I Nr. 183. Freitag, den 8. August 1890. V.Iailrg. KeMerVölksblatt. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. 1. 2. Organisations-Entmnrf Mv die tozintdemokrirkisrhe Dsvkei Deukfitzlsnds. „ �_ Varteigenossenschast. j. 8 a. �zur Partei luim«iu;i ijc iwwnb die materielle Unterstützung versagt Ueber die Zugehörigkeit zur Partei oder den Ausschluß aus derselben entscheiden die Parteigenossen der einzelnen Parteiorte oder Reichstags-Wahlkreise. Gegen diese Entscheidungen steht den Betroffenen die Berufung an den Parteivorstand(§ 13) und den Parteitag zu(§ 7 u. f.). Vertrauensmänner. § 3, Die Parteigenossen in den einzelnen Reichstags-Wahlkreisen wählen in öffentlichen Versammlungen zur Wahrnehmung der Parteiinteressen einen oder Mehrere Vertrauensmänner. Die Art der Wahl der Vertrauensmänner ist Sache der in den einzelnen Kreisen wohnenden Genossen. Insofern der Wahlkreis durch einen Ort oder durch Theile eines Ortes gebildet wird, ist nur ein Vertrauensmann zu wählen; besteht dagegen der Wahlkreis aus Freren Orten, so kann für jeden Ort ein Vertrauensmann gewählt werden. § 4. Die Wahl der Vertrauensmänner erfolgt in der Regel alljährlich und zwar im Anschlüsse an den voraufgegangenen allgemeinen Parteitag. Die Vertrauensmänner haben ihre Wahl mit Angabe ihrer genauen Adresse sofort dem Parteivorstande mitzutheilen. .§ 5. Tritt ein Vertrauensmann zurück oder tritt sonstwie eine Vakanz ein, so haben die Parteigenossen umgehend eine Neuwahl vorzunehmen ünd davon ent» Wechend§ 4 Abs. 2 dem Parteivorstand Mittheilung zu machen. Pavteitug. § 6. Alljährlich einmal findet ein Parteitag statt, der vom Parteivorstand einzuberufen ist. m Hat der vorhergehende Parteitag über den Ort, an welchem der nächste Parteitag stattfinden soll, keine Bestimmung getroffen, so muß der Parteivorstand mit der �chstags-Vertretung hierüber sich verständigen. § 7. Die Einberufung des Parteitags muß spätestens 4 Wochen vor dem Termin der Abhaltung desselben durch das offizielle Parteiorgan mit Angabe der provisorischen Tagesordnung erfolgen. Die Einladung zur Beschickung des Parteitags ist mindestens dreimal in Zwischenräumen von je 2 Tagen zu wiederholen. Anttäge der Parteigenossen für die Tagesordnung des Parteitages sind binnen 14 Tagen, vom ersten Tage der Veröffentlichung der Einberufung an gerechnet, bei dem Parteivorstand ein- Sachen, der dieselben spätestens 10 Tage vor der Eröffnung des Parteitags durch das offizielle Parteiorgan bekannt zu geben hat. Anträge der Parteigenossen, die später r» U Tage vor der Abhaltung des Parteitags bei dem Parteivorstand eingehen, können nur dann auf dem Parteitag berathen werden, wenn mindestens 15 Vertreter sich Mr erklären. Dasselbe ist der Fall mit selbstständigen Anträgen, die während der Verhandlungen des Parteitags eingebracht werden. . s 8. Der Parteitag bildet die oberste Vertretung der Partei. Zur Theilnahme an demselben sind berechtigt: Die Delegirten der Patei aus den einzelnen Wahl- �isen, mit der Einschränkung, daß kein Wahlkreis durch mehr als 3 Personen vertreten sein darf. 2. Die Mitglieder der Reichstagsfraktion. 3. Die Mitglieder des Partei- C.«- /-wi. Vil*------< V.a cn----.3 YL.f.-- 2... i<---.. Y------- i Pf t c•..... � :,::5 zzzz SSM J&2K K Varteivorstttttd. 8"l 3" a er"'Parteivorstand b esetz t die Aemter ans seiner Mitte und hat seine Konstitnirung im offiziellen Parteiorgan anzuzeigen. ie Mitglieder des Vorstandes können für ihre Thätigkeit eine Besoldung beziehen. Die Höhe derselben setzt der Parteivorstand i "b�agsfraktion fest. in Uebereinstiinmung mit der ß,.,§ 14. Der Parteivorstand leitet die Parteigeschäfte; er beruft die Parteitage und erstattet auf denselben über seine Thätigkeit Bericht. Er kontrolirt die prinzipielle vwtung der Parteiorgane. -• ViFHÄoa* ffir'-XT im PmI-,»°-st°»d w-rd°» dmch welch- dl- R-ichÄ-Maktim W. b-h°b-n. B.l w Abstimmung -Mliidet die einfache Majorität. Koltiroik. �-ch J&.tS&ÄÄ fÄ*..........'** die Fm-.i.„ mache» Den Vorstandsmitgliedern steht gegen ihre Absetzung das Recht der Berufung an den Parteitag zu. Vartciorgiur. § 19. Zum offiziellen Parteiorgan wird das„Berliner Volksblatt" bestimmt. Dasselbe erhält vom 1. Januar 1891«b den Titel: —— •'- Kerliner Uslksblatt-- Zentral-Organ der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Alle offiziellen Bekanntmachungen sind an hervorragender Stelle des redaktionelleil Theils zu veröffentlichen. Abänderuttg der Oraattisatio». pollfirrfic Mev-Vstchk. ,,Aie Kasso» sind leer." Diesen Jubelruf hatte die kapi talistische Presse angesichts der Aussperrung der Hamburger aus- gestopen; sie behauptet, es flössen keine Uuterstühungsgelder nach Hamburg, mcil die Arbeiter es satt mären, immer und immer mieder zu steuern. Nun, die Herren haben zu früh gejubelt und die Rechnung ohne den Wirth gemacht. Sie bcurtheilten den Opfermuth und den Idealismus der deutschen Arbeiter vermnth- lich nach ihrer eigenen schäbigen Gesinnung. Berlin allein hat an der einen Sammelstelle des„Berliner Volksbl." an 10 000 M. bisher zusammengebracht, und ganz Deutschland hat bis jetzt ca. 35 000 M. nach Hamburg geschickt. Die Hamburger Brüder brauchen nicht zu verzagen; hinter ihnen steht das ganze deutsche Proletariat. Alach einer KeKanntmachnng der Neaiernng zu Gwel» im Amtsblatt sind an den Grafen Guido Henckel von Donnersmark auf Neudcck zwei umfangreiche Steinkohlen- Bcrgwerksverleihungen am 15. bezw. 21. Juli und an den vielgenannten belgischen Jngenier William Snermondt in Kleinburg bei Breslau eine ebensolche erfolgt. Die Vcr- leihungen an den Grafen von Donnersmark umfassen 899 246 Qu.-Meter Flächeninhalt in der Gemeinde Atako- schau im Kreise Zabrze und 1 885 704 Qu.-M. in den Ge- meinden 5tlcin-Panio:v im Kreise Zabrze und Prciswitz im Kreise Test-Gleiwitz; die an den Jngeinenr Suermondt um- saßt eine Fläche von 2 189 000 Qu.-Meter in den Gemein- den Petersdorf und Pschyschowska im Kreise Test- Gleiwitz. Solche Bergwerksverleihungen, die unter günstigen Ver- Hältnissen einen unschätzbaren hohen Werth haben können, sind so recht geeignet, den Unterschied zwischen der gegenwärtig zu Recht bestehenden Staatsverfassung und der nach sozialdemokratischen Grundsätzen zn erstrebenden Gesellschaftsform klar zu machen. Jetzt fallen diese werth- reichen unterirdischen Schätze zweien ohnehin schon sehr reichen Leuten zu, während in der sozialdemokratischen Gesellschaft das Erträgniß dieser Bergwerke der Allgemeinheit zu Gute kommen würde. _ Die preußische Staatsverfassung sichert allen Preußen gleiches Recht zu. Dieser Grundsatz wird durch eine solche Bergworksverleihung auch keineswegs verletzt, da es jedem Preußen freisteht, sich um eine solche zu bewerben, die ihm auch gewiß zn Theil werden wird, wenn die Bedingungen, die an eine solche geknüpft sind, von ihm erfüllt werden. Diesen Anforderungen können aber nur Personen, welche sehr wohlhabend sind, nachkommen, da um- fangreiche und kostspielige Vorarbeiten ausgeführt werden müssen, um bei der Bergwerksbehörde den Beweis führen zu können, daß die unterirdischen Schätze vorhanden sind. Die Kostspieligkeit der Tiefbohrungen, neben denen noch manche andere Arbeiten nöthig werden, find bekannt. So sehen wir denn eine schöne Verheißung der preußischen Staatsverfassung zu einem Schemen werden, sobald jene in die Wirklichkeit übertragen werden soll. Das gleiche Recht für Alle kann eben nur erreicht werden auf der Grundlage gleicher materieller Verhältnisse Aller. Die preußische Verfassung ist das Werk der Bourgeoisie, der die Arbeiterschaft damals ihr Vertrauen entgegenbrachte. Sie hat ihren Dank dafür in der Art abgestattet, daß oer Inhalt der Verfassung als eine geeignete Basis sich erwiesen hat für die zu Gunsten des Kapitalismus erlassenen preußi- schen und der meisten Reichsgcsetze. Unsere Patent- gesetzgebung, die das Privatmonopol sehr begünstigt, und unsere Bergwerks- Gesetzgebung sind beredte Bei- spiele dafür. Die Gruben mußten früher den zehnten Theil ihrer Förderung an den Staat abgeben, daS neue Bergwerksgesetz hat diese Steuer auf den zwanzigsten Theil der Forderung ermäßigt, ein in den Annale» unserer . Steuergesetzgebung vielleicht noch nie verzeichnetes Vorkomm- niß. Der Bergwerksbctrieb lag vor Erlaß des neuen Berg- Iverksgesetzes beinahe ausschließlich in der Hand des be- treffenden Bergamtes, daß durch seine Geschworenen eine ■ scharfe Aufsicht über den Betrieb ausüben ließ. Diese Auf- ficht war den Bergwcrksbesitzcrn lästig, und darum wurde sie abgeschafft, die jährliche Festsetzung des Betriebsplanes wurde den Geschworenen entzogen und den Grubenbesitzern überlassen. Wie die jetzigen Revierbeamten waren die Gc- schworenen wissenschaftlich und praktisch gebildete Männer, JFemflekow. Nachdruck verboteu.I [14 Fromont junior und Ms! er senior. Von Alphonse Daudet. Aus dem Französischen von Ludwig K n o r r. Er versprach Engagements, frühstückte iin Cafe, schrieb Briefe, grüßte mit den Fingerspitzen die Eintretenden, und hatte in den Winkeln vertrauliche lebhafte Unterhaltungen; zwei heruntergekommene Schriftsteller hatten ihm bereits ein Stück in sieben Bildern vorgelesen, das zur Eröffnung wie ein„Handschuh" für ihn paßte. Er sprach nur von seinem Theater und empfing Briese mit der Aufschrift:„An Herrn Delvbelle, Direktor". Als er seinen Prospekt und seinen Anschlag fertig hatte, suchte er Rislcr in der Fabrik auf. Da Risler zn sehr beschäftigt war, versprach er Abends in die Brauerei zu kommen, wo sich denn auch Dclobellc als erster Gast an den alten Tisch setzte, eine Kanne Bier mit zwei Gläsern bestellte und wartete. Er wartete lange, das Auge unverwandt auf die Thüre geheftet; Risler kam nicht, er zitterte vor Ungeduld. Jedesmal wenn die Thüre sich öffnete, drehte sich der Schauspieler um. Er hatte seine Papiere auf den Tisch gelegt und las sie nochmals durch, wobei er den Kopf und die Lippen eigenthnmlich be- wegte. Das Geschäft war einzig, glänzend. Schon sah er sich auf den Brettern— denn darum nur war es ihm zu thnn — wo er Rollen spielte, die ihm aus den Leib geschrieben waren und in denen er die größten Effekte erzielen würde. Plötzlich öffnete sich die Thür und in dem Tabaksqualm tauchte Herr Chcbe auf. Er war ebenso erschrocken und verstimmt, Delobelle zu treffen, wie dieser es über seine Er- scheinung war. Er hatte seinem Schwiegersohn am Vor- mittage geschrieben, daß er ihn in einer sehr ernsten Sache sprechen nnißte und ihn in der Brauerei erwartete. Es handelte sich um eine Ehrensache, die unter vier Augen die aber wegen der ihnen obliegenden strengen Be- aufsichtigung des Betriebes die ihnen unterstellten Gruben mindestens einmal monatlich besichtigen und deshalb mit der Praxis und den Gefahren des Berg- baues vertraut blieben; der Fall war undenkbar, daß eine Grube während dreier Jahre, wie bei dem Streik der Berg- leute im rheinisch-westfälischen Bergwerksgebiete zur Sprache gebracht worden ist, von einem staatlichen höheren Berg- vcamten nicht befahren worden wäre. Jene Geschworenen hatten eine berechtigte Sympathie für die Bergleute, die in ihnen ihren Beschützer fanden, dem sie gern vertrauten. Einen Streit um die Länge der Arbeitsdaucr gab es nicht, die Schichtdauer war auf 8 Stunden festgesetzt, so daß in 24 Stunden 3 Schichten mit wechselnder Mannschaft ver- fahren wurden; auch konnte kein Bergmann ohne Geneh- migung des Geschworenen abgelegt werden. Von diesen Verhältnissen besteht nichts mehr, der Grubenbesitzer ist un- beschränkter Herr über die Bergleute geworden. Zeipsig, 6. August. Die verschiedenen Fachvereinsorgani- sationcn in unserer Stadt und Umgebung gehen mit dem Plan um, eine Gewerkschafts-Kartellkommission zu bilden, welche sich mit den gemeinsamen Angelegenheiten aller hiesigen Fach- vereine und Gewerkschaften beschäftigen und überhaupt die Gewertschaftssache nach allen Richtungen hin fördern soll. Die meisten der betreffenden Organisationen— bis jetzt 23— haben bereits Versammlungen zn diesem Zwecke gehabt und in denselben auch schon die Wahlen für die Kommission vor- genommen. Die Polizei hat dieser Bewegung, der jeder Erfolg zu wünschen ist, noch keine Hindernisse in den Weg gelegt— es bleibt aber abzuwarten, ob diese Duldsamkeit vorhalten wird. An der Zeit wäre es wahrhastig, die Leipziger Polizeibehörden schickten sich endlich einmal in die doch nicht mehr abzuändernde Thatsache, daß das Sozialisten- gesetz am 30. September d. I. aushört. Die Zl r b e i t s l o s e n- V e r s a ni in l u n g vom 23. v. Monats hat in der Presse nicht die Beachtung ge- sunden, welche sie verdient. Die Versammlung war so massenhaft besucht, daß das größte hier zur Verfügung 'tehende Lokal— etwa 2000 Personen fassend— sich un- Zureichend erwies, obgleich ausschließlich Arbeitslose zuge- äffen wurden. Und die Besucher der Versammlung waren nicht chronisch Arbeitslose, an denen jede größere Stadt ja Ueberfluß hat, sondern fast durchweg Opfer der Krise, welche gegenwärtig über die deutsche Industrie herein- gebrochen ist, und unter der Leipzig in ganz be- sonders hohem Maße leidet. Die Versammlung beschloß eine Statistik an den Reichstag zu Gunsten des Normalarbeitstages und einer durchgreifenden Sozial- reform, welche Ordnung in unsere anarchistischen Pro- duktionsverhältnisse bringt. Die Bemerkung eines Redners, daß wir es hier mit einer„Arbcitsruhe" zu thun haben, die wirklich eine nationale Kalamität ist, und an der die Arbeiter doch gewiß unschuldig sind, wurde trotz der offenbaren Anspielung aus das Gebahrcn der Arbeitgeber gegenüber dem 1. Mai polizeilich nicht beanstandet— sie war auch zu treffend. Wenn man sieht, wie die Herren Arbeitgeber jetzt Tausende von Arbeitern, ohne mit den Wimpern zu zucken, auf's Pflaster werfen, d. h. zu langdauernder„Arbeits- ruhe" zwingen, kann man sich allerdings nur voller Zorn der heuchlerischen„Entrüstung" erinnern, welche die Herren Arbeitgeber vor dem 1. Mai gegen die von Arbeitern gewünschte eintägige„Arbeitsruhe" zur Schau trugen.— Herr W i n k e l m a n n, der Millionendieb, ist nicht bloß in Buenos-Ayres ergriffen, sondern wird auch aus- qeliefert werden. Wenigstens war dies vor der jüngsten Revolution beschlossen. Möglich, daß der Staats- und Gesellschaftsretter gewordene Präsident Celman' für einen staats- und gesellschaftsretterische Kollegen ein mensch- lich Rühren hatten! Den hiesigen Freunden Winkelmann's wäre dann ein gewaltiger Stein vom Herzen genommen, denn der Bieder- mann hat, wie dem„Tageblatt" mitgetheilt worden ist, seinen hiesigen Freunden mit„Enthüllungen" bedroht. Das würde schön werden! Marnuug vor der Auswanderung nach Krastlie». Der s ch w e i z e r i s ch e Bnndesrath erläßt folgende Mit- theilung: Die Verhältnisse in denjenigen süd-amerikanischcn Staaten, welche sonst alljährlich von einem Theil der abgemacht werden müsse. Das Wahre an dieser Ehrensache bestand darin, daß Herr Chebe das Häuschen in Montrouge gekündigt und einen Laden in der Rue du Mail, mitten im HandelSviertcl gemiethct hatte... Einen Laden.... Mein Gott, ja!... Und nun fürchtete er sich ein wenig vor seinem Geniestreich, da er nicht wußte, wie seine Tochter über den Laden, der viel theurer war als das Häuschen in Montrouge, denken würde, zumal beim Bezichen noch einige Einrichtungen erforderlich waren. Da er das gute Herz seines Schwiegersohnes schon lange kannte, so wollte er sich zuerst an diesen wenden, da er hoffte, ihn in sein Spiel zu verstricken und ihm die Verantwortung für seinen Staatsstreich aufzubürden.[An Stelle Risler's fand er nun Delobelle. Die beiden sahen sich von unten bis oben mit scheelen Augen an, wie zwei Hunde, die sich am Rande einer Schüssel begegnen. Jeder begriff, was der andere hier suchte und sie versuchten daher nicht, sich dar- über hinwegzutäuschen. „Ist mein Schwiegersohn nicht da? frug Herr Chcbe, indem er dabei das„mein Schwiegersohn," stark betonte, um anzudeuten, daß Risler ihm und keinem andern sonst gehöre, wobei er die auf dem Tische liegenden Papiere scharf sixirte. „Ich erwarte ihn," antwortete Delobelle, die Papiere zusammenraffend. Und mit zusammengekniffenen Lippen fügte er in würdevollem, wichtig thnendcm und ganz theathralischcm Tone hinzu: „Es handelt sich um etwas sehr Wichtiges." „Bei mir auch," versetzte Herr Chebe, dessen drei Haare wie die eines Stachelschweines in die Höhe sträubten. Gleichzeitig nahm er auf dem Tivan neben Delobelle Platz, forderte wie dieser eine Kanne und zwei Gläser und wartete mit den Händen in den Hosentaschen und indem er sich in gespreizter Haltung mit dem Rücken gegen die Wand lehnte. Die beiden leeren Gläser neben einander, für ein und denselben Abwesenden bestimmt, hatten ein heraus- forderndes Aussehen. Und Risler kam noch immer nicht. Die beiden schweigsamen Trinker wurden ungeduldig; schweizerischen Ausivanderer als Reiseziel.gewählt � haben sich in neuester Zeit so ungünstig gestaltet, daß SS wartig vor einer Auswanderung dorthin allen Ew warnt werden muß. nr t A5'1 steigert sich die Abneigung der## ckrbeiter gegen die Eingewanderten noch fortwährend, es sind infolge dessen allerlei Gcwaltthaten an der Dsä. ordming. In Argentinien hat sich die allgemeine U"- fricdenheit mit den dortigen Zuständen, und ganz beson» mit den sehr mißlichen Geldveryältnissen, in einer blut S Revolution Luft gemacht. Wenn nun auch nach den neue! Zeitungsberichten der Aufstand als uiedergeschlaaen K trachtet werden kann, so wird der Auswanderer luvt vvii iuuu/|u iihiu vte_ thun, vorerst die Wiederkehr einer normalen Situatio zuwarten, bevor er mit Vertrauen daran denken dam, tfe diesem Lande eine neue Heimath Schon vor Ausbruch des Aufstandes haben Arbeitern jenes Land verlassen, um anderswo Arbeit zu suchen. So ivandten sich auch viele nach video, aber leider meistentheils auch ohne dort em Loos zu finden, denn auch Uruguay leidet gegenwarug. der Krisis des Nachbarlandes und der Ungunst der)t|)J nisse. In Brasilien sind es überhaupt nur �wemfl � vinzen, welche bezüglich des. Klimas für schweizerisch. � Wanderer in Betracht kommen können, und auch von m es zur Zeit vielerorts für unsere Landsleute schwieM zu sein, sofort lohnende Arbeit und günstige Vorbeding für eine gedeihliche Niederlassung zu finden. w Unter solchen Umständen muß allen, welche sich" � Gedanken tragen, auszuwandern, besonders denjemgen, � nach Südamerika gehen möchten, neuerdings empfohlen. den, sich um Auskunft an das eigens hierfür geschafp' � wanderungs-Kommissariat in Bern zu wenoen, bevor sie welchen entscheidenden Schritt unternehmen., Die Warnung ist auch für Deutschland am Pwv' � D.4 frühzeitig für sich ausnutzen, sind heute in bedrängter nur licher Lage, sondern der Mittelstand, kleine selbststanvige iverker, staatliche und Privatbeamte und dergleichen Kreye, in vielen Gegenden der Landmann, diese sicherste und" B digste Stütze des Staatswesens. Gerade in Bezug aus��„n» m viysic vcv vüiuuiviuvjtu». wctuvc iu:; 4**# Ii" des Lebens ist kein Stand so dürstig bedacht wie der W ---- f_-f. n.r.—_»»...!—-. v-o cv sorgun iß erst weniger Grund als manche andere ebenfalls harte Fälle der Arbeitsunfähigkeit gewahrt, so hat er gew'p M mpiiimor(Mvimh rtTS mrmrhp rmhprp pfipnfrtliS nflltC. nil Arbeiten verrichtende Angehörige des Volkes, mißvergnügt aufsässig zu sein."— Unsere Leser finden hier wieder die ,, verbrauchten Kunstgriffe, die Kleinmeister gegen die Arbeiter� zuHetzen, um die erslcren als Stimmvieh bei den Wahlen 10... "*—•-f*----- 1... 4ll brüderlicher Abgeordneter nach wie vor im Schlepptau Es bedarf keiner Widerlegung, daß es den Arbeitern picht 3 geht. Im Gegentheil, die Lebenshaltung der Arbeiter>! so schlecht, wie die der Kleinmcister, und die Hilfe b?ruy und allein im Anschluß der Kleinmeister an die Arbeitervei Sie sind ja doch weiter nichts als Proletarier.$ In Geesthacht bei Hamburg wurde am 3. AugUI tlt Opfer der schwarzen Listen unter zahlreicher Betheinguu». Freunden und Gesinnungsgenossen beerdigt. Der Mann g zu den ausgesperrten Arbeitern der Dynamitfabrik und h" rückten auf dem Divan hin und her, indem sie hostte, einem von ihnen die Zeit zn lang werden würde. Schließlich kam ihre schlechte Laune zum Du«? � und natürlich entlud sich ihr Zorn auf den armen �„ „Wie unpassend ist es doch, einen Mann m tu � Alter so lange warten, zn lassen," begann Herr Chevff � sein Alter nur bei solchen Gelegenheiten in Ertnu brachte. Delobelle erwiderte:, mg.' „Ich glaube wahrhaftig, er macht sich über uns u> Und der Andere fuhr fort:- „Der Herr hat wahrscheinlich Gesellschaft zu 2#' „Und was für Gesellschaft," bemerkte Delobelle tu..g ächtlichem Tone, in welchen sich bittere Erinner mischten. „Sicher ist... fuhr Herr Chebe fort. gü Sie rückten näher zusammen und plauderten...g, hatten beide viel gegen Risler und Sidonie auf dem 4? was sie nun einander anvertrauten. Dieser Rislcr msp.�> seines gutmüthigcn Aussehens ein kalter Egoist U>rd kömmling. Sie lachten über seine Aussprache, seine 4? � und äfften einige seiner Angewohnheiten nach. Dann*„gl sie von seinen häuslichen Verhältnissen und raunten I' s. vertraulichem Lächeln allerlei Geheimnisse über ihn iJ waren sie plötzlich wieder Freunde geworden, Herr ging sehr weit: n,l# „Er mag sich in Acht nehmen! Er hat die Dut". begangen, Vater und Mutter von ihrem Kinde zu"jL# wenn etwas geschieht, wird er uns keine Vorwürfe n L,)! können. Wenn ein Kind das Beispiel, welches ihw Eltern geben, nicht mehr vor sich sieht...-, greifen!..."„# „Gewiß... Gewiß... stimmte Delobelle z«, Sidonie sehr kokett geworden ist.... Aber>va?. hZ Sie?... Es wird ihm nur geschehen, was er verdte> A. Mußte etwa ein Mann in seinem Alter----"" Da ist er!" g# Risler war soeben eingetreten und näherte M U indem er auf seinem Wege den Bänken entlang, si, kannten die Hände drückte. Einen Augenblick geriet l war eine dp sein? fä'r! geweigert, den Revers zu unterschreiben. Damit ,v Eisend ���»ichtet. Er wandte sich um Arbeit an ei wurde Xu Bergedorf, wo ihm auch Beschäftigung zugeK ton hö, i,--t bevor er noch dorthin ging, bekam er einen Brief er s �,jere'' baß er nicht in Arbeit genommen werde, weil «Hl Aan....... i-..... m... m,........ m.r. k... los »r ,,. v"P»v..............„ toA,,.e" Ausgesperrten gehöre. Von Blohm u. Voß.' wo der ebenfalls Arbeit suchte, wurde er aus dem gleichen Grunde bei �un fragte er, wie man in Geesthacht erzählt, Wort � der Dpnamitsabrik an, erhielt aber die Ant- ' �r solle nach einem halbe» Jahre wiederkommen; ein halbes Jn"8 möge er vorläufig hungern! Der rf™iele"e» der außerdem vor kurzein seine w en bnfk und NUN mit seinen zwei Kindern dl ra--'v-i in der Verzweiflung Selbstmord..... 006?! �abe sprach auch ein Pastor; als dieser aber andeutete, lein-» Gesellschaft, in welcher der Alaun sich zuletzt bewegt, an lfm,?!"JP'.llekttchen Ende schuld sei, gaben die Leidtragenden iirfi>, �"öfallen zu verstehen, worauf der Pastor abbrach und entfernte. Nunmehr sprach ein Parteigenosse des Ver fr.jS" und schilderte die Verhältnisse, welche den Mann zun ,'5'gen Tod getrieben haben. wie die..Kachsrugiingerei", diese in wirthschaftlicher sckei»!. lulturwissenschaftlicher Hinsicht bemerkenswerthe Er- w.-.ÄA'ebt Dr. Karl Kaerger in einer zuerst in den„Land- ria6o,. che» Jahrbüchern" und dann m einer Separataus- ° erschienenen Arbeit interessante Aufschlüsse: Shaich!®'6 Sachsengängerei hängt eng zusammen mit der großen °�°°hnung. welche der Rübenbau zunächst in der Provinz an»?.? gefunden hat und daher stammt auch der Name„Sachsen- oA.k/ ber dann auf alle jene ländlichen Wanderarbeiter aus- d?», m! sburde, die jährlich im Frühjahr aus dem Osten nach fffiro l ,cit ströme» und dann im Herbst in ihre Heimath zurück- . n; aber auch jetzt noch hat der Slame in territorialer Be gewisse Berechtigung, nicht nur weil die Provinz weitaus die Mehrzahl dieser Wanderarbeiter überall srau >rot- An t">«wen fast alle in' dem alten historischen Sachsen- lande belegen sind. Nächst der Provinz Sachsen finden d,eso Wanderungen noch statt nach Anhalt, dem südlichen Braun- lAreig und Hannover, nach einigen thüringischen Fürsten chuinem, einigen Theilen der Rheinprovinz, insbesondere die J�S-nd von Düren, nach Schleswig-Holsteiii und Mecklenburg aber auch die im Osten wohnenden Landivirthe, welche den Aubenbau auf ihren Gütern eingeführt haben, aus anderen Pro- Anzen des Ostens stammende Arbeiter heranziehen, so wurde w-hl die zutreffende Bezeichnung für alle diese Wanderarbeiter «Aubxnwanderer" sein.— Die Leute entstammen zumeist der feiimark, Hinterpommern, Westpreußen, Posen, Oberschlesien, und werden durch den natürlichen und berechtigten Wunsch, ihre Arbeitskraft besser zu verwerthen, veranlaßt, ihre Heimath für und Arbc.wirasl besser zu verwerthen, veranlatzr, ,yre peimaiy ,nr �"großen Theil des Jahres, 30 bis 34 Wochen, zu verlassen -NO sich nnhor.vinit... tnorhpii netlinflllltcfi von anderweit zu verdingen. Sie werden gewöhnlich von öistrikS. 0 r Ausschern für die Arbeitgeber in jenen Rüben- �-' onncmnrhpn und truvvweise nach ihrem»cucn die.....„ truppweise nach kS.....'«Woon befördert, wo zumeist für ihre Unter- .... genügende Vorkehrungen getroffen sind. Doktor strfJIF hat sorgfältige Nachforschungen nach den lokalen —< n dieses Abströmens von Arbeitskräften angestellt; angeworben und Bestimmungsort..... lleh anders zu erwarten, sind dieselben meist in stellenweiser suis,»»° rang, Armnth und mangelnder Arbeitsgelegenheit zu Und- natürlich treten noch mancherlei persönliche Beweggründe �..psychologische Momente hinzu, um die Zahl der„Rüben- foJ.,*" ä" vermehren, die sich jährlich doch auf 75 000 Per- lifip?■ etlDQ stellt. Die Wanderer, unter denen die Mädchen Hol«,®f»' gehören dem kräftigsten Jugendalter an und wieder- bis ri?"st die Sachsengängerei eine Reihe von Jahren hindurch, n.,,,..# der Trieb zur Gründung eines eigenen Heims natur- wm,?? geltend macht. Für die Behauptung, daß die Sachsen- auf die Theilnehmer einen entsittlichenden Einfluß ßcll»? Gaben sorgfältige Nachforschungen und statistische Auf- koi.m �st leinen Beweis erbringen können, dagegen läßt sich eiii» bestreiten, daß die Wanderarbeit für die Sachsengänger Ost««-- Lehrzeit bedeutet, welche diese Bewohner des brk,«.""t der höheren Kultur der westlichen Gegenden �eitert mocGt' lht Bildungsniveau hebt, ihren Gesichtskreis er- f*,®« östlichen Gutsbesitzer sind freilich auf die Sachsengängerei dip genug zu sprechen. Sie klagen darüber, daß ihnen dadurch sWten Arbeitskräfte entzogen. M..... W WM t' 8«�% meAen, .„.. daß ihre Arbeiter durch die verleitet und ihnen gerade in der in der sie dieselben am dringendsten Beben c Herr Dr. Kacrger jenen Gutsbesitzern nur den Rath Handel«„chre" Arbeiter besser zu bezahlen und besser zu be- Huben*;, f.st.e es zu thnn gewohnt sind.— Uebrigcns darf nicht beiten, x bleiben, daß die„Rübengänger" den eingesessenen Ar- "er Gegenden, wohin sie kommen, empfindliche Konkurrenz Auf Je'<»n immer arbeiten sie zu niedrigeren Löhnen als jene. gA»nMstbe wirthschastlich-soziale Verhältnisse läßt die Sachsen- A. Ebenfalls nicht schließen. »no Gudr» wird geschrieben: Der hiesige Magistrat hat Mit freunde in Verlegenheit. Risler entschuldigte sich so scknf�,"Ute. Er hatte sich verspätet, weil Sidonie Gesell- Tii'ii Gatte,— Delobelle stieß Herrn Chebe unter dem der« unt dem Fuße— und während er sprach, betrachtete ver,«.?e Mann verlegen die zwei leeren Gläser, die ihn sollte uud er wußte nicht, wem er sich setzen �elobelle war großmnthig: sick Herren haben zusammen zu reden... Thnn Sie Mu" Äwang an." "b tiidem er Nisler zublinzelte raunte er ihm in's Ohr: "jssch habe die Papiere bei mir." »Die Papiere?" fragte jener betroffen. «>aa, die Kostenanschläge," hauchte der Schauspieler. traae«„mm brückte er sich mit einer möglichst zur Schau gc- Und."bcr künstlichen Zurückhaltung in seine Ecke ilovf i.efte sich wieder in die Schriftstücke, wobei er den (p1?.Fäuste und diese gegen die Ohren drückte. funnii r. ryni unterhielten sich die beiden Anderen, an- Sellens juck leiser Slimine, dann lauter, bis die scharfe ließ Stimme des Herrn Chebe sich nicht mehr meistern Alter''''8l,m Teufel auch, er stand noch nicht in dem ro»0p' sich irgendivo zu vergraben!..... In Mont- PjJr"bare er vor Langeweile gestorben. Die Rne dn Cef*'---. Nne du Sentier, das Leben und Treiben der Afftsviertel, das war's, was ihm fehlte! SRiil*�"' aber ein Laden?.... Wozu denn nur?" wagte r schüchtern einznwenden. Hcrr"ws�'" ei» Laden?... Wozu ein Laden?" wiederholte «tim, Gehe, roth wie ein bemaltes Osterei, während seine ich, die höchsten Töne seines Registers erklomm.„Weil eiiiea» Kaufmann bin, Herr Risler! Kaufmann und Sohn wvll�. i ufnianns!.... o, ich weiß sctzon was Sie sagen �'rrt r.t.SgL i'Y*'•••• V"V ,, wer ist i,*••- Ich hätte kein Geschäft mehr!.... "'iflita ,n baran Schuld?... Wenn die Personen, die so bot jf-'baren mich„ach Montronge zu verbannen, dicht waren.Gbee von Bieötre, lieber so vernünftig gewesen iwstrecken"!,� bie Mittel zu einem neuen Unternehmen vor- Hwr gelang es Risler ihn zum Schweigen zu bringen vom Regierungspräsidenten ein Schreiben erhalten, durch welches er aufgefordert wird, in Rücksicht darauf, daß voraussichtlich das Sozialistengesetz nicht über den 30. September hinaus verlängert werde und daß etwa der sechste Theil der Einwohnerschaft Gubens aus Fabrik- und Industriearbeitern bestehe, die Vermehrung des Exekutivkorps um vier Polizeiagenten zu veranlassen. Das Ma giftratskollegium jedoch hat eine Nothwendigkeit, die Polizei zu vermehren, nicht anerkennen zu müssen geglaubt, da die hiesige Arbeiterbevölkerung einen ruhigen Charakter beiviesen habe und 4 Polizeiserganten mehr bei einer ernsten Unruhe auch keine ge- nügende Hilfe wären. Die Stadtverordneten- Versammlung trat diesem MägistratSbeschluß einstimmig bei.— Sehr vernünftig von den Gubener Stadtvätern! Fürth, 6. August. Das hiesige Bezirksamt erblickt im Ver- kauf von Hüten mit sogenannter Arbeilerkontrolmarke deutscher Hutmacher eine Sanunlung, wozu die behördliche Bewilligung nöthig sei, und verständigte die Geschäftsleute davon.— Die höhere Instanz wird diese„geistvolle" Gefetzesauslegung ausheben müssen. Grotzbritanniett. London, 7. August. Bei dem gestrigen Ministerbauket im Mansion-House hielt der Premierminister Lord Salisbury eine Rede, in der er die europäische Lage als eine durchiveg friedliche bezeichnete. Das Asrikaabkommen mit Deutschland habe gefähr- liehe Streitursachen zwischen zwei Nationen beseitigt, welche stets auf dem Friedensfuße miteinander leben sollten. Egypten mache stetige Fortschritte, sowohl in finanzieller wie in anderer Hinsicht; es könne aber die britische Verwaltung, der es alle Reformen verdanke, noch nicht entbehren. London, 7. August. Stach einer Meldung des„Reuter'schen Bureau's" aus Djeddah brach dort am 1. August die Cholera aus. Seither beträgt die tägliche Sterblichkeit etwa 100 Fälle. C ardiff, 7. August. Die Versuche zu einer Einigung bezüglich der Forderungen der Streikenden sind gescheitert. Ein Ausstand der Eisenbahubedientesten, der Bergleute und der Dock- arbeiter ist gestern hier und in dem südlichen Theile von Wales ausgebrochen. Der Eisenbahndienst ist eingestellt. Die Post wird zu Pferde befördert. Frankreich. Paris, G. August. Teputirtenkammer. Der Minister der öffentlichen Arbeiten beantwortet die Interpellation über die Katastrophe in Saint- Etienne, giebt mehrere Details über die Einrichtung der Lampen in den Minen, welche er sämmtlich als ungenügend bezeichnet. Er glaube, das einzige Mittel, die Berg leute gegen„schlagende Wetter" zu schützen, sei, für eine gute Veutilation der Mmen zu sorgen. Infolge der angestellten Unter- suchung der Katastrophe habe er die Vorschrift erlassen, daß nach Konstatiren von„schlagenden Wettern" die Arbeit in den Minen sofort eingestellt werben müsse. Die Kammer nahm hierauf mit 297 gegen 136 Stimmen eine Tagesordnung an, wonach eine Kommission ernannt werden soll, um die Ursachen der Katastrophe genau zu untersuchen. Die Sitzung wurde hierauf behufs Ernennung dieser Kommission aus- gehoben. Paris, G.August. Die Bureaus der Kammern haben die Kom- Mission gewählt, welche mit der Untersuchung der Ursachen, die zu der Katastrophe von St. Etienne geführt haben, betraut ist. Die Kommission wird am Montag nach St. Etienne abreisen.— Die Kammer hat die von dem Senat beschlossenen Abänderungen der Steuervorlage mit Ausnahme von drei Paragraphen angenommen. Der Entwurf wird folglich an den Senat zurückgehen, der sich heute Abend noch versanimeln wird, um die Session zum Schluß zu bringen. Paris, G. Aug. In den gestern zu London ausgetauschten Erklärungen willigt die französische Stegierung ein, die Abmachung von 1862 dahin abzuändern, daß sie die Errichtung des englischen Protektorats in Sansibar und Maseat gestattet und England in Anerkennung des französischen Protektorats auf Madagaskar die englischen Konsuln dem Exequatur der französischen Regierung unterwirft. Außerdem erkennt England die Grenze der Interessen- sphäre Frankreichs in Ostafrika in der Verlängerung der fran- zösischen Besitzungen in Algier, am Senegal und Niger an. Diese Erklärungen werden demnächst veröffentlicht werden. Wie die„Libertö" vernimmt, betrage die von England tn dem euglisch-französischen Uebereinkommen anerkannte Grenzlinie der Einflußsphäre Frankreichs ungefähr 1000 Kilometer in der Gegend des Niger und des Tschadsees.— Der Deputirte Laur beabsichtigt, die Regierung demnächst betreffs des Uebereinkommens zu interpeilireii. Paris, 6. August. Der Senat hat den Gesetzentivurf über die direkten Steuern mit einigen Abänderungen mit 264 gegen Stimmen angenoinmen. Der Entwurf muß also an die Deputirtenkammer zurückgehen. Paris, G. August. Der Appellhof hat heute das vom Gericht erster Instanz in Sachen der drei Nihilisten gefällte Urtheil(drei Jahre Gefängniß und 200 Franks Geldstrafe) mit oer Abänderung bestätigt, daß die An- geklagten wegen Herstellung von Mordwerkzengen nicht für chuldig erachtet ivorden. und man hörte nur noch einige Brocken von der Unter- Haltung... bequemen Laden... hohe Decke... athmet besser.... Pläne für die Zukunft.... riesiges Geschäft ... iverde schon zur Zeit sprechen.... Leute werden ich wilndern." Während Delobelle diese Bruchstücke der Unterhaltung erhaschte, vertiefte er sich mehr und mehr in seine Kosten- anschlüge und nahm die energische Haltung eines Mannes an, der nichts hören ivill. Risler trank von Zeit zu Zeit einen Schluck Bier, um seine Fassung zu behalten. Als sich Herr Chebe endlich beruhigt hatte, wandte sich sein Schwiegersohn dann lächelnd zu dem berühmten Delo- belle, dessen strenger, fast strafender Blick ihm zu sagen chien:„Run! und ich?" „Ach Gott, es ist ja wahr...." dachte der gequälte Mann. Sogleich wechselte er seinen Platz und sein Glas, und setzte sich dem Schauspieler gegenüber. Herr Chebe besaß zedoch nicht die Lebensart ivie Delobelle. Anstatt sich bescheiden fern zu halten, rückte er mit seinem Schoppen näher und schloß sich der Gruppe an, so daß der berühmte Komödiant, der vor Chebe nicht sprechen wollte, genöthigt ivar, zum ziveiten Male seine Papiere cinznstccken. „Wir ivcrden das später ansehen," sagte er- zu Nisler. Es wurde sehr spat, in der That, denn Herr Chebe hatte solgcnderinaßen kalknlirt: „Mein Schwiegersohn ist so ein gntmüthiger Narr... Wenn ich ihn mit diesem Windbeutel allein lasse, wer weiß, wie viel man ihm abnehmen wird?" Er blieb also, um ihn zu überwachen. Der Schau- pieler war wüthend. Sollte er die Angelegenheit ans ein andermal verschieben? Das war unmöglich, weil Risler ihm mitgetheilt hatte, daß er Morgen abreisen und einen Monat in S.rvigny bleiben würde. Einen Monat in Savigny?.... rief Herr Chebe ganz entrüstet darüber, daß sein Schwiegersohn ihm entgehen sollte.„Und das Geschäft?" „O, ich konime täglich mit George nach Paris.... Herr Gardinois wollte durchaus seine kleine Sidonie wieder- sehen."(Fortsetzung folgt.) Kelgie«. Rom, 6. August. Die Fleischergesellen der hiesigen Schlacht- Häuser haben die Arbeit eingestellt, weil sie das Vieh nicht nach der Methode Bruneau tödten wollen.(Diese Methode nimmt mehr Zeit in Anspruch, bedeutet also eine Verlängerung der Ar- beitszeit. 3!ed.) Die Behörden haben die streikenden Gesellen durch fachkundige Soldaten erseht.(!) Nachmittags versuchten die Streikenden in ein Schlachthaus zu dringen, wurden jedoch zurück- getrieben, wobei 27 Gesellen arretirt wurden. Falls die Fleischer- meister sich weigern sollten, das von den Soldaten geschlachtete Vieh zu verkaufen, wird die Gemeinde eigene Fleischläden er- richten. Mit den Streikenden sind heute Abend Verhandlungen angebahnt worden. ItaUe«. Rom, 7. August. Die Verhandlungen wegen Beilegung des Fleischerstreiks sind bisher erfolglos gewesen. Die Gemeinde er- öffnete 10 Verkaufsstellen für Fleisch, dessen Schlachtung Soldaten besorgen. Portugal. Lissabon, 6. August. Zur Bildung eines Kordons gegen die Einschleppung der Cholera ist Militär an die Grenze ge- schickt worden. Rußland. Petersburg, 6. August. Die„Nordische Telegraphen- Agentur" erfährt von authentischer Seite, daß keinerlei bedruckende Maßregeln seitens der Regierung gegen die Juden beabsichtigt, viel weniger getroffen worden sind. Amerika. Die„Times" melden aus Buenos-Ayres von gestern Abend SVa Uhr, die Kammern nahmen die Demission des Präsi- deuten Celman mit 61 gegen 22 Stimmen an. Pellegrini wurde zum Präsidenten gewählt. Buenos-Ayres, 7. August. Die Ernennung Pelle- grini's zum Präsidenten wird von oen Blättern sehr günstig beur- theilt. In gut unterrichteten Kreisen verlautet, das neue Kabinet werde sich aus Noea, Costa, Jrigoyen, Lastra und Levalle zn- sammensetzen. New-Aork, 7. August.(Meldung des Reuter'schen Bureau's.) Wie aus Mexiko mitgetheilt wird, sind am 4. August 3000 guatemalische Ausrührer durch die regulüreu Truppen von Guatemala unter dem Befehl des Generals Pedro Barrillas, dem Bruder des Präsidenteu, geschlagen und zerstreut worden. 6. 6. Soziolo Mevorstihk. An die deutsche» Metallarbeiter aller Kranchen. Genossen! In Anbetracht des noch immer nicht beendeten nionatelangen Hamburger Klassenkampfes, den das protzige Unter- nehmerthum in der frivolsten Weise provozirt hat, und in An- betracht des Umstandes, daß von den Angehörigen verschiedener Metallarbeiter-Branchen in einzelnen Städten, trotz der Beschlüsse des letzten Kongresses, Streiks inszenirt bezw. in nächster Zeit in Aussicht gestellt worden sind, sahen sich die Unterzeichneten ge- zwungen, zusammen zu treten, um darüber zu berathen, wie die gefaßten Kongreßbeschlüsse durchgeführt werden können. Das Resultat dieser Berathung waren folgende einstimmig gefaßten Beschlüsse: 1. Zunächst die ganzen Kräfte auf Hamburg zu konzentriren und zu diesem Zwecke 2. alle gesamnielten Gelder zur Unterstützung der Hamburger Gemaßregelten nur den betreffenden Vertrauensmännern zuzusenden; durchaus keinen Angriffsstreik mehr zu unterstützen, bevor der Kamps in Hamburg gänzlich beendet ist; 4. vor jedem Angriffsstreik zn warnen, selbst wenn in der betreffenden Branche in ganz Deutschland kein Streik schwebt; 5. für Abwehrstreiks nur in dem Falle einzutreten, wenn es sich ebenfalls um Angriffe der Unternehmer auf das Koalitionsrecht handelt und die Arbeiter gezwungen ivcrden sollen, aus ihrem resp. Fachverein auszutreten; die gegenivärtig schroebeuden, unbeenvigten Streiks sind so schnell wie möglich zu einem Abschluß zu bringen; 7. davor zu warnen, irgend welchen Mittheilungen über die Hamburger Verhältnisse zc., welche nicht von den Unter- zeichneten ausgehen, Glauben zu schenken, indem dadurch nur Konfusion, und somit Zersplitterung der Kräfte herbeigeführt iverden würde, und wir werden daher auch sofort über jede Veränderung der Sachlage berichten. Genossen! Wir richten einmüthig an Euch die dringende Aufforderung, den von Euren Delegirten in Weimar einstiiiimig gefaßten Beschlüssen nachziikommeü, und uns in die Lage zu ver- fetzen, in wirlsamerer Weise als es bisher geschehen konnte, zur Entscheidiing des schweren Kampfes, den die Hamburger Arbeiter jetzt ausznsechten haben, eingreiseii zu können. Es handelt sich dabei, ivie schon so vielfach von uns betont ivurde, um Vertheidigüng gesetzlicher Rechte und Freiheiten, und unterliegen die Arbeiter— im» dann Ade Organisation! Mit kollegiale»! Gruß M. Segij, Vertrauensmann der Metallarbeiter. C. B r e d e r, Vertrauensmann dsr Schlosser und Maschinenbauer. T h. S ch w a r tz, Vertrauensmann der Eisen- und Metallgießer. E. G o l d b a ch, Bertraueiisiiiann der Feilenhauer. W. Metzger, Bertrauensmann der Klempner(Spängler). NB. Alle arbeitersreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. In Zkr. 180 des Klnttra befindet sich der Abdruck eines von der Freien Vereinigung der Holziiidustriellen Berlins ver- andteii Zirkulars, in welchem an der Spitze bemerkt wird, daß diese Vereiiiigiing sich zur Aufgabe gemacht habe, den Frieden zimschen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu fördern. Man würde nun dieses Schriftstück unbeachtet lasse», wenn sich in demselben nicht Sähe befänden, welche gerade dazu angethan sind, das Gegentheil zu beiveifen. Darum wäre es an der Zeit, dieser 'ainoseii Vereinigung darin energisch entgegen zu treten. Wie es in dem Zirkular heißt, hat diese Freie Vereinigung mit Bedauern bemerkt, daß eine Anzahl von selbststäudigen „Bildhciucruieistern" die neunstündige Arbeitszeit ange- nominell hat. Fördert mau nun den Frieden zwischen 'Arbeitgeber und Arbeitnehmer dadurch, daß man diese durch die in uuserm Gewerbe herrschenden traurige» Verhältnisse er- leite Einigung dehuss Vefserung der Mißstände zu zerstören lieht, indei» man diesen Prinzipateu die Austräge entzieht, resp. ihnen keine Arbeiten zukommen lassen will?— Wir wollen diese Haiidliiiigswcise nicht mit dem richtigen Ausdruck beiicmicii, vielmehr das Urtheil hierüber der Oesseutlichkeit überlassen.— Es heißt dann ivciter, daß die Mehrzahl der Bildhauer nicht der Kunst, sonder» dem Gewerbe angehörten, folglich ebenso lauge zu i arbeiten hätten, wie die ebenbürtigeii Tischler. Es wäre nun einfältig, wenn diese Herren meinten, wir seien für Verkürzung der Arbeitszeit eiiigetreten, weil wir den Künstler herauskehren wollten. Wir haben ims nuf den Boden der yiodernen Arbeiterbewegnng gestellt und als Arbeiter für bessere Arbeitsbediiigiiiigcii gewirkt, und wenn nun die Tischler uns hierin folgen wollen, so soll uns dieses sieiien; wir würden das Nnserige thnn, iiiu ihnen zum Siege zu verhelfen, denn auch wir sehen nicht ein, warum der ebenbürtige Tischler gVs Stunden arbeiten soll. Dami heißt es weiter, daß es nicht die Absicht ist, eiiizelne„Meister" zu kränken oder zn schädigen, sondern si. lediglich gegen die Uebergriffe der Streikkomnnssion des Gau- Vereins Berliner Bildhauer zu schützen. Hierzu sei bemerkt, daß es Prinzipale giebt, die vernünftig genug sind, sich für den Schutz dieser Herrn zu bedanken und die sehr wohl einsehen, daß sie besser thun, sich mit den Gehilfen gegen die Profitsucht der Kapitalisten zu verbinden. Was nun die Streikkommission an- betrifft, so sei diesen Herrn bemerkt, daß es eine Streikkommission des Gauvereins Berliner Bildhauer nicht giebt, wohl aber eine Kommission, die von der Oeffentlichkeit gewählt ist. Ferner heißt es weiter, genannter Verein beunruhigt schon seit Oktober vorigen Jahres die Berliner Holzindustrie, ohne einen Streik zu proklannren. Daß der Gauverein Berliner Bildhauer einen Streik nicht proklamirt hat, ist richtig, daß aber gestreikt worden ist, wer- den dieHerren wohl wissen. Oder haben sie geschlafen?—Namentlich dürfte Herr Ferdinand Vogts und die Firma I. C. Pfaff bittere Erfahrungen gemacht haben, oder hat es ersterer Herr vergessen, daß er, als seine Bildhauer bei ihm streikten, denselben in einer den Frieden fördernden Weise ihr Eigenthum auf dem Fabrik- hose in Gegenwart eines Polizeibeamten aushändigen ließ?— Wodurch ist es denn gekommen, daß genannter Herr unter An- gäbe unrichtiger Thatsachen sich Arbeiter aus Italien kommen ließ,.nachdem es ihm Dank der Rührigkeit der Kommission nicht gelungen war, Bildhauer aus Belgien, Frankreich und Holland zu beziehen. Gerade dieser Herr wie manche anderen auch, wer- den wohl den Streik recht angenehm empfunden haben. Des weiteren sei beinerkt, daß neben Herrn Vogts sich ein Kommerzienrath„I. C." Pfaff unterzeichnet hat, es will scheinen, als ob hier ein Jrrthum vorliegt, denn einen Kommerzienrath „I. C." Pfaff giebt es nicht, wohl aber einen Namens„Albert". Hätte nun Herr Kommerzienrath Albert Pfaff dieses Schriftstück unterzeichnet, so hätte er nicht seine Firma als Komnierzienrath benannt, sondern seinen Namen.— Dann ist Herr Pingel, welcher eigenthümlicher Weise dieses Schriftstück auch unterzeichnet, einer von denen, welche unsere Forderungen bewilligt haben.— Wie es übrigens sonst mit dem Inhalt dieses Schriftstückes bestellt ist, erhellt daraus, daß Herr Vogts außerdem mit mehreren der Bild- hauermeister, welche bewilligt habe», bereits wegen Uebernahme von Arbeiten in Verbindung getreten ist, aber meist abgewiesen wurde. Zum Schluß sei noch bemerkt, daß wir uns durch � breitung ähnlicher Schriffftücke nicht beirren lassen werden, I � ruhig und besonnen unsere Wege weiter wandeln, oav die Vereinigung der Holz-Jndustriellen versichert fem. � Mission. Bei Anfragen bitten wir die AbonnementZ-Quittung beizufügen� Antwort wird nicht erthetit. BtltlM' Antwort wird nicht erthetit.»z„°rid|i G. I. 25. Ihre Angabe, daß das Vormundschaft� � Ihrer Braut die Erlaubniß zur Verheirathung verweig'% wohl irrthümlich. Nur die Mutter und, wenn noch minderjährig ist, der Vormund brauchen die Ui s.. � nehmigen. Wenn der Vormund sich dessen weigert, r dagegen zu machen...,„»'*(1% A. Im. Fichtestr. Wenden Sie sich an den Generals Dr. Lassar. Bureau: NW. Karlstr. 19. Endlich"- ©. S.„Selbstredend" heißt so viel wie„selbstverstan � Theater. Freitag, den 6. August. LHedrich-MUhelmftädt. Theater. Der arme Jonathan. Mallner» Theater. Mamsell Ni- touche. Viktoria- Theater. Stanley in Afrika. Gstend» Theater. Das Schloß am Meer. Adolph Ernst- Theater. Der Goldfuchs. Kelleallianre- Theater. Der Nau- tilus. Kroll's Theater. Margarethe. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexander straße 27c. Auftreten der Chansonnette Fräulein Ehrenfeld. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Rosa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Ziefller. Austreten des Malabaristen und Equi- lebristen Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Clerrnont mit seinen dressirten Schweinen, Esel und Gänsen. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags SVs Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 80 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., iin Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Speziqlitätcn-Vorstellung zu vergeben. Allblissmeiit B uggenhagen am Moritzpiatz. Täglich: Grosses Carte». Concor#. Direktion A. jiödmann. Dienstag und Freitag: Walzer Ahend. Wochentags 10 Pfg., 1�11 11 cc gönn- und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhoser Export-Bicr, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. Müller. Paff age 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab Kaisep.Ranorania. Hervorrag. Sehrnswürdigk. o. Residenz. Diese Woche eine höchst interessante Reise durch die malerischen obrr- italienische» Alpe» und auf viel- seitigen Wunsch 1. Abth. London mit dem Jubiläumsfestzug der Königin Victoria. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. WMnWer Tunnel, gen.:„Die fidele Uagelkiste",! Berlin N., Elsasserstraße 73, gegenüber der Bergstraße. Im Lokal photographil'ches Atelier zur Benutzung.— Jeder 1 Gast, auch wenn derselbe nur für| 10 Pfennige verzehrt, wird gratis rtotuprtkt und erhält sein Bild sofort als I Gratispräsent. Höchst scherzhaft! H. Schnitze(mit'n tz). Einzige KeUer-Photographie! der Meit. 1135| Ein« Darthi« 12g fehlerhafte Teppiche!, in Sophagrösse ä 5, 6, 8 u. 10 M. r in Salougrösse ä 12, 15, 20-50 H. g s Werth kt Spelte 1 Sfjardinen vonlC.g W ä 10, 12, 15-40 Mark. 1 500 Huster stets vorräthlg.■ Gardinen- u. Teppichfakrik� Emil Lefävre,, Berlin S., Granienstr. 158.' >llustr. Musterbücher franko. »Andreaostr. 2Z,H.p. Dem Wirth der„Sänger-Börse" ein donnerndes Hoch zum heutigen Tage von seinen Spandauer Kol- legen. Na, Georg, aber die Sauferei! denn wir sind Hand- liche Trinker. 131, Uachrnf! Unserem Kollegen Grrifenkrrg, dem Kämpfer für Freiheit und Recht, ein herzliches Lebewohl. Möge ihm der Geist der Wahrheit treulich leiten bis zum Ziele, an dem ihm eine bessere Zukunft blühen möge. Die Freie Vemnignng Kartouarbciter. 186 der Facliverein acrKohrleger. Sonntag, den 10. August er., Vormittags 11 Uhr, in Fenerstein's Salon, Alte Jakobs, r. 75: Versammlung. Tages-Ordnung; 1. Vortrag über: Genierbe-Schieds- gerichte. Referent: J. Reckner. 2. Vierteljährlicher Kassenbericht. 8. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 126 Der Norckond. Allgemeiner deutscher Sattlerverein. Sonnabend, 9. August, Abends 8V2 Uhr, bei Reyer, Alte Jakobstraße 83: Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Tb. Metzner über: Entwickelung der kapitalistischen Produktionsweise. 2. Diskussion. 133 3. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Vettill zur Wlihruilg her Zuterep her Mlembtittt. und Kerufsgenossen. Sonnabend, den 9. August, in Beigmüller's Salon, Alte Jakobstraße 48a: mm. Tages-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Werkstattangelegen- heiten. 3. Verschiedenes. Es werden alle Kollegen dringend ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. 139 Der Vorstand. Alle noch außenstehenden Sammel- listen vom Dresdener Klempnerstreik, gleichviel ob auf dieselben gezeichnet oder nicht, sind sofort an den Unter- zeichneten einzusenden. Gleichzeitig mache ich bekannt, an den seitherige» Vorsitzenden des Fachvereins der Blech- arbeiter zu Dresden, Hermann Hertwig, keine Sammellisten auszuhändigen. Karl Richter, Dresden, 199 Bankstraße 8, 2. Etage. Sämmtliche Vorstandsmitglieder der Leseklubs ersuchen wir, sich zu einein gemüthlichen Frühschoppen am Sonn- lag, den 10. August, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Pietsch, Wein- straße 22, einzufinden. 135 Mehrere Freunde der Leseklubs. Da wir Kausteute nach Deber- einkunft bis 1. September die Geschäftslokale Sonntag Nachmittags von 2 Uhr ab schließen wollten, jedoch viele meiner Konkurrenten geöffnet haben, so werde ich nach wie vor nicht wortbrüchig und behalte mein Geschäfts- lokal Sonntag Nachmittags von 2 Uhr ab bis 1. Sep- tember geschlossen. Ich bitte daher meine werthe Kundschaft um weiteren Zuspruch. Hochachtend l. Krakauer, Rixdorf, ßergstr. 22. Achtung! Oderbcrgerstr. 36, Seiten flügel 2 Tr. links, ist Umstände halber eine schöne Wohnung, bestehend aus 2 Sinken, Küche und Zubehör, zum 1. Oktober zu vermiethen. 127 Achtung! Achtung! Freie Vereinigung sämmtlicher Kutscher u. der im Fuhrwesen heschäft. Arbeiter Berlins. Am Sonntag, den 10. August, Abends 7 Uhr, bei Fenerstein's, Alte Zakobstraste 75: 138 Grosse ¥es*sammBung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verlesen der Statuten. 4. Verschiedenes.— Gäste sind herzlich willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Carl Muckmer. Fachverein der Tischler. Montag, den 11. August, Abends S'/a ülir, im Böhmäschen Brauhaus, Landsberger Allee, großer Saat(derselbe fastt gegen 4000 Personen); Hersammlyngo Tages-Ordnung: .. 1. Zlnternelimerverbäude und Arbeiterorgauisatio» und die SeKampsnug der letzteren durch die erster««. Referent: Tff. Glocke. 2. Die Liekchlnsse des Tischlrr-Inunngstagrs in Magdeburg. Referent: G. Miedeuranu. 3. Diskussion. 4. Ernennung eines Bevollmächtigten, eines Schriftführers und Beitrag- sammlers für den Osten. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Die Mitglieder werden ersucht, nicht nur selbst vollzählig zu erscheinen, sondern auch alle diejenigen Kollegen, welche bisher dem Verem fernstanden, zum Besuch der Versamnilung aufzufordern., 134 Deute Abend: Vorstandsslbuug. Der Vorstand. Grösse ssskütl. MtMiimmlmig für Stralau-Hummelsburg und Umgegend. am Sonntag, d. 10. August, Vorm. 11 Uhr, in der Gräflich Reischach'schen Brauerei zu Stralau. Tages-Ordnung: I. Vortrag des Reichstags-Abgeordneten Herrn Mar Schippet über „Gewerbe-Schiedsgerichte". 2. Diskussion. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht 119_ Der Einberufer. Fachverein sämmtlicher an Holzhearheitungs- Maschinen beschäftigter Arbeiter. Sonnabend, den 9. August er., im Viktoria-Park, Frankfurter Allee Ztr. 7A— 70: Grosses« SommeiPHacMs- BaiS verbunden mit Polonaise und sonstigen Ueberrnschungcn, sowie unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins Liedesfreiheit. Billcts für Herren ä 50 Pf., Damen a 30 Pf. sind zu haben bei Otto Schmid, Weberstr. 32, und bei Johann Rühl, Breslauerstr. 7. Alle Freunde und Gönner des Vereins werden hierzu ganz ergebenst eingeladen._ 123_ Der Vorstand._ Das Sommernachtsfest des Gesangvereins„Maiglöckchen" findet bestimmt am Sonnabend, den 9. Angnst, im Etablissement Eiskeller, Chauffeestr. Nr. 88, statt, wozu freundlichst einladet 124 Der Vorstand. General- V ersammlung des Verbandes deutsch. Zimmerieute am Freitag, den 8. d. Mts., Abends 8 V'a Uhr, in Fenerstein's Saal, Alte Jakobstr. 75. Tages-Ordnung: 1. Wahl des gesammten Vorstandes und des Verbands-Ausschusses. 2. Verschiedenes. III Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu erscheinen. Der Vorstand. Vestev.3Vs— 5 Meter spottbillig. Emil Lelövre, Granienstr. 158,| Proben franko I [160 Gj ■ My�-iiunMmonaw .10.t5ernaurrstr.10. Bitte leseil Sie! Jedem, der billig kaufen will, empfehle mein reichhaltiges Lager in Sommer Paletots, Rock- und Hacket Anzügen, sowie einzelnen Hosen, Stöcken, Jackets, Westen je.; ferner Damen-Mäntel und-Kleider, Stiefel, Hüte, Betten, Wäsche, Uhren, Reise- u. Holzkoffer u. s. w. AlleS in alt u. neu! Kaufe sämmtliche Sachen auf Auktionen und von Leihämtern; auch sind verfallene Pfänder dabei, daher sehr billige Preise. A. tofli«, NS.'S Bitte recht genau auf Name» u. Haus nummer zu achten._ Möbel, Spiegel und Polsterwaaren. Ganze Ansstattnngcn empfiehlt Moritz Gläser, usi 167. Reichenbergerstr. IGT. Große Tischlerei(Sitzmöbel), 20 Jahre alt, große auswärtige Kundschaft, zu verkaufen. Adressen unter T. 560 Exped. der Volks-Ieitnng, Kronenstr. 46. Vilh'pähr" SÄ?! Allen Freund en und Genesis empfehle mein n tj Weiß- u. Bamsj-Bm-Lml' Gustav Kunze» 19. Ktirassierstrassela: am hiesigen Platze bekannmch Grösste Auswahl. Garantiet sicher kreniieuo Tabake. ftc Streng reelle Bedienung, billig Preise! Säinmtliche im Ha"� I befindlichen Rohtabake find aw 1653 Lager.- A. Golschrnidt, Spaiidauerbr. am Hacke'schen Markt. Das in allen Preislagen Cigarren-Gescha� Franz Wiese, Bttl'U Köpnickerstraste tsv. wird hiermit in empfehlende Erinn-r� gebracht.__ von Lassalle-, Marx-, Bebel-, Liebkne-H� Verkäufer Prozente.... -. Günzel, Brunnenstr�l� 1 Spiegel lill Getränke m bekannter Giitc. 0„ 8 i ni m e r, passend zu Zah Ist«„t mib'Arbeitsnachweis steh�,„fi Verfügung. ArbeitsiNrtt.., Ein Mädchen zu leichter Handar � vcrl. Fr. Leu wert, Fruchtstr. 72, Einpacker, geübt im Goldleisten ei"' schlagen, verlangen Krüger& Gä> Andreasstr. 10, "S 5» Glasschleifer verl. Kröncke, Markusst� Ein Sarbiergekilfe od. Vri»!'�st (Genosse), der mein Karbierge!!",,?- (in der Nähe Berlins) mit Lanfi schaft übernehme» will, derselbe. arm sein, melde sich unter„Ein>>�-,> in der Expedition d. Blattes. Bei der städtischen Verwaltung/� Kanalisationswcrke, Radialsiistem y.>, die Stelle eines Maschineniithrnn»., besetzen: Stellung dauernd; Ansn, gehalt 4,50 Mark pro Tag. Be>nn Ai gelernte Maschinenschlosser, u—""—"1—/."— I— /"'II". ffitli'N mit der Führung von größeren I nären Maschinen schon vertraut,"w ihre Gesuche schriftlich und unter � sügung von Lebenslauf und abschristen an den Betriebsinsl jüi Laschke, Holzmarktstr. 31/32, bfl sti einreichen. i" Tüchtige, selbstständige SchrtfÖjL verlangen sofort Otto Grund# � Fischerbrücke 25. Verantwortlicher Redakteur: Cnrt Sänke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Sading in Berlin SW„ Beuthstraße 2. Sier»» eine Seild� I 0 er» ii« Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 18J. Freitag, den 8. August 1890. ?. Jahrg. fütifninr Mrr Zweimal, Stockfisch und Hülsenfrüchte sind über den Tisr* üet.a Ochsenfleisch, bringt sie daher wöchentlich ans selbst Kauft man die Heringe dutzendweise und niarinirt sie ®eiii'cr nlQn e'ncn delikaten Fisch zu seinem Brot. Ss-Ä t LoKsles. KAAWZÄLWT MMMiM» 1 Arbeiter denken. Da ist zu lesen: Gnch bnih r.U!1111 e,"maI sparen an und das Sparen wird 10 Jahren.!!.'9T emt Ersparnis von 800 M. und in weiteren �durch"s.'� s°lche°°n 1400 M. Wird so einige Geschlechter Cannes nln? kommt zuletzt auch die Familie des kleinen räter der n>->,Ä Zum Wohlstand. Die Groß- und Urgroß- Arbeiter o s ketzigen Großsabrikanten waren auch nur schlichte sichert 1 Anzahlung auf ein Häuschen machen kann; ver- 2000 Z)! r,„s?e,ucu ,n der Lebensversicherung ein Kapital von »Mru�° �lls hätte er mit diesem Glase Bier diese 2000 M. �erflüMn.'K Alles baar, dann bleibt Euch kein Geld für man sie nm T"?"brig. Diese sind immer zu thcuer, auch wenn g Ä® a®.fi"S'S «auf jm dann bessere Waare und auch mehr. Beim Ein- "rrtheilt� � TZT�nt man mindestens 10 pCt., denn so viel �agermil» i» Konsumvereine. 5. Nährt Euch gut und billig. milch tzT? Z- B. dreimal billiger als Ochsenfleisch. Abend- Oering ig iiieht Küsestoff und Fett als Morgenmilch. ».ist über zweimal. Stockfisch und Hülsenfrüchte sind über 'enfleisch, br''....... ae Heringe :inen delik ........... zerstampfter.................... tiebenTTT Kartoffel-Handkäse. Gekochter Stockfisch mit schatten Kartoffeln schmeckt vortrefflich. Schlehenblätter im iiiiiirnl s S.Tocknet geben einen gesundeil Schee. Wurstfett ist fett'!°?°Sruphie kann in Deutschland erst seit der Er- ?ach ubelsberger's die Rede sein, welcher fast unmittelbar in der Entwürfe seines Systems Gelegenheit hatte, diese Anberus-n Ständeversammlung, die im Jahre 1819 in München �eihils»„.?u�de, zu erproben. Anfänglich mußte er ohne jegliche % bei fo,!"', bis es ihm gelang, Schüler auszubilden, die n«einer Arbeit unterstützten. die erste f-?�tschen Abgeordnetenhause war und wird noch jetzt, Ntgeivenb.». 3?'1 ausgenommen, das Stolze'sche System Jahr-,> ehrend tm Herrenhause die Stenographen mehrere !?b das(MmT?-. �st Zu gleichen Theilen das Stolze'sche dient n* Eabelsberger'sche System ausübten. Gegenwärtig be- "briaen a�r ein emziger Stenograph des letzteren Systems, alle , An II" ebenfalls Stolzeaner. witfe m ber Kammer-Stenographen im Abgeordneten- Ureter a? u steht ein Vorstand und ein Vorstand-Stell- Zwölf feiwf,1!"-Saht der gewöhnlichen Stenographen ist auf ! �vgralin.' tz' b# werden einige derselben durch zwei Hilfs- galten 5 vertreten, welche nur die Hälfte der Besoldung Siebt cg«wischen den Hilssstenographen und den definitiven �."Och eine dritte Kategorie von Stenographen, welche Ziehen, er Besoldung von definitiven Stenographen be- �Ktreters �"�ahme des Vorstandes und des Vorstand-Stell- während x;. vur zwei Stenographen vom Staate bestellt, von eine,,,-�vderen monatlich honorirt werden. Diese sind nur isden gl,,' ,??. auf de» anderen aufgenommen und könne» «�ntualitne T entlasse» werden, doch ist eine solche �Senden vorgekommen; man pflegt auch in der jv enden n�fli10", gewöhnlich diejenigen Stenographen zu ver- mben.' oeiche»hr Amt während der vorhergehenden versehen c?fk alle�i��""�ph hat seinen Sekretär. Diese Sekretäre sind �itziina s� vographen und können, wenn sie während der Rieben n,,(®,-o61' haben, im Verhandlungssaale die gehaltenen Winnen h'"811 vud sich so in ihrer Kunst praktisch vervoll- weicht»"" ein Stelle frei wird, wird ein Konkurs eröffnet, an i�la»,enin.T nur die Sekretäre, sondern auch außer- !5fik»ebm°»Ä ke Stenographen, die sich beim Vorstande melden, führend fj inen. Die Prüfung dauert ungefähr zehn Minuten, ..b Wov! I kvr Zeit die 5kandidaten 200 Worte in der Minute, Wiiffen 1 burchschnittlich zu zivei Silben gerechnet, schreiben w kiik-�'stvnige, dessen Arbeit als die beste erkannt wird, wird Set 9i?9taPhen ernannt. loten Ai»? otl,anl5 und die nachschreibenden Stenographen haben Ii wh yj.,v vor dem Präsidenten und vor der Tribüne. Da * iionrn»n"er von ihrem Sitz aus sprechen, so dürfen die Indern!>. wenn die Redner zu leise sprechen, ihren Platz ;0b.'.Zwei definitive Stenographen, oder ein definitiver k."S na,n �8nvgraphen schreiben zusammen zehn Minuten x%fltnn2' vach deren Verlauf sie von zwei anderen nt nnho, abgelöst werden, und zwar der eine sofort, N in l wnige Sekunden später. Tarauf begeben sie fitiien.r.!v Bureau, wo sie ihr Stenogramm in zwei Jw er f;* Ein jeder von ihnen übertrügt seinen Theil, in- ~ �™----— Wtiafipffcruiia et»?.Ct fich von ihnen überträgt) einen m* Uv'Stt m f.Stenogramms seines Kollegen zur Ausbesserung vt. Q. 1 einem eigenen Stenogramm vorkommender Fehler hat ieder Stenograph nur ein fünf Minuten langes Stenogramm zu übertragen, wozu er fünfzig Minuten Zeit hat, bevor er wieder in den Sitzungssaal geht.— Die Arbeit der Hilfsstenographen, welche jedesmal nur zivei bis drei Minuten nachschreiben, wird von den definitiven, d. h. auf Lebenszeit an- gestellten Stenographen durchgesehen. Die Uebertragungen der übrigen Stenographen werden nur von den Rednern, denen sie während der Sitzung mitgetheilt werden, revidirt. Was die Reden anbelangt, welche erst gegen Schluß der Sitzung gehalten iver- den, so wird deren Kopie in die Privatwohnung der Redner geschickt, welche sie am nächsten Tage zurückstellen. Der Text wird hierauf in die Druckerei befördert: die Bürstenabzüge kommen an die Stenographen zurück, welche sie korrigiren, so daß der Sitzungsbericht in der Regel erst am dritten Tage nach der Sitzung erscheint. Daraus erklärt es sich, daß das Publikum es vorzieht, sich über den Gang parlamentarischer Debatten aus den TageS- journalen z» informiren. Letzlere veröffentlichen meistentheils sehr detaillirte Berichte, die von stenographischen Spezialberichterstattcrn, welche in den Journalistenlogen arbeiten, verfaßt werden. Das offizielle Protokoll wird nur von den Deputirten und von solchen Personen gelesen,»velche an den in der betreffenden Sitzung ver- handelten Fragen ein besonderes Interesse nehmen. Die Bezüge des Stenographenvorstandes betragen ungefähr 4000 M. jährlich, die des Vorstands-Stellvertreters 3300 M. Die Stenographen werden nur während der Dauer der Session be- soldet und erhalten für jeden Tag, an welchem eine Sitzung statt- findet, 18 M., sonst 9 M. täglich. Die Hilssstenographen be- kommen die Hälfte oder zwei Drittel von diesem Honorar. Eine Session dauert ungefähr vier Monate im Jahre, in jedem Monate finden durchschnittlich fünfzehn Sitzungen statt. Jm Herrenhause wird der stenographische Dienst fast auf die gleiche Art versehen, nur sind dort die Stenographen wenig be- schäftigt, iveil während einer Session nur zwanzig, höchstens zwei- undzwanzig Sitzungen stattfinden. Auf der Hotadamrr Kahl» werden zugleich mit der Her- stellung der neuen Geleise zwischen Berlin und Zehlendorf einige andere Arbeiten ausgeführt, die mit jenen Geleisen in keinem unmittelbaren Zusammenhange stehen. Zunächst soll der alte Auswandererschuppen auf dein Potsdamer Außenbahnhof beseitigt werden; das Gebäude ist leicht aus Fachwerk hergerichtet, mit Pappe gedeckt und auf hölzernen Sparren in der Stühe der Vieh- rampe erbaut; es dürfte noch in diesem Herbst zum Abbruch kommen. Sodann sollen zwei sneue Wege- Unterführungen her- gestellt werden, und zwar die eine unter dem Bahnkörper der Ringbahn bei Schöneberg, eine andere auf der Strecke Berlin- Zehlendorf. Eine dritte Wege-Unterführung soll endlich auf der Strecke Neu- Babelsberg- Potsdam neu hergestellt werden. Die sämmtlichen Wege- Unterführungen sollen mit eisernen Schutz- bekleidungen überdeckt werden. Auch diese Arbeiten, die zum Theil schon in der Vorbereitung begriffen sind, dürften noch im Laufe der gegenwärtigen Bauperiode vollständig fertig gestellt werden. Ein Fall fotiderkarer iu'ztiich«' Attestaus stell«« g wird uns von dem Adalbcrtstraße 7»vohnenden Herrn Ernst Hodeck mitgetheilt. Derselbe arbeitete vom April bis 9. Mai ds. Js. in der Löwe'schen Fabrik. Der Kassenarzt dieser Fabrik hatte damals den Hodeck als gesund bezeichnet. Am 31. Juli suchte H. wieder in derselben Fabrik Arbeit zu erhalten. Herr Vorsteher Molkentin»vies ihn zunächst an den Krankenkassenarzt der Löwe'schen Fabrik, Herrn Dr. Kalischer, Schmidstr. 5. Dieser erklärte, daß der Arbeitsuchende krank sei. Infolge dessen konnte derselbe in der Fabrik keine Beschäftigung erhalten. Da jedoch H. sich vollständig gesund fühlte, begab er sich im Laufe des Nachmittags nochmals zu demselben Arzte Ter Doktor erkannte den Mann nicht wieder und stellte demselben nach einer gründlichen Untersuchung ein Zlttest mit folgendem Wortlaut aus:„Bei dem HandelSmann Ernst Hodeck, wohnhaft Adalbertstraße 7, lassen sich zur Zeit keine Krankheitserscheinungen im Bereiche der wichtigsten Lebens- organe durch die Untersuchung seststellen." Mit dieser Bescheini- gung begab sich nun H. wieder zum Herrn Vorsteher Molkentin und ersuchte denselben, ihn nochmals untersuchen zu lassen, da es ja doch möglich sein könne, daß Herr Dr. Kalischer sich geirrt habe. Der Herr Vorsteher schlug jedoch diese Bitte mit der Be- mcrkung ab, daß er sich an das von dem Kassenarzt zuerst aus- gestellte Attest halte und daher den H. zu keiner Arbeit zulassen könne. H. hat nun den Klageweg gegen den Dr. Kalischer beschritten. Ein Urrinißterk Wir erhalten folgendes Schreiben: „Geehrter Herr Redakteur! Montag den 4. l. M. erhielt ich einen Brief(aufgegeben Postamt Dorotheenstraße) von meinem Mann, dem Maurer W. Beer bäum, in welchem er mir schrieb, daß er sich seines krankhasten Zustandes wegen das Lebe» nehmen»volle. Ich bin seit dieser Zeit ohne jede Nachricht; von der Polizei aus erfolgen, wie mir mitgetheilt»vird, keinerlei Be- kanntmachungen. Ich bitte Sie daher, durch Veröffentlichung im „Berliner Volksblatt" den vielen Genossen und Bekannten meines Mannes Gelegenheii zu geben, mir etwaige Nachrichten über sein Verbleiben.'zugehen zu lassen. Ich lasse das Signalement hier folgen: Name: Wilhelm Beerbaum, Maurer, 40 Jahre alt, mittelgroß und stark, blaugraue Augen, dunkelblonde, theils er- graute Haare; Anzug: blaue Parchend-Unterbeinkleidcr, wollene Unterjacke(Jäger-System), gelbgraues wollenes Jaquet, dunkel- blaue karrirte Weste, dunkelbraune gestreifte Beinkleider, Schaft- stiefel, in der Westentasche eine silberne Remontoiruhr mit Kapsel, an einer Messingkette; in den Jaqucttaschen eine Liquenrflasche mit dem Bildniß Kaiser Friedrichs und ein Taschentuch,»vahrschein- lich mit Namen. Ergebcnst Frau Beerbaum, NW., Virkenflraße Nr. 13, Hof 1 Tr. Vergiftung durch Klaubeere». Durch den Genuß von Blaubeeren, jener so überaus beliebten, hier unter den Namen „Besinge" bekannten Waldfrüchte, ist am Sonntag ein Menschenleben aufs Höchste gefährdet worden. Bei der in der Mendelssohnstraße wohnenden Kaufmannsfamilie W.»varen am Sonntag zum Mittagessen Blaubeeren auf den Tisch ge- kommen,»velchen, Gericht von Frau W. und der bei derselben bediensteten Martha K., besonders von der Letzteren, in reichlichem Maße zugesprochen»vurde. Etwa eine Stunde darauf stellte fich bei den oben erivähnten beiden Personen heftiges Umvohlsein, namentlich Erbrechen ein; da die St. bald darauf bewußtlos »vurde, so»vurde ein Arzt geholt,»velcher konstatirte, daß hier eine Vergiftung vorläge,»velche nur durch den Genuß der Blau- beerensuppe, zwischen welcher unzweifelhaft giftige Beeren ge- »vesen sein müssen, hervorgerufen»vorden ist. Allem Anscheine nach liegt hier eine Vergiftung durch sogenannte„Hundsbeeren" vor, eine giftige Waldesfrucht,»velche, etwas größer wie Blau- beeren, in den Wäldern der Mark vielfach gefunden werden. Durch geeignete Gegenmittel gelang es, die besonders schiver an den Folgen der Vergiftung leidende Martha K. jeglicher Lebens- gefahr zu entreißen, während Frau W. inzwischen schon gänzlich hergestellt ist. Duo Gpfer der Knvrrplosto» aus der Kaiser- Wilhelm- brücke, der in der Landwehrstraße»vohnende Schneider Maler, »velcher bekanntlich vor Kurzem aus dem Krankenyause als„ge- heilt" entlassen worden ist, befindet sich in einem geradezu be- dauernswerthen Zustande. M. ist durch die bei der Explosion erlittenen Verletzungen dauernd arbeitsunfähig geworben; der Aermste, früher kerngesund, vermag sich heute nur mühsam am Stock vorwärts zu bewegen,, der rechte Arm erlahmt bei irgend welcher Arbeit, so daß M. für jede Thätigkeit unfähig ist, außer- dem leidet M. an Athmungsbeschwerden, obivohl seine Brust vor der Katastrophe kerngesund geivesen. Der Unglückliche erhält seitens der Stadt eine Armenunterstüstung von monatlich fünfzehn Mark. Alumeit von Schmargendorf manöverirte am Mittwoch Abend in der neunten Stunde Militär. Eine größere Abtheilung Soldaten hatte sich,»vie die„N. Z."»nittheilt, in unmittelbarer Nähe von der Ringbahn auf der Erde gelagert und eröffnete aus den vorüberfahrenden Stadtbahnzug ein Schnellfeuer. Dieser Vorfall ist entschieden zu tadeln, denn einmal ist beim Schießen mit Platzpatronen die Möglichkeit eines Unfalles nicht ausge- schlössen, da hierbei schon manchmal eine scharfe Patrone, ein Steinchen oder dergleichen absichtlich oder unabsichtlich in's Rohr gerieth; andererseits aber ist es keinesivegs angenehm für die Passagiere, zumal für Frauen und Kinder, ganz unvermuthet plötzlich aus nächster Nähe beschossen und durch das Gewehrfeuer erschreckt zu»Verden. Von frinriu eigenen Hunde eirtfetzlich zerfleischt wurde an» Mittwoch früh um 2 Uhr der in der Landsbergerstraße »vohnende Restaurateur M. Derselbe besitzt einen großen Hu»»d, Bernhardiner,»velcher, am Dienstag Abend durch mehrere im Lokal anwesende Personen geneckt, sich in stark gereizter Stimmung befand. Zur genannten Zeit, als in» Lokal Stiemand mehr anwesend war, als Herr M., stieß derselbe aus Unvorsichtig- keit den Hund mit dem Fuße,»vorauf sich das Thier plötzlich auf seinen Herrn stürzte und ihm den rechten Arm,»nit»velchen» sich der Restaurateur zu vertheidigen suchte, in furchtbarer Weise zerfleischte. Als die durch die Hilferufe ihres Gatten herbeigeeilte Frau M. das Lokal betrat, fand sie den Unglücklichen in einer Blutlache liegend beivußtlos vor,»vährend der Hund winselnd neben seinen, Opfer stand. Herr M.»vurde sofort nach der Sanitätsivache in der Linienstraße und von dort auf Anordnung des Arztes nach dem Krankenhause Friedrichshain gebracht. Ebenfalls durch Hundebisse schiververletztivurde am Mitttvoch Abend einHunde- sänget des Thierschutzvereins. Der in der Koblankstraße»vohnhafte Kohlenhändler R. hatte seinem Ziehhund den Maulkorb etwas gelockert, um denselben zu füttern. Der Vorgang»var von dem 22jährigen Hundefänger Max K. beobachtet»vorden, und schnell »varf derselbe dem Hunde die Schlinge über den Kopf,»n der alsbald— sich der rechte Arn» des R. befand,»vährend der Hund sich der drohenden Gefangenschaft durch schnelles Zurückweichen entzog. Im nächsten Augenblick stürzte sich das Thier mit ivuthendem Geheul auf den Beamte»» und brachte denselben durch Bisse vier tiefe Wunden an» rechten Arm, der Hüfte und dem Fuße bei. K. mußte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen und sodann nach seiner in der Straßvurgersttaße gelegenen Woh- nung geschafft werden. Ei»» schwerer Jlnglücktofall durch Sturz in einen Fahr- stiihlschachr trug sich gestern Vormittag in einem Hause der Markgrasenstraße zu. Tischler schafften daselbst Möbel liach einem im ziveiten Stockiverk belegenen SRöbeltnagazin. Beim Verlassen des Lagerraumes gerietst der Tischlergeselle Harriot, nicht ge- nügend vertraut mir der Oertlichkeit, auf einen in einem dunklen Flur belegenen Fahrstuhlschacht. Die denselben mngebende Barriere»var, nach den» vorliegenden Bericht, nicht geseylossen, und so stürzte der Unglückliche in den Schacht hinein und bis auf die Sohle desselben hinunter. H. zog sich einen Bruch der Wirbelsäule zu und wurde in nahezu hoffnungslosem Zustande mittelst Kranken-Transportwagens nach einem Krankenhause über- geführt. Die chemische Fabrik vo» I. D. Riedel in der Gerichts- straße 12/13»vurde gestern früh in der sechsten Stunde von einen» gefahrdrohenden Feuer heimgesucht. In einem Keller hatten sich Lacke entzündet. Zun» Glück»vurde der Brand so zeitig entdeckt, daß eine»veitere Ausbreitung desselben durch die schnell zur Stelle eilende Feuerwehr verhindert»Verden konnte. Einru» bcmrrlirnsivrrthcu Unglücksfall ist ein sechs- jähriges Mädchen zum Opfer gefallen. Die kleine L. spielte mit einer Katze, als daS Thiei in plötzlicher Wuth auf das Kind zu- sprang und sie in die Finger der rechten Hand biß. Anfangs schenkten die Eltern der unbedeurendeu Verletzung keine Beach- tung. Nach Verlauf dreier Tage»varen zwei der verletzten Finger so bösartig angeschivollen, daß sie einen Arzt zu Rathe zogen. Derselbe erkannte sofort die Gefährlichkeit der Wunden, die deutliche Spuren einer Blutvergiftung zeigten. Nachdem sich andere dagegen angewandte Mittel als vergeblich erwiesen, die Gefahr sogar sich noch vermehrte, blieb nichts anderes übrig, als zu einer Operation zu schreiten. Der Arzt hat am vorgestrigen Tage dem Kinde die beiden Finger abgenommen, da ohne diese Ainputation sogar das Leben der Kleinen bedroht erschien. Die Beobachtung, daß der Biß einer gereizten Katze schwere Folgen »ach sich ziehen kann, ist übrigens schon häusiger gemacht »vorden. Er sperrt bis auf Weiteres für Fuhriverke und Reiter ist das Elisabethnfer, vom Oranienplatz bis Reicheubergerstraße be- Hufs Umpflasterung, die Oppelnerstraße, von der Skalitzerstraße bis zur Wrangelstraße, behufs der Ninpflasterung, die westliche Straße am Nene» Markt, von der Kaiser Wilhelmstraße bis zur Bischofstraße, behufs der Asphaltirung, und die Wollinerstraße, z>vischen der Bernauerstraße und dem Vinetaplatz, behnfs der Kanalisirung. Dolizribericht. Am 6. d. M. Nachmittags fiel auf Aem Neubau Lessingstraße 44 der Maurer Ernst Jeschner aus vem Erdgeschoß in den Keller hinab und erlitt einen Bruch des rechten Fußgelenks.— Am 6. d. M. und in der Nacht zum 7. d. M. fanden an drei verschiedenen Stellen kleinere Brände statt. „Uiet Lärm um einen Eierkuchen" konnte man von einer Anklage sagen,»velche gestern vor der ziveiten Straskammer des Landgerichts I zur Verhandlung gelangte. Der Handlungs- reisende Bernhard Hill er, welcher für ein Danziaer Haus die Ostseeprovinzen zu besuchen hatte, pflegte auf seinen Touren einen Revolver bei sich zu führen. Als er seine Stellung aufgab, sandte tt etilen Keffer mit Sachen an feinen hier wohnenden Bruder zur einstweiligen Aufbewahrung. Dieser fand den Revolver und lieh ihn offen in seiner Stube liegen. Ein Freund, der Schneider Ehrlich, bekam ihn hier zu Gesicht, er erbot sich, die auseinandergenommene und reparaturbedürftige Schußwaffe von einem Bekannten, dem Uhrmacher Blum, wieder herstellen zu lassen und nahm derselbe zu diesem Zwecke mit. Blum zeigte den Revolver einem Tapezirer und hat mög- Ucherweise auch Dummheiten mit demselben gemacht, der Tapezierer erstattete Anzeige und die Folge davon war, daß gegen fommtliche genannte vier Personen Anklage wegen verbotenen Waffentragens, beziv. wegen Vergehens gegen das Sozialistengesetz erhoben wurde. Blum war nicht erschienen, er hatte von Graudenz ein Schreiben an das Gericht gesandt, wonach er durch Krankheit verhindert sei. Nachdem der Sachverhalt wie vor- stehend festgestellt worden, erkannte der Gerichtshof nach dem An- trage des Staatsanwalls auf Freisprechung. Das Gesetz verbiete nur das„Tragen" und„bei sich führen" der Waffen und davon könne, was die drei Angeklagten betreffe, keine Rede sein. Der Angeklagte Blum soll kommissarisch vernommen werden. Drv Thierschntzbramte Friedrich Sensenhausen stand gestern unter der Anklage der Körperverletzung vor der 91. Ab- theilung des Schöffengerichts. Der Angeklagte bemerkte eines Tages einen maulkorblosen Hund, der seiner Herrin auf die Straße gefolgt mar. Seiner Pflicht gemäß suchte er das Thier zu ergreisen. Als die Eigenthümerin des Hundes aber die Ge- fahr erkannte, in der ihr Liebling schwebte, suchte auch sie den- selben zw haschen, um ihn vor der Schlinge des Beamten zu retten. Als sie dem letzteren dabei hinderlich war, stieß dieser sie so rücksichtslos bei Seite, daß sie zu Boden schlug und sich er- hebliche Verletzungen zuzog. Der Staatsanwalt wollte die Nohheit mit einer I4tägigen Gefängnißstrafe gesühnt wissen, der Gerichts- Hof beließ es aber bei einer Geldstrafe von 30 M. unter der Be- gründung, daß die Hundefänger nur einen außerordentlich geringen Lohn(1 M. 60 Pf. für einen ausgelösten, 60 Pf. für einen nicht ausgelösten Hund) erhielten. Zu Gunsten des Ange- klagten sei angenommen worden, daß er aus Furcht, einen ihm in Aussicht stehenden Verdienst zu verlieren, zu weit gegangen sei. Gin folgenschwerer Stoff mit einem Regenschirme lag der Anklage wegen schwerer Körperverletzung zu Grunde, welche gestern vor der II. Ferienstraskammer des Landgerichts I gegen den Kaufmann Friedrich Wilhelm Däumichen ver- handelt wurde. Außerdem war derselbe noch des Haussriedens- bruchs beschuldigt. Der Angeklagte hatte dem Schneider Hamann Kleionngsslücke übergeben, deren Fertigstellung derselbe ungebühr- lich in die Länge zog. Dem Austraggeber riß die Geduld, er begab sich zu Hamann und machte seinem Umuuthe in drastischen Worten Luft. Hamann erwiderte in derselben Weise und es kam zwischen den Parteien zu gegenseitigen Schimpfereien. Als die wiederholte Aufforderung Hamanns, der An- geklagte solle die Wohnung verlassen, kein Gehör fand, ver- |»chte der Elftere ihn hinauszudrängen; wobei Däumichen ihm einen nur leichten Schlag versetzte, dann aber ging. Auf dein Korridor drehte Däumichen sich noch einmal um und stieß mit seinem Regenschirm nach dem ihm folgenden Hamann. Dabei wurde derselbe so unglücklich in's Auge getroffen, daß er mit lautem Schmerzensschrei zusammenbrach. Der Verletzte hat zehn Wochen lang in der Charilee zubringen müssen, die Sehkraft des linken Auges hat aber nicht erhalten werden können, fondern ist unwiederbringlich verloren. Ter Verletzte trat als Nebenkläger auf und verlangte eine Entschädigungssumme von 300 M. Der Angeklagte versuchte den Sachverhalt so hinzustellen, als sei Hamann ihm in blinder Wuth nachgerannt, um sich wegen des erhaltenen Schlages zu rächen und dabei mit dem Auge in die Spitze des Schirmes gelaufen, den der Angeklagte unter dem Arme getragen. Die Beweisaufnahme bestätigte diese Angaben keineswegs. Der Gerichtshof billigte dem Ange- klagten zwar mildernde Umstände zu, erkannte aber doch nach dem Antrage des Staatsanwalts wegen der Körperverletzung auf sechs Monate Gefängniß und wegen des Hausfriedens- bruchs auf eine Geldstrafe von 10 Mark. Dem Verletzten wurde außerdem die Buße in Höhe von 300 Mark zugesprochen. Megen Majestätsbeleidignng wurde der Mechaniker Bogge zu zwei Jahren Gefängniß verurtheilt. SijziAle Ikctrcvllrfif. Erklärung. Der„Berliner Lokal-Anz." veröffentlichte vor Kurzem den Bericht der Berliner Kaufmannschaft; wahrscheinlich wird ihn die kapitalistische Presse, namentlich in der Provinz, begierig nachdrucken. Derselbe lautet(Wir haben ihn zwar schon mitgetheilt, lassen ihn aber der Wichtigkeit der Sache wegen noch einmal folgen. Red.):_ „Für die Pianobranche wird das abgelaufene Geschäftsjahr 1389 nach dem Bericht der Aeltesten der Berliner Kausmannschast als ein sehr günstiges bezeichnet. Es wurden in den vereinigten Fabriken ea. 3000 Pianos und Flügel angefertigt. Der Absatz derselben erstreckte sich über fast alle Länder der Erde. Ganz be- sonders hatte der Export besserer Sorten nach Südamerika so bedeutend zugenommen, daß die Ordres oftmals nicht alle aus- geführt werden konnten. Große Ordres auf beste Sorten zu sehr guten Preisen gingen ferner aus Asien, ganz besonders aus Britisch-Jndien in großer Menge ein, doch konnten dieselben nur zum Theil Erledigung finden. Holland, Belgien und die Schweiz hielten sich mit ihrem Verbrauch auf gleicher Höhe wie im Vor- jähre. Nachgelassen und zwar infolge der erhöhten Zölle haben in ihren Ordres Schweden und Italien, auch nach Spanien war der Versand geringer. Tie Leistungsfähigkeit in der Produktion wurde sehr beeinträchtigt durch den Mangel an tüchtigen, brauchbaren Arbeitskrästen; trotzdem die höchsten Löhne geboten wurden, konnten dennoch nicht genügende Kräfte gefunden werden." Als Deckmantel dient hier das Altestenkollegium der Berliner Kausmannschast. Ist es nun schon eine Unwahrheit, daß nicht mehr Klaviere angefertigt wurden, und daß die Austräge auf bessere Sorten von Instrumenten nicht erledigt werden konnten, so ist es eine tendenziös erfundene Läge, daß in Berlin bei„den höchsten Löhnen" nicht genügend Arbeitskräste zu bekommen ge- wesen wären. Nur eine Fabrik möchte der Artikelschreiver nennen, wo dies der Fall gewesen wäre. Thatsächlich war es und ist es schwer für einen aus der Arbeit gekommenen Pianoarbeiter, gleich wieder Stellung zu bekommen, und wenn er noch so Tüchtiges leistet. Wochenlang muß er lauern, ehe et wieder Stellung bekommt.,, � In den größeren Werkstätten werden sogenannte„Em- pfohlene" Va Jahr lang vorgezeichnet, um, wenn Bedarf ist, aus den Reihen derselben oen Ersatz zu ziehen. Jeder Fachmann kann es nicht leugnen, daß das Angebot von Arbeitern groper ist, als die Nachfrage. Der Berliner Klavierarbeiterverein stellt in seinem Arbeitsnachweis den Beweis, wie wenig Nachfrage so- gar nach tüchtigen Kräften ist. Wer solche Einblicke ,n das Leben und Leiden der Berliner Pianoarbeiter hat, wie die Unter- zeichneten, der ist erstaunt über solche Dreistigkeit im Entstellen deii Wahrheit, wie— es von obengenannter Zeitung gethan wird. Es ist unzweifelhaft darauf abgesehen, die Arbeiter der Piano- branche aus der Provinz nach Berlin zu locken, um, wenn sie erst hier und ohne Arbeit, sie zu Lohndrückern zu stempeln. Wir warnen eindringlichst alle Kollegen in der Provinz auf dtesen Köoer anzubeißen. Es sind soviel arbeitslose Kollegen ,n Berlin, die trotz aller Mühe und Rennini# wochenlang aus der Straße liege», und was das heißt, wird sich Jeder vorstellen können, der Berlin mit seinen hohen Mieths- und Lebensmittelpreisen kennt. Es ist eine Falle, in die der Arbeiter aus der Provinz gelockt werden soll. Wir bitten alle arbeitet, reundlichcn Blatter um Aufnahme dieser thatsächlichen Richtigstellung. Der Vorstand des Krön, 2, Vorsitzender; Paul Scholz, 1. Schnftsuhrer. Die Sammlung der Drechsler für die Hamburger hat Dank der Opferwilligkeit der Kollegen und auch durch die Äetheiligung Anderer die Höhe von 1200 M. erreicht. Kollegen, Arbeiter, für die in Hamburg herrschenden Zustände ist die Summe doch winzig, und wir hoffen, daß wir nicht umsonst an Euch appelliren, wenn wir Euch auffordern, auch fernerhin mit aller Energie für die Ausgesperrten einzutreten. Bedenkt, was auf dem Spiele steht: Die Wahrung des Koalitionsrechts. Also zeichnet Alle. Listen sind zu haben und abzuliefern bei Plagens, stieichenbergerstr. 142, H. 1 Tr., bei W. Fretsthaler, Stralsunder- straße 20, 2 Tr. und Sonnabends in den Zahlstellen. Die Lohn- kommission. R. Lutz, Kottbuser Damm 21. NB. Gleichzeitig machen wir bekannt, daß die statistischen Fragebogen der Vereinigung zur Ausgabe gelangen. Kollegen, wir erwarten von Euch, daß sich ein Jeder daran betheilige, denn wir müssen unbedingt mit dem Material arbeiten zur Lohnbewegung. Die Vertrauensleute der Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Hamburg, den 5. August. Das„Echo" giebt folgenden Situationsbericht über die Streiks und Aussperrungen. Im Ganzen hat sich seit unserem letzten Bericht die Sachlage etwas u Gunsten der Arbeiter verändert, indem die Zahl der noch llusständigen, namentlich im Baugewerbe, zurückgegangen ist. Bei den Glasmachern, Gasarbeitern u. s. w. ist jedoch vorläufig noch wenig Aussicht, daß sie unterkommen. Der gefürchtete 1. August, der Miethetermin, ist glücklich vorübergegangen. Dank der nunmehr von Auswärts reichlicher fließenden Gelder und der Beiträge der bereits in Arbeit Stehenden ist es möglich geworden, hinreichend Mietheunterstützung zu gewähren, so daß Exmissionen Ausständiger nicht vorgekommen sind; wenigstens ist uns davon nichts bekannt geworden. Immerhin ist die Zahl der zu Unter- stützenden noch sehr groß und Hilfe thut nach wie vor noch, soll nicht die Kapitalmacht den Sieg erringen. Bei dieser Gelegen- heil möchten wir darum ersuchen, vorläufig von der Forderung schriftlicher Quittungen ze. abzusehen, da dies bei der gegenwärtigen Ueberlastung mit Arbeit nicht auszuführen ist. Vorläufig genügt ja die Postquittung als Beleg und nach Erledigung der dringendsten Ge- schäste wird die Sache geregelt werben. Was nun die einzelnen Gewerkschaften anbetrifft, so liegt es folgendermaßen: In Hamburg sind noch gemaßregelt 197 Maurer, wovon 189 Verheirathete; der Unterstützung bedürfen 171 mit 266 Kindern. Von Maurerarbeits- leisten sind 103 arbeitslos; 87 mit 129 Kindern haben Unterstützung verlangt. Zimmerer sind 170, ferner 12 Frauen Abgereister und 230 Kinder zu unterstützen. Erdarbeiter und Zimmerer-Arbeitsleute sind 40 Verheirathete mit 04 Kindern und 19 Ledige zu unterstützen. Rammet müssen 36 Gemaßregelte unterstützt werden. Von den Schlächtern sind noch 64 gemäß- regelt. Die Ewerfährer haben noch 217 Ausgesperrte mit 514 Kindern zu verzeichnen; den Arbeitsschein, aber keine Arbeit haben ea. 400 erhalten. Die Zahl der noch ausständigen Gas- arbeitet beträgt 23 mit 78 Kindern. Plätterinnen sind noch 30 ausgesperrt. Die Former haben hier 7 Familienväter zu unter- stützen. In Altona sind 4 Former ausgesperrt, serner 30 Zim- nietet mit 87 Kindern, sowie 56 verheirathete Maurer mit 98 Kindern, 21 Maurerarbeitsleute, 25 Goldleistenarbeiter und 121 Glasmacher, davon 91 Familienväter mit 255 Kindern. Für Bergedorf und Wandsbek ist die Zahl der Gemaßregelten ziemlich gleich geblieben. hoisi Eine öffentliche kombinirte Versammlung der in der Ulirkerbranche besckiäftigten Arbeiter«nd Arbeiterinnen tagte am 5. d. M. in der„Königsbank", Gr. Frankfurterstr. 117. Die besonders von Arbeiterinnen zahlreich besuchte Versammlung, deren Bureau Herr W e n g e l' s, Frau I a n z und Herr S ch a r p bildeten, hörte in erster Linie einen Vortrag des Herrn Li tf in über das Thema:„Die heutige Produktion und die Zuchthausarbeit". Ter Redner schilderte in beredter Weise die Konkurrenzkämpfe, welche sowohl die Arbeiter, als auch Die Unternehmer heute einander liefern, den wirthschaft- liehen Kampf um des Lebens Nothdurft und Nahrung. Redner hielt es für erforderlich, daß die wirthschaftlich Schwächeren, die Arbeiter, in dem Konkurrenzkämpfe seitens der Staatsregierungen zu unterstützen seien. Leider sei dies nicht der Fall; es sei dies ersichtlich aus der Zuchthausarbeit, welche den privaten Unter- nehmern dienstbar gemacht werde. Gegen diese schwere Schädigung der Arbeitenisteressen müsse durch die Ver- treter der Arbeiter im Parlament energisch Protest erhoben werden, durch die Macht der Arbeiterbewegung müssen die herrschenden Klassen gezwungen werden, diesen Auswuchs in der heutigen kapitalistischen Produktionsweise zu beseitigen. Die billige uchlhausarbeit biete dem Unternehmerthum eine willkommene andhabe gegen die Arbeiter, um die Löhne derselben nach Mög- lichkeit herabzudrücken. Da die Arbeiter gezwungen sind, zu arbeiten, um leben zu können, so trage die Gestingniß- und Zuchthausarbeit in hervorragender Weise dazu bei, die Lebenslage der Älrbeiter zu verschlechtern, da durch die aus der Entwicklung der Maschinentechnik, der Verkehrsmittel m. resultirenden Konkurrenz der Arbeiter unter sich, die Arbeiter genöthigt sind, schließlich unter allen, selbst unter entwürdigenden Bedingungen zu arbeiten. Dennoch bezichtige man den Arbeiterstand der Begehrlich- keit, obgleich die Arbeiter doch thatsächlich nur die„Eut- erbten" sino, welche berechtigter Weise für eine Verbesserung ihrer traurigen Lage eintreten. Eine solche könne indessen nur dann thatsächlich Platz greifen, wenn an Stelle des heutigen ProduktionSsiistems, welches „Millionäre züchte" und zur naturgemäße» Folge habe, daß auf der einen Seite die Zahl der Besitzlosen sich immer vermehre, während auf der anderen Seite der Besitz sich in immer weniger Hände konzentrire, ein Produktionssystem gesetzt werde, welches einem jeden Arbeiter den vollen Ertrag seiner'Arbeit sichere, ihm ermögliche, theilzunehinen an allen Kulturvortheilen, an allem, was das Leben begehrenswerth erscheinen läßt. Zwar leben wir jetzt in der goldenen Acta der Sozialreform, doch, meinte der Vortragende, vermöchte die ganze bisherige sozialreformatorische Gesetzgebung nicht, eine Verbesserung der Lage der arbeitenden Klassen herbeizuführen. Zwar wiege sich noch ein großer Theil derselben in der Hoffnung, daß mit dem Fallen des Sozialisten- gesetzes nach dem 30. September d. I. eine neue„Aera" begin- neu werde, doch hält es der Vortragende für angezeigt, diese Illusion zu vernichten. Zwar würden in der„neuen Aera" der Polizei nicht die bisherigen Machtmittel zu Gebote stehen, wie bisher, doch würde das Kapital fernerhin die Ge- schäfte der Polizei besorgen. Einen Vorgeschmack liefern bereits die Kämpfe in Hamburg, sowie verschiedene Vorgänge in Berlin. Daß auch weder die herrschenden Parteien, noch die Regierung die Bedürfnisse der arbeitenden Klaffen richtig zu erkennen ver- möchten, hätten zur Genüge die Vorgänge im Parlamente be- wiesen, insbesondere die Annahme des Gesetzentwurfs, die Gewerbe-Schiedsgerichte betreffend. Die Arbeiter seien demzufolge lediglich und allein auf ihre eigene Kraft angewiesen, und Auf- gäbe aller Arbeiter und Arbeiterinnen sei es, diese Kraft zu be- thätigen, den unvermeidlichen Kampf mit dem Kapitale in der Gesammtheit aufzunehmen, überall daftir zu wirken, daß die Fernstehenden herangezogen werden, fest zu- sanimenzustehen und nur solche Männer in das Parlament zu wählen, die gewillt sind, mit Muth und Kraft dafür zu wirken, daß die Lage des arbeitenden Volkes gebessert, gehoben, insbesondere die Gefängniß- und Zuchthausarbeit in ihrer heutigen, die Arbeiter im höchsten Maße schüdigenoen Form beseitigt werde. Gegen diese ganz energisch zu proteiliren, hätten namentlich die Arbeiter und Arbeiterinnen der Wirkerbranche alle Ursache, da hier die Gefangenenarbeit in fast vernichtender Weise eingreife. Würden die Arbeiter dieser ihrer Aufgaben voll bewußt sein und dieselben pflichtschuldigst zu erfüllen trachten, dann würden auch für die„Enterbten" bessere Zeiten kommen. (Großer Beifall.) � In der�solg enden, d-m�Neffreisti''�� zustimmenden Diskussion, wurden die wirthschaftlich-� wie auch die Branchenverhältnisse in ausgievigU von den Herren N e u h a u s, Hübsch, S ch l u t e,_ Wenzels u. A. erläutert. Nachdem der Vortrage Schlüsse sodann noch einmal das Wort genommen, nachstehende Resolutiönen zur einstimmigen»Annahme:_ jj ---- 1.„Die heutige Vernimmiung••••-.- s dp die Beschlüsse der Arbeiter und Arbeiterinnen Be: treffend die Sonntagsruhe in kaufmännischen G l� � hochzuhalten und bei Kollegen und Familienglied � nT9 UiKb-f tmbtn iii wirken, daü von der atbeiiei_ als bisher dahin zu wirken, daß Berlins völkerung Berlins nur in den Geschäften selaust wjjj, welche Sonntags von 12 Uhr Mittaas ab Beantragt war diese Resolution von Herrn Max Ktu 2. Beantragt von Herrn Schlüter: glicht „Die heute tagende öffentliche Versammlung der � und Wirkerinnen Berlins erklärt sich mit der in de girtenversammlung der Berliner Streik-Konttolkomu� gefaßten Resolution, den„Berliner Lokal-Anzeige treffend, einverstanden; dieselbe erklärt ferner, Acj Familien- und Bekanntenkreisen dahin zu wirken, p „Berliner Lokal-Anzeiger" immer weniger gelesen � da es nur die große Abonnentenzahl gemacht hm, v � Besitzer des„Berliner Lokal-Anzeiger" so rigoros geö Setzerpersonal vorgehen konnte." Nach Annahme dieser Resolutionen und nachdem W■ worden war, den Ueberschuß der zweimaligen Tellermn. � den ausgesperrten Hamburger Arbeitern zu überweisen, i�? � Vorsitzende die Versammlung mit einem dreifachen Hoch"u. allgemeine moderne Arbeiterbewegung. Herr Dr. Alfred Kernst«!« ersucht uns um Auf"� «A....:°.»-«!>-?. In der heutigen Nummer des„Verl. Volksbl." t wird j. frühere Thätigkeit als Arzt des Sanitätsvereins mner de verletzenden Kritik unterzogen, daß ich Sie um die AUl» folgender Berichtigung bitte: m-tein) Der Herr Berichterstatter über die Versammlung des we sollte doch wenigstens mit den Elementen der Logst traut sein. m.. flI)! Wenn ich in der That die Bezahlung zuerst vom Verei � genommen und dann noch eine gleichartige Bezahlung, Mitgliede Quandt beansprucht hätte, so striige meiner Me', nach diese Handlungsweise die Kriterien des versuchten AC an sich und ich müßte vor den Staatsanwalt gestellt'verde- � Kann irgend einer der verehrten Leser des„Berliner*>, blast" gegen diese Logik etwas Stichhaltiges einwenden- � Bericht strotzt aber von Unwahrheiten. Vor mir liegt folg Beschluß des Vereinsvorstandes vom April 1889:, hp „Der Verein zahlt für folgende chirurgische Eingriffe ein sonderes Honorar: 1. Einschnitt behufs Eröffnung von Abszessen 1—2™' 2. Verband(ohne Verbandmaterial) 1—2 M. 3. Chloroformbetäubung 1,50—3 M." Das Honorar für eine einfache Konsultation schwankte 60 Pf. herum. Ich hatte nun am Ende des Gim meine Bons für Konsultationen, deren jeder mit ,""0«i 50 Pf. honorirt werden sollte, dem Verein einfiele und befand mich in dem irrthümlichen tsia» � daß die Extraleistungen(Verbände, mehrfache Eröffnung„ großen Abscesses am Arm eines KindeS, Chloroformirung) Vater des Kindes zu zahlen seien. Um die finanziellen jn' des mir bekannten Herr» Quandt nun nach Möglichkeit zu seh Ljj, schickte ich die Liquidation erst nach Ablauf einer gewissen� Ich hatte den Minimalsah für mich als maßgebend betra und wollte die trotzdem nicht geringe Summe, wenigstens i» Verhältnisse eines»Arbeiters nicht unbedeutende Summe mst � möglich in Theilzahlungen erstatten lassen. Vielleicht hm' � dem betreffenden Herrn auch noch einen Theil des Hvn° � erlassen. Da kommt denn eines Tages die Frau des 3319.� Quandt zu mir und erzählt, daß die Liquidation Manne zu hoch sei und daß er sich eiligen Fußes zum Vorstände � Vereins, ßertn Hundt beaeben habe, um mir die verdiente ANö um Vereins, Herrn Hundt begeben habe, um mir die verdiente verschaffen. Herr Hundt bittet mich zu sich und— Tableau— l7(,V mich mit meiner Liquidation an eine ganz falsche Adresse wendet. Ich konstatire hiermit noch ganz besonders, daß Heist Frau Quandt in denselben Jrrthum, wie ich, versallen w" sie glaubten eben, meine Schuldner zu sein..„ Die Bestimmungen des Vereins ziehen sich überhau? � mannigfaltigen Windungen dahin. Nur eine bestimmte Zah' ärztlichen Hilfeleistungen wird vom Verein honorirt; wa? ff z. B. geburtshilsliche Operationen, Elektrisire», Massireu der 5, des Patienten zur Last fallen. Daß ich in einer ausgebe?�; Praxis leicht die vielfachen Bestimmungen des vergessen konnte, ist wohl erklärlich; man daß jede einzelne der vielen Hilfskassen, denen meine Thätigkeit widmen muß, ihre Eigenthümlichkeiten in A« der Honorarzahlung hat. ES ist kein sestfundirtes Syste»' fähigen wird theils direkt von der Kasse, theils von den Pn�sti kkt den Hilfskassen zuständen. Die ärztliche Thätigkeit bei W? bei di s. w. In honorirt, andere Kassen bezahlen hinwiederum auch direkt.st Behandlung Arbeitsunfähiger u. s. w. n. f. w. In Wirrwarr sich immer zurecht zu finden, ist für den A?' nicht ganz leicht., Ich habe nicht einmal um Verzeihung wegen des Jrew zu bitten. Jede unehrenhafte Handlung liegt so fern von 0, daß man nicht einmal nöthig hat, mich persönlich zu kenne»,. mich für makellos in dieser für meine Ankläger keineswegs 8" liehen Affaire zu halten. Von dem Herrn Hundt wurde mir dann auch noch gesagt, meine Thätigkeit in dem Falle Quandt zu weit ausgedehnt berief sich auf die Worte des Herrn Quandt, daß ein A>--- bekautes Butterbrot meine ganze ärztliche Thätigkeit überP gemacht haben würde. Also eine schwere Eiterung an et"sti Arme, bei der die Existenz nicht nur des ganzen Gliedes, sow p auch des Lebens bedroht ist, soll durch gekautes Butterb?' heilt werden. Gekautes Butterbrot soll eine Panacec f"' zc schwer fieberndes Kind sein, dessen Lebenssäfte durch die» a derischen Bakterien durchwühlt werden. Ich bedurfte st, Augenblicks der inneren Sammlung, um den Sinn der( Herrn Hundt reproduzirten, mich verdächtigenden Worte% � fassen. Da stand ich nun vor dem Nesulrat meiner pop"st.� belehrenden Thätigkeit. Fürwahr! Ich bedurste>"-s ganzen Gesinuungstüchtigkeit, um wenigstens nicht daran � zweifeln, daß meine Ideale überhaupt noch eine Berech'?' haben.. ui Das Resümee meiner Auseinandersetzungen ist nun folg' � Ich halte es für meiner nicht würdig, auf dem Klagewege � Rest meines Honorars von einem die sanitären Interessen � Volkes im Auge habenden Verein einzuziehen. Ich habe � Forderlingstermin nicht eingehalten und verzichte nnninW; das mir im Uebrigen rechtmäßig zukommende Geld. aber bei diesem Verzicht auf ein mühsam erworbenes Hnstzä auch noch an den Pranger gestellt werden soll, das ist»"(%# das widerspricht allen Geboten der Gerechtigkeit und des gefühls, daS widerstrebt der ehrlichen Gesinnung der Arbeiterschaft, die nicht das Interesse einer einzelnen 7/ sondern das der Gesammtheit berücksichtigt, die aber auch' V Einzelnen sein Recht verschaffen will, gleichviel, in nielchej.'W rufe er thätig ist. Ob er am Schraubstock steht, ob er/ hobelt, ob er Fagaden putzt oder mit Gefahr seines Lebe»»»;* schweren ärztlichen Beruf betreibt— er ist ein Glied der 0;( Gesammtheit und darf auf fein natürliches Recht sich beriss� darf von der Allgemeinheit Schutz verlangen. Herren Ankläger berufen sich, kaut Bericht des„Berk ,' noch ganz besonders darauf, daß ich in der Berliner mi? el ,egung hinreichend bekannt sei. Ganz richtig! Wie ich Ki,, m ferner schmeicheln darf, nur nach der günstige» Seite b.vL s ln n>eine Thätigkeit in dieser Bewegung bisher auch eine gewesen ist— ich habe seit Jahren in Arbeitervereinen iii>«!'Medizinische Vorträge gehalten— so hat doch bisher Willen», t'�er anmeiner Ehrenhaftigkeit und meinem guten i» �escr mehr auf das Ideale gerichteten Thätigkeit habe , Ircedend meine rein ärztliche streng zu scheiden. Wir Aerzte <».�5!>n Kampfe ums Dasein so gut, wie jeder Fabrik- oder Mnoarbelter. Welcher Berliner Arbeiter verkennt die Härten des Ni».w n Erwerbslebens? Kollisionen in Lohnfragen hat jeder Arbeiter, die am härtesten schaffende» Männer häufig nr..niehten. Auch der in einer industriellen Bevölkerung thätigc Bkls« oon Kollisionen in Honorarfragen nicht verschont, kein beanspruche"6erf'aut't in dieser Beziehung eine Ausnahmestellung "dch für meine Person begnüge mich mit dem Bewußtsein der Oer mJr wie so oft. Ich hoffe: An dem gesunden Sinn l- /?"imer_ wird der Satz zu Schanden werden, daß von Ver- bi«. m% immer ein Bischen hängenbleibt, auch wenn Jemand ne Ankläger widerlegt, seine Makellosigkeit beweist. Für mich ist die Sache hiermit erledigt. Ergebenst Dr. Alfred Bernstein, _„ Mittcnwalderstr. 2. R Aufgelöst« Uolstsverfaininlung. Kasernen und Ferien- Genien lautete das Thema einer öffentliche» Volksversammlung, '."uter Vorsitz des Herrn Ad. Schulz tagend, am 6. d. M. den ?, Saal des Böhmischen Brauhauses gefüllt hatte. Ein- iirrii!" ,Bnven Zu dieser Versammlung besonders alle wehr- fc,i« Männer und gedienten Soldaten, wie auch allen Ar- -» t u Erscheinen zur Pflicht gemacht worden war. Ten iJu'r" Vortrag hielt Herr Stadtverordneter Fritz Zubeil, seinen Ausführungen diejenigen des Generals Vogel von vmaen stein wie auch des Kriegsministers gelegentlich der Bc- der letzten Militürvorlage im Reichstage zu Grunde legte -».'krrnt meinte: Der General Boael von T-alckenslcin habe die Kne»""' uieinte: Der General Vogel von Falckenstein habe die bJo£n'n gewissem Sinne als Ferien-Kolonien bezeichnet, in ?Bldat so viel Komnnsbrot erhalte, wie er brauche und ne..»?' er nur wolle, sodaß er beides nicht zu bewältigen »irS®e;(Große Heiterkeit.) Dies sei ein äußerst charakteristisches ..�.Unserer heutigen Zeit, wo lhatsächlich das Elend Einzug in« habe in die weitesten Kreise des arbeitende» Volkes, ie Arbeitslosigkeit eine grenzenlose sei und Hundert- wJ,?, würben und Mangel leiden müssen. Ter Herr jnmil brauche sich mit den Kasernen als Ferien-Kolonien nicht »f..-, Das arbeitende Volk trage einen sehr großen da» r',en Militärlasten bei und könne demzufolge verlangen, aw Vrfidcr so verpflegt werden, wie gesagt worden, wie es �... lhatsächlich keineswegs der Fall sei. Der General wie auch k.,�?egsininister hätten serner erklärt, daß die Behandlung der »nn. r• f�tens ihrer Vorgesetzten eine durchaus gute und liebe- an»- f?(Gelächter) und daß nur nichtsnutzige Menschen etwas »rm r�L hchaupten könnten. Ter Anstand verbiete es, das Lexikon li�. Schimpfwörtern der Herren Unteroffiziere ic. in einer öffent- Enm t Versammlung vorzutragen. Wenn die Behandlung der Uli«,', e'ne so liebevolle wäre, dann hätte der Kaiser nicht S stlg gehabt, in einem Erlasse eine anständige Behandlung der «nh n zu fordern. Die Klagen ivaren aber bereits so laut o allgemein, daß man sich ihnen nicht mehr verschließen konnte. sei r lwch zugestanden werde» solle, daß Disziplin erforderlich f-üo bedinge diese dennoch nicht eine Behandlung, wie sie that- L�ilch im Heere Platz gegriffen habe. Ein beredtes Zeugniß ? lsur lägen ab die Eoldatenmißhandlungen, soweit sie bekannt r seien und würden; die erschreckend vielen Selbstmorde die jedenfalls nicht Wollust zur Ursache haben dem J'chliß'■), die vielen Tausende, die sich jährlich vers�n �rdienste entziehen, ihre Familie, ihr Vaterland Eni?» ous Furcht vor den Annehmlichkeiten des Kasernen- und - oatenlebens. Jeder Wehrmann, der bei der Fahne gestanden besonders wer nur irgendwie im Gerüche der Sozialdemo- stehe, wisse ein Lied zu singen über die Behandlung. Das d, Innenleben müsse denn doch etwas anderes sein, als es von n.n, elden hohen Militärs geschildert worden sei. Bebel hätte BU,.n oiecht gehabt, als er jene gehörig heim leuchtete. »lein lue'tet gesagt werde, die Kasernen seien eine Schule, so stof er' �oß noch Niemand gebildeter oder gesitteter aus der sJ?"« herausgekommen sei. Höchstens, daß einige lesen und »e,rf lernten. Man möge lieber die Erziehung in die Schule etiii.»5"' kaä Volk bilden, dann brauchte nicht erst die Kaserne buivi fstf* zu wirken. Wenn die Vaterlandsverlheidiger halb ver- tda&in die Ferienkolonien, in die Kasernen einzögen, wenn Nniu»? ungezählte Massen am Hungertuche nagen, dann flnd" endlich doch die Erkenntniß Bahn brechen, daß andere Man � geschaffen werden müssen. Warum, fragte Redner, geht gegen das Unternehmerthum vor, wie gegen die Ar- 'F.- � Diese stelle man unter Ausnahmegesetze, jene lasse man �." stludert Ungesetzlichkeiten begehen. Würden hier andere werden, so würden von in die Kasernen einziehen o u-vmai Anfang an und diese Uten der Ausgabe enthoben, als Ferienkolonien zu dienen. Die �"litärverwallung würde dadurch auch in die angenehme Lage „i!?!ne'i, bedentend« Ersparnisse zu machen, waS heute leider der Fall sei.(Heiterkeit.) Angesichts aller dieser Verhältnisfe «""ne das Volk nicht Lust und Liebe zum Soldatenslande haben. sdlfNn behauptet werde, daß die Armee von der Sozialdemokratie J�h nicht„durchseucht" sei, so wäre dies keinenfalls richtig. J,cr im'Ä�uiiüst« habe heute mit der Sozialdemokratie zu rechnen >d dies sei ein Segen, denn die Sozialdemokratie werde dafür OTjen, daß auch beim Militär bessere Verhältnisse Platz greifen. Antwort aber, welche die Sozialdeniokratie dem Herrn ,, gel von Falckenstein und dem Herrn Kriegsminister zu ertheilen ?>«- lbnne nicht scharf genug ausfallen, und der Vortragende �upsahl einen ganz energischen Protest gegen die Ausführungen der »MM» m sührunge.. I Mnchte'f' f'"«1,1 wesentlich anderen isranopunne, ais Mrmeienmuw.v SSeim»-.�..Ausführungen unter großer Unruhe der Versanliiilung. �elbe— Herr Fischer— auch zugab, daß die Behand- L ihn,"mchcn dürfe. Zudem habe sich meistens Jeder die "erehna.. Ii? Vchandlung selber zuzuschreiben.(Ruf: Krieger- D!,e,„„„x' Stöckerianer!) Wer seine Pflicht thue, dem könne �eria,,?.?- anhaben!(Oho! Lachen.) Viele seien in der Leut» v S onivesend, die nicht hingehörten. Wenn die jungen wie'�Jioch nicht militärpflichtig sind, derartige Darlegungen, staude e hörten, müßte» sie allerdings vor dem Soldalen- Solhn* �schrecken.(Unruhe.) Dann würden sie widerwillig selber,! �hoien ihre Pflicht nicht und hätten sich ihre Behandlung föm,. fänschre.iben.(Lärm.) Er kenne viele Armeen, welche aber bstif. l'ch mit der preußische» vergleichen?(Erneuter Lärm. »U»? i Schluß!)— In langer Reihenfolge schilderten Erlebnitt weiteren Diskussion die Redner thcils ihre eigenen de», g's®' theils ihre andererseits gemachten Erfahrungen aus des Raf Nleben in Krieg und Frieden, welche die Darlegungen OMminf ergänzten und bewahrheiteten. Zur Abstimmung ""Sie schließlich folgende Siesolutio»: ,,Die heute pp. tagende öffentliche Versammlung der gedienten und Wehrpflichtigen der Armee erklärt sich mit oen Ausführungen des Referenten voll und ganz einver- LPstben. Dieselben protestiren entschieden gegen das System des Militarismus; sie protestiren ferner gegen die '°°°n der Vertreter der Armee im Reichstage. Sie ziehen "tfchieden ein Leben als freie Staatsbürger dem Leben im veere vor, indem sie das heutige System nur für geeignet halten, das Wahre und Richtige, die Interessengemeinschaft des gesammten Volkes, zu untergraben." Diese Resolution gelangte zur einstimmigen Annahme� wenigstens stimmte Niemand dagegen. Kaum war indessen die Abstimmung erfolgt, so erfolgte auch die polizeiliche Auflösung der Volksversammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes. Unter donnernden Hochrufen auf die Sozialdemokratie und dem Gesänge der Arbeiter- Marsaillaise entleerte sich langsam das Versammlungslokal. Die dritte Geneealverl'ammlnna des Fachvereins der Tapesirrr Berlins tagte am 29. Juli d. I. bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Hern: Stadtverordneten Zubeil über: Arbeiter- schutz-Gesetz. 2. Diskussion. 3. Rechnungslegung des Kasfirers und Bericht des Vorstandes vom letzt verflossenen Vierteljahr. 4. Wahl eines Revisors. 5. Vereinsangelegenheiten und Frage- kastcn. Da der Herr Referent nicht erschienen war, wurde der erste und zweite Punkt vertagt. Es wurde der dritte Punkt: Bericht des Vorstandes und Rechnungslegung des Kasfirers vor- genommen. Den Bericht ertheilte der Vorsitzende Kollege Zack. Es sind 6 Vorstandssitzungen, 6 Mitglieder- und eine General- Versammlung abgehalten worden. Jede dieser Versammlungen war mit einem Vortrag versehen. Es haben solaende Herren gesprochen: I. Herr Pfannenbecker über: Wärmelehre. 2. Herr Dr. Bruno Wille über: Die Gemeinde Jkaria. 8. Herr Bölsche hatte zugesagt, über: Hypnotismus und Spiritismus zu referiren, war aber verhindert zu erscheinen. Es referirte dann Herr Bernhard Zack über: Die Achtstundenbewegung. 4. Herr Bruno Wille über: Ter Kampf um das Dasein in der Volkswirthschaft. G. Herr Türk über: Die Frauenbefreiung. 6. Herr Stadtverordneter Vogtherr über: Bellamy's Jahr 2000. 7. Herr Pens über: Klassenhochmuth. Ferner sind 33 neu ein- getretene Mitglieder zu verzeichnen, so baß jetzt die Mitglieder- zahl 263 beträgt. Es mußten auch wieder eine große Anzahl Mitglieder gestrichen werden, weil sie mit den Beiträgen zu sehr im Rückstände geblieben sind. Der 5tassenbestand war in der vor- letzten Generalversammlung am 15. April d. I. 84,40 M., dazu kam noch als Ueberschuß vom Ostcrvergnügen 64,30 M. Gegen wältig ist der Kassenbestand ungefähr 56 M. Nachdem der Revisor, Kollege Faber, die Rechnungslegung des Kasfirers in der besten Ordnung vorgefunden, ertheilte der Vorsitzende dem Kassirer, Kollegen Hartig, Decharge. Kollege Wenzel(Bibliothekar) berichtete, daß die Fachvcrcins-Bidliothek wieder reichhaltiger geworden ist. Sie ist von 80 auf 91 Bände gestiegen. Nur sei zu bemerken, daß dieselbe nicht genügend in Anspruch genommen wird. Da der Herr Referent bis dahin noch nicht erschienen war, wurde die Versammlung auf unbestimmte Zeit vertagt und ein Mitglied nach der'Wohnnng des Herrn Zubeil gesandt, welcher den Be- scheid brachte: Herr Zubeil sei nicht zu Hause. Es wurde des- halb sofort die Wahl eines Revisors an Stelle des abgereisten Kollegen Wcißwange vorgenommen. Kollege Ahrlt wurde ein- stimmig gewählt. Weiter wurde für den 17. August eine Fußpartie nach Johannisthal beschlossen. Zum Ab- marschplatz ist das Schlesische Thor bestimmt worden; Punkt 7 Uhr Morgens. Für die Hamburger ausgesperrten Ar- beitcr wurden mit großer Majorität 150 M. als dritte Rate be- bewilligt; es war nur ein Mitglied dagegen. Ueberhaupt solle der ganze Ueberschuß vom Vergnügen, wenn er 150 M. übersteigt, den Hamburgern zukommen. Dann wurde noch die Liste der ausgeschlossenen Mitglieder bekannt gemacht, die im Rück- stände mit den Beiträgen sind. Es sind nicht weniger wie 150 Mitglieder. Viel trägt dazu der schlechte Geschäftsgang bei, denn zwei Drittel der angeführten Zahl sind abgereist, um wo anders ihr Heil zu versuchen. Nachdem der Frngekasten erledigt war, schloß der Vorsitzende die ziemlich gut besuchte Versammlung. Allgemeiner' Mrtallnrbriter-Urrein Hrrlino und Umgegend. Noch leben wir unter dem Gesetz vom 21. Oktober 1878, noch giebt es einen§ 9! Die am Dienstag stattgehabte Versammlung obigen Vereins, in der Herr Pfundt einen Vortrag über das Elend und die Schäden in der heutigen Gesellschafts- ordnung hielt, wurde kurz vor Beendigung des Referats polizei- lich aufgelöst. Der Redner gab zuerst einen kurzen Ueberblick über das Leben und Treibe» der Menschen in vergangenen Jahr- Hunderten, kam dann auf die Umwälzungen der heutigen Zeit zu sprechen und eröffnete schließlich einen Ausblick in die zukünftige Gesellschaft hinein. Er sagte, je eher die große, bedrückte Volksmasse vollständig aufgeklärt und über das Elend, welches die heutige Staatsform mit sich bringt, unter- richtet ist, je eher wird der sozialistische Volksstaat den kapita- listischen Staat verdrängen. Und deswegen müsse man immer und immer von Neuem diese Noth und dieses Elend an den Pranger stellen, um so die Masse für unsere Reformidee» zu ge- winncn. Ter Redner vergleicht die bittere Armuth, in der heute der größte Theil des Volkes lebt, mit dem Reich- thum und der Pracht der wohlhabenden Bevölkerungskreise. Er zeigt, wie dieser Reichthum ausschließlich von den Arbeitern und durch sie gebildet wird. Tann geißelt er insbesondere auch die Unmoralit.it, die Unehrlichkeit und Unwahrhaftigkeit unserer blutigen Gesellschaft, ob reich oder arm, macht aber hierfür nicht sowohl den Einzelnen, als vielmehr das ganze Gesollschastssystem verantwortlich. Uebergehend zum Streberthum, das sich, um ein- flußreiche Stellungen zu erlangen, dcinüthigt und erniedrigt, kommt er zur Form der heutigen Staatsregierungen zur Institution der sich vererbenden Monarchie. Er stellt dem das Ideal eineS demokratischen Staates gegenüber und zeigt, daß diesem viele der heutigen Uebelstände verschwinden müssen. Das Volk sitzt dann über sich selber zu Gericht, und so wird es auch nicht möglich sein, die politischen Ideale großer Be- völkerungsschichte» zu unterdrücken. Redner kommt dann auf die Form unserer heutigen Rechtsprechung und hebt hervor, daß die Richter auf Grund der bestehenden Gesetze solche Nrtheile fällen müssen und daß insbesondere den Gerichten kein Vorwurf zu machen ist; bei 95 Prozent aller Prozesse, jenen 95 Prozent, die sich um die Frage von Mein oder Dein drehen, die also bei Abschaffung des Privat- Eigenthums und Einführung des sozialen Volksstaates mit gemeinsamem Eigcnthum ohne Weiteres in Wegfall kommen. Zum Schluß geht Redner noch auf den Militarismus ein. Nach den Worten:„Sie sehen also, daß das Militär nicht dazu dient, das Recht zu stützen und die Wahrheit zu schützen, sondern dazu, die Reichen noch reicher und die Armen noch ärmer zu machen!" wird die Versammlung aufgelöst. Gine gut besuchte Ulitgliedev-Urrsaurmlung des Vereins zur Wahrung d e r I» t e r e s s e n d e r S ch n h- in a ch e r fand am Montag, den 4. August, in den Arnini-Hallen, Kommandautenstraße, statt. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Herrn Pirch über Licht und Schattenseiten des Großbetriebes. 2. Tis- kussion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Ter Referent löste seine Ausgabe zur Zufriedenheit der Versammlung. Nach längerer Diskussion wurde unter Verschiedenem bekannt ge- hnü hiß itncftftp nm QTfmn fan hl»n 11 h 9U nicht Päsow, wie im vorigen Bericht angegeben wurde, sondern Blödorn heiße und Große Franksnrterstr. 75, Hof pari., wohne. Nachdem noch einige Fragen beantwortet wurden, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Der a ll gern ein r deutsche Sattlervrreii», Mitgliedschaft Berlin, hielt seine letzte regelmäßige Versammlung bei Reiser, Alte Jakobstraße 83, ab, welche sehr gut besucht war. In der- 'elben hielt Herr Dr. Lütgen au einen hochinteressanten wissen- chaftlichen Vortrag über die Darwinsche Theorie. Redner ging zunächst eingehend auf die Beweise für diese Theorie ein und er- klärte die Schwierigkeiten, welche ihr anscheinend entgegenstehen. Tie Beweise, insbesondere für den gemeinsamen Ursprung des Menschen mit den höchsten Thieren, könnten allerdings nur in- direkte sein. Möglich, daß sie nicht jeden überzeugen, der absolute Bewekst verlangt. Daß die Entwicklung des Menschen aber sich vom Nie- deren zum Höhern vollzogen habe, daß unsere Vorahnen einmal in Horden lebten und kaum den Namen Menschen ver-. dienten, werde auch durch andere Wissenschaften(Sprach- Wissenschaften, Ethnologie) evident bestätigt und dadurch zur vollen Gewißheit. Der Evolutionär nehme die Ewigkeit des Stoffes an. Wir können diese freilich nicht beweisen und langen damit an der Grenze unseres Denkens an; wir können uns nicht außerhalb und nicht vor dem Stoff denken. Das ist aber erkenntnißtheoretisch leicht zu begreifen; Natur und Geist sind nur durch einander und für einander da. Wenn dagegen der Schöpfungsgläubige auf die Frage:„Woher kommt der erste Stoff?" zur Antwort giebt:„Ein nichtstosfliches Prinzip, nämlich Gott, hat ihn geschaffen," so setzt er damit an die Stelle eines Räthsels deren zwei. Denn erstens darf und muß nach der Herkunst des nichtstofflichen Prinzips ebenso gut gesragt werden, wie nach der Her- knnst des ersten Stoffs; und zweitens bleibt es völlig dunkel, wie ein nichtstoffliches Prinzip Urheber des Stoffs sein kann. Ueber das Verhältniß des Darwinismus zum Sozialismus bemerkte Redner: Die Frage ist nicht so leicht abzuthun, wie zuweilen ge- schehen ist. Man hält uns entgegen:„Der Kampf um's Dasein ist ein Naturgesetz; in der sozialistischen Gesellschaft giebt es keinen Kampf um's Dasein; mithin widerspricht die sozialistische Gesellschaft dem Naturgesetz: d. h. es wird eine sozialistische Gesellschaft niemals geben." Von Sozialisten ist darauf geantwortet worden:„Gerade in der heutigen Gesell- schaft giebt es keinen Kamps um's Dasein im Sinne der Darwin'sche» Theorie; denn heut entscheidet an Stelle persön- lichcr Eigenschaften der Besitz, auch die gesellschaftliche Zuchtwahl ist in der bürgerlichen Gesellschaft verzerrt". Die Sozialisten, welche dies sagen, sprechen etwas an sich durchaus Richtiges aus. Sie haben damit aber noch nicht zu der Frage Stellung ge- nomine»: Giebt es denn gegenwärtig und wird es in der sozialistischen Gesellschaft noch einen Kampf um's Dasein geben? Redner formulirte sein Ergebniß so: 1. Es ist überhaupt nicht der Kampf um's Dasein, was wir als das werthvolle Ergebniß der Forschungen Darwin's und seiner Nachfolger schätzen. Das ist vielmehr die T h a t sL ch e: daß die Arte» allmälig entstanden sind und daß der Mensch thierischen Urtsprungs ist. W i e u n d u n t e r»v e l ch e n B e- ding u»gen diese Entwickelung erfolgte, diese Frage kommt erst in zweiter Reihe. Auch die Darwinianer geben zu, daß außer dem Kampf um's Dasein noch andere Hebel mitwirkte». Als allgemeine Thatsache gab er(Redner) den Kampf um's Dasein gar nicht zu. 2. Wenn die Darwinianer uns mit dem Gesetz vom Kampf um's Dasein kommen, so müsse» sie dies auch einwandsfrei formuliren. Das Mißverhältniß zwischen der Zahl der keimenden Lebewesen und der Möglichkeit ihrer Ernährung als Ursache des Kampfes um's Dasein, der Entwicklung der Arten als dessen Ergebniß, das gebe man als die beiden wesentlichen Momente dieses Gesetzes an. Aveling z. B. aber drückt sich um den Artbegriff herum. Giebt es ein Aufsteigen, wonach der Kampf um's Dasein hier ein Kampf zwischen Art und Art, dort zwischen Individuum und Individuum u. s. w. ist? Der Kampf zwischen Arbeit und Kapital ist ein Kamps um's Dasein. So, daß er darunter fällt, mögen also die Darwinianer das Gesetz formuliren. Die Darwinianer haben den Kampf um's Dasein richtig zu definiren, dann werden sie finden, daß sie mit dem Sozialismus übereinstimmen. Ehe sie ihn einwandsfrei definirt haben, können sie damit gegen den Sozialismus nicht ankommen, und der Bestätigung durch den Darwinismus sei der Sozialismus überhaupt nicht bedürstig. Mit Professor Häckel ging Redner scharf in's Gericht, weil Häckel in seiner Angst vor der Sozialdemokratie die Darwin'sche Lehre aus den Volksschulen ausschließen will.— Reichen Beifall erntete der Referent. Unter Verschiedenem nimmt Kollege Maurer Veranlassung, aus die Aeußerungcn des Herren Dr. Liitgenau, in der öffentliche.» Weberversammlung, näher einzugehen. Er, Redner, könne sich mit der Ansicht desselben nicht einverstanden erklären, sondern sei der Meinung, daß die Forderung„Gleicher Lohn für Mann und Frau" gerecht und auch schon in der gegenwärtigen Produk- tionsordnung durchführbar sei, wenn vorher die Arbeitszeit ent- sprechend verkürzt sei. Erstcrer erwiderte hierauf: Logisch möge dies allenfalls sein. Aber die heutige Gesellschaft wird doch nie- mals die Arbeitszeit so ermäßigen, daß die Konkurrenz der Ar- bciter aushört. Angenommen, die Frau würde denselben Lohn erhalten»vie der Mann, so würde die Folge sein, daß die Ar- beitgeber nur Männer einstellen würden. Die Gleichheit sei»»ur durch Umwandlung der Produktion zu erzielen. Im weiteren Verlauf der Verhandlung macht der Zentralvor- stand bekannt, daß in Meininge» ein Streik ausgebrochen sei, eZ ist von Seiten des Vorstandes alles mögliche aufgeboten worden. denselben zu verhüten, die Unterhandlungen sind bereits schon 'eil vier Wochen im Gange. Tie Arbeitseinstellung war für diesmal unabwendbar. Im Gegensatz zu den andere» Branchen ist die Konjunktur im Sattlergewerbe augenblicklich eine gün- ugere und man kann sich daher nicht»vmidern, wenn von den Gesellen Forderungen gestellt»verde». Der Vorstand habe jedoch beschlossen, sämmtliche Filialen darauf hinzuweisen, daß vorläufig auf Arbeitseinstellung verzichtet»verde» muß. Anschließend hieran macht Barth bekannt, daß in Jtersen, einem kleinen Orte in Schleswig, die Gesellen eine Lohnzulage von IllVe pEt. erhalten haben. Dieselben stellten diese Forderung, gestützt auf dem Verein. Es zeigt dies wiederum,»velchcn Werth die Organisation hat, denn niemals hätten die dortigen Kollegen es sonst gewagt, eine höhere Lohnforderung zu stellen. Hierauf erfolgt Schluß der Versammlung. Eine öffentliche Uerffamiitlnug aller in der Granit- und Marmorbranche beschäsligten Arbeiter fand am 5. August im Lokale des Herrn Teigmüller, Alle Jakobstraße, statt. Auf der Tagesordnung stand: 1. Welches ist die günstigste Organisation 'ür die in unserer Branche beschäftigten Arbeiter? 2. Diskussion. Da der Referent, Herr Buchdrucker Werner, noch nicht er- schienen»var, wurde in den zweiten Punkt der Tages- ordnung, Diskussion, eingetreten. Der Vorsitzende weist darauf hin, daß die Versammlung den großen Zweck habe, die Frage zu erledigen, ob sich die in der Branche Thätigen, die Sreinvildhauer, Schristhaucr, Marmor- und Granit- 'chleifcr und die Steinmetzen vereint organisiren, oder wie bisher n verschiedene kleine Vereinigungen zerstreut sein»vollen. ES mühten sich darum aus jeder Brauche»velche aussprechen. Herr Lamote wüuscht eine Zusammenschließung. Herr Viereck(Siein- inetz) weist darauf hin, daß es sich in dieser Versammlung wohl hauptsächlich um die in der Morinor- nnc» Granitbrauche beschäftigten Hauer und Schleifer handele. Von zirka 100 Hauern feien blas 10 in» Verein, ebenso von zirka 35 Schleifern blos 60 organisirt. Die organisirten Steinmetzen hätten seit dem Streik von 40 bis 300 schon»vieder zugenommen. Zwei Drittel der in Berlin Ar- beitende» seien also»vieder im Verein. ES müsse sich jeder Steinmetz verpflichten, die mit ihm arbeitenden Schleifer uns Hauer, zu einem Verein zu bewegen, und umgekehrt jeder Schleifer zum Beitritt die mit ihm bei einem Nnternehmcr thätigen Ange- hörigen anderer Arbcitszweige.— Da der Referent jetzt er- schienen»var, erhielt derselbe das Wort zu seinen» Vortrage. Cw wies aus das sich immer mehr be- merkbar machende Eindringen der Maschinenarbeit in die Industrie im Allgemeinei» und in die Branchen, welchen die Versammelten angehören, im Besonderen hin. Wenn der pneumalische Meißel allgemein eingeführt werde, so»vürden da- durch viele Hände überflüssig weroen. Auch ersetze derselbe die geübte Hand. Schon jetzt sind viele Arbeiter, auch in der Stein- brauche, durch daS Ueverhandnehmen der Maschinenarbeit über- flüssig geworden. Diese drücken, da sie auch leben wollen, unfrei» »villig den Lohn. Wenn man nicht dem Willen des'Arbeitgebers nach- komme, so werde einfach darauf verwiesen, daß genug da sind, die gern dafür arbeiten würden, wenn sie nur Arbeit hatten. Ein einzelner Unternehmer könne nicht human handeln. Er sei ge- zwangen, den Anderen gleich brutal aufzutreten. Humane Hand- lung müßte er mit Verlust seiner Existenz bezahlen. Die Arbeiter müßten sich selbst helfen. Das Koalitionsrecht müsse aus- genutzt werden. Allerdings werde ja jetzt der Versuch gemacht, uns dasselbe zu nehmen. Referent verweist auf Ham- bürg und auf den Streik der Steinmetzen, der ja auch blos aus diesem Grunde entstanden sei. Die Arbeiterorganisationen werden gefürchtet, daher der Kampf gegen dieselben. Das Ueberangebot von Arbeitskräften müsse vermindert werden, dadurch werde der Kampf der Arbeiter erleichtert. Die in der Marmor- und Granitbranche beschäftigten Arbeiter müßten die Zersplitterung ausgeben und sich in einen Verein zusammenschließen. Die Ma- schine schaffe für Alle das gleiche Schlechte. Darum fordere er, Referent, dazu auf, daß sich alle in der Branche beschäftigten dem Verein der Steinmetzen anschließen mögen, um so vereint den Kampf gegen das Kapital aufzuueh..(Lebhafter Beifall.) An der Diskussion betheiligten sich verschiedene Schleifer und Steinmetzen. Es wurde ausgeführt, daß der Vorschlag eines Zusammenschlusses der Steinmetzen, Schleifer, Hauer u. s. w. schon vor Jahren an- geregt und schon viel in dieser Hinsicht gekämpft sei. In Hau- nover und Frankfurt am Main sei die Vereinigung nach langen Kämpfen zu Stande gekommen. Dasselbe werde in Düsseldorf vcr- sucht. In Amerika sei der Luftdruckmeißel schon sehr verbreitet, so seien in manchen Fabriken schon 12 Stück inj Anwendung. In Berlin ist die Einführung desselben mißglückt. Es sei das nicht mit erreicht worden, was man sich von ihm versprochen hat; aber es wären schon genug andere Maschinen in Anwen- dung.' Fast allgemein wurde anerkannt, daß ein Verein, der alle der Branche Angehörenden umfaßt, ein Fortschritt sei. Rur einige Redner waren der Ansicht, daß erst die Indifferenten zu den einzelnen, jetzt bestehenden Vereinen herangezogen werden müßten. Bemerkt wurde, daß man die Schrifthauer, als solche, nicht in Betracht ziehen dürfe; dieselben rekrutire» sich aus den Steinmetzen. Bedauert wurde, daß die Stcinbildhaucr in der Versammlung so gut wie gar nicht vertreten waren. Von einer Seite wurde den Steinmetzen Kastengeist vorgeworfen, welches von anderer Seite dahin berichtigt wurde, daß dieser nur noch bei den Indifferenten anzutreffen sei, aber bei keinem Organisirten. Ein Antrag, eine Kommission von drei Personen zu wählen, welche die Organisationsangelegenheit weiter verfolgen soll, wurde einstimmig angenommen. Gewählt wurden die Herren Lehmann, Arndt und Stoop. Nach dem Schlußwort deö Herrn Werner, in welchem derselbe nochmals zu einer einigen Organisation aufforderte, wurde die vom besten Geiste zeugende Versammlung mit einem Hoch auf den Forlschritt in der Angelegenheit der Vereinigung der in der Marmor- und Granitbrauche beschäftigten Arbeiter geschlossen. Am Montag tagte eine Mitgliederversammlung des deutschen Schneiderverbandes, Filiale Berlin. Der erste Punkt der Tages- ordnung war ein Vortrag über das Lkoalitionsrecht. Reserent führte aus, daß die Kämpje in letzter Zeit nicht mehr um bessere Lebensbedingungen, sondern um Sein oder Nichtsein der Arbeiter- Organisationen geführt würden, wie wir es in Hamburg sehen. Redner lritisirt in scharfer Weise das Benehmen des Hamburger Unternehmerthunis und fordert zur thatkrästigsten Unterstützung der dort ausgesperrten Brüder auf und bemerkt hierzu, daß 22 000 M. wöchentlich zur Unterstützung nothwendig sind. An der Diskussion betheiligten sich fünf Redner. iift-»»d DisI«»ti»Klnl»„Ilniverßum". Freitag, den 8. August er., Abends 9 Uhr, Sitzung im Restaurant Gründer, Bülowstrahe 70. Gaste haben Zutritt. Allgemeine Kranken- nnd Kterkekass« der MetaUarbeiter, E. H. 29, Hamburg, Filiale 4. Sonnabend, den 9. August, Abends 9 Uhr, Alitglteder- Versammlung bei Bolzinann, AndreaSstr. so. Tagesordnung: i. Kassenbericht. 9. Verschiedenes. Urrei» der in der Kchästebranch» beschäftigte» Arbeiterinnen. August, Abends% Uhr, Versammlung bei Zemler, Münz- Nach der Bersamm- Sonilabend, den o... WW straße u. Tagesordnung t' Vortrag des Herrn Aiillarg. lung geselliges Beisammensein. Uereinignng der Drechsler. Sonntag, den 10. August, Ausflug nach Johannisthal(Senftlebenl. Abfahrt vom Görlitzer Bahnhos i Uhr 85 Min., vom Schlesischcn Bahnhof i Uhr 21 Min. Drechsler-Wetter bestellt. Freireligiöfe Gemeinde. Rosenthalerstr. 38. Sonntag, den 10. August, Vormittags 10 Uhr: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über:„Der Mensch als Massenglted". Gäste sehr willlommen. Gesang-, Tnrn- und gesellige Dereine am Freitag. Kaiser'scher Mäniiergssangvercin Abends o Uhr tm Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.— Gesangverein„Pausebeutel" Abends 8 Uhr im Restaurant Hensel, Alexandrinenstr. Ib.—„Liedertafel der Maler und venvandter Berussgenossen" Abends 9 Uhr im Restaurant Kleine, Brandenburgstr. 09.— Buchbinder- Männerchor Abends 8% Uhr bei Feuerstein, Alte JatobSstr. 75.— Gesangverein „FloterstcheS Doppclqüartebt" Abends 9 uhr im Reftanrant Musehold, Lands- bergcrstr. 31.— Gelangverein„Fortschritt" AbendS o Uhr im Restaurant Blumenstr. 40.— Gesangverein„Echo 1872" Abends 9 Uhr Oranienstrafic 3«. Neue Mitglieder iverdsn aufgenominen.— Gesangverein„Ossian" Abends 9 Uhr, Dresdenerstr. 85 bei Gustavus.— Huppert'sche Sänger-Vereinigung „Harmonie" Abends o Uhr bei Rieft, Weverstr. 17.— Gesangverein„Sänger- hatn" Abends o Uhr Adalbertstr. 2t.— Liedertafel deSFachvercinS der Stein- träger Berlins Abends 8 Uhr Große Hamburgerstr. 4 Uebungsftunde.— Gesangverein„Ohnesorge" Abends 9 Uhr, Restaurant Neger, Alte Jatobstr. 83. — Gesangverein„Widerhall" Abends» Uhr bei Herrn Boge, Köpnilierstr. isi. — Gesangverein„Lorbcertranz" 8% Uhr Restaurant Wetnstr. 11.— Arbeiter- Gesangverein„Nord" Uebungsslunde Abends 8\ Uhr im Restaurant Gnadt, Brunncnstr. 88. Elimmbegabte auch passtve Mitglieder werde» aufgenommen. — Gesangverein„Collegia" Abends von 9— nUhr bei Schuster, Orantenstr. 8. — VoigUscher Diletlanren-Orchesterveretn, Usbungsstunde von 8�—11 Uhr Abends im Louisenstädtischen Klubhaus, Auuenstr. iß, 1 Tr.— Berliner Tnrnaenosscnschasr(5. MännerablheUung) AbendS 8% Uhr in der städtische» Turnhalle, Wasserthorstr. 81.— Turnverein„Hasenhaide"(Männerabtheilung) Ab. 8 Uhr Diefsenbachstr. 00— 81.— Turnverein„Froh u. Frei"(Männerablh.) Abends 8% Uhr Bergstraße 69.— Wissenschasllicher Verein für Rollerflche Stenographie Abends 8% Uhr iin Restaurant Ziethen, Dorothecnstr. 81. Unter- rtcht und' üebungsstunde.— Allgemeiner ArendS'scher Stenographenverein, Abtheilung„Vorwärts". Abends 8% Uhr im Restaurant Kols, Mariannen- platz n.— ArendS'scher Stenographenverein„Apollobund" AbendS s Uhr im Restaurant Sehdelstr. 30.— Verein ehemaliger Dr.Doebbelinscher Schüler Abends 9 Uhr im Restanr. KrebS, Fricdrichstr. 203.— Zitherverein„Alpenveilchen" Abends 8% Uhr im Restaurant„Wahlstatt" Vcllealliancestr. 89.— Rauchllnv„Westend" AbendS o Uhr im Hohenzollerngarten Stsglitzerstr. 27.— Rauchtlub„Weichsel- blalt" AbendS 8s; Uhr im Restaurant Skaliherstr. 147-.— Rauchklub„Ohne Zwang" Wsnds 8� Uhr im Stestaurant W. Späth Weinstr. 28.— Verein ehe- maliacr Schüler der 23. Eemeindeschule Abends o Uhr im Restaurant Schröder Steglitzerstraße 18.— Sozialdemolratischer Lese- und Dislnurtlub Lafsallo Abends 8% Uhr Adalbertstraße 8 bei Schneider. Gäste durch Mitglieder lönnen eingeführt werden.— Sozialdemokratischer Lese- und Dislutirllnb Vorwärts Abends 8); Uhr in Poland'S Lokal, i'.aunynstr. 83, Sitzung. Gäste rönnen durch Aiitglteder eingeführt ivsrden.— Männerchor der„Berliner Mechaniker" Abends 9 Uhr im Restaurant Krüger, Franzftr. 8.— Verein ehemaliger Schüler der 23. Gemeindeschule Abends Uhr Königstadt-Kasino, Holzmarktstr. 72. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkonunen.— Lesekluv „Karl Marx" Abends von 0— n Uhr bei Schönfeld, Martendorferslr. 10. „ÄIustcrzeichncr-Verband Deutschlands" Abends 8% Uhr. Zum Schultheiß Landsbergcrstr 73.— Verein ehemaliger Schüler der 83. Gemeindeschule Restaurant„Kornblume", AndreaSstr. 3, Ansang 9 Uhr.— Geselliger Verein „Immergrün", Sitzung, Adalbertstr. 21 bei Roll, Ansang 9 Uhr. Gäste will- kommen. VviufltÄtftett dev Nednükron. Bei Ausragen bitten wir die Abonnements-Quittung beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht ertheilt. Für die ausgesperrten Kautzandwerker Kaiuburgs giugeu serner bei uns ein: Rothe Steinsetzer, 2. Rate 13,80 M. Einige Steinseher und Rammer 5,10 M. Arbeiter und Arbeiterinnen der Weftmann- schen Mützenfahrik, Marieuburgerstr. 82, 18,20 M. I. O. 1 M. Feilenhauer Berlins und Umgegend 75 M. En Discher un en Stecher 4,05 M. Von einer amerikanischen Auktion im Verband deutscher Mechaniker(Zahlstelle Berlin) 18,50 M. Alter treuer Abonnent H. A. 2 M. Norden III 10 M. St. vom Referat bei den Kürschnern 4 M. Krafttnrner, Verein Einigkeit, 15 M. Tischler von Rietzke 8,85 M. Ertrag einer kleinen Sammlung in Freundeskreisen, möge derselbe zum Gelingen der Sache bei- tragen, 2,25 M. Rauchklub„Nordstern", Friedrichsberg, 2. Rate, 10 M. Einige Drucker und Lithographen der Luxuspap,erfabrik von W. Hagelberg 34.50 M.„Lustige Lotte",? 1. Mai, Hen- uiger u. Ko. 1 M. Kommission der Bildhauer, 7. Rate, 100 M. Drucker von Eppmayer 2 M. Schneidemühle Alte Jakobstr. 20 9,70 M. Ueberschuß der Tellersammlung der Versammlung der Pianomechanik- Arbeiter und Arbeiterinnen 17,55 M. Un- genannt, in der obigen Versammlung, 1 M. Möbelfabrik von Julius Groschkus, 2. Rate, 11,25 Mark, Vom 22. Juli 3. Rate T. F. F. Manteuffelstraße durch König 3 M. 1 und 2 1 M. Mehrere Kollegen der Werkstatt von Hoch- stein 2. Rate 3,60 M. Möbeltischlerei Rheinsbergerstraße 59 3,50 M. Webervereln Rixdorf 2. Rate 21 M. Tischlerei von Tientann, Nostizstr. 40 4,50 M. Skatklub 5 M. Sozialdemokratischer Wahlverein des 5. Reichstaas-Wahlkreises 20 M. Leseklub Lessing 10 M. 3 Hausdiener, K. M. N. 1,50 M. Ueberschuß der Tellersammlung einer öffentlichen Korbmacherversammlung 2,95 M. Lichtfreunde Berlin C.. 8,25 M. Vom Spieltisch vier rother Skatbrüder 2,30 M. Bernau, Erlös von einer Auktion 1,20 M. An Stelle eines Geburtstags-Freibiers in A. Demuth's Buchbinderei 2 M. Destillation G. Buchholz, Wörtherstraße 3 M. Familienvater mit rother Weste 2 M. Tischlerwerkstatt von Kopitz u. Komp., Große Frankfurterstr. 16, 2. Rate 13 M. Albninfabrik von Winde, Ännenstr. 15 10,95 M. 3 Hausdiener 10 M. Gesammelt bei Klopsch, Lothringerstr. 101 4,50 M. Schiebus 3 M. G. Beck, R. Herrscher 1,50 M. Tapezirerwerkstatt H. H. durch Feder 5,15 M. Tischlerwerkstatt v. R. Ebers, Manteuffelstr. 26 6,50 M. Generalfonds der Berliner Sattler 300 M. Von Arbeitern aus 3 Schuhmacher aus der Marienstt. � � Pankow 7,07 M... Rauchklub Zwergpfeife, Eisenbahnstr. 23 10 M. Berichtigungen. In Nummer 179 soll es statt- � «»-oer 2,80 M. 2. Rate jheißen 5 r o t h e Male■ 180 soll es statt Heyersdorf 3,50 M. Meyendorf 3,50»f. � In Nr. 180 muß es nicht heißen: Die Arbeiter derKap. � Weber 6(1 Die Arbeit» Ejsjebitif die Lederwaaren-Fabrik 14 M., sondern: Keßner'schen Lederwaaren-Fabrik 14 M. Weitere Beiträge nimmt gern entgegen Dumur. Die romanische und germanische Raffe zusaaaa " gÄw# d.» W-..H d-- thaler" auf 8,50 oder 8,25 M. festgesetzt. Dresden-Plauen", genügt._ werde« die W-Hl Uoie Zeit, l! Es ist" geheim. 2. Die Stimmen� nicht prozentual vertheilt. 3. Es gilt nur für Deputirtenkammer. ®. D. Faustfferstr. Das Honorar fügung; doch müssen wir Sie bitten, es Weitere Arttkel sind uns willkommen. steht zu Ihr«« persönlich 15. Ziehung der 4. Klasse 182. Kkinigl. Preuß. Lotterie. Zieh, mg vrm 7. Anglist 1890, BonnittngS. »int dt« Gl» lim« llbrr 210 Matt fiu» o-it oeirilirnoci» Nummer» tu Pcttiitücie b-izefilzi. (Dil u« Geivähr.) , 14 81.Mlö00] 130 44 93 235 58 311 34[3000] 401 602 839 65 912 1297 403 62 618 27 52 55 761 81 87 894 15001 96 973 3238 324 36 57 93 405 033 712 35 15001 86 3235 73 93 372 97 15001 619 11500) 773 837 64 13001 4054 364 527 668 714 18 20 82 840 51 61 912 58 3074 129 15001 244 51 303 427 510 77«37 714 63 825 34 71«004 244 307 22 78 774 823 54 7186 222 438 79 574 704 999 8035 21 782 806" 963 83"11092"232 310 503 51 626«82�85 t"[5M 8l" � 61" 30230 62 94 442 6: 0 44 778 845 73 952 1 1099[5001 476 708 876 12122 51 81 230 56 355 435 94 576 035[5001 59 806 939 66 1 3051 172 217 78 13001 312 1500) 15 49 446 92 517 675 1300] 718 84[3001 865 949 1 40a2 13000] 109 23 26 248 370 408 548 681 15314 98 417 754 16043 239 62 335 50(300) 64 411 23 89 540 43 746 76 86 846 96 989 115001 17056 60 209 529 49 606 846 13000) 18017 489 130001 556 84 629 93a 1W30 227 407 85 88 501 49 71 636 ?64jo7J73 7;w i�rlopoi1 68° 307% 531*70 Wo 51 667 1500] 701 1300] 34 881 UOOOO] 20009 20 401 16 664 057683152 30048 97 252 64 150 001 4SI 913 81028 35 40[500] 403 51 59 637 ol 622 69<53 32020 98 155 1300] 219 319 401 31 LIOOOOI 50 loOO) 8a 93 634 97 33292 393 420 561 08 tili 823 918 3 4018 25 118 67<5 307 97 115Ü0I 508 52 540 75 76 793 1300] 910 3 5 047 89 263 89 396 446 549 73 763 808 929 3«035 66 272 92[5001 356 493 560 631 61 7ol 80 924 37057 475 663 707[1500] 17 38040 191 270 311 24 59 951 70 39032 59 79 103 57 239 84 448 665 61 828 61 40115 230 43 407 30 52 53 572 679 703 27 1300] 57 917 ,5001 49 41 248 61 462 70 508 50 61)7 98 764 802 15 29 69 4-4107 407 12 628 31 39 727 818 94:1 43039 53 CO(5001 112 203 371 98 439 I3Ü0O] 642 674 887 953 4 4036 38 13001 Ol 2.1 64 69 427 433 13001 635 719 813 64 43117 244 534 67 130OU] 78 784 812 4«014 129 50 72 298 383 462 600 735 928 4 7023 51 89 143 45 234[500] 425 91 530 65 873 970 80 82 4*4026 71 86 103 263 63 501 677 750 96 49161 232 39 15091 451 79 512 13001 37 89 618 24 711 993 50082 396 411 58 77 678 024 46 82 843 953 94 5 1023 47 126[15001 48 255 383 628 57 816 17 6»022 330 53 780 873 981[5001 5:1052 262 472 530 85[30001 617 711 87 15001 831 37 54 115001 55 13001 943 95 54114 426 540 600 3 15 9 00] 76 760 810 14 Ol 950 5 5056 187 97 216 463 561 720 53 853 81 130001 5«233 336 74 79 90 580 614 742 62 55 89 846 57024 69 181 443 520 91 713 833 975 11500] 58315 431 538 42 727 55 940 1300] 65 SO 87 59203 67 85 94 346 53 434 95 616 42 54 826 68 89 992 00088 140 200 320 69 467 515 660 707 8 911«1030 179 502 622 806 938«»057 07 127 79£03 4 1 500 044 705 881 934«»501 35 82 89 729 830 947«4042 88 353 88 402 040 800 81 952«3014 34 53 86 95 99 191 208 477 513 60 603 772 95 885 950 71««163 77 352 70 78 000 702 9 30 07 884 91«7161 290 561 658 787 1300) 852 76 94 »*013 116 32 242 1500] 75 70 81 392 542 77 87 94 638 67 72 824 74 934««383 99 674 894 973 88 702S6 97 365 406 94 570 614 69 85 970 7 1024 275 302 45 63 403 32 222 521 630 99 721 880 922 70194 704 12 887 77134 276 325 472 639 841 952 7*028 13001 114 206 317 1500] 414 65 609 700 14 79257 87 607 53 710 900 30 *0038 148 53 250 86 313 479 563 601 35 SO[15001 831 916 59 8 1031 163 237 59 384 87 94 446 552 639 767 80 844 58*»000 79 216 310 413 552 86 91 733 47 834 36 943 83008 64 115 33 209 130001 446 514 693 915 40«4043 146 1500] 271 329 80 420 532 Ol 750 13001 805 61 *5218 11500] 518 69 725 37 906 29*«101 255 376 05 603 4 36 728 63 80 91 862 8 7051 76 218 19 344 413 65 674 724 37 919 43*8045 60 238 412 565 629 788 837 946 8U045 49 56 65 176 202 366 71 96 409 90 567 627 67 71 90 93 769 95 888 904 90046 80 514 655 751 834 978 66 9 1005 83 193 482 536 808 67 15. Ziehung der 4. Klasse 182. Kvnigl. Preuß. Lotterie. Ziclimie tri» 7. August ibOO,-.'(artniuttna«. Kur dl«@e«i»ue Über»10 S'inrt Nud--U Zetreiieudiu itummer, tu P-l ieulhcn d-igesilgi. (Ohne Gew.,«:.) 125 394 483 91 727[3001 827 1057 101 37 46 76 254 403 46 526 637 69 826 77 923 15 0 00) 37 13000'»012 CO 73 277 304 23 40 49 98 469 637 614 64 II 5001 805 913 67 3046 130001 68 92 166 87 219 42 68 601 3 22 50 90 7>9 913 19 85(3001 91 4130 338 98 417 523 39 52 97 705 5053 1300) 168 241 68 80 316 13000) 596 780 13001 903 29«134 234 347 50 67 416 48 7 0 80 553 873 981 7054 88 286 447 48 COS 32 115001 717 68 90 823 68 997*018 77 177 87 13000! 267 374 503 60 98 678 90 711 130001«161 87 297 15 0 001 336 536 690 794 10090 142 60 SO 253 85 334 35 I>012 46 117 2-1 85 331 67 441 538 622(30001 51 826 937 96 I»133 40 92 210 28 79 474 778 843 52 944 1 3027(5001 97 289 91[3001 95 361 78 511 634 37 785 8.88 1413" 37 425 37 707 972 78 82 15017 15001 27 112 217 71 390 471 548 701 22 814 902 1«082 443 74 1 7266 1500] 69 90 332 426 571 88 866 1*013 39 145 90 372 649 83 7 66 88 914 54 84 1 0030 35 11500] 108 260 69 81 90 335 77 93 467 637 750 811 22 918 »<»013 80 177 361 603 56 68 715 18 95 873 919 35 44 91 3 1 028 120 274 561 84! 15001 665 749»»034 441 740 44 75 87 806 2.3 96, 75 »3099 117 202 328 408 79 592 096»4010 255 388 697 852 936 150>1 40»5220 347 65 91 609 33 651 967>30001»0063 402 778 003»7011 41 617 81 727 30 61 89 846 027»*0:19 161 350 565 717 25 86 960 94 115001»«166 247 380 474 501 60 130001 674 856 999 3O005 57 129 76 275 365 442 77 654 857»1057 96 128 243 47 307 462 581 721 23 97 862 963 91»»009 120 202 517 20 83 13001 762 81 871 940»3062 11« 303 435 602 4 10 il5«ül 27 714 62 817 965 »4030 68 87 93 104 272 83 90 338 39 76 431 60 95 512 23 46 932 131») 42»3084 184 677 812 64 915»«031 83 171 246 345 69 13001 735 39 821»71)69 159 213 61 99 493 513 15001 18 69 1830 920 3*013 13001 38 93 220 47 337 71 08 511 15001 72 725 IIOOOOI 872 908»«072 334 400 58 653 78 84 741[300] 82 838 99 907 2 6 40017 170 78 256 630 749 956 41224 315 4.35 SO(15001 043 48058 132 586 03 605 0 54 115001 891 083 4 3056 68 1500] 170 240 83 415 21 41 537 774 4 4266 324 62 4SI 85 86 580 795 903 4 5097 154 84 240 381 82 599 600 68 13001 765 991 40085 227 32 79 622 737 904[3001 47016 82 152 448 81 528 69 711 32 4*052 15001 139 250 79 350 530 73 785 921 65 77 40008 164 66 284 94 892 960 60018[45001 42 214 23 85 13001 455 663 790 902 87 51230 338 9.3 601 41) 645 734 40 06 841 56 68 5»«24 33 229 34 63 83 431 515 36 672 751 900 5 20 30 63 83 5 3005 136.08 241 115001 72 309 550 1150.)) 82 624 45 90 755 886 54045 76 404 7 00 68 817 953 55023 IftOUl 98 ---------------------—" 7.37 986 5 0029 33 35 189 90 1300) 225 64 337 429 38 I3ü0l 46 74 624 7:______ 43 134 74 332 03 470 1300] 532 61 724 41 13001>06 0 50 13000) 90 1500) 900 57071 478 521 617 767 870 87 948 96 5*146 492 654 714 21 826 30 5«093 123 13000] 254 8l 377 400 574 651 718 813 ««281 458 69 611 41 70 715 813 50 957 91«1024 115001 141 83 217 420 512 44 661 761 83«»095 208 447 49 lau««««) 615 13001 704 16 875 910 56 93 13001«»383 409 35 60 610 84 91 893«4050 133 69 208 64 81 337 89 435 74 765«5031 65 185 260 86 472 542 59 600 58 72 (15000) 99 799 804 95 963 65««026 32 230 400 59 732 923«7013 39 222 509 790 854 951««026 i 15001 79 91 122 231 331 130ÜU1 477 736 814 997««361 1300) 403 8 68 5.15 895[30001 910 70046 102 15 206 363 429[30001 61 64 626 961 76 71100 4 230 803 7 6 530 788 905 7»U71 146 265 307 94 13001 407 90 605 36 67 876 9*9 990 7 3188 266 350 61 417 15UÜ1 44 53 637 55 705 55 74079 110 18 22 44 50 320 492 507 024 719(5001 848 953 63 75015 79 94 11500) 99 116(30001 63 15001 242 96 518 601 26 31 82 775 930 53 58 05 76025 50 115001 74 172 235 333 408 000 37 1300) 75 83 700 51 52 883 999 7 7470 629 49 616 7 2 754 891 115001 966 7*0:8 96 254 341 78 447 03 604 839 7O083 144 200 92 96 580 614 776 856 73 977 8O055[5001 108 333 571 008 37 844 934 28 31 57 85 87*1038 46 60 192 221 79 6» 465 022 720 951*»00 t 106 224 321 517 28 40 890 975*»147 72(500) 281 309 495 615 25 41 68 11500) 75 896 976 13000) *»069 103 30 67 213 315 431 633 90 729 15001 940 96*5676 706 71 815*«051 622 33 84 545 015 39 844 81 927 29*7091 115001 203 12 315 30 15001 869 947 65»*053 341 93 527 58 624 15 0 001 822 64 67 80002 4 14 44 296 301 30 52 69 508[5091 647 749 92 817 43 86 939 05 ««044 228 317 22 94 486 611 76 749 78 830[3001 96«1627 58 105 81 96 258 15001 733 41 885 928«»087 197 267 65 377 15001 465 80 68/ *4030 oano 34 259 493 797 1843 925 03144 228 58 77 574 900 92 TTgiß 40 61 105 335 499 791 930 62 74.05130 302 96.458 581 713�»° 371 943««III 242 459 62 11500] 610 854 70 98" 97012 130001 18» M j 512 609 20 70 93 843 0*006 45 79 99 229 66 467 724 914»«-1 20 47 480 783 876 81 100131 622 23 703 SO 833 86 912 101124 955 1O2008 BS, 469 625 702 5 15(15001 815[5001 948[3000] 50 1«»000 119.51 M 471[5001 98 656 94 839 1 04024 97 169 357 89 416 23 94->4i, Vv. 776 849 66 916 105054 75 76 226 307 38 39 74 406 671 79 79* � »OO037 83 197 334 13001 70 433 500 49 600 7 809 26 95 9W 2'•,; U5 109663$ 107021 IIS 302 25 28 80 454 63 89 97 590 783 918 71 60 15001 215 18 26 479 523 55 SO 605 58 88 718 803 920 300 484 540[3001 637 47 760 836 110025 57 III 60 580 6 41 73 427 30 15001 568 602_ 727 130001 901 113154[3001 147[1500] 215 386 439 567 240 414 18 95 516 648 76 117158 79 220 40 417 60 I____ 881 928 11«019 75[3001 77 99 311 42 600 47 99 947 130665 108 115001 34130001 234 445 73 522 64" 880 127619 IM 220 72 311 465 96 651 79 844[30001 50 956 70 1Ä31S6 S« rSst1 4.« 461 99 597 614 43 761 816 29 38 86 88 949 88 1ÄS309 41[5001 630 13601 62[15001 71 721 134023 24 104 56 463 693 778 839 146 9.3 268 443 49 89 583 656 797 876 916 1 30133 205 ISO«� 78 813 32 84 944 1 3 7000 46 75 355 574 610 829 33 65 69-4 � 13*102 15001 9 52 265 315 62 467 80 624 87 907 60 84 X«O0-J 1 34 461 71 598 795 130057 222 37 494 869 mwMl 13 1135 69 379[500] 416 7a " 16 29 39 900 66 88" WWW»»»>_»5085 509 22 731 52 80 82 811 1»«059 75 101 37 207 35 40 SOS 74% ja 646 756 137100 223 34 535 77 764 847 955 1 3*072 201 18, 7 V 512 70 874 1 3«103 11500) 92 93 207 319 40» 586 632 37 893 91)7 3" g 140144 88 293 339 48 625 50 660 766 1 4 1 027 150 83 230 04a 42[15001 767 814 89 920 14»0Ü4 13001 12 115 21 962 76 310 00 4° 61 13009) 508 613 66 74 711 12 964 13001 65 1 4»<58 96 9-6 48 114 91 94 324 30 39 70 93 423 533 98 753 66 98 863 75 936 145» 199 319 158 59 68 93 581 697 941 140232 58 367 68 436 528 890% 907 67 1 4 7 047 272 308 7 6 85 491 504 774 828 1 4*107 267 028" 916 74 140103 13 224 37 386 409 596 603 7 36 753 935 82 84. 130Ü59 118 323 538 685 719 53 843 83 1 5 1066 146 87 230»ij 466 603 704 806 19 975 15»o4S 372 444 503 64 632 718 60 63 25 11500) 915 1 53040 99 247 320 57 94 99 604 94 874 903 115001 1»% 182�245 84 334 455.507.18 90 97 115091 60/ ffstlstüpl 846 63 65. 3»*%* 74 87 149 264 582 740 802 16(3001 15«0:15 128 347 410 73 56(j 54 157136 209 32541 1500] 425 39 45 658 79 85 86 726 115001 1$, 122 292 601 725 15«059 69 234 49 304 485 636 769(3001 879 89 100068 218 329 404 587 625 46 15001 725 29 812 37 69 939 1« UZ 57 97 295 499 606 59 717 88 875 928 63 1«»287 424 99 54o 5» WJ SO TOS 84 919 130001 56 1« 3057 184 95 260 40 4 96 688 793»a/Hz 184 273 381 544 715 145001 830 61 921 47 1 0 5 018 35 75 13001 20? 2� 518 60 637 46 708 65 917 10CU23 81 96 142 15001 68 70 325 69»'„ 107Ü02 10 190 473 622 55 81 917 1500] 38 90 1 0*292 313 87 44V 40 916 IC« 186 371 4u5 29 30 525 707„ 4 99 I 940 95 12*223 658 79 78: 20 88 814 60 1*0034 243 315 510 609 779 839 85[3000] 911 37 73 116 89 13001 327 11500] 36...... 129113 28 63 4/6 89 605 9 66? 76 1 87 93 tSlOß 408.39 61'662 832'löÖÖl 942 65.6?� 408 61 527 679 726 804 20 30 947 60 1*«133[5001 38 50 79 24?.% 12 74 458 511 624 966 95 1*7219 44 9 593 699 941 1**123 34«»J 406 22»2 630 07 763 976 1*9016 28 120 318 431 32 08 88 704 � »«RHA? 11)01 367 435 46 504[5001-?, 836 60 935 9 3037 256 332 70 465 613 «40111 93 102 225 80 95 382 454 13001 558..................... 333 718 802 914« 6080 185 246 74 130001 367 435 46 504 15001-;, 619 13001 701 32 61 859 904 52«5010 20" 325 98 99 441 60 60» 2 j 618 858 931 9* 008 15001 35 68 112 4 6 206 403 96 585 668 84- 15001 34 67 82« 9104 88 403 505 679 725 13001 27 54 75 92 852(3001 J" 100036 148 78 82 205 411 48 86 844 913 1 01022 49 52 74 1' 264 99 495 550 741 57 994 1 02040 69 210 15001 15[15001 316 41 iL, ■#'3 806 976««•'IS >0 537 13001 816 956 1 03224 360 443 508 625 709 73 1 154[300] 233 306 674 720 896 905 1 06101 7 206 7 96 389 bOö-U "" 5 1<>70115 l-'"..»» 202 115001 92 339 554 687 712 67 130001 821[5001 10*030 4: 871 960 1<»«073 141 207 1300) 464 503 67 633 932 45 ........................... maw. 36 281 621 40 921 1O9098 165 375 79 482 756 81 802 914 50 75. 1 1 0187 209 17 26 40 43 402 6 35 658 99 732 48 I 1 1301>4 57 660 713 79 115001 112258 85 309 29 538 696 13001 718 29 63 8. A 1 1»102 523 15001 60 863 98 902 68 1 140i8 424(5001 93 H"-> 621 93 1 1»102 523 15001 60 863 98 902 68 1 1405,8 424(5001 93 621 70 87 748 Ml 53 96 115133 334 95 584 87 675 773 913 WW 11«242 64 370 429 720 77 86 836 69 902 13001 27 33>17077'211-Lj „O.!.!.> n äi\., jjoijs-j67 88 437 639[30001 44 52 5V 48 15001 515 68 660 740 11«067 116 384 95 Osl '45 71 834 77 929 40 84 läOUü 289 335 59 770 924 1 21157 7 5 89 370 546 034 94[� 825 31 910 53 1 22I38 44 64 364 86 482 563 94 99 855 970 1*? r4 [15001 191 508 794 843 1 24009 38 157 82 220 312 21 29 66 482% 843 966 125178 232 329 34 42 49-i 705 51 815 997 1»«ÜÜ2 154<» WM WMWM 91 94% 473 78 600 707[30001 839 912 127024 50[30001 245 58 490 w 1....,.».-...1 i7 64 927 12*020[3001 83 115 237 334 538 13>!O0l 78 702 56 60 806* 91 I20Ü23 99 166 85 301 8 530 81 84 636 115001 75 892 975, 1SÜÜ10 116 316 495 509 47 650 63 1 31190 203 10 307 18 84 421 25 69 13001 76 87 1300.11 017 44 98 700>»»131 70 280 86 34.•5 689 859 951>3 3226 343 450 57 96 717 94 827 55 943 130)01?, >34 WS 457 513 120 82 130001 807 1 3 3031 38 203 14 35 535 4v. Svl 94 923 37 131:001 57 557 602 54 84 760 07 89 814 l»7"vl•'", 423 28 533 07 6,1 965 13*040 79 117 228 300 14 401 637 87 760[3UJ' 130326 563 654 67 85 755 941 72, 1 40035 87 107 250 115001 71 83 330 63 411 28 76 502 602 79 73? W 141091 141 232 69 86 88 4.-8 600 7 0 975 148226 31 50 71[300. S-Z 61 8.8 560 99 1 43373 97 455 91 506 816 1 44251 460 552 641 881 85 991 145002 100 78 261 308 58 555 619 717 72 74 9)3 140154 65 214-1 403 4[15001 571 651 862 983>47101 37 70-- Ä, 69 88 582 695 763 914 1 4*0-1 86 119 58 115001 232 459 7 9 586 tvv" 90 1 40029 50 317 29 424 76 625 843 84 150055 179 322 49[3001 422[3001 598 621 736 64 86 151179 212 327 96 490 569 15001 608----- 76 81 918 37 15»225 304 63 656> 15 4095 187 314 535 722 94 868 99 608 55 729 805(30001 33 71 1% >5 3082 232 341 51 499 529 710 1[15001 938 79 1 55070 615.2? 53 65 700 823 47 56 902 8>> 15«ü ,8 381 405 514[15001 44 671 713 Ä 7106 35 287[5001 332 44 401 68 620 99 077' 800 130001 52 938 1 57106 15*1165 326 430 561 90 604 79 705 1 50048 115001 441 713 70 IOO009 21 37 131 207 12 77 402 95(30001 555 82 83 034 71 I O 1022 61 128 226 63 407 49 70 557 97 844 941 I«»037 93[15001"'j [500] 73 76 601 50 818 975 1 03034 286 369 592 617 850 954 l';4Fo ,2% 36 95 274 301 53 617 26 33 59 855 935 1300] 94>«5224 312 60 8? Jlfl 11.5001 502 621 29.709 68 79 907 25 58 64 I««092 141 215 403 04«J, 774>«3168 130001 286 330 32 4 5 65 4-5 551 628 29 88 728 841 50 98> 0*010 30 124 94 234 75 130001 426 33 644 47 89 90 13001?Vl'J ............... 1UU020 13000] 150 201 6 401 678 84 115001" 658 81 94 806 58 901 849 969 80 13000] 170026 43 48 314 401 515 638 96 711 65 943 1 7 1 039 152 8« Ä )1 959[1500] 60>7»0O'*1 358 405 31 96 523 91[5001 799 828 08 15001 uuu uawj uu 25 62 115 21 219 306 443 547 173018 332 58 86 406 8.14 91> 741Ii) 237 45 130001 319 71 411 13001 558 609 782 820 64 90 978 1 7510-[ff 92 348 77 618 23 88 875 902"[3000]''i 7« 142 78' 332 555 697 13001% ...................... i m 7;)(5U0, 79 556% 170144 305 55 4-5" 46 55 99 177054 101 95 291 362 420 44 48 73 1500, 79 556 iW'Ä 78 91 655 745 130001 178407 648 81 88 800 M............ 507 19 92 076 758 850 946 77 1*0057 93 303 38 404[50., 24 1«»017 165 206 444 130001 92 554 90 626 730 895 13001 07 655 13000) 68 839 63 1*5002.„..„„„ 1*<;ü01 50 150 223 422 651 722 54[15001 802 7613001 909 1*71'-"«5 340 482 513 75 629 80 792 857 08 1**057 231 308 39 44 99 52'"'oii 605 20 730 813 915 30 50 60 91 1*0270 464 632 683 86 746 6° J Verantwortlicher Redakteur: Curt Haake in Berlin. Druck und Verlag von Ma* Fading in Berlin SW., Beuthstraße 2.