Nr. 193. Donnerstag, den 21. Angnst 1890. V. Jahrg. ? I B I I nn« gW 14 üi-r � q 3�9 Itff auf ittmi n0> # ItHCj Organ für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner Volks blatt" Mchemt täglich Morgens außer nach Sonn- und Festlagen. AbonnementSpre.S für Berlin fr« As Hans vierteljährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. �»nntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3,30 Mark pro Quartal. (Eingetragen in der PostzeitungSpreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) l'Nter Krrnzband. täglich durch die Expedition, für Deuttchland elnd Ociterrclch-Ungan, . täglich 2 Marli, für das übrige Ausland 3 Marli pro Monat. Insertion sgebühr beträgt für die 3 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlnngS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin 8\V., Bcuthltraße 3, sowie von asten Annoncen-Bnreaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition gst an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- uiid Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -o--, Fernsprecher: Amt VI. Ztr. 4100.,- NcdÄÜtion: VenthftvolHv 3.— Expedikion: VeuthÜv�He 3. Sin Herrn Mliqnel's Adrepe. .. Als Herr Miquel in die Regierung berufen wurde, Mß es von ihm, er habe gesagt, er wolle nicht nur ein "'Manzmensch", sondern auch ein politischer Mi- ?.?>i e r sein. Dieses„on dit" ist unwidersprochen ge- >eben; man wird sich auch erinnern, daß eine Reihe von flattern sehr hochgespannte Erwartungen an die Er- .Willing des Herrn Dr. Miquel knüpften. Sie erwarteten, Herr Miquel der ganzen Verwaltung einen anderen ('ß beibringen werde. Die Sozialisten waren damals 0 Ziemlich die Einzigen, welche vor Illusionen warnten, "b ihre Ahnungen sind leider zur Wahrheit ge- ivorden. . Wenn Herr Miquel betonte, er wolle auch ein poli- «scher Minister sein, so wollte er damit ohne Zweifel }%ch, er werde sich nicht zilr Beden tu ngslosig- eit hinabdrücken lassen, wie es mit so manchem Staats- rjUiMe zweiten und dritten Grades geschehen, so lange �ürst Bismarck an der Spitze der Geschäfte stand. M jener Zeit war der Finanzminister eine politische Rull, reiner Ressortminister, der für Geld zu sorgen, aber M. J'ch weiter um nichts zu bekümmern hatte. Die .senden Gedanken auch der Finanzpolitik wur- 'L n v. vom Reichskanzler hergestellt; darnach hatte l' Finanzminister zu verfahren und Widerspruch so viel wie Rücktritt, wie das Schicksal der Herreu �Uphausen, H o b r e ch t u. A. beweist. Wenn Miquel eine solche Rolle von sich abwies, so finden n das sehr begreiflich, wenngleich auch Herr Miquel Moualliberal ist; er ist eine etivas energischere Natur y* die Bennigsen, H a m m acher und M a r- C'övbfen. Aber was hat er wohl damit sagen wollen, sein Bestreben sei, ein politischer Minister zu sein? .,.�4 wohl nur, daß er einen anderen Weg cinschlageil ff» z» anbahnen wolle, als ihn seine Vorgänger unter dem \ s.lv'*cu Bismarck gegangen. Wohl die bedeutsamste Aen % t. i# 4 r,C["'S- die seit dem Rücktritt des Fürsten Bismarck vor lj�egangen, findet sich in der Behandlung der sozia �rl 1' ch e n Bewegung. Fürst Bismarck war ein- Arh?,?°rulaßen prinzipieller Gegner einer durchgreifenden sckä�"'�"tz-Gesetzgebung und wollte Fortdauer und Ver- hj..- /""ll�des Sozialistengesetzes. Seine Halsstarrigkeit in Sr.ilr- ge.n hat zu seinem Sturze geführt. Das Txs..'�engesetz ist aufgegeben; was ans der Arbeiterschutz- ■fj silii.D�tmg wird, wissen wir nicht— und nun haben q iL. jene Saite, die bei Herrn Miquel ein gewisses r llwollcn für alle Parteien entdeckt zu haben meinte», 0> cili'S ttefl. ca>! cht'11 ö ,(f I i L'euilloton. 'Uta verboten.)___ [23 junior und Ms! er senior. Von Alphonse Daudet. Ans dem Französischen von Ludwig K n o r r. IV. Im Wartesaal. die"Jun ja beim, ich liebe Dich- mehr als ze und für SSH*»»"Ä'".•"?« f arte Dich"""v-v-i-■»,, t. Franz." ■'in"ym" Monate erwartete Sidonie diesen Brief, >e a„s.�te hatte sie ihre ganze Schlauheit und rrniif,?■ cn, um ihren Schwager zu diesem schrift- chte Leidenschaft zu veranlassen. Es war uatfirr'A' i'möe unverdorbene Gemüth, das st�mMe'» Rechtssinn immer wieder gegen den als' K weit zu bringen. Welch' ein Triumph chte cv™0" stw endlich eines Btorgens diesen Brief . � war gerade gekommen um die Klagen w»lv anzubringen, der sich fern von seiner 'ich der Erwartung hingegeben, Herr Miquel werde als„politischer Minister" eine Politik der Toleranz und der Milde seitens der Regierung gegenüber allen Parteien durchsetzen und werde wieder gut machen, was mit dem Sozialistengesetz gesündigt worden ist. Manche gingen sogar soweit, daran zu erinnern, daß Herr Miquel früher sozialistische Neigungen gehabt, und sie erwarteten, seine genaue Kenntniß des Sozialis- nius werde ihn bestimmen, seinen Einfluß dahin zu ver werthen, daß man endlich mit der Verfolgung der Arbeiter- bewegung aufhören möge. Die Sozialisten selbst haben sich darüber am wenigsten oder gar keine Illusionen gemacht; sie begreifen gar wohl, daß wer im Klassenstaat regieren will, den 5ilassenvor- urtheilen nicht wohl entgegentreten kann, ohne sich die „ o b e r e n Z e h n t a u s e n d" zu Feinden zu machen. Wir haben schon ausgeführt, daß sich Herr Miquel bei einem Versuch der Verwirklichung seiner Steuerreform- Ideen auf Schritt und Tritt gehemmt sehen wird, wenn er es nicht mit der Bourgeoisie verderben will. Sie ist eben gar zu sehr daran gewöhnt, den Hanptantheil an den öffentlichen Lasten ans die Schultern" der Masse ge- wälzt zu sehen. Genau so wird es in den anderen Fragen sein und was die Behandlung der sozialistischen Bewegung betrifft, so wäre es interessant zu wissen, wie sich Herr Miquel zu der vertraulichen Ver- f ü g u n g des Herrn H e r r f u r t h stellt, in welcher die Polizeibehörden zur größten Energie gegenüber der Sozialdemokratie ermahnt werden. Hat Herr Miquel diese Verfügung gebilligt? Und wenn nicht, ist sein Einfluß als„politischer Minister" nicht groß ge- nug, daß er eine Verfügung verhindern konnte, deren Gedankengang von dtm des Herrn v. P u t t k a m e r nicht allzu verschieden ist? Wir schmeicheln uns nicht, daß wir auf diese Fragen auch nur eine indirekte Antwort erhalten werden. Herr Herrfurth ist bekanntlich ein erbitterter Gegner der Sozialdemokratie; sein bekannter Ausspruch, die sozial- demokratischen Abgeordneten seien Vertreter„der Leute, die nicht arbeiten wollen", hat dies zur Genüge gezeigt. Ohnedies ist er noch unter dem Bismarck'schen Regime Minister geworden und hat auch in Sachen des Sozialistengesetzes seinerzeit die Bismarck'schen Auffassungen voll und ganz vertreten. Nun scheint Herr Miquel mit ihm sich verständigt zu haben. Man kann betonen, daß die Verfügung sich auf das gemeine N e ch t stütze und daß es eine selbstverständ- liche Sache sei, dieses nach dem Erlöschen des Sozialisten gesetzes auf die Sozialdemokratie anzuwenden, wo Straf thaten vorliegen. Gut; was sich da noch über das Wie und Warum sagen läßt, wollen wir alles heute zurück- drängen. Wenn aber den Behörden eine„besondere Entschiedenheit" wiederholt anempfohlen, wenn ihnen die Anweisung gegeben wird„bis zur äußersten Grenze des Zulässige n" in der Auflösung von Versammlungen zu gehen; wenn ferner die polizeiliche Kontrole über die Versammlungsreden bis zur peinlichsten Sorgsalt ausgebildet werden soll— was läßt sich da anders erwarten, als ein großes Kesseltreiben gegen die Sozialdemokratie nach dem 1. Oktober? Selbst wenn man den denkbar günstigsten Fall annehmen wollte, daß nämlich die Verfügung nur die guten Spießbürger beruhigen solle, die dem Ende des Sozialistengesetzes wie dem jüngsten Tag entgegensehen— würde die Wirkung der Verfügung darum eine andere sein? Hunderte von Staatsanwälten, Polizeikommissären, Krinünalschutzmännern und andere Organe der öffentlichen Sicherheit warten auf die Gelegenheit, sich im Kampfe gegen d i e„H i) d r a" des Sozialismus die Sporen zu verdienen. Die Verfügung muß sie zum höchsten Eifer antreiben und wir zweifeln nicht, daß sie, wo der Uebereifer schon vorhanden, ihn in Bewegung setzen, wo er nicht vorhanden, ihn mehr als einmal her- beiführen kann. Diese Verfügung beweist uns, daß der„politische Minister" Miquel denn doch ein anderer ist, als ver- tranensselige Leute geglaubt haben. Namentlich da sich der Eifer der so angefeuerten Organe schwerlich aus die Sozialdemokratie allein beschränken wird. Geliebten langivcilte und dem dieser Schwager, der schreck- licher als ein Ehemann war, Besorgnisse einflößte. „O, der arme Freund, der arme Freund," sagte die sentimentale Amerikanerin,„wenn Du sähest, wie unglücklich er ist." Dabei entnahm sie ihrer Notcnrolle den zwischen No manzcn versteckten Brief des armen Freundes. Diese junge hübsche Frau Dobson, die in ihrem Leben niemals einen Liebesbrief an ihre Adresse empfangen und niemals einen abgesandt hatte, war überglücklich in dieser Jutrigne die Mittelsperson spielen zu können. Nachdem Sidonie ihr Franzen's Billet gezeigt hatte, fugte sie: „Und wa3 wirst Du antworten?" „Das ist bereits geschehen, ich habe ihm geantwortet." „Was, Du willst mit diesem Narren fliehen?" „Bewahre! Ich habe mir ja gesagt, damit er mich ans dem Bahnhof erwarte. Mehr verlange ich nicht. Wenigstens soll er eine Viertelstunde lang Angst schwitze», er hat mich seit einem Monat unglücklich genug gemacht und dieses Herrn wegen habe ich meine ganze Lebensweise ändern müssen. Ihm zu Gefalle» mußte ich meinen Frcnndcn die Thnre verschließen. Alles, was ich Jugendliches und Liebens- würdiges kenne, ja Dich selbst verkeime». Denn Du weißt, daß Du ihm auch nicht gefielest." Die Wahrheit sagte Sidonie nicht, die nichts als Furcht vor Franz war, der sie mit der Drohung, ihrem Manne alles zu entdecken, gequält hatte, bestand. Sie hatte sich vor diesem Augenblicke gefürchtet, ihr Leben von Risler bedroht geglaubt, da sie die blonden, scheinbar kalten Menschen in ihrem Zorn für unberechenbar und schrecklich hielt. Aus ihrem früheren Leben in dem volkreichen Stadt- MnvveMondenzen. Urw-Nork, 8. August. Den amerikanischen Politikern beider Parteien, soweit sie überhaupt weiter sehen, als ihre Ziascnspiye(resp. ihr persönliches Interesse) reicht, muß es lang- sanier Hand doch etwas ungemüthlich werden. Mit den alten Oppositionsparteien, speziell den Prohibitionisten, sind sie wohl auf dein Wege des geivohnten Schachers fertig geworden, und die verschiedenen„Arbeiter"parteien ließen sich durch Kauf derer Führer unschädlich machen. Seit den letzten Bundeswahleu aber, welche die republikanische Partei ivieder ans SHuder brachten, ist auf der einen Seite die Nationalistenbewcgnng entstanden, welche sich seitdem zwar ohne viel Geräusch, aber doch in rapider Weise über das ganze Land verbreitet hat, und aus der andern Seite tritt die neue Farmerbewcgnng hinzu, mit einem viel drohen- deren Charakter, wie die gleiche Bewegung vor einer Reihe von Jahren, mit der ausgesprochenen Tendenz, die Politiker beider „großen" Parteien katt zu stellen und mit eigenen Kandidaten »iS Feld zu rücken. Die Lage der Farmer ist besonders im letzten Jahrzehnt eine stets schlechtere geworden; sie verschulden immer mehr, und man kann sich über diesen Umstand ein Bild machen, wenn man er- fährt, daß z. B. aus dem Farm-Eigenthum des Staates Ohio viertel tauchten furchtbare Erinnerungen an zerrüttete Ehen, gerächte Gatten, vergossenes Blut in ihrem Geiste ans. Todesschrcckcn verfolgten sie. Sie fürchtete sich mehr als jeder andere Mensch vor der Ruhe und dem Schweigen des Todes, sie, die nur lüstern nach Vergnügen and lärmenden Aufregungen war. Jener ausgezeichnete Brief verscheuchte alle ihre Be- fnrchtungcn und Beklemmungen. Jetzt, wo sie eine solche Waffe in Händen hatte, konnte ihr Franz mit seiner Denun- ziation nicht mehr schaden, denn alle seine Anklagen mußten zu einem verlrinnderischen Racheakte zusammenschrumpfen, wenn sie Risler Franzen's Brief zeigte. Ja wohl, mein Herr Rächer, jetzt haben wir Sic in der Falle. Am nächsten Abend saß Risler mit Sidonie» und Frau Dobson im Salon, und der emsige Erfinder blätterte in einem dicken Buche über Mechanik. Währenddem begleitete Frau Dobson Sidoncens Gesang ans dem 5llavierc. Plötzlich unterbrach diese ihren Gesang und fing an laut zu lachen. Risler sah verwundert ans. „Worüber lachst Du denn?"« „llebcr Nichts!... ein Einfall," entgegnete Sidonie, indem sie Frau Dobson durch ein Blinzeln auf die Standuhr aufmerksam machte. Es war die Stunde des Stelldicheins am Lyoner Bahnhof und sie dachte an die Qualen deS Ber- liebten, der ihrer harrte. *# Seitdem Franz das fieberhast erwartete„Ja" Sidouicns erhalten hatte, bemächtigte sich seines Geistes eine tiefe Ruhe und plötzliche Abspannung seines Geistes. Jetzt gab es kein Rückwärts mehr und er fühlte sein Gewissen erleichtert und mit der größten Ruhe traf er alle Vorbereitungen zur Flucht, packte seine Koffer und eine ganze Stunde lang vor Hypotheken im Betröge von 850 Millionen Dollars lasten, und ebenso viel auf dem Farin-Eigenthum in Kansas. Ja, in anderen Staaten, so in Wisconsin und Iowa, soll es noch schlimmer stehe». In manchen Staaten verlassen zahlreich Fanner ihren verschuldeten Boden, weil sie die Zinsen nicht erschwingen können, und ziehen in die Städte. Der letzte Zensus wird die vorläufige Annahme wohl bestätigen, daß in vielen Counties die Landbevölkerung abgenommen hat, und zwar in einer Weise, daß, wenn dies in �gleicher Weise auch ferner stattfindet, nach zehn Jahren die Bevölkerung der Städte in den betreffenden Staaten diejenige des platten Landes überwiegen wird.— Die Gründe für diese Flucht der Bauern nach den Städten, wie für die jetzige Bewegung unter denselben liegen in obiger Thatsache der immer drückender werdenden Verschuldung, welche hinwieder ihren Grund in der Alles beherrschenden kapitalistischen Wirth- schaft hat. Die neue„Farmer-Allianz", welche an Stelle der alten Ver- bindungen getreten, schon über das ganze Land verbreitet und noch in stetem Wachsen begriffen ist, verfügt freilich bis heute über keine klarsehenden Führer, welche die eigentliche Ursache der Uebelstände erkannt haben; die zur Beseitigung letzterer gemachten Vorschläge sind entweder Palliativmittel, welche den Zweck nicht erreichen können, oder solche Mittel, deren Durchführung inner- halb des jetzigen Systems eine Unmöglichkeit ist, während die Farmer— die ja auch zum größten Theil noch fanatische An- Hänger des Privateigenthums(der„Scholle") und nebenbei mehr oder weniger vermuckert sind— an diesem System nicht rütteln wollen. Zu den Palliativmitteln gehört besonders die Ver- Mehrung der Zirkulationsmittel, zu den andern das Verlangen, die Staaten sollen Speicher errichten und den Farmern für das in denselben zu deponireude Getreide Vorschüsse zahlen; außerdem haben sie noch auf ihrem Programm die Tarifreform, Ab- zug der Hypothekcnschulden bei Besteuerung von Grundeigen- thum, Herabsetzung der Zinsraten, freies Land für An- siedler, Schutz der Wälder und Verbesserung der Wasserstraßen, Kontrole der Eisenbahnen durch den Staat, damit die Besitzer der Riescnfarmen(welche in der Regel auch an den Eisenbahnen selbst betheiligt sind) keine Vorrechte genießen, sowie Herabsetzung der Frachtraten. Das sind zum Theil ganz vernünftige Forderungen, deren Erfüllung aber keine Hilfe bringen kann, so lange das System besteht, welches der eigentliche Grund des Rückganges der Bauern ist. Gegen viejenigen dieser Forderungen aber, welche wirklich geeignet sind, bei konsequenter Durchführung jenem System unan- genehm zu werden, wird sich die herrschende kapitalistische Gesell- schaft mit allen Mitteln wehren. Welch eine ungeinüthliche, ja„rebellische" Stimmung unter den Farmern herrscht, geht aus einer Aeußerung des Bundes- scnators Jones während der Tarifdebatte hervor; derselbe sagte nämlich, das Austreten der Farmerallianz sei ein drohendes Zeichen am politischen Himmel; die Tage des Schutzzolles seien gezählt, und wenn die Schutzzöllner ihrer Tollheit nicht Halt gc- böten, würde eine Revolution erfolgen, wie die Welt sie noch nicht erlebt habe. Die amerikanischen Politiker lieben es zwar, gleich den ainerik. humoristischen Schriftstellern, stark aufzutragen; aber wenn man die Verachtung des Amerikaners vor den„Gesetzen" in Betracht zieht, sobald dieselben gegen sein Interesse sind— resp. er zur Erkenntniß dessen kommt— so ist die Angst vor gewalt- samen Erhebungen nicht so sehr ohne Grund! Und wie sehr die Kapitalisten Furcht vor der neuen Farmer- bewegung haben, dokuiuentirte kürzlich der„Herold" in Milwaukee. Derselbe schrieb:„Das sind sehr ernste Zeichen. Die Bauern- bewegung nimmt einen nationalen Charakter an. Die Haupt- und Karoinalidee, die Seele der ganzen Bewegung, ist die For- derung, daß die Bundesregierung Speicher errichten solle, in welchen die Bauern ihre Produkte deponiren und dafür Zertifikate oder Schatzamts- Anweisungen, die als Geld anzusehen sind, empfangen können. Dieses Projekt würde der Verwandlung' der Regierung in eine kolossale sozialistische Ma- f ch i n e zum Vortheil einer besonderen Klasse von Produzenten bedeuten. Und alle anderen Klassen würden dann dasselbe ver- langen können. Tie Regierung würde alle Arten von Pro- dukten aufspeichern und vertheilen müssen und dafür Schatzanweisungen ausstellen. fDas würde unsere ganze s oz ia le Ordnung über den Hausen werfen, das bestehende Geldwesen vollständig beseitigen, einen Tauschhandel einführen, kurz, Alles auf den tropf stellen..." Bis zu den nächsten Bundeswahlen werden wir, wenn die Nationalisten- und Farmer-Bewegung weitere Fortschritte macht — was nicht zu bezweifeln ist— allerlei demagogische Manöver der Politiker erleben. Als erstes derselben ist wohl der Antrag eines Mitgliedes des Bundes-Rcpräsentantenhauses zu betrachten, dahin gehend, von BundeSwegen gelegentlich der Weltausstellung einen internationalen Arbeiterkongreß zu veranstalten! Der Ge- danke ist schön und entspringt zweifellos der Meinung, daß die Arbeiter— welche ja bisher für die beiden kapitalistischen Par- teien als getreues„Stimmvieh" gedient— sich dafür dankbar erweisen und desto fester zu den Parteien von„Gesetz und Ordnung" stehen würden. Es ist indessen dennoch nicht anzunehmen, daß der An- trag viele Stimmen erhält; dazu brennt den Herren das Feuer noch nicht dicht genug auf den Nägeln!— der zur Abholung des Gepäcks bestimmten Zeit, saß er auf einer Kiste in der Mitte seines Zimmers und betrachtete die au der Wand hängende Landkarte, gleichsam ein Symbol seines Wanderlebens. Nicht ein einziges Mal dachte er daran, daß Jemand auf der andern Seite des Flurs seinetwegen seufze und weine, nicht ein einziges Mal an die Verzweiflung seines Bruders, an das furchtbare Drama, das seiner Flucht folgen mußte. Er sah nur sich und Sidonicn in Ncisckleidern auf dem Perron des Bahnhofes, dann am Gestade eines blauen Meeres, Ivo sie Halt gemacht hatten, um die Verfolgung ab- zulenken und dazwischen hörte er das Nutteln des Wagens, das Schnauben, Pfeifen und Zischen der davoneilenden Loko- motive. Schon zivci Stunden vor Oeffnung des Schalters befand er sich im Lyoner Bahnhof, in dessen düstersten Winkel er sich regungslos, wie ein Erstarrter, niedersetzte. In seinem Gehirn summte und wogte es, wie im Bahnhofe selbst. Weit zurückliegende Dinge schössen ihm plötzlich durch den Kopf, wunderliche Einfälle marterten ihn und da- zwischen fragte er sich selbst, wozu er eigentlich hier sei. Aber durch alle diese Phantasien drang der Gedanke an Sidonie und die Flucht. Sie mußte bald kommen. Trotzdem die Zeit des verabredeten Stelldicheins noch nicht da war, musterte er doch mechanisch alle Leute, immer nach den Umrissen jener eleganten Gestalt spähend, die er so sehnlich erwartete. In einer Viertel-, spätestens halben Stunde mußte sie kommen._ Jetzt überfiel ihn die furchtbare Marter des Wartens, jenes„Hangen und Bangen in schwebender Pein", wo das Herz nicht mehr zu schlagen scheint, der Athen: stockt wie der Gedanke, wo die Bewegungen und Worte nicht vollendet werden und jede Fiber wartet. Franz ging hin und her und überwachte die Ankom- wenden an den steinernen Treppen hallenden Wagen. Bei jeder neuen aus dem Wagen steigenden weiblichen Gestalt überfiel ihn ein Zittern. Er glaubte Sidonien unter der Hülle von Mänteln und Tüchern zu erkennen, und wollte sich ihr schnell und unbemerkt nähern. Je näher In Chicago steht ein Kampf zwischen der neuen Meister- Vereinigung der Carpenter:c. und ihrer Arbeiter in Aussicht. Allem Anschein nach rechnen erstere auf den massenhaften Zuzug von Kräften aus dem Lande.— In New-Dork ist ein Zerwurfniß zwischen den gegen die Unternehmer verbündet gewesenen Schneidern und Kontraktoren(Sweaters) entstanden, weil letztere den Löwen- antheil an der durch den Streik errungenen Preiserhöhung be- anspruchen.— Bei dem Streik der jüdischen Schneider in Phila- delphia hat die Polizei„Stellung" gegen dieselben genommen, das will heißen, eine Versammlung von ihnen auseinander geknüppelt. politische Mebeeflchk. Die..Atniiou" hat die tiefsinnige Entdeckung gemacht, daß der Sozialismus, welcher die wirthschaftliche Kon- zentration oder Zentralisation bedinge, sich mit den Prin- zipien der Demokratie nicht vertrage, und daß schon deshalb die sozialdemokratische Partei früher oder später zerfallen müsse. Der Gelehrte der„Nation" geht also von der Vor- aussetzung aus, daß Zentralisirung d. h. Konzentration der Kräfte mit dem Wesen der Demokratie unvereinbar sei. Als der fragliche Artikel angefertigt und veröffentlicht wurde, war jedenfalls der Chefredakteur, Herr Dr. Barth, nicht in Berlin, denn er würde nach den Erfahrungen seiner amerikanischen Reise dem Verfasser au dem Beispiele der Vereinigten Staaten die Absurdität seiner These ad oculos demonstrirt haben— und vielleicht hätte er ihm auch ge- sagt, daß alle seine Argumente gegen die Sozialdemokratie sich überhaupt gegen die Demokratie und demokratisches Regiment mit sammt dem von der„Nation" so heißgeliebten Parlamentarismus richten. Die Vereinigte Staaten-Republik ist eine so vollendete Demokratie, als sie unter der Herrschaft der kapitalistischen Produktion möglich ist; und diese Republik hat bei vielen Gelegenheiten den glänzendsten Beweis von Konzentrirung der Kräfte geliefert und, namentlich während der Dauer des vierjährigen Krieges zur Abschaffung der Sklaverei, sich einer weit größeren Kraftentfaltung ' ä h i g g e z e i g t, als irgend einer der undemokratischen "ilitärstaaten Europas. Es giebt eben zweierlei Zentralisationen— eine despotische und eine demokratische; die despotische steht allerdings im schärfsten Widerspruch mit dem Prinzip der Demokratie und wird von dieser auf Leben und Tod bekämpft. Aber der Zentralisation kann auch die Demokratie nicht entbehren— nur erdrückt sie nicht den Willen der Massen zu Gunsten des herrschenden Einzclwillens— sie faßt den Willen und die Kraft jedes zu dem Gemeinwesen gehörigen Jndividunms durch eine gemeinsame Idee für einen gemeinsamen Zweck zusammen; und eine solche Zentralisation ist stärker und dauerhafter als despo- tische, die ihrer Natur nach die Kräfte der Individuen nicht zur Geltung kommen lassen kann, sondern im Gegentheil sie unterdrücken muß. Mit anderen Worten die Summe der Kräfte, welche die Demokratie in's Spiel zu bringen vermag, ist vergleichsweise eine weit größere als die, welche dem Despotismus, auch bei äußerster Anstrengung desselben, zu Gebote steht. Weil dem so ist, hat die demokratische Rc- publik der Vereinigten Staaten an Macht längst alle Militärstaaten der Welt weit überholt, und hat— um ein weiteres Beispiel anzuführen— die erste französische Re- publik 1792 bis 1795 die konzentrirten Kräfte des despo- tischen Europa überwunden. Die„Nation" braucht sich also um die Zukunft der Sozialdemokratie nicht zu beunruhigen. Wir haben bisher die Prinzipien der Zentralisation und der Demokratie zu vereinigen gewußt, und werden dies auch in Zukunft zu thun wissen. Der dvoffeude Zerfall der Sozkaldemoliratie hat folgende Gründe, die zu enthüllen wir endlich heute in der Lage sind. In der Partei stehen sich zwei Auffassungen vom Staat gegenüber. Die eine will reine Demokratie und zwar genau nach dem Vorbilde der antiken Staatswesen, insbesondere des alten Griechenlands. Wie in Athen, so sollen fortan „auf dem Markt in Volksversammlungen von den freien und volljährigen Bürgern die Rcgierungsgeschäfte erledigt, die Staatsfragen entschieden, die Gesandten instruirt und die Rechnungen vorgelegt werden." Es ist wahr, wir haben in Deutschland viele Städte mit vielen Märkten, das erschwert die Zeit zur Abfahrt rückte, desto schwieriger wurde dieses Ueberwachen, er war genöthigt, beständig hin und her zu laufen. Er sah nach der Uhr. Es fehlte nur eine Viertel- stunde. Erschreckt fuhr er auf und stürzte an den geöffneten Schalter. „Zwei Billcts erster Klasse nach Marseille," rief er, es kam ihm dies wie der erste Schritt zu Sidoniens Bc- sitze vor. Durch das Gewühl der mit Gepäck beladenen Karren und der herbeieilenden Nachzügler begab er sich wieder auf seinen Beobachtnngsposten. Es war fast unmöglich, daß Sidonie noch zur rechten Zeit kam. Das war ein Drängen und Stoßen, ein Rufen und Schwirren:„Vorgesehen," „Achtung" riefen ihm die Kutscher und Gepäckträger zu und alle schoben sich nach den Wartesälen hin. Endlich kam sie... Ja da ist sie, schwarzgekleidet in Begleitung einer kleineren Dame— wahrscheinlich Frau Dobson. Aber ein zweiter Blick brachte die Enttäuschung. Es war eine junge Frau, die ihr ähnlich sah— ein junger Mann näherte sich ihr, bot ihr feinen Arm, wahrscheinlich ein Paar ans d°" Hochzeitsreise, die Mutter begleitete sie zur Bahn. Nun folgte das Gewirr der Abfahrt, das letzte Glocken- zeichen, das Zischen des entweichenden DampfcS. Sidonie kommt nicht. In diesem Augenblicke legt sich eine schwere Hand auf seine Schulter. Er fährt herum und erblickt den dicken Kopf des alten Gardinois, der tief in einer Mütze mit Ohrcnwäriner» steckt. „Ich irre mich nicht, eS ist Herr Risler. Sie fahren auch mit dem Marseiller Expreßzug? Ich auch, da ich den Zug nach Orleans versäumt und so auf dem Lyoner Bahnhof nach Savigny zurückkehren muß." Dann erzählter von seinem Schwiegersohne, der Fabrik, wo es nach seiner Ansicht nicht gut gehen kann. Die Firma ist bei dem Bankerott Bonnardel betheiligt, und wenn die jungen Leute so weiter wirthschaften, wird es ihnen eines Tages ebenfalls so ergehen. Dann stürzte er mit einem „auf Wiedersehen" nach dem Schalter und verschwand. Franz hatte kaum begriffen, was ihm jener erzählt die Sache ein wenig; doch diesem Einwände. w Gewährsmann, dem wir in seinen .....•" igen vorläuftz W der Gewährsmann, dem wir in Enthüllungen folgen— wir verschweig« Namen— etwas sibyllinisch auf„die Erfindungen- zeit, die manche Schwierigkeiten überwinden", w-„ für den„praktischen Dienst", insbesondere für die der Volksversammlungen und die Vorbereitung o". L tionen, werden geduldet werden, da es ja auch en w ,, land Archonten gab. Das ist die eine Richtung, d züglich Johann Jacoby das Wort geredet hat. D>e � Auffassung hält an der Volksvertretung fest und. w ihren Händen die Fraktion nicht bloß der gestsS. � der beschließenden, sondern auch der vollziehenden' vereinigt sehen." Vorbilder für diese Einrichtung die Regierung des Konvents in der ersten zösischen Republik, das lange Parlament"J f L» und der amerikanische Kongreß während des Reve kriegeS". Der— wie man steht, vorzüglich untettich... Gewährsmann unterläßt es nicht, seine selbstverstandtmi begründete und schätzbare Ansicht darüber mitzutheuen,'. nmt hpn fipifon �lüaeln bei* Sozialdemokratie o# von den beiden Flügeln der Sozialdemokratie Chancen habe. Er meint, daß »Klinisch) und nicht der Gewi Thätigkeit Zeitung" undernngi wges zur Wind bek unabhäng finden? m Verein" j Mflbentc Horden e wacht: 1) 3« schließ gewerben «uschränke und 105c mich in S «Niger al Doli das erste SysteM g klassische, von Jacoby neu belebte„bei nothwendrgen A x vermöge der Schwerfälligkeit des Apparats den rechten � „freie Kommune verw blick versäumen" werde; die„freie Kommune alten Führern der deutschen Sozialdemokratie den j; hat gute Aussichten, sie früher oder später zu überholen- �, beiden Theile dieses Satzes stehen zwar anscheinend nm) m-Jf otmaviSov itv* n• tuXof) itiifov ß'.VlffluUCV �' mit einander im Einklang; indeß unser Enthüller wi' mix uns zu versichern erlauben können, mit noch ß deren Widersprüchen fertig., Unser Gewährsmann, um ihm nun endlich die vc j Ehre der Nennung seines Namens zu geben, ist v. Leitartikler der„Berl. Börsen-Zeitung". In den: 6fl.- Leitartikel des genannten Blattes hat er die Enchnn,, veröffentlicht, welche wir oben möglichst wörtlich nndderg.� Es freut uns natürlich, unseren Lesern jetzt endlich i%L; zu können, wo sie sich über die Spaltung der Sozia kratie am besten unterrichten. Wer also dieft ,"m, 50! Kronenstn J W: aus erster Hand haben will, muß auf die„ Zeitnng" abonniren. Sie kostet vierteljährlich 7 ohne Bringerlohn und erscheint Berlin W, Di-„Fr-is. Ztg." macht es sich leicht, eine westfälischen Sozialdemokratie zu konstatiren. Tie Hertj» und Schröder werden in der sozialdemokratischen«Post,L in Dortmund als nicht mehr zur Partei gehörig«eo; Flugs fabrizirt die„Freis. Ztg." ein Entrefilet mit de � marke:„Eine Spaltung der Sozialdemokratie tritt auch> � falcn hervor." Seine Lüge, daß die Hälfte der soziale � tischen Abgeordneten durch Unterstützung anderer Parle wählt sei, hat das edle Blatt noch nicht widerrufen. Das Dvetzburea» des Ministeriums des sich, wie die„Freis. Ztg." mittheilt, veranlaßt, in den blättern einen Artikel zu veröffentlichen zur Vertheidigung � kannt gewordenen Reskripts des Ministers Herrfurth in auf das Verhalten der Polizeibehörden gegen die sozial� w tische Agitation. Der aufgeregt gehaltene Artikel spricht Kampf gegen Staat und Gesellschaft, den die Sozialdew� nach dem 1. Oktober mit aller Rücksichtslosigkeit fuhren ff. � und von„den Arbeitcrbataillonen, die man durch Verbindiw« � Zentralisirung politischer Vereine formiren werde," was?., lizei verhindern müsse.— Weiterhin wird in dem Aso. hauptet, daß das Reskript des Ministers die Sozialdenwkra Partei nicht schlechter stelle als alle übrigen Parteien, die Durchführung von Gesetzen, welche für alle Staatsbu-i � lassen sind. Aber das Reftript handelt doch blos von de% zeilichen Ueberwachung der Sozialdemokratie und fordert« m Hörden auf, hierin„bis an die Grenze des Zulässigen" von � ihnen zu Gebote stehenden Mitteln Gebrauch zu machen. � nach einem Gesetze zulässig ist, gelangt darum sonst»o#. i, aus nicht unter allen Verhältnissen bis zur äußersten praktischen Anwendung. Wäre dies selbstverständlich, s?(Ö$ meint die„Freis. Ztg." mit Recht, es doch gar nicht erp ,! Reskripte bedürfen. Leider unterläßt es aber die„Freis. off, II nicht, die zentralisirten Gewerkschaften als politische Verei Sozialdemokratie zu dcnunziren. tß Pfui! In einer„schneidigen" P r ü g e l o r d n u n g die Neuguineakompagnie gez. A. v. Hansemann, d.d. o .Di- Ein fiinge. w sur einen Haltung i gute, unr "swgimcnl Straße Q wußtlos unwohl stchs lie Todt sin Hartman Vogel v. derung wisse». �, Ki- welcher mit dem a,. D,rt OstichStcq binnen I neues P eigener 5 Misgegeb B.Rri fiftife) ;«mtern xartei u Sl'qf Partei, i m. Harn wahres während «andida l1<37 El i Uel p 'fahrest eine M, 1 geschieht 'hrer v iassen l 22. Oktober 1888, für die farbigen Arbeiter erlassen hat, v y „Körperliche Züchtigung ist nur gegen männliche, körperlich gesunde Arbeiter zulässig und nur zu verhängen, wenn Zuchtmittel keinen Erfolg hab«n. Mehr als zehn Schläge einander dürfen nicht erlheilt werden, und darf eine solche| gung nicht öfter als ein Mal in einer Woche geschehen. verbreitet man Zivilisation n,'"hel Dockarb fs ZÄ Sande, dm Arl in erla hatte. Was kümmerte ihn auch der Ruin seines Brnde� der Einsturz der ganzen Welt. Er wartet nur auf Sidonie. Da ertönt plötzlich ein geller Pfiff, der Zug davon. Er giebt sich die größte Mühe ruhig zu bleiben klar zu denken./ Wahrscheinlich hat Sidonie in Asnieres den Zssg� A säumt, und da sie weiß, daß er sie erwartet, so wird 1 J der Nacht kommen. Er beschließt also, zu warten sti�J l'fpirtrtT Cfciu Vrtfpnhpv CIlU�v fe bereits gestellt ßWe. wiber '"egun «tuuu dem j L giebt sich in den Wartesaal. Ein rasender Durst Er weckt einen der schlafenden Nachtkellner. In dem-s � blicke, wo er trinken will, erinnert er sich, daß � w vielleicht unterdessen angelangt ist und ihn sucht. LA auf, rennt wie toll hinaus, läßt das Glas unberührt uno das Geld auf dem Tische liegen. Jetzt fühlt er, daß sie nicht kommen wird. Ist sie krank? Hat sie Rene erfaßt? würde sie doch Frau Dobson geschickt haben ,»».-? jf benachrichtigen. Oder hatte sein Bruder den Brift fluiden. m,!„!' Und während er unzählige Vermuthungen aufstem, wieder verwarf, dabei in allen Räumen des Bahnhost? stät umherirrend, rückte der Tag näher und die Estve« Hänser nahmen bereits eine hellere Farbe an.~l a f' Wig ,<5 {fit il uche' V l Auci Cie ginnen? Cr mußte sofort uäch Asnieres um klärung zu verschaffen. Er durchschritt Paris, das st, Paris der frühen Morgenzeit, mit seine» rothen Lai � vor den Polizeiwachen und den Nachtwächtern, die an � Straßenecken in das Dunkel spähen und ihre Streckei patronilliren. M Vor einer jener Wachen erblickte er einen Haufen scheu, Lumpensammler, Frauen vom Lande. Wahrschi � ein nächtliches Drama, das vor dem Polizeikommissar J Abschluß fand.... Ach wenn er gewußt hätte, � J Drama sich hier abspielte!.... Aber er• ,>,? es nicht ahnen und ging gleichgiltig vorüber. Als si j beinahe dreistündigem Marsche nach Asnieres kam, � er wie ans einem Traume. ,h Der jnnge Tag brach glänzend aus den Morgem il»rn und i & & hevlij lasse, lUtigt .Loef, ist % JMJU ieiW |# B Olibt« icili' k#' 3� ss utim jtite-l {i«m «M röß-lZ q !lu " ur> 5: «4 i 1 5 :W [t} ti{( inzi «K' i-il- JHIJI Ä 50 ilstk- mSj tii% teie» 1 Sa °»?«i ? .(W J«5 1 flV caff" si° osi®-fr wachste Urichshaushalt-Etats»s?. schreibt die yRvlnische Zeitung", werde nack) dem neuett Milrturgesetz viele vno nicht unerhebliche Abänderungen enthalten und deshalb neben °er Sewerbenovelle eine sehr angestrengte und umfangreiche Thatigkeit des Reichstags eriordcrn.— Weis; denn die„Kaln. Ä-itung» nicht, daß die durch das Militärgesch bedingten Ab- anoernngen bereits in einem Nachtragsctat seitens des Reichs- Ms zur Feststellung gelaugt sind? Oder hat die..Köln. Ztg." umnd bekommen davon, daß wiederum neue Militarforderungen, unabhängig von dem neuen Militärgesch, sich in Sicht be- INlden? Urber die Kottutaasruhe liegt von dem„Kaufmännischen Verein» in Franksurl a. M. ein auf Ersuchen des Regierung�- Präsidenten von Wiesbaden und der Frankfurter städtischen Bc- wrten erstattetes Gutachten vor, welches folgende Vorschlage macht: l) Die Verkaufsstellen sind von IL Uhr Mittags ab ganz iu schließen. 2) Die Beschäftigung in den übrigen Handels- gewerbe» ist nlindestcns auf zwei Stunden Vormittags ein- Suschrünken. 3) Für Ausnahmefälle genügen die in den§§ 105b uuo io5o vorgesehenen Bestimmungen mit der Maßgabe, oaß uuch in Ausnahmefällen die kaufmännische Sountagsarbeit nicht Mnger als zehn Stunden täglich dauern darf. Polnische Arbeiter sind in der Zahl von 50 seitens der preußische Regierung in der Gegend von Slawenhih in Ober- Ichlesien ausgewiesen worden. � m.. .. B»e Gren» sperre gegen die Einfuhr von böhmischen» Rind- Mch nach der Oberlausitz ist nach einer Drahtmeldung der„Vost. dig/' aus Zittau aufgehoben worden. „, Ei» Knsteering ist in Baltimore im Entstehen begriffen, 'Mo zwar mit einem Kapital von mehr als 25 Millionen Franken. Wllite itiifovdv Q'cinr» vff(1 PVlTOf* rtllf WV�IllVV ViViVtl. V»t»| V» V| V V fc| v �•--w» v-•..~ Mmtimg der großen Mehrzahl innner schlechter wird, indem die ®'!*' unverfälschte Maare durch allerlei künstliche Nachahmungen niclst� schungen erseht wird, kümmert die Soekulationshelden � Maitöveubili». Aus Marktbreit in Bayern wird der KPrm Ztg." unterm 19. d. telegraphirt: Von den, 9. Infanterie- nZimeut sind gestern auf dem Marsch zun» Manöver auf der >w Eibelstad-Marktbrcit bei 23 Grad Hitze 170 Soldaten bc- m'ßtlos zusammengestürzt. Eine nicht minder große Zahl wurde uinvohl und mußte austreten. Zwei Soldaten sind gestorben, ffchs liegen im Marktbreiter Spital an» Hitzschlag darnieder. sind Bernhard Benschlein voi» Bvttigheim und Leonhard Kürtinann von Mömlingen."— Hoffentlich wird der General luogel v. Falkenstein künstig auch solche Thatsachen bei der Schil- «ttung der Wohlthaten der„Ferienkolonien" zu veriveuden Kiel, 17. August. Ausgewiesen. Der Zigarrenarbciter Bastrup, ??cher aus dem preußischen Staatsgebiete ausgewiesen, wurde mit dem Dampfschiff„Aurora" nach Kopenhagen geschickt. , Mainz, 18. Anglist. In einer Versammlung, in welcher der �ichstagsavgeordnete Jöst sprach, beschlossen die Sozialdemokraten mnnen kurzer Frist, wenn möglich vom 1. September ab, ein 'Mes Parteiorgan für Mainz u»d Umgegend, ivenn möglich mit UAener Druckerei, zu gründen. Es sollen Antheilscheine zu je SM. �gegeben werden. B,.Nrichstags- Cusaffwalile» fanden am Dienstag in �üiserslautern und Uelzen statt. In Kaisers- iMtern ist Kandidat der Volkspartei, der freisinnigen Mtej und der Zentrumspartei Herr Grohs, welcher den Wahl- W bis 1887 in, Reichstage vertrat. Im Februar 1890 siegte ">>iV0#lBi weitere 33 000 der Union zugehören. Iii einem die l» der Staat es nicht als seine Pflicht erachtet, über Sil„s'MOezeit der erwachsene» Arbeiter gesetzliche Verfügungen äffe», ist ei» strammes VerbandLwcsen unerläßlich noch- Pp, brücken, Häuser, Felder, alle Gegenstände niit rosigem übergießend. Im Hanse seines Bruders ivaren geflclu die Jalousien geöffnet, die Blumen an die Fenster Eine zeitlang irrte er umher, che er einzutreten Er klingelte an der kleinen Pforte. Im Garten --------«-.o......' fnuLvV klingelte an der tlemen Psorre.<5111 isarien wcain,> die Wege, das ganze Hans war in reger Bc- Stim.."."d trotz der frühen Stunde hörte fer Sidonieus de,» ,.,u' großer Lebhaftigkeit aus den Noseubüschen vor " Fause hcrübcrs' iüü' il h", Ü § i I U-- K--~- V'"| �"">1» hcrübcrschallen. tyotiiiz trat erregt näher, um zu lauschen ""ein keine Sahne... das Gelee wird . muß jedoch sehr fks. tili* Ö das Gelee wird ausreichen... kalt und Punkt sieben Uhr jVVVLi; HUI«luv gl"".", und Ivas nehmen wir als Borspeise?... n.it il>,.».. �Ä'ppgru ciiicS großen Diners am nächsteit Tage liche Madchen eine Berathung ab, ivobei sie das plötz- �.*......„,.3.itrfif im npvinoften störte. eye nr,, Nüidchen eine Berathung ab, wobei sie das pioip arr, ,��.shres Schwagers nicht im geringsten störte Ich stehe? �iorgcu Franz, sagte sie ganz ruhig... �i»cr 8" Ihren Tiensten. Wir haben morgen ein Sie ci'iiiV rs011' Geschäftsfreunde werden nnsre Gäste sein... „ g�digen»,ich»[,0, nicht wahr? Unruhe Lr"'f. küchelnd, ohne jede Spur von Erregung oder ,l»b f,, gl ße in ihrem weißen weiten Morgcnklcide da reizende,"V der Aufstellung der Speisekarte mit ihrem Welcher �.rrstannten Blicke fort, der ihr so gut stand. den A„sr� üensatz zwischen ihr und dem geängstigten, von �hahe�yBmgen dieser Stacht verzerrten Gesichte ihres Viertelstunde lang mußte Franz sich alle msse» r. chen Gerüchte eines bürgerlichen Diners auszählen >vagte'. � endlich mit beklommener Stimme zu sagen "Ialeu Sie beim meinen Brief nicht erhalten?" Sj, siZeiviß." ->°cken„dykte sich erhoben, nm vor dem Spiegel einige kleine l'>UZ M,,y �ziilegen, die sich zivischen die slattcrnden Bänder ''ch in, L�enyanbcheils verflochten hatten und während sie r,»©eiuiß0?1 betrachtete, sagte sie: <«ÄiWKS?.(«i.iÄ op* das häßliche Gcklatsch mitznthcilen, mit dem wendig, sollen die Arbeiter von den Arbeitgebern billige Bedingungen, besonders eine beschränkte Arbeitszeit, erhalten. Etliche 200 000 Arbeiter, Mitglieder der verschiedenen Londoner Gewerkvereine, welche mit den Dockarbeitern Fühlung haben, hatten ihre Theilnahnie an dem geplanten Aufzug zugesagt. Um Viertel»ach Drei erreichte die riesige Prozession den Hyde Park, voraus die Musikbaude, und an deren Spitze gerade hinter der Standarte der ersten Sektion der Dockarbeiter marschirte John Vurns, der Sozialist, Ex-Mechaniker und Londoner Stadtrath. Ein Tag des Triumphes für den braven Mann— und auch der Betrübniß. Denn die mäßige Summe, welche ihm vor anderthalb Jahren von seinen Wählern in Batersea zur Verfügung gestellt wurde, ist erschöpft, uud wenn nicht bald weitere Geldmittel be- schafft werden, muß der Wackere, dem die Arbeiter so viel zu ver- danken haben, wieder zurück zur Werkstätte. Jetzt wird in den radi- kalen Blättern Geld gesammelt. Mir scheint, daß die Arbeiter, welche Burns so viel zu verdanken haben, selbst in dieTasche greifen uud ihm die Mittel liefern sollten, damit er für sie weiter arbeiten kann. Der Manu(er ist erst 32 Jahre all) hat seit dein Dockstreik zehn Jahre gealtert; er sieht wie ein Fünfziger aus. Es dauerte über eine Stunde, bis das letzte Bauner im Park erschien. Herau- inarschirteu die Männer, welche vier Wochen lang 1889 gehungert und gelitten hatten; auch 8000 Frauen, Arbeiterinnen, die sich zu einem Gewerkverein zusammeugethan hatten, und die Ueberreste des Verbandes der Postbeamten. Es müssen im Zug gegen 200 000 Personen anwesend gewesen sein. Der Park enthielt wohl über 300,000 Menschen, ein prächtiger, erhebender Anblick. Die von der Plattform um Viertel nach Vier vorgetragene Resolution druckte die unbegrenzte Befriedigung der Ar- beiter mit den soliden Errungenschaften des letztjährigen Dockstreiks nnd der rapiden Organisation des Arbcttcr- standes aus. iltatürlich bedauerte die Resolution ebenfalls die Mißerfolge, die sehlgeschlagcnen Streiks und schrieb dies den Schwarzbeinen zu, dem schlochtbezahlten Residuum der unteren Klassen, denen die Organisation noch abgeht. Mehrere Redner sprachen den Dank ihrer Unionen aus für die Vortheilc, die sie aus dem Streik gezogen. Alle Vertreter der neuen Unionen werden auf dem Kongreß der Gewerkvereine erscheinen und dort die gesetzliche Annahme eines achtstündigen Arbeitstages verlangen, was entgegen den Ansichten der alten Gewerkvereine ist. Der- selbe Redner kündete eine Agitation zu Gunsten der schlecht be- zahlten Arbeiter in den der Admiralilät gehörigen Dockyards an. Er betoute die Unzufriedenheit in der Armee, der Murine, unter den Polizeisoldaten uud den Postbeamten, und führte alles auf dieselbe Ursache zurück, die schlechte Lage der Arbeiter im Staats- uud Privatdicust, deren Beschwerden beseitigt werden müssen, wenn nicht eine blutige Revolution die Sache in Ordnung bringen soll. Das Hauvtcreigniß war die Rede des John Burns. Danach wollen die Dockarbeiter den durch den Streik errungenen Borthcil weiter benützen und die Arbeit in den Docks auf kooperativer Grundlage in Zukunft verrichten. Dazu ist allerdings eine stramme Organisation von Nöthen. Aber die ist da. „blo ticket no woi-k"(keine Berbaudskarte, keine Arbeit) ist das Losungswort der Dockarbeiter. Die Arbeiter werden künftighin durch ihre Vorstände direkt mit den Rhedern unterhandeln. Red- ner gab außerdem interessante Auskunft über die pekuniären Vor- theile, welche dem Dockstrcik entsprungen sind: für die Dock- arbeiter Iii» London beträgt der Gewinn 12 Lstrl. jährlich pro Kops. Außerdem sei der Arbeiter intellektuell, moralisch uud physisch gehoben worden uud jetzt in einem Zustand, den man vor einen, Jahre nicht träumen konnte. Burns will jetzt das platte Land bereisen, die Landarbeiter zu organisiren und sie an das Land zu fesseln, damit der Zufluß der ländlichen Arbeiter in die Städte endlich aushöre. Ter Redner schloß seine glänzende Rede mit einem donnernden Hurrah für Australien, das in. Vor- jähr den hungernden Dockarbeitern 37 273 Lsterl. geschickt hatte. Seiner Rede, sowie den Auslassungen der Borredner ließ sich ent- nehmen, daß bei dein Meeting der Gewerkvereine in Manchester am 1. September die neuen und alten Gewerkvereine scharf auf- einander stoßen werden. Es wird diese Versammlung, auf der zun, ersten Male die Vertreter von llnioiion der als unskillsck labourers bezeichneten Arbeiter theilnehmeu, ein Wendepunkt in der Geschichte der Entwiclelung und Organisation des Arbeiter- standes stin. Schweden«nd Norwegen. C h r i st i a n i a, 10. August. Hier hat die Eröffnung des dritten allgemeinen skandinavischen Arbeiterkongresses stattgefuuden. Von dänischen Vereinen sind 21 bei»» Kongresse vertreten, von schwedischen Vereinen nur 5 und von norwegischen 38 mit 53 Vertretern.— Es wurden über die Arbeiterbewegung in den drei skandinavischen Ländern einige recht interessante Berichte ge- liefert. In Betreff Dänemarks theille I. Jensen mit, daß die dortige Organisation der Arbeiter in zwei Theile fiele, die poli- tische Organisation und die der Fachvereine. Die letzteren zählen in Kopenhagen gegen 20 000 und außerhalb Kopenhagens gegen 11 000 Mitglieder. In Betreff der Streikbewegung in Dänemark erklärte er, daß wenn auch die Streikenden in ihrem Kampfe für das Dasein unterlegen wären, so hätten sie doch an Organisation gewonnen. Als Beispiel nannte Redner den letzten Maurerstreik in Kopenhagen. Die politische Organisation, theilte Herr Jensen mit, zählte gegen 109 Vereine mit zirka 14 000 Mitgliedern. Sie mir drohten, so werde ich ihm sehrsteicht beweisen können, daß der Haß einer verbrecherischen Liebe, die ich mit Gc- Kühr zuriickgeivicsen habe, die alleinige Ursache dieser verlogenen Anschnldignngcn ist. Merken Sie sich das wohl, mein Lieber... und damit auf Wiedersehen!" Glücklich wie eine Schausdielcrin, die eine effektvolle Phrase gut beendet hat, ging sie an ihm vorüber und verließ den Salon, lächelnd, mit trinmphirend empor- gezogenen Mnndwinkeln, aber ohne Zorn. Und er tödtcte sie nicht! � Eine vermischte N a ch r i ch t. Am Abend vor diesem ereignißvollen Tage, wenige Augenblicke, nachdem Franz so heimlich seine Wohnung in der Rne de Braqne verlassen hatte, kam der berühmte Dclobelle ganz niedergeschlagen und ausgelöst nach Hause mit jener enttäuschten Miene, die er stets bei unangenehmen Ereignissen anzunehmen pflegte. „Großer Gott, was ist Dir denn passirt, mein armer Mann?" fragte sogleich Madame Dclobelle, die selbst das 20jährige Studium einer theatralischen Mimik noch nicht abgestumpft halte. Ter Komödiant, der gewöhnt war, selbst seinen nnbe- deutendsten Worten ein entschrechendcs Mienenspiel voraus 511 schicken, zog als Zeichen des AbschencS und der Ver- achtung die Ätnndwinkel herab, als wenn er ctivaS recht Bitteres verschluckt hätte. „Ich habe immer gesagt, daß diese Siisler's Undank- bare sind oder Egoisten, die auf jeden Fall eine schlechte Erziehung genossen haben. Wißt Ihr, was mir der Portier soeben da unten schadenfroh mitthcilte? Franz Risler ist abgereist!... Er hat das Haus und jetzt schon Paris ver- lassen, ohne mir die Hand zii drücken und uns für die Ans- nähme zu danken, die ihm hier zu Thcil wurde... Wie findet Ihr das?... Und von Euch hat er doch gewiß auch keinen Abschied genommen, trotzdem er, es ist noch keine vier Wochen her, Tag und Nacht, ohne ihm einen Vorwurf damit zu machen— bei uns gesteckt hat. (Fortsetzung folgt.) Schließlich betonte er, daß man in Dänemark einen Zusammen» schluß mit den Arbeitern der anderen skandinavischen Länder wünsche.— Für Norwegen erklärte Bürstenbinder Jeppesen, daß die Linke zu»»» großen Theil Schuld daran sei, daß die Arbeiter- fache hier im Lande noch nicht länger vorwärts gekommen sei. Die Arbeiterpartei hätte den Versprechungen der Linken vertraut und wäre bitterlich getäuscht worden. Das Organ der Sozialisten zählte, theilte er mit, nach einer sechsjährigen Thätigkeit nur gegen >400 Abonnenten. Hier in Christiania beständen 100 Fachvereine. Betreffend die Verhältnisse in Schweden erklärte Axel Daniclsson, daß die Fachvereine in beständigem Fortgang, die politischen Vereine dagegen in» Rückgang begriffen seien. Die Arbeiter- bewegung stehe übrigens in Schweden auf fast demselben Stand- punkte wie in Norwegen.— Schließlich ergriff F. Möller(Kopen- Hagen) das Wort, um den Zweck der„rovolutionär-sozialistischen Arbeiterpartei" nachzmveistn. Die Partei sei acht Monate alt, zähle 000 Mitglieder und sei in zehn Vereine eingetheilt. In poli- tischer Beziehung trenne sie sich von den übrigen Arbeiterorgani- sationen. Ihr Zweck sei, die kommende Revolution vorzubereiten."— Ans dein Kongresse sind dänischer- und norwegischerseits inehrereVor- schlüge zu Beschlüssen vorgelegt, welche säinnitlich in der Richtung einer starken Organisation der Fachvereine mit internationaler oder jedenfalls skandinavischer Richtung gehen. Am Arbeiter- kongresse nehmen drei Damen Theil: Frau Margrethe Vulluin (die Tochter Orla Lehmamis und Frau des norwegischen Redatteurs Vullnm) als Vertreterin für den hiesigen„Fachverein der Zündholzpackerinncn". Johanne Svendsen für den„dänischen Weberbimd" und Anna Jensen(Dänemark) für die„gesanimten Frauenvereine". Christiania, den 16. August. Am Donnerstag wurde eine Fünfer-Konimission zur Verarbeitung verschiedener Reso- lutionen betr. Errichtung von Fachvereinen, Errichtung inter- nationaler Bündnisse der verschiedenen Fächer, Aufnahme der Frauen in die Männervereine abgehalten. In der Morgensitziing am Freitag wurde zunächst folgende Resolution angenommen: Der Kongreß erachtet die Fachorganisation als natürlichste Form des Zu- sammeiischlusses der Arbeiter zur Verbesserung ihrer wirthschaftlichen Lage. Weiter gelangte die Streikfrage zur Verhandlung. Hier nahm der Kongreß Resolutionen an, nach welchen die Streiks als prinzipiell berechtigtes Kampfmittel angesehen werden. Der Kongreß empfiehlt, daß Streiks größeren Umfanges mit den Bruderorganisationen im In- und Auslände zu besprechen seien, damit großen Slusständen im gleichen Fach nnd zu gleicher Zeit vorgebeugt werde. Auf die Frage, ob es sich empsehle, nationale oder skandinavische Streikkassen zu errichten, antwortete der Kongreß mit folgender Resolution, daß es den Fachverbänden, oder wo solche nicht seien, den einzelnen Vereinen zu überlassen sei, wo es zivcckinäßig wäre, solche Kassen zu errichten. Von Er- richtung eines skandinavischen Streikkomitees sei abznrathen. Am Freitag Nachmittag beschästigte sich der Kongreß mit der Haus- arbeit. Der Kongreß entschied: Die Hausarbeit und die damit verbundene Nachtarbeit laßen sich beseitigen: 1. durch Erweite- rung der Arbeiterschutz- Gesetzgebung und speziell des Normal- arbcitstages ans alle Jndilstriezweige, wodurch das„Schwitz"- System unmöglich gemacht oder beschränkt wird, oder 2. durch den Kampf der Arbeiterorganisationen für die Einführung des Werkstätteiisystenis bei allen Geiverken, in denen die Hausarbeit jetzt florirt. Bezüglich der Nachtarbeit in gewissen Branchen der Industrie seien amtliche Untersuchungen wünschenswerth. Sodann behandelte man die Frage, auf welche Weise die Abschaffung der Akkordarbeit und Einführung der Bezahlung nach Zeit an, besten diirchziifuhren sei. Der Kongreß meint, daß dies nur die Arbeiter selbst vermöge ihrer Orgamsation bewerkstelligen könnten. Sodann spricht sich der Kongreß für Ausarbeitung einer eingehenden Arbciterstntistik, die namentlich durch die Fachvereine beiverkstelligt werden müßte, aus. Mit Bezug auf das Organi- sationsrecht meint der Kongreß, daß das Bereinigungsrecht von allen Arbeiterkreisen in der Weise zu erstreben sei, daß die öffent- liche Meinung gesetzliche Bestimimingen darüber zu Werke bringe. In der Abendsttznng beschloß man, daß der Achtstundentag, welcher der gesundheitlichei» Gesetzgebung angehöre, auf gesetzlichem Wege garantirt werden müsse; Staat und Gemeinde müßten den Acht- stilndcntag zuerst einführen; infolge dessen sei die Forderung eines solchen bei allen politischen uud Geuieiiidewahleu von den Ar- beitern aufzustellen. Zum Schluß wurde eine Resolntion des Ausschusses angenommen, nach welcher an jedem 1. Mai eine Demonstration in Szene zu setzen sei, um dadurch für die Arbeiter eine begrenzte Arbeitszeit herbeizuführen. Frankreich. Paris, 19. August. Da die Häfen von Arabien als cholera- verdächtig angesehen werden, so müssen die Schiffe, die aus Jndochina kommen und in Aden angelegt haben, in Algier oder Toulon einer BeobachtungS-Quarantäne iliiterworfen werden. Kelgien. Schon drei Mal ist von liberaler Seite in der Deputirten« kainmer erfolglos der Versuch gemacht worden, eine Acnderung des Artikels 47 behufs Erweiterung des Wahlrechts in der Ver- sassung des Landes herbeizusühren; jedesmal ohne Erfolg. Noch im Jahre 1887 wurde ein derartiger Autrag von der klerikalen Iiechten einstimmig abgeiviesen. Der Deputirte Herr Janson will jetzt diesen Antrag erneuern; mit welchem Erfolge wird abzu- warten sein. Inzwischen tritt am 14. September in Brüssel der von der Arbeiterpartei einbernfene Kongreß zusammen, u», die Wege behufs schleuniger Erringung des allgemeinen Stimmrechts festzustellen. Auf der Tagesordnung deS Kongresses stehen vier Punkte: Schaffung von Propagaudagruppen für das allgemeine Stimmrecht in allen Orten; Organisirung einer der Zeususwahl entgegengesetzten Volksabstimmung bei jeder Kammerwahl; Kund- gebiingen am selbigen Tage und zur selbigen Stunde in allen Bezirkshauptorten und der allgemeine Ansstaiid. Im Anschlüsse hieran sei erwähnt, daß der Streit über die Zahl der Thcilnchmer an der Brüsseler Arbeitcrkundgebung geschlichtet ist. Nach An- gäbe der Staatsbahnverwaltung selbst sind 35 653 Manifestanten von ihr auS den Provinzen nach Brüssel befördert worden. Dazu kommen aus dem Bezirk Brüssel 10 bis 15 0000 Theilnehmer. Tic Gesainmtzahl der Manifestanten hat somit die Höhe von 45 000 bis 50 000 erreicht— eine in Belgien, dem"klassischen Lande der Straßenkuiidgebungeu, noch nicht dagewesene Zahl, die zugleich die wachsende Macht der sozialistischen Arbeiterpartei bekundet. SVrtnie»». Madrid, 19. August. In den Provinzen Alicante, Badajoz, Toledo und Valencia hat man für den gestrigen Tag 63 Cholera- Erkrankungen festgestellt, von denen 31 einen tödtlichen Ausgang nahmen. Amerika. N e w- U 0 r k, 19. Anglist. Der Vertreter von San Salvador in Guatemala telegraphirt. der Präsident Ezeta habe de» Frieden unter ehrenhaften Beding, mgen für San Salvador abgeschlossen. Anstvaiie». „Neutcr's Bureau" meldet aus Melbourne: Die D i e n.st e i n st e l l n n g d e r O f s i z i e r e der Handels- marine verbreitet sich mit großer Schnelligkeit in den Häfen von Melbourne, Sydney nnd Brisbane. Eine der großen Schisffahrts-Gesellschaftcil hat beschlösse», die Fahrten ihrer Dampfer einzustellen. Viele Dampfer, die heute cmSzillansm beabsichtigten, sind zurückgeblieben, weil deren Offiziere und fic"'folge Befehl der Union verließen. Die Schiffsrheder veröffentlichen Slnnonze», in welchen sie die Dienste von Nichtnnionisten verlangen nnd offcriren den- selben längeres Engagement bei erhöhten Gehältern. Theater. Donnerstag, den 21. Aug» st. Fessing-Tsteater. Das Bild des Signorelli. Frirdvich-Wilstelntstädt. Theatrr. Der arine Jonathan. Wallner- Theater. Mainsell Ni- tonche. Uilltovia-Theater. Geschlossen. Adolph Ernst» Theater. Der Goldfuchs. KelleaUiance-Theater. Der Dorf' tensel. KroU'o Theater. Don Juan. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexander strastc 27c. Auftreten der Chansonnette Fräulein Ehrenfold. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fränl Rosa Valerie. Austreten des Gesangshnmoristen Herrn Ztegler. Auftrete« des Malabaristen und Equi lebristen Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Clermou t mit seinen dressirten Schweinen, Esel und Gänsen. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags G'/a Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 90 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 90 Pf. Der Garten ist an Bereine f. Sonnner- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben. Buggenliagcn am Moritzplatz. Täglich; Grosses Gartesi-Concert. Direktion A. Uödma»». Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Fnfi'�A Wochentags 10 Pfg., IjIIIIcL Sonn- und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumeu. Groher Frühstücks- und Mittagstisch. Svezial-Ausschank von Patzenhoser Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. Gil F. Müller. oaraa Passase 1 Er. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswiirdigk. d. Liesidenz. Nur mST diese"WW Woche: Neu! Zum erste» Male: Zweite Reise durch das interessante Eg»pte». Erste Wanderung durch die malerischen Gbrritalie»isll>e» Alpe«». Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Miniriiiit Wrilhe-Gllrtell. A«u Tewpelhoser Feld, hinter der Kocktbrauerri. Jeden Montag u. D o n n e r st a g: Grosses Frei-Konzert und £23 Kinderfest, es Um 9 Uhr großer Fackelzug bei ben- galischer Beleuchtung. Allerhand�Volks- belustianngen. Andreas-Gesellschatts-Säle. TttMlwMMW im Grand Hotel Alexanderplatz (Eingang: Neue Kömgstraße). Nur noch bis zum 2G. August incl. 431 Tägk. geöffnet von 9 Uhr Vorm. bis 8 Uhr Abends.— Entree oO Pf. ES�sSaim, Landsberger Allee 39—41. So»«, abend, de» 33. August 1890: Gr. Sommerfest d. Tallakardeiter Serlins Concert, Spezialltäten-Vorstellniig und Bali. S»gr Anfang G Uhr.-WW Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr an geöffnet.— Programm an der Kaffe gratis. Billets a SO Pf. sind zu haben bei Wilhelm Börner, Ritterstr. 108 (Zigarrenladen); in der Rohtabakhandlung von Herholz, Brunnenstr. 145; C. Butry, Stralfunderstr. 15; August Motes, Posenerstr. 11; und den mit Plakaten belegten Geschäften. 439 Das Komitee. Grosse ölfentliclie Volksversamminng für Frauen und Männer '... Wilmers. am Freitag, den 22. August, Abends 8 Uhr, zu dorf im Viktoria-Garten Wilhelmsaue. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Julius Türk„Ueber Frauenbefreiung". 2. Dis- kussion. 3. Verschiedenes.— Zur Deckung der Unkosten findet Teller- ammlung statt. 433 Oer Einberufer. SoMem. Wahlmem für ücii 5. Verl. ZieiPtilgs-Wahlkreis. VersammluMg am Donnerstag, den 21. dieses Monats, Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Zemter, Mnuzstr. 11. Tagesordnung: I. Die Stellung der Sozialdemokratie und die Taktik der Gegner. Ref.: Max Baginski. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Alle Wähler des 6. Wahlkreises sind hiermit eingeladen. 428 .IfÜT' Fveitag, de» 22. August 1890, Abends 8Va Jfhr: Große öfcntl Volks- KerMljilmlg für Wann er«nd Fraueir OBga: Bottenburgs Ui3d Umgegend im Zostale Bismarcks- Höbe, Milmeradorfer Ktraste 39. Tages-Ordnnng: I. Wie stellt sich die Einwohnerschaft Charlottenburgs zur Sonntags- ruhe der kaufmännisch Angestellten. Referenten: Kaufmann Albert Auerbach und Hansdiener Oswald Grager ans Berlin. 2. Diskussion. 8. Wahl einer Agitations-Kommission. 4. Verschiedenes. Alle Einwohner Charlottenburgs, besonders die Frauen, sind hierzu eingeladen. 442 Der Einberufer. Fchvemu her\\\ VlHWreml n. Derii). Betr. besch. Arbeiter Montag, dei» ÄS. d. M., Abends 9 Zlffr, {» Feuerstein' s Salon, Alte Iairobstraffe Ur. 73. Tages-Ordnnng: I. Vortrag des Hrn. Hildebrand:„Die Bestrebungen der Hand- werter und Arbeiter im Jahre 1843. 2. Stellungnahme zum außerordentlichen Verbandstage. 8. Verschiedenes und Fragekasten. Sonntag, den 24. d. Mts.: EParUe nach Stettin. Abfahrt Sonnabend Abend. Die Theilnehmcr werden ersucht, sich bis 9 Uhr im Vcreinslokal, Annenstr. 10, einzufinden. Der Fahrpreis beträgt für die Hin- und Rückfahrt 3 M. Das weitere Arrangement liegt in den Händen der Stettiner Kollegen. Vormittags dortselbst öffentliche Versammlung. Wir ersuchen die Kollege», sich zahlreich zn betheiligen. 437 Der Dorstand. osB-sei Fasern«® und deren Gehilfen. in» Donnerstag, den 21. August, Abends 9Va Uhr. KönigafaUt- Kasino, KolMarfttstrasto Dr. 7Z: Sammlung."WU Tagesordnung: , Die Sonntagsruhe und die soziale Lage in unserm Berus. Referent Herr A. Rchtio aus Kastel. liskussion. 435 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Eiuberufer. Hermann Johns. Fachvrrriu der Firmenschilder-Krancke. Große Herrenpartie nach Schlachtensee Der Dorstaud. Wen es angeht. Jeder Haussran wird als bester Kaffee-Zusatz '" npfol ■ der Anker-Eichorien von Dommerich& Co. m Aiagdebnrg-Bnckan empfohlen. Schon eine kleine Zugabe davon genügt, um den Kaffee vollschineckender und weicher zn machen. Jeder andere Zusatz nnter dein Namen„Kaffee" führt mit Unrecht diese Benennung. Der Werth ans reine Waare legt unter richtiger Benennung, verbrauche ausschließlich Anker-Eichorien. Anker- Cichorien ist in Packetcn oder Büchsen zu kaufen bei fast allen besseren Waarenhandlungen. Freie Aerdllipg ber Donnerstag, den 21. Angnst, Abends 8Vs Mir. km Königstadt- Kasino, Hotzmarktstraste|lr. Mitglieder-Kevsammlmtg IN. .-0.: 1. Vortrag des Herrn Dr. Lütgenau über:„H enric Jbl°"' Fragebeantwortung. T.- 2. Diskusston un' 3. Verschiedenes. 441 «äst- sind Willkomm-». � Vop9tand. Genossen empfehle mein Hutgeschäft. Führe»nr Küte mit Arb. .tf Kontrolmarke» deutscher Antmach-r. achten: Köpenickerstraße 126. - Bitte Adolph Kehr. Soeben erschien: m- Heft 10- Dr. W. Zimmermann's Großer IeMer BMckleg. Jllu st rirte Volksausgabe. Herausgegeben von Wilhelm Bios- Wiederverkäufer erhalten Rabatt. 3. Spiegel itnh ' Polßer-Wllllm empfiehlt 1295 Julius Agselt Kebastian Straß- 37—28. ©ol. Arbeit. Prompte Bedien. Bill, Pr. am hiesigen Platze bekanntlich Grösste Auswahl. Garantirt stchrr brrnnend« DEZ?" T a b a Ir e."UM Streng reelle Bedienung, billigste Preise! 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Vortrag des Herrn-—-j.,™, darf über„das Handwerk der» und Pinselmacher sonst nnd kaufende Ahnend u Mckräo Epezinlff imm Mffne haber vc Zuge lel m fin '"folge »ejutthe- fey Der "om Scl fpllbefet ffchtgebi wüst Wnnt, w i BO fl Ipiegelt »hier einet Wen A "'ttkun. w '"»nun lidjet ix »en Gebers M»'te ) 2. Diskussion. 3. Bericht der�M�. 4. achaMW MW-— un> Kommission.___ träge. 5. Verschiedenes.— Pw Mi reiches und pünktliches Erschewen � Siegmund. I. A.: Paque. der Tabakarbeiter,' deren �1 frauen«nd Tabakarbeit-e�v| zu Kertin. GeneralwersammluXB am Sonnabend, den 30. Aug., �» 9 Uhr, bei Fritze, Elisabeths� Tagesordnung:,(f. nvrt Q, 5 Abrechnung pro 2. O.nariu� z 2. Abänderung der§§ nnd 21 des Statuts. 8. VerickM. 342 Der Vorsts� Louis Dechan�, Vereinig, d. Drecbs1-� Deutschlands Filiale 5(Perlmutt- Arb""" Freitag, den 22. August. i. Lok. d. Hrn. Säger, Grüner M« "Tagesordnung:„.sti I. Vortrag des Herrn G. 2. Diskussion. 3. Kassenbericht. L-r� Empfehle mein Bierlokal' gy Arbeiter- Lesezimmer; säunntnäl werlschafts-Organe liegen aus. Emil Böb'l 2303 Frankfurter Allen Freunden u. Genossen-wpb. Meist- und Dairifch-Ki-r-sV Volksblatt und Volks-Tribüne,' _""bere Fachblätter liegen aijg>> Cigarren und TabakO; -rrh-. B. Stabernack, Ein ordentl. Knabe wird bursche verlangt bei Gross Lonisennser 44. mit Einen Lehrling bildnng sucht zum sofortigen E. Vogtherr,(Sifeiigef® 438 Landsbergerstr. 64. V» wyif»»»»" v.—--,,----------------- � Möbel-, Spiegel-«. UslsterMttttvettMagaznl mm Heroßf 50= 3. Reichenbergevstraße 3. SO. Verantwortlicher Redakteur: Curt Kaakc in Berlin. Druck und Verlag von Mae Dading in Berlin SVV„ Beuthstraße 2, Kirr?»-in« K-' tff � � Nr. 193. Donnerstag, den 21. August 1890. 7. JalM. Int«»- uner Uokirles.' ickliche» Uerstehro- Uerliältnist'ett in» , D>."umei ►ieit- oie Inhaber von Ärvener-Wochenmueis zu wen Am meisten ,vird die bezeichnete Strecke von den nach Aenden zählenden, in Berlin. Moabit und Charlottenburg �Menden Arbeitern der Svandauer kgl. Fabriken, welche nut Nn��und Nachtschicht arbeiten, benutzt. Den zu Tage getretenen x-�u.lräglichWten ist durch die inzwischen erfolgte Einstellung von Mlalivagen mit Sitzplätzen keineswegs abgeholfen worden, denn » immer wiederkehrende Streitpunkt zwischen Fahrgästen und Mssnern ist stets und ständig das von den Ersteren ab �n- 5" von Fahrkarten 4. Klasse beanspruchte Recht der Benutzung ° i � Wagenklasse bei Ueberfiillung der 4. Klasse oder falls die letztere nicht fuhren, Ivie der Inhalt der Fahrkarten besagt. Asind vier Reisende, die mit Billcts 4. Klasse versehen»varen, >> olge der Benutzung der 3. Klasse gerichtlich wegen Betruges c.s theilt worden. Ta erscheint es denn doch dringend ge- ® i 1» die mannigfaltigen Silagen und Beschwerde» einer näheren ��»''.unterziehen,............. fich|.............>>W finet' voll!"„Besetzt!", welche übertönt werden fojv.,, Ichneidendcn Beainten-Stiinme:„Wer nicht aber m-'U'll- der bleibe zurück!" Tas eben §(i,h Unland und Jeder sucht sich darum schlicjzlich f S/. sei es'' i...... sei -•'•IL V-II-M I irr''---- V------- O-------------,, totlfcefpM Bahnhof abgeht, trifft meistens von Berlinern iiätovi"i Aharlottcnburg ein. Hier wird derselbe von einer ein anS® des Perrons stehenden Menge empfangen, und beaiiwe c Turcheiander von drängenden und hastenden Menschen 0orwn/e- L der Zug hält. Während sich die Wagenräder noch �lissti-a» 5�", erstürmen Arbeiter iind Arbeiterinnen die steilen 1» hat»u den Plaltsormen, um nur mitzukommen, denn>ver ield i, Bebeit in Spandau antritt, muß 25 Pfennige Stras- k sn»r d e" und einen Abzug am Lohn, zwei Stunden spieaete>• �""'20 oder mehr, sich gefallen lassen. Die Angst ,ßiet% ouf allen Gesichtern ivieder. Rnse werden laut: � linfT I"(Mnf.»imTrT n i"T40vfrtii+ IMAIlh-ftl'L ÜOll mitwill .——",.,, y-.....— i-,. einen irgendwo, auf der Plattform oder im Wagen le. Die Arbeiterbillets tragen auf der Vorderseile die Auf- Ä';'4/3. Klasse" und auf der Rückseite die ausgedruckte Be- iiuht 8'»Bei Ueberfiillung der 4. kann die 3. Wngenklasse be- Iiinm>u»I'— Das ist nun eine an sich sehr fragwürdige Be- iiier»,8 und sie wird noch fragwürdiger auf Grund thatsäch- !"'""lsso- Thatsächlich ist überflüssiger Raum in den Öeberfi'in � Klasse äußerst selten vorhanden, eine desto stärkere %et''j u,,0 jedoch ist in den meisten Wagen stets wahrnehmbar. koll maßgebend sein zur Entschcidllng der Frage: �eniiiti m8 oder nicht?" Das Gutachten des diensthabenden Gknnb?' ofeer der Fahrgast? Der Letztere hat jedenfalls auf �tliiitt■•■lCä dei Lösung der Fahrkarte eingegangenen Bertrags- das Recht, zu verlangen, daß ihm eine von gesund- l\t''Glichen Einflüssen befreite Beförderung zu Theil werde. ,S�»e|8�Bcrtiinmuug wird aber höchst problematisch, wenn die ottJh oimger Zeit ereignete es sich, daß in dem Spandauer Vor- die®ev kurz vor 7 Uhr den Bahnhof Friedrichstraße passirte, sttiliM 8en vierter Klasse überfüllt und daß infolge dessen mehrere Änisp. von Arbeiter-Wochenbillets in einen Wagen dritter to»»nten �stiegen waren. In Charlottenbnrg trat den Ge- dicht J..!!" Schaffner entgegen mit den Worten:„Sie sollen ja Siein Klasse fahren„Erlaube» Sie, haben Sie schon klaiia In, gesehen--?" Der weitergeführte Wortwechsel Spnnhm legender Weise aus: Der Zug fuhr bis dicht vor diixh.'' dem Wagen, in ivelchem der Wortwechsel stattgefunden, Und■" geboten, sämmtliche Insassen niußten aussteigen �üyonn-i f" einem Jnfanteriekommando mit aufgepflanztem wieder ,,di? zum Stationsvorsteher eskortirt, um nachher tnb-rnL"..?ksen zu»verde». Rempeleien zwischen Schaffnern eben„drgästen finden aus obiger Veranlassung häusig statt, %iop Ii Unglücksfälle infolge des Ueberhastens im Ge- fnbtil?'.�rst neulich ward unter den Arbeitern der Munitions- Kollekte veranstaltet zu Gunsten eines bejahrten idßes"schlers, welcher, kurz vor der Abfahrt des Arbeiter- »nd»?.ou einem überfüllten Sioupce zum anderen laufend snche>»d, auf dem Bahnhof in Spandan °o»er U,.'vor. Vor einigen Wochen stürzte von einem Span- hecM'sdeiterzuge ein Mann herab, ivelchem bei der im Skoupee die«inA- H'ise unwohl geworden und der infolge dessen auf iü ethnf hinausgetreten war, um sich an der frischen Luft l'WeiiPn L 9i"n' der Mann halte Glück, denn er fiel in einen Steistn.r. Wassergraben, ohne Schaden zu erleiden. Derartige A.,? sich leicht vermehren. >vendj, Gesagten ergiebt sich jedoch zur Genüge die Roth- allen, cuier Abhilfe jeuer Uuzuträglichkeite». Man schaffe vor "cken„i" Zweideutige Bemerkung aus der Rückseite der Fahr- U»mis.-,,.,:. ,cn»it die Leute nicht in Versuchung geführt werde», � vuiPnf:._T.. ni'-f oamil die Leute nicht»n Berfuchung gesuyrc werori.. stink' 4 gegen den Betrugsparagraphen des Strafgesctzbilchs .. cgen. Es dürste übriaens. in Slnbetracht der hier gefchll- vns w*r wr-"*"------ her unbescholtene Leute»vegen ßsNei, tSatf-irf� vfte"brigens, in Anbetracht der hier geschil- �bsseiin-Ä.l'chen Verhältnisse, das Urtheil des Spandaucr » chcs,»velchcs drei bisher unbescholtene Leute ivcgen .'"'g crfniivon l ber Berufungsinstanz sicherlich eine Abände- », cn die ml ,!"!"ach dem gedruckten Inhalt der Fahrkarten Rändelt �."Ftheiltcn offenbar im guten Glauben(bona fide) ""steiiben n ihnen geschehen, kann bei Unkenntniß der Nie 4»'ciuftaude jedem anderen auch geschehen. %S �leiseMn�knItniffe dro Krrlinrr Atlnriitvrrlichrs und i>'c», wn� �rbes hat auf Ersuchen des Magistrats der Stadt /t Tir.'kinn � kominuuale Großschlächterei errichtet»verde» soll, 5?bLbiirn 1. hiesigen Vieh- und Schlachthofes, Oekonvmierath k'hält n' ,c>neii> ausführlichen Gutachten geschildert. Dasselbe o sst'Nas."che interessante Daten über die Berliner Fleischver- ZOQt der.Konsumverhältnisse. Es heißt darin, daß die J• Wir Ink � ln.b'8en Fleischgeschäfte in Berlin eine sehr große nieten keine VerzehrungSsteuerlinie; Tausende von Post- Än Zum Kisten, Tonnen mit Fleischsabrikaten gehen täg- »..ischlim,*. cniS weiter Ferne, unbelastet ein. Hunderte von »a'hen welche in den Vororten Berlins ihr Geiverbe be- > b Ogo«-.'"gen außerdem daS Fleisch von ca. 82 000 Rindern, l".3 beir.. ,"' 84 000 Schweinen und 13 vlXI Hammeln pro Jahr, cd»»».. etwa den vierten Theil des städtischen Fleisch- »im%'"m c'en vierte» Mril v«.............. DDD finu chihofe plfCJ.JC'Ie bes hiesigen Fleischbedarfes im städtischen L.-üebx,, b»» I fachten. Hanptkänfcr an» Schlachtviehmarkl ölg» e, n,'.,?Dfporteure» die Berliner Engrosschlächter. Wenig- i>n>- groxsa.s'?'' ciuch% aller Schlachtungen werden durch die �cliini'eiiien m x Wenige ihre Waare selbst. Einige kaufen zwar 1%, 9'hof selMic5�x?" �'ch. lassen dasselbe aber durch die am %.'chlacfit»" 3 arbeitenden 60 Lohnschlächter gegen Stuck- �««n�buteui.» Theil der Austraggeber der letzteren sind " Betan; t", Kellerwirthe,»velche Wurstmacherei für den l betreiben. Außerdem gießt es noch einige Marktschlächter", welche keine Läden, sondern in den Markthallen und auf den öffentlichen Märkten Äerkaufsstätten haben, deren Bedarf an Fleisch sie selbst am Schlachthof schlachten. Das Berliner Adreßbuch führt jetzt gegen 2000 selbstständige Schlächter- bezw. Fleischverkaussgeschäfte auf. Mio rüciistchtolos ein Miliia»«irr fei»»« Avbritor be- handelt, erzählt ein Freund unseres Blattes aus Friedrichs- Hagen. Ein in der Eapp'schen Handschuhfabrik beschäftigter Handschuhmacher erhielt vor einigen Wochen an einem Sonn- abend eine Arbeit,»velche am folgenden Montag fertig sein sollte. Da leider der Gehilse»vährend dieser Zeit erkrankte,»vas auch dem Werkführer mitgetheilt wurde, konnte die Arbeit erst einen Tag später abgeliefert»verde»»md»vurde dieselbe auch ohne Beanstandung angenommen. Nun ist es in der Gapp'schen Fabrik üblich, die Arbeiten,»velche bis Freitag geliefert»vorden sind, am Sonnabend zu bezahlen. Daher»var der Handschuhmacher nicht wenig erstaunt, als ihm am Zahltage sein sauer verdientes Geld vorenthalten wurde und man ihm bedeutete, daß er sehen möge, wie er zu seinem Lohne komme. Die Folge war, daß der Handiverker den Arbeitgeber verklagte. Am vorigen Mittwoch um II Uhr Vormittags sollte die Verhandlung vor dem Amtsvorsteher stattfinden. Als der Kläger sich an diesem Tage nach dem Amtsgebäude begab, fuhren der Herr Fabrik- besitzer mit dem Herrn Amtsvorsteher in einer Equipage an ihm vorbei. Im Bureau selbst wurde dem Handschuhmacher mit- getheilt, daß infolge eines Jrrthums Herr Gapp eine Stunde zu früh geladen»vorden»var und deshalb ein neuer Termin anbc- räumt»verde» muß. Am darauf folgenden Sonnabend»vurde jedoch das eingeklagte Geld dem Handschuhmacher bezahlt, der- selbe erhielt aber auch gleichzeitig seine Kündigung. Mns einen» Arbeiter in eilten» ArbeitrrioKal pasfirt ist. Unterzeichneter betrat am Sonnabend Abei'd am Ostbahn- Hof Nr. 4 das Lokal von Herrn I. Buschke. Da mehrere Arbeiter auivesend»varen und ich eine Liste für die Hamburger Aus- gesperrten bei mir hatte, so offerirtc ich dieselbe, um Beiträge entgegenzunehmen,»vurde aber mit Hohn zurückgewiesen. Nach einigen kleineren Auseinandersetzungen mit den Arbeitern kam der Wirth und forderte mich auf, das Lokal zu verlassen und nicht seine Gäste am Billard mit den sozialistischen Betteleien zu belästigen. Wenn ich das Saunneln nicht unterlassen»vürde, wollte er mich ohrfeigen. Infolge dessen kam es zu einem hef- tigen Wortwechsel und ich mußte, um Unannehmlichkeiten zu vermeiden, das Lokal verlassen. Dies allen Parteigenossen und Arbeitern zur Kenutniß. Mit Achtung Heinrich Tornow, Am Ostbahnhof Nr. 10. Als ei»»»'«cht liebei»s>vn»'diger>»»d- znvarlioiltmrudrv Castivirtl»»vird uns Herr Gräy aus 5ilein-Schönebeck bei Friedrichshagcn geschildert. Am vorigen Sonntag unternahm der Gesangverein„Fortschritt" in der Stärke von 90 Personen einen Ausflug dahin. Der Gastwirth G.»var ersucht»vorden, »vährend des Vormittags eine halbe Tonne Bier nach dem Wald zu schaffen und die Friedrichshagener Musiker dorthin zu be- fördern. Nun ist aber jeder in und um Berlin wohnende Mensch gewöhnt, 3/io Liter Bier mit 10 Pf. zu bezahlen. Herr G. jedoch verlangte 15 Pf. Ta eine halbe Tonne. Bier dem Gastwirth 10 M. 50 Pf. kostet»md er 213 Glas ausschenkte, verdiente er also 21 M. 45 Pf. allein durch die Mehrforderung. Die Gäste hielten sich jedoch darüber nicht auf, da sie annahmen, daß der Wirth den höheren Preis als ein Entgelt für die Beförderung der Musiker betrachte. Dies»var aber nicht der Fall; denn auch im Gasthaus selbst forderte man 15 Pfennige für die kleinen Gläser. Zwar versprach der Wirth Abhilfe; doch blieb es, obgleich Vio Liter haltende Gläser vorhanden waren, bei dem Versprechen. Da in dem Dorfe kein zweites Gasthans besteht,»mißten die Sänger in der G.'schen Wirthschaft bleiben. Durch die Musik und die Vorträge der Mitglieder angelockt, hatten sich fast alle Dorsbeivohner im Gasthaus eingefunden, so daß der Wirth ein glänzendes Geschäft inachte; aber doch ent- blödete sich der Mann nicht, für die Rückbeförderung der Musiker noch»veitere 5 Mark zu verlangen. Da diese Forderung abgeschlagen»vurde, meinte der zuvor- kommende Wirth:„Nun, dann mögen die Musiker laufen!" Das »var allerdings nicht nöthig, denn mehrere Herren erboten sich, die Musiker in ihre Wagen aufzunehmen. Das Gasthaus des Herrn Grätz in Klein-Schöiicbcck»vird aber jedenfalls von den Sängern»nid deren Freunden sobald nicht besucht»verde». Eine»licht»inintcrestantc Rechtsfrage,»velche für unsere Berliner Verkehrsverhältnisse nicht ohne Bedeutung ist, kommt demnächst zur richterlichen Entscheidung. Ein hiesiger Kaufinann hatte, der„Staatsbürger-Zeitung" zufolge, der Packetsahrtgesell- schaft einen Reisekorb zur Beförderung übergeben, welcher mit zwei Patentschlössern, sogenannten Buchpabenschlössern, verschlossen »var. Bei der Ablieferung befand sich an dem Korbe nur noch ein Schloß, und der Absender»vandte sich an die Gesellschaft mit dem Ersuchen, ihn für diesen Verlust zu entschädige». Der Vertreter der Gesellschaft bot ihm auch anfänglich insofern Ersatz an, als er ihm freistellte, sich unter mehreren alten Schlössern eins auszusuchen. Ta diese aber, nach Ansicht deS Kaufmanns,»veit geringeren Werth hatten, als das verlorene, so verlaugte der Kausmann vollen Ersatz,»vorauf der Vertreter erklärte, die Ge- sellschaft leiste überhaupt keinen Ersatz. Der Kaufmann ist nun der Meinung, daß die Gesellschaft ersatzpflichtig sein müsse und hat, nicht des Objekts wegen, sondern aus Prinzip den Rechts- »vcg beschritten. Immerhin ist die Entscheidung von Bedeutung, ob die Packetfahrtgesellschast hastpflichtig ist oder nicht. Ei,» poinischco Dorf haben Torfstecher im Grunewald in der Nähe deS Gasthauses„Hundekehle" errichtet. In den letzten Tagen besuchten viele Hundert Berliner das Lager und beobach- teten mit Juteresse das Treiben und die Lebensiveise der Polen. Hart am Torflager haben die Stecher ungefähr ein Dutzend Erd- Hütten gebaut, in dem sie mit Frau und Kindern Hausen. Nur die Eingangsthüren zn diesen licht- und lustlosen Höhlen lassen erkennen, daß dieselbe» menschliche Wohnstätten sein sollen. Den geringen Bedarf an Lebensmitteln beziehen die Torsstecher aus einem in der Nähe gelegenen provisorischen Gasthaus. Das tauptgericht»vird natürlich von Kartoffeln, der Leidspeise des � errn Adolf Mang, bereitet. Als Ofen dient ein aus»venigen Steinen errichteter Feuerbehälter. Herr Mang, der edleMenschenfreund, der vor kurzem denArbeiteruSchlchenblätter als gesundes, krästigestztah- rungsmittel empfohlen hat,»vürde seine helle Freude n» der Enthalt- sainkeit der polnischen Arbeiter haben. Univillkürlich drängt sich den» Beschauer dieser Wirthschaft die Frage auf, ob in diesen Polen das Beivußtsei» jemals erivacht sei, daß sie ebenfalls Menschen sind. Fast scheint es, als»Venn dergleichen Gedanken den armen Leuten fern sind. Stninpfsinnig verrichten sie bei kärgliche»» Lohn ihre schivere Arbeit und nur am Sonntag lassen sie ihre klagenden heimathlichen Weisen durch den Wald er- tönen. Danil»»„ der 13V. G«u»el»deschn>«. Eine furchtbare, jeder Beschreibung spotte>»de Szene hat sich am Mittwoch, Vor- mittags nach 10 Uhr, in der in der Friedenstraße 102 belegenen Gemeindeschule Nr. 137 zugetragen,»i»d zwar war es der„Spuk", »velcher das Leben vieler hunderte von Sunden» gefährdete. Am Dienstag»md Mittivoch bereits hatte sich unter den schulpflich tigen Kindern der Beivohner des Nordostens unserer Stadt die Nachricht verbreitet, daß es in den säinmtlichen Berliner Schulen, soivie in den Kirchen„spuke". Kinder»vollten»vährend des Unterrichts feurige Männer, Todtenköpfe gesehen haben,»md am Dienstag hatte dies schon in den in der Georgenkirchstraße, sowie Großen Frankfurterstraße belegenen Schulen zu panikartigen Auf- tritten geführt. Auch in obengenannter Schule hatte sich das Gerücht von dem„Spuk" umhergesprochen, und so geschah es, daß, als an» Mittwoch nach der großen Frühstückspause um 10 Uhr die Kinder»vieder in die Schulräume zurückgekehrt und der Unterricht begonnen, in der ziveiten Mädchenklasse eine entsetzliche Panik zum Ausbruch gelangte. Die 137. Gemeindeschule befindet sich in gemieiheten Räumen des Vorder- und Hintergebä»ldes des Wohnhauses Friedenstraße Nr. 102; die Mädchenklasse» liegen sämmilich in der dritten und vierten Etage des Vorder- gebäudcs,»vährend die Knabenklassen sich zum größten Theil im Hintergebäude befinden. Zur genannten Zeit nun unterrichtete in der ziveiten Mädchenklasse der Lehrer Herr Littloff, als plötzlich ein gellender Schrei ertönte, welcher von einem zivölsjährigen Mädchen herrührte, das an einem offenen Fenster saß. Mit den Worten:„Hilfe, Hilfe, die Todtenhand »vürgt mich" sprang die Kleine plötzlich von ihrem Sitze auf, und nun folgte eine wohl beispiellose Panik. Ohne auf die Rufe ihres Lehrers zu achten, stürzten die erschrockenen Mädchen aus der Klasse hinaus, und ihr Geschrei hallte gellend durch sännnt- liehe Schulräume. Nun war auch bei den Kindern der übrigen Mädchen- und Knabenklassen,»velche, gleichfalls von der Furcht angesteckt, in der erregte» Phantasie die entsetzlichsten Schreck- bilder zu sehen glaubten, keil» Halten mehr. In»vikdem Durch- einander stürzten, stolperten, fielen die vielen Hunderte von Kin- der» die Treppe hinab, und den Bemühungen sämmtlicher Lehrer und der alarmirten Hausbewohner gelang es nicht, die Kleinen zun» Stehen und zur Ordnung zu bringen. Erst auf den» Ha»»?- fliir,>vo der Schuldiener Herr K. und der Vizeivirth Herr R. sich den Anstürmenden entgegemvarfen und freundliche Worte die Schreienden und laut Weinenden beruhigten, gelang es einiger- maßen, die Massen zum Halten zu bringen, während in den oberen Etage» der Rektor mit Besonnenheit auf die thörichte Furcht aufmerksam machte. Als ein ganz besonderes Glück kann es bei der furchtbaren Katastrophe erachtet»verde», daß ernstere Verletzungen nicht vorgekommen sind, wieivohl leichtere Kontusionen an den Gesichtern, Armen:c. der auf den Treppen gestürzten Kinder zahlreich konstatirt»vurdcn. Drallsten vor dein Hause spielten sich dann erregende Szenen ab: die Mütter der Kleinen(die Affaire hatte sich mit Blitzeseile in der Nachbarschaft und in» Prenzlauer Vorstadtviertel herumgesprochen) eilten jam- mernd und schreiend nach der Unglücksstelle, um ihre Kinder zu suchen, von denen sogar Manche ohnmächtig mittelst Droschken nach Hause gefahren»verde» mußte». Bald darauf erschien die sofort benachrichtigte Revierpolizei, die sorgfältig unter Leitung des Revicrlieutenants die Räume durchforschte und nun feststellte, daß der Spuk dadurch entstanden, daß die betreffende Kleine, »velche zuerst um Hilfe geschrien, von der Fenstergardine, die durch einen heftigen Luftzug bewegt»vorden»var, in's Gesicht geschlagen»vurde. Das durch die in der Pa»ise gehörten Spuk- erzählungcn aus anderen Schulen schon so»vie so aufgeregte Kind hatte in seiner Herzensangst den Schlag mit der Gardine als die Handlung eines Gespenstes angesehen und so die Panik verursacht. Die Schule ist nattirlich sofort geschlossen»vorden; die von den Kindern zurückgelassenen Schulmappen, Kleidungsstücke»c. wurden in de» Schulräumcn eingeschlossen und am Mittivoch nicht mehr ausgehändigt. Zleber ei»«»» Unglnckisfall bei Schildhort» theilt der A. f. d. H." folgendes mit: Der Mechaniker Karl R. aus Berlin hatte am Sonntag Nachmittag einen Ausflug nach Schildhorn unternommen und dort in der fünften Stunde mit noch drei anderen jungen Leuten ein Boot gemiethet, um sich auf che», Wasser zu vergnügen. R., der einzige der Gesellschaft, der das Boot zn führen verstand, entkleidete sich in demselben, um gleich auch noch ein Bad zunehmen. Als der Vergnügungsdampser in der Richtung von Wannsee nach Spandau hcranbrauste, sprang R. aus dem Boot ins Wasser, um sich in den von dem Dampfer erzeugten Wellen zu tummeln. Hierbei muß R., der ein guter Schwimmer»var, vom Schlage gerührt»vorden sein, denn er sank sofort unter u»d kam nicht ivieder zum Vorschein. Die drei in, Boot zurückgebliebenen jungen Leute geriethe» nun ebenfalls in Lebensgefahr, dem» keiner von ihnen vermochte das Fahrzeug zu lenken und ihre Unbeholfenheit hätte»vahrscheinlich das Boot zum Kentern gebracht,»venu nicht vom Dampfer einer der Leute i»S Wasser gesprungei», behende in das Boot hineingekrochen»väre und dasselbe bis zur Bootsstelle an Schildhorn hingerudert hätte, Die Leiche des ertrunkenen R. ist noch nicht gefunden. Ein hoffirnngauollea Söh>»che»r besitzt ein in der Chaussee- straße»vohnender Kaufinann S. Als der Letztgenannte vor einigen Tagen den Schlüssel zum Geldschrank einzustecke» vergaß und sich auf einen Geschäftsgang begab, machte sich der fünfzehn- jährige Junge über den Geldschrank her, entnahm demselben mehrere Hundertmarkscheine und suchte dann das Weite. Nach- dem er in mehreren hiesigen Damenkneipen recht flott gelebt, setzte er sich auf die Eisenbahn und fuhr nach Hamburg, um sich von dort aus»ach den afrikanischen Kolonien' zu begeben. Von der dortigen Polizei»vurde der junge Kolonialschwärmer aber insolge Requisition der hiesigen Behörden dingfest gemacht,»vorauf Herr S. hinüberreiste und gestern mit seinem Sprößling»vieder wohlbehalten hier anlangte. Von dem Gelde»var nur noch eine ge- ringe Summe vorhanden. Der häusliche Empfang soll ein recht »varmcr gewesen sein. Kri ei»»«»»» in Haft befindliche» Derbvech«« wurden folgende Gegenstände, welche er zweifellos Personen, die auf öffentlichen Plätzen»c. eingeschlafen waren, entnommen hat, svor- gesunden: Eine vergoldete Chronometer-Uhr, Nr. 14 004, in der inneren Siapscl mit einen» Stompaß versehen und der äußere Deckel mit einem springenden Pferde verziert, eine Nickel-Uhr(Waterbury), Nr. 369 610, mit Sekundenzeiger, der Hintere Deckel theils gerippt, theils mit verschiedenen Verzierungen versehe», sowie eine Nickel- kette mit kurzen drei- und einfache» Schaken und zwei Medaillons mit den Bildnissen' des Kaisers Wilhelm I. und der Kaiserin Augusta resp. des Kaisers Wilhelm II. und des Königs von Italien. Außerdem hat der Verhaftete ein goldenes Armband mit einem Berloquc in Form einer Haselnuß,»velches er gefunden haben will, versetzt. Die Gegenstünde liegen im Zimmer 86 des Polizeipräsidiums in den Vormittagsstunden von 10—12 Uhr zur Ansicht aus und können von den betreffenden Eigenthümern in Empfang genommen werden. zl«b«v«ine nächtlich« Unhestörung, welche ein Soldat verursacht hat, wird uns Folgendes berichtet: Als der Droschken- kutscher Behrend am 8. August gegen ein Uhr Morgens einen Fahrgast nach der Zossenerstr. 47 beförderte, bemerkte er einen Soldaten, der vor diesem Hause auf dem Fahrdmnm stand. Um einen Unfall zu verhüten, rief der Kutscher dem Soldaten zu. daß er ausweichen möchte; doch dieses Ersuchen ergrimmte den Kriegs- mann derart, daß er eine wahre Fliith von Grobheiten und Schimpfnamen gegen den Droschkenführer schleuderte. Als sich dieser die Beleidigungen verbat, zog der Sokdat sogar das Seiten- gewehr und droht« dem Kutscher, ihn über den Haufen zu stechen. Infolge des nächtlichen Schiuipfkonzerts eilte der Nachtwächter herbei und es gelang den Namen des Ruhestörers festzustellen. Terselbe ist der Sergeant Gesche vom Eisenbahnregiment in Schöneberg. Da der Droschkenkutscher Wehrend gegen den Sergeanten einen Strafantrag gestellt hat, fand die erste Verhandlung bereits am vorigen Sonnabend statt. Zeuge» gesucht. Am Sonntag Abend 10 Uhr war in Fnedrichshagen eine grosse Anzahl von Menschen versammelt, um den dort nach Berlin abgehenden Zug zu benutzen. Plötzlich drängten sich zwei junge Damen, eine in grauem Mantel und weissem Jacket, eine im blaugeblümten Sommerkleide zwischen die Reihen. Mit den Worten:„Man immer durch, der gerade Weg rst immer der beste", rissen sie zwei Kinder zu Boden, die Mutter der Kinder redete den Damen noch zu, sie möchten doch blos stille stehen und vernünftig sein. Als die„Damen" jedoch immer unaemüthlicher wurden und der Vater, welcher ebenfalls ein Kind aus dem Arme trug, sagte:„Stoßen Sie meine Kinder noch mal, dann sollen Sie mal sehen", kam die ganze Bildung zum Vor- schein, und die geistreichen Worte:„Na, Sie können uns doch «ich anpesen, wir sind doch keene Lauras und„Max, Max komme doch mal her, der will uns hier anfassen". Max(groß und stark und blonden Schnurbart) kam sehr muthig angesprungen und schlug der erst nächststehenden Dame mit aller Brutalität rn's Gesicht, als er aber sah, daß der Mann derselben zu Hilfe ergriff, nahm der Feigling eiligst das Hasenpanier. In dem Tumult, der entstand, ist allerhand Schaden vorgekommen; einem Herren ist die Uhrkette durchrissen. Die beiden Damen sind ver- schwundcn. Jeder, der Zeuge desjVorsalls gewesen ist, und dazu beitragen kann, den Thäter zu ermitteln, wird gebeten, seine Adresse bei Herrn Adolf Köhler, Kolmarerstr. 2, von 3 Treppen, abzugeben. Masserleiche. Die Leiche eines unbekannten, anscheinend den besseren Ständen angehörigen Mannes wurde am Mittwoch, früh gegen 7 Uhr, in der Nähe der Ebertsbrücke treibend, ge- sehen. Durch einige Kahnschiffer wurde dieselbe an dem Wasch- floß der Artilleric-Kaserne gelandet und später durch den Polizei- kichen Leichcntransportwaaen nach dem Leicheuschauhause über- führt. Der Ertrunkene, ein Mann in den mittleren Jahren, war mit einem eleganten braunen Anzug bekleidet. Papiere oder sonstige Gegenstände, welche über seine"Person befriedigende Auf- tlärung hätten geben können, wurden nicht vorgefunden. Ciu bedeutendes Schadenfeuer wüthete am Dienstag Nachmittag aus dem Grundstuck Elsasserstr. 5. Dortselbst befinden sich in einem zweistöckigen Hintergebäude eine Buchdruckerei, sowie die Filzschnhfabrik von M. Winterfeld. Gegen 1 Uhr Mittags bemerkten Bewohner des fünfstöckigen Vordergebändes aus den Lagerräumen der W.'schen Fabrik herausdringenden Qualm und wenige Minuten später schlugen bereits die hellen Flammen zum Dache hinaus. Es wurde nun sofort die Feuerwehr requirirt, welche auch alsbald von allen Seiten heran- kam. Bei dem Eintreffen der ersten Löschzüge standen schon die gesammten Räumlichkeiten der Filzschuhfabrik in Flammen, das Feuer hatte das Hintergebäude des Nachbarhauses Nr. 4 erfaßt und drohte auch dieses einzuäschern. Unter diesen Umständen mußte sich die Feuersvehr zunächst darauf beschränken, «ine iveitere Ausbreitung des wüthenden Elements zu verhindern, was ihr auch vollständig gelang. Während zwei von Hydranten gespeiste Schläuche ausschließlich zum Schutz der angrenzenden Grundstücke benutzt wurden, schleuderten zwei Handdruck- und eine Dampfspritze mächtige Wasserstrahlen in den Brandherd hin- ein und nach zweistündiger Thätigkeit war denn auch das Feuer soweit gedämpft, daß die ersten Löschzüge abrücken uisd man mit den Aufräumungsarbeiten beginnen konnte. Gegen 6 Uhr konnteil erst die übrigen Mannschaften die Brandstelle verlassen. Die W.'sche Fabrik ist total ausgebrannt und beträgt der durch das Feuer angerichtete Schaden etwa 50 000 M. Ueber die Ent- stehungsnrsache des Brandes war nichts Bestimmtes festzustellen, da das Feuer in der Mittagssümde, als niemand anwesend ivar, zrnn Ausbruch kam, doch wird vermuthet, daß hier eine Entzün- dung von Filz vorlag, welcher zu dicht an dein Dampfrohr des großen Fabrikkessels lagerte. Citt ziiefenbottich, der gröflte, welcher überhaupt existirt, ist, wie uns mitgetheilt ivird, von der Firma Stein- brecher fertiggestellt worden. Das Gefäß besitzt eine Länge von 29 Fuß 0 Zoll, eine Breite von 17 Fuß 4 Zoll und eine Höhe von t> Fuß. Der Bottich ist zur Weißbiersabrikation bestimmt. Der Bottich hält fünfhundert Tonnen. Zum Transport>nnß der- selbe auseinander genommen werden. Herr Wilhelm Uoß, Gasiwirth in Charlottenburg, Kncse- beckstr. 97, ersucht uns um die Mittheilung, daß in seinem Lokal das„Berl Volksbl." ausliegt.— Ebenso ist das Lokal des Herrn H. Pierau in Charlotttenburg, Wilmersdorferstr. 30, unter denjenigen Lokalen vergessen, in denen unser Blatt ausliegt. Zloliicibrricht. Am 18. d. Mts. Nachmittags wurde der 7jährige Knabe Paul Jahn am Hallescheu Thor von einem Arbeitswagen Übersahren. Er erlitt eine Quetschung der rechten Hand und des linken Fußgelenks und mußte nach dem städtischen Krankenhause am Urban gebracht iverden.— In der Nacht zum 19. d. M. sprang eine Frauensperson ans Spreewege, gegenüber dem Schlosse Bellevue, in die Spree und ertrank.— Aus 19. d. M. Morgens fiel der Brauer Ernst Seidel im Hause Johannis- straße 13—19 infolge eines Fehltritts in einen Fahrstuhlschacht und erlitt einen Doppelbruch beider Arme, sowie eine Verletzung des Nasenbeins, so daß er nach der Universitätsklinik gebracht werden nnsßle.— Vormittags erschoß sich in einem Hotel in der Karlsstraße ein in demselben abgestiegener junger Man» mittelst en, es tlievolvcrs.— Nachmittags stürzte sich ein Mann, anscheinend in einem Anfalle von Säuserwahnsinn aus dem Fenster seiner im vierten Stock eines Hauses in der Hochmcisterstraße belegenen Wohnung auf dem Hof hinab und verstarb bald darauf infolge eines Schädelbruchs. — Am 20. d. M. Morgens wurde vor dem Hause Wallstr. 12 eine Frau von einem Geschäflswagen überfahren und anscheinend innerlich verletzt.— Im Laufe des Tages sande» an vier ver- schiedenen Stellen kleinere Brände statt. Cine von traurige» Folac» begtritete Rückgeschichte. die schon einmal die Gerichte beschäftigt hat, erfuhr gestern no.y ein kleines Nachspiel vor der 89. Abtheilung des Schöffengerichts. In dem Hause des Kaufmanns Hellmig in der Dorolheenftraße spielte sich am Morgen des 31. März d. I. eine blutige Szene ab. Der daselbst wohnende Schlächtermeister Heil wollte gegen den Willen des Hauswirths, der ihn nicht vom Kontrakt entbinden wollte, ziehen. Er hatte sich eine Anzahl Leute assS einer benachbarten Destillation geholt, welche ihm behilflich sein sollten. Als zwei derselben, Gendert und Herzog, im Begriffe waren, das erste Stück Hausrath aus der Heil'schcn Wohnung zu tragen, trat ihnen der Hauswirth Hellmig>n Begleitung seines Vaters entgegen und untersagte ihnen die Fortschaffung der Sachen. Nach kurzem Wortstreit ergriff Gendert einen Stuhl und führte damit esnen wuchtigen Schlag gegen den Kopf des älteren Hellmig. De», Ge- trofsenen wurde die Schädeldecke zertrümmert, so daß das Gehirn blosgelegt wurde, der Verletzte ist bald daraus verstorben. Gendert ist seiner Zeit wegen Todtschlags vom Schwur- geeicht deS Landgerichts 1 zu vier Jahren Zuchthaus verurtheilt worden. Nach dieser Blutthat drangen die Leute auch auf den jüngeren Hellmig ein, der es vorzog, die Treppe hinaus zu eilen. Auf dem ersten Podest fand Hellmig e,»en Schrubber und mit dieser Waffe in der Hand wollte er seine Angreifer er- warten. Zum Unglück führte der Zufall den Möbelhändler Franz, welcher von den bisherigen Ereignissen nichts gehört hatte._ die Treppe hinauf. Er erhielt von Hellmig von oben herab einen Schlag mit de», Schrubber gegen den Kopf, daß er, aus einer klaffenden Wunde blutend, ohnmächtig zusainmensank. Dieser Schlag bildete die Grundlage der Anklage wegen schwerer Körper- Verletzung, die gestern gegen Hellinig verhandelt wurde. Der Angeklagte sprach sein Bedauern darüber aus, daß ein Unschuldiger hatte büßen müssen. Er habe aber den Verletzten als zu den Helfern des Miethers gehörig ansehen müssen, denn Franz hatte einen Möbelwagen mitgebracht. Nachdem man seinen Vater so schwer verletzt vom Platze getragen, habe sich seiner selbst- verständlich eine große Erregung bemächtigt. Er mußte befürchten, daß auch ihm so übel mitgespielt werden würde. Deshalb habe er Jeden bedroht, der sich ihm zu nähern versuchte. Nachdem Franz die Verwundung erhalten, sei er, der Angeklagte, das dritte Opfer des Kampfes geworden, denn die Angreifer drangen auf ihn ein und einer derselben hieb ihm mit einem Stuhlbein über den Kopf, daß er sofort widerstandsunfähig wurde. Der Zeuge Franz ivar auch der Meiinuig, daß der Angeklagte nur blind darauf losgeschlagen habe, ohne zu sehen, wen er vor sich habe. Der Staatsanivalt wollte nicht gelten lassen, daß der Angeklagte sich im Zustande der Nothwehr befunden habe, mit Rücksicht auf die ganze Sachlage beantragte er aber nur eine Geldstrafe von 20 M. Der Gerichtshof nahm an, daß der Angeklagte das ihm der Abwehr zustehende Vertheidigungsrecht überschritten, aber im Schreck oder in der Bestürzung gehandelt habe und dies mache ihn straffrei. Gin häßliches Abenteuer, welches das Kaufmann v. d. H.'sche Ehepaar in einer Juninacht im Sedlmeyer'schen Spatenbräu in der Friedrichstraße zu bestehen hatte, gelangte zur Kenntniß der 89. Abtheilung des Schöffengerichts. Auf der Ankkagebaltk befanden sich der Portier des genannten Lokals, friedlich Krause und der dort ebenfalls bedienstet gewesene ellner Albert W a l d o w. Ersterer war der Körper- Verletzung, letzterer der Beleidigung angeklagt. Aus der Beweisaufnahme ergab sich folgender Sachverhalt. In jener Nacht kam das v. d. H.'sche Ehepaar mit einer Anzahl Herren aus einer Privatgesellschaft. Sämmtliche Festgenoffen besuchten noch das Spatenbräu, wo sie sich um einen Tisch gruppirten. Zu der Gesellschaft gehörte auch ein Feueriverker. Dieser unter- ließ es, eine»« das Lokal betretenden Artillerie-Ofsizier den üblichen militärischen Gruß zu zollen. Der Offizier vermerkte dies sehr übel und stellte den Feuerwerker zur Rede, ivodurch wiederum das Mißfallen der Begleiter des Gemaßregelten hervorgerufen wurde. Herr v. d. H. befürchtete eine unliebsame Szene und um diese ans dein Wege zu gehen, verließ er mit seiner Frau schleunigst das Lokal, illuf der Straße bemerkte die letztere, daß sie ihren Schirm vergessen habe, sie ging wieder hinein, um ihn zu holen. Im Begriffe, das Lokal zum ziveiten Male zu ver- lassen, vertrat ihr plötzlich der Angeklagte Waldow den Weg, belegte sie mit Schimpfworten, die ihre weibliche Ehre aufs Tiefste verletzen mußten und behauptete, daß sie den ganzen Streit im Lokale hervorgeruseii habe. Sprachlos vor Scham und Empörung suchte die Beleidigte schleunigst den Ausgang zu geivinnen. Auf dem Korridor wurde sie aber vom ersten An- geklagten in Empfang genommen, der ihr einen Stoß gab, daß sie mit großer Wucht auf den Straßeildamm flog, wo sie vor den Füßen ihres Mannes liegen blieb. Sie hatte eine Ver- renkung der linken Hüfte erlitten. Der Gerichtshof bezeichnete das Verhalten der Angeklagten als ein sehr rohes und um so unbegreiflicher, als sie Angestellte in einem Lokale waren, welches zu den„anständigsten" Berlins gehöre.(Insofern natürlich, als daselbst anständige Frauen bis auf den Straßendamm geworfen werden! Red.) Nur ihrer bisherigen Unbescholtenheit hatten die Angeklagten es zu verdanken, daß von einer Freiheitsstrafe Ab- stand genommen worden war. Krause wurde zu 70, Waldow zu 50 M. verurtheilt. MelrevstÄzk. Pavtrigeuosseu! Endesunterzeichnete erlauben sich auf die im Monat Juni in Joel's Salon tagende öffentliche Äolksver- sammlung, wo die Resolution„Aiislritt aus der Landeskirche" mit übergroßer Majorität angenommen wurde, aufmerksam zu machen. Wir möchten nun die Parteigenossen ersuchen, der Ab- stimmung nachzukomnien und in ihren Bekanntenkreisen dahin- gehend zu wirken, daß die Resolution zur Geltung käme, da im Dezember dieses Jahres Volkszählung ist, wäre es gut, daß der Austritt noch vorher geschieht; denn es muß doch wohl einen jeden überzeugten Parteigenossen eiuleuchteud sein, daß die Schule der Zukunft gehört; ivird dieses anerkannt, so ist es nothwendig, daß wir die Schule in unserem Sinne zu gestalten suchen und dieses ist nur möglich, wenn >vir aus der Landeskirche austrete», um unsere Kinder nicht in den Religions-Uuterricht der heutigen Schule schicken zu brauchen. Unterzeichnete sind zu jeder Zeit gewillt, denjenigen Personen, welche aus der Landeskirche ausscheiden wollen, mit Rath und Thal zur Seite zu stehe». Auch liegen bei ihnen gedruckte Formulare, welche nur brauchen ausgefüllt zu iverden,»im den Austritt gerichtlich anzumelden, aus. Robert Berger, Große Frankfurterstraße 92, Hof eine Treppe. Heinrich Neuhaus, Georgcnkirchstraße 07, 2. Seitenflügel, 2 Treppen. Arbeiter Deutl'chlaudo! Seit 25 Wochen kämpfen die Weiß- gerber in Kirchhein i. L. einen Verziveiflungskampf mit der dortigen Meistervereinigung. Weiter Hungern, oder aus der Organisation austreten, ist die Losung der JnnungSuieisler. Bis jetzt ist noch keiner von der Jahne gewichen, aber die Mittel werden immer knapper, die Berbandskasse der kleinen Geiverkschast ist leer. Aller Blicke waren bis jetzt aus Hamburg gerichtet. Hier bei uns tobt derselbe Kampf im kleinen.' Arbeiter, Genossen, eine Kleinigkeit und auch unsern Kirchheiner Brüdern ist geholfen. Das Protzen- thum wird unverzüglich die Waffen strecke», wenn es sieht, daß die Unterstützung eine bessere wird. Also noch emmal: Aroeiter, gebt Euer Scherflein auch zu diesem Kampfe. Nähere'Auskunst erthcilt in Berlin W. B r i n k m a n n, Soldinerstr. 23, park.; für Kirchhein A. W u n d e r l t ch, Weiß- gerber, Kirchhein i. L. Beide nehmen Unterstützung entgegen. Eine össrntliche Uolliolmssammlnng für Männer»md Franc» fand am 18.'August in Schneider's Salon, Belforter- straße, unter dem Vorsitz deZ Herrn T h o m ä statt.'Auf der Tagesordnung stand ein Referat des Herrn Max V a g i n s k i über:„Die Ursachen der A r m u t h." Der Vortragende führte aus: Die Diskussion des auf der Tagesordnung stehenden Themas sei eine äußerst brennende in einer Zeit, in welcher vom Staate durch die sogenannte Sozialreform das Vorhandensein großer Armuth anerkannt sei. Diese Sozialreform helfe nichts. Wolle man die Zlrmuth beseitigen, so müsse nian erst die Ursachen derselben erkannt haben und diese bekämpfen. Mit ihren Vedingungen fällt auch die Armuth. Früher wurde die Armuth als ein Rathschluß Gottes hingestellt. Man konnte dies zu jeuer Zeit ruhig thun; eine Kritik der Verhältnisse war eben unmöglich. Diese wurde zwar als schlechte anerkannt, aber als nicht vcrbesserungsfähig."— Der Referent kritisirt die sich überlebt habende Malthus'sche Uebervölkernngstheorie lind die daraus gezogenen Konsequenzen i» Betreff der Nothwendigkeit der Armuth und fährt fort: Als ein Mittel zur Besserung müssen wir leider die sogenannte Sozialreform über uns ergehen lassen. Leider, weil uns diese weniger nützt, als wen» wir das Recht erhielten, ohne gesetzliche Einschränkung oder auch unter einem freieren Vereinigungsrccht, wie bisher, unsere Interessen zu ver- treten. Durch die Sozialreform ist nichts an unserer Klaffen- läge verbessert worden. Die Sozialreform wirke uns noch in der Weise entgegen, indem gesagt wird:„Nun, was will man denn noch; die Neaierilng thnt ja alles, was in ihrer dieser anzurechnen nung getragen und dies unbedingt thun müssen. E 9 j utilpr hpti bpnttnpn Kulturverbältnissen Nicht an, daß unter den heutigen Kulturverhältnissen nicht ' n und Schwachen so verfahre, IV.P o Barbarei. Die Bourgeoisie will auch nicht gern Barbarei. Die Bourgeolfie wu» aucy""9*. nA tw öffentlich vor sich haben. Dem Arbeiter solle, dannt er i; � der Sozialdemokratie anschließe, plausibel gemach daß alles gut.ind schön sei und dies»oN komme. damit sucht man die Verhältnisse, wie sie find, w e- resp. als unveränderlich hinzustellen. Arme und A I nicht immer gegeben! Wie die moderne Wissenschast lebten die Menschen an der Schwelle unserer„„-«stW« urwüchsiger, kommunistischer Gemeinschaft.®ie, gleich in uuuuu�uaei, luiiiuiuiiiftiiujcv r sich gegenseitig im Kampfe gegen die Natur und na 1 an Allem, was sie derselben abrangen, Theil. Gegensatz � nicht. Aus diesen kommunistischen ProduktloiisgeseUs)' wickelten sich solche mit Privateigenthum. Mit diesem ein Gegensatz, wie wir ihn heute haben, der zwischen Arm � zu jener Zeit standen sich gegenüber der freie Besitzen" � unfreie Besitzlose. Mit dem Privateigenthum entstand „Staat". Die Besitzer aller Produktionsmittel machen L, � jenigen dienstbar,»velche weiter nichts besitzen, als ihr � kraft. Darum läuft unsere Agitation auf die Best» B �t, Privateigenthum hin. Wir werden deshalb Umsturzle 6 w weil das, was für die heutige Zeit keine Existenzberecht g y wir beseitigen wollen. Die Leute bedenken oder wipen w das, was»vir wollen, blos die nothweudige Folgerung. L,, tigen Produktionsweise ist, und daß diejenigen, welche dl> h!' Ausflüsse der heutigen Gesellschaft zu nahe'oin gteO' strebt sein müssen, etwas Besseres, ivenn eben möglich,. �ül dieser Gesellschaft zu schaffen. Diejenigen nun, welch eintreten, werden dahin gebracht, Ivo sie ihre Ideen mcy_ können, ins Gefängniß. DieS kann man bei allen machungen neuer Weltaufsaffungen beobachten.-Fnun sich die, welche ein Interesse an der Erhaltung»der stände haben, durch Repressalien gegen das Neue refp. � Geburtshelfer auf der Höhe ihrer Macht zu erhalten. �.e immer ein Kampf dabei nöthig. So müssen ailch mw, � ein Interesse an der Nmgestaltung der heutigen Gestllsch i h# zusammenstehen und gegen diese ankämpfen. Aber mch Mann ist dabei interessirt, sondern auch die Frau. Sei selbe in die Judustrie, vom häuslichen Heerde iPNier n o gedrängt werde, habe sie dieselben Interessen wie der g(,ie der Oeffentlichkeit zu verfechten.— Auf der eine sehen wir aufgehäufte Reichthümer, auf der blos ihre immer verkäs AusstÜ die Armuth; wie sehen Leute, die krast haben und diese nicht einmal können. Dies niüsse unbedingt Verbrecher züchten. die Ursachen zu beseitige», schafft die heutige Gesellschaft l. Zuchthäuser, wo sie noch den draußen Arbeitenden Kv.. machen, und dadurch schließlich wieder neue Verbrecher g l werden. Nicht nur diejenigen, welche physisch arbeiten,>�«1 auch die, welche geistig arbeiten, unterliege» denselben-w.. der Gesetze, welche die heutige Gesellschaft beherrschen. immer schnelleren Anschwellen des mit den Händen aro' � Proletariats macht sich auch ein Anschwellen des geffageu � tariats bemerkbar. Diese Leute werden ebenso wie die durch ihre Lage gezwungen, sich den Sozialdemolrare � schließen, denjenigen, die nichts zu verlieren, aber alles winnen haben. Die heutige Gesellschaft gräbt M ihr Grab. An uns liegt es, uns über oi �0 Hältnisse klar zu werden, damit in dem....gjc Augenblick die Verhältnisse uns nutzbar gemacht werden, �„i. gesellschaftimg der Produktionsmittel herbeigeführt werde � Wenn wir das erreicht haben, iverden bald Alle an altii!ifcJ rungenschaften der Kultur theilnehmen können; alle olU_Lj fw und dergleichen Anstalten verschwinden und das Ideal,'> je- die Revolutionäre Frankreichs schon im vorigen JahrhuN.30 steckt hatten: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ver, werde».(Stürmischer Beifall.) In der Diskussion, an sich mehrere Redner betheiligten, wnrde von„ßl Goldberg die bestehende Armuth dahin erklärt, daß» �hjzt Menschen auf einem kleinen Raum leben und nicht die y,i Nahrung für jeden beschafft werden könne. Sonst erkenn � t;t Verhältnisse, wie sie geschildert sind, an. Einige Redner$ Referent legten die UnHaltbarkeit dieser Behauptung' Älirt wurde eine Resolution angenommen, daß sich die Berfa � mit dem Referenten einverstanden erklärt und nur vm sozialistischen Gesellschaft etwas Positives erwartet.®be»l, yjB die auf die halbe Sonntagsruhe der Kausleute bezügliche cktei angenommen Eine öffeutliche Uersamurluug»Uer i» Karto»-«nl> Fuvnspapierfnliriken Berlins befm> Arbeiter und Arbeiterinnen fand am 19. August in Salon, Jnselstr., statt. Auf der Tagesordnung stand: Bori Herr» Glocke über: Unternehmerverbünde und Arbeiter-*� m satione». Diskussio». Bericht der Berliner Streik-KontrolkoM$ und Verschiedenes. Der Referent führte aus: So weit m � Geschichte verfolge» könne, sehe man, daß es immer Orgawst..� p immer Verbände von Menschen gegeben habe. Ursprung ruhten diese auf der Blutsverwandischast. Die Jntereffe». die gleichen. Es entstanden daraus Verbände, welche verschiede Interessen hatten und in deren weiterer Ausbildung ffffLgich auch Interessengegensätze innerhalb ihrer selbst sich herausv � ,ii So sehe man denn in der sogenannten antiken Zeit, Rom, innerhalb eines Staates sich Klassenkämpfe, Kämpst 5 verschiedenen Interessengruppen, stattfinden. Von einer. j: nisatton der Arbeit war natürlich noch nicht die Rede, d. w,e wir heute eine solche auffassen. Als Organisat>o>„0 Arbeit traten zuerst im Mittelalter die Zünfte auf. Sie rw» � ihren Kampf gegen die damaligen Herrschenden.Klasstw ßß Feudaladel hauptsächlich und auch gegen das Pfaffenthiw'sUve» sich die Zünfte eine Position geschaffen hatten, sanken. d>�.z< bald von Kampfeeorganisationen zu bloßen Verlheio>iUK)! organisatione» ihrer gewonnenen Privilegien herab. A» des Handwerks trat bald die Manufaktur, d. h. an®je � Verfertigeus von Anfang bis zu Ende eines GegenstM'de» hpI einer Person, die in großen Etablissements organisirte Tye» und später die Maschinenarbeit. An Stelle des frühe�" üLck' werksgeselle», der zur Blüthezeit der Zunft von den Est schasten derselbe», wenn auch nicht viel, so doch iminery' �gei> gezehrt hatte, den vollständig hoffnungslos nach bessere» 0�� Uch sehnenden Arbeiter. Zu vielen in den Fabriken gedrängt, gleich gequält, war es natürlich, daß sich die z» als solche sich jetzt verbanden, um ihre Lage so gut wie nw» gpt gestalten. In der jetzigen Zeit nun, wo die Frau in dieo'.�Dff gedrängt ist, ist auch diese gezwungen, sich zu organisiren uiw Anfang dazu auch schon gemacht. Der Referent geht i»1' auf die Entwickelung der Geiverkschastsorgauisationen w dieses Jahrhunderts ein. Die große französische Revolutl0> � in ihrer Vollendung den vorher gefallenen Phrasen nach biL berechtigung bringen. Bezeichnend für die damalige» � nisse sei nun, daß von dem die Macht gewonnen habende» gerthum sogar dem Arbeiter versagt wurde, sich zur Ber» w, seiner Interessen zu organisiren. Ebenso in England. ,,z|ck viel Opfer gekostet habende 5kämpfe, haben strst.' 0,, den Bereinigungen ihren Bestand gesichert. Die j, tr sationen dürften nicht zu Sparvereinen herabsinken,"LgA" in England zu einer bestimmten Zeit geschehen sei,' i'fiv'1'' sie wären dazu da, um den wirthschaftlichen Kampf zu Ehre Existenz wäre neben den politischen Kampfesorgami» eine bedingte. Falsch urtheile der, welcher den Gewerksch» � Existenzberechtigung abspreche. Sie werden einst dazu v ff fei», eine bessere Organisation der Gesellschaft, das EndZ'.�s' Arbeiterbewegung, anzubahnen. Darum müsse auch jeder I I ä" stärke» versuchen.(Beifall.) An der Dis- Unl �ch die Herren Beyer. Wach. Günther SIrhßiÄ i..,9�4�. Herr Beyer schilderte die schlechten . erhaltmsse in der Luxuspapierbranche und bedauert, Slr�öi+A- Einladung durch die Zeitung die betreffenden ttiv...» �esp. Arbeiterinnen nicht in der Versammlung vertreten sind. konstatirt, daß leider die Arbeiterinnen sich zu sehr von numnienangehörigen und anderen vom Beitritt zum Vereine oder ».s? vo"t bloße» Besuch öffentlicher Versammlungen abhalte» {Jll u S bem Schlußwort des Reserenten. in welchem der- ki»; �'Ptsdchtich betonte, die Arbeiter und Arbeiterinnen müßten hm»!" bcn Vereinen zum selbstständigen Denken und dadurch be- !>. selbstständigen Urthcilen heranbilden, ergriff Herr Fischer »s,��?rt und stattete seinen Kollegen Bericht über die bisherige »!>,!, m! r berliner Streik-Kontrolkommission ab. Nachdem dazu forci*„, n-ev gesprochen, erhielt Herr Glocke das Wort, um einige Si.lr, steissungcn über die Kommission zu berichtigen. Die »-.„�""lung erklärte sich damit einverstanden, daß die Kon- fAAt»'-1"® der Kommission in einer öffentlichen allgemeinen Gewerk- Mstsversammlung stattfinde.- Am 81. August findet ein Aus- l'i'fl nach Grünau statt. l».�rsrtmmlnng drr Freie» Uereinigung der Graveure / �''rtrnrr am Montag, den 13. August. Tagesordnung: f*..) f 2. Vortrag des Herrn Dr. Zadel über:„Fort- kilt 111 bct Medizin", 3. Diskussion, 4. Verschiedenes. Der fiw s-® e eri,tete für seine interessanten Ausführungen, speziell ,nnlr b>e neueren Entdeckungen in dem Gebiete der Medizin, den !!>»:,» teil Beifall. An der Diskussion betheiligten sich die b Schymansky, Blühmke, Zack, Guttmann, Urbach und . G* wird bedauert, daß auf dein medizinischen Kongreß l Mig mitpraktischenVorschlügen fürdieVerbesserungen dergesund- Sage der arbeitenden Bevölkerung in den Fabriken und Werkstätten vorgegangen worden ist. Es wäre auch gut gewesen, we Herren Aerzte sich den Hauptkrankheitsheerd, die über- -! lange Arbeitszeit, näher betrachtet hätten. Zulegt gestaltete Ir.bw Diskussion in etwaö heftiger Weise, da die verschiedenen irlr'"ber die medizinische und Naturheilmcthode zu Tage -ia rl», Punkt„Verschiedenes" werden den Hamburgern aus der Vergnllgungskasse bewilligt. Außerdem fordert oucge Guttmann aus, eventuelle Wünsche zum Kongrcffe der ftnttreilve Unb Ziseleure Deutschlands, welcher nächsten Monat i nilsmdet, den hiesigen vier Telegirte» Guttmann, Schynmnx-ky, il ch.""d Zack, mitzutheilcn. Zu gleicher Zeit ivird ersucht, Zusetzen V°rsämmlnng mit der Tagesordnung„Kongreß" fest- v.. Zeutral-Kranstett liud Slrrbrunterstühnngaluist'e der �eutjchrn Zimmerer E. H. K. 2. Am 12. Llugust fand in veuergeins Tunnel die vierteljährliche Generalversammlung statt. �'- Tagesordnung lautete: 1. Vortrag des Herrn Dr. Bernstein, • Abrechnung pro 2. Quartal 1890, 3. Verschiedenes. Ter Vor- »vende Seiht eröffnete die Versammlung um 9 Uhr und begann Kirr Dr. Bernstein sofort seinen Vortrag über Syphilis und u«en Entstehung, sowie deren Folgen. Der Vortrag wurde mit Kiopem Veifall ausgenommen, die Mitglieder richteten viele Magen an den Vortragenden, welche derselbe bereitwilligst be- unlwortetej Herr Dr. Bernstein bittet sich recht zahlreich an den min beginnende»!iursus,'jüber die erste Hilfe bei Unglücksfällen ZU betheiligen. Kamerad Schönsisch meint, der Kursus würde wohl recht besucht sein, wenn wir eine kürzere Arbcitc-zeit hätten, oenn in acht Stunden kann sich ein Zimmerer in Berlin voll- tonnuen satt arbeiten, da aber dies nun nicht gleich woglich ist, so werden die Zimmerleute der freien Hilst»- msse sich dennoch zahlreich belheiligen, da dies Ihnen Ihre Humanität vorschreibt. Kamerad Dietrich theilt diesbezügliche Flugblätter aus, und hebt besonders hervor, daß auf »dem Bau oder Arbeitsplatze ein Verbandskaste» sein müßte. '■ Punkt der Tagesordnung, Abrechnung pro 2. Qartal 1890, werbe» die von den Revisoren geprüften Abrechnungen verlese», Weselben für richtig befunden und den 3 Kassirern seitens des fswsltzendcn Techarge crtheilt. Kamerad Reuter als 1. Revisor ««est die Zusammenstellung der Revision, und ergiebt Filiale «n eine Einnahme von 3574,02®?., eiueAuLgabe von 3545,47 M. ein Gewinn von 38,55 M. Die Mitgliederzahl ver- SVm sich von 523 auf 600. Im Verschiedenen wird Herr np V er» stein über einen ,von dem Vorsitzenden des Sanitäts- �«'eins Herrn Hundt im„Berliner Volksblatt" veröffentlichten Artikel befragt, es handelt sich hierin um das Mitglied Quandt, jso» welchem Herr Bernstein zuviel Arzthonorar gefordert habe» l°ll. Herr Dr. Bernstein sagt, dies müsse auf einen Jrrthum beruhen, «»d werden der Vorsitzende und Schriftführer beauftragt, diese Sache ßeiinit zu unsersuchcn, und wird darüber später im„Berl. Volksbl." lachtet worden. Kamrad Loß bedauert, daß der Vorsitzende des �anitätsvereins die Sache gleich der Presse übergeben habe. Ostrich meint, es könne auch hier ein Racheakt vorliege», jeden- müs hatte Herr Hundt sich vorher genau informire» muffen. Kamerad Kruse beantragt, falls es sich herausstellt, daß diese Sache -".cht genau der Wahrheit entspricht, von Herrn Hundt sofort wderrnfen werde» müsse und meint Dietrich, sich dieserhalb nicht «» de» Vorsitzenden, sondern an de» Ausschuß z» wenden. Es JU'icht in dieser Sache noch Herr Kuhnke, welcher ebenfalls das Ergehen des Herrn Hundt verurtheill und meint, es wäre richtig Mbese», wenn der Borsland erst mit Herrn Dr. Bernstein Rück- iWache genommen hatte, ehe etwas in die Welt gesetzt wird, was v« Wahrheit widersprechen dürste. Der Vorsitzende theilt mit, «v betreffs der Medikamente die Apotheker wegen Preis- Mäßigung noch nicht alle zugesagt habe», Herr Kuhnke bestätigt «»d meint, daß diese Sacye mit dem 1. Oktober geregelt dürste. Reuter«• Bensch bedauern, daß sich die Zirniner- 7«och nicht mehr der freien Hilstkasse zuwenden. Das ?«nußwort nimmt der Vorsitzende und bedauert, daß die Ver- U'N'lung so schwach besucht ist, da ein jedes Mitglied geiviß Ks« hat, in einem Vierteljahr seine Kassenaugelegeuheit einmal oizunehmen. Iine öffentliche F, ansdi-ncr-Uerl'ammlung. welche von i."wngreßkoinniission einberusen war, fand am Donnerstag, den i in Jordan's Salon mit folgender Tagesordnung statt: - �-le verhalten sich die Hausdiener Berlins zu den ausgesperrten �ainvnrger Arbeitern? Referent Herr Paul Litsin. 2. Dstkusfion. und Abrechnung der Kongr ß-Kominifswn. 4. Wie voi, U) die Hausdiener zur Streik-Kontrolkommission? 5. Wahl o �Aegirte». 6. Wahl einer Agitatiouekommisswn. 7. Er- di"Ä"g�wahl der Prcßkommission. 8. Verschiedenes. Nachdem wm-u ü-n Herrinann, Uthcß lind Alboldt ins Burean geivählt, °rdu„. auf Antrag des Kollegen Grauer Punkt 3 der Tages- als 1. Paukt rerhaudelt und erhielt hierzu Kollege � �-- CTMrvfofrn a,,s �h«la»n der Kongreßkoinmissioil das Wort. Derselve »Iiaeii-m, 62 Sisten 139,27 M. und von den Teller- tN- eingekommcn sind, die gesammte Slusgabe ivaituug rcsp. für Einberiifen der Aersammluugen 98 9a 00* i*** v,.. B?.. B erhielt die„Einigkeit" für Annonzire» zuriitf".?'" bleibt ein Bestand von 5!,0l M. 27 Listen sind �aiicr""b 1 Liste ist verloren gegangen. Kollege «Kbbruck Redner giebt seiner Verivunderuiig darüber y. D?. fjL»"ß die„Einigkeit", welche doch unser Organ ist, Je ästx.f./'wwiizircu erhalten hat, seiner Meiiiimg nach müßte Miayiae T der„Einigkeit" solchen Sachen ohne Geld 4 bie o®,eiünhrcill An dieser Diskussion betheiligen (.„f„liegen Lambrecht, Keßler und Wicmer uud l��ber be»,.«?ll die Debatte darüber geschloffen. Kollege ,-�'elt vü' die Kommission hat die Mittel, ivelche ge- ,«>»»»" �olcgirte» in der Höhe, ivie die Versaiinnlung Sm�Sen'ün.�.KAuiteln. Gegen diesen Slntraq sprachen die 9.!«g die �' Beudix, Werner und Keslinle und für de» w:et« flen llthcß. Graner, Barnewitz und Wiemer. nn-.,,!' aus, daß sogar, wenn es nicht reichen sollte, noch & 9 mit m,"�.'uerd-n muß. Schließlich wurde besagter An- ««,»drei ii,011.«1 angenommen; Kollege Grauer beantragt Revisoren zu wählen, welche die Sauiinellisle» prüfe» sollen. Der Antrag wird ebenfalls gegen eine Stimme angenommen. Gewählt ivurden die Kollegen Putzer, Hamann und Perlemann. Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird angenominen. Kollege Barnewitz beantragt, den Kollegen Bendix aufzufordern, die gesammelten Gelder dem heutigen Bureau auszuhändigen, dann können die Dclegirten ihre Unkosten lequidiren. Dieser Antrag wurde ebenfalls angenominen. Da die Revisoren die Abrechnung für richtig befunden haben, beantragt Kollege O. Wiemer der Kommisston Decharge zu ertheilen, jedoch lehnt die Konnuissio» diese» Antrag ab, weil ihr, so führte Kollege Müller aus, i» der am 31. Juli stattgehabte» öffentlichen Ver- sammlung ei» Mißtraueiisvot»»» entgegengebracht wurde. Ein Antrag ans Schluß der Debatte wird angenommen und über- nnttelt Kollege Bendix laut Antrag das gesammelte Geld 51 M., dem Bureau. Ein Antrag, den Referenten von seinem Vortrag zu entbinden, wurde abgelehnt. Alsdann erhielt der Referent, Herr Litsin, zu seinem Vortrag das Wort. In eingehender Weise schilderte der Referent die Entstehung der gewerkschaftlichen Organisation. An der Hand der jetzigen Situation der Gewerk- schasten in Hamburg und an anderen Beispielen so auch hier in Verlin, wies er nach, daß sich die Kämpfe zwischen den Arbeiter- Organisationen und den Unternehmern immer mehr und mehr zu Prinzipienkämpfen zuspitzen. Was früher die Behörden mit der Polizeiknute, zur Unterdrückung der Arbeiter nicht vermochten, das suchen jetzt nach Fall des Sozialistengesetzes die Kapitalisten mit dem Geldsack zu vollbringen. Der große Protest der Arbeiter am 20. Februar gegen die Unterdrückung von Seiten des Staates und die Ausbeutung der Unternehmer hat letztere derartig ein- geschüchtert, daß sie geschlossener denn je zusammenstehen, den Kampf gegen die Arbeiter aufzunehmen. Was die Kapitalisten aus politischem Gebiet verloren, suchen sie auf wirth- schastlichem wieder einzuholen. Die Schlußfolgerung der ganzen Situation ist, daß die Arbeiter sich fest zu- sammenschließen, um den Kampf mit dem Kapital sieg- reich aufnehmen zu können. Nach einem kräftigen Appell an die Versammlung, die Hamburger nach Kräfte» zu unterstützen, um den ersten Kampf zwischen Kapital und Arbeit zu einem für letztere siegreichen Ende zu verhelfen, schlietzt der jVoriragende unter großem Beifall der Versammlung seinen interessanten Vor- trag. Eine Resolution, welche einstimmig angenommen wurde, lautete:„Tie öffentliche Hausdienerversammlung erklärt sich mit den Hamburger Ausgesperrten solidarisch und verpflichtet sich mit aUeiJft'rästen moralisch und materiell für die Unterstützung zu sorgen." O. Graner. An der Diskussion betbciligten sich die Kollegen Wiemer und Grauer; speziell Kollege Wtemer führte ans, daß es ihm ebenso erginge ivie den Hamburgern, indem er eine gute Stelle in Aussicht hatte, jedoch durch die gute Empfehlung seines früheren Chefs, der Firma H. Sternberg zun., Spandauerstraße 47 nicht erhalten habe.(Der Vorfall ist bereits im„Volksbl." zur öffentlichen Diskussion gestellt worden.) Ein Antrag ans Schluß der Debatte wird angenommen. Kollege Atohntke beantragt, die Einnahme von der Tellcrsammlung den Hamburgern zu überweisen. Es entspinnt sich hierüber eine er- regte Debatte. Gegen diesen Antrag waren 3 Lt ebner und vier Redner dafür, jedoch wurde auf Hinweis der Dclegirten, welche auf dem Kongreß die Summe von 111,40 M. inkl. Fahrt ver- braucht hatten und erst 51 M. erhalten haben, der Antrag ab- gelehnt und befürivortet, ans Listen für die Hamburger weiter zu sammeln. Nachdem der Referent der vorgerückten Zeit wegen aufs Schlußwort verzichtet, wurde in Punkt 4 der Tages- ordnung eingetreten. Kollege Lambrecht nahm hierzu daS Wort und führte den Kollegen vor Augen, daß durch eine Organisation, wenn auch nicht alles, so dock) vieles zu erreichen sei und er- mahnte demzufolge, sich der bestehenden Organisation anzuschließen. Würde jeder Einzelne wissen, wohin er gehöre, von dem ihm gewährleisteten Koalitionsrechte Gebrauch zu machen, so würden sich nicht Kämpfe abspielen, ivie sie in letzter Zeit die gesammte Arbeiterivelt in Aufregung versetzen. Derartige lilassen- kämpfe spielen sich zum Theile in unserer eigenen Branche ab. Zum Schluß empfahl Redner die Wahl von Telegirten zur Berliner Streik- Koutrolkommissioi» n»d wurde» auf Antrag des Kollegen Perlemann zivei Telegirte, die Kotlegen O. Wiemer und Herrmann in die Berliner Streik- Kontrol- komuiission geivählt. Zu Punkt 6, Wahl einer Agitativns- kommission, erhielt Kollege O. Graner das Wort und führte unter Anderem ans: Es sei hohe Zeit, daß unter der Hausdienerschaft in Berlin wie auswärts eine planmäßige Agitation in's Leben trete, die es ermögliche, eine den Zeitverhältnissen entsprechende Organisation der gestimmten Kollegenschast z» schassen. Ii» Besondere» hier a»l Orte muß das planlose Einberufen von össcnt- lichen Versammlungen aufhöre» und eine Stelle geschaffen>vcr- de», an die sich jecer Kollege, der eine öffentliche Versammlung aus irgend welchem Grunde wünscht, zu wenden hat.— llteduer ermahnt aber, nicht nur einen Beschluß zu fasse», sondern denselben auch auszuführen, dann wird es erreicht werden, daß nicht mehr in einer Woche vier Versammlungen von Hansdienern stattfinde»,| die dann ihren Zweck, weil nicht besticht, nicht erfüllen können. Insbesondere thäte aber eine Agitation draußen sehr noth und stelle er den Antrag, zu diesem Zwecke drei Kollege» zu wählen. Ter Antrag wurde beifällig aufgenommen und die Kollegen Barne- witz, Perlemann und Grauer dazu geivählt. Hieraus wurde in Piiukt 7 der Tagesordnung: Erganznngswahl der Preßkommission, eingetreten. Kollege Lambrecht führte u. a. ans, man möge nur solche Kollegen in die Kommission wählen, ivelche im Stande sind, ctivas Tüchtiges zu leisten. Kollege Kuhntke bittet mehr auf die„Einigkeit" zu abonniren. Zur Zeit sei die Abonnenteiizahl eine sehr schwache. Kollege Alboldt glaubt, daß seiner Zeit durch die Hetz- und Schinähartikel die Abonneutenzahl der„Einigkeit" abgenommen hat. Nach einigen Anseinandersetznngei» zwischen den Kollegen Lambrecht»nd Alboldt betreffs der Berichte, ivnrde zur Wahl geschritten und die Kollegen Wiemer, Grauer, Wieadermie in die Preßkommisston gewählt. Jetzt wurde in den letzten Punkt der Tagesordnung, Verschiedenes, eingetreten. Kollege O. Grauer brachte folgenden Antrag ein: Das heutige Bureau wird beauftragt, weiter zu sammein, bis die Unkosten gedeckt sind. Auch dieser Antrag wird nach kurzer Debatte angenommen. Ferner beantragte Kollege Fielitz, las heutige Bureau nicht mehr in öffentlichen Versammlungen zu wählen. Derselbe Kollege erhielt hierzu das Wort und behauptete, daß für das heutige Burean schon Tag? vorher Propaganda gemacht worden sei. Diese» Ausführungen treten jedoch die lb'ollegen Hernnann und Alboldt ganz entschieden entgegen und als schließlich Kollege Fielitz laut Antrag gezwungen wird, sich zu äußern, wer ihm das gesagt hat, gab er den Kollegen Wietz als den Attentäter an, jedoch erklärte Kollege Wietz, diese Aeußerung nicht gebraucht zu haben. Da die Versammlung daS Einsehen hatte, daß Kollege Fielitz nur Ironie treibt, wurde be- sagter Antrag mit großer Majorität abgelehnt. Hierauf schloß der Vorsitzende die Versammlung um IVa Uhr. Eine gut besuchte Versannnlnng der in derHut- f a b r i k a t i o n beschäftigten Personen tagte am Freitag, den 15. d. M., im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11— 13, mit der Tagesordnung: I. Die Lage der ans- gesperrten Arbeiter Hamburgs. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Herr Werner, welcher das Referat übernommen hatte, war Kraukheits halber am Erscheinen verhindert und hielt an seiner Statt Herr Stabernack einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag, in welchem derselbe die allgemeine Lage der Arbeiter schilderte, welche im Gegensatz zu den Kapitaliste», für welche sie alle Werths schaffen und dieselben dadurch zum Wohllebe» ver- helfen im krassesten Widerspruch steht, und daß das Bestrebe» der Arbeiter darauf gerichtet sein muß, mit aller Kraft dahin zu wirken, bessere Tage, wenn nicht für uns zu schaffen, so doch wenigstens unseren Nachkommen die Wege zu ebnen, die zu dem großen Ziel, welches wir uns gesteckt haben, führen. Mit den Hamburger Kapitalisten ging Redner scharf ins Gericht und gipfelten seine Ausführungen in einem warmen Appell an alle zielbewußten Arbeiter, die Hamburger Genossen, welche jetzt den Kampf um ihre Ehre und um ihr Selbstbestimmungsrecht kämpfe», nicht unterliegen zu lassen. In der Diskussion sprach Kollege Vorgmann. Derselbe führt aus, daß in dem Vorgehen der Fabrikanten, welches seit einem halben Jahre aller- orts in gleichartiger Weise geschieht, um die Arbeiter in immer härtere Fesseln zu schlagen, ein System liegt, welches sich selbst gegen die an höchster Stelle ausgesprochenen Worte, welche den Arbeitern das ihnen zukommende Recht gewährleiste, richtet, man will in jenen Kreisen eben leine Versöhnung, sie selbst wollen die Macht in Händen haben. In dem Vorgehen der Hamburger Fabrikanten erblickt Redner lediglich ein System der Bismarck'schen Politik, und ist es daher eine Pflicht der Selbsterhaltung, daß alle Arbeiter geschlossen einem solchen Vorgehen entgegen- treten, denn das Solidaritätsgefühl ist das Leit- motiv, dem alle Erfolge zuzuschreibeli sind. Nach- dem Herr Stabernack in seinem Schlußwort die Arbeiter- schlltz-Zionferenz, sowie die Thüringische Hausindustrie kritisirt, wird folgende Resolution einstiminig angenommen. Die heute am 15. August im Böhmischen Brauhaus tagende öffentliche Versanlinlung der in der Hutfabrikation beschäftigten Personen Berlins und Umgegend erklärt sich mit dem Referenten einverstanden und verpflichten sich mit allen Kräften für die Hamburger Ausgesperrten einzutreten. Im Punkt „Verschiedenes" geißelt Kollege Borgmann in kräftigen Worten jene ehrlose Lägenpost, welche vor einigen Tagen die mit schamlosen Bemerkungen geivürzte Nachricht brachte, die von Hutmachern gegründete Genossenschast, welche vor einem Jahre mit einem Kapital von 100 000 Mark eine Hntfabrik eröffnete, sei fallit. Diese Nachricht, welche von A bis Z erlogen ist, beweist zur Genüge, mit welchen Mitteln unsere Gegner kämpfen und was bei solchen Leuten Ehre heißt; im ferneren bittet Redner, die Opferwilligkeit, trotzdem dieselbe bis jetzt schon eine große war, nicht erlahmen zn lassen, und daß den beiden Raten von 300 und 200 M. noch weitere Sendungen folgen müßten» um den Hamburger Genossen zum Siege zu verhelfen. Kollege.Kruse forderte alle Anwesende» auf, nur die Arbeiter- blätter„Berl. Volksblatt" und„Berliner Volks-Tribnne" zn lesen. Kollege O. Völkel giebt bekannt, daß ihm seitens deS Polizei- Präsidiums auf seine Beschwerde über sdas Vorgehen des über- wachenden Beamten in der Versammlung am 17. Juni im Belforter Salon ein ablehnender Bescheid zugestellt ist. Nachdem der Vorsitzende zu recht reger Agitation in den Werkstätten auf- gefordert, schloß die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf den Sieg der Hamburger Genossen. Zum Zweck: der Gründung eine« Drehervernns fand am Dienstag Abend in Jordan's Lokal, Neue Grünstr. 23, unter Leitung der Herren Weg»er, Pagel und Höne eine ösfent- liehe Dreherversammlung statt, die aber nur schwach besucht war. Namens der in einer früheren Versammlung gewählten Koin- Mission erstattete Herr Machatzky Bericht. Redner erklärte sich für die Gründung eines Vereins, der nicht ein Konknrrenzverein des Allgemeinen Bketallarbeiter-Vereins sein, sondern Hauptfach- lieh den Zweck haben solle, die indiffereinen Kollegen, welche dem Metallarbeiter-Verein fernstehen, zur Organisation heranzuziehen, diese für die moderne Arbeiterbewegung reif zu machen. Besser würde es sein, wenn in ganz Deutschland nur ein großer Arbeiter- verein bestände, in dem alle Branchen vertreten wären. Da das aber zur Zeit noch nicht möglich sei, erweise sich die Branchen- Organisation als nothwendig.— Herr Wegner sprach sich ebenfalls für einen Dreherverein aus. Die Nothwendigkeit eines engeren Zusammenhaltens der wirklichen Fachkollegen sei auch von den Formern erkannt worden, welche durch Erfahrung zu der Einsicht gelangten, daß die„Berussgenossen" das Schwanzende war, was abgeschnitten werden mußte. Gerade die im Gewerbe ausgebildeten Arbeiter haben sich bei allen Gelegenheiten als zielbewußt bewiesen, während ihnen die Bernfsgenossen vielfach hindernd in den Weg getreten sind. Den Hilfsarbeitern ist Ge- legenheit genug geboten, sich einer Organisation anzuschließen. Herr Z i k o w s k y hob hervor, daß viele.Kollegen, die dem Metallarbeiter-Verein nicht beitreten, Mitglieder des Dreher- Vereins werden würden. Ein Antrag des Herrn B o r ch a r d t, nur Dreher sprechen zu lassen, wurde abgelehnt. Herr G e r i s ch bemerkte»daß schon der s ocben abgelehnteAntrag beweise, wie leicht man auf eine schiefe Ebene gelangen könne. Die für eine weitere Ver- zettelung der Metallarbeiter angeführten Gründe könne man als stichhaltige nicht anerkennen. Schon die heutige Versammlung zeige, daß die Mehrheit der Dreher sich für die zu schaffende Ver- einigung nicht interessire, andernfalls würde das Lokal gefüllter sein. Es giebt immer Leute, die an einem bestehenden Verein etwas auszusetzen haben, diese sind aber für den einen Verein ebenso wenig zu haben, wie für den anderen. Schließlich werden sich auch unter den Drehern selbst noch verschiedene Vereinigungen bilden, denn auch hier sind noch verschiedene Abstufungen in der Branche vor- Händen.(Widerspruch.) Wenn die Former nunmehr über die Bernfsgenossen, von denen sie bei dem letzten Streik ge- worfen worden sind, hinweggehen wollen, so betrieben sie eine „Vogel-Strauß-Politik". Das ist ja gerade das Grnndübel, daß die qualifizirten Arbeiter stetig durch nnqnalifizirte verdrängt werden. Aber wird die Konkurrenz dieser Arbeiter durch die Namensänderung des Vereins aufhören? Entweder gelingt es nnS, diese Arbeiter zu uns heranzuziehen, oder die Entwicklung geht über uns hinweg. Gewiss wird der Metallarbeiter-Verein Fehler ge- macht haben, man möge doch aber bedenken, daß die Leiter dieses Vereins auch nur Menschen sind. Zu bedenken möchte ich Ihnen ferner geben, daß in der gegenwärtigen Zeit, in der alles aus Konzentration drängt, es sich eigenthümlich ausnimmt, wenn durch Gründung des geplanten Vereins eine weitere Zersplitterung der Metallarbeiter bewirkt werden soll. Herr Machatzky wies daraus hin, daß Kollege Borchardt obigen Antrag nur gestellt habe, um eine Abkürzung der Diskussion herbeizuführen. Redner ivandte sich dann gegen die Ausführungen des Herrn Gerisch und betonte, daß man den Formern ibr Vorgehen nicht verdenken könne. Die Bcrussgenoffen könnten sich ja ebenfalls organisiren. Der neue Verein werde die Bletallarbeiter-Vewegung nicht schwachen, sondern stärken. Habe man die Kräfte erst herangezoge», bleibe es den Betheiligte» immer unbenommen, dem Gesammtverein beizutreten. An der weiteren Diskussion, die sich zu einer recht unerquicklichen gestaltete, be- theiligten sich noch die Herren Weg» er, Machatzky, H a r t m a n n, G e r i s ch, M i t t in a n n, Borchardt. M n m m e d e y, P a w l o>v i t s ch, Bauer und H ohne r. Bon Herrn Mummedey wurde folgende Resolution gestellt: Die heutige öffentliche Dreher-Versammlung beschließt, von der Gründung erneS Drehervereins Abstand zn nehmen, weil erstens daS eine Zersplitterung der Kräfte bedeuten und zweitens der Dreherverein sich dadurch von den Kongreßbeschlüssen isoliren, folglich auch auf das Recht des Kongresses verzichten würde. Diese Resolution wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Z» Verschiedenes nahm zunächst Herr Hart m an» das Wort• seine Auslührnngcn fanden jedoch stürmischen Widerspruch und Herr Borchardt beantragte, dem Redner das Wort zn entziehen. Herr Hartman» erklärte hierauf, auf das Wort verzichten zu ivollen und verließ nach einer bezüglichen Allsforde- VWItn n(>2 Ai Vit entf dikrtTn«!»««««Vv k,*.» 1)1�[ßS" »s wc Mission zur Ausarbeitung des Statuts ein. Es �wnrdeil hierzu die Herren M a ch a tz k y, P a g e l, Höne Witt m a n n und Z i t o w s k y gewählt. Stach Erledigung einiger persönlicher Be- merkmigen wurde die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung geschlossen. Eine öffentliche Ueesai»»,lung der Kchpanben- und Fasondreljer tagte am Dienstag, den 12. August, Abends 8 Uhr. in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48a, um über Mittel und Wege zu berathen, wie die zur Zeit dem Fachvcrein fernstehenden Kollegen wieder zur Organisation herangezogen werden könnein Dementsprechend lautete die Tagesordnung:„Wie denken die Kollegen über ihre fernere Organisation!" Nachdem das Bureau, bestehend aus den Kollegen Voigt, Jakobs und Koopmann, ge- wählt war, nahm Kollege Voigt zu einem kurzen Referat das Wort. Derselbe sagte Folgendes:„Ein viertel Jahr sei seit unserer Niederlage vergangen, und es mache sich jetzt unter denjenigen Kollegen, welche damals gezivungen waren, den Revers betreffs Ausschlus; aus dem Fachverein zu unterschreiben, der Wunsch gel- tend, von dem ihnen von den Fabrikanten gesetzwidrig aenom- nicnen Koalitionsrecht wieder Gebrauch machen zu dürfen. Es frage sich nun, auf welche Weise dieses bewerkstelligt werden könne. Die Versammlung sei dazu einberufen, Fühlung mit den ver- schiedcnen Werkstätten zu erhalten. Er(Redner) habe sich persön- lich überzeugt, daß das Solidaritätsgefühl und der Wunsch nach Organisation überall vorhanden sei. Dem alten Fachverein einen neuen Namen geben hält Redner für unzweckmäßig, da die Fabrikanten dann jedenfalls mit einem neuen Revers auftauchen würden. Direkte Vorschläge habe er nicht, erivarte vielmehr, daß dieselben aus den Berathungen hervorgehen werden. Kollege Klose weist auf den Artikel hin, welcher 1878 im„Vorwärts" erschienen war:„Wenn die Fabrikanten Heuchler erziehen ivollcn, so mögen sie es thun!" Er verweist auf die vier Zahlstellen, ivelche vom Fachvercin im Norden, Osten, Süden und Westen errichtet worden sind, und fordert sämmtliche Kollegen auf, sich so bald als möglich, ob öffentlich oder geheim, in den Fachverein wieder aufnehmen zu lassen. Die Kollegen Gülzow, Thate und Stabernack sprachen in gleichem Sinne und wurde diesbezüglich ein vom Kollegen Klose eingebrachter Antrag mit allen gegen eine Stimme angenommen. Hierauf erstattete Kollege Voigt Bericht über die eingelaufenen Unterstützungsgelder. Demnach waren bis zum 5. August eingegangen: Von der Firma Revier u. Weiße „„„ Stärke » ,,„ Neichclt „„„ Stelzner „„„ Leumann „„ Siemens u. Halske 8,50 M. 6,— ,, w: 8<—» 31,50. In Summa 72,30 M. Verausgabt waren hiervon: Für Rechtsanwaltskosten Zur Unterstützung für die Frau des inhastirtcu Kollegen Pitack(in 39,75 M. 3 Wochen) 22,50 auf den wir noch aussührlicher zurückkommen werden. Sodann ergreift Marker-Berlin zum Situationsbericht über dortige Ver- Hältnisse das Wort, worüber morgen ebenfalls das Nähere. Um 12 Uhr wird die Verhandlung bis 2 Uhr unterbrochen. ... Soiiatdemollratisch-r zjJaljlutvtii« füv de» 5. gtvtiiur Reichstag«. ani�Tonnerstaa ,Z>en si.d. M., Abends s Uhr, nn Lokale d-S Herrn Z-mter, Münzstr. i>. Tagesordnung: I. Die Sozial- demolralic und die Taktik ihrer Gegner. Referent: Max Bäginski.-.Tis- kusston 3. Verschiedenes und Fragelasien. Um zahlreichen Besuch bittet der Borstanv. Achtung! Freitag, den 22, August isso, Abends e% Uhr, große öffentliche Scrfaimnluiig für Männer und Frauen Charlottenburgs und Umgegend im Lokale„BlSmareks-Hohe", Wilmersdorserslr. 30. Tagesordnung: I. Wie stellt sich die Einwohnerschaft CharlottenburaS zur Sonntagsruhe der kaufmannisch Angeitellte». Referenten: Kaufmann Albert Auerbach und Hausdiener Oswald Grauer aus Berti». 2. Diskussion. 3. Wahl einer Agitations-Kommission. *. Verschiedenes. Alle Einwohner Charlottenburgs, besonders die Frauen, find hierzu emgeladen. Die Tabaltnrliritev-»»d Tabakarbeiterinue» Kerlin« werden auf das ain Sonnabend, den 23. August, Abds. s Uhr. stattsindende große Sommer- fest, bestehend in Konzert, Spezialitäten-Vorstellung und SomniernachtSball, aufmerksam aeinachr. BilletS zu so Pf. find bei Wilhelm Börner(Zigarren- laden), Ritterftr. ios, Rohtabakhandlung uon H. Herholz, Vrunnenstraße i«5, August MoteS, Posenerstrabe u, C. Butri), Stralsunderstraße lä und den mit Plakaten versehenen Geschäften zu haben. Utrißgerber. Ach Montag, den 20. August, findet in Weimanil's Volks- garten, Geiundbrunnen, Badstr. oo, das Stiftungsfest des Vereins der Weiß- gerber statt. Da der Ertrag desselben zu einem guten Zweck bestimmt ist, so ist gute Bethetligung erwünscht. Freie Urreliiiguiig der Damenmäntelschneider und Arbeiterinnen in der Berlcidungsindnstrie. Am 20. September findet in GratweiLs Bierhallen. Konunandantenstr. 77-79, ein VereinSkränzchen statt. Billets sind bei folgen- den jkomiteemitgliedern zu haben: Herrn Sieinborn, Strelitzerstraße 30, Hof 4 Tr., Herrn Wuttke, Zossenerstr.>7, Frl. Wabuiiz, Aleranderstraße 33, 2. Hof parterre, Frau Schwarz, Oranienstr. 208. vorn 2 Tr., Frau Masche, Fürsten- walderftr. e, vorn I Tr., Herrn Erben, Fürbringerstr. 5, 3 Tr. Um zahlreiche Bethetligung ersucht das Vergnügungs-5,oniitee. Ncrein-hemalig-r Schiil-r der L!i. Geuiciiid-schul«. Sitzung jeden Donnerstag, Abends 9% Uhr, Grüner Weg 20 bei Sacger. Wahl eineS Vor- standSmttgltedcs. Am 23.(Sonnabend) Sesellschaslsabend im Aereinslokal. Koziaidemokratischer Fest, und Disliuttrlilul-„Antcrnatioxale". Sitzung am Donnerstag, den 21. August er., Abends s Uhr. im Lokale Kleine Andreasstr. 19 bei Oelze. Gäste haben Zutritt. Gesang-, Turn- und gesellige Urrrine am Donnerstag. Männer- gesaugverein„Sangeslust", Abends 9 Uhr im Restaurant Sriinder, Bülowstr.?!. — Männergesaugveretn„Lätitia" Abends 0 Uhr in Vettins' Restaurant, Bete- ranenstr. 19.— Gesangverein„Bretzelschlnß" Abds. 8% Uhr im R-staurant Mündt, Kopnickerstraße loo.— Männergesangverein„Nordstern" AbendS s Uhr int Restaurant Pohl, Müllerftr. 7.— Schaferffcher„Gesangverein der Elfer" AbendS 9 Uhr bei Wolf u. Krüger, Skalitzerstr. 120, Gesang.— Gesangverein „Blülhenkranz" Abends 9 Uhr im Nestaurant Vrandenburgslr.»0.— Mannen gesangverein„Alerander" Abends 9 Uhr im Rcstanrant Rose, Straußbergcr- Iraße 3.— Atännergesangvcrein„FirmitaS" bei Ktnner, Köpnickerflr. 38.— Männergesangverein„Sangesfreunde" SlbendS 9 bis 11 Uhr, Frankfurter Bierhallen(Krüger), Große Frankfnrterstr. 102.—„Brunonia� Slbends 9 Uhr In Summa 62,25 M. Die Kollegen Thate, Voigt und Stabernack ermahnten die Versammlung, recht eifrig für die Jnhaftirten weiter zu sammeln und die gesammelten Gelder an das Unterstützungkomitee ge- laugen zu lassen, damit eine gerechte Vertheilung stattfinden kann. Der dritte Punkt„Verschiedenes" gab Anlaß zu sehr er- regten Debatten, welche hier ganz ivicderzugeben wohl nicht am Platze sein dürste. In maßloser Weise wurde Kollege Stabernack vom Kollegen Voigt betreffs seines Verhaltens während des letzten Streiks angegriffen. Kollege Stabernack vcrtheidigte sich unter lebhafter Zustinlntllng der Versammlung energisch gegen die gegen ihlt gerichteten Angriffe. Aus demselben Grunde griff Kollege Thate den Kollegen Jakobs an. Letzterer versuchte sich zu rechtfertigen, wurde jedoch voll der Versammlung durch häufige Zwischenrufe, welche schließlich in einen Tumult über- gingen, unterbrochen. Dieses veranlaßte den Vorsitzenden, Kollegen Voigt, die Versammlung vorzeitig zu schließen. Die vffentlichr Dorfammlung de» Vereins„Für Grund- und Kodcnrrform", welche am Sonntag Abend in Gratweil's Saal tagte, bestand zn ein Drittel aus Sozialdemo- kraten. Es wird uns darüber geschrieben: Die Debatte, an der sich die Genossen Rogge, Dornbusch, Dr. Lütgenau u. A. lebhaft betheiligtcn, gestaltete sich zu einer höchst interessanten. Der Bodenreformapostel Herr Stoffel aus Holland brachte, trotzdem er mit Domela Nieuwcnhuis bekannt und viel disputirt haben ivill, so rückständige Ansichten über die Sozialdemokratie zu Tage, daß die Diskussion erst Nachts 12 Uhr, nachdem ein Schluß- antrag, gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, angenommen wurde, iyr Ende fand. Folgende Sätze aus dem Referat des Herrn Mich. Flürschheim sind demerkenswerth: Wenn der Grund und Boden von Amerika und Australien verstaatlicht wäre, wären die Länder das„Paradies der Welt",für die vom Kapital ausgebeuteten und erdrückten Arbeiter— Die Zunahme des Nationalreichthums ist in Wahrheit„eine Verarmung der Massen. Die Kette» des Kapitals sind ein Hohn auf die(ntanchesterlichc) Freiheit". Redner schloß sein Referat mit den Worten:„Entweder den vollständigen Sozialismus, also die Einschnürung von oben oder vollständige Frecheit des Erwerbs und des Bodens".— In seinem Schlußwort blieb folgender Satz unmotivirt: Er wende sich mit seiner Agitation nicht an die Ar- beiter, sondern an die Mittelklasse, allerdings wenn er auf gefordert würde, spräche er am Ende auch vor Arbeitern. Im Uebrigen ist noch zu bemerken, daß die Versammlung ohne polizei- liche Ueverwachung stattfand. Stuchateuvkonjzvok zu Elberfeld, 18. August. Im Bürgerlichen Brauhause Hierselbst wurde gestern Vormittag bei einem Frühschoppen das Eintreffen der Delegirten zum zweiten deutschen Stuckateurkongreß gefeiert. Vertreten sind 14 Städte durch 19 Delegirte und zwar: Hamburg, W. Bamann, I. Edler; Nürnberg, I. Stürmlinger; Mannheim, F. Wagner; Stuttgart, K. Roll; Dresden, Heinke; Leipzig, B. Ungcr Barmen, I. Karbach; Berlin, G. Braun, A. Marker; Elberfeld, A. Gcretz, K. Kleff, Pulvermüller; Breslan, H. Frühauf; Magdeburg, A. Fcllenberg; Köln, Odenthal, R. Lersch; Frank- furl am Main, K. Wölscr; Essen an der Ruhr, P. Bürger. Außerdem von Hamburg das Agitations- Komitee-Mit- glied I. Sitteilsetd. Die Delegirten wurden durch den Lokalverein der Stuckateure am Bahnhofe in feierlicher Weise empfangen und nach dem Bürgerlichen Brauhause geführt. Im Verciuslokale der Stuckateure fanden sich später die Gewerks- genossen zusammen, wobei verschiedene Ansprachen gehalten wur- den. Wir heißen die Vertreter des Stuckateurgewerbes im Namen aller klaffen- und zielbewußten Arbeiter in unfern Mauern herz- lich willkommen und sind der Ueberzeugung, daß die Berathungen, die heute Morgen begonnen, für die ganze Gewerkschaft von nach- haltigem Nutzen sein werden. Zur Feier des Tages hatten die hiesigen Stuckateure ein Sommerfest aus der Wilhelmshöhe arran- girt, das so massenhaft besucht war, daß schon früh am Abend kein Platz mehr zu haben war. Bei Konzert und Gesangvorträgen, Ansprachen u. s. w., vergnügte sich Jung und Alt, und Jeder suchte den gekommenen Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Bis spät in die Stacht hinein hielt Froh- sinn und Heiterkeit an, um die Stunden ernster Arbeit vorzu- bereiten. Heute Morgen vor 9 Uhr wurde denn der erste geiverk- schastliche Kongreß, der in Elberfeld abgehalten wird, von Herrn Epbisch eröffnet. DaS Bureau wurde zusammengesetzt aus den Herrn Odenthal, Delegirter von Köln, als erster Vorsitzender, Herrn Marker, Berlin, als zweiter Vorsitzender, und Herrn Lersch, Köln, als Protokollführer, sowie den Herren Baumann. Hamburg und Heinke, Dresden, als Schriftführer. Hierauf wurde die Mandats- Prüslingskommission ernannt und dann die Tages ordnung wie folgt festgesetzt: 1. Berichterstattung des Agitations komitees, 2. Abrechnung, 3. Statistische Erhebungen, 4. Bericht über die Geschäftslage in den verschiedenen Orten, 5. Organfrage, 6. Lokal- oder Zentral-Organisation, 7. Arbeitsnachweis, 8. Ver kürzung der Arbeitszeit, 9. Verschiedenes. Sittenfeld giebt nächst seinen Bericht als Vertreter des Agitationskomitees UebungSsiunde bei Lehinan». Alerandrtnenstr. 32.— Turnverein„Hasenhaide" (Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstr. 60— ci.—„Berliner Turngenossenschaft"(7. Lehrlingsabiheilung) AbendS 8 Uhr in der städtisrben Turn- Halle, Britzcrstr. 17—13;— deSgl. c. Männerabiheilung Abends 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubenerstr. 5:,— Lübeckffcher Turnverein(Mannen Abtheilung) Abends 8 Uhr Elisabethstr. 67—63.— Allgemeiner ArendS'schcr Stenographenverein, Abiheilung„Louisenstadt", Abends Uhr im Restaurant Prcnß, Oranienstraße 61.— Arendsffcher Stenographenverein „Phalanx" Abends 8J( Uhr im Nestaurant„gnnl Buckower Garten", Buckower- straße 9.— Deutscher Verein Arends'scher Stenographen Abends 9 Uhr in HeidUS Restaurant, Koppenstr. 75, Unterricht und Ueduna.— Berliner Stenographen-Verein(Shstem ArendS) AbendS 0 Uhr im Restaurant Friedrich- traße 20s.— Etok-e'scher Stenographenverem„Nord-Berlin" Abends 9 Uhr, Schlegelstr. 44.— Verein der„Natursrennde" AbendS 9 Uhr im Restaurant Wienerstr. 35.— B-rein der Unruhstädter AbendS s% Uhr iiu„König- ftadt-Kastno", Holzmarktstr. 72.— Verein ehemaliger F. W. RcUschlagffchcr Schüler am 1. und 3. Donnerstag jeden Monats im Eafe Schüler, Lands- bergerstr. 73 Abends 8 Uhr.— Rauchklub„Kern spitze" Abends 8% Uhr im Nestaurant Böhl, NüderSdorsersiraße s.— Rauchklub„Ärcona" AbendS 9 Uhr bei Zipiinsli, Reichenbergerstraße 71.— Rauchklub„Dezimalwaage" AbendS 9 Uhr, Blumenstraße 33 bei Hencke.— Rauchklub „Vorwärts" Abends s Uhr beim Herrn Tempel, Restaurant„Zum AinboS", Breslauerstr. 27. Orieukaltscher Rauchklub" AbendS 9 Uhr im Reslaur. Wtechert, Oranienstraße 8.— Rauchklub.Krumme Piepe" Abends s Uhr Langestr. 70 bei Heiiidorf.— Rauchklub„Eollegia" Abends 9 Uhr bei Thteinerman», Skalitzerstr. 66 Gesangverein„Sängerlust", SibendS 9 Uhr, im Restaurant Landsbergerslr. so.— Gesangverein„Münnerchor St. Urban" Abends 9 Uhr Annenstr. 9.— Gesangverein„Deutsche Liedertafel" Abends 0 Uhr Köpnickerftr. 100.— Gesangverein „Norddeutsche Schleife" AbendS von 9 bis 11 Uhr, Michaelkirch str. 39.— — Skatklub„Rückwärts" jede» Donnerstag Abend 8 Uhr im Restaur. Boderte, Pallisadenstr. 47.— Privat-Thealeraesellfchast„Adlerschwinge" Sitzunng»'( Uhr Garlensrr. 14 bei Träger.— Mufilverein„Aorwäris" Hebung Abends von o'j bis 10% Uhr, Annenstr. 14 park. Neue Mitglieder, welche schon blasen können, finden Aufnahme.— Vergnügungsverein„Fartnelly" AbendS 9% Uhr Sitzung FidelitaS Jnvalidenstr. 139. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Milglteder.— Arbeitergefangoeretn„Hoffmuig" Friedrichsberg bei Neusch, Frankfurter Chaussee- und Dorfstrabeii-Ecke. UebungSsiunde. Aufnahme neuer Mitglieder.— Nauchklub„Wald-Knaster" Abends von 9 bis 11 Uhr Waldstr. 3 bei Wimpel.— Seegerffcher Gesangverein Abends 9 Uhr, Blumenstraße 46 bei Weitet.— Männergesangverein„Alte Linde" 8%— 19% Uhr, JohnS Refiauiant.— Gesangverein„Kornblume" Abends 9 Uhr im Restaurant Blumenstr. 64, Uebungsstunde. »u ab, „Kontrolen" einer besonders gewählten Kommission übet�'"� den, um jeden Schein der Leitung zu verwischen. L* gemalte Teufel kann mit demselben Recht auch sonst wm' � Sollte der kritisirte Satz nicht klar sein, so ljt dems Z andere Wortstellung zu geben, z. B. anstatt„Konlrole». nähme in die Bücher der Berliner Streik-Kontrolkomnnil Ueber die Anzahl der Flugblätter ist vou�uust keine Stellung genoinmen. Wenn etwas eines aufklärenden Flugblattes beweisen soll, die so ist es Ö' Wenn auch die Noihmendigkeit einer öffeutlicheu schastsversammlung anerkannt werden kann, um den ei»- Vertrauen zu verschaffen, so ist doch jedes Gutachten e�� zelnen Gewerkschaft hinfällig,� da erstens allen Gew�� Rechnung getragen werden muß, zum anderen die ume. des eigenen Urtheils unter das der Gesammtheit ffch..| muß. Wenn man derartige Institute ernstlich wi-. r.., � von Terrorismus keine Rede sein. Die so festgestellte Eriwd � bietet mehr Garantie, wie irgend eine andere, aua) Aktionsfähigkeit der Kommission nicht beeinträchtigt, persönlichen Rechthabereien wird hoffentlich keiner das verlieren........ venu JiiteB Ferner wird � beabsichtigt, � zu dem Aufruf der Männer der deutschen Metallarbeiter vom 17. d. uu. jt# nehmen, welcher besagt, am 12. Oktober in Verbindung g, in Halle stattfindenden Parteitag eine Konferenz werkschaftsorganisationen zu veranstalten. g, .Es wird daher in nächster Zeit eine allgemeine öe»«' � rtmmTitrm ftntKmhon tu mpTrTiPV nprfrTitebenCiruCl Versammlung stattfinden, in welcher verschiedenartig schaffen werden soll. »UVWtH JVW... s.;* V/r Die augenblickliche Zeit der Wandlungen zwingt sammtheit den Gesichtspunkt weiter auszudehnen, rc« jjj der Fall war und so darf ich wohl die Hoffnung ailsdiücken.� jeder sich gedrilngen fühlt, zllm Besteil der gesaininten schaft mitzuthaten. A. Täterow, gW Mitglied des geschäftsführenden Ausschuffes der Berliner Kontrol-Kommission. erscheint m'ö Hai «onntn Hut« VepeHckien. (HUulflfö Trlegraplzeu-Knrrau.) Wir», 20. August. Nach hier eingegangenen. aus Friedland in Mähren sind daselbst die Kirche und sv.Lv durch eine Feuersbrunst zerstört worden. Eiii Berlust»n leben ist nicht zu beklagen.... � Kern, 20. August. Gestern Abend gegen 9 Uhr„uiii' Jouxthal im Kanton Wandt von einem furchtbaren Sl � heimgesucht. In Brassus sind an etwa 50 Häusern njt dachungen und die obersten Stockwerke zerstört, in Le Sen über 100 Häuser beschädigt, einige sogar gänzlich Z�ttru � die Waldungen sind auf eine Strecke von 20 Kilometern 9 in einer Breite von 200 Metern wie hinwegrasirt; 9 von Thieren sind getödtet; die telegraphische Verbind unterbrochen._ t Madrid, 20. August. Einige Cholerafälle sind i" (Provinz Tarragona) vorgekommeu. Eine Depesche aus meldet einen Cholerafall an Bord eines englischen# Un!i< welcher aus Valencia gekonniien war. Der Dampfer wur» Quarantäne gestellt. 1 . 6 sozial unzufr Znhen die uu oAgito die an Zum L Einen Gestal dem Z Th & Die Redakiion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit Raum dafür abzu- geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheilen allgemeinen Interesses zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identtsiztrt zu werden. Berliner S t r e i k- K 0 n t r 0 l k 0 m m i s s i 0 n. In der Sprechsaal-Notiz vom vorgestrigen Tage kritisirt Herr Glocke 1. den 4. Absatz der Resolution, betreffend Geldsammlnngen, 2. den Delegirtenbeschluß: Ein Flugblatt auszugeben, um den Gewerkschaftsmitgliedern die zur Grundlage für spätere 9P Handlungen dienenden Resolutionen zn unterbreiten. Ferner werden noch einige Punkte in Aussicht gestellt für eine mnt. stattfindende allgemeine Gewerkschaftsversammlung, oder, um mit dem Einsender zn sprechen:„den Raum des Blattes nicht zn sehr in Anspruch zu nehmen". Hierzu ist voriveg zu bemerken, wenn der Raum des Blattes überhaupt zu dieser Sache in Anspruch genommen worden ist, es auf einige weitere Punkte nicht ankommt, um den Schein zu ver- meiden, daß Unklares vorhanden ist. Nur keine Geheimniß- thuerei, immer kritisch geschrieben, wenn die Druckerschwärze nicht zu schade ist. Jede Anregung auf ihren wahren Werth zurückzuführen, wird eine unserer Hauptpflichten sein. Es giebt wenig Fanatiker, die an die Kunst glauben, es Jedem recht zu inachen; nnzweidentig war dies auch in allen Aufrufen ausgesprochen, sogar der Wunsch war enthalten, daß Berücksichtigungsvorschläge u. s. w. dem Unterzeichneten zu übermitteln sind. Hiervon hat niemand Gebrauch gemacht. Wenn jemand mit seinen Ansichten berücksichtigt werden will, lag die Pflicht vor, Ansichten zu unterbreiten. Außerdem war Gelegenheit vorhanden, an den Verhand- lnngen der St.-K.-K. Theil zn nehmen, was allerdings der Einsender einmal gethan, auch jedenfalls mehr als zur Genüge bestätigen kann, daß Gegensätze vorhanden waren, die eine cinmüthige Auffassung der Handlungen unmöglich machten. Schon in der Verschieden- artigkeit der Organisationen ist der Grund hierfür zu finden. Möglichst allen Bedenken ist, wenn dieselben auch nicht ganz beseitigt wurden, Rechnung getragen, die drei Versammlungen, welche bis nach Mitternacht tagten, geben den Beweis, daß vieles erwogen ist. Die Konsequenzen, welche der Einsender aus der Resolution 8, 4. Absatz zieht, sind hinfällig, da es nicht unser Wille war, den bestehenden Organisationen den„Lcbenssaden zu unterbinden"; dafür sprechen die gesammten Resolutionen, es ist auch ausdrück- lich motivirt worden. Die Art, wie die Gewerkschaften zn ihren dauernden Streik- fonds sammeln, kann und muß uns gleichgiltig sein. Unter der„Kontrole" ist nur eine Einsichtnahme in Verhältnisse der streikenden Gewerkschaft, nicht eines Vereins, zu verstehen; selbige ist nur zugelassen, um die Garantie zu erhalten, daß die von der Allgemeinheit gesammelten Gelder nur dann gegeben werden, wenn die Fonds der betreffenden Geiverkschaft erschöpft sind und nicht etwa der Streik abschließt, wo die Ge- werkschaft Ueberschuß hat und folglich die Gelder für sich ver- werthen kann. m Auch ist der Hinweis auf den Staatsanwalt ein schlechter Rath- geber, wenn auch die Möglichkeit nicht ausgeschlossen ist, daß ein Staatsanwalt dieselbe Ansicht hegen kann, wie der Einsender. Dies ist kein Grund, den Passus zu streichen, da sämmtliche VriefKasZen treu Bei Anfragen bitten wir die Abonncinents-Quitlnng beizufügen. Antwort wird nicht erthetlt. Für die ansgesperrteu Zanffaudiuerker ÜM#' gingen ferner bei uns ein: �st, Nachtrag aus der Fabrik C. Schulz, Hasenhaide 9,„,'ru\V'" 4,80 M. Von große Berliner-. 6,60 M. Drei rothe W. H., 93. N., F. H., Swinemünderstraße 1,50 M. Til»)«w, Herrmann'schen Werkstatt, Wilsnackerstraße, 2. Rate b jji(f 5 Trudelbrüder, Acker- und Jnvalidenstraßen- Ecke, 1-f,' anoli' Zigarre verauktionirt bei Lange, Wilsnackerstr. 2,50 M. gg# und einige Gäste im Restaur. Hermerschmidt Moabit, Athleten- Geburtstag 1 M. Schmidt'sche Werkstelle, Dr$ traße 81, 6,63 M. Tischlerei von Salzmann, Frieden unten iahlt Micks wenn ift s. bliUttt falls '"cht dem tr Seite Trau bewu idealj schaft 3. Rate,'3,65 M.' Straße 96, Tischlerei', 3. Rate�.� Von einer silbernen Hochzeit beim Schankwirth Apelt, weg 4, 3 M. Meier XU. 0,50 M. Die lustigen Brüder v. d Wolf, Kl. Gertraudtenstraße 3, 1 Kognak versteigert,* Gesellen der Sattlermerkstatt Luczynski, mit Ausnahm � g», Kollegen, 3. Rate 7 M. Eckert'sche Möbelfabrik, Krautltr�« 2. Rate 9,05 M. Die Töpfer Hussitenstraße 21, amer l» d Auktion 4,50 M. Ein Stuhl verauktionirt bei Roschtt Albumsabrik Littmann u. Plonus, 3. 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Metallarbeiter Ackerstraße, sjeb� ge einig verff alle! Pri, fort Ein %o, gest QUC 15,95 M. Der alte Herr von Löwe Genossen, die anderen hatten nichts, 6,50 M. fideler Drucker 3 M. I. O. 1 M. Albert 3'' � mann und der hübsche Robert 1,50 M. Von Maler-li»a. xi Wagner und Frau 3 M. Von einein„Heerde n> 1 M. Pianofortefabrik Möhler, Landsbergerstr. 16, anb git« 4 M. Bei einein Freunde in der Walvemarstraße e Zigarre verauktionirt 1,20 M. Bautischlerci Behrend, g A hauser Allee 141, 6 At. Langestr. 91 bei Jungnickel s. Gratisikatiou vo» Kachelbauern überliefert von H- �'.jitigs, Donnerstag Abend bei W. R., Köpenick 2,10 M. Bo» � W Im i angehenden Millionären von Ludw. Löwe und Comp-.!, Einige Arbeiter der Zinnguß- und Bronzewaaren-Fav Oskar Gurth und Eo:iip„ 2. Rate 4,30 M._ Aus bet_ � ¥' vytivvy viiiv vaevm-p./ v.»yvuvv vv»»---— ij, gaffe, 2. Rate 11,90 M. Liste III. vo» Genossen®- 4,70 Mark. Malerwerkstatt Köhn, Dessauerftraße �� � Tellersammlnng der Versammlung der Parquetbodenleg Schnitz abgeliefert 3,60 M. Von den Tabakarbeitern ce„o. Flatauer, durch amerikanische Auktion 2,26 M. 3 Sal, Q)i[' Karl Mentel 1,50 M. Pianofortefabrik von Steinth» it» schinerstraße 81 6,50 M. Gesammelt auf Liste 48 aV. m+ftPtt PÄitiPtf(SjtfAtMPvrfrrtfip �rTirt 5.80 rothen Löwen, Gitschinerstraße, Äbtheilung Dchn. 6,30 Hauerwerkstatt Ukelei 4. Rate 3 M. Liste 868, Fabw gischer Instrumente von Kossak u. Kleinert 6,80 M. � t« sst (f s 1 i 'i In Summa 281,99 M. Hierzu aus vor. Nummtt Mark. Im Ganzen 23 003,01 M.„W't Berichtigungen. In Nr. 191 soll es fintt A!t>� klub Ohnesorge„Ohnezwang" durch Hausmann heißen- Maler bei Springer und Einige 5,50 M. verantwortlicher Redakteur: Gurt Laake in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Lading in Berlin 8W„ Beuthstraße 2.