Fr. 186. Mittwoch, de« 13. A«g«st 1890. % Achrg. Hrgan für die der Arbeiter. %######:# Jnsertionsgebühr Pf., für Vereins- und Verfommlungs» Anzeigen 20 Pf7'Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin Sw., beträgt für die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- nr-____ m: rv r......«.... t:=* Mr... m. Jf....■ j..-«!.. V... m..... - 1 Fernsprecher: Amt VI. Iltr. 4100.•• Medskkion: VeukhfivMv S.— Expedikion: VenkhfkrAtze 3. TislkiszlostgKeik. jene fÜüLtCm Aerztekongreß zu Berlin kam auch bis Jw Krankheit zur Sprache, die von der Medizin den. F�bens bekämpft worden ist und die bei Taufen- ktfbw t Abertausenden schon Leben und Gesundheit v �~~ ki® Syphilis. Es scheint, daß man das ?teM schleichenden Giftes noch nicht genügend er- ----- 4 r Y. L.ff— caf,.i i'otllf, 9at' nui' mühsam kann der �ienfcy, oe»eii Wer»» ist, wieder hergestellt werden, und in sehr dieiü-. � endigt das Nebel mit dem Tode, in den Nein»"I'* c'nem dauernden Siechthum. Man sollte daß hier der menschliche Scharfsinn genügend hinbt worden sei. Die Besten unter den Heil- Jen sollten unablässig bemüht sein, Mittel und Wege körn»? � wie das schreckliche Gift aus dem Volks- DiüL enifenit werden kann. Aber sei es, daß diese Be- ohne Erfolg geblieben sind oder daß man sich hp. nicht genügend angestrengt hat, die Krankheit an Verbreitung gewonnen als verloren. Weite flank sind durchseucht. Viel tragen dazu bei die Zu- LjP den großen Städten. Nickt m? kennt den eigentlichen Ursprung der Krankheit (gold Acan weiß nur, daß dieselbe im Jahre 1493 durch ist N aus Kleinasien in Europa eingeschleppt worden Etf»•"�uichtete bekanntlich gleich zu Anfang ihres einen der edelsten und feurigsten Geister des hat f• �kkes, den berühmten Ulrich von Hutten. Er �ühre ü ��iden in einem Buche beschrieben und es ist Pinn FW kesen, wie er mit dem verheerenden Gifte ge- hat. Man hat aus falscher, spießbürgerlicher, so- der a Schamhaftigkeit seither gerne vermieden, von ive»in �wkheit offen und öffentlich zu reden, was nicht Qu J bazu beigetragen haben mag, daß Viele sich der s-tl e�'r""giftet zu werden, nicht nur ahnungslos aus- von i lodern auch das Uebel vernachlässigten, wenn sie ließ»,,"'selben befallen waren, und es unheilbar werden ver- von breite lc schreckliche Aussatz wird heute am meisten de», lch die Prostitution. Dieses Uebel, schem �'1 st?) m falscher Prüderie gleichfalls zu reden l>Üroo,'.rI rine unheilbare Eiterbeule am Körper der handei, Gesellschaft. So lange die Prostitntion vor- Einriß''st damit der Beweis gegeben, daß die sozialen NNoosJ nge", die heute vorherrschen, total falsch sind. Wie denikL i.'ch' daß das Verhältniß der beiden Geschlechter, auf in dj» �'stenz und die Fortpflanzung der Menschheit beruht, ist W r0Pu der Prostitution gedrängt werde:: kann! Aber A)öner Aerlichen Gesellschaft ist ja nicht irgend ein _ nnd großer Gedanke, sondern der Erwerb der verboten l18 kroniout junior«ndMsl-r senior. Von Alphonse Daudet. Aus dem Französischen von Ludwig K n o r r. WKiM Und den'" Klub und verachtete dessen Mitglieder. - nonn. der ebenfalls er ihm mit Mn ß/uf Tages ein reicher Kanfinann, der ebenfalls 'stet devstp?6 oLte' die Fabrik kam, sagte er ihm mit "Der �...??enherzigkeit: zwei gstl sts hole Ihren Klub in Chateau d'Eeau... stk dort? ,? hak Herr George mehr als dreißigtansend Der s..S"wsten,- dest"Aber e;T-' 3 on 5" lachen: 6*;%..'™" Feh, Pap« Pkm'S. CV H vo» iiN arank Es sind min- vffeh &SS fö« A. BWm V**vvii- ®opfe Ipff brach das Gespräch kurz ab, aber in beschafi;.! J�Jsch ein Gedanke fest, der ihn den ganzen aus? Ging feil; Jpo brachte George, wenn er nicht in den «' s-'ne Abende zu nnd wofür gab er soviel Geld steckte ein Weib dahinter. ser Gedanke ihn erfaßte, fing er an ernstlich Alles beherrschende Faktor. Und wo dieser niedrige Be- griff vorherrscht, da erscheint auch immer die Prostitution — sie ist ja auch ein Erwerb. Von der Natur zur Liebe bestimmt, wie alle Anderen, müssen viele Tausende, Hun- derttausende von Frauen und Mädchen ihren Körper preis- geben, weil ihnen kein anderer Erwirb übrig bleibt. Die Industrie zahlt ihnen ja gewöhnlich Löhne, von denen sie nicht leben können, wenn sie überhaupt Beschäftigung finden. Der Spießbürger gefällt sich in dummen Moralpredigten gegen die armen Opfer, statt mit uns auf Mittel zu sinnen, wie das Uebel beseitigt und die schreckliche Pestbeule aus- geheilt werden kann. Die Prostitution rächt sich von selbst, indem sie der Gesellschaft das fürchterliche, markzer- fressende Gift beibringt. Es wird offenbar auch nicht verschwinden, so lange die Prostitution überhaupt besteht. ' Der Aerztekongreß hat sich denn auch nicht weiter mit der Ursache des Nebels beschäftigt, sondern nur die Frage der ärztlichen und sanitätspolizeilichen Kontrole be- handelt. Mau sieht, die Mediziner wissen gegen den ge- fährlichen Aussatz auch kein anderes Mittel als eine ver- schärfte Kontrole. Aber was ist denn damit gethan? Unsere„sittlichen" Zustände spotten der Kontrole. Man hat in einer Anwandlung von Pietismus die öffentlichen Häuser aufgehoben. Aber damit hat man das Uebel nur vergrößert; man hat es in die Familien getrieben und es gezwungen, sich auf der Straße breit zu machen. Die Sanitätspolizei wird uieiüals die gesammte Prostitution, die sich in tausend Schlupfwinkeln verbirgt und in tausend wechselnden Formen erscheint, überwachen können. Man verfällt aus einem Fehler in den andern. Die Vorschläge auf dem Aerztekongreß bekundeten eine völlige Nathlosigkeit. Man verlangte, alle Soldaten und alle Arbeiter von industriellen Etablissements sollten einer ärztlichen Untersuchung in regelmäßigen Zwischen- räumen unterworfen werden. Bei dem Militär findet bekanntlich schon eine solche Untersuchung statt. Warum man gerade die Arbeiter allein mit einer solchen Maßregel heimsuchen will, ist für einen normal denkenden Menschen nicht ersichilich; wahrscheinlich will man die„Gebildeten" mit einer solchen immerhin nicht angenehmen Pflicht verschonen. Aber wir protestiren dagegen, wenn eine solche Untersuchung stattfinden soll, so muß sie sich auf alle erstrecken. Sie hat sonst keinen Zweck. Ohnehin beschäftigen sich vermögliche Herren mehr mit der Prostitution als der Arbeiter mit seinen be- schränkten Mitteln. Mau sprach auf dem Aerztekongreß sogar davon, die Eheschließung von einer ärztlichen Unter- suchung abhängig zu machen. Man sieht, welche absonderlichen Gedanken aufkommen müssen, wenn man sich rathlos einem so fürchterlichen für seine Kasse zu zittern. Der alte Bär aus dem Kanton Bern hatte vor den Frauen im Allgemeinen einen ungeheuren Respekt und vor den Pariserinnen einen ganz besondcrn Ab- scheu. Er hielt es für seine Pflicht, vor Allem Risler zu benachrichtigen: „Herr Echorchc giebt viel Geld aus, bemerkte er eines TagcS." „Was soll ich dagegen Ihm:, bemerkte Risler ruhig,— er hat doch ein Recht dazu." In Risler's Augen war Fromont wirklich der Chef dcS Hauses und es wäre drollig gewesen, wenn er, Risler, der ehemalige Musterzeichner, sich erlaubt haben würde, Be- Merklingen darüber zu mache». Auch der Kassirer sprach nicht mehr davon bis zu dem Tage, wo ihm eine Rechnung über sechstausend Frank für einen Cachcmirshaivl präsentlrt wurde. „Soll ich sie bezahlen," frug er Fromont junior. George ivar ein wenig verlegen, da Sidouie vergessen hatte, ihn von dieser«eilen Laune zu benachrichtigen. Sie handelte jetzt schon ganz»ach ihrem eigenen Kopf. „Geiviß, gewiß, zahlen Sic nur Papa Planus.... aber buchen Sie es auf mein Privatkonto, es ist ein Aus- trag, den ich übernommen hatte. Als Risler Abends über den Hof ging, flüsterte ihm der Kassirer heinilich zu:„ES ist eiii Weib im Spiele... ein Weib," ich habe die Beivcise in Händen. Indem er das schreckliche Wort„cii: Weib" aussprach, zitterte seine Stimme, und es kam ihm vor, als wenil alle die stampseliden, ächzenden Maschinen nntsauunt dem pusten- den Schornstein für ein in Seide gekleidetes nnd mit Ge- schmeide bcladeues Geschöpf arbeiteten. Risler lachte darüber, da er seines Landsmannes Ansichten über den ver- Feinde der Menschheit gegenüber befindet. Da ist nichts zu erreichen, wenn man sich nicht entschließen kann, die Prostitution abzuschaffen, d. h. jedem Menschen die Möglichkeit eines ehrlichen und aus- reichenden Erwerbs zu gewährleisten. Das kann aber die bürgerliche Gesellschaft nicht und des- halb muß sie die Eiterbeule der Prostitution am Leibe be- halten. Die Mediziner werden sich ohnmächtig sehen gegen- über der beklagenswerthen Pestilenz, die so manches blühende Leben, manche jugendfrische 5kraft elendiglich dahin- welken läßt. Die Verehrer der„bürgerlichen" Tugenden und Einrichtungen mögen an diesen Dingen erkennen, welch eine Mißgestalt sie verehren. M orroCpemdenzeu. Tiflabo». 8. August. Drei Tage hindurch wurden die Be- wohner der portugiesischen Hauptstadt durch die Schrecken eines Bäckerflreiks in Aufregung gehalten, der aber diesmal noch zur Freude aller guten Bürger mit einer Niederlage der Gesellen endete. Gleichwohl war er doch wieder einmal ein Versuch, die Arbeiterbewegung auch auf eine Klasse von Arbeitern auszudehnen, welche sich bisher allen Agitationsversuchen gegenüber ablehnend verhalten hatte; nnd wenn auch die erste Kraftprobe zu Ungunsten der Arbeiter ausging, so dürsten dieselben zu ge- legener Zeit den Kampf nut um so größeren: Nachdruck wieder ailfiiehineii. Die Ursachen und der Verlauf dieses Bäckerstreiks waren im Allgemeinen folgende: Die Bäckergesellen haben in den Städten Portugals, wie auch in mehreren anderen südlichen Ländern, außer ihrer Arbeit in der Backstube noch die Verpflichtung, das Brot und die übrige Backwaare in den Stunden des Vormittags, auf den Straßen herumzutragen nnd zu verkaufen. Dieses System ist seit Jahren für die Gesellen die Quelle mannigfacher Leiden; sie müssen ihre Thätigkcit als Ausrufer und Straßen- Verkäufer beginnen, nachdem sie während der Nacht acht bis zehn Stunden gearbeitet haben, und ste müssen zugleich jede» Verlust tragen, der ihnen bei dem Verkauf entsteht. Bringen sie den Rest ausgesuchter und minder- werthiger Weißbrote zurück, so geben die Meister für denselben nur eine ganz geringe Summe zurück, während die Stücke vorher den Gesellen mit dem vollen Preis angerechnet waren. Will unter diesen Umständen der Geselle auch nur einigermaßen zu seiner Rechnung kommen, so muß er zu allerlei unredlichen Manipu- lationen greisen, worunter schließlich nur die Konsumenten zu leiden haben. DieS aber rusl einen ewigen Kleinkrieg zwischen den Bäckergesellen und dem Publikum hervor, welch' letzteres wieder fortgesetzt die Polizei zur Hilfe ruft, die ihrerseits schließ- lich die grimmigste Gegnerin der armen Brotverkäuser ge- worden ist. Der Polizeidirektor glaubte u»n während der letzten Wochen eine» Hauptschlag gegen die unbeliebten Bäckergesellen ausführen zu können und stellte zu diesem Zweck eine ganze Liste von Strafbestimmungen aus, durch welche den„ewigen Betrügereien" der Gesellen ein Ziel gesetzt werden sollte. Die Munizipal- kanuncr, deren Mitglieder durch ihre weiblichen Ehehälften genügend gegen die Bäcker eingenommen waren, sanktionirten auch derblichen Einfluß der Weiber von früher her kannte. Aber doch kamen ihn in den Stunden der Einsamkeit die Worte Sigismunds in den Sinn, besonders wenn Sidonie in glänzender Toilette mit Frau Dobson ins Theater fuhr und wenn er den Wagen seines Assozies davonrollen hörte und dann an die gute Frau Chorche dachte, die den ganzen Abend in der unteren Etage allein zubringen mußte. Die arme Frau.... wenn es wahr wäre, was Planus sagte und George sich eine Maitreffe hielte V,,, Das wäre zu schrecklich... In solcher Stimmnng ging er wohl manchmal leise in die untere Etage, um zn fragen, ob Frau Chorche zu sprechen wäre. Klara saß und arbeitete gewöhnlich, und wenn Risler auch kein angenehmer Gesellschafter war, so empfing sie ihn doch stets freundlich. Sie kannte jene Gerüchte genau, die über Sidouieu i>: der Fabrik umherschwirrteu und bedauerte Risler vyu ganzem Herzen, wie dies bei Risler ihr gegen- über ebenfalls der'Fall war. So bildete das Mitleid den Quell einer stillen Freundschaft zwischen diesen beiden brave» Menschen, die sich gegenseitig zu zerstreuen und zu trösten suchte». In solchen Angenblickei: dachte Klara, daß ein so vortrefflicher Mann eine bessere Geführtin verdient habe— während Risler beim Anblick der ruhigen, schönen Frauen- gestalt und der milden klugen Augen sich im Geiste mit der Dirne beschäftigte, deretwegen George Fromont ein so liebensiverthes Weib, wie Klara, schmählich verrathe. VI. Di e Inventur. Das Hans, in welchem der alte Planus in Montronge wohnte, lag dicht neben demjenigen, welches die Chebes ohne weitere? die Maßregeln des Polizeidirektors, welche demnach am I. August in Kraft treten sollten. Hiergegen aber erhoben sich denn doch die Bäckergesellen selbst. Es wurden sofort mehrere Berfammlungen derselben einberufen, die aufäng- (ich zwar nur schwach, dann aber starker besucht waren. Man schuf in aller Eile eine Organisation und setzte vier Kommissionen von je 13 Mitgliedern in jedem Stadttheil ein, welche eine leb- haste Agitation unter den Gesellen ihres Bezirks einzuleiten hatten. Eine Einigung wurde dahin erzielt, daß die Gesellen ohne weiteres von den Meistern die gänzliche Beseitigung des Brot- Verkaufs auf den Straßen fordern und zugleich bei dem Minister des Innern über die Anordnungen des Polizeidirektors Beschwerde führen sollten. Würden diese Forderungen zurück- gewiesen werden, so werde man den Generalstreik aller Bäcker erklären. Die Bäckermeister hielten darauf ebenfalls eine Versammlung ab, in welcher sie erklärten, daß sie auf den Brothandel in den Straßen nicht verzichten könnten, da sonst die kleinen Meister völlig niinirt würden. Der Minister empfing wohl die Kommission der Gesellen, doch konnte auch er derselben wenig Hoffnung ans Beseitigung der neueren Polizeivorschriften machen. Infolge dessen beriefen die Gesellen auf den 4. August eine große Volksversammlung ein, in welcher sie der Oeffentlichkeit gegenüber die traurige Lage der Bäckergesellen darlegen wollten. Auch wurde ein Mamfest an die Einwohner Lissabons verbreitet, worin hervorgehoben wurde, daß die Bäckergesellen in gleicher Weise von ihren Meistern und der Polizei gequält würden und die Bürgerschaft deshalb kein Recht habe, die Gesellen für die Mißstände im Brothandel verantwortlich zu machen. Der Streik wurde hierauf erklärt, doch schlössen sich demselben nur etwa 130 Gesellen an» während an 200 in der Arbeit ver- blieben. Die Streikenden zogen durch die Straßen und versuchten mehrfach die austragenden Gesellen an ihrer Arbeit zu hindern; einige Male kam es vor, daß die Ausständischen die Brotkörbe der verkaufenden Kollegen mit Petroleum Übergossen, wodurch der Polizei Gelegenheit gegeben wurde, einige Dutzend der Streikenden zu verhaften; und auch die Einwohner- schaft wurde dadurch gegen die Streikenden eingenommen. Zwar schlössen sich in den beiden folgenden Tagen noch zahlreiche Bäcker dem Streike an, und am Abend des 6. August veranstalteten auch an 1200 Arbeiter anderer Gewerke zu Gunsten der ausständigen Bäcker eine Demonstration, doch erschien die ganze Bewegung zu wenig vorbereitet, als daß schon jetzt ein Er- folg hätte erzielt werden können. Die Streikkommission beschloß daher am Freitag Mittag den Ausstand für vorläufig be- endet zu erklären, dafür aber energisch die Vorarbeiten zur Begründung einer Pr od uktivgeicossen schaft der B ä ck e r L i s s a b o n s in die Hand zu nehmen. Man werde zunächst von der Regierung das Anlagekapital fordern, und wenn diese sich weigere, eine Subskription unter den Arbeitern Portugals eröffnen. Zahlreiche Gewerkschaften haben sich auch bereit erklärt, sobald die Assoziation zu Stande komme, nur von dieser zu kaufen, welche alsdann in allen Stadtiheilen Verkaufsstellen errichten und den unwürdigen Brothandel aus der Straße bekämpfen soll. � � U«u» Uovlt. 1. August. Der Beschluß der hiesigen Sektionen der sozialistischen Arbeiterpartei, bei den nächsten Wahlen mit den Nationalisten gemeinsam zu handeln(zu welchem Zwecke vorläufig ein Komitee eingesetzt wurde) hat neuerdings zu Erörte- rungen über die Stellungnahme unserer Partei zu jener Richtung gegeben, und wurde die Frage Seitens der hiesigen„Volks- Zeitung" vom korrekt sozialistischen Standpunkt behandelt, auch daraus verwiesen, daß das Kolonial-Gründungssieber, welches in der letzten Zeit unter den Nationalisten ausgetreten, zeige, wie sehr dieselben noch von utopistischen Ideen beherrscht werden. An der Kritik über die Nationalisten— die sich übrigens von den früheren Gerechtigkeitsschwürinern Europa's dadurch unterscheiden, daß sie für die Äl b s ch a f f« n g d e s„L o h n s p st e m s" sind, obwohl über das„Wie" bei ihnen noch sehr divergirende Ansichten existiren mögen— ist vom sozialistischen Standunkt nun freilich nichts auszusetzen; aber es kommt ein sehr wichtiger Umstand in Betracht, welcher, ob wir wollen oder nicht, siir unsere Taktik ihnen gegenüber von bestimmendem Einfluß sein wird. Und das ist der, daß keinerlei Aussichten dafür vorhanden sind, in absehbarer Zeit mit unserer Propaganda für den Sozia- lismus weiter zu kommen, als wir bisher(bei de» eingeborenen Amerikanern) gekommen sind. Unsere Aufgabe muß also sei»— ohne die weitere Propaganda zu vernachlässigen und uns etwas zu vergeben— alle Gelegenheiten zu benutzen, um das Vorurtheil gegen uns bei den Amerikanern zu beseitigen. Richtig ist ja, daß die Nationalisten nicht auf dem Boden des proletarischen KlasseukainpseS stehen; Angesichts des Ullistandes aber, daß das amerikanische Proletariat selbst noch nicht aus diesem Boden steht, sondern, durchseucht von der alten Phrase der„Harmonie zwischen 5kapital und Ar- beit", den„Resonnanzboden"' der beiden bestehenden politischen Parteien abgiebt, kann man ihnen das gar nicht verübel». Dieser Staudpunkt wird eben nur von Sozialisten eingenommen, und zu solchen wird sich von den Nationalisten nur ein gewisser Bruchtheit entwickeln, der aber, den besonderen hiesigen Verhält- nissen entsprechend, vielleicht größer sein wird, als der Bruchtheil der Angehörigen gleicher Gesellschaftsschichten in Europa. Wenn wir uns nun auch nicht die Illusion machen dürfen, aus der Nationalistenbewegung würde direkt eine sozialistische entstehe», so müssen wir doch in Betracht ziehen, daß sich mit der Zeit die Dinge derart gestalten werden, um im gegebenen Moment eine Scheidung eintreten zu lassen, und der dann in's sozialistische Lager abschwenkende Theil als eine ganz be- deutende Bundesgenossenschaft zu begrüßen ist. Ein sehr deutlicher Wink bezüglich unserer Stellungnahme gegenüber den Nationalisten wird uns durch das Verhalten der Sozialisten amerikanischer„Nationalität" gegeben; die wenigen vorhandenen derselben(die englisch- amerikanischen Sektionen der Partei bestehen bekanntlich zu neun Zehnteln aus Deutschen und sonstigen„Fremden", welche der englischen Sprache mächtig sind) shinpathisiren— so viel mir bekannt ist ausnahmslos— mit den Nationalisten, und die meisten von ihnen werden sich, gleich Prof. De Leon hier, in deren 5tlubs befinden. Das englische Partei- organ, der„'Workmens Advocate", bestätigt durch seinen allge- meinen Inhalt die Sympathie der englisch-amerikanischen Sozia- listen mit der Nationalisten-Be>vegung. Andererseits ist es auch eine charakteristische Erscheinung, daß die Sozialisten bei den Nationalisten freundliche Aufnahme finden, während eine gewisse Scheu bei ihnen vor den nicht- sozialistischen Arbeiterführern besteht; und zwar aus dem leicht zu errathenden Grunde— ich habe darauf schon früher hingeiviesen— weil man in ihnen keine aufrichtigen Bundes- genossen sieht, sondern Leute, die vom„Boodle" oder von der „politischen Drahtzieherei" leben. Mir erscheint die Situation hier ähnlich, wie sie in Deutsch- land kurz vor der sozialistischen Bewegung war, als die achtund- vierziger Koinmunlsten in die von der Fortschrittspartei ge- gründeten Handwerkervereine gingen. Wenn auch seitdem die sozialistische Bewegung in allen europäischen Ländern einen mehr oder weniger großen Aufschivung genommen hat, so kann doch von einer Rückwirkung— selbst der Bewegung in England— keine Rede sein.(Man glaubte, es wäre mit der Agitation des Engländers Reib unter den hiesigen Seeleuten und Hafenarbeitern ein Anfang gemacht; nachdem sich aber herausgestellt, daß dieser Neid gar nicht im Auftrage der englischen Arbeiter herüber- gekommen und zu dem ein Schwindler war, endete auch diese schöne Hoffnung.) Der gewallige Unterschied zwischen den Fortschrittlern und Nationalisten ist aber der, daß erstere eingefleischte„Manchester- leutc", mit den ökonomischen Zuständen zufrieden und nur po- litische Opponenten der Negierung waren, während letztere allgemeine gesellschaftliche Reformen erstreben, und zwar durch das Vorgehen und gemeinsame Handeln aller Betheiligten, d. h. durch den im Uebrigen auch in diesem Lande lediglich als Nacht- und Sittenwächter betrachteten Staat. Es ist durchaus nicht zu befürchten, daß die klardenkenden Sozialisteil im Lande ihrer Ueberzeugung untreu werden, wenn sie sich an irgendwelchen gegen die korrupten Zustände gerichteten ehrlichen Bestrebungen betheiligen. Im Uebrigen können sie es mit dem besten Willen nichl verhindern, daß hier dieselben „Kinderkrankheiten" durchgemacht werden, wie drüben. Bei den Nationalisten ist zudem vor Allem die Gewähr ge- geben, daß sowohl in deren Reihen selbst wie auch in den von ihnen arraugirlen Versammlungen:e. unbehindert Propaganda für die soziaiislischeit Ideen gemacht werden kann, während i» der Arbeiter- Organisation„Orden der Arbeitsritter" dies systematisch unmöglich gemacht wurde. Nolikil-che Acbovstrstk. Wie„die Spaltnngrn" in der Ferne aussehen. In die amerikanischen Blätter ist von den deutschen Spaltnngs- Fabrikanten und-Kolpoßteuren eine Notiz„laneirt" worden, welche den Vortheil hat, die geheimen Gedanken klar zu legen. Dieselbe lautet: „Zerwürfniß in der sozialdemokratische» Fraktion. DaS Exekutivkomitee der sozialdemokratischen Partei hat die Abgeordneten Bebel, Liebknecht, Singer und Auer mit Aus- arbeitung eines Planes zur Reorganisation der Partei, der den: im Oktober in Berlin zusammentretenden Parteitage vorgelegt werden soll, beaustragt. Die von der„Berliner Volks-Tribüne" welche von dem dem radikalen Flügel angehörigen Schippe! redigirt wird, geführte Sprache läßt auf die wachsende Spannung zwischen den einzelnen Gruppen der Partei schließen. Liebknecht's Organ, das„Berl. Volksblatt", erklärt, der nächste Berliner Kongreß werde die Solidarität der Partei beweisen und der Welt eine einige deutsche Demokratie zeigen, die bereit sei, mit neuen Waffen auf einem weiteren Schlachtselde zu kämpfen. Einige Parteluntgkieder, welche Mangel an Dis- ziplni zeigen, will das„Berliner Ä o l k s b I a t t" einfach ausstoßen. Herr Schippel hat nicht das Gros der Sozialdemokraten hinter sich, aber was ihm an Streit- kräften fehlt, erseht er durch das Feuer seiner Ideen und seine einige ljeit im Besitz gehabt hatten. Es besaß ebenso wie dieses em einziges Stockwerk über einem dreifenstrigeii Erdgeschoß, genau dieselben mit Vilchsbanm eingefaßten Garten- beete und eine von wildem Wein nmraukte Laube. Dort wohnte der alte Kassirer gemeinschaftlich mit seiner Schwester. Morgens fuhr er mit dem ersten Omnibus nach der Stadt, kehrte erst Abends zum Diner zurück und nur an Sonntagen blieb er zu Hause um sich der Pflege seiner Blumen und Hühner zu widmen. Die alte Jungfer besorgte die Küche wie das ganze Hauswesen. Man konnte sich kein glücklicheres Paar denken. Die beiden Ehescheuen hegten einen gemeinsamen Haß gegen die Ehe. Die Schwester verabscheute die Männer, der Bruder mißtraute allen Weibern: dabei aber beteten sie sich gegenseitig an, weil jeder den andern für eine Aus- nähme seines allzu entarteten Geschlechtes hielt. Wenn sie von ihm sprach, sagte sie stets:„Herr Planus, mein Bruder," und er mischte mit derselben fast gesuchten Feierlichkeit ein:„Fräulein Planus, meine Schwester," in seine Rede. Diesen beiden gntmüthigen, scheuen Atenschen war Paris, obgleich sie es täglich durchwanderten, fast unbekannt, eine Höhle voller Ungeheuer beiderlei Geschlechts, die sich gegenseitig möglichst viel Herzeleid anthaten; drang die Kunde von einem ehelichen Drama oder eine Klatsch- geschichte bis zu ihnen, so klagte jeder, gemäß seiner vor- gefaßten Meinung, das andere Geschlecht als den schuldigen Theil an: „Der Mann ist daran schuld", sagte„Fräulein Planus, meine Schwester". „Die Frau ist daran schuld" sagte„Herr Planus, mein Bruder". „O die Männer". „O die Weiber". Dies war das beständige Thema ihrer Unterhaltung während der knappen Mußestunde, die sich der alte Sigis mund vor seiner Tagesarbeit vorbehielt, die ebenso genau geordnet war, wie seine Kassenbücher. Seit einiger Zeit war die Unterhaltung der Geschwister in eine erregtere Tonart umgeschlagen. Sie beschäftigten sich nämlich mit allem, was in der Fabrik geschah. Die unermüdliche Propaganda, bekehrt die Massen rasch von den älteren Parteimitgliedern befürworteten stPom» � Mäßigung. Die„Dresdener Arbeiter- Zeitung —--~.........' zenau die und die Agltation unter dem Proletariat zu schwächer.� So erheiternd durch seine groteske Umvahrheit - j-tüu„a j,0(h stich V»>-«,VIV*VVV.»'V v V I---— ö""'--.,_ V**11 nilUI Bild ist, welches hier entrollt wird, so enthalt es dost.. für jeden ehrlichen Parteigenossen eine sehr ernste und Mahnung. Der Wunsch unserer Feinde hat W w l geführt, und dem Feinde nach Wunsch handeln ist 1" wörtlich schlechte Politik. 0. � Ailch in die französische Presse wurden ähnliche"8� eingeschmuggelt: die thatenlustige Jugend, die gegu.. alten und altersschwachen„Führer" Sturm lief un Gros der Partei hinter sich hatte— kurz, der Anfang Ende der deutschen Sozialdemokratie war gekonniien-.. Dieses Lügengewebe ist von unserem Freunde Vau durch einen Brief an die„Justiee", die sich ebenpust a Aufnahme eines Schwindelberichts hatte verleiten lasten, kräftiger Hand zerrissen worden.... Aua dem JlrtljeiU des Kamlmrger ZäM gerichts IV in der Strafsache gegen den Redakteur Sst 8 des Hamburger„Echo" verdient der Passus Hervorgey � zu werden, welcher den Einwand des Verklagten bezrc. Vertheidigung, daß Blätter anderer Richtung, welch Seiten der Unternehmer stehen, zwar ähnliche Beschiust. Unternehmer veröffentlichen, aber nicht bestraft folgender Begründung zurückgewiesen wird:„dieser st". sei unberücksichtigt zu lassen, insofern die Ricytvccso anderer eventuell strafbarer Handlungen keine Strastoi für den nun einmal verfolgten einzelnen Fall begr" j Richtig ist es allerdings, daß eine Strafthat unv I � deshalb nicht bleiben könne, weil eine gleiche Handutiig, � bestraft worden ist. Wenn aber viele und hinterem folgende gleiche Handlungen weder von der wachsamen p � noch von der nicht minder aufmerksamen Staatsaniva»! oder von der zahlreichen löblichen Denunziantenv u schaft zur Kemitniß des Gerichts zwecks der Bestrafung � gebracht werden, so muß doch allgemein die Anstasi r greifen, daß solche That als strafvar überhaupt mch( zusehen sei. Nun, mag hierin ein Rechtsitethum ueg v. sollte man meinen, der Richter müsse dann aber docy veranlaßt sehen, mildernde Gründe anzunehmen�_. Niemals darf der Richter ans dein Auge lassen, o ty sich sorgfältig zu hüten habe, daß NechtSgefühl des V � zu verletzen und zwar in heutiger Zeit vielmehr.als) einet anoeren. Viel wird von Versöhnung gegenüber]! U der Interessen gesprochen, sollte diese Redensart ist; ernst gemeint sein, so würde der Ausführung derselben!. mehr schaden, als die Ueberzeugung, daß für Unterney und Arbeitnehmer zweierlei Recht bestehe.,. j Daff die Forderungen der Kergnrbeiter Nhstst. und Westfalens, ihre Löhne zu erhöhen und die durch � Streik etiva erzwungene Bewilligung dieser Forderung � Ertrage, den der Bergbau abwirft, nicht geschadet yst' weist folgende Veröffentlichung der Direktion der v0 munder Bergbau-Gesellschaft:. „Unsere Gesellschaft hat das letzte GeschäftsjAst�. einem Gewinnsaldo von 581 023 M. gegen 14l4o® t) also mit einem Plus von 439 587 Dt. gegen du». � jähr geschlossen. Wir hoffen auf ein ziemlich Resultat im laufenden Jahre. In diesem Geist, si sind die Erträgnisse von Helene Rachtigall no* eingerechnet; dieselben dürften sich von stst ,jl Februar bis Ende Juni ans annähernd 100 Ost*.„p beziffern. Wir sind mit dem Bau neuer Astest �»V(..v V..,............„ v....-",---- ,TIW sind die Erträgnisse von Helene Nachtigall noch Lj eingerechnet; dieselben dürften sich von st»! st Februar bis Ende Juni aus annähernd 100 Ost p beziffern. Wir sind mit dem Bau neuer A#,.,. häufer beschäftigt und mit dem Anschluß unserer»»e anlagen an die Kokerei auf Nachtigall.". 5,. Nach der eigenen Angabe der Direktion hat sist u Gewinn des letzten Rechnungsjahres um das Vierfache vorhergehenden Jahres vergrößert, darnach möchte»'st st neigt werden, anznuehmen, daß ein Bergarbeiter-Strst � die Grubenbesitzer gar keine so schlimmen Folgen W, L, allen Geschreies der den Interessen der Grubenbesitzer ststj den öffentlichen Blätter. Wenn auch zugegeben ist-, zweckmäßigere Anlagen wie Fortschritte der Technik, zu w% z.B.&ic Verbindung der Kesselaulagen mither Kokerei zu rcst� ist, da die ans der Kokerei sich entwickelnden Gase zur ßil'. Schwester bemitleidete Frau Fromont junior und fand das Betragen ihres Mannes über die Maßen abscheulich, während Sigismund nicht genug bittere Worte gegen die unbekannte Spitzbübiu finden konnte, die an der Kasse Rechnungen über einen Eachemireshawle von sechstausend Frank präsentiren ließ. Hier stand die Ehre des alten Handlungshanses, in dessen Dienste er seit seiner Jugend stand, auf dem Spiele. „Was soll ans uns werden".... jsagte er einmal über das andere. „O, diese Weiber". Eines Tages saß Fräulein Planus strickend am Kamin und wartete ans ihren Bruder. Schon seit einer halben Stunde stand der Tisch gedeckt, und die alte Jungfer begann über die unerhörte Unpünl't- lichkeit ihres Bruders besorgt zu werden, als Sigismund mit verstörtem Gesicht ins Zinnner trat und ganz gegen seine Gewohnheit kein Wort sprach. Erst nachdem er die Thüre sorgfältig geschlossen hatte, sagte er zu seiner, ihn neugierig und beunruhigt ansehenden Schwester: „Ich bringe eine Neuigkeit," sagte er leise,„ich kenne jetzt das Weib, daS im besten Zuge ist, uns vollständig zu rniniren." Und nach einem Rundblick ans die stuniinen Möbel des kleinen Speisezimmers, nannte er mit noch leiserer Stimme einen so seltiameil und unerwarteten Namen, daß Fräulein Planus sich ihn zweimal wiederholen ließ. „Ist es möglich?" „Es ist so." Und trotz seines Kilmmers machte er beinahe ein trilimphirendeS Gesicht. Die alte Jungfer konnte es gar nicht fassen.... Eine so wohlerzogene Dame, die sie mit so viel Herzlichkeit aufgenommen hatte... Wie war so etwas nur denkbar? Ich habe Beweise..." sagte Sigisimind Planus. Und nun erzählte er, wie Vater Achilles eines Abends gegen elf Uhr George und Sidonie gerade in dem Augenblick getroffen hatte, als stein ein kleines Hotel garni im Quartier Montmartre eintraten. Der Mann log nicht— er kannte ihn schon zu lange. Uebrigeus waren sie auch von anderen gesehen worden. In der Fabrik sprach man von anderem. Rur Risler ahnte nichts. „Aber es ist Ihre Pflicht ihn zu warnen," ett Fräulein Planus. Der Kassirer nahm eine ernste Miene an. „Das ist eine heikle Sache. Wer weiß denn ob er glauben wirb. Mancher Blinde ist zu blind... Und � wenn ich mich zwischen die beiden Kompagnons stelle,*_, ich meine Stellung... Q die Weiber... die Weiber Wie glücklich hätte dieser Risler sein können. Als wij mit seinem Bruder aus der Heimath kommen ließ,, jfl er keinen Son und heute steht er an der Spitze eiiijvu ersten Häuser in Paris.... Man sollte glauben, ein st Mann würde sich ruhig verhalten.... Jawohl! Der» � muß sich verheirathen, als ob eS nothwendig ivcy v Heirathen. Und dann nimmt er noch dazu eine Parj' � eine jener kleinen, schlecht gekämmten Zierpüppchen,. W Ruin eines anständigen Hauses sind, während es in> Hand lag, ein braves, arbeitsames Mädchen, eine � � männin im gleichen Alter wie er und aus festem zimmert, zu bekommen. Hier bot sich für Fräulein Planus, meine auf deren solidem Körperbau die letzte Phrase an]p � eine vortreffliche Gelegenheit, ihr: o diese Männer, Männer! anzubringen, aber sie schwieg. Es betraf dies ungemeine zarte Frage und in der That, wenn Risst � rechten Zeit gewollt hätte, er wäre wirklich der einziß wefen... Inzwischen fuhr der alte Sigismund fort.. 0 „Und wie steht es jetzt mit uns?... Seit drei � naten hängt die erste Tapetenfabrik in Paris am Sa)" bände dieser geborenen Habenichts. Man muß zusehe"- F das Geld zum Fenster hinausfliegt. Den ganzen Tag# ich den Schalter für die Forderungen des Herrn George � halten. Er wendet sich immer an mich, weil es bei seinem P"/ zu sehr aufsallen würde, während das Geld in der Kasse � auslauft... Aber wehe, wenn die Inventur kommt< Der Jahresabschluß wirb hübsche Konten aufweisen Das Stärkste aber von der Sache ist, daß Risler si � nichts hören will. Ich habe ihn bereits mehrere M" «wvuna benutzt werben können, zu dem sehr günstigen Re- ultate des vorigen Betriebsjahres beigetragen haben wer- MSÄMtz KSMMKsW > gesetzt, itwas von der vielgcrühuitcn„Christenliebe" in der Gr henen Herzen wohnen, so sind sie jetzt in den Stand g � zu bethätigen: es ist zweckmäßiger, das freiwillig zur rechten Zeit zu thun, was man vielleicht später zu geben Bezwungen wird. Daß der Bau von Arbeiterhäusern, von dem der Direktionsbericht spricht, keine Wohlthat für d,e Arbeiter ist, sondern iiur dem Juteresse der Werkbesitzer dient, wissen beide Theile. ÄS ÄÄÄ des Berliner Aolksblatt" bedarf auch meinerseits noch einer kurzen Richtigstellung.,. ... Herr Bebel bestreitet, daß die von mir behauptete Aeuperung M:„Wäre eine solche Aeuberung vom Genossen Wildberger ge- a,.» sie würde sofort unsere— Auer's, Singer's und uielne Zurückweisung gesunden habe», weil der Plan, emen solchen An- rag zu stellen, in keines Menschen Kopf 9hm, von einein Plan, einen solchen Antrag aus Aushebung fiivrv'r,. �olks-Tribüne" zu stellen, habe ich doch auch nicht ge- I?'•«/Jp,«M/S«* /I nn Ol» StO Mcht lokalen Charakter»och mehr abstreifen müsse, was nicht im Interesse seiner bisherigen Abonnenten liege. " L_~»,..» w m t rtl yf• /T#_-.•!•___*...2 � nr,"ittji UN Mieren e 1 einer viSyerlgen Aivonnemen uege. «uch glaubte ich. daß der Einfluß der Berliner Genossen auf die V-Utung dieses Blattes infolge dessen vollständig verloren gehe. Lch führte weiter ans, daß die„Berliner Bolks-Tribüne ""verhalb Berlins den fünffachen Abonnenlenstand des„Beruner j-olkeblatt". so iveit d�hclbc außerhalb gelesen w,rd. babe m zum großen Theile nur diwch die Unierstülzung auswärtiger �"vsten über Wasser gehalteu werde. Mit dem Augeubtick °°er wo das„Berliner Volksblatt" osfiziell Zentralorgan der Partei werde, befilrchtete ich niid zivar, wie ich noch setzt glaube, !"'t Stecht, daß die„Berliner Bolks-Tribüne" den größten Th-il Mr Abonnenten an das„Berliner Volksblatt», als leitendes �rgan, verlieren ivird. In diesem Zusammenhang sah ich ne�en Huchem anderen die Untergrabung eines Blattes, das ohnehin keine Sympathie an leitender Stelle zu erwecken des% f!rn" der Genosse Bebel im Verdacht der Urheberschaft Zeit»nn" I, Herrn Dr. Wille in der„Sächsischen Arbeiter- Zednrfi„c 1.' öeht nicht ganz klar aus seiner Erklärung hervor. , der ovnütnfvt..'eh vicht fehl zu gehen, wenn ich annehme, daß Aebcl ,,I �veil der Leser aus dem Zusammeuhang, wie Genosse fchövsc-"'.""ler Darstellung und der Quelle aus der Wille "Is ich"ht mir oie Ansicht schöpft, daß niemand anders rJ. gemeint sein kann. Heit dabe ich zu erklären, daß ich noch»icknals Gelege»-' t OStt+ V"»VVJ Q V* VW»*V>W«'„>/ �"•/•■—"/---------------- c<-- am q o,'"h Herrn Dr. Wille Meinungen ausziltäuscheii nnd DM c August d. I. zuin ersten Male über Parteiangelegenheiten »ttinf, rJ?en sprach. Im übrigen halte ich alles was ich in ich T,s Erklärung schrieb, aufrecht. Herr Tr. Wille wird, hoffe Äuskunsl gel?"*08 bie ihn in Wirklichkeit inspirirl hat, Berlin, 12. August 1890. '• C. Wildberger. diese? 5 �oravbeiirlt zur Durchführuug der für. den Dezember "ifrwst �"dres in Aussicht ge»omn>cneil Volkszählung, werde» �xs.�...2"lordert. Nach den getroffenen Bestimmungen ist die Tie �.""''9 deI Urmaterials den Einzelstaaten übertragen worden. seit h. stffche» Burenux der Einzelregierunge» sind denn auch lialt,...""dgiltigeii Beschlüsse des Builbesraths über die Veran- hat der Bolkszähliiiig in emsiger.Thätigkcit. Vor Kurzem di- iia-1 preußische statistische Bureail den Lokalbehörden, welche» zübiu»"jü.des Zählgcschästs übertragen ist, die für. die Volks- Jaboi s bestimmten Zählpapiere übcrsandt. Die.Lakalbehörden ».'.."""uiach reichlich Zeit, für den Dezember ihre Maßnahmen lakti,,,'■ Die Austheilung der Zählungssormulare au die Haus- Tie 3� mird in den letzten Tagen des Novembers.erfolgen. Angaben zur Ausfüllung werden. sich aus den Klaren selbst befinden. „Ute stf. Uolkszts." über die spiel � Schätzungen in Bochum werden ein gerichtliches Nach- Alan.?""!'- Herr Fusangel. der Redakteur des genannten Verfasser des Artikels erklärt, daß er das Organ der Cchim.'k Kohlenbarone, die„Rbein-Wests. Ztg.", wegen ihrer ��M�reien� verklagen wolle, um durch eidliche Vernehmung der SjjS*• Passe auf, George begeht Dummheiten. für dieses duck V'' Dann ging er achselznckend weg oder antivortetc L''"UZ ginge ihn nichts an, George Fromont ist der tzirln'''' Wahrhaftig man möchte glauben.... es ist � zu verstehen... E»,,.- � Kassirer vollendete den Satz nicht, aber sein ""'.gen verbarg eine Menge heimlicher Gedanken. alte Jungfer war ganz bestürzt, aber wie die meisten i». k".""ging sie sich, statt an Mittel zur Abhilfe zu denken, !"" Klagen, Vermnthnnge» und Lamentationen---- «lä h!?! Unglück, daß man davon nicht früher erfahren, war? Etz�bcs noch ihre Nachbaren waren. Frau Chebc ihr»? so respektable Person. Man hätte sich mit -rv»r'ständigen können, damit sie Sidonien überraschte nnd "l'l'ch mit. ihr redete. 'Und' »Das ei» ist, wirklich ein Gedanke, unterbrach sie Sigis- :(So,.'* l®ic sollten nach der Rne du Mail gehen nnd vn,,„ 1"011 allem in kkenntniß setzen. Zuerst-dachte ich f f.o" Franz zu schreiben. Er besaß immer viel Einfluß 1 men Bruder und er allein kaim ihm gewisse Dinge ijV• Aber Franz ist so weit weg... me oann wäre es auch schrecklich wenn es so weit unglückliche Nisler thllt mir trotzalledem sehr leid. Das� Beste ist doch, Frau Chebe zu beuach- i'Ucftcc?'?*e mx�tn s'ch dieser Aufgabe unterziehen, meine „ig??.Auftrag ,var bedenklich. Fräulein Planus machte re,,, Schwierigkeit; doch hatte sie nie die Energie besessen, ("imb iw widerstehen und der Wunsch, ihrem alten "Uschlag-in-n D.enst zu erweisen, gab schließlich den err�Ä?i>er Gutmüthigkeit seines Schwiegersohnes, hatte "it?.e sein neuestes Projekt verwirklichen können. iden j Monaten bewohnte er seinen originellen che» n-y.* Rne du Mail und dies Geschäft ohne Waaren, schlau Morgens und Abends pünktlich geöffnet und ir Ja'nnrden, bildete einen Gegenstand des Erstaunens "stellt- Lanze Viertel. Im Innern waren Regale auf- '"m neues Schreibpult, ein eichener Geldschrank und interessirten Persönlichkeiten den Wahrheitsbeweis für seine Be hauptungen erbringen zu können. Es wäre allerdings sehr erfreulich, wenn es zu dieser Beweisaufnahme käme; doch ist es zweifelhaft, ob das Gericht auf dieselbe eingehen wird, da ja nur der Beklagte Anspruch darauf hat, zum Beweis der ihm zur Last gelegten beleidigenden Behauptungen zugelassen zu werden. Herr Fusangel befindet sich aber in der Stellung des Klägers, und die betheiligten Persönlichkeiten scheinen sich wohl zu hüten, ihn in die Stellung des Beklagten zu versetzen. Die Durchschnittspreise der wichtigsten Lebensmittel im Monat Juli werden in der„Statist. Korresp." zusammen- gestellt und zum Vergleich die entsprechenden Preise für den Juni (in Klammern) beigefügt. Aus der Zusammenstellung ergiebt sich, daß im Monat Juli bcziv. Juni d. I. gezahlt wurden für je tausend Kilo: Weizen 202(194) M., Roggen 169(164) M., Gerste 159(163) M.. Haser 174(171) M.. Kocherbsen 232(230) Mark, Speiscbohnen 286(288) M., Linsen 440(440) M., Eß- kartosfeln 53,4(48) M., Richtstroh 56,2(55,7) M„ Heu 52,8 (53,9) M. Ferner wurden gezahlt für je ein Kilo Rindfleisch 1,28(1,25) M., Schweinefleisch 1,42(1,41) M., Kalbfleisch 1,23 (1,22) M., Hammelfleisch 1,27(1,27) M., geräucherter inländ. Speck 1,84(1,85) M., Eßbutter 2,12(2,04) M.. Weizenmehl Sir. l 0,34(0,33) M., Roggenmehl 0,28(0,28) M., Javareis 0,56 (0,55) M., mittlerer roher Javakaffee 2,84(2,88) M., gelber gebrannter Javakaffec 3,74(3,73) M., inländisches Schiveineschmalz 1,75(1,74) M. Für je ein Schock Eier wurden 8,16(2,99) M. gezahlt. Di» Kchw»i»»ki»»f»hr n»a Duffland hat die Negierung von Oppeln nach einer Meldung der„Volks-Ztg." wöchentlich einmal nach Preußisch-Herby ivieder zugelassen. Ans dem hrsslschen Gdrnwnld, 10. August. Wenn man aus dem kläglichen Debüt der Antisemiten im Odenwald, das dieselben heute gaben, auf die Zukunft der antisemitischen Bewegung überhaupt in unserer Gegend schließen darf, so wird dieselbe eine traurige seiu. War doch das Haupt der ganze» Agitation, Dr. Böckel aus Marburg, von einem Neopheten des Antisemitismus, der kürzlich einen Prozeß gegen einen jüdischen Händler verloren hat, herbeigeholt worden, nnd hatten die öffent- liehen Blätter des Mümlingthales, das bei Höchst an die Oden- Waldbahn stößt, doch seit mehreren Tagen wiederholt angekündigt, da» eine„große anlisemilische Volkversammlung» in dem zwischen Höchst und Renstnot liegenden Dörfchen Sandbach stattfinden sollte, das nebenbei nicht einen einzigen jüdischen Einwohner zählt und irgendwelche öffentliche Bersammluiigen bei seiner Kleinheit nnd Abgclcgenhcit noch gar nicht gehabt hat. Nun kam das„Volk» allerdings, aber kein Volk, das Herr Dr. Böckel brauchen konnte, nämlich Anhänger aller oppositionellen Parteien aus der engeren und weiteren Umgegend. Die Folge war, daß die Einberufer der Versammlung das Lokal der„Volksversamm- lung" lange vor Beginn der Versammlung sperrten, nnd zwar mit Unterstützung der in ganz unnöthiger Weise aufgebotenen Gendarmerie, so daß unter scharfer Kontrole nur antisemitische Parteigenossen nebst Weibern und Kindern in den Saal gelassen wurden, wo Dr. Vöckel nunmehr ungestört durch bösen Wider- spruch vor einem Publikum von ca. 150 Personen, das beinahe zur Hälfte aus Frauen und jungen Leuten, ja Kindern bestand, über'die Judensrage„vortrug". Die Mehrzahl der amvesenden Männer jedoch begab sich nach der Aussperrung in den zweiten Saal des Oertchens, welcher dem des Dr. Böckel nicht viel an Größe nachsteht und alsbald mit über 100 Personen dicht gefüllt war, um dort, wie es das hessische Vereinsgesetz erlaubt, nach Verständigung mit dem anfangs Widerspruch erhebenden Bürger- meister eine Protestversammlung abzuhalten. Nachdem die Herren Professor Dr. Stengle aus Marburg, die Redakteure Schreiber nnd Dr. Quarck aus Frauksurt, sowie der hessische Landtagsab- geordnete Müller und Prinz in der unter dem Vorsitze eines Ein- heimischen slattfindenden und von zahlreichen Bauern und Arbei- lern des Orts und der Gegend besuchten Versammlung kurze Worte zur Kennzeichnung des beispiellosen Verhaltens der Böckelianer gesprochen hatten, wurde einstimmig folgende Neso- lution gefaßt:„Die über 100 Theilnehmer an der heute in Sand- bach von Mitgliedern der oppositionellen Parteien abgehaltenen, Jedermann zugänglichen Volksversammlung sind von der gleich- zeitig staltfindenden antisemitischen„Volksversammlung" ausge- sperrt worden. Die diesseitige Versammlung stellt die Thatsache dieser Ausschließung fest und üderläßt der öffentlichen Meinung die Verurtyeilung des feigen Verfahrens der Antisemiten, die eine Diskussion fürchten. Die Versammlung protestirt gleichzeitig da- gegen, daß die antisemitische Versammlung die Meinung der hiesigen Gegend ausdrückt.» Drnciifehler-Devichtigiing. In dem Artikel:„Da? Zirkular des Herrn Herfurth», Nr. 185 vom 12. August, muß es Spalte 1, Zeile 9 von oben heißen:„v e r g e b l i ch», nicht„angeblich". Äerichtigniig. In unserer letzten Korrespondenz aus Leipzig wird durch einen Schreib- oder Sctzfchler Genosse Wildberger als Referent in einer Haiidluiigskommis- Ber- saniiiiluiig genannt.- Statt Wildberger muß es heißen Auer- bach. Unser Korrespondent spricht, wie wir gleichzeitig init- theile» wollen, im Namen der Leipziger Genossen die Hoffiinng aus, daß Genosse Auerbach recht bald iviederlomiiien möge. Das große Waagen— kurzum Herr Chebe besaß alle zu einem nenc» Geschäfte nothwendigen Gegenstände, nur wußte er noch nicht, welchen Artikel er wählen sollte. Darüber grübelte er den ganzen Tag, wenn er. das leere Lokal der Länge und Breite nach durchschritt, unbe- kümmert uui mehrere große Möbel, welche eigentlich in das Schlafzimmer gehörten, Ivo sie aber nicht untergebracht werden konnten. Auch auf der Schwelle der Ladenthüre dachte der kleine Mann über diese wichtige Frage nach, wenn er, mit der Feder hinterm Ohr mit Eni- zucken den Wirrwarr des Pariser Geschäftslebens betrachtete. Die Kommis, die mit ihren Mnsterkästchen vorbeieilten, die Handivagen der Dienstniünner, die Omnibusse, die Lastträger, die Schubkarren, das Auspacken der Waaren vor den be- nachbartcn Thüren, die Tuchballen und Passcmentcrickistc», die man in den Straßenkoth hcrumschleiste, che sie in den Kellern verschwanden, diesen finstcrii mit Reichthnmern an- gefüllten Löchern, ans denen der Wohlstand der Haudelswelt hervorsproßt— daS alles begeisterte Herrn Cheoe. Er vergnügte sich damit, den Inhalt der Ballen zu er- rathen und gab es einen Auflauf, so war er der erste am Platze, ebenso wenn einem Passanten eine Last nni de» Fuß fiel, oder die ungeduldigen feurigen Pferde eines Lastwagens das lange Fuhrwerk quer über die Straße schoben und da- durch den ganzen Straßenverkehr hemmten. Außerdem thcilte er auch alle anderen Unterhaltungen der kleinen HandelStrcibcndcn ohne Knuden, wie z. B. die Regengüsse, die Unglücksfälle, Diebstähle, Streitigkeiten n. s. w. Des Abends, streckte sich dann Herr Chebe, ermüdet von der Arbeit anderer Leute, auf seinem Kanapee und sagte zu seiner Frau, indem er sich die Stirue abtrocknete: „Fetzt habe ich, was mir imnier fehlte— ein thätigcs Leben.» Frau Chebe lächelte vor sich hin und antwortete nicht. Mit allen Launen ihres Mannes vertraut, hatte sie sich, so gut es eben ging, in einem Hinterzimuier, das nach einem dunkeln Hof hinausging, eingerichtet nnd tröstete sich mit dem Gedanken an den früheren Wohlstand ihrer Eltern, au das Glück ihrer Tochter, die sie stets sauber gekleidet hatte. (Fortsetzung folgt.) Treiben der antisemitischen Radaubrüder hat in den Kreisen dek Leipziger Handlungsgehilfen große Entrüstung hervorgerufen, und das nächste Mal wollen sie den Leutchen zeigen, was eine Harke ist. GrotzltHtaunie». London, 11. August. Oberhaus. Lord Salisbury legte das englisch-fraiizösische Abkommen betreffs der rcspektiven Juter- essen-Sphären in Afrika vor und erklärte: Erstens solle das Ab- kommen nur die Zweideutigkeit in der Stellung Englands zu Sansibar und Frankreichs zu Madagaskar beseitigen; praktisch habe das Abkommen in dieser Beziehung nicht viel Wirkung. Zweitens sei es erwünscht gewesen, angesichts der modernen Lehre von dem Rechte auf das Hinterland, welches Frankreich gewisser- maßen berechtigte, südlich seiner mittelländischen Besitzungen soweit vorzudringen, als ihm beliebte, eine Grenzlinie zu ziehen, sowie die Aktionssphäre Frankreichs und der Niger-Kompagnie zu trennen; der Letzteren solle bei Feststellung der Details Sokolo zuerkannt werden. Durch Notenaustausch anerkannten Frankreich und England, daß das Abkommen keinerlei Rechte der Türkei ans die Lander südlich von Tripolis berührt. In Betreff der englisch- französischen Beziehiingeii und Einfliißspären in anderen Theile» von Afrika werde eine gemischte Kommission im Herbste ver- handeln, aber zu ihren Beschlüssen sei beiderseitige Zustimiiniiig erforderlich. C a r d i f f, 12. August. Die Eisenbahndirektoren haben nach längerer Berathung die ermäßigten Forderungen der Streikenden abgelehnt; die letzteren haben beschlossen, keine weiteren Zugestündnisse zu machen. Frankreich. Paris, 11. August. Wie der„Temps" verninmit, haben die hier versammelten Generalkonsuln der Vereinigten Staaten ihre Berathungen über die Mac Kinley-Vill(Verstärkung des Schutzzolles. Red.) beendet und beschlossen, bei Anwendung der- selben Milderungen anzuempfehlen. Minister Ribot soll hiervon durch den Gesandten Whitelaw-Neid verständigt werden. K-igien.' Heber den Verlauf der Brüsseler Mani festation zu Gunsten des allgemeinen St im in- v h t s c.-Ouirft der dortige Korrespondent der„Voss. Zeitung» sorgende Ächitocrung:„Auf allen Bahnhöfen herrschte eine un- gewöhnliche Bewegung; 36 Sonderzüge liefen ein und die ge- wöhnlichen Züge waren ihrer ungewöhnlichen Länge wegen ge- theilt worden; trotzdem kam nirgends eine Betriebsstörung vor. Von allen Seiten strömten die Arbeiterschaare» mit flatternden rothen Fahnen und zahllosen Schildern nach den Sammelplätzen. Auf den Schildern las man die maniiig- faltigsten Jnschristen, zum Beispiel:„Letzte Warnung;»„Revision oder Revolution;»„Dem Könige: Die Loosung des Landes ist das allgemeine Stimmrecht!»„Man gebe den Belgiern Rechte, bevor man den Kongo zivilisirt;»„Der Zensus ist die Im- moralität;»„Gestern haben wir gebeten, heute fordern wir, morgen werden wir uns nehmen. Was? das allgemeine Stimmrecht!" „Alle unterrichtet, alle Soldaten, alle Wähler!" Alle Männer und Weiber— und die Zahl der weiblichen Gruppen war eine sehr erhebliche— waren mit rothen Abzeichen geschmückt und trugen an den Hüten rothe Karlen mit der Ausschrist:„Es lebe das allgemeine Stimiiirecht!" Die Provinz Hennegau war am stärksten vertreten; 76 Städte und Ortschaften hatten starke Abordnungen entsendet; aus Brüssel allein waren 10 000 Arbeiter versammelt. An 400 Fortschrittler, Radikale und Demokraten, unter ihnen die Brüsseler Universitätsprvsessoren Denis und De Greef, schritten im Zuge mit. Kurz nach 12 Uhr setzte sich der Zug in Bewegung; voran ein Abtheilung Trommler, dahinter eine Hünengestalt mit einer belgischen, mit schwarzem Flor umhüllten Fahne, aiifderenbeidenSeitenRieseiischilder mitderAusschrift:„Platz den arbeitenden Klassen!"„Platz den Armen!" Arm in Arm folgten die Mitglieder des Generalraths und sämmtliche Arbeiter- sührer Belgiens, dann die Abordnungen, nach Prootnzen geordnet. Die Antwerpner eröffneten den Zug, 2000 Mann stark: ihnen schloß sich die ProvinzBrabant an. Die Antwerpner, die 6000 Genter mit ihren Gruppen, die in ihrer Arbeitstracht erschienenen Bergleute und die Lüttichcr machten besonderen Eindruck. Alle Musikbanden stimmten die Marseillaise an, ooch wurden auch dasStimmrechtslied, der Vlämische Löwe, das Geusenlied gesungen. Die Haltung der Arbeiter war tadellos; in Reihen von ze Fünfen schritten sie einher; bei dem Vorüberziehen vor den Ministerien nnd vor dein Kölligsschlosse kam es allein zu Kiliidgebuilgeii. Unter Fahnen- schwenlen rief man:„Es lebe das allgemeine Stimmrecht! Es lebe die Republik!" Kurz daraus brach ein furchtbares Gewitter los; ein Wolkeubruch ergoß sich; der ganze Zug stob auseinander. Nach- dem das Wetter nachgelassen, bildete sich der Auszug aufs Neue, lind wenn auch stark gelichtet, erreichte er schließlich den Park St. Gilles. Neues Gewitter lind abermaliger Wolkeiibrnch, aber die Führer und ein Theil des Aufzuges halten anS lind„schwören feierlich, nicht zu rasten, bis das Stimmrecht errungen und daS belgische Volk in der That ein Vaterland erobert haben wird"; zugleich wird an die Kammer„eine Verwahrung der belgischen Nation gegen das nicht zu rechtfertigende und gefährliche Vorrecht, welches die Mehrheit der Bourgeoisie behaupten will», abzusenden beschlossen. Da auf dem Siidbahnhose 24 229, aus dem Bahnhof der Allöe Berte 8014, ans dem Nordbahnhofe 1000, und auf dem Luxemburger Bahn- Hose 600 Mailifrstanten eiiigetroffeii sind, so haben, wie auch die „Judäp." schätzt, iiiiiidesteiis 40 000 Personen an der Kundgebung thellgenommen. In der hierauf im Saale Saiut-Michel statt- gehabten Versamuiluug der sämmtlichen Arbeiterführer wurde die Absenduug folgender Depeschd beschlossen:„Au den König. Schloß Laeken. Zur Nachricht. Sie haben von dem Lande die Losung gewünscht. Diese Losung ist heute ertheilt worden; sie ist das allgemeine Stimmrecht. Für die heutige Kundgebung: der Ge- neralrath der Arbeiterpartei." Italien. R o m ,g 8. August. Nach zwei Tagen und nachdem der Mangel an Fleisch sich sehr fühlbar machte, so daß die Kouiinune genöthigt war, das Fleisch auf eigene Rechnung zu verkaufen, ist der Streik der Schlächter beendet worden. Die Verhandlungen zwischen einem Delegirten der Streikenden und dem königlichen Kommissär führten dahin, daß den Schlächtern erlaubt wurde, von einer leichten eisernen Keule Gebranch zu inachen; die hölzerne Ke.cke wurde gänzlich abgeschafft. Den Schlüchtern wurde freigestellt, die Bruneau'sche Maske oder den Dolch zu gebrauchen; da aber die Ochsen und die Kühe der römischen Kampagna sehr wild sind, wird schwerlich die ein oder die andere Methode benützt werden. Unter diesen Bedingungen nahmen gestern die Gesellen die Arbeit wieder aus. Spauiett. Madrid, 11. August. Ein gestern aus Denia hier an- gekommener armer Musiker, welche)' wegen choleraartiger Symp- tome in ein Hospital geschafft worden war, ist heule gestorben. Malaga, 11. August. Eine Schaar streikender Weiber wurde heute durch die Bürgergarde ailseinander gebracht. RnjZlattd. Der„Times" wird über folgenden Vorfall während eines G e f a ii g e n e ii- T r a Ii s p o r t e s nach Sibirien be- richtet: Am 15. Mai d. I. bewegte sich ein aus 180 Gefangenen und 53 Soldaten bestehender Zug von Tjiimen im Gouvernement TobvISk ostwärts, als die Gefangenen 16 Werst von Tjumen entfernt, Halt machten und Wagen verlangten. Die Soldaten weigerten sich, dem Verlangen stattzugeben, und darauf hin wnr- den sie von den Sträflingen mit großem Ungestüm angegriffen. Im Verlause des Kaiiipfes wurden vier Gewehre der Soldaten zertrümmert, und es ivurde zur Unterdrückuiio des Ailsstaudes zum Bajonnet gegriffen. Zehn Gefangene erhielten dabei Bajonneb wunden, dann wurde der Marsch fortgesetzt. Die in Paris erscheinende„Estafette" sucht den Eindruck der Nachrichten über die neuerlichen Verfolgungen der Juden in Rußland durch die Mittheilung abzuschwächen, daß der Zar be fohlen habe, die Anwendung der neuen„drakonischen" Gesetze bis auf's nächste Jahr zu verschieben;„unglücklicherweise" hätten aber Provinzial- und andere niedere Behörden„vexatorische Maßregeln ergriffen, von denen es schwer zu sagen wäre, ob sie mehr hart oder grotesk sind". Diese Maßregeln kämen nicht vom Zaren, welcher„wahrscheinlich" nichts von denselben wisse. So das Pariser Blatt. Es ist natürlich Unsinn, anzunehmen, daß so einschneidende Maßregeln, wie die mitgelheiltcn, ohne Zustiinmung der Regierung oder des Zaren ergriffen werden können. Wenn letzterer wirklich nichts davon wüßte, würden dieselben schon aufgehoben sein, nachdem der Zar doch bereits Kenntniß von der durch die Maßregeln hervorgerufenen Aufregung erhalten hat. Auch der Petersburger Korre- spondent des„Standard", welcher die Nachrichten über neue Maßregeln gegen die Juden als unbegründet bezeichnet hat, muß zugeben, daß in Polen auf Verlangen des General- Gouverneurs Gurko die Juden aus einer Zone von 100(statt wie bisher 60) Werst von der Grenze ausgewiesen werden sollen. Im Uebriaen bestätigt er nur, daß die Polizei viele Ausweisungen vornehme, daß die medizinische Akademie keine jüdischen Stu- deuten aufnehme, daß jüdische Militärärzte nur in den unan- genehmsten und entferntesten Gegenden wie Transkaspien An- stellung fänden und daß Juden nicht Advokaten werden dürfen, außer auf besondere Erlaubniß des Justizministers. Was soll denn nun eigentlich dementirt werden? Wie dem„vt. Wiener Tagbl." aus Odessa telegraphirt wird, ist der Bezirk A n a n j e w in Südrußland der Schauplatz blutiger Krawalle gewesen, welche seitens der russischen Bauern gegen die Juden verübt werden. Die Krawalle nahmen ihren Ansang im Dorfe Mordaroivka und sind nun über den ganzen Bezirk verpflanzt. Hunderte von armen jüdischen Familien fliehen vor den plündernngslustigen Banden, welche, von Ort zu Ort ziehend, die Bauern zum Raub und Mord gegen die Juden aushetzten. In vielen Orten sind die Judenhäuser gänzlich zerstört und das Hab und Gut der Juden total vernichtet. Die Juden, welche ihre Güter zu beschützen versuchten, wurden blntig geschlagen und geplündert. Weder die Zivil- noch die Militär- beHorden» an welche sich die mißhandelten und ausgeplünderten Juden um Schutz und Hilfe wandten, haben bisher den Plün- derungen Einhalt gethan. KiUKunliinder. Sofia, 11. August. Der Sanitätsrath ordnete für die Häfen von Burgas, Varna und Baltschik eine fünftägige Quarantäne gegen Provenienzen aus Mekka und Djeddah an, wofern dieselben in den türkischen Häfen einer ärztlichen Beobachtung noch nicht unterzogen wären. Amerika. New-Jork, 12. August. Der Streik des Dienstpersonals der New- Jork Zentral- Eisenbahn gilt im Wesentlichen für ge- scheitert respektive beendet, weil der Verein der Lokomotivführer und Heizer sich weigert, dem Streik sich anzuschließen, den der Verein der Knights of Labour veranstaltete und durchsetzen wollte. Sozials UtelrevlMzk. A» die Knmmmacher und sämmtliche in der Kammbranche beschäftigten Arbeiter Deutschlands. Kollegen! Wir befinden uns in einer Zeitperiode, in welcher jeder Arbeiter einsehen niuß, daß er, gedrückt durch Steuern, hohe Miethen und theure Lebens- mittel, mit seinem jetzigen Verdienst, welcher in unserem Gewerbe immer mehr und mehr heruntergeht, nicht mehr sich und seiner Familie das gewähren kann, wozu er als Mensch verpflichtet ist und worauf er Anspruch hat. Woran liegt es, daß unser Arbeitsverdienst innner geringer, unsere Lebenshaltung immer schlechter wird? Einzig nur daran, daß wir unsere Arbeitskraft nicht zu schätzen wissen, daß wir uns bereit erklären, für jeden Preis zu arbeiten. Wenn wir hiergegen Front machen wollen, so können wir es nur, wenn wir einmüthig zusammenstehen, denn der Einzelne ist nicht im Stande, gegen seinen Arbeitgeber aufzutreten und von ihm einen höheren Lohn und eine kürzere Arbeitszeit zu verlangen. Auch genügt es nicht mehr, wenn wir uns in kleinen Lokalvereinen znsammenthun, sondern wir müssen suchen, möglichst große und starke Organisationen zu bilden. Nicht nur national müssen wir uns organisiren, sondern wir müssen sehen, auch mir unseren ausländischen Kollegen in Verkehr zu treten, denn auch die billigere Einsuhr der Fabrikate unseres Gewerbes vom Auslände ist nur dadurch möglich, daß, abgesehen von besseren Fabrikations-Einrichtnngen, unsere dortigen Kollegen gleichfalls nicht darauf dringen, einen menschenwürdigen Lohn von dem Unternehmer zu verlangen. Aber wir müssen den Versuch machen, diesen traucheik standen ein Ende zu bereiten und desivegen kommen wu/' mit der Aufforderung an unsere säinmtlichen Kollegen, daß sie organisiren sollen, daß sie mit in unsere Reihen tteten zur 9�™ srniien Arbeit, zum energischen Eintreten für unsere nothwendis!» Existenzbedingungen. Für unser Gewerbe besteht gleichfalls eine Orgamsati-»� „Vereinigung der Drechsler Deutschlands", und fordern wir« aus, dieser Zentralisation beizutreten, wie es die Berliner Ww wacher bereits gethan haben. ,. Eine Organisation unserer eigenen Branche wird nicht mW fem, weil wir nicht stark genug werden können, �»-"�aen nusil ww uns an die uns am W» Menden Bnüchmag� Ueberdies kommen die Arbeiter immer mehr zu der EinsWj ein Unterschied in der Art der Arbeit nicht auch einen schied zwischen dem Bestreben der Arbeiter bedingt, unv � sie durch den Zusammenschluß des Kapitals(Unternehmern inimer schärfer darauf hingewiesen, alle Branchen- wn i � fallen zu lassen und eine einige geschlossene Masse zu � nur so sind sie in der Lage, dem immer schrofter aui Unternehmerthum Widerstand zu leisten. Darum, Kollegen, laßt alle kleinlichen Schranken Eure Lage erkennen und bemüht Euch, dieselbe zu ne i „Bedenkt, daß derjenige, welcher keiner Organisation a si ein Feind der Arbeitersache, ein Feind seiner eigenen Faun und bildet in allen Orten, in denen iinsere Branche verlr � Zahlstellen der Vereinigung der Drechsler Deutschlands." � wollen wir uns in Verbindung setzen, um darüber z» v wie wir unter den unserer Branche eigenthümlichen � eine möglichst schnelle Besserung unserer Lage herbeiführe� � Besonders nothwendig ist, daß wir mit unseren Kollegen eine Verständigung betreffs gemeinsamen suchen und bitten wir alle Kollegen, welche diesbezügliche" angeben können, dieses zu thun. Mit kollegialischem Gruß die Berliner Kollegen. I. 91.: R. Klotzsch, � Berlin 0, Koppenstr. 73, Quergebaude i' NB. Alle arbeitersrenndlichen Blätter werden um gebeten. Theater. Mittwoch, den 13. A u g u st. Frirdvich-Witlirlmstädt. Theater'. Der arine Jonathan. Wallner- Theater. Mamsell Ni- touche. Viktoria- Theater. Stanley in Afrika. vstend- Theater. Das Schloß am Meer. Adolph Ernst- Theater. Der Goldfuchs. KeUeallianee• Theater. Der Nautilus. KroU'a Theater. Don Juan. Englischer Garten. Direktion: C. Andreas, Alexanderstraße 27 c. Auftreten der Chansonnette Fräulein Ehrenleld. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Rosa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Liegler. Austreten des Malabaristen und Equi- lebristen Mr. Charles. Austreten des Professors Herrn Jean Clemont mit seinen dressirten Schweinen, Esel und Gänsen. Ansang Wochentags 3 Uhr. Sonntags 6Ve Uhr. Entrce Wochentags u. Sonntags SO Pf. 60 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben. EtnbüssCiimit Buggenliagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Garicn-Concerl. Direktion A. Nödman». Dienstag und Freitag: Valzer-Ahend. Vntpaa Wochentags 10 Pfg., UillULc gönn- und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restanrationsräuinen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ansschank von Patzenhoser Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. Müller. Passage 1 Tu. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. Nur smr diese TB® Woche: lle«! Zum erste» Male: Zweite Reise durch das interessante Egypten. Erste Wanderung durch die malerischen Gderitalienischen Alpe». Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. WMWer Tmcl, gen.:„Die fidele Zlagelkiste",! Berlin N., Elsasserstraße 73, gegenüber der Bergstraße. Im Lokal photographisches! Atelier zur Benutzung.— Jeder I Gast, auch wenn derselbe nur für: 10 Pfennige verzehrt, wird gratis rtnilpplKt und erhält sein Bild sofort als Grattspräsent. Höchst scherzhaft! H. Schnitze(mlt'n tz). Einzige Keller-P hotographir j Ausstellung des Uereius der Aqnarien- n. Terrarirn- Kirbhaber. Heule Eröffnung) im Grand HOtcl Alexandci'iilatz Nene Welt. Bergschlossbrauerei, Hasenhaide. Heute, Mittwoch: is Kiiliier-, Eriitc- nni) Fmilttü-FttickW. Von 4 Uhr Nachmittags ab: Gratisverloosung: Concert u. Speciah Wen. Hauptgewinn: uin öcnaai. Konkonrege». Puppentiieater. Ktangrnklettern. Wettlanfen. Fackel» und Erntefesting. ßrtlitW Ii sltf tiir Erwachsene, Iii die eine Mütze u. ein Geschenk vlimc l'l PJ. für Kinder: Pj. beim Eintritt gratis erhalte». ' BW H.Mtöciinü mKMberg. Th. Kellers Hofjäger, Heute, WltwiMt), j � Hasenhaide, Kergnrannstrahe»» Ecke. d e ii 13. Aug« st 1890: nach ländlicher Kitte, mit grostem Ernte-Festznge, Gratis-Uerloosung ete. A. Froelich. Grösse Deiitl. TersammlilW der in der Kntdrauche deschast. Arbeiter u. Arbeiterinnen Kerlins n. Untgegend am Freitag, den 15. August, Abends 8 Uhr, im Saale des Böhmischen Brauhauses. Tages- Ordniing: 1. Vortrag deS Herrn W. W e r n e r über: Ds? Lage der ausgesperrten Arbeiter Hamburgs. 2. Diskussion. 3. Verschiedene?. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten. 249__ Der Ginl-eruser. Große öffentliche Verfantminng der Bauanbeites« Berlins u. Umgegend am Donnerstag, d. 14. d. M., Abends 8>/e Uhr, in Lehmann s Salon, Sclnvcdter-Strasse Xo. 24. T a g es- O r dn n» g: 1. Die Lage der ausgesperrten Bauhaildwerker und deren Berufsgeuosseu in Hamburg. 2. Verschiedenes. � Für einen tüchtigen Sieferenten ist Sorge getragen und bitten wir wegen der Wichtigkeit der Tagesordniing um zahlreichen Besuch. 247 Wilhelm Wernau, Swineniüiiderstr. 47._ Wen es angeht. 1 Jeder Hausfvaii wirb als bester Kaffee-Zusatz der Anker-Cichorie» von Doiilnierich& Co. m Magdeburg-Buckau empfohlen. Schon eine kleine Zugabe davon genügt, nm den Kaffee vollschnieckender und weicher zu machen. Jeder andere Zusatz unter dem Namen„Kaffee" führt mit Unrecht diese Benennung. Ter Werth auf reine Waare legt unter richtiger Benemliliig, verbrauche ausschließlich Anker-Cichorien. Anker- Cichorien isr i» -locke ten over Buchsen zu kaufen bei fast allen besseren Waarenhandlungen. Abreclimmg vom Weissgerber-Streik 243 in der Hegermanu'schen Fabrik. Einnahme: Von den Weißgerbern Berlins 1347,99 M. Auf Sammellisten.., 476,81„ Gewerkschasten Berlins: Bäcker Färber oo,— Stuckateure..... 15,— Kistenmacher.... 25,— Böttcher 80,— Tellersamnilung der Tabakarbeitcr... 13,— Hutmacher..... 50,— Feilenhauer..... 30,— Zimmerer..... 30,— Posameiitiere.... 15,— Lithographen.... 20,— Lohgerber und Lederzurichter..... 20,— Former...... 50,— Tellersaminlung der Ci- seleure...... 6,85 Lithographen u. Steinschleifer..... 16,— Sattler...... 20,— Tischler...... 50,— Klempner..... 30,— Töpfer...... 50,— Ciseleure...... 10,— Hartmann, Restanratenr. 6,— Kompagnie- Kasse Heger- mann...... 1,— Herr Lempke..... 2,— Korbmacher Brandenburgs 26,30 Weißgerber.Hamburgs., 80,25 Mühlburgs. 18,20 „ Haynaus., 15,15 „ Durlachs,, 40,— „ Dresdens.. 17,35 „ Steumarkts. 7,60 „ Brandenburgs 6,45 80,— 66,— Summa•. 2620,15 M. Auogabe: Ausgezahlte llnterstützimg 2498,50 M. Komulissions-Unkosten.. 39,—„ Drucksachen...,, 30,35„ Agitations-Uukosten.. 39,90„ Porto u. Schreibmaterial 12,40„ Summa.. 2620,15 M. Abrechnung der Irciwill. Samml. vorn 22./3. bis 20/6.90. Gesammt- Einnahme inkl. 700 M. Anleihe... 5134.81 M. Gesammt-Ausgabe,,. 6055,95„ Bestand am 20/6... 78,86 M. I. A. der Revisions-Kommission: R. Platz. Große Versammlung lies 6o)l#moW#;i Leje- a. Ziskiltir-Mb Lassalle. Donnerstag, den 14. August, Abends S'/z Uhr, Mantenffelstraße 9, bei Schröder. T.-O.: 1. Vortrag des Hrn. Dr. Zadel über:„Moderne Medizin." 2. Dis- kufsion. 3. Verschiedenes. 4. Vereins- angelegenhcit. Jedermann hat Zu- tritt. Um recht zahlreiches Erscheine» wird gebeten. Zur Deckung der Tages- kosten siiideteine Tellersammliing statt. 254 Der Dorstand. IllWfelKrtie� Freieil Vereilligllng ki% gerber ll.Leserzllrilhter Berlik am Sonntag, den 17. A»susi� nach dem„I»iiggelL«zh>Ss»0'>� 8 Uhr. Preis für Hin- und i Person 1 M., Kinder 50 Pl- Billets sind zu haben bei G- � Sophienstr. 28/29; Rowald, Kop. straße 62, 4Tr.; H. Krawszack, StÄÄfÄSS'S Hof 3 Tr. Duo Körnitz «in Donnerstag, den 14. 3" Abendo SVe Uhr, Kergstraße Ur. IL bei R«*" Tagesordnung: � I. Wahl d. stellvertretenden Borstä � 2. Kassenbericht. 3. Verschiedenes. Um recht rege Vetheiligung bu Der Uorst«�. Achtung! � Unterzeichneter empfiehlt den Iffesi Parteigenossen seine selbstgesertigl� MM" Zugharmonikas, pro Stück von 3-80 M.: flfi dem empfehle alle ins Musikfam � schlagende �Artikel alsGrige», Z'tY Ulundharmonilraa u. s. w. o».zz guter Waare.../ Bei Bedarf obiger Artikel bi», geehrteil Parteigenossen mich«ntelsi zu wollen._...! Händler erhalten Rabatt. Beu franko gegen Nachnahme. Achtungsvoll K. R. Glass, Aecordeonfabrik, Brunndöbra bei Kl i n g e n Nur I Mark kostet jede Uhr zu reihl uuter Garantie.®ei Reparaturen ivird der vorher gesagt. Otto Elescn U h r m a ch e r(Fach«'®;«, Uannynstr. 15, Ecke Marian«� am hiesigen Platze bekanntlich Grossie Auswahl. Gnranlirt sicher brenne» Sf�tT Tabake."Wst? Streng reelle Bcdienilng, billig!. Preise! Sälnintliche im besiudlichen Liohtabake sind a 1653 Lager.. A. Golschmidt, Spandauerbr. am Haeke'schen Markt. Verantwortlicher Redakteur: Curt Danlir in Berlin. Druck und Verlag von Mar Sading in Berlin S\V„ Benthstraße 2. i Grabdenkmäler/ in Marmor, Granit und Syenit si j bei solider Ausführung zu Preisen W. Günther, Rixdors.�« mannstr. 150. Fabrik: gtnliijC�>j Oirr«u«in» j Ur. 186. Mittivoch, de» 13. August 1896. ?. iitiivg. IToltalcs; der veröffentlicht nachstehend die Liste geben„.s L l�re Lokale zu Versammlungen unentgeltlich her- event qiL- �urerkt hierzu, daß dieselbe ivöchentlich einmal mit %unnM," abgedruckt wird, ferner, daß Veröffent- Hein, m®cäu9 0UF die Lokalfrage nur von den Herren W il- �überchny;! e.t' Elisabeth- Ufer SS. August In sing er, Zugeben i' unb Otto Heindorf. Langestr. 70, ans- «ftnnten r event. Unregelmäßigkeiten sind an die ge- feen SU berichten. Adlerbrauerei. Badstraße. Aktienbrauerei Moabit. Arminhallen, Kommandantenstr. 17. Bachmann, Dresdenerstr. 43. Bergschloßbrauerei, Rixdorf. Beyer. Neue Grümtr. 14. Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. Böhmisches Brauhaus. Botzow's Brauerei. Bolzmann. Andreasstr. 26. Bobert. Weinstr. 11. Brauerei Tivoli. Kreuzberg. Brauerei Königstadt. Brauerei Friedrichshain(Lips). Brauerei Friedrichshöhe(Pahenhofer). Brauerei Pfefferberg. Buggenhagen, Moritzplatz. Burgersäle, Dresdenerstr. 90. iionzertpark, Ostend, Frankfurter Allee. Deigmüller's Salon, Alt- Jakobstr. 48 a. Deutsches Volkstheater, Schönhauser Zlllee. Erskeller-Etabliffenient, Chausseestraße. Cliistunl, Landsberger Allee. Fenske, Landsbergerstr. 87. Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75. Eratwcil's Bierhallen, Kommandantenstr. 79. En Abt, Brunnenstr. 38. Zründel, Dresdenerstr. 110. Eründcr's Salon, Schwerinstr. 13. Habel's Brauerei, Berginannstr. 5—7. Heise, Lichtenbergerstr. 21. Hennig. Hochstr. 32a. Herzog, Memelerstr.,„Deutscher Kaiser". Heydrich's Säle, Beuthstr. 18-21. Fritz Jlges, Wilsnackerstr. 63. Industrie-Hallen, Mariannenstr. 31—82. Joel(früher Keller), Andreasstr. 21. Jordan's Salon, Lteue Grünstr. 23. Keller's Hofjäger, Jnh. A. Fröhlich, Hasenhaide. Keller, Bergstr. 63. Königshof, Bttlowstraße. Klein's Fcstsäle, Oranienstr. 180. Kliem, Hasenhaide. Königsbank, Gr. Frankfurterstr. 117. Krüger's Bierhallen, Frankfurterstr. 89. Krieger's Salon, Mafferthorstr. 68. Kuhlmey'S Gesellschaftshaus, Köslinerstr. 17. A MöivcS' Gescllschaftshaus, Fichtestr. 29. Müller, Johannisstr. 20. Ncustädtischer Volksgarten, Proskauerstraße. Norddeutsche Brauerei, Chausseestr. 58. Orschel, Sebaslianstr. 39. Reichert. Müllerstr. 7. W. Nehlitz, Bergstr. 12. Renz' Salon, Naunynstr. 27. Rcnnefahrt's Saloii, Deiinewitzstr. 13. Reycr. Sllte Jakobstr. 83. Roll, Adalbertstr. 21. Ruhland, Moabiter Schützenhaus. Sachow, Müllerstr. 136. Iaeger, Grüner Weg 29. Iahm's Klubhaus, Annenstr. 16. Sanssouci, Kottbuserstr. 4 a. Scheffer's Salon. Jnselstr. 10. Schloßbrauerei Schöneberg. Schneider, Belforterstr. 15. Schröder, Müllerstr. 178(Weddingpark). Schwarzmaller, Kolbergerstr. 23. Silber's Salon, Schivedterstr. 24. Specht(Brallerei-Zlusschank). Nene Jakobstr. 26. «Üd-Ost, Waldemarstr. 75. «nionsbrauerci, Hasenhaide. Vercinsbrallcrei,(Ripdorf). Biktoriabrauerei, Lützowstraße. Biktoria-Salo», Perlebergcrftr. Bolksbrauerci �Moabit). Wedding-Park. Müllerstr. 73. Wedding-Kasino, Schulstr. 29. Weick, Alexanderstr. 31. Welmann's Volksgarten, Gesundbrunnen. Wollschläger, Bluuienstr. 78. Wohlhaupt, Manteuffelstr. 9. Wiittkc, Friedrichsbergerstr. 20. Alt Nr. 1. 13. L°«'ter.'Münzflr. 11. st�MM°.!?"°'"nnsston sorder >r. ii. flte'i.r�'l0"1"11!!10« fordert die Berliner Parteigenossen auf, ■ Es iS ,c,: hi» oben veröffentlichten Liste zu richten. i selbst ffn!sCr r vhoIt' lrotz mehrmaligem Hinweise, vorgekommen, che niffif 0• reine ihre Versauunlungen in Lokalen abhalten, Fernes°"I?�'!hrt sind. tenb fcle Lokalkommission von Tempelhof und Um- �Wunn,» si das Lokal von Nieke, Teuipelhof, zu Ver- »lach mehr zu haben ist; möge» die Arbeiter sich Pniiaen Auffallend erscheint es, daß die Geiverkschaste» d, abhais� Lokalen, die zu Versalnuilungen nicht zu haben hte kg«Me Verhöhnung der Arbeiter", veroieiil ■"hchmmM lailnt ä" werden, er ist aber noch mehr, er ist eine >a»steli,„?°rs gesunden Menschenverstandes und die krasseste Arbeit-!!? b» Unioissenheil des Ver-asserS. Er kennt weder oheit„„�rhiiltnifse, noch weiß er etwas von einer die Ge- 'st.&''0.Kräftigung des KörperS fördernden Ernährungs- �i>ar ai>-,.,ist des Verfassers A und O, legt vas Ersparte .Spg�,' solche kleinen Kapitalien sammeln sich zu großen in Ueii"o aii. niit denen dem Unteruehmerthuni in geeigneten ...... XAMi» ttipntt bßr Bischen Unwahrheit nicht an, wenn er von den Konsumvereinen sagt, daß sie 10 pCt. Gewinn vertheilen; daß sie einer nach dem anderen Bankerott werden, hört man wohl, von solcher Gewinn- vertheilung verlautet nichts. Nährt Euch gut und billig! Mit Magermilch, Hering und Kartoffeln lassen sich delikate Gerichte herstellen, wer ivird theures Nindsleisch kaufen. Quark mit geriebenen Kartoffeln gemischt, liefert einen delikaten Käse, der sehr gut den Limburger ersehen kann. In diesen Rezepten ist ungefähr des Verfassers Weisheit ausgekramt, was er aber nicht weiß, soll ihn hier mitgetheilt werden, zu einer krästigenden Ernährung gehört eine aiigeinesse»- Zusammensetzung guter Speisen aus gutem Fleische abivechselnd bald mit diesem bald niit jenem Gemüse oder verschiedenen Hülsenfrüchten. Wir wollen aber dem Verfasser für seinen Rath nicht undankbar sein, sondern ihm guten Rath zurückgeben. Empfehle er den Unternehmern die Zahlung höherer Löhne, erkennen diese den gute» Rath an und handeln darnach, dann sei ihm unser Dank. Eine groste Enttäuschung und Ztiedergeschlagcuheit hat sich auch der Bahnbeamten bemächtigt, die nach den Ver- Handlungen und Beschlüsse» im Landtage sich bereits in Hoff- nungen gewiegt hatten, daß ihre Lage sich verbessern würde. Bei den Zulagen ist in einer Weise verfahren worden, daß Beamte, welche 20 und mehr Jahre im Dienste, leer ausgegangen sind, während Herren, die erst seit 1882 in Stellung sind, Zulage erhalten haben.' In allen Restaurants, wo in der Nähe die Bahnhöfe Beamte verkehren, hört man es denn auch ungescheut ausspreche», daß bei der Gehaltsaufbesserung auf die Jahre, welche man als Angestellter der Privatbahn zurückgelegt, gar keine Rücksicht genommen und nur die Zeit in Betracht ge- zogen hat, die verflossen ist, seit der Betreffende nach Uebcrgang der Bahn an den Staat, das ist 1882, im Staatsdienst sich befindet. Auch spricht man es aus, daß die früheren Militär- Personen in erster Linie bedacht worden sind. Vor einigen Mouake»>var hier ein Kaufmann aus Neiv- Jork, Jonasson, verhaftet worden, weil er in einer öffentlichen Wirthschaft eine Majestätsbeleidigung ausgestoßen haben sollte. Er wurde damals gegen eine Bürgschaft von 5000 M. wieder aus der Haft entlassen und reiste nach New-Pork zurück. Nach der heute hier eiiigegailgenen„N.-U. Hdlsztg." ist Jonasson am Mittwoch vor acht Tagen wieder nach Deutschlaiid abgereist, um der an ihn ergangenen Aufforderung, sich zu der hier aiiberaumten gerichtlichen Verhandlung einzllstellen, nachzukommo». Jonasson behauptet, sich von der ihm zur Last gelegten Beschuldigung reinigen zu können. Eine sonderbare Hriefgeschichte theilt uns Herr Franz Verndt mit. Er schreibt:„Am 11. d. M. empfing meine Frau durch die Packetsahrt eine» Brief. Nach Eröffnung des 5koliverts fand sie darin ein zweites eröffnetes, von der Reichspost abge- stempeltes Kouvert mit einem Briefe aus Waren in Mecklenburg. Ter Poststempel lautet:„Waren, 10./8. 90. 1—2 Nachm." Einen Ausgabestempel hat das Kouvert nicht. Wer den Brief eröffnet hat, darüber fehlt jeder Vermerk. Die Adresse steht auf beiden Kouverts richtig und deutlich. Von dieser unbefugten Brieföffnung ist der hiesige» Oberpostdirektion bereits Mittheilung gemacht und die Einleitung der Untersuchung behufs Ermittelung dcS Schul« dige» beantragt worden. Die Handschrift auf dem zweiten, äußeren Kouvert(in welches der Brief zivccks Beförderung durch die Packetsahrt gesteckt worden ist), zeigt höchst charakteristische Züge, vermittelst deren die Postbehörde den Schuldigen vielleicht finden wird. Franz B e r n d t, Pallisadenstr. 35. Zeuge»' Gr such» Wir erhalten folgendes Schreiben: Am 23. Mai er., Abends 9— OVsllhr, benutzte ich die Stadtbahn von der Station Thiergarten nach Börse mit mehreren Herren im Koupee 3. Klasse und halte ein mir gehöriges Packet in den Konpeekorb gelegt; beim Aussteigen bemerkte ich neben meine»! llest üssMe nu, mir oenen oem„_ toter Arme gegriffen wird, er kann dann, wenn der ' eintt-t0t Jahre alt wird, keine Arbeitslosigkeit, keine Krank- eine Rente von 42 M. beziehen. " ein.,,''.""" wn w. das iin, sparenden Arbeiter mit der Laterne suchen I bleibt.v,me.r�lIm schon dafür sorgt, daß niemals ' Uebrigens kommt es dem Verfasser auch.a keine Krank Uebrigens wird suchen müssen, 's etivas auf ein meine Ansicht theilte der besagte Herr, auch von den übrigen Herren meldete sich niemand als Eigenthümer; kaum hatte ich jedoch das Koupee verlassen, als ich plötzlich von einem Herrn verfolgt wurde mit dem Bemerken, ich hätte ihm das Packet ge- stöhlen, und trotz meiner Versicherung, daß ich nur gute Absichle» hätte, wurde ich zur Wache sistirt und eine Anklage gegen mich erhoben. Das Resultat davon ist, daß ich 3 Tage Gefängniß bekomiuen habe, wogegen ich iill» gern Berllfnng einlegen möchte. Da hierzu aber liiibedingt der Zeuge, zu welchem ich obige Aeußeriliig gemacht,»othivendig sein wird, würde dieser Herr mich zu groiiem Dank verpflichten, iveun er mir seine Adresse um- gehend imUheile» würde, da die Berusung bis zum 14. d.M. ein- gereicht werde»»mß. Meine Adresse ist Max Krnsch, Hausdiener, giosenslraße 11.— Sämmtliche Zeitungen werden u»l Ab- druck gebeten. zfitehbierhalle ,,Z»v Linde" ist der Name der ersten Ber- liner Roßfleisch-Speiseanslalt, welche am 1. August im Norde» der Stadt, WeiilbergSweg llck, von einer Aktiengesellschaft eröffnet worden ist. Wahrlich, es in»» als ei» trauriges Zeichen der jetzt herrschenden Verhältnisse bezeichnet werden, daß ein großer Theil der ärmeren Bevölkerung Berlins die Eröffnung einer Pferde- fleisch-Speiscanstalt mit Freude begrüßt. Infolge der für eine» Arbeiter fast nnerschivinglich gewordenen Fleisch preise ist gar manche Familie gezivnngcn, mit Kartoffeln,„den großen Lüge», welche de» Magen betrügen", den Hunger zu stille». Mit ciner solchen Nahrung kann man den Mägen wohl füllen, aber zur Ergänzung seiner Kräfte braucht der schwer arbeitende Mensch doch nahrhaftere Speisen. Im Gasthaus„Zur fLindc" erhält man während des gaiizen Tages ans alle mögliche Art zu- bereitetes Roßflcisch, welches man zum Preise von 20—25 Pf. sogar noch bei musikalischer Uiiterhaltnna genießen kann. TaS Pferd gehört zwar zu den sanberste» Thieren; jedoch liegt es in der Natur des Menschen, sich erst dann zum Genüsse dieses Fleisches z» clitschließen, wenn die Roth unerbittlich ihn dazu zwingt. AlS Leckerbissen kann Pferde.eisch jedenfalls nicht be- irachtet werden, sonst würden diejenigen Herren, die sich vor Austern und Bogelncslern nicht ekeln, schon längst eine Vorliebe für„Trapp-Trapp" beknndel haben. Wir wollen hoffen, daß in nicht gar zu langer Zeit die Fleischpreise wieder niedriger werden, sonst wird es womöglich noch nothwendig werden, i» Berlin eine Speiseanstalt zu errichten, in der Fleisch von Hunde» und Katzen zn haben ist. Eine Asikio der Kroße» L?erli»er Vserdeeißenliah»- Erscll kchlftt ist heute daS 2: Visa che dessen werth, was sie»rspräng- lich gekostet hat. Für je 100 M. Einzahlung zur Zeit der Grün- düng werden jetzt etwa 260 M. gezahlt. Welchen Schweiß und welche Hirnthätigkeit haben die Aktionäre opfern müssen, um solche Ergebnisse zn erziele»! Dir städtische Irrrnimstalt zn Daldorf war am Sonntag der Schauplatz einer ausregellden Szene. Unseren Lesern ist ge- wiß noch jener schreckliche Vorfall im«Franziskatier" in Er- innerung, bei welchem der Kellner v. Stiitterheim durch seinen Kollegen Schmidt das Leben eingebüßt hat. Der Thäter wurde verhaftet, dann aber, da seine Unzilrechniingssähigkeit sich herausstellte, in die städtische Irrenanstalt gebracht. Hier lebte schon I seit einiger Zeit die Frau des Unglücklichen und die auf so traurige Weise verwaisten Kinder versäumten keinen Sonntag, um ihre Eltern in der Anstalt zu besuchen. Für die Mutter, für welche ihnen das erlmibt war, brachten die Kinder stets einige Er- frischllngen mit und so waren sie auch am gedachten Tage hinaus- gezogen. Wer aber beschreibt das schmerzliche Erstannen der Kinder darüber, daß die Mutter, welche sie unter Aufsicht eines Wärters sonst stets gesehen und gesprochen hatten, bereits vor 6 Tagen gestorben niid seit 3 Tagen schon beerdigt sei. Die Kinder ergingen sich in den heftigsten Klagen und bittersten Vor- würfen gegen die Anstalt, welche sie ohne Nachricht gelassen hatte und haben auch bereits Freunde der Sch.'s sich der Sache an- genommen, um Aufklärung zu erhalten, wie derartiges rn der so»iiisterhaft geleiteten Irrenanstalt sich ereignen konnte. Uom Ginnibu» iibcrfahi'm«. Vorgestern Nachmittag in der sünsten Stunde spielten in den Anlagen des Koppenplatzes eine größere Schaar von Kindern, bei denen sich auch der vierjährige Sohn eines in der Großen Hambnrgerstraße wohnenden Bäckers befand. Die Kleine lief, als sie von ihren Spielkameraden nicht beobachtet wurde, auf den Fahrdamm, als gerade ein gut besetzter Omnibus der Linie Nettelbeck-Platz— Spittelmarkt herankam. Das Mädchen rannte blindlings gegen das schwere Gefährt und wurde so unglücklich zu Boden gerissen, daß sie zwischen das rechte Vorder- und Hinterrad siel und das letztere über den Unterleib des Kindes hinivegging. Durch Passanten wurde die Kleine nach der elterlichen Wohnung und von dort noch lebend nach dem Hedivigs-Krmikonhaus gebracht. Dem Kutscher des Omnibusses, der vor Schreck ohnmächtig»vurde, trifft an dem Unfall keine Schuld. Das streng verbotene vorteitige Abspringen von in der Fahrt begriffenenen Stadthahnzügeii hat wiedernm zu einem schweren Unglücksfall Beranlaffling gegeben. Von einem Augen- zeuge» ivird uns darüber berichtet: Als am Sonntag, Abends gegen 10 Uhr, der fällige Nordringzug auf dem Schlesischen Bahn- Hof eintraf, wollte ein junges, etwa 20jähriges Mädchen ein Konps dritter Klasse verlassen, öffnete die Thür, als sich der Zug noch in ziemlich schneller Gangart befand, und sprang, trotz aller Warnungen der Mitillsassen, aus dem Waggon. Zwar versuchte es noch ein junger Man», die Unsilinige zurückzuhalten, aber zu spät; im nächsten Aligeublick stürzte die Abspringende so un- glücklich auf den asphaltirten Perron, daß sie, aus einer klaffen- den Kopfwunde blutend, bewnßtloS liegen blieb. Die Unbekannte, welche anscheinend auch schwere innere Verletzungen erlitten, wurde nach dem Krankenhause Friedrichshain gebracht. Kein» Kaden ertrunken. Vor den Augen seiner Ver- wandton und Freunde ertrank am Montag Nachmittag in der Havel ein 17 jähriger Kanfmannsgehilfe R. aus Berlm. Der junge Mann hatte in Begleitung seiner Schwester und eines Schwagers, sowie einiger Freunde einen Ausflug nach Saatwinkel unternommen und rühmte sich, dort a>igeko»ii»eii, mit seiner Aus- dauer beim Schwimmen. Um seine Behauptung zu beweisen, sprang der junge R. in die Havel, um dieselbe dreimal zu durch- schwimmen; ziveimal bereits hatte der leichtsinnige Mensch das Wasser durchkreuzt nnd befand sich eben zum dritten Male in der Mitte des Flusses, als er plötzlich einen kurzen durchdringenden Schrei ausstieß und in den Finthen verschwand. Zwar wurden sofort von einem gerade vorbeifahrenden Dampfer der Gesellschaft „Stern" Rettungsversuche unternommen, jedoch vergeblich. Die Leiche des R., ivclcher wahrscheinlich vom Schlage getroffen wurde, ist bis jetzt noch nicht gefunden. Ei» recht stefährlichrv Zusiaminrnstoß ereignete sich am Sonntag Nachiliittag in Wilmersdorf hart vor dem Herzspriing- scheu Lokal an der Ecke der Wilhelmsaue und der Augustastraße. Während von der einen Seite der Dampftrain unter vorschrifts- mäßigem Glockensignal herangebraust kam, raste von der anderen Seite ein leichtes Fuhrwerk daher, dessen vorgespannter Ponny scheu geworden war. In der Chaise saßen drei Personen. Kaum hatte der Führer des Dampfwagens das Gefährt bemerkt, als er mich Kontredanips gab. Doch ivar der Train nicht so schnell zum Stehe» bringen, daß nicht doch eine kkatastrophe erfolgte. Bei dem Anprall wurde daS Pferd niedergeivorfen niid erlitt dasselbe am Hinlertheil surchtbare Berketzungen. Der Stoß war so heftig, daß die im Wagen sitzenden Personen herausgeschleudert wurden. Das Gefährt wurde so beschädigt, daß von einem weiteren Ge- brauch desselben vorläufig abgesehen werden mußte. Die Drcherchrn nach dem Mörder der Frau Wende, die noch zu feinem Ergebuiß geführt haben, werden mit Eifer fort- gesetzt werden. Die Belohnniig für Ermittelung desselben wird, ivie die„Post" mittheilt, ans 1000 M. erhöht. Es gehen Massen- hast auf den Fall Wende bezügliche Anzeigen und Berichte bei der Kriminalpolizel ein, in welcher Dieser und Jener als ver- dächtig bezeichnet>vird. Bisher haben sich aber alle derartigen Angaben als haltlos erwiesen. Eine» Leichenfund machten am Mittivoch Mäher eines Haserfeldes ans Schinargendorfer Feldgebiet. Schon seit einigen Tagen hatte sich in der dortigen Gegend«in Pestilenzgestank be- merkbar gemacht. Die Ursache desselben wurde nun beim Mähen gefiiiiden, als die Arbeiter ans die fast schwarz aussehende, stark verweste Leiche eines übrigens ziemlich gut gekleideten Mannes stieße». Aus einigen in der Stahe noch gefundenen kleinen Papierresten waren die Namen„Mendt" und„Hamburg" zn ent- Ziffern. Einen Anhalt zur Rekogiloszirnng fand man nicht, chyifo waren keine Verletzungen zu entdecken, die auf einen gewaltsan.en Tod hätten schließen lassen. Auf drr Dordbahn hat am Sonnabend Nachmittag gegen 4 Uhr ein nicht»»erheblicher Eisenbahnilnfall stattgefunden. An der Weiche bei Zerndorf entgleisten die beiden letzten Wagen des von Stralsund kommenden Schnellzuges. Der letzte Wagen legte sich nilf die Seite nnd wurde von dem Zuge eine Strecke mit fortgeschleift, wodurch es kam, daß die Eisenbahnschienen und die Schivellen i» die Höhe gehoben und die auf der Strecke stehenden Laternen nmgerissen wurden. Der auf dem letzten Wagen be- sindliche Schaffner wurde hernntergeschlendert und erlitt einen Armdrnch. Als der Zug zum Stehen gebracht wurde, hängte man die beiden Wagen ab, nnd der Zug dampfte weiter, wäh- rend man mit der Wiederherstellung der zerstörten Strecke begann, welche Arbeit Abends 8 Uhr beendet war. Bis dahin mußten die Passagiere der nachfolgenden Züge an der Unfallsstelle um- steigen. Ein Fall großer Zudringlichkeit wird uns von einem in der Füfilierstraße wohnenden Herrn C. Sch. mitgetheilt. Als derselbe am vorigen Mittwoch mit seiner Frau alisgegangeil war, benutzte einer jener religiösen Eiferer, welche ihren Lebeiisberns im Bekehren erblicken, diese Gelegenheit, um die kirchlichen Ber- Hältnisse der Sch.'schen Familie ausziispüren. Da die Tochter deS Herrn Sch. den migerilfenen Gast kurz abfertigte, kam derselbe am Sonnabend wieder. Natürlich hatte der Mann eine Zeit gewählt, in der er sicher sein konnte, den Fa»>ilienvater nicht anzutreffe». Nachdem Frau Sch. dem neugierigen Störenfried die Frage beantwortet hatte, warum ihre Kinder nicht getauft seien, begann der ungebetene Besucher tüchtig über die sündige Welt loszuwettern. Schließlich erkundigte er sich, ob der älteste Sohn des Herrn Sch. konfirmirt ivorden sei. Als hierauf er- widert wurde, daß dies in der freireligiösen Gemeinde geschehen sei, fand der Belehrer es endlich für gerathen, sich zu ver- abschieden. N»m Post,» erschoste». Ein bedauerlicher Vorfall er- eignete sich vorgestern Nachmittag um 2 Uhr auf dem Uebungen platze der Garde-Pioniere auf dem Tempelhofer Feld und zwar an der westlichen Lisisre �desselben, ungefähr 600 Schritt von der Stelle den Posten an dem Drahtzaun bezogen, mit welchem der Uebungsplatz eingefriedet ist, als er innerhalb des umfriedeten GebietesZeinen Mann bemerkte, welcher dort schlief. Er rüttelte ihn auf, erklärte ihm, seiner Instruktion gemäß, als verhaftet und befahl dem Arrestanten, ihm in das unweit gelegene Schilderhaus zu folgen, wo er so lange verharren müsse, bis ihn die nächste Ablösung mit in das Wachtgebäude nehmen würde, das sich auf dem Uebungsplatze befindet. Da der Verhaftete nicht gutwillig folgte, pflanzte der Soldat das Seitengewehr auf, schob vor den Augen des Sistirten eine scharfe Patrone in den Lauf und gebot dem Arrestanten, voraus zu gehen. Das that der Mann auch, bei einer Wcgbiegung schlüpfte er aber durch den Drahtzaun hindurch und wollte ausreißen. Als der Posten ihn nun in scharfem Tone anrief und aufforderte, sofort stehen zu bleiben, widrigenfalls erschieße, setzte sich der also Angerufene in Positur, wandte dem Soldaten die Brust zu und hielt einen langen Sermon, aus dem hervorging, daß er nicht ganz nüchtern war. Er erklärte näm- lich dem Pionier, daß er ihm eigentlich gar nichts zu sagen habe-, da er aber selber früher Soldat gewesen sei, so sehe er wohl ein. daß der Posten schießen müsse. Der Pionier rief hierauf den Arrestanten sechsmal an, stehen zu bleiben; derselbe hörte aber nicht, sondern wollte sich seitwärts in die Büsche schlagen. Als jetzt der Pionier nochmals rief:„Zum letzten Male: Halt, halt, oder ich schieße!", wandte er ihm iviedcrum das Gesicht zu, deutete mit der Hand auf die Brust und schrie: «Du hast mir Laune gemacht! Brüderlein, schieß gut!".,. Der Schuß krachte, der Huglüclliche überschlug sich_ ein paar Mal und die Zeugen dieses traurige» Vorfalls fanden, als sie eilig hinzusprangen, den Mann bereits als Leiche; die Kugel war mitten durch die Brust gegangen. Auf die Detonation des Schusses kam ein Hauptmann vom Eisen- bahnregiment, der sein Pferd auf dem Tempelhofer Felde zuritt, dahergesprengt; inzwischen eilte auch eine Patrouille aus dem Wachtgebäude auf dein Uebungsplatze herbei. Der Posten wurde abgelöst, die große Blutlache, in welcher der Todte lag, mit Sand zugeschüttet und der Leichnam von den Zeugen des Vorfalls, die sich freiwillig hierzu erboten, nach einem Schuppen auf dem Uebungsplatze getragen, von wo er später durch den Obduktions- wagen abgeholl wurde. Der Todte wurde nach einem in seinem Rocke befindlichen Krankenkasseubuche als ein Steinträger Max Herrguth, etwa 85 Jahre alt, rekognoszirt; er soll zuletzt auf einem Bau in der Rheinsbergerstraße gearbeitet haben. Die Zeugen des Unfalles wurde» in dem Wachtgebäude zu Protokoll vernommen; später begab sich eine Militärkommission an den Ort, wo das Unglück geschehen war. Es ist begreiflich, daß der bedauerliche Vorfall überall be- sprochen wird. Bekanntlich ist es nicht das erste Mal, daß in ähnlichen Fällen Leute ohne viel Federlesen von Wachtposten er- schössen wurden. Wir befinden uns mitten im Frieden, und da ist es doch wahrhaftig nicht nöthig, die Wachtposten mit geladenem Gewehr aufziehen zu lassen. Das Betreten eines verbotenen Platzes ist wirklich nicht eine solch' verbrecherische That, daß nur die Todesstrafe oder Verkrüppelnng eine Sühne dafür wäre. Außer- dem soll ja ein Wachtposten hauptsächlich dazu bestimmt sein, Leute von Orten fern zu halten, auf denen ihr Leben gefährdet erscheint. Sollte einer der seltenen Fälle vorkommen, in denen es einem, wegen einer Kleinigkeit Arretirten gelingt, dein Posten durchzugehen�, nun dann ist es Sache der Polizei, dem Flüchtling nachzuspüren. Jedenfalls könnten dergleichen Todtschießereien vermieden werden, wenn die Wachtposten betreffs des Feuerus andere Informationen erhalten würden oder im Frieden über- Haupt ohne geladenes Gewehr die Wache bezichen. Zwei schwer» Uiiglüchof älle trugen sich, wie wir dem ,,B. T." entnehmen, im Lause des vorgestrigen Tages auf der könig- lichen Ostbahn, Eisenbahn- Direktionsbezirk Bromberg, zu. Ter erste ereignete sich gegen 10 Uhr Vormittags auf dem Bahnhos Lichtenberg, wo der ca. 60jährige Putzer Pittack mit dem Reinigen der Laternen beschäftigt war. Als P. die Schienen überschreiten wollte, wurde er auf dem einen Geleise, aus dem eben ein Zug rangirt wurde, von einem in ziemlich scharfem Lauf daher- kommenden Waggon— che er ausweichen konnte— umgerissen, überfahren und schrecklich verstümmelt. Der Schwerverletzte wurde nach dem Ostbahnhof gebracht, wo er ärztliche Hilse erhielt; sein Tod schien ihm aber gewiß, denn vor seiner Ueberführung nach dem städtischen Kraukenhause am Friedrichs- Hain nahm er noch schmerzlichen Abschied non seinen Vor- gesetzten und.Kollegen. In der verflossenen Nacht gegen 1 Uhr verschied P. daselbst unter unsäglichen Schmerzen; er hinterläßt Frau und Kinder.— Der andere Unfall geschah Nachmittags gegen 4 Uhr auf der Werkftätte genannten Bahnhofes. Daselbst war der 22 jährige Arbeiter Weidemann mit dein Verkuppeln von Wagen beschäftigt; im Begriff, zwischen zwei zu verbindende Wagen zu treten, fand er daselbst einen mit Reparaturarbeitcn beschäftigten Schlosser vor. W. forderte diesen auf, herauszu- treten, und nun soll ihm, wie er behauptet, der Schlosser einen Stoß versetzt haben, der ihn gegen die Puffer drückte. In dem- selben Moment erfolgte der Zusammenstoß der Wagen, und W- erlitt hierbei eine bedenkliche Quetschung der rechten Schultcr und eine Beschädigung des Schulterblattes, so daß er ebcnsalls nach dem städtischen Krankenhause am Friedrichshaiu überführt werden mußte. W. ist vortläufig noch nicht vernehmungsfähig, so daß der Vorfall noch nicht aufgeklärt werden konnte, da der Schlosser entschieden in Abrede stellt, den W. gestoßen zu haben. Kescheitrrtrr pfevdebah», vagen. Der Wagen Nr. 424 von der Linie Görlitzer Vahnhof-Bchrenstraße brach vorgestern Abend in der neunten Stunde vor der„Herberge zur Heimath", Oranicn- straße 106, eine Hinterachse, infolge dessen das schwere Ungethüm sich auf seinen Hinterperron niederließ und hierdurch stark ins .sanken gerieth. Zwei Verdeckpassagiere, denen dieses Schwanken allzu bedenklich vorkam, suchten sich durch einen Sprung aus der Höhe in Sicherheit zu bringen, zogen sich hierbei aber mehr oder minder schwere Verletzungen an den Füßen zu, während die sämmtliche» anderen Fahrgäste mit heiler Haut da- vongekomnien waren. Ungehenre panilt und eutfelzliche« pugliici! verursachte vorgestern Nachmittag i» der dritten Stunde das scheugewordene Pferd einer Droschke, und nur durch das muthige Auftreten eines Schuhmanns, welcher das rasende Thier mit eigener Lebensgefahr aufhielt, ist weiteres Unheil vermieden worden. Von dem Droschken- Halteplatz in der Schwcdterstraße kam in der dritten Nachinittagsstunde das führerlose, scheugewordene Pferd einer Droschle zweiter Klasse, im rasenden Karriere die Schönhauser- Allee entlang jagend, so daß die zahlreichen Fuhrwerke und Passanten nur mit Mühe sich zu retten vermochte». Am Schön- Häuser Thor wurde ein öjähriger Knabe, der nicht rechtzeitig zu flüchten vermochte, von dem wüthenden Thier erfaßt, zu Boden gerissen und im nächsten Augenblick bereits gingen die Ziäder der Droschke über die Beine des Kindes hinweg; mehrere Personen, welche das Thier aufzuhalten versuchten, wurden zur Seitegeschleudert, kamen jedoch meist mit leichten Kontusionen davon. Jn der Schönhauserstraße, welche das Thier dann durchraste, wurde ein zur Zeit sich hier besuchsweise aushaltender Scharfrichter aus Dessau von dem Pferde zu Boden gerissen und durch Hustritte, sowie durch Ueberfahren so schwer verletzt, daß er sowohl wie vorher der Knabe mittelst Droschke nach einem Krankenhause gebracht werden mußte. An der Ecke der Schönhauser- und Münzja-aße warf sich der dortselbst postirte Schutzmann Rieh(Nr. 1518) vom 16. Polizeirevier dem schäumenden Thiers entgegen, ergriff die Zügel desselben und ließ sich von dem Pferde mitschleifen, obwohl er dabei von dem um sich schlagenden Pferde mehrfach getroffen, von demselben in dieHand ge- bissen nnd ihm die Uniform förmlich vom Leibe heruntergerissen wurde. Schließlich gelang es dem wackeren, un- erschrockenen Manne doch das Pferd zum Stehen zu bringen. Alle drei Personen sind, wenn auch nicht lebensgefährlich, jedoch recht erheblich verletzt worden. Die«»glaubliche Rallheit, eine Arbeiterfräli auf offener Straße zu ohrfeigen, hat sich, wie der„Volks-Ztg." ein hiesiger Berichterstatter mitthcilt, der Inhaber einer Molkerei-Anstalt, Ernst Ziemann, Swinemünderstr. 48, zu Schulden kommen lassen. Am Freitag voriger Woche traf Ziemann mit der Frau eines Töpfers T., Brunnenstraße wohnhaft, auf der Straße zusammen. Serr Z. erinnerte sich, daß ihm diese Frau noch eine angebliche chuld für gelieferte Milch im Betrage von einigen Nickeln schuldig sei, und dies gab ihm den Anlaß, ohne Weiteres auf das wehrlose Weib mit der geballten Faust draufloszuschlagen. Der Raufbold wurde nach seiner kühnen That alsbald von Ar- beitern umringt und mußte, um einer nachdrücklichen Lynchjustiz zu entgehen, nach dem Hofe eines Nebenhauses flüchten. Die mißhandelte Frau mußte sich sofort in die Behandlung eines Arztes begeben; letzterer hat erhebliche Verletzungen des Gesichts und dauernde Störung der Hörorgane(Bluterguß in die Ohr- muscheln) konstatirt. Gegen Ziemann ist die Strafanzeige wegen schwerer Körperverletzung erstattet worden. Der gemeingefährliche Rowdie soll unserem Berichterstatter gegenüber die Bemerkung gemacht haben:„Was ist denn mit solch einer Arbeiterfrau los, die schlage ich alle Tage ins Gesicht, denn ich bin ein reicher Mann und habe meinen Kuhstall nur zum Vergnügen." Das pveis-Nlrttfalirrn für Drofchücn I. Klaff» fand am letzten Montag Nachmittags auf dem Platz des ehemaligen X. deutschen Bundesschießen bei Pankow statt nnd hatten sich 12 Droschken gemeldet, die in vier Abtheilungen fuhren, und von denen die Sieger in einem Entscheidungslanf um die vier Preise a.75, 60, 30 und 15 M. konkurrirten. Die Distanz war 1Vs> Mal die Bahn---- ca. 1500 Meter, und wurden die einzelnen Nennen recht brav gefahren, nur ein Gespann machte zum„Durchgehen" Anlauf. Aus de» Ablheilungen kamen als Sieger Nr. 066, Hütter's schwarzer Wallach, Sir. 30, Carl Müller'L schwarze Stute, Nr. 374, desselben brauner Wallach, Nr. 803, Ulnath's schwarze Stute(50 Meter Zulage), ein. Im Entschcidungskampf siegte der in Nr. 966 eingespannte Schimmel-Wallach überlegen, Nr. 603 guter Zweiter, Nr. 374 und Nr. 30 legten Beschlag auf den dritten und vierten Preis. Für kommenden Wioutag ist eine Wiederholung des Weltfahrens für Droschken I. srlasse mit gleichen Preisen und versuchsweise ein Rennen für Droschken II. Klasse über 2000 Meter, zweimal die Bahn, proponirt. An Preisen sind 200 M. ausgesetzt. Anmeldungen hierzu nimmt die Redaktion der Zeitschrist für das Gesamintsuhrivesen„Ter Fuhrhalter", Schnndtstr. Nr. ITA., entgegen. -slolizeiboricht. Am 11. d. M. Vormittags wurde an der Ecke des Koppenplatzes und der Anguststraße ein sechsjähriger 5i'nabe von einem Omnibus Übersahren und anscheinend innerlich schwer verletzt.— Zu derselben Zeit gerieth der Tischler Adolf Peters aus dem Flur des HauseS Arndtsiraße 34 unter das Hinterrad eines mit Brettern beladenen Wagens und erlitt dabei eine starke Quetschung des linken Fußes.— Nachmittags wurde der Töpfer Max Hcrguth auf dem Pionier- Uebungsplatze am Tempelhofer Felde von dem Militärposten schlafend ausgefunden und sollte schließlich verhaftet werden. Herguth ergriff jedoch die Flucht und wurde, da er aus mehrmaligen Anruf nicht stillstand, von dem Soldaten erschossen.— Abends wurde ein Mann im Keller eines Hanfes in der Wienerstraße erhängt ausgefunden.— In der Nacht zum 12. d. M. sprang eine Frauensperson gegen- über dem Museum in den Spreekanal, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach der Charitee gebracht.— Im Laufe des TageS und in der darauffolgenden Nacht fanden an vier verschiedenen Stellen kleinere Brände statt. I» deu» K»lrik>ign»gsprojrff» des Pfarrers Witte egen den Hosprediger St o cker war gestern vor deui hiesigen -chöffengericht Termin zur Hanptverhandlung anberaumt. Pfarrer- Witte war unter Beistand des Rechtsanwalts Dr. a l i n o w s k i persönlich erschienen, als Vertreter des Hofpredigers Stöcker war Assessor R ä tz e l l zur Stelle. Es handelt sich um einen im „Volk" abgedruckten Artikel, welcher das Vorgehen des Pfarrers Witte in dem bekannten Streit Witte-Stöcker geißelte und vom Hofprediger Stöcker verfaßt sein soll. Pfarrer Witte hatte de» letzteren deshalb, den Vorfchristen des Gesetzes entsprechend, zu einem Sühnetermin vor de» Schiedsmann laden lassen. Dieser Termin war aber crgebnißlos verlausen, weil der Schiedsmann jüdischer Religion war und Hosprediger Stöcker eö ablehnte, vor einem Juden in dieser Angelegenheit zu verhandeln. Der Einwand seines Gegners, daß dieser Schiedsmann schließlich doch auch ein Theil der von Gott eingesetzten Obrigkeit sei, griff nicht durch, Herr Hofprediger Stvckcr erklärte, daß die Bibel auch in diesem Punkte die Richtschnur seines Handelns bilde und bat, die Sache so zu betrachten, als ob er gar nicht zum Sühnetermin gekommen sei, stellte seinem Gegner aber anheim, einen Freund zu bezeichnen und durch dessen Vermitle- lung zu verHandel». Dies wurde abgelehnt und die Klage nahm demgemäß ihren Fortgang. Zum gestrigen Termin hatte Hof- prediger Stvcker angezeigt, daß er 5iranlheits halber nicht persönlich erscheinen könne und da auch die Erklärungsfrist nicht gewahrt worden war, so nahm das Schöffengericht von einem Eintreten in die Verhandlung Abstand und setzte einen neuen Termin zur Hauptverhandlung aus Ende September fest. Gin» sogennunt»„lu-tr-unürno©»rchichtf", welche es an Originalität mit dem lustigsten Studentenstreich aufnehmen kann, beschäftigte gestern das hiesige Schöffengericht. Vor dem- selben standen der 18jährige Gravcurlehrling Oscar Porsch nnd der 17 jährige Schlosserlehrling Hans Salz, deren Armesündermienen nicht darauf hindeuteten, daß sie eines so tollen nächtlichen Nlks sähig wären, wie sie ihn in einer schönen Juninacht thatsächlich vollführt haben. Beide Angeklagte haben trotz ihrer Jugend offen- bar schon ein großes Kneiptalent, denn sie waren häufig Gäste in dem Restaurant des Herrn Voigt, welcher in der Gegend des Kottbuserplatzes mit Hilse zarter Damen durstigen Seelen Bier nnd Wein kredenzt. Am 8. Juni saßen die beiden Schwärmer in jenem Lokale, ihr Durst schien unersättlich zu sein und erst des Wirthes energische Stimme, welche Feierabend gebot, verscheuchte sie ans den gastlichen Räumen. Die Berathnng, was man nun mit dem„angerissenen Vormittag" ansangen solle, zeitigte den Beschluß, mit den Biermamsells noch eine kleinere oder größere Bierreise zu unternehme». Und so ge- schah's. Man pilgerte»och in verschiedene Restaurants und Cafes, goß etliche Grätzer und Piccolo's hinter die Hals binde und als die Jünglinge die Duennas endlich am Kottbuser- platz verließen, da war die sechste Morgenstunde herangekommen und sie befanden sich in jenem wunderbare» Zustande, wo man den Himmel für eine Baßgeige anzusehen pflegt. Als sie aber wieder vor dem Voigt'schcn Bierlokale vorbeikamen, da erwachte der bierselige Schalk in ihnen und sie beschlossen, Herrn Voigt zu wecken und bei ihm eine lustige Morgensprache abzuhalten. Ter Lockgesang„Komm' herab, o Modanna Theresa" hatte keinen Erfolg, man pochte deshalb mit dem Schirm ans Fenster und da dasselbe nur angelehnt war, sprang es auf und dieser Zufall animirte die Nachtschwärmer zu weiteren Tollheiten. Ter ziemlich lang ge- rathene Salz nahm seinen Freund Porsch auf die Schulter und dieser war mit einem kühnen Schwünge bald im Innern des Lokals. Er reichte dem Freunde einen Stuhl hinaus und mit Hilse desselben kletterte auch Salz zum Fenster hinein. Der musikalische Graveurlehrling setzte sich ans Klavier und präludirte so gut er eS verstand, während der andere nach Bier forschte. Solches war nicht vorhanden, dagegen winkte vom Büffet eine jener silberköpfigen Flaschen, in 500 000 Teufel gesperrt ist. T der Damen geleert, eine zweite, die gleichfalls dem gewidmet war, entglitt aber den Händen und das � perlende Naß ergoß sich auf dem Fußboden. Diese Stoff 9. ,, schien aber den fünf Gipsfiguren an den Wanden � viel zu sein; diese Gipsfiguren stellten die Schutz« 1 � Lokals dar und als die beiden Angeklagten# zufällig auf diese Puppen warfen, da schienen g. ihr Antlitz zu einem schadenfrohen Grinsen zu verz> y- � hatten damit ihr Todesurtheil besiegelt, denn im nach! ,,(< p, blick lagen sie unter lautem Gelächter an der Erde m. � K brochenen Gliedmaßen bedeckten weithin das Schmcy I Lßi beiden Jünglinge waren aber Gemüthsmenschen» sämmtliche Stühle und Tische des Lokals zu PyraiNw. � ander, dekorirten sie mit allen vorgefundenen Tüchern u � so die Denksteine für die gefallenen Größen her. ä hielten sie ihre Aufgabe für vollendet und verließen aus � Wege, auf welchem sie gekommen, das Lokal. Die Fenster kletternden Menschen waren jedoch von einem f � gesehen worden und dieser veranlaßte ihre Festnahme, benachbarten Barbiergeschäft. Die Sache stand ansang traurig für die beiden lustigen Brüder, denn»über ihm schwebte das Damoklesschwert einer Anklage wegen i Diebstahls, Hausfriedensbruchs, nächtlicher Ruhestörung beschädigung ic. sc. Gestern standen sie nur noch wegen s � schafllichen Hanssriedensbruches und Sachbeschädigung> � klage und der Staatsanwalt beantragte 1 W o ch e beM„A Gefängniß und je 20 Mark Geldbuße.—«wtic Sachs erbat dagegen die Freisprechung der beiden AAJ Zweifellos handele es sich nur um einen„imltlrten« � treich", um ein Ueberschäumen der fröhlichen Zecherlal• gemeinschaftliche Hanssriedensbruch liege nicht vor, wen„.j; geklagten in dem Augenblick, als sie ins Fenster stieg die Absicht hatten, den Wirth zu wecken, die vorsatzucy beschädigung aber sei nicht eriviesen, vielmehr sei es wayrs„„ daß die fünf Schutzgeisler durch eine Falle gekommen seien. Der Gerichtshof ließ, indem er Auffassung anschloß, die Angeklagten noch einmal Mir Auge davonkoinmen, der Vorsitzende führte ihnen ober � lich zu Gemüthe, daß Kneipen mit Damenbedienung kem g* � Ausenthalt für so junge Leute seien, gab ihnen so» gute Lehre mit ans den Weg, aus welcher die We>oyeu Schaffy's herausklang: „Trink nie gedankenlos Und nie gefühllos trinke; Mach Dich nicht allzugroß Und nicht zu tief versinke!"..„W Da« schittU» Zuschlagr» d»r Maorittlj«� � z«! Stadtbahnzng» hat einen Unfall herbeigeführt, der($L i jp Kenntniß der zweiten Ferienstraskammer des Landgerichi langte. Der Eisenbahn-Thürschließer Friedrich Wt, � Eberhardt befand sich wegen fahrlässiger Kürperverletz � der Anklagebank. Der Beschuldigte hatte am 25. Marz Bahnhofe„Jannowitzbrücke" Dienst. Unmittelbar vor � eines Zuges bestieg noch der Klempnerlehrling Blumentya � Wagen III. Klasse. In der Linken trug er einen Gegenstai der Rechten hielt er sich beim Einsteigen an dem%»H., � fest. Der junge Mensch befand sich noch mit einem o»';.tzi dem Außenbrett, als der Angeklagte bereits die Thür»ni'J' Heftigkeit zuwarf. Der eine Finger des Lehrlings wurde arg gequetscht, der Verletzte ist acht Wochen arbeitsunsay«. wesen. Der Gerichtshof verkannte mit dem Staatsanwa � daß bei der Beförderung mit der Stadtbahn jeder unnötyl».z enthalt zu vermeiden sei, jedoch auch diese Eile müsse ihre ss. � haben und dürfe die Gesundheit der Fahrgäste nicht aus».(i gesetzt werden. Es wurde auf eine Geldstrafe von 20 kannt._,. Di» V»rl«,»>l»dn»aole»ch». Kritisch» BW'*"** über eine lonale Krankhrit. Unter diesem Titel tz Schriftsteller Karl Böttcher eine im Februar d. I. ersch x? Broschüre verfaßt, deren Inhalt ihm eine Anklage weg � leidigung in drei Fällen zugezogen hat. Gestern fand i»� Sache vor der zweiten Ferienslrafkammer des Landgec.�- Verhandlung statt. In dem Kapitel„Juristische Verleumd> c>. benutzt der Verfasser seine eigenen Erlebnisse zu Beispiele! Jahre 1887 gastirte der Schauspieler Resemann beim■£' Theater in Magdeburg. Der Angeklagte>var damals referent des„Magdeburger General- Anzeiger", er i � "3P INN»a; jii umjai.-ouu ueu-oieueui i;cluu, w F der Vorstellung, überschüttete er den Kritiker mit Beleidig � Der Letztere erwiderte dieselben in der ihm zur Verfügung den Zeitung und nun kam es zu einem gegenseitigen Bclcw>« � prozesse, der damit endete, daß der Beklagte Böttcher die Leistungen des Schauspielers Resemann in Weise. Der Letztere griff zu einem eigenartigen um sich zu rächen. Von den Brettern herab, w & VIIWVVC/ VUD uv«, utiiviviiv--wttwjv» g der Kläger und Widerbeklagte Resemann zu 60 M. verurtheiu Bei diesen Prozessen wurdeResemann von dem Rechtsanwalt Hauer zu Magdeburg vertheidigt bezw. vertreten. In dein „Juristische Verleumdungen" geißelt der Angeklagte die kcit nnd das Austreten der Rechtsanwälte vor Gericht. hauptet, daß die Vertheidiger hauptsächlich darnach streben,"5 werthe Zeugen zu verdächtige», zu beschimpfen und zu ve � den, daß sie in der Verhandlung durch Querfragen»»0 3 brechungen die Ermittelung der Wahrheit zu verhinder' j, Plaidoyer durch frivole Sophistereien das Urtheil irre Z» jj. suchen, daß die Art und Weise, wie im Strafprozeß l» � theidigung geübt wird, zuweilen eine öffentliche Verhöhn»'?� Rechtspflege ist u. s. w. Nach dieser allgemeinen Charakter» � greift der Verfasser einen Herrn Dingsda oder Wustman» jt „Fleischauer" heraus, desseifl Aertheidigungsrede er befchrew 4 dieser Schilderung sind fast so viel Beleidigungen wie Rechtsanwalt Fleischhauer hat deshalb den Strafantrag» V Ein anderer Abschnitt des Kapitels,„Juristische Verleumdi» y1 beschäftigt sich mit den Staatsanwälten und speziell»» Staatsanwalt zu Magdeburg, der hinter dem Angeklagten � Steckbrief erließ, iveil die Gerichtskasse an denselben aus de, erwähnten Verurtheilung von 300 M. noch eine Reftf01,,# von 100 M. hatte. Der Angeklagte behauptet in seiner Peo?jx daß der Staatsanwalt das„famose" Schriftstück nur erließ, zu schädigen. Der dritte beanstandete Punkt in der, betrifft die Buchhandlungssirma Risel u. Ko. in Hagen Z- gf In einer Randbemerkung zum Kapitel„Literarische ut lcumdungen" wirft der Angeklagte der Firma vor, daß»' einci t de M. Fori WWW allen drei Fällen. Die allgemeine Charakerisirung der„ theidigcr habe er dem„Deutschen Tageblatt" entnommen»' als Muster genommene Rechtsanwalt Fleischaner solle M de» Rechtsanwalt Fleischhauer zu Magdeburg nicht be» Der Staatsanwalt beantragte eine Gesammtstrafe von, Vernichtung der Broschüre und PublikationSbesugniß im„De, A Tageblatt". Der Gerichtshof hielt die Beleidigung des A � anwalts Fleischhauer für eine so schwere, daß er hier!»»» drei Wochen Gefängniß erkannte. Die Beleidig»»».� Magdeburger Staatsanwalts wurde mit 100 und diejenige V die Firma Risel u. Ko. mit 20 M. geahndet. Den Vele' wurde die PublikationSbesugniß in der Magdeburgischen ZT- zugesprochen. Die beanstandeten Stelleu in der Broschüre» vernichten. VevsÄmmtmtgim. Ein» öfftntliche Versammlnira d»v Tabaliar�. «»d»Arbriieri»«»» tagte am 5. August unter SeiWJ Herren Buir' Drescher und Witzle in Mag's FeMle», rietW -T leubrt ri fei £ auf«'' ii w ißaM . ein'® # ♦S ei s ittaj» -4 hei# S ind« eig� maw SUIiti' ri«'' s N« 22. Die TageZordnung lautete: I. Vortrag des Buch- druckers Herrn W. Werner über das Gewerbegerichts-Gesetz, :■ Abrechnung der Lohnüberivachungs-Kominission, S. Wie ver- Mten sich die Tabakarbeiter zur Beschickung des internationalen �abakarbeiter-Kongresses zu Zintwerpen und eventuell Wahl von Telegirten, 4. Verschiedenes. Da Herr Werner infolge eines �rr- rhams der Kommission nicht eingeladen war. erhielt Herr Otto das Wort, um über die Verhandlungen der 3. Hauptversammlung °-r Vereinigung deutscher Tabak- und Zigarren-Jndustrreller zu •Sremen, am 20. Juni 1890, zu referiren. Redner führte aus, °°ß für uns hauptsächlich der dritte Punkt der Tagesordnung: »Uebet die Gewerbeordnungs-Novelle", von Interesse gewesen sei. Als Berichterstatter waren die Herren Syndikus Dr. Landgraf Mannheim) und Kommerzienrath Kollenbusch(Dresden) ernannt. Ter Herr Dr. Landgraf legte seinen Ausführungen folgende Resolution zu Grunde: Die heutige Versammlung der Vereinigiing deutscher Tabak- und Zigarren-Jndustrieller beglicht ebenso ftcubig wie dankbar die in dem Reichstag zur Berathung "ad Erledigung vorgelegte Novelle zur Gewerbeordnung. Was aber die einzelnen Punkte dieser Vorlage und Insbesondere Mittel und Wege ihrer Durchführung betrifft, so verhehlt sich die Rersammlung nicht, daß gar manches darin enthalten tsi, wav Weber zur Zeit noch in der Art, wie es geschehen, haute schon auf wi gesetzlichen Wege zu regeln ist. Insbesondere glaubt sie die hochgeneigte Aufmerksamkeit des Deutschen Reichstages auf gunkte besonders hinlenken zu dürfen: A rrah -uh« 4 I I rni ,buni>,t Rohtabaks, sowie beim Sortiren der Zigarren in den Monaten, speziell in der eigentlichen Weihnachtszeit. NückcVf Schutze der Arbeit gegen Gefahren aus den Betrieben, teriiÄS Vli e>uf die bereits bestehenden auf Grund des Unfall- vom a M�°sohes. sowie der bundesräthlichen Verordnung atli-if.L l888, insbesondere in Bezug auf das Zusammen- en von Arbeitern verschiedenen Geschlechts. sinm.'�uuuchste Reduzirung der den Betrieben zugedachten �eidezimmern�u�s fcet lllnlegung von Speiseanstalten, An- her Polizeibehörden in der Verwirklichung der Äudustrien � �"r ��beiter durch Selbstverivaltungskörper der a>.�J¥"»u"g der Bestimmungen über Kontraktbruch, durch bebnst.� le Anerkennung des Rechtes der Arbeitgeber auf Ein- � U ewes gewissen Prozenttheiles des Lohnes. vor l?vr- S�ng der Pflicht der Anhörung der Arbeitnehmer jcniopi. n? euiel; Fabrikordnung, aber auch Beseitigung aller der- die"Rmungen aus dem Entwurf, welche regeln, was in demieni ausgenommen werden darf, im Gegensatz zu 7 00", was in dieselbe aufgenommen werden muß. Zu r, sernung der Bestimmungen über Arbeitsbeschränkungen nelOn der Arbeiterinnen an Vorabenden von Sonn- und haben � unh für solche, welche ein Hauswesen zu besorgen ledim,'.. Raffung wesentlich einfacherer Vorschriften behufs Er- % 8 der Gesuche um Ueberschichten bei Arbeiterinnen. «ng..edner führt nun weiter aus, wie diese Resolution schon Ler«.. i, 8anz den Beweis für die reaktionäre Gesinnung der «er-.»-?mhmer liefert. Herr Dr. Landgraf habe in seiner nod? daß für die Arbeiter ein wenig geschehen könnte, liltin»? gefordert, daß mindestens der Punkt 5 seiner Reso- opf,„ Wusse anerkannt werden, und zwar müsse ein vorher- lein„? Abzug bis zur Höhe des wirklichen Verdienstes gestattet lirf,"Nd nicht, wie in der Novelle, nur bis zum durchschnitt- ssini..-., gelohn. Sollte aber an einigen Orten der durch- n�UUiche Tagelohn höher sein, dann natürlich diesen die vorherigen abziehen, sei selbstverständlich, denn bei L eiter besitzen garnichts, tun dem Unternehmer nach- »..schadlos zu halten. Es klang dieses sehr naiv gegenüber dem die% Gehenden Redner, daß gar kein Grund vorhanden wäre, eiter gesetzlich zu schützen, da es denselben doch gewiß gut sij.w: Am liebsten wäre ja dem Herrn Dr. L. Gefängnißstrafe Tr u Robeiter bei Kontraktbruch gewesen. Ferner wies Herr Wib°„ herauf hin, daß nun die Unternehmer wohl erst den N.i, /Mand der Reichsregierung unter der vorigen Vera gegen Ei» oschutz zu würdigen wissen werden. Sollte aber der d." G o i s s in die Rechte d e r U n t e r n e h in e r, betr. di.r obeitsvertr.ag, zu weit gehen, so würden z m..°�ben ihre Rechte geschlossen zu wahren ge- den»?"Gen sein. Ob ein Philister dabei nicht an Revolution S.R Außerdem führte Herr Buff(Osnabrück) noch an, daß der Elt„ �ber Auszahlung des Lohnes Minderjähriger an die heis.," ver segensreichste Paragraph sei, doch müßte es nicht Eli»»""f Berlangen der Eltern, sondern darf nur an den SU,;," Lohn und Arbeitsbuch aushändigen, denn solche lein' wie die minderjährigen Fabrikarbeiter hätte w, aperer Stand für Minderjährige in der Ver- so 1 G, ihrer Gelder. Dadurch würde auch dem häufigen slj.,,""aützen Wechsel in der Arbeit ein Riegel vorge- a.,:!?. fein. Nun erhob sich Herr Bierling, Direktor der den»abrik„Laferme"(Dresden) und erklärte, daß er mit erilim,'ührullgen des Buff vollständig einverstanden sei. Doch breie», er sich der Versanimlung folgenden Antrag zu unter- —!. 5TJori4rfivort4oviitin llllb RcicftStClfl All CtfltC�CUy � fÜt 4 mit. si f fi W >' I i "�iberistv-" Ij��oegierung..........A D„H >»n f0 � Arbeiterinnen eine Art Gesindeordnung einzuführen, b(r Arbei,-.- �e» Gefahren, welche aus der jetzige» Freiheit eseitiae«» m?ach Feierabend und an Sonntagen entstehen, zu "Un wnR,„.Revent führte weiter aus, daß es den Arbeitern si> erwn?»-.-tfe ersichtlich sein, was sie von den Unternehmern Oahiu'". Ritten. Es wäre daher Pflicht jedes Tabakarbeiters, emvkratic� die Arbeiterschaft durch Wahl von sozial- Ssbnnn„IRen Abgeordneten immer mehr Einfluß auf die Gesetz- .efetent™(Beifall.) Herr Witzke äußert sich im Sinne des l�e der hol, u> eint, daß die Arbeiter über einen Antrag ja an ehf t or" Bierling'sich nicht mehr entrüsten könnten, da sie "ährer c�. s Vorgehen der Mehrwerthnehmer gegen ihre Nile,, 0!,'�,°" geivöhnt seien. Dies zeige u. a. Hamburg. Hum -fchliui hi.R ee Tagesordnung legte Herr Schröder de» vorläufigen "t bjz j-ke twaiiziellen Geschäfte der Kommission dar. Darnach "0" 84,�0 eine Einnahme von 9699,71 M. gegen eine Ausgabe Mark mithin ein vorläufiger Ueverschnß von 182,81 r"och,,,�-- �chneii. Doch ständen noch Listen aus, und ersuche ßch a,, die Inhaber von Listen, dieselben so bald als mog- Röener Kommission abzuliefern. Auf Antrag des Herrn oi* die t>»«0de von Ertheilung der Techarge Abstand genommen, §"in 3 ml'"!'1" geschlossene und geprüfte Abrechnung vorliegt. "ale,, ßnnü A eflte Herr Börner die Bedeutung des internatio- ?elder j,,,?'Rses klar' und kam zu dem Schluß, daß, obwohl die rPch VA;®1, sehr nöthig für Gemaßregelte gebraucht würden, es r esen. Km,? Berliner Tabakarbeiter sei, einen Delegirten zu R»g jurt{"ßoeß zu senden, welchem Antrage auch die Versa»»»- yttbetre» i te,' wurde O. Witzke fast einstiinniig gewählt. Ie!" fefteV io, Aufbringung der Gelder wurde auf Antrag Otto Uder Ark-!» festgestellt, sonder» es jedem Tabakarbeiter, soivie Rerze,,».."erm, welche von der Stothwendigkeit der Beschickung ,'e% joten, überlassen, nach Lage ihrer Verhältnisse zugebe», R"atieb«: U"d an den Kassirer A. Motes, sowie an die übrigen r11 De� 0 Kommission abzuliefern. Zum 4. Punkt forderte S feit die Anwesenden auf. recht rcge für 'eigeg�/ Sirka 4 Wochen von dem Verwaltungsgericht 1 EintrOc verein zu agitiren. Man sollte glauben, es müsse tK "iifj "°6,"'ritt nm." au"Giliren.. !ö�'"chts massenhafter sein, doch sei davon bis jetzt Und �erklär,,« �'e Bevollmächtigten sind jederzeit bereit, äffen«!**0 erffnv?6" entgegen zu nehmen. Die Herren Börner =%th!4e 5r,M.r daß es Hauptansgabe der Kommission für arb-iR'erinne,, � mGenheiteii sein werde, die Tabakarbeiter und daß c 0 zu-usijk..?erlins dem UnterstützungSverein der Tabak- iebtt stlfcU".®le machen nochmals darauf aufmerksain, uabrik ein Vertrauensmann gewählt werden müsse, dessen Adresse Herrn W. Börner, Ritterstraße 108, initzutheileu ist. Nur mit Hilfe Aller sei es möglich, das vorgestreckte Ziel zu erreichen. Karten für die freiwilligen Beiträge sind in oen Kassenlokalen in Empfang zu nehmen. Ferner wurden von dem Delegirten zur St.-K.-K. Witzke, die in derselben an- genommenen Resolutionen betreffend die Haltung der K.-K. bei Streiks und Boykotts verlesen, ebenso wie die gegen den„Berliner Lokal- Anzeiger" angenommene Protestresolution, welche von der Versammlung freudig ausgenommen wurden(im „Verl. Volksbl." vom 2. August unter St.-K.-K.), und weist Redner darauf hin, daß jeder Arbeiter und jede Arbeiterin verpflichtet sei, dahin zu wirken, daß dieser Schandfleck der deutschen Literatur sobald als möglich verschwinde. Zum Schluß weist Herr Otto auf das am 23. August im Elysium stattfindende Sommerfest hin und ersucht um recht rege Betheiligung und Verbreitung durch die Anwesenden. Billets a SO Pf. sind in den Kassenlokalen zu haben. NB. Die Adresse des ersten Bevollmächtigten des Unter- stützungsvereins der Tabakarbeiter ist L. Dechand, Elsasserstr. 5. In einer für Stralau- Rnmmelvliupg auf Sonntag Mittag nach der Gräflich Reischachschen Brauerei einberufenen, zahlreich besuchten öffentlichen Volksversammlung referirte Herr Reichstagsabgeordneter Schippe! über das Gesetz, betreffend' die Errichtung von Gewerbegerichten. Einleitend bemerkte Redner, daß von den scheinbaren Bestrebungen der heutigen Regierung für die Arbeiter in Wirklichkeit Nichts zu erhoffen sei. Der Kampf der Regierung gegen die Arbeiterschaft fange nur an, eine andere Form anzunehmen. Aus den Erlassen:c. für die Zeit nach dem 1. Oktober müsse man erkennen, daß von der Regierung gar Nichts zu erwarten sei, die nur ihr System im Kampfe gegen die Arbeiterbewegung geändert habe. Die ganze bisherige Arbeiterschutz-Gesetzgebung sei für die Arbeiter selbst ohne Werth. Noch nicht einmal die Einführung des unbedingt nothwendigen Normalarbeitstages sei damit erreicht, und namentlich auch die Strafbestimmungen gegen den Kontraktbruch beim Streik seien entschieden zu mißbilligen. Die Regierung zeige in Allem, was sie in der Arbeiterschutz-Gesetzgebung thue, mindestens eine so voll- ständige Unkenntniß der Verhältnisse und Bedürfnisse der heutigen Arbeiterwelt, daß sie unfähig sei— den guten Willen möge sie ja zuweilen vielleicht haben— etwas Ersprieß- liches für das Wohl der Arbeiter zu thun. Besonders zeige sich diese Unkenntniß der Verhältnisse in ihrem Gesetzentivurf, be- treffend die Errichtung von Gewerbegerichten. Das bloße Be- stehen der Gelverbegerichte könne den Arbeitern ja nicht nützen, es komme doch vor Allem auf die Vollmachten und Einrich- tnngen derselben an. Man könne denken, die Regierung habe bei Vorlegung dieses Entwurfs wenigstens den guten Willen ge- habt, den Arbeitern wirklich zu helfen, aber ans Rücksicht, die sie aus das Fabrikantenthum, den Kapitalismus für nothwendig hielt, sich zu große Beschränkungen in der Fürsorge für die Ar- bester auferlegt. Aber auch das sei nicht der Fall; nicht einmal den guten Willen habe die Regierung gezeigt. Wenn der Ar- bester heute leider wirthschaftlich so schwach dastehe, daß er, weil die Roth ihn zwingt, mit dem Unternehmer Kontrakte ab- schließen muß, die auf seine Ausbeutung berechnet sind, dann könne er doch zum Mindesten eine gute, gerechte Recht- sprechung verlangen, mit der auch die Unternehmer ein- verstanden sein könnten. Bei den Einrichtungen dieser Gerichte habe man den Arbeitern alle billigen und ihnen seit Jahrzehnten gehörenden Rechte genommen.— Einen wesent- lichen Vortheil bieten die neuen Gerichte nicht. Alles, was sie vor dem früheren Verfahren voraus haben, ist, daß sie einige Zeit- ersparniß, den Wegfall einiger Scheerereie» für den Arbeiter mit sich bringen. Der Arbeiter habe von diesem Gericht keinen Deut mehr zu erwarten als früher. Es sei nothwendig, daß eine möglichst große Anzahl von Arbeitern an der Wahl theilnimmt. Man sollte doch jedenfalls nicht hinter die bisherigen anderen Wahlgesetze zurückgehen, wie es leider geschehen. Vor allen Dingen sei die geheime Wahl ab- solnt nothwendig. Bezüglich deS Alters sei man auch lange nicht weit genug gegangen. Zum bayerischen Landtage erhalte man z. B. mit 21 Jahren, mit Erreichung der Großjährigkeit, das Wahlrecht, und das sei auch das einzig Richtige; der Arbeiter werde meistens schon mit 14 Jahren in'S Lebe» hinansgeschleudert und müsse selbst für sich sorgen, und da sei er dann doch wohl mit 21 Jahren so weit, um sein Wahlrecht ausübe» zu können. Gleichfalls ungerecht sei die Bestimmnng, wonach die Ausübung des Wahlrechts von einem mehrjährigen Aufenthalt des Arbeiters am Orte abhängig gemacht wird. Tie Verhältnisse seien doch in den verschiedenen Gegenden nicht so verschieden, ei» Schuh- wacher in Frankfurt a. O. z. B. könne doch ganz gut, wenn er nach Berlin übersiedele, auch dort über Streitigkeiten entscheiden; ob er da vier Wochen länger schon in Berlin sei oder nicht, das sei doch ganz gewiß nebensächlich. Auch hier gehe man wieder bedeutend hinter das Reichstags-Wahlrecht zurück, das nur einen einjährigen Aufenthalt am Orte verlange. Ferner bedürfe die Vorschrift, daß Armenunterstützungen seit den letzten 3 Jahren vom Wahlrecht ausschließe, der Abänderung; wenn der Arbeiter in Roth gerathe und der öffentlichen Fürsorge zur Last falle, sei dies meist der Ungunst der Verhältnisse zu ver- danken, aber darum solle man diese Unglücklichen doch nicht strafen, auch hier dürfe man nicht weitergehen, als es das Reichs- tags-Wahlgesetz thue, das nur den ausschließt, der im letzten Jahre Armenunterstützung empfangen habe. Auch bei anderen Fragen zeige sich bei der Regierung die Unkenntniß der Verhältnisse, so namentlich hinsichtlich der Theil- nähme der Frauen am Wahlrecht. Die Frau sei nicht mehr ivie früher Hausfrau, die Frau, die nun gleich dem Manne thätig sei im industriellen Leben, müsse gleich ihm das Recht haben, an der Lösung aller Fragen der Arbeiterbewegung mitzuwirken und an der Politik thäligen Antheil zu nehmen. Vor Allein aber hat sie ein gutes Recht, zu den Gewerbeschiedsgerichten mitzuwählen. Die Zahl der in der Industrie beschäftigten Frauen ist eine be- deutende und stets wachsende. Die Zahl der in den Krankenkassen versicherten Frauen z. B. ist seit 1837 von 700 000 aus 830000 0 � sloch schlimmer sei das Verhältniß, in das die Regierung in dem Gesetz die in Staatsbetrieben beschäftigten Arbeiter ver- weist. Die Staatsverwaltung habe keine Berechtigung, sich von dem allgemeinen Recht auszuschließen. Es heiße zwar, es sei bedenklich, wenn der Vorsteher einer Staatswerkstatt, meistens ja ein Offizier, sich vor einem Gericht zu ver- antivorten habe, in dem etiva von seinen Untergebenen einer als Beisitzer sich befindet. Dieses Bedenken sei unge- rechtfertigt. Müsse sich nicht z. B. oft auch ein Minister ver- antworte» vor dem Reichstage, in dem vielleicht Untergebeue von ihm sich befinden? Habe man bei den ordentlichen Gerichten nicht oft ein ähnliches Verhältniß?— Der Arbeiter sei doch nicht immer, in jedem Älugenblick, nur Untergebener. Zum Schluß wandte sich Redner gegen das Fortbestehen der Jnuungsschieds- gerichte und damit gegen die Innungen überhaupt, die für die Arbeiter nicht den geringsten Nutze» brächten. Das Fortbestehen der Jnnungsschiedsgerichle sei entschieden zu verwerfen. Nach kurzer Debatte rvird folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die Versammlung protestirt gegen die die Arbeiter bevormundenden Bestimmungen des Gesetze?, betreffend die Errichtung von Gewerbegerichten, und gegen de» Ausschluß der'Arbeiterinnen." Nachdem noch der Beschluß gefaßt, den Ueberschuß der Tellersammlnng de» Hamburger Ausgesperrten zu überweisen, sprach Herr Schippet das Schlußwort, mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie schließend. Eine öffentliche Versammlung der pusier nnd Maurer Berlins tagte am Montag Abend im Konzerthaus Sanssouci, Kottbuserstr. 4. Die Bersammlung war nur schwach besucht; zur Leitung derselben wurden die Herren Bock, Krause und Blume gewählt. Stadtverordneter Klein referirte über die ausgesperrten Arbeiter Hamburgs. Redner ivies zunächst auf den baldigen Fall des Sozialistengesetzes hin, für welches man durch Unternehmerkoalstionen Ersatz zu schaffen suche. Das zeige sich in dem Sturmlauf des Großkapitals gegen die Hamburger Arbeiterorganisationen. Man wolle augenscheinlich einen Stoß ins Herz der Arbeiterbewegung führen, um nachdem die ganzen Organisationen niederdrücken zu können. Das werde aber nicht mehr gelingen, die Kapitalmacht sei nicht mächtig ge- nug, die Arbeiterorganisationen zu zerstören. Aus die Arbeitsvermittlung richte das verbündete Unternehmerthum jetzt sein besonderes Augenmerk; man stelle den Arbeitsuchenden Scheine aus, mit denen sie dann auf die„Wanderschaft" gehen und un> Arbeit nachfragen könnten(Pfui!) nach Verlauf von 14 Tagen müsse der glückliche Besitzer eines solchen Scheines sich wieder melden, um einen neuen Schein in Empfang zu nehmen. Wer auf Grund einer derartigen Legitimation endlich Arbeit er- halte, habe sich natürlich den Bestimmungen des Unternehmer- Verbandes zu unterwerfen. Trotzdem mau von dieser Seite die Dinge im Geheimen aushecke und auch ohne polizeiliche Ueber- wachung tage, sei man erfreulicher Weise in den betheiligten Arbeiterkreisen von den geschmiedeten Plänen stets gut unterrichtet und bereit, denselben einen Damm entgegen-, zusetzen.(Beifall.) Vor den Strafbestimmungen des§ 153 der Gewerbe- Ordnung weiß sich das Unternehmerthum zu schützen, es hat Methoden zur Kennzeichnung der angeblich „unbotmäßigen" Arbeiter erfunden, die ihm über diesen Paragraph hinweghelfen. Einige Punkte, Nadelstiche und unscheinbare Schnörkel auf dem Papier erfüllen den gewünschten Zweck und schützen vor dem Staatsanwalt; auch durch vertrauliche Mit- (Heilung über diesen oder jenen„Aufwiegler" wird derselbe erreicht. Man fügt natürlich nicht hinzu, daß der Entlassene nicht wieder in Arbeit genommen werde» darf— das wird als selbstverständlich vorausgesetzt, dessen ist man auch sicher; höchstens hat man noch nöthig hinzu zusetzen: Wir warnen vor den Leuten! In dieser Weise wird man mit dem§ 153 fertig ohne dabei anzustoßen. Schlimmer noch als gegen die männlichen kann man gegen die weiblichen Arbeiter vorgehen. Diese können sich infolge der Hungerlöhne noch weit weniger gegen die Kapitalmacht wehren, sie müssen sich derselben leider nur zu oft preisgeben. Und da hat man den traurigen Mnth, von einer Zerstörung des Familienlebens seitens der Sozial- demokraten zu sprechen.(Beifall.) Die Arbeiter haben aber die Kuppelhäuser hoher Personen nicht besucht und sind auch noch nicht mit der Frau eines anderen nach Italien gereist. Wie jene Herren die Lage des Arbeiters„bessern" wollen, zeigt der Bor- schlag eines Herrn Fulkenhahn, der den Arbeitern(der Metall- waaren- Fabrik von Basse und Selve in Altena unterbreitet worden ist. Besagter Herr will nämlich den Arbeitern für 15 bis 20 Pf. eine„gute" Mahlzeit bereiten lassen. So sollen sie z. B. Dienstags eine Kartoffelsuppe ohne Fleisch für 10 Pf. haben und Donnerstags Pellkartoffeln mit Hering für 15 Pf.; am Sonnabend aber will er ihnen Kartoffeln mit Sauce und Bratwurst für 20 Pf. zuerkennen.(Heiterkeit.) Bei dieser Wurst wird man wohl viel Pfeffer und Mostrich finden.(Heiter- keit.) Den„Futtertiegel" sollen sich die Arbeiter selbst halten. Auch für die geistige Nahrung soll gesorgt werden, denn es wird bestimmt,' daß Arbeiter und Arbeiterinnen unter 20 Jahren an den Sonntags Nachmittags stattfindenden Erbauungsstunden Theil zu nehmen haben. Redner brachte noch weitere Willkürakte des Unternehmerthums zur Sprache und kam dann wieder auf daS Vorgehen des Hamburger Protzenthums zurück. Der dortige Kampf habe sich zu einem Prinzipienkampf entwickelt; die Arbeiter sollen ihrer Ueberzeugung wegen zu Grunde gerichtet werden. Ehrensache aller aufgekärten Arbeiter ist es, das zu verhindern und folglich für nachhaltige Unterstützung der Ausgesperrten einzutreten. Wir dürfen nicht aufhören, dafür zu agitiren, daß die Hamburger Arbeiter nicht zu Grunde gehen, denn ihr Sieg wird der unsere sein.(Lebhafter Beifall.) An der folgenden Diskussion betheiligten sich mehrere Redner. Herr R e b e n t i s ch bemerkte, daß man jetzt mit Befriedigung aus die Lage des Hamburger Streiks blicken könne; die Hamburger Kollegen würden sicher bis zum Aeußersten fest bleiben und aus verschiedenen Blättern gehe bereits hervor, daß das Unternehmerthum Be- fürchtungen vor dem Ausgang habe. Herr B u ch h 0 l z hob hervor, daß seitens der Kollegen nicht Alles gethan worden sei, was hätte gethan werden können; man habe eben die gefaßten Beschlüsse bezüglich der Sammlungen nicht konsequent befolgt. Bevor die Gefahr dränge, müsse Jeder seine Pflicht thun. Jetzt müßten wenigstens die arbeitenden Kollegen ihre Schuldigkeit thun, andernfalls stehe auch die von den Putzern errungene Arbeits- zeit in Frage.(Beifall.) Herr Sachse schilderte die Opferwillig- keit der Hamburger Kollegen, die stets große Summen zur Unter- stützung von Streiks in anderen Orten Deutschlands aufbrachten. Herr Bock dankte Herrn Buchholz(derselbe ist bekanntlich Mit- glied des Staatsraths und Beamter im Reichsversicherungsamt) dafür, daß er sich da einfinde, wo Hammer und Kelle vertreten sei, also nicht vergessen habe, daß er daS Maurerhandwerk erlernt. Schulze-Delitzsch habe einmal gesagt: Einigkeit macht stark! In diesem Punkte habe er Recht gehabt, und für die Einig- keit zu wirken müsse Aufgabe aller Kollegen sein.— Herr B» ch- h olz erklärte, daß er den dargebrachten Dank entschieden zurück- weisen müsse, namentlich von einem Manne, der von S t ö ck e r Unterstützung genommen habe. Die Herren Schulz und G r ö s ch k e traten ebenfalls dem Herrn Bock ent- gegen. Die weitere Diskussion fand unter großer Un- ruhe der Versammlung statt und bewegte sich lediglich in persönlichen Auseinandersetzungen. Herr Bock bestritt, von Stöcker Geld empfangen zu haben, was von Herrn Buchholz aufrecht erhalten wurde. Ebenso blieb Herr G r ö sch ke dabei, daß Herr Bock im letzten Jahre nichts für den Generalfonds ge- geben habe. Da Herr Bock zur Beantwortung einer bezüglich seiner Person gestellten Frage überging, ohne vorher die Dis- kussion für geschlossen erklärt zu haben, wurde er durch Schluß- ruse am Weiterreden verhindert. Zur Geschäftsordnung bemerkte ein folgender Lied» er, daß heute ein Fehler begangen worden sei, indem man den Bock zum Gärtner gesetzt habe.(Zustimmung.) Die Mehrzahl der Anwesenden verließ hieraus de» Saal, unter sortdauernder Unruhe mußte die Versammlung geschlossen werde». Merband deutscher Iinimerlente.oh»»»g»»,iethcr. Allgemeine Mietherversammlung am Mittivoch, den is. August, Abend» 8 Uhr, in Jlgee Moabtlcr Irasino, Wilsnaclerstr. 83. Tagesordnung: 1. weschäsiiiche Mittheilungen. 2. Vortrag des Vorsitzenden, Redalteur» Horn über: Die HauSbesttzerverclne und ihre Bestrebungen. 3. Ausnahme neuer Mitglieder.«. Freie DtSlnssion. 6. Frage- lasten. Smlnlonng der UUl-c-, ZaIUrer, Anstreicher und verwandle» Be- rusSgenosse». Filiale 3, West. Dienstag, de» 13. August, Abends 8% Uhr. im Restaurant ftvnigshof, Bülowstr. 37. Näheres die Annonz- mn Sonniaa. Kollegen, erlennt dt-, ernste Zell, tretet siir die Vereinigung ein. Erscheint all- in dieser Bersamnilnng, UNI die hochwichtige Tagesordnung mit zu be- rathen. ezrost» öffentliche ziersammlung der schlnchter«, letze, I Kerliu« und Umgegend um Sonntag, den 17. August, Nachmittags 4 Uhr, i» MaMS arostem Fistsaal, Beuthstrabe 20-31, 1 Tr. Tagesordnung: 1. Vortrag des Siadioer- ordnete» Fritz Z u b e l l:„Wie stellen sich die Schlächtergcsellen zur Streit- Kontrolkonnnisston." 3. Diskussion. 3. Wahl der Deleglrten zur Streil-Kontrol- tonimission. 4. Verschiedenes. mmuvui wAriea. bTnifei'1110 Delegirten. Um pünktliches(Svfchclneu ersucht: Der Gin- G-»ang-, Turn- und oes-ttlge am Mittwoch. Männer- ae saugverein„Juaendlusl" LlvendS 8% Uhr im Restaurant Pafsod, Garten- Uraße 10%.— Mannergesangveretn„(ttigilia" Abends o yhr im Restaurant Kopenickerstr. 127».— Gesangverein„Mannerchvr Linde" Abends 8'� Uhr im Restaurant öaller. Raunynstraße 70.— Mannergesangverein„Sanges srende" 9lbcu>? 9 Uhr im Restaurant Musehold, Landsbergerstr. si.— Gesangverein „Freya Abends# Uhr im Restaurant Benette, Große Hamburgerstr. iö.— Knppert'sche Sängervereinigung jeden Mittwoch nach dem Ersten im Monat, AvendS v Uhr im Restaurant Heise, Lichtenbergerstr. n,—„Seeger'scher Ge- anaverein" Abends v Uhr im Restaurant Wenck, Blumsnstraße eo.— Gesangverein„Schwungrad" Abends 8% Uhr im Restaurant Sahm, ülunoistr. 10.— Männcrgesangveretn„Lorbcerlranz" Abends 9 Uhr im Restaurant Karsch, Oranienslr. iso.— Gesangverein„Rord-Jubal" Abends g Uhr in Vcltin's Bierhaus, Velcranenstr. 19.— Gesangverein„Unverzagt" Abends 9 Uhr Ziöp- nillerstr. isra bei Greving.— Männergesangverein„Schneeglöckchen" Abend? 9 Uhr im Restaurant Toberstein, Riariannenstr. 81—82.— Gesangverein „Sängerrunde" Abends 8% Uhr Buckowerstr. 9.— Verein„SangeSIreue" im Restaurant Henkel, Brüderslr. 28 I. Uebungsstunde von 8'z— n Uhr Abends. — Gesangverein„Bruderbund" Abends 9 Uhr bei Pätzoldt, Reichenbersir. ig. — Männergesangverein„Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr Eihung im Nestau- rant Stehmann, Melchiorsir. 16.— Gesangverein„Süd-Ost" Abends 9 Uhr bei Ziemer, Cuvrystr. 18. Gäste willkommen.— Lübeckstchcr Turnverein si. Lehr- ltngs-Abtheilungl Abends 8 Uhr Glisabethstr. 67—58.— Turnverein„Wedding". Pankstr. 9. Männerablhetlung von sj— lojs Uhr Abends; desgleichen i, L-Hr- lingSabtheilung von s— io Uhr AbcudS.—„Mehr Licht", Verein für Scherz und Ernst, Abends 8% Uhr tm Restaurant Held, Fruchtstr. iiza.— Schlestscher Verein„Hollei" Abends 9 Uhr im Nestaura», Sehrt, Prinzen- straße loo.— Vergnügungsverein„Fröhlichkeit" Abends o Uhr im Restaurant � �.._ i»«Vl-sivv v iiyi uu VVC|lUU(.UiU Sager, Gruner Weg 29.- Wiss-nschaftltch-r Verein für Rollerstcher Steno- graphie AbcndS 8% Uhr im Restaurant Beese, Alte Schönhauscrstraße 42 Unterricht und Uebungsstunde.— Roller'scher Stcnographenvercin Süd-Berlin Abends 8ll Uhr im Restaurant Prinzenstr. 97, Sitzung und Uebungsstunde— Arenbs'fchcr Stenographen-Verein„Amicitia" Abends 8% Uhr im Restaurant Behrends, Schönebergerstr.°.— ArendS'fcher Stenograph-nv-r-in„Phtlia" Abends 9 Uhr im Restaurant„Wilhelmsgarren", ikvchslr. 7.— Stenographische Gesellschaft ArendS im illestaurant Bllrgergarten. Lindenstr. los. Unentgeit- licher Unterricht und Uebung.— Berliner Rauchllub„Wrangel" Abends s Uhr im Restaurant Foge, Küpnickerstr. 101.— Rauchllub„Havanna SO Abends 8% Uhr im Restaurant Pacholdt, Reichenbergerstr. io.— Rauchllub „Gcinuthltchkctt" Abends 9 Uhr tm Restaurant Achsel, Lröpnickerstr. 181.— Rauchllub„Columbia" Abends 8% Uhr im Restaurant Beyer. Prinzenstr. 9». — Rauchllub„Frisch gewagt" Abends 8% Uhr tm Restaurant Tempel, Ares- lauerstr. 27.- Rauchllub„Vulkan" Abends 9 Uhr im Restauranl Schul,, Abends 8% Uhr bei®. Thiel, Wienerslraste 68.— Gcsangveretu dcr Tapezirer Berlins, jeden Altttivoch Restaurant Seydelstr. so, von 9—11 Uhr Abends.— UnterhaltungSverein„Harmonie". Sihung Abends 9 Uhr Dresdenerstr. 118 bei Wendt.— Tambourverein„Exclstor", sh Uhr. Uebungsstunde bei Vöhl. RuderSdorferstr. 8. Aufnahme neuer Mitglieder.— Männergesangverein FrtedrichSfeldc, Prinzen-Sillee«.— VcrgnügungSverein„Kreuzstdcl" im Rest. Doberstetn, Mariannenstraß- 81— 32: Etünng. Nach der Sitzung Tanz, Vor- trage ic. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, willlomme».— Gesangverein »Steinnolle," Uebungsstunde von 9—11 Uhr bei Müller, Gartenstraße os.— Gesangverein„Phönix", Gesangstunde 9 Uhr Steinmetzsrr. 76.— Aergnügungs- verein„Immer lustig", Sitzung jeden Mittwoch, Abends 0 Uhr, bei Bartels, 6. Gäste willlonunen.— Geselliger Klub„Proletariat'..... Flottwellstr. 6. Gäste willkommen.— Geselliger Klub„Proletariat" tagt jeden Mittwoch Abend tm Lokale des Herrn Magnan, 5irautstrabe 13. Gäste will- kommen.— Gesangverein„Morgenroth" Abends 9—11 Uhr Uebungsstunde im Restaurant Schmidt, Wrangelstraße iti. Gäste willkommen. Vvivfltttftvn Vev MedÄftkion. Bei Anfragen bitten wir die Abonnements-Quitlung beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erthcilt. Fiitl die ansgesperrte»« Kaul)and»verll«r Hiimdnrgs gingen ferner bei uns ein: Vom zerkratzten Ede ails der Beuthstraße 50 Pf. Tapezirer- gehilsen der Aktien-Gesellschaft für Möbelfabrikation 0,30 M. 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Play- Patrone 89 12,80 M. Platz-Patrone 98 8 M. 4 Schwager und eine Schwägerin, 2. Streich, 4 M. H. V., Rothe Droschkenkutscher, 3 M. Ernst Arndt 5 M. Mäng's empfohlene Schlehen- blätter, leider nicht gefunden aber 5 M. Von Schulz gesammelt im Verein ehem. Schüler 7 M. Listen 1018 u. 1019 gesammelt von Frau Gubela in der Volksvers. Stralau-Rummelsburg 9,05 M. Eine rothe Zigarre verauktionirt im Weberverein Nixdorf 10,75 M. Weberwerkstatt Ziethenstr. 3, Nixdorf, 2 M. Junge, holt fast! 2. Wochenbeitrag, 2,50 M. Pianofortefabrik von C. Otto, außer Einem, 13,20 M. Der Rothe 0,50 M. Werkstube Krasemann, Zionskirchplatz 0, 0 M. Tischlerwerkstatt Dresdenerstr. 2, 2. Rate, 5,75 M. Leseklub„Heine", Nixdorf, 3. Rate. 40 M. Rother Teufel, Breslauerstr. 30, 1 M. Nixdorf 0,50 M. Ungenannt 112 1 M. Tischlerei C. Brandt, Reichenbergerstraße 30, 8,45 M. Gesammelt in der Albumfabrik von I. Schlunk, Alte Jakobstraße 129, 10,80 M. Vom großschnäuzigen Affenbudiker 15,50 M, Buchdrückerei Hempel, Zimmerstraße, 17,85 M. Werkstatt Winter, Jägcrstraße, 5,50 M. Tischlerei Schulenburg, Friedrichstr. 24, 5,05 M. Bautischlerei von Jäckel, 2. Rate, 10,00 M. W. Eckert 1 M. Rother Ball 2 M. Gesammelt bei einer Hochzeit durch P. V. 5 M. Steinsetzer, Schloßplatz und Friedrichsgracht 8 M. 3 rothe Steinsetzergesellen C. Schutt, E. Hintze, C. Wille 3 M. Liste 0700 11,10 Mark. Liste 773 10 Mark. Tischler der Hermann'schen Werkstatt 5 M. K. W. 200 2,25 M. Setzer Kl. I. 8,75 M. Vergolder Waldemarstr. 8,05 M. Arbeiterschweiß, Oranieustraße, 3. Rate 7,15 M. Klaviaturarbeiter bei W. 4,50 M. Bautischlerei von Hartmann mit Ausnahme von 2 Kollegen 3,50 M. Gemüthliche Kneiperei, Kastanien-Allee, 4,25 M, Drei ungcmüthliche Faoadenwichser, Brunnenstraße 70 3 Mark. Ertrag einer amerikanischen Auktion in der Goldleisten- fabrik von Neumann, Hennig 11. Komp., Reichenbergerstr. 47 5,05 M. Norden 3, Ueberschuß vom Geburtstag 4,30 M. Weiß- gerber derGlacee-Lederfabrik von Leuther u.Böhm 2,75 M. Weiß- gerber derGlacee-Lederfabrik von Anders 0,25 M. F. Nieder, Prinzen-Allee 1 Mark. Tischler von W. Köther, Oranien- straße 9, 3. Rate 4 M. Kaptendarm Schütz 8,25 Mark. Die Rothen aus Rudow, 2. Rate, 4,40 M. Die Rothen von Cunheim u. Ko. 0,40 M. Tellersammlung des Vereins der ge- werblichen Hilfsarbeiter Johannisthals und Umgegend 33 M. Verein gewerblicher Hilfsarbeiter Johannisthals und Umgegend, 3. Rate, 50 M. 7 Johannisthaler und 3 Schönweider Genossen von dcr Auktion einer Schlackwurst 3,24 M. Frost, Pappel-Allee 50 Pf. Unterstützungsverein Deutscher Buchdrucker zu Köpenick, Liste 847, 2,05 M. Liste 845, ges. von Lippmann, Friedrichs- Hägen, 10,95 M. Liste 844, ges. von Lippmann, Friedrichshagen, 15 M. Liste 894, er soll runter kommen, gesammelt bei Zubeil, 19,05 M. Liste 838, gesammelt v. Berliner Kellner, 4,15 SN. Gesammelt von Filzschuh 3 M. Tischlerei Mittag 5 M. Tischlerei Weißmann 0,30 M. Die rothcn F. und R., gesammelt bei Ziegler durch R. P., 3,91 M. Rohrleger Berger 1,80 M. O. Schulze 50 Pf. Klaviaturfabrik Siehring 3,50 M. Geselliger Verein„Anker" 9 M. 43 Neunen a 5 Pf. Friedcnauer Kegelbrüder 2,15 M. Gronau's Schriftgießerei 37,50 M. Piano- forte-Fabrik Görs und Kallmann, Liste 3991, 11,15 M. Dieselben, Liste 3992, 10,10 M. Personal von C. Schauer's Nachfolger 2,30 M. Gesammelt durch Greßmann 10,05 M. Tie Villa Piephardt von Eckardberg 1,20 M. Gesammelt durch Hutmacher Polvoigt, Liste 7107, 0,05 M. Gesammelt durch Thielke, Liste 0086, 8 M. Gesammelt von Diekow, Liste 0011, 5,40 M. Gesammelt von Genossen bei S. u. H., Liste 910, 14,10 M. Genossen bei H. u. S.. Liste 912, 23,75 M. Von Rothen bei S. 11. H., Markgrasenslraße, Liste 917, 10,05 M. Pers onal der Firma Gottl. Fränkel 8,25 M. Tischlerwerkstatt Kießling, Waldemarstraße, 5,73 M. Tischlerwerkstatt Rohwer 4,50 M. L. und W., Jahnstraße, 1,50 M. Korbmacherwerkstatt 10 M. Tischler u. Polierer von Psaff, 4 Tr., 13,50 M. 2 saure Gurken, 3. Rate, 37,01 M. 3 rothe Schafsköppe, Potsdam, 2,15 M. Tischlerwerkstatt Heinrich, Oranieustraße 23, 3. Rate 3 M. Die Maler von S. mit Ausnahme des mit der schweren Ecke 8,00 M. Eine zu Wasser gewordene Landpartie 4,50 M. Von 7 rothcn Brüdern gesammelt in der englischen Gasanstalt 4 M. 1 Kognak versteigert 7,00 M. K. K. Markgrafenstr. 5,35 M. Genossen in Pankow 2. Rate 9,55 M. Tischlerei Blücherstr. 35 C. M. 3,25 SN. Werkstätten Taumeyer, Linz, Seegler 0 M. Von den rochen Brüdern der Metallgießerei von Sch. u. H. Friedrichstr. 9,25 M. Viertisch Falkenstraße 20 2,30 M. Lampensabrik Bechini 11. Brösel, Skalitzerstraße 104 3,50 M. Luxuspapierfabrik A. u. M. 3. Rate 11,05 M. Gesammelt von gemüthlichen Proletariern bei Ernst Magnan 4 SN. Von Geselle» der Tischlerei von Markgraf, Elisabeth-Ufer 11 9,30 M. Möbelfabrik Reichen- bergerstr. 157 Lorenz 4 M. Die Rothen der Wilhelmstr. 2,25 M. der Stepperin Schästebranche 12 M. Neberschuß einer amerikamschen Ktana fÄS***«285 - SL 28 M. Di? Tischler von Nietze,' N orkstr.�50�3. � Senduug.� 3,05 M. Erste Sammlung b. Feuerherd F. Sp-rver Ii UM, K. Dos, H. D. u. Brüske, Zimmermann. 3.)■ einer amerikanischen Auktion vom Fachverein de$3# sammeit durch Weimann 20,80 M. Einige �ch» Steinmetzstr. 23, 4,30 M. Etliche alte und neue Soziai° � der fönigt. Gewehrfabrik zu Spandau 10 M. t« der Werkstatt Seeger, Bellermannstr. 93, 4 JK. KM Brauerei Friedrichshagen 0,80 M. Von den ouf 8 legern in der Versamml. v. 10. Aug. bei Feuersteins d!>« 18 SN. Von 4 Weißenseeer Tischlern, Kömgs�S°««1- fei«, 4,05 am. Parquettg� � Baudrechslerei, Markusstr. 50, 2. Rate 4 Bier 10,00 M~'~" für eine Geburtstagsfeier Fröhlich, 2. Rate 5 M. B...... r b0 Pf. Selmar Bayer 0,10 SN. Stößel. Gertler u. Ko.. ------ Wasserthorstr. 32, 5,00 M. W. u W.. �'«xVbri'l�� 14,40 SN. Von einigen Formern der Veermann'scheu chsw' li� Berichtigungen: In Nr. 184 d. Bl. heißen Bertha T. 1 M., sondern 50 Pf. Die gesteh S.gse* 11,90 M. sind nicht durch Elias Cohn bei Simens in P M Charlottenburg, sondern auf Liste 0723 gesammelt. 0___ an« es heißen: Michaus, 3. Nate 13 SN., statt lNahau?-�� �' Untn u. Co. Statt Maler 1,50 Werkstatt Sceling, nicht„ Hamburger darf es nicht heißen: August Fleischer, Bar>>> 2 Svt., sondern gesammelt von August Fleischer 2 Weitere Beiträge nimmt gern entgegen die Ek? Beuthstr. 3. N. Sch. 100 wünscht Sprachheilanstalt, die sich sruyer in-ouiginn»,»..:'' wn, befindet. Vielleicht kann einer unserer Leser Ausschluß S. M. K. Wegen Raummangels mußte eine AUM � sammlungsberichte, darunter auch der Ihrige, zuruckoceiv � ß rTtif XiiMfi Xni'ii fior in/tri novRfforttftrht tüil'v,'' Entscheidung darüber was zunächst veröffentlicht wird» schon uns überlassen.,.„„.„-st W. K. Nirdorf. 1. Die Aufnahme geschieht une> 8 2. Wir haben von Ihrem Wunsch Notiz genommen.. Schneider. Der Kläger möge unter Ueberreich�� � snineioer. Ä-er»cager möge unicr � Armuthsattestes, unter Darlegung des Streites und Ang ßß Beweismittel schriftlich um Gewährung des Armcnrccy„ as 4 rtrf kommen und im Falle einer Zurückweisung dieses Antrag � vom Landgericht zu prüfende Beschwerde beim Aintsger w reichen. H. 36. Solange auf Ihre Steuerreklamation y Antwort erfolgt ist, können Sie nichts Anderes thms- � Antwort erwarten. Verzögert sich dieselbe ungebnhrnc? so beschweren Sie sich beim Magistrat. t S. S. 100, 1. Ein Nachtwächter darf während de stunden weder in einem Restaurant noch auf der fstr st# Jemand Bier oder Schnaps trinken. Wenn er be>u> � �5 Präsidium denunzirt wird, würde er disziplinarisch, u � voraussichtlich mit einer Rüge bestraft werden. 2. EM" meister ist zur Ausstellung eines Zeugnisses an seinen auf dessen Verlangen verpstichtet....» A. Miillrrstr. Wenn wir Ihre Frage rich.' fassen, wollen Sie wissen, ob der ... Gläubiger eines«och"'ut P abbezahlten Leihkontrakts das Recht hat, seine Gläubiges, zuletzt an einen Dritten abzutreten. Er hat dieses J>eo) j» allen Umständen, so lange noch der kleinste Rest zu zam«„« C. D. Adaibeickstr. Die für den redaktionellen 2 b � stimmte Anzeige ist in unsere Hände gelangt, mußte technischen Gründen heransbleiben. 3 «ölibi 8036», »rage Sing »ach ■v: °ußer °rehei Hub p. s Mbz fafj 'ine< eine 3)iefe & Äinti Mta « oenio Zn lüeite das ii »degj »erkö Ache öffentliche Volks-Vel'saminlnng für Friedenau, Steglitz und Umgegend am Mittwoch, d. 13. Aug., Ahds. 8va Uhr, im Kurhans zu Friedenau. Tages-Ordnung: 248 1. Der Parteitag zu Halle a./S. Referent: Buchdrucker W. Werner (Berlin). 2. Diskussion. 3. Wahl eines Vertrauensmannes. 4. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Der Eindrrufrr: R. Lungwitz. UcMiangl Vereinigung ö.Irechsler Zentschlanös ßg Ortsverwaltungen I— VII Berlin.| Anl Svilnnbeni», den Iii. Anglist, iin iZlysiiiln, �llooW-u- Gr» Sommernachts ball unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins Slrib-Treu. Diverse Ueberraschungen ec. Anfang 8 Uhr. Entree: Herren 50 Pf., Damen 30 Pf.__ BillctS sind zu haben bei den Mitgliedern und in den mit Plakaten be- legten Handlungen. Freunde und Kollegen sind hierdurch höflichst eingeladen. 250 Dao Vergmisnng«»Komlt«e. Soeben erschien: Dr. W. Zimmermann's Anffer Kutscher Bnuernkrieg. Jllustrirte Volksausgabe. Herausgegeben von WEBhelm Bios, preis pro Heft L0 Pfennig. Zu beziehen durch die Expedition, Beuthstrasse Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Freie Vereinigung der Galvaniseure n. Berufsgenossen Berlins n. Umgegend. Am Donnerstag, den 14, d. Mts., Abends 8 Uhr, in Feuersteins Salon, Alte Jakobstrassc 75: Große MitgUeder-Nerfammwug. Tages-Ordnung: I.Vortrag des Herrn W. Werner über: Die moderne Arbeiter- bewegung und die Sozialreform. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 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