Nr. 184. tiitif SyD ultiiX lünttf r Tiot «uA :ei«i3f5 bei o« tittJ ;j» rW. .Die«' »Ina»»' K- Ä i'.S U!B'l Kr- & oopd LÄ zt iS-� V 3'� »aG . ei»n iraßt. K M, u" % 0: •t ,(b«* k. Sonntag, de« 10. Angust 1890. f. Jahrg. berliner lolksblatt. füt bie �utcrcfjfcn bcr JltBcitct. Das„Berliner Volks blatt« Mchnnt täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. AbonnementSpreiS für Balm%, WS Haus vierteljährlich SM, Mark, monatlich 1,10 Marf. wöchentlich 28 Pf. Einzelne Rümmers i. Sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Poltabouuemcnt 3,30 Mark pro Ouartfl �önrÄlii». 1«? Ä:S»�d NÄ.«», 8 Mark, für das übrige Ausland» Mark pro Monat. Redaktion: Veuthsteatze %— Es Beutb traße 3, sowie von allen Anilonceii-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Erpedition ist cm Wocheutagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 0 Uhr Vormittags geöffnet. *.-, Frrnsprechrr: Amt vi. Ur. 4106.%-■*- Eiepedition: VentMeaHe 3. =b Melle v»voh»tuilge». ,. � Herr Geheimrath Virchow, dessen Bedeutung als Ge- lk"«I wir rückhaltslos anerkennen, hat gelegentlich der »,ung des internationalen medizinischen Kongresses ein �oolied auf die Berliner Stadtverwaltung gesungen. Er i?0.n den vielen Leistungen zur Verbesserung der Ge- s�dhnt der Stadt Berlin und ihrer Bewohner stolz ge- IProchen. Wir verübeln ihm das nicht gerade, wir be- ? J-ffen es ganz wohl, daß man den Vertretern der mo- medizinischen Wissenschaft aller Länder nur l-o Kobens werthe zeigen will und die Kehr- r der Medaille zu verhüllen sucht. Es hätte einen tiefen Sinn gehabt, wenn Vir- Uv gesagt hätte, so und so viele Dutzende Millionen �ven wir in Berlin für Zwecke der Gesundheitspflege aus- 8 geben, aber die Sterblichkeit unserer Arbeiterbcvölkerung L!?0ch eine enorme im Vergleiche zu der der besitzenden Wen, sie werden weit öfters von ansteckenden Krank- neu heimgesucht, und dabei weit weniger als die Be- senden fähig sich zu helfen. Er hätte die Aerzte auf- �oern können, Familien aufzusuchen, wo Vater und unl! v �?uk sind. Niemand sich ihrer Pflege widmen kann "ö die Kinder in dumpfer Krankenluft bei der trockenen wnune Brotes verkommen. n. Freilich dies kamt* man überall sehen; die Noth der öetterklasfe ist nicht etwas unserem Orte besonders charak- .''-rendes. sie ist überall dort eingekehrt, wo die istische Produktionsweise herrscht. Aber trotzdem �ne es eini»n Kinn npllnsit„I bemerken, daü die äritlick Tiirfs ,e'.nen Sinn gehabt, zu bemerken, daß die ärztliche s»,. I�wkeit ihre engen Grenzen hat, so lange unsere aller Zustände so verbesserungsbedürftig sind. Daß bei Ai-k...Erkennung der großen Kanalisations- und ähnlicher zu J � �r Stadt Berlin noch sehr viel fehlt, die Stadt da- 5.� gesunden zu machen. Wir wissen ganz wohl, eiinl t Wirksamkeit einer städtischen Verwaltung in Preußen (*,? begrenzt ist und daß es daher lächerlich märe, �Kv0n ��iangen, die sie nicht erfüllen kann. ei««."™ wollen aber hier nichts weiter thun, als an daß"r�blage der Gesundheit einer Bevölkerung zeigen, ibirfr!� n'e't wehr geschehen muß, um Verlin zu einer nr gesunden Stadt zu machen. st.- /"Us einer uns vorliegenden, leider nicht über das � yr 1880 hinaus gehenden Statistik geht hervor, daß foaft w'ier allen Städten des Deutschen Reichs an: 'eK Kellerwohnungen besitzt. ß.rr Jahre 1880 waren von 1000 Wohnungen im in q.1 gelegen in Berlin 91, in Hamburg 65, in Breslau 41, Dresden 29, in Leipzig 20, in Frankfurt a. M. 1. bie über dem dritten Stockwerke liegenden Wohnungen FeuUleto«. euil v«rbot«n.l--- [16 Ä % S t ii"} ß Jvontout jnnior nndUisier senior. Von Alphonse Daudet. us dem Französischen von Ludwig Knorr. •BJciatn5 Zwei Jahren in den Schuppen versteckten Spi,,»' ,w wöchentlich abgestaubt wurden, weil die Ooi: gij, fl' Geivebe über die Scideupolstcr zogen, wur- saaljch zur Verfügung gestellt. Drei Mal miiibio- angespannt und das Gitter drehte sich dj.s 111 seinen Angeln. Das ganze Haus wurde Megte f.? lebensfrohen Impulse angesteckt. Der Gärtner wjonß' aie Blumen besser, weil Aiadame Risler die Ainxr I-.J'f.'hrem Haarschmuck auswählte, wenn sie zum -'»acht, auch kam oft Besuch. Man veranstalte rs Hon,,-? ���uften und Ausflüge, beidenenFranFroinont -»wehte, Sidonie jedoch durch ihr lebhaftes Ät oer e erste Rolle spielte. Ueberdies räumte ihr Klara P�ziercn�r Feld. Das Kind bedurfte seiner Zeit zum /lört und zum Schlafen, die durch kein Vergnügen ""■-}"' aT)..ffrr invnrf und » werd-»"�"�«u"1 v.v-----,... Sih des 3[f«„dm- te. Dann blieb die Mutter zurück und n'uf entschuldigen, sagte sie dann und begab 'lli�ler triumphirte. Elegant und lässig in die betrifft, so hat unter dch deutschen Städten nur Dresden mehr derartige Wohnun zu wie Berlin. Wie ungesund inst sondere die Kellerwohnungen sind, soll die folgende Darsteljung beweisen. Wir folgen in der Mittheilung der thatsääjjchen Verhältnisse einer AbHand- lung des Rostocker Arztjs Dr. L. Belke im 21. Bande der deutschen Vierteljahtesschrift für öffentliche Gesund- heitspflege. Seit langer Zeit sich alle Aerzte darüber einig, daß Kellerwohnungen den Anforderungen, welche die Hygiene an menschliche Wohnuwen stellt, wenig entsprechen. Man bezeichnet dieselben allgquein als feucht und dumpfig und schreibt ihnen schädlichen Einfluß auf die Gesundheit ihrer Bewohner zu. Alle Ammer der Wissenschaft, welche ihr Studium auf die gestadheitlichen Verhältnisse in Keller- wohnungen geführt Hätz beweisen, daß der Aufenthalt in solchen von ungünstige: Einfluß auf den Gesundheitszu- stand ihrer Bewohner ff, daß Kellerinsassen besonders zu gewissen Jnfektions- mtb Ernährungskrankheiten disponirt sind und daß ihre Leblnsdauer eine kürzere ist als die der anderen Bevölkerung. Der bekannte Leiter der städtischen Statistik aus Budapest sagt, daß das Kellerwohnen die Dauer des menschlichen! Lebens um 2—3 Jahre verkürze, daß in Pest die Krank eilen in den Kellerwohnungen um 60 pCt. häufiger raren als in den Nichtkeller- Wohnungen, daß Äasern um 159 pCt., Keuchhusten um 100 pCt. und Kroup um 42 pCt. höhere Sterblichkeitsziffern in den Kellerwohnungen ergaben als in den höher gelegenen Wohnstätten. Nach Breßler war in Liverpool und Maiichester deutlich ein schädlicher Ein- fluß der Kellerwohnung!! auf die Häufigkeit der Erkrankung der Schulkinder nachzumeisen. Von je 1000 Kindern der Kellerinsaffen versäumdn 196 die Schule krankeitshalber gegen 110 in höher gflegcnen Wohnungen aufwachsender Kinder. Krankheiten, die in Kellerwohnungen stärker auf- treten als anderwärts sind unter anderem Rheumatismus, Katarrhe der Luftweg«, Lungenkrankheiten, Wechselfieber, Diphteritis, Skrophuvse, Skorbut, Cholera, Scharlach, Keuchhusten, Typhus. Die Sterblichkeit in Berlin vertheilt sich nach der Höhe der Wohnungen auf je 10 000 Einwohnern folgendermaßen: Kellermdhnunge».. 250 Parterywohnungen. 220 Erstes Stockwerk.. 216 Zweites„.. 210 Drittes.. 226 Viertes.... 282 Es ist hier zwar eine höhere Sterblichkeit in den Mansarden, als in ien 5kellerwohnungen konstatirt, doch Kissen gelehnt, fuhr sie im Galopp davon, ohne an etwas zn denken und unbekümmert um die schnelle Fahrt. Ter frische Lnstzig, der sie unter ihrem Schleier kühlte, erhöhte nur ihre Lebenslust. Zwischen den halbgeschlossenen Augen bemerkte sie nidentlich eine Schänke an der Biegung der Straße und ein Laar zerlumpte Kinder, die neben dem Fahrwege auf dem Grase herumliefen; das erinnerte sie an ihre früheren Sonntagsausslüge in Gesellschaft Risler's und ihrer Eltern und das leise Zittern, das sie bei dieser Eriune- rnng ergriff, ließ ihr das frische sich weich anschmiegende Kleid und das sansie Schaukeln des Wagens, bei welchem ihre Gedanken ruhig und leicht wieder einschlummerten, nur um so angenehmer erscheinen. Im Bahnhofe warteten noch andere Wagen. Man sah oft nach ihr hin. Zwei oder drei Merl hörte sie in ihre Nähe flüstern:„Das ist Frau Fromont junior"..... und man konnte sich wirklich täuschen, wenn man die Drei von der Bahn zurückkehren sah. Sidonie lachend und plaudernd neben George ans dem Rücksitz des Wagens, und RiSler, etwas verlegen über den schönen Wagen, ihnen gegenüber sitzend, seine großen Hände platt ans die Knieen gelegt und wie immer zufrieden lächelnd. Ter Gedanke für Frau Fromont gehalten zu werden, erfüllte sie mit Stolz und mit jedem Tage gewöhnte sie sich mehr daran. Nach der Ankunft im Schlosse trennten sich die beiden Familien bis zum Essen; an der Seite seiner Frau, die ruhig am Bette deS schlafenden Töchterchens saß, dachte George Fromont, noch zu jung um sein häusliches Glück zu verstehen, immer an die glänzende Sidonie, deren triumphirende Roulade» man in den Gängen des Parkes ertönen hörte. Während sein ganzes Schloß den Launen einer jungen Frau nachgab, lebte der alte Gardinois sein langweiliges muß bemerkt werden, daß das günstigere Verhältniß der Kellerwohnungen nicht sowohl durch bessere Lage als viel- mehr durch die äußeren Lebensbedingungen ihrer In- fassen, durch größere Armuth der Dachstuben- Bewohner bedingt sind und auch durch die große Hitze, die im Sommer in den Mansarden herrscht. Die größere Sterb- lichkeit in den höchsten Stockwerken ist besonders durch somnierliche Brechdurchfälle und größere Kindersterblichkeit verursacht. Dazu kommt, daß in Berlin die Keller- lokalitäten meistens von Handwerkern, Schankwirthen, Händlern u. s. w., bewohnt werden, während die höchst gelegenen Wohnungen als die billigsten und zum Verkehr mit der Außenwelt am wenigsten geeigneten von Tagelöhnern und Dienstleuten benutzt werden. Auch kommen die Kinder aus den Keller- wohnungen noch leichter und häufiger an die frische Luft als die der Dachstubenbewohner. Doch auch Berlin be- weist die Ungünstigkeit der Keller für die Gesundheit der Bewohner durch die Sterblichkeit bei Epidemien, welche in den Kellern verhältnißmäßig größer war als bei der Gesammtbevölkerung. Die Schädlichkeit der Kellerwohnungen beruht auf ihren Mangel an Licht und Ventilation, auf ihrer Zu- gänglichkeit für die Bodengase und ans den hohen Feuchtig- keitsgehalt ihrer Wände. Wir unterlassen es, die weiteren Ergebnisse der dankenswerthen Betke'schen Untersuchung hier anzuführen. Wir wollen nur noch auf die vielen„sozialreformerischen" Versuche die Wohnungsfrage zu lösen, hinweisen, welche sämmtlich mißlungen sind. Nirgends liegen die Schäden so zu Tage wie bei den Wohnungsverhältnissen der Arbeiterklasse, nirgends sind so viele Versuche gemacht worden, hier zu bessern, nirgends lag aber die Unfähigkeit der heutigen Gesellschaft, soziale Schäden aus der Welt zu schaffen, so klar zu Tage wie eben hier. Gerade die Wohnungsfrage beweist, daß die Lage der Arbeiterklasse nur durch den Uebergang aus der privatkapitalistischen Gesellschaftsform in die gemeinwirth- schaftliche eine erträgliche, ja eine zufriedenstellende werden kann. Novvefpondettjett. Neri», den 6. August 1890. Im Verlaufe einer einzigen Woche drei Grnbenerploflonen im Schacht Pelissier zu St. Etienne. die zusammen 161 Opfer, 105 Todte und 56 Verwundet» gemacht! In alle Winde hat der Telegraph mit lakonischer Kürze die Nach- licht getragen, die in ihrem Schoo« unsagbares Herzeleid, Un- summen von Elend, aber auch die schärfste Kritik der heutigen Dasein, als abgelebter, unfähiger und unwissender Geldprotz weiter. Die meisteZerstreuung gewährte ihm noch dieSpionagc. Das Kommen und Gehen der Dienstboten, die Gespräche, die über ihn in der Küche geführt wurden, der mit Früchten und Gemüsen gefüllte Korb, der jeden Morgen vom Garten in die Küche kam, waren für ihn Gegenstände fortwährender Untersuchungen. Für ihn gab es kein größeres Vergnügen, als jemanden bei einem Fehltritte zu überraschen. Das be- schästigte ihn, verlieh er Wichtigkeit und bei Tische schilderte er dann mit größter Ausführlichkeit den schweigenden Gästen die Unthat; die Kniffe, deren er sich bedient hatte, um die Schuldigen zu fangen, ihre verduzten Mienen, ihre Angst und Bitten. Zur beständigen Ileberwachung seines Personals hatte er sich eine steinerne Bank unter einer riesigen Paulownia aus- gesucht. Ohne zu lesen oder nur zu denken verbrachte er daselbst ganze Tage, um auszukundschaften, was kam und ging. Für die Nacht hatte er sich etwas anderes ausgedacht. In der großen Halle am Eingange, zu welcher die blumengeschmückte Freitreppe hinaufführte, hatte er eine Ocffnung anbringen lassen, die mit seiner. Wohnung im oberen Stockwerke in Verbindung stand. Ein vervollkommnetes Hörrohr sollte ihm aus diese Weise jedes Geräuch aus dem Parterre zuführen, sogar die Gespräche der Dienstboten, wenn diese Abends auf der Freitreppe frische Lust schöpften. Unglncklichcriveise jedoch verstärkte und vermischte daS allzu vollkommene Instrument die Töne derart, daß Herr Gardinois, wenn er sein Ohr an das Hörrohr brachte, nichts unter- scheiden konnte, als das regelmäßige Tiktak der Uhr, das Gekreisch des Papageis, der unten auf seiner Stange saß, und das Glucksen einer Henne, die ein verlorenes Korn suchte. Die Stimmen mengten sich zn einem verworrenen als 15 000 Per bittere Entrüstung bei der ersten um durch Bctheili- der Sympathie und GesellschaftZordnung birgt. Wohl erklären die Verivaltungsräthe der millionenreichen Kohlenkompagnicn und vom Unternehmer- thum besoldete Ingenieure mit dem Satz:„die schlagenden Wetter sind und bleiben das Geheimniß der Natur", die gegen das Joch des Menschen revoltirende Natur als die große Schul- dige. Allein um ihre Lippen zuckt dabei das verrätherische Augurenlächeln, das heute auch die meisten Profanen zu deuten ver- stehen. Nichts bequemer, als die Natur zum Sündenbock zu machen, nichts einfacher, als die Natur Dessen anzuklagen, was die Ge- sellschaft verschuldet. Denn das ist heute bewiesene Thatsache, daß die Gruben- explosionen, wenn auch nicht ganz verhindert, so doch durch eine Reihe von Vorsichtsmaßregeln der Zahl und dem Umfange nach bedeutend vermindert werden, daß dieselben ohne Hinopferung von Menschenleben verlaufen könnten. Aber Vorsichtsmaßregeln kosten Geld, erhöhen die Betriebskosten der Kohlcnwerke, schmälern ergo die Dividenden der Herren Aktionäre. Wehe Denen, welcheheute die von diesem System Besiegte» sind. Das hat auch wieder die Arbeiterbevölkerung von St. Etienne erfahren. Gesund— so weit man bei den um kürglichen Lohn harte und gefahrenrciche Arbeit leistenden Kohlengräbcrn von gesund sprechen jkann— waren am 29. Juli gegen 160 Mann zur Nachtschicht in den 600 Meter tiefen Schacht Pelissier eingefahren, kaum eine Viertel- stunde später, und das schlagende Wetter hat fast alle todt oder schwer verwundet, als lebenslängliche Krüppel dahin gestreckt, Hunderte von Kindern hat es mit einem Male in jammernde, hungernde Waisen verwandelt. Von den Arbeitern der Nacht- schicht entrannen nur 10 des letzten einfahrenden Dutzends wie durch ein Wunder dem Tode. Die sofort angestellten Retlungs- arbeiten waren relativ leicht, da die Explosion weder von einem Einsturz noch Brand der Mine gefolgt war. Jedoch von Rettung der Kameraden in der Grube konnte keine Rede sei». Die Meisten waren sofort der Vergiftung erlegen. Binnen wenigen Stunden waren nicht weniger als 100 Leichen und mehr als 40 Verwundete an das Tageslicht befördert. Die letzteren sind fast ausnahmslos derart zugerichtet, daß an kein Auskommen zu denken ist, dazu sind ihre Qualen so unerträgliche, daß der Tod als ein Erlöser erscheint. 100 Tobte und mehr als 40 Verwundete, das ist die traurige Bilanz des Rettungswerkes, das von dem Personal der Minen rc. mit Energie und Opfermuth unternommen. In langen Reihen waren die oft furchtbar vcrstünunelten und ganz unkenntlich ge- wordenen Todten und Verwundeten unter die Schuppen gebettet. Angstvoll, verzweifelt irrten die Angehörigen unter ihnen umher, hier den Vater, den Sohn, dort den Mann, den Bruder suchend und rekognoszirend. Ueberall herzzerreißende Klagen, schmerzliches Stöhnen, Todesröchcln. Das traurige Bild war wohl geeignet, die herzugeströmte Bevölkerung, mehr sonen, in hochgradige Ausregung, in zu versetzen. Tie Behörden waren Nachricht von dem Unglücke bei der Hand, gung am Rettungswerk, durch Versicherung Hilfe für die betroffenen Familien Oel über die Wogen der Ent- rüstung zu gießen, welche laut und bestimmt die Gesellschaft für die Katastrophe verantwortlich machte. Die Opfer der Explosion erhielten ein feierliches, mit allem kirchlichen und offiziellen Pomp versehenes Begräbniß. Der Minister der öffentlichen Arbeiten, Abes Guyöt, versicherte die Bevölkerung in einer salbungsvolle» Rede der Theilnahme und Unterstützung der Regierung. Vor Allem vertröstete er mit dem Hinweis auf das beim Senat schimmelnde Gesetz über' die Mineninspektion, welches gewiß durch sorgfältige Uebenvachung die Gruben- Explosionen seltener machen werde. Wie unklug von dem Minister, an das Gesetz zu erinnern, dessen Verschleppung und wieder- holte Verstümmelung gerade der schlagendste Beweis der sträflichen Nachlässigkeit des Staats den Arbeitern gegenüber ist. DaS auf Basly's Initiative zurückzuführende Gesetz wandert von 1883 an bis heute zwischen Kammer und Senat hin und her. Die Mineninspektoren könnten nur ihrer Aufgabe genügen, wenn sie absolut unabhängig von den Kohlenkompagnien, wenn sie Be- amte wären, die vom Staat besoldet werden. Der Senat hält jedoch daran fest, daß die zur Mineninspektion delegirten Arbeiter nur 5 Tage pro Monat dieser Aufgabe abliegen, die übrige Zeit aber in Lohn und Brot bei der Kompagnie bleiben. Die Furcht vor der drohenden Entlassung, der Brotlosigkeit würde in der Folge nur zu leicht die Anzeige der mangelhasten Vor- sichtsmaßregeln hintertreiben. Die Kohlenarbeiter selbst haben das Gesetz, wie es der Senat plant,„eine Prämie auf den Mord" getauft. An das Gesetz zu erinnern, hieß also geradezu die Re- gierung und die Legislativgewalten belasten. Einer der verunglückten Kohlcngrüber erhielt dem Wunsche der Angehörigen entsprechend kein offizielles und kirchliches, son- der» ein Zivilbegräbnist, bei dem es zu Ruhestörungen— durch die Polizei kam. Diese suchte sich der im Zuge getragenen rothen Fahnen, der Verstorbene hatte der sozialistischen Bewegung ange- hört, zu bemächtigen, sie fiel über den Zug her, ward zurückgeschlagen, behielt schließlich aber doch die Oberhand. Die Bevölkerung von St. Etienne ist über die polizeiliche Jnter- vention mit Recht sehr entrüstet. Die Aufregung über die furchtbare Katastrophe vom 29. Juli war weit davon entfernt, sich gelegt zu haben, als am Geräusch, aus dem nichts zu entnehmen war. Die Kosten dieser Einrichtung waren also weggeworfen und daher ver- steckte er sein wunderbares Hörrohr in einer Falte seines Bettvorhanges. Eines Nachts wurde der gute Mann durch das Knarren einer Thüre aus seinem Schlafe geweckt. Das schien ihm zu dieser Stunde ziemlich ungewöhnlich. Alles im Hause schlief. Man hörte nur die Tritte der Haushunde auf dem Scknde, oder wie sie am Fuße eines Baumes anhielten, in dessen Wipfel eme Eule kreischte. Das war eine günstige Gelegenheit, sich des Hörrohrs zu be- dienen. Indem er es an sein Ohr legte, überzeugte sich Herr Gardinois, daß er sich nicht getäuscht hatte. Das Geräusch dauerte fort. Es wurde eine Thür geöffnet, dann eine ziveite. Der Riegel der zur Freitreppe führenden Thür wurde kräftig zurückgeschoben. Aber weder Pyramus, Thisbe noch der riesige Neufundländer Kiß gaben einen Laut von sich. Gardinois erhob sich leise, um zu sehen, wer denn diese sonderbaren Spitzbuben seien, die anstatt ein-, aus- brechen, und da bemerkte er zwischen den Jalousien hindurch folgendes. Ein schlanker hagerer Manu, in seiner Haltung George Fromont ähnlich, führte eine Dame am Arm, deren Kopf durch einen Spitzcnshawl ganz verhüllt war. Das Pärchen ließ sich auf der Bank unter der Paulownia nieder, deren Zweige in voller Blüthe standen. Es war eine wundervolle, sternenhelle Nacht. Der Mond ergoß sein Licht in die Wipfel der Bäume und streute Licht- flocken zwischen die dichtbelaubten Zweige. Auf den lichtübergossenen Terrassen sprangen die zottigen Neufund- länder hin und her und schnappten nach den Nachtfaltern, die großen, tiefen Wasserbecken lagen in stillem ruhigen Glänze lvie silberhelle Spiegel da. Hier und da blitzten am Rande der Nasenflächen Leuchtkäfer. Die beiden nächtlichen Spaziergänger blieben eine Weile schweigend im Schatten der Panlwnia sitzen, ganz ver- funken in de« Anblick der wunderbaren Reflexe, die der helle Mondschein ringsherum erzeugte. Dann tauchte das Paar plötzlich im hellen Lichte ans und in zärtlicher Um 4. August in der nämlichen Glbe eine zweite Explosion neue Opfer forderte, zwei Tode std sieben Verwundete. Am folgenden Tage hatte eine dri> Explosion statt, durch welche, wie es heißt, 15 Leute verPndet wurden. Das„Petit Journal" behauptet jedoch, daß 4( grauen von den am Tage eingefahrenen Kohlengräbern ohne N �richten von ihren Männern, und daß im Schachte Leichen vorhaben seien. Offiziell ist bis jetzt die oben angegebene Zahl vo 161 Opfern für die drei Explosionen angegeben. Wie gra die Zahl der Wittwen, Waisen, unterstützungsbedürftigen A m, ist noch nicht festgestellt, da viele der Verunglückten nicht a, St. Etienne, sondern von auswärts her zugereist waren. Natürlich sind sofort Untersuä»gen über die Ursache der Katastrophe angestellt worden. Mc hat auch bereits glücklich die traditionelle„geöffnete Lampe e es Kohlengräbers gefunden, „welcher durch seinen Leichtsinn sein, eigenen Tod und den der Kameraden verschuldet hat." Bekan lich muß bei jeder Gruben- explosion die„offene Lampe" oßr auch die„angezündete Übernehmen, das an Allem der„offenen Lampe", daß sogar eine offen brennende verursachen, sobald die Luft ich durch stete gute Lüftung befreien. Der Professor der »aß schon die Einführung für die Kohlengräber be- Unmöglich mache. Das beste verursachten Katastrophen seife" die Rolle des Karnickels Schuld ist. Schade nur für die Legende vt von verschiedenen Seiten nachgeiviesef Flamme könne keine Grubenexplosioj im Schachte rein ist, und es sei mos die Grube von Explosionsgasen zw Bergbaukunde, Mallard, erklärte, elektrischer Lampen größere Sicherh deute, allein nicht jede Explosion i, Mittel den von schlagenden Wetteö.................. vorzubeugen sei jedoch eine gute Lijung der Kohlenwcrke. Ein anderer Professor äußerte die nchliche Meinung. Auch der ehenialige Abgeordnete Basly, lang als Kohlengräber gcarbeite die Kohleniverke betreffenden Frage» daß gute Lüftung der Schachte die Grubcnexplosionen sei. Mit Rücksicht hierauf fordert ex beitstag, dessen strikte Durchführung und gute Ventilation der Gruben zr auch die Ansicht eineS ehemaligen von St. Etienne. Derselbe hat st schaftliche Beobachtungen über dst...... Grubenexplosionen angestellt. Auf Krund derselben glaubt er konstatire» zu können, daß die schlac,idcn Wetter in Zusanimen- hang mit einem plötzlichen und bei»tenden Sinken des atmo- sphärischen Drucks stehen. Schon i ehrmals hat er auf diese Thatsache hingewiesen und ges ordert daß bei plötzlich starkein Sinken des atmosphärischen Drucks die kohlengräber nicht einfahren. Er klagt jedoch, daß seine Forderung% jetzt angehört und erfolglos „von der Routine abgeprallt sei". Ter gute Mann nennt „Routine", was einfach die geivissenksesle Plusmacherei heißt. In den letzten 20 Jahren ist�t. Etienne für Frankreich geradezu ein klassischer Boden der C 1871 verunglückten daselbst im Gcha bald darauf in dem nämlichen Sch 1887 die Katastrophe in der Grube ka>nen in> Schacht„Verpilleuse" 200 dein Schacht„Pölissier" 161 Opfer zNverzeichnen. In 19 Jahren sind 673 Menschenleben zu Grunde gegangen, davon nicht zu reden, daß infolge der schlechten Älrbeißbedingungen und niedrigen Löhne in je 90 Jahren drei Generäjonen von Kohlengräbern aufgerieben und vernichtet werde», hfenn eine Kategorie von Arbeitern das Recht hat, dem Herrscht der modernen Welt, dem Kapital, das„Tie dein Tode Geweiht» grüßen dich!" zuzurufen, so sind es gewiß die Kohlengräber. welcher achtzehn Jahre hat, und der in allen recht kompetent ist, meint, este Vorsichtsmaßregel gegen gerade den 8 stündigen Ar- ermögliche, auf genügende halten. Beachtenswerth ist Direktors des Krankenhauses [ige Jahre hindurch wisseneventuellen Ursachen der innerhalb derselben aber bis an die Grenze des ZulasiM brauch zu machen." Insbesondere soll dies auf dem Eeoie» Vereins- und Preßwcsens geschehen..... „Die Versammlungen der Sozialdemokraten", so 96P ubenerplosionen geworden. „Jadin" 72 Kohlengräber, ht 200; 90 Opfer forderte hatelus"; am 3. Juli 1889 rbeiter um; heule sind in PoWifitie Akevevstchk. Der„Zieichoniilelger" enthält einen Erlaß des Kaisers und eine Bekanntmachung des Reichst,, izlers, wonach die Regie- rung der Insel Helgoland bis zur vofassungsmäßigen Regelung der Verhältnisse auf Grund der doV bestehenden Gesetzgebung und unter Schonung der vorhandene, Verwaltungsorganisation im Namen des Kaisers durch den R�chskanzler geführt werden soll. Derselbe ernennt den Kapitän z,r See Geiseler zum Eou- verneur und den Geh. lltegieruugsrath Wermuth zum kaiserlichen Kommissar für Helgoland.— Die Uebegabe der Insel an Deutsch- land ist inzivischen bereits vollzogen Uhrde». Dach dm Sozialisttttgelech. Die„Trierische Land- zeitung" veröffentlicht, wie die„BolksZtg." mittheilt, eine ver- trauliche Verfügung, welche der Minister des Innern unter dem 18. Juli an die königlichen llegierungs-Präsidenten über die Bekämpfung der Sozialdemokratie nach Erlöschen des So- zialistengesetzes erlassen hat. Darin hird die„besondere Auf- mcrksamkeit" dieser Beamten daraif gelenkt, den sozial- demokratischen Ausschreitungen mit Enlschiedenhcit entgegen zu treten und zu diesem Zwecke vor den zu Gebote stehenden Mitteln, unter sorgfältiger Einhaltung der gesetzlichen Schranken, wörtlich, 'verden unausgesetzt zu überwachen, die in denselben, genen Strafthaten jedesmal zur strafgerichtlichen � gung zu bringen und diese Versammlungen aufzulösen sobald ein hierfür nach den bestehenden Vorschriften ausreich der Anlaß gegeben ist. Zu diesem BeHufe wird es der una� gesetzten Aufmerksamkeit der Ueberwachungsorgane dürfen, um in den gehaltenen Reden diejenigen g herauszufinden, welche den Thatbestand einer im.% gesetzbuche mit Strafe bedrohten Aeußerung wahrschsw) Wey e begründen, und sich der wortgetreuen schnstlich Aufnahme solcher Redetheile zum Anhalte für die s! gefetzes vom 11. März 1850 erwähnten Fälle beschr-� wonach. die Auflösung angeordnet iverden kann, w in der Versammlung Llnträge oder Vorschlage erort- worden, die eine Aufforderung oder Anreizung ä11 ,1 baren Handlungen enthalten. Tie Auflösung Landrechts auch über diese Fälle hinaus zulässig, wen» I zur Ausrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit oder vr° nung, wie in Fällen von ausbrechendem Tumult K. dingt nothwendig ist.. fastung nach Artikel 29 Absatz 2 keine Anwendung deduvsen nach den§§ 9 und 10 des VereinsgcMs'. anstaltungen der Sozialdemokratie bczw. Straßenaufzug'' und demonstrativen Leichenbegängnissen nach wie vor- beugend und hindernd entgegenzutreten, und werden dW. giujuweifcu sein, daß sie von dieser Ermächtigung oM._ Zutreffen der bezeichneten Voraussetzung stets Gebrauch i machen haben. ,a WMKAVBBNKsi in Verbindung treten.' Was die sozialdemokratische Presse anlangt, so bem-r' Verfügung reygnirt, hier könne die Polizei„im Wesentlichen" als e>ne Helferin der Justiz thätig sein" fall kick, aus eine ,1™, S.«».(TA...- �.j.____,£ Dil als eine Helferin der Justiz thätig sein". Sie soll sich usff e>.' gs, sältige Prüfung der Drucksachen nach strafrechtlichen Geuchl-b j{( und auf eine Beschlagnahme derselben nach Mapga u pi §§ 23 ff. des Gesetzes über die Presse vom 7. Mai 19' u)1ii strecke» haben". Die Beschlagnahmen sollen möglichst ich vor erfolgter Verbreitung der Druckschrift beivirkt, uiw Versuche einer weiteren Verbreitung soll energisch getreteil werden. Die Verfügung schließt:..„.»wies«« Ferner werden die Polizeibehörden darauf hl"0 sein, daß sie, sosern die Befürchtung einer umfang Störung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit och erscheine, sich rechtzeitig mit den Militärbehörden bindung zu setzen haben. n. fit Wir behalten uns eine Besprechung dieser VerfugU» die nächste Nummer vor. m lU Uo» Herr» Dr. Konrad Zchinidt werden W Aufnahme folgender Erklärung ersucht: K' „In der letzten Nummer der„Berliner Volks-Trtbun klärte ich mit Bezug aus die Bemerkung, welche Genoss' j.,, über die Haltung der„Berliner Volks-Tribüne" in der 1* Parteidiskiission machte: Es ist unrichtig, daß von,(,,l# Berliner Geuossen auf mich, der ich damals die Redaktion � irgend ein Zwang ausgeübt wurde. Nicht einwa» Versuch hat man dazu gemachr._ ,. ,rtfl t Diese Erklärung, die sich sormell nur auf die Haltu „Berliner Volks-Tribüne" in der gegenwärtigen Partelbl-' p bezieht, gilt ebenso für die ganze Zeit meiner bisheng e,i daktion. Nie hat man die S e l l> st st ä n d i g k e i» y selbe ii in irgend einer Forn, eingeschränl r. � dessen habe ich— uyd jedermann wird das für etwas verständliches halten— unaufgefordert und fr e i>o über die Stellungnahme der„Berliner Volks-Tribüne" si!* Diskussion mit den verfchiedensten Personen, sowohl mit Oy wie mit Anhängern der von Wille vertretene» � schauung— vor allen, auch mit bekannten VsssiL� männern der Berliner Genossen— mich best'..k Auch den Genossen Wilvbcrger brachte ich bei einem auf dieses Thema iind dabei ließ er die Aeußerung folte",■{f er in seinem gestrigen Eingesandt mittheilt; ich habe bat Versuch eines Zwanges nicht erblicken können. � armung verschwand es, langsam über die Terrasse schreitend, im dichten Gebüsch. „Ich bin ganz sicher," sagte fth der alte Gardinois, „daß sie es lparen".' Und wozn braschte er noch ihr Gesicht zu erkennen? Be.rr'icth ihm nicht das Verstnmmen der Hunde, der Anblick des schlafenden Hanfes klarer als alles andere das freche Verbrechen, das aUuichtlich ungeahnt durch die Wege des Parkes schlich? Do es gleichviel, dem alten Bauern machte die Entdeckiing«paß. Ohne Licht an- znzünden, legte er sich mit heimlichem Lachen ivicder in's Bett, und bald beleuchtete de; Mond in dem kleinen mit Jagdgewehren vollgcpropstcn Zsmmer, von wo er ans, in dem Glauben Diebe zu crwischeiz sie erblickt hatte, nur noch die an der Wand hängenden Gewehre und die mit Patronen jeden Kalibers angefüllten Schachteln, *»> * Auf demselben Flecke an der Ecie desselben Weges war ihre Liebe neu entstanden. Das vcrssoffene Jahr mit seinen Kämpfen, Zögern und Sträuben, schien nur eine Vorbereitung zu ihrer Wiedervereinigung gewesen zu sein. Es ist über- flüssig noch zu erwähnen, daß sie, mchdein das Verbrechen einmal begonnen, sich nur ivundcrtm, warum sie so lange gezögert hatten.... George Fromont besonders war von rasender Leidenschaft besessen. Er betrog sein Weib, seine beste Freundin, seinen Assoeie, den allezeit getreuen Genossen. Die beständige Wiederkehr und das Uebermaß der Gewissensbisse steigerten seine Liebe mit der Ungeheuerlichkeit seines Verbrechens. Sidonie war sein erster und letzter Gedanke und es kam ihm vor, als wenn er bis jetzt noch gar nicht geliebt hätte. Sidoniens Liebe da- gegen bestand nur aus Eitelkeit und Grimm. Sie labte sich nur an der Erniedrigung, die Klara in ihren Augen erlitt. O, wenn sie ihr doch hätte sagen können:„Dein Mann liebt mich, er hintergeht dich mit mir"... erst dann wäre ihre Freude vollkommen geiveseu. Was Risler anbelangt, so hatte er nach ihrer Ansicht nur verdient, was ihm geschah. In ihrem Putzmacherjargon, in welchem sie immer noch dachte, auch wenn sie ihn nicht mehr sprach, war der arme Kerl nur„ein Alter", iiia den sie nur genommen hatte, um ihr Glück zu „Ein Alter" ist überhaupt nur zum Bctrogenwerden y* Während des Tages gehörte Savigny Klara und � heranwachsenden Kinde, das im Sande spielte»y Vögeln und Wolken entgegenjauchzte. Mutter und � lebten im Lichte, in den vom Sonnenschein übergoffenen u � Die Nächte aber gehörten dem Ehebruch, Fitem' eingedrungenen Verbrechen, das leise flüsternd hinter � schlossenen Jalousien wandelte und vor dem. � schlummernde Hans stumm und blind ivar und seine stet..j Ruhe behielt, als wenn es sich schämte zu sehen u> hören, was vorging. Sigismund Planus zittert für s e i n e K« � Eine Equipage Freund Chorche?... Ich Equipage? Und wozu denn?" .gebiiij „Ich versichere Ihnen, lieber Nisler, daß die» u»» nothwendig ist. Täglich dehnen sich unsere Verbind unsere Geschäfte weiter ans— meine Kutsche genügt�,.. , Jhr ttlv».«a fu-is* 9r.„WSrm tff«1A+ v-At p""-.!» •|UV«ttv-v V V VW.-v»»» pvv VV*4» 4|V V-» wenn der eine Assozie immer zn Wagen, der andere I1 Fuß gesehen wird. Glauben Sic mir, es ist eine du' nothwendige Ausgabe, die selbstredend auch aus das s-.i lnngs-Unkostcukonto fällt. Also vorwärts, entsch Sie sich!" Das war in der That ein schwerer Entschluß. Es kam Risler vor, als stehle er durch daS At# eines Wagens der Firma etivas. Schließlich konnte e Zureden Georgc's nicht länger widerstehen und ergab indem er dabei dachte: „Wie glücklich wird Sidonie darüber sein!", Der arme Mann ahnte nicht, daß Sidonie MW'! einem Monat das Koupe, welches ihr George lä,#' ivollte, bei Binder ansgesncht hatte, und daß nian M � das Handlnngs-Unkostenkonto damit belasten wollte, uw Gatten nicht stutzig zn machen. (Fortsetzung folgt.) !ick Redaktion beeinflussen, so hätte er sich direkt an feiner%- und es nicht' dein Zufall tiberkassen, daß ich mit """"8 überhaupt bekannt wurde. Außerdem war der 22 w welcher die„Verl. Volks-Tribüne" zu den Aus- lener!r-'Sachs. Zlrb.-Ztg." Stellung nahm, schon vor L Untmebimg konzipirt und weicht wesentlich von der Meinung Wildberger ab. bamit»'l14 4 /"r nöthig, noch einmal darauf zurück zu kommen, nieiim-%!$.. U'cht der Schein eines Widerspruches zwischen bleibe llt1g und der des Genossen Wildberger bestehen Conrad Schmidt." Mnr Schippet theilt in der letzten Nummer der = Tribüne"j mit, daß er die Redaktion dieses Blattes hrinfl1®.« 8' habe. Sein Verhültniß zur„Berliner Arbeiter- Bi- Schmidt das alte. An seine Stelle tritt Dr. Conrad soldatica". Beim gelegentlichen Blättern <1)1. Schriften und Zeitungen fielen dieser Tage der M Tischler-Zeitung" einige Nummern des seiner Zeit von „pn.t in Hamburg, jetzt antisemitischer Hetzapostel, heraus- S-.or ri�en Sonntagsblattes„Ter Kosuiopolit" in die Hände. W o-�u datirten aus dem Februar und März 1807, also aus wo sich der preußisch-deutsche Militarismus eben an- fcÄKj sich aus den Kinderschuhen herauszuwachsen lind Preußen- «..„Zchwnd wie mit ihm ganz Europa in ein einzig großes uager zu verwandeln. Obgleich das, was damals auf dicscin � gleistet wurde, nur ein schwacher Abglanz der heutigen _ u.larherrlichkeit war, sahen doch bereits alle Einsichtigen die ho* wmmen, die sich daraus entivickeln Mußten und käinpften rJW* an. Auch die erivähnten Nuniniern des„Kosmopolit" wJu e'ncm großen Theil mit polemischen und satirischen Ab- ?..dlunaen über das aus der Bismarckischen Blut- und Eiseii- in.!» hch damals herauscntwickelnde Ungeheuer Militaris- Schsider��'®nrun*e,; befindet sich auch folgende ergötzliche 3w'r§?m. Morddeutschen. Die große Krankheit, an welcher 111-n leidet, heiß die Morbus soldatica. Der Patient, n des Morgens aufwacht, greift sofort»ach einein Ad- «i., Dann stürzt er zur Parade. Seine Augen verklären U>ne Ohren spitzen sich, wenn er die Gewehre präsentiren L die Säbel rasseln hört. Dagegen kann ihn ein nicht mr geputzter Knopf, ein Staubflcck auf der Uniform eines iuskeliers in Raserei versetzen. Ein falscher Antritt beim ----""-..... n. Sein Abendgebet ist die Rcveille. Appelle, ----------- sind sein Leben. Kanonendonner ist ihm .„phareninusik, Trommelwirbel ist ihm die schönste Melodie. Er ßun ch�ttlich»ach uniformirten Menschen und tadelt den lieben daß er Adam nicht en gi-ande tenue geschaffen hat. Zeigt ein r! Patienten eine neue Zerstörungswaffe, so kommt er in elegische Stimmung und kann sogar sentimental werden. Er im! r, JW auf die Knie und sendet Gebete zum Himmel, der der n>!"Aheit durch neue Erfindungen so große Wohlthaten eriveist. n j Duft der Kaserne wiegt ihm alle arabischen Wohlgerüche m ü die Atmosphäre hinter einem marschirendcn Bataillon m ihm der reinste Aethcr. Seine Stimme nimmt einen -��swnden Ton des Kommandos an, sein Auge blickt «"wahrend rechts. In seinen Träumen umschwebt ihn Kavallerie. Er denkt, er fühlt nichts als Waffen; seine .�wfalle sind Kolben. So kann er zuletzt nur noch Leute i, sich sehen, welche die Uniform tragen. Stirbt endlich Patient, so findet man statt des Herzens einen alten Protz- ,, ü°u mit Kartouschen gefüllt, die von den Thränen der Wittiven Waisen seucht geworden sind. Ein Mittel gegen die morbus soldatica besteht darin, daß 7!5u, wo sie sich zeigt, die Portemonnaies an die Thurmspitzen ■Wagt. Der Patient macht dann die fürchterlichsten Anstrengun- ? an den Wänden hinauszulaufen, um die PortemolinaicS zu jJe!)en, Zuweilen kommt er dann aus dem Paroxismus zur Cwnst._ Gewöhnlich aber findet er einige Hundert dumme surren, die ihm nach dem Munde reden und statt ihm die Touche t> geben, ihn in seiner Manie bestärken. Das Eigenthümlichste " dieser Krankheit ist, daß auck) Diejenigen darunter leide», epche nicht von ihr befallen sind, und diese gerade am meisten. soll ihren Ursprung in miserablen Volksvertretern haben." di-«rwranriinde, welche die früher so zahme böte-- c y Kaiser—,, W.. iviivs folgende Bemerkung: Als im vorigen Herbst angekündigt qn.% die Münchener„Allgemeine Zeitung",- die in der Politik ä«; ch'ö ui einen Dornröschenschlaf, an dem weder Freund noch . tereffe hatte, verfallen war, ivürde reformirt und ver- «ab JY�tbcn und sich aktiver gestalten, erfuhr man zugleich, «ein!» diesem umwälzenden Werk in der Schwanthalerstraße ein h.r>„s�,Hugo Jacobi ausersehen sei, der bis dahin in der Wil- deiri.-!»� Berlin in der Abtheilung für die offiziöse Presse Woffi? 0"""" Derselbe ist noch jetzt der Leiter des Münchener den m> w1"10 für ihn ist allerdings Grund genug vorhanden, an ljs,. puffern Babylons zu sitzen und über die geschivundene Herr- jsi'" fe'ne Beziehungen zur Wilhelmsiraße auch für sei» wo»» f f Unternehmen in den ersten Münchener Flitter- Bis..!" �'.eröffnen schienen, zu klagen. Ter Rücktritt des Fürsten «efni!"-'si auch für ihn, wie für andere des früheren Kanzler- Neun' derhäiignißvollLgeivorden inib er sucht sich nun anschei- TroNi?" dem Wechsel dadurch zu rächen, daß er die persönlichen a�-.die er einst in Berlin, auch an politischer Gesniumt- üq.,; J'stag/ eingesogen hat, in der neuen Aera mit mehr Hart- grell als Erfolg ausrecht zu erhalten versucht. wstd«a vergoll'enrv Zlolizcilchiueip. Aus Schlesien „H./.'Hichtet: Von Seiten der Sozialdemokraten war auf die Wcbm-\' 0e' Reichenbach eine Versammlung der nothleideuden sido» �"lengebirges einberufen. Die Gendarmerie erkletterte Ties, Hüsio und verhinderte alle öffentlichen Ansprache». gebas»»"0te mehr, als die Ansprachen bezweckt hätten, wenn sie ren worden wären. Noeb ,.!�,'.'�atnrpvrdigcr" Kuttzeit, i»a»chem unserer Leser i» T.Ä rsi— wie die„Gcrichtszeitung" mittheilt— zu z£■„' rn dessen Nähe er jetzt wohnt, von der Polizeibehörde weil Z"0"' Hast wegen„groben Unfugs" verdonnert worden, Fla»«»,.""!. 17- Juli durch seine auffällige Kleidung— weißes f�loiin!". wb auf dem Kopse einen grünen Kranz— einen UiifpL'6'' Auslauf, und nicht nur der 5iiiidcrwelt, veranlaßt?. recht Ansicht nach hat Jedermann das unveräußerliche Menschen- Nie, ö» vergnügen, so gut er eben kann, sosern dadurch ieil's-r geschädigt ivird. Und ein Schaden dürste durch Glitt- iibvinZtncI)t wohl Niemandem erwachsen können. Guttzeit, welcher u»d n. A'cgen der von ihm herausgegebenen Schrift:„Unsinn ist«"."""wal im Alten Testament" der Gotteslästerung angeklagt Ems,?.'"egen des oben berichteten„groben Unfugs" gerichtliche >?-°ldung beantragt. fu!ta?,T**u Landtagowalilr» in Kesse» liegen jetzt die Re- J?si. vollständig vor. Von Mainz habe» wir�schon bcnchlet, suit�°'>-dc "'iebernpü.it!" sozialdemokratischen Abgeordneten Jost und Ullrich an Stell» sind. Im Offenbachcr Landkreis wurde außerdem wira he»- f früheren ultramontanen Abgeordneten Ph. Wasser- !" Dar..», �"ffwmokratische Kandidat Äastwirth Philipp Müller "er Kre!- gewählt. Alsfeld wählte den freisinnige» Gundrun; Bin.« J""1 bisher durch einen Nationalliberalen vertreten, und M 3[|,K?ch. wurde ebenfalls an Stelle, eines N— l»., schied. ,sewit Köhler gewühlt, bei welcher Wahl lünti F'ü/. ühler gewählt, oei wc....... w""°Unt,,i! Kandidaten waren aufgestellt: Apotheker Dr. Vogt iiÄermJ» at), Köhler(Antisemit) und in letzter'Stunde noch .--"einer Kmih cfreiM Für Vogt wurden Ich für Köhler ü Da die absolute Majorität — Pogt ll"b f(Lmecv|Ur(freis). 5 Stiu.u.cu al �«4 und Köhler erhielten gleiche Stimmenzahl, nämlich 13. Das Laos entschied für den Antisemiten Köhler. Sozialdemokraten, Deutschfreisinnige und Antisemiten haben je einen Sitz gewonnen, wovon einer den Ultramontanen, zwei den Nationalliberalen verloren gingen. Die Nationalliberalen verfügen trotzdem über eine große Majorität. Fischrrriliiifen a» der Zlordl'ee. Aus den Kreisen der an der Nordseefischerei Betheiligten sind an die preußische Re- gierung wiederholt dringende Gesuche gerichtet worden, kleine Anlege- und Nothhäfcn für die Fischerelfahrzeuge in der Nähe der Fischgründe herzustellen. Die Regierung ist bisher der Ansicht gewesen, daß es Sache der Provinzialverwaltungen sei, den größten Theil der Kosten für die Anlage und die Unterhaltung derartiger Hafeubauten zu tragen; daran scheiterten bisher diese Pläne, da die Provinzialverwaltungen nicht geneigt waren, diese ziemlich erheblichen Kosten aufzubringen. Es ist indessen neuerdings, der „Magd. Ztg." zufolge, Aussicht vorhanden, daß mit der Ein- stclluug von größere» Summen zu dicsein Zweck in den nächsten preußischen Etat ein Anfang gemacht iverden wird. Dan; ig, 9. August. Wie die„Danziger Zeitung meldet, ist der frühere Laudesdirektor Wehr gestern in Berlin, wo sich der- 'elbe seit der Entlassung aus der Untersuchungshaft aufgehalten hat, auf gerichtliche Anordnung wieder verhaftet und heute hierher gebracht worden. Leipzig, den 8. August. Mit dem Nationalliberalismus geht es immer mehr zurück. Was ich neulich von der Ver- rohung der Kartcllpartcicn in Sachsen schrieb, das erhält edcn Tag eine neue Bestätigung, ufid— mohlgemerkt— die sogenannten Konservativen rutschen auf der schiefen Bahn ebenso rasch abwärts, wie ihre uationalliberalen Gc- uossen. Dieser allgemeine politische Niedergaug der Ordnungsparteien— welcher zu gleicher Zeit auch ein moralischer ist— wird durch das Umsichgreifen der auti- .emitischen Bewegung in Sachsen aus das Schlagendste bc- wiesen und illustrirt. Wer noch vor zehn Jahren prophezeit hätte, das gebildete, auf seine Urbanität und humanistische Bildung so stolze Sachsen werde der Tummelplatz und das Hauptquartier der wüstesten, rüpelhaften, koruptcsten„Partei" werden, die sich jemals aus den politischen Plan gewagt hat, der wäre einfach für irrsinnig erklärt worden. Und heute steht es thatsächlich so, daß aller Wahrscheiulichkcitsbcrechuung nach bei der nächsten Neichstagswahl die Hochburg des säch- ischen Nationalliberalismils, die ordnungsparteiliche Mustcr- tadt Leipzig, falls die Sozialdemokraten unser„Kleinparis" nicht vor der Schande bewahren, einen Antisemiten, vermuthlich den famosen Schimpf-Tschechen F r i c, alias ritsch, in den Deutschen fficichStag entsenden wird. _ie Nationallibcralen haben alle Hoffnung, den Wahlkreis zu behaupten, schon aufgegeben, und die Konservativen sind vollständig vom Antisemitismus durchseucht. Es ist das beiläufig ein ganz normaler Entwickeluugs- prozcß. Durch den Gegensatz zur Sozialdemokratie werden die Ordnungsparteien, soweit sie für die Stimme der Gc- rechtigkeit und Vernunft toub sind, zu einer immer schrofferen Opposition gegen die moderne Kultur gezwungen, die anstän« digcn und verständigen Elcmente lösen sich immer mehr ab, die Qualität des übrig bleibenden Restes verschlechtert sich immer mehr, und schließlich tor'cln die beaux restes der sauberen Ordnungsgejellschaft in!'en Morast des Antisemitis- m u s, wo wir sie ruhig versinken lassen wollen. Parteien oder Parteigruppen, die sich den Forderungen der Zeit ver- schließen, werden immer weiter ins Unrecht und in die Bar- barei gedrängt, bis das Schicksal sie am Kragen packt und aus den Scheiterhaufen wirft,— das ist nun einmal ein Naturgesetz— oder ein Ent'.vicklungsgesetz, wenn man das Wort lieben will. „Großes Fiasko der Sozialdemokraten!" und„Großer Triumpf der Antisemiten!" jubeln die hiesigen Auti- scmitcnblätter(„Tagcsanzcigcr" und„Leipziger Zeitung") — und das„Leipziger Tageblatt", das die antisemitischcil Orgien, bisher nicht mitmachen wollte, schließt sich den zwei Ordnungsschwestern als würdige Dritte an. Und was ist geschehen? Eine Versammlung von H a n d c l s k o m m i s, in welcher Herr Wildberger aus Berlin sprach, ist von den Antisemiten, welche sich vor der Eröfsnungszeit eingefunden hatten, m a j o r i s i r t worden! Sozial demokratisch war an der ganzen Versammlung nur der Vortragende und der Einberiffer, nebst vielleicht einem halben Dutzend Zuhörer. Tie Handelskommis sind in Leipzig noch nicht zu politischem Leben crivacht— sie liefen in ihrer Majorität bisher mit den Nationallibcralen und jetzt ver fallen sie den Antisemiten, wenn sie nicht noch rechtzeitig zu den Sozialdemokraten flüchten. Ucbrigcus werden die Sozialdemokraten ihnen dazu weitere Gelegenheit geben. Skuttgark, 9. August. Das sozialdemokratische„Schwäbische Wod)enblaU" zeigt an, daß es demnächst unter dem Titel „Schwäbische Tagivacht" täglich erscheinen werde. Ans Kaden, 7. August. Die neue G e m ei u d e iv a h l- ordnung. ist bereits in Kraft getreten; die Wahlen zum Bürger- ausschuß befinden sich vielfach in Vorbereitung. Merkivürdiger weise ist es die s o z i a l d c m o k r a l i s ch e Partei deS Laudes, welche diesmal an den Kommunalwahlen den ersten und lebhaften Antheil nimmt. Es bezeichnet recht treffend die Stimmung, welche dieses neueste Werk der badifchen liberalen Kammerniehrhcit im Volke erzeugt, daß man sich, selbst in länd lichen Orte», a» Sozialdeiuokrateil iveudct, um durch sie über die Bedeutung dieser ausregenden Neuerung aufgeklärt zu werde». Redakteur Geck in Offenburg wurde zu diesem Zwecke schon in etliche Orte des Landes berufen, um in öffentlichen Versamm- luugcn über das neue Gemei»de>vahlgesetz zusprechen; erkenn- zeichnete dasselbe als eine Verfichiebmig deS Einflusses in der koniniunalen Verwaltung zu Gunsten des großen Besitzes, in Städten auch deS Beamten ihn»i s. Herr Geck führte auch nuS, daß die Rcgienmg und die liberale 5kaiiinicr- Majorität eine für sie sehr unliebsame Eigenschaft dieser neuen Geiueiiideverwaltung übersehen; nämlich die Thatsache, daß die Geistlichkeit, welche bisher vom Sitze in den koinmunalen Körperschaften ausgeschlossen war, nunmehr mit Leichtigkeit in den ländlichen Orlen und kleineren Städte» ihren Einzug in Bürgerausschuß und Geiucindcrath, wenn nicht gar aus den Sitz deS Geinciiideoberhauptes, halten kau». Welchen Einfluß aber der„geistliche Herr", sobald er mit einem halben Dutzend ihm anvertrauten Pfarrkinder in vier Wänden zusamincnsitzt, auf die„Rälhe" haben kann, bedarf keiner ircilere» Ausführung. Die Habsucht der 5tlerisei ist klassisch illustrirt(es wundert mich— nebenbei gesagt— daß die Berliner Polizei die ikolportage von Gölhe's Faust nicht unter- sagte); das„Südwcstd. Volksblatt" veröffentlidite in jüngster Zeit einige Aufsehen erregende Fälle von pcrsöuliche» Eingriffe» katholischer Geistlichen bei Testanientsfestsetzungeu, welche trotz der erfolgte» RechtsertigungSversuche zeigte», daß System in der Ausbeute liegt. Welche Bortheile auch in dieser Beziehung für den klerikalen Beherrscher der Gemeinde der Sitz im Gemeinde- rathe bieten kann, ist leicht zu erkennen. Herr Geck glaubte auch, aus dem relativ sehr ruhigen Ver halten der badische» Ultramontaiien gegenüber der Gesetzes vorläge schließen zu dürfen, daß man im klerikalen Lager den Vorthcil wohl erkannte, welcher daraus entspringt. Man Hütte sich keine bessere Gelegenheit denken können, unter der länd- lichen Bevölkerimg Badens einen Petitionssturm gegen ein reaktionäres Gesetz zu entfachen, als in diesem speziellen Falle. Aber die badischen Anhänger Windthorst's sind auch schlaue Leute. Die Vortheile des neuen Gemeindegesetzcs heimsen sie still- chweigend ein, seine die Unzufriedenheit fördernden Eigenschaften iverden sie zur Erschüiterung der Kiefer-Fieser'schen national- liberalen Kaiiimerherrlichkeit mit Virtuosität ansnützen. Als Kuriosum sei»od) mitgetheilt, baß eine Versammlung zu Grötzingen, in welcher Redakteur Geck das Gemeindc-Wahlgesetz erläuterte, von dem überivacheuden großherzoglichcn Verwaltungs- beamten aufgelöst wurde, als der Vorsitzende die Versammlung mit einem Hoch ans den Referenten geschlossen hatte. Grohliritannien. London, 8. August. Eine Anzahl Bediente eines zwischen London-Chatham verkehrenden Eisenbahnzuges weigerten sich, zur Arbeit anzutreten, indem sie vorgaben, daß ihr Dienst ein übermäßig anstrengender sei: hierauf verbarrikadirten sich die- 'elben in den Magazinräunien des Bahnhofs, ergaben sich jedoch chließlich. Zwanzig von ihnen sind zu einem Monat Gefängniß vcrnrtheilt worden. Fr an streich. Paris, 9. August. Den Blättern zufolge ist in der Nähe der Station Guingamp ein Güterzug entgleist, wobei ein Schaffner getödtet und der Heizer und Maschinensiihrer schwer verwundet wurden. Das Gerücht über Choleraerkrankungen in Paris wird dcmentirt. Brüssel, 9. Aliglch. Die morgen stattfindende Kund- gebung zu Gunsten des allgemeinen Wahlrechts wird sich e»t- 'chieden zu einem Ereigniß von größter Bedeutung gestalten. Fast alle Ortschaften des Landes werden Manifestanten hierher- enden, über 1000 verschiedene Vereine werden an der Kund- gebung theilnehnien. Die Eisenbahnverwaltungen sehen sich zu ganz außergewöhnlichen Maßregeln genöthigt. Um die Polizei- macht der Hauptstadt zu verstärken, sind 600 Gendarmen aus Antwerpen, Gent, Möns, Lüttich undj anderen Orten hierher be- ordert worden. Aus Gent werden 10 000 Sozialisten unter Führung von Anseele eintreffen. Eine große Zahl progressistischer Vereinigungen erläßt Aufforderungen an die Bourgeoisie, sich den Arbeiter» in der Forderung des allgemeinen Stimmrechts anzu- .chließcn. Dasselbe geschieht in mehreren Blättern. So bringt die heutige Morgeimuimner der„Rösormc" einen dahin gehenden Leitartikel, unterzciä)nct von dein hervorragenden Soziologen und Universitätsprosefsor Tegreef. Ein ungeheurer Zug wird sich mit Bannern durch die Boulevards bewegen. Der Park von St. Gilles wird in eine Art Hyde-Park verwandelt iverden, etwa 150 000 Personen werde» in demselben ein Meeting zur Förde- rnng des allgemeinen Stimmrechtes abhalten. Italien. Neapel, 8. August. In dem Prozesse gegen Caporali, welcher am 13. September v. I. einen Stein ans' dem Ministerpräsidenten Crispi geschleudert hatte, sprach die Jury die Un- zurechnungsfähigkeit des Angeklagten aus. Der Assisenhos beschloß daher, Caporali behufs Ueberführung in das Irrenhaus au die Behörde auszuliefern. Amerika. N e w- J o r k, den 8. August. Heute hat der Ausstand des Dienstpersonals der„Newyork Central" und„Hudson-River" Eisenbahn begonnen. Der Verkehr zwischen Buffalo und New- Jork stockt. Alle Weichensteller haben ihre Posten verlassen. Seit Abends 7 Uhr sind keine Züge vom Hauptbahnhofe mehr abgelassen worden. Afrika. C a i r o, den 8. August. Die Regierung hat beschlossen, an allen Punkten des Rothen Meeres,>vo eine Ausschiffung von Pilgern zu gewärtigen ist, Milititr-Detachemeiits aufzustellen und Militärposten zu errichten, ferner einen besonderen Kreuzer auf dem Suezkanal zu stationiren, um eine etwaige Landung zu verhindern. Die Cholera in Djeddah rafft täglich Hunderte dahin. iBcviiszkv-Tkcikuug. Leipzig, 7. August.(Jn's Zuchthaus!) Mangelhafte Kenntmß des Strafgesetzbuches ist in nicht wenig Fällen die Ursache von Strafthale», denn man darf annehme», daß jemand eine Hand- lniig, die er in seiner Unwissenheit oder in seinem irregeleiteten natürlichen Rechtsgefühle für berechtigt oder mindestens für nicht gefährlich angesehen hat, unterlassen haben ivürde, wenn er ge- iviißt hätte, daß dieselbe mit schwerer und entehrender Strafe bedroht ist. Der Arbeiter Friedrich Langer in Buckan-Magde- bürg hatte, ,vie das Landgericht Magdeburg festgestellt hat, im Marz an die dortige Zuckerraffinerie einen unorthographisch ge- schriebenen Brief geschrieben, in welchem er mit Bra»dstiftung drohte, für den Fall, daß nicht gewisse Uebcrstunden extra bezahlt würde». Unterzeichnet ivar der Brief: Einer für 70. Wegen dieses Briefes wurde Langer zu 1 Jahr Zuchthaus und Ehrverlust vernrthcilt und zwar aus Grund der§§ 253 und 254. Dieselben lmitcii;(§ 258); „Wer, um sich oder eiiiem dritten einen rechtsividrigen Vermögens- vortheil zu verschaffen, einen anderen durch Gewalt oder Drohung zu einer Handlung Duldung oder Unterlassung nöthigt, ist wegen Erpressung mit Gefängniß nicht unter einem Monat zu bestrafen. Der Versuch ist strafbar.§ 254:„Wird die Erpressung durch Bedrohung mit Mord, mit Brandstiftung oder mit Verursachung diierglleberschweuiniuiig begangen, so ist sauf Zuchthaus bis zu 5 Jahren zu erkenne». Das Urtheil sagte: Der Angeklagte iiiufttc sich bewußt sein, daß die Arbeiter kein Recht hatte», eine solche Exlrabezahlung zu verlange»; da dieselbe von freier Ver- etnbaruiig abhing. Die Drohung war geeignet, aus die Besitzer einzuwirken, blieb jedoch ohne Erfolg, so daß nur versudsie Erpressung(nnd außerdem Beleidiginig) vorlag.— Die Zievision des Angeklagten, welche dein Reichsgericht vorlag, scheiterte an den thatsächlicheu Feststellungen. Vevttnsthkes. Zur zkitoriiäjTijVIien Knltnrorschichte. lieber die Hin- richtniig de» Mörders Kemmler in New-Uork durch Elektrizität liegt folgender Bericht vor, welcher der„Voss. Ztg." zugeht: „Yleiv-Iork, 6. August. Die heutige erste Hi»rid)tung mittelst Elektrizität wird voraussichtlich auch die letzte sei», da die Presse einstimmig auf sofortige Abschaffung der ucuc» Hinrichtungs- Methode dringt. Der Verlauf der Hinrichtung war nach den Schilderungen von Ülligenzengen gräßlich. Stach dem ersten clck- irischen Schlage versteifte sich der Körper und dic Aerzte erklärten Keminler für todt. Man sing bereits an, ihm die Kappe vom Kopfe zu uehuie» und die Fesseln zu lösen, als der Körper Lebens- zeickien bekundete nnd lautes Alhineu bemerkbar wurde. Der Strom wurde daher von neuem angelassen, aber auch hierauf war noch Athen, geräusch vernchuibar. Schaum entströmte den Lippe», die Brust hob sich krampshast, ein Röcheln aus der Kehle wurde hörbar. Mehrere Anwesende fielen in Ohnmacht. Erst nach der dritten, vier Minuten langen Anwendung des elektrischen Stromes war Kemmler wirklich todt. Stellenweise brannte die Leiche. Die Aerzte behaupten, daß Kenuntcr schon nack) dem ersten Schlage das Bcivußtsein gänzlich verloren und nicht gc- litten habe. Das Antlitz war nicht entstellt."— Kann man sich eine ekelhaftere Barbarei in dem Jahrhundert der„Zivilisation" vorstellen? Fort mit der Todesstrafe! Theater. Sonntag, den 10. August. Friedrich-Milstelmstiidt. Theater. Der arme Jonathan. W Montag: Dieselbe Vorstellung. WaUuer- Theater. Mamsell Ni- touche. Montag: Dieselbe Vorstellung, y Niktoria- Theater. Stanley in Afrika. Montag: Dieselbe Vorstellung. (Ostend- Theater. Das Schloß am Meer. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Der Goldfuchs. ' Montag: Dieselbe Vorstellung. KeUrallianee- Theater. Der Nau- tilus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kroll'« Theater. Rigoletto._ Victoria-Park. Blüctaeratr. 31. Gneisouaustrasse. Jeden Sonntag: Graste« Concert und Kpezialitäten-Uorstellnng. Sgr. Nicolini auf dem 50 Fuss hohen Drahtseil. Mittwochs: Kinder-Freudenfest. Nolkvlielnstignngen jeder Art. Familien können Kaffee kochen. Kafsceküche von 3 Uhr ab geöffnet Um gütigen Besuch bittet 216 F. Sihenstock. Montag, den 11. August: Benefiz-Vorstellung für den Thurms eil-Künstler Sgr. E. iäicoBüni, Wozu derselbe höflichst einladet. Englischer Karten. Direktion: C. Andress, Alexander straße 27c. Auftreten der Chansonnette Fräulein Ehrenfeld. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Rosa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Ziegler. Auftreten des Malabaristen und Equi- lebristen Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Clemont mit seinen dressirten Schwei- nen, Esel und Gänsen. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 5Va Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 80 Pf. 60 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben. gen am Moriizplatz. Täglich: Grosses Garten. Concert. Direktion A. Uödmanu. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Entlaß_ Wochentags 10 Pfg., Bei und Festtags 25 Pfg. den Sonn ungünstiger Witterung in unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-AuSschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. IV) iiiler. Vassage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser« Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. Nur diese-MW Woche: Ueu! Zum erste« Male: Zweit» Reise durch das interessante Egypten. Erste Wanderung durch die malerischen Vderitalienischen Alpen. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf Abonnement 1 M. A. loeracä' GeseWWM. 29. Fichtestr. 29. 1172 Jeden Sonntag im grasten Saal BÄLL. Empfehle mein Restaurant, Garten, Kegelbahn, Vereinszimmer, 2 Tanzsäle für Privatfestlichkeiten._ Restilmnt jinit Ambss. Breslauerstraße 27. Allen Genossen empfehle mein Weiss und Bairisch-Bierlokal. 852 Großes Vereinszimmer mehrere Tage frei. Gustav Tempel Kurfnrstendamm, Ecke Angoltnrgerstr.(1 Win. v. Zool. Garten.) Zum ersten Male in Berlin. Biiffalo-BiU's Wild-West, von Oberst W. F. Cody(Buffalo Bill). 200 Indianer, Cowboy». Pfadfinder. Schuhe«. Kelter.— 800 Thier», po»»»«, Wanlefel, wild-. Pferde u. Süffel. Sager ber©efeafchaft befindet sich in einem großen Parke. Täglich: 2 Vorstellungen. Anfang um 4 n. 8 Uhr. Caffa- Eröffnung nm äVa«. 7 Uhr. Eintrittspreis 1, 2, 3 u.4 M., Logenpl. 5 M. Sitzplätze für 10000 Pers. Gedeckte Tribünen. Die Vorstellungen finden bei jeder Witterung statt. Abellils 8 Uhr VrillliiltVrMullg bei elektrislhem Lilht. Die elektrischen Anlagen(150 000 Lichtstärke) wurden von der Firma Erfurth u. Sinell, Berlin, Neuenburgerstr. 7, ausgeführt. Avis i Dies ist die Truppe, welche in Paris(Ausstellung), London, New-Iork, Rom ze. solch koloffalen Erfolg erzielt hat. 174 Uoroerkanf d. Killet« im Central-Surea«: 11 nt. den-cind-n 81. Empfehle mein Lokal zum Arbeit« nachwei« und für Zahlstelle». Zimmer mit Pianino für Vereine. 1017 Arthur Ziemer, Euvrystr. 16. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich am heutigen Tage das Weiß- iL BairWer-LM von F. Pasche, Reichcnbergorstr. 113, (Forsterstraßen-Ecke) übernommen habe. 121_ Paul Kpindler. Allen Freunden u. Genossen empf. mein Weist, und Salrlfch-Kier-Kokal Krautstraste Ist 1243 Ernst Magnan. Volksblatt und Volks-Tribüne, sowie andere Fachblätter liegen aus. Merews der Aquarien- u. Terrarien- Kiedhader. Eröffnung: EÜBttwocii, den 13. August, früh 9 Uhr. 192 Neue Welt. Von BergschlossbrauereV Qaseuhaide. Heute, Sonntag: Z 4 Uhr Nachmittags ab: Militär-Concert und Special i tüten- Vorstellung. Bellonl mit dressirten Kakadus. Neirra's 3fach. Reck. Badjaroffs, Luftarbeit. Miss Marietta, Drahtseil. Erncsty, Schnellzeichner jc. Feuerwerk: Musizircnde Bomben. Kunstseucriverker LeilWtz& Bau. feitet 25 U, ir.4 20 stei. Montag; Sommerfest des Berl. Raucherbundes. Dienstag:' Gr. Skatfest. Mittwoch: I. Erntefest. Donnerstag: Massenseuerwerk, Brand u. Zerstörung Heidelbergs. TL KeUer's Hofjäger, Hasenhaide, Sergmannstrasten- Ecke. Heute, S o n it t a g, d e n 10. A u g u st 160": Erst«« grast-« Brillant-, Pracht- u. Kriegs-Feuerwerk mit Keschiestung einer Festung, abgebrannt v.renommirten Kunstfeuerwerkern� Grosses Militair- Concert(Arnold). Marionetten-Theater. Volksbelustigungen. Ansang des Concerts 4 Uhr. Entree 15 Pf., vorher 10 Pf., 181 A. Froelich. Achtung I liijfiiieliier ArbeiteriWeil-Bereik sammtl. Kernfszmeige Kerlins n. Umg. Sonnabend, den 16. August 1890: Grosses Sommernachts- Fest mbNbtK mit Sominernachts-Ball im Lokale Concerl-Park Victoria, Frankfurter Allee 78—73. Nachm. ab: Grosses unter Mitwirkung der Gesang- Duettisten Herren Gebr. Fromm und des Gesang- und Charakter- Kmpikers Herrn O. Scharr. Kinderhelustigungen aller Arf. Bei eintretender Dunkelheit: Groste Fackelpolonaife. Um 11 Uhr: Eroster Soubon-Rege». Die Kaffee-Küche ist den geehrten Damen von 3 Uhr ab geöffnet. Programms an der Kasse gratis. Biliats für Damen SO Pf., für Herren 50 Pf. Killet« sind in den mit Plakaten belegten Handlungen und bei folgen- den Damen zu haben: Frl. Sachs, Kl. Markusstr. 10; Fr. Siegemund, Pücklerstr. Ol, v. 4 Tr.; Frl. Janz, Breslauerstraße 29, i. Kll.; Fr. Janz, Posenerstr. SO, Hof 4 Tr.; Frl. Nakonzer, Mariannenstr. 30, v. 4 Tr.; Fr. Hubert, Wrangelstr. 31, v. 3 Tr.; Fr. Stöcking, tioppenstr. 35 und Fr. Gub ela, Forsterstr. 57, v. 1 Tr. 202 Um zahlreiche Betheiligung bittet Das Vergnügungs-Comitee. _ I. A.: M. Nakonzer._ Steif NrcklWg M.M Bock Berlins und Umgegend. Sonnabend, den 16. Augast 1890, in der Teurpelhofer Herg. Gr. Sommepnachts-BaHi verbunden mit Konzert und Theater-Uorstell«"�' Anfang Abends 6 Uhr. mutaliedir» Billets a 50 Pf. sind bei folgenden Komitee- und Borstands-MM» zu haben: Karl Wagner, Admiralstr. 27: G u st a v R a s chk--.�»-�t- Damm 1; Baganz, Bülowstr. 51 bei Pankow; H-lterhoi» straße 81�3 Tr.; Au g u st Schulz, Schönhauser Allee 17� Franz Wegner, Blumenstraße Nr. 29, vorn 3 Tr.; P o e s ch-•w'''£u; j, straße 26, v. 4 Tr.; Gustav H e m p e l, Bülowstr. 51; W r l h e l m®% aIi Posenerstr. 18, Hof 3 Tr.; Knöppchen, Gr. Frankstirterstr. 1�, � Pfeil, Arndtstr. 11, 3 Tr.; Grah l o w. Culmstr. 20«� O. R- d, Rathenowerstr. 75 Zöllne' straße 33 .............--- Heinrich Fischer, Thaerstr. 55,.» Z ö l l n e r, Langwitzstr. 9, 4 Tr.; Hermann Silberschmrdt�S.� HeinrichMetzke, Oderbergerstr. 10, Hof 3 Tr.; B. 3 �. rger,,_...... Schulz, Ruppinerstr. 46; W. Karpe, Rosenthalerstr. ö. Die Kollegen und deren Damen, welche an dem Vergnügen thcu gedenken, ersuchen wir des vorhergehenden Arrangements wegen, b:s uneh«� pätchtB den 13. August sich in den Besitz von Billets zu setzen. A,t,,v, unt Wir bitten um recht zahlreiche Betheiligung und laden Freuno Gönner unseres Vereins von nah und fern freundlichst hierzu ein. 197 Da« Komi»»' Freie Vereinigung der Galvaniseure und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Sonnabend, den 16. August d. I., im Sanssouci, Kottbuserstr. 4a: Großer Sommernachts- Soll, verbunden mit e r n st e n und humoristischen Vor t r ä gen. Anfang 8 Uhr. Entree Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. Gönner und Freunde sind hierdurch höflichst eingeladen. Billets sind bei den Mitgliedern und in den mit Plakat belegten v lungen zu haben. Da« Komitee« Sozialdemokratischer Wahl- Verein des A. Kerliner Reichstags-Mafilkreises. Dienstag, den 12. Aug., Abends 81/* Uhr. im Lokale Königshof, Bülowstraße Nr. 37; Grosse Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Wahl zweier Revisoren und eines Schriftführers. 2. Vortrag über:„Die Thätigkeit der Sozialdemokratie vor und während dem Sozialistengesetz." Referent: Herr Otto Klein. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. 1" Freunde, welche Mitglieder des Vereins werden wollen, haben Zutritt. Der« Uorstand. 0. Stiftungsfest des Fchmeins der Wer BerA am Sonnabend, den 23. August, in der Brauerei Friedrichshain(früher Lips)» am Friedrich«hain-Köuig»thor, verbunden mit i Grossem Vocal- und Instrumental-Cpncen« Austrete« berühmter Gefangs» und CharaKter-KomiKer Grosser SommernaoMs- im elektrisch erleuchteten Saale._„ Anfang de« Concert« 4 Uhr. Kall 9 Uhr« Um 9 Uhr Abends findet Fackel-Polonaise für Kinder Zur Bequemlichkeit der Damen wird von 3—6 Uhr Nachmittags in Kannen a Portion 20 Pf.(2 Tassen enth.), von 2 Portionen ab, vor werden., l u.mW Billets a Person 40 Pf. sind, außer in den mit Plakaten vwe Wirthschaften, bei folgenden Mitgliedern zu haben.„„Ih Daehne, Schwedtcrstr. 229, II; Ulrich, Franseckystr. 12 j. 57; Borsigstr. 27; Buchholz, Ackerstr. 69; Simanowsky, Pritzkow, Veteranenstr. 16; Gräschke, Görlitzetstt. 70; P® eSil Lübbenerstr. 7; Schmidt, Memelerstr. 60; Rehden, Ma� straße 21; Eitner, Wienerstr. 38; Rechenberg, Wienerstr. Grätz, Lützowstr. 101. 201 Der Uorstand. I. A.: A. D a e H n e, �Sch>vedterstri�> Fachverein der Tischler- im Montag, den 11. August, Abends 8% Uhr, � Böhmischen Brauhaus, Landsberger AU groster Saat(derselbe fastt gegen 4000 Personen): Hersammluns- Tages-Ordnung: ,«»>•' 1. Unternehmernerbände und Arbeiterorganisation Kekämpfung der lekteren durch die ersteren. Referent: slhufi)' 2. Die Keschliiff« de« Tischler-Innungstage» in Referent: E. Wiedemaun. 3. Diskussion. �{noiti"? 4. Ernennung eines Bevollmächtigten, eines Schriftführers und � sammlers für den Osten. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Die Blitglieder werde» ersucht, nicht nur selbst vollzählig zu ers� hpi, sondern auch alle diejenigen Kollegen, welche bisher dem Verein jgl zum Besuch der Versammlung aufzufordern) Der Vorstand Große öffentliche Versammlung. der TSpfes* Kerlins und Umges�� Mittwoch, den 13. August, Abends 7 Uhr, im Kohmischen Krauhau«, Landsberger Allee 11, im großen Tages-Ordnung: � 1. Die Arbeitsverhältnisse in unserem Geiverbe mit Verücksicht>S' die Polirfrage und unsere Arbeitszeit. maß" 2. Stellungnahme der Töpfer Berlins zu der Aussperrung de bnrger'Arbeiter. 3. Geiverkschaftliches. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, der wichtigen Tagesordnung zu erscheinen." Tiuen 198 Moiitusig! Eroße WWe Pvtjer- Md Mamer-AeWWlllilS 1. Die Verantwortlicher Redakteur: Eurt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von Mae Sabina in Berlin SW„ Beuthstraße 2- am Montag, den 11. August, Nachmittags 4 Uhr, im Lokale Sanssouci, Kottbuserjtrastr 4 a« ( Tages-Ordnung: ausgejperrten Zlrbeiter HainburgS. Referent: Herr Stadtver Otto Klein. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes..$0* In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es dringenv v vollzählig zu erscheinen. 185 Dor Einbrruu, Seil� Kir»«u iwrr zum Nr. 184. Sonntag, den 10. August 1890. y. Jahrg. Lockerles. H» K*b»tt«r im Gsten und U-rd-st-u de» 4. K-rliner Mai>lkrris«s! Trotz mehrmaliger Bitten an Euch laufen die ßelefenen Zeitungen doch nicht in dem Maße ein, als nothwendig ß> um auch nur einen geringen Theil der Nachfrage zu decke». -Venn man bedenkt, in wie großem Maße das„Berliner Volk�- gerade in unserem Stadttheil gelesen mird und °'e verhältnißmäßig kleine Zahl Exemplare betrachtet, uNZ abgeliefert s«»»» anderseits melche an sroL.r'UfV'l*1* wird; kommt nian zu dem Schlüsse, dap der e Provinzen von der Mehrzahl der Abonnenten noch nicht Wissen wird, oder auch, daß die Bequemlichkeit viele abhält, Mütter an Unterzeichnete abzuliefern. Im letzteren Falle «nn auch abgeholfen werden, dadurch, daß die Betreftenden. ,. über ein nenncnsmerthes Quantum von Blättern verfugen, Mutliche Mittheilung an einen der Unterzeichneten zu machen, welcher Abholung veranlaßt. Gustav Tempel, Breslauerstr. 27. Wilhelm Lock, Friedrichsbergerstr. 5 Heinrich Hoffmann, Kaiserstr. 4._,,_ Lodert Berger, Große Frankfurterstr. 92, Hof 1 Tr. Emil Böhl, Frankfurter Allee 74. Carl Müller, Landwehrstr. 13. Adolf Scholtz, Landsberger Allee 144, Hof 3 Tr. p 3« Gastwirth G. Trink., ns zu Wilhelmsberg vor dem Landsberger Thor empfiehlt fern Lokal zum Erntefest, aber zu �rveiterversammlungen ist sein Saal nicht zu haben. vorauoznselicn mar. hat das unverschämte, von uns kisla � gebrandmarkte Sparrezept des Herrn Adolf Mang in Ken Ardeiterkreisen nicht geringe Entrüstung erregt. Em Ar- N«. Herr H. sendet uns einen Auszug aus seiuen, Haus ##### schreibt:•"''" •Ärnber. wir wouen Herrn w. ir.vn vuivn. »Jch bin Zlrbciter, habe Frau und zwei halberwachsene Mein Wochenverdienst beträgt 13 M. Also habe ich l&enn;i1U ureiner Familie 2,57 Mark zu verzehren. �»avnst» t nnn den Bedarf meiner Familie auf das A» Mj-m. derechne, so habe ich täglich zu bezahlen: 10 m; 1® und Steuern 85 Pf., Kranken-, Sterbe- und Feuerkasse 25.Keldung und Wäsche 70 Pf., Brot 50 Pf.. Kartoffeln Pfund Wurstschmal, 15 Pf., Kaffee und Milch 10 Pf. 20 n>f' Hl P und Geivürze 5 Pf., weißer Käse 10 Pf., Häringe ~!efe Ausgaben ergeben zusammen die Summe von 3 M. �rdien- Woche 7 Tage hat, müßte ich also mindestens 21 M. töniirf.,1!' um ohne Schulden auszukommen. So aber muß ich tnw Pst Schulden machen. In einem Jahre 156 M. 95 Pf. 0.wahren 1569 M. 50 Pf. Also obgleich ich mit meiner ».unch auf das Aeußerste einschränke und auf Fleisch-, gezir,.,' und sonstige Genüsse Verzicht leiste, bin ich doch giebj �eii, noch beträchtliche Schulden zu machen. Allerdings «ohln,»! Ulenschenfreundliche Herr Mang uns Arbeitern den selbx® Uinden Rath, auf den Kaffeegenuß zu verzichten, da der- SsteitfiPn a�e anderen besseren Ernährungsmittel, nur für Seines- wNnt» i.�'Ä�wden sind. Herr Mang meint zwar, der Arbeiter doch® Blätter der Schlehen als Ersatz für den Kaffee kochen, Herr»«n" unr leider keine Zeit, um uns die Blätter, welche toüchf. Ti ,2 wahrscheinlich gut gemundet haben, zu sammeln. wißt„ sshrscheinlich hat der Herr keine blasse Ahnung, was es Hitze' lingestrengtester Fabrikarbcit bei womöglich 30 Grad et"äbrp„"S!1. Wasser, weißem Käse und gestampften iiartoffeln zu Adolf% r® Auslassungen des Herr» G., dessen Adresse Herr hechln,,.11? bei uns erfahren kann, um sich ein wenig im �parnnlfÄ.."*'®"' Zeigen recht deutlich, was die Arbeiter von den �Niilie s- üen und Rechenkünsten dieses Herrn halten. Eine »o» io tnit nur zwei Kindern kann kaum mit einem Erwerb Kann n'r».'n ber Woche durchkommen. Was soll aber ein %och, �" größerer Familie machen, der noch weniger in der Tabr»? ort1.®"* und auch nicht einmal während des ganzen *W(n giv hat? Nun, Herr Mang wird möglicher Weise «dex als Mittel gegen den Hunger eine Pille aus Heu ®'.?pfehlen. M bi- K® Impfung der Trunkenboldenhaftigkeit äußert stt bies"£• Gastw.-Ztg." in recht bemerkenswerther Weise. Es Jft, bnfi f? beachtenswerther, als hieraus wiederum ersichtlich fiel) n»! �rae!®®®I®n wohnen, ach! in ihrer Brust", sobald es Jnter-ss..'®»Wahrung der Interessen" der von ihnen vertretenen Gruppe handelt. Wir hatten vor kurzem Gelegenheit Hci»be» zeigen, wie die„deutschen Gastwirthe" sich mit �bnvnn r.- Süßen gegen die Vorlage der neuen Reichs-Gewerbe- "»®" und damit ihre Arbeiterfreundlichkcit ihren eigenen �®bei Arbeitern gegenüber in das richtige Licht stelle». Mtfch.» s»,®? f'ch um die„Wahrung der Interessen" der im �astwirthsverbande vereinigten Gastwirthe und die gn,.,, llluihä- Ztg." stimmte mir vollen Backen mit in beut»nn> �ücklichtslosesten Egoismus ein, die schrankenloie »uipnujisiui«!«» Arbeiter und Sehrsinge U»» n W• Gau» v- ung inen beit. cnd, der #### glatt und klar, wre vorher.___"der alle mm ®" an, i, den Durst, 2. den Genuß und wünschte Betäubung, um, wenn auch nur auf Momente, die schweren Sorgen und das Elend zu vergessen, in denen leider große Bruchtheile der Bevölkerung sich" jahraus, jahrein befinden und ist der Meinung,' dieses Elend Niemand leugnen könne und daß es jedenfalls eine dankbare Aufgabe wäre, diesem Uebel zu Leibe zu gehe», d. h. brauchbare Vorschläge zur Milderung des menschlichen Elends zu machen, als derartig müßige Frage» auf- zuwerfen. Erwähneuswerth ist auch die Verfügung eines west- fälischen Landraths, der da erklärt, daß das Ueberhandnehmen der auf Genehmigung zweitägiger Festseiern gerichteten Aniräge seitens zahlloser im Landkreise vorhandener Vergnügungsvereine ihn veranlasse, öffentlich zu erklären, daß er solchen Anträgen ferner nicht stattgeben werde und dann wörtlich fortfährt: „Jene Vereine werden fast alle nur zum Zwecke des Müßigganges von interessirter Seite gegründet und treten bei ihren Stiftungsfesten in besondere Thütigkeit. Es ist deshalb hinreichend, für die letzteren eine nur eintägige Feier zuzulassen, zumal die Erfahrung lehrt, daß eine solche schon dem öffentlichen Wohl ebensowenig wie dem Glück und Wohlstand der betheiligten Familien dienlich ist. Die Sitte, auch Nichtmitglieder gegen Eintrittsgeld zu solchen Festen zuzulassen und andere Vereine einzuladen, vermehrt die Gelegenheit zu kostspieligem Müßiggang und Wohl- leben, welche endlich in vernünftige Grenzen zurückzuführen die Pflicht jeder Polizeibehörde ist. Insbesondere die aus jungen Leuten zusammengesetzten Vereinigungen bilden eine ernste Gefahr, da besonders in solchen der schrankenlosen Vergnügungssucht mit unverhältnißmäßigem Aufwand ge- sröhnt, der verdiente Lohn vergeudet, nicht selten aber auch durch dieselben die gute Sitte, sowie die öffentliche Ruhe und Sicherheit empfindlich verletzt wird. Wenn solche Ver- eine zweitägige Feste feiern, so werden sie bei den Be- Hörden nicht das geringste Entgegenkommen finden. Hierzu bemerkt nun die„D. Gastw. Ztg.": Zieht man in Betracht, daß derartige in dieser Verfügung berührte Feste im Allgemeinen wohl nur während der schönen Jahreszeit gefeiert worden und auch dem kleinen Mann die seltene Gelegenheit bieten, sich einmal nach Herzenslust in Gottes freier Natur zu ergehen, man dabei auch nicht gleich au Völlerei und alle sonstige damit in Verbindung stehende Uebel zu denken nöthig hat, so berührt diese Sache nicht gerade angenehm und fordert zu Ver- gleichen mit anderen Provinzen heraus— man denke nur an das eben verflossene achttägige Schützenfest Hierselbst, an dem Niemand Anstoß genommen. Fürst Bismarck— um auch diesen nicht zu vergessen!— gab am 26. März 1686 seine diesbezüglichen Erfahrungen wie folgt zum Besten:„Ich habe einmal einen Offizier- burschen sagen gehört: Ja, wenn es den Herren mal passirt, dann heißt es, sie seien heiter gewesen, und trifft es unsereinen, dann heißt es:„das Schwein i st besoffen!j" Das ist treffend. Im Uebrigen wird ausgeführt, daß der Sinn für Gesetzlichkeit in den gewöhnlichen Ständen durchaus kein geringerer sei, als in den„höheren", was daraus hervorgehe, daß statistisch nachgewiesen sei, daß die aus Festlichkeiten resultirenden Strasthaten, die immer so gern in's Feld geführt werden, ganz bedeutend abgenommen haben.— Wie man sieht, wirft sich hier, bewußt oder unbewußt, die„D. Gastw.-Ztg." zum „Volksanwalte" auf— natürlich nur zur Wahrung der eigenen Interessen— der Interessen der„deutschen Gastwirthe"! Uo» dr» Leiden eines Kleine» Milchträtzers erzählt uns dessen Vater, der Memelerstr. 32 wohnende Strumpfwirker O. L. Ter achtjährige Knabe desselben trägt für einen Herrn C. Claus, dessen Geschäft sich Memelerstr. 46 befindet, Milch und Gebäck aus. Um nun die Kunden rasch zu bedienen, hatte Herr Claus dem Knaben die Anweisung gegeben, in Häusern, in denen mehrere Leute zu versorgen seien, im untersten Stockwerk in der Weise zu beginnen, daß er sich zunächst durch Klingeln anmelden, dann Milch und Gebäck vor die Thür stellen und hieraus die Kunden in den höheren Stockwerken bedienen' sollte. Auf dem Rückwege hatte der Knabe die leeren Ge- säße wieder einzusammeln. Leider mußte der kleine Junge vor einiger Zeit die traurige Wahrnehmung machen, daß, während er in einer höher gelegenen Etage des Hauses Memelerstraße 35 zu thun hatte, ihm in einer untere» eine Kanne mit Milch und ein Beutel mit Gebäck gestohlen»vor- den waren. Obgleich den armen Knaben, der genau!die In- struktiou seines Herrn befolgt hatte, keine Schuld treffen kann, ist ihm doch von Herrn Claus 1 M. von dem ohnehin kärglich be- inessenen Monatseinkommen abgezogen worden. Der Knabe, der täglich 30 Kunden zu versorgen hat, erhielt ganze 4M. monatlich für seine Thütigkeit. Der arme Junge hat also den vierten Theil des Monats umsonst gearbeitet. Die Mirthostener. Herr Former Otto Schwitthal, Stral- sunderstraße 11 wohnhast, theilt uns mit, daß er während des Zeitraums vom 1. April 1889 bis 1. April 1890 für seine 222 M. jährlich kostende Wohnung 5 pCt. Miethssteuer entrichten mußte. Ta nun diese Steuer nur 3 pCt. beträgt, hat also Herr Schwitthal 4 M. 40 Pf. zuviel zahlen müssen. Dies merkte Herr Sch. erst, als er den neuesten Stenerzettel erhielt, woraus er ersah, daß die Miethssteuer nur 3 pCt. beträgt. Obgleich Herr Sch. wegen Rückerstattung der zuvielgezahlten Summe sich bereits zweimal an den Magistrat gewandt hat, ist bis heute eine Autwort von demselben nicht eingetroffen. In großer Lenersgefalir schwebte während der Nacht zum Freitag der Vorort Pankow. Kurz nach 1 Uhr ertönte plötzlich die Sturmglocke und gleich darauf die Hörner der freiivilligen Feuerwehr. Es brannte ans dem Grundstück des gienliers Liedemit in der Breitensiraße in nächster Nähe der Kirche. Der dortige mit frisch eingefahrenem Getreide vollgepfropfte Scheunenranm war in Brand geratheu. Unter dem Scheunenraum befand sich ein Speicher, welcher von der Engroshandlung für Kolonial- und Droguenwaaren Gebrüder Härtung, die im vorderen Hause ihr Geschäft hat, als Lagerraum benutzt wurde, und unter diesem Speicher lag ein gewölbter Keller, in welchem fünfzehn Tonnen Petroleum und eine große Anzahl gefüllter Benzin-Ballons aufbewahrt wurden. Die Feuer- wehr war unter Leitung des Dirigenten Anton Ringel und des Brandmeisters ttoch(früher Berliner Oberfeuermann) sehr schnell zu Stelle und rettete zunächst die sieben Pferde des Herr» Härtung, die in einem nur fünf Schritte von der Scheune ent- fernten Stalle eingeschlossen waren. Als einer der Geschäfts- rnhaber auf der Brandstätte, erschien erkannte er sofort die furchtbare Explosionsgefahr, die für das Grundstück mit de» darauf besindlichen Menschen, für die nahe Kirche und die be- nachbarten Holzplätze bestand, falls es nicht gelang, den Keller zu schützen. Er machte die Feuerwehr darauf aufmerksam, und diese erfaßte auch sofort den ganzen Ernst der Lage. Im Speicher lagen Hunderte von Zentnern Zucker, Salz, 250 Sack Kaffee, zahlreiche Fässer mit Provenzer- und anderen Oclcn. Alles dies bildete eine einzige kochende, zischende, brennende Masse. Schien auch die gewölbte Decke deS Kellers Schutz vor dem Durchbrennen zu bieten, so konnte doch leicht die fürchterliche Gluth die Temperatur im Keller aufs Höchste steigern und eine Explosion herbeiführen. Ein Freiwilliger ließ sich zunächst in den Keller herab, mußte aber sofort fast ohnmächtig zurück- gezogen werden. Er erklärte, daß die Decke des Gewölbes fast glühe. Nun wurde die Decke des Kellergewölbes von oben und unten unter eine Menge starker Wasserstrahlen gesetzt, um die Temperatur abzukühlen, was nach heißer Anstrengung auch der umsichtigen Leitung des Brandmeisters Koch und der bewunderns- würdigen Ausdauer seiner Mannschaften gelang. Die Buchholzer und Heinersdorfer Spritzen und die Weißenseer Feuerwehr leiste- ten dabei thatkräftige Hilfe. Doch auch ohne die Explosions- aefahr waren die umliegenden Grundstücke bis auf weitere Ent- fernung schwer gefährdet. Das ungedroschene Getreide sandte einen stundenlang ununterbrochenen Funkenregen zum Himmel empor, was zwar einen schaurig schönen Anblick gewährte, aber doch sehr bedenklich war. Gegen Morgen war es endlich ge- lungen, das brennende Getreide aus der Scheune nach einem sicheren Platze zu bringen, wo es weiter brennen konnte, ohne Schaden anzurichten. Gleichzeitig war es möglich, den Keller auszuräumen, so daß jede Gefahr beseitigt war. Das aus- geräumte Stroh brannte am Freitag Mittag noch, und dürfte die vollständige Ablöschung bis zum Abend gedauert haben. Ab- gesehen von den Baulichkeiten sind für etwa 20 000 M. an Getreide und Waaren verbrannt. Den Schaden hat die Leipziger Feuer-Versicherungsgesellschaft zu tragen. Kchanfenstrr-Zrrtrnulmerung. Donnerstag Abend in der siebenten Stunde wurde von einem jüngeren Manne das Schau- senster der Spaeth'schen Buchhandlung, Königstraße 52, durch mehrere starke Faustschläge vollständig zertrümmert. Nach ge- schehener That ließ sich der Attentäter ruhig festnehmen und äußerte, nach dein Beweggrunde gefragt, daß er nunmehr doch vorläufig Nahrung und Obdach habe. Durch einen hinzukommen- den reitenden Schutzmann wurde er dem Ziel seiner Wünsche entgegengeführt. Dornelimc Messerhelden. Der in einem hiesigen größeren Geschäft angestellte Herr Große, Gräsestr. 93, war mit einer in der nämlichen Firma bediensteten Directrice einige Abende ausgegangen. Offiziell durfte dies freilich nicht geschehen, da die Dame einen Verlobten hatte, der jedoch in einem Bureau Nacht- dienst versehe» mußte, so daß man sich keines Uebersalls gewärtig war. Der Verräther schlief aber so wenig wie der Verlobte und irgend ein guter Freund von ihm oder von der Dame machte ihm Mittheilung über diese Spaziergänge. Da trat der Benach- richtigle am Donnerstag Abend nicht zum Dienste an. Dafür stellt er sich an dem Hause seiner Verlobten Posten und wartete der Beiden, die da kommen sollten. Um 11 Uhr kamen sie auch Arm in Arm an und kaum war der Betrogene des Herrn G. ansichtig geworden, als er mit einem Messer bewehrt aus diesen losstürmte. G. sprang zur Seite und so traf der auf die Brust gezielte Stoß glücklicher Weise nur den rechten Arm des jungen Mannes. Die lauten Hilferufe des Getroffenen, die wilden Ver- wünschungen des Thäters und das lrampsartige Weinen der Dame lockten eine unzählige Menschenmenge herbei und erregten einen großen Tumult. So war denn auch bald die Polizei zur Stelle, welche den Rasenden verhastete und den verwundeten Nebenbuhler zur nächsten SanitätSwache brachte, wo die Wunde sich als nicht unbedeutend herausstellte. Ei» Kriefdirbstahl giebt den hiesigen Polizei- und Post- behürden seit ca. 14 Tagen zu schaffen. Am 24. Juli wurde von einem hiesigen Bankhause ein Einschreibebrief, an L. Bielschonsky in Oels adressirt, aufgegeben, welcher jedoch in die Hände des Adressaten nicht gelangt ist. Nach Angabe des Einsenders hat der Einschreibebrief Werthpapiere im Betrage von 7500 M. enthalten. Da die Sendung nur als Einschreibebrief ging, hat die Post nur die gesetzliche Entschädigung von 75 M. an den Ab- sender zu zahlen; derselbe soll jedoch bei einer Gesellschaft ver- sichert fein. Der»»ter dem Tlame» ,, Schlosser» Karl" als gefähr- sicher Verbrecher bekannte und von der Polizei längst gesuchte Karl Tetzlaff ist Mittwoch Nacht dingfest gemacht worden, und zwar anläßlich einer Razzia in dem hinteren Theil der Hasen- Haide, bei welcher der Polizei außerdem zehn andere verdächtige Personen in die Hände fielen. Dolizribrricht. In der Nacht zum 8. d. M. wurde ein Maurer vor dem Hause Schönebergerstr. 16 bei einer Schlägerei am Kopf nicht unbedeutend verletzt, so daß er nach dem städtischen Krankenhause am Urban gebracht werden mußte. Am 8. d. M. Vormittags brachte sich ein junger Mann, anscheinend aus Liebes- gram, etwa 20 Messerstiche in die Brust bei. Nach Anlegung eines Nothverbandes wurde er nach der Charitee gebracht.— Vormittags wurde in der Spree, hinter dein Grundstück Mühlen- straße 74, 75, die Leiche eines Mannes aufgefunden und nach dem Schauhause geschafft.— Nachmittags wurde eine alte Frau in ihrer Wohnung, Manteuffelstr. 10, mit mehreren Brandwunden im Gesicht und an den Armen bewußtlos aufgefunden. Dieselbe ist anscheinend infolge eines Schwindelanfalls beim Kochen gegen den geheizten Ofen gefallen.— Zu derselben Zeit wurde am Dönhosfsplatz ein Droschkenpserd scheu, lief die Kommandanten- straße entlang und gerieth an der Ecke der Beuthstraße auf den Bürgersteig. Hierbei wurde der Kutscher vom Bock geschleudert und erlitt anscheinend innere Verletzungen. Die schändliche» Schate» de« Mustklehrer«|teu- nra»«, welche bei ihrem Bekanntwerden mit Stecht allgemeine Entrüstung hervorriefen, unterlagen gestern der Beurtheilung der zweiten Ferienstrafkammer des Landgerichts 1. Der Korridor des Gerichtsgebäudes machte den Eindruck eines Schulvorraumcs; 24 Mädchen im Alter von 8 bis 16 Jahren waren, zum größten Theil in Begleitung ihrer Elter», erschienen, um gegen den Unhold Zeugniß abzulegen, der seine Stellung als Lehrer zu verab- scheuungswerthen Attentate» gegen seine Schülerinnen mißbrauchte. Der Angeklagte ist ein Mann über Mittelgröße; das durch die Untersuchungshaft kränklich blasse Gesicht ist von einem nnt Gran untermischten schwarzen Vollbart um- rahmt, nur das Kinn ist ausrasirt. Er kneift seine Augen zusammen, während er Gleichgiltigkrit über die Schaar schweifen läßt, welche kaum im Einige der jungen Mädchen brechen bei seinem Anblick in Thränen aus, die kleineren schmiegen sich unwillkürlich dichter an die sie begleitende Mutter an, furchtsame und scheue Blicke auf den Verbrecher werfend. Aus der Ver- nehmnng des Angeklagten in Betreff seiner Personalien ist folgen- des hervorzuheben. Er ist am 4. Dezember 1843 in Stettin' geboren. Sein Vater war Steuerbeamter. Nach seiner Ein- segnung lernte der Angeklagte die Zigarrenfabrikation und ging dann in die Fremde. Im Jahre 1861 wurde er wegen vorsätz- l i ch e r Brand st iftung zu zwei Jahren Zucht- Haus verurtheilt, außerdem aber im Jahre 1863 wegen Unterschlagung und Widerstands gegen die Staatsgewalt zu sechs Wochen Gefängniß. Im Jahre 1866 heirathete der Angeklagte seine Ehefrau, geborene Stüber, aus Arnswalde. Auf die Frage des Vorsitzenden, wann seine Ehefrau gestorben ist, er- klärt der Angeklagte, daß er es nicht mehr wisse. Nach Ver- etwas blöde blickenden sie mit angenommener seiner jugendlichen Opfer Zeugenraum Platz finden. lefung deZ Anklagebeschlusses wird die Oeffentlichkeit aus- geschlossen. Der Angeklagte, Musiklehrer Emil Julius Christian Neumann, wird beschuldigt, während der Zeit vom Jahre 1884 bis Februar 1890 in mindestens 26 Fällen mit seinen Schülerinnen, davon in 24 Fällen mit solchen unter 14 Jahren, unsittliche Handlungen vorgenommen zu haben. Außerdem legt ihm die Anklage eine Unterschlagung zur Last, die dadurch begangen sein soll, daß er ein Pianino und ein Harmonium, welche Gegenstände ihm nicht gehörten, pfänden und versteigern ließ, ohne Einspruch zu erheben und dann den Ueberschuß für sich verbrauchte. Ain Tage vor der Verhaftung Neumann's wurde sein Lljähriger Sohn bekanntlich in der Wohnung erhängt gc- sunden; anfangs schöpfte man Verdacht, daß der Angeklagte auch einen Mord begangen habe, um die ihm zur Last gelegten Ver- brechen auf seinen Sohn wälzen zu können, dieser Verdacht hat sich aber nicht bestätigt. Troy aller Ermahnungen ivar der An- geklagte nicht zu beivegen, in Betreff der Sittlichkeitsverbrechen ein Geständniß abzulegen, so daß seinen jugendlichen Opfern nicht erspart blieb, die gegen sie verübten Attentate vor dem Ge- richtshofe zu beschreiben. Nach mehrstündiger Verhandlung wurde die Oeffentlichkeit bei der Urtheilsverkündung unter kolossalem Andränge des Publikums wiederhergestellt. Der Vorsitzende, Landgerichtsrath Den so, führte Folgendes aus: Der Angeklagte fei in allen Punkten für überführt erachtet worden. Mit voller Offenheit hätten die Kinder ein klares Bild von den traurigen Verhält- nissen gegeben, die in dem Musikinstitut des Angeklagten herrschten. Es sei tief betrübend, daß ein solches Bild, welches selbst in der großen Stadt Berlin zu den Ausnahmefällen gehört, vor dem Gerichtshofe sich habe entrollen müssen. Die Sittlichkeitsver- brechen seien in drei Kategorien zu theilen: in solche schwerster, minder schwerer und leichterer Natur. Das Verhalten des Angeklagten sei thierisch und zeuge von bodenloser Gemeinheit und Verworfenheit. Der von ihm angerichtete Schaden an dem Gemüthe der Kinder könne leider nicht wieder gut gemacht, aber zur Warnung könne ein Exempel statuirt werden. Nach dem Antrage des Staatsanwalts(Frei- Herrn v. d. Recke) sei auf das höchste zulässige Strafmaß, fünf- zeh n Jahre Zuchthaus, erkannt worden und da der An- geklagte keinen Funken von Ehrliebe in seiner Brust trage, so mußten ihm gleichzeitig die Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren abgesprochen werden. Der Berurtheilte erklärte, sich bei dem Urtheile beruhigen zu wollen. Da» Urtheil de» Hamburger Kchöffeugerichts gegen den Redakteur Ctengele des„Hamb. Echo" liegt nunmehr vor. Wir enthalten uns jeder Bemerkung dazu, da es für sich selbst spricht, und begnügen uns, es im Wortlaute abzudrucken. In der Strafsache gegen Gustav Johann*) Stengels wegen Vergehens gegen die Gewerbeordnung und das Preßgesetz hat das Schöffengericht IV zu Hamburg tn der Sitzung vom 1. August 1890, an welcher theilgenommen haben: 1. Amtsrichter Dr. Lion als Vorsitzender, 2. F. F. Arnold, 3. C. D. Holle als Schöffen, Referendar Dr. Bruntsch, bei der Verkündigung des Nrtheils Ref. Dr. Schmidt, als Beamter der Staatsanwaltschaft, Referendar Bertheau als Gerichtsschreiber, für Recht erkannt: Da der Angeklagte allen Umfanges zugiebt, den inkriminirten Artikel versaßt und am 7. Mai d. I. Hierselbst veröffentlicht zu habe», da der Schlnßpassus:—„Die Kommission der Werstarbeiter hat heute beschloffen:„Diejenigen, welche sich bis heute noch nicht mit den Anderen solidarisch erklärt, werden, wenn sie nicht bis Ende der Woche ihre Solidarität erklärt, von anderen Maßregeln betroffen, eventuell ihre Namen veröffentlicht",— die Androhung enthält, die Namen der Nichtstreikenden zu veröffentlichen, da dies als eine Drohung, eine Bedrohung mit einem Uebel auszufassen ist, welche bestimmt war, die nicht- streikenden Werftarbeiter ebenfalls zur Arbeitsniederlegung zu veranlassen, insofern durch die Veröffentlichung ihrer Namen die- selben als solche öffentlich gebrandmarkt werden sollten, welche ihre Kameraden in dem Kampfe gegen die Arbeitgeber angeblich feige im Stiche ließen, da der Angeklagte zwar behauptet, lediglich referirt zu haben, im übrigen aber leugnet, seinerseits die Absicht der Einwirkung auf die Arbeiter gehabt zu haben, da diese Angabe aber nicht glaubhaft erscheint, insofern nach der Stellung des„Echo" im politischen Leben, woselbst dasselbe gewohnheitsmäßig in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise die verschiedenen Gesellschaftsklassen der Bevölkerung gegen- einander, namentlich die Arbeitnehmer gegen die Arbeitgeber, öffentlich anreizt, und nach der Unterstützung, welche die Redaktion des Blattes notorisch den Streikbewegungen der Arbeiter zu Theil werden läßt, das Gericht die Ueberzeugung gewonnen hat, daß die Handlung des Angeklagten darauf gerichtet gewesen ist, auch seinerseits persönlich die Streikenden in ihrem Kampfe gegen die 'Arbeitgeber zu unterstützen und also selbstthätig bei der Verhetzung der Arbeiter gegen die Arbeitgeber mitzuwirken, da nun aber die fragliche Arbeitsniederlegung zu dem Zwecke geschah, auf die Arbeitgeber dahin einzuwirken, daß sie die Maßregelung wegen der bekannten Feier des 1. Mai zurücknehmen, also sich gefallen ließen, daß die Arbeiter je nach ihrem Gutdünken während der Dauer des Arbeitsvertrages feierten, also einseitig und ohne Mitgenehmigung des Arbeitgebers die Arbeitsbedingungen zu regeln berechtigt seien, so daß also der Streik zum BeHufe der Erlangung günstigerer Arbeitsbedingungen erfolgt ist, daß abseilen des Angeklagten, bezw. der Vertheidigung an- geführt ist, daß Blätter anderer Richtung, welche auf Seiten der Arbeitgeber stehen, zwar ähnliche Beschlüsse der Arbeitgeber ver- öffentlichen und den Arbeitern drohen, dennoch aber nicht be- straft sind, da dieser Einwand unberücksichtigt zu lassen, insofern die Nichtverfolgung anderer eventuell strafbarer Handlungen keine Straflosigkeit für den nun einmal verfolgten einzelnen Fall be- gründet, da nun das angeklagte Versahren der Androhung und gleich- sam der Gewaltsnuwendung den Versuch eines schweren Ein- griffs in die den Zlngehörigen des Deutschen Reichs gesetzlich gewährleistete Freiheit der Regelung ihrer privatrechtlichen Arbeits- Verhältnisse enthält, da ferner bei der Strasausmessung gegen den Angeklagten in Betracht kommt, daß das„Echo", ivie gerichtsbekannt, ledig- lich die Förderung sozialistischer, auf den Umsturz der be- stehenden Staats- und Rechtsordnung gerichteten Bestrebungen beziveckt,. da sich somit die Handlung des Angeklagten nicht als ein- nialiges Verfehlen gegen das Gesetz darstellt, sondern als eine prinzipielle Auflehnung gegen den bestehenden Rechts- daß der Angeklagte auf Grund der§§ 152 und 153 der Gewerbe-Ordnung,§ 20 des Preßgesetzes und§ 497 der Straf-Prozeßordnung zu einer Gefängnißstrase von sechs Wochen und in die Kosten des Verfahrens zu ver- urtheilen sei. �, (gez.) Lion Dr.(gez.) Ref. Bertheau. Beglaubigt Bertheau, Gerichtsschreiber. ♦) Der Name„Johann" ist dem Verurtheilten durch irgend ein Versehen zuerkannt worden; er hat keinerlei Recht daraus und begnügt sich nach wie vor mit einem einzigen Vornamen. Mi« htv Geschliftsreisend« Wolf aus Dp«sd«n den ,,K«rlii»«r Dialekt" krnneir lernte. Eine in allen Cafes und Restaurants der Friedrichstadt wohlbekannte Persönlichkeit ist der ambulante Apfelsinenhändler Silox, der, wie er selbst gestern vor Gericht zugab, seines charakteristischen Bartwuchses wegen allgemein den Namen„Napoleon" führt. Am Abende des 8. März wurde derselbe in der Kanonierstraße von einem jungen Menschen angeredet, der ihn fragte, ob er ihm nicht ein Restaurant mit Damenbedienung nachweisen wolle, wo man sich gut amüsiren könne. Es müsse dort aber der echte Berliner Dialekt gesprochen werden. Herr Silox kannte so ein Lokal in der Nähe, er führte den Fremden, der sich durch seine Sprache sofort als Sachse verrieth, nach dem Kaffee Royal in der Französischen Straße. Dort könne er sich amüsiren und den Berliner Dialekt spreche man dort ebenfalls. Der Sachse ging hinein, und was ihm dort nun passirte, das schilderte er in tragikomischer Weise gestern vor der zweiten Ferien-Strafkammer des Landgerichts 1, als er gegen den Inhaber jenes Lokals, den Restaurateur Hermann Pasch, der sich ihm gegenüber der Nöthigung, der Körperverletzung und der Beleidigung schuldig gemacht haben sollte, als Zeuge aufzu- treten hatte. Er habe im Vorderzimmer Platz genommen, worauf sich eine„schwarze" Kellnerin nach seinen Wünschen erkundigte. Er habe sich ein Glas Grätzcr bestellt. Die Kellnerin sehte sich zu ihm und fragte ihn, ob sie ein Gläschen Wein trinken dürfe. „Meinetwegen" habe er gesagt. Nun sei die Kellnerin äußerst liebenswürdig geworden, habe ihn am Arm gepackt und ihn bis ins Nebenzimmer„hineingekniffen", wo sich noch mehrere ihrer Kolleginnen befanden und auch ein Klavierspieler für den nöthi- gen Ohrenschmaus sorgte. Hier habe man Platz genommen und zu seiner Verwunderung habe die Kellnerin für sich nicht ein „Gläschen", sondern eine ganze Flasche gebracht, die eine Eti- quette mit dem stolzen Namen„Ckateau Lafitte" trug. Außer der schwarzen Kellnerin hätten noch zwei andere, eine braune und eine blonde, in dem Lafitte geschwelgt, im Nu sei die Flasche geleert gewesen.„Darf ich noch eine holen?" flötete man ihm zu.„Na, hern'se, meinswegen, aber ich bezahle Sie nischt mehr," erwiderte der Sachse; die„Schwarze" meinte aber blos im Berliner Dialekt:„Hab' Dir doch nich so, Du be- zahlst ja doch, mein Jungeken," und holte die zweite. Während man diese leerte, sei„Napoleon" gekommen und habe ihm Apfel- sinen und Südfrüchte angeboten. Er habe auch etwas sür die „Damen" gekauft und dem Händler ein Glas Wein angeboten. Ehe er sich's versah, stand die dritte Flasche auf dem Tische. Nun wurde ihm ängstlich, er stand auf und fragte, was er zu zahlen habe.„3 Flaschen Wein a 6 M. und eine Grätzer für 50 Pf., macht 18 M. 50 Pf."„Ich bezahle weiter nichts wie das Bier, ich habe keinen Wein bestellt", rief der Gast, legte 60 Pf. aus den Tisch des Hauses und griff nach seinem Hut und Ueberzieher. Jetzt meldete sich aber der Wirth, der energisch auf Zahlung der ganzen Zeche bestand. Der Zeuge gab an, daß der Angeklagte ihn unter Schimpsworten gegen die Brust stieß, ihn auf ein Sopha warf, und ihm mit Gewalt die Uhr aus der Tasche zog, während die schwarze, die braune und die blonde Kellnerin ihn gleichzeitig so packten, daß er widerstandsunfähig war. Den Ueberzieher habe er ebenfalls im Lokale als Pfand lassen müssen. Die Gegenstände habe er nach zwei Tagen eingelöst. Der Präsident fragte den Zeugen, ob er denn nie in einem Lokale mit Damenbedienung gewesen sei, sonst müsse er doch wissen, daß man in Betreff der„Gläschen" Wein auf der Hut sein müsse.„Ei ja, erwiderte der Gefragte, da war ich Sie schon, aber nur in anständige."— Der Angeklagte bestritt ent- schieden, daß er sich in der beschriebenen Weise thätlich gegen den Zeugen vergangen habe. Allerdings habe er auf Zahlung des Weins, den der Zeuge bestellte, bestanden und auch verlangt, daß derselbe ihm Pfand lasse, die Uhr habe der Zeuge ihm aber ge- geben, ohne daß Gewalt angewendet worden sei. Durch die Be- weisaufnahme ging hervor, daß der Zeuge dem Apfelsinenhändler selbst zwei Glas Wein angeboten und eingeschänkt und dadurch also sein Eigenthumsrecht an dieser Flasche zu erkennen gegeben hatte. Auch in anderen Punktcn wurde derZeuge derUngenauigkeit überführt und das war für den Angeklagten, gegen den der Staatsanwalt eine Gefängnißstrase von 2 Monaten und eine Geldstrafe von 10 M. beantragt hatte, ein Glück, denn der Gerichtshof hielt den Hauptpunkt der Anklage, die Nöthigung, nicht für genügend auf- geklärt, sondern erkannte dieserhalv auf Freisprechung. Wegen der geringen Körperverletzung traf den Angeklagten eine Geld- strafe von 10 M. Soziole Maßregelung. Am 2. d. M. wurde der bei der Firma Pfennig, Kochstr. 54 b beschäftigte Bürstenmacher Paul Bartsch angeblich wegen Arbeitsinangel entlasse»; derselbe hatte den Kollegen Fragebogen zum Ausfüllen vorgelegt; die Kollegen ver- weigerten es aber und B. betrachtete die Sache für erledigt. Doch weit gefehlt. Ein Kollege glaubte sich besonders verdient zu machen, wenn er diese schreckliche That seinem Chef unterbreitete. Achtung Schuhmacher! Von der öffentliche» Schuhmacher- Versammlung am 28. Juli beaustragt, fordert Unterzeichneter zum letzten Mal auf, wer noch im Besitz von Streiksammelliste» ist, dieselben sogleich, spätestens aber bis zum Sonntag, den 17. August, mit oder ohne Zeichnungen bei Unterzeichnetem ab- zuliefern, da laut Beschluß der letzten Versammlung in der am 18. August stattfindenden öffentlichen Versammlung die Namen derjenigen veröffentlicht werden, welche dieser Aufforderung bis dahin nicht nachgekommen sind. Jos. Süßmeyer, Kleine Mauer- straße 2, v. III Tr. ArUritrr und Arbriteriuurn drr Krklribuugo- iudnstrir! Nur noch 2 Tage trennen uns von dem Kongreß der Schneider Deutschlands, zu welchem Ihr vier Eurer Arbeits- genossen in der Versammlung vom 21. Juli er. als Delegirte gewählt, noch find aber die nothwendigen Mittel nicht aufgebracht und die gesammelten Gelder zum Theil an die Ausgeber der Listen noch nicht abgeliefert. Es ist die höchste Zeit, denn sonst wird eine Vertretung unmöglich. Also sammelt so viel als möglich nach und liefert die gesammelten Gelder spätestens heute. Sonn- tag Abends 8 Uhr, bei Reyher, Akte Jakobstr. 83, ab. Diejenige», welche Sanunellisten von dem Kommissionsmitglied L. Pfeiffer erhalten habe», können die Gelder auch im Lause des Nachmittags bei Roll, Schützenstr. 56, im Restaurant abliefern. Die Kongrcßkommission. ütuckatenr« Kerkina und Umgegend! Die Zeit ist vor der Thür, wo unsere Delegirten nach Elberfeld zum zweiten deutschen Stuckateurkongreß abreisen werden. Was durch einen Kongreß bezweckt wird, werden alle reiferen Kollegen, die der Organisation angehören, sehr gut wissen. Darum 5roUegen agitirt für unsere Organisation, damit die Kollegen, die noch im Dunkeln tappen, endlich einmal ihre Lage erkennen lernen. Würden Zweidrittel der Stuckateure nur dem Verein angehören, dann kämen die andern von selber gelaufen, und wir wären in der glücklichen Lage, im ökonomischen Kampfe über eine wirkliche Macht verfügen zu können. So sind ivir aber ein winziger Bruchtheil; scheuen aber trotzdem die Opfer, die diesesmal recht erhebliche sind, für unsere Delegirten nicht. Behufs Ausrüstung unserer Delegirten mit An- trägen zum Kongreß findet Mittwoch, den 13. August, Abends 8 Uhr, Münzstr. 11, bei Zeniter, eine öffentliche Versammlung statt, und liegt es im Interesse aller Kollegen sich Hiera» zu be theiligen, damit die Delegirten sehen, mit welcher Masse sie zu rechnen haben. Die Bekanntmachung der Versammlung geschieht am Dienstag durch die Anschlagsäulen. Es werden alle Bau- Handwerker gebeten unsere Kollegen daran zu erinnern. Vevsottttnluttge»»' „Freie Uolksbuhne." Eine große öffentliche Versammlung füllte am Freitag Abend die weiten RaM � „Böhmischen Brauhauses". Heber 2000 Personen waren am» i Das Berliner Volk bewies damit, welches Interesse es dw,, nehmen, eine freie Volsbühne ins Leben zu rufen, entgegen � Die Versammlung tagte unter Leitung der Herren Karl A>u � Dr. Bruno Wille, Kurt Vaake, Dr. Otto Brahm und 0 6� Hedwig Gröber. Herr Julius Türk erstattete im Namen � der vorigen Versammlung gewählten Kommission Bericht von derselben ausgearbeiteten Statuten. Herr Türk dem Es sei von einer Seite vorgeschlagen worden, nur Aw. deutschen Dichtern auf der„Freien Volksbühne" zur J.flj zu bringen; die Kommission sei jedoch der Meinung gewsls J in einer Zeit, in der die Wissenschaft vollständig internatwn � auch die Kunst nicht national sein könne. Welche Stücke a• „g&MVoKsbühm" zflr" Aufführung gelangen% noch nicht genau bestimmt werden. Die Kommission ff' l' "■Bf..... wmm ffe ent einen Kampf gegen veraltete Vorürtheile führen. Die„Fss1. über den Spielplan insoweit einig, daß Operetten, lassen nicht zur Aufführung kommen werden, sonseru> � stücke, die eine Kritik der bestehenden Verhältnisse enthal � inen Kampf gegen veraltete Vorürtheile führen. Die„ bühne solle bezwecken, die wahre Poesie dem Volke zugang �. machen. Zur Aufführung seien vorläufig in Aussicht gen „Macht der Finsterniß" von Tolstoi,„Gespenster" und. seind" von Ibsen,„Vor Sonnenausgang"»on Gerharr P � mann,„Familie Seelicke" von Holz und Schlaf, ,�Tantoi> � von Büchner und„Therese Raquin" von Zola. Dw best y Theater berücksichtigten einmal zumeist nicht das öffentlich andererseits seien sie auch den unbemittelten Klassen fch.� gänglich. Der steten Volksbühne könne Jeder, ohne Un. des Alters, Standes oder Geschlechts als Mitglied beilret � damit der Beffersituirte keinen Vorzug habe, solle vorBegi Vorstellung eine Verloosung der Plätze stattfinden. Dt* f un# Berlins haben zur Genüge bewiesen, daß sie für Pot> wissenschaftliche Dinge großes Interesse und Verständmtz y � Er sei überzeugt, die Arbeiter würden der Kunst dasselbe und Verständniß entgegenbringen. Es wurde hieraus zur Berathung der Statuten gW die Herr Türk währeno seines Referates verlesen hatte. Nach längerer Debatte wurden dieselben in der von N? � Mission vorgeschlagenen Fassung fast unverändert angeno» Sie lauten: §> Der Verein Freie Volksbühne stellt sich die Aufgabe.� Poesie in ihrer modernen Richtung dem Volke vorzusuyr„ insbesondere zeitgemäße, von Wahrhaftigkeit erfüllte Dich darzustellen, vorzulesen und durch Vorträge zu erläutern. Die Mitgliedschaft wird erworben durch Zahlung des � schreibegeldes(§ 11); sie geht von selbst verloren durch i � lung des Minimalbeitrages(§§ 11, 12) bis zum 7. eine» Monats. § 3. Im April und August findet je eine ordentliche Versammlung der Mitglieder statt. Außerordentliche Versammlungen können vom Vorstand jeder Zeit und must U schriftliche» Antrag von mindestens 100 Mitgliedern ein werden. � � Die Bekanntmachung einer jeden Generalversammlung � ihrer Tagesordnung wird mindestens am vierten durch Inserat in einer in Berlin erscheinenden, vom Vori, bestimmenden Arbeiter-Tageszeitung und am Tage der«e I lung durch Säulenanschlag bekannt gemacht. § 5. Die im August stattfindende Generalversammlung w�" Vorsitzenden, den Kassirer, den Schriftführer, die 6 Be>>w Ausschusses, die Ordner und drei Revisoren. § 6. Vor jeder Wahl wird der Wahlmodus durch die lung bestimmt. Der Vorsitzende, der Kassirer und der Schriftführer bilde» i sammen den Borstand. Der Vorstand führt die Geschäfte des Vereins, vertritt Ä> nach außen, ist bevollmächtigt, für den Verein verbinducy�.� träge abzuschließen, Verpflichtungen einzugehen,„st" thnm zu erwerben und zu veräußern. Er' pflichtet, einen Regisseur auszuwählen und anzui er wählt die Schauspieler, die Vorleser und Vortragende! w Falls die Mittel des Vereins es gestatten, ist er berechtige' Schauspielergesellschaft fest zu engagiren. Er darf, wenn vi((i der gewählten Ordner nicht ausreicht, zur Ergänzung Oroi mäh« nennen. Der § 9. Ausschuß besteht aus den drei Vorstandsmitgliede sechs Beisitzern(§ 5). Er hat bei Ausscheiden einzelner A_ if der im Laufe des Geschäftsjahrs das Recht, sich W' ganzen. Ist jedoch zu einem Zeitpunkt die Zahl der AuSIiSi» Mitglieder aus 4 herabgesunken oder der Vorstand o glied reduzirt, so muß binnen 14 Tagen eine General lung zu den Ergänzungswahlen einberufen werden. § 10. rt,/ Der Ausschuß bestimmt die aufzuführenden Stücke, den stand der Vorträge und Vorlesungen und entscheidet in$ Fragen, welche für die literarische Haltung des Verein» gebend sind. Die Höhe des Einschreibegeldes und der regelmäßigen beitrage wird durch Selbsteinschätzung bestimmt, das Einlw.,>( gelb muß jedoch mindestens 1 M., der Beitrag für die A Ä Oktober bis März einschließlich mindestens 60 Pf,, für den des Jahres mindestens 26 Pf. monatlich betragen. Der Vorstand ist berechtigt, falls die Unkosten gedeckt beschließen, daß die Beitrüge für die Monate Mgri Jj* September unerhobe» bleiben, und falls die ordentlichen � nahmen zur Deckung der Unkosten nicht ausreichen, ZuWA den Beiträgen bis höchstens 10 Pf. sür den Monat zu erhe» § i3, y Der Kassirer errichtet nach Bedürfniß in allen Stadtgsg Hebestellen, deren Inhaber die Beiträge sowie Anmeld D von Mitgliedern entgegennehmen. Gegen Zahlung des Einlocht" geldes wird die Mitgliedskarte ausgestellt, die aus der(rst(»( Namen, Stand und Wohnung des Mitglieds trägt und'yt„st das bezeichnete Mitglied giltig ist. Die Monatsbeiträge* ji1 an jeder beliebigen Hebestelle eingezahlt werden, i# Quittirung erfolgt durch Auskleben von Werthmarre..� Höhe des geleisteten Beitrags in die auf der Karte best'H# Monatsrubriken. Ein Recht auf Besuch der Vorstellungen � Generalversammlungen hat nur dasjenige Mitglied, welche» � Vorlegung der Karte die statutenmäßige Leistung des vollen trags nachweisen kann. Der Kassirer verwaltet das Vermögen des Vereins. � verpstichtet und für sich berechtigt, Bestände von mehr als � an sicherer Stelle zu hinterlegen. Zur Abhebung von 5 j legten Geldern bedarf es einer von allen drei VorstandsmiW unterzeichneten Anweisung. � Der Kassirer hat jeder ordentlichen Generalversamnilu»» Kassenbericht vorzulegen.. Die drei Revisoren sind berechtigt, die Führung der in q,Ek"? �sorderlich, werden durch den Vorstand die Mitglieder sind biefelben9*" t,ert�e'It"®'e Vorstellungen für jede Abtheilung iurrf�v der Plätze bei den Vorstellungen geschieht °urch die Ordner(§ 5) unter Anwendung des Looses. § 19 hm«!«!' wählen aus ihrer Mitte einen Obmann und mmi, x-1' diese legen die Billets in die Urnen und bestimmen. der sTOi�rßf1'1 der verfügbaren Plätze größer ist als die Zahl »Ufc.®£er' die zur Vorstellung Plätze erhalten sollen, welche �®e 0<,n der Ausloosung ausgeschlossen bleiben. eini.k'L�u-loosung muß soweit vorbereitet sein, daß spätestens »-iL stunden vor Beginn der Vorstellung die Mitglieder ihre «lUets ziehen können. 8 21. sei»-, Mitglied, das sich am Eingange des Theaters durch wie-><, eginmirt hat, tritt an die LooStische, auf denen Urnen „ 2°ppellnllets und mit Einzelbillets stehen und entnimmt der �n.Blllet, auf dem Name und Nummer des Platzes be- Met ist. Jede Urne wird von einem Ordner beaufsichtigt. Das Vereinsjahr läuft vom I. September bis 31. August. § 23. SwJ�küge_ auf Aenderungcn der Statuten und Auflösung des ihr. ron"ffcn dem Vorstande mindestens 14 Tage vor der zu werden � bestimmten Generalversammlung eingereicht livif(§ur.Statutenänderung und Auflösung des Vereins ist Zwei- tlelmajorität der Anwesenden erforderlich. 8 25. beiinP� M Auflösung des Vereins vorhandener Vermögens- verwendet'� dem Beschluß der letzten Generalversammlung '""'de hierauf der leitende Ausschuß der„Freien Volks- Nr,, gewählt und zivar in den Vorstand: Schriftsteller Dr. Kmu �stle als Vorsitzender, Tapczircr Karl Wildberger als ' Kaufmann Jul. Türk als Schriftführer. Zn Beisitzern üw Leivählt: Redakteur Kurt Baake, Schriftsteller Dr. Otto w-?Ä"' Schuhmacher Richard Baginski, Schriftsteller Wilhelm lli, w' Schriftsteller Jul. Hort, Redakteur Dr. Konrad Schmidt. to;„» ,Joren ernannte die Versammlung die Herren Gustav er, Alw. Gerisch und Wilh. Werner. Als Ordner wurden a'.,"11"* die Herren Krause, Schmiedel, Büchner, Litfin, ylhardt, Jacnbik, Gnmpel. Grauer, Berger und Dobronz. >Sen die Wahl des Herrn Dr. Brahm wurde von Herrn Kauf- der.Lenthal Protest erhoben. Herr Brahm sei im Vorstand � �»Freien Bühne". Da die„Freie Volksbühne" doch ganz an- „,. J Zwecke verfolge, sei es nicht angängig, daß Herr Dr. Brahm s.»?. w der„Freien Volksbühne" mit einem Amt betraut werde. beide Bühnen gleiche Tendenzen, dann hätte die Gründung --Freien Volksbühne" unterbleiben können.— Redakteur Kurt Es sei vollständig falsch, wenn man glaube, die„Freie - j-bnhne" wolle der„Freien Bühne" feindlich gegcnübcrtrcten, n Gegeiiiheitz es werde beabsichtigt, zwischen beiden Bereinen 5.?"sche Beziehungen herznstellen. Er ersuche Herrn Dr. Brahm, fiy tf r•„Freie Volksbühne" eine nicht zu unterschätzende rast setz �m Uebrigen aber doch nur eine Stimme in dem aus "„Versonen bestehenden Ausschusse habe, möglichst einstimmig » wählen.(Lebhafter Beifall.) Infolge dieser ZluSsührungen wurde n?" Herr Dr. Brahm einstimmig gewählt. Persönlich bemerkt Herr sei.»"btra�w noch, daß er nicht, wie ein Redner in der Diskussion r»?- Vegrunder der„Freien Bühne" sei. Es seien neun Herren fon r' 061 er c'ncr W- Es wurde hierauf beschlossen, die Geld- '.""tun g. nach Schluß der Versammlung fortzusetzen und den .weijchu� an die in Hamburg ausstehende» Arbeiter zu senden. -".beaufsichtigende Polizeibeamte, der zweimal, als die Ver- Handlungen unruhig wurden, mit Auslösung drohte, erklärte, daß Geldsammlung, die noch einen andern Zweck hat, als den, (V,"tosten zn decken, verfolge, nicht dulden werde. Ans diesem ftnii e wurde der letzterwähnte Beschluß annullirt und dahin ge- n».' baß die Geldsammlung nur zur Deckung der Unkosten sjf wandt werden solle. Ter Vorsitzende, Tapezirer Wildberger, mjioß hierauf gegen 12Vs Uhr Älachts die Versammlung mit SB)?«1 dreifachen Hoch auf die„Freie Volksbühne. Aus der "ue der Versammlung ertönte ein Hoch auf die internationale azmldemokratie, in das die Versammelten einstimmten. . Eine Nrrfammlung des allgemeinen Ar- ei t e r i n n e n v e r e i n s s ä m m t l i ch e r B e r u f s z w e i g e «"ms und Umgegend tagte am Mittwoch Abend im Lokal des Herrn Gründet, Dresdcnerstr. 116. Der Saal war bis auf den . M Platz gefüllt. Da der Referent, Stadtv. H ei n d orf, nicht � lchlenen war, hielt Herr Grünberg aus Weißcnsce einen onrag über Fraucnbe,reiung, der sehr beifällig ausgenommen arde. Eine Diskussion über den Vortrag fand nicht statt, es urde vielmehr sofort in den dritten Punkt der Tagesordnung: «wnfnahme neuer Mitglieder" eingetreten. Hierzu wurde eine Muse von 10 Minuten anberaumt. Nach dem Ende dieser Frist t!ß w.an z un vierten Punkt der Tagesordnung:„Das Ver- & etlicher Mitglieder der Freien Vereinigung aller in der ?elleidungSindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen" inr. Frau G u b e l a erklärte, daß dieser Punkt nicht be- Jüchen werden solle, um Reibereien zu veranlassen, sondern " Aufklärung zu schaffen. Es gebe Leute, die sich Sozial- «. raten nennen— dazu gehöre auch der Redakteur des Vollsbl." Curt Baake— der durch allerlei anle die Arbeiterinnenbcwegung zn schädigen suchen .gegen ihre Person in schmutziger Weise vorgehen. einmal der Stadtverordnete Zubeil in einer Arbeiterinnen- d-, G'wnlunn nicht erschienen, obwohl er das Referat halten sollte, s„.. VN durch eine Postkarte mitgethcilt worden, daß die Ver- Hut r? wcht stattfinde. Ein anderes Mal habe sie»lit der „»/«schrift des Stadtverordneten Heindorf eine Karte erhalten, er„■ Heindorf anzeigte, daß er in die Versammlung, in der sei V 1cn Vortrag halten sollte, nicht kommen könne. Heindorf f,. jedoch sehr bald darauf in der Versammlung erschienen und �°e erklärt, daß er die Karte gar nicht geschrieben habe. Beide ffiUfc'Mren von unbekannter Hand geschrieben. Bei der letzten �enmachtsbescheerung habe man ihr einen Strick zugehen lassen, tüft. m sw sich erhängen solle,(gtednerin zeigt hier unter Eist- . mingz-»ud Pfuirnsen der Versammlung de» Strick.) Ferner 3,,i•,mnn ihr einen anonymen Schmutzbrief und Herrn an v kine anonyme Karte zugestellt. Die letztere ist du �en.Bierhändler" Zubeil gerichtet und enthält IdL Anschuldigung, daß Frau Gubela schon fest zwei 5?Q9ren zur Zufriedenheit der Polizei arbeite. Auch sei es mit f--.......— �: x.«•%« aT f f ait «tttiuic,.- ct �ust gegriffen...........,. Qielen.„r'"ß der Arbeiteriiinenbewegung und nahin hierbei �rireml.-.�ch in äußerst scharfer Weise gegen einzelne aus der .....'—-•••»«»i--»- hie lanae Kcit als „a'afP'ng bekannte Personen zu wenden, W�nWal dieser Verein einmal nla)l au, Wor r5anb' und andererseits mit dem Gelde Virchows gegründet kchvn Pgfiiger Widerspruch.) Glücklicheriveise sei ja dieser Verein Frau Jahr und Tag eingegangen. In der Offenbacher v a n 1 hätten seiner Zeit Buchbinder Schießt und Fräulein ® rt völlig diktatorisch gewirthschaftet. Unter den Tabak- . angesehen wurden. Sie....... ij'Jiien begründeten Rekonvaleszenten-Verein anschließ An».. da dieser Verein einmal nicht auf sozialdemokratische die lange Zeit hätte sich nicht dem von 1 anschließen ""ein Arbeiterinnen habe sich eine Frau Rothkopf breit gemacht, von der man aus guten Gründen in der Ar- beiterbewegung nichts wissen wollte, die aber von Herrn Baake lebhaft unterstützt worden sei. Diese Frau habe sich auch um ein Mandat zum Kongreß der Tabakarbeiter beworben und nun habe Herr Baake zu ihr gesagt:„Wenn ich Ihnen das versichere, kommen Sie hin." Die Person sei aber trotzdem nicht gewählt worden. Herr Baake habe sich auch bei anderer Gelegenheit höhnisch gegen den Arbeiterinnenverein be- nommen. Eine Anzahl Personen, welche zu Zwietracht und Un- einiglest in dem Verein Anlaß gaben, hätten sich der Freien Ver- cinigung der Arbeiter und Arbeiterinnen in der Bekleidungs- Industrie angeschlossen und gerade von diesen Personen werde mit aller Kraft und mit häßlichen Mitteln gegen den Allgemeinen Arbeiterinnenverein gearbeitet. Die Personen sind heute meistens hier anwesend, ruft Rednerin mit erhobener Stimme aus.(Un- ruhe.) Wem der Verein nicht passe, möge ihn zu ändern suchen, aber nicht gegen ihn wühle». Schließlich verwahrte sich Rednerin noch besonders gegen den Vorwurf, als ob die Kasse nicht stimme und sie den Verein ausnutzen ivolle. Sie stehe mittellos da, so schloß sie, sie habe für die Hamburger und Lieben- walder Streikenden gesammelt, durch Sammlungen Kindern armer Genossen eine Weihnachts-Bescheerung bereitet, trotzdem werde sie unaufhörlich verleumdet, aus Mißgunst, daß sie an der Spitze des Allgemeinen Arbeiterinnen-Vereins stehe und denselben in die Höhe gebracht habe. Jeder möge sich aus dem Gehörten selbst ein Urtheil bilden.(Beifall und Lärm.) Die Kassirerin, sowie die Revisorin des Allgemeinen Arbeiterinnen-Vereins bestätigten hierauf dievonFrau Gubela erwähnten Geldsammlungen und bemerk- ten, daß die Kasse stets in größter Ordnung gewesen, von Geldunter- schlagungeu seitens derFrauGubelaalso garnicht dieRedesein könne. Herr Litfin stellte die Frage, ob Herr Baake anwesend oder eingeladen sei. Als dies verneint wurde, bemerkte Redner, daß es undemokratisch sei, jemanden anzugreifen, der nicht einmal in der Lage sei, sich vertheidigen zu können.(Beifall.) Herr Pfeiffer widerlegte die Behauptung der Frau Gubela, daß die Freie Ver- einigung der Arbeiter und Arbeiterinnen in der Bekleidungs- indnstrie gegen ihre Person oder den Allgemeinen Arbeiterinnen- Verein gearbeitet habe; auch nicht der leiseste Beweis sei dafür vorhanden. Die anonymen Schriftstücke könnten sehr wohl von Feinden der Arbeitersache herrühren.(Zustimmung.) Gegen die Jagcrt hätte man vorgehen sollen, als sie noch eine Rolle in der Arbeiterinnenbewegung spielte. Man möge keinen Haß und t wietracht in die Bewegung schleudern, sondern sich bemühen, die inigkeit zu fördern.(Beifall.) Herr W n 1 1 k e sprach sich im Sinne seines Vorredners aus. Frau Scherz er bemerkt, daß Frau Gubela stets die Interessen der Arbeiterinnen nach Kräften gewahrt habe. Fräulein Wabnitz bemerkte: Ich will der Frau Gubela ihr Amt nicht streitig machen, allein ich muß doch der Frau Gubela bemerken, daß die Arbeiterinnenbewegung auch ohne sie weiter gehen würde. Fräulein Jagert, Frau Pötting u. A. haben sich abgewirthschaftet und wenn auch Frau Gubela sich ab- gewirthschaftet haben wird, dann werden neue Kräfte entstehen. Wir Sozialdemokraten erkennen eben keine Autoritäten an, weder unter den Männern noch unter den Frauen.(Lebhafter Beifall.) Daß der von mir begründete Rekonvaleszenten-Verein mit dem Gelde Virchows begründet worden, ist eine Unwahrheit. Herr Professor Virchow unterstützt höchstens Leiste, die auf kirchlichem nicht aber mich, die ich auf freireligiösem Standpunkte stehe. Herr Geh. Rath Hahn hat mir allerdings 100 M. zur Unterstützung von Rekonvaleszenten gegeben, diese haben aber bei Weitem zur Vertheilung nicht gelangt. Was den Strick und die Karten anlangt, so ist es gar nicht unmöglich, daß diese von Frau Gubela selbst herrühren. (Rufe: Sehr richtig! und lebhafte Pfuirufe, heftiger Lärm.) Herr Steinborn wendet sich ebenfalls gegen die Beschuldigung der Freien Vereinigung. Frau Lepke bemerkt, daß die Leitung des Vereins seitens der Frau Gubela eine zufriedenstellende nicht gewesen sei. Tieselbe sei allein Schuld daran, daß Streitigkeiten entstanden. Ihr Mann habe in einer Versammlung des Vereins in Charloltenburg Opposition gemacht. Auf Auffordern der Frau Gubela, die unaushörlich rief:„Schlagt doch den Hund tobt", sei ihr Mann von Männern halbtodt geschlagen worden. (Pfui! Lärm.) Solche Dinge sollten doch in einer Arbeiterver- sammlnng nicht vorkommen.(Beifall und heftiger Widerspruch.) — Frau Wengeis: Sie sei Mitglied des Frauenvereins für den Norden geivese»; die Mitglieder des Vereins wollten sich sehr gern mit dem damals hier bestandenen Frauenverein verbin- den, diese Absicht scheiterte jedoch an den Borstandsdainen, die eifersüchlig auf einander waren. Auch Frau Gubela scheint einen freien Gedanken der Mitglieder nicht aufkommen zu lassen.(Beifall und heftiger Lärm.)— Herr Litfin vertritt die Ansicht, daß von beiden Seiten gewiß gesündigt worden sei. Anonyme Schreiben müsse man einfach hinlegen, wohin sie gehöre». Es sei ganz falsch, alles zu einer große» Aktion aufzubauschen. Auch Herr P a p k e tritt dieser Ansicht bei; isolchen schmutzigen Schreiben dürfe man keinen Werth beimessen. Herr Vaake hätte sehr wohl zur Versammlung erscheinen können, da er sicher gewußt habe, um was es sich handelte. Derselbe habe übrigens in der Arbeiterinnen- b e w e g n» g soviel auf dem Gewissen, daß es angezeigt erscheine, seine Stellung nach M 3 g- l i ch k e i t z u u n t e r in i n i r e n. Es sprechen weiter noch: Frau Scherzer, Fräulein Seeger und Frau L u x. In ihrem Schliihivort wandte sich Frau Gabela gegen den Vorivurf, ihre Prozeßkosten aus der Vereinskasse verlangt zu haben. Es handle sich hierbei um einen Prozeß, der infolge einer Versammlungsauf- lösuiig gegen sie erHobe» ivorden sei. Der Verein habe aber diese Kosten, eine Summe von 30 M., nicht gezahlt. Frau Viereck bat die Versammlung, der Frau Gubela, sie als Wiitive ohne mann- lichen Schutz dastehe, nach Kräfte» Beistand zu leisten. Inzwischen hatte sich der Saal bereits sehr geleert und nachdem noch einige persönlich« Bemerkungen erledigt waren, trennten sich die Anwesen- den in ziemlich erregter Stimmung. � Wenn die Leser unseres Blattes mit der Wiedergabe so un- erquicklicher und vor allem nicht im Interesse der Arvesterinnen- beivegung liegender Verhandlungen behelligt lverde», so geschieht es nur, ivcil in dem Berich! der eklatante Beweis erbracht wird, ivie man von mancher Seile das Parteileven aufgefaßt ivird, und ivelch' kleinliche, verbohrte Gesinnung sich in ihm zuweilen an die Oeffentlichkest wagt. Kein Billigdenkender wird es im Uebrigen dem Unter- zeichneten verargen, wenn er die vage» Berleumdiingen und fixen Ideen der Frau Gubela unbeantwortet läßt und wenn er auch zu den Worten des Herrn Papke sich jede Bemerkung schenkt. erartiger Klatsch und Tratsch muß an seiner eigenen Lacherlich- lest zu Grunde gehen. Enrt Vaake. itl. fii'.vlW Sttutrtrtitt. Montag, den Ii. August, In Ww. Köhms biciiauvant, imifet Wllhclmsir. 5, eine Suppe. Wüste wNitonune». -U-luittr und Arliritrri»»»» der Hchütlebrnuchc. Ocsteuiliche Der- samiuiung am Moning, den n, Augus!, Abends tpz illjr, in Schefser's Salon, anfclftr. jo. Tagesordnung i I. Tie gegenipäruge Etlullltou. Oteferent: iilt. Baginsli. 2.'Abrechnung vom Streit. 3. Agilationssrage. glirtiu t'i» iValjrmtg der Inlrrrssrn der Schuhmacher, Montag, den Ii. AugUji, In Säger'« Salon, ülrüiien Weg 29, Mllglieder-Lerslnumluug. Tagesordnung: Vorn gg. DiStussion. Wahl von«ertrauenSmännern. iller- fchiedcneS. Um zahlreiches örsche ueu wird ersucht. Frei» U«r»i»lg»»g der drntichr» Kandschuhiuacher und Kaudagist«». Versammlung am Montag, den Ii. August er., AdeuvS% ilhr, bei fflieict, Alerauderstr. 31. Vortrag de« Hrn. Dr. Lütgeuau über Henri: Ibsen und die moderne Poesie. Verschiedenes. Wäsie haben Zutritt. Kersaiumluno v«r Lachirrr. Filiale«. Vereinigung der Maler, Lackirer, Auslreicher und BerusSgenosseu am Montag, den Ii. August, 8% Uhr, In Beger'S Restaurant, Neue Wrünstr. u. i. Vortrag des Herrn Roberl Schmidt. 2. TtStusslou. s. Vereiiisaiigelegeiiheiteii und Verschiedenes. Der Korel» Krrtlner Kan»dlc»«r hält am Montag, den n. August, AbendS« Uhr, Neue Wninslr. 28, eine Versammlung ab. Tagesorduuug: siehe Inserat. Sheatervcretn Glarouda. Eihung heute, 8% Uhr, MichaeUirchstr. 39. Herren und Tarnen als Gäste ipUltammen. Zeitinigs spedil«»»« und Ze>t»»g»-S>«rl>äuf«r. Große öffentliche Versammlung am Montag, den 11. August, Vormittags U Uhr, Feuerstein'S Garteu-Salou, Alle Jalobstr. 76. |)ei'«tii Kertiuer Zileustuiituuer für frelwllligs Sraukeii- und Sterbe- Unterstützung hält feine Monatsversammlung am Ii. August, Abends 8% Uhr. bei C. Ruppert, Krausenslr. 65. N«r«lnioung deutscher Ulaler, Anstreicher und vermandter He- rnsogenosten. Filiale s. Montag, den Ii. August, Mitglieder-Versammlung Im Restaurant Hermerfchmidt, Moabit, Perlebergerstr. 28. Fachuerein der Klthograpl,«»;» Kerli». Mittwoch, den 13. August, Abends 8 Uhr, findet im oberen Saale des Restaurant Feuerstein, Alte Jalob- straße 75, eine Mitglieder-Versammlung statt, wozu die Vereinsmitglieder mit der Bitte eingeladen werden, zahlreich und pünktlich zu erscheinen, sowie Kollegen als Gäste einführen zu wollen. Tagesordnung: i. Geschäftliches und Aufnahme neuer Alitglieder. 2. Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über: „Satans Arbeitstheiluna. 8. Antrag, Unlersillhung stellenloser Kollegen betr. «. Bericht der Kassenrepisoren. o. Bericht der Stellenpermlltlungs-Kommisslon. e. Verschiedenes. N«re!» zur Mahrunst der Jutereisen der Zachlrer Kerlln» und f mgegeud. Montag, den Ii. August, Abends 8% Uhr, in Wollschläger's alon, Mitgliederoerfammlung. Tagesordnung: i. Vortrag über DarwinimuS und Sozialismus. Referent; Dr. Lütgenau. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen wird ersuchl. Grost« öffentliche ziersauiniiuug für Wällner und Frauen. Sonn- tag, den 10. August, Abends 7 Uhr, In den Zentral-Fesisälen, Oranlenstr. 180. Tagesordnung: i.„Wie schützen mir die Erwerbsfähigteil der Arbeiter beiderlei Eesehlechts?" Referentln: Frau Schlimme. 2. DlStufslon. 8. Verschiedenes. Nach der Versammlung geselliges Beisammensein, Die Versamm- lung ist genehmigt. Achtung! Schneider! Montag, den Ii. August, AbendS 8% Uhr, In Gratweil'S Bierhallen, Koniniandantenstr. 77—70. Große Schneideroersamm- lung der„Freien Vereinigung der Schneider Berlins"(die letzte vor dem Kongreß). Tagesordnung: Der Selbstmord und die sozialen Verhältnisse in Deutschland. Referent: Herr Schulamtstandldat Karl Pinn. Des wichtigen Vortrages wegen wird zahlreicher Besuch erwartet. ziereinlgung der Drechsler Deutschland», OrtSoerwaltung Berlin 1. Versanunlung am Montag, den 11. August, Abends 3 Uhr, in Sahm's Klub- Haus, Annenstraße is. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag über: Sind die jetzigen Organisationen im Stande den Unternehmer-Verbänden er- folgreich entgegen zu treten s 3. Diskusslon. 4. Verschiedenes und Fragetasten. Gleichzeitig ersuche die Kollegen, in regerer Welse als bisher an der Abnahme der AgitationSmarten sich zu bethelligen, damit uns die Möglichkeit geboten ist, den indifferenten Thell unserer Kollegen der Vereinigung zuzuführen. Gesaug-, Turn- und gesellige Dereine etr. am Montag: Gelang- perein„Sängerlust" AbendS 0 Uhr Im Restaurant Landsbergerslraße 80.— Lledertasel der Maler und verwandten Berufsgenofsen, Restaurant Borg, Kaiser- Franz-Grenadler-Platz Nr. 7. Aufnahme stimmbegabler Kollegen.— Männer- gesangvereln„Weiße Rose" Abends 0 Uhr Im Restaurant Kleine Berichts- straße 10.— Männergesangverein„Eintracht I" Abends 9 Uhr Köpnicker- straße«8 Im Reslaurant.— fficfaiiguetein„Echo 1872" Abends 9 Uhr Oranien- siraße 190.—„Deutsche Liedertafel" Abends 9 Uhr, Oranieiisiraße 190.— Gesangverein„Mtzrtheublälter" UebungSst. Alle Schönhauserstr. 42 b. Malzahn.— Verein Berliner Theaterfreunde Abends 8% Uhr bei Lütow, Admiralstr. 88.— VergnügungSverein„gicl-Zact" AbendS 9 Uhr in Möwe'S GefellschaflShauS, Flchtestraße 29.— Verein„Lustig" Abends 9 Uhr bei Thamm, Schönhauser Allee 28.— Verein„Ratibor" AbendS 8% Uhr Im Königstadt-Kaslno, Holz- inarltsir. 72.— AhrendS'scher Stenographenvereln„Apollobund" Abends Uhr Thurinslraße 81(Moabit).— Wissenschaftlicher Verein für iiloller'sche Steno- graphie AbendS 8% Uhr im Münchencr BräuhanS, Reue Frledrichstr. 1, Unterrichts- und UebungSslunde.— Stattlud„Ramsch", sx Uhr, Fürstenbergerstr. 10. Gäste wllltommen.— Rauchtlub„Nordstern" in Susal'S Lokal Frankstirter Allee 174, Friedrichsberg.— Rauchtlub„Hellblau" Abends o Uhr Stalitzer- ftraße 143.— Verein ehemaliger Schüler der 42. Gemeindeschule AbendS 9 Uhr bei Kloth, DreSdenersir. 10.— Zithertlud„Waldrose" AbendS M Uhr. UebungSslunde bei Schneider, Albertslr. 8. Dirigent: Wegener. Ansuahme neuer Mitglieder. Gäste willlommen.— Bandonion- und Jnstrumentalverein „Melodia" Montags von o Bis 11 Uhr AbendS, Relchenbergerstraße 10.— —„Friedrichs Verein"(ehemalige Zöglinge des großen Friedrichs-Waisen- Hauses der Stadt Berlin) AbendS 8% Uhr bei Bormann, Ohmgasse 2.— Unter- baltungSIlub Schiller Abends 8 Uhr im Restaurant Giesel, Tristsiraße 41.— Vergnügungsverein„FreundeStreue" Slbends 8% Uhr Im Restaurant Preuß, Prinzenstr. 97. Gäste willkommen.— Rauchtlub„Goldene Quaste" Abends» Uhr, Restaurallon Barnirnstr, 21. Gäste willkommen. UviefTmften dev Nvdttltkion. Bei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Quiltung beizusügen. Antwort wir» nicht erlheilt. Brieflich« Für dir auogesprrrte» Kaillinitdwrrkvr Hamburgs ginge» ferner bei uns ein: A. Knosel 1 M. Psropsenverei» Wedding 10 M. Oeffenk- liche Versammlung der Kürschner und Berufsgenossen vom 0. Aug. 49,80 M. Gesangverein Vouvardia 10 M. A. Horschler 3 M. W. 95 1 M. I. Kreutz 1 M. Zigarrenmacher Gelling, Große Frankfurterstraßc 132 3 M. Von den Indifferenten b. A.Kunst- heim 2. Rate 5 M. Arbeiter von S. u. H. Markgrascnstraße 0,50 M. Kollegen der Bronzewaarcnsabrik von Arndt u. Markus 3. Rate 16,50 M. g rothe Teufel am Görlitzcr Bahnhof gleich links 2 M. Einige Perliiiuttcrarbeiter von Dielschold 3,80 M. Von 4 Tischlergcselleu, welche nicht gern Wurstfett essen, Dresdeiierstraße 13 bei Richter 2 M. Von den Arbeitern der Klempnerei Gebrüder Schneider, Barnimstraße 22 0,30 M. Sozialistische Arbeiter aus einer konservativen Druckerei 14,00 M. Gursch'sche Schriftgießerei, Prinzeiisir. 12, gesammelt durch die Wühler 11,00 M. Ziseleure von Spinn und Sohn 6,50 M. 19 die nicht einig find 5,00 M. W. Friedländer 5 M. I. F. 1 M. Bertha T. 1 M. Mehrere Arbeiter der Rouleaurfabrik von Paul Lesser, Elisabcth-Ufer 55, 8,80 M. Vuchdrilckerci Julius Rosenbaum, 2. Rate, 3,00 M. 5 Mann der Tischler- iverkstatt K... l, Eiscnbahnstraße 5 M. Bronzewaarenfabrik Adolf Salz 0,65 M. Von zielbewußten Arbeitern der Hamburg- Berliner Jalousiefabrik, 3. Rate, 9,15 M. Arbeitcr-Gesangvercin „Nord", 2. lltatc, 40 Mark. Fräserei von Meske und Schadoiv, mit Ausnahme eines Kollegen, 4,50 Mark. Werkstatt S. Iiiescuseld 4,50 M. Einige Arbeiter der Steinnuß- knopf-Fabrik, Leipzigcrstr. 60, 5 M. Einige Arbeiter der Luxus- papier-Fabrik von W. Hagelberg 7,20 M. 8 Genossen von Gustav Christ, Fürstenstr. 17, 4 M. Holzmaler S. 2 M. A. Dreier, Maler, 1 M. 11 Setzer der Buchdruckerei Otto Lange 8,20 M. Kunsttischlerei von Fahnkow, Wasserthorstr. 9, 2. Rate, 9 M. Bauklempnerei Ritterstr. 46 11,45 M. Branden- burgstr. 64 1,50 M. Fabrik Lindenstr.,©ch. u. W., 2. giate 4 M. Gesammelt in der Mechaniker-Wcrkstatt von Sk. Krüger, Michael- kirchstraße 41, 1. giate, 23,10 M. Fabrik chirurgischer Jnstuuiente von H. Krüger, 2. Rate, 11 M. Fabrik B. Borchard, Ritter- straße 77/78, 3. Rate, 7,10 M. Fabrik Rochmann, Landwehr- straße, 3,20 M. Schlosserei Blume, Elisabethstr. 55, 5,50 M. Stavenow'sche Tischlerwerkstatt, Beuthstr. 3/4, 12,50 M. Tape- zirerwcrkstatt Moide 3 M. Fünf dufte Jungens 5 M. Tischlerei von Stnmpehl, Stallschreiberstraße, 5,80 M. Zimmerer voin Platz O. d. Köhler 14 M. Zusammengelegt von mehreren Kol- legen bei W. u. W. 5 M. Verein der Gummiarbeiter 10 Mark. Von den Rothen aus der L. Buchdruckerei 5,45 Mark. Malerwerkstatt F. Wilh. Richers 8,00 Mark. Ges. von Arbeitern aus der Spandaucr G.-F. 17,10 M. Arbeiter aus der Usedomstr. 3,65 M. Ueberschuß der Tellersammlung Freie Volksbühne 64,68 M. Jung R. 0,25 M. Tischlerwerkstatt von Meyer, Langestr. 53, 3,50 M. Bau-Stnckatcure von Düstng, ges., 7 M. O. E., Berlin IV., 1 Ai. Bon einigen Kollegen in der Fabrik von C. S. u. Ko. ges. 9,60 M. Buchbinder, Männer- chor Berlin, 0,25 M. Von den Rothen aus Spandau 14,10 M. Unterm grünen Baum, Brnnnenstr. 38, l M. B. G. und Frau 5 Di. Wieth, Tagschneider, Leipzigerstr. 35, 1 M. Abgeliefert durch Ziinnier, Dialer 1,39 M. Berliner Spreewacht. Zigarrengeschäst, Perlebergerstr. 40, gesammelt auf Liste 0754 5 M. Rother Teufel 1. Rate auf Liste 919 7,30 Di. Tischlerei Unger, Oranienstr. 9 2. Rate 5 M. Wilh. Helfer, Friedrichs- bergerstr. 20 10 M. Rank, Konrad 1,50 M. Hg. im BicrkeUer gesammelt 3,15 M. Schwiniuiklnb Hecht 60 M. Spandauer Genossen aus der Ackerstraße 0,70 Dl. Schöning IM. Zimmerling und Pohl 1,50 Di. Kerskes Buchdruckerei 3,85 Di. Osuabrücker Papierwaarenfabrik 7,10 M. Meyer 7,70 M. Die Buchdrucker vom Monbijou-Platz 8,40 Di. Von den Klempnern bei Nonnenmacher 4,25 M. Von den Stein- druckern und einigen zielbewußte» Schnittmachern bei C. Ernst & Co. 10 M. Tischlerei P rechte!& Haberland 9 Di. 7 Rothe, Prinzenstr. 12, 3 M. 3 Holzpflastcrer Obcrwallstraße 1,50 M. Metallarb. Sch. W. l. Lindenstr. 4,30 M. Metallarb. Sch. W. 2. Lindenstraße 5,60 Dl, Kontobücherfabrik und Buchdruckerei Spandauerstraße 30, zweite Rate, mit Ausnahme eines raubeinigen Setzers 7 Mark. Ferdinand Theinert, Schriftgießerei, Jerusalemerstraße 66, 18 Schriftgießer 13,50 Mark. W. Strnbe, Lederwaarenfabrik, zweite Rate, 5,10 M. Die Rothen der Wollwaarenfabrik Samter ti. Komp. 8,50 Dl. Eine Streichholz- Schachtel verauktionirt Landivchrstr. 11 4,80 M. Streng konservative Hutmacher Landwehrstraße 11 0,10 Dl, Werkstelle Krug Prenzlauerstr. 52 10,50 M. Fabrik C. Müller Neue Königstr. SS 8,35 M. Berichtigung: Es muß heißen: Auf Liste 847 Drechsler Berlins, von den edeldenkenden Droschkenkutschern Berlins durch Genosse„Hermann Schultz" und nicht H. Schug. Weitere Beiträge nimmt gern entgegen die Expedition Beuthstr. 3. A. Sch. 100. Wir können Ihnen keine Auskunft geben. Zt. n. K. Die Frage kommt uns so müßig vor, daß wir sie nicht beantworten. K. zwei Streitende. Auf die Milliarde folgt die Billion, Trillion, Quadrillion u. s. f. U. M. Der Organisationsplan ist Entwurf der sozial- demokratischen ReichstagZfraktion. Erst die Fassung, welche ihm der Parteitag in Halle giebt, hat verbindliche Kraft. Ihre Aus- stellung erscheint uns übrigens unbegründet. Es handelt sich hierbei um Parteigenossenschaft im engeren Sinne. Schwrtz. Die Schriften sind verboten. Nach dem I. Oktober können wir weiter darüber reden. F. K. Sie können sich hier verheirathen, auch wenn Sie nicht Preuße sind. Rother Abonnent. 1. Der Arbeiter kann seinen Kollegen auf Bezahlung der ihm verkauften Budikermarken beim Amts- gericht verklagen. 2. Thatsächlich läßt die Polizei stets, auck) wenn ein Versammlungslokal wegen Ueberfullung bereits gesperrt ist, den Referenten und etwaige Zeitungs- Berichterstatter noch hinein. 3. Die Gerichte haben schon darin, daß Jemand bei einem Hoch auf den Kaiser sitzen geblieben ist, eine Majestäts- beleidigung erblickt. Wie das möglich ist? Ja, das möchten wir auch gern wissen. G. Kl. 1. Neue Friedrichstr. 13. 2. Landsbergerstraße 62. 4. Die Erbschaftsforderung ist nicht verjährt. Will der im Besitze des Nachlasses Befindliche Ihr Erbtheil nicht herausgeben, so ver- klagen Sie ihn. Bei welchem Gericht die Klage anzustrengen ist, können wir mangels näherer Kenntniß der Sachlage nicht be- urtheilen. G. S. Zossenerstrahe. Es genügt, daß dem Gerichte ge- schrieben wird: Gegen den Zahlungsbefehl(Aktenzeichen) erhebe ich Widerspruch. Die Zustellungsurkunde braucht nicht beigefügt zu werden. R. M» Sebastianstrahe. Wenn am 13. März die Geburt erfolgt ist, so war der 1. Juni des vorausgegangenen Jahres der Beginn der sog. Konzeptionszeit. Sie können daher nicht für den Vater des Kindes erklärt werden. Strahenabonnrnt. Bei Auflösung einer Verlobung kann man die vor nicht länger als 6 Monate zuvor gemachten Ge- schenke zurückverlangen. Die Klage wäre, wenn der Werth dieser Geschenke 300 M. nicht übersteigt, beim Amtsgericht anzubringen. S. 7. Ihre Frage läßt sich mangels einer Angabe, um was für einen Kongreß es sich handelt, nicht beantworten. Falls Sie dieselbe ausführlicher wiederholen, so wollen Sie gefl. mit Tinte schreiben. H. K. Ralliiadenstv. Die Honorarforderum eines verjährt in 4 Jahren. Die Frist beginnt am 31. Dezember W vvvjjvtyv»»»» cfc/»*- v v r)— �. Jahres, in welchem die Behandlung stattgefunden hat, � I. 100. Der Mann muß seine Frau, aua, wenn s» JLW« Ä'VC«»t4*p(VMVV(J außerhalb seiner Wohnung ermordet worden ist, a..s sslne beerdigen lassen,«j �fmrssss: JTÄ&'s» vierteljährlicher Kündigung die Wohnung am 1. UM„{. Kündigung verläßt, muß für ein Vierteljahr Micthe zahlen. stattet der Wirth dem neuen Miether, schon am 29. U" f« zuziehen, so kann der frühere Miether den auf 2 Tage entz den Miethszins von der Quartalsmiethe abziehen. Zustand g Klagen ist das Amtsgericht. wß A. 09. Die Geschwisterkinder erben nach KopfthefleN/ 1 jedes Kind Vis erhält. G. A. 14. Da Sie die letzte Klasse der lotterie nicht rechtzeitig bezahlt haben, so haben Sie keinen spruch auf den Gewinn, eine Klage wäre aussichtslos. � W. W. Was Sie uns mittheilcn, giebt Ihnen allem keinen Grund zur Ehescheidung. Wenn auch Ihre Ehe km' ist, so kann Ihre Frau zur Einwilligung in die ScheldhNg._ nicht gezwungen werden. Vielleicht versuchen Sie es mu Rückkehrbefehl. Sozialdemokratischer Mahl- Verein des 6. Kerliner Ueichstags-Mahlkreises. Dienstag, den 12. August, Abends 8vs Uhr, im Saale der„Volks- Brauerei", Alt- Moabit: WM" Grosse Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über: „Gedanken über die Taktik unserer Partei". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste sehr willkommen. Ausnahme neuer Mitglieder. 215 Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung U®; ffir MSnnet* und Frawen am Sonnlag, den 10. d., Abds. 7 Uhr, in den Zentral-Festsälen, Oranienstr. 180. Tagesordnung: 1. Vortrag: Wie schützen wir oie Erwerbssnhigkeit der Arbeiter beiderlei Geschlechts. Referenlin: Frau Schumme. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung geselliges Beisammensein. 212 Die Versammlung ist genehmigt. Dio Beauftragten. Am Stäickateure I Mittwoch, den 13. August d. I., Abends 7v» Uhr, bei ZemteP) Münzstraße 11: Große öffentliche Versammlung. T a g e s- O r d n u n g: 206 1. Ausrüstung der Delegirten mit Anträgen zuin 2. deutschen Stuckatcur- Kongreß. 2. Verschiedene Gewerkschasts-Angelegenheiten.— NB. Es werden alle Kollegen gebeten, zu erscheinen. Die Vertrauensleute. Fssclhwes�eäs� dL Lede�ai�beiteB*. Außerordentliche Generalversammlung am Rlantag, de» 11. August er., Al-rnd» Uhr, in den„Zentral-Festsiilen", Granienstr. 180. Tagesordnung: 1. Fortsetzung der Wahlen. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt.[150 Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Geffentliche Versammlung litt üillbelpeiir'eB« am Dienstag, 12. August, Abends 8 Uhr, in Königsbank, Frankfurterstr. 117. Tages-Ordnung: 1, Vortrag des Herrn Stadtverordneten Fritz Z u b e i l über Arbeiter- fchutz-Gesetze. 2. Abrechnung vom Streik. 3. Verschiedenes. Da unter Verschiedenes noch wichtige Punkte zur Verhandlung kommen, bitte ich die Kollegen, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 178__ Der Einberufer: H. Schul tz, Große Schilcker-VersmillW der Freien Vereinigung der Schneider Berlins am Montag, den 11. August ct., Abends 8Va Uhr, in Gratweil' s Bierhallen, Kommandantenstraße 77— 79. Tages-Ordnung: 1. De» Selbstmord und dio soziale» Dorhäituisse in Deutschland. Referent: Herr Carl Pinn, Schulamtskandidat. 2. Diskussion rc. Gäste sind stets willkommen. Alle Kollegen ladet freundlichst ein _ Der Dar stand. Große öffentliche Uersammlnug der Kistenmacher am Dienstag, 12. d. M., im Lokale des Hrn. Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Anfang spätestens S'/a Uhr. T.- O.: 1. Vortrag des Herrn Wilhelm Werner über nationalen ReichtHum und nationale Armuth. 2. Die Lage der ausgesperrten Hamburger und Angelegenheit des Vertrauensmannes. 8. Verschiedenes. 195 Der Ginberufer. Achtung! Am Dieustag, de» 12. August, Abends 8 Uhr, veranstaltet der Lese-u.Diskutir-Klub 33 eine ch.Wtl.KMkchmleq, Gr. Frankfurterstr. 117,„Königsbank". Tagesordnung: 1. Vortrag des Hrn. P i e t s ch über:„Die Verkürzung der Arbeitszeit auf Grund des internatio- nalen Arbeiter- Kongresses zu Paris." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Im Interesse der Sache ersucht um zahl- reichen Besuch Der Vorstand. Zur Deckung der Unkosten wird ein kleines Entree erhoben. 183 Verciil Berliner HnMiener. Montag, den II. d. M., Abends 9 Uhr, Neue Grünstr. 28: Austerordentliche General- Uersammlnng. Tages-Ordnung: 1. Mittheilung. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Ergänzungswahl des Vorsitzenden. 4. Verschiedenes und Fragekasten. 186 EWe WWst. Sonntag, den 10. Aug, Abds. 8Va Uhr, in Schneider's Salon, Belforterstr. 15, Vortrag des Schriftstellers Hrn. Wilh. B v l s ch e über:„Die Grenzen der menschlichen Erkenntniß". Nach dem Vortrag geselligo Unterhaltung u. Tanz. Gäste, Damen und Herren, willkommen. Arbeiter, Arbeiterinnen! Seid Cures Wortes eingedenk! Kauft nur in Geschäften, welche Sonntags Mittags von 12 Uhr ab geschlossen Das Agitationskomitee für Sonntag srnhe in kanfmännischen Geschäften. 190 Fachmein liiiiintlitjer in kr Firmenschilderbranche belästigten Arbeiter. Dienstag, den 12. August, Abends 8 Uhr, in S ch e s f e r's Salon, Jnselstr. 10: Große össentliche Versammlung. Tages-Ordnung: Vortrag des Herrn Otto Thierbach über: Gewerbe-Schiedsgerichte. Tis- knssion. Verschiedenes. Die Mitglieds- biichcr werden in der Versammlung aus- gegeben._ 193 Vercinignng bentslherMenc. Filiale I.(Süd). Dienstag, den 12. August, Abends 8Va Uhr, in H o f f m a n n's Fest- sälen, Oranienstr. 180: Versammlung. Tagesordnung: 1. Wahl zweier Mitglieder zur Fach- schul-Kommission und eines Mitgliedes zur Herbergs-Kontrolkommission. 2. Filialangelegenheiten. 3. Verschiedenes. 177 Die Bevollmächtigten der Filiale I. Nessentliche Bersnnlinlnng der MöbeltrnnsPl't-Arbeiter Beil. am Mittwoch, den 13. August, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75. Tages- Ordnung: 1. Wodurch können wir unsere materielle Lage verbessern? 2. Dis- kussion. 3. Verschiedenes. Referent wird in der Versammlung bekannt ge- macht. Der Einbernfer. Verein ber Pnrilnetbobenleger Berlins. Montag, den 11. August, Abends 8Va Uhr, bei Herrn Feuer st ein, Alte Jakobstr. 75: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Jahresabrechnung. 2. Wahl des Gesammt-Vorstandes. 8. Verschiedenes. 4. Fragekasten. Das Erscheinen sämmt- licher Mitglieder ist dringend erforder- lich. Quittungsbuch legitimirt. 200 Der Vorstand. Versammlung derCentrnl-Krllnken-n.Sterbe- UnlersWngsW berTentslben E. H. K Ur. 2.(Süf Hamburg) Oerllicho Verwaltung Berlin, findet am Dirnstag, den 12. d. Mts., Abends 8 Uhr, im Lokale des Herr» Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, statt. T.-O. 1. Vortrag des Hrn. Dr. Bern- stein. 2. Abrechnung pro 2. Quartal 1890. 3. Verschiedenes. 184 Um zahlreiches Erscheinen der Mit glieder, sowie Gäste, welche Mitglieder werden wollen, bittet Der Verstand. Bekanntmachung. Das Uachweivburean des Ver- bandes Deutscher Karbirr-, Friseur- und Uerrächenmachrr- Gehilfen (Zweigverein Berlin) befindet sich Uosenthalerstr. 38, Zimmer 3. Sprechstunde von 10—12 Uhr Vormittags. 211 Der Vorstand. Dr. Hoesch, Homöopath. Arzt, Artilleriestr. 27. 105 8—10, 5— 7 Uhr, Sonntags nur 0.8— 10. Fachv. der Tapezirer Kerlino und Umgegend. Dienstag, den 12. August, Abds. SVe Uhr, bei Feuer st ein. Alte Jakobstr. 76: Mtgliebtt- Vttsnnmlnng. Tagesordnung: Vortrag des Stadtv. Herrn Fritz Z u b e i l über: Arbeiterschutz-Gesetz- gebung. Diskussion. Kassenbericht über das Sommerfest. Vercinsangelegen- Helten. Fragekasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Um zahlreiches Erscheinen bittet 213 Der Vorstand.. Sonntag, den 17. August: Fußpartie nach Johannisthal. Treff- punkt Ve? Uhr, Schlesisches Thor. Für Nachzügler und Damen Nachmittags 2 Uhr, Johannisthal, Restaurant Senft- leben. Mwttcin ki Pchmentme nns Bernssgenoj'en. Montag, den 11. August, Abends 8 Uhr, bei F e u e r st e i n, Alte Jakob- straße 75: Versammlung. Tagesordnung: I. Wahl eines 2. Schriftführers. 2. lllechenschaftsbericht vom 2. Quartal. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschie- denes. Pünktliches und zahlreiches Er- scheinen aller Mitglieder erwartet 203 Der Vorstand. Fchvttein sür#1# nnii MWnenbnn-Arbeiter Berlins nni) llingegenh. Montag, den 11. August, Abends SVe Uhr, in R e h l i tz Salon, Berg- straße 12: AHttsMinlW. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Hildebrandt über: Die Bestrebungen der Handwerker und Arbeiter im Jahre 1348. Dis- kussion.'Aufnahme neuer Mitglieder. Ersatzwahl der Arbeitsnachweis-Kom- Mission. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen bittet 184 Der Vor st and. Grosse öffentEiche VersmickW sillilmWtt MckWmben- n. Fneondreher Berlins. Dirnstag, den 18. August, Abends 8 Uhr, bei Oeigmüller, Alte Jakobstr. 48a. Tages-Ordnung: 1. Wie denken die Kollegen über ihre fernere Organisation. 2. Bericht über die eingelaufenen Unter stützungsgelder. 194 3. Verschiedenes. _ H. Voigt. Im Tuchgescliäft Prinzenstr. 53, gegenüber der Turnhalle: Herren- u. Einsegnunge- AnzUge, Paletots, sowie Damenklcider etc. Auf Wunsch auch gegen Theilzahlnugen. 190 Zwei Vereinszimmer, paffend f. C sangvereine, sind z. vergeben. 0. Reichert, Müllerstr. 7. 200 Unserem Freunde und Sangesbrudw Kassirer vom Arbeiter- Gesang««" Vorwärts, zu seinem morgigen seste ein donnerndes Hoch! Mehrere Freunde und Sangt«'. briider vom Süd-Gste». J1 Unserem Freunde und Genossen Albert Grundmann � zu seinem morgigen Geburtstag � dreimal donnerndes Hoch.., Dio Rothen von Grünau» Kopnickersir. �2« Restaurant„Sport' Allen Freunden und G ö n» empfehle mein schön am Wald». Ai gelegenes Garten-Lokal. Tanzsaal und Kegelbahn auch Kaffeekiiche stehen zut fügung. Gustav Anders��- M. Fiebig's«MWA Sonntag, den 10. Aug., Nachm.*..w, Dienstag, den 12. d., Abends 8« beginnt der erste neue Kursus�� Freunden und Bekannten, sowie werthcn Nachbarschaft empfehle �- neu eröffnetes Kirr-Kostal. A« � zimmer(25 Personen) steht zur fügung. Achtungsvoll A üt'M.. Krautsstraße��. 182 siif ll!ll° Preise. 189 Britzerst�'' Hut-Fabrik Klüchcrstraße 11, Wilhelm Sämmtliche Hüte mit Konto marken. Große Auswahl be» � ligsten, festen Preisen. Großes ,Jje in Sonnen- u. Regenschirmen. Nve» Bedienung.___ � el-s Violin-, Flöten- u. Bandonionsp' j,> welche geneigt sind einem Musikor � beiznlreten, wollen sich melden Schramm, Reichenbergerstr. 1°� «>m, Admiralstr.23,H.lVmöbl.SchlafstffM< Ein möbl. Schläfst, i. z. verw. Schulz, Friedrichsbergerstr. 24�,� Eine schöne Schlafstelle ist miethen Granienstr. 144, H. Tüchtige Vergolder(Farbigmaw� werden sofort verlangt J. Kristan, Kottbuser UfttL> Einlei ster verl. Filzschuh-Fabrik. 208_ Rheinsbergerstr. 1- Tüchtige selbstständige Schlasssv Eisenkonstruktion und Wellblecharve' � sowie einige Nieter finden bei 0' jj) Lohn dauernd Beschäftigung. Usedomstr. E. de la Sauce&*y v Verantwortlicher Redakteur: Curt Laak» in Berlin. Druck und Verlag von Mar Fading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum Berliner Bolksblatt * Nr. 184. Sonntag, den 10. Angnst 1890. 7. Iahr�. Nsvfstnmlungsn. »iner öffentlichen Versammlung von Arbeitern }.rr..■Arbeiterijuttit in der Damenmäntel-, Herren-Trikotagen- w.,-��sche-Branche, die am Dienstag Abend in Griindels Lokal, bilr? llg, unter dem Vorsitz der Frau Schumme tagte, ".'lraulein Wabnitz einen Vortrag iiber„Naturgesetz und s.;,"lchenrecht." Rednerin leitete ihre Ausführungen mit dem Lfi vS daß von einem willkürlichen Schöpfungsakt nicht fiiJh r- dr sein könne; in diesem Punkte habe die Wissen- Naturmäch?��°" geschaffen.. � Unsere Vorfahren waren du&.«ft.i..# � Gewalt . en gegeniiber ängstlich; sie beteten dieselben ist das Gefühl der Ohnmacht gegen diese Schwinden, die Menschheit sucht sie in ihre -------"• Natur: m-, Vit iültU|U|tJIClV|uu;v 1�. 7°walt zu bekommen, sie sich dienstbar zu machen. Die Sstche herrschen insoweit über uns, als wir ohne unseren Willen ?uf die Welt kommen und auch wieder aus der Welt gehen. Kwlschen Geburt und Tod liegt das Leben, und wir haben das Mige Recht zu leben. Dieses Recht wird uns aber durch die |t des©nnftrtfH Unffov. SfirnfittMiith Tom. MVKMSMWs der„schwarzen Listen""' welche für ihr a kbi� für die Arbeiter oder Arbeiterinnen, . gutes Recht, für bessere Existenz- drücklinr-m impfen. Die Kapitalmacht will hier aus- das aStt Renschen dem Hungertode preisgeben, ihnen arbeitt Leben nehmen. Dieser gräßlichen Macht muß das nickt„.-,1 sich einheitlich entgegenstellen und soweit es noch Uli. Omrhotim,.,»a..... r..2 v---- 1------.. nickt einheitlich entgegenstellen und soweit es noch den«ki r reii muÖ es durch Ausklärung dahin gebracht wer- Zwe'ikt,,�" der Druck des Kapitals eine gewisse Ver- wir a6er sich selbst das Leben zu nehmen, erscheint siir b-nl« � ist nothwendig, daS Leben einzusetzen im Kampf ClfeiP CfDirt Si/\ MMA»fi** ST>ol» Snm Oinorfo Nflung tnuth."�. �—------- �....................... ttugr«!. Zustände. Wie die spinne ihr Netz zu dem Zwecke stiiNn»""'.um Beute zu erhaschen, ist auch unser heutiges ms. n'Getriebe darauf berechnet, das arbeitende Volk deuten; bei der Spinne geschieht es mechanisch, Eis.«*"moducktion in scharf berechneter Weise. Ein Kilogramm Lvan m!1®Wthe eines Pfennigs erhält den Werth von 5 bis tunnxkr.' sobald es durch menschlichen Fleiß in Uhrfedern ver- L.r-, ivorden ist. Die Arbeiter erhalten aber bei der Werth- bra,,�'� mc*st einmal soviel, wie sie nothdürftig zum Leben ge- näk.«.Zur das Meter Perlenbesatz auf feine Rüschen zu Ar??,~r eine künstliche und mühsame Arbeit— zahlt man der loa« mr 18 Pfennige; für diese winzige Summe müssen lörfi«.« ,n vernäht werden. Für das Nähen von 16—18 Knopf- erhalten die Trikottaillen-Arbeiterinnen 10 Pf., hierbei bcfrrlt- l'ch dieselben auch noch die erforderliche Nähseide «on, m";. Der Zivischenmeister, welcher sich die Arbeiten erst Pnn.« holt, zahlt für das Anfertigen eines Dutzend beiw ö0 Pf. Arbeitslohn; auch hierbei muß die Ar- LcjP das Garn zugeben. Und das geschieht, obgleich die st�'lanten viel Geld verdienen. Ein in dieser Branche thätiger fa�Wneller hat im vorigen Jahre einen Reingewinn von flu» k' erzielt. Auf der einen Seite Vermehrung des Kapitals, der � anderen Vergrößerung der Noch, das ist der heutige Zustand ick Wenn man uns sagt, das sei ein Naturgesetz, so meine Onh«. S' daß der Mensch berufen ist, dieses Gesetz in Bahnen zu lenken. Wir wollen, daß uns das Leben nicht denk, � werde durch Ausbeutung unserer Kräste. Der Egoist wsvUr an sich, er nimmt keine Niücksicht auf seine Neben- toJAen; der Sozialist hingegen will alle Menschen glücklich a,,?01. er will das Recht des Menschen zur Geltung bringen, terin 111 Ledeckten Tisch der Natur Tyeil zu nehmen. Tie Zlrbei- 5lufFr'-en wüsten dies auch erkennen lernen und thatkrästig für «�..arung ihrer Kolleginnen eintreten. Schaffen>vir bessere mg.Bedingungen für das Volk und es wird edler, (Ii'., werden. Vor allen Dingen ist eine Ver- «, ä'in« den«ifvfi.itsioit f.fii- vntbweudia: diese ist die Wissenschaft «-ork°A Arbeitszeit sehr nothwendig; diese ist >!»„-. wvgung zu einer besseren Ausbildung. Die Wissen,. dem Arbeitern und Arbeiterinnen zugänglich sein, und «lle» �'blichen Geschlecht muß vollständige Gleichberechtigung ans diese o-, �en des Lebens zuerkannt werden. Lassen Sie uns für »ab. eintreten, damit unsere Nachkommen sagen können, L.t unserem Zeitalter Männer und Frauen kräftig für die der;,"vg ihrer Lage gewirkt haben.(Ledhafter Beifall.) In Sj r. legenden Diskussion sprachen die Herren Sperber, diein Kräft, Wuttke und Frau S ch u m n, e. Allgc- vram,!.� � betont, daß die Frauen sich nachhaltiger zu Bcickrt, n vnd mit den Männern gemeinsam für die Um- bcio.,,& unserer modernen Wirthschastsweise zu kämpfen Berechtigtes Aussehen erregte es, daß der überwachende vcii?, bei den Worten eines Redners von der Aten,„v.O'2vt.""'"ü""»wiw ü1"" w«,.. u, hötc« vecht wissen könne, wo die Politik anfange oder auf S<�H.°rauf wurde folgende Resolution einstimmig an- .... Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Aus- suyrungen der Referentin einverstanden und stellt es sich fssK Ausgabe, mit aller Energie und Ausdauer für die ckechte des arbeitenden Volkes einzutreten und für weitere n,7s""larung Sorge zu tragen, streik im"verschiedenes" brachte Herr Sperber den Setzer- lesend.«"Lokal-Anzeiger" zur Sprache und empfahl den An- �inselk.» das Blatt nicht mehr zu abonniren und auch in �chmnn.»"'cht mehr zu inseriren. Noch Befürwortung durch Frau einsti,«� Herrn Pfeiffer gelangte ein entsprechender Antrag 6 ch m'P zur Annahme. Ebenso wurde auf Zlntrag der Frau „m ö beschlösse», nur in Geschäften zu kaufen, welche Sonn- Äj» t t« i2 blhr schließen. Einer Aufforderung des Herrn "'sttalf.L6'r?"3 von den Jnnungsmeistern auf den 0. August ver- ssern.«*«'est, nicht zu besuchen, wird Folge geleistet werde». iiiiw wurde einem Antrage zugestimmt, die Agitationskommission "Äubf. wieder eine Versammlung mit der Tagesordnung: rusi,, von Tclegirten in die Streik- Kontrolkoinmission" einbe- die ns. weh einem kräftigen Schlußwort der Referentin wurde �rbeii... sswluiig mit einem dreifachen Hoch aus die allgemeine 'Ursache geschlossen. Drri?«« ��"��vsantmluug des Vereins der Kchrlftaiesier Itellu»? � bl. Juli bei Jordan. I. Punkt der Tagesordnung: sainm-'Pwhme zur Resolution der allgemeinen Schristgießer-Ber- ßlied..?L vom 21. Juli. Diese Resolution besagt, daß nur Mit Schrift«? c bluterstützungs-Vercins deutscher Buchdrucker in den «>».i gieiier-N...!«„mon werden, und daß sich der Ber- ........... von der Vorsitzenden solle keine politischen Zlngelcgenheiten erörtern richtig bemerkte Frau Schumme dazu, daß doch unr-»" a» h«.-=•_ auflösen soll. Der Vorsitzende führt Vcr.i« e§.. um dieselbe Frage dreht, wegen welcher Mber.7" gegründet worden. Ter Vorstand sei sich bereits sj i? und steht noch auf deniselben Staudpin i,�eiftz�!, Bcrcin allen Kollegen, gleichviel ob Unterste_ u.Aaus b.m' t"der nicht, offen zu halten; diese Taktik habe sich kn�nhrio.,, Ter Verein habe während seines noch nicht i''ch fckr.«op ,1 3"'cht unbedeutende Erfolge gehabt. Nicht d»«"' indem �'genübertreten, sondern durch Heranziehe» der Kol- l�ten"�?" s'K.in den Verein aufnimmt, seien die Erfolge Zett herbeigeführt. Von den folgenden Rednern wird angeführt, daß es ein ungerechtes Verlangen sei, daß der Berein sich auslösen soll, während der andere bestehen bleibt. Wenn künftig ein einziger Verein bestehen soll, müßten beide jetzigen Verein aufgelöst werden, an die Forderung nur U.-V.- Mitglieder aufzunehmen, könne nicht festgehalten werden, da wir 'onst die Hilfsarbeiter und die in verwandten Fächern Be- chästigtcn niemals in die Organisation hinein bekämen. Die Be- ürchtung, der Verein werde ohne diesen Zwangsparagraphen dahin kommen, daß er Diejenigen die in der letzten Tarifbcwegung gegen uns gehandelt haben, aufnimmt, sei unbegründet. Der Vor- tand werde allen unwürdigen Elementen die Aufnahme ver- weigern. Alles was in letzterer Zeit geschehen ist, sei auf die Agitation des neuen Vereins zurückzuführen, ohne die- elbe wären wir vielleicht auf die unterste Stufe angelangt. Während unser Verein mit seinem ganzen Vermögen in die Central- Organisation einzutreten bereit war, habe der andere Verein seinen Mitgliedern wohl den Willen gelassen bei- zutreten, aber sein Vermögen wollte er für sich behalten, unter diesen Umständen könne man nicht dafür sein, daß sich unser Verein auslösen soll, während der andere bestehen bleibt. Sehen wir uns die Koalitionen der Arbeitgeber an, so können wir nicht ragen, ob Jemand dem Unterstützungsverein angehört, sondern wie bringen wir ihn auf unsere Seite. Folgende Resolution wird gegen eine Stimme angenommen: „Die Generalversammlung des Vereins der Schristgießer Berlins erklärt sich nach wie vor bereit, den Verein zu Gunsten eines neu zu begründenden allgemeinen Berliner Schriftgießer- Vereins auszulösen; hält jedoch an der Bcvingnng fest, daß sich der andere hier bestehende Berliner Schriftgießer-Gehilsenverein ebenfalls auflöst und daß die Zugehörigkeit zum Unterstützungs- verein Deutscher Buchdrucker nicht unbedingt nothwendig ist, um Mitglied dieses Vereins zu werden. Es folgt der 2. Punkt: Wahl des Vorstandes. Es werden gewühlt: A. Löhr, 1. Vorsitzender; A. Reimer, 2. Vorsitzender: Kirchmeycr, 1. Echristsührer; C. Grieß, 2. Schriftführer; H. Flasch- mann, 5tassirer; Th. Grob, A. Horling, L. Magert, Voß, Beisitzer. 3. Punkt: Statutenänderung. Auf Antrag des Borstandes wird der Beitrag auf wöchentlich 10 Pf. und die Rechte der Mit- glieder aus die Hälfte herabgesetzt. Das an Durchreisende zu zahlende Viatikum von 6 M. bleibt bestehen. Ferner wird der Zusatz inS Statut aufgenommen„für den Anschluß an den Unterilützungsvcrein Deutscher Buchdrucker" zu agitiren. Es folgt der Kassenbericht bis 31. März d. I. Einnahme: 1818,83 M., Ausgabe: 439,60 M. Bestand: 1379,23 M. Zur Prüfung der Abrechnung werden 3 Revisoren gewählt. Dem Massiver wird eine Halbstihme Entschädigung von 13 M. zugesprochen. Den ausgesperrten Hamburger Bauhandwerkern werden 50 M. bewilligt. Durch Annahme einer Resolution wird in Erinnerung gebracht, mir Hüte mit Kontrolmarken zu kaufen. Der neue Vorsitzende spricht die Erwartung ans, daß die Mitglieder dem Verein wie bisher auch ferner ihr Interesse Zuwenden; was in seinen Kräften steht werde er zur Hebung des Vereins beitragen. Nachdem die Versammlung dein scheidenden Vorstände ihren Dank aucgesprochen, schließt dieselbe. Eine öffentliche Versammlung des Allgemeinen Metallarbeitrrverrino Äerlins und Umgegend fand am Donnerstag, den 31. Juli, Abends, im Restaurant„Wedding Park" mit folgender Tagesordnung statt. 1. Vortrag des Heprn Türk über:„Die Ursacyen und Wirkungen der große» fran- ösischen Revolution. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mit- glieder. 4. Verschiedenes. Nachdem daS Protokoll der letzten Generalversammlung ver- lesen und angenommen ivar, erhielt Herr I. Türk zu Punkt 1 der Tagesordnung das Wort. Derselbe entledigte sich seiner Ausgabe unter lebhaftem Beifall der Versammlung. An der daraussolgenden Diskussion betheiligten sich besonders die Kollegen Unger, Martini, Hartmann und Muimnendey, fännntlich im Sinne des Referenten. Nachdem zum 3. Punkt der Antrag eine Pause eintreten zu lassen, abgelehnt worden war, ließen sich während der VerHand- lung eine größere Anzahl neuer Mitglieder aufnehmen. Zu„Verschiedenes" nahm Kollege Gutheit das Wort, um auf die Lage der ausgesperrten Arbeiter Hamburgs hinzuweisen. Er führte aus, ivie der Hamburger Arbeiter von je her da, wo eS sich um die Besrciung der Arbeit aus den Banden des Kapitals, wo es sich um die Emanzipation des Proletariats han- delte, stets die ersten gewesen seien, welche geschlossen dagestanden hätten, wie sie dieS noch zuletzt bei der Reichstagswahl bewiesen und sich dadurch den Haß der Unternehmer zugezogen hätten. Derselbe schloß seine Ausführungen mit einem ivarmc» Astpell an die Versammlung, die Hamb rger Genossen recht thatkrästig zu unterstützen, und sie nichr untergehen zu lassen in ihrem schweren, aber gerechten Kampf. Ihre Niederlage sei auch unsere N'eder- läge. Ihr Sieg sei unser Sieg. Nachdem noch mehrere Kollegen in demselben Sinne ge- sprochen hatten, ivurde» noch einige nuivescutliche Punkte erledigt, worauf Schluß der Versammlung um Ilde Uhr erfolgte. Eine Urvstammiung dos Urnftttv der Klempne? Krvlins«ui' Vurgrgrnd tagte am Dienstag, den 5. August, im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11— 13. Die Tagesordnung lautete: 1. Vortrag: Tie Forderungen der Hand- werler und Arbeiter im Jahre 1843. Referent: Herr Hildebrandt. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragekaste». Ter Referent erntete für seinen eiustündigcn Vortrag großen Beifall. Er legte der Versammlung klar, daß auch die Haudiverksmeister im Jahre 1848 die größten Gegner einer regulirten Arbeitszeit gewesen sind und gegen das allgemeine Wahlrecht protestirten. Der Referent führte serner aus, daß die ausgesperrten Hamburger Arbeiter ebenso für Freiheit und Koaliliousrecht kämpfen, wie die Gefallenen von 1843. Im zweiten Punkt der Tagesordnung sprachen die Kollegen Weber und Drange im Sinne des Rescrentcn. Folgende Slesolution wurde von der Versammlung einstimmig angenommen: Tie heutige Versammlung der Klempner Berlins und Um- gegend erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz einverstanden und erkennt in den Kämpfern des Jahres 1848, die Vorkämpfer der Freiheit, welche die Bahnen für die heutige Llrbeiterbcwcgung brache». Sie verspricht ferner, für die Kämpfer um das Koalitionsrecht in Hamburg mit allem Opfermuth einzutreten." Darauf wurde die Versammlung zur Ausnahme neuer Mitglieder auf 10 Minuten vertagt. Im 4. Punkt der Tagesordnung wurde Kollege Tschöke als Hitfs- kassirer für die Zahlstelle im Osten gewühlt. Auf Antrag des Kollegen Köhler bewilligte die Versammlung das ganze disponible Vercinsvermögen für die ausgesperrten Arbeiter in Hamburg. Kollege Förster forderte die Kollegen auf, in den Werkstätten zu agitiren und dafür zu sorgen, daß jeder Klempner im Besitze einer Streikkarte ist, weil nur dadurch im nächsten Jahre ein Streik zu unseren Gunsten enden kann. Kollege Franz führte aus, daß er von Seiten der Fachkommission geschickt war, Kollegen einer hiesigen Bauwerkstatt aufzufordern, in dieser Ver- sammlnng anwesend zu sein und daß jeder einzelne sein Wort ge- geben hat zu erscheinet, aber nur ein Kollege sich verpflichtet hielt, sein Wort einzulösen. Darauf wurde die Versammlung ge- schlössen. Vereittigltng der Drechsler Deutschlands» Ortsverwal- tung I. Versammlung am Montag, den 11. August, Abends 8 Uhr, in Sahm's Klubhaus, Älnnenstraße 16. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag über:„Sind die jetzigen Organi- sationen im Stande, den Unternehmer-Verbünden erfolgreich ent- gcgenzutreten?" Referent Herr Gründe!. 3. Diskussion. 4. Ver- schiedenes und Fragekasten.— Gleichzeitig werden die Mitglieder ersucht, für rege Abnahme der Agitationsmarken Sorge tragen zu wollen, damit uns die Möglichkeit geboten ist, den noch indiffe- reuten Theil unserer Kollegen der Bereinigung zuzuführen. Der Fachverein der Kcrliner Stnckateure hielt am Montag den 4. August in Zemter's Lokal, Münzstraße 11, seine übliche Versammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Vortrag des Herrn Julius Türk über die„Frauenbesreiuung". 2. Gewerkschaftliches. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Vor Eintritt in die Tagesordnung machte der Vorsitzende den Plötz- lichen Tod des Kollegen Eduard Neizel bekannt, und die An- wesenden ehrten sein Ändeuken durch Erheben von ihren Plätzen. Herr Türk hielt hierauf seinen Vortrag. Er hob besonders her- vor, daß eS eine irrige Ansicht wäre,'volle man die Frauen von der Arbeit ausschließen, man müsse sie vielmehr in dem Kampfe ums Dasein nach Kräften unterstützen, die gleiche Arbeitsleistung verlange gleichen Lohn. Vereint muß marschirt werden gegen die Kapitalmacht, dann werden wir auch denZSieg erlangen. ReicherBei- fall lohnte den Redner. Zum 2. Punkt machte der Vorsitzende auf die Vorlage betreffs der Statistik aufmerksam. Die Ansichten hierüber waren gethcilt, und»ach langer Debatte über diesen Gegenstand wurde eine Kommission von süns Mitgliedern ge- wühlt, welche die Erhebung der Statistik in die Hand zu nehmen hat. Die tztamen derselben sind folgende: Brachvogel, Groß, Günther, Schmidtchen und Schmidt(Charlottenburg). Um es denselben so leicht wie möglich zu machen, ist es Pflicht der Kollegen jeder Werkstatt, der vorgenannten Kommission in ihrem Vorhaben behilflich, resp. bei der Angabe der Zahl der Gehilfen sowohl als auch der Lehrlinge möglichst gewissenhaft zu sein. Unter Verschiedenem wurde den Anwesenden ein trauriges Bild der Hamburger Bauhandwerker vor Augen geführt. Der Vor- stand ist infolge dessen ermächtigt, das überflüssige Geld an die nothleidenden Hamburger zu schicken, serner das Vergnügungs- komitee aufzufordern, auf dem schnellsten Wege abzurechnen, um den Ueberschuß, so solcher vorhanden, auch dorthin abzuliefern. Versammlung der Freien Vereinigung der Graveure und Ziseleure. Tagesordnung: 1. Geschäftliches 2. Vortrag des Herrn Stadtverordneten Vogtherr über:„Alte und neue Weltanschauung". 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. An den anregenden Vortrag schloß sich eine lebhafte Debatte. Unter „Verschiedenes" empsiehlt Kollegs Wendt die Freie Volksbühne und ersucht die Kollegen zum Beitritt dazu. Kollege Zack be- richtet noch über die Versammlung der Streikkommisiion. Gr»!?« öffciitlicho N«esa»»»l»»o der Icltnnga- Kpediteure«»d Z«it»»os-N»el,ii»s_____ ~ 005[1500) 1:100 050 07 453 080 872 007 7003 08 193 55 j 723 30 NU33«123 263 3,2 725 15001 »AM wsa« awMSiJ» 250 97 4:53 0811 872 007 3003 Oft 1 QN r.-.. 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