nett« P tittUj rt# Nr. 199. Donnerstag, den 38. August 1890. 7. Jahrg. ew# -ig- d» ege» di- iv-rn»'! !», -kl w B Mm Dolteliliitl. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. n». Lriest� �3 JSM g .... Das..Berliuer Volksblatt" Meint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnemcntspreis für Berlin Haus vierteljährlich 3.30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5, «»nntags- Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3,30 Mark pro Quartal. ,(Eingetragen in der PostzeitungSpreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) äint« Kreuzband, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Ocsterreich-Ungarn 3 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VerfammlungS« Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin S w., Bcuthstraße 3, sowie von allen Annonccn-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition gst an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -t Fernsprecher: Amt VI. Ztr. 410( Ned»kkion: Bvukhflraßs S.— Expedition: Venkhitentze 3. Xrcmlu'eiefts Entvölkerung. I. Zur Zeit der politischen und journalistischen Sauren- ?�ke>izeit erneuern sich in den letzten Jahren in der ge- s% Kumten französischen Presse die Klagen über die Be- Ä,«- �kungszunahme Frankreichs, die so schwach ist, daß sie ari." fügsamen Abnahme der Bevölkerung gleichkomnit. utttifljj i e,es Jghp ist gg besonders in dem von Prof. Lagneau SM. sr medizinischen Akademie zn Paris vorgelegten Bericht die Abnahme der französischen Bevölkerung und die >,.M Littel zu ihrer Bekämpfung, in welchem der Katze die angehängt wird. "•»VVlt VLL| vtyvil,»vwvvv vujvvvzv MAHts das Phänomen einen Augenblick lang und breit !« IL�ilier Thatsächlichkeit, seinen vermeintlichen und wirk- "«M i» Ursachen, seinen Konsequenzen und den Mitteln, ihm lbril) steuern, in der Presse erörtert. zfl. Im allgemeinen zeigte sich bei Beurtheilung der Ur- ''" und �olaen der Erscheinuna ein so flacher, bor- " l jt Pf't und Folgen der Erscheinung ein so flacher .JP Jfi Standpunkt, daß ihm entsprechend auch beim Bor- '«9 von Mitteln zur Abhilfe im Großen und "jfii so farblose Palliativchen angepriesen wer- ., Welche keinen Hund hinter dem Ofen vorlocken. >n allen Tonarten erhobenen Deklamationen:„Frank- K stirbt aus, laßt uns Kinder zeugen", werden ver- IÄ ohne ein Echo aus den tiefen Schichten des fran- Alchen Volks zu finden, solange man nicht den Stier �" nem packt, die Art au die wirklichen Wurzeln m legt. Dies kann und wird aber nimmer- ti'i�rn �joirs zu finoen, solange man niU)r vrn wun bfä, Hörnern packt, die Axt an die wirklichen Wurzeln . Uebels legt. Dies kann und wird aber nimmer- iiZ geschehen, solange die Bourgeoisie die herrschende , wA'-. Ausschlaggebende sozialpolitische Macht bleibt, welche >-»- j L viel Dinge faul erhält im Staate Dänemark, > tP ihrer aesellschaftlichen Hegemonie, mit ihrem Be- S f* u"IM."111 ihrer gesellschaftlichen Hegemonie, mit ihrem Be , ,,ii J- nach Plusmacherei unauflöslich verbunden, für die . 9la,ng Entvölkerung Frankreichs direkt oder indirekt raiitwortlich sind. ... rst in dem Maße, wie die heutzutage allein vom ■diti» ErstWWWWWI v, WW WUm..... c............ fti!,'1 W demokratischen Geist erfüllte Arbeiterklasse be- '»enden Einfluß ans die Gestaltung des sozialpolitischen Frankreichs errinat. der Republik sozialistisches i Frankreichs erringt, der Republik sozialistisches wt ihr radikale Konzessionen für Umgestaltung ' ifm Monomischen Verhältnisse enwi.it, werden auch die -on c-�ber die schwache Bolksvermehrnng in Frankreich oh< verschwinden. 'Ji ver>cywuioen. 'Cle schwache Bevölkerungszunahme ist ein Symptom ib, �'oinout jmnor mtdUisler senior. Von A l p h o n s e Daudet. Ans dem Französischen von Ludwig Km o r r. ..---vi,, yiuiiju|inytii vv„ �. o" ,» d, 2" Unglückliche wurde leichenblaß.„Ich bin verloren, !»ft°v V'�loren/' wiederholte er mehrere Male m sieber- '{ UttJ p�Onng, und alles, was er in letzter Zeit durch- ,, eine letzte furchtbare Szene mit Sidouicn, um sie chnidern, am Vorabend des Bankerotts cm Fest zn tiitn,.' 6 Weigerung des alten Gardinois, allc�. die� sttb il°uf ihn ein und erschütterte seine Nerven. Klara Mb, T"' sich in's Bett zu legen und setzte sich neben das- «r s�stld beruhigten sich seine Nerven, das Fieber wich und reJ"n. KT ist meine Pflicht," sagte sie sich. k-t-n� diesem Augenblicke wurde bei' J%|te"l dachte nach. Sie klagte und jammerte.Vicht, sie Niri'n J das Leben unbeugsam ist und daß mcht» scme � Konsequenz hemmen kann. Sie hielt sich nicht mit ans, warlim ihr Mann einer Laune wegen da» m Sidonien lebhafter der sozialen Frage, das gerade so charakteristisch ist, wie bei andern Nationen das Sinken des Standard of life der Massen, zu dem es das Seitenstück bildet. Auf Zahlen gestützt, weist Professor Lagneau in seinem Bericht eine Abnahme der Eheschließungen, Ab- nähme der Geburten, sowohl der ehelichen wie der außer- ehelichen, ein Steigen der Sterblichkeitsziffer, ein Sinken des Uebersd)usses der Geburten über die Todesfälle, kurz Rückständigkeit Frankreichs in Bezug auf seine Volks- Vermehrung gegenüber den meisten europäischen Ländern nad).— Die Zahl der Eheschließungen, welche noch 1884 289 555 betragen, ist für 1888 auf 276 848, also um rund 13 000 gesunken. Das Durchschnittsalter für die Verheirathungen ist ein spätes und beträgt für Männer 29 Jahre 9 Monate, für Frauen 25 Jahre. Die Ehe- schließungen erfolgen später in den Städten als auf dem Lande. In Paris kommen z. B. auf 1000 Männer 570 Verheirathete, in ganz Frankreich dagegen 609. Auch für die Geburten ist im Vergleich zn der vorausgehenden Periode ein Rückgang zu verzeichnen. 1888 entfallen im Durchschnitt auf 1000 Einwohner 23,09 Geburten, d. h. je eine auf 42 Einwohner. In den großen Städten werden verhältnißmäßig weniger Kinder geboren, als auf dem Lande. In ganz Frankreich kommen auf 100 verheirathete Frauen im Alter von 15— 45 Jahren jährlich 19 eheliche Geburten. Auf 1000 Frauen sind in Frank- reich 99, in Deutschland 161 fruchtbar. Ein Hanswesen weist im Mittel 3 Geburten auf. Professor Lagneau konstatirt auch ein Rückgehen der außerehelichen Geburten, dieselben betragen 8,5 pCt. aller Geburten Frankreichs; in den großen Städten, wie Paris, machen sie allerdings 28,15 pCt. ans. In Betreff der Sterblichkeitsziffer weist das Jahr 1888 im Vergleich zu der Periode 1881— 1887 eine Steigerung auf. Die Sterblichkeit ist von 19,2 Fällen auf 1000 Einwohner bis auf 21,9 angewachsen. Auffallend beträchtlich war die Sterblichkeit unter den Kindern; auf 100 Kinder kamen 16,8 Todesfälle, also auf 1000 168, d. h. fast achtmal soviel als die durchschnittliche Sterb- lichkeitsziffer überhaupt beträgt. Die Sterblichkeit der außerehelichen Kinder war doppelt so groß, als die der in der Ehe geborenen. Ein erschreckend hoher Prozentsatz der Sterblichkeit, nämlich 70 auf 100 stellt sich für die Kinder von Syphilitikern heraus. Die Städte markiren eine höhere Sterblid)keitszifser als das Land, als Ursache derselben wird das Hinwelken und die Erschöpfung des ganzen Organismus, die Schwindsucht und die Epidemien angeführt. Glück seines Hauses geopfert hatte, sondern dachte nur au die Thatsacheu und die Zukunft. Der Gedanke au ein neues arbeitsvollcs und entbehrungsreiches Leben drückte sie nicht nieder, sondern gab ihr neue Thatkrast. Welche schiverc Last würde sie nicht mit den drei Kindern: ihrer Mutter, ihrer Tochter und ihrem Manne haben. Aber das Gefühl ihrer Verantwortnng verhinderte sie, sich ihren schmerzlichen Empfindungen lange hin zn geben und zum ersten Male in ihrem Leben begriff sie die Bedeutung deö Wortes Pflicht, dieses Wortes, das so leicht und Nichtssagend er- scheint und so furchtbar ernst ist, wenn es zur Lebensregel werden muß. Durch die Antwort Vaters Achille beruhigt, wollte Nisler, um das Fest zn vermeiden, heimlich in sein Zimmer gehen, wozu er eine kleine nur für den Privatgebrauch be- stimmte Treppe, die nach dem Komptoir und der Kasse führte, benutzte. Zn seinem Erstaunen sah er beim alten Sigismund noch Licht, der um ein Uhr Nachts noch arbeitete. Das war wirklich ganz ungewöhnlich. Zuerst wollte Nisler umkehren, denn seit der unerklär- lichen Entfremdung zwischen ihm und Sigismund ging Nisler jeder Auseinandersetzung ans dem Wege. Heute Abend befand er sich aber in so glücklicher Stimmung und er fühlte so sehr das Bedürfnis! sich auszusprechen, daß er die günstige Gelegenheit zn einem Gespräche unter vier Augen benutzte und beherzt in das Bureau trat. Der Kassirer, obgleich er Nisler's Tritt gehört hatte, blickte nicht einmal ans, sondern vergrub sich noch tiefer in die vor ihm liegenden großen Bücher. „Sigismund"... sagte Risler mit ernster Stimme. Der alte Kassirer sah zu ihm auf und zeigte nun sein schmerzlich verzerrtes Gesicht, über das zwei große Thränen Bei 23,09 Geburten und 21,9 Todesfällen pro 1000 Einwohner ergiebt sich also für Frankreich ein Bevölkerungs- übersd)uß von 1,19 pro Tausend, während sich dasselbe z. B. für England auf 13,7 beläuft. Die Be« völkerungszunahme Frankreichs war 1888 schwächer als 1881— 1886, wo sie im Mittel pro Jahr 3,24 pro 1000 Einwohner betrug, wenn sie gleich schon damals anderen Ländern gegenüber gering genug war. In Deutschland betrug z. B. die Bevölkerungszunahme durch Ueberschuß von Geburten in der gleichen Zeit pro 1000 Einwohner 10, in Preußen 11,13, in Rußland 12,9. Obgleich nun dank einer starken Einwanderung die Bevölkerungszunahme von Frankreich 1888 von 1,19 auf 2,9 pro 1000 Einwohner gestiegen ist, so bleibt sie doch noch 3— 4 mal hinter der von Deutschland, England und Rußland zurück.— Auch an anderer Stelle wurde ein stetiges Sinken der Geburten in Frankreich konstatirt. Dieselben betrugen im Duräischnitt pro 1000 Einwohner und pro Jahr von 1873—1876; 26,2—26; 1876—1879: 25,5—25,2; 1881—1885: 24,9—24,1 7 1886—1888: 23,9. Für die letztere Epoche und pro Tausend weist England durch- schnittlich 32,9, Preußen 41,27 und Rußland 48,8 Ge- burten auf. Frankreich nimmt seiner Bevölkerungszunahme nach erst den 12. Rang in Europa ein. Es kommt auf je 1000 Einivohner eine Bevölkerungszunahme von 13,9 in Norwegen, 13,7 in England, 12,28 in Deutschland, 11,7 in Schweden, 10,5 in Dänemark, 9,6 in Spanien, 9 in Belgien, 8,6 in Oesterreich, 7,1 in Italien, 7 in der Schweiz, 4,1 in Ungarn und 2,7 in Frankreich. Die französische Bevölkerung, die gegen Ende des 17. Jahrhunderts 19 Millionen zn der fünfzig Millionen betragenden Einwohnerschaft von Mittel- und Westeuropa, als 39 pCt. derselben stellte, 1789 24 pCt., 26 auf 96 Millionen der Bevölkerung Europas, Rußland inklusive ausmachte, war bereits 1815 auf 20 pCt., 29,/a auf 139 Millionen gesunken, um aktuell nur noch l3pCt. derselben, 37 auf 290 Millionen, zu betragen. Ziffern, welche wie die vorliegenden, in ihrer nackten Thatsächlichkeit unwiderleglich sind, haben allerhand Be- rechnungen veranlaßt, laut deren Frankreich, falls keine Aenderung eintritt, bereits in 60 Jahren mit Bezug auf seine militärpflichtige Jugend sich bedeutend im Rückstand Deutschland gegenüber erweisen würde. Ans dieser Rück- ständigkeit müßte dann eine politische Inferiorität für das Land erwachsen, die schließlich zu einem Hinausdrängen aus dem Konzert der europäischen Großmächte führen würde. Noch iveiter gehen andere Berechnungen, welche sozusagen Jahr und Tag festsetzen, in dem rollten, vielleicht die ersten, die dieser Zahlenmensch in feinen Leben vergoß. „Du weinst, Alter?... Was hast Du denn?" Und der gerührte Risler streckte seinem alten Freunde die Hand entgegen, der die seinige schroff zurückzog. Diese Bewegung war so instinktiv heftig, daß Nisler's Rührung sich in Entrüstung verwandelte. „Ich biete Dir meine Hand, Sigismund Planus," sagte er. „Und ich gebe Dir die meine nicht," antwortete dieser, indem er sich erhob. ES entstand eine furchtbare Pause, während der man die gedämpfte Orchestermnsik und das dumpfe monotone Ge- stampf der Tanzenden vernahm. „Und iveshalb weigerst Du Dich, mir die Hand zn geben?" frng Risler, wobei er mit der Hand das Gitter erfaßte, daS mit einem nictallisd)en Klange erzitterte. Sigismund stand ihm gerade gegenüber, stützte beide Hände ans den Tisch, als wollte er dadurch seinen Worten mehr Nachdruck geben. „Warum?.... Weil Sie das Hans ruinirt haben, weil an der Stelle, wo Sie jetzt stehen, bald der Bankbote stehen wird, um hunderttausend Franks einznkassiren und ich, dank Ihrer Persern, nicht einen Sou in der Kasse habe!.... Deshalb!" Risler war erstarrt. „Ich habe das Hans ruinirt, ich?.... ich?.... „Noch Schlimmeres als das, mein Herr. Sie haben es durch Ihre Frau zu Grunde richten lassen und die Sache so arrangirt, daß durch unfern Ruin Ihre Zukunft sicher- gestellt ist... Oh, ich durchschaue Ihr Spiel! Das Geld welches Ihre Fran dem unglücklichen Fromont abgelockt man, falls oie manifestirte Tendenz anhält, bei einem Frankreich ohne Franzosen, beim Erlöschen der französischen Nationalität anlangt. Charakteristisch ich daß die waschechtesten Patrioten am meisten die Folgen der geringen Voltsvermehrung mit Bezug auf die Militär- Verhältnisse fürchten. Erst in vierter und fünfter Linie kommt bei ihnen das Bedauern zu feinem Recht über das eventuelle Erlöschen einer Nation, deren Genie auf wissen- schaftlichem, künstlerischem und sozialpolitischem Gebiete höchst glorreiche, ja epochemachende Leistungen für die all- gemeinen Kulturfortschritte zu verdanken sind. Als Ursache der schwachen Bevölkerungszunahme führt Professor Lagneau die freiwillige Beschränkung der Kindererzeugung an, den Einfluß der letzten Kriege auf das Steigen der Sterblichkeitsziffer, Schwindsucht und Epidemien, welche besonders in Kasernen und großen Städten arge Verheerungen anrichten, die hohe Sterblich- keit der Kinder, die Unmöglichkeit der Vaterschaftsklage:c. zc. Der sozialpfäffelnde Jules Simon zählt vier Ursachen der Erscheinung auf: Die Abnahme der Eheschließungen, die Arbeit der Frauen, welche arbeiten, und die Hygiene der Frauen, welche nicht arbeiten, die Aufziehung der Säug- linge durch bezahlte Ammen und künstliche Nahrung und endlich der Malthusianismus. Jeder, der der Frage der geringen Volksvermehrnng in Frankreich näher getreten ist, der räumt auch unter den darauf hinweisenden Faktoren dein Malthusianismus eine hervorragende Stelle als Misfethäter ein. Welchen Motiven der französische Bauernstand, das Kleinbürgerthum und in den großen Städte» auch ein Theil der Arbeiterklasse bei der immer allgemeiner werdenden Praktik des Malthu- sianismus gehorcht, erklärt Professor Lagneau klipp und klar.„Die freiwillige Beschränkung der Geburten," sagt er,„rührt von dem natürlichen Wunsch der Eltern her, ihren Kindern eine wenigstens so gute Stellung zu sichern, als sie selbst genießen." Der„Temps", das Mundstück des Manchesterthums, gesteht mit kaum zu erwartender Offenheit zn, daß der Wunsch, Besitz zu erwerben und möglichst ungetheilt zu vererben, das ausschlaggebende. Moment für die Praktik des Malthusianismus der Bauern und Kleinbürger sei.„In den wohlhabenden Familien,"; äußert er,„fürchtet der Vater die Zerstückelung des Besitzes als Folge der gleichen Theilnng." Noch unumwundener und gravirender wird das Eingeständniß vom Einfluß der Besitzverhältnisse auf die Volksvermehrung, wenn der nämliche„Temps" erklärt, daß es vorwiegend die besitzenden und nicht die besitzlosen Klaffen seien, welche die Kindererzeugung einschränken.„Bei der Arbeiterbevölkeruug wimmelt es meist von Kindern, die- selben sind mich zahlreich in den Familien der agrikolen Tagelöhner. Aber die kleine Bourgeoisie und die reiche Bourgeoisie, also die Klassen, welche über ein gewisses, kleines oder großes Kapital verfügen können, fürchten im allgemeinen eine zu beschwerliche Fruchtbarkeit und be- mühen sich, diese zu verhindern. Und dies erklärt sich. In den Arbeiterfamilien repräsentirt das Kind nur eine augenblickliche Last, sobald die ersten Jahre vorüber sind, tritt es in die Fabrik ein oder es begleitet den Vater aufs Feld. Bald kann es sich allein erhalten, dann bringt es einen Theil seines Verdienstes ins Haus und trägt da- durch zum allgemeinen Wohlstand bei..... In der wohlhabenden Familie kostet dagegen das Kind, und der Vater fürchtet eine Zerstückelung des Besitzes als Folge der gleichen Theilung. An anderer Stelle koustatirt der„Temps", daß die Stagnation der Bevölkerung besonders auffällig in der fruchtbaren, reichen Norniandie sei, während die unfrucht- bare, arme Bretagne eine starke Bevölkerungszunahme auf- weise. Die Klerikalen, sammt dem christlich- sozialen de Mun suchen die Ursache hiervon in der größeren Religiosität der Bretagne, welche dem Malthusianismus widerstrebe und das biblische:„Seid fruchtbar und mehret Euch" bethätige. Der„Temps" findet jedoch die Ursache der Erschei- nung ganz richtig in den Besitzverhältnissen. Nach seinen Ausführungen steht die Fruchtbarkeit an Kindern der Bodenbesitzer in umgekehrtem Verhältniß zur Fruchtbarkeit des besessenen Bodens. Je unfruchtbarer dieser, um so stärkere Bevölkerungszunahme, da er zu seiner Bebauunz viel Arbeit, ergo Hände benöthige, je fruchtbarer der Boden, um so geringer die Vermehrung der Bodeneigen- thümer. In der unteren Norniandie, wo der Boden so frucht- bar sei, daß er fast gar keiner Kultur bedürfe, sagen sich die Besitzer, daß es doch Schade wäre, einen so herrlichen Besitz, der bei wenig Mühe so reichen Ertrag liefert, zu theilen, und so bleibe die Bevölkerung daselbst stationär. Die sich anschließende Ebene, in der besonders Kornbau getrieben wird, erfordere mehr, aber doch nicht zu viel Arbeit, soll der Boden einen guten Ertrag abwerfen. Die Bevölkerungszunahme weise deshalb dort auch nur geringe Schlvankungen auf. Die Bevölkerung des Küstenstrichs sei dagegen reich mit Kindern gesegnet, das Handwerk als Schiffer und Fischer macht ein Zusammenwirken vieler Menschen nöthig, und das Meer verschlingt viel Opfer. Der Schluß, daß die Beschränkung der Kinderzeugung und die Besitzverhältnisfe in engstem Zusammenhang stehen, drängt sich hier von selbst auf. Dasselbe wird auch in dem nämlichen Artikel noch dadurch bestätigt, daß es in ihm heißt:„Es ist sicher, daß die Mittelklassen die Ten- denz zeigen, verhältnißmäßig unfruchtbar zu werden... nur in den armen Familien bleibt man fruchtbar." Man sollte meinen, daß der„Temps" aus den von ihm selbst gegebenen Thatsachen schlußfolgern müsse, wie ver- derblich, die Zukunft der französischen Nation bedrohend die Wirkungen der bestehenden Eigen- thumsverhältnisse seien, daß nur eine Aenderung derselben der Entvölkerung Frankreichs steuern könne. Statt dessen argumentirt er weiter, man sehe also, die soziale Frage habe nichts mit der schwachen Volksver- mehrüng zu thun.„Je mehr sich die Wohlhabenheit aus- breitet," heißt es,„um so weniger läßt man sich angelegen sein, die Zahl der Kinder zu vergrößern. Das ist die Wahrheit," und das opportunistische Blatt findet die „praktisch wirksamste Lösung der Frage in der Naturali- sation der eingewanderten Fremden! Mehr noch, in dem zuerst erwähnten Artikel benutzt das Mundstück des zopfig- sten Manchesterthums mit' einzig wunderbarer Logik die Gelegenheit, der verhaßten Schutzgesetzgebung die Kinder- arbeit betreffend eins anzuhaben. hat, das Haus in Asnieres, die Schmucksachen, Alles gehört Ihrer Frau und ist aus der Katastrophe gerettet— Sic werden sich nun geiviß vom Geschäfte zurückziehen können/ „Oh!... Oh!..." stöhnte Risler mit gepreßter oder viclinchr unterdrückter Stimnie, denn sie reichte nicht aus, der Unmenge von Gedanken Ausdruck zu geben, und während er diese Laute ausstieß, packte er das Gitter mit solcher Gewalt, daß ein Theil desselben abriß. Dann schivankte er, stürzte zn Boden und blieb bewegungslos liegen. Nichts lebte mehr in ihm, als der feste Wille, nicht eher zn sterben, als bis er sich gerechtfertigt hatte. Dieser Wille mußte sehr stark sein, denn während das Blut seinen Kopf roth färbte und in seinen Schläfen hämmerte, in seinen Ohren brauste, stöhnte der Unglückliche mit kaum vernehmbarem Röcheln:„Ich muß leben... ich muß leben..." Als er wieder zu sich kam, saß er auf der Bank, auf der an Zahltagen die Arbeiter ihren Lohn erivarteten, sein Mantel tag auf der Erde, die Kravatte zerrissen, das Hemd zerfetzt,. da es Sigisiinlnd mit seinem Federmesser anfge- schnitten. Es ivar ein Glück, daß er sich beim Umreißen des Gitters die Hände verletzt hatte und so durch die Blutung einem Schlagflusse vorgebeugt hatte. Neben sich sah er den alten 5kassirer und Frau George, die Sigisninnd in seiner Angst herbeigeholt hatte. „Ist's denn wahr, Madanie Chorche, was man mir eben gesagt hat?" Sie besaß nicht den Muth, ihn zu täuschen, uud ivandte den Lkopf ab. „Das Hans ist also bankerott und ich bin Schuld daran..."" „Nein, Risler, lieber Freund... nicht Sie...* „Aber, meine Frau, nicht wahr?.. O,. es ist entsetzlich! So habe ich Ihnen also meinen Dank abgestattet. Aber Sie, Madame Chorche, konnten mich doch einer solchen Schändlichkeit nicht sähig halten. „Nein, nein, mein Freund!.... Beruhigen Sie sich doch! Sie sind der ehrenhafteste Mensch auf der ganzen Welt... Polittfrl,- Mebevstchk. Gine sehr tröstende Antwort ist dem hiesigen Magistrat vom Verbände der Bäckergesellen Deutschlands zu Theil geworden, nachdem derselbe dessen Meinimg betreffs der Sonntagsruhe er- fragt hatte. Tie Antwort lautete: „Wir versprechen uns von derartigen Fragen über- Haupt nichts, denn wir sind der Meinung, daß die Mei- nung der Arbeitgeber für die Majorität des Reichstages ausschlaggebend ist. Wir vermissen die Festsetzung eines Maximalarbeitstages und bedauern die in Aussicht ge- nminnene Bestrafung des Kontraktbruches. Im Uebrigen wünschen wir die Sicherstellung des Koalitionsrechtes, widrigenfalls kein Friede, sondern Erbitterung in die Ar- beiter einziehen wird." Daß die„Rordd. Allg. Ztg." sich über diese Antwort ärgert, ist ihr gutes Recht und im Uebrigen sehr gleichgültig. Eiuru neuen Anvsprnch des Kaisers erfahren wir aus einer Berliner Korrespondenz der Wiener„Arb.-Ztg.". Danach werden dem Kaiser die Worte in den Mund gelegt:„Sind meine Vorfahren mit dem Adel fertig geworden, werde ich auch mit dieser Bourgeoisie fertig." Das Wort soll wirklich gefallen sein, und zwar infolge des Widerstandes und der Opposition, ivelche die rheinisch-westfälische Bourgeoisie voriges Jahr gegen die Plane des Kaisers in Bezug auf die Lage der Bergarbeiter entwickelte. Daß dieses Wort den Herren hinterbracht wurde, ist so ist denn die Stimmung wohl entstanden, der Herr a Herrn Hintzpeter so unverhohlenen Ausdrück gi'ebr.% wohl gespannt sein auf den schlicßlichen Ausgang dieses .... w:. MU» ßW in den oberen Regionen. Er erinnert stark an die französischen Adels mit dem Königkhum über die Refornw des letzteren kurz vor dem Ausbruch der großen Revolutze».„ „Dir zlrbrvprodnktio»» ist riu internatiottlilesV�! "•'V-,>•-.. vi,.- HW vodunnon Ist ein Iiiirrnaiis«»"-% blinder Beschränktheit die kapitalistische I. -------■• i»- IM — so jammern in... tungen. International ist das Nebel allerdings,._ Kapitalismus selbst mit seinen Tendenzen längst zst/wer" nationalen Macht geworden ist, die sich an keine Länderz.! nnd keine Nationalitätsbegriffe bindet. Er hat für seine eisen nicht nur an den Grundlagen der Verfaffima ew" Staaten geändert, sondern sich auch eine Weltkoi>st>wW v schaffen, wonach er über die Nationen eine Kollektiv-souven ausübt, die keine Beschränkungen duldet, sondern bekllmniert um das Wohl und Wehe der Völker, aufs Ri»! loseste geltend macht, bezw. entsprechend der ganzen Tenoe»».� Kapitals mit Nothwendigkeit geltend machen muß, wogen z j wirthschaftliche Krisen, Absatz- und Arbeitsstocknngen, die tischste Ausdehnung erlangen und die erschütterndsten•">' ausüben. In demselben Maße, wie die durch Anwendung der zu produktiven und kommerziellen Zwecken aarai>t>rld hmende Erweiterung des Güterlebens von der Lora> Volks- und von dieser zur Weltioirthschast vor sich geht selben Maße verstärkt nnd häufiger, aber auch zuglcw licher treten die Krisen auf, sie treffen immer breitere der Bevölkerung und bewirken eine ungleich rapidere Vew»� des Proletariats, als solche unter normalen wirthschastliust Hältnissen zu beobachten ist.,. Die Vulgärökonomie in ihrer Oberflächlichkeit Zustand, in welchem der Absatz der erzeugten Güter i» e» yz sicher Weise stockt und die Arbeitskraft ganzer Nationen Z gelegt wird, ganz unzutreffend als Ueberproduktion heje.'T während man es doch in Wahrheit mit verminderter Konsum kraft, also mit einer Unterkonsumtion zu thun hat; die Veriy � der durch das Geld, besonders in der Form von 2WeiKJ repräsentirten Kaufkraft entspricht nicht mehr der induw z Produktivität. Möge die Anhäufung der Prodw Folge der Verallgemeinerung der Dampfunternehmungen' steten Fortschritte auf technischem nnd wis�nschaftltchem%-f noch so riesenhaft werden, so bleibt die Auffassung: es g � viele Guter auf dieser Erde, doch immer eine recht naive, regelmäßig in derselben Zeit, in der die ökonomische Schnul--� der„Ueberproduktion" am lebhaftesten zirkulirt, ist btc-j V; armuth am größten, wie wir das in den letzten zehn 3#�, s wohl zur Genüge selbst erfahren mußten. Ueberprodukliv � Massenarmuth im Sinne unbefriedigter Bedürfnisse(äffen M nicht zusammenreimen! Von einer Ueberproduktion nach der Vorstellung der 4 ökonomie könnte selbst dann nicht die Rede sein, wenn Ueberschuß von Produkten über den gewöhnlichen zeitweilige». schastsbcdarf hinaus vorhanden wäre; ein solcherZustand anM � vielmehr als ein höchst glücklicher bezeichne! werden, weß � Voraussetzung jeder höheren Kultur ist. Dieser Ueberschuß� Ä und darin begreift sich, wie schon angedeutet, das ganze#/ niß der riesenhaften Entwicklung der Dampfnnternehwu»S„ der wesentliche Bildner des Gesellschaflökapitals, welche» während zu erneuter gesellschaftlicher Produktion und zum> schaftlichen Verbrauche treibt, mithin als gesellschaftliche produktionskapital wirkt. Nur ökonomische Unreife, gänzliche Verkennung der mm uumuim|U|c yiui*uujc-ocvixuuimy'-i.., j der wirthschaftliche» Entwicklung, kann daher dazu verim. gl. �chessu uec iiniu;fu;uiuiu;cu vi-miuiuiuny, iiuiii Wiic». wwg*. Forderung zu erheben, daß, um vor Krisen zu bewahre.!, Produktion eingeschränkt werden müsse. Vernünftiger nichts Anderes zn thun, als dieselbe ans einer völlig V1�. --- 6-9- ,,» nitl rt»« �T/M-tnrtTTon llt — wie sie es gegenwärtig ist— zu einer planvollen zu�» � "Z Dabei kann es nicht mehr einseitiger Weise sich Frage handesil: wie werden die Produkte geschaffen- weil niehr darum: wie werden sie abgesetzt, verlheilt. koNFy — also um das Verhältniß der geschaffenen Reichthümer Derer, die daran partizipiren können nnd sollen. er, oie oaran pcmizipiren rönnen uno ioucn.„ Gine„Gnelle der Verarmung und Zlnstttlichken � fWiShmDvHfrf»«» iMPit IlbCf.„«ff# SK die Böhmert'sche„Sozialkorrespondenz" das weit über land hinaus bekannte Volksfest der Dresdener, die so.. „Vogelwiese". Das Blatt jammert, auch in anderen v Städten gebe es noch ähnliche Volksfeste, ivelche bewiN � das„Geld umgesetzt" und die„Arbeit versäumt", die»9-� Ordnung gestört, die Lüsternheit erregt und ein toll«.> rausch gepflegt" werde. Es sei die höchste Zeit,„daß Dt B Gemeinde, Kirche und Schule sich der materiellen und i\» Noth unseres Volkes erbarmen und solche Versuchungen � Welt schaffen."— Wir haben gar nichts dagegen e>nzu � daß an die Stelle der sogenannten heutigen„Volkssepe � Vergnügungen treten, wenngleich wir die Quelle der � und Unsittlichkeit ganz wo anders ivissen. Die sozialdeiNvt � Arbeiter haben für derartige„Volksfeste", wo das PW'l � seine patriotisch bemäntelten HanSwustereien treibt, nlch'. Sie haben in vielen StädtenJchon, so in Lübeck, sich gew fajveicnt fie begci de» Art .. In Gericht l entnehm % % ■. An Unfällen offiziöse. Gelingen lonnnan Solche l ver Tru und die �orbcrei Vrengere Zerynsii «eziehu, weiß, do ßeschjebt n? Mz selbst in Seilte vi schi'ld. f etn solch m Mn IorstaM heißt. Snnisnti, unnnten ütlen si r ZV »rbeiter- ei» Bev PÜJHUUU ß ßut zu v kannte£ Lentral- •fttchdem stellte s! �tramo &» nlegräm in 8! 1 ßbüer % & ,'Wnx % GenSch „Oh, Madame Chorche, Madame Chorche, murmelte er, ivenil ich bedenke, daß ich Sie ruinirt habe. Bei dem furchtbaren Schlage, der besonders seine, wahre Liebe zn Sidonie getroffen habe, wollte er nur das Unglück des Hauses Fromont, das er durch seine Verblendung für seine Frau veranlaßt hatte. Auf einmal fuhr er in die Höhe. „Vorwärts, lassen wir die Rührung... Es handelt sich jetzt darum, unsere Rechnung ins Reine zn bringen." Frau Fromont erschrak. „Risler, Risler!... ivohin wollen Sie?" Sie glaubte, er wollte zu George hinauf. Risler verstand sie und mit stolzem verächtlichen Lächeln sagte er: „Seien Sie unbesorgt, Madame, Herr Chorche kann ruhig schlafen. Ich habe selbst etivas Wichtigeres vor, als meine beleidigte Gattenehre zu rächen; erwarten Sie mich hier... ich komme gleich zurück." Er sprang die kleine Treppe hinauf nnd Klara ver- brachte, ans sein Wort vertrauend, in Gemeinschaft mit Planus einige Minuten in athemloser Spaiinililg, die durch die Ungewißheit endlos erschien. Einige'Augenblicke darauf vernahm sie das Geräusch eiliger Schritte und das Streifen von Gewändern ans der engen düstcrn Treppe. Sidonie erschien zuerst, in glänzenden Ballkleidern, so bleich, daß das fnnkelnde Geschmeide mehr Leben zn haben schien, als sie selbst. Athcmlos vom Tanze und dem schnellen Gehen, zitterte sie am ganzen Körper nnd die leichten Bänder, die Volants, die Spitzen und Blumen hingen gar traurig an ihr herum. Nach ihr kam Risler, beladen mit Schinnckkästchen, Schachteln nnd Papiere». Als er oben angelangt war, hatte er sich zuerst ans den Schreibtisch seiner Frau gestürzt und Alles, Kleitiodien, Werthpapicre, Bcsitztitcl, zusammengerafft. Dann war er ans die Schwelle des Zimmers getreten nnd hatte mit lauter Stimme in das Ballgewühl hineingernfen: „Frau Risler!"...,.„ Schnett war sie zn ihm geeilt, so daß diese flüchtige Szene die Gäste nicht weiter störte. Als sie ihren Mann vor ihrem Schreibtisch; die anfgezogenen Schubladen,. � erbrochen, durcheinandergewühlt und tausend Kleiiu«,� aus dem Teppich liegen sah, begriff sie, daß etivas � liches geschehen war., � „Kommen Sie schnell," sagte Risler,„ich weiß J Sie wollte ihre oft bcivährle hochmüthige!#%* stecken, aber Risler faßte sie so heftig am Arm, daß sofort der Worte Franzen's erinnerte:„er wird oie daran sterben, aber vorher wird er Dich tödten." „Wohin gehen wir?" fragte sie leise...,xs Risler antwortete nicht. Sic hatte kam» Zeit e» JJ über ihre nackten Schultern zn werfen, mit jener sow ihre Person, die sie nie verließ, dann zog oder stieß>' ji? mehr Röster die kleine dunkle Treppe hinunter, imw'' tf hinter ihr, als fürchtete er, seine Beute könnte w'" schlüpfen. „oo*.., sagte er,.,.. das Gestohlene zurück. Planus, daraus ist Geld ZU Und er legte auf den Zahltisch die ganze Beute,* gegeilstände, Bcsitztitel und Werthpapiere. Dann ivandte er sich an seine Frau. Jetzt Ihr Geschmeide... Vorwärts schnell.>' Langsam, zögernd öffnete Sidonie die Medaillons, besonders aber das prachtvolle g ...... Diamantenschnnr, ans welchem ein strahlendes � wie eine schlafende Schlange in einem goldcncl aussah. Risler dauerte das zn lange, er riß die gewaltsam entzwei, der Schmuck knirschte unter seine»■! wie nutet einer Züchtigung. ii!1'1; „Nim komme ich daran," sagte er...„Hier" Brieftasche... Was habe ich denn noch?..' Er suchte und tastete fieberhaft an sich Herrn»- mch „Ah, meine Uhr, mit der Kette giebt dos tausend sij!» i Ring... Da mein Trauring... Alles i»;$' Alles. Wir sollen heute hnnderttansend bezahlen... Sobald es tagt, müssen wir aufs La»° ä' Im:... mpiß CpnmnuS hnr �11 � Mein nm zu verkanfeu... Ich weiß Jemand, der tn Asmeres Lust- hat. Das'"' Nur er sprach nnd handeltet Sign Fromont sahen ihn an, ohne etivas zn sagen. starrte r ei« % II L U »alten' öhllCll 2 jiichtT sprani u Uiu ( 9 iUriict 1? '"eiche f? Ziwekgert, bei Schützen- und sonstigen Festzügen die Hurra- Iflreieiide» Statisten der Philister zu machen. Dafür hat man r �getzert als Feinde„uolksthüinlichcr Feste". Möge man nur m Arbeitern ihre Freiheit lassen und sie werden Feste arrangiren, dieue" 1 wahrhafte Volksfeste genannt zu werden vcr- Iu Apothrlierstreisc» glaubt man, wie wir dem Geschäfts- eucht des Vorsitzeuden des deutschen Apothekervereins für 1839/90 .rfA"WN, zu der Hoffnung berechtigt zu sei», daß die reichs- »Wiche Regelung des Apothekermesens in nicht allzu ferner �.�solgen wird. Ebenso ist man der Ueberzeugung, dasi dem- mffl eme für ganz Deutschland giltige Verordnung über den w die mit denselben zusammenhängenden Märsche sind doch �erbereituugen für den 5irieg,»nd der Krieg stellt weitaus ?W»e Anforderungen an die Mannschaften, als diese Manöver- Wische. Vor dem Ausmarsch werden den Soldaten strenge �rhaltungsmaßregeln und genaue Aufklärungen in sanitärer �Ziehung gegeben. Jeder, der längere Fußtonren gemacht hat, iit,•?aß man den Genuß von Alkohol vermeiden muß. Leider vfichieht dies trotz aller Wachsamkeit der Vorgesetzten nicht. k}'[1 kommt das unvorsichtige Trinken unterwegs, wo sich W esenheit bietet. Das 9. Regiment ist marschirt von früh Uhr bis mittags 2 Uhr. Ein siebenstllndiger Marsch ist wohl >'U>st im Hochsommer keine allzu hohe Ansorderilng an junge «Me von ca. 20 Jahren." Das System freilich trägt die Haupt- stmUb, nber dem Volk kann es nicht gleichgiltig sein, daß man "jM" Elches System um jeden Preis aufrecht erhält. m Mnadrvutg, 26. iilugnst. Die Anklage, welche gegen fünfzig �vrjtaudsmitglieder von 15 verschiedenen Fachvereincn wegen Ergehens wider das Vercinsgesetz erhoben wurde, stützt sich, wie heißt, in der Hauptsache daraus, daß die als politische Or- Konisationen betrachteten Vereine, behufs Ernennung einer söge- amiten Kontrolkommission mit einander in Verbindung ge- Utten sind. Bochum, 25. August. Eine gestern hier stattgehabte Berg- nweiter-Versammlung war insofern von weiterem Interesse, als m> Bergmann mit Namen Hürkötter unter lebhaftester Zu- Wununa der Versammlung die bekannten Steuerartikel der ifests. Vollsztg." dezw. deren Redakteur FuSangel heftig angriff. genannte Zeitung habe die Artikel nur veröffentlicht, um M'-ottuentsn zu gewinnen; das Blatt habe, nachdem es die Berg- 'Me als„dnmmsrcche Dtasse" bezeichnet, weil dieselben andere, die von jener Zeitung empfohlenen Wege gewandelt, wo Abonnenten verloren. m------- e'J-~ Fjtt machen. v...ri,,.........„............ etwa Nunmehr suche es die Sache wieder »- o» inueyen. In der Versammlung trat auch der sattsam bc- Mate Bergmann Johann Weber, der ehemalige Vorsitzende deS «entral-Streikkomitees. auf, und zwar für den alten Verband, nachdem er früher Alles gethan, um denselben zu schaden. Er '°me sich nls ein Opfer des Herrn Fnsnngel(Redakteur der Mramontanen„Wests. Volksztg.") hin, welcher ihn beeinflußt, auch vorgeredet habe, Herr Bunte-Dortmund habe zum Stach- !ff>l des Verbandes 6000 M. unterschlagen. Tie Versammlung schloß die Gründung einer Konsumanstalt in Bochum, auch wurde den streikenden Arbeitern in Möns ein Znstimmungs- mgräinm gesandt. r. Ärlsrulrircheir, 25. August. Der NeichStagI-Abgeordnete Klötzel in Essen liebt cS in letzter Zeit, sein Licht unter dem Miefsel wegzunehmen, worunter er es allda stehen hat, wenn er Sozialdemokraten wittert, die ihm entgegentreten können. So hat >n Recklinghause», in Bruch und in mehreren Orten, woselbst »st Sozialdemokratie noch schwach ist,„gewaltige aufklärende «'» gehalten über das Wesen der Sozialdemokratie." Stach dem rstSlinghauser Krcisblatt" hat Herr Stötzel die Sozialdemokratie "»Maulheldenthnm" verglichen, die man am besten überzeuge, man die Unsinnigkeit ihrer Lehren nachweist u. s. w. Sticht „"°er griff Stötzel den sogenannten sozialdemokratischen Berg- Meiter-Verband an. Letzterer hat nun nachstehende öffentliche �"fforderung in hiesigen Blättern erlassen ..�»garbeiterbeweguna und des jetzigen Verband-... � r mhren. Infolge dieser Aufforderung erklärt der Verbands Utaud dein Herrn„Reichs- und LandtagS-Slbgeordneten" « dtzel, daß er zu einer solchen Diskussion innerhalb des hiestgen W°nreviers zu jeder Zeit bereit sei und sichert ein durchaus Mlichez und anständiges Gegenübertreten zu. Ter Vorstand vom "band Rheinisch-Westfälischer Bergleute." Wtr si„d begierig zu erfahre», ob Stötzel diese Gelegenheit Mhrmmmt. die von der Sozialdemokratie irregeleiteten Arbeiter »./alleinseligmachenden und steuerbeiuilligcnden Zentrunispartei '"der zuzuführen oder ob er sein Licht sorgfältig wieder unter Hessel stellt, damit es ihm von den bösen Sozialdemokraten Sidonie am Arme t7" e bewußtlos durch die offen gebliebene Thnr. durch Z eir11 kalter Luftzug hcreinströmte, der ihr ein Froslclu >rsachte. Hörte sie die Kläuge der Geigen. d.e.u den pausen des Nisler'scheil Monologs wie ein snrchtbarer Spott st/V herüber tönten?... Plötzlich packte sie e-»e eiserne » au. Arm. riß sie jählings aus ihrer Erstarrung Aü• sie am Arme nach sich, zu der Fran fernem lEjics hin; •Aus die Knie!" rief er. ostcui Fromont wich abivchrend zurück. »htein, Risler, nein, das nicht!" ß."@3 muß sein." rief der unerbittliche Risler... �hadcuersatz und Abbitte... Auf die 5k me also, itu u>it einer geivalsameu Beiveguug warf er und fuhr dann, sie iunuer fest a ce...Sie, Verden jetzt Wort für Wort wiederholen, was ich "1! sagen werde, Madame...... «>douie, halbtodt vor Furcht, iviederholte leise. //-Vi ab cimc__" 4. "A'l ganzes Leben von Deinnth und Ergebelchmt.. WZWSk EZW�M--- •�'aniis reichte ihm die Hand hin. nicht ausgeblasen wird. In Bruch wurde er gestern in einer Volksversammlung vom Genossen Wesch aus Krefeld gebührend widerlegt und die Theilnahme am Bergarbeitcr-Berbandc, sowie die große Anzahl Arbeiter, die sich als Mitglieder gestern nach Schluß der Bolksversammluug in den sozialdemokratischen Wahl- verein aufnehmen ließen, läßt darauf schließen, daß auch in dem schwarzen Kreise Reckliughauseil die Sozialdemokratie mehr und mehr festen Fuß faßt. Ulm. 25. August.„Es läßt sich angesichts der gesteigerten russischen und sranzösischeli Kricgsvorbereitungen nicht verkennen, daß die Lage des Deutschen Reichs, in welche es unter Bismarck hineingerathen ist, von Jahr zu Jahr gefährlicher wird". Also wörtlich zu lese» in dem nationalliberalcn„Ulmer Tageblatt". Und die Ulmer Dogge hat früher doch auch so schön„apportirt". Uom Uhfi», 25. August. Der„Frkf. Ztg." liegt eine treff- liche Entscheidung des Reichs-Versichernngsamtes vor, durch welche eine recht bedenkliche Praktik„einer" Berufs- genossenschaft bekannt wird. Eine Berufsgcnossenschaft. hatte nämlich einem Verletzten durch förmlichen Bescheid eine Rente zngesprochen, wegen deren Berechnung der Verletzte Berufung ans schiedsgerichtliche Entscheidung und später Rekurs bei dem Reichs- Versichcrungsamt erhob. Während dieses Verfahrens erließ die BerilfSgenossenschaft einen neuen Bescheid an den Verletzten, laut dessen ihm die gcivünschte Rente„bis auf Weiteres" gewährt wurde. Hiergegen ergriff der Verletzte das Rechtsmittel der Be- rnfnng Nicht.— Das Retchs-Versicherniigsamt hat dein den ersten Bescheid betreffenden Rekurse willfahrt. In den Gründen iiah». das Amt Veraiilasiiing, sich auch bezüglich des späteren, nicht mit einem Rechtsmittel angegriffenen Bescheides zu äußern. Es gelangte dabei die bestimmte Anschauung zum Äiisdruck,„daß dem fort- laufenden Bezüge der dem Kläger(in der Entscheidnng des Neichs-Versicherungsamts) zuerkannten„höheren" Rente auch die formale Rechtskraft des zweiten Bescheides nicht entgegenstehe." Denu derselbe bringe lediglich die gesetzliche Folge des ersten Be- scheide»— die darin festgesetzte Rente bis ans weiteres fort zu bezichen— überflüssiger Weise nochmals znin Ausdruck. Eine selvstständige rechtliche Bedeutung gegenüber der Entscheidnng des Reichs-Verstchernngsaints, wie sie in dem durch den ersten Be- scheid eingeleitete» Verfahren nunmehr ergangen sei, habe der zweite Bescheid nicht, und trotz seiner forinalen Rechtskraft also beschränke er nicht den erstritteneu Anspruch. Das nennt mau, den Herren von der Berilfsgeimffe>ischa|t fein zu verstehen gebe», was von solchem Verfahren zu halten ist! Gvoßbritttttnien. Einem parlamentarischen Ausiveise zufolge sind im ver- flossencn Jahre in London, der reichsten Stadt der Welt, 27 Personen buchstäblich verhungert. Ter Wahrspruch der Lelchelischail-Jnri) lautet entweder auf Tod durch Hunger oder Tod beschleunigt durch Hunger. Welche Ricseneinkünfte die schottischen Peers ans dem heimathlicben Erbtheil des Volkes, welches demselben dort mit brutaler Gewalt abgenommen ivnrde, erzielen, zeigt folgende Tabelle, welche sich in der»enesten Simniner der Londoner Wochenschrift„The Cominonweal" findet. Besitzer Herzog Sutherland „ Hamilton ,, Argyle „ Ricymond und Gordon „ Baccleuch Marquis Bredalbane Graf Stair Acres 1 853 5-15 157 381 168 315 286 109 459 550 438 353 83 872 Dem Berichte Jährliche Rente 2 834 340 M. 2 815 860„ 1 016 860„ 1 393 420„ 4 324 100„ 1 165 840„ 893 800„ der irischen London, 27. August. Landkommission zufolge ist ganz Irland, die Umgegend von Dublin und die Grafschaft Down ausgenommen, von der 5kartoffclkraiikheit heimgesucht. In dieser trockenen Meldung liegt eine schauerliche Tragik. Sie bedeutet nämlich, daß über das irländische Volt eine Hungersnoth hereinbrechen wird. Kelgie«. Möns, 27. August. Die Lage im Streikgebiet ist unver- ändert. Tie Arbeiter der Kohlengruben des Grand-Bnisson in Hornu haben sich ebensalls dem Streik angeschlossen, wodurch die Zahl der Streikenden ans 15 800 gestiegen ist. I» Bouverie und Paturages gestern abgehaltene Meetings haben unter Theilnahme von 3500 Arbeitern Resolntionen für Einführung des allgemeinen Stimmrechts gefaßt und beschlossen, den Streik bis zum Aenßersten fortzusetzen. Amerika. New-Jork, 27. August. Nach ans Mexiko stammenden Nachrichten lehnte General Ezeta ab, das Friedensprotokoll mit Guatemala zu»»terzcichnen. Infolge dessen erhielten die guate- malischen Streilkräfte Befehl, gegen San Salvador vorzurücken. Das diplomatische Korps habe einen neuen Aufschub der Wiederaufnahme der Feindseligkeiten verlangt, der heute ablause. E h i c a g o, 27. August. Die Weichensteller und die Be- „Dnlbist ein braver Mensch, Risler. Verzeihe mir, daß ich Dich verdächtigt habe. Risler that, als hörte er es nicht. Ernst nahm er hinter dem Gitter Platz, sah die Bücher dnrch, zahlte die Rentenbricfe, öffnete die Schmucksachen und Planus, dessen Vater Juwelier ivar, schätzte den Werth der- selben ab. Während dieser Zeit schaute Klara unverwandt dnrch die offene Thür in den kleinen beschneiten Garten, wo Sido- niens Fußspuren bereits unter den herabfallenden Flocken verschwaudeu, gleichsam ein Zeichen, daß sie nie zurückkehren ivürde. lind da oben im zweiten Stock tanzte man noch. Man glaubte die Herrin des Hauses mit den Vor- bercitnilgen zum Souper beschäftigt, ivährend diese, barhaupt mit aeivaltsain unterdrücktem Wnth- und Schmerzgchenl in die Rächt floh. Wohin wollte sie?, Wie eine Wahnsinnige war sie durch den Garten, die Höfe der Fabrik an der Loge des alten Achille vorbei ins Freie gestürzt. Ihr'erster Gedanke war Cazaboni, den Tenoristen anfznsnchcn, den sie doch nicht einzuladen gewagt hatte. Aber er wohnte in Montmartre und das war bei ihrer Bekleidung zu weit, vielleicht traf sie ihn auch gar nicht zu Hanse. Zu ihren Eltern wollte sie wegen dcS Gc- jammerS ihrer Mutter und der endlosen Predigten des kleinen Mannes nicht. Da dachte sie an Drlobelle.« ihren alten Tclobelle. Beim Ziisammcnbruch ihres Glückes erinnerte sie sich zuerst dieses Mannes, der sie in die Welt eingeführt, ihr Unterricht im Tanze» und seinem Benehmen gegeben hatte. Eine innere Stimme sagte ihr, daß dieser Herunter- gekommene ihr gegen alle Anderen Recht geben würde. Sie nahm daher eine» Wagen und fuhr nach der Wohnung des Schauspielers. Mama Delobelle arbeitete seit einiger Zeit Strohhute für den Export— ein trauriges Handmerk, bei dem sie bei zwölfstündigcr Arbeitszeit höchstens zwei cinhalben Franks verdienen konnte. Delobelle jedoch wurde fetter, je mehr da»„heilige Weib" abmagerte. diensteten in den großen Eisenbahn- Lagerhäusern haben einen Ausstand begonnen, um eine Erhöhung ihrer Löhne zu erlangen. Die Verwaltungen weigern sich, die Forderungen der Ausstün- dischen zu erfüllen und erklären, bis auss Aeußerste Widerstand leisten zu wollen. Versammlungen. Die Freie Vereinig»»,» der Kartonardeiter tagte am Montag, den 18. August, be. Henke, Blumenstr. 33, mit der Tagesordnung: 1. Die Arbeiterbewegung und ihre Bedeutung. Referent Kollege Freudenreich. 2. Diskussion. 3. Regelung des Arbeitsnachweises. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Vom ersten Punkt der Tagesordnung wurde Abstand genommen, mithin fiel auch der zweite. Zum dritten Punkt nahm Kollege Siegfried das Wort, indem er die unbedingte Nothwendigkeit eines Arbeits» Nachweises anführte; bisher war derselbe in Händen der Streik- kommission. Da dieselbe aber so zersplittert ist und die sich noch an der Sache Betheiligenden mit der Abrechnung zu thun haben, also vollständig in Anspruch genommen sind, folglich sie auch den- selben nicht mehr leiten kann, sei es Pflicht der Vereinigung, so schnell als möglich einen Arbeitsnachweis zu errichten; hierzu wurde zuerst ein Lokal in Erwägung gebracht, welches aber vom Kollegen Freudenreich nicht anerkannt wurde, weil durch diesen Nachweis wohl schwerlich den entsprechenden Forderungen könne Rechnung getragen werden, wenn es der Vereinigung am Herzen läge, einen gesunden und kräftigen Arbeitsnachweis zu errichten. Es sei angebracht, und für die Vereinigung kvom Vortheil, den- selben nack. wie vor in Händen eines Kollegen zu lassen; und es wird daher Kollege Syderer vorgeschlagen. Da derselbe aber nicht anwesend ivar, konnte ein Resultat nicht erzielt wer« den, sondern wurde die weitere Sache dem Vorstand überlassen. Unter Verschiedenes lag ein Antrag vor, welcher besagte, die noch weiteren Ausgaben wie Einnahmen der Streikkommission dem Kasstrer Schwarzburger zu übertragen, um somit so schnell als möglich zum Schluß du Abrechnung zu gelangen. Derselbe wurde angenommen; weitet wurden laut Antrag zur Erleichterung der Kollegen betreffs der Bons folgende Herren als Annahmestellen derselben bekannt gemacht» Hille, Georgenkirchstr. 21; Henke, Blumenstr. 38; Mahneke, Annenstr. 8; Syderer, Scharrnstr. 4, und können von jetzt ab bei erwähnten Herren Bons entgegen- genominen und auch Gelder abgeliefert werden. Ein Antrag, einem in Roth gerathenen Kollegen 20 M. zu leihen, wurde mit Hinzufügung der Tellersammlung einstimmig angenommen. Es wurde noch vogi Vergnügungskomitee bekannt gemacht, die Kol- legen, welche ihre Billets noch nicht abgerechnet haben, mögen doch wenigstens einmal daran denken, da vom Komitee ebenfalls Abrechnung verlangt wird. Zu gleicher Zeit wurde auf eine Herrenparlie hingewiesen, mit der sich das Vergnilgungskomitee in nächster Zeit befassen wird. Der Lolinluerband- KerU» des Verbandes dentfcher Zinimerleute hielt am Freitag, den 8. August, eine General» Versammlung mit folgender Tagesordnung ab. 1. Abrechnung pro 2. Quartal 1890. 2. Wahl des gestimmten Vorstandes und des VerbandsausschusseS. 3. Verschiedenes. Der Vorsitzende, Kamerad Ortland, eröffnete die Versammlung, ertheilte zunächst dem 5tassirer das Wort und ersuchte ihn, die Abrechnung zu ver- lesen, welche auch von der Versammlung als angenommen erklärt wurde; der Vorsitzende ertheilte sodaun Kamerad Knüpfer im Namen der Versammlung Decharge, sodann wurde zur Wahl ge- schritten. Es gingen folgende Kameraden auS der Wahl hervor: H. Ortland, Steglitzerstr. 58, als erster Vorsitzender; P. Schönfisch, Manerstr. 27, als zweiter Vorsitzender; H. Knüpfer, Blumen- slraße 39, als erster Kassirer, und Ziebke, Markusstr. 40, als zweiter Kassirer; die Kameraden Kresmer als erster und Hoff- mann als zweiter Schriftführer, Weigmann und Apelt als Revi- soren und Schnfmann und Klose als Kontroleure. In den Bcrbandsausschuß wurden gewählt die Kameraden Wolter, Schmidt, Weiß, Zobelt und Apelt. Briefkasten der Redaktian. Franke, Fangrstr. Senden Sie die Anmeldung mit einer Darstellung des Sachverhalts au das Polizeipräsidium. A. G. 10. Zeigen Sie der Steuerbehörde sofort die Ver« änderuna Ihrer Wohnungsverhältniffe an. G. D. ViirKIerstr. Ja; binnen 24 Stunden können Sie zurücktreten und muß der Wirth das Angeld herausgeben. 80. Ja, der Mann kann kündigen. V.|U. 99. Sie sind nicht verpflichtet, den Schaden zu ersetzen. A. K. 90. 1. Nein, ist keine Gütergemeinschaft. 2, Nein, Sie brauchen die Kosten nicht zu bezahlen. 8. Die Sachen gehören Ihne» und Sie können gegen die Zwangsvollstreckung inter» venire». Dadurch, daß Sie in Ihre m N a m e n den Rechts» anmalt um Theilzahlung baten, kann ein Eintreten für die Schuld Ihrer Frau Ihrerseits gefolgert werde». Es ist daher nicht a»s» geschlossen, daß sie zur Zahlung vernrtheilt werden. Er war gerade im Begriff, eine duftende Käsesuppe zu verzehren, als Sidonie an die Thür pochte. Der Schau- spieler, der noch uuter'in Banne der Aufführung eines Schauer» drama's stand, der er beigewohnt hatte, fuhr erschreckt zu« sammen bei diesem klopfen zu so lingewohnter Stunde. „Wer ist da" fragte er ein wenig erregt. „Ich bin's, Sidonie, öffne» Sie schnell." Zitternd vor Frost, setzte sie sich sogleich an den Kamm; dabei sprach sie heftig z» Delobelle und befreite ihr Herz von dem ganzen Zorn, der sie seit einer Stunde verzehrte. Als sie die Szene in der Fabrik mit gedämpfter Stimme, um Madame Delobelle mit zu werfe», erzählte, da wachte die zerknitterte Pracht ihrer Kleidung in dieser ärmlichen kleinen Wohnung im fünften Stock, der helle Glanz ihrer Ball- klcidnng inmitten von Haufen grober Strohhüte, den Ein» druck eines jener furchtbaren Ereignisse, bei welchen Rang, Reichthnm und Glück plötzlich zusammenbrechen. „Nie kehre ich wieder nach Hause zurück.... DgS ist zu Ende.... frei, ganz frei, will ich bleiben..." „Aber wer hat Dich denn nur so bei Deinem Manne verklatschen können?" fragte der Schauspieler. „Das konnte nur Franz sein... Gestern Abend kam auch ein Brief aus Aegypten an... Oh, wie er mich vor diesem Weibe gedcmnthigt hat!... Mich vor ihr auf die Knie werfen zu müssen... Aber ich werde mich rächen... Zum Glück habe ich etivas beim Weggehen zu mir gesteckt, womit ich mich rächen kann!" Und das böse Lächeln ans früherer Zeit schlängelte sich wieder um ihre blassen Lippen. Der alte Komödiant hörte dies alles mit großem Inter- cffe. Trotz seines Mitleids mit Sidonicn, die ihm, ivie inan es im Theaterjargon nennt, als„schöne Sünderin" erschien, betrachtete er doch das ganze Ereigniß vom drania, tischen Standpunkte ans und von seiner Manie fortgerissen, verstieg er sich schließlich zu dem begeisterten Ausspruch: „Bei alledem— welch' eine herrliche Situation sür einen fünften Akt." (Fortsetzung folgt.) Theater. Donnerstag, den LS. A u g u st. Lefjing-Tkrater. Die Ehre. Friedrlch-Willielnistiidt. Theater. Die Pnppcnsee. Vorher: Das Pensionat. Wallner- Theater. Mamsell Ni- tauche. Uilitom- Theater. Die Million, oder: Vivat Imperator. Adolph Ernst- Theater. Der Goldfuchs. Kelleallianre-Theater. Der Dorf- teufet. Krolt's Theater. Rigoletto. Vstend- Theater. Der arme Jona than. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexander- straße 27c. Auftreten der Chansonnette Fräulein Ehrenfeld. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Rosa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herr» Ziegler. Auftreten des Malabaristen und Equi- lcbristen Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Clermont mit seinen dressirten Schweinen, Esel und Gänsen. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 80 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 80 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkcitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben. ßtflMifCüieilt Buggenliagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Garten-Concert. Direktion A. Uödmaun. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Fnfriio Wochentags 10 Pfg., üillll l/C Sonn- nnd Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Sienovirung geschlossen. €41 F. Mittler. past asr 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Ltesidenz. Diese Woche: IV. Cycl. Hochinteressant: Erinnernngrn v.Feidzug 4870/71. 5iim 1. Mal: Zweite Reise durch Keigien. Eine Neise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Grunow's Tanz-Institut, Brnnnenstr. 9. Lehrkurs. heg. Sonntag Nachm. 4 Chr. Der ges. Zirkel um 6 Uhr. Empfehle mein Bierlokal sowie Arbeiter- Lesezimmer; sämmtliche Ge- werkschasts-Organe liegen aus. Emil Böhl, 2303 Frankfurter Allee 74. NheinlllltWtr lunncl, gen.: ,,Die fideie ziagriitiste",> Berlin N., Elsasserstraße 73, gegenüber der Bergstraße. Im Lakai phatographischrs Atelier zur Benutzung.— Jeder Gast, auch wenn derselbe nur für 10 Pfennige verzehrt, wird gratis photogrilphirt und erhält sein Bild sofort als 1 Gratispräsent. Höchst scherzhast! I H. Schnitze(mit'n tz). Einzige Kelle�R hotagrap hie I Töle h. Vereiilsmllültt zu Versammlungen ic. sind noch zu vergebe». Louiseustädtisches Klubhaus, Slnnenstr. 16, bei Kessuer. 442 Bj Eine Rarthie 2 fehlerhafte »Teppiche!, in Sophagrösso a 5,6, 8 u. 10 M. gm in Salongrösso a 12, 15, ZO-SO M. g H Werth kö Doppelte I ■ ßardineniVÄI M ä 10, 12, 15-40 Mark. ■ 500 Muster stets vorrüthig g Gardinei»- u. Trppichfadrikl Emil Lefävre, Berlin S., Granirnstr. 158, Jllustr. Musterbücher franko. l Verband der deutsch. Gold- u. Silberarbeiter und verwandten Berufsgenossen.(Zahlstelle Berlin.) Sonntag, den 31. August 1890, Nachmittags 4 Uhr: Großes Sommerfest im Concerthaus Sanssouci, Kottbuserstraße 4». Grosses Vocal- und Instrumental-Concert (Direktion Wein), unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins„Lyra" unter Leitung seines Dirigenten Herrn Paul H a n n i g, wie des beliebten Gesang- und Tanzkomikers Herrn Bredereck. Von 6—8 Uhr: Kindertanz, verbunden mit Lonhvnregen. Nach dem Concert: Grosser Osllla Entrre 30 Pf. Herren, die am Tanz theilnehmcn, zahlen 50 Pf. extra. Den geehrten Damen ist die Kaffeeküche von 3 Uhr ab geöffnet. Bei ungünstiger Witterung findet das Concert im großen Saale statt. Billets. sind bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern wie im Arbeitsnachweis bei Herrn Reiche, Prinzesstnnenstr. 31, sowie in allen mit Plakaten belegten Handlungen zu habe». 608 Ahemeiller MMlirbeiter-Verck Berlins nns llulgegens. Grosse Versammlung föffur Kirdorf» Süden n. Snd-Ost'�NA Donnerstag, den 28. August 1890, Abends 8 /2 Uhr, in Kliem's �folksyarten, Basenhaide. Tages-Ordnung: 1. Vortrag über:„Die Gewerkschaftsbewegung vor und nach dem Sozialisten- gesetz." Referent: Herr Theodor Glocke. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Bevollmächtigten, eines Hilsskassirers und eines Protokoll- führers. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Verschiedenes und Fragen. Um recht regen Besuch wird gebeten. Der Vorstand. I. A.: Jos. Hartmann, Reichenbergerstr. 73. Alle Beschwerden in Vereinsangelegenhciten sind zu richten an Joseph ! a r t m a n n, Reichenbergerstr. 73. Alle Geldsendungen an Otto Klein, iitterstr. 15. 602 Fchverein kt Holz-\\ü Brettertriiger Berlins n. Umgegens. Sonntag, den 31. d. M.. Uormittaa» lOVe Uhr. Granirnstr. 180: General-Versammlung. Täges-Ordnung: 1. ilweck und Ziel der Arbeiterorganisation und welche ist der heutigen eit angemessen als die beste zu betrachten, lokale oder zentrale? Referent: Jahn. 2. Abrechnung von, zweiten Stistungssest. 3. Wahl de» >err Gesamint-Vorstandes. 4. Verschiedenes. 605 Alle Mitglieder und Freunde dieser wichtigen Sache werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. I. A.: C. Gefrois, Naunynstraße 45. Sonntag, den 31. August, findet eine � Fnlwartir der Marmor-«. Granitarbecker statt. Treffpunkt Station Thiergarten. Abmarsch Punkt 71/4 Vtht. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird ersucht.[603 Hamburg- Araerikaniseho * Postdampfsehiffahpt Hamburg-NewYork Sonthamplon anlaufend OceanfaM 7 Tage. Ausserdem regelmässige Postdampfer-Verbindung zwischen lIAvro— N ewyork. Stettin— Newyork. Hamburg— Baltimore. Hamburg— Westindien. Hamburg— Harana. Hamburg— Mexico. Nähere Auskunft ertheilt; Wilh. Mahler, Berliu N., Invalidonstrasse 121 283 und August Langer, Berlin, Platz vor dem Neuen Thor 3. Soeben erschien: DM- Heft Dr. W. Zimmermaun's Großer IeMer Boiierulritg. I l l n st r i r t e V o l k s a u s g a b e. Herausgegeben von Wilhelm Bios. Uvtic pro Heft äO Ufrnnig. iZn beziehen durch die Expedition, Bcuthstrasae 3. •• Wiederverkäufcr erhalten Rabatt. Soeben erschien Ier mite 3ml Kr. 607. »««iÄ'""4 l"«»<««.« i Spiegel und Y Polstenvaarcn. eigener Gr. Lager, bill. Preise. Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunst. Todes-Ansrigr. Allen Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Sohn, der Dachdecker Reinhold Ullrich, am Sonnabend durch Sturz vom Dache verstorben ist. Die Beerdigung findet Donners- tag Nachmittag LVe Uhr vom Leichenschauhause am Neuen Thor aus nach dem Emmaus-Kirchhof statt. Wittwe Ullrich. Fachverein der Tischler. Morgen, Freitag, den 29. August, Abends SVs Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstraße 28: Vorstandssitzung. Das Mitglied Richard Schmidt wird ersucht, den von der Gewerbe- deputation bewilligten Beitrag zum Besuch der Handwerkerschule abzuholen. Der Arbeitsnachweis des Vereins wird den Mitgliedern sowie sämmtlichen Kollegen zur Benutzung empfohlen. Derselbe befindet sich Wall- straße 7—8 und ist von Morgens 7 Uhr bis Abends 7 Uhr, mit Ausnahme der Mittagsstunden 12—3 Uhr, geöffnet. Die Arbeitsvermittelung geschieht un- entgeltlich. Die nächste Versammlung für das Zentrum findet Montag, den 1. September, im obigen Lokale statt. 606 Der Vorstand. Achtung! Gchr-AkWst Kerlins und zimgegrud. Zu dem am31.AuguK stattfindenden Ausslllg Ulli Slhiilllrliellsors laden wir unsere Mitglieder mit Familie ein. Treffpunkt Kaiser Friedrich-Garten in Schmargendorf. Abfahrt vom Pots- damer Bahnhof zwischen 1—3 Uhr. Rege Betheiligung ist erwünscht. Gäste willkommen. 604 Der Vorstand. I. 31.: R. Stampehl, 1. Vorsitzender. Fern dr» Nowawesi Alle Freunde von Nah und iverden zu dem am Sonntag, 31. Angust» stattfindenden Ausflug hes Textilarbeiter- 11. Arbeite- mm-Berms nach„Stemstücken" (mit Musik und gütiger Mitwirkung des Gesangvereins„Arbeiter- Mai- Bund") hierdurch freundlichst einge- laden. Abmarsch Nachmittags 2 Uhr vom Vereinslokal, Lindenstraße 6. 594 Der Vorstand. i«ieraajeB.»Ä,ifÄs? Dr. Hoesch, Homöopath. Arzt, Artilleriestr. 27. 105 1 8—10, 5—7 Uhr, Sonntags nur v.S— 10. Jean Bllittllllgs- Marken Kautsclmck- Stempel- Fabrik von 1149 Holze, Hamburg gr. Orehbahn 45 empfiehlt sich allen Kranken-Kassen und Arbeiter-Vereinen. Seit 12 Jahren Lieferant sämmtlicher bestehenden Ceutral- Kranken- Kassen sowie für ca. 5000 Kassen und Vereine Deutschlands, Englands und 3lmerikas: KW Proben und Preis versende gratis und iranco. Schnellste Bedienung Beste Bezugsquelle Solide Preise. Der Versand geschieht portofrei. 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Oktober nach den Ortschaften zurück- ehren resp. vorübergehend zu dieser Zeit dieselben besuchen 0 en, werden hiermit ersucht, ihre Adressen brieflich mit ge- g � Wigabe, ob sie in den Ortschaften zu verbleiben oder nur °U'b°rgehend znriickzukehren gedenken, umgehend an den Unter- lhneten einzuschicken. Alfred Rosenkranz, Rummels- "kg bei Verlin. Lessingstr. 7a. II. Die Partciblätter werden höflichst um Abdruck gebeten. bckal�-r.r*r'the«mma der Aahrnngsmittel. Allgemein ml lst es. htp ßrrnfßn hipfpg iit den Besten seit triftT'0* üie uoii oem königl. statistischen-vureall III» ! Ministeriums für Landwirthschaft, Domänen und bewirkten Ermittelungen über die Erntcaussichtcn des den« 1890. Diese Ermittelungen stützen sich auf die betreffen- laimtrl 9te der landwirthschaftlichen Vereine, welche bei uns be- teirh■ ei!le. mindestens offiziöse Stellung einnehmen. Als Norm ii)pu.etv® Mittelernte angenommen, ans der Höhe der Ziffer, er.i7,e. der Mittelernte übersteigt oder hinter ihr zurückbleibt, von x'ich das Ernteresultat. Der Kürze halber sei hier nur ""lenigen Feldfruchte», aus welchen unsere Hauptnahrnngs- h,«jcugt werden, der Ertrag einer Mittclcrnte und der fenrV'?£ derselben, wie ihn dieses Jahr liefert, angegeben. Als e-s»..% das Hektar nnd dessen Er-trag in Kilogramm zu Grunde igt. El»? Mittelernte beträgt bei: Das Ernteergcbniß dieses Jahres betrug in Prozente der Mittel- ernte ausgedrückt I»vi... 103 Winterweizen. Winterroggen. Sominergerste. Erbsen 1310. 1438. 1 III. 10 312 102 102 103 95 %,. Kartoffeln ~ Ptt tu Kartoffeln dürfen»vir also mit Recht von einer guten reden. Und»venn demnach die Preise dieser Früchte steigen, i»A-• 011 f der Hand, daß nicht Knappheit derselben die Ur- v», 1"" kann. Der Getreidewuchcr, die Spekulation verlhcucrn t? das Vrod. Stach Handelsberichten aus den Vereinigten dilÄ von Amerika herrscht dort ein»vilder Haussetaumcl, kja> den die Preise derartig in die Höhe getrieben worden sind, .�augenblicklich an eine Anssuhr trotz der großen Vorräthc i>X z» denken ist. Die Ernten Rußlands, Rumäniens und ».Wus sind ebenfalls sehr gut ausgefallen, und Süd- ."istalien und die Kolonie Viktoria haben 200 000 Tons |i200o Pfund zun» Export bereit. Obgleich nun an einen sangel, selbst wenn die deutsche Ernte den Inlandsbedarf m, decken sollte, nicht zu denken ist, so ist in der vergangenen glyhc der Preis des Weizens an der hiesigen Börse um 5—6 M. jü.ßv». Das Roggengeschäst hat erheblichen Gewinn gebracht, i>»i M fälligen Lieserungstermine wurde» prompt innegehalten 6»l'Hv lohnendem Geschäfte. Es fand eine Preiserhöhung von flatt, obgleich eher Ueberfluh als Mangel an Waaren am d, v? war. Für den Stichteingcweihten»st dieser Vorgang kaum m�'Mich, seine Ursache ist der Terminhandel, d. h. man verkauft % in deren Besitz man sich zur Zeit nicht befindet, mit der HICIJI i-'Ul IsUllUCH tfl,«Ill.vtp(J».v �lidem° Durch solche Geschnftsniachcrei ist dem Handel seine via»,)?vttndlnge abhanden gekomnien, nnd von einer ehrbaren Kaust oft'Aast, wie sich in früheren Zeiten kaufmännische Korporationen itiq,, 1,!ch,'en. kann heut keine Rede sein. Man verkauft, was kchab»* ,- besitzt, ob es zun» festgesetztn Lieserungstermine zu bc- ivjsi»,, sc»»»vird, kann»veder Käufer noch Verkäufer ßerus-,'. Handelsgebrauch hat eine Volkskalamität hervor- "ViäL..'.'m verein mit den hohen Getreidezüllen die Volks- sta»d ,. A fch'ver belastet. Unseren Ministcrn kann dieser Uebcl- der m. r dessen Folgen nicht unbekannt sein. Herr von Lucius, �rcn �''Landbesitzer, läßt seine Pferde gewiß gut füttern, damit höht kp'OingsfäHigkeit erhalten bleibe; die 5kriegsvcrivaltiing er- die m V? Sold und vergrößert die Portionen der Truppen, sowie Legt.,,, ouen der Pferde bei andauernd vorhandenen größeren fäliftuÄ".Mas für Mensch nnd Thier hier gelhan wirb, sollte %qg �"iwllch auch für den Arbeiter geschehen,»velcher Tag für »iich M Morgen bis zum Abend seine ganze Kraft einsetze» tot»i,na,-1: e',,e völlig irrationelle Finanzwirlhschafk, wie die Duldi?»?� Begünstigung des Großgrundbesitzes und die derkann? Handelsgcbräuche, die weiter nichts als eine hqhx., X.Ocölhigiing sind, den Beutel des Kausinannes zu füllen, Und„vi dahin gebracht, daß dem Arbeiter die Beschaffung guter Wo�„.'vrhnfter Lebensmittel zur Unmöglichkeit geworden ist, Lem,.,,]chs'eßlich die körperliche En twickelnng.dieWiderstands- und .plfsch'gfet leiden. Es scheinen in gewissen Köpfen die ip« sSen- �ihrcn noch festzusitzen. Man kann freilich die t�antmn,«�ur,,uÖen für jede künstlich erzeugte Thcucrung nicht �orde,,* 4 machen, da der Handel völlig international ge- ihre» an'v' wenn aber jede einzelne Regierung ernstlich von "Usnjpkt AOvMeln Gebrauch macht, und den irrigen Grundsatz stdidpr,,' diese oder jene Klasse sei die festeste Stütze des Staates, !»en- der Einsicht gelangt, daß das Gefüge des Staats- "' J•>-»«f.«. i.ihpt J% f. lJen in iiX\V!""l'lyt------ !° lassen fid r„rJUmr3 veräth, wenn eine Klasse Schaden leidet. dcx lolche �obbcreien ivohl abwenden. Dazu ist aber W �oß che Aussicht vorhanden. d- � durch?.!?pm'3vidP. /"3"ben des Münchener Schlächternieisters werden sich Unsp?p°lkes lä«" ste bestätigen nur. was die große Masse läVlbarkpit Sil gedacht und gewußt hat. Ter Glaube an die '»etfrhL"l!b das Allesbefferivissen der Regierungen»st wwunden, die Erkenntniß und das rechte Verständnip ist nur in der Masse vorhanden, aber nicht bei»venigen sich als Ausgewählte Dünkenden. Wie fällt die Obsternte ans? Die Redaktion des „Praktischen Rathgebers in Obst- und Gartenbau läßt seit einigen Jahren durch ihre Abonnenten nnd Mitarbeiter einen Frageboge» ausfüllen, lim dadurch dem betheiligten Publikum— und das sind wir mehr oder weniger alle— eine Übersicht über die Obst- ernte- Nussichten zu geben. Ueber Aepfel, Birnen, Pflaume» u. f.>v. kommt die Redaktion nach Durchsicht von 600 Berichten zu folgender Mittheilnng: „Am ungünstigsten von allen Obstarten zeigen sich»viederum die Slepfel. DaS ist um so trauriger, als diese jetzt überall für Tafel und Wirthschaft die Hauptfrucht bilden. Die beste Ernte an Aepfel», d. h. eine gute Mittelernte, hat diesmal noch Württemberg zu erwarten, doch ist auch dort der Anhang nicht überall gleich; von einzelnen Orten wird auch über geringe Aussichten geklagt. Die benachbarten Länder Bayern und Baden sind iin Durchschnitt etwas weniger gut, habe» aber immer noch eine leidliche Mittelernte zu erwarten. Auch im Großherzogthun, Hessen und in eine»» großen Theile von Hessen-Nassan steht eine Mittelernte an Aepfeln in Aussicht. Dann hört es aber auf. Jenseits des Rheins, in Elsaß-Lothringen, ist die Aepfelcrute gering biS mittelmäßig, in der Pfalz gering, und gering lauten dann auch fast säimntliche Berichte aus dem nördlichen Deutschland. Aus Westfalen»vird sogar zum große» Theile eine völlige Fehlernte gemeldet. Ein ivenig besser als gering, d. h. zniil größeren Thcil gering, aber hier nnd da niittelmäßig, ist die Zlepfelernte in Thüringen nnd in einigen Thcilen der Provinz Sachsen, Königreich Sachsen und Schleswig- Holstein. Ter Gesammtertrag an Birnen wird kann» mittelmäßig sein, doch im großen Ganzen besser als der Aepfelertrag. In Württem- berg, Bayern und Bade» stehen Birnen meistens niittelmäßig, nicht ganz so gut»vie Aepfel. Im Großherzogthun» Hesse» stehen sie besser, nahezu gut, in Hessen- Nassau durch- schnittlich mittelmäßig, thcilS gut, thcils gering.' In Norddcntschland ist eine mittelgute Birnenernte zu er- warten; namentlich in der Provinz Sachsen, im König- reich Sachsen, in Anhalt und Braunschweig. Mittelmäßig laute» auch noch die meisten Berichte aus Hannover und Thüringen, nahezu mittelmäßig, theilweise gering� ist der Durchschnitt in Brandenburg, Pommern, Rhei»provi»z, Westfalen; auffallend gering in Ost- und Westpreußen nnd Schlesien. Schleswig- Holstein hat im Norden gut, in den südlichcrn Theilen gering. lieber Z»vctschcn und Pflauiucn lautet die größere Zahl der Berichte gering. Sehr»uigünstige Berichte liegen namentlich vor aus weiten Gebieten von Hannover und der Rheinprovinz, serner a»ls Brandenburg, Königreich Sachsen, Schlesien, Posen, Olden- bürg und Schlcswig-Holstcin. Die meisten günstigeren Berichte kamen aus der weiteren Umgebung des Harzes, Auhalt, Braun- schweig, einen» Theile der Provinz Sachsen nnd cinein kleinen Theile von Hannover. Ferner werden vereinzelt gute Ernten ge- meldet aus Thüringen, Hessen-Stassau und ailS Süddcutschland (rechts vom Rheine). Die linksrheinischen Gebiete, Elsaß-Lothringen und die Pfalz, haben wiederu»! sehr geringe Ernten. „Gut" berichten die meisten Karten bei Wallnüssen. Es ist hiervon inindestens überall eine gute Mittelernte in Aussicht. In Württemberg und noch mehr in Bayern wird die Ernte viel- fach sehr gut sein, gilt ist sie selbst in» Elsaß und in der Pfalz, Ivo diesmal alles Uebrige so mißrathen ist. Gut stehen die Wall- nüsse serner in Hesseu-Siassan, im Großherzogthum Hessen, in der Rheinprovinz, in der Mark Brandenburg»md in Posen, in allen übrigen Ländern ziemlich gut, mit»venigen Ausnahmen. Nur Mecklenburg und Oldenburg habe»„gering" zu berichten,»vas jedoch leine große Bedeutung hat, indem der Walliiußbaum in jenen Ländern kaum in großer Zahl anzutreffen ist. Was den Wein betrifft, so haben mit Ausnahme Württem- bcrgs, wo viel„mittelmäßig" verzeichnet ist, die wichtigeren Länder sehr häufig„gut" in» Berichte, das bezieht sich aber nur auf den Traubenanfatz. Es ist die Ausbildung der Trauben und die Güte deS Weines völlig dem Wetter im'August und September anheinigcslellt. Viel Wärme in diesen Monaten kann uns auch»och ein gutes Weinjahr bringen. Ketrrffo drv bcidrn ülühlcngcbände am Mühlendamm, um deren'Abbruch dezw. Erhaltung sich in letzter Zeit in der Fachpresse eine»veitschiveifige Kontroverse entsponnen hat, sind wir in der Lage, ans bester Quelle mitzntheilcn, daß»unmehr definitiv das Stehenbleiben derselben beschlossen worden ist. Die von dem leitenden Baumeister über die Inangriffnahme der anderen Arbeiten getroffenen Dispositionen berücksichtigen bereits diesen Fall. Betreffs der äußeren Gestaltung der Mühlcnbautcn werden natürlich einzelne Uniänderunge» nicht vermieden»verde» können,»im dieselben dem Rahmen des Ganze» nach Möglichkeit einzufügen. Im Allgemeinen nehmen die Abbruchsarbeilen am Mühlendamm in letzter Zeit nur einen recht langsamen Fort- gang. DaS Ausheben der Fundauientmancrn auf der südlichen Seite der Straße, mit den» man gegenwärtig beschäftigt ist, bietet recht große Schwierigkeiten und ist außerordentlich zeitraubend, da dieselben»nit festesten» Zement gemauert sind. Sobald diese Arbeite» vollendet sein werden,»vas man möglichst z» beschleunigen sucht,»vird der Bürgerstcig auf dieser Seite provisorisch regulirt und nicht»nivcsentlich verbreitert werden, um für die frequcnte Passage, die jetzt zeitweilig in unangenehmster Weise behindert wird, größeren Raun» zn schaffen. Hierauf sollen dann die Ar- bciten auf der anderen Seite der Straße in ansgedchntercm Maße, als dies jetzt in Rücksicht auf die nothwendigerweise erwachsenden Verkehrsstörungen»nöglich ist, gefördert werden. ä#0ü deutsche Frane» haben ihre Stimmen erhoben im Namen der Sittlichkeit. Sie haben an den Oberbürgermeister und die Stadtvcrtrctnng von Berlin eine Adresse gerichtet, in »velcher sie über das unzüchtige Treiben auf dem F e st p l a tz c des Bundesschießens Klage führen und die Bitte aus- sprechen, es möchte» Vorkehrungen getroffen werden, um die Wieder- kehr solcher Orgien zn verhindern. Im Eingang des seltsamen Schriftstückes, das sich unter Anderen» auch durch einen, ivcn» nicht immer korrekten und klaren, so doch ganz eigenartigen Stil auszeichnet, kennzeichnen die 2300 deutschen Frauen zunächst ihre Stellung zu öffentlichen Angelegenheiten im Allgemeineii:„Deutschen Fraucii geziemt es nicht, sich eingreifend und richtend in die Politik zn mischen; vielmehr ist es die ewig unabiveisbare Pflicht aller Frauen, nicht nur der deutsche», im Hause und am Herd, durch Ausrechterhaltung von Ordnung und Sitte,»vartcnd nnd pflegend für das Wohl des Antcrlaudcs zn wirken". Nach diesem inhaltlich »vie stilistisch grandiosen Satze bitten die Frauen Se. Hochwohl- geboren, er möge„allergütigst" gestatten,„daß»vir null über das diesjährige bei Pankoiv vom 6. bis 13. Juli abgehaltene deutsche Bnndesschießen dasjenige erwähnen,»vas durch die Presse Und andere Mittheilungcn über jenes Fest in die Provinzen gedrungen ist". Aus den Berichten,„ivclche»vir darüber»»it tiefster Ent- rüstung und mit Abscheu vernommen haben,"»vird dann aller Hand angeführt von Tingeltangels, Schießbude», von„lustigst gekleideten Kellnerinnen, die frech und»ngehindert den Gyn»- nasiastcn wie den Familienvater, den Jüngling»vie den Mann verführerisch lächelnd zur„Schützen-Ruhe" einladen",»md speziell von einer„kaum bekleideten Dame", welche„doch wohl füglich von Polizeiwegen hätte beseitigt werden können". Die 2300 deut- schen Frauen,»velche sich darüber so entrüsteten, haben auch einen ganz besonderen Grund dazu, um Abstellung der geschilderten Zustände zu bitten, denn sie haben 2300 deutsche Ehemänner, denen sie anscheinend nicht viel Gutes zutrauen, sowie andere Angehörige,»velche ebenfalls nicht gegen Versuchungen gefeit zu sein scheinen.„Wir deutschen Frauen", so heißt es weiter »n der Adresse,„haben als Gattinnen, Mütter und als Schwestern unsere Ehemänner, Kinder, Töchter(die Unterscheidung zwischen Kindern und Töchtern ist ebenfalls eine logische Novität des merkivürdigen Schriftstückes) und Brüder in tausendfacher Ver- anlassung zum Dienst des Vaterlandes(!?)»»ach Berlin zu schicken, und so bitten»vir Ew. Hochwohlgeboren in aller Unterthänigkeit und in zuversichtlickiem Vertrauen, den großen, sch»verwiegenden Einfluß,»velche» Sie als oberster Beamter der Äeichshauptstadt in Händen haben, über jene uinvürdigen Vorgänge derartige Untersuchungen anordnen zu wollen, oder sonstige Ew. Hochwohl- geboren zweckdienlich erscheinende Verordnungen zu treffen,»velche eine Wiederkehr jener Orgie», namentlich auch aus dem bevorstehenden Sedanfeste, keinenfalls befürchten lassen.. So weit die famose Adresse, mit der sich die„deutschen Frauen"»vieder einmal recht lächerlich gemacht haben. Sie haben dadurch bewiesen, daß erstens in den höheren Töchterschulen ein sehr mangelhafter Unterricht in der deutschen Sprache ertheilt »vird, nnd daß ziveitens eine deutsche Hausfrau nach den» Ideale unserer Bourgeoisie ganz und gar unfähig ist, die Vorgänge des Lebens einigermaßen richtig zu beurtheilen. Was denken sich denn eigentlich die 2300 deutschen Frauen? Glauben sie denn »virklich, daß,»venn ihre Ehemänner, Kinder und Brüder nach Berlin zu»» Schützenfeste reisen, dies„im Dienste des Vater- landes" geschieht? Nein, das thun diese nur zu dem Zwecke, um einmal aus der Kleinstadt und voi» der„Ollen" megzukoinmen und sich recht in den Strudel des Berliner Lebens zu stürzen oder, deutlicher gesagt, um hier herum zu sumpfen. Die- jenigen, die»virklich nur deßivegen hierher gekommen sind, »veii sie enragirte Liebhaber der Schießkunst sind, oder weil sie auf die nationalen bezw. Volksverbrüderungs-Demonstrationen so große» Werth legen,»vürden zn zählen sein; bei»veiten» die meisten kamen des„Klinibims" halber, sie»vollten sich amüsiren, und»vie unsere Bourgeoisie sich amüsirt, das»veiß»nan ja. Der- artige große Feste sind stets auch die größte»» Festtage oder»venu »»an lieber so»vill, die angestrengtesten Arbeitstage der Prosti- tuirten. Und die Prostitution»st nicht, wie die„deutschen Frauen" meinen, dcsivegc» da,»veil eS schlechte Frauenzimmer giebt, welche die Männer„verführen", sondern sie»st da als ein naturnoth- wendiges Zubehör unserer Gesellschaftsordnung, sie ist da,»veil die Bourgeois sich„amüsiren"»vollen und Geld genug haben, sich zu diesem Zivccke die dem Hunger preisgegebenen Töchter der Proletarier zn kaufen. Wie oft mag schon jede einzelne jener 2300 Frauen über sdie Unsittlichkeit des Volkes hergezogen sein,»venu ihr Dienstmädchen auf den Tanzboden gegangen ist, und»venn dann viel- leicht etwas vorkam,„,vas sich",»vie Wilhelm Busch sagt,„nun einmal nicht gehört,»vas gottlos und beneidens, verth!" Wie konnte man da so tapfer schmälen—»venn aber bei einem nationalen Feste der Bourgeoisie dasselbe tausendfach aus Ge- meinheit geschieht,»vas dort gelegentlich in de», natürlichen Er- regung vorkommt, sodann steht natürlich den 2300 deutschen Frauen der Verstand still. Die Unterzeichnerinnen der Adresse glauben offenbar, daß es sich um einen zufälligen Mißstand handle,»velcher sich ohne Weiteres durch Verordnungen heben ließe. Meun sie eine genauere Kenntniß des Lebens hätten, würden sie bei einigem Nachdenken vielleicht zu der Einsicht gekonimen sein,»vo die Wurzel des Nebels sitzt. Dazu hätten sie sich freilich darüber klar»Verden nriissen,»vo die Grenze zwischen eine»» natürliche», also niemals als unsttt- lich zu bezeichnenden Triebe und der»virklichen U»»sittlichkeit liegt, und in»velche»» Boden die Prostitution»vurzelt. Ohne Klarheit über diese Begriffe kann freilich nicht viel anderes als zweckloses Gcschivätz bei der Entrüstung der deutschen Frauen herauskommen. Immerhin ist die Sache für die Berliner Stadtverwaltung nicht gerade angenehm. Die„liberalen" Blätter sind denn auch ziemlich verlegen geivordei» und meinen, die Unterzeichnerinnen oer Adresse wären wohl nicht genügend unterrichtet geivesen und hätten sich ein übertrieben schreckliches Bild von den Vorgängen auf den» Festplatze gemacht. Herr v. Forckenbeck»vird sich»vahr- scheinlich/»venn er der Sache überhaupt näher tritt, ebenfalls mit einem solchen Dementi begnügen. Wir aber haben gar keinen Anlaß, die Sache irgendivie zu vertusche». Vielleicht'findet sich in der Stadtverordneten-Versammlung noch einmal Gelegenheit, darauf hinznweise», für»velch rühmliches Fest aus den Taschen der Berliner Steuerzahler 40 000 M. bewilligt worden sind. Genosse Frist ZnbeU schreibt uns: „Viel zu denken geben die Vorgänge,»velche sich am Montag, als die große sozialdemokratische Versammlung im Lokal Brauerei LipS, Friedrichshain, tagte, vor benannter Brauerei abspielten. Schon Nachmittag gegen 4 Uhr stauten sich die Genossen, sowohl »m Garte», als au; der Straße in bedenklicher Weise und um auf der Straße jeden Krawall zu vermeiden, begab sich soivohl der Einberufer als noch verschiedene Genossen zun» Oekonom wegen Oeffnung des Lokals und erhielten»vir die sonderbare Antwort:„Das Lokal darf durch Verbot der Polizei nicht vor 6V2 Uhr geöffnet werden." Es mußte sich der Einberufer erst auf daS Polizei- Bureau begebe»,»»» dadurch die Oeffnung des SaaleS zu bewirken. Mit»velchen» Recht, kann man»vohl fragen, kommt die Direktion resp. der Oekonou» dazu, sich der- artige Eingriffe in die persönliche Freiheit gefallen zu lassen? Weiter wurde übercinstimmend mitgcthcilt, daß, als der Garten der Brauerei gefüllt, ja überfüllt»var, und die Arbeitermassen immer mehr und»nchr Hain und Straßen füllten, plötzlich gegen Abend durch die Schutzniannschast der Garten geräumt und so die Massen hinausgetrieben»vurden. Meines Erachtens nach kann dies nur auf Wunsch der Direktion resp. des Oekonomen geschehen sein; denn sonst»vürde es unerklärlich sein. Wäre es da angesichts dieser Arbeitermassen nicht besser, wenn der Garten gefüllt, den Eingang einfach schließen z» lassen, als»vie die Ar- beitcr gleich Heerdenthieren hinaustrcibcn zu lassen? Jnnuer und immcr drängt sich da die Ueberzeugnng auf. daß die Arbeiter- »nassen, auch wenn es Sozialdcmokratei» sind,»vohl bei Ver- gnügungen,»vie Sommerfesten u. f. w., Säle nnd Gärten bis zum Erdrücken füllen dürfen, ohne daß polizeilicher Schutz verlangt wird, und die Herren Direktoren reiben sich dann über das große Geschäft vergnügt die Hände. Wenn es aber gilt, bei großen Volksversanimlungei» die Arbeiterschaft in Schutz zu nehmen, da scheint das Geld zu stinken und jagt man die Arbeitermassen lieber hinaus. Das, Genossen und Arbeiter, müsse»»»vir uns für andere Gelegenheiten merken. Urber rinn»«igenartigtt» Fall vo»» Volizeianfflcht wird»ms Folgendes gemeldet: Ein junger Kaufmann. der nicht bei seinen Eltern»vohnt, kam geftern uiorgen zufällig zu diesen. Hier erfuhr er zu seinem Er- stauneu. daß ein Schutzmain, dort geivesen wäre. der den Eltern Mittheilung davon gemacht hätte, daß der junge Mann die große Versammlung bei Lips besucht hätte. Als die Eltern er- widerten, daß der Sohn nicht bei ihnen wohne, fragte der Schutz- mann nach der Adresse des jungen Mannes. Nachdem er die- selbe erfahren hatte, erkundigte er sich dort, wann verjünge Mann nach Hause gekommen war. Die Thatsachen werden uns glaubhaft imtgetheilt; welchen Grund der Schutzmann für seine Dlaßnahmen hatte, bleibt uns unerfindlich. Uebrr dcn Fall Linda« veröffentlichen die„Nene Stettin. Ztg." und die„Drcsd. Ztg." ein gleichlautendes Feuilleton. Die „Volks-Ztg." schreibt hierzu: Soweit dasselbe behauptet, daß Lessing sich„kaum"(sie!) zu solcher Handhabung der Kritik, ivie sie Herrn Lindau nachgewiesen worden ist, herbeigelassen haben wurde und daß Lassalle— der- selbe Lassalle, der sich mit Wort und That zu keinem Grundsatze eifriger bekannte, als zn dem, daß„soziale Unterdrückung überall vorhanden sei, wo auch nur ein Individuum unterdrückt" ist,— über das Benehmen Lindau's gegen Fräulein von Schabelsky „schwerlich den Stab gebrochen" haben ivürde, haben wir keinen Anlaß zur Diskussion. Dagegen können wir dein Schlußsatze des Feuilletons, daß nur der Kritiker und Schriftsteller, nicht aber der Mensch Lindau die Oeffentlichkeit etwas angehe, durchaus zustimmen. Eben deshalb haben wir uns nie die leiseste An- spielung auf den persönlichen Lebenswandel Lindau's erlaubt. Um so überraschender ist es aber, daß jenes Feuilleton trotz seiner richtigen Schlußpointe thatsächlich pon A bis Z nichts anderes als eine in geheimnißvollen Anspielungen sich bewegende Kritik des privaten Thuns und Treibens einerseits des Herrn Lindau, andererseits des Fräuleins v. Schabelsky ist. Wir lehnen eine grundsätzliche Diskussion über diese Seite der Sache nach wie vor ab, nicht weil wir sie zu scheuen hätten, sondern erstens aus dem angegebenen prinzipiellen, zweitens aber auch aus deni taktischen Grunde, daß wir uns unter keinen Umständen auf das Gebiet des persönlichen Klatsches drängen lassen werden. Wir beschränken uns deshalb daraus, den Vorwurf publizistischer Un- Vorsichtigkeit, den unS die„N. Stctt. Ztg." und die„Dresdener Ztg." in den Worten machen: Offenbar hat die„Volks-Ztg.", welche die Angriffe gegen Lindau veröffentlicht hat, von dieser Vorgeschichte keine Ahnung. Sie handelt sichtlich in gutem Glauben und ist überzeugt, der Sache der Freiheit und der Würde der Presse einen guten Dienst zn leisten. Es wäre erfreulich, wenn sie die Kehrseite der Medaille ebenfalls beleuchte und sie wird sich leicht über die Richtigkeit dieser Vorgeschichte informiren und sie ergänzen können— mit dem Bemerken zurückzuweisen, daß mir uns über die„Vor- geschichte", welche jene beiden Blätter vortragen, allerdings„in- sormirt" haben und den eigentlichen Kern derselben, nämlich die Behauptung, daß Frl. v. Schabelsky an Herrn Lindau eine Un- treue begangen und ihn dadurch zn unüberlegten Handlungen gereizt habe, aus der eigenen Handschrift des letzteren als eine Unwahrheit nachzuweisen in der Lage sind. Die bündige Ver- sicherung, welche Herr Lindau in dein an eine dritte Person ge- richteten Ausweisnngsbriefe dahin abgiebt, daß er in der gedachten Beziehung dem Frl. v. Schabelsky nicht den geringsten Vorwurf zu macheu habe, schien uns genügend zu sein, und wir verstehen deshalb einfach nicht, was die„Neue Stett. Ztg." und die „Dresdener Ztg." von einem„neuen Freunde" des Fräuleins von Schabelsky erzählen, der, wir wissen nicht, welche Unthaten gegen Lindau begangen haben soll. Sollen wir uns also weiter „in-oriniren", so müssen wir die beiden Blätter ersuchen, den Namen dieses„neuen Freundes" zu nennen; anderenfalls würde sie jener publizistische Vorwurf treffen, den sie uns machen wollen. Ueber eine« rigentliümliche«» Kraustheitsfall, die so- genannte Sklerodermie, Hautverhärtung, berichtet Prof. Mendel in der jüngsten Nummer der„D. Med. Wochenschr." Es handelt sich um eine 40jährige Frau, die nach Berlin gekommen ist, um hier Hilfe zu suchen. Vor vier Jahren entstanden die ersten Zeichen der Krankheit, die sich seitdem fortlaufend entwickelt hat.: Damals zeigt""ch anfallsweise ein Kalt- und Blanwerden der' Finger, der Z. ,eu und ein Kaltwerden der Nasenspitze. Das Blanwerden verging später wieder. Dagegen trat ein Kältegefühl über den ganzen Körper ein, verbunden mit Empfindungslosigkeit in den Nagelgliedern. Gleichzeitig entstand eine so starke Ver- färbung der Haut, daß man die Patientin nicht wieder erkannte. Die Haut wurde jetzt allniälig dicker, unnachgiebiger und schmerz- hafter. Infolge der starken Schmerzen hat die Kranke den vorigen Wnüer zu Bett liegen müssen. Ihr Gesicht zeigt ein charakte- ristisches Gepräge. Die Nase ist kleiner geworden, zusammengezogen und der Mund enger, wodurch auch das Essen sehr erschwert ist. Die Haut im Gesicht ist starr und verdickt. Die Andeutung einer bronzeartigeu Versärbuug läßt sich auch jetzt nicht verkennen. Tie Haare, ivclche zum Theil ausgefallen sind, sitzen auf einer Kopshaut, die auf der Unterlage kaum irgendwie beweglich ist. Am ausgeprägtesten sind die Erscheinungen an dein Vorderarm, wo ein Finger- druck kaum irgend eine Spur auf der verdickten Haut zurückläßt; die einzelnen Fingergelenke und das Ellbogengelcnk sind infolge der Verkürzung der Haut in Koutrakturstellung; die Farbe der Finger ist glänzend weiß. Professor Lewin, welcher mit einer ausführlichen Arbeit über die Sklerodermie beschäftigt ist, hat 34S Fälle aus der Literatur gesammelt. Das Bcmerkenswerthe an dem vom Professor Mendel beschriebenen Falle ist, daß sich in dcn ersten beiden Jahren lediglich die Erscheinungen der söge- nannten Raynand'schen Krankheit zeigten. Ein anderes Stadium brachte die Zeichen der Morvan'sche» Krankheit, das Schlußbild bildete die Sklerodermie. Dazu kam noch die Verjärbung der Haut, wie sie bei der Addison'schen Krankheit beobachtet wird. Ulit Gänsebraten sehr reichlich versorgt wurde vor einigen Tagen ein in der Küpnickerstraße wohnender Kaufmann, der mit seinem großen Hunde einen Spaziergang»ach Rummels- bürg inachte und außerhalb des Berliner Weichbildes dem Thiers den Maulkorb abnehmen zu können glaubte. In Rummelsburg, wo gegenwärtig ein Gänsemarkt abgehalten wird, betrat der Kaufmann dcn weiten, au» Wasser gelegenen Platz, um das in dcn einzelnen Abschlägen untergebrachte Federvieh zu besichtigen. Eine Gänseheerde»vurde gerade zur Tränke nach dem See getrieben, und diese Situatron hatte der große Hund des Kausinanns viel schneller als sein Herr bc- griffen, denn ehe dieser den Hu'id heranrufen und festhalten konnte,»var derselbe mit geivaltigeu Sätzen mitten nuter die Gänse gejagt und probirte sein Gebiß an dcn Thieren. Zivci verletzte er an dcn Füßen so stark, daß sie liegen blieben und »veitere vier wurden von ihm ebenfalls durch Bisse erheblich bc- schädigt. Der Hund des Gänsehändlers veriveigerte dem mächtigen Berliner Köter gegenüber seine Dienstleistung, und als der Gänse- Händler init dem langen eiserneu Gänsehaken auf dcn rauslustigen Hund einschlug, legte sich dessen Herr für ihn ins Mittel. Der Gänsehändler verlangte vollen Schadenersatz und bczisfcrle dcn- selben für die sechs durch die Hundebisse mehr oder minder ver- letzten Gänse auf 15 M.. für welchen Preis die Gänse in das Eigenthum des Kaufmanns übergingen. Zinn Transports der Thiers»vurde dann»och ein Arbeiter angenonnneu, der aber auf dem Bahnhose in Rnmmelsburg-Stralau mit seinen Gänsen zurückgeiviesen wurde, da diese nicht zur Beförderung in den Personenzügen zugelassen werden könnten. Es blieb nichts Anderes übrig, als ein besonderes Fuhrivcrk snr die Gänse nach Berlin anznnehmeu,»vodnrch der reichliche Gänsebraten etwas theuer»vurde.. � � IleUrv die Gpploston in der Parfumerie- und Seifen- fabrik von G. L. Kaske, Bernauerstr. 101, über welche wir gestern schon berichteten, ist heute noch folgendes nachzutragen: In einem der im Siederaum besindlicheu vier Kessel wurde schivarzbraune Harzseise gekocht. Der Kessel enthielt etiva 80 Zentner Seifenmasse. Die Masse dieser Seife hat nun die Eigenschaft, leicht Bodensatz im Kessel zu bilden und dieser Bodensatz verursacht, wenn zu flottes Feuer unter den» Kessel ist, bald ei» Gluheqdwerde» des Kesselbodens und demnächst Brennen der Selseninasie. Man Hilst sich hiergegen durch das Herausziehen des Feuers, Schließen der Schieber, Abnehmen der Kesseldeckel, soivie durch allmäliges Ein- gießen von Lauge in die Seifeninaffe. Ter in der Kaske'schcn Seifenfabrik als Siedemeister fnngirende Arbeiter Thän, ein Mann in den dreißiger Jahren, hat nun, ivie»nan annimmt, durch plötzliches Eingießen einer größeren Laugenmenge das Anbrenne» der Seifcnmasse verhindern»vollen. Nach dem Laugeneinguß stieg die siedende Masse plötzlich und bildete eine Art Spring- sluth,»velche den Sicderauin bis zur Decke anfüllte, den einzig im Siederaum befindlichen Siedemeister Thän total überfluthend. Dann quoll der Seifenstro»»» aus allen Oeffnungen des Siede- raumes in den Hof. Ein Wehgeschrei des Verunglückten rief die Hausbeivohner herbei,»velche in Gemeinschaft mit den Arbeitern der Fabrik den von Kops bis Fuß mit siedender Seife über- zogenen Mann schnell entkleideten und in ein Bassin stellten, das zu Fabrikzivecken mit Leinöl angefüllt»var. Der Körper des Un- glücklichen war vollständig von der Haut entblößt. Man hob ihn — der entsetzlich stöhnte— endlich aus dem Oelbassin, umivickelte ihn init einem leinenen Bettlaken, trug ihn in den Kutschivagen seines Chefs, vor»vclchen sich zivei Arbeiter spannten, um ihn nach dem nahen Lazarns-Krankenhanse zu transportiren. Die aufnehmenden Aerzte beziveifclten sofort das Aufkommen des Aermsten. Als unser Berichterstatter sich Nachmittags im Kranken- Hause nach dem Zustande des Thän erkundigte, erhielt er den Bescheid, daß Than's Mutter und die Braut, init der er in vierzehn Tagen Hochzeit machen wollte, an seinem Sterbebette ständen. Ginr» seltenen Fund machte der in einem am Luisenufer belegenen Schankgeschäft mit der Reinigung des Gastzimmers de- schästigte Hausdiener, indem er unter de»» Sopha vier dem Augen- schein nach absichtlich i» Stücke zerrissene Hundertmarkscheine fand. Hinsichtlich des Eigcnthüiners sowohl, als auch hinsichtlich des- jenigen,»vclcher die Werthpapiere an den Fundort gelegt hat, ist bisher nichts ermittelt»vorden. Ii» ianfe dev Monate Juli«nd August d. I. sind in der Zentral- Markthalle und in der Markthalle VIII in der Andreasstraße zahlreiche Taschendiebstähle ausgeführt»vorden. Neuerdings ist es geglückt, die Diebe in zivei Brüder» Cohn zu ermitteln, welche in etiva 20 Fällen, die sie indeß nicht näher be- zeichnen tönneu, geständig sind, Portemonnaies und auch loses Geld in den Markthallen in der Weise gestohlen zu haben. Die Diebstähle»vurden in der Weise ausgeführt, daß der eine von ihnen die Aufmerksamkeit des auserivählten Opfers auf sich lenkte, »vührend der andere demselben die Taschen ausräumte. Auch beim Siralauer Fischzug»vollen Beide in gleicher Weise thätig geivesen sein, jedoch ohne Erfolg, da sie stets in leere Taschen gegriffen habe». Der in Dr. 195 genannte Maler p.,»velcher angeblich durch Hundebisse entsetzlich zugerichtet sein soll, ersucht uns die Thatsache dahin zu berichtigen, daß der Unglücksfall nicht ihn, sondern den bei demselben beschäftigten Anstreicher Elsenhauer betroffen hat. Der p. Eisenhauer befindet sich noch in ärztlicher Behandlung. Ter bissige Hund»vurde nach thierärztlicher Unter- suchung seinem Besitzer»vieder zugestellt. An» Montag Dovuiittag ist einer jener jugendlichen Burschen, welche in öffentlichen Anlagen Unfug treiben und Kin- der bedrohen, im Friedrichshain dingfest gemacht»vorden. Der Unhold versuchte es, einem kleinen kränklichen Schulmädchen Ge- »valt anzutyun. Ein Arbeiter faßte den Burschen und brachte ihn mit Hilfe eines Droschkenkutschers nach der Wache des 13. Polizeireviers in der Neuen Königstraße. In dem Ver- brecher ist ein Gymnasiast W. von der Landivehrftraße erinittelt worden. Mege» Äandendiebstahla sind zivei 14jährige Burschen, ivclche ihren Eltern entlaufen»varen, festgenommen worden. Die jungen Verbrecher haben gemeinschaftlich in zahlreichen Fällen Kinoern auf der Straße kleine Geldbeträge abgenommen,»velche denselben von den Angehörigen zum Zivecke von Einkäufen über- geben»vorden»varen. Ein in ihrem Besitz vorgefundenes, kleines schivarzes Geldtäschchen soll aus einem in der Gartenstraße ver- übten Diebstahl herrühren. Künstlevelend. Vordem Hause Teltowcrstr. 57 siel vorgestern Nachmittag ein anständig gekleideter, etiva 30 Jahre alter Mann plötzlich zu Boden. In den nächsten Hausflur getragen, erholte sich der Veivußtlosc unter Amvendung schnell herbeigeholter Essenzen. Auf die Frage,»vas ihm denn fehle, antwortete er, daß er vor Entkrästung»ungesnnken wäre. Dies sei der vierte Tag, an»velchem er ohne einen Bissen Nahrung durch die Straßen der Stadt irre. Die Theilnahme der ihn Umstehenden veranlaßte den Unglücklichen, seine Papiere vorzuiveisen. Aus diesen ging hervor, daß der Mann Harden heiße, Schauspieler sei und zuletzt ein Engagement in Köln gehabt habe. Seitdem, so erzählte H.. hatte es ihm nicht mehr glücken»vollen, eine Anstellung zn finde». Berlin wäre seine letzte Hoffnung geivesen, doch»vic trügerisch diese sich gezeigt habe, beiveise die Lage, in»velcher er sich befinde. Sie zu»»ildern,»varen viele Herzen und Hände alsbald bereit. Eine unter den Anwesenden ins Werk gesetzte Sammlung ergab 8 M. und außerdem brachten die Hausbeivohner mancherlei Eß- »lnd Trinkbares herbei. Angelockt durch den entstandenen Auf- lanf,»var iuz>vischen auch ein Schutzmann erschiene»», der H. auf das nächste Polizeirevier führte. Dorthin begab sich auch ein Herr, nu, sich zn erklären, daß er für den obdachlosen Man»» ein Unter- komuien besorgen»verde. Dalizeibericht. Ain 20. d.M. Vor>nittags fiel der Kutscher Karl Brcdoiv auf dem Hofe des kgl. Marstalls, Breiteslr. 37, bei»»» Besteigen seines mit Dung beladeuen Wagens infolge eines Fehl- tritts von» Bock»»»»d»vurde, da die Pferde in demselben Augen- blick anzöge», von den» Vorderrads über die Brust gefahren. Er erlitt schivere innere Verletzungen und»nnßte nach der Charitee gebracht»verde».— Zu derselben Zeit erlitt der Arbeiter Karl Thän in der Seifensiederei von Kaste, Bernauerstr. 101, durch überkochende Seife so schivere Brandivunden am ganzen Körper, daß seine Ueberführung nach dem Lazarus-Krankenhause noth- »vendig»vurde.— Nachmittags»vurde der Nollkutscher Paul Walter vor dem Hause Kulmslr. 20a von seinem Pferde geschlagen und erlitt dadurch einen Bruch des linrcn Schienbeins.— Auf dem Neubau Liegnitzcrstr. 10 fiel zn derselben Zeit den» Arbeiter Einil Kleinert aus dem dritten Stock ein Stück Ziegelstein aus den Kopf und verletzte ihn so schiver, daß er nach Anlegung eines Nothverbandes»ach der Charitee gebracht»verde», mußte.— In der Maschinenfabrik Zyklop, Pankstr. 14—15, sollte Nachmittags ein seit längerer Zeit nicht gebrauchter Dampfkessel geprobt werde». Als der Schlosser Donat hierbei den Vcrschlußdcckel der Heizröhren fester schrauben»vollte, löste sich derselbe infolge des Bruchs einer Schraube, so daß soivohl Donat, als auch der Arbeiter Johann Rückborn durch ausströmenden Dampf und heißes Wasser schivere Brandivunden erlitten. Tie Verletzten »vurden nach dem Lazarus-Krankenhause gebracht.— Zn derselben Zeit brannte in der Pücklerstraße, zivischen der Muskauer- und Wrangelstcaße, ein Bretterzaun und dahinter liegendes Stroh. „An die Kchlostfreiheit-Lotterie werde i«U denken so lange ick lebe un»neinswcgen können sie den janzen Lnstjarien mit sämmtliche Jebände un die Puppenbriicke ausspielen lassen, det ick»ntr man nicht»vieder daran bctheilijen werde! Mein Jeld is ooch kecn Blei un"— Hier»vurde der Redefluß des 52jährige>» Herrn Friedrich Paas, der sich»vege» Körperverletzung auf der Anklagebank befand, unterbrochen. Vors.: Reden Sie»»»»s hier leinen Unsinn vor, die Lotterie geht uns gar»ichtS an. Sie sind der Körperverletzung angeklagt, bekenncn Sie sich schuldig? — A n g e k l.: Der Verletzte bin ick. Erst jede ick mein schiver verdientet Jeld für'ne Niete hin un denn spiejeln sie mir c» falschen Jeivinnst vor, det ick mir verleiten lasse, dadruf en Daler springen zn lasse», un»venu ick»»ich ruhig zusehen»vill, det sie Holz un Kiehn us mir hacke»», denn muß ick hier uj't Krili»inal? % schon einmal wegen Körperverletzung Wjiem#«g.ßgzL -nder. JÖCftVöfUnQ UUUI mup KV UVCV ORM*! — A i» g e k l.: Weil der Mann sich zivee Zähne auslest? — Vors.: Sich selbst ausgestoßen?— Angerl.:» � sich. Ick arbeetete dunneinals uf'n Neibau un wie g# sich. Ick arbeetete dunneiüals us'n Neibau un wegjehn will, habe ick en bisken Kaffeeholz unnern Arm,. � »»eine Olle mitnehmen»vill. Vor',, Dhoriveg bejejeiil, Polier, un als er det biskei» Holz sieht, sagt er: Zu »veest doch, det unser Meester det»ich haben»vill! ß'L mit denn, wenn er et»»ich haben»vill, denn kann ick et 1«>.■ nehmen, un»vill an ihn vorbei. Mit een Mal»vird er un Feier un jreift an det Holz,»vat ick unnern Arm' »vill et mir wegreißen. Ick halte natierltcherinang) 1 � bei det Hin- un Herzotteln stößt er sich.M L# seine Volksküche, det jleich zivee Zähne obdachlos Dakar kann keen Menkck, nicb. det sind L„t in eener M Dafor kann keen Mensch»ich, det sind un det kömmt unjefähr so häufig vor, als wenn die Schloßfreiheit jeivinuen dhut.— Vors.: ausreden lassen, um den Schöffen zu zeigen,»ve- Sie sind. Wir wissen jetzt,»vas»vir von Ihnen haben. Sie sollen an dein betreffenden Morgen den »»acher Meyer ohne Veranlassung eine ganze Anzal ins Gesicht versetzt haben; der Mann ist blutüber>trvu» ivie können Sie so unmenschlich roh sein?— A» g er wcjen ohne Veranlassung, det möchte ick wissen, adc. � Schloßfreiheit-Lotterie hat an Allens Schuld. Derf w,, mal erzählen, wie det so eens nach't Andere jekoinmeu � Vors.: Aber enthalten Sie sich aller überflüssigen Rede sü - Angekl.: Ick sitze ja>»z jemüthlich bei't Abendbrot un � soeben»»einen Aeltesten die Jacke volljehauen,»veil er i, u oben bis unten zerrissen hatte, un en Familienvater � heiligen dheiren Zeiten kaum noch für die daglwst. � dürft ufkominen kann. Mit eeninal kloppt H t;;. der Junge von Budiker Schulz kömmt rin un ick möchte o stantepeh rumkommen, der Schuhinacher Meyer dhäte da l � »vir hätten 5000 M. in die Lotterie jewonnen. Nu konn sich den Uffstand denken! Meine Olle und die Jöhren»var ivie verdreht un ick muß sagen, det ick ooch so'»» komische» hatte. Wir aßen Pellkartoffeln un Jrieben,»vat sonst e � jericht von mir is, aber det wollte»ich»nehr rutschen, uff, schmeiße meine Olle en Daler hin un sage, sie M» L, »u» die Kinder sauern Aal holen lassen, un denn»»• A(jß Schulzen. Richtig, hier sitzt der Schuster hinter'ne trotze, ,j un die andern Jäste um ihn rum un er fingt:„Wal i„i; viel nach Jeld un Jut". Sie jratuliren mir nu alle un J zeigt mir eenen Zeitungsausschnitt mit Lötterienummer»» steht denn ooch richtig' meine Numiiler mit 5000 Mark«Z andern Mörsen hörte ick aber, det sie eenen niederträchnAe J mit mir jemacht' hatten, sie hatte» die Nummern ne olle Zeitung ausjeschuitten un überhaupt>va eene Liste von die preußische Lotterie,»vo sruy- M dieselbe Nummer rausjekommen»var, die ick in die Schwpi«ji spielte. An jenem Abend denke ick aber nischt Arjet u J mir und jebe zehn jroße Weißen und zehn zroße Kunim � Besten. Det Nachts konnte ick»»ich schlafen, indem ick»" überlegte, ob ick»ich'ne Baustelle koofen un Bauherr«4 sollte, un ineine Olle drehte sich ooch immer in't Bette 4 ick hörte ihr in'»» Drom immer von'ne seidene Peller Mantillje reden. Ooch die Kinder schliefen unruhig, van.M den sauren Aal. Ten andern Morjen jehe ick natieruai' i» Arbeit, sondern ziehe mir an un jehe mit'n leinen(ch nach den Ziejarrenfritzen,»vo ick spielen thue.— V o r I-■ ,�>1 hörten Sie nun, daß»»»an sich einen Scherz mit Jhuea.� g« hatte, der geiviß nicht zu billigen»var,»varuin uay» � denn aber an, daß der Schuhinacher Meyer der" A desselben war? Der Mann soll ganz»»»schuldig I. As Angekl.: Bei'»» Budiker konnte ick der»»ich zu»vistc» »ver et ausjeheckt hat, aber Meyer war mit beijeivesen,»n � jeradc an seine Wohnutkg vorbei mußte, bin ick in'"M ,„i» rinjejange». Er begegnete mir uf die Treppe un als ver WL vorkam, als»venn er lachte, da sagte ick zu ihn»: Ick t>» i(M Jeld jenug, da hast Du einije Fünfiilarkscheine,>vovc allerdings etivas Blut aus seine Näse un den Mund dhat. Tel is die Jeschichte von die Schloßfreiheils- »vobei ick mir jründlich de»» Magen verdorben habe w' � Familie ooch, von»vejen den säuern Aal."— Unter y sichtigung der Gereiztheit, in der sich der Angeklagte � gemäß befinden mußte,»vurde nur auf eine Geldstrafe von ertennt,____ Molrevstshk« Kkettin, 26. August. Au» 24. Juli legten .Ä fS8 Cigarrcnarbeiter in Stettin die Arbeit nieder,»veil es Mstd# % trotz fleißiger Arbeit nicht möglich war, ihr Brod äu "uzug ist streng fernzuhalten. Sendungen erbeten an die obert Werner, Baumstr. 24, per Adresse E. Gentz r« S» VevVammlmrgen Li-l-ki' ■... auf de» letzten Stehplatz von etiva 2000 Männern und De tm' Karl Mar» sprach MUHeli» Dienstag Abend im Konzerthaus Sanssouci. Der Si'4; Frauen besetzt. Die Versammlung verlief sehr ruhig. »var von Leipzig herübergekoimnen. Er ging bei. trage vo» den» Pariser Kongreß aus, dessen Devise d«.„i Karl Marx's geivesen seien:„Arbeiter aller Länder v Euch!" Er bezeichnete Marx als de.» Begründer des r schaftlichen modernen Sozialismus und zeigte, ivie Marz fli Lehren der Hegel'sche» Philosophie angeknüpft, dieselbe � t aus dem Himmel aus die Erde versetzt und an Stelle straften Gedankenivelt die Beobachtung der Thatsache»» A habe. Das Leben von Karl Marx, seine Entwickeluim- Schicksale schildernd, brachte Redner die verschiedcnenen dieses feines Lehrers zur Erivähnung und empfahl denselben ßf!.*.," zu eingehendem Studium. Einen großen Theil der SchHL�� zeichnete er als passend zum Wiederabdruck in Arbcitero jji namentlich die Schrift über die Judcnfrage, in»velcher'--' Judenthum nur eine besondere Form des Kapitalis»»."'' Liebknecht ist mit Marx im Exil zusammengctrossc». � l»»' »vie er sagt, in Marx seinen Lehrer und rühmt seine Co und Geisteseigenschasten, besonders sein»varmes H�' ,>> M Schluß rief Redner seinen Hörern die Mahnung zu, ein'S Lch'; diese Einigkeit aber nicht nur international aufzufassen,'„# den Geist der Brüderlichkeit auch im Kleinen zu bethanö damit zu Hause anzusangen.(Lebhafter Beifall.)' Es folgte die cinstiinmige Annahme einer Resolu».# »velcher zum Studium der Schristen von Karl Marx", oi Beitritt in einen Lese- und Diskutirklub aufgefordert>' zweite Versammlung mit demselben Thema»n Aussicht Mk »vird.— Mit dem Hoch aus die internationale Sozialde« »vurde die Versammlung geschlossen. Einige tausend 4 t\f hatten das wegen Uebcrfüilung polizeilich gesperrte Lob � mehr betreten können. Sie erivartetcn die Theilnehw?� Hinausgehen und brachten noch auf der Straße dem Abg. ein Hoch aus. Wir begnügen uns vorläufig mit diesem kurzen Res"' JA Versainmlung. Es ist ein Stenogramu» der bedeutsa»'�/ führungen Liebknechts in Vorbereitung,»velches morg� übermorgen erscheinen»vird.- der fnmJr ,"e.**** rrt» 500 Personen besuchte öffentliche Ver> � et Gastivirthsgehilfen und Bcrufsgcnossen von Berlin rh»,. tagte in der Nncht vom 21. zum 22. August im onrt' des Herrn Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Das Bureau imh m den Kellnern Thomas und Günther als Vorsitzende und W. Meyer als Schriftführer gebildet. i., 1. Punkt der Tagesordnung„Die wirthschaftliche Lage n!-.��chilfen und ihre bestehenden Berufsvereine" hatte Was �dchvirth Henke das Referat übernommen. In treffender ve erläuterte er wie sehr es nöthig sei, das; auch die Kellner u,?...?usraffen, ihre gedrückte Lage zu erkennen und für M/!»• r bestehenden Mißstände unter Zlnschluß an die .»Z nielne moderne Arbeiterbeweguug einzutreten. Er führte daß das Maschinenwesen auch auf unser Gewerbe einen k-A> direkten Einfluß ausübe, denn die Angehörigen anderer würden durch die Maschinen immer mehr ersetzt, und »de» sich den Berufen zu, wo die Technik noch nicht so zur . j),.ui'3 komme. Verwerflich sei die in unserem Gewerbe tauf1 v Ausbeutung der männlichen und weiblichen Arbeits- 3V, V � Damenbedienungs-Unwesen übe einen starken (Ja c• Sl,?' iubem dieselben(die Frauen) Gratisarbeit liefern. Ii», r"'fßnbe der Kellner gegen dieses uns direkt schädigende ei». � Front zu machen, denn daß die Damcnbedienung zu Unwesen ausgeartet sei, sei zweifellos. Durch dasselbe sei,." Böllcrei und Unzucht Vorschub geleistet. Es sei ! iner nöthig, daß man Stellung gegen die Konkurrenz „, vvn Außerhalb kommenden noch unaufgeklärten Kollegen tri*' die eine billigere Arbeit liefern, indem man für Auf- nvung sorge. Er berührte nun das Verhalten der auf das f�.""flußreichen Prinzipale auf dem Gastwirthstag in Braun- wo gesagt wurde, daß die Lage der Kellner noch nicht desserungsbedürstig wäre, wenn man bei Festlichkeiten .»„�bagnerpsropfen knallen hört.(Gelächter). Redner kommt lick(M die verschiedenen Vereine zu sprechen. Die wirthschaft- J-nSe Zu hebe», haben schon verschiedene große Vereine, wie eunerbund und Genfer Verein, gewollt, jedoch könne , dies nicht gelingen, indem deren Vorgehen ein tSe8, zu lasches zu nennen sei und deshalb L,, J"dem er»och anführte die gegenwärtige Handhabung „�. geschäftsmäßig betriebenen Stellenrermittlimg,»vie sie die . uchwdencn Vereine der Prinzipale und Kellner betreiben zu .m- w sei, indem sie sich die Vermittelung bezahlen lassen. Es ,''wen Kommissionäre„fabrizirt", welche die Gehlifcn ausbeuten, , ,'wch sie zu Reich- und Bcntzthllmern gelangen(Rufe: Schu- . Ezepanski). Am Schluß seiner Rede empfahl er eine gute Ii, m � Organisation zu schaffen, indem man den Verein Ber- ner Gastivirtysgshilsen durch maffenhasteu Beitritt und reger �wklligung an de.» Aufgaben des Vereins zu einer solchen gestalte, �energisch gegen das Unternehmerthum Fronlinachen müsse.(Großer schall.) Es ergrcist nun Herr Gastwirth Heindors das Wort und nach, daß die Kellner khre Lage felbst.crtennen lernen und zu ver- .chern suchen müssen und können. Auf eine Hilfe von Oben .�"che man nicht zu rechnen. Eine Hauptaufgabe sei es, sich den übrige» Arbeitern solidarisch zu erklären, um erfolgreich Wen das machtige„Kapital" vorzugehen. Ei»» großer Prozent- '.8(93 pCt.) der Bevölkerung sei Slrbeiter, mit denen man es M verderben solle.(Beifall.) Kellner Ebert empfiehlt, sich die 'usfijhrungcn der beiden Herren Vorredner gut zu überlegen und r>n»verde zn de»» Schltisse kommen, daß eine Verbindung ", Kellner mit den übrigen Arbeitern zum VorthcÜ Wichen müsse. Die Hilfe der Prinzipale und die �Mpathie der„oberen Zehntausend" seien illusorisch. Er wies N die in Flugblättern an de» Pranger gestellten Gesthästs- �haber hin, die zn einem Theil reformirend geivirkt haben; dem .'"gegen Herr Peitsch, Holzmarktstr. 72(Köitigst.-Kasino), in dessen wklil die Arbeiter verkehren, Versainmlungen abhalten, zahle nicht ,'ir keinen Gehalt(trotz Veröffentlichung seines NamenS im Flug- sondern lasse sich noch täglich von jedem Kellner 21 Pf. I'1 leinen Hausdiener zahlen. Redner tritt für die Erivcrbnna ül Mitgliedschaft� des Vereins Berliner Gastivirthegehilsen geschäftsmäßigen en z e n t r a- ,,.** t ,i t, y v u c u»»i« y v*„•. v., �*. Arbeits- � � ch weis des Vereins Berliner Gastivirths- Gehilse», ,.ft uen größeren Druck auf die betr. Faktoren ausübe» 5' wimen.(Lebhafter Beisall.) Herr Gastwirth Alartin Herzberg �uert, daß der Saal groß genug erscheint, den» die « jgkiiwurtige Lage bedinge ein gemeinsames Vorgehe»,,»vie er es L" Jahren anstrebe. Er sei nicht für Anfassen der Prinzipale ' Etaseehaudschuhen, die immer durch Abivesenhcic glänzen, es nöthig»väre, daß sie am Platze sind. Der Prinzipal- w(Berliner Gastivirthe) erzielt jährlich über GUÜÜ M. lieber- «.'"Ii von den Gehilfen durch die Stellenrerinittelung. lieber die '� Wendung dieser Gelder fehle noch jede Information. Der der Th. Rtüller-Stiftung»verde illnsorisch, indem ein zu dz."nutzender 10 Jahre laug bei einen» Prinzipal, Tis x�nndsinitglied fem miiß, ausgehalten haben muß Fortbildungsschule»verde nicht benutzt, da die Lehr- Kehvr e'n Interesse daran haben, die Arbeitskraft der litb... i?� auszunutzen, dieselren(Lehrlinge) entbehren des gcsetz- 5;;." tochntzes, siehe L 105 der Geiverdenooelle. Kellner Koivalski Mit die Lohuverhältnisse der Gastivirthschast in den S t a a t s- rn U den(Reichstag, Abgeordnetenhaus), die einem Millionär Bot,? 8cn sei. Dieser Oekonoin, Herr'•*■■■'■ nn?!'°(�-s-auratenr m----- "*'»»%VS*1VWlV4yVllV VVV �V.�.IVV Vi/VlH g,_ Und das Verschwinden sämmtlicher ges t- �üivcrinittelungs- Bureaus; er. empfiehlt de» ,, Urten eigenen un entgeldlichen "U ol. rvi. O r»....ri----- und Nebenabgaben ,. Schulz, nebenbei noch Hoflieserant, der»veder Pacht zn zahle» hat, zahlt auch seinen wclcbs'm 7."""�gskeUnern keinen Gehalt, ja die Zahnsiocher, Herr K», Herren Reichs- und Landesbotcn brauchen, kaust nicht Wilsen'ül'-eV!> die mtissen seine Kellner von dem„Trinkgeld" SHcw; Wört, Hört!) Zustände i» v.s? an» Schlüsse seiner Ausführungen lU-ttgel 0? Antwort neser Art abzuschaffen empfiehlt ii.(Bravo.) Kellner Frcese auf die vom„Gasthaus" ausgcivorsene Ex'sA,"�.? verlangen die Kellner?" zu sagen: Zehn t�ider,»,,.,,!!,>,, die Nothwcndigkeit der Ausführung des Pro- '*•— Betheiligung hauptsächlich % dm C* bittet k».."ahme von um rege Billets. Herzberg � schließt sich diesen . j-/___ v. �. cy>>. "9 bes.,,,-iaiution kommt zur Abstiinmunc ' iiiept hierdurch mit der Gründung Vcrsamm- neu unab- hängigen Fachorgai»s,»velches berufen sein soll, die Wahrung und Förderung der Interessen der Gastivirthsgehilfen anzustreben, so- »vie die Mittel und Wege zur Beseitigung bestehender Mißstände in» Gastivirthsgeiverbe öffentlich zu besprechen, um eine Besser- stelluna der gedrückten Lage der Gastivirthsgehilfen zu erlangen, einverstanden zu sein und bei diesem Beginnen den Verein als Unternehmer moralisch und materiell zu unterstützen und zivar zunächst durch Abnahme von Billets zu dem im Septeinber stattfindenden Kellnerkommers und dann durch Abonnement auf die wöchentlich erscheinende Zeitung„Der Gast- ivirthsgehilfe" zum Preise von 50 Pf. monatlich; dieselbe»vird einstiminig angenommen. Unter Verschiedenes berichtet Kellner Ebert als Delegirter der Berliner Streik-Kontrol-Kommission über die von derselben gefaßten Beschlüsse, geißelt das Verhalten der Tagespresse gegenüber unserer Beivegung, da die bürgerlichen Zeitungen»veder eine Versannnlllngsanzeige noch einen objektiven Bericht über unsere Verhandlungen bringen, unsere Interessen also denen der Unternehmer hintenansetzen resp. unterdrücken durch inobjektive Berichte. Redner kritisirt im Besonderen das Ver- halten des„Berliner Lokal-Anzeigers", dessen Verleger von seinen Leuten(Setzern) verlangt, daß,»ver in seiner Offizin arbeitet, einem Fachverein nicht angehören darf. Er empfiehlt Annahme der hierauf bezüglichen Resolution:„Die ic. Versammlung erklärt hierdurch, mit den Ausführungen des Delegirten der B. St.-K.-K. einverstanden zu sein und betont, daß die dem„Lokal-Anzeiger" betr. Resolution der B. St.-K.-K. im Sinne der Ber- liner Gastivirthsgehilfen abgefaßt»vurde und-zur weit- geheudsten Durchführung gelangen soll. Die Anivesenden er- klären serner dafür zu agitiren, daß der Aufklärung der unteren Volksschichten durch Lesen der Arbeiterblätter„V o lk s-T r i b ü n e" und„ V o l k s b l a t t" Vorschub geleistet werde, indem entgegen anderen Zeitiingen nur die Arbeiterblätter für das Wohl der arbeitenden Klasse eintreten. Kollege Herzberg, der die Annahme dieser Resolution bekämpft, ist bei der Abstimmung Einer von Dreien, gegen deren Stimmen die Resolution zur Annahme gelangte. Nach einem komischen Intermezzo, veranlaßt von einen» Kollegen, der sich über den Wirth des Saales beschlvcrt, daß er ihn Durst leiden lasse, schließt die Versammlung mit einem krüstigen Hoch auf die internationale—— Arbeiterbewegung. Zur Aufnahme in den Verein meldete sich eine große Anzahl. Schluß gegen 4 Nhr Morgens. Kii»fmii«nijchr Uersaminlung. Am Montag Abend fand in den Bürgersälen, Dresdenerstr. 00, eine öffentliche Handlungs- gehilfen-Versamnilung statt,»velche trotz der gleichzeitigen Bebel- sehen sehr zahlreich besucht»var. Herr Dr. Lütgen au reseripte über:„Der Kaufmanusstand und die Parteien." Nachdem die Bersaminlung die Herren M i e ck e r, Kannegießer und Penn ins Bureau geivählt hatte, erhielt der Herr Referent das Wort zu seinen» Vortrage, in»velchen» er folgendes ausführte: Tie heulige gutbcsuchte Vcrsainmlung zeige ihm, daß das Klassen- beivußtsein bei den jungen Kausleuten sich mehr und»nehr rege, daß sie sich endlich aufraffen, ihre Lage zu verbessern. Das Geiverbcgericht ist verabschiedet worden, um eine raschere und billigere Gerichtsbarkeit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer einzuführen. Diese Gerichtsbarkeit sollte auch auf die HandlungSgehilsen ausgedehnt»verde»; der betreffende Antrag»vurde aber in der Kommission abgelehnt und in» Plenum nicht wieder zur Sprache gebracht; es»vurde geltend gemacht, daß die Handlungsgehilfen bereits ihre Standesgcrichte »vie Handelskammer ic. hätten. Referent widerlegt dies damit, daß dort nur größere Objekte hingehören, soivie mit den» Hin- »reis auf Frankreich,»vo ein Geiverbcschiedsgericht auch für den Kaufnla>»i»sstai»d bereits angeregt und hoffentlich in der Kammer auch angenominen»vird. Gegen das Gcivcrbeschiedsgcricht stimmten die Sozialdemokraten und die Freisinnigen. Die Sozialdemo- traten aus verschiedenen Gründen,»velche der Referent auch näher erläuterte, wegen des beschränkten Wahlrechts und der beibchal- tenen Privilegien der Jnnungs-Schiedsgerichte. Gegenwärtig hat sich die Gesetzgebung mit»vichtigen für den Kaufinannsstand bc- treffenden Fragen zu beschästige». Eine dieser Fragen ist die Sonntagsruhe. Wir sind prinzipiell für die vollständige Sonntagsruhe. Der Prinzipal»vird durch den gesetz- lichen Schluß der Geschäfte an Sonn- und Feiertagen nicht geschädigt; weniger konsuinirt»vird deshalb nicht. Das Publikum»vird sich sehr zu seinein Vortheil geivöhnen, seine Ein- käufe früher zu besorgen. Das kaufende Publikum hat sich i» mehreren Orten»venig für die Sonntagsruhe in kanlinännischen Geschäften geäußert;»vo dies aber geschah, hat eS sich stets für die Sonntagsruhe erklärt. Es ist dieselbe nur au dem Verhalten einiger Kleinkaufleute gescheitert. Die sozialdemokratische Reichs- tagsfraktion hat im Reichstage einen Antrag eingebracht, daß im Handelsgeiverbe Gehilsen und Lehrlinge an Sonn- und Feiertagen nur 8 Stunden beschäftigt»verde» dürfen, und zivar nur bis Mittags 12 Uhr. In Fabrik- und Bankgeschäften dürfen dieselben Sonntags überhaupt nicht beschäftigt»vcrben. Die statt- findenden A»»snahn»en dürfen aber nicht der Polizei, sondern der höheren Verivaltungs- Behörde zuerkannt »verde»». Die Freisinnigen haben sich zivar ebenfalls für die Sonntagsruhe erklärt, haben uns aber bis jetzt innner mit der „freien Vereinbarung" zivischen Gehilfen und Prinzipale ver- tröstet, bis auch sie jetzt endlich für die gesetzliche Regelung ein- treten. In verschiedenen Städten haben selbsiständige Kaufleute Petitionen abgesandt, in der sie volle Sonntagsruhe verlangten; »venu dies die Herren Prinzipale bereits thui», haben die Handlungsgehilfen doch gar keine Veranlassung, auf Koinproniisse einzugehen. Das Zentrum hat an den KouimissionSsitzungen über die Sonntagsruhe sehr»venig theilgenonune»; dagegen hat der Hnndelsmimslcr, Herr von Berlepsch, die Ausführungen des Ab- geordneten Bebel»in Reichstage über die Mißstände im Handels- geiverbe für vollständig berechtigt anerkannt. Wenn gesagt»vird, daß durch daS Berkanseu an Sonn- tagen»vährend des Gottesdienstes derselbe dadurch gestört»vürde, so ist das vollständig falsch; der Staat soll»»»cht der Kirche Bütteldienste leisten. Um einen Ucbcrgang zur vollständige» Sonntagsruhe zu schassen, sind drei Stunden eher geeignet, als fünf Stunden. Wir erstreben die vollständige Sonntagsruhe,»veil für uns zivischen industriellen und kaufmännischen Arbeitern kein Unterschied c�istirt und»veil sich sogar intelligente Ehcfs für vollständige Schließung ausgesprochen haben. Tie Kaufleute möchten den Industriearbeitern nachfolgen in der»veitcren Forderung der Verkürzung der Arbeitszeit,»veil dadurch die zivcite Forderung, Gehaltserhöhung von selber eintritt; denn durch die Verkürzung der Arbeitszeit kommt infolge dessen die industrielle Reservearmee, welche im kauf- männischen Geiverbe noch größer ist, als bei den übrigen Gewerben, von der Landstraße; dieselben könne» dann keine Lohn- drücker für uns sein. Wie groß die Roth im Kaufmannsstaude ist, beweist, daß eine steigende Zahl von Kaufleuten Aufnahme in die Arbeitskolonien suchen; deshalb»vird es Zeit, daß der Kauf- mann seinen salschen Dünkel von sich»virst und sich der allge- meinen Arbcilerbeivcgung anschließt. Das Selbstständigiverke» »vird den» Gehilfen von Jahr zu Jahr sch>verer gemacht, ja, die Meisten haben überhaupt keine Aussicht»»»ehr, selbststäudig zu »verden,»venn sie nicht Kapital besitzen. Die großen Bazare und Aktienuntcrnehinungeu nehme»» immer größere Dimcn- sioncn an, das Kapital konzentrirt sich in immer »veniger Hände. Die Kleinkausleute sind zu reaktionär, um auch mir einzusehen, daß eine Lohnerhöhung der Arbeiter auch ihnen zn Gute kommt. Wie in der Industrie die Technik der Maschinen zuerst eine größere»vurde, so erwachten auch zuerst die industriellen Arbeiter. Im kaufmännischen Geiverbe geht dies langsamer vor sich, ebenso geht auch das Erivachcn der junge» Kaujleute langsamer vor sich. Ter Referent richtet noch das Mahnivort au die Handlungsgehilfe»,, sich nicht der Proletarier zu schämen, die unter Ihnen stehen, ebenso»vie diejenigen Proletarier,»velche über ihnen stehen, sich ihrer nicht schämen. Das Kapital ist zuerst international geivorde»», infolge dessen ist es unsere Pflicht, es auch zu»verde». Proletarier aller Länder vereinigt Euch! Proletarier aller Branchen, vereinigt Euch! Lebhafter, andauernder Beifall»vurde dem Redner für seine Ausführungen.,,.___ Die Diskussion gestaltete sich zu einem recht heftigen Met- nungsaustausch, da mehrere Freisinnige, solvie auch ein Klerikaler das Wort ergriffen,»velche sich gegen den Anschluß an die allge- meine Arbeiterbeivegnng mit den alten bekannten Phrasen »vandten. Es sprachen im Sinne des Referenten die Herren Türk, Blum, Knnnegießer, Heitmann»» und Feldniam». Gegen denselben die Herren Maurer(klerikal). Hansei» und Lichtenhain (Ortsvereinler). Folgende Resolution gelangte gegen die Stimmen der an- »vesenden Freisinnigen zur Annahme: „Die heutige in den Bürgersälen tagende Haudlnngs- gehilfe»- Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten vollständig einverstanden und beschließt, so viel in ihren Kräften steht, für die Forderungen der Sozial- demokratie, durch»velche einzig und allein für uns eine Besserung der Lage herbeigeführt»verde»» kann, einzutreten." Die erste Hälfte einer von einem Ortsvereinler gestellten Re- solution»vird einstimmig angenommen; dieselbe lautet: „Die heutige Bersaminlung von konditionirenden Kauf- leuten»volle beschließen, dahin zu»virken, daß die Geschäfte Sol»»tags un» 10 Uhr geschlossen»verde»." Der ziveite Theil derselben richtet sich gegen de» Anschluß an die sozialdemokratische Arbeiterbeivegnng und»vird gegen 23 Stimmen abgelehnt. Unter Verschiedenen»»vurde eine eingelaufene Frage verlesen, ob Rndolf Hertzog sein Personal auch an Sonntagen beschäftigt, trotzdem derselbe sein Geschäft schließt.— Dieselbe»vurde mit „ja" beautivortet. Herr Penn bemerkte noch folgendes: Ich freue mich, daß die erste Resolution mit so überiviegender Ma« jorität angenommen»vurde; halten Sie auch den Inhalt der- selben»»id»verden Sie Mitglieder der„Freie» Bereinigung der Kaufleute", welche auf den» Boden der allgemeinen Arbeiter- beivegung steht.— Die Versammlung wurde um"AI Uhr mit einen» Hoch auf die»noderne Arbeiterbeivegnng geschlossen. Der Fachvrrehr der Metallarbeiter ii» Gao-, Mafser» »md Dainpfarmature» hielt am Sonnabend, den 23. August, bei Zeniter, Münzstr. 11, seine regelmäßige Mitgliederversamm- lung unter Vorsitz des Herrn Werivitz ab. Zu Punkt 1 referirte Herr Julius Türk über„Frauenbefreiung" und führte etiva solgeudes aus. Aus den alten deutscheu Heldenliedern erhalte unsere Jugend ein recht erhebendes Bild von der Stellung der Frau in früherer Zeit, man liest da,»vie geharnischte Ritter un» hold- und miuuesclige Frauen kämpften,»varbcn und dieselben dann in ihr Schloß heimführten»c. Aber ganz anders gestalte sich die Sache, ffvcn» mau von diesem poetischen Wirr>var absehe und sich die Wirklichkeit vor Augen führt. Da erscheint dem» die Frau als»vahres Lastthier. Die Frau»var und ist infolge ihrer körperlichen Beschaffen- heit als Gcbäreriu der Kinder, immer vom Manne abhängig und stehen derselben ihren ungeheuer vielen Pflichten so gut»vie gar keine Rechte gegeiiüber. Schon in der Bibel steht:„Das Weib sei dem Manne unterthan", und so habe sich dieser Grundsatz, gestützt aus die Aussage emiger Gelehrten, die Frau habe ein kleineres Gehirn u. s.>v., bis in unsere heutige Gesetzgebung fortgepflanzt. In der modernen Produktionöiveise nehme die Frau eine ganz andere Stellung ein,»vie Redner treffend anführte, da bereits 80 Betriebe bestehen,»vo Frauen Be- schästignng finden, selbst die Schmiede ist vertreten. Hieraus sieht »na», daß das Thätigkeitsfeld eines großen TheileS der Frauei» hente ei» ganz anderes geivorde» ist. Die Kapitalisten, die nur die Produkiionskostci» zu verbilligen suchen, indem sie Polen, Italiener und selbst Chinesen(KuliS), die ja äußerst bedürsnißlos find, importire», haben schon lange erkannt, daß die Frau ein überaus billiges ArbcitSmaterial ist, der sie für bedeutende Leistungen nur geringen Lohn zu zahlen brauchen. Als Beiveis diene, daß an der böhmischen Grenze Bluinenfabriken bestehen, >vo Frauen» nd Mädchen von früh 0—9 Uhr Abends thätig sind für einen Lohn von 20 bis 30 Mark pro Monat. Die Frau schlage soinihfiinfolge ihres geringe» Anspruchs an das Lebe», den Viani» nuS den» Felde; die Männer dürfen aber nicht in den Fehler verfalle», die Frau zu bekämpfe», sondern das Streben»miß dahin gehen, die Frau als Bnndcsgenossin im Kampfe gegen das Kapital zu betrachten, und die Forderung muß gestellt»verde»»: Gleiche Leistung, gleiche Bezahlung, und unsere Pflicht ist eS, durch eine energische Agitation dahin zu»virken, die Ausnütznng der Frauenarbeit zu unterdrücken, dem» die kapitalistische Produktionsiveise müßte geändert»verde». Nur dann»verden die Frauen wahrhaft frei sein.— Zun» 2. Punkt» Jahresbericht und Jahresabrechmnig, gab Kollege Ehrlich ein kurzes und klares Bild über die Thätigkcit des Vereins in» verflossenen Jahre. Ebenso gab Kollege Wichinann Ve- richt von» letzten Vergnügen(Stiftungsfest). Zum dritten Punkt, Jahresabrechnung, stattete Kassirer Wreden seinen Bericht. Darnach betrug die Einnahme: 1 479,85 M., die Ausgabe 1200,05 M. bleibt Bestand 213,80 M. Hierauf »vuroe dem Klassirer Techargs eriheilt. Unter Verschiedenes macht der Vorfitzende, Herr Werivitz bekannt, daß der Arbeitsnachiveis sich jetzt bei ihm befindet, er ersucht sich recht rege daran znj belhciligen und nicht den Arbeitsnachweis der Fabrikanten in Anspruch zu nehme». Nachdem der Vorsitzende bekannt gegeben, daß die nächste Versammlung am 20. Seplembc». stattfindet und die neuen,'Mitglieder verlesen»varcn, schloß er die Versammlung um 11' e Nhr. Der Fachv erri» der Kerlinrr Ktndrntmre hielt a»» Monlag, den 18. August, in Zeinter's Lokal, Münzstr. 11, sein« Mitgliederversammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Vor> trag des Herrn Stabernak über:„Arbeitgeber-Verbände und Arbeiter- Organisation". 2. Abrechnung des VergnügnnaS- Komitees. 3, Gewerlfchaftliches. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Nachdem das Protokoll verlesen und mit einer kleine» Abänderung genehmigt»var, hielt Herr Stabernak seinen Vortrag. Redner giebt in kurzen Zügen einen historischen Rückblick auf die Entstehung der Klassenorganisation, und kam dann auf ihre Bc- dentnng in der Gegenwart und die in letzter Zeit sich abspielen« den Kämpfe zivischen Arbeiter und Unternehmerlhum zn sprechen. Die rücksichtslose KampseSivcise des vereinigten Unternehinerthums. die aus vollständige Zerstörung der Arbeiter-Organisationei» hinziele,»vie das Beispiel Hamburgs zeige, verpflichtet uns immer»vieder zn erörtern,»vie weil sich dieses mit den bestehenden Gesetzen verträgt, denn die letzteren sollen doch nicht nur von den Slrbeiter», sonder» auch von den Unternehmern ge- halten»verde». Statt dessen sehen»vir, daß durch Maßregelungen. schwarze Listen u. s.»v. den'Arbeitern das gesetzlich anerkarnlte Recht der Vereinigung illusorisch gemacht»viro. Zu den heutige»» Arbeiterorganisationen übergehend, betonte Redner, daß dieselben in ihrer gegenwärtigen Stärke dem vereinigten Unternehinerlh»,»» ziemlich ohinnächtig gegenüberstehen. Es»vtrd daher für oie nächste Zeit ,ioth>ve»dig sein, die große Masse in diese Or- ganisatione» hinüberzuleiten, die letzteren immer vollkonimner und zu wirklichen Kampsorganisationen zn gestalten.'Neben der rein politischen habe auch die Gewerkschaftsbeivegung ihre Berech- tigung und Beocutniig, nur müsse dieselbe ihre Hauptaufgabe er- blicken in der Eriveiterniig der Solidarität der Anftlärung der Massen und Förderung der»virthschaftlichen Erkenntniß. Aus dieser letzteren müsse überhaupt jede Arbeitervereinigung be- ruhen,»venu sie nicht ihren Zweck verfehlt haben, und der Ver- knocherung anheim fallen»vill. Erfüllt aber eine Organisation die eben genannten Bedingungen, so hat sie redlich gekämpft für das Endziel der modernei» Arbeiterbeivegnng, für Zerstörung der ökonomischen Abhängigkeit durch Umivandlung des Privatbesitzes an Produktionsinitteln in Gcsellschastsbesih. Redner kau» des Weiteren ans die kaiserlichen Erlasse zn sprechen,»velche sich dcr- umßen gestaltet haben, daß dieselben in ein„Nichts" verlaufen s>»d. Ferner unterzog Redner die Koinmunalverivaltung einer scharfen Kritik. Wie Seitens der Arbeiterpartei ein Antrag auf eine winzige Erhöhung des Lohnes der Tagelöhner gestellt, wurde derselbe rundweg abgelehnt, als aber die Reihe an die Stadt- räthe kam, hat man ihnen Tausende mehr bewilligt, und das in- folge der Vertheuernng der Lebensmittel. In seinein Schlnsnvort forderte Referent die Anwesenden zu einer regen Agitation für eine stramme Organisation auf, und wies besonders auf die Kollegialität hin. Einer solle sich nicht mehr dünken, als der andere, damit keine Zerwürfnisse in der Organisation entstehen, sondern vereint den Kampf aufnehmen, dann werden wir auch zum Ziele gelangen. Lebhafter Beifall lohnte den Referenten. In der Diskussion sprach sich ein Redner ,m Sinne des Referenten aus und forderte ebenfalls alle Kollegen Berlins auf, sich unserem bestehenden Fachverein anzuschliehen. Kollege Frentsche verlas nunmehr die Abrechnung von unserem Stiftimgsfeste. Die Einnahme betrug inkl. der 70 M. Borschuß 233,20 M., der eine Ausgabe von 219,90 M. gegenüber stand; es bleibt ein Bestand von 13,30 M., welcher an den Kassirer ab- geliefert wurde. Hierüber entspann sich eine lebhafte Debatte. Während derselben lies der Antrag ein, dem Komitee Decharge zu ertheilen und zur Tagesordnung über zu gehen, welcher auch angenommen wurde. Acht Kollegen ließen sich als Mitglieder einzeichnen und bekundet dies, daß der Verein im steten Wachsen begriffen ist. Im nächsten Punkt werden die Kollegen auf das Verbrüderungsfest, welches am 23. August gefeiert werden soll, aufmerksam gemacht; es wäre wünschenswerth, daß möglichst alle Kollegen daran theilnehmen. Der Vorsitzende fordert die Kommission behufs Erhebung der Statistik auf, zur nächsten Versammlung über ihre Thätigkeit zn berichten; es wäre zweckmäßig, in jeder Versammlung eine Liste auszulegen, da dieser oder jener Anwesende wohl im Stande ist, dieselbe helfen zu vervollständigen. Es wird getadelt, daß es in heutiger Versammlung nicht geschehen. Der Grund hierzu ist, daß Kollege Brachvogel die Listen eingezogen, heute aber leider nicht anwesend ist; es war deshalb seine Pflicht, einem anderen der Gewühlten die Listen einzuhändigen, damit die Erhebung auf diese Weise nicht aufgehalten wird. Kollege Schidowski kommt aus unsere Organisation zurück und meint, man müsse das Einschreibegeld abschaffen; dies hält noch sehr viele Kollegen ab, dem Verein beizutreten. Seine Ausführungen wurden natürlich zurückgewiesen mit dem Bemerken, man solle sich nicht beirren lassen, auch keinen diesbezüglichen Antrag in der Generalversammlung stellen, da es die Sache mehr schädigen, als fördern würde;«wer überzeugt ist, dem kommt es auf die paar Nickel nicht an. Unter„Verschiedenes" wurde der Vorstand ermächtigt, ein Tele- gramm an die Delegirten in Elberfeld zu übermitteln. Betreffs der„Kollegialität" entspann sich eine unliebsame Debatte; als dieselbe in's Persönliche überging, verwies man die Angelegenheit behufs weiterer Regelung an den Vorstand, da, über dieselbe öffentlich zu verhandeln, leicht den Verein schädigen kann. Es ist zu verwundern, wie zeitig ein Prinzipal(„ehemaliges eifriges Vereinsmitglicd") unfern Arbeitsnachweis sucht zu ignoriren; man müsse über solche Firma die Sperre verhängen, jedoch ist es nicht an der Zeil, da der Verein dazu noch nicht stark genug ist. Nachdem noch auf das„Berliner Volksblatt" resp. auf unser Zcntralorgan„Das Vereinsblatt" verwiesen, auf dasselbe zu abonniren, wurde die Versammlung geschloffen. Eine Versammlung des Allgemeinen Metallarbeiter- Vereins für Vrrli« nnd Mmgegend fand am Montag in der Volks-Branerei in Moabit, unter Leitung des Bevollmächtigten, Kollegen Schiefe!, statt. Die Tagesordnung lautete: 1. Vortrag des Herrn Buchdrucker Werner übet„Unternehmerverbände und Zlrbciterorganisationen". 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragekaste». Da der Referent noch nicht erschienen war, so ging man vorläufig zum 4. Punkt über. Hierzu macht Kollege Schiesel bekannt, daß in der Fabrik von Fr. Weber in der Adalbertstraße ein Streik ausgebrochen sei infolge Maßregelung einiger Kollegen. Zuzug sei fernzuhalten. Kollege Gerisch erklärte nun die Sachlage und betonte, daß dies ein Streik sei, wie er eigentlich nicht sein sollte. Es hätten sich einige Kollegen zum Prinzip genommen, keine Ucbcrstunden zn machen; infolge dessen sei es zu Auseinandersetzungen gekommen, die eine Niedcrlegung dersArbeitjAller brachten. Trotzdem sie sich mit der Berliner Streik-Kontrolkommission nicht verständigt haben, könne ihnen materielle Hilfe nicht versagt bleiben. Kollege Unger spricht sein Bedauern aus, daß der Verein für solche Kollegen eintrete, die die Vcrsammlungsbcschlüsse mißachten. Kollege Hetz kritisirt das Verhalten eines Kollegen in derselben Werkstatt. Derselbe ist schon um 4 Uhr früh in die Fabrik gekommen und hat mit Dietrichen die Thüren geöffnet, um blos arbeiten zu können. Sonntags hat er sich ein Mädchen mitgebracht, das ihin.Hilfe geleistet habe. Hierauf wird auf das nächste Vergnügen des Metallarbeitervereins aufmerksam gemacht. Da nun der Referent erschienen war, erhielt er das Wort zn seinem Vor- trage. Er legte klar, was die Fabrikantenringe dezweckcn, daß sie blos die'Arbeiterorganisationen zerstören wollen, um die Arbeiter immermehr auszubeuten. Vom sozialistischen Stand- punkte aus könne man diese Ringe freudig begrüßen, da sie die Kapitalifienzahl immer mehr verringern. Ferner be- tonte Redner, daß die gesetzgebenden Körperschaften, von der sranzösischen Republik bis zum terroristischen Rußland, das Kapital beschützen. Er gedachte ferner noch des Einsiedlers in Eriedrichsruh, der der eifrigste und kräftigste Beschützer der apitalisten war und der großen Reservearmee, die eine Folge technischer Verbesserungen nnd langer Arbeitszeit ist. Der Staat wolle den elfstündigen Arbeitstag einführen, während die Arbeiter den acht- oder neunstündigen verlangen. Allgemeiner Beifall lohnte dem Redner. An der Diskussion betheiligtcn sich die Kollegen Gerisch, Reckner, Mindrisch und Kaufmann. Zum dritten Punkt der Tagesordnung ermahnte Kollege Klein die Anwesenden, kräftig zu agitiren, daß die Versaunnlungen be- sucht werden. Auch möge man sich etwas besser an den Saun»- lungen für die Hamburger Kollegen betheiligen. Ferner wurde eine Rüge den Eharlottenbnrger Metall- arbeitern ertheilt, ivegen zu schwachen Besuchs der Versammlung. Der Vorsitzende Schiefcl macht bekannt, daß alle 14 Tage eine Versammlung für Moabit und eine für Eharlottenbnrg statt- findet. Zuletzt sprach noch einer von den streikende» Kollegen der Firma Fritz Weber über die Ursachen des Streiks. Hierauf erfolgte der Schluß der Versammlung. In(Charlotte» l'nviz tagte am Freitag, den 22. August, Abends, in Bismarckshöhe, Wilmersdorferstr. 30, eine öffentliche, stark besuchte Volksversammlung mit der Tagesordnung: Wie stellen sich die kaufmännischen Angestellten'und Hausdiener zur Sonntagsruhe. Als Lieserenten waren die Herren Auerbach und O. Grauer, aus Berlin geladen. Da Herr Auerbach nicht erschienen war, so übernahm Herr O. Grauer das Referat. Redner schilderte in kurzen Worten die erbärmliche Lage nnd sehr lange sonntägliche Arbeitszeit der kaufmännische» Angestellten und der Hausdiener. Um diesen Mißständen zu begegnen, hat sich schon ein Theil der kaufmännischen Angestellten und Hausdiener orgaiilfirt, um weiter zu agitiren und einen festen Bund der kaufinännischen Angestellten und der Hausdiener zu schließen. Redner legte den Versammelten, namentlich den Frauen, an's Herz, ihre Einkaufe so viel wie möglich an den Wochentagen zu besorgen, da doch am Sonntag ein Jeder der Ruhe bedarf._ Zu dem Vortrag sprechen mehrere Redner im Sinne des Referenten. Es ivurde folgende Resolution einstimmig angenommen:„Die heute ,n Bismarckshöhe zu Charlottenburg tagende öffentliche Versammlung der Männer und Frauen erklärt sich mit dein Ncscrenten. O. Grauer, voll und ganz einverstanden, sie möge beschließen, da das kaufmännische Gewerbe tief darnieder liegt, serncr eine koloffal lange Arbeitszeit vorherrschend und in den meisten Geschäfte» noch den ganzen Sonntag gearbeitet werden muß, daß die An- ,vese»den ihre Maaren nur bei solchen Kanfleuten kaufen, die spätestens deS Sonntags Vormittags um 10 Uhr ihre Geschäfte Gehilfen und Ge- schließen, damit die beschäftigten hilfinnen auch die unentbehrliche Sonntagsruhe genießen, ferner verpflichten sich die hier Versaminelten, was heute hier beschlossen wurde, in ihrem Freundes- und Bekanntenkreise so viel wie möglich zn verbreiten. Im Verschiedenen wurden mehrere Sachen besprochen, die von Wichtigkeit ivaren, und wurde der Antrag einstimmig angenommen, die Zeitungen von der gegne- rischcn Presse nicht mehr zu lese», da dieselben lauter lügenhafte Berichte enthalten. Da der vorgerückten Zeit wegen kein Redner mehr verzeichnet war, schloß der Vorsitzende mit einem dreifachen Hoch aus die internationale Sozialdemokratie die Ver- sämmlung. Am Sonutag, de» 34. August fand in Sch Margen- dorf eine öffentliche Volksversammlung statt, in ivelcher Herr Litfin über:„Die Entwicklung der Sozialdemokratie und der Parteitag zu Halle" reseriren sollte. Da der Referent nicht er- schienen war, so beschäftigte sich die Vcrsanniilung mit dem letzten Punkt der Tagesordnung:„Verschiedenes." Man sprach über die in letzter Zeit in der gegnerischen Presse aufgetauchten Gerüchte über eine bevorstehende Spaltung innerhalb der sozialdemo- kratischen Partei. Da nun aber durch die abweichende Meinung Einzelner eine Spaltung nicht eintreten wird und kann, so bleibt der Wunsch der Gegner unerfüllt. Die Debatte war eine sehr lebhafte und sprachen mehrere Redner ihr Mißfallen über die in Versammlungen und in der Parteipresse zum Austrag ge- brachten Streitigkeiten der Genossen und über die An- griffe gegen die Fraktion aus. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen; Die Versammlung bedauert die zwischenMitgliedern der Fraktion nnd einigen Genossen ausgebrochenen Streitig- leiten und drückt den Wunsch aus, daß diese An- gelegen heit bis zum Parteitage in Halle ruhe« m ö g e. Nachdem die Genossen aufgefordert waren, sich recht zahlreich an der am 31. August stattfindenden Lassallefeier zu be- theiligen, gaben einige Redner ihre Entrüstung über das Aus- bleiben des Referenten zu erkennen. Es ist nun schon das zweite Mal, daß eine Versammlung in dieser Weise verlausen ist. Im Interesse der Sache wäre es doch wünschenswerth, daß man die Vororte etivas mehr berücksichtige, namentlich, da man in letzter Zeit die Agitation auf dem Lande so befürwortet. Urrri« clir»ia>is«r KchiUcr d8. bei Oclze. Die Mitglieder werden ersucht vollzählig zu erscheinen. Gaste haben Zutritt. Ztortünfia» Anzeige! Am Mittwoch, den S. September, Abends 8 Uhr, stndel in Sanssouci, Kottbuserstr.ea, eine äsfentliche groste Versammlung sämmt- ltcher Gewerkschaften Berlins statt.(Zläheres siehe Bereinskalender vom St. August, wie auch Inserat vom 2. September.) Kranken-«»t> Zegrälinih Kasse deo Kerein» säinnltl. Kernso- klassr»(Verwaltungsstelle Berlin>). Sonnabend, den so. d. M., Abends 8 Uhr, Blnmensir. 78, bei Wollschläger. Tagesordnung: Anträge. Geschäft- liches. Mittheilungen. Männergesangverein„Ulaiglöäichen". UibungSstunde Freitag von 8— Ii Uhr AbendS, im Restaurant Wille, Hochstr. ssa. Aufnahine neuer Mit- glieder. Geselliger Ktub„Kossnung" tagt jede» Donnerstag, Abends 8 Uhr, Große Frantfurterslr. 88, bei Krüger, Franlfnrter Bierhallen. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Sozinldrniokratischrr Lese- nnd Ziiokntirkluk„Lreiheit". Jeden Donnerstag Verctnsslyung bei Zubeil, Naunynstr. so. Gäste durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. An» Donnerstag, den 28. d. M., Abends 8% Uhr, findet im Restaurant Gründe!, Dresdenersir. no, eine Vorstandssiyung der Freien Vereint- gung der Kaufleute statt, zu welcher Gäste Zutritt haben. Lachverein der Tischler. Die Zahlstellen befinden sich in folgenden Lokalen: I. FriedrtchSbergerstraste 2S bei Schmidt, 2. Stalitzerftraste 107 bei Kunstmann, 3. Belleallianceplay s bei Hilfcher, ZtonSkirchplatz Ii bei Hohn, 5. Schleiermacher- und Gnetscnaustraßen-Ecke bei Scheuer,«. Aülowsirape 52 bei Bohland, 7. Dresdenerslraste n«, 8. Lübecker- und Thurinslrasten-Ecke bei Jahnke, 8. Langeftratze 70 bei Heindorf, 10. Risdorf, Bergstraße 7, bet Tuschek, . Fennstraße 4a bei Krüger, 12. Görltyer- und Sorauerstraßen-Ecie, . Weißeusee; Völker- und Eharloltenslraßen-Eike bei Klebs, II. Belfortcr- stratze und Ecke Prenzlauer Allee, 15. Wesundbrunneu, Grünthalerstrafte so bei Preuß. Gesang-, Turn- und gesellige tzterriu» am Donnerstag. Männer- gesangvcrein„SangeSlust", Abends 8 Uhr im Restaurant Gründer, Bülowstr.?!. — Männergesangverein„Lätiita" Slbcnds 9 Uhr in Vettins' Restaurant, Bete- rancnstr. 19.— Gesangverein„Bretzelschlnß" Abds. 8� Uhr im Restaurant Mündt. Köpntckerstraßc 100.— Männcrgesangpcrein„Nordstern" Abends 9 Uhr im Restaurant Pohl, Müllcrstr. 7.— Schäserst'cher„Gesangverein der Elfer" Abends o Uhr bei Wols u. Krüger, Skalitzerstr. 120, Gesang.— Gesangverein „Blülhenkranz" Abends 8 Uhr im Restaurant Brandenburasir. so.— Männer- aesangverctn„Alexander" Abends s Uhr im illestaurant Rose, Straußberger- straße 3.— Männergesangverein„Firmitas" bei Ktnner, Köpnickerstr.«8.— Männergesangverein„Sangesfreunde" AbendS» bis Ii Uhr, Frankfurter Blcr- hallen(Krüger), Große Frankfurlerftr. 102.—„Brunonla" Abends 9 Uhr UebnngSstunde bei Lehmann, Alexandrinenstr. 82.— Turnverein„Hasenhatde" (Lehrlingsablhetlungi Abends 8 Uhr Dieffenbachfir. SV—«l.—„Berliner Turn- fenosfenschasl"(7. Lehrlingsabtheilung) Abends 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Britzerstr. 17— 18;— desgl. s. Männerablhellung Abends 8 Uhr in der slädtifchen Turnhalle, Gubenerstr. 51.— Lübeclst'cher Turnverein(Männer- Abtheilung) Abends 8 Uhr Elisabelhstr. 57—68.— Allgemeiner ArondS'scher Stenographcnvcrei», Ablheilnng„Loutsenstadt", Adends 8\ Uhr im Reslauranl Preuß, Oranlenstraße 61.— Arcndsllcher Stenographcnvereln „Phalanx" Abends 8% Uhr im Restaurant„Zum Buckoiver warten", Buckower- straße 0.— Deutscher Verein ArendS'scher Stenographen Abends 8 Uhr in Heldt'S Restaurant, Koppenstr. 76, Unterricht und Uebuna.— Berliner Stenographen-Verein(System ülrends) Abends 9 Uhr im Restaurant Friedrich- straße 20s.— Elolze'scher Stenographenvercin„Nord-Berlin" Abends 9 Uhr, Schlegelflr. 44.— Verein der„Naturfreunde" Abends 8 Uhr im Restaurant Wienerstr. 36.— Verein der Unruhstädter Abends 8% Uhr im„Köntg- sladi-Kastno", Holzmarktslr. 72.— Verein ehemaliger F. W. Reltschlag'fcher Schüler am i. und 3. Donnerstag jeden AionatS im Gase Schüler, Lands- bergerstr. 78 Adends 8 Uhr.— RauchNud„Kernspitze" Abends 8% Uhr im Restaurant Böhl, Rüdersdorferstraße 8.— Rauchtlnb„Ärcona" Abends 8 Uhr bei Ziplinski, Reichenv-rgerslraßs 71.— Ranchklub„Dezimalwaage" Abends 8 Uhr, Blumenslraße 88 bei Hencke.— Ranchklub „Vorwärts" Abends 9 Uhr beim Herrn Tempel, Restaurant„Zum Ambos", VreSlauerstr. 27. Orientalischer Rauchklub" AbendS 8 Uhr im Repaur. Wiechert, Orantenftraße 8.— Ranchklub„Krumme Piepe" Abends 8 Uhr Langestr. 79 bei Hctndorf.— Ranchklub„Eollegia" Abends s Uhr bei Thtemermann, Skalitzerstr.»6 Gesangverein„Sängerlust", Abend« 9 Uhr, im Restaurant LandSbergerflr. so.— Gesangverein„Männerchor Gl. Urban" Abends 9 Uhr Anneustr. 0.— Gesang- verein„Deutsche Liedertafel" Abends 9 Uhr Köpnickerstr. Ivo.— Gesangverein „Norddeutsche Schleife" Abends von 9 bis II Uhr, Michaeiktrchstr. 88.— — Skalilnv„Rüctwärls" jeden Donnerstag Abend 8 Uhr im Restauc. Boderte, Pallisadenstr. 47.— Privat-Theatergesellschast„Adlorschwinge" Sitzunng 0� Uhr Garlenstr. 14 bei Träger.— Musikverein„Vorwärts" Hebung Abends von 8% bis iu% Uhr, Annen str. 14 pari. Neue Mitglieder, welche schon blasen könne», finden Anfncchnie.— Vergnügungsverein„Fartnelly" Abends 9% Uhr Sitzung Fidelitas Juvaltdonstr. 189. Gälte willkommen. Ausnahme neuer Piügliedcr.— Arbeitecgcsangverein„Hoffnung" FricdrichSborg bei Reufch, Franksurler Chanssee- und Dorfstraßen-Ecke. UebungSstiMde. Aufnahme neuer Miiglieder.— Ranchklub„Wald-Knaster" Abends von 8 bis 11 Uhr Waldstr. 3 bei Gimpel.— Eeeger'scher Gesangverein Abends 9 Uhr, Blumen- straße 4« bei Wenck.— Männergesangverein..Alle Linde" 8%— 10% Uhr, Johns Restaurant.— Gesangverein„Kornblume" Abends 9 Uhr im Restaurant Blumenstr. 64, Uebungsstunde. NemmMzkos. IftUtr die Uielweiderri eines Kannvienvogrls be- richtet F. Wex:„Als Gymunsiast, vor einigen 20 Jahren, züchtete ich Känariettvögel. Ich ließ dieselben in einer kleinen Stube frei ilmhersiiegen. In diese Stube setzte ich ein Sticglitzwcibcheu. Ein Kanarienmünnchen paarte sich nun mit einem Kallarienweibchen und dem Sticglitzweibchc». Es liegt also hier ein Fall von Vielweiberei vor bei Vögeln, die sonst nur in fester Ehe mit einem Weibchen lebe». Der Kanarienhahn machte aber unter seinen Frauen enien großen Unterschied; das Kanarienweibchen behandelte er als seine rechtmäßige, ebenbürtige Gattin, der gegenüber er seine Psiichten erfüllte, den Stieglitz be- trachtete er" dagegen nur als sein Kebsweib, als feine„Ge- mahlin zur linken Hand", um deren Kinder er sich spater auch gar nicht bekümmerte; er hielt sich nicht für verpflichtet, für deren Ernährung zu sorgen, das überließ er allein der Mutter. Das Kanarienweibchen und deren Junge hingegen hatten keinen Grund, sich über den Vater zu beklagen. Er baute also mit seiner Fran gmeinsam das Rest, unterstützte sie beim Brüten, imdem er sie fütterte, indem er sie getreulich ablöste. Er fütterte auch die Jungen mit, bis sie sich selbst ihre Nahrung suche» konnten, und erfüllte hier die Pflichten eines treuen Familienvaters. Das Kebsweib dagegen hatte sich keiner Hilse von Seiten ihres Gatten weder beim Brüten noch bc» der Ernährung ihrer fünf Jungen zu erfreuen. Sie mußte allein das Nest bauen, brüten, die Jungen futtm f„ im Neste, als auch nachdem sie ausgeflogen 10"™-■» selbst ihr Futter suchen konnten. Wenn auch oft hungrig nach Futter schrien, stveil�es der�Mutl«�� schwer fiel, sie zu sättigen, rührte das den Vater Geringsten. Die Jungen sowohl des Kanarienweibchens der Frau �Stieglitz blieben frei umherfliegend �in�dc� und beide Weibchen brüteten in dem Jahre noch nun die vaterlosen Jungen aus dem zweiten Nest oes SiE und 1 weibchens ausgeflogen waren, schrien sie oft nach Futter, u.--. Mutter allein war es nicht möglich, den Hunger'hrer r., J f-'J ff- n-i-o---... fxlff—~ Nc-mrt iHlßlClr|P Hälse stets genügend zn stillen. Da war es denn beobachten.�wie�ihre Geschwister, die vaterlosen Bastarde aus f' fV»_ M_#-------- �- f-—- /iff-P Jf.---..X.*. � 4 t fA v t ü* istL uitb A fchilÄ ersten Neste, kamen und ihre Geschwister ans fütterten, während der Vater kein Mitleid fühlte. Fabel, die ich hier erzählt habe, sondern Thatsache, der es selbst beobachten will, mag nur dieselbe» herstellen und es werden auch sicher dieselben treten. Ich glaube, solche Verhältnisse, wie oben also Vielweiberei, kommen bei den Vögeln nur in der schafl vor. Ich habe in der Freiheit bei Vögeln ein* nie beobachtet.", Einen Beitrag zum Eheleben der Vögel bietet � des: Ein seit vielen Jahren gelähmter Mensch, der Z» st~ holung, wenn das Wetter es irgend gestattet,� ans.ews stuhl ins Freie gefahren wird, um dann im Schatten� der�.� � viele Stunden des Tages einsam zn verleben, hat x 1 eit die in den Ziveigen der umherstehenden Bau träuche u. s.>v. sich aufhaltenden Sperlinge derartig daß sie nicht allein das ihnen Hingeworfeue Brot�. � sondern daß sie auch auf den Fahrstuhl komme», hingereichten Brocken ans der Hand zn nehmen. Ganz» 1 � zeichnet sich dabei ein Spatzenvater aus, der das ihm«(j Brot, da es von dem Kranken festgehalten wurde, nnl � bimg seiner ganzen Kraft(unter gleichzeitigein Gebraua).! Füße) sich anzueignen verstand. Erstaunt über diese Tr i.L erzählte der kranke Mensch, daß er diesen frechen Palr> seit fünf Jahren kenne, und mit jedem Jahre � Scheit verloren. Anfänglich wäre er allein gekommen, 0 � habe er sein Weibchen lnitgebracht, mit welchem er' erbeutete Futter getheilt. So sei dies in allem Fraeae. vier Jahre lang gegangen. Männchen und Weibchen ya� sehr gut vertragen und nie habe er Zänkereien zwischen die er sehr gut von all' den anderen Spatzen heraus zu■<.; vermöge, beobachtet. Plötzlich erschien in diesem v � Herr Spatz mit einer anderen Spätzin, anscheine»„- jungen Weibchen vom vorigen Jahre, und behandelte, � Theiluiig des Futters wie seine frühere Gattin. Doch bu'»-i nur kurze Zeit. Eines Tages stellte sich die alte.6,, Gattin wieder ein, und iiuu fand ein Krieg statt, wie Gelähnite in seiner Einsamkeit ans seinem Stuhle»04 sehe». Erst gab es viel Lärm, ein Schivatzen und W man sein eigenes Wort nicht hören konnte. Dann aver an's Beißen, daß die Federn herumflogen, und man haue � mögen, mindeste?� eins von den Thierchen müsie los auf dem Platze bleiben. Die alle Gattin war die Aug M und inil Wuth stürzte sie sich auf die lUW-jlC(IC siu/ UU| welche als die Schwächere meist flüchten mußte. Auch mußte tüchtig Federn lassen, aber merkwürdiger Weise weh. niemals wohl, so gegen"die Angriffe seiner früheren Gattin; er schürst, gut er konnte, sonst nahm er, wie im BewuPst« -.IIa Xii TXawX fltpfr+Ö ItllV f* t.ck juuyi,| v yiu r».| vust uviyiu vx,»civ»»»» � Ä» itU 1' Schuld, alle Hiebe duldend hin und suchte nur schleunigst P�_ i.l A A... At.itAA 115 ClV*-r. uk- schlüpfen. Dieser Kampf dauerte einige Tage— dann mar Weibchen verschwunden. Ob es von der rechtmäßige � eingebissen ivorde», oder ob es aus der Gegend verzogen- �- mrht prmittplt werdeiH. aber kebrte feit icncv>)_,'stckii i nicht ermittelt werde». Wohl aber kehrte seit jener-mßPm Spatz in tiefer Reue wieder zu seinem früheren„(ilA scheint Sä Hans «enntag- Ifltttt i Ncn Liters Mn I !!»z»tret< �ssandi '°entuell l°Sar ne PNd rollen Wen G scheine, M den wpug iu iiejei»yituct 511 iciutsu i�MvVfcV'' du1'. zurück; der eheliche Friede stellte sich wieder ein UNd.w jsstl Fleiß widmeten sich beide Gattin später der Ernahru»i> Familie. sich beide Gattin später Bei Bnsragen bitten wir die Abonnemenis-Ouiiiung beizufügen Annvort wird nicht«rlhelll. -pau» p> Mark- � S Für dir auogcsperrtrn KauhandWrrkrr gingen ferner bei uns ein: Tischlerei Dreisestr. 3. 3. Rate, 8,35 M. Bierhändler 3 M. Skalitzerstr. 1 bei Dehne einen Kognak verankttomr � Rostocker 5,15 M. Werkstatt von G. A. L. Schultz u." Ausnahme eines, 9 M. Eine Zigarre verauktiomrt Kien. Schönleinstr. 5, 1,80 M. Rother Teufel, Breslaues M. Fritz Paul. 2. Rate, 6 M. Rauchklub„Blaue Reinickendorf, 3. Rate, 10 M. Gesammelt be> mit dem lz. Elsasserstraße 71. 8,22 M. Paut Charlottenburg, Garde du Korpsstraße, 6,80 M» sammelt durch Stuckateur Piethe am Biertisch 2,50 M- Potsdam 29,50 M. Sechs Tischler vom Zinimerineist� Porkstraße 56 3 M. Werkstatt Fritz Mündt, Waldemare 5,20 M. Hochstein'sche Tischlerei, die Hälfte einer Gebu � feiet 3,50 M.„Lustige Kegelbrüder" von S. u. H- 1 J', lerei von Salzmann, Friedenstr. 48. 4. Rate 3,35 M. oq In Summa 102,67 M. Hierzu die bereits quittirten 61 Pf. Zusammen 29 218,28 M... F. H. Wir bitten um Ihren Besuch. Ihr, komplizirl, daß wir nur mündlich Auskunft geben können-.. � |i. A. Drtrrancnstt-. Bon Ihrer Berichtigung nichts bekannt. Wenn dieselbe von Wichtigkeit ist, habe» Freundlichkeit, dieselbe zu wiederholen.,-i{ M. j?. Wenn sich die Sache so verhält, w«e thcilen, so will Sie der Wirth nur schikaniren und M gi-1 rathen, die Exmissionsklage abzuwarten und es aus «--"i te« scheidung des Richters ankommen zu lassen. J'' Gerichtsvollzie nicht versiegeln. Es ist nur das Spind, nicht i�ordei L Nu fHgebi I "stien N Jen ich t' "rbtit fWrnnc st°nte 1 H», ti°>( r Cg �Alrch Bungen ht ver llvuu L. U. Lottevic. : anrommen zu lapen., M,» 3>' siegelt, die Siegel dürfen aber nicht verletzt werden. R. V. Jawohl, unterliegen Eingangszoll.„„ V. lt. Wenn Ihr Vater seiner Zeit Erbe Jhri>i geworden ist, geht er mit in die Erbtheilung. Ri DcpreHckieu. (lUoJtfs Totegraplicir-Kureau.) Mo»», 27. August. Heute Nachinittag fand eine auf/« lung von Delegirten der Arbeiter statt, welcher,-,t Einladung der Gouverneur der Provinz Hennegau u � Der Gouverneur forderte die Delegirten zur Wiederaus» � Arbeit auf, sicherte seine Vermittlung bei den D>reu.jff' Kohlengruben dahin zn, daß die nach dem Reglement vu�ui gu, vwvp wiv nuu.; vwm. /.jl, ckj Geldbußen ans die Hälfte ermäßigt würden und zelgtt_» er den Industrie- und Arbeitsrath zusammenbernfen»st Delegirten erklärten, zur Herbeiführung einer Verständ>g o' den Streikenden ihr Möglichstes thun zu wollen. Z»> wird heute Abend eine Versammlung stattfinden. P Ktzdurq, 27. August. Die Kohlengrubenbesitzer Castle beschlossen, diese Gruben wegen des dort ntttet 01» i arbeitern ausgebrochenen Streikes zu schließen. Heute-.u.l ULUiuviu w&xvvtvv ju rfOr.W fc. eine Abtheilung Militär nach Neiv-Castle abgehen, i»0 Ar,!-'. In ....... i.„. vr,r.t M!!-> ca aste■"LV r'Aui., regnng herrscht. Wie es heißt, würden morgen a»' ans den Küstenfahrern von Nen-Seeland ebenfalls den® ginnen. eii Woi:» tsi Ii S Berantivortlicher Redakteur: Curt Kaakr in Berlin. Druck und Verlag von Ma» Tading in Berlin SW., Benthstraße 2.