I Ar. IAA Svntttag, deu 24. August 1890. 7. Jahrg. 5' Hrgan für die Interessen der Arbeiter. MMlMNW _. Jtt,ertionsgebühr beträgt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins« und Verfammlungs» Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., «cuchltrnBe 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition jift an Wochentagen bis 1 Uhr Mittaas und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. ----- Fernsprecher: Amt VI. Nr. 410t».•-•*- NedKÜtion: VeukhPtvAHv 3.— Expedition: VeulMvotze 3. istf'l* ö 1« WM >i>t«� o n» d Chrifklilkxev S o z t k> l i s»»r u s. tief% sämmtlichen ultrimontanen Blättern befand sich tJe?, 9e eine Anpreisnitg der bekannten Schrift des » l orbenen Bischofs von Mainz, Freiherr» von ( t 6(""*. i-*>? f ± '>»»»; aper mit solch aogeoroschenem r?aye rann nicht 'ZMal der gläubige Katholik etwas ansangen, geschweige °i»n der modern denkende Mensch. Wenn die Herren nur einmal sagen wollten, wie durch den Glauben " ,iui einmal sagen Ivvuieu, Ivw ouiu, orn v-,lunvrn % die christlichen Lehren die tausend � und abertausend Schwierigkeiten überwunden u werden sollen, die sich dem %r beim Kampf ums Dasein in den Weg stellen! � Aber je klarer man auf der einen Seite erkennt, daß ».s Aroßen gesellschaftlichen Uebel nur durch weitgreifende JMerfsche Maßnahmen und gesellschaftliche Umgestal- ... Zen aus dem Wege der Entwicklung beseitigt werden die mv um so zäher und eigensiilniger beharren L �Utdthorst und Genossen auf der Illusion, die Härten (t. Daseins könnten abgeschliffen werden durch geduldige eine und Entsagung und durch festes Verlassen auf Tj.ss. Wohnung in einein anderen Leben für die im , bewährten Tugenden. Wir feinden Niemanden b.t.�cher Ueberzeuguug ivillcn persönlich an, aber wir Quf v�'-U e-' wenn die Ansicht verbreitet wird, als sei Wege die Menschheit von den sozialen Nebeln köni r�U- Elend bleibt Elend und bringt den Menschen bek!>,. r und geistig hinab; davor kann ihn kein Glaubens- >tit!i. schützen. Die Anschauungen der Windthorst nti?.Zossen wurzeln tief im Mittelalter. Es kommt tzj�uniter vor, als sei ihnen das mönchische Leben und >sn �'�wksen die oberste Lösung der sozialen Probleme. waren für die Einsiedler alle sozialen so« J116' bie Idee der Entsagung war bei ihnen Wü, Ükworden, daß sie zum Lebensunterhalt nur be- Wth ffn-, �as sie am Wege fanden. Aber aus Eremiten Xtih..che läßt sich keine Staatsgemeinschaft begründen lebt'""ihnen kann kein gesellschaftlicher Organismus be- werden; das wird auch Herr Windthorst zugeben. >uik virboi«n.1 Ueuilleto»!. [28 �vMont junior und Rister senior. n � Von Alphonse Daudet. ->ch dem Französischen von L n d iv i g K n o r r. burch Tesiree's erregte Stimine und ihre iveit « trat er mit knarrenden Stiefeln näher, Knltinia''l der Hand, um sie ihr anzubieten. Seine �zensnH.chur gezwungen, jedenfalls infolge des großen "Hie t ,, ebtotschen den hellerleuchteten lärmenden Theater- mo diesem matterhellten kleinen Kraiikenstilbchen. �ii will denn mein kleines Mänschcn?... Fühlst «0% b"" Mlcchk;? tflb ihm«n net Bewegung des bleichen, leidenden Kopfes «Aechter 5c'l«e zu verstehen, daß es in der That mit ihr 2% h-f öc' sie legte ihre fieberglühende Hand ans den ichr J firoßeu Mannes und flüsterte ihm leise in's '■. Sic fühlte es, daß sie bald sterben würde... chltve Wr11 chirst Du Papa mit Mama ganz allein sein... fjiljjte l nicht so... Dn wußtest ja, daß es so kommen �"l'U. iM.Ur Srt fiiit "t1|U... All M.',•. �ch fürchte, wenn ich"Lt mehr da b i chta mi-t lfl � nrciiie, wenn my.......... fiot. IS. Kraft nicht mehr haben. Alles in Stand zu i kht.«'- �ieh nur, ivie elend und abgezehrt sie ans- fe1 fchr�f"Vieler betrachtete das„heilige Weib" und krättm"'"'-. � so abgemagert zn sehen.„Sie war wiien ilA' jogte er. Ohne jedes Erbarmen mit den es Vaters fuhr daher Desiree fort: Das Prinzip der Entsagung nimmt sich in unserer lebendigen Welt aus, wie ein Einsiedler des dritten Jahr- Hunderts aus der egyptischen Wüste bei einem modernen Tanzvergnügen. Tanzvergnügen— da sind wir gerade beim richtigen Begriff. Wie eine Erläuterung der christlich-sozialen Idee von Ketteler und Windthorst ging soeben durch die ultra- montane Presse eine Mahnung an die Arbeiter, doch nicht so viele F e st e zu feiern. Im frommen Eiser kommt man sogar so weit, sich darüber auszuhalten, daß die Gastwirthe Säle bauen und sogar über die Eisen- bahnen beschweren sich die frommen Herren, weil sie die Theilnahme an den Arbeiterfesten erleichtern. „Die S it ch t zu genieße n" habe zu sehr unter den Arbeitern überhand genommen, wird diesen vor- geworfen. Man weiß, daß es seit einiger Zeit Brauch ist, aus den Anzeigen der Arbeiterblätter eine Anzahl von Fest- lichkeiten, Tanzvergnügen, Ausflügen und Versammlungen zusammenzustellen und dies als einen Beweis aufzuführen, daß die Beschwerden der Arbeiter über ihre gedrückte Lage doch nicht begründet seien. Wir können uns keinen kläglicheren Einwand gegen die Arbeiterforderungen denken. „Saure Wochen— frohe Feste!" hat Goethe gesagt und der Philister, der sich mit strenger Arbeit wenig zu plagen hat, will doch dafür seinen Lohn haben und gönilt sich am Sonntag sein„frohes Fest". Aber dem Arbeiter, der doch wahrhaft„saure Wochen" hat, gönnt er solches nicht. Und doch ist das, was die Arbeiter Feste nennen, so bescheiden, daß der„behäbige Bürger" sicherlich nicht damit zufrieden sein, sondern sich höch- lichst beklagen würde, wollte man ihm zuimithen, zu einer solchen Gelegenheit nur seine Festlaune mitzubringen. Ein Arbciterfest, wie bescheiden! 20, 23, 30 Pfennig Entree, dann einfache Speisen und Getränke, ein Glas Bier und ein belegtes Brot, selten etwas Warmes, dann als Fest- genüsse einige Musikstücke, ein Tänzchen, eine Festrede von einem bekannten Genossen und Vorträge, komische und ernste Deklamationen von Arbeitern, die zur Unter- Haltung ihrer Freunde beitragen wollen! Hier und da noch eitle kleine Verloosung für einen wohl- thätigen oder idealen Zweck! Verdorren möge die Hand, möchten lvir mit Börne sagen, die es wagt, auf diese bescheidenen und einfachen Vergnügungen einen Stein zn werfen! das Muckerthum hat es schon mehr als ein- mal gcthan und drum strafen sich die Arbeiter, die sich zum Muckerthum bekennen— es sind nicht allzuviele— selber. Die Christlich-Sozialen eifern nicht gegen die Feste „Was soll nun aus Euch werden, wenn ich nicht mehr bin?.. Du hast freilich große Hoffnungen, aber wer weiß, wenn sich diese oerivirklicheu. Die Erfolge können noch lange ausbleiben und wovon wollt Ihr inzwischen leben?... Sie lieber Vater... ich will Dich nicht ver- letzen, aber bei Deinem Verstände würde es Dir leicht sein ---- sicher würde auch Herr Nisler----?" Der Schauspieler verstand sie nicht; er sah sie erstaunt mit seinen großen runden Augen an. Er fühlte nur un- deutlich, daß von diesem unschuldigen, hellsehenden Kinde eine Anklage gegen ihn erhoben wurde, nur wußte er noch nicht welche. „Ich glaube, Dn würdest besser thun.. fuhr Desiree mit gewaltsamer Anstrengung fort...„ich meine, es wäre besser... entsage..." „Ha... Wie?... Was?..." Desiree schwieg, als sie die Wirkung ihrer Worte sah. Das bewegliche Gesichtdes altcnSchanspiclers hatte sich krampf- Haft verzerrt und wirkliche Thränen, keine Theaterthränen, füllten seine Augen. � Ter Unglückliche begann zu verstehen.... Von den einzigen Wesen, die ihn noch bewunderten, wandte sich jetzt noch eins von ihm ab. Seine Tochter glaubte nicht mehr an ihn. Unmöglich! Er hatte gewiß schlecht ge- hört.... Wem sollte er entsagen, tvcm... wem?..: Desiree wagte bei den um Gnade flehenden Blicken ihres VaterS nicht zn vollenden; auch war es mit der Kraft des armen Kindes zn Ende. Zivei oder dreimal murmelte sie: „Entsage... Entsage... Dann siel der kleine Kopf auf das Kissen zurück und überhaupt— das sei um der Wahrheit willen betont— aber sie meinen, es wären der Feste zu viele und es sei übertrieben, wenn an jedem Sonntag„etwas los" sei. Warum soll den Arbeitern denn ihr harmloses Ver- gnügen verkümmert werden? Sollen sie zu Hause sitzen und Trübsal blasen? Sie wollen am Sonntag mit ihren Genossen zusammen sein und wollen mit ihnen Gedanken- austausch halten über Freud und Leid; sie wollen die Trübsal der Woche einen Augenblick vergessen! Wer ihnen das vergönnen mag, der hat nie ein Herz für unser Volk gehabt. Umgekehrt sehen wir auch nicht, daß die Führer der Christlich-Sozialen in der Entsagung und Trübseligkeit vorangehen. So ist's bei den Christlich-Sozialen katholischer Kon- fession; so ist's auch bei den Christlich-Sozialen pro- testantischer Konfession. Beide sind schlecht auf einander zu sprechen, denn sie sind Konkurrenten, aber beide wollen den Arbeiter durch die Enffagung selig machen. fWie kränklich und übernächtig sieh diese Anschauung ausnimmt in dem frischen und geschäftigen Leben unserer Zeit! Nein, die Menschen sollen nicht auf den Stand der Wüstenpropheten und Einsiedler von ehemals hinabgedrückt werden, denn zu den gänzlich überwundenen Stand- punkten gehört auch die„verdammte Bedürfniß» l o s i g k e i t/j zKovrrfpondenzon. Kuüarest, den 21. August. In dem Schoo ße der jungen rumänischen Arbeiterpartei sind seit einigen Wochen heftige Streitigreiten anLgebrochen, welche dem Ansehen derselben nicht gerade förderlich sind. Der Grund liege darin, daß einzelne der bisherigen Führer, die aus der bürgerlich-radikalen Partei hervorgegangen sind, mit dieser stets noch Zlnknüpfnngspnnkte suchen und finden, die aber von den übcrzeugteren Sozialisten zurückgewiesen werden. Gegenwärtig verfügt die Regierung über eine recht gehorsame konservativ-nationalliberale Majorität, sodaß die Opposition nur wenig Aussichten hat, in absehbarer Zeil wieder zu einer einflußreichen Stellung zu gelangen. Deshalb richten sich die Blicke der Oppositionsführer nach der Arbeiterklasse, und sie werden plötzlich„Sozialrcformer", obgleich sie noch vor einem halben Jahre für die ganze Arbeiterfrage nur ein mitleidiges Lächeln übrig gehabt hatten. Jetzt dagegen begegnet man in den Spalten ihrer Organe langen Abhandlungen, welche zu beweisen suchen, daß auch in Rumänien etwas für die Arbeiter gethan werden müßte. So erfreulich diese Thatsache nun auch für die Arbeiter im Allgemeinen wäre, so bedenklich ist sie doch auch in der Hinsicht, daß sich nun Politiker an sie herandrängen, die ihrer ganzen Stellung und ihren Tendenzen nach nur wenig mit den Arbeitern zu thun habe». Hierin liegt denn auch der Grund, daß in den Sitzungen deS Bukarester Arbeitervereins seit Wochen die Streitereien nicht aufgehört haben, die leider manchmal einen sie starb ohne es ausgesprochen zu haben, auf was ihr Vater verzichten sollte. � � Die pp. Delobelle ist todt, Herr Kommissar. Hatte sie es Ihnen nicht versprochen, es nicht wiederthun zu wollen? Die kleine Lahme ist todt. Das ist das Neueste im Stadtviertel und eine allgemeine Aufregung bemächtigte sich desselben. Nicht etwa weil Desiree bekannt oder beliebt gc- wescn wäre,— dazu kannten sie zn wenige— sondern die Aussicht, bei der Beerdigung der Tochter des berühmten Delo- belle so viele Schauspieler zn sehe», war die einzige Ursache. Paris betet seine Menschen an und ist glücklich, seine Idole aus der Straße ohne Schminke begaffen zn können. Von nenn Uhr ab wartete das gesammte Kleinbürger- thum des Marais hinter den bestaubten Scheiben und Glas- thüren um die so zahlreich erschienenen Kollegen, berühmte und nnberühmte, des großen Delobelle zu sehen. Auf eine Notiz in einer obskuren Thcaterzeitnng:„Herr Delobelle, ehemaliger erster Held au den Theatern zu Metz und Alengon, hat den Schmerz"erfahren... Die Beerdigung findet statt u. s. w., waren sie aus den Winkeln von Paris und der Umgegend herbeigeströmt, um sich dem Publikum in Er- innernng zu bringen und in der Hoffnung, in einem Be- richte über die Beerdigung durch Namensnennung ausgezeichnet zu werde». Der berühmte Delobelle schritt in schwarzem Anzüge mit geröthcten Augen und zusammengepreßten Lippen durch die Gruppen der so zahlreich erschienenen Leidtragenden, er drückte jedem schweigend die Hand. Dem armen Teufel preßten die zurückgehaltenen Thränen daS Herz zusammen, ivas ihn jedoch nicht verhindert hatte, sich frisiren und das recht leidenschaftlichen Charakter annahmen. Für die ziemlich heißblütigen Rumänen ist dies zwar nichts Absonderliches, und lmnultreiche Versammlungen kommen bei den Parteikämpfen der bürgerlichen Parteien regelmäßig vor. Bei den Arbeitern ist es nur insofern etwas Anderes, als hier die Polizei stets die größte Fürsorge zeigt und eine ansehnliche Zahl ihrer Beamten in der Nähe der Versammlungen ausstellt, um bei dem ersten Ausbruch eines Streites sofort„zum Schutze der öffentlichen'Ordnung" ein- schreiten zu können. Ter Verlauf ist dann immer derselbe; e»t- weder ist es nun ein„Anarchist" oder ein gemäßigter„Genossen- schaftler", dem der ruhige Verlauf der Diskussion nicht gefällt und durch lärmende Zwischenrufe eine» Tumult provozirt. Sofort erscheint dann die Polizei im Saal und bringt natürlich erst oen richtigen Wirrwarr hervor. Man kann sich nun vorstellen. mit welcher Lust die Regierungsprcsse diese häßlichen Auf- tritte als das„Lebenselement der Sozialdemokratie" zu schildern sucht, und einige weltweise Blätter wissen auch sofort, daß diese Zwistigkeiten nur ein Widerhall der in D e u t s ch- l a n d eingetretenen„Spaltungen" unter der Arbeiterpartei dar- stellen. Man hatte die runianische Sozialdemokratie von dieser Seite stets als eine exotische Pflanze" und eine künstliche Nach- bildung der deutschen Sozialdemokratie bezeichnet und fügt nun mit überlegener Sachkunde hinzu:„Wenn man sich drüben zankt, müssen es unsere Sozialdemokraten doch auch thun."— Da indessen die gesammten Streitigkeiten doch nur äußerer Natur sind und die bürgerlich-radikalen Eindringlinge bald genug erkennen werde», daß sie mit Hilfe der sozialdemokratischen Arbeiterpartei schwerlich ihre Zwecke erreichen können, so wird wohl auch die augenblickliche Krisis überwunden werden. Gegen die Polizei, welche nach der letzten stürmischen Sonnabendversammlung das jtlublokal des Arbeitervereins geschlossen hält, ist zunächst ein scharfer Protest bei der Regierung erhoben worden mit der Bitte, rn Zukunft es dem Vorstande des Vereins zu überlassen, die Ruhe innerhalb der Arbeiterversammlung ausrecht zu erhalten. Doltkifilhe Meblevstcht. Nervosität ist die Krankheit des Jahrhunderts— und von allen Arten der Nervosität ist die politische die schlimmste, und Deutschland ist ohne jeglichen Zweifel das- jenige Land, ist welchem die politische Nervosität am schlimmsten auftritt. Wenn man jetzt die deutsche Presse mit der englischen, französischen, amerikanischen vergleicht, so fällt uns sofort ein nervös aufgeregter ängstlicher Ton auf, so daß man meint, die meisten Zeitungen seien von alten hysterischen Jungfern geschrieben. Niemals eine ruhige Beurtheilung der Dinge; ein fortwährendes Ans- schrecken— ein Heulen und Zähneklappern, wie in der Hölle der mittelalterlichen Dichter— ein fürchterliches Gesicht das andere jagend— kurz alle Erscheinungen ocr hochgradigsten,, mit etwas Alkoholismus versetzten Ner- vosität. Welch hysterisches Gewinsel z. B. jetzt bei dem Ge- danken an den 1. Oktober! Gräuliche Gestalten werden von der erhitzten Angstphantasie emporgezaubcrt— die So- zialdemokratie, aus der Zwangsjacke des Sozialistengesetzes befreit, schwillt, gleich dem aus der Flasche befreiten Geiste des arabischen Märchens, zu riesenhaften Dimensionen an, stößt mit dem Kopf den Himmel eni, und zerstampft mit den Füßen die Erde, sammt ihrer ganzen biblischen Kultur. Giebt es eine Rettung? Ist es möglich, daß der Staat und die Gesellschaft, die zwei armen, schwächlichen Zwillinge, vor den Fäusten und Füßen des gräßlichen Ungethüms bewahrt werden? Wo ist der Retter? Wer ist der Retter? Und ein paar der ältesten alten hysterischen Jungfern schielen zag- Haft und hoffnungsvoll nach einem Schloß ini Walde, wo ein redseliger Greis wohnt, der einst für einen Hexenmeister gehalten wurde und sich auch selber dafür hielt. Freilich — die meisten der hysterischen alten Jungfern haben den Glauben an diesen Hexenmeister verloren und suchen in wilder Verzweistung nach"einem anderen. Nun, die Zeit der Hexenmeister und Wundermänner ist zu Ende, und die hysterischen alten Jungfern suchen vergebens. Der 1. Oktober wird kommen, und kein Retter ist da. Und der 1. Oktober wird verstreichen, und es ist nichts zu retten gewesen. Die Welt wird ihren alten Gang gehen. Wie traurig aber ist es um eine Sache bestellt, die blos noch von hysterischen alten Jungfern vertreten wird, und deren Vertreter, oder richtiger Vertreterinnen nur noch von einem Wunder und einem Wundermann ihre Rettung er- warten. Die Welt hat wohl nie ein kläglicheres Schauspiel ge- sehen, als das, welches die deutsche Angstphilister-Presse— Haar brennen zu lassen. Seltsamer Charakter! Niemand hätte in seiner Seele den Punkt finden können, wo der wahre Schmerz sich von der affektirtcn Darstellung des Theatralischen trennte. Auch der gute Risler war da und der sehr wichtig- thnende kleine Chcbe, während dessen Frau oben in der Wohnung Mama Delobelle zu trösten versuchte. Delobelle ging schluchzend an der Spitze des Zuges. Seine Eitelkeit, die lltollc des armen Vaters zu spielen, mischte sich mit dem wirklichen Schmerze um das Kind; die kleine Kutsche Sidomeu'S, der Pomp des Leichenzuges, der den Verkehr in den Straßen hemmte, das alles regte ihn auf und schmeichelte ihn. Einmal konnte er sich nicht mehr halten, er neigte sich zu dem an seiner Seite gehenden Robricort: „Hast Du bemerkt?" „Was denn?" „Es sind zwei Equipagen im Zuge." Arme kleine, einfache, gute Zizi, für Dich paßt dieser gemachte Schmerz, dieser feierliche Zug wahrlich schlecht. Glücklicher Weise stand oben am Fenster des Arbeitstisches hinter den geschlossenen Vorhängen Mama Delobelle, die man nicht abhalten konnte ihr Kind scheiden zu sehen. „Leb wohl... Leb wohl...", flüsterte sie kaum hörbar mit einer unbewußten Handbewegung einer Wahn- sinnige». So leise auch dieses Lebewahl gesprochen war, Desire« Delobelle mußte es doch gehört haben. K n ch. Vierte o I. Ultimo. Eines Nachts wachte der alte Kassirer des Hauses Fromont junior und Risler senior in seinem Häuschen in Montrouge ganz erschrocken auf. Eine furchtbare durch die Stille der Nacht weithin vernehmliche Stimme hatte ihm zu- gerufen: Zahltag." „Ja wahrhaftig dachte der brave Mann, indem er sich im Bette aufrichtete, übermorgen ist ja Ultimo.... Und ich kann ruhig schlafen." und wer ist in Deutschland wohl nicht Angstphilister?— im gegenwärtigen Augenblick darbietet. So jammervoll feig und unverständig hat die Presse, hat das Bürgerthum noch keines anderen Landes jemals sich gezeigt. Und wir Sozialdemokraten sind nicht Heuchler genug, um zu sagen, daß wir über dieses Schauspiel betrübt wären. Es zeigt uns, mit ivas für Hasenfüßen wir uns herumzu- schlagen haben. Beiläufig giebt es auch„stramme" Hasen- süße— und sogar„schneidige". „Durchseucht von den Idee» der Kozialdemokratie" ist das englische Heer. Diese wichtige Entdeckung gemacht zu haben, ist das Verdienst des Bennigsen'schen Leiborgans, des „Hannoverschen Courier". Derselbe bespricht die„wiederholten Beweise mangelnder Disziplin", die in der letzten Zeit im eng- tischen Heere vorgekominen. Da heißt es denn: „Älktives Heer und Miliz ergänzen sich durch Werbung, d. h. durch einen Vertrag zwischen dem Staate und dem Einzelnen, und schon deshalb nicht aus allen Schichten der Nation, die intelligenteren Klassen bleiben ihm fern; in den Reihen dcS englischen Heeres steht nicht der Sprößling des alten Geschlechts (!!! wie„liberal" der Träger der wissenschaftlichen Bildung, der Künstler ic. neben dem Handwerker. Der Ertrag der Werbung ist vielmehr abhängig von den Konjunkturen des Arbeitsmarktes. Sind die letzteren günstig, so fließen der Rekrutirung nur sehr wenige, sind sie ungünstig, so sehr viele Elemente zu. Der Löwenantheil der Rekruten fällt den niedrigsten Klassen der Be- völkerung zu. Stark durchseucht von den Ideen der Sozial- demokratie tritt ein großer Theil der Leute in die Reihen, jede Besserung auf dem Arbeitzmarkt macht sie unlustig, der Streik von früheren Genossen stachelt sie auf zu ähnlichen Versuchen, zumal die Strafen für Meutereien keine besonders scharf durchgreifende sind und es in den Reihen der Gemeinen keine Leute giebt, die im Stande wären, sie eines Besseren zu überzeugen. Aus denselben Gründen haben wir die außer- ordentlich starke Desertion im englischen Heere herzuleiten, die bis i/? und Vg des Rekrutcnkontingents erreicht." Und weiter heißt es:„Die Meldung der Anzuwerbenden ist vom 18. Jahre ab zulässig. Dank der Freizügigkeit und des häufigen Domizilwechsels der arbeitenden Klassen und der da- durch außerordentlich erschwerten Kontrole melden sich zur An- Werbung sehr zahlreich langaufgeschossene Jungen von geringerem 'Alter, Taugenichtse, die sonst gerade Beschäftigung haben und sich für 13 jährig ausgeben. Das junge Material(„Material" statt Menschen ist gut!) im englischen Heere überwiegt und englische Berichte haben gerade jetzt erst zugegeben, daß dasselbe die breite Grundlage für das schnelle Eindringen der Sozialdemokratie in die Ariuee ist. Ferner:„Ein weiterer Umstand, der in derselben Richtung wirkt, ist die ewig unruhige grüne Insel, Irland. Dasselbe von Truppen zu entblößen, ist einfach unmöglich, man muß dorthin im Gegenthcil die zuverlässigsten Regimenter entsenden, damit nicht von Sozialdemokratie Angekränkelte mit den Unruhigen im Lande gemeinsame Sache machen." Schließlich wird gesagt:„So lange man dies Heer durch das Werbeshstem nach dem heutigen Muster ergänzt, so lange als die Konjunkturen des Arbeitsmarktes maßgebend sind sür die'Rekrutirung und die Arbeiterbevölkerung allein' die Reihen füllt, so lange wird die englische Armee nicht allein quantitativ hinter den- jenigen der europäischen Großmächte weit zurückbleiben, sondern auch reich an Einbruchsstellen für die die Disziplin untergrabende Sozialdemokratie sein." Diese Leistung des nationalliberalen Blattes ist denn doch der Gipfelpunkt aller Lächerlichkeit. Die Sozialdemokratie in England hat Besseres z» thun, als nach„Einbruchsstellen" in das Heer zu suchen. Daß ein Mensch, oer wirklich Sozial- demokrat ist, sich freiwillig in's Heer aufnehmen läßt, halten wir für gänzlich ausgeschlossen. Jedenfalls dürste es eine � große Seltenheit sein, daß ein englischer�Söldner weiß, was die Sozial ri<' demokratie ist und was sie will. Besonders das„junge Material", die noch nicht ISjährigen„Taugenichtse" dürften weit entfernt von sozialdemokratischen Ideen sein. Das sind die Zöglinge der herrschenden Klassen, das ist der'Ausschuß des Proletariats, den der tkapitalismus geschaffen, der sich zum Heere anwerben läßt. Diese Leute mit Sozialdemokraten auf eine Stufe zu stellen, das bringt aber nur nationalliberale Tendenzlumpcrei fertig. Von jeher war bei geworbenen Sölbncrschaaren die Disziplin nicht die erste der Tilgende». Und so ist'S noch heute. Die Soziakdemo- kratie hat mit der Disziplinlosigkeit im englischen Heere so wonig z» schassen, wie der„Hannoversche Courier" mit der Revolution in Brasilien. Niedriger hängen! Ganz aus dem Häuschen gcrathen ist der JahrcSberichtcrstatter für die Tortmnnder.Handelskammer, weil sich in Deutschland so etwas wie der schwache Anfang einer Sozialreform bemerkbar macht. Eine Kritik ist der blödsinnige Wnthergnß nicht werlh, der nun symptomatisch ist für die Denkungsart der Großbourgeoisie. Wir lassen die bezeichnendsten Stellen aus diesem Handelekammerdericht hier folgen:„Ter Ruf nach Gleichberechtigung der'Arbeiter und Arbeitgeber ist eine nn- berechtigte wie thörichte Herausforderung des Starkeren. Wenn Es waren in der That zwei Tratren von zusammen hundert- tausend Frank zu zahlen und zum ersten Male, seit dreißig Jahren, war die Kaffe der Firma leer. Was sollte i M»| WW nun Sigismund hatte schon einige Male versucht mit Fromont junior draußen zu sprechen, jedoch ohne Erfolg, da dieser stets in großer Anfregimg durch die Bureaus eilte und dem Drängen des alten Kassirers mit den Worten auswich. „Schon gut... schon gut, mein lieber Planus.... machen Sic sich nur keine Sorge... ich werde schon'Rath schaffen." Dabei sah er ans als dächte er an ganz andere Dinge, die tausend Meilen von der Fabrik entfernt waren. In der Fabrik war das Gerücht verbreitet, daß Sidonic. ihn hinter- gehe, und wirklich machte ihm die verinuthliche Untreue seiner Geliebten mehr Kovfzerbrechen, als die verzweifelte Lage des Geschäftes. Risler wurde fast gar nicht mehr sichtbar; er verbrachte die meiste Zeit auf dem Dachboden, wo er mit der Zusammensetzung der nie fertig weroendcn neuen Druckpresse beschäftigt war. Infolge der Glcichgiltigkeit der Prinzipale und der mangelnden Aufsicht ritz allmälig ein allgemeiner Schlendrian ein. Tie Arbeiter und Kornmis machten, was sie wollten, sie können spät und schlichen sich frühzeitig wieder fort und hörten nicht auf die Klänge der alten Fabrik- glocke. Sigismund wußte dies Alles und darum war er so er- schrocken aufgewacht und hatte sich im Bette aufgerichtet, weil er unter dem Getriebe des noch immer flotten Geschäfts- ganges die Unordnung und den schlechten Stand des Ge- schäftes erkannte. Woher die lstniderttansend Franks nehmen? Wenn er daran dachte, dap der Bantbote vertrauensvoll au sein Gitter treten, und ruhig die Wechsel ans das Zahlbrett legen würde, und er, Sigismund Planus dann gezwungen wäre ihm zu sagen: „Nehmen Sie Ihre Tratten nur wieder mit.... Ich habe kein Geld sie zu bezahlen." So jagte die Furcht vor dem Ultimo von dem einen im Kampfe unis Recht auf die Dauer Wssen, Klugheit w) der rohen Kraft gegenüber nicht immer stecht behielten, I» j, der Unsinn nicht zuweilen, sondern dauernd gesiegt hr�wi Appell an die Waffen und an die Gleihberechtigung s �. auch unehrlich, weil er eine thatsüchlick vorhandene hfit in-in« chprfitgimnifiicfiheit 51t Günsen des Arbeitet» ha«, schlie rügten M ßcher, vc ... ,1'UCU, � IIUIU et euie lyuijuu/uu w&ww&ww,.,- 5 Heck m eine Rechtsungleichheit zu Günsen des Arbeiters" dein wolle.— Alsdann wettert der Haivelskammerberichl�i,, VC*»»«VVMV.■-CVWVV»»»«»—........._ die Einführung der Arbeilerausschüsse. im Prinzip ein ganz unerhörter Eingriff in. zweifelhaste Hansrecht und Lertragsrechl d« sitzers, eine Sozialdemokratis rung(? »och, und l OB | ry v& v f v»• v v j• w»»—»»»------- i-—■* Gesetzgebung und eine theilweise V e r m t g e n s k o Es wird dann so dargestellt, als ob bei der Arbeiterverhältnisse durch Uebcreinkanmen es sich 3eS LUUU( VC«. Ofrvctw Weiterhin kehrt sich dann oer Hand-lskammerbcricyr polititischen Rechte des Volkes. Ein allgemeines Wahlrech'. � nur dann günstig wirken, wenn das Stimmrecht uns r ' �»------ V CT--'-____ IPl» 1 ng hetzung des' vierten Standes gesetzt uni> lasse auch die lichsten und unsittlichste» Mittel dazustraflos. Täglich lieh lasse man in Presse und Versammlungen auf d» gewerbsmäßige Lüge, den hämische» Haß und die bI°°-L störuugsivulh mit Gedanken einstürme t, gegen welche der saM � russische KartoffelspirituS, der je irgeidivo in ein Rumfaß a worden sei, ein harmloser Trank ist. Jeder weggelaufene daner, jeder weggejagte Schreiber, ja FäW', Diebe haben das Recht, in Presse und Versaiiimlu»gs>'. Wort und Schrift als Lehrer des Volkes aufzutreten, v Betrug, Verhetzung und Erpressung dürsten nicht ferner bleiben..„.«i Wie es gemacht werde» soll. Ein hiesiges KorcesM,. bureau, das sich bisher als zuverlässig gezeigt hat, v«w i folgende Meldung: „In einer Auflage von einer halbenM» wird am 1. Oktober eine Broschüre erscheinen, unter de«* „An die Arbeiter Deutschlands!" welche die sammten Fragen der S o z i a l r c j o r m in kurzer Fos« 1 zivar im Sinne der Kaiserlichen Erlasse vom 1- des Jahres behandeln soll. Wie man niittheilt, habe der dieser Broschüre, deren Verfasser geheim gehalten wird, A Kaiser zur Ansicht vorgelegen, und auch die Kosten der» legung würden zum Theil aus staatlichen Mitteln bestritten.. Preis der Broschüre sei auf zehn Pfennige berechne'-� die Verkäufer derselben sollen am 1. Oktober vor allen 3% der bedeutenderen Jndiistriepkätze Deutschlands nehmen."— Man sollte die Broschüre gratis vertheilen% so reich ist doch der bekannte Fonds noch, sonst dürfte% sehr wenig Abiiehmer siiiden. Wenn die Broschüre wirlN Licht des Tages erblicken sollte, werden wir sie gednd beleuchten.-Jj Auch die katholische Kirche will sich zu neue« ff, � gegen die Sozialdemokratie rüsten, wie sich nach einer M> W... der ultramontanen„Köln. Volkszeitung" schließen läßt, hi-J'V geht, daß auf der Bischofskonferenz i» Fulda eine Verein�.. betreffs eines gemeinsamen Hirtenbriefes gegen die Soz>m� kratie in Aussicht genommen sei.~ ' �------ f u. f �C. i. v. v a Hefen St sechsten 3 Zu erhalte hebt die. namhaft, stellen bei wirkt hal Staatsrat A»gelege>! Zntljaten, Örei «Mellt s°lizei-Be inwieweit Ekekutivb lisichts' ähigmtnl Wheit rc Amerika. norschreib ''che» Fo °lineii ha c. Sc stellte du Ichaft Ci mittel sc ober ft! ■ocioohnc erkrankt. In 1 Verwalter °er Aaste Neuerung Unioniftc � arbeit Von . yvn fta Waender ................................. Da werden die frommenM cwiß wieder ein recht leuchtendes Beispiel spezifisch '_ C.. Yt cj C c C1T1 A: 3 4- a v% vt t my(Cm r MZMWWW ■J,",''X" T-I---- .Handel» der sich auf ,hr Christeiithum stets soviel zug kapitalistischen Unternehmer in Einklnug bringen kann. Itelze», 23. August. Bei der am 19. d. M. im l* noverichen Wahlkreis(Uelzen-Jseiihagen-Lüchow-Dannenberg)� gehabten anderweiten Reichslagswahl an Stelle des ve#% Abgeordneten Grafen Bernstorfs(Zentrum) wurden nach»«'% Fcstsielluiig im Ganzen 12 685 Stimmen abgegeben. Dave«.!., Vi/v»»iQCi» J.* cw �»»,,»,»,C»» v»vycycvvM.•- /dUzir' hielt Geheimer RegierungSrath a. D. Dr. jur. Brüel l gp yieir coeyeinier aregieiniigsciuy u. w. wi. j[ut..„z, s» 6812 St., Rittergutsbesitzer von Estorff-Veerßen(kons.) 1°'«�0 Hofbesitzer Albert Meyer-Riestedt(natl.) 2053 St. Dr. Waltemath-Hambur(freisinnig) 1386 St. und Schuhmach" Hannover(Soz.) 599 St. Brüel ist somit gewählt. v■— v-w_____ r± c\e__ Afi.i.-3 rr___ l. oi- i»a Mender yubenai D s)" laden «■onbon i ffifahren, Achten u fiwiig bei von Etei bei der i bet Eckt lonbon •fe wurden •''hl an, "udersw Und die Der I. Zwar -Die Obe m & -- ______ UiJV I wuut ycifui/n. P" Kaiserslautern, 23.'August. Amtliches Ergebniß 19. d. M. im 6. pfälzischen Wahlkreise vorgenommenen Reichs» v. iüt. IUI o. wt�cuvunu�uv»»" fcfitüW Ersatzwahl. Die Gesammtzahl der abgegebenen giltige» betrug 16 761. Hiervon erhielt Brnnck, Gutsbesitzer in Kiw�K K.,...— as.■ i-.—• i �>4 ff• y*;____ C« A MA betrug 16 761. Hiervon erhielt Brnnck, Gntsbesitzer in bolauden(natl.), 6352 St., Gutsbesitzer Grohö in Hambach � parte!) 6367 St., Dr. Riidt in Heidelberg(Sozialden'l-ff-l! 2036 St. Da die Wahl eine absolute Stiinmenmehrhett" ergeben hat. so wird eine engere SUmhl erfolgen. Aua Westfalen. 21.'August.„Gegen den thatsäch'- w iehnstür wirklich Stichhaltiges beigeoracht______ Behörde nicht durch eine prompte Darlegung den Ausführungen der„Wests. Bolksztg." die<- ipitze abgedru Arbeit S Auch bei dem beruh M- Ende von Paris zum andern. Delobelle kehrte sie ein. Die kleine Lahme hatte nur zu klar gesehe»,'""-hs Delobellcs Augen waren durch die Thräucü getrübt ttiw ü Hände zitterten zu sehr, um die Kolibris anmuthig sin zu stutzen, sie behielten, trotz ihrer großen Mühe' klägliches Aussehen. So hatte die brave Frau diese A a aufgeben müssen und sich mit dem Ausbessern von � und Stickereien befaßt, so daß sie schließlich zum m Jc einer gewöhnlichen� Nätherin hinabsank. Ter" L lllct ycifcijiiiivcjci» wvtVycv*»» c/viwvvci v»i»c«•sAilDV geringer iverdcnde Verdienst und die sich gleichbleibe''.� nothivcndigcn Ausgaben des großen Künstlers haben schl>e�„, zum Schuldenmacheu geführt. Delobelle schuldete Schneider, dem Schuster, der Wäscherin ic., am WH» VCV ecwv»| V�VC»I»»c-,»• V drückte ihn aber der Wechsel, den er für seine von zweihundertfüilfzig Franks, die aus der Periode� Direktion in partibus herrührte, per ultimo ausgestellt Nur noch viernndzwanzig Stunden bis zum p��rt' Nur noch viernndzwanzig(Stunden Zeit, um zivcihu' fünfzig Frank aufzutreiben! Wenn er sie nicht bep.tClt konnte, wurden alle die armseligen Möbel aus dcr„g Zeit ihrer Ehe verkauft, die ihnen durch die Erinm thcuer waren und deren abgestoßene Ecken und versch«'''�? Glanz sie an frühere Stunden des GtückeS mahnte». kauft wurde dann der lange Tisch der Vögel und au welchem er zwanzig Jahre sein'Abendbrot gegcsft" verkauft der große Lehnstuhl Zizi's, den man nicht � Thränen ansehen konnte und der an die znsamiueng�.�n Haltung, an die Geberden und träunierischen Stunden der\tt Verblichenen erinnerte. Mama Delobelle mußte Lpt sterben, wenn man ihr diese theuren Gegenstände wcg"� würde.,. piv Bei dem Gedanken an den Ultimo wälzte sich,%„J. glückliche Künstler im Bette n»d stieß schivere Seufze' � Die ganze'Rächt schivebtc ihm das bleiche Gesicht Del„siel mit jenem fleheiiden Blicke, mit dem sie ihn im des Todes angeschaut, vor Augen, als sie ihn bat, er m entsagen.... Ultimo! Ultimo!. Seine Schrecken fuhren auch durch den Schorns"' r schließt das Blatt, daß man nicht in der Lage sei, die ge- fugten Mißstände abzuleugnen. Auch die, allerdings etwas nn- Mr. von Herrn Baarc in Aussicht gestellte Klage der Ein- H? Z ti» srfi'atlii"ni'-oaare IN Ausiicyr gestellte m_ in*. ist ausgeblieben. Möglich wäre es allerdings sierLü"iWestf. Volksztg." hofft es, daß die königliche Rc- di°��.�°�2esrhle Behörde der Bochumer Gemeindeverwältung ka�n. �ir�kantraa stellen werde, um auf dem kürzesten und ein- »..!.Dege Ausklnruugen über die Bochumer Steuerverhältnisse Lkt k- Gegenüber den Angriffen nationalliberaler Blätter L'A®»Wests. Volksztg." nochmals hervor, daß die von ihr n.Jyst gemachten Personen„fast ausnahmslos städtische Ehren- �ltciden, zum Thcil selbst bei der Steuereinschätzuug ge- Lt.-- haben, oder gar als Volksvertreter und Mitglieder des äriiJS?§e? in erster Reihe berufen erscheinen, bei den wichtigsten iuthate?/. des öffentlichen Wohles mitzurathen und mit- Auch von hier meldet man. daß„Erhebungen bim!- m.ch°rden. ob(??? na ob!) und inwieweit den Orts- ktJf.fOBtben Polizeiexekutivbcamte zur Verfügung stehen und dieselben berechtigt und befähigt seien, als wirkliche .chMvbeamte verwendet zu werden". Allerdings wäre an- Mi».- � zahllos stattgehabten„Jrrthümer" eine Art Bc- st. �""gsnachweis zum Schutz der Versammlnngs- und Rede- An,»-« erwünscht. Ein solcher existirt in England und «nru ���cher sehr ins einzelne geht, so zum Beispiel sogar iid p»£' daß der Policcman sich der glattesten gesellschaft- dienm Hahlen, � 1)61 schristgcrcchten dialektfreien Sprache zn be- Großbrttann!«». ß-n.Vndon, 22. August. Nach Berichten aus Irland L � die Sanitätsbehörde des Distrikts Timolcague(Graf- >in?i? fest, daß von 8000 Personen 8000 ohne Lebens- nX«.. 11 iverden, wenn denselben nicht in einem Monat ».er früher Hilfe von außen kommt. Viele unter den krkranft � stud ditrch den Genuß verdorbener Kartoffeln den Cardiff-Docks ist der Zwist zwischen dem Dock- z..»."er Sir Thomas W. Lewis und den Tackarbcitern wegen Zustellung von Nicht- Ulrionisten entbrannt, indem die Er- Ni.'.iig des monatlichen 5tontrakts von dem Versprechen der tu»nündige ßlrbeilstag, den die Bnhudirektorcn zugestanden, sich � auf die Weichenwärter(signalmau) erstrecke. Diese müßten bei, � 00) Stünden wöchentlich arbeilen. Nun hatten die Ar- ftii�-m Anfang des Streiks für die Weichenwärter einen acht- Arbeitstag verlangt, im Laufe der Unterhandlungen sjjv'.mr sie wie die anderen Angestellte» 10 Stunden Arbeit als rj.llnaliorderung aufgestellt, und die Enttäuschung ist nicht ge- soll jetzt diese Beamten länger als die anderen arbeiten ,.�1- Harford ist der Ansicht, daß sie in dein Abkommen eben- si, eingeschlossen wurden und Jnskip, der Direktor der Taff- O'e n, hnt die Weichenwärter ersucht, während 14 Tagen Z elrbeit unter te» allen Bedingungen zu verrichten, bis die P�e untersucht ist. Sie sind zur Arbeit zurückgekehrt, aber unter ic ucjumimvu werden wieder die Ilrbeit ..Mellen, falls die Bahndirckloren den Weichenwärtern nicht den Tie gestimmten Angestellte» iehnb-M'. falls die Bahndireltoren"' "undigcn»Arbeitstag gewähren. kc. Schweden nnd Uorwegen. 9 i i st i a Ii i a, den 19. August. Ter dritte skandinavische •»eüim,.0tc& hat jetzt seine Verhandlungen abgeschlossen und Änm-•*n seiner letzten Sitzung, daß der nächile Kongreß in sttj. iu"i 1892 abgehalten werden soll. Hinsichtlich der Organi- _"'frage beschloß die Versammlung sich dahin zu äußern, daß der sich seit einiger Zeit in gewagte Unter- �->**' f. f___...".f. f � ,lcbmi.„Ivvv'v< vv*' pw iv%v w—- u cj Oft r,?,C11 eingelassen hatte, die sehr viel Geld verschlangen. i»»ne/ Rislcr und Sidonie seine Schulden bezahlt, lehr.."'F unter der Bedingung, daß er keine Geschäfte Machen und sich ruhig verhalten sollte. Aber wen» er wM.�.Miu Geld hatte, gab er seine Unterschrift lind aw'uirklich nicht geizig damit. besaß-. ai der Januarwechsel war sehr hoch und Herr Chebe für Sou zur Deckung. O Schmach und Schande, schläol' uor diesem lliislor demüthigen und gar ciuc ab- �hcbe � Antwort riskiren zu müssen. Die Angst des armen olle grMurbc noch gesteigert durch die Stille der Stacht und � Zündete er ein Licht an, um zu lesen, zum bcsw,'Mugen der guten Frau Ehebe, die sich leise darüber das Qjjf' und ihr Gesicht der Wand zukehrte, n»l nicht durch � cht geblendet zu werden. �irilic:' c- furchtbar« kündete sich der Ultimo in der Nne frliot öi,iR m- rn der Fabrik der Firma Fromont Mar Ge senior an. Trotz der vorgerückten Stunde �reiw,, M�romont noch ans und saß im stummen, ver- ?a»>iii s«s den Kopf in die Hände gestützt vor dem üche kk? Wohnzimmers. Erdachte an Sidonie, diese abschen- !°iioriste»�' thn wahnsinnig machte, ihn betrog mit dem �bsm! l1 �uzaboni rccte Cazabon ans Toulouse, der vonFran -Sebete» Mugosührt worden ivar. Vergebens hatte er Sidonicn icftantz' Mm Mensche» nicht nichr einzuladen, aber Sidonie , sie«ien.n Mostf uno hatte erst heute rmcdwcg erklärt, daß Ac. pudern werde, ihren Tenor einzuladen. Ochste» o Ct'ft Ihr Liebhaber", hatte ihr Georg im 8efehCts ijorst zngernfen und ihr dabei scharf in die Augen �öclvend�tte nicht nein gesagt und nicht einmal die Auge« H Slkte nur mit ihrem eisigkalten Lächeln«lvidert, z.. das Recht habe, ihre Handlungen zu beurtheilen � Hub r.'ustussen, weder Nisler noch George, da sie frei '"--'••»»eil sie sich fast eine gezankt, sich beleidigt Mb k>p!..uug im geschlossenen Wagen (Fortsetzung folgt.). die Bildung der Fachvereine die natürliche Form sei für den Zu- sammenschluß der Arbeiter in der Absicht, ihre ökonomische Lage zn verbessern. Betreffend die Anwendung von Streiks waren die Meinungen aber getheilt; der Kongreß kam jedoch schließlich zu dem Resultat, das Streiken empfehlen zu wollen, jedoch so, daß dasselbe mit Vorsicht und erst nach Berathung mit den Bruder- Organisationen im In- und Auslande angewandt wird. Der acht- stnudige Arbeitstag wurde vom Kongresie in erster Reihe unter den Ansprüchen der Arbeiter gestellt. Zuletzt beschloß die Ver- sannnlnng die Forderung aufzustellen, daß die Arbeiter an den politischen Wahlen und der Arbeit der Nationalversammlung Theil zu nehmen haben. FritttKveich. Paris, 23. August. Im Generalrathe des Departements der Sarthe, dessen Mehrheit konservativ ist, kam es zu einem Zwischenfall zwischen dem Präsidenten Herzog v. Larochefoncauld und dem Prüfekten. Ersterer hatte eine Aeußeruna des Prafekten als unpassend bezeichnet. Darauf verließ der Präfekl und die ivlinorität die Versammlung, und schickte dem Herzoge seine engen. Das Bureau des Eeneralraths erklärte indessen, der , räfident habe nur von einem ihm zustehenden Rechte Gebrauch gemacht und dem Zwischenfalle sei keine weitere Folge zn geben. Paris, 22. August. Die Blätter erklären die Gerüchte von einem Auftauchen der Cholera in Marseille für unbegründet. Oelgi-t». Möns, 23. August. Die allgemeine Lage hat sich seit gestern nicht geändert, die Zahl der Streikenden ist ungefähr die- selbe geblieben. Vier Telegirte der Grubenarbeiter begaben sich zum Borsitzenden der Provcnzialregiernng, um wegen Einsetzung eines Jndustrierathes und Zurückziehung des ötegleuients der „Loeiete des produits" vorstellig zu werden. Italie«. Man schreibt uns ans Mailand unterm 22. August; Die „Bande von C a st r o c a r o" beschäftigt die gcsaminte Presse, doch ist es kaum möglich, ans den verschiedenen widersprechenden Meldungen ein klares Bild über den eigenthümlichen Vorgang zu erhalten. Jedenfalls aber handelt es sich um einen Akt, welcher beweist, eine wie tiefgehende Gährung noch immer unter der ver- armten Bevölkerung der Romagna herrscht. Die„Bande" bestand nach den einen Berichten ans 25, nach anderen anS 40, nach wieder anderen aus 100 unbeschäftigten männlichen Arbeitern, welche, iiiit Revolvern und Dolchen bewaffnet, mit einer großen rothen Fahne von Castrocaro aufbrachen und durch eine Reihe von Ortschaften der Romagna zogen, wo ihre Führer überall revolutionäre Reden hielten und die Republik hochleben ließen. Man nahm diese Demonstranten in jedem Orte mit lautem Jubel ans, brachte ihnen Speisen und Getränke und gab ihnen dann zu Hunderten das Geleite. Erst am zweiten Tage, Dienstag, als die Schaar bereits an fünfzehn Ortschaften in dieser Weise durch- zogen hatte, erschien ein aus Rimini abgesandtes Bataillon Linientrupptn vor den„Ausrührern", um sie zu„vernichten". Die letztere» hatte» jedoch wenig Lust, einen so ungleichen Kamps auszunehmen und zerstreuten sich, ohne Widerstand zu leisten.— So ganz harmlos scheint die Sache jedoch nicht zn sei», und die begeisterte Aufnahme, welche die Schaar überals, fand, zeigt zur Genüge, welche Stimmung in jener Provinz vorherrscht. Die Offiziösen freilich möchten die ganze Sache als einen„Scherz" auffassen, eine Methode, die sich dereinst als recht beoeuklich hcransstellen dürfte. Spaniett. Ein sozialistischer Bergarbeiter-Kongreß wird Ende'August in B i l b o a abgehalten werden. Als Theil- nehmer werden zu dem Kongreß die Vertreter der Bergwerk- distrikte des nördlichen Spaniens eintreffen, ferner einige ans Portugal und S ü d f r a n k r e i eh. Die Einberufer sind der Telegirte für Bilbao, Perezagna, und der Vertreter von Mala- moros, Benito Perez. Als Hauptpunkte für die Verhandlungen werden bezeichnet: die Abschaffung der von den Bergwerts- direktionen errichteten Arbeiterwohnungen, welche allerdings nicht den Liamen von Wohnungen verdiene», und die Einführung der achtstündigen Schichtdauer. Madrid, 22. August. In den von der Cholera instzirten Provinzen sind gestern 73 Erkrankungen und 40 Todesfälle vorgekommen. Amerika. N e iv- A o r k, 22. August. Die Bediensteten ans den Güterzügen der Illinois Zentralbahn haben beschlossen. Er- höhung ihrer Löhne zn fordern. Die Maschincnführer und Heizer der Northwestern Eisenbahn haben die'Arbeit einge- stellt und eine Gehaltserhöhung begehrt. Zahlreiche lange Züge und Fleisch liegen ans der Strecke. Buenos Apres, 22. August. Die Veränderungen im Ministerium haben den Zweck, die Versöhnung der Parteien und die Beilegung der durch die Geldsrage verursachte» Schwierig- keiten herbeizuführen.— Die Kammer begann die Berathungen der Rcgicrnngsvorschläge betreffend die Ausgabe von 00 Millionen, in 5 Jahren rückzahlbarer Schatzbillete und betreffend die An- leihe von 20 Millionen für die Kasse, aus welcher die Konversion des Papiergeldes erfolge» soll. 'Alle in den letzten Ereignissen kompromittirten Offiziere sind in ihre Grade wieder eingesetzt worden.— Organha wurde zum Gouverneur von Cordoba ernannt. Buenos Apres, 22. August. Eine Versammlung von Kanflenten aus der Provinz La Pinta beschloß, den Gouverneur aufzusortern, er solle der Provinzialbank verbieten, noch länger der Hppothckenbank Geld zur Zahlung der Koupons vorzustrecken. — Es geht das Gerücht, daß sämmtliche Truppen in Buenos Apres Befehl erhalten werden, die Stadt zn verlassen und in Chacnrila ein Lager zu bezichen.— Die Zeichnungen auf dje neue Anleihe danern fort. Australien. Melbourne, 22.'August.(Telegramm des„Neutcr- scheu Bureaus".) Infolge der'Arbeitseinstellung ivird die Lage in Viktoria und Neusüdwales stets bedenklicher. Viele Hütten und Fabriken werden demnächst ivegcn Kohlen- mangels geschlosseu werden müssen. In Wollonaong sind bereits. 40 Gruben geschlossen.— Die Rheder von Melbourne und Sydney werden iu Albury zur Berathung der Situation zusammentreten. Soziolo Mebsrfirhk. Ätnliregrlung. Der Tüpfergeselle F. Vallion war bis zum Freitag, den 22. d. M., bei dem Töpfermeister Poritz in Spandau beschäftigt äewesen. Am Freitag gab der Nuternehmer dem Ar- bcilcr fem Geld und erklärte ihn ohne weiteres für entlasse». Auf die Frage nach dem Grunde der Maßregelung entgegnete Herr Poritz, daß er Leute, die den unanfaektärleN Arbeitern Vor- träge halten, nicht gebrauche» könne. Er müsse daher das Arbeits- verhällniß löse». Mir erlinlten folgende» Schreiben: In Nr. 102 des „Berliner Bolksblntt" vom 20.'August er. berichten Sie unter „Soziale Uebcrsicht" von einer Arbeitseinstellung ans dem Neubau der Baufirma Held n. Francke am Norohafen. Wir erklären Ihnen hierauf, daß wir weder einen Neubau am Nordhafen habe», noch unseren Gesellen auf unser» Bauten angekündigt haben, daß wir von jetzt ab nur 50 Pf. Lohn pro Stunde zahlen.— Im Gcgentheil zahlen wir auf unfern sämmt- lichen Bauten den Gesellen nur 55, 57 und 00 Pf. pro Stunde, je nach der Leistungsfähigkeit des Einzelnen und bitten wir Sie, vorstehende Erklärung in Ihrem Blatte aufnehmen zu lassen, da der unter Rümmer 192 Ihres Blattes aufgeführte Artikel unserem geschäftlichen Rufe schadet. Hochachtungsvoll Helh u. Francke. gez. C. Sieg. Unser Gewährsmann theilt uns hierzu mit, daß er sich in der Firma geirrt hat. Es yiuß heißen;„Franke, Bangeschäst, Scharnhorststraße. Stettin, 22. August. Der Streik der hiesigen Banhand- werker, welcher schon länger als ein Vierteljahr dauert, ist noch immer nicht beendet. Die Streikenden schöpfen neuen Muth in der Hoffnung, daß jetzt,>vo der Hamburger Ausstand beendet ist, die Unterstützungsgelder reichlicher fließen werden. Den Unter- nehmer» ist es durchaus nicht gelungen, allsreichenden Ersatz für die Ansständigen herbeizuschaffen. Greiz, 22. August. Unter den infolge des letzten Streiks ge- maßregelten Webern herrscht groß? Noch. Die meisten derselben sind noch heute ohne Arbeit und völlig subsistenzlos. Um nicht zu Grunde zu gehen, wollen die Ausgesperrten sich unter genauer Darlegung ihrer-Verhältnisse an die Oefsentlichkeit wenden, damit die öffentliche Meinung ihnen zu Hilfe komme. NerlTammUmgeH. Uerband der (Zahlstelle Berlin), deutsche» Gold- und hielt am 19. Augnst m ilberarbeiter staurant. Alte Jakobstr. 75, seine regelmäßige Versammlung ab, in welcher Herr Litsin einen, mit großem Beifall aufgenommenen, Vortrag über Geiverbe-Schiedsgerichte hielt. An der Diskussion betheiligten sich die Herren Zeuge, Lindow und Faber upd wurde hierauf folgende Resolutlon einstimmig angenomnie». Die heute, den 19. August, in. Feuersteiil's Restaurant tagende Versammlung des Verbandes der deiltschen Gold- und Silber- arbeitcr erklärt, übereinslimmelid mit den Ausführungen des Referenten, daß daö angenommene Gewerbe-Schiedsgerichtsgesetz nicht den Wünschen der Arbeiter entspricht, und daß nur durch eine gänzliche Umgestaltung der heutige» Produktionsweise in eine genossenschaftliche die Lage der Arbeiter dauernd gebessert werden kann. Unter Verschiedenes erstattete der Vorsitzende einen kurzen Be- richt über die bis jetzt an die Hamburger ausgesperrten Kollegen gesendeten Gelder und forderte die Mitglieder zur recht zahlreichen Betheiligung an den Samminngen auf. Ein genauer Bericht über den Stand der Hamburger Angelegenheit konnte leider nicht ge- geben werde», da der Zentralvorstand bis dato es nicht für nöthig gehalten hat, trotz mehrfacher Anfragen, irgend welche Mit- theilung darüber zn machen. Sänuiitliche Redner sprechen sich gegen ein derartiges Verhalten aus und wird folgende Resolution mit allen gegen eine Stimme angenommen: „Tie heute den 19. August 1890 in Feuerst ein's Salon tagende Biitgliederversammllina des Verbandes der deutschen Gold- und Silberarbeiter mißbilligt das Verhalten des Zentral- Vorstandes in Sachen der Hamburger Ausgesperrten und er- ivartct von denselben in Zukunft ein schnelles und korrektes Handeln in derartigen Angelegenheiten und eine baldige Berichterstattung über den Stand der Aussperrung." Sodann wird aus Antrag des Kollegen Reiche beschlossen, am Mittwoch, den 3. September, in Feuerstein's Salon eine außer- ordentliche Mitgliederversammlung mit der Tagesordnung: „Wertstattängelegenheiten" abzuhalten. In Betreff des Arbeits- Nachweises wird beschlossen, daß diejenigen Mitglieder, welche sich als Arbeitsuchende in die Liste eintragen lassen und darauf nie wieder beim Beamte» des Nachweises um Arbeit nachfragen, binnen 14 Tagen aus der Liste gestrichen werden. Hieraus wird die Versammlung vom Vorsitzenden geschlossen. NB. Das Sommervergnügen findet Sonntag, den 31. Aug., im Konzerthaus Sanssouci statt. Diejenigen Mitglieder, welche ans die Liste Nr. 83 der Rohrleger und Helfer gezeichnet haben, oder über den Verbleib derselben Auskunft ertheilen können, wer- den ersucht, sich beim Vorsitzenden Faber, Dresdnerstr. 135, zu melden. Am Montna, den 18. d. M., fanl» eine Mitglieder'- Urrsanimtung de» Lachvereins der Schlosser und Maschinen- banarbeitcr Berlins und Umgegend in Charlottenburg im Saale der Brauerei Gambrinus statt. Zum ersten Punkt sollte Herr Werner über:„Kapitalisten-Ringe und Arbeiter-Organisation" sprechen, da derselbe aber nicht erschienen war, Referirte Kollege Pirch über dasselbe Thema und endigte unter allgemeinem Beifall der Versammlung. Zur Aufnahme meldeten sich fünf Kollegen. Unter„Verschiedenen!" wurde bekannt gemacht, daß in den Charlottenburger Werkstätten noch täglich zwölf Stunden gearbeitet wird und daß in einer Werkstatt der Meister die Kollegen damit getröstet hat, daß sie in nächster Zeit auch noch bis 10 Uhr werden arbeiten müssen; es wurden die in der Ver- sammlnng anwesenden Kollegen ermahnt, doch strikte an der lOstündigen Arbeitszeit festzuhalten, damit auch den auf der Land- siraste liegenden Kollegen Arbeit geboten wird. Ferner wurde ans das am 30. August in Brauerei Friedrichshain stattfindende Sommervergnügen aufmerksam gemacht und ersucht, sich recht zahlreich daran zu betheiligen. Nach Erledigung des Fragekasten erfolgte Schluß. Eine öffentliche Uersammlnug der Stocharbeitrv Berlins fand am vorigen Dienstag unter Leitung der Herren Strohmeyer, Hoffmann und Fenslein statt. Auf der Tages- ordnnng stand: I. Bericht über Einnahme und Ausgabe während des Streiks. 2. Das Verhalten einiger Fabrikanten gegenüber den Abmachungen im April d. I. 8. Wahl eines Lohnfonds- Kassirers. 4. Verschiedenes. Zu Punkt 1 erstattete Kollege Hildebrand an Stelle des Streikkassirers Dietze einen kurzen Bericht über die Einnahmen und Ausgaben. Es stellte sich heraus, daß »och eine Schuld zn erledigen sei. Nachdem aus Antrag des Kollegen Sänger beschlossen worden war, den Wochenbeitrag von 50 Pf. auf 20 Pf. herabzusetzen, wurde auf Vorschlag des Kollegen Hildebrand bewilligt, einen wöchentlichen Beitrag von 20 Pf. zur Tilgung der durch den streik entstandenen Schulden an den Lohnfonds zu entrichten. Zum zweiten Punkt der Tagesordnung ergriff Kollego Hildebrand das Wort und berichtete über ein Schreibe», welches Herr Jedeck, Vorsitzender der Sektion der Schirmstock- Fabrikanten an die Kommission der Stockarbeiter gesandt hat. Gegen dieses Schreiben wurde folgende Resolution angenommen;„Die heutige Versammlung der Stock- arbciter erklärt: das Antwortschreiben des Vorsitzenden der Stock- fabrikations-Sektion, Herrn Jedeck, ist ein derartig frivoles, daß wir über dasselbe zur Tagesordnung übergehen." Von den zu der Versammlung eingeladenen Fabrikanten waren nur die Herren Schirrow und Auerbach erschienen, wahrend Herr Jedeck sich entschuldigen ließ. Die beiden anwesenden Herren Fabri- kanten verpflichteten sich nach kurzer Debatte zur Ein- führnng der nennstündigen Arbeitszeit für ihre Stockarbeiter. Gegen die Fabrikanten Fiebig und Komp. und Gebauer wurde beschlossen, Herr» Jedeck als Geschäftsführer der Sektion der Stocksabrilanten ausznsordern, gegen die betreffenden Fabri- kanten wegen der langen Dauer der Arbeitszeit ihrer Angestellten energisch vorzugehen. Nachdem beschlossen werden war, an die Fabrikanten ein schristtichcs Ersuchen betreffs des Sammelns von Beiträgen für'AgitalionSzwecke zu richten, wurde Kollege Soschel »um Kaffirer des Lohnfonds gewählt. Hierauf forderte Herr Jung die Anivesenden auf, de»„Berliner Lokal-Anzeiger" nicht mehr zu halten und auch nicht Wirthschaften zu besuche», in denen dieses Blatt augliefst; wohl aber darauf zn achten, daß überall das„Berliner Volksblatt" zn finden ist. Kollege Hoffmann inachte bekannt, daß die Pelitivnslislc» zu haben sind bei den Herren Stroh- ineyer. Chorinerstr. 33. De Jung, Waldemarstr. 3 und Griindel. Dresdenersir. 110. Die nächste Mitgliederversaminlnug der Stock- arbciter findet an, Dienstag, den 26. August, in den Armin- Hallen, Kommandantenstraße 20, um 8 Uhr'Abends statt. Sehr beincrlt wurde, daß tu der öffentliche» Versammlung nicht ei einziger Arbeiter von der Gcbaner'schen Fabrik anwesend war. Theater. Sonntag, d e n 24. August. Lesfius-Theatel.-. Ein Volksfeind. Montag: Die Ehre. Friedvich-Milhelmstädt. Theater. Die Puppenfee. Vorher: Das Pensionat. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wallnrr» Theater. Mamsell Ni- touche. Montag: Dieselbe Vorstellung. UiKtoria-Theater. Geschlossen. Adolph Ernst- Theater. Der Goldfuchs. Montag: Dieselbe Vorstellung. KelleaUianre-Theater. Der Dorf- teufel. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kroll's Theater. Der Prophet. Ostend» Theater. Der arme Jona- than. Montag: Dieselbe Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andreas, Alcxander- strasie 27 c. Auftreten der Chansonnette Fräulein Ehrenfeld. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Eoaa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Ziogler. Auftreten des Malabaristen und Equi- lebristen Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Cleraont mit seinen dressirten Schweine», Esel und Gänsen. Anfang Wochentags S Uhr. Sonntags HVe Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 80 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben. Etablissmeilt Buggenliagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Garten-Concert. Direktion A. Ziödmann. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Fnfrwa Wochentags 10 Fig., AlillUcL sonn- und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren lltestaurationsräuinen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhoser Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 041 F. Müller. Appell an die Einwohner Kerlins nnd Umgegend!| VrinN| Der Central-Bazar 1 tifim w von Julius Lindenbaum, Berlin 0.(ärofic Fmksurterßrllße 133, ziveites HmS m der Frtlßtpche, Berlin 0. empfiehlt sein großes Lager nur guter Garderoben in dauerhaftesten Stoffen vom einfachsten bis zum elegantesten Genre zu wirklich billigen Preisen. Wem daran liegt, die Kevliner Ardeiter zu unterstützen, der decke seinen Bedarf bei mir, da ich meine sämmtlichen Herren- und Knaben-Garderoben nur in Kerlin anfertigen und nur die Kerlinrr Schneider verdienen lasse. Das kaufende Publikum wolle sich durch billige Reklame nicht beirren lassen, da meine Preise wie folgt sind; Uelonr-Anzug, schwer und unverwüstlich, viel schöne Muster, von 16 M. an. Mollrnrr Annrg, haltbare Waare, Muster für Jedermann, von 17 M. an. Feinster Kammgarn-Anzug, Rock- und Jacket-Fayon, von 25 M. an. Elegante Einsegnungv-Anzüge in Kammgarn und Stoff von 12 M. an. Knaben-Anzüge von 1,50 M. an. Seidene und meiste Weste» von 2,50 M. an. 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Fleischer- am«nen, wie sie versichert,„objektiven" Bericht iiber die 8. den 17. d. M. in der Beuthstraße stattgehabte 9fpiw?I*e Schlächtergesellen-Versammlung und knüpft daran die am*»:. eine Betrachtung, die ja ihrem eben gekenn- (in m, Festreden alle Ehre macht und die ihr sicher in-ift• t/chen oder einige Abonnements der Herren JnnungS- ....�eingebracht hat, die aber verdient, auch in Arbeiterkreisen dies-»« zu'Verden. Und da die„Allg. Fleischcr-Zeitung" Au»»,'f61' höchstens als Wurstpapicr oder dergleichen vor aus l," lonlmt, so wollen wir uns die Mühe nehmen, etwas näher »,!, Xj" Herzeuserguß der„Allg. Fleischer- Zeitung" einzugehen. Redaktion schreibt zunächst: „Im Anschluß an den bevorstehenden objektiven Bericht, den wir deshalb so ausführlich aufgenommen haben, um den Meistern vor Augen zu führen, wohin ein Theil der Berliner Schlächtergcsellen steuert, erlauben wir uns, die Behauptung des Gesellen Schwartze zu bezweifeln, daß auch wir ein Meister von dein Nachweisebureau des sozialdemo- kratischen Fachvereins sich einen Gesellen geholt hat. So lange Herr Schwartze nicht iin Stande ist, uns Meister namhaft zu mache», die indirekt den bezeichneten Fachverein unterstützt haben, müssen wir seine Behauptung alS unwahr bezeichnen." Tb»?' ker Verfasser des Vorstehenden scheint ein ungläubiger Ii*-., 5U frin und noch so verzopft, daß es ihm schier umnog- ,jÄ/sichv>ut, daß es in Berlin Schlächtermeister geben kann, brnli C lIesellenbestrebungen, im vorliegenden Falle deren Ar- �'Schweis unterstützen. Erfreulicherweise ist dies doch der und «lii- x' daß dies Thatsache ist, hätte der Artikelschrciber schon „. bem Umstände entnehmen können, daß es in einer Arbeiter- .'«"".lmig öffentlich versichert morde» ist, wo es nicht zu den . bllogenheiten gehört, Unwahrheiten in die Welt zu setze». Will azens der Herr Verfasser seine Neugierde befriedigen, so mag »bch nur getrost an die rechte Stelle wenden, dortselbst wird in sicher die erforderliche Auskunft zu Theil werden. Vielleicht .. Acht aber das Meisterorgan die Namen der Betreffenden nur � fahren, um die„Abtrünnigen" wieder dein Arbeitsnachweise vvntumg oder den Kommissionären zurückzugeivinnen? Sodann heißt es weiter: „Auch ist der am Gängelbande der Sozialdemokratie ein- hergehende Fachvercin, der im Uebrigen in seiner Mehr- heil aus arbeitslosen Gesellen besteht, durchaus nicht bc- rechtigt, im Namen der Berliner Schlächtergesellen Beschlüsse zu fassen". >ver*»'lllg. Fleischcr-Ztg." macht hierin ein recht bcmerkens- LJOts Zugeständniß. Der junge Fachverein zählt bereits einige sind» Mitglieder. Wenn die Mehrheit der Gesellen arbeitslos ftön'x'0. tst das eben ein Beweis dafür, daß ganz miscrabe Zu- ivlnri'ln Schlächtergewerbe herrschen. Oder ist die„Allgem. g7?)cher-Ztg." vielleicht auch— nach berühinten Muster»— der rtvfipitpn mnflßtt? Sßenn bic SehnTf: die Arbeitslosen nicht arbeiten wollen dient i01.1 b"„Allg. Fleischer-Ztg." sich des Gemeinplatzes be- (ink»'.°?? ber Fachvereii» am Gängelbande der Sozialdemokratie Nnken».-X f0 beweist das nur die Unbeholfcnhcit und die ot;''ß des Artikelschreibers. Ter Fachverei» ist nichts weiter daß. Ptvdukt der heutigen Zeitverhältnisse, ein Beweis dafür, >va*. s" Theil der Schlächtergesellen aus ihreur Schlafe er- tan».» bas Unwürdige und Unhaltbare ihrer Lebenslage er- und nun bestrebt sind, sich vermittelst einer einh»».� t>ou, die allerdings nicht am Gängclbande der Meister Aedo»?..?t-'hre Lage zu verbessern. Wie tief aber dem Herrn Au».,,«5.�»Vlla. Fleischer-Zeitung" noch die Schlafmütze über für bi» H, �h((u sitzt, wie gänzlich ihm jegliches Verständniß Agstns. 8e» Zeitverhältnisse abgeht, das beiveist nachstehender ..„Die wirklich arbeitenden Berliner Schlächtergescllen. insbesondere diejenigen, die ihr Handwerk verstehen und somit auch einmal Meister werden wollen, dürsten sich keineswegs gefallen lassen, von dem sozial- �akratischen Tischlergeselle» Zubeil mit Hauskiicchtcn, Straßenfegern und so weiter verglichen zu werden. ?�e wir nämlich nachträglich von einem Versaininlnngs- rsucher, beiläufig erwähnt einem Schlächtergcsellen, tsahren, tadelte es gestern ein junger Schlächter- �ftlle, daß die Gesellen vielfach, gleich den Hausknechten, on dem Meister und der Meisterin beiin Vornamen ge- hi>m■ �rrden. Diese Bemerkung veranlaßte Hrn. Zubeil, (»i jugcndlicheii Redner bcmcrklich zu machen, daß, wenn „;,Ql,ch das Fleischerhandwerl erlernt, er absolut nicht ivie ein Hausknecht. Ob Schlächtergeselle, Haus- �cht oder Straßenkehrer, so bemerkte Herr Zubeil unter m Beifall der Versammlung, i» dieser Beziehung giebt g" tn der modernen Arbeiterbewegung keinerlei Unterschied." "Allg.s!,"sstre wirklich zu wünschen, daß der Herr Redakteur der i» e»ls»'Lt(lschcr-Ztg.", anstatt einen„Spezial-Berichtcrstatter" persönlich in de» Gesellenversainmlungen erschiene, G'stei, o,,re.nUcH er die nöthige Aufklärung erhalle» und um des , i willen würde er dort geiviß willkommen sein! % koinmf»■ bei jedem Spektakelstück der Knalleffekt immer zu- tt, so auch hier, den» zum Schlüsse des Artikels heißt es: K*?-. sind überzeugt, die große Mehrheit der Berliner d»? nchtergesellen ivird sehr bald einsehen, daß die sozial- bürokratischen Agitoren sich nur in die Reihen der Schlächter- (fl.» drängen, um dieselben als Stimmvieh und„zahlende" """"*'«. u- ileifcher-Ztg." zu viel Ehre anthun! "ijx Karl H e r r m a n n, ein vollständiges Drama aus dem Irrenhaus«, welches schon wiederholt einen Theil der Wiener iuid der Budapester Presse lebhast beschäftigt und das höchste Aufsehen erregt hat. Dieser erbitterte Kampf um die Vernunft, welche ein zwar nervöser, aber geistig ganz gesunder Mensch mit den Psychiatern geführt hat, ohne daß es ihm gelungen ist, sein Recht auf Freiheit wieder zu erlangen, hat seiner Zeit das lebhafteste Interesse des österreichischen Abg. Perncrs- t o r f e r und des Advokaten Dr. B o n d i hervorgerufen, aber trotz der energischen Hilfe, welche diese beiden Herren dem Unglücklichen angedeihen ließen, konnte derselbe gegen die All- geivalt der österreichischen Psychiater nicht ankämpfen. Der angeblich irrsinnige Herrmann hat trotz seiner Jugend schon größere Reisen unternommen, darunter eine nach Zentralafrika, ivclche er anregend in deutschen Blättern beschrieben hat. Später war er Husarenoffizier, verlor aber, wie es in einem diesen Fall behandelnden Artikel des Wiener„Extrablattes" hieß, sein Herz an eine Unwürdige, die ihn die bittersten seelische» Qualen be- leitete und schließlich kalten Blutes darauf hinarbeitete, ihn auf ewig dem Jrrenhause zu überliefern. Am 20. März 1888 wurde Herrmann auf Angaben seiner Frau, welche sie selbst nachher zurückzog, verhaftet, gleichzeitig mit ihr und dem Dr. med. Emerich Horvath wegen angeblicher Mithilfe an einer gesetzlich verpönten, an ihr vorgenoniinenen Handlung vernrtheilt, später jedoch fr-eigesprochen, für irrsinnig erklärt lind in die Wiener Irrenanstalt überbracht. Dort schrieb er Feuilletons, u. a.„Eine Ballnacht im Jrrenhause", und wurde dann in die Irrenanstalt Klofterneuburg überführt, trotzdem der Primararzt der nieder- österreichischen Landes-Jrrenanstalt, Dr. v. Marczell, welcher ihn neun Monate lang täglich beobachtet hatte, dem Dr. Bondi er- klärt hatte, daß Hcrrmann's Intellekt vollständig intakt sei und seine Störung nur in einer schwachen Willenskraft bestehe." Was nun Herrmann in seiner Broschüre von seinen Erfahrungen über die Schlechtigkeiten beutegieriger Verwandte», von den teuflischen Bosheiten einer ränkesüchtigen Frau und Schwiegermutter, sowie von der Leichtigkeit erzählt, wie ein geistig vollkommen Gesnnder unter der Allniacht der Psychiater im Jrrenhause lebendig be- graben werden kann, bildet eine fortlaufende Kette dramatischer Szenen und tragischer Effekte und klingt fast wie ein mit grellen Farben ausgetragenes Kapitel aus irgend einem Sensationsroman. Und doch ist diese Schicksalstragödie leider vollkommen wahr! Viermal ist dieser feingebildete Mann, welcher die Muße im Jrrenhause dazu benutzte, um ZeitungSfeuilletons, das Libretto zu einer Operette ee. zu schreiben in der abenteuerlichsten Weise, indem er die eisernen Gitter seines Zimmerfensters durchfeilte, entflohen, er hat schließ- (ich in Pest vor den Ränken und Gewaltakten seiner Verfolger Schutz gesucht— die Machenschaften seiner Feinde waren aber immer stärker, als die Anstrengungen des Unglücklichen und seiner Freunde und er wurde immer wieder in's Irrenhaus gesperrt. Zuletzt kam er nach der I b b s e r I r r e n a n st a l t, aus welcher er ain 15. Juni wieder ausbrach und eine sehr gefahr- volle, äußerst abenteuerliche Flucht über Wien, Pest, B e l- g r a d nach Berlin vollführte. Am 21. Juni traf er in Berlin ei», und da er von der glücklichen Befreiung deS Fürsten Sulkowski gehört hatte, begab er sich sofort zu dem Rechtsbeistand des letzteren, dem Rechtsanwalt Dr. Fr. Friedmann. Derselbe gab ihm den lliath, sich so schnell als möglich von einer Kapazität untersuchen zu lassen, von einem Arzte, der in der ganzen Welt einen solche» Ruf besitzt, daß jeder Einwand gegen den- selben verstummen müsse. Herr Herrinann behaupter nämlich, daß er niemals, in keiner, Anstalt, von keinem Psychiater körperlich untersucht uiid doch für verrückt erklärt ivorden sei. Die Wahl des Arztes siel auf den UniversitätSprosessor Dr. Albert Eulenburg, in ivelchcm Herrmaun bald einen väterlichen Freund und sorgsamen Ralhgeber fand. Das Gutachten des Professor E u l e n b u r g e r k l ä r t nun Herrn Hertmann, welcher übrigens noch jüngst vom großen Deutschen Schützenseste Feuille- tons für die österreichische„Volks- Zeitung" geschrieben— geistig für ganz gesund. Er ist damit in Ueberein- slimmung mit einem schon im Dezember 1880 von dem Pcster Polizci-Obcrphysikus Dr. Alois Rozsaffy und den» könig- lichen Sanitätsrath Professor Dr. O t t o von S ch iv a r tz c r abgegebenen Gutachten.— Das nach eingehenden Unter- fuchunaen des Prof. Dr. Eulenburg schließt, wie folgt: Hertmann ist wohl familiär nervös, aber nicht geisteskrank veran- lagt. I» Allem bekundet Hertmann ein vollkommen geordnetes Denken(gutes Gedächtniß, große Schlagfertig- leit und Versatilität); nirgends einen Defekt der Intelligenz; nirgends eine Spur von Wahn- i d e c n, speziell von Berfolgungs- und Größendelirien; noch weniger eine Spur von Halluzinationen. Ich bin darnach auf Grund des ge gen iv artigen Befundes und in der Berücksichtigung des bisherigen Verlaufes der Ueberzeugnng, daß eine krankhafte Geistesstörung bei H e r r ni a n n zur Zeit nicht erweisbar ist lind aller Wahrscheinlichkeit nach i n d e r angenommenen Form auch während der letztverslosseneu Jahre nicht ex i st i r t e." So Herr Prof. Dr. Eiilenburg über eine» Mann, den man Jahre lang von einem Jrrenhause in das andere geschleppt hat. Um ein zweites Gutachte» zu erlangen hat sich Herrmann dann noch an den Universitätsprosessor Dr. Bin Zwang er in Jena; dieser äußerte nach mehrstündiger Unterredung seine Ansicht dahin, daß zum Zwecke der Konstatirung des gcgenivärtigen Geistes- zuslandes des Herrmann das Gutachten eines Eulenburg in jeder Richtung maßgebend und ausreichend sei.— Herr Herrmann hat das Gutachten des Prof. Dr. Eulenburg dieser Tage dem öfter- reichischen Ministerpräsidenten eingesandt, gleichzeitig hat R.-A. Tr. Friedm ann dem österreichischen Landesauöschuß eine Eingabe gemacht, in welcher behauptet wird, daß der Direktor der Landes-Jrrenanstalt U b b s, Dr. L a„ g w i e s e r. weichet wiederholt gesagt habe, daß er von der geistigen Gesundheit Herr- inann's überzeugt sei, denselben doch in die Abtheililng für Tob- füchtige gesperrt und ihm seine Kleidungsstücke und seine stimmt- lichen Korrespondenzen und zahlreichen literarischen Arbeiten weggeiioinmen habe.— Der oft unglaublich klingende Inhalt der Broschüre bringt den Verfasser zu dem Schluffe:„Der Mangel eines jeden Gesetzes, ivelches die Beschränkung der persönlichen Freiheit dem ausschließlichen G u t d ü n k e n e i n e s A rz t es ent- zieht, bildet heute eine soziale Gefahr." Daß auch in Tentschland die Jrrengesetzgebung„och so Manches zu wünschen übrig läßt, beweist der Verfasser an den Fällen deS Dr. med. S t r u v e und des Herrn Ä h r e Ii s, an dem Falle B e ck in a n u und dem Falle des Kaufmanns Draal(Ber- fasser der Schrift„Hetzjagd aus Menschen") welcher auf Be- treiben seiner Frau Jahre lang im Jrrenhause gehalten, von vier Fachkapazitäten aber gesund befunden war. Herr Herrmann stellt die betrübende Behauptung auf, daß die Fälle gemalt- thätiger Einschränkung der persönlichen Freiheit, begangen durch ärztliche Gutachten, häufiger seien, als man glaube. Tie wenig- sten der unglücklichen Opfer hätten die Fähigkeit und den Much, wenn es ihnen überhaupt gelingt, ihrem Grabe zu entrinne», dann an die Oeffentlichkeit zu treten, theils, weil sie froh sind, ihre Freiheit wieder zu haben, theils iveil sie fürchten müssen, daß ivenn sie gegen die Aerzte auftreten, diese den Kläger wegen erneuter„Erkrankung" ivieder einfperren lassen. Herr Schlächter Schwartze, Kwine»nnuderstraße 133 wohnhaft, bekleidet das Amt eines Stellenvermittlers und Kassirers des Fachvereins der Schlächtergesellen. Ein Hauptbestreben dieses Vereins ist es, die Ansbeuterei zu beseitigen, welche die Gesellen durch die gewerbsmäßigen Stellenvermittler zu erdulden haben. Leider wird das gewiß löbliche Unternehmen des Vereins nicht genügend von einer großen Zahl der Meister unterstützt; denn diese lassen sich ihre Gesellen nach wie vor durch Stellenvermittler besorge». Diese sehr zu tadelnde Stellungnahme der Meister haben die Gesellen Hauptsächsich der„Allgem. Schlächter- Ztg." und der„Deutschen Schlächter- Zeitung" zu verdanken, da beide Blätter den Fachverein der Schlächtergesellen als sozialdemokratisch bezeichnen und infolge dessen befeinden. Wie unrecht aber die Meister handeln, indem sie die Gesellen den gewerbsmäßigen Stellenvermittlern in die Hände treiben, lehrt wieder einmal ein Fall, den uns Herr Schlächter Schwartze mit der Bitte erzählt, denselben der Oeffentlichkeit zu übermitteln: Der Schlächtergeselle F. P., welcher sechs Wochen hin- durch außer Arbeit ivar und während dieser Zeit bei dem Gastwirth und Stellenvermittler Hennig verkehrte, hoffte durch diesen Herrn eine Anstellung zu erhalten. Endlich, aber erst nachdem der Geselle 10 M. entrichtet hatte, verschaffte ihm Hennig eine Aushilfsstelle. Allein schon nach 14 Tagen hörte diese Arbeit auf, und der Geselle ivandte sich wieder an Hennig, iveil dieser ihm versprochen hatte, ihm die nächste Stellung umsonst zu verschaffen. Davon ivollte der Vermittler aber nichts mehr wissen und forderte weitere 3 M. oder die Uhr des Arbeitssuchenden. Erst nach langein Zureden nahm Herr Hennig von einer neuen Geldforderung Abstand und verhalf dem Gesellen zu einer Stellung. Hoffentlich werden die Schlächter- meister in Zukunft mehr für das Wohl ihrer Gesellen bedacht sei» und bei Bedarf sich an den Verein der Schlächtergcsellen ivenden. Der„gesellige Klub Hoftnunz", welcher Donnerst., gs. 9 Uhr Abends, in der Frankfurter Bierhalle, Frankfurterstr.� 09, tagt, ersucht uns, Herrn P. Meier vom„Geselligen Verein Hoff- nung" die Mittheilung zu machen, daß der„Klub Hosfnunch nicht die Absicht habe, in irgend einer Weise den„Verein Hoff- nung" zu schädigen. Zu dieser Aeußerung fühlen sich die Mit- glieder des„Klubs Hoffnung" veranlaßt, weil in Nr. 189 des „Berliner Volksblatt" eine darauf bezügliche Notiz enthalten war. Da nun beide Seiten gesprochen haben, hoffen die Mitglieder des „Klubs", daß die Angelegenheit hiermit erledigt ist und ersuchen die Genossen, auf die Namen beider Vereine zu achten. Näheres über den„Klub Hoffnung" ertheilen: Eugen Bester, Pallisaden- straße 23, II und Rudolf Brctting, Große Frankfnrterstr. 36, IV. Die„Noff. Ztg." schreibt: Vor einigen Tagen ging uns eine Mittheilung über einen Vorgang im jüdischen Krankcnhause z», der uns so absonderlich erschien, daß wir erst nach dem That- bestand Nachsorschnngen anstellen ließen, die jedoch die volle Rich- tigkeit der uns gemachten Mittheilungen ergaben. Am 13. Juli d. I. verstarb im jüdische» Krankenhause der.in der Eckert'schen Maschinenfabrik am Weidenweg beschäftigt'gewesene Modell- tischtet Bieck. Zu der auf den 16. Juli festgesetzten Boerbigung hatten sich viele Mitarbeiter aus der Fabrik nebst den Freunden und Angehörige» des Verstorbenen mit Fahne und Musik im Krankenhause eingefunden. Der Sarg war schon geschloffen und der Deckel fest angeschraubt. Das Trauergefolge hatte sich bereits geordnet und der Sarg sollte aus dem Lcichenkeller heraus auf den bereitstehenden Leichenwagen getragen werden. Es waren jedoch die Ehefrau und der Sohn des Verstorbenen noch nicht er- schienen mid dadurch trat eine Verzögerung der Begräbnißfeier ein. Währenddeß wurde bei Freunden des Verstorbenen der Wunsch rege, diesen im Sarge noch einmal sehen zu können. Darauf er- klärte zunächst ein älterer Beamter des Krankenhauses, welcher vorher den Eingang zur Leichenhalle geöffnet hatte, der Deckel des Sarges sei schon fest verschraubt, auch gewähre die Leiche keinen angenehme» Anblick. Nun ivollten aber einige Personen in der Leichenkaiiuner neben dem Sarge unter einer Decke eine Leiche bemerkt, und es wurde von mehreren Seiten, namentlich vom Tischler Beschetznick, das Verlangen, den Sarg geöffnet zu sehe», so dringend ausgesprochen, daß dem Wunsche gewillfahrt werden mußte. Als der Deckel abgehoben war, erwies sich der Sarg zum Entsetzen der Anwesenden als leer. Jetzt erst wurde die Leiche des Versiorbeneu, während der Leichenkeller von den Anwesenden so lange geräumt war, in den Sarg gebettet, und es konnte, da mittlerweile die nächsten Angehörigen eingetroffen waren, der Leichenzug sich in Bewegung setzen. Nur der Verspätung der Angehörigen ivar eS aber zu verdanken, daß nicht ein leerer Sarg in die Gruft gesenkt wurde. Daß«tau die städtischen RettungskAhue nicht beliebig benutzen darf, mußten zwei junge Leute erfahren, die am Freitag in den an der Gertraudtenbrücke liegenden Licttungslahn gestiegen waren, um einen— Zylinderhnt zu retten. Dort hatte»äliilich der Wind einem korpulenten Herr», der in Begleitung eines schlanken jugendlichen Mannes über die Brücke ging, die bezeich- iielo Kopsveveckung abgehoben und in die Spree geweht, ivelche sie stolz aus ihrem Rücken davontrug. Sehnsüchtig blickte der dicke Herr seinem Zylinder nach. Plötzlich erblickte er den Kahn und im nächsten Moment saß er mit seinem Be- gleitet in dem Fahrzeug, dem Flüchtling nachrudernd. Aber weder der dicke Herr, noch sein schlanker Begleiter vor- standen das Rudern; pätschelte der Dicke nach rechts, so ruderte der Dünne nach links; der Kahn drehte sich beständig im Kreise und kam nicht von der Stelle. Die Experimente Oer kühnen Schiffer riefen bei dem angesaminelten Publikum große Heiterkeit hervor. Man, mißte den ungeschickten Kahnsahrern schließlich noch zu Hilfe kommen, damit sie nur wieder an's Land gelangen konnten. Hierauf bestiegen zwei junge Leute de» Kahn, um den schon in der Ferne schwimmenden Zylinder einzuholen. Kaum waren diese aber cine Strecke sortgerudcrt, als zwei Schutzleute erschienen und sie ausforderten, sofort wieder ans Land zu konimen. wo sie in Empfang genommen und wegen groben Unfugs nach der Polizeiwache befordert wurden. Der dicke Herr mußte bar- häuptig nach Hause gehen und der Zylinder schivanini ungehindert davon. Eine eigenartige Klutuergiftnng zog sich am Donnerstag ein in der Möckernstraße wohnender Privatbeamter beim Zu- kleben eines Briefes zu. Derselbe zog, um die guminirte Fläche des Konverts anzufeuchten, diese, wie dies so häufig geschieht, über die Zunge. Hierbei ritzte er diese, achtete aber nicht auf de» gelindei» Schmerz, den ihm die geringfügige Verwundung bereitete._ Allmälia jedoch wurden die Schmerzen heftiger und zugleich fühlte der Verletzte, wie seine Zunge mehr und mehr an- schivoll. Derselbe»ahm Nunmehr unverzüglich die Hilfe eines Arztes in Anspruch, welcher eine Blutvergiftung konstarirte, die zu beseitigen ihm durch rechtzeitig angewandte Gegenmittel gelang. Ftattrrfnhrev haben vor einigen Tagen einen Streifzug durch die JoachimSthalerstraße veranstaltet, verschiedene Wäsche- böden besucht und eine überaus reiche Beute gemacht. Der Werth ver gesammten gestohlenen Wasche soll sich auf 700 bis 800 Mark belaufen. Aehuliche Diebstähle wurden Mittwoch und Donners- tag in verschiedenen Straßen Charlottenburgs ausgeführt, und auch hier machten die„�latterfahrer" eine gute Ernte. Von den Dieben fehlt, trotzdem dieselben doch große Packcte am hellen Tage so wohl leicht hätten aus den Häusern zu schaffen hatten und auffallen müssen, bisher jegliche Spur. In der Wende' schon Mordsache haben sich am Donnerstag Nachmittag zwei Kellner auf dem hiesigen Polizeipräsidium ge- meldet, um neues Vcrdachtsmaterial anzugeben. Dies richtet sich gegen einen Mann, der viel mit der Wende verkehrt haben, des Oesteren mit ihr auf der Ziennbahn in Westend bemerkt worden und seit dem erfolgten Morde verschwunden sein soll. Die beiden Kellner— der eine davon hat schon öfter die Spur schwerer Verbrechen aufgedeckt— geben an, daß der ihnen verdächtig vor- kommende Mann in beständigem Verkehr mit einem zur Zeit noch in Berlin weilenden jungen, etwa achtzehn- bis zwanzigiährigen, genauer bezeichneten Menschen gesehen worden sei. Dieser junge Mensch soll nach den gemachten Vekundigungen zu anderen Per- sönlichkeiten, zu denen er im Verkehr steht, geäußert haben, daß der deö Mordes Verdächtige an einem in Berlin ausgeführten Diebstahl bethciligt gewesen sei, und daß die Wende von diesem Diebstahl gewußt habe. Ob diese Angaben richtig und durch sie eine Spur zur Entdeckung des Verbrechers gegeben ist, wird ab- zuwarten sein. Mit gräßlichen Kchnittwnnden am Halse, im Gesicht und am Rücken wurde in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag, etwa nach 11 Uhr im Lustgarten zu Potsdam ein verivahrlost gekleideter Mann von zwei Offizieren aufgefunden. Die Offiziere brachten denselben nach dem Lazareth des 1. Garderegiments, wo ihm die erste ärztliche Hilfe geleistet wurde. Nach einiger Zeit vermochte der Mann anzugeben, wie er zu den Verletzungen ge- kommen. Er erzählte, daß er Boigs heiße, aus Urlau in Schlesien und auf der Wanderschaft begriffen sei. Um 11 Uhr wäre er mit noch einem Neisekollege» per Bahn in Potsdam eingetroffen und da sie nicht Bescheid gewußt, hätten sie beschlossen, im Freien zu nächtigen und sich im Lustgarten auf einer Bank nieder- gelassen. Sein Neisekollege habe ihn aber veranlaßt, mit der Motivirung, es könne am Ende ein Schutzmann kommen, etwas weiter in die Gebüsche zu kommen und dort habe er ihn im Schlafe überfallen, in der oben erwähnten Weise zugerichtet und seiner in einem Stiefel verborgenen Baarschaft von 90 Mark beraubt. Den Namen des angeblichen Räubers konnte der Hand- werksbursche nicht angeben, doch sind die polizeilichen Recherchen nach demselben rm Gange. Da Zivilpersonen in einem Militär- lazareth nicht bleiben dürfen, so wurde der Ucberfallene später nach dem städtischen Krankenhause gebracht, woselbst er sehr schwer, wenn auch nicht hoffnungslos darniederliegt. Sturz von» Dach. Ein Unglücksfall, der den sofortigen Tod eines Menschen zur Folge hatte, trug sich gestern Vormittag auf dem Neubau Langestraße 53 zu. Mehrere Dachdecker»raren dort mit dem Eindecken des Daches beschäftigt, als plötzlich einer derselben das Gleichgewicht verlor und kopfüber auf den Hof deö Grundstücks stürzte. Mit mehrfach gebrochenen Gliedmaßen wurde der Verunglückte von anderen Arbeitern aufgehoben und zu einem Heilgehilfen geschafft. A»lf dem Transport starb der Verunglückte. Die Leiche»vurde, nachdem der Thatbestand polizeilich sestgestellt»vorden, nach dem Leichenschauhaus ge- bracht. Aufruf! An die Parteigenossen und Genossinnen im Osten und Nordosten des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises! Unter- zeichnete fordern hierdurch»viederholt auf, die gelesenen Zeitungen nicht als Wurstpapier zu benützen oder gar fortzuiverscn, sondern dieselben aufznbeivnhren»md an eins der Kommissionsmitglieder abzugeben. Die Kommission verschickt die Blätter in die Pro- vinzen an dortige Genossen, ivelche sie als Agitationsinittel ver- wenden beziv. die Einzelverbreitung besorgen. Tie Kominission richtet an alle Genossen, ivelche Verbindung in den Provinzen haben, die Bitte, die geeigneten Acressen der Koinuussion zu übermitteln, ivelche nach vorhergegangener An- frage Zusendung folgen läßt. Gustav Tempel, Breslauerstr. 27. Wilhelm Bock, Friedrichsbergerstr. 5. Karl Müller, Landwehrslr. 13, 3 Treppen. Heinrich Hoffmann, Kaiserstr. 4. Robert Berger, Gr. Frankfurterstr. 92, H. 1 Treppe. Emil Bühl, Frankfurter Allee 74. Otto Zabel, Frankfurter Allee 90. Karl Roggendorf, Posenersir. 5. Otto Heinoorf, Langestr. 70. polizeibrricht. Am 22. d. M. fand vor dem Hause Kloster- straße 93 ein Zusammenstoß zweier Rollwagen statt. Hierbei ge- rieth der Kutscher des einen Wagens mit dein linken Bein zivischen die Wagen und erlitt eine so bedeutende Quetschung desselben, daß er nach der Charitee gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit wurde der Handelsmann Abraham Leibke vor dem Schank- lokal Grenadierstr. 33/39 infolge eines Streites von dem Handels- inann Littmann Herpe hinterrücks zu Boden gestoßen. Hierbei scheint Leibke außer einigen Verletzungen im Gesicht auch innere Verletzungen erlitten zu haben, da er bald darauf über heftige Schmerze» klagte, so daß seine Ueberführung nach dem St. HedivigS- Krankcnhause erforderlich wurde.— Nachmittags wurde ei» Mann auf den» Boden eines Hauses in der Thurmstraße erhängt vor- aesunden.— Um dieselbe Stunde wurde der vierjährige Knabe Paul Ocrtel vor dem Hause Spittelmarkt 2 von einem Geschäfts- wagen iiberfahren und aus der Stelle getüdtet. Den Fuhrer des Wagens trifft»ach der Angabe der Zeugen keine Sc! iild.— In der Nacht zum 23. d. M. fand in der Ehailsieestr. 35 ein Dach- stuhlbrand statt. Ein«uaiigenehmrv Auftritt mit einem Gerichtsvollzieher führte gestern das Restanrateiir Louis Schmidt'sch e Ehepaar vor die 92. Abtheilung dcS Schöffengerichts. Am 14. Oktover vorigen Jahres hatte der Gerichtsvollzieher Becker eine Zwangs- Vollstreckung bei dem Angeklagten Schmidt vorzunehmen. Ter Beamte traf das Ehepaar hinter dem Schanktische, ivandte sich zuerst an den Mann und wurde vo» diesem an die Frau ver- wieseil. Der Beamte wußte, daß die letztere nicht zahlen würde und»viederholte deshalb seine Forderiliig an den Ehemann zu zahlen, der die verhällnißmäßig geringe Summe gewiß bei sich führen ivürde. Ter Angeklagte weigerte sich und reichte gleich- zeitig seiner Ehefrau einen Beutel mit Geld zu, den er in der Tasche gehabt. Der Gerichtsvollzieher suchte sich durch einen raschen Griff in den Besitz des Beutels zu setzen, der Ehemann Schmidt verhinderte ihn aber daran, indem er dem Beamten einen Stoß gegen die Brust versetzte, daß dieser gegen das Treppengeländer fiel und beinahe hin- abgestürzt wäre. Frau Schmidt verlangte sodann, daß der Gerichtsvollzieher sofort das Lokal verlassen solle, widrigenfalls sie ihn ivege» Haussriedensbruchs anzeigen ivürde. In der Handlungsweise des Ehemannes erblickte die Anklage einen thätlichcn Angriff gegen einen Beamten, in der Aeußernng der Ehefrau eine Drohung, um den Gerichtsvollzieher von der Ausführung einer Amtshandlung abzuhalten. Beide Angeklagte behaupteten, in ihrem Stechte zu fein, beziehungsweise bestritten sie, daß der Vorfall sich im Sinne der Anklage abgespielt habe. Ter Gerichtshof hielt sie aber durch die BeiveiSausnahme für überführt und erkannte nach dem Antrage des Staatsanwalts gegen den Ehemann Schmidt auf 40 M. Geldstrafe. Gegen die bisher völlig unbescholtene Ehefrau hatte der Staatsanwalt wegen der erwähnten Aeußerung eine G e f ä n g n i ß st r a f e von acht Tagen beantragt, der Gerichtshof fällte aber ein freisprechendes Urtheil, da angenommen, vurde, daß die Angeklagte sich in einem Rechtsirrthum befunden habe. Als sttpiftischei» Kalliist könnte man die zahllosen Fälle bezeichnen, welche Jahr ans, Jahr ein die Schöffengerichte be- schäftigen und sich auf Uebcrtretungen gegen Polizeiverordnungen beziehen. Namentlich die Kutscher aller Art liefern zahlreiche Bei- träge zu diesem Kapitel und ein schon mehrere Jahre im Dienste stehender Droschkenkutscher hat oft 50 und mehr Polizeistrafen aufzuweisen. Das klingt nicht nur furchtbar, sondern ist auch furchtbar, insofern, als jede dieser 50 Strafen eine unglaubliche Fülle von Arbeit bedeutet, zahlreiche Instanzen und Behörden beschäftigt hat und oftnials viele Monate hindurch in der Schwebe ist, ehe sie bis zum Vollzüge gediehen ist. Hat der Schutzmann das bekannte Buch herausgezogen, um sich Name und Wohnung eines Kutschers zu notiren, dann stellt dies den Anfang eines oft langwierigen juristischen Kampfes dar. Die betr. Abtheilung des Polizeipräsidiums erläßt an den Betreffenden die Aufforderung, eine gegen ihn verhängte Polizeistrafe binnen einer Woche ein- zuzahlen oder auf gerichtliches Verhör anzutragen. Das letztere geschieht in sehr zahlreichen Fällen und dann gehen die Akten an den Amtsamvalt, bezw. an den Schöffenrichter. Nach geraumer Zeil wird Termin angesetzt, der Schutzmann und etwaige Zeugen werden vorgeladen, mit einem Termin ist's aber ge- wöhnltch nicht abgethan, sondern es folgt ein zweiter und dritter, da der Angeklagte nach Kräften bestreitet und„seine Zeugen" vor- schlügt. Viele Wochen oder Monate vergehen darüber, die Beamten und die Zeugen müssen viele Stunden auf dem Gerichte zubringen und schließlich erfolgt in nicht seltenen Fällen die Freisprechung, da sich bei der Länge der Zeit der Beamte des einzelnen Falles kaum mehr besinnt. Ist das aber doch der Fall und tritt eine Verurtheilung ein, dann hält sie sich in den allermeisten Fällen doch nur in der Höhe des ursprünglichen Strafmandats und dann beginnt erst noch' ein Kampf in zweiter Instanz. Nach rechts- kräftigem Urtheil verfügt der Richter die Beitreibung der Geld- strafe und die Akten wandern dann ins Bureau des Gerichtsvoll- ziehers. Neue Schreibereien. Bei verweigerter Zahlung wird zur Pfün- dung geschritten, oftmals wird dann wieder von dritter Seite ein Jnterventionsprozeß angestrengt und die Exekution fällt fruchtlos aus. Dann muß wieder der Richter in Aktion treten, indem er nun die für den Unvermögcnsfall festgesetzte Haftstrafe zu ver- fügen, dem Vcrurtheilten die Haftgestellung zu'befehlen und die Gefängnißdirektion davon zu benachrichtigen hat. Stellt sich der Verurtheilte nicht, dann gehen die Akten wieder an das Polizei- Präsidium, dieses muß wieder das betreffende Polizeirevier benach- richtigen und endlich ivird der Verurtheilte zur Haft gebracht. So etwa ist der Verlauf der meisten derartigen Sachen, welche damit beginnen, daß der Schutzmann auf der Straße sein Notiz- buch herauszieht. Es handelt sich gewöhnlich um Strafen von 3 oder 5 Mark oder 1 Tag Haft, dabei wird aber ein ganzer Berg von Akten vollgeschrieben, mehrere Behörden sind oft Monate lang damit beschäftigt, Beainte und Zeugen müssen »viederholt zum Termine, Eioe werden zu Dutzenden geleistet, Amtsanwalt, Vorsitzender und Schössen wiederholt damit belastet und in den vielen Fällen der Freisprechung erivnchsen auch dem Staate nicht unerhebliche Kosten. Die Geschichte von dein Sandkörnchen, welches zur Lawine anwächst, wird hier täglich in diesem juristischen Ballast vorgeführt und wenn man bedenkt, daß jährlich in ctiva 0000 Fällen gegen polizeiliche Strafmandate auf richterliche Entscheidung angetragen wird, dann wird man sich von dein Umfange der Arbeit und der Freude, ivelche dieser Ballast allen Betheiligten bereitet, eine ungefähre Vorstellung machen können. Daß„Guropa's übertüncht« Söfiichl'.eit", namentlich im Verkehr mit Behörden, sich außerordentlich empsiehlt, wurde rrn vor dein hiesigen Schöffengericht dein Buchhalter Edmund nahe gelegt, welcher wegen Beleidigung der Bau- Polizei angeklagt war. Der Baumeister M., bei welchem der Angeklagte angestellt war, hatte bereits drei Anträge auf Abnahme eines Rohbaues gestellt imd als er damit nicht reussirte, schrieb der Angeklagte eine Beschwerde an den Polizeipräsidenten.-Mit dem Schlußsätze in der Beschiverdeschrist, welcher lautete:„Liegt hier Nachlässigkeit oder persönliche Ehikane vor?" hatte er aber nach Ansicht des Schöffengerichts die Baupolizei beleidigt und wurde deshalb zu 15 M. Geldstrafe vernrtheilt. Di« Scirathsschivindler sinden trotz aller Warnungen und strengen Bestrafungen immer wieder Nachahmer. Gestern wurde ein gewisser Ludwig M a s o>v dieserhalb der 90. Abtheilung des Schöffengerichts ans der Untersuchungshast vorgeführt. Die Be- thörte war die nicht mehr junge Köchin eines Restaurateurs, die von dem Angeklagten um ihre gauzen Ersparnisse, gegen 350 M., beschwindelt ivorden ist. Bald gebrauchte der Angeklagte 50 M., um den Rechtsanwalt zu bezahlen, der den Ehescheidungsprozeß gegen seine Frau zu führen hatte, bald 100 M., um eine Kaution stellen zu können. Dabei hatte der Angeklagte ebenfoivenig eine Stellung in Aussicht, irie er eine» Scheidungsprozeß gegen feine Ehefrau eingeleitet hatte. Es lagen von ihm vier Postkarten vor, von denen der Vorsitzende nur die Anreden verlas, um daraus die Abnahme der Wärine dcS Verhältnisses zu kennzeichnen, bis der Angeklagte die gänzlich Ausgeveutete einfach sitzen ließ.„An- gebete Julie!"„Theure Julie!"„Werlhes Fräulein" und „Fräulein N. N." Damit schloß die Heirathc-geschichte. Für den Angeklagten erhielt sie aber noch ein gerichtliches Nachspiel, das mit seiner Verurtheilung wegen Betruges in vier Fällen zu sechs Monaten Gefäugniß endete. Verso mmlmrgeu. In der Urrsammlung des Mahlverein» des ersten Berliner Deichstagsivalilkreises wird u>.s berichtigend mit- gethcilt, daß die Versammlung über den Artikel des Dr. Bruno Wille in der„Sächsischen Arbeiter-Zeigung" ihr Bedauern aus- gesprochen hat. Fernerhin wurde eine Resolution einstimmig angenoinnlen, welche der ganzen Fraktion das unbedingte Ver- trauen der Versammlung ausspricht. Ein großer Theil der Versammlung ersucht uns um die Ver- öffentlichung des Obigen. dem wir die Vermuthung hinzusügen sollen, ob nicht das Verschweigen dieser Thatsachen aus eine Ab- sichtlichkcit des Schriftführers zurückzuführen ist. Di« Maurerpolier« nnd Maurergesellen Berlins nnd Tlingegend waren für den Abend des 21. d. M. zu einer öffent- lichen Versammlung nach der Brauerei Friedrichshain entboten, um über die Frage zu verhandeln:„Wie stellen sich die Maurerpoliere zu dem von der Freien Ver- einigung der Maurer Berlins»nd Umgegend errichteten Arbeitsnachweis?" Leider wnreu soivohl Poliere wie auch Gesellen in durchaus unzureichender Anzahl er- schienen. In das Bureau wiirdeii die Herren G r ö p p l e r und S ch i e g o l s k i(Maurer) nnd Decker(Polier) gewählt, nach- dem Polier Rüdiger eine diesbezügliche Wahl abgelehnt hatte. Trotzdem die Versammlung verhält, lißinäßig nur schwach(500 bis 000 Personen) besucht war, kam eö doch zu sehr lebhaften Debatten und scharfen Auscinandersetznngen. Den einleitenden Vortrag hielt Herr Wernau. Derselbe bemerkte: Seit Januar d. I. sei seitens der Freien Vereinigung der Maurer Berlins ein ständiges Bureau eingesetzt worden, um die Gewerkschaftsbewegung zu fördern, welches besoldet werde, um die Mitglieder vor Maßregelungen zil schützen. Gerade die Poliere seien es gewesen, welche hierin dem Unternehmerthun, bereitwilligst Hanvlangerdienste geleistet hätten. wie die Erfahrung gelehrt habe. Trotzdem dnr,e kein Mittel und kein Weg unversucht gelaffen werden, eine Verstän- digung mit einem Faktor herbeizuführen, mit dem eine solche vielleicht noch möglich sei. Schon im vorigen Jahre sei der Ver- such gemacht worden, eine Einigung zwischen Polieren und Ge- sellen herbeizuführen: daß dieser Versuch klaglich gescheitert sei, daran seien allein die Poliere schuld. Tie Fuhrer der Gewerk- schaffsbewcgui.g hüiuii wessen dieses Ziel nicht aus ve.lieren köur.c.!, ka ei..c Einigung, ein.Handinhandgehw � Polieren und Gesellen die festeste Grundlage zum gl starken Organisation bilde. Schon vor Jahren hätte /»!'■. tige Angelegenheit auf der Tagesordnung stehen müsstfl.. d heute die Gesellenschast diese im beiderseitigen Jnterefse w#•, Verständigung mit den Polieren suche, sich keineswegs der Illusion hin, daß diese» werben heute von Erfolg gekrönt werden würdk, aber habe wenigstens die Gesellenschast ihrersnL ,i UDCl yuut iUCiliyilCUX? L> IV'V"., guten Willen und ihre wohlgemeinten Absichteii bekundet sei nicht zn erwarten, daß die Poliere nun plötzlich nut» sellen gemeinsame Sache machen würden, nachdem -----•..... WWW so lange kühl, ja feindlich gegenüber gestanden seien auch hier Ausnahmen anzuerkennen.— Deßen»"»� dürfe aber der Führer einer Geiverkschaftsbewegung mchl L, schrecken, sondern müsse immer wieder das Ziel zu erreiche»., von dem er Heil für seine Gewerksgenossen erwarte. Gewerkschafts- Organisation ihren Zweck voll und dann müsse ein Arbeitsnachweis vorhanden sein, der � ........... Auch im Baugewerbe M. � »!,,»»„n* fti-Rücren als» j den der Gesellen sich befindet. einer Krise entgegen, vielleicht einer noch größeren Jahren 1870—79. Dieselbe werfe ihre Schatten bereits% Das Unternehmerthum nutze diese Krise zum Schaden der o» sirten und zielbewußten Arbeiterschaft aus uiid werde ihre blickliche Machtstellung über die Gesellenschast in ZukiMst mehr ausnützen, wenn die Gesellen nicht die Auge» � halten, zum Bewußtsein ihrer Lage kommen und sich. ----*" W?.-„t-Ti... Oft.. O, Ol"..„,.»4 tn W1' J / U—-= t- i v------ CJ_ ,,.■,«»r»itr i Blick in die Zukunft erhalten. Am 31. August finde r» � J ein Delegirtentag der Baugeiverksnieister statt, der sich£. j. J Frage eines Arbeitsnachweises—»ach � Jü ........ W mit der Frage eines Arbeitsnachweises Mustern!— beschäftigen werde. Wenn' nach dieser Richtung hin seiner Bosheitspolitik,»ach Geiverkschaftsbewegung durch den Jndifferentismus der lahm gelegt sei, greifbare Gestalt gebe, dann gehe.. � schlimmeren Zeiten, namentlich in Berlin, entgegen, als I' J Zeit schon beßänden. Deshalb dürsten die Führer die»i Masse nicht im Stiche und sie ihrem Schicksale uberlaße», � mehr müßten sie aushalten bis zum Aeußersteu und Um bieten, um dieses Schicksal abziiivenden. Auch dürfe»>«% gleich verzweifeln, weil eine Gewerkschaft momentan dar � liege, im allgemeinen könne man stolz sein auf die J bewegung und verweise er in dieser Beziehung uur j bürg. In Berlin herrschten im Maurergewerbe zur Zeit I dings entmuthigende Zustände. 6—600 Maurer müßte»... stens aus Berlin verschwinden, wenn die hier ortsaM. Manrer und Steuerzahler Arbeit erhalten sollen. Und iv>e � seien es gerade die Poliere, welche den großen Zuzug»04?> veranlassen und begünstigen. Doch dies räche sich auch»' Eine große Anzahl Poliere sei dadurch ebens» Polieren. Slellnng, wie die Gesellen außer Arbeit. Die Poliere w> % sprechen. « sich anvertrci tische R auch rfformei »srhand Arbeiter den Pol Wegimg seine S- vrdniiich traue Beranla eine die- % wünschtz Schee dei, indi trauensi SSeiß, balle so daß ii nichts Schien »preiei, trauensi «I§ gest Nauens 'ntrignß kultus- W%i S'ijubt, Autrag Herr s Aerstm, der gen SS 'sweisei fe 'Wich hierauf «2)ci du schtosfei »och mehr gewahr iverden und am eigenen Leibe verspüre u sehr sie sich bislang au dem Gesellenstande versündigt hade»',A dem sie hervorgegangen sind. Auch die Lehrlingszüchterei fj V»".-""VV v.».....,, bereits ,m Großen betrieben, indessen die Familienvater Pstaster geworfen würden. Wenn die Poliere noch nicht»* -------".....'......."-......«.— fühlendes M °s« i»!� Eigendünkel versumpft seien, wenn sie noch ein für ihre Mitmeiischen sich bewahrt hätten, so müßten sie e..� daß die Gesellen sie brauchen zur Stärkung'�i»- Oraa» i J Leider aber bewiesen die Bedingungen, die Poliere den Unternehmern anbieten,...... Brotes willen—, daß diese nur die Interesse J Kapitals vertreten. Auch die Poliere hätten VereiMS.> geschaffen. Wenn diese nur den Zweck hätten, den S»*ere», Unternehmer Vorschub zu leisten, dann seien dieselben(■ Gesellen zu bekäinpsen bis zum äußersten; wenn dieser ,. gegen auf Seiten der Geselle» ständen, dann seien sie dm konimen. Wenn die Poliere bei der Einstellung in-ff* erster Linie die Berliner Familienväter berücksichtigen»W dann würden gedeihliche Verhällniffe platzgreifen. Z>var eM ein solches Verlangen als ein Verstoß gegen das Sol>u» � gesühl der Arbeiter, doch könne dieses nicht zur Geltung 8 � werden, wenn die Berliner Maurerschaft durch den Z»- J drückt, zermalmt werde. Wenn in Berlin_ e>»e Organisation geschaffen, ein intelligenter Arbeiterstanv � gebildet würde, dann würde es nicht so schivicrig sti»- �,» außen hin zu wirkeu und durch Schaffung best« beitsverhältnijse auch außerhalb Berlins den 3»'1-L■ hier einzudämmen und abzuschivächen. Die SteU> � Poliere sei auch eine schwankende und beeinflu». ,, j die Konkurrenz. Die Lohnverhältnisse der Poliere ss hängig von denen der Gesellen. Wem» die Poliere daher selle» unterstützen ivürde, so ivürde die Berliner Maurer! ihnen Dank wissen. Die Poliere würden derselbe» Z" Maße nützen, wenn sie die Gesellen durch den Arbei der Freien Vereinigung beziehen und in Arbeit stelle» »>0 Die'Gesellen seien bereit,"alle entgegenstehenden� keiten»ach Möglichkeit, so viel an ihnen' liege, 8» sollten die Poliere aber die dargebotene Hand der zurückstoßen, dann allerdings mußten diese es auf den � sidU lichen Kampf ankommen lassen, dann müsse und weisen, wer der Stärkere ist!(Beifall.) In der,-_ kuspon äußert sich Herr Jezorke: Die Poliere sind eoe 1 ge» deS UnternehmerthuniS, wie die Gesellen. Trotzdem � nicht einsehen, daß sie mit der modernen Arbeite.'». maschicren haben und stellen sich den Geselle» Fi» il( über. Doch wir wollen nicht Gleiches mit Gleiche». sondern das alte Band der Solidarität zwischen 4* Gesellen wiederherstellen. Herr Decker(Potior):..ät.rnlictl eines Arbeitsnachweises sei zwar gut und verdiene M.hält»� kutirt zn werden, sei aber unter den herrschenden£ itff.p undurcysührbar. Die Masse müsse erst organ l i*,; Herr Karl Schmidt: Der Arveitsnachwe»« wohl durchführbar sein, wem» sich alle Maurer Vereinigung anschließen würde». Für den H,> nur die Poliere verantwortlich, nicht die M l ff» j Poliere trügen die größte Schuld an den bestehs» schaden des Maurergewerdes. Es würde so lange 1°„nt 1 J die Gesellen ganz energisch sagen würden: Vis HF1,', als,.?! weiter! trotz aller Krisen, die nur so lange beste!) Kapital streike und dies dauere unmöglich lange.,(ß.p man die Poliere zur Rechenschaft ziehen, b'( 3, ,e»'p Theile mit Hammer nnd Kelle nicht umzug? Z tl(J- und nur den„Treiber" machen könnten. � H'».»,, ,,-wv»vv«»««IMVriVt»«VlltllVIl» tr'X" .)!an solle sich nicht soweit vergeben, als Bittsteller � � «t O/t Atttl-- Ä.. /X,-X.*-- S-S*. J*•<-»»4s xl" y, P. »y Im Jahre 1832 habe gesehen, sei auch ei» wie derselbe e» gegennder zu treten. weis geivesen. Alan. � t � nommen, wie die Poliere sich dazu gesiellt haste».... nur Leute ein, die mit Wurst und Schinken von»draup nicht aber Berliner Familienväter durch den"Lj1' Diese wollen sie gerade nicht. Die Pvliere Flen vorgeschobene Personen auf den Bauten, h'elte, »och Vizepoliere. In der Woche, da gehe es mN Aermel». i-> toffpv i-»-0-'- des recht machen? Herr G r ö p p l er: Die Zukunft gemalt worden,' die Krisen scien nicht starke • WfcVVIt,»-» V UVVIJV»»|V»V«» tiiv«,«. I 1'»' V�tl» r-— Zuzug sei durch den vorjährigen Streu In Berlin glaubten Viele ein Arbeiterparadies zn Organisation und Agitation sei hier Wandel zu MrjL Arbeitsnachweis solle man nicht verwerfen, er solle» WE, schaffen, namentlich die Organisation stärken. Wen» j,» y ihn aber nicht unterstütze», dann sei es allerdings zw*» Wernau: Wenn er nicht die Führung der Berliner M» übernommen hätte, würde er nicht, wie geschehen, z» I *1 !,8 Kz «» >t MI, � A ifillj «oß» t otj1! je o wst jj s4 i hintt� % »M die 31 len,? Wis � ä aul it j-. pfitfili sr« fÄ w seai'U S 1 1 i ielWJ 'it 11 N-Ä ■U(fl "aS S« ouA li«f � i I I tz ,igkcit nicht gethan hätten. Derselben Ansicht war Herr nicht gethan hatten. Derselben Ansicht war Herr btf'i'i1''."aß aber die Schuld hieran den Berliner Kollegen tro'i,.= m i'e bie Vertrauensniänncr nicht unterstützen. Zum Ver- m> /usniauue für den Norden(Wedding) wurde sodann Herr P e gewählt. Unter„Verschiedenes" wurde die De- dos �gesetzt. Zunächst konstatirt Herr Heinze als Revisor, ni-bi-"I.siuanzicller Beziehung die Vertrauensleute sich Sa; haben zu Schulden kommen lassen, während Herr (tZ,!* Ü e l s k i daran erinnert, daß die Agitation der trän»«? Vereinigung f. Z. übertragen worden sei, die Ver- ab- also gar kein Recht gehabt hätten, mehr lrai,??> 3" agitiren. Herr Metzle beschuldigt die Ver- intri!.«?' Lallen den Vorstand der Freien Vereinigung biNn»/. benselbcn indirekt entgegengearbeitet und Personen- La 1 Setr,eiben zu haben. Herr Karl Schmidt beantragt, "�au zu beauftragen, in nächster Zeit eine Versammlung A»." rufen behufs Neuwahl der Vertratiensmänncr.(Dieser amrde später nach mehrmaligerMbstiinmung abgelehnt). m,? tt> e d l e r wünschte gleichfalls die Einberufung einer z.,'aiumlung zur Wahl einer Kommission behufs Umgestaltung gewerkschaftlichen Organisation. Dieselbe erscheine ihm noth- 9' wre eine solche auf politischem Gebiete bevorstehe. Die '?aenSmänner z. B. könnte» sich als gänzlich überflüssig diss,».,' Herr Krieg fragt direkt, wieviel der iiiA>, Vertrauensmann unterschlagen habe. Man solle dies .�verheimlichen. Heraus mit der Sprache, das sei wenigstens >»->.,-gehandelt der Allgemeinheit gegenüber.— Eine Antwort gcfi.- wurde nicht crtheilt.— Herr H. Schulz beantragte: f-H*- �iriurer Berlins in einer öffentlichen Versammlung de- :!leu hatten, daß der UnterstützungSverein der Maurer Berlins RekhTnff ywp vct wim?tnur)unyvvs.vtii» vw w. bicf-m m"forden solle, ohne Rücksicht zu nehmen auf den von sta>,i>. verein veranstalteten Sommernachtsball, das dadurch ent- »urb!?°�it ans dem Generalfonds zu''| SU......— vkHt�._°ßZ«lehnt, dagegen beschlossen, i | I $, f' ,?enc Defizit aus dem Generalfonds zu decken." Dieser Antrag „.j, abgelehnt, dagegen beschlossen, nur mit Koiitrolmarke sönNA�c Hüte zu kaufen.— Nachdem noch recht häßliche per- '"he Angelegenheiten zum Austrag gebracht worden waren, koe die Versammlung in großer Verstimmung geschlossen. öffentliche Uersammlung siimmtlicher a» Kolk» Maschinen beschäftigte» Arbeiter tagte am fo'fMjfl» den Ii). August, in Feuerslein'S Salon, Sllte Jakob- terh* I5' n,it her Tagesordnung: I. Vortrag über Kapitalisten- 9nde und die moderne Arbeiterbewegung. Referent: Stadtv. ° Klein. 2. Diskussion. 3. Rechnungslegung und Auflösung »J«gitationkkommission. 4. Neuwahl einer Kommission oder �es provisorischen Loknlverbands-Vorstandes. 5. Verschiedenes. ,.-mchöeni das Bureau aus den Herren F. Koboldt, Schadow ii,.Stein zusammengesetzt war, hielt Herr Otto Klein seinen ''stundigeii Vortrag, welcher sehr beifällig von den Anwesenden w �genommen wurde. In der Diskussion sprachen sich sämmtliche wiier im Sinne des Vortragenden alls.— Zu Punkt 3 gab ffpSßolf einen Ueberblick über die Einnahmen und Ausgaben der .SUationskominission, welche von den Kounnissionsmltgliedern dJ�hanse» und Lorenz bestätigt wurde. Der Ueberschuß sollte ,g. neugeivählten Kommission überwiesen werden. Zu Punkt 4 heiilf Bom Kollegen Sticht folgender Antrag eingegangen: Jße Bureau zu beauftragen, die Borarbeiten Das zum Anschluß QW Ko 0"---------------- u einfiin Zentralvcrband zu bewerkstelligen. Der Antrag wurde 0 angenommen. Unter„Verschiedenem" wurde von den Urteil der Berliner Sircil-ltoutrol-Kommissio» darauf hin- daß wir Mittel beschassen müßten zur finanziellen Tm.,„ der Berliner Streik- Kontrol- Kommission behufs ''9 ihrer Unkosten. Da weiter nichts vorlag, wurde die mminlung geschlossen. selbst"� nntiscmitifchen Führer halten im Reichstage aus, �r sie nichts zu essen haben," meinte Herr Pickenbach, RutJma* Lachkrampscrreger, in einer Siede, welche er vor stuA. ln einem Lokal in der Jnvalidenstraße zum Besten gab. dtträrfni�ü. Zuhörern des sonderbaren Politikers hatten sich eine Auss.Ä che Zahl Sozialdemokraten eingefunden, welche durch die fUrL�i'11 des Herrn Pickenbach auf das Köstlichste erheitert tzg,-,.?' Der gewaltige Redner erzählte von der Verjudung der tu,',.. Demokraten. Die Ausführungen, welche oft von Zwischen- Ü»sjn„ Liuatschkopf, Klown sc. begleitet wurden, strotzten von Äcnf mi, iisiroße Heiterkeit erregte Herr Engeler, der iiiögsja�'�enbach dafür dankte, daß er ihm für 20 Pf. Entrce er- WlitA'f. einer Komikeroorstellung beizuwohnen. Ein anli- diu,-, Lher Jüngling bewies hierauf seine große Gelehrsamkeit wc e,, Bemerkung:„Das beste Mittel, sich von foztnlististqc» hc«en, ist das Lesen ron Bebel's Werken!" Einen So.:.,! �achsturm erregte aber eine Stesolution, die von einem Demokraten eingebracht und vom Vorsitzenden verlesen wurde. Dieselbe lautete:„Die heute bei Hensel tagende öffent- liehe Versammlung erklärt, mit allen Kräften dahin wirken zu wollen, daß die Schündlichkeiten des Antisemitismns in immer weiteren Kreisen bekannt werden. Sie erblickt darin eine Schmach des gekämmten Vaterlandes, daß es überhaupt Deutsche giebt, die dieser aller Kultur spottenden Agitation Gehör schenken!" Nach Verlesung dieses Antrages entstand ein unbeschreibliches Getöse. Unter Staus- und Bravorufen wurde die Resolution von den weitaus die Mehrzahl bil- denden Antisemiten abgelehnt und die Versammlung unter allen möglichen„Hochs" geschlossen. AUgemrin» öffenttich« Pirsammtung siimmtlicher soiialdeni»- kratischrr pi»rteio»»ol7en Kn-Iiito und Zimg-gend am Montag, den £5. August, AbendZ 8 Uhr, im Saale der Altienbraueret Friedrichshain (Ltps). Neferent: Genosse August Bebel. Die Versammlung hat die polizeiliche Genehmigung erhalten. Nor perein Keriiner Hausdiener hält am Montag, den ss. August, Abends 9 Uhr, Neue Grünstr.£8, eine Bersammlung mit sotgender Tages- ardnung ab: i. Mtttheilung. 2. Aufnahme neuer Mitglieder, s. Verschiedenes und Fragelasten. tzierrin nir Mahrnng der Interessen der Zaililrer aller Kranchen Berlins und Umgegend am Moniag, den 23. Sluguft, AbendS 8f Uhr, bei Wollschläger, Blumenstr. 48. Tagesordnung: I. Vortrag. Der Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Verschiedenes. Äessentllche Nersainuilung siimmtlicher Arbeiter für Köpenich und Umgegend am Äiontag, den 25. d. M., AbendS Uhr, im iiaiserhof. b-rasse iissentliche Wersammtnng der Kormer am Montag, den 25. August, AbendS 8 Uhr, in Müller'S Salon, Johannlsstr. 20. Fachvcrein der Tischler(Uordr»), Große Versammlung am Montag, den 25. August, AbendS 8% Uhr, im Weddlng-Park, Müllersir. 178. Allgemeiner zttetaliarbeiter Uerein Keriins und Unigegend. Große Versammlung am Montag, den 25. August, Abends 8% Uhr, bei Schwarz- müllcr, Koibergerstr. 22—22. Arbriter-Kildnngsverein für Kirdorf n»d Umgegend. General- Versammlung am Montag, den 25. August, Abends 8% Uhr, tu Barta's Salon, Bergstr. 120(kleiner Saal). Allgemeiner-ii-taUarbeiter-Kerrin Kerlin« nnd Umgegend. Große Versammlung für Reinickendorf und Umgegend am Sonntag, den 24. August, Nachmittag» 2 Uhr. i» Netutckendorf, Amandestr. 1, Restaurant LüdcrS. tierein dentfchev Kchuhuinüicr(Zahlstelle Berlin). Montag, den 25. d. M., Abends 8 Uhr. bei Schester, Jnsetstr. 10: Atitgltederversainmlung. Mitgliedsbuch legilimtrt. Vortrag des Herrn Friy Z u b e i l über: Gewerbe- Schtedsgertchte und ihre Etnriäitungen. DtSkusston. Delegirtenwahl und Anträge zur Generalversammlung. Verschiedene» und Fragelasten. t-Zroh« iissenttiche versginmlnng der F i Iz s ch u h- A r b e t ter und verwandten Berutsgenossen Berlins und Umgegend am Montag, den 25. August, AbendS 8 Uhr, bei Zeniter, Münzstr. 11. Wenn wir alle diese Thatsachen z»samnienfasse>t, so müssen wir erkennen, daß es nothwendig ist, daß jeder zielbewußte Sir- beiter seine gelesenen Zeitnilgen an die bekannten Cammel- kellen abliefert, der Dank liegt im Erfolge, den die nächste Wahl zeitigen wird. Die Genossen derjenigen Wahlkreise, in welchen Sammel- stellen für gelesene Arbeiterblätter noch nicht bestehen, werden ersucht, solche baldigst einzurichten. Im Lause nächster Woche findet eine Versammlung sämmtlicher Inhaber von Sammel- stellen statt, welche den Vertrieb der gesammten Vtätter zentrali- siren soll. Es erscheint dies noihivendisj, da, wenn der Vertrieb wie jetzt planlos geschieht, leicht ein Entgegenarbeiten der diversen Versender zu befürchten ist. A. Scholtz, Landsberger Allee 144. als Die Redaktton stellt die Aenutzung des Sprechsaals, soweit Raum dafür abzu gebe» ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen JnleusseS zur Versüguna; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dein Inhalt desselben Identtstztrt zu werden. Herr Th. Glocke sagt in einer vorgestrigen Erwiderung, daß sein„Eingesandt" nur veranlaßt sei durch das Interesse, welches er an der Berliner Streik-Kontrolkommission habe. Daran ist meinerseits nicht gezweifelt worden. Eine gegenseitige Vcrstän- digung hat dies auch bestätigt. Ob meine Erividernng objektiv und klar war, überlasse ich dem gesunden Menschenverstand zu beurtheilen. A. Täterow. »« * Der Werth der gelesenen Zeitungen Agitations mittel in den Provinzen. Wer bei der letzten Wahl Gelegenheit hatte in ländlichen Kreisen agitatorisch thätig zu sein, der wird erkannt haben, daß es schwer ist, einen 5kreis zu gewinnen. Schwer deshalb, weil in der Zeil, welche zwischen den Wahlen liegt, jede Agitation mangelt. Man wird zugeben, daß es wohl während der Wahlagitation möglich ist, Bewohner ländlicher Kreise so zu bestimme», daß sie unserer Partei ihre Stimme aeben, ihnen jedoch die Ueberzeugung von der Siichtigkeit unserer Ideen beizubringen, ist nicht in dem Maße möglich, wie es durch fort- währende Agitation erreicht werden kann. Ein vortreffliches Mittel für diese fortwährende Agitation bilden die gelesenen sozialdemokratischen Zeitungen. Diese Zeitungen werden in großen Industriezentren ge- sammelt u»v an Genossen ans dem Lande versendet, welche die Bcrbreitung der Einzelexemplare bewirken. Die Nothwendigkeit dieser Einrichtung wird am Besten erkennbar an der ungeheuren Stachsrage, die aus vielen ländlichen Kreisen erfolgt. Ganz naturgemäß wird sich die Nachfrage in demselben Maße steigern, als die ländliche Bevölkerung Interesse an der Lektüre unserer Zeitungen gewinnt. Wenn wir den praktischen Werth unserer Blätter näher in's Auge süssen, so ergiebt sich daraus, daß sie geeignet sind. Ans- klärung über die Ursachen des wirthschaftlichen und politischen Elends zu verbreiten. Wie nöthig die» auf dem Lande ist, kann man aus tausenden von Beispielen erkenne», wie Kapitalisten und Behörden sich die Dummheit der ländlichen Bewohner zu Stutze machen um„reichstreue" Wahlen zu erzielen. Einige von den vielen Beispielen mögen hier angeführt sein. In einem Dorfe, zum Wahlkreis Teltow-Bceskow gehörig,„verbot" man den Bewohnern, sozialtcuiolratische Wahlflugblätter anzunehmen. Die Blumberger Äffaire wird noch in Aller Erinnerung sein. erartige Vorkommnisse sind unmöglich, wenn die ländlichen Wähler einerseits genügende Kenntniß der Gesetze erlangen und andererseits das Wesen des Sozialismus erkennen lernen. Beides geschieht durch die Verbreitung gelesener Feitungen Noch nach einer anderen Seite erwächst der Partei ein Vor- theil, tvie Viele von Denen, welche das Blatt gratis erhielten, werden, wenn sie Interesse an der Lektüre desselben gesunden haben, abomiiren, um in regelmäßigen Besitz der Zeitung zu ge- langen. Ve»:miftsikes. Aachen, 22. August. Das neu erbaute, am 1. Oktober zur Benutzung gelangende Gebäude der W e b s ch u l e Hierselbst, in welcher noch Anstreicher und Schlosser beschäftigt waren, stürzte heute Morgen theiliveise ein. 2 Todte und 8 Verletzte sollen bis letzt gefunden sein. fteireftfjcn. der Debestätigt (Molffs Selearavhett-Kureau.) Kuenos-Ahres, 23. August. Die Nachricht von Mission des Finanzministers und des Kriegsministers sich nicht. Montevideo, 23. August. Der Finanzminister und der Kriegsminister haben ihre Entlassung gegeben; der Präsident soll beachsichtigcn, die sinanzielle Krisis vor der Ernennung eines neuen Finanzministers zu lösen. Mio de Janeiro, 23. August. Zahlreiche Händler machen den Versuch, eine Gesellschaft zu bilden ähnlich derjenigen, welche für die Ausbeutung der Kasfee-Anktionen gegründet ist und ver- langen die Aushebung der Ausfuhrzölle für Kaffee. Nviofknpken der NvdnKkiom Bei Anfragen bitten wir die Abonnements-Quitlung betzusügen. Brieflich« Antwort wird nicht erthetlt. Für die ausgesperrte» Kauhandwerlier Kamdurg» gingen ferner bei uns ein: Gesammelt bei Gring u. Krause auf Liste 0790 10,95 M. Eine amerikanische Münze verauktionirt, Dreise- und Pritzwalker- strapen-Ecke 2 M. 23. Aikgust früh halb acht Uhr bei Rasch 40 Pf. Liste 1053 durch Liebsch 5,95 M. Liste 1059 durch Liebsch 50 Pf. Durch Mitglied der ethischen Gesellschaft 8 M. Ge- sannnelt bei Rostcndorf 4 M. Posencrstr. 5, 3. Rate, Schuhmacherwerkstatt A. M. 4,50 M. Rothes Kleeblatt S.W. 2. State 7,05 M. Freie Vereinigung der Lohgerber und Lederzurichter bei ihrer Dampferpartie durch Auktion 12,10 M. Anstalt I. Aberle durch Hendrichs 10,65 M. Klamme Brüder, Siauchklnb„Sllte Linde" 4 M. Listen 821—825, gesammelt im Jachverein der Weber 12,75 M. Liste 18, 2. Rate, 3 M. Möbelfabrik Köditz u. Co., Gr. Franksurterstr. 16, 4. Rate, 12,15 M. Granate, Prinzenstr. 93, 10 M. Buchbinderei Kochstraße 70 8,50 M. Restirende Gelder vom Maisonds, Köppen 6 M. In Summa 122,50 M. Hierzu die bereits quittirten 23 469,91 M. Znsammen 28 592,41 M. Berichtigung. In Nr. 191 soll es statt ges. v. Maler Mohing, ges. in der Malerwerkstatt von P. Metzing heiße». August F. Die Expedition der„Baugewerksztg." befindet sich in der Schäferstraße. Alter Abonnent, ULdersdorserstr. Geben Sie sich doch mit solchen Leuten keine Mühe weiter; die fanatisirten Theil- nehmer solcher„Heils- und Eriveckungs-Versammlungen" sind nicht zu belehren. G. K. Eine nachträgliche Meldung ist aussichtslos. G. Z. 50. 1, Wenden Sie sich schriftlich an die Allgem. Elektrizitäts-Gesellschast. 2. Suche» Sie die Sache durch persön- liche Siücksprache in Güte zu regeln. (ßnstav II. 1000. 1. Nein, der Privatkläger hastet nicht für die Kosten. 2. Die Frau hat Anspruch auf volle Ent- schädigungsprämie. 3. Nein, das darf der Hnndefänger nicht. 4. Ist nicht zollfrei. 5. Bis zu einer Krankhcltsdauer von drei- zehn Wochen hat die Krankenkasse einzutreten, daher der Arbeitgeber seinen gesetzlichen'Beitrag zu zahlen. A. F. SO. Sie müssen sreiwiliig Mitglied werden. M. 100. Wenn die Frau österreichische Unterthanin ist, so richtet sich die Beantwortung Ihrer Fragen nach österreichische Recht, was uns nicht bekannt ist. gs. Cerdrs, Grüner Weg. Sie müssen unS den Namen Ihres Spediteurs angeben, wir können sonst in der Znschictnng keine Aenderung treffen. 1000 K. Der genannte„Kaufvertrag" ist nur ein Ent- wnrf, nicht ein zu Siecht bestehender Vertrag. Zurücktreten werden Sie daher nach Einigung mit dem Slndereu könne». M.|k. 88, 1. Tie Dienslhcrrschast hat den Lohn bis zum Ende der Dienstzeit zu zahlen. 2. Die Herrschaft bezahlt die Transportkosten. 3. Nein, dazu ist die Herrschast nicht ver- pflichtet. I „i�eu Freunden und Genossen em- mein 528 M- u. VckW-Vltr-LM. lauft'* mlt Vil-no für Vorstände. einW'Ur». lowir Klnbo steht noch .9* Tage zur Verfügung. J�Zubeil, NallilMr. 86. Umaiit zniit Alilhos. All?»„.�rerlnuerstrafie 27. min) n',®euolieri empfehle mein Wclss- ®iÄh-B.icrl0�i.• S5a frei,-öereinszimmer mehrere Tage Qustav Temsjei. B* Ifl W a M- ilNpsel,.� r e u n d e n und Gönner n ß�äenes mem schö" am Wald u. Waster �en-Fokal. l.t--,vn, auch Gehe stehen z,.- Verfügung. Qustav Andere» Wnumm, Wecheuge, Hlllls- M Üßlhellgertithe E. Vogtlierr,***** c-, g Lnndobrrgcistr. Ol, mit Alex anderpk. (Sonntags geschlossen.) Slur'llüte"WIZ mit Arbeitrr-Kontrolinarste. Größte Sluswahl in Strohhülen. £(iili|(ri(ritiie 131, Ä|S", Willielm Zatielf Hutmacher. und BluiHenliandlung ..Meyer, ÄÄ'i. tu der E0I10 bei der Mauteuffelstraße, liefert Gitirlandeu Meter von 15 Ps., Doppelbügel-Lorbeerkränze von 50 Pf. an. 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September statt. �er Vorstand. Grunow's Tanz Institut, Brunneustraaso 9, 508 Lehrknrsna beginnt Sonntag, den 31. August, Nachm. 4 Uhr. Privatim lehre in 6 Stunden sämmtliche Tänze. WohNNttgeN �ügenerstr. Sfieichenbergersir. 81 f. srdl. Wohnungen z. l. Okt. in. allein. Korrid. v. 74 bis ö3 Thlr. zu verm. 404 Skalitzerstr. 129, Qnergeöäude pari., bei Ww. Gebhardt ist ein freuudl. möbl. Zimmer, sep. Eing., mit Garten- anssicht. Preis 8 M.. zu verm. 543 Zivei Genossen finden Schlafstelle m sep. Eing. z. 1. September bei 500 Wahlitz, Barnimstr. 47. Möbl. Schlafstelle z. l. Sept. z. verm. Preuzlanerfir. 3, 3 Tr. rechts. 610 2 Herren finden anst. Schlafstelle bei Knorr, Ostbahu 14, Hos pari. r.[544 Freundl. Schlafstelle(sep. Eingang) Skalitzerstr. 33, 4 Tr. recht?. 537 Möbl. Zimmer K u b i k, Kreuzberg- straße 9, Qnergeb. 8 Tr. 526 Freundl. Schlafstelle(sep. Eingang) z. verm. Weinstr. 12, v. 3 Tr. r.[524 2 Schlafstellen zu vermiethen Dres- dstierstr. 99, Hof pari. l. 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Vevstemmlunseir. ».Nebrr die Stellung der Soziuld-m-kratie und dir Mik der Gegner sprach Max Baginskl am Donnerstag «bend in einer öffentlichen Versammlung des Wahlverems sur M 5. Berliner Reichstags-Wahlkreis, welche in Zemter's Lokal, Mu'izitr. Ii, unter dem Vorsitz des Herrn Bern dt stattfand. Das Lokal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Redner be- Merkte Eingangs seines Vortrags, daß es zunächst nothwendig [*}' �le Taktik oer Gegner kennen zu lernen, aus deren Taktik sich �le Form der Stellung ihnen gegenüber ergebe. Vei jeden: Thron- mechjel wurde von den bürgerlichen Kreisen der Beginn einer wirklich «beralen Aera angekündigt; diese Ankündigung ist längst traditionell geworden, sie hat sich auch bei dem Regierungsantritt des jetzigen wJl'i8 wiederholt; man sprach von der Hoffnung, daß sich zene ��chaft des Großvaters nunniehr erfüllen werde.� Was wrr bis -, y-i- � wfccpvmciy iiujimtyt twv.w.•p'"". M gesehen haben, berechtigt uns nicht zu der Hoffnung»nes besonderen Wohlivollens der Regierung uns gegenüber. Wohl ste Väter des Sozialistengesetzes, die Bisinarck und P"tt- verschwunden und auch das von ihnen geschaffene Werk y uuw u«u; vw» wt» y)vi>vv*ii«***-- aus �, buselben Weg wandeln; aber das können wir nicht � �solideres Wohlwollen der Regierung, sondern auf die Zurückführen, daß die inszenirtcn Maßregeln sich als eine ton* Xnme. Waffe erwiesen haben, durch welche die Polizei die Agi- Ofh-*' bie Sozialdemokratie selbst bis auf das platte Land hinaus L,.�1' hat. Wir brauchen kein Ausnahmegesetz mehr; die oebim Justiz hat durch entsprechende Definition der Strafgesetz- lift«, eine Schärfe gegeben, welche die Anwendung des Sozia- völlig überflüssig macht. Man wird auch nach dem "swngesetz einsperren und auslösen können, höchstens werden "suugen fortfallen. Hätte die Regierung das Ausnahme- tun �"tstich behalten wollen, so hätte sie auch in diesem Reichs- m„'~ne bereite Mehrheit für dasselbe gefunden. Tie neuesten n.. Istuge auf dem Gebiete der Gesetzgebung zeigen uns, daß man ni*, t des Sozialistengesetzes Experimente setzen will, welche chi das Geringste an unserer Klasscnlage ändern würden.— Prauchen uns keiner Illusion hinzugeben, denn alle o*„e'®n, von der freisinnigen bis zur krautjunkerlichen sind uns „h u über nur eine reaktionäre Masse und die Geschichte lehrt CJ' daß diese Masse stets bereit ist, alle etwaigen Ideale zu oiern. wenn es gilt, gegen die heranstürmende Proletarier- näh Un� Stellung zu nehmen. Referent geht nun zu einer .usjwen Kennzeichnung der sogenannten Schutzgesetzgebung über, « gliedert namentlich den Schiedsgerichts- Entwurf, die Be iim- .mngen über den Kontraktbruch und kommt zu der Folgerung, � s? man mit einer derartigen Reform, die diesen Namen nichr -rviene, der Sozialdemokratie nur den Wind aus den Segeln stiMen wolle. An die Stelle des Sozialistengesetzes trete die vstennzeichnete Schutzgesetzgebung,"' h. i politischen Agitation sei, chck einer Humanität bedeute, <>mtalter gebieterilch fordere.,, W M falsch, wenn wir unsere Taktik auf irgend einen Kompromiß mt dieser Gesellschaft einrichten wollten, da die neue nur aus yren Trümmern aufgebaut iverden kann. Es gewinnt aber den .„/chein, als ob ein Theil unserer Partei bereits anfängt, sich C bem Boden der heutigen Gesellschaft einzurichten.(Wider- sffMp) Wir sind eine revolutionäre Partei und müssen die (SU r erlangen suchen, an die Stelle der heutigen eine neue . nillschast zu setzen.(Sehr richtig!) Eine Partei wie die unsrige gar keine Ursache, sich über Meinungsverschiedenheiten zu bc- das könnte eine im Greisenalter befindliche Partei thun. msvo!) Deshalb ist es auch entschieden zu rügen, wenn ein Theil der iin« Genossen, namentlich die Fraktion, eine abweichende Mej- tr J} unter den Parteigenossen unterdrücken, will.(Unter- «chung.) Nun, meine Herren, die beiden Blätter, welche sich »../andere Meinung erlaubt haben, sind unter die Botmäßigkeit , � Fraktion gestellt worden.(Beifall und Widerspruch.) Wir inn.r' also zu erwägen haben, ob wir unter einer Schablone cnj.sthiren oder uns einer freien Entwickclung hingebe» wollen. läd Wir haben nicht mit Personen, sondern mit Grund- > ven zu rechnen und es ist für eine Partei mit demokratischen udsätzen schädlich, wenn sie diese Grundsätze nicht entwickeln di. m Das Ausnahmegesetz hat uns hieran gehindert, es hat ......Parteisachen zu Vertrauenssachen Einzelner gemacht und es ist .-„arlich, wenn durch eine 12 jährige aufreibende Thätigkeit t"/"/t Nervosität bei einzelnen Genossen entstanden ist. So Zw?, den ausgesprochenen Ansichten der Opposition keine unreellen in-/.»gen zu Grunde liegen, können Meinungsverschiedenheiten Ml in ninß Vitt» titTfrfzp die nicht die Folge sondern nur den Aus- deren Anwendung unser (Widerspruch.) Es wäre lUlff)-------------- v----- SßaMfv � ,uc�£ oon 1° großer Bedeutung ist, ob ein schwacher schini! aiiw» Vertreter mehr oder weniger nach dem Parteitag OiegÄJr dagegen muß ich mich wenden, daß die Fraktion über Parö�u. verfügen hat.(Zustimmung und Zwischenrufe.) Ter zu... ��rischcn Thätigkeit wird meiner Meinung nach l!laiNi-.» k Werth beigelegt. Ein Theil der Partei scheint zu nnf-j/V. daß durch so und soviel Dutzend ReichStagsmandate wukh» verwirklicht werden könnten. In der letzten Zeit ittter eine Thätigkeit entwickelt, die darauf auslief, in Umständen Stimmen zu werben; das Prinzip wurde licki-n m Histtergrund gedrängt. Nach einer Lesart der bürger- 1°� Genosse Bebel sogar hinsichtlich der„Sächsischen wstkt � g" gesagt haben, daß diese prinzipiell sehr gut ge- !!enrn'..k 3" viel von dem Wesen der Sozialdemokratle aus- für ho„ iLl??0- Ich kann nicht glauben, daß Bebel, den ich actbrni �Pvigsten unter den Genossen halte, diese Aenßerung lsßji,.?, haben kann, obgleich dieselbe bisher noch keinen zg.. W'vch erfahren hat.(Ruf: Hat Bebel nicht gesagt!) Pl,i,icÄ-u keine Veranlassung uns an das Spießbürger- und zein°n i, 3" kehren, welches sich uns doch nicht— von ein- die Sn i/ ufer» abgesehen— anschließe» wird. Nur durch ivirkii!l. mt>lcatie allein werden die lang ersehnten Ideale ver- Ziele- �«vden. Es gilt vor allen Dingen Klarheit über unsere ton.5U verbreiten und zu betonen, daß wir von einem Reichs- nicht r heutigen Gesellschaft die Lösung der sozialen Frage e-j �..�'varten.(Thun wir auch nicht!) Trotzdem aber ist der �stäche, daß auf den Theil unseres Programms, wicht Sozialreformen handelt, ein besonderes Ge- slinun, gelegt wird und daß auf diesen fast die ge- ist i®.parlamentarische Thätigkeit der Fraktion gerichtet zun, nf W durchaus nothwendig, baß auch der prinzipielle Theil Mit gebracht wird, wenn auch die Spießbürger darüber 'Mit deiT'e'T gevrncyt min.,......... "bsolut«iiu �"kteln. Von den herrschenden Klassen haben wir '"iiiii hnm riennrftorienhcn sya%,..'/''**«.*»»1 V»V|�-- Kon»itr lCHun9 unserer Ziele erscheint. l0Mmen äliif dem bevorstehenden hveß werden die obwaltenden Meinungen zum Ausdruck s° wird und erd�-t wenn weiter nichts erreicht werden sollte, doch die Opposition wie immer die Sache ac- er w. ,,.3$ nieine, wir sollten allen Ansichten die größte Duldsamkeit an den Tag legen.(Beifall.) Zur Diskussion nahm als erster Redner Genosse Schindler das Wort, um sich in längeren Ausführungen gegen den Referenten auszusprechen, der Fraktionsmitglieder angegriffen habe, die stets für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit einge- treten sind und gelitten haben.(Veifall und Unruhe.) Sind Sie mit dem Verhallen der Fraktion nicht mehr einverstanden? (Rufe: Gewiß! Ja! Nein!) Nun, wenn die Fraktion Fehler gemacht hat, wird sie dieselben auch wieder gut machen.(Heiter- keit.) Es wird schon genügen, wenn wir unsere Wünsche ausdrücken. Als Liebknecht vor einigen Wochen im 6. Wahlkreis sprach, wurden seine Ausführungen von allen Seiten mit großem Beifall auf- genommen. Damals haben sich die kleinen Autoritäten hinter den Pfeiler versteckt.(Sehr richtig!) Wir wollen jetzt endlich Zank und Zwietracht beiseite lassen und Dinge, die uns nicht ge- fallen, auf dem Parteitag zur Sprache bringen. Redner legt eine Resolution auf dem Bureautisch nieder, welche der Fraktion das volle Vertrauen ausspricht und bittet, für diese zu stimmen.(Beifall und Widerspruch.) Gold berg: Es hat sich in der Partei ein gewisses Streberthum breit gemacht, kleine Lichter, die gegen das bengalische Licht Liebknechts nicht auskommen können. (Heiterkeit.) Herr Wille ist ein Mann, auf den das Sprich- wort paßt: Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach! Der Herr muß erst beweisen, daß er für die Sache zu kämpfe» und dulden bereit ist. Vor einigen Tagen hat er uns als eine Schashcerde bezeichnet, welche ihren Hirten nachlaufe.(Sehr richtig! Widerspruch!) Heute könne» wir doch nur auf parla- mentarischem Wege etwas erreichen, weil Gewalt anzuwenden eine Thorheit iväre. Wenig ist immer noch besser wie Nichts. (Bravo!) Genosse Auerbach: Durch Rücksichten auf die Bourgeoispresse dürfen wir uns nicht abhalten lassen, die uns als richtig erscheinende Taktik zu befolgen. Ich meine aber, solange dem einen Theil der Genossen der Mund polizeilich' geschlossen wird, sollte der andere auch schweigen.(Beifall.) Ich theile den Standpunkt meines Freundes Baginski, daß die prinzipielle Seite unserer Idee mehr zu betonen ist, doch bekämpfe ich seine Ansichten über die parlamentarische Thätigkeit. Man hat aber, dünkt mich, in dieser Sache mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Die „M ora l- P h i l o so pH en" sind erst durch ihre Gegner zu dem gemacht worden, was sie heute sind.(Zustimmung.) Da wir nun einmal zum Parlament wählen, sind unsere Abgeordneten auch verpflichtet, sich an den parlamentarischen Arbeiten zu bethciligen. Ueber das Gewerbe- Schiedsgerichts- Gesetz sind freilich, wie Genosse Baginski sehr richtig sagte, in Versammlungen ellenlange Reden gehalten worden, aber es wurde auch immer dabei betont, daß es ver- warfen werden müsse.(Sehr richtig!) Wollten wir auf das Wahl- recht verzichten, so würden wir ein mächtiges Agitationsmittel aufgeben, dessen Werth auch von den Parteigenossen anderer Länder, so den belgischen Genossen, die zur Erlangung desselben bekanntlich die großartigsten Demonstrationen veranstaltet haben, richtig gewürdigt wird. Die Sozialreform erstreben wir, um das arbeitende Volk auf einen höheren Lebensstandpilnkt zu bringen; ich meine, daß wir mit besser gestellten, intelligenten Arbeitern viel eher zu unserem Endziel kommen. Dieser Ansicht ist man auch auf dem internationalen Arbeiterkongreß zu Paris gewesen, wo man gewiß ebenso gut wußte, daß die soziale Frage nicht durch Sprengen von Rosenwaffer gelöst werden kann. Wir werden im Parlamente die Bourgeoisie zwingen, die Schutzgesetz- gebung zu unterstützen, und daß ein wirklicher Schutz den Ar- bcitern schade» könnte, wird doch Niemand behaupten»vollen. Daß Bebel, der ein Buch wie„die Frau" geschrieben hat, welches soviel über das Wesen des Sozialismus ausplaudert, die vorhin bemerkte Aenßerung gethan haben sollte, kann Keiner ernstlich glauben. Sollte die Fraktion ihre Staktik nicht vertheidigen können, so glaube ich, lassen wir unsere Ansichten bis zum 12. Oktober. Wir wollen das Gute nehmen, wo wir es finden, aber kein Titelchcn ablassen von dem Programm und Endziel unserer Partei.(Lebhafter Beifall.) Genosse Behring koustatirt, daß im Auslande die Reden unserer Abgeordnete» gerne gelesen und durch dieselben der Sache viel neue Anhänger zugeführt werden. (Beifall.) Genosse Brede: Wir haben keinen Grund, die parla- mentarische Thätigkeit zu verurtheilen, sondern dieselbe zu er- weitern. Ferner haben wir alle Ursache unserer Fraktion nach t Ljähriger Thätigkeit unsere Hochachtung auszusprechen.(Beifall.) Beuel und Liebknecht haben die Partei groß gemacht undjahrelangim Kerker geschmachtet. Genosse L a m p r e ch t: Ich muß ganz ent- schieden Willei» Schutz nehmen, der denKampf nicht gegen Personen, fondern auf prinzipiellem Gebiete geführt hat.(Beifall und Widerspruch.) Ata» sollte doch nicht jüngeren Genossen einfach das Recht absprechen wollen, ihre Ansichten über die Thätigkeit der Fraktion zu äußern.(Sehr richtig!) Die letzten Artikel im „Berl. VolkSbl." liesern wieder den Beweis dafür, daß in der Fraktion eine gewisse Gereiztheit vorherrscht.(Zustimmung und Lärm.) Diejenigen, welche immer mit dem Strevcrthnm um sich werfen, wisse» der Fraktion gegenüber das Streber- thum stets zur Schau zu trage».(Beifall und Unruhe.) Genosse N i e d e r h a u e r spricht sich für das Recht der freien Kritik ans. Auch Genosse Bebel und andere Abge- ordnete machen Fehler.(Streiten wir auch nicht!) Dem Redakteur Müller zu sagen, daß derselbe erst die Höschen angehabt habe, als er(Bebel) schon im Vordertreffen gestanden, fei gewiß nicht mehr sachlich.(Beifall und Unruhe.) Man möge doch nicht immer mit Thräne und Zuchthaus für die Fraktion eintreten. (Zustimmung und Zwischenrufe.) Wir haben es nicht mit Per- sonen zu thun, sondern mit der Sache. Genosse Schneider: Herr Wille hat den ganzen Streit provozirt.(Lebhafte Unter- drechung.) Er hat kürzlich von einer Heerde gesprochen, zu dieser scheinen auch die Leute aus dem Vorstand des V. Wahlkreises zu gehören(großer Lärm), insofern, als dieselben ihm willig nachfolgen.(Schlußrufe.) Man werde demnächst vielleicht in einer Volksversammlung einen Mann vorführen, der würdig sei. Arm in Arm mit Jhring- Mahlow und Naporra zu niarfchiren.(Andauernde Unterbrechung und Pfui-Rufe.) Ter Vorsitzende forderte Herrn Schneider auf, für seine Ver- dächtigungen Beweise zu bringe». Redner erklärt hierauf, den Vorstand nicht gemeint zu haben.(Stufe: Namen nennen!) Ge- nosse Jacubick stellt den Antrag, Herrn Schneider wegen grund- loser Verdächtigung auszuschließen. Der Antrag wird jedoch nicht zur Abstimmung gebracht. Genosse Richard Baginski bemerkte, daß Niemand Herrn Wille als einen Streber bezeichnen könne. Demselben sei bei den vorigen Wahlen eine Kandidatur augeboten worden, welche aber von ihm zurückgewiesen wurde. Daraus gehe doch genügend hervor, daß er den Vorwurf nicht verdiene. 1863 habe Liebknecht auch noch anders über den Werth des Parlamentarismus gedacht, wie heute, damals habe er sich nichts von demselben versprochen. Liebknecht habe auch selbst zu- gegeben, daß er seine Ansichten geändert habe. Die Fraktion hat auch in dem von ihr eingebrachten Schutzgesetz den bürgerlichenPartcien Konzessionen gemacht, indem sie statt der acht-, die zehnstündige Ar- beitszeit verlangt. Die Verhältnisse haben sich auf wirthschaftlick.ei» Gebiete seit 1669 gewiß nicht zum Bessern geändert, daß Kapital beutet uns noch ebenso aus, wie damals. Meiner Smsicht nach legt die Fraktion zu viel Werth aus untergeordnete Dinge, die mit dem Parteiprogramm wenig zu thun haben.(Beifall und Widerspruch.) Genosse Köppen erhob gegen den Referenten mehrere Vorwürfe, derselbe sei in einer Weise gegen den Abg. Kunert aufgetreten, die nicht gebilligt werden können. Ebenso gegen das„Berliner Volksblatt". Genosse Baginski er- klärte hierauf, daß er allerdings dem Abgeordneten Kunert entgegen getreten sei. Kunert habe auch in der That bewiesen. daß er unfähig sei, Parteivertreter zu sein, denn in dem von ihm redigirlen Blatte„Breslauer Nachrichten" habe er ein anti- semitisches Gedicht veröffentlicht, welches von der„Berliner Ztg." mit zutreffenden Randbemerkungen nachgedruckt morden sei. Gegen das„Verl. Volksbl." sei damals ein großer Theil der Parteigenossen aus ganz bestimmten Gründen gewesen. Genosse To dt aus Hamburg kann die Fraktion nicht davon freisprechen, daß in Hamburg die Arbeiterbewegung eine so große Schlappe erlitten habe. Erst habe man ruhig zugesehen, wie alle Gewerkschaften Beschlüsse zur Feier des I.Mai faßten und dann sei man plötzlich einige Tage vorher mit den bekannten Artikeln gekommen, die den Beifall des ganzen Unternehmerthums gesunden hätten. Wäre das nicht geschehen, würde das Unternehinerthum nicht den Mnth gefunden haben, den Arbeitern entgegen zu treten, Diese Taktik der Fraktion habe jedenfalls Tadel verdient. Auch in Hamburg sei man nicht in allen Punkten mit der Fraktion einverstanden. Die hiesigen Genossen hätten mithin keine Ursache, sich bange machen zu lassen. Sei die Opposition unberechtigt, so werde sie in sich selbst zusammenfallen.(Beifall.) Zur Sache sprachen noch die Herren Schindler, Goldberg, Albert Schulz, B e r» d t und H e i t m a n n. Hierauf wurde über die vorliegenden Resolutionen abgestimmt. Die von Herrn Schindler gestellte hatte folgenden Wortlaut: Die heute in Zemter's Lokal tagende Versammlung des Wahlvereins für den 5. Berliner Wahlkreis spricht der gesammten Reichstagsfraktion ihr Vertrauen aus und kon- statirt, daß die Genossen mit der eingeschlagenen Taktik zufrieden sind. Die Versammlung hofft, daß wenn sich Fehler in der Taktik eingestellt haben sollten, die Fraktion dafür sorgen wird, daß diese wieder gut gemacht werden. Diese Resolution wurde gegen eine erhebliche Minderheit ab- gelehnt. Dagegen gelangte nachstehende Resolution mit großer Mehrheit zur Annahme: Die heutige Versammlung des Wahlvereins im 5. Berliner Reichstags-Wahlkreise erklärt, daß die Meinungs« Verschiedenheiten durch den Druck des Sozialistengesetzes in unserer Partei hineingekonnnen sind und daß sie den Parteitag zu Halle die Schlichtung derselben überträgt. Ferner wurde eine Resolution gegen die Neu- Guinea- Kompagnie angenommen, weiche bekanntlich die Prügelstrafe auf ihrem Besitz eingeführt hat. Mit einem dreimaligen Hoch au,' die internationale Sozialdemokratie schloß die Versammlung. Der Uevbnnd der Mödeipolirer Berlins»nd Umgegend hielt am Montag, den 18. d. M., im Lokale des Herrn Bolzmann, Anvreasstr. 26, seine regelmäßige Btonatsversamm- lung ab. Der I. und 2. Punkt der Tagesordnung„Vortrag des Herrn Zubeil über Arbeiterschutz-Gesetze und Diskussion" mußte zurück gestellt werden, weil von der Gewerbedeputation ein Schriftstück eingegangen war, welches zur Berathung gelangen mußte. Es wird Punkt 8„Regelung des Arbeitsnachweises" in Berathung genommen, worüber sich eine lebhafte Debatte ent- spinnt. Der Vorschlag der Kommission bezw. deZ Vorstandes ging dahin, die Adressenannahme den ganzen Tag über offen zu halten, dagegen die Ausgabe der Adressen des Vormittags von 3 bis 10 und Nachmittags von 4 bis 5 Uhr stattfinden zu lassen. Der Vorschlag ivurde in dieser Fassung angenommen. Außerdem ist von der Kommission ein Buch ausgelegt worden, in dem jedes arbeitsuchenden Kollegen Namen und Wohnung eingetragen wird und zwar der Reihenfolge nach, so daß derjenige, der zuerst kommt, auch zuerst Arbeit erhält. Auf Anregung des Kollegen Scholz wäre es zweckmäßig, daß jeder Verbandskollege sein Buch vorzeigt, um so eine bessere Kontrole ermöglichen zu können. Ein Antrag des Kollegen Weber auf die„Volks-Zeitung" zu abonniren, um die Werkstellenkontrole besser beurtheilen zu können, wird von den Kollegen Reuter, Franke u. a. aus Prinzipiengründen abfällig beurtheilt. Der Arbeitsvermittler, Herr Henke, erklärt sich bereit, nach besten Kräften uns entgegen zu kommen und der Kommifsian jedes Mal den Arbeitsmarkt der„Volkszeitung" zur Kenntniß zu bringen und die Herren Arbeitgeber darauf auf- merksam zu machen, doch möglichst den Arbeitsnachweis des Ver- bandes zu benutzen. Damit ist dieser Punkt erledigt. Es wird zu Punkt 4„Verschiedenes" geschritten. Der Vorsitzende erklärt zuerst das von der Gewerbedeputation eingegangene Schriftstück betreffs Abänderung der Geiverbeordnung. Da aber einige An- träge noch eingegangen waren, wird auf Antrag genanntes Schriftstück der Kommission überwiesen zur iveiteren Berathung; zur Beantwortung darüber ist ein Protokoll zu führen und selbiges der nächsten Versammlung vorzulegen. Dann wird die bekannte Protestresolution gegen den„Berl. Lokal-Anzeiger" angenommen. Ein Antrag des Kollegen NeHrlich wird der Kommission überwiesen. Ferner machte der Vorsitzende bekannt, daß Montag, den 25. d. M., Große Frankfurterstraße 117, in der Königsbank, eine öffentliche Versammlung stattfindet, sowie, daß vom nächsten Monat ab regelmäßig drei Vcrsanimlungen abge- halten werden, eine im Osten, eine im Südosten und eine im Norden. Da weiter nichts vorlag, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Der Uerritt zur Hebung der makoriollott«ud aristigcn Lage der Arboitcr Schänebergo hielt am Montag ferne regelt mäßige Monatsversammlung in der Schloßbrauerer zu Schöne- berg ab. Aus der Tagesordnung stand: l. Wahl eines aktiven Vorstandes. 2. Vortrag des Herrn Wich. Schweitzer. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Es wurden folgende Genossen in den Vorstand gewühlt: Zum 1. Vorsitzenden Karl Freidank, Grnncwaldstr. 121, zum 2. Vorsitzenden August Buchholz, Grüne- waldstr. 123; zum 1. Schriftführer Alb. Schmidt, Nollendorfstr. 18; zum 2. Schriftführer Wilh. Bäumler, Zietenstr. 3; zum l.Kassirer Gustav Albrecht, Kolonnenstr. 35; zum 2. Kasstrer Wilh. Bengs, Sedanstr. 13; zu Revisoren Wilh. Hagen, Bahnstr. 9, Hermann Gärtig, Kolonnenstraße 37, und Eichhorn, Hauptslr. 53. Hieraus hielt Herr Schweitzer einen interessanten Vortrag über:„Streif- züge ist die sozialistische Gesellschaft". An der Diskussion bethei- ligten sich die Genossen Lungwitz und Freidank im Sinne des Referenten. Zum dritten Punkt der Tagesordnung wurde ein Antrag angenommen, am 31. August die Lassallefeier im Kurhause zu Friedenau mit den dortigen Genoffen zu begehen. Hierauf schloß der Vorsitzende die Versammlung. Eine auf de» 36. d. Ut. angrmeldotr Volksvevsamm- Inng mit der Tagesordnung:„Die Frauenfrage und die Sozial- demokratie"(Referent Albert Auerbach) erhielt' nicht die Polizei- liehe Genehmigung. Es ist dies die dritte Versammlung, die bei gleichem Thema und Referenten, in den verschiedenen Stadt- gegenden einberufen, verboten wurde.— Das ist die„neue Aera". Lachurrcin fiir z-chlolscr III>!>?il Iikchinciilmiineb-iter OcitlnS und »mfl-genS, Grobe Berlannnlung am Montag, den 25. Aiignst, in Rchltv Salon, Vergstr. 12, Tagesordnung: l. Bortrag des Herrn itendjtora, Vsarrer einer, über: Freie Parteien und Parteien mit gebundener Marschroute. 2. DiSkussto». 8, Ausnahme neuer MUgNeder und EnNtchtung der Bettrisge. 4. VerschtedeneS and Fragckasten. 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