Fg iicetp 169. # tnfo'5' tdildit! tieW® ,01t 1°'° iunä"11 pss Alb? ,1b sin» ißettc fj ilung«'- tobt W {önnt"' 46. Nr. 18». Sonnabend, de« 16. Angnst 1890. V. Jahrg. Organ für die Znieressen der Arbeiter. Das scheint taali»"Berliner Volksblatt" aBtHHOpoR -• Fernsprecher: Amt VI. Ur. 4106.** Lledaltkion: VeukhNvatzo S.— Expedition: Venthflentze 3. 'ooü 3)0' ; o"' V „ EuropQ'.« Öfontsi|yfi.fI|(|f|off. D!. keben in einer Zeit, in der alles angekränkelt ist. Snd«. rJ$en schier alle nervös, der Grund und gL,."ißt an Ergiebigkeit nach, die Produktionsform sinkt trägt den Keim des Zerfalls in sich, die Literatur Industrie herab und auch die Staatswirthschaft der u Abgrund zu. Was die letztere betrifft, hat esw„» sche Statistiker C e r b o n i in einer sehr inter- Mmmtr���ktchenben Aufstellung gezeigt, daß die Budgets anfj Äec europäischen Staaten in einer schnellen und Wichen Anschwellung begriffen sind. Ganz gleich, Stiia! r iöesteuerungssystem gut oder schlecht ist— die ne�nieu Zu. Die wachsende Militärlast bringt eino In Bon vornherein mit sich, indessen sind auch noch der m\ � anderer Faktoren da, welche das Anschwellen dj° ,i?"°3ets zu fördern geeignet sind. Heute werden an . sgeivalt eine Menge neuer Forderungen gestellt, |'s mit Recht, theils mit Unrecht. Wir wollen dies hier , J j�her untersuchen, aber für uns steht fest, daß das den Ahschaftssystem im Staate sich überlebt hat und neuen Forderungen gegenüber nicht auskommen kann. SeiAs�'1'6 gesunde Staatswirthschaft erblicken wir nir- L,,, Europa, denn wenn auch heute eine Regiennig Willen hat, so muß sie doch von ihren unb�geAnnen eine solche Menge von historischen Lasten Ni�. elständen als Erbschaft auf sich nehmen, daß ihr zn s ��'9 bleibt, als mit denselben unzulänglichen Mitteln llft r en uud», wenn auch gegen ihre Absicht, die alten c; e* ZU vergrößern. Alle Staaten Europas ftfjf 1' e f verschuldet; die überseeischen Kultur- j)|. tn stehen ihnen hierin nicht nach. Einzig und allein das ��amerikanische Union ist ein großes Gemeinwesen, sjjr stuie Schulden zahlt, ohne seine Bürger allzusehr mit b,,°�en zu belasten. Zu Anfang des zwanzigsten Jahr- � eerts wird die Union alle ihre Schulden getilgt haben, k. noch vom großen Sezessionskriege her ausstehen, und ihf/r«�» Kapitalisten sind dann nicht mehr in der Lage, �klder in vierprozentigen nordamerikanischen Staats- Wer onWegem .. Eine Anzahl großer Staatsgcnieinschaften muß sogar eni„r!lncm Defizit arbeiten und da, wo Ueberschüsse lDet�ei1' stnd sie Manchmal sehr zweifelhaft. Alle ktim-i 0�ev staben Schulden zu verzinsen und es ist Lu.' was sie dafür aufzubringen haben. Frankreich dieser Beziehung am schlechtesten, es hat jährlich ttlllvv ,üneu QU Zinsen aufzubringen. Dafür hat es �°ntgs auch reiche Hilfsmittel. Oesterreich und .. Fenilletott. cexboun.)_ 121 jmttor nndMsk'r senZor. » Bon Alp honse Daudet. dcni Französischen von Ludwig K n o r r. stlndet°l!.t�n Höfen her drang der Lärm spielender stUtnd //wkhtes Klavicrspiel und dazwischen der Nnf ieinen umherziehenden Händlers, der mit seinem MÜhlj,,. Karren vorüberzog. Alan empfand den Flieder" unbestimmteren Duste von Hyazinthen �stgt DUobelle hatte soeben ihre Arbeit bei Seite M das �wuschte nun, bevor sie das Fenster schloß, mit b* veschÄsststerbrett gestützten Ellbogen ans das Geräusch die Stadt, die sich freute, nach der Tagesarbcit sich s-'waßeu wandern zu können. Bisweilen sprach sie, iJ""'i"drehe», mit ihrer Tochter. ?.»s Ler'Ä' da kommt Herr Sigismund. Wie früh er heute Jp.Se laiio-v beht. Vielleicht scheint es nur so, weil die U T" UbV aber ich glaube, es kann doch noch nicht .„'stirer....... Mit wem gcht denn der alte r>�Ucn_'*•; Das ist doch sonderbar!.... Man sollte sn>>z wg'' ja, gewiß---— man sollte meinen, Herr » dock Ca. aber das ist ja unmöglich... Franz <. fintto er auch htilidi-... doch gleichviel! d< »«.. Sieh' doch nur Kind!" kr ßm ihm M' Italien haben je 450, England 470, Nußland 700 und Deutschland 300 Millionen an Zinsen alljährlich aufzu- bringen. Bei Deutschland schreitet die Vermehrung der Schuldenlast mit solcher Schnelligkeit fort, daß es die an- deren Staaten, Rußland und Frankreich ausgenommen, bald hinter sich lassen wird, wenn es so weiter geht. Schon hat Delltschland das größte Staatsbudget, nämlich 4300 Millionen(die Budgets der Einzelstaaten natürlich eingerechnet), dann kommt Nußland mit 4000 Millionen, Frankreich mit 3250 Millionen, England mit ebensoviel. Deutschland ist allen anderen voran, weil es seine Heeresansgaben am schnellsten vermehrt hat; sie find in sechs Jahren um mehr als die Hälfte ge- stiegen. Man sieht, es findet zwischen den einzelnen Staaten ein Wettlauf um die E r s ch ö p f u n g statt, denn dies Wirthschaftssystem muß endlich einmal an ein Ziel kom- nien. Die Ausgaben wachsen stetig; infolge dessen muß man auf Erhöhung der Einnahmen bedacht sein. Da werden denn Anleihen gemacht und neue Steuern ans- geschrieben; das System ist für das Volk ganz gleich- giltig, denn in der einen oder der anderen Form hat es die neuen Lasten zu tragen, seiner großen Masse nach.— Diese Staatswirthschaft hat etwas Greisenhaftes und Abgelebtes an sich; es fehlen ihr alle neuen und gesunden Ideen. Wie in einer Tretmühle bewegt sich das Ganze: "Neue Ausgaben— neue Steuern— neue Anleihen! Ohne Zweifel trägt der Militarismus die Haupt- schuld an diesem Niedergang der Staatswirthschaft, denn England und Nordamerika, die großen Staaten ohne Militarismus, stehen ani besten. Die englische Staatsschuld würde auch nicht so groß sein, wenn nicht der ungeheure Kampf gegen die französische Revolution, von 1792 bis 1815, dcis Land so sehr belastet hätte. Die Verthcidigung hat Frankreich nicht weniger belastet. So kann der Wohl- stand zweier Völker durch eine thörichte Politik geschmälert iverden! Die Anschwellung der Budgets wird weiter gehen, vielleicht sogar in rascherem Tempo als bisher. Wohin steuert man? In absehbarer Zeit werden die Finanz- minister sagen, daß sie die an sie gestellten Forderungen nicht mehr erfüllen können, denn es hat. ja schließlich keinen Werth mehr, Stenern auszuschreiben, wenn sie Nichts trage». Ohnehin befinden wir uns in einer Epoche des sinkenden Volkseinkommens und des sinkenden Massen- konsums. Da wird für die Finanzschraube kein allzu- großer Spielraum mehr übrig sein. Es war bezeichnend genug, daß ein Schatzsekretär im deutschen Reichstage die Volksvertreter aufforderte, ihm bei der Auffindung Aber das Kind verläßt seinen Lehnstuhl nicht; es regt sich nicht einmal. Mit träumendem Auge und in der Lnft schwebenden Nadel, festgebannt in der lieblichen Geberdc ihrer Thätigkeit, ist sie uach dem blauen Wunderlands aufgebrochen, diesem wunder- barenLaudc,wo man frei von jedem Gebrechen lcichtsciuc Straße geht. Der lllame Franz, den ihre Mutter anläßlich einer Achnlichkeit mechanisch ausgesprochen hatte, ist für sie eine Vergangenheit süßer Illusionen, heißer Wünsche, die flüchtig waren wie die Röthe, die ihr ins Gesicht stieg, wenn er Abends beim Nachhausekommen noch einen Augenblick iu's Zimmer trat, um mit ihr zu plaudern. Wie lange das schon her ist! Ja, wohnte er denn einst wirklich nebenan in dem kleinen Zimmer, hörte sie denn seinen Schritt auf der Treppe und das Geräusch, wenn er seinen Tisch zum Zeichnen au's Fenster rückte? Wieviel Leid und Lust hatte sie empfunden, wenn er auf dem niedrigen Stuhl zu ihren Füßen saß und ihr von Eidoincn erzählte, während sie ihre Vögel und Käfer zurechtstutzte. Und während sie arbeitete, tröstete und crninthigte sie ihn, denn Sidouie hatte dem armen Franz manches kleine Leid zugefügt, che sie ihm das Große authat. Ter Ton seiner Stimme und der Glanz seiner Augen, wenn er von dieser Nebenbuhlerin sprach, entzückten sie trotz alledem, so daß er bei seiner Abreise in die Ferne eine größere Liebe zurückließ, als er mit sich nahm, eine Liebe, die in dem immer gleichen Räume und derselben stillen zurückgezogenen Lebensweise in ihrem herben Reize immer gleich bleiben mußte, während die seiuige sich in der freien Luft großer Reifen allmälig auflöste und vcr- flüchtigte.'- ... Es dunkelt immer mehr. Eitle unsägliche Traurig- neuer Steuerobjekte behilflich zu sein. Es wird die Zeit kommen, wo Niemand diese Objekte mehr ent- decken kann. Ein geistreicher Finanzminister wird die vor- handelten Mittel geschickt verschieben, aber kaum vermehren können. Oder wird der Staat sich genöthigt sehen, wieder die Frage der Monopole auszuwerfen und den Versuch machen, sich auf diesem Wege neue Einnahmen zu ver- schaffen, indem er der Privatwirthschaft gegen eine Ent- schädigung ihre Einnahmequellen abnimmt? Dann wird ein Jnteressenkampf zwischen dem Staat und dem Kapita- lisnuis entbrennen, von dem wir bei Gelegenheit der Frage des Tabaks- und Branntweinmonopols ein leichtes Vor- spiel gesehen haben. Wir können dann zusehen, wenn wir auch Gegner der Monopole sind, was daraus wird. Diese Zerrüttung des allgenleinen Finanzwesens, das zur Erschöpfung führt, wird endlich auch neue Gedanken erzengen und wird bewirken, daß ein neues staatswirth- schaftliches System aus den Verhältnissen heraus geboren wird. Im Moment aber geht es bis über die Ohren in die Verschuldung hinein. Hm Parteitag. Obwohl es nicht angeht, wie in der Nr. 186 des„Berliner Volksblatt" bereits ausgeführt ist, auf alle Einwürfe einzugehen, welche gegen den von der Fraktion ausgearbeiteten und veröffent- lichten Organisationsentwurf bereits laut geworden sind und vielleicht noch verlauten werden, es vielmehr Sache des Neferenten sein wird, die Motive, welche zu den einzelnen Bestimnmngen ge- führt haben, darzulegen, so scheint es mir doch angebracht— schon um die Genossen im Lande vor etwaigen voreiligen Be- schlössen zu behüten— auf den anscheinend schwerwiegendsten Einwurf, den der Kritiker der„Sachs. Arbeiter-Ztg." erhoben hat, bereits jetzt mit einigen Bemerkungen zu antworten. Der erwähnte Artikel meint nämlich, daß der Entwurf der Ncichstagsfraktiou eine„ungemessene Machtstellung" einräume und findet dieselbe in dem Kontrolamte, das der Entwurf in den§§ IG bis 13 der Fraktion überträgt. Ohne mich nun weiter mit den Liebenswürdigkeiten zu beschäftigen, welche der Herr Kritiker in seinem Artikel über die Fraktion zum besten giebt, — wobei der Herr und seine gleichgesinnten Freunde, deren es ja hier und da geben soll, immer vergessen, daß die Fraktion doch schließlich nicht besser, aber auch nicht schlechter sein kann, alS wie die Partei, aus der sie hervorgegangen ist und von der sie einen Theil bildet— will ich nur de» Grund angeben, weshalb der Fraktion die Kontrole übertragen werden soll und weshalb man nicht, wie dies in der srühcreu Organisation der Fall war, eine eigene Kontrvlkommission vorschlägt. keit befällt das arme Mädchen bei dem zunehmenden Schatten dieses milden Abends. Der Schimmer ihres früheren Glückes nimmt für sie ab wie das Tageslicht dort am Fenster, ans dem die Mutter noch immer herauslehnt. Plötzlich geht die Thür aus... Es steht dort Jemand, den man nicht recht erkennen kann... Wer kann das sein? Die Damen empfangen ja nie Besuch. Die Mutter hat sich umgedreht und glaubt, cS sei Jemand aus dem Geschäfte, der die Wochcnarbcit abholen wolle. „Mein Manu ist schon ans dem Weg zu Ihnen, mein Herr.... Wir haben nichts mehr hier, Herr Delobclle bringt Ihnen alles zurück. Der Mann tritt ohne zu ant- worten näher, und je mehr er sich dem Fenster nähert, desto deutlicher erkennt man feilt Profil. Es ist ein stämmiger, sonnverbrannter Bursche mit dichtem blonden Barte, kräftiger Stimme und etwas schwerer Aussprache.F „So, so, Mama Delobclle, Sie erkennen mich also nicht?■' „0, Herr Franz— ich habe Sie sofort erkannt", sagte jetzt Dcsirce ruhig in kaltem, förmlichem Tone. „Himmel es ist Herr Franz." Und in größter Eile stürzt Mama Delobclle nach der Lampe, zündet sie an und schließt die Fenster. „Wie, Sie sind's mein lieber Franz.... Mit welch' ruhiger Miene die Kleine da sagte:„Ich habe Sie sofort erkannt. O, der llerne Eiszapfen.., Sie wird nnmer dieselbe bleiben." In der That ein richtiger kleiner Eiszapfen. Sie ist blaß, sehr blaß inid die Hand, die sie Franz entgegenstreckt, fchnceivciß und eiskalt. Er findet sie schöner und noch zarter als bei seiner Ab- reise. Sie findet ihn herrlich und schön wie immer mit Es war durchaus nicht freier Wille, noch viel weniger eine Ausgeburt der �raktions-Herrschsucht, was uns dazu brachte, die ursprünglich im Entwurf sogar vorgesehene Kontrolkonunission fallen zu lassen, sondern wir handelten dabei nur:„der Roth ge horchend, nicht dein eigenen Triebe". Zu den neuesten Entdeckungen auf dem Gebiete der Recht- sprechung gegenüber Arbeitervereinigungeu gehört nämlich die, daß geivählte Kommissionen von geringer Mitgliederzahl, seien es aus nur 3, 5 oder 7 Mann, unter Umständen als s e l b st st ä n- dige Vereine zu betrachten und demgemäß zu behandeln feien.— Wollten wir uns nun nicht der Gefahr aussetzen, den Partei vorstand, bestehend aus fünf Mann, und die Koiltrolkonlinission aus 7 oder 9 Mann zusammengesetzt je als einen selbstständigen politischen Verein erklärt zu sehen, die wegen„Jnverbindung- treten" sofort in der legalsten Weise aufgelöst werden könnten, so mlißten lvir einen Ausweg suchen. Diesen glauben wir nun gefunden zu haben, indem wir— ganz so wie es bei allen anderen Parteien auch ge- s ch i e h t— die parlamentarische Vertretung mit der Partei- kontrole betrauen. Ob dieser Ausweg unter allen Unlständen vorhalten wird, das ist eine Frage, die Niemand zu bejahen wagen wird. Wer deshalb einen besseren Vorschlag zu machen weiß, der mag damit herausrücken; nur mit dem Vorwurf verschone man uns, daß die Fraktion durch diese Bestimmungen sich eine„ungemessene Macht- stellung" habe sichern wollen. Im Gegentheil: Niemand wird dem Auffinder eines praktischeren Vorschlages dankbarer sein als die Fraktion selber, welche dadurch vor der Möglichkeit behütet bleibt, von einem findigen Staatsanwalt als politischer Verein erklärt und wegen Verletzung des Vereinsgesetzes bis zum letzten Mann eingesperrt zu werden. Mögen also die Herren Kritiker nur ihr Gehirn anstrengen und möglichst praktische Vorschläge aushecke», das wird der Partei viel dienlicher sein, als die Fraktion, deren Mitglieder doch sozusagen auch noch Parteigenossen sind— mit den albernsten und unbewiesenen— weil unbeweisbaren— Vorwürfen und Verdächtigungen zu behelligen. Deirenhofen b. München. I. A u e r. WolttiMs UebeMchk. Di« Auaj'chusswahlen für die Invaliditäto- Derstche- rungvanstalt Kerlin sind ausgeschrieben. Nach dem Modus der Wahl ist es so gut wie ausgeschlossen, daß in diesen Aus- schuß, welcher aus 10 Vertretern der Unternehmer und 10 Vertretern der versicherten Arbeiter bestehen wird, auch nur ein ein- ziger ausgesprochener Sozialdemokrat hineinkommt. Es wählen nämlich nur die Vorstände der Orts-, Betriebs-, Bau- und Jnnungs-Krankenkassen. Die eingeschriebenen Hilfskassen sind vom Wahlrecht ausgeschlossen. Sie sind jedoch deshalb nicht unver- treten, der Reichstag hat ihnen einen Vormund bestellt, die Kommunalvertretung. Als 5toinmunalverwaltung Berlins sieht der Oberpräsideut absonderlicher Weise nicht die Stadtverordneten- Versammlung, sondern den Stadtausschuß. Die„Freis. Ztg." meint, daß die Stadtverordneton- Versammlung sich dem nicht ohne weiteres fügen solle und daß die Ueber- tragung dieses Wahlrechts auf den Stadtausschuß die Nichtigkeit eines Theiles der. jetzt vollzogenen Wahlen herbeiführen könne. Wir wollen dies abwarten, im übrigen kann uns.die Sache herzlich wenig interessiren. Sehr komplizirt ist nun der weitere Wahlmodus. Berlin ist zur Vornahme der Wahl in acht Wahlkreise eingetheilt; jedem Wahlkreise sind bestimmte Krankenkassen überwiesen. Die Zahl der Wahlstinimen, welche jeder Kassenvorstand abgiebt, ist proportional der Zahl der Kassen- Mitglieder. Im ersten Wahlkreise, der übrigens gleich dem zweiten die doppelte Zahl von Vertretern wählt(wegen der größeren Kassenmitglieder- Ziffer), entscheidet für sich allein die allgemeine Ortökrankenkasse gewerblicher Arbeiter; im zweiten Wahlkreise geben die Vorstände der beiden Maschinenbauer-Krankeukassen den einem Anflug von Ermattung und Traurigkeit in den Augen, der ihn noch männlicher erscheinen läßt, als früher. Die Müdigkeit rührt von der überstürzten Reise her, die er sofort nach Empfang des schrecklichen Brieses an- getreten hatte. Aufgerüttelt durch das Wort„Schande" ist er auf der Stelle abgereist, ohne die Bewilligung seines Urlaubes abzuwarten, unbekümmert darum ob er seine Stellung und sein Glück aufs Spiel setzt; vom Dampfschiff ist er sofort in die Eisenbahn gestiegen und hat erst in Paris Halt gemacht. Da kann man wohl müde werden, besonders wenn man mit solcher Hast reist und in ungeduldiger Erwartung, Be- fürchtung und Schrecken den Weg im Geiste wohl zehnmal zuriicklegt... Sein Trübsinn stammt aus früherer Zeit, von dem Tage, wo diejenige, die er liebte, sich weigerte sein Weib zn werden, um sechs Monate später seinen Bruder zu heirathcn; das waren zwei furchtbare kurz auseinander folgende Schläge, von denen der zweite noch schrecklicher als der erste war. Allerdings hatte sein Bruder vor Eingehung der Ehe an ihn geschrieben, um seine Einwilligung zu erbitten und zwar in[so rührenden herzlichen Ausdrücken, daß dadurch die Heftigkeit des Schlages wenigstens etwas gemildert wurde. Schließlich verscheuchten die Freunde, die Arbeiten und die weiten Reisen seinen Kummer. So ist unr ein An- Siig von Melancholie haften geblieben— es sei denn, daß er Zorn und Haß gegen das Weib, das seinen Bruder entehrte, sich auf einem Reste alter Liebe aufbaute. Aber nein! Franz Risler denkt nur daran, die Ehre der Familie zu retten. Er kommt nicht als Liebhaber, sondern als Rächer und Sidonie mag sich wohl hüten. Sobald dieser Rächer aus dem Wagen gestiegen war, hatte er sich sofort nach der Fabrik begeben, da er hoffte, die durch seine unvermuthete Ankunft hervorgebrachte Äe- stürzung würde Alles ans Licht bringen. Unglücklicherweise hatte er Niemand angetroffen. Schon seit vierzehn Tagen waren die Jalousien des kleinen Hauses hinten im Garten geschlossen. Bater.Achilles theilte ihm mit, daß die Damen jetzt ihre Ausschlag, tin fünften hat die Maurerkasse die Majorität der Stimmen, im sechsten dominiren Gastwirthe und Kaufleute, und im siebenten der Stadtausschuß u. f. w. Innerhalb der Vorstände wählen Unternehmer und Arbeiter ge trennt die Ausschußmitglieder der Unternehmer und Arbeiter. Der Stadtausschuß wählt dagegen als einheitliche Körperschaft. Es wählt jeder Kassenvorstand für sich und schickt die Stimm- zettel an das Köllnische Rathhaus(Zimmer 15). Man sieht, daß es ein komplizirteres Wahlverfahren kaum gebe» kann. Wir haben die Umständlichkeiten noch nicht einmal alle aufgezählt. Aehnlich künstlich und komplizirt gestaltet sich das Wahl verfahre» im ganzen Reich. Das Jnvaliditäts-Versicherungsgesetz dürfte wirklich wenig Freunde haben; deshalb, weil es den Unternehmern verhaßt ist, wird es bei den Arbeitern natürlich noch nicht beliebt, und umgekehrt. Ob es übrigens am 1. Januar 1891 schon zur Ausführung kommen kann oder aber ob es dann nicht nach einem kurzen Zeiträume wird suspendirt werden müssen, ist uns in der That zweifelhaft. Mie's gemacht wird. In einem Artikel über die Taktik der Sozialdemokraten", der jetzt durch die ganze Reaktionspresse geht, heißt es, um die Unmöglichkeit einer andern als einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit der Sozialdemokratie zu beweisen, Liebknecht habe in seiner letzten Berliner Rede ausdrücklich erklärt, keine Regierung, und sei sie die stärkste und bestmeinende der Welt, könne eine Lösung der sozialen Frage herbeiführen. Daß Liebknecht hinzufügte: w e n n sie die Arbeiter muud- todt macht— mit anderen Worten, daß die Bemerkung sich gegen die zäsaristische Revolution von oben richtete, das-wird sorgfältig verschwiegen, imd vermittelst dieser Fälschung(denn auf eine solche läuft diese Unterlassung hinaus) wird der Unterschied zwischen Sozial- d e m o k r a t e n und Anarchisten v'o l l st ä n d i g v e r w i s ch t, worauf es dieser Sippe ankommt. Es war das bekanntlich ein Licblingskniff des verabschiedeten Puttkamer, dessen S y st e m jedoch noch nicht verabschiedet ist, sondern im Gegentheil, nachdem es kurze Zeit zn wanken geschienen hat, stärker als je dasteht— nur daß manchmal ein kleines Feigenblatt vorgebunden wird.— Der genügsam« deutsche Tertilarbeiter. Der„Koif- fektionär" theilt die Befürchtung nicht, daß die Mac Kinley- Bill, welche wahrscheinlich angenommen werden wird, die Ausfuhr deutscher Textilwaareu nach Amerika erheblich ver- mindern werde.„Amerika kann augenblicklich trotz eines drückenden Eingangszolles des deutschen Textilfabrikates nicht entrathen, welches unter so billigen Ar- beitSlöhnen bei» n s hergestellt wird, daß Deutschland mit diesem Artikel in absehbarer Zeit von dem Weltmarkt nicht zu verdrängen ist.— Dazu bemerken freisinnige Blätter:„Hoffentlich wird diese so zuversichtlich aus- gesprochene Erwartung sich erfüllen". Wir aber meinen: Ueber eine durch Hungerlöhne erkaufte„Blüthe unserer In- dustrie" kann sich niemand freuen. Die iuteenatianale krinlinalistische Dereinignng tagte vom 12. bis zum 14. d. M. in Bern. Es war dies die zweite Jahresversammlung der jungen Vereinigung, deren Mitgliederzahl bereits 500 überschritten hat. Die Vereinigung vertritt die wissenschaftlich fortschreitende und humane Richtung in der kriminalistischen Wissenschaft; aber selbst ans ihren Verycsttdlnngen wird deutlich, wie die zünftige Jurisprudenz nichts weiter leistet, als daß sie die Begriffe des geltenden Rechts schärfer definirt, indem sie die Verhältnisse, welche diesen Begriffen zn Grunde liegen, ein- fach als gegeben annimmt. Sehr eingehend wurde diesmal der Begriff der„Un- verbesserlichkeit" behandelt und wir vermerken immerhin mit Interesse, daß mehrere Redner, z. B. Prof. Wonlfert und der Züricher Psychiater Prof. Forel, von diesem Begriffe nichts mehr wissen wollen. Professor v. Liszt sprach in seinem Schlußwort das Ergcbniß dahin aus, daß hiermit jnristisch-technischen Begriffen nicht viel zn machen sei, daß vielmehr ausschließlich die leiblichen und geistigen Eigen- thümlichkeiten des Individuums für die Entscheidung, ob es als unverbesserlich anzusehen ist, maßgebend sein dürfen. Der Richter müsse das Vorleben eines Menschen, die Krank- Heiken, von welchen er befallen war, die Zustände seiner Vorfahren, kurz seine gesaimnten individuellen Ver- Hältnisse ausreichend kennen, um die Frage beantworten zu Landhäuser bewohnten, wohin sich die beiden AssozieS all- abendlich begaben. Fromont junior hatte die Fabrik schon sehr früh ver- lassen, und Risler senior war soeben aufgebrochen. Franz beschloß, mit dem alten Sigismund zn reden. Da es aber Sonnabend, also Zahltag war, so mußte erwarten, bis die lange Reihe der Arbeiter, die bei der Loge des alten Achilles begann und vor dem Kassengitter endigte, ich allmälig verlaufen hatte. Trotz seiner Ungeduld und seiner traurigen Stimmung, empfand Franz, der von Jugend an unter Pariser Arbeitern gelebt hatte, doch ein Vergnügen daran, sich wieder inmitten dieses Treibens und dieser besonderen Arbeitersitten zn befinden. Ans allen diesen ehrlichen oder lasterhaften Gesich- kern war die Befriedigung über die vollbrachte Wochenarbcit zu lesen. Man begriff, daß für diese Menschen der Sonn- tag schon am Sonnabend Abend um sieben Uhr bei der kleinen Lampe des Kasfircrs begann. Man muß unter Arbeitern gelebt haben, um den ganzen Reiz und die Feierlichkeit eines Ruhetages zn begreifen. Viele dieser armen Leute, die an eine ungesunde Besch äf- tigung gefesselt sind, erwarten den gesegneten Tag wie einen Hauch frischer Luft, der ihnen Gesundheit und Leben ver- spricht. Welche Freude, welches Verlangen nach geränsch- voller Luft! Es scheint, als wenn die Last der Wochenarbcit sich gleichzeitig nnt dem Dampfe der Maschinen verflüchtigt, der zischend durch die Abzugsrohre entweicht. Jeder Arbeiter zählte in seinen schwatzen Händen das Geld nach, sobald er sich von dem Gitter des Kassirers entfernt hatte. Da gab es genug Enttäuschungen, unwilliges Gebrumm und Reklamationen wegen versäumter Arbeitsstunden oder erhaltener Vorschüsse und zwischen dem Klingen der großen Goldstücke vernahm man die ruhige un- erbittliche Stimme des alten Sigismund, der die Interessen seiner Chefs bis zur Grausamkeit vertheidigte. Franz kannte sehr wohl die traurigen Auftritte des Zahltages, die gemachten GefühlStöne und die echten. Er wußte, daß der eine seiner Familie wegen feilschte, weil erden Bäcker, den Apotheker und das Schulgeld bezahlen mußte, während der andere es für die Schenke oder noch f .WS«M Wir halten ihn für nutzlos,* Gefängnißstrafe diu? schwer er die ausführbar. Nachtheile der kurzen aus nicht vermeidet. Im vorigen J<#e% � "-..... anderen Erfatznnttel� Vereinigung sich mit einem anderen Ersatzmni« kurzen_ Freiheitsstrafe, der bedingten Vernrtheib»s beschäftigt. Es ist darauf jetzt nicht zurückgekommen, na> dem der Vorschlag in Deutschland offiziell verworfen � chm entgegengehalten worden ist: Der beste Ersatz der kurz» Freiheitsstrafen, wenn diese nun einmal ein Uebel sein sollte stien— lange Freiheitsstrafen.(!) Den letzten wichtiger- Berathungsgegenstand des Berner Kongresses bildete f strafrechtliche Behandlung der Minderjährigen. Nach � Befchlusie dürfen Kinder unter 14 Jahren in keinem Lan« bestraft werden, und die Behandlung der übrigen Mmd- Übrigen muß wesentlich Heilbehandlung sein und sich w Individualität anpassen. Urbeitei- eine an den Fabrikanten zu entrichtende Buße Tagelöhnen zu bezahlen hat. ivenn er die Arbeit„koM bruchig" verlaßt. Die Halbcrstädter Handelskanuncr, d. "---—"-- 071- f. ff ~»>- wv|»v*v*vv«�/ v».» �-----------> jk nmv Interessenvertretung des Fabrikantenthums der Wahnreiie Aschersleben und Halberstadt-Oschersleben-Wernigerode, i j i diese Bestimmung zu gelinde und fordert, daß der AsveU, Geld- oder Gefängnißstrafe belegt werden soll. Ob au? Fabrikant in's Gefänaniß kommen soll, wenn er den A_ kontraktbrüchiger Weise auf's Pflaster wirft, darüber sag.Z Halberstädter Handelskammer nichts. Auch die Bestimmung,. für die Arbeiter und Arbeiterinnen getrennte Ankleide- Waschräume, soivie angemessene, im Winter geheizte Raum Einnahme des Essens vorhanden sein sollen, reizt den poi edlen und menschenfreundlichen Herren der HaMCii_ Handelskammer; sie fagen:„Diese polizeiliche Beaufstch S heißt unferes Dafürhaltens so viel ivie eine llnterß des gesammten Standes der Fabrikanten unter p auffielst. Die Willkür der Fabrikanten in Bezug auf Berha S � von Strafgeldern gegen die Arbeiter, die oft schamlos 8 9 � habt wird, will das neue Gesetz unmöglich machen. Jede v j soll eine Fabrikordnung enthalten, in welcher die Strafgewe deren Verwendung festgestellt werden. Ferner heißt es im „Vor dem Erlaß der Arbeitsordnung oder eines Nachtrag dcrfelben ist den in der Fabrik beschäftigten Arbeitern Ge heit zn geben, sich über den Inhalt derselben zu äußern. � Halberstädter Handelskammer erblickt in diesen Bestimm einenJSingriff in das Hausrecht der Fabrikanten, und besur� V»»evit wmy v*||»♦» ww v v v(j vt v% t vv*•>* v*•/- iL«11(1 V»' daß Versammlungen der Arbeiter zum Zweck der Beratyung � Fabrikordnungen den schlimmsten Hetzereien Thür und � öffnen würden.„Sehr weitgehende Forderungen", hew�ee� � i schwerlich."L mpßim* d.. Rücksichten weit' hinausgehenden Forderungen schwerlich folgen können." Wir ersehen daraus— woran wir ubns a»' welche für sie schreiben, der Mensch erst beim Fabrikant fängt.... st« Verbot der Arbeiten von Schulkindern!" zM- Lehrer. Aus einem Einzelfall hat der UnterrichtsinlNister anlassung genommen, darauf hinzuweisen, daß die während der Unterrichtszeit lediglich zur Erholung der- linder bestimmt sind, und daß es mit der dienstlichen Or' j, nicht vereinbar und daher unstatthaft ist, daß ein Leh« � und Kräfte der Schulkinder, sei es während, sei es»»p � Schulzeit, in seinem Interesse in Anspruch nimmt, auch(p Arbeit von den Kindern freiwillig übernommen und ohne w liche Anstrengung ausführbar sein sollte.„.•V Voikvziililuug in Deutschland. Der„NeichsaNst«„ theilt mit: Aus Grund eines Beschlusses des Bundesrats 3. d. M. findet am 1. Dezember d. I. wiederum eine allgs � Volkszählung im Deutschen Reich statt. Dieselbe w» ähnlicher Weise wie die Volkszählungen der früheren Sfllst Ausführung gelange».„„ul Veters, der Milde. Zu der Nachricht, daß Dr- st. in den ReichSdieust übernommen und mit Führung einer ahm"u Expedition wie Emin Pascha betraut werden solle, w',%t „Weserzeitnng" aus Berlin geschrieben, daß in der Tya�j gewissen einflußreichen Persönlichkeiten eine diesbezügliche f U, bestand und bestehe.„Man hat einmal", heißt es iveiter w Korrespondenz,„davor Angst, daß Peters, wenn er beschäsuStz� los in Berlin verweile, seine nicht zu leugnenden agitatoru./� Fähigkeiten dazu verwenden könnte, der amtlichen Kolonustpe � Nngelegenheiten aller Art zn bereiten, und dann hat ch � Genannte auch verstanden, sich eine Anzahl vielverinoge �. Freunde zn erwerben. Diese Herren, an deren Spitze st»_ Schlimmeres gebrauchte. Und die düsteren und verku»"� teil Schatten, die vor dem Thore der Fabrik auf und � gingen und lange unruhige Blicke in die Höfe'verstK, er wußte, worauf sie warteten, daß sie alle einen � G» j oder Vater beobachteten, um ihn schnell mit grollenden überzeugenden Worten nach Hause zu führen. O die barfüßigen Kinder, die in alte Umschlagt-.p kelteu Säuglinge, die schmutzigen Weiber, deren„ c Gesichter ungefähr so weiß waren, wie die lem gewickelten Säuglinge, weinte Gesichter unges Hauben, die sie auf dein Kopfe trugen. O, dies ans den Lohntag lauernde Laster da draUp n den fiiksteru Straßen jetzt Lichter aufflammest trüben Scheiben der Schankstätteu, in denen die tansend des Alkohols in. falschen Farben prahlen. Obwohl all dies Elend Franz wohlbekannt wM), hatte es doch nie auf ihn einen so fürchterlichen abstoße» und herzzerreißenden Eindruck gemacht.. Endlich war die Anszahlnng beendet und Sigis»� trat heraus. 5 Die beiden Freunde erkannten und umarmten sich.» dann setzte der Kassirer unter dem Schweigen der deren leere Räume nur eine vierundzwauzigstündige R' cf( pause genossen, den Stand der Dinge anseinaiider. chst zählte ihm von dem Betragen Sidoniens, ihren ivahnsi»»t.-L Ausgaben, von der für immer vernichteten Ehre der Fa»u,..< Rislers hatten sich ein Landhaus in Asmieres, die malige Besitzung einer Schauspielerin, gekauft und hm. sich dort auf die prunkvollste, üppigste Weise eingehst. Sie hielten sich Pferd und Wagen und lebten auf grop. Fuße. Am meisten aber beunruhigte den braven die Zurückhaltung Fromont juniors, der seit einiger 3,. kein Geld mehr ans der Kasse nahm, trotzdem Sidonie» als je verschwendete. „Chob kam Vcrtraun! sagte der unglückliche Käst kopfschüttelnd... chob kam Vertraun!... Und mit leiserer Stimme fuhr er dann fort: „Aber Dein Bruder, mein kleiner Franz, Dein Br»»» Wer kann aus ihm klug werden?... Er geht bei am � mit den Händen in den Taschen umher und guckt 1»:« Luft, denkt nur an seine Erfindung, vie unglückliche�� : ,!!>!> i vo» »ii'd iuet Weise der Oberpräsident von Bennigsen steht, werde» nicht Ä blS«Genialität, rücksichtslose Energie und die Leistungen" s£c. Peters zu rühmen und zu bewundern."— Wir meinen, mÜv""'h? Dr. Peters wird wohl noch in anderer Weise zu endigen sein, als gerade durch eine staatliche Versorgung! «tn(<»■»*„gutgesinnten" presse können es die Arbeiter niemals recht machen, meint mit Recht die„Franks. Ztg.". trgend eine Streikbewegung aus, so wird ohne nähere C>»>'g nom„Uebcrmuth" der Leute und Aehnlichen geschrieben. f...] nch aber die Ausstandsbewegung einmal glücklicher Weise be- ylgt, so wird wieder in folgender Weise Kritik geübt: uptJf Arbeiterschaft ist nie so entmuthigt und nie so gefügig ELen' jetzt, so lange wir die Arbeiterbewegung hier zu be- dinl Gelegenheit gehabt haben. Im Baugeiverke wird zu Be- ,, Zungen gearbeitet, die sich von den Forderungen, welche beim Streik gestellt wurden, um ein Bedeutendes unterscheiden, iwohl was den Lohn, als was die Arbeitszeit betrifft..... re.!' ks haben Entmuthigung und Enttäuschung, Lauheit und in außerordentlicheni Maße Platz gegriffen." «wa BL Betrachtung macht eben die Runde durch die Kartell- Wer die Arbeiterbewegung irgendwie verfolgt, weiß, wie A �as Urtheil ist. Es sieht aber beinahe darnach aus, als tSmÜ„Gutgesinnten" ruhige Arbeiter gar nicht brauchen s-v r j�bern recht bald wieder etwas„Leben" wünschten, wahr- nirl vi Stoff zur Frage des Sozialistengesetzes geliefert , Das nennt man„Beiträge zum sozialen Frieden". Nm. � die Kesteurrnng der Aktiengrsellschnsten in Mum bringt die„Westfälische Volksztg." einen neuen Artikel, L ,?sen Wahrheit sie gerichtlich einstehen will. Danach sind ,, Etlichen Aktiengesellschaften Bochums zum Einheitssatz üT�l 500 M.(fingirter) Staatssteuer veranlagt. Das giebt in in.!. jür Kommunalstcuern einen Satz von 88 644 M. Die lfiül bedeutendste Aktiengesellschaft im Weichbilde der Stadt Lochum und zugleich diejenige, über deren Jahreseinnahme nicht Zweifel obwalten kann, da ja die Bilanzen veröffentlicht ist der„Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahl- lS°:I?.°N". Nach dem vorliegenden Jahresabschlüsse für das ZWtsjahr 1888/69 hat das Werk damals einen Brutto- «Ichiiß von 2 945 850,11 M. und einen Reingewinn von 918,00 M. erzielt. Die letztere Summe als Grundlage der „„�uerung genommen, würde eine staatliche Einkommensteuer o., 800 M., eine Kommunalstcuer von 162 000 M. ergeben. MIsachlich bezahlen aber sämmtliche juristische Personen zu- mnnien nur 83 644 M. Kommunalste»«. Angenommen» daß m--30 000 M. an Konununalsteucrn in fremden Gemeinden für Z�Swerksbesitz des Bochumer Vereins abgehen, so bezahlt dieser Cft st 000 unter der richtigen Veranlagung. Demgegenüber die„Westfälische Volksztg.". daß, nicht weniger als g��Personen mit einem Jahreseinkonunen von 420 bis bis wj; ..wer.»agevi." wegen dessen Kritik die Privatbeleidigungs- an. Der Beklagte bestritt die Aktiv legitimation des Klä- d. i �bot sich aber zugleich zur Erbringung des Nachweises, daß kntisirte Nachricht thatsächlich ganz aus der Lust gegriffen mit einem Jahreseinkonunen und 5695 Personen mit einem Einkommen von 660 mufst,?0 � ö» den städtischen Lasten 101 513 M. beitragen ®in Nachspiel ,»r letzten Neichotagswahl bot ein am vor dem Schöffengericht in Gera verhandelter Beleid:- x�vrozeß eines Herrn I. Stieb in Weimar gegen den Re- Mur des„Geraischen Tagebl.", I. Fisahn. Zu Beginn der . �chstags-Wahlbewegung war in thüringischen Kartellblattern „ Wiptet worden, die freisinnigen und sozialdemokratischen Partei- Mer Thüringens hätten schon im Voraus sür etwaige Stich- °Ä,«inen geheimen Pakt" auf gegenseitige Unterstützung n Glossen. Das„Geraische Tageblatt" bezeichnete diese Nachricht MU nach ihrem Auftauchen als„freche Liige". Darauf bekannte 3 Herr Stieb in Weimar als Urheber dieser Nachricht, die er C..gerichtsbekannt" hinstellte, und strengte gegen den Redakteur —................... W. erbot linX; i'iuuiiuyv"vv avav.n... [3° somit eine„freche Liige" sei. Der Gerichtshof erkannte nach �geter Berathung auf Freisprechung des Augeklagten, da nach dlnu ssnng der inkriminirten Aeußerung des„Geraischen Tage- leniu der Privatkläger zur Stellung des Strafantrages nicht tiinitt erscheine. Es könne recht wohl eine Nachricht oder iei. Wung als„freche Lüge" bezeichnet werden, ohne daß der- hö'ge, der sie ausgesprochen oder verbreitet habe, damit als hingestellt werde. Es sei aber im„Geraischen Tageblatt" j.�vrücklich nur von der behaupteten Thatsache, nicht aber von em Verbreiter die Rede. B 5«*ch den Tod dea Ncichstago Aiigeoedneten für Hein dach. Dr. Virnich, gelangt bereits daS siebente iiixT Bsmandat zur Erledigung, seitdem die letzte Nachwahl ft°.8'«ig entschieden worden. Vollzogen sind inzwischen die Di!!.hie» m Oberbarnim, Prcuzlan und Schrimm-Schroda, �geschrieben sind die Wahlen in Kaiserslautern und Uelzen; »�anzuberaumen sind die Wahlen in Kolmar und dem- in Bonn, die beide noch vor dem Oktober entschieden sein holbjih.®ann kommen sieben Ersatzwahlen auf dieses Sommer- �i>iödeb«rg, 14. August. Die zweite »crn Abend im„Schloßgarten" stattfand, Versammlung, die in den Streit- uin At vom Fleck kommt.... Weißt Du, soll ich Dir offen eii.° Meinung sagen?... Er ist entweder ein Schuft, �«in Schasskopf. oi Während sie so sprachen, gingen sie der Länge und stin i" den kleinen Garten auf und ab, standen bisweilen und gingen wieder weiter. Franz glaubte sich von bösen Traume «iiiem vi»«./' nmfangen. Die schnelle Reise, der Milche Wechsel deS Klinias und der Umgebung, der Rede- vm? alten Sigismund, die neue Vorstellung, die er sich opr machen mußte, diese Sidonie, die er so sehr «bt— das alles verwirrte ihn und machte ihn fast toll. Es war schon spät. Die Nacht brach herein. Sigis- jyJI. bot ihm an, in Montrouge zu übernachten; er schuhte .."bigkeit vor und schlug es aus. So befand er sich denn (£«>1 m Marais zu jener traiirigen und unfreundlichen �>>»de, wo der Tag scheidet und die Laternen noch nicht fMundet sind. Mechanisch begab er sich nach seiner leren Wohnung in der Rne de Braque. v. An der Flurthüre hing ein Zettel: Möblirtes ' er z u v e r ni i e t h e n. »ill, � war dasselbe Zimmer, in welchem er so lange Zeit zC leuiem Bruder gelebt hatte. Er erblickte die mit vier geln an der Wand befestigte geographische Karte, daS Vnlfftee und das kleine Schild der Damen Telobellc: JgA und Käfer sind Modeartikel. Die Thüre der Damen ei.,, halbgeöffiiet; er brauchte sie nur leise anzustoßen, um iutreten. ort geiviß gab es in Paris keinen sicheren Zufluchts- lick. keine Stelle, die besser als dieser unveränder- Hütt?Ebeitsranm sein bewegtes und bedrücktes Gemüth Iva,, �'ruhigen können. Für seine augenblickliche Erregnug s«i.s..?'«s gleichsam ein Hafen mit stillem tiefen Waffer, der «ut$C sonnige Strand, ans welchem die Frauen arbeitend 90 ,,we Gatten und Väter harren, während draußen der >v»kt beult und das Meer schäumt. Ohne sich dessen be- li<.% sti", zog ihn vor allem die Kraft einer nuerschnttcr- Inf, Neigung dorthin, jenes holde Wunder der Liebe, die ivi>»jüis entgegenbringt und die uns thener ist, selbst wen» ' e nicht erwidern. kleine Eiszapfen Desire- liebte ihn so sehr. Wie ««n ihre Augen, auch wenn sie von ganz gleichgiltigen fragen, die in den letzten Tagen einen Theil miserer Parteipreffe, darunter die hiesige„Völksstimme". in erster Linie beschäftigten, war von zirka 3000 Personen besucht. Viele Hunderte mußten wegen Maugels an Platz wieder umkehren. Nachdem das Bureau gewählt worden war, erhielt Herr Bebel das Wort, der in längerer Rede gegen die Haltung der hiesigen„Volksstimme" in diesen Fragen und gegen den Bruno Wille'schen Artikel sich aus- sprach, indem er auf die einzelnen Angriffspunkte ausführlich ein- ging. Herrn Bebel antwortete der Redakteur der„Volksstimme", Herr Hans Müller, der zu beweisen suchte, daß allerdings die Angriffe eine gewisse Berechtigung hätten und daß es sich um prinzipiell verschiedene Auffassungen handle. Nach dreistündiger lebhafter Verhandlung, an welcher sich noch eine Anzahl Ge- nossen für und wider betheiligten, schritt man zur Ab- stimmung. Es lagen im Ganzen 5 Resolutionen vor, von welchen vier sich gegen die Haltung der Redaktion erklärten, eine derselben das volle Vertrauen aussprach. Man kam überein, die Resolutionen in der Reihenfolge, wie sie eingegangen waren, zur Abstimmung zu bringen und kam infolge dessen die Bebel'sche Resolution zuerst zur Abstimmung, die mit einer Majorität von Vs gegen 1/5 der Abstimmenden Annahme fand. Damit waren die übrigen Resolutionen erledigt. Die angenommene Resolution lautet:„Die Versammlung erklärt: Die Redaktion der„Volks- stiniine" hatte keine Veranlassung, sich in den persönlichen Streit, den der Genosse Bebel mit der„Sächsischen Arbeiter-Zeitung" und Herrn Bruno Wille hatte, einzllinischen, umsoweniger, da bisher von keiner Seite bewiesen worden ist, daß die in dem Wille'schen Artikel gegen die Parteileitung gerichteten Angrisse mit Grund erhoben wurden. Ailßerdem gehörte eine solche An- klage nicht in die Presse, sondern vor den Parteitag. Die Vev sammlung verlangt deshalb, daß die Redaktion der„Volks- stimme" die weitere Polemi! in dieser Streitsache einstellt und sich aller persönlichen Angriffe so lange enthält, als sie dazu nicht provozirt wird." Hierauf ging die Versammlung in aller Ruhe auseinanner. Die Redaktion der„Völksstimme"(Hans Müller. Paul Kampfmeier) erklärt daraufhin, daß sie von ihrem Amte zurück- tritt; fie wird aber„auf Wunsch der Zeitnngskommission" so- lange bei der Fortführung der Blattes thätig sein, bis Ersatz geschaffen ist. Itttßlrtlifr. Petersburg, 12. August. Als vor fünf Monaten in Berlin die Arbeiterschntzkonserenz zusammentrat, war Rußland aus derselben nicht vertreten, da die Veranstalter der Konferenz das Zarenreich nicht als einen Industriestaat anerkannte». Diese Zurücksetzung hat die russischen und panslavistischen Regierungs- kreise sehr verstiinnit, und sie beschlossen daher, sich an den„hoch- müthigen Kultnationen" des westlichen Europas dadurch zu rächen, daß sie durch einige kühnen Sätze diesen ans dem Gebiete der Arbeiterschutzgesetzgebung zuvorkommen würden. In Rußland lassen sich bekanntlich die Gesetze recht schnell fertig stellen, und die Unterschrift des Zaren unter einem von den Ministerien aus- gearbeiteten Entwurf genügt, um demselben sofort gesetzliche Kraft zu verleihen. Da ferner in Rußland keinerlei Kontrole durch die Presse oder volksthümliche Vertretungen darüber ausgeübt werden darf, ob die auf dem Papier stehenden Gesetze auch wirklich befolgt werden, so bedarf es gerade keiner allzu großen Ansirengung, um durch den Erlaß einiger schön klingenden Gesetze Rußland äußerlich in die Reihe der„Kulturstaaten" zu erheben. Uebrigeus giebt es auch im westlichen Europa nicht wenige Länder, wo die herrlichste» gesetzlichen Bestimmungen ebenfalls nur auf dein Papier stehen. Das neue Gesetz betreffend die E n t s ch ä d i g u u g s- pslicht der Unternehmer bei U n g l ü ck s f ü l l e n ihrer Arbeiter erklärt in wenigen Sätzen die Hastpflicht des Unternehmers in jedem Falle als bestehend, sobald der Ar- beiter während der Arbeit verunglückt, sowohl i» Werkstätten, wie in Fabriken, als auf Bauten. Die Höhe der Entschädigung wird jedoch darnach bemessen, ob der Unglücksfall durch Ver- schulden des Unternehmers oder des Arbeiters herbeigeführt wird. Die Fälle, wo das Verschulden des Ersieren trifft, sind in langer Reihe ausgeführt, besonders wird dabei auf das etwaige Fehlen der Schutzvorrichtungen in Fabriken Bezug genommen. Die Ent- scheidung darüier stedt den ständigen Gerichten zu, die„sofort" auf Antrag des verunglückten Arbeiters oder besten Angehörigen zu entscheiden haben, in ivelcher Höhe der Unternehmer zur Ent- schädignng verpflichtet ist. Ist der Unfall durch irgend einen der vorgesehenen Mängel des Fabrikbetriebes verursacht, so hat der Fabrikant während der ganzen Dauer der Krankheit den vollen Verdienst deS Arbeiters und außerdem die Kosten sür Arzt oder Krankenhaus zu bezahlcn. Tritt durch den Unfall dauernde Er- Dingen mit ihm sprach. Wie alle mit Phosphor getränkten Gegenstände immer leuchten, so verklärten auch die unbe- deuteudsteu Worte, die sie sprach, ihr hübsches liebes Gesicht. Wie wohl that ihm diese Ruhe nach den rücksichtslosen Worten des alten Sigismund. Während die jungen Leute lebhaft niit einander plan- derte», deckte Mama Delobelle den Tisch. Sie werden doch mit uns essen, Herr Franz, nicht wahr?... Vater trägt die Arbeit weg, ist aber sicher ziliii Essen wieder da!" Ganz sicher ivird er zum Essen iviedcr da sein! Die treffliche Frau sagte das mit einem gewissen Stolze. In der That aß der berühiute Delobelle, seitdem sein Direktioilsplail zu Wasser geworden war, nicht mehr außer dem Hause, selbst au den Abenden nicht, wo er den Wochen- lohn einzog. Der unglückliche Direktor hatte in seinem Restauraiit so viele Mahlzeiten auf Kredit geuommen, daß er nicht wagte, dorthin zurückzukehren. Dafür versäumte er nie, Souiiabcuds zwei bis drei ausgehungerte uuerivartete Gaste,„alte Kameraden", initzubringen. So brachte er heute Abend einen Bouvivant voin Theater zn Mel; nud Komiker vom Theater in Angers— beide außer Stelluug— mit sich. Der glattrasirte, vom Lampenlicht welk nud runzelig gewordene Komiker sah aus wie ein bejahrter Gassenjunge. Der Bouvivant trug spanische Schuhe und zeigte nicht einen Faden weißer Wäsche Delobelle kündigte sie schon an der Thür mit hoch- trabende» Worten an, beim Anblick Franz Risler's unter- brach er jedoch die Vorstellung. „Franz!... mein Franz!" reiher m melodramatischem Tone, den Händen in der Lust fuchtelte. fühlvollen Umarumng stellte er seitig vor: „Herr Robricart vom Theater zu Metz." „Herr Chaudezon vom Theater zu Augers." „Franz Rislcr, Jllgeuicur." . Mit welcher Wichtigkeit sprach er das Wort„Im geuicnr" aus!(Fortsetzung folgt.} ,.. rief der alte Koulisscu- indem er krampfhaft mit Nach einer langen ge- dann seine Gäste gegen- werbsunsähiakeit des Arbeiters ein, so hat der Fabrikant dem- selben aufs Lebenszeit eine Pension zü zahlen, die seinem Arbeits- verdienst entspricht. Ist die Erwerbsunfähigkeit nur eine theil- weise, so ist die Pension den Verhältnissen entsprechend geringer zu zablen. Tritt infolge des Unfalls während der darauffolgenden 3Jahre derTod ein.sohatderUnternehmerzu zahlen: 40 pCt. des letztjährigen Arbeitsverdienstes für die Wittwe, 15 pCt. für die etwa vor- handenen minderjährigen Kinder, 26 pCt. für die letzteren, sobald auch die Mutter stirbt; ferner 15 pCt. für die Eltern des Ver- unglückten, falls diese nachweislich von ihm vorher Unterstützlmgen erhielten.— Die Entscheidung über alle diese Punkte hat in jedem Falle der Berufsrichter zu fällen, sobald der Unternehmer nicht sofort aus freien Stücken dem Vernnglückten oder dessen Ange- hörigen die Entschädigungssumme auszahlt. Ebenso kann der Bcrmiglückte verlangen, i daß der Fabrikant an Stelle der regel- müßigen Zahlungen ein Kapital gerichtlich festlegt, welches mindestens das sechsfache des letztjähriaen Arbeitsverdienstes dar- stellt; desgleichen ist es verboten, die Pension des Verunglückten gerichtlich mit Beschlag legen zu lassen. VevsämmUmgen. Uo» Genossen Debet geht uns folgende E r k l ä r u n g zu: „Nach dem Bericht des„Berliner Volksblatt" über eine Versaimn- lung des sozialdemokratischen Wahlvereins im 6. Berliner Reichstags-Wahlkreis sagte unter anderem Herr Sattler Wilhelm Börner: ich hätte ans eine Anfrage von ihm, weshalb dem Unfug, daß das „Berliner Volksblatt" Prospekte von Aktiengesellschaften aufnehme, nicht gesteuert werde, geantwortet: dagegen läßt sich nichts machen, denn derartige Inserate bringen Geld. Ich erkläre diese Darstellung für unwahr. Ich habe viel- mehr gesagt, daß jeder berechtigten Beschwerde Rechnung ge- tragen werden soll, und so ist damals sofort an die Expedition des„Berliner Volksblatt" die Weisung ergangen, solche Prospekte nicht mehr anzunehmen. Im allgemeinen ist in Bezug auf die Annonzen des„Berliner Volksblatt" mit einem Rigorisnuis vorgegangen, wie kaum bei einem zweiten Arbeiterblatt; ohne diesen Rigorismus in der Auswahl der Annonzen würden die Ueber- schüsse des Blattes wenigstens 10—15 000 M. höher sein. Herr Börner hat überhaupt in jener Versammlung hauptsächlich mit Lügen öperirt, offenbar nur um zu ver- dächtigen. So wärmte er abermals die Lüge ans, es bestehe die Absicht, die„Berliner Volks-Tribüne" zu unterdrücken. Ich würde demjenigen Genossen sehr dankbar sein, der mir Denjenigen be- zeichnen könnte, der diese nichtsnutzige Lüge in die Welt gesetzt hat, die jetzt die Börner und Genossen auf allen Straßen kol- portiren. Auf die übrigen in jener Versaminlung speziell gegen meine Person gerichteten Angriffe hier zu antivorten, halte ich nicht der Mühe werth. Das ivird zu rechter Zeit an einem anderen Orte geschehen. Leipzig, den 14. August 1890. Ä. Bebel." Der Sattler, Herr M. Koerner, bestreitet in einer Zu- schrift an uns. daß seine Worte, die sich auf unseren Kollegen Cronheim bezogen, so gelautet haben, wie sie unser Berichterstattei mitgetheilt hat. Er will wörtlich gesagt haben: „Ich bin überjengt, daß der Artikel von Herrn Cron- heim„Buffalo-Bill" mindestens 600 M. werth sei." Selbst llnter der Annahme, die Worte des Herrn B. hätten wirklich nur so gelautet, wie er hier angiebt, wird an der That- fache, daß er damit eine Verleumdung ausgesprochen, nichts geändert. Zum Ueberfluß sagt Herr B. in der Zuschrift an uns auch noch ausdrucklich: ,«Ich bin jetzt noch fest davon überzeugt, daß es(das von Cr. verfaßte Feuilleton, Red.) ein Reklamc-Artikel ist» wie er im Buche steht." Reklameartikel werde» bekanntlich bezahlt. Die Verleumdung bleibt also bestehen, nur daß sie in dieser Form versteckter und hinterhältiger ist. Ob der Charakter des Herrn B. sich dadurch in ein noch anmuthigeres Licht stellt, als bisher, wagen wir nicht zu entscheiden. Fesistellen wollen wir nur noch, daß uns eine Reihe von Zeugen, darunter auch der Vorsitzende der Versaminliing, der Schriftsetzer Herr Ernst; inzwischen bestätigt hat, daß die frag- liche Aeußerung so gelautet hat, wie sie in unserem Bericht wiedergegeben ist. Damit sind wir an dieser Stelle mit Herrn Börner vorläufig fertig. Vvieflmjffcn dev Vednktton. Bit Austageii bitten wir die AbsniiemintS-QiUttung beizusiige». Brieflich, Anlwort wird nicht crlheill. Für die««»grftimten Danhnndwerker Kambuvas guigeu ferner bei uns ein: Hermerschmidt, Billardspiel. 1 M. Die Rothen aus sperlingöluil 9,10 M. Rauchklub Dezimalwaage, 4. Rate, 22,70?)t. Versammlung der Steindrucker und Lithographen bei Grativeil, Ertrag einer amerikanischen Auktion, 12,10 M. Gesangverein Seiiefcldcr bei einem Adschiedsständcheu 1,50 M. Freie Vereinigung der Lohgerber und Lederzurichter Berlins, 2. Rate, 50 M. Miros l M. Dienstina»» P. und seine Mutter 1 M. L.». A. 1,65 M. Für ein Glas Bier bei Nagel, H. P. H., 2,10 M. 6 Arbeiter der Maschinenfabrik von Eduard McivcS 2,10 M. Verein Eintracht, Forsterstr. 45, Linke, 4,60 M. Werkstatt G. A. L. Schnitze, Briiaenstr. 13 a, mit Ausnahme von 2 Sozialdemokraten 7,05 M. Rauchklub„Havanna" Gesund- brunne» 10 M. Berliner Schriftgicßer- Gehilfcnvcrein 60 M. Liste 905 7,35 M. Liste 904. Einige Arbeiter von Werner und Schllinanil 2,50 M. G. Schröder, Bernau 5 M. Bau Jagow- slraße 19; gesammelt von Maler» 3 M. Gesanunelt au der Fennbrücke bei einer Stehwcißen 2,50 M. Ueberschnß der vom I. Mai gcmaßrcgelten Arbeiter Veltens 150 M. H. Wilig, Töpfer 7,70 M. Liste 918 4,85 M. Gesangverein„Torfglöckleiu", Wilmersdorf 43,65 M., in Summa 401,75 M. Hierzu bereits verösfcutticht 22 388,69 M.. im Ganzen bis jetzt 22 790.64 M. Berichtigungen: In Nr. 188 muß es statt K. W. K. W. 900 2,25 heiße». Bei Gesellschaft Zukuust muß Reinickendorf stehe». Rauchklub Blaue Wolke Rixdors Liste 18 (Mechaniker 5,25) steht letzte Seite der Dienstagmuiimer 1. Spalte Zeile 53 von unten. Statt Liste 906 Hagelsderg, P. Hagelsberg. Weitere Beitrüge nimmt gern entgegen die Erpedition Beuthstr. 8. Glbiitg. Lokalkorrcipoudcnzen nicht verwendbar. Ut. Haker 101. Mußten es leider in den Papierkorb fallen lassen. Fanlhaber. Das Regiment steht in Gllinbinnen. Theater. Sonnabend, den 16. A u g u st. Fessittg-Thrnter. Ein Volksfeind. Lriedrich-zvillirln»stii>t. Theater. Der arme Jonathan. Wattnrv- Theater. Mamsell Ni- töuche. Viktoria- Theater. Stanley in Afrika. Ostend» Theater. Der arme Jona- than. Adolph Grast- Theater. Der Goldfuchs. KeUeaUianre- Theater. Der Nau- tilus. KroU's Theater. Margarethe. Englischer Karten. Direktion: C. Address, Alexanderstraße 270. Auftreten der Chansonnette Fräulein Ehronkeld. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Rosa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Ziegler. Auftreten des Malabaristen und Equi- lebristen Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jeau Clermont mit seinen dressirlcn Schweinen, Esel und Gänsen. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags SVe Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 80 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf- Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitätcn-Vorstellung zn vergeben. gen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Gartesi-Concert. Direktion A. Vödiitnn». Dienstag und Freitag: Valzer-Abend. Fntriio Wochentags 10 Pfg., Li II litt Sonn- und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Sirstaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spczial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bicr, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben blS auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. Müller. Vastas- 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. Nur VIV dirsr TSJ® Woche: 11*«! Zum ersten Male: Zweite Reise durch das interessante Egypten. Erste Wanderung durch die malerischen Gberitalieni schon Alpen. 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Von 5 Uhr an: Großes Garten-Konzert, ausgeführt von der 40 Mann starken Kapelle unter Leitung des Rluststdiresttoro Herrn W. Finsterbusch und gütiger Mitwirkung der G e s a n g v e r e i n e Unverzagt, Uorddrutsche Schleife, Sora« und 5 Gefangokomiker. Bei ungünstiger Witterung findet das Konzert im großen Saale statt. Bon 8 Uhr ab: Grosser Sommernachts-Ball. Bei eintretender Dunkelheit: Grosto Kinder-Uolonaifc, wozu ein jedes Kind eine Stocklaterne gratis erhält. Kengalifche Seleuchtnng. Großer Konbonrege». Eröffnung des Gartens um 3 Uhr. Entree 30 Pf. Programms an der Kasse gratis. Killet« sind in sämmtlichen Zahlstellen und bei den Vorstands- Mitgliedern J. Harfmanu, Reichenbergerstr. 73, v. 4 Tr.; A. Gerisch, Arbeits- weis; V. Kurgas, Antonstr. 6; 0. Klein, JKitterijr. 15; G. Weift, Reinicken- na dorfcrstraße 14a, zn haben; ferner bei P. Hetz, Köpnickerstr. 151, v. 4 Tr.; C. Zalejski, Oranienstr. 187, Seitenfl. 4 Tr.; C. Grau, Wcndenstr. 2, v. 3 Tr.; 0. Wandelt, Oppelnerstr. 12, v. 4 Tr.; Ä. Schiefel, Wilsnackerstr. 11. Das Uergnngnngs Ziomitee. 270 I. A.: P. Hetz. Große iWtliihe Serfniiiiluitg der SchlachtergeftUen KerUüs n. Umgd. am Sonntag, den 17. August, Uachmittags 4 Uhr, in May's grossem Festsaal, Äruthstralze 30—»1, 1 Tr. Tagcs-Ordnuna: I. Vortrag des Stadtverordneten Fritz Zubeil: Wie stellen sich die Schlächtergesellen zur Streik-Kontrolkornmission." 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegirtc» zur Streik-Kontrolkornmission. 4. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellcrsammlnng statt. Es ist Pflicht eines jeden Schlächtergesellen, in dieser Versammlung zn erscheinen. 298 Der Winbernfer. Wilhelm Schwartze, Swinemünderstr. 139. Gr. ößenWe SlhileiderversliiiiiiilNg aller Militär- u. Lieferungsschneider. Montag, 18. Zlng., Abends S'.'s Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48a. Tages-Ordnung: 1. Die traurige Lage der ausgesperrten Bauhandwerker Hamburgs. Referent: Herr Rantenberg. 2. Diskussion. S. Verschiedenes. Jeder Kollege, welcher BtitleidSgcfühl für die Hamburger Brüder besitzt, sorge dafür, daß die Versammlung eine stark besuchte sei. 305____ Der Ginbernfer._ x... Mntliche Versaminlilllg tm Ilamter med Frauott am Sonnlag, den 17. August; Abends 7>/s Uhr, in den„Central- Festsälen", Uranien»Strasse Mo. 180. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn C. Pinn über:„Nationalität und Humanität" 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Uuch der Uersammlnng geselliges Keifammcnfein. 919 Die Beauftragten. Ficherck kt Tischltr f. I Rorde«. Große Uersammlmtg ignst, Abends 8V2 Uhr, in Kcllor's Salon, Montag, den 18. August. Tages.- 1. Vortrag des Herrn Pinn Ordnung über den Selbstmord Bergstrasse 68. und die sozialen Verhältnisse in Deutschland. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. 4. Er- uub Schriftführers für den Norden. neunung eines Bevollmächtigten und Schriftführers für den Norden. 5. Ver- schiedenes.— Die Modelltischler sind besonders zu dieser Versammlung ein- geladen, ebenso yt es Pflicht eines zede» Mitgliedes, in dieser Versammlung zu erschemen. sowie diejenigen 5iollegen, welche dein Verein noch fern stehen zu». Besuch dieser Versammlung zu veranlassen. al7 Oer Vorstand. Verband deutsch. Simmerlente (Lokalverband Berlin). wm- Uersammlnng am Soniiiasy, den 17. August, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Doberstein, Mariaunenstr. 31/32. Tages-Ordnung: f s«r Mrtvnfl l)c,3;?mo:»Ist durch Sparen die Lage der arbci- tenden Klage zu veroessern e 2. Verschiedenes.- Wegen der wichtigen Tages- ordnung ist es Pflicht eines zeden Kameraden zu erscheinen. Gelder für die ausgesperrten Kameraden sind abzuliefern bei Hi l g e nlf eld, Bergstr. 60. I. A.: Paul Schönfisch. Andreas-Gesellschafts-Säle. Neu eröffnet! Neueste Sehenswürdigkeit 12 Biesen- Kegelbahnen- (Winter und Sommer.) 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Inirf, sT.1"'"*'" otjm» ucicii» uuiciiiujivi y.iw»/,.u; Iverde „.,7®ah«, um nicht in Wiederholungen zu verfallen, auf Her- Imifl 9 der charakteristischen Momente dieses gewaltigen Kampfes scheu Kapital und Arbeit beschränken. zw®'ese liegen nicht in den von den Arbeitern erhobenen For- cy JS�N mit Bezug auf die Arbeitszeit und die Arbeitslöhne. iL L" Hellicht sind die Differenzen, wie ein Korrespondent Di- gestern schrieb, fast„mikroskopischer" Natur. Arbeiter fordern weit mehr eine Regelung der t-rr,'.0� eine Reduktion der wirklichen Arbeitszeit. Es ! en de» Eisenbahnarbeitern pro Woche sechszig ,..!" d e n Beschäftigung garantirt und für alle U e b e r- ? ni. rb e i t 23 pCt., für Sonntagsarbeit 30 pCt. sm'"erhöhung gezahlt werden. Für die Woche in der die „.L ssseiertage fallen, an denen die Bergwerke ruhe», soll die Arbeitszeit 50 Srunden betragen. Die Dockarbeiter l>?/??gen eilte unbedeutende Lohnerhöhung, die Hauptforderung eyt darin, daß nur Mitglieder der Dockerumon beschäftigt, solche Arbeiter neueingestellt werden sollen, die sich ver- A chten der Union beizutreten. Dieses„tyrannische" Verlangen wi. I�tint es, ganz besonders den Zorn der Unternehmer erregt, i>? denn auch das Komitee der vom Streik betroffenen Eisen- �.�Verwaltungen ursprünglich nichts von der Union der Eisen- 'Warbeiter wissen wollte. Noch in voriger Woche lehnten sie m"b, mit einem Komitee der Arbeiler unter Führung des ....'sralsekretürs der Vereinigten Union der Eisenbahnangestellten, �.stord, zn verhandeln. Der Grund der Ablehnung ivar der 1° oft in Deutschland gehörte:„Wir wollen nur mit unseren ogesteüten zu thun haben und können eine Einmischung b-i. � Personen nicht gestatten." Darauf antworteten die Ar- iL dem Streik, und dieser war so allgemein, wurde von J: gesammten übrigen Arbeiterschaft, insbesondere den Berg- bnrf t f0 ll"nslig nnfgenomnien, daß den Herren Direktoren ch bange um's Herz wurde, und sie schon nach zwei Tagen ihr SJJMhp" Prinzip' sein ließen und mit Harford und de» übrigen �'egirten ln Verhandlung traten. Nun aber geschah das Uner- h«, Harford und seine Mit-Delegirten vereinbarten mit n» Komitee der Direktoren einen Kompromiß, wonach diese die fci obenaufgezählten Forderungen bewilligten, dagegen für ,,Mabon"-Woche nur 40 Arbeitsstunden zugestanden. Und gOe da, trotzdem Harford den Arbeitern die Annahme dieses A'promisses auf's Wärmste anempfahl, wurde er von ihnen großer Mehrheit v e r w o r f e n. Wie man nun auch über che» Beschluß denken mag, jedenfalls hat es sich gezeigt, wie- das Gerede von den„guten" und„vernünftigen" eignen mb«itern, die nur von den Gewerkschaftsbeamten„ausgehetzt" gü'ben, werth war. Jetzt fechten die Direktoren für diejenigen die sie dem bösen Gewerkschaftsführer zugestanden. Vergleicht man sie mit den Forderungen der Arbeiter, so ist g? Unterschied ivirklich nicht sehr groß, und wenn die Direktoren etL �em noch hartnäckig gegen die volle Betvilligung der lim,, sträuben, so mag der„Times"-Korrespondent schon Recht dofi v ,ueilu cv fchroibt:„Ich glaube, der wirkliche Grund ist, p die Unternehmer als Körperschaft— und sie werden immer i,. � Und mehr zu einer Körperschaft überzeugt sind, daß der üb-L Partei der Agitatoren beschlossene Angriffsplan ivohl � erdacht ist. Viele von ihnen glauben, und es liegen gewichtige S*- zu dieser Annahme tzis.°u sollen, und daß di„„ B B ft'., bahnlinien das Ausbrechen von Störungen auf den Docks zur Ll N hoben würde." In der That hat die HandelSkammervon Cardiff auk-!�ktoreu der betroffenen b isenbahnen zum muthigen Ausharren ftolv �'1' und sie ihres völligen Einverständnisses mit ihrem Wider- ist- gegen die„Geiverkschaftstyrannei" versichert. Bezeichnend ÄJ. baß die Eisen bahnkompagnien die Dienste des liberalen »>it>.° neten für Cardisf, E. I. Reed, der sich zur Vermittelung >°enn-Arbeitern angeboten, schroff zurückgewiesen haben.„Selbst vor, daß sie nacheiuander gepackt sollen, und daß' die Beilegung der Störung auf den SÖÄ es Augenblick ein Schiedsspruch wünschenswerth in dem Ablchnungsschreibeu,„so fürchtet daS ""ifcfiri.'tf 2�-.'bre Stellung Sic vom Amt eines Schiedsrichters Neter''�0 anderen Worten heißt das:„Sie als Abgeord- in tt-J,? uiel zu viel Rücksicht auf die Stimmen der Arbeiter Äom uls daß wir Sie als Vermittler brauchen könnten." �iilUck k st'fchon Standpunkt sehr begreiflich. Und ebenso be- >hneii t. Lsß die Herren nach mehr Polizeischuh rufen, daß "ach j-,... Lulizei nicht scharf genug gegen die Streiker vorgeht, title sr/„ �oauptung mit denselben„fraternisirt". Sie brauchen die sj- I'bige Polizei zum Schutz der BlacklegS(Streikbrecher), L/o" allen Seiten herbeiziehen. Es s.L.'�.Uldeß sehr fraglich, ob ihnen das viel nutzen wird. " tonen eine Ollncfit oeaenüber. die nicktt zu unter- «««M Weiter die Union der Seeleute, die Union � der Kohden- QQOv Vlc VV1IIUJ» VCV W------------ Sjjjtljt die Gewerkschaft der Vereinigten Maschinenbauer. �schüüst aeweiaert haben, an Stelle der stretkenden haben, an wyjT'Nen zu treten.' Nun besteht fast der ganze chtdi a Südwaliser Bahnen in Erzetigntffen der #### ganze Transport- Bergwerks wirklich Blacklegs % iö;'n,,L handelt sich nicht um Tage, sondern um Wochen v%ei, r» ,.,. ampf, und das hat denn doch seine zwei Seiten. '""»eil fcnrr,"fV","fi»«»». BUB.,BB.... MB �jey R.,. s.chon die paar Tage Streik Handel und' Verkehr im .�ld di- � 5/lm gelegt. So ist es denn nicht unmöglich, daß, ch inft.f,L, ver eu stch überzeugt haben, daß alle diese Arbeiter L ii6er Hüls über Kopf Frieden schließen. Daß 'biBtat denen erst vor einigen Wochen eine Lohnerhöhung "cht hab-.?'st» mit den Streikenden gemeinsame Sache ge- o. Als � b-»t st- org verblüfft. in ihv??'?!'"" Fi mitgetheilt, daß am Sonntag die Streiken- Persammlungslokal— Gottesdienst abhielten. Ihr Cardisk �!°r eben eingetroffenen Meldung des„W. T. V." gleich iLit'L der Streik der Eisenbahnarbeiter durch eitteti '�es Lo»�.. ��iöahngesellschaft inztvischen beendet. Der Brie' "ielheiten*£ Korrespc'..nten enthält aber so viel interessante Tie Redakt � hierdurch doch nicht gegenstandslos geivorden Gebet mag wohl ähnlich der berühmten Bitte des alten Dessauer gelautet haben. In London soll am nächsten Sonntag in Hyde- Park eine große Demonstration zur Erinnerung an den vorjährigen Dockerstreik abgehalten werden. Eine große Anzahl von Ge- werkschaften und politischen Vereinen haben bereits ihre Bethei- ligung zugesagt. Die Gasarbeiter, deren Streik dem der Docker vorausgegangen war, und deren Sieg erst die Docker zu ihrem Vor- gehen ermuthigte, haben ihre Siegesgedenkseier bereits vor vierzehn Tagen abgehalten. Dieselbe litt etwas unter der Ungunst der Witterung, auch waren die anderen Gewerke ziemlich schwach ver- treten. Immerhin wird der Besuch auf gegen zehntausend Th eil- nehmer geschätzt. Als Hauptsprecher fungirte natürlich auch hier John Vurns. Dieser hat vor einigen Tagen einen Reporter des radikalen „Star" mitgetheilt, er werde ivahrscheinlich sein Mandat als Mit- glied des County Councils niederlegen und an den Schraubstock zurückkehren müssen, da die Beiträge für seinen Diätenfonds allzu spärlich einlaufen. Der„Star" theilte die Unterredung in einer Notiz, überschrieben„Arbeiter, erröthet". Mit, andere Blätter, so u. 91. die liberale„Daily Chronicle",»ahmen sich der Sache an und betonten, welche Schande es wäre, wenn ein Manu wie Burns wegen Mangel an Subsistenzmitteltt aus dem öffentlichen Leben zurücktreten müsse, und nun ist es interessant, zu sehen, wie nicht nur von Neuem Beiträge einlaufen, sondern auch von allen Seiten Vorschläge gemacht werden, den„John-Burns- Fond" auf sicheren Fuß zn stellen. Zu der von dem bekannten Gewohnheits-Dotationsempfäuger ausgeheckten und von den Spitzen der deutschen Rechtssprechung legalisirten Theorie, daß es unsittlich sei, Dotationen— nicht doch, Diäten für die Vertretung im Parlament anzunehincn, hat sich hier Niemand aufgeschwungen. Dagegen haben verschiedene Blätter die Forderung der Entschädigung aller Mitglieder der öffentlichen Vertretungs- körper von Neuem erhoben. Da ich des„Stars" erwähnt habe, so will ich nachträglich noch berichten, daß der Streit um die Redaktion dieses Blattes, von dem ich früher schrieb, zn Gunsten der sozialistclnden Richtung entschieden ist. Seit einigen Tagen ist Herr Atassingham wieder in die Redaktion eingezogen, und zivar als Chefredakteur, und Herr T. P. O'Connor hat das Feld geräumt. 9tlS Schmerzeitsgeld für den Verlust seiner Stelle zahlt ihm die 9lktiengescNschast, der der Star" gehört, die bescheidene Absinduttgssumme von 17 000 Pfd. Steil.= 340 000 M. Man bekommt da eine Idee, was für Honorar in der eng- tischen Journalistik bezahlt werden. Notabene an diejenigen, die „drin" sind. Diejenigen, die draußen stehen, wissen ein anderes Lied zu singen, wenngleich sie immerhin besser bezahlt werden, als ihre Leidensgenossen in Deutschland. Man würde aber fehl gehen, wenn man die schlechtere Be- Zahlung in Teutschland stets auf Konto der geringeren Profite setzen wollte. Mir ist wiederholt von hiesigen deutschen Ar- beitern versichert worden, daß ihre Prinzipale in Deutschland bessere Profite gemacht hätten als ihre gegenwärtigen englischen Prinzipale, und trotzdem zahlen diese bessere Löhne. Nachschrift. Den 13. August. Im Begriff, diesen Brief zur Post zu geben, erhalle ich die neueste Nummer der„Daily Chro- nicle" und finde darin ein Telegramm des Berliner Korrespon- deuten dieses Blattes Über ein Interview mit Henrilk Ibje» Über dessen Stellung zur Soziatdemokratie. Danach hat Ibsen dem betreffenden Herrn erklärt, daß er nie zur Sozialdemokratie gehört habe, nie die sozialdemokratische Frage stndirt habe, noch beabsichtige, sich später der Sozialdemokratie anzuschließen. Kurz, er sei weder je Sozialdeniokrat gewesen noch würde er je Sozial- demokrat werden. Er sei überrascht, seinen Namen zur Propa- ganda für sozialdemokratische Dogmen ausgenutzt zu sehen. Wenn geivisse Tendenzen oder Grundsätze in seiner„Norra" mit Bezug auf die Ehe und die Frauenfrage mit gewissen Forderun- gen des sozialdemokratischen Programms identisch seien oder mit ihnen zusaminensielen, so sei das nur Zufall. Seine„Nora" sei auf keiner abstrakten Hypothese aufgebaut, um gewisse Partei- dogmen zu beweisen, sondern sei ans dem Leben gegriffen. Nora exiftire ivirklich; er habe aber nie beabsichtigt, es als unumstöß- liche Regel hinzustellen, daß alle Frauen in ähnlicher Lage wie Nora, ebenso handeln sollten oder müßten wie diese. So der Berichterstatter des„Daily Chronicle". Ich unter- lasse eS, an seine Meldung längere Reflektionen zu knüpfen. Aber ich kann nicht unterlassen, an die bekannte Festrede Ibsens in dem 9lrbciterverein zu Drontheim zu erinnern, wo Ibsen auf die 9lrbciter und die Frauen> hinwies als die „Klaffen", von denen eine Regeneration der Gesellschaft zu er- warten sei..Wenn er jetzt, wie oben, sich geäußert hat, so kenn- zeichnet er diesen Ausspruch als bloße Phrase. UolrQlos. Zkatioitaltibrrale Avl>eiter>'chmrr»c». Die„Nat.-Lib. Korr." schrieb kürzlich:„Der Slnzeigentheil des„Verl. Volksbl." liefert fast alltäglich lehrreiche Beiträge zur Naturgeschichte der Sozialdemokratie. Er gewährt Einblicke in das Leben der „Genossen", welche mit ihrer Lehre von der trostlosen Lage der Arbeiter unter der Herrschast des„kapitalistischen" Systems sich nur schwer vereinbaren lassen. Das hohlwangige Elend, das in jeder sozialdemokratischen Versammlung über die Bühne geschleppt wird, nimmt im 9lttzeige>ttheile des ParteiblatteS die Gestalt einer wohlbehaltenen lebenslustigen Person an, die sich für das lieber- flüssige mehr gönnt, als Hunderttausenden von„Bourgeois" er- laubt ist. In greller Weise tritt dieser Gegensatz zwischen Lebens- schildcrung und Lebenshaltung in der letzten Stummer deS„Verl. Volksbl." hervor. Der Slllgem. Metallarbeiter-Verein Berlins und Umgegend veranstaltet künstigen Dienstag eine Versammlung, auf deren Tagesordnung als erster Punkt ein Vortrag über das Thema steht:„Das Elend und die Schäden der heutigen Gesellschaftsordnung." Derselbe Allgemeine Metall- arbeiter-Vcrein Berlins und Umgegend veranstaltet Sonntag in der Brauerei Friedrichshain ein großes Sommerfest mit Sommernachtsball, ein Gartenkonzert(Kapelle 40 Mann stark), eine große Kinderpolonaise(bei eintretender Dunkelheit) und „großer Boubonregen"(um 12 Uhr Nachts). Es bleibt abztt- warten, ob der Vortragende am Dienstag auf dieses Bild des Elends im Friedrichshain zurückgreisen wird." Daran erkennen wir unsere uationalliberalen Pappenheimer. Welchen Schrei der Entrüstnug über den„Neid" und die „Begehrlichkeit" der 9lrbeitcr würde die ganze kapitalistische Presse ausstoßen, wenn ein 9lrbciterblatt einen ähnlichen Artikel enthielte, der etwa folgendermaßen lautete: „Der Besuch unserer Luxusbäder liefert lehrreiche Beispiele zur Staturgeschichte der Bourgeoisie. Er gewährt Eincklicke in das Leben der Industriellen, welche mit ihrer Lehre, die Industrie vertrage nicht eine Besserstellung der Slrbeiterklasse, sich nur schwer vereinbaren läßt. Eine bedrängte Industrie, welche in npv fiVkmtnltftoimvoffo— fn itmiipntlifh neitei'hittflä in Gestalt einer in Lust und Ueppigkeit schwelgenden Dirne an, welche bei einem einzigen Diner oder Souper mehr draufgehen läßt, als eine ganze Arbeiterfamilie die ganze Woche zu verzehren hat. Uebrigens ist es gar nicht einmal nöthig, die Luxusbäder auszusuchen. Ein Gang auf den Promenaden und Korsos der großen Städte, ein nächtlicher Rundgang durch die feinen Cafss und Siestaurants, ein Blick hinter die Kulissen der Chambres separos und verwandter Etablissements, und vollends die Bekannt- schaft mit dem Leben und Tretben der akademischen und nicht- akademischen jeunesse doreo genügt, das non possuinus(Wir können nicht) der Industriellen, womit sie die bescheidensten Wünsche der Arbeiter abfertigen, zu entlarven. Es bleibt ab- zuwarten, ob Herr Funke in der„Rhein.-Westfälischen Zeitung" auf dieses Bild der Bedrängniß der Industrie zurückweisen wird." Man weiß wirklich nicht, ob man mehr über die Albernheit des„Nat.-Lib.-Korr."-9lrtikelL lachen oder über seine Unverschämt- heit sich ärgern soll. Sollte die nationalliberale Klatschbase nicht begreifen oder nicht begreifen wollen, daß diese scheinbar so pompösen in Wirk- lichkeit recht bescheidenen festlichen Arrangements der Arbeiter nur durch die Vereinigung großer Arbeitermassen möglich tverden, wobei jeden Einzelnen nur ein sehr geringer Beitrag trifft? Weil die einzelnen Arbeiter und Arbeiterfamilien auf eine so dürftige Lebenshaltung gesetzt sind, darum sind die Arbeiter- vereine— welche dem Unternehmerthum und seinen Preßsöld- lingen freilich ein Greuel sind— bestrebt, ihren Mitgliedern ab und zu Zerstreuungen, Vergnügungen und musikalische Genüsse zu bieten, die sich der Einzelne nicht leisten kann; das kräftigt das Solidaritätsgesühl der Arbeiter, das erhebt sie und ihre Ange- hörigen einige Stunden über die Misöre ihres Proletarierdaseins, das ist auch nicht ohne bildende und veredelnde Wirkung. Und nicht wie bei den Festen der Reichen feiert da ein grobsinnlicher Biaterialismus seine widerlichen Orgien, denn die Feste der klassenbewußten Arbeiter sind stets geadelt durch die Idee der Slrbeitcrbewegung, des Kulturfortschritts, welche dabei in Rede, Gesang, Deklaination zum Slusdruck gelangt, geadelt auch durch die Beiträge, welche für die arbeitslosen, streikenden, ausgesperrten Genossen bei solchen Slnlässen zusammengeschossen werden. Die Lleischvevthrurr'nng übt bekanntlich einen großen Einfluß ans den Grenzverkehr aus, und es werden seitens der russischen Fleischer und der diesseitigen Grcnzbevölkerung immer neue Mittel und Wege zur Ausfuhr rcsp. Einführung von Fleisch gefunden. So haben z. B., wie der„Allg. Fleischer-Ztg." aus Kattowitz geschrieben wird, einige russische Interessenten resp. Schlächtereivesitzcr der diesseitigen Grenzbevölkerung öffentlich be- kannt gegeben resp. sie daran erinnert, daß die zollfreie Einfuhr auch von Rind- und Schöpfenfleisch in Quanten von 5 polnischen Pfund gestattet sei, wenn das Rind- bezw. Schöpsenfleisch in ge- kochtem oder gepökeltem Zustande über die Grenze geschafft wird. Der Erfolg dieser Bekanntmachung hat sich deutlich gezeigt und es herrscht in letzter Zeit an bestimmten Tagen ein ganz be- sonderS starker Verkehr zwischen den russischen und deutschen Grenzorten. Amüsant ist das Kochen des Fleisches in Polen zum Zwecke der Ausfuhr anzusehen. Es hcchcn nämlich ein paar unternehmende Fleischer sich große Kessel angeschafft, unter denen zur Zeit, wo die deutschen Grenzbewohner ihren Fleischbedarf zu decken kommen, ein tüchtiges Feuer unterhalten wird. Die Käufer binden nun die gekauften rohen Fleischstücke, um Verwechselungen zu vermeiden, an die bereit liegenden Bindfäden und halten die Fleischquanten so lange in das siedende Wasser, bis sie gar gekocht sind, worauf sie mittelst des Bindfadens aus dem Kessel gezogen werden. Damit aber den Fleischabnehmcrn nicht die kostbare, kräftige Fleischbrühe verloren gehe, bringen sich dieselben Artige mit, in welche sie ein bestimmtes Quantum„Bouillon" gratis erhalten. Man sieht, die Leute wissen sich oft in drastischer Weise zu helfen,— Roth macht ja bekanntlich erfinderisch. Die Fleischpreise in Polen sind aber auch im Vergleich mit den diesseitigen, leider immer noch steigenden Flcischprcisen, ganz enorm billige zu nennen. Einige unterneh- mnitgslustige diesseitige Fleischer wolle» demnächst probten, auch größere Quantitäten gepöckeltes Rindfleisch herüberzuschaffen, da die Einfuhr solchen Fleisches in gepökeltem oder gekochtem Zu- stände gegen den betreffenden Eingangszoll gestattet sein soll. Einige Fleischer aus den Grenzorten sollen in letzter Zeit ganze Ochsen in Polen zu diesem Zwecke angekauft und dort zum Pökeln gegeben haben. Für die»»geheure Uergröffernng, welche die Vororte Berlins aus der Residenz heraus erhalten, sprechen folgende Bei- spiele: Die Einwohner Weißensees, deren Zahl in ettvas über 40 Jahren sich von 000 auf 17 000 erhoben hat, sind zum größten Theil solche, die früher in Berlin ansässig waren. Schon hat sich in diesem Orte das Bedürfniß für eine Kanalisation nach Berliner Muster geltend gemacht, und dürfte dieselbe tvohl bald ausgeführt werden. Um den steigenden Verkehrsbcdürfnissen zn entsprechen, wird eine Pferdebahn von der Prenzlauer nach der Königs-Chaussee und seitens der Direktion der Stadt-Ringbahn eine Haltestelle an der Prenzlauer Allee errichtet.— Lichtenberg, welches heute ebenfalls schon an 18 000 Einwohner hat, erbaut eine Gasanstalt.— Pankow hat sich mit dem Berliner Ma- gistrat dahin geeinigt, daß es von Berlin aus Gasbeleuchtung erhält. Eine Thrntcvvorjlkllnng int Irre»hau so. Am Mittwoch Abend fand, wie die„Äerl. Ztg." mittheilt, auf Requisition der Verwaltung für die in der Stadt-Jrrcnanstalt zu Dalldorf intcruirten Irren eine Theatervorstellung statt. Zu derselben ivaren ungefähr 130 Kranke beiderlei Geschlechts zugezogen worden. Sluf dem Repertoire standen zwei Einakter:„Das Fest der Handwerker" von Angcly und„Papa hat's erlaubt" von l'Arronge. «schon einige Wochen vorher ivaren seitens der Anstalts-Direklion die geeigneten Vorrichtungen getroffen worden, um die Kranken, welche sich als Darsteller an den Aufführungen beiheiligen sollten, heranzubilden. Jeder Laie wird sich vorstellen können, daß dies mit großen Schtvierigkeiten verbunden ist. Die Bemühungen der Acrzte und des Wärtcrpersonals haben es zu Stande gebracht, daß die Vorstellung im großen Ganzen korrekt verlaufen ist. Es tvurde, wenn auch nicht mit Präzision, so doch mit Begeisterung gespielt. Die Mitwirkenden boten alles auf, um den tut sie gestellten Ansprüchen gerecht zn werden. Die Vorstellung tvurde denn auch durch keinen Zwischenfall getrübt, es ging alles„glatt", und zum Schluß wurden die Darsteller von dem anwesenden „Publikum" wiederholt gerufen. Stach der Vorstellung, der auch verschiedene Magistratsmitglieder beiwohnten, fand dann eine allgemeine Bewirthung der Darsteller statt, und später ein obligates Tanzkränzchen, bei dem flott getanzt tvurde. Erst in später Stunde hatte das Fest, das den Unglücklichen gewiß[in freundlicher Erinnerung bleiben wird, ein Ende. Gin fei» grlilridrter Herr betrat am 8. d. M. das Kafee Metropole in der Zllexaudcrstraße und forderte ein Glas Bier. Dem Kellner stellte er sich unter Ueberreichung einer Visitenkarte als„Regiermtgs-Vautneister K.", Sohn eines in der Belle- SlNiancestraße wohnenden Oberstlieutenants vor. Dann erzählte er dem Kellner, daß er Unglück gehabt habe und sich in Geldver- legenheit befinde, sein Vater sei nicht zu Hause und seine Mutter und Schwester befänden sich im Bade. Schließlich bat er um r ein Dahrlehn von 10 M. Der Kellner übergab vertrauensvoll das verlangte Geld und erhielt als Pfand einen Trauring. Der angebliche Regierungs-Baunieister aber hat sich bis jetzt nicht wieder sehen lassen, seine Angaben betreffs der Wohnung sind falsch, und der Ring hat sich als unecht erwiesen. Beschrieben wird der Unbekannte als 28 bis 30 Jahre alt, 1,70 Meter groß, schwarze dünne Haare in der Mitte gescheitelt, kleinen Schnurr- bart; Kleidung: graublauen Sommeranzug, hellen weichen Filz- Hut, und trügt derselbe grauen Stock mit weißem Griff. Kdbstmord eines Sergeanten. Die laute Detonation eines Schusses allarmirte vorgestern Abend in der zehnten Stunde die Mannschaften des in der Groß-Görschenstraße liegenden Eiscnbahnregiments. Der Schall drang aus dem Zimmer des in der Kaserne wohnenden 33jährigen Sergeanten P., welcher seit etwa 10 Jahre dienend, der 13. Kompagnie des obigen Regie- ments angehörte. Als man das verschlossene Zimmer des P. er- krochen, bot sich den Eintretenden ein trüber Anblick: In seinem Bette lag halb entkleidet der Sergeant; in seiner am Bett herab- fallenden rechten Hand hielt er einen Revolver, und aus einer Wunde der Schläfe rieselte langsam ein Blutstrom herunter. So- fort wurde der in der Kaserne anwesende Militärarzt herbei- geholt, welch-r jedoch nur den bereits eingetretenen Tod des Selbst- Mörders konstatiren konnte. Urber den Zusammenbruch eines Gerüstes in der Effenbahn-Hauptwerkstatt im Grunewald gehen uns folgende Mit- theilungen zu: In der Reparatur-Werkstatt werden zur Zeit die Decken deS Gebäudes mit Rohr belegt, zu welchem Zweck inner- halb der Gebäude Hängegerüste errichtet sind, welche in einzelne» Gliedern von je 5 Metern Länge und derselben Breite lose in 17 Millimeter starken eisernen Bügeln liegen. Am Mittwoch, Abends gegen 6 Uhr, waren nun 7 Arbeiter einer Rixdorfer Altiengesellschaft auf einem solchen Gliede thätlg, als plötzlich einer der Bügel brach und das ganze ca. 10 Zentner schwere Gerüst aus einer Höhe von 6 Metern herunterstürzte, 5 der Arbeiter mit sich reißend, während zwei, denen es gelungen war, sich an den eisernen Trageketten des zusammengestürzten Gerüstes zu halten, in der Luft schwebten und jeden Augenblick hinunterzufallen drohten. Mittelst Leitern wurden die beiden Männer sofort aus ihrer gefährlichen Situation befreit, und alsbald machte man sich auch daran, die zwischen dem Gebälk und den Brettern liegenden Arbeiter aus den Holz-Trümmern herauszuholen. Die fünf Verunglückten, welche durch den Schreck bewußtlos geworden waren, wurden so- fort mittelst der Bahn nach der Station Friedrichstraße und von dort nach der Klinik in der Zicgelstraße gebracht, wo ihnen Ver- bände angelegt wurden. Die Verletzungen sind glücklicherweise bei sämmtlichen nur leichterer Art, so daß zwei bereits ihre Arbeit wieder aufnehme» konnten, während die anderen drei, die leichtere Kontusionen am Kopf, Bein resp. an den Schultern erlitte», in einigen Tagen wieder hergestellt sein werden. Im Krankenhause befindet sich, entgegen anderen Stachrichten, keiner der Verunglückten. Durch den Einsturz des Gerüstes wurde noch ein unter demselben stehendes mächtiges Spind zertrümmert, welches zur Aufbewahrung von Handwerkszeugen diente. Kevschmundr» ist seit dem jüngsten Dienstag, den 12. d. M., der 14jährige Sohn Max des in der Markusstraße wohnenden Herrn Sch. Der Knabe ist Schüler der vierten höheren Bürger- schule in der Andreasstraße und hatte am genannten Tage früh gegen Ve7 Uhr die elterliche Wohnung mit der Schulmappe ver- lassen, um sich in die genannte Schulanstalt zu begeben. Er ist dort jedoch nicht eingetroffen und seit jener Zeit spurlos ver- schwunden. Max Sch. ist von schlanker Gestalt, von normaler Größe, hat volles rundes Gesicht mit Sommersprossen und kurz- gehaltenes blondes Haar; als besonderes Kennzeichen ist das Fehlen der sämmtlichen Backzähne zu vermerken; beiin Ver- lassen der elterlichen Wohnung war er mit dunkelgranemJaquet- Anzug, hellbraunem weichen Filzhut und Schaftstiefeln bekleidet. An Werthsachen führte der Vermißte eine silberne Zylinderuhr, sowie 60 bis 60 Pf. an Geld bei sich. Die tiefbetrübten Eltern richten an alle Diejenigen, welche von dem Verbleib des Knaben oder von irgend welchen Umständen Kenntniß haben, die auf dessen Spur leiten könnten, die Bitte, hiervon der Polizeibehörde Anzeige zu erstatten. selten kommt es vor, daß Arbeiter zu eigenthüm- lichen Mitteln greifen müssen, um Beschäftigung zu erhalten. Ein solcher Fall wird aus Spandau berichtet. Seit einer Woche war rn der Revisionsabtheilung der dortigen Munitionsfabrik eine Arbeiterin thätig, ivelcher auch eine Schlafstelle in einer der Well- baracken,„dem Mädchen-Heim", angewiesen wurde. Die neue Arbeiterin war ängstlich bemüht, die Augen der männlichen Aus- seh er so wenig als möglich auf sich zu lenken; jedoch hatte„das Mädchen" infolge der einigermaßen sonderbar erscheinenden An- ordnung seiner Kleidung Verdacht erregt. Am letzten Dienstag wurde der Arbeiterin besohlen, sich einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen, wodurch festgestellt wurde, daß man es mit einem Manne au thun habe, welcher lange Zeit ohne Arbeit war lind in der Roth den Entschluß gefaßt hatte, sich in Frauenröcken nach Erwerb unizusehen. Ans Anordnung der Munitionsfabrik wurde der Mann sofort entlassen und muß nun auf weniger abenteuer- liche Weise versuchen, anderweitig Arbeit zu erhalten, um sich vor Entbehrungen zu schützen. Uebrr ei» zlrvolvcratkeittat, welches in der versiossenen Nacht auf der Berlin-Pankower Chaussee verübt worden ist, wird dem„B. T." folgendes berichtet. Als gegen 2 Uhr nach Mitter- nacht der auf dem Pankower Festplatz beschäftigte Kellner B. nach beendetem Dienst sich auf dem Heimwege nach Berlin befand, trat ihm plötzlich auf der Chaussee ein Mann entgegen, der, ohne ein Wort zu sprechen, aus einem Revolver auf B. feuerte und diesein eine Kugel in das Gesicht jagte, welche ihm die Kinnlade verletzte und schließlich in den harte» Gaumen sich einbohrte. Nach diesein meuchlerischen Attentat entfloh der Mann und ließ den schwerverwundeten Kellner, der sofort zusammengebrochen war, hilflos aus der Chaussee liegen, woselbst der vom starken Blutverlust ohnmächtig gewordene Mann früh gegen Va6 Uhr von Passanten aufgefunden und mittelst einer requirirten Droschke nach dem städtischen Krankenhaus am Friedrichshain gebracht wurde. Nach- dem der Patient dort sein Bewußtsein wiedererlangt hatte, vermochte er obige Angaben über das Attentat zu geben; den Attentäter zu beschreiben war er indeß nicht im Stande, weil der Vorgang sich so rasch abgespielt hatte, daß ihm die Gelegenheit fehlte, den Mordgesellen, der sich, wie gesagt, bald zur Flucht wandte, näher ins Auge zu fassen. Seitens der Gendarmerie, welcher von dem meuchlerischen Ueberfall sofort Anzeige erstattet wurde, wird eifrigst auf den Attentäter gefahndet. Man ver- muthet, daß hier ern Racheakt vorliegt, oder daß B. das Opfer einer Personenverwechselung geworden ist; im Laufe deS Tages wird er sich einer Operation zur Entfernung des Geschosses unterziehen müssen. 47 Kikschtagvfälle bn Pferde» sind im Laufe des letzten Monats zur amtlichen 5iett»tniß gelangt. Das Hauptkontingent zu diesen Pferden stellten in erster Linie die Brauereien, dann aber die Pferdebahnen- und Omnibtlsgesellschasten, und zwar ans dein Grunde, weil deren Thiere beim Ziehen schwerer Lasten ein schnelles Tempo innezuhalten haben und dadurch in ihrer Wider- standsfähigkeit mehr denn irgend welche andere Zugthiere beein- trächtigt werden. Die erwähnten 47 Fälle passirten auf offener Straße und mußte der größere Theil der von dein Hitzschlage be- troffenen Thiere sofort nach der Abdeckerei geschafft werden, nur ein geringer Theil wurde der königlichen Thierarzneischule über» wiesen. Empfindlich bestraft für polizeiividrig schnelles Fahren wurde am Donnerstag Stachmittag der Führer eines Schlächter- Fuhrwerks. Derselbe passirte mit seinem, einem Engrosschlächter gehörigen Fuhrwerk gegen 4 Uhr Nachmittags die Prenzlauer Chaussee, welche er in überinäßtg schneller Gangart befuhr. Um einem vor ihm befindlichen Wagen auszuweichen, ließ der Kutscher sein Pferd eine Schwenkung machen, ohne jedoch die Gangart des Thieres zu hemmen, infolge dessen wurde der leichte Fleischer- wagen seitwärts geschleudert, und zwar mit solcher Gewalt, daß sich der Kutscher, der Schlächtergeselle N., nicht zu halten ver- mochte und von dem Wagen herab auf das Straßenpflaster stürzte, wo er, aus klaffenden Wunden blutend, bewußtlos liegen blieb. Passanten, welche auch das Pferd aufgehalten, brachten den Schlächter auf seinem eigenen Wagen nach dem Krankenhause Friedrichshain, woselbst der Verletzte sehr schwer darniederliegt und längere Zeit zubringen dürfte. Kri einem gemiithliche» Frühschoppen, an dem zahl- reiche Parteigenossen theilnahmen, fand am Sonntag der Ge- danke freudige Zustimmung, ein Waldsest der hiesigen Partei- genossen zu veranstalten. Es findet also ein großes Waldfest am Sonntag, den 17. August er., in Friedrichshagen statt. Abfahrt vom Schlesischen Bahnhof 7,46 und 9,20. Für Nachzügler: Treffpunkt bei Lippmann, Friedrichshagen. Arbeiterbillets a 30 Pf. Wir machen auf dieses Fest besonders aufmerksam und bitten die Genossen, sich allgemein daran zu betheiligen, da der Ueberschuß von diesem Feste für einen guten Zweck bestimmt ist. Arbeiter im Süd-Gstrn des 4. Serliuer Mahlkreises! Trotz mehrmaliger Bitten an Euch laufen die gelesenen Zeitungen doch nicht in dem Maße ein, als nothwcndig ist, um auch nur einen geringen Theil der Nachfrage zu decken. Wenn man bedenkt, in wie großem Maße das„Berliner Volksblatt" gerade in unserem Stadttheil gelesen wird und anderseits die verhältnißmäßig kleine Zahl Exemplare betrachtet, welche an uns abgeliefert wird, kommt man zu dem Schlüsse, daß der Werth dieser gelesenen Ar- beiterblätter als Agitationsmitttel für die Provinzen von der Mehrzahl der Abonnenten noch nicht begriffen wird, oder auch, daß die Bequemlichkeit viele abhält, ihre Blätter an Unter- zeichnete abzuliefern. Im letzteren Falle kann auch abgeholfen werden, dadurch, daß die Betreffenden, welche über ein nennens- werthcs Quantum von Blättern verfügen, schriftliche Mit- theilung an einen der Unterzeichneten zu machen, welcher Ab- holung veranlaßt. Gottfried Schultz, Admiralstr. 40a. Fritz Zubeil, Naunynstr. 80. Karl Scholz, Wrangelstr. 82. Benno Stabernack, Wrangelstr. 85. Friedrich Schultz, Wendenstr. 4. JA.: Gottsried Schultz. Itolizribevichk. Am 14. d. M. Mittags erschoß sich ein Mann auf einem Balkon eines Hauses am Karlsbad mittelst eines Revolvers, anscheinend ans Schwermuth infolge eines un- heilbaren LeidenS.— Nachmittags gerieth ein Arbeiter vor den» Grundstück Große Franksurterstraße 80/81 beim Abspringen von einem im Gange befindlichen, mit Steinen beladenen Arbeits- wagen unter ein Vorderrad desselben und erlitt eine so bedeutende Quetschung des linken Fußes, daß er nach dem städtischen Kranken- Haus am Friedrichshain gebracht werden mußte. der Tischler hen Partei eine Schrift K. in Zur Zeit der Rcichstagswahlen hatte aus Stettin als Mitglied der sozialdemokratisch Gartz a./Oder einen Vortrag gehalten und dabei „Junker und Bauer", welche er als geeignet bezeichnete, über die landwirthschaftlichcn Verhältnisse Licht zu verbreiten, zum Preise von 15 Pf. ausgeboten und auch mehrere Exemplare davon ver kaust. Er wurde darauf, weil er keinen Wandcrgewerbeschein besaß, wegen Gewcrbesteuer-Kontravention angeklagt, aber vom Schöffengericht zu Gartz, welches seinen Einwand, daß er die betr. Schrift allerdings nur zum Preise von 10 Pf. aus Berlin bezogen, aber den Ueberschuß von je 5 Pf. nicht für sich behalten, andern für den Wahlfonds seiner Partei gegeben, also nicht zewerbsmäßig gehandelt habe, für begründet erachtete, reigesprochen. Auf die Berufung der Staatsanwalt- chast wurde er aber unter folgender Ausführung von Zer Strafkammer zu Stettin zum doppelten Betrags der betr. Steuer, also zu 24 M. Strafe verurtheilt:„Mag der Angeklagte auch, wie er sagt, daS Gericht ihm aber nicht glaubt, die de- treffende Schrift zum ersten Male ausgeboten haben, so ist doch als festgestellt anzusehen, daß er diese Thätigkeit fortsetzen, also gewerbsmäßig betreiben wollte. Da er den Verkauf der Druck- schristen, welche als Maaren anzusehen sind, außerhalb seines Wohnortes betrieben und in Gartz keine gewerbliche Nieder- lassnng erworben, auch die betr. Schristen ohne vorgängige Be- stellung verkaust hatte, so ist die Kontravention im Sinne des Gesetzes über den Hausir-:c. Handel vom 3. Juli 1876 dar- gethan. Die hiergegen eingelegte Revision wurde heute vom Ferien strafscnat des K a mm e r g e r i ch t s als unbegründet zurückgewiesen. Mrgen Uichtanfinahme rinev Aerichtigntta auf Grund des§ 11 des Preßgesetzes wurde gestern der Redakteur des politischen Theiles des„Berliner Tageblattes", Schriftsteller H a r i ch, vor dem hiesigen Schöffengericht zur Verantwortung gezogen. Es war zur Zeit der Ausweisung einiger deutscher Journalisten aus Rom, als das„Verl. Tagedl." in einem Tele- gramm aus Rom einige Aeußerungen deS Ministerpräsidenten Crispi in der römischen Deputirtenkammer über die„Frank- furter Zeitung" iviedergab. Danach sollte Crispi gesagt haben, nach den Mittheilungen des Grasen Launay sei die „Frankfurter Zeitung" ein Organ der Baissespekulante» und Herr Sonnemann habe dein italienischen Konsul in Frank- furt am Main zugesagt, daß cr seinen römischen Vertreter zur Mäßigung ermahnt habe.— In einer dem„Berliner Tageblatt" zugesandten Bcrichtigung bestritt Herr Sonnemann die letztere Thatsachc, protestirte noch da- gegen, daß die„Frankfurter Zeitung" ein Organ der Baisse- partei sei und als die Aufnahme dieser Berichtigung veriveigcrt wurde, stellte cr den Strafantrag.— Ter Vertheidiacr, Rechts anwalt Masse bestritt das Vorliegen einer gesetzlichen Pflicht zur Aufnahme jener Berichtigung, da hier nur wirkliche 'Aeußerungen des Ministerpräsidenten Crispi wiedergegeben ivor- den seien. Nnr wenn Herr Sonnemann behauptet hätte, daß Crispi jene Aeußerungen nicht gethan, hätte die Pflicht zur Ans nähme einer Berichtigung vorgelegen. Nebenbei handle es sich bei der Behauptung, daß die„Frankfurter Zeitung" ein Organ der Baissepartei sei auch mehr nm ein Urtheil, als um eine Thatsache. Der Gerichtshof schloß sich diesen Ausführungen an und erkannte auf Freisprechung. Ei» Stündchen auf dem Schösfeugeeicht. Wer de Lebens Unverstand mit einiger Wclnnuth genießen will, der findet in den Abthcilungen des Schöffengerichts, wo die Uebcrtretungen verhandelt werden, reichliche Gelegenheit dazu. In der That muß nian von der Menschheit ganzen Jammer gepackt werden, wenn man die kleinen Bilder aus dem Berliner Leben betrachtet, die hier kaleidoskopartig vorüberziehen. In buntein Durcheinander genießen die Schöffen bei eliva 23 Grad Zimmerhitze bald drollige, bald traurige Szenen und können sich stillen Betrachtungen darüber hingeben, wie oft die kleinlichsten Angelegenheiten eine Zeit lang die verschiedensten Behörden, Polizei und Gerichte beschästigen. Ein junger Mann tritt vor, welcher sich als der Student I. vor- stellt. Cr hat wegen einer nächtlichen Szene in der Friedrich- straße ein polizeiliches Strafmandat in Höhe von 30 M. erhalten und fühlt sich dadurch in seinem Rechte verletzt. Ein Mädchen, welches von ihm in der Fricdrichstraße attakirt worden war, hatte ihn energisch zurückgewiesen, und cr verlangte nun von dem Nachtwächter, daß cr das Mädchen arretiren möchte. Da er absolut keinen Grund dafür anzugeben vermochte, lehnte der Nachtwächter dieses Verlangen ab und wurde dafür von dem Burschen mit Ausdrücken wie„Kerl":c. bedacht, so daß schließ- lich e r zur Wache gebracht werden niußte. Vor Gericht erläilterte der Angeklagte sehr nachdrücklich, daß das betr. Mädchen ihn durch Schimpfworte beleidigt habe. Tie Strafe wurde auf -•'•x-a /Straf» .-... Sat Ct stillt oJ Kind. wat man mit Schmerzen jeboren hat, 14 Tage hich Tohim in Unfrieden mit Fht en zu licher Kerl is. Erst hat' er sich jebrüstet, det er,.{ Frau blas„uff Abbruch" jeöligt habe, denn hat et' lücklich rausjeschmissen,.und nu verseht so'ne Mof!« chafterin meine Stelle un mein Kind will er mir»ich rausg. det Mutterherz sagen?- Präß� Tc-� .ran nur zu 3 M. Geldbuße verurtheilt. der Thierarzneikunde K., welcher jetzt so'ne tm,.„ �,.........-./ mir mw, Wat soll dazu det Mutterherz sagen?- Präs.: Die KÄ'&%%%* fffi --....— Der Stüdes ist der Entwendung von G enu'ßmUtelN klagt, weil er bei einem Einkauf von Zigart«n einem Zigarrengeschäft der Grenadierstraße cm PA geHort, beantragte der Amtsanwalt gegen ihn eine Strafe°°° �W o ch e n Haft. Der Vater des Angeklagten, suchte chenckiche Angetrunken heit als Milderungsgrund hinzustellen, Gerichtshof erkannte aber doch auf 3 Tage Haft.-% Sonntagsentheiligung ist ein Zigarrenhändler angeklagt, we eine Ladenthur während der Kirchenstunden chorübergeheud� eingeklinkt hatte. Er'sucht dei'nSchöffengericht klar zu daß m Zigarrengeschästen hin und wieder entschieden# ,.L o„fi.„...hon mfirc» hn«rf, hpnMhen ein verdervu�. Luft gesorgt werden'müsse,'da sich in denselben ein Dunst entwickele. Er bedauert nur, daß der medizinische» nicht mehr tagt, da er sonst die berühmtesten des In- und Auslandes zur Bestätigung seiner Ah/ � vorschlagen würde. Cv ist aber schließlich eml Ui � und läßt sich belehren, daß er damit um® einmal bestehende Polizeiverordnung nicht heruinkoun zieht deshalb seinen Antrag auf richterliche Entscheidung e — Die nächsten Angeklagten sind zwei Gesindevermlety � welche es als etwas ganz Unerhörtes betrachten, daß i Steuerzahlerinnen" nicht berechtigt sein sollen, am Alexa» � auf dem Trottoir zusammen zu stehen und die Vermiethungskomtoir hcrauskominenden Dienstn Dann kommt ein freundlicher Herr mit einem.......• rt Bretzeln vor der Brust, welcher nach längerem 3aU° giebt, daß die Gäste, welche ein Schutzmann an ein ein tage in vier Lokalen Bretzeln kauend angetroffen harr-, � dings von ihm während der Kirchenstunden mit\. Gebäck versorgt worden waren..... So geht es Z' jjuiiz Durcheinander immer weiter, stundenlang und unter AUI>o � des ganzen gerichtlichen Apparats, theilweise sogar auai.� unter Mitwirkung von Vertheidigern und bis die von 25—30 Nummern erledigt ist und „Die Sitzung ist beendet!" Infolge der über die Martienzen'sche Zigan'«"'"� verhiingte Sperre hatten sich die Zigarrenarbeiter F r'f.��i K a y s e r und Wilhelm F e n g I e r vor dem Schossti'k, zu verantworten. Sie sollen, wie die Anklage bchauptei, � gewissen Sorge, welcher in der gesperrten Fabrik Beschall» � angenommen hatte, bedroht und geschlagen haben. Trotzte � Verletzungen des Sorge nur geringfügiger Natur warew. M der Gerichtshof nach bekannter Praxis diese Art der Aw doch schwer, denn die Angeklagten wurden zu je v i e r W G e f ä n g n i ß verurtheilt. wWw»«'" lck'ü Soziale Asbevfiihk( Achtung! Glnfezgefetle»! Tie Kollegen in Stettin gezwungen, am 2. August die Arbeit niederzulegen.»Vu'A »ach dort ist auf das strengste fernzuhalten. Es>v>rd namentlich arbeitslose Kollegen darauf aufmerksam zu ma; � Die Saminlniig der Drechsler für dio Snmb«»'S� � dieser Woche ein erfreuliches Resultats geliefert.�## lung erreichte die Höhe Mission in der Lage war, schicken. Wenn nach 5 Wochen «.v»»«,»vvyvv---- von nahezu 400 Mark, so daß die», :, bis jetzt 1650 M. nach Hamburg' der Sieg zu Gunsten der Arbeiter entschieden wird. Kolleg � Darum zeichnet auch heute Alle. Mann für Mann. Der Ä P(eigen» wohnt Reichcnbergerstr. 142. Geld wird angenA... m den bekannten Zahlstelle» Sonnabend Abends von 8—«i mid ausnahmsweise diesen Sonntag Vormittags 11-1 Uhb �rundet. �ie Lohnkommission. R. Lutz. Voosommlum�en. 3« Uorfiaud des Drrrins„Freie Uolkobühtz«"..� vorläufig folgende Zahlstellen zur Aufnahme von M#' tind zur Entgegennahme von Monatsbeiträgen errichtet:« 1. Albert Auerbach, Schnhwaarcn- Geschäft, KW' Damm 7. 2. Gottsried Schulz, Zigarrenhandlung, Admiralstr 3. Ernst Arndt, Zigarrenhandlung, Skalitzerstr. 107. i ' Börner, Zigarrenfabrik, Ritterstr. 109. ' Sange, Nestaurateur, Fürbringerstr. 22. / �f0 � u t r i ck, Zigarrenfabrik, Steinmetzstr. 60. '•»uütz Weber. Nestaurateur, Frobeustr. 35...!= 8. Fritz Boß. Zigarrenhandlung. Birkenstr. 53(Moab'O m' Zigarrenhandlung, Panksir. 14». � 10. Wtttwe Klara Hasenclever, Zigarrenh»"� Chausscestr. 40/50. n- 3: roh- Zigarrenhandlung, Jttvalideustr. l2*'/ ■— uttwe Hase»clever, Zigarrenhaudluug, W" straße 122. � ]5. �'l Lehmann, Zigarrenhandlung, Brunueustr� ,■ f 0l� Kehr, Hutfabrikant,»öpnickerflr. 126. F ' Hermann Gras hold, Materialwaaren° Pallisndenstr. 53., 16. Franz Niemeyer. Zigarrenhandlung, Weberstr. l' 17. Conrad Engel, Buchbinderei, Chorinerstr. 3. 13. 91. 9} Ofling Ii, Buchhaudlmig, Dresdenerstraße (Passage). Alle diejenigen, die Mitglied der„Freien Volksbühne" wer wollen, werden ersucht, sich an einer dieser Stellen z» � Da» Bettrittsgeld beträgt mindestens 1 M.; die monatlu ■�itvägc, die immer bis zum rmb' für den Monat 7. eines jeden Monats zu entrichten September mindestens 25 Pp, für die vc»-vconal lvepiemver nnnoejiens folgenden sechs Wintermonate mindestens 60 Ps. u b. M. in Orschel's S Handlungen durch einen yieii iyrs ordentliche Mitgliederversammlung am -N. in Orschel's Salon ab.' Eingeleitet wurden die Ver Handlungen durch einen Vortrag des Herrn Pinn über den ' Ä?/' b N m ord UN d die sozialen Verhältnisse � ouls ch I an d s". Dem Vortrage schloß sich eine längere �istuhion an, an der sich die Herren Gruppier, Hupte rvi f~.»______ CO � m-.. im Utk|iui vic ö*"r r•' und Wernau betheiligten. Nach einem Schlußworte de- Re- ferenten wurde in die Erörterung des Punktes„Verschiedenes �getreten. Zunächst ersuchte der Vorsitzende um baldigste Ab- ue erung der s. Z. verausgabten Petitionsboge», betrepend die uchtstundenarbeit(1. Mai). Von etlichen hundert verausgabten Potitionsbogen sind erst wenige eingegangen. Bezuglich des dem Reichstage vorliegenden Gesetzentwurfes, betreffend die Abänderung der Reichsgewerbc-Ordnung, werden behördlicherseits über gewisse Milte gewerkschaftliche Gutachten eingefordert. Seiten- des Vorstandes war Herr Wernau mit der Beantwortung der gestellten Fragen betraut. Derselbe vermißte unter den ein- l#erkn'(at� über �cn 6 153 der nllng, wo! Versammli n. Des W cht, daß d Verhältnisse �er�Verei'nigung'eine weitere Besoldiing zweier� Per sonen-■-•■-- irerh» S?.önlmfl' wodurch die ganze Enquete gekennzeichnet ®ie Versammlung erklärte sich mit dem Vorstandsbeschlusse üinr, t Weiteren wurde zur Kenntniß der Versamm- W, r gebracht, daß der Kassirer des ständigen Bureaus, Herr yetm Söbul,. miphei' arbeiten nebe, da die finanjiiellen --............. y �------u' -"VU nicht gestatten. Da dies ohne Vorwissen der Mitglieder Isichehe», so gab dies sowohl ivie auch andere Vorgange Herrn edler Veranlassung, eine scharfe Kritik an dem-oorsiande oezw. dem ständigen Bureau zu üben, insbesondere auch wegen der Errichtung eines Arbeitsnachweises, bezüglich dessen folgende- Zirkular vorlag: � .. Ew. Wohlgeboren erlaubt sich der unterzeichnete Vorstand witzlitheilen, daß der im Januar 1890 errichtete Arbeitsnachwel- Iur die Maurer Berlins und Umgegend im Lokale �vosen- SO(Ecke Neue Fridrichstraße) sich befindet. Die -....-vermittelung geschieht für beide Theile(Meister M Gesellen) unentgeltlich und findet die Ausgabe der Adressen an den Wochentagen von 7 Uhr Morgens bis V Uhr �tdends mit Ausnahme der MittagSstundeit von 12— 2 Uhr statt. ■bfl es unser Bestreben sein wird, geordnete Verhältnisse in unserem Gewerbe herbeizuführen, wenden wir uns in erster Linie Ifrziell an Sie(den Polirer) mit der Bitte, uns in unseren Be- laugen unterstützen zu wollen und bei vorkommenden Vakanzen M Ihrem Bau dieses per Poslkarte, mit Bezeichnung der ent- lprecheuden Zahl der Gesellen, an obige Adresse gelangen zu lassen. «ir rechnen auf Ihre Unterstützung umsomehr, da es gerade in jlhrer Hand liegt, hier helfend einzugreifen, um das Lästige de- «srbeitssuchens— welches für Sie ebenso unangenehm wie für ®'e Gesellen ist— beseitigen zu können. Hochachtungsvoll: Der �drstand der Freien Vereinigung der Maurer Berlins und Um- �gend. I. A.: I. Wernau, Zionskirchplatz 2, III. , Diese Angriffe wurden von dem Vorsitzenden in sachlicher Rdt i* � v iviivvv»» vv«» Wit» j-••-y...... jr81)6 Wrirt und wurde hierin von allen sich zum Worte melden- fu!* Mitgliedern aus das lebhafteste sekundirt, sodaß in dem Mgehabten Meinungsaustausche Herr Fiedler mit seinen An- üfv durchaus isolirt blieb. In Sachen des Arbeitsnachweises rurde bekannt gegeben, daß am kommenden Mittwoche in der «laueret Friedrichshain eine öffentliche Versammlung mit fvllren stattfindet behufs Stellungnahme zum Arbeitsnachweis. -t»ch wurde bekannt gegeben, daß die bestellten Kongreßprotokolle Angekommen und erhältlich seien und wurde zur regen Abnahme Jjsrselbeu aufgefordert. Nach Erledigung minder wesentlichen Angelegenheiten erfolgte sodann Schluß der Versammlung. Drr Uerei» zur Mahrnug der Intrrejfr» drr Klavier- nrbeiter«»d Kerufsgeuolle» hielt am Sonnabend, den «- August, in Deigmuller's Salon, Alte Jakobstr. 48, seine Sachliche Mitgliederversammlung ab. Herr Lilsin sprach über m�rrterschntzgesetze. Reiches Bravo lohnte den Redner. Zu K.'mt 2 macht Kollege Meier bekannt, daß die Kollegen die mets zum Stiftungsfest bekommen können. Neuanfgenommen wurden n Mitglieder. Irr Fachvrreiu der Lederarbeiter hielt am Montag, ru Ii, August, in den Zentral-Feslsälen, Oranienstr. 180, eine ftn�wrdentliche Generalversammlung ab. Ans der Tagesordnung i m' j Fortsetzung der Wahlen. 2. Vereinsangelegenheite». �8ffchiedenes. Zum ersten Punkt wurden in die Rechtsschutz w'mfsion gewählt: K->U fSnfin..fSaunfcluldt, Gör ig. Schul ""d Zander; in die «no a« v-. Koll. Hahn, Haunschildt, Görig, Schultz schet m die Arbeitsnachweiskommission: Koll. Wnnd- »trm.," 0'r' Fiedler, Krüger, Kren, Vieweg und Hotli»; in die Unx�auuflStommiffion; Koll. Döring, Vtichael, Weinert, Pilz Würx. L Als Revisoren wurden Kollegen Bökert und Hann- �s Viblothekare Götzelt und Hahn ernannt. de» Vereinsangelegenheiten ermahnt Kollege Wundschek, es«tsnachiveis so viel wie nwglich in Anspruch zu nehmen, �iperki» i ,Ji4 derselbe nach wie vor Oranienplatz 22 bei geaa»' S- Einstimmig wurde noch ein vom Kollegen Hahn ein- Antrag, den Hamburger Genossen eine nochmalige llutzung von 50 M. zukommen zu lassen, angenommen. >»a»?n' Lachvrrri» der Gas-, Masstr-, Heizungorohr- lo of,,'Jv Berufsgenossen Berlins hielt am Sonntag, den rch.-,, MA, in Feuerstein's Sason, Alte Jakobstraße 73, seine 'outete* Mitgliederversammlung ab. Die Tagesordnung «">. Vortrag über Gewerve-Sehiedsgerichte. Referent: f Ve,,r,(."*r- 2. Diskussion. 3. Vierteljährlicher Kassenbericht. •WdiuinL, l!® und Fragekasten. Vor Eintritt in die Tages- Uich onL, e das Protokoll der letzten Versammlung verlese» der Tnn.? I!.lmen* Hierauf wurde beantragt, Punkt l und 2 von fchwa� s�duung abzusetzen, weil die Versammlung leider zu ?ekal. Vei einem derart wichtigen Reserat hätte das scheint ffiu müssen, aber die große Masse der Rohrleger fein* r �dllig abgestumpft für derart anregende Referate --' J18 wollen eben ihre Lage nicht erkennen lernen; I>ch die Schlafmütze bereits so tief über die Ohren haben gezogen, daß es scheint, sie werden dieselbe gar nicht wieder herunter bekommen. Wem jetzt, bei diesen großen Kämpfen in Hamburg noch nicht die Augen geöffnet sind, von dem muß man annehmen. daß er sanft schlummert. Die ersten beiden Punkte wurden darauf von der Tagesordnung abgesetzt und zur Erledigung des dritten Punktes„vierteljährlicher Kassenbericht" geschritten. Die Ein- nähme betrug inkl. Bestand vom ersten Quartal 208,80 M., die Ausgabe 188 M., bleibt ein Bestand von 20,80 M. Nachdem der anwesende Revisor erklärt, die Kasse für richtig befunden zu haben, wurde der Kassirer entlastet. Unter„Verschiedenes" entspann sich eine längere Debatte zwischen Kollegen Pirch und einigen anderen Mitgliedern, jedoch wurden weitere Angelegenheiten bis zur nächsten Versammlung vertagt. Ein Antrag des Kollegen Karpenkiel betreffs des„Berliner Lokal-Anzeiger", überall dahin zu wirken, daß von weiteren Abonnements Abstand genommen werde, fand einstimmige Annahme. Nachdem nun noch der Vorsitzende auf die Sammlung der Hamburger Ausge- sperrten hingewiesen, ersuchte derselbe die anwesenden Mitglieder, dafür Sorge zu tragen, daß die am 24. August stattfindende Fachvereinsversammlung besser besucht werde und schloß hierauf die Versammlung. Groß» Urrtzamuilnns d«s loiioldrinokrotikchrn Mohlvrrri»« des erst«» Kcrlinrr R»ich»tags-Mal>lkrril»» am Mittwoch, den es. Auaast, in Feuerstein's Saal, Alte Jalobstraste 76. Tagesordnung: I. Die politische vage. Neferent: M. Baginsli. 2, Dtslusslo». 8. Die Maßregelung des Vor- siyendcn durch die Firma H. SIernberg jnn. 4. Verschiedenes. Graß» öffentlich» z>«rsV»im»l»»o für ittäniicr und Frauen am Sonntag, den l?. August, Abends 7% Uhr, tn den Kentral-Feslsälen, Oranien- stratze i«o. Tagesordnung: i. Vortrag de- Herrn IS. Pinn über„Nationalität und Humanität". 2. Distusslon. 3. Verschiedenes. Alach der Versammlung: Weselltges Beisammensein. Z>erei»isu»g der Drechsler Deutschlands. Filiale Rstdors und Um- gegend. Sonntag, den 17. August, Vormittags U Uhr, tn Paple'S Lokal, Ztethenstraße 7t: Versammlung. Tagesordnung: i. Vortrag dcS Kollege» Lüh aus Berlin. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Frageboge» sind mit- zubringen. Neue Mitglieder werden ausgenonnnen. Pflicht ist es, alle und pünktlich zu erscheinen. Friedrichsfeld». Das„Verl. Volksblatt" liegt in solaenden Lokale» auS t i. Slestaurant Momber, Wilhelmstr. 7. 2. iliestaurant Kirchbach, Prinzen- Allee s. 3. Restaurant Kolonie Kamerun. Fachuerei» für gchloffer»»d ztlaschinenbanarbriter Berlins und Umgegend. 2 große Versammlungen am Montag, den 18. August, Abends 8% Uhr, für den Süden in Feuerstein's Salon, Sllte Jakoosir. 7°. TageS- ordnnng: i. Vortrag de- Herrn Hildebrandt über: Die Aedeutunz des Koalitionsrechts. 2. Diskusston. 3. Ausnahme neuer Mitglieder und Ent- richtung der Beiträge. 4. Verschiedenes. Für Sharlottenburg und Umgegend im Saale der iSambrinus-Arauerei, Wallstr. 40. Tagesordnung: i. Vortrag de- Herrn Buchdrurker Wilh. Werner über: Kapitalistenringe und Arbetter- organisationen. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Entrichtung der Beiträge. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Pflicht sämmtlicher Kollegen ist eS, in diesen Versammlungen zu erscheinen. Kranken-»ud K-griib»is>kaff» de» Dereins sämmtlicher ütvufo- klaffe»ern>alt»»h«n-»e 4). Sonnabend, den 10. August, Abends 9 Uhr. Flottwellstr. 6 bei Barlelt. Ausnahme neuer Mitglieder. AUgenieiiie Kranke»- und gterbekaffe der ptletaUarbeitcr(E. H Nr. 29), sowie Zentral-ttranken- und Sterbekasse der Metallarbetter„Vulkan" (E. H. Nr. 89 zu Hauiburg) Filiale Berlin 3. Versammlung am Montag, den iy. August, Abends s!; Uhr, Pianleusfelstr. 99. Vortrag des Kollege» C. Pirch. Dlskufston. Verschiedenes. Zentral- Kranken- und Kterkekass« der dentsch«» tzpagenbaner (E. H. Nr. 8 tn Hamburg). Am Sonntag, den 17. August, Vormlltags tox uhr, Versammlung sämmtlicher OrlsverwallungSbeamte» Berlins tn der Adler- Brauerei, Sesundbrunneu, Badstr. 07. iverei» berliner zlaoeischmied». Sonntag, den l7.N»zust, Vormittags 10 Uhr, Lichtenbergerstr. 21 bei Heise: Versammlung. Tagesordnung: l. Die Arbeller-AnSsperrung tn Hamburg. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes, fflüsle erwünscht. zlerband der porlellanuialer n»d Kernssgenossl» Serlin«. Montag, den 18. August, Abends 8% Uhr, Versammlung bei Feuerstein, Alte Jakob- straße 76. Tagesordnung: l. EeschästUchis. 2. fkassenbericht. 3. Vortrag: „Die Ziele der deulschen Arbetteroraanisation tn der Jetztzeit unter Berück- sichttgnna der Geschtchte der Arbetter-AgNarion Ferdinand Lassalle'S. Neferent: Robert Süudsrmann. Nie Freie ziereinignns der Graveur»»nd Ziseleure veranstaltet am Sonntag, den 81. August,«tue» Nachmtttags-AuSslug mit Damen nach Johannis- chal— Schönweidc, Brauerei„Borussia". ArbeilsnachwclS Dresdenerstraße 46, 8%— w Uhr. Schäfte-Kranche, Sonnabend, den is. August, SlbendS 8% Uhr, bei Beyer, Sllle Jatobstraßc 83. Versammlung der Freien Vereinigung der Zuschneider, Vorrichter und Steppcr Berlins. Tagesordnung: Vortrag:c. z>rrgniig»»g»ucr«i»„Eonstdentin". Sonnabend ox Uhr Sitzung im Rcstanrant„Zur guten Quelle", Landsdsrgcrstraße 60. Sonntag den 24. August Herreii-Pariie nach der alten Fischerhütte(Schlachtensee). Albsahrt 7 Uhr vom BereinSlolal aus. Billcts inkl. Freibier 1,69 M. beim Vorsitzenden Adels Borde, Thärstr. 6 nnd beim Schriftführer Emil Kusserow, Grüner Weg 26, sowie im BereinSlolal b:t Herrn Schmidt. Lachvrrei» der Weber Derlino sind zlmgegend. Montag, den 18. August, Abends 8 Uhr, große Versammlung Ltchlenberaerstraße 21 bel Heise. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über die kommu- nistische Gemeinde Jkaria. Diskusston. Nnsnahme»euer Mitglieder. Bericht der Werkstälten-UnIerluchungS-Kdinmtssion. Berschledenc« und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. 2-achorrri» der in Knchbindereien nnd verwandt»»»t-triebe» b«- schäftigirn Arbeitrr. Heule Abend, Annenstraße 10, Vereinsversammlung. Tagesordnung: I.Vortrag des Herr» Htldebrandt über:„Tie Bestrebungen der Handwirker und Arbeiter im Jahre 1848". 2. Verschiedenes und Fragekasten. Aufnahme neuer Milglieder. Verausgabung von Listen für die ausgesperrten Arbeiter tn Hamburg. Am Sonnlag den 24. d. At. Partie nach Stettin. Wauwcrci» Kerlinvr tAildhancr. Dienstag den 49. d. M., Abends 8'.; Uhr, bei May(früher Heydrtch's Festsäle), Benthstr. 18—21. Referat des Kollegen Dnpout:„Dt: neue Richtung in der Literatur". Da außerdem sehr wichliges Geschästltcheö vorliegt, so werden die Mitglieder freundlichst ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Gleichzeitig ersuchen wir die Mitglieder, die wöchentlichen Beiträge für die Hamburger pünttlich abzuliefern. Zum Zweck der Einrichtungen von Zahlstellen werden die Mitglieder ersucht, dem Kassirer unverzüglich ihre genaue Adressen mitzulhcile»> es kann dies auch Werkstatt- weise geschehen. Der Vorstand.,„, Ethische G«f»usch»fe. Sonntag, den 17. August. Abettds sx Uhr, Beuth- straße 22, 1 Tr. bei May: Vortrag de« Herrn Dr. Bruno Wille:„Ter Mensch als MassengUed". Nachdem gesellige Unterhaltung und Tanz. Gäste, Damen und Herren, ivillkoinmen.„ Uerein der l»»gc»bi»la»»r. Abends 9 Uhr: Sitzung mit Damen. Neue Mitglieder werden ausgenommen. Gäste willkommen. flerr Plaut iilehir schreibt uns; Um Jrrlhümer zu vermeiden bringe folgendes zur Kenntnlß der Genossen: Der gesellige Verein Hoffnung, ge- gründet lm November 1880, tagt alle 14 Tage Donnerstag« bei Ktesewetter, Weberstraße 10. Er steht mit dem nengegrlindeten Klub Hossnnng, welcher in den Franlsurter Btcrhallen, Große Frankfwterstr. 102, lagt, in gar keinem Zusammenhang. Der Vorstand. I. A.: Paul Meyer, RüderSdorserstr. 20. Gesann-, Sur»:- und oesellio« Derein» am Sonnabend: Gesang verein„Harmonta" Abends 8 Uhr, im Restaurant. Alte Jakobstr. 08.| Männeraesangveretn„Treue" Abends 9 Uhr tm Restaurant Nndreasstr. 9.— Männergesangverel»„Eraio" Abends o'i Uhr bei Schläwicke, Kleine Knrstr. I. — Männergesangverei» i.Senosolder", Liesianrant geinter, Münzstr. u, 9 Uhr Nebungssttmde. Ausnahme neuer Mitglieder.— Gesangverein„Harmonia" Abends 9 Uhr im Restaurant Lehmann, Kursürstenftr. 31, Gcsangsinnde.— Lübeck'scher Turnverein(1. LehrltngS-SlblhetlnNg) Abends 0 Uhr EUsabelh- straße 67—68.— Turnverei»„Wcdding", Pankstraße s, Männcrabiheilunz von SX— 10'i Uhr Abends; desgl. 1. LehrlingSablheilung von 8 bis 19 Uhr Abends. — ArendS'sche Sienographenklasse des„Berliner Handw-rk-rvereins" Abends ._..- äg-----„----------- Abend« und Ver gnügnngsgeselllchast„Treue" Abends sxuhr inBobert'S Ballsaton, Weinstr. 11. — Prtvat-Theaiergesellschasi Schneeglöckchen", AbendS 9 Uhr in Vsttins Bierhaus Veteranenstr. 19.— Geselligkeitsklnb„Lustig" Abends 9% Uhr im Restaurant Weichelt, Taubenstr. 46.— Verein der Tanbenkreunde Abends 8X Uhr im Restaurant Hillmann, Manteuffeistr. 08.— Dänischer Verein„Freya" Abends 9 Uhr im Rcslanrant Poppe, Lindenstr. 100.— Verein der Württemberger Abends 8X Uhr bei Vathinger, Torotheenstr. 84.— Berein ehem. Schüler der 84. Gemeindeschule Abends u Uhr im Siestaurant, Koppenstr. 68.— Verein ehem. M. C. Luther'scher Schüler, Abends«X llhr, tm Restallrant Bormann. Ohmgasse 2.— Ranchklub„Povtocico" Abends 9 Uhr bis II Uhr Köpntcker- straße 167 bei Schulz.— Ranchllnb„Qualm" Abends 8 Uhr tm Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.— Vergnügnngsverein„Lustige 13" Abends 0 Uhr im Resiaurant Albrecht, Annenstraße 9.— Tanibourverein„Sedan" Sitzung Abends 9 Uhr, Grüner Weg 9—10, Aufnahme neuer Mitglieder.— Tambourverein„Herz Innig", Abends 8 Uhr, Sitzung im Restaurant Straß- burgerftraße 6, Dirigent und Vorfitzender Fritz Laugant.— T-nnbourvorein „Einigkett mach! stark", gegründet 1880, Dirigent zur Zeit H. Kämting, An'o nähme neuer Mitglieder Abends 9 Uhr tm Restaurant Hahn, Eisasse.! r. 67. — Tambourverein„Felsenfest", Sitzung 8X Uhr, Weißenburgerstraße 6t, Dirigent und Vorsitzender: A.Friese. Ausnahme neuer MUglieder.— Ver- gnügungSverelii„Lustige Seelen", Abends 9 Uhr im Restaurant Schuster, Oranienstraße 8,— Vergnügungsverein„Hospicta", Kleine Augnstraße 14, Abends 9 Uhr. Vernrtpkzkss. Colileuz, 14. August. In einem Steinbruch bei Enkirch verunglückten gestern drei Arbeiter durch Herabstürzen eines Fels- stückes. Einer derselben, ein Schachtmeister aus Merl, blieb so- fort tobt, die beiden anderen wurden schwer verivnndet. Köln, 15. August. Heute Nacht gegen 8 Uhr brach in dem Hauptempfangsgebäude des hiesigen Zentralbahnhoss unmittelbar llnter dem Dache Feuer aus; um 3 Uhr stand der Dachstichl in hellen Flammen. Es gelang der Löschniannsehaft des Bahnhoses, unterstützt von der städtischen Feuerwehr, den Brand auf den Dachstuhl zu beschränken; um 4 Uhr waren die Flammen be- wältigt; der Dachstuhl scheint zerstört zu sein; der Verkehr er- leidet keine merkliche Störung. Kol», 0. August. S p u k- G e s ch i ch t e n. Es muß Be« fremden erregen, wenn in unserem vorgerückte» Zeitalter sich die Gerichte noch immer mit Spnkschwindel zu beschäftigen haben, Die Angellagten sind in der Regel intelligente Schwindler, welche die Religion und die Leichtgläubigkeit ihrer Bekannten dazu benutzten, um ihnen durch den hirnverbranntesten Unsinn das Geld aus der Tasche zu locken. Sich die geistigen Schwächen der Mitmenschen zu Stutzen zu inachen, war immer ein eintrage liches Geschäft. Kirchen nnd Klöster sind dabei reich geworden nnd wenn es wahr ist, daß böse Beispiele gute Sitten verderben, so darf es uns nicht wundern, wenn Spiritismus oder dergl. noch immer eine iveitverbreitete Anhängerzahl besitzen. Der Spuk- schwindel hat sich jetzt vornehmlich auf das platte Land verlegt. Unwissende Bauersleute werden nicht allein zu Allerhand verleitet und um ihr Geld geprellt, sondern kluge Naturkinder wissen sich durch Kunststückehen die Silberthaler ihrer Dorfgenossen an- zueignen. Die sechszehnjährige Maria Funken liefert hierfür einen eklatanten Beweis. Dieselbe hatte in Eckhansen den glän- bigen Bewohnern iveißgemacht, sie stände mit Klopfgeistern in Verbindung, arrangirte Dunkelsitzungen, in welchen sie dem blöden Auditorium dadurch vom Dasein eines Geistes Kunde that, daß le Ohrseigen nnd Püffe anstheilte, kratzte und durch Bewegung Zes rechten Fußgelenkes ein Poche» erzeugte. Die ganze Um- gegend glaubt an das Wundermädchen. Es wurden gestern in der Berusungsinstanz vor der Strafkammer 37 Zeugen vernommen. Der Vertheidiger erlaubte sich die sehr sindige Frage:„Wenn der Glaube an ein überirvisches Wesen proklamirt würde, ob man dann nicht auch glaube» müsse, daß es diesem überirdischen Wesen möglich sei, ans die Erde zu sieigen?" worauf sich das Ge- richt mit der Antwort aus der Schlinge zog:„Es gebe im 19. Jahrhundert keine Wunder und Erscheinungen mehr, und wür- den solche behauptet, so müßten sie erst beiviesen werden." Trotzdem pilgern jährlich Tansende nach Kevelaer, Echternacht und anderen Orten, glauben an wunderbare Heilungen und wagt man dagegen zu schreiben, so tritt der Staatsanwalt in Aktion wegen Retigionsbeschimpfung. Das famose Spukmädchen behaup- tete vor Gericht, der Geist hieße Johann Kriitt und sei vor elf Jahren gestorben. Das Gericht verwarf die Berufung der Staats- anivaltschaft und der Angeklagten und bestätigte das schon ein- mal gefällte Urtheil auf Grund des groben Unfugsparagraphen. Wir sehen aus dieser Gerichtsverhandlung, wie sehr noch c>aS platte Land unter dem Drucke des Wahn- und Aberglaubens lei- dct und wie nnsere Genossen in den Dörfern unablässig bemüht sein müssen, nach jeder Seite hin Licht und Ausklärung zu ver- breiten. ZioiK, 15. August. Ein heftiger Sturm verbunden mit Hagelschlag verheerte gesteril Nacht einen großen Theil der Um- gebrnig von Pavia, gegen 15 Ortschaften wurden davon be- troffen, die Reisfelder wurden gänzlich vernichtet. Auch in der Provinz Mantua wurden 4 Ortschaften von Hagelschlag heim- gesucht. Der am Eigenthum angerichtete Schäden ist ein sehr großer, durch entwurzelte Bäume wurden auch mehrere Personen verletzt. ztfaprl, 15. August. Gestern Vormittag stürzte eine Bade- anstatt am Strande von Marinella sein, gegen 100 Personen sielen in's Wasser, wobei zwei ertranken und eine verwundet wurde; alle übrigen wurden gerettet. vov Mvtmfttimr. Bei Anfragen bllten wir die AbonneineniS-QuiUnng betzusügen. Briefliche Antwort wird nicht erlheilt. 3. S. 87. 1882. ®. 100. Das wissen wir nicht. (!). I. 66. Wir können Ihnen keine Auskunst geben. Lv. Äaffmait», Chaviirrrstr. 07. Wir bitten um Ihren Besuch. Erlte. Sie werden inzwischen in unserem Blatte die Be- richtiguna gelesen haben. Korbmacher. Die Redaktion hat mit den Annonzen nichts zu thnn. Alle Inserate sind direkt an die Erpedition zu schicke». Versäumnisse und Jrrthümer, die hierdurch entstehen, fallen nicht der Redaktion zur Last. ficEff,,03räl3l:er-St,'asse ,®»!' 1'• wochentags 8-10 u. 5-7 Uhr. ' jjSniLrtu�'«lt!5 und Aahnzirlski» SlUec-ii- TB® j klebrige wie in der Königllllzen .Zahnärztlichen Polillinik. 1000 -•Tbrwtaiig bleibt Potsdamerst.4. 10.5. Hoesch, Homöopath. Arzt. "-int- Artilleciestr. 27. o 10° — �7�7 Uhr, Sonntags nur u.8— 10« Hut-Fabrik «MAaz Nene Königstia ie 67._ 2__ :%%% äs- fUn ktzroßc Auswahl bei bil- I? �'kiontrol-Marsi« emps- Berymani«, "örasenstr. 93. n. d. Besselstraße. Mühe), Spiegel und Polsterwaaren. Ganze Ansstatiultgeu empfiehlt Moritz Clläser, 1451 167. Rcicheniieryei'Str. 167. Shir HOte"WS mit Arbeiter-K ontrolmarke. Größte Zlnsivnhl in Sil ohlilHe::. SWttsinSe läUÄeSj Wilhelm Zapel, Hutmacher. Cigarren und Tabake. B. Stabernack, Wrangelstr. 85. Milte mit Kontrolmarke bei Ruck. Bcisse, Chaujfeestr. 70 (an der Pauke). Billigste Bezugsquelle für Oaggarren, 100 Stück von 2 M. 50 Pf. an. J. 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Die Beleidigung, welche ich gegeil Herrn Seifert ausgestoßen, nehme ich zuräck nnd erkläre ihn für einen ehren- haften Mann. 808] Frau Gross. Bitte Herrn Hugo Qatzlick tun seinen werthen Besuch. P. Fleischmann, Dresdenerstr. 80. 299 Schlafstelle zu verm. Bülowstr. 88, Hof 2 Tr., bei G. Rabe. 311 2 sreundl. Schlafstellen für Herren zu vorm. LandZbergcrstr. 101 II b. Geisler. Dm EkiiM Herren- u. Knaben- 1407 Garderoben- Geschält. Wilh Pähl» Elisabetliktrchatr. W 1111« A Cllll, Nr. 8 aill Pappelpl. Wtitsmrkt. Goldleisien-Einpacker verl. H. Joers u. Sohn, Skalitzerstr. 23. 294 Tüchtige Bersilberinnen n. Baroque- Vergolderinnen verlangt Aenmann, Krnnig& Co., Reichenbergcrstr. 47. l tücht. Geh. für chirurg. Etuis und Lederarveit verl. C. Taumeyer, Rom« mandantenstr. 31a. 897 Verkauf j nur gegen Laar j zu strengstens I festen Preisen! I Arbeiter, Handwerker, Bürger! Jeder Preis ist mit Zahlen an der Waare ausgezeichnet. 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