Nr. 19»/ Mittwoch, den 30. August 1890. 7. Jahrg. berliner Organ für die Interessen der Arbeiter. scheint(San*®fl?'B erlitt er Volksblatt' ■bsMMbm' -- Fernsprecher: Amt VI. Ur. 4100.»*" Nedakkion: VeukMvaße S.— Extiedikion: VenkhflrMe 3« Der©fflattifttliaurs-- «nfiuutf der �valtfioit. . �on mehreren Seiten ist die Kritik mit einer Erregung an � vorliegenden Organisations-Entwurf herangetreten, die nur �»rch die Annahme erklärlich wird, daß man sich noch nicht recht " den Zustand hinein zu denken vermochte, wie er nach der Sluf- wung des Sozialistengesetzes in der Partei sich gestalten wird. uch ist bei einem Theil der Kritiker ihr Verhalten in hohem �de von der gegnerischen Presse beeinflußt worden, was sie sich £ bft wohl nicht zugestehen wollen, nichts desto weniger aber eine Tatsache ist. . Hörte man z. V. die fortschrittlichen Blätter, so war der vroltionsentwurf ein Ausdruck autokratischer, antidemokratischer Innung. Dieselben Organe, die über den Mangel an„demo- �tischen, Geiste" in demselben zeterten» übersahen, daß die �ganisation ihrer eigenen Partei, wie ein Artikel der„Freis. «iitung" zeigt, im Wesentlichen dieselbe ist, wie diejenige, �Iche die Fraktion vorschlägt, nur mit dein Unterschied, daß der pntokratische Geist" in der bestehenden Organisation der frei- �"igen Partei noch in weit höherem Grade mangelt, er in dem Entwurf der Fraktion niaugeln soll. -n irgendwo so hat in den gegnerischen Partei- Konisationen die parlamentarische Vertretung ein Uebergewicht, u der Entwurf der sozialdemokratischen Fraktion nicht kennt. , Die Einwände, die man gegen den Entivurf serhebt, sind �Uptsächlich zwei: Daß die Fraktion die kontrolirenden Funktionen ausübt. ls- Die Art der Vertretung der Parteigenossen auf dem %(nn jj®cä"9 auf Punkt 1 sagt man, daß die Fraktion ihrer selbst n'�)t die oberste Parteibehörde sein könne, da sie tJb 10'e�er imter der Kontrole der Partei stehe. Des weiteren 1,1 ct wan ein, daß sie auch keineswegs dazu eo ipso befähigt 1 da nicht gesagt werden könne, daß sie die eigentliche In- der Partei repräsentire. Es sei mancher, der bei der lJ? durchgefallen, weit befähigter, wie Viele, die gewählt in. und so bewahrheite sich auch hier das Wort Schillers: Ohne Wahl verthcilt die Gaben Ohne Billigkeit das Glück. duz die Wahl hier als eine Art Lotteriespiel hingestellt wird, x.� dgen Diejenigen mit sich ausmachen, die diese Auffassung theilen- bei der Mnf>r ninnrfi(.r Nekübiater durchfällt, und mancher |f» Ov*» eClVJCIl lytfJI IlliV JIUJ w»v v.vjv �>.»1 il der Wahl mancher Befähigter durchfällt, und mancher nbe�* ���higter gewählt wird, ist unzweifelhaft wahr, >er � a�ct nichts an der Thatsache, daß das Durchschnittsmaß h» �"ielligenz der Fraktion mindestens ebenso groß ist, wie das >er% Utsmaf; der Intelligenz jeder andern Körperschaft in �nrtci, die durch Wahlen zusammengesetzt wird. g-r.�� rein verkennt man die Stellung einer kontrolirenden ' vollkommen und nur das soll die Fraktion dem Partei- «.FeiUllewir. � �oiuont junior Iindl'.iolcr senior. Von Alphonse Daudet. e?U3 �cm Französischen von L li d w i g Knorr. Mche nj°r£teu nun eine stürmische Begrüßung und zahl- h � Herr» Vian hätte aber die Protektorinieric /r„ach»:,�ebe sehen müssen, wie er den großen Burschen, c< fragte � breit und einen Kopf größer rvar als s�»usch?« �finer, geht es mit Eurem Suezkanal nach �»ier g, chisler ,var toll vor Freude. Er tanzte mit ytchi fNn(s'ü,e8ermiitter im Garten herum, forderte !Ae nidit V cuif'■ lustige Weise zu spielen und Ntcn% eher, als bis die Gesellschaft alle Schön- vnÄ�ischen.»dgnttgen von Asnieres genossen hatte. Pein �öahlte er Franz, dem dieser Nachmittag qual- s.�sse. Ai��ursachte, von seiner neuen zwälfeckigen Druck- U- bat Ni-s lbend, als die Gesellschaft wieder im Salon N"z ihre leine Frau, etivas zu singen, er wolle, daß Cido, Fleute kennen lerne. An das Klavier gelehnt, t,�seil. Verlangen mit trauriger Miene zurück- "tavlerbegleitnng eingerichtet hatte vorstände gegenüber sein. Dieser braucht nicht einmal ein be- sonderes Maß von Intelligenz zu besitzen, um einzusehen, wenn die Parteileitung oder einzelne Mitglieder derselben sich grobe Pflichtwidrigkeiten zu schulden kommen lassen, oder um die Ge- schäftsführung der Parteileitung zu überwachen. Gesetzt den Fall, der Parteitag würde dem Wunsche der Opponenten gerecht und beschließe, was in dem der Frak- tion vorgelegten ersten Entwurf bereits ent- halten war, aber aus rein praktischen Gründen, die Auer neulich anführte, beseitigt wurde, nämlich, daß eine besondere Kontrolkommission eingesetzt würde, welche die Parteigenossen des- jenigen Ortes, an dem sie ihren Sitz hat, zu wählen hätten, so wird doch kein Mensch behaupten wollen, daß diese so zusammen- gesetzte Kommission ein ganz besonderes Maß von Intelligenz gegenüber der Fraktion besitze. Bei einer Kontrolkommission handelt es sich darum, daß sie die nöthige Geschäftskenntniß besitzt und Garantie für ün- parteiisches Verfahren, wenn sie als Schicdsrichterin angerufen wird, gewährt. Daß nach beiden Seiten hin eine Kommission der Fraktion sicher eben so viel Garantie bietet, wie eine in Magdeburg, Hamburg oder München gewählte fünf- oder siebengliederige Kommission aus der Milte der Parteigenossen eines einzelnen Ortes, ist doch wohl anzunehmen. Das können nur diejenigen bestreiten, die in der Fraktion einen Ausschuß von„Geschästspolitikern" und„korrumpirten" Genossen erblicken. Es scheint bei einem kleinen Theil unserer Genossen dahin gekommen zu sein, daß sie einen der Ihrigen, sobald er Neichs- tagS- Abgeordneter geworden ist, mag er auch vorher jfür einen der tüchtigsten und besten Genossen gegolten haben, nunmehr fiir einen Parteigenossen 2. Klasse ansehen, dem jede Niederträchtigkeit und Schlechtigkeit zuzutrauen i st, und der deshalb unter Kuratel g e st e l l t und für unfähig erklärt werden muß, in Partciangelegenheiten ein entscheidendes Wort einzusprechen. Sollte diese etwa» sonderbare Ansicht von dem Wcrthe eines Abgeordneten der Partei die maßgebende werden, dann wird es für jeden ehrenhaften Mann, der Abgeordneter ist, schließlich Pflicht, sein Mandat niederzulegen. Ich bin aber überzeugt, daß gerade ein Theil derjenigen, die heute am lautesten gegen die Fraktion schreien, a in eifrigsten sich dazu drängen wird, Mitglied der von ihnen zuvor heruntergerissenen Korporation zu werden. Bei gar Manchem ist eben die Fraktion nur so lange der Aus- bund aller Niederträchtigkeit, als er selbst ihr nicht angehört. Nach unseren bisherigen Ausführungen kann es für einen objektiv denkenden Genossen einem Zweifel nicht unterliegen, daß die Befähigung zur 5kontrole die Fraktion mindestens ebenso besitzt, wie jede andere gewählte Kontrolbehörde. „Arme kleine Mamsell Zizi— Die Liebe, die Liebe Hat ihr den Kopf verdreht." Als Sidonie das Lied von der armen kleinen vor Liebe wahnsinnig gewordenen Zizi sang, hatte sie beinahe selbst das Allssehen einer Liebeskrailken. Auch der unglückliche Rächer sollte bei dem Refrain des Liedes beinahe toll werden. Aber nein, die Sirene hatte schlecht gewählt. Als Franz den Namen„Mamsell Zizi" hörte, fühlte er sich plötzlich weit hinweg in ein ärmliches Zimmer des Marais versetzt und liiit einer mitleidsvollen Enipsindnng stieg vor ihm das Bild der klemeil ihn so lange innig liebenden Desirec Dclo- bette auf. Bis zil ihrem fünfzehnten Jahre hatte man sie nur Mamsell Ziree oder Zizi genannt, ulld sie war nun wirklich„Tic arme kleine Zizi", die einsam nild treu Lic- bendc de» Volksliedes. Sidoniens Gesang war nun ver- lorene Liebeslniih'. Franz saß jetzt im Geiste neben dem großen Lehnstnhl, ans dcni niedrigen Sessel, auf dem er oft die halbe Nacht gewacht hatte, wenn man den Vater er- wartete. Dorthin zog es ihn mit unwiderstehlicher Gewalt, dort hoffte er Rettung und Liebe uild Heilung von seiner verbrecherischen Leidenschaft zu finden. „Wo willst Du denn hin," frng ihn Risler, als er plötzlich aufsprang. „Ich muß fort... es ist schon spät." „Was, Dn schläfst nicht hier? Dein Zimmer ist doch bereit." „Vollständig bereit," fügte Sidonie mit einem seltsamen Blick hinzu. Franz lehnte hastig daickend ab und entschuldigte si Die ganze Frage ist eine Frage der reinen Zweck» Mäßigkeit, bei welcher prinzipielle Gründe gar keine Nolle spielen. Die anderen Einwände, daß die Fraktion als Kontrolbehörde den Parteivorstand beeinflussen und durch die Normirung des Gehaltes sogar von sich in eine Art Abhängigkeitsverhältniß bringen könne, zeigen, daß diejenigen, die dergleichen Anklagen erheben, sich gar nicht in das Wesen der Partei, wie es sich in Zukunft gestalten wird, zu denken vermögen. An sich hat der Parteivorstand dadurch, daß er von der höchsten Instanz der Partei, dem Parteitag gewählt wird, schon eine besonders hervorragende Stellung inne. Man darf auch annehmen, daß die Männer, die auf diese Weise in ihre Stellung gelangen, sich derselben bewußt sind und gegen jeden unberechtigten E i n g r i f f der Fraktion beziehentlich ihrer Kommission, sich energisch wehren. Kämen dennoch Uebergriffe vor, so appellirte der Vorstand an die Genossen, die in ganz Deutschland durch ihre Preßorgane und durch Hunderte von Versammlungen die nöthigen Mittel besitzen, den Uebergriffen der Fraktion, beziehentlich ihrer Kom- Mission, entgegenzutreten. Schlimmsten Falles hat der Vorstand das Recht, einen außerordentlichen Parteitag ein- zu berufen und kann dort als Ankläger gegen die Fraktion austreten. Giebt es in der Partei auch nur einen Genossen, der gkaubt, daß gegenüber diesen Machtmitteln des Parteivorstandes und der Parteigenossen in ganz Deutschland die Fraktion oder ein Theil der Fraktion es wagen dürfte, den Parteivorstand zu vergewal- tigen? Das hieße doch ein verwünscht geringes Vertrauen in den Geist und die Macht der Partei setzen. Endlich werden auch die heftigsten Ankläger der Fraktion doch wohl noch so viel Charakter wenigstens Einzelnen ihrer Mitglieder zutrauen, daß, falls die Mehrheit der Fraktion den Parteivorstand vergewaltigen wollte, sie einem solchen Versuch mit aller Macht entgegentreten. Ganz und gar hinfällig aber ist der Einwand, daß durch die Festsetzung des Gehalts für einzelne Partci-Vorstandsmitgliedcr — denn schließlich handelt es sich nur um 2 oder 3, die Bczah- lung erhalten, z. B. die Schriftführer, die ihre ganze Arbeitskraft und Zeit i» den Dienst der Partei zu stelle» haben— die Fraktion einen besonderen Einfluß ausüben könne. Die Fraktion bewilligt nicht i h r Geld, sondern das Geld der Partei; hierüber hat sie Rechenschaft abzulegen und der ParteitagistalsobersteJnstauzjedenAugenblick berechtigt, auch überdieKöpfe derFraktion hin- weg die Gehaltsfragen zu regeln, falls er mit den getoffenen Maßnahmen nicht zufrieden sein sollte. Man sieht also, daß die angeblich so bevorzugte Stellung der Fraktion bei Licht betrachtet nicht existirt. Man kann alles, was gegen die Fraktion als Kontrolbehörde gesagt wird, genau auch mit wichtigen Aufträgen, die ihm die Suezgesellschaft ertheilt hatte. Schnell eilte er durch den Garten und war in wenigen Minuten am Bahnhof in Asmere». „Welch ein ungebetener Gast", sagte Frau Dobson, als sie mit Sidonie allein am Fenster stand und durch die stille Nacht die Musik und das Tanzgeräusch bis zu ihnen vom Kasino herüberdrang. „O, ich habe ihn matt geseht," entgegnete Sidonie... Aber ich muß mich in Acht nehmen... Ich werde jetzt unter strenger Aussicht stehen... er ist so eifersüchtig... Cazaboni darf jetzt einige Zeit nicht kommen und Du mußt morgen früh George benachrichtigen, daß er vierzehn Tage in Savigw) zubringen muß. � Arme T I c in c Mamsell Z izst Wie glücklich war doch Desirec! Franz kam jetzt täglich zu ihr um sich auf den kleinen, niedrigen Sessel zu setzen und mit ihr zu plaudern. Er nannte sie nur noch bei ihrem Kindernamen:„Guten Morgen Mamsell Zizi" oder„guten Abend Mamsell Zizi", wie melodisch klang ihr diese Anrede. Selbst Mama Delobclle war erstannt darüber, wie sehr sich Desiree feit kurzer Zeit verändert hatte, denn anstatt wie früher mit ocr Resignation einer Großmutter beständig im Sessel zu sitzen, stand die kleine Lahme jetzt oft auf, eilte nach dem Fenster, gab sich Mühe gerade zu gehen und fragte die Mutter leise! „Sieht man denn etwas, wenn ich gehe?" Ja Desiree war wirklich glücklich. Franz sprach seit einigen Tagen von einem Ausfluge und da der immer so großmüthige gute Vater nichts gegen einen Ausflug der Damen einzuwenden hatte, so brachen sie «egen eine außerhalb der Fraktion gewählte Kontrolkommissw» sagen, und hier iv i e d o r t i st e s i n l e tz t e r I n st a n z der ordentiche oder außerordentliche Partei- tag, der jeden Au gen blich einberufen werden kann und die ober st e Entscheidung trifft. Man betrachte doch nur nüchtern die Dinge vom Stand- Punkt der thatsüchlichen Verhältnisse ans, und man wird, wenn man ehrlich gegen sich selbst und andere sein will, sagen müssen, daß die vorgeschlagene Kontrole sich sehr wohl vertheidigen läßt und sicher das nicht dahinter zu suchen ist, was die heftigsten Kritiker dahinter sehen, eine Vergewaltigung des Parteivorstandes und der Partei. Eenau so verhält es sich mit dem zweiten Hauptpunkt der Anklage, gegen den vorgeschlagenen Vertretungsmodus. Auch hierüber ist in der Fraktion sehr lebhaft diskutirt worden, es lag auch ein Vorschlag vor, nach der Kopfzahl wühlen zu lassen, der aber als unpraktisch, weil schwerfällig, vermorsen wurde. Was mich am meisten wundert, ist, daß alte Parteigenossen, die schon in der vorsozialistengesetzlichen Zeit in der Partei ge- dient, mit einer Oberflächlichkeit an die Kritik herantreten, die ich von ihnen nicht erwartet hätte. Zunächst ist festzustellen, daß der gegenwartig vorgeschlagene Vertretungsmodus eine ganz bedeutende Verbesserung gegen den früheren ist. In der alten Organisation, die mit dem Jahre 1878 zu Grabe getragen wurde, hieß es: § VIII. Jeder Delegirte hat eine Stimme. Die Partei- Mitglieder, welche sich an einem Orte an den Wahlen der Dele- girten betheiligen, dürfen nicht mehr als 5 stimmberechtigte Abgeordnete zum Kongreß senden. Parteimitglieder, die nicht Delegirte sind, haben nur berathende Stimme." Diese alte Fassung unterscheidet sich von der vorgeschlagenen dadurch, daß man nicht nach Wahlkreisen, sondern nach Orten (Mitgliedschaften) wählte, daß jeder Ort, ohne Rücksicht auf seine Größe, bis zu fünf Delegirten wählen konnte, und daß auch die Parteigenossen, die nicht Delegirte waren, berathende Stimme auf dem Parteitag hatten. Damals hatte also das große Berlin mit seinen sechs Wahl- kreisen nur das Recht, höchstens fünf Delegirte wühlen zu können, die der kleinste Ort ebenfalls wählen durfte. Die Folge war, daß die kleineren Orte in der Nähe des Kongreßortes in der Regel ziemlich stark vertreten waren und einen erheblichen Theil der Delegirten stellten. Trotzdeinist es niemals vorgekommen, dar- Lberzuklagen, daß die großenOrte durch die kleinen majo risirt würden, das Land dieStädte erdrücke. Man lese alle Kongreßprotokolle der damaligen Zeit durch, und man wird nicht ein Wort der Klage über jene Vertretungs- Ungleichheit zu lesen bekommen, geschweige, daß man Sorge vor einer Majorisirung der Städte durch die Provinz hatte. Dies kam daher, daß man da malsetwasmehr Vertrauen in den„demokratischen Geist" der Ge- sammtpartei hatte, den jetzt manche Leute nur für sich glauben in Anspruch nehmen zu dürfen, und daß an einen Gegensatz in der Auffassung über die Parteiprinzipien und die Parteitaktik zwischen den großen Städten und derProvinz kein Mensch glaubte, weil er sich nie im Partei- leben irgendwo gezeigt und bemerkbar gemacht hatte. Diesen Gegensatz zu konstruiren ist Leuten vorbehalten gewesen, die meist noch Neulinge in der Partei sind, die von dem demo- kratischen Geiste, wie er in der alten Partei vorhanden war und sich überall bethätigte, nicht nur keine Kenntniß, sondern nicht einmal eine blasse Ahnung haben, und die sich gar nicht vor- stellen können, daß dieser demokratische Geist, der in der Partei fortgesetzt gelebt und gewirkt hat, und dem allein wir die Erfolge unter dem Sozialistengesetz zu danken hatten, sofort wieder in alter Weise sich bethätigen wird, sobald die Möglichkeit dazu vorhanden ist. Die zum Theil geradezu gehässige Kritik, die dem Entwurf der Fraktion zu Theil wurde, und die zu den unmotivirtestcn eines Sonntags früh in einem von Franz für den ganzen Tag gcmietheten Fiaker auf. Punkt neun Uhr stieg Desirec ganz allein und sich nur mit einer Hand an das Geländer stützend, die Treppe herunter, hinter ihr die Mutter, um auf sie zu achten und der berühmte Komödiant eilte mit dem Paletot über dem Arm mit Risler voran, um den Schlag zu öffnen. Wie schön war die Fahrt, der Anblick der Gegend, die Bäume, der Fluß, für die arme Kleine. In ihrer Kindheit hatte sie wohl ganze Tage im Freien zugebracht, später hatten sie aber die Arbeit, die Noth und Gebrechlichkeit an's Zimmer gefesselt und seit langer Zeit hatte sie keine Bäume gesehen und keine Blumen als die Winden an ihrem Fenster. Welche Freude schwellte daher ihre Brust, die mit Wonne die frische Luft einsog, als sie an Franzen's Arme am Waldessaume dahinschntt und sie sich in das weiche Moos hinstreckte, vor sich Blumen in zahlloser Pracht, den Fluß, wcißschimmcrndc Dächer, die ganze Herrlichkeit eines schönen Frühlingstages. Der Strauß, den die Kleine von diesem Ausflüge mit- brachte, füllte acht Tage laug mit seinem Dufte ihr Zimmer und Frühling, Jugend, Sang und Duft wandelten das traurige Gemach im fünften Stock völlig um und Desirec sagte in allem Ernste zu ihrer Mntter: „Mama, bemerkst Du nicht, wie schön die Blumen in diescin Jahre riechen?" Auch Franz erlag allmälig dem Zauber und Mamsell Zizi zog immer mehr in sein Herz und verdrängte die Erinnerung an Sidonicn. Allerdings gab sich der arme Rächer auch die erdenklichste Mühe, zur jeder Tageszeit war er bei Desire?, schmiegte sich wie ein hilfloses Kind an sie und wagte nicht ein einziges Mal nach Asnieres zurück- zukehren, trotzdem ihm Risler weidlich zusetzte und Franz alle möglichen Entschuldigungen vorbrachte um sein Fern- bleiben zu entschuldigen. Jedesmal, wenn Franz in die Fabrik kam lauerte, ihm der alte Sigismund aus um sich über den Stand der Sache zu unterrichten. Seit einiger Zeit kam George Fromont regelmäßig ins Bureau und es wurden keine Rechnungen mehr an der Kasse präsentirt, Daraus schloß der alte Sigismund, daß Franz die Sache Angriffen gegen die Fraktion führte, i st nur d e m M a n g e l an Vertrauen in den demokratischen Gei st der Partei entsprungen. Man glaubt mit Formeln er- zwingen zu müssen, was mau als fehlend voraussetzt. Indem die alte Parteiorganisation bestimmte, daß jeder Ort ohne Rücksicht auf seine Größe bis zu 5 Vertreter wählen könne, waren allerdings, wie schon bemerkt, die kleineren Orte in der Nähe des Kongreßortes besonders begünstigt. Aber das ge- schah absichtlich, weil man in der alten Partei von der Ansicht ausging, daß die Kongreßverhandlungen ein geeignetes Mittel seien, aufklärend und anfeuernd zu wirken, und daß einer solchen Aufklärung und Anfeuerung die kleinen Orte am meisten bedürften. Zu diesemZwecke sollten ihreVertreter mög- lichst zahlreich aus dem Kongreß sich einfinden, um Anregungen zu empfangen. Die Kongreßvertretung von vor 1878 ging also von ganz entgegengesetzten Ansichten aus wie diejenigen, die heute be- strebtsind, die schwachen Wahlkreise möglich st von einer Vertretung auszuschließen, weil sie das Unglück haben, schwach an Mitteln und an Kräften zu sein. Welcher Auffassung der wirklich sozialdemokratische Gedanke mehr zu Grunde liegt, ob derjenigen Auffassung, die im Jnter- esse derPartei die agitatorische Wirkung der Parteitage auch künftig nach Möglichkeit den schwachen Wahlkreisen zu Gute kommen lassen will, oder jene, die darauf bedacht ist, diese Wirkung nach Kräften abzuschwächen, weil sie„Majorisirung" oder die Herrschaft der„geringeren Intelligenz" der Provinz be- fürchtet, überlasse ich getrost dem Urtheil der Genossen. Es ist der reine Bourgeois st andpunkt, wenn einzelne Kritiker sich auf das weit größere Vertretungsrecht der großen Städte damit berufen, daß sie auf die G e l d l e i st u n g e n hinweisen, die diese für die Partei bringen, ohne welche dieselbe kaum ihren Aufgaben cutsprechen könne. Bisher gilt es als sozialistischer Grundsatz, daß Alle für Einen, Einer für Alle eintreten und zwar nach seinen besten Kräften und seinem besten Können, ohne besondere Rechte daraus abzuleiten. Wir verlangen, daß der intelligentere Genosse in höherem Maße für die Partei wirke als der minder intelligente, und zwar nach dem Grundsatz, daß jeder nach seinen Kräften und Fähig- leiten— die er sich nicht gegeben— für das Allgemeine einzutreten habe, und wir verlangen das, ohne daß er dafür weder ein besonderes Recht noch einen besonderen Dank zu be- anspruchen hat. Das Gleiche ist aber auch mit der materiellen Leistungs- fähigkeit der Fall. Die großen Städte, in denen die Genossen massenhaft beieinander wohnen, in welchen der Verdienst ein verhältnißmäßig höherer ist, müssen auch entsprechend mehr opfern. Das ist ihre verdammte Pflicht und Schuldigkeit. Und es macht sich sehr sonderbar und steht mit dem Geiste des Sozialismus im direkten Widerspruch, wenn sie auf Grund ihrer größeren Fähigkeit Opfer bringen zu können, besondere Rechte beanspruchen. Außerdem bin ich noch sehr im Zweifel, wo das größere Opfer liegt, ob dort, wo z. B. � ein kleiner Kreis am Hungertuchs nagender Weber des schlesischcn Eulengebirges 50 oder 70 M.— wie das so und so oft dagewesen ist in den letzten 10 Jahren— für Unterstühungs- oder Wahlzwecke ciusendet, oder wenn das große Berlin 5000 M. liefert. Ich überlasse es den Mathematikern der Partei, nachzuweisen, in welchem Verhältniß diese beiden Be- träge unter den gegebenen Verhältnissen zu einander stehen. Eine Oberflächlichkeit ersten Grades nenne ich es, wenn die Kritiker des Organisations-Entwurfs nachzuweisen versuchen, daß es doch der Gipfel aller Ungerechtigkeit sei,„6 obskuren pommer- schen oder oberschlesischen Wahlkreisen" gerade so viel Recht ein- zuräumen, wie der Großstadt Berlin. Und V o l l m a r hat den Vergleich noch etwas weiter getrieben, indem er an der Stimmen- zahl der einzelnen Land-Wahlkreise seiner altbatzerischen Heimath nachwies, in welch großem Mißverhältniß diese z. B. zur Stimmenzahl des 4. oder 6. Berliner Wahlkreises ständen. Gewiß ist es auf den ersten Blick ein„schreiendes Unrecht", wenn 27 oder 100 Stimmen in einem Wahlkreis soviel„Recht" in Ordnung gebracht hätte, und er lobte selbst seinen vorzüglichen Einfall, ihm einen solchen Brief geschrieben zu haben. „Du reisest doch nicht wieder ab kleiner Franz?" „Nein, nein... noch nicht... ich habe noch eine wichtige Angelegenheit zu ordnen." „Ah, um so besser!" Franz verstand unter dieser wichtigen Angelegenheit seine Verheiratung mit Desire?. Noch hatte er mit keinem Menschen darüber gesprochen, aber Mamsell Zizi mußte wohl etwas ahnen, denn sie wurde von Tag zu Tag hübscher und heiterer, als wüßte sie, daß bald ein Tag kommen würde, wo all ihre Heiterkeit und Schönheit nöthig wäre. An einein Sonntag Nachmittag befanden sich beide allein im Zimmer. Mama Dclobelle war am Arme ihres berühmten Mannes ausgegangen und Franz war zurück- geblieben, um Desiree Gesellschaft zu leisten. Er war sehr sorgfältig gekleidet, über seiner Person lag ein festlicher Schimmer und sein Gesicht zeigte eine sonderbare Atischnng von Sehen, Entschlossenheit, Rührung und Feierlichkeit. Schon an der Art und Weise, wie der kleine, niedrige Sessel sich dem großen Lehnstnhl näherte, mußte der letztere bemerken, daß ihm der andere etivas sehr wichtiges mitzn- theilcn hatte. Sie fingen an, nichtssagende Worte zu sprechen, welche durch lange Pausen unterbrochen wurden, so wie man aus einer langen Reise jeden Tag einen Halt zum Aus- ruhen macht. „Es ist schönes Wetter heute." „O, sehr schön." „Unser Strauß riecht noch immer gut." „O, sehr gut." Beim Aussprechen solcher gewöhnlicher Redensarten bebten ihre Stimmen vor innerer Erregung bei dem Ge- danken an das, was nun folgen sollte. Endlich rückte der kleine, niedrige Sessel näher an den großen Lehnstuhl, die Blicke und Hände fanden sich und die Beiden nannten sich ganz leise, ganz langsam bei Namen. „Desiree." | haben sollen, wie die 40 000 oder 42 000 im 4. bezw. 6 Wahlkreis. Sehr viel kleiner würde dieses„schreiende ll» � freilich auch nicht sein, wenn man jedem der Wahll«'!'- � unter 5000 Stimmen warf, 1 Vertreter einräumte und wähnten Berliner Wahlkreisen je 8 oder 9. Der Fehler der Gegner liegt in ihrer absurden A»' daß thatsächlich die„obskuren pommerschen, oberschliilsch� altbayerischen Wahlkreise" von dem ihnen. räumten Recht Gebrauch machten»der nur machen könnten., � Vollmar wird doch nicht behaupten wollen, daß Vergnügen hätten, nunmehr auch wirklich sämmtliche mioW Wahlreise 8 Mann stark in Halle vertreten zu sehen, w � 3 Mann wählen dürfen. Sehr wahrscheinlich W'.Ujj all den als abschreckendes Beispiel angeführten Wahlkreise'' nicht einer nur mit einem Mann vertrete Jg geschweige mit drei, die sie wählen dür f t eu. bin sogar sehr im Zweifel, ob selbst die Hauptstädte Alt. München und Augsburg, von den andern zu schweigen, von Recht Gebrauch machen und sechs beziehentlich drei Vertreter Halle senden.. ,*«11' Das Recht der Vertretung ist in erster Linie«>«« J � frage. Unter all' den Wahlkreisen, über deren ungerech � vorzugung man klagt, ist nicht einer, der Rechte, dreiMannzuwählen, Gebrauch w kann. Die meisten werden gar nicht"«rt sein, wenn nicht ein großstädtischer P® � genösse bei ihnen ein Mandat sich holt.* aber die Großstadt, nicht die Provinz vertreten._-J Andere besser mit Geldmitteln Ausgerüstete unter büst1' � kreisen werden mit Ach und Krach einen Vertreter senden u'!. so bilden also in Wahrheit und ohne weitere Begünstigu�', jetzt auf dem Parteitag die Vertreter der großenv � und der großen Jndustriebezirke die Majo�' Damit sind also die Einwürfe von unberechtigter zugung der Provinz über den Haufen geworfen. Sollten lich einige Wahlkreise in Halle vertreten sein, die ein od� Vertreter mehr senden als nach der in ihrem Wahlkrei». gebenen Stimmenzahl ihnen zukäme, sie werden nie � schaden und niemand wehe thun. Denn die Behauptung- � Großstadt und Provinz so in ihren Anschauungen differirteU' � sie in allen wichtigen Fragen sich gegenüber ständen/ h", durch die bisherige Entivickelung des Parteilebens n i r g e bewahrheitet, weder auf den Kongressen vor dem Sopo'� gesetz, noch ans denen unter dem Sozialistengesetz. Die!* � Häuptling ist ebenso absurd, als wollte Jemand sagen," Berliner, oder Hamburger, oder Breslauer Vertreter in a Fragen überein und geschloffen stimmten. Es ist gerade das Große an unserer Partei, daß diest�fo sähe zwischen Stadt und Land, welche eine so*#7 � Rolle in dem Parteileben unserer Gegner spielen,—""�i Kämpfe der letzten 12 Jahre zeigen— b ei uns" J e x i st i r e n. Oder gicbt es auch im Reichstag unter u"' � Abgeordneten Beispiele, daß die einen mehr die Jnteress� jy platten Landes und der kleineren Städte, die anderen&' Großstädte vertreten? U. A. w. g. Dagegen gicbt es einen durchschlagenden QW&) es sogar wünschbar machte, daß gerade das platte« recht stark auf einem Parteitag vertrete»''' wenn sich dies überhaupt erzwingen ließe. Das ist. Roth wendigkeit, die Agitation aus(|j Städten auf das platte Land hinauszut1"� T Eine starke Vertretung des platten Landes auf einem j betrachte ich nicht b los als ein ausgezeichnetes Ag>�',> mittel, sondern als das ausgezeichneteste das sich denken �1* weit entfernt die Vertretung des platten Landes zu orsch'"> sollte die Partei in wohlverstandenem esse sie erleichtern, indrrn ste den schwache« Kreisen Uittrt für ihre direkte Vertretung"Li siigung stellte. Das wäre die einzig richtige Politik sü*() Partei wie die unsere. Denn daß diese schwachen Wahlkrw � und zu durch Städter vertreten werden, hat für sie so ö" � gar keinen Werth. Umgekehrt würden wir von den Vert«� „Franz."„» In diesem Augenblicke wurde an die Thür geklop! � „Herein!".... rief Desiree mit einer leichte» geduldigen Bewegung, und freundlich lächelnd trat � tokett ins Zimmer. Sie wollte im Borübergehen ihre Freundin, die sie so lange nicht gesehen, umarmen. � Franzen's Anwesenheit schien sie sehr verwundert, beachtete sie ihn, in der Freude, die alte Freundin% � zusehen, fast gar nicht. Eine innere Stinime sagte fl � daß diese Frau nur gekommen war, um ihn Zugewinnen, ihn zu verhindern, einer andern anzugey � und mit Schrecken bemerkte der Unglückliche, daß c*„K wenig Mühe kosten würde, ihn zu überwältigen. Den» er sie eintreten sah, war sein Herz ihr schon zugefloge' � Die arme Desiree abute nichts. Sidonie war so lich, so offenherzig, und dann waren sie ja eigentlich und Schwester und von Liebe konnte doch zwischen keine Rede mehr sein..# Und doch überfiel es die kleine Lahme, wie ei» j gefühl ihres Unglücks, als Sidonie, schon auf der Säi stehend, leichthin zu Franz sagte:, J „Eben fällt mir ein, Franz... Risler hat getragen, Sie heute Abend zum Diner mitzubringc" L,t» Mein Wagen steht nuten... Wir wollen ihn zns� der Fabrik abholen.". Dann wandt- sie sich niit einem unschuldigen Lächeln an Desiree:., � „Du überläßt ihn doch uns heute Abend, Zizi � unbesorgt, wir geben ihn Dir zurück. Wichtiges zu sagen hatte. u (Fortsetzung folgt.) des platten Landes viclcZ erfahren;»uaZ wir heute gar nicht wissen, weil uns die genaue Kenntnip der Zustände auf dem Vlatten Lande fehlt. Es i-igt sich also auch hier, daß dem vorliegenden Organi- sations-Enkvurf ein sehr gesunder Gedanke zu Grunde liegt, der m der angedeuteten Richtung statt bestritten noch weiter tntwickelt werden sollte. Als in der Fraktion die Bestimmungen über die Vertretung berathen wurden, ist es keinem Redner beigekonunen, in den vor- Belegten Vorschlägen Absichten zu entdecken, wie sie jetzt zum Gegenstand der Anklage gemacht werden, denn sie sind im höchsten Grade ungerecht. Es handelt sich auch hier um eine reine Zweckmäßigkeilsfrage, über welche die Meinungenge- theilt sein können. Sache deS Parteitages ist's, zu entscheiden. nachdem er das Für und Wider gehört, die ihm am besten «scheinenden Vorschläge in die Organisation aufzunehmen, und dim. was beschlossen wird, wird sich Jeder fügen. A. Bebel. (H NoltktpiHe Ttobeofichlf. Daa Uerbot der Kinger'fchen Uerfammlung giebt zu " nnd zwar namentlich deshalb, weil, wie wir hören, das erbot von vornherein höheren Orts gebilligt worden ist. Es handelte sich also hier nicht um ein gewöhnliches Polizei- �rbot, sondern allem Anschein nach um eine Haupt- und laatsaktion, welche sich gegen die gegen war- lgen Führer der Partei richtet. Ist das Polizeipräsidium wirklich im Zweifel, ob die Jmmu- . t der Abgeordneten dem Genossen Singer auch seine An- Wesenheit in Berlin während der Vertagung des Reichstages ge- l attet— dieser Zweifel soll, wie dem Einberufer der Versamm- U"g mündlich mitgetheilt wurde, das Verbot der Versammlung heranlaßt habe»— dann war der einfachste und natürlichste ®e3. daß man den Fall der Staatsanwaltschaft Vergab, damit die Gerichte entschieden. Nenn das Polizeipräsidium von diesem einzig korrekten Weg 1'% wohl in der Gewißheit, damit kein Glück zu haben, durste � nicht so, wie geschehen, gegen den Abgeordneten Singer ver- wyren. Es konnte die von ihm beabsichtigte Versammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes verbieten, nicht aber auf Grund von Momenten, die im Gesetz nicht begründet sind. Das �t der Versammlung ruft überall den Eindruck hervor, daß � fich hier um eine Staatsaktion gegen die Führer der Partei Nudelt, die auf die Angriffe der Opposition in der Partei, welcher freies Wort und freie Versammlung gestattet war, ant- Worten wollen. Eine solche Praxis ist nicht neu; sie ist in ausgedehntem �aße angewendet worden, als es sich um den Kampf gegen Htrrn von Schweitzer zu Ende der sechziger Jahre handelte. Damals wurde der Führer gegen die Parteigenossen in Schutz Benommen, die Regierung wußte warum, heute nimmt man die "pponirenden Parteigenossen gegen die Führer in Schutz. Wir �dauern, daß diese nicht gesuchte Begünstigung einem Thcil �userer Genossen sicher ganz unverschuldet widerfahren ist. Für uns hat diese Handlungsweise der Regierung den daß sie zeigt, wohin ihre Herzenswünsche gehen. . Das ist ein Fingerzeig, den man in der ganzen Partei ver- lt-h-n wird. Aber man hat feine Rechnung ohne den Wirth, d. h. ohne ,e Partei gemacht, und diese wird alle Hoffnungen gewisser hoher Herren durchkreuzen. Nachdem Singer das Wort verboten ist, Liebknecht, « ebenfalls auS Berlin ausgewiesen wurde, das gleiche Schicksal «orstände, wird Be bel, der noch nicht aus Berlin ausge- �wsen ist, nächste Woche in einer Versammlung über das von "Per angekündigte Thema sprechen. Wir wollen sehen, ob Gründe vorhanden sind, auch ihm das Wt ,u verbieten. Pm, k Ma Umland, daß Volkmar sich in manchen lnit dem Organisations-Entwurf der Fraktion nicht »"fanden erklärt hat, ziehen die Neaktionsblätter den Bcf V Schluß, wir hätten die Unwahrheit &!???.'«ür mittheilten, der Entwurf sei in seiner jetzigen Sa von der Fraktion einstimmig angenommen f.. Allerdings wurde er in der letzten Fraktionssitznng ein- -."''"ig angenommen; Volkmar aber, der überhaupt— aus Mttndheitsrncksichten— nur zn Anfang der Session m ii., ch sein konnte, nahm an jener Sitzung nicht Nygens war jene FraktionSsitznng sehr gut besucht- MriÄ verhältnißmäßig weit besser als die us eisten s.ib>®�' Sitzungen, in denen„cinstinumge Beschul je ge- "ol Ivorven. h,v Genosse» Liebl-necht wird uns mitgetheilt, daß n[j �le sogenannte„Opposition" gebraucht haben soll, siclifL ihm gebraucht worden ist. Er sprach von»NN- n..." Kantonisten und unklaren Köpfen, worans m der Zersetzung jenes»nickicklickie Sclnmvfivort geworden ist. welches wir W> nf's He die Opposition und die»Sächsische Arbeiter- ieituug«;111 dos..Kerliner Tageblatts". Unsere �.zwisck,,� des Vorgangs in der Dresdener Parteiversauim- Taosb?« den Herren Bebel und Harnisch veranlaß: das sei."der xi. J'0?' einmal, ans de» Vorgang z»rückzuko>iii»en. w.je" Lese...„,?�'/deru>ig, wie wir sie gebracht, im Wortlaut der»'°>> ael�'Ä �'len. wie sich das für eine anständige &r.�"rsteNin,„, halte, reißt es die ihm passenden Sätze aus z.st«", so x.9 heraus und unterschlägt die anderen Sätze seinen mßWraüb 3, den Eindruck erhalten, als sei die von ihm d-m w fi«-"'""""u ihrem— anständiges Blatt. die Darstellung des ' veranlaßt, So Eine von dem hiesige» ZtaMvatHe Dr. Utav Weigert unter deni Titel„Die Volksschule und der geiverb- liehe Unterricht in Frankreich" verfaßte Schrift gewährt uns einen interessanten Aufschluß über die Entwickclimg des Volksschiilwescns in Frankreich seit dem Vestchen der Republik und die für dasselbe aufgewendeten Mittel. ES wird uns dadurch möglich, eine Vergleichung zwischen den Leistungen anzustellen, die daS monarchische Deutschland und das republikanische Frankreich und ebenso zwischen denen der Stadt Paris, deren Ausgaben für das Volksschulwesen bc- sonders angeführt sind, und Berlin, für diese» wichtigsten Zweig der Staatsverwaltung aufwenden. In Frankreich besteht seit etwa 60 Jahren der Grundsatz der Lehrfreiheit unter gewissen durch Sitte, Verfassung und Gesetze gebotenen Einschränkungen. Dieser Lchrsreiheit steht der Lcrnzwang gegenüber, ausgeschlossen von demselben ist der Unterricht in der Religion, für den die Familie gänzlich nach ihrem Ermessen zn sorgen befugt ist. Zu diesem Zwecke steht der Donnerstag zur Verfügung, an welchem kein Uiiterricht ertheilt wird. Der Geistlichkeit ist das Unterrichten und überhaupt jede Einwirkung auf die Volksschule entzogen. Nach vollendetem zweiten Jahre beginnt für das Kind der Besuch des Kindergartens, der in Frankreich öffentlich anerkannt nnd eingeführt ist, ilud währt bis zum vollendeten sechsten Jahre, in welchem das Kind in die Vermittelungsklaffe tritt, die zur Volks schule überleitet; darauf folgt die Volkselementarschule, welche durch Ergänznugsklassen, höhere Volksschulen, Lehr- lingsschulen und staatliche Fachschulen ihren weiteren Ausbau finden nnd direkt in das Erwerbsleben hineinführen. Der Unterricht wird in diesen Schulen unentgeldlich ertheilt. In den Kindergärten, den Vermittelnngsklassen und in den Mädchenvolksschulen unterrichten ohne Ausnahme Lehrerinnen. Durch diese vortreffliche Gliederung des Volksnnterrichts, namentlich in den größeren Städten, sind die haiidarbeitenden Klaffen zu einer Entwickelung gebracht worden, die den Er fordernissen des praktischen Lebens vollkommen angepaßt ist. Die Mittel, welche für diese Einrichtungen beansprucht werden, beliefen sich im Jahre 1887 ans 173 Millionen Franks, welche von den Gemeinden, Kreisen und dem Staate auf- gebracht worden sind, während im letzten Jahre des Kaiser reiches, 1870, die Ausgaben nur 04 Millionen Franks betrugen. Die erste Stelle unter allen französischen Städten hin- sichtlich der Fürsorge für dm Unterricht und dessen Vervoll kommnnng nimmt, wie sich nicht anders erwarten läßt, Paris ein. Das gewerbliche Bildniigswcsen ist vortrefflich organisirt, der Zeichnemmterricht, die Grundlage aller ge- werblichen Erziehung, ist besonderen Inspektoren unterstellt, zu denen auch weibliche gehören, da die Vorbildung für den gewerblichen Berns der Mädchen eben so sehr wie der Knaben gepflegt wird. Außerdem ergänzen eine theoretische Zeichnen- schule und eine andere, welche die praktische Anwendung der Zeichneukunst in das Ange saßt, einander. Paris hat im Jahre 1888 für das gewerbliche Schulwesen 1 663 517 Frks. aufgewendet, Berlin hat für dasselbe in seinem Budget für das Jahr 1890/91 noch nicht ein Drittel dieser Summe aufgenommen. Ferner hat Paris für die Kindergärten, in welchen 23 000 arme Kinder unterrichtet werden, 2 Millionen 600 000 Franks verausgabt. Ebenso siguriren in dem Budget 375 000 Franks für die Speisung armer Schub kinder. In ärztlicher Beziehung unterliegen die Pariser Volksschnten der BeaufsichtigNng von 126 Schulärzten, wo- für iviedernm 194 000 Frks. aufgewendet werden. Durch diese staatliche und kommunale Fürsorge für das Volksschulwesen, in welcher Beide einen tödlichen Wetteifer entfalten, wird eine Generation herangebildet werden, die an Wissen und Können ihres Gleichen in Europa nicht finden dürste. Es bahnt sich aber auch auf diese Art und in ruhiger Entwicklung der Uebergang zur Allgemcinschule, von der Elementarschule bis zur Universität, an, da durch die vor- zügliche Fachbildung und der von ihr gar nicht trennbaren allgemeinen und gesellschaftlichen Bildung die trennende Kluft ausgefüllt wird, die bisher den Gelehrten von dem Arbeiter geschieden hat. Man muß es dem Dr. Weigclt als ein hohes Verdienst anrechnen, so unparteiisch das Volksschulivcsen in Frankreich uns in so vortrefflicher Weise geschildert zu haben, sollten sich der Staat und die Gemeinde durch diese Schrift ver- anlaßt fühle», den Wettkampf mit Frankreich auf diesem Gebiete mlfzniiehmeu, so wäre der Erfolg der Schrift ein gesegneter, und der sei ihr hiermit gewünscht. zlebrr die angeliliche Spaltung schreibt der„Schweiz. Sozialdemokrat": Die deutschen und schweizerischen Bourgeoisblätter wissen schon seit einiger Zeit von einer Spaltung zn berichten, welche sich innerhalb der sozialdemokratischen Partei vollziehen soll. Wir haben die gemeinten Vorgänge aufmerksam verfolgt nnd die Akten, soweit sie uns zugänglich waren, gesammelt, und es freut uns, sagen zu können, daß Differenzen prinzipieller Natur, bezüglich des Parteiprogramms, im ganzen Streite, der zn jenem Gerächte Anlaß gab, nicht hervorgetreten sind und auch nicht zn Grunde zn liege» scheinen. Die Differenzen sind nur parteitaklischer Art, nnd sie können darum zn einer eigentlichen Spaltung nicht führen. Höchstens könnten sich, waS bei einer erst nengewomienen politische» BcwcgnngSsrcihcit(durch Aushebung des Sozialistengesetzes) einer so großen Partei nicht eben verwunderlich wäre, ver- schiedene Richtimgen innerhalb der Partei künftig stcttker akzentniren als bisher. So werden einzelne Theile der Partei, besonders in großen Städten, vielleicht dem Streikwesen gegenüber eine etwas andere Haltung einnehmen als andere. Es wird vielleicht eine Richtimg geben, welche mehr ans eine föderalistische Parteiorganisation hinarbeiten, während eine andere eine zenlralistische Organisation vorzieht. Die Einen werden dahin wirken, möglichst wenig Gewalt an einem Punkte, bei der Zentral-Parteileitung, zn vereinigen;'Andere wieder werden daS Heil in einer möglichst starken Parteileitung sehen und deren Voll- machten eher zn vermehren als zu vermindern trachten. Die Einen werden die ganze Lkrast vorläufig ans die sogenannte Sozialreform werfen wollen, die Andern aber werden mehr ans der rein prinzipiellen Propaganda halten und dieser vor Allem aus sich zuwenden. Alle diese verschiedenen Richtungen können aber ganz friedlich mit einander marschiren— etwa von nmvesentlichen gelegentlichen persönlichen llteibnngcn abgesehen— auf dem Boden der durch den Parteitag angenommeiien Parteiorganisation, der sich Alle fügen werden, wie die Mehrheit sie sesisetzt. Alle stehen unter dem gleichen Programm, verfolgen das gleiche Ziel, wollen dasselbe, und die Einheit und Einigkeit zerbricht nicht an den obschwcbenden Differenzen. Die gemeinsame sozial- demokratische Ueberzengung ist ja nicht etwas Zufälliges und künstlich Gemachtes oder Aufgebauschtes; sie ist unter jahrelanger harter Verfolgung bei den Meisten entstanden, gefestigt nnd er- probt. Sie fußt auch, gerade bei den Führern der möglichen verschiedenen Richtungen, auf wissenschaftlicher Einsicht, die man nicht wegwerfen kann, wie irgend ein bloßes Glaubensbekeimtniß. Mit der Spaltung, auf welche sich die Gegner schon freuten, ist es also nichts. Auch wenn, was bei einem stemidlichen Vcr- handlnngstone gewiß vermieden werden kann, auf dem Parteitage die Geister auieinauderplatzen sollten, so ist doch keine prinzipiell verschiedene Parteirichtung da, welche durch den Sturm aus- gestoßen werden könnte. Die Unterlegenen werden sich der ehr- liehen Verhandlung und Abstimmung fügen, ohne ihre fest- gehaltene Meinung deshalb aufzugeben. Die Sieger werden das letztere auch nicht verlangen, sondern nur Gehorsam gegenüber den vom Parteitag gegebenen Gesetzen. Die Unterlegenen mögen dann sehen, wie sie ein ander Mal ihrer Neberzeugmig zum Siege verhelfen. Die Diskussion muß ja unter allen Umständen frei bleiben. UnteHtziinigst. Herr Miquel, der neue Finanzminister, hat seinen ersten Orden iveg. Nnd zwar ist es der so berühmte Herzog von Coburg, dem es ein Bedärsniß war, die Männer- brüst des Exkommunisten mit dem Großkreuz seines Hansordcns zu schmücken. Herr Miquel bedankt sich nun bei dem guten Herzog in jener stolzen, männlich-selbstbewußten Weise, die wir bei unseren Liberalen schätzen. So sagt er zum Schluß: „Ew. Hoheit wage ich die ehrfurchtsvolle Bitte vorzu- tragen, Höchstdiesclben wollen auch weiterhin die bisherigen gnädigen und wohlwollenden Gesinnungen mir zu be- wahren geruhen, und verbleibe mit dem Ausdruck meines unterthänigsten, tiefstgefühlten Dankes Ew. Hoheit ehrfurchtZ- voll und treu gehorsamer Miquel." Daß dieser Mann nicht schon längst Minister geworden ist. Wehr Polizei. Mit dem 1. Oktober wird in Sagau die Polizei um 4 Mann vermehrt werden, und zwar auf Anordnung des Regiermigspräsidentcn zu Liegnitz. Die Stadtverordneten- Versammlung hat bereits die erforderlichen Mittel bewilligt. Eine sonderbare Ausleguttg hat kürzlich das Oberlandes- gericht zu München dem§ 120 des ReichLstrafgesetzcs gegeben. 'stach diesem Paragraphen wird mit Gefüngniß bis zu drei Jahren bestraft, wer„einen Gefangenen aus der Gefangenen-An- statt oder aus der Gewalt der bewaffneten Macht, des Beamten oder desjenigen, unter dessen Beaufsichtigung, Begleitung oder Be- wachung er sich befindet, vorsätzlich befreit oder ihm zur Selbst- besreiung behilflich ist." Auf Grund dieses Paragraphen nun ist ein Mann unter Anklage gestellt worden, der seinen sechsjährigen Sohn, welcher nachsitzen mußte, aus dem nicht verschlossenen Schulzimmer ohne Erlaubnis: des Lehrers'abgeholt hatte, indem der betreffende Staatsanwalt den Satz aufstellte, daß ein im Schularrest bestndlicher Knabe Gefangener im Sinne des§ 120 sei. Das Landgericht zu Bayreuth lehnte die Verfolgung ab, auf die Beschwerde des Staatsanwalts ordnete aber das Oberlandes- gericht in München die Erhebung der Anklage an, weil der Schul- arrest sich als eine in gesetzlich gebilligter Form aus Gründen des öffentlichen Interesses verfügte Entziehung der persönlichen Frei- heit darstelle, der Schüler also als Gefangener im Sinne des § 120 des St.-G.-B. zu betrachten sei. In der daraus statt- gehabten Verhandlung blieb das Landgericht Bayreuth bei seiner Ansicht, daß das Zurückbehalten fauler Schulkinder zum Zweck der Nachholung ihrer mangelhasten Schularbeiten nicht als Gefangen- schaft im Sinne des Strafgesetzbuches angesehcu werden könnte. Da der Staatsanwalt, welcher eine Gefängnißstrafe von 1 Tag beantragt hatte, wohl Revision einlegen wird, so wird sich dem- nächst das Reichsgericht mit der Frage zu beschäftigen haben, ob es in der Lage ist, der Ansicht des MünchenerOber-Lemdesgerichts beizupflichten.— Großbritannie«. London, 18. August. Das Parlament ist heute Abend vertagt worden. Die dabei gehaltene Thronrede bezeichnet die Beziehungen Englands zu allen auswärtigen Mächten als fried- liehe und freundschaftliche und erwähnt die mit Deutschland und Frankreich getroffenen Abkommen, sowie die Akte der Konferenz über den Sklavenhandel, welche von allen Mächten mit Aus- nähme Hollands angenommen worden sei. Die Regelung der Differenzen wegen Neufundlands liege der Regierung am Herzen und beschäftige deren Aufmerksamkeit im vollsten Mäße. Zum Schluß werden die in der zu Ende gegangenen Session zur Er- ledigimg gebrachten gesetzgeberischen Arbeiten aufgezählt. Fritttkreich. Paris, 13. August. Die„France" hält eine Abtrennung von etwa 100 Mitgliedern der Rechten in der Kammer für be- vorstehend. Dieselben würden nach Meinung des Blattes eine unabhängige Gruppe bilden und sich der Republik anschließen. Schweix. Bern, 19. August. Das Militärdepartement hat mit Rück- ficht auf die Neutralität der Schweiz die Kantonsregicrunge» im Auftrage des BundeSraths aufgefordert, durch ihre Polizciorgane das Auffliegen lassen von Brieftauben seitens ausländischer Ver- treter oder Gesellschaften vom schweizer Boden aus untersagen und etwaige Versuche, diesem Verbote entgegenzuhandeln, vereiteln zu lassen. Die Eisenbahnverwaltungen find ersucht worden, die Ausführung der bezüglichen Anordnungen der KaiitonZregierungeii nach Kräften zn unterstützen. Jmiuugs- KaUtlnUiiuder. Etwas für Herrn L! e p p e n h a g e n, dem heiligen mit dem Prügelstock, interessantes wird von hier ge- meldet. Aus Bukarest wird nämlich dem„Pester Lloyd" vom 7. d. M. geschrieben:„Der russisch-rumänische Grenzfluß Pruth wird von der Jaffyer Bevölkerung schon seil jeher als beliebter Badcplatz benützt, und auch während des diesjährigen heißen Sommers haben sich tagtäglich größere und kleinere Gesell- cha sten aus Jassy in die Grenzstation Ungheni begeben, um im nahen Pruth Bäder zu nehmen. Hierbei kam es häufig vor, daß Freunds des Schwimmsports den Fluß seiner ganzen Breite nach uberschwammen, ohne daß es der am entgegengesetzten User postirten russischen Strandwache eingefallen wäre, in dieser Schwimmübiing' einen Angriff ans die Integrität des Zaren- staats zu sehen. Als jedoch dieser Tage zwei junge Leute aus Fassy dasselbe Experiment wiederholten, und, auf der russischen Uferseite angelangt, erst einige Minuten ausruhen wollten, bevor sie den Rückweg durch den zwar nicht sehr breiten, aber reißende» Fluß antraten, wurden sie aus Befehl eines Beamten von mehreren russischen Grenzsoldaten ergriffen, vollends aus daS Trockene gezerrt und in wahrhaft bestialischer Weise mit Knuten- hieben in einer Weise traktirt, daß den Unglücklichen daS Blut vom nackten Körper floß. Nicht genug damit ivnrdcii sodann noch die vor Schreck und Schmerz halb Ohnmächtigen über und über mit Brennuesscln abgerieben und nuter höhuischem Gelächter ihrer Peiniger in den Fluß geworfen. Nur mit knapper?!otli vermochten die armen Opfer russischer Barbarei die rumänische Uferseile wieder zu gewinnen, von welcher aus eine zahlreiche Badegesellschaft dem empörenden Mißhaiidlimgsakte zugesehen hatte, ohne etwas dagegen machen zu können. Amerika. Dia de Inneira(Brasilien), 20. Juli. Die Vereinigten Staaten von Brasilien, die durch den Sturz des Kaiserreiches in die Reihe der freien Republiken eingetreten zu sein glauben, haben auch die Begründung einer sozialistischen Ar- beiter parte i in den Kauf nehmen müsse». Arn 15. September sinden die allgemeinen Wahlen für den ersten National- kongreß statt, der am 15. November eröffnet werden soll. In vier Staaten der iltepublik, in Bahia, Rio de Janeiro, Sao Paulo und Rio Grande do Sul, hat sich im Laufe der letzten Monate eine selbstständige Arbeiterpartei gebildet, welche ihre eigenen Kandidaten für die Wahlen mäsentiren wird. In Bahia, der wichtigsten Hasenstadt des tropischen Brasiliens, hat-sich ein Komitee gebildet, dem mehrere vormalige Negersklaven, zwei Handlungsgehilfen und fünf Arbeiter europäischer Abkunft als die Vertreter von fünf Arbeitervereinen angehören, welches die Agitation für die neue Partei übernommen hat. Schon haben mehrere Meeting? stattgefunden, an denen sich die Neger zu vielen Hunderten betheiliglein Die Handlungsgehilfen, welche seit Mo- nalcn einen heftigen Kampf gegen die Prinzipale wegen Abkürzung der Geschäftszeit und Bewilligung der Sonntagsruhe führen, haben ebenfalls beschlossen, die Arbeiterpartei bei den Wahlen zu unter- stützen. In Rio de Janeiro, der Bundeshauptstadt, ist die Bewegung erst in allerletzter Zeit in Fluß gekommen, und zwar durch einige Streiks, welche zu Gunsten der Arbeiter ausgingen, obgleich gerade hier wegen des fortwährenden Zuströmens der Einwanderer die Proklamirung von Arbeiterausständen eine recht gewagte Sache ist. Am stärksten ist die sozialistische Bewegung in Sao Paulo, ''""'......' jier ist es der Aedes Staates er- ..,.„„„_. oelcher sich schon seit Jahren als Sozialdemokrat bekannte, obgleich er lange Zeit nicht einen einzigen Parteigenossen in der Stadt hatte. Heute aber zählt die Partei bereits 250 eingeschriebene Mitglieder deutscher, italienischer und portugiesischer Nationalität. Am 1. Mai hatte die Partei eine für die dortigen Verhältnisse recht ansehnliche Demonstration veranstaltet, und ebenso ist es Sao Paulo, welches zuerst ein klares und verständliches Programm veröffentlicht hat, mit welchem die Arbeiter in den Wahlkampf eintreten wollen. In R i o Grande d o S n l, dem südlichsten und von Deutschen anl stärksten bewohnten Staate Brasiliens, haben sich in den beiden Städte» Porto Alegre und Rio Grande Komitees ge- bildet, welche die Agitation unter den Arbeitern begonnen haben. Die Fühlung liegt hier fast ganz in den Händen deutscher Ar- beiter, ihre Anhänger aber werden sie»veniger ans den aus Pommern und Württemberg stammenden deutschen Kolonisten, als unter der nationalen Jndustrie-Arbeiterschaft der größeren Städte finden, die ebenfalls durch einige erfolgreiche Streiks während der letzten Zeit aufgemuntert»vurde. Was nun das Programm der neuen Partei betrifft, so kann man natürlich nicht erivarten, daß dieselbe mit einein durchaus sozialdemokratischen Programm nach dem Muster des deutschen austreten kann. Die agrarischen und industriellen Verhältnisse d t!'" � Ii- M,'""' sind hier andere als in dem dichtbevölkerten Europa, auch die Sitten des Landes bedingen eine Verschiedenheit in den politischen die Arbeiterpartei in Porto Alcgre Hierbei nimmt sie Bezug" auf �ie Stttenverderbniß, bis zum Fragen. So fordert z allen Ernstes in ihrem Programm 30. Jahre". Hierbei nimmt sie Bezr_ welche die immer überhandnehmende Ehelosigkeit zur Folge hat, und will deshalb ein Gesetz, nach welchem jeder gesunde Mann gezwungen werden kann, sich bis zu seinem 30. Jahre zu verheirathen.— Das Programm der Arbeiterpartei in Sao Paulo umfaßt folgende zwölf Punkte: 1. Kein Lehrling soll niehr angenommen werden, der nicht des Schreibens und Lesens kundig ist, ausgenommen, wenn er am Abend die Fort- bilt--.....---...... lduugsschule besucht. 2. Der Arbeitstag ist gesetzlich aus acht Stunden sestzusehen. 3. Es ist ein Minimallohn für wachsenen Arbeiter beiderlei Geschlechtes zu bestunini»; ./*VVV v O"* ,.. il.il sind Schiedsgerichte zu erwählen, um der Willkür der u � wer ihren Angestellten gegenüber zu steuern. 5. Alle � die nothwendigeu Lebensbedürfnisse sind zu beseitigen, b.... obligatorische Hilsskaffen für die Arbeiter gegen RsöNW glücksfällc und Arbciteruusähigkeit zu begründen. 7. st% Schutzzölle(!) auf ausländische Manusakturwaaren 8� »verde»,»venn dieselben auch im Lande hergestem 8. Es sind theoretische und praktische Schulen sur � 'P ?Y. Zahlungen allmälig das Haus käuflich zu erwerb die Arbeiterklasse schädigenden Privilegien und zu beseitigen. 12. Die Arbeiter dürfen nur sol. bei dei» Wahlen ihre Stiinmen geben, welche sich verprn�"� den städtischen und staatlichen Parlamenten für die lichung dieses Programmes einzutreten.— Ob nun wiru?> � am 15. September einige Arbeiterkandidaten gewählt wer � -V--o L. JL r___ Ti-t. I_______ c:.. i:i s-y. or«frtna I»"4. zu erwerben. allerdings noch fraglich: immerhin ist aber der Llnfaiig w Arbeiterbewegung tn Brasilien gemacht, wenn dieser � auch,»vie worren ist. eguay">«luiuieii ucirniuji, lut.w.--i-.. das Programm beweist, leider noch st* Erlaß t Freude ist aller! schrift a eine Ve, «Heilung es werd % % Theater. Mittwoch, den 20. Aug»» st. �esstng-Theater. Der Fall Clö- menccan. Friedrich-Willielutstndt. Thratrv. Der arme Jonathan. Wallirrv» Thrater. Mamsell Ni- touche. Viktoria-Theater. Geschlossen. Adolph Critst» Theater. Der Goldfuchs. Kellralliance-Theater. Der Dorf- teufel. Kroll's Theater. Die Hugenotten. Berliner BockbranereL Englischer Garten. Direktion: C. Audrcss, Alexanderstraße 27c. Auftreten der Chansonnette Fräulein Ehrenfeld. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Rosa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Zieglei*. Auftreten des Malabaristen und Equi- lebristen Mr. Charles. Austreten des Professors Herrn Jean Clerrnou t mit seinen drcssirlen Schwei- neu, Esel und Gänse». Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 5Va Uhr. Entree Wochentags n. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine st Sommer- festlichkcitenm.Spczialitäten-Vorstellung zu vergeben. (StllfclifCiCHt Buggcnhagen am IVloriizplatz. Täglich: Grosses Garien-Concert. Direktion A. Uödinanir. Dienstag und Freitag: Walzer-Ahend. Entr�e- Woot0ni®!'8 10 Sonn- null Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Ztestaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhoser Export-Bier, Seidel 16 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres»vegen Neiioviriniggeschlossen. 641 F. Müller. 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Bcng.Belencht.���NV Hasenhaide, Kergmanustraßrn- Ecke. den 20. August 1890: ländlicher Kitte, mit r Ernte-Festzuge» -Kerloosung ete. roßen Saale: 425 Entree 15 JJf., vorher 1O Pf.» Kinderbillets nur an d. Kasse. A. Froelich. Anfang 4 Uhr.... BlQF" Sensen, Harken»c. sind am Eingänge des Lokals zu haben. ßMlStlldt4 sollte verfehlen, den aus der afrika- /üvlitliti' nischen Kolanuß hergestellten Kola-Bitter... J. Mensche! regelmäßig zu trinken. Der Kola- Bitter verleiht dem Körper die grösste Widerstandskraft gegen Ermüdung, er stählt den Organismus, ist äusserst nahrhaft und kräftigend und befähigt den Menschen, die grössteu körperlichen Anstrengungen zu ertragen, ohne zu erschlaffen. Nach 3 Mal täglichem Genuß wird Jeder in kurzer Zeit die räthselhafte Wirkung des KWIa-Bi'&ter verspüren und dürfte dieser wahrhaft wohlthätig wirkende Branntwein bald Volksgetränk werden. Man verlange J. Henschel's Kola-Bitler in den Nestaurants, Destilla- tionen und Kolonialwaaren-Handlungen. Allein. 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August, Abeildo 8 Uhr» aufgehol Ersetzte obere A mehr uu jjahtc d mm vor 'onnte i ßchwier acherer Nach ll obere A lllegt n m selben K °es Jak T.-O.: in Feuerstein s saai, A»e Äanoopr. 7». 1. Die politische Lage. Referent: M. Baginski. 2.'jaii 3. Die Maßregelung des Vorsitzenden durch die Firma H. Sternbt 9 � 4. Verschiedenes. Die Mitglieder werden ersucht recht zahlreich zu erscheinen. m die Verein zur Regelung iier gmerblilhen Verhaltnifse K >11 p< zur Regelung Togsfei« u. Umgege Sonntag, drn 84. August, Uoriuittags lOVa Uhr, in Jordan s Salon, Ueu» Grünstr. 88: Ordentliche Mitglieder-UersammlnnS Tages-Ordnung: 1. Die Organisation und der Werth des Arbeits-Nachiveises. 2. Antrag des Vorstandes. hrfl 3, Berathung über die vom Magistrat zugesandten Fragebogen Abänderung der Gewerbe-Ordnung. 4. Verschiedene sehr wichtige Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimirt. Neue Mitglieder werden vor der Ve> llmg aufgenoinmen.. Bei der Wichtigkeit imd Reichhaltigkeit der Tagesordnung ist zahm und pünktliches Erscheinen der Mitglieder nothwendlg. 424 Der UormlV Achtung, Uergolder, Vergolderinne?! iCiS w iitzcn j .ünfzig obe Die Freie Vereinigung kt im Vergoltzer-Gmerbe bes Arbeiterinnen Berlins ' feiert am Sonnabend, den 23. August, in Hoowes Gesellschaftshaus, Fichtostr. B. Stiftungsfest, verbunden mit Conreet, Gr sang, ko»i»ische Vorträge, Theater'� stellnug und Tauz-Kränzchr» mit allerlei SrtustiguiigcU' Die Kaffeeküche ist den Dainen von 5 Uhr an geöffnet. ,««t Billets a 30 Pf. sind zu haben bei: Köpnlck, Magazmstr. la; Mariannen-Platz 13; Zubeil, Naunynstr. 86, soivie bei allen Bertr leuten in fast allen Werkstätten. Unser,»»verlhen Gästen, Fren». � >, ladet ergeben! fast allen Werkstätten. Unfern»verlhen und Genossen einen genußreichen Abend versprechend. 192 Der Vorstand I. A.: Hedwig Graeber,' KcauMl. Achtung, Töpfer! Titel cchen Ofenfabrik sind 10 Kollegen jß1" Fgchverein btr Steinlll'dikt'r nutz Litliogl'lljjhen Berlins. Mea'sammiung"HM am Donnerstag, 21. d. H., Abends SVa Ohr, in Jordau's Salon, Nene Grünstr. 28. Tages-Ordnung: 1. Vortrag über:„Der Werth der Arbeiterorganisation gegenüber denen der Unternehmer." Resereut wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. 3. Bericht über vie Erhöhung des Beitrages(§ 3 des Statuts). 4. Stellungnahme zum Stiftungsfest. 5. Verschiedenes und Fragekasten. 410 Aufnahme neuer Mitglieder. Der hochwichtigen Tagesordnung, vegen ist das Erscheinen aller Mitglieder nothwendig. Der Vorstand. NB. Alle Kollegen,»velche die Billets vom Sommerfest(für die Hinter- bliebenen des Kollegen Bastian) noch nicht abgerechnet haben,»verde» dringend ersucht, dies in der Versammlung z»» thnn,»vidrigenfalls dieselben öffentlich dazu aufgefordert»verdeit. gemaßrcgclt, weil sie nicht gegen die Beschlüsse der letzten öffentliche saiiiiiilung handeln wollte», und dem Verlangen der Direktion Folge'vtjlj' 9 Stunden zu arbeiten. Am Soiinabend, den IG. d. MtS., erhielten Jc((, dessen obige 10 Kollegen ihre plötzliche Entlassung. Mögen die arver Kollegen dieses Geschäft meiden, um so unsere Beschlüsse zur es zu bringen._._,zr' Gleichzeitig ersuche die Kollegen, welche in Arbeit stehen, sich � M H die Sammlungen unseres Generalfonds zu betheiligen. C. Thäen� Achtung, Zimmerleute.' Gelder für die ausgesperrten Hamburger Bauh�.,, für die ausgesperrten Hamburger werker werden entgegen genommen im Lokale des IHHgenfsZrB, Bergstraße 60 und Mauerstraße 27, bei dem Unterzeichneten.. I. A.: Po Sc�Swfis??! pfli 409 3. ¥olksbicliliaidkiio!! 93. ßräftMe 93. C. KSÜSke, mWIht# empfiehlt sämmtlichcr Bei größeren Werken ThexIznhfungeM ohne Ausschlag Echter zaugenslüzaer Klmtavak., hergestellt nur aus besten Kentuoky-Tabakon; zu haben in den meiste»" Handlungen Berlins und uiiiliegeiiden Plätzen..„ zd Unsere Hauptniederlage Stralancrstrasso 39 giebt zu Fabrikpreise.'�. Gebr. ndier, Tabaksabr", der ob >ncht vi «deren f 70 Sch surchav "istung »ach d piitttere solche S d°n mi uberha Wcht, ®ch(ilei ed übi «? lehrten » deständ K«in dl- Ri D % P Härte. probir strank lene z eine r der B Dr.? %iulc erärti tritt i d-rB schnei von 5 ..Sch, vling 'veile snide den Kanz zu i wig ..gut 5' lleib scheu t'ege A I xHi Ii 805 NB. Langensalza i. Thür, Jede Nolle muß den Zettel mit unserer Firma enthalten bra t.: Sii, die de- et» %f ha % »r Verantwortlicher Redakteur: Eurt KaaKe in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW„ Beuthstraße 2. Vier«» eine V** lull" i Beilage zum Berliner Nr. 19S. Mittwoch, den 20. August 1890. 7. Iichrg. Doksles Durch einen soeben erschienenen ? des Kultusniinisters wird den Schulkindern eine große st. bereitet werden. Wie lange diese Freude dauern wird, �"erd.ngs eine andere Frage. Es wird also, wie eine Zu- ew- m? �»Voss. Ztg." ausführt, fortan nur einmal im Jahre ifi-fr. fe£un0 stattfinden; eine Versetzung von der unteren Ab- „P einer Klasse in die obere finoet nicht statt, oder vielmehr i„.�?en alle Schüler in die obere Abtheilung gesetzt. Früher, L der Parallelcöten, dauerte der regelmäßige Aufenthalt in L r„f'ie e'n Jahr; die Hälfte der Schüler waren Alte, d. h. «. iPPen schon wenigstens ein Semester in der Klasse, die andere ?,,, i>e waren Neue. Vor einigen Jahren wurde diese Einrichtung gehoben und Wechselcöten eingeführt: die aus einer Klasse �/ ietzten kamen in die untere, nach einem halben Jahre in die m,[* Abtheilung der höheren Klasse. Auf diese Weise war es nicht tv r llothlg, wie früher das Pensum einer Klasse in einem halben Mre durchzunehmen, und im zweiten Semester das ganze Pen- t � v vorn an zu wiederholen. Bei der neuen Einrichtung nnie der Lehrer langsamer vorgehen und brauchte nur das schwierigere des Pensums zu repetircn; so hoffte man die Schüler - �«'fördern zu können und die Arbeitslast zu vermindern. 4 Verlauf eines halben Jahres fand eine Versetzung in die UDßrp � ex, iL...__ 1.Y..«rv_____ v�n. p. M. t... vermindern. .1» tuica yujucu �uijica|uiiu ciuc-oniCtzlllig in die npi f Abtheilung statt, wobei natürlich ein milderer Maßstab an- wurde als bei der Klassenversetzung, so daß nur dem Aller- Ä'�chsten die Gelegenheit gegeben wurde, den ersten Theil des misenpensums nochmals gründlich zu wiederholen. Dies ist jetzt ( JP obgeändert, der Schüler wird ein ganzes Jahr lang in der- swenKlass- und bei denselben Lehrern bleiben; erst nach Verlauf .�.Jahres haben die Lehrer zu entscheiden, ob er das Klassen- Msum absolvirt hat und in die höhere Klasse zu versetzen ist. wird nun die äußerliche Folge dieser Maßregel sein? Es LKV lotzt z. B. in der unteren Abtheilung einer Klasse stnfj,g Schüler, dieselben werden zu Michaelis sämmtlich in le obere Abtheilung gesetzt; diejenigen Schüler, welche jetzt in vi obere» Abtheilung derselben Klasse sitzen und zu Michaelis "cht versetzt werden können, bleiben natürlich ebenfalls in der 7n C Abtheilung, so daß vielfach obere Abtheilungen von CO bis " Schülern entstehen werden. Es entsteht ein Zustand, welcher urchaus ungesund ist, da eine Klasse von dieser Stärke nicht niehr "stungsfähig ist; außerdem widerspricht es den Verordnungen, nach denen in den unteren Klassen nicht mehr als 50, in den Mieren nicht mehr als 40 Schüler sitzen sollen. Bevor eine wiche Bestimmung erlassen wurde, hätte erst dafür gesorgt wer- jffn müssen, daß die Anzahl der Schüler in den einzelnen Klassen Uderhaupt geringer ist; es dürften in den unteren Abtheilungen Mt mehr als 90— 35 sitzen. Um die Leistungsfähigkeit der Schüler zu stärken und zugleich die Arbeitslast zu vermindern, ist B überhaupt sehr wichtig, die Klassen nicht gar zu groß machen;«ine derartige Einrichtung wäre besser, ms viele in jüngster Zeit vorgeschlagenen und einge- white» Neuerungen. Wenn vorerst die Schülerzahl ver- �ngert ist, dann könnten wir uns init der Bestimmung des Ministers schon befreunden. Durchaus zu billigen ist, daß nicht deständig versetzt wird, denn zu häufiges Versetzen aus der Schule Jf«in großer Nachtheil, weil dadurch bei Schülern und Lehrern Ruhe verloren geht; ein Jeder denkt noch mit Freude an die �sinester auf der Schule, an deren Schluß das Gespenst einer vsifung und einer Versetzung nicht stand. Seitdem die Wechsel- mit den Jahreskursen eingeführt sind, hat diese Einrichtung Mi viele Anhänger verloren; das Zusammensein der Alte» und 'siuin, der Wetteifer zwischen beidenAbtheilungen, das volle zwei- Mstge Durcharbeiten des Pensums hat sehr viel für sich. Am wMNmifften ist der Lehrerwechsel und auch durch die neue Bestim- Mg.wird derselbe nicht vermieden, und zwar trifft er gerade .'Minigen, welche nach einjährigem Ringen das Pensum noch >cht bewältigt haben, d. h. die Schwachen. Das ist eine große »i.!.- wird in neuestcrZeit an den Schulen beständig herum- {Mbut. Eine Verordnung jagt die andere. Wenn man einem siianken helfen will, so soll man ihm nicht heute diese, morgen Arznei geben, sondern man soll nach wohlüberlegtem Plane 6 regelrechte gründliche Kur mit ihm vornehmen. v Äintcrliäuolrr. Wenig anmuthig ist das emsige Bemuhen 2? Bourgeoisblätter, eine„Mohrenwäsche" an dein griechischen t1- NicolaideS rcsp. an dem von ihm verübten Ast„gebildeter ,*u'fllität vorzunehmen. Ter gedachte Dr. Nicolaides ist gegen- Mig das Schooßkind der„guten Gesellschaft" geworden. Dies Utrecht anschaulich zu Tage in dein versteckten Grollen das ,n u1 Vourgeoispressc darüber laut wurde, daß Dr. Nicolaidev nicht ffhvell genug aus der Untersuckunaebait entlasscn wurde und in °°r mit vielem der Untersuchungehaft eiitlasscn wurde u Behagen gebrachten Mittheilung, daß bon in das Untersuchunasgesängniß ein Dr.-oeyagen gevrac:)tei, iuuuynumw, vup dem von nrl rP schon in das Untersuchungsgesängniß ein Stoß ",n0cn geschickt worden ist, seine„Nervosität" und fl»na«n, cl ö" heilen, sowie von ruhigen, passenden Woh- weilen!. � Jff- eine hiesige, in Wiesbaden zum„Kurgebrauche" ioidef �..v">">lie soll sich soweit verstiege» haben, dem Tr. Nico- q,»!?, si' ihrer, der Familie, erst Ende September stattfinden- Lau,, hr die Verfügung über deren im Westen belegene zu s'eile(natürlich„hochherrschnftliche") Wohnung arlin.% heff' Nun, man ist schließlich au eine der- »guten sür alles„Exotische" bei der Berliner �stllschaft" gewöhnt. Mehr verdient auch die Atohrcn- Dr.. 3" werden, d. h. das emsige Bestrebe», den Neiden C.niit dein lichten Gcivande der Unschuld zu um- schein-,', ,7nt"is ein unglückliches Opfer der Verhältnisse er- 'stßenhin, cialleu und alle Schuld auf seine Umgebung, im vor- Binn.oa!I« auf die Arbeiterfamilie, abzmvälze». Ja, die aanj.,,'0??.1 noch lvciter, man macht in gleich brutaler Weise 2*1 Vcrlii.� oC C-Ndirr", d. h. die Bewohner der Hinterhäuser ?r. Nieolni?�» ��sernen, für derartige Vorkommnisse ä la �selben.ncrantwortlich und erlaubt sich ein Urtheil über $"fchri,V.,, n r» seiner ganzen edlen Dreistigkeit i» einer 15 n>ürdia ii-f-.Berliner Lokal-Anzeiger" vor Augen tritt und i-xinterbz»-/.',,'neltercu Kreisen bekannt zu werden, damit die gder six b � wenigstens wissen, wie die„gebildeten Klassen" o kr tu hi-f. urtheilen. Da zweisellos sehr viele unserer C'schrift„J?»Hmterhäuslern" gehören, so wollen wir besagte '""gen gj.r»Berliner Lokal-Anzeiger" hiermit etwas niedriger �'ejeibe lautet: -§n b pr' ou,0 ff 3 e f ü r die„geistigen Arbeiter". bracht� � Abendausgabe des„Verl. Lokal-Anz." vom lt. d.M. ein-r. mnen Bericht über einen muthmaßliche» Todlschlag, .%i die r; in der Tieckstraße begangen haben sollte, und Psitgst einel r C6' welche ihn herbeiführten. Gestatten Sie Csii Sa-n! �fftzglährigen Leserin Ihres Blattes einige Worte zu J* Uiinr,".!]?;, die vielleicht dazu beitragen können, das Schicksal « IN iu'Jirff)en Mannes, der mir übrigens ganz unbekannt ist, ij|*iie fei,,?rn- Tieferschüttert wird jeder über diese traurige i.' Uli» r.' v ei' selbst unter ähnlichen Verhältnissen zu leiden ein Dr. N. beschiedc» waren. Es ist ein Unglück, >°iort als Eindringling, als nicht zu ihnen gehörig betrachtet und gehaßt. Wehe aber dem Unglücklichen von geistiger Arbeit vielleicht Uebcrangestrengten, wenn er es wagt, um Ruhe zu bitten. Geschieht dies auch in der allerhöflichsten und zartesten Form, gleichviel, es wird als Ueberhebung, als Beleidigung aufgefaßt, und, weit entfernt, die Bitte zu berücksichtigen, wird erst recht Lärm gemacht, oder man bekommt die höhnische Antwort:„Wat? Ruhe wollen Se? Na da lassen Se sich doch 'ne Villa allcene bauen!" u. dergl. mehr.— Man muß es ruhig ertragen, wenn die beiden Kinderchen gestiefelt und gespornt über unsere Köpfe wuchtig wie Soldaten hin- und Hermarschiren, auf dem Fußboden Ball spielen, oder mit Puppenwagen umher- fahren:c., wenn Nachts um 12 Uhr erst mit Getöse die eisernen Bettstellen aufgestellt werden und um 1 oder 2 Uhr die männlichen Einwohner nach Hause kommen, mit dröhnenden Schritten die Nachtruhe stören, bis dann endlich mit Gepolter der eine Stiefelbahin, der andere dorthin fliegt. Man darf nicht mucksen, wenn Besen und Schrubber Tag sür Tag mit Getöse zu Boden fallen, die Möbel, statt gehoben, geschoben werden und oft ein Gepolter mit schweren Gegenständen entsteht, daß man fürchtet, die Decke löst sich los— alles das muß man ertragen, denn Recht und Schutz beim Wirth zu suchen— du lieber Himmel, so naiv ist wohl keiner i»ehr.— Zu welcher unglaublichen Höhe die Erregtheit durch die fortwährende und meist absichtliche Störung des Schlafes und der Arbeit gesteigert werden kann, begreift nur der, der das eben durchgemacht hat, und darum empsinde ich das tiefste Mitgefühl für den bedauernswerthen Mann, der lediglich durch diese unglücklichen Verhaltnisse in einen Zustand von Ucberreiztheit und Zorn versetzt wurde, der ihm für den Moment die Zurcchnungssähigkeit genommen haben mag und ihn zu einer That trieb, die ihn unter allen Umständen unglücklich sür's Leben machen muß. Hätten die sich so sehr harmlos geben- den Nachbarsleute über ihm sich nur ein einziges Mal eingestehen wollen, daß der Mann unter ihnen nicht aus Eigensinn handelt, sondern seine Ruhe brauchte, um vielleicht mit Anstrengung aller seiner Kräfte durch seine'Arbeit sein Leben fristen zu können, das Unglück wäre vermieden worden— aber wo kein Verständniß, predigt man tauben Ohren:„Ist dct ooch'ne Arbeit, da Papier vollklcxen?" Das ist so ungefähr der Standpunkt dieser Leute. Es macht ihnen ein grausames Vergnügen, den armen Gequälten noch mehr zu quälen. Was kann er ihnen auch thun? Macht er sich mausig, prügelt mau ihn durch. Glauben Sie nicht, daß ich übertreibe— es ist leider so— ich habe selbst die Erfahrung oft gemacht, und zwar als Dame, wenn ich auch nicht gerade geprügelt worden bin. Die gewöhnlichen Bewohner der Hinter- gebäude sogenannter Miethshäuser sassen instinktiv alles, was über chnen steht, als nicht zu ihnen gehörig, und daß ein Mann wie Dr. N. nicht zu ihnen gehörte, wird wohl Jedem klar sein. Eine Abonnentin." Es ist wohl überflüssig, hieran eine Kritik oder Polemik zu knüpfen. Die Bewohner der Hinterhäuser, bestehend aus Arbeitern und Arbeiterinnen, Handwerkern, Handelsleuten, Beamten u. s. w., zu denen auch der Schreiber dieser Zeilen lauge Zeit gehört hat, die in der vorliegenden Zuschrift der„gebildeten Dame" als eine rohe, ungebildete, an Gewaltthätigkeitcn sich ergötzende Masse hingestellt wird, werden das über sie in so liebenswürdiger Weise gefällte Urtheil wohl zu würdigen wissen. Daß diese An- schauung nicht etwa nur eine persönliche ist, sondern die An- sichten iveiter Kreise wiederspiegelt, geht zur Genüge aus der An- merkung hervor, welche die Redaktion zu dieser Zuschrift macht und die— zur besonderen Empfehlung sür de»„Berliner Lokal- Anzeiger"— hier folgen möge: Anmerk. der Red. Bravo, verehrtesie Frau! Ihre Ausführungen haben uns durch ihre Richtigkeit geradezu verblüfft! Wir unterschreiben jedes ihrer Worte und sind überzeugt, daß Sie nicht der gcringsten Ueber- treibung zu zeihen sind! In treffendster Form geißeln Sie einen großen weittragenden Mißstand, unter denen gerade die Gebildeten und durch geistige Arbeit angestrengten Leute am schwersten zu leiden haben.'Auch wir sprechen nicht nur von„Hörensagen", jeder gebildete Mensch, der nicht mit GlückSgütern gesegnet auf die Welt gekommen ist, hat ähnliche Ersahrungen wohl schon gemacht! Wir haben es für unsere Pflicht gehalten, diese„öffentliche Meinung" festzunageln, die rechte Würdigung derselben überlassen wir, wie gesagt, getrost den„Hinterhäuslern". Gin Kpazirugaug nach dem Zentrnl-Uiehhofle. Wenn man aus der Großen Franksurterstraße in das kurze Ende der Friedenstraße einbiegt, über den Weidenweg hinüber den Weg nach dem Viehhofe einschlägt, so führt ein sanft anfsteigender Weg zu einem auf seiner linken Seite belegenen sehr kleinen Fleckchen Land. Hunderte kleiner Gärtchen mit Lauben oder Garten- Häuschen besetzt, die meist beflaggt sind, gewähren einen überaus prächtigen, farbenreichen Anblick. Jeder Pächter solchen kleinen Stückes Erde(leider ist Alles nur auf ein Jahr von dem Acker- besitzet verpachtet) hat dasselbe nach seinem Geschmacke ohne Rücksicht auf symmetrische oder harmonische Anpassung an der Nachbarn Gärtchen, ganz seiner Laune oder seinem Geschmacke zusagend, eingerichtet. Es herrscht nicht der Sinn für das Nütz- liche sondern der für das Schöne vor. Taraus ist aber eine Totalwirkung von einer Pracht und einem Reize ganz nnabsicht- lieh hervorgezaubert worden, gegen welchen die gelehrte Land- schastsgärlnerei weit zurückbleibt: ihre kurzgeschoreuen Rasen- flächen init dem schulmäßig geordneten Gesträuch, den Durch- sichten und den Teppichbeeten niit ihren mattsarbigen Pflanzen (der getreueZluSdruct derAtattherzigkeit ihrer Besitzer) sind ermüdend. In diesen Kleingartenkünstlcrn ist noch nichts entnervt, das zeigt die Auswahl ihrer Blumen, lauter gesättigte Farben, Sonnenblumen, und andere hochgclbblühende, Rittersporn, Astern herrschen vor. Dazwischen blühen und ranken an der Erde große Kürbisse, aber auch Zierkürbisse ain Spalier sind reichlich vertreten. Hier hat noch die reine edele Herzensfreude ihren ungehemmten Ausdruck gefunden, hier ist der sonntägliche Sammelpunkt der Familie, wo Mutter Kaffee kocht und Vater bei einer Pfeife Tabak mit Freunden ein Kartenspielchen macht und die Kinder im Freien sich tummeln. Und wcß Standes sind die Leute, die so Schönes auf diesem Fleckchen Erde geschaffen haben? Einfache Arbeiter, aber Leute mit gesundem Sinne! Hier ist uns im Kleinen vorgezaubert, wie es einst im sozialdemokratischen Staate aussehen wird, statt der Miethskasernen freundliche Wohnhäusche» mit Gärten umgeben, konzentrisch um einen großen Platz geordnet, auf dem das Ge- meindehaus, die Schule, das allgemeine Speischaus u. f. w.. Alles wieder mit Gärten umgeben, aufgebaut sind. Die lärmenden und rauchenden Fabriken werden nach abseits verbannt sein. Doch lassen wir der Phantasie die Zügel nicht zu weit schießen und kehren in die Oede des heutige» täglichen Lebens zurück. Langsam fortschleudernd haben wir die ViehhofSmauer erreicht und sind, uns rechtS wendend, an ein Thor gelangt, in das Frauen mit leeren Töpfen hincineilen, andere mit dampfenden gefüllten Töpfen herauskommen. Auf unsere Frage nach dem Inhalte dieser Töpse wird uns der Bescheid, es sei gekochtes Fleisch nebst Brühe von— sinnigen Rindern, das Pfund koste 35 Pf. Freue dich, Berlin, du Haupt- und Residenzstadt Deutsch- lands, ob dieses hyänenhaften Fortschritts! Der Mensch darf nicht wählerisch sein, er muß alles essen könne», und wenn die heilige Polizei den Genuß dieses Fleisches für unschädlich erklärt, so muß es wohl gesund sein. Den Armen, die dieses Fleisch kaufen und essen, darf darüber kein Vorwurf gemacht werden, denn Hunger thut weh, aber diejenigen, welche ihres Vortheils halber eine künstliche Fleischtheuerung hervorgerufen haben, treffe unsere Verachtung. In dem Maße, wie der Sinn sür das Schöne gepflegt wird, darf auch der Abscheu gegen das Ekelhafte nicht abgeschwächt werden, wer das aber thut, versündigt sich an der Erziehung des Volkes. Und nun zum Schluß noch eine Frage an den Magistrat. Hat derselbe den fremden Theilnehmern am medizinischen Kongreß diese schöne Einrichtung gezeigt, ihnen vielleicht gar eine Tasse der köstlichen Bouillon präsentirt? Kedrutender als man im Allgemeine» die Ansicht hegt, stellt sich der Abschuß von Wild und Raubzeug in den Parkanlagen Berlins, und was besonders bemerkenswerth er- scheint, ist die Thatsache, daß sich derselbe von Jahr zu Jahr gesteigert hat. Dem Raubzeug stellt man deswegen eifrig nach, weil es der Vogelwelt in den Anlagen ungemeinen Schaden zn- fügt, dein Nutzwilde, wie Hasen und Kaninchen, iveil beide durch Verbeißen von Pflanzen beziehungsweise durch Zerwühlung des Bodens schädlich werden. In den Treptower Anlagen wird die Jagd waidmännisch betrieben, und ein Fasanenstand gehegt, in- dem man nur so viel Hähne abschießt, als es gedachtem Zwecke entspricht. Die Anlagen, welche vorzugsweise rn Bezug auf die Jagd in Betracht kommen, sind, abgesehen vom Thiergarten, die im Norden und Osten angelegten Parks: Humboldthain, Friedrichs- Hain und der Treptower Park mit dem Plänterwald. Die Jagd wird durch drei mit Jagdscheinen versehene Gartengehilsen mittelst Schießens und Fangens ausgeübt. Dieselben erhalten für jedes erlegte Raubzeug ein entsprechendes Schußgeld, das beispiels- weise für eine Katze 75 Pf. beträgt. Was nun die Jagdbeute betrifft, so wurden vom I.April 1385 bis 31. März 1880 iniHumboldt- Hain 39, im Friedrichshain 46 und im Treptower Park 0 verwilderte Hauskatzen geschossen; ferner erlegte man im Humboldthain und in den Treptower Anlagen 4 wilde Kaninchen, 6 Taubenstößer bezw. Sperber, 2 Lerchenfalken, 25 Eichelhäher, 28 Hasen und 1 Fuchs. Recht auffällig ist die Erbeutung des letzteren an de» Mauern der Reichshauptstadt, weil Meisler Reinccke sonst die Nähe des Menschen zu meiden pflegt. Die Hasen kamen durch ein Treiben im Plänterwald zur Strecke, wo die Jagd verpachtet ist. Im Jagdjahre 1886/87 wurden erlegt: 93 verwilderte Katzen, 13 Hasen, 28 wilde Kaninchen, 21 Krähen, 12 Eichelhäher, 1 Iltis und 1 Steinmarder; und im Jagdjahre darauf 114 Kayen, 4 Iltisse, 1 Steinmarder, 2 Eichhörnchen, 2 Wiesel, 8 Krähen, 60 Hasen und 14 wilde Kaninchen. Von den Katzen entsielen 67 auf den Friedrichshain, 37 auf den Humboldthain und nur 10 auf die Treptower Anlagen. Im letzten Jagdjahre, also 1888/89, erlegte man 148 verwilderte Katzen, 36 Krähen, 7 Eichel- häher, 69 wilde Kaninchen, 3 Marder, 1 Iltis, l Bussard, 2 Eulen, 49 Hasen und 5 Fasanenhähne, welche letztere im Treptower Plänterwald geschossen wurden. So haben sich die Jagd- ergebnissc von Jahr zu Jahr gesteigert, denn man erlegte 1885/86: 150 Stück Wild, 1886/87: 169 Stück Wild, 1887/88: 187 Stück Wild und 1888/89: 311 Stück Wild. In 4 Jahren hat sich also die Zahl des erlegten Wildes und Raubzeuges mehr als verdoppelt, und diese erhebliche Zunahme erklärt sich wahrscheinlich aus der ver- stärkten Aufsicht und infolge davon durch den vermehrten Ab- schuß oder Fang des der Vogelwelt wie den Anlagen schädlichen Wildes. Aber auch das zunehmende Wachsthum der Bäume und Sträuchcr bietet sowohl dem Raubzeuge als dem Nutzwilde bessere Gelegenheit zum Unterschlupf und damit zur Vermehrung. Der Thiergarten steht bekanntlich unter königlicher Verwaltung, und seine Jagd ist dem königlichen Hofjagdanite verpachtet. Obwohl er stündlich, jahraus, jahrein von zahlreichen Menschen durchquert wird, hcrbergt er dessen ungeachtet Raubzeug der verschiedensten Art, welches den Singvögelche» nachstellt. Hier wurden im Jagdjahre 1888/89 erlegt: 25 Katze». 6 Thurmfalken, 49 Eichtatzen, 46 Krähen, 2 Sperber. Außerdem erlegte man im Thier- garten 1887 2 Fischottern und 1888 einen Damhirsch, der wahr- scheinlich aus dem Grunewald eingewechselt war. Seit etwa fünf Jahren haben sich die Wildenten auf den Gewässern des Thiergartens heimisch gemacht und zum Theil auf dem Schiffsahrtskanal überwintert; im vorigen wie in diesem Jahre wurde unfern der Löwenbrücke die SRingeltaube bemerkt, so daß es scheint, als wolle dieser schöne Vogel hier ebenfalls eine Heimath gründen. Von'Nutzwild kommen außer den Wild- enten im Thiergarten noch vereinzelt Hasen vor. Man sieht dieselben manchmal in den Morgenstunden über das so- genannte Hippodrom wechseln. Der vielen Besucher wegen ist die Jagd sowohl im Thiergarten wie in den städtischen Anlagen mit Schwierigkeiten verknüpft, weshalb sie meist in den frühesten Tagesstunden ausgeübt werden muß. Trotzdem hat ein Jagd- liebhaber dem Berliner Magistrat Anerbietungen gemacht, ihm den Abschuß des lltaubzeugcs im Humboldthain und Friedrichs- Hain pachtweise zu überlassen. Aus der Thaffache, daß im Norden und Osten von Berlin der Abschuß sich verdoppelte, während er im Thiergarten nicht zurückging, darf man folgern, daß nicht allein das Nutzwild, sondern auch das Raubzeug sich an das geräuschvolle Treiben der Großstadt gewöhnt. ES lernt de» Menschen genauer kennen, daher weniger scheuen alS in der Wildniß und weiß sich geschickter den gegebenen Verhältnissen nach zu verbergen. Ihren schlechte» Finanzverhältnisien sucht die deutsch- ostasrikanische Gesellschaft in einer eigenthümlichen Weise aufzu- Helsen dadurch, daß sie das neugeprägte ostasrikanische Geld an die Sammler von Münzkuriositälen öffentlich auf den Straßen nnsbieten läßt. In der Friedrichstraße und anderen belebten Gegenden in Berlin konnte man in diesen Tagen jetzt auf jede zwanzig Schritt einem Verkäufer begegnen, der die„ersten deutsch- ostasrikanischen Münzen" zum Verkniff ausbictct. Es sind dies Kupsermünzen in der Größe eines Markstückes, welche auf der eine» Seite in asrikauifchen Schristzcichen den Nenmverth, au; der anderen Seite den deutschen Reichsadler mit der Umschrift „Deutsch- ostasrikanische Gesellschaft" zeigten. Je mehr solcher Münzen abgesetzt werden, desto mehr verdient die Gesellschaft au dem Unterschiede des Preises und der Münzkosten. Warum, so fragt die„Freis. Ztg.", die Reichsverwaltung nicht diese Münzen selbst ausgeprägt hat, wenn besondere Münzen für Teutsch- Ostafrika geprägt werden sollen, hat im Reichstage nicht aufgeklärt werden könne». Wenn die Sache schief geht, muß das Reich bei den Münzen doch vor den Riß trete». Indessen, die deutsch- ostasrikanische Gesellschaft hat es freilich nöthig, auf jede Art sich Einnahmen zu verschaffen. s!~ Di- Anw-iidnug des DahrungomittelaeseZzes gegen- über den Käschändlern hat in der letzten Zeit, wie den amtlichen Bekanntniachungen des Reichsgesundheitsamtes zu entnehmen ist, wiederholt stattgesunden, und zwar sind sowohl süddeutsche(bay- rische) wie norddeutsche(preußische) Strafgerichte mit derarrigen Verhandlungen befaßt gewesen. Ter verhältnißmäßig mildeste Fall betraf eine Händlerin, welcher ein Vorrath von 15 Stück kleinen Käsen beschlagnahmt wurde, die sie zu 2 bis 3 Pfennigen pro Stück zum Krnff ausbot und deren chemische Untersuchung eine Beimischung von 2 pCt. geriebenen Kartosfelmehles ergab. D Händlerin, welche die Strafbarkeit ihrer Handlungsweise nicht ge fnnnt zu haben behauptete, wurde zu einer Geldstrafe von 30 M. verurtheill.— Einer anderen Händlerin wurden durch die chemische Untersuchung 5 bis 10 pCt. Kartoffelstärke in ih: Käsevorräthen nachgewiesen. Da das Stärkemehl aber nur etwa 80 pCt. von dem chemischen Gesamintinhalt der Kar- toffel beträgt, so war danach der Zusatz von Kartoffel- drei zum Käse auf 60 pCt. zu berechnen; sie wurde zu 60 M. verurtheilt.— Glücklicher war ein wegen Feilbietens von verdorbenem Ramadourkäse angeklagter bayerischer Groß- Händler. Er hatte einen Verrath stark in Zersetzung übcrgegan- gener Waare durch einen seiner Gehilfen zu Markte bringen lassen, wo die Waare polizeilich beschlagnahmt wurde. Der Nach- weis, daß er dem Gehilfen die Aussonderung unverdorbener Stücke aufgetragen und daß er auch diese Aussonderung nach Möglichkeit überwacht habe, gelang vor Gericht, und da die ge- ladenen Sachverständigen bezüglich der gesundheitsschädlichen Wirkung des Genusses von verdorbenem Käse bekundeten, daß es noch nicht gelungen sei, das Käscaift chemisch herzustellen, das Publikum auch die Rinden des Käses, welche dieses Gift enthalte», gewöhnlich entferne, so wurde der angeklagte Großhändler freigesprochen, indem das Gericht annahm, er habe die ihm ob- liegende Pflicht der Beaufsichtigung genügend erfüllt, und ein Beweis, daß die beschlagnahmten Käse weiter als an der Rinde sich in einem verdorbenen und beim Genuß gesundheits- schädlichen Zustande befanden, nicht mehr erbracht werden konnte, da die amtliche Untersuchung sich nur aus diese Rinde beschränkt hatte. Ueber de» Eisettbahnuufall, der sich, wie gemeldet wurde, in der Stacht zum Sonntag auf der Bcrlin-Stettiner Eisen- bahn zutrug, wird weiter Folgendes mitgetheilt: Um 12�/« Uhr sollte der für Berlin bestimmte pommersche Biehzug in Station Britz(zwischen Angermünde und Eberswalde einlausen. Als der 60 Achsen zählende Zug von Chorin her vor Britz anlangte, be- merkte der Führer an der Vlockstation das Haltesignal. Dem- gemäß brachte er den Zug zum Stehen, doch ehe dies vollständig gelungen war, erschien die grüne Scheibe am Blocksignal, welche „Einfahrt frei" bedeutet. Der Lokomotivführer gab deshalb sofort frischen Dampf, wodurch ein so heftiger Ruck entstand, daß die Kuppelung an einer Stelle brach und sieben Wagen mit zivanzig Axen sich vom Haupttrain loslösten. Da hinten kein Bremser'saß, so wurde dieses Borkommniß nicht be- merkt, zumal die losgelösten Wagen des starken Gefälles wegen mit in Bewegung blieben. Als der Zug unmittelbar vor dem Bahnhof Britz von Neuem ein Haltesignal erhielt und anhielt, fuhren die losgelösten Wagen, welche der Zug mit der Maschine inzwischen hinter sich gelassen hatte, auf den zum Still- stand gebrachten Zug ein und entgleisten. Ein Bremser wurde verletzt, einzelne Wagen wurden zertrümmert, eine Menge Vieh thcils sofort getödtet, theils mehr oder minder verletzt. Beide Geleise waren unfahrbar geworden. Die schwerverletzten Thiere mußten an Ort und Stelle getödtet werden, die leichter verletzten wurden nothdürftig verbunden. Aus Stettin wie aus Berlin langten in verhältnißmäßig kurzer Zeit je ein Hilfszug an, die sogleich mit den Ausräumungsarbeiten begannen. Trotzdem war eine Verkehrsstockung nicht zu vermeiden. Die fahrplanmäßigen Züge mußten von Berlin aus über Ebersivalde und Freienwalde nach Angermünde und so umgekehrt geleitet werden. Dieser weite Umweg bedingte erhebliche Verspätungen. So kam der Zug, welcher um 3 Uhr Morgens in Berlin eintreffen soll, um 6 Uhr 62 Mimttctx hier an. Vorstehende Darstellung wird durch «ine amtliche Meldung im Wesentlichen bestätigt, wonach 8 mit Vieh beladen« Wagen erheblich beschädigt, ein Bremser leicht ver- letzt und mehrere Stück Rindvieh und Schafe getödtet bezw. ver- letzt wurden. zIumsie'« Nachfolger. Der tollkühne Fluchtversuch eines Diebes, welcher nach dem bekannten Muster Bumke's sein Heil in einer Kletterfahrt über die Dächer der Jakobstraße suchte, ver- ursacht« am Montag Abend in der elften Stunde ungeheures Aufsehen. Um 10 Uhr Abends betrat die 10jährige Pflegetochter des in der Neuen Roßstr. 22 wohnenden Malers N. den Boden dieses Hauses, als sie plötzlich über sich auf dem Dache das Aus- treten und Sprechen mehrerer Männer vernahm. Die nun sofort alarmirten Hausbewohner riefen Schutzleute aus der nahe ge- legenen Polizeiwache herbei, und als man in deren Begleitung das ziemlich flache Dach erstieg, erblickte man, auf den Schiefern lang ausgestreckt, drei junge 19— 22jährige Burschen, welche auf Befragen erklärte», dort oben nächtigen zu wollen. Natürlich schenkte man solchen Versicherungen keinen Glauben und sollte die Verhaftung der drei Leute vorgenommen werden, was auch bei zweien ohne Weiteres gelang, während der dritte die Flucht ergriff. Seine Verfolger immer hinter sich, lief der kühne Spitzbube über das Dach des Seitenflügels, schwang sich auf dasjenige eines zu dem Grundstück Alte Jakobstr. 74(Ecke der Noßstraße) gehörigen Fabrikgebäudes, erreichte von dort den Seitenflügel desselben Grundstücks, überkletterte auch dieses Gebäude, um sodann auf dem Dachfirst des etwa 15 Meter Front zählenden Vorderhauses entlang zu schreiten. Schon glaubte man, den Flüchtling zu haben, da das Dach des Nachbargrundstücks Neue Roßstraße 28 etwa 8 Meter höher liegt, als sich plötzlich der Verfolgte von seinem Standorte aus aus den im 4. Stock befindlichen Balkon dieses Hauses schwang und aufrecht, den ktörper fest an die Wand geschmiegt, sich auf dem etwa 15 Zentimenter breiten, unterhalb der Fenster befindlichen Gesims entlang bewegte. Nur ein ein- ziger Verfolger, ein junger Tapezirer, wagte es, dem Diebe auch hier nachzukriechen. Das nach Tausenden zählende Publikum, welches sich während dieser Vorgänge auf der Straße ange- sammelt hatte, stand in größter Spannung, jeden Augenblick be- fürchtend, daß die beiden Männer herunterstürzten. Da nun der Flüchtige auf seinem luftigen Orte stehen blieb, wurde die Feuer- ivehr alarmirt, welche auch bald in zwei Züge» eintraf. Ter Verbrecher hatte es inzwischen doch vorgezogen, sich auf dem Balkon des Hauses 22, welches auch Ausgangspunkt der tollen Jagd war, in Sicherheit zu bringen, und wurde dort alsbald festgenommen, so daß die wenige Minuten später eintreffenden Löschmannschaften nicht mehr in Aktion zu treten brauchten. Der Verhaftete, welcher über seine Persönlichkeit jede Auskunft ver- weigerte, zog aus dem Transport nach der Polizeiwache plötzlich ein Messer hervor und suchte, hiermit um sich schlagend, nochmals die Flucht zii ergreifen, wurde aber schnell überwältigt. Eine hochinteressante Klage gegen die Direktion der Nordbahn ist in diesen Tagen von Passagieren der letzteren Eisenbahnlinie beim Amtsgericht I eingeleitet worden. Es waren nämlich vor etwa 14 Tagen die Insassen eines„Spczialwagens" auf der Station Schönholz desivcgen in demselben eingeschlossen worden, weil ein Einziger der 75 Passagiere— bekanntlich heißt es bei diesen Wagen„0 Pferde oder 4Ü Mann"— die Wagen laterne des Schaffners halte zum Fenster hinausfallen lassen. Sämmtliche Insassen des Wagens waren genöthigt, die Fahrt bis nach Berlin, Stettiner Bahnhof, mitzumachen und sodann mittelst Droschken nach den Bororts-Stationen Gesundbrunnen, Pankow u. s. w. zurückzufahren. Nachdem nunmehr seitens der so Ge- schädigten an die Direktion der Nordbahn eine Beschwcrdeschrift abgegangen, ist gleichzeitig die Klage auf Ersatz der bezahlten Droschlengelder gerichtlich anhängig gemacht worden. Gegen den Schaffner soll Anzeige wegen Freiheitsberaubung bei der Staats- anwaltschaft erstattet werden. ' IlebiT eint» räuberischen UrberfaU, welcher am Sonnabend Abend gegen einen Berliner Kanfmann, der eine größere Summe Geldes bei sich führte, unweit Wilmersdorf auf der Chaussee beim sogenannten Landhause unternommen worden sein soll, weiß eine Vororts-Zeitung Folgendes zu berichten: Der betreffende Kaufmann befand sich in der zehnten Stunde auf dein Heimivege nach Berlin, den er zu Fuß zurücklegte. Plötzlich rauchte neben ihm an der Straßenböschung eine dunkle Gestalt auf und in deinsclben Augenblicke fühlte er sich auch schon von einem zweiten Räuber von hinten gepackt, der mit einer eisernen Gewalt ihm die Arme an den Körver drückte. Während dessen begann der vor ihm Stehende, welcher fein Gesicht geschwärzt hatte, die Durchsuchung der Taschen des Opfers. Die goldene Re montoiruhr nebst schwerer Kette war die erste Beute, welche der Strolch an sich riß. Der Kaufmann war vor Schreck sprachlos. Er konnte zuerst keinen Laut umHilfe hervorbringen. Aus derBrusttasche griffen nun die Räuber ein kostbares Zigarren-Etui und machten demnächst den Versuch, sich des Geldes zu bemächtigen, welches der Kaufmann bei sich trug. Dabei ließ der das Opfer fest- haltende Kerl los, so daß der Kaufniann einen Arm frei bekam. Er versetzte nun dem Strolch einen Stoß, daß dieser zur Seite taumelte und rief zugleich laut um Hilfe. Im nahegelegenen Landhaus waren die Rufe zum Glück gleich gehört worden und bald eilten Leute herbei, bei deren Herannahen die frechen Räuber schleunigst das Weite suchten. Halbtodt vor Angst begab sich der Uebersallcne zunächst nach dem Landhaus und von da in Beglei- tung nach Hause. Bei der von ihm polizeilichcrseits gemachten Anzeige vermochte der Kaufmann das Aussehen der beiden Straßenräuber so genau zu beschreiben, daß in den Polizeibeamten sofort der Verdacht der Thäterschaft auf zwei bestimmte Persön- lichkeiten aufstieg. Diese Kombination erwies sich auch sofort als richtig. Die beiden der That Verdächtigen sind zwei berüchtigte Rowdies in Wilmersdorf, ein würdiges Brüderpaar, das erst kürzlich aus dem Gefängniß entlassen worden ist. Die Beiden wurden sofort verhastet und haben die That bereits eingestanden. Kevichtignng. In der Theaterkritik, Spalte 2, Zeile 16 des Absatzes 8 muß es heißen: i n d i v i d u a l i st i s ch, nicht: individualisch, und Zeile 7 des Absatzes 4 ist zu lesen: er v e r- kennt, daß die Interessensphäre der, nicht: er verlangt, daß die Jnteresscnkreise die... Nolizeibeeicht. Am 18. d. M. Vormittags wurde auf dem Holzplatze Görlitzer Ufer 21—23, die Leiche eines neugeborenen Kindes weiblichen Geschlechts aufgefunden und nach dein Schau- hause geschafft.— Nachmittags wurde der Schneider Maurer an der Ecke der Prenzlauer Allee und der Treskoivstraße von einem Bierwagen überfahren und an beiden Oberschenkeln nicht unbe- deutend verletzt.— Zu derselben Zeit vergiftete sich ein Mann in seiner Wohnung, in der Neuen Königsstraße, mittelst Cyankali. Am 18. d. M. fanden zwei kleinere Brände statt. (Bevirfiks-Beiknug. Einein sonderbaren Zufall hatte ein junges Mädchen, welches als Perkäuferin in einer Destillation angestellt ist, eine Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung zu danken. In der Schmidt-schen Destillation erschien am 23. April der Schriftsetzer Mausolf in Gesellschaft mehrerer anderer Männer, mit denen er gemeinschaftlich eine Geburtstagsfeier begangen hatte. Er hatte vorher schon ziemlich viel getrunken und seine Freunde bestellten für ihn bei der Mamsell eine Setter. Die Angeklagte nahm denn auch aus dem Eiskasten, in welchem die Selter- Wasserflaschen aufbewahrt wurden,«ine Flasche(mit Patent- Verschluß) heraus und goß dem M. ein halbes Glas voll. Dieser hatte kaum den ersten Schluck gethan, als er mit den Ausdrücken des lebhaftesten Widerwillens das Genossene wieder ausspie und bald darauf von starkem Unwohlsein befallen wurde. In der Flasche befand sich nämlich— denaturirter Spiritus, welcher als schmackhaftes Erfrischungsgetränk noch nicht anerkannt ist. Eine Kundin hatte einige Tage zuvor sich eine Sclterwasserflasche mit denaturirtein Spiritus füllen lassen, war aber durch besondere Umstände verhindert wor- den, sich dieselbe abzuholen. So war die Flasche, welche ganz das Ansehen einer gefüllten Selterwasserflasche hatte, aus dem Regal stehen geblieben und der Geschäftsinhaber hatte sie dann in den Eiskasten zu den übrigen Selterflaschen gelegt. Der Staats- anwalt hielt die Angeklagte für die dem Trinker bereitete Ge- sundheitsschädigung verantwortlich. Nach der Behauptung des letzteren hat derselbe zwei Tage lang wegen Alkoholvergiftung nicht arbeiten kommen und deshalb 20 M. Entschädigung verlangt. Der Staatsanwalt war nun der Meinung, daß das Mädchen bei einiger Aufmerksamkeit schon beim Einschenken an dem Geruch und dem mangelnden Moussiren den Jrrthum hätte er- kennen müssen.— Der Vertheidiger bestritt dagegen, daß durch den Schluck Spiritus irgendwelche Gesundheitsschädigung ver- ursacht sein könne. Er verwies auf die Thatsache, daß in inanchen Gegenden der denaturirte Spiritus sogar als Schnaps genossen werde und behauptete, daß die„Alkoholvergiftung" einen anderen Ursprung haben müsse. Der Gerichtshof war weiterer Feststellungen nach dieser Richtung hin überhoben, denn er ver- mochte eine strafbare Fahrlässigkeit der Angeklagten nirgends zu erkennen. Dieselbe wurde deshalb freigesprochen und die Kosten, einschließlich der den Angeklagten entstandenen n o t h w« n d i g e n Auslagen der Staatskasse zur Last gelegt. Eine Anklage wegen Ketrngs, die sich gegen den Leder- Fabrikanten Gustav Naumann und dessen Vater, den Rentier Konrad Naumann richtete, beschäftigte gestern die 91. Abtheilung des Schöffengerichts in längerer Sitzung. Der erste Angeklagte besaß ein Reitpferd, welches er von einem Ulanen-Lieutenant für 760 Mark gekauft hatte. Nach etwa halb- jährigem Gebrauch verkaufte er es für 600 Mark an den Buch- Halter Arenbcrg. Diesem wurde von Sachverständigen gesagt, daß das Pserd mit 200 Mark bezahlt sei und der Versuch, es zu versteigern, bewies, daß das Höchstgebot über 240 Morl nicht hinausging. Nun verlangte Arenberg, daß Naumann das Pferd für 600 Mark wieder zurücknehmen solle und als er auf entschiedene Weigerung stieß, dcnunzirte er den Vorbesitzer des Pferdes wegen Betruges. Arenbcrg behauptete, ihm sei nicht mitgetheilt worden, daß das Pserd etwas steif in den Beinen sei und das sei Verschweigung einer ivahren That- fache. Außerdem sei er durch die falsche Angabe, es seien mehrere Bewerber um das Pferd vorhanden, zu einem voreiligen Entschlüsse gedrängt und schließlich sei ihm seitens des Ver- käufers versichert worden, daß er ein gutes Geschüft mache. Vor Abschluß des Geschäftes habe auch Naumann sen. eine ähnliche Bemerkung gemacht und sich dadurch an der Strafthat seines Sohnes betheiligt. Beide Angeklagte mit aller Entschiedenheit, daß sie unreell hätten. Der Zeuge Arenberg habe sich Älnnonze gemeldet, in ivelcher das Pferd wurde, er habe bei seinem ersten Besuche erklärt, daß er bei der Kavallerie gedient habe und hätte man daraus schließen müssen, daß er auch von Pferden etwas verstehe. Ter Zeuge habe das Pferd ferner drei Stunden lang im Gruneivald Probe geritten, dann es auch vor dem Wagen probirt und von beiden Versuchen sei er befriedigt gewesen. Wahr sei außerdem, daß sich mehrere Liebhaber für das Pserd gefunden. Durch die Beweisaufnahme stellte sich heraus, daß jeder Sachverständige den Werth des Pferdes verschieden angab. Während der Kreisthierarzt Dr. Klaus und der Reitinsiitut- Besitzer Nagel den Gaul auf 200 M. abschätzten, begutachtete der ge- richtliche Sachverständige, Thierarzt Thieme, daß er für das Pferd 600 M. gegeben haben würde. Es sei allerdings etwas steif in den Beinen geworden, diese Schwäche thcilte es aber mit vielen Pferden, die nicht mehr jung und stark gebraucht worden wären. Nach kurzer Zeit der Beweg.ng pflege daS Uebel zu verschwinden. Ein vierter Sachverständiger hielt das Pferd mit 300 M. für genügend bezahlt. Der Staatsanwalt hielt die Anklage aufrecht und bei dem Stand und der Wohlhabenheit der Angeklagten nur eine hohe Geldstrafe für angebracht; er bean- tragte euie solche von je 600 M. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Friedmann, sprach sein Bedauern darüber aus, daß in letzterer Zeit immer häusiger mit Denunziationen beim Staats- anwalt Mißbrauch getrieben werde, anstatt den naheliegenden Weg der Zivilklage zu betreten. Es sei allerdings billiger, den Strafrichter in Anspruch zu nehmen, als den Zivilrichter, denn eine Denunziation erfordere keine Vorschüsse, auch habe der An- zeigende keine Kosten zu tragen, sondern erhalte noch Zeugen- gebühren, selbst wenn sich die Unschuld des Angeklagten heraus- bestritten gehandelt auf eine feilgeboten stelle. Darauf, daß auf den Angeklagten ein Makel schwer abzuwaschen sei, werde keine Rücksicht genomm� i Vertheidiger führte sodann aus, daß weder in sachlich� persönlicher Hinsicht ein Betrug vorliege, und dieser SW schloß sich der Gerichtshof an, denn nach ganz kurzer lautete das Urthcil auf Freisprechung. Ueber de» sittlichen Werth des Uamans„Dek richten va» Kerlin" hatte gestern die 96. Abtheuu� � Schöffengerichts zu befinden. Der Buchhändler Spaller P'. erste Heft dieses Romans in Moabit von Haus zu% theilen lassen und sich deshalb ein Strafmandat in v»' k zehn Mark zugezogen, denn das Polizeipräsidium hält du'' schrift für in sittlicher Beziehung Aergerniß erregend unk J sie auch nicht zu den direkt verbotenen gehört, so ist derselben doch insoweit beschränkt worden, als ein Haus zu Haus untersagt worden ist. Spaller beantragte -~".....''" laen Termine 0«»,.*� 5 fiche Entscheidung und führte im gestrigen Termine aus, � Vertheilung angesehen werden könne. Ferner bestritt der unsittlichen Inhalt des Romans. In beiden Gerichtshof anderer Ansicht. Schon im ersten Kapi lasse der Verfasser den Scharfrichter von Berlin richtung unter Außerachtlassung der gesetzlichen Vorschristee nehmen und die später folgende Schilderung der 8wmff??Ü3 müsse das Rechtsbcwußtsein des Volkes verwirren. Die eine% uift-n" Rückfällig geworden ist Krüger, welche nach Verbüßung gestern widerum wegen Diebstahls kammer des Landgerichts 1. stand. Die Angeklagte einem Juniabende von ihren Hausgenossen, dem" TOgfed Springer'schen Ehepaare, eingeladen,'einer kleinen FannliS�� ' Nach Beendigung derselben forderte rrt r-fi r.f._ rj.___ c' c...»i tlPTTl« lichkeit beizuwohnen.----,--------............ der Gäste die ganze Gesellschaft auf, ihn nach einem garten zu begleiten. Der Vorschlag fand allseitigen auch die Ehiprau des Gastgebers erklärte sich einverstan. wenn sie nur Jemandem zur Bewachung ihrer schlafenden»rZ hätte. Die Angeklagte erbot sich, diesen Posten zu übern Während sie allein in der Springer'schen Wohnung war, stöberte sie die Schubladen und entwendete eine werthvoue o, sowie mehrere Ringe. Die Schmucksachen hat sie am folg' Tage versetzt. Sie ivar ununnvundcn geständig und entschul.», sich mit großer Noch. Eine bedeutende Aufopserungsfähimchz dabei ihr Bräutigam an den Tag gelegt. Der unbesMZ Mann meldete sich bei der Polizei und bezichtigte sich sewi' 2 Thäterschaft; die Krüger sei unschuldig. Die Angeklagte g aber das Opfer nicht an, sondern ivies nach, daß ihr BräuNS. den Diebstahl garnicht ausgeführt haben konnte. Sie wuck« r| einem Jahre Zuchthaus verurtheilt, Sozinle Ktebevstihk. trbeltseittsteklnng. Auf dem Neubau der Baufirma kranke am Nordhasen haben am Sonnabend die Häst"� Od Oi ovfcriif-o ht O OTrllCtt%| eschäftigten Maurer und 20 Zimmerleute die Arbeit � gelegt. Herr Franke, der bisher 66 Pf. Stundenlohn bei «r/-x.r.ej-.. x.'x x JW.f.ee...... ff F o l)' rz LJ— r i......—'-.y jur« stündiger Arbeit zahlte, kündigte den Gesellen an, daß er J t �. X � I..—......—.T. C /\ CD Z � Iv Y � A L 1-> A VI* VA f V* I 1 ,1 letzt ab nur noch 60 Pf. zahlen werde. Diejenigen Arbeiter, hiermit nicht einverstanden waren, legten die Arbeit nieder, ist fern zu halten. Achtung! Wir ersuchen alle diejenigen, welche noch im PO von Sammellisten für die gemaßregelten Weber in Greiz siiwj| solche baldigst zustellen zu wollen. Weiter für die Gemaßrcg' � in Greiz erhalten: Von den Filzschuharbeitern 11,26 M:" tigt-"en Etabliss rursanw war. g machst thieren [ich von durch d anlaßt, dresei ind, chluß -tztei glauben haben. daß die unserer Das de ZAhrhe Ä 83 Partei> n-iher b % ganz vc Wenges fing m- Zweifel, zu den tu bebe Partei die der fönen. Aelebun a? lorgt w undeein " w flhr nr werden lagert s nur de % "[cht ii der j. «wer P % fe fc>w vuhren sollen .fichik den Steinbildhauern 15,15 M.___ rJi jsl >>�4V4ilOUVyuiWVe» X Xfy X o ifc/v, -,.3" der Metzer Zeitung" von, 13. d. M. findet sich, Notiz, welche namentlich die hiesigen Zimmerer interessiren "-"d PfWje zeigt, wie sehr das Unternehmerthum darauf bckP ist, fasiche Nachrichten über den Stand der Berliner BauaW� Bewegung in die Welt zu setzen. Tie Notiz lautet:, ,„1 ..Mit der Lohnbewegung unter den Berliner BauW werken, ist es für dieses Jahr völlig zu Ende. DerPj band der Zimmerer hatte für diese Tage eine große n-rfrttitmfitnn einberufen. jit mefrtiet nack etwa eius'P! Versammlung einberufen, ju welcher nach etwa digen, Warten ganze 23 Mann sich eingefunden h"„ oi. e L.____ w- cY\„..r....... r..»,_„„v. v.. U/vvi.Cav Mit l*"« Nachdem die Vcrsaminlung von dem Einberufer rmt« J kurzen Anrede eröffnet woroen war, wurde sie ohne wcl' i wieder geschlossen, woraus die Erschienenen geräuschlos* 3% W flachtb 41 ?! Pi «Itoße, einander gingen." Soviel Worte, soviel Lügen. Es ist dem Verband der nierer garnicht eingefallen, eine Versammlung einzuberufen, er gar kein Recht zu haben glaubt, eine„Volksversammlung",',, zubcrnfen. Eine von 23 Mann besuchte ZimmererversamMlW hat überhaupt in Berlin nicht stattgefunden, und so durste n>°i, r atiefe D Nim «kn c •Säten die ganze Notiz als eine Ausgeburt der sommerlichen Httz«' auf irgend eine Reporterphanlasie gewirkt Habens störend anzusehen sein. V % DetfaiumlttnöCit. Auch die zweite Uerfa»»»»li»>g, die für morgen nach. Brauerei Friedrichshain einberufen war, ist ebenfalls veu't worden. Bermuthlich hat die Polizei angenommen, daß V. Singer in dieser Versammlung während der Diskussion das l®, ergreifen würde. Unsere Meinung über das Verhalten der Pab' legen wir an der Spitze der politischen Uebersicht klar. Die Freie Bereinigung der Zimmerer ersucht uns a" zutheilen, daß die heutige Versammlung bei Orschel, Sebap,- straße, nicht stattfindet. Die Versammlung findet am So»»-''«»tl ■■--~, ftrtft Zahlreicher Besuch ist""LI Wb$ 1 :>»»« S D te» iE hiesigen Zimmerer Schönfisch. Das Sozialistengesetz geht nach 12 jährigem seinem Ende entgegen, trotzdem leistet der bekannte Z in 13, Rttabe ,3# Polizcibeamten, dem die Lust in einem Versammlungslokale ttte unerträglich dünkt, immer noch Gelegenheit, die Mr. Versa» f,, lung auf Grund des samosen Paragraphen aufzulösen, auch» keine„auf den Umsturz der bestehenden Staate- oder G'l schastsordnung gerichtete Bestrebungen zu Tage treten." Am 7. d. M. wurde eine Mitgliederversammlung der N.p Vereinigung der Kaiifleute während eines Vortrages des verordneten Vogtherr über Bellami,„Ein Rückblick aus„ Jahre 2000 aus 1837" aufgelöst, als der Referent folgende anführte: fi ep Nach Bellaini sollen die Menschen zur Arbeit ,,, �1 zogen werden, um der Allgemeinheit'zu� dienen, �tväh� die wenn Meisten Allgemein das Selbstiitteresse : Int?« dabei im 19. Jahrhundert nur dann vertreten, Spiele ist.— t.,1 Auf die Beschwerde, welche vom Vorsitzenden, Herrn""•Pt Penn, beim königlichen Polizeipräsidium eingereicht wurde, demselben nachstehender Bescheid zugegangen: „Euer Wohlgeboren erwidere ich auf die Beschwerde U 3. August d. I. ergebenst, daß ich die Auflösung der am chch.,» abgehaltenen Versammlung des unter Ihrer Leitung sieh«"� Vereins nicht für gerechtfertigt erachte und den überivach« Beamten mit entsprechender Aniveisung versehen habe. Der P" Präsident. In Vertretung: Friedheini." «ache faitim jttne ?sa •s A % l?9« «t| 2"* A % ){HP wM S I rgltij in» ifteit f .-S� B-lF r-j S tBUt«® Ifrf 4 Zs p & i t rma I % i4 ) im sind, 1 J aßr-g'A 2Ji.;" T Folgsttwkeit d-r Masse,»", dieses Thema beschäf- vorgestern Abend im oberen Saale des Feuerstein'schcn , �..(Alte Jakobstr. 75) stattgehabte Schuhmacher- iiinv S ,e einer unerträglichen Hitze zahlreich besucht , Referent, Schriftsteller Dr. Bruno Wille, erläuterte L"2 des Längeren, daß die Menschen im Allgemeinen Heerde«- firf, ,!U bleichen, die mit einer gewissen unwiderstehlichen Gewalt imvA??lct. Stoßen Masse hinreißen lassen. So haben sich auch, das. riesige Anwachsen der sozialdemokratischen Partei vcr- di-r Leute blindlings der Partei angeschlossen. Da nJx �Beuten die Ziele der Partei unbekannt s&u.'c. ko�f.uhr der Redner fort, so hat der An- l,,. ß dieser Leute an unsere Partei der �" r Schaden gebracht.(Wir können kaum k.�den, daß die Worte des Herrn Dr. Wille wirklich so gelautet bnfi x- 9%m®rnst wird doch kein Parteigenosse behaupten ivolle», »J®ie Zunahme der Wählerstimmen, worin wir einen Triumph rt-.jl y Sache erblicken, der Partei schädlich gewesen ist. Red.) ��demokratische Prinzip erheischt wohl, daß der Vortheil der du. ,' uicht aber daß die Meinung der Mehrheit aus- °»?Wbend ist. Die Mehrheit kann irren. Schiller sagt: ?-s.m?�unft ist stets bei Wenigen gewesen." Die heutigen l�» gastlichen Einrichtungen, Schule, Kirche u. s. w. sorgen dafür, daß jedes sclbstständige Denken in den Massen er- »''wird. Leider macht sich dieser Uebelstand auch in unserer *-«geltend. Die Masse», die mit den Parteiverhältuissen nicht d-n w �siraut sind, folgen blindlings denjenigen, die zufällig in ich eines Reichstagsmandats gelangt sind; die urlheilslose (m*''' �rr Meinung, daß mit einem Neichstagsmandat auch lin» D?n f'chfi die höhere Intelligenz verbunden sei. Das Sozia- . engesetz hat es wvthwcudig gemacht, daß einzelnen Führern vsl tFroße Machtbefugniß übertrage» wurde. Es ist ja kein 5, daß die Massen, die blindlings den Führern folgen, viel ,1, y" Wahlerfolgen beigetragen haben. Allein trotzdem ist es ° vedauern. daß eine große Anzahl von Leuten zu unserer Ji..! gehören, die die Ziele) der Partei nicht verstehen und ' der Meinung sind, die Ziele decken sich mit den Per- 8,1?' diesem Uebelstande muß gesteuert werden durch geistige Shji?«!® der Vereine und Versammlungen, in denen die freie . l�rusnon mehr als bisher gepflegt werden muß. Auch unsere auyrcr und unsere Presse müssen für größeres geistiges Leben 'che tragen. Bekanntlich bleibt betreffs der Arbeiterpresse noch in! iu wünschen übrig(Rufe: Sehr richtig!) Es muß dafür ge- wx, werden, daß einige Blätter von Leuten redigirt werden, die ."veemflußt von den Führern sind. Der dumpfen Schwüle, in f wir uns befinden, thut ein frischer Windhauch 19» noch. Mehr als bisher muß der Wahrspruch beherzigt Inn.'«Der Feind, den wir am tiefsten hassen, der uns um- >>., n �warz und dicht, das ist der Unverstand der Massen, den P?, � Geistes Schwert durchbricht."(Stürmischer Beifall). rn schwacher Krause: Ich kann mich den Ausführungen deS „.Renten nur anschließen. Wenn die sozialdemokratische Fraktion i" Halle den bekannten Ansruf erlassen hätte, dann»väre � 1 Mai in Deutschland ganz anders gefeiert worden. In »er Partei wie der unserigen muß eine Kritik gestattet sein. Wir !»!x� protestiren, wenn gewisse Führer alle diejenigen, die das «»cht der freien Kritik in Anspruch nehmen, als„Spitzel" u. s. w. Mächtigen. Man kann mit den Prinzipien der Sozialdemokratie Wf l&i N mit en% chlos� 1 * v•», iwkwe*•»»»• w«» d* wohl einverstanden sein, deshalb' braucht man aber den Wer» nicht nachzulaufen wie eine Heerde Schafe ihrem Hirten. jf'fall und Widerspruch.)— Schuhmacher Fischer: Unter der «Wchaft des Sozialistengesetzes war es nothwendig, den »uhrern eine gewisse Machtbefugniß zu geben, jetzt aber Men»vir wieder frei diskutiren und uns auch eine ■fjttik gestatten. Ich achte den Genossen Bebel sehr allein wenn derselbe schreibt: mit der Redaktion „Sächsischen Arbciter-Ztg." spreche ich noch näher, wenn ich M Hause komme, so»st das doch etwas zu schulmeisterlich. Mci mag ja die besten Absichten haben, allein eine solch große Machtbefugniß können wir einer einzelnen Person nicht einräu- Es ist nicht zu verkennen, daß je größer die Partei werden ,,,3 fcesto mehr Reibereien werden vorkommen, das haben»vir „3 bei den Kartellparteien erlebt. Allein wir dürfen nicht zu- rünt'm baß die Beschlüsse des Parteikongresses von einem aus „{/ Personen bestehenden Zentralwahlkomilee kurzer Hand um- KWen werden. Auf dem Kongreß zu Ct. Gallen»vurde be- !lw■»•' bei Stichwahlen zwischen Kandidaten der bürgerlichen bf! r n sollen sich die Genossen der Stimmabgabe enthalten, bei »ui 3*0" Reichstagswahl forderte uns das Zentral-Wahlkomitee dix'n. Stichwahlen zwischen Gegnern für die freisinnigen Kan- Zu stimmen. Hätte sich die sozialdemokratische Reichstags- »den lm Jahre 1885 für den Bauarbciterausstand in Berlin so ins Zeug gelegt»vie jetzt für den Hamburger, dann Qieix ondere Erfolge erzielt»vorbei». Während ein unendliches "ach Hamburg geschickt»vird, werde für den Bauarbeiter- ltz.jsuand in Rostock nicht das Geringste gethan.(Lebhafter aje") Schuhmacher Hirsch: Er könne dem Referenten nicht » l t c zu großen Jugend. Die Jugend hat doch be'iöW. Schuhmacher Hirsch: uw rönne oem mcserenren nicu» i«den baß der Mensch einem Heerdenthier gleiche. In 0orbn„*"s�on sei doch innncr ein gewisses geistiges Schaffen die Im übrigen müsse doch eine Autorität, zum mindestens Itiatf," Altern ihren Kindern gegenüber anerkannt»verde». Schuh- diir- x �l)r>stensen: Die Führer machen vielen Leuten den Bor- selbe*u orouen Kuaend. Die Juaend hat doch aber das- T».» lliecht, ihre Meinung zu äußern wie � stinige Genosse, der seine Meinung nicht nach � verbog das. ,et Pol'i" Ii i1 ■3 # erde"A O er die ältesten Führer. "w-»vcnoge, oer leine uneinung maji offen kundgiebt, ist stck A �'n Feigling.(Lebhafter Beifall.) Schuhmacher Bomby: re/i'"'t den Vorrednern vollständig cinvcrstai»dcii. Auch ich Wr> e bas Stecht der freien Kritik und bin keincsivegS mit dem »j. lallen des Genossen Bebel einverstanden.'Allein, da eS sich o prinzipielle, sondern um rein taktische Fragen handelt, »leux°'4 es nicht für richtig, daß dieselben vor aller Welt, zur Unserer Gegner erörtert werden.(Widerspruch.) Ich bin t«otin 33 auch der Meinung, daß in die Partei eine gewisse itor- ficht?' Eingerissen ist. Ebenso ist es mir bekannt, daß die Ab- blatt« lt. die„Volks-Tribüne" zu unterdrücken, um das„Volks- V) offiziellen Parteiorgan zu machen. Allein ich bin doch daß alle diese rein taktischen Fragen nicht vor einer u»x n;3Cn Versammlung verhandelt werden dürfen.(Beifall »�.Widerspruch). Schuhmacher Fischer: Ich muß dem Vor- lich. �«wider», daß unsere Partei stark genug ist, um eine osf ent- Zu kz» terung, wie sie gegenwärtig geführt wird, vertragen Sttcih,"- Beifall.) Nachdem noch Dr. Wille bemerkt, daß weil es sich um taktische Fragen handelt, eine Lffent- �til».?!,*ung nothivendig ist. gelangte mit allen gegen sieben ist x folgende R-solutio» zur Annahme:„Die B-rsaminlung die»3 Schicht, daß es im Interesse der Slrbciterbewegung liegt, »iliSin,,?o und Arbeiterinnen zn selbstständigen Menschen zii Es geschieht dies am besten dadurch, dap man in .icsiuichcn SlrheitPVMnvnM.mi... n.-n osrbeiter lllid Arbeiterinnen jedem Menschen Ferner ist die ßkistin ,33 Arbeitervereinigungen die Arbeiter unl Me /Ü. beben sucht und Sorge dafür trägt, daß j -ÖMnl'o Meinung und Kritik bewahrt bleibe. fti s u»t»nilii>.„. �' u""".....................—. SnS� »n.Hie V-,f.b'o Parte» ihren Zielen näher-r-xf.A J'lfet(w na?mrIim0 der Meinung, daß Beb- der m-?,3.°bllrg) nicht korrekt gehandelt lu, gy, niu)t«.»«»»»1,------ oie Partei ihren Zieler. näher führen soll. Endlich �, n9 der Meinung, daß Bebet in dem Falle Hans der«w irg) nicht korrekt gehandelt und die Sache nicht getrennt hat." C der W« der Tischler gn-Hi» W. Dienstag, de» 12. d. M.. mit br?o-erein der Tischler Bcrln W. eine Bezirksoersann»- imx JflattJnr-��nunfl: I. Vortrag des Herr» Karl Pinn !>!-? �ersg.j,x tt und Humanität. 2. Werlstattangelegenheiten �n dit Sa bei Eröffnung der Versammlung der l!i!-�°rdn„ch."scht erschienen war,»vurde in den 2. Punkt der sb.Ntatt. 9 eingetreten. ES waren hierzu die Kollegen der % eimSf«? m' Alte Jakobstraße, und Wulff. Belleallianec- i>!e�'ffivn R Gegen beide war bei der Wcrkstatt-Kontrol- xW'�fobe wegen Ueberarbeit erhoben. Stachdem die die Rachfeierabendarbett bei Blum als regelmäßig, bei Wulff seit etiva 4 Wochen konstatirt hatten, bestritten dies zuerst die Kollegen ersterer Werkstatt, gaben dies zuletzt jedoch mit dem Bemerken zu, daß dies schon so tief eingewurzelt sei, daß es schwer hält, dies zu beseitigen und die Kollegen, die es eigentlich angehe, nicht an- wescnd seien. Die Kollegen von Wulff gaben die Ueberarbeit seit drei Wochen und zwar die erste Woche zwei Stunden täglich und Sonntag einen halben Tag, die zweite und dritte Woche täglich eine Stunde, zn, suchten dies aber durch die Angabe, daß sehr dringende Arbeit vorhanden und alle Plätze besetzt seien, sowie durch einigermaßen gute Löhne daselbst, abzuschivächen. In der Debatte darüber sprachen noch die Kollegen Appell und Coblenzer, welche den Kollegen zu bedenken gaben, daß sie bei solch langer anstrengender Arbeit nur zn bald alt und siech»vürden und daim ganz unbekümmert, ob sie ihrem Arbeitgeber Häuser verdient haben, auss Pflaster gesetzt werden. Es wurde ihnen dringend anS Herz gelegt, sich lieber sammt und sonders den, Verein anzu- schließen,»velchcr bei prinzipientreuem und korrektem Vorgehen der Kollegen stets hinter ihnen stehe, so daß sie keine Maßrege- lung zu fürchten haben. Nach Erledigung dieser Angelegenheiten erhielt Herr Pinn, der unterdessen erschienen war, das Wort. Er führte ungefähr Folgendes aus: Wenn wir in das Dezennium vor 48 zurückblicken, so kann man mit gewisser Berechtigung diese Zeit als das Zeitalter der Humanität bezeichnen; während von dem Jahre 48 dies Zeitalter als das der Nationalität bezeichnet werden kann. Redner meint, daß diese beiden Begriffe die größten Gegensähe in sich bergen; denn während sich die Humanität auf alle erstreckt, wird der Begriff Nationalität zu Gunsten einer ganz geringen Minderheit zu selbstsüchtigen Zwecken ausgenützt, z. B. 1873, indem die Schutzzölle eingeführt wurden, angeblich uin die Nation zn schützen, in Wahrheit, um einigen Großgrundbesitzern und Großindustriellen die Taschen zu fülle». Auch jetzt»nacht sich wieder ein Streben nach Nationalität im Paßzwange bemerkbar. Besonders seit 1870 seien tiefe Schichten ves Volkes von Nationalgesühl erfüllt, welches nur Nationalhaß und Chan- vi»iZm»ls gezüchtet habe. Die Definition deS Professor v. Blunschli, daß eine Nation, ein Volk mit gleicher Abstammung, G e- burt, Sprache, Religion und Sitte sei, widerlegt Redner durch viele Beispiele. Italien, Spanien, Oesterreich»md Amerika u. A. Länder sind ans vielen Stämmen mit verschie- denen Sprachen und Religionen zusammen gesetzt und nicht einmal die Beivohner eines einzigen Ortes gleichen sich in Sitten und Gebräuchen. Ueberhaupt erklärt der Referent die Mischung der Atenschen der verschiedenen Länder, dem der Begriff Nation widerstrebt, als einen großen Segen; indem dadurch die Kultur verbreitet werde. Redner befürwortete zum Schluß»och die Vcr- brüderung aller Menschen; reicher Beifall lohnte den Redner. Hieraus sprachen»och einige Kollegen in demselben Sinne. Schluß 11 Uhr. Der Uerband deutscher Ulechai»il»er und verwandten Berussgenossen hielt am 6. August eine außerordentliche General- Versammlung ab. Tie Tagesordnung bestaub: 1. In einem Vortrag des Kollegen Trittelivitz, über„Die Koalition der Arbeit- geber". 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegirten zum Vcrbandstag. 4. Ausstellung der Anträge zum Verbandstag. 6. Verschiedenes. Einem Geschäfts ordnungsantrag gemäß wurde Punkt 3 und 4 zuerst erledigt. Es wurden folgende Anträge, welche die Zahlstelle Berlin auf dem diesjährigen Verbandstag stellen wird, angenommen: 1. Ten Zentral- Arbeitsnachweis, welcher sich jetzt in Hamburg befindet, nach Berlin zu verlegen unter Beibehaltung der für den Berliner Arbeitsnachweis giltigen Statuten. 2. Berlin als den künftigen Vorort des Verbandes zu wählen, da Berlin»iatiirgemäß als der zweckmäßigste Ort erscheint, wo der Hauptvorstand hingehört. Hierzu wurde noch der Antrag gestellt, einen besoldeten ersten Aorsitzendcn zu wühlen, da es, um das Gedeihen und Wachsthum des Verbandes zn fördern, nothwendig erscheint, daß Jemand vorhanden ist, welcher seine ganze Zeit»md Kraft für den Verband zn opfern im Stande ist. Dieser Antrag wurde jedoch als verfrüht ab- gelehnt. Beantragt wurde ferner, die jetzt monatlich zu zahlenden Beiträge von 60 Pfennigen in wöchentlich 10 Pfennig-Beiträge umzuwandeln. Viertens»vurde der Antrag angenommen, die jetzt in Privatverlag erscheinende Zeitung der deutschen Mechaniker in Verbandsverlag mit dem Sitze in Berlin über- gehen zu lassen, sollte jedoch dieser Antrag nicht durch- zuführen sein, so haiten die Berliner Delegirten dahin zu streben, daß der Inhalt dieser Zeiwng geregelter und zweckentsprechender erscheine. Fünftens, vurde beschlossen, für eine gründliche Umändernng des jetzt höchst umständlichen Wahl- modus einzutreten. Bei der hierauf stattfindende» Wahl der Delegirten wurden folgende Stimmen abgegeben: für Berlin 846. Kassel 41. Köln 62. Ebingen 80. Erlangen 39. Frankfurt a. M.-Bockenheim 74. Hagen 41. Halle 46. Hainburg 9. Hannover 48. Heidelberg 49. Jena 45, Kiel 43. München 51. Stuttgart 48. Wiesbaden 25. Da die Wahl längere Zeit in Anspruch genommen hatte, mußte Vortrag und Diskussien vertagt iverden. Unter„Verschiedenes" wurde dann auf die augenblickliche Lage der Hamburger Arbeiter hinge- wiesen und als selbstverständlich angenommen, daß bei den» veriverflichen Vorgehen der Hamburger Arbeitgeber sich jeder rechtlich denkende Arbeiter verpflichtet fühlt, voll und ganz für die Interessen der Hamburger Arbeiterschaft einz»- treten. Sodann»vurden noch alle Diejenigen, welche sich im Äe- sitze von Strcikgcldcrn besinden, aufgeforvert, dieselben so bald wie»nöglich abzuliefern, damit die Abrechnungen möglichst bald erledigt werden können. Atifgrlöste U«rsa»il«>lu»g. Der sozialdemokratische Lese- und Dislutirklub Lassalle hielt am 14. d. M. bei Schröder, Mantenfselstr. 9, eine öffentliche Bersaminlniig ab. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag des Herrn Dr. Zadek über „Moderne Medizin", der sehr beifällig auigenomnien»vurde. Die Diskussion»var sehr lebhast. Tie Ortekraiikenkassen wurden einer scharfen Kritik unterzogen. Die Kassenärzte seien zn gering be- soldet. A»>f eine Konsultation kommen»nanchmal nur 10 Pfg. Der Arzt ist infolge dessen gez>v»mgen, oberflächlich zn untersuchen. Er muß mitunter 80 Personen in einer Stunde absertigen. Ein anderer Redner verbreitete sich über die Schädlichkeit der Kellerivohnungen, welche von den ärmeren Klassen infolge der hohen Miethspreise aufgesucht»verde»»nässen, trotzdem diese „Wohnungen" naß sind n»d»veder Licht und Lust in sie dringt. Ein anderer Redner nahm Gelegenheit, das Patentwesen z» kritisiren. Es sei ungerecht, daß eine Gesellschaft, die auf die Fabrikation des Antipyrins ein Patent hat, sich für ein Arznei- mittel so hohe Preise zahlen lassen konute, daß sie gegen vier Millionen Mark. Reingewinn herausschlagen konnte.— Tie Apotheken müßten vom Staate übernommen werden, damit sich nicht Einzelne auf Kosten der Kranken die Taschen sülle». Nachdem der Referent verschiedene Fragen beantwortet hatte, wurde zu Verschiedenem geschritten, wobei ein Redner sich energisch dagegen wendete, daß im Kreise Jerichoiv Soldaten zu Erntearbeiten geschickt»vürden,»vährend die'Arbeiter ivegei» des geringen Lohnes, das der Gutsherr zahlt, in die Ziegeleien gehe». Beim Zitiren eines Gedichtes, bei den Worten, daß das Krieg- führen im Interesse der Tyrannen läge, löste der überwachende Beamte die Versammlung auf Grund des§ 9 des Sozialistengesetzes auf. Eine ö'ffr,»lliche Uerflammluiig sämmtlicher in der Holzindustrie beschäftigten Arbeiter sollte am Montag Abend im Lokale„Sanssouci",� Kottbuserstraße 4a, stattfinden. Auf der Tagesordnung stand: Das Koalitionsrechl und die Arbeiter speziell Hamburgs, Referent Herr Hildebrandt. Da der Besuch ein sehr schwacher»var,»vurde der Wunsch laut, die Versammlung zu vertagen. Herr Hildebrandt erklärte, daß die Versamiulung zu dem Zweck einberufen»vorden sei. Stet- lung zu dem Vorgehen des neu gegründeten Verbandes der Holz- industriellen zu nehmen. Man habe von Seiten dieser Herren bereits einen Arbeitsnachweis errichtet und den» Vernehmen nach auch schon„schwarze Listen" angelegt. Es»verde angesichts dieser Verhältnisse nothwendig sein, den in der Holzbranche bestehenden Arbeiterorganisationen eine festere Gestaltung zn geben, sie wtder- standsfähiger zu machen. Man müsse rechtzeitig Vorbereitungen zu einem event. Kampf mit dem Unternehmerthum treffen, der voraussichtlich in Berlin ein sehr schwerer sein werde. Dieser Gedanke müsse in die Oeffentlichkeit dringen und den Kollegen bekannt gemacht werden, damit die nächste Versammlung eine regere Theilnahme finde. Herr Grimpe sprach sich ebenfalls für Vertagung aus und stellte den Antrag, als erste»» Punkt ans die nächste Tagesordnung zu setzen: Wie stellen sich die Holzarbeiter Berlins zu einer zentralisirten Körperschaft? Nachdem Herr Müller sich gegen diese Fassung gewandt hatte, beantragte Herr Hildebrandt folgende Tagesordnung: Wie stellen»vir»ms gegenüber dem Vorgehen des Verbandes der Holz- industriellen? Herr Grimpe zog seinen Antrag zu Gunsten des letzteren'zurück,, velchcr keinen Widerspruch sand. Die Ver- tagung»vurde angenommen, ebenso die von Herr» Hildebrandt vorgeschlagene Tagesordnung. Der Einberuser, Herr M i l l a r g, machte hierauf den Anwesenden bekannt, daß die Fortsetzung der Versammlung am Montag, den 8. September, in demselben Lokal stattfinden»verde. Gin» Gritn'ah'tt's'ammhtUg des Fachvereiua der Dürste»»- u<»d ZI in fr l mach er Berlins und Umgegend fand ain Sonntag, den 17. d. MtS., bei Feuerstein mit folgender Tages- ordnung statt: 1. Kassenbericht. 2. Vorlesung über die Marr'sche Werththeorie. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes.— Der Kassirer Lindemann berichtete über die Kassenvcrhältuisse und da nach dem Gutachten der Revisoren alles genau stimmte,»vurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Die Vorlesung halten die Kollegen Siegmund und Sol)la. Die Diskussion»var ,»ur kurz. Unter„Ver- schiedenem" erhielt zunächst Kollege Pank Bartsch das fWort zu seiner Rechtfertigung in Betreff seiner Elltlaffung a»ls der Pinsel- Fabrik F. Pfennig, vormals Brück, Kochstraße 54 b. Der Werkführer und die Kollegen vor- benannter Pinselfabrik verlangten in einer Berichtigung in Nummer 185 des„Berliner Volksblatt"»nit ihrer NauieuSunter- schrift, daß Bartsch sich rechtfertigen sollte, falls sie ihn noch ferner für einen rechtschaffenen Menschen halten sollten. In Nmnmer 188 vorbcnannter Zeitung nun erwiderte darauf Bartsch, daß er ihnen den Bescheid in der Fachvereinsversanunlung geben »vird und ersuchte sie, da zn erscheinen, jedoch hatten der Werk- führer Albert Schulz, sowie die mitunterzeichneten Ge- sellen, den kolossalen Mnth, in dieser Versaminlnng gar nicht zu erscheinen. Bartsch gab nun Aufschluß über seine Eni- lassuug und die Versammlung gelvann den Eindruck, daß that- sächlich eine Maßregelung vorliegt. Kollege Lindemann»vundert sieh sehr über den Herrn Werksührer Albert Schulz benannter Pinselfabrik, der immer betont, er»väre Sozialdemokrat und sich, »»it seinem Solidaritätsgesühl brüstet, aber nicht zn haben ist, »renn es gilt, die Sache zu vertreten. Es ist deshalb»msere Pflicht, diese Werkstelle einmal gehörig in dieOeffenlickkeit zubringen. Kollege Kühne, der ebenfalls bei dieser Firma gearbeitet hat, giebt auch einigen Ausschluß über die Werkstelle,»vodei der Herr Werk- führer nicht gerade gut wegkommt. Liudemann und Bauer stellen oen Antrag, die Maßregetiing des Kollegen Bartsch auch dem Pinsel koi»sum»renden Publikuin, den Malern, in einem Bericht an die„Malerzeitung" bekannt zu geben. Dieser Antrag wird einstilnmig angenommen. Da in unserer Vereinskasse Vermögen nicht vorhanden ist, so stellt Bauer den Antrag, den Monats- beitrag un» 20 Pfennige zn erhöhen und die Mehr- einnahnle den ausgesperrten Hamburgern zn übergeben. Der Antrag wird angenommen. Bartsch ersucht den Vorstand, Billets zur Urania zu besorgen, damit den Mitgliedern Gelegenheit geboten wird, dieses lehrreiche Institut zn besuchen. Der Bor- sitzende verspricht dies zn thun. Die bekannte Resulution gegen den „BerlinerLokal-Anzeiger"»vurde des rveiteren angenommen. Es»vird noch bekannt gemacht, daß eine Partie am 31. August, früh 7 Uhr, vom Bahnhof Alexanderplatz aus stattfindet. Tarauf schloß die Versammlung mit einem Hoch auf die moderne'Arbeiter- bewegung. Die Freie Vereinigung der Kutscher KnUna und Umgegend, auf dein Boven der moderne» Arbeiterbewegung stehend, hat sich nunmehr definitiv konstituirt und einen satzllngsaeinüßen Vorstand gewählt. Derselbe besteht aus den Herren M u ck w e r und Graboivski(erster und zioeiter Vor- sitzender), Brunsch und Li n beim(erster und zweiter Kassirer) »md Hedtke(Schriftführer). Revisoren sind die Herren K l i n g e m e y e r und Böttcher. Neriin dir Klempner Kerlina«nd Umoeaend. Mittwoch, den 20. August 1880, Abends 8 Uhr: Große Versammlung»IN Lokale„Äüd-Oji". Waldemars»!. 75. Kerei» der Knrbetstepper Kerlin» n»d Umgegend. Au» Dounersiaa, den si. August, Abends» Uhr, Blumenstr. 78: Versammlung. Gäste willkommen. ?>« Kersainmlnng der Uereinignng deutscher KteUmacher. Maglied- schasl B-rli», stndet am MUlwoch, den so. August, Abends 8K Uhr, bei gemier. Mitnzstr. Ii, stall. AUgem. Kranke», und KtertieKalse der WetaUarb-iier(Ö. 0-■* Hamburg). Donnerstag, den 21, August, Abends 8% Uhr, Münzstr. 1» bei 3-mter: Versammlung der OrlSbeamlen silmmtltcher gilialen Verlin« und Umgegend. Kollegen«nid Kerufsgenollen! Am Donnerstag, den 21. August, Nach« 12 Uhr, findet im großen Saale des Herrn Feuerstein, Alle Jakodstr. 75 ein» große Sstentliche Versammlung statt. Tagesordnung: 1. Die wirthschaftltchs Lage der EasUvirthSgehilfen und ihre bestehenden lZerusSvereine. Aesereni wird»n der Versammlung bekannt gemacht. 2. DiSlussio». 3. TaS Projelt über Gründung eines unabhängigen Fachorgans und der zu diesen, Zweck ab- zuhaltende allgemeine«ellner-SommerS. 4. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Kollegen, welche sich für ein- durchgretsende Siesorm der bestehsuden Alißslände inieresslre» und den verschiedenen Vereinen angehören, ist Pslichr. Di- Herren Prinzipale und die Vertreter der Presse sind besonders eingeladen. " r Deckung der bedeutenden Nutostcn stndet Tellersammlung sinlt. Gesang., Turn- und gesellige yrreinr am ANtlwoch. Männer» gesangverciu„Iugeudlust" SlbendS 8% llhr im Meftaurant Pafsvd, Garten- straße 102.— Männcrg-sango-rein„Gäcilia" Abends u»Ihr im Resrauran» Köpenickerstr. 127».— Gesangverein„Männerchor Linde" Abend«« Uhr im Restaurant Hallcr, Naunynstraß» 70.— Männergesangv-r-i.l-Zanncolreude" AbendS o Uhr im Restaurant Mnschald, LandSberaerstr.»l.— Gesannverein „Frepa" Abends 8% Uhr im Restaurant Benecke, Große Hamburaerstr. 18.— Huppert'sche Sängervereintgung jeden Mittwoch nach dem Ersten im Monat. Ab-ndS o Uhr»m Restaurant Heise, Lichrendergerstr. 21.—„Esenevscher a«. s-ngv-rein" Abends 9 Uhr im Restaurant Wenck, Blumen ftraßa 40.— Gesaua- verein„Schwungrad" Abends% Uhr im Restnurant Sahm, Annen str 18.— Männergesangvere!»„Lorbeerkranz" Abends 8 Uhr tm Restaurant«arsch. Oranlcnftr. 180,— Gesangverein„Nord-Jubal" Abend« 8»ihr in Vetrii,'« VicrhauS, Veteranenstr. 19.—««sang verein„Unverzagt" Abend« 8 Uhr Köv- nickerstr. lera bei Greving.— Männergesangv-r-ll,„Schneeglöckchen" Abend« 8 Uhr im Restaurant Doberstein, Mariannenslr. iu—«a._ Gesangverein „Sängerrunde" Abends 8\ Uhr vuckowerstr. 9.- Verein„Sang-Stren," im Restaurant Henkel, Brüderstr.-8 I. UcbllngSstunde von u Uhr Abends. — Gesangverein„Bruderbund" Abends 9 Uhr bei Päholdl, Rcichenb-rstr. lo — Männergesangvere ai„Schneeglöckchen" SlvendS 0 Uhr Sihung im»iestau- rant Stchma»», Mclchiorstr. 15.— Gesangverein„Mid-Ost" Abends s Uhr be» Ziemer, Cnvrpstr. 10. Gäste willkommen.— Lübeckstcher Turnverein(1. Lehr- lingS Abiheilung) Abends« Uhr Gltsabelhstr. 57—58.— Tni nv-r-in„Weddina". Panlstr. 8. Männern btheilung von sis-utf Uhr Abends; desgleichen 1. Lehr- lingSablhcilnng von S-io Uhr Abends.-„Mehr Licht", Verein für Scher, im Restaurant Held, Fruchtstr. eoa.- Schlesischcr Verein„Holtci" Abends 9 Uhr im Restaurant(Lehrt, Priuzen- strnße 108.- VergnugungSverein Fröhlichkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Säger, Grüner Weg 29.— Wissenschaftlicher Verein für Rvller'scher Steno- graph'.e Abends bjj Uhr im Nestaurant Boese, Alte Schönhnnserüraße 42 Unterricht und Uebungsstunde.— Roller'scher Slenograpyenv-r-in Süd-Berli» Abends 8% Uhr im Restaurant Pringenstr. 87, Sigung und Uebungsstunde— Arends'scher Stenographen-Verei»„Amicitia" Abends 8,� Uhr im Restaurant B-Hrendo, Schonebergerstr. 0.— Arcnds'scher Slenographenverein„PHIlia" illdendS 9 Uhr im Nestaurant„Wilhelmsgarten", Kochstr. 7.— Stenographisch« Gesellschaft Arends im Nestaurant Büraergarten. Lindenstr. 195. UnenlgeU- ltcher Unlerrichl und Uebung.— B-ritner Rauchtlnb„Wranael" Abends Uhr im Restaurant Foge, ttöpnickerstr. I9l.— Rauchtlub„Havanna SO. Abends 6� Uhr im Restaurant Paeholdt, Reicheilbergerftr. 18.— viauchklub „Gemuthlichteil" Abend« 9 Uhr im Restaurant Achsel, kovnickerstr. 18»— Rauchklub„Columbia" Abends 8% Uhr im Restaurant Beyer. Prinzenstr. 90. — Ranchllnb„Frisch gewagt" Abends 8% Uhr im Restaurant Tempel. Vre«- lauersir. 27.— Rauchtlub„Vulkan" Abends 9 Uhr im»lcstaurant Schul,. Gräseslr.«2.— Friedrichsberg. Rauchtlub„Nordslein", Lippe'« Restaurant, Fricdrich-karlitu 11.-Vergnügungsvercin.Fröhlichkeit", gegründet 1880. Abend« 9 Uhr, Gruner Weg«9,—„Pollack-Club-Gintracht", jeden Mittwoch. Abends 8,\ Uhr bei G. Thiel, Wlenerslraße 88.— Gesangverein der Tapezirer Berlins, iede» Miltwoch Restaurant Seydelstr. so, von 9— u Uhr Abends.— UnterhaltungSvercin.Harmonie". Sihung Abends 0 Uhr Tresdenerstr. 11a bei Wcndt.— Tambourverein„Exelsior", 8); Uhr. Uebungsstunde bei Böhl. Rudersdorjerstr. 8. Ausnahme neuer Mitglieder.— Mannergcsangvercin „Liedesfrecheit", Abends 8,\ Uhr im Restaurant Heiile, Blumenj-raß- 38.— loier'scher Gesangverein bei Musehold, Landsbergerstr.«1, Abends« Uhr.— «rgnügungSveretn.Kreuzfidel" im Restaurant Doberstein, Matiannen» niaBe 31— aa; Sitzung. Nach der Sitzung Tanz, Vortrags ic. Gäste, durch Mttglisder eingeführt, willkommen.— Gesangverein„Sleinnelke," Nebungs- stunde von 9—11 Uhr bei Müller, Gartsnstratze 63.— Gesangverein„Phönlr", Gesangstunde 9 Uhr Ststnmeyslr. 76.— V-ranügungsvcrein„Immer tuftig", Sitzung jeden Mittwoch, Abend» 9 Uhr, bei Bartels, Flottwellstr.». Gäste willkommen.— Geselliger Klub„Proletariat" tagt jeden Mittwoch Abend im Lokale des Herni Maanan, Krautstraßs ig. Gäste willkommen.— Gesang» verein„Moraenroth" ÄbendS 9-i i Uhr UebungSstunds im Restaurant Schmidt, Wrangelstraße ui. Gaste willkommen. Wevmtsttzkes. Kiel, 19. August. Gestern Nachmittag fand zwischen Biel und Neuenburg ein Zusammenstoß zwischen einem Güterzug und etilem Personenzug statt. Die Maschinen beider Züge sind ganz in einander gekeilt, mehrere Wagen demolirt. Die beiden Ma- schinisten und die Heizer sind schivcr verwundet; auch die Zug- führer und Kontrolcure sind verwundet; ein Kontroleur ist den Verletzungen erlegen. Von den Reisenden sollen 10 Personen mehr oder weniger stark verletzt sein; der Verkehr ist wieder offen. Vom, 18. August. Gestern Abend wüthete ein furchtbarer Sturm mit Hagelschlag. Bei Cernacio wurden Hagelkörner bis zum Gewicht von 700 Gramm gefunden. Zahlreiche Aecker sind verwüstet, auch der sonstige Schaden ist bedeutend. VviefltÄZken dnev MedAkkion. Bit Anfragen bitten wir die AbonnementS-Quittung beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht ertheilt. Für die ausgesperrten Hanhandiuerker Kambnrgo gingen ferner bei uns ein: Mehrere rothe Revolverdreher von L. Löwe 20 M. Charlottenburg, Richter'sche Tischlerwerkstelle, Wilmersdorferstr. 161, 3,75 M. 4. gemeingefährliche Solospieler, Naunynstr. 23, 1,75 M. Die 10 rochen Schuhmacher, Jägerstraße, 6,50 M. Gesammelt beim Stiftungsfest des Rauchklubs„Vulkan" 15 M. Volkszeitung, 2. Rate 12 M. Tischlerwerkstatt Tiemann, Nostizstr. 40, 2. Rate, 5 M. Gesammelt in der Löwengrube, Gitschinerstraße, 2. Rate, 7,43 M. Hilfsarbeiter der M. Bading'schen Druckerei, Werkabtheilung ohne Ausnahme, 3M. Pretzel-Auktion im Restaurant Klitzke, Weinmeisterstr. 6, 8,50 M. Von C. B., Kreuzstr. 9,50 M. Beim Blumenverkauf in Friedrichshagen Lassalle 10,15 M. Auktion einer amerikanischen Zigarre bei Mathen, Wienerstr. 21, 6,65 M. Vautischlerei von Barschall, Elbingerstr. 12, 2. Rate 13,20 M. Schlosserei R. Schaale, Wallstr. 14 2 M. Konservative Maler aus der Stcinmctzstraße, 3. Rate 9,50 M. Gebr. Unger, 3. Rate 7,50 M. Schraubendreher von Willing und Violet mit Einschluß der Mechaniker 30 M. Damenmäntel-Schncider und Arbeiterinnen in der Bekleidungsindustrie. Ueberschuß der Teller- fammlung vom 13. August 4,75 M. Schwarzer Wilhelm Lehman», Gottwald 1,50 M. Liste 919. Ein rother Teufel, 2. Rate 3,75 M. Rißmann'sche Werkstatt, Weißcnburgerstraße 50 9,40 M, Personal von Hempel u. Komp. 16,50 Mark. Gesammelt bei einem Begräbniß in Spandau von der Deputation der Spandauer und Charlottenburger Filialen der Maler 9 M. Durch Versteigerung einer Hasenclever Medaille am Montag Abend in Süd-Ost bei Kreimer 4,60 M. Schreiner, Oranienstr. 21, 1 M. 4 Schwager und eine Schwägerin 2 M. Auf Liste Nr. 348(Drechsler Berlins) gesammelt von den Ar- beitern der mechanischen Schuhfabrik C. Leiser 10,50 M. Gesammelt bei Hoffmann, Kaiserstr. 4, auf dieselbe Liste 6,75 M. Eingegangen durch Herrn Stof 1,10 M. Freie Vereinigung der Graveure, Ciseleure u. Berufsg. 80 M. Ungenannt Köpenik 7,20 M. Ges. durch Stefan Kosletzky, Zigarrenmachcr, Adlershof, 5,35 M. 9 Schmiede von Schwartzkopff 7 M. Auf Liste 0406 von W. Gischoit 15 M. Hussitenstraße bei Schroll von 12 Tischler» und Wirth, abgeliefert von C. Herold 6,60 M. Rohrleger Berger u. Gen. 1,50 M. Zentralverein deutscher Böttcher Berlins, 3. Rate, 60 M. Filzschuhfabrik von Siegmund Bergel, Rosen- thalerstraße 26, 10,25 M. Tischlerei Lehmann, Stralsunderstr. 7, 2. Rate, 12,05 M. Gewerbl. Hilfsarbeiter Liste 4 9 M., Liste 5 9,10 M., beide Listen gesammelt von den Rothen der Teppich- fabrik Stralau. Die Rothen v. Werk u. Glienicke, 3. Rate, 9 M. Ar- beiter d. Nähmaschinenbranche Firma Lukart u. Weißelberg 15,63 M. Auf einer Dampferpartie durch Zimmennann 5,20 M. Liste 1023 Klempner bei Schäfer Nachfolger Dresdenerstraße 97, 2. Rate 2,85 M. Von den Steindruckern und Schnittarbeitern daselbst 2. Rate Liste 1014 1,95 M. Von der Arbeiterinnenversammlung zu Rixdorf Liste 1015 1,65 M. Rother Plebs 2. Rate 6,30 M. 3 Rothe von der Tischlerei von Willers 0,80 Mark. Ueberschuß vom Waldfest in Friedrichshagen 121,30 M. Tischlerwerkstatt Wenkel, Zossenerstraße 10, 4. Rate 7,50 M. Tischlerei von Willers, Stallschreiberstr. 32, 2. Rate 5 M. Ges. bei Käster 3,20 M. Ges. bei W. Z. 8,25 M. Geländerfabrik L. B. 4,65 M. Ertrag einer Auktion bei Kirchbach, Friedrichsfelde, 4,35 M. Tischler von A. Hundt, Simonstr. 11, 5 M. Drechslerei von Mattotat, Manteuffelstr. 115a.; ein Seidel Bier vcrauktionirt 5,45 M. Leseklub„Heine", Rixdorf, 4. Rate, 46 M. Ferdinand Vogs u. Co., Alte Jakobstr. 18/19, gesammelt mit Ausschluß ver- schiedener Schlafburschen und die es nicht für nothwendig finden 23,20 M. Leseklub„Heine", Rixdorf, gesanunelt auf Liste 124 bei Bolte und Rakenus mit Ausschluß der Klempner 6,05 M. Die dummen Tapezirergehilfen von Hiller, Oranienstraße 37, mit Ausnahme eines Schlauen(?) 3 M. Alte Werkstatt von Masserer 8,10 M. Liste 908: Von den Stein- druckern, Schleifern und einigen Prägern der Luxnspapiersabrik Priester u. Eyck, 3. Rate 8,15 M. Von der engl. Gasanstalt in Schöneberg, die drei Rothen 3 M. Gesammelt bei einer Land- partie in Saatwinkel, abg. Sch., Wrangelstraße 106 3 M. Versteigerung einer Weiße durch Oberschmidt Böttcher 75 Pf. Ver- loosung eines Rettig R. N. 1,20 M. Neuer Weltkalender 1 M. Gesammelt durch Großmann, Unter den Linden Nr. 12 3,50 M. Ueberschuß der Tellersammlung der Lieferungs- und Militär- schneider 13,25 M. Gesammelt durch Thiemig 1 M. Bei der Auktion eines vom Kellner Nr. 1 auf Pfefferberg unter der großen Kastanie kaltgestellten Gänsestitzes Ueberschuß 1,20 M. Verein der Arbeiterinnen an Buch- und Steindruck- Schnell- pressen, gesammelt beim Kränzchen durch Frau Jendritza, 26 M. Tellersammlung in der Versammlung des L. C. M. L. inkl. der Ueberschuß von T. 12 M. Gezahlt von den reichstreuen Ar- beitern, Ritterstr. 12, 3,30 M. Gesammelt vom Tischler Apitz und Bauer aus Liste 896 7,05 M. Liste 897 12,15 M., Liste 893 7,95 M. Durch das verfluchte Wetten, Brandenburgstr. 75, 3 Treppen, Apitz u. Hoch, 1 M., Apitz u. Winkler 1 M. Von den organisirten Bechsteinern, Grünauerstr., Liste 891, 10,35 M. Fraiserei von O. Bnrre, Mühlenstr. 8, 2. Rate, 4 M. Kaiser'scher Männerchor beim Frühständchen in Friedrichsberg durch Stiller ein Hörnchen gestohlen und verauktionirt 6,60 M. Drechsler Berlins, Liste 401, 9,05 M. Rother Teufel, Breslauer- straße 30, 2 M. Rother Saal von Frister u. Roßmann, P. H. F. 1360, 2. Rate, 13,60 M. Vom Fachverein der Bürsten- und Pinselmacher 8,40 M. Bautischlerei von C. Brandt, Rheins- bergerstr. 59, 5,60 M. Beim dicken Karl gesammelt, Straße 7 b, 3,86 M. Kistenfabrik von Otto Erdmann 11,60 M. Einige Kurbelsteppcr u. Stepperinnen, 4. Rate, 7,50 M. Auf Listen 3995, 3990, 3994, ges. bei Görs u. Kallmann, Pianofabrik, 20,40 M. O. Heine beim Schafekopf in Friedrichshagen 0,70 M. Hamburger mit allen Chikanen 0,50 M. Einige Lithographen der Firma A. u. C. Kaufmann 2,30 M. Zigarrcnarbeiter von Werther 6 M. Maurer ges. 3,10 M. Töpfer von Velten 50,15 M. Vuchholzerstr. 3 in Weißensee 5'B® tischlerei von Koppialki, Grünauerstr. 27 und eimger Ges. von A. K., Ausschluß der drei Gewerkvereinler wie immer(unter den vereinlern befindet sich der Vorsitzende d. Vereins) 3. Ra� Fünf Malergesellen von der Werkstatt Militschski un° liebe Schwiegermutter senden für die ausgesperrten... Arbeiter 11,05 M. Charlottenburger Töpfer 50 M. des Arbeiterbildungsverein Danzig 9 M. Gesammelt v Friedrichsfelde 2,55 M. Einige rothe Hartgunmnarv«: � der Hochstraße 11,60 M. Von Sibirien 8,20 M.« j f pörten"(Gürtler) 6 M. K. K., Markgrafenstw«� Robert Zellmer, Tapezier 1,50 M. Tischlerei von v, Oranienstraße 23, 4. Rate, 2,20 Mark. Tischt � Kollmann und Schmitz(derselbe Schlafbursche jvuumuuu wuu � 2,30 Mark. Klaviaturfabrik Sühring, 2. Rate, T z,ou;yaiu. junuituut|uuiu esuyuuy,-..•-'uv'„äW M» Treue Anhänger bei der Taufe des Herrn Benack 2,80 drucket und Schleifer von Schlesinger 11 M. Gesangve � selber beim Ausbrrrrrr» der Sieben 3 M. Töpfer,®aU�r'iJ straße 8,30 M. Schneider 2 M. Verfehlter Sandwerver § 11 Skalitzerstr.b.Teusol IM. Ertrag einer amerikanische'■ � veranstaltet auf d. Kränzchen in der Reichschach'schen Brai.� M- i Sch., 2. Rate 8,70 M. Spiegelrahmen-Fabrik von.. Manteuffelstr. 54/55, 3. Rate, 11 M. Mechanik, ad" Fischer, Manteuffelstr. 54/55, 1,85 M. Von den ArdeU- Metallwaaren-Fabrik von I. Hirschhorn, 5. Rate,»' � Liste 907, Druckerei von Sensch 5,60 M. Von den � Brandenburgstr. 75, Tischlerei von Schütze, 2 Tr. und i f Thierbach 3 Tr.. Liste 896 5,95 M. Liste 47 von den. besserlichen aus der Gitschinerstraße 12,65 M. GesanM» Metallarbeitern P. P. 3. Rate 7,15 M. Summa 1252,40 M. Hierzu von voriger I 26 473,62 M. Im Ganzen 27,726,02 M. Berichtigungen: Verlorene Liste von O tto Sch� Weißensee, nicht" Otto Speer, ist abgeliefert.—( Maler bei Springer und einige Arveiter der Mobelsa», Möbels" vschemt t° !? s Haus, »ountags- Unter Groschkus, Gollnowstraße, soll es nur heißen.-... von Groschkus ee.— Statt Arbeiter von Deinste| B a t t e n st e i n, S k a l i tz e r st r. 27.- In der%»% 19. d. M. mußte es nicht heißen W. Ellius, Linienstr. 111,1. Chirurgische Jnstrumentenfabrik von Linienstr. 112.— Statt Maler Berlin 6 muß � L Maler Berlin- Ost.- Statt Nielsche Werkstatt,� burgerstraße, soll es heißen: M e m e l e r st r a ß e 45. Herrenpartie H. S. Hermann 42,25 M.: 42,�'g| In Nr. 191 d. Bl. muß es heißen: Am Biertisch bei%# sammelt durch Dtaitchfitß 4,15 M. 2. Sammlung bei v in Potsdam durch Sperber statt 10,06 M.: 11,05 M- von Vallenthin durch Geser, 4. Rate, statt 5 M.: 4 At A, 11,70 it. Roßmann, Saal 37, durch A. M., 2. Ztate, statt 11,50 M. Scholz it. Ko., Fruchtstr. 59, 3. Rate, st-st-- 4,50 M. Drei Arbeiterfrauen vom znvielen Wirthschall-'ö gA 75 M. nur 75 Pf. In der gestrigen Nummer sieht Oll» Adalbertstr. 92, 9 M.. statt Otto Tade, Adalbertstr. 92. Nullet Morgenroth. Wir haben Ihren Brief wit A Interesse gelesen. Unser heutiger Leitartikel wird Ihnen» Fragen Antwort geben.„wit, H. Ko. Die„Konzession" wird nicht dem Vorfitzidd dern dem ganzen Verein ertheilt. Stephanjlr. 60. Ja. (£. K. 100. Das wissen wir nicht.„ Uwus pro muiiis. Solange Sie Ihren Rnwe nennen, können wir auf Ihre Mittheilimgen nicht eingebe- 9%# es v «Finanzn d i st e r' �sieben; blättern Innung 1° Ziemli. «nb ihr worden. ... Wei Wer M Wen, er eit hir Wnne zi oürst M jener reine Unserem Freunde und Genossen Allher* Schmidt zu seinem 23. Wiegenfeste ein drei Mal donnerndes Hoch, daß die ganze Französischestraße wackelt. Der Quatsch bleibt. 403 Mehrere Bekannte. Montag, den 18. August, verschied nach langem Leiden unser lieber Gatte, Vater und Bruder, der Gürtler Rudohf Lutz, im 06. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Donners- tag, den 21. Aug., Nachm. 4Ve Uhr, vom Städt. Krankenhause am Urban aus nach dem neuen Jerusalemer Kirch- hos in Britz statt. 427 Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Allen Denen, die meinen lieben Mann, unseren guten Vater, Bruder, Onkek und Schwager, den Ober- böttcher der Berliner Unionsbrauerei Wilhelm Salonger,' in so herzlicher Weise ihre große Theil- nähme bewiesen und auf seinem letzten Gange so reich mit Ehrenbezeugungen und Blumenspenden bedacht haben, so- wie dem Herrn Pastor Stage für die trostreichen' Worte am Sarge des Ent- schlasenen sagen wir unseren tief- gefühlten Dank. 393 Die trauernden Hinterbliebenen. Achtung! MMlU'kitei!! Alle Diejenigen, welche noch im Be- sitz von Bons zur Beschickung des in Weimar stattgcfundenen Metallarbeiter- Kongresses in Händen haben, werden ersucht, bis spätestens Sonnabend, den 30. August, bei Paul Hetz, Wall- straße 7—3, Arbeitsnachweis; Franz Hasselbach, Kottbuser Damm 36—37; Richard Baier, Grüner Weg 112, abzurechnen, widrigenfalls wir uns ge- nöthigt sehen, die Namen derselben durch die Zeitung zu veröffentlichen. 413 Die Kommission. Danksagung. Allen lieben Verwandten, Kollegen und Freunden für die herzliche Theil- nähme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Gastwirths Alexander Schneider, insbesondere dem Herrn Prediger Koch von der Zionsgemeinde für die trostreichen Worte am Grabe des Dahingeschiedenen sage meinen tiefgefühlten Dank. 423 Die trauernde Wittwe Emma Kchurider geb. Kuschwih. Meine Sprechstunden sind 8—9 Uhr Vorm. und 3—4 Uhr Nachm. Heymann, Arzt, 404 Georgcnkirch-Straße 5. Dr. Hocsch, Homöopath. Arzt, Artilleriestr. 27. 105 8—10, 5—7 Uhr, Sonntags nur v.3— 10. Lager waaren Jede Uhr zu repariren und zu reinigen (außer Bruch) kostet bei mir unter Garantie des Gutgehens 1,50 föiark. aller Arten Uhren und Gold zu den billigsten Preisen. 1200 Rosentlialerstr. 10. (a. d. Auguststr.) Lassalle-, Marx-, Bebel-, Liebknecht-, Singer-Köpse, als Cig.- Spitze. echt Meersch., ii 1,60 M. und besser. Wieder- Verkäufer Prozente. 2163 B, GUnzel, Brunnenstr. 157. AWilglMMbeiter! Alle Diejenigen, welche noch vom 1. Mai Bons, sowie Sammellisten jeg- licher Art, ob gezeichnet oder leer, in Händen haben, werden hiermit ersucht, dieselben bis spätestens Sonnabend, den 30. August, retour zu geben an die Kassirer Otto Klein, Ritterstr. 15, Zigarrengeschäft, G. Wolfs, Reinicken- dorserstraße 14a.— Sollten die Bons rcsp. Listen bis zu dieser Zeit nicht abgegeben sein, so sehen wir uns ge- nöthigt, die Entnehmer durch die Zeitung zu veröffentlichen. 412 Der Vorstand. Verband dentscher Mechaniker und verwandter Vernssgen. (Zahlstello Berlin.) Die zu Mittwoch, den 20. August, anberaumte Versammlung fällt wegen Renovirung des Vereinstc okals aus. Sonntagss den 31. August, findet eine Herrenpartio nach Lehnitzsee statt. Treffpunkt Morgens 7 Uhr an> Stettiner Bahnhof. Kollegen und Freunde des Verbandes sind hierzu freundlichst eingeladen. 416 Der Vorstand. Uerei» zur Walirnng der Interesse«» der Gast- u. Schanluvirttze Berlins und Umg. Mitglieder- Versammlung am Freitag, den 22. August, Nachtn. 4V2 Uhr, beim Kollegen Wuttkc, Friedrichsbergerstr. 20. 414 Tagesordnung: 1. Wahl eines ersten Schriftführers. 2. Bericht über den Entwurf des Statuts zur sreiwilligen Unterstützungs- lasse. 3. Wie stellen wir tms zu dem Boykott der Heeresverwaltung gegen die Gastwirthe. 4. Vereinsangelegen- heiten. 5. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um Erscheinen sämmtlicher Mitglieder ersucht dringend Oer Vorstand. Mein Schankgeschäft ist sofort Umstände halber zu verkaufen. 406 Flick, Boyenstr. 40, park Jede Uhr zu repariren und zu reinigen kostet bei uns unter Garantie des Gutgehens nur 1 M. 50 Pf.(außer Bruch), kleine Reparaturen billiger. Lager aller Arten neuer und gebrauchter Uhren. Verkauf zu erstaunlich billigen Preisen. 159 E. Rotheri& Stolz, Uhrmacher, Andreas str. 63, Ctzansseestr. 78, Alte Schönhanferstr. 35, Achtung! Unterzeichneter empfiehlt den geehrten Parteigenossen seine selbstgefertigten EKBr Zugharrnonikas, pro Ktuck» von 3—60|tt.: außerdem empsehle alle ins Musikfach ein- schlagende Artikel alsGeigen, Zithern, Mundharmonikas u. s. w. nur in guter Waare. 2153 Bei Bedarf obiger Artikel bitte die geehrten Parteigenossen mich unterstützen zu wollen. Händler erhalten Rabatt. Versandt franko gegen Nachnahme. Achtungsvoll K. R. GrläSS, Accordeonfabrik, Brunndöbra bei K l i n g e n t h a l. EiseilMM, Werkzeilge, Hcltts- mii) Küchengeräthe E. 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Herren über 20 Jahre, die einem älteren Gesangverein beitreten wollen, können sich meiden am Mittwoch Abend 9 Uhr Langestr. 53, bei Bähr- winkcl. 402 Herren, die gewillt sind, dem Pollack- Klub ,, Lustige Brüder" beizutreten, können sich melden jeden Mitt- woch, Abends 8Va Uhr, im Restaurant Liewald, Mariannenstr. 46. 401 Eine schöne Schläfst, zu vermiethen Oranienstr. 141, H. l. 4 Tr. 326 All ii. BmiiitzM« zu Versammlungen k. sind J' zs«i e't vergeben. LouiseaDtädtiscW* ü. vc haus, Annenstr. 16, bei Kessn�Z ver Fff 5� So, Ein Genosse mit 1000 M-%;ij*■ als Geschäststheilhaber sicher- K; V Q p gründen..«Ü« Herr M Zu erfragen bei Ennl tziiv tz.Z I ter Allee' Frankfurter __-in( e -'ch-n fei Nie| I