gp Mt-- h W"* 1 dn 9» Jtaii i ingwg « S il bauli� d->sd-» ginUBü» lSohnB"! '!?€ Fr. 188. Freitag, den 15. A«g«st 1890. 7. Jahrg. Organ für die Interessen der Arbeiter. scheint taali» m...Berliner Volkslilatt" aWIIMBBBiü SMZMWWMM Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -, Fernsprecher: Amt VI. Ur. 4100.»•* Nedaükion: VeukhftvcrHv 3.— Szepedition: VenksM�Me 3. -K inac ar' len. CK |1 nicht letii- k '4 «•"'S sl Öie SsjinldetnokrrQkio unt» der Poriantcnlnrij-ntUis. � Sozialdemokratie ist die Partei der Arbeiter- dfj � �at solche die Interessen dieser Klasse mit *.!V enieu'9en Mitteln zn verfechten, welche die soziale und msche Entwickelung ihr in die Hand geben. Das werk- "ige Volk kämpft für politische wie für ökonomische Ziele, ,w.ll den Staat demokratisiren, die Wirthschastsiveise 'Mllsinn. «litt öffentliche Leben, wie es sich im Laufe der Zeit die 9r �at' � oine gegebene Thatsache, mit welcher �..�öeiterbewegunig zu rechnen hat, will sie anders der �ch�ögebende Faktor in diesem öffentlichen Leben i>i. abseits vom Wege stehen, wer sich abschließen und .-uolle des Predigers in der Wüste spielen würde, der !'-■-■— � � le»s CK S Zi 0 £ -oe"� den ng ob? i f'ieb'n gefährlichste Lage, die für eine auf- j.. �- Partei nur denkbar ist, er geriethe aus dem wo- ein � öer modernen Entwickelung in die Untiefen ""berechenbaren, Kräfte vergeudenden Sektirerei. Die tndlick ��ialdemokratie aber ist keine Sekte, die aus den Scko- ihrer Dogmen bauend, die Hände in den öijjgj und die Dinge gehen läßt, wie sie wollen, sie Ga» nniß bei Strafe der Selbstvernichtung in den . 3 der Verhältnisse eingreifen, sie muß bekunden, daß sie und daß sie eine Macht ist, mit welcher die bürgerliche sm.�ft �chnen hat, sie muß Politik treiben. Rods! 6 Proletariat in die Speichen des politischen Tw �"�ugreifen hat, darüber entscheidet der Stand der »>cl�' � die einfache Folge aus Voraussetzungen, q. � n'cht der Einzelne, nicht die Partei, sondern die °"°n Verhältnisse bestimmen. in(5 streitet die Arbeiterschaft in der Schweiz, anders kein U�Quk und anders in Teutschland. Das sind Diffe- e« der Kampfesweise, die ans den öffentlich-rechtlichen entspringen. Das aber unterscheidet die moderne � o demokratie, die getränkt ist mit den Lehren des �! ch a s t l i ch e n Sozialismus, von des den »niv-v�"' � ft f*** ch c" Soziaersmus, vo» w» heit �orrenen Negungen des UtopiSmus der Vergangen- läge � sich nicht ans ihrem Kops heraus eine Lach- ')oie sie sich dieselbe wünscht, die aber den r ,C1 �ot, daß sie nicht wirklich da ist, sondern, daß sie mit � 8en Sicherheit, wie sie die kühle Einsicht in die realen ... Jleuillekozr. virbolen.i_ [20 S tf* 0 jnnior nndUisler senior. Von Alphonse Daudet. dem Französischen von Ludwig K n o r r. �digte'»"p 11 H1 so leichter, als Froinont alle Kassengeschäfte �>>q»s. sei,, nionatlicher Bedarf in die Wohnung Tadm�. �urde. stäche.'ourde es Sidonicn und George noch leichter "ges �.ogenheiteil zur Ausführung ihres infamen Bc- .l»-" i en'i A II-»-vi,,""/•« hA�ifie rte,;ei1 Etage die' Koffer gepackt, die � Abgenommen und ein großer Möbel- .s�chteÄ. dem sich hoch oben die blaue Wiege ®tof.nr.�'a schaukelte, brach mit Allem nach dem Schlosse ii �»»tter« Eines Morgens fuhren dann Mutter, i»..�n und Amme, ein ganzer Haufe von weißen öe. �orfe,., cr'chke» Schleiern in einer zwcispännigen Kutsche " z» ��abe den sonnigen Rasenplätzen und schattigen �"ar um diese Zeit häßlich, nienschenlcer; obgleich Verhältnisse verleiht, diesen gegenübertritt und sich mit ihnen abfindet, ohne auch nur ein Iota von ihren im Feuer des Klassenkampfes erprobten Grundsätzen zu opfern. Die Sozialdemokratie läßt sich nicht durch die Verhältnisse beherrschen, sie sucht dieselben im Sinne und im Interesse des wcrkthätigcn Volkes zu beeinflussen. Sie niacht sich nicht zum Werkzeug der Politik, sie macht die Politik zu einem Werkzeug für die endliche Verwirklichung ihrer Pläne und Absichten. Die verfassungsrechtliche Form des politischen Lebens ist in Deutschland der P a r l a m e n t a r i s m n s. Die Partei, welche in Deutschland zu Worte kommen, die Massen— auf die es ihr allein ankommt— in Vc- weguilg setzen, sie um ihre Fahnen schaaren und die Propaganda für ihre Ideen in die weitesten Kreise tragen will, eine solche Partei muß den Parlamentarismus als eine Thatsache akzeptiren. Von Lassalle, der das arbeitende Volk zur Agitation für das allgemeine Stimmrecht aufrief, bis auf unsere Tage ist der parlamentarische Kampf, der Kampf für die Ver- tretung im Parlament, der Kampf der Vertreter des Pro- letariats im Parlament eins der wichtigsten Momente in der thatkräftigen Wirksamkeit der deutschen Arbeiterschaft ge- wesen. Man bedenke, daß für die überwiegende Mehrheit der deutschen Wähler der Wahltag die einzige Gelegenheit bietet, den V o l k s w i l l e n unumwunden zum Ausdruck zu bringen. Die Wahlagitation, der Wahlkampf find das Band, das Hunderttausende zu gemeinsamem Handeln eint, sie ermöglichen es uns, für unsere Sache in den breitesten Schichten der Bevölkerung Propaganda zn machen. Will man ferner den historisch beglaubigten Thatsache» nicht Gewalt authun, so kann man nicht leugnen, daß das iclbcwnßte, folgerichtige, geschlossene Vorgehen der Arbeiter- Vertreter im Reichstag auf die Gestaltung der deutschen Politik von Einfluß geivescn ist. Es ist selbstverständlich, daß dies nur möglich war, weil hinter den sozialdemo- kratischen Abgeordneten das deutsche klassenbewußte Pro- lctariat stand und steht. Aber nie und nimmer hätte dasselbe unter den gegebenen Verhältnissen zu Worte kommen können, wenn nicht die Fraktion da- gewesen wäre, die nichts Anderes ist und sein will, als die W o r t f n h r e r i n der d e n t s ch e n A r b c i t e r sch a ft. Als Wortführcrin der Arbeiterschaft hat die Fraktion die Pflicht, die Interessen ihrer Auftraggeber im Parlament es Sidonie auch zu dieser Zeit liebte, wo die Stadt wie ein Hochofen glühte, so schmerzte sie doch der Gedanke, daß jetzt die eleganten und reichen Pariserinnen unter ihren hellen Sonnenschirmen am Meere promcnirten und diese Badereise als Vorwand zu tausend neuen Erfindungen und sehr gc- wagten Modcthorheiten machten, die es gestatteten zu zeigen, daß man ein wohlgeformtcs Bein, eigenes langes kastanien- braunes Haar besitze. Ein Seebad? Daran war nicht zn denken, weil Risler nicht abkommen konnte. Ein Landhaus kaufen? Dazu fehlten die Mittel. Freilich war der Liebhaber da, der nichts sehnlicher verlangte, als diesen Wunsch zn erfülle», aber ein Landhaus läßt sich nicht schenken wie ein Armband oder ein Cachemirc- shawl. Der Gatte muß dicS Geschenk selbst in Empfang nehmen. Das war nicht leicht— aber mit Risler konnte man es schon versuchen. Um vorläufig die Bahn zn ebenen, sprach sie von nichts anderem als einem kleinen tranlichen, nicht zu theuren Land- Hanse ganz in der Nähe von Paris. Risler hörte lächelnd zn. Er dachte an das hohe Gras, an mit Früchten gefüllten Obstgärten, ihn quälte schon daS Bcdnrfniß des Besitzens, das zugleich mit dein Vermögen entsteht; da er vorsichtig war, so sagte er: „Wir werden sehen, werden sehen... Warten wir den Jahresschluß ab..." Der Jahresschluß bezog sich auf die Inventur. Die Inventur! Das ist ein Zauberwort. Das ganze Jahr wird gcar beitet und geschafft im Trubel der Geschäfte, das Geld kommt, geht, rollt, vermehrt und verflüchtigt sich und das Vermögen des Geschäftes vergrößert sich, verringert sich, mit Thatkraft und Umsicht zu verfechten. Sie muß stets in innigster Fühlung mit den Wählern bleiben, und da sie nur das ausspricht und vertritt, was das Volk wünscht, so ist jede Rede eine„Rede zum F e n st e r hinaus". Seit einem Vierteljahrhundert beinahe sind der flamnienden Mahn- und Weckrufe genug von der Tribüne des deutschen Reichstags in die Welt hinausgegangen, und die deutschen Arbeiter haben ihr Einverständniß mit der Gesaminthaltung der Fraktion bei jedem neuen Wahlkamps glänzend doku- mcntirt. Dies Einverständniß ist die Grundlage für die Thätigkeit�der Reichstagsfraktion. Die Sozialdemokratie ist sich klar darüber, daß die sozialen Streitfragen durch den Parlamentarismus nicht zum endgiltigen Anstrag gebracht werden können. Niemals hat unsere Partei den Fetischkultns mitgemacht, mit welchem der Liberalismus das parlamentarische System feiert. Das- selbe ist für uns ein Hebel neben anderen, um unserem Ziele möglichst rasch uns zn nähern. Aber deshalb, weil nicht Alles vom und im Parlament geleistet werden kann, darf man nicht die Wirksamkeit unserer Genossen auf bloße emon st rat tönen beschränken wollen. Denn so und nicht anders ist es zu verstehen, wenn gesagt wird, daß die Fraktion„nur als agitatorische Macht" auftreten solle. Es ist selbstverständlich, daß unsere Aufgabe die Agitation für unsere Idee ist. Aber man agitirt keineswegs immer und keineswegs immer gut, wenn man das„Richts-als- Dcmonstriren" für das Allheilmittel hält. Zur rechten Zeit am rechten Orte ist ein solches Auftreten die einzig richtige, die einzig mögliche Aktion. Eine große Partei aber, die 35 Vertreter hat, würde sich zu Grunde richten, wenn sie betreffs der positiven Thätigkeit eine Entsagung übte, die allein den Gegnern zum Vortheil gereichen würde. Gewiß, die Bourgeoisie sträubt sich gegen sozialpolitische Zugeständnisse, aber sie sträubt sich nur, so lauge sie es vermag. Nicht auf das, was sie will, sondern auf das, was sie muß, kommt es an, und die Geschichte der Fabrik- gesetzgcbung in der alten und neuen Welt enthält wahrlich Beispiele genug dafür, daß die Besitzenden soziale Reformen unter bestimmten Voraussetzungen gewähren müssen und gewährt haben. Ob die Bourgeois„nur zum Schein" oder im Ernst für den Maximalarbeitstag sind, diese akademische Frage berührt den wirklichen Sachverhalt nicht im mindesten. Und kein Sozialist läßt sich„durch den Schein bethören", da er weiß, wächst oder schivindct in beständiger Bewegung, wie eine glänzende ungreifbare Schlange. Erst an einem gewissen Rnhepuukte kann man sich über die Lage klar werden. Bei der Inventur wird uian erst erfahren, ob das Jahr, das gut schien, es auch wirklich war. Gcwöhulich findet die Inventur Ende Dezember zn Weihnachten oder Neujahr statt. Da sie viele anßergewöbn- liehe Arbeiten erfordert, so dehnen sich diese bis tief in oie Nacht ans. Das ganze Hans ist auf den Beinen. Die noch lange nach Schluß der Bureaus hcllbrenuenden Lampen scheinen an dem Festglanze der in der letzten Woche des Jahres so viele Fenster der Famlienwohuungen im Kerzen- glänz erstrahlen läßt, Thcil zn nehmen. Bis zum letzten Angestellten herab iutcrcssirt sich jeder für daS Ergcbuiß der Inventur. Hänge» doch die Gehaltsaufbesserungen und Gratifikationen von diesem Ergcbuiß ab. Während man in der Fabrik die großen Summen eines reichen Hauses ausmarschiren läßt, sprechen auch die Frauen und Kinder und die Eltern der Angestellten von nichts anderem, als der Inventur, da deren Resultat sich auch bei ihnen fühlbar machen wird und zwar entweder durch noth- gedrungene doppelte Sparsamkeit oder durch lange ver- schobcnen Einkauf eines Wirthschaftsstückes, den das Weih- nachtsgeschenk jetzt endlich ermöglicht. Bei Fromont jnnior und Risler senior ist Sigismund Planus während dieser Zeit der Gott des Hauses und sein kleiner vergitterter Raum ein wahres Heiligthum, daS alle Angestellten zn beschützen scheinen. In der Stille der ruhen- den Fabrik rauschen die schweren Blätter der großen Bücher beim Umwenden, wenn ein laut gerufener Name Veranlassung giebt in den Registern nachzuschlagen. Die Federn kratzen. daß nur durch die Macht der ökonomisch-politischen Eni- ivickelmig, nicht um der schönen Augen der Sozialdemokratie willen Konzessionen durchgesetzt werden. 1 Ist mau der Ansicht, daß durch die Thätigkeit im Reichstage nichts Branchbares erreicht werde,' gut, so möge mau gar nicht mehr wählen. Das ist denn doch etwas Ganzes und der Methode, wie sie vorgeschlagen worden ist, Entwürfe einzubringen, nur um«die Gegner zu blamiren", unbedingt vorzuziehen. Leichtere Arbeit würde ja die Partei haben, wenn sie ans diese Art operirte. Aber würde sie der Arbeitersache damit einen Dienst leisten? Eine positive Wirksamkeit sucht Gutes zu erreichen und, wenn dies nicht möglich, wenigstens das Schlimmste zu verhüten. Dies kann aber nur durch stete, nnermüdete parlamentarische Thätigkeit erreicht werden. Haben die Berliner Genossen, als sie in zahllosen Ver- sammlungen zu Gunsten eines Arbeiterschutz-Ge- s e tz e s sich aussprachen, wirklich blos gewollt, daß der Entwurf der Fraktion eingebracht werde, um den Gegnern ihre Impotenz und Böswilligkeit nachzuweisen, oder aber wollten sie, daß auf die Gesetzgebung von der Fraktion als Mandatarin der Partei ein Druck ausgeübt werde, um vernünftige Reformen zu erzielen? Und so schwächlich auch der Anfang ist, liegt nicht bereits jetzt eine Gewerbeordnungs- Novelle vor, ein erster kleinster Schritt zwar nur auf der Bahn zur Sozialreform, aber doch der erste Schritt? Und hat nicht der Eifer, mit welchem die Fraktion, aufgc- muntert durch die Partei, die VersichernngSgesetzgebnug be- handelte, zum mindesten einige Verbesserungen herbeigeführt und manche Härten beseitigt? Man verfolge �die Geschichte des Sozialistengesetzes! Hätte die Fraktion nicht unausgesetzt Kritik geübt, immer und immer wieder die Aufmerksamkeit der ganzen zivilisirten Welt aus die Mißstände der Puttkamerei gelenkt, die Spitzelwirthschast enthüllt, die verhänguißvollen Wir- lungen der Ansnahmeakte bloßgelegt, so würden wir heute nicht so weit sein, wie wir es thatsächlich sind. Nur im Reichstage konnte mit Aussicht auf Erfolg das gethan werden, was in dieser Hinsicht geschehen ist. Wir haben weiter zu rechnen mit der großen Menge derjenigen, die aus Klasseninstinkt zwar uns folgen, denen aber noch keineswegs die sozialdemokratische Weltanschauung in Fleisch und Blut übergegangen isi. Diese finden den Weg am sichersten und leichtesten zu uns durch dieses prak- tische Schaffen der Genossen im Reichstage, durch das fach- kundige Eingehen auf alle die Dinge, welche dem Arbeiter in des Daseins Drang und Roth in den Weg treten. War es vielleicht unklug oder unprinzipiell oder unersprießlich, daß aus der Fraktion heraus die schlechte Lage der Unterbeamten gekennzeichnet wurde? Wer das Interesse des arbeitenden Volkes auf diese Weise zn wahren unternimmt, der parlamcntirt nicht, der vergiebt sich nichts. Praktische Arbeiterpolitik, diese eben gekennzeichnete Art der Fürsorge für die Arbeiter mag dem Theoretiker, der die Arbeiterzustände nicht aus eigener Anschauung oder höchstens aus der Vogelperspektive kennt, nur kleinlich erscheinen, aber sie ist verständlich für den kleinen Mann, sie ist ein Mittel, ihn zu gewinnen, sie ist eine Pflicht für die Vertreter der Armen und Elenden, die auch die geringste Erleichterung als solche empfinden. Vom Fabrikiuspektorat bis zur offiziellen Sozialpolitik von 1890, welch ein weiter Weg! Welch eine Reihe von Kämpfen und Erfolgen! Wahrlich, die parlamentarische Thätigkeit war und ist nicht fruchtlos. So lange das allgemeine Wahlrecht die Basis des politischen Lebens im deutschen Reiche ist, so lauge muß das Wahlrecht Der alte Kassirer inmitten seines Stabes hat ein ab- gcrackertes, schreckliches Aussehen._ Ab und zu nähert sich Fromout jmnor, behandschuht, mit der Zigarre im Munde, eben bereit, in den Wagen zn steigen. Er kommt langsam ans den Fußspitzen heran uns beugt sich zn dem Schalter: „Nun.... wie stchts?* Sigismund stößt ein Gebrumme aus und der junge Chef des Hauses entfernt sich, ohne eine weitere Frage zu wagen. Er konnte wohl an der Miene des Kassirers leicht errathen, daß die Sache nicht gut stehe. In der That hatte man seit der Revolution, wo man sich in den Höfen der Fabrik schlug, im Hause Fromout noch nie eine so jämmerliche Bilanz gesehen. Einnahmen und Ausgaben deckten sich. Die Handlungsunkosten hatten den ganzen Verdienst verschlungen und außer- dem schuldete Fromont junior der Kasse ganz beträchtliche Summen. Man hätte das bestürzte Gesicht des alten Planus sehen müssen, als er am 31. Dezember zu George hinausging um ihm die Bilanz vorzulegen, Georges nahm die Sache sehr leicht. In Zukunft würde alles besser gehen, und um die gute Laune des Kassirers wieder herzustellen, gab er ihm statt der üblichen Gratifikation von fünfhundert Frank, die sein Onkel zugeben pflegte, diesmal tausend. Jedermann erhielt Beweise seiner großmiithige» Laune und in der allgemeinen Zufriedenheit wurde das ungünstige Resultat des Jahresabschlusses bald vergessen. Was Risler anbelangt, so wollte ihn George persönlich von der Geschäftslage unterrichten. Als er das kleine Zimmer seines Associes betrat, das, durch Oberlicht erhellt wurde, dessen Strahlen senk- recht auf die Arbeiten des grübelnden Erfinders fielen, empfand Fromont junior eine kurze Anwandlung von Scham und Reue über das, was er jetzt thnn wollte. Risler hatte sich beim Geräusch der geöffneten Thüre schnell umgedreht und sagte freudestrahlend:„Chorche mein Freund... ich habe sie..... unsere Druckpresse. Es sind noch einige Kleinigkeiten zu finden... aber das ist egal, ich bin meiner Sache sicher... Sie werden sehen... werden sehen,.. Ah, die Prochassons, sollen sich nur an- gebraucht werden, wie bisher, als Mittel, die Massen für den Sozialismus zu gewinnen und sie politisch zu schulen; als Mittel, der Bourgeoisie mit zahlenmäßigen Belegen unserer Macht gegenüber zu treten; als Mittel, im Parlament den Willen des Proletariats kund zu thun; als Mittel, für die Volkswohlfahrt und Volksfreiheit nach Kräften zu wirken. Diese Ausführungen sind, wir brauchen es unseren Lesern nicht erst zn sagen, veranlaßt durch die Debatten in der Versammlung des 6. Berliner Reichstags-WahlkreiseS am 12. d. Mts. Wir hadern nicht mit Persönlichkeiten, unsere Absicht war es allein, eine nicht unwichtige Frage prinzipiell zu behandeln. Lissaboit, 10. August. Der Bäckerstreik ist abermals ausgebrochen uud hat eine» recht heftigen Charakter angenommen. Nachdem nämlich die Gesellen die Arbeitseinstellung als beendet erklärt, und sich bei den Meistern zur Wiederaufnahme der Ar- beit eingefunden hatten, wiesen diese die Gesellen zurück uud er- klärten ihrerseits den Streik. Als Grund wurde angegeben, daß die Meister auf die Forderung der Polizei, alles Brot zu einem genau bestimmten und kenntlich gegebenem Gewichte zu verkaufen, nicht erfüllen könnten und deshalb solange kein Brot mehr backen würden, bis die Polizei die Verordnung zurückgenommen habe. In einer öffentlichen Versammlung der Meister wurde darauf dieser Standpunkt gebilligt und der Streik als ein allgemeiner erklärt. Die Gesellen dagegen sahen gerade diese Vorschrift der Polizei als eine berechtigte an, da durch dieselbe von ihnen der Vorwurf genommen wurde, daß sie, die Gesellen, sich betrüge- rischer Handlungen schuldig machten. Man kam deshalb zn dem Beschluß, sofort die Produktiv-Genossenscha st zu be- gründen und schon jetzt das Brot auf Rechnung der Gesellen zn backen. Die Stimmung der Bevölkerung ist auch sofort zu Gunsten der Gesellen umgeschlagen, und obgleich die Meister gegenüber diesem Plane ihre Wuth kaum zu zügeln wissen, dürste das Vor- haben der Arbeiter doch von Erfolg begleitet sein. In Oporto haben in den letzten Tagen 800 Arbeiter und Arbeiterinnen zweier mechanischen Webereien die Arbeit eingestellt, da die neu eingeführte Fabrikordnung Bestimmungen enthielt, welche den Arbeitern als unwürdig erschienen. Da nun die Fabrikanteil sich einige Dutzend Weber und Weberinnen von der Fabrik einer benachbarten Stadt„abtreten" ließen, und diese au Stelle der Ausständischcn in die Fabriken führten, suchten die Streikenden natürlich die Neueingetroffenen ebenfalls zum Ver- lassen der Arbeit zu bestiimuen. Sofort aber ivar Militär zur Stelle und stürmte mit blanker Waffe uuter die friedlich uuter- handelnden Arbeitergruppeu und verwundete mehrere der Streikenden, um dann bei dem entstandenen Lärm Massenver- Haftungen vornehmen zu können. Trotz dieser Leistung ist aber der Streik noch keineswegs beendet, sondern die herbeigeholten Weber verlangten die Rückbeförderung nach ihrer Hcimath und die beiden Fabriken in Oporto stehen zur Zeit noch geschlossen. Die Streikenden werden von den übrigen Gewerkschasteil genügend unterstützt. Madrid, 11. August. In Catalonien und Valencia ist eS zur Zeit ruhig, bis auf 200 Arbeiter in Mauresa, welche im Ausstand verharren. In Madrid hat sich aus Betreiben der sozialistischen Liga unter dem Vorsitz des Genossen Paul Jglesias«in Unterstützunaskomitee gebildet, lvelches Geld- mittel für Manresa und Malaga sammelt und auch bereits ansehnliche Unterstützungen dorthin gesandt hat. lim so bedenk- licher aber ist die Lage in Malaga, der bedeutendsten Industrie- und Handelsstadt der spanischen Südküste. Hier haben mehrere Fabrikanten und Unternehmer beschlossen, die Arbeiter für die, wie sie sagen, muthwillig inszenirteu Streiks der letzten Monate durch eine allgemeine Arbeitersperre zu„bestrafen", und trotzdem Aufträge für die Fabriken genügend vorliegen, nmr- den dieselben geschlossen und alle Arbeiter entlassen. Die Zahl der ausgesperrten männlichen uud weiblichen Arbeiter beziffert sich auf etwa 1500, deren Familien sich in bitterster Roth befinden. Täglich veranstalten dieselben Umzüge durch dic Stadt.verlangeuvon den Fabriken Einlaß, der ihnen nicht gewährt wird, und suchen die Vcrmittelung des Bürgermeisters uud des Gouverneurs nach, deren Vorstellungen jedoch die Fabrikanten ebenfalls zurückwiesen. Ani gestrigen Sonntag kam es nun gar, wie die einlaufenden Telegramme melden, zu furchtbaren Scenen. Die Frauen der Arbeiter zogen mit ihren hungernden Kindern schreiend und wehklagend durch die Straßen und stellten sich vor die Thören der Kirchen. Wenn sie nichts erhielten, drangen sie in die Kirchen ......""".~ bcgs Stadt- WL«JVllUjtll.|IV•irv.ijrv v i i; n. nwi, jiv lll Ult OVH ein und schrieen dort ihre Roth aus. In eine Kirche drang halb die„Bürgergarde", d. h. die militärisch orgauisirte St strengen, mit der Rislcrpreffe schlagen wir jede Konkurrenz ans dem Felde. „Bravo Kamerad, erwiderte Fromout'junior... DaS ist für die Znkunst. Aber an die Gegenivart denken Sic nicht. Und die Bilanz!... „Richtig, das ist ja wahr.... Ich dachte gar nicht mehr daran... Sie fällt nicht besonders aus nicht wahr?... Er sagte das, weil er einen etivas erregten und ver- lcgeuen Ausdruck auf dem Gesichte seines 5tou>pagnous er- blickte. Dieser fiel ihm schnell ins Wort: „Ganz im Cegeuthcil, sie ist ausgezeichnet. Wir haben Grund gcmig zufrieden zn sein, zumal es unser erstes Jahr ist. Jeder von uns vicrzigtanscnd Frank Rcinaewiun, und da ich glaubte, Sie würden oaS Geld vielleicht brauchen, um Ihrer Frau ein Neujahrsgeschenk zn machen.... Dabei legte Fromont einen Stoß Banknoten und Cheks auf den Tisch, wagte es aber nicht, dem ehrlichen Manne, den er so schmählich betrog, ins Gesicht zn schauen. Risler senior war einen Augenblick tief bewegt. So viel Geld auf einmal für ihn, für ihn allein. Er dachte sofort an den Edelsinn dieser Fromonts, denen er alles verdankte, dann flogen seine Gedanken zn Sidonien, deren oft ausgesprochene Wünsche er nun erfüllen konnte. Mit Thränen in den Augen und einem guthinnthigeu Lächeln, streckte er seinem Assozie beide Hände entgegen. „Ich bin zufrieden.... bin zufrieden." Es war das sein Lieblingswort bei besonderen Gelegen- heite». Dann wies er ans den Stoß Banknote», die vor ihm auf dem Tische lagen, diese leichten Blättchen, die so schnell in alle Winde fliegen. „Wissen Sie, wozu das ist? fragte er George mit triumphirender Miene.....«Das ist Sidouieus Land- Polizei ein und schleifte die Frauen mit Gewalt aus � heraus. Diese aber rotteten sich abermals Susammen vor das Haus des Direktors der„Malagenset Ludus' jjjjj sehnst", in welchem sie mit Steinen die Fenster eni o g � die Thören zu erbrechen suchten. Da erschien denn d? 1 � garde" zum zweiten Male und hieb nun mit dem Frauen ein. Diese aber, die mit Stöcken bewaffnet w, � Madrid nehmen selbst die liberalen Bourgoisblnt � Arbeiterfrauen in Malaga Partei und verurtheue brutales Auftreten der Fabrikanten und der Polcze» aus NolikiMo Ueberstchb „Ci« neues sozialdemokratisches Programm''� schreibt die„Voss. Ztg." ihren Leitartikel m 0 ti( Morgennummer. Sie behauptet unwahrer Weist, Sozialdemokratie während der Dauer des Au-naY S � ihr wahres Gesicht mit einem Schleier verhüllt Stelle des sozialistischen Programms ein volksty (Bekämpfung der Rechtsungleichheit, Lebensm � theuernng u. bergt.) gesetzt habe. Nach dem werde der Schleier fallen müssen. Daher komme oe nach einer Umgestaltung des Parteiprogramms. � Parteiprogramm nicht die Grundsätze dcs Soziali-n spräche, und als ob das gegenwärtigeParteiprogramM � nahmegesetze sein Dasein verdanke! Der Gallimathias m, � erst vollständig, als das Blatt fortfährt, auscinande z!>. Die Sozialdemokratie muß künftig, um Bauer» und L, werker um ihre Fahne zn schaaren bezw. bei ryre,» � zu halten, ihre letzten Ziele— sorgfältiger als bu-y„ hüllen. Das wüßten die Führer.„Wollten sie"„ Lj positiven Plänen jetzt herauskommen, so würden oick� kaum andere sein, als der frühere Reichskanzler sie e.L, (Bismarck meinte 1884 im Reichstage: wenn die ck � der Sozialdemokratie erst mit ihren Plänen heran. werde die Zahl ihrer Anhänger sich lichten.) Daher de � nach einer Umänderung des Programms..." Also soll erstens so umgeändert werden, daß es die soz>al I � Grundsätze offen und scharf ausspricht, zweitens av � so, daß es die sozialisttschen Grundsätze vorsichtig � „Denn ein vollkommener Widerspruch bleibt heimnißvoll für Weise wie für Thoren." Wenn ab � in einem Athem zwei stracks entgegengesetzte hanptet, so hat er gewöhnlich in dem einen recht.# arbeiter der„Voss. Ztg." hütet sich davor wcy-'ücii stattet beide Theile seiner Behauptung mit einer«be Portion Unsinn ans. � Im weiteren Verlauf des Artikels bemüht sich fasser krampfhaft, die theoretische Grundlage des#0 L, Sozialismus anzugreifen. Er wiederholt dabei die p» � und ältesten Einwurfe— unter anderem rechnet er Z � werthbildenden Faktoren auch— die Häuser. u> einem solchen Abcschützen der Nationalökonomie 9� streiten, halten wir für völlig überflüssig. � VZcnoffe Liebknecht ersucht uns um Aufnahme Erklärung:.,[1 „Die„Sächsische Arbeiter-Zeitung" will zwischen« Erklärung „daß innerhalb der Fraktion noch nie über die„,„u' Volks-Trivüne" und die„Sächsische Arbeitcr-Zenuns handelt worden", und meiner Erklärung, daß... „nur Rücksichtnahme auf Schönfeld mich bestimm � Plänen meine Zustimmung zu geben, welche den XL,. „Sächsischen Arveiter-Zcitung" zur Folge gehabt ha einen Widerspruch herausfinden..„,,e tcf Natürlich ist die„Sächsische Älrbciter-Zeitung"* W Holzwege. In der Fraktion ist über die„Sächsische � Zeitung" nie verhandelt worden; als ein Kollege eimna» denc das genannte Blatt betreffende Skandalöse zur.rfäjfi brachte, protestirte ich dagegen, daß die Fraktion sich M«> Dingen beschäftige— und es geschah auch nicht.. Ich spielte in meiner Erklärung aus Pläne an, die»M der Dresdener Genosse u aufgetaucht waren— U j wiederholt—, und die auf Gründung eines Arbeitcrorgm' n i eh t Privatspekulation seh hinausliefen. Da man.bst läufig au den„Wühler" gedacht halte, von dem eine i u'' � v** //%w*»v/vvv ijunv, vvu vfcu» J". j. sur Dresden hergestellt werden sollte, so wurde ich besragu Borsdors, den 13. August 1890. W. Liebknecht haut Wahrhaftig! VII. Ein Brief. ,[t, »Herrn Franz Risler, Ingenieur der ftanzm Gesellschaft Jsmaila(Egypten). „Franz, mein Junge. Der alte Sigismund silstcw..{U diese Zeilen. Könnte ich meine Gedanken zu Papier w � so würde ich Dir viel zu erzählen haben. Aber wünschte Französisch ist doch gar zu schwer, und was � die Ziffern hinausgeht, taugt für Sigismund Planus g Darum will ich Dir nur schnell sagen, um was handelt. „Im Hanse Deines Bruders gehen schlimme DlU0.�» Seine Frau betrügt ihn mit seinem Assozie. Sie hai p Mann schon überall zum Gespött gemacht und wcnu.�si weiter geht, so wird er noch für einen uytorischc>V � gehalten werden.— Höre, kleiner Franz, es if* w# uothivcndig, daß Du sofort herkommst. Dn allei» mit Risler sprechen uud ihm über Sidonien die Angei' Uns Anderen würde er nicht glauben. Nimm schnell uud komme. «Ich weiß, daß Dn dort drüben Dein Brot ve und Dir eine Zukunft gründen mußt, aber ein Eh1* muß den guten Namen, den ihm seine Eltern hst".$p'' haben, höher stellen, als alles andere. Und ich s« wenn Dn nicht sofort kommst, so wird der Name � jht mit Schmach bedeckt werden, daß Du nicht wagen diesen Namen länger zn führen., Sigismund P lanU> Kassirer." Dritte» Auch. I. Der Rächer. F Die Personen, welche durch ihre BeschästigiAÜ..� körperliche Gebrechen gezwungen sind, im ge�' � t H uachbartc Fenster beschränkt, Hegel» für Vorübergeht Räume zu leben und au'eiue Fensternische gefesselt 1' K daß sich ihr Gesichtskreis aus Mauern, Dächer e1' besonderes Interesse. uf Bei ihrer Uubeweglichkeit wird das Leben° i» d<«tt Sn'Vfuvflj'Wj«*»« Erlaß bemerlt der„West,al. Merkur in Bezug auf die Versammlungsauflösungen:„Wir mochten vor allem den Herrn Minister bitten, die Wirkungen von „�ammlungsauslösungen stets einer lmbcfangencn Beobachtung u>w Erwägung zu unterziehen. Ueber dieses„Thema" sind ja chvn in der Kulturkampfszeit recht wunderbare Erfahrungen von ÄentrumZpartei gesammelt worden. Die neuere Recht- �rechung des Ober-Vcrwaltungsgerichts, welche die Auflösung im £ We. der öffentlichen Ordnung zuläßt, hat die Anforderungen ."das Unterscheidungsvermögen und die Kaltblütigkeit der über- machenden Beamten noch gesteigert. Und es sind durchaus nicht Mir Beamte von höherer Bildung nnd Schulung, welchen das Ä? riner Versammlung in die Hände fällt. Eine un- NM?tigte Auflösung läßt sich nicht wieder gut machen; ob m.Beschwerde für begründet oder unbegründet erachtet wird, die Bttsanimlung ist hingerichtet, die Mühen und Kosten der Ein- Ziffer und der Zugeströmten sind vereitelt. Das fühlt im Momente der Auflösung die Masse, und darin wurzelt die große Mhr, daß gerade die Auslösung zu der Ordnungsstörung UN" kann, welcher sie vorbeugen sollte. Darum sollte man den it.. ömbeamten einschärfen, daß sie nicht eher auflöten, als bis sie « Gesetzmäßigkeit und Zweckmäßigkeit dieser Maßregel voll- «minen und ziveiselloS sich bewußt sind."— Derartige Vor- lMUsten, auch wenn sie ernst gemeint und genommen werden, nichts. Jeder auflösende Polizeibeamte wird seinem Bor- »Wen gegenüber stets behaupten, daß er von der Gesetzniäßig- o» smies Vorgehens vollkommen überzeugt war. Das einzige Ä., gegen Versammlungsauflösnngen, deren Wirkungen der f'�estfäl.. Merkur" richtig beurtheilt hat, ist eine freie Geitaltimg " Vereins- und Versammlungsrechtes. ... Dreode», 12. August. Ein Gcheimbund hiesiger Industrieller A gegründet worden, der, wie die„Germ." mittheilt, folgendes vertrauliche Schreiben versendet: „Als Manuskript gedruckt.«_ Instruktion für die Mitglieder. m Geheimhaltung. Die Mitglieder sind verpflichtet, I. die Aamen deS Vorstandes, 2. die ihnen und dem Vorstand gegeoc- Instruktionen, 3. alle ihnen zugehenden Mittheilungen und Verfügungen NichtMitgliedern gegenüber geheim zu halten, aus- Senvnimen, wenn sie als Zeugen vor Gericht dazu(sio!) vcran- M werden. Es ist zulässig, daß ein Verbandsmitglied die-ul 3 "Mchneten Mittheilungen nnd Verfügungen einem Bcvollmäch- "gten unter Auserlegen von Stillschiveigen zugängig macht; der Aame desselben ist dem Vorstand»litzutheilen. Bruch des Still- schweigcns kann der Vorstand mit einer Geldstraie bis zu 1000 M. Masen und Ausschluß des betreffenden Mitgliedes aus dem verband beantragen. m Vnzeigepflicht.§ 1. Die Mitglieder sind verpflichtet, die Aaiiien derjenigen Arbeiter innerhalb 24 Stunden dem Vorstand smzuzeigen, welche von ihnen unter nachstehenden Umständeii ent- «ssen wurden oder die Arbeit niedergelegt haben: a) wenn Ar- oeiter, um einen Streik zu provoziren, sich beharrlich weigern, (""c ihnen übertragene Arbeit auszuführen; b) wenn Arbeiter ge- ?«nfam die Arbeit niedergelegt haben, um höhere Löhne, andere vabrikeinrichtungen als die vorhandenen, oder Entlastung .fr Ausnahme von Arbeitern oder Beamten zu er- '"»igen; c) wenn Arbeiter ohne ausgesprochenen Grund solcher Anzahl die Werkstätten verlassen. daß >'ch daraus die Absicht der Lahmlegung deS Betriebes °sS>ebt; ä) wenn Arbeiter, welche in der Fabrik als Lehrlinge '"gerecht waren, ihre Arbeit verlassen haben, bevor ihre kow Was#### Welche auf Grund des§ 1 der Anzeigepflicht angezeigt und wenn �selben auch niit ordnungsgemäßen%0"'sieii(ntlnsten �orben si"d, dürfen unter 3 Monaten von denBerbandsniitgliei.ern nicht "lSenommen werden....„. BIÜ Jl'ße Handlungen vor, so theckt der Liegen Vorstand der- die Manien Puilotiingen uui, ,v....... W»■ sich ,r, betreffenden Arbeiter als Warnung mit. Findet er Arbeii-?�.s'l- anzuordnen, daß kein Mitglied den betreffenden SoIop �schnftigen darf, so hat jedes Mitglied dieser Anordnung »u unten. zu leisten. den Si'Z.ühnn'g der Anzeigen. Die Anzeigen sind schriftlich an alle m. durch den Sekretär des Veroandcs einzuliefern und sind iip>-7n� stehenden Beweismittel beizufügen. Die Mitglieder ihrem eigeneit, und die Geschäftigen, welche bis- dc>fi f1?,Ö"ch zur selben Stunde vorbeieilen, ahnen nicht, Blick- andere Zeitmesser sind, daß ihnen theilnehmende ' r; s.vigen uiib sie sogleich vermißt werden, weint sie zu n,°'"">al eine» aiideren Weg einschlagen. 9 die den ganzen Tag ans Zimmer gefesselten ■-■••-V Vit Vt&l UUIlAtu" w � r t j. - Heii Delobellp' machten dergleichen stnmnie Beobachtungeil. g�Lroße Lehnstuhl ihrer Tochter, die ihr die Voruber- ßWVIW wieder abgeholt wurde und einen Invaliden mitcmem ttiho r dessen Schritte dumpf und traurig aus dein Pflajlcr 'verhallten. ««« ■V irzsonue die feuchte» Trottoirs Handlungen gegen diese Bestimmungen sofort dem Vorstand durch den Sekretär mitzutheilen. Instruktion für den Vorstand. Werden dem Vorstand seitens eines Mitgliedes Arbeiter auf Grund der Auzeigepflicht§ 1 bezeichnet, so hat er sofort Arbeitssperre zu verhängen, innerhalb 24 Stunden die Sache zu prüfen, eventuell durch einen Ver- trauensman», welcher Mitglied des Vorstandes sein muß, mit den betreffenden Arbeitern zn verhandeln, deren Wünsche und Beschwerden anzuhören und diese dann sofort dem zu einer Sitzung einzuberufenden Gesammtvorstand vorzutrage». Bei'dieser Sitzung ist das Mitglied, welches die Anzeige erstattet hat, zuzn- ziehen. Werden die Beschwerden seitens des Vorstandes ganz oder theilweise als berechtigt anerkannt und weigert das Verbandsmitglied die Abhilfe, so sind die gesperrten Mitglieder sofort zu rehabilitiren. In diesem Fall kann der Vor- stand gegen das renitente Mitglied den Ausschluß aus dem Ver- band beantragen. Wird dem Vorstand der Name eines Arbeiters auf Grund der Anzeigepflicht§ 2 mitgetheilt, so hat er nach Prüfung der beigefügten Beweise erforderlichen Falles Recherchen über den betreffenden Arbeiter vorzunehmen. Ist er zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Anzeige begründet ist, so hat er den Namen an die Verbandsmitglieder zum Zweck der Warnung mitzutheilen; auch ist ihm gestattet, in Fälle», welche den Ver- band oder ein Verbandsmitglied gefährden, die Ärbcitssperre zn verhängen. Der Vorstand ist berechtigt, nach Ablauf von sechs Monate» die auf Grund der Anzeigepflicht§ 1 bezeichneten gesperrten Arbeiter wieder zu rehabilitiren, sofern er sich davon überzeugt hat, daß durch einen solchen Beschluß weder eine Gefahr für den Verband noch für ein einzelnes Mitglied entstehen kann. lieber die Verhandlungen und Beschlüsse ist ein Protokoll zu führen. Nur der Vorstand hat, wenn er die Mitgliedschaft eines Industriellen in der Kreishauptmannschaft Dresden für den Ver- band für wünschenswerth erachtet, denselben zum Beitritt aus- fordern zu lassen. Eine solche Mittheilung ist auch der„Sächsischen Arbeiter- Zeitung" geworden. I» Anorlegrnhrite»» zur Steurt'einschäüung der west- fälische» Großindustriellen stellt sich die„lltqtionalzeitung" ungehalten darüber, daß man den Steuer- liud Einkoinmensver- Hältnissen einzelner Privatpersonen nachspüre, obwohl eine gesetzliche Verpslichtung zur Deklaration und Selbsteiiischätzung nicht bestehe.— Der Thatbestand liegt doch etwas ander?. Es handelt sich keineswegs darum, ob die Steucreinschätzlliig einzelner Privat- Personen um einen gewissen Brüchtheil hinter dem wirkliche» Einkommen zurückbleibt; vielmehr haben die durch die„Wests. Volkszeitung" namhaft gemachten Fälle deshalb so großes Auf- ehe» erregt, weil es sich um einzelne bekannte Personen handelt, deren Einkonimen, wie dasjenige des Generaldirektors Baare, infolge der Oeffentlichkeit der Berichte der Zlktiengesellschaften ein notorisches ist, Jahr aus Jahr ein auch nicht annähernd diesem ihren notorischen Einkommen entsprechend abgeschätzt worden sind. So behauptet die„Wests. Volksztg." jetzt, daß Herr Baare nur nach seinem Gehalt als Generaldirektor, ohne jede Berück- sichtigung seiner Tantieme nnd seines Privatvermögens und dementsprechend nur mit einem geringen Bruchtheile seines Ein- kommens eingeschätzt worden ist. Das wirft ein eigenlhümliches Licht in erster Reihe auf die betheiligten Einschätzungskommissione». Es handelt sich hier offenbar nicht um einen Mangel in der Gesetzgebung, sondern um grobe Mängel in der Ausführung be- stehender Gesege. Politik i» Kriegerverelne». Aus Calbe a. S. ivird dem„Berl. Tgbl." geschrieben: Seit dem Jahre 1840 besteht hier ein Krieger- und Landwehr-Begräbniß-Berein, dem in letzter Zeit mehrere Offiziere der Reserve beigetreten sind. Einer derselben hat den Antrag gestellt, einen Mann, der seit Jahrzehnten Mitglied des Vereins ist und eine bedeutende Summe in die Be- gräbnißkasse gesteuert hat, wegen Zugehörigkeit zur Sozialdemo- lratie auszustoßen. Ein anderer Offizier wollte bemerkt habe», daß gelegentlich einer Aersammlung ein Mitglied des Vereins bei einem Hoch auf den Kaiser sich ungebührlich benommen habe, und beantragte die Ausstoßung auch dieses Mitgliedes. In einer Generalversammlung am 7. d. M. wurde über die Sache ver- handelt. Nach heißer Debatte entschied sich die Versammlung für geheime Abstimmung, welche ein Verbleiben der beiden Mit- glieder im Verein zur Folge hatte. Tie anwesenden Offiziere verließen hierauf sofort das Lokal und ivollen die Auflösung des Vereins bei der Regierung zu Magdeburg beantragen. Guduungspartrilicho Urrrohnng. Aus Plauen i. V., 12. August, schreibt man uns:„Einer der größten Militärvereine deS Vogtlandes hat jüngst beschlossen, daß, wenn. es wieder Er- warten vorkommen sollte, daß bei Beerdigungen von Kameraden rothe Schleifen odcr Aehnliches sichtbar werden sollte, was darauf schließen läßt, daß der Verstorbene im Leben der Sozialdemokratie angehört hat, die vom Verein gestellte Leichenbeglcitung bez. die Schießabtheilung Kehrt zu mache» und sich an dem Begräbniß nicht zn belhciligen hat." Diese von unglaublicher Rohheit zeugende Notiz, deren Ur- Heber eine bedenkliche Verwandlschast i»it den gewissen vier- beinigen Hassern der„rotheu" Farbe zur Schau trägt, ist zu lesen in der„Leipziger Zeitung", dem Organ der sächsischen Re- gieruug(J. d. 12. August) und wird von der an- ständigen Redaktion, die auch ihre Verwandtschaft bekunden will, mit einem kräftigen„Bravo!" versehen Die„Leipziger Zeitung" scheint keine Ahnung davon zu haben, daß in der von ihr veröffentlichten und ausdrücklich gebilligten Korrespondenz der Boykott) in seiner denkbar gehässigsten Form gepredigt wird. Wen» solche Praktiken, die an die schlimmste» Zeiten der Mauren-Verfolgungen in Spanien und der internationalen Jnguisitions- und Herenprozesse erinnern, von dem amtlichen Rcgicrungsorgan gelobt und empfohlen werden, dann bedarf es wahrhastig keiner weiteren Aufreizung, um Haß zwischen den verschiedene» Bevölkernngsklassen zu erzeuge». ilir Urveinobäckevri in Na»,l-»rg hat nach der eben erlolgten Abrechnung im zweite» Quartal für 01322,57 M. agaare umgesetzt und dabei eine» Reingewinn von 8503,20 M. erzielt. Es verdient noch mitgetheilt zu werden, daß die Vereins- bäckerei an die ausgesperrten Arbeiter in Hamburg mehrere tausend Brote vertheilt hat. Ztiutmcnltnuf. Der Schuhmacher gehilse Ranuning in Kulmbach, der bei wähl mit Geld, Bier und Zigarren 5 sinnige» Kandidaten gewann, wurde wegen 3 Monate», jeder der Stimmverkäuser zu 1 verurtheilt. S»*. ä&aeeeac&ä genommen:„In Erwägung, daß kein Tag vergeht, an welchem nicht das Proletariat den Verlust seiner Angehörigen zu ver- zeichnen hätte; daß ein schonungsloser Kapitalismus die von seiner Macht geknechtete Menge im Elend erhält; daß bisher die Regierungen sich freiwillig zu Mitschuldigen dieser Tyrannei ge- gemacht haben; daß während die Maschinen das Arbeiterfleisch zerstören, das Grubengas die Männer der Bergwerke verkohlt; die Entbehrungen die Männer, Frauen und Kinder des Volkes dezimiren nnd die Gefängnisse und Zuchthäuser der Republik den besten Theil des Proletariats einschließen, im Schooße der bevorzugten Klassen eine abscheuliche Orgie herrscht— aus diesen Gründen fordern die Arbeiter die Staatsgewalt auf, gegen die verantwortlichen Urheber der Katastrophe von Saint-Etienne ein- zuschreiten und eine allgemeine Amnestie für die wegen Ausstandes Verurtheilten zu verkündigen." Paris, 14. August. Die Untersuchung der Gruben» Unfälle in Saint E t i e n n e ergab, daß die Gruben in schlechtem Zustande und die Galerien weder ge- nügeud abgestützt, noch vom Kohlenstaub freigehalten worden waren. Hierüber beschwerten sich die Arbeiter vor der Kommission, wobei zwischen den Direktoren uiid den Bergleuten wiederholt die heftigsten Austritte entstanden. Die Kommisston beschloß, trotz des Protestes der Direktoren, sich von Arbeiter- deputirten bei der Untersuchung der Galerien begleiten und deren Schäden nachweisen zu lassen. Kpauie»». Madrid, 13. August. Nach hier eingegangenen Nach- ichten ist die Cholera in den Provinzen Toledo und Badajoz im Abnehmen. In Valenzia sind noch einige Erkrankungsfälle vor- gekommen. Dalkanläuder. Nach einer von Lloyds veröffentlichten Depesche hat die britische Botschaft in Konstantinopel unter dem 7. d. Mittheilung gemacht, daß in Nicolajeff sieben Fälle, dar- unter fünf tödtlich verlaufene, einer verdächtigen Krankheit vor- gekommen seien, die man für Cholera halte. Die türkischen Be- Hörden hätten gegen alle aus Häsen des schwarzen Meeres stam- inenden Ankünfte Ueberwachung angeordnet. Amerika. Der Generalkonsul der ötepublik Sau Salvador in Paris hat die Nachricht erhalten, daß die Lage i» San Salvador unverändert sei. Die Regierung sei geneigt, wegen deS Friedens zu unterhandeln, falls die Bedingungen nicht demüthi- gend für San Salvador seien.— Der Gesandte der Vereinigten Staaten theilte mit, daß die Regierung von Guatemala eine for- niclle Kriegserklärung erlassen habe, ohne dieselbe jedoch offiziell bekannt zu geben. Die Truppen beider Parteien stünden auf dem Punkte, die Feindseligkeiten wieder aufzunehmen.— Wir erfahren ans derselben Quelle, daß der Krieg zwischen San Salvador nnd Honduras unvermeidlich erscheine. Afrika. Kairo, 13. August.(Telegramm des„Neuter'schcn Bu- reau's".) Gestern kamen in Djeddah 45, in Mekka 83 Cholera- todesfälle vor. und Gerichtsvollzieher� der letzten Reichstags Wähler für de» frei- Wahlbestechung zu Monat Ge.ängniß Maiabcnde, wo L de» Gedanke» �.Lebeu�, � jener inilden yeile»............., feÄ zi-.fjnui rJj,""d Nadel, um das schivindcnde Tageslicht ®ete». � 11 strahle anszumche», ehe sie die Lampe an- (Fortsetzung folgt). "."Uten xK V"."", � Son»»»..« � Einsiedlerinnen auf de» Gel v Es lnn,.W oder auch„der Winter naht." '""......• milde» hellen Mai Vom Aunoriick, 11. August, wird der„Franks. Ztg." ge- schriebe»: Jetzt, da die Kartossel» und Feldbohnen uhe», hört man wieder allerorts die Klagen über Wildschaden. In der Ziegel sind es arme Leute,, die von dem Schade» betroffen wer den, den» die Wohlhabenden haben ihre Acckcr nicht in de» minderwcrthigcn Lagen, in der Nähe der Forsten und auf de» Berge», sonder» in den fruchtbaren Thälern, in der Nähe der Ortschaften, wohin das Wild nicht vordringt. Tie gegenwärtig geltende Gesetzgebung überläßt eS den Gemeindevertretungen, zn beschließe», ob der Jagdpächter zilm Wildschadenersatz verpflichtet sein soll oder nicht. Tie Gemeindeverordneteu, zu denen unter dem Einfluße des Wahlzensns nnd des Dreillassensystems nur Wohlhabende gewählt werden, brauchen kein Bedacht darauf zu nehme», die Jagdverpachtnng mit Wildschadenersatz zu beschließen. Ihre Aecker leiden ja keinen Wildschaden! Es bedarf keiner weitere» Ausführung, daß eine Aendernng der Gesetzgebung aus's Dringendste nöthig ist. Frankreich. Ein sozialdemokratisches Meeting, das sich mit dem Grubenunglück von Saint-Etienne befaßte, fand gestern in Belleville statt. De» Vorsitz führte der Abg. Dumay, und unter den Rednern befanden sich die Gemeinderaths- Mitglieder Canmeau und Dcrvilliers. Folgende Tagesordnung wurde an- Nevscrnntllrttrgvtt. yer Uerew der Narqurtl-odenleger Kerlin« hielt am 11. August in Feuersteins Lokal, Alte Jakobstraße 75, enie Ge- neralversaniinlung ab mit der Tagesordnung: Jahresabrechnuilg, Vorstandswahl, Verschiedenes und Fragekasten. Die Jahres- abrechnung ergab folgendes Resultat: Einnahme 309 M. 71 Pf., Bestand vom 1. August 1889 115 M. 35 Pf. Ausgabe 360 M. 2 Pf., bleibt mithin ein gegenwärtiger Bestand von 05 M. 4 Pf. Zum neuen Vorstand wurden folgende Herren gewählt: Heß. erster, Belitz zweiter Vorsitzender; Walter erster, Schönick zweiter Schriftführer: Karge erster. Randler zweiter Kassirer. Zu Ver- schiedenem wird von einigen Rednern angeregt, die Hamburger Kollegen und Genossen in ihrem bittere» Kampfe nicht zu ver- gesse»; es ist Pflicht eines jeden Arbeiters, die Hamburger nach Kräften zu unterstütze», denn wenn die Hamburger'Arbeiter unter- liege», so dauert es nicht lange, unterliegen auch wir im Lohn» kämpfe. Der Vorsitzende ersucht um recht rege Bctheiligung zum Stiftungsfest des Vereins der Parquetbodenleger, welches am Sonnabend, den 16. August, im„Wedding-Park", Müllerstr. 178, stattfindet. Der Fach verein der Former nnd Dernfsgenasse» hielt eine Generalversammlung am 11. August im Restaurant See- fcldt, Grenadierstraße,»nt folgender Tagesordnung ab: 1. Abrechnung vom letzten Quartal, 2. Aendernng des Namens des Vereins, 3. Wahl des gesammten Vorstandes, 4. Verschiedenes und Fragekasten. Zum ersten Punkt brachte der Kassirer die Ab- rechnuiig. Dieselbe ergab am Schlüsse des Quartals einen Be- stand von 180 Mark 2 Ps. Tie Revisoren betonten, dast sie Bücher und Belüge stets im besten Znstande gefnndcn. Dem Kassirer wurde, nachdem ihm der Vorsitzende Namens des Vereins gedankt, von der Versamniliiiig Dechargo erthcilt. Der zweite Punkt brachte ein ziemlich heißes Wortgefecht. Es handelte sich darum, das Wort Berussgenossen zu l streiche». Es hat sich die Meiülliig iiamentlich uuter de» Eiseuformeru nach der Niederlage im Generalstreik geltend gcmachr, daß mit den BcrufSgenosscn niinmermehr etwas zu erzielen sei, da gerade in den Eisengießereien der Wechsel derselben ein ununterbrochener sei und im Falle einer Bewegung dieselben sofort wieder ersetzt werben. Da aber nur eine feste Organisation im Stande ist. den Uebergriffen des Kapitals mit Erfolg entgegen zn treten, so ivurl» dieser Strömung Rechnung getragen. Es giebt nn» kein Verstecken der Indifferenten hinter diesen Vorwand. Wie nothivendig es ist, gerade jetzt mehr denn je zuvor sich zu organisiren, führte ein Kollege so recht vor Augen, als er mit scharfen Worten daS Gebahren des Verbandes Berliner Mctallindnslrieller mit ihrem Arbeitsnachweis geißelte. Jene Herren meinen freilich, der Muth der Former sei gebrochen, doch nein! Tie Former schlafen nicht wieder ein und jene werde» er- kennen, daß die Macht der Arbeiter doch größer ist. Nachdem der Vorsitzende die Kollegen mit warme» Worte» ermahnt, nach wie vor fest und treu zur Fahne zn halten. wurde ein inzwischen gestellter Antrag auf Streichung deS Wortes BernfSaenossen init großer Majorität angenommen. Bei Punkt 3 Vorstandsivahl wurde einem Geschästsordiinngs- Antrage zngestimmt, den neuen Vorstand zur Hälfte ans Eisen-, zur Halste anS Metallsormcrn zn wählen. Gewählt wurden folgende Kollegen: Jost, 1. Vorsitzender, Mariannenstr. 21; Koch, 2. Vorsitzender, Dalldorferstr. 17; Julius Müller, 1. Kassirer, Mantensselstr. 9; Tausche!, 2. Kassirer, Ackerstr. 90; Schnarcken- dorff, l. Schriftführer, Kncsebcckstr. 12; Hugo Schmidt, 2. Schriftführer, Reichenbergerstr. 157. Zur Revisoren die Kollege» Stein, Herda, Walther. Von der Wahl zweier Extra- Revisoren wurde einem Antrage gemäß Abstand genoinme», nnd es der nächsten Gencralversammlnug übertrage», die Wahl evenr. vorznnehme». Da sich zum vierten Punkt keine Liedner ein- gezeichnet hatten, appellirte der Vorsitzende nochmals an die Kollegen, nicht»achzulaffen, nicht zn ermüde», sondern imnier »uithig kämpsend sortznschreiten, stets auf der Hut zn sein, um in Wahrheit Pioniere der Zlrbciterbcivegung genaiiiit zu werden. Und mit der Ermahnung, treu der Devise:„Einer für Alle und Alle für Einen" zubleiben, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Theater. Freitag, den is. August. Lvirdvich-Will/elutstädt. Tlieatev. Der arme Jonathan. Mallneu- Tstratrv. Mamsell Ni tauche. Viktoria- Theater. Stanley in Afrika. Gstend- Theater. Der Traum ein Leben. Adolph Ernst- Theater. Der Goldfuchs. Kelleallianre- Theater. Der Nau- tilns. Kroll's Theater. Der Barbier von Sevilla. Engimher Karten. Direktion: C. Andrcss, Alexander- strasze 27c. Auftreten der Chansonnette Fräulein EUreakoId. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Rosa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Zieyler. Auftreten des Malabaristen und Equi- lebristen Ar. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Clermont mit seinen dressirten Schweinen, Esel und Gänsen. Anfang Wochentags 3 Uhr.- Sonntags öVs Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 80 Pf. 60 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 80 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitnten-Borstellung zu vergeben. (Syiij|Cl!ieilt Buggenliagen am Rlorifrplatz. Taglich: Grosses Garte»«Concor*. Direktion A. Rödma»». Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. TTnfraa Wochentags 10 Flg., .Lilluco sonn- und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumcn. Erofier Frühstücks- und Mittagstisch. Svezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Nenovirung geschlossen. 041 F. Müller. Vassage 1 Tu. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. Nur MW" diese"iJSS® Woche: lru! Zum erste» Male: Imeite eise durch das interessante Egypten. Erste Wanderung durch die malerischen Gberitaliettischc» Alpe». Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Etablissement Süd-Ost Waldemarstr. 75. CchttTM lllltNebeilmnlell, Tumrcl mit Killard etc. Für Vereine, Bälle, Festlichkeiten jeder Art empfohlen. 272 Einige Sonnabende der Saison noch frei. Paul Schröders Wuthshillis Wllilnjee tu Beelitzhof bei Waunseo empfiehlt sein Lokal für Gesellschaften, Vereine, Familien u. a. m. zu Aus- flügen und Landpartien. WM- Ausspannung. Bahnverbindung durch Vorortzüge und Potsdamer Bahn nach Station Wannsee, von dort zu Fuß in 15 bis 20 Minuten nach meinem Lokal. Zu den zwei ersten Vorortzügen werden vom Schlesischen Bahnhof u. Alexander- platz Arbeiter-Tagesbillets zum Preise von 50 Pfennig für Hin- und Rück- fahrt nach Wannsee ausgegeben. 287 #(### Tmel, gen.: ,,Die fidrle Ztagelüistc", I Berlin It., Elsasserstraße 73, gegenüber der Bergstraße. Im Loüal photagcaphischea i Atclicc zur Benutzung.— Jeder Gast, auch wenn derselbe nur für 10 Pfennige verzehrt, wird gratis pWoprtirt! und erhält sein Bild sofort als Gratispräsent. Höchst scherzhaft! H. Schnitze(mit'u tz). Einzig» Acllrc-Vhotographie der Mrlt. 1185 Großes Waldfest. Sonntag, den 17. August nach Friedriclisliagen, wozu sämmtliche Freunde und Genossen eingeladen sind. Abfahrt vom Schlesischen Bahnhof 7,40 u. 9,20. Für Nachzügler: Treffpunkt bei Lipp m a n n, Friedrichshagen. Arbeiterbillets ä 30 Pf. ti 280 Der Leseklub Humanität. ' Zlinmerleiit®! Freie Vereinigung der Zimmerer Berlins. Sonnabend, den 16. d. Mts., in Neichert's Salon, Miillerstr. 7, Abends 8 Uhr: FastBÖlienfesf unter Mitwirkung deS Gesauavereins Meiste Ziosc. Freunde und Gönner des Vereins sind willkonnnen. Billets für Herren a 50 Pf., Damen 30 Pf. sind vorher zu haben bei H. Seeger, Lübbenerstr. 12; Paul Schulz, Nene Hochstr. 27, 4 Tr.; Ewald Petermann, Mllllerstr. 173; R. Wilke, Hochstr. 82a. Die Versammlung am Sonntag, den 17. d. Mts., bei Orschels fällt aus. dagegen findet am Mittwoch, den 20. d. Mts., Abends 8Vs Uhr, eine austerordentliche Generalversammlung des Vereins in Orschel's Salon, Sebastianstr. 30, statt, mit der Tagesordnung: Stellungnahme zur Organisation. 271 Der Vorstand. I. A.: Hugo Lehmann, Stettinerstr. 9, I. BSF" AcMuMQ S-HWU TereiMWg d.IreWler IMlNös Ortsverwaltmigen I— VII Berlin. 3(iii Soiiimllfiii), k\\ 16. August, im Wm, SÄ Gr. Kommernachtsdall unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins Kleid-Tre». Diverse Ueberraschnngen:c. T-M- Anfang 8 Uhr. Entree: Herren 50 Pf., Damen 80 Pf."TW3 Billets sind zu haben bei den Mitgliedern und in den mit Plakaten be- legten Handlungen. Freunde und Kollegen sind hierdurch höflichst eingeladen. 250 Das Ucrgniignngs-Komitee. AcM&mg E Kreit Vereiuiguug her AlNuiseure mii) BernsSgeuojseu Berlins imi) Uuigegtud. Morgen, Sonnabend, d. 16. August d. I., im Konzerthans ZsnLSQuv«, Kottbuserstr. 4a: Gr. Sommernachtsball verbunden mit h u m o r l st i s ch e n Vorträgen beliebter Spezialitäten. Ansang 8 Uhr. Entree Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. tuSo nnh(Äfttttipr 9vAvcri»rr. 2. Diskussion. 3. Ausnahme »euer Mitglieder. 4. Verschiedenes. 277 Ilm zahlreiches Erscheinen ersucht D«r Vorstand. Bereill l WWckckckM Verliiis mL SiiftMwgsfest am Sollilabelld, den 16. August, im„Weddutg-Park", Müllerstraße 178, verbunden mit groste»» Zustrumrutal» Goncrrt, sowie Mitwirkung des Arbritcr-Grsaugverciiis ,,Uovd". Im Saale von 9 Uhr ab Kall. Um 10 Uhr Fackrlpolonais« für Kinder. Anfang des ConcertS 5 Uhr. Billets h 30 Pf. sind vorher in den mit Plakaten belegten Lokalen, sowie bei den Mitgliedern zu haben. Freunde und Gönner ladet hiermit ergebenst ein. � 263 D«r Vorstand. Achtung Tnp eurer! Sonutag, deu 17. August: Fnssparüe nach Johannisthal Treffpunkt Vs7 Uhr am Schlesischen Thor. Abmarsch spätestens 7 Uhr. Für Damen und Nachzügler Nachmittags 2 Uhr in Johannis! Restaurant Senftleben. Un» zahlreiche Betheiligung bittet 283 Der Große öffentliche UersontmlnnS„ fÜB® SlfiMnneB« und F r a w am Sonnabend, d. 10. August, Abds. SVs Uhr, I,» Doffurann's Eentrat-Frstsäteir, Grai»ienstraße Ur» l8"' Tages-Ordnung: g« di» 1. Die Kämpfe der Hainburger Arbeiter»ind deren Bedeutung>. � Entwickelung der Organisation. Referent»vird in der Versammlung gemacht. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.„„r.ht. Nach der Versammlung im großen Saal: Geselliges Keisauturenl � Der hochwichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht aller Arven Arbeiterinnen, in dieser Versammlung zu erscheinen.-„ 284 Der Eini-ernftr� Hamburg- Araenihanisehe ° Possdampfschiffahick_ Hamburg-NevYorK Sonthampton anlaufend Oceanfabrt 7 Tag� Ausserdem regelmässige Postdampfer-VerbindueS Ilftrr o— NeTryorli. Stettin— NoTrj-ork. Hamb urg— B altimore. '"'"Hanlbnrg-Wcstindlcn. Hamburg— HaTana» Hamburg— Moue®' Nähere Auskunft ertheilt; Willi. 283 und IM evuev. Mahler, Berlin N., Invalidensh'asse„ August Langer, Berlin, Platz vor dein Konen Fachverein der Marmor- u. Granitarbeiter Berlins Sonntag, dei» 17. August, Vormittags 10V2 Uhr, in Deigmüllers Lokal, Alte Iakob- straffe 48a: Mglieher-Versiliiiiilliiiig. Tagesordnung: 1. Diskussion über unsere Organs- sation. 2.'Abrechnung von» Stistungs- fest. 3. Verschiedenes. Die Werkstellen von Fink, Pritsching, Tenchert und Schleicher sind besonders eingeladen. 281 Der Vorstand. Verein der Sattler und Fachgenossen. Dienstag, 19. August, Abends 8V2 Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a: Versammlung. Tagesordnung; 3(1. Bellamy's Roman: Ein Rückblick aus dem Jahre 2000. Referent: Stadt- verorvneter Uogtherr. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Ilm zahlreiches Erscheinen bittet 275 Irr Vorstand. Billets zum Sommernachtsball sind in beschränkter Zahl, zum zweiten Dampfer bei Janz, Jannowitzbriicke 1(Zigarrenladen) zu haben. DaS in allen Preislagen sehr sortirte Cigarren-GescMSt von Franz Wiese, Berlin LO., Äöpniäkcrstraffe 130, »vird hiermit in empfehlende Erinnerung gebracht. 90 ÄW8i.L«£«>' Ganze zahle 80 M. Ädoll Wind Nene Königstraße 87. 230 '.■jfcPgW. Spiegel uu«i • Polsterwaavd' Gr. Lager. bill.Pre'>' ________ Emil Hey»!' Brunnenstraße 28, Hof psirte�?' !heilzahlnna nach llebereucku I eigener Fabrik. Theilzahlung nach Dr. Hoesch, Homöopath Artilleriestr. 27. 8—10, 5— 7 Uhr, Sonntags nur Ueste v. 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Druck und Verlag von Uta» Kading in Berlin SW„ Benthstraße 2. Hier«» eine Nr. 188. Freitag, den 15. Angnst 1890. LolrQles. löle Ll,«r de» de»» Ueichstage»och vorliegeudm Eni- %% betreffend die Abänderung der Gewerbeordnung(Arbeiter- Dutzgeseh) im ganzen Reiche'Erhebungen angestellt werden, so '1 auch die Gewerbedepntation des Magistrats im Auftrage des Handetsministers vom Polizeipräsidium um eine Aeußerung über ».. che, das Arbeiterschutzgesctz betreffende Fragen ersucht wor- � Die Gemerbcdeputation hat beschlossen, eine umfaffende «aguete zu veranstalten. Die betreffenden Fragen sind m tausend ZMplaren an die Vorstände der Innungen, Krankenkassen, Ge- �erkvereine, Fachvereine, soivie an größere Gewerbtreibcnde zur «eußenmg sibersandt worden. Wegen der der Gewerbedepn- Angestellten kurzen Frist müssen die Neußcrnngcn innerhalb ra'n Tagen eingehen. Dieselben können auch mündlich iin �erbeburean zu Protokoll abaeaeben werden. Auch ist der 7. Jahrg. ,3" Protokoll abgegeben werden. Auch ist der Pm'önnl Maglstratsassessor Dr. Freund erforderlichenfalls zur »en �. kuuftsertheilung bereit. Diejenigen Korporativ- stwn-k. Gewerbetreibenden, welche nicht in den Besitz eines effirm gelangt sind, sich aber für die Angelegenheit inter- ä»,..,/. bie Zusendung des Fragebogens vom Gewerbe- bitten �ollnisches Rathhaus, Breitestraße 20a, Zimmer 1, er- verr�«.?�, � Krrichtei»»bor Uolli«- und Urrrino- wel»° � und noch mehr auS den Sainnilniigen, über ,S" tzuittiren haben, geht hervor, daß die Berliner eintr°!° dpserwillig für die ausgesperrten Hamburger Genossen dnn i"'. m f0 betrübender muß daher die Nachricht erscheinen, welch» x m sich noch eine Anzahl Arbeiter besindcn, teh?,"er ganzen Bewegung fremd und unwissend gegenüber- Imen solchen Fall berichtet uns ein Leser unseres viel k». � derselbe vor einigen Tagen in einem von Arbeitern die Pn A" Gasthans in der llsedomerstraße das Gespräch auf amti°r>. der Hainburger Ausgesperrten lenkte und auch mehrere sich n. Bierbrauer aus der benachbarten Brauerei ersuchte, idm v ein5r Sammlung für die Hamburger zu betheiligen, wurde defnm e �bauliche Antwort gegeben:„Wenn wir nicht arbeiten, ßicnük'l" mir auch nichts!" Diese Worte veranlaßten unsercn flesmÜ. Mpu jj�en Versuch aufzugeben, die so wenig kollegialisch »es»«?. Vraucrgehilfen für eine Sache zu erwärmen, welche die Arbeiterschaft Deutschlands beschäftigt. Die Pflicht der �-..mußten und geistig mehr vorgeschrittenen Branergehilsen »AtL j�och, durch Wort und That unausgesetzt ihre zurück- di�. eu Kollegen zu belehren und dieselben für die Arbeiter- flnng zu gewinnen. Of.�sif�ßlnulio und Täuschung. Ein schleswig'sches Mucker- k«-,?.-' � von dem hochorthodoxen Pastor Chr. Jensen-Brehlüm lekt-n rUebene„Sonntagsblatt fürs Haus", bringt in seiner -"—— einem„Geheilten" eine gar wundersame fJMr.".r vv*» v.tiv..» ,,----- v-, in Glaubensheilungen. Danach befindet sich in Cannstatt ®tff ien t8 eine Gebelheilanstalt, wo alle Krankheiten durch «on?�.�?'!dauflegen und Oclsalbung geheilt werden. Sie ist de»(« s i11 u- Seckendorfs gegründet. Wie dieses Fräulein auf «Den 11 Cn kam, 5ira»le durch einfaches Handauflegen von Uebeln zu befreien, darüber theilt das Blatt Folgendes mit: bestioen"»'?").........-...................... bat �..�Zahnschmerzen befallen, die nicht weichen wollten. Da H'lfe nAk v. S. unter Handauflegung den Herrn um seine «n. n9 das Zahnweh war alsbald verschwunden. Von nun Don eJ'ie Glich anderen Krauken die Hände auf, manche Heilung UmÄ-reu Leiden kam vor. Sie wurde in der ganzen %»% m bekannt, so daß bald Kranke aller Art kamen. Ein d»rck oi. ukenhaus wurde gebaut; später wurde die Anstalt nen-n.. uf eines zweiten Hause» erweitert. Die Erfolge dieser ffrau �H�ibnethode sind ganz erstaunlich. Eine junge, lahme litt,.' als sie kam, an zwei Krücken ging, konnte sich nach dliim gunz rasch ohne Stöcke bewegen. Ein fast Er- der rühmte, daß sein Augenlicht wieder käme. Ein Mann, oiif«sichtsschmerz hatte, wachte am dritten Morgen geheilt fiflt»«n11 schweruiüthiger Bauer ging fröhlich von dannen und �äid'ck» �ue Sorgen lasse er in Cannstadt. Ein besessenes vilibt?, das anfangs mit gebundenen Armen cinhergeheu träa»' murde nachher ruhig und klar, so daß sie auch kleine Aus- heilt«« 5�hren konnte. Auch von mir selbst, schreibt der„Ge- Grf.ich berichten, daß ich reichliche Heilung von großer �*— jfif--— ii— � Oif 1 1 t /i v»u 1 1 f Ti ii— V' WtlUJ ttl», vvi p»v*|_-ly--„ o-. "»ofmi« lilarke Ermattung durch Blutarmuth u. dcrgl.) der iv-en.habe. Auf der Hinreise sterbenskrank, konnte ich auf »ckrelse das Heidelberger Schloß besichtigen." «»»»*««»»rrltwiirdigri» Vorgang weiß die„Post" initig.-�GN folgendes zu berichten:„Es war am 20. Juli, Stach- s Uhr, als sich ein Schwärm Sieugieriger an der Lessing ."i-�oflnstnlt, ansaiumeltl welche infolge des «1» ynuvi»vi.. ®en)itt»va beim Herausholen von Fischen...... W u stinfen r0,"' dem Wasser trieben, hineiugesallcuen Knaoen er i'i»:i,�.T'°beii. Als etwas später der Thiergarteuförster Bänger horte er, daß zur Rettung des nun bereits Unter- .,:Ucfe, unmittelbar hinter der städtischen Badeanstalt, ansammelte, im.. r, f_____ Cxlf»'ir»!.'Irl» llltrtlrtl» PP.*; !!.it[)tFn»m,tak Gver Den lüorfau insvrmiii... -W k>°,, nf" hotte, als eine Frau mit einem Ruder Hingesch Clfetben n. I'.Gch einem Rettuuge haken bekam Herr Bünger au» «iin niifh x» Zur Llntwort, daß ein solcher nicht dasei. Wenn ßchlid, unlhälige Publikum jetzt Rettungsversuche für vcr- sii»e und sogar davon abricth, so hielt es doch B. für Scholen den Knaben lebendig oder todt heraus- »efülit A sprang in einen Kahn, der halb mit Wasser Und a»'m,,A G'" Eingänge zur Badeanstalt lag, riß die Kette los Llr Unnr,,i?f-.0?ue Ruder, am Bollmerk entlang weiter greifend, ->».».— k„a N.ililikuin nun erst genauer d-n 00».. Knaben an die Oberfläche zu bringen. Auch die ("iterstgj,.,"iih angestellten Belebungsversuche mußte er ohne Äge, ob? Publikums machen, und selbst auf seine An- dUieleist,,,,'"Gnd etwas davon verstände, fand sich keiner zur >-» g, Erit im* längerer Zeit wurde ihm durch einen fc«'"'vvii iit,_ frl' vuvv»» � Siv�onunenSo r1Qc� längerer Zeit wurde......, o'ld ihre»„A" Postbeamten die uvthige Unterstützung zu Theil, so"bjeitk„„.'"ken Bemühungen gelang es, die ersten schwache» �niil*■?.- ,n dem Knabe» zu wecken. Mit Hilse der auf 2', Usch tzU j? dem Knaven zu w»»... ich die«Upt, errn B. vom Publikum herbeigerufene» Aerzte »."abiter c,. �ungsarbeit so weit, daß der 5i»abe nach dem „ G Herr» g, enhaus übergeführt werden konnte. Der darauf v»� anfän�'.�r Rede gestellte Beamte der Badeanstalt gestand d». �>»'Ar)em Leugnen ein, von dem Unglücksfall Kenntniß fiiUf» entschuldigte sich aber damit, daß er habe bei ""blichen i, M müssen.«... Tiefer Vorgang bedarf einer sick.«in.! i,?, Qi*ch bipcf; 8* Kestäiupferiit der Ziozialdemostlatie hat A». H«rr ö. Sterubergjan., Spandauerstr. 45, so schreibt &pst«ße d»s Xm.er' Jüdenhof 7, erwiesen, indem diese Firma auf o,.Ä'�rich- Wilhelmstädtischen Theater?, bei welche.» AriA.'eine,,' gestellt werden sollte, folgende Auskunst gab. Ter k..velck.."k"'°h«» Jahre für uns thätig. Derselbe hat die ' chm übertrage», zur Zufriedenheit ausgeführt, auch können wir Nachtheiliges über denselben nicht sagen. Jedoch ist Betreffender Sozialdemokrat und zwar mit besonderer Hinneigung, indem er schon öfter Einbernfer sozialdemokratischer' Versamm- lungen war. Auf Grund dieser Auskunft war es dem Inspektor unmöglich, Herrn W. einzustellen. Eine unfreiwillige Eij'enbahnfahrt nach Berlin haben am jüngsten Sonnabend Abend 18 Bewohner von Nowawes machen müssen, welche von Potsdam aus in der IV, Kl, für je 5 Pfg. Heimkehren wollten. Im blinden Eifer mar die Gesellschaft näm- lich in einen durchgehenden Zug gerathen, in welchem sie also direkt nach Berlin dampften, woselbst sie Billets nach Nowawes lösen mußten, um nach Hause zu kommen. Urber de» Unfall eines Berliners beim Baden im Spree- wald wird der„Voss. Ztg." ans Lübbenau vom IL. August ge- schrieben:„Gestern Abend badeten der Aktuar Nichter von hier und der Maler Block aus Berlin in der sehr tiefen Ecke der Spree unterhalb des„kleinen Kreuzes". Der Maler Block wagte sich zu weit in das kreisende Wasser und vermochte sich nicht wieder heranL zu arbeiten, so daß er hilferufend untersank. Obwohl der Aktuar Richter ein geübter Schwimmer ist, gelaug es ihm doch erst nach langem Mühen, den Verunglückten, der bereits die Besinnung verloren hatte, an das Land zu bringen. Bei dem scheinbar Tobten stellten sich glücklicher Weise endlich wieder Lebenszeichen ein. Er wurde zur Stadt gebracht, wo er sich all- mälig erholte. Durch eine entfehliche Krandliaknftvoplie sind Mittwoch Abend die Bewohner der Landwehrstraße in furchtbare Aufregung versetzt worden, und wiederum ist es das unvorsichtige Hand- haben von explosiven Stoffen gewesen, durch welches ein Menschen- leben ans's Höchste gefährdet wurde. Die laut auf die Straße hinaustönenden Rufe:„Hilfe, Hilfe, mein Mann brennt," alar- mirten vorgestern, Abends gegen VelO Uhr, die Bewohner obiger Straße, und im nächsten Augenblick schon stürzte ans dem Land- wehrstraße Nr. 19 belegeneu Grünkramkeller von A. Graf ein über und über brennender Mann, entsetzlich jammernd, der Hilfe- rufend die Straße auf und ab lief, bis er nach wenigen Minuten zusammenbrach. Der Unglückliche ist der Wiener Ballschuh- Fabrikant H., Landwehrstr. 18 wohnhast. H. hatte sich um ge- nannte Zeit nach dem obcnbezeichncten Keller begeben, um dort einen kleinen Einkauf zu besorgen; dortselbst war daS Dienstmädchen des G. mit der Füllung einer Nachtlampc beschäftigt und hatte versehentlich statt Oel eine Kanne mit Spiritus er- griffen, aus welchem das Mädchen eine Quantität in die bren- nende Flüssigkeit goß. Im nächsten Augenblick entzündete sich der Spiritus, und der Behälter cxplodirte; hierbei erfaßten die Flammen den soeben in den Keller eingetretenen H. und setzten seine Kleidung in Flammen. Die erste Hilfe erhielt der Bedauerns- ivcrthe durch Passanten. Der erst nach langem Suchen gefundene Arzt konnte nur außerordentlich schwere Verletzungen an beiden Armen, Oberschenkeln und am Stückgrat konstatiren; trotzdem ist der Zustand deS schwer Leidenden nicht ganz hoffnungslos. Gorüstriusturz. Der um 7 Uhr Abends fällige Stadt- bahnzug führte, wie uns ein Berichterstatter mittheilt, der Station Friedrichstadt 5 durch Zusammenbruch eines Gerüstes verunglückte Arbeiter aus dem Grunewald zu. Vier der- selben konnten, weil nur leicht verletzt, theils zu Fuß, theilS mit- telst Droschke durch Kameraden ihrer Behausung zugeführt wer- den, während der schwer verletzte D. Mann per Tragkorb in die Klinik befördert werden mußte. Zwei intrvrisante Fälle von Klutveuaiftuiig beschäftigen gegenwärtig die Aerzte des St. Hedivigs-KrankenhauseS. Am vor- gestrigen Nachmittage wurde in genanntes Krankenhaus der in Lichterfelde bei Eberswalde(Kreis Ober-Barrim) wohnhaste Schlächtermeister Dehn ecke und dessen Mutter überführt,' und gab die Mutter daselbst folgendes zu Protokoll: Sie sei von einer jedenfalls mit krankem Vieh in Berührung gekommenen Fliege derartig in den rechten Arm gestochen, daß derselbe sofort stark geschwollen und seitens eines hinzugezogenen Arztes Blutvergiftung konftatirt worden sei. Stuf dem Arm selbst zeigten sich noch zwei dicke Beulen, die von den Stichen herzurühren schienen. Der Sohn, dessen Arm ebenfalls dick geschwollen, sei von leiner Fliege gestochen, sondern habe sich nach Aussage des dortigen Arztes die Blutvergiftung durch Berührung mit ihr zugezogen. Da sie sich beide in lebensgefährlichem Zustande befänden, sei ärztlicherseits ihre sofortige Ueberführung nach Berlin angeordnet worden.— Zu einer Operation der Be- daucrnswcrthcn wurde noch vorgestern geschritten; die vergifteten Flcischtheile wurden einzeln ausgebrannt. Da immer noch große Gefahr für die Erhaltung ihres Lebens vorliegt, ist die Frau des D. telegraphisch nach hier berufen. D. befindet sich im 30., die Mutter dagegen im 07. Lebensjahre. Auf im* Kirrcko Friedrnnu— Steglitz der Potsdamer Bahn wurden vor einigen Tagen von ruchloser Hand zehn große Verblend-Ziegelstcinc auf die Eisenbahnschiene» gelegt, sodaß, wenn die Steine nicht noch rechtzeitig bemerkt worden waren, das größte Unglück hätte geschehen können. DaS Eisenbahn- Bctriebsamt Bcrlin-Wlagdebnrg hat jetzt eine Belohnung von 100 M. auf die Ergreifung des Thäters ausgesetzt. Gin iilm'rtuo frrchrv Dirbltahl ist gestern gegen 2 Uhr in der Blücherstr. 2 vor den Auge» der Passanten verübt worden. Ein feingelleidcter, in den dreißiger Jahren stehender Mann hakte nämlich an dem genannte» Hause einen dort von dem Hof- Uhrmacher Rex ausgehängte» Regulator ab und suchte mit demselben das Weite. Ter dreiste Spitzbube wurde hierbei jedoch von Herrn Rex beobachtet— die Passanten waren der Meinung, der Mann sei zur Abnahme der Uhr berechtigt— und sofort verfolgt. Die nun aufgeklärten Passanten schloffen sich der Jagd an, welche 'längere Zeit währte, da der Verfolgte guten Vorsprung hatte und sehr schnellfüßig war. In der Tempelherrcnstraße wurde der Flüchtling endlich derart gestellt, daß ihm ein Entrinnen nn- möglich erschien; er warf daher den Regulator auf das Pflaster, wodurch dieser natürlich in Trümmer ging. Ter Dieb wurde darauf ergriffen und unter dem üblichen Ehrengeleite nach dem nächsten Polizeibureau gebracht. Di? gcrichtoävzliiche Untersuchung der Leiche der von dem Dr. Stikolaider lhätlich angegriffenen Wittwe Liedtke hat ergeben, daß die Frau eines natürlichen TodeS gestorben ist. Als Ursache wird Gefäßerkrankung angegeben. Der in Unter- suchungshast genommene Dr. Nikolaides dürste sich bereits wieder auf freiem Fuß befinden. Uom chisrubnhnzngr zermalmt. Schon wieder hat sich im Bereich der Station Steglitz ein entsetzliches Unglück ereignet innerhalb der letztvergangenen acht Wochen ist eS nun das dritte Von Augenzeugen wird dieser neue Unglücksfall dem„B. T/ solgendermaßen geschildert:„Unter Leitung des Monteur Schmidt arbeiten acht Mann vom Eisenwerk„Weserhütte" an dem eisernen Oberbau der Ueberführung der Geleise über die unlängst durch den Bahndamm hindurch gelegte Birkbuschstraße zu Steglitz. Am vorgestrigen Abend nach i/s7 Uhr, als wir Feierabend gemacht hatten, begaben�.'vir uns von der rechten nach der linken Seite der Ueberbruckung über die Bahngeleise hinweg, nachdem der dort vorsichtshalber mit einem Warnsignalhorn postirte Bahn- bedienflete keine Gefahr entdeckt hatte. Wir pafsirten die Stelle, an welcher Kleber vor acht Wochen sein entsetzliches Ende fand, und wollten nach Bahnhof Steglitz, um mit dem nächsten Zuge nach Schöneberg, wo wir unS einquartirt haben, zu fahren. Da fiel es unserem Kollegen Schmidt, dem Bruder unseres Monteurs, ein, trotz unserer Warnung über die Geleise hinweg nach der Arbeitsstätte zu laufen, woselbst er etwas liegen gelassen hatte. Er war kaum drüben angekommen, da brauste der um 6 Uhr 30 Minuten von Berlin nach Sangerhausen abgelassene Zug heran, erfaßte Schmidt und warf ihn, indem er ihm die ganze linke Körperseite zerfetzte, rechts aus dem Gleise. Schmidt lebte noch, als wir ihn aufhoben. Er wurde nach dem Elisabeth-Krankenhause in Verlin transportirt. Dort kam er als Leiche an. Der so entsetzlich um's Leben Gekommene steht im 64. Lebensjahre, ist verheirathet und Vater von vier Kindern. lieber einen zweiten Unglücksfall, der sich ebenfalls vorgestern Abend auf dem Bahnhof Steglitz ereignet hat, wird demselben Blatte von einem anderen Berichterstatter gemeldet: Ein schwerer Unglücksfall traf am Mittwoch Abend In der achten Stunde auf dem Bahnhof Steglitz den dort lange Jahre als Rangirer beschäftigten Arbeiter Haack, der dort allge- mein unter der Bezeichnung„der alte Haack bekannt war. Derselbe war beim Rangiren eines Zuges beschäf- tigt und hatte sich auf den Bremslritt eines Kolliwagens ge- stellt. Um das Geleise zu übersehen, hatte er sich über den Tritt hinausgebeugt, dabei aber auf eine neben dem Geleise neu auf- gestellte Telegraphenstange nicht geachtet. Er schlug beim An- fahren mit dem 5kopfe so heftig gegen diese Stange, daß er von dem Bremstritt herab zu Boden geschleudert wurde, wo er be- wußtlos liegen blieb. Er wurde aufgehoben und einstweilen in dem Güterschuppen untergebracht. Ein herbeigeholter Arzt kon- statirte hier eine sehr gefährliche Kopfverletzung, sowie den Bruch dreier Rippen und eines Armes. Nachdem dem Verunglückten ein Nothverband angelegt und ihm die Besinnung wiedergekehrt war, wurde er auf eine Tragbahre gelegt und mittelst der Eisen- bahn in das Elisabeth-Krankenhaus nach Berlin geschafft. Sein Zustand soll sehr bedenklich sein. Gin Wnhnstuuiger verursachte Dienstag Abend bei den überaus zahlreichen Fahrgästen eines Südring-ZugeS der Stadt- bahn ungeheure Aufregung. Gegen 10 Uhr des genannten Abends hatte sich auf dem Bahnhofe Rixdorf ein junger Mann einge- fuuden, welcher bald die Aufmerksamkeit der auf den Zug wartenden Passagiere dadurch auf sich lenkte, daß er die Zäune und Telegraphenstangen zu erklettern suchte und ein Holzgeländer demolirte. Als gleich darauf Bahnbeamte herannahten, um den Wahnsinnigen, denn mit einem solchen hatte man es zu thun, festzunehmen, raste dieser wildbrüllend und um sich schlagend auf dem Bahnhof umher, riß Frauen und Kinder zu Boden, erfaßte ein 0 jähriges Mädchen und schleuderte dieses über den Zaun, welcher den Bahnsteig vom Bahnkörper trennt. Nachdem auch mehrere Männer, welche den Unglücklichen zu halten gesucht, zu Boden geschlagen waren, wagte es Niemand mehr, sieh dem Rasenden entgegenzustellen. Alsbald darauf ein Gensdarm am Thatorte erschien, ergriff der Kranke die Flucht, warf sich aus der Straße zu Boden, schlug mit Händen und Füßen um sich und nur mit großer Mühe gelang es schließlich, den Wütbenden zu überwältigen und zu fesseln. Der Kranke wurde später als der in Berlin, Wollinerstraße, wohnhafte Tischler Max O. rekognoszirt. Der Aermste hatte an dem Tage seine in Britz wohnende Schwester besucht und muß auf dem Rückwege von dort nach Berlin durch eine noch nicht festgestellte äußere Einwirkung plötzlich wahnsinnig geworden sein. Da»(Opfer eines brutale» Attentats auf okfener Straffe wurde die Choristin Fräulein B. Dieselbe befand sich vorgestern Abend gegen 9 Uhr in Begleitung ihrer Mutter auf dem Wege nach ihrer Wohnung in der Luisenstraße. Beinahe an der Marschalls-Brücke angelaugt, trat plötzlieh ein elegant gekleideter Mann an die beiden Damen heran und versetzte dem Frl. B. einen so wuchtigen Fauslschlag in's Gesicht, daß dieselbe sofort zusammenbrach. Die junge Dame wurde in einer Droschke nach ihrer Wohnung geschafft, wo von einem herbeigeruseneu Arzte konftatirt wurde, daß die Ucberfallene einen Kinnbackenbruch da- vongetragen, dessen Heilung voraussichtlich längere Zeit in An- spruch nehmen und Frl. B. zwingen wird, das Bett zu hüten. In welcher Absicht das Attentat verübt worden ist, ließ sich nicht feststellen, weil die Mutter in der Aufregung nicht daran dachte, den schnell nach vollbrachter That entfliehenden Attentäter ver- folgen und festnehmen zu lassen. Eine polizeiliche Unzzia, welche am Mittwoch Nach- mittag im Friedrichshain abgehalten wurde, erregte unter der zahlreichen Bevölkerung desselben großes und peinliches Aufsehen. Ein Lieutenant, ein Wachtmeister, eine Anzahl Schutzleute und mehrere Parkwächter durchstreiften die schattigen Laubgänge des Fried-richshains, rn welche sich eine zahlreiche Gemeinde geflüchtet hatte, Schutz vor dem glühenden Sonnenbrand zu suchen, unter dieser fürchterliche Musterung haltend. Alles, was schlafend an- getroffen wurde oder sonst nicht geheuer schien, mußte mit. In unheimlicher Weise vermehrte sich die Zahl der Sistirten, bald war ein Trupp von zwanzig und mehr Personen beisammen, darunter auch zwei Frauen, und mit der bei solchen Gelegenheiten üblichen Szenerie bewegte sich der Gefangenentransport durch die Schaaren der Kinder und Mütter und der Ruhe pflegenden Bürger dem Polizei-Bnreau deS 51. Polizei-Reviers in der Friedenstraße zu, in dessen Räumen der ganze Zug verschwand. Zum größten Theil waren die Sistirten— dem äußeren unverkennbaren An- schein nach— beschäftigungslose Arbeiter, welche von Hitze und Müdigkeit überwältigt, auf irgend einer Bank eingeschlafen waren. Die durch ihre» Unter schwer verletzte Am» ,» Schiller. deren Zustand anfänglich als hoffnungslos bezeichnet wurde, be- findet sich den Uinständen nach ganz wohl, und ist glücklicher- weise Hossnnng vorhanden, die Kleine am Leben zu erhalten. Kedrutrudeg Schade» haben die wiederholten starken Gewitter dem Erweiterungsbau der Nordbahn zugefügt. An verschiedenen Stellen, namentlich aber auf der Strecke von Rciiiickendorf bis Birkenwerder, haben die häufigen wolrenbruch- artigen Regengüsse den nenerbanten Bahndamm derartig unter- spült, daß derselbe zusammengebrochen ist und dadurch zeit- raubende Reparaturen vorgenommen werden mußten. Trotzdem ist schon die Lcgnng des zweiten GelciseS über Birkenwcrder hinaus gediehen, und auch in Berkin selbst ist mit den erforder- lichen Brücken-Erweiternngsban-Arbeiten begonnen worden. So geschieht dies gegenwärtig bei der Bahnimtersiihrung der Grenz- striche, welche gleichzeitig auch infolge des Umbaues öcv Stettiner Bahn bedeutend verbreitet wird. Bei Waidmannslust werden die riesigen 40 Meter hohen Sandbcrge abgetragen, um so die Grund- läge für das zweite Geleise zu gebe». Uebrigens bemerken wir noch, daß die sämmtliehen Staiionen der Nordbahn bis Oranien- bürg bedeutend vergrößert und gleichzeitig umgebaut werden. Der Ulollicrribrfftzer E. Ziemann, Swinemünderstraße 48 wohnhaft, theilt uns mit, daß der Artikel betreffs der Züchtigung einer Frau auf offener Straße, welchen wir der„Bolks-Zeitung" entnomine» haben, aus Unwahrheit beruht. Herr Ziemanu schreibt uns, daß er sich nur gegen die Angriffe der ihm noch 12,00 M. schuldenden Frau veriheidigt habe. Gegen den Berichterstatter der„Volks-Zeitung" will er gerichtlich vorgehen. Die Gttstmivtlie««>»« Mill)elmoberg und Ue»-Noli<>» KchLirllause» iveigern sich nach ivie vor ganz entschieden, ihre Lokale zu Arbeiterversainiiilungen herzugeben. Es sind: Trink- Haus, vormals Kämpf, Jänicke,„Zum Paradies", Schiele,„Zum Schloß Hohen-Schönhauscn, 5kuß. Doliseihericht. Am 13. d. M. Morgens wurde ein Mann in seiner Wohnung in der Riidcrsdorferstraße erhängt vor- gefunden.— Nachmittags fiel ein Dienstmädchen beim Fenster- putzen aus dem ersten Stock des Hauses Uorkstraste 69 auf den Burgersteig hinab. Es erlitt hierbei nicht nnbcdeutende Ver- letzungen am Kopfe und wurde nach dem städtischen Kranken- hause am Urban gebracht.— In dein Geschäftskeller von Graff, Landwebrstraße 19, gerieth Abends durch die Unvorsichtigkeit eines Dienstmädchens eine Schachtel schwedischer Streichhölzer in Brand und explodirte. Hierbei fingen die Kleider des in der Nähe stehenden Schuhmachers Emil Henesch Feuer, so daß er bedeutende Brandwunben am ganzen Körper erlitt. ieb» traf- Geridiks-?eikumL. ©in* von eigenartigen Umstände» begleitete stahlogeschichte gelangte gestern zur Kenntniß der II. kammer des Landgerichts I. Der auf der Anklagebank befindliche Kaufmann Hans R a s e in a ck sollte einen Check über 4000 M., der von dem Rentier Albert v. Oppenheim ausgestellt und bei der Diskonto-Gescllschaft angewiesen war, sich in rechtswidri- ger Absicht zugeeignet haben. Am Vormittage des 2. Mai d. I. wurde der Lehrling Köpke mit dem erwähnten Werthpapiere zur Bank geschickt, um es gegen baar umzusetzen. Auf dem Wege dahin hatte er vorher noch eine Depesche im Telegraphenamt in der Französischen Straße aufzugeben. Als der Lehrling den letzteren Auftrag erledigt hatte und sich vom Schalter wegwendete, be- merkte er zu seinem Schrecken, daß der Check, den er in der Außentasche seines Rockes ausbewahrt hatte, verschwunden war. Beim Betreten des Schalterraums hatte er sich noch von dem Vorhandensein des Papiers überzeugt. Ein flüchtiger Blick auf den Fußboden überzeugte den Lehrling, daß der Check hier nicht lag und nun eilte er, so schnell er zu lausen vermochte, nach der Diskonto-Gesellschaft, um hier den Verlust des Papiers anzu- zeigen und dessen Einlösung vorzubeugen. Er fand im Bureau der Bank nur einen Besucher vor, den Angeklagten. Dieser richtete an den Athemlosen die Frage, ob er einen Check verloren habe und nachdem diese Frage bejaht worden war, wandte der Angeklagte sich an den im Innern des Bureaus mit der Prüfung des Papiers beschästigten Beamten mit den Worten:„Dieser junge Mann hat den Check verloren, ich wollte ihn nur umsetzen, um mir den Findcrlohn zu sichern." Diese Erklärung des angeblichen Finders wurde für eine Ausrede gehalten und Anklage wegen Diebstahls gegen ihn erhoben. Der Beschuldigte gab folgende Darstellung des Sachverhalts. Als er sich an jenem Morgen nach Abgabe einer Depesche zum Gehen gewandt, habe er am Fußboden unweit des Schalters ein Stück Papier gefunden, welches er aufhob und be- sichtigte, während er sich der Ausgangsthür zuwandte. Hier fei ihm erst der Werth des Papiers zur Er- renntmß gekommen und ihm der Gedanke durch den Kopf ge- schösse», daß er dasselbe schleunigst umsetzen müsse, um sich den Finderlohn zu sichern, denn ihm kamen Beispiele in die Erinne- rung, in denen die reichen Verlierer den ehrlichen Findern gegen- über eine wenig noble Rolle gespielt hatten. Das Verhalten des Angeklagten in der Bank wurde nach seinen Angaben durch die Beweisaufnahme bestätigt, dagegen das„Finden" des Checks im Telegraphenamt in ein eigenthiimhches Licht gestellt. Der Lehrling bekundete, daß er unmittelbar nach dem Angeklagten dessen Platz vor dem Schalter eingenommen, seine Brieftasche hervorgeholt und die aufzugebende De- pesche Herausgenommen halte. In diesen: Augenblicke mußte der Check, der ebenfalls in der Briestasche gelegen, herausgefallen sein. Der Staatsanwalt hielt es für zwciiellos, daß der An- geklagte das Niederfallen des Papiers bemerkt, es sich angeeignet und sich damit entfernt hatte. In erster Linie habe er versucht, die 4000 M. zu erhalten und sich im Entdeckungsfalle durch die geschickt erfundene Ausrede aus der Schlinge ziehen wollen. Er beantragte gegen ihn 4 Monate Gefängniß. Der Ver- theiger, Rechtsanwalt Rich. Wolfs, führte aus, daß die An- gaben des Beschuldigten nicht so ohne Weiteres als unglanb- würdig hinzustellen seien und wenn seine Handlungsweise vom moralischen Standpunkte aus auch nicht zu billigen sei, so könne sie doch nicht als Diebstahl angesehen werden. Ter Gerichtshof theilte die Anschauungen des Staatsanwalts und verurlheilte den Angeklagten zu dreiMonaten Gefängniß. Als ein schneidiger Knuowirtst prasentirte sich vor der Ferien-Straskammer des Landgerichts I der Destillateur Halliger. Vor Jahr und Tag betrieb derselbe in Charlottenburg ein Restaurationsgeschäst und damals machte seine Ehcfran ihren Rainen gerichtsnotorisch. Neuerdings waltet Herr Halliger mit seltsamer Strenge als Eigenlhümcr des Hauses Lothringerstraße und Rosenthalerstraßcn-Ecke, derartig, daß vor einigen Wochen der Vorsitzende der 89. Äbtheilung des Schöffengericht Ver- anlassung nahm, ihm einen scharfen Verweis zu ertheilen und zwar wegen einer völlig grundlosen Denunziation gegen den Kauf- mann Keller, welcher für Rechnung der Firma Kettner und Pritzkow im genannten Hause ein Zigarrengeschäft führt. Ueber das Letztere waltete schwer des Hauswirths eisernes Szepter und schließlich auch das Faustrecht. Behufs Erzielung einer bessere» Ventilation in seinem Laden hatte Herr Keller drei Luftlöcher in ein Brett über der Ladenthür bohren lassen. Daraufhin war er infolge einer Denunziation des Halliger wegen Sach- bcschndigung angeklagt, aber freigesprochen worden, dem Denunzianten dagegen ward an öffentlicher Gerichtsstelle unter Ertheilung eines Verweises klar gemacht, daß es unrecht sei, einen unbescholtenen Mann wegen einer solchen Kleinigkeit aus die Anklagebank zu bringen.— Die Rolle des Anklägers hat nun inzwischen Herr Halliger mit der des Angeklagten vertauschen müssen. Vor der Fericnftrafkammer hatte er sich wegen körperlicher Mißhandlung des Herrn Keller zu verantworten. Auf Grund der Zeugenaussagen ward erwiesen, daß der Slngeklagte Halliger eines Tages seinem Widersacher Keller aufgelauert und denselben hinterrücks mit der Faust zu Boden geschlagen hat. Das Urtheil des Gerichtshofes lautete gegen Halliger aus 50 Mark Geldbuße event. 10 T a g e Haft. Cine gröbliche Körperverletzung wurde dem Nacht- Wächter Wilhelm Mikrutzki zur Last gelegt, welcher dieserhalb gestern vor der Ferienstraskammer des hiesigen Landgerichts I stand. Es handelte sich wieder einmal mn die angeblich nnpasscnde Be- Handlung eines Sislirten und wiederum traten in den Dar- stellungeu der Betheiligten die schreiendsten Widersprüche zu Tage. Der Hauptbelastungszeuge war der Schuhmacher und Portier- Theodor Lehmann, welcher ein von ihm erlebtes Abenteuerin folgender Weise darstellte: Am 17. März Nachts gegen 2 Uhr sei er mit einein Freunde, aus einem Vierlokal kommend, die Porkstraße entlang gegangen, als ein Trupp junger Leute vor ihnen allerlei lärmenden Unfug verübten. Bei der Annähe- rung des angeklagten Wächters feien die Ruhestörer davon- gerannt und der Freund des Zeugen sei nun von dem Wächter festgenommen worden, um nach der Wache gc- bracht zu werden. Da mischte sich dann der Zeuge ein, indem er seinem völlig schuldlosen Freunde zurief, daß er sich eine solche unbegründete Festnahme nicht gefallen zu lassen brauche. Dieser Wink wurde auch befolgt, denn der Freund riß sich vom Wächter loS und letzterer soll nun den Zeugen selbst bei der Gurgel ge- packt und ihm zugeschrien haben, daß er nunmehr mit zur Wache kommen müsse. Ter Zeuge Lehmann behauptet, daß bei dem energischen Zupacken des Wächters ihm Kragen und Kravatte zerrissen und der Hut weit fortgeschleudert worden sei. Es kam dabei zu einer turbulenten Szene, die damit endete, daß der Angeklagte die Nothpfeife ertönen ließ und mit Hilfe eines zweiten Wächters den Zeugen zur Wache be- förderte. Auf dem Flur des Hauses, in welchem sich die Wache befindet, will nun der Zeuge Lehmann von dem Angeklagten arg mißhandelt worden sein. Nach seiner Behauptung habe ihn der Angeklagte sofort in eine Ecke gedrückt und so gewürgt, daß er kaum Luft zu holen vermochte und als er sich zur Wehre gesetzt, habe ihm der Wächter einen Schlag auf die Backe versetzt und plötzlich losgeschrien:„Hilfe, er sticht mit einem Messer!" Auf den Lärm seien im Nu Schutzleute herbeigeeilt, welche seine Hände umklammerten und sich sofort überzeugten, daß er kein Messer bei sich führte. Als er dann die Treppe zum Bureau hinausgehen wollte, habe ihn der sehr wüthende Angeklagte wieder herabgerissen, so daß er mit dem Kopf auf eine Pfeilerkante fiel und sich eine stark blutende Wunde am finterkopfe zuzog. Auf der Wache beschuldigte der Angeklagte den eugen des Widerstandes, erklärte aber zugleich, daß er es sich noch überlegen werde, ob er sich zu Protokoll vernehmen lassen wolle. Lehmann wurde nach Feststellung seiner Personalien wieder entlassen, er begab sich direkt zu einem Heilgehilfen, welcher seine Wunde bepflasterte und am nächsten Tage hat er bei dem betr. Polizeilieutenant Beschwerde geführt. Der letztere hat die betheiligten Beamten sehr eingehend vernommen und die Aussagen derselben waren dem Angeklagten nicht sehr günstig, denn sie hatten den Vorfall ziemlich übereinstimmend so dargestellt, als ob der sehr wüthende Angeklagte den völlig machtlosen Lehmann wiederholt mit dem Kopf an die Wand gestoßen und ihn schließlich so gewaltsam die Treppe heruntergerissen habe, daß er zu Falle kain und sich die Wunde zuzog. Die Beamten hatten ferner die Wuth des Angeklagten als so groß geschildert, daß sie ihn gewaltsam hätten zurückhalten müssen.— Der An- geklagte selbst bestritt jede Schuld und behauptete, daß er sich dem renitenten Zeugen gegenüber im Stande der Nothwehr be- funden und an dem Falle desselben keine Schuld trage.— Im gestrigen Termin waren die Bekundungen der vernommenen Schutzleute weit weniger bestimmt und belastend, namentlich ließen sie sämmtlich die Möglichkeit durchschimmern, daß Lehmann durch Stolpern über einen Treppcnvorsprung zu Falle gekommen sein könnte.— Der Staatsanwalt erklärte den Umstand, daß zetzt die Bekundungen der Beamten weit weniger drastisch und klar seien, für„mmdestens auffällig", aber nicht geeignet, den Angeklagten zu entlasten. Der letztere sei einer gröblichen Miß- Handlung völlig überführt und verdiene dafür eine Strafe von 4 Monaten Gefängniß.— Rechtsanwalt Dr. Kalinowski beantragte dagegen die Freisprechung wegen mangelnden Schuld- beweises.— Ter Gerichtshof hielt die Widersprüche zwischen den gerichtlichen Aussagen der vernommenen Schutzleute und den ersten protokollarischen Bekundungen derselben doch für so groß, daß er es für geboten erachtete, den Polizeilieutenant E ck a r d t, welcher s. Z. das Protokoll aufgenommen, zu weiterer Aufklärung vorzuladen. Krzüglich der Urrpflichkung zur A»- und Abmrldnna von Hchtafbnrschr», welche infolge Erkrankung Ausnahme in einem Krankenhause finden, fällte die 96. Abtheilung des Berliner Schöffengerichts eine bemerkenswerthe Entscheidung. Ter Schlaf- bursche des Arbeiters Wilhelm Neumann war im Mai cr., ohne die Schlafstelle aufzugeben, ins städtische Krankenhaus am Friedrichshain gegangen. Lediglich auf Verlangen des Schutz- manns auf dem Polizeiburean hatte Neumann nach Ablauf der sechstngigen Abmeldefrist seine» Schlafburschen polizeilich ab- gemeldet. Obwohl derselbe nach Verlauf von drei Wochen zu Neumann zurückkehrte, erhielt dieser wegen verspäteter Abmeldung des Schlafburschen ein Polizeimandat in Höhe von 5 M. event. 1 Tag Hast. Gegen dasselbe beantragte er richterliche Eick- scheidung und erlangte dadurch die Genugthuung, daß er frei- gesprochen wurde. Der Gerichtshof nahm an, daß in dem Eintritt in ein Krankenhaus noch kein Aufgeben der innehaben- den Wohnung liege und daß daher eine Verpflichtung des Ver- miethers zur Abmeldung des Miethers nicht vorhanden sei. Die auf Grund des polizeilichen Verlangens eingereichte verspätete Abmeldung sei aus den vorgetragenen Gründen für die Frage der Strafvarkeit der Verspätung bedeutungslos. Soziole Meltevsttfirf. A» alle Fabrik-, Fand-«nd gewerbliche» Hilfo- arbriter Deutschiands. Kollegen I Auf dem von» 29. Juni bis 2. Juli in Hannover tagenden Kongreß oben angeführter Branchen»vurde beschlossen, ain 1. August d. I. die zentralisirte Vereinigung ins Leben treten zu lassen. Indem dies zur Kennt- nißnahme der Bcthciligten gebracht wird, bemerken»vir, daß die Vorarbeiten erledigt find und der Vorstand und Ausschuß aus nachstehenden Personen zusammengesetzt sind: Aug. Brey, Vorsitzender, Klostergang 4a. Joh. Wilhelm, Kassirer, Escherstraße 21. Wilhelm T h i e l h o r n, Schriftführer, Lindenstraße 98(Linden). C. Vogt, Hainvurg-Barmbeck, beim Schützenhof 25 II, Vorsitzender des Ausschusses. Kollegen Allerorts! Wir ersuchen Euch daher, da, wo Jhr gewillt seid. Euch dem Verbände anzuschließen, dem Unter- zeichneten hiervon umgehend jtenntniß zu geben. Das zur Grün- dung einer Zahlstelle nölhige Material wird Euch dann sofort zugesandt werden; darum fanint nicht länger, tretet unverzüglich dem Verbände bei, damit auch die große Zahl der nichtgelernten Arbeiter, die größte Zahl der arbeitenden Bevölkerung, ein Boll- ivcrk bilde, daß auch ivir durch Solidarität und Einigkeit zu einer Macht gelangen, die uns in den Stand setzt, den immer f. hlbarer »verdenden Unterdrückungen des Kapitals ein Halt zuzuruzen.—- Tretet der nichtssagenden Redensart, die heute so ojt angewendet wird:„Es nützt ja doch nichts", energisch entgegen. Wenn nur jeder von Euch die Nothivendigkeit der geiverblichen Vereinig ng erkannt hat, derselben beitritt, energisch für Wciterverbreitung derselben Sorge trägt, so werden»vir auch im Stance sein, uns menschenivürdigcre Zustände, bessere Arbeits- und Lohnverhältnisse erringen zu können. Mit lollegialischein Gruß! Ter Vorsitzende: Aug. Brey, 5ilostcrgaug 4a, Hannover. Arbritcr und Abbrikerinnc«! Wie auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens in unserer bewegten Zeit ein äußerst reges, zu den herrlichsten Hoffnungen berechtigendes Streben sich zeigt, so beginnen auch auf den» Gebiete der Gesundheitspflege, der öffentlichen Gesundheitspflege, durchgreifende Kenntnisse in iminer weitere Kreise einzudringen. Die Initiative sclbstbeivnßter, für die Oefsentlichkeit wirkender Arbeiter ist es geivesen, die hier schon Hervorragendes geleistet hat. Berlin, daS Zentruni des industriellen LebenS, der Tummelplatz einer großartigen, politische» und ge- ivcrkschastlichen Thätigkeit hat auch in dieser Beivcgnng die Fich- rung übernommen. Indem man sich von dem zivcisellos richtigen Prinzip leiten läßt, daß nur der»nit dem Wesen des gesunde» und kranken menschlichen Körpers vertraute Arbeiter sich sür seine Person an den großen praktischen Aufgaben der sozialen Hcilivisscnschast be- theilige» kam»,»Verden von den Fachvereinen und ähnlichen Ver- binduugen, die sich die Pflege der allgemeinen geistigen Bildung angelegen sein lassen, häufig medizinische Vorträge auf die Tages- ordnllug gesetzt. Aberglaube und Asterwissenschast»verden aus den» Gedankenkreise einer vorivärts drängenden, mit den Auf- gaben einer neuen Zeit vertrauten Arbciterschast inuner mehr ver- bannt. Zu dein Z>v ecke, ausschließlich auf medizinischem Gebiete auf- klärend zu»virken, hat ja allerdings bis vor Kurzem kein Ar- bciterverein in Berlin bestanden. Tie Fachvereine und die ver- »vandten Verbindungen konnten ja der Natur ihres Z>veckes ge- »näß die medizinisch belehrende Thätigkeit»mr nebenbei betreiben. Da»var es denn am 29. November 1888, als in Berlin sich ein Lehrkursus der Berliner Arbeiter zun» ersten Male an die Oesfentlichkeit wagte, um die Kenntniß der ersten Hilfe bei Un- glücksfällen zu verbreiten. Der zunge Verein, der von A k � der Leitung des praktischen Arztes Dr. Bernstein unter I konnte schon in seiner ersten Sitzung eine Mckgliederzah � Männern aufweisen. Diese Zahl wuchs un Laufe ein Jahres auf 170. In diesem Jahre wurde daun«in» i Frauen und Mädchen eingerichtet, der auch schon glieder zählt..,, � j» B Die Art des Lehrens und Lernens in diesem Kursus m folgende: Jede Abtheilung, Männer- sowohl wie Fra, � einen ärztlichen Leiter. Zum Beginn jeder Lehrstuiwe Vortrag gehalten über eine bestimmte Art von Ung ihre Verhütung und Behandlung. Daran schließen ßch, treffenden Uebungen, Verbände mit dem uiannsi Material werden angelegt, künstliche' Athmung wifd 6, Transport Verunglückter Zvird gelehrt, es»vird gejf'HO � Blutungen stillt, welche Stoffe geeignet smd zur 8 Wunden,»vas man thut bei Ohnmächten, bei E jt und Ertrinkungs- Scheintodte und so weiter.$* � Methode geht darauf hinaus, für den etwaigen Ungiu i � diejenigen Mittel möglichst zu verwenden, die dem Ar sind.................... Arbeits Es fehlt ja leider bis heute auf den großen-.-..,t Vielerlei, was die Wissenschaft als mibediiigt erforderlich � ......——'— Behandlung von Verletzungen hinstellt. Aber man das Vorhandene anszuiultzen verstehen,..._ gefährlichsten Folgen der Verunglückung zu verhinder � ue|uuvuuj|tcu üuiutu uci-utiuiujiuuuua z- h,, St(W' der Verein erst sein höchstes Ziel erreicht hat, wenn erst � dafür sorgt, daß an allen erforderlichen Stellen�Verbano � � vorhanden ist— der Verein Reichstag petitioiiirt und wird in hat nach dieser Richtung _____,____„ T........................ seinen Bemühungen � — dann werdet Ihr Euch einmal nicht mehr mit oem p � sten Material behelfcn müssen, andererseits werden oi meidlichen Unglücksfälle mit immer geringeren Folg Kunden sein.... Ein nach allen Regeln der fortgeschrittenen Tech»«» j, sirter Arbeiterschutz gegen Unfälle in Verbindung Mit "* r durchgeführten Apparat für Hilfe bei unverm � lücksfällen— das soll unsere Losung sein, diese Wo" goldenen Buchstaben auf der Fahne stehen, der im Besonders hervorgehoben soll noch»verde», daß• t£;. dem Fassungsvermögen des heranreifenden Arbeite»-», des erwachsenen, ii» seiner geistigen Thätigkeit«bgeicy Arbeiters angepaßt sind. Ter ärztliche Leiter und seine lassen sich außerdem keine Mühe verdrießen, alle diejemg j* jjj fertigkeiten und technischen Einzelheiten, die unbedliigt e»I ,a(Ii sind, jedem Einzelnen beizubringen. Auch die rauhe, vu q � Arbeit häufig ungelenk gewordene Hand des Proletar» � zum Besten der großen Gesammtheit lernen will, w» mehrfache Hebung schließlich geschmeidig und gefügig' Mjz Der Verein ist aber auch noch in anderer Richtung� A er arbeitet in einem»vetteren Rahmen, als allgeinein vn Bereits haben wir eine Bibliothek medizinischen und uat. schastlichen Inhalts eröffnet, die in kürzester Zeit bev 8.,„1,8««. 3« ull|UJ4ivp«* w»Ifc vws, ,CdC3 TheMi» Geringste, den» Arbeiter interessirende Detail geklärt ivtro-. � Die Theilnahme an den Vcreinsangelegcnheiten»v». bisherige» Stunden eine sehr rege, auch hier 8?lÖte Lis ii»« lebendige Gefühl der Solidarität, der Gemeinsamkeit, welcy Alle beseelt. Ii» ernster und in heiterer Zeit fühlen wir uns E»»»?. A-„ai gemeinsam gelernt, wenn»vir unsere Vereinsangelegeutzei � j» parlamentarischen Regeln erörtert haben, dann geben w" A größeren Zwischenräumen auch gemeinsamen VergnugiwL t„j, Der gesellige Anschluß der Proletarierfamilien»vird ou gefördert..«ypf' Also die Fähigkeit, bei Unglücksfällen zu Helsen, d,e*.# bildnng der Geister, die Aufklär»l»g über das eigene Z?' Schluß die allgemeine politische Erziehung und gestu serner in» Sommer, um das im Winter im Lehrkurfus zu befestigen und zu erweitern, Vorträge gehalten, denen ausgiebige, gründliche Fragestellung von Seiten der-A? anschließt. So ist dafür gesorgt, das jedes Thema b»» Näherung unter' den Arbeitern und Arbeiterinnen ßiio � die durch diesen Lehrkurfus in das Volk hineingetragen Darum, Männer und Frauen, die Ihr diese Zc»' schließt Euch uns a»! Verbreitet unsere Ideen unter � Mitmenschen bei allen Gelegenheiten! Sorge ein Jeder vo nach seinen Kräften dafür, daß in avsehbarer Zeil} p» Gauen des deutschen Landes ein„Lehrkurfus der Arbe>. Arbeiterinnen für die erste Hilfe bei Unglücksfällen" zu IE# Für Berlin finden die Lehrftmidei» der n'äi»n»ck theilung von» l 3. Oktober d. I. ab jeden 2. und 4. y_ ,,»3 der weiblichen Abtheilimg vom 0. Oktober d. I. ab jedon- 3. Montag im Monat, Abends 8V2, bei Feuerstein, AUs straße 75, statt. Außer diesen wird an» 8. September j;1, thümlich-inedizinischer Vortrag für Arbeiter beiderlei gehalten, zn dem Gäste Zutritt haben. Meldungen nehmen für beide Theile entgegen Der Vorstand des Lehrkurfus-«n der B»rliner Arbeiter und Arbeiter»« für die erste Hilfe bei Unglücksfällen. I. Schmidt, Lansitzersir. 8. Gustav Dietrich, Willibnld-Aler» I Frau v..Hoffstetten, Tieckstr. 7. Ihrer, Velten»- jv(01$ Zur Erwidernng in Zlngelcgenheit auf die Berichtigung von» 12- II der Firma Psennig, nnlerzeichnet Gustav zß. lieb, Kochslräße 54b, schreibt uns Herr Bartsch, Bürste» Markusstraße 29:„Herr Brunlieb gievt an, daß die Bezi> btzi« meiner Entlassung als Maßregelung unrichtig wäre;.„WL[;'■ meine Behauptung aufrecht und»»'erde den Beiveis dafiw p am Sonntag statlsindenden Fachvereinsversamnilung bring» hier an dieser Stelle nicht der Play ist, Werkstattangelegenv �- zum Auetrag zu bringen. Hoffentlich»vird doch Herr-o mit seinen Leuten dort erscheinen. iDetTsumulmtae«. Uo»»»isrrrn» Rollroen Croiiffrinr, der augenblickli 1 � Berlin abwesend ist,»verde»»vir um die Aufnahme der pß Zuschrift gebeten:. In der Abendausgabe der„Vossischeu Ztg." vom™ lese ich in einem Bericht über eine Versaininliin� Wahlvcreins des 6. Berliner Reichs tags Wahlkreises, daß'j" lauf der Diskussion von dem Sattler Hern» Börner � wurde, ich hätte mir von dem amerikanischen Reklameheldi» �«u Bill 500 Mark zahlen lassen. Dieser mehr als ungeheu� Behauptung ist nach dem Versannnlnngsbericht leider nicht# sprochen worden.„ß, Den Genossen und Freunde» gegenüber, die mich nähkr"«« brauche ich mich gegen eine solche Bcschickdignng, die, we! wahr wäre, mich vernichten würde, wahrhastig nicht 8U theidigen. An Herrn Börner aber soll es sein. Beweise f«' � Behauptung zu erbringen; und da er hierzu nicht im Stc>« � � wird,»verde ich dem Herrn zeigen, daß ich nicht gesonvs' � mir öffentlich oder privatim Dinge nachsagen zu lassen, � nicht nur als Mann und Parteigenossen, sondern auch �' dakteur im höchsten Grade verächtlich macheu müssen._ f ji® Ich habe im Austrage des„B. V." die Truppe des Busi� � besucht und habe nach meinem bescheidenen Können nach Ermessen einen Artikel über meine Beobachtungen f»* Leser verfaßt. Ich habe mit keinem Menschen, der zur r Tzrt ä daß mir für meine redaktionelle Thätigleit cui sonderer Entgelt angeboten darf sich versichert ., viiimjcvv halten, luup tili(um;«;» "on mir mit einer Energie znrückgelviesen morden wäre, wie sie in solchem Falle bei unserem Blatte von jeher üblich gewesen ist. Außer- dem aber verstehe ich nicht,- der Artikel ist mir augenblicklich leider "'cht zur Hand wie sich bei Prüfung des in Siede stehende» Feuilletons bei irgend einem Menschen die Idee ent- kann, daß für ein im Ganzen absprechendes von Seiten des Unternehmers noch Geld und Zwar in der besagten Höhe gezahlt wird. So ungern ich mich sonst in persönliche Streitigkeiten irgend welcher Art einlasse, glaube ich doch in diesem Falle gezwungen iu sein, von denjenigen Einrichtungen unserer Partei, welche die . dre eines jeden ihr Angehörenden schützen sollen, einen um- sossenden Gebrauch machen zu müssen. Reinhold Cronheim. ,. Zerr Julius Tiirlr ersucht uns um Vervollständigung des Rede betreffenden Theiles des Berichtes über dw Setzung � sozialdemokratischen Wahlvereins des 6. Wahlkreises vom U August. Er hat, wie er uns schreibt, gesprochen: ...Ich halte es für falsch, daß in dem Orgamsateons- mtwurf das Recht der Beaufsichtigung des Parteivorstaudcs der seiveiligen Reichstagssraktion eingeräumt ist— der Fraktion als lolcher. Die Fraktion ist eine Körperschaft, die aus der Wahl kluzelner Kreise hervorgegangen ist, nicht aus der Wahl der Ge- lammtpartei. Sic ist eine Körperschaft, deren Zahl nicht einmal «Itstehi, die heute 30 Mitglieder zählt, bei einer etwaigen Ans- 'osung aber schon im nächsten Jahre ebensogut 15 wie To zahlen M. Etwa die Hälfte der Fraktionsuntglieder wird bei den Stichwahlen durch die Hilfe der Gegner gewählt. Unsere Partei- Mtigkeil besteht in der Agitation, in der Presse und parlamen- lonschcn Arbeit. Wenn der Parteivorstand die Agitation und d>° Presse kontrolirt. so wäre es nur logisch, daß der von dem Kongreß gewühlte Parteivorstanv auch die Thüllgkelt ur Frauwn Wrolirt, nicht umgekehrt.- r. ,, . Na» Sm-n Ular Knginolii«halten wir folgendes Schreiben: Meine Behauptung in der Verfauimlung de- Wahl- für den 3. Berliner Rcichstags-Wahlkreis, daß das„Berliner Aolksblatl" bel Genossen Bebel anfragte, ob Einfeudungen gegen d>e Auffassung der Parteileitung in Betreff der I. Maiseier ab- bedruckt werden sollten, halte ich aufrecht. sEs freut mich gerade, "der diesen Punkt gut unterrichtet zu sei». Wenn die verehr!. Redaktion Gelegenheit nehmen will, sich meine Behauptung bc- Wen zu lassen, stehe ich jederzeit gerne zur Versugimg. Auch bei jeder Anklage nothwendige» Zeugen sind vorhanden. «chtWgsvoll Max Baginski.» � nr T... Wie habei» unserer gestrigen Bemerkung zu dieser Angelegen- '* nichts hinzufilgcn, wolle» aber Herrn Baginski gern Gelegen- geben, das, was er Anklage ncnnt, zu beive>ien. Redaktion. Kleber de» bevorstchrndrn Zlarteitng zu jialle sprach °>n Mittwoch Abend Genosse Werner in einer zahlreich be- suchten Volksversaininlung. die unter Leitung der Herren L u n g- Iii II, art. rU oo„. v........» Ol'?» worden wäre. Herr Börner [ daß ein solches Anerbieten wickeln Urtheil Albrecht und Bredow im„Kurhaus" zu Aeit u tagte. Redner betonte, daß es in der nächsten der is« pibcts nölhig sein werde, den prinzipiellen Standpunkt hcUi,,, incit öicS lualwend der �■"-y�pnoerjj noiylg lein iveroe, ven priiizipieue» Tm Sozialdemokratie hervor zu heben, ivcil dies während der m.-f( 1 des Ausnahmegesetzes nicht möglich gewesen sei. Man njr'j* verhindern, daß unter den Massen der Wahn (f3 greife, als ob Dinge wie der Schutzgesetz- ftiir das Endziel der Besirebungen bilden könnten. sjjn:. Schutzgesetze würden schließlich auch die bürgerlichen iiiio« Huben sein. Die Folgen des Mangels einer ge- ftoSl n Prinzipiellen Diskussion machen sich jetzt in den ent- Pg'5?urn Parteistreitigkeiten bemerkbar, die, wie ich meine, der Nid,!,."icht zum Schaden gereichen werden. Wenn m vcr- Qi-m l ikrankheitsstoff im Körper verbleibt, muß derselbe zu Kn»!.. gehen. Unsere Partei bildet als solche ebenfalls einen y-yc.i, v»,|.cv v..w.— i-------...... ErWi? u"0 nj'r dürfen nicht durch künstliche Mittel verderbliche 6iWrt-1iUnfien in demselben zurückhalten, sondern müssen durch c...,.'che Diskussion der wunden Punkte Abhilfe zu schasse» suche». ein-»?«»ung). Bon den bürgerlichen Parteien wiste» wir, daß dort Personen bestimme», und daß die Diktatur bei ihnen als �«.�.selbstverständliches erscheint. In unserer Partei kann von die Dt �igen Beherrschung nicht die Rede sein; wir haben »cht-» �stichtung, die Meinung eines jeden Parteigenossen zu z»r zu diskutiren und überall das demokralifche Prinzip I'.ck-i'�.'Ü ZU bringen.(Beifall.) Wir können nicht dulde», daß Neiei,; P�'foi als ein Götze hinstellt, der seine Blitze gegen "tzjc' ÜSu, schleudert, welche wagen, ihm entgegen zu treten. (tf* t'cht'0!) Ich erkenne die Verdienste einzelner .völlig an,� unterscheide aber zwischen Achtung und srelen Beugen' und werde der — D........ mir das Recht der .. � nicht nehmen lassen. Um was dreht sich '" Aede � das Recht der freien Kritik bissen.„.� d Schrift! Dieses Recht wollen wir durchaus geivahrt Pktrieitno �.'�.deeckfalb nolhwendig, daß hierüber noch vordem . g möglichst Klärung geschaffen werde. Was den Partei- so muß ich mich dagegen wenden, daß die vvvto "ubetrisft, so muß ich mich dagegen wenden, daß die das' altnng ganz der Fraktion anheiin gegeben wird, wie leicht Ausnahme geplant ist. Wir werden hierbei viel- auf dj-. daß die Berichterstatter durch stundenlange Reden Aed>,»�„ �g'rten eimvirken werden, während den nachfolgenden tigst.j."..""V eine eng begrenzte lltedezeit verbleibt. Ter Gcrcch- ein j�'wde � entspreche», wenn zu jec ein Punkte wenigstens auch zun,. 01113 der Mitte der Telegirteu als Korreferent ÄebefMik ,amc-(Sehr richtig!) Wenn Die Telegirteu in ihrer sich �eit bcsch......-• tarne,(sehr richtig Wenn oir L&we. 5% «uch n'ai?,°'dÄI.�� Klärung schaffen und die Zcrwürsnisje würden ---- f....... ['"miiuno c uvergey-no tr.»,,cir»»«...D... U.I l°ll. der>,<»"ach welcher nur Derjenige Parteigenosse sein �>>»»»»««..1 d a» e r u d materiell unterstützt. Diese ?«"af>eu a�ha angesichts des bewiesenen Opsermiiths der Parlei- Wahlkreis>!�v eigeutyüiutichen Eindruck. Ter§ 8, u elcher jedem Aebk der Aecht giebt, sich durch dreiTelegirte vertreten zu lassen, .Parteilei,.,„�Ü'mrischeu Presse Stoff zu der(Behauptung, die »eckst vnr Ü'v/lle s.ch eine Macht schassen. Man hält uns mit •'adle nwi'.s �''."sere Abgeordneten immer gesagt hätten, die setzt gejn f-eu bei den Wahlen durch die Landkreise majori s'irt: derartig.-.% ad.er, daß die sozialdemokratische Parteileitung ein "'(ine r�fch'shftei" fßr sich selbst höchst geeignet halte. Ich .ü Eti»»,, Wahlkreise, in denen vielleicht noch nicht einmat Vicht Jn.für unsere Partei abgegeben worden sind, doch ßteife viel Telegirten berechtigt sein dürfen, wie die Hier'„„-e, 16 20 000 und mehr Stimmen ausgebracht haben. de». bch doch unbedingt Wandel geschafse» wer- Aöchte j*) Hebet de» projeltirtcn Parleivorstand l!'"s Ben«.""" auch eine Aeußernng erlaube». Derselbe soll aus cheichz. laneii besiehen, die sich in Hebereinstimmung mit der -piestt tzn?!?"3" ihre Echältcr selbst bestimine» können. ""'assuno l mirb voraussichtlich zu vielen Slreitiglciteu Ber- "Uf de»,(Zustimmmig.) Es wäre gewiß viel richliger, N'vähl-,,«tag eine Kommission— nicht aus der Fraltio»— »""Nien fwu.�Ache die Gehälter der Vorstandsmitglieder zu be- sann i»id,": Das würde viel vertraneneriveckender sein. Ich im'%leitimU$"'cht dafür erklären, daß die Ueberirachung der Ge- «r ein n? de- Partei Vorstandes durch die Fraktion ausgeübt wird. .vlvandl!,�°Ä?"dsmitglied wirklich einmal eine oppositionelle »Pobtx!»« ö hatte, könnte der Fraltionsaneschnß dieses ivcgen ' chtivkdrigkeiten"— wie es weiter da heißt— sehr leicht seiner Stellung entheben. Genosse Bebel hat ja erst vor einigen Tagen in Sachsen erklärt, daß ein Verstoß gegen die Taktik schlimmer sei als gegen das Parteiprogramm, eine Ansicht, zu der sich außer ihm wohl nicht viel Parteigenossen bekennen werden.(Beifall.) Wenn nun ein Vorstandsmitglied sagen würde, ich bin mit der eingeschlagenen Taktik nicht einverstanden, würde darin ja schon eine Pflichtwidrigkeit erblickt werden können. Wir können der Fraktion auch nicht das Recht einräumen, über die prinzipielle Haltung der Parteipresse die Kontrole zu führen. Unsere Presse darf nicht einseitig werden, sodaß eine andere Meinung als die der Fraktion gar nicht auskommen kann. Die Genossen müssen das Recht haben, das Vorgehen der Fraktion zu kritisiren und auch die Gewißheit, daß eine solche Kritik in der Parteipresse aufgenommen wird. Es ist durchaus erforder- lich, für eine unabhängige Presse einzutreten. Wenn kein neuer Gednnke auskommen kann, fehlt das pulsirende Blut und das muß zur Versumpfung führen. Auch die Fraktion kann Fehler machen und wird Fehler machen und deshalb müssen wir in unserer Presse auch gegen die Fraktion schreiben können. (Beifall.) Daß wir berechtigt sind, Garantieen zu verlangen, lehrt uns die Polemik des Genossen Bebel gegen die„Sächsische Zlrbeiterzeitnng". Unsere Abgeordneten haben es im Reichstag oft genug und mit Recht streng gerügt, wenn der Exnnnister v. Puttkammer aus einzelnen Sätzen, die er dem„Sozialdemokrat" entnommen hatte, die Gemeingefährlichkeit beweisen wollte. Es wurde ihm stets entgegengehalten, daß ein Abschnitt, heraus- gerissen aus einem Artikel den Sinn desselben entstelle. Genosse Bebel ahmt aber dem Exminister nach indem er einzelne Sätze aas einem Artikel in besagter Zeitung im„Berliner Volksblatt" wieder giebt und daran seine Polemik knüpft. Wenn man objektiv sein wollte, hätte man den ganzen Artikel zum Abdruck bringen müssen. Redner verliest hierauf den in Rede stehenden Artikel und schließt seine Aus- sührungen mit den Worten�: Wir haben alle Achtung vor unseren Parteigenossen Bebel und Liebknecht, das kann uns aber nicht abhalten, für eine wirklich unbeschränkte Kritik unserer Parteivcrhältnisse durch Rede und Presse einzu- treten, andernfalls würden wir der Versumpsung und Korruption anheiin fallen; und unsere Grundsätze enthalten so viel Wahres und EdleS, daß wir sie nicht durch die Korruption zu Grunde richten lassen sollten.(Lebhafter Beifall.) Während des Vortrags hatte sich ein illnivcsender ostentativ aus dem Saal entfernt. Von einer Diskussion wurde Abstand genommen. Zur Besprechung einiger interner Angelegenheiten nahmen noch die Herren Kloß, Abromeit, Kluth und der Referent das Wort, dann wurde die Versammlung mit einem dreifachen Hoch aus die internationale Sozialdemokratie geschlossen. Mitolirdrr-Vevst'anttnlnng dco Vereins zur Zkegrlung der«zeiuevblichr» Uerhältnifse der Töpfer Kerlins und Umgegend. Der Verein hielt am 6. Aug. im Weddingpark, Müller- strafe 178, eine Mitglieder-Versammtung mit folgender Tages- ordnung ab: 1. Vortrag über:„Ter Kampf mn's Dasein", 2. Diskussion und 3. Verschiedene Vereinsangelegenhciten. Ter Referent zeigte im Lause seines Vortrages, in welch' traurigen Verhältnissen der Arbeiter an verschiedenen Orten heute noch lebt. Jn der Textilbranche hat man noch in verschiedenen Orten die 12- und 14 stündige Arbeitszeit. Dabei verdient der Arbeiter noch nicht so viel, daß er seine Familie ernähren kann. Er muß Ueberstunden machen; dann hat er eine Arbeitszeit von Morgens bis Abends 10 Uhr. Der„hohe" Lohn, der ihm dafür aus- gezahlt wird, belänft sich dann vielleicht auf 11 bis 12 Mark. Das Großkapital sei es, daß den Arbeitern den Kampf um's Dasein erschwert. An der Diskussion bctheiligten sich die Herren Peters, Weidle, Kemnitz, Jackobei und Thieme im Sinne des llieferenten. Im dritten Punkt wurde von Herrn Peters angeregt, am Tage der Lassalle-Feier eine Landpartte nach Neuenhagen zu machen, die Kollegen von dort haben uns zu einer Partie nach Dahin eingeladen. Ter Vorstand wurde ermächtigt, zu einer anderen Zeit eine Partie nach Neuenhagen zu arrangire». Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. Eine gut t'rsnchte öffenttlche Vevfamiulnitg der Knpferfchuiiede Kerlin» fand am Sonnabend, den v. d. M., in Müllers Lokal, Johnnnisstr. 20, statt. Dem Pimlt 1 der Tagesordnung gemäß wird die Lohnkominission, nachdem Niemand gegen dieselbe etwas zu erinnern hat, aufgelöst. Atsdaiiii werden als endgittige Telegirteu zur Streilkontrol-Komntission die Kollegen Ladner und Schräder gewählt. Als Revisoren der Streik- abrechnung werden die Kollegen Plnschke, Schrcibner, L.Lehmann und Sezymanski gewählt. Bei Festsetzung der Beiträge zur Streik- lasse entspann sich eine rege Diskussion, die mit der Annahme eines Antrags, die Beiträge pro Woche ans 50 Pf. festzusetzen, ihr Ende fand. Bezüglich einer vor eltva 14 Tagen erschienenen Volksblait-Noliz, wonach die öffentliche Mildthätigkeit für einen unserer Kollegen in Anspruch genonuneii wird, wird scstgcslellt, daß derselbe nach Beendigung des Streiks in Arbeit getreten war und dieselbe thalsächlich ohne Grund wieder verlasse» habe. Jn- folge dessen hielt sich das Streikkomitee nicht für berechtigt, dem Bctrofsenden Nnterstütznng zu zahlen. Ferner tvird beschlossen, da immer noch 5 Ausgesperrte vorhanden sind, dieselben ausreichend zu unterstützen und dann an die Deckung der aufgenommenen Gelder zu gehen. Bezüglich deS Kollegen Köhler, der, nährend Des Streiks gearbeitet und Unterstützung bezogen haben soll, wird, da derselbe nicht anwesend ist, zur Tagesordnung übergegangen. Ter Vorsitzende verliest alsdann folgendes Schreivcn: Berlin, den 0. August 1600. Auf die Beschwerde vom 31. Juli er., die Auslösung der für den 26. besselbeu Monats einberufenen üfsentlichc» Versamm- luiig der Kupferschmiede Berlins detrefsend, erividere ich Ihnen crgevcnst, daß ich die Bcschwcrbe nicht ji.r begründet erachten kann und dieselbe deshalb zurückweise. Nach§ 1, Abs. 2 des Vereinsgesetzes vom II. März 1650 sind Versammlungen, welche nicht spätestens ein Stunde»ach der in der Anzeige angegebenen Zeit beginnen, als vorschristsmäßig angemeldet nicht anznichcn, und ist der überivachcnde Beamte dem- gemäß verpflichtet, solche Versammlungen aii>z»löscn. Tie Ver- sqmmluna am 26. Juli d. I. war für Abends bVe Uhr angemeldet, die Verhandlniiae» haben aber nach den angestellten Er- mittelnugen erst um 9 Uhr 35 Min. begonnen. Zum Beginn der Versammlung genügt nicht, nie Sie anzu- nehmen scheinen, die Bureauivahl allein, es muß vielmehr auch in die Verhandlung selbst eingetreten werden. Ter Polizeipräsident. I. V.: F r i e d h e i m. Zop Verein der i» der Kchiiftrl'ranchr liefchäftigien Arbriteriiinrn hielt am Sounaiend, be» 9. d. M., Abends ■j Uhr, bei Zeinter, Mnnzslr. 11, eine sehr stark besucht« Versammlung ab. Genosse Millarg rcferirte über„Vclkscrnährtmg und Volkseinkommen". Redner wies an der Hand statistischer Zahle» das Mißverhältnis nach ztviscbc» dem Einkommen der großen Masse der'Arbeiter und dem, was der Arbeiter wirklich verdienen müßte, wenn cr sich den Leib nicht nur vollschlagen, sondern solche Speisen zu sich nehmen wollte, tie dem Körper die verbrauchten Kräsle wieder ersetzen und bei jugendlichen Arbeitern die kraslige Entwickelung zu besördern. Dem mit große», Beifall aufgenommenen Vortrage schloß sich eine lebhaste Diskussion an, an der sich die Genossen Gabriel, Krause, Lesiusty belheiliglen. Unter Verschiedenem wurden auf 'Anregung der Frau Lejmcky 12 Marl aus der Vereinskass« de» Hamburger Llusgrsperrteu bewilligt. Genosse Sperber besür- ivortete, daß Jeder bei Freunden und Hausgenossen dafür sorge» möge, daß ber„Lokal-'Anzeigcr" abgeschafft werde und an dessen Stelle Arbeiter-Blätter gelesen würde», wie„Volksblatt" imd „Tribüne". Stach Schluß der Versammlung blieb man noch bis gegen vier Uhr, sich an Tanz und Gesang crsreuend, bei- saiuinen. Der Jiitmssittuimitt der Kuchduncherei Kilfa- arl» riter Kerlins ,>»d Almgegend hielt am Sonntag, den 10. Anglist, seine zweite ordentliche Generalversammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Mittheilungen. 2. Vierteljahres bericht. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Kollege Krüger(Vorsitzender) theilt unter anderem mit, daß die in voriger Versammlung gesammelten 6,90 M. zum Besten einer hilssbedürstigen Familie richtig abgeliefert sind und die Quittung darüber vorliegt. Nachdem die Mittheilungen er- schöpft sind, verliest der Kassirer Kollege Ferdinand Fabrowsky den Kassenbericht, tvouach ein Baarbestand von 91,50 M. vorhanden ist: der Revisor K'ollege Robert Mahle bestätigte dieses. Kollege Krüger berichtete über den Stellennachweis. In der Zeit vom 1. Jum bis 1.'August sind 70 Stellen durch denselben theils fest, theils zur Aushilfe, beseht tvorden. Nach einer Viftündigen f ause, zum Zwecke der Mitgliederaufnahme, verlas der Kassirer ollege Ferd. Fabrowsky die Namen von sieben neu aufge- nommenen Mitgliedern und wurden dieselben Seitens des Vor- sitzenden auf ihre Pflichten aufmerksam gemacht und auf das Wärmste willkommen geheißen. Hiermit war der dritte Punkt erledigt und stellte Kollege Krüger unter Verschiedenem einen An- trag auf Beivilligung von 10 M. zu Kinderbelustigungen bei unserer am 17. d. Mts. stattsindenden Familien-Landpartie. Dieser Antrag wurde angenommen. Ferner wurde ein Antrag gestellt, von Vereinswegen 20 M. für die Hamburger Ausgeschlossenen zu bewilligen. Dieser Antrag wurde, nachdem derselbe auf 80 M. erweitert war, angenommen. Außerdem wurde noch eine Samm- lung veranstaltet, die ea. 11 M. ebenfalls für die Hamburger ergab. Kollege Krüger machte nun noch auf das am 14. September bei Feuerstein stattsindende Familienfest aufmerksam und ersuchte die Mitglieder, sich recht rege am 17. d. Mts. an unserer Fannlienpartie zu betheiligcn. Die Dereinignng der Drechsler Deutschlands, Orts- Verwaltung Berlin I, hielt am Montag, den 11. August ihre Mitgliederversammlung, Annenstr. 16 ab. Die Tagesordnung ivar folgende: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag über: Sind die jetzigen Organisationen im Stande, den heutigen Unternehmer- verbänden erfolgreich entgegenzutreten. Referent Herr Gründet. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Unter Geschäft- licheS erstattete der Streikkassircr Bericht über die Abrechnung vom 2. Quartal. Einnahme 98,95 M., Ausgabe 95,75 M., bleibt ein Bestand von 8,20 M. Die Abrechnung wurde für richtig be- stittden und dem Kassirer Dccharge ertheilt. Herr Gründet hielt min einen Vortrag zur Zufriedenheit der Anwesenden. Zur Tis- kussion sprachen noch mehrere Kollegen. Unter Verschiedenes wurden die Kollegen ersucht, sich an den Fragebogen zu betheiligen. Diese Statistik ist nicht blas für Mitglieder der Vereinigung, sondern auch für sämmtliche Arbeiter, die im Drechslergeiverde beschäftigt sind und es Pflicht eines jeden Kollegen ist, sich in den Besitz eines Fragebogens z» setzen. Die Fragebogen sind bei Gründet, Dresdenerstr. 116 und vei Pätzold, Rcichenbergerstr. 16, zn haben. Außerdem wurden die Kollege» ersucht, sich mehr an dem Absatz der Slgitationsmarken zn bc- theiligen, da die Zeit schon abgelaufen ist, wo das Geld ab- geschickt werden soll und erst gegen 9 Mark zusammen sind. Es wurde ein Antrag gestellt und angenommen 30 Mark als Vorschuß nach Hamburg zu schicken. Dann wurde auf das entrirte Sommervergnügen hingewiesen und die Kollegen ersucht, sich rege daran zu betheiligen, dasselbe findet am 16. August im Elysinm, Landsberger Allee, statt. Die nächste Versanunlung findet am 15. September statt.. Die freie iUrrrinigtutg der Kanavbeiter KerUtts hielt am Sonntag, den 10. August, in Scheffer'ö Salon, Jnselstr. 10, ihre regelmäßige Mitgliederversammlung mit folgender Tages- ordnung ab: 1.„Rechtsschnh und die Arbeiter". Referent Kollege Marasnß. 2. Besprechung über Einführung deS Marken- systemS. 3. VcreinSangelegcnheiten. 4. Verschiedeues und Frage- kästen. Kollege Marasaß entledigte sich seiner Ausführungen zur Zufriedenheit der Versammlung; er beleuchtete die Gerichte und machte auf die Fristen, welche bei den verschiedenen Gerichten sestgestcllt sind, aufmerksam. Das Schiedsgericht hat eine Frist von 8 Tagen, das Gewerbegericht von 10 Tagen, das Amtsgericht von 4 Wochen. Durch Beispiele unterzog Redner die Verschiedcnartigkeit der Urtheilssprüche einer scharfen Kritik. Mit der Ermahnung, wenn es die Zeit erlaubt, öfter den Gerichts- Verhandlungen beizuwohnen, um sich dadurch Kenntnisse zu sammeln, schloß Redner seinen Vortrag. Jn der Diskussion sprach ein Kollege ganz im Sinne des Referenten. Hierauf wurde in den 2. Punkt der Tagesordnung: Einführungen deS Markensystems geschritten; es sprachen sich mehrere Redner für und gegen aus. Kollege Noack stellte den Antrag, die Marken zum Januar 1801 einzuführen. Dieser Antrag ivurde mit 35 gegen 28 Stimmen angenommen. Es wurde beschlossen, von dem Ueber- schuß vom StiftuugSseste sofort 50 M. nach Hamburg zu schicken. Bei„Verschiedenes" sprach Kollege Noack sein Bedauern darüber aus, daß immer noch nicht genügender Gebrauch von unserm Fachorgnn„Der Arbeiter" gemacht wird; es sollte doch bei keinem Vcreinsniitgliede fehlen, aber leider wären es noch nicht die Hälfte, welche es halte». Vor Schluß der Aersammlutig ge- dachte Kollege Gaßmann noch mit warmen Worten der Ham- burger Kameraden und forderte die Mitglieder ans zn sammeln, so viel wie in ihren Kräften steht, denn ihr Sieg ist unser Sieg und ihre Niederlage ist auch die unsere. Äusgclöste Urrsittumlitttg. Am Montag, den 11. d. M., tagte eine Versammlung des Fachvereins der Lithographiestein- schleiscr und Verufsgenossen bei Zemter, Münzsir. 11, mit der Tagesordnung: Vortrag des Steindruckers Herrn Schöpfe über: Nachdem Redner etwa Vi Stunde gesprochen, sagte er, zum Schlüsse kommend, wörtlich:„Zum Wohle der Menschen werden dann die Expropriirten die wenigen Expropriateurs expropriiren. — Wie nun, meine Herren, wenn sich aber Karl Marx geirrt hat?„Aus Grund des# 9 des Sozialistengesetzes löse ich die Versammlung auf!" tönte es da durch den Saal. Der Vor- tragende hatte vor einigen Wochen denselben Vortrag im Fach- verein der Steindruckcr und Lithographen gehalten und dieselben Worte in diesem Satze ausgesprochen. Die zahlreich Ver- sammelten sahen sich verwundert an und verließen in aller Ruhe den Saal. Ueber die Auflösung tvird Beschwerde erhoben.— Unangenehm war für die Mitglieder die Auflösung in- soscrn, alö äußerst wichtige Sachen noch zur Ver- Handlung standen. Unter Anderem ein Ausweisung»- schwindet des Mitgliedes Otto Zobel. Dieser Kollege hat vor etiva zwei Monaten das Gerücht verbreitet, er sei ans- geiviesen. Er hat infolge dessen seine Stellung als Schleifer bei Ernst u. Ko. aufgegeben und Geldunterftützung von den Genossen erhalten, wie er selber sagt. Indem die Genossen und Kollegen hierdurch vor ihm geivarnt werden, werden die Genossen in der Gegend am Wasjerthnrm gebeten, welche Näheres über die Unter- siütznng des Zobel, Franseckistraße 26 wohnhast, wissen, solches F. Rose, LandSbergcrstraße 16, inittheilen zn wollen behufs näherer Verfolgung der Sache. Ter wichtige» Tagesordnung halber findet eine zweite Versammlung am Sonntag, den 24. d. M., statt. Johannisthal. Wenn wir vor kurzer Zeit von einer Ver- smnmltmg berichten mußten, in der nnangettehme Sachen zur Sprache kamen, so kommen wir heute, nachdem sich die hiesigen Arbeiter am Sonntag, den 3. August, hier zusammengefunden hatten, um dem voin Verein geiverblicher Hilfsarbeiter arran- girten Sommerfeste beizuwohnen, das vortresslich verlief, über eine besser stark besuchte Vcreiitsvcrsammluug reseriren, die am Sonnabend, den 9. August, in Alt-Glieuicke im Lokale des Herrn Weimann, Grünanerstraße, stattfand. Herr Türk sprach nuter reger Aufmertsautkeit und dem Beifall der Vor- sammelten über„Tie Lage der ländliche»'Arbeiter." Nach der darauf stattgefundeneu Diskussion wurde folgende Reso- lntion angenommen:„Die Ausführungen de» Referenten bringen die Versammlung zu der Ueberzeugung. daß durch die heutige Wirthschastsordnung die Lage der Arbeiter nur verschlechtert tvird; desivegen kann sie sich nur der Sozialdemokratie voll und ganz anschließen, da mir diese Partei dem gerechten Ziele zustrebt, die Lage des Proletariats zn heben."— Z» Punkt„Ver- "i schiedenes" wurde das Mitglied Heinrich Schulz als zweiter Kassirer gewählt. Weiter wurden den Hamburger Kameraden 50 M. vom Ueberschuß des Sommerfestes bewilligt. Herr Muller (Johannisthal) macht auf den Kaufmann und Restaurateur Ernst Ullrich aufmerksam, der nicht das„Verl. Volksblatt", sondern den„Verl. Lokal-Anz." auslegt. Zum Schluß wurde eine Teller- sammlung zu Gunsten der Hamburger veranstaltet; dieselbe ergab 33 M. Darauf Schluß der Versammlung. Vml» Herlinev Knchdrncker und Schriftgirfler. In der am Mittwoch, den 18. August, stattgefundenen Vereinsversammlung wurde der Antrag Silberberg und Gen.:„1000 Mark aus der Tariskasse den Aus- gesperrten Hamburgs zu überweisen", mit großer Majorität angenommen. Die erste Rate von 1000 Mark wurde bekanntlich vor zirka 3 Wochen von oben ge- nanntem Verein nach Hamburg abgesandt Möchten die Kollegen in den anderen Städten, hauptsächlich den größeren, diesem Beispiel folgen. Der U«m» der Einseber(Tischler) Kerlina und �lntgrgrnd hielt am 3. August unter Vorfitz des Kollegen Schmidt in der Neuen Friedrichstraße Nr. 44 eine gut besuchte Mitglieder- Versammlung ab mit der Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Pietsch über die Einführung des Achtstunden-Arbeitstages. L.'Dis- kussion. Herr Pietsch begründet in einer mit vielem Beifall auf- genommenen Rede die Nothwcndigkeit der Verkürzung der Arbeitszeit. Die Regierung sei durch die Organisationen der Arbeiter gedrängt worden, einen Arbeiterschutz einzuführen. Es bedarf der unermüdlichen Agitation der Arbeiter, um etwas zu erreichen. Fortwährende Aufklärung sei nöthig. Nur in den Organisationen, die eine feste Mauer gegen das übcrmüthige Kapital bilden sollen, ist sie zu geben. Die Arbeiter haben sich deshalb zu vereinigen, um ihr Klassenbewußtsein zu stärken. Es wurde hierauf folgende Resolution einstimmig angenommen: „Die heute, den 3. August, Neue Friedrichsir. 44, tagende Einsetzer- Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Lteferenten, Herrn Pietsch, einverstanden und erklärt, voll und ganz den acht- stündigen Arbeitszeit anzustreben." An der Diskussion detheiligten sich sehr lebhast die Stollegen Schmitz und Mochatski. Herr Schulz fordert noch die Anwesenden auf, den„Berliner Lokal-Anzeiger" weder zu lesen noch zu abonniren, da der Be- sitzcr gesselven einen Druck auf seine Arbeiter ausübe, der die Setzer hindert, sich zu organisiren. Das„Berliner Volksblatt" allein vertrete die Jnreressen der Arbeiter. Mit einem Hoch auf die gerechte Arbeitersache schließt die Versammlung. Für die Hanivurger wurden 22 M. gezeichnet. Drnrkfehlrr-Kerichtiiznttg. In dem Bericht über die Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins im sechsten Berliner Reichstags-Wahlkreise, der in voriger Nummer enthalten ist, muß es in der 40. Zeile von oben(1. Spalte) anstatt:„un- vermeidliche Agitation"—„unermüdliche Agitation" heißen. Ferner heißt der erste Redner in der Diskussion nicht Spahr, sondern Spuhr. Weiter ist der Name des einen Redners nicht Neukrätz, sondern Neukrantz. Friieeligiüft»issliassr de» Uereius fii»»»tUcher Hrrufs- klitfpm.(Verwaltungsstelle 8.) Sonnabend, den m. August, Abends 8 Uhr, Brunnenstraße 35a: Mitglleder-Bcrsammluug. Gäste willkommen. Allg-nirin» Kraul!««, und Strrbetiass« der Nletatlarbriter.(Ging. HUsolassc Nr. 29, Hamburg.) Filiale Berlin c. Sonnabend, den 10. August, Abends Uhr, Münzstraßs 11 bei Zemter: Versammlung. Tagesordnung: l. Kassenbericht. 2. AerschiedcncL. gele- und Siokutirnlut, Zlniurrsuui. Jeden Freitag, AbendS 8% Uhr, im vokal von Gründer,«ülowstraße 70: Vorlesung und DtSlusston. Gäste habe» Zutritt. «S-sang-, Sur», und a«s«Ilige Uereine am Fr ei lag. Naiser'scher Männergesangverein Abends 0 Uhr im Sieftauranr Taim», Schönhauser Allee 28.— Gesangvercl»„Bausebeuwl" Abend«» Uhr im Restaurant Henscl, Alerandrinenstr. 15.—„Liedcrtascl der Maler und verwandter Berufsgcnossen" Abends 9 Uhr im Nestaurant Kleine, Brandenburgstr. 00.— Buchbinder- Männerchor Abends 8% Uhr bei Feuerstein, Aste Jalobsstr. 75.— Gesangverein ,,Flöter'scheS Doppelquartett"'Abends s Uhr im Restaurant Musehold, Lands- bcrgcrslr. 31.— Gesangverein„Fortschritt" Abends» Uhr im Restaurant Blumenstr. 40.— Gesangverein„Echo 1872" AbendS 9 Uhr Oranicnstrabe 30. Neue Mitglieder werden ausgenommen.— Gesangverein„Osstan" AbendS 8 Uhr, DreSdcnerslr. 85 bei Gusiavus.— Huppert�sche Sänger-Vereinigung „Haruionie" Abends 9 Uhr bei Niest, Wcbcrstr. 17.— Gesangverein Säugerhai»" AbendS 8 Uhr Adalbertstr. 21.— Liedertafel des Fachvsreins der Slein- träger Berllns Abends 8 Uhr Große Hamburgcrstr.* UebungSsinnde.— Gesangverein„Ohnesorgc" AbendS 0 Uhr, Restaurant Neyer, Alle Jalobstr. 83. — Gesangverein„Widerhall" AbendS» Uhr bei Herrn Boge, Köputlkerstr. isi. — Gesangverein„Lorbccrlrnni" 3% Uhr Restaurant Wetnstr. 11.— Arbeiter- Gesaugverct»„Nord" Ucbungöftunde Abends 3% Uhr tm Nestaurant Wnadt, Brunncnstr. 38. Sttmnibegabte auch passive Atitgliedcr iverden aufgenommen — Gcsangvcreln„Collegia" Abends von 9— 11 Uhr bei Schuster, Oranicnstr.« — Botgt'schcr Dilettamen-Orchestcruercin, UebungS stunde von 8.�—11 Uhr AbendS im Louisciislädtischcu Klubhaus, Annenstr. 1«, 1 Tr.— Berliner Turngenossenschasl(6. ivtänncravtheilungi Abends 8X Uhr in der städtischen Turnhalle, Wasjerthorstr. 31.— Turnverein„Hasenhaide"(Männ-rabth-tlung) Ab. 8 Uhr Dicssenbachstr. 00— 31.— Turnverein„Froh u. Frei"(Männerabth.) AbendS 8% Uhr Bergstraße 52.— Wissenschaflitcher Verein für Rollerstche Stenographie Abend« 8% Uhr im Restaurani Ziethen, Dorolheenstr. 31. Unterricht und Uebungsstunde.— Allgemeiner ArendS'scher Stenogravhenveriin, Abtheilung„Vorivarrs". Abend« Uhr im Restaurant itoll, Mariannen- plah 11.— ArendS'scher Stenographenveretn„Apollobund" Abends 8 Uhr im Restaurant Scydelstr. 30.— Verein ehemaliger Dr. Doebbelinschcr Schüler Avends ■j Uhr im Rcstaur. KrcbS, Friedrichstr. 208.— Ztlherveret»„Alpenve>lch-»" Abends 8it Uhr im Restanranl„Wahlstair" Bellealliancestr. 89.— Rauchklnv„Westend" AbendS 9 Uhr im Hohcnzollcrngarten Stegtiverslr. 27.— Ranchllub„Weichsel- blatt" Abend« 8% Uhr tm Nestaurant Stalcherstr. i«7-.— Ranchllub„Ohne Zwang" AbendS 8% Uhr im Restaurant W. Späth Weinstr. 23.— Berel» ehe- maltger Schüler der 22. Gcmetndeschule Abend« 0 Uhr tin Restaurant Schröder Stegliherstraße 18.— Sozialdeniotralischer Lese- und DiLtutirtlub Lassalle Abend« 8% Uhr Adalbcrtstraße a bei Schneider. Gäste durch Mitglieder könne» eingesührl werden.— Sozialdemokratischer Lese- und DiSkuttrllnb Vorwäri« Abends a,% Uhr til Poland'S Lokal, Staunynstr. 3g. Sitzung. Gäste können durch Mitglieder cingesiihrt werden.— Männerchor der„Berliner Mechantlcr" Abends» Uhr im Restaurant.Krüger, Franzstr. 8.— Verein ehemaliger Schüler der 23. Gemeindeschule Abends 9% Uhr bei Sacger, Grüner'Weg 22 Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste ivilltomnien.— Leselluv „Kart Marl" Abend« von 9— Ii Uhr bei Schönfcld, Mariendorferslr. 10. „MuNerzetchner-Verband Dcnischlands" Abend« 8% Uhr. Zun, Schultheiß LandSbergerstr 73.— Verein ehemaliger Schüler der 38. Eemeindeschule i>te- slanrant„Kornblnme", AndrcaSstr. 3, Ansang 9 Uhr.— Geselliger Verein „Jnnnergrün", Sitzung, AbeUtalftr. 21 bei Roll, Anfang 9 Uhr. Gäste will- romiTUn. Tic Ncdaltion stcNt die Benutzuttg de« Sprechsaal«, soiveil Raum dasür abzu- geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiie» allgemeinen JnteressiS zur Verfägnnn: sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mildem Inhalt desselben sdenlifiztrt zu werden. Um dlls Versahren der Herren vom Sanitütsvercin gebührend zu kennzeichnen, bin ich zu meinem Bedauern gezwungeu, doch noch eiiiinal im„Berliner Volksblatt" das Wort zu ergreifen. Ich halte den Vorwurf der denkbar schwersten Verleumdung nicht nur ausrecht, sondern habe auch aus dem Artikel in Nr. 185 den Eindruck gewonnen, daß in den Verdächtigungen, die mir gegenüber ausgesprochen worden sind, ei» wohlorganifirtes System liegt. Herr Hundt und seine Hintermänner mögen folgende Lektion von mir annehmen: Es entspricht nicht den Geboten einer billigen DeukungSart, zunächst Jemand den Vorwurf der Unredlichkeit in einem von Tausenden gelesenen Blatte zu machen und nachher den Rückzug anzutreten, indem man in einigen verklausuliiten Wendungen durch einen Privatbrief der Sache ein anderes Ansehen giebt. Es hätte sich, nach den unter anständigen Leuten herrschenden Gewohnheiten, gezitint, daß Herr Hundt und der übrige Vorstand öffentlich wtderusen. Die Herren haben in dem ersten Artikel behauptet, daß ich 31 Marl: für die Behandlung des Kindes Quandt erhalten hätte. Einige Tage darauf wurde mir vom Vorstaude brieflich mitgethcilt, daß ich löVa Mark für das Kind Quandt bekommen habe. Hier liegt ein bedenklicher Widerspruch vor; das ist der springende Punkt. Mögen sich alle diejenigen, die sich in der für die Herren vom Vorstände charakteristischen Angelegenheit ein Urtheit bilden wolle», nur das Eine recht tief einprägen, daß man öffentlich jemand anklagt und privatim den Rückzug antritt. Der Brief des Herrn Hundt liegt zu jedermanns Einsicht bei mir ans, Nr. 180 des„Volksblattes" hat jeder in Händen. Nicht nur die Kassenvorstände können sich durch den Augenschein, durch vergleichende Betrachtung der Zahlen von der Methode überzeugen, durch die man einen Arzt zu schädigen sucht; .'edcr Einzelne aus dem Publikum möge sich die beiden Zahlen vor Aitgen halten. Ist vielleicht ein Druckfehlerchen in dem ersten Artikel unter- gelaufen? Die in Nr. 185 angestellte Rechnung bezüglich der von mir versuchten Plusmacherei, trägt das Gepräge der Subjektivität, der absolutesten Willkür. Der Verein behauptet: 31 M. für 81 Verbände hätte ich ordnungsgemäß zu fordern gehabt, statt dessen hätte ich 51 M. herauszuschlagen gesucht, dadurch, daß ich die Konsultationen vom Verein bezahlt nahm und Herrn Quandt die Extrarechnung zustellte. Mit Verlaub! Gehört es zur ordnungsmäßigen Erledigung einer derartigen Angelegenheit, daß ein bis zu 10 M. Extra- honorar zahlender Verein krampfhaft die Minimaltaxe im Auge behält? Hätte ich in der That eine derartige Berechnung ange- 'teilt, wie sie mir von den Herren untergeschoben wiro, so wäre :ch vielleicht zu folgendem Resultat gekommen: Der Verein zahlt ja bis zu 2 M. pro Verband, diese 2 M. sind gewiß im vor- liegenden Falle Maßgebend, ich liquidire für 31 Verbände 62 M. Das Honorar für 31 Konsultationen und den von Herrn Quandt erwarteten 36 M. beläuft sich aber nun blos auf dlVs M. Mithin hätte ich, wenn dem Verein eine Rechnung von 62 M. zugestellt wäre, noch ungefähr 10 M. mehr erhalten, als ich 'aktisch durch die Rechnungszustellung an Herrn Quandt bean- pruchte. Wenn die Herren mich einmal für sö sehr gewinnsüchtig halten, so müssen sie sich auch nach allen Seiten hin orientiren. Sie fassen die Angelegenheit ein Bische» einseitig auf; die Ab- sichte», die sie mir supponiren, wären nur mit einer ganz mini- malen Gewinnsucht unrechtmäßiger Natur vereinbar. Wer sich onst in widerrechtlicher Weise einen Vortheil zu verschaffen sucht, der geht ans das Ganze. Für den hat die von Herrn Hundt und Genossen ausgestellte Berechnung etwas Schülerhastech Un- 'ertiges. Thatsächlich habe ich aber— ich versichere das hiermit nochmals ausdrücklich— in gutem Glauben gehandelt. Ich habe angenommen, daß für Verbände dieselbe Norm existirt, wie für Elcktrisiren und Massiren, daß der Verein die Bons mit 40 bis 50 Pf. honorirt und daß der Patient mit denZMehrkosten zu be- lasten ist. Dieser Jrrthum lag doch sehr nahe. Der Sanitätsverein bedarf vielleicht, um auf eine gewisse Höhe zu gelangen, einer irgendwie gearteten Reklame. Wenn aber daS Organisationstalent des Herrn Hundt kein anderes Mittel kennt, als durch Verleumdiing eines bisher makellosen Arztes dein Vereine aufzuhelfen, dann ist es schlecht um seine Sache bestellt. Ich habe ja Herrn Hundt in seiner Wohnung erklärt, daß ich eventuell aus das Extrahonorar verzichten würde, nachdem ich mich einmal an eine falsche Adresse gewandt hatte. Die Sache konnte somit ans anständige Weise erledigt werde». Dann hätte der Vorstand die Genugthunng gehabt, dem Verein eine kleine Summe erspart zu haben. Er würde mir, in Ansrichtigkeit, die Anerkennung nicht versagt haben, daß ich für eine Lappalie eine mit ziemlich großen Anstrengungen verbundene Leistung vollführt habe. Dadurch, daß Herr Hundt sainmt den hinter ihm Stehenden die Angelegenheit an die Oeffcntlichkeit zerrt, habe ich bisher keinen Schaden gehabt. Kopfschlltteln, Händedruck, Röthe der Scham oder Entrüstung— diese Aeußernngen des verletzten Ge- fühls über das Gcbahren des Vorstandes konnte ich bisher in den Kreisen der Arbeiter konstatiren. Auf die Widerlegung einiger Kleinigkeiten lasse ich mich nicht weiter ein. Feststellen will ich nur noch, daß die Herren mit den Worten spielen. Meine„Absetzung" hat sich in der Weise vollzogen, daß ich Herrn Hundt gebeten habe, mich aus der Liste zu streichen, für den Fall irgend welcher Scherereien, für den Fall z. B., daß man von Neuem beabsichtigen sollte, in irgend einer Honoraraffäre mich vor de» hochivohllöblichen Vorstand zu laden. Daß ich dem Herrn, der an Stelle des Vereins 0 M. Extrahonorar an mich bezahlt hat, dasselbe zurückerstatten iverde, ist selbstredend. Ich bitte ihn um seinen Besuch. Vielleicht ist noch der Eine oder Andere, der anstatt der Vereinskasse Geld an mich gezahlt hat. Der Betreffende wendet sich dann vielleicht, ohne den Umweg über die Adalbertstraße zu wählen, direkt an mich. Jeder Einzelne soll das fälschlicher Weise von ihm bezahlte Geld zurückerhalten. Wenn ich dann auch hier und da einmal für baare 40—50 Pf. insgesammt chloroformirt, operirt und vec- bunden habe, so ist die Sache weiter nicht schlimm. Jeder soll im Uebrigen sein Recht bekommen. Berlin, den 13. August 1890. Dr. A. Bernstein, Mitteuwalder- Straße 2. (In derselben Angelegenheit liegt der Redaktion noch eine Einsendung des Herrn Pankow, Bülowstraße 51, vor, die sich gleichfalls gegen den Vorstand wendet. Wir bringen den Brie' nicht zum Abdruck, weil wir die Angelegenheit, nachdem beide Seiten zweimal zum Wort gekommen sind(der Vorstand des Smntätsvcreins darunter einmal im Versammlungsbericht) für erledigt halten. Wir geben den streitenden Parteien anheim, ihr Recht anderwärts zu suchen. Redaktion.) „Einen recht unerquicklichen Eindruck nniß der Bericht"über die am Dienstag in der„Volksbrauerei" stattgesundene Versammlung ans jeden Unbefangenen machen.— Mit welchem Rechte kommt Herr Dr. Wille dazu, in dieser schulmeisterlichen Art über die sozialdemokratische Fraktion herzuziehen? Mit Entrüstung muß es aber jeden gerecht denkenden Menschen erfüllen, wenn sich Herr- Börner unterfängt, alte bewährte, um die Parteisache so hochvcr- diente Männer, wie Bebel und Liebknecht, die jedem Partei- genossen als leuchtendes Beispiel dienen können und die für ihre Uebcrzeugnng Jahre lang hinter Kcrkermauern zugebracht haben, zu verdächtigen und deren Verhalten so abfällig zu kritisiren. Die Fraktion ist durch das Vertrauen der Wählerschasl in den Reichs- tag geschickt worden und ich wüßte nicht, daß etivas vorgefallen wäre, was uns veranlassen könnte, der Fraktion mit weniger Ver- trauen entgegenzukommen. Es istsehr leicht und bequem, vom Podium eines VersannnUuigslokales aus zu nörgeln und Alles zu kritisiren. Daß mit diesen Nörgeleien dem Parteiinteresse gedient wird, kann man nun gerade nicht behaupten. Unsere Partei ist bekanntlich vor Allem eine Agitatiouspartei, die daraus bedacht sein muß, möglichst viel neue Anhänger heranzuziehen.— Wenn es uns im Grunde genommen auch gleichgiltig sein kann, was die gegnerische Presse über„Spaltungen" in der Partei schreibt, so dürfen wir andererseits doch nicht außer Acht lassen, daß durch die in neuerer Zeit nach außen hin hervorgetretenen Meinungs- Verschiedenheiten, die an sich ja ganz bedeutungslos sind, die Indifferenten stutzig werden und damit wird der Parteisache sehr ö � �Jch gebe zu, daß die Fraktion nicht ganz korrekt gehandelt hat, die Bestimmung zu treffen, dap zeder Wahlkreis nicht mehr als wie drei Delegirte zum Parteitag nach Halle entsenden darf; hierdurch würden allerdings die großstädtischen Wahlkreise ganz ungenügend vertreten sein. Ist es aber nöthig, hiervon nach außen hin so viel Aufhebens zu machen? Ich bin überzeugt. daß es genügt hätte, in ruhiger, s a ch l 1 che r Weise darüber zu beratheu und eine Resolution zu fassen, dle Fraltlvn zu veran- lassen, daß diese Bestimmung abgeändert werde. Gradezu empörend ist es aber, wenn Herr Börner in ganz un- überlegterArt, ohne dieSpnreineZBeweisez.stch znderBehanplnngver- steiat, Redakteur Cronheim hätte von Buffalo Bill 500 M. steh zahlen lassen, um im„Volksblatt" für ihn Rellaine machen. Eine solch des das eingeladen worden?%»«.......... '- � 46» elende unmotivirte Verdächtigung verdient festgenagelt z» M't derartigen Aeußerunge» sollte man doch vorsichtiger>' den» damit wird, meiner Ansicht nach, die Partei am s#"� geschädigt. Gustav Sabor, Jnvalidenstr. M . In der am 12. d. Mtl. stattgefundenen Versanm'lm'g � fdätalbemofratifcheii Wahlvereins des sechsten Berliner Reichs' Wahlkreises stellte Herr Bruno Wille fest: Es haben sich: Ausnahmegesetzes eine Menge kleiner Autoritäten 8% rr.'ll rrchtig. aber auch Herr Wille gehört dazu. Noch m-p IP?1-; von den Anwesenden hoben vielleicht 200 Personen. Hände hoch, die Majorität enthielt sich der Abstimmung.'vc/W- weil nlcht genügend Ausllnrung vorhanden war. Werhalb! die persönlichen Angriffe Nicht erfolgt, als die angegriffenen� noch in Berlin waren, oder warum sind die Herren nicht. dieser Versammlung eingeladen worden? Die Antwort ' ifolge des Sozialistengesetzes-- tlichen Angriffe uuterbleibei ort mit solchen Versainmu chtigt werden, welche erprc uie sich nicht verantworten u Schindler. Perlebergerstr. Nr. VeiefkalZen dev Bei Anfragen bitten wir dt« AbonnementS-Quitlung beizufügen, Anlworl wird nicht erthettt.„.Iiiltgt Für die ausgesperrte» Kanl/andivrrltrtt 9rt gingen ferner bei uns ein: 50 jj, 91. M. 50 M. Drei schwarze Brüder von L. Loewe J, � Gips 3,50 M. Für die Hamburger Zimmerer. � Dabelstein 23,95 M. Für Arbeiter aller Branchen au �° � durch Engel 10,75 M. Tischlerwerkstatt Hergesell auf W C!:j 4,25 M. Ein Freund aus Spandau 1 M. Liste 900 .ammelt 2 M. Skatklub Null ou ver, 2. Rate, 6 �*VeB«t' der„Berliner Zeitung" 18,75 Mark. Ueb'erschllß«ne � sammliuig des Arbeitervereins zu Köpenick 7 Mark 2U � Kdinmission der Bildhauer, 8. Rate, 100 Mark. � zZ Achtel Bier verzichtet 4 Schneider Leipzigerstraße 6 M. 5 lustige Brüder von Weißensee, Elsaß-LothriNö � Ecke 1,60 M. Rockendorf, Posenerstr. 5 2. Ritte 6 g-fitü'1 Tariskasse des Vereins der Berliner Buchdrucker un gießer 1000 M. Tischlerei Meer 1,30 M. Anstalt B- ht» durch Hendrichs 8. Rate 11,65 M. Fachverein der Ltty 100 M. Liste 0844(Maurer) 4,30 M. Tischlerei von Reichenbergerstraße 142 5,50 M. Bautischlerei dorserstraße 47 1. Rate 5 M. Glasö- und KartoN-P � Arbeiter und Arbeiterinnen- Fachverein 3. Rais_ M Malervereinigung Fit. Süd 20 M. Töpfer Berlin? � Posamcittiere, Ad. Silberstein 3,75 M. Rauchklub P- 10 M. Von den Sattlern der Fabrik Fritz Hanke I straße 5d 8 M. Arbeiter der Paris'schen Fnbnk, durch Benter 3 M. Von der freien Vereinigung der � und Bcrilssgenossen Berlins und Umgegend 27,75--0-# Schlagsdorf(Fehmarn) 4 M. Von der Baulich»chlü Schneider, Fricdcnstr. 48 4 M. Maler des FleMiN" J Bau 2,50 M. Schinderhannes in Spandau 10,25..(■ Jn Snmina 1994,25 M. Hierzu bereits veröffentlicht20' im Ganzen bis heute 22 388,89 M._„ gtih Berichtigung: Bei Liste 346 muß es heiß� ISf H. Löwenstein. Statt Doinig'sche Werkstatt Weißen! n i n g' s ch e Werkstatt. Statt Rauchklub Dominium mingo. jiB Weitere Beiträge nimmt gern entgegen die � Beuthstr. 8. ne|jt ij1 V- fing, Meinstrqsfe. Ihr eingezahlter Beitrag der Sonnlagsnnmnier vom 10. August 3. Seite des" Spalte 3, Zeile 33 von unten(Richers 8,00).»cht ü"' Chirurgische Krauche(Kettner). Ihr Beitrag der letzten Seite 2. Spalte, 23. Zeile von unten.,.% Kichnmiillrr. Ihr eingezahlter Beitrag„ Zeil' Dienstagsnummer letzte Seite der Beilage 1. Seite, von oben nscheint m s Ha, Eonnia Nnter dies' eine der die S theils dicht °Ite den W mm I. Mestsnle». Bei Abnahme von 50 Exempm /T? 1~ t.."..<■. m. r*»« �. nnoy Juristisch« Sie a Stück zu 7 Pf. exkl. Porto. M. S. Sie müssen etivas Geduld haben. kunst können wir nicht sofort ertheilen.., solche <-- sgisr kennen eine i Charlottenburg 8- 9. statt nicht. I.©. 1. Sie sind nicht gesetzlich verpflichtet Ig« Jtg •..... vl.P.fr..„i-tJ............ V» r jvgiitu™ »hceu Jj wiv lüuueu oereti» mu y Austritt erklären. Die Erklärung hat in Person. des Wohnorts zu erfolgen. ü« ©. 1. Ja, die Mutter ist erbberechtigt' � hat kann sie nicht zurückverlangen. 2. Nein. Die El) l Erbanspruch aus die Hülst- des Nachlasses des Ehe � WM.» auf den Nachlaß an deffen Ascendenteu. 3-~-> 4. Ebenso. 5. Nein; ist aber auch nicht nöthig, alleiniger Erbe ist.»„»mit-.o- ®. 300. Wenn der Miether deS Boden» va" ,i> � standen war, daß Sie denselben benutzen, so..Pe>m°.!ß> Art, daß er seine Einiuillian»»«„«(ieknaKni. die sei..i —-,—— j- o-i � imi>\n iw zu attmentiren, zumal dieselbe nicht unverinog für die letzten 4 Jahre eine ortsangemestene, --�7°�,,. 3-2»V cvr..-axT•------- «!< .....—„«ie oenietven venutzen, 1 0 �"fernere der Gegenstände war er nicht befugt und könne dt» der Staatsanwaltschaft anzeigen. Sie M. Kassel, SoULndischrstraff-.®cu�\veibeii- Reichstaas-Abgeordneten Euiauuel Wurm ur., ar( ju-ff111 (0. K. 0-4. Schreiben Sie an das Dtarlthai des Magistrats.... F. K. Mrherstr. Das wissen wir nichl. WolfTo Telegraphett-KureiiU.) hi» S. rZy•»»•»tivu l ver Cholera vor. Kallttitta. 14. Verantwortlicher Redakteur: Cnrt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von Ma» xaving in Berlin 8W., Benthstraße 0 auf weite Strecken hin das Land vollständig l)... sfJXÄ Bewohner der umliegenden Ortschaften, vi«';.{(ht avg flüchtet hatten, blieben süns Tage von ledem � und ohne Nahrung. MWW