r Dienstag, den SS. Angnst 1890. V. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. scheint iHona TOnr««,»® 0-ä"Berliner Volksblatt« gMWBgHDPB Sonn- und Festlagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -, Lernst-recher: Amt VI.|lv. 4100.«- Nedaltkion: Neukh�kvAße S.— Exvrdikion: NenksMvoi�e 3. GstdouklÄxe Heinr- «vbeiker. ow,®'e elende Lage der schlesischen Lohnmeber ist bekannt 11%: erst kürzlich hat eine amtliche Erhebung die alte, xlrubende Erfahrung bestätigt, daß diese Gruppe der beitei..... ellen Hau m et %ustrie Schlesiens, ..vmuc...... a— 0~,--k---i-- v'rr� Vennarbeiter zu den schlechtest situirten der deutschen Haus- '"vustriellen gehören. Aber man darf nicht meinen, daß � de,, Hausmdustriellen in den übrigen textilgewerblichen Manchen etwa besser gehe..._. G. Lange macht in seiner Arbeit über die Haus- iM. die der„Verein für Sozialpolitik estentlicht hat, eine Reihe von Mittheilungen, die zur sjchnung der in jenen Bezirken herrschenden Miß- de gar sehr beitragen. Sil et nahen z.B., das bei seiner Ein- W täglich einen Arbeitsverdienst von„mehr als einer .»rk" abwarf, was ja allerdings blutwenig Geld für »erste Mühe war, wurde Anfangs 1888 im Tagelohn ,J 50 Pf., in der zweiten Hälfte desselben Jahres bei Mstütidiger Arbeitszeit mit 40—45 Pf., im Jahre 1889 o1 14 stündiger Arbeitszeit mit 33 Pf. bezahlt. Die J!*) pfhäkelei weist den gleichen Lohnfall auf: im J%1883 bis 1884 erhielten die Hausindustriellen für j z. �f'oß im Durchschnitt 1,45 At., 1887 nur noch ' � M. und im Jahre 1838 gab es blos 1 M.! m..%n ist das Filetnähen, das besonders im Kreise in Friedland in Oberschlesien, in Zülz und Um- gr'tb sKr. Falkenberg bezw. Neustadt i. Oberschles.) im 'st, eine sehr aufreibende Arbeit. Die ganze es»n�, stlbst Kinder von 5 Jahren an, hockt in »den Räumen; früh bei Licht beginnt nian. Nachts fJen l2 Uhr hört nian auf. Die Augen werden kurz- iJstS, Brustleiden und Rückgratsverkrümmung treten als rirfj ß der ungesunden Thätigkeit auf. Die Lehrer be- Lß daß die Knaben in der Schule nicht sitzen können, . B die Mädchen schief werden. Die Schularbeiten wer- & vernachlässigt, die Kinder werden schlaff und stumpf. »J f vom Landrath zu Falkenberg angestellte Untersuchung gab deutlich, daß das Filetnähen die Kinder leiblich und '"9 5« Grunde richtet. schein' Knopfhäkelei führte zu den gleichen Er- s�i?vngen. Dieser Erwerbszweig wurde von ver- DaV.le.11 Zweigen des„Vaterländischen Frauenvereins" �"igen Jahren als„leichte Hausarbeit" eingeführt. teliw F11 diesen Blättern mehr als einmal die ver- ch. e. Dichtung gewisser bürgerlicher Wohlsahrtsschwärmer die' darauf aus sind, nothleidenden Bezirken Einführung von Hausindustrien aufzuhelfen. Wir «''«Mioirt junior* midUivlrr senior*. q. � Von Alphouse Daudet. - Uü dem Französischen von L u.d w i g K n o r r. dabei hatte er diesem Weibe alles geopfert, sein " Kinde Yrhr stiuc reizende Frau, die daneben bei Cv. i�jUCs.... �klärte ihm diese Elende, daß sie ihn nicht mehr �'dern liebte i stc nicht einmal hassen, trotzdem sie einen Eisx%%d er sein Gehirn mit den qualvollen Gedanken d>hr die Vene und Scham vor sich selbst marterte, Schwüle �"'inernng au de» Ultimo wie ein Blitz in diese ,'öenblirf' hatte er, wenn seine Gedanken sich einen Det, Eidonien losrissen, an diesen Tag gedacht M» i" yc'fcU vor sich hingcsprochen:„Dieser Tag ist mein i?" bös,. dem Delirium der Leidenschaft raunte ihm ü K Z", daß es doch zu spät sei und cr�Vheit suchte er sich durch neue Genüsse zu be- 8ab es aber keine Mittel zur Selbstbetänbung '%gabt bedeutende Summen fiir seine Geliebte ver- 'mSplelt und viel verloren,, dazu sam ein ein».st. bki dem Bankerott eines Bankhauses orbärmliche Inventur. Er sah jetzt nur nannten diese kränkhafte Sucht, den Teufel durch Beelzebub auszutreiben, die H a u s i n d u str i o s i s, und wiesen bereits vor Jahren darauf hin, daß die künstliche Aufzucht einer dem Untergang geweihten, auf die schmählichste Aus- beutung der Arbeiter gegründete Betriebsform einzig und allein dem kaufmänitischen Kapital, dem Verlegerthum, das die Heimarbeiter unter seiner Botmäßigkeit hat, zu Nutzen kommt. Die Thatsachen haben auch in Schlesien unsere Auffassung glänzend bestätigt; preußische Landräthe sind sicher keine Ver treter des wissenschaftlichen Sozialismus, der„Verein für Sozialpolitik" steht gewiß auf dem Boden der bürgerlichen Oekonomie, und unser Gewährsmann Herr Lange ist ein Schüler G. Schmoller's, der bekanntlich vor einiger Zeit den anmuthigen Vorschlag machte, die Sozialdemokraten nach Afrika zu deportiren. Die Knopfhäkelei braucht die delikaten Finger von Kindern, und so sind es Vorzugs- weise Mädchen im schulpflichtigen Alter, die zu dieser Be- schäftigung herangezogen werden. Der„Vaterländische Frauenverein", bestehend aus Damen der Bourgeoisie, hält es natürlich für nothwendig, daß die Proletarier- mädchen vor und nach der Schulzeit sich bis in die sin- kende Nacht abrackern; ihre Töchter freilich werden ver- hätschelt und mit der peinlichsten Sorgfalt aufgezogen. Ein Mädchen von 12 Jahren stellt täglich 1%* Dutzend Knöpfe fertig und für 12 Dutzend erhält sie 1 M., sie muß also acht Tage arbeiten, um diese Summe zu ver- dienen, erhält also täglich rund 13 Pfennig!„Dieser für arme Kinder schon hohe Geldbetr-ag", sagt Lange,„ver- leitet dieselben, täglich eine große Anzahl von Knüpfen herzustellen, um nur in kurzer Zeit die lockende Mark zu verdienen. Deshalb wird jede freie Stunde ausgenutzt und selbst bis in den späten Abend hinein, bei meist un- genügender Beleuchtung, wird mit einer Hast gehäkelt, die bei längerer Dauer auf die Gesundheit" des jugendlichen Körpers schädlich wirken muß. Die Folgen der Ueber- anstrengling und des schädlichen Ztervenreizes, den an- dauernde Strik- und Häkelarbeit verursachen, zeigten sich auch bereits seit längerer Zeit unter den mit dem Knopf- häkeln beschäftigten Schulkindern in auffälliger Weise. Schwächung der Sehkraft, Nebelkeit und plötzliches Er- brechen sind von den Lehrern häufig beobachtete Er- scheinungeu, ebenso machen sich körperliche Müdigkeit und geistige Abspannung vielfach bemerkbar. In der Stadt Nikolai und den nahe dabei gelegeneu Ortschaften des Kreises Pleß wird mit wenigen Ausnahmen in jedem Hanse von den Kindern Knopfhäkelei betrieben; die Ab- lieferung der fertigen Waare bei der Annahmestelle erfolgt ebenfalls durch Kinder." Wenn Herr Lange übrigens sagt, daß„manche Eltern den Fleiß der Kinder ausbeuten und vor sich: leere Kassen, verschlossene Thüren, Wechsel- Proteste, alle Schrecknisse dcZ Bankrotts. Wo er sich auch hinwandte, dies schreckliche Wort trat ihm überall entgegen und wie ein Unglücklicher, der bei eine»» Schiffbruch nicht weiß, Ivo er sich anklammern sollte, stieß er einen Angst- schrei, einen lauten Seufzer auS. „George, George, ich bin es..... was fehlt Dir denn V" Seine Frau stand' vor ihm, die angstvoll jede Nacht seine Rückkehr aus dem Klub erwartete, da sie glaubte, er bringe immer noch seine Abende dort zu. Ihr scharfes Auge hatte bald erkannt, wie sehr sich ihr Mann in letzter Zeit verändert hatte, und daß ihn Gcldsorgen, wahrschein- lich infolge großer Verluste drückten. Sie hatte ihn in dieser Nacht lange auf und abgehen hören und seinen Schrei gehört und nun stand sie neben ihm mit den thcilnahmsvolleu Blicken und Mienen einer treuen braven Gattin. Sie ersparte ihm die Pein, ein Wort zu sprechen. „Du hast gespielt, nicht wahr? Du hast verloren?... und viel?" Er machte ein bejahendes Zeichen und dann als er sprechen konnte, gestand er ihr, daß er übermorgen hun- derttausend Frank zu zahlen habe und nicht wußte, wo er sie hernehmen sollte. Kein Laut des Vorwurfs kam über ihre Lippen. Sie gehörte zu denjenigen Menschen, die im Angesichte eines Unglücks nur an Hilfe denken und die Zeit nicht mit Klagen und Vorwürfen vertrödeln. Ja, sie empfand eine Art freu- digcr Genugthnung bei dem Gedanken, daß dies Unglück ihren Manu wieder fester an sie fesseln könne und nachdem sie einen Augenblick nachgedacht, sagte sie mit einer Stimme, die von dem schweren Kampfe ihres Entschlusses zeugte: letztere zu immer erhöhterer Anstrengung drängen", so hätte er hinzufügen müssen, daß diese„ausbeutenden" Eltern nur ein Produkt der erbärmlichen Sozial- zustände sind, welche der Proletarierfamilie die Kinderarbeit aufzwingen. Man sorge oafür, daß der Vater genug verdiene, und es wird ihm nicht einfallen, seine Kinder, die er sicher so hoch liebt, wie ein Bourgeois die seinigen, zu solch verwüstender Ar- beit anzuhalten. Wie ist es sonst zu erklären, daß auch „die einsichtigeren Eltern", von denen Lange spricht, die Ursache der Erkrankung ihrer Kinder wohl erkennen, aber nur selten dagegen„einschreiten"? Sie können aber in den meisten Fällen nichts thun, weil das Haushallsbudget auch mit diesen Groschen rechnen muß. Die Verleger aber, die sich durch diese abscheuliche Ansnützung bereichern, kehren sich nicht daran, daß au dem Geld, das sie einsäckeln, thatsächlich Blut und Schweiß von Arbeiterkindern klebt. Dasselbe Elend zeigt sich in derTeppich knüpfe- rei, die namentlich in Neustadt in Oberschlesien und in Schmiedeberg und Umgegend(Kreis Hirschberg) betrieben wird. Die dabei beschäftigten Frauen und Mädchen ver- dienen täglich höchstens 1 Mark.' In der Wollen- w a a r e n e r z e u g u n g in Liegnitz werden die Heim- arbeiterinnen nicht blos durch den Verleger, sondern durch einen schmarotzenden Zwischenwirth, den die Geschäfte zwischen ihnen und dem Verleger vermittelnden Faktor ausgebeutet. Der W o ch e n l o h n schwankt zwischen 3,00 bis 5,10 M. In der Saison, vom März bis Juni, wird Tag und Nacht geschafft, während der übrigen Zeit ist wenig zu thun; die Noth ist infolge dessen sehr groß. Die Weber im Eulengebirge, so trostlos ihre Lage, haben mindestens den„Trost", Genossen im Unglück zu besitzen. Für uns sind diese Zustände ein Sporn, für die rasche Durchführung der sozialen Reform zu kämpfen und damit die Befreiung der Arbeiterklasse vom Joche des Kapitalismus anzubahnen. Movvespkottdeirze». London, 23. August. Die Demonstration zur Feier des vorjährigen Dockerstreiks ist zwar nicht so großartig ausgcsallcn, wie einige der Veranstalter vorhersagen zu können glaubten, aber sie zahlte doch zu den größten Versammlungen, die Hyde- park in den letzten Jahren gesehen. Ich unterlasse cL, Zahlen anzugeben; nach dem Flächcnraum, den die Versammlung in An- sprach nahm, verhielt sie sich zur Demonstration'des 4. Mai wie 1: 3. DaS mag denjenigen als gering erscheinen, welche meinten, sie werde dieselbe„in Schatten stellen", für de» objektiven Beobachter liegt die Erklärung, warum sie das nicht that, auf der Hand. Man kann eben des Guten leicht zu viel thun. Außer- „Noch ist nichts verloren. Ich gehe morgen nach Savigny und iverde mir von dein Großvater dort Geld geben lassen." „Klara wie gut Du bist," rief George in der glücklichen Stimmung einer überstaudcneu Gefahr; gern wäre er vor ihr auf die Knien gefallen. Sic aber führte ihn an die Wiege des 5iindes. „Küsse sie", sagte sie leise und wie sie beide vor der Wiege des schlummernden Kindes standen und seinen sried- lichcn Athemzügen lauschten, da fürchtete George die Kleine zu wecken und statt ihrer küßte er stürmisch die Mutter. Eine derartige Wirkung führt die Furcht vor dem Ultimo wohl selten herbei, denn gewöhnlich trennt sie Hände und Herzen und reißt die innigsten Neigungen auseinander, wenn' die leere Kasse tausend Sorge» erweckt, und die Un- glücklichen, die nicht zahlen können, in schlaflosen Nächten und angstvollen Beklemmungen verzweifelnd stöhnen. „Ultimo!... Ultimo!... II. Enthüllungen. Der alte Sigismund hatte in seiner Verzweiflung zu dem letzten Mittel gegriffen, um Dccknug für die beiden Tratten zu beschaffen. Er hatte sich auf den Weg gemacht, um einige alte Außenstände bei befreundeten Häusern ein- znkassiren. Welche furchtbare Enttäuschung sollte ihm dieser Weg bereiten. An zwei Stellen, wo die Firma namhafte Summen zu fordern hatte, waren diese längst von George Fromont ein- kassirt, ohne daß das Geld in das Geschäft geflossen oder die Beträge gebucht worden wären. „O Chorchc, o Chorche," stöhnte der alte Kassirer, als dem ist es auch nur angemessen, daß für Etwas, was erkämpft werden soll, mehr Massen auf den Plan rücken, als bei der Feier des bereits Erreichten. Der Grnndton der Reden war natürlich jubelnde Genug- thuung, und sicher nicht unberechtigte. Es steht unuinstößlich fest, daß seit dem Vorjahr nicht nur die Dockarbeiter, sondern über- Haupt zahlreiche Kä«gorien der bisher schlechtest bezahlten Arbeiter Londons, wie Englands überhaupt, ihre Lage erheblich verbessert haben. Womit natürlich nicht gesagt sein soll, daß dieselbe allen Anforderungen an ein menschenwürdiges Dasein entspreche. Aber es ist doch leine Kleinigkeit, wenn, wie John Bnrns feststellte, die Londoner Docker allein zcht an Löhnen 300 000 Pfund(G Millionen Mark) pro Jahr mehr erhalten als im Vorjahr. Im Ganzen gab Burns die Zahl der Mitglieder der Docker-Union auf G8 000 an, wovon 24 000 auf London entfallen. In der Provinz sei die Lohnsteigerung noch erheblicher als in London gewesen, so daß insgesammt das Mehr von bezogenen Löhnen 70 000 Pfd. betrage, d. h. im Durch- schnitt eine Lohnerhöhung von 5 Sh. pro Woche. Dazu komme noch eine bessere Eintheilung der Arbeit, bessere Behandlung:c. Aehnliche Erfolge hätten die seit dem Vorjahre organisirten Ar- beiter in anderen Geschäftszweigen errungen. In London allein habe sich seit dem Dockstreik die Zahl der gewerkschaftlich organi- sirten Arbeiter um 300 000 vermehrt. Beinahe 300 Gewerkschaften seien neu geschaffen oder neu organisirt worden, und fast Alle hätten eine Verbesserung der Lage ihrer Angehörigen er- zielt. Alles in Allein hätten die sieben Millionen erwachsener männlicher Arbeiter Englands ihr Jahreseinkommen um 30 Millionen Pfd. Sterling vermehrt. Das sind ganz ansehnliche Zahlen, namentlich, so weit es die „neuen Gewerkschaften" angeht. Unzweifelhaft ist die Arbeiter- Bewegung hier zu Lande noch immer im tüchtigen Vormarsch be- griffen, hält sie sich auf der aufsteigenden Linie. Wer den triumphirenden Worten ihrer Führer nicht glaubt, den belehren die Jammerrufe des kapitalistischen Ausbeuterthums eines anderen. In den letzten Wochen haben die meisten Aktiengesellschaften ihre Generalversammlungen abgehalten und es war wahrhaft er- hebend zu lesen, wie es fast überall hieß:„unsere Ausgaben für Löhne haben eine beträchtliche Steigerung erfahren!" Manche der Herren Direktoren begnügten sich resignirt mit der Kon- statirung der Thatsache, Andere unterließen nicht, ihrem Verdruß Ausdruck zu geben. Allen voran Herr Norwood von der ver- einigten Londoner Dockgesellschaft. Er jammerte, daß die Arbeiter trotz höherer Löhne weniger arbeiteten, daß sie diese aber ver- söffe». Das Letztere ist entschieden gelogen, wie schon daraus hervor geht, daß nicht nur die Führer der Docker Union sondern auch ganze Sektionen derselben Temperenzler sind. Da- gegen konstatirte ein Mitarbeiter des„Star" neulich, daß er Dutzende von Fällen namhaft machen könne, wo Docker— zum ersten Mal in ihrem Leben— ihre Familie auf eine Woche zur Erholung an die See geschickt haben. Wenn Arbeiter, die bisher auf der tiefsten Stufe der sozialen Leiter standen, das ver- mögen, so ist allerdings Grund vorhanden, sich des Erreichten zu rühmen. Ich erkenne das vollkommen an, glaube jedoch die Behauptnng nicht unterdrücken zu sollen, daß, berauscht von diesen Erfolgen, einzelne Führer der Bewegung bereits auf dem besten Wege sind, in die Fehler der alten Gewerkschaftler zu verfallen. Sehr nahe daran scheint mir z. B. der in der letzten Zeit sehr oft genannte Ben T i l l e t t zu sein. Daß der Mann nicht an übergroßer Bescheidenheit leidet, geht aus den Mittheilungen hervor, die der Londoner Korre- spondeut der„Franks. Ztg." über ein Interview mit ihm ver- öffentlicht hat, und das auch in verschiedene andere Zeitungen über- gegangen ist. Da spricht Herr Tillelt immer nur von sich. E r hat die Dockerbewegung auein vorbereitet, er allein unter den Dockern agitirt, er allein den Streik organisirt.„Die Sozialisten dagegen," heißt es wörtlich,„hielten sich fern". Das ist einfach nicht wahr. Jahrelang vor dem Dockerstreik haben die Sozialisten Sonntag für Sonntag in der Nähe der Docks Meetings abgehalten und die Arbeiter über ihre 5klassen- Interessen aufgeklärt. Es untersteht gar keinem Zweifel, daß der Dockerftrcik eine indirekte Folge der sozialistischen Agitation war. die erst den Geist des Widerstandes in die Massen gesäet. Wenn Tillett jetzt davon nichts wissen will, wenn er überall den Antheil der Sozialisten zu verkleinern, ihre Namen zu unterdrücken sucht, so zeugt das von einem Opportunismus, der früher oder später sich bitter rächen wird. Als es sich im Frühjahr um die Achtstundcndemonstration drehte, war es gerade Ben Tillett, der sich im Trades-Council auf die Seite der damaligen Mehrheit warf und den Shipton ic. gegenüber den Anhängern des Achtstundentages sekundirte. Nach- dem es sich aber am 4. Mai gezeigt hat, wie zahlreich die An- Hänger des gesetzlichen Achtstundentages, scheint er diesmal nichts dagegen gehabt zu haben, daß der Achtstundentag ausdrücklich in die Resolution aufgenommen wurde, die am Sonntag zur Feier des Dockertrinmphs im Hyde-Park zur Abstimmung gelangte. Gegenwärtig planen die Leiter der Dockerbewegung, dir Arbeit ans den Londoner Dorst» genosseiischatstlich ju organistve». um alle Zwischenunternehmer aus dem Geschäft zu verdrängen. Sie wollen die Arbeit von jetzt ab von der Dock- er mit gekrümmtem Nucken und schlotternden Knien seinen Weg fortsetzte und er bemerkte nicht einmal den Wagen der Frau Fromont, der den Weg aach dem Bahnhof der Linie Paris-Oleans einschlug. Auch Klara sah den altenPlanus nicht, sowenig, wie beim Herausfahren ans der Fabrik den langen Ueberzieher des Herrn Chebe und den frisch aufgebügelten Cnlinver des berühmten Dclobelle, die als Märtyrer des Ultimo auf die Fabrik und Börse Rislers zusteuerten. Die junge Frau war ganz mit ihrem Vorhaben be- schäftigt; es war eine fürchterliche Aufgabe, von Herrn ......-''" �«........ f-------- c: Vermögen bei seinen Lebzeiten nichts aus seine Kinder kommen. -• hatte auch Frau Fromont keine Mitgift erhalten � und doch verzieh er es seinem Schwiegersohne nicht, ihn nie um Hilfe angesprochen zu haben; denn seine eitle und egoistische Natur verlangte alle von sich abhängig und vor seinem Eeldsacke sich beugen zu sehen. Zu dem empfand Klara von Kindheit an eine Ab- ueignng gegen die Herzeushärte und den prahlerischen Hoch- inuth des alten Banern und als Klara sich mit George verhcirnthcte, hatte der Biedermann zu ihrer Mutter gesagt: „Wenn Deine Tochter will, kann sie ein fürstliches Hoch- zeitsgeschcnk von mir erhalten, aber sie muß mich darum bitten." leitung direkt zu bestimmten Sähen in Regie übernehmen und unter sich vertheilen. Damit fällt natürlich die Garantie des Minimallohnes, um die sie im Vorjahr streikten, hinweg, aber die Docker hoffen, durch den neuen Modus es kuif ein höheres Einkommen zu bringen. Es ist für einen Außenstehenden schwer, ein Urtheil über die Zweckmäßigkeit dieses Versuchs zu fällen. Die Beseitigung des Zwischenunternehmers wäre gewiß sehr zu wünschen und insofern kann man zu dem neuen Plan nur Erfolg wünschen. Die Sache hat aber noch eine andere Seite. Zugleich mit diesem Plan machen die Leiter der Dockerbewegung bekannt, daß ihre Organisation in London nunmehr stark genug sei, alle Arbeit, die an den Docks vorkomme, zu bewältigen und daß sie daher ihre Mitgliederlisten schließen. Mit anderen Worten:„Wir nehmen keine neue Mitglieder mehr auf, und da wir nur Unionsmitglieder an den Docks zulassen, so sind diese von jetzt ab von uns monopolisirt". Das klingt stark z ü n s t- l e r i s ch, wir hätten es alsdann mit einer neuen privilegirten Sektion unter den Arbeitern zu thun. Warten wir es ab. Daß im Londoner Trodes-Connril in voriger Woche mit großer Majorität beschlossen worden ist, die Delegirten zum Trad es-Uuionskongreß zu beauftragen, für den gesetzlichen Achtstundentag zu stimnicn und daß ebenso die Londoner Schrift- setzer nur solche Delegirte nach Liverpool, wo der Kongreß statt- findet, senden werden, die für den gesetzlichen Achtstundentag ein- treten, haben die Leser wohl bereits ans Tagesberichten ersehen. Man blickt hier dem Kongreß, der am 1. September zusammentritt, mit großem Interesse entgegen. Handelt eS sich doch unter Anderem auch darum, einen neuen Generalsekretär an Stelle des abtretenden Broadhurst zu wählen. Von Kandidaten für diesen wichtigen Posten werden hauptsächlich Fenwick, Shipton und T h r e l f a l l genannt. Der Erst- genannte, der Führer der großen Bergarbeiter-Föderation, steht wohl am weitesten nach links. Herr Threlsall hat zwar vor einigen Jahren ans dem Gewerkschaftskongreß zu Southport eine stark sozialistelnde Rede gehalten, sich aber seitdem als ein recht unsicherer Kantonist herausgestellt. Wer und was Shipton ist, wissen die Leser des„Berliner Volksblattes". Als bezeichnend sei nur er- wähnt, daß der gute Mann in der letzten Zeit krampfhafte An- strengungen gemacht hat, den Radikalen zu spielen. So auch am letzten Sonntag, im Hyde-Park. Aber die Arbeiter haben ihm seine alten Jntriguen noch nicht verziehen und gaben ihm das so deutlich zu erkennen, daß er sehr bald wieder von der Tribüne verschwand. Ueber den glücklichen Ausgang des Streiks der Eisenbahn- arbeiter von Süd-Wales hat das„Berliner Volksblatt" bereits berichtet. Die Arbeiter haben in der Hauptsache ihre Forde- rungen durchgesetzt, und auch die Differenz in Bezug auf die Signalwächter, die nachträglich noch aufgetaucht ist, dürste im Sinne der Arbeiter entschieden werden. Tagegen hat die Union der Dockarbeiter von Cardiff unter dem Einfluß Ben Tilletts ihre Forderungen für den Moment zurückgezogen. PoHfirrfie Arl-e-Mchk. Und weil Klara nicht bitten wollte, hatte sie nichts er- halten. Sinn sollte sie sich demttthigcn, nm Geld belteln, ein- sältigc Vanernspäße und endlose Predigten über sich ergchen lasse». Arme Klara! Ihr Mann, ihr Vater, sollten in ihr ge- dehmüthigt werden, sie mußte das Unglück des erster«» und den Verfall des Hauses, das der Stolz des zweiten war gegen die verletzende und triviale Sprache des geizigen Bauern oertheidigen— aber gerade dieser Gedanke, daß sie Uom Genosteu Auer geht uns folgende Erklärung zu: „Also ich bin der Mittelpunkt der„furchtbaren Korruption" in der Partei, deren Ausmistung sich die Hans Müller, Kampff- meyer und wie sie sonst heißen, diese jungen Herkulesse, als ihre erste große That zur Aufgabe gestellt haben. Wessen habe ich mich nun nach der Anklage schuldig ge- macht? 1. Habe ich das Gebahren und Treiben des Herrn Krüger anders beurtheilt, als dies von seinen jug endlichen Freunden geschieht. 2. Soll ich gelegentlich eines Besuches des Krüger bei mir, demselben gegenüber mich nicht zur Autorschaft des betr. Artikels bekannt haben(daß ich darnach gefragt worden sei, wird übrigens auch von meinen Anklägern nicht be- hauptet), ja sogar Entrüstung über denselben zur Schau getragen haben. Ad 1 habe ich zu bemerken, daß ich wohl begreife, daß es ür die Müller und Konsorten sehr schmerzlich ist, die von ihnen gehegte Werthschätzung ihres Freundes nur auf ihre Kreise be- schränkt zu sehen, während das Gros der Partei, vor allem auch die Züricher Genossen, welche Jahre lang Gelegenheit hatten, die in Frage kommende Persönlichkeit anS nächster Nähe zu beob- achten, denken und urtheilen wie ich. Was aber die Behauptung der Herren Müller und Kampff- meyer betrifft, daß ich Herrn Krüger denunzirt habe, so sei nur bemerkt, daß ich den Artikel zur'Abwehr gegen Anklagen der „Nordd. Allg. Ztg." geschrieben habe, die damälS— wo es noch keinen Einsiedler von Friedrichsruh gab— noch sehr in's Ge- wicht sielen und mit dem ganzen! Polizeirafsincmcnt der Aera Jhring-Pnttkamer verfaßt waren. Wenn ich dabei den Versuch des Polizei-Ossiziösen, die Partei sür'die Privathandlnngen Krügers verantwortlich zn machen, ja dieselben sogar alL die ihm von Partenvegen übertragene Aufgabe hinzustellen— entschieden zurückwies und die Thatsache feststellte, Liebste aus Erden zu retten habe, bildeten ihre Stärke und zugleich ihre Schwäche. Es war elf Uhr als sie in Savigny anlangte. Da Niemand von ihrer Ankunft unterrichtet war, so fand sie keinen Wagen am Bahnhof und nmßte daher zu Fuß den Weg nach dem Schlosse zurücklegen. Es war eisig kalt und der Weg hart und trocken. Das Hans ihrer Kindheit machte ans der Entfernung einen wenig sreuudlichcn Eindruck auf sie und schien ihr zuzurufen: Geh fort... tritt nicht ein! Und wenn sie diesem Eindruck gefolgt wäre, so hätte sie sofort den Niickweg nach Paris eingeschlagen, nicht mit dem Großpapa gesprochen und vielleicht die Ruhe ihres Lebens erhalten. Jetzt aber sprang schon der große Neufundländer auf sie zn und die Gärtnerin trat ihr mit falscher Freundlichkeit demüthia entgegen, wie es die Gewohnheit der Dienstboten im Schlosse war, wenn sie sich beobachtet sahen. Der Großpapa war in seinem Bureau, in diesem Augenblick in Gesellschaft eines Feldhüters, einer Art ländlichen Polizeispitzels, der seinen Herrn über Alles, was in der Gegend geschah, unterrichtete. Als der Alte seine Enkelin bleich und trotz ihres Pelzes zitternd eintreten sah, fühlte er sofort, daß ctwaS Ungewöhnliches geschehen war, weshalb er dem Dorfspion ein Zeichen gab, der sich daraus schnell und unhörbar entfernte. „Was fehlt Dir denn Kleine? Tu bist ja ganz ver- stört, sagte der hinter seinem großen Schreibtische sitzende Großvater. . Der schnelle Gang in der kalten Luft und der Kampf, der ihr dieser Schritt gekostet hatte gab ihrem sonst so rosigen Gesichte einen ungewöhnlichen Ausdruck. Ohne sich Zeit zn nehmen, den Ncif von ihrem Schleier abznschütteln. setzte sie sich vor das im Kamille prasselnde Holz- fcucr und brachte sofort die Veranlassung ihres Besuches zur Sprache, che sie die gebieterische, abschreckende Atmosphäre, in welche sich der Alte, gleich einer Gottheit zn hüllen pflegte, entmuthigen konnte. Es gehörte wirklich Muth dazu, vor dem kalten, ruhigen Blicke des Alten, der schon nach den ersten Worten in seilten Zügen und durch seine zusannnen- L.. daß von Seite unserer Genossen in Zürich seit.langem•", kehr mit Krüger gemieden werde, so handelte ich davei im Dienste der Partei und unserer Sache.> «i. di- Verlangen Genossen, welche in so kritischen Zeiten, während der Herrschaft des Sozialistengesetzes waren, m land leben, daß die Partei sie voll und ganz decke und M.... Handlungen und ihr öffentliches Auftreten die VcrtlM: übernehmen, dann müssen sie sich eben auch darnach ben« Daß Herr Krüger in dieser Beziehung aber viel zu IC V übrig ließ, das bewies unwiderleglich die Thatsache, daß»nu(i, »offen in Zürich sich genöthigt sahen, jeden Bcrkehr""" .......... daß zu der Zeit' : Krüger ber« t, daß derselb esicns ebenso schien, als ein Gedanke daran, daß die Tage des Soziam meiden. Im Uebrigen sei nur bemerkt, daß zu der Zeit, Ivo ia> d niederschrieb, Herr Krüger bereits stüb ie und die Möglichkeit, daß derselbe nach**:L land zurückkehren werde, mir mindestens ebenso fern � schien, als ein Gedanke daran, dap die%age oes ws'— t.j,,« fetzes bereits gezählt seien und damit für die jugendl'q Genoffen des crsteren die Aufgabe beginne, nach Deutschlmm» ruckzukehren, um hier in der sozialdemokratischen Par»' Augiasstall der Korruption zu reinige». � s:,«* "........ Zur Zeit, als ich meiuen j � �. cv fswww tei in einer der schwierigsten Phasen und rüsteten sich �■ J. ,, zu einem letzten verzweifelten Schlag gegen uns. Jh» w helfen und das polizeioffiziöse Lllgengewebe, mit dem m � öffentliche Meinung irre zu führen versuchte, zu zerreißen,. war der Zweck des Artikels. Wie weit mir das gelang � dahingestellt. Thatsache aber ist, daß unsere gesanimte Preiff J weite Kreise der gegnerischen Presse von den Ausführungen „Berliner Volksblätss" Notiz nähmen. In solchen Situationen die Sache der Partei sich"" j, ihr diene», ist ja allerdings schwieriger(und ein dabei ei der Aufregung unterlaufener kleiner Fehler wäre� genu?. eher zu entschuldigen)— als wie jetzt, wo— vorläufig've> i) — das Schlimmste siegreich überstanden ist, seine For?'. zu suchen, in durch Sachkenntniß nicht getrübtem t zugeno Nebereiser, recht dumm daher zu reden und zu schreiben.. Was nun Punkt 2 der Vorschläge� betrifft, s» richtig, daß, als Herr Krüger vor einigen m!., mich in meiner Wohnung aufsuchte, und er bei Gelegenheit auch auf den Artikel zu sprechen kam, ich stw uolhmendig hielt, fagen�W# bl,:efte&raSf danach erfolgte überhaupt nicht. Vermuthlilig gegenüber, daß wohl rimdeicke ich, daß dem schon Stil %",ch SV«!? Verfasser sei, widersprechen 's-inÄ i-s-r M Eine oiretle Mage oailacy ersoigie uoeryaupi nicm.-rr ausgesprochenen Vermuthnng gegenüber, daß wohl Lievrn/ an— cLif— f.:£«&.*** kCiftf UllU � >« b< können, den Verfasser kennen zu lerne», so hätte legenheit. thett. t Wß Hätte Herr Krüger irgendwie ein J»teres?e daran pn hen Sftprfnfm* feimcn au lernen, fö ftättß �9� Augenblick Anstand genommen, mich zu nennen. So- Herrn K.'s Wunsch nur dahin, zu erfahren, ob von ihm etwa Schwierigkeiten gemacht werden, wenn er jü rjrj land wieder Domizil nehmen sollte, und darauf glaubte>° die Versicherung geben zu können, daß, wenn er nicht vorg sich von uns gewiß Niemand um ihn kümmern werde. Was nun meine bei dieser Gelegenheit angeblich 3% � näher kennen, daß es mit diesem »on 300 nften- sprechen! ~ Zur I »Inder. Zeichnui fes blech un feb. Sch Vauptsto mmetter beklamir ßllschast worden sprechen! loiinen i laufen, scheu El geben> 'phonogl Es waareu-� bisher b Prospekt «M-Aktl b>e au-. vollen i und in' f sich 11 bereits 58 n Baar "»garn, bereu(£ richten, �«8 Msches sprechen! jt GOOC den(ibri dl« sich ziehen," .SB'c fe'l 3?" *«&| vwejjv v•»•"/ w.,.»nq»"UVI getragene„Entrüstung" betrifft, so wissen die Genossen, welch-.Ji#%.. näher kennen, daß es mit diesem Artikel bei mir überhaupt i �i guten Wege hat. In dem besonderen Falle hätte ich' sogar über mich selber entrüsten sollen— das kommt über?| nicht vor! Deirenhofen bei München, 24. August 1890. 1. Die kapitalistisch- produlitio» greift immer«J,. um sich, ein Gebiet handwerksmäßiger und hausinduff A Thätigkcit nach dem andern wird von ihr erobert. Ü/W ginnt sie aus einem Gebiete sich zn entwickeln, dch> noch vollkommen unberührt geblieben ist und bei o stehenden Arbeitsthcilung und den gezahlten Hungert � fftunt'jü* Tafmpnhp fitv �«uiii eine lohnende Ausnutzung für fabrikmäßige» zu bieten schien. Wir meinen die Spiclwaaren-J»�I.� wie sie insbesondere im Thüringer Wald und hier speziell in Sonneberg und Umgegend zn Hanse ist. �.-.j Hansindustrie im verwegensten Sinne des Wortes M � sie durch die fabrikmäßige Massenproduktion revolim richtiger vernichtet werden. vt;' Es sind die Amerikaner, die hier wie auf vielen a» nj Gebieten zivergwirthschaftlicher Produktion itmstM' vorgehen und die großartigste aller Natnrkräfte für Zweck in ihren Dienst nehmen, die Elektrizität. n Um was es sich handelt zeigt folgender Bericht," %, p-? Blatter veröffentlichen: „Die Kinderwelt würde zweifellos ein Meer von ü wp] thränen vergießen, wenn sie sich eine» Moment lang® ei;J könnte, welches Vergnügen ihr für demnächst bereits v.F soeben flügge gewordenen Neugründung in iAusya» y wird. Tie„Edison Phonographie Toy Eoiiipaiw nämlich seit einigen Tagen Zeichnungen auf ein Aln gepreßten Lippen boshafte Freude verrieth, klch stocke». Wenn man die Beiden so sitzen sah, er wlt � waschen der grauen wollenen Weste vergrabenen 4? 1 �[y Achig, kalt, boshaft, sie jedes Wort abwägend,� � ihr Leben daran, wahrhaftig, man hätte eher glauben aii.n/.PfrtAfA UllS Aftff nrtv sich Ä»• 1 vor iSUS w � t-ii f �- y» bestimmten Erklärung zu schließen, daß er, nach f«1"'# Familie bekannten Grundsätzen, keinen Son hergeben Nun sprach Klara von ihrem Kinde, ihrem Ma»»� ihrem ditrch den Bankerott entehrten Namen. Aber der alte Bauer blieb unerschütterlich..$ „Alles, was ich Dir sagen kann, ist, daß Savigw offen steht.... f„it Wenn Dein Mann hierher kommen will, st) bei mir Buchhalter werden, meine Schreibereien_ bu � wofür ich ihm zwölfhnndert Frank Gehalt und freie � für Euch Alle aussetzen will. Sage ihm das._i(,>., Sic erhob sich empört über diese Antwort.. eü11 als Tochter gekommen und man behandelte sie"j, jhß Bettlerin. So weit war es denn doch noch nicht gekommen...., n Zitternd schritt Klara ohne ihm zu antioo'» Thür zn. Der Alte hielt sie jedoch durch eine* bcwegiing ans.„. „Sieh Dich vor. Du weißt nicht waS Du th»st. In Deinem Interesse rathe ich Dir, Deinen Mau»* anlassen, hierher zn kommen. Du weißt nicht, ivelches Leben er da dri»»e» denn wenn Du es wüßtest, würdest Du mich nickst st hi> bitten, damit er es dahin trägt, wo er das Detm» getragen hat. (Fortsetzung folgt.) R-ine' " der®; Ä«*bfi ged die %e: l:.K fie i äro 'ß emb p orz s 6 I I *"&• !<;• ntee; »eh <9: 1 d et. % B '«Ben 1«. m >» '«ii l. s irie W >.# joitutiä K: it|in i" )benä»! s zS li-h-' SL di-M uir-n!' man «w KÄ iliN etwa »»> ,eiN! a- S endlich'� ,, d ei 'S i Sil i afä w ■I ei% Ju 30(L000 Pfund Sterling entgegen, niit dem sie gleich im ttlten Jahre ihrer Geschäftsthätigkeit über eine Million iprechender Puppen in die weite Welt hinauszuschicken gedenkt Z Zur Unterhaltung der kleinen und zum Nutzen der großen «mder. Den Letzteren wird eine 30 prozentige Verzinsung ihrer Zeichnungen garantirt, den Ersteren dagegen ein derartiges «musement, wie es die bisherige» Gegenstände des kindlichen Ä�uvertreibs aus Holz und Papiermachee, aus Zinn, Blei, Eisen- . W und Thon alle zusammen nicht hervorzubringen im Stande und. Schon der kommendeWeihnachtSmarkt soll in den fämmtlichen Hauptstädten Europas mit Puppen, Modellen, Automaten und Ma- uenetten überschwemmt werden, die Selbstgespräche führen, sowie .suamiren, singen und plaudern werden. Die genannte Ge- Mschaft hat die Edinson'schen Patente für ganz Europa er- worden und wird dieselben, soweit sie die Exploitation der Machenden Spielwaarcn-Jndustrie nicht selbst unternehmen wnnen wird, an die einzelnen kontinentalen Staaten weiter ver- wufen, so daß es bald überall neben den bekannten Edison- i t �iaktrizitäts-Gesellschas ten auch Spiclwaaren-Gesellschaften (jeden wird, die den Namen des berühmten Erfinders deS Phonographen tragen. Es ist zum ersten Male, daß die anglo-amerikanische Spiel- waaren-Jndustrie mit der deutschen und französischen Waare, die 'eher den Weltmarkt beherrschte, in Konkurrenz tritt. Dem Prospekte, welcher zur Subskription auf 300 000 Ein-Pfund-Ster- wg-Mien einladet, ist zu entnehmen, daß die Gesellschaft ausschließlichen Rechte für die Verwerthung der werth- uoilcn phonographischen Patente Edisons in Großbritannien und in den übrigen Staaten Europas erworben hat, soweit •* stch um die Spielivaaren-Jndustrie handelt. Amerika besitzt ereus seit dem Vorjahre eine ähnliche Gesellschaft, an deren Mtze Edison sich befindet. Die Gesellschaft ist mit heimischen austragen allein auf Jahre hinaus versorgt, so daß sie die �rsorgung des europäischen Marktes der„Edison Phono- graphic Top Company" für die Abfindungssumme von 270000 Pfirnd Sterling überlassen hat, wovon 100 000 Pfund Sterling i?«aarem, der Rest in Aktien zu bezahlen sein werden. Diese fstllschast wird nnn in Frankreich, Deutschland. Oesterreich- «»garn. Belgien, Holland, Italien, in der Schweiz und rn an- °sren Staaten Europas theils Fabriken, theils Agenturen er- ,sten, um ihre sprechenden Spielwaaren en masso zu er- k°"g-n und zu vertreiben. Mit Frankreich ist bereits cm sp.urag abgeschlossen worden, durch welchen ein großes sran- °l>sches Haus ich verpflichtet, im ersten Jahre 100000 , prechend» Puppen und in den nächsten vier folgenden Jahren rjOOOO zu bestimmten Preisen abzunehmen. Auch von j Jf" übrigen Ländern liegen bereits ähnliche Anerbietungen vor. °° sich auf eine jährliche Abnahme von 150 000 Puppen be- (f,,.;.�w.buse Angaben uils belehren, handelt es sich um em Nialtstisches Unternehmen im großartigsten Maßstäbe, Ausführung den hungernden Spiclwaareuarbeitcru Düringens und des sächsischen Erzgebirges den Untergang als welche die haus- Äche«� ort«,-tZuilauoe oen �vvrrviwo.. aupt Ä"9 erscheinen, läutet in einer ihrer scheinbar festesten •"Haue(Sn„ipdrin die Lülme bisher i» das Todtenglöcklein. dpieA�p�lwaarenindustrie So niedrig die Löhne bisher waren, sie werden unter der indui��usiudustncttcn Idylle, ?uNellen Zustände den Lobrednern unserer Gescllschafts- cheinen, l Todteng nmsvi».............,_ K, erbärmlicher sein als sie schon ist, bis, durch die äußerste s ,?., gedrungen, die Einen langsam sterben und verderben, li ndern sich anderen Beschaftigungsziveigen zuzuwenden Niir, � welchen sie dann iviedcr als Lohndriicker er- L tfo spitzt sich die heutige Wirthschaftsordnung zu, iinhaltbtir, weil unerträglich, wird, und dann< SS AZ sät w & den 8 nichs nit.'N tn fisti iit* i 1 st- il [an'15' -igsty' o fst"1 gi» :ic ßt«1 sf mit« stt ine v h«st''/ nn s" icistig bis uiiyauvar, iven unerlragiici), luuv,»»v uu.,» einer ip, Z' sicheren Ordnung den Platz räiinien ninß. Ihr Erltes Entivickelnngsgesctz zwingt sie, sich selbst zu 1,2% zu richten. Wohl uns allen, je rascher und griinv- ste ihres Amtes ivaltet! vas. An �-•• ff Senn nun der Arbeiter sieht, daß sein Arbeitgeber Tau ende . Abertausende im Jahre verbraucht, daß derselbe Zausende Gesellschaften I i � kJ,'"5« mit(Vi Soupers und Diners mit Geld reichlich unterstützt, ausgiebt, daß derselbe die nicht säen, nicht 0»� herbringt, er aber im Schweiße t eines Angesichts, Irniik oft Hut send, um wenige Kreuzer arbeiten»md sogar schwer arbeite, i XvZ.baun ist es nicht zu verwundern, daß der Arbeiter haßer, ullt Mdlich dein Arbeitgeber gegenüber steht." . sttob, daß ein Gewcrbeinspektor e» wagen kann, m solcher , v------".'—nehm erpresse „Der Arbeit- WKAWW? loj, ans dem ff! Zu verwundern ist eo nur, oap er "Ii,,".cht von der soziatdcmokratischen Gesellschaft zum liog�be. ernannt ist. Lebte er iu Deutschland,� da«u und UUI Ehren- ,.......... ist. Lebte er m v»im hätte er ... sihon seinen Sitz im Reichstage.?(Und da wurde besser am Platze sein, als die Oechelhauser soiimm'si"tiff�bednuerlich, wenn ein amtlicher Bericht. den Be- prasjeu- p'oe N»..>;ytiucun,nru uuu vw,,........---- bist cL- weißen Sklaven in dieser öchasiigeu Jic'l'- seh�« �stsialdeuiokrate» werden dem Herr»»vohl em-<• sä-äisääis »ttier-Organs spricht maßloser Grimm. WWMMW „Vor Allem hat Jeder mit Bekämpfung des Sozialdemokraten in sich selbst, in seinem eigenen Innern, zu beginnen. Mag Einer äußerlich der kommunistischen Agitation noch so fern stehen, schwerlich wird das Urtheil immer freisprechend lauten, wenn er sich in seinem Gewissen die Frage vorlegt: Hast Dn niemals mit Wort oder That in der Obrigkeit, im Tiener des göttlichen Wortes, in allen seinen Aemtern, Lebensstellnngen und Personen, welche uns zur Pietät verpflichten, die sittliche Autorität miß- achtet? Hat Deine Selbstsucht niemals über die Grenzen hinüber- gegriffen, welche unserem individuellen Wille» durch göttliche Ordnung gesetzt sind? Wer aber auf diese beiden Frage» nicht mit einem unbedingten Nein antworten kann(»nd wer könnte es?) der hat schon den Fuß gesetzt ans jene Bahn, an deren Ende wir jenes widerliche Zerrbild gescllschastlichen Strebens, die Sozialdemokratie, erblicken." Klatscht Beifall, Freunde, klatscht Beifall! Die VZutachten der Aandels- und Ge»»erbeltamii»er» über die Geiverbeordnungs-Novelle, von denen wir neben Sleiiße- rungen einzelner anderer Körperschaften schon einige mitgetheilt haben, bestätigen das, was wir sofort betont haben, als von der Absicht der Einholung solcher Gutachten etwas bekannt wurde. Alle kommen zu dem Resultat, daß die wenigen geringen Besse- rungen, welche durch die Geiverbcordnungs- Novelle beabsichtigt sind, noch zu weitgehend seien, zu weitgehend natürlich nur im Interesse des Unternehmerprofits. Auch die Handels- und Gewerbekammer von Oberbaycrn hat, wie die bereits zitirte ober- fränkische Handelskammer und Andere, die Möglichkeit der Durchführung der Sonntagsruhe im Fabrikgewerbe zwar im All- gemeinen zugegeben, dagegen die Frage, ob es allen Gewerbe- treibenden möglich ist, die Arbeiter, welche bei dringenden Ar- bciten, wie sie§ 105 e, Ziffer 2 und 3 bezeichnet, länger als drei Stunden an Sonn- und Festtagen beschäftigt werden, an jedem dritten Sonn- oder Festtage volle 36 Stunden oder an jedem zweiten Sonn- oder Festtage volle 13 oder 2-1 Stunden von der 'Arbeit freizulassen, verneint. Hier wurden besonders die entgegen- stehende» Interessen der Brauer, Essigfabrikanten, Ziegeleien k. Nachdem mit gegen und mit schrittlichcn Kandidaten Haupt im Löbauer Wahlkreise. Tie ordniliigsvartcilichen Attentäter attakirten am 23. Februar d. I. Haupt und seine Gefährte», die in einer Kutsche von Bavuth, einem Dor.e in der Lausitz, abfuhren, mit einem Hagel von Steinen, zertrümmerten die Kutschsensicr»nd fügten tciii Fuhr- iverk sonst noch bedeutenden Schaden zu; nur der Besonnenheit des Kutschers, der eilig davonjagte, ist es zu daiiken, daß das Orduungsvoll in seiner bestia- tischen Nohheit stch an den drei Insassen der Kutsche nicht thät- tick, vergriff. Tie Thatsache» sind genau festgestellt, für Alles sind Zengen vorhanden, die Staatsamvallschaft kennt das ganze Material— aber— die Urheber des llebersaliS sind bis jetzt gar unbehelligt geblieben. Wir wollen abwarten, ob der Rippenstoß, den der„Volks- wart" jetzt giebt, seine Wirkung thun wird. Aus Lnqir», 21. Augnst. Einer lebendigen Schilderung des unheilvollen Marsches des 0. Jiif..Reg. von Würzburg nach Markt breit, die wir im„Würzb. Journ." finde», entnehmen wir folgendes:„Morgens 4 Uhr wurde angetreten und zum Sienhez- vousplatz, Sanderwasen, uiarschirt. Dort mußten die Soldaten warten bis nahezu 3/i7 Uhr— warum, das weiß kein Mensch Dieses müßige Herumstehen hat die bepackte Mannschaft viel mehr ermüdet, als der Schnellmarsch nach Eibelstadt, ivekcher in der kurzen Zeit von IVe Stunden erledigt wurde. Schon dieser Parforceinarsch in der schon stark ansbrenncndeii Sonne, inmitten des dichten Gewühls von Menschen in einer Wolke von Staub und allerhand nndefinirbaren Gerüchen gab der Mannschaft einen Vorgeschmack, was ihrer harre. Man glaubte allgemein, daß es— wie es Vorschrift ist— durch vorausgeschickte Mannschaft ermöglicht worden wäre, in Eibelstadt einen Trunk Wasser im Vorübergehen zu erhalten. Aber es war nichts davon zu sehen. Im strammen Tritt ging es durch das Städtchen und wieder hinaus in die durchglühte, stauberfüllte Landstraße. ,Nut noch aushalten bis Ochsenfurt, dort wird ganz icher gerastet bis zu den kühleren Nachmittags- oder Abend- tilnden"— und man nahm sich zusammen und marschirte denn Zrauf los, obwohl sich jetzt schon eine Menge Leute recht übel befanden, die Ermattung zunahm und da und dort einer austrat, der es gar nicht mehr aushalten konnte. Endlich, endlich— die Straße schien sich in's Ungemessene ausgedehnt zu haben— kain man an das heißersehnte Ocbsenfnrt und dort standen denn auch endlich, durch ein vorausgeschicktes Detachemcnt requirirt, Wasser- behaltet bereit, um die vor Hitze fast vergehende Mannschaft zu laben. Durch diese vorher eingetroffenen Soldaten hatte ver- muthlich aber auch die Bevölkerung von Ochsenfurt Kunde von dem desolate» Zustande, in welchem sich das Regiment befand, erhalten, und vor allen Thüren standen die gastfreundlichen Be- ivohner Ochsenfurts, um die über und über mit Schweiß und Staub bedeckte Mannschaft zu erquicken, mit dem Besten, was der Keller bot. Man kann sich denken, mit ivelcher freudigen Hast die fast verschmachtenden Soldaten stch hier erfrischten. Das Aergste wähnte ma» überstanden und erwartete mit Sicherheit eine mehrstündige Ruhepause. Vergebene Hoffnung— ohne längeren Halt ging es weiter, zur großen Entrüstung der Ochsen- rittet, die es der Mannschaft ansahen, daß sie bereits jetzt schon zu Tode erschöpft sei. Und immer glühender schössen die Strahlen der nun bereits senkrecht über der Landschaft stehenden Sonne hernieder. Und nun begann diese Unglücks- striche von Ochsenfurt nach Marktbreit von Schritt zu Schritt einem Schlachtselve ähnlicher zu sehen.„Wie ein Blödsinniger wankte ich weiter"— so erzählte einer der noch mit heiler Haut in Marktbreit angekommenen Soldaten—„ich sah nichts mehr, was links und rechts um mich passirte, immer ivüstcr wurde es mir im Kopfe, bis Zimge klebte am Gaumen, der Athem röchelte und noch jetzt weiß ich nicht, wie ich nach Marktbreit kam." Aufgelöst war alle Ordnung; der Oberst schickte seinen Adjutanten zurück und ließ der Mannschaft sagen, ivem es schlecht sei, der 'olle mir unangemeldet austreten. Das hätten sie auch ohnedem gethan! De» am Rande des Wahnsinns Stehenden war es nicht mehr ums Melden. Recht« und links stürzten die Leute kirsch- braun im Gesicht und Schaum vor dem Munde zusammen, während andere wie schwer Betrunkene aus den in der Auflösung begriffenen Reihen wankten und sich mit voller Armatur in die Straßengräben und Felder warfen.— Von Frickenhausen, dem am anderen Ufer des Mains gelegenen Oertchen, sahen die- Ortsbewohner dieses Schlachtfeld. Ohne Säumen setzte eine große Anzahl derselben in Kähnen über und brachten mit, ivas sie in der Eile an Erfrischnngsmitteln erwischen konnten. Wirkliche barmherzige Samariter, die in edler Aufopferung den Opfern einer sinnlosen Disziplin nnd unbegreiflichen Gamaschenknöpflerei beisprangen. Manches Men- 'chenleben haben sie durch ihre Hilfe gerettet, so mancher brave Soldat, der dort zusammenbrach und elend verschieden wäre, hat es nur der Barmherzipkeit der Frickenhauser zu danken, daß er lebendig wieder in die Arme der Seinigen zurückkehren kann. So wankte die in eine Staubwolke gehüllte Kolonne vorwärts nnd endlich durch die Thore Marktbrei'ts. Dort war auch schon die Kunde von dem Znstande der erwarteten militärischen Gäste be- kannt. In dichten Schaaren strömten die Bürger und Ein- wohncr dieser Stadt dein Regiment schon weit entgegen. Er- frischungen und Labung bringend und die Ermatteten führend und stützend. Welch ein Anblick! Nahezu 400 Mann hatte das Regiuieut auf dem Marsch von Ochsenfurt nach Marktbreit ver- koren, darunter 2 Todte und etwa 13 Schwerkranke!— Das 9. Infanterieregiment scheint übrigens bei seinen Herbstübungen von besonderem Mißgeschick heuer verfolgt zu werden. Bei dem scharfen Gefechtsschießen wurden, der„Aschgff. Ztg." zufolge, mehrere Mann verwundet und zwei Soldaten in schwer verletztem Zustand nach Marktbreit verbracht. Großlu'itauuiett. London, 24. August. Das„Reuter'sche Bureau" meldet aus Durban von heute, der Dampfer„Congella" sei am ver- gangenen Montag mit Einivanderern aus Madras in Durban angekommen. Von den Passagieren und der Mannschaft desselben seien während der Fahrt acht an Diarrhoe gestorben, sechs andere Kranke seien gelandet morde», einer derselbe» sei am Dienstag Abend gestorben. Die Nutersuchungskommission habe offiziell die Cholera konstatirt, die Eingeivanderten seien infolge dessen isolirt worden. Ein weiterer Todesfall sei seit dem Dienstag nicht vor- gekommen. Die Gesimdheitsbehörden des Kap hätten Port Natal für infizirt erklärt. Frankreich. Paris, 25. August. In AvesneL wurde gestern Guillnniin (gemäßigter Republikaner) zum Deputirtcn gewühlt. Spanien. Madrid, 24. August. In den Provinzen Alicante, Badajoz, Toledo und Valencia sind gestern 139 Cholera-Erkrankungen und 56 Cholcra-Todessälle vorgekommen. Amerika. N e w- D 0 r k, 24. August. Wie das„Reuter'sche Bureau" erfährt, hätten die Feindseligkeiten in Zentral-Anierika ivieder be- gönnen. Zwischen den Truppen von San Salvador und Honduras hätte eine Schlacht stattgesunden, in welcher die Letz- t'eren unterlegen wären. Anstrali-t». „Reuter'S Bureau" meldet ans Melbourne vom 25. d. M.: Die Kouscrcnz der Rheder von Melbourne u»d Sydney, welche in Albnry stattgefunden, hat sich auf 14 Tage ver- tagt. Die Rheder richteten ein Schreiben an die Ver- emignng der Seeleute, indem sie es ablehnen, irgend einen Offizier anzustellen, der Mitglied einer Arbeitervercinigung ist nnd erklären, daß jedes Zugeständilisi die Disziplin erschüttern müßte; lcdlich die Rücksicht auf das allgemeine Wohl(Ach! Red.) bestimme die Rheder, eine 5 prozentige Gehaltserhöhung zu bewilligen. Die Forderungen der See- kitte würden einen Verlust von 200 000 Pfund Sterling jährlich herbeiführen nnd könnten die Rheder unter solchen Umständen ihre Schisse nicht ans dem Hafen gehen lassen. Schließlich kündigen die Rheder in dem Schreiben an, daß sie eine Revision der Kontrakte mit ihren Angestellteu vorbereiten und eine bestimmte Arbeitszeit mit möglichst gerechten Löhnen(Gerechte Löhne sind nach der Kapitalisten- moral niedrige Löhne. Red.) einführen wollen. Vritsülstell kt RMtion. JU.?.%i. Ohne Zustimmung des Miethers darf der Maler nicht in die Wohnung. Sie können dies dem Vizewirth untersage». M. Uoitck. DaS Erbschastssteuer-Aint, 6. Abth." besmdet sich„9l» der Moltke-Brücke. Theater. Dienstag, den LS. Aug» st. Lessing-Tiienter. Die große Glocke. Friedrich-Wilstelnistädt. Theater. Vorher: Das Mamsell Ni- Die Puppenfee. Pensionat. WaUner- Theater. touche. Viktoria-Theater. Die Million. Adolph Ernst- Theater. Der Goldfuchs. Kelleallianee-Theater. Der Dorf- tcufel. roll'o Theater. Nigoletto. stend- Theater. Der arme Jona- than. Englischer Garten. Direktion: C> Amdress, Alexanderstraße 27c. Austreten der Chansonnette Fräulein EhreniGld. Auftreten der Kostüm-Soubrette Früul. Rosa Valerie. Auftreten des GefangZhumoristen Herrn Zioglor. Austreten des Malabaristcn und Equi- lebristen Mr. Charles. Amtreten deS Professors Herrn Jean Cleraont mit seinen dressirten Schweinen, Esel und Gänsen. Anfang Wochentags 3 Uhr. Sonntags BVe Uhr. Entrce Wochentags u. Sonntags 80 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben. iMlifeülfllt Buggenhagen am IHoritzplatz. Täglich: Grosses Gartcn-Concert. Direktion A. Rödinann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Wochentags 10 Pfg., Jjllll LL Sonn- und Fostlags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsränmen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bicr, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 04 1 F. Müller. Passag- 1®r. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. 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Euch zu orgamsiren. Deshalb kommt in die Lerfammi.> � Der Vorstan« berathet, was geschehen soll. [552] OeHineB* Sanitäts-Merei61 für Arbeiter beiderlei Geschlechts(E. H. No. 85). amy Donnerstag, den 28. August 1890, Abends 8V2 Uhr: � Geschlossene Mitgtteder-Nersammw» in Wlay's Festsälen, Beuthstraße 22. Tages-Ordnung:..rt I. Protest gegen das Vorgehen des Herrn Dr. Bernstein w> Berliner Sanitäts-Verein. Referent: Herr K. Matz. 2. Diskussion. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, in dieser Versammlung zu W| — Herr Dr.�B ernstein ist brieflich eingeladen. :**. ß Das Mitgliedsbuch legitimirt. Ausserorfleutliche Generalversammlung des Ahemeiilell Ardeitemkeil-Vercks söttuntl. BerBB Z« -°»ntax «kreirelij Grab dx �lattpst von Mi Frauen die Me> 10000 s d»rch d d->S Lie dleiben" As rotk °uf eine trägt in liir °hne Er [odann i» schil! Aahlkr, der vic »erordn treter r deren K loaren. Kerlino nnd Umgegend am Mittwoch, den 27. d. MI., Abends 8V2 Uhr. im Lokale des Herrn Scheffer, Insel str. 10.„f Tagesordnung: 1. Vortrag und Diskussion 2. Aufnah« 1■ Mitglieder. 3. Ergänzungswahl des Vorstandes resp. Wahl eurer sitzenden. 4. Vereinsangelegenheiten. 5. Verschiedenes.— Der Tagesordnung wegen werden famn Damen und Herren als Gäste haben Zutritt. Zur findet eine Tellersanimlung statt.[564] sämmtliche Filialen gebeten, zu crs Deckung der% Der Vorsta"� Achtung! Freitag, de» 29. August, Abeuds SVe Uhr, bn Ernst Kran (Frankfurter Oierhalleu), Gr. Fraukfurterftr. 99; Versammlung smiiltl.Zllhiiber muiSdimiielfteffcii für gelesene Arbeiters� Tagesordnung: 1. Der Werth der gelesenen ZeituuS, ß Agitationsmittel. 2. Diskussion. 3. Eventuell Wahl der Expedienten, schiedenes.— Das Erscheinen sämmtlicher Sammler ist�nothwcndig�� .rfo/ipit 562 Der Einberufer. Verein der Slhristgieyer Berlins. Versammlung Mittwoch, d. 27.Aug., Abds. präz. 8 Uhr. in den Armin-Hallen, Kommandantenstr. 20. Tages-Ordnung: 1. Arbeiter-Organisation nnd Unternehmer-Verbände. Itef.: W. W e r n e r. 2. Diskussion. 3. Besprechung über die Stellung der Mcssingarbeiter zu den Schriftgießern. 4. Bericht der Re- visoren. 5. Verschiedenes und Fragekasten.— Gäste haben Zutritt. Zu ganz besonderem Besuch ersucht 550 Oer Vorstand. Empfehle mein Geschäft in frischen Blumen und Kränzen. 840 Rr 2. Mariannenstraße Nr. 2. Dr. Hoesch, Homöopath. Arzt, ArtiUeriestr. 27. 105 8—10, 5—7 Uhr, Sonntags nur v.3— 10. fiiiiktiwiätii.--"6""'"-"51- ♦lO.Pfrnnuerstr.lO. Bildhauer! Für die Mitwirkenden beim Sommer- fest findet Sonntag, den 31. d. Mts., eine Partie mit Dainru nach Schmargendorf(„Waldschlößchen") statt., 554 Kcie VemuiWg ki Lohgerber 11. Lcberzgrilhter Berliils. Versammlung am Donnerstag, den 28. August er., Abends 8 Uhr, bei F- ex übt, Weinstraße XI. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Türk über: „Franenbcfreiüng". 2. Geschäftliches. 567 Der Porstand. Uesterchimdlung. Villige Jiesler zxx Einsegmmgs- An- ziigen werden ans gleich angefertigt oder zugeschnitten. 460 Karle, Waldemarstr. 66. Kautschuk-Stempel für Pereinr u. Gexuerbe H. Guttmaim, Brnnnenstr. 9 Roll-Tabalr Größte Ansivahl, billigste Preise. 831 6. Elkhuysen, Münzstr. 10. Die ausgesprochene Beleidigung gegen die Frau Poppe, Oppclnerstraße 23, nehme ich hiermit zurück xnxd erkläre dieselbe für eine ehrenhaste Fran. 560 Frau L i e s e n e r. Unserem dicken Cordes, genannt dreifach donnerndes i Bude ivackelt. Unserem Freunde und GenofJ. Sangesbruder Eduard Hans«' seinem heutigen Wiegenfeste, donnerndes Hoch, daß die g««« berge wackeln. Ede, merkste nischt?___, Danksagung. Allen Freunden und�Kob«� «ll-SÄ meinem unvergeßlichen Mann, � Bruder xind Schwager, dein Friedrich Seidel, in so I'Lji Weise ihre große Theilnahm�«� ,l» und so reich mit Bluinenspende« haben, sagen xvir xxnseren 9� Die Hinterblirl� Piamno, prachtv. xt. hofje�fl'st; f. 100 M. z. v. Oraniensxr. 60, Moritzpl., auch Theilz. Mein Schankgeschäst ist 1 L fotiberr 1 1 k fc auch, beides )es de te Umstände halber zu verkaufet j, Flick, Bopenstr. 40, U Enxpfehle mein Lokal zuM- nachwria xxnd für Zahl str Zimmer mit Pianino für% 1017 Arthur Ziemer,©«5- Ich b. v. Hardenbergstr.n.P�� str.3t,I,gez. Eharlottenbg.M'ch�' Reichenbergerstr. 81 sind nnngen z. 1. Okt. in. allein. � 74 bis 83 Thlr. zu venu. Höchstestr.19, Hof r. 3 TrTÄj ist eine g. Schlafstelle zu Eine frdl.Schlafst. an Genosse''!<. Mühleiistr.46, v. l. 2 Tr. bei 3�% ißt Schläfst. f.Herre>i Ohmgasse 5s Arbkltsiiillrkt. Eine anstäixdige, unabhä«S'�5! zünkibt Stelluna. um eine kle>«. xvünscht Stellung, xnn eine j "..... Adresse" i" schast zn führen....., geben in der Exped. d. Bl.�� Rockschneider a. Lagersach. Tischler a. Bau verl. Berlinerst" Dalldorfer Chaussee. % «Hb 5 I te & fe feil I s 1 s°ch Tücht. Belegerinnen verl. Fr«! Ein Lehrling zur Silberar« Kostgeld verl Weichhardt, a Verantxvortlicher Siedakteur: Cur! Knalxe in Berlin. Drxxck und Verlag von Mae Sadxirg in Berlin 8W„ Beuthstraße 2. Äier«u eixie !*(. Beilage M 197. Dirnstag, dru Z6. Angnst 1890. 7. Lokslss. e: 0 KnthnUnug drs Hasrnrlrvrr-Drnltinals hat am » � �3 Nachmittag uin 3 Uhr auf dem Begräbnißplatze der � 2>öse>l Gemeinde in der Pappel-Allee stattgefunden. Das verstorbenen Volksmannes war reich mit Blumen und »o» mvanäCn~ durchweg von rother Farbe— geschmiickt. Schon > an zogen gewaltige Volksmassen, darunter auch viele die'ro'1 Unb Mädchen, nach dem Friedhofe; um 3 Uhr wurde IOona®e' �'e den Gängen und Gräbcrreihen stand, auf �>> �pse geschätzt. Die eigentliche Feier wurde eingeleitet das � Gesang des Arbeiter-Gesangvereins„Nord", welcher �1 ,, �d anstimmte:„Ein Sohn des Volkes will ich sein und aus �' a'®dcmn fiel die Hülle an dem Denkmal. Dasselbe ist rothem Sandstein gefertigt und besteht aus einer Säule, die � l einem Sockel ruht.— Es ist etwa zwei Meter hoch und tzoddenen Buchstaben die Inschrift:„Dem alten Kämpfer � Ortzeit, Freiheit und Recht" und ist von Parteigenossen sol/'ß8" gefertigt. Kaufmann Stadto. Vogtherr ergriff . das Wort, um die Verdienste Hasenclevcrs um das Volk ��dern. Alsdann legten Dclegirte des sechsten Reichstags- �I kreises einen prachtvollen Kranz auf dem Grabe nieder, Her �{lte Reichstags-Wahlkreis that dasselbe durch den Stadt- ordneten Fritz Zubeil. Eben dasselbe geschah durch die Vcr- bei!1 Gewerkschaften, sowie sozialdemokratischer Vereine, � eit«eänze sainmt und sonders mit rothen Blumen geschmückt teil.—!ßon Verwandten des Verstorbenen war die den, desselben, wie deren sechsjähriger Sohn erschienen; mit sei»Ritters Abschied" endete die Feier, welche ohne de>! und in größter Ruhe verlies.— Polizei war auf &. �gräbnißplahe gar nicht erschienen, an dein Portal des ,'°wf-s standen nur ein Polizeilieutenant, sowie ein Schutz- der Arbeiterernä hrnng hat Dr. Carl von ,""3. einen interessanten Beitrag geliefert, indem er, unter- Eriiijl,°u der kgl. Sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften die Sinex L der Handweber in der Amtshauptinannschaft Zittau °eri>»?,,,r?��en Beobachtung unterzog und hierüber eine Schrift sozia/»,. ä!�te, die nicht nur in wissenschaftlicher, sondern auch in infofe,.., �.�»iehung von größter Wichtigkeit und Tragweite ist, Die einen sehr werthvollen Beitrag zur Frage über .---- � r----•-<* L.— rv... itafÄf'';lyllllI0 des Menschen, speziell der Arbeiter liefert. Im öondm,-. uu die Ernährungsverhältnisse und Lebensweise der �beit-nk»�. uutcrzieht Dr. v. R. die Kostverhältnisse mehrerer Nörten, uns verschiedenen Gegenden Deutschlands einer Emilie» 8!"'d stellt damit im Vergleich die Kostverhältnisse der NnteJ. 111 hvherenl Einkommen. Die daraus sich ergebenden 1 selche für das Verhältnis- zwischen Kaufpreis und istbetib senden Wirk-ing der Nahrnngs- und Genußmittcl maß- �kise.„ genutzt dann Dr. v. N. zur Untersuchung, in welcher >nd b». ,.. st unbeschadet des normalen Ernährungsziistandes stBe» J�'Pevlichen Leistungsfähigkeit sich möglichst billig Herich a, f von Rechenberg ist der Meinung, baß °km von ihm eingeschlagenen Wege durch Bergleichung fielen r» Wälle allgemein praktisch verwerthbare Resultate e�fthi,,■ uu� daß das Studium der menschlichen Ernährung 'hliüol'..st'chl den mit anderweiten Arbeiten ohnehin überhäuften o»bctl. Sstcheit Universitätsinstituten überlassen bleiben sollte, lestattpf. eiflen§ zu diesen Zwecken errichteten, hinreichend aus- Instituten, die ohne jeden Lehrziveck ausschließlich die » sei,,„"2 des Menschen zu studiren hätten. Dr. v. R. gelangt )ittau«!n. eit zu folgenden Ergebnissen: Die Handweber der l»ßerst,„ �»d geben ein bewundernswerthes Beispiel, ivie billig ittb s'-5» lies die Ernährung ohne Schädigung der Gesundheit >erickt-! Mammte Haushalt ohne hervorragende Dürftigkeit ein- werden kann. Bei Preisen deS LebensunterhaiteS, die Wie» einer Großstadt und den billigen, rein ländlichen % sm deßothigt eine kinderlose Familie jährlich znr Ernährung ist de»»- den nothwendigsten Nahrungsverbrauch und 397 M. tinber,, L!'"wien jährlichen Lebensunterhalt. Eine Familie mit drei '�UAt!•.'n einem Durchschnittsalter von 7 Jahren stehen, ver- tu'e zährliche Ernährungsausgabe von 379 M. und vermag Wmmtcit Lebensunterhalt mit 566 M. jährlich zu decken; 'es h J(?r"icht mit behaglicher Auskömmlichkeit, jedoch ohne, str Am-», hohe Dürftigkeit oder Elend zeigt, aber unter Mit.„ Setzung, daß die Frau ihrem natürlichen Berufe, Haus- "Wen«■ ü''"cht durch dauernde Arbeit außer den, Hause tu, an wwd- Der hier angegebene Nahrungsverbrauch entspricht 'Hb v?�derten Stoffzerfall eines schwächlichen Ernährungs- ltz n, �Urzustandes, das ohne Schädigung der Gesundheit V r u sf/'vW eines tue«ige K ö r p e r k r ä s t e b e a n- '�tcrcv o?ie.n B e r ti f s ausreicht, aber zu andauernd Arbeitsleistung ungenügend ist. Bei kräftige Er- rbeje-?"er. Familienglieder, aber ebenfalls mäßige W ucrin r f 1 st u 11 3 des Mannes würden dieselben Familien rstart L �.r Nahrungsaufnahme nach entsprechend geänderter Js'b 4n-, m, derlose Familie 316 M. jährlich für Ernährung M»,!,-. wt. jährlich für den gesammteit Lebensunterhalt, die Wbe,,-,""� Kindern 515 M. jährlich für Ernährung und 703 M. e i st �bensunlerhalt brauchen. Bei kräftiger Arbeits- sttbe'9 des Mannes, wie sie die Arbeit dem 'Mmiat.. entsprechend schwere Arbeit in der Fabrik .stltlim', w'it'be zu diesen Zahlen ein ungefähres von 29 M. sab t v 1l»ter den Lebensverhältnissen einer Groß- �eite die jährliche ErnährungSausgabe bei mittlerer ftfpiü 5 des Nlannes, aber bei Einschränkung der Familie steile,. ,, V jBstv» und Branntwein-Genuß mit 574 M. zu be- sög A. vd daher ein Mindest-Einkounne» dieser Familie von stec big ,iu wünschen sein. Dr. v. N. giebt dann sein Gutachten ! d i, z b, stährung der Zittauer Handweber, die eine Minder- �lle A, 9 trotz völliger Sättigung darstellt, in- °�»jl| VPelitmangels. der durch den Aufenthalt in den schlecht IWht bi..,�stbeitsräun>en erzeugt und durch die einsörmige und v l e j s�"a»glich fettreiche Kost nicht gehoben wird. Der N'Ä.V �brauch sei ebenso, wie der Bier- und Bräunt- Mleit sehr häufig die Ursache, daß die behagliche Anskömm- 5.rbei|°'ver Familie gestört wird und zwar nicht blos bei dem ?""de, sondern auch bei dem Mittelstände. Das Fleisch ge- °.".th°..ersten Nahrnngsmitteln; sein Genuß ist mcht b3«Uch M'g für die Ernährung des gesunden Menschen. Kann kei,,�„ e Massencrnährung kaum entbehrt werden, so ist Mhait. Verwendung als gewöhnliches Nahrungsnuttel un �.cht i,.,, einer Familie nur dann und insoweit berechtigt, als �eress'�'endige Bedürfnisse des Lebens darunter lctden.— Hnuuf, v an dieser �ynzen Auseinandersetzung ist nur die Be- er Ernährungs- und Haushaltungskosten, die„auf den geringsten Betrag berechnet, noch eine Summe ergeben, die den Lohn zahlreicher Arbeiter übersteigt. Im Uebrtgen läuft die ganze Arbeit des Dr. v. N. auf neue Küchenrezepte für die Ar- beiter hinaus. Vielleicht hat Dr. v. R. die Güte, sich mal nach diesen Küchenrezepten zehn Jahre lang selbst zu ernähren; dann können wir uns einmal wieder sprechen, Herr Doktor, wenn Sie dann überhaupt noch sprechen können! Der Vinn, Kevlin zuv Krestadt z« machen, ist sehr verführerisch. Vielleicht erleben wir es sogar, daß des Kreuzbergs steile Höhen noch steiler und höher gemacht werden und dort so etwas wie Alpen entstehen. Eins läßt ja aufs andere schließen — der Tegeler See wird Seehafen, auf welchem sich die Dampfer des Norddeutschen Llotzd und der Hamburgisch-Amerikanischen Packetfahrt-Aktiengesellschast und stolze Dreimaster schaukeln, und der Kreuzberg wird eine Alpeukette, auf welcher Alm und Sennerin zu finden sind und lustig der Jodler schallt. Dem neunzehnten Jahrhundert ist eben Alles möglich, und den bis- herigen Wundern der Technik, zu welchen wir auch den„Durch- bruch Zimmerstraße" rechnen, werden sicherlich noch staunen- erregendere folgen. Genug, den Seekanal nach Berlin behandelt wieder in sehr verführerischer Weise Herr Regierungsbaumeister N. Scheck in der jüngsten Nummer der'„Dtsch. Bztg.", und zwar unter Darlegung eines neuen Projekts, welches von jenem Strous- berg's und des Vizeadmirals Batsch erheblich abweicht. Die Kanal- linie soll am Tegeler See, welcher als Hafen ausersehcn ist, bc- ginnen, das Tegeler Fließ verfolgen, zwischen den- Wandlitzer und Mühlenbecker See, so wie' an den Wischsee-Höhen von 58 und 59 Meter anschneiden und bei Gräfenbrück den Finowkanal im Niveau kreuzen. Weiter geht der Kanal über Steinfurth, Lichterselde, Eberswalde, um alsdann links am Finowkanal mit letzterem nahezu parallel zu lausen und in den Liepe-Oderberger See zu münden. Von hier verfolgt er den Lauf der alten Oder bis Hohensaathen, weiter den Hohensaathencr 5ianal, um alsdann von Stützkow an in das vielverzweigte Oder- bett einzuschneiden. TaS rechte Ufer des Kanals soll durch einen Deich gegen das Oderwasser über Schwedt bis unterhalb Greifen- Hagen gedeckt werden. Hier wird der 5tanal in das freie Oder- bett einmünden, welches nur an einzelnen Stellen bis zu einer Tiefe von 6,5 Metern der AuSbaggernng bedarf. Die Tiefe des Kanals soll überhaupt dnrchgehcnds 6,5 Nieter, die Sohlen- breite 20 Mir. und die Wasserspiegelbreite bei dreifachen Böschungsanlagen 52 Mir. betragen. Die Schiffe, deren Breite auf 12 Mlr. bei 0 Mir. Tiefgang und 90 Mtr. Länge angenommen ist, könnten mithin einander an jeder Stelle des freien Kanals ausweichen. Alle nothwendigen festen Brücken sollen mit ihrer Unterkante mindestens 30 Mlr. über dem Wasserspiegel liegen und eine Lichtweile der Mittelöffnung von 43,3 Mtr. erhalten. Die Straßenbrücken sind als Klappbrücken mit einem hydraulisch zu hebenden Mitteltheile von 14 Mtr. Breite konstruirt. Für tiefer gelegene Eisenbahnen sind Dreh- brücken mit zwei Durchsahrts-Oeffnungen von je 14 Mtr. Lichtweite vorgesehen. Schleusen sollen schon wegen des allzu bedeutenden Wasserverbrauches, der sich auf 3,4 Kbm. in einer Sekunde belaufen würde, nicht zur Anwendung kommen. Statt dessen plant der Verfasser zur Ueberwindung der Höhen- unterschiede in der steilen Böschung am Höhenrande bei Ebers- walde ein großartiges hydraulisches Hebewerk anzulegen, dessen beide für 15 Meter Hebung berechnete bewegliche Kammern 96 Meter lang, 12,5 Bieter breit und ebensallS 6,5 Meter tief werden sollen. Jede Kammer wird von 20 Kolben, welche mit der auf gleichmäßige Wirkung berechneten patentirten Steuerung von C. Hoppe versehen wären, unterstützt. Das Gesammtgeivicht von Kannner und Wasser wird ans 10 330 Tonnen berechnet. Bei 40 Atmosphären Druck soll die Hebung, unter Zuweisung von 25 Minuten für die Schiffsbewegung, binnen 40 Minuten zu voll- ziehen sein. Die Kosten für dieses Hebewerk sind auf 7Ve Millio- nett Mark veranschlagt. Unter Hinweis auf die Vortheil?, welche für Entwässerung des Oderbruches entstehen, schätzt Herr Scheck die Kosten des Seckanals bis Stettin auf 115,50 Millionen Mark Unter Hinzuziehung der Kosten für Einrichtung der Betriebsmittel und der für 6 Jahre berechneten Bauzinscn steigern sich diese Kosten insgesammt auf 150 Millionen Mark und zwar bei einer Gesammtlänge des Kanals von 153 Kilometer». Neber eine andere Verbindung Berlins mit der Ostsee bei Wismar wird der Ver- sasser sich in einer Fortsetzung auslassen.— Das ist das neueste Projekt in der Seeschlange„Seekanal nach Berlin". Wir fürchten, daß das Projekt, Berlin zur Seestadt zu machen, immer See- schlänge bleiben wird. Wenn der„Durchbruch Zimmerstraße" kaum zu bewältigen war— wie dann dieser Seekanal?! Ans der Ärrlincr Ktrvinuavte sind, wie der Direktor Professor W. Förster in seinem, der Universität erstatteten Jahres- berichte mittheilt, an den vier Hanptinstrutnenten eine Reihe ivichtiger und bemerkenswerther Arbeiten ausgeführt worden, von denen wir folgende hervorheben: An dem größeren Meridian- instrument hat der zweite Observator, Dr. F. Kästner, seine Ortsbestimmungen von mehreren Tausenden ausgewählter Fix- steiiw fortgesetzt. Am kleineren Meridianinstrument sind von Dr. Batterinann Ortsbestimmungen von Sternen ausgeführt wor- den, welche für seine, in den letzten Jahren auf der Sternwarte gemachten Beobachtungen von Sternbedeckungen durch den Mond erhebliche Bedeutung hatten.?lm großen'Aeguatorial hat der erste Observator, Dr. V. Knorre, Ortsbestimmungen, theils von Planeten und Kometen, theils von mehreren Tausenden licht- schwächerer Fixsterne(bis zur 13. Größe) ausgeführt. Diese Sternbedeckungen hatten hauptsächlich den Zweck, sostznstellen, ob in der näheren und weiteren Umgebung sehr stark bctvegtcr hellerer Sterne auch unter den lichtschwächeren Sternen Be- ivegungen ähnlicher Art vorgekommen. Am Universal-Durchgangs- Instrument führte Dr. Atarcuse die vom Zentralbureau der inter- nationalen Erdmessnng in Berlin, Potsdam, Prag und Straßburg eingeleiteten Messungen ans, welche auf Grund der von Dr. Kästner aufgefundenen Schwankungen der Polhöhe der Berliner Sternwarte zu einer anhaltenden Ueberwachung der durch diese Er- gebuisse wahrscheinlich gemachten Bewegungen der Erdachse im Erdkörper angestellt werden sollten. Diese von Professor Helmert geleiteten Beobachtnngsreihen auf der Sternwarte haben in dem vorliegenden Jahre überaus wichtige lliesnltate geliefert, welche kaum noch einen Zweifel an dem derzeitigen Vorhandensein merk- licher Ortsveränderungen der Drehungsachse im Erdkörper übrig lassen. Während der ständigen Beobachtungen am großen Meridian-Jnstrument und am Nniversal-Dnrchgangs-Jnstrument sind den Herren Dr. Küsttter und Dr. Marcuse in zwei ver- schiedenen Nächten deutliche Spuren von anhaltenden Wellen- bewegungen der Erdrinde entgegengetreten, welche zweifellos von entfernten Erdbeben herrührten. Hierüber ist s. Z. in den Blättern berichtet ivorden. Alle späteren Ermittelungen über diese Vorgänge haben die Bedeutung dieser Wahrnehmungen nur be- ftätigt und übereinstimmend eriviesen, daß die Fortpslanzungs- geschwindigkeit der Erderschütterung, welche in dem einen dieser Fälle von einem Punkt in Mittelasien, in dem anderen von Patras in Griechenland ausging, etwa 3 Kilometer in der isekimde betragen hat. Die Sternwarte hat auch in diesem Jahre den öffentlichen Zeitdienst in Berlin und au der Ostseeküste in Swinemünde durch elektrische Verbindungen geleitet und außer- dem der Uhrmacher-Schule zu Glashütte im 5tönigreich Sachsen, sowie der zweiten Abtheilung der physikalisch-techitischen Reichs- anstalt zu Charlottenburg regelmäßige Zeitsignale mit der Genamg- keit von Zehnteln der Sekunde geliefert. Zun»..Fall Linda»" lesen wir in der„Volks-Ztg.": Im„Berliner Tageblatt", ganz hinten in der Beilage, noch hinter den letzten Theaterreklamen, findet sich in unscheinbarer Schrift folgende Erklärung: Berlin, den 23. August 1890. Sehr geehrter Herr! Seit einiger Zeit werde ich auf Grund einer vollkommen einseitigen Beschuldigung und unter Benutzung von Privat- briefen sehr lebhaft angegriffen. Diese Angriffe richten sich sowohl gegen die Person, wie gegen den Mitarbeiter am „Berliner Tageblatt". Aus diesem Grunde halte ich es für meine Pflicht, Ihnen mitzutheilen, daß ich, nachdem diese Angelegenheit auch vor das Forum des Vereins „Berliner Presse" gebracht worden ist, dem ersten Vor- sitzenden des Vereins, Herrn Kammergerichtsrath Ernst Wichert, das Material zur Beurtheilung jener Angriffe zur Verfügung gestellt habe, daß ihm nach seiner unmittel- bar bevorstehenden Rückkehr nach Berlin unterbreitet werden wird. Hochachtungsvoll und ergebenst Paul Lindau. Sollte Herr Lindau mit diesen Zeilen sagen wollen, daß er dem Verein„Berliner Presse" die Frage vorzulegen beab- sichtigt, ob derselbe ihn noch ferner als Mitglied besitzen will oder nicht, so ist das natürlich seine und des Vereins Sache; es geht die Ocffentlichkeit nichts an und wir enthalten uns selbst- verständlich über diese beiläufige Frage jeglichen Urtheils. Sollte Herr Linda» aber den Verein„Berliner Presse" zur Entscheidung über die Streitfrage selbst aufrufen wollen, so haben mir neulich schon erklärt, daß tvir dies„Forum" aus guten Gründen nicht anerkennen. Der Verein„Berliner Presse" ist in keiner Weise eine Vertretung der Berliner Zeitungen; zu einem Gerichte über publizistische Ehrenfragen ist er weder befugt, noch geeignet; er hat in früheren Fällen gegenüber einem kleinen kon- servativen und einem großen liberalen Sünder mit zweierlei Maße gemessen, und er kann ein unparteiisches Urtheil lim so weniger fällen, als ihm alle gesetzlichen Zwangsmittel zur Feststellung der Wahrheit fehlen. Ihn in dem vorliegenden Falle als Ehrengerichtshof zu konstituiren, wäre ein uin so größerer Humbug, als die Theaterkritiker Zabel(National-Zeitung), Landau(Berliner Börsenkourier) und Wolff(Berliner Tageblatt) als Mitrichter sungiren würden, dieselben Leute, welche sich bisher noch mit keinem Worte gegen die Behauptung Lindan's verwahrt haben, daß sie ihm Handlangerdienste bet seinem unsauberen Treiben geleistet haben. Unsere grundsätzliche Ablehnung des Vereins„Berliner Presse" als„Forum" in dieser Angelegenheit berührt selbstverständlich nicht die Thatsache, daß in diesem Verein auch untadelhaste, von uns hochgeachtete Männer sitzen. So, um das durch den Brief des Herrn Lindau am nächsten gelegte Beispiel anzuziehen, Herr Wichert. Es ist ein lindanischer Humbug, die bürgerliche Stel- lung dieses Schriftstellers, welche mit seinem Amte als Vorsitzender des Vereins„Berliner Presse" selbstverständlich nicht das Geringste zu thun hat, in dieser Sache anzuziehen; da eSer»en Ausfall der„Kerl. Ztg." gegen die„Volks-Ztg." in Bezug auf den„Fall Lindau" nnt- wortete letztere- Blatt auf eine Anfrage aus seinem Leserkreise: „Der Artikel der„Berliner Zeitung" über den„Fall Lindau" entrüstet Sie? Sie meinen, von allen Blättern der deutschen Presse habe dies ehrenwerthe Organ in dem genannten Fall die verächtlichste Rolle gespielt, da die „Todtschweigeblätter" doch meistens als mitgefangen, auch mitgehangen sein wollen, die„Berliner Zeitung" aber vor acht Tagen, nach unfern aktenmäßigen und erschöpsenden Mittheilungen über besagten„Fall", ebenso wüthend für Lindau eintrat, wie sie jetzt wüthend auf ihn schimpft':? Aber, verehrter Herr, das ist doch an diesem Blatte nichts Verwunderliches. Sein Geschäft bringt solche kleine Rechen- fehler mit sich. Vor acht Tagen kalkulirte es, daß das Todtschweigen glücken werde, und so that eS ein klebriges, indem es für Lindau ins Zeug ging; jetzt wo es sieht, daß es sich verrechnet hat und das Tvdtschweigesystem durchbrochen ist, schnappt eS so bissig nach Linda», daß man für den Mann beinahe Sympathie empfinden könnte. Sie wundern sich ferner, daß diese Wetterfahne in einem Punkte doch konsequent ist, nämlich in dein Schimpfen ans die„Volks-Zeitung"? Ja, verehrter Herr, das ist wirklich nicht verivuiiderlich. Sie müssen sich doch erinnern, daß Herr Ullstein jun., als er vor einiger Zeit auf unserer Redaktion mit dem„kollegialen" Ersuchen erschien, an den Setzern der„Verl. Ztg." eine wahrhaft Lindau'sche— Ehrenhaftigkeit zu begehen, von uns höflich, aber ent- schieden hinauskomplimcntirt wurde. Seitdem tobt in der zottigen Mannesbrust dieses jugendlichen, aber hoffnungs- vollen Geschäftsmannes eine rasende Wuth gegen die „Volks-Ztg." Lassen Sie also die„Verl. Ztg." auf uns schimpfen, so viel sie will. Sie erleichtert ihr schwer be- drücktes Herz, und uns thut's weiter nicht weh." Wir müssen der„Volks-Ztg." in allen Punkten beipflichten. Schabiger hat sich allerdings kein Blatt hei der Slffäre be- nomine», wie das Organ der Herren Ullstein. Es gehört freilich ein reines Gewissen dazu, wenn man furchtlos öffentliche Miß- stände geißeln will. Allerdings ist die„Verl. Ztg." ja nur noch Organ der Familie Ullstein: wenn ein zunger Mann der Familie sich nicht die Uliteroffizierstressen erreiten kann— dann muß der politische Thetl des Blattes sich dazu hergeben, das militärische Bauchgrimnien des verkannten Genies in alle Welt auszu posaunen. Uebev die Nmiubimmg ärztliche» Honorars ist kürz- lich eine gerichtliche Entscheidung ergangen, die von den ärzt- lichen Fachjournalen gegenwärtig vielfach zum Gegenstande der Kritik gemacht wird, die aber auch für das ärztliche Hilfe suchende Publikum von Wichtigkeit ist. Ein Arzt behandelte in einem Hause eines Kranken und wurde, als er diesen Kranken besuchte, zu einem in demselben Hause wohnenden anderen Kranken ge- rufen. Bezüglich des Honorars für diesen ersten Krankenbesuch bei dem zweiten Kranken verlangte der Arzt mit Rücksicht darauf, daß ein besonderer Weg nicht nöthig gewesen war, ein Honorar von nur einer Mark, die ihm auch sofort entrichtet wurde. Später machte er dem zweiten Krauken noch mehrere ärztliche Be- suche für welche er schließlich zwei Mark für jeden Besuch be- rechnete. Diesen Betrag wollte aber den Schuldner nicht zahlen, erklärte sich vielmehr nur zur Zahlung von einer Mark für zeden folgenden Besuche bereit, da diese nicht theurer sein könnten als der erste Besuch. Auf seine gerichtliche Klage wurde der Arzt mit der Mehrforderung abgewiesen. Das Amtsgericht führte aus, daß wegen des Honorars ein Vergleich vorliege. Zu einem solchen Vergleich ist eine ausdrückliche wörtliche Zustimmnng nicht er- forderlich, es genügt, wenn der betreffende Theil seine Zustimmung stillschweigend oder durch konkludente Handlungen zu erkennen giebt. Der Verklagte mußte in dem Glauben sein, daß nach der Vereinbarung für den ersten Besuch auch die ferneren Besuche nicht theurer sein würden und es wäre Sache des Klägers ge- weseu, wenn er für die späteren Besuche ein höheres Honorar beanspruchte, dies ausdrücklich zu erklären. Gegen diese Ent- scheidnug legte der Kläger, des wichtigen Prinzips wegen, die Berufung sein. DaS zuständige Landgericht hat dieselbe zurück- gewiesen und die erste Entscheidung lediglich bestätigt. An dem Zustandekommen eines Vergleichs für das Besuchshonorar sei nicht zu zweifeln. Der Patient sei zweifellos der Meinung ge- wesen, daß der Besuch nur eine Mark koste, wollte der Kläger 'ür spätere Besuche mehr fordern, so iväre es nöthig gewesen, )ics dem Patienten ausdrücklich zu erklären, bevor die späteren Besuche demselben abgestattet wurden. Um ei» nnßerordcntlich hohes Gbselit handelt es sich bei einem vorgestern im Brauerei-iilusschank zum Spaten, Friedrich- straße 172, ausgeführten Diebstahl. DaS HaiiS ist in seinen drei unteren Stockwerken zum Ausschank eingerichtet, während im vierten Stockwerk die Wohnung des Gastwirths Branco liegt. Hier bewahrte dieser sein Vermögen in Baarmitteln und Werth- papieren in einem verschlossenen Zylinderbüreau auf. Die Diebe haben sich nun mittels Nachschlüssel Eingang in die Wohnung befindlichen Pferdebahuwagen zur Erde und erlitt anscheinend innere Verletzungen.— Am 24. d. M. und in der Stacht zum 25. d. M. fanden acht kleinere Brände statt. GeridiksKZeikmtg. E verschafft, das Zylinderbüreau mittelst eines Stemnieisens er'- brachen und 60 000 M. gestohlen. Darunter waren 6000 M. in baarem Gelde und 10 000 M. in 4prozentigcr ungarischer Gold- rente, 10 Papiere über je 1000 M. Das klebrige waren andere Werthpapiere. Die ungarischen Papiere tragen die Nummern 421898, 75 754, 48 820, 41 899, 441 671, 512, 514, 332 579, 332 578, 158 223. Der Diebstahl ist wahrscheinlich schon vorgestern Nachmittag ausgeführt worden, weil der Diener des WirlhS, als er am Abend die Wohnung betrat, die Eingangsthür nicht, ivie sonst, zweimal verschlossen, sondern nur eingeschnappt vorfand, was ihm zuerst nicht besonders anfficl. Eben so wenig hat Branco vorgestern Abend de» Diebstahl bemerkt, weil er gleich nach Beendigung seines Geschästs sein Schlafzimmer aujsuchte. Erst als er gestern früh, wie stets an den Montagen, die Wochen- abrechnung vornehmen wollte, wurde er seinen Verlust gewahr. Auf die Ergreifung des Thäters und die Herbeischaffung des gestohlenen Gutes ist eine Belohnung von 3000 M. ausgesetzt. 3» nächster Uähe des Atadtbnhnhofea Kellern, e wurde am Sonnabend Nachmittag gegen 2l/i Uhr der Streckenarbeiter Schulz von einem Zuge der Ostbahn überfahren und auf der Stelle getödtet. Dem unglücklichen Manne war der Kopf vollständig gespalten und der linke Fuß abgetrennt. Das Merk- würdige an diesem Unglücksfalle ist der Umstand, daß Schulz der Schlaswirth war von dem Assistenten Schollnuß auf Station Bellevue, der vor ganz kurzer Zeit an derselben Stelle von einem Zuge überfahren, schwer verletzt wurde und alsdann seinen Wunden erlegen ist. Achtung! Alle diejenigen, welche am Sonnabend Abend gegen'/all Uhr das Vorgehen der Schutzmannschaft bei dem Auftritt in der MarkuS- resp. Naupachstraße mit angesehen haben, werden höflichst ersucht, ihre Adresse bis Mittivoch Abend im Restaurant Jäger, Blumenstraße 74, abzugeben. Achtungsvoll E. Bauer. Zeugen gesucht. Am Donnerstag, den 21. d. M., Nachmittags gegen V24 Uhr, soll von dem Omnibuskutscher des Wagens 68— Linie Schönhauser Thor— Kottbuser Thor— vor dem Hause Konimandautenstr. 15 ein älterer Mann von dem einen Pferde niedergerissen und dann überfahren worden sein. Der Mann hat starke Verletzungen erlitten, so daß seine Ueber- führung in die Charitee nothwendig wurde. Der Polizeibericht behauptet, daß der Unglücksfall auf ein Versehen des Omnibus- kutschers zurückzuführen sei. Ein Herr in hellgrauem Anzug, der dem Kondukteur zurief, er solle nur ruhig weiter fahren, er hätte keine Schuld, das Pferd eines fremden Wagens habe den Mann umgerissen, wird gebeten, seine Adresse bei dem Kondukteur des Omnibus, Pascheck, Kottbuser Damm 8, v. IV f., abzugeben. Ebenso werden alle anderen Passanten, die von dem Vorfall Keuutniß genommen haben, ersucht, ihre Adressen ebenfalls dort abzugebe»._, poiis-ilxvicht. Am 23. d. M. Morgens fiel der Dach- decker Rcinhold Ulrich vom Dache des Neubaues Langestraße 53 auf den Hof hinab und erlitt so schwere Verletzungen, daß er bald darauf verstarb.— Zu derselben Zeit hatte sich der Kauf- mannslehrlrug Max Kiesling auf einen ihm zur Beaufsichtigung übcrgebenen Geschäftswagen geseht und fuhr mit demselbc» rn der'Reuen Fricdrichstraße auf und ab. Dabei ging das Pferd durch, Kiesling stürzte von, Wagen und erlitt eine Gehirnerschütterung.— Nachmittags wurde auf dem Stadtbahngelcise, z, vischen den Bahnhöfen Bellevue und Thiergarten, der Bahn- arbeiter Hermann Schultz durch einen Stadtbahnzug überfahren und ans der Stelle getödtet. Der Verunglückte halte trotz des Signals des Vorarbeiters beim Herannahen des Zuges das Geleise nicht rechtzeitig verlassen.— Aotnds versuchte ein Mann in den Anlagen des Königsplatzes sich inittelst Revolvers zu erschießen. Er wurde noch lebend nach der Charitee gebracht.— Am 24. d. M. Nachmittags erlitt der Kutscher Fritz Göde auf dem Platz am Neuen Thor beim Abspringen von dem Kutscher- sitze des von ihm geführten Omnibus eine so bedeutende Ver- letzung des rechten Fußgelenks, daß er nach der Charitee gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit fiel eine Frau vor dem Hause Königstraße 32 beim Abspringen von einem in der Fahrt Eine böse Unregelmäßigkeit, welche zwei Vorstands Mitglieder der Freien Krankenkasse der Schuhmacher-Genossen- schaft begangen haben sollen, unterlag gestern der Prüfung der ersten Ferienstrafkammer des Landgerichts I. Der Vorsitzende des genannten Vereins, Schuhmachermeister Robert Krause, sowie das Ausschußmitglied Schuhniachermeister Friedrich D o l z befanden sich wegen gemeinschaftlicher Urkundenfälschung auf der Anklagebank. Während der erste Angeklagte thcilweise geständig war und seinen Mitangeklagten belastete, bestritt der letztere jegliche Schuld und behauptete, daß er nur ein Opfer der Feind- schast und Gehässiigkeit des Angeklagten Krause sei. Er, Dolz, sei bei den Neuwahlen eines Vorsitzenden mehrfach als Kandidat auf- gestellt worden und habe viele Stimmen erhalten. Bei der letzten Neuwahl habe er geltend gemacht, daß Krause infolge_ seines Nervenleidens nicht im Stande sei, den Posten eines Vorsitzenden zu bekleiden und alles dies habe ihm dessen Feindschaft zugezogen. Die in Rede stehende Strafthat ist bereits vor zwei Iahren begangen. In einer Vorstandssitzuug, welche am 3. Juli 1337 stattfand, legte der Angeklagte Krause dem Kassirer der Genossenschaft, dem Schuhmachermeister Schultz?, eine Liquidation des Dr. med. Schröder über 12 M. für ärztliche Bemühungen vor, die einem Genosscnschaftsmitgliede geleistet worden waren. Krause wies darauf hin, daß er, wie der Quittungsvermerk ausweise, den kleinen Betrag bereits verauslagt habe und bat er den Kassirer um Rückgabe desselben. Auf das von dem Kassirer geäußerte Bedenken, daß ihm die Unterschrift des Arztes nicht bekannt sei, beglaubigte der Vorsitzende dieselbe durch seine eigene Unterschrift, der Kassirer nahm nun keinen Anstand, die 12 M. dem Vorsitzenden auszuzahlen. Später hat sich herausgestellt, daß die Liquidation ursprünglich nur auf 2 M. gelautet hat und durch Borsetzung einer„1" auf 12 M. erhöht worden ist. Nach der Anklage und nach dem Geständnisse des Angeschuldigten Krause ist die Fälschung von beiden Angeklagten gemeinsam begangen und die dadurch gewonnenen 10 M. sind zwischen ihnen gethcilt worden. Krause hielt diese Behauptung auch im Termine aufrecht, wogegen Dolz die Beschuldigung mit Entrüstung zurückwies. Durch die Aussage des Kassirers Schultze wurde erwiesen, daß Dolz in der fraglichen Sitzung unmittelbar neben Krause gesessen, als der letztere sich die 12 M. auszahlen ließ, Dolz wollte aber aarnicht darauf geachtet haben. Zwei andere Zeugen be- rundeten, daß Krause ihnen gegenüber ebenfalls ein- geräumt habe, daß Dolz bei der Fälschung betheiligt sei. Der Staatsanwalt hielt auf Grund der Beweisaufnahme die Mitschuld Dolz's für eriviesen, er beantragte gegen jeden Angeklagten Monate Gcfängniß. Der Vcrtheidiaer des Angeklagten Dolz, Rechtsanwalt Morris, führte aus, dap die Belastung des Mit- angeklagten Krause nicht ausreichen könne, den bisher unbescholte- neu Dolz für überführt zu erachten. Krause, der infolge sciueZ Nervenleidens sich kaum verständlich auszudrücken vermöge, sei wahrscheinlich auch geistig nicht mehr intakt und eventuell sei seine ärztliche Untersuchung zu empfehlen. Der Gerichtshof gab diesem Antrage statt und soll Krause durch den Gerichtsphysikus einer Beobachtung untcrworseii werden. Der Versuch der Ztnaionnnrnltfchaft, die Anzeigen der sogenannten„W ahrsage rinne n" unter dem Gesichtspunkte des„groben Unfugs" zu verfolgen, stößt bei den erkennenden Gerichten auf Widerstand. Eine dieser Spckulantinnen auf die Dummheit der Menschen, die Frau Klara Eberhardt aus der Andreasstraße, ist gestern zuni zweiten Male freigesprochen worden. Frau E. ist an einen Mctalldreher verheirathet und während dessen Abwesenheit von Hause verivandelte sie ihre Wohnung in einen modernen Tempel der Pythia, in welche»! sie alle diejenigen verehrten Frauen und Jungfrauen empfing, ivelche ein instinktives Verlangen in sich tragen, den Schleier der Zu- klinft ein ganz klein wenig gelüftet zu sehen. Frau E. macht keineswegs den Eindruck einer alten Sibylle, sondern ist eine noch sehr lebenslustig in die Welt schauende Dame mit fröhlichem Gesicht, welches von einem ganz modernen Kapotthütchcn umrahmt wird. Frau E. sagt„aus den Karten" wahr und zwar rühmt sie sich, daß' manches, was sie den Leuten von dem„über den Weg" liegenden Glück oder Unglück erzählt, eingetroffeii sei. An Zuspruch fehlte es ihr nicht, dafür sorgte die von ihr erlassenen Zeitungsannonze mit den einfachen Worten: „Lonormand, Andreasstraße". Eine Frau Baronin v. W. hatte sich über diese unverhüllte Art der Gimpelfängcrei geärgert und diese Aiinonze dem Polizeipräsidenten v. Llichthofen mit sol- gender bescheidener Anfrage eingesandt:„Und Sie dulden in der Reichshanptstadt solchen Skandal?" Frau E. wurde in weiterer Folge ivegen„groben Unfugs" angeklagt, vom Schöffengericht aber freigesprochen, weil dasselbe in der Annonze den Thatbestand de? groben Unfugs nicht erblickte. Stuf die vom Staatsanwalt eingelegte Berusung hatte sich die vierte Ferien- straskammer gestern mit dieser Frage zu beschäftigen. Der Staats- anwalt berief sich darauf, daß nach Oppcnhoff's„Rechtsprechung des Obertribunals" auch dieser früher höchste Gerichtshof in der Ankündigung des Wahrsagens„grobe» Unfug" gefunden hat. Ein solches liege hier auch vor, da die Annonze der Angeklagten, ivelche darauf berechnet sei, beschränkte Leute anzulocken, that- sächlich Aergerniß erregt habe. Der Staatsanwalt beantragte deshalb eine Geldstrafe von 20 M. event. 4 Tage Haft.— Die Berufungskammer erkannte jedoch auf Freisprechung. Nach ihrer Meinung lasse sich der grobe Unfug durch„Erregung von Aergerniß" nicht charakterisiren, denn die Menschen haben keinen Anspruch darauf, in dieser Welt ohne Aergerzu bleiben. Zum groben Unfug gehöre vielmehr eine Störung des Friedens und der Ruhe der Bürgerschast und eine solche sei in der qn. Annonze nicht zu erkenne». Grobe Ueruntreunnge» im Gesammtbctrage von über 5000 M., denen die Z i e g e l e i- B e r u f s g e n o s s c n s ch a s t zum Opfer gefallen, kamen gestern vor der 1. Strafkammer in einer gegen den Bureandiener Wilhelm C a s s n c r gerichtete» Anklage zur Sprache. Der Angeklagte ist nicht der eigentliche Urheber der Urkundenfälschungen, um ivelche es sich handelte, sondern nur sein Helfershelfer, während der' Hauptübelthäter, Schreiber Adolf Stempel, es vorgezogen hat, angeblich geisles- krank zu werden und sich nach Dalldorf überführen zu lassen. Der Angeklagte C a s s» e r ivar seit dem Jahre 1886 Bureandiener bei der Ziegelci-Berufsgenofsenschaft und hatte als solcher auch regelmäßig die Postsachen wegzutragen und abzuholen. Er erhielt zu diesem BeHufe eine verschlossene Mappe, zu welcher auf der Post ein zweiter Schlüssel existirte. Der betreffende Postbeamte nahm die darin befindlichen Postsachen heraus, legte die angekommenen hinein und der Angeklagte hatte die wieder verschlossene Mappe an den Geschäftsführer Herrn Lenz ab- zugeben. Unter den Postsachen befanden sich auch täglich Aus- lieserungsscheine für Postanweisungen, welche von dem Geschästs- sührer uurerzeichnet werden müßten, wenn sie erhoben werden sollten. Es ist nun festgestellt worden, daß diese Mappe, ehe sie von dem Angeklagten dem Geschäftsführer übergeben wurde, in zehn Fällen arg geplündert worden ist und zwar durch den jetzt geisteskranken Stempel. Derselbe hat mit einem Draht das Schloß der Mappe geöffnet und Postanweisungen über viele hundert Mark herausgenommen. Diese Postanivcisungen hat er mit dem Namen des Geschästsführers unterzeichnet und das Geld im Gesammtbetrage von 5500 Mark abgehoben. Nach der ganzen Sachlage war es nicht gut denkbar, daß die Diebstähle ohne Mitivissenschast des Angeklagten ausgeführt sein konnten, derselbe hat sich auch dadurch verdächtig gemacht, daß er plötzlich sehr viel Geld ausgab. Derselbe bestritt Entschiedenheit jede Schuld und behauptete, aber daß mit % Mappe bisweilen auf wenige Augenblicke unb�acht Zmimer habe liegen lassen. Der Staatsaiuvalt OPsw®, � auf Grund der Beweisaufnahme die Beihilfe, nundes g teil � ehlerci für erwiesen und beantragte gegen den Ang»>««-. � Gefängnißstrafe von 1 Jahr 3 Monaten und 2 3 9... Verlust. Rechtsanwalt Dr. K a l i n o w s k r hielt dag �- Freisprechung für geboten.— Der Gerichtshof erachte � angebracht, zunächst noch den Kreisphystkus Professor � K* über den Geisteszustand des Stempel zur fraglichen und er setzte deshalb eine Fortsetzung der Verhano.,, nächsten Freitag an.— Für den Geschäftsführer Herrn diese Diebstahls-Affairc noch manche Unbequemlichkeiten J ü gehabt, da sich die Berufs-Genossenschaft an der* gestellten Kaution schadlos halten wollte. Er hat ap f Weg des Prozesses beschreiten müssen und die Genoffeniq durch gewungen, die Kaution wieder frei zu geben. %or wird, W6I hmdur «Monc Ziuune werden wit 2 i Ä Soziitls Meberkivstk Aufruf n» fiimmtliche Kollegen und Arbeiter In-"und Anolondes. Werths Kollegen und Arbeit» bekannt, befinden wir uns seit dem 5. Juli d. I. im StalPJSl uwiumn,»ei*, twi» jvvv wu»-• v- weil wir uns unser Koalitionsrecht nicht verkümmern lall», � Das Unternehmerthum hat es sich zur Aufgabe gem 1' Koalitionsrccht der Arbeiter zu vernichten, um so den »Ü jsutuuToTiöTeuj i uvt. suututi. zu..... i-, vollends zum willenlosen Werkzeug des Kapitals zu mag): ß Wie weit letzteres dem Unternehmerthum gelingen' t(j vor der Hand noch nicht abzusehen, und es wird jede»! Solidarität der Arbeiter abhängen, ob es gelingt, den der Unternehmer zu Schanden zu»lachen. mtl Daß dem Kapitalistenthum alle möglichen Wlfsrnt Erreichung des vorerwähnten Zwecks zur Verfügung M' jj bekannt; weiter ist bekannt, daß man nicht sehr wählerqcy Benutzung der Mittel gegen die Arbeiter ist...... Als in diesem Frühjahr die großen Aussperrungen, � beiter in Hamburg in Szene gesetzt wurden, da ließ es a � Glasfabrikänten keine Ruhe mehr, man glaubte den A> ö für gekommen, um die wenigen und noch jungen Fachvere Glasarbeiter aus den Fugen zu heben.,.Pj Die Fabrikanten der Flaschenbranche einigten st% � keinen Arbeiter in'Arbeit nehmen resp. behalten zu wo»«' � einem Fachvereine angehöre. Hierauf wurde auf den bcueii � Hütten, wo die Arbeiter organisirt waren, durch Anschlag � gegeben, daß, wer nicht aus h,,m ,mö"' 4 idtvvtv, vnvv«; �»"1 J..,»(Jlll4 DM., dein Fachverein trete und M i � verpfliche, innerhalb 5 Jahren keinem Fachverein ange?� � wollen, in 14 Tagen die Arbeit zu verlassen hätte. Diesen folgte dann die Aussperrung der Glasarbeiter zu B»# Flensburg und Ottensen, da die Arbeiter genannter � schloffen, das Koalitionsrecht hoch zu halten. ttf* Die Kollegen genannter Orte haben bis zur Stnno Ä/IV ovvutytu yviivuuuv*. vvv y""~,.t..,, r[ifc, rC* ausgehalten und werden auch ferner ihre Schuldigkeit ly � iitg 00 sie wissen, was für die deutsche Glasarbeiterschast m' flez im " � S-d« �' ÄS«! ÜI# Spiele steht. Es ivürde für die Glasarbeiterschaft ein sein, wenn es den Fabrikanten gelänge, die Fau,..... »aiinten Orte zu vernichten; ob sich bald wieder Kollegen w hergeben und für die Sache eintreten, ist sehr fraglich. m Es ist daher Pflicht der ganzen Glasarbeiterschaft,»" Kräften für ihre ausgesperrten Kollegen einzutreten, um> Willkürherrschast des Kapitals einen festen Damm 9 zusetzen.„..„«.F In erster Linie ersuchen wir, den Zuzug streng und sodann bitten wir, uns auch materiell nach beste»»rai unterstützen. An den genannten Orten befinden sich etwa 850 Gla»° M "....... Mehrzahl FaimlitNW im Ausstand, von denen die große Unterstützung thut daher dringend noth..51 Nicht unverschäuite Forderungen unsererseits haben'Pj die Straße geworfen, sondern der tyrannische Beschluß dei v kanten. Dies möge jeder Arbeiter beherzigen. Berge dorf, den 18. August I89u. Mit kollegialischem Gruß... D i e ausgesperrten Glasnrbe 1 1„ist Sendungen sind zu richten an Glasmacher HesJ./' H a l l w a s, pr. Adr. Herrn Alwin Schmidt in® bei Bergedorf, Marktplatz 4., mI Auch nimmt Sendiliigen entgegen die Redaktion de-"U genösse" in Löbtau b. Dresden.„,1, In Berlin sind Saminellisten zu haben bei Adolf A Glasschleifer, Wrangelstr. 75, Hof 4 Tr. � Wt »- 1'1 Miic. fiti) NU f'c iint ehr be tue Eis »erbint «rundb >» tc» echi'ik fe .41 x» Hä «ones. riensch «Nlän! W-ren riiave» «»t ber Primiii, E Ä Inn, ent In»' He». einpel t A»- rho» vj i I kB «Nlisn fc"«' S «Ro ei>,• Uni Hamburg, 23. Augnst. Situationsbericht. Die Z'� � zu unterstützenden Ausständigen und Gemaßregelten hat, m>e zu uiurcfiugeiiiim«iiu>|ianuigeu unv vämiiapregciieu v"»/ r „Hamb. Echo"»littheilt, in dieser Woche etwas abgenoniM stj? die Zimmerer in dieser Woche die letzte Unterstützung und beschlossen haben, nur noch die Familien der Jnhast"_ unterstützen. Einen gleichen Beschluß haben die_____ aßt. Besonders die Letztgenannten befinden sich in einer si w Lage, da die größte Anzahl derselben, ca. 600, noch imM», � Beschäftigung ist.— Bon den Erdarbeitern und 3'/ arbeitsleuten feiern noch 103 Verheiralhete mit 129 Kindel � 15 Unverheirathete. Unterstützungsbedürftig sind davon* j.tf heirathete mit 59 Kindern nnd 10 Ledige.— 8 Former st''D. ist alls noch ohne Arbeit.— Von den ausgesperrten Arbeit*'„st F. Richter'schen Goldwaarenfabrik sind 9 Verheirathete 17 Ledige theils abgereist, theils haben sie andere Arbeit Zu uiiierstützen siiiv noch 13 Verheirathete mit 20 Kinder. � 22 Ledige.— Die Zahl der zu unterstützenden ausgesperrten � macher von Ottensen beträgt 149. Davon sind 110 verhc'»p nnd haben zusamnien 269 Kinder. 89 sind unverheirathe>' � Unterstützung nnd Geld zur Abreise(30 M. im Ganzen) fs 6# an diese in der letzten Woche ausgezahlt 1693,60.—»>*.st der ausgesperrten Glasmacher von Bergedorf beträgt 99! ind 70 Verheirathete mit 149 Kindern und 29 Ledige, vo»■■■" aber 15 Eltern oder sonstige Verwandte bisher ganz oder weise unterstützten._ Dir Glnslndustrie gehört zu den gesundheitsschrid„st Gewerben, sie führt schwere Erkrankungen der Athmung?- und der Verdailiingsorgane herbei. Ans dem s ch l e s' L � Glasindiistriebezirk wird 5. B. berichtet, daß im Durchs»)� 1885— 1887 iaftrlirh ümt 1000 fölnninfiuerh in«ilv arbciterdörfcrn Schreiberhau, Pctersdorf nnd HermsdoU�„„st gestorben sind; diese Ziffer ist höher als diejenige'"..'.„Ist! ungünstigsten gestellten Großstädten beziehentlich FabriL Die Ltindersterblichkeit ist gleichfalls eine enorme, wie iiue zcinocrnerviicyrell ig gicicysaus eine enorme, w" bei der ausreibenden, schlcchtbczahlcen illrbeit der Gla� i,„L Von je 1000 im Durchschnitt der Jahre 1875—1862 j geborenen ehelichen Kindern sind:„...tziistZ todtgeboren des Im preußischen Staat. In der Prov. Schlesien Im glasindustriellen Kreise Hirschberg. 87,8 41,3 ahrcs 224,7 274,0 HI» 64,0 In den drei oben genannten Orten sind von 40?, 0 1000 in den Jahren 1885—1887 geborenen(ehelichen und Kindern) im Durchschnitt gar 78,6 als todtgeborenf»nd# als vor dem ersten Lebensjahre gestorben gezählt ivordeN'�st man zögert noch mit der Einführung eines gründlichen A schutzes./ In Praß» ist(Mähren) wo kürzlich eine mit HB,?!>!, Militär und Polizei niedergeschlagene Lohiibewegnng* jr merksamkeit weiterer Kreise erregte und die Schneide» �>eßei, % JUiio i I Öe t- « b�itiii I I Exporteure und Grobkonfektionäre hausinduslrieinüßig betrieben wird, wird von 4 Uhr Morgens bis I I Uhr Abends, also k-t Stunde», und zweimal in der Woche die ganze Nacht Wutch gearbeitet. Zwei bis drei Fannlie» wohnen, wie die »-Nonatsschrift für chr. Sozialresorm" ermittelt hat, in einer aus «»inner und Küche bestehenden Wohnung. Für cinen großen Nock Ä1' 15 kr-, für eine große Zeughose 12 kr., für ein Lodemaquet 2 Reihen Knöpfen, wattirt, gesteppt, 40 bis 45 kr., für eine Hfe©toffhofe dasselbe gezahlt. Diese Hungerlohne und dwser «rbeitstag sind ein Hohn auf die inoderne„Zivilisatioii. Man Wuscht sich aber, wenn nian glaubt, daß derlei blos in Oester- N vorkomnie. Diese Zustände sind.nicht blos lenseitS der Wvarzgelben Grenzpfähle, sondern auch bei uns im Deutsche» Ach. zu finden. Air in Verlin haben nicht weit zu gehen, um ' Menen Augen derlei zu sehen.» M.1» Iii e vi 1t o befinden sich die landwirthschastliche» Arbeiter, sogen.„Peones", noch in drückendster, an die Hörigkeit gc- Lohnender Abhängigkeit. Diese indianischen Tagelöhner sehen nun infolge deS Aufschwungs der mexikanischen Agrikultur, --''— in ihren Betrieben verwendet, in einer Löhne waren in der ersten Zeit, als sich kie ue immer mehr Maschinen in ihren Betrieben verwendet, ,n einer chr bedrängten Lage. Die Löhne waren in der ersten Zeit. als Eisenbahnlinien, die Mexiko mit den Vereinigten Staaten "binden, ausgebaut wurden, einigermaßen gestiegen,-die Groß- sriiiidbesitzer— der Grund und Boden ist zum größeren Theil «'den Händen von Latifundienbesitzern— führten die MaschrneU- »chnik ein und schufen Großbetriebe, die naturlich durch �lpm�druckten � Arbeitskräfte außer Brod setzten und die «nd Pnr/b%l!l"a[ f"r Landwirthschast" heißt es nun:„Festigkeit d:» w tl v b''c crsle Bedingung für jede Maschine, welche jcoiip-~en ix Prones anvertraut wird. Einen Bruch oder einen T#«lenlck.'n ihren Thcilcn betrachtet der braune Ätatur- I inul', einen von ihm errungenen Sieg über die .rfft. löhPM«*1?!, Industrie." Es findet sich hier auf einer technisch Ml|([n" Kulturstufe dieselbe Erfahriing bestätigt, die zur Zeit der i» � stroeit die Baumwollen- und Zuckerpsianzcn der Südstaaten ''-»-• r* n----„...v i.— Vit«aiUlUOüUCll' UHU ouut-if'iuuov.i yv.�-wt»c.|vv»v.vv.» lt den Negern machten; sie konnten blos die allerjchwersten und snmitivsten Werkzeuge anwenden, da die Schwarzen i» ihrem "'»Pfcii Groll ihre Erbitterung an den Arbeitsinstrumenten che». Die mexikanisck.en Taglöhncr sind augenblicklich ,n Wen Position. t mexikanischen Taglöhncr sind augenblicklich in der- nur daß sie es mit Maschinen zu thun haben. ... daß im Lause der Zeit auch diese Proletarier aus ciEul*!"''"mm'" zu zielbewußten Arbeitern werde» müssen, "age der Hamburger Ausgesperrten. Gcwerkschnst- verschiedenes. Zum 1. Punkt referirte Kollege Albert »»d legte vorläufige Rechnung ab, wie viel»ach Hain- ... Steinmetzen Berlins geschickt worden ist; es' sind btt' Ganzen 1245 M., welche an die verschiedenen Gewerke '4(iii'fflejpen'tcn vertheilt sind. Sodann schilderte er noch die «i»,�'�sach erörterte Sachlage der Hamburger. Detailirter und in zsM,,'Hat dies sonach Herr Stob(Hamburger), worauf sich ""!> dp», Vorsitzende mit zü Herzen gehenden Worten anschloß »az.'»'cnte unter anderem, daß dies noch viel zu wenig sei, idiird« u oiescn uns' so nahe gehenden Zweck gegeben wird, denn hie�,, 1 dortige Unteniehmerthunl siegen, so werde sich das "A ■',3 "A i dortige Unlerneyineriyum pegen, ,o weror>>») vuo die anschließen und wir würden in dieselbe Lage kommen �enfi. Hamburger Brüder; es wurde ihm aber hierauf zu suh nn' gegeben, daß es iimiier nur der kleinere Theil sei, der lsles Neucrungeit betheiligc und dieser habe sei» Mög- 5mSii.�ihon, mn so mehr, da noch viele streikende Kollegen in sW-*»(» Städten auch zu unterstützen gewesen sind. Als- \i rde. eine Resolution einstimmig _, eine Resolution etnittmmig angenommen des '"'"iiop r"�i® Steuerung von 50 Psennigen pro Mann Mer»,- fortzusetzen bis kein Hamburger Ausgesperrter mehr zu !% A°n ist und daö Geld an die Berliner Streik-Kontrol- . Ä!w S" s-ndcn. icr i.J.Punkt„Gewerkschaftliches" wurde ein Brief verlesen mit tocciJ. ßen Bolschaft, oaß die Triester Kollegen ihren Streik 'i'os p;,®11»»d wurden dieselben dafür als Atuster hingestellt, Jusi«'"Je Redner nicht gelten ließen, indem sie meinten, wenn kl|;„ 0'stgen einer vereinigten Meisterschaft gegenüber gestanden Ilm �ir, wäre ihnen der Sieg auch schwerer gefallen. Äfo,,--Berschiedcnem" befürwortete Herr Stob das Zusauimen- M I" 1% vi»" t.—'--------(T3 �«««i C.« ,,v, A „„V""«vvv»Vv..v....V., � �„ ? die? öcfcat, daß in Kürze eine Versammlung geplant sei, ä" lcwirkcn. Hierauf wurde bekannt gegeben, daß am (c- AHM 4� �-••*..■ Soiintag Jnnungsversainmlung sei und M............. y,.. mit zur Sprache gebracht werden wurde, !>.».,.."Uercssire» müsse hinzugehen, man müsse eben mit der daselbst die da eS daher Ä -55 i i u a i i �»lilln"�«"11611 oiupe yiiiziigepcn, iimii rvr»«u! v<.i '{ ja et i- PtlllnS Bestehendem rechnen und die Vortheile, die "'Nossen' uEKiehnten. Hierauf wurde die Bersammlnng Mal out bcfiuchte Mitglied»?- UersaiiiikItiNiz de» i1'0 Oevi.i w1'® der drtitlchcit iitalcr, Salti?»?, Aulkt richr? .""'lie.im. o 11 Berussgenossen fand am 14. Mgust bei Guadt, �ia s-!' stntt- Kollege Hilpert führte ans, daß es nolh- solcher«/ onch außerhalb Berlins tüchtig zu agitiren, und zivar ..".Üliii'!»,"' Posen, Ost- und Westpreußen,.weil es dort mir der A n,lt 0 oor Armen noch sehr schlecht bestellt ist, was man Mkge.»» den von dort konimenden'Arbeitern bemerken kann. i- itrio!®h®»ach andere» Orten reisen, wird aus Verlange» i%e Cg JV* Agitation vom Hauptvorstand geliefert. Auch J'o sttein/s-1 schaden, durch brieflichen Verkehr init Verwandten /!" SoKrl.«'.ifo'fl f»r die Sache der Arbeiter zu wirken. Nach- Äioß»,?. Koideuiann das Ringen der Arbeiter geschildert hatte, 'ersaninilung, Unterfiützungsberechligten 90 Pfennige gewähren. Hierauf wurde» die Herren Hcideman» >i?töpel und Raschke beauftragt, s:- m',v tVi i'ie ftniri" 0,nö"»chsto Stiftungsfest in die Hand z Hexils, A'ch"i° Kouimissio» wurden als Vertreter der Filiale rch gt;:,,''chifch« und Starman» gewählt. Zum Schluß w '®'i u e hie Klommisfion geivahlt, welcher es obliegt, * 1- w.»» der Herberge behufs ihres Znstandes zu u die unter- Kaufirute hielt am d. M. iin Kviiigstadt-Kasiiio, Holzinarktstr. 72, >lcner Herr Dr. über„Henrik k-f tkellen. I' yie vn ö,. z-isilloß k, Heidemann das Ringen der Arbeiter geschildei ,,,'schchmlung, Untcrstützungsberechliglen 90 l»vl||'»nii n?.®'vühren. Hierauf wurden die Herren Hcic ll» i"Nne»' ifr'stger, Stöpel und Raschle beauftragt,' die Vor- h, die FnJf!5 �nächste Stiftungsfest in die Hand z» nehme» .. ch/' Kommission wurden als Vertreter der Filiale Ä.»»ud Starinann geivühlt. Zum Schluß ivurde s"�' U® Kouimissio» aeivahlt, welcher es obliegt, die ' hieltemrsa»»»h»ig erklärt sich mit dem Referenten einverstanden und beschließt, da nnS iveder Religion helfen kann, noch alle sozialen Gesetze, welche»iiS vo» der Liegiernng aufgezwungen worden sind, nur unser Heil in den Bestrebungen der revolutionären Sozial- demokrnlie, welche der Bevölkerung zum Segen gereichen wird, zu erwarten." Darauf wurde die Versaniinlung zur Aufnahme neuer Mitglieder auf 10 Minuten vertagt. Im 4. Punkt der Tages- ordnung lheilte der Vorsitzende der Bersauunlung mit, daß die Kollege» i» der Fabrik vo» Weber u. Co. die Arbelt niedergelegt hätten. Der Vorstand tadelte daS Vorgehen der Kollegen, da ans dem Kongreß zn Weimar der Beschluß gefaßt ivorden ist, nicht eher in einen Streik einzutreten, bis der Ausstand in Hain- bürg beigelegt worden ist und daß zn jedem Streik der Ver- tranensinanli zu Rathe gezogen wird. Wenn niiu ein Kollege in einer Werkstatt gcmaßregelt wird, so wird derselbe unterstützt, die Ander» aber haben ruhig weiter zu arbeiten. Ter Verein der Klempner habe ein Beispiel statu üf, indem er die Kollegen, die diesen leichtsinnigen Streik veranlaßt haben, nicht»uterstützt. Da nun der Metallarbeiter-Verein diesen Streik begünstigt, so kennt derselbe nicht, oder handelt absichtlich gegen die Beschlüsse des Metall- arbeiler-KoiigresseS zu Weimar. Ferner thciltc der Vorsitzende der Versammlung mit, daß der Kollege Zimmermann aus de» Arbeitsnachweis-Kommission ausgeschlossen ist. Folgende Reso- lution wurde von der Versammlung angenommen:„Die heutige in Süd-Ost tagende Versamiiiluiig der Klempner erklärt sich mit der Berliner Streik-Kontrolkom>nission einverstanden und verpflichtet sich, dafür zu sorgen, daß der„Berliner Lokal-Anzeiger" überall, >vo es angeht, abbestellt wird, weil dieses Blatt geistig werthlos ist für den Arbeiter." Nachdem sich niemand mehr zum Wort gemeldet hatte, wurde die Versammlung um 12 Uhr geschlossen. Zrntralkranke»- und Sterbekasse aller Arbeit»? Deutschlands(E. H. Nr. 83 zu Hamburg, örtliche Verwaltung Berlin G.). Am 20. August fand in Bolzinann's Lokal, Andreas- straße 20 die Vierteljahrsversammlung statt. Auf der Tages- ordnung stand: 1. Rechenschaftsbericht und Kassirerwahl. 2. Vor- trad. 3. Verschiedenes. Zum 1. Punkt verliest der Kassirer den Bericht, derselbe ergiebt eine Einnahme von 621,80 M. und eine Ausgabe von 566,31 M., worunter 100 M. an die Hauptkasse eingesandt sind und bleibt ein Kassenbestand von 55,5 M. Als Kassirer wird Herr Scholtz, Posenerstr. 27, gewühlt. Da der Vortra- gende Herr Dr. Zadel nicht erschienen ivar, mußte von diesem Punkt der Tagesordnung Abstand genommen iverden. Zu„Verschiedenem" stellt Herr Scholtz den Antrag, die Mitgliederversammlungen nicht mehr wie bisher durch Karten bekannt zn machen, sondern durch Inserat im„Berliner Volksblatt." Die Kasse ist allen Arbeitern bestens zu empfehlen. Dieselbe giebt bei einem wöchentlichen Beitrag von 20 Pf. eine wöchentliche Unterstützung von 6 M. und bei 30 Pf. 9 M. Sämmtliche Zahlstellen der Zcnlral-Kranken- und Sterbekasse der Tischler nehmen jeden Sonnabend Abend von 8—10 Uhr Beitrittserklärungen entgegen. Kcrichtigung. In Nr. 194 dieses Blattes, Bericht vom Fachverein verWcbcr nud verwandter Bernfsgenossen, soll es heißen: Firma Patz 16—21 M., Schulte 18—24 M., jedoch ist in letzterer Zeit der Lohn in der Fabrik von Schulte um zirka 4 M. gesunken. geiirtlbcmahvittirritt?$«(«-»tt>b JlUhiitil lilub Zassiille am Dlenstaz, den es. Augusi, Abends Uhr, bei Haupt, Skaltherfir. tos.(Siiste haben Zutritt. t>» Freie Bereinigung der«rauenre»nd Aifrleiirr veranstaltet onniag, den st. August, etnen Nachniltlagii-Ausstua mit Damen nach JohanntSthal-Niederschiinweide, Braueret„Borussia". Sämintltche Kollegen find hierzu eingeladen.— Der Arbeitsnachweis ist DreZdenerstr. 15. 6% bl» to Uhr. Freie tittfeuifch« zterlinigiing im Pahsuhofsr BierauSschant, Lands- bergerstr. so, heute'Abend Uhr: Bortrag des Herrn Eugen Herzberg, über „Alacht und Elnstust der Bildung".cr Mitglieder.—„BergnüanngSvere tn Schwarz- Weist- Roch" jeden Dienstag Abens 9 Uhr bei Feuerstein, Alle Lnkobstraste. Gäste willkommen.— Sozial- demokratischer Lese- und Tistuilr-it vrein„Herwegh". AbendS 8 Uhr im Lokale des Herr» Oiio Linke, Forsterstraste 45.— Arbeliergesangverein„BorwariS". Abends von 9—11 Uhr im Restaurant Schmidi, Wranaelstrabe ist: UebungSstunde. Die Redaktion ftelll die Benutzung de« Sprechsaals, soiveit Raum dafür abzu- aeben ist, dem Pnbllkilm zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Bersiiguna; sie verwahrt stch aber glelchzeUlg dagegen, mlt dem Inhalt desselben identlsizlrt zu werden. In dei: Sonntaasnumuier des„Berliner Volksblatt" finde ich eine Zuschrift„eines großen Thcils" der Thcilnehmer der Versammlung im ersten Wahlkreis vom Doinlerstag, in welcher es für möglich hingestellt wird, daß ich in dem am Sonnabend erschienenen Bcrsaiilmluilgsbericht a b s i ch t l i ch Thatsachen ver- schwiegen, also mit andereil Worten eine Fälschung begangen habe.—„I ch verwahre in i ch h i e r in i t ganz energisch gegen eine ii derartigen Vorivurf!"—„Berich t i g t" wird in jener Zuschrift:„Die Versammlung habe ihr Beänucril über den bewußten Artikel Wille's in der „Sächsischen Arbeiterzeitling" ansgesprochcn."—„Dies i st in der abgedruckte» Resolution enthalten!"— Ferner:„Die Resolution sei„rinffintiuig" angenommen und der Fraktion„ttnbrdingtes" Vertrauen ausgesprochen worden."—„Ich k o n st a t i r e, daß hier keine „ntistchiliche" Fortlassung der beiden fett- gedruckten Worte st a t t g e f u u d e u!"——„Wer in der Versailniililug anivesciid war, imiß rückhaltlos die strenge Objektivität des Berichtes als solchen anerkennen, sosern nicht durch persönliche Motive das klare Urtheil derselben getrübt ist." Ei» anderer, der sich so wie ich, durch die Ausführliilgen eines der Redner vielfach verletzt und beleidigt fühlen und über einen Mensche», den ich mit Recht als meinen Freund be- trachte, die ungcyeiicrlichfteii Verseumdungen vo» verschiedenen Seiten ergehen lassen»uißte, hätte vielleicht nicht die Sach- lichkeit so gewahrt und wäre möglicherweise dem in letzter Zeit so beliebt gewordenen„P c rs ö n li ch w c r d e n" verfallen. In Anbetracht des zuletzt Angeführten erscheint mir der, wenn auch bloS auf einem U i» w e g e gemachte Vorwurf des„bewußten FortlassenL" der beiden noch dazu, meiner Meinung nach, gar als für irgend ellvaS als maßgebend zu betrachtenden Worte, als ein schier unmöglicher. —„Sich darüber klar zu werden, ob man, wenn man jemanden sein Vertrauen aussprechen will, sich dabei selbst seines Urtheilsrechtes berauben muß und das thul das Wort unbedingt in dem gegebenen Satzzusammenhange, über- lasse ich allen denkenden Genossen, mögen dieselben iiber die jetzt uon uns diskntirten Fragen eine Meinung haben, wie sie wollen. Die EinstimmigKett betreffend, muß ich hier konstatiren, daß mir gegenüber bis Sonnabend ölbend mindestens zehn Ge- nossen erklärt haben, sie hätten nicht mit'gesti inmt, weil zugleich mit dem Vertrauensvotum, daß in der Resolution enthalten ist, und dem sie, wenngleich dasselbe unnöthig sei, da der Fraktion als solcher von keiner Seite der Vorwurf der„Unreellität" gemacht sei, zugestimmt hätten, ein Bedauern über den Wille'schen Artikel betreffs des 1. Oktober ausgesprochen sei, womit sie nicht einverstanden wären.— Im übrigen wurde die Unnöthigkeit eines Vertrauensvotums auch in der Versammlung ausgesprochen, weil der Grund dazu fehle. Zu bedauern ist darum, daß aus der Mitte der Versammlung kein Antrag auf eine getrennte Abstimmung der Resolution kam. Von einem Mitglieds des Bureaus war dies nicht zu erwarten (das Recht dazu ist ja da), da die Aufmerksamkeit desselben voll- ständig durch die theilwcise sehr erregten Verhandlungen in An- spruch genommen wurde. Ich iveise nach diesen Darlegungen noch- m a l s d a s ni i r indirekt Untergeschobene zurück. Gegen iveitere Vorwürfe, die mir noch gemacht sind, werde ich mich, da dies hier nicht her gehört, an zuständiger Stelle ver- wahren. Zum Schluß bemerke ich noch, daß das von mir hier Gesagte„ n u r" die Widerlegung einer mir ge- „lachten Anschuldigung sein soll und unbedingt gesagt werden mußte. Wilhelm Wach, 1. Schriftführer des sozialdemokratischen Wahlvereins für den 1. Berliner Neichstags-Wahlkreis. Neichenhall, den 21. August 1890. Leider habe ich hier, wo ich mich zivecks Heilung einer Lungen- und 5kehlkopskrankheit aufzuhalten gezwungen bin, erst verspätet davon Rachricht erhalten, daß Herr Schuhmacher Max Baginski in einer zu Berlin am 12. d. M. abgehaltenen Ver- saunnlung Worte zusammengestellt hat, deren Inhalt dahin ging, ich hätte, um in Riedcr-Barnim gewählt zu werden, Flugblätter freisinnigen Inhalts als sozialdemokratische vertheilt und dergl. Hat Hr. M. Maginöki, der bekanntlich früher die meines ErachteuS ebenso unverständige wie arbeiterfeindliche Ansicht verfochten hat, die Belheiliguug an politischen Wahlen sei verwerflich— die erwähnten Aeußerungen gethan, so besitzt er einen hervor- ragenden Ueberfluft eines Mangels an Wahrheitsliebe, Ehrlichkeit und Verdächtigungslust. Warum hat er es vermieden, die jetzt von ihm verbreiteten gemeinen Verdächtigungen zu einer Zeit auszusprechen, wo ich noch in Berlin war und wo mir mein Gesundheitszustand noch erlaubte, in öffentlichen Versammlungen zu sprechen? Warum nicht, wiewohl in dem Bunde derer gegen Betheiligung an politischen Wahlen schon damals das Loos zum Stänkern und zur Verdächtigung der KraktionSmitglieder auf Herrn Max Baginski gefallen war? Die oben erwähnten Aeußerungen aus jener Versammlung vom 12. d. Mts. weise» einen lediglich aus groben Unwahrheiten zusammen- gesetzten Inhalt auf. Dieser Vorzug der Baginski'schen Bc- hauptungen, die klar liegende Tendenz seiner Rede», wie nicht minder die oben gekennzeichnete Art seiner Taktik haben eine frappante Aehnlichkeit nüt der Thätigkeit und Taktik jener wohl- gemuthen Leute, deren Beschäftigung etwa durch folgende Inschrift an einem bekannten neben dem Mühlendanim zu Berlin belegenen Gebäude bezeichnet zu werden verdient:„Hier werden für Lumpen jeder Art die höchsten Preise gezahlt." Zu der nächsten öffent- lichen Versammlung in Berlin oder Umgegend, in welcher ich werde erscheinen können, werde ich Herrn Max Baginski ein- zuladen nicht unterlassen. Arthur Stadthagen. Gestatten Sie mir für ein*paar Zeilen die Benutzung des Sprechsaals zu dem Artikel„Zum 1. Mai" aus Nr. 194 d. Bl.: Sie bringen in dem Artikel zu Anfang desselben die Worte eines Redners aus einer Versammlung wieder, die da besagen, daß die Feier des 1. Mai anders ausgefallen wäre, wenn nicht von Halle aus der bekannte Ausruf gegen die Arbeitsruhe ge- bracht worden wäre. Der Redner brauchte diese Worte als eine» Vorwurf gegen die Fraktion und de? weitereii äußeren Sie sich in entgegengesetztem Sinne zum Liedner.?!un ist es doch auch jedenfalls angebracht und richtig, einmal die andere Seite dieser Sache zu betrachten. Die Fraktion mußte doch vor allen Dingen aus dem Resultat des 20. Febr. ersehen haben, daß die großen Arbeitermassen und organisirten Arbeiter Verstänbniß genug gezeigt haben, um alle Ruhestörungen zu vermeiden, daß die Arbeiter zielbewußt und zn wohl disziplii t waren, daß alle Krawalle und Ullrichen nur die Phantasie einiger Angstmeier ausregen konnten. Ich bin nun mit Ihnen der gleichen Meinung, daß die Feier anders ausgesnllan wäre, wenn die Fraktion sich derselben anders gegenübergestellt hätte, wie sie es gethan hat. Die Feier ist doch lhatsächlich großartig gewesen, am sie hätte viel impo- santer sein können, ohne die Absage der Fraktion. Was nun die Folge gewesen wäre? Nun, wenn die Feier eine allgemeine Arbeitsuche stattgefunden hätte, so bezweifle ich, daß es das Unternehinerthnm gewagt hätte, überall Aussperrungen der Ar beiter vorzunehmen. Ich bin der Ansicht, durch die allgemeine Feier wäre es eben zn keinen Aussperrungen gekomme». Wie ivill de»» das Unteruehmerthunl mit einem Schlage hunderttausende von Arbeitern— von den besten Arbeitskräften her nehmen, um die Stelle» der Ausgesperrte» zu besetzen, da doch thatsächlich die besten Arbeitskräste den Arbeiterorganisationen angehöre? Der entgegengesetzte Fall wäre eingetreten! Durch eine lingeyeuer großartige und imposante Feier, d. h. Arbeits- ruhe des 1. Mai, ivie eine solche ohne die Zleußerung von Seiten der Fraktion eingetreten wäre.— hätte es das Unternehmcrthum nicht gewagt, Aussperrungen vorzunehmen. Außerdem bin ich der Meinung, daß dem Hamburger Unternehmcrthum der 1. Mai nur Mittel zum Zweck war. um Revanche sür den 20. Februar zn nehmen, denn das Unternehinerthnm hatte ja doch dort thalsächlich die Arbeiter zur Arbeitsuche provozirt, da schon viele Gewerkschaften vorher beschlossen hatten, an deni Tage die Arbeit nicht ruhen zn lassen und die Feier auf eine andere Weise zu begehen. Durch die Erlasse der Fabrikpaschas ist es erst vor sich gegangen, daß die Arbeiter mit einer allgemeinen Arbeitsuche antworteten. Also die Aussperre in Hamburg wäre so wie so eingetreten, auch ohne den 1. Mai Was nun so bezweifle Personen sind..........,—,.... Wieviel derjenigen Arbeiter sind, welche die Verhültiuste nicht kennen, vier welche die Interessen der deutschen Arbeiter noch nicht begriffen haben, das wird die Feier des nächste» 1. Mai klarlegen. Achtungsvoll Hermann Faber, Dresdenerstr. IS5. Aufruf an die Möbeltransport- A r b e i t e r, K u t s ch e r u n d B e r i, f s g e n o s s e n B e r l i n s Wiederum spielt der Kartellvertrag der Fuhrherren den Ar- beitern gegenüber seine längst vorausgesehene Rolle. Nicht nur. daß die Möbeltrausport-Arbeiter davon betroffen werden, man sucht denselben a»ch aus den Verein der Nolllutscher auszudehnen. Dieses beweist folgender Fall: � �« Der erste Vorsitzende der Lohiikommission der Berliner Roll- lutfcher, Kollege E. B., war seiner Zeit bei der Firma P. Sch. als bevorzugter Arbeiter gegen festen Lohn seit 14 Jahren angestellt und lag kein einziger Grund zur Unzufriedenheit seitens des Herrn Sch. gegen denselben vor. Doch glaubten die Kom- toristen zu Gunsten der Firma gegen ihn derartig auftreten zn müssen, daß er brotlos wurde. Es war am 2. Mai d. I., der Streik der Rollkutscher war beendet und der lkollege V. versah seine Arbeit bei Sch. nach wie vor und der Buchhalter v. M. erklärte in seiner „angeborenen Bildung":„Alle Streikenden müssen Kieselsteine fressen". Abends, nach vollendeter Arbeit, sagte der Kassirer zn unserem Kollegen:„Hunde verfluchte! Häcksel müßt Ihr sreffen und Wasser saufen; wenn ich direkt zu befehlen hätte, würden Sie nicht wieder beschäftigt!" Diese und ähnliche Schuh- riegeleien zogen sich bis zum 1. August, an welchem Tage der Kollege B. einen Möbeltransport von Potsdam auf Rechnung der Firma P. Sch. zu erledigen hatte. Die bei dem Transport zum Theil in dieser Branche langjährig beschäftigten Arbeiter (der Kollege B. ist sogar ca. 14 Jahr beschäftigt), erhielten stets bei solchen Transporten 2 bis 3 Mark Spesen; während an dem fraglichen Tage die sonst üblichen Spesen vom Kassirer Schund vollständig verweigert wurden. Es gab dieses eine kleine Auseinandersetzung zwischen den Arbeitern und dem Kassirer. Ilm nächste» Morgen übergab der Kassirer dem Expedienten der gedachten Fiuna einen Zettel, welcher dahin lautete, den Kollegen H. so lange„trocken zu stellen", bis der Chef darüber entschieden hätte. Als der letztere nach einigen Stunden kam, erklärte der- selbe, daß der Kollege B. nicht weiter beschäftigt werden könnte, es sei denn, daß derselbe auf die Spesen verzichte." Hierbei ist zn bemerken, daß einige der bei dein Transport beschäftigt gewesenen Arbeiter eine, wenn auch geringere Ver- gütigung erhielten, während über den Kollegen B. vollständige „Sperre" verhängt wurde. Wenn man bedenkt, daß den Ar- beitern der gedachten Firma des Abends nach schwerer Arbeit vom Kassirer ein Stundenlohn von oft 18— 20 Pf. pro Stunde angeboten wird und dabei noch erklärt wurde,„das ist viel zu viel!" und die übliche» kleinen Spesen und Trinkgelder u. s. w. von demselben oft in nicht verantwortlicher Weise ein- behalten werden, so ist es wohl Pflicht eines Jeden vor der Arbeit bei dieser Firma zu warnen. Wenn auch der Chef in manchen Beziehungen den Arbeitern entgegenkommt, so ist es iviedeuun der Kassirer, welcher als Verwandter glaubt, der Chef sei„viel zu gut!" und er müsse auf eigene Hand schalten und wallen. Die Arbeiter werden dort bei jeuer Firma durch den Kassirer täglich drei Mal zum Bettler gestempelt: erstens bettelt der Arbeiter Morgens um Beschäftigung, zweitens bettelt derselbe im Laufe des Tages bei den Herrschaften um Trinkgeld, weil er von den paar Pfennigen, welche er von dem Kassirer erhält, für seine Familie nichts erübrigen kann, und drittens bettelt er wieder des Abends tut Komptoir seinen schwer verdienten Lohn groschenweis zusanime». Ko'egen, versäumt nicht, Euch dem bestehenden Verein an- zuschlis i, damit wir im Stande sind, vereint solchen Macht- Nationen einen Danim entgegen zn setzen, denn nur auf diese Art können wir unsere Verhältnisse verbessern. Sämmtlichc arbcitersreuudlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. C. Brunsch, Manteusselsir. Iii, aeg" DepopHen. (Ulolsffo Trleavnpffen-Knvenn.) Hannover, Montag. 25. August. Der erste voit�hicr ab- Zug der neueröffneten Eiseitbahnstrecke Hannover -" bei ist Brennemühlen entgleist. Niemand ist WO.'HC � Vifselhoevede verletzt. Wons, 25. August. Die Zahl der feiernden Arbeiter hat ich he»te auf 16 630 vermehrt. In den gestern zu Frameries, Cnesmes, Jemappes und Wasmes abgehalteneu Versaminlungeu wurde beschlossen, den Streik fortzuführen. KruftrI, 25. August. Nach dem„Co rier de Buixelle haben die Arbeiterdelegirten der vier Bassins von Charleroi, Liege, des Zentre und der Borinage gestern in Charleroi eine Versammlung abgehalten, in welcher die Erlassung etiles Manifestes beschlossen wurde, das die Arbeiter auffordert, sich sür einen allgemeinen Ausstand nach dem Kongreß am 14. September bereit zu halten. In F r a»> e r i e s haben heute neue Zusammenkünfte der Aus- ständischen stattgefunden. Die Führer hielten Reden, in denen sie zur Fortsetzung des Ausstandes aufforderten. Dieselbe wurde auch von der zahlreichen Zuhörerschaft beschlossen. e Berg leute begaben sich hierauf nach den verschiedenen Gruben, um ihre Arbeitsbücher zurückzufordern. Die Ruhe wurde nicht ge- stört. A'om, Montag. 25. Anglist. Nach hier eingegangeiien Meldungen wird das Innere Sardiniens von heftigc Feuers- brünstett verheert, die großen Schaden angerichtet haben. Auch der Verlust von Menschenleben soll zu beklagen sein. Die Empörten. Die Art, wie Sie sammeln woll� für Sie zu Unzuträglichkeiten führen. Das Ansprechen im Hanse oder ans der Straße kann Ihnen eventuell als»«fZ, ausgelegt werden, nach neuesten Mnsteui. mir mit behördlicher Genehiniaiing herunu werden Sie noch in ihrem Verein und in amineln können.■ ,M j M. K. Die Denunziation durch einen Dutten brw- nicht. Lassen«sie polizeilich feststellen, daß die Woh»>»ld die zerfetzte und dadurch faulige Tapete iingcsnnd verlangen Sie dann, daß die Tapete reparirt oder Sie*■' Kontrakt entlassen werden. Zllnntltr. Nein. G. üchrodrr-Äernnn. 1. Sie sind laut besoiidnff; sicher Bestimmung dazu verpflichtet. 2. Cr ist Hmidluug� also nicht versicherungspflichtig. 3. Vom gesetzliche".� pmikl muß er ein Gesundheitsattest haben. 4. Der Ww» Recht.. G.€.|t. 10. Das Kind hat allein Affl« das Geld. lUarnstedt. Wir können das nicht mehr feststellet 3mfi Wettende 102. Es heißt„Deutscher Kaiser Empörter. Wir haben fauf die Veröffentlichung ffsi M. W. Lunebnryrrstrnße. Ihre Forderung neri"� in 4 Jahren. Sie können also klagen. F.@3. Sie müssen die 25 Pf. für Benutzung zahlen. K. G. Uirdorf. Sie können Ihren Freund bcini Amtsgericht auf Zahlung der Kurkosten verklagen, twd i bald als möglich. A. S. Nein. G. S. jloleirerstraße. Sie können riih.L brauchen keine Kaution zn stellen. j1 er ß'hP-'.®ie müssen Ihr Testament entweder Amtsgericht ln der dazu bestimmten Abtheilung zu oder das von Ihnen verfaßte Tir>inent dcffeldsi> ji" 'Ä Heirat de: Dbg ■ legen. Tie Kosten richten sich nach der Höhe—..-.-im/ Legitimation müssen Sie einen aiisreichenden Jdentitav bringen. H. ß. Wenn die Kragen in der Wäsche der i entzweigegangen sind, hat der Chef das Recht dazu- Kernan. Die Fragen sind schon beaiitwo>'tet. � E. W. T. 1. Ans dem Standesamt, zu deß-n Charitee gehört, ist das.Kind angemeldet. Daselbst t j den Namen des Vaters erfahren. Der Miiidesisak a»- ist 9 M. monatlich.... si- Ang. Friede, Krantckr. Es bleibt nichts uer'S- an das AuSivärtige Amt zu wenden...„..mtl E. K. 90. Sie hat keine Wickelgelder zn b-«W 1 ' Sie Die Taxe für die Hebamme ist 3 M. iiii Marimnm..„ |). K. 100, Stue.ic,?,,(Sio npnen den Rest"" Beleidigungsklage an. ivs zu zll' Iii)' keiner Wnrschancrstf. 0, 1. Ist erlaubt. 2. Wisst" nennen. F. 90. Die bösliche Verlassung ist $1. 1870. Nein; Sie können nach verantwortlich gemacht werden.. W, K. Zunächst erheben Sie gegen den sit Widerspruch. Cs muß dies innerhalb 2 Wochen t" stellung desselben an Sie erfolgen.. Dann den m gn ob der Gegner klagt. Cr wird wohl den Prozeß>-.. G. E.. G— straffo, Sie können gar nichts tlst K die beiden Hansirer die polizeilichen Hansirscheine h""' sie sich überall aufhalten. F. W., Köpenick. Die Sache ist verjährt. Hank Sieber. Es ist besser, ivenn sich das I nochmalige Erlanbniß des VaterS einholt.. n Nächste Instanz ist das Finanz-Minister"' "'-■— i—..(5�10 den i iirv VeÄnsltion. Bei Ausragen Hille» wir die Abonn-menie-Quitiung beizufüze». Briefliche Aulwort wird uichl erihrilt. Fiiv die anagesperrtrn Sa»ha>»d,v-rker Aanidnrs» gingen serner bei uns ein: Liste 860 durch Wolf, Steglitz. 15,60 M. W. Peitzer. Schlosser bei Ouiel Söhne, Alt-Moabit, 2. Rate, 1 M. Bier- bilminels, Bau Steglitz, Düppelstraße, durch Zimmerer Homan», 3,60 M. Tischlerei von Katsch, 5. Rate. 4,50 M. 7 Metallarbeiter von D. u. S. 5,75 M. Kunsttischlerei Rödel, 2. Rate, 7 M. Geburtstag eines 48. 1,70 M. Gürtelstr. 22, Friedrichsberg, 3 M. Die cheimliche Kindtagstanfe 3 M. Gesaininelt von den dusseligen Rohrlegern Berlins bei Feuerstein, 24. August, 10,30 M. Für ein großes Nordlicht bei Handle von den dusseligen Rohrlegern verankiionirt 3,55 M. Für ein Weimarer Kongreßprotokoll bei Viel in Moabit durch Reckner veranktioiiirt 9,65 M. Versteigerung einer Zigarrenspitze durch Brosansky 2,05 M. Spiegelrahmenfabrik von Kiehle, Schwedtersir. 5, 2. Rate, inkl. Budiker, 9,25 M. Tischlerwerkstatt von Meyer, Langestr. 58, 2. Rate, 2,50 M. Maschinenpersonal vom„Lokal-Anz." 6,50 M. Gesammelt von gleichgesiiinten Zimmerern nnd Malern W. Z. und O. Lt. im Südosten-Bezirk 9,50 M. Tischlerwerkstatt Krüger Ackerstr. 50(im da wo der Mantelträger ist) 3 M. Verein G. P. für die noch im Streik sich befindlichen Parteigenossen 3,50 M Spediteur der Eisenbahnbrllcke, Kreideiveiß l,50 M. Aus der Pianofabrik von Hansen 4 M. Tie Rothen aus der Jüdenstraße, 2. Liate 4,30 M. In der Tempel- hofer Sandgrube einen Feldbliiuienstraiiß versteigert 1,70 Mark. Ryzob 1 M. Tischlerei von Burggraf. Krautsstr. 52, 2. Rate, 4,10 M. Unverzagt, Grünau, Sport. Anders 4.20 M. Aus der Fabrik von A. Fröhlich, Hollmannstraße, ges. ohne Ausnahme durch C. F. 1,50 M. Rauchklub„Ohnesorge" 3,50 M. Werkstatt von Büschel, Pallisadenstraße 47, 3,85 Mark. 29 rothe Stein- Hauer beim Frühschoppen gesammelt 14,50 Mark. Von denselben ein Nordhäuser veranktioiiirt 4 Mark. Ver- steigeruiig einer Zigarre, Tnsnelda- Platz d. E. M., 2,70 M. Vergolder Waldemarstraße 3,50 M. Die Former und Hiljs- arbeiter d. Eisengießerei v. C. Hummel 11,20 M. Die Tischler von Hentze d. Gabel. Brunnenstr. 73, 3 M. Ntachinisl's Union Philadelphia, Pa. U. St. of Ameuca, 41,20 M. Ges. bei einer Beerdigung der Berliner Brauer 13 931. Tischlerei Kastanien- Lllleo 90 4,30 M._,, In Sumuia 232 M. Hierzu d» bereits qmltirten 28 592 M 41 Pf. Zufammen 28 824 931. 41 Pf. 100. steht übrigens in dem abschläglichen Bescheid, haben, gewöhnlich verzeichnet. L. A erborg, Waldstr. Von vornherein Mieths-Eiitbindungsguind. Nur, wenn Sie J, i daß Ihnen dieser Fehler beim Miethen doloser®cL,j(fr licht ivurde, können Sie Auflösung des Kontrakts vct j Alter Abonnent 109. 9tei». j, 30. Der EhescheidiingSgrulid ist gegeben o" � willige Verlassung. Sie müssen unter Ueberreu Armuthszenguisses beim hiesigen Landgericht uu» Armenrechtes einkommen und bestellt Ihnen da» � zugleich einen Osfizialanwalt. 1- Straßennbon, leut 5, Strafbar ist der Vetreil zL er hat aber in jedem Falle die Kosten des niißliinget. ,«> I zu zahlen, da die Absicht der Verschleppung augenoM �| F. K. 99. Ter Wirth ist im Recht. Sie N'»' oder sich auf Exmissionsklage gefaßt»lachen.... Zlob. Karr. Wenn Sie beivcisen können, daß" Vollziehung 299 Tage vor der Geburt erfolgt tw ,1 falls der Vorfall sich im Gebiet des Allg. Londrechv ,.K-l hat, nicht aliinenteilfähig. Wenn Sie jedoch den Gebiet des gemeinen Rechts und des klägerischen M habe», so liegt die Sache anders, und dort mitzählt. sw Ale». Sie dürsen den Hund nicht Garteustr. halten lassen, wenn es der Wirth nicht erlaubt. Schlafmädchen. Polizeistrase» von 3 M- b" itrnn?. Eltern und Ehemann erben je die V3 1 sch, eistet nichts., jst«r» Chvinabklz, Charlottenbnrg. 1. S«/,'"3- 2. Kommt darauf a», ob dies der Wirth beim Vertrages gestat: i hat; wohl ist es erlaubt..�er A. 18. Ras diese Handlungsweise steht Hans, noch Gefängniß, nicht einmal die Todesstraie Falles eine Geldstrafe von 3 bis 10 9)1. Zwei Wettende. Nein, daS Schösfenamt ist also unbesoldet. Z. it. 47. Sie müssen die Uhr ganz bezahle- J E. f. 91ein, das kann der Wirth nicht; 2>e. sjp' Vorbehalt bezahlen und das zuviel Gezahlte im—"... zurückverlangen.,.... ÄV «. W. in Schöneberg. 1. Nach erMer. können Sie Ihre Tochter holen. 2. Ran-verie» wegen Frciheitsberaubnng #1. Eh>� t Wohnnngsinhaber wohl, aber einschließen oars e" können ihn anzeigen. In der gestrigen von 4000 parteigr"-'� rr/ mlnng bei Lips wurde um l Uhr Nachts f 3 lo'ution gegen etwa 60 Stimmen angenommen: � n.. Veisamn.lnng erklärt die von verschiede"-» F gestellte Behauptung, die sozialdemokratische Reicht*'$ orrunipirt. sie beabsichtige, die Partei zu verg-'v"� � bestrebt, die freie Mei»n»gsä>ißeulng in der drücken, sür eine durch nichts bewiesene schwer- Fraktion beziehentlich der Parteileitung..•Mfli'l, ... M.mm Die Versannulnng erklärt ferner die gegen d> sisst mentarische Thätigkeit der Fraktion gerichtete»'{ gerechtfertigt.„J � 1 Die Versaunnliing ersucht die Parteigenoss-»� �>0�. persönliche Polemik in der Presse und in Ver! zustellen»nd die Streitfragen zu unterbreiten. Näherer Bericht folgt. der Entscheidung an ■T'lf im ■'S li/p 1' k-in »Die 51. 2JI Verantivortltcher Redakteur: G«rt Kaakc in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Kading in Berlin 8W., Beuthftraße 2.