t. A M üöla 64. Äl itw« I2J läU"' areDi illllM •r«H Nr. 803. Dienstag, den 2. September 1890. y. Jahrg. Hrgan für die der Arbeiter. scheint(öni;* m,., Das»Berliner Volksblatt" «wmmanw!: Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr VonmttagS geöffnet. -» Fernsprecher: Amt vi. Ur. 4100.--*•" Nrd�lttion: Vvukhflratze S.— Expedikion: VeukhstvAtze 3. Die VeelÄnge�ke MikkQgSKTLtufe vee Aeireiiermnen. % ' 3i)ii,ti®ie Behörden haben sich bekanntlich an die In- . e l le n und an die in deren Diensten stehenden pitalistischen Handels- und G e w e r b e k a m m e rn r shre Meinung betreffs der beabsichtigten Verlängerung � Mittagspausen für Arbeiterinnen mit eigenein Haus- r' gewandt und die Gefragten antworteten s o t°Mpt in ablehnende>n Sinne,>vie dies von Mherein von jedem Eingeweihten und vielleicht auch von J Regierung selbst mit Bestimmtheit erivartet wurde. hauptsächlichstes Motiv der abfällig urtheileuden Gut- »Wen begegnet uns der Hinweis auf den L o h n v e r l u st, , � r1!. die halbe Stunde der verlängerten Pause für die be- i �Pfy'nben Arbeiterinnen im Gefolge haben werde. Mit �selben Einwand bekämpfte seiner Zeit Bismarck ini Aslage die Einführung der Sonntagsruhe und die ge- Lir I�ache Verkürzung der Arbeitszeit; mit demselben Ein- � wurden die Schutzbestimmnngeu für die in den ) Wsiken arbeitenden Kinder und das Verbot der Nacht- �it für Frauen bekämpft und mit diesem Einwand, der ? unwissendsten und profithungrigsten Kapitalisten eigen, J'ch auf die bequemste Weise jede auch nur scheinbare �.�schutz-Gcsetzgebung bekämpfen. Und wenn man aus % dem ganzen Kapitalistenthum so sehr geläufigen g.?u»d eine rückschließende Nutzanwendung ziehen wollte, »h x ninn �l'c� Zum 24stündigen Normalarbeitslage ((1 der siebentägigen, unverkürzten Wochenarbeit, wobei > � endlich einmal die„nationale, die vaterländische "stvie" zufrieden sein würde. Jur jeden kritisch Denkenden muß bei dieser kapi- uchen Opposition gegen eine eigentlich nicht gerade hin f Bestimmung auffallen, daß jene nur mit einem N Abgebrauchten Schlagworte operirt und so gar nicht i*.."Udesten die andere Seite der � SUUg gezogen hat. Frage in Berück- gezogen Arbeiterschutz- Gesetzgebung oppo- rn 11 �ueise haben der Sozialdemokratie milliouenuial .,i,°rw"rf eutgegengeschleudert, sie wolle die Ehe, die 'he vernichten und jetzt, wo es gilt zu Gunsten dieser � eind ff � Familienlebens— freilich der Arbeiter! Mlifi*"eine Erleichterung zu schaffen, gerathen die an- ,a>nj/j. Beschützer und Protektoren der Ehe und der »e s. Aufregung und sprechen sich energisch gegen 'Wirf. Abstimmung ans, dabei sich auf den wahr- � ZU erwartenden kleinen Lohnverlust der °irbol«n.j Fcnillckott. [95 jnniov nudMsier seuior. An? v �on Rlphonse Daudet. s dem Französischen von Ludwig K n o r r. Ii) grvb'-n�.�u hast Recht alter Freund," sagte Rislcr, . ntcf.. � hs'bten im Zimmer umhergehend,„ich darf B Hnt,•' A111 dies Weib denken. Sie ist jetzt für mich tobt. bin ,ln'ir.,10ch meinen kleinen Franz ans der Welt... >.'hn fpfiV'L' ö'ooifel, ob ich ihn zurückkommen lasse, seh� Lj,'' da unten aufsuche. Ich wünschte nun immer ' lueii Anfn, fmWn nun bnbc irf) eilten flC« 'l'cm zu haben, nun ynve tiuci yv- ... tnirf. 1111 ich bedenke, daß ich meist die Absicht i, da»»« tödtcn... Fort mit dem Gedanken! h�ihcil'm�da würde zu vergnügt darüber sein. Im ihn.«' � Uull leben, leben mit meinem Franz und nur . Fitimp0' �Ste Sigismund,„so wollte ich Dich sehen." � allez trat mit der Mitthcilung in's Zimmer, J�achte1'„�ishuidigte sich wegen der Störung, die er Milans daß er seine trübe Stimmung in dies glück- nC sin hatte. Doch Sigismund wußte ihm ge- tm bßer. sa?bs Loos auszumalen, denn wie er mit seiner ch A's Lj«.,.""tc ja Rislcr mit seinem Franz leben. Nin >i!,,Manz js/". zuckte ein trübes Lächeln; er sah sich schon »lhe� binem kleinen ruhigen, quäkerhaft eingerichteten Arbeiterin stützend. Ehrlicher wäre es wohl gewesen, wenn sie nicht von befürchtetem Lohuverlust, sondern von Profitverlust gesprochen hätten. Bei dem geringen Verdienste, den die Arbeiterinnen durchschnittlich erwerben können, kann der Verlust eines halbstündigen Lohnes— vorausgesetzt, daß ein solcher Verlust wirklich die Folge sein würde— nur in einigen Pfennigen bestehen und da wäre es dann naheliegend, wenn die Kapitalisten in ihrer erheuchelten, maskirten Arbeiterfreuudlichkeit so sehr um die Arbeiterinnen wegen des event. Lohnentgauges besorgt sind, den Lohn um eine kleine Zulage zu erhöhen, so daß dann auf keinen Fall eine Lohnverkürzung eintreten könnte. Aber da hätten sie dann doppelten Schaden, nämlich einerseits den Prosit- verlust durch die kürzere Arbeitszeit und andererseits eine weitere Schmälerung des Profits, durch erhöhten Lohn und ein solches Opfer kann kein deutscher Kapitalist, wenn er noch so sehr arbeiterfreuudlich ist, bringen, ein solches Opfer kann überhaupt die ganze deutsche Industrie, ohne dem Ruin entgegenzugehen, nicht ertragen. Was nun die halbe Stunde für die Arbeiterin be- trifft, so ist sie für jede Haushaltung eine wahre W o h l t h a t. Das schweizerische Fabrik- g e s e tz von 1877 bestimmt, daß die Arbeiterinnen mit eigenem Haushalt eine halbe Stünde vor Beginn der normalen Mittagspause aus der Fabrik zu entlassen sind und diese Bestimmung ist im Laufe der 13 jährigen Wirk- samkeit des Gesetzes der Bevölkerung, d. h. den Fabri- kanten sowohl wie der Arbeiterschaft in Fleisch und Blut übergegangen; die betreffenden Arbeiterinnen verdienen deshalb nicht weniger als ihre ledigen Kolleginnen, der Fabrikant kommt deshalb doch auf seinen Profit und die nationale, vaterländische Industrie der Schweiz hat unter dieser Einrichtung nicht ein Atom an Existenz- und Kon- kurrenzfähigkeit eingebüßt. Und wenn wirklich diese Arbeiterin einige Pfennige weniger verdienen sollte, ist denn das für gar nichts anzuschlagen, daß sie des Tages eine_ halbe Stunde länger der Familie gegeben ist? Man muß wahrlich ein völlig verknöcherter Shylock, ein in Habgier und Ausbeutnngs- sucht vollständig ausgehender herz- und rücksichtsloser Mensch sein, um konsequent gegen jede und sei es auch die kleinste Erleichterung, des schweren Looses des arbeitenden Volkes mit Wuth anzukämpfen. Für uns ist ja ein elf- und auch ein zehnstündiger Arbeitstag mit anderthalbstündiger Mittagspause durchaus kein Ideal, wir streben nach der achtstündigen Arbeitszeit mit einer angemessenen Mittagspause für beide Geschlechter und ohne jeden Unterschied. Aber wenn die Bourgeoisie mit den elendesten, abgedroschenen Phrasen auch die gering- .. schlaf wohl." hinausgehen wollte, rief ihn Sigismnnd's Zimmer lag im Erdgeschoß. Es war ein sauberes, einfach ausgestattetes Gemach, mit Kattunvorhängen und Bettgardinen und kleinen viereckigen Tischchen. Ans einem Bücherbrett« standen einige Bücher: Handbuch deS Anglers",„Die voll/unmene Hausfrau ans dem Lande", Baremc's Rechenknecht", das war der geistige Theil der Wohnung. Papa Planus schaute stolz um sich. Alles war in Ordnung, das Glas Wasser auf dem Nachttisch, wie sich's gehörte. „Und nun gute Na cbt. Gerade als der Kassirer Rislcr zurück: „Sigismund!" „Du wünschest!" Rislcr erröthcte leicht und bewegte die Lippen, als ob er etwas sagen wollte. Dann aber bezwang er sich ge- waltsam: „Nein... nichts... Gute Nacht, alter Freund." Tie Geschwister sprachen noch- lange im Eßzimmer und Sigismund mußte den schrecklichen Vorfall im Cafö erzählen und man kann sich vorstellen, wie oft dabei die beiden Leibsprnche„O, die Männer" und„O, die Weiber" zum Vorschein kamen. Endlich schloß Fräulein Planus die Gartenthür sorgsältig zu und begab sich in ihr Zimmer, während Sigismund sich es in dem Nebenzimmer bequem machte. Gegen Mitternacht wurde der Kassirer plötzlich von seiner Schwester geweckt, die ihm leise und sehr erschrocken zurief. „Herr Planus, mein Bruder!" ..Hm?" „Haben Sie gehört?" fügigste Konzession an die Arbeiterschaft bekämpft, wie glaubt sie denn dann weiterzukommen? Etwa durch Be- folgung des Bismarck'schen Rezeptes mit der schießenden Flinte und dem hauenden Säbel? Wir glauben gerne, daß jenen Kreisen ein Ausnahmegesetz gegen das arbeitende Volk besser behagt, als ein Arbeiter« schntzgesetz— ein Ausnahmegesetz, ohne jede Anwandlung von Schwäche und Humanität, die Kriegsartikel in Zivil- ausgäbe. Warum hat aber die Regierung die Arbeiter- s ch a f t nicht um ihre Meinung wegen der verlängerten Mittagspause gefragt? Hält sie sich davon überzeugt, daß diese damit einverstanden ist? Wenn das der Fall, nun dann konnte sie sich andererseits von dem Nichteinverständniß des Kapitalistenthums ebenso überzeugt halten, auf jeden Fall ist es aber ein einseitiges Vorgehen, das einer Regierung, die sich mit der Gloria der Arbeiterfreundlich- keit schmücken will, schlecht ansteht. Wenn sie aber trotz allem, was seit Dezennien vorgekommen, sich noch im 11n- klaren über die Anschauungen der deutschen Bourgeoisie in Fragen, welche das Arbeitsverhältniß betreffen, befand, so — wir wollen das hoffen— wird sie die Enquete über die Frage der verlängerten Mittagspause und die Ergeb- nisse derselben darüber genugsam belehrt und ihr hoffent- lich alle Zweifel benommen haben. Volikts-Ho Lieb evlt ri»k. Jtnäi offiziösen Ztlrtdnngcu soll bei der Reform der Fobrikinspeklion in Preußen nicht blos eine Vermehrung der mit der Fabriknussicht betrauten Beamten, sondern auch eine Ver- mebrung der Aufsichtsbezirke zu gewärtigen sein. Erst dann könnte in der That vom Beginn einer wirklichen Reformthätigkeit die Rede sein. Eine kapitalistische Tugend. In der modernen bürger- lichen Gesellschaft gilt als erste und wichtigste Richtschnur für das praktische Leben der Grundsatz, geschäftlich" vorwärts zu kommen d. h. darnach zu streben, auf der gesellschaftlichen Stufen- leitcr empor zu steigen und zu guterletzt natürlich den Kindern ein rechtschaffenes Erbe zu hinterlassen. Dieser Grundsatz gilt für den Millionär, für den Junker, den Fabrikanten, den Kauf- man», den Gewerbetreibende», den Landmann oder Gutsbesitzer; für alle diese Kreise gilt der Grundsatz; seid strebsam! Und sie sind eS in der That auch Alle; sie streben Alle darnach, das Ziel zu erreiche», und wer es am rveitesten bringt— natürlich nus „eigener Kraft"—, der hat die kapitalistische Tugend der Streb- samkeit am besten geübt und praktizirt. Allerdings rufen jene Kreise auch dem Arbeiter zu, strebsam zu sein und zu trachten, vorwärts zu kommen. Aber für den Arbeiter denkt man sich die Strebsamkeit anders. Während der Besitzende, der selbstständige Geschäftsmann seine Einnahmen da- durch zu steigern sucht, daß er den Gewinn auf Kosten anderer Leute zu vermehren weiß, soll der Arbeiter mit dem die kapitalistische Tugend üben, was ihm die Gnade des „Nein.... Was denn? „O, es war schrecklich.... Etwas wie ein Seufzer.. aber so schwer und traurig.... Es kam aus dem Zimmer da unten." Sie horchten. Draußen fiel der Regen in Strömen nieder. „Es ist der Wind", sagte Sigismund. „Ich bin sicher, er ist es nicht.... Pst. Horch!" Unter dem Geheul des Windes vernahm er«inen Klage- laut aus der Tiefe, ein mühsam ausgcstoßeueS Wort. „Franz... Franz!" Wie schauerlich und furchtbar das klang. „Ich fürchte mich," murmelte Fräulein Planus,„wenn Sie nachsähen!" „Nein, lassen wir ihn. Er denkt cm seinen Bruder. Armer Bursche! Dieser Gedanke ist noch das Einzige, was ihm wohl thuu kann." Und der alte Kassirer schlief wieder ein. Am anderen Morgen erwachte er, wie täglich; als in den Forts die Revaille erklang, denn das kleine Haus richtete sich ganz nach seiner militärischen Umgebung. Die Schwester fütterte bereits die Hühner, und als sie ihren Bruder erblickte, kam sie etwas erregt auf ihn zu: „Es ist eigcuthümlich, ich höre keinen Laut bei Herrn Risler... Und trotzdem steht das Fenster weit offen." Der bestürzte Sigismund pochte an NiSler's Thür. „Rislcr! tztislcr..." Er rief mit sichtbarer Unruhe. „Rislcr! bist Du drin... Schläfst Du noch?" Keine Autwort. Er öffnet die Thür. Im Zimmer war es kalt, man fühlte, daß die feuchte Luft die ganze Nacht ins Zimmer gedrungen war. Beim ersten Blick auf's Bett „Arbeitgebers" als Arbeitslohn zu geben geruht. Der Arbeiter soll recht emsig und arbeitsam sein, er soll ununterbrochen, Tag und Nacht arbeiten, um seinen Lohn zu vervielfältigen; er soll sich einschränken in der Lebensweise, in der Wohnung, Kleidung, und allen übrigen Ausgaben, um sich von seinem Verdienste zum Zurücklegen etwas erübrigen, auf diese Weise nach nnd nach zu einem Vermögen, schließlich zu einem eigenen Geschäfte und somit vorwärts kommen zu können. Das Rezept hat ja erst kürzlich, von kapitalistischer Seite für die Arbeiterschaft verordnet, die Runde durch die deutsche Presse gemacht. Sind das nun für den Arbeiter die wichtigen Mittel vor- wärts zu kommen? Mit dem großen Fleiß, der ununterbrochenen rastlosen Arbeitssamkeit hat es unter der Herrschaft der kapitalistischen Prodliktion eine eigene Bewandtniß. Die ununter- brochene rastlose Arbeitsamkeit schließt eine lange Arbeitszeit in sich und da kommt nun die Erfahrung und sagt:„Lange Arbeits- zeit, schlechter Lohn..." Der Kapitalismus bringt es mit sich, daß, wenn die Arbeiterschaft sich entschließen könnte, Tag und Nacht, also 24 Stunden lang zu arbeiten, sie nach kurzer Dauer nicht mehr das Toppelte des jetzigen einfachen TagelohneS, sondern dann eben nur noch diesen erhalten würde. Für den Lohnarbeiter wird die lange Arbeitszeit, die beständige Arbeitsamkeit zum Fluche, nicht zum Segen. Das thätige, regulirende Eingreifen und selbstständige Handeln des Arbeiters in der Frage, die für ihn die Quelle des Vorwärtskommens, ist für den Kapitalisten ein Greuel. Er betrachtet es als sein heiliges, unantastbares Recht, seine Gewinne und Renten und Dividenden ins Un- begrenzte zu vermehren; dagegen erblickt er in dein Bestreben des Arbeiters, mehr Lohn zu erhalten, eine freche Anmaßung, eine ungesunde, künstlich durch sozialistische Hetzer und Umstürzler erzeugte Begehrlichkeit, ja dieses Bestreben ist dem deutschen Kapitalisten sogar ein Verbrechen, zu dessen Verfolgung er die Staatsgewalt auffordert nnd zu dessen Bekämpfung der Apparat der Gesetzgebung in Bewegung gesetzt werden soll, um die be- kannte„Gesetzeslücke" auszulüllen. Das deutsche Kapitalisten- thum ist in seiner maßlosen Begehrlichkeit bereits dahin gelangt, dem Arbeiter überhaupt das Recht zu bestreiten, einen bestimmten Lohn zu verlangen. Nur der Kapitalist ist in der glücklichen Lage, zu wisse», welchen Lohn der Arbeiter erhalten kann; der Arveiter, als traditionell-obligatorischer„dummer Kerl", kann das natürlich nicht wissen. Wenn nun der Arbeiter die kapitalistische Tugend der Strebsamkeit ebenfalls übt und sich so einschränkt in jeder Beziehung, daß er von seinem Lohne wirklich einen kleinen Betrag in eine öffentliche Sparkasse legen kann, so wird ihm unter Umständen diese Tugend wiederum zum Fluche. Es dürfen sich die Verhältnisse so gestalten, daß die Arbeiter g e- zw un gen sind, Lohnerhöhung zu verlangen, dann thciltdieaus Bourgeois bestehende Verwaltung der Sparkasse den bedrängten Kapitalistengenossen mit, daß von der Arbeiterschaft so nnd so viele Spareinlagen in der und der Höhe gemacht ivurden und triumphirend tntt nun mit Zahlen die kapitalistische Presse gegen die begehrlichen Arbeiter auf, die„öffentliche Meinung" belehrend, daß den Arbeitern es gut geht, daß sie ganz ansehnliche Summen sich erspart haben und nur fremde Agitatoren die gutbezahlten und zufriedenen Arbeiter aufgehetzt haben. Wenn dann nicht sehr günstige Umstände für die Arbeiter vorhanden sind, so ist die Aktion schon halb verloren. Für den Arbeiter ist der beste Weg, um vorwärts zu kommen, derjenige, der ihn dazu führt, daß er, d. h. die ganze arbeitende Gesell- fchasl in den Besitz der gesummten Produktionsmittel kommt, damit fällt dann die Ausbeutung durch Andere hinweg und damit wird auch die moderne kapitalistische Tugend der Strebsamkeit ihren Boden verlieren, eine Tugend, die nur zum Vorthcil des Einen geübt werden kann, wenn der Andere darunter leidet; diese Tugend kann eben nur eine kapitalistische sein! Der enthnllte Oonlnngrr. In dem Pariser Scnsations- und Skandaldlatt„Figaro" werden, wie unser Pariser Korre- spondent bereits miltheilt, von einem der Vertrauten des„braven Generals", dem berüchtigten M e r m e i x, dessen innerste Geheimnisse der Welt ausplaudert. Wir erfahren daraus, daß unsere Auffassung durchaus richtig war, und daß Boulanger thatsächlich im Sold aller Feinde der Republik stand. Er wurde von den Pfaffen, Bonapartisten und namentlich den Orlcanisten bezahlt, und hatte, da es vor allem galt die Arbeitermasscn zu gewinnen, die Rolle des radikalen Revolutionärs zu spielen, den der schwach- matische Parlamentarismus anekelte, der aber nebenbei auch die Pfaffen so verachtete, daß er es des Staats unwürdig hielt, sich überhaupt mit ihnen zu beschäftigen, was den Pfaffen sehr in den Kram paßte. Durch das radikal revolutionäre Geschimpfe auf den Parlamentarismus und die„elende Bourgeoisrepublik" ließen sich einige Pariser Arbeiterführer, z. B. die Blanquisten Grenger u. s. w. auch täuschen— die Pariser Arbeiter aber durchschauten den Boulanger'schen Radikalismus, und statt der„elenden Bourgeoisrcpublik" den Hals umzudrehen, gaben sie dem„braven General" den Lauspaß— und die geprellten monarchischen Füchse haben das Nachsehen. Die Millionen, welche sie in das„Geschäft" gesteckt haben,— denn die Sache ward ganz geschäftsmäßig betrieben— sind unwiederbringlich verloren. Uebrigens steht es fest, daß Boulanger auch aus dem Aus- land Geld erhalten hat. In wie weit die Gerüchte, daß Deutsch- land dabei betheiligt sei, auf Wahrheit beruhen, können wir nicht entscheide». Fest fleht, daß bedeutende Summen von Rußland geliefert worden sind, dessen Regierung notorisch gegen die Ne- dächte Planus:„er hat sich nicht hingelegt." Das Bett ivar unberührt. Die qualmende Lampe nicht ausgelöscht und die im Fieber der Schlaflosigkeit ganz geleerte Wasserflasche, deuteten ans eine in größter Ausregung verbrachte Nacht. Am meisten erschreckte den Kassirer die Entdeckung, daß der Kommodenkasten offen stand, in welchem er Packet und Brief Risler's aufbewahrt hatte. Der Brief ivar verschwunden, und das Packet lag gc- öffnet auf dem Tische; es enthielt u. a. 1 Bild Sidouien's als fünfzehnjähriges Mädchen. Sigismund machte sich Vorwürfe, daß er den Schlüssel nicht abgezogen hatte, und dann hatte ihn Risler versichert, daß das Weib für ihn nicht mehr existire. Fräulein Planus stürzte in großer Erregung herbei. „Herr Risler ist fort"... er ist über die Mauer gc- klettert... man sieht noch die Spuren." Sie sahen sich betroffen an. Der Brief!... dachte Planus. Wahrscheinlich mußte der Brief seiner Frau Risler eine ganz unerwartete Mittheilung gebracht habe», infolge dessen er, um seine Wirthe nicht zu wecken, geräuschlos durch das Fenster gegangen war, wie ein Dieb. Aber weshalb? Zu welchem Zwecke. „Sie werden sehen, Schwester, sagte der arme Planus, während er' sich eilig ankleidete,„diese Dirne hat ihm noch irgend einen schlimmen Streich gespielt nnd während die alte Jungfer ihn zu beruhigen versuchte, schüttelte er den Kopf mit seinem Lieblingsmotive: „Chab kain Vertrauen". Dann eilte er schnell hinweg. In der vom Regen erweichten Erde bemerkte man deutlich Risler's Fußspuren, auch an der Mauer sah man Schrammen und oben auf dem Kamme eine abgebröckelte Stelle. Die Geschwister traten auf die Ringstraße hinaus. publik konspirirt hat und nach kouspirirt— ein Umstand, welcher der französischen Regierung bekannt ist und welcher zur Genüge beweist, wie thöricht das Gerede von einer geplanten Allianz der französischen Republik mit dem russichen Zarenreich ist. Kein Zweifel, nach der Anneklion von Elsaß-Lotyringen hat eine Zeit lang die Gefahr einer russisch-französischen Allianz bestanden, allem die Gefahr war von dem Momente an verschwunden, wo die Möglichkeit einer Wiederherstellung der Monarchie— in irgend einer Gestalt— verschwunden war. Koysiott von„oben". Sämmtlichen Mannschaften des in Bautzen in Garnison befindlichen Jnfanterie-Regiments Nr. 103 ist, wie der„Voss. Ztg." mitgetheilt wurde, kürzlich vor dem Aus- rücken ins Manöver, welches in der Nähe von Dresden statt- findet, ein autographirtcs Schriftstück ausgehändigt worden, auf welchem alle von der Dresdener Militärbehörde boykottirten Ge- schäfte verzeichnet sind. Es sind dies 30 Gastwirthschaften(einschl. 4 Tanzsäle), 3 Fischgeschäste, 3 Zigarrengeschäfte, 2 Destillationen, 3 Geschäfte des Konsumvereins, 1 Weiß- und Wollwaarengeschäft und 1 Barbier. Leibeigenschaft ober was sonst? Im„Sprechsaal", dem Organ der Glasindustriellen, findet sich folgender„vortheilhaster Gelegenheitskaus": „Wegen Erbschafts-Auseinandersetzung ist eine im flotten Betriebe befindliche Hohlglashütte mit trcucr Kundschaft und sehr gutem Arbeiterstamm sofort zu verkaufen." Daß Jemand sein im flotten Betriebe befindliches Geschäft preiswerth loszuwerden sucht, dagegen kann Niemand etwas ein- zuwenden haben, wenn aber dieser Jemand gleichzeitig mit dem Geschäft auch die Kundschaft und den Arbeiterstamm mit als Verkaufsobjekt anführt, so muß er entweder noch die Vorrechte der Leibeigenschaft besitzen oder an einer bedenklichen Begriffs- Verwirrung leiden. Eine graste Enttäuschung haben die Polen erlitten. Wie bekannt, hat die polnische Fraktion des Reichstags blos deshalb für die Militärvorlage gestimmt, weil sie hoffte, als Entgelt dafür einen Bischof ihrer Nationalität auf dem Stuhl des heiligen Adalbert zu sehen. Wie bekannt wird, hat aber jetzt die Regie- rung die ganze vom Posener Domkapitel eingereichte Kandidaten- liste zurückgewiesen und wird infolge einer Verständigung zwischen Papst und Regierung ein Deutscher das Erzbisthum erhalten. Die polnischen Verräther der Volksinteressen haben also ihren Lohn dahin. Ob sich dieselben bei einer kommenden Abstimmung wohl wieder so nachgiebig zeigen werden? Ana der Zeit dra Kozialistrngrsestes. Aus Schlesien wird der„Franks. Zeit." geschrieben: Mit dem Erlöschen des Sozialistengesetzes wird manche Erinnerung an die Herrschaft desselben wieder lebendig werden, und dürfte sie für die Be- troffcnen in den seltenpen Fällen eine heitere Seite darbieten. Im Folgenden berichte ich ein Vorkommniß von tragikomischer Wirkung; der freundliche Leser wird bald herausfinden, wo die Tragik und wo die Komik zu suchen, nur die Versicherung nehme er noch mit ans den Weg, daß die erzählte Begebenheit buchstäb- lich wahr, daß sie sozusagen aktenmäßig festgestellt ist. Lebte da in einer großen Stadt im Osten Deutschlands ein Redakteur. Eines Tages— im Jahre 1883 war es— wurde er aus irgendwelchen Gründen der Ehre theilhaftig, in seinen Wohnräumen einen— Gerichtsvollzieher empfange» zu dürfen. Ter Beamte legte für die Hauswirthschaft des Redakteurs, sowie für dessen Berns und die in einem Schranke untergebrachte reichhaltige Bibliothek ein ungemein lebhaftes Interesse an den Tag. Buch für Buch be- schaute er, dann schrieb er die Titel auf einen großen Bogen, klebte in den Schrank ein gezacktes, rundes, buntes Parpierchen mit irgend einem grimmigen Wappenthier darauf, ließ das Alles den Kollegen durch dessen Unterschrift beglaubigen, entfernte sich und — nach 3 Tagen veröffentlichten die Zeitungen den Termin der Versteigerung einer werthvollen Bibliothek. Erst jetzt schlug den Herrn Redakteur das Gewissen ob einer großen Uuterlassunggsünde, deren er sich beinahe schuldig gemacht. Leicht hätte es, wenn dem nicht vorgebeugt würde, geschehen können, daß der Gerichtsvoll- zicher wegen Verbreitung verbotener Schriften, der Gläubiger wegen Anstiftung hierzu und die Käufer wegen Beihilfe einem gewissenhaften Staatsanwalt zuni Sühneopfcr gefallen wären. Denn es ist landbekannt, daß das Sozialisteugesetz mit derartigen Bösewichten streng ins Gericht ging und sie ohne Ansehen der Person ins Gefängniß spedirte. Wie aller der Redakteur in den Besitz verbotener Schriften gekommen war? Nun, neben seinen Berufsgeschäften widmete er sich noch eifrig sozialpolitischen Stu- dien, für welche er verschiedene verbotene Werke:c. nicht missen mochte. Flugs setzte er sich hin und erhob gegen die Pfändung, soweit eben das Verbotene in Betracht kam, beim Amtsgericht Beschwerde mit der Begründung, daß durch die Versteigerung eine vom Sozialistengescg mit Strafe bedrohte Verbreitung er- folgen würde; es ginge doch aber nicht an, daß eine vom Gericht gleichsani approbirle Verletzung der strafgesetzlichen Bestimmungen durchgeführt werden könnte. Mit dem Gefühl der Be- sriedigung über den vorzüglichen Schachzug, der ihn mit dem Nimbus eines strengen Wahrers des Gesetzes umgeben, andererseits ihm aber einen Thcil des verlorenen Bücherschatzes zurückführen mußte, erwartete er den Bescheid. Dieser kam an und— die Beschwerde wurde zurückgewiesen.§ 715 C.-P.-O. weiß nichts vom Sozialisteugescy und kennt nur Gesang- und Schulbücher, welche unpfändvar sind; also konnte dem Gesuch um theilweise Aushebung der Pfändung nicht stattgegeben werden, auch wenn verbotene Schriften in Frage ständen. In stummer Bewunderung ob des unbegreiflichen Waltens der heiligen Thenns verzichtete der Kollege auf die'Anwendung eines weiteren Rechts- mittels und die Versteigerung wurde vorgenommen. Antiquare erwarben den größten Theil der Bibliothek und W, nachher konnte man in einigen Schaufenstern die „Schriften" verlockend auf den Beschauer wirken fthets' einem ähnlichen Falle befand sich am selben Orte e»>? Schriftsteller, dem ebenfalls eine Anzahl verbotener€dp'f_ anderen zwangsweise versteigert wurde. Ter Gerichte� WU VtL CU givutiyjvtvwf| V vvvftviyvv». gab ihm bei der Auktion ein Bändchen Gedichte zurjiä- ch rvi— f t 1-..' f_ fr w... /y f � X � VC Dort konnte man die Spuren nicht weiter verfolgen, man konnte nur erkennen, daß Risler sich in der Richtung nach der Chaussee von Orleans entfernt hatte. Sigismund schüttelte den Kops. Er sprach seine Gc- danken nicht ans und schickte seine Schwester ins Haus zurück. Ans der Ringstraße bewegten sich jetzt Soldaten, Gc- müscvcrkällfer, Marketender, mit ihren Karren— all das Gewühl einer nach der großen Stadt ziehenden Menge. Sigismund stürmte vorwärts. Plötzlich blieb er stehen. Am Fuße des Festnngswalles, vor einem kleinen viereckigen Gebäude, bemerkte er einen Haufen Menschen: Soldaten, Zollbeamte, Männer in schmierigen Vlonsen nnd Barrieren- buntmler. Er trat instinktiv näher. Ein Zollbeamter, der hinter einer vergitterten Anssallpsorte saß, sprach unter lebhaften Handbewegnngen zur Menge. „Hier befand er sich, wo ich jetzt stehe, sagte er.... Er hat sich im Sitzen aufgehängt, indem er mit aller Kraft au dem Stricke zog... so... Hopp... Und es muß ihm wahrhaftig Ernst mit dem Sterben gcivcscn sein, denn in seiner Tasche befand sich noch ein scharfes Rasirmcsser." „Armer Teufel," rief eine mitleidige Stimme ails der Menge. „Ist es denn sicher, daß er todt ist?" Alles fing zu lachen an über diese Frage des alten Sigismund. „Seht doch den alten Zeisig, sagte der Zollbeamte, „wenn ich Ihnen doch sage, daß er diesen Morgen schon ganz blau war, als man ihn abschnitt und in die Jägerkasernc brachte." Die Kaserne lag nicht nocit ab, und doch schleppte sich Sigismund nur mit großer Mühe dorthin. Vergeblich suchte er sich vorznreden, wie häufig Selbstmorde in Baris vor- „Republikanische Lieder", herausgegeben— was die klassische und nachklassische Zeit an berühmten, k. den Namen aufweisen kann(Goethe, Schiller, Bürger,- Uhland u. f. iv. u. s. w.), das ist in diesem Büchelchc»"f, „'Aber das ist ja nicht verboten!" wagte der ehemalige y thümer zu bemerken.—„Thut nichts, es ist da von--I '• cYl.» T p l L*1 känischen Liedern die Rede, ich würde gegen meine Be?lnit> — e-,. e-...-------»je. w.o.— rx.:..�4.«'k J verstoßen, wenn ich das versteigerte.—-w bereits eine Menge verbotener Schriften an den Mann n-. -„S-- o!"... Dieses„S-o" redet 10 Jahre des Sozialistengesetzes. Eine«»verschämte Luge. Den Sozialdemon� Kaiserslautern sagt die dortige nationalliberale„Pfalz' , C rn Pf......<... f'i. CTO: 3 tu y etsiau lern jagt uie ooruge nanouautvei.nie r v-,v~ nach, daß sie vor der Stichwahl sich an ein Mitglied der ii°y asst». liberalen Partei gewandt hätten mit der Anfrage, ob die nkl tags.-Sjg liberale Partei diesozialdemokratischen Wahlkosten bezahle» wenn die Sozialdemokraten sich der Stimmabgabe enthnll J n 4 muTh»— 2)if ganze(beschichte ist � 1. ne Nahm c wtigk. das Ve Sinmnei schuhgcsl werde. Kn 28, Aug m zu «tiuimei >N Kirr Hamback ««wählt. d'strikter ist für d ß-ge ka eine aus wahrschi wen geg den'- Handel wurde abgelehnt. erfunden. Wie ei« Fabrikant boykottet, zeigte eine wwy'üi Verhandlung, welche vor einigen Tagen vor dem Amtegujrl Augsburg verhandelt wurde. Der Direktor der MmsiD Gesellschaft Augsburg, vorm. Oexl u. Komp., Herr Philip? erließ vor einiger Zeit bei Strafe sofortiger Entlaffunt� Kündigung und ohne Rücksicht auf den Familienstand das�I svt/>ff444t f hßVßll• TMi des Besuchs einer nahegelegenen Gastivirthschast, deren.»A vieljähriger Arbeiter�der Fabrik gewesen war. Grm>dM»y� Verbot wurden den Arbeitern nicht angegeben und »vw» w v•»••»»»•»-»»••»»»�»»»»»••— �-•— w.----" NL heutiger Gerichtssitzung selbst vom Prokuristen des Geschaj?» U<>zi>i3inet merden. daoeaen wurde von der anaedrobten bezeichnet werden, dagegen wurde von der angedrohten in mehreren Fällen in schroffster Weise Gebrauch gemachs Angeber diente ein Mann, von dem man sich öffentlich' daß er Kohlen gestohlen habe und sich„abschmieren" lasse. war von einem der Entlassenen unter Berufung auf das lein„Der größte Lump im ganzen Land— Das ist und der Denunziant", bei der Direktion charakteristrt ivorde» ihn zu einer Beleidigungsklage veranlaßte, die aber weo� noch seiner Direktion gut bekam; denn die Verhandlung, mit der Freisprechung des Beleidigers und die Direktion Ja im Urtheilstenor hören, daß jenes Verbot ebenso nnbeg�i wie ungehörig sei. Das Urtheil des Gerichts enthält Ja folgende Sätze:„Das Verbot des Besuches der Gogellschen�Z schast, über dessen Grund in der heutigen Verhandlung etwas weiß, mit der Folge der sofortigen DienstentlasW Falle seiner Verletzung ist ein durch und durch unanständig«, es, ohne mit der SlrUeitspflichterfüllung zusammeuzuhängtssj freien Willen der Arbeiter in einer den guten Sitte»'s» streitenden Weise, also unsittlich durch einen Zwang näw»' Drohung sofortiger Entlassung, des Verlustes und Nahrung drückt." j Vielleicht werden König Stumm und seine Geistesver»'� ich dieses Urtheil auch etwas zu Gemüthe führen. Aus Sachsen, den 81. August. Die Staatsretterei« die heilige Hcrmandad steht bei uns fortgesetzt in ftej Blüthe. Für heute war Seitens der Dresdener Arbe>>» Arbeiterfest in dem benachbarten Plauen projektirt, aber' 31. August auch der Todestag Lassalle's ist, wurde dasselfl» boten; es hätte ja leicht zu sozialdemokratischen DemonstrüA führen können.»Den gleichen Eiser wie die Dresdener r hauptmannschaft zeigte der Krimmitschaner Stadtrath, M , nc W die 1888 10t Arhlpcr Ergänzu »eräiider 21 Stoc % für die? werden t Oppvsiti Cammer Auftreten , Pa der Pro; z» zi wurden. trmee g . P a w St. F »hanson präfekt 8 wähl erj ° Asl Mdeski »Waffe» l r Iii j-1 l Ulli H il|| V ,JViy4» VV» V4)V»»»V»,. Arbeiteroersammlung auf Grund von§ 5 des sächsischen und Versammlungsgesetzes verbot. Der§ 6 des erwähaM rv Ni Fabrik »rbeiter Arbeit i etzes ist an Tehnvarkeit und Auslegungsfähigkeit dem 3 r Sozialistengesetzes weit„über". Dieser verlangt, daß»»v sainmlungen verboten werden können, in denen die b% Bestrebungen in einer den öffentlichen Frieden oder die der Bevölterungsklaffen gefährdenden Weife zu Tage trete>»2 ■' des sächsischen Bcreinsgesetzes aber gestattet, wde W»" § 5 ves laamiajen«jeteuisgeiepe» uuet geimucr, jeut lung zu verbieten, in welcher zu unsittlichen Handlungen � Gesetzesübertretungen geneigt gemacht werden ein Wortlaut ist also ein weit dehnbar er�> gestattet, daß das Verbot auf alle Bestrebungen sich erstretfy der Polizei nicht konveniren, und deren öffentliche Erörtcr» nicht wünscht. In diesem Sinne wird denn auch von jetzig Vereins- und Versainmlungsgesetz seitens unserer Polizei, 8' in BW' habt werden, der Fall des Sozialistengesetzes wird ziehung bei uns altes beim.Alten lassen.. Wie in Preußen so werben auch in Sachsen seitens ccj waltnngsbehörden Enqueten veranstaltet, um sestziistelle». . i-... l.f..*-... 1*1 4„ P. I. Y.' 1.......... 4....... I... 4. A Interessenten sich zu den Beschlüssen der ArbeiterschutzgesY4 �44 SVJrtfrX.irtrtrtrtS Itollmt(TO/* 2 Xtofa gooze' Mission des Reichstages stellen. Was diese gu»z>--""(iL mitten im Stadium der Berathung für einen Sinn haben iM schwer einzusehen. Es wird sich zeigen, daß in der MehrJlj» Unternehmern die Beschlüsse zu iveit gehen, wohingegen l'i Arbeitern nicht weil genug gehen. Zu einer besonderen stellung wird die Enquete kaum beitragen. Groitzsch, bei Leipzig, den 31. August. Gestern hielt hier Genosse Liedknecht im dichtgefüllten SchützenhauseS einen Vortrag über die vergangene llieiNra effion. Die aus über 1500 Menschen bestehende Versa»» . M »ounte'i »Ischl denen i % ßksik, »«mit i »"sau wtmbcni I besucht Zur Sei gLl •rficulii «eiioiun kommen nnd wie viele Selbstmörder an den Festmigsm ausgehoben werden. „Ah, Sie kommen wegen des Erhängten," sag�. Unteroffizier, der die Wache an der Thür der Kaserne n „Sehen Sie, da ist er!" Man hatte den Leichnam ans einen Tisch in einer jß ......... � f � 4...X � or..4 TO3...4.f f. � v_ i. ckT,4, VirM Schuppen gelegt lind eine Art Mantel bedeckte ihn-.g Einige Soldaten nnd Offiziere plauderten ganz in der s/ mit leiser Stimme und in einer Ecke schrieb ein den Rapport über den Vorfall. An diesen wandte Sigismund: „Ich möchte ihn sehen.". Er näherte sich dem Tische, zögerte noch einen-N blick, dann hob er mit einem plötzlichen Entschlnmä Mantel empor und erblickte ein aufgedunsenes Gepfl einen großen Körper in regcndnrchnäßten Kleidern•*', „Also hat sie Dich endlich getödtct, alter murmelte Planus und sank schlitchzeud auf's Knie. � Die Soldaten ivaren neugierig herangetreten un» trachteten den Leichnam. „Sehen Sie doch, Feldwebel, sagte einer, er eine Hand fest geschlossen, als wenn er darin etwa»| hielte.* „Wahrhaftig," sagte der Feldivebcl, indem er sich sUl''« „so clwaS pafsirt im Todeskampfe... Erinnern air Solfcrino, wie der Kommandant Bordy das M»»« seines Töchtcrchens krampfhaft in der Hand hielt 1■ Bei diesen Worten versuchte er die krampfha� schloffen- Hand zu öffnen. „Sieh da," sagte er,„ein Brief, den er so fest � J Er tvollte ihn vorlesen, aber ein Ofsizier nahm ih" überbrachte ihn Sigismund mit den Worten: „Vielleicht gilt es noch einen letzten Willen zu er »hm ni i R eil P. I mmsrnm# jjn i»■'' er«� icn M?| in ßiyä,&%.Y'� T i'uo-•yit;£UU11"VHRÜ W ad teÄÄS SS Är&.rr," tn sonach �4 ar(«"[Bparki) .«/»Mifciir? . Kchmeden und Norwegen. �/"ckholm, den 29. August. Die Wahlen in den Land- Meuten sind jetzt ivohl ohne Ausnahme vollzogen, daS Ergebniß s!-�. Freihändler so günstig ausgefallen, daß an ihrem End- L®''?uin noch geziveifclt werden kann.„Aftonbladed" giebt "•fÄf®! mnt?�lührliche Uebersicht über den Wahlfeldzug und über die S'%.%] N�schemlichen Resultate, die sich jetzt ziemlich genau berechnen iis&%,.®ci der Abstimmung über den Roggenzoll in der Reichs- ß»°S'tzung von 1888 wurden 114 Stimmen für und 108 Stim- 2" 8Wn denselben abgegeben. Wenn man annimmt, daß von m 4 Mitgliedem der Kammer, die nicht an der Abstimmung nahmen, zwei für und zwei gegen den Vorschlag waren, so J*!» Zahl der Gegner des Roggenzolls in der zweiten Kammer � 108 betragen, die der Schutzzöllner 116. Im Laufe der Wahlperiode wurde das Parteiverhaltniß durch Todesfälle und Mnzungewahlen auf 108 Freihändler und 110 Schuhzöllner rändert. Run rechnet„Aftonbladed" mit Sicherheit, daß die e-, �lockholmer Sitze, welche infolge eines Formfehlers den »lutzzöllnern zufielen, mit lauter Freihändlern besetzt tvcrde». Verbindung mit den schon gewonnenen Platzen und den u°°'- Freihändler sicheren Kreisen, die noch nicht geivählt haben, erden die politische Lage so vollständig verändern, daß die liberale Opposition gegen das herrschende Schutzzoll-Sysiein in der neuen niSfl""""ut einer Mehrheit von ungefähr 50 Stimmen wird #unveten können. Fvattltveich. . h>aris, 80. August. Heute wurde vor den Sekne-Assisen . Prozeß gegen die Anarchisten Cnbot und Vinchon verhandelt, * Zu zwei Iah..'» Gefängniß und 2000 Franks Pön verurtheilt wurden, weil sie anläßlich der Manifestationen vom 1. Mai Mkate gedruckt und vertheilt hatten, in denen Ausreizung der «ruiee gefunden wurde. „Pchris, I September. Bei der gestrigen Deputirtenwahl Andrieux(Revisionist) "tthl erforderlich. Rußland. 0 A s ch k a b a d, 1. September. Wie verlautet, hätte der «ndeskoiiiliinndirende General K u r o p a t k i n mehreren in Mikabad wohnhaften Juden den Befehl zugehen lassen, ihre Ge- ichnfte abzuwickeln und binnen.euiem Monat TranscaSpien zu 'erlassen. Amerik a. . New-Aork, 31. August. In der Staudard-Coke- »abrik in Scottsdale(Pemisylvanien) haben 1000 Kohlen« Arbeiter wegen Beschäftigung von Nicht-Geivcrkvereiulcrn die Arbeit eingestellt. Australien. Melbourne, 31. August. In den Straßen Mel- beurne's, die thcilivcise wieder elektrisch erleuchtet siud, YNrscht heute vollständige Ruhe. Eine Kundgebung, au der üch gegen 40 000 Personen betheiligt hatten, verlief sehr Wg. Es wurden mehrere Resolutionen angenommen, in Mcn den Trade-Unions Englands der Dank für ihre Sym- j?chic und materielle Hilfe ausgesprochen ivird.— Die Uchex lehnten den Antrag ab, mit den Vertretern der Ereilenden zu verhandeln, bevor sie mit den vereinigten »rbcitgebern sich bcratheu hatten.— Die Regierung von pldncy beschloß, einen Theil der Qnais zu verbarrikadiren, '»Mit die Richt-Unionilten unb.eh°lliat arbeiten könnten. NevsÄtnntlÄNAon. p. öft'rntliche Schneider- und Schnriderlunrn- 'Minium lung tagte am Dienstag in den Arminhallen, Kom- ondautenstr. 20. Die Tagesordnung lautete: 1. Bericht der 2 I'.'rr Delegirten vom 2. deutschen Schncidcrkongreß. » 3. Eventuelle Wahl eines Vertrauensmannes für , und die Provinz Brandenburg.— Ter Einberuser Herr j£«1« auf l'" erklärte, daß er die Wahl eines Vertrauensmannes mit 1 brl J1,6 Tagesordnung gesetzt, um, wenn die Versammlung gut J'S'J«, dieses gleich mit zu erledigen. Da aber dieses nicht werde man wohl den dritten Punkt fallen lassen müsse». ch- iÄ eM und bi$ dieses gleich mit zu erledigen. Da aber dieses nicht flur o u'"erde man wohl den dritten Punkt falle» lassen müsse». »m. ur'3 bcr Verhandlung wurde Herr Schulz, Fran Schlimme Zn.�Hrrr Wendt gewählt. Darauf erhielt Herr Pfeiffer das etf.. seinem Bericht. Der Redner wies darauf hin, welche» oenmi lCn Aufschwung die Bewegung in den letzten 2 Jahren �m�en�habe. Es seien diesmal aufi dem Kon er a Sigismund Planus stand auf. Da es düster ivar, trat »ns Fenster»„d las mit thräuenverschlcierten Augen: »lz ia deiln, ich liebe Dich— liebe Dich.%. mehr strnüfcen»'''a'"»mer. Wozu dagegen kämpfen und sich tzitzn� rr>ar der Brief, den Franz ein Jahr zuvor an liCl',J"'n geschrieben hatte. Am Morgen nach dem schreck- iin» �"stritt hatte sie ihn an Risler geschickt, um sich an Nljd seinem Bruder zu rächen. be,, m'1' konnte wohl den Berrath seiner Frau überleben, Herrath seines Bruders niemals. teoi». IE Sigismund Alles verstanden hatte, blieb er er d ,� os stehen... Mit dem Briefe in der Hand stand o und starrte durch das große offenstehende Fenster. I schlug sechs Uhr. ic fera""kcu über der Stadt, die man summen hörte, ohne Mi l,-" 5U können, erhob sich eine schwere schwüle, langsam gj wehende Wolke, mit roth und schwarz gerändertem Sm'.)e; wie eine Pulverwolke über einem Schlachtselde... Fq»'"ug tauchten Thürme, vergoldete Kuppeln und ivcißc Fgis'.�n ans dem Nebel auf. Daun begannen die zahllosen a»- Jkschornstein«, die über die Dachergruppeu hcrvorlngteu, der,'.'unal pustend den Dampf auszustoßen, wie ein Steamer, ejNlle?ahrt antritt. 'otm*"Ü Leben begann von neuem... BorivartS, Maschine, , ri§' und wehe dem, der auf dem Wege liegen bleibt. «Dir te den alten Planus eine furchtbare Entrüstung: WC-'• Dirne..." schrie er und drohte mit der ge- ober i. tfoust und man wußte nicht, ob er damit das Weib � d'e Stadt meinte. I greß 61 Delegirte vertreten gewesen, und zwar 57 männliche und 4 weibliche Delegirte, darunter 2 Kollegen aus Oesterreich. Besonders erfreulich sei die Theilnahme der weiblichen Delegirten gewesen. Auf dem Kongreß habe zunächst Kollege Reißhaus den Bericht der Vertrauens- männcr und den Kassenbericht gegeben. Die Stellung der Vcr- trauensmänner sei eine sehr schwere gewesen, da diese Institution ohne jede Protektion gegründet worden. Wäre denselben auf dem vorigen Kongreß eine Direktive gegeben worden, so hätten die Vertrauensmänner viel sicherer oppcriren können. Ferner habe derselbe bedauert, daß die Vertrauensmänner den projektirten Streik der Berliner Schneider im vergangenen Frühjahr nicht hätten protegiren können. Es sei vollständig unmöglich gewesen. An den Bericht habe sich eine ausgedehnte Diskussion geknüpft. den Vertrauensmännern sei schließlich Decharge ertheilt worden Jedoch könne es nicht mehr vorkommen, daß von Seiten der Ver- trauensmänner gegen einen Streik agitirt werde. Hierauf sei der ü-itnationsbericht aus den verschiedenen Städten gegeben worden. Die Lage der Kollegen sei mit Ausnahme von Frankfurt a. M., wo von 1300 Kollegen noch etwa 700 auf Werkitellen beschäftigt sind, tieftraurig; überall hätten sich die Verhältnisse verschlechtert, überall nehme die Hausindustrie und die LehrlingSzüchterei über Hand. So beschäftigen einzelne Zwischenmcister in der Konfektion 18—20 Lehrlinge. Ferner wurde von überall darüber geklagt, daß die Hausindustriellen nicht für die Organisationen zu erwärmen seien. Von den Frankfurter Kollegen sei darauf hingewirkt, daß bei etwaigen Streiks nur für Erhöhung des Stundenlohnes eingetreten werden solle. Hierauf habe Herr ReißhauS folgende Resolution eingebracht:„Der zweite deutsche Schneider- und Schneiderinnen-Kongreß erklärt nach Anhören der Kollegen über die soziale und wirthschastliche Lage der Schneider, daß es wüuschcnSwerth sei, bei jeder Gelegenheit für Einführung des Stundenlohnes zu agitiren, indem bei dem System des Stücklohnes eine Einführung der Maximalarbeitszeit für die Schneider kaum möglich ist. Ferner wünscht der Kongreß, daß Angriffs-Lohnbewegungen, soweit dieselben nicht abzuwenden sind, in Anbetracht der augenblicklichen wirthschaft- lichen Lage zu unterlassen sind." Er(der Referent) habe sich gegen den ersten Theil der Resolution erklärt, da nicht überall die Verhältnisse so günstig sind, wie in Frankfurt und es vor allen Dinge» nothwendig sei, die Stücklöhne zu erhöhen, um die Kollegen existenzfähig zu erhalten. Zu der Organisations- frage habe Kollege Timm- Hannover referirt. Derselbe habe auf dem Standpunkt gestanden, daß jede Organisation anerkannt werden müsse. Vor allen Dingen sei es nöthig, die Kollegen aufzuklären. Kollege Magnus habe dies als eine Kritik deS Verbandes aufgefaßt. Erst nachdem Kollege Timm erklärt habe, daß dem Verband durchaus nicht der Boden untergraben werden solle, sei folgende Resolution angenommen worden:„Der vom 12. bis 16. August in Bernburg tagende deutsche Schneider- kongreß erklärt es als unerläßliche Pflicht der Arbeiter und Ar- beiterinnen der Bekleidungsindustrie, sich in Organisationen zu vereinigen, um gemeinsam den schädlichen Einflüssen der privat- kapitalistischen Produktionsweise entgegentreten zu können. Der Kongreß erklärt prinzipiell die Zentralisation als die beste Organi- 'ation; erklärt aber auch, daß alle jetzt bestehenden Lokalorgani- alionen, welche auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehen, anzuerkennen sind. Der Kongreß erklärt, daß die Neubildung von Lokalorganisationen, wenn nicht gesetzliche Verhältnisse den Beitritt zur Zentralisation unmöglich machen, zu unterbleiben hat. Erfreulich sei es, daß jetzt den Kollegen Sachsens eS möglich sei, sich lokal zu organisiren; hoffentlich wird jetzt jeder Hader zwischen Lokal- und Zentralorganisation schwinde». Auch in Bezug des Fachblattcs sei Remcdur geschaffen worden. Es seien aus dem Kongreß Antrage gekommen, den Verlag der Zeitung selbst zu übernehmen, da dasselbe in einer Fabrik hergestellt werde. Der Kongreß sei aber der Ansicht gewesen, daß dasselbe dann viel theurer zu stehen komme, da man dann einen eigenen Redakteur anstellen müßte, lieber dlcS habe der Verleger noch günstigere Be� hingungen in Aussicht gestellt. Derselbe liefere heute 13 Nummern für 45 Pf.,»nb erklärt, er stände vollständig auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung. Es sei eine Kommission gewählt worden, welche diese Sache regeln und eventuell das Angebot des Verlegers bcrücksicytigen soll. An dieselbe seien auch etwaige Beschwerden betreffs der Fachzeitung zn richten. Eine dem- entsprechende Resolution wurde angenommen. Ferner sei das Vertrauensmänner- Institut, da sich das bisherige als un- zulänglich erwiesen habe, anders gestaltet worden. Dasselbe sei jetzt über ganz Deutschland verbreitet und die Zahl derselben auf 11 erhöht worden. Der geschäftssühreade Ausschuß habe seinen Sitz in Erfurt. Als Geschäftsführer sei Herr ReißhauS mit einem wöchentlichen Gehalt von 36 M. gewählt worden. Dies sei noth- wendig gewesen, da derselbe ferner seinen geschäftlichen Verpflich- tnngen nicht»verde nachkommen können. Bezüglich der Eiuthci- luug sei vorgeschlagen, daß Bayern, Baden, Württemberg, bayrische Pfalz und Elsaß, Frankfurt a. M., Hessen und Hessen-Stassau, Rheinland und Westfalen, Haimover und Vraunschweig, Schles- wig-Holstcin, Mecklenburg und die Hansestädte, Berlin und Brau- denbnrg, Pommern, Schlesien, Ost- und Westpreußen, Königreich Sachse», Provinz Sachsen, iilnhalt und die thüringischen Staaten je einen Vertreter zu wählen haben. Ferner sei der Beschlns! mit allen gegen vier Stimmen gefaßt ivorden, daß alle oraanisirten Kollegen pro Woche 5 Pf. als Beisteuer zum Streik und Slgitations- fonds zu zahle» habe», welche auf Karten durch Marken qmttirt werden. Ein bedeutsamer Schritt sei in der Frauensrage vorwärts gethan worden. Am besten werde dies durch die folgende Reso- liitio», die einstimmig angenommen wurde, bewiesen:„In Anbetracht der Ausdehnung der Frauenarbeit in der Bcklcidungs- industrie beschließt der Kongreß, daß es jedes Kollegen sowie der Agitationskommission Pflicht ist, für die weitere Organisation der Arbeiterin"»» i» iimcivr Branche zu agitiren und möglichst für den Anschluß an den Verband, soweit es die staatlichen und ort- lichen Verhältnisse gestatten, einzutreten." lieber Arbeiterschuh und Koalitionsrecht rcscrirte Herr Stühmer-Haniburg in eingehen- der Weise. Fran Schumme als Korreserentin habe noch einige ergänzende Millheilnngen gemacht. Eine Diskussion habe nicht stattgefunden. Hierzu sei folgende gicsolution angenommen wor- den:„Der vom 12. bis 16. August in Bromberg tagende Schneider- und Schneifcerinuen-Koiigreß Teutschlands fordert vö» den Ver- tretern der Arbeiterpartei im Deutschen Reichstage bei Be- rathung der Arbcitcr-Schutzgesetze dafür einzutreten, 1. daß das Fabrilinspeltorat auf alle in der Bekleidungsindustrie beschäftigten Schneider und Schneiderinnen erweitert werde; 2. daß das be- stehende Koalitionsrecht keine Einschränkung erfahre, im Gegen- theil dahin zu wirken, daß ein einheitliches Vereins- und Ver- sammlungsrecht eingqiihrt werde. Im klebrigen unterstützt der Kongreß den von der sozialdemokratischen Fraktion im ßieichstag eingebrachten Arbeiterschutz-Gesetzentnnirs und sieht in der An- »ahme dieses Gesetzennvürss einen Anfang der Sozialresorm." Man könne hieraus am besten ersehe», ans welchem Boden der Kongreß stand. Frau Schlimme sprach ihre Enttäuschung darüber ans, daß nur 7 Frauen ans dem Kongreß vertreten waren, Breslau und Stettin z. B, wo die Frauen in so hervorragcnder Weise in der Konfektion beschäftigt seien, hätte Unter alle» Um- ständen vertreten sein müssen, daß dieS nicht der Fall war, daran sei ivohl ein gewisser Egoismus der männlichen Kollege» Schuld. Sic habe sich nach Kräften bemüht, die. Lage der Berliner Mäntelnähmiine» klar zu legen und etwas für die Besserstellung derselben zu erringen. Wenn sie gegen die Aus- sührungen des Etühmcr etwas einzuwcndei! hatte, so sei es des- halb gewesen, weil derselbe für Beschränkung der Frauenarbeit eingetreten sei. Sie habe auf dem Staudpunkt gestanden, daß diejenigen Betriebe, welche für die Fran gesundheitsschädlich sind. auch für die Männer gesundheitsschädlich seien. Mau möge dann einfach für bessere Ventilation sorgen oder die Arbeitszeit verkürzen. Ferner habe sie Fran Thordsen-Altomr entgegentreten! müssen, welche noch die sonderbare Ansicht vertrat, daß in dc Familien die ünsittlick&it düdlllich groß gezogen werde, daß> Töchter anstatt in einen Dienst, gleich in die Fabrik geschickt würden. Sie habe darauf hingewiesen, daß gerade die Dienstmädchen nicht vor der Verführung und den Nachstellungen der Dienstherren sicher seien und einen großen Theil zn der Zahl der Prostituirten stellen. Herr Schulz wies darauf hin, daß jetzt endlich der Streit zwischen' Zentral- und Lokalorganisation beigelegt sei. Es sei Pflicht der Kollegen, Hand in Hand zu arbeiten und so dem Kagital einen Damm entgegen- zusetzen. Külitz klagt über den Jndifferentismus der Kollegen und begrüßt, daß der Kongreß endlich in der Organisationsfrage Remedur geschaffen habe, so daß wir gemeinschaftlich zusammen arbeiten können. Wiesenan vertritt den Standpunkt, daß wir trotz des entgegengesetzten Kongreßbeschlusses in einen Streik ein- treten werden. Die Agitation sei hier so wie so schwerer, wie in Frankfurt a. M. und Hamburg. Die Hausindustriellen seien nach dem Fehlschlagen des im Frühjahr projektirten Streiks zurückgeblieben. Fräulein Wabnitz spricht ihre Zufriedenheit über die Wirksamkeit der Berliner Delegirten aus. Der Staat könne uns nicht helfen, jede Hilfe komme von uns selbst. Robaczcwski ist nicht zufrieden mit den Ergebnissen des Kon- gresses, da den Organisationen nicht eine Direktive gegeben sei zur weiteren Agitation. Es sprachen noch weiter die Herren Schulze, Böglberger, Pohl und Rohlosf, sowie Fran Löpki. In seinem Schlußwort wies der Referent noch auf die in nächster Zeit erscheinenden Protokolle hin, wodurck noch nähere Aus-� klärung über die Verhandlungen gegeben werde. Unsere Agitation- müsse vor allen Dingen dahin gehen, daß die Agitation ans die, Hausindustrie ausgedehnt werde. Von dem heutigen Staat habe der Arbeiter allerdings nichts zu erwarten, denn da herrsche der Säbel und der Krumstab. Eine Besserstellung sei nur von einem Volksstaat zu erwarten. Eine Versammlung des Fachvereins der Lithographie- und Steinschleifer und Berussgenossen zu Berlin. tagte am Sonntag, den 24. v. MtS. bei Bobert, Weinstraße 11. Tagesordnung:„Fortsetzung der Tagesordnung vom 11. August> bei Zemter. Innere Vereinsangelegenheiten. Verschiedenes."' err F. Rose theilte zunächst mit, daß die Revision betreffs die luflösung der Versammlung vom 11. August fruchtlos ausgefallen sei. Alsdann wurde Abrechnung von der Partie nach Saatwinkel abgehalten, welche ein Manko von 82 Mark ergab, das aus der Kasse gedeckt wurde. Außerdem wurde beschlossen, am 11. Oktober ein Kränzchen in Bötzow's Brauerei zu verau- stalten. Sodann ersuchte Herr F. Rose, den Arbeitsnachweis, welcher sich bei ihm, Laudsbergcrstraße 16 befindet, besser zu unterstützen. Es kam dann der Äuswcisungsschwindel Zobels zur- Sprache. Herr Zobel verbreitete vor einiger Zeit das Gerücht, er sei auf Grund des Sozialistengesetzes ausgewiesen. Z. verließ, um dieses besser zn markircn, seine Stellung, meldete sich beim Vorsitzenden F. Rose und einigen anderen Mitgliedern und er- klärte, er hätte seine Sache Herrn Rechtsanwalt Stadthagen über- geben, welcher fürs erste Stundung, nachträglich aber Zurücknahme beim Minister des Innern Herrn Herrfurih erwirkt habe. Ge-, nanere Recherchen, wie eine Anfrage des Herrn F. Rose bei Herrn- Stadthagen ergaben,, daß Zobel dort gar nicht bekannt, sich über- Haupt nicht bei ihm gemeldet hatte. Im Anschluß hieran sprach Herr Ä. Iah», 2. Vorsitzender des Fachvereins der Glage- papier und Karton-Arbeiter und Arbeiterinnen. Auch dort hatte der saubere Kollego es verstanden, sich einzuschmuggeln. Herr Jahn schilderte uns, wie Zobel es verstanden, ich beliebt zu machen in seinem Verein; bestätigte, daß er auch dort denselben Schwindel ausgeführt. Ja, Z. war so frech, sich in einer Versammlung in„Königsbank" zn äußern:„Es würde ihm Freude bereiten, wenn er in der Ferne ist und hörte, daß der Berein sich vergrößert habe." Glücklicher Weise ist es ihm auch hier mißglückt, Unterstützung zu erschwindeln. Herr Jahn schloß seine Slnsführungen mit der Aufforderung, den Stab über der- gleichen Leute zu breche». Demgemäß wurde auch beschlossen, Zobel aus dem Verein auszustoßen und die Sache in die Oeffent- tichkeit zu bringen. Hieran schloß sich noch die Sache Carnowsky, welche noch nicht zn Ende geführt ist. Zu Verschiedenem berichtote Kollege F. Rose über eine Versammlung in Leipzig, in welcher er reserirte. Redner rügte noch die schlechte Betheiligung unserer- scits in der Versammlung am 4. August im„Böhmischen Brau- hause" betreffs Delegirtenwahl zur Berliner Streik- Kontrol- kommission. Weiter war ein Antrag eingelaufen, unserem Kollegen W. Zochert, welcher schon sieben Wochen an der Lungencntzun- düng krank liegt, dessen Familie sich jeden Tag vermehren kann, 20 M. aus der Kasse zu bewilligen. Dieser Antrag wurde ein- stimmig angenommen. Eine Kauodirnerverfnmmlung tagte am Dienstag bei Deigmüllcr, Alte Jakobstr 43 a, unter der Leitung der Kollegen Benvix, Zureck und Werner. Zu Punkt 1 der Tagesordnung: „Gründung einer neuen Vereinigung", erhielt zunächst der Rese- rent Herr Feldmann das Wort. Derselbe besprach eingehend den Werth der Organisationen und erläuterte denselben. Zum Schluß kam das Statut, nach welchem die neue Vereinigung sich auszu- bauen gedenkt. Der Redner meinte, daß dasselbe nur als gut zu empfehlen wäre, daß, wenn jeder Einzelne darnach Handell, die Vereinigung sehr segensreich unter der gesammten Hausdiener- schaft wirken werde. In eine Diskussion über den Vortrag wurde nicht eingetreten. Es nahm nun der Kollege Bendix das Wort, um den Kollegen klar zu legen, weshalb man eine neue Vereini- guug gründen wolle. Der Redner betonte, daß man es nicht lhut, um den bestehenden Verein zu schädigen, sondern nur um die Kollegen, welche in letzter Zeit in Massen aus den Organi- sationen austraten, auszunehme» und nicht versumpfen zu lassen, da sie doch nie wieder in die alten Vereinigungen eintreten würden. Die Gründung des Vereins, der den Namen „Zentralverein" tragen soll, wurde hierauf gegen 2 Stimmen beschlossen. Es kamen nun die einzelnen Paragraphen zur Ver- lesung, welche nach zwei kleinen �Abänderungen einstimmig ange- nommen wurden. Bei der Wahl des Borstandes sind folgende Kollegen gewühlt worden: Bendix, Vorsitzender, Zureck, Stell- Vertreter; Werner, Schriftführer; Pfund, Stellvertreter; Kubnt, Kassirer; Bisch, Stellvertreter und Kortmann, Beisitzer. Als Revisoren: Fielitz, G. Scheeve und Kuhle. Zur Aufnahme von Mitglieder» wurde in eine Pause von 10 Minute» eingetreten, in welcher ca. 60 Kollegen ihre Aufnahme nachsuchten. Nachdem nun noch das„Berliner Volksblatt" und die„Einigkeit" als Pnblikationsorgane bestimmt waren, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem Hoch ans das Wachsen des Zentral- Vereins. Von dem Schriftführer der iifteulUchr» Schuhmacher- Vrr!nmmlu>rg, über welche in Nr. 192 unseres Blattes berichtet wurde, werde» wir ersucht, noch nachträglich die Abrechnung vom Streik zu bringen. Die Einnahme betrug mit Einschluß der von der Lohnkommission der Stepper und Vorrichter Berlins ge- lichenen 100 M. 3013,40 M., die Alisgabe 2961,85 M. Es bleibt cm Bestand von 53,55 M. Nachdem die Revisoren die Abrech- nung für richtig erklärt, gelangte folgende Resolution zur Au- »ahme:„Die heutige in Feuersteiists Salon tagende öffentliche Schuhniacher- Bersamiuluiig erklärt sich mit der bisherigen Ge- schäftsleitung der Lohnkoinmission einverstanden und setzt an Stelle der aufgelösten Lohnkounnission eine Agitationskommission von 7 Mitgliedern ei». EL wuroen folgende Kollegen geivählt: Sußmeier, Krohm, Kuchenbecker, Heckerlein, Germer, Aumcr, Artelt. MeverstÄzk. ist: Die Adresse der streisteude» Zimmerer Greifenhage»» E. Mietz, Zimmerer, Greifenhagen. Hirtenstrahe. Hnml-urs. Da die Fabrik von Leddihn u. Tu»ich (Schraubenfabrik) im Streik liegt, ist Zuzlig streng fernzuhalten I Die Kommission. J. A.: G. Thiland, Wende» sir. 56.— Naher.« ' Auskunft wird dort ertheilt. Theater. Dienstag, den 2. September. Gpernstaua. Carmen. Kchauspielstauv. Minna von Barn- Helm, oder: Das Soldatenglück. Krrlinrr Theater. Maria Stuart. Deutsches Theater. Die Stützen der Gesellschaft. Lesstug- Theater. Neue Zeiten. Frirdrich-Wilhelmstädt. Theater. Die Puppenfee. Vorher: Leichte Kavallerie. Wall,»er- Theater. Mamsell Ni- touche. Viktoria-Theater. Die Million, oder: Vivat Imperator. Adolph Ernst- Theater. Der Goldfuchs. NeRdruz-Theater. Marquise. KeUealliaure-Theater. Der Dorf- teufel. Kroll'o Theater. Das Nachtlager in Granada. Gstend- Theater. Der arme Jona- than. Dlaufmauu'o Uariöto. Große Spe- zialitüten-Vorstellung. Theater der Rrichohalle». Große Spezialitäten-V orst ellnng. Tonrordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Mintergartett. Große Spezialitäten- Vorstellung. Englischer Earten. Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Auftreten der Chansonnette Fräulein Ehrenfeld. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Rosa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Ziegler. Auftreten des Malabaristen und Equi- lebristen Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Clermont nut seinen drcsstrten Schweinen, Esel und Gänsen. Ansang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 5l/a Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. GO Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben. Allblijsment Buggenhagen am Rflaritzplatz. Täglich: Grosses GarteifConcert. Direktion A. Rödman». Dienstag und Freitag: Walzer-Ahenfl. Elitree Wochentags 10 Pfg., Sonn- und Festtags 23 Flg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Ncstaurationsränmen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzcnhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis ans Weiteres»vegen Renovirnng geschlossen. 611 F. Müller. Passage 1 Tr. 0 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehens, vürdigk. d. Residenz. Diese Woche: IV. Cycl. Hochinteressant: Erinnerungen u.Feldzng 1870/71. Zum 1. Mal; Zweite peiso durch Dnter-Italien, Sizilien, Capri. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Evorataräu! Den Genossen des Südosten empfehle außer vorzüglichem Weistdier auch das be, den Arbeitern so beliebte Euora- brau, ä. Glas 10 Pf. 653 Otto Linke. Farsterstrahe 45, Evorabräu! Das Bier der Brauerei Ewora u. Meyer in Fürth in Bayern gelangt bei mir zum Ausschank. Außerdem empfehle Arbeitervereinen mein etwa 35 Personen fassendes Vereinszimmer zur gest. Benutzung.[1508 Otto Brückner, Lothringerstr. 67. (Zahlst, d. Vereinig, d. Drechsl. Deutscht.) em- 1541 Gcschäfts-Eröffnimg. Allen Freunden und Genossen psehle mein Weiß- w. Bcklsch-Vltt-LM. Gr. Frühstücks-, Mittags- u. Abendtisch. M. Schöuemann, Skalitzerstr. 7. RheiiiWWtt TNilel, � gen.: ,,Dio fidrle Uagrlkiste", Berlin Elsasserstraße 73, aeaenüber der Beraslraüe. 10 Pfennige verzehrt, wird gratis photogruphirt u ä i m. r P.1.- 1 und erhält fein Bild Gratispräsent. Höchst H. Schültze(mi 'ofort als scherzhaft!| N tz). Einzige KeUr�Photagraphie Grosse öffentliche Generalversammlung her Maurer nah Puher Kerlins und Zlnrgrgend am Mitttuoch, de» 3. September, Abends 8 Uhr, in Joel s großem Saal(früher Keller), Andreasstraße S1. Tagesordnung: 1. Neuwahl der Vertrauensmänner. 2. �ias Spiel des Kapitals mit der Arbeitskraft. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. In Anbetracht der»nichtigen Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen.[1648] Der Einberufer. Grosso Mitglieder-Versammlung des Unterstutzmrgslumdes der Hausdiener Kerlius am Dienstag, den 2. September 1890. Tages-Ordnung: 1. Mittheilungen. 2. Vortrag und Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Ausgabe der Billets zum Stiftungsfest. 4. Verschiedenes und Fragekasten. 1544 Der Vorstand. und verw. Berufsgen.(Zahlstelle Berlin.) Mittwoch, de» 3. September, Abends K/s Uhr, im Louifenstädtifche» Klnbhan«, Annrnstraße 10: PST' Ue�sammBaang. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen C. Tritt elvi tz über: Die gegenwärtige Lage der Arbeiter und die Arbeitgeber-Koalitionen. 2. Diskussion. 3. Bekannt- machung des Wahlresultats. 4. Ergänzungswahl zur Zwölfer-Kommission. Verschiedenes und Fragekasten. Diejenigen Kollegen, welche noch 50 Pf,-Marlen zum Generalfonds oder Listen in Händen haben, ersuchen wir, in dieser Versamml»mg zu erscheinen und mit der Streikkommission abzurechnen. Gegen Säumige behält sich die Kommission weitere Schritte vor. 1542 Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Um recht rege Be- theiligung ersucht Oer Vorstand. Grosse öffentliche Versammlung simmtlilljer GeimksWeil Berlins Mittwoch, deu 3. September 1890, Abends 8 Uhr, in„Sanssouci", Kottbuserstraße 4a. Tages-Ordnung: I. Wie stellen sich die Gewerkschaften Berlins zu der von den Vertrauens- männern der Metallarbeiter geplanten Konferenz in Halle a. S.? Referent: Herr G e r i s ch. 2. Sanktionirung der von der Berliner Streik-Kontrolkommission zur Grundlage der Konstituirung derselben gefaßten Resolutionen. 3. Verschiedenes. 1546 Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen aller Arbeiter und Arbei- terinnen ersucht Der Einberufer. Allgemeiner Metallarbeiter-Verein Berlins und Umgegend. Grosse Versammlung für FriehriWerg, Weijensee unii M Berlins Donnerstag, den 4. September 1890, Abends SVs Uhr, im„Uru städtischen Uolbsgarten",-proskauerstraße. Tagesordnung: I. Vortrag über: Die Ursachen der Verbrechen. Referent: Herr Franz Verndt. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Bevollmächtigten, eines HilfSkassirers und eines Protokollführers. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Verschiedenes und Fragen. Um recht regen Besuch»vird gebeten. Oer Vorstand. I. 3t.: 3t. Gerisch, Wienerstr. 44. Alle Beschwerden in Vereinsangelegenheiten sind zu richten an Joseph a r t m a n n, Reichenbergerstr. 73. 3llle Geldsendungen an Otto Klein, itterstr. 16. 1518 Mitgliederversammlung hes FaihereinS her(Mace- u. KartollMer-Arbeiter imh Arbeiterinneü Berlins n.llmg. Mittwoch, de» 3. Sept.. Ab. 8 Uhr, in Hcheffee's Salon, Jnselstraße 10. Tagesordnung; 1. Vortrag des Herrn Franz Behrend über die Ursachen der Verbrechen. 2. Diskussion. 3. Wie stellen sich die Mitglieder zur Auf- nähme der Luxuspapier- 3lrbeiter im Verein? 4. Verschiedenes und Frage- kästen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 1501 Der Vorstand. Große öffentliche Nolhsversttmmwng für Slhöneberg nnb Ilingegeuh für Männer und Frauen am Mittwoch, de» 3. September, Abends 8 Uhr, in jjechendorf's Salon, Hauptstr. 81. Tagesordnung: 1. Die Frauenfrage und die Sozial- demokratie. Ref.: 3llb. 3luerbach. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. 1543 Oer Einberufer. nud NttMrMWIltt Berlins nnb Unlgegenh. Mittwoch, den 3. September 1890, Abends 8 Uhr: Große Versammlung imWedding-Park, Müllerstr. 178. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Buchdrucker Wilh. Werner:„Ueber Rational- rcichthum und Nationalarmuth". 2. Dis- kussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. 1549 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Berichtigung über die Abrechnung des Streik» der C.D.Uöhll'sche» Knopffabrik. Es sind noch nachzutragen vom Verein der Hutmacher Berlins 50 M., serner sind von den Berliner Zimmerern durch I. Schmidt 20 M. und vom Verein deutscher Zimmerlente(Lokalverband Berlin) durch K. Hübschel 25 M., und nicht umgekehrt eingeliefert worden. Die Einnahme betrügt demnach 7013,99 M. Vom Verein der Knopf- arbeiter 888,01 M. Summa 7402,60 M Im Auftrage der Sommifston: B. Weisfluck. 1519 , Polsterwaaren.J Gr. Lager, bill. Preise.! EmH Heyn, Brnnnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinknnft. Urste v.Z'/Z-vMeterfpottbillig. lEmll Lefövre, vranienstr. 158. Proben franko! [1522 Durch die Grpeditiou, Heuthstr.# zu beziehen: Die Darwin sche Theorie. Von Dr. Eduard Avelino Broschirt M. 1,50. Geb. M. 2.-. Karl Marx' Oekonomische Lehren. Gemeinverständlich dargestellt und erläutert von Karl Kautsky. Broschi« M. 1,50. Geb. M. 2.-. Weltschöpiung und Weltuntergang. Die Entwickeln»? von Himmel und Erde vom Standpunkt der Naturwissenschaft dargestellt von Oswald Köhler. Zweite vermehrte Auflagt Erscheint in 15 Heften,& 20 Pf.(Heft 1—6 bereits erschiene»! Die ländliche Arbeiterfrage. 2. aiuftage. sw n# Russischen des Kablukow. Brosch. M. 1,—. Geb. M.! Thomas More und seine Utopie. Mit einer historisch» Einleitung von Karl Kautsky. Broschirt M. 2,—. Kunden M. 2,50. Charles Fourier, sein Leben and seine Theorien. W°n August Bebel. Brosch. M. 2,—. Geb. M. 2,50. Das moderne Elend und die moderne Ueber- VÖlkemng. Zur Erkenntniß unserer sozialen Entwickeln»� Von Max Schippel. Brosch. M. 1,50, Geb. M. 2,— B. S( & b staunt Quelle■ stft der k 1,18 zum l ?°ch in de Sssfi sä, Damit is Zum 'S llnb Wese Volitifcljer stauen, s ?cht ken "rm Mö nwerflic Wände. adeln, u flwerer. dientenro >°ae alter SS �erständr >stbcl ni b'M ist »ml °ad Klein SSI Aast in: Wiens Die französische Revolution. Von wüheim Bio* Gebunden in Prachtband ä Exemplar M. 5,50. Broschirt in Heften ä 20 Pf. Dazu Einbanddecken ä. M. 1. Die Geschichte der Erde. Von r. Bommen. Gebunden in Prachtband ä Exemplar M. 5,90., Broschirt in 22 Heften a 20 Pf. Dazu Einbanddecken a# Berliner Arbeiter-Bibliothek. Von Max schipp«' Serie I. Heft 1: Ein sozialistischer Roman.(Ein Rückbl'� Von Vellamy). Heft 2: Der Stutzen der Gewerkschaften. Max Schippel. Heft 3: Die Arbeiterinnen- und FrauenfcaS der Gegenwart. Von Clara Zetkin(Paris). Heft 4: Der zialismus in Frankreich seit der Pariser Kommune. Von Otz a Zetkin-Paris st. Heft 6: Charakterköpfe aus der französisch? Arbeiterbewegung. Von Ossip Zetkin-Paris st. Heft 6: D> Hausindustrie in Deutschland. Von Paul Kampffineyer-Ge»b Heft 7: Junker und Bauer. Von Paul Kampfs ineyer-Gs»» Heft 8: Die ivirthschaftlichen Umwälzungen und die Entww lung der Sozialdemokratie. Bon Max Schippel. Heft 9:»>. Marx'sche Werththeorie. Von Paul Fischer-London. Heft Jf; Die Sozialdemokratie und der Deutsche Reichstag. Heft Die soziale Frage auf dem Lande, I und II. Von Paul Kampa meyer-Genf und%*, Heft 12: Die Arbeiterschutz-GesetzgeblW' Von Paul Ernst-Berlin. Seriell. Heft 1: Der Mythus va der Begründung des Deutschen Reiches. Von Hans Mull� Rostock. Heft 2: Die antisemitische Bewegung. Von Gerhar Krause. Heft 3: Soziale Frage und Bodenverstaatlichu»� Bon Conrad Schmidt. Heft 4: Die deutschen Arbeiter und v Geiverbegerichts-Gesetz. Von Max Schippel.— Preis pro 15 und 20 Pf. Einbanddecken zu Serie 1 a 30 Pf. Senk geb. M. 2,50. Die Arbeiterinnen-Bewegung Berlins, sbona bopo«1" a Heft 30 Pf. Ferdinand Lassalle, eine Gedenkschrift zu seinem Njahrig-'' Todestag. Von Max Kegel, a 60 Pf. Gesetz der Alters- u. Invaliditäts-Versicheru# Von A. Bebel und P. Singer. Preis cartonnirt M- Gesetz, betreffend die Gewerbegerichte. 10 Pf. Lichtstrahlen der Poesie. Gedichtsammlung von«•*' Kegel. Jllustrirt von O. E. Lau. Elegant geb. M- 5' Liebknecht, W., Volks-Fremdwörterbuch. Sechst' Auflage. Gebunden M. 3.—, broschirt in 12 Heften a 20# Dazu Einbanddecken a 30 Pf. —, Robert Blum und seine Zeit. 2. Auflag«' Broschirt in 6 Heften a 25 Pf. Dazu Einbanddecke a 35 Pf- —, Ein Blick in die Neue Welt. Elegant M. 3.-. — n— i Protokoll des Internationalen Arbeitet' die wenix ■ lUt m 140& C£t; Kongresses zu Paris. Deutsche Uebersetzung Broschirt 50 Pf. Stern, J., Die Religion der Zukunft. Dritte mehrte Auflage. Broschirt M. 0,50. —„—, Halbes und ganzes Freidenkerthum, � und Streitschrift. 2. Auflage. Broschirt 15 Pf. —„—, Thesen über den Sozialismus.». Broschirt M. 0,30. —„—, Die soziale Krankheit, ihre Ursachen und litt« Heilung. 2. Auslage. Broschirt 30 Pf. Die Klassengegensätze von 1789. Von k. KautaW a Exemplar 50 Pf. Die Arbeiterschutz-Gesetzgebung und der Aom' Stundentag. Von Karl Kautsky. Broschirt 80 Pf- Vergleichende statistische üebersicht der WabieJ zum Deutschen Reichstage von i87i bis 18 Preis 20 Pf. j Die Sonntags-Arbeit. Von A. Bebel. 2 Hefte. Brosch. lP' Die Moüamedauisch- Arabische Kulturperiod0, Von August Bebel. 2. Auslage. Broschirt 50 Pf. Sybil. Roman v. Disraeii, übersetzt v. Natalie Liebknec'1 Brosch. M. 1. t Die Ritter der Arbeit. Nach dem Amerikanischen des Zor� Natalie Liebknecht. Brosch. M. 0,75. Wilde Blumen. Gedichtsammlung von Adolph Lepp« schirt M. 2,—.- Dr. Zadek und Dr. Blaschko, Kurzer Rathge" zur Erhaltung der Gesundheit etc. 20 m Preis 10 Pf. Größere Partien billiger. Kalender pro 1891. Preis sc ll g« Uni >3 ö: 1 % B ii Zu . E J«s lü IClCVt ibibcti fUmil vtibei Mtf W e % iu oie(j Mb« «tiuei Stt«) m fr X Großartige Auswahl. 1nmg-«.LZHK Keil"« dein % Slcrzn t««' 3, >lin8' rstas- 00 felu»9 Haft« uflagt> ienen.) dem 2," cisch« Se- Nr. AYA. Dirnstas, de« 2. Scpicüidcr 1890. 7. Jahrg. Zur Mchologle drs Klriubürgrrthuins. II. K l e i n b ü r g e r t h n m und Politik. g,...' 8ch. Anfopfernung der Selbstständigkeit zu Gunsten der fchtießt den Haß gegen diese Großen nicht aus. Aber er IlJ fP'/ stolz, energisch zum Ausdruck, er wird nicht zur luk«>! beirciender Thaten, sondern verkümmert in der Stick- > ver kleinbürgerlichen Welt zu nörgelnder Gehässigkeit, welche Handeln, kaum zu Worte kommt. Die Faust, die eben oer Tasche geballt war, öffnet sich, und ehrerbietig zieht der dl». tler vor dem Gegenstande seines Zornes die Mühe. Sein ver- nX Ingrimm über die Schlechtigkeit der Welt, welche ihn i»r Geltung kommen läßt, ist schwächlich und ziellos. Der »'.�te Philister ist niemals revolutionär, er ist höchstens rabiat. "t ist zugleich seine Stellung zur Politik gekennzeichnet. di» 4inn. Dienen geboren und erzogen, ist er zwar im Stande, die Mäck)en seiner Gebieter auszuspüren, aber er vermag sich Kri�e Hidst anders als hierarchisch geordnet zu denken. Seine � so scharf sie auch erscheint, weil sie grell hervortretende gel der Herren trifft, hastet in Wirklichkeit nur am Aeußcrlichen »nd dai 3 nn0-1"� niemals Kern, sondern die Hülle, nicht , sondern den Schein an. Die Raisonnenrents der ke», Gesindestube beweisen, daß Kammerdiener keine Helden inrt ste sichren aber nicht dazu, daß sie auch keine Herren itr«""en würben. Diese Unterwürfigkeit unter Menschen, . Mängel und sittliche Defekte bekannt sind, erscheint um so ei»* st'chcr, � die Entschuldigung, der Rausch der Heroenver- « uerung lasse sie nicht zur ruhigen Nebcrlegung kommen, hier Zulässig ist. Das Gleiche gilt von der Beurtheilung der vMnde. Der Kleinbürger findec kein Ende zu klagen und zu und wirklich ist der Druck, welcher auf ihm lastet, ein Mrrer. So wenig er aber den Personen gegenüber seine Be- (»„ rolle aufgiebt, so wenig auch den Dingen gegenüber. Wie j ue alten Aerztc, will er Krankheiten nicht verhüten, sondern erst 'Zupfen, wenn sie den Leib bereits ergriffen haben, und die Mativknr ist tie einzige Heilmethode, für_ welche er Mäubmß hat. Cr kann die politischen und gesellschaftlichen l!.. nicht anders behandeln, weil seine jetzige Stellung be- .At ist durch daS Fortbestehen des jetzigen Herrschaftsverhält- .W und der jetzigen Zustände. Ohne Klassengegensätze würde � Kleinbürgerthum unmöglich sein. Aber durch die Klassen- Mnsätze wirs sein Dasein aus die Dauer gleichfalls unmöglich, da ,'e>n beschleunigtem Tempo vor sich gehende Zerspaltung der Gesell- Mst in die zwei großen Gruppen der Besitzenden und Besitzlosen ein Mschenglied nach dein andern zerstört, und die Liquidation derer, 'e wenig haben, unstreitbar erfolgen wird. Das Alpendorf, das � Fuße eines langsam, aber regelmäßig vorrückenden Gletschers At, ,vird eines Tages verschwinden; und wo heute noch der Mich des Herdes emporwirbelt, werden kaum Schutthalden als Hst Spuren an die frühere Ansiedelung erinnern. Ter 5tlein- zittert vor der Gegenwart, aber ihm graut auch vor der "wifft, die Unsicherheit seiner Lage erzengt die Unsicherheit seines Mvv' die Ungewißheit darüber, was ihm der Morgen bringen erklärt die Unentschlossenheit seiner Haltung in öffentlichen ? Das Dilemma seiner Gedanken ist ein Abbild �Dilemmas seiner Situation. f.?. Tie Verworrenheit ihrer Vorstellungen hindert unsere Kaste, IjV Fuß zu fassen, ein bestimmtes politisches oder wirthschaft- Programm anzustellen und folgerichtig zu versechten. Wenn tiift. 1 die kostspieligen Vergnügungen der Mächtigen sich ent- ien,""d bis auf Heller und Pfennig ausrechnet, daß diese oder ei»- Vernehmung, welche allein zur Befriedigung der Eitelkeit "■-—• ohne dem Gemeinwesen im Hunderttausende verschlingt, so Cfina tUle9,,UU,y, vv». aiinv Großen in's Werk gesetzt wird, ohne dem Gemeinwesen lin st, Isigsten Falle etwas zu nützen. Hunderttausende verschlingt, so fof* dennoch bereit, die Darreichung der öffentlichen Mittel zu «�..unfruchtbaren Dingen zu billigen. So bcnörgelt der englische W'ster jede neue Ausgabe für den Hof, und seine Vertreter b,,'s!ren die Erhöhung der Apanagen, um dieselben schließlich zu „.?'l>igen. Mögen die Lasten für die Unterhaltung eiiies JWiden Heeres noch so schwer sein, so begnügt sich der klein- Krliche Musterpolitiker damit, die Riesenhastigkeit des Militär- »�.festzustellen, hie und da einen kleinen Posten, auf welchen Hon. die Regierung verzichtet, abzuhandeln, um dann das il,,.� Budget unbesehen anzunehmen. Die Seele des Kleinbürger- »st im ökonomischen, wie im politischen Lebe» der Schacher, dai!?e,(fchen und Streiten um Kleinigkeiten. ES suhlt dunkel, liiluJ1 Versuch, einen ernsthafte» Stoß gegen das System zu auch ein Stoß in's eigene Herz ist., Z"r Einlullung der mehr zum Widerspruch Geneigten Die La jisalle- Feier. zur O6'" cchtcs, rechtes Volksfest war es, das ani Sonntag ,?ffälle-Feier in Friedrichshagcn begangen wurde. Nicht feiert""uhaftc Gepränge, mit welchem„nationale" Z-e>te gc- ivjr/ iu ivcrdcn pflegen, und nicht das gcschiuaälose und Äon! � Jahrmarktstreiben, welches von den von der trx»,��si>e veranstalteten sogenannten„V�ksfcstcii.unzer- hqr,.,: 4 ist— nein, eine ruhige gesunde Fröhlichkeit und wich i"u tiefer sittlicher Ernst, wie er sich aus dem Bc- &A" d°s Kämpfens für hohe Ideale ergrebt, druckten tlar i Cr ihren Charakter auf. Nur eine sich rhrc» Zseles Aaks°?ußt- und von den lautersten Gesinnungen erfüllte so, ie kann bei der Betheilignng so ungeheurer.Rassen ein wunderbares �est feiern W bedienen sich die Machthaber verschiedener Mittel, deren Plumpheit wetteifert mit der Präzision ihrer Wirkung. Das ungeschrie- bene Handbuch der politischen Logik, aus welchem die herrschenden Klassen ihre StaatSweisheit schöpfen, belehrt sie, daß wenn die Ungerechtigkeit der von ihnen zu ihrem Vortheil geschaffenen Maßregeln zu offenbar ist, die Illusion beruhigend wirkt. Die zahlreichen Werkzeuge, welche ihnen zur Verfügung stehen, werden in Thätigkeit gesetzt, um den gewünschten Eindruck zu erzielen. Sei es, daßdienstwillige Rhetorenoder schreibgewandteSophistcn gebraucht, sei es, daß Geld und Schmeichelreden, der Einfluß der Präsekten, Ver- sprechungen und Drohungen angewendet werden, so gelingt es in der Regel dem Gebranch einiger oder aller dieser Mittel, die be- absichtigte Täuschung herbeizuführen. Wir wissen, daß gerade das Kleinbürgerthui» infolge seiner ganzen Stellung der Illusion leicht zugänglich ist. Einer der beliebtesten Kniffe der im Solde der Herren stehenden Schönredner und Schreiber ist es, den Geivinn, der thatsächlich nur einem oder einigen wenigen Begünstigten oder einer bevorzugten Klasse zufällt, als etivas für die Ge- täuschten Ersprießliches hinzustellen. Wenn z. B. ein Gesetz durch- gebracht werden soll, welches nur einer Minderheit der Landwirthe Gelegenheit giebt, sich zu bereichern, so wird auf Grund trügerischer Rechnungen und fnlscherVoranssetzungen die Meinung verbreitet, daß das Gesetz allen Landwirthen von großem Vorthcile sei. Da nun der Eigennutz eine starke Triebfeder des menschlichen Handelns ist, und die Aussicht auf einen Prosit kühle Ueberlegung ver- hindert, da ferner der Knechtssinn cS mit sich bringt, daß nn- besehen Alles für wahr gehalten wird, was von den Autoritäten ausgeht, so wird die Illusion in den meisten Köpfen erzeugt, thut ihre Arbeit, und der gewollte Zweck ist erreicht. Oesters wird auch zugestanden, daß eine Forderung, welche an de» vffcnt- lichen Säckel gestellt wird, die Finanzverhältnisse des Landes verschlichtert, zugleich aber stellt man es so dar, als ob die- selbe geeignet sei, ein dringendes Bedürfniß zum Wohle des Landes zu befriedigen. Viele hindert schon die Furcht, für nicht vaterlandsliebend, für einen Landesfeind und Parteigänger des Auslandes gehalten zu werde», der Sache auf den Grund zu gehen. Auf Andere wirkt der Zauber eines Schlagwortes mit unwiderstehlicher Gewalt, so daß, wo ihr Patriotismus in Frage kommt, jede verständige Erwägung ausgeschlossen ist. Die große Menge begnügt sich gern, um der Mühe selbstständigen Nach- denkens überhöben zu sein, mit einer fertigen Formel und macht sich zum Echo derjenigen, in deren Interesse die Formel zurecht- gemacht worden ist. Selten mißlingt die Spekulation auf die Furcht der kleinen Leute für ihr Eigenthnm. Da werden grellfarbige Karten gezeichnet, welche die Kräfte einer gegnerischen Macht viel größer darstellen, als dies in Wirklichkeit der Fall ist. Da wird die Einbildungskraft mit schrecklichen Bildern von iliaub und Verwüstung geängstigt, da kommen bedenkliche Nachrichten aus den Grenzländer», und dies Alles wird von der leicht- gläubigen Menge, die um Hab und Gut zu kommen fürchtet, für baare Münze genommen. Ein ähnliches Verfahren wird beobachtet, wenn ein Vernichtungskrieg gegen eine den Staatslenker» verhaßte Partei eröffnet werden soll. Da in Perioden des Nieder- gangs der Kampf gegen Ideen mit Bütteln geführt zu werden pflegt, so ist es nothwendig, dieGewaltmaßregeln zu rechtfertigen. DerKlein- bürger wird als Stütze, ja als Grundpfeiler der Gesellschaft ge- feiert, der berufen sei, den Schrat gegen Unternehmungen zu schirme», welche alles Bestehende umstürzen könnten. Sein Eigen- thum sei in Gefahr, sein Fäniilicnglück drohe vernichtet zu werden. Schmeichelt es dem Philister, die Rolle des Vaterlandsvcrlheidi- gers zu spielen, so ist er zu allem bereit, wenn seine Position bedroht erscheint. Ein andermal ivird das Bürgerthum als Hort der Geistesfreiheit dargestellt und gegen kulturividrige Tendenzen der Priesterschaft aufgeboten. So wirksam auch die Künste der Machthaber sind, mit welchen sie die Gemüther zn bewegen und die Meinungen zu be- einflussen verstehen, so ist doch daS Kleinbürgerthui» in jedem Recheuerempel eine variable Größe. Die in seiner wirth- schastlichen Natur begründete innere Haltlosigkeit macht es zu einem Spiel der Wellen, wenn ernsthaste politische Stürme komme». Es giebt keine Partei, welcher es nicht schon dienstpflichtig gewesen ist, mögen deren Tendenzen radikal oder konservativ sein. So lange es Aussicht zu haben glaubt, seine utopistische» Wünsche zn venvirklichen, wenn es einer bestimmten Fraktion sich anschließe, so folgt es dieser, um sie ebenso rasch zu verlassen, wenn es sich wieder einmal enttäuscht sieht. Wenn es gemeinsame Sache mit den vorgeschrittensten Oppositionsparteien macht, so geschieht dies nicht etwa, weil unser Philister alle Grundsätze derselben billigt oder überhaupt kennt; er fändet nur Geschmack an ihrer einschneidenden Beurtheilung der bestehenden Verhältnisse und an bestimmten Forderungen, ivelche geeignet scheinen, den aus ihm lastenden Druck zu erleichtern. Innerlich graut ihm vor dem sozialen Radikalismus, der auch sein kleines Dasein in seinen in größeren oder kleineren Gruppen in den Wald. Hier wurden in'bnntcr Abwechselung allerhand Gesellschaftsspiele arrangirt und amerikanische Auktionen veranstaltet, bei denen meistens Bilder von Lassalle versteigert wurden. Die Anrtionen ergaben sehr hohe Beträge, welche zn Gunsten der streikenden Greizer und Kirchheiner Arbeiter bcziv. zn Gunsten der hungernden Weber im Enlengcbirge verwendet werden sollen. An die Bedentnng des Tages wurde dadurch erinnert, daß mehrfach an den Bäninen Bilder des großen Agitators, umrahmt von Kränzen ans rothen Blumen, be- festigt waren. Da blieb mancher ernste Man» stehen und betrachtete lange und andächtig die Inge des ManneS, dessen Name stets genannt werbe» wird, wenn man die besten Namen ans der Arbeiterbewegung nennt, nnd Bätcr und Mütter hoben ihre Kinder empor, um ihnen das Bild- niß des„Befreiers" zu zeigen, in dessen Geist auch sie dereinst kämpfen werden. ES war fürwahr nicht nöthig, da flieden zn halten, um durch die Erinnerung an Lassallc die Massen zum Ausharrell nnd zur Sieges- zuvcrsicht anzufeuern; die stummen Bilder sprachen deutlich genug, nnd deutlich konnte man es auf allen Gesichtern lesen, wie alle Thcilnehmcr sich der ernsten Bedciltnng der Feier wohl bewußt waren. Die gehobene Stimnnmg, welche Alle beherrschte, dokn- mentirte sich in den Hochrufen ans die Sozialdemokratie, welche, bald von hier, bald von dort, in der allgemeinen Begeisterung ausgebracht wurden und mächtig durch den weiten Wald erbrausten. Wohin nian kam, am Tenfelssce, am Müggclthurm nnd bis hinüber zum Wcndenschlößchcn, Grüna» gegenüber, allenthalben schallte es wieder von den Hochrufen auf die gerechte Sache des' Proletariats und von den Klängen der Arbeiterlieder. Biel trugen zur Würze der Feier die Gesangvereine bei, welche durchweg sehr tüchtige musikalische Leistungen boten. Böse Menschen haben keine Lieder aber die Arbeiter haben einen reichen Liederschatz. Die großen Ideen werden Grundfesten zu erschüttern droht, und er zieht sich zurück, wenn die Verhältnisse etivas bessere werden, oder die Angehörigkeit zur Opposition ernstliche- Gefahren bringt, oder aber, wenn eine andere Partei ihm Versprechungen macht. So begeistert er sich für freie nnd für Zivangsgenoffenschaften, so stimmt er heute für die regierungsfrenndlichen, morgen für dieregierungsseindlichenParteien, wie gerade die sozialen und politischen Spammngszustände be- schaffen sind. Ohne Klarheit und ohne bestimmtes Ziel leiht er jedem neuen Vorschlag sein Ohr und läßt sich gern zn jedem Experiment gebrauchen, daS ihm von irgend einer Seite als heilsam vorgeschlagen wird. In Stunden der Gefahr zieht cr sich scheu zurück und erscheint erst auf der Wahlstatt, wenn die Vertheilung der Beute beginnt. Die Staatsmänner der herrschenden Parteien bemühen sich, die Einwirkung der fortgeschrittenen Fraktionen auf das Kleinbürger- thum dadurch sernzuhalten, daß sie ihm gewisse Zligeständnisse machen. DieseZugeständniffesind entwedersoinhaltSlos, daßesweder Geld noch sonstige Opfer kostet, sich ihnen zn bequemen, wobei man trotzdem die Pose selbstlosen Edelmuthes annehmen kann. Oder die Wünsche der Staatsmänner werde» so lange dem Philister als seine eigenen dargestellt, bis er es selbst glaubt nnd als sein Verlangen vorbringt, was im Grunde die Forderung seiner Lenker ist. Die Staatsklugheit giebt dem Kleinbürgerthmir ein harmloses Spielzeug, das den Besitzenden nicht gefährlich ist, oder leiht ihm eine Waffe, um sie gegen eine unterdrückte Klasse zn gebrauchen. Im letzteren Falle wird die Erbitterung sich gegen diejenigen wenden, welche der Waffe sich bedienen, obwohl sie nichts sind als Werkzeuge der Machthaber. Aeußert sich die Unzufriedenheit über die Sozialznstände leb- haster, so bestreben sich die, welche die Urheber der Unzufrieden- heit sind, nicht etwa dieselbe zn beseitigen, da es ihnen nicht in den Sinn kommt, die Quelle ihrer Macht, ihrer Genüsse, ihrer Reichthümer zn verstopfen, sondern den kurzsichtigen Philister auf eine falsche Bahn zu führen. Ist cr auf dem Wege, welcher vom Ziel abführt, dann gestatte» sie ihm, seinem Grolle Luft zu machen. Nur zn leicht wird die Begleiterscheinung deS Uebels für die Ursache genommen, nnd ein Feldzng gegen jene eröffnet, da doch allein die Entfermmg dieser die beklagten Mißstände beseitigen würde. Die patrizischen Oligarchien des deutschen Mittelalters handelten in ihrem Interesse, als sie das unterdrückte Volk die GhetU stürmen ließen. Stets ist eS ein alter bewährter Brauch kluger Despoten gewesen, für ein Sicherheitsventil zn sorgen, durch welches un- schädlich die Gase entweichen können, die ohnedem eine Explosion herbeiführen würden. Der Haß des durch lange Hörigkeit abge- stumpften Kleinbürgers ist von Hans aus kraftlos, nnd für die meisten Fälle genügt eS, wenn cr über mißliebige Personen oder unangenehme Verhältnisse schelten darf. Geben gar die Diener Gottes dem ans die falsche, den Großen nützliche Fährte geleiteten Aerger die pricstcrlichc Weihe, so ist für eine Weile die Gefahr beschworen, und die Herren schlafen wieder sorgenlos auf ihren seidenen Kissen, während der Irregeführte hinter einem Phantom athcmlos einherjagt. Da es den Zwecken der Besitzenden angemessen ist, nicht blos für bestimmte Gelegenheiten die Masse des Kleinbürgerthums nnter ihr Kommando zu bringen und gegen innere oder äußere Gegner ihrer Autorität ins Feld zn führen, sondern es gewinnreicher ist, beständig dieselbe unter Aussicht zu haben nnd ihre Abhängigkeit zn verewigen, so ivird eine Reihe von Maßregeln getroffen, um die Bormundschaft über diese politisch immer Unmündigen nicht ans den Händen zu verlieren. So ungern man es sieht, wenn sich die Staatsangehörigen zur Behandlung öffentlicher Angelegenheiten in Verbänden zusammenschließe», sobald dieVcrnmthung nahe liegt, daß diese Verbände in Gegnerschaft zmn herrschenden Regime treten köiiliten, so eifrig begünstigt man alle Vereine, die unmittelbar oder in- direkt demselben förderlich sein können. Entweder werden der- artige Vereine mit der ausgesprochenen Absicht in's Leben gerufen, de» Gewalthabern Vorspann zn leisten, oder bestehende Organisationen, mögen sie auch noch so fern liegenden Zwecken dienen, werden in Werbebureaus umgewandelt, aus welchen die Landsknechte der Gewalt sich rekrutiren. So wird das Schicksal von ivissenschaftlichen, künstlerische», geselligen Institutionen, durch den verhängnißvollen Einfluß der Mächtigen zu deren Organen herabzusinken und zu Handlungen sich benutzen zu lassen, welche im schroffen Widerspruch zn den ursprünglichen Ausgaben stehen. Redegewandte ehrgeizige Hand- langer der Regierung drängen sich unter die Philister, erregen die Gemüther, um Begeisterung für hervorragende Persönlich- keilen oder Entrüstung über die Bekämpfung derselben durch die Opposition hervorzurufen. Kein Geburtstag einer Autorität wird versäumt, an welche:» nicht Ergebenheitsadressen und Telegramme abgeschickt, kein Jubiläum, an welchem nicht die Gaben patrio- tischer Männer und Frauen dem Jubilar ehrfurchtsvoll zn Füßen am leichtesten und am fruchtbarsten durch Lieder fort- gepflanzt; jede bedeutende Bcivcgung hat sich mit gutem Erfolge das Lied dienstbar gemacht und hierin ihren charak- teristischen Ausdruck gefunden. Der deutschen Arbeiter- beivegnng gebricht es glücklicherweise auch an diesem cindrucks- vollen Agitationsmittel nicht, und wie lieb dem deutschen Arbeiter die kernigen Gesänge geworden sind, die von seinen Leiden, Kämpfen und Siegen erzählen, das kann man bei jedem Arbeitcrfeste beobachten. Aus allen Theilen des Waldes hörte man auch am Sonntag die kraftvollsten Klänge der herrlichen Arbeitermarscllaise und anderer Lieder ertönen, und alich die Frauen, selbst die Kinder bethciligten sich, so gut es gehen ivolltc, am Gesänge. Im Müggelschlößchen, wo auf einige Zeit auch der Abgeordnete Singer erschien, ivar der Mittelpunkt des bewegten Treibens. Namentlich zur Zeit des Kaffee- kochens entivickelte sich hier ein manchmal fast lebensgefähr- lichcs Gedränge; freilich ist es auch nicht leicht zu bewältigen, wenn für viele Tanscnde Kaffee gekocht werden soll, nnd man wird sich schon, wie am Sonntag eine resolute Frau gegenüber mehreren ärgerlich werdenden Genossinnen be- merkte, zufrieden geben müssen, bis im sozialistischen Staat auch gegen das Konkurrenztreiben der Hausfrauen in der Kaffecküche auf irgend eine Weise Abhilfe geschaffen wird. Betreffs der Mißstände, ivelche sich hierbei ergeben haben kann billigcrivcise Niemanden ein Vorwurf gemacht werden! Dagegen haben ,vir der Verivaltnng der Restauration im Müggelschlößchen einen anderen sehr berechtigten Vorwurf zu macheu. Wir meinen die Höhe der Preise. Man hat sich ja leider daran gewöhne» müsse», daß in Ausflugsorten alles themer ist, als man es sonst bekommt. Die Restan- rateure sagen sich einfach, daß, wer einen Ausflug macht wohl auch etwas Geld bei sich haben muß, und so nehmen sie eben, indem sie ans der appetitmachendcn Waldcsluft Vortheil ziehen, was sie bekommen können. Einen kleinen Preisaufschlag kann man sich vielleicht mit Rücksicht darauf gelegt njevben. Wer mit Geschick diese Kundgebungen zu orgauisiren weiß, entgeht selten wohlwollenoer Beachtung, und je nach seiner Lage wird er mit klingenden Beweisen der Dankbarkeit oder mit Ordensbändchen und Titeln geehrt. Eine Handvoll streb- sanier Leute vermag den Spießbürger für die offiziellen Absichten leicht zu gewinne», da sein Gemüth unfehlbar reagirt, wenn sein Bedientensinn, seine Furcht, seine Eitelkeit durch entsprechend starke Reize getroffen iverden. So oft die Machthaber eine Manifestation brauchen, steht ihnen dieselbe zur Verfügung, und nur in kritischen Perioden geschieht es, daß sie die Zügel ans der Hand verlieren, und der wild gewordene Philister über Stock und Stein durch- geht. Doch so langmüthig er ist im Dulden, so rasch verschwinden seine Widerspruchsgelüste, und damit sein Frevel schnell vergessen werde, zeigt er verdoppelte Unterwürfigkeit und ertragt es schwei- gend, daß der zornige Reiter ihm die Weichen mit den Sporen blutig stößt. Wenn freilich der Gestürzte sich nicht wieder auf- raffen kann, folgt der Kleinbürger bereitwillig dem neuen Herr», und das alte Spiel beginnt von neuem. Die Prinzipienlosigkeit ist das Prinzip, welches die kleine Bourgeoisie beherrscht. Ausbeuter und Ausgebeutete, Besitzende und doch Grenznachbaren der Besitzlosen, Kritiker des Systems, ohne welches sie nicht existiren können und das sie zu Grunde richtet, müssen sie das thun, was sie sind krast des ge- schichtlichen Naturgesetzes, welchem dieses soziale Gebilde seine Entstehung verdankt. Die Halbheit ihrer Bestrebungen, die Zerfahrenheit ihrer Denkweise offenbart sich deutlich auf den Gebieten des öffentlichen Lebens, wo sie die ihrem Wesen ent- sprechende Befriedigung suchen und finden. Zu lahm, um eine ernsthafte politisch-soziale Opposition zu machen, verzetteln sie ihre Zeit und ihre Kräfte in Bestrebungen, welche den Schein der Selbstständigkeit, des Widerspruchs gegen die öffentliche Gewalt haben, in der That aber unschuldige Vergnügungen sind, bei denen einsichtige Regierer sie niemals ernsthaft stören. So verlieren sie sich in die Antheilnahme an religiösen Sektirereien, n>Lgen dieselben eine Verschärfung der Glaubens- sähe des staatlichen Kirchenthums oder eine Abschwächung und Ableugnung einiger oder aller Satzungen desselben mit sich bringen. Weil der Philister halb ist, niangelt ihm die Krast, sich endgiltig zu einem von zwei Dingen zu entschließen, entweder zu glauben und dann voll und ganz zu glauben, oder mit Entschiedenheit jede religiöse Fessel abzustreifen, glaubenslos zn werden und sich als Ungläubigen zu bekennen. Da es in seiner Natur liegt, bald rechts, bald links und den Thatsachen niemals in's Gesicht zu schauen, so wünscht er den offenen Bruch zu ver- hüten. „Ich tripple nach, so lange Zeit; Wie sind die Andern schon so weit! Ich Hab' zu Hause keine Ruh' Und komme hier doch nicht dazu." Scheuen sie den Klageruf des Altgläubigen, daß sie durch ihre Freigeisterei sich dem Teufel verschrieben und ihr unsterblich Theil ewiger Verdammniß überantworteten, so behagt ihnen auch nicht der Spott des Ungläubigen, daß sie an dem Trödelkram deS Pfaffentrugs mit kindischer Angst festhielten. Deshalb wählen sie einen Ausweg, wie ihn die ungeschickte Verlogenheit liebt und gar zu gern als goldene Mittelstraße bezeichnet. Sie verdünnen den Wein des Abendmahls mit dein faden Wasser eines unwissenschaftlichen Anfklärerthums und statt unter ragen- den Kuppelbauten gothischer Dome suchen sie ihre Er- bauung in dem dumpfen Saale eines WirthShauses. Da ja der Talar ihnen ein störendes Beiwerk dünkt, so erscheint ihr Priester im schwarzen Rock und predigt nicht von dem Prozesse Jesu Christi, sondern von dem des Galilei. Träte aber heute unter sie ein neuer Galilei, so würden sie dein heiligen Ofsiz zujubeln, welches den Forscher in Banden schlüge. Denn sie haben den Beruf, dem Kultursortschritt Steine rn den Weg zu werfen und sie spielen mit dem Feuer der Erkenntniß nur so lange, bis sie sich die Finger versengen. Die lange, willig ertragene Knechtschaft hat die Köpfe und Herzen schwach gemacht. Die Trübseligkeit der Lage schafft eine seelische Verstimmung, welche nicht zu einem Bruch der Ketten, sondern zuin thatenlosen Klagen über ihren Druck anreizt. Die larmoyante Komödie, das bürgerliche Trauerspiel, der Philisterroman sind die k ü n st l e r i s ch e n Vil- düngen, welche dem Kleinbürgerthum ihr Dasein verdanken. Sie sind ein Spiegelbild der reaien Verhältnisse. Sticht anders als ans den Brettern, welche die Welt dedeuten, tragirt der Spieß- bürger auch auf der Schaubühne des öffentlichen Lebens. Ja so- gar erscheint er auf dieser, wo die Poetik ihm keine Schranken setzt, noch thränenseliger. Run möchte Einer annehmen, daß dieser Ueberschuß an Empfindsamkeit aus dem Born eines tieferen Pathos hervorquelle, das in großen Momenten zu tragischer Gewalt sich steigere und Bedeutendes, dem Gemeinwesen der Menschheit Gedeih- liches schaffen könne. Diesen Jrrthum hat schon mancher Schwärmer schwer büßen müssen. Die Weinerlichkeit ist vielmehr ein Zeichen der Ohnmacht, welche zu keinem großen Entschluß, zn keinem Akt Bedeutung sich aufzuraffen vermag. Nichts von kann diese unfreien Geister aus der Thatenlosigkeit ausrütteln, zu welcher die Entwicklung sie verurtheilt hat. Statt Nerven und Muskeln, Hirn und Hand, wirkt bei ihnen die Thrünendrüse. Schirüche, Rührseligkeit und Verhärtung des Herzens sind ver- wandte Gefühle. Wer alles bejammert, sich, die Mitmenschen, san Loos und das Geschick der Andern, ist weit davon entfernt, daS thätige Mitleid in feiner Brust zu tragen, das für edle Seelen die Quelle aufopfernden Thuns ist. Ihre EinsichtSlosigkeit verhindert sie, die Gesetze der gefallen lassen, daß solche Lokale nicht an allen Tagen ans zahlreichere Kundschaft rechnen können, und Vorschriften kann man auch nicht wohl machen, da wir eben im Zeit- alter der gepriesenen freien Konkurrenz leben, wo überhaupt jeder aus der Haut seiner Mitmenschen Riemen zu schneiden sucht. Alles dieses zugegeben, erscheinen aber die hohen Preise, welche man im Müggelschlöjzchen für die Speisen ver- langt, durchaus ungerechtfertigt, ganz besonders an einein solchen Tage, wie der vorgestrige. Wenn bei einem so großartigen Feste Taitsende von Gästen einem Nestauraut zugeführt iverden, so hat der betreffende Restaurateur doch wohl einige Veranlassung, den Bedürfnissen seiner Gäste entgegen zn kommen. Wir sind überzeitgt, daß der Wirth des Müggelschlößcheiis sofort ailßerordentliche Maßregeln treffen würde, wenn ihni angekündigt würde, daß der Klub der Millionäre einen Ausslug llach seinem Lokale unter- nehmen werde; wenn er aber da sicherlich für die Herbei- schaffung von Austern, Champagner und anderen schonen Sachen Sorge tragen würde, ivarnm sorgt er nicht, wo Tausende von weniger zahlungsfähigen Leuten sich im Müggelschlößchen versammeln, dafür, daß auch diese ihren Bedürfnissen entsprechend bewirthet werden? Billige Speisen gab es am Sonntag im Müggelschlößchen überhaupt nicht— es gab z. B. nicht einmal warme Würste, welche doch wahrscheinlich mancher gern zum Frühstück gehabt hätte — und daß man es in diesem Grade an Rücksicht auf die Bedürfnisse der Berliner Arbeiterschaft fehleil läßt, kann diese sich allerdings verbitten. Doch lassen wir für jetzt diese Magenfrage auf sich be- ruhen, irnd fragen wir nach dem Verhalten der Polizei, welches ja leider bei größeren Zusammenkünften von Sozial- demokraten uns von vornherein klar ist. Diesmal nun kann man glücklicherweise in dieser Hinsicht recht zufrieden sein. In Berlin bereitete die Schntzmaunschaft nur dem Wahl- verein des fünften Wahlkreises auf dem Bahnhofe Alexander- bürgerlichen Gesellschaft zu begreifen, und ihre Thränen sind Klagelieder der Selbstsucht. Die Pflanzer der Südstaaten wußten, warum sie ihren Sklaven das schwerfälligste, primitivste Acker- geräth in die Hand gaben; die Unterdrückten ließen es die Werk- zeuge empfinden, daß der Neger mindestens ein mit Sprache und zerstörungsbereiten Händen begabtes, der Pflug aber ein stummes Instrument war. Die Brüderlichkeit, für welche der Philister mit feuchtem Blicke schwärmt, zerrinnt in Dunst, sobald seine Parzelle, sein Kranilädchen, seine Werkstatt in Frage kommt, und er heißt die Söldner willkommen, welche die von einem Bischof gesegneten Kanonen auf die eben noch umarmten Brüder richten. Darum folgen die Kleinbürger den Wahrsagern und Propheten, welche gewöhnlich, wenn eine Weltanschauung auf der Neige ist, auftreten, mit ihren dunklen, räthfelhasten Reden der Phantasie reiche Nahrung geben und oft schon durch ihr auffälliges Aeußere, durch seltsame Gewänder, fliegende Haare und wallende Bärte die Augen unserer Manchaner auf sich lenken. Denn das Seltsame, Abenteuerliche, Fremdartige ist ein Köder, aus welchen die Gedanken- losigkeit gierig losfährt, und je verworrener und unbegreiflicher die Seher sich ausdrücken, um so willkommener sind sie Leuten, die ihre Vorstellungen nicht in der straffen Zucht des logischen Denkens halten. Sie hängen am Munde des Apostels und bestreben sich, ihm in Worten und Thaten nachzueifern. Wer sich aber der ühe unterzieht, den Kern solch einer neuen Lehre herauszu- schälen, wird, sobald er das Wesen des Philisterthums erkannt hat, sich nicht verwundern, daß keine dieser Theorien ihre Spitze gegen den herrschenden Eigenthumsbegriff richtet. So mannig- faltig die Heilsbotschaften sind, welche verkündet werden, so eifrig der Kleinbürger heute dieser, morgen jener sein Ohr leiht, die Thatsache steht unumstößlich fest, daß die Schivarmgeister auf dem Boden der bürgerlichen Gesellschaft irrlichteliren und niemals über die Grenzpfähle derselben hinausgehen. Der Eine behauptet, der archimedische Punkt, von welchem aus die Erde aus den Angeln gehoben und Friede, Wohlstand, Glück in reicher Fülle über die Menschen ausgegossen werden könne, sei die Verbannung gewisser Nahruugsnnttel, der Andere empfiehlt eine bestimmte Heilmethode als die Vorbedingung des tausend- jährigen Reiches. Tiefer richtet seine Angriffe auf eine Rasse oder Religion, deren Ausrottung die allgemeine Glückseligkeit herbeiführen werde. Jener weiß, daß der Eintritt in seine Sekte einen Ehrenplatz im Himmel verbürge, ein anderer sozialer Tabuletkrämer breitet seine mittelalterliche Waare aus, die dem Kleinbürgerthum die Ewigkeit sichern soll. Hier beschwört ein Magus Geister, Tische rücken und zespenstische Finger klopfen, Schiefertafeln werden von un- ichtbaren Händen beschrieben. Dort erscheint ein Abkömmling des seligen Nicolai und kurirt als Proktophantasmist„von Geistern und vom Geist".. Eine Frage, deren DeHandlung reizvoll erscheint, drängt sich auf. Da die Kleinbürger die Zwischenschicht sind, welche die Herrschenden von den Besitzlosen scheiden, so ist das Vorhanden- ein von Wechselbeziehungen zwischen den zwei tiefsten Schichten wohl zu erwägen. Wie die petita bourgeoisie sich zu den Handarbeitern verhält, ist bereits früher angedeutet worden. Die letzteren empfangen von jener eine Reihe von Eindrücken und Begriffen, die dem Wesen der Arbeiterklasse fremd sind. Aus der politischen, sittlichen, sozialen Atmosphäre des Kleinbürgerthums Ickern Niederschläge durch, welche die Weltanschauung der lohn- arbeitenden Klasse beeinflussen. Wenn sich rückständige Vor- tellungen hier finden, so entspringen sie hieraus. Weil aber bei ihr der Kampf der Geister ein leidenschaftlicher ist, und die Ziele für die in Fehde liegenden Elemente klar und icher sind, und da der Gang der Entwicklung ein rascher ist, so werden die Ueberresie der fremden Ideenwelt nach und nach ausgeschieden und als nicht wahlverwandt abgestoßen. Inzwischen unterspült die unermüdliche Fluth den zermürbten Grund, ans welchem das Kleinbürgerthum sein Lager auf- geschlagen hat. Bald reißt hier, bald dort eine Sturmfluth Land und Leute in die Tiefe. Ruhelos rollen die Wogen gegen das Ufer, immer enger wird die Spanne Raum, die Obdach und Nahrung gewährt. Das Mcer ist unerbittlich, und das spähende Auge erblickt am wolkengrauen Horizont kein Hilfe bringendes Segel. Am Ufer drängt sich jammernd, verzweifelt, elend die Menge Keine Rettung, das Ende naht, die kleinbürgerliche Götterdämmerung. Und rastlos tobt die Brandung. LolSÄclos. Die Itachvicht, daß Herr Dr. Egbert Wuller, der über- zeugungstreue Vertheidiger des Resauer Spuke?, seine Ansichten über die„Katastrophe der Ecspenstersurcht in den Berliner Schulen" im spiritistischen Verein„Psyche" zu äußern gedenke, hatte am Freitag Abend eine große Zahl von Anhängern des Spiritismus und solchen, für welche das Wesen des Spiritismus nur einen komischen Reiz besitzt, nach dem in der Kleinen Präsidentenstr. 7 belegenen Versammlungslokal der Spiritisten geführt. Am Vor- standstisch saßen neben den bereits mehr mit dem Geisterreich ver- trauten„Schern" Dr. Egbert Müller und Professor Dr. Cyriax eine'Anzahl recht liebenswürdiger, frisch und unternehmungslustig in die irdische Welt hineinschauender Herren. Unter den Zu- schauern befanden sich auch Damen. Geschästige Kellner kredenzten einen durchaus nicht geisterhaften, sondern sehr substanziellen Stoff, nämlich ein sehr gut mundendes Bier, von dem sie nicht genug heranschaffen konnten. Einen„abnormen" Eindruck platz einige Ungelegenheit, indem sie nicht leiden wollte, daß draußen Gruppen zufainmenstanden. Doch kam es hier zn keinerlei weiterem Konflikt, und auch in Friedrichshagen ging alles glatt. Im„Müggel- fchlößchen" waren einige Gendarmen stationirt, welche aber sich ganz ruhig verhielten. Ebenso saßen mehrere Gendarmen in Friedrichshagen in der Nähe der Ueberfahrt. Tiefe sollen durch ein Fernrohr nach dem Müggelschlößchen hinübergesehen haben, müssen aber wohl nichts beunruhigendes wahrgenommen haben. Da es sonst Brauch ist, sozialdemo- kraiische„Umtriebe" unter das Mikroskop zu nehmen und ans diese Weise aus der Mücke einen Elephanten zu macheu, muß das Beobachten einer sozialdemokratischen Landparthie durch das Fernrohr schon als ein entschiedener Fortschritt betrachtet werden. Tie Rückfahrt vollzog sich, theils weil die Menschenmassen übermäßig groß waren, theils wegen der schon öfters gerügten, auf dem Bahnhof in Friedrichshagen üblichen Absperrungs- maßregeln nicht ohne Schwierigkeiten. Viele haben stundenlang warten müssen, ehe sie befördert wurden. Die Räume des Bahnhofs in Friedrichshagen waren am Abend unausgesetzt gedrängt voll. Hier und auf der Rückfahrt wurden noch unermüdlich die Arbeiterlieder gesungen. Alles in allem war die vorgestrige Lassallefeier ein herrliches Fest. Die Bourgeoisie, die immer so geringschätzig von den„Roh- heften" des„Pöbels" spricht, könnte sich wohl an den Ar- beitern ein Beispiel nehmen, wie man Feste feiert. Selbst die prüdesten 2300 deutschen Frauen hätten bei der Lassalle- feier nicht das Geringste gefunden, was bei ihnen hätte Anstoß erregen können— bei Schützenfesten soll das be- kauntlich nicht immer so sein. Wer seine Feste am würdigsten und zu den würdigsten Zwecken feiert, „Das find die Arbeitsmänner, Das Proletariat." machte nur die infolge Ueberfüllung bis zur Unerträglichkeit steigernde lefung des Protokolls der vorigen Verein sich schon mit dem zur Debatte stehenden beschäftigt hatte und Dr. Egbert Müller schon m der Sitzung den bekannten Vorfall in einigen Berliner Madch nicht als bloße Gespensterfurcht, sondern als eine l des Lokals sich Temperatur.%, Sitzung.ergab, spiritistische Einwirkung bezeichnet hatte. Diese Bekanntgabe erleichterte den Nichteingeweihten wesentlich � ständniß der zu erwartenden Mysterien, wie man aus drückten Lächeln des größten Theiles der Versammelten - �------|"— eigenen konnte. Herr Dr. Egbert Müller, der, seinem ständniß zufolge früher Mitarbeiter im Preßbureau des. preußischen Staatsministeriums gewesen und aus oie|n ausgetreten ist, weil er es mit seineiil Gewissen nicht m?« baren konnte, gegen seine Ueberzeugung schreiben zu nw H� seinem Vortrage den, wie er meinte, zeitgemäßen Satz z» „Thue von dir den verkehrten Mund". Er erzählte, n» � Bekanntwerden der Katastrophe, die sich in mehrerei' l Schulen zugleich abgespielt und dann in anderen Schu � in der Rixdorfer Schule sich wiederholt habe, es sicljA sein ließ, der Sache auf den Grund zu gehen. Maßg ihn sei die zugleich in mehreren Schulen stattgehabte� � wesen, während die Nachfolge auf den Nachahmungstrieb, sonders bei Kindern sehr ausgeprägt ist, zurückgeführMverD Er sei aber bei seinen Nachjorschungen aus aroften Wider; ,j _,................... auf großen Wi! stoßen. Ten Rettoren war ja die Sache unangenehm," � hatten sie die Vorgänge selbst auch nicht beobachtet., er abgewiesen. Nicht besser erging es ihm bei den Lehr_ Schuldienern. Endlich sei es ihm doch gelungen, rn""Zy, '''' die überraschend««Z Mehrein Mehrauc und di von Sc hat 614 während Mehriibe theils i infolge Jeteinnal hauptsäck fandgele SOluibetc «ginfefi lütlvnsw 2433 787 2268 837 171 349,6 6. t®'" Nit, au polier 6i mauke»! �'hm j «inen Be dem Gru Sli«' Paul C zimmer Hineinzugelangen, und da habe er... tung gemacht, daß nicht der Zufall das Wehen einer auch nicht der Un ug mit den vertheilten Zetteln die»a herbeigeführt, fondern daß hier ein„vielleicht Schulzucht und Erziehungsmethode protestirender Ge»| vermittelst eines Mediums offenbart habe. Die Zeich»m»U Todtenköpfe an der Schultasel wären derart, wie sie 1£l•(! licher hervorzubringen vermöge, sie stimmten ganz genau seit langem beobachteten mediumistischen Zeichnungen Seine Vermuthungen seien ihm denn auch durch einen � langem bekannten Geist(!), dem er vertrauen kann,»no � deshalb durch ein Medium zitirte, vollinhaltlich bestätig'.j «um Beweise dessen, daß es derartige protestirende GeM'. '— g oder sich«J welche« i« Zum Beweise dessen,... ivelche entweder eigenes Unrecht sühnen wollen das Unrecht Lebender anslehnen, führte Dr. Müller em" t«gt,'ba artiges Vorkommniß an. Auch gelegentlich des Spukes a sang nah — g- r Nicktsviritisten als ein aanz 8� welch, Elsasserstraße(der aber von Nichtspiritisten als ein ganz 8 ij licher Unfug eines Kartoffel werfenden Jungen entlarv', eines Kartoffel werfenden Zungen enucuu-. fonbern er zur Feststellung des Thatbestandes sich neun Ja Über tauf die letzte Todten o �liegen �hpogrm bck-mntti pster s fe �oppelm in war) habe..--------- j testirenden Geist" zitiren lassen. Er erschien und gab" � iitanue. fragen die Antwort„Feuer". Es geschah dies unter. möge, j Gerassel, als wenn ein Knochengerippe in sich zusammen � �. das ihn und das Medium erbeben machte. Er erinnerte I. wnnb Vi dieser Antwort, daß er in seinem zwei Treppen höher beivj Vkrlin-L> Studirzimmer die Lampe brennen gelassen, und wollte en»!�% Gesck bannen eilen, als ihm der Geist Halt gebot und ihm zurief,■ ctaphje, doch erst seinen Namen vollständig nennen lassen. Er heiße A olz uj,, bach", wandle seit 23 Jahren umher und wolle au«) u Mti» r( Sceligkeit, bevor er seine Lehre wieder zu nichte gema«'.- �iuzejgx Stach dieser Offenbarung des Geistes habe der Spuk aber> jeftanb, nachgelassen. Dr. Egbert Müller, der von dem Wal»!% Geister vollständig überzeugt ist, theilt dieselben in drei � 1 l. in solche, welche noch keinen menschlichen Körper b« touacht haben und 2. und 3. in gute und böse Geister der Abgesch»%»üt — unter den letzteren sollen sich selbst solche befinden, wet«! SothCI „groben Unfug" gegen die„Medien" gestatten. Er VU wandten allen Ernstes dafür, daß die Polizei und die Aerzte durch. daß*7 f suchungen genau den Thatbestand bei derartigen Katasir» � feststellen mögen. Es würde dann ganz genau festgestellt �,4 l � können, ob nur ein Unfug oder das Walten eines Geistes* liege.— Dr. Cyriax, der noch mehrere Wunderdinge aiM war dagegen der Meinung, daß es nicht rathsam sei, veranlagte Aerzte zu einer Untersuchung hinanzuziehen. da � nur ein„Medium" in seiner Entfaltung stören würden. Herr Dr. Cyriax, der Herrn Dr. Egbert Müller noch bei 2»? in der Erforschung des Geisterreiches über zu sein scheint� i große Hoffnungen in die jetzt von Vorständen der psychiam« i Vereine zu London und Paris vorgenommene Unterslichuiw � schiedener„Medien". Er glaubt, daß wenn das Protokoll»» j sehr geiviffenhaften Untersuchungen wahrheitsgetreu veröff« wird, eine vollständige Umgeslaltung Deutschlands statM wird, Dr. Egbert Müller verfichert noch, daß es keine Gel?, giebt, lind daß die Geister sich irdischen Wesen nur dura« Vermittlung eines„Mediums" zeigen. Leider kann er ab«� konstatircn, welches„Medium" das Unheil in den Schulen vermittelt hat. M. tödtrt- folglich lebt Herr hatten wir in der Würdigung dieses Herrn gesagt. Abend steht im„Berliner Tageblatt" die Besprechung� Theaterstückes, welches im„Deutschen Theater" ausgeführt Herr Lindau ist bekanntlich der Dramaturg des„Deuffche» Th«" Sagt das nach Allem, was voraufgegangen ist, nicht genug Der Abschluß der Stadt-Kauptbasse für das Rech"!!* jähr 1869/30 hat gegen die Ansätze des Stadthaushatt-', einen Ueberschuß von 5 471 120,91 M. ergeben, im Vergleich/ Vorjahre, jür welches sich der Ueberschuß auf 4 940 30 V( bezifferte, 530 619,77 Mi. mehr. Tie Gesa»»nteinnahn>« schließlich des am 31. März 1889 vorhanden gewesen«" Itandes von 8 700 159,12 M. betrug 85 445 691,69 M", Gesaiiiintausgabe einschließlich des Uederschusses aus dem f nungsjahr 1889/90 mit 4 940 501,14 M., dagegen 75 360 379,», so daß am 31. März 1890 ein Bestand von 10 085 312,13# blieb. Von diesem Bestände ist der Betrag, um welchen die AP reste von 14 610 169,18 M. die Einnah, ncreste von 9 993 97/,�, übersteigen, also eine Summe von 4 614 191,22 M. zur Tecku"?. Mehrausgabereste zurückzustellen, s o daß der schon erwähn von 5471 120,91 M. verbleibt. Die Verwaltung der städtische" t»» brachte einen Ueberschuß von 7 304 766,61 Vi., gegen den � ansah mehr 2 464 508,61 M. Davon entfallen auf die G"" 1 445 045,87 M., ans die Wasseriverke 546 964,73 den Zentral-Viehniarkt 292817,19 M., ans die Kanaliso' l Verwaltung als Minderznschuß bez. als Siückeinnahmf � den geleisteten Zuschuß 179 760,80 M. Bei den GasaNi' welche einen Mehrüberschuß von 1 445 045,87 M. gebracht'y ergab sich zunächst aus dem Absätze des i* eine Mehreinnahme von rund 162 745 M. Beträchtlich Gewinn aus dem Verkauf der Nebenprodukte. Diechohe»$ preise und die dadurch, namentlich in der ersten Hälfte de-( waltinigsjahres, gesteigerte Nachfrage nach Kokes" gestattete' gjf Preiserhöhung. Es ergab dies gegen den Etat eine nähme sür Kokes von 1 551 695,09 M. Auch der Hj verkauf brachte 141 920,86 M. mehr, als der Etat voW'tzL Dagegen erhöhten sich die Ausgaben gegen den Eto»' hauptsächlich bei den'Arbeitslöhnen und den Betriebskost-z die größere Produktion, auch durch Erhöhung einzelner L»» um ca. 300 000 M. und die Kosten des Mehrbedarfs an 111 562,77 M. Der Mehr-Ueberschuß der Waiff. P um mit 546 964,75 Mark ist hauptsächlich durch dem Absätze von Wasser gegen den Etatsansah Mehr-Einnahme, sowie durch die Minder- Ausgabe?< geführt worden. Die Mehr-Einnahme für Waster»' i größten Theil ans diejanch im letzten Jahre eingetreten« � mehrnng der Hausanschlüsse, welche sich auf 433 beziffert tz Grniidstücke gegen 20 600 nach dem Etat) zurückzuführen. W sind über den Voranschlag hinaus ans der miethsweisen lassnng von Wassermeffern und aus dem Betriebe der W« lÜ K 5% 5% §# % 0 fciei �"g D s- % enf feiner1' .'lieg I: P fpii Witte? d»I i K deg Hi r. «tte L ii.fs&s;5",n sf erzielt worden, welche lediglich durch die «yrausfuhrungen von Hausanschlüsscn seitens der Werkstatt >,° dadurch erforderlich gewordene Mehrausstellung i.;"fQff«mefferu entstanden sind. Die Viehmarktverwaltung 867,19 M. Ueberschuß an die Stadthauptkasse abgeführt, w"'! et Gtot nur 821 550 M. vorgesehen hatte, so daß ein «Uberschuß von 292 817,19 M. erzielt worden ist; der 2r»o| sehte sich aus Mehreinnahmen von rund . Zusammen. Tie Mehreinnahmen sind größten- .' us bei der Fouragevcrwaltung erzielt, höherer Marktpreise allein 204 068 infolge bei M. welcher mehr »en der dche-ca le% ra ntt !( Stell' �udgelde und den Essenbahn-Üebcrfiihrgebnhren herrühren. mehr"? �undereinnahnien haben sich ergeben bei den Miethen, den misse»'?-..'""lektionsgebühren und Waagegeld. Für die Kanali -u j, g"w»otrke war im Stadthaushaltsetat ein Zuschuß von wie ee'' M. vorgesehen, in Wirklichkeit sind aber nur m Belli j,2®® 537,37 M. gezahlt worden, so daß der Minderzuschuß V-i?'63 M. betragt. ßv»f- ,tt sandertinrer Heiliger scheint Herr Maurerpolier ?%r von'"''"'"" P yvyerer Marktpreise allein 204 063 Ät. mehr � �uuahmt worden sind, während die übrigen Mehreinnahmen ,,2|pi»n i sachlich aus der Verpachtung des Düngers, dem Viehmarkt- l'etf � � ,tT1� Xat» flPTTlifirPU en ljultn., W neb,% Dort� '■& ibeä i die il Geist' >nuiige Ä und igt*W'J seist««; 5 ein l�vnifc»yvvv �....... der Firma Heidt und Franke zu sein. Als gestern -.gen der Maurer Anton Blaschczik, Ruheplatzstr. 16 wohn- .... Jlr nuf dem Bau Tauben- und Friedrichstraßen-Ecke, wo der erdenstl beschäftigt ist, um Arbeit anfragte, nahm der Polier das verstalli" menkassenbuch des Maurers ruhig entgegen. Plötzlich gab er »i«„ jedoch mit den Worten zurück:„Leute, die in ihrem Buch �Vermerk haben, beschäftige ich nicht." Aus die Frage nach em Grunde verweigerte der Polier die Auskunft. Das Lrichruhrgnngniß für den verstorbenen Genossen Paul Strempel vollzog sich in ernster Weise. Es hatten sich n°er tausend Theilnehmer eingefunden, die dem Dahingeschiedenen le letzte Ehre erweisen wollten. Prachtvolle Kränze wurden dem g ten als letztes Zeichen der Liebe und Verehrung von seinen '�liegen und Genossen geweiht. Ter Gesangverein„Berliner Mographia" begleitete die Feier mit entsprechenden Gesängen. ,. An dem UorfaU im Hold„Aslranil'chev Hof", wo sich nanntlich ein Brünner Kaufmann Jgnaz Sicgmund aus dem ?eii ter stürzte, nachdem er zuvor eine in seiner Gesellschaft bc- '.."che Frau erschossen, erfährt die„Neue Fr. Presse �riinn; „ aus - iDie Nachricht von' dem gestern in Berlin erfolgten '-"ppelmorde des Lt eisenden Jgnaz Siegmund und einer Frau, '°elche er als seine Gattin ausgab, hat hier großes Aussehen er- da eine Liebesaffaire, welche vor Monaten hier ihren An- MS nahm, nun ihr tragisches Ende gesunden hat. Tie Frau, r'che mit Siegmund in den Tod ging, war nicht seine Gattin, "bern die Frau eines hiesigen Klempnermeisters, mit dem sie Jahre verheirathet war. Zu Anfang Mai sagte sie ihrem wiann. baß sie ihre bei Napagedl wohnende Mutter besuchen h den intet1 i'l' daß sie bei Napagedl wohnende Mutter besuchen und ihr Gatte hals ihr sogar den Koffer packen. Seither ■rte fi4 spurlos verschwunden. Gleichzeitig mit ihr verließ Sieg- .<.Mt Jllnb Brünn. Als dieser vor e.iner Woche mit dem Chef der ' �"m-Londoner Firma Stern u. Edelsheimer nach Brünn kam, 'icf«'■ n"1 Geschäftsverbindungen anzuknüpfen, wurde durch eine Photo- •e}1 Wphie festaestellt, daß die von Siegmund dem erwähnten Chef /hct!}}u. seine Gattin vorgestellte Frau die flüchtige Klempners- inckiti A' fei. Der betrogene Gatte erstattete bei der Polizei die iber st, Üeige gegen Siegmund wegen Entführung, und dieser mal«» n-nnd, mit der Frau in deren Einvcrstnndniß geflohen zu sein, t■ Zwar zuerst nach Hamburg und dann nach Leipzig, ivo sie rei u�seu�n...A....L ggZg. � Staatsanwaltschaft te«* wohnten, yus eis Anzeige vei oer Isiaarsanivauiazaer "rjJft Macht wurde, verließ Siegmund Brünn, begab sich nach Leipzig sei"W M mit der entführten Frau nach Berlin, wo die That erfolgte. Lecher hatten Siegmund und die Frau an ihre Brünner Ver- �»dten ihre Koffer und Briefe gesendet, in denen sie mittheilen, sie gemeinsanr in den Tod gehen." , Ein grosser Dachstuhlbrand rief am Sonntag Mittag uhr die Feuerwachen in der Köpenickcr- und Memelcrstraße A dein Eckgrundstück Koppcnstr. 19, Ecke Münchebergerslraße. oi? fünfstöckige, langgestreckte Gebäude stand in Helten Flammen, . süie Feuerwehren eintrafen; mannshoch schlug die Flamme, Muri von dem Winde, zum Dache hinaus und züngelte zum '"chbarhanse hinüber, dessen Dachgesims bereits anzukohlen be- Die Feuerwehr nahm den Angriff vom Nnchbargrundstücke r'Hft mit zwei Schläuchen auf, die jedoch dem wüthenden Ele- eUle wenig Terrain abgewannen, so daß bald noch zwei ivcttere Mchen in Aktion treten mußten. Wie gewöhnlich bei Dach- .neu«!«,"'Bränden, war den Mannschaften auch diesmal wieder das mW drehen durch die starke lliauchentwicklung sehr erschwert, weil tW ß. uusrangirte Hausrath, der auf dem Dachboden lagerte, als Ä alte Mätratzen, Kisten mit Heu und Stroh gefüllt einen „ner d l Aenden Qualm erzeugte. So gewaltig war die Gluth, daß %, u-elephondräthe, die über dem Dach hinlausen. von den «.c len vollständig ausgeglüht wurden, so daß sie zum weiteren blsieauch untauglich sein werden. Endlich nach einstündigem Aen Kampf mit dem Feuer war dessen Gewalt gebrochen, " J«,5 das GroS der Mannschaften konnte nach den Quartieren V 2"', während die Ausräumungsarbeiten noch weitere A Stunden in Anspruch nahmen. Ter Dachboden_ ist mg' S ici4'( öl, lnngr tu Slac 0i«iii."���illestauranc-vcWMW «ßem S»Zarter" Hand betraten i|., ihtrv■""Ichein nach Zuhälter, welche rurz vui� r M ihr hegenden Destillation hinausgewiesen worden waren,' nicht bezolzllen. In das Kellerlokal waren sie. wl so 1'm'""lea ist. von vornberein mit der Ablicht gekommen, A Si zas# Ol.,, 1 I 4 y .1 i iU«4v.v»s.v...—/--- i- pM ausgebrannt,-auch haben die Wohnungen des obersten �"werks wieder durch das eingedrungene Wasser gelltten. Der Men trifft ausschließlich„kleine Leute", ein Theil derselben ist,.'der nicht versichert. Die Entstehuugsursache des Brande» Äer nicht aufgeklärt worden...„. � InsSun ine blutigr Schlaorrri wurde ohne wde äußere Beran- t'r« Sestern Nachmittag gegen 2 Uhr von No.vd.es rnszemrt. dieim-Restaurant Metzcrstraße si.'der nicht versichert. Die Entstehuugsursache des Brande» 'Äer nicht aufgeklärt worden......- blutfßc Schlägcrri wurde ohne jede äußere Veran- '—„ o Uhr von Rowdies mszemrt. 1„Mon plaisiv" mit Bc- um jene Zeit sieben Gäste, welche kurz vorher aus der gegen- �•-—-v-.....— n, da sie .............. JBBU wie an- lfl[jiv"l.En ist, von vornherein mit der Absicht gekonime», eben- c«"1 ll)t Bier getrunken hatten, die von der Decke herab- «Sende Petroleumlampe in Stücke schlug und. als ein von dem feir.ch'�eaden Petroleum ..... übel'zugerichteter Gast Ürfalz W Dache. Auf dem Neubau Kirchstraße Nr. 4 Windstoßes das Gleichgeivicht und stürzte auf die Straße. Der Verunglückte hatte sich bei dem Sturz so schwere Verletzungen zu gezogen, daß sein Tod auf der Stelle erfolgte. Schon wieder hat hier ein Kiedespaar gemeinsam den Tod gesucht: ein 2Jjähriger Postassistent und die etiva um drei Jahre ältere Kellnerin Anna Richter. Der Postassistent hatte das Mädchen vor einigen Wochen in dem lllestailrant kennen ge- lernt, in welchem sie bediente. Er besuchte sie seitdem öfters in ihrer Wohnung in der Reichenbcrgcrstr. 175. So auch am Sonn- abend früh gegen 8 Uhr. Als gegen Mittag die Wirthin des Mädchens die Thür zu der Stnbe der letzteren verschlossen fand und ihr nicht geöffnet wurde, ließ sie das Schloß durch einen Schlosser öffnen. Man fand das Paar entkleidet und todt im Bette liegen; Beide hatten Schußwunden in der Brust. Die Hand des Todten hielt noch den Revolver. Aus einem vorgefundenen Brief der Richter ergiebt sich, daß sie einverstanden war, mit ihrem Geliebten zu sterben, der zuerst sie und dann sich ge- tödtet haben dürfte. Zleber einen in Kerlin vorgekonemene» Lotterie- schwindet berichtet die„N. Stett. Ztg." folgendes: Ein Kaufmann H. in Berlinchen spielte in der preußischen Klassenlotterie mehrere Nummern und hatte die Loose von einem Kollckteur in Berlin entnomnien. Er machte in der vierten Klasse auf mehrere Nummern Gewinne in Höhe von 500 M. Die Gewinnloose hatte er in einem einfachen, aber mit Siegel verschlossenen Brief an den Kollekteur abgesandt, es erfolgte aber keinerlei Rück- äußerung, auch das erbetene Geld traf nicht ein. Als der glück- liche Gewinner endlich um Aufklärung bat, erfuhr er zu seinem Schrecken, daß am Tage der Absenkung des Briefes ein Dienst- mann mit den Gewinnloosen im Komptoir des Kollekteurs er- schienen sei' und angeblich im Auftrage des Schwagers des H. die Auszahlung des Gewinnes verlangt habe. Nachdem dem Manne bedeutet worden, daß der Schwager persönlich kommen müsse, war denn auch ein Herr mit den Gewinnlosen angetreten und hatte den Betrag erhoben. Wahrscheinlich ist der Brief in unrechte Hände geralhen. Die Polizei fahndet jetzt eifrigst nach dem Mann, welcher den Gewinn erhoben hat. Zu wenig Dampfspritzcn. Am Sonntag waren alle Dampfspritzen bei anderen Bränden thätig, als am Mittag in der im 5. Stock gelegenen Waschküche des Hauses Koppenslr. 17/18 ein erhebliches Feuer ausbrach. Der unermüdlich arbeitenden Feuerwehr, welcher nur 2 Handdruckspritzen zur Verfügung standen, gelang es erst gegen Abend, über das Feuer Herr zu werden. Der ganze Dachstuhl des 20 Fenster Front haltenden Hauses ist ver- nichtet worden. Die brennenden, hoch durch die Lust fliegenden Wäschestücke hatten eine Menge Menschen angelockt, welche bis in die Nacht hinein den Brandplatz umlagerten. Da ei» Nachsturz des Stuckwerks zu befürchten ist, wird in den nächsten Tagen das obere Stockwerk abgetragen werden. An dir Genossen im(Dsten»ud Ziordoston dra 4. Krr- linn- MnlMrriJes! Infolge der großen Anforderungen, welche von den Parteigenossen der kleinen Städte und Flecken ier Pro- vinzen an Unterzeichnete um Uebersendung von gelesenen Zeitungen gestellt werden, erlauben sich dieselben, den hiesigen Genossen Fol- gendes zu unterbreiten: Genossen, eS ist unzweifelhaft, daß durch den Versand unserer Zeitungen eine ungeheure Agitation entfaltet werden kann. Wie viele Tausende der armen Landproletarier können eS sich insolgs ihrer wirthschastlich bedrängte» Lage nicht erlauben, durch Kauf eines Werkes oder Abonnement einer Zeitung ihrem geistigen Bedürfniß Genüge zu leisten. Hier können die Genossen der großen Städte abhelfen, indem sie ein kleines Opfer bringen, welches darin besteht, daß sie sich deS PapierS berauben, nachdem sie ihre Zeitungen gelesen. Thue hier Jeder seine Schuldigkeit. Die Genossen in den Provinzen werden die ihre eben- falls thun. Genossen! T w unterzeichnete ltommission hat es sich zur Auf- gäbe gemacht, die gesammelten Blätter an die Genossen in den Provinzen portofrei zu versenden und zivar bis in die entferntesten Gegenden Deutschlands. Durch diese Verbreitung ist es möglich, die Ideen des Sozialismus in die weitesten Kreise zu tragen, auch bei den Landarbeitern das Klassenbewußtfein zu erwecken, ihnen durch die Schilderung deS täglich geschehenden Unrecht» daS Verlangen nach Gleichberechtigung einzupflanzen und die Ausbeutung durch das Kapital ihnen vor Augen zu führen. Die Folge wird sein, daß bei allen denen, welche meinen, unsere Zustände müssen so sein und bleibe», der Jndifferentismus getödtet wird und sie als ausgeklärte, zielbewußte Arbeiter in unsere kämpfenden Reihen ge- führt werden. Die nächste Wahl wird dies bestätigen. Gustav Tempel, Breslauerstr. 27. Otto Heindorf, Langestr. 70. Wilhelm Lock, Fricdrichsbergcrstr. 5. Karl Roggendors, Posenerstr. 5. Robert Berger, Gr. Franksurterstr. 92, H. I. Otto Zabel, Frankfurter Allee 90. Emil Boehl, Frankfurter Allee 74. Heinrich Hoffmann, Kaiserstr. 4. Carl Müller, Landwchrstr. 13, III. Adolph Scholtz, Landsberger Allee 144, H. III l. In zliedov- Schöuwride stehen den Arbeitern solgende Lokale zur Verfügung: Brauerei„Borussia", Restaurant Mally, „Schweizcrhaus", Restaurant Siebenbaum,„Waldhaus". I» Johannisthal: Senftleben's„Volksgarten", Restaurant Henneberg, Restaurant Ludwig, Kaufmann Mielenz. Das Lokal von Lenz steht den Arbeiter» nicht zur Verfügung. iZotizeibericht. Als am 30. v. M. Vormittags der Haus- diener Secler auf dem Grundstück Marlgrasenstr. 35 im vierten Stock mit dein Eulladen eines Lasten-ZluszugeS beschäftigt mar und zu dem Zwecke denselben bestiegen hatte, riß plötzlich das Seil, an welchem der Auszug hing, so daß Sceler mit dcmsclbcn in den Hof hinabstürzte, Sceler erlitt einen Schädelbruch, einen Beinbruch und mußte nach der Charit« gebracht werden.— An demselben Tage Vormittags wurde ein Mann und eine Frauen?- person in der Wohnung des Erstercn, im Bette liegend, todt auf- gesunden. Aus hinterlasienen Briefen geht hervor, daß Ersterer die Frauensperson mit deren Einverstündniß erschossen und sich demnächst auf gleiche Weise getödtet hat.— Nachmittags wurde am Garuison-ltirchhof in der Hasenhaide ein Mann mit einer Schußwunde in der Brust, welche er sich in selbstmörderisch�! Absicht mittelst Revolvers beigebracht hatte, aufgcsuude» und»ach dem Krankenhaus« am Urban gebracht.— Zu derselbe» Zeit stürzte der Kleiupiieruwistcr Hans aus dem fünften Stock de» Neubaues Kirchflraße Nr. 5 ans die Straße hinab und ver- starb ans der Stelle infolge des erlittenen Schädel- bruchs.— Abend» wurde ein Mann an der Ecke der Wall- und Neuen Roßstraße von einer Droschke überfahren und am Kopf so schwer verletzt, so daß er mittelst Droschke nach der Sanitätswache in der Brüderstraße und von dort nach seiner Wohnung gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit wurde in der Nähe der Holzmarktstraße ans dem Geleise der Stadtbahn ein unbekannter, etwa 85 Jähre alter, anscheinend dem Hand- wcrkcrstand» angehörender Mann, mit mehreren Wunden am Kopse, todt aufgefunden. Augenscheinlich ist derselbe von einem Eisenbahnzuge überfahren worden.— In der Nacht zum 31. v. M. kenterte in der Spree an der Oberbaumsbrücke ein mit mehreren Personen besetzte» Boot. Die Insassen, deren Anzahl noch nicht festgestellt ist, welche vermuthlich jedoch ciucin hiesigen Nndcrverein angehöre», sind anscheinend sämmtlich ertrunken.— Im Lause des Tage» wurde die Feuerwehr zur Löschung kleinerer Brände nach vier verschiedenen Stellen gerufen.— Am 31. d.M. Mittags versuchte eine Frau in ihrer Wohnung in der Steil- dalcrsiraße sich mittelst Salzsäure zu vergiften. Innerlich schwer verletzt wurde sie nach dem Kraukenhause Moabit gebracht.— Nachmittags sprang ein Mann an der EbcrtSbrücke in die Spree, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach der Eharitee gebracht.— Zu derselben Zeit wurde auf dem Platz vor dem Operuhaiise das Pscrd de» Dachdcckermcistcrs Weißeuhaaen scheu und ging mit dem von sechs Personen besetzten Break nach dem Lustgarten z» durch. An der Schloßbrücke lief dasselbe gegen einen Gaskandelaber, so daß der Wagen umstürzte und die Insassen herausfielen. Hierbei erlitt Weißenhagen außer einer Verletzung am Kopfe eine Gehirnerschütterung»ud mußte nach der Eharitee gebracht werden.— In einem Schauklokal in der Mctzerstraße fand Nachnnttags eine Schlägerei statt, wobei zwei Personen am Kopse nicht unbedeutend verletzt wurden.— Abends siel der Akrobat Vandervelde wahrend der Vorstellung im Amerikan-Sommer-Thcater in der Bockbrauerei infolge eines miß- luugenen Sprunges und brach den linken Unterarm.— Zu derselben Zeit wurde ein Tischler durch seinen Schwager in der ge- meinschaftlichen Wohnung, in der Großen Frankfurterstraße 124, infolge eines Streits durch einen Schlag mittelst eines Bierseidels am Kopf schwer verletzt.— In der Nacht zum 1. d.M. fand vor dem Hause Friedenflr. 74 eine Schlägerei statt, bei welcher der Schuhmacher Schmidt eine so schwere Verletzung am Kopfe erlitt, daß er nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht wer- den mußte.— Am 31 v. M. fanden drei kleinere Brände statt. Gsviihks-Ieiku»rg. Uor der dritten Ferienstrafkammrr dos Fand- gorichts I. standen gestern der Schuhmacher Julius U n r a t h und der Winkelkonsulent Paul B ü h r i n g, welche beschuldigt waren der gemeinsamen Hehlerei und Begünstigung, sowie Bühring außerdem noch der Unterschlagung. Beide Angeklagte, die vielfach vorbestraft sind, haben nach dem Ausspruche des Staatsanwalts in geradezu nichtswürdiger Weise gehandelt. Zwischen den Schankwirth Br.'scheii Eheleiiten, die viele Jahre hindurch in größter Eintracht gelebt, war es in diesem Frühjahre zu Mihhelligkeiten gekommen, weil die Frau sich von ihrem Ehe- manne hintergängen wähnte. Wiederholt ließ sie den Stamm- gasten gegenüber, zu denen auch die Angeklagten gehörten, die Aeußerung fallen, daß sie ihren Mann demnächst heimlich unter Alitnahme seiner Ersparnisse verlassen werde. Der Angeklagte soll nach der Beklindniig de» Br. den Unfrieden zwischen ihm und seiner Ehefrau»och bedeutend geschürt haben. An einem Maitage führte Frau Br. ihre Drohung aus, sie verließ ihren Manne unter Mitnahme seiner Werthpapiere in Gesammthöhe von 3000 M. Sodann ließ sie die beiden Angeklagten, denen sie trauen zu können glaubte, holen und bat um ihre Hilfe bei Umsetzung der Werth- papiere. Bühring erklärte ihr, daß es in Berlin zu gefährlich sei, denn voraussichtlich würde ihr Ehemann der Polizei und diese wieder sämmtlichen Bankiers Mittheilung gemacht haben, man müsse die Papiere schon außerhalb umsetzen. Frau Br. bat nun ihre beiden Rathgeber, mit ihr zu diesem Zwecke nach Potsdam zu reisen, Bühring forderte aber hierfür 400 M. und dies Opfer schien der Frau Br. zu groß. Man einigte sich schließlich dahin, daß jeder Angeklagte 56 M. erhalten und Frau Br. die Kosten der Reise tragen sollte. In Potsdam setzte Bühring die Papiere einzeln um und am Abende fuhr das Kleeblatt nach Berlin zurück. Am folgendeu Tage hatte der verlassene Ehemann den Aufenthalt seiner Frau ausgekundschaftet, er bcwog sie, zu ihm zurückzukehren und das Ehepaar lebt seit dieser Zeit in unge- trübter Eintracht. Außer der verabredeten Provision hat sich bei dem Gelde ein Fehlbetrag von 177 M. herausgestellt und die Anklage nimmt an, daß Bühring dies Geld bei dem Ilmwechseln der geschüstsunlimdigen Frau Br. vorenthalten hat. Beide Auge- klagte bestritten ihre Schuld. Sie ivollen von der Ansicht ans- gegangen sei», daß ihre Thätigkeit nichts unerlaubtes sei, denn da es keinen Diebstahl zwischen Eheleuten gäbe, so könne es doch auch leine Hehlerei geben. Der Borsitzende erklärte ihnen, daß beides falsch sei, allerdings habe Frau Br. ihren Mann bestohlen, das Gesetz bestrafe nur den Diebstahl zwischen Eheleuten nicht. Anders sei es dagegen mit den übrigen dabei Betheiligten. Außer- dem glaubte der Gerichtshof den Angeklagten nicht, daß sie die falsche Rechtsanschauiliig gehabt hätten. Die Uiiterschlaguug konnte nicht genügend erwiesen werden, dagegen wurden die Angeklagten wegen Hehlerei und Begünstigung zu je 9 M 0 n a t c n G e- f ä n g n i ß v e r u r t h e i l t. £Ur Kock: als Gärtner. Das Kellnerpersonal im Hotel Continental ivurde in diesem Frühjahre durch da» Unwesen eines Hausdiebes in hohem Grade beilnruhigt. Bald fand der eine, bald der andere, daß von den Ersparnisse», die in ver- schlossenc» Behältern aufbewahrt ivurde», kleinere Betrüge von 3 bis 8 M. abhanden gekommen ivaren. Die Diebe mußten im Besitze von Nachschlüsseln sein. Einer der Kellner, der am häufig- sten bestohlen worden war, hielt eines Nachts in seiner Stube Wache. Er versteckte sich in einem Schrank. Nach mehrstündigem Harren wurde die verschlossene Zimmerthür geöffnet und zum Erstaunen de» Beobachters betrar der Nachtwächter des Hotels den Raum. Derselbe nahm zunächst einige Früchte zu sich, welche auf dem Tische standen, dann öffnete er das ver- schlossene Schreibpult mittels Nachschlüssels, nahm ein Portemonnaie heraus und pruste es auf seinen Inhalt. Da eS leer war, so mußte der Dieb ohne Beute sich wieder eutsernen. Der Kellner traute sich anS seinem Versteck nicht heraus, machte aber am folgenden Morgen dem Direktor von dem Gesehenen Mittheilung. Dieser ließ den Nachtwächter sofort verhasten. Gestern hatte sich die dritte Fcrion-Strafkammer des Landgerichts I mit dem Wächter Julius Tech zu beschäftigen. Trotz der erdrückenden Veweismomente bestritt der Angeklagte, daß er habe stehlen wollen. Er habe sowohl den Zimmerschlüssel wie den Pultschlüsscl auf dem Korridor„gesunden" und als Wächter habe er es ssid seine Pflicht gehalten, sich davon zu über- zeugen, zu ivclchen Räumen und Behältern die Schlüssel gehörten. Der Gerichtshof hielt diese Ausrede für albern und erkannte auf ein Jahr G e f ü n g n, ß. Der Staatsanwalt hatte anderthalb Jahre beantragt. Wdch«»ffcimliche Macht die Zuhättev über die ihnen verfallenen Frauen ausübe», zeigte sich wiederum in einer Ver- Handlung, welche gester» vor der dritten Ferien- Strafkammer de» Landgerichts I gegen den Artisten Paul S t e i n h a u s e n, der der Kuppelei, der Erpressung und der Körperverletzung be- schuldigt war, stattfand. Der Augeklagte ließ sich von einem Mädchen ernähren, das er aus» Roheste mißhandelte, wenn sie ihm nicht Geld genug zu geben vermochte. Kam er spät in der Stacht nach Hause, so jagte er sie ziiiii Bette hinaus und ans die Straße, damit sie ihrem Gewerbe nachgehen solle. In einer Nacht hörten Nachbaren, wie der Angeklagte das unglückliche Geschöpf ivieder mit der Drohung hinausjagte, daß er sie nächstens wegen ihrer Faulheit zmn Fenster hinausivcrse» werde. Jetzt wurde die Polizei benachrichtigt und der Unhold verhaftet. Das Mädchen >var noch dermaßen in seiner Gewalt, daß sie die Abgabe ihres Zeugnisses verweigerte, iveil sie die„Braut" deS Angeklagten sei, die übrigen Zeugen genügten aber zu seiner Ueberführnng. Der Gerichtshof belegte den Angeklagten mit sechs Monaten G e s ä li g n i ß. Eine Versa, ui»!n»s de« Vereins der Schristairsire Kerlin» fand am Mittwoch in de» Arminhnllen statt mit der Tagesordnung: l. Vortrag des Herrn W. Werner:„Arbeiter- Organisationen und Unternehmer- Verbünde". 2. Dic-kussio». 3- Die Stellung der Messinaarbeiter zu den Schristgießeru. 4. Bericht der Remsore». 5. Verschiedenes. Au de» Vortrag, der mit regem Beifall aufgenviiunen wurde, schloß sich eine lebhafte Diskussion, nach deren Bcendigniig solgende Resolution angenommen ivurde: „Die heute in de» Ariniuhallen tagende Versammlung des Vereins der Schristgießer Berlins stimmt in allen Punkten dem Referenten bei und ist überzeugt, daß nur durch eigene Kraft, durch geschlossenes Ziisammenhalleii der Arbeiter, etwas zu erzielen ist und beschließt dem- gemäß zu wirken." lieber de» 3. Punkt wird lebhaft diökutirt. Es wird aus- geführt, daß die Messingbranche aus der Schriftgießerei hervor- gegangen sei, also ein Zweig derselben ist. Im Falle einer Be- wcgung seien ein Theil der Schriftgießer durch Messingarbeiter zu ersetzen und umgekehrt. Bisher hat in der Messingbranche keine Organisation bestanden, es sei am einfachsten und natür- lichsten, wenn beide Theile zusammen gehen. Es beständen ver- schiedene Tarife in verschiedenen Geschäften, dies beweise, wie nothwendig ein einheitliches Zusammengehen sei. Allerdings könne heute nur eine Besprechung abgehalten werden. Bon Seiten der Messingarbciter werden diese Gründe vollständig anerkannt mit dein Bemerken, daß sie sich darüber erst selbst aussprechen müßten. Es wurde eine Resolution angenommen, welche besagt, daß eS im Interesse der Messingarbciter liege, sich zu organisiren und erkläre sich der Verein der Schristgießer Berlins bereit, sie auszunehmen. Zum 4. Punkt berichten die Revisoren, daß die Kasse in Ordnung befunden worden sei, worauf dem Kassirer Decharge er- theilt wird.— Unter„Verschiedenes" wird von Seiten eines Kollegen gerügt, daß sich verschiedene Kollegen wieder mit den Streikbrechern befreundeten. ES besteht eine zu große Kluft zwischen uns, chls daß wir mit denselben wieder Freunde werden könnten. Sodann wird noch ausgeführt, daß wir darnach streben müßten, eine Vereinigung beider beslehentcn Schristgießer-Vereine herbeizuführen. Es bestehe ein Unterschied in der Taktik; denn es sei selbstredend, daß wir mit den Elementen, welche anS egoistischen Gründen dem Unterstützungsverein fern bleiben, nichts zu thun haben wollen. Es müsse deshalb eine Karenzzeit ge- schaffen werden, innerhalb welcher jeder Schriftgießer, der unserem Verein angehören will, dem Unterstützungsverein beitreten müsse, sosern er demselben noch nicht angehört. Es wird dies anerkannt, aber betont, daß hierzu eine Statutenänderung nothwendig ist, welche nur in einer Generalversammlung vorgenomnien werden könne. Die erste Generalversammlung des Arbeiter- Kildnngsvereius für Uirdarf fand am Montag, den 25. August im Lokale des Herrn Barta statt. Die Tagesordnung lautete: Vorstandswahl, Wahl der Revisoren und Verschiedenes. Zum ersten Vorsitzenden wurde Herr Fritz Krüger gewählt, als zweiler Herr Albert Wurbs. Z» Schriftführern wurden die Herren Rölke als erster und Anhoff als zweiter, zu Kassirern die Herren Hirte als erster und Rehden als zweiter, zu Revisoren die Herren Aug. Schulz, W. Krüger und H. Mainz, als Beisitzer f err D. Böttcher gewählt. Nach Erledigung der Wahlen er- rterte Herr Krüger in einer längeren Rede die Ziele des Vereins und forderte zu energischer Thätigkeit auf. In der sich daran anschließenden Diskussion wurde auch die Gespenftersurcht bei den Kindern erwähnt und es als Ausgabe des Vereins bezeichnet, beizutragen zur Ausklärung und Bildung, daß solche Fälle, wie sie sich in Berlin und Rixdorf in den Schulen abgespielt hätten, seltener würden. Hierauf schloß die Versammlung. Uerband der deutsch»» Gold- uud KUt>«rarb»iter und verwandten BerufSgenossen. tZalstelle Berlin.) Eroße außerordentliche Mitglieder-Ber- sainmlung a>n Millwoch, den s. September, Abends präzise sss Uhr, bei Feuer- jlein(oberer Saal), Alle Jatobstr. 75. Zlchtung! Glasrr-Grs-ltschaft �«rlin« und Umgegend. Die nächste Versammlung sindet am Dlcnsiag, den i. September, Abend» 8J( Uhr, in »lahDcit'« Bierhallen, Kommandantenstr. 77—79, statt. ZjUalir. Außerordentliche wereral-Bcrsammlung der Maler, Lackirer, Anstreicher-c. Filiale l>. Ost, Berlin am Tienslag, den 9. September, Abend» ri 91$,». fV Ä*»»#- ffdi»--.—--- r*-—--- 8 Uhr, bei I. Hinte, Blumensir. zs. Zeniral-Krnnken- und Sirrbeliass» des Deutschen S»»n-seld«r tfttlior»((£'. H.) Bcrw.-Stclle Berlin. Heute, Abend»« Uhr, im Restaurant Weiel, Aleranderstr. 3t: Mitglieder- und BerwallungS-BersammIung. Tages- vrdnung: Anträge zur Beneral-Versammlung. Jimuierlrure Schöncliergo und Umgegend. Heule, Dienstag, große Versammlung deS Verbands deutscher Zlmmerleute Schöuebergs und Um- gegciid, Abends S Uhr, im Saale der Schvnebcrgcr Schloßbrauerei. Zahlreiche» Erscheinen erwünscht. Reue Mitglieder werden aufgenommen. V«r»in rhem. Knhrnicister'schcr eonischiiltr. Tienstag Abend, sMhr, ossall»". Dienstag, »anpt. Bäste haben Sitzung im Restaurant„Kornblume", And.easstr. S. Aufnahme neuer Mitglieder. Nach der Sitzung Tanz. Eäsie willkommen. So«iald»m«Iiroiisch»r Stft- und Ztioliutirliliib, den 2. September, Abend» 8% Uhr, Slalitzerstr. 102, bei Zutritt. Achtung! Erste« Ktistung«s«st de« soiiuldemokratische» Lese- und Di»kniirvrr«iu»„Nerivegh" am Sonnabend, den o. September tsso, im Konzerihau» Sanssouci, Kolibuserstraße Nr.«a. Konzert, Vorträge und Ball. Ansang präzise 8 Uhr. Billet 25 Pf. Ter Ueberschuß ist für streitende Arbeiter bestimmt. Fachverein der Tischler(Esten). Eroße Versammlung am Mittwoch, den 3. September, Abends 8% Uhr, im Lokale„Konigsbank", Eroße Frank- surterstraße 117. -verein der Saitler uud Fachgeuoste». Am Dienstag, den 2. September, Abend» 8% Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobstraße Nr. 48a: Bcr- sammlung._ Gauverei» Kerliner Sildhauer. Dienstag, den 2. September, Abend» 8% Uhr, Im Restaurant Keßner, Anncnstr. 15. 1. Bibliothek-Abend. 2. Ee- schäsiliche». 3. Verschiedene». Verein selbstständiger Zahnliüustler der Provinz Zrandenburg— Lerli,:. Sitzung am Dienstag, den 2. September 1890, Punkt» Uhr Abend», »> den„Akademischen JBierhaUeii, Hegelplatz 1. Tagesordnung: 1. Bericht und Tebätte über da» Ergedniß der Generalversammlung de» Deutsche» Ver- ein» in Leipzig. 2. Fachwissenschasiliche Besprechungen. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. VereinSangelegenheiten. 5. Fragelasten. Privat- Theater- Gesellschaft„Akazie". Dienstag, den 2. S-ptemb-r, Abend» 9 Uhr. Sitzung im Lolai Naunynstr. 44. Ta» Erschemen sammtlicher Mitglieder ist dringend envünscht. Gäste willkommen. Gesaug-. Turn-»nd gesellige Vereine am Dienstag. Eesangverein ''—•-...... r im Rc"•- , Gillenberg" Abend» 8% Uhr Sesangvercin„Alpenglühen" Abend» 9 Uhr im ßtestaurant Hildebrandt, Reslanrant Quandt, Straiauerstraße 43.— WW���WWW �......... t Hildebrandt, Prinzen- Ilraße 97.— Schäferstchcr„Eesangverein der Elfer" Abend» 9 Uhr bei Wolf und Krüger, Stalltzersir. 12s, Gesang.— Männergesangverein„Garienlaubc" Abend» 9 Uhr im Resiaranr Ftrk, Kottbuserslraße 22.— Eesangverein Bouoardia"(Männerchor) Abends 8 Uhr im Restaurant„Teutonia", Bei- forterstraße 16.— Ainnnergesangverein„Steinneilc" Abends 9 Uhr im Nestau- rant Schulz, Steitinerftraße 66—57.— Gesangverein„Harmonie" Abend» 3 Uhr in Netifam'ä Bicrhau», Große Franlfnriersir. 49.— Männergesangverein„Echo U" Abend» 9 Uhr im Restaurant Drillhofc, Rosenthaierstr. 11—12. — Gesangverein„Sängerhain" Abend» 9 Uhr im Restaurant Kaiser-Franz- Wrcnadicrplatz 7.— Gesangverein„Bruderherz" UebungLstundc Abends von %— 11% Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder.— Gesangverein„Hoffnung Moabit" Abend» 8); Uhr Wiisnackcrstr. 63 im Restaurant Jlge».— Männergesangverein„Hilaritas" Abend» 8 Uhr im Restaurant W. Gleist, Prinzen- Allee 89.— Gesangverein„Felicitas" Abend» 0 Uhr im Restaurant Nebelin, Langesir. ivs.— Männergesangverein„Olympia" Abend» 9 Uhr im Restaurant Werth, Prinzcnstr. 10s.— Gesangverein„Liederiusi" Abend» 9 Uhr im Resiau- rani Lehmann, Naunynstr. 44.— Männergesangverein„Accordia" Abd». 9 Uhr bei Weitk, Aiexandcrstr. 31.— Gesangverein„Ludioig'scher Männer. or" Abend» >.) Uhr Lindenstr. 106 bei Poppe, UebungSstnnde. Gäste sind wiulommen.— Männergesangverein„LiedeSsrciheit" Abends Sst Uhr im Restaurant Henke, Blumenstr. 38.—„Deutsche Liedertafel, Dirigent ist. Maschinsky Abend» 9 Uhr Ueblnigsstunde im Restaurant Saeger. Grüner Weg 29.— Männergesangverein„ante Linde" Zibend» 8�—10� Uhr im Restaurant John», Marianne»- siraße 19.— Eesangverein„Bieidtreu", UcbungSstunde Alüllerstraßc 7 bei Pohl.— Zitherkiub„Amphion" aibenbä 9 Uhr in Tricdei» Restaurant, Hoher Steinweg 15.— Turnverein„Froh und Frei"(Atänncrabiheilung) Abends 8% Uhr, Bcrgsir. 57.— Berliner Turngcnossenschafi(Fünfte Atänner- abtheiiuug) atbcnd» 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Wasserthorsir. 31.— Turnverein„Hascnhaidc"(Männerabiheiiung Abend» 8 Uhr, Ticfsenbach- sirabc 60— 61.— Verein ehemaliger Schüler der 37. Gemeindeschule Slbcnd» 9 Uhr im Restaurant Kinner,»äpnictcrstr. 03.— alrcndvscher Slcnographen- vereni„aipollobund" Abends 8% Uhr Brunnenstr. 1293.— airendi'scher Eleno- graphenvercin Zibend» 8% Uhr im Restaurant„Zum eisernen Kreuz", Linden- straße 71.— Deutscher Verein Arendvschcr Stenographen albend»«X Uhr in Randel'S Restaurant Brunnenstr. 129«.— Verein„Roc" Abends 8'( Uhr im Restaurant Eltze, Alezandrineustr. 99.— UnterhaUungSverein„Harmonie" Abend» 8 Uhr, Eisenbahnstr. 368, im Restaurant von Liebe.— Vergnügung»- verein„Mollig" aibend» 9 Uhr im Restaurant Reinicke, GipSslraße 3, jeden Tienstag nach dein 1. und 15.— Ziiherklub„Amphion" Abends 9 Uhr im „Miinchencr Hof" Spandauerslr. 11—12.— ßtauchklnb„Zum Wrangel" albend» 8 Uhr bei Herschleb, Adalbensir. 4.— Rauchllub„Poriorito", Abend» 9 Uhr. Mantcusfclilraße 119 bei Grewiing.— Rauchllub„Deutsche Flagge" aibend» 8 Uhr im Restaurant Händler, Wrangelstr. 11.— Rauchkiub„Friedrichshain" Abend» 9 Uhr im Restaurant Kipping, Landsbcrgcrsrr. 116».— Rauchllub „Luftige Brüder" Abends 8% Uhr bei Grothe, Fürstenbergcrsir. 2.—«er« gnügungSverei»„Frühlichkeii", Grüner Weg 29. Große GesellschasiSstunde, verbunden mit Bo- trägen. Gäste ivillkomnien. Enlree frei.— Tambour- vercin„Scdan" S Yung Abend» 8% Uhr Grüner Weg 9—10.— Tambourverein „Einigkeit macht stur:", gegründet 1836 UcbungSstunde albend» 9 Uhr im Restaurant Hahn, Eisasserstr. 57.— Musit- Tillettantenverein„Animo". albend» K9—11 Uhr, bei Druck», Reichenbcrgersir. 83. alufnahme neuer Sstttglieder.—„BergnügungSvercin Schwarz- Weiß- Roth" jeden Dienstag Abend 9 Uhr bei Feuerstein, ante Jakobstraße. Gäste willkommen.— Sozial- deinolralischcr Lese- und Tisluitr-Verei»„Herivegh". Abends 8 Uhr im Lokale de» Herrn Otto Linke, Forfterstraße 46.— Arbeiicrgesangverein„BorwärlS". Abend» von 9—11 Uhr im Nestainant Schmidt, Wrangelstraße in: Uebung»- stunde.— BergnügungSoerein„Hand in Hand", Sitzung aibend» 9 Uhr, im Refiaurani Schröder, Saarbrückerstr. 47.'Aufnahme neuer Miigiieder. VsvtnifAzkss. Kern, 31. August. Der Rhein hat auch bei Kots�. Damm durchbrochen, wie im Jahre 1888; doch ist der der Ueberschwemmung größer als damals. Die Dörfer-" Mäder, Altach und Lustenau in Vorarlberg stehen vöN Wasser; besonders ernst ist die Lage in Höchst. Auf der N Seite des Rhein ist von Bauriz bis Montlingen und Muß ein See von gestautem Hinterwasser.— Die Eisenbahn f St. Margarethen und Bregenz ist unterbrochen. Die P sehr groß. M St.(«jnUrit, 1. September. Das UeberschwemmuM im St. Galler Rheinthale nimmt immer noch zu. regnet es wieder mit ununterbrochener Heftigkeit. DerMffl des Bodensees ist so hoch, daß die Landivasser dahin so 3»'] keinen Abfluß haben. Allerorts werden Erdabruffchungß„ Straßenverschüttungen gemeldet. In den überschwemm�" schaften werden Häusereinstürze befürchtet. Dom, 31. August. Infolge eines Zyklons Formodizoldo vier Häuser ein, wobei 13 Personen getödtkl 3 Personen befinden sich noch unter den Trümmern. dlvv —~,... Mr_.. m..»»...„ � Bei Anfragen bitten wir die Abonnements-Qulltnng beizufügen. Annvori wird nicht ertheilt. E. Lescinslti, Kromberg. Mir k»mi°� digung um 12-/4 Uhr verspätet. Daß dieselbe nicht ange»°� werden soll, ist jedoch von den Wirthsleuten Böswillig'/� dieselben aber am 15. nichts entgegnet haben, so gilt diesN J angenommen, auch ist die Frau zur Entgegennahme kom�f Wenden Sie sich an das Gericht., G. F. 38. Das Gesuch wird kaum Erfolg haben. Fehler begehen Sie damit nicht. h Mchtei vereiis land" Zieht,! dein 9 wirb t Berk j 'n Va vaubt Allen Freunden uud Bekannten zur Nachricht, daß am Sonntag Früh 5 Uhr, als ich im Begriff war, zur Lassallc- Feier aufzubrechen, sich eine stramme Proletarierin einstellte, welche zwar gut beleibt, jedoch etwas sehr schwach auf den Füßen ivar, so daß für dieses Jahr, weil die Staatsbahuen zu sehr übei- füllt waren, die Reise unsererseits unter- bleiben mußte. 1550 WM Ach nrtfi Fm, Posenerstraße 18. Ein dounerudes Hoch unserem Kollegen August Bcierlmg zu seinem heutigen Geburtstage, daß die ganze Bude wackelt. Schön Pröstcrken, wollen mal sehen, ivie's kommt. Vergnügen ist ist besser wie Geld. 1502 K. Gr. B. B. R. E. M. Chr. Unserem lieben Fritze, genannt Kupper- näse mit Ableger, ein donnerndes Hoch, daß die Pserdeohre» sich spitzen und die Schusteroogen blitzen. 1545 Dir nächsten Kollcgc«, die an eine» Strang firtzrn. Was ist denn heute für ein Tag? Daß wir so fröhlich sind? Daß Babbcl heut Geburtstag hat, Liegt uns ja nur im Sinn! Trum wünschen wir der dicken Nuß, Daß er sich nicht blamire, Als„Babbel Wilhelm Fabricius" Muß er was geben zu schmieren. Es gratnliren die olle» Schrubendretzev von Dl. n. D. 1503 Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß unserVater, dcrSchneider Eduard Woitas im C9. Lebensjahre gestorben ist. Die Beerdigung sindet am Dienstag, den 2. September, Nachmittags 3 Uhr, von dem Friedrich WilhelmS-Hospital nach dem Bcgräbnißplah der Freien Ge meinde, Pappel-Allce, statt. 1515 Berlin, de» 1. September 1890. Die Hiuterbtirbeueii. 1547 Der„Süddeutsche Postillion Isumoristilch- satyrilchro Arbeitcrblatt. Alleiniger Bertreter für Berlin Wi.d.rverläus.rn hohe, ß Mariannenstratze 34. ÜVttt verfehlen, den aus der afrika- me uischen Kolanuß hergestellten Kola-Bitter... J. Mensche! regelmäßig zu trinken. Der Kola- Bitter verleiht dem Körper die grösste Widerstandskraft gegen Ermüdung, er stählt den Organismus, ist äusserst nahrhaft und kräftigend und befähigt den Menschen, die grössten körperlichen Anstrengungen zu ertragen, ohne zu erschlaffen. Nach 3 Mal täglichem Genuß wird Jeder in kurzer Zeit die rttthselhafte Wirkung des KoBa-Bätter verspüren und dürfte dieser wahrhaft wohlthätig wirkende Branntwein bald Volksgetränk werden. Man verlange J. Henschel's Kola-Bitter in den Nestaurants, Destilla- tionen und Kolonialwaaren-Handlungen. Allein. Fabrik.:�. NsWedöi, Bttlill NO., GmgeckrWr. U Fernsprccher-Amt VII a. Mo. 519. noek kurze Zeit. M Während des Umbaues verkaufen wir zu noch nie dagewesenen billigen Preisen ca. 1500 H6St6 diverse Möbelstoffe, Plüsche etc. zu Bezügen reichend jqqq engl, füllgarämeu abgepasst,'—- Heute Früh entschlief sanft nach längerem Leiden mein lieber Mann und unser guter Vater, der Restaurateur Hermann Hähnel. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 3. September, Nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle der St. Markusgemeinde in Wilhelmsberg ans statt. 1516 Die Uelbetrübte Wittwe Bertha Hähnel, geb. Rücker, nebst Kindern. Empfehle mein Geschäft in frischon Blumen und Kränzeu. 840 Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. weiss und creme, einen grossen Posten fehler- etc. in allen Grössen(in Smyrna freier 1 Cjjpil/Ilc handgefenlipft, Tournay, echt Brüssel, Ve.our,.ow,e von 4 Mark an. einen Posten schweren i. AgSBes* Söbne, Span dauerst:'. 30, vis-ä-vis dem Rathhause. Jede Uhr unter Garantie kostet bei mir WW Mk. Kleine Reparaturen entsprechend billiger. Uhren, Gold- u. Siiberwaaren C. Wunsch,»SÄS. e"t Brbtsrhler» jed. Art ü. Größe, Portieren, Gardinen, Tischdecken, Läuferstosse, Steppdecken unterm Kostenpreis. Einzel- Verkauf Teppichweberei Zimmerstr. 86, Hof part. 853 Gewerbebolle, nit.Inlirg. statt 12 M. nwrl M. E. Heuenhahn's Buchh., Kominandantenstr. 77/79, Laden 28. 1 Kautschuk-Stempel für Dereine u. Gewerb- H. 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