» Nr. 194. Freitag, den 22. August 1890. y. Jahrg. Organ für die Interessen der Arbeiter. Jnsertionsgebühr beträgt für die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS« Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Bcutbttrabe 3, sowie von allen Annoncen-Bnreanr, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition.ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -«•-• Lrrnjprechcr: Amt VI.|lr. 4100.«*■ Das..Berliner Volksblatt" außer nach Sonn- und Festtagen. Ab onn einen tSpreiS für Berlin frei ,.K"t täglich Morgens.........- P. J■■. P "sö§nuä vierteljährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummcr 5 Pf. '.... i~ r rvi Pi r> r\ frscheint| � VvdAÜkion: VoukhPtvÄtzv S.— Expedition: Veuthitentze 3. Die VegehelickMeik dee Mtstflen. � Es ist der von der Bourgeoisie am häufigsten der Sozialdemokratie gemachte Vorwurf, daß sie die Massen Umfrieden und begehrlich niache; und wenn sie alles ver- i?hen und vergessen kann, eine solche Aufreizung kann sie "j® und nimmer vergeben. Der Haß, niit dem sie die «Agitatoren und Hetzer" verfolgt und den sie herzlos auch an der Thätigkeit derselben unschuldige Familie bis Kn Aeußersteil empfinden läßt, ist hierfür Beiveis genug. �>ieil Grund oder ein Recht zur Unzufriedenheit niit der Walt des Arbeitsverhältnisses gesteht kein Unternehmer Arbeiter zu und zwar nicht blos dem bei ihm belästigten nicht, sondern überhaupt keinem Arbeiter. Jeder Unternehmer will nur das Beste seines Arbeiters und jeder Mlt den Lohn und gestattet die kurze Arbeitszeit, die die Rücksicht auf die Konkurrenzfähigkeit zulassen. Und selbst Wn dieser Lohn niedrig und die Arbeitszeit recht lang so hat der Arbeiter keinen Grund und kein Recht, ?o»lit unzufrieden zu sein, weil der„Arbeitgeber" anderen- Ms nicht ronkurriren und daher dann auch den Arbeiter 'ächt mehr beschäftigen könnte. Der Arbeiter soll eben äsui Fabrikanten vertrauen, daß er für ihn wie ein Vater unfein Kind sorge und sich selbst jeder Einflußnahnie uuf die Gestaltung des Arbeitsverhältnisses enthalten. . Das ist die Auffassung des Arbeitsverhältnisses auf We der Unternehmer. Allerdings denken sie nicht im Winne daran, wirklich ein ehrlicher, treuer und Pflicht- Wußter Vater der Arbeiterschaft zu sein— diese Joeale Auffassung kann bei unserer modernen Unternehmer- lchaft nicht angenommen werden. . Rur wenn man voraussetzt, daß die Bourgeoisie auf °f»l Standpunkt steht, daß der Arbeiter weder einen Wnd noch das Recht hat, mit dem Arbeitsverhältniß unter keinerlei Umständen unzufrieden zu sein, ist es be- Reiflich, daß sie so sehr erregt von der Thätigkeit der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung ist und von B e- Ehrlichkeit der Massen spricht, sobald dieselben klinge Pfennige mehr Lohn oder eine Stunde freie Zeit Wangen. Run ist glücklicher Weise die Bourgeoisie nicht uuein auf der Welt und ihre Profitwuth nicht das einzige Prinzip, das die Menschheit kennt und darum muß sie M trotz alledem gefallen lassen, daß man ihre Ausfassung Wigirt und sie eines Besseren belehrt; ja unter dem Wsiusse der mächtigen sozialen Beivegung werden die der Bourgeoisie dienenden Organe selbst manchmal zu Zu- Wdiiissen verleitet. In einem schwachen Augenblicke ist vor einiger Zeit llC9 sogar das Hauptorgan der deutschen Unternehmer lvelt, Feuilleton. ruck verbot«».) (20 Fronwut jnttior„ni-UisIer senior. I Von A l p h o n s e Daudet. "s dem Französischen von Ludwig Knorr. �schiiimW.hobelte stieß einen Ausruf größter Ueber- sagtx Vetrübniß ans, während Tesiree kein Wort D'szavso» �.kwegnng machte. Sie war stets der kleine Hände»' � einmal der Messingdraht zitterte in ihren W bwm,,,.0 I0«'»an noch an Freundschaft glauben, fuhr _(ja' te Mann fort, ivas habe ich denn Dem gcthan l" «V.u Thcil seines Dünkels, sich von der ganzen uiiier n«»,? �.uud beleidigt zu wähnen, was vorziiglich zu , I,, J,*ralg Märtyrer der Knust paßte. seile d,.., Wshaft«nütterlicher Weise tröstete Mama Dclo- Uber F,..„P�Ken Mann, der auch wirklich allen Grund hatte, « � Abreise betrübt zu sein; war doch dadurch Wor an:-, V"«3 freigebigen Gastgebers, den früher Risler spleler. hatte, aufs uene verwaist und der Echan- 'ch biivci, v'"'t Wchmuth an die Eiitbehrunge», die er ">»ßtx J 0le Handlnngsweise des jungen Risler auferlegen jähren mjWfFUl erbäriiilichcnegoistischeiiKillNiner, gab es einen .�bicnbch'?mftleu Schmerz, ein tödtliches Leid, wovon selbst die 1 das m Wlter nichts werkte! Und doch brauchte sie deiche Gesicht ihres Kindes, diese thränculeeren die„Köln. Ztg." das Opfer solcher verführerischer Ein- flüsse geworden. Das Freie deutsche H o ch st i f t zu Frankfurt a. M. hatte über die Haushal- tungs-Budgets verschiedener Arbeiter Erhebungen anstellen und diese für die Beurthei- lnng der Lebensweise und Verhältnisse der Arbeiter sehr wichtige Untersuchung resp. deren Resultate der Oeffentlichkeit übergeben lassen. Die Abhandlung hat die Verhältnisse eines E i s e n b a h n t i s ch l e r s der königlichen Staatsbahnwerk st ätten, eines Chemikalienarbeiters und eines H i l f s- ar beiters berücksichtigt. Die Familie derselben be- stand aits sechs, acht und drei Köpfen. Das höchste Ein- kommen bezog der Chemikalienarbeiter, 1173,87 M., das niederste der Hilfsarbeiter, 806 und der Eisenbahntischler hatte ein Einkommen von 1036 M.„Aus der Betrach- tung der einzelnen Posten des Ausgabenbiidgets ergiebt sich die bereits wiederholt hervorgehobene und zur Genüge auch gewürdigte Thatsache, daß der Arbeiter zur Bcfriedi- gung seines Wohniingsbedttrsnisses einen um so größeren Theil seines Einkommens verwenden imiß, je kleiner dasselbe überhaupt ist. Der Chemikalienarbeiter verwendete auf Wohnungsmiethe 166,50 M., der Tischler 168 M. und der Hilfsarbeiter die gleiche Siiiiime, trotzdem sein Einkommen um 250 M. geringer war als das des erstereu; zu dem w i r k l i ch e n W e r t h e d e r g e- m i e t h e t e n Wohnung sieht dieser Auf wand in st a r k e m Mißverhältniß und es kann nicht als ein gesunder Zustand bezeichnet werden, wenn der Arbeiter m i t d e m g e- r i n g st e n Einkommen im ersten Halbjahre m ehr als die Hälfte seiner Ausgaben durch die Bezahlung der M i e t h e i n A n- s p r u ch g e n o m in e n sah. Recht unbedeutend sind die Llusgaben für Kleidung bei allen drei Arbeitern, auch die für Fleisch erreichen nur eine unerhebliche Höhe, ein bedeutsamer Finger- zeig für die Art und Weise der Volksernährung, während auf die Ausgaben für Mehl und Brot erhebliche Beträge entfallen; auffallend erscheint es, daß in dem Budget des Hilfsarbeiters die Ausgaben für Kartoffeln nur 7,65 M. betragen, während für Wirthshaus und Tabak 43,71 M. verausgabt wurden. Da die besser ge- stellten Arbeiter für diese Zwecke entweder nur weniger— dies ist beim Eiseiibahutischler der Fall— oder kaum mehr verausgabten— der Chennkalienarbeiter verwendete dafür 45,26 M.— so erscheint uns diese Ausgabe zu hoch und weder in einem richtigen Verhältniß zu seinem Einkoimnen noch zu seinen übrigen Ausgaben, namentlich den für die Ernährung bestimmten zu stehen. Allerdings ist nicht zu verkennen, daß der im Verhältniß hohe Betrag, der durch Augen anzusehen, um diese arme verschlossene Seele von ihrem Kummer zu erlösen. Eine Frage hätte dieS Kind zum Weinen und Reden gebracht, hätte es von der furchtbaren Last, die seine Seele bedrückt, befreit und es vor der Ver- zweiflung bewahrt. Aber nein! Bei einigen Frauen tödtet die Mutter die Gattin, hier hat die Gattin die Mutter gctödtet. Frau Dclobelle war so sehr von der Sorge für die Wohlfahrt ihres Idols, des berühmten Mannes in Anspruch genommen, daß sie in ihrer Tochter schließlich auch nur ein Mittel sah, für den Ruhm des verkannten Genies zu arbeiten. Daher bemerkte sie das plötzliche Crröthcn Desim's nicht, wenn Franz ins Zimmer trat, nie jene kleinen Schliche des verliebten Mädchens, durch welche es das Gespräch auf Franz zu lenken suchte, niemals hatte sie versucht, die süßen Traume und das gedankenvollc Schweigen des jungen Mädchens zu erforschen. Und wie litt die arme Lahme! Bon dem Tage an, wo Sidonie ihren Franz in der Kutsche abgeholt hatte, wußte Tesiree, daß sie nicht mehr geliebt wurde— aber sie zürnte ihm deshalb nicht. Rur frng sie sich, warum er zurückgekommen war und eine trüge- rische Hoffnung von Glück und Liebe in ihrem armen Herzen"erweckt hatte. Auch hielt sie Franz nicht ganz für sie verloren. Wenn er qnch nur selten zn ihr komme, so sah und hörte sie doch öfter seine geliebte Gestalt über den Flur eilen und las in seinem Gesichte, daß er nicht glücklich war. Konnte er nicht eines TageS schwerverwundet zu ihr zurückkehren, sich auf den kleinen Sessel zn ihren Füßen setzen und ihr mit lautem Schluchzen sein Leid klagen und sie bitten:„Tröste mich!" Aber selbst diese armselige Hoffnung sollte sie nur das Wirthshausleben konsumirt wird, in der unbefrie- d i g e n d e n Häuslichkeit des Arbeiters seine Rechtfertigung und Erklärung findet; so lange der Arbeiter nur über eine Wohnung verfügt, die er mit größter Unlust betritt und die zu ver- lassen er sich so sehr beeilt, wie es nur immer möglich ist, kann es nicht erstaunen, daß er sein Heim lieber in der Kneipe als am häuslichen Herd sucht und dies weist uns wieder darauf hin, wie unbedingt erforderlich es ist, der Verbesserung der Wohnungsverhältnisse die unermüdlichste Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die drei Arbeiter, deren Verhältnisse in der angeführten Abhandlung geschildert werden, sind nüchterne und fleißige Männer, für Spirituosen- genuß gab nur der Chemikalienarbeiter einen nemiens- werthen Betrag aus, der im Uebrigen weit davon entfernt ist, ein großer genannt zu werden und für Vergnügungen wurde so gut wie nichts ausgegeben; gleichwohl war die Ernährung der drei Familien eine derartige, daß sie kaum das unbedingt Rothweudigste er- reichte resp. sogar hinter demselben zurückblieb. Zur richtigen Würdigung der sozialen Verhältnisse müssen wir noch bemerken, daß es in Frankfurt auch zahlreiche Fa- Milien giebt, deren Einkommen hinter dem des Hilfsarbeiters noch zurückbleibt, Familien, deren Jahreseinkommen 700 und 600 M. beträgt. Es liegt auf der Hand, daß hier die öffentliche und private Wohlthätigkeit unterstützend ein- treten muß, da es sonst ganz ausgeschlossen erscheint, daß dieselben in der Lage sind, sich auch bei den bescheidensten Ansprüchen zu ernähren." So weit die„Kölnische". Sie konstatirt das Elend und die Roth des Arbeiterstandes in unverhüllter Weise und ohne dem Arbeiter eine Schuld au derselben beizu- messen; aber in den gleichen Verhältnissen, wie die ange- führten Frankfurter Arbeiter, befinden sich sicherlich 95 pCt. der gesammten deutschen Arbeiter und oer große Theil davon steht sich noch viel schlechter. Die„Köln." und mit ihr die ganze deutsche Bourgeoisie wissen das sehr gut, trotzdem beantworten sie jeden Versuch der Arbeiter, ans dieser verzweiflungsvollen Rothlage herauszukommen mit den unerhörtesten Beschimpfungen, Verleumdungen und Verfolgungen beschuldigen sie die Arbeiter der maß- losen Begehrlichkeit und die Sozialdemokratie der Aufreizung und Verhetzung der Massen, fordern sie Polizei, Militär und Staatsanwalt zur Hilfe und gründen sie Unter- iiehiuerkoalitionen, zur Vernichtung der Arbeitervereine und zur Aushungerung der„Führer" durch das famose Mittel der berüchtigten„schwarzen Listen". Und was sagt die„Kölnische" in Bezug auf die Besserung der von ihr so lebhaft geschilderten traurigen Arbeiterlage?„Leider ist es leichter, diese Thatsache fest- zustellen, als Mittel anzugeben, durch welche die Miß- drei Wochen lang aufrecht erhalte». Franz war abgereist, ohne einen Blick, ein letztes Wort— zu dem Verrathe des Geliebten gesellte sich der Verrath des Freundes. Das war zu viel für dies arme kleine Herz. Bei der ersten Rachvicht von Franzens Abreise fühlte sie, wie sie in einen sinstern Abgrund stürzte, ans dem sie sich niemals wieder zum Lichte erheben würde. Sie wollte sich dagegen sträuben, Widerstand leisten, Hilfe rufen. Aber wen? Ihre Mutter würde sie nicht hören, das wußte sie. Das Schrecklichste war, daß sie empfand, wie selbst die Arbeit diesmal keine Rettung bringen konnte; die matten Arme hatten keine Kraft mehr, die müden Hände sanken müßig und muthlos herab. Wer sollte sie nun in diesem Unglück aufrecht erhalten? Gott? Der sogenannte Himmel? Daran dachte sie gar nicht. In Paris und besonders in den Arbeitervierteln kann man vor den hohen Häusern, den engen Straßen und der dicken Lust keinen Himmel sehen. Auch ist das Leben der meisten Arbeiter so hart und nnsremidlich, daß sie, selbst wenn ihnen der Gedanke an eine Vorsehung käme, sie derselben nur mit ge- ballter Faust fluchen würden. Daher die vielen Selbst- morde. Das Volk kann nicht beten und ist jeden Augen- blick zum Tode bereit, der ihm Erholung von dem Leiden und als Befreier seines Elends erscheint. So kam die kleine Lahme auf der Stelle zu dem Entschluß zu sterben. Aber wie? Während das Leben um sie herum seinen frivolen Lauf nahm, die Mutter Essen aussetzte, während der große Künstler einen langen Monolog über menschliche Undankbarkeit hielt, überlegte Tesiree, welche Todesart sie wählen sollte. Da sie stände beseitigt oder in ihrer Bedeutung doch wenigstens gemindert werden könnten; jedenfalls geht aber aus ihnen mit Uuzweideutigkeit hervor, daß in breiten Schichten un- seres Volkes und selbst in Gegenden, welche sich eines natürlichen Reichthuins, einer großen Fruchtbarkeit, eines blühenden Handels und einer kräftig entwickelten Industrie erfreuen, die Ernährungsweise und überhaupt die Lebens- Haltung noch ungemein zu wünschen übrig lassen und eine große Anzahl von Familien Jahr für Jahr hart an der Grenze steht, hinter welcher die Wirksamkeit der Armen- pflege beginnt." Das Mittel, zu dessen Anwendung die festgestellte Thatsache drängt, ist eben die Uingestaltung eines Zu- standes, eines Systems, das solche Thatsachen unfehlbar hervorbringen muß, das Mittel ist die Ersetzung des kapi- talistischen Wirthschafts- und Gesellschaftssystems durch den Sozialisinus. Begreiflicher Weise konnte die„Kölnische" diesen Vorschlag nicht machen— sie stellt dem bei aller Arbeit nothleidenden Arbeiter die Armenpflege in Allssicht lind stimmt im Uebrigen ein, daß die besitzenden Klassen wie bisher so auch in der Zukunst mit dem arbeitenden Volke fortwursteln dürfen. I», riurm Artikel: „Sie zteiwrganisntio» der Partei" spricht sich Genosse Auer in der„Münch. Post" über einige Ein- würfe ans, die gegen den Organisationsentwurf der Fraktion u. a. auch von B o l l m ar erhoben worden sind. Wir geben die Be- inerknngen Auers, die sich durch ihre Objektivität und Ruhe aus- zeichnen, in der Hauptsache wieder: „... Genosse Vollmar nennt die Bestinunung des Entwurfs, wonach der Fraktion die Parteikontrole übertragen werden soll, wiederholt einen„unglücklichen Vorschlag", verlangt, daß die in der frühereu Organisation vorhanden gewesene Einrichtung, der Wahl einer eigenen Kontrolkonunission durch die Genossen eines vom Parteitag zu bestimmenden Ortes, wieder aufgenommen werde. Diese Einrichtung soll sich„durchaus" bewährt haben. Was nun diese letztere Behauptung betrifft, so spielt da dem Genossen Vollmar das Gedächtnisz einen Streich. Die in der Organisation von 1875(nicht 1878) vorgesehene Kontrolkonunission hat sich nämlich garnicht bewähren können, weil sie nie in T h ä t i g k e i t gewesen ist. Wenige Monate nach dem In- krafttretcn der Parteiorpanisation, welche auf dem Gothaer Ver- einigungskongreß 1875 beschlossen wurde, ist nämlich auf Antrag Tcffendorff's von dem Berliner Gerichte die Partei für das ganze Königreich'Preußen vorläufig geschlossen worden, und in Sachsen und Bayern geschah kurz darauf das Gleiche. Schon der nächste Kongreß 1876 mußte deshalb als„allgemeiner Sozialistenkongreß" einberufen werden, und die Parteileitung wurde dort einem „Zentral-Wahlkomitee" übertragen, das sich in seinen Mitgliedern ailerdinas mit dem früheren Parteivorstand deckte. Von einer Kontrolkommission war aber schon keine Rede mehr. Mit diesen Darlegungen soll nun durchaus nicht gesagt sein, daß sich die Einrichtung einer Kontrolkommission nicht bewährt hätte, wenn sie möglich gewesen wäre. Im Gegentheil, die Er- fahrungen, die wir mit dieser Institution in der früheren Eisenacher Partei gemacht haben, läßt dieselbe sogar als sehr praktisch erscheinen, und der erste Entwurf, der dieses Mal der Fraktion vorlag, enthielt auch in dieser Richtung eine der früheren Orga- nisation durchaus konforme Bestimmung. Aber wie eine„höhere Macht", die sich leider unseres Einflusses entzieht, verursachte, daß die Bestimmungen der alten Organisation nicht zur Durchführung gelangen konnten, so waren es auch jetzt Rücksichten ans die»r- reaktionäre Gestaltung unseres deutschen Vereinsrechtes und die, besonders uns gegenüber, von Polizei und Gerichten geübte Praxis, welche schließlich die Fraktion bestimmten, die angefochtenen Be- stiinmungen in den Entwurf auszunehmen... Was nun den zweiten Einwurf, die Vertretung der Ge- Nossen auf den Parteitagen betrifft, so gestehe ich gerne zu, daß der jetzige Vorschlag nichts weniger als eine ideale Lösung der Frage ist. Die den demokratischen Grundsätzen am besten entsprechende Art der Vertretung hatte früher der„■Allgemeine deutsche Arbeiter- Verein", wo auf eine bestimmte Anzahl von zahlenden Mitgliedern ein Delegirter kam, dessen Delegationskosten ans der Vereinskasse getragen wurden. Hätten wir ein freies Vereins- recht, so wäre wohl kein Wort darüber zu verlieren, wie wir unsere Vertretung regeln würden. Daß aber unter den gegebenen Verhältnissen nicht daran zu denken ist, eine Einrichtung zu treffen, wie sie beim Arbeiterverein bestand, weiß jeder, der nicht den Thatsachen mit der geradezu naiven Auffassung gegenüber- steht, welcher Genosse Dr. Bruno Wille in der viel besprochenen Berliner Versammlung Ausdruck gab, als er meinte:„Nach dem 1. Oktober kann sich die Partei organisiren, so frei sie will." Ob Angesichts eines solchen Ausspruchs den alten Genossen, welche vor 1878 wegen Zugehörigkeit zur Parteiorganisation und deshalb angeblich erfolgter Verletzung des Vereinsgesetzes zusammen jahrelange Gefängnißstrafen erlitten, nicht die alten Wunden auf's neue zu brennen ansangen? Im Uebrigen ist, wie bereits zugegeben, der jetzige Vorschlag gewiß keine ideale Lösung, aber den Fehler, welcher in den Ber- liner Versammlungen besonders betont, und den auch Genosse Vollmar zu moniren scheint, hat er nicht. In Berlin wurde be- hauptet, der Vorschlag, daß kein Wahlkreis durch mehr als drei Delegirte auf dem Paßteitag vertreten sein dürfe, bedeute eine Degradirung der großen Städte und der in derselben verhandencn Parteiintelligenz zu Gunsten des platten Landes. Auch Genosse Wollmar meint, es würde zu einer„unerhörten Ungleichheit und Ungerechtigkeit führen, wenn Wahlkreise wie Berlin IV und VI mit 42- und 40 000 Stimmen mit Traunstein oder Naugart mit 179 respektive 84 Wählern gleichheitlich drei Stimmen haben sollte». Das wäre ganz richtig, vorausgesetzt, daß ans dem Parteitag, analag dem seligen Bundestag, nach„Stimmen" abgestimmt würde, welche ein x-beliebiger„führen" könnte. Der Organisatiousentwnrf verlangt aber Delegirte, welche ihre Wahlkreise vertreten. Daß aber in Halle am 12. Oktober drei Delegirte ans Traunstein erscheinen werden, um die dortige Sozialdemokratie zu vertreten, das be- hauptet wohl Genosse Vollmar so wenig, als die Fraktion mit einer solchen Eventualität glaubte rechneu zu müssen. Was nun weiter die behauptete Zurücksetzung der großen Städte betrifft, so mag diese an ein paar Beispielen illustrirt werden: Berlin zählt 6 Wahlkreise, kann sich also durch 18 Delegirte vertreten lassen; vor den Thoren Berlins und direkt unter dem Einfluß der hauptstädtischen Parteigenossenschaft liegen vier Wahlkreise mit eventuell 12 Delegirten, so daß also die Berliner Sozialdemokratie mit Einschluß ihrer Einflußsphäre mit 80 Delegirten auf dem Parteitag vertreten sein kann. Hamburg mit den Nachbarstädten Altona-Wandsbeck, Ottensen, Harburg repräsentirt 6 Wahlkreise, also 18 Delegirte. Die beiden Städte Berlin und Hamburg mit ihren Anneren können also mit 50 Delegirten auf dem Parteitage vertreten sein. Und das nennt man eine Zurück- setzung der großen Städte! Ja, wollen denn die großen Städte zu den zukünftigen Parteitagen Völkerwanderungen arraugiren? Noch auf keinem Kongreß oder Parteitage, so lange es eine Sozialdemokratie in Deutschland giebt, haben die großen Städte auch nur entfernt von dem Delegationsrecht einen so ausgiebigen Gebrauch gemacht, als ihnen der Entwurf einräumt, und nun soll der neue Modus mit einem Male eine Zurücksetzung der großen Städte sein. Das verstehe, wer kann. Der Entwurf hätte nur dann einen Sinn, wenn vorgeschlagen wäre, den Genossen in den einzelnen Wahlkreisen»nr das Delegiren anHeim zu geben, die Kosten der Delegation aber aus der gemeinsamen Parteikasse zu tragen. So lange letzteres aber nicht der Fall ist, sondern die Genossen an den einzelnen Orten für die Kosten ihres Mandates anfzukomnien haben, oder der Delegirte sie selbst zu tragen hat, besteht wirklich keine Gefahr, daß die Delegirten aus Traunstein, Jnnnenstadt oder Biverach den Vertretern von Berlin, Hamburg und München gesährlich werden. Im Uebrigen war ich dafür und bin es jetzt noch, gar keine Vorschriften in Bezug auf die Vertretung in die Organisation aufzunehmen. Das hat sich bis jetzt durch freie Wahl ganz gut geregelt und wird sich auch in Zukunft regeln. Nun noch eine kurze Bemerkung über die Parteipreffe und die Stellung der Parteileitung zu derselben. Diese Frage hat für die Partei ihre Erledigung und entgiltige Entscheidung gelinden, als aus dem Vereiuigungskongreß 1875 säst einstimmig beschlossen wurde, in Zukunft Lokalblätter zu gründen, wo sie die Genossen für angebracht und lebensfähig halten,— eine Einrichtung, die der frühere„Allgemeine deutsche Arbeiterverein" nicht kannte, für den nur ein einziges Blatt, der„Neue Sozialdemokrat", existirte. Seitdem hat die Parteipresse, trotz Sozialistengesetz, sich in einer Weise ausgebildet und vermehrt, daß mit den, 1. Oktober wahrscheinlich ca. 100 derartige Organe in Deutschland erscheinen dürsten, Angesichts dieser Thalsache, der Befürchtung sich hinzu- geben, ein zukünftiger Parteivorstand oder die Fraktion möchte den Versuch machen, unserer Presse vorzuschreiben, was sie bringen darf und was nicht, und so die freie Meinungsäußerung unter- drücken, dazu bedarf es wirklich eines sehr furchtsamen Gemüthes. So viel Zutrauen darf mau wohl zu dem bevorstehenden Parteitag haben, daß er nicht Personen zur Parteileitung be- rufen wird, welche durch einen Versuch, die Parteipresse in vor- stehend angedeutetem Sinne zu unterjochen, nicht n n r ihre Unfähigkeit zur Führung der P a r t e i g e s ch ä f t e, sondern geradezu ihre R e i f e f ii r's Irrenhaus beweisen würden. Im Uebrigen will ich, um Mißverständnisse» vorzubeugen, bemerken, daß was den letzten Punkt betrifft, Vollmar genau zu denselben Schlußfolgerungen gelangt ist, wie ich. I. Auer. nie allein war, so konnte sie an die Kohlenpfanne nich denken und weil sie nicht ausging, so konnte sie auch kein Gift kaufen, das man so bequem bei der Nadelbüchse in der Tasche tragen kann. Allerdings hatte sie den Schivefel an den Streichhölzern znr Hand und konnte sich aus dem Fenster in den Hof hinab stürzen, aber der Gedanke, ihren Eltern den schrecklichen iZlnblick ihres entseelten oder zer- brochenen Körpers zu geben, ließ sie auf solche Mittel ver- zichten. Aber der Fluß! Das Wasser trägt einen manchmal so weit, daß man Niemand wiederfindet und der Tod ein ewiges Geheimniß bleibt. Ja, das Wasser! Sie zitterte doch bei dem Gedanken daran. Nicht, daß sie sich davor gefürchtet hätte, das kennt ein Pariser Mädchen nicht. Man wirft die Schürze über den Kopf, um nichts zu sehen und plumps! Nur das Hinabsteigen und das'Allein- gehen auf der Straße war es, was ihr Furcht einflößte. Während das arme Kind mit starren Augen, aus denen schon der Wahnsinn des Selbstmordes sprach, dem Tode entgegenkämpfte, beruhigte sich der alte Komödiant allmälig und fing an wenig pathetisch zu reden; zudem gab es 5?ohl, sein Leibgericht, wodurch er in eine gemüthliche Stimmung kam, in der er von seinen früheren Triumphen, den Abonnenten von Alengon, dem goldenen Kranze zn sprechen begann, und nachdem er sich gesättigt hatte, ins„Odcon" ging, wo sein Freund Robricart den „Misanthropen" spielt. „Ich bin sehr glücklich, daß der Vater heute so tüchtig gegessen hatte," sagte Mama Delobelle während des Ab- räumens,„das hat ihn ein wenig zerstreut, den armen Mann, er hat es so nöthig." Desiree dachte noch immer an den Fluß, an das Hinab- steigen auf die Straße und das ihr so ungewohnte Allein- gehen. Ja es gab kein anderes Mittel, diesen unsäglichen Schmerz, diese furchtbare Oede in ihrem Herzen zu ver- Nichten.... „Ich gehe schlafen, Kind, bleibst Du noch auf?" Ohne aufzusehen erwiderte das Kind, daß es aufbleiben wollte, um das Dutzend voll zn machen. „Dann gute Nacht," sagte Mama Delobelle,„ich habe daS Nachtessen für den Vater ans Feuer gesetzt, sieh doch einmal danach." Desiree log nicht, sie machte das Dutzend voll, damit es der Vater morgen forttragen konnte und niemand hatte beim Anblick dieses unschuldigen Kindcrgesichts geahnt, mit welchen düstern Gedanken derselbe erfüllt war. Endlich war der letzte Vogel zum Dutzend fertig. Wie graziös und leicht ist seine Stellung, wie leicht scheint er den Nanm durcheilen zu können. Ja, man sieht es ihm an, diesmal gielt es eine große iveitc Reise, eine Reise in die Ewigkeit, von der niemand zurückkehrt.... Desiree hat ihre Arbeit beendet, den Tisch aufgeräumt— der Vater wird bei seiner Heimkehr die Lampe und das Essen in der warmen Asche vorfinden. Dann öffnet sie be- hutsam den Schrank und nimmt ein kleines Tuch heraus, in das sie sich einhüllt. Dann geht sie. Wie? keinen Blick für die Mutter, kein stummes Lebe- wohl, keine empfindsame Rührung?.. Nichts von alledem. Mit dem furchtbaren Seherblick der Sterbenden hat sie plötzlich erkannt, welcher egoistischen Liebe ihre Kindheit und Jugend zum Opfer gebracht worden ist, Sie weiß sehr wohl, daß ein einziges Wort des großen Künstlers ihre Mutter trösten wird und fast grollt sie derselben, daß sie nicht er- wacht, sondern ihr Kind gehen läßt, ohne mit den geschlosse- neu Lidern zu zucken. Wenn man jung stirbt, sei es auch freiwillig, so geschieht dies nie ohne eine Art Trotz und so scheidet auch die arme Desiree empört über ihr Geschick aus dem Lebe». Nim schreitet Desiree, in ihren kleinen Shawl gehüllt, über die Straße, immer geradeaus, sie weiß selbst nicht wo- hin, da sie den Weg nicht kennt. Durch enge, düstere Gassen geht ihr Weg, will denn der Flnß garnicht kommen immer schiebe» sich neue Mauern, neue düstere Hänsermassen zwischen sie und ihn. Aber daS lahme Kind hat ein tapferes Herz und mnthig schreitet sie auf .dem holprigen Straßeupslaster vorwärts. Immer wieder Volikisiche Mevevst# itnch dem 1. Oktober. Unter dieser Ueberschn'� j der„Gewerkschafter"— in Leipzig— 5fL' kannten Erlaß des Herrn Herrfurth ab und äußert# wie folgt: „Der gute regierung nach Eindruck, den der Entschluß dem Sturze Bismarck» auch der i ♦vv»vy vv...—------------,. Werk: das Sozialistengesetz fallen zu lassen, in weiten Je kreisen hervorbrachte, war darauf zurück zu f#* 3 jener Entschluß als ein Bruch mit der Puttkamer-B>s�' schen Zwangs-»ist Polizeipolitik aufgefaßt wurde.»I. diese Auffassung sich als richtig,- so war unzweifeW 7"J' i--/—— bedeutsamer Schritt zum„sozialen Frieden" gethail. m Nach dem oben mitgetheilten Erlaß des Herrn% furth ist die Auffassung aber nicht richtig gewesen. entfernt, in andere und freiere Bahnen einzulenken� r Herr Herrfurth sich vollständig vom Geist seines Vorgab erfüllt. Es ist das System Puttkamer, nur in zwilisirteren Formen..a Herr Herrfurth ist offenbar seiner Stellung ni« wachsen. In einem neuen Zirkular erklärt er ausdw�- das Sozialistengesetz sei nutzlos und sogar schädlich? wenn. Gewiß ein wahres Wort, obgleich Herr denwkv deutschc war es Ti Person, fachen Ä ße Hab, « In werket ist noch arbeiter. wesen. Gewiß ein wahres Wort, obgleich Herr noch vor wenigen Monaten im Reichstag genau theil erklärt hat.. Und warum war das Sozialistengesetz nuhws schädlich? Warum? Einfach, weil er von dem kehrten Gedanken ausging, eine geistige und politW wegling mit mechanischen Gewaltmitteln uuterdriia!» können. s Mi Und die nämliche„nutzlose und schädliche" will Herr Herrsnrth am 1. Oktober dieses JaW ginnen! Er hat sich selbst das Urtheil gesprochen. „Nutzlos und Schädlich"! � Wenn die„vertrauliche Verfügung" des Herrn«l furth in Kraft bleibt, dann wissen die deutschen daß die Aufhebiliig des Sozialistengesetzes nur eine Förmlichkeit, ohne jegliche praktische Bedeutung war WM. M daß der Staat auch heute noch im Interesse der herrly Klassen der Arbeiterbeweguilg feindlich ist. Die yerrsM yj Klaffen aber wollen den'sozialen Krieg, und nicht sozialen Frieden.. � Wohlan,— wird der Kampf den deutschen anfgedräiigt, so werden sie ihn auch nach I.Oktober zu führe» verstehe n.". Zum 1. Mni. Man schreibt uns: In einer der Versammlungen der„Opposition" wurde von einem Ayj gesagt— und es sollte ein Vorwurf sein—, die Fmch 1. Mai wäre anders ausgefallen, wenn die kannten, sich gegen die Arbeitsruhe erklärenden Aufruf au die Partei 9*1 hätte. Allerdings wäre die Feier dann vielleicht„anders gefallen, und zwar in dem Siuii, daß in den r Städten und Industriezentren Deutschlands, auf Grund. irrthümlichen Auffassung des betreffenden Pariser beschiusses, eine erhevliche Anzahl von Genossen am nicht gearbeitet hätte.» Was aber wäre die Folge gewesen? Daß wir statt Aussperrung— der von Hamburg—, deren Dützens Hunderte in Deutschland gehabt hätten. Und woher V wir die Mittel znr Unterstlitzuilg solcher Massen her»� sollen? Wir dächten, an der Hamburger Aussperrmig## J genug gewesen. Sie ist uns thcuer zu stehen gekoMff� J wie theuer, davon hat der Herr Kritiker wohl schwere" J Ahnung— und bei dem ungünstigen GeschäftsstP�T durfte es eines bedeutenden Kräfteaufwaudes der gesa�J deutschen Arbeiterschaft, uni das Attentat des Haw A Unteruehmerthums auf das Koalitionsrecht zu vereitern■ sichern� nicht vo sind, in allerdin, Mld uin Znsatz: Gesellen schaft g sich, iv, für sie. diese ha den Rei iu leifl werdend diese ah als eine Lohn h, sie ans fünf Be setzung Veibrin dienst traurig >st. Sc Preuße, Arbeits� nauiehtl also bei Man sie Behörd, Cntlaffi Hausar Biöglick Beschloß ewgewv »»r n ist hier >i»d W d°rt in bracht. lauge,,, der Ali den Sieg der Fachverxiue zu sichern. Hätten wir r»-o[ Breslau, Leipzig, München u. s. w. ähnliche AusspeM � U. J. IV, UljUUU/V g an gehabt, so wnrve der Ansturm des Unternehmerthnw� zweifelhaft geluiigeu sei», und der 1. Mai 1890,. w™ Dank der Besonnenheit der deutschen Arbeiter ein Triumphes für uns geworden ist, hätte sich zn einen' z e r s ch»l e t t e r n d e r N i e d e r l a g e gestaltet, und i Frnchte des 20. Februar geraubt. Wenn jemals die W S1 Straßen und Plätze und ivieder Straßen. UMi&i erscheint ihr dies Paris, das ihr so unbekannt ist. y f nähert sie sich dem User, an dem eine Anzahl in. ihre schlagctücher gewickelte Blumen- und Gemilseverkänftr fröstelnd den Morgen erwarten. Beim Dufte dieser PlL, lind Blumen erinnert sich Desiree an die herrliche. M partie, die sie einst mit Franz gemacht. Sie glaubt> Stimme zn vernehmen:„Erinnerst Du Dich" und im ff 9 blicke des Sterbens sagte sie zu sich selbst:„O ja, ich eM" mich sehr wohl!" Ob sie sich erinnert! Ganz am Ende des Quais, wo eine kleine Treppt A Flusse hinabführt, steht der kleine Schatten still. Zu gleicher Zeit entsteht auf dem Quai ein lautes und Reimen.„Schnell einen Kahn, Bootshaken." � und Polizisten eilten herbei. Ein Boot, vorn mit Laterne versehen, wird vom Ufer abgestoßen...,.J Die Blunienhändlerinnen erwachen imd als eine 0a" � fragt, was denn loS fei, antwortet ihr die Frau 111 Kaffebilde an der Ecke der Brücke: „Ein Fraueiiziimner ist ins Waffer gestürzt." Der Ft»ß hat das arme 5iind nicht haben wollen-. Jfl hatte Erbarmen mit so viel Amnuth und Herzeiisre� M Beim Laternenschein sieht man,>vie sich eine GrupffM. unten in Bewegung setzt, ein Sandbaggerer hat ww mit gefischt, Stadtsergeanten tragen sie, umringt von be§ iiiid Lastträgern, und durch die Stille der Nacht hW u eine rauhe barsche Stimme sagen:„Das Wasserhühnclffl � mir keine geringe Arbeit gemacht, hättet sehen solle es mir durch die Finger rutschte.... Ich glaube ff. � haftig, es hätte mich gar zn gern um meine Prämie; bracht.", Ä Armes Mädchen! Du glaubtest es wäre so leiöff � heimlich ans dem Leben zu stehlen. Du ahntest nicht,. M der Flnß stalt Dich in das Niehls zn frv" Dich aller Schmach und Schande eines mißlimgeneii% mordes preisgeben würde. Zuerst die häßliche finstre s mit ihren schmntzigen Bänken und dem ekelhaften Fup� der fast der kothigen Straße gleich sieht. Dort mußte Desires die Nacht zubringen. Man «ri; von DiMd- weiten Kreisen nur die Lohn- nach§ 8 des demokratische Fraktion den Parteigenossen und überhaupt deil deutschen Arbeitern einen guten Rath gegeben hat, dann war es in jenem Aufruf vor dem 1. Mai. m_®ie deutschen Arbeiter wissen das auch. Vereinzelte Eaen, die noch heute, nachdem die Ereignisse und That- so deutlich gesprochen haben, die damalige Haltimg raktion verurt heilen oder doch in ein ungünstiges Licht Isellen möchten, keimen entweder die Verhältnisse nicht, oder he haben von den Interessen der deutschen Arbeiter andere Begriffe als wir mid zum Glück auch die ungeheure Mehr- heit der deutschen Arbeiter. Inoaliditäts- nud Altersverstcherung werk»»,» und kleine« Landwirtli««. In 'ff noch die Ansicht verbreitet, das Gesetz betreffe «rbeiter. Das ist ein Jrrthltw. Es können auch....., u Gesetzes Handwerker, kleine Landwirlhe welche nicht ver- sicherungspflichtig sind, sich, sofern sie das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und noch nicht dauernd erwerbsunfähig sind, in der zweiten Lohnklasse selbst versichern. Sie haben dann allerdings den ganzen Beitrag als Arbeitgeber und Arbeitnehmer, lmd um den Neichszuschuß zu gewinnen, noch wöchentlich einen Zusatz von 8 Pf. zu leisten. Ebenso können solche, welche als Gesellen. Arbeiter, Dienstboten-c. in Gewerbe oder Landwirth- schast gearbeitet haben und deshalb der Versicherung angehören, sich, wen» sie selbstständig werden und die Bersicherungspflicht sär sie aufhört, sich selbst versichern.(§ 117 des Ges.) Auch ihffe haben außer den vollen Beiträgen einen als Ausgleich für Rcichsznschuß dienenden Zusahbeitrag von wöchentlich 3 Pf. in leisten. In besonderer Berücksichtigung der selbstständig werdenden kleinen Handwerker und kleinen Landwirthe-c. sind diese als Betriebsunternehmer, wenn sie regelmäßig nicht mehr als J he.. V le� i°- v#; 1«% etifl emen Lohnarbeiter beschäftigen(Lehrlinge ec., welche keinen s intn# »b»' jlitj Sei iß" Ä 4 d bt 9l«f (tinn1 pe ZK !% >??- % g": vchn habe», können sie daneben noch haben), und nachdem für he auf Grund der Versichcrungspflicht vorher während mindestens fünf Beitragsjahren Beiträge entrichtet worden sind, bei Fort- sehung oder Erneuerung des Versichernngsvcrhältnisses von der Beibringung des Zusatzbeitrages von 8 Pf. befreit. Die Crtge der im Reichs-, Ktaats- und Ksmmnnal- dienst beschäftigten Hilfsarbeiter ist mindestens ebenso iraurig, als die der Hausarbeiter in Thüringen oder im Eulen- Sebirge; und es ist bezeichnend, daß hier ni6)t längst eingeschritten ist. So stellt z. B. die Eisenbahn- Verwaltung in Königsberg in Preußen Hilfsarbeiter ein mit 1,60 M. Diäten bei achtstündiger Arbeitszeit. Nachdem Alles, was man an Attesten besitzt, namentlich auch ein polizeiliches Führungsattest, welches 1,35 M., nffo beinahe die einmaligen Diäten, kostet, beigebracht, verpflichtet wan sich zu einer vierzehntägigen Kündigungsfrist, wogegen die Behörde dieser lukrativen Thätigkeit jederzeit durch sofortige Entlassung ein Ziel setzen kann. Während in der Familie des Hausarbeiters selbst Schulkinder mit erwerbsthätig sind, ist diese Bsiiglichkeit bei den Bureau- Hilfsarbeitern vollständig ans- �schlössen; auf sein« 9,60 M. Wochenlohn ist die ganze Familie angewiesen. Während dort die Arbeit m jedem Kostüm, welches wir nothdürftig die Blöße deckt, verrichtet werden kann, ist hier noch ein sehr hoher Prozentsah des Lohnes ans Kleidung n»d Wäsche zu rechnen. Die Preisdifferenz zwischen hier und iwc't in Bezug auf Nahrung und Wohnung kommt auch in Bc- �acht. Daß diese Zustände nicht öfter an die Oeff'entlichkeit ge- angen, erklärt sich zur Genüge aus d.er täglichen Kündigung und e£ Art, wie dieselbe gehandhabt wird. »Die Alte» und die Junge«" in unserer Partei geben wneiu demokratischen schweizer Blatte, der„Zür. Post", Anlaß zu wetrachtunge», aus denen wir einige Hauptsachen wiedergeben wollen„Neben den Legionen, die den Krieg feit Anfang mit- sei»ncht und vorher schon unablässig sich dafür mühten, daß er Mnich durchgeführt werden konnte, stehen die Schnuren von �nngern, ein neues Geschlecht, das die Leiden und Verfolgungen ,£ erste» Periode nicht am eigenen Leibe spürte, mehr davon ge- „>e», als erfahren hat und eine blasse Vorstellung von der Ver- witwortlichkeit besitzt, deren sich die älteren Genossen bewußt sind. Lw vermissen am Schritt der„älteren Herren" das revolutionäre jvempo. sprechen die Besorgniß aus, daß dieselben sich allzu sehr N Genuß der Machtstellung hingeben und vertreten sogar die wieinung. die Reichstagsfraktion sei schon bedenklich vom Parlamentarismus angefressen. Den Vorwand zu dieser 'anklage bieten ihnen die von jener ausgearbeiteten Ent- nrse zum Arbeiterschutz. Nun zählen ja freilich in rt che" le" ■J. (jl)� ['* auf ein Feldbett nahe dem Ofen gelegt, den man tu Uer Absicht so stark geheizt hatte, daß Desires feuchte eleider fast zum Rauchen kamen. Sie ivußte nicht wo stc r£- Sie sah nur undeutlich ringsherum gleiche Betten bolde hörte das Gebrüll zweier eingesperrter Trunken- U Endlich kam' der Tag. Desires erwachte plötzlich aus Ur Betäubung, und indem sie sich aus dem Lager aus- Mtte, ivarf sie dcu Matroseumantel, in den man sie ge- M hatte von sich, ganz erfüllt von dem Wunsche, diciem £ und diesen Augen zu entfliehen. srn,."vich bitte Sie meine Herren, lassen Sie muh zu meiner zurückkehren, sagte sie zitternd. ~ So verhärtet diese Männer auch gegen solche alltagltchc �ameu waren, so empfanden sie doch instinktiv,, daß hier kon. gewöhnlicher edlerer Fall vorlag— aber trotzdem w r pu l'e Desires nicht zu ihrer Mutter zurückgehen lasten, A.he erst dem Kommissar vorgeführt werden mußte. Aus d�z snr sie holte man einen Fiaker, aber an der-hur � Eebäudes standen eine Menge Leute, welche da» arme siisäM mm Berlin die Arbeiter, welche bereits den neun- und achtstündigen Arbeitstag errungen, nach Zehntausenden ,(?) und diesen erscheint die Forderung der Fraktion nach dem Zehn- stundentag als etwas herzlich Unbedeutendes. Sie spotten— und vergessen, daß Deutschland größer ist als Berlin und gleichen darin den Pariser Genossen, die einstens auch zu ihrem Schaden übersahen, daß es rings um Paris ein weiteres Frankreich gab. Und diese aufkeimenden Streiter setzen sich auch über die Erwä- gung eines andern wichtigen Punktes hinweg. Bei den jüngsten Wahlen hat sich für die sozialistischen Kandidaten eine enorme Zahl von Stimmen ergeben... Diese(neuen) Fähnlein, bei denen Unentschiedene und Zage die Menge bilden, haben mitge- schlagen, aber eingereiht und zuverlässig sind sie noch nicht und würden zweifelsohne wieder in's Negierungslager abschwenken, sosern die Leitung der Partei durch eine gewisse maßvolle Zurückhaltung nicht ihr Vertrauen zu erringen vermöchte. Das rothe Gespenst hat an Einfluß eingebüßt, aber todt ist es noch nicht, noch ist mit ihm zu rechnen, will man nicht einem Rückschlag sich aussetzen. Burschikoses Dreinfahren ist keine Tapferkeit; es bedarf mehr Much, im Feuer zu stehen, als selber zu schießen. Der Abgeordnete Bebel hat den Gegnern nie etwas geschenkt, dieselben haben in den letzten Jahren sogar eine Zu- nähme von Fanatismus an ihm bemerken wollen; daß der Vorstoß der Jungen gerade gegen ihn, gegen eine der makellosesten Gestalten sich richtet, ist ein Beweis, daß mehr unklarer Thaten- drang als Einsicht im Spiele waltet. Herr Dr. Bruno Wille meint es ohne Frage ehrlich, aber seine auf der Berliner Ver- sammlung gehaltene Rede hat wider ihn selbst und nicht gegen Bebel gezeugt; es war aus derselben einzig klar, daß Herr Wille erst beim tobten Lassalle und bei dem jugendlichen Bebel ange- langt ist und selbst noch der Entwicklung bedarf... Wir haben den Eindruck, daß die Wille und Genosse», welche heute auf die autoritär gewordenen Zilien schelten, mehr fiebern, als von neuen Ideen ergriffen sind und nicht begreifen, daß auf die vergangene» bösen Tage noch recht kritischejsolgen werden; es ist der gährende Most, der über den hellen Wem sich ärgert." Um de» Ansturm d«e Sozialdemokratie gegen die alte Gesellschaft abwehren zu können, wünschen verschiedene nationalliberalo Blätter als Kampfinittel die Herausgabe eines Handbuchs der Nationalökonomie, zusammengesetzt aus Schnurren der älteren Professoren der Ztalionalökonomie ä l-r Roscher w. Wenn das Sammelwerk wirklich das Licht der Welt erblicken sollte, werden wir de» Antrag stellen, dasselbe im„Wahren Jakob" abzudrucken. Es dürste jeden Widerstand der Lachmuskeln besiegen. Wie es i« de» Kopfe» um»cher Zünftler aussieht, erhellt aus nachstehender Meldung ans Württemberg. Die„Glems- und Würmzeitung" brachte unlängst folgende Annonze:„Malm- heim. Ein junger tüchtiger Möbelschreiner findet sofort dauernde Beschäftigung. �Tagdiebe und Achtstundler werden aber nicht eingestellt.'G. Bnhser." Ueder die rufstfch-poluijche» Arlmtcr. welche auf den Gütern in der Provinz Posen beschäftigt sind, scheint von Seiten der Regierung eine Enquete veranlaßt zu sein.. Den Polizeibehörden sind nach der„Posener Zeitung" folgende Fragen vor- gelegt worden. 1. Ob nach den bisherigen Wahrnehmungen die- jenigen Arbeiter und Arbeiterinnen polnisch-russischer Nationalität, welche von Gutsbezirk zu Gutsbezirk ziehen, ihre Arbeit selbst anbieten, oder ob sie aus Nußland in großer Anzahl durch Unternehmer eingeführt werden. 2. Ob beispielsweise der Zuckerrübenbau einen gesteigerten Zuzug von Arbeitern und Arbeiterinnen rnssisch-polnischer Nationalität zur Folge hat, wenigstens insofern, als die betreffenden Arbeiten von solchen Unter- nehmern übernommen werden, welche dazu eigenes Arbeiter- personal haben, so daß die beim Rübenbau beschäftigten Arbeiter mit dem Gutsbesitzer in keinerlei dienstliches Aerhättniß treten. 3. Ob die bestehende» Vorschriften in Bezug auf Anmeldung und Kontrole ausreichend seien, um dein Eindringen polnischer Elemente entgegenzutreten. 4. Ob Fälle bekannt sind, daß Ar- beiter russisch-polnischer Nationalität, welche das Gebiet de» dies- seitigen Staates betreten, nach Beendigung der von ihnen über- nommenen Arbeiten nicht nach Rußland zurückgekehrt sind, vielmehr dauernden Wohnsitz im hiesigen Lande genommen haben, ohne ihre Natnralisirung nachgesucht zn haben. 5. Ob die hierher gekommenen Arbeiter russisch-polnischer Nationalität während ihres Ausenthalts im diesseitigen Landesgebiet vor ihrer Rück- kehr nach Rußland ihren Arbeitsplatz zu wechseln pflegen. Ob in solchen Fällen die bestehende» polizeilichen Vorschriften in Bezug auf An- und Abmeldung genau befolgt werden. 6. Ob auch Fälle vorgekommen sind, daß die Söhne von polnisch- russischen, hier ohne Natnralisirung zurückgebliebenen lieber- läusern durch Versehen in die Militärrollen eingetragen und vielleicht alsdann zum Militärdienst eingezogen worden sind. 7. Durch welche Ursachen und Umstände wird das Eindringen russisch-polnischer Arbeiter bedingt und begünstigt? Der zur Hekämpfnniz der KoziatdmaKratie in Kannaver gegründete„Deutsche'Arbeiterverein"(ohne'Arbeiter) hat beschlossen, aus den Mittel» des Vereins seinem Vorsitzenden ein „Erbbegräbnis!" zu errichten. Nun kann es nicht mehr fehlen und die Tage der hannoverschen Sozialdemokratie sind gezählt. Eil»(Opfer. Aus Elberfeld wird gemeldet: DaS soziale Elend hat wiederum einen tüchtigen Arbeiter ans Verzweiflung in den Tod getrieben. Der Färber K., längere Zeit in einer Färberei an der Ohlichsmühlcnstraßc beschäftigt, wurde vor einigen Wochen plötzlich entlassen, iveil er angeblich in den Ver- dacht stand, Material für einen Artikel der„Freien Presse" ge- liefert zu haben. Seitdem bemühte er sich rastlos, andere Arbeit zu finden, doch vergeblich. In der vorletzten Stacht hat sich derselbe erhängt. Der Unglückliche hinterläßt eine Frau mit vier Kindern. Urosde», 20. August. Vor dein hiesigen Landgericht wurden heute der Parteigenosse Wienholtz— 1878 aus Verlin, 1881 aus Leipzig ausgewiesen— zu sechs Monaten, Buchdrucker Kluge zu vier Monaten Gefängniß vernrtheilt. Das Vergehen gegen§ 131 soll durch ein Flugblatt begangen worden sein, das Wienholtz für den I.Mai bei Kluge heimlich hatte drucken lassen und unter der Hand verbreitete. Beide Angeklagte würden auf freien Fuß ge- setzt. Wienholtz, der seit acht Wochen in der Untersuchungshaft zubrachte, hat körperlich und geistig stark gelitten, was freilich nicht zn verwundern ist, da man ihn letzten Montag zum ersten Male während der Unters nchnngs- h a s t e i n e S t u n d e i m H o f e spazieren gehen ließ. Wie sich eine solche Behandlung eines Untersuchungsgefangenen mit der Gesängnißordnung verträgt, ist schwer zu sagen, und dabei gilt der Gefängnißdircktor als ein„humaner" Beamter. Wie mag e» da zugehen, wo„inhumane" Beamte das Ruder in der Hand haben. Kailrrolantcrn, 20. August. Bei der gestern stattgehabten Nachwahl an Miguels Stelle erhielt der sozialdemokratische Kau- didat Dr. Rüdt 2035 Stimmen, der Demokrat 6347 und der Nationalliberale 6871 Simmen. Am 20. Februar erhielt der sozialdemokratische Kandidat 1650 Stimmen. Es ist Stichwahl z, vischen Nationalliberalen und Volksparteiler erforderlich. Zu unserer gestrigen Notiz, worin es heißt, daß Vollmar der Sitzung der Fraktion, in welcher über den Organisations- entwnrf abgestimmt wurde, nicht beiivohnte, sei bemerkt, daß er überhaupt bei den Berathungen derselben nicht zugegen war, weil er sich auf Urlaub befand. Ans dm Sainurvier, 16. August, erhält die„Frkf. Ztg." von der köuigl. Berginspeklion IX.(Gruben Friedrichsthal und Maybach) in Friedrichsthal bei Saarbrücken folgende, auf eine Arbeiter-Maßregeluiig bezügliche Zuschrift: „Die„St. Johanner Volkszeitung" reproduzirle in ihrer Nr. 184 vom 11. ds. Mts. einen von Ihnen veröffentlichten Artikel, nach welchem neuerdings auf Grube Friedrichsthal der stellvertretende Präsident des Rechtsschutzvereins, Bergmann Thome, nebst 62 Mann wegen Verweigerung des Gehorsams auf 2 Tage abgelegt worden seien; Veranlassung dazu soll die Schichtdauer gewesen sein. Wir erklären Ihnen, daß weder der stellvertretende Präsident des Rechtsschutzvereins Bergmann Thome bei der Unterzeichneten beschäftigt ist, noch daß wir 62 Mann aus 2 Tage abgelegt haben und ersuchen Sie ans Grund des§ 11 des Preßgesetzes ergebenst um Berichtigung des fraglichen Artitels. Königl. Berginspektion IX. Stapenhorst." Sofort von der„Frks. Ztg." angestellte Ermittelungen haben ergeben, daß der stellvertretende Präsident deS Rechtsschutzvereins, Bergmann Thome aus Altenwald, auf Inspektion V, Grube Sulzbach, bei Direktor Legbold arbeitet. Hier, nicht aus der übrigens örtlich dicht daran stoßenden Inspektion IX. Friedrichs- thal, hat sich fraglicher Vorfall zugetragen. Die Thatsache an sich ist also richtig; nur bezüglich des Thatortes ist dem Korrespondenten ein den Umständen nach verzeihlicher Jrrthun» unterlaufen, auf den Herr Direktor Stapenhorst wohl hätte auf- >nerksam machen dürfen, schon um den Verdacht zn entgehen, als wolle er mit seiner„Berichtigung" die Angelegenheit selbst ver- dunkeln. In der Magdeburger„Uolkostim»««" theilen die beiden von ihrem Amt zurückgetretenen Redakteure des Blattes, die Herren Müller und Kanipffnieyer, einen Fall„furchtbarster Korruption" innerhalb unserer Partei mit, veranlaßt, wie sie sagen, durch die scharfen Angriffe, die der Abg. Grillenberger in Nürnberg gegen sie gerichtet hat. Wenn wir uns nun auch an die maßlos übertriebene Ansdrncksweise der Herren, an ihren Eiterbeulenjargon so zu sagen ziemlich geivohnt haben, so geriethen wir doch in Erstaunen und Entrüstung, als wir lasen, um was es sich, von den phrasenhaften Zuthaten ab- gesehen, eigentlich handelt. Vor etwa Jahres Frist erschien im„Berliner Volksblatt" eine Reihe von Artikeln, die sich mit dem offiziösen Material des verflossenen Herrn von Puttkamer gegen die Schweiz beschäftigten. In diesen Artikeln wurde auch eines Gymnasiallehrers Krüger in Zürich Erwähnung gethan, der sich, wie es da hieß, in so provokatorischer Weise unter den deutschen Sozialdemokraten m der Schweiz bemerkbar gemacht hatte, daß die früher dort ge- wcseuen Leiter des„Sozialdemokrat" den Verkehr mit ihm abbrachen oder doch auf das Aeußerste einschräukten. Bald nach Veröffentlichung der Artikel ging bei uns ein Schreiben von zwei uns gänzlich unbekannten Herren aus Genf ein, in welchem diese Angaben bestritten»vurden. Wir sahen von der Veröffent- lichung der Zuschrift ab, weil»vir die Richtigkeit der Be- hauptungen der beiden Unbekannten nicht prüfen konnten, und weil wir annahmen. daß ihnen,»venu sie Genossen ivaren, und noch vielmehr den» zunächst betheiligten Herrn Krüger, das Form» beka,»nt sein mußte, an»velches man sich in ihren» Falle zn»venden hatte. Die Einss>»der waren die»nnmehr bekannt geivordenc» Herren Müller und Kampffmeyer. Der Verfasser jener Artikel in»niserein Blatte aber ist der Abg. Auer, an dessen, im langen Parteileben beivährter Wahrheitsliebe und Zuverlässigkeit zu zweifeln, den beiden jungen „Parteirettern" vorbehalten geblieben»st. Damit aber noch nicht zufrieden, rücken die beiden Herren dem Genossen Auer, den» sie einen„Schurkenstreich" vorwerfe»», mit dem schweren Geschütz einer weiteren Verdächtigung zu Leibe. Er soll sich zu Herrn Krüger, der ihn aufsuchte, über seinen eigenen Artikel entrüstet ausgesprochen haben! Soweit»vir Genossen Auer kenne», wird er mit seiner Auüvort nickt lange aus sich »v arten lasse», und dann»uogen die Herren Müller nnd Kampfi- meyer sich zusammennehmen. Großbritannien. London, 20. August. Das Departement für die Gemeinde- Verwaltung theilt mit, daß bei einen, Matrose»,»velcher sich gegenwärtig im Poplar-Hospital an der Themse befindet, und von dem e» hieß, daß er an der Cholera erkrankt sei, sich lediglich Symptome der cholora nosti-as gezeigt hätten, wie sie alljährlich in dieser Jahreszeit in London vorkommen. Der Erkrankte befinde sich ans de»» Wege der Besserung und dürfe man auf seine Wiederherstellung rechnen. Frankreich. Paris, 20. August. De»» Vernehmen nach hätte der Minister des Auswärtigen, Ribot, die Absicht, an allen Orten des Auslandes, wo der Handel«inen besonderen Vertreter Frank- reichs fordert, die Konsuln durch Kanzler bei den Gesandschasten zu ersetzen. Ter offizielle Bericht über die Phylloxera in der Champagne konstatirt das Vorhandensein des Insekts im Departement Aisue, jedoch seien die angerichteten Verheerungen nicht be- trächtlich. K-lgie». Der im November 1880 zu zwei Aahreu Gefcmgniji verurtheilte Lockspitzel P o u r b a i x ist uach ueuu- mouatlicher Haft freigelasseu morden. Diese Guust wird erklärlich,»veun mau die Beziehuugeu dieses Spitzels zu den Mitgliedern des Miuisteriuuis denkt. Was»nacht es da aus, daß gerichtlich seine systematische Förderung der Dynamit- anschlage und die Erfindung eines angeblichen republikanischen Komplottes erwiesen»vorden ist. Ataiien. Ein w»l» d e r s a m e r republikanische»; Putsch, dessen Schauplatz vor drei Tagen das kleine toskauische Städtchen Castroearo war, ist zwar durch ein offiziöses Telegramm' der italienischen Regierung in das Reich der Fabeln vor- iviese»»vorden; allein ivir haben keinen Grund, diesem vagen Dementi den geringsten Glauben zu schenken. Dem„B. T." ist »»zwischen von seinen» römischen Korrespondenten nachfolgendes Telegramm zugegangen: „In der Nähe von Fori» in der Romagna tauchte eine aus 40 Personell bestehende, mit Wetterli- GeiveHren be- »vassuete republikanische Bande ans, welche eine rothe Fahne entfaltete. Nachdem die Bande eine Telegraphenlcitnng zerstört hatte, und von der Regierung Truppen gegen sie aus- gesandt waren, zerstreute sie sich." Einem Telegramm des Bureau Her'old über dieselbe Ange- legenheit entnehmen ivir Folgendes: „Steuere Nachrichten bestätigen, daß in Castroearo sich that- sächlich eine Bande gebildet hatte, die aber inzwischen schon auf- gelöst, vorbei» ist. ES scheint, daß in der Romagna Vorbereitungen zn einem Ausstand im Zuge waren. Zwischen Godo und Rufs» »vnrde die Telegraphenleitung unterbrochen, nnd in Alfonsiue wurde ein Individuum verhaftet,»velches die Arbeiter zum'be- »vasfueten Aufruhr ausreizte." Die Vorgänge bedürfen»och der Aufklärung. Amerika. Washington, 20,'August. Die Regierung macht bekannt, daß Guatemala und San Salvador die Vermittelung der Ver- einigte!» Staaten angenommen hätte». R io de Ja„ e i r o. 20. August. Der Finanzminister Ruiz Barboza hat seine Entlassung eingereicht und»vird durch den Vizepräsidenten ersetzt. General Florians Peiroto ist zum KriegS- Minlster ernannt»vorden. Montevideo. 20. August. Die Nationalbank von Uruguay erklärt,»hr Portefeuille sei ausreichend,»m» eine Emission zn garantire», aber die sofortige Konversion des Papiergeldes sei unmögllck Der Finanzminister schlägt die Wiederherstellt»»« der Metnllwahrnng und die Einziehung des Papiergeldes durch A»»- gäbe»1 pari rückzahlbarer, verloosbarer Obligationen vor. Ansier- dem beantragt derselbe eine fünsprozeniige Erhöhung der Steuern und Zolle. Buenos-AyreS, 20. August.(Telegramm des„Reuter- scheu Bureaus".) Die Truppen waren die ganze Nacht unter Waffen. Man befürchtet eine abermalige Revolution, weil der Kriegsminister die Namen aller derjenigen Offiziers aus den Listen gestrichen hat, die an dem Aufstande theilgenommen haben. — Der Gouverneur von Cordoba hat seine Entlassung gegeben. Die Provinzialbank von Cordoba ist geschlossen worden. Buenos-Ayres, 20. August. Die Demission des Gou- verneurs von Cordoba ist angenommen worden. Tie Regierung hat gleichzeitig beim Senat und der Kammer zwei Vorlagen des Finanzministers eingebracht. Afrika. Nach Meldungen aus Tanger hat der Sultan, welcher sich auf dem Marsche nach Tadla befand, sich unvermuthet nach Norden, rückwärts von Zemmur, gewendet, und den Berbern ein Gefecht geliefert, bei welchen, er Sieger blieb. WerpattttttUmsew In der Ulitgliederuersammlung der Uercinignttg der Drechsler Deutschlands(Ortsverwaltung Berlin Hl) vom 12. August referirte Kollege Hildebrandt über die Bewegung der Handwerker und Arbeiter im Jahre 1848. Der Redner schilderte in einem längeren Vortrag die Lage des Handwerker- und Ar- beiterstandes, wie sie zu dieser Zeit war, in klarer und deutlicher Weise, sowie die Ziele der damaligen Organisationen. Aus den Ausführungen geht hervor, daß es nur soziale Ur- sacheu und Massenverarmung war, welche die Arbeiter und Handwerker dazu trieben, für ihre Lage einzutreten. Nuter„Vereinsangelcgenheiten" kamen die städtischen Fragebogen zur Sprache. Es wurde den Kollegen zur Pflicht gemacht, die- selben wahrheitsgetreu auszufüllen, bannt wir im Stande sind, eine genaue Statistik zu liefern. Es wird noch die Geschäfts- ordnung verlesen und Kollege Hermann Richter zum Beisitzer ge- wählt. Nachdem noch verschiedene Fragen erledigt waren, unter- zog Kollege Hildebrand das Verhalten des„Verl. Lokalanzeiger" einer Kritik und meint, daß es Pflicht eines jeden Arbeiters sei, dafür zu agitiren, daß dieses Blatt nicht noch von Arbeitern unterstützt werde. Freie Uemnigung der Gärtner und verwandter Äernfsgenosten. Eine zahlreich besuchte Wanderversammlung tagte am 9. August in Rettig's Lokal in Weißensee. Herr Büchner referirte über das Thema:„Unsere heutige Zeit im Lichte der materialistischen Geschichtsauffassung". An der Diskussion be- theiligten sich als Gegner die Herren Möhrig und Ha�e-S Riek, die sich in groben Schimpfereien auf die Freie Ae«' 9� zu überbieten suchten, jedoch von den Herren Deutsch, t-uD, Falk, sowie vom Referenten in gebührender Weise heimg» wurden.— Am 12. Angust tagte ebenfalls eine Wanderven lung des Vereins in der Bärenbrauerei zu Charlottenburg• Tagesordnung: Unsere heutige Zeit in. Lichte der materiani Geschichtsauffassung. Diskussion. Verschiedenes. 3"'" m# Punkt der Tagesordnung referirte Herr Büchner. UM- schiedenes forderte der Vorsitzende, Herr Wetzel, die Kolleg � überall für die Verbreitung der sozialistischen Ideen zu»g und nur auf die Arbeiterblätter zu abonniren. Achtung!«COÜ« öffentliche Uolk«v»r(nu«nl»ng Frauen llharlottenburgs und Umgegend am Freitag, den es. 8% Uhr, im Lokale Bismarcls-Höhe, Wilmersdorfersir. 39.-Mi Fachoer»;., d.r Firme» schiider-Hranche. Große** Schlachtensee am Sonntag, den 2«. August. Abfahrt? Uhr Uiore Potsdamer Bahnhof. Sämmtliche Kollegen find hierzu eingeladen- zierein zur Wahrnug der Interessen der Hchuhmacher.-'' L den 25. d. 3113., Abends 8% Uhr, tn den Armin-Hallcn, Kommandam-> ' W Vortrag des Herrn Stadw. Bo?- r -'iskuMon. 8.«M«'" 23. Sitzung de« gehellige» Lefelilnb» August, im Lokale Wollinersir. 9 unter polizetl .... 2099. 2. Diskussion. eMein,»miw»WI. � � er Bewachung- Theater. Freitag, den 22. August. Lesstng-Theakrt'. Ein Volksfeind. Friedrich-Mi lhrlntstäbt. Theater. Der arine Jonathan. Mallner- Theater. Mamsell Ni- tauche. Diiitoria-Theater. Geschlossen. Adolph Ernst» Theater. Der Goldfuchs. Kelleallianee-Theater. Der Dorf- teufel. Kroll's Theater. Der Troubadour. Ostend- Theater. Der arme Jona- than. EngHscher Garten. Direktion: C. Andreso, Alexanderstraße 27o. Auftreten der Chansonnette Fräulein Eltienfeld. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Roaa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Ziegler. Auftreten des Malabaristen und Equi- lebriste» Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Clerrnont niit seinen dressirien Schweinen, Esel und Gänsen. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags Sjt/e Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 80 Pf. 60 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- sestlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben. Etilblisseulellt Buggenhagen am Morützplatz. Täglich: Grosses Garten-Concert. Direktion A. Aödmann. Dienstag und Freitag: Walzer-Ahend. Wochentags 10 Pfg., IjIIUcc gönn- und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren stiestaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhoser Export-Bier, Seidel 15 P[. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. Müller. Passage i Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panoi ama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. Nur gW diese-MW Woche: Deul Zum ersten Male:� Zweite Reise durch das interessante Egiipten. Erste Wanderung durch die malerischen Oberitalienische» Alpen. Eine Sleise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. WMiliMtt Imiiiel, gen.: ,,Die stdrle Ztagelkiste", Berlin N., Elsasscrstraße 73, gegenüber der Bergstraße. Im Lokal photographisches Atelier zur Benutzung.— Jeder Gast, auch wenn derselbe nur für| 10 Pfennige verzehrt, wird gratis rtöiliprtirt 1 und erhält sein Bild sofort als Gratispräsent. Höchst scherzhaft!| H. Schnitze(mlt'n tz). Einzige Aeller-Photographie ' der Welt. 1185 Etablissement Sud-Ost tYaldemarstr. 75. Wer Saal mt Rebenriillmell, Tunnel mit Killard etr. Für Vereine, Bälle, Festlichkeiten jeder Art empfohlen. 272 Einige Sonnabende der Saison noch frei. Deste v.ZOe— 5 Meter spottbillig. | Emil Iißfövre, Granieustr. 158.| Proben franko I [160Ö Grosses Sommerfest arrangirt vom Arbeiter- Gesangverein„Hoffnung" zu Friedrichsberg im Coucertpark Victoria friilict Ostendpark, Frankfurter Allee 72/73, am Sonntag, den 24. Angust 1890. Grosses VocaB- u° finstpumenial-Concert unter Leitung des Herrn Musikdirektors E. Thamm und des Dirigenten des Arbeiter-Gesangvereins„Hoffnung" Hrn. H. Langhans. Im Saale: Grosser Ball. Die Kaffeeküche ist den geehrten Damen von 3 Uhr an geöffnet."AWL Kassen-Eröffnung 3 Uhr. Ansang des Concerts 4 11 Hr. ___ Eutrer SO Pf. 440 Mitglieder-Uersammlnng lj. mmt. L Metallarb. illGas-, Wasser-!!. Iaiilps-Amatllttll am Sonnabend, 28. August, Abends 8Va Uhr, bei Zemter, Münzstr. 11. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Türk„Ueber Frauenbefreiung" und Diskussion. 2. Jahresbericht und Jahresabrechnung. 3. Abrechnung vom Stistungsfest. 4. Verschiedenes und Fragekasten. 447 Gäste willkommen._ Der Notstand. Große öffentliche Versammlung öer Fepmes� Montag, den 25. d. M., Abends 8 Uhr, in Müller's Salon, Jobannisstr. 20. Tages-Ordnung: 1. Schlußabrechnung vom Streik. 2. Die Arbeiterschlitz- Gesetzvorlage u. die Enquete der Regierung. 3. Der Arbeitsnachweis der Metall-Jndustriellen. 4. Der Aufruf der Vertrauensmänner der Metallarbeiter Deutschlands bez. unsere Stellung zu demselben. Diskussion. Verschiedenes. In Anbetracht der neuesten Verfügung des Minister des Innern, betr. die Handhabung des preuß. Bereinsges. und der Wichtigkeit der Tagesordnung ist zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwünscht. NB, Die spezielle Abrechnung liegt vom 25. d. Mts. bis 6. September Garienstr. 79, Restaurant Verudt, zu Jedermanns Einsicht aus. Der Einberufer: E. P o i l l o n. hes Vereins z. Wnhr. K Znteressen l Kwierllrbeiter n. Ver. Sonnabend, de» 88. August, Abend» SVe Uhr, in Deig mUller's Salon, Alte Iakobstrafze 48a. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Wolfgang Heine. 2. Werkstattangelegenheiten und Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht recht zahlreich zu erscheinen. 458 Der Uorstand. Berliner BockbranereL Vom 15. Septbr. ab sind die Säle zu Versammlungen und Festlichkeiten zur freien Benutzung zu vergeben. An Sonntagen zu besonders günstigen Bedingungen. Um baldige Bestellungen bittet Pani Schaffert, 400 Oekouom der Berliner Bockbrauerei. Wegen Umbau verkaufen wir ca. 2000 llGSt@ Möbelstoffe{(jlattC ii. gemusterte Plüsche, loquetles, Fan- tasiestöffe, Damaste, Ripse etc.), ferner Portiären, Gardinen, Tischdecken, Länferstoffe, eine Partie Teppiche u. dergi., am zu räumen, zu fabelhaft billigen Preisen. JL SiiiBie. Spandaucrstrasse 30,' Hof links parterre und I. Stock. 399 Kottbuser Aamin 7(nahe der Kottbnser Krücke). S ch n h e und Stiefel für Herren, Damen, Kinder. Herrenstiefel, g°uag°lt und auf Rand. Pserdcbahngcld vergütet. Möbel, Spiegel und Polsterwaaren. Ganse Ausstattnuge» empfiehlt Moritz Gläser, im 167. 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Nach der Versammlung: Gefellige» Keifainmenfei» reichem Besuch ladet ein_ Der Ginberufer: P- I am Friedrichshagen! Versammlung des Arbeiter-Willlgsvereills. Sonnabend, den 23. August, im Lokale„Waldhaus", an der Bahn. Tagesordnung: 1. Vortrag. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht 453 Der Uorstand. Große Versammlung des Allgemeillen Arbeiterinneil- Vereills siimiiltl. Verussznieige Kerlin» und Umgegend Filiale III in Rixdorf findet am Sonnabend, den 23. August, 'Abends 3Vs Uhr, im Lokale des Herrn Hoffmann, Bergstr. 33, statt. T.-O: 1. Vortrag. Referent Herr Werner. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Herren und Damen haben Zutritt. Zur Deckung der Unkosten eine Teller- sammlung. Um recht regen Besuch bittet 431 Die Kevoll»::iichtigtc. Arbeiter. Genosse»: Gute» Landbrot liefert täglich frisch ins Haus joh. Hausmann, 450 M a r i e n d orf, Feldslr. 3. Freundliche Schlafstelle Cnlmstr. 32, Quergcb. IV. Schmidt. 396 Aiigemein. deutscher Sattler-Verein. Versammlung Sonnabend, den 23. August, Abends Punkt 8Vs Uhr, im Lokale des Herrn Reyer, Alte Jakobstr. 83. Tages-Ordnung; 1. Vortrag des Kollegen G. Mauerer über:„Kapital und Arbeit." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gleichzeitig werden die Kollegen auf die am Sonntag mit den Potsdamer Kollegen gemeinschaftliche Partie nach dem Grunewald aufmerksam gemacht. Treffpunkt bis 11 Uhr Vormittags im Restaurant Hundekehle(Station Grüne- wald). 452' I. A.: Per Vorstand. Bitte lese» Sit! Jedem, der billig kaufen will, empfehle mein reichhaltiges Lager in Sommer- Paletots, Rock- und Jacket- Anziigen, sowie einzelnen Hosen, Röcken, Jackets, Westen:c.; ferner Damen-Mäntel und-Kleider, Stiefel, Hüte, Betten, Wäsche, Uhren, Reise- u. Holzkoffer u. s. w. Alles in alt u. neu! Kaufe sämmtliche Sachen auf Auktionen und von Leihämtern; auch sind verfallene Pfänder dabei, daher sehr billige Preise. A. 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Schlafstellen ,md Werl, statten schildert Dr. der Vierteljahresschrift für öffentliche Gcsnndheits- � i>nd zwar, so führt P. aus, Vorschriften über die Ml 8 der Pennen und über die Veriniethung von Schlaf- ien°>.�na�Mden, die Ueberivachung der thatsächlichen Ausführung Forschriften aber dürfte kaum genügen. Der Umstand, daß Volkszählung vom 1. Dezeinber 1885 in Berlin 1100 in®) t)e""d 1065 weibliche, zusammen also 2705 Schlafgänger (Süt aVS6'1 ont nur einem Wohnraum angemeldet waren, � niindestens zweifelhaft erscheinen, daß den bestehenden unmungen Folge gegeben wird. Bei den im Jahre 1880 Oabten Erhebungen über die gesundheitliche Beschaffenheit ... Werkstätten wurden unter 14 400 besichtigten Werkstätten 00 ift!-!' welche zu gesundheitlichen Bedenken Anlaß gaben; dabei rLJ.rffen zu bemerken, daß die Prüfung lediglich durch Schutz- nirt! rncht durch Sachverständige stattgefunden und sich auch A-vi erstreckt hat, ob die Werkstätten zur Herstellung von gegenständen und etwa gleichzeitig zu Schlafzwecken be- wurden. Eine derartige Verwendung ist nicht nur ekel- , sondern hat auch unter Umständen einen nicht -�edenklichen Einfluß auf die Gesundheit der Mitmenschen .'JA Weiterverbreitung von Pocken, Typhus, Diphtherie u. s. w., wir!" v�o>e an denjenigen Speisen leicht hasten, welche nicht hin- ."Heilder Hitze zur Tödtung der Ansteckungsstoffe ausgesetzt wur- n!"- Jui Jahre 1889 haben und zwar lediglich im Monat Juli �. derartige Besichtigungen mit einein Ergebniß von 300 Be- id'i ;6, ) .»< k f «reiß /in k: von l°nal dienten. nmt, uler' welche vorwiegend oder ausschließlich Arbeiter- ini-t'ngen enthalten, bedürfen nach Dr. P.'s Meinung ebenso o..,, Schlafstellen und Werkstätte» einer ununterbrochenen, PlinÜ.ehördlichen Ueberivachung. Es genügt nicht, daß der «iii � t vermehrten Austreten ansteckender Krankheiten oder .. Schutzmann einmal eine Anzeige über diesen oder jenen Ucbcl- im., wacht, oder daß die Bewohner sich über Feuchtigkeit in der ff'umg oder über Unsauberkeit in Haus und Hof beklagen und eine ortspolizciliche Untersuchung herbeiführen: es ist c"''cht ein öffentliches Interesse nöthig, daß diese Verhältnisse „1% oer Behörde dauernd und zwar von Sachverständigen über- stt werden. Wohnungen dieser Art giebt es in fast allen Stadttheilen, ' Zentruni, wie im Westen und Osten, Norden und Süden, W abgesehen von den Massenmiethsgebänden für 800 bis 1000 Jr mehr Bewohner, davon kann man sich leicht überzeugen, wn man nur die rechten Plätze aufsucht. a.Wer die Hoffnung hegt, daß bezügliche Anzeigen durch die und Schlafgänger, durch die Handwerksgesellen in den - Mätten, durch die Bewohner gesundheitswidriger Näuuie und xi gehaltener Häuser erstattet werbt» sollen, giebt sich einer dj? i�ig hin. Es darf nämlich nicht übersehen werden, daß kui, klaren aus Gleichgiltigkeit selbst mit der schlechtesten Unter- fi» 04 begnügen, die Gesellen und Arbeiter aber zu'Anzeigen chs mm so schwerer entschließen, als sie stets eine Aufkündigung �rotverhältnisses, bezw. der Wohnung gcivärtigen müssen. Rr.�uch eine fachverständige Ueberivachung der Sauberkeit in trin"""d Höfen ivürde nach Dr. P.'s Ansicht sehr angebracht !!w"~ Ein recht hübsches Bild aus amtlicher Feder von unseren «inet Wohnungsverhältnissen. Cdu 9 er vorgestrige Sliandal in der 137. Genirinde- di'rü'.wa hunderte von Schulkindern sich am hell lichten Tage oiinf« k'6 Eespensterfurcht eines Mädchens anstecken und in TodeS- oersehen ließen, wirft ein sehr ungünstiges Licht auf unsere den!"?�zustände. Man sage nicht:„Es waren ja nur Kinder", n dieser Einwand trifft das Wesen der Sache nicht. Warum, "■' wan fvnnoi» waren aber diese Kinder ohne Ausnahme der o zugänglich? Und darauf lautet die einzige weil ihnen von ihren erivachsenen Angehörigen diese »ickt'' �sßkbracht oder nicht ausgetrieben worden ist. Wenn noch immer der Aberglaube in weiten Kreisen der Erwachsenen gm Wissenschaft nud Speknlatwttswtttls. Von I. K. si4> loben bekanntlich in einem Zeitalter, in welchem .> der Fortschritt menschlicher Kultnr in einem schnelleren im 4 % i W iS. verbreitet wäre, könnte er auch nicht unter den Kindern grassiren Angeboren ist die abergläubische Furcht vor übernatürlichen Mächten dem Menschen keineswegs, sondern sie ist ein leider noch sehr mächtiger Ueberrest von den Traditionell aus uralten Zeiten, die sich von Generation zu Generation fortgeerbt haben und der Aufklärung vielleicht noch lange Widerstand ent- gegensetzen werden. In den„Fliegenden Blättern" stand kürzlich ein paradoxer, aber durchaus lebenswahrer Scherz: Eine Mutter schilt ihr siebenjähriges Töchtercheu, weil es sich noch immer fürchtet, im Finstern allein zu bleiben, und sucht es durch den Hinweis auf die erst zweijährige Else zu beschämen, welche diese Furcht nicht empfindet; da antivortet aber die Siebenjährige: „Ja, die Else hat auch noch keinen Verstand". Dieser kindische 'Ausspruch enthält eine große Wahrheit: Die ganz kleinen Kinder halten sich nur an das Reale und verstehen es nicht, wenn man ihnen von übersinnlichen Dingen erzählt; es gehört in der That schon eine gewisse Reise des Verstandes dazu, um sich mit un- verstättdigen Tingen gruselig machen zu lassen. Der Mensch ist eben von Natur ein viel besseres und vernünftigeres Wesen, als er später durch unsere ungesunde Erziehung wird. Hier wird aber von den eigenen Angehörigen der Kinder noch mehr gesündigt, als von der Schule. Allerdings würde schon vieles besser sein, wenn die Kinder gar nicht mehr mit dem Religionsunterricht behelligt würden, der in den unent- wickelten Gehirnen nothwendigeriveise abergläubische Vorstellungen erzeugt und nährt. Wir wollen uns hier nicht auf dogmatische Auseinandersetzungen mit denen einlassen, welche mit allerhand Scheingründen behaupten, daß der'Aberglaube etwas Nnchrist- liches sei, Thatsache ist, daß ein Kind sich ebenso wenig wie ein Erwachsener eine Vorstellung von einem unpersönlichen Gott machen kann, daß vielmehr immer die Vorstellung von einer un- sichtbaren Persönlichkeit herauskommt, die auf geheininißvolle Weise uns umschwebt, und Thatsache ist ferner, daß, wer an einen guten Geist glaubt, kaum umhin kann, auch an einen Teufel und sonstige böse Geister zu glauben, und so ist schon selbst der mit größter Vorsicht ertheilte Neligionsunterricht geeignet, bei den Kindern abergläubische Vorstellungen groß zu ziehen. Uebrigcns braucht man sich ja auch nur anzusehen, in welchen Kreisen der Spiritismus seine Anhänger findet: der Pastor Müller in Bliesen- dorf, ein akademisch gebildeter Theologe, war es, der seine Weisheit über den Spiritismus aus der„Gartenlaube" holte und sich durch den Resauer Spulknaben Karl Wolter so düpiren ließ, daß er steif und fest an herumfliegenden Bratpfannen glaubte und die bösen Geister durch Gebet zu bannen versuchte, und ein Organ der Orthodoxie, die„Kreuzzeitung" ist es, welche fort- gesetzt durch tiefsinnige Artikel jsiir den Spiritismus Propaganda macht. Gottesglaube und Aberglaube sind in der That nahe mit einander verwandt, und man braucht sich nicht zu wundern, wenn die Kinder, denen man allerhand unklare Vorstellungen von höheren Wesen beibringt, eben auch dem krassesten Aberglauben leicht zugänglich sind. Gleichwohl wird in dieser Hinsicht, wie schon angedeutet, von den eigenen Angehörigen der Kinder noch mehr gesündigt, als von der Schule. Kein Lehrer wird direkt den Gespenster- glauben begünstigen, indem er den Kindern blödsinnige Ammen- märchen, in denen Gespenster eine Rolle spielen, erzählt. Das geschieht aber nur zu oft von Seiten der Mütter, Tanten und guter Freundinnen. In der FraUeiiwelt ist ja der Aberglaube vorzugsweise verbreitet, und bei Besuchen am Abend erzählen sich unheimliche Geschichten gar zu schön. Da hören die Kinder mit gespannter Anfnierksanikeit zu, und wenn sie im Dunkeln im Bett liegen, ziehen sie sich gruselnd die Decke über die Ohren und malen mit geschäftiger Phantasie die unheimlichen Bilder aus, von denen sie sprechen gehört haben. Dann braucht nur im Zimmer etwas zu rascheln, oder ihr Blick braucht auf ein dahängendes Handtuch zu fallen, und die Kinder werden von einer tödtlichen Angst befallen, welche oft genug schwere Schädigungen ihrer Gesundheit zur Folge hat. Und wie viel wird schon durch bloße Gedankenlosigkeir gesündigt! Damit die Kinder sich ruhig verhalten sollen, droht man ihnen mit dem „schwarzen Mann", der sie holen würde, wenn sie ungehorsam sind, und man überlegt sich gar nicht, welchen Eindruck solche Drohungen auf ein Kindergemüth machen müssen. Welche Früchte solches Altweibergeschwätz zeitigt, hat man am Mittwoch mit erschreckender Deutlichkeit gesehen. Sicherlich sind doch unter den Kindern in der 137. Gemeindeschule viele Knaben und Mädchen gewesen, deren Eltern vollkommen auf- geklärt sind und auch für ihr Theil nach Kräften dem Einnisten abergläubischer Borstellungen bei ihren Kindern , w. ceoen veramilucy IN einem. L «ZUM zweifelhaften Erfolg gehabt hatten, indem die Thiere erst nach wiederholten elektrischen Schlägen und unter schrecklichen Leiden verendet waren. Er verbrachte daher seine letzten Stunden in fürchterlichster Pein. Vergeblich suchte der Gefänguißgcistliche ihmMuth zuzusprechen. Am 29. März 1889 hatte Kemmler die Mathilde Scigler ermordet. Seit jenem Tage war er beständig, von Woche zu Woche, zwischen der Hoffnung auf Begnadigung und der Furcht vor der Hin- richtung hin- und hergeschlendert worden. Gestern zitterte er wie Espenlaub und sties; in seiner Zelle bei dem geringsten Geräusch von Schritten die schrecklichsten Angstrufe aus, da er beständig den verhängnisvollen Moment herangenaht glaubte. Noch gestern Abend flehte er den Geistlichen an, sich für ihn in's Mittel zu legen, damit er nicht durch Elektrizität gctödtct, sondern„blos" gehängt werde. Heute stich wurde er beinahe ohnmächtig, als man ihn aus seiner Zelle holte und nach dem Sessel führte, aus welchem er fest- gebunden werden und seine Strafe erhalten sollte. Die Hotels von Aubnrn waren seit zwei Tagen mit Neugierigen angefüllt, welche Zeugen der Hinrichtung sein oder wenigstens über den Verlauf derselben die erste Nachricht haben wollten. Die Behörden hatten jedoch die nöthigen Vorkehrungen gc- troffen, um alle Gaster fernzuhalten. Nur Aerzte, Elektriker, Beamte und einige Vertreter der Presse wurden zugelassen. Die Hinrichtung erfolgte durchaus nicht momentan, sondern erst nach drei elektrischen Schlägen. Die Operation dauerte mehrere Minuten. Kemmler bewies im Augenblicke der Exekution große Kaltblütigkeit und setzte sich selbst in den Fanteuil, wo er den elektrischen Schlag erhalten sollte und ließ sich anschnallen. Der Attüruey Quimles gab das Signal, der Hebel, welcher die elektrische Strömung herstellt, wurde gesenkt, der Körper schnellte in die Höhe, die Glied- maßen verzerrten sich so fürchterlich, daß alle Anwesenden von Entsetzen erfaßt wurden. Der Delinquent stieß einen tiefen Seufzer aus, Schaum entströmte dem Munde und die Brust hob und senkte sich konvulsivisch, das Gebiß klapperte gräßlich. Ein Anwesender fiel in Ohnmacht. Man ließ einen neuen elektrischen Strom durch den Körper fahren und die Anwesenden empfanden den Geruch verbrannten Fleisches entgegentreten. Es genügt aber vollkommen, daß nur einige wenige Schulkinder in den Pausen Gespenstergeschichten kolpor- tiren, um die Phantasie aller so zu überreizen, daß alle blind- lings davonlaufen, wenn ein Mädchen in den Angstruf ausbricht, sie sei von eindr Todtenhand berührt worden. Den unver- ständigen Kindern kann daraus kaum ein Vorwurf gemacht werden, der schwerste Vorwurf aber trifft alle diejenigen, welche durch ihre Unvernunft den Gespensterglauben bei den Kindern groß- gezogen haben. Augenblicklich steht man einem solchen Vorfall freilich ziemlich rathlos gegenüber, denn das Unkraut des Aberglaubens läßt sich nicht mit einem Male ausrotten. Es wird voraussichtlich noch der mühevollen Arbeit mehrerer Gene- rationen bedürfen, ehe alle die Ueberreste aus dunklen Zeiten entgiltig auf den Kehrichthaufen geworfen sein werden. Eine nvthwendige Vorbedingung dazu ist aber auch die gründliche Reinigung des Schulwesens von all dem überlieferten Wust, mit dem nicht nur viel kostbare Zeit verschwendet wird, sondern der auch direkt hemmend auf die geistige Entwickeluug der Jugend einwirkt. Zu der Zlauilt i» der lS7ste« Gemrindrschule und deren Ursachen gehen uns noch folgende Mittheilungen zu, ans welchen Hervorgeht, daß dem Vorfall ein Unfug allergröbster Art zu Grunde liegt. Seit einigen Tagen sind nämlich an Schul- gebäuden Zettel niedergelegt worden, auf welchen in rother Farbe ein Todtenkopf gezeichnet'war und die Unterschriften folgender Art trugen:„Ihr seid duinin und ich bin dumm und morgen dreh ich euch die Köpfe um". Natürlich haben solche Vorgänge die Kleinen in die größte Erregung gebracht. Bereits am Mon- tag entstand— wie schon kurz erwähnt— in der Gemeindeschule in der Kleinen Frankfurterstraße das Gerücht von der Anwesen- heit von Gespenstern, welches— unglaublich, aber wahr— auch ältere Frauen in Angst versetzte und ganz bedeutende Menschen- aufläufe vor dem Schulgebäude zur Folge hatte. Am Dienstag wurde zum Uebcrfluß noch in der Georgenkirchstraße vor der dortigen Gemeindeschule die Aufregung der Kinder dadurch erhöht, daß sich fünf Knaben auf den Fahrdamm hinstellten und, das Schulgebäude anstarrend, erzählten, in demselben seien Gespenster. Die wenigen Jungen brachten es denn auch fertig, daß eine Ab- theilung Schutzlente unter Leitung eines Polizeilieutenants fast bis zur Mitternachtssiunde in angestrengtester Thätigkeit am Orte verbleiben mußte, um die Tausende, die sich dort angesammelt, zu zerstreuen. Bezüglich der Panik in der Schule in der Frieden- straße verlautet noch folgendes: Der Lehrer der zweiten Klasse, Herr Littloff, hatte für einige Augenblicke auS irgend einem Grunde den Schulraum verlassen, als sich der bereits gemeldete Vorgang dortselbst abspielte. Bei der wilden Flucht die Treppe hinab wurden, insbesondere in der Mädchenschule, die schwächeren Kinder zu Boden gerissen und mit Füßen getreten, und haben hierbei einige Mädchen doch erheb- sichere Verletzungen davongetragen; so ist dieses mit der 14jährigen, in der Weydingerstraße wohnenden H. der Fall, welche durch Fußtritte am Kopfe derartige Verletzungen erlitten, daß sie bettlägerig ist. Ein in der Linienstraße wohnender Knabe hat starke Kontusionen der Kniescheibe erfahren und fieberte in- folge dieser Verletzung, sowie der ausgestandenen Angst ziemlich stark. Die Kleinen waren theilweise derartig erregt, daß ihnen im Moment die Sprache abhanden gekommen war; andere Kinder waren gar nicht nach der elterlichen Wohnung zurück-' gekehrt und wurden von den Angehörigen noch am späten Nach-' mittag in den Straßen gesucht. Der Borgang, der sich wie ein Lauffeuer durch Berlin verbreitete, veranlaßte natürlich eine wahre Völkerwanderung nach der Friedenstraße, jedoch gelang es. den dortselbst postirten Polizeibeamten, die Massen stets zum Aus- andergehen zu veranlassen. Dir Krhandlnng«nsierrv St»i»r»»ögel gestaltet sich in vielen Fällen zu einer wirklichen Thierquälerei, deren sich die Vogelfreunde freilich gar nicht bewußt sind. Alm meisten wird gegen die sogenannten„Wildlinge", d. h. gegen solche Vögel, die nicht im Zimmer aufgewachsen sind, gesündigt. Vielfach steckt man unsere lieblichen Waldsänger, wie Nachtigallen, Grasmücken, Drosseln und andere Wurmfresser in einen Käsig, der wohl für den Kanarienvogel geeignet wäre, in dem sich aber der Wildling niemals wohl fühlen kann. Der Wurmvogel bedarf eines läng- lichen Käfigs, dessen Länge iiiindestens einen he">en Meter betragen sollte. Nur dann kann er sich elastisch von Sprungholz zu Sprungholz schwingen und seinem Körper die erforderliche Bewegiuigösrcihcit verschaffen. Die Sprunghölzer, Holz- oder Rohrstäbchen, dürfen auch nicht von gleicher Stärke sein. Man möge nie vergessen, daß der Vogel in der Natur bald auf einem und verbrannter Haare. Der Strom dauerte 17 Minuten, dann folgte noch ein dritter Strom. Die Aerzte diagnosti« zirten nach dem ersten Schlage den Tod des Gerichteten(?), aber der Athem und die 5?ontraktionsbewegungen blieben wie bei einem Lebenden. Die Aerzte selbst sprachen sich gegen diese Todesart aus, dieselbe als Barbarei nno Schlächterei bezeichnend.„Ich sah viele Leute hängen, sah aber nie derlei Revoltirendcs", bemerkte Dr. Schrady. Dr. Macdonald bestritt, daß bereits der erste Strom tödtete. Sämmtliche Zeitungen sind einig in der Bernrtheilnng dieser Hinrichtungsart. Sie war so greulich, daß mehrere An- wesende dem Scharfrichter laut zuriefen, schneller zu manipu- liren. Nach dem dritten Strome drang aus dem Körper weißer Dampf, welcher den Anwesenden fast den Athem benahm. Soiveit der Bericht, der, weil von einer schier grenzen- losen Verrohung des menschlichen Charakters Zeugniß ab- legend, einem Jeden fast unglaublich erscheint. Welches Unmaß von Rohheit und Charakterlosigkeit gehört dazu, die Hinrichtung eines Menschen mittelst einer Methode zu vollziehen, die, an Thieren erprobt, dargethan hat, daß sie eine Barbarei sonder Gleichen sei. Frägt da nicht ein Jeder, welche Achtung mögen die Ankläger, wie die Richter des Verbrechers von der menschlichen Person haben, kann in ihrer Brust nur ein Fünkchen Moral wohnen, deren erhabensten Grundsätze einer lautet: „Liebe Deinen Nächsten"? Die ganze Angelegenheit erhält noch ein grauenhafteres Gepräge durch eine Mittheilung eines amerikanischen Mitarbeiters in dem angesehensten deutschen elektrotechnischen Journal, der„Elektrotechn. Zeitschrift", welche Mittheilung die Hinrichtungsmcthode als aus kapitalistischen Spekulationen hervorgegangen schildert. Dieses Blatt schreibt in einer der im Monat Mai erschienenen Nummern folgendes: „Die Hinrichtung vermittelst Elektrizität hat nicht statt- gefunden.*) „ �Anmerkung. Es bezieht Zsich dies auf die im Mai beabsichtigte Vollstreckung des Nrtheils. schwache», bald auf einem starke» Zweig sitzt, also die Füße ab wechselnd niehr oder weniger zusannnenkrallen muß. Wird ihm diese Abwechselung in der Gefangenschaft nicht geboten, so wer- den die Fußgelenke allinälig steif. Außerordentlich wichtig ist es, darauf zu achten, daß sich aus den Stäbchen keine scharfe Kruste bildet; geschieht das, so reibt der Vogel sich die Füße wund und bekommt an denselben schmerzhafte Auswüchse, die ihn verunstalten und an denen er schließlich jämmerlich zu Grunde gehen muß. Man möge auch nicht zu viel Sprungholzer ins Bauer machen, das würde dem Vogel hinderlich sein. Für einen Käsig wie oben angegeben genügen in der Länge zwei. Ein wich- tiger Gegenstand ist ferner das Badewasser. Die meisten Vögel baden außerordentlich gern; es ist dies auch zur Erhaltung ihrer Gesundheit nothwendig. Man muß ihnen zu diesem Zweck ein Wassernäpfchen von entsprechender Größe in den Käsig stellen oder ein Badehäuschen an das Bauer hängen. Wer auf die an- geführten Punkte achtet, wird seine Lieblinge stets munter und sanaeslustig sehen, vorausgesetzt, daß er ihnen geeignetes Futter vorsetzt und für größte Reinlichkeit des Käfigs, sowie ferner dafür Sorge trägt, daß ihnen frische Luft und Sonnenschein zu Theil werden. Man darf den Vogel nicht ständig der heißen Sonne aussetzen, ihn aber auch nicht dauernd in den Schatten stellen oder gar fortwährend in einer dunklen Ecke hänge» lassen. Ohne frische Luft und Sonne kann leine Pflanze gedeihen und das Thier erst recht nicht. Der Wichneliomnrltt hat vorgestern in der Jork- und Gneisenaustraße und den in diese einmündenden Nebenstraßen seinen Ansang genommen. Die Zahl der Händler ist keine große und augenscheinlich geringer als im Vorjahre. Am zahlreichsten sind die Schuhmacher vertreten, nach diesen die Korb- und Stell- macher, die Geschirrwaarenhändler, Seiler, Sattler und die Filz- schuh- und Pantinenhändler; in einzelnen Hausfluren sieht man dann noch hier und da Leinwandhändler stehen, die aus den Weberdörfern in Schlesien hierher kommen. Der Besuch des Marktes war vorgestern im allgemeinen ein lebhafter, jedoch waren die Käufer meist nicht Privatleute, sondern Händler. Von Jahr zu Jahr geht der Umsatz der Händler an Privatleute mehr zurück, was wieder zur Folge hat, daß die Zahl der die Berliner Quartalsniärkle besuchenden Händler sich immer mehr und mehr vermindert. Die Hitze. Am Mittwoch Nachmittag vier Uhr bemerkten Passanten der Roßstraßen-Brücke, daß der Fahrgast einer Droschke zweiter Klasse, während dieselbe über die Brücke fuhr, sich ent- färbte und zusammenbrach; und wie aus einem Munde scholl es dem Führer der Droschke vom Publikum entgegen:„Kutscher, der Herr in Ihrer Droschke stirbt!" Entsetzt drehte sich dieser auf seinem Bocke um. Doch kaum hatte er seinen in sich zusammen- gebrochenen Fahrgast erblickt, als auch er sich entfärbte und, ehe ihm Jemand beispringen konnte, vom Bock stürzte. Die Auf- reaung, in welche die Angenzeugen nun geriethen, war uu- bejchreiblich— man wußte nicht ein noch aus und auch nicht einmal ein Schutzmann war im Augenblick zu haben. Endlich kamen zwei Herren auf den Einfall, die Verunglückten nach einer Sanitätswache zu schaffen. Nachdem der Kutscher neben seinen Fahrgast in den Wagen ge- packt worden und einer der Herren neben beiden Platz genommen hatte, bestieg der andere den Bock und kntschirte das Fuhrwerk nach der Sanitätswache Adalbertstraße 10. Dort stellte man sofort fest, daß eS sich um zwei Fälle von Hitzschlag handelt; der Kutscher hätte ja der Hitze wohl noch länger widerstehen können, wenn nicht jener Schreck hinzugekommen wäre. Er erholte sich auch bei entsprechender Behandlung bald. Länger dauerte es mit dem Fahrgast. Letzterer hatte schon eine bedenk- liche blaue Farbe angenommen. Jedoch der Sanitätswachen- Vorstand Heise setzte das Aeußerste daran, denselben wieder zu beleben, und es gelang. Als sich der Erkrankte genügend erholt, stellte es sich heraus, daß er ein Kaufmann aus Bredow bei Steltin ist, 45 Jahre alt, der zu Verwandten in der Mnskauer- straße wollte. Er wurde schließlich dorthin transportirt, während der Droschkenkutscher nach seiner Wohnung fuhr. Im Uloabitev Zustizpalatte macht sich während der heißen Eommertage der Mangel jeglicher ErfrischungSgelegenheit mehr als je empfindlich fühlbar. Das äußerlich iniposante, im Innern zwar verfehlt, aber mit überflüssigein Luxus eingerichtete Gebäude besitzt zunächst kein Trinkwasser. Ein Brunnen ist gar nicht vor- Händen, der nächste städtische Straßenbrunnen liegt fünf Minuten entfernt; nur Leitungswasser ist vorhanden. Die Leitungshähne sind jedoch an durchaus nicht appetitlicher Stelle angebracht, und verschlimmert wird die Sache aber dadurch, daß das Wasser durch Maschinen erst in ein Reservoir hinaufgepuinpt wird, welches aus dem Boden des Hauses steht. Kommt das Wasser wieder herab, dann hat es eine Temperatur von 20 Grad und ist völlig uu- genießbar. Nun sind an Richtern, Staatsanwälten, höheren und niederen Beamten, Kanzlisten und Lohnschreibern zirka fünfhundert Personen regelmäßig im Hause bcschästigt. Die meisten der- selben wohnen von der Stätte ihrer Wirksamkeit weit ent- fernt und bedürfen daher dringend einer Erfrischung wäh- reud der durch keine Pause unterbrochenen Dienststunden. Dazu kommen die zahlreichen Schöffen. Ob dieselben aus dem Lande oder in Berlin wohnen, ist einerlei, sie müssen um neun Uhr Morgens antreten, also„ungefrühstückt" von Hause weg- Nachdem selbst das oberste Appellationsgericht des Staates New-Uort die Rechtmäßigkeit des Gesetzes bestätigt, war die erste elektrische Hinrichtung, die des Aiorders Kcmm- ler(nebenbei gesagt eines halbblödsinnigen Burschen) im Gefängniß zn Anbnr» auf die mit dem 26. April beginnende Woche endgiltig festgesetzt worden, und bereits erwartete ein jeder, vom Bollzug der Hinrichtung zn hären. Da, am Dienstag, den 29., traf ein gerichtlicher Einhalts- besehl gegen die Bollstreckung des Urtheils in Anbnr» ein, mit dem Befehle, den Mörder am 17. Juni dem Richter vorzuführen. Am Donnerstag, den 1. Mai wurde— zn aller Neber- raschnng— von der Assembly ein Gesetzentwurf mit 74 gegen 30 Stimmen angenommen, der die A bschaffnng der T o d e s st r a f e erklärte. Dieser Gesetzentwurf ist nun vor dem Senate, und findet er dort Billigung, so ist die Frage nach der elektrischen Hinrichtung endgiltig ent- schiecen. Zum Verstcmdmß dieser Frage muß ich ctivas weiter zurückgehen: Bor längerer Zeit hatte ein Gesctzentivnrf die Legis- latur des Staates New-Uork passirt, der als Vollzugsart der Todesstrafe die„Hinrichtung mittelst Elektrizität" fest- setzte, ohne etwas Näheres darüber zu bestimmen. Es war dies eine Pandoragabe. Einige sentimentale„Menschenfreunde" mochten viel- leicht in der That geglaubt haben, durch ein derartiges Gesetz der Humanität einen Dienst zn leisten. Im Wesent- lichen aber waren es Geschäftsinteressen rivalisircnder Elek- trizitäts-Gesellschaften, die niit ihren Millionen hinter dem Gesetzentwürfe standen, um dann durch Adoptirnng einer speziellen Dynamomaschinentype als Hinrichtungsmaschine ihren unbequemen Konkurrenten unschädlich zn machen, durch Diskreditirung seiner Maschinen als lebensgefährlich. In der That besteht denn auch die elektrische Hinrichtnngsanlage in Aubnrn aus einer— aus dritter Hand angekauften 1000- voltigcn Westinghouse- Dynamo, die mit übernormaler Ge- schwindigkeit betrieben werden sollte, um eine hinreichend hohe Spannung zu geben. Der Delinquent sollte aus einen gehen. Und nun erst gar das Heer der Zeugen imd Angeklagten, welches täglich das Gcrichtsgebäude bevölkert. Diese Leute sind noch am besten daran, denn wenn auch wirklich manche Ver- Handlung vom frühen Morgen bis zum späten Abend dauert, so finden sie doch vielleicht Zeit, einmal auf kurze Zeit das Haus zu verlassen und in einer benachbarten Kneipe etwas zu sich zu nehmen. Daß diese Leute nicht fehlgehen, dafür sorgt eine An. reißerei, die sich vor dem Hauptportal genau so breit macht, wie einst auf dem seligen Mühlendamm und gelinde gesagt— im höchsten Grade lästig wird. Für die Geschworenen ist hinreichend gesorgt, da hat ein Restaurateur das alleinige Monopol, Bier, Wein, Spirituosen, Speisen und Zigarren in's Hans zn liefern. Den Vertrieb dieser Dinge hat einer der dienstthuenden Gerichtsdiener, der während der Schwurgerichtsperiode einen Buffetkellner in Uniform darstellt. Außer den Geschworenen soll Niemand im Hause Bier oder andere geistige Getränke erhalten. Nun giebt es'aber eine Menge von Richtern und Staatsanwälten, welche darauf bestehen, daß die ihnen unterstellten Gerichlsdiener ein Glas Bier, ein Brötchen u. s. w. herbeischaffen; damit wird das strenge Verbot des Justizministers durchbrochen. Die Gerichtsdiener haben nur die Wahl, entweder das Verlangte herbeizuschaffen und eine Dienst Widrigkeit zu begehen oder sich mit ihren Vorgesetzten zu über- werfen. Nun kommt es zwar zeitweilig vor. daß die im Hause wohnenden Beamten— um nicht wegen jedes einzelnen Glases über die Straße laufen zu müssen— Bier vorräthig halten und auf Verlangen abgeben; aber dann sind sofort Denunzianten zur Hand, welche Anzeige erstatten. Soeben liegt wieder eine solche Denunziation vor, welche zu Erhebungen Anlaß gegeben hat. Das Verbot, Erfrischungen im Gerichtsgebände an irgend Jemand zn verabfolgen, wird wahrscheinlich auf Grund dieser Denunziation erneuert werden, aber auf die Dauer bleibt dasselbe nicht bestehen, weil es eben naturwidrig ist. Vor etwa zwei Jahren hat auf Veranlassung der beiden Präst- deuten(ebenfalls infolge einer Denunziation) bei Richtern und Staatsanwälten eine Umfrage stattgesunden, ob ein Vedürfniß für Erfrischungen während der Dienststnnden vorliege; die jüngeren Juslizbeamten, welche eine lauge Arbeitszeit haben, bejahten durchweg diese Frage, die höheren Beamten, die theils wegen ihres Alters genügsamer, theils aber nur zwei bis drei Stunden im Gcrichtsgebäude thätig sind, verneinten die Frage, und so blieb die Angelegenheit ungeregelt. Immerhin vermag Niemand die Bcdürinißfrage zn vernemen. Das einzige und vequemste Aus- Hilfsmittel würde sein, wenn, wie in anderen Staatsgebäuden, eine Kantine errichtet würde, deren Inhaber zur Gewerbesteuer heranzuziehen wäre. Dann würden die Denunziationen aushören, dem Publikum wie allen Richtern und Beamten würde dagegen ein Dienst erwiesen werden, der nicht mehr wie recht und billig'ist. Ginige Jahre sind ro her, daß sich im Thiergarten bei der Ronsseau-Jnsel ein wildes Entenpaar anfand. Im folgenden Jahre waren aus dem einen mehrere Paare geworden, und wer gestern Morgen bei der Ronsseau-Jnsel spazieren ging, der hätte, wie die„Von. Ztg." schreibt, seine Freude haben können, wie prächtig mittlerweile die Nachkommenschaft jenes ersten Enten- paares gediehen ist; möglich freilich auch, das neue Paare von anderswoher sich hinzugesunde» haben. Es war, als ob sämmt- liche wilde Enten des Thiergartens zn einer Versammlung be- rnsen worden wäre». Ein Volt von einigen 50 Enten standen theils auf einem, theils auf zwei Beinen, wie in beschaulichen Betrachtungen versunken, am Ufer und im Grase beisaminen, als ginge sie das in unmittelbarer Nähe vorübergehende Publikum gar nichts an. Außerdem mochte noch etwa ein Dutzend wilder Enten in der Nähe umher schwärmen, so daß, vorausgesetzt, daß sänimtliche wilde Enten des Thiergartens hier beieinander waren, ihre Zahl sich jetzt auf 60 bis 70 beläuft. Durch eine» Gewinn in der Schtossfreiheit» Lotterie banlierott geworden ist in Potsdam ein Schneidermeister. Derselbe hatte einen Freund dazu veranlaßt, mit ihm ein Achtel- Loos zu spielen. Anfänglich hatte dieser dazu keine Lust, willigte aber später ein, ohne jedoch die Hälfte des Looses sofort zn be- zahlen. Das Loos kam nun mit 40 000 M. heraus, so daß auf das von den beiden gespielte Achtel die Summe von 5000 M. entfiel. Nunmehr weigerte sich aber der Schneidermeister, mit einem bisherigen Freund den Gewinn zu theilen, weil dieser für seine» Theil noch nicht bezahlt hatte, trotzdem er das Geld vorher dem Schneidermeister mehrmals angeboten. Der Mitspieler wurde deshalb wegen Herauszahlung der 2500 M. klagbar, erzielte auch in erster Instanz ein obsiegendes Urtheil. Der Schneidermeister legte dagegen Berufung beim Kammergericht ein, woselbst die Sache noch schwebt. Jiizwischen hat aber der Mitspieler wegen der 2500 M. bei dem Schneidermeister vorläufigen'Arrest aus- bringen lassen und da bei dem Mann kein Geld zu finden war, ließ er dessen ganzes Waarenlager:c. auspfänden, so daß dem Schneidermeister nichts weiter übrig blieb, als den Konkurs an- zumelben, was dieser Tage geschehen ist. Drvhaftrte HochsinpUv. Die hiesige Kriminalpolizei sendet uns folgende Notiz behufs Veröffentlichung: In Aachen ist eine Bande von Hochstaplern verhastet worden, welche im Auslande, insbesondere in Rotterdam und Antwerpen Auswanderern das Geld im Spiet abnahmen und außerdem folgenden Schwindel �betreiben: Sie drängen sich an Personen heran, hölzernen Stuhl festgeschnallt werden, und der Wechselstrom dann durch mit Salzwasser getränkte Schwämme, die aus den Kopf und das Rückgrat applizirt werden, durch den Körper gesandt werden. Natürlich machten alle anständigeren Elektriker, voran die Westinghouse Ko., deren Maschinen diskrcditirt werden sollte», alle Anstrengungen, einen derartigen Mißbrauch der Elektrizität zu HinrichtnugSzivecken zn verhindern, und bei der Unbekanntheit der Eimvirkimgen solcher elektrische» Ströme ans den menschlichen Körper wurde es schließlich selbst den meisten Befürwortern dcZ Gesetzes unbehaglich zn Muthe. Dazn kam noch ein anderer Umstand; die Geister, die sie gerufen, wurden sie nicht mehr loS: einmal auf die Elektrizität als ein tödtliches und sicher tödtendes Ilgens aufmerksam gemacht, bedurfte es nur des Zusammentreffens einiger weniger Unfälle durch die Lichtleitungen Neiv-Aorks, »in die öffentliche Meinung— geschürt von gewissen Zei- tinigen— in einem derartigen Grade aufzuregen, daß sie sich nicht mehr gegen eine einzelne Kompagnie— gegen die man sie gern gerichtet hätte— sondern gegen die gesammte elektrotechnische Industrie richtete und sie aufs Schwerste zn schädigen drohte. Die Westinghouse Ko. zog sich geschickt ans der Schlinge, indem sie die Bogenlichtbcleuchtnng mit niederer Spannung und Serientransformatore» einrichtete, die mit Hochspannnngsgleichltrom konlurrireuden Kompagnien aber blieben stecken.-- Es war somit begreiflich, daß Niemand mehr ein Jnter- esse au der Durchführung des elektrischen Hinrichtnngs- gesetzes hatte. Doch alle Versuche, eS zu beseitigen, waren vergebens; der Tag der Exekution bereits angesetzt, die Apparate in Ordnung gebracht. Noch im letzten Augenblicke gelang es dem Anwalt des Vernrtheilten, ihm einen EinhaltSbcschl bis zum Juni zu erwirken, um die Sache vor das Obcrbnndcsgericht der Vereinigten Staaten zn bringen, den Gerichtshof, der die oberste Macht in den Vereinigten Staaten repräscntirt, denn er hat— ähnlich dem Areopag Athen's— über die Verfassung zu wachen, darüber zu entscheiden, welche Gesetze nngiltig sind, als der Konstitution der Bereinigten Staaten welche ein kleines Kapital besitzen, spiegeln denselben»i sich im Besitze größerer Mengen von täuschend uad,».-.. � Gold- und Papiergeld befinden und überreichen zum BusjU, echtes Goldstück oder eine echte Banknote, welche von für ein besonders geschickt hergestelltes Falsifikat aehau�� Die Letzteren haben sich durch Geldgier verleiten lasse», angebotenen Falsifikate anzukaufen. In Kouverts sind>9 �,1 genannte Blüthen und in Rollen Spielmarken übergebe» J mit denen ein Betrug nicht ausgeführt werden konnte.■ Getäuschten sich selbst strafbar gemacht hatten, durftet Strafanzeige nicht erstatten.„ aw) Kerli» bei Dacht. Ein älterer Herr wurde gestew von zwei Frauenspersonen nach einem dunklen Hausftus und bemerkte, daß die eine Person, welche ihn umfaßt?«"'.!, Uhr ans der Westentasche gezogen hatte und von der«. lösen suchte. Die Diebin ergriff die Flucht, wurde aber« festgenommen und entpuppte sich als der mehrfach besW■, mann Dittmann, der sich in Frauenkleidern ans der®tw h-rzntteiben pflegt! Selbstmord. Der erst im zwanzigsten 34%, JJ � Student Wächter aus Magdeburg hat sich vorgestern 1 Uhr in Töpfer's Hotel in der Karlstraße mittelst eines Re.� einen Schuß in das Herz beigebracht, welcher den augenvu Tod zur Folge hatte. Aus hinterlassencn Briefen gW La daß ein Nervenleiden, von dem er niemals zu genest» i konnte, die Veranlassung der That gewesen�ist.. u Eine Frauensprrloi», welche sich von Below hiesige Bewohner zu beschwindeln, indem sie für die A»g%.� eines angeblich verstorbenen Bildhauers B. eine.Geldutuem erbittet.- Zu Aachen ist eine Bande von Hochstaplern»e« worden, ivelche im Anstände, insbesondere in Rotterdam Antwerpen, Auswanderen das Geld im Spiel abneh»», außerdem folgenden Schwindel betreiben: Sie drängen i% Personen heran, welche ein kleines Kapital besitzen, selben vor, daß sie sich im Besitze größerer Mengen von nachgemachtem Gold- und Papiergeld befinden und uvtri � zum Beweise ei» echtes Goldstück oder eine echte Banknote, von den Opfern für ein besonders geschickt hergestelltes U gehalten wird. Die Letzteren habe» sich durch Geldgier ver � lassen, die ihnen aiigebotenen Falsifikate anzukaufen. m sinv ihnen sogenannte Blüthen und in Rollen Spielmarke aeben worden, mit denen ein Betrug nicht ausgeführt»� konnte. Da die Getäuschten sich selbst strafbar gemacht durften sie eine Strafanzeige nicht erstatten. DoUzeibmcht. Am 20. d. Mts. Morgens wurde Floßgrabenbrücke die Leiche eines etwa 50 Jahre alten #4 Flopgravenvruae oie veicye eiiies erwa ou �ayre ul""r rm■ aus dem Wasser gezogen und nach dem Schauhause Mittags gerieth ans dem Lqpsitzerplatz eine 63 Jahre al» � unter die Räder eines Bierwagens und erlitt einen™ru« j linken Fußgelenks und des rechten Oberschenkels..$ nach der Eharitee gebracht.— Nachmittags stürzte ein»»Lj Nenbau Dieffenbachslraße 36 beschäftigter Maurer aus dem Stock aus den Hof hinab und starb aus der Stell».— 3in des Tages fanden drei kleinere Brände statt. ,>Int hoheu Grade urederträchtig und vo» Gestuiiuug zrugeud" nannte der Vorsitzende der zweiten oA Strafkammer des Landgerichts I gestern die HaildlunSffll mefrfie hi>n«miitnfpi-nehmcr mih.fSaimbeiiher.fSeinridi B« r s welche den Bauunternehmer und Hausbesitzer Heinrich B wegen Diebstahls und wissentlich falsch«f., s ch nldigung aus die Anklagebank führte. Der Anfl besuchte am 16. März die in der Wilsnackerstraße toon 49jährige Wittwe Moritz Niit der Angabe, daß er im eines Freundes ein Zimmer ansehen wolle, welches FraU�/ zu vermiethen hatte. Die letztere war bei dieser Gelegenes nöthigt, den Besucher für wenige Augenblicke in der allem zn lassen. Nach kurzein Gespräch entfernte der M sich in auffallend eiliger Weise. Unmittelbar nach seinem entdeckte Frau Moriy, daß ein Portemonnaie mit 180 M-, J in der Wohnstube auf der Kommode gelegen, verschwunve» Nur der Angeklagte konnte sich dasselbe angeeignet habe> Lause der Unterhaltnug hatte der Angeklagte erwähnt, da? der Stephanstraße wohne und dies bot der Bestohlenen* Haltepunkt, um den Thäter ansstudig zu mache». 9W J stündigem Bemühen von Haus zn Haus gelaug ihr dl» Aus ihr Klingeln öffnete der Angeklagte selbst. Frau? ihm den Diebstahl ans den Kopf zu. Unter den 3?'%. n größten Verwirrung geleitete der Angeklagte Frau MsL reppe hinunter. Er gab den Diebstahl zu und eroot sich d®» J zu ersetzen. Fänsundsiebenzig Mark von dein Gelde habe, � m seiner Wohnung, diese wolle er der Bestohlenen sur s« händigen und den Rest am folgenden Morgen bringen-) Mony war hiermit eiiiverstaiiden. Als der AnaeklaS� Begriffe war, die Treppen hinauszusteige», um die 75 holen, besaiui er sich plötzlich eines anderen, denn er va � Moritz, nur zu gehe», er wurde die ganze Summe am. widersprechend. Dieselbe verbietet Nim„ g r au sa jj n n g ew ö hn l i ch e Vollstreckuugsarten der Tode-m| lind auf Grund dcS Letzteren scheint der Auivalt s1'., giltigkeitserklärnng des elektrischen Hinrichtnngsgestv.� erlangen zu hoffe». Wer freilich die Kosten dieser 1 j wieder criieutcn Rettungsversuche und Appellationen ü ist— durchsichtiges— Geheimniß; der selbst von L Familie verleugnete Verbrecher hat keinen"s und daß seiitimeiitale Mens cheiifrenndli chkeit im LanL .allmigthy doUar" für derartige Dinge Hnndertw pcndet, glaubt Niemand.— Schon vor Monaten ivar ein Gcsetzentivnrf, bertS die Abschaffung der Todesstrafe, in der Assembly des& New-Aork eingebracht worden von General Cilrtis,_| prinzipiellen Gegner der Todesstrafe(die übrigens Hi#. g! Bereinigten Staaten ziemlich nnivirksam ist, denn kw/ tistik wurden während der 0 Jahre 1884—1889 von � Mördern„nur" 558 gesetzlich hingerichtet, 975 aber 6C Findet dieser Gesetzentwurf auch im Senat Annahnth würde die elektrische Hlnrichtnng eo ipso fortfallen.« Die öffentliche Meinung bezeichnet natürlich vielß' Millionen der Westinghouse Ko. als hinter dein j stehend; Westinghonse selber dementirt es; wie dies 4 sein möge, vom Standpunkt des Elektrikers kann s-ji mit Freuden begrüßt werden, wenn es der Elektrij' svart bliebe. im» fiumditunoSmittel dearadirt zu|ll I vom kommerziellen Standpunkt aber könnte Nienla'� Westinghonse Ko. tadeln, wcim sie ein Gesetz, das Kow'; neid geschaffen, nm sie zn schädigen, durch ein andrt j wirksam zn machen suchte: vom Standpunkte der Hw% aber könnte man es nur mit Freuden begrüßen,'f.» Geschäftskonknrrenz— Pessimisten würden sagen a»»�/ weise— einmal im Dienste der Humanität wirkte. Charakterisirt wohl etivas die rein tollsüchtige Ä lationswuth des Kapitals besser, als die eben gesch'.'* Vorkommnisse? Man kann dergleichen Dinge, Menschen nicht nur jedes moralische Gefühl, so»de� I seine Menschenwürde untergraben, nie tief abscheuen. Ä ä, lM »f m#"!! ,Ut c.. j "i!l M «MD SieM chli-tli-p )t% sen W mitUCf »gehilz teritw* gtt�H cbatn ■rs, Ä Herr-'� K nK< .rken»> Z.:S »'? Bruch* -i-% ■n au;: dem 3' KÄ „•» »«' -Ä An» Ä und-"-J -S« n efr | !"* U «»to Siki?. i, Il"0fn', hierzu wur Frau Marih bereit. I» der ?>,,/? y#»ächsteii Tages stellte der AngeNagte sich auch ein, Kn».i„ /,eillet Begleitung befand sich noch ein Herr, der sich als itiAt ü* mtcr vorstellte. Frau Moritz glaubte ihren Ohren r,% iu traue», als der Beamte ihr mittheilte, der Angeklagte licktM, Anzeige gemacht, daß sie einen solch' unsitt- n,?,?�'vandcl führe, daß sie einer besonderen Polizei- �»Ausstch- bedürfe. Der Angeklagte behauptete, daß er aus �pv-che und sein Besuch bei der Frau Moritz habe der Ar£ Zwecken gegolten. Diese Behauptung stellte &.;i Angeklagte auch vor Gericht auf. Er bestritt mit Entschieden- s-iti-r« Diebstahl. Das Gespräch mit der Frau Moritz auf L J. twustreppe habe einen ganz anderen Inhalt gehabt, er b'. /J's'V aus Mitleid mit der Bestohlenen erwähnt, daß er ihr Wt.% ersetzen würbe, wenn es sich um einige Mark hau- 0.„T* mußte befürchten, daß Erpressungsversuche gegen ihn Di-,. b wurden und deshalb habe er Frau Moritz denunzirt. re versicherte unter ihrem Eide, daß alle Angaben des % ter dem Alter nach ihr Sohn sein könne, Erfin- P«, S?1 feie"' Die Kriminalpolizei hat das ganze Vorleben der in>,u>?,uf 608 Genaueste durchforscht, von allen Orten lt-nb JO" das glänzendste Leumunds-Zeugniß ausge- » und auch»(cht der Schalten eines Verdachts, daß L einen anstößigen Lebenswandel geführt hat, ist n,.i».!!e ermitteln geivesen. Dagegen wurde durch die Bein»ahn« festgestellt, daß der Angeklagte sich zu jener Zeit D-vro Verlegenheit befunden und überhaupt keine Mittel hatte. k„: Gerichtshof war mit dem Staatsanwälte der Ansicht, daß b-.Angeklagte in der niederträchtigsten Weise den Ruf einer un- . I*en Frau hatte vernichten wollen, um ihre Glaubwürdig- '®18 Zeugin anfechten zu könne», wenn er wegen Diebstahls L,'Verantwortung gezogen wurde. Nach dem Autrage des gUwlsamvalts wurde der Angeklagte zu e i n e m I a h r e drei fli.SfWten Gefängniß und zweijährigem Ehrverlust verurthcilt. �Ä�wurde seine sofortige Verhaftung beschlossen und aus- gefäljvUchc Folge» selbst ei» lteineowegs (m m v? Hllztag gegen den Kopf haben kann, bewies wiederum iz»? Berhaudlung, ivelche gestern vor der II. Ferienstraskanuner � Landgerichts I stattfand. Am Oranienburger Thor sitzt seit 'lchren der jetzt Vöjährige Stiefelwichser Heinrich Drescher, ." vw Vorübergehende», welche einen solchen Wunsch äußern, »> bedienen. Er hat von der Jfinderschaar viel zu leiden, die - G-u Neugierigen umstehen ihn bei Ausübung seiner Thätigkeit vscht, daß er bisweilen kaum Platz hat, seine Arme unbehelligt '} Ä?ren. So war es auch am Nachmittage des IG. April. Wchdcm alle Ermahnungen, bei Seite zu gehen, nur für wenige Emilen gefruchtet hatten, ließ der Alte sich hinreißen, ihm zunächst stehenden Kinde, der sechsjährigen Gertrud Krohm einen Schlag mit der Bürste gegen -» Kopf z» versetzen. Er traf mit dem scharskanligen Holz ?-gen die Schläfe, so daß das Blut sofort aus der Wunde herab- uronite. Aber nicht nur eine äußere, sondern auch eine innere �-netzung trug das Kind davon; es hat lange an einer Gehirn- V'iunduna krank gelegen und ist dem Tode nahe gewesen.— Mischer stand deshalb gestern wegen schwerer Körververletzung Gericht. Der Staatsanwalt beantragte gegen ihn eine Ge- bwgnißstrafe von vier Monaten; der Gerichtshof erwog aber, SJB der bejahrte und bisher unbescholtene Angeklagte mehr aus Mngel an Neberlegung wie aus Bosheit gehandelt und daß l-tner seine Geduld durch die Kinder in hohen» Grade in Anspruch Wommen»rar. Es wurde deshalb nur aus eine Woche �lüngniß erkannt. m folg" Sfl st eine onen von Ü bcvtW'i| bctv-ij i Sozinle Aebevftrszk. Aufruf a» alle Zimmerer Kerlin». Kanteraden In fj. 191 des„Berl. Bolksbl." voin Dienstag unter Soziale lieber- %%»se» wir, daß die iveiteren Sammlungen für die Hamburger an, lö?errten eingestellt werden; dieses»verden viele Kameraden Gntntenden Sonnabend anführen. Hierauf müssen wir er- Niit nit"* Hamburger.----....... � jji,"uen uns zu Gebote stehenden Mitteln zu helfen und wollen Und m �Nächst unser Augenmerk auf Stettiit, Mannheim Ig gGreisenhagen richten. Die Stettiner Kameraden befinde» sich »n.!, Vcheit im Ausstande. Bedenkt, wie unsere Lage ivar im iyj. 2-n Jahr, als wir erst G Wochen im Streik lagen. Thun ~ mjo ferner alle unsere Schuldigkeit, es kann nur noch wenige a%% �..... �---I"—-- �.. ps, AM©rttllflVrthOM£ltm �uern, und wir wollen auch diesen Kameraden zum fob?,, V'.kent Kampf gegen das Kapital helfen. Listen sind zu Kafi. 1?° A. Wolter, Winterfeldstr. 22, E. Petermann, Müller- " 178. Ter Gesellen-Ausschuß. VevkÄmmlungen. Beni�iy'vi'X?» alle Filzschuh Arbeiter KerllU« und Zlin- „"vllegeu! Veranlaßt durch die in letzter Zeit so schwach »ach> Versammlungen und noch mehr durch den Umstand, daß Ui(qL Sf!" letzten Vierteljahrsbericht circa. 80 Mitglieder �erd»n l fullung ihrer Pflichten gegen den Verein nbgeineldct sein ,,„�»stten, erlaubt sich Unterzeichneter, an Euer Zielbetvußt- Ati k,.., aa Eure Pflicht, die Ihr einer jungen mit schweren Tilidin'- bot und Opfern in's Leben gerufenen Organisation heilmim Ii1,?' zu erinnern. Kollege», betrachtet es a>S Eure �iinnin-. füv unsere gute Sache zu agitiren. zieht die da>»j. ö'.U»ut heran,»veckt die Indifferenten aus ihrem Schlummer, m X vste gemeinsam uns zum Kampfe gegen das über- ah#,| 5? ies<' % i t«»,3� rkte. � 'M foni>-� gciü'J ...'hifle»»» s»>» onii..yjv "F unser» m-?.'vappnen und gerüstet dastehen, wemi es heißt, stinimn-,,. e enizutreten, um uns bessere Lohn- tmd Arbeits- '«hen. sau-l"�Fchuffeii. Bleibt nicht müßig ans halbem Wege irn1 wacht ftnvf l,18«."U'th'g vorwärts, den» Ihr Ivißt, Einig- k'1 Uiiflo„ rcr Einzelne vermag nichts, aber vereint»verden ?-ll-gen Sache zum Siege führen. Darum nochmals d. zw,-, l-hemt alle Alaun für Mann am Montag, den Meile,- hnMcvk" B-rsaiinnluNg und zeigt, daß Ihr zielbewußte b ihr eigeu-a j,1 Männer seid, welche gewillt sind, lhntkrästig yMen � Wohlergehen zu jorgen.— Kollegen, ivelche noch r�Hntertei-u,.".'8�8" ersucht, dieselben auf dem schnellste» Wege gelangen zu lassen, da am Montag die Ab- Mwinliina-»"I Auch ist die Belheiligung an den sreiivilligen .selbe 2," lur den Geaeralfonds eine sehr schivache und scheint Kamm- wuschlafen zu ivollen. Kollegen, bedenkt, daß zu Mste i'ur 2 Fl Blassen gut sein müssen und daß unsere Haupt- Miezen.-!.!!." Mittel zum Kampfe besteht, und das ist. ' sich!"chtig-r FwndS. Ihr wißt, ohne Geld to? zalilrelü anfangen, daruni belhetligt Euch Alle jL'�Ifoiihs o?» der Sammlung sreiwilliger Beiträge zum ?-�Wissivn Vch mache noch darauf ausmerksam, daß die 1» Mari, z»r» der Ausarbeitung eines einheitlich geregelten bm Kan' welchem wir im nächsten Jahre Geltung verschaffen U,l Pferd.,9C"! Schon beginnen unsere Fabrikanten sich aufs m A.>velcl,»? und uns zu verhöhnen, allen voran Herr !M"kt habf./'ch-Aanbt, Leute, denen Ihr Euer Vertrauen ge- »S««WSMS K'�dürs«n"»«zu nennen, Ve.W.......... I Sunt.Aiifun,* Jcit werden läßt, von den Hetzern nicht ' w'f ch np„nim,ipn werde». Wenn aber die Zeit v 9, Gitsch-—"— linerstr. 85 Eine ösfentliche Uerfi»i»ml«ttg für Männer und Franc» tagte am Sonnlag, den 17. August, Abends, in den Zentral-Festsälen, Oranienstraße 180. Den Vortrag des Abends über:„Nationalität und Humanität" hatte Herr Pinn übernommen. Der Referent erörterte Eingangs seines Vortrages: Gleichwie das vorige Jahrhundert in seinen letzten Jahrzehnten durch das Schlagwort„Humanität" als ein Jahr- hundert der Humanität betrachtet wurde, so habe das zeitige Jahrhundert durch das Phrasengetöne von den„Nationalitäten" ein besonderes Gepräge erhalten. Im iveiteren Verlauf seines Vortrages gab der Referent ein lehrreiches Bild der„sogenannten Nationalität", welche von Wenigen im ureigensten Interesse der Masse vorgegaukelt wird, um bei dem dadurch er- zielten Chauvinismus, dem künstlich großgezogenen National- haß, im Trüben fischen zu können. Am Schluß seines Vortrages die„moderne Humanität" beleuchtend, welche unter der Devise:„Liebet die Brüder" der Masse die„sozialen Reformen" mundgerecht macht, wies der Referent darauf hin, daß erst, wenn alle Schranken gefallen sind, welche die Menschheit bei ihren Kulturfortschritten hemmen, dann könnte von ivahrer Freiheit, Brüderlichkeit die Rede sein.— An der Diskussion betheiligt sich nur Frl. Wabnitz, welche als einen be- sonderen Ausfluß des künstlichen Nationalhasses den Anti- semitismns bezeichnete. Dieser treibe hier in Berlin ganz sonder- bare Früchte, von denen Rednerin aus eigener Erfahrung einige zum besten gab, und hieran eine scharfe Kritik übte.— Nach dem Schlußwort des Referenten erfolgte die Mitlheilung, daß event. am nächsten Sonntag wiederum eine öffentliche Versammlung für Männer und Frauen stattfindet. Irr Urrbanl» der porzell,»nmnlcv und verwiUtdte» Kerufsgcnossr» Kerlinv hielt am Montag, den 13. August, in Feuerstein'S Salon, Alte Jakobstr. 75, seine regelmüßige Ber- sammlung ab. Nach Erledigung des Geschäftlichen und des Kassenberichts hielt Herr R. Sun der mann den auf der Tages- ordnung stehenden Vortrag über:„Die Ziele der deutschen Sl r b e i t e r- O r g a n i s a t i 0 n e n in der Jetztzeit, unter Berücksichtigung der„Geschichte der A r b e i t e r- A g i t a- tion Ferd. Lassalle' s".— Der äußerst interessante Vor- trag gab den Anwesenden zunächst ein historisches Bild der Kämpfe und der Geschichte der deutschen Arbeiterbeivegung und ihrer Or- ganisationen. Seinen Ausgang nehmend mit dem Jahre 1813, den Ziveck der damaligen Arbeiterbildungsvereine erörternd, den Einfluß der Reaktionszeit bis zum Jahre 1853 auf die Arbeiter- vereine scharf kritisirend, verweilte der Referent in seinen weiteren Ausführungen in eingehender Weise bei der„Geschichte der Arbeiter- Agitation Ferdinand Lassalle's als den Grundstein unserer zeitigen Arbeiter- Organisationen. Dann im Weiteren voin Jahre 1863 bis auf die Jetztzeit die Kämpfe der deutschen Arbeiterbeivegung um ihre Existenz beleuchtend, schloß der Referent diesen Theil seines Vortrages nüt dem Hinweis;„daß die Kämpfe während der nun 27 jährigen Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung nothivendig und erforderlich waren, um als ein Beweis, in anerkcnnuugswerther Weise für die Thätigkeit der Arbeiterorganisationen, zu gelten, daß gegen Ideen, welche in der Zeitepoche ihre Begründung finden, der Kampf mit den Mitteln der Gewalt und der Verleumdung er- folglos ist und bleiben muß."— Jene Käinpfe, reich für uns au Erkenntniß, lehrten den organisirten Arbeitern jene.Ziele:—„die Ziele der deutschen Arbeiterorganisationen in'der Jetztzeit," »velche der Referent nun zum Schluß seines Vortrages in ein- gehender Weise erörterte. Die an den mit reichem Beifall auf- genommenen Vortrag sich anschließende Diskussion gab den Referenten in seinem Schlußwort die Gelegenheit, scharf darauf hinzuweisen, daß die Arbeiterschaft in ihre» Organisationen zum Kampf nach zivci Seiten hin gerüstet sein muß, hier gelte es soziale ivirthschastlicho Rechte und politische Freiheiten zu er- kämpfen. Nicht allein bei dem Ziele„Verkürzung der Arbeitszeit" unter gleichzeitiger„Erhöhung des Ar- b ei ts l 0 h n es", und der damit erreichten besseren Lebenshaltung.des Arbeiterstandes,»verden wir uns begnügen können, sondern feste Garantien müssen geschaffen werden mit der Erreichung jener Ziele; diese ffind allein zu schaffen, wenn die Befreiung der Arbeit von dem Druck der auf derselben lastenden kapitalistischen Produktionsiveise erzielt wird, durch: die—„ E r st r e b u n g der g e n 0 s s e n s ch a f t- l i ch e n P r 0 d u k t i 0 n s- und Entlohnungsform der Arbeit!" Unter„Verschiedenes" berichtete der Vorsitzende über die Aussperrung von 45 Kollegen in Koda bei Karlsbad i. B., die Versammlung bewilligte 50 M. aus der Vereinskaffe zur Unter- stühung der Ausgesperrten; weitere Unterstützung»vird durch Samnilungen aufgebracht werden.— Die Feier des 2. Stiftungs- festes findet am Sonnabend, den 11. Oktober, bei Deigmüller, Alte Jakobstr. 48 a, statt.— Nächste Versammlung am 15. September. ffil»e recht zahlreich besuchte Versammlung de» Fach- ucreius der Kchlosscr«»b Maschincnbaucr Krrlii»» ii»d Ilmgegend fand am 18. August bei Feuerstein statt. Herr Bombin sprach über das Koalitionsrechl der Arbeiter. Daß die Arbeiter mit ihre» Forderungen immer zurückgedrängt»vürden, sei nur auf die bisherige Schutzpolitik unseres ehemaligen Kanzlers zurückzuführen. Wenn man serner bedenkt, welch ein hoher Schutzzoll auf den sämmtlichen von Arbeitern hergestellten Erzeug- nissen lastet, so kann man sich ja auch die schlechte Geschäftslage erklären. Wir brauchen ja blos nach Hamburg die Augen zu richten, da sehen wir, mit welch unverschämten Forderungen das Unternehmerthnin an die Arbeiter herantritt. Natürlich mit den Unternehmer» gehen Hand in Hand die Behörden und es ist ja infolge dessen leicht ausfindig zu machen, wer sich an der Leitung der Vereine betheiligt. Entweder»verde» nun die leitenden Elemente gemaßregelt oder sie bekommen wegen Arbeitsmangel den Entlassungsschein. Die Arbeiter Hamburgs haben gezeigt, wie sehr dieselben ihre Organisation hoch halten und darum Kollegen und Arbeiter,»vir müssen uns verbünden, wenn wir unsere Organisation und Koalitionsrecht bewahren»vollen. Darum fort mit dem Kastengeist,»vclcher noch in so vielen Arbeitern steckt; laßt uns einig sein, damit»vir den Unverstand der Massen besiegen Tie nächste Zeit»vird uns Veschästigung geben,»velche Stellung »vir zu dem Unternehmerthum nehmen wollen. Da nun die Hamburger vom schweren Kampf zum theilweisen Sieg über- gegange» sind, so fordern wir Euch auf, daß sich alle 5iollegen, die noch fern dem Fachvereine stehen, anschließen mögen, denn nur ein Widerstand der ganzen Macht der Arbeiter kann de» Unternehmer zurückdrängen. Reicher Beifall folgte dem Vor- trage. Aufnehmen ließen sich 50 Kollegen. Eingegangen»var vom Magistrat eine Abänderung der Gewerbeordnung. Kollege W a r n e k e beantragt hierzu eine Kommission zu»vählei»,»velche die Fragen beanttvorten soll. Es»vurden einstimmig govählt, Warneke, Röder, Pätzold, Berger, Fischer. Alter, Pieper. Sodann »vurde das Vorgehen des MetallarbeiterZvereins kritifirt»vegen der Hamburger Listen. Auf dem Weimarer Kongreß ist beschlossen worden, daß nur auf solche Listen gezeichnet»verden soll,»velche von dem gewählten Vertrauensmann abgegeben»verde»». Nun haben die Metallarbeiter eigene Listen drucken lassen und mit diesen gesammelt und erachten es in» allgemeinen Interesse, daß man die Beschlüsse von» Kongreß hoch hält. Wenn man dieselben umstoßen»vill, so hätten»vir nicht unsere Telegirten hinschicken brauchen, dann konnte es beim Alten bleiben. Velirr die Fortschvitte der Medizi» sprach in der l e tz t e n M 0 n t a g s v e r s a m n» l u ,1 g der F r e i e n V e r- e i n i g u n g der Graveure und Ziseleure Herr Dr. Zadek. Referent gab ein höchst interessantes mosaikartiges Bild über den heutigen Stand dieser Wissenschaft,»velche in der Erkennung der Krankheitsursachen mit Hilfe der Chemie, der Phizsik, der Optik früher nicht geahnte Fortschritte gemacht habe. Ganz besonders das der Optik zu verdankende Btikroskop habe dem Forscher ermöglicht, sich in die kleinsten Details der organi- scheu Substanzen und Gebilde zu vertiefen und habe zu der epochemachenden Entdeckung der im Körper schmarotzenden Pilz- bakterien als Zerstörer des Organismus u»ld als die etnzigen Krankheitserreger geführt. Durch freiwillige Uebertragung und Züchtung derartiger Pilze auf gleichartigen Nährboden sei stets der Beweis für die Richtigkeit der Krankheitsursachen als bak- terische zu erbringen, indem durch dieses Expertmcnt die entsprechenden Krankheitserscheinungen an Versuchsthteren hervorgeusern»verden können. Ansteckung beziehungsweise so- genannte Vererbung erklären sich ganz einfach als direkte>»n- freiwillige Uebertragung der Pilzkeime von einem daimt be- hafteten Individuum aus das Ändere und daraus, daß die frei geivordenen Keime»vie jedes Lebeivesen die zu ihrer Ent- Wickelung günstigen Nährböden und Bedingungen aufsuchen, zu denen unter Anderem auch eine Wärme von 80 Grad gehört, wie sie gerade der me»»schliche Körper ihnen darbietet. Speziell die Vererbung erklärt sich sehr einfach aus der durch das enge Zusammenleben Angehöriger bedingten größeren Uebertragungs- gelegenheit._ Daß überhaupt die Luft hierbei»virklich als Transportmtttel dient,»vird durch die Thatsache bewiesen, daß gerade die Athmungsorgane, die Lungen, am meisten von den Bakterien infizirt werden(L»uigentuberk»lose). Aus der praktischen A»i- »vendung der bisherige» Entdeckungen ergiebt sich von selbst die neue Richtung der ärztlichen Wirksamkeit mehr nach der vorbeugenden Seite hin. Hier sei dieselbe auf die öffentliche Gesundheitspflege angewiesen. Die empfohlenen Abwehrmaßregeln»»üssen unsere geselligen Geivohnheiten durch- dringen, um die Ansteckungsgefahren einzudämmen. Eine ratio- nelle H»)gieiie sei auf das Verständniß uiid die Mit- »v i r k 1» i> g der großen Masse a>1 g e»v i e s e n. Einen Theil der Himiene bilde die von den Aerzten streng beachtete antiseptische Wundbehandlung, um die Wundflächen für Pilzen- entwickelmig unfruchtbar zu machen. Der durch Pilze verursachte Gährungsprozeß diene aber auch,»vie Redner näher beleuchtete, ungemein nützlichen Zivccken (Brauerei) und neige man bereits zu der Annahme, daß auch die Verdauung auf einem solchen Prozeß beruhe. An den Fortschritten der„Medizin" partizipire hervorragend auch die Chirurgie,»velche sich in ihrem kühnen Vordringen fast an die nieistcn Körpertheile mit Erfolg, und zivar im Gegensatz zu dem früher vorherrschenden Amputationsprinzip, zivecks Er- Haltung derselben herangeivagt. Bei dem gewaltigen Anwachsen des Materials der medizini- schcn Wissenschaft sei die Arbeitstheilung eine nothivendige Folge. damit die»vettere Erforschung der einzelnen Gebiete Hand in Hand mit der Verbesserung»inserer ökonomischen Verhältnisse auch einen gesunderen Votksstaat»vie der heutige liefere. In der sehr aniniirten Diskussion(Kollegen Schizmonski, Zack, Blühmke, Nhrbach, Kröbel, Guttniann)»vurde auch das Gebiet der Naturheilkunde mit polemischen Bemerkungen gestreift, desgleichen betont, daß die soziale Misere den» Arbeiter oft die Besolgung hisgieuischer Vorschriften unmöglich mache, denn die kapitalistische Ausbeutung gönne»hin nicht die erforderliche Zeit. Endlich»vurde auch an dem letzten medizinischen Kongreß scharf getadelt, daß derselbe in seinem eigenen»vissenschaftlichen Lichte die eigentlichen Wurzeln der Volkskrankheiten übersehen und den »virthschaftlichen Vorbedingungen ihrer Verhütung nicht mit seinem ganzen autoritären Einfluß energisch das Wort geredet habe. Am Moiiiitg, den 18. Angnst, fand in Deigmiiller's Salon eine öffentliche Schneiderversainmlung aller Militär- und L i e f e r u 1» g s s ch 11 e i d e r statt mit der Tagesordnung: 1. Die traurige Lage der ausgesperrten Bauhand- »verker Hamburgs. Referent: Herr Rautenberg. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nachdem Herr Roloff, Herr Gummelt und Herr Jerivin einstimmig in das Bureau geivählt»vurden, erhielt Herr Rautenberg zu seinem Vortrage das Wort. Er stellte in klarer Weise die Entivickelung der Dinge in Hamburg dar, daß die Bauhandwerker am 1. Mai zu Gunsten des Achtstundentages demoustrirten resp. die Arbeit ruhen ließen, die Unternehmer jedoch, um ihre Macht zu zeigen, dieselben aussperrten,»vorauf dm»n 1200 Zimmerer und 5000 Maurer sich gezwungen sahen, die Arbeit ein- müthig niederzulegen und sodann eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 0 Stunden und 65 Pf. Stundenlohn zu verlangen. Dieses sei die Ursache des Streiks. Aber aus diesem Lohnkampf sei durch die Bildung des Unternehmerringes jetzt ein Prinzipienkampf ge- »vordei», ein Kampf um die heiligsten Rechte des Arbeiters, um das Koalitionsrecht. Es sei Sache aller Arbeiter, niitzuroirkcn an der Unterstützung der Hamburger. Gerade in Hamburg, der alten Hochburg der Arbeiterpartei, dürfe die Sache nicht unter- liegen. Es sei ein Kampf,»velcher nicht nur ganz Deutschland, sondern die ganze Welt tief berühre. Das Hamburger Protzen- lhiin» wendet zivar alle Mittel an, um diesen Kamps illusorisch zu mache», aber die Hainburger flehen fest und weichen nicht einen Schritt von ihren Rechten. Auch die Hainburger Polizei thut,»vaS sie irgend leisten kann gegen die Arbeiter. Sie bestellt durch Karte die Führer der Bewegung nach dem Präsidium, dieselben»verden dann in ein separates Ziinmer geführt und find Photographie, ehe sie sich verschen. Dies diene doch nur alles dazu, um ei», neues Ver- brecheralbuu» anzulegen. Ein anderer Fall,, velcher ja auch gut gelungen ist,»var, daß ein Mann in Maurerkleidung mit einem Bündel unter dem Arn» durch die Straßen Hamburgs pilgerte und sich das Aussehen eines polnischen Maurers gab. Die Hain- burgcr,»vie immer. sauf dem Posten, gehen an ihn heran, legen ihm den Sachverhalt klar,»vie es mit den Hainbnrger Bauhand- »verkern steht und fordern ihn auf,»veiter zu reisen. Jetzt langt aber der fremde Kollege eine Blechmarke aus der Tasche und legetirmirt sich als Geheimpolizist ßund nimintZ den Hamburger natürlich»nit nach der Wache. Von solchen Fällen sind ja noch hunderte zu verzeichnen,»vie der§ 152 durch den§ 153 der Gewerbeordnung untergraben»vird. Es sei also nöthig. daß für die Hamburger immer mehr ge- than»vird an Geldunterstützungen. Ohne Geld sei nichts zu machen, der Hunger der Kämpfenden und deren Familien müsse beschivichtigt»verden, denn er mache zu Allem fähig. Das Unter- »ehmerthiin» schaffe sich in seinen Organisationen einen Ersatz für das bald sallende Sozialistengesetz. DaL Mittel, welches für die Nnternchmcrschaft das Sozialistengesetz bis jetzt geivesen ist. glauben dieselben jetzt in ihren gesetzwidrige Bestrednngen enthalten- den Verbänden gesunden zu haben, und deshalb ist das ganze Proletariat moralisch verpflichtet, diesen Herren einen Damm ent- gegenznsetzen. Hierauf lohnte dem Referenten langanhaltender Beifall. An der Diskussion betheiligten sich Kollegen Rode. Luv- juhn, Schulze und Roloff in, Sinne des Referenten. Alsdann wurde folgende Resolurion einstimmig angenommen:„Die heute ,1»„Deigmiiller's Salon" tagende öffentliche Schneiderversammlnnq aller Militär- und Liefernngsschneider spricht ihre Anerkenn»»»» über das standhaste Ausharren der Hamburger Bauhandwerker ans und verflichtet sich,„ach den Ausführungen des Referenten. so kräftig als möglich dafür einzutreten, damit sie zu einem Siege gelangen." Unter Verschiedenes»vnrde ein Antraa die Tellersammlung nach Schluß fortzusetzen und den Ueberschnß den Hamburgern zukommen zu lassen, angenommen. Ferner »vnrde noch ein Brief verlesen,»velcher dahin lautete: daß die Berliner Schnc.der ans die Geschäfte ans Stettin„Hartwig u. Söhne" ein Augenmerk haben sollen, betreffs der Schmidpreise. »vas aber in einer Civil-Schneiderversamnilung zum Austraa ae- bracht werden soll. Hierauf machte der Vorsitzende bekannt, daß die nächste Vereinsversanunlung Montag, den I. September bei Drr Fachvevei» der Weber ,»i,d verwandter Se- Rsrnmaasss Gemeinde von JlVau». 2. Diskussion. 8. Ausnahme neuer Mit- gl,eder und Entrichtung der Beitrage. 4. Bericht der Merk- stätten-Untersuchungskommission. 5. Verschiedenes und Frnge- kasten. An Stelle des Herrn Dr. Wille war Herr Kaufmann Türk erschienen und hielt derselbe einen Vortrag über die wirth- schaftlicben Umwälzungen der französischen Revolution, welcher mit lebhaftem Beifall von der Versammlung aufgenommen wurde. Eine Diskussion fand nicht statt. Hierauf erstattete die Kommission ihren Bericht in etwa folgender Weise- Das zur Verfügung stehende Material sei zwar kein allzu großes, jedoch smd aus dein vorhandenen die denkbar traurigsten Verhältnisse der Berliner Weber zu konstatiren, und ist die Konnnission der Ansicht, daß es endlich an der Zeit sei, der Oeffentlichkeit einen Emblick tn die Verhältnisse eines so großen Industriezweiges zu erinöglichen. Die statistischen Untersuchungen habe» Folgendes ergeben: In der Hausindustrie eine Arbeitszeit zwischen 55 bis /ö Stunden pro Woche. Hierbei verdienten 35 pCt. 15 M. 35 pCt. 12 M. und 30 pDt. 9 M. pro Woche; also ein Durchschnittslohn von 12 M. bei gutem Geschäftsgang. Die arbeits- lose Zeit mit eingerechnet, ergiebt einen jährlichen Durchschnitts- lohn von 8 M. pro Woche. Daß dabei kein auch nur halbwegs menschenivurdiges Leben geführt werden kann, wird selbst Herr Fabrikinspektor von Stulpnagel zugeben müssen. In den Fabriken stehen die Löhne wie folgt, bei größtentheils zehnstündiger Arbeitszeit: Firma Batz 16—24 M., Sußmann 14—18 M., Bader 13—21 M., Lubasch i0"1,9 aW-' �"bisch 12—18 M., Königsberger IG— 18 M., Fritschner 13-18 M., Kaufmann 15-20 M., Becker u. Hosbauer 24 M., Protzen- Stralau 18 M., Anton und Alfred Lehmann- Schünweide. sowie Ludwig Lehmann- Rummelsbnrg, männliche 14— 18 M., weibliche 11— 14 M., in Nixdorf variiren die Löhne zwischen �~. Weberei 12— 20 M., in der �ute- Spinnerei und zu Stralau erhalten die Männer, welche nur die schwersten Arbeiten machen müsse», 21 Pfennige pro Stunde, bei den Frauen war der Lohn nicht zu ermitteln. Eine ganz besondere Einrichtung herrscht hier, uäm- lich iver Morgens 10 Minuten vor 6 Uhr in Arbeit ist, erhält 10 Pf. Prämie, kommt er einen Tag 5 Minuten zu spät, verliert er die Prämie der ganzen Woche. Ber Ludwig Lehmann wird von Morgens 6 Uhr bis SVe Uhr Abends mit nur einstündiger Mittagspause, ohne Vesperpause ge- arbeitet, die Frauen auf den mechanischen Webstühlen arbeiten sogar bis Abends SVe Uhr; außerdem hat die Kommission einen Tarif ausgearbeitet und soll dieses Gesannntniaterial einer öffent- lichen Versammlung, welche Anfang September d. I. stattfinden soll, zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Unter„Verschiedenes" gab das Vergnügungskomitee einen provisorischen Bericht vom Sommerfest, wonach ein Ueberschuß von 95 M. erzielt ivorden ist. Hiervon hat Kollege Pilgenroth schon einen Theil erhalten. Ferner wurde beschlossen, 30 M. den Hamburgern und 20 M. den Greizer Webern aus der Vereins- lasse zu bewilligen, außerdem ivurde beschlossen, die noch vor- handenen Protokolle vom Delegirtentag aus Apolda a Stuck zu 10 Pf. zu nerkaufen. Hierauf machte der Vorsitzende die Mit- theilung, daß zu der Partie am 31. August Friedrichshagen gewählt worden ist. Hieran können auch Damen Theil nehmen, Treffpunkt Morgens 6 Uhr, Schlesischer Bahnhof. Hieraus Schluß der Versammlung. sammlung eingeladen werden. Der Vorsitzende meinte, wenn die Arbeiter derHar monikabranche sichorgani- s i r e n resp. dem Klavierarbeiterverein beitreten würden, s o würden dieselben auch eher darauf rechnen können, derartige Uebergriffe der Fabrikanten zu beseitigen, da sie dann nicht ver- einzelt, sondern der Verein, die Masse, hinter ihnen steht und sie stützt. Der Redner fordert die Kollegen der Harmonikabranche auf, sobald wie möglich dem Verein beizutreten."Zu Verschiedenes war cinAntrag eingelaufen, dieHamburgerAusgesperrten so lange zu unterstützen, bis das Zentralkomitee erklärt, keine Unterstützung mehr zu gebrauchen. Ein zweiter Antrag, 100 Mark den Hamburgern zu senden, wurde ebenfalls angenommen. Der Vor- sitzende theilte ferner noch mit, daß bis letzte Woche vom Verein 500 Mark und vom Verein auf Listen zirka 400 Mark an den Fachverein der Maurer in Hamburg gesandt worden sind.— Das Stiftungsfest des Vereins findet am 13. September bei Buggenhagen statt und wird um recht rege Betheiligung ersucht. Die Kollegen, welche noch B i l l e t s v o in S o m m e r v e r g n ü g e n h a b e n, werden dringend ersucht, dieselben sofort abzurechnen. Neu aufgenommen wurden 13 Mitglieder. Der Vorsitzende schließt die Versammlung um 11 Uhr. Der Uovstand des Uereius..Freie Volksbühne" hat vorläufig folgende Zahlstellen zur Aufnahme von Mitgliedern und zur Entgegennahme von Monatsbeiträgen errichtet: 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. Der Arbeiterbitduugsverein für Meissenfee«nd Mmgegend hielt am 19, August er. in der„Weißcnseeer Flora", Gustav- Adolfstraße, eine Vereinsversammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: l. Vortrag des Herrn Karl Neumann aus Berlin über:„Kapitalismus und die Arbeiterfrage". 2. Tis- kussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. 5. Fragekasten. Der Vortragende schilderte ausführlich die Ursachen der Proletarifirung der Massen des Volkes und seine Ab- hängigkeit vom Kapitalisnius, ferner den Gegensatz des Leibeigenen zu dem Proletarier von heute. Der Referent führte an, daß der Leibeigene wenigstens eine er- trägliche Existenz gehabt hat, trotzdem er persönlich unsrci war, was bei dein Proletarier von heute nicht der Fall ist. Die große französische Revolution hat nur das Bürgerthum frei gemacht, während die Arbeiter vermittelst„der freien Konkurrenz" in noch größere Abhängigkeit gekommen sind. Sodann schildert Redner, wie durch die Vervollkomninuug der Produktionsmittel Hände um Hände entbehrlich würden, was eine immer mehr um sich greifende Massenarmuth zur Folge hat. Daß derartige Zustände, wie sie gegenwärtig herrschen, ans die Dauer nicht be- stehen können, dafür legen die Vereinigungen der Kapitalisten f engniß ab, welche das Kapital derartig konzentrirten, daß ein usammenbruch der privatkapitalistischen Produltion in nicht allzu ferner Zeit bevorsteht. Die Bourgeoisie glaubt durch allerlei Palliativmittel diesen Zusammenbruch Hinansschieben zu können, jedoch weiß das zum Klassenbewußtsein erwachte Proletariat sehr wohl, daß nur durch die Vergesellschaftlichung aller Produktionsmittel und der Verwirklichung des Sozialismus ihnen eine menschenwürdige Existenz zu Theil werden kann. Während der sehr lebhaften Diskussion wurde einem Gast, Herrn Franz Berndt, das Wort ertheilt. Derselbe hat am 18. März d. I. in dem Verein einen Vortrag gehalten iiber:„Die Ursachen der Arbeiter- b e w e g u n g". Herr Berndt ist nun wegen einiger Aeußerungen, welche der überwachende Beamte zur Anzeige brachte, welche aber that- sächlich aus falscher Auffassung des Beamten beruhen, angeklagt worden. Er forderte nun diejenigen auf, welche sich seine Aeuße- rungen gemerkt haben, sich mit ihm in Verbindung zu setzen; weniger seinetwegen, als im Interesse der Allgemeinheit. Trotz- dem die Anklage derartig verschleppt worden ist, daß jetzt nach fünf Monaten erst die erste Zeugenvernehmung slaUjindel, meldeten sich doch mehrere Genossen, welche eidlich be- knnden können, daß Herr Berndt jene Aeußerungen nicht gcthan hat, wenigstens nicht in diesem Wortlaut. Unter Vereinsangelegenheiten wurde, nachdem der Kafsirer erklärt hatte, daß 07 Mitglieder seit Monat Februar nicht Beiträge bezahlt hätten, folgender Antrag gegen 2 Stimmen angenommen: Stelle den Antrag, die 07 Mitglieder, welche bis Februar nicht bezahlt haben, den" Beitrag noch einen Monat zu stunden, dann sind die- selben aber zu streichen.— Unter Verschiedenem fand eine Ersatzwahl statt, da der 1. Schriftführer sein Amt niedergelegt hatte. Es wurden als 1. Schriftführer Genosse Pankow, als 2. Schriftführer Genosse Hildebrandt gewählt. Nachdem der Vorsitzende die Mitglieder an den Austritt aus der Landeskirche erinnert und alle Genossen aufgefordert hatte, nur in solchen Lokalen zu verkehren, wo das„Berliner V o l k s b I a t t ausliegt, ferner, daß alle Mitglieder die Petitionslisten an den Reichstag unterschreiben möcht, wurde bekannt gemachten, daß am 30. August in Dewein's Gesellschastshaus eine große Lassallqeier stattfindet; hierauf schloß nach Beantwortung einiger Fragen der Vorsitzende die Versammlung. Der Verein zur Mahrung der Jnteresslen der Alavu-v- nr Detter und Vernfsgenosse» hielt seine Mitgliederversammlung für den Norden bei Minner, Nosenthalerstraße 11—12, am 18. August ab. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Pirch: Ist durch Sparen die Lage der arbeitenden Klassen zu bessern? 2. Werk- stattangelegenheiten.., Da der Referent nicht erschien, so wurde tn den zweiten Punkt der Tagesordnung eingetreten. Mehrere Redner zogen die eines freien Arbeiters unwürdigen Verhältnisse der Pietsch- ni a n n' s ch e n H a r ni v n i k a f a b r i k ans Tageslicht. Na- inentlich wurde das Gebahren des Restaurateurs Beer sehr abfällig kritisirt, welcher zwei Arbeiter, die Flugblätter an die Arbeiter der Fabrik vertheilten, dienfteisrig dem Fabri- kanten denunzirte, worauf die Arbeiter mit 2 M. Strafe belegt wurden. Es kamen noch mehrere Mißstände in der Fabrik zur Sprache, welches einem Redner Veranlassung gab, zu beantragen daß die Arbeiter der Pietschmann'schen Fabrik speziell zu einer Ver- Albert A u e r b a ch, Schuhwaaren- Geschäft, Kottbnser Damm 7. Gottfried Schulz, Zigarrenhandlung, Admiralstr. 40a. Ernst Arndt, Zigarrenhandlung, Skalitzerstr. 107. Wilhelm Börner, Zigarrenfabrik, Ritterstr. 108. Adolph Laege, Restaurateur, Fürbringerstr. 22. Otto Antrick, Zigarrenfabrik, Steinmetzstr. 60., Fritz Weber, Restaurateur, Frobenstr. 35. Fritz V o ß, Zigarrenhandlung, Virkenstr. 59(Moabit). August H i n tz e, Zigarrenhandlung, Pankstr. 14a. Wittwe Klara H a s e u c l e v e r, Zigarrenhandlung, Chausseestr. 49/50. 11. Albert T i e tz, Zigarrenhandlung, Jnvalidenstr. 124. 12. Wittwe Hasenclever, Zigarrenhandlung, Brunnenstraße 122. Karl Lehmann, Zigarrenhandlung, Bruunenstraße 88. Adolph Kehr, Hutfabrikant, Köpnickcrstr. 126. Hermann Grashold, Materialwaaren- Geschäft, Pallisadenstr. 59. Franz N i e m e y e r, Zigarrenhandlung, Weberstr. 19. Eonrad Engel, Buchbinderei, Chorinerstr. 9. R. Baginski, Buchhandlung, Dresdenerstraße 52/53 (Passage). Alle diejenigen, die Mitglied der„Freien Volksbühne" werden wollen, iverdcn ersucht, sich au einer dieser Stellen zu melden. Das Beitrittsgeld beträgt mindestens 1 M.; die monatlichen Beiträge, die immer bis zum 7. eines jeden Monats zu entrichten i»d, für den Monat September mindestens 25 Pf., für die olgendep sechs Winternionate mindestens 50 Pf. 13. 14. 15. 16. 17. 18. Ztledi!!»!»! zlntcrstiilz»i>g«ve»'»in d«? Sr,l»>I»»rI>»itrr, der«» gl;«. sraue»»»d Tabaiia» Ii«iteri»»rn ju �«vliii. Generalversammlung am Sonnabend, den so. August, Abends o Uhr, bei Fritze, iilisabeihslr. so. pereiiiigung der x>rcci,ol»r zirulschinnds. Filiale 0(PermuN-Arbelier). �eiiag, de» ee. August: Versaminluug Im Lolale des Herrn Säger, Grüner «dsteaterverei» Viocoud». Sitzung am es. d. Mts., Abends 9 Uhr, Michaelslirchstr. so bei Sabbalh. Gäste ivilllommen. zreirrligiösc B«»>ei»d«, Nosenlhalerstr. SS. Sonntag, den 24. August, Vormittags 10 Uhr; Vortrag des Herrn Wilhelm Bölsche über Materialismus. Gäste sehr willkommen. Fachvcroi» der in Kuchbittdereieu und»«rwandte» Ketrieben de- schiittigten Arbeiter. Montag den es. d. M., Abends s Uhr, Versammlung tn Fcucrstein-s Salon, Alte Jatobsstr. 73.— Sonnlag den 24. d. M.: Partie nach Stettin. Absah« Sonnabend Abend. Die Thellnehmer werden ersucht, ich bis o Uhr im VereinSIokal, Annenstrasti IS, einzusinden. Der Fahrpreis beträgt für die Hin-»nd Nürtfahrt» M. Das weitere Arrangement liegt in den Händen der Stettiner ffOllegen. Vormittags dorlselbst öffentliche Versammlung. Wir ersuchen die Kollegen, sich zahlreich zu beihetltgcn. Der Vorstand. Große össentliche p«rs»inuif»»g siir Zü>i»»«r»»d Srauen Sonn- abend den es. August, ilbds.% Uhr, tu Hosstnann's Fcftsälen, Oranictistraße Nr. 180. Tagesordnung:„Dte vollswtnhschastitchen Wirlungen deS Acht- stundcntagcs. Referent: Herr Dr. Lütge nau.— Nach der Versammlung findet geselliges Veisammensein statt. «Grielli'chnst fiir»ierbrritnng von xioiliobiidnng. Den Mitgliedern zur Kenntnißnahme, dast die regelmäßige» Voiträge bis aus Weiteres nicht lattsinden.— Gegen die Versügung des Polizei-Prästdtnms, lvclchs dte Gesell- chaft unter K s des Vercinsgesetzes stellen will, hat der Vorstand, alS letzte Instanz, die Klage beim Ober-VerwaltungSgcrichl anhängig gemacht.— Am Sonntag, den 24. August, findet ein Ausflug mit Familie nach Schniargendors statt. Abfahrt: Nachmittags 1 Uhr 14 Min. vom Potsdamer Bahnhof.— Für Nachzügler Treffpunkt:„Neflaurant„Kaifer-Fricdrtchgarten" I» Schmargen- dorf. Recht zahlreiche Belhciltgnng ist erfordeiltch. tgrohe öffentlich« ziollioti-rl'itimulimi) für Frauen»nd UIiin»«r am Freitag, den 21. August, Abends 8 Uhr, zu Wilmersdorf lm Viltorig- Garten Wjlhelmsaue. dirsana-, Sur»,»nd o«f«Uioo Vereine am Freitag. Kaiser'scher Männcrgcsangvcrein Abends 0 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.— Gesangverein„Pausebcutel" Abends s Uhr im Restaurant Hensel, Atexandrinenstr. 15.—„Liedertafel der Maler und vsnvandtcr Vernfsgenossen" Sibends 0 Uhr lm Restaurant Kletne, Brandenbnrgstr. 00.— Buchbinder- Mäimcrchor. Abends 8% Uhr bei Feuerstein, Alte Jakobsstv. 7°.— Gesangverein „Flöier'sches Toppclquartett" Abends 0 Uhr im Reftanrant Mufehotd, Lands- bergerstr.-1.— Gesangverein„Fortschritt" Abends 0 Uhr im Restaurant Vlumcnsir. 40.— Gesangverein„Echo 1372" Abends 0 Uhr Orantenstraße 30. Neue Mitglteder werden aufgenommen.— Gesangverein„Ossian" Abends 9 Nhr, Tresdenersir. 85 bei Gustavns.— Hupperl'fche Sänger-Vereinigung „Harmonie" AbendS 0 Uhr bei Niest, Weberstr. 17.— Gesangverein„Sänger- hain" Abends 0 Nhr Ndalbertstr. 21.— Liedertafel des Fachvereins der Stein- Wäger Berlins Abends s Uhr Große Hambilrgerstr. 4 NebunaSstunde.— Gesangverein„Ohnesorge" Abends v Uhr, viestaurant Reyer, Alle Jalobstr. 83. — Gesangverein„Widerhall" Abends 9 Nhr bei Herr» Boge, Kopnickerslr. 191. — Kcsangv-iein„Lorbcerlranz" 8% Uhr Restaurant Weinslr. 11.— Arbeiter- Gesangverein„Nord" NcbungSstunbc Abends 8% Uhr im Restaurant Gnadt, Briuuienstr. 38. Sttmmbsgabt« auch passive!Nita!icder werden ausgenommen. gveretn„Eollcgta" AbendS von 9— Ii Uhr bei Schuster, Oranienstr. 8. Gesangverein — Botgt'schcr Dtlettanlen-Orchesterverein, UevungSstunde von 3�— 11 Uhr Abends im Louisenstäditschen Klubhaus, Anuenstr. tS, 1 Tr.— Berliner Turngcnossenschnft(s. Männerablheilnug.» Abends 8% llhp in der städtischen Turnhalle, Wafscrthorstr. 31.— Turnverein„Hasenhatde" ilRännerabtheilungl Ab. 8 Uhr Ttrffcnbachstr. 00— St.— Turnverein„Froh u. Frei"(MSnuerabth.) Abends 8% Nhr Bergstraße 69.— Wissenschaftlicher Verein für Roller'schc Stenographie Abends 8,% Uhr im Restaurant Ziechen, Dorotheenstr. 31. Unter- rlcht und' ÜebungSstunde.— Allgemeiner Areichs'scher Slenoaraphenversin, ........ ndS 8% Uhr(ni Restaurant Koll, Marlannen- Ablhcilung„Vorwärts". Abends. platz 11.— Arends'scher SIenographenverein„Apollobund" AbendS s Uhr im Restaurant Seydelstr. 30.— Verem ehemaliger Dr. Doebbelinscher Schiller AbendS 9 Uhr im Resiaur. Krebs, Fricdri chstr. 208.— Zilherverein„Alpenveilchen" Abends 8'� Uhr im Restaurant„Wahlstatt" Bellcalliancestr. 89.— Rauchllub„Westend" Abends 9 Uhr lm Hohenzollerngarten Steglitzerstr. 27.— Rauchllnb„Weichsel- blatt" Abends 8': Uhr Im Restaurant Skalitzerstr. 147«.— Rauchtlttt>„Otzne Zwang" Abends 8); Uhr lm Restaurant W. Späth Weinslr. 28.— Verein ehe- maliger Schiiler der 22. Wemeindoschllle Abends 9 Uhr im Restaurant Schröder Sleglitzerstraße 18.— Soziatdemolratischer Lese- und DiSlniirllub Lasfalle Abends Uhr Sldalbertstraße« bei Schneider. Gäste durch Mitglieder lönnc» eingestihrt iverde».— Soztaidemolralischer Lese- und Dislutirllnb Vorwärts AbendS 8� Nhr tn Poland's Solas, Naunynstr. 83. Sitzung. Gäste lonne» durch Mitglieder eingestil»! werden.— Männerchor der„Berliner Mechaniker"-Abends 9 Uhr im Restaurant Krüger, Franzstr. 8.— Verein ehemaliger Schüler der 23. Gemeindeschule Abends 9% Uhr bei Saeaer, Grüner Weg 22 Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste Ivilllomme».— Lesetlub „Karl Marx" Abend» von 9—11 Uhr bei Schönfeld, Mariendorferslr. 10. „Mufierzeichner-Berband Teutschlands" Abends 8% Uhr. Zum Schullhelß LanbSbergerstr 73.— Verein ehemaliger Schüler der 38. Gemelndeschuie Re- staurant.chornblume", AndrcaSsir. 3, Anfang 0 Uhr.— Geselliger Verein „Immergrün", Sitzmig, Adalbertstr. 21 bei Roll, Anfang 9 Nhr. Gäste ivilllommen. »'tprorltpanl. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit Raum dafür abzu geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeine» Interesses zur Verfügung: sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identlstjirt zu werden. In der Sprechsiial-Erwiderung vom gestrigen Tage ist ein Fehler enthalte», tvelcher durch eiue undeutliche Mort-Abkürznug deö Herrn Einsenders hervorgerufen ist. Es muß, wie uns Herr Täterow»nttheilt, der Absatz wie nachstehend gelesen werden: „Sollte der kritisirte Satz nicht klar sein oder ansckieinend koinpromittireud wirken, so ist demselben eine andere Wortstellung zu geben, z. B. anstatt„Kontrole" „Einsichtnahme in die Bücher der betreffenden Streik- oder L 0 h n k 0 m m i s s i 0 n." Beleuchtung der vom Magistrat an die Arbeiterkorpo� gerichteten Fragebogen. Wenn man sich die in obgenannten Fragebogen w'- Fragen ansieht, so müßte man zu der Ueberzeugung'oar.J:a sollte hier ein Feld betreten werden, über das sich die- lichkeit noch in keiner Weise ausgesprochen hätte. Thetjw� "1 schon mind" Fragen Stell unsere Vertreter im Reichstag sowohl durch «cyieu nocy in lelner xuetir uuvgrsp4v«;>-» inuiv.~ haben aber doch schon mindestens tausend Versanumu Berlin zu diesen Fragen Stellung genommen, außerdi � Arbeiterschntz-Gesetzes, als durch ihre Aeußerungen bei des von der Regierung vorgelegten Arbeiterschutz-Gesef unsere Stellung so klar und unzweideutig modifizirt, daß> Vereinsvorständen, welche sich mit diesen Fragebogen zu tigen haben, rathen möchte, dieselben mit dem Bemer»» zuschicken, daß das Mintmuni, was wir in Betreff eme- schutz-Gesetzes verlangen zu müssen glauben, in dem dazu sozialdemokratischen Fraktion eingereichten Entwurf entyjw.., Eine weitere Beantwortung halte ich aus verschiedenen für überflüssig und unziveckmäßig. Auf den von Herrn Täterow in der gestrigen Nuinw«, schriebenen Sprechsaalartikel habe ich folgendes zu erivios■ Die Gründe, die mich veranlaßt haben, die von ni», Dienstagsnuinmer angeregten Punkte bezüglich der Konin der Kontroikommission im„Berliner Volksblatt" zu e. l habe ich wohl für jeden verständlich angegeben. Ick) Jv im Interesse der Kommission und der ferneren Geitau« � Gewerkschastsbeweguiig, daß diese von mir aiigerezte» von der Kommission erwogen würden. Nun Täterow bis jetzt noch nicht die Berliner Streik-Kmitrolw»', Sollte jedoch Herr Täterow als Mitglied dieser Ko»« sich verpflichtet fühlen, unrichtige Auffassungen über d«, Kommission gefaßten Beschlüsse ineinerseits richtig zu stell zu widerlegen, so hatte er dies in einer sachlichen un°„ Weise zu thun, da dies nicht geschehen, sehe ich mich"Mv anlaßt, auf dieses alle Objektivität und Klarheit Jj"; v „Eingesandt" zu antworten, da ich ihm nicht auf den toW, solchen Polemik folgen kann. Ich werde vielmehr nm sichten in der nächsten Versammlung der Berliner Streu-!», Kommission, wenn dort mir das Wort hierzu gestattet>1,1. aber in der allgemeinen Versammlung sämmtlicher Gewe« � uochmals auseinanderlegen. Eine össentliche Versainn"„ Glacee- und Kartonarbelter hat bereits meine Ansicht alzck Achtungsvoll Th. Glocke, Lansitzerstraße 52, 3*' ssscheint !? 5 Haue Sonntag- Untre j nd-' � Oktoß Schend 1 hiermit j sie i iMckzu« Mchen. ®t Ca ©i Die BLiefltÄpketr dev Nevttkkiotl' Bei Ansrilgen bitten wir bl« Abonnements-Qutltung beizufügen. Antwort wird nicht ertheilt. Für dir attoarjprrrtrtt Kattliaitdwrrlter Anw' ginge» ferner bei uns ein: t Tischlerei Reichenbergerstr. 65, Marschall, 5 M. �'Ü durch Wolf, Steglitz, 13,80 M. Lese- und Tiskutirklub r Köpenick, 10 M. Bautischlerei Scalla, Motzstr. 14, 5,25 5% J gnügungsverein„öteichskrone" 8 M. Für ein Stück auktionirt im Lokale des Herrn Pietsch, abgeliefert dural«i Schmidt, 3,20 M. Aus der Schuhmacherversauimlung bei stein 10 M. Die verwahrlosten Rothen aus 13,35 M. Fichtelin- Bogen. 2. Rate. 8,65 M. 9„ 3 der Löive'schen Gewehrsabrik Martinickenfclde 8 M. l,/j bei Heppner 2,80 M. Jnngens holt fast 2,�.1 Liste 1021(Klempner) Königl. Werkstatt zu Spandau J{llle. Angermünderstr. 12 1,60 M. Einige Genossen von s. Bon mehreren Kollegen der Horn'schen Werkstatt, 2. Rate. D va Fachvcrein der Weber" und verwandten BerusiA L/ der f 30 M. Liste 886 4,05 Dt. Liste 884,(darauf SU""'edermii die Rothen der Tischlerei Löwenberg 4,45 M.)''1 Ulli) W,, Ein Staubbeutel voll Kohlenstaub unter den Formern vo. Kreit»»" und Glienicke, Ritterstr. 82, versteigert 2 M. Durch«„• j Z- 3. Rate, 13,30 M. Einige Former der Beermann'scheu-z-ureten 2. Rate, 6,40 M. Tischlerei von Trispel, Wienerstr. 17,'u'"je gub ersonal der Union- Druckerei, 3. Rate, 4,65 M.„ l'tichä eit m Die J nicht, Hollmannstraße, 12 M. Olga, Lindenstr. 20, � ...... wirth, 5"M. Rixdors, Bergstr. 9, Tischlerei von 8,10 M. Werkstatt von Kästle, Berlin N., 2. Rate, 14 Schraubendreher von Willing u. Violet, Vet. Pteuß. gewonnen, 2,60 M. Von den zielbewußten Arbeiter� � min»» Arbeiterinnen ans Eschwege 25,70 M. Gesammelt u Zigarrenfabrik vo>l W. Ponath, 2. 9Jnt» ßfif» M.*— 6,80 M. Werkstatt von Lübke u. Sievert, Lichtenbergerstr. 5, 3,50 U1',,»''iiijiciici sammelt vom Arbeiterverein und einigen Maurern m OhW� 01e Kohl Die Rothen von Lauthe, Sebastianstr. 1, 5,50 M. List. Ivfjf n;' ditrch A. Engel, Antonstr. I, 20 M. Gesangverein Juug-»s n0ci,' gebammelt in Grünau bei Anders, 3,65 M. Franz■ 0eC Möbeltischlerei, bei der Landpartie, 8 M.„:tj L.«sni In Summa 308 Mark. Hierzu die bereits 4" fistle x 28 008,01 M. Zusammen 28 316,01 M. Nvrdfra,, C. Clirtstens. Ist heute quittirr.. f V. kooss. Ihr eingezahlter Betrag steht in Nr. Infft nvr. woch) letzte Seite des Beiblattes 15. Zeile von oben...Jl;«.-:" 01 KnopfitrDritrr. Soll die eingesandte I so oven. Abrechn»w Annonze aufgenommen werden? Der Preis ist 18 Dl. Dottefrhon. fe s (Molsi'« Trlrgraplien-Kurratt.) letss ass j K: itffl Mo, Koprttliitgrit, 21. August. Der heute Nacht abg� Speicher war ein großes Gebäude von 5 Etagen Höhe, Länge und 40 Fuß Tiefe. Unter den durch das Feuer Z�. Waareit befanden sich viele Hamburger und Kieler, besonf � Schweden bestimmte Galanteriewaaren nebst Tabak, Manufaktur- und Kurzwaaren. Alle Lübecker Waaren, iv� dem 13. M. eingetroffen sind, sowie die Französisch? Stettiner Waaren sind gerettet. Versichert war nur wem-ä» U, Paris. 21. August. Die Stadt Saint-Clande(Depo Jura) hat Dienstag Abend durch einen Zyklon bede* Da Schaden erlitten. Viele öffentliche Gebäude und mehrehD Kr s Fabriken wurden vollständig zerstört. Nach den hierher üLj"t bis Meldungen sollen auch Menschenleben zu beklagen s««- ,sl!si«gelo seien 6 Personen tobt ausgefilnden worden. 6000 Arbel» issiu� ohne Beschäftigung sein.»i Cl£iciier Mono. 21. August. In Borinage ist heute ein ss'{}cuUUi) gedehnter?lrbeiteraiiSstaud zuin Ausbruch gekommen, p'; J der Streikenden wird auf 8000 beziffert. Die©oji'r if«r st- günstigen die Ausstandsbewegung. Die öffentliche Rutst C;."PI bis jetzt nicht gestört. � C sin Vew-Uork, 21. August. Die Konferenzen des'■JUlc führers Powderly und der Chefs der„Knights of Labor ,1„P Verivaltung der Peiv-Aorker Zentralbahn haben zu kesti. 1''ttiiu». gcbnisse geführt. Ein für heute angekündigtes Maiust�(ssrq�� erklären, daß die Knights of Labor gegen die EisenbahuvessT' de»,»- den Kampf bis zum Aeitßersten führen ivollen. Som>iy folgt in Terrehaute eine Zusammenkunft des obersten Rp'f ivoi,.,, Vereins der Eisendahnbediensleten, um über die Frage Wjf»»J a stützling der Knights of Labor und einer weiteren A'-'-y ä ßoi des Streiks zn beschließen. Die Eisenbahngesellschaft erkl» �. D Forderungen Widerstand leisten zn wollen. Der Verein n. bahnbediensteten umfaßt sämmtliche Angestellte, ausgeno»'- Maschinisten. Verantwortlicher Redakteur:©wrt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von War Kading in Berlin SW., Beuthstraße 2.