Eticn i-■ rische»� ; ad« ÜiuuHQ l vo«? gjllitfW !rk-n»-°, ttfl A wie"" chu?, W ÄSj Ä ßllP sene M a stanz»' Nr. 201. Sonnabend, den 30. August 1890. 7. Jahrg. berliner Dollisblott. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. �eint tüati» m Das..Berliner Bolksblatt" rcWWBMBMü MMMWWKZZ Sonn- und Felttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -, Lernsprccher: Amt VI.||p. 4106.-- Vedttkkion: VvukMvaHv S.— Expvdikton: VvnkhZkvAtzo 3. 'hicren jerord!» wif-h", Sie«"A Äg qr., Das Zirkular des Herrn Herrfurth an die Be- rilinhelZu das unter Anderein auch eine recht scharfe iliid � k r w a 6) n n g der Presse anbefahl, hat eine n>ne»i>lA�"vort von einer Seite erfahren, von wo sie kaum er- U3 flSJfopk* ,uTuvde— ein Reichsgerichtsrath hat seine Stimme diesen Herrfnvkh rmd WlittelstÄdt. erhoben, daß„die Gazetten nicht gar so r genirt werden solle n." Soll man glauben, »nA�K. Zeichen'M :nd lntersch deZ r Zeichen und Wunder geschehen? Es ist Riemaiid � der bekannte Herr Mittelstadt, der in blie-V»Deutschen Revue" den Rath ertheit, man solle den t-rs-h'k. sichten. Reden und Urt heilen der Presse d". � ein solches Maß von Empfindlichkeit .,«jji fs�kgenbringen, vor dem schließlich jedes öffent- !dingZ' � Wort verstummen müßte. Bei den„Reden" mag cn M w■ auch daran denken, daß den Polizeibeamten empfohlen , dur«.»kden ist, bei der Auflösung von Versammlungen„bis 7Ä"die Grenze des Zulässigen" zu gehen. ufsteig's«. Es sei hervorgehoben, daß Herr Mittelstadt unseres im iD,(| Olsens schon einmal in Hamburg, wo er Oberstaats- «lctocilt Iüar'"l �nem Preßprozeß als öffentlicher Ankläger ffiitf'ifvm9* �nt' er liebe die Preßprozesse nicht. Seine spätere liefet IT Mung konnte den Werth jener Aeußenmg indessen nur ab- v�chen, nicht erhöhen. Bekanntlich trat er mehrfach für die p- Mrsuiig des Strafgesetzbuchs, namentlich für die Eisigere Anwendung der Todesstrafe und die �reinsührung der P r ü g e l st r a f e ein, daß er in Schrift über Kaspar Hauser die an diesen Findling �.knüpfenden Gerüchte sämmtlich als„Fabeln" zurück- und eine gewisse Hyperloyalität zur Schau trug, sei qj ganz nebenbei bemerkt. Er galt mit Recht in Bezug das Strafgesetzbuch als der Vertreter einer über- tetI, reaktionären und hochkonservativen Richtung. or, Äst es Ironie des Schicksals, daß nun gerade im y,i�ublick, da der Herrfurth'sche Erlaß noch die Ge- i bewegt, Herr Mittelstadt ans dem Plane erscheint ?ll» enie Lanze bricht für größere Rede- und Preßfreiheit? eti«' sM��uderbar, einen ehemaligen Oberstaatsanwalt in 'ckrA "& 5« iir»1 cheBi 1011 der 3,0 #. P bJ gn f'' ZU sehen! 3jCl Herr Atittelstädt sagt, ist uns freilich nichts (i iloPj•-,.ung un seiner Darstellung den Nagel auf den 39,10, �fL v'Mtz ist von der Oppositionspresse hundert und EM a i»'-Nick gesagt worden, daß wir uns im Zeit- Wgd noA v, v Beleidigungsklagen befanden und befinden, hatte Jedermann begriffen, der auf ' s toi» re'.lle ungeschminkte Kritik noch etwas hielt. Aber hätte es sollen in einer Zeit, da "Hv llll4 Devbotj». Fenilleto». (33 C.�' »ul $ S> 1 i�oiitont jiuiiov itiifciüolci' senior. Sr s Bon Alphonse Daudet. Uv dcni Französischen von Ludwig K n o r r. schloß die Thür und pstanzte sich da- y ein, u?.. lasten Mienen auf. Er hatte gut die Rolle C''e, bnf. f•cu Batcrs zu spielen, denn cS war seilt Jntcr- Ni et sJcine Dochter nicht aufs Stroh geworfen wurde, «nn auch nicht mehr ans Federn schlafen würde. ?stctet gw Mächtig anzusehen in seiner Stellung als cnt- vtoxj bie er aber nicht lange einhalten sollte. CTit iß.V Hutten ihn plötzlich wie zivci Schraubstöcke ge- tz>»n„q,! uut einem Male stand er lvieder mitten im und die Thüre war für die Träger frei. an"'hinma Junge, sagte Risler, indem er sich zn i*">e Oipx er's!öt.f' hären Sie, was ich Ihnen jetzt sage: !") iibetin» � i'st Zu Ende... Seit heute morgen mache e Schürt ichliche Anstrengungen mich zit beruhigen, aber >jeui0B"'cht viel dazu mich zu reizen, und dann wehe J.iU, iC|, ber in meine Hände fällt. Ich bin der Mann forte, zu tobten. Also... machen Sie schnell, daß "»mmen.. i�be U"8tc das in einem solche»» Tone und hatte Herrn . sogar geschüttelt, daß dieser sofort kleii» beigab, "«rsj�.i ch Entschuldigungen stannnelte. Dabei zog er lug nach dem Ausgange zurück und konnte nur der erste Beamte des Reichs, der Reichskanzler, seinen politischen Gegnern mit mehreren tausend Beleidigungs- klagen zu Leibe ging, zu denen er sich besondere Formu- lare hatte drucken lassen? Hatte er nicht in einer großen Rede sich ausgesprochen, daß Minister nicht„dick- f e l l i g" sein dürften? Und»varen unter den Massen der Kanzlerbeleidiger nicht auch alte Frauen und junge Mädchen erschienen? Aber wer hätte damals von Einpfind- lichkeit sprechen mögen? Wo es die Oppositionspresse that, da wurde im Lärm des Tages kaum darauf geachtet und der Chor der Verherrlicher amüsirte sich an den Belei- digungsprozessen. Bei solch' leuchtende»» Beispiel war es nicht zu verwundern, daß es tausend kleine Staatsmänn- chen gab, die gleichfalls ihre Gegner mit Strafanträgen bedachten� und das Zeitalter der Beleidigungsklagen»var da. Hätte damals Herr Mittelstadt seine Stimme er- hoben, so wäre es wirksamer geivesen, denn heute. Aller- dings auch— gefährlicher für ihn. Herr Mittelstädt kommt zu dem Schlüsse, unter der Zensur sei man toleranter geivesen als heute und„nur mit Schauder" kann er sich die Preßprozesse vor- stellen, denen Goethe und s ä in in t l»ch e Klassiker ausgesetzt wären,»venu sie heute ihre Werke veröffentlichen sollten. Den Herrn Reichsgerichtsrath schaudert! Nun, »vegen der Klassiker schaudert uns»veiter nicht. Aber die Sozialdemokratie hat alle die Preßprozesse— und noch etwas mehr— durchgemacht, die den Klassikern wider- fahren könnten, wenn ihre Werke heute erstmals zu erscheinen hätten. Die Klassiker sind in der vortheilhaftcn Lage, allen Staatsanivälten entrückt zn sein;»') die Sozialdemo- traten leider nicht. Anerkannt sei also, daß Herr Mittelstadt eincin ge- wissen Maß von Preßsreiheit das Wort redet,»venn»vir es auch sonderbar finden müssen, daß er dem Gedanken Licht, Leben und Llist gönnt, während er de»» Menschen häufiger die Köpfe abgeschlagen oder sie geprügelt wissen will. Aber er ist Jurist und als ein Jurist der alten Sch»lle darf er den Grund des Uebels, das er bekämpft, nicht am richtigen Fleck suchen; er»miß ihm an Orten nachspüren, Ivo er ihn nicht finden kann. Merkwürdiger Weise sucht er den Grund des Nebels— im Volkskörper; er meint. Haut und Nerven am Nolkskörper müßten sich abhärten,»veil sonst die Gesetzgebung nichts thu» könne. Ei, ei, das Volk soll es also sein,»velches die Empfindlichkeit besitzt, aus der die vielen Beleidigungs- klagen hervorgehen! *) Freilich nicht immer. Der„Chevalier de FaublaZ" von Louvct wurde in Berlin erst vor einigen Jahren konfizirt; auch gewisse Ausgaben von Heine. noch die Frage anbringen, ob die kleine Pension für Frau Chcbe wciterbczahlt werden würde." „Ja," antwortete Risler,„aber überschreiten Sie die- selbe nicht, denn ich bin nicht mchr der Affozie des Hauses Froinont." Herr Chcbe riß seine Augen so weit auf und machte ein so blödsinniges Gesicht, daß man wirklich glanben konnte, der Unfall in seiner Jugend— der nämliche war dein Herzog von Orleans passirt— beruhe auf Wahrheit und sei kein Märchen seiner Erfindung. Er wagte nicht die ge- ringste Einwendung mehr. Man hatte ihm seinen Schwieget- söhn ausgetauscht. War denn dieser Tiger, der bei dem geringsten Widerspruche in die Höhe fuhr und der die Leute' umbringen wollte—»var dies wirklich der gute Risler? Er fand erst auf der Treppe seine würdevolle Haltung wieder und machte sich dann schnell mit der Miene eines Siegers aus den» Staube. Als'Alles aufgerännit war, warf Risler noch einen letzten Blick ans diese Räume, verschloß die Wohnnng»md überreichte George den Schlüssel. „Sie können die Wohnung vermiethen, das kommt dann auch dem Geschäft zu gute." „Und Sie, mein Freund?" frug Planus, der mit George Rechitnngen durchging. „Oh! ich bedarf keines großen Raunics. Als einfacher Koinmis begnüge ich mich mit einer Mansarde. Denn ich wiederhole nochmals, daß ich nur ein gewöhnlicher Koinmis bin, der seine Pflicht in höchsten» Maaßc erfüllen wird und über den Sie sich nie beklagen, verde», das schwöre ich Ihnen zn." In diesem Augenblicke brachte Vater Achille die Post. Welch' eine Begriffsverwirrung! Das Volk hat in den Beleidigungsprozessen schier nur die Angeklagten gestellt. Die„Abhärtung" muß also anderswo in Angriff genommen werden, wenn die Empfindlichkeit bei Be- leidigungen aufhören soll. Das begreift Jedermann; wir brauchen uns darüber nicht näher zu äußern und. Herr Mittelstädt mag sich an andere Adressen, als an den „Volkskörper" wenden. Herr Herrfurth, der nun eine solche Korrektur d»lrch Herrn Mittelstädt erfährt, ist noch unter den» Fürsten Bismarck Minister geworden und sein Erlaß zeigt, daß er noch die alten Wege wandelt. Aber die Worte Mittel» städt's mögen ihm als ein Zeichen dienen, daß Laub um Laub aus den» Kranze fällt, mit den» der historische Bis- marck von seinen Verehrern geschmückt worden ist. Wo ein Nettelstädt stutzig wird, da»verden es auch bald Andere sein. Man besinnt sich und man bemerkt, daß von ver- schiedenen Faktoren des öffentlichen Lebens denn doch eine Auffassung geherrscht hat, die absolut nicht in unsere Zeit paßt. Wir»vollen die Aenßerungen des Herrn Mittelstädt nicht überschätzen; auch kennen wir ihre inneren Beweg- gründe nicht. Aber sie können nützlich sein,»venu wieder einmal die„Empfindlichkeit" in Gestalt von Gesetzvorlagen erscheint. Movvesptmvenzeu. Pari», 25. Zlugnst. Die Pariser Gemeindewahlen schienen den Lkadaver des Bonlangismus entgillig aus der Arena des öffentlichen Lebens geschleift undzn den Tobten geworfen zuhaben, Freunde und Feinde sprachen ihm das de profundis nach. Gegenwärtig nun zerrt ein sich unter einem X verbergender Bonlangist im„Figaro" unter dem Titel„Die Kouliffen des Boulangismus" den Leichnam wieder vor die Augen des großen Publikums. Offenbar thut er es nicht zu dem Zwecke, einen Gal- vanisirungsversuch an dem,»vas todt und verwest vorzunehmen, sondern um eS sozusagen einer Leichenschau zu unterziehen, welche die Ursache des frühen und schmählichen Endes klarstellen soll. Der Werth der„enthüllten" Thatsachen ist und bleibt jedenfalls ein bedingter, wenn sie gleich im Einzelnen manches Interessante zu Tage fördern mögen. Der verstorbene Boulangismus wird eben nicht von einem unerbittlich objektiven Berussmann sezirt, es ist vielmehr ein dem Todten befreundeter Dilettant, welcher das Messer handhabt, und der augenscheinlich nicht immer in erster Linie an die wissenschaftliche Forschung denkt, dagegen von dem Bemühen geleitet wird, die Lerche durch seine Schnitte möglichst wenig zu entstellen. So werden die „Kouliffen des Boulangismus" wohl für die Geschichte der ver- fiossenen Natioualpartei manches fchätzenswerthe Material bieten, allein sie sind himmelweit davon entfernt, zu halten, was die Reklame versprochen, nämlich eine Geschichte des Boulangismus zn sein. „Die Kouliffen des Boulangismus" zielen offenbar darauf ab, au dem General Boulauger als vermuthetem Staatsstreichler Unter den eingelaufenen Briefen, Bestellungen u. s.»v. bc- fand sich auch ein kleinerer mit einen» Siegel sorgfältig ver- schlosscncr Brief, dessen Aufschrift„An Herrn Risler, privatim" die»vohlbckanntei» großen und sichern Schriftzüge Sidoniens zeigte. „Sieginund, alter Freund, sagte Risler leise mit vor Erregung zitternder Stimme,»villst Du mir einen Gefallen thnn? Ich erhalte hier einen Brief, den ich nicht lesen will. Ich bin überzeugt davon, daß es mir das Weiterleben unmöglich machen»vürde. Du wirft mir ihn aufheben und ebenso dies hier..." Dabei überreichte er dein Kassirer ein kleines sorgfällig znsainmengebnndcnes Packet. „Das ist Alles,»vas mich an die Vergangenheit er- iniiern soll, ivaS mir von diesem Weibe bleibt. Ich will weder sie noch ein Andenken an sie»viedersehen, bis ich meine Aufgabe hier vollbracht habe... Dazu bedarf ich eines klaren Kopfes... Du wirst den ChebcS ihre kleine Rente auszahlen... Und wenn sie etwas verlangt, so gicb ihr das Nöthige, aber sprich mir nicht davon... Und das Deposit»»»» wirst Du mir sorgsam bewahren, bis ich es iviedcrvcrlangc." Sigismnnd schloß das Packet und den Brief in ein Geheimsach seines Schreibtisches und Risler machte sich gleich wieder an die Durchsicht der Korrespondenz, aber immer sah er vor seinen Angen die seinen' Schriftzüge einer Hand, die er so oft heiß an sein Herz gedrückt hatte. V. Sidoniens Rache. Welch ein branchbarer und gewissenhafter Konimis war doch der neue des Hauses Fromont. Jeden Tag war seine In partibus eine Mohrenwäsche vorzunehmen. Sie stellen den General als einen braven Jungen hin, als einen guten Kerl, der nichts Arges denkend, nichts Persönliches erstrebend, nur für die Sicherheit der Republik und das Wohl des Vaterlandes bedacht, absolut kein Werth von einem Staatsstreich hören will. Wenn sein Stern erblichen und untergegangen, so trägt einzig und allein sein ausgesprochener, durch keinerlei Gründe zu besiegender Widerwille gegen die Staatsstreichlerei die Schuld daran. Wer's glaubt, zahlt einen Thaler! Trotz der geschickt eingeflochtenen Legende, von dem unauS- löschlichcn Eindruck, den die Unversöhnlichkeit seines Vaters gegen den zweiten Dezember auf Boulanger gemacht, gewinnt derselbe durch die Enthüllungen weder als Mensch, noch als Politiker. In einem Denken und Wollen, seiner Auffassung, seinem Streben erscheint er von der flachsten Mittelmäßigkeit, der alles domini- rcnde Charaktcrzug ist und bleibt die Vergnügungs- und Genuß- sticht, vor der auch der Ehrgeiz die Segel streichen muß. Im Anfange seiner politischen Laufbahn der Strohmann der Radikalen, vom Schlage Clemenceau's, Pellettan's:e., wird er später die Marionnette demagogischer und aben- teuernder Politiker wie Laguerre, Naqnet, nach deren Pfeife er tanzt, soweit seine Genußsucht nicht beeinträchtigt, das zu— Markte tragen der eigenen Haut nicht gefordert wird. Durch Clemenceau's Gnade Kriegsminister ist sein Hauptstreben, sich seine hohe Stellung durch Liebäugeln mit allen politischen Par- teien zu erhalten. Er scharwenzelt vor dem konservativ-klerikalen Krethi und vor dem radikal-sreiaeistigen Plethi, und als die Opportunisten seinen Sturz- als Minister durchgesetzt haben und alle Machinationen der Radikalen, ihm das Portefeuille zurück- zugewinnen, ohnmächtig bleiben, da wird er ein Werkzeug in den Händen Naquet's, der als eigentliche politische Seele der National- Partei erscheint. Naquet� hatte den General jedenfalls nach seinem wahren Werth geschätzt, wenn er ihn für einen bloßen radikalen Kriegs- ster hielt, der stch über konstitutionelle Fragen noch nicht m,mst den Kopf zerbrochen hatte, und der nicht" selber schieben, aber geschoben werden konnte. In dem Maaße, als Dank der Reklame der Radikalen und der Angriffe der beim Volk verhaßten Opportunisten Boulanger's Popularität stieg, befestigte sich Naquet's Plan, durch Boulanger einen„demokra- tischen" Staatsstreich zu inzeniren, welcher die gegenwärtige stark mit monarchischen Momenten verquickte Konstitution über den vaufen werfe» und durch eine Revision eine wahre Reform- republik begründen sollte. Natürlich ward, wenn man der Lesart »n„Figaro" glauben soll, auch Naquet's Plan einzig und allein von der heißen Liebe zur Republik inspirirt. Nachdem sich der Parlamentarismus als ohnmächtig erwiesen, die Republik demokratisch auszubauen, lag nach dem Ausfalle der Wahlen von 1885 die Befürchtung nahe, daß sich die Massen wieder der Monarchie zuwenden würden. Um dies zu verhindern, mußte vor den Neuwahlen von 1887 eine Revision der Konstitution erfolgen, welche den breiten Schichten der Bevölkerung das Ver- trauen zu der Republik zurückgeben sollte. Da nun bei dem Widerstand des Staates und der Opportunisten gegen jede Revision eine solche auf gesetzlichem Wege nicht zu erwarten war, so sollte ein Staatsstreich da» Rcsoriniverk anbahnen. Der opportunistische Teufel sollte durch einen zäsaristischen Beelzebub ausgetrieben werden. In Boulanger glaubte Naquet den Mann des Staatsstreichs gefunden zu haben, da bei dessen„Anständig- keit, Selbstlosigkeit und Liebe zur Republik" nicht zu befürchten stand, daß er die geschaffene Situation zu seinem persönliche» Vortheil ausbeuten werde. Dies die Argumentation, der Naquet gehorcht hat, oder die ihm wenigstens im„Figaro" unterstellt wird— als er in der Nolle eines„Versuchers" an den„braven General" herantrat, und dies ohne Erfolg. Alle seine Schlußfolgerungen von der Nothivendigkeit und Nützlichkeit eines Staatsstreichs prallten an dem Widerwillen ab, den die republikanische Tugend des Bonaparte in Taschenformat gegen die uiigesetzlichen Mittel empfand. Sozialer Tugend gegenüber mußte Naquet schließlich klein beigeben, besonders»achdei» Messias- Boulanger bei einer Verlockung auf dem Versuchungsbcrge eines solennen und intimen„Juuggescllenfrühstücks" den Grund geltend gemacht, daß ein Staatsstreich den Bürgerkrieg zur Folge haben müßte, der unfehlbar von Deutschland zu einem Uebersall ausgenützt werden würde, dem sich Frankreich dann nicht gewachsen zeigen könne. Naquet hatte auch versucht, die„äußerste Linke" durch Clömenceau in den staatSstreichlerischeu Kuddelmuddel zu verquicken, war aber bei diesem von Ansang an abgeblitzt. Uebrigens stand Naquet mit seiner Schwärmerei für einen Staatsstreich zu Gunsten der Revision und Demokratie in der Umgebung des Generals nicht vereinzelt da. Tic Raufbolde der Politik, wie Deroulöde, die Romantiker der Politik vom Schlage etlicher übergelausener Blanquisten, wie Elie May, Granger w., hofften gleichfalls auf einen„Handstreich". Der Ausfall der Wahle» von Paris am 27. Januar 1889 schien die Ereignisse durchaus zu Gunsten eines solchen zugespitzt zu habe», allein Boulanger wollte es nicht oder verstand es nicht, die Gelegenheit am Schopf zu ergreisen. Die Ausregung in den demokratisch gesinnte» Faubourgs war am Tlbend der Wahlen hoch- gradig, beim ersten Signal hätten sie Boulanger nach dem Elisee getragen. Noch nach Mitternacht ivarteten die Patriotenliga, die repudlikanisch-plebiszitären Komitees, d. h. die Bonapartisten und Lampe die erste und die letzte die erlosch. Er arbeitete ohne Unterbrechnna und ließ sich wie fricher das Essen ans der Milchivirthschaft daneben holen. Nnr zwei Wesen waren ihm geblieben, an die er ohne Kummer denken konnte, Klara und Franz. Madame Chorche war stets für ihn besorgt, pflegte und ivartcte ihn und Franz schrieb chui häufig, ohne jedoch Sidomeu ein einziges Mal zu erwähnen. Risler nahm an, daß ihm jemand Mittheilung von der Katastrophe gemacht habe und daß Franz aus Rncksicht für ihn kein Wort von Sidonien sagte. Seine cinzigen Wünsche waren, seinen Franz znrüÄkommcn zu lassen und die Fabrik wieder in die Höhe zu bringen. Dazu bedurfte es angestrengtester ernster Arbeit und jetzt imponirte Risler den Arbeitern der Fabrik durch seine unbeugsame Strenge und sein beständiges ans dem Postenscin. Anfänglich machte sich der Jllatsch über Sidoniens Flucht auch in der Fabrik breit, aber das unveränderte Benehmen der beiden AssocieS zu einander ließ ihn bald verstummen. Und doch wandelte Risler manchmal, wenn er George Fromont im ftointoir gegenüberstand, eine namenlose Wuth an und er fühlte den Drang in sich, auf diesen Elenden loszustürzen, der ihn so lange mit jedem Worte und jeder Miene betrogen hatte. Aber sollte er weniger standhaft sein, als Madame Chorche? Weder Klara noch Fromont hatten eine Ahnung davon, was in diesem merkwürdige» Kommis vorging. Ihm hatte man es zu verdanken, daß die Glocke der Fabrik bald ihr altes Ansehen ivicdcrcrlangt hatte, während er selbst sich nicht die geringste Erleichtennig gönnte. Drei Viertel seines Einkommens überließ er Sigismund zur Ans- zahlung der Pension an die Chcbcs, die von dem kleinen Manne regelmäßig mit der Würde eines Menschen, der von seinem Gelde lebt, abgeholt wurde. Auch Frau Chebe, die ihren Schwiegersohn liebte und beklagte, versuchte zu ihm zu dringen, doch genügte schon der Anblick ihres Nmschlagctuches, um ihn in die Flucht zu jagen. Denn all sein Muth, den er zeigte, war doch mehr künstlich als natürlich. der aus den Boulangismus eingeschworene Theil der Blanquisten auf dieses Signal, um auf das Palais' des Präsidenten loszumarschiren. Zwar hatte der Polizeikommissar Clement Befehl erhalten. Boulanger beim Ausbruch eines Auf- laufs sofort zu verhaften, allein der Befehl wäre unausgeführt geblieben. Die Polizisten hatten fast sämmtlich für Boulanger ge- stimmt und hätten vor einer Eineute zu seinen Gunsten die Waffen gestreckt. Die republikanische Garde und der größte Theil der Pariser Garnison war gleichfalls dem Ex- kriegsminister ergeben, die Regierung wäre von Alle» verlassen worden, und ein Staatssireich hätte alle Chancen deS Erfolgs für stch gehabt. Allein Boulanger gab das erwartete Zeichen nicht. Rur seiner Popularität und dem allgemeinen Stniimrecht vertrauend ließ er den einzig günstige» Moment zum Handeln unbenutzt entschwinden. Von dem Moment an datirt der Niedergang des Boulangismus. Bezeichnend für den absolute» Mangel an sittlichen Ernst seitens des Generals ist der Umstaiid, daß er am Tage nach der Wahl, inmitten hochkritischer politischer Umstünde mit einer seiner zahlreichen Ge- liebten eine mehrihägige Lustreise nach Royal nnternahi»! Die Fürsorge für das Wohl des Vaterlands und der Ncpnblick halten vor einer galanten Spritztour nicht Stand, der politische Messias weicht dem Alkovenhelde».— Dem Tamtam der Reklame nach sollen„die Konlissen des Vonlangismiis" noch viele interessante Kapitel bringen, so bc- 'onders über das Bankett zu Tours und die daran anknüpfende Programmrede, in der bekanntlich dem Klerikalismus und Monarchismus Kviizessionen gemacht wurden. Die bis dato gemachten„Enthüllungen" haben die politische Welt ziemlich kalt gelassen. Nur die Opportunisten triuniphiren, und dies aus doppelten Gründen. Sie konstatire» voller Schaden- reude die boulangistischer Seits bestätigte Thatsache, daß die liadikalen zuerst Boulanger auf das Schild der Popularität er- hoben. Ferner aber suchen sie aus dem Zugeständnis deS von einem Theil der Nationalpartei beabsichtigten Staatsstreichs eine moralische Rechtfertigung des höchsten Gerichtshofs herzuleiten. „Die Kouliffen des Boulangisnilis" liefern natürlich der Presse ein unerschöpfliches Thema für Variationen über die Bedeutung und den anonymen Verfasser der„Enthüllungen", besonders seit- dem Naquet in mehreren Interviews erklärt, daß die That- achen durchaus exakt uud von einem durchaus gut unter- richteten Freunde erzählt seien. Er selbst habe denselben noch vor drei Wochen von der Veröffentlichiing der vertraulichen Mit- theilungen abgerathen, und diese sei erst erfolgt, nachdem er seine Autorisation ertheilt. Der General Boulanger selbst sei vom Verfasser brieflich von dessen Plan in Kenntnis; gesetzt worden. Fast allge- mein wird angenommen, daß Mermeix, der boulangistische Abgeordnete des 7. Arrondissements von Paris, Verfasser der„Konlissen deS Boulangismus" sei. VerschiedenejPreßstimmen sprechen jedoch dem boulangistischen Vertreter von Montmartre, Saint-Martin, die Vaterschaft zu. Ter„Courrier dn Soir" behauptet seinerseits aus gut unterrichteter Quelle zu wissen, daß Naquet, Laisant und Cah» zusammen an den Artikeln arbeiten, die mehr Sensations- als Geschichtswerk sind und in der Presse die„große Seeschlange" und andere traditionelle Enten ersetzen. Wenig Bcdeutnng ist jedenfalls der Vermuthiing beizulegen, die„Konlissen des Bon- kangisniils" beziv eckten, ein Wiederaustreten des Generals Bumblim auf der Bühne des politischen Lebens vorzubereiten. Auch die Meinung ist kaum ernst zu nehmen, daß ein„Ring" von Politi- kastern die Enthüllungen in die Oefsentlichkeit werfe, um sich als Erbe des Progrannns von Tours zu erklären und in„Boulangismus ohne Boulanger" z» mache». Die Ent- hüllungen werfen über die geriebensten und thatkräftigsten Ele- mente der alten Nationalparter ein Licht, dem weder Republikaner noch Konservative zuflattern werden, an dem stch höchstens die Bonapartisten verbrennen können, und diese haben— der 15. August, der Napoleoustag hat dies bewiesen— so gut wie keinen Boden im Lande. Einfacher und näher liegend scheint wohl die Vermuthuna, daß die„Kouliffen des Boulangisinus" durch das Bedürfnis einzelner Persönlichkeiten nach einer Mohrenwäsche und last not least das Bedürfniß nach klingenden, blinkende» Fünffrankstückeii inspirirt worden sind.„Geld stinkt nicht", auch wenn es ans dem Leichnam gefallener Freunde geschnitten wird. Die Artikel des„Figaro" sind weniger wichtig an sich, als wie als Symptom, daß der Boulangismus todt, ganz todt ist. So lange eine politische Partei noch kämpst, läßt sie ihren Mitgliedern in der Regel nicht Zeit, Geschichte zu schreiben. Sie will dann Ge- 'chichte machen. Kondo», 27. August. Der in meinem letzten Briefe mit- getheilte Beschluß der Docker-Union, bis auf weiteres keine neue» Mitglieder mehr aufzunehlneii, hat zu lebhasten Diskussionen Anlaß gegeben. Ich übergehe die 5toimiie»tare der ausgesprochenen Bourgeoisorgane, die in ihrer großen Mehrheit mit dem stehenden Schlagwort:„Da sieht man die Tyrannei der Gewerkschaften", natürlich auch hier sofort bei der Hand waren. Aber auch der stark in Arbeiterfreundlichkeit machende radikale„Star" konnte nicht umhin, den Beschluß für„sehr bedenklich" zu erkläre». „Ein derartiger industrieller Calvinismus", schrieb er unter dem 23. August,„verträgt sich schlecht mit den weiteren Idealen und Hoffnungen der neuen Arbeiter- Er dachte beständig an seine Frau. Was war ans ihr geworden? Was machte sie. Der Brief, den er Planus gegeben, beunruhigte ihn, und dennoch ivagte er nicht, ihn znriick zu verlangen. Eines Tages konnte er, während Sigismund abwesend, war, der Verführung nicht widerstehen, er kramte in dem Fache herum, in welches der alte Kassircr den Brief gelegt hatte, aber er war nicht mehr dort, ebensowenig ivie das Packet. Er mußte es also an einem noch sicherern Orte verwahrt haben— schließlich empfand er eine Genug- thnnng darüber, denn er fühlte, daß der Brief seiner ent- sagenden Kraft ein Ende machen würde. Er konnte ivohl verzeihen, aber nicht vergessen! Ebensowenig, wie die arme Klara vergessen konnte, trotz ihres heldenhaften Mnthcs und der hohen Verkettung ihrer Pflichten. Für sie wie für Risler war die Umgebung ein bestän- diges Erinnern an verlorenes Glück und an ihre Leiden und kaum vernarbte Wunden brachen immer wieder auf. Sogar die Mühe und Aiifmerksamkeit ihres Gatten, jede peinliche Er- innerung an seinen Verrath zn vermeiden, riefen ihr diesen selbst wieder ins Gcdächtniß... Ihr Glaube war dahin und in ihrem bittern Lächeln, ihrer stummen Milde verriethen sich die furchtbaren Qualen des Priesters, der nicht mehr glanbtunddoch seinem Schivure treu bleiben ivilt George mar sehr unglücklich. Jetzt liebte er seine Frau. In dieser Liebe lag aufrichtige Bewunderung für ihre Scelengröße und, warum es nicht gestehen, Klara's Leid vertrat bei ihr die Stelle der Koketteric, der ans Charaktere wie George Fromont einen so großen Reiz ausübt. Dieser gehörte zn der besonderen Art Männer, die gern Er- ober.mgen machen, und das ivar es gerade, was ihn so unwiderstehlich an Sidonie gefesselt hatte, die er nach einer feurigen Umarmung verlassen hatte, um sie bald darauf in eisiger 5tältc lviederzufinden. Uebrigens dachte er nicht mehr an Sidonie und man braucht sich über diesen moralischen Sprung nicht zu wnn- der». Diese oberflächlichen Staturen hatten nichts tiefes und edles, was sie aneinander fesselte. Ihr Verhältniß 1 bewegung." Ferner wies er darauf hin, oaß die fiützung des Planes durch so verdächtige Blätter, ..Spektator", erst recht zum Zweifel herausforderten. Voll»iid gauz für den Beschluß trat dagegen 5*e r Chronicle" ein, die seit dem Tode ihres bisherigen„s g nur politisch eine Schwenkung nach links vollzogen W. � einem iinionistischen Blatt ein fast ausgesprochenes; V-rbrüde ÜMch ist v'ngt zu Ort das I llllll, vlii 1�1* iiwvyvj y/v vv*/ K/» Slg I sches Organ geworden ist, sondern auch in Bezug"A«:! .....'', als man es von einein bürgerliche" a beiterfrage soweit geht, cu» uiuu ea uu» i nur erwarte» kann. Sie ist nach dieser Richtung hm. revigirte der Londoner Morgenblätter. Ebensalla Energie vertheidigte John Burns am vorige» Sonntag« v�ueuue oeuyeiuiuie-uuma um Meeting auf„Tower Hill" den Beschluß. Die Zeitimgen über feine Rede, wie folgt:. m „Diesen Schritt", führte Burns aus,„sei von eniew der Presse mißverstanden und falsch dargestellt worden, J erinnere daran, daß die Docker-Union denjenigen, die Ych /W zuschließen wünschten, zwölf Monate Frist gegeben habe, � lhun. Die Sache sei durchaus nicht neu, die Ewersiiyre- � Gewerkschaft seit dreißig Jahren bestehe, erzielten dasselbe � durch ein hohes Eiiistaiidsgeld, und die Gewerffchasl einigten Maschinenbauer mache es ebenso, indem sie vo> daß jedes Mitglied einen Wochenlohn von niindestens 39 jl haben müsse, was eine gewisse Tüchtigkeit erkord»> M Londoner Docks seien mir zu lange die Zufluchtsstätte l" Strolche, Baga blinden und verlorene Existenzen gewesen, nur zu lange seien die gestrandeten- s des Arbeitsmarktes dorthin getrieben worden> g; Löhne der eigentlichen Docker herunterdrücken»n � Arbeitsstunden in die Höhe zu treiben. Wenn oiese~ die einen Verdienst suchen, um ihn zu vertrinken, feine � � kommen können,-so mögen sie die Armenaesetze w n i � nehmen und den Taschen der Reichen zur Last fallen,, den armen Dockarbeitern. Mögen sie an die Regierung fl? y einen gesetzlichen Achtstundentag verlangen. Tie Doar. nicht willens, drei- oder viertaiisend Lungerern und Th,'■ N u gestatten, die Löhne ordentlicher Arbeiter herabzudrua i cvr~,«,x4. s«« r»«.-«« ,.v.S MQof.Mitfc. OvU U "itgliede "ung. Ql vehmen, Jachtomm »ttiin ebe> die Zulas , Entsö °ben zitff diesen Lui °ber mit Leuten ül di>e, wü Bei all und ihr. % gea ei nach seiner Ansicht der beste und iveiseste Beschluß, de» gefaßt. � Die Landarbeiter und Andere würden letzt wui�- die Docks aufgehört haben, das Sammelbecken für den der Arbeiterschaft zn bilden.__ n* aui � Vitien. t YL r Die weiteren Ausführungen von Burns beziehen>«? "'----- S--- Dockarbeiten von � zugleich geplante Uebernahme der............. der Union in genossenschaftlichen Betrieb, M#1 hier tmerörtert bleiben. Sehen wir uns jedoch die von wiedergegebenen Sätze etivas näher an., fü Richtig ist, daß der Gedanke, die Zahl der berechtigt j glieder des Gewerbes zu beschränken, nicht neu ist. Er Jl y viel älter, als die von BurnS zittrten Beispiele, er geh.$ die ganze Zunftbewegimg des Mittelalters, und hat aua).■< Korporationen der alten Völker seine Rolle gespielt.» er freilich noch nicht verurtheilt, so wenig, wie die von � zitirten Beispiele ihn rechtfertigen. Die vereinigten ,?>e verle «bettreib vollen Eni e Es m «o» tvasi z Janb beho sauunentrc bah der ßinch a>r >ii währe ob es abei Velsen wi es dag. «Haltung wird, fflr nngelündü Waten O, Schreiner beffen Er Mtnuinu Botum erl Lnnz auße . Run i °er Wind Mflsbun -aahre oe, baner haben durch ihre Äiisschließlichkeit sich selbst die � brechet großgezogen, und heute ist ihr Bestreben niey�; auf gerichtet, sich„Unioiiwerkstätteii" zu erhalten,. Lage ihres Gewerbes zu verbessern. Wie wenig- Stande sind, ihre Beschlüsse allgemein durchzuführen,> Burns selbst vor 2 Jahren auf dem Internationalen �.� schastskongreß nachgewiesen.„In unserem Unionsstatut, aus,„steht die neunstündige Arbeitszeit, ich aber arben i Stunden, und mit mir noch Tauseude meines Gewerbes, n Burns weist nun freilich auch in seiner obigen Rede OimmXaki*««.* SaS Aaf nkTtf&AM ftT<4\+ffi»*iS/»rt+rtno2 fvtrt ßu � Forderung des gesetzlichen Achtstundentages hin, iOT Scheidung der Arbeiterklasse in privilegirte und mchtpt'. j Arbeiter ein zweckmüßiges Mittel zur Erreichung diese» M � scheint mir recht zweifelhaft. John Burns ist gewiß V J. Innern heute noch ein ebenso guter Sozialist als vor zwei welcher Geist aber schon jetzt in der Docker-Union herrsG t S%c ge. «e««'! 17 i bet Bedeu Wtz ein hi Po die Thaisache beweise», daß, als bei jüngsten großen Meetings in Hydepark der Anarchist äilf'Bnrns schimpfte und ihm vorwarf, nicht mehr SoP :„Gerade veshalo„-Z sein, ihm von Dockern zugerufen wurde:„w»»« n wir soviel von ihm." Das ist nicht sehr versprechend. fA Zukunst, die Gefahr ist wenigstens nicht ausgeschlossen, dap �, die neue Kooperation glückt, Burns eines schönen hören bekommt:„Wenn Du von Deinen sozialistischen.„z nicht läßt, so gehen unsere Wege auseinander." Die � daß die Dockdirektoren dem Plan ziemlich große Sywp � entgegen bringen, ist ebenfalls nur geeignet. Bedenken z»'.n» Wahrscheinlich rechnen die Herren daranf, daß wenn Kooperation durchgeführt ist. die Trennung der Docker übrigen Arbeiterschaft sich so verschärfen wird, daß sie in 3utu mit Diesen allein zu thun habe» werden.,/ Dies die Kehrseite des Bildes. Es soll nicht gelaiig'w den, daß sich auch manches zur Rechtfertigung des z. B., daß wir es an den Docks mit Aus � . Urb» votijeip» ninsaiiimli «Hamburg ™imtung 'krsammli "Ntischen: der he ttevbcn. Hi P( Wersen. !;nb Gesell .'"Sieg l �rteileit.. Mischen ifungcu Vitben. führen läßt; so„ Verhältnissen zu thun haben, und zweitens, daß, wenn werkschaften wirklich ihren Zweck erfüllen sollen; mit allg« 1 �'ionollü K« raugirte in jene Klasse von Liebschaften„,, Männern und Kokotten, die ans Eitelkeit und StNM zl ciitspriitgcu, tvedcr wahre Neigtlilg noch BcständlgC zeugen, und in tragischen Abenteuern endigen, in � I morden und Duellen. Vielleicht wäre es anders gewesen, wenn er Sio 2 wiedergesehen hätte, aber ein heftiger Windstoß hM�ü fnrtnctricbcit. ohne eine Svur von ihrem Verbleib Z» hl J % sortgetricbcn, ohne eine Spnr von ihrem Verbleib lassen. Es war zudem ein Glück, daß die Arbeit und � in der Fabrik seine ganze Willenskraft in Anspruch 11 Bald waren in der Fabrik vier Risler'sche at-i ftlrtSöu fn itrt iirft � yJ Thätigkeit und die Bedentinlg derselben machte sich M p Tapctenhandel bemerklich. Eines Tages stellten NN Pariser Konkurrenten der Firma, die Prochassvns boten drcimalhnndcrttanseild Frank für das Recht der I bcntitzuitg des Patcittes. „Was soll man da thun?" fragte Fromont•' j senior. „Entscheiden Sie selbst, ich bin nur Kommis". J Diese kalt und ohne Zorn gcsprochcncll Worte bo# J Fromont's versuchte Hoffnung auf Vergessen, wozu{ J zu leicht geneigt war. rffl Als Risler aber mit seiner lieben Madame Chorche m war, rieth Risler derselben, das Gebot der Prochasso� W 0 Ii »«niq zulehnen. if1; „Sie werden später mehr dafür erzielen. Sie." Er sprach nur von den Fromonts und ma» daß er sich in der Zukunft lossagen würde. IS ia Indessen vermehrten sich die Aufträge und die jsi HerstcllungSweise machte jede Konkurrenz unmöglich, j# die Fromonts ein ungeheueres Vermögen verdiencil 1"'.(t Die Fabrik hatte ihr früheres blühendes Ansehen w;�.� halten und es snuniite darin wie in einem Bicn� Risler aber veränderte'seine cinsiedlerische Lebensivcm./ er arbeitete mit angestrengtestem Ftciße und gönnte M angestrengtestem Ftciße nicht die geringste Erholung. (Fortsetzung folgt.) Ä? i L jO«rtniberungsvif)tafeu nichts gethan, eine gewisse Rigorisiwt uner- '»lilich ist, Schreiber dieses wenigstens giebt dns Letztere unbe- °>�gt zu und ist weit entfernt, einer Weilhcrzigkeit nm unrechten Ott das Wort zu reden. Wer Rechte genießen will, muß auch Mchten erfüllen. Daß die Docker keine Stichtunions- Mitglieder an den Docks dulden, ist ganz in der Ord- «ung. aber wozu ihre Listen schließen? Warum nicht ans- nehmen, wer sich meldet und den Satzungen der Union nachkommt? Das Ueberanaebot voll Arbeitskräften wurde als- dann ebensogut zu verhindern sein— ja vielleicht noch besser, °>e Zulassung zur Arbeit nach dem Grundsatz der Anciennitat Zu, erfolgen haben. Die unbedingte Ausschließlichkeit ist zinit Mindesten ein sehr schlechtes Beispiel. Entschieden zu tadeln sind jedoch, vorausgesetzt, daß der °be" zilirte Bericht richtig ist, die von Burks gegen die Ueber schusl'Seu des Arbeitsmarktes gebrauchten Worte. Daß sich unter d'escn Lumpen und Strolche befinden, ist sicher richtig, dieselben über mit ihnen zu identisiziren, hätte man süglich anderen «e»ten überlassen können. Wer vor einem Jahr so gesprochen dätt- niürde mit Recht auf allgemeine Entrüstung gestoßen sein. aller Anerkennung der hiesigen Arbelterbcwegung il«-« r-5rer Erfolge dürfen wir doch nicht blind gegen �.Schattenseiten sein. Die Sympathie aus bürgerliche» Kreise», i» weit höherem stRaße als auf dem Festlande eiit- Mngebracht wird, erweist sich nicht immer als ein Vorlheil. � die Einen zur RcchnungSträgerei, die Anderen zu »«ri unfle"' und beides führt von dem Wege ab, der znr Emanzipation der Zlrbeitcrklasse führt. ».„j.Nacht sich gewiß sehr hübsch iiud steht im bezeichueudeu luajt zu der Art, wie die Gewerkschaftsbewegung in Deutsch- fnl. dehandelt wird, wenn man über den nächste Woche zn- !«nentretenden Gewerk schaftsstoiigrrst in Livrrpool liest, der Lordmanor dieser Stadt für die Telegirten f>...?m ersten Tage eine Wasserpartie veranstaltet und >e wahrend und nach derselben als seine Gäste beivirthet, w.,? abe.t Pch für die Beschlüsse des Kongresses vorthcilhaft er- ift'iv" wird, bleibt sehr abzuwarten. Eine erfreuliche Neuerung dagegen, daß diesmal mit dem Gewerkschaftskongreß die JWnmg großer öffentlicher Versammlungen verbunden sei» - für die zum großen Theil Redner vorgeschrittener Richtung In», digt sind. Zum Vorsitzenden des Kongresses haben die -"Uen Organisationen de» Generalsekretär der Gewerkschaft der William Watkin, bestimmt, aus Schreiner und Zimmerleute.. °°>seu Eröffnungsrede man gespannt sein dar?. Dap be, der Abstimmung über die Frage des Achtstundengesetzes diesmal das Wtmn erheblich anders aussehen wird, als im Vorjahre, steht «Wz außer Zweifel. , Run noch eine kleine Thatsache zum Beweise, wie sehr sich bbe Wind in dieser Hinsicht geändert. Der Sekretär des Gewerk- j5>aftsbuudes von Newcaslle und Umgebung, der im vorigen Lahre gegen das Achtstundengesetz stimmte, ist diesmal mit 25 8{8eu 17 Stimmen beauftragt worden, dafür zu stimmen. Bei ber Bedeutung, die Newcaslle für das ganze nordöstliche England ein höchst charakteristisches Symptoin. Dolikische Aevevstchk. . Kleber das«»iderspvirchsvolle Uerhalten des Krrliner �oliieiprästdiums gegenüber den jüngsten sozialdemokratischen �bsainmlungcn klagt ein nationalliberaler Abgeordneter in den Hamburger Nachrichten". Das Verbot der Singer'schen Ver- pbimlnng und die nachfolgende Erlaubniß zu der Vebel'schen ��sammlung sei ein unentwirrbares Räthsel.„Im sozialdemo- ""tischen Lager wird es selbstverständlich als ein Zurückweichen der herausfordernden Energie der Sozialdemokratie betrachtet , d(n. Ohne Zweifel ist das eine irrige Auffassung. Aber ist gewiß, daß das Verfahren der Polizei die Beilegung des jn der revolutionären Partei erheblich gefördert hat. *a"e man die Aufgabe, die Insurrektion der„Jungen" nieder- *°rfen. ruhig Herrn Singer überlassen, so würde der Erfolg � bei weitem nicht so durchschlagender gewesen sein, wie ihn ' �el erzielt hat. Wer aber auf dem Boden der heutigen Staats- � Eiesellschaftsordnuirg steht, konnte kein Interesse daran habe». �ieg der Vertuschungstaktik der bisherigen sozialdemokratischen "Ucistiinng zu beschleunigen."— Wir enthalten lins einer ' ischcu Bemerkung, glauben aber, daß die vorstehenden AuS- Istmgen üon ai(en Genossen werden beachtet und verstanden '"irden. nm''Uirtlifchaftliche geh von". Unter diesem Titel hat der ox."""Uiberale Abgeordnete Fritz Kalle eine Broschüre heraus- sie n' welche für die Arbeiter und Handwerker bestimmt ist und jn.Mrn das„Gift der Sozialdemokratie" feien soll, derartige .i°>Lureu drängen sich jetzt auf dem Markte. ES scheint sich eben Ii», brgang wiederholen zu wollen, der nach Erlaß deS Sozia- ilLMedeö eintrat. Auch damals ergoß sich eine wahre iL'�Arenhochfliith. bestimmt die Sozialdemokratie zu vernichte». Broschüren sind Makulatur geworden, und die Sozial- feiMv t,e Wt unter dem Sozialistengesetz mehr als eine Million Ustth iJ'mme,i hinzuge.vonimeii. Auch oie Weisheit des Herrn Kalle Ziveck verfehlen, zumal sie, wenn eine Ankündigung ist".'win. Ztg." über sie recht berichtet, gar alt und abgestanden eLÄ" Hrer Empfehlung salbadert die„Köln. Ztg." über die ;"""ilich folgendes: bei sollte diese Schrift in keinem Hanshalte schlen, in den, beson>..'tgebers ebensogut wie des Arbeiters und Haiidiverkers, Li.-, � des Iclitcrcn. in denen Kreisen sich mit den völlig giüM Ulik Wchafllirf n,t'"" 0""* t» U>• V•,— W.. eit»icht iZage vas nölhige Verständniß entgegenbringt " sucbi'"'f der Großindustrie aus den Gebieten zu ivclt- "b lun'?, letztere Siegerin bleiben muß. Mit geschickter ?"iriiici.f.,, serner das seine Lngengcivebe des KiMnunismus nölhige Verständniß i j'. tbcift'ß'n"*wUijciut.......-- w. ■'"'üiUaI.1'0. f cnict das seine Lngengcivebe deS KoiiimiiNlsmus " hervorzuheben, welche statt ii'ck' Et'ni.- de» Gewerbebetrieb durch ch»nrfK<'"8 machen müssen. Die Schrift Kalle'S erweist J als ein Führer zur P f l i ch t e r f ü l l» n g Hin» Leiter- zum Pfade des St e ih t t h u in s lind & wols'e"' e r, 3" 111 Pfade des m e cy 1 1» u...» fin» den, dns ganz der Hoffnung des Herausgebers ver- tici.,''- befind Je'"ehr solche Bücher im Volke Verbreitung bie'fm. ,e�""t der steigeudeil GeisteSbildiing und Citt- che» herrschende Mißstimmung neidloser Ziisriedeuheit Sliif'H-' z,,. i'1"'"■Sufriebeuheit sind wir wirklich gespannt. luii„"ß der i'ee bürgerlichen Gesehliilches ist nach ülermi,. sionsarbeiten zunächst den Bundesregie- i»..Ächui,a �'UUett worden und unterliegt d " Tn 91 iiie,.-/h">lg ber i-'Vorben und untciucgi 0».........„... Wa �walinf» �"st'zministerien. Die rn Aussicht genommene, Qim: �'8(ii snn dezialkommissio», welche sich mit dem Entwurf �rb..�"»isteri-»?0'wde also die Ergebnisse der Gntachte» der fc»,,,',"- her Einzelstaatcu mit als Grundlage seiner de: Reichstag kaum berufen sein, an das bürgerliche Gesetzbuch heran- zutreten. Lehrerbefoldiing in Mechlenbnrg. Eine treffliche Be- leuchtung zu der Frage der Lehrerbesoldungen in den ritterschnft- lichen Schulen Mecklenburgs liefert, wie die„Voss. Ztg." m>t- theilt, die kürzlich an einen neuen Inhaber übergegangene Schul- stelle zu Langenheide, einem Gute des Grafen Kanitz-Melkof. Ter Inhaber derselben bezieht neben Naturalien ein baares Gehalt von GO M. Um leben zu können, muß er einen möglichst er- giebigen Handel mit den ihm gelieferten Naturalien treiben. Der Verbranch des Pferdefleisches ist, wie der„Franks. Zeitung" geschrieben wird, auch in Danzig in stetiger Zunahme begriffen. Df» zwei Schlüchtern, welche sich bisher mit dem Schlachten von Pferden befaßten, hat sich in leyter Reit noch ein dritter zugesellt und sie nlle er, Vene» sich einer ziemlich ans- gebrcitdreN Kundschaft. Die Preise für das gewöhnliche Pferde- fleisch betragen durchschnittlich 20 Pf. für das Pfund; dagegen kostet ein Filetstück resp. Beefsteakfleisch 25 Pf. Wir Wurst und gehacktes Fleisch schivankt der Preis zwischen 25 bis 35 Pf. Es halt für die Pferdeschlächter zur Zeit sehr schwer, sich, mit dem nöthigen Schlachtvieh zu versehen; ja es soll sogar schon vor- gekommen sein, daß sie zeitweise wegen Maugels an Borrnth nicht im Stande gewesen sind, ihre Kundschaft zu befriedigen. Kochnm, 27. August. Da die Stenerskandalosa, die Herr Fusangel aufgedeckt hatte, von dem liberalen„Rhein. Westfäl. Tagcbl." fortgesetzt wurden, das die von Herrn Fusangel ver- schonten Ultramontanen„einschätzte", so hat Herr Fusangel in seinem Blatte heute die Antwort nuf jene Einschätzungen gegeben. Er sagt, eS sei möglich, ja wahrscheinlich, daß ein paar Ultra- montane zu niedrig eingeschätzt seien, diese hätten aber keine Ursache gehabt, sich zu melden, weil es sich nur um Kleinigkeiten handeln könne. Herr Fusangel meint, er habe gar nichts dagegen, daß von gegnerischer Seite die Einschätzung fortgesetzt würde, denn das werde nur weiteres Zeugniß geben, wie dio von den Großindustriellen beherrschte Einschätzungskominission ihres Amtes gewsltet habe. Hierzu ist zu bemerken, daß es sich auch bei de» illtramontmien um keine geriilgeren Summen gehandelt, da z. B. einer, der eine halbe Million Vermögen besitzt, nur eine geringe Summe zahlt. Aus Acht est cn, 28. August, ivird der„Voss. Ztg." ge- geschrieben: Der Regierungspräsivent v. Bitter hebt, ivie durch den Draht schon gemeldet worden ist, durch eine Verordnung vom 26. August die seit dem 10. August vorigen Jahres erlassenen 10 Verordnungen über die Schweineeinflihr auf und bestimmt unter Ztlstiminung deS Reichskanzlers, daß die Einfuhr lebender Schweine aus Oesterreich-Ungarn in die öffentlichen Schlacht- Häuser zn Beuthen, Gleiwitz, Myslowitz, Oppeln und Rntibor unter der Bedingiing gestattet ist, 1) daß der Ursprung der einzuführenden Schweine durch polizeiliche Ursprungs- zelignisse mit der Bescheinigung über die Gesundheit der einzuführenden Schweine in vorschriftsmäßiger Weise bescheinigt ist, 2) die Schweine an den Grenzeingangsstellen Odcrberg, Szczakoiva und Dzieditz durch einen preußische» beamteten Thierarzt untersucht und kranke und verdächtige Thiere, solvie die mit solchen in Berührung gekommenen Schiveine von der Weiterbeförderuiig ausgeschlossen werden und 3) die Schweine nach dem Passiren der Grenze in geschlossenen Waggons ohne Umladung und Transportvcrzögerung an den Bestimmungsort gebracht und im öffentlichen Schlachthause alsbald unter Polizei- licher 5kontrole abgeschlachtet werden/ Für jeden Grenzübergang wird ein bestimmter Wochentag für die Einfuhr festgesetzt, zu einer Vermehrung dxr Einfuhrtage ist die Genchmtgung des Re- gierungspräsidenteli erforderlich. Die einzuführenden Transporte sind bis 8 Uhr Abends des vorhergehenden Tages schriftlich oder telegraphisch anzumeldeii und nach Vcendigiing der kostenfreien Untersiichllng hat dies der beamtete Thierarzt der Ortsbehörde des Bestimmungsortes unter Angabe der Stückzahl der Schiveine auf Kosten des Versenders anzuzeigen. Die Quarantäne" in Vielitz-Biala und Steinbruch wird aber nicht mehr gefordert und das ist eine nicht- unwesentliche Ersparniß. Aber die Einfuhr lebender Schweine zut Zucht nnd lebender Schweine ans Ruß- land bleibt doch eine immer wiederholte Forderung der ober- chlesischen Bevölkerung. GroßbHtiuniien. London. 29. August. John B n r n s hielt gestern in einer Versammlung des Gasheizerverbandes eine Rede, in deren Verlaufe er den Ausstand im australische» Rhedergeschäft zur Sprache brachte. Er erklärte, daß die Londoner Dockarbeiter ihre Theilnähme für die AllSstäudigeii durch Geldbeträge bethätigen würden. Der Dockarbeiterverband hätte bereits 1 000 Pfund Sterling für die AilSständigeil in Mclboimic bewilligt, die Arbeiter im Albert-Viltoria-Tock hätten ihre Bereitivilligkeit ausgedrückt, jeder 6 Sh. wöchentlich beizusteilern. Die Erekutive des Gewerk- Vereins der englischen Dock- und Hafenarbeiter(500 000 Mann stark) habe beschlossen, daß jedeS Mitglied 1 Sh. wöchentlich, so lange der Nnsstand währe, für den anstralische» Hilfsfonds bei- zusteilerii habe. Durch das Vorgehen des in nächster Woche in Liverpool tagenden Geiverkvereins-Kongresses würden binnen vierzehn Tagen 20 000 Pfund Sterling nach Australien gesandt werden. Amerika. Die Vereinigten Staaten von Brasilien haben nunmehr auch eine neue Verfassung erhalten, welche von der aus der stievoliltiou hervorgegangenen vorläufigen Regierung mittelst Dekrets als Grundgesetz der neuen Föberaiivrepublik ver- kündet worden ist. Dieselbe entspricht im Wesentlichen der Ver- fassung der Vereinigten Staaten von Amerika und betont beson- ders stark die Ailtouonüe der Einzelstaate». Jeder Staat regiert sich nach seiner cigeilen Verfassung n»d seineu eigenen Gesetzen, wofern diese nur in Einklang mit den republikanisch-demokrati- sehen Pruizipieil der Union stehe». Die gesetzgebende und die richterliche Gewalt werden streng getrennt und unabhängig von einander gestellt. Auch finanziell sind die Bundesstaaten aus sich äugewiese», nur das Zoll-, dns Münz-, Maß- und Geivichts- iresen, das Po"!- und Telegrapheilwesen, Verträge mit aus- wärtigen Machten, die-Militär- und Mariuc-Augelegeuhcite», das Recht, über Krieg und Frieden zu beschließen, de» Be- lageruiigSzustand zu verhänge», ist der Bundesregierung über- lassen. Anstvalien. Die australischen Streiker telegraphirtcu nach London um Unterstützung; von Loildon wurde in Mel- bonrne angefragt, was für Unterstützung außer mit Geld verlangt werde. Es ist sehr ivahrscheiiilich, daß von London aus bedeutende Subsidieu nach Australien werden gesandt werden, da die Australier den Londoner Tockstreik freigebig unterstützten. Sozials Mebevfichk. Die strrUicnde» pteisstierbev in Kirchhei» i. F., welche nun 26 Wochen Mit den dortigen Jnnungsmeisleru Ulli die Existenz ihrer Organisation kämpse», wenden sich hiermit noch einmal an die deutschen Arbeiter, um Hilfe bittend. Tie Lage ist dadurch, daß die Streikende», welche am Bahnbau Beschästignng gesunde» hatte», wieder entlassen sind, verschlechtert. ES werden jede Woche etwa 12—1300 M. gebraucht, trotzdem die Streikeudeu die be- scheidensteu Ansprüche machen. Trotzdem die Roth bei Einzelnen schon groß ist. sind sie doch entschlosscu, auszuhalieii, denn bei einer cvent. Niederlage würde die Rache der Meister kejne Grenzen kennen. Arbeiter, Genosse»! Gebt Euer Scherslein auch zu diesem Kampfe, der an Heftigkeit nichts zu ivünscheu übrig laßt. Helft die Roth unserer Kirchheiner Kollegen lindern, helft Ihnen den Sieg errmgen, die Entscheidimg kann nicht fern sein. I. A.: W. Brinkmann, Weißqerbcr. Berlin N., Soldinerstr. 23, p. .., A. W u n d e r l i ch. Kirchhein i. L. Beide nehmen Beitrage für die Streikenden entgegen. DevlVimmlungen. Der porflund der Freien Nereinigung der Manrer Berlins und Umgegend hat auf die vom kgl. Polizeipräsidium angeordnete Erhebung»och dem Auszug des dem Reichstage vor- liegendeii Gesetzentwurfs betreffend Abänderung der Gewerbeord- Nlliig, dem Magistrat folgende Antwort ertheilt: § 105 a, b, c, o. ad 1) Im Baugewerbe liegt lim so weniger ein Grund vor, den Arbeitern für jeden Sonn- und Festtag mindestens 30 Ruhe- stunden vor dem Weihnachts-, Oster- und Pfingstfest, und in den sonstigen Fällen für zwei aufeinander folgende Sonn- und Fest- tage 43 Stunden Ruhe zu gewähren, weil dieser Zustand schon heule in unserem Gewerbe der normale ist, ja, es wird vor den sogenannten großen Festen am Vorabend meistens schon eine Stunde früher; also um 5 Uhr die Arbeit beendet, so daß, ivenn die Arbeit an selben Tagen regelmäßig um 6 Uhr Morgens beginnt, die Ruhezeit 49 Stuiidcn betrug. Eine Aenderung d e s Z u st a n d e s kann nur nach der Richtung der Abkürzung der Arbeitszeit, also nur bei Berlängerung der Ruhezeit, er- wünscht sein. ad 2) Gegen die Schließung der Verkaufsstellen an Sonn- nnd Festtags-Nachmittagen und gegen die Einschränkung der Be- schäftigung in den übrigen Handelsgewerben auf 8 Stimden, können wir keine Einwendung erheben. Wir glauben, daß die Bauhandiverker und ihre Angehörigen sich schnell an diese Einrichtung gewöhnen und ihre Einkäufe an Sonntagen redstzeitig vornehmen werden. Es ist dabei voraus- gesetzt, daß für den Verkauf von Backwaaren und Zigarren im Umherziehen in den besuchteil Vergnügnngsorten die»öthige Er- leichterung gewährt werden wird, wie es§ 105 o in Aussicht stellt. Ad 3. An der Regelung der Frauenarbeit haben die Bau- Handwerker nur insofern ein Interesse, als viele unserer weib- lichen Familien-Angehörigen mit erwerben müssen, weil der Lohn des Vaters zur Ernährung der Familie nicht ausreicht. Von einer besonderen Regelung der Frauenarbeit, nach welchen den Frauen und Mädchen in einzelnen Gewerben mehr besondere Bestimmungen auferlegt werden sollen, als den Männern, befürchte» wir ein weiteres Herabdrückc» des Lohnes der Arbeiterinnen, weil wir mit Recht annehmen, die Unter- nehmer werden dasjenige, was ihnen an Ausbeutungsfreiheit ge- nommen wird, durch Herabsetzen der Löhne, wozu ihnen dns Ueberangebot gerade an weiblichen Arbeitskräften die Gelegenheit giebt, ausgleichen. Ad 3. 1) Wir würden deshalb eine allgemeine Abkürzung der Arbeitszeit für Männer wie für Frauen nnd eine vollkommen gleiche Behandlung der Frauen mit den Männern für nölhig erachten. Die übrigen Fragen sind— weil nicht im Baufach einschlägig — unbeantwortet geblieben. Für den fehlenden§ 153 ist folgende Anmerkung erfolgt: Bei der Sorgfalt, mit welcher diese Erhebungen da gemacht wer- den, wo der A r b e i t e r s ch u tz dem Interesse der Fabrikanten und Unternehmer vielleicht gefährlich werden kann, iväre es auch angezeigt gewesen, die Arbeiter zu Aeußerungen über die in dem Gesetzentwurf vorgesehenen, sehr schweren Schädigungen ihres Koalitionsrechtes zn veranlassen, damit es nicht den Anschein ge- winnt, als wolle man durch diese Erhebung nur dem Interesse der Unternehmer dienen, denen wohl gar Gelegenheit geben, soviel Bedenken lind Ausnahmen vorzubringen, die den ganzen Gesetzentwurf gefährde». Wir erklären hiermit ausdrücklich: Gegenüber den in Rede stehenden Gesetzentwurf vorgesehenen Er- schweruiigen und Beschränkungen deS KoalitionsrechtS der Ar- beiter, erscheinen uns die kloinen Vortheile, die durch eine Regelung der Arbeitszeit und der Sonn- und Feiertagsarbeit eintreten soll, für vollkommen werthlos und unannehmbar. Der Gesetzentwurf fchädigt in dieser Form die Interessen der Arbeiter sehr empsindlich. Der Verband deutscher Zimmerlente(Lokalverband Berlin) hielt am Sonntag eine Mitgliederversammlung in den Sälen der Jndustriehallen, Mariannenstraße 81/32, unter Leitung des Herrn Schönfisch mit folgender Tagesordnung ab: 1. Vortrag. Referent: Herr Pirch. 2. Verschiedenes. Da der Referent, terr Pirch, nicht erschienen war, so milßte-voni ersten Punkt der agesordnung Abstand genommen werden, es wurde in„Ver- schiedenes" eingetreten. Herr Gruse verbreitete sich über die Ver- hältnissc bei der Firma Held u. Franke und führte an, daß ge- nannte Herreu ihren Gesellen am 16. d. M. eröffnet haben, daß sie von Montag, den 18. August, an nur noch 50 Pfg. Stundenlohn zahlen. Dieses Vorgehen wurde einer gebührenden Kritik unterzogen. Herr Peteriiiet regte an, in jedem Stndttheile Ber- lins sogen. Privat-Arbeitsnachweise einzuführen und zwar derart, daß sich die Mitglieder in bekannten Lokalen öfter ciufiuden und dort die Adressen, wo Kollegen angestellt werden könne», abgeben. DaS wäre für manche Kameraden eine Erleichterung. Dieser Vorschlag wurde von der Versammlung gutgeheißen. Hieraufkam eine Sache zur Sprache vom Platz des Herrn Stöckling, ivelcher eine Anzahl Kameraden ani Sonnabend den 16. d. M. maßregelte, indem er sie entließ, iveil sie am Sonnabend nm 4Va Uhr Feierabend gemacht hatten. Er hat allßerde»l noch eine halbe Stillide vom Lohn abgezogen. Dann brachte der Vorsitzende ein Schreiben aus Metz zur Verlesung, unterzeichnet von den Partei- geilossen aus Metz, sowie einen Slrtikel aus der„Metzer Zeitung". ivelcher freche Lligen über cineu Bericht von einer Sanssouci-Ver- sammlung enthielt. In dem Schreiben ersuchen die Genosseli von Metz, um wahrheitsgetreue Berichtigung. Das zu thun wurde dem Vorstand übertrage». Herr Dietrich legte den Mitgliedern au's Herz, sich an dem Unterrichtskursus zur ersten Hilfe bei Unglücks- fällen im kommenden Winter recht zu betheillgeu, indem er auf die Wichtigkeit dieses Unterrichts gerade für die Zimmerer hinwies. Herr Dietrich bemerkt noch, daß der SUirsus bei der Behörde und beim Reichstag schon Anklang gefunden hat. Gine öft'eniliche Nalilsuersamiitluiig tagte am 23. August unter Leitung der Herren Ralltmaim, Schneider und Hoffmann im Restaurant Anders, das einzige Lokal, welches den'Arbeitern in Grünau zur Verfügung steht, mit der Tagesordnung: Vortrag deS Buchdruckers Herrn W. Werner über:„Die parla»ic»tarische Thätigleit des Reichstages", Diskussion und Verschiedenes. Nach- dem der Vorsitzende zur Ruhe ermahnt, erhielt der Referent das Wort zu seinem Vortrage, ivelcher über eine Stunde in'Anspruch nahm und unter großem Beifall der Zuhörer endete. Eine Dis- kussion fand nicht statt. Zill» dritten Punkt„Verschiedenes" erhielt Herr Schwabe (Köpenick), das Wort. Derselbe fordert die Anwesenden zun, allgeineuien Austritt aus der Landeskirche auf und erbietet sich hierüber jede Auskliiift ertheilcn zu wollen. Es entspami sich eine längere Debatte über diese Aiigelegenheit, an welcher sich die Herren Nalltmanu und Werner detheiligten. Nachdem erhält Herr Nichter das Wort. Derselbe weist auf den neu gegründeten 'Arbeitervcrclil zu Köpenick hin und fordert zu recht reger Bcthei- lialiiig au demselben auf. Herr Railtinam! erinnert die Grünauer Lokalkommlssio», ihren Pflichten besser wie bisher nachkömmeu zu wolle" und erwähnt gleichzeitig, die Genossen mögen sich der Lokale, die keine Arbciterzeitllngell wie„Berliner Volksblatt" und Berliner Volkstribüne" aiisznliegen haben, mehr zu enthalte». Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie schließt dann der Vor- sitzende die Versammlung. Theater. S o n n a b e n d, d e n 30. A u g u st. ©prrtiljiut«. Geschlossen. Schaufpieliiano. Geschlossen. Lesstug-TIseater. Neue Zeiten. Fviedrich-Willirlmstädt. Theater. Die Pnppciifee. Vorher: Das Pensionat. Wallner- Theater. Mamsell Ni- touche. Kihtoria- Theater. Die Million, oder: Vivat JmperattZ?. Adolph- Theater. Der Goldfuchs. KeUeaUiance-Theater. Der Dorf- teufel. Kroll'« Theater. Die Hochzeit des Figaro. Gstend» Theater. Der arme Jonathan. Kaufiuann's UariStö. Große Spe- zialitäten-Vorstcllung. Englischer Karten. Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Anstretcn der Chansonnette Fräulein Ehrcnfeld. Austreten der Kostüni-Soubrette Fräul. Rosa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Ziogler. Auftreten des Maladaristen und Equi- lebristcn Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Clermoul mit seinen dressirlen Schweine», Esel und Gänsen. Anfang Wochentags 3 Uhr. Sonntags GVe Uhr. Entrce Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. 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Der 4 ovbene war vor Erlaß des Sozialistengesetzes der letzte m, ,n{ut des in Breslau erscheinenden Parteiblattes„Die Du* v �" seiner journalistischen Thätigkeit blieb ihm � � Bekanntschaft mit der Breslauer„Bastille", dem dortigen tgefängniß, nicht erspart. Tie letzten sechs Jahre seines k l? beachte er als Mitglied unserer Ossizin zu, wo er sich ..,' kameradschaftlichen Sinn und sein treues, im �®efcn bei den Kollegen, Verlag und Redaktion ein ."'"während gutes Andenken bewahrt hat. Die Beerdigung v. Sonntag Nachmittag VeS Uhr auf dem DreifaltigkeitS- M vor dem Halleschen Thor statt. leio-�� Arbeiten ii»„Durchbruch Ziininerstralze" schreite» Spnml 8 ,.!mt Riesenschritten vorwärts, denn unsere städtischen Hiih i,en, fnv Tief- und Hochbau sind bekanntlich keine Riesen H,i.,Atachen demgemäß mich keine Niesenschritte. Die ganze Ge- Wipn 2, ä'5�»ch vielmehr sehr genu'ithlich, wie wenn in ge- it.' Regionen gegenüber den berechtigten Forderungen der leit. enden Bürger ein gewisses Gefühl absoluter Wurschtig- Uik r[4t. Etwa stündlich erscheinen mit gewaltigem„Hü" u,i_"v0tt" zwei Kutscher mit zwei Karren Erde. Zwei Arbeiter treibi1 gesagte Erde zur Seite, auf daß die richtige Damm- L' hergestellt iverde. Drei Arbeiter werfen an der Seite auf nefer gelegenen Boden des kricgsministcricllen Gartens D,,''Graben behufs Fiindamentirnng der Abschlußmauer auf. Arbeiterhecr von fünf Mann gesellen sich der Herr Oiit k Pn Herr Banivächter, dieser auf der Brust geschmückt N,., eu> Zeichen seiner Würde, eineni großen Wappenschilde von ist-?' üher bewaffnet mit dem bewußten riesigen Meterstab. Es Uli»-, Siillleben, welches ganz nach Schöppenstedt aussieht. Wenn in»■' �her Aufwendung von Arbeitskräften die Durchbruchsstelle kiiJ.hs"' halben Jahre fertig ivird, kann man sich noch beglück- knn' Äeder thatkräftige Unternehmer würde den 180 Schritt brn. h'. ziemlich schmalen Slraßendamm mit Slllein, ivas drum und hängt, längst fertig gestellt haben. Wie gesagt, es gehört nur Sri«?e!mHe Fixigkeit dazu, und diese darf kein unbekannter Bc- WiU Daß aber dieselbe gerade an dieser Stelle Roth thut, lUr.'e Thatsache, daß, seitdem die Durchbruchsstclle dem »i:«'. behufs Feststampfens der Erde in den Tagesstunden vJnet ist, der Verkehr ein ungemein lebhafter geworden ist, JSJvohl das Gehen über dem frisch aufgeschütteten Boden gerade , � zu den Annehmlichkeiten gehört. Wenn die Straße ivirklich Wlirt ist, so dürste sich auf ihr ein Leben entwickeln, welches je"* in der Anhaltstraße fast ebenbürtig ist. Z» dieser Regu- [r"8 gehört übrigens auch die Pflasterung des Straßentheiles M? der Königgrätzer Straße bis zur Durchbruchsstelle. Schon d, Ähr und Tag findet man hier folgende Mnsterkarte von ,„Nnbefestigu»gen: Fcldsteinpflaster, Ehaussirung und locker iJjich&tteten Tamm, dieser so ein Mittelding zwischen Reitiveg .stuiMgefahrener Dorsslraße. In solcher Weise stellt sich die .vz' Msstraße zum Kunstgewerbe Muscum dar. Was für Er- r"801 bisher Platz gegriffen haben, um diesen wunderbaren N n• � belassen, oder irgend welche Erwägungen überhaupt si->n�l""den haben, oder ob gar jene Straßenstrecke der Gegen- _ 0 ß1».»----' r r—----- r � � 03-C nz i,i,.l"c,g Krieges zwischen verschiedenen Behörden bildet/ ist a»! bekannt. Sollte letzteres aber der Fall sein, so wird Ickch.' ber That lange auf die Regulirung ivarten können, den» HartnÄ't'vird, wie berühmte Muster gezeigt habe», mit einer '''Skeit und mit einem Aufwände von Tinte und Papier az' bw einer besseren Sache würdig wären. Mch ,f®,M das Urrmirtlfr» ungeeigneter Mohnungeu unseren Aussichts- und Verwaltungs-Behörden streng "»orkn �""b Zwar auf Grund des§ 37, Absatz 4 der neuen welcher in den Fällen auch auf ältere Gebäude An- Mit v h l'ndet, Ivo überwiegende Gründe der öffentlichen Sicher- �»nh v vnerlüßlich und unausschiebbar nöthig inachen. Auf �'elln, Bestimmung ivar der Wittwe M. hierselbsl die Ver- ,"> lü„? in}tx Entresol-Wohnnng untersagt, weil dieselbe nach kst Bn„ S*en des polizeiliche» Physikus zuin dauernden Aufent- i l'ogte ni.f Menschen nicht geeignet sein sollte. Tie Wittwe M. l%ohr Aushebung dieser Verfügung und diese ist denn auch llttjcht Bezirksausschuß, wie kürzlich vom Obervcrwaltungs- älte« s�hkßesprochen ivorden. Das Urthcil i» dem Physiknls- tyittrJ, ivhet die letztinstanzliche Entscheidung aus, enthält keinen vbfckliven ZInhalt, als die geringe räumliche Ausdehnung i stitz.'"."'er, insbesondere deren geringe Hohe; anderer- , üHt iw!. sich aus dem Inhalt des Gutachtens selbst i'e'on„, be'be Ziinmer Licht und Lust durch je ein, säst lodere, Breite der Räume einnehmendes Fenster, das ,�>»»ia»>,« ber sehr breiten Straße, daS hintere von dem ge- ""äe» n�vf mit dahinter liegendem Garten empfange», daß sie '">d kein»?'°i der Untersuchung gegen Mittag hell erschienen Bs der beiden Ziinmer einen geringeren Luftraum hat, » i'e dl,."fenthall eines Menschen erforderlich ist. Außerdem Äür n„�.''i've Bt., die Eigenthüinerin deS Hauses, Beiveis �e»i ldil..6"- daß ihre fast M Jahre alten Eltern bis zn ve eine DiriHc von Jahren hindurch ohne erheblichen an ,hrer Gesundheit die fraglichen Räume bewohnt "'— k.» m— A'e>l> änf.'»'*?"' igte i«|t«v........„Jü.. cMeu„„.!}e Reihe von Jahre» hindurch ohne erheblichen o? e". Ti»«■' ,re,v Gesundheil die fraglichen Räiime bewohnt r'sht Erhebung des BciveiscS lehnte das Verwaltungs- »'"ttst»,. nb da von den beiden Eltern der Wittwe M. nicht !>."'«l& ste vom Standpunkte der Gesundheitspflege als S> Äitl»- Mahnen seien, erkannte aber zugleich, dem Antrage ifcMWM. Si"«naiitfit' � vorhanden ivüren, ivelche eS als unerläßlich »-/"ine W'�bar erscheinen lassen, die Verwendung dieser St Wohnzwecken, wie sie 40 Jahr � 0" CtGlfntfjtii der polizeilichen Eniresol- Wohunug ver- davon geivinnen. �c'as Gerii's.ist«........„- hier ßjv.jÄ fo""te nicht die lleberzengung ii»„..,,.noe vorhanden wäre», ivelche c V..WMW SS■ W'— Ste,#W'e wir schreibt die„Volks-Ztg.": ste>ii,,"er vorgestern erwähnten, rcrösseullichten die„Neue "iiF i iifipv �"vd die„Dresdener Zeitung" ein anoiiymcs das«>., s den Fall Lindau, in ivclchcm die Angelegenheit --- i. üw$ wnb die„Dresdener Zeitung" ein anonymes "as ben Fall Lindau, in ivclchci» die Angelegenheit Ties»?/"»entlick> t?" Chronique scancl.aleuso herabzuziehen gesucht %!■ be bat? vraulein v. Schabelski) vielfach verleumdet wurde. bal'S'llia""."""cht der„Neue» Stettiner Zeitung" eine Be- .'.'s,„g, gesandt, welche dies Blatt abdruckt. Wir gebe» wchei, 9'nff""0 von unseren Lesern bereits bekannte» Ter Ss'p/.°'ge"dcs wieder 0>ei„Ter Artst!.??�� wieder: ir Dille,, ä-."?rr Fall Lindau" zwingt mich, sehr wider »Iiis, �'den-.'v-»tich das Wort zu ergreifen. Zu einer Kritik 5>tji,.�er," /itlikcls habe ich selbstverständlich kein Recht, ich hzte, t"""'* Imh die Iveiiiacn geachtete» Männer, die sich t chficfi fer Unbeabs �"p'"s""'""9"vch annehmen, vor beabsich- se» ,.s"ische.."ch'chs'gten Verleumdungen zu bewahren, that- ""d rnllfiphlf f sstlsch aktenmäßig zu belegende Angaben I cht- los richtig stellen. Ich erkläre also: 1) Nicht ich habe mit der Mittheilung von Privatbriesen be- gönnen, sondern Herr Dr. Lindau, der im Kreise seiner Bekannte» aus Briefen von mir vorzulesen pflegte, um die Hörer von meiner angeblichen„Undankbarkeit" zu überzeugen. Ich selbst habe erst nach einem ganze» Jahre, während dessen ich rastlos bemüht war, mich durch schauspielerische und schriftstellerische Thätigkeit ehrlich zu ernähren, in äußerster Nothlage zu diesem für jede Frau un- sagbar schmerzliche» Mittel greisen müssen... 2. Ein Bruch zwischen Herrn Lindau und mir ist nicht erfolgt. Ich habe ihm geschrieben, daß meine Gefühle für ihn sich �>var geändert hätten, mein Wunsch aber derselbe geblieben sei, ihm fernerhin freundschaftlich gegenüber zn stehen und denjenigen Theil seiner literarischen Arbeit mich weiterhin zu versehen, der mir bisher zugefallen ivar. Die Antivort war der Brief, in dem ich aufgcsordert wurde,„binnen vierundzwanzig, spätestens in achtundvierzig Stunden" Berlin zu verlassen, wenn ich mich nicht„künstlerisch neuen und starken Kränkungen" aussetzen wolle. 8. Ob, wie der Verfasser des von Ihnen veröffentlichten Artikels behauptet,„ein Mann wie Lindau zur Benrtheilung von Bühnenstücken und zu eigenen schriftstellerischen Arbeite» nicht der Hilse eines Fräulein von Schabclsky bedarf," habe ich nicht zu beurtheilen. Thatsächlich habe ich, wie ans den öffentlichen Briese» deutlich hervorgeht und wie ich durch Zeugnisse weiter zu beweisen gedenke, mehrere Monate hindurch für Herrn Lindau die ihm als Dramaturgen des„Deutschen Theaters" unterbreiteten Dramen gelesen und begnt- achtet. Der Herr„hörte" nicht, ivie bei Ihnen zn lesen ist, mein Urtheil, sondern er bat mich schriftlich— der Brief ist in meinem Besitz— ausdrücklich, die Resumes und Urtheile über die Dramen nicht in Briefen auszusprecheii, sondern dieselben so zu fassen, daß sie sofort und ohne Weiterung seinem Sekretär zur Abschrift übergebe» werden konnte». Eine große Anzahl brieflicher An- fragen und Danksagungen über Vorschläge und Aenderunge», die ich zu dem Schauspiel„Der Schatten" vorgebracht hatte, ist ebenfalls vorhanden. Der erste Plan zn diesem Schauspiel, von »leiner Hand, ohne Diktat, wie ich beweisen kann, geschrieben, ist in meinein Besitz. 4)....« 5) ES ist unwahr, daß Herr Paul Lindau mich„mit fürstlicher Freigebigkeit ausgestattet" haben soll. In den zivei Zimmern, die ich zn einem monatlichen Miethspreise von DO Neichsinark bewohnte und noch beivohne, ist, von einigen Stahlstichen, Photo- graphicn und Kleinigkeiten abgesehen, nicht ei» einziges Stück des Meublements von Herrn Paul Linda» bezahlt ivorden. Die Lieferanten: Möbelfabrikant Schröder, Berlin, Markgrasenflr. 2, und Hoflicscrant Lissauer, Markgrafenstr. 57, denen ich, seit ich Herrn Lindau nicht mehr kenne, monatliche Zlbzahlungen aus die gesammte Einrichtung der beiden Zimmer geleistet habe, sind in der Lage, das zu bezeugen, und ich selbst werde, um die gerade in dieser Beziehung in echt„vornehmer" Weise verbreiteten Un- Wahrheiten niederzuschlagen, mich nicht scheuen, auch diesen Theil meiner Beziehungen zn Herrn Lindau mit allen nöthigen Details demnächst öffentlich klar zu stellen. 6) Es ist unwahr, daß Herr Paul Lindau jemals einen an- deren„Hausgebieter" in„dem von ihm bereiteten und bezahlten Neste" vorgefunde» hat. Das Liest war weder von ihm bereitet, noch von ihm bezahlt, und weder ein neuer„Hausgebieter", noch, wie sich Ihr Herr Berichterstatter mit glücklicher Vorsicht ans- drückt, ei»„neuer Freund" war jemals zur Stelle. A»S allen Briefen des Herrn Lindau, selbst ans denen, in ivelche» er mich fortzuschaffen versuchte, geht hervor, daß er mir nicht das Ge- ringste vorzuwerfen hatte. Gegen dunkle Anschuldigungen, die mein seitheriges Privatleben zn treffen suchen, brauche ich mich nicht zu vertheidigen; haben die Verleumder Muth, so mögen sie Namen nenne», und man wird ihnen gebührend antworten. 7) Von mir, der einzigen, die dazu im Stande gewesen wäre, ist niemals der Versuch gemacht worden,„ans Grund der- selben Geschichten, die jetzt veröffentlicht werden," Herrn Lindau aus seiner Stellung beim„Verl. Tageblatt" zu verdrängen... Ob Herr Lindau Theaterkritiker des„Berl. Tagebl." bleibt, das ist mir völlig gleichgiltig. Ich habe von ihm seit einein Jahre nichts verlangt als Ruhe und ungehinderte Existenz; da er sich nicht dazu verstehen konnte, mir das freiwillig zn gewähren, er vielmehr bereit und thätig ivar, um mich zu schädigen, mir und meinen Stücken die Theater zn verschließen, mich völlig zu isoliren und mir mit den»othivendigen Existenzmitteln auch noch die Achtung meiner letzte» Bekannten zu nehmen, so konnte ich keinen anderen Weg gehen, als de», den ich nun gegangen bin und bis an's Ende gehen werde, unbekümmert um Verläumdung und Klatschsucht. Tie vorstehend angeführten Thatsachcn ivaren uuS längst bekannt, aber von uns öffentlich nicht angerührt worden, da wir von der Sache allen persönlichen Klatsch und Skandal fern halten wollten. Wenn sie jetzt doch in die Oessentlichkeit ge- lange», so tragen die alleinige Schuld daran die anonyme» Helfer des Herrn Lindau, welche seine Sache durch Be- sndelungen des Fräuleins v. Schabelsky zn retten suche». Ein solcher anonymer Helfer ist eben wieder in dem„General- Anzeiger von Frankfurt a/M." erstanden. So weit derselbe i» weitem Bogen um den Kern der Frage herumgeht— nämlich um die systematische Mißhandlung einer wehrlosen Frau durch miß- bräuchliche Anwendung eines öffentlichen Einflusses— und sich in dreimal drei Spalten in allerlei Gallimathias über daL soziale Verhältniß von Man» und Frau, nebst etlichen Schimpsercien aus die„Volls-Zeilung" ergießt, haben wir nicht? z» bemerken; dagegen müssen wir es als eine Verleumdung zurückweisen, wenn es im„General-Anzeigcr" heißt, Herr Conrad Albetti sei unser .Bundesgenosse". Wir haben mit Herrn Alberti nie das Ge- ringste zu schassen gehabt und seine Anrusung deS„Vereins" Berliner Presse nur erwähnt, um unS unsererseits dagegen zn verwahren, daß wir init diesem unglaublich thörichten Streich irgend ctivas gemein haben. Wenn übrigens auch der„General- Anzeiger" eine»„nugenannte» Freund" des Fräulein von Schabelsky als den geheimen Thüter alles Uebels vorführt, so richten wir hiermit auch an dies Blatt das Ersuchen, diese» Mann zn nennen. Grosse Uertzeernttge» richtete der in der zincht>»m Donnerstag ivüthende Sturm in Potsdam und im Havellande an. Vor dem neuen Einfahrtsportal zu Schloß Glienicke an der Berliner Chaussee tvarf der Orkan eine alte Weide um, welche nicht nur das Parkgitler niederriß, sondern auch eine dicke Tele- graphenstange zu Falle brachte. Bei dem Fall derselben wurden s.immtliche Telephondrähte zerrissen, so daß bis Donnerstag Mittag an der Wiederherstellung der total unterbrochenen Telephon- Icitnug Potsdam-Berti» gearbeitet werden mußte. Die am Müt- woch Abend aufgestellten Buden für den am Donnerstag in Potsdam stattsindenden Jahrmarkt wurden sännntlich umgerissen und bildeten ein wüstes ChaoS. Bon der Brücke, die bei Baum- gartcnbrück über die Havel führt, riß der vom Schivielowsee geradezu unheimlich hcrübcrbrausende Stnrimvind das Geländer ab und warf dieses soivie das hölzerne BrückenivärterhäuSchen in die wildaufgeregte» Woge». Auf alle» Chausseen der Umgegend sah es aus, als ob Kanonenkugeln in die Bäume eingeschlagen hätten, so waren diese mit Aesten und Ziveigen bedeckt. Auch ist vieles Obst von de» Bäumen geschüttelt. Wir ertzaltr» folgendes Schreiben: Wie seiner{»eck das„Berl. Volksblatt" berichtete und ich auch privatim m Er- fahrung gebracht, müssen den Theilnehmern am Waldfest in Friedrichshagen bei ihrer Rückfahrt nach Berlin auf der Eisen- bahn mancherlei Unannehmlichkeiten passirt sein. Um derartigen Mißständen abzuhelfen, besteht in Friedrichshagen ein„Eisenbahn- Verkehrskomitee", welches den Verkehr überwacht, und sich heraus- stellenden Mißständen durch am richtigen Orte angebrachte Be- schwerden:c. abzuhelfen sucht. Da nun genanntes Komitee nicht in der Lage ist, jeden einzelnen Fall selbst festzustellen, so ist es auf die Mithilfe des Publikums angewiesen. Unterzeichneter ersucht nun die Genossen, welche nach Friedrichs- Hagen kommen und unter Unregelmäßigkeiten bei der Beförderung mit der Bahn zu leide» haben, ihm, womöglich unter Angabe von Zeugen, die einzelnen Fälle möglichst genau, wenn es angeht, unter Angabe der Nninuier des Zuges, des Waggons, des Schaffners, oder des Namens des Zugführers u. s. w. mittheilen zn wollen, damit dieselben dann iveiter verfolgt werden können. Gleichzeitig empfehle ich als Verstärkung hierzu die Benutzung des Beschiverdebuches auf den Stationen. M. Wartmann, Zigarren- Händler, Friedrichshagen, Friedrichstr. 122, Schriftführer des Eisenbahn-Verkehrskomitees. Au» Fvirdrichstzagen wird uns geschrieben: Den Genossen von Berlin stehen folgende Lokale zur Verfügung: Schmidt, Waldhans; Schmidt, Kaiserhof; Kestin, Gesellschaftshaus; MaiS Bierhaus; Richter, Eiskeller; Petznick; Conrad, Friedrichstrabe; Brauerei-Ausschallk von Wolf; Waiidre/Seestraße; Wulf, Bellevue; Müggelschlößche»; Bötcher, Friedrichstraße; Lippmann, Friedrich- straße; Röstel, Friedrichstraße; Zademack, Friedrichstraße; Ban- dclow, Lindenrestanrant; Wöhlert, Seestraße; Fischerhütte, See- straße: Jones, Ravenstein; Schulz, Seeschlößchen. Noch nicht in Unterhandlung mit dem Lokalkomitee getreten sind folgende Wirthe: Lerche, Linden-AUee: Lerche, Rundtheil; Waldkater, Kautsch; Homann, Köpnickerstraße; Homann, Herberge; Rackow; Carius, Wilhemsbad; Wittwe Kurfis; Tabberl, Hirschgarten. Gin großer Sieg ist in der Kundefragc erfochten, soweit sich diese auf die Stadt- und Ringbahn erstreckt. Bekannt- lich hatten bisher die Hundebesitzer daS Recht, ihre Thiere mit in das Koupee zu nehmen, ivas zu mancherlei Unzuträglichkeiten und Beschwerden bei dem Eisenbahnminister führte. Eine Ver- fllgnng der Direktion der Stadt- und Ringbahn voin 20. d. M. untersagt nuninehr das Mitnehmen der größeren Hunde in die Koupees und gestattet die Beförderung derselben nur in den für die Zugführer reservirten Konpees unv zwar auch inir, falls oie Besitzer der Hunde gleichfalls in diesen Koupees Platz nehmen. Kleinere Schoßhunde können auch weiterhin in die 5koiipees II. und III. Klasse mitgenommen werden, wenn sie auf dem Schöße der Besitzer ihren Platz finden. Hoffentlich folgt nun auch eine weitere Verordnung, durch welche diese bevorzugten Thierchen angehalten iverden, in ihrem Betragen möglichste Rücksicht auf die inenschlichen Mitreisenden zn nehmen und die Hunde- und Stadtbahnsrage ist zu aller Zufriedenheit gelöst. Urrfälschuttgen von Esstg sind, wie pharmazeutische Fach« blätter berichten, durch chemische Untersuchungen ermittelt wor- den. Der Essig zeichnet sich durch einen süßlichen Geruch aus und nach dem Ergebiiiß der chemischen Zersetzung ist anzunehmen, daß demselben ein Zusatz von Fuselöl gegebe» ist. Diese Mit- theilnng ist gegenwärtig von besonderer Wichtigkeit, da Essig in größeren Biengen zur Tlufbeivahrung verschiedener Obstsorten verwendet wird. Es ist nicht zu bezweifeln, daß die Verwendung solchen verfälschten, fuselhaltigen Essigs den darin aufbewahrten Nahrungsmitteln einen unangenehmen Geschmack verleihen würde. Eil» Zeiche» der Zeit. In einem Hause der Kochstraß« soll zum kommenden Quartal die Portierstelle neu besetzt werden. Ans eine diesbezügliche Annonze meldeten sich nun am Mittwoch zur festgesetzten Stunde nicht mehr und nicht weniger als 318 Kandidaten, und zwar rekrutirten sich dieselben aus allen Ständen und Jahrgänge». Das Gedränge auf den Treppen, den Hans- flnr und selbst ans der Straße nahm solche Dimensionen an, daß ein Schntzmann herbeigerufen werden mußte, um die Passage frei- zuhalten. Als„gefunden" sind nach einer Bekanntmachung des Polizeipräsidiums etwa tausend Mauersteine, welche aus dem Terrain deS ehemaligen Marienkirchhofs lagern, der Behörde an- gezeigt worden. Eiuen» Gaunerstreich von seltener Keckheit ist Mittwoch Vormittag der Restaurateur M., Besitzer einer in der Friedrich- straße belegenen bekannten Stehbierhalle, zum Opfer gefallen. Unter den zur Frühstückszeit gerade zahlreich versammelten Gästen befand sich auch ein junger Man», der in Hemdsärmeln und mit vorgebundener weißer Schürze in dem Lokal sich bewegte, als ob er zur Bedienung gehörte. Bald holte er einem Gaste die Zeitung, bald überbrachte er einem andern das geivünschte Glas Bier. Neben dem Restaurationsranm befindet sich die Vorrathskammer, in welche Herr M. häufig trat, um Dieses oder Jenes zn holen. Hiermit war der Mann mit der weißen Schürze und in Hemdsärmeln offenbar vertraut. Als M. wieder einmal in die Äorrathskaniincr getreten ivar, ging Jener hinter den Ladentisch und machte sich an der Kasse zn schaffen. Jedermann schloß aus seinem Kostüm und dem vorherigen Bcnehinen, daß er dazu ein Recht habe. ES siel auch weiter nicht auf, daß der Mann mit der Schürze vom Schanktische aus sich durch die nach dem Flure führende Thüre hinaus begab, denn er hatte dies Alles mit einer so unbefangenen Ruhe ncthan, baß die Gäste erst anfmcrlsam wurden, als M. in das Lokal zurückgekehrt, beim 'Ausziehen der Kasse zn seinem Schrecken bemerkte, daß ans der- selben zwei Hnndertmarkscheine fehlten und Lärm darob schlug. Jetzt erinnerte man sich des Hemdsürmligen. Aber der war natürlich längst verschwunden, und die auf dem Hausflur ge- worfene weiße Schürze, sowie der daneben liegende Vollbart gemahnten an den so diensteifrig geivesenen Herrn. Der Kriminal- Polizei ist von dem Gaunerstreich Mittheilung gemacht ivorden, dessen ganze Aussührung zeigt, daß er von einem der abgeseim- testen Spitzbuben begangen worden ist. Recht übel hat der in der Nacht vom Mittwoch zu Donnerstag herrschende Orkan dem in der Andreasstraße woh- nenden Schneidergesellen Herman K. mitgespielt. K. war bei Bekannten in Weißensee und machte sich nach Mitternacht aus den Weg»ach Berlin. Der Sturinwind trieb ihn aber, so viel er sich mich wehrte und drehen mochte, von der Chaussee und schließlich warf den Entkräfteten ein heftiger Windstoß zu Boden- und zwar mit solcher Wucht, daß derselbe mit gebrochenem linken Fußknöchel liegen blieb. Eine später vorbeifahrende Droschke nah», ihn mit nach Berlin. Ei,» höchst betrübe», der Unfall, der drei Menschenleben vernichtete, ereignete sich am Mittwoch auf der Spree bei Grünau. In dem euisam am Wald- und Wasserrand stehenden Hanse der Wäscherin Frau Bahlke-ivohnten zwei ledige Leute und ein ver- heiratheter Mann im Sonnnerlogis. Sie benutzten die Zeit der Ruhe häufig zn Wasserfahrten, zu denen sie sich eines Fischer- bootes bedienten. In der Besorgung des Fahrzeuges hatten sie eine gewiffe Sicherheit erlaugt, und Niemand ahnte Böses, als sie am Mittwoch bei ruhigem Wassergang wieder ihr Boot be- stiegen, um von dort einige Lebensmittel nach ihrem einsamen Sommerhaufe zu schaffen. Die drei Berliner erivarteten nämlich fCs den nächsten Tag Besuch von ihren Verivandten. Als sie in Grünau ihre Einkäufe besorgt hatten, bestiegen sie in Begleitung eines vierten Fahrgastes wieder das Boot zur Rückfahrt nach Schmiickwitz. Aber kaum waren sie eine Viertelstunde von der Abfahrtsstelle entfernt, als der Kahn von nuten Wasser bekam. Einer der jungen Leute, der einen großen Blechkuchen gekauft und denselben auf den Boden des Fahrzeuges gelegt hatte, rief scherz- hast:„Kinder, mein Kuchen wird uasi." Aber im Nu wurde die Situation ernster, das Wasser stieg, und nach wenigen Sekunden versank das Boot mit seinen Insassen. Nur der hinzugckoinmeue Fahrgast kannte sich durch Schwunmen retten: die drei Anderen ertranken. Au» Furcht vor Ztrafe entfernte sich am 6. d. M. der dreizehnjährige Sohn des in der Stralsundcrstr. 81 wohnenden Arbeiters Sichter aus der elterlichen Wohnung und ist seitdem nicht wieder dahin zurückgekehrt. Wer über den Verschwundenen Auskunft geben kann, wird gebeten, sofort den Ellern oder der Polizei Mittheilung zu mache». Erschossen hat sich nach einem Wortwechsel mit seiner Frau der Bureauvorsteher eines Rechtsanwalts G., ein in der Mitte der dreißiger Jahre stehender Mann. Derselbe führte in letzter Zeit einen lockeren Lebenswandel und hat deshalb schon öfter mit seiner Frau heftige Auseinandersetzungen gehabt, da diese ihm vorhielt, daß die Ausgaben für seinen Privatbedarf nicht im Ein- klang mit seinem Einkommen ständen. Die Familie ist vor ungefähr zwei Jahren nach der Katzbachstraße gezogen und hat sich damals in sehr gedrückten Verhältnissen befunden; seit einiger Zeit hatte jedoch der Mann, der als ein gewandter Bureauvorsteher geschildert wird, lohnende Stellung gesunden, so daß sich die Leute allmälig wieder emporarbeiteten. Leider soll G. neuerdings seine Stellung arg vernachlässigt haben; die beiden letzten Tage vor seinem Ende ist er gar nicht auf dem Bureau erschienen, und dies ist wohl auch vorgestern Nachmittag gegen b Uhr die Veranlassung zu einer stürmischen häuslichen Szene gewesen. Hierauf ging G. in die Küche und erschoß sich mittelst eines Revolvers. Mord«nd Selbstmord! Ein erschütterndes Drama jhat sich am Freitag, Morgens in der fünften Stunde, in dem Hotel „Askanischer Hos", Königgrätzerstraße, abgespielt. Zur genannten Zeit wurden die Bewohner des Gebäudes durch den Knall eines Schusses erschreckt, welcher in einem im vierten Stock gelegenen Fremdenzimmer des Hotels gefallen war, in dem seit zwei Tagen em aus Oesterreich mit seiner Ehefrau eingctrofsener Kaufmann logirte. Als den Hotelbediensteten das verschlossene Zinnner nicht geöffnet wurde, wollte einer der Angestellten zu einem Schlosser «ilen, doch als derselbe die Straße betrat, bot sich ihm ein ent- setzlichcr Anblick; in einer große» Blutlache lag auf dem Bürger- ste g der Oesterreicher, dem das Blut aus einer klaffenden Kopf- wunde noch immer hervorquoll. Als man endlich das Fremden- zimmer erbrochen hatte und dasselbe betrat, fand man die Frau des Kaufmanns quer über ihrem Bett liegend, aus einer Wunde an der Brust blutend. Auf dem Tische neben dem geöffnete» Fenster stand ein halbgefülltes GlaS und daneben lag ein sechs- läufiger Revolver, in dem sich noch fünf Schüsse befanden. Unter der Waffe lag ein Zettel folgenden Inhalts:„Nachdem ich meine Frau vergiftet und erschösse», habe ich niich selbst getödtet". Der sofort hinzugerusene Arzt konnte nur noch den Tod der Beide» feststellen, deren Leichen noch am Freitag Morgen nach dem Leichcnschauhause gebracht wurden. Wodurch das unglückselige Paar in den Tod getrieben wurde, ist noch nicht sestgcstellt. Ueber ei» neues Tasckrrndirbo-Manöver, das noch zum Glück, Dank der Hünenkrast des Betrogenen, rechtzeitig vereitelt wurde, wird uns berichtet. In demselben Augenblick, als in der Nacht zum Donnerstag die Familie des Baumeislers Str., von ciiier Geburtstagsseier kommend, das Kempinski'sche Lokal verließ und die vorher requirirten Droschken besteigen wollte, versuchten einige Jndmbucn sich zwischen den Kutscher und die Fahrgäste zu drängen, anscheinend um den Kutscher zu einer Fahrt zu engagiren. Von Herrn Str. energisch zurückgeiviesen, entstand ein Wortstreil, der im Handumdrehen zu Thätlichkeiten überging, wobei aber die Freindlinge, drei an der Zahl, von Herrn Str. mit der bloßen Faust derart bearbeitet wurden, daß alle drei das Hasenpanier ergriffen. Wie sich später herausstellte, war das ganze Manöver von den Dreien nur rn Szene gesetzt worden, um die goldene Uhr und Kette des Herrn Str. zu„klemmen"; denn die starke goldene Kette war mit einem Instrument haarscharf durchschnitten, und sicher wäre die Uhr eine Beute der Straßen- räuber geworden, wenn dieselbe nicht durch einen Gummi-Slcver- heilsring ln der Tasche festgehalten ivorben wäre. Ein» besivegen sofort in Szene gesetzte Berfoigung des diebischen Kleeblatts hatte leider keinen Erfolg. poiijribrricht. Am 28. d. M. Morgens wurde im Hasen- basstn die Leiche eines neugeborenen Kindes und Nachmittags im Louisenstädtischen Kanal, hinter der Englischen Gasanstalt, die Leiche einer unbekannten, etwa 24jährigen Frauensperson ange- schwemmt.— Abends wurde im Thiergarten, in der kleiiien Stern- Allee, ein unbekannter, etwa 24 Jahre alter Mann mit einer Schußwunde t» der Brust todt an, gesunden.— In der Nacht zum 29. d. M. stürzte sich aus einen, Fenster eines Hotels in der Königgrätzerstraße ein in demselben abgesilegener Fremder ans den Bürgerstcig hinab und verstarb auf der Stelle infolge der erlittenen schiveren Verletzungen. In seinem Zimmer fand man seine an- gebliche Frau mit einer Schußwunde in der Brust todt vor. Nach einem zurückgelassenen Zettel hat der Mann seine Frau mittelst Antipyrin vergütet und ihr darauf den Schuß beigebracht.— Im Lause des Tages fanden drei kleinere Brände statt. (Deriiliks-.3oitu»»N. Eegen die Uertl/rilev von zkclilamezcttrln in den leb- haftesten Stadtgegenden schreitet die Polizei jetzt in der Weise ein, baß sie diezeuige», welche dies Geschäft in besonders zudring- licher Weise betreiben, wegen groben Unfugs in Strafe nimmt. So ist es auch einem gewissen Reichenberger ergange», welcher aber richterliche Entscheidung beantragte und auch die zweite Instanz in Anspruch nahm, als das Schöffengericht das Strasmandat bestätigte. Im gestrigen Termine vor der Berusungs- Straskamnier bekundete ein Schutzmann, der als Belastungszeuge auftrat, daß besonders die Ecke an der Friedrich- und Jäger- siraße von den Zettclvertheilern heimgesucht iverde. Häufig habe sich das Publikum über diese Belästigung beschwert. Besonders schlimm fei es geworden, als sich im April dS. IS. im Haufe Jägerstraße 60 ein neues Gesinde-Vermiethungskomptoir etablirte, welches an der genannten Ecke einen Zeltelverlheiler aufstellte. Sosort stellte auch das alte Veriniethungsbitreau, ivelches de», neuen gegenüber lag, einen Zeltelvcrtheiler an und diese beiden Leute hätten einen förmlichen Menschensang in Szene gesetzt. Der An- geklagte erklärte, daß das alte Geschäft sich doch nicht so ohne Weiteres von der neuen Konkurrenz todt machen lassen könne. Der Vertreter des neuen Geschäfts habe den Vorübergehenden Zettel in die Hände gesteckt, worauf stand, daß das Gesinde- vernnethungsburean sich„nur" Jägersiraße 60 befinde. Ties sei auch bei einem Dienstmädchen geschehen, welches augenscheinlich das Comptoir aufsuchen wollte und nun sei er hinzugetreten und habe dem Mädchen ebenfalls einen Zettel gegeben mit dem Be- merken, daß das alte Comptoir noch Jägerstraße 66 sei. Hierin habe die Polizei einen groben Unfug erblickt. Der Gerichtshof konnte nicht zu der Ansicht gelangen, daß der Angeklagte den Rahmen des Zulässigen überschritten habe, sondern sprach ihn unter Aushebung des ersten Urtheils frei. Dir virlbe/prochrtre Affaire gegen den Bankier W i e land, welcher beschuldigt wird, Betrügereien bei der Begebung von Schloßsreiheits-Lotteneloosen begangen zu haben, sollte gestern vor der II. Ferienstrafkaninier hiesigen Landgerichts I. verhandelt , verden. Derselbe hatte einen Ausruf zur Gesellschafts-Betheiligung an einer großen Anzahl von Schloßsreiheits-Loosen erlassen und schließlich soll sich herausgestellt haben, daß derselbe überhaupt nicht Loose besaß, welche auch nur entserut der Zahl der sich meldende» Theilnehmer entsprechen konnten. Der in Unter- silchungshast gehaltene Loosehändler vulgo Bankier Max Franz Alex Wieland hatte von Anfang an seine Schuld bestritten und trat in letzter Stunde mit der Behauptung hervor, daß ihm der Direktor Robert Fische! 200 Stück und Direktor Henry Balelte 100 Stück Loose in Aussicht gestellt hatte, so daß ihm jedenfalls zu der Zeit, wo er den Ausruf erlassen, jede betrügerische Absicht gefehlt habe. Der Gerichtshof hielt diesen Einwand für wesent- lich und beschloß, diese beiden Herren als Zeugen vorzuladen. Megcn vrrsnchtrv Erprrstuug stand gestern der Stadt- reisende 5karl Gustav Topfer vor der 2. Ferienstraskanuner hiesigen Landgerichts I. Der Angeklagte, der Sohn eines Bürger- mcistcrs, ist ein gänzlich hernntccgckomn'cner Mensch, welcher wegen Diebstahls schon mehrmals im Zuchthause gesessen, auch wegen mehrerer Erpressungen empfindliche Gesängnißsirafen er- litten hat. Am 8. Juni v. I. war er zu einem Jahre Gefängniß vcrurthcilt worden, weil er den Stadtrath Weise und mehrere Beamte des städtischen Obdachs, wohin er vom Arbeitshause als Schreiber überwiefen worden war. wissentlich falsch beschuldigt und versucht hatte, von denselben 300 M. zu erpressen. Nachdem er seine Strafe verbüßt hatte, fing er sofort das Erpressungshand- werk wieder an und bombardirte nun den Stadtrath M a ni r o t h mit Drohbriefen, in welchen er von demselben einige hundert Mark forderte und in dunklen Worten in Aussicht stellte, daß er in der Lage sei, unter Umständen dem Magistrate Schwierig- leiten zu bereiten. Zlls er damit kein Glück hatte, hat er weitere Drohungen vom Stapel gelassen und einigen Magistratsbeamten gegenüber geäußert:„Wenn der Stadtrath Mamroth mir die 300 M. nicht gicbt, lauere ich ihm auf und schlage ihn nieder, wo ich ihn treffe. Ich bin Gewaltsinensch und auf b Jahre Zuchthaus kommt es mir nicht an!" Er ist dann verhaftet worden und hat noch einen unglaublich frechen Brief an Herrn Stadtrath Man,- roth geschrieben. Der Angeklagte stellte die Sache so dar, als ob er sehr gereizt gewesen wäre. Als er im Städtischen Obdach Schreiberdienste verrichtet, habe man ihm in Aussicht gestellt, daß er etwas Geld dabei verdienen würde, später, als er entlassen wurde, habe man ihm aber nur 20 Mark gegeben und alle seine Anstrengungen, mehr zu erhalten, seien erfolglos geblieben.— Stadtrath Mamroth erklärte, daß der Angeklagte der Wahnvor- stellung sei, daß die Beamten des Städtischen Obdachs Unter- schleife begehe»; deshalb überschwemme er den Magistrat resp. ihn— zuletzt noch aus den, Gefängnisse— mit solchen Drohbriefen, in welchen er die Anzeige der angeblichen Unter- schleife in Aussicht stellt, falls ihm für die von ihm als Korri- gende des Arbeitshauses geleisteten Schreibcrdienste nicht mehr als 20 Mark bewilligt werden sollte». Die vom Magistrat an- gestellte Untersuchung habe die Grundlosigkeit der Anschuldigungen des Angeklagten ergeben, derselbe habe sich dann aber noch an daS Slaatsministerium gewandt.— Ter Staatsanwalt berück- sichtigte die Beharrlichkeit, mit welcher der Angeklagte die Er- pressungsversnche fortsetzt und beantragte demgemäß ein Jahr Gefängniß.— Dcr Gerichtshof hielt das Vorgehen des An- geklagten so unbegreiflich, daß er befchloß, den Geist es zu- »and deffelben durch den gerichtlichen Physikus untersuchen zu lassen. Mie wenig Ziespelit die t>rutegierige» Spistbnbe» selbst vor den engsten Familienbeziehuugen haben, bewies eine Ticbstahlsanllage, die gestern vor dcr Ferienslraskammer gegen die Schlächtergescllen Gebrüder Hermann und Gustav S ch u m a n n verhandelt wurde. Die Schwester der beiden Angeklagten, ein alleinstehendes Mädchen, welches sich im Laufe der Jahre eine ganz nette Wirthschaft und verschiedene Schmuckgegenstände zu- sanimengespart hatte, mußte wegen schwerer Krankheit in die Eharitee transportirt werden und dort mehrere Wochen hindurch verweilen. Sie übergab die Schlüssel ihrer Wohnung ihrer Auf- wärteriu. Als sie im Juni wieder heimkehrte, entdeckte sie zu ihrem jähen Schrecke», daß ihr Einbrecher einen unliebsamen Be- such abgestattet hatten. Sowohl die Korridorthiir, alö auch die Thür zu ihrer Wohnstube waren erbrochen und ein ziemlich be- deutender Posten an Wäschestücken und Schmucksachen gestohlen. Die angestellten Stecherchen ergaben überzeugend, daß die beiden eigenen Brüder die Gelegenheit benutzt hatten, um bei der kranke» Schwester einziivrechen und dieselbe um ihr Hab' und Gut zu bringen. Gustav Schumann war auch geständig, mit seinem Bruder zusainmen die unschöne That vollführt zu haben und ivurde zu 2 Jahren B MonatenZuchthaus vcrurtheilt. Gegen Hermann S., ivelcher wegen Diebstahls noch nicht vor- besirast ist, beantragte der Staatsanwalt nur 1 Jahr Gefängniß, der Gerichtsbos glaubte aber bei dem frechen Leugnen des Zln- geklagien...» 1 I.i l; v 0 Monate Zuchthaus erkennen zu sollen. Vevfimunlmrgeu. Eine öffentliche Karlmracher- Versammlung fand am 21. Aug. in Klein's Festsälcn, Oranienstr. 180, statt. Herr Krüger aus Hamburg, Vorsitzender des Zentralverbandes deutscher Korb- wacher, berührte aus seiner Agitationsreise durch Teutschland auch Berlin, mn über den Zweck und Nutzen der Organisation und die Zuchthausarbeit zu referiren. Er konstatirt in erster Linie, daß, seitdem der Verband besteht, 45 Zahlstellen in Deutschland vorhanden sind, während vor dem nur 9 Fachvercine existirten. 1200 Mitglieder zählt gegenwärtig der Verband. Hieraus schildert Herr Kriiger eingehend die wenig beneibcnswerthen Zustände der K'orbmachcrci in Bayern, wo die Haiis»idustrie im höchsten Grade vorhanden ist. Redner führt Beisvicle an, die haarsträubend sind, dennoch aber thatsnchlich aus Wahrheit beruhen. In Lichtenfels in Bayern, so führt Redner aus, existiren 205 Korbmacherfainilien ohne jegliche Betten. In Bückeburg arbeiten gegen 600 Korbmacher, welche jedoch in den nniliegeuden Ortschaften wohnen. Diese Korbmacher bringen des Montags ihre Betten und nehmen selbige des Sonnabends wieder mit nach Hause. Diese Leute fangen an zu arbeite», sobald sie aus dem Bett fallen, und hören auf, wen» sie wieder hineinsteigen. Ein Familienleben ist bei diesen Leuten unbekannt. Der Wochen- verdienst einer ganzen Familie beträgt 7—12 Mark. Als Beweis dafür, wie das Kapital arbeitel, berichtet H. Krüger, daß 1873 ein Franzose eine Korbwaaren-Manusaktur errichtet mit einem sehr bescheidenen Vermögen und 1889 das Geschäft für 1 Million 200 000 Mark wiederverkaufte, mithin also in ungefähr 16 Jahren über 1 Million Mark Reingewinn erzielte, natürlich alles auf Kosten der Arbeiter. Auf Grund zuverlässiger Erfahrungen be- richtet Herr K., daß vor Kurzem ein dortiger Kapitalist und Arbeitgeber seinen Geburtstag gefeiert und bei dieser Gelegenheit vor seinen Arbeitern eine Ansprache hielt, in der er hauptsäch- lich betonte: Er freue sich, daß noch keinerlei Organisation unter seinen Arbeitern vorhanden sei. Herr Krüger fügt aber hinzu, daß sich der betreffende Kapitalist im nächsten Jahre sicher nicht niehr freuen werde. Dafür sei gesorgt. Die Arbeiter sind zu sehr an ihre Arbeitgeber gebunden. Die Arbeiter sind gczivungen, sobald sie die Arbeit abliesern, statt des verdienten Geldes, Zuthat und Lebensmittel, wie Kaffee, Zucker u. f. w. in Empfang zunehme», was ihnen natürlich mit ganz enornien Preisen angerechnet wird. Sodann kommt Redner auf die Zuchthausarbeit zu sprechen. Er bemerkt, daß von allen dcr im Zuchthaus gefertigten Maaren die Korbarbeit am vorherrschendsten ist. Als Beispiel führt derselbe an, daß im Hamburger Zuchthaus 400 Gefangene mit Korbarbeit beschäftigt werden, während freie Arbeiter in Hamburg sich 260 von der Korbmacherei ernähren. Redner er- sucht die Kollegen, sich zu organisiren, um dann alljährlich an de» Reichstag petstionire» zu können, dadurch würde diese Sache in die Presse und an die Oeffentlichkeit gelangen. Des Weiteren verbreitet sich Redner auch über die Frauen- und Kinderarbeit. Er wünscht vor Allem, daß die Frau, welche ihren Ernährer hat, der Faniilie zurückgegeben wird(?), während die unverheira� Frauen denselben Lohn wie die Männer erhalten sollen.* würde die Frau nicht mehr die Konkurrentin des Wanflstlb Nachdem Redner in kurzen Worten über die Kow®ffl schulen, Besahigungsuachweis, Sonntags- und Mkordack sprachen, empfiehlt er, das Hauptaugenmerk auf die wP' a richten, und zwar auf das platte Land, da dort die w Unwissenheit herrscht. Er macht den Vorschlag, gelesene blätter in diese Gegenden zu senden. Zum Schluß ford«l'"J3 nochmals auf, sich zu organisiren. Zur Diskusfion st mehrere Redner. Die Herren Franks und Schultze bema». die Ausführungen des Herrn Kriiger in einigen Punkui��., Schluß gelangte folgende Resolution zur Annahme: Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Kriiger voll und ganz einverstanden und verpflichtet sich-, Organisation noch fernstehenden Kollegen mit aller MaG' Der Dem« deutscher Schuhmacher u» an, Montag in Schesfer's Salon mit der Tage» w Vortrag über„Gewerbe-Schiedsgerichte", Referent H �.. Zubeil. 2. Diskussion.� 3. Anträge zur Leneralversa� tagte an, Montag 1. Vortrag über ibeil. 2. Diskussion. 3. Anträge zur. 4. Delegirtemvahl. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Referent nicht erschienen war, so wurden die beiden erste fallen gelassen. Es wurde zu Punkt 3,„Anträge zur?-z Versammlung", geschritten. Ein Antrag war eingem>L.� § 2, welcher lautet:„Der Zweck des Vereins ift die a Vertretung der Interessen seiner Mitglieder. Der x.j.jif Zwecks dienen: a) fachgewerbliche Fortbildung durch 0° W richt je." wie folgt zu erweitern:„Dcr Förderung d» dienen: a) Geistige und wissenschaftliche Ausbildung träge), b) fachgewerbliche Fortbildung:c." Nachdem Kollegen für diesen Antrag gesprochen, wurde derselbe eu>z angenommen. Zu s 3:„Zur Mitgliedschaft sind alle SaM.ck berechtigt, welche im Hand- und Maschinenbetriebe stellt dcr Vorstand den Antrag auf folgende Fassung:»0. ugj gliedschaft sind alle in der Schuhbranche beschäftigten und Arbeiterinnen berechtigt." Die Kollegen Kuniecz, � C. Fleischer und Görner befürworteten auch diesen einstimmig angenommen wurde. Hierauf wurde wähl geschritten. Gewählt wurde Kollege König. 6* schiedenes" wurde eine Resolution gegen den„Berliner j Anzeiger" angenommen. Im Fragekasten befand sich welche lautete: Sind die Mitglieder gewillt, Sonntag, den M., einen Ausflug zu machen V Diese Frage wurde bejaht- punkt Schlesischer Bahnhof früh 7Vs Uhr. Drr Fachvevein der Steindrnister und Lithagrtz � hielt aui 24. d. M. in Jordnn's Salon seine Mitgl,ederoen� lung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Unternehmern; und die moderne Arbeiterbewegung. 2. Diskussion � über die Erhöhung deS Beitrags(§ 3). 4, Stcllun. Stiftungsfeste. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Zun: � Punkt hatte der Stadtververordnete Herr Otto Klein das übernommen. In recht scharfer und drastischer Weise T'-L; den Anwesenden das Gcbahren des heutigen Unternehme vor Augen, zugleich einen recht weitgehenden Rückblick M Entwickelung der heutigen Arbeiterbewegung werfend 3?'° wirthschastlich traurigen Verhältnisse ist es Pflicht eines F. zelnen, sich an die Bewegung fest anzuschließen, da es die>� wirthschastlichenKrisen dem Kapital leicht machen, dieOrgann, zu zerstören. Wie die kleinsten Bächlein, welche nur st,, schmaler, blauer Streifen in der Ferne sichtbar iverden, d'.». Zusammenfluß mit vielen anderen zu einem großen Meer in dem selbst die größten Schiffe zerschellt werden, so.1 auch die Arbeiter, ivenn sie ihre Macht erkennen unv i einem einzige» Großen und Ganzen verbinden, die Kapitals zerschelle» und auf den Trümmern desselben den Arbeiter bessere Welt erbauen. Für den interessante'' trag ivurde dem Referenten reicher Beifall zu Theil. Von« Diskussion wurde Abstand genommen. Bei Punkt 3 N"" ,.i Vorschlag des Vorstandes, die in der letzten Generalversam� beschlossene Erhöhung des Beitrages aus 50 Pf. vom I- jjjjf ab eintreten zu lassen, seitens der Versammlung ange»°<./ Weiter wurde beschlossen, das diesjährige �Stiftungsfest (4 emes Herrenabends abzuhalten;' der' Vorstand wurb. der Arranginlng desselben betraut. Zum Abonnement 0/ „Graph. Presse" wurden vom Vorstand Listen ausgegeben � selbe kostet vom 1. Oktober ab für Aereliismitglieder TJ% Quartal. Die Mitglieder werden um recht rege Einzeichn � die Listen ersucht; die Expedirung wird vom Vorstanb Listen sind noch beim Kollegen Friedewald, Sorauerstr. haben. Vom Vorstand des„Deutschen Seneselder Bundes J waltnng Berlin) ivar ein Schreiben eingegangen, ivoriNf, I anzeigt, daß die Verwaltung beschlossen, den Arbeitsnachm� „Seneselder Bundes" mit dem des Fachvercins zu sty Ii Seitens der Versammlung wurde dieses Vorgehen n,'1 y Genugthuung begrüßt Und den Mitgliedern des Bundes Recht eingeräumt, wie denen des Fachvereins. Der �4 Nachweis befindet sich Rosenstr. 30 im Restaurant Kuh'! An Stelle des nach Amsterdam übergesiedellen Kollegen � ff wurde Kollege Schöpke als Bibliothelreoisor gewählt., nächste Versammlung findet am 13. Septeniber er. in de Lokale statt.. Die Frei, Dereiniaung der Zimmerer Sw'ftV Dmgegend hielt am Sonntag, den 24. August, eine � Versammlung in Orschel's Salon, Sebastianstraße ab, tN,.; über das Thema: Welche Organisation ist die Beste jf heutigen Verhältnissen? Die Herren Otto Loß u»«f Baginski sprachen. Herr Loß hielt es für besser, wenn h' f. I Vereinigung der Zimmerleute" sich dem Verband wst schließt. Denn so lange zwei Vereinigungen bestehen, de. sie sich gegenseitig. Herr BaginSki trat dagegen enM" eine Lokalorganisation ein, die die Interessen der 2lrbciter»>. K besser wahren könne, wie eine Zenlralorganisation..'A hafter Diskussion ivurde folgende Resolution einfliw"° I genommen:.. st „Die heutige Versammlung der Freien Virenug'v� Zimmcrleute Berlins erklärt sich mit den Ausführungen of M Baginski einverstanden und beschließt in, Interesse der{ Arbeiterbewegung als selbststäudiger Verein bestehe» Zd JA Die beiderseitigen Vorstände verpflichten sich, im Jntereil üiie Bewegung jeden persönlichen Hader zu unterlassen und wirken, daß jeder Berliner Zimmerer sich einer der bei Organisationen anschließt." Der Fachverein der Gas-, Maffer-, Sei»«"® leger und Berufsgenossen Berlins, hielt am Sow's»'M 24. August, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75, st1 mäßige Mitgliederversammlung ab. Die Tagesordnung ärn 1. Wie verhalten wir uns zu den Beschlüssen des deutsch� arbeiterkongresses. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Vers und Fragekastcn. Vor Eintritt in die Tagesordnung Protokoll der letzten Versaminlung verlesen und»"8* jOT Auf Antrag eines Kollegen wurde zunächst Punkt 3 de ordnuna erledigt und es erhielt zunächst dcr Direktor de,, furter Versicherungsgesellschast gegen Wasserleitungsschad � l Baunleifter Knanff, das Wort. Derselbe hielt zunächst f. Ärgeren Vortrag über die Schäden im Rohrlcgergewerbe,' ,1» ausführunge» und Rohrlcitungsarbeite». Im Vergleich land und Amerika hinken wir, in sanitärer Beziehung, Stunde noch hinten nach. Alsdann kam der Herr jÄ die seinerzeit im Fachverein einer Kritik unterzogen� Ordnung der betreffenden Gesellschaft zu spreche»- giebt zn, daß das, was ans dem Papier stehe! scharf aufgefaßt werde, aber so schroff wird welche von ihm beschäftigt werden, nicht verfahren, 5 nung muß herrsche» wo viele Persoueu beschäftigt darum feien diese einzelnen Strafparagraphen ausgesev' aber in höchst seltensteu Füllen zur Anwendung gclnnlst' si mit seinen Leuten, die jetzt beschäftigt sind, sehr zufriedi- .gegei' dit�K dkeii % MMAUWMZ Meinun' W Hea°? i"S"f V * bcrwM 94' h eiilst'l # A »trag, Tew ntet den»- ht. W iint i nniM , dnr� ä| rt ant-n Von Ä .» sS K'« -in '« FÄ -Ä !W 1 und' i die-� tz '#4 min'ä m r,v•vt«'|"*"nuuiiy üutuuf vuut» gu uiuicu, uup vci«yct». �®ll]"c'lter bnjür sorgen will, doß die befugte Fabrikordnung in oi, wandert, wohin derartige Sachen gehören und glaubt .Versninmlung, daß dann die Arbeiter der Gesellschaft nicht öi, s."11! c'lie Sonderstellung gedruckt sind." Nach Abstimmung oct diese Resolution gelaugte die Angelegenheit Pirsche zur Ver- wainng, da es aber P. vorgezogen, trotz brieflicher Einladung «K V erscheinen, sondern einen Schreibebrief zu senden, wurde '°er diese Sache zur Tagesordnung übergegangen. Ter vor "ulen Zeit wegen wurde Punkt 1 der Tagesordnung zur ««»>sten Versammlung vertagt. Alsdann machte der Vorsitzende S;;l die am Sonntag, den 3l. August, nach Friedrichshagen statt- »1 j Portie mit Familie aufmerksam, deren nähere Bekannt- machuug Freitag im„Berliner Volksblatt" erfolgen soll. Nachdem »ch auf die am 14. September stattfindende Fachvercinsvcrsamm- u»g hingewiesen, wurde die Versammlung geschlossen. . Mitgiioderuerl'animlung dro Urvrins zur Regelnitg orr gewerblich«,» Uerhiiltnisse der Cöpfer K erlins n»d »mgegrud, abgehalten am Sonntag, den 24. August, in Jordan's lon, Neue Grunstr. 28, mit der Tagesordnung: l- Die Organisation und der Werth des Arbeitsnachweises. 2. Antrag des Vorstandes. ö. Verathung über die vom Magistrat zugesandten Frage- bogen, betreffs Abänderung der Gewerbeordnung. ». Verschiedene sehr wichtige Vereinsaugelegeuheiten. Zunächst wurde das Protokoll verlesen und in seiner Fassung ongenommen. ... Zum 1. Punkt der Tagesordnung reserirte der Vorsitzende >wer die mangelhafte Bethcilignng der Arbeiter, sowie auch Arbeit- »wer an den'Arbeitsnachweis und eröffnete darüber eine Diskussion. v>erzu sprach Herr Jakobei. Die!to liegen sollten sich erst mehr Mganisiren, denn der Arbeitsnachweis regelt nicht die Orga- "nation, sondern die Organisation den Arbeitsnachweis. Herr Kemmnitz führte an, es sei nicht möglich den Arbeits- Schweis aufrecht zu erhalten, da die Kollegen, die sich daran Meiligen und darauf warten, bis sich ein Meister einschreiben so fit, meistentheils auf dem Pflaster liegen; da sich die Meister °ahi» ausgesprochen hätten: sie ließen sich von den Gesellen keine Vorschriften machen. Herr Jakobei stellte hierzu einen Antrag, den Vor- Etz? zu ermächtigen, zu der nächsten Versammlung die Anster einzuladen, zur Errichtung eines gemeinschaftlichen -trbeitsnachiveises. Ferner ging noch ein Antrag ein, die in- schercnten Kollegen dem Verein zuzuführen, auf jedem Bau und .jeder Arbeitsstätte dahin zu wirken, daß jeder Kollege, wenn er u> Arbeit tritt, das Vereinsbuch den anderen Kollegen vorzuzeigen Mt. Punkt 2, Antrag des Vorstandes: Die heute, am 24. August, engende Mitgliederversammlung des Vereins zur Siegelung der �werblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins und Umgegend be- 1. Alle neu aufgenommenen Mitglieder werden jedesmal in der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung verlesen. 2. Alle Mitglieder, welche 13 Wochen mit ihren Beiträgen im Rückstand sind, werden durch Zirkular aufgefordert, so weit dies möglich ist, innerhalb 8 Tagen ihren Verpflichtungen nachzukommen. - 6. Diejenigen Mitglieder, welche der Anfsorderung nicht nachkommen, iverdcn dann in der nächsten Mitglieder- Versammlung den Mitgliedern durch Verlesung zur Kenntniß gebracht. % Zum 3. Punkt stellte Herr Thieme den Antrag, das vom n3tzlrat zugesandte Schreiben zu beantworten. Ferner ging eine b->.. ,tio!i ein. Die Versammlung weist ans den von der sozial- ""statischen Fraktion eingebrachten Arbeiterschutz- Gesetzentwurf Ein von Herrn Peters gestellter Antrag:„Wenn ein Mit- ... durch Todesfall aus dem Verein ausscheidet, so ist der Vor- i'seildt; ermächtigt, dieses im„Berliner Volksblatt" bekannt zu tz�chen und einen Kranz zu widmen" wurde angenommen. Fcrner , tz'de nach ei» vom Bibliothekar gestellter Antrag angenommen: En, Blick in die neue Welt von Wilhelm Liebknecht, 2. Die onchichte der Erde vom Bommeli für die Bibliothek anzuschaffen. Schluß wurde ei» von Herrn Kemmnitz gestellter'Antrag, »eitom �'ueiihageiter Kollegen 100 Mark zu bewilligen, an- öffentliche Uersammlnng der Meißgerber und . i uWgenossen fand am 25. d. Mtl. statt mit der Tagesordnung i li'ch g des Herrn Baginski über Kapital und Arbeit. 2. Tis- ttaat>„ 3- �'schicdeiieT Nachdem das Bureau gebildet war, !%, Vorsitzende, ob die Versammlung gewillt ist, den Herrn Wai.f Zu hören. Kollege Mayen ersucht die Versammlung, zu ju iL;!' Herrn Baginski das Wort nicht zu ertheile», da er gehört, die der sozialdemokratischen Fraktion nicht de» si.„s Vorwürfe machen. Kollege Brinkmann führte an, daß 8 damit gar nichts zu thun hat, man solle doch Herrn $it«itrl- sprechen lassen. Ter Vorsitzende ließ abstimmen. >e>i..iL""-""'"»g ergab, daß Herrn Baginski das Wort crtheilt ktissln»'. erntete für seinen Vortrag große» Beifall. Zur Tis- Soaiiti?h,u K. Brinkmann das Wort und bemerkte, baß das � �'eusrecht den Arbeitern recht verkümmert wird. Der 'ei»»,. e rn Hamburg gegeben, wo die streikenden . er vou der Polizei arretirt und photographirt tziivd 3 I % Ä richtet hn l �! recher, weil sie die zugereisten Arbeiter unter- fachte ß cä in Hamburg steht. Nnter„Verschiedenes" , twerbestvüst tziami bekannt, daß er vom Polizeipräsidium eine [Aiiiiiluiin°"U"gc--Novelle zur Aeußerung erhalten hat, die Ver- n, irag � über Abstand davon nehmen. Redner stellte den escheiitni,iv- 1�, 4>stilNUiig angenommen wurde, daß uns der urs der sozialdemokratischen Fraktion nur allein etwas nach Für Um nützen kann. Kollege Scheibe theilt mit, daß der Streik in Kirch- Hein noch unverändert fortdauert, da die Meister sich noch sehr hartnäckig zeigen. Die Gesellen»vollen aushalten bis ans das Aeußerste, trotzdem sie schon 25 Wochen streiken. Brinkmann ermahnt die Versanrmlung,»nit der Unterstützung nicht nachzu- lassen, so lange die Kollegen im Ausstande sind. Folgende Reso- lution»vurde angenommen: „Die Versammlung erklärt sich mit der Resolution der Berliner Streik-Kontrolkommission betreffend den Setzer- streik im„Berliner Lokal-Anzeiger" einverstanden und er- klärt dahin zu»virken, daß selbiges Blatt gänzlich aus den Reihen der arbeitenden Klassen verschwindet." Nachdem die Versammlung noch beschlossen, nur in solchen Geschäften zu kaufen, die Sonntags geschlossen haben, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Ztl>a»mrl»e Ktnhlarliriter-Neeeinionng. Sonntag, den gl. d. M., zur Frier des«. StifmngZfefies: ErobeS Instrumental- und Volallonzert, Vorträge, Ktnderbelusligungen und Ball, tm Neuslädter Vollsgarten, Pros- lauerslrafee, a» der Frankfurter Allee. FreirellgtalV«»«»in de. Nofenthalerstr. gg. Sonntag, den gl. August, Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herr» Dr. Völkel über:„TaS Maschinenalter, Zukunftsvorlesungen über unssre Zeil." Gäste tvillkomine». Achtnng, Uergalder! Sonnlag, den gl. August: Allgemeiner Ausslug mit Dame» nach Friedrichshagen. Achtung! Jlcrein der Klempner Sellin« Berlins und Umgegend. Am Sonnlag, den gl. August, Herrenpartie»ach Friedrichshagen. Tieffpunkt: Schlesischer Bahnhos srüh 6% Uhr. Ali« Knitter Sonntag den si. d. M., nach Schlachtensee(Krumme Lauke). Abf. Pgtsdomer Bahuh.> Uhr r? Min. Kbpeniil». Arbeiterverein für üöpenill und Umgegend. Sonntag, den St. August, Nachmitags 1% Uhr, Ausflug mit Damen. Die Thellnehmer werden ersucht, sich um i Uhr lu> Katserhof einzufinden. verrin zur Wahr»»» der Jnterelse» der Klavierarbeit«» und ver- wandten Bcrufsgenosse». Mitglieder-Bersanimlung für den Norden am Sonn- abend, den So. August, Abend» 8 Uhr. in Miinier' s Lokal, Nosenthaler- straße n— 12. Frei» z>rrei»ig»»g der?»sch»rider, Vorrichter und Stepper am Sonnabend, den so. August, Abends 8% Uhr, bei Wuttke, Frtedrichsberger- strafis 20. Versammlung. Vortrag. Zahlreiches Erscheinen cnvünscht. Achtnug! Freie Vereinig»»« der Zinimcrrr Scrli»«. Am Sonntag, den ai. d. M., Herrenpartie. Trefspunll im Bereinslolal, Hochstrasie 82 a, pünktlich 8 Uhr Vormittags. Freunde und Gönner des Vereins, welche an der Partie thetlnchmcn wollen, find ivilllonnne». jfachveretn der Meder. Herrenparlte am Sonntag, den gl. August zrichShage». Abfahrt vom Schlcstsche» Bahnhof srüh(i Uhr 40 Min zügler, Treffpunkt WaldhauS Friedrichshagen, bis i Uhr Mittags. zahlreiche Betheiligung aller Kollegen ersucht der Vorstand. Kachverein t«r Kchloster und Maschincnbauarbciler Berlins und Um- gegcnd. Am Montag, den I. September, Abends 8% Uhr, bei Feuerstein. Alts Jakobilr. 7«, belchliestende Versammlung. Tagesordnung: i. Vortrag des Herrn M. Baginski über: l. Die Ursachen der Armnth. e.Tiskusflo». 8. Auf- »ahme ncncr Mttglteder und Entrichtung der Beiträge. 4. Anträge. 5. Verschiedenes und Fragctasie». Psticht sänuntlicher Piiizlicdcr ist es tn dieser Versammlung zu erscheinen. Gäste willkommen. Achtung! Strrrotnpenrc. Am Sonnlag, den gl. August, VormitiagS li Uhr, stiidet>ni Dresdenergarten, Dresden erstr. 4S, eine ossenlktche Ver- samniluna der Slcrcothpenrc Berlins und Umgegend statt. Ter Zweck der Versammlung soll die Bereinigung zweier schon bestehenden vereine zu einer starken Oraantsatio» aus dem Bode» der hcuttgcn Arbetterbcivegung sein. Ethisch» Ees-llschnst. Sonntag, den ZI. August, Abends SJJ Ubr, Bcnth- siraste 22, i Tr., bei May, Vortrag des Herrn Dr. Völkel über„Die beiden Gracchen, ein sozlalpolttischeS Bild aus dem alten Nvm". Nachher gcstUige Unterhaltung und Tanz. Gäste, Damen und Herren willkommen. Ernossen de« II. zvahllirrise«! Morgen Sonntag z»r Lassallefeicr alle Alan» nach Hohen- Netteudorf an der Nordbah» zum Genossen Schmohl. Abfahrt Mittags 12 Uhr vom Stclllncr- oder Eesundbrunnen-Bahnhof. Freie Vereinigung der s»»' l>»d ge>v«rblichen Kilfvardeitrr vvu Kchönederg«nd Vingegend.«»> Sonntag, den ZI. August, Millaas Ig Uhr, tn der Schlohbranerer zu Schöneberg: Grobe Mitgltederversainmlung. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Für Hchöneberg Fried«!»»» und Zlnigegend beabstchiigen die Genosse» im Kurhause zu Friedenau am Sonntag, den gl. Augnst, den Gedenktag Ferdinand Lassalle'S zu seiern. Treffpunkt der Genossen von Tchönederg NachutillagS 3 Uhr in der Schlofibraueret zu Schöueberg. Uni recht rege Be- lheiltgung wird gebeten. Pen tücuoNe» de« ß. Kerlitter Priih»t>>g«-zv>rhll>reis«» zur zlach- rrcht, dab der Wahlverein a»i Sonntag zur Lassatlcfeier eine Landpr rie nach Friedrichshagen veranstaltet. Dressp inkii Mtiggelichlobchen daselbst.— Die nächste Versammlung findet am Mittwoch statt. Das Urbcige wird»och be- könnt gemacht. Achtung! ver Kachverer» der Kchlaffer und Uirsihinendauarbeiter Kerlt»« und jlnigcgend friert am Sannabend, den so. Nuaust 1800, in der „Braueret Frirvrtchshaln"(früher Lip») sein diesjähriges Soinmcrscst, verbunden mit Konzerl und Ball, nnter Mitwirkung des Gesangverein«„Froh- sinn." Die Musik wird ausgesührk von einem stark besehten Orchester unter Leitung dcS Dirigenten Herrn Wollbrand. Bei eintretender Dunkelhett Farlrl- Polonaise. Während der Kasseepansc Konzert und Gesang. Zur Bequemltch- teil der Taine» wird Kaffee, die Portion>2 Dassen) 20 Ps. verabfolgt. B Niels sind z» haben bei folgenden Herren: Wild. Stropp, Bärwaidlslr.>4, 4 Dr. Otto Zintmerniann. Prinzenstr. 88. Wtlh. Frtdrisch, Müllerstr. 8. Hermann Ronneburg, Ehaufseestr. 2d. Eduard Picgow, Vergstr. 22. August Thrun, Loihringerslr. 12. Hugo Htlscher, Franzslr. 18. Der Garlen ist geöffnet von 3 Uhr ab. Konzert um 0 Uhr. veskenttichr Vrrsa«tt»l»us der Kauodiener Kerti»«. Sonnabsnd, den so. d. M., Abends 8% Uhr, bct Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. 1. Achtung. Ktlaurer Kerli»»! Eonniag, de» St. d. M.: Grabe Land- parlie nach Friedrichshagen, Dresspunkt vor dcm Landsberger Thor früh ' K»!lald»inallrati scher Ukghtverei» für de» S. Kerliuer hteichvtas»» zVaiilstrei». Den Genossen zur lliachrtchi. dab der Verein am Sonntag, den ..........., zur Lassatic- Feier«ine Landpartie"o* F--r. d igen vcr- Drefipuntt Morgen» 7 Übe Bahuhos Aieranderplah. Zählretche der Schuhmacher. Sanntag, Treffpunkt Ai.zanderplah am Brunnen, gl. August anstaltet.»> I Aclheiligung erwünsch!. V-reiu zu» lvuheun« der A»ter-|se» den 81. August: Grober Ausflug. MM 1 Borvllttag« 7'J Ubr. Fachverri» der Koheleger. Sonniaa, den ZI. Augnst 1800, findet eine Pom«, auch mit Famtlic,»ach Friedrichshagen statt. Absahri vom Alerander- piah 8,18. 8,58 Uhr Früh, vom Schles. Bahnhos 8,»i, 7,08 Uhr Früh. Trefl- punll im vtestaurant Errleben in Fiiedrichshagen, für Nachzügler bis 10 Uhr Früh. vesnng-, Tnru- und gesellige Uereinr am Sonnabend: Gesang- verein„Harmonia" Abend« 8 Uhr, im Nestauraut, Alle Jakobsir. 08.| Männergesangverein„Treue" Abends 0 Uhr im Nestanrant AndrcaSsir. 0.— Piännergcsangvsrein„Erato" Abend« 0% Uhr bei Cchläwicke,.«leine Kurstr. 1. — Männergesangverein„Eencselder", Sicstanran« Zentter, Münzstr. 11, 0 Uhr NebungSstundc. Aufnahme»euer Mitglieder.— Gesangverein„Hannsnia" AbendS 0 Uhr im Restaurant Lehmann, Klirfürstenstr. gl, Gesangstunde.— Lübeik'scher Turnverein(l. Lehrlings-Abtheilung) Abend« 8 Uhr Elisabethstrabe 57—58.— Turnverein„Wedding", Pnnkstraße 0, Männerabtdcilung von 8%— 10% Uhr AbendS: deSgl. 1. Lehrli»g«abihcilung van 8 bis 10 Uhr Abends. — AreNdt'sch« Slenographenklasse de«„Berliner Handwerlervereins" Abends bY Uhr Sophiensir. 15.— Thealer- und BergnügnngSvereins„Caritas" Abends 8 Ubr im Loilisenfiädlischen Bierhause, Admiralsir. 38.— Theater- und Ber- gnügungsgesellschafl„Treue" Abends«llNhr inBoberi'S Ballsalon, Weinsir. 11. — Privai-Thealergesellschast Schneeglöckchen", Abends 0 Uhr in Bettln« Bicrhaus Beteranenstt. 10,— Geselligleitsklub„Lustig" Abend« oj; Uhr im Restaurant Weichelt, Taubcnstr. 45.— Verein der Taubcnfreunde'Abends«X Uhr im Restaurant Hillmann, Mantcusselstr.«8.— Däntscher Berel»„Fr-na" Abends 0 Uhr im Steslaurant Poppe, Lindensir. los.— Verein der Württcinbergcr AbendS 8% Uhr bei Baihinaer, Dorotheenstr. 84.— Verein ehem. Schüler der 84. Eememdeschule Abends 0 Uhr im Restaurant, Koppcnstr. 58.— Verein ehem. M. ll. Lulher'scher Schüler, Abend« 0% Uhr, im'Restaurant Vormann, Ohmgasse 2.— Ranchklud..Portarica" Abend« 0 Uhr bis u Uhr Köpnicker- straHe 157 bei Schulz.— Rauchllub„Qualm" Abends 8 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.— Vergnügungsverein„Lustige Ig" Abends 0 Uhr im Restaurant Albrcchi, Annensirabe 0.— Tambourverein„Sedau" Sitzung'Abends 0 Uhr, Grüner Weg 0— 10, Aufnahme neuer Mitglieder.— Tambourverein„Herz Innig". Ab-nds 8 Uhr, Sitzung tm Nestauraut Straß- burgcrstrabe 5, Dirigent und Vorsitzender Fritz Laugani.— Tainbourvere!» „Einigkeit macht stark", gegründet 1886, Dirigent zur Zeit H. Kami ng. Aus- »ahme neuer Mitglieder Abends 0 Uhr im Nestanrant Hahn, Elsasserstr. 57. - Tambouroerein„Felsensesi". Sitzung 8% Uhr. Weisienburgersiraße 54, Gäste willkommen. SpvechkÄttl. Die Nedakilon stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit Raum dafür abzu- geben ist, dem Publikum zur Besprechung von A»nclege»heUen allgemeinen Interesses zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeiiig dagegen, mit dem Inhalt desselben ibentisiztrt zu werden. Wie leicht man in den schmählichen Verdacht, ein Spitzel zu sein, kommen kann, beweist folgendes: In der großen Volks- versanunlung am Montag, in welcher ich auch anwesend war, erging es mir folgendermaßen: Nachdem die Tische und Stühle glücklich herausgeschafft waren und jeder sich ein Platz ausgesucht hatte, kam gegen Ve? Uhr vom Podiuln die Nachricht, es befinden sich Spitzel im Saale! Zu erkennen wären dieselben an der rothen Stelle im Knopfloch.— Da ich nun unglücklicher Weise im Besitze einer Nelke war und ziemlich nahe am Podinm stand, war es kein Wunder, daß ich das Ziel der Aufmerksamkeit der Genoffen wurde!— Einer Aufmerksamkeit, die ein wahrer Spitzel wohl verdient!— Nachdem ich mich gegen die schwere Beleidi- gung, ein Spitzel zu sein, ganz energisch verwahrt habe, nachdem ich den Genossen erklärt habe, daß ich die Nelke noch vom Sonntag, wo ich zur Grabdenkmal- EnthükliingSscicrlichleit war, habe, war es mir nicht möglich, mich von dem Verdacht bei den um mich herumstehenden Genossen zu reinigen. Im Gegentheil, immer weiter wurde der Kreis derjenigen, die mich für einen Spitzel hielten! Ich versuchte nun auf's Podinm zu gelangen, da ich wußte, daß mehrere mir belannte Genossen da sein werden und ich glaubte, mich da vielleicht auf irgend eine Art und Weise rechtfertigen zu können. Vergebens! Man ließ mich nicht hinanfj keiner wollte mir Rede stehen; die Aufregung und der Tumult waren zu groß, um sich verständlich machen zu könneil. Nachdem ich auf meine» alten Platz zurückgekehrt war, ersuchte ich einige Genossen, mir Gelegenheit zu geben, ihnen die Beweise zu geben, daß dieser entehrende Verdacht mir gegenüber unbegründet ist; ich gab ihnen Namen, Zeit und Ort an, wo ich die Beweise bringen werde, daß ich kein Spitzel, sondern ein ausrichtiger und treuer Sozialdemokrat bin. Noch eins. So sehr, wie es einen ehrlichen Mensche» kränken muß, wenn auch nur kurze Zeit für einen ehrlosen Schnst ge- halten zu lverden— denn eine größere Beleidigung kann ich mir nicht denken, als für einen Spitzel gehalten zu iverdeu— so kann ich es wiederum den Genosse» nicht verdenken, wenn dieselben auf dem Posten sind, und solchen unsauberen Elementen das Handwerk legen! Muß nun einmal ein Unschuldiger darunter leiden, so glaube ich, genügt für ihn eine einfache Ehrenerklärung vollkommen. A. Koschnta, Zossenerstr. 5, Vvv Nedeckkion. Bei Anträgen bitten wir die AbonneinentS-QuUIung beizufügen. Brieflich« Antwort wird nicht erttzetlt. Für die anogespervte» Kanhandwerkev Hamburg» gingen ferner bei uns ein: Frau Bommcr, Nenmann�gasse, 2,00 M. Taufe bei C. Schnur am 27. Aug., amerikanische Auktion(3 Gurken) 7,10 M. Nachtrag vom Zoddclkopp und seinen Eden 0 M. Vorstädtische Liedertafel 10 M. Rauchklub„Waldcsgrün", amerik. Zluktio» einer Zigarre 5,05 M. Ju Summa 27,75 M. In voriger Nummer qniUirt 29 291,73 M. Jin Ganzen 29 319,48 M. Mit l/rute, Soiiirabend Abend, kchtiesje» wir die Kamlttlung und ersuchen, die bereit« aufgebrachten Gelder bio dahi» an uns abzuliefern. Greifeuh ageu. Bon verschiedenen Seiten wird eine Adresse der Streikenden von Greisenhagen gewünscht. Sollte einer unserer Leser im Besitz einer solchen Adresse sein, so bitten wir, uns die- selbe zuzusenden. DepeTtfH'H. (Mulsf« Telegraph»» Hureau.) Lubrch, 29. Augnst. Nach hier eingegangener Nachricht traf der Dampfer„Marie Louise", Kapitän Nachtweg, der gestern ans Petersburg ausgclausen war, unterwegs ei» entmastetes hilflos treibendes Schiff, rettete die gesammte Mannschaft und kehrte mit derselben nach Petersburg zurück. Madrid, 20. Augnst. In den Provinzen Alicante, Vadajoz, Tarragona, Toledo und Valencia sind gestern 72 Cholera- Erkrankungen vorgekommen, darunter 36 mit tödtlichem Ausgange. Melbourne, 29. August.(Telegramm des„Renter'schen Bureaus".) Eine Batterie Artillerie ist hier, um Ausschreitungen vorzubeugen, eingetroffen. Tie Vereinigung der Arbeitgeber ver- größert sich ständig. Eine Zusainmenkiinft der Rheder, Besitzer von Kohlengruben, sowie anderer Arbeitgeber wird am 5. September in Sydney statthaben. Ein Bncj, welchen der Bürgermeister, von Melbourne von der Arbeiterunion erhalten hat, verlangt die gleichzeitige Lösung aller MeinungSverschiedeiiheiten zwischen den Arbeitgebern und Angestellten. Die Lage hat sich auch bereits gebessert, doch ist die Stadt ohne Gas. Die ei»- heimische soivie die überseeische Post wird nicht befördert. Die große» Schifffahrtsgesellschaften bedienen sich der Seeleute, die den Nicht-Unionisten angehören. Die Mannschaften von fünf Küstenfahrern weigerten sich dem SluSstande anzuschließen. Die Küstenschifffahrt mit Queensland und Neesecland ivird zum Theil von Nicht-Unionisten aufrecht erhalten. % ß �uf«em Freunde und Genossen zu f„- Willy Simon heung' Wiegenfeste eut Genossen empfehle mein[1050 > imli LlmWtt-LM. Emil Koepnick, 30 a, Ecke Magazinstraße. ?®s4g'eieäiei'2 Nr. 15a in die Ungarische iÄ.fÄr,"n ts Awtaiit jin« Pmsits. Schönhausen-® toe,nhfteit«' t September: Napoleons Z°we. Historisches Bild in fall, �uerwerk, Schlachtmusik und Ter Paradieswirth: Ii. Janioh. Gruiiow's Tanz- Institut, Brnnnenstr. 9. Lehrkurs. heg. Sonntag Nachm. 4 Uhr. Oer ges. Zirkol um 6 Uhr. Allen Genossen Empfehle mein 613] F i fch e r st r 0 ff r S S. Diesen und nächsten Sonntag 4 Uhr be- ginnt ein neuer Kursus. Alfred Kerkow. Allen Kollegen und Arbeitern Wtljj- iL Vilirisii-Bier-Lokill. empfehle mein 1256 K. M eilte, Sntherstr. 46. Mein Schankgeschäft ist -...... sofort Umstände halber zu verlausen. 546 Flick, Boyenstr. 40, pari. Alöreclit's Bäckerei, Wraugelstr. 8 und Laugastr. 26, liefert das größte Brot für 50 Pf.[66 l Eworabräu! Ten Genossen des Südosten empfehle außer vorzüglichem Wriffbier auch das bei den Arbeitern so beliebte Evora- bräu, ä, Glas 10 Pf. 653 Otto Linke, Forstrrstraffe 45, gmr Acht«««. Allen Freunde» und Genossen empfehle bei der Cholera mein Luckenwaldor- u. Lübbener Bier, auch mache auf mein Lokal aufmerksam. W. Sasse, Bergmannstr. 17, Bierverleger und Schankwirth. Zeigen. Fabr. t'/vtltstl. empfiehlt Wlanthey, Linienstraße 245, nahe der Neuen Königstr. üyi« I EUfark« Klag gen, Eingabe», Rath in Prozessen, Einziehnna von Forderungen. Pollak, Alexanderstr. 89, 2 Tr. rechts. 509 Frirdrichslzaae»!__ Empfehle den Genossen mein Clgarreu- geschäft, Bfl< Wartmann, Friedrichstrasse 122, daselbst. 644 Großer Mittagatlfch 111. Bier 50Pl. Völker's Bierhaus, 651 FaUl«usteinstri>ffe 11. fjArbeiter, Genoffrn! Gutes audbrot liefert täglich frisch in's Hans Joh. Hausmann, 664 Mariendorf, Feldstr. 3. Ueste» Handlung. Billige Rester zu Einsegnungs- An- ziigen werden ans gleich angefertigt mm,,»#. mm Fzenndl. Schlafstelle zu vermiethen bei Tambor, Dieffenbachstr. 37, Quer- gebäude 3 Tr. 649 Eine freundl. Schlafstelle Nenmanusgasse 9, II. zu verm. 641 Frdl. Schlafstelle z. v. Tresckowstr. 37, Tr. bei Macrinus. 607 Dr. Hoesch, Homöopath. Arzt, Artilleriestr. 27. 105 8—10, 5—7 Uhr, Sonntags nur v.8— 10. Cigarren und Tabake. B. Stabernack, Wraugelstr. 85. 1 Küchenspind, fast neu, und 2 Rohrstühle billig zu verkaufen Fehrbelliner- straße 65, v. 3 Tr. links. 669 Gesangvereins- Utensilien sind billig zu verkaufen Mittwoch, 8. September, Abds. 9 Uhr, Gartenstr. 162 b. Meißner. Roli-Tnbnk rig:S" w Größte Auswahl, billigste Preise. 831 0. Elkhnysen, Münzstr. 10. Mädchen für Alles. 15-16 Iah«, wird verl. Fallensteinstr. 11 b. Völker. Einen Lehrling suchen Classen und Vernicke, Kommandantenstr. 36. 669 Gestern Abend 10 Uhr verschied nach langein, qualvollem Leiden mein lieber, herzensguter Man», unser Schwiegersohn, Schwager und Bruder, der Schriftsetzer Paul Strempel im noch nicht vollendeten 34. Lebensjahre. Wer den Verstorbenen kannte, wird unseren Schinerz er- messen können. Berlin, den 29. August 1890. Die tieftrauernde Wittwe nebst Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 81. August, Nachmittags 41/2 Uhr, voil der Leichenhalle des Dreifaltigkeits-Kirchhoses, Bergmannstraße, aus statt. U.' V fl;'- r->■ Am 28. d. Mts., Abends 10 Uhr, starb nach langem, schiverem Leiden unser lieber Kollege, der Schriftsetzer Paul Strempel. Wir verlieren in dem Dahingeschiedenen einen stets opfcrivilligen Kollegen, theuren Freund und treuen Genossen. Sein Andenken werden ivir stets in Ehren halten. Die Kollegen der Max Badiug'scben Druckerei. Fachverein der Tischler. Sonntag, den 31. August: Mßlill Ii# AM'WlW. Wir machen jedoch die Mitglieder darauf aufmerksam, daß, da ver- schiedene Vereine nach Friedrichshagen fahren und somit ein großer Andrang hin und zurück stattfinden wird, es zweckentsprechend wäre, wenn auch die Tour nach(1)11111(111 benutzt würde. Der Weg von Grünau nach Friedrichshagen wird U/s Stunde in Anspruch nehmen. Treffpunkt in Grünau Cafe Ruliv/alü, in Fricdrichshagen MUggelschlösschen. Ahmarsch von Grünau 10 Uhr. Der Vorstand. Achtung, gewerbliche Hilfsarbeiter! Der Verein geiverblicher Hilfsarbeiter macht~ 31. August 1890, eine am Sonntag, den 063 Lliiihlirtie n# MriMWi. Treffpunkt früh 0 Uhr bei W. Schmidt, Wrangelstr. 141, um 7 11 Schlesischcr Bahnhof, für Nachzüglicher Müggelschlößchen. Zur Tages hoffen wir auf eine recht zahlreiche Betheiligung Uhr Feier des Der Vorstand. Wimg, Wcker II. Slhueiheriiiiieii j Sonntag, den 31. August er. stLassallefeier): Ca�ossei* Ausflug naciü FHesi�iciishayeNs Mit den Zügen, w-laze blS 11 Uhr daselbst eintreffen, kostet die Hin- und Rückiabrk Alcxanderplah 40 Pf., vom Schlesischen Bahnhof 30 Pf. Treffpunkt Müggelschlösschen. 668 Fachverein der Tischler. Wontag, de» 1. September, Abends 8V2 Uhr, in Jordan s Salon, Neu» Wriinstraße 38: 1. Vortrag. und Fragekasten. Gäste haben Zutritt. 665 Tages-Ordnnng: Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten, Verschiedenes Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Der Vorstand. Grosse öffentliche Versammlung der Siereotypeure Berlins und Umgegend an« Sonntag, den 31. Anglist, Vormittags II Uhr, im Dresdener Garten, Dresdenerftrahe Ur. 45. Tages-Ordnung: 1. Auf welche Weise ist es möglich, eine Vereinigung aller Stereotypcure herbeizuführen? 2. Diskussion. 3. Eventuell Wahl einer Vermittelungs- Koninnssio». 4. Verschiedene?. Um zahlreiche» Besuch dieser Versammlung bittet Der Einberufer. H. Schimansky, Heimstr. 8 IT. Der äcMwngg Achtung! giKjiiemii her ClhWr iiui) MHiiieiibliii-Arheittr Berlins mih Wwm� feiert am Sonnabrnd, drn 30. August, in der Drnnrrri Frirdrichshnin sein diesjähriges Todes- Anzeige. Die Beerdigung des auf so traurige Weise um's Leben ge- komineuen Kollegen 640 Carl Theen findet heute, Sonnabend, den SO. August, Nachmittags 3 Uhr, vom Lazarus- Krankenhause, Bernauerstrahe, aus»ach dem Kirchhofe der Zionsgemeinde, Prinzen-Allee, statt. Uni zahlreiche Betheiliguug bittet Drr Vorstand der Freien Vereinigung drr Seifensteder und Dernfsgen. Herlins und Umgegend. I. A.: W. H 0 f f m a n n. Kask-Ile- Frirr! Alle diejenigen Genossen, welche am Sonntag die Partie nach Außerhalb nicht mitmachen können, werden er- sucht, sich Sonntag Abend 642 Nmiekstraße 180 (Zontral-Festsäle) einzufinden. Damen mitbringen. Ver- gnügtes Beisammensein. Anfang 5 Uhr. Mehrere Genossen. Verein zur Wahrung d. Interessen her SchjlhiWßer. Sonntag, den 31. A u g u st: Grosser Ausflug nach Friedrichshagen. Treffpunkt Alernnderplatz am Krnnnen Vormittags fVa Uhr. Um zahlreiche Betheilignng und püntt- liches Erscheinen bittet 613 Der Vorstand. Achtung S Schlosser mih Mschiiienblili- Weiter Berlins. Sonntag, den 31. August 1890: Allgemeiner Anvtlug mit Damen nach Friedrichshngen. Da es wegen unseres am Sonnabend, de» 30. August, stattfindenden Sommer- sestes nicht möglich ist, einen gemein- fiime» Treffpunkt anzusetzen, so über- lassen wir es den Kollegen, ivaun sie dorthin fahren. Der allgemeine Treff- punkt für sämnitliche Schlosser ist im Restaurant„Müggel-Schlößchen". Im Austrage mehrerer Kollegen: 647 Karl Unv e r s ä r t h. Bereiii her Parquetlioheiilegtr. Sonntag, den 31. Augitst 1890: Ansflng nach Friedrichshagen. Abfahrt 10 Uhr Friedrichstr., 10 Uhr 15 Min. Schlesischcr Bahnhos. Treffpunkt bei L ü p p in a n n. Der Vorstand. 646 636 Achtung! Verein der Klempner Berlins und Umgegend. x Am Sonntag, den 31. August 1890: HerreitMrtien-chFriehrichshligeii Treffpunkt: Schlesischcr Bahnhof früh 6V2 Uhr. Für Nachzügler Treffpunkt Restaurant Erxieben. Pünktlichkeit ist a b e r d e n noch die Hauptsache. Der Vorstand. Aosjer Wßng des Bttl-Arbeiter-Bilhiliigsvereiiis am Sonntag, den 31. August nach Friedrichshagen. Treffpunkt Bahnhof Alcxanderplatz; Abfahrt 6 Uhr 58 Minuten. 674 zahlreiche JUctfjeitigmig ersucht Um Der Vorstand. Achtung, Rixdorfer! Crosje össeiitliche Berslimiiiliiiig verbunden mit Hall und(Conmt, unter Mitwirkung des Gejaiigueveino Lrohstnn. Die Musik wird ausgeführt von einem stark besetzten Orchefter. Bei ungünstigem Wetter findet das Concert im großen Saale statt. Bei ein- tretender Dunkelheit große Fackiet- Polonnise. Zur Bequemlichkeit der Damen wird Kaffee verabreicht,& Portion 20 Pf.(2 Tassen). Hierzu werden Freunde und Gönner crgebenst eingeladen. 648 Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Billets sind m 30 Pf. bei folgenden Herren zu haben: Will,. Stropp, Barwaldstraße 14: Otto Zimmermann, Prinzeustr. 88; Wich. Friedrichs. Müllerstr. 3; Eduard M e g 0 w, Bergstr. 22; August T h r u n. Lothringer- strapc 12; Hermami Ronneburg, Chausscestr. 2d; Hugo Hielscher, Franzstr. 18._ drr freien Gemeinde für Uirdorf und Umgegend für Wümier und Frauen Sonnabend, d. 30. August, Abds-S'/sUhr, im Lokale des Herrn H 0 f f»1 a 11 11 in Rixdorf, Bergstraße 133. Tagesordnung: I. Vortrag des Herrn W. Wach über:„Die Moral und die gegen wärtigen Verhältnisse". 2. Diskussion. Männer und Frauen sind freundlichst eingeladen. 629 I. V.: P. S t e i n m a r, _ Prinz Handjerystr. 10. �fpREIsÄ SaÄsil BERLIN. S. Alexandpincn Slp.37» Achtung, Metaltarbeiter Sonntag, den 31. d. M. Grosser Ausflug nach Friedrichshagej Treffpunkt Nachmittags 2 Uhr im Restaurant Waldhaus, Fnedrichss � Freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlik Sonntag, den 31. August(Fossnilefeier): Ausffluu nach FHedHchshageß Treffpunkt Schlesischcr Bahnhof Morgens 6 Uhr. Arbeiterbille � Die Abfahrt erfolgt 6 Uhr 31 Minuten und 7 Uhr 6 Minuten. Die m mich vor 8 Uhr erfolgen. Treffpunkt in Friedrichshagen Mnggrl Um recht zahlreiche Betheiliguug ersucht � vor«tand' Feiseiihliiitt Berlins n. Nmg. Geffeirti. Verfammlniig am Montag, den 1. September, Abends 8 Uhr, bei Keller, Bergstr. 68. Die Tagesordnung wird in der Ver- sammlung bekannt gemacht.— Um das Erscheinen aller Kollegen bittet 645 Der Ginbernfer. Stnhlnrbeitcr- Vereinig. 8. Stiftunys.Fesi Sonntag, den 31. August, im Ueustädter Gurten, Proskauer- Straße, an der Frankfurter Allee. Gr.Instrnmeiital-n.Noknl-Koiiierf. Vorträge. Kinderbelustiguiig. Gr. Ball. Anfang 4 Uhr. Billet 20 Pf.[654 Knnbeiigarseröbe. Zur Einsegnung empfehle mein reich sortirtes Lager von Knaben-Garderoben. Ginfegnuiigs-Anzüge von 15 Wli. im bis zu den Elegantesten. 675 H. Lindstädt, . 34, part. j. H. 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