\ r 1. 18?. Dmmrrstag, de» 14. Angnst 1890. y. Jahrg. f&j 1 m Bif. %i" m nleg« ude«' Hrgan für die Znierefsen der Arbeiter. Mtes-bnl B -N-(G Jeld nicht i 9Ä. 3„Verl" i fo'i i, Sa>' J #,„ Exped'�! jichei�i .efand, S- II müA der � «tf und ä scheint tSarid, sn?«.'Berliner Volksblatt" I n s e r t i o n s g e b ü l, r beträgt für die S gespaltene Petitzcile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VerfammIungS. Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags m der Expedition, Berlin SW., Bcnthltrahe 3, sowie von allen Annoncen-Bnreaux, ohne Erhöhung des PrciieS, angenommen. Die Erpedition.ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3-7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -<--, Fernsprecher: Amt VI. Zlr. 4100.«* Mvdnlliion: VenkMeeitzv S.— Expedition: Venkhfieoße 3. % Ünutpf um den Ävtueifcv. �'Uglicher die soziale Frage wird, desto mehr ver- Känink< � nua) die Kampfe der politischen Parteien zu eiiinus• Minkn Klassen unter einander und gegen zoa-.,: eigentlich ist diese Umwandlung bereits voll- beim im Deutschen Reichstage keine umstrittene luiw �.auf die Tagesordnung kommt, deren Erledi- ''.'cht in letzter Linie von sozialen Gesichtspunkten oiirfi l'®. lleinacht würde. Und diesen Charakter trägt Maaten Politik der Regierungen aller industriellen L. f®a /tls der sichtbare und positive, wesentlichste Theil (uslriüf Flage uns die Arbeiterklasse erscheint und ihre repräsentative Form die Sozialdemokratie ist, so Uns'''ch die sozialen Kämpfe unserer Tage stets krnti. um die Arbeiterklasse und die Sozialdemo- L/ oder klarer und genauer gesprochen, um den Ar- Ülnff»®ev Arbeiter ist zum Mittelpunkte der modernen las!/. nipfe geworden. Die Heftigkeit und Rncksichts- �'t, mit der sie zur Zeit in vielen Theilen Deutsch- ' von Seite der besitzenden und„arbeitgebendeu" gegen die Arbeiter geführt werden, scheint uns eine. I6 der Erkenntniß zu sein, daß sie bereits über Dj.f.�vße Arbeiterzahl die Herrschaft verloren haben. i>en fl..�nist ist ohne Zweifel durch die überraschen- Begebnisse des 20. Februar gefördert worden; die 3eo'pe war erschreckt darüber und in ihrer unsinnigen tetfits ichrie sie nach Eskainotirung des allgemeinen Wahl- bijY; Anderthalb Millionen Bürger— und gewiß nicht �'echtesten— hatten es gewagt, nach ihrer eigenen Zeugung zu stimmen und der verhaßten Sozial- cratie ihre Sympathie und Zugehörigkeit zu erklären. lüfii.,, llr schrecklichen Wahrnehmung gesellte sich der Üoz■}'e Schrecken über das Ende des Sozialistengesetzes, z. als ein Bollwerk des Profits gegen die anstürmenden vm; hen" Arbeitermassen erschien. Das Sozialistengesetz E»n/?�te für die Besitzenden die Parole: Bereichert leg,!,-.wozu die Zollpolitik die besonders günstige Ge- geffb5er 20- Februar und das Ende des Sozialisten- Äe>i>. lochten die Bourgeoisie trostlos, erschütterten ihr den, ml!.eit das Alles-Können der Polizei. Je mehr ij»�. �"vgerthuiu die Trostlosigkeit der fast plötzlichen ver- '"ehr r �"vtion zum deutlichen Bewußtsein kam, desto toeiL 9ter"öle es, wenn auch nur allmälig, dazu, die Roth- tek.'* öu erkennen, sich ans die eigene Kraft zurück- 9e". Als Folgen dieser Einsicht sind die in den l19 U üerp 2? -»».Feulllekozt. junior nudstioler Von Alphonse Daudet. Uv dem Französischen von Ludwig K �()'nv„�attc s'ch bereits die Achtung der Lieferanten und fi,le Arb->!�"�den. Sie wollte um alles in der Welt nicht s �'.Arbeiterfrau angesehen werden,'" no r r. tiK.als Sie wollte um alles in der Well incyr für trotzdem diese oft mehr alledem einen gewissen f�ch'iräcrf�h""d wünschte trotz.....-..... -Astges Jinu9 cinzunehmen. Das war ihr unab- � de»,("heit unb daher glänzte auch das Hinterstübchen. '—*"rf» Orbniina und nS s. U LI IJ t L J34UUQVV*•»"-/ w �uberkeit � Un: drei Uhr dunkelte, von Ordnung und &renb. des Tage-"-'"wndekte sich dort ein Bett in Äfl cm�vpha veuuuuun�---- i» ch ei»/,, 1 ft�cr Shawl in eine Tischdecke, der Kamin sur etwas Bestimmtes ciltscheiden; sich für etwas Bestimmtes letzten Monaten gebildeten Unternehmerkoalitionen und der nicht blos in Hamburg, sondern auch an anderen Orten unternommene Ansturm gegen die Organisationen der Arbeiter zu bezeichnen. Das Ziel der Kampagne ist aus- gesprocheiiermaßen die Zerstörung der Arbeitervereiniguugen und die R ü ck e r 0 b e r u n g des der V 0 r m u 11 b- s ch a f t der Unternehmer entschlüpften Arbeiters.„Und folgst Du nicht willig, so brauch ich Gewalt." Es wäre irrig anzunehmen, die deutsche Bourgeoisie hätte erst unter dem allerdings überwältigenden Eindrucke der diesjährigen Ereignisse den Vortheil begriffen, der in einer beständigen Ueberivachnng und Bevorniundung der Arbeiterschaft für sie— die Bourgeoisie— liegt. Diesen Vortheil hatte sie im Gegentheil schon vor 30 Jahren be- griffen, wo sie die Verdienste eines Schulze- D e l i tz s ch' s um die Veralberung und demagogische Ver- sührung der deutschen Arbeiter mit eiilein National- gescheiik von 45 000 Thalern belohnte. Die damalige Bourgeoisie erkannte nicht blos den auf die Lohnhöhe zurück- wirkenden, senkenden Einfluß der K ousumve reine bei ihrer umfangreichen Ausdehnung, sondern auch den wichtigen Umstand, der darin lag. daß die Arbeiter mit dieser Koiisuinvereiiis-Spielerei vollauf beschäftigt waren und sich daher mir wenig um die sozialistisch-emanzipato- rischeu Theorien kümmert� die L a s s a l t e den Arbeitern vortrug. Der Nationaldank an Schnlze-Delitzsch ans der einen und die Schmähung und Verfolgung Lassalle's auf der anderen Seite bilden ein glänzendes Zeugniß für den Klasseninstinkt und die Feinheit des Gefühls für den Profit der damaligen Bourgeoisie. Und wenn seit Lassalle's Tod die sozialistische Arbeiter- beivegung in Deutschland beständige Fortschritte machte, so war aber auch die Bourgeoisie nicht müßig und orga- nisirte für sich ihre besonderen Arbeitcrtruppen. Dabei ist die Beobachtung interessant, daß jede politische Partei als ein Theil der besitzenden Klassen, ihre besonderen Arbeiterorganisationen hinter sich hat. Die U l t r a m 0 n- t a n e n haben ihre katholischen Gesellen- und M ä n n e r v e r e i n e, die protestantischen Parteien, N a t i 0 n a l l i b e r a l e und 5ionservative, haben ihre e v a n g e l i sch e n I ü n g l i n g s- und M ä n n e r- vereine, hinter den D e u t s ch f r c i s i n n i g e n stehen die H i r s ch- D n n che r' sehen Gewerkvereine und — so mögen unsere Gegner fortfahre»— hinter den Sozialdemokraten stehe» die F a ch v e r e i n e w.; aber da müssen wir einfallen; hinter den Sozialdemokraten stehen keine Arbeiter, weil die Arbeiter selbst die Sozialdemokraten sind und weil die sozialdemokratische Partei eben die Partei der Arbeiter ist. Darin besteht Welch' endlose Auseinandersetzungen mußte da Frau Chebe bis spät in die Nacht hinein anhören! „Von Leinwand verstehe ich nichts, in Tuch aber stelle ich meinen Mann. Wenn ich aber in Tuch mache, muß ich einen Reisenden cngagiren, denn die besten Sorten kommen von Scdan und Elboenf. Kattun nehme ich nicht in die Hand, da müßte es Sommer sein. Ebenso ist Tüll kein Artikel für mich, da die Saison schon zu vorgerückt." Zumeist beschloß er seine schwankenden Entschlüsse mit den Worten: „Guter Rath kommt über Nacht.... gehen wir zu Bette." Und das that er denn auch zur großen Erleichterung seiner Frau. Nachdem Herr Chebe auf diese Weise drei bis vier Monate verlebt hatte, fing er an sich zu langweilen. Allmälig kehrten seine Kopsschmerzen und Cchwindclansällc zurück. DaS Viertel war entschieden zu geräuschvoll und ungesund. Außerdem ging das Geschäft nicht. Es war nichts zu verkaufen, weder Tuch noch Leinwand. Gerade zur Zeit dieser Krisis machte„Fräiilein Planus, meine Schmester" ihren Besuch, Sidouiens wegen. Die alte Jungfer hatte sich nuterivegS oft genng gesagt: „man muß sehr behutsam und vorsichtig dabei zu Werke gehen", um, wie alle schüchternen Menschen gleich beim Eintritt mit den ersten Worten herauszuplatzen. Das wirkte wie ein Knalleffekt. Als Frau Chebe die Anklage gegen ihre Tochter vernahm, sprang sie voller Entrüstimg auf. Niemals würde man ihr etwas derartiges einreden können. Ihre arwe Sidonie war nur das Opfer einer niederträchtigen Verleumdung. Herr Chebe behandelte die Sache mit allerlei Phrasen der Unterschied zwischen der Sozialdemokratie und den anderen Parteien gegenüber den Arbeitern, daß jene von diesen selbst gebildet und repräsentirt wird, während die Bourgeois- Parteien aus den Besitzenden als ihren Angehörigen besten und deren Jnter- effenvertretung darstellen. Wie bei den heute so weit ge- diehenen Klassengegensätzen und der kluftartigen Ver- schiedenheit der 5klasseninteressen die Bourgeoisparteien neben der energischen und erfolgreichen Wahrnehmung ihrer eigenen noch die Interessen der Arbeiter sollten wahr- nehmen können, ist für uns unbegreiflich und zweifellos für die Bourgeoisie selbst auch. Nur ganz Dumme, unheilbar Dumme, können an eine solche Versicherung und selbst wenn sie mit der Miene eines ehrlichen Menschen gegeben wird, im Ernste glauben. Bei dieser Sachlage ist es köstlich— wir könnten auch sagen impertinent und niederträchtig—, die Vertrauensleute der Arbeiter, d. h. die Führer„Volksver- sichrer" und die Takiik der Arbeiter, ihre abseits stehenden Klassengenossen zum Anschluß au die Sozialdemokratie zu bewegen,„unerhörten Terrorismus" zu nennen. Wer ehrlich die Interessen der Arbeiter verficht, ob die „Köln. Ztg.", die„Aossische Ztg." oder ein sozialdemokra- tisches Blatt, kann für keinen Ehrlichen eine Frage sein. Ob die Thätigkeit der sozialdemokratischen Agitatoren oder das gewaltthiitige, das gesetzliche und menschliche Recht der Arbeiter verachtende Vorgehen der Unternehmer Terroris- mns und Vergewaltigung ist, darüber ist kein Mensch im Zweifel. Ob die V 0 l k s b i d n n g s v e r e i n e der Bourgeoisie in Sachsen, der ultramontane— von der Bourgeoisie aller Konfessionen begünstigte— Konkur renz-Bergarbeiher- Verband in Westfalen, die I n n u n g s- G e s e l l e n- A u s- s ch ü s s e, G e s e l l e n- K r a n k e n k a s s e n u. s. w. demagogische Bauernfängerei sind oder die von den Arbeitern selbst, aus eigener Initiative gegründeten und nach eigenem Gutdünken ausgestalteten Arbeiter-(Fach- u. s. w.) Vereine— wer sollte darüber auch nur einen Augenblick im Unklaren sein? Der Kampf um den Arbeiter, der gegenwärtig zwischen der Sozialdemokratie und der Bourgeoisie geführt wird, ist der Kampf des seine Heerde vertheidigenden treuen Hirten mit dem raublustigen Wolf; und der Hirte erkennt den alten Räuber Wolf, auch wenn er im harmlosen Schafspelze auftritt. Der Kampf wird mit dem unrühin- lichen Ende des Wolfs enden! und Gesten sehr von oben herab, indem er seiner Gewohnheit gemäß, alles auf sich bezog. Wie konnte man nur auf die Vermnthung kommen, daß sein leibliches Kind, eine gebor»« Chebe, die Tochter eines chremverthen, seit dreißig Jahren am Platze bekannten Kaufmannes, sich so weit vergessen könnte... Unmöglich! Fräulein Planus blieb jedoch bei ihrer Behauptung. Es kostete ihr viel Ueberwindung, als Klatschschivester und Herum- trägerin dazustehen. Aber es waren doch sichere Beweise da und die Sache für Niemand mehr ein Geheimnis!. „Und wenn dem so wäre, schrie Chebe, außer sich vor Wnth über solche Hartnäckigkeit.... Ist cS unsere Sache, sich damit zu beschäftigen? Unsere Tochter ist verhcirathet. Sie lebt getrennt von ihren Eltern.... Ihres Mannes Pflicht ist es, sie zu berathcn und zu leiten.... Hat er jemals daran gedacht? Run begann der kleineMannseinenSchwiegersohn herunter- zurciße», diesen fischblütigen Schweizer, der seip Leben in einem Bureau verbringt, um sich nut närrischen Erfindungen zu plagen, der sicli weigerte, seine junge Frau in die Welt einzuführen und lieber seine alten Jnnggcsellcn-Geivohnhciten beibehielt: Tie Pfeife und die Brauerei. Man hätte es mir sehen sollen, in welch' gering- schätzigein Tone Herr Chebe das Wort„Brauerei" aus- sprach... Und doch suchte er Risler beinahe jeden Abend dort ans und überschüttete ihn mit Vorwürfen, wenn er einmal nicht kam. Hinter all diesem Geschwätze steckte bei dem Kaufmann in der Rne du Mail— Kommission— Export ein ganz klarer Gedanke. Er beabsichtigte den Laden zu verlassen, n»d sich von den Geschäften zurück zuziehen; seit einiger Zeit dachte er daran Sidonien aufzusuchen und für seine polifirrfic Mebevstrsrk. Da» Invalid««- und Altersverstcherunaa-Cesetz wird nun bald in Kraft treten. Nach demselben hat bekanntlich jeder Arbeiter Anspruch ans Invaliden- und Altersrente, für welchen für den Jnvaliditätsfall 5 Jahre lang und für die Erlangung der Altersrente 30 Jahre der festgesetzten Beiträge geleistet wor« den sind. Das Gesetz will aber für die Uebergangszeit gewisse Er- leichterungen einräumen, gemäß§§ 157 und 158 des Gesetzes, welche lauten: § 156. Für Versicherte, welche während der ersten 5 Kalenderjahre nach dem Inkrafttreten dieses Gesetzes, also nach dem 1. Januar 1891 erwerbsunfähig werden und für welche während der Dauer eines Beitragsjahrcs ans Grund der Versicherungs- Pflicht die gesetzlichen Beiträge entrichtet worden sind, vermindert sich die Wartezeit für die Invalidenrente um diejenige Zahl von Wochen, während deren sie nachweislich vor dem Inkrafttreten des Gesetzes, jedoch innerhalb der letzten 5 Jahre vor Eintritt der Erwerbsunfähigkeit, in einem Arbeits- oder Dienstverhältniß gestanden haben, welches nach diesem Gesetze die Versicherungs- Pflicht begründen würde. § 157. Für Versicherte, welche zur Zeit des Inkrafttretens dieses Gesetzes das vierzigste Lebensjahr vollendet haben und den Nachweis liefern, daß sie während der, dem Inkrafttreten dieses Gesetzes unmittelbar vorangegangenen drei Kalenderjahre ins- gesammt mindestens 141 Wochen hindurch thatsächlich in einem nach diesem Gesetze die Versicherungspflicht begründenden Arbeits- oder Dienstverhältniß gestanden haben, vermindert sich die Warte- zeit für die Altersrente(§ 16, Ziffer 2), unbeschadet der Vorschriften des§ 32, um so viele Beitragsjahre, als ihre Lebens- jähre zur Zeit des Inkrafttretens des Gesetzes die Zahl 40 über- steigen. Es ist nun unerläßlich nothwendig im Interesse eines jeden Arbeiters, daß er die von dem Gesetz erforderlichen Nachweise liefert. Wir haben schon öfter auf die Wichtigkeit dieser Bestimmungen und Bedingungen hingewiesen und daraus erhellt, wie wichtig es ist, daß jeder Arbeiter dafür sorgt: 1. Daß er über seine Beschäftigung und sein Arbeits- oder Dienstverhältniß vor dem Inkrafttreten des Gesetzes ausreichenden Nachweis besitzt. 2. Daß er eine gleiche Bescheinigung über die Höhe des von ihm in den letzten 3 Jahren vor dein Inkrafttreten des Gesetzes bezogenen Lohnes oder Gehaltes besitzt. 3. Daß für die Bescheinigungen über Arbeitszeit und Lohn- höhe, so weit sie sich auf die schon vergangene Zeit bezieht, sofort das Nöthige geschieht. 4. Daß die ausgestellten Bescheinigungen durch eine öffent- liche Behörde sofort nach ihrer Ausstellung beglaubigt werden. 5. Daß die Dauer etwaiger Krankheit während der letzten fünf Jahre ebenfalls besonders bescheinigt ist. Wer die Beschaffung dieser Nachweise unterläßt, hat es sich selbst zuzuschreiben, wenn er im eintretenden Falle, trotz Jahre lang geübter Beitragspflicht, der winzigen Vortheile des Gesetzes verlustig geht. Ihrer Mnth über das Erlöschen des Soziali st en- aesetzes giebt die„Köln. Ztg." noch einmal vollen Ausdruck. die schreibt:„Mit unverhohlener Freude sehen die Sozialdemo- kratcn dem 30. September d. I. entgegen, als dem Tage, der das Ende des„Gesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie" vom 21. Oktober 1878 bedeutet. Die Partei rüstet sich mit aller Macht ans die Ausnutzung der veränderten Verhältnisse, unter denen sie alsdann zu wirken berechtigt sein wird. Bereits ist der'Organisationsentwurf der Partei der Oeffentlichkeit übergeben, und es ergicbt sich aus ihm, daß die Organisation formell gipfelt in dem„Parteitage", der alljährlich einberufen werden wird. Zu den Berathungsgegenständen des Parteitages gehört u. a. auch die Beschlußfassung„über alle das Parteileben berührenden Fragen". Da unter diesen Begriff alles gerechnet werden kann, was überhaupt auf die sozialistischen Irr- lehren Bezug hat, so werden wir alljährlich das Schauspiel er- leben, daß die Verhetzung aller unzufriedenen Bestandthcile der Bevölkerung. gegen die bestehende Staats- und WMHschafts- Ordnung frank und frei betrieben wird. Aber nicht nur die Parteitage werden als Mittel zur Verbreitung neuen Pläne zn gewinnen. Das war also eine sehr ungeeignete Zeit, unangenehme Szenen hervorzurufen und von väterlicher Gcivalt und ähnlichen Pflichten zn sprechen. Was Frau Chcbe anbelangt, so war sie jetzt von der Unschuld ihrer Tochter etwas weniger überzeugt; sie versank in ein tiefes Schweigen. Die arme Frau wäre am liebsten taub und blind gewesen und wünschte Fräulein Planus nie gekannt zu haben. Wie alle, die sehr unglücklich sind, wünschte sie wenigstens von dem Schein der Ruhe umgeben zll sein und nichts war ihr mehr ersehnt als die Unwissenheit. Dn lieber Gott, war denn das Leben nicht traurig genug! Und dann war doch Sidouie immer ein braves Mädchen gewesen, warum sollte sie jetzt keine brave Frau sein? Es begann zu dunkeln. terr Chebc erhob sich gravitätisch, um die Fensterladen .ließen und eine Gasflamme anzuzünden, welche die nackten Mauern, die leeren Fächer, diese ganze seltsame Ein- richtung beleuchtete, die den Eindruck hervorbrachte, als würde der Inhaber am nächsten Tage Bankerott machen. Schweigend und mit verächtlich zusammengekniffenen Lippen schien er der alten Jungfer sagen zn wollen:„Ter Tag ist zu Ende... es ist Zeit, daß Sie sich auf den Heimweg machen." Währenddem börte man Frau Chcbe in dem Hinterzimmer bei der Bereitung des Abendbrotes leise schluchzen. Fräulein Planus hatte ihren Besuch beendigt. „Nun?" fragte sie der alte Sigismund, der sie ungeduldig erwartete. „Sie wollten mir nicht glauben und haben mich höflich vor die Thür gesetzt." Bei dem Gedanken an die erlittene Demüthignug traten ihr Thräuen in die Augen. Der Alte wurde seuerroth und ergriff mit größtem Re- spekte ihre Hand: „Fräulein Planus, nieiue Schwester," sagte er feierlich, „ich bitte um Ihre Verzeihung, daß ich Sie zn diesem Schritte veranlaßt habe, aber es handelte sich um die Ehre des Hauses Fromont." Von diesem Augenblicke an wurde Sigismund mit jedem der sozialistischen Irrlehren zur Verfügung stehen. Auch in der Presse, in öffentlichen Versammlungen, in Wahl- reden u. f. f. wird ungescheut und uneingeschränkt der Masse das Gift des Sozialismus in verlockender Form zugeführt werden, und es wird seine Wirkung nicht verfehlen. Freilich bildet der§ 130 des Strafgesetzbuchs eine Klippe für diejenigen, die gar zn offenherzig ihre letzten Ziele enthüllen, denn wer in einer den öffentlichen Frieden gefährdende» Weise verschiedene Klassen der Bevölkerung zu Gewaltthätigkeiten gegeneinander aufreizt, wird mit Geldstrafe bis zu 600 M. oder mit Gcfängniß bis zu zwei Jahren bestraft. Aber um an dieser Klippe zn scheitern, dazu muß man sehr ungeschickt austreten. Es ist leicht, eine Form zu finden, welche die Irrlehren der Sozialdemokraten verkündigt, ohne gradezn zu Gewaltthätigkeiten einer Bevölke- rungsklasse gegen einander aufzureizen. Auch das Versammlunas- recht bildet noch eine Klippe für diejenigen, die allzu formlos reden wollen. In Preußen kann jede Versammlung sofort auf- gelöst werden, wenn in ihr Anträge oder Vorschläge erörtert werden, die eine Aufforderung oder Anreizmig zn strafbaren Handlungen enthalten. Allein auch an dieser Klippe wird man nicht scheitern, wenn man nur einigermaßen geschickt ist. Und daß die Führer der Sozialdemokraten geschickt sind, das haben sie bewiesen. Darein wird sich die„Köln. Ztg." nun schon finden müssen. Di« Einrichtung der Kchi«d»mäun«v scheint nach Aus- weis der Statistik von Jahr zu Jahr an Bedeutung zu verlieren. Obligatorisch ist die Jnanspruchnahnie der Schiedsmänner be- kanntlich nur bei Beleidigungen und Körperverletzungen. Zwar nimmt die Zahl dieser Klagen fortwährend zu; das Verhältnis! aber, in denen beide Parteien vor dem Schiedsmanne er- schienen sind, ist ein relativ abnehmendes. Es erschienen nämlich 1882 beide Streitenden in 66,9 pCt. aller Fälle, 1884 in 64,1, 1886 in 61,4, 1888 in 59,2, 1889 in 58,5 pCt. Einen Erfolg hatte der Sühneversuch in 69,4 pCt.(1888 in 59,1 pCt.) dieser Fälle. Stark im Sinken ist die Zahl der bürger- liehen Nechtsstreitigkeiten, welche vor die Schiedsmänner gebracht werden. 1880 wurden 90 700 bürgerliche Rechtsstreitigkeiten vor die Schiedsmänner gebracht, 1881 87 769, 1883 77 831, 1883 66 438, 1884 52 763, 1685 43 227, 1886 40 975, 1887 36 140, 1888 32 980 und 1889 30 631. Die Zahl ist also auf nahezu ein Drittel der ursprünglichen hinabgesunken. Ans jeden Schieds- mann kommen nur 1,68 Sachen jährlich. Die Abnahme der Sachen erstreckt sich über alle Oberlandsgerichte; im Kammer- gerichtsbezirk betrug die Zahl im Jahre 1880 5069, jetzt nur noch 1871, am bedeutendsten ist der Rückgang in den Bezirken, in welchen das Institut 1679 neu eingeführt wurde. Daß die Autorität des Schiedsmannes den Parteien gegenüber sich ver- mindert hat, crgiebt sich auch aus der verminderten Vcrhältniß- zahl der Sachen, in welchen beide Parteien zur Sühne vor dem Schiedsmann erschienen sind. 1882 kamen beide Parteien in 77,1 pCt. aller Sachen, 1684 in 73,9, 1886 in 72,4, 1888 in 71,8,1889 nur noch in 69,8 pCt. Einen Erfolg hatte die Sühne- Verhandlung im ganzen nur in 16 095 Sachen, d. i. 1852 weniger als im Vorjahr. Ein Vergleich dieser Sachen mit denen, in welchen beide Theile erschienen sind, ergiebt, daß der Schieds- niann 73,4 pCt. aller vor ihm verhandelten Sachen durch Vergleich erledigt hat gegen 75,9 pCt. im Vorjahr. Tie Höhe dieses Prozentsatzes in ihrer Bedeutung wird wesentlich herab- gemindert durch die Erwägung, daß in vielen Sachen die Parteien einig vor den Schiedsmann treten, um von diesem einen vollstreckbaren Titel zn erhalten. Leipzig, den 12. August. Es ist außerordentlich instruktiv, die Hallung der hiesigen Polizeiorgane(der persönlichen und der unpersönlichen) gegenüber der Sozialdemokratie zu beobachten. Wie Sie wissen, wird hier jede Volks- oder Arbeiterver- sammlung, in welcher der Reichstagsabgcordnete L i e b k n echt sprechen soll, mit der bekannten„Begründung" oder Nicht- begrundung verboten. Auch in Gewerkschaftsversammlungen darf der Genannte nicht sprechen; und sogar ein Vortrag über das Koalitionsrecht, den er bei den Manrern halten sollte, hat bei der Leipziger Polizei Ilmsturzbefürchtungen erregt. Während nun— und dies ist daS Merkivürdigc— während nun die persönlichen Polizeiorganc(Polizeidircltion und Amts- hanptmannschaft Leipzig! Liebknecht hartnäckig der Möglichkeit be- raubten, zu den Leipziger Arbeitern zu sprechen, ver- kündigen die unpersönlichen Polizeiorgane(„Leipziger Zeitung", „Leipziger Tageblatt" und„Leipziger Nachrichten") seit einigen Wochen in fast jeder Nummer, daß die„älteren, besonneneren „Führer", namentlich auch Liebknecht, Bebel u. A. jetzt einen sehr harten Stand hätten gegenüber de»„jüngeren, revolutionären" oder„revolutio n ä r e r en" Elementen, und daß letztere den crsteren gewiß über den Kopf wachsen würden. Ist nun die Parteinahme der Polizeiorgane für die angeblich „revolutionären oder revolutionäreren Elemente" an und für sich schon interessant, so erscheint sie doppelt interessant durch senes Vorgehen gegen Liebknecht. Die persönlichen Polizeiorgane, die beiläusig mit den unper- sönlichen im engsten 5kontakt, ja theilivcise identisch sind, verhin- dern Liebknecht, der den unpersönlichen Polizeivrganen zufolge, nebst den übrigen„älteren Führern" von den„revolutionären" Tage trauriger. Seilte Kasse erschien ihm nicht mehr fest, nicht mehr sicher. Selbst wenn Fromont junior kein Geld von ihm verlangte, qilältc ihn die Furcht und alle seine Sorgen saßtc er bei den Unterhaltungen mit seiner Schivester in drei Worte zusammen: „Chab kam Vertrauen," sagte er in seiner rauhen schweizer Mundart. Immer mit seiner Kasse beschäftigt, träumte er bisweilen des Nachts, daß sie aus allen Fugen sei, trotz aller Verschlüsse offen stehe, oder daß ein Windstoß die Papiere, Dokumente, Banknoten und Chcqnes hinweg- führe und er in der ganzen Fabrik herumlaufe, um sie wieder zusammen zu raffen. Saß er Tags über hinter dem Gitter seines stillen Bureaus, so kam es ihm vor, als ob eine kleine Maus in eine Ecke des Schrankes geschlüpft sei, wo sie alles zerfresse und zernage und um so feister und schöner werde, je weiter die Zerstörung um sich griff. Erschien dann Nachmittags Sidonie in ihrem reizenden Kokotteiianznge auf der Freitreppe, so bebte der alte Sigis- mnnd vor Zorn. Da sah er den leibhaften Nnin des Hauses vorübergehen, einen Ruin in großer Toilette, mit einem niedlichen Wagen vor der Thür und dem gennßfrohcn Gesicht einer zufriedenen Kokotte. Fran Rislcr ahnte nicht, daß hinter dem Fenster des Erdgeschosses ein unversöhnlicher Feind lauerte, der ihre geringsten Bewegungen, die unbedeutendsten Einzelheiten ihres Lebens, das Kommen und Gehen der Gesanglehrerin, das Erscheinen der Friseuse am Morgen, die zahlreichen Kartons, die betreßten Mützen des Personals des„Magasin du Louvre" kontrolirte, dessen schwerer Wagen sich am Thore durch Schellengeläute bemerkbar machte, ivic eine mit feurigen Pferden bespannte Extrapost, die das Haus Fromont mit rasender Eile zum Bankerott führte. Sigismund zahlte die Paccete, ivog sie mit einem Blick und spähte neugierig durch die geöffneten Fenster in das Innere der Risler'schen Wohnung. Nichts cutging ihm, weder die mit lautem Geräusch ausgeklopften Teppiche, noch die in die Sonne gestellten Blumentische, voll seltener aber kränklicher, weil der Jahreszeit nicht entsprechenden Ge- wüchse, noch die effektvollen Stickereien. Elementen bedroht sein soll, öffentlich aufzutreten, also agü thätig zn sein. Daß hierin eine praktische— über die Grenzen Liebe hinausgehende Begünstigung der„revolutionären« W liegt, daß bedarf keiner näheren Auseinandersetzung. Da der Geist Puttkamer's in Sachsen»och können wir uns freilich über eine derartige Handlungsweiie � wundern. Hatte dieser Biedermann doch einst im Rclchslag zMKBKM iSaSr's S die Kategorie der Steifleinenen des unsterblichen Rstttw» — und die Polizeiorgane(persönliche wie unpersönu�i' wieder einmal die Rechnung ohne den Wirth gemacht, o. v die deutsche Sozialdemokratie..„ Eine sarnastifche Antwort. Die„Rhein.-Wesm veröffentlicht in ihrer Nummer vom 12. August em vom ans Paris datirtes, ihr verspätet Herrn Geheimen Oberregierungsrat! folgenden Wortlaut: „Sehr geehrter Herr W. Funcke!,... M Da ich seit Wochen von Hause abwesend bin, habe«9 � Ihren offenen Brief an mich noch nicht gelesen. Es Ü» � � die Nr. 212 der„Rheinisch-Westfälischen Zeitung" mit einer Blnmenlcse von Zeitungsartikeln über diesen s � Brief. Daraus habe ich denn schon zur Genüge ersehe», Ihnen für denselben zu ganz besonderem Dank verpfl»». � da es für einen alten Schulmeister, wie ich bin,'sinner, heiternde Abwechslung ist, wenn er sich seinerseits em schulmeistert sieht; namentlich ivenn dies in so seiner 4v l schieht, wie es Ihnen gelungen ist, es zn thnn._„a;| Da der Zweck Ihrer Veröffentlichung offenbar ei � anderer ivar als der, eine'Antivort von mir zu erhalten, ich wohl annehmen, mit diesen Zeilen des Dankes allen PI der Höflichkeit genügt zu haben. m jn vorzüglicher Hochachtung, sehr geehrter Herr A- Paris, 8. VlI. 90. Ihr ganz ergebener Dr. Hinzpeter. y# I» Sachen der Kochninrr Stenern,>aclegrnyetr� Herr Baare gegen die Behauptung der„Wests. V.-.'itg. i...... baß er nicht in die siebzehnte, sondern in die neun stufe eingeschätzt sei. Darauf antwortet Herr, Chefredakteur der„Wests. V.-Ztg.": nbi# „Die meinen Artikeln über die Bochumer Stenerssiü-« zu Grunde liegenden Ziffern beziehen sich aus das abgesa) j, Steuerjahr 1889/00, in welchem Herr Baare in der!'• i:-, der Einkommeustener eingeschätzt war. Daß Herr Baa laufenden Stenerjahre zwei Stufen höher eingeschätzt jsi 1080 M. für ein angebliches Einkommen von 36—42 000. zwar sehr erfreulich, ändert aber kaum etwas an dem W*■"* Mißverhältnisse, in welchem die von Herrn Baare Steuer zu der Summe steht, welche er auf Grund seiner? i � Einnahmen eigentlich bezahlen müßte. Um dies zu erhärn suche ich Herrn Generaldirektor Baare um die öffentlifl. � antwortung folgender Fragen: a. Ist es nicht wahr, :--■---- jähr 1890/91 Einkommensteuer der Höhe seines festen Gehaltes enü�.,-!> b. Ist es nicht wahr, daß Herr Baare für seine riesigen To"» noch niemals auch nur einen Pfennig Steuer gezahlt' � Ist es nicht wahr, daß Herr Generaldirektor L für die Einnahmen ans seinem außerordentlich/ � noch jährlich wachsenden 5tapitalverinögen noch'N. auch nur einen Pfennig Steuer betablt bat? a, PL, demnach nicht wahr, Baare wirklich der Smmne ausmacht, 1% Steuer bezahlt' hat?"• daß die von Herrn Genero! gezählte Steuer nur einen kleineu ...-.........„..-macht, welche er vou Rechtswegen WJ Z« müßte?.... Die mir von Herrn Baare in Aussicht rLjfh! Klage der Bochumer Einschätznngskonimissionen wird miäl unvorbereitet antreffen. Sollte aber diese Klage auch aus»' M so werde ich doch jedenfalls Herrn Baare Gelegenheit gebi»- vor Gericht von dein Vorwurfe, er habe seit Jahr und Tag flI1, zu wenig Steuern bezahlt, eidlich zn reinigen,— wenn er dcrs vermag."- sii Eine andere Unterstellung des Herrn Baare, W'" vinii, „Wests. Bolksztg." einen„Griff ins Blaue" gethan habe»> � indem sie ein Gesauunt-JahreSeinkommcn am 10. d. J";-. 150 000, und am 30. d. M. auf 330 000 M. bezifferte, et-- Herr Fusangel folgendermaßen: Ich habe seit Mai vorigen Jahres im Ganzen Sv* a/ L......... r.. As» W a3 i\ o\__.__ y.*_.„._.. aCe Freund dem bade» h. op S.d. >e» h-l h leidet iir adet konuaed B mal f Seife Sf fof: Dicht-- — v.. UU oer Ernte und demAnsdreschen thätig. MZMKWZ bedarf keines Beweises, und es ist daher er- 'U l..... " �ÜgUNg £ sa» «Uch tili lF stehen, als In' der„Ferienkolonie", der Kaserne, noa) hou'ö** ei.*. vi. m...... besser stehen sich dabei"die Grundbesitzer, denn den wird ja noch nicht so viel gegeben als den„steien .......... die sich trotz der„hohen" Lohne von der Landarbeit ° wurden sie sicherlich auch die Arbeit in den Fabriken de» l nechter lohnenden Landarbeit vorziehen. �ellfrtUit, 10. August, wird der„Franks. Ztg. be mylst: In den meisten Ober- Postdireltionsvezirken haben sich m." Zugrundelegung der Statuten des Hauptvereins bekanntlich �ezirksvereine des Verbandes deutscher Postassistentcn gebildet. ,o N W Bezirke der kaiserlichen Ober- Postdirektion Arnsberg. 2 mm die�„Hamm- Soester Volksztg." versichert, werden Sücder ?ejivl Anstrengungen gemacht, die A!lt- mfss&P&fixt äI"""-........... LSAS 2 der„Verbauds- innmo" seien allein vonBochu'in bereits"'sieb-n Bersetzüngeli nicht �geschiedener Mitglieder vorgenoinlnen worden, und aus an- eeen Orten des Bezirks seien ähnliche Mittheilungen zugegangen. Dir nu..«.-—--- l-------- Zünftlrr in(Örstevrrich fühle» sich durch d% ,gute ihrer Kollege» im Deutschen Reiche mächtig angciiurnt. F" Wollen'---- �"'--*a-- c.— w V ®:" IN den Tagen vom 6. bis 8. September d. I. IN c-n. einen„allaemeinen österreichischen Gewerbetag' al i altem terichi.»! �bezüglichen„an die Gewerbetreibenden Leslc. eichs» un u„c. Einladung heißt es:„Auch wir Oesterreichcr wollen stminnL o" sieliebten Monarchen herantreten und ihr: unsere bou schildern.» Daß die schwarz-gelben Zünfiler etwas ist. Ichwarz-weiß-rothen Gesinnungsgenossen gelernt haben, »Üanm.» �» so besonders das Kunstftückchen, sich als der �ltano» aufzuspielen. In der Einladung wird be- „ns-,.'«Das zielbewußte Auftreten des Handwerterstnndes in b,, tflm deutschen Nachbarlande hat es mit sich gebracht, daß die iWm Aeichsregierung sich veranlaßt sah, seinen Wünschen tiini-l-, zu tragen.» Wie sagte doch der Hamburger Ober- hj.r�er Herr Voß kürzlich in Berlin? Von der Regierung sei h.;,e Und Entgegenkommen nicht zu erwarten. Und die Masse der L'T selbstständigen Haildwerker bildet den Kern der Sozial- -,°li.?„ alle. Diese nehmen selbstverständlich auch die schwarz- uw,"," Zünftler auf's Korn; man sollte meinen, irgend eine Zunftgrößen hätte ihnen folgende Sah in die Feder ölinb-?�. wächtige Anschwellen der Sozialdemokratie die, ver- ya.l,}. mit internationalen slaatSseindlichen Elementen, ungeahnte den bZ'ege erfochten hat, sie ist es, die drohend mr Haupt gegen Fortbestand der Monarchie erhebt. ßeaw'i; deutschen Regierungskreisen hat die Erkenntniß Platz v,?, Be>i,. daß der Handiverkerstand und der Bauernstand zu de» dem™ ehllen Stützen deS Thrones zählen und n.an hat dort Ivel-,.wer bestände in jüngster Zeit ein Entgegenkomme» gezeigt, fi'iiii, jh" hoffen läßt, baß seine sgerechlen Fo rderungen Er- "'ung finden.» ü>ah>ll� werden die„Gewerbetreibenden Oesterreichs" er- s*. i'l.nßt uns Alle, unbeirrt durch die Umtriebe und das Ge- ü,».°er Gegner, einig sein, laßt uns zusammenkommen, laßt i»f[V f1 �eogramnl entwickeln und beschließen, welches den Schlacht- en soll, unter welchem wir iin komuieudtn Jahre zu den 'euhsrathsivahlen schreiten. stcb.''�er Gciverbcstand muß sich zu fühlen beginnen; er muß »i/i,-, mnuzipiren von der politische» Phrase, er mus den prosessions- en Politikern gegenüber austreten, und als selbst- und ziel- er betrachtete das Drahtgitter. " wem er eigentlich sprach. Das freundsckastliche Lächeln alter 7?" freundschaftliche........... den m-'""erungen, hervorgerufen durch das Blattern in Suchern, war für immer dahin: Man.wußte wirklich nicht, und das Hervorrufen eiste 7«,!f V' a§ Jahr in dem Du eintratest... Deine >ln dif,, �C1�U"S•>• Erinnerst Du Dich noch?... . Jcni Tage aßen wir bei Tonie zusainmcn und gingen Tage Das war eui v. An, Ende fiel Nisler doch ww i übelwollende Blicke, in unwilltürlich-r Errcg.ipg nach, der Nische de' ni das Easö des Avcuglcs die sonderbare Kälte auf, l»id er M »- M) Saftiv.,.»"7 trfrfiv.», fchuvaudt«. Tie Entfremourg der beiden Freunde Ata,,.. � f'e und sogleich traf sie ihre Maßregeln, um ihren � vitkt® ßnwtrebait -V• V � l-U—V"-I' Vir' Vi S'lläUi Chine»• lm cciciuß ÖC0CU 4*e Nachreden Sigismnitds ist t»Tu bemerkst also nicht, daß er auf Dich eifersüchtig ßemoVL ehemaliger Kamerad ist min sein Vorgesetzter dies» 7% T das ärgert ihn. Ja, wemi man sich ,.m alle bin fioshafteu Neider küiiiniern follic!... sehen Sie, ich »'.�von solchen Menschen umgebe»..., üiisler machte große Auge». »Du!«? hier.fch- das ist doch klar?... alle diese Leute ilei,,» Ä�eheucn mich.... Es gefällt ihueu nicht, daß die wie. e�rau Nisler seuior geworden ist. Gott ivciß, llud x Niederträchtigkeit schon über mich ausgesprengt ist. daf-w ��assirer trägt seine Zunge auch nicht in der Tasche, ' Vtc> ich... der boshafte Mensch!' fto[, �ese wenigen Worte thateu ihre Wirkung. Nisler, zu Jitju m j'ch zu beschweren, erwiderte in seiner Entrüstung 3)liiif dut Kälte. Diese ehrlichen, aber von gegenseitigem treffe,, eingenommcncn Mensche» konnten sich nicht mehr f" l i"h'ie von einem peinlichen Gefühle erfaßt zu werden, nicht mehr in das peinlichen einiger Zeit ----/£ f t\ (Fortsetzung folgt.) bewußt' e ten- DemMigen y. mit Es cemvort t rnsiichtct,. Interessen des Gewerbestandes voll, g nz und rückhaltlos zu dienen. „Seit den viele»', vielen Jahren, seit welchen bei uns der Parltiinentarismus besteht, hat sich der Geiverbestand stets nur zum Fußschemel für solche, die emporsteigen wollten, hergegeben, um, sobald er denselben durch sein Votum zu Stellung und Wür- den verholsen, von ihnen mit Spott und Hohn und Mißachtung behandelt zu werden. „Fort mit dieser univürdiaen Haltung, wir müssen uns orga- nifirce»» wir müssen unsere Würde wahre» und wir müssen— ebenso wie es unsere Standcsaenossen in Deutschland anläßlich bei letzten Reichstagswahlen gethan haben— Jenen, die gewählt ivk.rden wollen, entgegentreten, und bevor wir ihnen unsere Stimme geben, sie fragen, wie sie sich gegen unser Programm zu vcrhalten gedenken.»— Hoffentlich wird auch die Masse der kleinen Gewerbetreibenden i» Oesterreich bald erkennen, daß ihre berechtigten Interessen sich von denen des Arbeiterstandes nicht unterscheiden. Amtliches Uesuliitt der am 9. d. M. im 7. Wahlkreise des Regierungsbezirkes Posen(Schrimm-Schroda) stattgehabten Rcichstags-Ersatzwahl. Älbgegeben wurden insgesammt 12 136 Stimmen. Davon erhielt von Moszczensli, Rittergutsbesitzer in Niemczynek(Pole) 9537 Stimmen; Graßmann, Ritterguts- Visier in Koninko(Reichsp.) 2422 St. Ersterer ist sonach gewählt. Spitnie». Madrid, 12. August.(Meldung des Renter'sche» Bureaus.) Auf der zu den Karolinen gehörigen Insel Aap überfielen die Eingebogenen eine Abtheilung spanischer Truppen, welche un- beivaffnet im Walde Holz fällten. Ein Lieutenant und 27 Mann wurden getödtet, die Uebrigen entkäme». Der Gouverneur der Karolinen entsandte einen Tampfcr nach Jap, um die Eingeborenen zu züchtigen, doch zwei ausgesandte Boote mußten sich ivegen des heftigen Widerstandes der Eingeborenen zurückziehen. Das spanische Gouvernement ersuchte den Gouverneur der Philippinen telegraphisch, zivei Kriegsschifse nach Jap zu senden, um die Ein- geborenen zu desirasen. Amerika. B u e n o s- N y r e s, 12. August.(Meldung des Neuter'scheu Bureaus.) Infolge des Gerüchtes, daß die Nationalgarde durch die Regierung der Provinz von Cordova mobilisirl werde, herrscht große Beunruhiguiig. Es verlautet, der Minister des Innern habe dem Gouverneur der Provinz den nachdrücklichsten Befehl ertheilt, seine Stelle niederzulegen. Vevfmmnlimgett. Eine öffentliche U o l ksverfiim inlung fand in Charlotten- bürg im Saale Bismarckhöhe statt, zu welcher Herr Litsin-Berlin das Referat über die Lage des Hamburger Streiks übernommen hatte. Um die der Unterstützung bedürftigen Hamburger mit allen Kräften zu unterstützen, wurde eine Kommission von 5 Mitgliedern zur Vertheilnng der Listen und Entgegennahme der Gelder gewählt und zwar: 1. Scharenberg, Wilmersdorferstr. 154; 2, Röttger, Wilmersdorferstr. 65; 8. Brüssel, Dankelmannstr. 1; 4. Siegler, Scharrenstr. 7; 5. Leupold, Charlottenburger Ufer 1. Ferner wurde folgende Resolution angenommen: Die heutige in Bismarckshöhe tagende öffentliche Versammlung erklärt sich mit dem Rescrenten, Herrn Paul Litfi», einverstanden. Da da? Vor- gehen der Unternehmerverbände gegen die Vereinigungen der 'Arbeiter ein systematisches ist, ist es Pflicht und Ehrensache jedes einzelnen deutenden Arbeiters, den Hamburger'Arbeitern zum Siege zu verhelfen und sie nach Kräften zu»nterstützen, um da- durch das Ziel der Hamburger Unternehmer voll und ganz zu vernichten. Es wurde ferner unter„Verschiedenes" beschlossen, eine Beschwerde an den Minister des Innern zu richten, weil zu keiner Versammlung eine Tcllersammlung genehmigt wird. Hierauf schloß der Aorsitzeude, Herr Scharenberg, die Versamm- lung mit einem dreifachen Hoch auf den Sieg" der Hamburger Genossen. Eine öffentliche Uevfaminluug für Männer nnd Frauen fand am Sonntag, den 10. Juli, im Lokale des Herrn Hoffmann, Oranienstraße, statt. Ans der Tagesordnung stand ein Vortrag der Frau Schu»»ne über:„Wie schützen wir unsere Arbeitskrast?» In das Bureau der Versammlung wurden die Herren Fricke, Eicke und Wach gewühlt. An Stelle der erkrankten Frau Schniinne übernahm Fräulein Wabnitz das Referat. Sie führte aus: Ueber einem Portal der vorjährigen Ausstellung für Gegenstände zur Uufallverhütung haben die Worte gestanden: Ter Kapitalist hat seinem Arbeiter mehr zu geben, als seine» Lohn. Dies nimmt Bezug ans Einrichtungen, welche zurVermei- düng von Unfällen durch BetriebSmaschiuen te. von den Kapitalisten an Viesen Maschinen angebracht iverden müsse». Daran iverde garnicht gedacht, daß durch die Arbeit selbst unter be- stimmte», jetzt existirenden Verhältnissen der Körper des Arbeitenden srühzcitig aufgerieben, zerstört iverde. Hauptsächlich geschehe dicS in mit Giststoffen arbeitende» Be- trieben,>vic in'Anilin-, Phosphorsabrikcn u. s. w. Es müßte mehr darauf gesehen iverde», Krankheiten zn verhüten, als daß die Hallptausiilcrksainkeit darauf gerichtet werde, solche zu heilen. Es müßten in den Fabriken Badeeinrichtungen sein, damit sich die Arbeiter durch ei» Bad, welches sie vor dem Verlasse» der Fabrik nehme», möglichst vor der krankheitserzeiigeude» Einwir- kling schädlicher Stoffe bewahre». Tie Kosten der Einrichtungen sielen selbstverständlich dem Kapitalisten zu. ES frage sich, ob nicht gesundheitsschädliche Betriebe ganz zn unterdrücke» seien. Zu diesen gehören die erwähnten Anilinfabrikeii. Tie Gesund- heit des Arbeiters dürfe nicht zerstört werdeir, blos um eine billige und schön aussehende Farbe zn gewinnen. Die Lust in den meiste» Fabriken sei so, daß die Besitzer derselben Freunde, welche diese besichtigen wollen, aus„fflnstandsgesühl" davon nbrathen. Schädlich ivirke auch die durch die heutige Produktionsiveise bedingte mechanische Arbeit. Tie Muskel» würden immer»ach einer Richtung angestrengt, und dadurch der ganze Organismus überaugestreugt. So bei der Arbeit i» An- spruch genommen, ist es dem'Arbeiter seines geringe» Lohnes ivegen nicht einmal gestattet nach Feierabend sich so zn erholen, ivie es ihm i'loth thut. Tie Arbeiterwohunngen entsprächen nicht im geringsten einem gesunden Ausenthall. Der geringe Lohn ge vsl zn Grunde. Ter Arbeiter müsse sich auskläre», sich seiner Aicnschenwürde benviißt werden nnd das vom Kapitalisten fordern, ,vas ihm zukommt. Bor allen Dingen eine kürzere'Arbeitszeit. Tiefe solle nicht, wie es uns von Gegner» vorgeworsen wird, dazu sei», in» i» den Kneipen uns herum- zudrücken, sonder» um uns dem heutigen Kulturstandpunkt eut- sprechend z» bilde». Die Resercntin fordert dazu ans, sich den Arbeiterorganisationen auzuschließe».— Lebhafter Beifall erntete die Rednerin für ihren Vortrag. An der Diskussion bctheiligte» sich die Herren Wach, Wiesemann und Stein. In ihrem Schluß- ivort fordert Resercntin nochmals auf, vor allen Tinge» sich zn organisiren, zn bilden und dann vom Unternehmerthum zn sor- der», was uns zukommt. Ohne Forderung erhalten wir nichts. Unter Verschiedenem wurde ei» Antrag angenommen, nur i» Geschäften zu kaufen, welche Sonntags Nachmittags geschlossen sind; ebenso ein Antrag, die Protestresolution der Telegirteu- Versammlung der Slreil Koutroltommission bezüglich des«Ber- lincr Lokal-'Anzeigers" zn der der Versammlung zu machen. Das Bureau wurde beauslragt, am nächsten Sonntag wieder eine öffentliche Versauimlung einzuberufen. Die Freie Drrriniaung der Knrtonarbriter tagte am Montag, den 4.'August, bei Henke, Blnmenstr. 33, mit der Tages- rdnung: I. Die Begehrlu.,. losigkeit der Fabrikanten. Referent: Kolleg 3. Elnsühnmg des Vertranensmänner-Systcms.».>v>.-iu»>.-1->..»••- nnd Fragekasien.— Vom 1. Punkt der Tagesordnung wurde, weil Kollege Jost es nicht für ziveckmäßig hielt, abgesehen, womit auch der 2. Punkt erledigt war. Zum 3. Punkt nahm Kollege Tamm das Wort, indem er die Wichtigkeit des Vertrauensmänner- Systems klarlegte. Dieses System sei eine unbedingte Roth- wendigkeit. Es könne der Vereinigung nur nutzbringend sein. Es sei daher Pflicht der Kollegen, dahin zu wirken, daß in jeder Fabrik, wo auch nur wenige Kollegen arbeiten, ein Vertrauens- mann gewählt wird, dessen Aufgabe es ist, allwöchentlich das Veitrittsgeld von den Mitgliedern zu erheben. Es wird dadurch den Zahlenden eine Erleichterung geboten. Sie haben dann keine Ausrede, wenn nicht etwa wochenlang, sondern oft auch monatelang schuldig bleiben. Zu gleicher Zeit soll den Vertrauensmännern die Vertreibung von Bonds zur Unterstützung anvertraut werden. weiter müsse nun die Wahl der Vertrauensmänner so geregelt werden, daß in größeren Fabriken mehrere gewählt werden. In der Diskussion sprachen sich sämmtliche Kollegen für diese Sache aus. Man möge agitircn, damit schon in nächster Woche eine Vertrauensinänner-Zlisainmenkunft stattfinden kann. Unter„Ver- schiedcnes» wurde auf Antrag der Streikkommission die Unter- stützung sowie die Deckung der Schuldenlast der Freien Vereint- gung übertragen. Weiter ersuchte der Vorsitzende, die in der Zentral-Streik-Kontrolkommislion gefaßte Resolution, welche ein- stimmig zur Annahme gelangte, betreffs des Setzerstreiks im„Berliner Lokalanzeiger», hochzuhalten. Ferner wurde der Antrag ge- stellt, den Hamburger ausgesperrten Bauhandiverkern den ganzen Bestand der Kasse zu überweisen, welcher auch einstimmig ange- nommen wnrde unter der Hinzusügung der heutigen Tellersamm- lung. Da weiter nichts zn erörtern war, schloß der Borsitzende die Versammlung. Eine öffentliche Versammlung der Maler, Anstreicher und verwandten Berufsgenossen tagte am 7. August bei Feuer- stein mit folgender Tagesordnung: 1. Der Arbeitsnachweis, wie er ist und wie er sein soll. Referent Stadtverordneter Zubeil, Korreferent Kollege Spur 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Das Bureau bildeten die Kollegen H. Wentker, P. Schulz, H. Böhling. Da der Sieferent nach Erössiinng der Versammlung noch nicht anwesend war, erhielt Kollege Spur als Korreferent das Wort. Er schildert, wie der Arbeitsnachweis theilweise in die Hände der Gehilfen gekommen ist, und führt ferner aus, wie es möglich wäre, den Arbeitsnachweis der Ortskrankenkasse mit dem der Gehilfen zu verbinden. Da der Ltesereut Zubeil erschienen ist, ertheilt ihm der Vorsitzende das Wort. Er kritisirt zunächst die Ausführungen des Korreferenten in eingehender Weise, indem er ausführte, wir hätten mit der Ortskaffe nichts zn schassen; wir sind verpflichtet, für den Arbeitsnachweis der Vereinigling kräftig zu agiliren und ihn nach allen Seiten zu unterstützen. An der Diskussion bctheiligten sich die Kollegen Hohlwegler, Pusch und Muikley. Hierauf wurde folgende Re- ölutio» einsiiinmig angenommen:„Die heute in Feuerstein's Salon tagende Versammlung der Maler, Ansireicher und verwandten Berufsgenossen erklärt sich mit den Ausführungen des Iieferenten vollständig einverstanden nnd verpflichtet sich, eine rege Agitation für den Arbeitsnachweis zu eutfalte», und nur den von den Gehilsen gegründeten Arbeitsnachweis bei Arbeits- losigkeit in Anspruch zu nehmen.» Unter„Verschiedenes" macht Kollege Wentker noch bekannt, daß es in Bremen, Dank der straffen Organisation der dortigen Kollege», zu keinem Streik ge- kommen ist. Da weiter nichts vorlag, schloß der Borsitzende die Versamnilung. Eine öffentliche Verfummlnng de» Avbeiteeöilduna»» Vereins tagte am ö. Aug. in Weimann's Volksgarten, Gesund- brunnen. Stuf der Tagesordnung stand: I. Vortrag des Herrn Türk über:„Frauenbefreiung». 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Vlachdein der Referent die Stellung der Frau im Alterthum und Mittelalter beleuchtet, führte derselbe in längerer Rede die Stellung nach Einführung der modernen lapitalistischcn Produktionsweise vor Augen und bewies, daß, wenn wir nicht mit ganzer Kraft darauf hinarbeiten, die Frau gleichberechtigt mit uns zu machen und zwar In jeder Beziehung, ivirthschaftlich wie politisch, das für uns selbst von größtem Schade» wäre. Denn so lange der Kapitalist die Frau als billigere Arbeitskraft gegen uns verwenden kann, ist die Frau das größte Hinder- ii iß in unserem gerechten Kampf gegen das Kapital. Er kann aber wiederum nur so lange dieselbe als billige Arbeits- kraft gegen unS benutze», solange die Frau sich nicht bewußt ist, daß sie ganz dieselbe Stellung im Leben einnimmt, das heißt, politisch und ivirthschaftlich auf derselben Stufe steht, wie wir. Reicher Beifall lohnte den Redner für seinen ausgezeichneten Vortrag. In der TiSkussion sprachen sich verschiedene Redner im Sinne des Resemiten aus. Unter„Verschiedenes» wurde ein Antrag gestellt, den Hamburger Ausgesperrten aus unserer Kasse 20 M. zn überweisen; der Antrag wurde einstimmig an- genommen. Ei» weiterer Antrag, außerdem eine Tellersammluug am Schluß der Versammlung für dieselben vorzunehmen, scheiterte an dem Verbot des überwachenden Beamten, welcher hervorhob, daß vom Präsidium der Befehl gekommen sei, irgend welche Geldsaunnluugeii für die Hamburger nicht zu gestatten. Infolge dessen wurde ein anderer Antrag gestellt nnd angenommen, einen Ertra-Monatsbeitrag zn leisten nnd den Hamburgern zn schicken Tie amvcseiiden Genossen leisteten denselben gleich beim Kassirer Infolge deffe» wurden anstatt 20 M. 30 M. den Hauiburaern geschickt. Nachdem noch die Frage, �""— Vortrag bei uns 10 M. verlangt, Hamburger ob Dr. Br. Wille für einen u. vom Vorsitzenden mit Ja be- antwortet worden war. schloß derselbe die Versammlung. Der Verein deutscher Kchuhmacher hielt am Dienstag. den 5. August, Abends SVa Uhr. in Zemter's Salon. Münzstr. 11, seine Mitgliederversammlung ab. Kollege Metzner hielt einen Vortrag über:„Die Entivickelung der kapitalistischen ProdnktionS- weise" Ter Redner schloß seinen interessanten Vortrag, der mit vielem Beifall ailfgenommen ivurde, mit den Worten:„Proletarier aller Länder, vereinigt Euch.» Zu Punkt„Verschiedenes" machte der Vorsitzende bekannt, daß wir eine» Kandidaten zum bevor- stehenden Schuhmacher-Kongreß für den 29. Wahlkreis zu wühlen haben und ist der Kollege Dörr in Aussicht genommen. Ferner ...c v:-' ...........—.....«...uium y-nvnime». Jerner wurde auf die nächste Versammlung, die Montag, den 25. August, in Schcsser's Salon, Jnsclslraße 10, stattsindet, hingewiesen und zn reger Betheiliauna aukaeforderd da in wr,»».... ,............. �chnhinacherfachblatt zn lesen, und eifrig für die Hamburger Alisgesperrteu zu agi- tiren, damit diese nicht in ihrem Kampfe für alle Arbeiter unter- liegen. Ein zweiter Verein der berliner Zeitnngsspeditenr« hat sich in einer am Montag Vormittag bei Feuerstein tagenden schwach besuchten Aersammlimg konslituirt. Ter Einbcrufer, Spediteur S ch ä f e r, betonte in de» einleitenden Worten den nöthig objektive» Standpunkt des jungen Vereins. Er bedauerte, daß ein Theil der Berliner Presse dem Verein nicht die ihm ge- Tbeil*•'~"-• bührende Würdigung z» Spediteur Pir.h den Wort Hierauf theitte Der B' werde» lasse. ... ortlaut der Statute» mit. Der Verein der iicrliuer Zeitnngsspediteure hat den Ziveck, die Rechte seiner Mitglieder in jeder'Richtung zu wahren. Es soll dies geschehen durch möglichste'Abstellung von Mißständen, Erzielung cinheit- sicher Verlnusspreise und Speditionsgebiihren sür sämmtliche Zeitungen. Entstehende Differenzen mit den Zeitungen sollen vom Verein ausgeglichen werde». Den Mitgliedern soll Rechts- schütz gewährt werde». Zur Mitgliedschaft ist jeder Spediteur ohne Unterschied ceS Geschlechts, der selbstständig ist, berechtigt. Auf'Autrag des Spediteurs S ch ö n st e i n lautet der Name des Vereins„Freie Vereinigung der Zeitung-speditcure und -Verkäufer". Eine längere Debatte rief die Frage des Aus- schlusses unsauberer Elemente hervor. Gegen 40 Mitglieder traten de»» neuen Verein bei. » V ,-er. Donner st ag, oen 14. August. Friedrich-Milstelmstiidt. Tstentet'. Der arme Jonathan. Wallirer- Tsteatev. Mamsell Ni- touche. Viktoria- Shratrr. Stanley in Afrika. Ostend- Theater. Der Traum ein Leben. Adolph Ernst- Theater. Der Goldfuchs. KeUeallianre- Theater. Der Nau- tilus. KvoU's Theater. Ernani. Englischer Garten. Direktion: C. Andrcss, Alexander straße 27c. Auftreten der Chansonnette Fräulein Ehrenfeld. Austreten der!kostüm-Soubrette Fräul. Rosa Valerie. Auftreten des Gesangshnmoristen Herrn Ziegler. Auftreten des Malabaristen und Equi- lebristen Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Clermont mit seinen dressirlen Schwei- neu, Esel und Gänsen. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags SVa Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags SO Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und SO Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenin.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben. gen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Gartcci-Concert. Direktion A. Uödmamr. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Fnfroo Wochentags 10 Flg., üjUII LL soim- und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsränmen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Svezial-AuSschank von Patzenhoser Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis ans Weiteres wegen Renovirnng geschlossen. 041 F. Müller. Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswiirdigk. d. Residenz. Nur diese'HWZ Woche: Neu! Zum ersten Male: Zweite Reise durch das interessante Egiipton. Erste Wanderung durch die malerischen Gberitalienischen Alpen. Eine Reise 20 Pf., ikind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. ReßMNt Parilhe-Karte«. Am Tempelhofer Feld, hinter der Nockldranerei. Jeden Montag u. D o n n e r st a g: Grosses Frei-Koazerl und m Kinderfest, m Um 9 Uhr großer Fackelzug bei ben- galischer Beleuchtung. Allerhand Volks- belustigungen. 6 Kegelbahne». Vorzügliche Küche zu sehr soliden Preise». ff. Weiß- und Bairisch-Bicr direkt vom Eiskeller. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr an geöffnet.[82 liiliinWtt Iiimicl, gen.:..Die ssdrle Uagrllliste", Berlin Ii., Elsasserstraße 73, ':r der Bergstraße. gegenüber Dm Fokal photographisches Atelier zur Benutzung.— Jeder 1 Gast, auch wenn derselbe nur für 10 Pfennige verzehrt, wird gratis phötöprtu't und erhält sein Bild sofort als GratiSpräscnt. Höchst scherzhaft! H. Schnitze(niit'u tz). Einzige Keller-Bhotographie der Welt. 1135 Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich am heutigen Tage das Weiß- ii. BckiWm-Lckl von F. Pasche, Reichenbergorstr. 118, (Forsterstraßen-Eckel übernommen habe. 121 Pnnl Kpindler. Zeige hiermit allen Freunden und Genoffen an, daß ich mit dem heutigen Tage ein CiDtttilgesUst, H. Hiekamp. eröffnet habe. 227 am hiesigen Platze bekanntlich Grässte Auswahl. Garantirt ftchcr brennende T n b n II e."900 Streng reelle Bedienung, billigste , Preise i Sämmtliche im Handel befindlichen Rohtabake sind am 1063 Lager. A. Golschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'scheu Markt. AljNrieil- mh Terrlirien- AussteHwMg im 25 Grand Motel Alexanderplatz (Eingang: Neue Köuigstrasse) mm 18. August bis Z6. August iucl. Täglich geöffnet von 9 Uhr Vorm. bis 8 Uhr Abends Emtm# 50 Pf. Ändreas-Gesellschafts-Säle. Neu eröffnet I 12 Riesen Kegelbalmen Neueste Sehenswürdigkeit! (Winter und Sommer.) 267 ResSawranf und Garten. Eröffnung der prachtvollsten renovirien Säle Berlius, 1500 Personen fassend, am 15. d. Mfs._________ C. Joe!, Andreasstrasso 21. täm; MM" AII|em. letallarkiter-fereiii Berlins und Umgegend. K o u» a b e n d, den 16. A» g» st 1890; Großes Sommer Fest verbunden mit Soutmeruachts-KaU in der Brauerei Friedrichsiiaia(früher Ups) am Königsthor. Uo» 5 Uhr n»: Großes Garten-Konzert, ausgeführt von der 40 Mann starken Kapelle unter Leitung des Ulnstkdirektors Herrn VI. Finsterbusch und gütiger Mitwirkung der G e s a n g v c r e i n e Unverzagt, Uorddentsch» Schleife, Korar und 5 GesangsKoiniKrr. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im großen Saale statt. Von 8 Uhr ab: Grosser Sommernachts-Ball. Bei eintretender Dunkelheit: Groste Kinder-Polonaife, wozu ein jedes Kind eine Stocklaterne gratis erhält. Sengalifche Heleuchtung. Groster Konbonrege». Eröffnung des Gartens um 3 Nhr. Entree 30 Pf. Programms an der tkasse gratis. Silleto sind in jammtlichen Zahlstelle» und bei den Vorstands- Mitgliedern J. Hartmann, Reichenbergerstr. 73, v. 4 Tr.; A. Gerisch, Arbeitsnachweis; V. Kurgas, Antoustr. 6; 0. Klein, lltitterslr. 15; G. Wölfl, Reinickendorferstraße 14a, zu haben; ferner bei P. Hetz, Köpniekerstr. 151, v. 4 Tr.; C. Zalejski, Orauiensir. 187, Seitensl. 4 Tr.; C. Grau, Wendenstr. 2, v. 3 Tr.; 0. Wandelt, Oppelnerstr. 12, v. 4 Tr.; A. Schiefe], Wilsnackcrstr. 11. Das U ergniignngs-Homitee. 270 I. A.: P.Hotz. herein i>. PlirWetbödeilleger Berlills WL Sti-fftuBiysfest am Sonnabend, den 10. August, im„Wedding-Park", Müllerstraße 178, verbunden mit grostem Inllrumental- Concert, sowie Mitwirkung des Arbeiter-Gesangvereins„Uord". Im Saale von 9 Nhr ab Sa». Um 10 Uhr Fachelpolonaise für Kinder. Ansang des Eoncerts 5 Uhr. Billets A 30 Pf. sind vorher in den mit Plakaten belegten Lokalen, äedl sowie bei den Mitgliedern zu haben. Freunde und Gönner ladet hiermit ergebeust ein. 206 Der Darstand. Gr. isfciitl HMMelm-BechmlW am Donnerstag, den 14. August, Abends 8Va Uhr, 5)6y in Jordan s Salon, Ftccic Grünstrasse 23."ISB® Tages-Orduung: 261 1. Wie verhalten sich die Hausdiener zu den ausgesperrten Arbeitern Hamburgs? Referent: Herr Paul Li t sin. 2. Diskussion. 3. Bericht und Abrechnung der Kongreß-Kommission. 4. Wie stellen sich die Hausdiener zur Streik-Kontrol-Kommisfion resp. Wahl von Telegirtcn? 51 Wahl einer Agitations-Kommission. 6. Ergänzungswahl der Preßkommission. 7. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Hausdieners, in dieser Versammlung zu er- scheinen Hie fiminrrli-ftßiitvtirfii)». Dir Kongrrsz-Kommisston. berliner Areik-Kolltrgl-KöiiliuisßM. Freitag, de» 15. Angnst. Abends S'/a Uhr, im Saale des Herrn Jordan, Heue GrUnstrassc 20 i Versammlung der Delegirteu. Tagcs-Ordnung: I. Fortsetzung der Bcrathung der weiteren Resolution zur Gcschäftstaktik. 2. Antrag, betreffs eines Flugblattes über die Grundsätze der Streik-Kon'rol-Kouunissio». 3. Verschiedenes.� Um piink.liches Erscheinen ersucht 236 Der Eiuberufer. AcH«ie!inllanterarbE!- Und in so kurzer Zeit/ gelrockjujt. lissMäffl-Glasir-LaclFarte w � Ja dos ist Sulsrsche Fussboden- Glasur-LccJc-Fai'be und kostet nur 75Pf.dns Pfund. trocknet in 4— 5 Stunden hart und glänzen� macht das Ueberlackicren überflüssig. Da» uiKingeuchme Kleben ist vollständig ausgeschlossen. Nassu Witterung bat keinen Einfluss auf mein» Farbe. Aufträge führe nur gegen vorherige Einsendung des Betrages oder gegen Nachnahme aus. Frei» 4 Ffuud 75 Pfennige. 1 R. J. Suter, s n Berlin ff., Zionskirchstr. No. 44. Kaslaaioü-Allee No. Oft fe. 4,111. SM an« .......... wJMlfl'MPl,. 1 Freit«g. de» 15. Angnst, Abds. 8 Uhr. Zohani'isstr. 2. Tages-Ordnung: 1. Die Fage der Hainbnrgcr Ansgrsperrte», llches. 3. Verschiedeues... >;eoer in Berlin arbeitende Steinnietz wird hiernnt eingeladen. 263 Albert Aemp� Kaiser- und Kaiserin- Friedrich- Kiuderkraukenhaas. Reinickendorf erstrasse 32_. Poliklinik für innerlich kranke Kinder taghen von 10-11 Uhr Vorn«.» Ii|| nusseriieh kranke Kinder taghe von IVa— a'/s Uhr Nachni» Am Diphtherie erkrankte Kinder werden aufgenommen. CeM-VttssmlW des Flllhumins kt Bürßeil- luii) PiilsMacher D e r l i n« n n d Umgegend am Sonntag, den 17. d. Mts. Vormittags 10 Uhr, bei Feuerstein. Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Vorlesung über die Marx'sche Wcrththcorie. 3. Diskussion. 268 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes zu erscheinen. Der Uorstand. Verein zur Ulihrung üer Illterejjcn kt Berliner Knoplarbeiter. Mitglieder-Vechmnilung am Sonnabrnd, dri« IG. Angnst, Abend« 8l/2 Uhr» bei Gnadt, Brunnenstraße 33. T.-O.: 1. Vortrag des Herrn Otto Thierbach übet::„Die ökonomische Lage der Arbeiter und ihre Organisa- tion." 2. Verschiedene?. 257 Pünktliches Erscheinen erwünscht. Gäste sehr willkommen. Der Vorstand. Lilittnltgs- Marken Kantsclmek- Stempel- Fabrik von 1140 Jean Holze, Hamburg gr. 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Gebiet betreten, wird dafür arretirt, macht der �Fluchtversuch und— krach! tobt ist er! Dabei hat tifr!« t' welcher gerade Posten stand, keineswegs über- ki�udelt, er soll im Gegenthcil sogar noch öfter Üenifeii haben, als er verpflichtet. Hätte der Soldat L�Ichossen, so würde er unzweifelhaft wegen Nicht- b? seiner Instruktion Arrest und mehrere Straswachcn .haben. Ihn also trifft gar keine Schuld, sondern de»«n aalitärische(Selbstherrlichfeit, welche es gestattet, für "-achtbercich des Militärs besondere Gesetz: zn geben, ß...„Harle in gar keinem Verhältnis; zu den ordentlichen uugen steht, und diesen Gesetzen jeden zn unter- o« sich in den Machtbereich des Militärs begiebt. hat'fasere Polizei zn wenig weitgehende Bcfngnissc - wird firficrkirfi OJtpmnnh ISpfimmtm: aber aeaen einen gar keinem Verhältnis; zu den ordentliche! icmJ,, v umu"Öcn steht, und diesen Gesetzen jeden zn unter. ni'.ber sich in den Machtbereich des Militärs begiebt. hat»Ä""sere Polizei zu ivenig weitgehende Befugnisse Mi'li!".sicherlich Niemand behaupten; aber gegen einen (nnlw cm�'1'si Schutzmann doch noch der reine Waisen- das. V-„?bl!rch aber will man es überhaupt rechtfertigen, loA.,* Militärposten mit scharfen Patronen ausgerüstet '..Ganz abgesehen von der Möglichkeit, dag ein in 5»m». Patronen mißbracht— so ist es kürzlich ltann vorgekommen, daß ein betrunkener Soldat Posten ür,.',tnb sich plötzlich einfallen ließ, auf einen harmlos vor- stall?' Zivilisten zn schießen— kommen doch kanm w. S"1' ,uo bci: Soldat sich oder die von ihm bewachten bis V'( i rbe 111 si dcr Schußwaffe vertheidigen müßte. Wo feta' 9e Schießaffären vorgekommen sind, hat es sich c,,/'für um geringfügige Uebertretungen, um groben Un- k»xfrt � schlimmstenfalls um Verhöhnung des Postens ge- flickt s. Auf dem Pionierübungsplatz in der Hasenhaide Lm„i ieboch sicherlich nichts, was einer besonders scharfen c. s.? luiig werth wäre; wenn der Militärbehörde wirklich - viel darail liegt, daß kein Zivilist seinen profanen he», ben Uebungsplntz setzt, so würden doch wohl anS sein""lZeheuren Militärbudget ein paar Mark zu erübrigen fließe? Platz durch einen genügend hohen Zaun abzii- «nA• �esiges Vlatt bringt über den FaN vom Montag 811,6 ganz kuriose Mitthcilung, die aber anscheinend ........ mlich t Eltigt uif« mnf,'tCtz zur Ausführnug gebracht, daß er sich von dem amu?" erschießen ließ. Es handelt sich hierbei, wie gesagt, $at t rrenb um feinen Scherz, in der That aber ist diese die«S."9 eine bittere Satyre aus unsere Znstände, welche begeh �'chfeit gewähren, ans solche Weise Selbstmord zu �ieb�fifwn'Miche» Anlitge», welche mit dem Zentral- stahh."w Schlachthofe verbunden sind, haben sich im Lause der die a»- entern erstaunlichen Umfange entwickelt. Da ist zunächst eine» ft}!)8" Fabrikanten verpachtete A l b u m i n f a b r i k, welche de» q vlachenrailin von 1000 Kubikmeter bedeckt. D...... nicfit0., er- dem am Schlachthofe gewoiuieneil Blut,. Stellen Wurstfabrikatiou verwendet wird, das Eiweiß zu cnt- >rockn«n baS zurückbleibende, sehr stickstoffreiche Fibrin zu and zu darren. Das getrocknete, durch Entziehung des 5iqttlin> IM. dem Serum geivonnene BllltalbnmiN wird an ' ereien abgegeben, die es mit Wasser auslösen und zum deu c.;,,,11 t't'echter Farben verwenden. Die bedruckten Zeuge wer- »lacht"Kampfe ausgefetzt, welcher die Farbe sixirt und waschecht 'eird... e>s Fibrin als getrockneter und gemahlener Blutkuchen pjten �------- '" 11- f r.......... Dieselbe hat soweit eö iiihrli riiiS,'v- benutzt, yn oer»mmimuiuaiu..... - C.?. 2Vs Millionen Liter Blut zur Bcrarbeitung. sch»> s ausgedehnt ist auch die ebensalls verpachtete Talg- 15oo d..e' tvelche die Verarbeitung von wöchentlich 1000 bis �ejs-,�"'ern Fett auf Margarine(zur Kunstbuttcrsabrikatio»), Dar», Lichttalg gestaltet.— Ferner ist eine Anzahl von Snbuitr;!.» Reimereien am Schlachthofe im Betrieb und an ettliem„"ermiethet. Dieselben iverden zum Entschlcinien der �nieder- gespulten Gedärme benutzt, um die letzteren sodann z»r Wichen oder gesalzenen oder getrockneten Zustande �wer.Ul'si1''0" zu verkaufe».— Schließlich ist auch eine »)itd �„ehe für sinnige Schweine in Thätigkeit. In derselben snndeii. M Speck solcher Schweine, die nicht stark finnig be- Ginentr.c.M'1 sind und zu diesem Bchnfe im Interesse ihrer Öcin Pächter überwiesen wurden, unter Aussicht z» z,-' sitztttalz auSgeschmolzen. i 8'"?e'br-Ärputaliou des Plagisit ato ersucht uns o..... litnylne folgender Berichtigung zu dem in Nr. 175 unserer "stickstoffarmer Dungepulver, Phospho- Fn der Albilminfabrik gelangen jetzt .— i.n*/ Ulli Zeit ll, Ö enthaltenen Altssatze„Allch eine Statlftlk". "—:-* 1' 1- r.____ v�-»«. Mt* Srtv» i "U* ist unrichtig, das! nach den von der unterzeichneten jJ.Waltcn veröffentlichten Betriebsergebnissen der Ortskranlen- 5il',".te. die Ortslraukenkane der Maler an, Schlüsse des UCV ?a�ve§ röoo4vt/�AtV4luluc,UM'i»'®............ W JPI .et'inev r??, ,1?2 Mitglieder zählte und die zwcikgröstte der kästle di° raukeiikassen ivar. Stach diesen BctriebSergebnissen Weitem genannte Kasse viclnichr 6014 Mitglieder mid steht bei e:' Tnr.lri 111 bcr ziucitcn Stelle der Ortskrankenkassen. Tic in t'nch ,, äcn auf die Ortskrattkeukasse der Maler dein Alphabet schiileub»» m" e l b a r folgende Ort-krankenkasse der Mn- jenen."eiter und verwandten Bernssgenosfen zählte nach � sj.m �'ebsergebnissen Ende 1380 IG 010 Mitglieder, aber auch . Bei s Atilgliederzahl nach erst an sliiister Stelle. di. o,r Ortslrankenkasse der Maler belicseu sich im Jahre ,tden«rf Mflabeii allerdings aus 90 075,03 M. Hierunter be- Ich ober 13 341,10 M., welche für Kapitalanlage», An- sisero/kl Mborkassen und Banlen verwendet worden sind: der «in x�'.°"vs betrug Ende 1889 30 486,70 M. gegen L2 030,47 M. S>>gefüijl chie des Vorjahre?, so daß ihm im Jahre 1689 13 500,32 M. Aahte&K., worden find, also erheblich mehr als ein Zehntel des "ßtgcß� �ber Kassenbeiträge(§ 82 Abs. 2 des Krankenver- �% Pf"iloiu»eiu'njt|>c* tritt in diesem Jahre auch in der chUer."" g Berlins stark auf und namentlich hat Meißensee Mesräßigkcit dieses Insektes zn leiden. Nach einer jtntb cvJ1Och»»0 des dortigen Slmtsvorstehers Herrn Feldtmann "er tzjr.eerman» aufgefordert, die Piippeu oder Schmetterlinge chai»it jitze..>vo solche ivahrgenomnieii iverden, zu vernichten.— Jen km,» 1� Insekt auch vom Laien erkannt und getödtet wer- anntw''Ot0' die Beschreibung desselben in der amtlichen Be- «chuiig: ,%ie Puppe besind'et sich zumeist zwischen den Aesten oder in den Rindenspalten der Bänine, wo sie, in größerer Anzahl vorhanden, einem röthlichen Gewebe ähnlich sehen; der Schmetterling hat eine gran-iveißliche Farbe, die vorderen Flügel sind etwas dunkler als die Hinterflügcl und letztere mit bräun- lichcn Querlinien versehen. Der Schmetterling sitzt zumeist an den Zäunen und ist, insbesondere das Weibchen, sehr träge und daher sehr leicht zn fangen." ziatnvlichrs tmd ininstlichra Eis ist von dem Physiologen A. Heyroth im Reichsgesundheitsainte ilntersiicht ivorden. Die Untersuchlliigen haben zu dem physiologisch wissenschaftlich be- merkenswcrthen Ergebniß geführt, daß das zu Eis verwendete Wasser beini Gefrieren stets einen Theil seiner chemischen und organischen Bestandtheile ausscheidet und daß gewisse organische Substanzen hiervon weniger betroffen iverden als die Salze nn- organischer Säuren. Bor Allein aber ist bemcrkenswerth, daß die Mikroorgauismen(die kleiiisteil Lebewesen) und unter diesen keines- wegs nur die gewöhnlichen unschädlichen Wasserbakterien, sondern auch krankheiterregende Arten, den natürlichen Gesrierprozeß über- dauern und selbst bei längerer Allfbewahrling in gefrorenem Zustande ohne Alishebuiig ihres Fortpflanziings- Berinögens »nd ohne Einbuße ihrer Fähigkeit, Krankheiten zu übertragen, sich erhalten. Für das Kunsteis siele» die Versuche keineswegs so günstig ans und Heyroih spricht den Kunsteisfabrikauten ent- schieden die Berechtigimg ab, für ihr Produkt im Allgemeinen und von vornherein den Vorzug vor dem Natureis zn bean- sprnchen; er verlangt vielmehr auch von den Knnsteissabrikanten Maßnahmen und Vorrichtungen, welche eine Gewähr dafür bieten, daß das zur Kunsteisfabrikation verivendete Wasser rein und namentlich frei sei von gesundheitSschädlichenBeiinengmige». Heyroth stellt folgende Forderungen auf: 1. das zur Konserv'irung von Nah- rnngsniitteln und zur Knhlung der Getränke in den Handel gebrachte Eis, gleichviel, ob dasselbe durch den natürliche» Gesrienmgs- prozeß entstanden, oder auf künstliche Weise erzeugt ist, darf nur solchen Gewässern entstammen, deren Neinheitsznsland sicher fest- gestellt ist und denjenigen her natürlichen, zur Wasserversorgung geeigneten Flüsse und Binnensee-Gewässer erreichen muß. 2. Behufs sortlansender Kontrole ihrer Beschaffenheit sind die Eissorten einer periodisch wiederkehrenden Untersuchung zn unter- werfen.— Bisher sind Krankheitsursachen aus dein Eise praktisch von den Aerzten nicht ermittelt worden. Möglich, daß sie der ärztlichen Aufnierksanikeit entgangen sind. Bis solche Krankheits- erregunge» durch unreines Eis nicht thatsächlich nachgewiesen sind, dürfte die verlangte Kontrole schwerlich behördlicherseits eingeführt werden. Dru Jimnrennristrv Kew H. K. aus Weißensee giebt uns Bericht von einer ungerechtfertigten Abrüsfelung, ivclche ein Kutscher der Linie Weißensee-Molkeiiinarkt erlitten hat. Als Herr K. am Nachmittag des 0. August die betresfendo Linie benutzte und bis zum Silexanderplatz gelangt war, bemerkte er, daß daselbst eine Wagcnstockuug eingetreten war, weil auf dem Platze Um- Pflasterungen vorgenommen wurden. Um ein Unglück zn ver- hüten, fuhr der vorsichtige Kutscher langsam über die Weiche. Der Wagenmeister, welcher die Psiasterinigsarbeite» beaufsichtigt, fand sich aber zur Verivunderung der umstehenden Zuschauer ver- anlaßt, den Kutscher, welcher doch seine Pflicht erfüllt hatte, gründlich ansznschimpfen und zn drohen, er werde dafür Sorge trage», daß der.Kutscher bei der nächsten Gelegenheit zur Strafe in den Stall komme. Wen hätte also die Schuld getroffen, wenn der kkutschcr schnell über die Weiche gefahren wäre und sich ein Unglück ereignet hätte? Die„Däthwendialteit" drv di'rijiÜji'ißcit Dienstzeit beweisen folgende von der„Neuen Zeit" in Charlottenburg gebrachte Mittyeilmigen. An, Sonntag Nachmittag treidelten(vom Lande ans ein Boot an der Leine ziehen) mehrere Soldaten aus der Spree am Tegeler Wege einen Offizier mit Familie, und die Berliner Straße entlang sieht man alltäglich die halbivüchsigen Jungen eines Feldwebels, Knaben von 10—12 Jahren, zu», Gymnasium wandern, gefolgt von dem Feldwebelburschen, ivolcher die schwere Last der Schulmappen trügt! Dirllcicht«nabl'rhbnrev Dngliick verhütete vorgestern Nachmittag gegen 5 Uhr der Arbeiter Kaiser durch eine heroische That. In der Stühe der über die Verbindungsbahn führenden Brücke auf der Prenzlauer Allee rissen sich von einer größeren Koppel Pferde drei zusammengekoppelte Thiers loS und rasten dann, nachdem sie auf de» an der Allee entlang führenden Sommerweg übergesprungen waren, denselben in vollem Lause entlang und auf eine Gruppe des Weges kommende Frane» und kleine Kinder lo?. Da aber warf sich der gerade des Weges kommende Arbeiter K. beherzt den wilden Thicren entgegen; bei seinen Versuchen sie anfzuhalten, verwickelte er sich aber in den 5koppelstricken, wurde zn Boden gerissen und ehe es ihm gelang, die Thiere ganz zum Stehen zn dringen, ein Stück weit geschleift und leider nn Liopf und Armen erheblich verletzt. K. wurde von den Insassen eines Schlächterfiihrwerks ausgenommen und einem Arzte zur Untersuchung zugeführt. Eine» uichtsivurdigr» streich hat ein gewisser Heim in Nixdorf vorgestern Nacht auf der Berliner straße verübt. Er kam mit zwei Aroeitern, die bei ihm in Schlafstelle wohnen, aus einer Destillation und gcrieth mit dem einen aus dein Wege in Streit, der bald in Handgreiflichkeiten überging. Heim zog sofort das Messer und drang mit dem Rufe:„Steh, Du Hund, oder ich steche Dich nieder!" auf seinen Gegner ein, welcher entfloh. Heim jagte ihm nach und holte statt des Verfolgten den Arbeiter Wabelky ein, der sich eben von seiner Arbeitsstätte nach Hanse begeben wollte und nun daS Opfer des Wütherichs wurde, denn derselbe stieß ihm mit aller Kraft sein Messer in de» Rücken. Ter Unglückliche brach zusammen, während Heim eiligst Reißaus nahm. Passanten hoben den Verwnndeten auf und brachten ihn zu einem Heilgehilsen, der einen Nothverband anlegte. Der Stich hat glücklicherweise die Lunge nicht getroffen, wenn auch die Klinge nahe derselben vorübergcstreift ist; eine tmmiltelbare Gefahr für das Leben ist deshalb nicht vorhanden, obwohl die Herstellung des Verwundeten längere Zeit beanspruchen wird. Gestern wiirde Heim in seiner Wohiumg verhaftet und in Unter- suchungshast abgeführt. Evtruniteil. Ter sünsjährige Sohn des Bootsverleihers Pretzer zu Stralau spielte vorgestern in der Mittagsstnnde mit seinem Bruder ans einem der Boote seines VaterS bei der gräflich Sieischach'schen Brauerei in Stralau. Ter Junge fiel ins Wasser und kam nicht wieder zum Borschein; er ivar dort im Morast stecken geblieben. Fun; Stunden lang suchte der bedancrnswerthe Vater, ein vorzüglicher Schwimmer und Taucher, nach der Leiche seines KindcS, aber vergeblich. Schließlich wurde der Fischer- meistcr Dannhaus herbeigeholt, der mit seinem vielerprobten „Leichcnzeng" schon nach etwa fünf Minuten den Körper her- ausholte. Aus dem Masser grzagen. Der Brücke, uvärter Sterzer an der Wasserthorbrücke, der schon sechs Menschenleben vom Tode des Ertrinkens gerettet, hat vorgestern wiederum dem feuchten Element ein Opier entrissen. Um 12 Uhr Mittags stürzte sich eine gntgekleidcte ältere Frau von der Brücke in den Kanal hinab. Sogleich löste der Brückenwärter einen Kahn vom Ufer und rettete mit vieler Mühe die Lebensmüde. Als sie ans Land gebracht wurde, dauerte es lange Zeit, bis ihr das Bewußtsein zurückkehrte. Dann erzählte sie mit schwacher Stimme, sie habe sich aus das Brückengeländer gesetzt, wäre vom Schwindel erfaßt worden und rücklings ins Wasser gestürzt. Diese Darstellung deckt sich jedoch nicht mit der Aussage von Angenzeugen, welche die Frau beobachtet haben und der Ansicht sind, daß dieselbe einen Selbstmord ge- plant habe. Ein Herr ans der Menge erzählte, daß er die Frau kenne, sie sei erst vor kurzer Zeit ans Amerika nach Berlin zu ihren Kindern übergesiedelt, körnte sich jedoch mit ihrer Schwieger- tochter nicht vertragen. Die Bedanernswerthe, die etwa 00 Jahre alt ist und einen günstigen Eindruck machte, wurde ans ihren Wunsch mittelst Droschke nach einem Krankenhause gebracht. Dor einiger Zeit theilten die Blätter mit, daß ein junger Handlungsbeflissener verhaftet worden sei, weil er auf seine Braut geschossen habe. Die Kugel hatte ihr die Hand verletzt. Man verinuthete, daß es auf ein schweres Verbrechen abgesehen war. Dieser Verdacht hat sich nicht bestätigt. Der junge Mann wurde gestern, auf Betreiben seines Vertheidigers, Rechtsanwalt Morris, wieder aus freien Fuß gesetzt. Er hat seiner Braut nur einen Schreck einjagen und sie nicht treffen wollen. Es ist Anklage wegen schwerer Körperverletzung erhoben worden. Angefnude» hat sich bei der hiesigen Polizei ein etwa 5 Jahre alter Knabe, dessen Eltern sich bisher weder gemeldet noch zn ermitteln gewesen sind. Der Knabe, welcher sich ledenfalls verlaufen, giebt an, Otto Gollin zu heißen, aber nicht zu wissen, wo seine Angehörigen wohnen. Etwaige Angehörige oder solche, die über den Knaben Auskunft ertheilen können, wollen sich bei dem hiesigen Polizeipräsidium, Ztmmer Str. 42, melden. Vom eigonrit Vatrv crschlageit. Durch die entsetzliche Roh- heit eineS Familienvaters wurden vorgestern Abend die Beivohner Moabits in die größte Aufregung versetzt. In dem Hanse Rathe- noiverstraße 52, in der Stühe der Perlebergerstraße, wohnt seit IVa Jahren der 41jährige Malermeister Schiller mit seiner aus Frau und drei Kindern bestehenden Familie. Sch., der seit zehn Jahren verheirathet ist, war früher ein nüchterner, solider Mensch, derselbe hatte sich jedoch mit der Zeit dem Trünke ergeben und kaut häufig in völlig unznrcchnnngsfähiaein Zustande nach Hause, schlug sodann ohne jede Veranlassung die Kinder. Trotzdem hielt Frau Sch. treu bei den Ihrigen ans und verdiente durch Stüh- arbeiten die Mittel, sich und ihre Töchter zu ernähren. Vorgestern Abend um 7 Uhr kam der Malermeister nach Hause, als seine Frau zur Erledigung einiger Wirthschafts- Angelegenheiten die Wohnnng verlassen und die beiden jüngeren Kinder ans der Straße spielte», während die älteste achtjährige Tochter allein in der Wohnstube anwesend war. Ueberden weiteren Vorgang ist nichts bekannt; plötzlich hörten die Hausbewohner einen lauten Schrei der kleinen Marie Sch., dann ivar alles still. Wenige Minuten später verließ der Malermeister das Haus, begab sich nach dem zuständige» Polizeibureau, Birkenstr. 10, woselbst er die Meldung machte,„daß er seine Tochter gemordet habe". Da der Mann weder den Eindruck eines Trunkeneit noch eines Wahnsinnigen machte, wurden Polizeibcamte nach der Sch'schen Behausung ab- geschickt, welche dam, auch die Kleine in ihrem Blute schwimmeud, bewußtlos in der Küche liegend, vorfände». Auf der Küchen- liiaschine lag eine blutige Holzaxt. mit deren scharfen Seite die grause That ausgeführt war. Die kleine Schiller ivnrde sofort nach dem Krankenhause in Moabit gebracht, woselbst ein Schädel- bruch konstatirt wurde. Schiller, welcher sofort in Hakt genommen wurde, erklärt nicht zu wisse», wie er zu der Ausfuhrung eines derartigen Verbrechens gekomme». Wahrscheinlich hat er die That in einem Anfalle von Delirimn ausgeführt, um so mehr als der Mann schon mehrmals von derartigen Anfällen ergriffen war. — Nach einer uus tu letzter Stunde zugehenden Mittheilung soll Marie Schiller bereits ihren Verletzungen erlegen sein. Zu: Lrhmpfnht«rtrunkru. Gestern Nachmittag gegen 5 Uhr vergnügten sich mehrere Kinder beim Baden m dem sogenannten Pserdepsuhl in Nixdorf. Bei den Kleinen befand sich auch der 14 jährige Sohn der dortselbst in der Knesebeck- straße»vohnenden Wittive St., der trotz aller Warnungen seitens der Spielkameraden sich bis in die Mitte, des etwas über einet Meter tiefen Wassers wagte. Plötzlich glitt der Knabe anS um vermochte sich nicht ivieder zu erheben, da seine Füße am Grunde in dem Schlamm festsaßen. Als auf daö Geschrei der übrigen Kinder Passanten hinzukamen und den kleinen R. herauszogen ivar dieser bereits todt, wie ein sofort hinzugerufener Arzt kousiatirte. Wieder nmitnl! Trotz der fast täglich in den Tages- blättern euthaltcucn Warnungen, trotz der sich fortwährend wiederholenden recht schwere» Unglücksfälle, welche durch das fahrlässige Umgehen»nt Petroleum hervorgerufen werden, müssen wir heule wieder einmal eine» derartigen Unfall melden. In dein Hause Bergstraße Nr. 34 wohnen ichie Kaufmann A.'schen Eheleute, deren 17jährige Tochter Anna gestern Nachmittag auf dem Kücheuherd Feuer anmachen wollte. Da das Holz nicht gleich anbrennen wollte, nahm das junge Mädchen eine 3 Liter Petrölcuiii cuthalteude Blechkauuc, aus welcher sie auf daS glimmende Holz eine Quantität goß. Im nächsten Moment schlug eine mächtige Flamme empor, der Inhalt der Blechkanne explodirte dadurch und ergoß sich über die lustige Kleidung der A. Auf das Hilfegcschrei der von einem Flammenmeer Umgebenen eilten die Eiter», sowie Hausbewohner herbei, denen es gelang durch Aufwerfen von Decken die Flammen an der brciinendcii Kleidung zu ersticke». DaS Mädchen, welches entsetzliche Brandwilnde» an den Händen und im Gesicht erlitten, und das an den Folgen seiner Unvorsichtigkeit sein Lebelang zu leiden haben wird, mußte ans Anordnung eines htnzugerufeiieit Arztes nach dein Lazaruskrankenhause geschafft iverden. Drr ltlme rlfjährigo Milchtriigrr, von dessen Leiden wir auf Wunsch seines Vaters berichteten, übergab uns heute persönlich einen Brief seiner Eltern, welcher besagt, daß die Er- widernng des Milchhäudlors unrichtig sei. Der Knabe giebt an, daß er thatsächlich nur ein Mal, und zwar am 24. Juli bestohlen ivorden ist. Der Vater des Knaben theilt uns mit, in der Entgegnung deS Herrn C. sei nur wahr, daß außer den 4 M. der kleine Milchträger auch noch für 10 Pf. Gebäck und Morgens Kaffee oder Milch erhalten habe, wofür er nicht 20, sondern fast 30 Kunden bedienen mußte. Duo fchou feit längerer Zeit zu wohlthätigen Zwecken projettirte Blumen-Ballfest findet bestimmt am Montag, den 18. d. M., in den Gesannnträuinen der Brauerei Friedrichs- Hain statt. Volizribeflcht. Am 11, d. M. Morgens stürzte der Ar- bester AloiS Weißenhagen von einein im Treppenflur des Hauses Biktoriastraße 1 anfgestellten Gerüst aus der Höhe des zweiten Stocks ans de» Hausflur hinab und erlitt anscheinend schwere innere Verletzuiigen.— Nachmittags wurde die 10jährige Therese Apel in der Wohnung ihrer Eltern, Strelitzerstraße 34, mit schweren Brandwunden am ganzen Körper aufgefunden und nach dem St. Hedwigs-Krankcnhanse gebracht, wo sie in der daraus folgenden Nacht verstarb. Anscheinend ist der Unfall durch die Explosion von Petroleum herbeigeführt ivorden.— Arn 12. d.M. Vormittags gerieth der Arbeiter Max Kother in der Drechslerei von Reimann, Weberstraße 10, mit der rechten Hand in eine im Gange befindliche Kreissäge, von welcher ihm ein Glied des Zeigesingers, sowie ein Theil des Daumens abgeschnitten wurden. — Zu derselben Zeit wurde der Handelsmann Ernst Veukert vor der Markthalle auf dem Magdeburgerplatze von seinem Pferde geschlagen. Er erlitt einen Bruch des rechten Schienbeins und mußte nach dem Elisabeth-Krankenhause gebracht werden.— Mittags fiel eine Frau auf der Wasserthorbriicke in Ohnmacht und stürzte in den Louisenstädtischen Kanal. Sie wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach dem städtischen Kranlenhanse am Urban gebracht.— Nachmittags ver- letzte der Arbeiter Eduard Schiller in seiner Wohnung, Nathe- nowerstraße 62—58, seine siebenjährige Tochter Anna, welcher er bei Anfertigung der Schularbeiten half, aus Aeraer über ihre Unaufmerksamkeit mit einem Beile so schwer am Kopfe, daß sie nach dem städtischen Krankenhause in Moabit gebracht werden mußte.— Abends fiel eine Frau in dem Hause Chonnerstr. 71 die Kellertreppe hinunter und erlitt einen Bruch des rechten Fuß- aelenks.— Jin Laufe des Tages fanden in der Prinz Eugen- straße 24, Waldstraße 42 und Neichenbergcrstraße 18 kleinere Brände statt. Für tzlfandlrihev und dao dieselben frequentirende vnblihni» hat die 95. Abtheilung des Berliner Schöffengerichts eine tief einschneidende Entscheidung bezüglich der Auslegung des t? 18 des Pfandleihe-Gesetzes vom 17. März 1881 getroffen. Diese Bestimmung lautet:„Sind niehrere Gegenstände durch dasselbe Geschäft zum Pfände bestellt, so ist der Berpfänder berechtigt, die Rechenfolge zu bestimmen, in welcher dieselben zum Verkaufe auf- zustelle» sind. Der Verkauf i st einzustellen, sobald ein Betrag erlöst ist, welcher hinreicht, die Forderung des Pfandleihers an Kapital, Zinsen und Kosten zu decken."— Bei einer im Pfand- leihe-Geschäft der Frau H i r s ch s o h n vorgenommenen Revision fand der revidirende Polizci-Wachtnieister, daß bei dem auf der Auktion verkauften Pfandposten von niehreren Gegenständen der Erlös ein solcher war, daß ein Theil derselben nicht hätte verkauft zu werden brauchen. Die Inhaberin des Geschäfts wurde deshalb durch Polizeivcrsügung wegen Uebertretung des§ 13 des Pfandleihgesetzes in 10 M. Strafe genommen. Hiergegen erhob sie Widerspruch und beantragte richterliche Entscheidung. Ihr Ver- treter im Termine machte geltend, daß in den zur Anklage gestellten drei Fällen die Verpfünder von ihrem Rechte, die Reihenfolge zu bestimmen, gar keinen Gebrauch gemacht haben und daß deshalb die Angeklagte gar nicht in der Lage gewesen wäre, von dem die verfallenen Pfänder verauktionirenden Gerichtsvollzieher zu ver- langen, daß er die Gegenstände einzeln ausbieten lassen solle. Der Beamte habe die ein Pfandgeschäst ausmachenden Gegen- stände stets zusammen verauktionirt. Der Gerichtshof verurtheilte die Angeklagte zu 15 Mark event. 3 Tagen Hast, indem er an- nahm, daß bei Auktionen die Gegen st linde stets einzeln versteigert werden müßten, und zwar nach § IBlc nur so viele, als zur Deckung des Kapitals ec. erforder- lich ist. Mem«»ine Dame i» Derliit allein auf der Straße pronienirt, so hat sie manchmal allerlei Abenteuer zu bestehen. Frl. Hulda Kopp kann davon eine Geschichte erzählen. Frl. K. ist eine Schneiderin und ein hübsches Mädchen. Eines TageS lustwandelte Frl. K. Unter den Linden, als sich ihr ein junger, elegant gekleideter Mann näherte und ihr galant seine Begleitung anbot. Sie schob ohne langes Besinnen ihre Hand unter den Arm des Fremdlings. Dieser war so recht ein Manu nach dem Herzen des jungen Mädchens: eine elegante Erscheinung, elegante Kleidung, ein Monocle im rechten Auge, ein Chatelaine aus der linken Westentasche heraushängend. Und wie erröthcte das Mäd- chen, als sich der Herr als der Graf von Regatta vorstellte, ihr die Abenteuer seines Freundes, des Barons von Winterfeld er- zählte und ihr versprach, sie demnächst mit seinem Freunde, dem Grafen Blücher, bekannt zu machen. Einen solchen eleganten Bc- gleiter muß man sich warm halten, dachte Frl. Kopp und sie gestattete demselben nicht nur, sie bis an ihre Wohnungsthür zu begleiten, sondern sagte auch zu, daß sie ihn am nächsten Nachmittage zu einer Tasse Kaffee enipfangen wolle. Das Plauderstündchen bei der Tasse Kaffee verlies im Fluge; Frl. K. hatte einen Mokka gebraut, wie er dem verwöhnten Gaumen eines so hohen Gastes entsprach, auf dem Tische prangte ein altdeutscher Rapskuchen und unter dem Zeichen desselben klangen die Betheucrungen der innigsten persönlichen Zuneigung, welche der Graf von Regatta dem l eglückten Mädchen gab, noch süßer und zärtlicher. Sie ge- stattete ihm sogar, zwei ihrer Ringelein an seinen kleinen . Finger zu stecken und konnte es schwerlich vermuthen, '?aß in dem Augenblick, wo sie aus kurze Zeit das Zimmer ver- Zsen hatte, der Herr Graf an ihre Kommode eilte und mit .rnem kühnen Griff aus derselben einen Gegenstand in seine Tasche beförderte. Frl. K. hatte sich umgekleidet, um auf den Wunsch ihres Anbeters eine kleine Lusttour zum Grunewald zu unternehmen. Als man auf dem Bahnhofe Friedrichstraße ankam, war der freundliche Man» plötzlich verschwunden und die junge Dame vermochte keine Spur mehr von ihm zu entdecken. > o» bösen Ahnungen gepeinigt, eilte sie nach ihrer Wohnung und konnte dort bald feststellen, daß aus der Kommode ihr Porte- monnaie mit recht erklecklichem Inhalt ebenso verschwunden war. Das Geld verschmerzte die Dame weit eher, als die beiden Ringlein, welche der Spitzbube als ein Pfand der Treue ihr ab- genommen hatte und das mit frischem Rofcndust besprengte Spitzen- taschentuch, welches er, nachdem er einige Küsse daraus ge- drückt, in seine Rocktasche geschoben halte. Tille Versuche, den Grafen Regatta zu ermitteln, blieben erfolglos, bis eines Tages das Portemonnaie dem Mädchen wieder zugestellt wurde. Der galante Graf hatte ein Brieslein beigelegt und darin die Ver- sichernng gegeben, daß er das Geld ganz nothwendig gebrauchte, das Portemonnaie selbst aber nicht verwenden könne. Ter böse Mensch hatte sogar noch seinen Spott getrieben und in einein Postskriptum hinzugefügt:„Zweifle an der Sonne Klarheit, zweifle an der Sterne Licht— nur an meiner Liebe nicht!" Dieser Brief wurde dem Spitzbuben zum Vcrräther. Nach Betrachtung der Schristzüge war es der Polizei ganz klar, daß kein Anderer den Streich ausgeführt, als der übel beleumundete Schreiber Emil E d>v i n Winter, welcher schon mehrfach mit dem Gefängniß Bekanntschast gemacht hat. Er war und blieb aber verschwunden und seine Spur wurde erst wieder gesunde», als er Ende vorigen Jahres in Landsberg wegen Betruges, Diebstahls und Unterschlagung zu zwei Jahren Zuchthaus verurtheilt wurde, welche er jetzt im Als er gestern dem Fräulein Zellengesängniß Hierselbst verbüßt. Als er& Kopp, welche sich aus diesem festlichen Anlaß in ihren Sonntags- nachmittags-AuSgehestaat geworfen hatte, vor der Ferien- Straf- kammer am Landgericht 1 entgegentrat, Hatto er wieder seinen eleganten Anzug angelegt, an seiner Seite befand sich aber kein blondes Gretchen, sondern ein ernst dreinschauender Schutzmann. Der Graf von Regatta war durchaus geständig und da er hoch und heilig versprach, sich nun endlich bessern zu wolle», ver- urtheilte ihn der Gerichtshof zu einer Ziisatzstrase von vier Monate» Zuchthaus. Sozieile Aevevstchk. Zlelx- die Arlieit-einstelltiiig der Zimmer«» i» Grrifrnhagen wird uns von dein Zuumerer Herrn Ortland, der persönlich dort war und in einer Versammlung gesprochen hat. geschrieben, daß die Ausständigen fest entschlossen sind, tapser auszuhallen, bis der Sieg errungen ist. Am 20. Aprll ve- tann die Arbeitseinstellung, da die Meister die Forderung-rnes Itundcnlohnes von 30 Pf. bei zehnstündiger Arbeitszeit nrcht bc- willigen wollten. Da während des diesjährigen Fruhsahrs rn Greisenhagen für Zinnnerleute viel Arbeit vorhanden war, er- schien die Zeit, eine bessere Bezahlung zu fordern, recht geeignet und gerechtfertigt. Selbstverständlich verfehlten es die noch im alten Zopf hängenden Meister nicht, die Unternehmungen der Gesellen möglichst zu schädigen. Zunächst setzten sich die Meister mit der Stadtverivaltung in Verbindung, welche beschloß, die städtischen Arbeiten so lange ruhen zu lassen, bis die Zimmerer zu Kreuze kriechen würden. Ob diese Maßnahmen zum Wohle der steuerzahlcnden Bevölkerung ist, scheint den Herren Stadtvätern Greifenhagens vollständig gleich zu sein. Die beiden Oderbrücken bedürfen einer gründlichen Ausbesserung; dieselben können nur mit Gefahr benutzt werden. Das Holz, welches zur Instandsetzung der Brücken bereits angeschafft worden war, harrt noch immer seiner Bestimmung. Auch das Bollwerk bedarf nothwendig einer Erneuerung; jedoch hat die Stadtverwaltung infolge des Streiks das Material hierzu wieder verkauft. Na- türlich sind die Zimmerer eifrig bestrebt, sich in den umliegenden Ortschaften nach Arbeit umzusehen; doch wird ihnen dies unsäglich schwer gemacht. Mehreren Zimmerern war es ge- lungen, bei dem Gutsbesitzer Stein Arbeit zu erhalten; doch wurden dieselben bald entlassen, da der Gendarm Müller dem Gutsbesitzer mittheilte, daß die Zimmerer streikende Sozial- demokraten aus Greifenhagen seien. Aehnliche Fälle ereigneten sich auch an anderen Orten. So sind auf den Gütern Garden und Staffelde die Arbeitslosen, welche dort Beschäftigung suchten, um ihre Familien vor Entbehrungen zu schützen, abgeirnesen worden, weil es gelungen war, die Greifenhagcner bei den Guts- Verwaltern zu verdächtigen. Statt der darbenden, arbeitslosen Steuerzahler sind 30 bis 40 Soldaten aus Stettin zur Bewälti- aung der Gutsarbeiten angestellt worden. Man kann sich also leicht vorstellen, daß die Lage der Zimmerer keine rosige ist. Jedoch sind die Aussichten auf Erfolg für die Ausständigen nicht ungünstig. Ein Meister hat sich genöthigt gesehen, sein Geschäft aufzugeben und die anderen warten auf Zimmergesellen, die so wenig Gemeinsinu haben, daß sie sich entschließen, durch Unter- schrift zu erklären, keinem Arbeiterverein angehören zu wollen. Die Zimmerer Greifenhagens werden von den deutschen Arbeitern nicht vergessen werden. Wir ersuchen arbeiterfreuudliche Blätter um Verbreitung vor- stehenden Artikels. Aaiitburg. In dem letzten Situationsbericht des„Hamb. Echo" über die Lage der ausgesperrten Arbeiter haben sich einige Fehler eingeschlichen, die wir hiermit richtigstellen. Die Altonaer Maurer haben nicht, wie angegeben, 768 M., sondern 3000 M. an Miethcbcihilfe ausgezahlt. 763 M. betrug die in der letzten Woche gezahlte Unterstützung. Ferner ist es nicht richtig, daß die Altonacr Zimmerer die wöchentlich 600 M. betragende Unterstützung selbst aufbringen können. Es kommen bei ihnen jetzt nicht viel mehr alS 150 M. dafür pro Woche ein. NerlÄttttnluttgen. Eine Urrsamutluita des sozialdemokratischen JUahl- vereina im 6. Kerliner A'.richstags-Mnlilltreio fand unter Theilnahme von etwa 1000 Personen in der„Volksbrauerei" Moabit am Dienstag Abend statt. Dr. Bruno Wille sprach über„ Gedanken über die Taktik unserer Partei". Er sagte: Es ist keine Frage, daß wir mit dem Falle des So- zialistengesehes vor einem Wendepunkt in unserer Parteientwickclung stehen. Manches ivird sich dann ändern. Es wird eine Ver- schiebung der Mächte eintreten. Unter der Herrschaft des So- zialistengesehes hatte die Fraktion und gewisse Lokalorganisationen entschieden eine große Macht in Händen. Es sei nun die Frage: Soll das so bleiben? Nach dem 1. Oktober kann sich die Partei organisiren, so frei sie will. Selbst diejenigen, die die Auf- sorderung zur Beschickung des Parteikongresses erließen, die Urheber des Organisations- Entwurfs, haben in diesen Schriftstücken zugegeben, daß zu dem demokratischen Prinzip bei der Neuorganisation unsrer Partei zurückzukehren sei. Daraus müsse man aber auch die Konsequenzen ziehen. In den gegnerischen Blättern zirkuliren in letzter Zeit eine Menge von Gerüchten über die Spaltung der Sozialdemokratie. Diese Ge- rächte sind genügend mit dem Hinweis zurückgewiesen worden, daß in Bezug auf daS Ziel eine Spaltung nicht entstehen könne. Bei der Verfolgung des Zieles frage es sich, ob man dieses Ziel auf parlamentarischem Wege erreiche» wolle, oder dadurch, daß man sich direkt an das Volk wendet. Tie Sozialdemokratie strebt die Sozialisirung der Produktion an und arbeitet zu diesem Zwecke an der Solidarisirung der Massen. Wie soll daS erreicht werden? Wie soll sich die Partei erhalten? Welches soll die Taktik sein? Hierzu wolle er einige Gedanken zurPrüfung vorlegen. Zunächst sei es nöthtg, sich mit demParlamentarisnitts.mit derFraktion.auseniander zu setzen. WaS sei durch die parlamentarische Thütiakeit unserer Partei zu erreichen? Von der Beantwortung dieser Frage hänge sehr viel ab. Dabei sei zu bedenken, daß die bürgerlichen Parteien der Sozialdemokratie geschlossen entgegen stehen. Das hat auch Bebel selbst zugegeben. Ter Reichstag ist nichts als der Schau- platz eines 5clafsenkai»pfes; darüber möge man sich doch keiner Täuschung hingeben. Im Kampfe entscheidet aber nur, einzig und allein, die Macht. Nur durch die Mächt, durch Agitation, die sich an die wirthschaftliche Entwicklung anschließt, können wir etwas erreichen. Denn nur die unvermeidliche Agitation schafft uns die Macht, die wir brauchen, um das, was wir wollen, zu erreichen. Paltircn und Geschesvorschläge machen nützt uns gar nichts. Die bürgerliche» Parteien können den Besitzlosen nichts schenken. Sie scheinen nur arbcitcrsreundlich, sie sind nur dem Scheine nach Anhänger eines Normal- arbcitstagcs, eines Verbotes der Kinderarbeit. Durch den Schein soll man sich nicht bethören lassen. Selbst Bebel sagt in seinem Buche über: Tie Thätigkeit des deutschen Reichs- tagcs:„Als klasfenbcivußte Bourgeois können die bürgerlichen Parteien jeder Schattirung nicht eine Gleichberechtigung, eine durchgreifende Besserung der Lage des arbeitenden Volkes, des Proletariats wollen." Aus dieser Erkenntniß ist der Schluß zu ziehen: Von dem Parlament von heute, das die sozialdemokratische Fraktion in der Minorität läßt, ist nichts zu erivarten, in ihm ivird die soziale Frage nicht gelöst. Deshalb soll aber noch nicht auf den Parlamentarismus verzichtet werden. Es soll im Par- lamente gesprochen und es sotten Gesetzesvorschläge gemacht werden. Doch der leitende Grundgedanke aller Reden und Handlungen unserer parlamentarischen Vertreter soll sein, daß sie nicht zu den Leuten im Parlamente reden, sondern vielmehr zu denen, die draußen sind, zu dem Volke. Sie sollen nicht als gesetzgeberische Macht, sondern als agitatorische Macht austreten. Diese Pflicht sollte die Fraktion nie vergessen. Sie sollte den Gedanken Lassalle's befolgen:„Alle Gesetze sind nur der Ausdruck der thatsächlichen Machtverhältnisse. Vorerst sei die Macht zu gewinnen, dann folgen die'Gesetze wie der Schatten einem Körper. Es soll auch nicht darauf verzichtet werden, Anträge zu stellen. Die Fraktion habe dabei aber stets zu erklären, daß sie die Anträge nicht in der Hoffnung auf An- nähme stellt, sondern um die bürgerlichen Parteien zu blamiren, um zu zeigen, daß sie Heuchler oder unfähig sind, etwas für das Wohl der arbeitenden Klasse zu thun. Im anderen Falle ver- geudet man die Kraft. Welche Arbeit wurde nicht aus den Ent- wurs eines Arbeiterschntzgesetzes verwendet, der schließlich in den Papierkorb wanderte. Wie sehr betreibt aber die Fraktion nicht auch hohe Politik, die sich auch in den Leitartikeln des„Berliner Volksblatt" breit macht. (Sehr richtig.) Die Fraktion soll zum Volke zurückkehren; sie soll Tlgitationsreisen machen. Das wäre weit besser.(Lebhafte Zu- stimmung.) Was ist nicht durch Flugschristen, durch Massenflug- schristen, die sich an die einzelnen Stände wenden, alles zu thun? Wieviel nützliche Arbeit nicht durch die Presse? So sei die Agi- tation zu versuchen. Tann liege aber auch eine große Gefahr in dem übertriebenen Parlamentarismus, vor der er warnen müsse. Wenn die Fraktion so thut, als ob sie Gesetze durchdrücken könnte, dann könne leicht ein Mann, etwa von dein Standpunkt der WWD „Volks-Zeitung" mit dem E damit zugegeben, daß an» d. weise etwas für das Prob riar als eine possibilistische P.'i c., Oho.) Die Anschauungen d. r- tlio-'önnen unter...... lich werden. Dieser Gefahr.»"s. schon �tzt vorgebe g � Redner präzisirte hierauf seine Stellung zu dem k» g � und wendet sich zunächst gegen den Wahlmodus,' A, jj fuhren könne, daß das großstädtische Proletariat vo■ Zahl und Intelligenz zurückgebliebenen Genossen der p x majorisirt wird. Die Fraktion habe mit dem Entw das zu dem ihrigen gemacht, was sie bei �der� daß nämlich bei der Reichstagswahl die Zahl! nicht nach der Anzahl der Wähler bemessen wird, 500 uicyr nacy oer Anzayi oer Waqier oemepe» �_ den Wahlkreisen. Nach dem Entwurf der Fraktion"). Genossen dasselbe Recht, wie 40 000. Das sei eme U 3 keit. Wird der Entwurf in der Vorlage der Frakt � nommen, dann wird diese zur herrschenden � erhoben.(Lebhafter Beifall. Widerspruch. orW vertheidigt sich hieraus gegen einen Mi Redner .ewigr zicy hieraus gegen rmr» Zwischenruf: Er arbeite mit der Kritik an dem Entw l- � für sich, sondern für die Partei, er wisse, daß e- mcht 1 sich den Zorn Bebel's zuzuziehen.» Kaiser Friedrich und die Kaiserin Viktoria so sehr gerühmt den, da begab ich mich als damaliger Vorsitzender des st Berliner Reichsrags-Wahlkreises im Auftrage dieses Ve � zu Herrn Singer. Dieser antwortete mir auf meine Frage, j» den Artikel geschrieben habe: Das ist RedaktionsgeheM (Hört, hört!) Ist das nicht Jntcressenpolitil?(Beifall � Widerspruch.) Das„Berliner Volksblatt" werde mit»tch.:,;# Sachen gefüllt. Er sei überzeugt, daß der Redakteur sich von dem amerikaiiischeu Reklamcheldcu Vuffalo-Bill jC„il habe zahlen lassen.(Hört, hört!) Und dabei geht man ,,i der Absicht um, die„Berliner Volks-Tribüue" zu uiiterdrua � Man macht uns den Vorwurf, daß wir noch so sehr ju»g Allein auf der Jugend baut sich die Sozialdemokratie auf- � Alten haben viel für die Partei gethan, Personen nützen stch.�p ab und im politischen Leben giebt es keine Dankbarkeit, am a wenigsten in der sozialdemokratischen Partei. Wenn Jemauo L, die Partei ihätig gcivescn ist, dann geschah dies nicht tM|"A sondern seiner Nederzeuanng wegen.(Beifall und Widerspr Herr Wojak: Der Parteileitung sei kein Vorwurs zu /Cii. das liege nicht im Interesse unsrer Partei. So sei ihr auÄ � Vorwurf zu machen, daß sie hohe Politik betreibe. Sic»»»st» mit allen den Sachen beschäftigen, die geeignet sind, ein El» shstcm auszubauen und zu erhalten.(Unruhe.)., Max Bagiuski: Jeder Parteigenosse, und wäre er s Monat in der Partei, habe ein Recht über deren Gestaltu»».,, reden. Nenn sich einige Genossen als„alte" auffpielen, s»' � den wir ihnen als„junge" gegennbertreten. Die f? wi presse habe öjter davon gesprochen, daß die Generation am fähigsten sei, unsere Ideale zu begast., Dcr>>!„ tirfi v» dem Durch..........................r...... o-...... 1.......... l... dcgradirt. Die Ersolgspolitik mache sich breit. So h"" ZleichStags-Tlbgeordnete Stadthagen sortschritttiche Flugblatt" p seinem Wahlkreis benutzt, um Stimmen zn sängen. Dies f" ßp schieden zu verwerfen. Daß die freie MeirningSäiißening � drückt werde, sei wahr. Als in Betreff der 1. Maifei«�• einige» Genossen Einsendungen an das„Berl. Volksblatl" 0�1 die Anffafsung der Fraktion einliefen, wurde.m, (Stattnffe SÄßbel nfi hip SWohnffin« fi» rtiifztofmifll'...«i Genosse Bebel gefragt, ob die Redaktion sie ausnehme» ...... tc mit Nein.*) Die Agitation habe die Tttve Bebel antwortete »st *) Herr Max Bagiuski ist sehr schlecht unterrichtet'. z,l Redaktion hat sich wegen dieser Einsendungen mit Bebel»„p in Verbindung gesetzt, sondern ihre Ausnahme selbstständ>g � gelehnt, und zwar nicht, weil sie sich im Gegensatz z».-� Meinung der Parteileitung bewegten, sondern weil ihr MLick Inhalt durch die damaligen im„Berl. Volksbl." veröffent» �il Erklärungen des Herrn Max Schippek vollkommen WW wurde. Abgelehnt wurden übrigens damals von der Red"..7 auch Einseudiingen Liebknechts, welche den Standpunkt der P" leitung vertraten. Redaktion. StoH 1" revolutioniren. Als Ziel sei die Beseitigung des auf-uM?»"'4* die Vcrbilligung des Schweineschmalzes &tftrfiiim I!« �ed"er fcröcvte auf, energisch gegen jede Unter- iekt f,.% 3 fteien MeuningSäuiierung Front zu mache». Schon "��as em. was in dem Willescheu Artikel befürchtet innfiiA»■?le--Aachs. Arbeiterzeitung" sei bereits unter die Bot- mffi" t. Fraktion gestellt, morgen werde dasselbe mit der " goeburger Volksstimme" gemacht werden. Und warum? beiden Blatter eine andere Auffassung von unserer iLw, A o";. 013 die jetzige Parteileitung. Die Genossen s._ e'""d Siebfnccht sollten sich erinnern, daß auch sie einst in dw SMinoiitüt bildeten. Tie gegenwartige Taktik %. L i�des selbstsländigen Genossen heraus.(Beifall.) M»>k5 � Aeukrätz nimmt Veranlassung, Kritik an der Art und iTT'u üben, wie jene Versanunlung in Dresden zusammen lvurde. Die Einladung durch Zirkuläre unter der Hand L! birziveiselte Aehnlichkeit mit den Praktiken der Deutschsrei- E®ESC" die Fraktion führt er an: Der Fehler, an der kranke, ist, daß sie glaube, sie müsse die Macht, die 9m.. dcfaß, auch für alle Zukunft besitzen. Wir wollen i,.,?.t>ntarbeiten an dem Wohle der Partei, wir wollen Alle hnl;!. t'?e! kür sie zusammen tragen. Werden junge Kräfte kru'V�'ndert. so ist unsre Partei bald da, wo die Gegner sie IVN lange wünschen.(Beifall.) Wildberger: Durch die Haltung unserer Fraktion, die imw betreibe, ist es dahin gekommen, daß der eigentliche ouitionare Charakter unsrer Parteinach und nach verschwunden dfirf.)!n've P�kei bedarf fortivährend neuen Blutes. Man k,.'1 dQ,riiiti junge, aufstrebende Talente nicht, wie eS von Seiten Ä.».geschieht, vor den Kopf stoßen und unterdrücken. n„«: c'0"te, sich vielmehr freuen. Auf der Jugend beruhe die «Ln!lnJ!cre,: Partei. Man dürfe nicht Leute abschlachten, die wn/t ehrlich sind, wie Genosse Bebel. Freie Kritik müsse Tie Fraktion vernachlässige zn sehr den politischen Theil Snk. Programms. Schon längst hätte ein Antrag auf Ab- «in.. T**. k'rs Vereinsgcsetzes eingebracht werden müssen, um sroien Bewegung Raum zn schaffen. Ter politische Theil P�agramms müsse wieder mehr zur Geltung gebracht N..?•'. ftnu rverde auch der revolutionäre Geist in unserer vartsi mieder aufleben.(Beifall.) lVNkt r Kaufmann Türk kann der Fraktion, die beinahe zur m J v""l Hilfe von Gegnern gewählt worden ist, keinen domi- m � Einfluß auf die Leitung unserer Partei zugestehen. üi-inchde>n noch Herr Heidtmann gesprochen, wird zur Ab- itim""L über die cingelauienen Nesolutionen geschritten. Ein- > uiuing wurden folgende angenommen: »Die heurige Versammlung erklärt sich mit den Aus- führuugen des Referenten einverstanden und erklärt de» Wahlmodus für undemokratisch, sowie als eine Vergcwalti- gung der großstädtischen Parteigenossen, welche die her die Parlei mit den größten Opfern geistig und materiell zum größten Theil hochgehalten haben. „Der sozialdemokratische Wahlvercin des sechsten Ber- lmer Reichstags-Wahlkrcises beschließt, den vom l. August bekannt gemachte» Vorschlag zur Wahl der Delegirten zum Parteitag znrückzuweijen, indem die Parteigenossen von dem allein richtigen demokratischen Grundsatz ausgehen, daß hundert sozialdemokratische Wähler nicht die gleiche Zahl von Delegirten nach dem Parteitag entsenden können, wie viele Taufende. Von einer reinen Gleichartigkeit könne da gar keine Rede sein. Ter gesammte Vorstand des Vereins wird beaustragt, den Unterzeichneten oben ge- uanuter Bekanntmachung diesen Beschluß zn unterbreiten und den Genossen die Antwort auf schnellstem Wege zur Keuntniß zn bringen!" �deutender Majorität gelangte folgende Resolution zur „Die heutige Versammlung spricht ihr vollstes Einver- stäudniß mit den Ausführungen des Referenten, Herrn Br. Wille, auS und erwartet von dem demnächst stattfindenden Parteikongreß, daß die bisherige Taktik der Berliner Parteigenossen in keiner Weise in Zweifel gezogen wird seitens der sozialdemokratischen Fraktion und daß die durch die Berliner Vertreter für nothivendig im Interesse der sortschrcitenden Entivickelnng der Taktik unsrer Partei erachtclen Aenderungen die vollste Anerkennung und An- nähme finden." oll-v rl6"1 weiteren Beschluß gemäß werden die Genossen Mw fl) Z ausgcsordcrt, vom 1. Oktober durch Pctitionsslürme sbersainmlunge» Protest gegen die weitere Einkerkerung von PPcu, welch« auf Grund des Sozialistengesetzes inhastirt sind, Uns U)°ben. Bei dem ersten Zusammentritt des Reichstags hat � � Fraktion einen dahinziclenden Antrag einzubringen." Unter "lchiedeuein" wurde noch folgende Resolution angenommen: „Ter sozialdemokratische Wahlverein des sechsten Berliner Reichötags-Wahlkreiscs spricht sei» tiefstes Mitgefühl mit dem traurigen Geschick unseres Genossen Slavinski aus, rndein wir ihn zugleich für die Leiden ehren, welche er für die hohen und edlen Ziele der Sozialdemokratie auf deut- scheu, Boden erlitten hat. Mögen ihn, seine Kette» leicht werden." t»« ,, schloß die Versammlung mit einem Hoch auf die der(g'»Are Sozialdemokratie. Es war gegen 2 Uhr geworden; hatte sich gegen Ende etwa zur Halste geleert. iins �"le schliche Würdigung'der Verhandlungen behalten wir jV0}'- Für heute nur eine kurze persönliche Erklärung: beifm-i fliege Cronheim, gegen den der Sattler Bocrner eine Er r.os schwere Verdächtigung erhoben hat, ist z. Z. verreist. vor x"" fich also augenblicklich nicht persönlich an dieser Stelle ßaim,.stciligen vertheidigen, die eine solche Bertheidigung über- stebt nöthig halten. Wir gehören nicht zu diesen. Für uns (£tn.,,D.OU vornherein fest, daß die Behauptung, unser Kollege dwj an U I�de sich von einem amerikanischen Rcklamchelden mit besteche» lassen, nichts als ßatB.rr,®1."6 unerhört freche Verlenmdung tiner mi Verleumdung, die um so schwerer und»iedertrach- Unter X fi* sich gegen einen Mann richtet, der seit Jahren Ver,." Sozialistengesetz auf einem vcrantivortungsvolle» und tauen heischenden' Posten der Partei steht. dererr? Bcerncr wird seine schmähliche Verdächtigung an an- Gel/.?. Zu beweisen haben; Cronheim wird ihm sicherlich Ve»w�"t dazu verschaffen. Das aber lasse er sich gesagt sau: Für 9 r1 üe nicht, so hat er sich selbst das Urtheil gesprochen. fichk-ie»Inder und Ehrabschneider ist kein Platz in der Oefsent- ' Die Redaktio n. i»,'iiirv aJolIiüueifrtiuiiiluiiLX) die am Dienstag Abend �eitii»!„Königsbank", Große Frankfurterstraße 117, unter trtnu?. der Herren Ehrlich, B° r ch a r d t und E n g l e r der 9, Herr P i e t s ch einen Vortrag»ber die Verkürzung deit/n."tszcit aus Grund der Beschlüsse des internationalen Ar- Slrb.ie üresseö zu Paris. Redner schilderte die Enfitehnna der soivi. x°tS"nisakioi>en in England, Frankreich und Tenl,chland. sgmzernss die s.und wies an der Hand von Thatsachen Alz>°rtschreitende Degenerirung der Volksmasten»ad;. tistik.? Redner auf Grund einer amtlichen_ Cta- T./ l, z e i ,v a ch e bringen.., ter fflai;1 Schutzmann kehrte nach kurzer Zeit allein zurück. 'ragende setzte seine Ausführungen fort, besprach die Be- schlüsse des Pariser Kongresses und hob namentlich die Bedeutung des achtstündigen Arbeitstages hervor, ohne welchen eine Ber- minderling der Reservearmee von Arbeitslosen nicht möglich sei. Gemäß der Aufforderung deS Kongresses sei es Pflicht und Schuldig- keit aller Arbeiter, die Beschlüsse desselben im Volke zu verbreiten und für deren Durchführung nach Kräften zu wirken. Als eine unmittelbare Folge des Kongresses müsse die internationale Arbeiterschutz-Konsercnz zu Berlin betrachtet werden, bei der frei- lich für die Arbeiter nichts ivesentliches herausgekommen sei. Die Hauptforderung aller aufgeklarten Arbeiter, eine gesetzliche Fest- stellnng der Arbeitszeit, habe man für Erwachsene abgelehnt, weil diese sich aus Grund der bestehenden Gesetze selbst schützen könnten. Wie wenig ein solcher Selbstschutz möglich ist, zeigte Redner durch Erläuterungen der im§ 152 der Gewerbeordnung gewährleisteten Rechte, die durch den§ 153 und gewisse Erlasse einfach wieder aufgehoben würden. Am Schluß seiner Rede be- rührte der Vortragende das Gebahren des Hamburger Unter- nehmerthums und der Kapitalistenringe, welche die Unterdrückung sämmtlicher Arbeiterorganisationen auf ihre Fahne geschrieben, ihre Rechnung aber hoffentlich ohne den Wirth gemacht haben. Stach dem Fall dos Sozialistengesetzes werde noch eine kräftigere Organisation nothivendig sein, um dem Kapitalisten unsere For- derungen abzuringen.(Lebhafter Beifall.) Nach Schluß des Vortrages nahm Herr Weber zur Geschästsordnung das Wort, um gegen das Vorgehen des überwachenden Beamten einen Protest zu beantragen. Falls dieses Vorgehen schon eine Folge des neuen Ministerialerlasses sein sollte, müsse man von vorn- herein dagegen Front machen. Der Zwischenruf:„Was brauchen wir Soldaten!" enthalte nichts Ungesetzliches und zur Ausrecht- erhaltung der Ordnung sei der Vorsitzende berufen. Deshalb möge die Versammlung das Bureau beauftrage», gegen das Vorgehen des Beamten energisch Protest zu erheben.(Stürmischer Belsall.) Auch die Herren Schmidt und E n g l er sprachen sich in diesem Sinne aus. Der Antrag wurde hierauf einstimmig anaenommen und dann die Diskussion, an der sich noch mehrere Liedner be- theiligten, fortgesetzt. Ein weiterer Antrag, für die Durchführung des achtstündigen Arbeitstages nach Kräften zn wirken, wurde ebenfalls angenommen, ferner wurde einer Resolution zu- gestimmt, nur in den Geschäften zu kaufen, die Sonntags von 12 Uhr ab geschloffen halten. Herr En gl er forderte noch zur Ablieferung der gelesenen Arbeiterblätter auf, dann wurde die Versammlung niit einem dreifachen Hoch aus die iuternatiouale Sozialdemokratie geschlossen. Im Anschluß an diesen Bericht veröffentlichen wir folgende Aufforderung: Hierdurch fordere ich den Herrn, welcher am Dienstag Abend infolge eines Zwischenrufs in der Volksversamm- lung im Lokal„Königsbank", Gr. Frankfurterstr. 117, verhaftet wurde, auf, feine Adresse an Max Ehrlich in Reinickendorf, Residenzstr. 3, einzusenden, damit gegen das Vorgehen des be- treffenden Beamten Protest erholen werden kann. I. U.: Max Ehrlich, Buchdrucker, Reinickendorf, Residenzstr. 3. Nachdem in» vorige» Monat in einer Versammlung die Gräiibling eines Vereins der Zeitungsspediteure und Verkäufer beschlossen war, fand am 11. d. M. in Feuerstein's Salon Aber- mals eine Versammlung statt. Herr Schäfer eröffnete selbige da- mit, daß er den Verein auf Grund des Beschlusses der vorigen Versammlung für konstitnirt crllärte. Alsdann verlas Herr Pirch im Namen der erwählten Kommission die von derselben ausgearbeiteten Statuten, welchen großtentheils die Versammelten ihre Zustimmung gaben. Es wurde beschloffen, den Verein„Freie Vereinigung der Z e i t u n g s- S p e d i t e n r e und-Verkäufer" zn nennen;„Freie Vereinigung" meist darum, um einen llntcrschied mit dem schon bestehenden Verein zn haben. Das Statut sagt in seinen Hanpttheilen, daß jeder Spediteur und Verkäufer, der sein Geschäft auf rechtliche Weise erworben hat, dem Verein beitreten kann. Das Einschreibegcld sowie der monat- liehe Beitrag betrügt 30 Pf. Ter Vorstand, der ans einem ersten und zweiten Vorsitzenden,| einem ersten und zweiten Kasfirer, und einem ersten und zweiten Schriftführer besteht, vertritt die Jnter- essen des Vereins nach jeder Richtung und erstattet in der jeden Montag nach dem 15. im Monat stattfindenden Versammlung Bericht. Die Kasse wird vierteljährlich einmal von zwei L!e- visoren revidirt, die jedoch nicht zum Vorstand gehören. Alle Vereinsangclcgenheiten werden durch daS„Verl. Volksblatt" und „Berliner Zeitung" bekannt gegeben. Als die Berathung des Statuts beendigt war, wurde die Versammlung aus 15 Minuten vertagt und in dieser Pause die Eiuzelchnuug in die Mitglieder- liste'vorgenommen nnv zwar traten 25 der Versammelten dem Verein bei. Nach Wiedereröffnung der Versammtnng wurde zur Wahl des Vorstandes und der Revisoren geschritten. In den Vorstand wurden die Herren Pirch, Schäfer, Eckstein, W. Schmidt, Merz und Kurz gewählt; als Revisoren die Herren it'reideweiß und König. Nachdem noch in Erwähnung gebracht wurde, daß der Verein schon vor seiner Konstituiruiig einen Sieg zu verzeichnen habe, indem die Auslieferung der„GastwirthL-Zeitung" wieder an alle Spediteure erfolgt, ging die Versammlung mit dem Wunsche, daß schon jetzt recht viele Kollegen dem Verein beitreten mögen, und nicht erst zu warten, bis derselbe weitere Beiveise seiner Schaffens- kraft geliefert habe, auseinander. Eine öffentliche Uersuminluttg der Glirsfchlrifer fand am 12. August im Lokale des Herrn Feuerstein unter dem Vorsitz des Herrn Mcilcheu statt. Auf der Tagesordnung stand: Berichterstattung des Delegirten Herrn Mayer über die Vcrhand- lungen des vom 3. biS(J. August in Bergedorf stattgefundenen zweite» deutschen Glasarbeitcr-KoiigresseS; Diskussion und Ver- schiedeneS. Herr Mayer führte aus: Nachdem im Jahre 1870 ein Kongreß deutscher Glasarbeiter gewesen, sei endlich wieder einmal ein solcher zu Stande gekomme». Derselbe wurde am 3. August Vormittags in der Anwesenheit von 22 Delegirten, welche 18 Orte vertraten, eröffnet. Vertreten waren Bergedorf mit vier, Ottensen mit drei, Flensburg mit zwei und Charlotten- bürg, Berlin, Gereshcii», Oldenburg, Löbtan-Tresden, Planen- scher Grund, Papenburg, Fürth, Hernisdorf-Petersdorf, Rückers und Umgegend, Stadthage», Murnthal-Ncuenburg/Antiveilsr.Cidel- fielt und Geesthacht mit je einem Tclcgirteu. CS wurde anerkannt, daß man auf eine größere Betheiliguug am Kongreß nicht habe rechne» können, da alles von den Besitzern der Hütten und Fabriken ver- sucht worden sei, sie zu hintertreiben. DaS Bureau des Kon- gresses zn hintertreibe». DaS Bureau des Kongresses war den Herren Fischcr-Stürnberg-Fürth; Wolf-Oitenscu; Horn-LLbtau; Gclel und Bentling-Bergedorf übertragen worden. Die TageS- ordnnng bestand im Wesentlichen aus folgenden Punkten: Bericht- erstattuug der Delegirten, Zweck und Stutze» der Organisation, Gründung eines Zcntralverbandes oder Wahl einer Agitation?- kommission, interne Eewcrbcangelegcuheiten, Arbeitönachiveis, Bibliviheksrage und Stellungnahme zu den Aussperrungen der Glasarbeiter. Tie beiden Punkte: Berichterstattung der Delegirten und interne GcivcrkSangclegenhciten kamen ziisaunnen zur Er- ledignng, weil der Fabrikinspektor bei ihrer Verhandlung zugegen sein wollte. Fischer ans Fürth schildert die Verhältnisse Dortselbst. Dort herrsche die Spiegelsabrilatiou. Ter Meister verdiene unt 2 Ge- selle» zusammen 50 M.; hiervon müsse er noch alle Nebenansgaben bestreiten. Wenn die Frau nicht mitarbeite, könne er nicht cxistiren. Die Gehilsen bekämen oft erst ihren Lohn, wenn ge- liefert werde. Die Wohnungen derselben sei der Boden, dort schlafe alles durcheinander. Es komme oft eine tägliche Arbeit?- zeit von 18 Stunden vor. Die Arbeiter sind so heruntergekommen, daß sie alles für gut halten; andere Verhältnisse kennen sie garnicht. Gebel- Bergedorf führt ebenfalls die schlechten Verhältnisse des Gewerbes an. Die Arbeitszeit betrage 72 bis 77 Stunden. Seimt-Hermsdorf-PeterSdors führte an, daß in HermSdors, wo Wasserbetricb sei, eine Arbeitszeit von 13 bis 15 Stunden, ohne die Pausen, existire. Der Meister erhalte 0 bis 10 M., der Geselle 3 bis 4,50 M. die Woche und Kost und Logis. In Petersdorf, wo Dampfbetrieb sei, wäre eS etwas besser. Die Arbeitszeit betrage durchschnittlich 10 bis 11 Stunden. Auch seien die Lohne hier bessere. In demselben ungünstigen Sinne sprachen sich Delegirten Schmidt- Geresheim, Raths-Charlottenbnrg, Rounge-Oldenburg, Müller- Plauen'scher Grund, Kindler-Geesthacht, Mager-Berlin, Börn- Stadthagen und diejenigen von Flensburg, Eidelstett, Anttveiler und Rückers aus. Zum Schluß erhielt zur Berichterstattung Horn-Löbtan-Dresden das Wort. Ihm käme es vor, als seien die Glasarbeiter von zehn Jahren intelligenter, gebildeter gewesen. Seitdem durch das Sozialistengesetz die Organisation zerstört wäre, seien die Arbeiter heruntergekommen. Ihr freier Wille sei durch die Unternehmer vollständig niedergedrückt. Nur eine gute Organisation könne wieder bessere Verhältnisse unter den Glas- arbeitern schaffen. Hierauf kamen die internen Angelegen- heiten des Gewerkcs zur Erledigung. 1. Kündigungsfrist. Dieselbe wurde vom Kongreß auf 14 Tage festgesetzt. 2. Wohnungsfrage. Die Glashütten- Arbeiter'wohnten in zu denselben gehörigen Wohnungen. Wer die Arbeit verlasse, müsse auch schleunigst die Wohnung räumen. Um die daraus entstehenden Uuzuträglichkeiten zu vermeiden, solle die Organisation dahin wirken, daß möglichst die Wohnung vom Slrbeitsverhältniß ge- trennt sei. 3. wurde beschlossen, die Lehrzeit darf fünf Jahre nicht überschreiten. Es sei in dieser Richtung von der Örgani- sation zu wirken; auch müsse derjenige, welcher lernen wolle, sich untersuchen lassen, ob er auch körperlich sich dazu eigene. 4. Ver- kürzuug der Arbeitszeit. Hierbei wurde eine Resolution auge- nommen, die Organisation habe darauf hinzuwirken, daß möglichst allgemein die zehnstündige Arbeitszeit eingeführt werde; um diese zu sichern dann aber auch die Älkordarbcit abzu- schaffen. Ferner wurde beschloffen, darauf hinzuwirken, daß die Lohnzahlung, welche jetzt oft blos alle, vier Wochen stattfindet, mindestens alle 14 Tage stattfinden müsse; daß der Unternehmer verpflichtet werde, alleZ Werkzeug selbst zu stellen; daß das Reisevorschußwesen abgeschafft werde, weil der Arbeiter durch dasselbe vom Arbeitgeber abhängig werde, und daß das Kantionsstellen beseitigt werde.— Nachdem diese Auge- legeuheiteu erledigt waren, wurde der Beschluß gefaßt, einen Zentralverband zn gründen. Dieser führt den Namen„Verband der Glasarbeiter Deutschlands". Der Sitz ist in Bergedorf. Der Vorstand wird von den dortigen Arbeitern gewühlt. Ein den Vorstand überwachender Ausschuß hat seinen Sitz in Ottensen. Die Statuten des Verbandes treten mit dem 1. Oktober in Kraft. Zum Verbaudsorgan wurde der„Fach- genösse" bestimmt.— Es wurde nun»och vom Kongreß die Ein- richtung von Arbeitsuachiveis-Bureau's, sowie von Bibliotheken in jeder Verbandsfilialc beschlossen. Dann wurde eiueResolution an- genommen, die ausgesperrten Glasarbeiter mit aller Macht zu unter- stützen. Herr Mayer macht nach diese» Ausführungen die Versammelten darauf ausmerksam, daß das vollständige Protokoll des Kongresses später von der Expedition des„Fachgenossen" für 10 Pf. zu entnehmen sei. Er habe blos einen kleinen Ueberblick über die Ver- Handlungen bringen können. An der Diskussion betheiligten sich verschiedene Redner. Es wurde allgemein die Genugthuung über den Verlauf des Kongresses ausgedrückt. Unter„Verschiedenes" macht Herr Mager darauf aufmerksam, daß die Stimmung unter den ausgesperrten Glasarbeitern eine ausgezeichnete sei. Es müsse mir die nöthige Unterstützung herangeschafft werden. Herr Richter macht darauf aufmerksam, daß die Sammellisten»echt Geld an ihn des Montags Abends von 7—8 Uhr bei Zubeil, Naunyn- straße 86, abgeliefert werden können. Daraus wurde die Ver- sammlnng geschlossen. Eine Nrrsa»tt»l«iig der Freir» Uereinignug der Keit'rnsteder und Berufsgeuossen Berlins und Umgegend fand am Sonnabend, den 9. August, in Scheffer's Saal, Jnselstraße 10, statt. Zum 1. Punkt legte der Vorsitzende die Motive tlar, welche die Aussperrung der Hamburger Gerber herbeigeführt haben und er- mahnte einzutreten für die hungernden Brüder. Sänuntliche Kollegen waren hiermit eiuverstaudcn und sofort wurden 20 M. aus der Klasse be>villigt und durch Summlung einiger Kollegen noch 7,75 M. dem„Berliner Volksblatt" zur Weiterbeförderung abgeliefert. Zum 2. Punkt„Diskussion" sprachen mehrere Kol- legen im Sinne des Vorsitzenden. Unter„Verschiedenem" kam es zu einer lebhaften Debatte. Dann wurde» noch einige Fragen erledigt, worauf»och folgende Resolution angenommen wurde: „Ersuche die Versammelten bei Bedarf von Hüten nur solche zn kaufen, die mit der Arbeiter-Kontrolmarke" versehen sind, und darauf zn achte», daß dieselben schon eingeklebt sind." Hieraus schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einein Hoch ans die internationale Arbeiterbewegnng. Eine grosz» öffentliche Versammlung sämmtlicher in der Pelz- und M ü tz e n b r a n ch e beschäftigten Arbeiter n n d Zlrb eiterinnen tagte am Mittwoch im „Schützenhaufe". Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Herrn Stadtverordneten Zubeil über Hausindustrie. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder zum Verband. 4. Wie stellen sich die Kürschner Berlins zum Unterstützungsfonds. 4. Verschiedenes. Das Bureau bildeten die Herren Wedemeier, Hunder und Riehl. Da Herr Zubeil verhindert war, zu erscheinen, so hatte Herr Stabernack das Referat übernommen. Redner schildert die Hanö- indnstrie, hauptsächlich Berlins, in ausführlicher Weise, und erntete dafür reichen Beifall. An der Diskussion betheiligten sich die HerrenHnndcr,Lichtenstein, Feldman», Tomsen, BleichertzStei», Hüb- »er und Frau Zerneck. Sämmtliche Redner erklärten sich mit dem Re- ferenten voll und ganz einverstanden. Folgende Resolution wurde an- genommen:„In Erwägung, daß die Hausindustrie als Produkt der heutigen kapitalifttschen Produktionsweise nur geeignet ist, die Lage unserer Branche zn verschlechtern, spricht die heutige Ver- sammluug sämmtlicher in der Kürschnerbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen sich dahin ans, daßseine Besserung auf dem Boden der heutigen Gesellschastsordnnng nur durch Unterstellung der Hausindliftrie unter die Fabrikinspektion erzielt werden kann." Der dritte Punkt wurde gestrichen. Zum vierten Punkt wurde beschlossen, daß die Unterstützungskaffe am heutigen Tage außer Kraft tritt. Von dem noch vorhandenen Gelde wurden 50 M. den ausgesperrten Hamburger Arbeitern auf schnellstem Wege überwiesen. 23 M. wurden einem Kollegen überwiesen, welcher treu und ehrlich sein Amt im Verein und Verband verwaltet. Ter Rest wurde der Bibliothek des Verbandes der Filiale I Berlin überwiesen. Um alles ordnungsmäßig zu regeln, wurden drei Revisoren gewühlt und zwar die Kollegen Glanz, Bergmann und Modrow. Wegen vorgerückter Zeit wurde der süuste Punkt ge» strichen und die Versammlung geschlossen. Eine gvosfe öffentliche Zserl'aunnlung für Ripdorf und Umgegend fand Dienstag Abend in Hosfniann's Salon, Berg- straße 133 in Rixdors, statt. Zunächst rescrirte Herr Krüger über die Lage der ausgesperrten Hamburger Bauarbeiter. Er stellte in klarer Weise die Entivickelnng der Dinge in Hamburg dar, wie aus dem von den Bauhandwerkem zuerst nur beabsichtigten Lohn- kämpf durch die Bildung des Unternchuierringes ein Prinzipien- kamps geworden sei, ei» Kampf um die heiligsten Rechte des Ar- beiters, m» das Koalitiousrecht. Es sei Sache aller Arbeiter, mitzuivirken an der Unterstützung der Hamburger. Gerade in Hamburg, der alten Hochburg der Arbeiterpartei, dürfe die_ Sache der Arbeiter nicht unterliegen. Wenn die Hilfe der deutschen Arbeiter nicht ausreiche, dann müsse die ganze internationale Arbeiterschaft mit eintreten. Es sei ja crjreulich, daß die Sammlungen zum Besten der Ham- burger von so gutem Erfolge gewesen seien, aber es sei auch Pflicht der Arbeiter in Rixdors, hierbei nach Kräften mit zn wirken. Die wenige» Redner, die zur Diskussion sprachen, schloffen sich den Ansführnngen des Rejerenten in Allem an und crmahnten gleichfalls zn thatkräftigster Unterstützung.— Es wurde bekannt gemacht, daß der Arbeiter-Bildungsverein Sammellisten zum Besten der Hamburger ausgebe, die von Herrn A. Schulz, Hermanuplatz, in EmpfangDgenounne» werden könnten.— Den Ucberschuß der Tellersaminlung bei Schluß der Aersammlung be- schloß man, den Hamburger Ausgesperrten zu überwiesen. Hierauf wurde mitgetheilt, daß am nächsten Sonnybend in demselben Lokal wieder eine öffentliche Versammlung stattfinde, in der Herr Werner über das Thema:„Die Ausnahmegesetze und das Wachsen der Sozialdemokratie" referiren werde. Die Mittheiluug eines Falles, in dem in einer in der Köpenickerstrafie belegenen Werk- statt voin Prinzipal das Sammeln für die Hamburger verboten ser. wurde von der Versammlung niit Ausrufe» der Entrüstung begleitet. «»stUlger Klub Kossmittg. Seien Donnerstag. AbeniS a Uhr,©roste Franlfurter>tr. loa(Franksurter Bterhallen): Sitzung,©aste, durch Mitglieder etngesiihrk, wNlloinmen. Ee»tr>>l-Kra»Iic»-»»d Kterbrliass« der Tischler u. f.>v. Die Mit- glieier der OrlSverivaltungen Berlins versammeln sich am Freitag, den is. August, Abends a Uhr. Stralauerstr. 43 bei Quandt. Koiialdrniokratischer jsesc->»>d yi»>l»ttrlli»l> Freiheit. Donnerstag. de» n. August, Abends Uhr. Versammlung mit Damen im Lokale des Herr» Zubetl, Naunynstraße SS.©äste, durch Mitglieder eingesiihrt, sind ivillkommen. Freie Uereinignna der Nainetimiintelschneider(Bügler, Eteppsr und Zuschneider) und Arbeiterinnen der Bekleidungsindustrie Berlins. Am Montag, de» IS. August, Abends sjs Uhr, tu©rativeli'S Bterhallen, ikommandanten- straste 77— To:©roste Versammlung. Tagesordnung: I. Bortrag des Stadt- verordneten Herrn Mein über: Der Kampf umsTasei». 2. Dislussio». 8. Verschiedenes und Fragekasten. Billets zum 20. September sind in der Bersamm- lang zu haben. Ssderinann hat Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Achtung! Nauodieurr. Am Donnerstag, den u. August, Abend? 8% Uhr, in Iordan'ö Salon, Neue Grünstr. 2S, groste öfsentliche Hausdiener-Versamm- lung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Wie verhalten sich die Hausdiener Berlins zu den ausgesperrten Hamburger Arbeitern? Lieferent: Herr Litstn. 2. Diskussion. 8. Bericht und Abrechnung der Kougrest-Kommisston. 4. Wie stelle» sich die Hausdiener zur Stretr-Kontrolkomniisston eventuell Wahl von Delegirten. 6.'Wahl einer' Agitatious-Kouimission."0. EraäuzungSivahl der Kommission. 7. Verschiedenes. Zur Deikung der Unkosten Tcllersamm- Pr lung. Das Erscheinen stimmlicher Kollege», hauptsächlich aller derjenigen, welche auf Listen gezeichnet und am IS. Juni in der öffentlichen Hausdiener- Bersaminlung bei Jordan'? anwesend waren, stnd hierzu ganz besonders ein- gelade». Allgemein» Kranl»»- und Sterbe Itaste der Metallarbeiter»»d „S»l>>an"(E. H. 28 u. 88, Hamburg), Filiale Berlin 1. Mitgltcder-Ver- fammlung, Sonnabend, den is. August isoo, Abends s% Uhr, Lichterfelder- straße 7, Restaurant Winter. Tagesordnung: Innere VereinSangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Sozialdemo Ilratifcher Zesc- und DiSstuiirlilnb„Zl»ter»atio»ale". Sitzung am Donnerstag, den 14. August, AbendS 8 Uhr, Kl. AndreaSstr. 18, bei Oclze.©äste haben Zutritt. tSefaxg-, Tnrn- und gesellige Vereine am Donnerstag. Männer- gesangverein„Eangeslust", Abends 0 Uhr im Restaurant©ründer, Blilowstr.?!. — Männergcsangverei»„Lätitia" Abends 8 Uhr in«Bettln«' Restaurant, Bete- ranenstr. 10.—©esangverei»„Bretzelschlust" Abds. 8? Uhr im Restaurant Mündt, Köpnickerstraste Ivo.— Männergesangverein„Nordstern" AbendS 8 Uhr im Restaurant Pohl, Miillerftr. 7.— Echäfer'scher„Gesangverein der Elfer" Abends 0 Uhr bei Wolf u. Krüger, Ekalitzerstr. ISS, Eesaiig.—©esangverein „Blüthenkranz" AbendS 0 Uhr im«Restaurant Brandeuburgstr. so.—«Männer- gssangoeretn„Alexander" Abends 8 Uhr im Restaurant Rose, Slraußberger- straste 3.— Männcrgesangverein„Firmitas" bei Kinner, Köpnirterslr. 63.— Männergesangverein„EangeSfrennde" Abends 0 bis 11 Uhr, Frankfurter Bierhallen(Krüger),©roste Frankfurterstr. 102.—„Brunonia"«Abends 0 Uhr Uebmigsstunde bei Lehmann, Alexandrinenstr. 32.— Turnverein„Hasenhaide" (Lehrlingsabtheilung)«AbendS s Uhr Dicstenbachstr. 00—01.—„Berliner Turn- neiinfipnfrfnlft'' t? LebrlinaSabtheilnna) Othenh« ft Uhr in u-,' tr;4htifrf\,i| Turn- in der Äbtheilüng) AbeiidS's Uhr Elisabethstr. 67—89.—'«Allgemeiner Arends'scher Etenographenverein, Abtl>eiluna„Loutsensiadl", Abend» 8� Uhr im Reflaurant Prellst, Orauieiislrasto 61.— Arends'scher Etenographenverein „Phalanx" Abends s.ls Uhr im Restaurant„Zum Burkower©arten", Bnckower- straste 8.— Deutscher Berein«Arends'scher Stenographen AbendS 8 Uhr in Heidl's Restaurant, Koppcnstr. 76, Unterricht und Ucbung.— Berliner Steno- graphen-Beretn(System Arcnds) tzlbendS 8 Uhr im Restaurant Friedrich- straste sos.— Stolze'scher Sienograpyenverein„Nord-Berlin" Abend« 0 Uhr, Schlegelstr. 44.— Verein der„Naturfreunde"«AbendS o Uhr im Restaurant Wiencrftr. 85.— Berein der Unruhstädter'AbendS 8% Uhr im„König- stadt-Kastno", Holzmarktstr. 72.— Berein ehemaliger F. W. Nettschlag'scher Schüler am 1. und». Donnerstag jeden Monats im Eafe Schüler, Lands- bergerstr. 78 Abends 8 Uhr.— Nauchllub„Kernspitze" AbendS 8% Uhr im Restaurant Böhl, Rüdersdorferstraste«.—«Rauchklub„Arcona" AbendS S Uhr bei Ziplinski, Reichenbergerstraste 71.— Nauchllub„Dezimalwaage" Abends 8 Uhr, Vlumenstraste 88 bei Heiirke.— Rauchklub „BorwärtS" Abends 8 Uhr beim Herrn Tempel. Restaurant„Zum?lmboS", BreSlauerstr. 27. Orientalischer«Rauchklub"«AbendS 0 Uhr im Resiaur. Wiechert, Orauienstraste 8.— Rauchklub„Krumme Piepe" AbendS 8 Uhr Langesir. 70 bei Hetndorf.—«Rauchklub„Eollegia" Abends 8 Uhr bei Thtemermann, Stalitzerslr. 65 ©esangverein„Eäugerlust", Abend« 8 Uhr, im Restaurant Landsbergerstr. so.— ©esangverein«Männerchor St. Urban"«Abends 0 Uhr Annenslr. 8.—©esangverein„Deutsche Liedertafel" Abend«« Uhr Köpnickerstr. 100.—©esangverein „Norddeutsche Schleife" Abends von 8 bis 11 Uhr, Mtchaelkirchftr. 88.— — Skalklub„Rückwärts" jeden Donnerstag'Abend« Uhr im Resiaur. Boderte, «Pallisadenstr. 47.— Prival-Thealergesettschast„Adlerschwlnge" Sitzanng oiz Uhr ©artenstr. 14 bei Träger.—«Mustkverein„Borwärts" Uebnng«Abends von bis 10% Uhr, Annen str. 14 part. Reue Mitglieder, welche schon blasen können, finden Aufnahme.— Vergnügungsverein„Fartuelly"'Abends sjs Uhr Sitzung FtdelitaS Suvalidenstr. iso.©äste Ivillkommen. Aufnahme neuer Mitglieder.— Arbcitergesangvcreiu„Hosfnung" Friedrichsberg bei Reusch, Franksurter Chaussee- und Dorfstrasten-Ecke. UebungSslunde. Aufnahme neuer Mitglieder.— Rauchklub„Wald-Knasler" Abends von 0 bis 11 Uhr Waldstr. 8 bei©impel.— Seeger'fcher©esangverein Abends 0 Uhr, Blumen- straste 4S bei Wenck.— Männergesangveretu„Alte Linde" Sjj— I0!j Uhr, John« Utesiaurant.— Gesangverein„Kornblume" AbendS 0 Uhr im Restaurant Blumensir. 6«, UebungSslunde. VviefknZkvn dev Nodetllkion. Bei Ansragen bitten wir die AbonnementS-Quittung beizufügen. Antwort wird nicht ertheilt. Briestiche Fiiv die ansgcs�svrtc« Knuhnndiuri'Ikrv gingen ferner bei uns ein: Gesammelt in der Genossenschaft Selbsthilfe, Fruchtstr. 65, 7,65 M. Ciselenre von KuHfal, Fürstenstrafie, 1,75 M. Von den Schleifern und Prägerinnen der Firma Landsberg 4 M. Verein Zukunft, gieinickeudors, 2. Rate, 17 M. Gesangverein Allegro 4 M. Tischlerei von Stoschek 2 M. Tischlerei von Hoop, Eisen- bahnstrajie 12, 2,70 M. Ein kranker Buchdrucker aus dem Grüne- wald 1 M. Von den Brüdern mit de» rothen Mützen, iköpnicker- straste, 3 M. Bon Debbchen-Götz 1,60 M. Rudolf Duchmain 2 M. Bei Wirsing ausgespielt 1,75 M. Ertrag einer ameri- kauischen Auktioit für einen kleinen Sherry, Elisabethuser 10, 2,31 M. Bei Schusters Kind taufe gesammelt 3 M. Alt-Glienicke I. L. Kolonialivaarengeschüft 4 M. Klaviaturfabrik Schwohls u. Ko. 3. Rate 5,60 M. A. B. N. 1.75 M. Aus der Wassergasse 6,35 M. Gesammelt in der Fabrik von L. 11. H. Sophieuslr. 8 Liste 846 12,75 M. Liste 890«Vergolder Lausitzerstraste 8,70 M. Vom dicken Rothen Diefsenbachstr. 34 6 M. Tischlerei von Raky Köpcnickerstraste 169 2. Rate, mit Ausnahme von zwei, welche Meister werden wollen 4,75 Mark. Schneider 1,60 M. Gesellige Brüder Reue Hochstraste 20 60 M. Wenig aber herzlich 1 M. R. B. 12,85 M. Een arbeetsscheier Willem der neilich»m 3l/2 Millimeter streikte zahlt sogar 50 Pf. Altdeutscher Rauchklub, amerikanische Auktion 10 M. Liste 3977 gesammelt auf der Landparthie der Wickmann'schen Fabrik, Koppeusir, 13/14 13,35 M, Tischlerwerkstatt von Detert, stoppen- straste 13/14, 3,65 M. Gesammelt durch Lannert 3,60 M, Firma Wilh. Böhme, von den Steindruckern(anster einem), Schleifern, Prägern und Goldschnittniacheru, 2, Rate, 13,05 M. Gut Holz T. 1,25 Mark. Bau, Schönhauser Allee 152, 3. Rate, 4 Mark. Tischlerei E. Lutze mit«Ausnahme dreier Kollegen und stimmt- licyer Bildhauer 7,40 M. Ein Proletarier 0,50 M. Posamenticre Jlogt, Alle für Einen 2,50 M. Ilm 10. August in Sanssouci beim Skat, ges. v. Klöpke 1,50 M. Klempnerwerkstatt von Reust, Sebastianstr. 61, 2,05 M, Auktion bei Herschleb von einem Fraktionsbild 16,50 M. Albuinfabrik von Schowe u. Ko. 3,05 M. Mittagsgäste von Herschleb, 2. Rate, 5,59 M. Albuni-Fabrik von Löpert und Kuhnke 5,60 M. Durch Hausdiener A. Hcrriuann in der Vereinsversannnluug als freiwillige Beisteuer entgegen- genommen 2,60 M, Friedrichshagener Grostbauer 1 M. 8 Rothe aus der Hasenhaide 4 M, Generalfonds der Steindrucker und Lithographen 1000 M. Steindruckerei Löwenstein 4,25 M. Liste 0411 Tischlerwerkstatt Müller, Wieseustr. 12, Tischlerwerkstatt Neumaun und von Straust, Stettincrstr. 27. Sämmtliche Kollegen haben sich an der Sammlung betheiligt. 16,50 M. B. G., Adalbertstr. 72 16,50 M. Fabrikgebäude Hagelsberger- straste 62, 3. Rate 8,05 M. Gesannuelt im Restaurant Klupsch, Lothringerstr. 101, 2. Rate 2,65 M. Rauchklub blau und weiße Troddel, Straustbergerstraste 36 6,50 M. Rauchklub Dominium, Lustige Brüder 10,30 M. Mehrere Arbeiter, S. H., Markgrafen- straste 4,80 M. Rixdorfer Genossen, gesanuiielt Hrinz-Handjery- straste 52, I.Rate 7,25 M. Geländerfabrik L. u. B. part. 4,50 M. Kegelklub Ratzia, Ripdorf, amerikanische«Auktion einer Ruß 5,85 M. Die Tischler von W. Kruschke, Boppstr. 6 2,10 M. Ueberschnst der Tellersammlung der Volksvers, in Nixdorf am 12, Aug. 29,15 M. P. 5 M. Tischlerei Fiebekorn, Fruchtstraste 31. 2. Rate 3 M Albumfabrik Lüttmann u. Planus 2. Rate 9,90 M. Hufeiseufabrik von Koch 2 M. Georgenkirchstraße 8,50 M. Die Maler im Liestanrant Hermerschmidt(Moabit) durch amerikanische Auktion 15,40 M. Der Verband der Möbelpolirer Berlins und Umgegend 2. Rate 30 M. Metallarbeiter Ackerstraße 3. Rate 15,65 M. Tischlerei Benzien, Charlottenburg, Pestalozzistraße 11, 4,20 M. Einige Setzer und zwei Lithographen Potsdams 19 M. Töpfer Velten 117 M. Abgesetzt beim Skat durch G. Paul 3 M. Der rothe Bürenbrumm vom Schloßplatz 80 Pf. In Summa 1617 M. 36 Pf. Hierzu bereits veröffentlicht 16 777 M. 28 Pf.; im Ganzen bis heute- 20 394 M. 64 Pf. Berichtigungen: In Nr. 184 muß bei dem Motto ..Berliner Spreeivacht" 10 M. stehen.— In Nr. 185 statt Bau- tischlerci Mottet 8,25 M. soll es heißen: von Mack; Statt Buch- drucker Berlin W, 2. Rate 10,05 M. soll es heißen: Licht- d r n ck e r. Statt Tischler und Polirer v. W. Heim, Hochstraste, muß es heißen: Fruchtstr. 32— 8 M. Statt Adolf Kühr 5 M.: «Adolf Kehr 5 M. Statt Schuhfabrik Erbel— Erpel. Bei ges. vom Klub„Morgeuroth", sollte noch hinzugesetzt werden: Liste 0472. Kunst- und Figurendreher aus der Schraubensabrik Blumenstr, 77, 2. Rate 12 M., statt Brunnenstr.— In Nr. 186 heißt es nicht: Ges. in einem Saal der Harmonikafabrik von Pietschmann u. Söhne 7,50 M., sondern 4,50 M. Es darf nicht heisten, 3 rothe, sondern 3. Rate Steinsetzerges. C. Schütt, E. Hintze, E. Wille 3 M. Weitere Beitrage nimmt gern entgegen die Expedition Beuthstr. 3. Mavliusstr. 2, Ihr eingezahlter Beitrag steht auf der 4. Seiktz der Dienstagnummer Zeile 41 von oben.«Also immer erst genau nachsehen; dann ersparen Sie sich den Aerger und die Postkarte lmd uns ein ganz Theil Zeit. M. D. Spandan. Zu welchem Zwecke sind die heute per Postanweisung eingesandten 10,25 M.? Schriftfühiev der Filiale Gste». Wir haben den Be- richt nicht erhalten. Erneuern Sie ihn, und er wird sofort Auf- nähme finden. E. 100. Bitte wenden Sie sich in dieser Angelegenheit an Herrn Baßler, Lausitzerstr. 53, p. |H. S. Nach sechs Monaten nicht, aber innerhalb sechs Monaten. (0,|«. Nein, Sie brauchen die Scheibe nicht ersetzen. Alter Abonnent Rnmmeloburg. Alimentcuklagen ver- jähren überhaupt nicht. Es können aber mit der Klage nur die 'Alimente von den letzten vier Jahren gefordert werden, da die vorhergehenden verjährt sind. Wegen'Alimenten aus anßerehe- lichem Beischlaf kann nicht Lohnarrest gelegt werden. Alter Abonnent 1. Selbstverständlich müssen Sie Ihre Frau nnd Kinder ernähren, auch wenn Sie dieselben vor Zeugen zur Thür hinausgeworfen haben. Alles Uebrige hängt davon ab, ob die Ehe geschieden und Sie für den schutvigen Theil erklärt morden. . A. M. 68. Die Kommission hat keine Berechtigung, das Geld gerichtlich einzufordern. Eventuell könnte nach Lage der Sache gegen den H. wegen Unterschlagung ein Einschreiten der Königl. Staatsanwallschast erfolgen. H. J. 300. Beziiglich der Exmissionsklage ist der Wirth im Recht. Daß er früher Ihnen Stundung oder sonstige Er- leichternngen gestattet hat, hat keinen Einfluß auf die Be- stinummgen des Kontrakts. WaS die MiethSsordernng für die Monate Juli und Slugust betrifft, so können Sie durch«Vorlegung der Quittung für August diesen Theil der Klage zur Abweisung bringen.- G»noj7rn vom Gesundbrunnen. 1. Atheist ist jeder, der nicht an einen persönlichen Gott glaubt. Disstdent derjenige, der keiner Religionsgemeinschaft angehört. 2. Ein Mitglied der freireligiösen Gemeinde ist daher kein Dissident, wird dagegen meist Atheist sein. Glasrrgesellschaft. Wir ersuchen den Schriftführer künftig die mit Marken der«Packetsahrtgesellschast frankirtcn Briefe doch nicht in einem Briefkasten der«Post zu werfe», da wir nicht ge- willt sind, für jeden derartigen Brief 20 Pf. Strafporto zu zahlen. S. Reichenbergerstr. Eine Kündigung der Wohnung am 24. zum nächsten ersten ist nicht rcchtsgiltig. M. S. 9. Ihr Freund kann im Wege der Klage gegen terrn St. vorgehen und verlangen, daß derselbe den Namen des eüerwerkers nicht mehr auf die Reklamen setzt. 2. Die Zeit, während welcher ein Dispositionsurlauber innerhalb der drei Dienstjahre zu Herbstübungen eingezogen wird, wird nicht als Zeit der Reserveübnng betrachtet. Es ist unwahrscheinlich, wenn auch nicht ausgeschlossen, daß Sie jetzt noch eine Ordre für dieses Jahr erhalten. <Ö. I. Die städtische Sparkasse nimmt deutsche, außer- preußische Banknoten an, die Reichspost dagegen nicht. M. D. 27. Sie müssen der Steuer- nnd Einquatierungs- Deputation des Magistrats schriftlich mittheilen, daß Sie daS Gewerbe übernommen haben, sonst machen Sie sich strafbar. F. St. in U. Wegen städtischer Stenern ist die Beschlag- nähme des Arbeitslohnes zulässig. Zt. K., Frirdrichofrlderftr. Schiller hat keinen Roman geschrieben, nur einige«Novellen und eine nicht vollendete Erzäh- lung, die mit seinen Dramen nichts zu thun haben. Di.&!., Frirdrnstraße. Wir bedauern, Ihnen die ge- wünschte Ausklcirung nicht geben zu können, da auch wir die Be- deutnng dieser Zeichen nicht kennen. jj. K. 4. Sie können gegen Ihre Stiefmutter Strafantrag wegen Verletzung des Briefgeheimnisses und Unterschlagung stellen, crsteres aber nur innerhalb dreier Monate seit erhaltener Kenntniß. 24. i). S. Ihre Anfrage ist nicht vollständig genug, um eine präzise Beantwortung zu ermöglichen. Zu mündlicher«Ans- kunst sind wir bereit. M. ö». Zl. 10L. Freilich muß Ihr Bruder die 100 Thlr. an die Erben Ihrer Mutter herauszahlen, kann aber natürlich den davon auf ihn entfallenden Theil zurückbehalten. Aus Ihrem Schreiben geht aber nicht hervor, ob Ihr Vater noch lebt, od Sie seinen jetzigen'Aufenthalt kennen. Möglicherweise wird eine gerichtliche Todeserkärung erforderlich sein. A. Z. 222. Die Strafe wird in dem Fühnmgsattest vcr- merkr. Ob und wieviel dasselbe kostet, hängt davon ab, zu welchem Zwecke es gebraucht wird. C. K. Miescnjlrajie. Sie können die Uhr bei einem anderen Uhrmacher repariren lassen und die Reparaturkosten von Z. ersetzt verlangen, auch entsprechend die etwa noch rückständigen «Miethsraten zurückbehalten. il, 18TO. Wenn der Lehrherr dem Lehrling zum GraS- stehlen veranlaßt, nnd dieser es thut, so kann Ersterer ans§ 48 des Strafgesetzbuches wegen Anstistung bestrast werden. A. 100. Geschenke unter Brautleuten können binnen 6 Monaten seit der Schenkung zurückgefordert werden. Hat der Schenkende bei Auflösung der Verlobung für ein von ihm ge- inachtes Geschenk Geld genommen, so kann natürlich der Be- schenkte den betreffenden Gegenstand behalte». Cheviot. Der Schtirider war nicht berechtigt, einen höheren«Preis als den ursprünglich verabredeten zu verlangen. Sie haben sich aber mit seiner Mehrsordernng ausdrücklich ein- verstanden erklärt und sind nun an Ihre Zusage gebunden. F. F. Scharrrnstv. Nur wenn Ihr Bruder nachweislich an den Folgen des Unfalls gestorben ist, haben seine Hinterbliebene» Ansprüche an die Berufsgenossenschast. Urin. C. 1890. Sie können den Kassirer, nachdem Sie ihn vor den Schiedsmann geladen, beim Schöffengericht wegen öffentlicher Beleidigung verklagen. Dagegen wird Ihre Ber- psiichtnng zur Zahlung der vertragsmäßigen Raten durch jenen «Vorfall nicht berührt. (0. M. Haben Sie ein wenig Geduld. .. Alter Abonnent 76. Beantragen Sie Beim PoliM'wi» gaben, so können Sie ziehen. ~, �l. M. Der Gerichtsvollzieher kann durch amtlich� Schreiben, dav aber nicht eingeschrieben oder mit ZuiielW. nrfnnbe versehen zu sein braucht, den Schuldner von der F« zabe der Pfandsachen denachrichtigeu. Wenn der Brief mcht b stellt wird, so hastet er nicht für den Schaden, welch lchierer übrigens Mwer nachweisbar sei» bürste, W i Vernns'" sofern nicht der Tod mit dem Unfälle in nachwest G. V. Alter Abonnent. 1.•v"/(2"i:;„n«rncften auf, sammenhang steht. Dieser«itachweis wtro aoer««> o"-:,-„yr- schwer zn führen sein. Sie hätten eine Sektion der Lc I nehmen lassen sollen. 2. DaS Borniundschastsgencht r« älteren Bruder zum Vormunde des jüngeren bestellen, o für dt-... R.»--"" nommene Nähmaschine auskommen........ creaani H.»U. Steiittnrbstr. Wir können Ihre säimntlichin� nur in fürSieungüustigenlSinne beantworten. Nur dieselben««? welche ihre Frau in die Ehe gebracht hat, kann pe ve ............ hum reklamiren. Wenn Sl-ihr die Sachen verschreiben, so wi ....... Landsberger Allee. Wenn Sie auf der Gewerbedeputatst» Pfändung als ihr Eigenthuin reklamiren. eitiem anderen Gläubiger die Sachen verschreioeit, i», Pfändung mit Erfolg angefochten und Sie kon ganz'oder zum Theil abgewiesen worden sind, so muß spätestens binnen 10 Tagen nach mündlicher Eröffnung o scheidnng beim«Amtsgericht eingereicht sein...„git! L. K. Wenn Sie sich auch nach dem Kontrakte bau. � Veränderungen gefallen lassen müssen, so bezieht sich nicht ans solche Neuanlagen, welche einen Theil d�«h, Ihrer Wohnung wegnehmen. Sie könne» daher die w> � verlassen, oder vom Wirth eine entsprechende Vennrz.mg MiethSpreises fordern. Zahlen Sie event. die volle Mlelye..�, Vorbehalt und verklagen Sie dann den Wirth auf HeranV I; des zuviel Gezahlten. 1000, Uirdorf. Sie können auf Herausgabe de» � klagen. Eine strafbare Handlung hat Ihre Braut aber I 3"'i!. S., Ua uui» n str. Schlasleute müssen am �.z">n�'A, 1. kündige». Erfolgt die Kündigung verspätet oder ga so müssen Sie noch für den nächsten Monat Miethe zasm•. gr) A. St. 13». 1. Sie können den Betressenden am. � stattung der 21 M. beim Amtsgericht verklagen. 2. Dar« J. Zuchthaus bis zu 5 Jahren. Da aber die Hanptzeug. � Schivcster des Thäters ihr Zeugniß verweigern kann, so w Nachweis vielleicht nicht zu erbringen sein.»p Ä. D.. Mirsrn straste. Dienstmädchen können zwungen werben, zum Gesinde-Velohnungsfonds beizuiieuec Kl. D. Sie gebrauchen Ihren Geburtsschein und den o{ Braut; außerdem die Einwilligungserklärung des Vaters «Braut. Wird diese Erklärung nicht mündlich beim beamten, sondern schriftlich abgegeben, so muß die Unie Ihres Schwiegervaters polizeilich oder inrch den Bej.rksvo beglaubigt sein.., C. K. 100. 1. Wie Sie in derselben Sache zweui'M halb acht Tagen verklagt werden könne», ist uns unriar. � müßten die Schriftstücke sehen, um das prüfen zu können.: � Gerichtsvollzieher kann, wenn er vollstreckbaren Schnlv. sofort, auch in Abwesenheit des Schuldners zur Pfändung I'i und Gegenstände versiegeln. Dem Schuldner vorher noa) zum Zahlen zn lassen, ist er nicht einmal berechtigt. ,, K. K. 100. Ein Winterüberziehcr gilt als unentbch Kleidnngzstück und unterliegt nicht der«Pfändung Seite» Gerichtsvollziehers oder Stenererhebers... ? Steuer» müssen bis zu 2 Jahren nachgezahlt iveroe% Ädrrberarrstr. 43. Verklagen Sie gleichzeitig den den P. in ein und derselben Klage. Beide haften Jh»�» dorisch. de» I. A. 17. G. SO. Ter Kläger muß dem Verklagte» Eid zuschieben. Wenn er aber für seine Behaiiptnnge» theiliveise» Beweis erbracht hat, so kann der Richter den«et zum Eide vcrstatte». Joseph K., Aachen. Rein. Es treten die gesetzliche» ss f Christen des«Personellstandsgesetzes vom 6. Februar 1°. u{� Kraft und ist für die Belgier außerdem erforderlich, daß»e � ein gehörig beglaubigtes Attest der«Ortsobrigkeit ihrer nachweisen, daß sie nach den dortigen Gesetzen zur„A einer Ehe im Auslande befugt sind. Die Heirath-anme» kann sofort unter Ueberreichung derartiger Atteste erfolge». ff. S., Avliona-plast.«Wenn der Vermittler nicht ges°«� mähiger Vermittler ist, hat er ohne vorherige Abrede keine Peni zn fordern..„{Ü M. Keyer, Kottbnseistr. Ihr Bekannter könnte eve> ,, daraus klagen, daß Herr St. gehalten sein soll, den Nanten selben in seinen Plakatetl zn entsernen. Derselbe müßte»»es auch angeben, ob und in tvelcher Höhe er durch die«Aufs»* seines Namens geschädigt ist.#(< I. G. Wenden Sie sich mit einer Beschwerde an de» ,, gierungspräsidenten. Gegen eine ablehnende Entscheidung«� selben steht Ihnen dann innerhalb zweier Wochen nach 8»!« m( derselben die Berufung auf den Rechtsweg mittelst Erhebung Klage zn. m L. Schaff»«v, Gberstinsrl. Versuchen Sie es mit et»0 schwerde beim Landrath.- A. Sch. Nei»ich»nd»rferstr. 52. Sie fragen Kollegen aus der Maschinenfabrik von L. Löive u. Ko., H»"!'„ock straste 32, schon einen«Veitrag zur llnterstützniig der Hennb» u., «Ausgesperrten geliefert habe», tritt solcher Beitrag ist völng willig; wir sind aber überzeugt, daß schon mancher Arbeitt» Löive'schen Fabrik auf Listen sein Scherslei» gezeichnet hat. z, G. jianx. 1. Die Frau muß Ihnen die Sachen h� gebe». 2. Kommt auf die Höhe des Objekts an. 3. Ii'" nöthig, würde aber vielleicht ohne Klage zmn Ziele führen. Depeseszen. (ZUolffs Trleovaphrn-Knvean.) Kon», 13. Anglist. Einer Meldung der„Deutsche»«K jZ ............' für den zeitung" zufolge ist der Rcichstagsabgeoronete Bonn-Rheinbach, Dr. Virnich, heute in Borkum an ei»B» schlüge gestorben.„ Lnzcr», 13. August. Der groste Rath des Kanton» � � hat den Valermörder Kailfmann mit 74 gegen 49 Stini»«« lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt.. git London, 13. August. Der Chef der Londoner Polizid Edward Bradford, wurde heute bei einem Spazierritte»mLgcii Pferde abgeworfen, kam bei dem Sturze unter das«Pferd z» nnd wurde bewußtlos vom«Platze getragen...„(U Grenoblr, 13. August. Das hiesige Schwnrgertclst p nrtheilte drei Anarchisten ivege» Umtrieben anläßlich der Stundgebimg in Vienne zu ein- bis sünsjährigem Gesängmis' zlein-Norlt, 13. August. Nach Depesche, i aus San d-m, scheint der«Ausbruch von Feindseligkeiten zwischen Honduras San Salvador bevorzustehen. Lagos, 13. August. Eine Schaar von Soldaten des-« von Dahomv näherte sich in der Nacht zum 12. August �», ,,; schanzungen von Kotomi. Die Schisse„Najade" und»r beleuchteten die Küstenebene mit elektrischem Licht. Die«"„ij reurs der Garnison gaben mehrere Schüsse ab und die marschirte gegen den Feind, der ssich zurückzog. De» wurden Blntspuren entdeckt und ein Berivnudeter gesaugt nommen. «1 - S Verantwortlicher Redakteur: Gurt Kaalie in Berlin. Druck und Verlag von Kta» Knding in Berlin LW.. Beutbstraße 2.