Im„Oberschles. Anzeiger" wird festgestellt, daß in den letzten acht Tagen über Wussoky- Brzig bei Myslowitz 5000 Menschen mit Mehl aus Oesterreich über die Grenze gekommen sind. Hat nur Jeder 3 Kilo ein- gebracht, so sind 15 000 Kilo Mehl eingeführt worden. Das giebt zu denken! Gekerreich-Unglkrn. Neichenberg, den 3. August. Von den ivegen der Wiesen- thaler„Glasarbeiter-Exzesse" augeklagten 87 Personen wurden nach 17 tägiger Verhandlung 80 zu Kerker- und Arreststrafen in der Dauer von zwei Jahren bis zu einer Woche verurtheilt und sieben Angeklagte freigesprochen. Das in Brünn bestehende A r b e i t e r k o m i t e e hat einen Aufruf zur Theilnahme an dem im Herbste stattfindenden Kon- gresse sämmtlicher Textilarbeiter Oesterreichs er- lassen; als Versaminlnngsort wird Brünn vorgeschlagen. In düstern Farben schildert der Aufruf die Lage der einzelnen Ar- bciterbranchen der Textilindustrie. Sich als Weber zu bekennen, bedeutet das Zugeständniß der größten Armuth. Die Quälender Familien der Hausweber sind derartige, daß man sagen kann, das Leben einer solchen Weberfamilie ist aus lauter Roth so zu- sammengewebt, ivie ihre Webwaaren aus Garn. Und ein be- dauernswertheres Geschöpf als die Frau des Hauswebers giebt es nicht auf der Welt. Ebenso ergeht es den Fabrikarbeiterinnen. Die Tagesordnung enthält folgende Punkte:„Besprechung der Lage der Arbeiter in der Textilindustrie."„Erzielung einer Besserung."„Welche Organisation ist anzustreben?"„Siegelung der Fachpresse." Frankreich. Vor einigen Tagen hat das„Wolff'fche Telegraphenbureau" eine siiminarische Depesche über die Erhebung verbreitet, welche die Arbeiterschutz-Kommission der französi- s ch e n Kammer über die E i n f ü h r u n g d e s M a x i m a l- arbeitstages in Frankreich vornimmt. Nach dieser Depesche konnte es scheinen, als sei die Umfrage zu Ungunsten des Maximalarbeitstages entschieden. Nichts ist aber unrichtiger, als dies. Erstens kann die betreffende Erhebung noch gar nicht als abgeschlossen gelte»; denn von 100 000 Fragebogen, welche die Kommission lediglich an Pariser Arbeiter aussandte— die Departements kommen erst später an die Reihe—, gelangten bis jetzt nur 7454 an sie zurück, so daß noch rund 90 000 Antworte» ausstehen. Man sieht daraus, welchen Sinn es hat, aus dem Ausfall der wenigen eingetroffenen Antworten Kapital schlagen zu ivollen. Selbst wenn man aber mit diesen Zlntworten etivas anfangen will, muß man sie besser wiedergebe», als es das offiziöse Telegraphenbureau that. Nur 1850 derselben sind kurzweg gegen einen gesetzlichen Maximalarbeitstag; alle übrigen 5604 Äiitivorten, also die große Mehrheit, erklären sich mit der gesetzlichen Regelung des Arbeitstages für erwachsene Arbeiter einverstanden. Wenn die noch ausstehenden Antworten sich nach demselben Verhältniß vertheilen, so wird die Erhebung sehr zn Gunsten des Maximalarbeitstages ausfallen. Nur über die Stundenzahl, welche für's Erste als Maximalarbeitstag fest- gesetzt werden soll, gehen die bejahenden Antworten, wie ganz natürlich, auseinander. 1767 derselben verlangen acht Stunden, 3566 sind mit 10—11 Stunden zufrieden. Jedenfalls ist diese Meinungsverschiedenheil über die Begrenzung des Maximal- Arbeitstages kein Grund gegen das Prinzip desfelben, und jeden- falls wird man den Schluß der Erhebung abwarten müssen, ehe man versucht, etwa die Weglassung eines Maximal-Arbeitstages in der deutschen Arbeiterschutz-Novelle durch Stimmungsberichte aus dem Ausland zu rechtfertigen. Schließlich darf nicht ver- schwiegen werden, daß gewichtige Einwendungen gegen die Methode der Erhebung vorgebracht werden, welche die Arbeiter- schutz-Kommission vornimmt. Die orgauisirten Arbeiter beschiveren sich nämlich darüber, daß die Fragebogen nicht an die Fach- vereine, sondern direkt in die Fabriken geschickt ivürden, wo die Aufseher und Meister statt der Arbeiter die Antworten nieder- schrieben. Vielleicht berücksichtigt die mit dem wichtigen Gegen- stände beschäftigte ttommission des französischen Parlauieuts noch diese Beschiuerden; dann kann aus der Erhebung wirklich etwas sehr Interessantes iverden. Paris, 6. August. Das englisch- sranzösische Abkommen bezüglich der Abgrenzung in Afrika ist gestern unterzeichnet worden. Spanien. Madrid, 6. August. In den Provinzen Valencia und Toledo sind gestern 127 Cholerasälle vorgekommen, darunter 62 mit tödtlichem Ausgange. Kalkanliinder. Heber die r u s s i s ch e G e h e i m p o l i z e i i n R u m ä n i en veröffentlicht der Bukarester„Telegraful" Artikel, aus denen wir folgendes entnehmen: Der Chef derselben ist der Spion Miszenko, der trotz seiner 63 Jahre noch ein rüstiger Mann und geiviegter Diplomat ist. Die Frau desselben ist jene Dame, welche unter dem Name» Madame Wassilieff und unter dem Vorgeben, ihren verschollenen Sohn zu suchen, seit Jahren das westliche Europa bereist, um dort die russischen Kolonie» zu überwachen. Beide haben mit ihrem„Berus" ein ansehnliches Vermögen erworben, doch schwebt Miszenko in ewiger Furcht, ermordet zu werde». Seine Wohnung in Bukarest ist stets dreifach verschlossen, außer- dem wird sie von zwei großen Doggen bewacht. Auf der Straße wird er niemals gesehen, nur in zwingenden Fälle» fährt er des Abends im geschlossenen Wagen ans. Gleichwohl ist er sehr arbeitsam, da er unablässig Berichte für den Minister des Innern fertig stellt. Für Telegramine erhält er aus Petersburg eine Chiffre, welche auch Herr Hitroivo in Bukarest nicht kennt; auch die Geldmittel für sich und' seine Agenten gehen Miszenko direkt von der russische» Regierung zu, welche durch ihn sogar das eigene Gesandtschastspersonal überwachen läßt. Es komme vor, daß Miszenko auch Agenten und Spione Hitrowo's in seinen Sold nimmt, um auch diesen zu beaufsichtigen. Besonders ver- düchtig sei der russischen Regierung der Sekretär Hitrowo's, Ladejinscki, der zwar wegen seiner guten Beziehungen zu den höheren Bukarester Geseltschastskreisen unentbehrlich sei, aber doch im Verdacht stehe, liberale Anschauungen zu hegen.— Der „Telegraful" druckt sodann eine Anzahl von Briefen Miszenko's ab, welche dieser an einige seiner früheren Agenten geschrieben habe, und worin der Charakter desselben so unsauber erscheint, wie ihn nur ein Spitzel besitzen kann. Amerik rt. V u e n o s- A y r e s, 5. Aug. Der Minister des Aeußere» und der Finanzininistcr haben gleichfalls ihre Entlassung ge- geben. Paris, 6. August. Wie aus Buenos Aires hierher gemeldet wird, hat Präsident Celman seine Demission gegeben. Paris, 6. August. Nach weiteren aus Buenos A i r e s eingelangten Meldungen hat der argentinische Senat die Annahme der Demission des Präsidenten Celman veriveigert, worauf dieser das Anerbieten seines Rücktritts zurückzog. In parlamentarischen Kreisen zirlulirt nach denselben Vteldungen eine Ministerliste, welche die Llamen Levalle, Costa, Jrojoyen, Lastra, Agote enthält. Asien. Nach einer Depesche der„Times" aus Shanghai zerstörte eine aiiL Soldaten und Bauern besiehende Menge die nach Lutai führende Eisenbahn unter dem Aorivande, daß dieselbe die verheerenden Ueberschwemmungen verursacht habe. Die Be- Hörden wären diesen Ausschreitungen gegenüber unthätig geblieben. MvboitevbeMeMNM. Von der Saar, 31. Juli, wird der„Frkf. Ztg." geschrieben: Bis jetzt hat sich Herr von Stumm bei den verschiedensten Gelegenheiten stets als ausgesprochener Gegner der Arbeiter- ausschüsse bekannt; wie Friedrich Wilhelm IV. kein Blatt f apier zwischen sich und seinem Volke haben wollte, so wollte vnig Stumm keinen Arbeiterausschuß zwischen sich und seinen Arbeitern, beinahe hätten wir gesagt Unterthanen. Jetzt aus einmal vermeldet er, daß er beschlossen hat, die Knappschafts- Aeltesten als offiziellen Arbeiterausschuß sungiren zu lassen. Daß diese Aenderung von den berufenen Vertretern der Knappschaft einstimmig genehmigt worden ist, liest sich sehr hübsch; welcher Vertreter hätte auch wohl dem Herrn gegenüber„nein" sagen mögen? Aber was heißt überhaupt ein solcher Ausschuß? Auf den staatlichen Gruben wählen die Arbeiter Ausschußmitglieder wenigstens aus ihrer Mitte, also Leute, die selbst mit ihnen ar- beiten, die mit ihnen Roth leiden und mit ihnen sich wohl- befinden. So wird aber auf der Neunlirchener Hütte nicht ge- wählt. Die Knappschafts-Aeltesten bestehen nicht nur aus Ar- beitern, sondern auch aus deren Vorgesetzten; die sogenannten Meister können gewählt werden und werden vielfach gewählt, also eine Art von Beamten, die ein festes Gehalt beziehen und denen es gleichgiltig ist, ob der Arbeiter etwas mehr oder weniger verdient, die vor allen Dingen nicht fragen: Was thut dem Ar- beiter noch, dessen Interessen wir hier vertreten sollen? sondern: Was wünscht unser Herr und Gebieter, vor dem wir sie vertreten sollen? Und wenn der eine oder andere dieser Meister wirklich vorhaben sollte, die Interessen des Arbeiters dem Herrn gegen- über zu vertreten, vor dem ersten Stirnrunzeln des letzteren würde seine Absicht in Nichts zerstieben. Die Meister sind jedenfalls das allerungeeignetste Material zur Bildung der Arbeiterausschüsse, da sie auch schon in ihrer sozialen Stellung sich weit über den gewöhnlichen'Arbeiter erhaben dünken. Auch die Stellung in der Kuappschast ist für die Meister eine ganz andere, wie für die Arbeiter. Da sie als fixirte Angestellte im Krankheitssalle kein Krankengeld aus der Kasse erhalten, sondern ihr Gehalt fort- beziehen, so ist auch ihr Beitrag zu den Kosten ein geringerer, und schon deshalb sollten sie gar nicht wahlberechtigt sein, weil doch die Gleichheit der Rechte und Pflichten die erste Grund- läge für das Wahlrecht bei einer solchen Hasse ist, und weil zur Vertretung bestimmter Interessen die Jnteressirten selbst jeden- falls stets am geeignetsten sind. Wenn schon die Bergarbeiter über die Wirksamkeit der Arbeiterausschüsse vielfach enttäuscht sind, so daß unter den Delegirten selbst nicht geringe Lust besteht, ihr Amt niederzulegen; von dem Arbeiter- ausschuß des Neunlirchener Hüttenwerks dürfen sich die Arbeiter noch viel weniger versprechen, d. h. gar nichts. Für etwaige Paradestellung ist der Name vorhanden, im klebrigen bleibt's beim Alten. Von seiner Fürsorge für seine Arbeiter hat Herr v. Stumm übrigens kürzlich wieder einen eklatanten Beweis geliefert. Ein Hüttentaglöhner Namens Ball verdiente sich während seiner freien Zeit durch Hilfeleistungen im Hotel Äiz einige Groschen. Weil nun in diesem Lokale mehrmals Bersamm- lungen des Rechtsschutzvereins stattfanden, hat der Arbeitervater Stumm dem p. Ball einfach verboten, noch in jenes Haus zn gehen. Daß er ihn für diesen Ausfall in seinem Verdienste schadlos gehalten habe, ist nicht bekannt geworden. Der tägliche Verdienst eines Hüttentaglöhners wird sich auf höchstens 2 M. belaufen. Dortmund, den 4. August. Die Maschinenwärter auf den Gruben des Oberbergamts- Bezirks Dortmund haben gestern be- schloffen, einen alle derartigen Wärter umfassenden Verband zn gründen. Derselbe soll sich in erster Linie mit der Frage der Unterstützung brotlos gewordener oder sonst in Roth gerathener Mitglieder befassen. Die Maschinenwärter gehören, was ihre Verhältnisse zur Knappschaft anbelangt, vielfach der zweiten Beamtenklasse an. ES sind durchweg zuverlässige Leute.— Zur Lage des Bergbaues mag noch mitgelheilt werden, daß die Zeche Dorstfeld im verflossenen Monat neun Feierschichten hat eintreten lassen. Einer Anzahl Arbeiter ist gekündigt. SrtiU'br'üdreu, 6. August. Die Delegirtenwahlen zum deutschen Bergarbeitertag in Halle finden in den nächsten Tagen statt. Jede der 12 Inspektionen im Saargebiet wird sich durch einen Delegirten vertreten lassen. Die Bergleute im benachbarten Lothringen haben nach vorhergegangener Rücksprache mit den hiesigen Kameraden gleichfalls beschlossen, den Bergarbeitertag zu beschicken. Devfmnmlmrgcn. Der Allgemeine Arbeite» inttenverei» sämmtlicher Berufszweige Berlins und Umgegend hielt am 2. d. M. in Säger's Salon eine von Damen und Herren gut besuchte Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: I. Punkt: Vortrag des Herrn Pirch über: Ist durch Sparen die Lage der arbeitenden Klasse zu verbessern? 2. Diskussion. 3.'Aufnahme neuer Mitglieder. 4.-Verschiedenes. Herr Pirch erntete für seine Ausführungen allgemeinen Beifall. In der Diskussion sprachen Fräulein Baader, Herr Schlüter und Herr Baader. Unter„Verschiedenes" schilderte Herr Hildebrand die trau- traurige Lage der Hamburger Arbeiter und forderte die Versammelten auf, in dieser Sache voll und ganz ihre Schuldig- keit zu thun, da es sich nicht nur um die Hamburger, sondern um das ganze Unternehmerthum handele. Es gelangte folgende Resolution zur Abstimmung:„Die heute in Säger's Salon tagende Versammlung erklärt sich mit der von der Zentral-Streik- koutrolkoinmifsion beschlossene Stesolution, betreffs des„Berliner Lokal-Anzeigers", vollständig einverstanden und verpflichtet sich, diesem Schund- und Käseblatt mit aller Kraft und Energie ent- gegenzutreten." Dieser'Antrag wurde einstiinmig angenommen. Vviefsrttlketr dvv BodoMion. Bei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Quittung beizufügen. Briefliche Anlworl wird nicht erlbetll. I. K. Marianttenst»'. Wenn wir Ihre Zuschrift ver- öffentlichen sollen, müssen wir Sie erst persönlich kennen lernen. Wir bitten Sie also, uns einmal aufzusuchen. H. M. G. Sie haben ganz recht, kleberhören kann nicht in dein Sinne von Hören gebraucht werden, sondern bedeutet entweder,„etivas nicht vernehmen" oder Jemandem etwas,»vas dieser gelernt hat, kontrolirend abhören. M. N. 1. Sie können nur zum 1., nicht zum 15. kündigen. 2. Ter Rekurs ist an die Deputation zu adressiren. D.|t. SO. Ein Dienstmädchen kann, wenn nicht eine andere.Kündigungsfrist vereinbart ist, nur 6 Wochen vor Quartalsschluß kündigen. Ob das Lohn monatlich oder viertel- jährlich bezahlt wird, macht hierbei keinen Unterschied. L. K. Wir müssen den Inhalt Ihres Kontraktes kennen, um Ihre Frage beantworten zn können. Lüiflo»«». Ihr Stesse kann jetzt gegen den Bescheid des Kon- sistoriums Nichts mache». Er hätte seiner Zeit gegen den Pfarrer, der ihm und seine standesamtlich mit ihm verheirathete Frau als ein uneheliches Brautpaar öffentlich bezeichnete, ivegen Beleidigung klagen sollen. Das ist jetzt verjährt. F. V. ISO. Eine Ehefrau bedarf zur Anstellung einer Be- leidigungsklaae niemals der Erlaubniß des Ehemannes. Derselbe hastet vielmehr stets für die entsteheuden Kosten. F. P. IS. Ein mit württembergischer Briesma"-vti',;ycncr Brief, der hier aufgegeben wird, gilt als unsrankirt. Ebenso um- gekehrt. F. M., Esseit. Die Kündigung vom 15. zum 1. war rechts- giltig. Theater. Donnerstag', den 7. August. Frirdvich-Mill/elmstädt. Tl/ertt«'. Der arme Jonathan. Mallnev- Theater. Mamsell Ni- touche. Viktoria- Theater« Stanley tn Afrika. Gstend- Theater. Das Schloß am Meer. Adolph Ernst- Theater. Der Goldfuchs. Kellealliance- Theater. Der Nau tilns. Kroll'» Theater. Rigoletto. Englischer Garten. Direktion: C. Address, Alexander straße 27c. Auftreten der Chansonnette Fräulein Ehreufeld. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Rosa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Zlegler. Austreten des Malabaristen und Equi- lebristen Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Clermont mit seinen dressirten Schweinen, Esel und Gänsen. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags SVa Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 60 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben. MWümit Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich- Grosses Gartcn-Concert. Direktion A. Ködmann. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Wochentags 10 Flg., Ahliii LC Sonn- und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren öiestaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. «41 F. Müller. Passas- 1 Tr. o Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. Diese Woche eine höchst interessante Reise durch die malerischen ober- Italieuischen Alpen und auf viel- feitigen Wunsch 1. Abth. London mit dein Jubiläumsfestzug der Königin Victoria. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Mm üichter, Optiker, Berlin C., Wallstrasso 97, am Spittelmarkt. 2. Geschäft: Weinbergs- weg 15 b, am Rosenthaler Thor. . August, Abends S'/a Uhr, im Lokale des Herrn Scheffer, Jnsel- straße 10. Tages-Ordnung: I. Vortrag des Herrn Wilh. Werner über: Die Thätigkeit des Reichstags und dereit Erfolge für die Arbeiter. 2. Diskussion. 3. Entrichtung der Monatsbeiträge, Aufnahme neuer Mit- glieder und Umtausch der Bibliotheks- bücher. 4. Verschiedenes. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich in der Versammlung zu er- 'cheinen. Gäste willkommen. 100 Der Vorstand. am hiesigen Platze bekanntlich Grösate Auswahl. Garantirt sicher drennrnde MST T a b a le r. 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Die Kafseeküche ist von 3 Uhr an geöffnet.[92 Allen lieben Verwandten, Freun- den nnd Bekanitten hierdurch die traurige Mittheilung, daß unser lieber Bruder, der Mechaniker Julias Braun am 5. d. Mts., Nachm. IVe Uhr, von seinem langen Leiden durch einen sanften Tod erlöst worden ist. Tie Beerdigung findet Sonn- tag. den 10. d.. Nachm. 2 Uhr, von der Leichenhalle des Alten Sophien- Kirchhofes, Bergstraße, aus statt. 117| | Die tiefbetrübten Hinterbliebenen. Statt jeder besonderen Meldung. Am Montag, den 4. d. M., Nachts I U/s Uhr, entschlief nach schweremLeide» meine liebe Frau, unsere gute Mutter Hedwig Wendt geb. Phillipp. Die Beerdigung findet am Freitag, den 8. August, Nachm. 6 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Jakobi-Kirch- hoses aus statt. 115 H. Wendt nebst Kindern. Wung! Ri'kiterjÄi! Den geehrten Damen empfehle mein Atelier z. Anfertigung von !"> I o st ii in c 11. l' V sowie aller Art Tamen-5kon- ' fektion nnd Kinder-Garderobe. Eleg. Straßen-Kostüme von lü M. an. 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M. 2,— Thomas More und seine Utopie. Mit einer historisch« Einleitung von Karl Kautsky. Broschirt M. 2,-. Kunden At. 2,50. 1' Charles Fourier, sein Leben und seine Theorien.®Dn August Bebel. Brosch. M. 2,-. Geb. M. 2,50. Das moderne Elend und die moderne Ueber- VÖIkerung. Zur Erkenntniß unserer sozialen Entwickelung. Bon Max Schippel. Brosch. M. 1,50. Geb. M. 2,— I. Die französische Revolution. Bon wiiheim Bio«* Gebunden in Prachtband a Exemplar M. 5,50. Broschirt in Heften a 20 Pf. Dazu Einbanddecken A M. Die Geschichte der Erde. Von r. Bommen. Gebunden in Prachtband ä Exemplar M. 5,90.. Broschirt in 22 Heften a 20 Pf. Dazu Einbanddecken»-"t. Berliner Arbeiter-Bibliothek. Von Max schippe'' Serie I. Heft 1: Ein sozialistischer Roman.(Ein Rückb i• Von Bellamy). Heft 2: Der Nutzen der Gewerkschaften. Max Schippel. Heft 3: Die Arbeiterinnen- und Frauens'9 der Gegenwart. Von Clara Zetkin(Paris). Heft 4: Der zialismns in Frankreich seit der Pariser Kommune. Von-/ 1 Zetkin-Paris f. Heft 5; Charakterköpfe aus der franzost! 4 Arbeiterbewegung. Von Ossip Zetkin-Paris f. Heft G:r,~]f Hausindustrie in Deutschland. Von Paul Kampffmeyer-Ge b Heft 7: Junker und Bauer. Von Paul Kampffmeyer-Ge>' Heft 8: Die wirthschastlichen Umwälzungen und die Entwl. lung der Sozialdemokratie. Von Max Schippel. Heft 0:». Marx'sche Werththeorie. Von Paul Fischer-London. Heft s' Die Sozialdemokratie und der Deutsche Reichstag. Heft Die soziale Frage auf dem Lande, I und II. Von Paul Kampll meyer-Genf und*.*. Heft 12; Die Arbeiters chutz-G es ehgebu g. Bon Paul Ernst-Berlin. Serie II. Heft 1: Ter Mythus der Begründung des Deutschen Reiches. Von Hans MuU Rostock. Heft 2: Die antisemitische Bewegung. Von Gerh Krause.— Preis pro Heft 15 und 20 Pf. Einbanddecken i Serie 1. a 30 Pf. Serie 1, geb. M. 2,50. Die Arbeiterinnen-Bewegung Berlins. VonA.Bco� n Heft 30 Pf. Ferdinand Lassalle, eine Gedenkschrift zu seinem 25jährigen Todestag. Von Max Kegel, a 50 Pf. Gesetz der Alters- u. Invaliditäts-Versichernng- Von A. Bebel und P. Singer. Preis cartonnirt M. � Lichtstrahlen der Poesie. Gedichtsammlung von i«a* Kegel. Jllnstrirt von O. E. Lau. Elegant geb. M- 3'j0' Liebknecht, W., Volks-Fremdwörterbuch. Sechst� Auflage. Gebunden M. 3.—, broschirt in 12 Heften a 20 PI- Dazu Einbanddecken a 30 Pf. —, Robert Blum und seine Zeit. 2. Auflage- Broschirt in G Heften a 25 Pf. Dazu Einbanddecke a 35 Pf« —„—, Ein Blick in die Neue Welt. Elegant gebdn. M. 3,-. —„—, Protokoll des Internationalen Arbeiter- Kongresses ZU Paris. Deutsche Uebersetzung. 140 S- Broschirt 50 Pf. Stern, J., Die Religion der Zukunft. Dritte vermehrte Auflage. Broschirt M. 0,30. —, Halbes und ganzes Freidenkerthum, 3�' und Streitschrift. 2. Auflage. Broschirt 15 Pf. —„—, Thesen über den Sozialismus, s. Auflage- Broschirt M. 0,30. —„—, Die soziale Krankheit, ihre Ursachen und ihre Heilung. 2. Auslage. Broschirt 30 Pf. Die Klassengegensätze von 1789. Von k. Kautsky« a Exemplar 50 Pf. Die Arbeiterschutz-Gesetzgebung und der Achtstundentag. Von Karl Kautsky. Broschirt 30 Pf. I Die Sonntags-Arbeit. Von A. Bebel. 2 Hefte. Brosch. M. t- ü Die Mohamedanisch- Arabische Kulturperiode. Von August Bebel. 2. Auflage. Broschirt 50 Pf. Sybil. Roman v. Disraeli, übersetzt v. Natalie Liebknecht. Brosch. M. 1. Die Ritter der Arbeit. Nach dem Amerikanischen des Zor von Natalie Liebknecht. Brosch. M. 0,75. Wilde Blumen. Gedichtsammlung von Adolph Lepp. Broschirt M. 2.-. Heul KlllstMUM-M. Med Zehn Minuten vom Bahnhof Rixdorf entfernt. I und mit klo�j Minuten vom Bahnhof Rixdorf An drv E»inner Ehanstee gelegen. Mache das geehrte Publikum aus meine neu renovirte durchfließendem Wasser versehene Dave-Anstalt mit Schwimm-Kassttt � für Herren und Damen aufmerksam. Dazu herrlicher Aufentho Garten und billige Restaurationspreise. Im Saale jeden Sonntag Achtungsvoll A. Stolzenburfl�f ------------- ip Verantwortlicher Redakteur: Curt Vaake in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW„ Beuthstraße 2. Die Buchdruckerei doh Roh. Amelung siuiiet silh ie|t N.-O., Maßmamtstraße 12. Hierzu eine Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 181. Donnerstag, dr»?. August 1890. 7. Jahrg. UoKoles. Beitrag f« dem Thema„Alischlagsahlungs- C K" liefert uns ein Leser unseres Blattes, Herr sein?' c>®erl: bemerkte im Dezember vor. Jahres, daß L r6"wH c'ne goldene Damenuhr und Kette tnig. Ueber dnk r �bung der Uhr zur Rede gestellt, erklärte Frau S., &, J,e.btefelbe von ihrer Schwester entlehnt habe. Herr barlnf 6 Aussage Glauben; als es jedoch bald m,?> Zu häuslichen Auseinandersestunaen kam, weil das OütÄnf t.rkV,v.v �----- SRna!U hauslichen Auseinandersetzungen kam, weil das i» x nie reichen wollte, glaubte der Ehemann sich r Annahme nicht zu täuschen, daß seine Frau ans Abschlagzahlung erhalten � n~--•- die mfw» �chlnuckgegenstände �TüftV fipf+rtff Ol- Zwar"bestritt � Fran' S. dieses, jedoch � ließ sich ihr "f"n nicht beirren und begab sich mit der Uhr, °uf dessen Gehäuse die Firma C. Barthcl zu lesen war, nach «-m Geschäft, welches sich in der Fricdrichsseldcr 40 befindet. �°rt traf Herr S. die Tochter des Herrn Barthel an, welche M Befragen erklärte, daß die Uhr aus dem Geschäfte ent- Wmme, den Preis der Uhr konnte die Dame jedoch nicht �'geben, da sie erst in den Büchern nachsehen ivollte. Herr P- hatte nämlich die Absicht, die noch fehlende Summe zu Dahlen, da er den häuslichen Streitigkeiten ein Ende wachen 5°Ute. Nach Verlauf von 8 Tagen begab sich Herr S. wiederum nach dem Gcschäftslokal, konnte aber auch UcS mal den Inhaber nicht sprechen. Ein zunger litann notirte seine Adresse und ersuchte ihn, nach 3' Tagen wieder einmal vorzusprechen. So wurde S. von Woche zu Woche vertröstet. Als er im Tsbruar wieder vorsprach, erschien endlich infolge des lauten Wortwechsels Herr Barthcl aus einem Nebenzimmer und ; harte, keine Auskunft über die Uhr geben zu können, da '"seinen Geschäftsbüchern der Name der Frau S. nicht zu �en sei. Jedoch meinte Herr Barthcl, daß er bei seinen jGefL'ffk meinte Herr Barthcl, daß er bei p selben I. h"udelskunden" nachfragen ivollte, ob einer ässtmä unr O-ii.-- der- --,. der wiederzukommen, jft tll IH V L v vty v* t«vivwvqv» cfieinfJ.!efec Zkit die Reisenden nicht im Geschäft er- -».? wurden. Im April dieses Jahres begab sich Herr lock.; nach dem Uhrengeschäft und hörte dort,"daß fj,,'"hwer nichts ermittelt worden sei. Inzwischen hatte ">Mme Gestanden� die Uhr auf Abschlagzahlung ent- OlUlYl n f|---,. y—/ � itip» hoben. Die Zahlungen wurden in der Wohnung si..„-slachbarin geleistet. Zu diesem Geständniß wurde NMil S'-■--<..... cv..r; veranlaßt, da ihr Mann im Jiili durch Zufall —_'». t i v. /*_ CYi � T. T JIH11 Mblirfi."(v.—„....., �. find o116 Quittung mit dem Stempel des Herrn Barthel E s�niem nicht geringen Schrecken erfuhr nun Herr biefe.- r- e nicht weniger als 91 M. kosten soll. Von de,„"nne waren bereits 82 M. abbezahlt worden. Um Bierth der Uhr festzustellen, ersuchte Herr S. den Hkrrn Kionka, Adalbcrtstr. 87, um Schätzung Lz gp H�r Kionka erklärte, daß er dieselbe Uhr für 6 an* verkaufe. Den Werth der Kette berechnete er auf (Ulf!, Am 14. Juli suchte Herr S. nochmals Herrn Barthel habe erfahren, wieviel er noch für die Uhr zu zahlen in J Aet Vertreter des Herrn Barthel bedeutete nun, daß aiick. i. Büchern noch immer nichts gefunden worden sei; l,.-, lobe Herr Barthcl, welcher sich nicht mehr in Berlin k, an dem Geschäft überhaupt keinen Antheil mehr. »en%(F Erklärung erhielt nun Herr S. am 20. Jicki äcl.fiftic.r s, der auch die Drohung enthielt, daß im ckelt� ngsfalle gegen Herrn S. gerichtliche Schritte ein- chunn-"'�den würden. Nach umständlichen Auseinander- ich gs" wurde schließlich die Hilfe eines Rechtsanwalts 0jnn,o„ gerichtlichen Sachverständigen in Anspruch ge- uf Letzterer schätzte den Werth der Uhr cnbiirf, Aüork und den der Kette auf 3 Mark. che,., s. gelangte man am 30. Juli zu einer Einigung, %"och langem Feilschen Herr S. sich entschloß, noch ex st.suznzohlen und so für die Summe von 40 M. Besitzer oubc f?"""che. Zwar bat Herr Barthel, daß von diesem a bn? 3" llhreiitauf nichts weiter erzählt werden möchte, 5. im �'ch sein Geschäft leiden würde, jedoch hat sich Herr chr»»� r.esse seiner Mitbürger entschlossen, seine Er- mit einem Abschlagzahlungsgeschäst der Oeffent- Ihre» �"'lzutheilen. Ob es nicht vortheilhafter ist, seine »cb x.' /">em reellen Uhrmacher zu kaufen, kann sich Jeder in eben Geschilderten selbst berechnen. 'chacs/i��iilifchett Einrichtnngrn in de» Uororten sind nLch un genügend, daß sie nachtheilig aus das gcschäst- üii:.» i"; Mitunter sogar nachlheilig auf die Entivickelnng des prichj �""es wirken. Die Auszählung der nackten Thatsachen l�he x.'"g darüber, welche postalischen Mängel in nächster "Ufcfinn m Weichbildgrenze von Berlin, der Hauptstadt des W'.Asches herrschen. Schön eberg, das stadtähnliche 'ästinüö cn P ungefähr 27 000 Einwohner zählt, hat nur ein 'an mC. Postamt, dem Nohrpostverbindung gänzlich fehlt. Giebt >(f. s„. zwischen C und 7 Uhr dort eine Rvhrpostsendung Hnlmt Ö bliese bis 8 Uhr, geht dann nach Berlin, Potsdamer l'bWntL, lann im günstigsten Falle gegen 10 Uhr an den -che»..'" gelangen; eine Briefsendung Abends nach 8 Uhr zu leiiuiH.! 3 den Kasten geworfen, kommt in Berlin am nächsten ii| ,0% gegen oder nach 12 Uhr zur Bestellung. Steglitz ocket» Einwohner hat nur ein einziges Postamt. Tie leib-» werden daselbst mit dem Handtarren ausgefahren und oen,i v,'"wcauffichtigt auf den verkehrsreichen Straßen stehen, ""»bcvx Beamte in die Häuser geht. Außerdem sieht man dort eine n». Erweise Soldaten im Postdienst. S ü d e n d e befördert eben und Packete. die Abends nach 7 Uhr aufgegeben -'- m— ii m,r nach Berlin. werden. [den, o''""" Paaere. u.c............. so ecsb am nächsten Vormittag 11 Uhr nae! ifri,-Lne""och mindestens zwölf Beispiele angeführt " s;» Spntraüfn. s y"0?' nnnoe,rens MW WW........ W. W .• idictlim,;? Erfinden plaudert die„Zentralztg. für Optik fklts srük>.°'ner vielfach zutreffenden Meise. Wir haben "gen gr./g die Gefahren, die dem Erwerbsleben aus einer ein- "W und �""bung des heutigen Patentwesens erwachsen, dar- ">nill,i,-s""??i'ich auf die ganz ungerechtfertigten Kapitals- -"SUna hingewiesen, die so ein glückliches Patent, zu dessen .sk.zu weniger als ein großer Erfinderflnn erforderlich Sins, Ge dringt zum Schaden der Allgemeinheit und namentlich " biese«!~.ner normale» Entwickelung der Arbeitsverhältnisse. zur v s""« enthält die erwähnte Plauderei Manches, äj.!8(n Qh-fi,.!1' l,�un0 unserer Ansichten dienen kann. Von den- "igest l> a-dn, welche heute auf diese Bezeichnung nach dem ""Unle Al./"sprnch haben, müssen wir, so schreibt u. a. das mlt, das ganze Heer derjenigen ausscheiden, welche, ohne mit einer Spur erfinderischen Talentes begabt zu sein, sich lediglich die geschickte Ausnutzung unserer Patentgesetze zur Auf- gäbe machen. Diese Leute erfinden nichts; sie konstruiren blos; sie erreichen mit bekannten, aber bisher auf andere Weise benutzten Mitteln einer bekannten, aber bisher auf andere Weise erreichten Zweck. Sie behandeln eine große Zahl gegebener Faktoren, wobei immer nur eine Anzahl von vornherein gegebener Fülle herauskommt. Es ist gar nicht zu leugnen, daß die Thätigkeit dieser Leute manchmal Brauchbares und Nützliches hervorbringt, aber einer besonderen Genialität bedarf es zu dieser Art erfinderischer Thätigkeit nicht; sie ist ein Handwerk, das sich wie jedes andere, lernen und lehren läßt und in den meisten Fällen einen goldenen Boden hat. Die Thätigkeit des eigentlichen, echten und rechten Erfinders ist eine ganz andere. Er verachtet das geistlose Ersindungs- Handwerk und strebt nur darnach, entweder ganz neue Ziele zu erreichen oder doch ein bekanntes Problem mit neuen, eigen- artigen Mitteln zu lösen, so daß dadurch wesentliche Vortheile erreicht werden. Der Gedankengang solcher Menschen verlaßt leichter als bei Durchschnittsnaturen die Bahnen des Herkömm- lichen und Ererbten und schweift hinaus in die weite Welt des Unerreichten. Glücklich, wem die Natur zu diesem höheren Flug des Geistes auch die Kraft verliehen hat, auszuharren auf der betretenen Bahn und den harten Kamps mit der starren Materie siegreich zu Ende zu führen. Sonderbar ist es, wie verschieden sich verschiedene Völker den Erfindungen gegenüber verhalten. Bei uns Europäern, die wir auf dem Schutthaufen einer alten Kultur leben, ist der Sinn für das Althergebrachte so weit entwickelt, daß wir, oft ohne es zu wissen, allem Neuen feindlich gegenüberstehen. Wir gerathen i» Entzücken über eine Metallarbeit oder Stickerei, wenn sie fünfzig Jahre alt ist. Dem Neuen begegnen wir mit Mißtrauen und zwar um so mehr, je»euer und unerwarteter es ist. Daß es Leute giebt, die etwas Nützliches erfinden, können wir nicht leugnen, aber unsere Patentgesetze sind nun einmal so eingerichtet, daß sie oft dem Nacherfinder nützlicher sind, als dem Erstcrfinder. Die Zunft der Erfindungskonstrnkteure blüht und gedeiht, aber die genialen Erfinder sterben aus, und wenn Jemand wirklich Etwas Neues erfindet, so trifft er soviel Mißbilligung und Schwierigkeiten, daß er ganz verschüchtert sich entschuldigt und verspricht, er wolle es nie wieder thun! Wie anders in Amerika; dort ist der Erfinder der Mann des Tages, dem seine Mitbürger nicht blos ihre Bewunderung, sondern auch ihr Geld zu Füßen legen. Was er erfunden hat ist gleichgiltig.(Na na! so leichtfertig gehen die amerikanischen Millionäre mit ihrem Gelde nicht um. D. Red.) freilich gedeiht auch dort die Zunsl der Psendo-Erfinder, aber sie sind nur das Unkraut, das den kräftig sprossenden Trieb der wahren Erfinder umgiebt, während es ihn bei uns erstickt. Was nützt es, daß wir uns in den Staub der Bibliotheken vergraben, wenn eine neue Erfindung aus Amerika zu uns kommt und im Sturme die alte Welt erobert, um nachzuweisen, daß die Erfindung bei uns schon 30, 50, ja 100 Jahre früher gemacht ist? Solche Findigkeit gereicht uns nicht zum Ruhme, wenn wir durch unsere Gleichgcktigkeit den Erfinder und seine Erfindung haben zu Grunde gehen lassen. Auf der Eisenbahn. Am vergangenen Sonntag Abend waren infolge der Beenoigung der Ferien alle nach Berlin ein- lausenden Züge außergewöhnlich stark besetzt. Wie alle Bahn- Verwaltungen hatte auch die Verwaltung der Görlitzer Bahn sich bemüht, dem großen Andränge gerecht zu werden. Trotzdem hielt es auf den näher an Verlin gelegenen Stationen auch gegen Mitternacht noch schwer/ einen Play zu erobern. Auf der Suche nach einem solchen betraten wir auch einen der bekannten Spezial- wagen, in dem vollständige Dunkelheit herrschte. An der Decke hingen allerdings drei mit Draht umstrickte Stalllaternen, die aber sämmtlich im Verlöschen begriffen waren und deren glimmende Dochte wie Leuchtkäfer durch das Dunkel schimmerten.'Aber man hatte wenigstens Platz gefunden und eine Weile ging auch alles sehr gut. Ans der Station Johannisthal hatten aber auf der vorderen Plattform des Wagens zwei junge, nicht zum Personal des Zuges gehörige Beamte, wie sich später ergab, ber Hilss- Billet- schaffner M. und der Hilfs- Weichensteller R. Platz genommen, die sich, als der Zug seine volle Geschwindigkeit erlangt hatte, damit vergnügten, die Thür weit auf zu machen. Nun war aber infolge der heiligen Gewitter, die niedergegangen waren, Sonntag Nacht ein sörmlicher Temperatursturz eingetreten, welcher nach der großen Hitze der vorausgegangenen Tage doppelt unangenehm war. Bei dem Oeffnen der Thür fuhr daher ein eisig kalter Luststrom durch den Wagen, da einige Herren wegen des üblen Geruches der verlöschenden Lampen mehrere Fenster geöffnet hatte». Einstimmig erscholl daher von allen Seilen der Ruf: Thüre zu! dem aber erst nach genauerer Zeit Folge ge- leistet wurde. Sämmtliche Fahrgäste waren über dies Benehmen der beiden Herren auf der Plattform entrüstet, am meisten war dies aber ein der Thüre nahesitzendcr Herr M., der ein leicht angezogenes und vor Kälte zitterndes Kind in den Armen hielt. Als die Thüre wieder geöffnet wurde, sprang Herr M. auf und versuchte dieselbe zu schließen, waS aber erst nach langer Zeit und mit größter Kraftanstrengung möglich war, da die Äe- amten die Thüre offen zu halten suchten. In Berlin angekommen, forderte Herr M. die beiden Beamten auf, ihm behufs Fest- stelluug ihrer Persönlichkeit zu folgen. Nachdem man zunächst gemeinsam eine Strecke aus dem Bahnsteige gegangen war, weigerten sich die beiden Beamten plötzlich, Herrn M. noch weiter zu folgen. Nun schritt aber das übrige Publikum, welches sich bis dahin völlig neutral verhalten halte, ein und expedirts die beiden Herren nach vorne, bis sie sich unter der Obhut des dienst- habenden Stationsbeamten und eines Schutzmannes befanden. Leider wurde bei dieser Gelegenheit auch eine Dame mit großer Gewalt auf den Bahnsteig geworfen. Als das gesammte Publikum die Durchlässe passirl hatte, begaben sich die an der Sache unmittelbar Betheiligten an daS im Bahnhofsgebäude belegene Polizeibureau, wo sich Gelegenheit bot, recht lehrreiche Studien zu dem bekannten Kapitel:„Bürger und Beamter" zu mache». Das Nationale des Herrn M. wurde vom dienstthucndcn Schutz- mann sofort mit hochnothpeinlichcr Genauigkeit ausgenommen. Tagegen weigerte sich derselbe, daS Nationale der beiden Herren Beamten festzustellen. Erst nachdem Herr M. ganz energisch erklärt hatte, daß, nachdem man sein Stalionale aufgenommen, er auch ein Recht habe, die Namen der beiden Herren kennen zu lernen, wurde ihm von einem andern Schutzmann ein Stückchen Papier zugeschoben, aus dem er sich die Namen der beiden Beamten notiren konnte, nachdem sie vom Stationsbenmten festge- stellt waren. Nicht minder charakteristisch war es, daß nach Beendigung aller Formalitäten der dienstthuende Schutzmann anHcrrnM.ganz unvermittelt und unmotivirt die Frage richtete, ob er Soldat ge- wesen sei, was von Herrn M. verneint wurde. Diese Antwort entlockte dem Herrn Hilfsbeamten ein schwer zu definirendes, ge- ringschätziges:„Aha".' Uebcrhanpt war den beiden Herren nach ihrem Aufenthalt aus dem Bureau der Kamm so gewaltig waltig geschwollen, daß sie sich auf der Straße mit lauten Drohungen entfernten. Da nun die Sache voraussichtlich, wie auch vom Stationsbeamten angedeutet wurde, noch ein gericht- liches Nachspiel haben dürfte, so würden die Hanptzeugen, die sich, wie immer bei solchen Gelegenheiten, in ihrer Mehrzahl entfernt hatten, um allen Weiterungen aus dem Wege zu gehen, gut thun, ,venn sie sich wenigstens späterhin Herrn M. zur Äer- fllgung stellten. Zu-wem wtevefsanten Vrozeß dürften die Arbeiten zum Brückenbau am Mühlendamm Anlaß geben, welche die Stadt- gemeinde ausführen läßt. Durch die Rammarbeiten sollen näm- lich die Fundamente des an der Fischerstraße 42 belegenen©*• bäudcs, dessen Hinterhaus und Seitenflügel an den Mühlendamm stoße», derartig erschüttert worden sein, daß die in diesen Theilen des Hauses wohnenden Miether durch Polizeiverfügung aufge- fordert wurden, ihre Wohnungen zu räumen, was auch geschehen ist, worauf die betroffenen Räume im öffentlichen Interesse ge- schloffen wurden. Die Eigenthümerin hat nun, wie das„B. T." erfährt, durch ihren Rechtsbeistand gegen die Stadtgemeinde Berlin eine Klage anstrengen lassen und gleichzeitig den Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung gestellt, dem zufolge die Stadtverwaltung angehalten werden soll, die Rammcrrbeiten am Mühlendamm einzustellen, so weit sie das Gebäude der Klägerin in irgend welche Gefahr setzen. Es liegt auf der Hand, daß eine solche Verfügung die Brückenarbeiten ganz erheblich verzögern würde, wenn nicht die eingeleiteten Enteignungen dieser Ver- zögerung einen Riegel vorschieben. Auf den Ausgang des Pro- zesses darf man wohl gespannt sein. Die Feier der goldenen Hochzeit begingen am 4. August der 86 Jahre alte Herr Barbier Carl Meuerth und dessen um 10 Jahre jüngere Lebensgefährtin. Das greise Paar, welches bei den Bewohnern des Stadttheils„Alt Berlin" sich zahlreiche Freunde erworben hat, kann mit Stolz auf seine Vergangenheit zurückblicken. Nur aar zu selten ist es den Angehörigen der wirklich arbeitenden Klasse vergönnt, das Fest des sünfzigjährigen Ehebundes zu begehen. Roth und Krankheit sind ja leider die nur zu treuen Begleiter des„kleinen Mannes". Ja selbst die silberne Hochzeit einer Arbeiterfamilie wird als Ereiaiüß be- trachtet. Daher begrüßen wir um so freudiger die Nachricht, daß sowohl Herr M., als auch seine treue Frau wohl das Greisenalter erreicht haben, aber an Rüstigkeit und Geistesfrische mit vielen weit flingeren Leuten wetteisern können. Trotz des hohen Alters führt der alte Herr, der von seinen vielen Bekannten mit Vorliebe der„olle Doktor" genannt wird, sein „Balbiermesser" noch recht wacker. Der überall gern gesehene Alte, welcher mit Vorliebe seine kühle Blonde mit der dazu- gehörigen„Strippe" in der Gastwirthschaft von Martin Koch in der Burgstraße zu sich nimmt, versteht es auch nnt echt Berliner Witz an jeder Unterhaltung theilzunehmen. Wehe aber dem Spötter, der es wagt, die dem Alter gebührende Achtung aus den Augen zu lassen. Der wackere Alte leuchtet ihm gründlich heim. Natürlich ist dem braven Jubelpaare auch so manches Leid nicht erspart worden. So sind von 21 Kindern, welche der Ehe ent- sprossen, nur noch 11 am Leben. Während der fünfzig Jahre des Zusammenlebens hatte das Ehepaar gar oft den harten Kampf um das Dasein zu führen. Wir schließen uns den Glück- wünschen des zahlreichen Freundeskreises der M.'schen Familie an und hoffen, daß es dem greisen Paar vergönnt sein möge, noch viele Jahre rüstig und glücklich gemeinsam zu verleben. Zur Zllnstratio» der nuter den Kellnern bestehenden Föhn- und Arbeitsverhältnisse wirb uns der Brief eines Kellners übermittelt, der bei dem Unternehmer Schippanowski, dem Inhaber des Etablissements„Deutsche Konzerthallen", Spandauerstr. S/4, und„Schippanowski's Konzertgartcn", an der Jannowitzbrllcke, in Arbeit war. Der Kellner war in ersterenr Lokale angestellt und mußte bei seinem Eintritt so wie feine übrigen Kollegen, 22 an der Zahl, einen Kontrakt unterschreiben, ivonach er sich verpflichten mußte, ohne Gehalt zu arbeiten. Dafür giebt Herr Schippanowski am 1. Oktober eine Gratifikation aii Diejenigen, die längere Zeit bei ihm gearbeitet haben. Niemand hält aber lange dort ans. Denn nicht genug damit, daß die Kellner ohne jeden Lohn arbeiten und vollständig auf die Trink- gelder angewiesen sind, müssen sie noch täglich je 10 Pf. für den Silberputzer und 5 Pf. für zwei fliegende Kollege» zahlen. Die beiden letzteren haben aber denselben Kontrakt wie die anderen Kollege» unterschrieben und müssen auch 15 Pf. täglich an Herrn Schippanowski abliefern. Herr Schippanowski er- hält also von seinen'Angestellten täglich 2,20 Mark für den Silberputzer oder 66 Mark pro Monat. Der Putzer bezieht aber nur den Lohn von 30 M. pro Monat. Was mit den verbleibenden 36 M. geschieht, wissen die Kellner ebenso wenig, wie es ihnen auch ein Geheimniß ist, wohin die 33 M. „für die fliegenden Kellner" fließen. Außerdem werden noch jeden Montag 10 Pf. extra gesainmelt. Für wen? Die Kellner müssen sich die sogenannten„Bonbücher" kaufen, in denen die Bestellun- gen für die Küche notirt und die, als zum Geschäftsbetrieb ge- hörend, sonst gratis verabfolgt werden. Herr Schippanowski hat es aber eingeführt und hält darauf, daß auch Selter, Kognak tc. „gebont" wird. Da werden mehr Blätter beschrieben, das Buch ist bald zu Ende und der Kellner muß sich bald ein neues kaufen. Nun wird man glauben, daß bei diesen Arbeitsbedingungen wenigstens freie Station geboten wird. Doch weit gefehlt! Die Kellner müssen sich ebenso, ivie der Gast, ihr Essen und Trinke» kaufen. Die Preise sind genau dieselben. 3/io Liter Bier kosten auch für den Kellner 15 Pf. Das find nach den Angaben des uns vorliegenden Briefes die Bedingungen, unter denen die Kellner in den„Konzerthallen" arbeiten müssen. Hrzüizlich der Dnrchleguug der Zimmerstraße wird der„Voss. Ztg." geschrieben: Ihre Mittheilung, daß das Kriegs- uiintsteriuni_ noch keine Anstalten treffe, zu beiden Seiten der Durchbruchsstelle Mauern aufzuführen, kann nach der bisher bei diesem wichtigen Durchbruch bewiesenen Gewissenhaftigkeit kein Wunder nehmen. Die Sache mit den Mauern ist doch nicht so leicht, ivie man gemeinhin annimmt. Es können da alle mög- lichen Pläne ins'Auge gefaßt werden. Beispielsweise könnte man die den Zugang sperrende alte Stadtmauer bis auf Unterkante des Fundaments abgraben, dann unterfangen, auf Rollen setzen und zur Seite rollen, so daß dieses lUischützbare Denkmal früherer Baukunst, da man dasselbe füglich doch nicht im Märkischen Provinzialmuseum bei all' den anderen Schätzen unterbringen kami, dauernd der Nachwelt erhalten bliebe. Vielleicht ist so irgend ein Projekt im Schwange. In diesem Falle wäre also die eine Seite des Gartens des Kriegsministeriilms gebührend ge- schloffen. Es ivürde sich alSdann nur noch um eine neue Mauer für die andere Seite und die Frage handeln: soll besagte Mauer in Raihenower Steinen oder in Birkemverder Berblendern, in sächsischem oder in schlesischem Sandstein, in Guß- oder Stampf- Mauerwerk erbaut werden? Auch ist die Stilsrage nicht anher Acht zu lassen. Vielleicht entscheidet man sich für den Zopfstil. Die alte Eisenbahn-Drehbrücke über die Havel bei Potsdam wird zum Zweae des Abhebens der eisernen Ueber- bauten der Brücke für den gesammten Schiffsverkehr von heute ab auf 4 Tage gesperrt. Di« Strohernte ist vortrefflich ausgefallen. In großen Massen wird dasselbe jetzt in Berlin eingeführt und sind die Preise infolge dessen in kurzer Zeit schon um 50 pCt. gefallen. Das gleiche Resultat lieferte die letzte Heuernte. An de» Mitt- woch- und Sonnabend-Markttagen ist die Heuznfnhr am Oranien- plah eine ganz enorme. Das weitaus meiste Heu kommt aus der Umgegend Berlins; gleich stark ist aber auch in den letzten Tagen die Zufuhr mittelst Kahn vom Oderbruch her. Das diesjährige Heu zeichnet sich durch ein wunderbares Aroma aus und wird von Pferden wie sonstigem Vieh begierig verzehrt. Bei dem Heu ist der Preis gleichfalls stark im Fallen begriffen. Cine eigenartige medizinische Grscheinnttg. In keinem Jahre hat sich die Mückenplage so unangenehm fühlbar gemacht, als gerade in diesem und groß ist daher das Unheil, das durch diese Landplage angerichtet wird. So ist z. B. vorgestern ein im Norden wohnender und durch seine Reklame bekannter Nestau- rateur(Schultz) durch diese Thiers arg an seiner Gesundheit ge- schädigt worden. Besagter Herr hat eine Sommerwohnung in Pichelsberge gemiethet. Vorgestern ruhte der Restaurateur im Walde, als er von einem Schwärm Mücken überfallen und nament- lich an den Beinen arg gestochen wurde. Der Restaurateur achtete die Verletzungen nicht eher, als bis der linke Fuß zu einer un- förmlichen Masse angeschwollen war und so die Uebersiedelung des Verletzten nach Berlin nöthig wurde. Heute ist die Ge- schwulst wenigstens etwas gefallen; jedoch besitzt der Fuß noch eine ansehnliche Dicke. Wie verlautet, wollen die Aerzte diese eigenartige Erscheinung bei dem jetzt tagenden Aerzte- Kongreß zur Sprache bringen und den Patienten ihren Kollegen vor- führen. Eine Kootskarambolnge auf der Havel fand vorgestern vor dem Werner'schen Gartenlokal an der Langen Brücke zwischen einem Kahn der Militär- Schwimmanstalt und einer von drei jungen Männern besetzten„Nußschale" statt. Die letztere wurde in den Grund gefahren, und die Insassen stürzten ins Wasser, wurden aber von den Soldaten gerettet und zunächst in deren Fahrzeug aufgenommen. Orgen de» Schntzmann Freitag in Potsdam, welcher, wie seiner Zeit berichtet wurde, vor einigen Wochen gelegentlich eines in dem Stalle des Leib- Garde- Husaren- Regiments aus- gebrochenen Brandes dem Arbeiter Weyer seinen Säbel mehr- mals in den Leib stach, so daß der Mann wenige Tage daraus im städtischen Krankenhnuse zu Potsdam starb, ist jetzt, der„Potsd. Korresp." zufolge, seitens der Staatsanwaltschaft die Anklage wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg erhoben worden. Freitag befindet sich noch immer im Amt. Eine entsetzliche Uerstiimmelnng der rechten Hand zog sich am Dienstag Vormittag der zwölfjährige Knabe Richard PI. aus der Manteuffelstraße zu. Derselbe hatte sich unbefugter Weise in einen Raum der Pianosortefabrik begeben, welche sich in den Hintergebäuden des Wohnhauses befindet, um dort an einem mittelst Transmission bewegten Schleifsteins ein Taschenmesser zn' schärfen; dabei war er so ungeschickt zu Werke gegangen, daß das Messer mit der rechten Hand zwischen den Schleffstein und dessen 1 Umhüllung festgeklemmt und das Fleisch von mehreren Fingern bis auf die Knochen abgerieben wurde. Auf sein Schmerzens- geschrei befreiten Herbeieilende den Knaben, der nach Anlegung eines Verbandes in ein Krankenhaus geschafft wurde. Folgendo Personell wurden bei dem Karoussel-Einsturz mehr oder minder schwer verletzt: ein junger Mann Namens Treitz, Reichenbergerstraße 180 wohnhaft, und dessen Braut Fräulein Minna Lehmann; ersterer erlitt eine schwere Verletzung an der linken Schulter, letztere einen Bruch des Schlüsselbein- knochens. Beide wurden nach Bethanien eingeliefert. Ferner kamen zu Schaden ein Herr Henneberg, Schinkcstraße 15, und dessen Ehefrau; H. zog sich eine Gehirnerschütterung und zahl- reiche Hautverletzungen zu, während die Frau innere Ver- letzungen und mehrere Fleischmunden davontrug. Das Ehepaar lunrde nach dein zunächst gelegenen städtischen Krankenhause am Urban geschafft. Ein 7 jähriger Knabe wurde derartig schwer verletzt, daß er besinnungslos vom Platze geschafft werden mußte; sein Name war nicht festzustellen. Duo Polizeipräsidium erläßt folgende Bekanntmachung: Der»luthmaßliche Mörder der Wende, welcher vielfach zur Nacht- zeit in Wiener Kase'S, in Tauzlokale», in den Abendstunden in den größeren Bierlokalen der Friedrichstadt und am 10. Juli, am Tage der Ermordung, Abends nach 10 Uhr noch im Zelt 4 verkehrt hat, wird wie folgt beschrieben: Alter: etwa 32 Jahre, Größe: etwa 168 cm, Figur: in den Schultern breit, in der Taille schlank, Haltung: ausrecht, die Schultern zurückgenommen, Gesicht: oval, die Wangen geröthet, Schnurrbart: dunkel, bald die Enden scharf nach oben gedreht und auseinander gebürstet, bald scharf zusammengedreht und wagerecht abstehend; die Haare dunkel, in der Mitte gescheitelt, halb in die Stirn hinein und dann zurückgebiirsrer, Kleidung: Dunkler Jaquetanzug, wiederholt auch gelbe Weste, mit verschiedcnsarbigen Punkten. Die Weste etwas weit ausgeschnitten, so daß zn beiden Seiten der herabhängenden dunklen Kravatte das Ober- Hemd zu sehen war; auffallend hoher Stehkragen, dunkler Filzhut mit umgebogener Krempe, ab und zu auch Zylinderhut. Schnür- schuhe schwarz, mit breiten Absätzen, vorn weder ganz breit, noch ganz spitz. Besondere Kennzeichen: Der Gesuchte trägt ein gol- denes Pinzenez an dünner, schwarzer Schnur, welches er öfter in der äußeren Stocktasche führte, gewöhnlich aber aufgesetzt hatte; er führte einen starken Stock, dessen Griff eine große, anscheinend silberne Kugel bildete, bei sich. Unterhalb der Kugel setzte sich glattes Metall noch ein Stückchen fort, ehe der Stock begann; er rauchte, und zwar vielfach echte Virginiazigarren. An anscheinend goldener Uhrkette trug er ein viereckiges, starkes Medaillon, aus dem Zeigefinger der linken Hand einen goldenen Siegelring, in dessen goldener Platte ein Namcnszug gravirt war. Wer diesen Atenschen kennt, wolle mündlich oder schriftlich auf der Kriminal- polizei oder auf den Polizeirevieren Anzeige machen. Am Evnbe der Mutter erschossen. Die laute Detonation mehrerer kurz hintereinander fallender Schüsse erschreckte gestern Nachmittag um 4 Uhr die überaus zahlreichen Besucher des Be- gräbnißplayes der Sophiengemeinde in der Freienwalder Straße. Als die Kirchhofsbeamten jener Stelle zueilten, an welcher die Schüsse abgegeben, fanden sie quer über einem Grabhügel liegend den Körper eines junge» Mannes. In der Hand hielt derselbe einen sechsläufigen Revolver, mittelst welchem er sich drei Schüsse in den Hals beigebracht hatte. Der Unglückliche, welcher noch schwach athmete, wurde von einigen der aus dem Friedhof Weilen- den als der 27jährige Kaufmann Hermann Z. rekognoszirt, der, seit längerer Zeit in der Wriezenerflraße wohnhaft, ein häufigerer Besucher des Begräbnißplatzes war. Z., welcher seit einiger Zeit stellungslos ist, hatte sich gestern Nachmittag bei einer Händlerin vor dem Friedhof einen Kranz gekaust, um diesen aus das Grab seiner vor mehreren Jahren gestorbenen Mutter— anläßlich der Wiederkehr ihres Geburlstages— niederzulege». Ter Schmerz um den Tod der ihn, unvergeßlichen Mutter, seine augenblickliche Stellungslosigkeit, sowie Liebcsgrau, mögen wohl den Unglücklichen zu der Ausführung des Selbstmordes ge- trieben haben.— Da Z. noch Lebenszeichen von sich gab, wurde er zunächst in die Leichenhalle gebracht, woselbst ihm durch einen hinzugerufenen Arzt ein Nothverband angelegt wurde und vier Stunden später mittelst 5trankenwagens nach dem Lazarus- Krankenhause gebracht, woselbst er noch in der Nacht verstarb. Eine recht fatale Zleberrafchnng wurde gestern dem am Kottbuferdamm wohnenden Kaufmann R. be, seiner Rückkehr aus Swinemünde, woselbst er 6 Wochen mit seiner Familie geiveilt, zu Theil. Die R.'schen Eheleute machten nämlich die Entdeckung, vaß sie während ihrer Abwesenheit in gröblichster Weise bestohlen seien; die Wäscheschränke waren ausgeräumt, Handtücher, Gar- dincn, Garderobenstücke, sowie viele andere werthvolle Gegenstände fehlten und als Ersatz für all dieses hatten die Diebe— ein paar zerrissene Damenshefel— hineingetragen. Pach A»rig»«»g eines Fünfzig, narkfchrins aus der elterlichen Kommode ist in Spandan die zehnjährige Anna Grüne- wald seit mehr als 14 Tagen verschwunden. Die Kleine ist von normaler Größe, schmächtig und blond, trägt ein blaugestreiftes Kleid, gestreiste Schürze, braune Strümpfe, Knöpfschuhe und keinen Hut. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Durchgängerin sich in Berlin herumtreibt. In Spandau ist ermittelt worden, daß sie den Fünfzigmarkschein bei einem Kaufmann gewechselt und ihrem kleinen Bruder zum Abschiede ein Gewehr gekauft hat.— Sollte Jemand über die kleine Ausreißerin etwas in Erfahrung bringen, so bittet man Auskunft gelangen zu lassen an die in größter Besorgniß befindlichen Eltern zu Spandau, Seegeburger- straße 8. Ei»» �jähriger Kirnbe als Febensrrtter. Die brave muthige That eines 8jährigen Knaben verursachte, wie uns nach- träglich gemeldet wird, in der verflossenen Woche bei Friedrichs- Hagen großes Aufsehen. Am Müggelsee spielte Nachmittags der 7jährige Sohn des Kaufmanns W. von hier, dessen Eltern im Müggelschlößchen weilten. Plötzlich verlor der Kleine das Gleich- gewicht und stürzte in das an dieser Stelle ziemlich tiefe Wasser. Dieser Vorfall war von dem 8jährigen Sohn des in der Belle- allianceslraße wohnenden Maurermeisters Schröder mitangesehen worden. Ohne sich auch nur einen Augenblick zu besinnen, machte der muthige Junge sich zur Rettung bereit, und gelang es ihm auch, den wiederauftauchendcn W. zu fassen und so lange sich mit demselben über Wasser zu halten, bis auf seine Hilferufe Schiffer mit Booten herankamen und den braven Retter, sowie den Geretteten ausnahmen und den Eltern zuführten. Beide Kinder haben glücklicherweise keinen Schaden genommen. Eine Ankalinntung von lzundrrte» von Mensche» verursachte gestern 8Vs Uhr an der Alten Schönhauser- und Linienstraßen- Ecke das konsequente Stillstehen eines von einem Schlächter geführten Pferdes. Das anscheinend noch ziemlich passable Thier war zum großen Amüsement des umstehenden Publikums weder durch gute Worte noch durch Schläge weiter zu bringen, denn es schien eine Ahnung von dem seiner harrenden Loose zu haben, da es nach einer in der Linienstraße befindlichen Roßschlächterei gebracht werden sollte. Nachdem schon mehrere Verkehrsstockungen stattgefunden, wurden dem Thiers auf den Rath eines Schutzmanns die Augen verbunden und dasselbe dann auf das Asphaltpflaster der Linienstraße gebracht und nun wurde es unter Mithilfe mitleidiger Passanten, vorn gezogen, hinten geschoben. Kaum eine halbe Stunde später, gegen 9 Uhr, fand an der- selben Stelle ein noch größerer Auflauf statt, bei dem es auch sehr geräuschvoll zuging. Der Kutscher eines der Selter- und Sodawasserfabrik von Ernst Rauch gehörigen Wagens sollte, weil ihm das Licht am Wagen fehlte, von einem Schutzmann zur Wache sistirt werden und er weigerte sich dessen, darum, weil er sein Fuhrwerk nicht allein lassen wollte, und es kam dabei zu einem etwas heftigen Auftritt. Nachdem der Kutscher endlich Jemand gefunden, dem er die Aufsicht über sein Fuhrwerk über- tragen konnte, leistete er dem Verlangen des Schutzmannes Folge. Slavinsliy ist ansgelirfrrt. Nachdem der Versuch russi- scher Sozialisten, Slavinsky in Schneidemühl zu befreien, geschei- tert war, ist, wie der„Berliner Zeitung" mitgetheilt wird, Sla- vinsky bis an die deutsch-russische Grenze weiter transportirt und dort von einem Trupp russischer Beamten in Empfang genommen worden. Die Auslieferung gründet sich natürlich auf den famosen Auslieferungsvertrag. Slavinsky ist polnischer Nationalität und russischer Unterthan.— Die eutgegenstehende Nachricht der„Post" ist falsch. Was hätte auch sonst der Befreiungsversuch für einen Zweck gehabt? KanaJuchuniZ. Gestern, am 5. August d. I., Vormittags OVs Uhr, erhielt der Schuhmacher W. Sommer, Großbeeren- straße 19, den Besuch dreier Polizeibeamten, zwei in Zivil, einer in Uniform, die bei ihm cine Durchsuchung seiner Wohnung vor- nahmen. Gefunden wurde: 1. Arbeiter-Lesebuch, 2. Demagogie und Sozialdemokratie. Von C. Frohme, 3. Nr. 3 des„Sozial- demokrat" von 1890, 4. ein heklographirtes Lied mit den Ein- gangsworten:„Seid gegrüßt, Kollegen alle". Die Haussuchung soll durch Denunziation veranlaßt worden sein. Die Lollalkommission von Frirdrichshagcn giebt den Genossen bekannt, daß im Lokal von I. Carius,„Wilhelmsgarten", das„Volksblatt" nicht«»ehr ausliegt, daß dagegen das Lokal von E. Wandrey,„Reichsgarten", jetzt für Versammlungen zu haben ist. Arbeiterblatt liegt schon längere Zeit da- selbst aus. In der letzten Versammlung des Arbcitcr-Vildungsvereins Hierselbst wurde eine Kommission zur Empfangnahme gelesener Arbeiterblätter gewählt. Wir bringen die Rainen hiermit zur Kenntniß der Genossen init der Bitte, möglichst jedes gelesene Arbeiterblatt uns zu überlassen, um sie die Aermsten zugänglich zu machen. Es sind zur Empfangnahme bereit: Martens, Eee- straße 83 c. Sonnenburg, Knrzeftr. 16. Maiwald, Zigarrenhandlung, Schnrnweberstr. 22. Poliseibrricht. In der Nacht zum 5. d. M. versuchte ein Mann, in diebischer Absicht durch den Lichtschacht in den Keller des Hauses Kanonirstr. 9 einzudringen. Er blieb jedoch in der engen Oeffnung stecken, so daß er durch einen Schutzmann aus seiner Lage befreit und, da er über heftige Schmerzen im Rücken klagte, nach der Charitee gebracht werden mußte.— Am 5. d. M. wurde in» kleinen Thiergarten, hinter dem Hause Thurmstraße 85, die Leiche eines neugeborenen Kindes männliche» Geschlechts auf- gefunden.— Nachmittags stürzte der Dachdeckermeister Johann Kinzel von dem an dein Hause Trebbinerstr. 15 angebrachten Hängegerüst aus der Höhe des dritten Stocks aus den Hof hinab und verstarb auf der Stelle infolge eines Schädelbruchs.— Zu derselben Zeit gerieth vor dem Hause Thurm- straße 14 ein etiva sechsjähriger Knabe, welcher sich mit zwei anderen Kindern an einen vorübersahrenden Arbeitswagcn gehängt hatte, in das Hinterrad und wurde dabei gegen den Rungenschemel gedrückt, so daß er einen Bruch des rechten Oberschenkels, mehrfache Rippenbrüche, sowie starke Verletzungen im Gesicht erlitt.— Nachmittags erlitt ein achtjähriger Knahe auf dem Tempclofer Felde beim Heradspringen von einer Barriere einen Bruch des linken Unterschenkels.— Abends wurde eine Blumenhändlerin vor dein Hause Oranienslraße l 65 A von einem scheu gewordenen Pferde niedergeworfen und brach dabei den rechten Vorderarm.— In der Nacht zum 6. d. M. sprang ei» Mann von der Jnsclbrücke in den Spreckanal, wurde jedoch noch lebend aus den» Wasser gezogen und nach der Charitee ge- bracht.— Im Laufe des Tages fanden an fünf verschiedenen Stellen Brände statt. Pnchtrng von drn Wahlr». Am 27. Februar Abends fand in Liickenwalde im Lackner'schen Lokal eine Wählerversanim- lung statt, zu welcher sich auch der Maurer E. Andreas ans Jüterbogk eingefunden halte. Es kamen in der Versammlung Vorkomuiuisse bei der Wahl zur Sprache. Auch der Maurer Andreas»vußte mehrere aus Jüterbogk und Umgegend zu be- richten. So erzählte er unter anderem: Wie er erfahren habe, sollen im Dorfe Werder bei Jüterbogk 16 sozialdeuiolratische Stimmen abgegeben sei»; vier seien aber nur aus der Urne heraus gekonnne». Taraushin wurde vom Geineindc- und Wahl- Vorsteher Hecht zu Werder Strasantrag bei der Staatsaiuvalt- schast zu Potsdam gegen Andreas gestellt. An» 22. Mai sand vor de», Schöffengericht zu Luckenwalde Terunn statt, woselbst der Angeklagte der öffentlichen Beleidigung für schuldig befunden und zu 4 Wochen Gesängniß und zur Tragung der Kosten der Publizirung des Urtheils im Jüterbogk- Lucken, valder Kreisblatt verurtheilt wurde. Hiergegen legte der Angeklagte Berufung ein. Am 1. August fand bei der Straf- kaminer des Landgerichts zu Potsdam die Hauptverhandlung statt. Die Vertretung hatte der Justizrath Stöpcl übernommen. Ter- selbe plädirte für die Freisprechung, im höchsten Falle aber für eine geringe Geldstrafe. Nachdem die Staatsanwaltschaft die Verwerfung der Bernsung beantragt hatte, wurde vom Gerichts- hos nach kurzer Berathung folgendes llrtheil publizirt: Das Ur- theil des Schöffenger, chs zu Luckenwalde»st dahin zu bestätigen, daß der Angeklagte der öffentlichen Beleidigung für schuldig er- klärt und zu einer Gefängnißstrafe von zwei Woche» Z urtheilen ist. Dem Beleidigten, Wahlvorsteher Hecht, f � Publikationsbefugniß auf Kosten des Angeklagten zuznsp»ech,�w Angeklagte ist ferner in die Kosten des Verfahrens 8».'�. gw» Der Vorsitzende des Gerichtshofes führte aus, daß s' strafe aus dem Grunde nicht angenommen werden»om, dem Angeklagten alsdann gar keine Strafe treffen wurde. � selbe diese Strafgelder von der Partei zurückerstattet. und derselbe alsdann straffrei ausgehe. Andreas»veiß � noch nichts von jenem großen Geldsack der Parte», zs-' Ip zweimal wegen Beleidigung eines Gendarmen und w-e leidigung eines Polizisten auch bei Gelegenheit der Wahl z«ä strafen verurtheilt worden. Andreas hat die Strafen t � ohne von der Partei oder sonst einer andern Person a, einen Nickel erhalten zu haben.. ,, ,u;.m„odj Uachklänge von der Prichstagswahl beschäst, 6. immer»vieder die Gerichte. So stand gestern der ck, Friedrich Krause aus Britz vor der Ferienstrafkammer ain � gericht II. Der Angeklagte stand an, 1. März, dem Tag Stichwahl im Teltow-Beeskow-Storkower Reichstags' Aal � auf dem Trottoir der Chausseestraße in Britz vor dem o findlichen Wahllokale in der Nähe der Zettelvertheller,® � Berlin aus sehr zahlreich herausgekommen waren. Einzen glieder des Wahlvorstandes»vollen beim Zutischgehe»® Zettelvertheilern mit ihrer„bäuerlichen Beschränktheit gsO � worden sein, sie holten daher einen Gendarmen herbei, 0. Trottoir säuberte. Ter Angeklagte, der etwas seitwari-> � glaubte nicht nöthig zu haben, der Aufforderung des Gen® � zum Weitergehen Folge zu leisten, und als ihn darauf der we t. an der Schulter weiter schob, setzte er diesem Widerst«» gegen. Der Amtsvorsteher von Britz faßte die Sache als 0,� Unfug auf und belegte den Angeklagten mit einem Straf» in Höhe von 9 M. Letzterer»vollte sich dies jedoch 0,. lassen; er erhob Einspruch und beantragte richterliche Entsche � Die Sache kam vor den» Rixdorfer Schöffengericht zur' lung und endete damit, daß Krause statt mit 9 M. jetzt' Gelbstrafe belegt wurde. Damit der Verurtheilte aber gezw � sein follte, die Geldstrafe zu bezahlen und nicht abzusitzen, w den 45 M. für den Unvermögensfall 6 Wochen, also 4* Haft substituirt, so daß im Fall des„Absitzens" auf nur 1071/7 Pfennig kam. Mithin war der Angeklagte vom■»a in die Traufe gekommen. Er setzte nunmehr seine ganze Hop auf die Berufungsinstanz, doch auch diese Hoffnung war eine rische, denn nachdem die erneute Beweisausnahme dasselbe J»H. erbracht hatte wie in der Vorinstanz, so mußte die Verurlh � bestehen bleiben. Es konnte sich für den Gerichtshof nur»> Frage handeln, ob die Strafabmessung Anlaß zu Bedenke» 0.� Stach dieser Richtung hin schloß sich aber der Gerichtsy®!„ Motiven des ersten Richters an, daß es sich an» Wahltag.. die Ausübung ernster, politischer Rechte und Pflichten ha. und es daher nothwcndig sei, jeder Ausschreitung eneOTGl gegen zu treten,»velche die Ausübung dieser Rechte und P». � deeinträchtigen können, zumal eine gewisse Kategorie von Ahl ehr stark zu solchen Ausschreitungen neige.(Das bezieht st wiß auf die Blumberger. Oder nicht? Red.) Daher wurve. die Strafe nicht ermäßigt, außerdem treffen den Angeklag,-" Kosten beider Instanzen. st. Die sch,virriizr Stellung der städtischen N«®»? xje Vermittler in den Markthallen zeigt sich besonders dura) häufigen Anklagen,»velche diese Geschäftsleute sich in w®e oHd» rufe zuziehen. Gestern hatte die 3. Ferienstraskammer be� gerichts I in drei Fällen zu entscheiden, in denen der«e»'' vermittler Andreas sich einer Uebertretung der Wochen», j Ordnung schuldig gemacht haben sollte. Jin Monat Ja»»«®" � hatte der Angeklagte an drei verschiedenen Tagen Beschlag»«» über sich ergehen zu lassen,»velche im ersten Falle einen V � und 100 Schneehühner, im zweiten eine Tonne Salzhering® äj, im dritten Falle 15 Kilo Blut- und Mettivurst betrafen.' � diese Nahrungsmittel»varen nach dein Gutachten der Kji- ständigen in, heutigen Zustande und deshalb zur.®'J« geschützt»verde». Er beanirage deshalb, die Berufung Z« � »oerze». Ter Gerichtshof fcyloß sich den Ansführnng®« Staatsanwalts an und erkannte nach dessen Antrage. Soziale Ltevevftryk. 5 Achtung, Tischler k Wie uns ans Liverpool in milgethcilt wird, ist dort am 31. Juli ein Streik der tischler ausgebrochen, und die dortigen Unternehmer beabst«st sich behufs Erlangung von Ersatzkrästen nach Deutschland'. �,1 geblich speziell in die Rheingegend zu»venden. Die K».» »verde» daher ersucht, dies bei etwaigen Engagementsantrag berücksichtigen und sich nicht durch scheinbar hohen Be» blenden zu lassen. Wohl scheint nach deutschen Verhältnissen ein W»«)®'.-�s von 34 Schilling bei 54 stündiger Arbeitszeit hoch, dageg®«. so die Preise für alle Bedarfsartikel höher»vie in Deutscht«»'„iz daß der Lohn nicht ausreichend ist. Deshalb auch die Fo®® einer Lohnerhöhung von 2 Schilling pro Woche und kW entschädigung für Ueberzeitarbeit. Die Venveigerung. winzigen Forderung veranlaßte die Kollegen zur Niederleg»° Arbeit. qW' Bemerkt sei noch, daß jeder Tischler dort sein eigenes � zeug haben»miß,»vas einen Aufwand von 200 Marl#1® Ter Vorstand des Fachvereins der Tischler. VvvlÄmmluuUim. Der Porst,,»d des Urrrins der KerHuer «ud Schriftgirker sendet uns ans die Berichtig»«",&' Verlegers des„Lokal-Anzeigers" folge»® »viderung: w# „Es ist geradezu erstaunlich, daß ein Mann,»vie Her® st es fortgesetzt wagt, das Arbeiterblatt mit Berichtigung®«/ r»® lästigen. Hat den» Herr Scherl sein gedrucktes Zirkm« 6. Mai d. I. an die Setzer ganz und gar vergessen ode® IwÜ?? rMet �el't unsere ncch ausstehenden Kollegen der Berliner fcp,» � gegenüber alS Lügner darzustellen? Ist der Sah in gedruckten Zirkular, welcher lautet: D emgem äst fordere ich, daß die Mit- Glieder meiner S e l; e r e i, tu eiche dein B er= b o n b c(Unter st ützungsverein) angehören, »ntiveder ans driii Uerbande austreten, oder ihre Stellung in meiner Gfstzii« nnter jZeodachtung der !r>ner Zeit nereitthavte» lettägigr» Kündigungs- ."''li anfgeden" bnml � nicht Herr Scherl hier in kleinerem Maße ge- unterstützt durch„Auch- Kollegen", die auZ unserer Organisation gestoßen. Art und Weise der plötzlichen slente, die nicht einmal ------- mm sich k ,T®ev8'Pt Herr Scherl ferner die 2 «uuaffung der drei Vertrauen g>r Frühstück mit sammt den übrigen Llrbeitskleidern an U-hmen durften? Nein, Herr Scherl, der Unterstützungsverein Deutscher Buch- onicker ist doch zu stolz und zu stark, als daß er sich eine der- artige Behandlungsiveise gefallen lassen könnte. Dies nur für' heute. Den Berliner Arbeitern aber wie auch allen Gewerbetreiben- 9 in zur Nachricht, daß wir vor dem 1. Oktober über die obige Angelegenheit, wie auch über einige andere Gesinnungsfreunde ues Herrn Scherl, ein in mehreren hundert Tausend Exemplaren -scheinendes Flugblatt zur Verbreitung bringen werden, um den -berliner Hamburgern das Handwerk zugegen. ,. In derselben Angelegenheit liegen uns noch zwei Ein- lendiingen des Herrn P. Müller, 2l u s s ch u ß m i t g l, e d der Berliner St reik-Kontrolkom Mission und der Kommission der ausstehenden Setzer vor, die im Wesentlichen Heide, wie die obige Erklärung enthalte». 3l»s der Erwiderung der Konnnission der ausstehenden Setzer 1« der Schluß mitgetheilt: „»Die Stellungnahme der Berliner Llrbeiterschast resp. der tsdntrol-Streikkommission scheint allein bei Herrn Scherl den Stach- vruck gegeben habe», daß derselbe sich jetzt bcqnemt,� den Unter- twtzungSverein öffentlich anzuerkennen. Slber nicht Worte, Mate», vollen wir sehen, Herr Scherl, damit allein können Sie Are Gesinnung beweisen: jedoch Ihre jetzigen Setzer behalten S'e gefälligst im Verein„Zukunft". Diese Zukunft ist für diese Herren die allein richtige. Die Berliner Arbeiter aber bitten wir der Protestresolution der Streik-Kotttrolkommission lräftigst ildlge zu geben und uns in den Versanimlungeii zu unterstützen." der„Staats- in uuu uu,„ioüu»=,Q«»""o sich diu Bericht 'der die öffentliche Versammlung der„Zentral-Streik-Kontrol- onnnission«, in welchem es unter anderein heißt:„Slus den 2ln- M des im„Lokal-2lnzciger" beschäftigt gewesenen Schriftsetzer- �>l Verberg wurde gegen dieses Blatt ein„Entrüstungsprolest- in Form einer Boykotterklärung angenommen". Dieser Satz in °°u> benannten Bericht ist vollständig erfunden, und es scheint uit, daß derselbe darauf berechnet ist, den Erfolg dieser 9ie|o- '"tum abschwäch en zu wollen. Wenn der betretende Be- Uchterstatter den Verhandlungen folgte, so mußte er hören, daß Antrag auf den Boykott von Seiten der ausstehenden Setzer °°s„Lokal-Anzeigers" gestellt wurde, und daß die giesolution von ?nten des geschäftsführenden Ausschusses verfaßt und vom leweiligen Bureau zur Abstimmung gestellt wurde. ,jch selbst niemals in dem Eldorado de-„Lokal-Slnzciger" gestmtben, l«, In der Sonnabendnunnner ii"I?�«tilng" und der„Volks-Zeit>lng" befindet st habe. hnka vv»*»----------r--»„------ V W w. � e oaher auch fein persönliches Interesse an der ganzen Sache iwJ?}® es der Bericht der genannten Zeitungen hinzustellen sich d?nn, 7" vielmehr sprach ich als Mitglied der„Z.-St.-K." für Boykott des„Lokal-Anzeiger". Llllerdings bin ich Schriftsetzer. I. Silberberg. Xw.>,V,e stavll brfttchte öffrntliche Drvfnmiiili'.ng der in Zlrk.it �""�utchanik-Fabriltation beschäftigten Arbeiter und ,slnen fand am 4. August in den Zentral-Iestsälen, des Anmaße, statt. Stuf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag slbi.i. verordneten O. Heindorf. 2. Diskussion. 3. Ver- In das Bureau wurden gewählt die Herren I. Meier, Nock?' Scholz und Fräulein Witiver. Da der Referent bas erschienen war, nahm Herr Robert Schmidt dj» i N. Derselbe führte ungefähr folgendes aus: Wenn man Jim« k P Arbeiter nicht freundliche Presse lese, so finde aß die sogenannte„Begehrlichkeit" der Slrbeiter den Stoff d»? �Artikel bilde. Es sei eigenthümlich, daß gerade von dieser itmck ikantenthum vertretenden Presse, die an sich kleinen hi.'«.."ge.i der Arbeiter als ein SluSdruck der Begehrlichkeit dj-i„ stolll werden; während doch gerade bei denen, in deren Sold sehe* flche' die größtmögliche Begehrlichkeit herrsche. Man Mick.% der sogenannte Nationalreichthum in wenigen das en konzentrire. Beim Slrbeiter finde man dagegen, beir,.»- a so viel habe, um die nothdürftigsten Bedürfnisse zu reditew,??' dlnd da werde die Forderung noch etwas mehr als lidifoi».0 hingestellt. Ter Slrbeiter erzeuge doch alle Annehm- s» � des Levens. Darum sei der Vorwurf der Begehrlichkeit nn,M,w Djx heute herrschenden wirthschajt- 3,1. �cj-vch V ,Vl(. ili.V»».VMA» n,.v-,"~l. iuin, Verhältnisse haben die Tendenz, das Leben des Arbeiters oi?er mebr»u ntrfütien. Und hier W, seine der Pianomechanik- Branche seien t, wie nur etwas. m.VT* mehr zu verkürze». Und hier will man ihm noch das ' � sei die höchste Zeit, daß sich die in dieser lÜerbio,,fi Antigen Arbeiter und Arbeiterinne» organisiren. Ter sei i» 1! x 8ehe in rapider Weise herunter. Die Nlaschinenarbeit Daß"Bender Weise in den Produktionsziveig eingerissen. kom»- �- viele der Branche Angehörende brotlos geworden, i»i "ii � die Nachfrage nach den Berliner Fabrikaten der A; J?■'Ge'', Maßstabe gestiegen sei. Tie Einführiliig AtauennÄ!�" �de infolge dessen auch die Einbürgerung der bt« Frau«,,. nnl sich gebracht. Es sei nicht zu leugnen, daß Uber fiith«-»..s�ien Fällen gefügiger dem Fabrikanten gegen- sereu?, Männer, eine Folge ihrer früher noch gedrück- Me Frauo,,?'„Man dürfe aber die Maschinen so wenig wie �vrtentmi!»?� k verurtheilen. In beiden doklimentirt sich die Die weimüi$• der heutigen Produktionsweise zu einer besseren. d'Sendlick» � Arbeit werde jetzt schon in der Branche durch die Uutzuna � k�srtzt- Am ivciteslen vorgeschritten sei in der Aus- . ko. ouer jugendlichen Arbeiter der Kominerzienrath Zöge' es das Gesetz nicht verbiete» würde, Wran-1�„,ge>mß die noch Schulpslichtigcn zur Arbeit Werden Arbeiterinnen, welche in der Branche thätig sind, hauptsg,! ,i�cht gelohnt. Es sei nicht selten, daß Kasse eins der fer AdJii Heu Nahrungsmittel derselben bilde. Doch sei die Lage so, so.,d"«snnen nicht nur in der Pianoincchaiiik-Fabrikativ» Gegen kj., r» allen Frauen beschäftigenden Geiverben. Um jedoch vöthja k.rstehendc» schlechten Verhältnisse Front zu machen, ist es ns St'tnit, llrh alle Arbeiter zusammenschließen. Der Kampf gegen gesen' werde jetzt ein noch schrofferer. Das Sozialisten- N>eb».r,I?Aches die Fabrikanten als ein vorzügliches Mittel zur Kapitaii?. g ber Arbeiterschaft betrachtet haben, falle jetzt. Die finden'? glauben nun in ihren Verbünden einen Ersatz ge- letzt,.i» haben. Im Sinne dieser Verbände handele Herr Lexo Klay/ sv"- indem er seinen Arbeitern die Mitgliedschaft im fein k�veiter- Verein verbietet. Das Znsaiiimengeschlosscn ,ver Arbeiter mir das bischen sozial Gröber fordert alle anwesenden Arbeiterinnen auf, sich zu organisiren; ebenso Frau Gubela, welche die Nützlichkeit der Organisation damit beweist, daß in der Velvetfabrik nach der Versammlung des Arbeiterinnenvereins, die sich mit dieser Fabrik beschäftigt habe, verschiedene große Mißstände abgeschafft sind, so das Scheuern der Treppe» und Klosets nach Feierabend, ivie auch das für die Arbeiterinnen so anstrengende Kalkschleppen. Von einem der Redner wurde in scharfer Weise das Verhalten der feindlichen Presse, hauptsächlich des„Lokal- Anzeigers" kritisirt und zum Halten der Arbeiterblätter anfgefor- derl. Nach Schluß der Diskussion wurde folgende Resolution angenommen:„Die heutige öffentliche Versammlung der Piano- mechanik-Zlrbeiter und Arbeiterinnen erklärt sich mit den Aus- führungen des Referenten vollständig einverstanden und erkennt in den jetzigen Verhältnissen der Pianomechanik-Branche die un- würdigsten Mißstände an. Die Versamnilung erkennt voll und ganz an, daß es nur einer festen Organisation möglich ist, die jetzt bestehenden univurdjgen Zustände zu beseitigen, und verpflichten sich die Anwesenden dem Klavier- arbeiter-Verein resp. dem Allgemeinen Arbeiterinnen- Verein beizutreten. Ein Antrag, den Neberschuß der fortzusetzenden Tellersannnlnng de» Hamburger Ausgesperrten zukommen zu lassen, wurde ebenfalls angenommen. Die im Tapezirergewerbe veschnstigte» Arbeiterund Däherinne» versammelten sich am Montag in Feuersteins oberem Saal unter Vorsitz der Herren Freiwaldt, Kerker und Zack. Herr Grünwald-Hambnrg hielt einen Vortrag. Die Verglclchung der Verhältnisse von früher und jetzt gab dem Referenten Veran- lassung, in äußerst scharfer Weise mit den Tapezirergehilfen ins Gericht zu gehen. Als vor nunmehr 15 Jahren die Ideen der modernen Sirbeiterbewegung in die Kreise der Berliner Tapezirer- gehilfenschaft getragen wurden, habe man schwer gegen Vorurthcile anzukämpfen gehabt. Die Gehilfen hielte» zäh an der allen Welt- anschauung fest. Man konnte es ihnen nicht sehr verargen. Die neuen Ideen faßten nach und nach Wurzel und brachen sich durch. Um so mehr müsse man sich wundern, daß die Bewegung jetzt so flau ist. Man trifft viel auf ganz unberechtigte Ucberhebung. In bcißendcr Weise wendet sich Redner in seinen iveiteren Slusführungcn gegen die Fachköpse unter den Gehilfen, die sich mit ihrem„Wissen" blähen, die aber nicht für die Konsequenzen ihrer Anschauungen eintreten, die sich nicht mit ihren Kollegen zusaminenthn», um eine Macht gegen das anstürinende, ans- beutende Kapital zu bilde». Nur die Macht gelte heute etivas, nur die Macht entscheide. Das zeige das Schicksal des Sozialisten- gesehes. Ter Fall des Ausnahmegesetzes ist nichts als die Frucht der Thätigkcit Tausender von Arbeitern. Ohne diese Arbeit, ohne die ungezählten Proteste wäre das Gesetz nie und»immer gefallen. Wie im öffentlichen Leben, so sei es auch im engen ge- werkschastliche». Das sollten die Berliner Tapezirergehilfen ein- sehe». Heute stehe es mit dieser Einsicht noch sehr schlecht. Die Berliner Kollege» sollen erst auf den Standpunkt der Hamburger, namentlich der Maurer kommen, die gern 95 Pf. pro Woche von ihrem Verdienst einbüßen wollen, nur um die Arbeitszeit um eine Stunde zu verkürzen. Sie sollen noch auf den Standpunkt und die Eharaktcrfestigkeit jener 4000 Hamburger Maurer gelangen, die sofort»ach Ausbruch des Streiks freudig Weib und Kind verließen, um die Bahn zum Siege frei zu machen, um den Kampf zu erleichtern. Man hat es hier mit Männern zu thu». Doch: So lange in der Kirche gesungen wird, ist es nicht aus. Es, verde wieder eine bessere Zeit für die Arbeiter koniinen. Ganz Hamburg, wo das Aus- nahmcaesetz wohl mit am schärfste» angeivendet ivurde, sei trotz dieser Maßregel», die fast jede Agitation unmöglich machten, von der Sozialdemokratie erobert worden. Die Hamburger werden, wie sie im politischen Kampfe anshielten und siegte», auch im gewerkschaftlichen aushalten nnd siegen. Daran sei kein Zweifel bei der Ueberzeugungstreue der Hamburger. Wo finde man in Berlin) solche Ueberzeugungstreue bei den Tapezirern? Fast nirgends! Nirgends in Deutschland kenne man solche» Neid, eiche Mißgunst, solches Schmarotzerthum»ntcr den Gehilsen, ivie in Bertin. Nirgends werde auch so billig gearbeitet,>vie hier. Die Hetzerei bei der Arbeit sei nirgends, ivie hier, zu 'inden. Besserung sei äußerst nothwendig.'Auf die Dauer kann daS nicht so iveiter gehen. Durch die Schinderei bei der'Arbeit werde eine große Reservearmee geschaffen. Sie bringt die Speichel- leckem hervor, bringt das Schmarotzcrthum zur Blüthe. Ein Gehilfe fürchtet den andern. So sind die Gehilfen selbst Schuld an ihrer tranrigen, ungewissen Lage. Da könne nur die geschlossene Organisation Helsen. Die Organisation bedarf neuen Blutes. Auch die Frauen hätten sich zu organisiren. Auch sie könne», ebenso wie die Gehilsen nur mit Hilfe einer Vereinigung Besserung erlangen. Sollten etwa die Gehilfen deshalb so wenig für eine Besstrstellung ihrer Lage eintreten, ivcil sie glauben, dereinst selbslständig zu werden? Diese Aussicht sei sehr gering. Und nste stehe es mit der Selbstständigkeit diefcr Meisters Wenn die Gehilsen 18 Stunden arbeiteten und nur 15 Mark Wochcnlohn erhielte», würde» sich diese Meister auch nicht besser stehe», denn sie würden sich doch bald gegenseitig unterbiete». Die Konkurrenz sei zu wüthend. Sie suchen ihre traurige Lage in der Begehrlichkeit der Gehilfen. Sie schimpsen fortwährend auf die begehrlichen Arbeiter und wollen nicht einsehen, daß das Großkapital sie rninirt. Wen die Götter verderben ivollen, den schlagen sie mit Blindheit. Die Hamburger Klcinmeistcr lassen sich vor den Wagen des Großkapitals spannen und ziehen diese» aus dem Sumpfe. Das Großkapital schießt ihnen Geld vor. Wenn sie aber werden das gepumpte Geld zurück zahlen sollen, dann werden sie einsehe», baß sie die über de» Löffel Barbierten sind. Es ist endlich an der Zeit, daß diese Mißstände mit scharfem Besen ausgekehrt iverden. Das sei sein Wunsch. (Lebhafter Beifall.) In der nun folgenden Tivknssion richtet Herr Freiwaldt einen ivarmen Appell an die Anwesenden zur Samni- lung für die Hamburger Ausgesperrten. Herr Bister verbreitet sich über die Kranensrage. Herr Zack pflichtet dein Referenten bei. Die traurigen Verhältnisse seien Schuld der 5loUege» selbst. Sie wollen erst der Organisation beitreten, wenn diese etwas geleistet hat. Wie soll die Organisation aber etwas v A_- r.... uYx:4.«:.Sk�k. o--......**—'' oPiitifck« Arbeiter habe aucy nur das lo�nt fnvs �lJ9etm"0, welches wir haben, bedingt ahnden Ordert ans all diesen Gründen auf, daß sich die An- « �i�.riner Organisation anschließen sollen; die Männer dem ?, Seinen«/Hl-Verein und die weiblichen Arbeiter dem„All- k'Ron Ä�rinnen-Verein."(Beifall.) An der animirten DiS- hl�dnet,,. j�k und Frau Gubela. Herr Stadt- k Hri�dorf begründet unter großem Beifall der Organisation. Ebenso die anderen Redner. Frl. leisten ohne Mitglieder? Herr Engel»virft sich für den deutschen Tapezirervercin auf. Seine AuSsührungen beschworen beinahe den alten Streit zwischen Zentralisation und Lokalorganisation von Nenem herauf. Seine Ansichten über die Frauenarbeit errege» den Widerspruch der Versammlung. Die Frau, sagte er u. a., habe nur die Ausgabe, die Wirthschast zu besorgen Der Mann habe für die Herbeischaffung des Gelbe- zu sorgen. Diese Auslassungen geben den iveiteren Rednern hin reichend Stoff zur Diskussion, welche mit der Annahme folgender Resolution endete:„Die Versammlung erklärt sich mit dem Lieferente» einverstanden und verspricht, sich zu organisiren und thatkrästig für die Uiiterstützung der Hamburger'Arbeiter einzu treten, um dadurch den Beweis zu liefern, daß der leider noch oft hervortretende Kastengeist de» ungelernte»'Arbeitern gegen über im Verschwinden begriffen ist." Ten Arbeiterinnen wurde der Anschluß an denallgeineineiiBerlinerArbeiterinnenverci» empfohlen. ES folgte hierauf der Bericht der Telcgirtc» zur Berliner Streik Kontrotkommission. Herr Friedinaycr gab denselben. Die Ver sainniluug erklärte sich mit dem bisherigen Vorgehen der Streik Kontrolkonnnission einverstanden. Nachdem noch aus die am 17. August geplante Fußpartie, auf die Fachvereins-Versanimliing, die am 12.'August bei Feuerstein stattfindet, und aus die Filial Versammlung de- deutsche» Tapezircrvereins(am 14. August bei Feuerstein) aufmerksam gemacht morde», schließt die Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie. Für die Hamburger ivurde eine Saminlung vorgenomuien. Eine öffentliche Dersitmmlnna der Zimmerleute tagte am Montag Abend unter Leitung der Herren Wolter Schmidt nnd j? r e ß m e r im Konzerthaus Sanssouci, Kotbusev straße 4a. Die Tagesordnung lautete: Wie stelle» sich die Zimiuerleute Berlins zu der Organisation der Zimmerer Deutsch- lands? Resereat Herr B r i» o m a n n- Magdeburg. Herr Wolter machte der Versammlung die Mittheilung, daß der Liefe- rent zwar zur Stelle geivese» sei, sich aber wieder ent- ernt und nach einer gleichzeitig im Norden Verlins statt- indenden Zimmerer- Versammlung begeben habe, weil er eine Anwesenheit in jener Versammlung für nothwendig erachte. Auf die Tagesordpung eingehend bemerkte Redner, daß die heutige Versammliing zu dem Zweck einberufen worden sei, die Zimmerleute Deutschlands wieder unter eine Orgauitation zu bringen. Auf dem Kongreß in Gotha fei bereits ans diesen Punkt hingearbeitet worden und der Handwerkertag des Verbandes deutscher Zimmerleute habe später unter Mitwirkung von Mit- gliedern der Lokalvereine ein Statut geschaffen, welches den laut gewordene» Wünsche» nach allen Seiten hin Rechnung trage. Vor Kurzem habe Herr Bringmann den Gesellen- ausschuß ersucht, eine öffentliche Versammlung der Ziniinerleute Berlins einzuberufen, damit zu der Organisationssrage endgiltig Stellung genommen werde» könne. Das sei nun geschehen, leider tage aber am heutigen Abend auch die Freie Vereinigung und hierdurch werde die Entscheidiing über die so dringende Frage verhindert. Herr P ä s e l e r bezweifelte, daß die Leitung der Freien Vereinigung rechtzeitig von dieser Versammlung Kemitniß gehabt habe, die schon vor acht Tagen stattfinden sollte, andern- falls hätte man die regelmäßige Vereinsversainmlung wohl ausfallen lasse». Herr S ch ö n f i s ch war hingegen der Mei- nung, daß diese Versammlung genügend bekannt geworden sei; ebenso Herr Ortland, ivelcher auf die bestehende Zersplitterung hinwies, die endlich aushören müsse, wenn dem Unternehmerthum erfolgreich entgegen getreten werden solle. Die nächste Zeit iverde sicher Ausklärung bringen, ob auf beiden Seite» der nöthige Ernst für die Vereinigung vorherrsche. Das Hemmniß, welches in dem alte» Statut erblickt wurde, sei nun aus dem Wege geräumt und nichts hindere die Kameraden jetzt „och, sich zu einem Ganzen zusammen zu schließen. Wenn auch die heutige Versammlung infolge de- gleichzeitigen TagenS der Freien Vereinigung zu einem desinitiven Resultat nicht führen könne, so sei es doch nöthig, eine Resolution zu Gunsten der Verschmelzung zu fassen. Herr S ch m i d t bemerkte hierzu, es liege ihm fern, dem Vorsitzenden der Freien Vereinigung eine» Vorwurf zu mache», allein anzunehmen sei, daß er nach Lage der Sache von der Versammlung gewußt habe. Herr S ch ö n f i s ch sprach sich gleichfalls für eine entsprechende Resolution aus, während Herr Päseler nochmals betonte, daß der Vorstand der Freie» Vereinigung zu spät von der Aersanim- lung erfahren habe. Von Herrn S ch ö n s i s ch war inzwischen 'olgende Resolution eingebracht worden: Die heutige öffentliche Ziminerer-Versammlung beschließt, sofort derFreienVereinigung die Frage vorzulegen, ob dieselbe geivillt sei, der Lage der jetzigen'Arbeiterbewegung Rech- nung zu tragen und für die Einigung der beiden Orgam- satione» in Berlin mitzuivirken. Herr S t e h r rügt daS Fortgehen Bringmanns; seiner Mei- nung nach werde die Resolution ohne Wirkung bleiben. Herr Schönsisch ist anderer Meinung. Grade iveit die Freie Vereinigung auf einem entschieden demokratischen Stand- punkte stelle, sei die Resolution zweckentsprechend. Herr Schmidt bittet, von einer sofortigen Uebermittelung der Resolution an die Freie Vereinigung Abstand zu nehmen; das werde heute nicht mehr angänglich sein, man möge deshalb eine weitergehende stelle». Auch Herr Seitzt räth von der so- 'ortigen Zusendung ab; im Uebrigen sei die Resolution nolh- wendig. Der„Gesellenausschuß" hätte auf Grund des Kongresses und der Statutenänderung schon längst die Pflicht gehabt, eine öffentliche Ziminererversaniinlnug einzuberufen und die Meinung der Kainerade» einzuholen. Nachdem noch die Herren Knüpf er. Zipke, Peter mann, Stehr, Schön fisch. Päseler und Seitzt zur Sache gesprochen hatten, wurde die Resolution einstimmig in der Form angenommen, daß das Bureau der Ver- 'anunluiig der Freie» Vereinigung die Frage vorlege» soll. Damit ivar der erste Punkt der Tagesordnung erledigt. Unter „Verschiedenes" bemerkte Herr Ortland in Bezug auf die Sammlungen für die Hamburger Ausgesperrte», daß ma» von Seite» der Zimmerleute erst 4407 M. habe aufbringen können, hierzu käme» noch 300 M. vom Reservefonds. Angesichts der verhältnißmäßig geringen Summe sei es dringend nothwendig, die Sammlnnge» energisch fortzusetzen, andernfalls werde die Kapitalmacht triuinphiren.— Diese Angelegenheit rief eine lebhafte Debatte hervor, an welcher sich die Herren Schön fisch. Weiß, Stehr, L o ß und K n ü p f c r be- thciligten. Alle Redner sprachen sich für rege Betheiliguug an den Sammlungen für die Hamburger Kameraden aus und legte» de» Anwesende» ans Herz, überall in diesem Sinne zu wirken. Am Donnerstag Abend solle» zur Besprechung der Hamburger Zlussperrunge» wiederum drei große Volksversamnilunge» stattsinde». Herr L o ß kritisirte besonders das Gebahre» der„Baugeiverks- Zeitung" gegen die Arbeiter, und Herr S ch ö n f i s ch theilte mit, daß ihm ei» Kamerad erzählt habe, beim Ltathsmaurermeister Lleutcr werde zeitweise 00 Stunde» wöchentlich gearbeitet. An- gesichts einer solche» Arbeitszeit sei es kein Wunder, wen» die ahl der Arbeitslosen sich täglich vergrößere. Hierauf schloß die ersamnilung. Der Fachverei» der Lederarbeiter hielt am 20. Juli eine ordentliche Generalvcrsammlnng ab. Der Kassenbericht des Jahre?, welcher vom Kassirer verfaßt und von den Revisoren vorgelegt wurde, zeigte folgendes Resultat. Gesammteinnahme 135!)' M. 40 Pf., Ausgabe 1040 M. 05 Pf., mithin einen Kassenbestaiid von 312 M. 75 Pf. Im Laufe des ersteil Jahres ließe» sich ca. 600 Kollegen als Mitglieder ein- schreiben, wovon jedoch mehrere gestrichen werden mußten. Im Anschluß hieran ermahnen wir die Kollegen, den so niedrigen wöchentlichen Beitrag pünktlich zu entrichten und ebenso die Ver- sainmlnngen fleißig zu besuche», damit der Verein nicht nur auf der bisherigen Höhe erhalten bleibt, sondern noch kräftiger empor- blühe. Nachdem der Kassenbericht zur Diskussion gestellt»nd die Abrechnuiig von den Revisoren als richtig bestätigt worden, ivurde die von letzteren beantragte Entlastung dem Kassirer er- theilt. Die Rechtsschith- und Arbeitsnachweis-ftommission gab ein kurzes Bild ihrer Thätigkeit. Die nun vorgenommene Vorstands- wähl nahm einen stürmischen Charakter an, in der die Geister heftig auseinander platzte».� Man konnte hieran erkennen, daß große Lust und Liebe znr Sache vorhanden ist und eine frische Lust in der ein Jahr bestehenden Organisation weht. Gewühlt wurden die Kollegen Dübelt zum ersten Vorsitzenden, Heindle zni» ersten Kassirer, Georg Schmidt I zum ersten Schrislsührer und A. Schulz, Götzolt, Schönfeld, Paul Schmidt und Christian z» den übrigen VorstandSäiutern. Die Wahle» der kkoinmissionen mußten der vorgerückten Zeit bis zur nächsten Versammlung ver- schoben werden. Nachdem noch den ausgesperrten Hamburger Vauhandiverlern 60 M. überwiesen worden, schloß man die Versammlung. Eine öffentliche Uersnmnilnng der Maler, Lackirer, An- streicher und verwandte» Berussgenossen tagte am Mittwoch, den 30. Juli, in Feucrstein's Salon unter Vorsitz der Kollege» Hohlwegler, Gusch uiid Granienz. Zum erste» Punkt der Tages- orduiing sprach Herr Millarg über die Lage des Hamburger Streiks. Zum Schluß forderte der Referent auf, dag jeder in diesem Kampfe gegen das Kapital mithelfe, den» unsere einzige Freiheit, daS Koalitionsrecht, steht auf oein Spiele, welche wir linS nicht antasten lasten dürfen.(Lebhafter Beifall.) An der Diskussion betheiligtc» sich die Kollege» Lietzera», Schweitzer»nd Hohlwegler, welche sich im Sinne des Referenten aussprachen »nd das Vorgehe», des Hantbnrger Senats scharf kritisirte» und zur kräftigen Nnterstützung aufforderten.(Bravo.) Kollege Schweitzer hob namentlich hervor, daß es doch für uns eine Schande wäre, wenn spätere Geschichteschreiber sagen müßten, die Bataillone vom 20. Februar ließen ihre Brüder in diesem Klassenkampf unterdrücken. Hierauf wurde» solgende Resolutionen eiiistimmig a»ge»o»»»c».„Die heute in Feuerstein'? Salon, tagende öffentliche Versainmlnng der Maler, Lackirer, Anstreicher und verwandten Berussgenossen erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten und der übrigen Redner einverstanden und ver- pflichtet sich, durch Agitiren und Umsetzen von Streikmarken die ausgesperrten Hamburger Bauhandwerker materiell und moralisch zu unterstützen. Die heute, am SO. Juli 1890, in Feuerstein's Salon tagende öffentliche Versammlung beschließt, an die sozialdemokratische Fraktion des Reichstages zu appelliren, daß den Arbeitern Deutschlands der§ 152 der Gewerbeordnung nicht genommen, noch gekürzt wird. Letztere Resolution wurde dem Vertrauensmann für össent- liche Angelegenheiten, Kollegen Pusch, übergeben, welcher das weitere veranlassen soll. Zu Punkt 3, Verschiedenes, forderte Kollege Schweizer zur regen Agitation auf; dadurch, daß auch in den finsteren Gegenden für Freiheit und Recht agitirt wird, werden Streikbrecher nach und nach verschwinden. Ferner kam Redner auf den Kontraktbruch der Bremer Malerinnung zu sprechen, was ihm Anlaß zu einer scharfen Kritik bot. In- zwischen war ein Antrag eingelaufen, die Tellersammlung beim Verlassen des Saales fortzusetzen und den vorhandenen Ueberschuß den ausgesperrten Bauhandwerkern Hamburgs zuzuschicken. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Dann schloß die Ver- sammlnng mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie. Eine Verfainmkutrg für Männer und Frane», die zum 1. August nach dem Lokal Müllerstraße 178 einberufen war(Referent Herr Türk) ist polizeilich nicht genehmigt worden. Kranke».»»U Hrarälinihkasse de« Uerri»» siimintlicheb K«r»fs- klape», Vcrwalmnnsslettc Berlin u Sonnabend, den o. August, Abends»Uhr, Acrsamniluna bei Wollschläacr, Blumenstr. 78. Tagesordnung: Kassenbericht. Anträge. MittheUungen.(SeschäftticheS. frei« zirreinigiuig der«»»slrute. Donnerstag, den 7. August, findet emter, Münzstr. 11, eine Mitglieder-Versainnilung statt. Koziaidoinokratischer Kes». und DioKntirKlul, ,.A»t«r»ati»»a>«". Sitzung am Donnerstag, den?. August, Abends 8 Uhr, bei Oelze,»l. Andreas- strahe ig. Gäste haben Zutritt. Allgrmciiie Äronken- und Steibciiosse der UletaUarblitor(E.H. es zu Hainbura), Fitiale Berlin 8. Ntilglieder-Versammlung am Sonnabend, den v. August, Abends 8 Uhr, in der Adler-Brauerei, Vadstr. 87. Tagesordnung: I. Kassenbericht. 2. Verschiedenes. iSrofte öffenitiche Versan»»I>i»s der Utaler nnd verwandte» He- riisegnossen ani Donnerstag, den 7. August, AbendS 8 Uhr, in Feuerstein's Ealo», Alte Jalobstr. 78. Tagesordnung: I. Wie unser Arbeitsnachweis ist und wie er sein soll. Res.: Ctadtv. Zubeil. 2. Dislussion. s. Verschiedenes. Zur Declung der Unlostcn Tellersammlung. Der Wichtigleit der Tagesorduung halber ist es Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen. Grsaug-, Turn- und gesellige yerei»» am Donnerstag. Männer- gesangvcrein„Sangeslusi", AbendS»Uhr im Restaurant Gründer, Bulowsir.71. — Männergcsanguerein„Lätitia" Abends g Uhr in Vettins' Restaurant, Vete- ranenstr. IS.— Gefangve'rein„Bretzelschlutz" Abds. 8% Uhr im Restaurant Mündt, itüpiiielerstrasie loo.— Männergesangverein„Nordstern" Abends s Uhr im Restaurant Pohl, Mullcrstr. 7.— Schäscr'scher„Gesangverein der Elfer" Abends o Uhr bei Wolf u. Krüger, Slalitzerstr. ISS, Gesang.— Gesangverein „Blüthenkranz" Abends 9 Uhr im Restaurant Brandenburgsir. so.— Männergesangverein„Alexander" Abends o Uhr im Restaurant Rose, Straustbcrger- strastc 8.— Männergesangverein„Firmitas" bei Klnncr, Köpniclerstr. SS.— Männergesangverein„Sangcssreunde" Abends s bis Ii Uhr, Frankfurter Bier- hallen(Krüger), Grobe Franlfurterstr. 102.—„Brunonia" Abends s Uhr Uebungsstunde bei Lehmann, Alexandrinenstr. S2.— Turnverein„Hasenhaide" (Lehrlingsabtheilung) AbendS 8 Uhr Dicffenbachftr. so— si.—„Bcrtiner Turn- genoffenschast"(7. Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Britzcrstr. 17— 18;— desgl. s. Münnerabthellung Abends 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubenerstr. 81.— Lübeik'scher Turnverein(Männer- Abtheilung) Abends 8 Uhr Elisabethflr. 67—63.— Allgemeiner Arcnds'scher Stenograpyenverein, Abtheilung„Louisenstadt", Abends 8� Uhr im Restaurant Prcuß, Oranienstraste 61.— Arends'scher Stenographenverein „Phalanx" Abends 8% Uhr im Restaurant„Zum Buckower Garten", Buckower- straßc s.— Deutscher Verein Arends'scher Stenographen Abends 8 Uhr in Heidt'S Restaurant, Koppenftr. 76, Unterricht und Uebung.— Berliner Steno- graphcn-Vcrein'(System Arends) Abends s Uhr im Restaurant Friedrich- stratze 208.— Stolzc'scher Stenographenverein„Nord-Bcrlin" Abends s Uhr, Echlegelstr. u.— Verein der„Staturfreundc"'Abends 0 Uhr im Restaurant Wienerstr. 36.— Verein der Unruhstädter AbendS% Uhr im„Königstadt-Kasino", Holzmarktsir. 72.— Verein ehemaliger F. W. Rettschlag'scher Schüler am 1. und 3. Donnerstag jeden Monats im Gase Schüler, Lands- bergerstr. 78 Abends 8 Uhr.— Rauchklnd„Kernspitze" Abends 8% Uhr im Resiauruni Böhl, Rüderodorferstr. 8,— Verein ehem. Schüler der 23. Ge- meindeschule Abends 0% Uhr, Große Frankfurterstr. 47 bei Martini.— Rauch- Ilub„Arcona" Abends 8 Uhr bei ZiplinSli, Reichenbergerftr. 71.— Rauchtlub „Dezimalwaage" AbendS S Uhr, Blumenstr. 33 bei Hcncke.— Rauchtlub „Vorwärts" Abends S Uhr beim Herrn Tempel, Rejtaurani„Zum Ambos", ÄreSlauerstr. 27. Orientalischer Rauchtlub" Abends 9 Uhr im Restaur. Wiechert, Oraniensiraße 8.— Rauchtlub„Krumme Piepe" Abends s Uhr Lanaestr. 70 bei Heindorf.— Rauchilub„Collcgia" Abends 9 Uhr bei Thiemermann, Slalitzerstr. 86 VevmiMzkes. Wir«, 6. August. Der Personenzug von Wien nach Eger ist ingvergangener Nacht in der Nähe von Pilsen entgleist. Die Maschine und elf Waggons stürzten vom Damm herab und wurden stark beschädigt. Von den Reisenden sind zwei gctödtet und dreißig verwundet. Ferner hat der Heizer seinen Tod ge- funden und der Lokomotivführer schwere Verletzungen erlitten. Das Unglück ist durch Unterwaschung einer gewölbten Stelle des Bahnkörpers infolge eines Wolkenbruchs verursacht worden. Mirn. 0. August, Abends. In Betreff des oben gemeldeten Eisenbahuunfalls in der Nahe von Pilsen wird von authentischer Seite bekannt gegeben, daß der Damm, von welchem der Absturz erfolgte, 17 Meter hoch ist, welche Thatsache, sowie der Umstand, daß das Unglück sich Nachts ereignete, wesentlich zur Vergröße- rung desselben beigetragen habe. Ferner wird konstatirt, daß das fragliche unterwaschene Objekt unlängst hinsichtlich seines bau- lichen Zustandes genau untersucht worden und dabei kein mangel- basier Bauzustand wahrgenoinmen worden sei. N«w-Norlr, S. Augnst. Der schon vor längerer Zeit zum Tode verurtheilte Mörder Kemmler ist heute Vormiitag im Gefängniß von Auburn, New-Iork, durch Elektrizität hingerichtet worden. VvivflkÄlfien vev Ncdclsttioir. Bei Ansragen bitten wir die Mbaiinemenls-Quittmig beizusügen. Briefliche Annvort wird nicht eriheili. jQevi' Ittlinv Türk bittet die Herren Schuhmacher Richard Baginski» Schäftearbeiter Krause, Kaufmann Alb. Auerbach, Bildhauer Schmiedel, Lederarbeiter Jahn, Zimmerer O r t l a n d, Klavicrarbeiter Stöbert Schmidt, wenn irgend möglich in der F r e i t a g s v e r s a m m l u n g der ,, Freien Uolkabüline" zu erscheinen nnd sich vor Beginn der Versammlung mit ihm in Verbindung zu setzen. Für die nnsaesperrten Kaulinndwerker Zambtirgs gingen ferner bei uns ein: Leseklub Heine, Ripdorf 10 M. Von rochen Wagenbauern aus S.O. 50 M. Einige Kollegen der Pianofortefabrik Motz und Komp. 14,25 M. Mehrere Arbeiter aus der Markgrafenslraße S. und H. 4,75 M. Am Biertisch des Theatervereins'Akazie 2,30 M. Berliner Arbeiterbildungsverein 80 M. Am Skatlisch gesammelt durch Schmidt 1,60 M. Schönfeldt 1 M. Auktion einer Zigarre im Sparvercin Zukunft 3,50 M. Großbauer, Friedrichshagen 1 M. Schneiderwerkstatt, Mohrenstr. 53 8,50 SR. G. Griese 1,50 M. Vergnüguugsverein Fröhlichkeit 5 M. Fünf durstige Brüder 6 M. Gesanverein Olympia, Ertrag einer anierikanischen Auktion einer Leberivurst 0,15 M. A. und W., Münzstraße 2 M. Rothe Fontaine, Pankstraße 8,50 M. Die Rothen von Spandau 21,10 M. Die Blaumacher der Tischlerei Brunnenstr. 38 2,50 M. Drei rothe Arbeitsscheue von Brunnenstr. 33 5 Mark. Bon„Große Berliner", 1. State 16,75 M. Die fidelen Lokalmiether 2,55 M. C. Wunsch 1,50 M. Tischlerei von Meer 1,00 M. Der rothe Federhändler 3 Mark. Siauchklub„Lustige Brüder" 3,20 M. Arbeiter der Zigarrenfabrik von W. Ponaih 4,45 M. Bezirksverein der Lankivitzer Buch- druckerei 10 M. Verband d. Möbelpoliere Berlins u. 11. 1. State 50 M. Drei Stohrlcger 1,60 M. Albninfabrik von A. Dittinar 8,50 M. Bautischlerei von Hegelmann, Bökhstraße 25, mit Ausnahme eines Kollege» 14 M. A. S. Wilmersdorf 1 M. Gesammelt durch Schleyer 4,50 M. Lederfabrik Schmidt, Weißgerber 8,85 M Lederfabrik Schneider, Weißgerber 6,30 M. Rothe Teufel, Soldinerstraße 3 M. Liste 850 6 M. S., Buchdrucker 1 M. Gesammelt von den Steindruckern, Schleifern, Prägern und Goldschnitt- machern von M. Voehme 20,20 M. 6 rothe Schloffer aus der Potsdamerstr. auf Liste 816 4 M, Ges. von den Metallarbeitern W.P. 5M. Tischlerei von K. Müller u. Ko., Blücherstr. 35, 9,60 M. Jäger- straße 100 13,50 M. Möbelfabrik von I. C. Pfaff, Saal 3, Tischler und Polierer 11,40 M. Spielwaarenfabrik von Equitz, Gr. Frank- furtcrstr. 125, 2. Rate, 9 M. Fraiserei von Welling nnd Haselhoff, Pallisadcnstr. 85, 2 M. Liste 895 4,75 M. Die Rothen aus dem Ohm- keller 3 M. Genossen G. O. 8 M. Th. K. 3 M. Blensdorf. Urania, 6,60 M. Verband der Dachdecker 30 M. Proletarier 50 Pfennige. Hutmacher von Petach 5 Mark. Arbeiterverein in Ohlan 14 M. Jungens halt fest!(1 Wochenbeitrag) 2,50 M. Berliner Hutmacher, 2. State, 200 M. 1 Schlosser von Karl Schulz, Hasenhaide 50 Pf. Gesangverein Allegro 3,75 M. Tischlerei von Hopp, 2. Rate 4,40 M. Unbekannt B. St. 5 M. Mehrere Drucker, Lithographen und Schleifer, Firma Selmar Beyer 5,75 M. Preßwurst, Henniger u. Ko., Alte Jakobstr. 116 1 M. Schulz 1,80 M. Rauchklub Angra Pequena 6 M. N. B. 13,25 M. Noch einige„Aristokraten" Liste 911, 15,80 M. A. bei S. u. H., Markgraf-s� Piesker, Forsterstraße o, f 9kW& Ritterstr. 11, Fabrik von Reiff u. Martin U,2q jgLßp BBBSm* ............ 1 M. Auf Liste 3980 gesammelt durch Hupp 4,o0 Dt. Bertram beim§ 11 2 M. Werkstatt. Höchstestr. 17, 3,15 M ZSZMZM ssWUM' Beuthflr?®eiträ8e nimmt gern entgegen die Expediti-» i'"!, Schonrbrt-g. Listen sind augenblicklich vergriffe». 14. Ziehung der 4. Klasse 182. Köuigl. Prcnss. Lotterie. Licliiip» vom 8. Auzust 1890, VvrmittägS. fllit dl« Gttvivne äb-r 310 M.>il>i»d o«» v-irtiieiidc» Niimmwl iu Par-»thei« b-ig-nizl. tOH»e ffltmäör.) 348 97 403 53 501 809 47 75 910[500] 29 1158 242 379 407 17 53 600 72[30001 780[3001 2003 93 207 21 501 00171 721 813:S17G[5001 202 13 308 81 448 78 890 93 900 4003 III 259 300 2 27 456 071 907 1500] 5276 77 300 TO[500] 549 83 750 857«037 07 151 52 217 333 35 428 99 515 052 97 736 42 722 45 925 7139 40 317 20 455 90 540 733 850 969»010 46 54 99 109 24 294 396 427 81 558 01 603 766(30001 807»094 315 453 59 735 832 54 15001 50 941 10008 72 179 82 237 353 75 530 53 62 723 940 11067 83 175 [1500] 85[3001 91 420 20 34 49[5001 52 508 041 703 808 921 02 11*073 15001 175 580 074 760 08 836 7 7 909 1 3000 236 43[300] 394 400 617 20 841 90 973 11097 103 45[3000] 574 621 700 80 81 947 55 93 90 15100 231 130001 07 364 421 84 96[15001 509[3001 50 002 929 1 0330 592 770 913 34 95 90 1 7031 39 84(30091 170 226 344 431 501 700 34 937 1*170 351 422 70 504 6 43 032 64 700 835 1*070 158 271 94 306 16 42 418 26 48 606 7 20068 102 602 47[3000] 756 979 2 1 301 19 439 533 53 004 770 851 22021 340 503 92 600 812 79 941 23175 98 378 439 524 81 96 99 731 74 883 961 81 24066 370 410 54 84 519 778 845 924 30 25036 1500) 159 82 325 4u9 44 09 693 82 724 37 875 937 2C081 15001 86 137 268 405 23 507 608 98 701 34 811 81 85 904 30 90 2 700 1 71 LS 265 304 07[3001 059 709 58 79 893 904 30 69 2*904 317 43 437 42 63 691 20027 29 143 99 306 68 13001 409 14 1500] 517 30 150 001 63 681 983 00075 262 83 87 382 470 623 731 47 31 175 283 326 535 98 755 78 939 3 2046 436 569 630 875 3 3278 315 115901 63 83 421 59 501 10 19 629 700 820[10 OOO) 34021 22 45[5001 79 333 411 840 72 73 996 3 5022 139 67 223 591 625 51 780 909 18[50001 32 24 30 104 9 48 1300] 293 304 473 511 015 44 78 833 15001 53 3 7024 53 13001 225 439 917 3*007 219 358 002 942 71 93 3*244 60 311 430 94 675 998 46 53(500) 78 89 143[39001 341 43 417 23 91 115001 95 505 702 35 972 4 3046 172 202 76 327 83 510 7 5 61011 897 15001 4 0024 45 110 213 130001 54( 3001 338 471 626 779 4 7024 104 85 292 433 87 625 115001 49 76 782 842 93 912 83 96 4*063 107 34 90 248 345 52 474 576 693 715 5 7 7 9 827 85 96 923 4* 379 91 5(4 96 637 742 832 930 S*013 70 168 258 306 505 60 13001 97 98 674 701 IC 02 88 900 03 51124[3 00*1 332[3001 67 50.) 29 59 601 712 907 38 54122 38 44 290 337 44 93 419 79 601 90 773 811 919 96 53086 490 514 66 643 48 841 965 6 4020 40 135 50 226 022 64 710 74 896 13001 910 5 5025 75 95 133 38 295 302 698 840 5 0065 298 321 06 418 619('.Ol 711 72 889 959 5 7215 39 344 461 653[390] 69 717 32 838 917 93 5*176 277 659 639 4 1 5*034 199 115001 2(7 388 448 11500) 613 34 41 727 871 903 23 37 65 «0062 81 349 95 442 84 620 39 752 72 01145 212 33 86 303 414 613 723 77 92 SSO 921 0«132 42 93 432 04 99 076 816 03115(3001 42 355 503 13 687 778 874 989 042(4 414 72 575 638 40 734 11500) 900[300] 22 13000) 55 94«5293 318 53 544 90 605 85 GO027 105 413 34 571 010 03 875 67103 304 40 61 465 577 644 67 892 923 0*097 396 441 53 558 80 88 618 730 48 985« 0225 15001 40 305 402 42 44 549 661 115001 735 57 00 923 7*097 151 384 502 005 19 788 942 7 1025 250 394 433 616 31 38 84 3 9(4 72032[3001 269 477 570 763 7 3039(30001 104 48 387 406 15 747 814 53 81 90 933 74129 54 245 90 363 95 529 643 55 64 821 66 988 75001 110 66 227 44 52 CG 339 540 80 079[3001 93 7 04 31 Ol 89 70 004 09 140 61 15001 220 517 75 88 679 837 40 957 09 13000) 77148 [30001 57 630 43 824 53 907[15 0 001 7*025 00 85 104 226 35 302 4 11 413 81 6(4 771 95 805 954 7*133 233 586 608 12 886 90 *0039 64 90 128 93 237 39 427 68 537 609 18 55 90[3001 899 *1293 351 516 26 805 45 947 72 89 82085 135 89 262 304 462«7 920 46*300. 152 331 402 536 657 708 981*1036(30001 Ol: 153 08 400 98 591 024 25 704 30 803*5001 0 10 55 160 83 234 305 50 403 6 79 550 724 1500) 89 827 985*0008 14 112 470 83 90 597 740 830 70* 7002 350 449 505 1300] 40 820»*082 226 373 87 413 17 115001 21 23[3001 30 13001 83 697 004 98 802 13000) 010 42 50»9013 20 CO 90 259 362 �«*188 200 83 300 66 97[15001 500 29 77 703 S 990«»074 84 312 14. Ziehimg der 4. Klasse 182. Königl. Prcuß. Lotterie. SUUlie VI». Q. Jlllflllti 1890, 9.'a6»»i»<>g». flmtu emümi ubcr DlO Marl stiid Hill--»«iliiivei» r.iimm.'c» tu Pnreiittziic dtiflernst. 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Druck und Verlag von Ma» Kading in Berlin 8W., Beuthstraße 2.