(ven Zr. ZW. Freitag, de» 3. Krpte«cher IKSS. � Jahrg. H Ma»«- nicht# ,#t# Union? � lieNatB» !ad«Z-U>!>1 theile U n-erdp' dem"'N ilzunehn»1 i Bau ?egen uf"* wählen rlittcn; Heilte�. Man f'11' Versag dnnng 3« ehen HSff erhalt� 4 Tag'! maßge te . die Hrgan für die Inkeresfen der Arbeiter. wz,., Das..Berliner B o l ks b l a t t" in'« cy.'Nglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. AbonneinentSpreiS für Berlin frei vierteljährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, ivochentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. niagz�Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Poftabonnenicnt 3,30 Mark pro Quartal. m(Eingetragen in der PoftzeitungSpreisliftc für 1890 unter Nr. 392, V. Nachtrag.) "er Kreuzband, täglich durch die Expedition, für �Deutsch land�und Oesterreich-Uiigar» s Mark, für das übrige Ausland tt Mark pro Monat. MWMSZMW -, Fernsprecher: Amt VI. Dir. 4tt)N.•**" Nedalütion: SeukhfivAtze S.— Expedikion: VvntMvMe 3. Die Schnalpszeepk. •. �ckanntlich wird vielfach in der Frage des Schnaps- "liims Norddeutschland in erster Linie genannt. . g,>st jedoch nicht zutreffend, da ihni in diesem Punkte „.L# 3 a r n weit„über" ist; in Ungarn werden pro Kopf ''.« 31 6 Liter Branntwein mehr konsumirt als in �Deutschland. Hierbei ist bemerkenswerth, daß seitens �.deutschen Bevölkerung bedeutend weniger verbraucht . als von Seite der magyarischen Bevölkerung. Es �"agt der Durchschnittsverbranch von Branntivein pro w den Koniitaten mit absoluter Mehrheit der Deutschen........ m den Komi taten mit absoluter Mehrheit der Magyaren....... w den Komitaten mit absoluter Mehrheit der Rumänen........ in den Komitaten mit absoluter Mehrheit der Slovaken 14,53 Liter 21,44 26,48„ 20,12 iß. Die Branntweinerzeugung nimmt dementsprechend zu. uerpf�-l 5 bestanden Spiritusbrennereien* im Jahre 1868/69 1886/87 in Oesterreich 48 781 45 249 in Ungarn 73 641 103 327 Briefe 4 t?i �ährenb also in Oesterreich die Zahl der Brenne- .4«tt. um einige mausend zurückgegangen— ivas .Äfe"b t zurückgegangen->vas - nicht gleichbedeutend sein muß mit Berininde- X."• ff• nicht gieiajocDeutcuD ietn Mtty mit �ernunoe- äeit hJM Produktenquantums—, hat sie sich in Ungarn ' fast 50 pCt. vermehrt. Ijj.ön der Schweiz steht es mit dem Schnapskonsllin Inliegender und nauientlich seit Einführung des eid- j"vstischen Alkoholnionopols ist ein beständiger Rückgang s.».�ranntweingenuß konstatirt worden. Der Alkohol- Älk � tietrllg in der Schiveiz im Fahre 1889, soweit die zz, Aalverwaltung ihn aus den von ihr bemerkstelligten Jansen bemessen konnte, 1,9 Kilogramm pro Kops. Der ».-NlNi seitens der einzelnen Kantone ist sehr ungleich, -•-•' � t. rv,«< o Evora er« Äußert Ms 06ÄVnmm' Bern 3,3, Luzern 1,2, Uri 0,3, Schwyz 1,4, Wilm 0'5' Nidwalden 0,9, Glarus 0,9, Zug 2,6, r9o2'0' Schaffhausen 0,5, Solothnrn 2,4, Basel- Basel-Land 1,2, Appenzell 31. o. Rh. 0,3, ÜOii o w an 0,2, St. Gatten 0,5, Gralibünden 1,0, Zlar- Ked' Thurgan 0,2, Tessin 0,8, Waadt 1,3, Wallis 0,4, �"°Urg 7,3, Genf 4,2. m *',4 jtTOPV v-rlA �0 ?| "nm verboie». Fenilleto»». [3 � Uerloren! § ben Papieren eines Rechtsanwaltes. Bon Casimir K a n e m a n. Är der Kammerdiener, fuhr erregt auf:„Ach Herr, Rico,, s'mch nm Hofe des Grafen gekannt und auch ■'»»cii s01- stcsehen. Wie hätte damals ein Mensch denken <>„?.'ch in einem Zuchthaus enden werde? uever Freund, und wie bin ich in ein Zuchthaus q," Hättest Du es damals von mir gedacht? Hr. Cft Diener gcstikulirte mit seinen Armen, zu es»» d» aeud und mit" sich selbst sprechend. Dann schaute '»sc»».■Hungen auf, den er— der alte Diener des s»gesv,..�vte wieder in ihm— unwillkürlich mit„Herr" "»»er, Aeit hatte. In seinem Blicke malte sich ein Miß- ' v'teint mit bitterer Rnhrnng und tiesein Mitleid. Mi „N'flllb llll| UltJV.VV........ i borgen« Ppaach zn ihren Herzen, er berührte di !%r i'cu Saiten der Erinnerung und malte ihnen so mit m!v»che>?� Phantasie Bilder vor ihrem Blicke, welche in ih'te m'ff*11 m ihren eigenen Gedanken wohnten; er e; 8veifr,„: der Vergangenheit, welches sie peinigte, Äi Worte, und die Sträflinge hörten da nicht Fle irj,v.den, sondern nur die Stimme ihrer eigenen Ge- ihrer Sehnsucht. Rodenfcls legte damit eine nn- Bei einer Gesammteinnahme von 11 494 511,21 Fr., die die eidgenössische 3llkoholverivaltung im Jahre 1889 erzielte, betrug der Reingewinn 5 249 053,45 Fr., welche Summe an die Kantone vertheilt wird, die sie nach den Bestimmungen des Lllkoholgesetzes für sozialpolitische Zwecke verwenden sollen. Eine nicht gerade erfreuliche Schnapsstatistik liegt uns von D ä n e m a r k vor. Die Zahl der Verkaufs- stellen, die ja immerhin einen einigermaßen zutreffenden Maßstab zur Beurtheilung der Veränderungen im Schnaps- konsum bilden, hat sich dort beständig vermehrt. Sie betrug 1860; 3491, 1870; 7709 und 1880: 10 105. Es gab demnach 1880 dreimal so viel Gelegenheit zum Brannt- weiutrinken als zwei Jahrzehnt vorher. Sofort trinken durfte man den gekauften Schnaps 1860 in 2321, 1870 in 4878, 1880 in 5120 Schänken und Gastivirthschaften. Die bloßen Läden für den Kleinverkanf ohne Schankrecht hatten sich gleichzeitig von 1171 auf 2830 resp. 4976 vermehrt. Auffallend stark war das Wachsthum dieses Gewerbes in der Hauptstadt Kopenhagen. Es gab da Kaufgelegenheiten Trinkgelegenheiten 1860.... 116 475 1870.... 621 1437 1830.... 1006 1 534 Die amtliche Ermittelung über die Folge n be- ginnt erst mit dem Jahre 1871. Nur über die verhältniß- mäßige Zahl der Trinker unter den Selbstmördern sind wir von länger her unterrichtet. Auf je 1000 Sclbst- mordfälle kommen in den Jahren 1835 bis 1844 nur 154 Trinker, 1856 bis 1860 aber schon 265, 1861 bis 1865 dann 317, 1866 bis 1870 ferner 324 und 1871 bis 1875 endlich 362. Diese letztere Zahl löst sich nach den Geschlechtern auf in 231 Männern und 131 Frauen, so daß fast die Hälfte aller Hand an sich legenden iminn- liehen Wesen in Dänemark, einem der selbmordreichsten Länder der Welt, dem Trünke ergeben war. Eine gleiche Steigerung läßt sich'beim Bestand der öffentlichen Krankenhäuser nachweisen. 1871 und 1872 waren von je 100 ihrer Insassen 3 bis 4 durch Alkoholgenuß hineingebracht, 1873 und 1874 4 bis 5, 1875 bis 1879 5 bis 6, im Jahre 1880 endlich 6 bis 7. Gestorben sind in diese» Anstalten an Alkoholvergiftung 1871 61'2 pCt., 1875 8Vs pCt. und 1880 rund 10 pCt. aller überhaupt darin gestorbenen Kranken. In Kopenhagen war die Zunahme verhältnißmäßig noch bedeutender. Bedeutend gestiegen ist auch der Einfluß des Trunkes auf die E h e s ch e i d u n g e n. Ein Fünftel bis ein Viertel derselben werden, mit allem vorhergegangenen Elend auf gewöhnliche Menschcnkcnntniß an den Tag und eine seltene Gewandheit, die geistige Herrschaft über Andere zn er- greifen.— Nun erhob sich plötzlich mitten in der am Boden kauernden Schaar Zank und Lärm. Ein kleines Weib rvollte hinter dem Rücken eines robusten Bengels eine zweite Schüssel anfüllen; dieser merkte es, drehte sich um und stieß die Frau iveg, und als die Gereizte ihm einen Fluch zn- schleuderte, erhob der Mann seinen großen Löffel, nm ihr auf den Kopf zn schlagen. Sämmtliche Weiber nahmen sofort Partei für ihre Schwester in Eva und schlugen einen Lärm an, der wiederum sämmtliche Mäuner zur Theilnahme an dem Kampfe reizte. Und wieder war es Rodenfcls, der hier Ordnnng schaffend rief: „Heda, Kameraden, an Justine wollt Ihr Euch ver- greifen V Geht, geht, es ist ein Weib! Und die Frauen soll man auch im Zuchthaus rcspektiren. Also laßt daS Lärmen und Zanken!" Waren auch diese Worte nicht mit einer strengen Miene gesprochen, sondern vielmehr heiteren ucckischUi Blickes, freilich auch mit einem Anflug schmerzlichen SpottcS,— es lag in ihnen doch eine ernste moralische Zurechtweisung. Der ausgebrachte Mann ließ seine zum Schlage auf- gehobene Hand herabfallen und sah sich so komisch verblüfft um, daß die andern in ein wieherndes Gelächter ausbrachen. Auch Rodenfels lachte jetzt ebenfalls laut und wiegte sich in den Hüften, ans die er die Hände stemmte. War sein Lachen aufrichtig, oder zwang er sich dazu, um so den uncrquick- licheu Streit gänzlich zn beschwören und die Sträflinge ans das Gebiet des heitern Scherzes und des Spiels hinüberzn- lenken? Ich konnte dies nicht entscheiden. Anfänglich den Friedensstörer„Alkohol" zurückgeführt. Aber während dieser Antheil von 1871—1875 nur 20 pCt. betrug, stieg er 1876—1880 auf 24,6 pCt. Alledem gegenüber stellen sich die den Schnapsteufel bekämpfenden Theologen und sonstige Moralphilister höch- stens auf den Standpunkt der Mäßigkeitsvereine, welche der um sich greifenden Alkoholvergiftung durch Einschrän- kung der Schnapskneipen und Zwifchenhändler Einhalt thun wollen. Die Mißerfolge der amerikanischen Tempe- renzler zeigen zur Genüge, daß Spirituosen trotz aller Ver- böte und Verbötchen den Trinkern stets zur Verfügung stehen. Die Gesetzgebung müßte sich in erster Linie gegen die Produzenten und gegen die Erzeugung des giftigen Fusels und ähnlicher Surrogate wenden. Aber auch damit wäre sehr wenig geholfen. So lange die Klasfenarmuth besteht, wird auch das Schnapstrinkcn geübt werden. Justus von Licbig hat treffend nachgewiesen, daß der Schnapsgenuß eine Folge des Elends ist. Wir stehen also hier wieder vor der sozialen Frage. Je höher die wirthschaftliche Lebenshaltung eines Volkes ist, je besser die Löhne, je kürzer die Arbeitszeit, um so weniger Opfer wird der Schnaps finden. Das gilt so gut für Dänemark, wie für Ungarn und alle anderen Länder. Palliativ- mittelchen helfen hierbei wenig oder gar nicht. Höhere Lebenshaltung der arbeitenden Bevölkerung— das ist vorläufig das einzig wirksame Mittel gegen den verderblichen Alkoholgenuß. Vollständig beseitigt wird aber die Schnaps- pest erst werden nach Beseitigung der heute herrschenden sozialen Einrichtungen. M o v n. Kilt-ao(Spanien), 31. August. Am gestrigen zweiten Sitzungstage des spanischen S o z i a l i st c» k o n g r e s s e S wurden abermals zwei Berathungen abgehalten. Die Diskussion über den l. Mai ergab, daß die Mehrzahl der Delegirtcn für die prinzipielle Beide h alt nng des ersten Tages i m Mai lv a r. Man gab zu, daß in den ersten Jahren aller- dingS nach viele Schivicrigkeiten in manchen Kreisen nnd Städten dem allgemeinen blrbeiterjeiertag entgegenstehen würden, aber in den größeren Städten sei bei eine»! feste» Zusammenstehen der Arbeiter die Feier schon jetzt möglich.(?) Und wo der ganze Tag»och nicht freigegeben»verde, solle man sich mit einer kürzeren Feier am Nachmittage oder Abend begnügen. Als zweiter Gegenstand der Berathung wurde eine Resolution über die Verwerflichkeit der industriellen Gefängnißarbeit angenommen; man verlangte, daß die Gefangenen dazu verwendet würbe», die unendlich großen, unbebauten Landstrecfen Spaniens der Kultur iviederzuzuführen, nicht aber um der freien"Arbeit Kon- kurrenz zu machen. Mit Beginn des nächsten Jahres solle in allen Provinzen des Landes eine nachhaltige Agitation gegen das heutige System der Gefängnißarbeit eingeleitet und in allen Ver- beobachtete ich an Rodenfels ein schmerzliches Zucken mit den Augenbrauen, sobald aber der drohende nnd finstere Aus- druck ans den Gesichtern, die zil ihm schauten, gewichen war, belebten sich seine Augen und ein Seufzer der Erleichterung entrang sich seiner Brust. Mir wollte es dünken, als empfinde Rodenfcls jetzt ein Gefühl des Triumphes, welches verwandt ist mit icncm, das die Thierbändiger erfüllt, ivcnn es ihnen gelungen ist, das Heulen der Tiger nnd Hyänen mit dein Worte oder mit dem Blick ver- stummen zn machen nnd die Bestien zur Ruhe zu bringen. Der Wärter mußte bemerkt haben, welch' großes Interesse ich an den bunten Auftritt hatte. Leise sprach er zu nur, daß es kein Sträfling hörte: „Derartige Szenen kommen jetzt bei uns immer vor, seit der junge Gefangene unter diesen Leuten ist. Schon feit dem ersten Tage seines Aufenthaltes führt er sie an ver Leine. Zuweilen treibt noch der oder jener seinen Spott mit ihm, dieser verstummt aber, sobald Rodenfels nur ein Wort sagt. Die Insassen dieses Zuchthauses haben ihn alle liebgewonnen und hören gern ans ihn. Die Frauen gc- horchen ihm wie Kinder; sie haben eine große Achtung vor ihm, denn er beschützt sie gegenüber rohen Angriffen der Gefährten. Wenn er ihnen seine tollen Geschichten erzählt, da lachen sie in solch heiterem llebermuth, als wüßten sie gar nicht, wo sie sind, nnd dieses Lachen steckt dann auch die Männer an, bis die ganze Schaar e i n lachendes Gesicht ist. Ich war auch schon Zeuge, wie über Rodenfcls beim Erzählen eine merkwürdige Wehmuth kam nnd wie dann säst Alle von seinen Worten ergriffen wurden und so Manchem Thränen über die Wagen perlten... „Aber sagen Sic mir", fragte ich einfallend,„hat ihn nicht Jemand aufgefordert, den Sträflingen gegenüber diese Rolle zn spielen, etwa die Verwaltung oder einige Wärter? T sammlungen immer von neuem die Beseitigung dieses Systems gefordert werden. Als dritter Punkt der Tagesordnung wurde der von dem Delegirten für Barcelona ausgearbeitete Entwurf eines Mani- festes verlesen, in welchem die Arbeiter Spaniens aufgefordert werden, gemns! dem Beschlüsse d«S Kongresses bei den nächsten Wahlen nur für die eigentlichen Llrbeiterkandidaten, d. h, für Angehörige der sozialdemokratischen Partei, zu stimmen. Nach kleineren redaktionellen Aenderuuaen wurde der Entwurf für gut befunden und beschlösse!', das Btanisest vier Wochen vor dem Wahltage in mehreren hunderttausend Exemplaren unter der Ar- beiterbevölkerung zu vertheilen. In der Abendsitzung fand eine recht lebhafte Diskussion über die Frage des General st reiks statt. Man berichtete über die Erfolge, welche der in Katalonien und Valencia im Mai d. I. versuchte Generalstreik für die Arbeiter gehabt habe, die indessen bei aller Anerkennung des Opsernruthes der Arbeiter nicht als günstige bezeichnet werde» konnten. Man war deshalb der Ansicht, daß die Hauptsache bei jeder Streikbewegung die straffe Organisation der Arbeiter nach Gewerkschaften sei, und daß die Streiks nur gewerkschaftsweise unternommen werden dürften, da- mit die übrigen Eewerke die Streikenden unterstützen könnten. Es wurde darauf eine Resolution, welche den Generalstreik als ein ungeeignetes Kampfmittel für die Arbeiter- bewegung bezeichnet, einstimmig angenommen und bestimmt, daß die spanischen Delegirten auf dem nächsten internationalen Sozialistenkongreß vo» diesen, Beschluß 5te»ntniß geben sollten. — Heute am Sonntag findet ein allgeineineZ Arbeiter- Meeting statt, auf welchem Vorträge über die Grundprinzipien des Sozialismus gehalten werden sollen. WolikiHHo LtuberNiftk. Wie das Zluternehmertstum die Arbeiter in der Aus- Übung ihres gesetzlichen Rechtes vergewaltigt, dafür liegen wieder einige neue Beispiele vor. Aus Waldenburg wird berichtet, daß der durch sein öffentliches Auftreten bekannte Knappschastsälteste Herrinann in Hermsdorf, welcher sich unter seinen Kameraden eines großen Ansehens erfreut, von dem Delegirtentag in Frei- berg in Sachsen zurückkehrend, einen ihm von der Grubenverwal- tung vorgelegten Revers des Inhalts unterschreiben sollte, daß er, Herrinann,„künftighin nicht mehr in ähnlicher Weise wie bisher in Vergarbeiter-Versammlungen auftreten würde." Als Herrmann sich weigerte, das ihm vorgelegte Schreiben zu unter- zeichnen, wodurch er auch das Mandat als Delegirter des dies- seitigen Reviers auf dem in Halle stattfindenden Bergarbeitertag nicht hätte ausüben können, erhielt er die Kündigung. Auch die Hirsch-Duncker'schen Gewerkvereine bekommen jetzt schon die Zuchlruthe deS Unternehmerlhuins zu fühlen. Aus Bonn berichtet die„Frkf. Ztg.": „Einen beachtenswerthen Kampf führen die hiefigen Porzellanfabrikanten gegen den Deutschen Gewerkverein für Porzellan- u»d Glasarbeiter. So wurden kürzlich in einer Porzellan- fabrik zu Poppelsdorf(Aktiengesellschaft) zirka 20 Arbeiter entlassen, weil sie auf das an sie gestellte Ansinnen, aus den, Ver- eine auszutreten, nicht eingingen. Das war aber nur das Vor- spiel zu einer weiteren Maßregelung, die jetzt aus einer hiesigen Porzellanfabrik gemeldet wird. Dort haben über hundert Ar- beiter ihre Kündigung erhalten, wobei nicht blos Lohndifferenzen, sondern ähnliche Gründe wie in Poppelsdorf maßgebend sein sollen. Die Gährung unter den Arbeitern der letzteren Fabrik wird dadurch illustrirt, daß zirka 50 Mann am folgenden Tage ihrerseits die Arbeit gekündigt haben. Die Gerüchte von einem Streik haben sich bis zetzt nicht erfüllt. Bekanntlich ist der be- treffende Gewerkverein über ganz Deutschland verbreitet und zählt viele Mitglieder." Ob dadurch den GewerkvereinZ-Mitgliedern wohl ein Licht aufgehen wird über ihre so sorgfältig gepflegte Theorie von der Harmonie zwischen Kapital und Arbeit V Gin grostcv Freund„stärlrender Getränke" ist be- kannntlich der Ex-Reichskanzler, lieber sein Trinken im Reichstage hat er sich gegenüber einer Deputation des Kissinger Veteranen- und Kriegervereins nach dem„Fränk. Kur." folgendermaßen geäußert. Es wurden Zigarren offerirt, der Fürst rauchte seine Pfeife und schenkte seinen Nachbarn immer fleißig Chain- pagner ein, indem er sagte, sie sollten nur trinken, denn einer oder der andere müsse doch noch eine Rede halten, und da mache der Champagner Kourage;„mir ist es immer so gegangen," sagte der Fürst,„wenn ich eine Flasche Moselwein und eine halbe Flasche Champagner im Leibe hatte, dann habe ich im Reichstage immer viel leichter gesprochen." Im Reichstage selbst hat Fürst Bismarck bekanntlich stets Kognak, nicht Moselwein getrunken. Ana einer„Ferienkolonie". Die„Frkf. Ztg." berichtet auS Glogau:„Die Erkrankungen von Mannschaften des hiesigen Pionier-Bataillons haben einen solchen Umfang angenommen, daß das Bataillon die Pionier-Kaserne verlassen und im Lerchen- berger Barackenlager Quartier nehmen muhte. Die Aerzte haben jetzt festgestellt, daß die Krankheit gastrisch-typhöser Natur ist. Unter diesen Umständen scheint die Theilnahme des Pionier- ieht er vielleicht einen Vortheil daraus, daß er diese lefcllcu führt?" „O nein, durchaus nicht! Es kommt hier ivohl mit- unter vor, daß die Wächter einen Arrestanten, zu dem sie besonderes Zutrauen haben, den Auftrag geben, einige Auf- ficht unter den Sträflingen zu üben und deren Händel zu fchlichten, doch kemer hatte je daran gedacht, Nodenfels zu einem solchen Zwecke zu verwenden. Im Gegentheil, wir befürchteten, daß er als ein Edelmann oder„Herrchen", wie ihn die Sträflinge nennen, den größten Verdrießlichkeiten ausgesetzt seil» und selber Schutz nöthig haben werde. Allein, wie Sie sehen, es kam gerade umgekehrt. Neulich fragte ich ihn, weshalb er sich eigentlich auf diese Weise mit Jedem befasse und Alle unterhalte und zu zerstreuen suche, da antwortete er mir kurz und bündig:„weil's mir eben Freude macht." Ich habe denn auch die Ueberzeugung gewonnen, daß ihn ohne diese Beschaftignng die Langeweile tödten würde. Er ist ein so ungewöhnlich empsindsamer Mensch, voll Feuer und Vcgeistcrnng und so lebendig wie Quecksilber. Nie habe ich ihn bis jetzt müßig gesehen. Kaum ist der Tag angebrochen, erhebt er sich von seinem Lager und geht in der Zelle auf und ab, wie ein Toller manchmal. Da er noch nicht vernrtheilt ist, darf er sich im ganzen Gebäude frei bewegen und so durchstreift er alle Gänge und alle Plätze, bald ist er da, bald dort und überall macht er sich etwas zu schaffen. Mit den Schritten, die er täglich macht, iviirde er sicherlich, ich bin davon überzeugt, einen Weg zurücklegen, der an seine paar Meilen zählt." Die Erzählung des Wärters hatte mir werthvollen Aus- schluß gegeben. Offenbar mußte Rodenfels zu jenen seit- samen und gefährlichen Naturen gezählt werden, welche die Kraft besitzen, die Nienschen entweder zu den höchsten Stufen emporzuziehen, oder in die tiefsten Abgründe zu stürzen, zu jenen Naturen, welche nie auf dem Wege behaglicher, gleich- giltiger Mittelmäßigkeit wandeln. Die Gefängnißglocke ertönte in dumpfem Schlage. Sie gab das Zeichen, daß die Mittagspause zu Ende und die Arbeit wieder beginne. Die Sträflinge richteten sich auf. Tiesseufzend und stöhnend wankten sie nach den Mauern hin, wo das Tagewerk ihrer harrte: aus Bündeln von Bataillons am Manöver ausgeschlossen. Die Ursache der Er- krankungen ist bis jetzt nicht ermittelt. Es scheint, als ob sie zu suchen ist in den schädlichen Ausflüssen ans der hiesigen Zucker- fabrik in das Hasenwasser, in dem sich die Pionier-Schwimmanstalt befindet, die jetzt geschlossen ist, von anderen Seiten da- gegen werden die Massencrkrankungen auf Ueberanstrengung der Mannschaften zurückgeführt." Jedenfalls ist auch hier„etwas faul", vielleicht daß die eingeleitete Untersuchung mehr Licht in die Sache bringt. Au» Thüringen wird der„Franks. Zeitung" geschrieben: „Angesichts der traurigen Lage der Griffelindustrie im Herzog- thum Meiningen scheint die herzogliche Staatsregierung cnt- schlössen zu sein, für die hartbedrängte Bevölkerung einzutreten. Staatsraih Ziller aus Meiningen war dieser Tage in Steinach, dem Hauptort der Griffelindustrie, um mit einigen mit den Ver- Hältnissen Vertrauten Verhandlungen zu pflegen, aus denen man die Absicht der Regierung entnommen haben will, den Griffel- bruch- Betrieb u. s. w. auf Staatskosten zu übernehmen." Mit dieser Uebernahme des Betriebs auf Staatskosten werden die armen Griffelmacher ebenso wenig eine Besserung ihrer Lage er- fahren, als die Arbeiter der Staats, Eisenbahnbetriebe gegenüber den in Privatsabriken beschäftigten. Trier. Von hier wird ebenfalls ein Delegirter zum sozial- demokratischen Parteikongreß entsandt werden. Die Wahl des- selben hat dieser Tage stattgefunden. Vor einigen Jahren gab es hier noch keinen Sozialdemokraten. Oberst Schüller, der Kommandeur des 9. bayerischen Infanterieregiments, das die bekannten Hitzschlagunsälle erlitten hat, soll nach dem„Würzburger Journal" seines Kommandos enthoben und Dienstag Nacht in aller Stille aus Marktbreit ab- gereist sein. Dagegen meldet der„Fränk. Kourier" vom selben Tage, daß das Generalkommando die frühere gleiche Nachricht des„Würzburger Journal" für unrichtig erklärt. Ob biete Dementirung auch für die neuerliche Mittheilung gilt, ist nicht ersichtlich. Ueber de«» Waffenhandel i» Afrika entnimmt die „Kreuzzeitung" einem Berichte des englischen Generalkonsuls in Sansibar, Evan Smith, an Lord Salisbury folgende Angaben: „Die schätzungsweise Menge von Waffen und Munition, welche vom 1. Januar bis imm 23. Kuni 1868 nacb Sannbar einaekübrt vom i. Januar bis zum 23. Juni 1883 nach Sansibar eingeführt ist, beträgt: Feuerwaffen von allerhand Systemen 37 441, Pistolen 188, Kugeln 1000 000, Zündhütchen 3100 000, Patronen 70 000, Schießpulver 69 350 Pfund. Weiterhin erwartet man jeden Tag neue, sehr bedeutende Zusendungen, namentlich eine Sendung von 800 Revolvern, 5000 Flinten und etwa 200 000 Pfund Pulver. Von den indischen Kaufleuten erhalten die Araber und die Häupt- linge im Innern Waffen und Munition; nachdem für die letz- teren in Sansibar ein Eingangszoll bezahlt ist, werden sie nach dem Festlande übergeführt, ohne daß sich Jemand um ihre Menge kümmert, noch um die Orte, wohin sie gebracht werden.(Auch innerhalb des deutschen Schutzgebietes?) Man kann behaupten, daß in jedem Jahre von der ostafrikanischen Küste 80- bis 100 000 Feuerwaffen aller Art nach Afrika eingeführt werden, und zwar schon seit einer Reihe von Jahren. Ferner ist zu bemerken, daß die also eingeführten Waffen nicht mehr wie ehemals Ausschuß und veralteten Systems sind; heutzutage werden Präzisionswaffen und Hinterladergewehre in großer Menge eingeführt. Der Preis solcher Waffen in Sansibar ist außerordentlich hoch. Waffen und Kriegsmunition werden von Sansibar nach der Küste als Kontrebande auf einer weiten Küsten- strecke in folgender Weise eingeführt, wie dem Colonel Smith ein indischer Kaufmann mitgetheilt hat: Viele Leute kommen nach Sansibar und kaufen von den Jndiern ein, zwei, drei oder vier Gewehre nebst Pulver. Die Waffen werde» dann in die Barken gebracht und dort in geheimen Behältnissen verborgen, welche an den Seiten und auf dem Boden der Schiffe angebracht sind. Das Pulver wird in Oelfässern mit doppeltem Boden fortgeschafft; zwischen diesem doppelten Boden ist Oel, daS Pulver befindet sich nn Innern. Wenn nun die Zollwächter die Schiffe untersuchen und die Fässer schütteln, so hört man die Bewegung des Oels, und von dem wahren Inhalt der Fässer erfahren sie nichts. Viele Waffen werden auch unter der Masse anderer Maaren in den arabischen Dhaus verborgen. Was bei dem gegenwärtigen Stande der Dinge die Ueberwachnng dieser Ausfuhr von Waffen und Munition sehr schwierig macht, ist der Umstand, daß man sie in den Dhaus nach jedem beliebigen Küstenpunkte bringen kann. Sobald sie in Sansibar den Eingangszoll bezahlt haben, entziehen sie sich jeder weiteren Ueberwachnng. GroßvritttttttZen. London, 1. September. Will man die Zahl der Ar- beiter Meetings, welche seit einiger Zeit jeden Sonntag in London und anderen Stäcten stattfinden, als Maßstab gelten lassen, so muß man sagen, daß seit dem großen Dockarbeiter- Streik im letzten Jahre die Arbeiterbewegung in England einen lebhasten Charakter angenommen hat, welchen sie noch vor un- langer Zeit nicht hatte. Tie gestrigen Meetings galten besonders der Organisation. Im Viktoria-Park machten 4000 Ladengehilfen Propaganda für ihren Verein, um der endlosen Arbeitszeit zu steuern. Die Anstreicher und Dekorateure klagten im Hydepark über das Schweißsystem, welches auch ihr Handwerk in London Weideuruthen hatten sie Körbe zu flechten oder Matten aus Strohgcbindcn. Andere stiegen murmelnd und murrend die Treppe nach dem Erdgeschoß hinab, von wo herauf man aus den Werkstätten bald ein Hämmern und Sägen, ein Spalten und Hobeln vernahm. Etwas langsamer begaben sich die Weiber an ihre Arbeit. Etliche reckten schlaftrunken ihre Glieder ans dem Pflaster; andere, deren Hunger noch nicht gestillt war, vergruben ihr Gesicht in den Schüsseln, nm die letzten Neste zu verschlingen, bis sie der Ruf eines Postens aufweckte und sie sich eilig zerstreuten, die Einen nach dem Erdgeschoß, die Andern durch den schmalen Gang in den zweiten Hofranni. 'Nur Nodenfels saß noch immer auf seinem Platze. Das Kinn auf der Handfläche, den Ellbogen ans den Rand eines Kessels gestützt, schien er in eine Träumerei versunken. Seine Gestalt war regungslos, doch sein Blick, der zuweilen unter seinen schönen Wimpern hervorleuchtete, verrieth, wie gewaltig es in seinem Innern arbeitete.... Jetzt schaute er mit schwermüthigeni Blicke den sich ent- fernenden Gestalten nach, musterte die Posten im Flur und mit kaum bemerkbarem ironischen Lächeln ruhte fein Blick auf den Bajonetten derselben... Dann richtete er die Allgen zuin Himmel empor— etile Wolke zog hoch oben vorüber— und schweifte wieder zurück; schmerzlich zuckte es um die Mimdiviiltel des jungen Arrestanten, als seine Augen die kleinen vergitterten Fensterchen und die düstern, traurig- stummen und doch so eine schreckliche Sprache sprechenden Mauern streiften. Zuletzt, der stillen Wanderung müde gc- worden, senkte er sein Haupt auf die Brust herab und ver- lor sich auf's Nene in tiefem Brüten... Wer iveiß, welch' trübe Gedanken sein Hirn durch- jagten, lvelch' peinigende, schreckliche Bilder da plötzlich vor seinem Auge anftanchten, welche Gespenster ihn quälten,— aber ein Schauer erschütterte seinen ganzen Körper und er fuhr mit der Hand über die Stirn, hastig und verwirrt, wie wenn er die Spnkgestalten verschenchen wollte.—— „Führen Sie ihn nun in das Sprechziinmer", wandte ich mich an den Wärter und trat mit diesen Worten in einen kleinen zu ebener Erde im Flur gelegeilen Raum. ruinirt habe, und die Eisenbahn-Angestellten hielten e!»e® lung in der Hope Town-Hall in Bethnal-Green-reaej ihren Ruf nach Abkürzung ihrer Arbeitszeit in die Ceti« dringen zu lassen. Ans dem letzteren Meeting mach» sitzende. Brauch, die Mittheilung, daß der allgemeine Eisenbahn-Angestellten, obgleich er erst letzten Novemb«. g« worden ist, schon 127 000 Mitglieder zähle. GegenM im Vereinigten Königreich 900 000 Arbeiter außer Arbc.-. solle ück dabei dreimal besinnen, ehe man einen solle sich daher dreimal besinnen, ehe man einen und sehen, womöglich ohne Streik fertig zu wc..--, Meetings wurden gestern abgehalten von den Lederarü«»' jüdischen Tischlern und den Bäckern von Whitechapel.', Die Beilegung des Schisfsschreiner-StrN Tyne steht in so weiter Ferne als jemals'. Das Eigenthümbch�. Aüsstandes besteht darin, daß der Kampf nicht gegen gebcr gerichtet ist, sondern sich mittelalterlich-zllnftig Gewcrkcn abspielt. Schiffszimmerleute und Schiffs� nämlich darüber, welche Art Arbeit jedem der beiden H zukommt. Der Arbeiterabgeordnete Burt wurde als J richter angerufen, die Schreiner aber weigerten sich. frn»ihimn O-nW II, leisten Tnrnnf sollte der GewerllM scheidung Folge zu leisten. Darauf sollte der Newcastle als höchste moralische Autorität in Art)«» I. leiten in dem Distrikt, die Dinge wieder ins Geleis«, Der Rath erklärte jedoch ein neues Schiedsgericht für u i, und die widersetzlichen Schreiner seiner Sympathie für �. Mitten zwischen den beiden kampflustigen Ar»eiterorgam.. stehen nun die Schiffsbauineister des Tyne rath- und YM � und leiden unter einem Streik, den sie weder noch, so weit ersichtlich, beizulegen im Stande sind. In einer in Carbi"""---------«m lung der Angestellten der Eisenbahngesellschasten legte...--------... Leute diesen das mit dem Eisenbahndirektor Jn-n°, die Signalisten getroffene Abkommen zur Gen.. Die Bahngesellschaften hatten sich nämlich außtt 'V»» V O I*'•*1* V'*(IVy IT'1|«) erklärt, auch den Signalisten eine OOstündige Arbeitsze» � währen. Diese Klasse von Angestellten wird hinfort 1-®. täglich zu arbeiten haben und die bisher statt einer Arbeitszeit gewährte Gratifikation wird nicht wöchentlich, L, nach Ablauf eines Jahres zur Auszahlung gelangen. 0°-« arbeit wird nach besonderen Normen vergütet. Die Verl«', genehmigte einstimmig" den geschlossenen Vergleich, so dieser letzte Ausläufer des großen wallisischen Streiks er» � London, 3. September. Der Kongreß der Gew« � nahm �folgende Resolutionen an: Die Vortheile der m»>J nalen Organisation werden anerkannt; die Einladung iUir "......~■'■' ptirt; die Diszip I»rofllMtSW rt Ovflrtirtl*T, j, jährigen Brüsseler Kongreß wird akzeptirt,..W.„ in den Fabrikordnungen werden für gesetzividrig erklärt; lichen und städtischen Betrieben sind angemessene Arbeits!«, bezahlen; die Zahl der Fabrikinspektoren ist zu erhihfljw weibliche Inspektoren sind anzustellen; für Maschinen- u') i Wärter sowie für Schiffszimmerer soll eine Prüfung werden.— Km Verlaut der Verbandlunoen erbielt Auus werden.— Im Verlauf der Verhaiidlmigen Telegramm des Inhalts, daß der Ausstand allgemein geworden ist. erhielt-, in Melbouu" Italien... Mailand, den 2. September. Herr Crisp'� Krieg führen, aber nicht nur in Afrika,> Italien selbst, wo er bei allen großen Rüstungen u' a Wendungen, um seinem Lande den Titel einer europäisch�, macht einzubringen, vergessen hatte, sich der Bandit« J Räuber zu erwehren. Als neulich einige Dutzend»Ii. tigter Arbeiter in der Romagna mit einer rothen Fahne. halb Tage umherstreiften und die Republik hoch /eben >var ganz Italien allarmirt, daß aber in Rom selbst un° nächsten Umgebung der Hauptstadt die Straßenräuber eu Wesen trieben, Leute überfielen und ihnen mit dem � und Dolch in der Hand das Geld und die WerthW preßten', oder in die Geschäfte eindrangen und die Kuli';, raubten, kümmerte die Herren der Regierung sehr n»% den letzten Monaten aber nahm dieses Brigantenthum artigen Umfang an, daß selbst die loyaltcen RegierunS� Abhilfe verlangten. In der römischen Kampagna, uni � und Spoleto herum, sind es die drei berüchtigten Räubn- --...... r......... Sfl»! aber die diese Bru daß man m Pet �achrichtc *n Korst Sie wurd ebenso be zerstörten >? den F sichteten< des 14. A, Wellere g , Buk Wen B ä Und Lebei beschloß begründeil •»uff 0%� S.ruppe le >>«»., s,! % und schtei «eben. S «»zialden 1%', Uebe tretet der Wuches, »Aew-Ao schluß. c de» Krieg an der n datte, an .de Gimte Behörden Kapitän i Gesandtei � zu thu Letzterer l alge des |» gesandte Kapitän ■Öntrundi Begleiter. dlirchbohi den, Atte Ulveigerl leute Tribuzzo. Ansuini und Brinzini, die mit ihren« Herren der Provinz spielen, und denen gegenüber kei» jj, nischer Gendarm oder ein Karabineri aufzutreten j -'...........• iten ummttsiS Einzelne Ortschaften, die von diesen Briganten gebrandschatzt werden, haben sich lieber zu einem regeln� Tribut bereit erklärt, den sich die Räuber ällwöchentli Hilfe seitens der Polizei aber haben diese Leute bisher, erbeten. In Umbrien überfielen die Banditen kürzlich eM. und tödteten dabei drei Kapuzinermönche, in Neapel mP- Lause einer Woche elf Häuser ausgeplündert, ohne daß* ein Polizist die Hand gerührt hätte. Am meisten gerieth n die Bourgeoisie aus dem Häuschen, als vor einigen Ti>s Genua, während der Geschäftsstunden eine Bande Bankgeschäft einbrach, den Besitzer und alle 9W'(# knebelte und dann in aller Gemüthsrnhe die Geldschränke u — Da ermannte sich denn Herr Crispi, und da bei ben e Nack Z°nsi Bord nai eiflUfdjci iu statio .Wie ??ird. jß Glngebvl '. Si te« SBoche werden. aber oh Es war eine halbdunkle Stube, die ihr spärliches#cL einem kleinen, vergitterten Fensterchen empfing. Eine N Bank, ein grob gezimincrter Tisch und ein halbes* primitiver Stühle war ihre Ansftattnng. Mit diese, monirten auch die schnuitzigen Wände, welche in ihrer Nacktheit einen unheimlichen Eindruck machten., Kaum hatte ich auf einem der Stühle Platz ge>>� drang vom Hofe her ein wüster Lärm zu mir heru� Durcheinanderrnfen der im Hofe beschäftigten Str«! welche glaubten, ihr Liebling werde abgeführt u» dagegen auflehnten. Ich hörte, wie die Wärter daz» i kamen und ivie Rodenfels mit seiner hellen Stim»; Kameraden beschwichtigende Worte zurief und erklär»- er nur ins Sprechzimmer gehe, wo ihn Besuch erwarte' Hierauf legte sich die Unruhe und Gerhard von fels erschien aus der Schwelle. Der Schließer, welf?� vcgleitete, zog sich zurück und schloß hinter ihm sorg!, Thür. Rodenfels zögerte an der Schwelle. Seine Ztw.. ■iijiu. muuuiivu? guyciiu uu uev ricthen eine gewisse Scheu und mit etwelchem Mw haftete sein Blick ans mir. Ich erhob mich und trat ihm mit einem fre»" � Gruße entgegen:„Sie sind es, Herr Gerhard; bitte, Sie Platz!" Ich sprach ihn mit seinem Vorliameu an, um mit erkennen zu geben, daß mich kein polizeilicher Cy». herführe. Auch hatte ich mich dabei des milden 3%' flissen, den ich mir in dem vielfachen Verkehr mit" liehen Menschen angewöhnt hatte. Der Gruß hatte denn auch die Wirkung nicht verseht � Züge Gerhards belebten sich mit einem Male und ein B Schimmer strahlte mir aus seinen Augen entgegen- Mit einem freudigen Ausrnf trat er'auf mich i�jl „Sie kommen von' meinen Eltern?" kani es haf� seine Lippen, während er mir die Antwort angstvoll� Augen zu lesen suchte. „siieiil, ich kenne Ihre Eltern nicht," gab ich Sut wort..J „Ach, also nicht von den Eltern!... So habe'»/ schon wieder getäuscht!" rief er mit schmerzersticktet>t die Aitz (Ulf die Ei Wau e seine 1 einen 3 scheinen «ach"ci Wett widerte ihm di l'R et sich 9 von je ich ml sikgewi theidio . E Weinet Bedach �ecmst tranist äUiu" habe 1 »en richtli, Seklng .wir" IDS'J m 4 un» ch-«' t'l und, if n » 'ß flt�en Manövern die in die Truppen gesetzten Erwartungen sif,?"V1 recht bescheidenem Maße gerechtfertigt wurden, so Lrf.1} rtwa sechsRegim enter„zur Uebung" in verschiedenen bn tn Landes inanövriren, und zwar gegen die Räuber- .... 5,rn. Vielleicht werden sie auch einige derselben einfangen, ».i,� u> i r t h s ch a f t l i ch e N o t h, deren lebendige Zeugen i'r«riganten sind, dürfte schwerlich dadurch gelindert werden, Up man etliche von ihnen niederschießt oder zu lebenslänglicher «wangsarbeit auf die Galeeren bringt. m. Kußtaud. (i ersbur g, 8. September. Aus Jaroslaw kommen sichten von Arbeiterunruhen, die jüngst in der großen Fabrik on Korsinkin, reo 8000 Arbeiter beschäftigt sind, sich ereigneten. .fS wurden veranlaßt durch die unverschämten Strafabzüge, die bedeutend wie hänsig waren. Die erbitterten Arbeiter tn v en oinen Viktualienladen vollständig, warfen viele Waaren Den Fluß, zerschlugen die Scheiben des Fabrikgebäudes und auch im Innern der Fabrik Schaden an. Am Morgen '=14. August kam Militär an und verhaftete gegen 100 Arbeiter. Verhaftungen wurden später vorgenommen. _. KalKattlander. u k a r e st. Nachdem die verschiedenen Versuche der hie .Hücker, durch Arbeitseinstellungen sich bessere Arbeits ..D Lebensbedingungen zu erringen, fruchtlos verlaufen waren (vjpwß das Komitee derselben, in Uebereinstinunung mit dem Walistischen Arbeitervereine, eine Bäckerassoziation zu Minden, welcher der Name„Munca" beigelegt wurde. Die herein, guug, an deren Spitze der Abgeordnete Konstantin ., v 1 ie steht, sammelt zur Zeit das erforderliche Anlagekapital >>d wird voraussichtlich schon am I. Oktober die Genossenschasts Molkerei eröffnen können, da die französische Sozialisten JWW le parti ouvrier den Bukarester Genossen zu diesem Zweck „�Unterstützung von 5000 Frks. übcrsandt hat. Im �gemeinen steht die Bevölkerung Bukarests dieser Gründung wmpalhjsch gegenüber, da die hiesige Bäckergilde lediglich aus ® riechen besteht, die wenig beliebt sind und durch ihre theure "D schlechte Backwaare seit Jahren zu fortgesetzten Klagen Anlaß «°ven. So wenig sich deshalb auch die überzeugteren rumänischen Sozialdemokraten von dem Genossenschaftswesen überhaupt ver- I?Aen, so glauben sie doch, daß eine gut geleitete Bäckerassoziation Zwilche Geschäfte machen wird. Amerika. . Ueber die Vorgeschichte des in Guatemala auf den Ver- Mter der Vereinigten Staaten, Mizner, unternommenen Mord- Versuches, von dem wir berichteten, giebt eine Drahtnachricht des rir-Jork Herald" aus San Salvador folgenden näheren Aus- Muß. Danach wollte General Jos« Barrundia, welcher während oe» Krieges zwischen Guatemala und San Salvador vom Norden o» der nierilanischen Grenze in Guatemala einzufallen gesucht Polte, au Bord des Pacistc Mail-Dampfers, welcher San Josö «e Guatemala anlief, nach San Salvador zurückkehren, als die ■oehjiiden von Guatemala seine Auslieferung verlangten. Der -lapitän weigerte sich, aber als dieselben einen Befehl von dem gesandten der Vereinigten Staaten, Mr. Mizner, an den Kapitän, zu thun, vorzeigten, lieferte er den General aus, und wurde Letzterer kriegsrechtlich erschossen. Die Salvadorianer sollen in- !■% dessen auf Mr. Mizner und den Staatssekretär Blaiue schlecht zu sprechen sein. Ein» andere Depesche der„Herald" aus -Aenko stellt die Affäre aber in ein anderes Licht und thut deö gesandten Mizner keiner Erwähnung. Danach lieferte der 'Zäpitän Barrundia aus, sobald er darum ersucht wurde; Zarrundia schoß auf den Hafenkapitän Major Toriello und dessen Begleiter, welche ebenfalls feuerten, und siel nun, von Kugeln Durchbohrt. Tie Tochter des Generals Barrundia ist sofort nach Attentat auf Mizner verhaftet worden; doch hat dieser sich (�weigert, einen Strafantrag zu stellen. TÜ öa-A ei» Afrika. e. Nach einer Meldung des„Reuter'schen Bureaus" aus im w�us ibar ist der„Bnkkancer" mit zwei Kanonenbooten an :umM nach dem Zambesi abgegangen in Begleitung zweier anderer , Shscher Kriegsschiffe, um die Kanonenboote auf dem Zambesi io stationiren. Wie dem„Temps" aus St. Louis am Senegal gemeldet gsto, ist der Administrator von Podor, Jeandet, in Aerö von angeborenen, im Schlafe überfallen und getödtet worden. Australien. ... S y d n e y. Der Streik ist im weiteren Zunehmen, Mmtliche Arbeiter des Wollongong-Kohlenrcviers haben die Arbeit ebenfalls eingestellt. Man nimmt an, daß Ende der -ck-ocke auch die Silbergruben von Brockcnhill geschlossen ' Droiti. Der Bürgermeister versucht zn vermitteln, bis jetzt Dir ohne Erfolg. H w> j Ol eth "H de ick« de» 18 Ä en»' % S inil»( irte, art-- i *4 ,»eil ihi» s s oich' j oif, Algen niederschlagend.„Wie konnte ich aber auch nur ■'A"> dlcseu Gedanken kommen!... Natürlich--" man- sich auf die Lippen, wie man es thut, wenn sein- vUeu herben Schmerz niederkämpfen will und zog ein-A schöne- Stirn in Falten, wodurch sein Antlitz scheinen �kam, welcher ihn viele Jahre älter er- tlo4>"?�er hat Sie vielleicht der Oheim gesandt?" fragteer ey cincr Weile mit erneuerter Hosfunng. Hab»" r auch nicht; den Herrn Gustav von Nodeufels , nj.''h. schon seit einem Jahre nicht mehr gesehen," er- � ich ruhig, ihn von der Seite beobachtend. Wieder bis er sich auf die Lippen. Ter Schmerz, den it.-wituei; vis er um ans ow r diese Enttäuschungen bereiteten, drückte sich deutlich rn x Anaen ans, die in ihren Tiefen seltsam glühten. �lne biinfr» cn.'ur.n boß blasse Antlitz. Dann raffte mir?" klang es schroff er sichln � �Dthe färbte vo,, wünschen Sie denn von ' Lippen. ich i�chbin Ihr Anwalt. Ihre Angelegenheit, über welche NcinJc sprechen mochte, ist mir vom Gerichtshof theibifjou« ��rden; ich soll Sie bei der Verhandlung ver- viein�n�th wich groß an. Er verstand die Bedeutung Worte nicht. gedacht Beamter sind Sie, ich Hab' es mir gleich s�ren, Herr Gerhard. Ich bin durchaus kein Js. beruhigte ich ihn.„Ich bin Ihr Anwalt." ttaitjfj; cm Anwalt? Was beißt das?" Immer miß- zu»,->, 5 betrachtete er mich dabei vom Kopfe bis Hobe» r---Was wiinschen Sie von mir zu hören? Was "Sic mit mir vor?" keinen Begriff von der Funktion eines gc- geklagt" Beistandes und von dessen Verhältniß zum Ansagte ich, auf einen Stuhl deutend Ich will Ihnen 9vU Qu Prf»V(*r -Setze» wir uns," den Zweck L cvutxvcu uuu•ov"" ,/ ich an Ihrer Angelegenheit zn nehmen h (Fortsetzung folgt.) Sozierle Melrevstchk. Aufruf a» sämmtliche Tapekondruckier, Formstochev und Hilfsarbeiter der Tapeten brau che Deutsch l a n d s! Kollegen allerorts! In der Erkenntniß unserer Lage fühlen wir uns genöthigt, eine Organisation der Tapctenarbeiter Deutschlands in's Leben z» rufen und laden deshalb die Kollegen allerorts zn einem Kongreß, welcher am Sonntag, den 2. No vember, in Einbeck(Provinz Hannover) staltfindet, ein. Kollegen Ueberall regt sich unter den Arbeitern und Handwerkern aller Branchen das Gefühl der Zusaminengehörigkeit, der Trieb zur Organisation. In der Erkenntniß, daß der Einzelne wirthschafi lich schwach, in der Gesammtheit aber stark ist, ruht die Grund' läge des Strebens zur Erringnng des Zieles. Verbesserung unserer Lage, eine freiere und bessere Lebensstellung muß unsere Parole sein. Kollegen! Wie nach beendeter Herrschaft des Winters sich der Frühling in der Natur bemerkbar macht, so regt sich auch ein neues Leben innerhalb der Gewerkschaftsbewegung Deutschlands. Darum Kollegen anfge wacht! Auf zum Kongreß nach Einbeck am 2. November, muß unsere Parole sein. 5kollegen, beruft überall Versammlungen ein wählt Dclegirte die Euer Vertrauen besitzen. Jeder Delegirte muß mit einem Mandat verschen sein. Als vorläufige Tagesordnung haben wir aufgesetzt: 1. Wie stellen sich die deutschen Tapetenarbeiter zu einer Organisation. 2. Statutenberathung und Vorstandswahl. 3. Wandcrfrage. 4. Organfrage. 5. Lehrlingswesen. 6. Ueberstundenfrage. Alle Zuschriften sind an Kollegen WUH. Landes, Lange Brücke Nr. 7 nach Einbeck zu richten. Votodnm. Um unfern Freunden»nd Genossen ein klares Bild betreffs unserer Aussperre zn geben, da der Bericht in der Mittwoch-Nummer etwas kurz gefaßt war, sehen wir uns ver- anlaßt, hiermit folgendes zu erklären: Wie Ihr wißt, haben wir in diesem Frühjahr einen Streik gehabt, und ist derselbe zu Gunsten der hiesigen Tabakarbeiter beendet worden. Nachdem mir bereits sechs Wochen in Arbeit gestanden, wurden mehrere Kollegen und Kolleginnen gemaßregelt. Infolgedessen sahen wir uns veranlaßt, durch unser Gewerkschastsorgan die Sperre über Potsdam zu verhängen, um weitere Maßregelnngen zu verhindern Nun nach acht Wochen verlangten die Fabrikanten von uns Ar- bcitern, die Sperre aufzichebcn. Wir sahen uns deshalb veran- laßt, am 18. August eine öffentliche Tabakarbeiter-Versainnilung einzuberufen, um hierzu Stellung zu nehmen; es wurde in der- selben der Beschluß gefaßt, um weiteren Maßregelungen vorzubeugen, die Sperre beizubehalten. Hierdurch sahen sich die Fabrikanten veranlaßt(ausgenommen 4) am 26. resp. 27. August den Betrieb einzustellen. In der am 29. August tagenden öffentlichen Tabaknrbeiter- Versammlung wurden wir durch die Berichte der einzelnen 5kollegen über führt, daß der Ansturm unserer Organisation gilt, indem ihnen gesagt wurde,„treten Sie doch ans dem Verein". Infolge dessen sahen wir uns genöthigt, folgende Bedingungen zu stellen I. Alle Ausgesperrten wieder in Arbeit zu nehmen; 2. keinen Lohnabzug; 3. keine weiteren Maßregelungen vorzunehmen; 4. keine weiblichen Roller anzulernen, eventuell diesen denselben Lohn zu zahlen, wie den Männern; 5. keinen Arbeiter zum Austritt ans dem Unterstütznngsverein zu bewegen; 6. an dem Tage die Sperre aufzuheben, wo sämmtliche Ausgeschloffenen wieder in Arbeit treten. Da wir nun bis dato noch keine be- stimmte Antwort von den Fabrikanten haben, und dieselbe bis Freitag erwarten, so werden wir sie in einer der nächsten Nummern veröffentlichen. Die Kommission der Tabakarbeiter Potsdams. Das Ende de« Stettinev Kauavüeiter-Ztveiks. Wir lesen im„Stettiner Volksboten": Das„Berliner Volksblatt" brachte dieser Tage die Mit- theilung, die wahrscheinlich irgend einem auswärtigen Blatte ent- nommen war, daß die Streikbewegung in Stettin nach Beendigung des Hamburger Ausstandes von Neuem beginnen werde. Diese Nackvncht entbehrt jeglicher Begründung. Wenn die Arbeiter nicht durch die Unternehmer dazu herausgefordert werden sollten, so wird voraussichtlich in diesem Jahre im Baugewerbe keine Ar beitseinstellung mehr stattfinden. Der diesjährige große Bauarbeiter-Streik ist zu Ende. Seit dem 10. August haben bereits die Ziinmerer die Arbeit still' schweigend wieder aufgenoininen; ein diesbezüglicher Versamm- lungsbeschluß ist absichtlich nicht gefaßt worden. Die Maurer und die Kalk- und Stcinträger Häven 9 Wochen, die Zimmerer 14 Wochen lang gestreikt. Eine so lange Arbcitscinsrellung ist in Stettin noch niemals und auch nur anderwärts selten dagewesen. Es war mehr ein Prinzipien-, wie ein Lohnkampf, genau so wie in Hamburg, und wenn die hiesige Bewegung auswärts nicht die zleiche Berücksichiignng gefunden hat wie die Hamburger, so oinmt das daher, daß man leider gewöhnt ist, die Arbeiter- beivegung in Pomiuern eiwas stiesmütterlich zn behandeln. Es verlohnt sich wohl, einen Rückblick aiis die Ereignisse zu werfen. Die Unternehmer hatten im Frühjahr d. I. einen neuen Bund gegründet, weil sie wohl einsahen, daß die Jmiung niemals alle Unternehmer ziisaimneiifaffen würde. Die Seele des neuen Bundes war der bekannte Ziinmernieister Leo Wolff, dem jetzt die Staatsanwaltschast schützend zur Seite steht, damit seine angeblich von uns verletzte Ehre wiederhergestellt wird. Wolfs war von jeher auf die Arbeiter nicht gut zn sprechen; vor einigen Jahren inachte er in der„Baugeiverks-Ztg" den Borschlag, eine große Rcservekaffe für die Arbeitgeber zn gründen, um die Arbeiter kirre zu mache». Der»cue Arbeitgeberbund war thaten- durstig und wollte seine Kraft beweisen. Es wurde beschlossen, daß, wenn über einen Arbeitgeber die Sperre verhängt wird, särnmtliche Arbeiter entlassen werden sollten. Sänimtliche BundeSniitglieder mußten sich verpflichten, den gefaßten Be- chliisse» nachzukommen und zu diesem Zwecke einen Wechsel deponiren, der je nach dem Eeschästsunifange auf 600, 300 oder 100 M. lautete. Wer die Beschlüsse verletzte, dessen Wechsel olltc in Umlauf gesetzt werden; er halte also diese Summe verloren. So kam der 1. Mai heran. Wie wir inzwischen erfahren haben, hatte» sich die Arbeitgeber vorgenominen, Maßregelungen eintreten zu lassen, um die Arbeiter zur Vcrhänaung irgend einer Sperre zu reizen. Es ist dieser Umstand deshalb bemerkenswerth, weil die Unternehmer später, als es nicht nach ihrem Wunsche ging, die Sache so dargestellt haben, als ob der Redakteur dieses Blattes dea Frieden verhindere. Es giebt heute noch Dussels, die so etmas glauvcn. Nach dem 1. Mai wurde der Vorfltzende des Verbandes dcnt- cher Zimmerleulc hier nebst einem andere» Kollegen, beides sehr tüchtige Leute, wegen„iua»gel»dc»i Interesse am Geschäft" von dem Zimmcrmeister Hagemi» entlasscn. Natürlich traten ihre Kollegen für sie ein und so wurde die Platzsperre verhängt. Das war das Signal für die Untttiichmer. Es wurden zugleich den Kalk- und Steinirägern Lohnabzüge gemacht, wodurch auch diese zu einem Abwehrstreik gezwungen wurden. An demselben Tage, an welchem die Arbeitgeber den Beschluß faßte», sämmtliche Arreiter auszusperren, beschlossen die Maurer, die Erhöhung des Stundenlohnes von 45 auf 50 Pf. zu fordern. Ter Kampf begann. Ans beiden Seilen war an ein Nachgeben nicht zu denken. Nach 5 Wochen glaubten die Unternehiuer die Arbeiter so weit ausgebnngert zu haben, daß sie an die letz- tcren das Verlangen des Austritts ans der Organisation ftcllten, erncr sollte der Lohn auf 40 Pf. pro Stunde herabgesetzt wer- den. Den Zimmerern waren schristlicl, 45 Pfg. Stundenlohn garantirt worden, aber was liegt den Unternehmern an einem Treubruch! Ein Schrei der Entrüstung ging bei der neuesten Forderung der Unternehmer durch die gestimmte Arbeiterschaft. Wenn bis dahin die Sympathie für den Streik noch nicht recht geivesen war, jetzt war die Stiinultlng umgeschlagen. Und die Streikenden selbst hielten um so zäher fest, je mehr sich die Noch bei ihnen fühlbar machte; jetzt handelte es sich eben um ihre Ehre! Die Unternehmer hätten wohl nun nachgegeben, allein ihr Ehrgeiz ließ das nicht zu; sie wollten nicht die Besiegten sein. Uns wurde mitaetheilt, daß der Streik jede Woche einen Verlust von 60 000 M. ausmache. Wir wissen nicht, ob diese Schätzung richtig ist, aber Leo Wolfs hat selbst öffentlich zu- gegeben, daß der Streik den Unternehmern viele Taufende ge- kostet habe. Mit vielen Kosten warben die Unternehmer fremde Arbeiter an und es gelang, ca. 200 Maurer ans Oberschlesien zu importiren, welche zum größten Theil jetzt noch hier arbeiten. Nach 9 Wochen nahmen die Maurer uad die Kalk- und Steinträger die Arbeit wieder auf; die Zimmerer hielten 14 Wochen aus. Von letzteren sind jetzt noch einige Personen zu unterstützen, die wohl schwerlich wieder Arbeit erhalten werden. Keiner von beiden Theilen kann sich den Sieg zuschreiben, weder die Unternehmer noch die Arbeiter. Die Organisationen der letzteren sind nicht zertrümmert worden. Ans der Freien Vereinigung der Maurer sind einige Wenige ausgetreten, der Verein zählt aber immer noch über 400 Mitglieder. Von den Zimmerern sind 600 im Verbände und etwa 600 sind im Ganzen hier beschäftigt, das Verhältniß ist also ein sehr günstiges. Gerade das Verlangen der Unternehmer hat ja den Arbeitern den Werth ihrer Organisation vor Augen geführt. Von den Kalk- und Steinträgern war das Ausscheiden aus ihrem Verein gar nicht verlangt worden. Was den Lohn betrifft, so erhält über die Hälfte der Zimmerer 45 Pf., der Rest nur 40 Pf. pro Stunde. Von den Maurern erhält ein kleiner Theil 50 Pf. und ein Theil 40 Pf., die meisten erhalten 46 Pf. Stundenlohn. Die Kalk- und Stein- träger erhalten den alten Tarif von 1888. Als ein Beispiel der Opferfrendigkeit der Arbeiter wollen wir anführen, daß ein Theil der Zimmerer, welcher nicht aus- gesperrt wurde, 14 Wochen laug pro Woche 6 M. zur Unter- stützimg der streikenden Kameraden abgegeben hat. Es waren zwei starke Gegner, welche sich im Kampfe gegen- überstanden, und ans beiden Seiten wird man gelernt haben. An einen dauernden Frieden ist nach einem solchen Kampfe nicht mehr zu denken. Die Unternehmer dürfen sich nicht wundern, wenn sie ebenso bekämpft werden, wie sie es mit den Arbeitern gemacht haben. Die Vergeltung bleibt nicht ans! Mir rrliatteii folgendes Schveiben: Bei der Ein- sendnng des Berichts„An die Bauarbeiter Berlins" in heutiger Nummer ist mir ein Fehler unterlaufen. Ich bitte, dieses zu vervollständigen, und zwar fehlen folgende Namen der Vertrauensmänner für Osten: Kandale. Andreasstraße 71; Mahron, Pücklerstr. 18. Der Kericht über die Versammlung der Inhaber von Sammelstellen für gelesene Arbeiterblätter enthält mehrere Un- richtigkeiten, deren Richtigstellung nothwendig ist. Der Name des Genossen, welcher gewählt wurde zur Entgegennahme von Adressen aus den Provinzen ist nicht Hilbert Seeger, sondern Robert Berger, Gr. Frankfurterstr. 92, Hof I Tr. Ferner ist der« selbe nicht zur Entgegennahme von Material(Zeitungen) gewählt. Die Zeitungen werden, wie bisher, von den Sammlern entgegen genommen. Nur in dem Falle, daß in einem Kreise mehr Material vorhanden, als zum Versand gebraucht wird für die Provinz, welche dieser Kreis zu besorgen hat, übernimmt Genosse Berger die Regulirung in der Weise, daß er das überschüssige Material in Empfang nimmt und dem Kreise überweist, in welchem weniger vorhanden ist als gebraucht wird. Eine öffeutlichc Verfammlniig siimmtlicher Ktereo- tnprnre Herliiis und Uiiigegriid tagte am Sonntag, den 31. August 1890, Vormittngs 11 Uhr, im Dresdener Garten. Dresdenerstraße 45, mit folgender Tagesordnung: 1. Auf welche Weise ist es möglich, eine Vereinigung aller Stereotyveure her- beizuführen? 2. Diskussion. 3. Eventuelle Wahl einer Ver-. mittelungs-Kommisflon. 4. Verschiedenes. Die Versammlung war sehr zahlreich besucht. Ins Bureau wurden die Kollegen Netz- band als 1., Teetz als 2. Vorsitzender und Weylaud als Schrift- ührer gewählt. Als Sieferent erhielt Kollege Schimansky zu Punkt 1. der Tagesordnung das Wort. Derselbe hielt einen Vortrag über die Anfänge und jetzigen Zu- täube der Stereotypie, und da bereits zwei Vereinigungen der Stereotypeure bestehen, so hob der Herr Referent in seinem Vortrag besonders hervor, daß dieselben sich vereinigen mögen, nm eine feste, aus dem Boden der heutigen allgemeinen modernen Arbeiterbewegung stehenden Korporation zu bilden; der Vortrag ist als ein sehr gelungener zu bezeichnen, und der Herr Referent erntete dafür lebhaften Beifall. Während einer Pause von zehn Minuten hatten sich zu Punkt 2 der Tagesordnung die Redner ehr zahlreich eingezeichnet; nach längerer Debatte wurde eine vom Kollegen Brandner eingereichte Resolution, welche lautet: „Die heute, Sonntag, den 31. August er., im Dresdener Garten, Dresdenerstraße Nr. 45, tagende öffentliche Versammlung der Stereotypeure Berlins und Umgegend erklärt sich mit den Anssühryngen des Resercnteii einverstanden, und verspricht mit allen Kräften dahin zu wirken, daß die Stereotypeure und Hilfspersonen Berlins und Umgegend so schnell als möglich in eine starke Organisation, die auf dem Boden der heutigen modernen Arbeiterbewegung steht, Vereinigung finden;" von der Versaimiilimg mit überwiegender Majorität qnge- iiomnien. Zu Punkt 8 der Tagesordnung wurde der Antrag Kollegen Teetz, eine Vcrniittelungskoininission, bestehend aus Mann zu wählen, von der Versaminlung angenommen. Ge- wählt wurden die Kollegen Teetz, Prophet, Knop, Brandner, Weyland, Bielefeld, Rhinow, Schimansky und Otto Schinidl. Zum vierten Punkt der Tagesordnung wurde einem in der Ver- saunnlung anwesende» Hutmacher das Wort ertheilt. Derselbe machte bekannt, daß bei etwaigeui Bedarf an Hüten nur ans den Geschästen gekaust werden soll, welche Hüte mir Arbeiter-Kontrolmarke führen, jedoch ist darauf zu achten, daß dieselben nicht erst beim Einkauf eingeklebt werden. Der Neferent wachte ferner aus die Bewegung der Handlungs- gehilsen aufinerlsam und wurde eine hierauf bezügliche Resolution: Nur aus solchen Geschäften zu kaufen, welche des Sonntags um 2 Uhr Mittags geschlossen werden", von der Versammlung angenommen. Hieraus schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die heutige allgemeine moderne Arbeiterbewegung, in welcher alle Anwesenden mit einstimmten, nm 3 Uhr Nachmittag?. Eine nulirvovdeiitliche GciirvalvevlViiiiiiiluiig dea Allgeinrinrn Arbeiter innriiurr eins säunntlicher Berusszweige Berlins und Uingegend, fand am Mittwoch, den 27. v. M. in Scheffer's Salon, Jnsclstr. 10, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Vortrag und Diskussion. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. '. Ergänzuugswahi des Borstands resp. Wahl einer 1. Vorsitzenden. . Vereinsnugelegenheiten. 5. Verschiedenes. Die zweite Vor- itzeude eröffnete um OVe Uhr die Bersammlung. Da der Referent nicht erschienen, war Herr Hildebrandt so freundlich, zu sprechen. Er schilderte eingehend die Lage der Arbeiterinnen, wie sie in der heutigen modernen Produktionsiveise ihre 5iräste dem Ausbeutungs- systcni der Kapitalisten preisgeben müssen und durch die Roth gc- zivungen, vielfach der Prostitntion verfallen. Er machte ferner auf den§ 152 der Gewerbeordnung aufmerksam, auf Grund dessen auch die Arbeiterinnen ein Recht haben, sich zn vereinigen, Hin für bessere Lohn- und Arbeiisbedingungen einzutreten. Znm Schluß fordert der Referent die Anwesenden auf, jedes pcrsön- liche Interesse im öffentlichen Leben hinter dasjenige der Allgemeinheit zu stellen. Reicher Beifall lohnte den Redner. Diskussion fand wegen der vorgeschrittenen Tageszeit de Eine nicht statt.— Nachdem der zweite Punkt, Aufnahme neuer Mitglieder, erledigt, wurde zum dritten Punkt, Ergänzungs- Wahl des Vorstands resp. Wahl einer I. Vorsitzenden übergegangen. Eine eventuelle Wahl nahmen an: Frau Petersdorf und Frau Gubela. Gewählt wurde Frau Peters dor f. Ferner wurde die Wahl einer 2. Vorsitzenden und einer Beisitzenden vorgenommen. Gewählt wurde Frau Siegemund als zweite Vorsitzende und Frl. Reimann als Beisitzende. Nachdem diese Angelegenheiten erledigt waren, machte die Vorsitzende bekannt, daß von Frau Gubela S Anträge eingebracht sind, welche sich theilweise auf Wahlen be- zogen und gleich erledigt werden sollten. Es wurde angenommen, den 1. Antrag auf die nächste Tagesordnung zu stellen. Jedoch verließFr. Gubela. in derDiskussiondesz weiten Antrags mit e i n e m T h e i l der Anwesenden den Saal. Da dadurch die Versammlung nicht mehr beschlußfähig war, war die Vorsitzende gezwungen, dieselbe vor Erledigung der Tagesordnung zu schließen.. Schluß UVa Uhr. Iohmmisthnl. Der Verein gewerblicher Hilfsarbeiter für Johannisthal und Umgegend hielt am 23. August im Lokale des Herrn Gottwaldt in Britz, Chausseestr. IS, eine öffentliche Mit- gliederversammlung ab mit folgender Tagesordnung: 1. Sparsamkeil und Genußsucht der Arbeiter. Referent Herr Max Baginski(Berlin). 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Versammlung war schwach besucht. Dieser schwache Besuch ist wohl auf die Erntearbeiten zurückzuführen. Der Referent war nicht erschienen und wurde der I. Punkt der Tagesordnung fallen gelassen und zum 2. Punkt„Diskussion" geschritten. Hieran bctheiligten sich drei Herren und legten den Anwesenden die Nutzlosigkeit der Svarsamkeit und die Zweckmäßigkeit der Ge- nußsucht der Arbeiter m recht drastischen Beispielen vor Augen. Zn Punkt„Verschiedenes" stellt der Kassirer den Antrag, dem Mitglieds Kühn(Britz), welcher eine längere Zeit krank gewesen ist, eine Unterstützung von 10 M. aus der Vereinskasse zu be- willigen. Der Vorsitzende Fritz Mielenz macht darauf aufmerk- sam, daß sich Herr Kühn hätte schon längst an den Vertrauens- mann wenden müssen, da laut Statut nur dann eine Unter- Der VertrattenZmanti.H� ein Unallicksfall Kenntmp . stützung gewährt iverden kann. Schönfisch konstatirt, daß er von dem Unglücksfall daß sich Herr Kühn aber bei ihm behufs näherer UnterM noch nicht gemeldet hat. Nach längerer Debatte wurde der Kassirer gestellte Antrag angenommen. Zugleich wurve Adresse des Vertrauensinannes bekannt gegeben; dieseiDei Hermann Schönfisch, Britz, Gradestraße I. Im Weitereii« betont, daß in Britz viel zu wenig Versammlungen W" Q.., Es wurde dies aber nicht dein Vorstande des Vereins ivurf gemacht, da derselbe sich bemüht, die Agitation aus flache Land zu tragen, sondern es wurde hauptsächlich betont.,. N->?. iinhprifnonhp«Hirhnrf ptninS mofir firfi snerUIN MW'f. das naheliegende lltixdorf etwas mehr sich hierum, möchte. Nach einer ernsten Ermahnung zur regen 1 unter den Arbeitern von Britz wurde die Versammlung w schloffen. hefti Die Theater. Freitag, den 5. Sept. Gv«r»chin«s. Ein Maskenball. Schauspielhatta. Hans Lange. Berliner Tlieatcr. Maria Stuart. Deutsches Theater. Das Winter- märchen. Hessing-Theater. Die Ehre. Friedrich-Milhrltnstädt. Theater. Die Puppensee. Vorher: Leichte Kavallerie. MaUiier- Theater. Mamsell Ni- tauche. Dihtorin- Theater. Die Million, oder: Vivat Imperator. Adolph Ernst- Theater. Der Goldfuchs. Restdens-Theater. Marquise. Krlleallianre-Thrater. Der Dorf- teufel. Ostend- Theater. Der arme Jona- than Kroll'o Theater. Opern-Vorstellung. K, tanfmann o Uariötö. Große Spe- zialitäten-Vorstellung. Theater der ReichshaUe«. Große Spezialitäten-Vorstellung. Conrordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große Spezialitäten- Vorstellung. Englischer Karten. Direktion: C. Andres«, Alexander- straße 27c. Auftreten der Chansonnette Fräulein Ehraufeld. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Rosa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Ziegler. Auftreten des Malabaristen und Equi- lebristen Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Clermont mit seinen dressirten Schweinen, Esel und Gänsen. Anfang Wochentags 8 Uhr. Soimtags 5Va Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 80 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 80 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Aorstellung zu vergeben. Etilblijseüteltt Buggenhagen am Moritzplafz. Täglich; Grosses Garten-Concert. Direktion A. Rödman». Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. tWrsln Wochentags 10 Fig., Lmli tX sonn- nnd Festtags 25 Fig. Bei ungünstiger Witterung in den unteren illestaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Slusschank von Patzenhoscr Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renvuirung geschlossen. (Ml F. Müller. tkratmilMBierh allen \3/ Eommaudantonstr. 77— 79 Täglich: Grosses Gmvcert mit Ouartett-Zünaevn, ausgeführt von dem Musik- Direktor H. S a n f t l e b e n. Wochentags: Frei-Concert. Sonntags Entröe 20 Ff. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- guügungon und Versammlungen. 703 F. Sodtke. Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdig?, d. Residenz. Diese Woche: IV. Cycl. Hochinteressant: Grinuerungru u. Lrldnig 18 70/71. Zum 1. Mal: Zweite Prise durch Zlnter-Ztalicn Sizlliei», Capri. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement l M. (Dnlil.ilifif GoIUschmidt, JlßljlllUUl Spandauerbrücke G, am hiesigen Platze bekanntlich Grösste Atsswahl. Garantirt sicher brennende MM" Tabake. Streng reelle Bedienung, dilligste Preise! Säunntliche im Hansel befindlichen Rohtabake sind am 1653 Lager. A. dolschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt. Achtung, Perlrnnttarbeiter! Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Sonntag, den 7. September: f Septembe lüiiiüi mit y (Lokal des Herrn Osw. Sehensch, Reichsgarten). Treffpunkt Nachmittags 1 Uhr Schlesischer Bahnhof(Stadtbahn) und Hallesches Thor(Pferdebahn). Freunde willkommen. Um rege Bethciligung [1589] Der Vorstand. bittet Grosse öffentliche Versaminlmig für Frauen it. Manner am Freitag, den 5. September, Abends 8 Uhr, in Schwarzmüllcr's Salon, Kölker ger st raße Nr. 23. Tages-Ordnung: 1. Der Widerspruch im Handeln und Denken. Referent: Julius Türk. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Der Lese- und DiSkutirklub„Morgcnroth" ladet hierzu alle Freunde und Bekannte ergcbenst ein. 1598 Große öjftntl. Mer-MchlimlW _ für Berlin und Umgegend ZW am Konnabend, den 0. September, Abends 8 Uhr,-ML im„Königstadt-Kastno", Holzmarktstrasie 72. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Abrechnung von dem Streik der Berliner Brotfabrik. 4. Wahl einer Ngitatiouskommisfion. 5. Verschiedenes und Fragekasten.[1002] Der Finbcrafer. Verein zur Wuhruug kt Werchen her Klavierurbeiter und verujuulitek VervfsgenOu. Sonnabend, den 0. September, Abends präzise 8 Uhr: Mitglied er- Versammlung in DeiginLller'o Salon, Alte Jakobstraße 48a. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Rechtsanwalts Wolsgang Heine: Einige Punkte aus der Gewerbeordnung. 1003 2. Werkstattangelegenheit. Der Vorstand. Uperisach. Kottbnser Damm 7(nahe der Kottbnser Sriiciie). Schuh e und Stiefel für Herren, Damen, Kinder. Spezilliltiit: Herreustiefel, genagelt und auf Rand Pferdebahngeld vergütet. emeib käsige Zeit. 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Aus- gäbe der Protokolle vom 7. deutschen Maurer- Kongreß. Vereinsangelegen- Helten. Verschiedenes. 1594 Die Mitglieder werden ersucht, recht- zeitig in der Versammlung zu erscheinen. Oer Vorstand. UMmer ZeuWer Sattler- Berenl (Mitgliedschaft Berlin). Sonuabcnd, de» 6. September, Abends 8V2 Uhr: Wersammlifliig bei Ueyer, Alte Jakobstraße 88. Tagesordnung: 1. Situationsbericht über die bisherige Thätigkeit des Vereins. Referent: Koll. Matschulat. 2. Diskussion. 3. Ver- schiedenes. Oer Vorstand.[1599 Emil Lefövre, Berlin, Oranienstr. 158. Größte Auswahl! Moll-Atlas-! Kteppdrckirn imit. Handarbeit! 2 Mir. lang, blau, grün, bordeaux 7,60 Mark. Einzelne schadhafte Decke» 3 und 4 Mark. 1521 Illustrirte Ureivliste gv, n. fr. j Je« Stnoie» Herren« u. Knaben- 1407 Garderoben- Geschäft. Willi Fahr EiisabetiiWrciistr- i Nr. 8 am Pappelpl. 1S])legcl und � Polstcnvaarcn. eigener Gr. Lager, bill. Preise.! Fabrik. Emil Heyn, I Brunnenstraße 23, Hof parterre. T Heilzahlung nach Uebereinkunft. 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K r o s ch e l zugefügte � digung zurück. R. Tschierscn� M die'. hteit«i «otbebin �kvbn eir Nur Weeinfl '"ntinent SKS &; Die am 18. und 19. v. M.. Zimmergesellen Bernhard geäußerten Beleidigungen nehme hierdurch zurück. Benno Miraiier 1630 Evorabräu! Das Bier der Brauerei Evor»« Meyer i» Fürth in Bayern etaitJ bei mir zum Ausschank. Aus w"23 w P fertte? % {eioefen! , Und niode m.Soll! Wttht bei «, Mie «Muti. °bir eber Avnsp Mchiebe empfehle Arbeitervereinen etwa 35 Personen fassendes zinnner zur gefl. Benutzung. JTjjk. Otto Brückner, Lothriugerstn ü M»n>e»h (Zahlst, d. Vereinig, d. Drechsl. Teuts� ßrem fe36" Eworabräu!„ Den Genossen des Südosten ewW außer vorzüglichem Meisibier al>� bei den Arbeitern so beliebte brii», ä Glas 653 10 Pf. Otto Linke. Forsterstraße Paul Schröder s Wirthshllils Wannst in Beelitzhof fe, 5°»omis * War �ußens l»i,i I b« bei Wannsee Iteimei i l-Nd i -chi Meinen Parteigenossen empf. M' 2 Vereinszimmer. mit Pianiuo. lö» J. iezierski, ZimmerstraßtI Allen Freunden und Genossen Mit zur Nachricht, daß ich vom 1-% tember d. I. das Meist-«. Kair>>� Ziev-Lokat C. Keckrer, jUcii«" strnste 37, übernommen habe. 1571 Jacob OmlanO Nchnraat H. Stramm 123. Rittersio*. 123, verbunden mit Fremdenlogi?. � Herberge und Arbeitsnachweis des � eins der Klempner. f En>pfehle meinen allbekannten"/ züglichen Frühstück», Mittag* Äbcndtiech. Sonstige Speisen Getränke in bchitimtcr Giite. i Zimmer, passend zu Z a H l st e l nnd A r b e i t s n a ch>v e i s stehen L Verfügung._ Urstrihnndlung. Billige Rester zu Einsegnungs ,9% zügen werden aus oder zugeschnitten. Karle, Waldemarstr. ..........._ J- gleich" angef-rA «.A im Dringende Kitte. Welcher Fr� und Genosse giedt 60 M. als Darled. Dringende Roth. Prompte Zurst» zahlung. Adr. u. B. 206 in d. Exp-�Ii Arbeitslnarkt. Tüchtige Anschläger verl. SchlÄ"m Schul?. 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Jefii*'®«bteu beiden Dezennien zeichnen sich vorzugsweise durch &UfJ'r°™mPfe zwischen Kapital und Arbeit aus. In den�jn- liktirI 5?rn des europäischen Festlandes hatten sich die sozio- bsitlär"«� een verhältnißmäßig rasch Bahn gebrochen. Die Ar- tieiwS'l begriff, baß die Beschränkung des Kampfes auf das bot ��nfttiche©ebict allein sie nicht zum Ziele führen konnte. Revier aucin sie mcyr zum Ziere fuyrcn ronnle, b,e Theilnahme am politischen Leben für sie eme Nothwen- gleit und die Eroberung der politischen Macht die� unerläßliche Ädingung zu ihrer Bfonomif' in Deutschland sehen W>>MM_.~ «■■•p�aiteira auftreten, die unabhängig von allen �bisherigen �mWßänbiomit' �" l>g zu ihrer ökonomischen Befreiung sei. Ueberall und �....... ivir neben den Fachorganisationen .....i�mig zu iyrer okonom' «sonders in Deutschland sehen S...»».«.«-- i» Äf'it'SimÄ iDlltrnn-�- r— «ii?n sUr u Klassengenossen. Außer einigen imehr oder weniger Arii-n �ten Streiks hören wir wenig von einer eigentlichen sck� Bewegung. Woher diese auffallende und befremdende Er- Schlag'n oinem ökonomisch so weit entwickelten Lande, wo die «>�?.°ung der Klaffen eine fast vollendete Thatsache war, als die (tJt» silrib auf dem Kontinent noch in den.Kinderschuhen mJ6• War doch England, außer der vorzugsweise politischen, Üo Chartistenbcwcgung, der Schauplatz eines mehr als ��!�Sen, erbitterten Kampfes zwischen Arbeit und Kapital bfr nun diese Apathie und Verständnißlosigkcit gegenüber modernen Arbeiterbewegung! StcA*? en bic bürgerlichen Harmonieapostel schließlich doch noch M behalten? w.""m bekannt, vollzog sich fast gleichzeitig mit der französischen ob??!' Ende des vorigen Jahrhunderts, eine unblutige, (u,.. Ebenso tief einschneidende Umwälzung auf dem industriellen dum burch Anwendung der Dnmpfkrast in dem Pro- �.Musprozeß. Obgleich räumlich getrennt und äußerlich so „.»t 6; fonl? ben verlaufend, stehen beide Revolutionen in innigem Zu- .�Mieiihnng und gegenseitiger Wechselwirkung. Nicht nur hatten n' ßroßcn Theoretiker und Vorläufer der französischen Revolution »I iLl �becn in dem ökonomisch und politisch vorgeschrittenen Eng- \il inj.. geschöpft, die gleichzeitige rasche Entfaltung der Groß- empf�. gab der Herrschaft der Bourgeoisie, die sich nun auch niuh�(J, dem Festlande vollzog, den nöthigen Rückhalt, um alle u' rQlPv.!»» m..*i..*.. o rv... v � r: 2..... a___ ar„ v-____ Itite t{|? Neaktionsgelüste des Feudalismus zu vereiteln. Anderer j. 3 wirkte die allseitige Verbreitung und Annahme der neuen -".»Mischen Theorien mächtig fördernd auf die Entwickelung des »betriebs in England. ü War doch auch Freiherr von Stein, der„Regenerator Wens", ein Anhänger von Adam Sinith, dem Apostel der iwjmenden Bourgeoisie. Wit der Einführung der Dampfmaschine wurde das z,?i die Entwickelung der Manufaktur schon arg gestörte ..% gewicht zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vollends �Wen des ersteren verschoben. Indem die Maschine die �?ll>on mehr und mehr von der Geschicklichkeit dcS einzelnen »lid k unabhängig machte, zertrümmerte sie dessen Individualität j«,».dau.it seine Widerstandskraft, die er nur wiedererlangen falle o00 ex f'c uuch wirklich wiederfand, in der Gcsammtheit �Klasse. dir n.i> vergeblichen verzweifelten Versuchen, durch Zerstörung jg-�wschiuen den Produktionsbetrieb ivieder in die früheren W � zurückzulcnkcn, verfiel die Arbeiterklasse ganz von selbst n id°Wİllein richtigen Ausweg, den der Organisation. In kal.\| Folge entstanden Fachgenossenschaftcn, die heutigen Trades die sich über das ganze Land ausbreiteten. Aber so leicht Titf! es dem Arbeiter nicht gemacht werden. Die Bourgeoisie, 'Üd/a■ darüber, daß ihre ungezügelte Ausbeutungssucht einen biit, chen Widerstand fand, suchte die Arbeiterorganisationen tzz Mitteln zu erschweren und zu unterdrücken. hj M bekannt, welch' langer Kampf sich...... entspann, der, j Klassenkämpfe mit ungemeiner Erbitterung geführt, 6;. fU") mit dem Triumph der Arbeiter endete. War der k;.1 schon durch die erste Konzession der Bourgeoisie, die Ab- Uitf&Ö.tet Koalitionsgesetze 1824 im Prinzip entschieden, so ls« zu»n .rortzA &am .o'm f, ri ;n. traß- i lamd' m#' 823» .ten tag st-?' tchc�, KZ str. 66. iluswa V/ti'.l P __ü2 eeit.Sftj ilierfgj � ee?!c-* iiagt' E�oiiä v �-»keihung der Korporationsrechte i�n 69."'d 71 ihn vollends Rioncn' � e. bedeutete die gesetzliche Anerken.iui -im und vamit einen Sieg der arbeitenden'Kläffe, welcher cw'Il V'ii' 1 vTlSv»» wivy w»»-----, h-ä) hJ i Ende und die Bewegung zum Stillstand brachte. -n langen und heftigen Kämpfen war das Verlangen nach % m beiden Seiten ei» sehr natürliches. Die Arbeiter hatten --llieir» �,. durch Verstärkung und Ausbau möglichst große i» zjx-.°-"'s ihren.........ehr gesetzlich gesicherten Verbindungen bot ber c>■ bind auch die Unternehmer hatten herausgefunden, Ifyixfc.Ml-wde, wenn mich durch einige Konzessionen erkauft, itonh jf) für sie am vortheilhaftesien war. Ein anderer Um- .pitm. ist eS, der dem Friedensschluß zwischen Arbeit und 'u«'.gfand eine längere Dauer verlieh, als nach dem L-setzten Jutcresse beider anzunehmen war. 9Fsbe�»»u-»arbcit, eS mar so zu sage» eine unbewußte Reflex- � �---'X-rO fT\Ä»,v« IMAVOtT BfiÄlllÄ � V*' ,V1,V 0" ,"U..... .'iti'!e O-fl-" den Druck des Kapitals. Denn noch waren die {-"Iben nrü iapitalistischcn Produktionsweise nicht erkannt, sie ..-"stnö unabänderlich Gegebenes hingenommen. Und die Erzielung besserer % »°h..e k;1 e f'ch der ganze Kampf auf v.e uuz - nur durch festen Zusammenschluß in Fachorganisa- wurden, und»». deren An- Z" .»>«« KSS und sefigehalten schließlich alles drehte. aber noch eine andere Die Einführung der Folge. Sie verschärfte thcilte auch die ben Klassenunterschied überhaupt, sie thcilte auch die Jsute uns'- ,I1 sogenannte qualifizirte und..»q.ialifizirte, in ge- >> Üeren x ungelernte Arbeiter mit der steten Tendenz, die uur.t'.Wnv-ifunin von Krauen und siinder» zu vcr- s ungelernte Arbeiter mit der steten t,;vien Einreibung von Frauen und siinder» zu ver Mi, sä �..e immer die Führung in. Kampf de... Stärkere» zu- f lselb.,, A. hier. Die qualifizirte» Arbeiter wurden die Träger r�!e waren es, die die ersten und stärksten Organi- l-toti„»Jchs'fcn.inb sie waren es auch naturgemäß, die die «i,.besten Früchte des endlich errungenen Sieges ein- Ui k'-'-ften r f bamit erwachte ihr Egoismus. Sie sahen und 3 st. jJj'b» daß sie eine bevorzugte S.ellung sich errungen und f fttober„{"'5 bevorzugte Stellung uur durch Niederhaltung ihrer ScbloPI n�Uiioo-H-"'Arbeitsgenossen bewahren konnten. Diese Be- . iä-rst unklar und versteckt, treten immer bestimmter her- l8<«>ifftf'''e in l-hie- Zeit zur offenen Feindschaft gegen die p. A.>, �"»versuche der ungelernten Arbeiter sich steigern. i toeik f beutlichste.. trat diese Feindschaft bei dem vorjährigen Sjr'11 ,ber Gummi Elasticnui- und Gutta Percha-Fabrik . �--to.vn zu Tage. Der Streik war gewonnen, so- 'bgoh- große Union der vereinigten Maschinenbauer ' daß die i» den obigen~'' Werken beschäftigte» Maschinisten daran theilnahme... Trotz aller Bitten und Vor stellnnge» versagte der Vorstand seine Einwilligung und die Folge war, daß nach dreimonatlichen, unglaublichen Entbehrungen die streikenden Männer und Frauen zu Kreuze kriechen mußten. Eine solche, vom Arbeiterstandpiinkte ans völlig unbegreifliche Handlnngs- weise ist nur erklärlich durch einen vielleicht nicht einmal klar bewußten Gedankengang, der auch den Schlüssel gießt zu dem ganzen Verhalten der Trades Unions in letzter Zeit. Die Engineers sagten sich: Wir haben, wie überhaupt, so auch in Silvertow», gute Löhne. Das ist aber nur möglich so lange, als die andere», die ungelernten Arbeiter schlechtere Löhne bezichen. Es ist also gegen unser Interesse, de.» Streik beizu- treten, wie es überhaupt gegen unser Interesse ist, den Organi- sations-Bestrebungen der unter uns stehende» Arbeiterschichten beizustehen. Ohne Zweifel ist das eine selbstsüchtige, ja brutale Eolgerung, aber jedenfalls folgerichtig bei Leuten, die aus de». oden der heutigen Gesellschaft stehen und diese Gescllschastsform für unabänderlich halten. Sie ziehen nur die Konsequenzen aus den unerbittlichen Vernichtungskrieg Aller gegen Alle. Der rasche Erfolg der Sozialdemokraten in Deutschland ist vielfach de». Umstände zuzuschreiben, daß die sogenannten qualifizirte.. Arbeiter sich noch keiner exccptionellen Stellung zu erfreuen und folglich auch noch keine zu vertheidigen hatten. Vor dem Rückfall in die engherzige Anschauungsweise ihrer englischen Kollegen aber be- wahrt sie die richtige Beurtheilung der bestehenden Gesellschaft und die gleiche Erkenntniß wird sie auch vor allen utopistischen Lockungen bewahren, kommen dieselben von rechts oder von links, die nach Ablauf des Ausnahmegesetzes...ehr als je zu er- warten sind. ES zeigt sich hier einmal so recht der Werth einer richtigen theoretischen Erkenntniß und wie oberflächlich die Ansicht ist, daß die soz.-dem. Arbeiterpartei Deutschlands auch ohne Karl Marx das geworden, was sie heute ist; eine Ansicht, der...an hier und da selbst noch in unseren Reihen begegnet. Ganz einverstanden— wenn eben ein Anderer uns die innersten Bor- gänge der kapitalistischen Produktionsweise aufgedeckt und klar- gelegt hätte. Gerade wie dem englischen Arbeiter diese theoretische Er- kenntniß bis dato fehlte, gingen seine Forderungen nie über einige Lohnerhöhungen hinaus, siel es ihm nicht ein, politisch selbstständig vorzugehen, sonder» begnügte er sich, hinter der liberalen Partei herzutrotten; wendet er sich endlich in gänzlicher Verkennung seines Klasseninteresscs gegen die unter ihm stehen- den Glaubensgenossen und bildet damit die kräftigste Schutzwehr für den natürliche» Feind seiner Klasse, den Kapitalisten. Die kluge englische Bourgeoisie aber erkannte rasch den un- geheueren Aortheil, den dieser Antagonisn.nS für sie hatte und den sie nach Kräften zu befördern strebt. Was liegt ihr daran, wenn sie einige Hunderttausend'Arbeiter besser bezahlen muß und dafür Millionen um so schamloser und ungestörter ausbeuten kann. Man liebt es, aus die hohen Löhne in England hinzuweisen. Ja, dieselben sind verhältnißmäßig gut, aber doch nur für den kleinsten Theil der Arbeiter. Ich glaube nicht, daß irgendwo schmachvollere Löhne ausbezahlt werden, wenn man die geringere Kaufkraft des Geldes mit in Betracht zieht. Die vom Hior.so of Lords vor anderthalb Jahren eingesetzte Kommission zur Untersuchung des sogenannten Schwitzsystems(sweating system) hat die früheren unglaulich«. Dinge nur bestätigt, die noch jede diesbezügliche Untersuchung nn's Tageslicht brachte. Es gießt eine ganze Reihe von Mädchen, Frauen nnd sogar Männer, die bei 12, 14 und löstündiger Arbeitszeit nur 6, 7 und 8 Sh. pro Woche verdienen! Bei so billigen. Maschinenfutter kann die Bourgeoisie sich schon den Luxus erlauben, eine», kleineren Theil bessere Löhne zu zahlen, zumal dieser Theil ihr die besten Hand langerdienste leistet. Was Wunder, wenn die früher so grimmig befehdeten Trades-UnionS Gnade gefunden, wenn sie als das kleinere ließet mit in den Kauf genommen und schließlich noch gar als ein Segen für die menschliche Gesellschaft hingestellt werden. Einen sehr interessanten Einblick in die heutige Stimmung der englischen'Arbeitgeber gewährt der Bericht einer Kommission, die nach den großen Lohnbewegungen in Deutschland von einigen Unternehmer-Verbänden nach England geschickt wurde,„um die Arbeiterverhältnisse daselbst aus eigener'Anschauung kennen zu lernen." Dieser Bericht ist..... so lehrreicher, als er nicht für das große Publikum, sondern nur zur Information für die be- treffenden Großindustriellen bestimmt war und darum offen und ungeschminkt die empfangenen Eindrücke wiedcrgiebt. Nur durch Zufall gelangte er in die Hände des„Berliner Volksblattes", welches ihn theilweise veröffentlichte, leider aber durch gerichtlichen Einspruch gezwungen wurde, die Fortsetzung einzustellen. Der Bericht ist ... Form von Briefen(was seine Frische nur erhöht) abgefaßt, und in jede.» Briefe weist die Kommission immer wieder darauf hin, wie zufrieden'Arbeitgeber und Arbeit- nehn.er mit den jetzigen Zuständen sind. Im dritten Briese resumirt sie endlich wie folgt: In zwei Punkten freilich können wir uns daS Gehörte kurz usammenfasse»: erstens wurde ausnahmslos die Wirksamkeit der Trades-Unions und die Art und Weise, in welcher.»...».ehr die Streitigkeiten zwischen Arbeiter., und Arbeitgebern auf de». Wege der gegenseitigen Verhandlungen bezw. durch Schiedsrichter bei- gelegt.verde», von beide» Seiten als befriedigend und zuträglich betrachtet. Zweitens wurde uns von den Vertreter» der Arbeiter übereinstimmend und anscheinend ans innerster Ileberzeugung die Versicherung gegeben, daß ihre Bestrebungen sich nicht gegen die Arbeitgeber bezw. das Kapital richten. Mm. wolle nur de», dem Arbeiter zukommenden'Antheil am Gewinn haben, im llebrigcn 'ei man von der Gegenseitigkeit der Interessen voll überzeigt. Nnd so sicher fühlen bic Herren Arbeitgeber sich, daß sie auf die Fragen der Kommission, ob nicht auch in England das Vordringen der Sozialdemokratie zu befürchten sei, diesen Gedanke» fast mit Hohn zurückweisen, augenscheinlich sich auf die „segensreiche" Thätigkeit der Trades-Unions auch in dieser Hin- ficht verlassend. Sogar der„schreckliche" Burns erregt keine Furcht. Er ist„ein Man», dessen Trachten lediglich auf die Er- reichung einer Position gerichtet sei". Er werde unzweifelhaft demnächst ii.'S Parlament gewählt, aber„allmälig nach rechts gehen, ivic es bereits Mancher vor ih». gethan habe, und so suche», zu einer Stellung zu gelangen". DaS Verhalten der bisherigen Führer und parlamentarischen Vertreter der Arbeiter gießt der englischen Bourgeoisie leider ein Stecht zu diesem zynischen Nrtheil. Allerdings dürfte sie sich gerade bei Burns gewaltig täuschen, wie überhaupt bei der Beurtheilung der neueslen Arbeiterbewegung, und ihr Erwachen wird..... so unangenehmer werden, je...ehr sie sich in Sicherheit einwiegt. Wie in der Natur, so gießt es auch keinen Stillstand... der Entwickelung der menschlichen Gesellschaft. Langsam, unmerklich, den Meisten.».gewußt, vollziehen sich in ihre... Schöße Veränderungen, die dann plötzlich, ungeahnt als vollendete Thatsache zn Tage trete». Das Jahr 1881 ist ein Wendepunkt in der Arbeiterbewegung Englands. Zwei Ereignisse...arkiren diese Wendung: Das Erscheinen einer billigen Volksausgabe von„Reichthun, und Armuth" und die Gründung der„Demotratischen Föderation". Die...ige- L heitre Verbreitung des Buches von Henry George', das große Aufsehen und die vielen Erörterungen, die es in allen Arbeiter- kreisen hervorrief, zeigten an, daß die Gemüther zur Ausnahme neuer ökonomischer Ideen vorbereitet waren. Es warf vor allem die absurde malthusianische Theorie, die fast wie ein Dogma an- gesehen wurde, vollständig über den Haufen und machte,.vahr- scheinlich gegen den Willen des Verfassers, die Geister für die sozialdemokratischen Lehren empfänglich, die bald ihren Einzug halten sollten. Die„Demokratische Föderation", ob nur von fort- geschrittenen bürgerlichen Elementen gegründet, deutet schon durch Aufnahme der„Nationalisirung des Grund und Bodens" in ihr Programm die Richtung an, der sie zustrebte. Bereits 1883 war die Klärung in ihren Reihen so weit ge- diehen, daß sie sich offen„Sozialdemokratische Föderation" nannte. Unter diese... Titel besteht sie bis heute. Sie gründete in allen Theilen Londons und den meiste., großen Städten Englands Zweigvereine; gießt eine wöchentlich erscheinende Zeitung„Justice" heraus; hält besonders an Sonntagen zahlreiche Versammlungen ab und hat trotz mancher, besonders in letzter Zeit, begangener Fehler wohl am meisten zur Verbreitung und Verständniß des Sozialismus unter den hiesigen Arbeitern beigetragen. Von der Föderation zweigte sich bald die„Sozialist League" ab. Unter der Führung des begabten Dichters William Morris Anfangs zu großen Hoffnungen berechtigend, trieb diese Organi- sation bald ins anarchistische Fahrwasser, ohne jedoch bis jetzt den Muth zu finde», sich offen als Anarchisten hinzustellen. Wie alle Halb- und Zwitterbildungen verlor sie rasch jeden Einfluß und kann als Faktor in der Arbeiterbewegung heute kau», mehr in Betracht kommen. Eine dritte sozialistische Körperschaft ist die„Fabian Society". Wesentlich miS bürgerlichen Elementen zusammengesetzt, die durch Studium und ideale Veranlagung dem Sozialismus mehr oder weniger zuneigen, leistet die Vereinigung von„Offizieren ohne Soldaten" ausgezeichnete Dienste durch Herausgabe von populären Schriften und Veranstaltung von Vorträgen in den Arbciterklubs.. Leider stehen die Meisten nicht auf dem Klassenstandpunkt. Sie gleichen darin den Nationalisten in Amerika, welche noch dem längst als Utopie erkannten Glauben anhängen, die bürgerliche Gesellschaft durch Ueberreduug und g.ttes Beispiel in das gelobte Land des Ko».n.u..isi..us hinüberführen zu können. Gleichwohl war und ist die„Fabian Society" von große». Werth in de... Stadium, das der Sozialismus hier augenblicklich durchschreitet. Sie hilft die Wege ebnen für eine zukünftige, wohl nicht mehr allzu ferne sozialdemokratische Arbeiterpartei Englands, und da-. mit dürfte allerdings auch ihre Aufgabe vollständig erfüllt sein. Das kleine Häuflein der Christlich- Sozialen darf bei Aufzählung derjenigen Organisationen, welche die Bausteine zur künftigen Partei herbei tragen, nicht übergangen werden. Man verwechsle sie jedoch nicht mit den kontinentalen Mißgeburten gleichen Namens. Sic stehen großentheilS vollkommen und ohne Rücksicht auf dem sozialdemokratischen Boden; grundsätzlich viel- leicht mehr, als...anche der dem Atheismus huldigenden„Fabier". Der Einfluß der Chrilich-Sozialen auf die Arbeiterbewegung ist jedoch sehr gering, wie denn überhaupt der Einfluß der Geist- lichkcit auf die Politik im„frommen" England fast Stull ist. Mehr Bedeutung soll diese Richtung aus die Universität haben, be- sonders auf die in Oxford. Endlich bestehen noch verschiedene keiner besonderen Orgvni- sation ungehörigen sozialistischen Vereine. Darunter ist uament- eine Abzweigung der„Socialist League", die jetzt selbstständige „Bloomsbury Socialist Society" hervorzuheben. Von diesem rührigen Verein ging die erste Anregung zu der Achtstunden- Demonstration am 4. Mai aus und ihm und der Gasarbciter- Union ist der glänzende Verlauf dieser denkwürdigen Kundgebung .vesentlich zu verdanke». M o muumoles. Ktadtuerordnoten Urvsammlnug. Sitzung vom Donnerstag, den 4. September. Die erste Sitzung»ach den Ferien wurde vom Vorsteher um 50/4 Uhr mit geschäftlichen Mitthcilungcn eröffnet. Von den Ab- theilungcn sind zwei Ausschüsse gewählt worden. Eine Petition von 1707„ehrbaren Frauen und Jungfrauen" ist eingelaufen, welche über die Borgänge bei... Schützenfest Klage führt. Stach Eintritt in die Tagesordnung werden einige Naturali- sations- und PeusionirungSgesuche geschäftsordnungsmäßig erledigt. Die Erwerbung der zn». Bau der Paulstraßen-Brücke er- forderlichen Flächen wird genehmigt. Tie Einsetzung einer gemischten Kommission als VolkzählunaS- Kommission wird beschlossen. Gewühlt werden die Stadtvv.B a.. k e, Friede.» an», Grabö, Kalisch, Loewel, Mießner, Sachs und Singer. Die Vorlage, betreffend die Sicherung der hiesigen Einwohner- schast vor de». Genüsse von Fleisch aus der siskalischen Abdeckerei, wird auf Antrag des Etadtv. Kaiisch der zu diesem Zweck nieder- gesetzten gemischte» Deputation überwiesen. Die Zahlung eines PatronarSbeitrages der Stadt Berlin zu den Roste., des Umbaues des tochiilgcbm.bes in Eiche wird beschlossen. Der Verkauf einer hinter dem Kruggrnndstück in Schencken- dorf belegene» Ackcrparzelle wird beschlossen, ebenso die Erwerbung des von den Grundstücke» Königstr. 1—5 zur Straße abgetretenen Terrains. Der Magistrat schlägt vor, eine gemischte Deputation ein- zusetzen, welche die Mittel des ThurmbesteigungSsonds(zirka 15 000 M.) zur Ausschmückung der Festräume deS RathhanseS verwende., soll. - �• v V«vWCV.V VVIlllV« Ctadtv. Singer ist zunächst prinzipiell damit nicht einver- standen, daß die Versammlung einer gemischten Deputation die Verwendung von Geldern überläßt. Es entspricht dem Geld- bewiltigungsrecht der Versammlung prinzipiell besser, wenn sie sich daS Bestimmungsrecht im einzelnen Falle vorbehält. Daun sind die Mittel, die zur weiteren Ausschmückung der Festräume des Rathhauses verwandt werden sollen, auf anderen, sehr nahe liegende» Gebieten weit besser zu verwenden. Redner erklärt, den Festen, welche die Stadt Berlin seit einiger Zeit zu geben gewohnt ist, gegenüber zu stehe». Gerade die Erfahrungen des letzten Festes, das de», medizinischen Kongreß im Rathhause gegeben worden sei, ließen den Moment sehr unglücklich gewählt erscheine», indem der Magistrat mit der Vorlage komme. Die Festräume seien sehr angenehm und gut ausgestattet, und neue Ausschmückungen würden de... Andränge, der bei solchen Festen herrsche, nicht viel Widerstand leisten könne». Redner will die Urtheile, die gerade über das letzte Fest in der-Bürger- schaft laut ge.vorden seien, nicht.... Einzelnen wiedergeben. Im Allgemeine., aber hatte» weite Kreise den Eindruck gehabt, als ob die Weilen deS Schntzensestes in den Rathhaussaat ge- schlagen seien, so daß das Fest den Namen eines medizinischen Schüyenfestes verdient hätte.(Unruhe.) Staotv. Dr. L a n g e r h a n s giebt zu, daß auf dein letzten Fest Einzelheiten vorgekommen seien, die nicht gefallen hätten. Aber deshalb dürfe man doch nicht das ganze Fest verdammen. Der Stadtv. Singer habe Beschwerde geführt, daß der Rathhaus- saal nicht auch den Schützen überlassen worden sei; der medizinische Kongreß habe doch aber eine viel höhere Bedeutung gehabt. Stadtv. Singer begreift nicht, wie der Stadtv. Langerhans seine Worte so hätte niißverstehen können. Es sei ihm gar nicht eingefallen, für die Schützenbrüder zu plädiren; im Gegentheil. Er habe nur gesagt, daß der Rathhaussaal gemißbraucht worden sei durch die Art und Weise, wie das letzte Fest gefeiert worden sei.(Unruhe.) Das ist die Meinung der Bürgerschaft. Er könne sofort 10 Kollegen aus der Versammlung nennen, welche derselben Ansicht ihm gegenüber Ausdruck gegeben hätten. Die Debatte wird geschlossen. Der Antrag des Magistrats wird mit dem Ainendement des Stadtv. Vortmann genehmigt. Eine Reihe weilerer, unwesentlicher Magistratsanträge wird debattelos genehmigt. Die Umfriediguna der bei dem Hospital und Siechenhaus an der Prenzlauer Allee belegenen Restparzellen wird beschlossen und dem Hospital zur vorläufigen Benutzung überwiesen. Einige Rechnungen gehen an den Rechnungsausschuß. Damit ist die Tagesordnung erschöpft, Schluß 7V4 Uhr. Es folgt eine nicht öffentliche Sitzung. Die Urrschiedrnnrtigkeit der elektrischen Mirknngen tst anscheinend viel größer, als man bisher angenommen hat; je zahlreicher die Versuche sind, die mit elektrischer Kraftübertragung gemacht werden, desto überraschender werden die Resultate. Schon von Berliner Naturforschern, so auch von Siemens, war auf die bedeutsame Wirkung hingewiesen worden, welche das elek- trische Licht ans Pflanzen ausüben kann; als ein sprechendes Beispiel hierfür wurden die alten Linden auf dem Potsdamer Platz bezeichnet, die an der Seite, rvo sie Abends elektrisch be- leuchtet sind, eine reichere Lanbentwickclung zeigen, als an der entgegengesetzten Seite. Neuerdings sind diese Versuche fortgesetzt worden, und zwar in England, wo, wie das von den sehr prak- tischen Engländern auch gar nicht anders zu erwarten ist, die Probe auf das Siemenö'sche Exempel gemacht wurde, durch An- Wendung elektrischer Beleuchtung im Gartenbau. Eine An- zahl von Blumen und Gemüsen wurden an einen Ort gebracht, wo sie Tag und Nacht von den Strahlen mächtiger elektrischer Lampen getroffen wurden und ihr Wachslhum wurde verglichen mit dem Wachsthum anderer derselben Arten, die zu gleicher Zeit und unter gleichen Bedingungen gepflanzt wurden, nur daß hier das Licht einen Unterschieo machte. Die erste und am meisten in die Augen fallende Wirkung einer solchen Behandlung war, wie die amtlichen Berichte der englischen botanischen Institute ergeben, von denen die Versuche unternommen wurden, eine enorme Steigerung der Ge- sch windigkeit des Wachsthums, die elektrisch be- leuchteten Pflanzen schienen Tag und Nacht zu arbeiten und be- sondere lleppigkeit in der Blätterentwickelnng zu zeigen. Die Gemüse schössen auf mit großer Schnelligkeit, Erbsen wurden zum Beispiel in wenig Wochen zwei oder drei Mal so hoch als die unter gewöhnlichem Tageslicht lebenden und das Nämliche ist bei den andern Pflanzen der Fall. Bezüglich des Samen s und der F r ü ch t e verhielt sich die Sache aber durchaus verschiede». Hier standen die Pflanzen, welche langsam und bei Tageslicht gewachsen waren, obenan. Allerdings trugen die bei elektrischem Licht gewachsenen Erbsen weit schneller als die anderen, aber die schnell entwickellen Schoten hatten nur wenige Erbsen, oft nur eine und auch diese nur von geringer Qualität. In jedem Falle scheinen die auf die Fort- Pflanzung bezüglichen Kräfte der Pflanze sehr stark b e e i n- t r ä ch t i g t zu werde», als Opfer für den üppigeren Blattwuchs und für die Schnelligkeit des Wachsthums. Ungleich bedeutsamer aber als auf dem Gebiete der Pflanzen- richtung beginnt der elekttische Strom für die Heilkunde zu werde». Zahlreiche Arten der Verwendung elekrrischer Kraft zu Heilzwecken sind bereits bekannt und fortwährend bemühen sich die Aerzte, den elektrischen Strom auch noch anderiocit dienstbar zu machen. Neuerdings hat ein Arzt, Dr. A b 0 a t h, sich die elektrische Behandlung von G e s ch w ü l st e n zum Spezialstudium erwählt und zahlreiche Heilungen selbst in solchen Fällen erzielt, wo Medizin und Chirurgie machtlos waren. Von den zahlreichen Krankheitsfällen, die Dr. A. elektrisch behandelte, möge hier nur einer geschildert werden. Ein Matrose, der ein Krebsgeschwür im Gesicht hatte, das sich vom Ohr bis zum Nasenbein erstreckte, kam in die Klinik des Dr. A. Der 00 Jahr alte Patient war der Sohn einer Frau, die selbst im Alter von 65 Jahren am Krebse gestorben war. Tie Krankheit wurde, nachdem man vcr- geblich Operationen mit dein Messer versucht hatte, in kurzer Zeit durch Anwendung elektrischer Behandlung geheilt, so daß der Matrose wieder seiner gewöhnlichen Beschäftigung nachgeht. Dr. A. schreibt die Wirkung der Behandlung dem Umstände zu, daß der elektrische Strom auf den Grund des Zcllengcwebes eindringt und so auf die Gesammtheit der Zellen des erkrankten Theiles, die daS Messer niemals erreiche» kann, einwirkt. Ferner sind auch jene Uebertragungcn bei Anwendung des Messers nicht zu vermeiden, die später Blutzersctzunge» zur Folge haben, an denen die Kranken zu Grunde gehen, selbst wenn die Operation glücklich von ihnen überstanden wird. Bei der elektrischen Be- Handlung ist die Gefahr der Blutvergistuna ausgeschlossen. Die elektrische Behandlung kranker Geschwülste wird voraus- sichtlich in nächster Zeit einen größeren Umfang annehmen als bisher. Hei der Kehandlnng von Kaloleide» spielen neuer- dings' infolge mannigfaltiger Verbesserungen die schon früher ein- mal gebräuchlich gewesenen, dann aber wegen der ihnen damals anhaftenden Mängel zurückgestellten Einathmungsapparate eine große Rolle. Mit den gegenwärtigen Hilfsmitteln der Technik vermag man die Luft, die ein Kranker einathme» soll, beliebig stark zu erwärmen oder abzukühlen, feucht oder trocken zu halten, ihr allerhand Arzneimittel zuzusetzen u. s. w. Badeorte, wie Ems und Reichenhall, die stark von Halsleidenden aufgesucht werden, haben deshalb vor Jahresfrist besondere niit den neuesten der- artigen Apparaten ausgestattete Einalhmungskabinette eingerichtet. Leider sind diese Anstalten wegen der mit einer Badereise ver- knüpften Kosten nur Bemittelten zugänglich. Um die Fortschritte in der Technik der Einathmungsvorrichtungen auch Unbe- mittelten zugänglich zu machen, sind in der Klinik Karlslr. 32 einige derartige'Apparate neu angeschafft und stehen daselbst in der unentgeltlichen Sprechstunde für Ohren-, Nasen- und Kehl- kopskranke(wochentäglich früh von 8—9 Uhr) kostenfrei zur Be- nntzung von Halsleidcndc». Zleber Znfiilliizkeitrn i« der Geschichte itv Erfindungen bringt die„Zentral-Zeitung für Optik und Mechanik" eine kleine, sehr interessante Zusammenstellung; Gutenberg sah den Abdruck eines Pserdchufcs auf der staubigen Straße und be- glückte die Menschheit mit der Buchdruckerkunst. Newton be- obachtete den Fall eines Apfels und entdeckte darauf die Gesetze der Schwerkraft. Böttcher welcher versuchte, eine Erdmischung zur Herstellung von feuerfesten Schmelztieaeln zu gewinnen, erfand das Porzellan. Ein Uhrmacherlehrling hielt ein Uhrglas zwischen Daumenrand und Zeigefinger und war erstaunt über die Größe der benachbarten Kirchthurmspitze— die Fernrohrlinse war er- funden. Ein Nürnberger Glaser ließ beim Gebranch von Sal- petersäure wenige Tropfen auf sein Brillenglas fallen und be- merkte, daß das Glas angegriffen und matt erschien. Er zog daraus mit Firniß Linien auf das Glas und befeuchtete dieses mit Salpetersäure, wobei das angefeuchtete Stück Glas rings um die Kanten des Firnisses angegriffen wurde. Nachdem aber der Firniß entfernt war, bemerkte er, daß die Zeichnung erhaben auf mattem Gninde erschien— die Kunst des Glasätzcns war erfunden. Das geringe Schwanken des Kronleuchters im Dom zu Pisa brachte Galilai zur Entdeckung der Pendel- gesetze, welche Huygens dann praktisch verwandte. Ein armer Musiker, Senefelder, war begierig zu sehen, ob nicht Noten ebenso gut in Stein wie in Kupfer gestochen werden könnten. Als er seinen Stein zubereitet hatte, bat ihn seine Mutter, eine Wasch-Rechnung aufzuschreiben. Da er weder Tinte noch Feder hatte, schrieb er dieselbe mit seiner ätzenden Flüssigkeit auf den Stein, indem er beabsichtigte, sie gelegentlich abzuschreiben. Als er einige Tage nachher den Stein reinigen wollte, verwandte er dazu Salpetersäure und in wenigen Minuten stand die Schrift erhaben auf dem Stein. Natürlich war sein Nächstes, Drucker- schwärze anzuwenden und einen Abdruck zu machen— die Kunst der Lithographie war ins Leben getreten. Todt oder lebendig? Eine verwickelte Geschichte, die noch sehr der Aufklärung bedarf, hat sich jüngst in der städtischen Irrenanstalt zu Dalldorf abgespielt. Dort befand sich feit etwas mehr als Jahresfrist der geisteskranke Eisenhahn-Stationsvor- steher Reinhold Gustav Adolph Senftleben in Pflege. Zum Kurator desselben war der Großdestillateur St. in der Weißen- burgerstraße ernannt worden. Am 8. Juni erhielt der Kurator von Seiten der Direktion der Irrenanstalt die Benachrichtigung, daß sein Mündel gestorben sei und am 12. Juni beerdigt werde. Der Kurator nahm selbst an der Beerdigung theil und überzeugte sich so, daß dieselbe thatsächlich stattgefunden hat. Allerdings hat er es versäumt, sich die Leiche des etwa 50jährigen Mündels anzusehen. Da Letzteres in einer Sterbckasse versichert war, so bedurfte er wegen Erhebung der Versicherungssumme des Todtenscheines. Nach mehrfachen Gesuchen um Zustellung des Todtenscheines wurde ihm derselbe am 25. oder 26. Juni zugesandt. Unterzeichnet war der Todtenschein von dem Anstaltsarzte Dr. Sander. Noch ehe der Kurator die Versicherungssumme erheben konnte, empfing er am 2. Juli zu seinem gewiß berechtigten Erstaunen von der Jrrcnanstalts-Direktion folgende Mittheilung:„Daß der kgl. Eisenbahn-Stationsvorsteher Reinhold Gustav Adolvh Senftleben am 1. Juli er. noch am Leben gewesen und sich in diesseitiger Pflege befunden hat, wird hiermit unter Beidrückung des Amts- siegels bescheinigt. Direktion der Irrenanstalt der Stadt Berlin. gez. Dr. Sander." Dieses Dokument war dem Kurator bisher allmonatlich regelmäßig zugegangen, weil das Mündel eine nionatliche Pension von 121 M. bezog, welche nur auf Grund einer solchen Bescheinigung erhoben werden konnte. Der Kurator hat nun sofort und wiederholt theils telephonisch, theils brieflich um Aufklärung ersucht, ob das Mündel wirklich todt ist, oder aber noch lebt. Statt aller Antwort hat derselbe am 2. August und ebenso am 2. September genau dieselbe Bescheinigung erhalten, daß der längst Begrabene noch lebt, und sich in der Pflege der Irrenanstalt befindet, nur mit dem Unterschiede, daß die Beschei- nigung einmal von„Dr. Sander" und ein anderes Mal von„Dr. Moeli" Namens der Direktion lmterzeichnet war. Unter diese» Umständen erschien dem Kurator weder die Erhebung des Sterbegeldes noch der Pension rathsam, beides ist daher unterblieben. Trotz aller Anfragen wartet Herr St. imnier noch auf definitiven Bescheid. In absehbarer Zeil muß es sich aber zweifellos aufklären, ob der p. Senftleben todt und begraben ist, oder ob er lebt und an seiner Statt und unter falschem Namen ein Anderer dem kühlen Schooße der Erde anvertraut ist. Unser Gewährsmann hat sowohl den Todtenschein wie alle anderen Dokumente selbst eingesehen. Drr Kriuiinitlpolizei sind gestern zwei seit längerer Zeit gesuchte Verbrecher in die Hände gefallen und zwar auf folgende Weise. An der Wohnung des Herrn M. in der Werftstr. 13, wurde um 2 Uhr heftig die Klingel gezogen. Das Dienst- mädchen, welches allein zu Hause war, öffnete vorsichtig nur so weit die Thllre, wie es die vorgelegte Sicherheitskette gestattete, schloß aber sofort wieder zu, als sie von zwei verdächtig aus- sehenden Männern„um eine kleine Gabe" angebettelt wurde. Zu ihrer Verwunderung blieben die Patrone draußen stehen, und bald verrieth dem Mädchen ein verdächtiges Geräusch, daß sie am Schloß sich zu schaffen machten. Sie war hierüber so verblüfft, daß sie erst zur Besinnung kam, als die Burschen die Thür bereits geöffnet hatten und nun die Kette zu sprengen suchten. Nunmehr stürzte das Mädchen nach dem Fenster und schrie auf die Straße hinab:„Hilfe! Diebe! Mörder!" Ihr Ruf blieb nicht ohne Erfolg. Pässanten stürmten in daS Haus, während die gegenüberliegende Wache alarmirt wurde. Die Diebe suchten ans dem Boden Schutz, wo sie jedoch bald entdeckt und nach kurzem Widerstande von den mittlerweile hinzugekommenen Polizisten gesessclt wurden. Gleich auf dem Revier wurden die beiden noch ganz jungen Menschen als gesuchte Verbrecher erkannt. Schon am Vormittag waren sie bettelnd in demselben Hause in einem Seifengeschäft erschienen und abgewiesen, hatten sie sich so drohend benommen, daß der hierdurch eingeschüchterte Inhaber ihnen Geld gab. Gestern Movgrn«1» G Uhr traf der Kchlächtcrgrfelle Kartschat auf einer Fahrt durch die Jungsernhatde, nach Char- lottenburg zu, drei mit Zigeunern besetzte Wagen an. Im Bor- überfahren wurde Bartschat von einem Zigeuner, welcher später als der Vertreter des in Haft befindlichen Zigeunerhauptnianns Petermann festgestellt worden ist und Hans Wadosch heißt, mit den Worten angerufen:„Willst Du Pferd tauschen V" B. gab eine spöttisch ablehnende Antwort und fuhr weiter. Wie amtlich durch einen glaubivürdigen Zeugen ermittelt worden ist, beschlossen die Zigeuner, B. bei seiner etwaigen Rückfahrt zu überfallen und zu tödten. Als dieser nun in der That gegen 1 Uhr Mittags zurückkehrte und auf dem Tegeler Wege die Zigeunerbande be- gegnete, rief ihm Wadosch dieselbe Frage wiederum zu und erhielt wieder dieselbe Antwort. In diesem Augenblick drangen die Zigeuner mit großen Schlächtermessern auf ihn ein und suchten seinen Wagen zu ersteigen. Zufällig kamen mehrere Fabrikarbeiter daher und nahmen für B. Partei, so daß dieser sich auf den Hausbodcn des in der Nähe wohnhaften Schankwirths Lange vor dem ihn verfolgenden Wadosch retten konnte. Aber auch die Ar- bciter konnten der Bande nicht Widerstand leisten, mußten viel- mehr i» einer Fabrik Schutz suchen, von wo aus die Charlotten- burger Polizei telcphonisch benachrichtigt wurde. Als diese er- schien, waren jedoch die Zigeuner entflohen bis auf Wadosch, welcher sich mit dem gestohlenen Fuhrwerk des B. festgefahren hatte. Dieser wurde festgenommen und ist seinem Herrn in den Gewahrsam gefolgt. Uebrv den ichoir erwähnt«» l-ek!age»«werthe»!(»- fall, der sich auf der Stadtbahn bei Station Jannowitz-Brücke zugetragen hat, erhalten wir folgenden amtlichen Bericht: Der Unfall wurde dadurch herbeigeführt, daß der Verunglückte den bereits im Gang befindlichen Zug, trotz des Zurnfens des Bahn- Personals, zurückzubleiben, noch zu besteigen versuchte. Den Thürgriff am letzten 5koupcc des Wagens 2. Klaffe festhaltend und init dem Wagen mitlaufend, bemühte er sich, sich aufs Trittbrett zu schwingen. Hierbei ist er ausgeglitten, rückwärts hingefallen und zwischen dein Wagen 2. Klasse und dem folgenden Wagen 3. Klasse ins Gelcis zu liegen gekommen. Erwiesenermaßen ist hier ein Menschenleben der jetzt leider stark eingerissenen Sitte, die Stadtzüge noch zu besteigen, wenn sie schon in Gang gesetzt sind, zum Opfer gefallen. Mehr als auf das bestehende Verbot, in Bewegung gesetzte Züge zu besteigen, immer von Neuem wieder hinzuweisen, und in llebertretungsfällen Bahnpolizeistrafen zu verhängen, kann seitens der Verwaltung nicht geschehen. Lnftschifier, Fälsche,.- und Keirathsschwindter-. Von einem verunglückten Luftballon wurde am 11. bezw. 12. August berichtet. Derselbe gehörte dem amerikanischen Lustschiffer n, er war in der Gasanstalt zu Weißensee � l 4-A•» v» Ottf+rtreSo h PtTt Jltnö» IT'e (W Ä w# ät .19 Obwohl Kap, tan Phers on,....................»i....-—' ov worden und sollte in gefülltem Zustande nach dem Jim Festplatze in Pankow geleitet werden, von wo 5iap,tan aufsteigen wollte, um sich mittelst Fallschinnes wieder zulassen. Bein, Transport über die Prenzlauer Chaußee S der Ballon jedoch in die Telegraphendrähte und sammen. Man hielt dies damals für ein fatales nunmehr hat sich jedoch herausgestellt, daß Pherson luftiger Patron, aber kein Luftschiffer ist, und daß er dc damals provozirt hat, um dem Fiasko zu entgehen, drohte, wenn er ernstlich die Absicht hatte, aufzusteigen. sei bemerkt, daß„Pherson" ein echt Berliner Kind— jw Gegend der Mulackstraße ist und Lehmann heißt. Den mv J Ballon haben Luftschiffer von Fach untersucht und sestgefim- mit demselben eine Auffahrt überhaupt nicht möglich war, das dazu verwendete Material vollkommen undicht war. Unternehmer Rindel, der säinnitliche Unkosten verauslaa hat einen Schaden von niehr als 800 Mark dadur« � Lehmann scheint den Luftsport überhaupt nur als für seine windigen Geschäfte zu benutzen. verheirathet ist, hat er einem jungen Mädchen ein abgegeben und ihr dafür sämmtliche Ersparnisse. Er schwindelte dem Mädchen vor, er sei Unteroffizier vf Luftschiffer-Abtheilung und werde vom Chef derselben, V Hauptmann Tschudi, besonders protegirt. Als er eines~ mit seiner Braut spazieren ging, trat er mit derselben Laden des Kaufmanns K. in der Linienstraße und bat u Erlaubniß, sich mit Herrn Ringel, Festplatz Pankow, teM � verbinden zu dürfen. Der Geschäftsinhaber erlaubte dw», mann bat um Anschluß, erhielt aber— worauf er rech»- die Antwort, daß Pankow nicht angeschlossen sei. Er gab merkt das Zeiche»„Schluß" und nun spielte er vor den 1 seiner Braut an dein geschlossenen Telephon eine Komoon,� an Raffinement nichts zu wünschen übrig ließ. Er telephonische Unterredung mit Hern, Ringel, indem er M I' ä, als wiederhole er die ihm durch das Telephon zugetwS 4 Worte:„Herr Ringel, kann ich möglichst umgehend die C« für den letzten Aufstieg erhalten?"— Bis wann? fragen-' —„Möglichst umgehend!"—„Soll ich telegraphisch ober erpressen Boten senden?"—„Nein, Herr Ringel, wenn Geld nur morgen früh habe?"—„Was sagen Sie? Sergeamf mann von der Lustschisser-Abtheilung ist draußen? Was w denn?"—„Was, ich soll 30 Mark bezahlen oder 0 Tage"> 7, gehen, weil ich in Zivil ausgegangen bin? Das ist faw• „Sie sagen, Sie wollen das Geld auslegen, weil er bis w 2 nicht ivarten kann? Nein, legen Sie das nicht aus! ,3% w das nicht! Da hilft mir meine Braut, die sich eben i»% Gesellschaft befindet, aus der Klemme und ich gebe es ihm, beim Appell!"— So? Na es ist gut, schicken Sie es# ft früh. Schluß!"— Und die dupirte Braut bezahlte. D®� sich„Kapitän Pherson" einige Tage nicht sehen, angeblich- er einen großen Aufstieg vorbereiten müsse, bis dar», 23. August eine Nohrpostkarte an die Braut gelangte mit sotzr" Inhalt:., „Geehrtes Fräulein! Da ihr Schatz soeben tmj.,i Luftballon hochgefahren ist und dabei verunkglua. J, bleiben sie bitte sollange zu Hause bist Antwort da>1/ wir wissen leider selber nicht was ihm fehlt Im| Arthur's Sschudi, Chefs d. Lustschiffcr Abtheilung... Dieses klassische Deutsch der Nohrpostkarte, welches-.. mann und Chef k. Tschudi verbrochen haben sollte, riefen! Braut doch Bedenken ivach, sie fuhr nach dem Pankower ö;{I'2 hinaus, um sich zu erkundigen und da erfuhr sie denn WJi Bescheerung. Nunmehr ist sofort die Strafanzeige weM hier erwähnten Schwindeleien gegen den windigen„Lustlch erstattet worden. Die Keauffichtignng der irre» Verbrecher brecherischr» Zrre» bildet bekanntlich einen schweren' stand der städtischen Irrenanstalten und die vielfach w.. wordenen Klagen in dieser Beziehung halten die Staats: veranlaßt, zunächst bei der Strafanstalt Moabit eine station einzurichten. In diese sollten Strafgefangene Anstalten der Provinzen Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen, welche in Geisteskrankheit verfallen- ä legt und daselbst einem Beobachtungs- und Heilverfahren J worfen werden. Sobald unheilbare Geisteskrankheit bei, I festgestellt worden, hört die weitere Strafvollstreckung"! J der Jrrenstation der Strafanstalt auf und es tritt— so»-*,,* eigenes Vermögen vorhanden— die öffentliche ArmenpW« sie ein. Diese Einrichtung, wenngleich sie ein theilweilH gegenkommen gegen die Wünsche der Irrenanstalten entha für die Talldorfcr Anstalt eher von Nachtheil, als von' J Denn, so heißt es in einem Berichte der Anstalt, aufchtt« Seite entlastet sie die Anstalt nur von denjenigen blechern, welche während der Strafvollstreckung in eine W' krankheit verfallen waren und deren UnHeilbarkeit noch feststeht. Diese Kranken, welche bis dahin der Talldorst. statt auf Kosten des Justizstskus überwiesen® j bleiben jetzt allerdings m der Jrrenstation der Strafanstalt� übrigen, also diejenigen Strafgefangenen, bei denen umrA Geisteskrankheit von den Aerzten der Jrrenstation festgestem> diejenigen verurthcilten Verbrecher, die erst nach vollstäiw'», büßter Strafe in Geisteskrankheit verfallen sind, endlich b'e L- Klasse der verbrecherischen Irren, also die von der Anklage ü begangenen Verbrechens auf Grund festgestellter GeisteslH... Freigesprochenen, verblieben der Irrenanstalt. Ans der P, Seite hatte aber der Ilmstand, daß nicht bei jeder Stral, eine Jrrenstation eingerichtet wurde, sondern Moabit Provinzen dienen sollte, für die Dalldorfer Anstalt den zur Folge, daß nunmehr die geisteskranken Verbrecher allerg Provinze», wenn ihre UnHeilbarkeit festgestellt war, ihf* behörigkeit oder Landarmeneigenschast aber noch nicht feststand, hier zur Entlassung kamen und nach§ 28 des gesetzes vom 6. Juni 1670 m der Dalldorfer Anstalt vor( Aufnahme finden mußten. Verzögerte sich dann die 11«%. seitens des definitiv verpflichteten'Armenverbandes, so bestW sich nach§ 30, Abs. 8 und dem dazu erlassenen minists,� Tarif der Anspruch auf Kostenerstattung auf eine Mark blieb also hinter den Selbstkosten erheblich zurück. Ei» entj'echlicher Ungliichvfall trug sich gesteh 71/8 Uhr vor dem Hause Friedrichstr. 178 zu. Dafelbst w« etwa 30jährige, im Dienste der Berliner Fenster-Relnigu»g'. von Arnheim, Krausenstr. 40, stehende Arbeiter Spritgett' dem Putzen der großen Spiegelscheiben des in der erstell,.' belegenen Chantant-Thcaters„Deutscher Reichsadler" befif S. hatte zu dem Bchufe seine kleine Leiter auf das©«]lMt stellt und stützte, auf dieser stehend, seinen Fuß auf ci>w � beiden Seiten des Firmenschildes vom Hoflieferanten G.E-� angebrachte, schwere Wappenschild. Dies gab bei einer sichiigen Bewegung des S. plötzlich nach und stürzte% dem Fensterputzer auf das Trottoir hinab. S. blieb 0, Trümmer» des Schildes bewußtlos liegen; der Verunglückt�,. mittelst Drofchke nach der kgl. Klinik geschafft, woselbst 1 ein doppelter Armbruch, ein Beinbruch, eine Schädeljrau>�. innere Äerletzungen konstatirt wurden. Die Frau des.. glückten wurde sofort benachrichtigt. Zum Glück wlü. Trottoir vor dem genannten Hause im Augenblicke des ch jj falles gerade nicht passirt, sonst würden zweifellos Vorübe'-» von dem herabfallenden Schilde beschädigt worden sein. Der in der Frankfurter Allee Wohnhaft«.�'1 Halter E. ließ sich vor einigen Tage» rastren und erU-'�t am Kinn einen geringfügigen Schnitt. Kurze Zeit'> schwoll das Gesicht des C. in ganz erheblicher Weise ms- ein'Arzt gerufen werden mußte. Dieser hat nun Vergiftung festgestellt, an welcher C. schwer leidet. Dem nach ist das Rasirmesser vor dem Gebrauch nicht gehörig!! gewesen. « I ,a:- "Ä Gevirhks-FZeikuttg. h i## r. -tp >ohl m In fast unglaublicher Meise hat ein in der Schönhauser �ee, nahe der Danzigerstraße, ivohnhaster Schlächtermeister «egen das Gesetz, betreffend die Nerfälschung von Nahrungs- ""tleln, verstoßen. Vor Kurzem mar demselben ein Ziehhund verendet. Anstatt nun den Kadaver der Abdeckerei zu übergeben. ueß der Schlächtermeister denselben zu Wurst für seine stunden verarbeiten. Entdeckt wurde diese Verfälschung von Lebens- w'lteln dadurch, daß am letzten Sonntag der Wurstsabrikant seinen Gesellen durchprügelte, wofür dieser sich durch die Anzeige des Vorstehenden bei der Polizei entMdigte. Bei der Unter- suchung soll das Hundefett in dem Müllkasten aufgefunden werden sem. l den, wobei für jeden Fall einer Zuwiderhandlung eine Koii Die iuteressaute Frage, ob in Berlin die Postwagen ent- 0£m 5000o verwirkt sein sollte. Im Jahre Ssgenkommenden Pferdeeisenbahnwagen auszuweichen haben oder i•...... «cht, stand gestern zur Entscheidung der Ferienslrafkammer des Landgerichts I. Der dem Rechtsfall zu Grunde liegende That- bestand ist folgender: Am 7. Januar d. I.. Abends, kreuzte der Pvstillon B., vom Görlitzer Bahnhos herkommend, auf dem vraiiiei, platz mit seinem Wagen das Pferdebahngcleise wenige Schritte vor einem von der Jernsalemer Kirche stertommenden Pferdebahnwagen. Da letzterer nicht sofort Zum Stehen gebracht werden konnte, erfolgte ei» S'lsamnienstoß. Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage gegen den IPPHkü wem m % »ti KWWW« Uebrr die Frage, was man unter..Konkurrenz gefchäft" versteht, hatte kürzlich das Kammergericht zu ent- scheiden. Die Gebr. L. verkauften im Jahre 1881 ihr Konfektionsund Modewaaren- Geschäft an den Kaufmann S. mit der Bedingung, daß bis 1. April 1891 die Geschäftsräume dem Käufer miethweise überlassen bleiben und die Verkäufer während dieser Zeit weder in den ihnen bereits gehörigen,»och etiva in der- selben Straße in von ihnen zu erwerbenden Geschäftshäusern ein mit gleichen Artikeln Handel treibendes Geschäft aufnehmen wür- ......"'....... Konventional- _. 1887 ver- mictheten die Verkäufer aber in einem zweiten Hause in der- selben Straße an einen Kaufmann G., welcher ein Wüsche- und Herrenartikel-Geschäft einrichtete, jedoch auch Modewaaren führte, einen Laden. Nachdem die Gebrüder L. dem G. die Führung letzterer Artikel erfolglos untersagt hatten, erhob S. gegen dieselben Klage, mit dem Antrage, dieselben zu ver- urtheilen und zu bewirken, daß G. sich fernerhin des Verkaufs fraglicher Artikel enthalte. Nachdem das Gericht diesen? Antrage stattgegeben, gelang es den Gebr. L., die Räumung des betreffenden Ladens durch G. zu erwirken. Trotze dein hielt S. die stipulirte Konventionalstrafe in einem Falle für verwirkt, klagte dieselbe vorläufig nur zu einem Theile ein und die 1. Zivilkammer des Landgerichts verurtheilte auch die Be- Q]< t, v'*»Mf WV.M.W V v>*-*/«w« v• '.jU,Dcich cn hätten, die Pserdcbahmvagen nicht gehörten, weil Mi.!* auszuweichen überhaupt außer Stande wären. Ter Ver- Rechtsanwalt Galland, führte dagegen aus, daß, wenn f ahuwagen von jener Verpflichtung hätten ausgenommen un c'vblen, dies auch ausdrücklich hervorgehoben Ivorden Ivärc, m jo uichr, als das Sttaßenpolizei- Reglement die spätere Ver- """g sei. Im Sinne dieses Reglements seien alle Wagen, 1,1 che durch Zugthiere beivegt»verde», Fuhrivcrke, und als solche !, fluch die Pferdebahmvagen zwar nicht zun» Ausiveichen, aber L"«ichalten nach Maßgabe des§ 2G cit. den Postwagen gegen, er verpflichtet. Ter Gerichtshof verivarf die Berufung der Schots an>v altschaft, indem er sich den Slusführungen des Ver- -Fulgers anschloß, jedoch auch hervorhob, daß der§ 26 cit. " veränderten Verkehrsverhältnissen und Bedürfnissen nicht mehr "chpreche. S.. Mn»«» ist Kpnudn,» eittstandei»? Diese Frage läßt sich 'cht genau beantivorten. Am Ende des 12. Jahrhunderts gab bm-frl®ch'0& Spandow als Sitz eines markgräflichen Vogtes; ?l>elve lag aus dem Räume,»velchen jetzt die Zitadelle ein- i"nmt. Ueber die Entstehung des Schlosses»st nichts bekannt. Icheint,»vte der„Anz. f. d. Havel!." meint, eine Gründung JV Deutschen gewesen zu sein, entstanden neben einem»vendischen m von»velchen» es den Namen entlehnte. In der fischreichen Mend der Havel und der Spree haben sich schon frühzeitig Zvenden niedergelassen und ihrer Niederlassung entiveder den .muten Spandoiv oder einen ähnliche»», aus»velchem dieser ent- uaitd, gegeben. Neben detn Schlosse lag bis 1560 an dem sog. /vamme eine wendische Ansiedlung, der Kietz. Hier haben»vir v>e Reste der»vendischen Beivohner,»venn nicht tiberhmtpt den vuen»vendischen Ort Spandoiv zu suchen. Als Albrecht � Bär im Jahre 1134 von Kaiser Lothar mit der Nord- wark belehnt»vorde» war, unterivarf er daS Havelland vaiiernd der deutschen Herrschast. Als vollständig gesichert wnnte er den Besitz des Havellandes jedoch erst be- rächten, als er den Wendenfürsten Jaczo iin Jahre 1157 besiegt m vertrieben hatte. Von dieser Schlacht her stammt die Schild- Urusage. Es heißt, hier sei Jaczo, von den markgräslichen Sutern hart verfolgt, mit seinen» Pferde über die Havel ge- MoMtlten und sei Ehrist geivorden. Um nun gegen abermalige -.Wisse gesichert zu sein, legte Albrecht der Bär eine Reihe von y'r»«ochlössern an. Wir»verden also nicht irren,»venn»vir in «brecht dem Bären den Gründer des Schlosses Spandoiv s»»chen »d die Gründung desselben um das Jahr 1160 verleget». Als r Schloß vollendet war, erhielt es einen deutschen Ailrgherrn � Kommandanten und deutsche Kriegslente zur Besatzung. Dem *hloj"|c gegenüber auf dem rechten Haveluser siedelten sich neben Wendische,» Fischern und Ackerbauern des Dorfes Spandoiv deutsche 'btegslnechle und mit ihnen deutsche Kaufleute und Handiverker «!'■ Diese deutsche Ansiedelung, auf»velche sich, wie auch auf die Mrg der Name des wendischen Dorfes Spandoiv übertrug, hatte JÄ lm Anfang des dreizehnten Jahrhunderts zu einem Markt- «Sei» entwickelt, in»velchen» der Landesherr das Marktrecht aus- J1?- Das wendische Dorf Spandoiv ist verinuthlich eine der acht mdte,»velche schon zur Wendenzeit im Havellande vorhanden iJssvssen sein sollen. Die Beivohner des Zvtarktfleckcns Spandoiv .meten kein städtisches Gemeinwesen nach deutschen Begriffen. Flecken besaß das Recht, Märkte zit halten, und ferner konnten !>??'e Kaufleute und Handwerker in ihm niederlassen und ."Seslört ihr Gewerbe betreiben. Er»var ohne Befestigung, und ,"e Beivohner mußten den Zehnten entrichten ilnd Dienste in«' gleich Bauern und Kossäten. Im Jahre 1229»varen die «''Seit Markgrase» Johann 1. und Otto III. durch den Erzbischof �" Magdebitrg an der Plane geschlagen worden und hatten die W'cht ergreifen müsse»». Brandenburg schloß vor ihnen die �'lbre, und erst in Spandoiv fanden sie Schutz und gastliche Auf- «chnie. Vielleicht»var es dieser Umstand, der sie beivog, die«e- Mner dieses OrteS mit geivisse» Rechten zu begnaden und de»»- das Stadtrecht zu verleihen. Es geschah dies durch eine März 1232 zu Spandoiv ausgestellte Urkunde. Seit dem l' Marz 1232 giebt es also eine deutsche Stadt Spandow. die c- Abgegangen ist aus einem»vendischen Tor>e. In den letzten sMehnten des siebzehnten Jahrhunderts beginnt die Schretditng bstndau, die immer allgemeiiter ivurde. Am 4. Inn» 1fi77 � hins v..._.... v. prgxtjsch,,, Gründen «' rk Of., mit dem demokratischen Prinzip vereinigen läßt, sehen»vir an den Vereinigten Städten von Nordamerika. Die sozialdemokratische Reichstags-Fraktion ist bemüht geivesen, in diesem Geiste den Organisationsentivurf abzufassen. Selbst unter dem Sozialisten- gesetz ist die Partei in ähnlicher Weise organisirt geivesen. Denn »venn auch der Fraktion die Gesammtleitung der Partei über- tragen»var, so gab es doch überall selbstständige Parte igrupp iningen. Wir sind an die BeratHttng des Oraanisationsentivnrfs herangetreten ohne jede Voreingenon»menheit. Schon Ostern»vurde mit den Berathungen begonnen. Es wltrden alle Verhältnisse berücksichtigt. Ganz besonders mußte aber ans die in Deutschland bestehenden Vereinsgesetze, richterlichen Entscheidungen u. s.>v. Rücksicht genommen werden. Es ist selbstverständlich, daß ein Parteigenosse, der nicht in der Lage ist, die Partei durch Geld- beitrüge zu unterstützen, seine Zugehörigkeit zur Partei nicht ver- »virkt. Wir sind entfernt, Jeinandei»»vegen eines in der Jugend begangenen Vergehens aus der Partei auszu- schließen, allein andererseits können wir nicht Leute in der Partei dulden, die ein Verbrechen begangen haben, wenn wir das vielleicht auch persönlich entschuldigen können. Wir müssen bemüht sein, ui»ser Banner rein zu erhalten»tnd alle unsauberen Elemente von unseren Rockschößen abschütteln. (Lebhaftes Bravo.) Ganz besonders ist der Modus, nach dem um Kongreß geivählt»verden soll, angegriffen worden; es ist ge- agt worden, die großen Städte könnten von den Landbezirken majorisirt werden. Darauf ist zu erwidern, daß Delegationen Geld kosten und daß Landbezirke zunächst gar nicht in der Lage ----»I- � Vers pfehlen, wählen. Falle hätte' Berlin höchstens 15 Delegirte zu wählen,»vährend es jetzt 18 bis 20 Delegirte entsenden kann. Im Uebrigen müßten wir im Interesse unserer Partei doch ge- rade wünschen, daß die Landbevölkerung auf dem Parteitage zahl- reich vertreten»väre. Hierbei will ich bemerket», daß uns schon seit 1868 die Propaganda auf den» La>»de beschäftigt. Wenn»vir bisher in dieser Beziehung nicht größere Erfolge zu verzeichnet» haben, so liegt dies nicht daran, daß die Landbevölkerung für unsere Ideen nicht zu geivinnen»väre, sondern daß diese Leute sehr schiver zusammei» zu bekoininen sind. Daß die Fraktions- Mitglieder, die doch gewissermaßen Beainte der Partei sind und über ihre Handlungen Rechenschaft abzulegen und auch ohne Mandat Zutritt zu dem Parteitag haben, er- fordert einfach die Gerechtigkeit. Es ist hierbei zu benterken, daß die Fraktionsmitgliedcr nur eine berathende Stimme auf dem Parteitage haben. Die Fraktion, als die kon- trolirende Behörde des Vorstandes, soll deshalb die etwaigen Gehälter der Vorstandsmitglieder besttminen, da man erst setzen muß,»velche Arbeit den einzelnen Vorstai»dsi»itgliedern erwachsen »vird. Im Uebrigen»vird auf dem alljährlich stattfindenden . Parteitage über diese Gehälter Rechnung gelegt. Daß der _, � und Vorstand die prinzipielle Haltung der Partetpresse zu übenvachen Jetzt solle»» Sie sich wieder der Beamten- 1 Nnt ,i> hn* au»- die gÄau""am 2.«MI 1877 be- Schreibung «G»»siiwsr"8®" f»»tzZ"l/ibrricht. Am 2. d. M. Nachmittags Ivurde ein »uit mm a�e vov dtm Hause Waldemnrstraße Nr. 37 von einem bekadenen Handivagen überfahren und erlitt eilten Sßolim." r 3- d. M. Morgens»vurde ein Mann in seiner ketfrih. fl-J» �er Philippstraße erhängt vorgefunden.— Stls zu sticke- ein Student auf dem Stadlbahnhof Jannotvitz- stei«,- schon in der Fahrt befindlichen Stadtbahnzug be- »»»,«>>. wollte, fiel er vom Trittbrett zwischen die Wagen und wtzrde- 4 Uebcrfahrcn auf der Stelle gelödtet.— Vormittags djz n.w> Landivehr-Kanal, nahe der Schöneberger Brücke, ®foitti,a �incs unbekannten, etwa 50 Jahre alten schafft. angeschivemmt und nach tem Schauhause ge- VSSbL-— Mittags wurde eine Frau in ihrer Zu x in der Langestraße erhängt vorgefunden.— vetzdev Zeit ivurde ein Mädchen in seiner Wohnung, in der »or x,"Masse, erschossen vorgefunden.— Nachmittags wurde en, Haufe Bellcallianceplatz 15 eine 90jährige Frau von ''" mA—•"—-■--- einein'e!Leucauiu>u�.»v �..... WU an» ftonf', fahawagen überfahren und an» rechten Fliße, soivie a»n U/x« 1° schwer verletzt, daß sie bald darauf im Krankenhause ' Qcü aerieth ein 14jährigcr «.- Urban'" verie»,»,...-..........., ?"abe jn x°"I�rb.- Zu derselben Zeit gcrieth ein Isjährigcr pahrt b.-i..5,.�"'l!a>>erstrabe beim Absteigen von einem in der Elben u„s"cheu beladenen Steinwagen unter die Räder des- � er eine bedeutende Verletzung a», Fußgelenk, so s" Abends 1 LazaruS-Krankenhause gebracht»verden mußte. ,°ü eine,» 2"�! eine 79jährige Frau vor dem Hanse Ackerstr. 29 schwer!.lwlivaget» Übersahren und a» beide» Unterschenkeln kuscht. mGt. Sie»vurde»ach den» LazaruL-Krankcnhanse ge- �"anb u-i�arnnttagS fand in der Schulstraße Nr. 48 ein kleiner statt. fett." entnehmen, entschieden, daß das qu. Geschäft als Kon- knrrenzgeschüft nicht zu betrachten sei. Das erstinstanzliche Ur theil»vurde aufgehoben und die Klage abgeiviesen,»veil die Gebr. nicht an ein Geschäft verntielhet haben,»vclches sich in gleicher Weise»vie das des S. mit dem Verkauf der von diesem ge- führten Artikel befaßt, sondern nur einige»veuige gleiche Artikel führt. Iii» halte det für die aräkte Unpraktischkeit die et jiebt, det de Schutzleite aus'n Militärstand»»»»»ich aus'»» Bürger stand jenoinmen»verden, denn ,vo kann so'»» Mann, der meins- »vejen zu't Rekruten trillern jut sein mag, wissen,»vat'n zivile» Bürjerstand zukomine» dhut? Dadrieber müßten sie die Reichs- tagsjesetze mal stündlich umändern, denn— Bors.: Seien Sie ruhig! Was fällt Ihnen denn ein? Sie sollten bei Ihren Vor strafen doch wissen,»vie Sie sich zu benehinen haben.— A n g e k l.: Nu ja, ziveemal bin ick ja schon verknackt jeivordcn, aber jedet Mal habe ick»ich davor zekount, die Schutzleite— Vors.: Sie scheinen so eine Art Vlankoller zu haben, es ist innerhalb kurzer Zeit nun schon das dritte Mal, daß Sie sich»vegen Auflehnung gegen die Schutzleute zu'verantiv orten haben. Also Ihre Personalien stimmen, Friedrich B., 40 Jahre zweimal vorbestraft.> W> beleidigung schuldig gemacht habe». Sie werden sich doch nicht auf's Leugnen legen?—Angelt.: O ja, ick»verde Zeujen bringen die for mir»in»ich for die Schutzleite schivören; so»vie et je>vesen is, ntuß ick freijesprochen wer'»». Et is man jut, det die Schutzleite»ich als Schössen jenommen wer'», soust dhäte ick ja allerdings von vorne rin verratzt sind.— Vors.: Also Sie bestreiten den Inhalt der Anklage. Sie»verden ja sehen»vas daraus folgt,»venn Sie überführt»verde»». Am Abende des 19. Mai ''»»gen Sie mit mehreren Bekannten über den Koppenplah? »gekl.: Detis deteenzige»vatin der Anklage richtig is.— Vors.: Nun sollen Sie hinzugekommen' sein, als zivei andere Personen sich schlugen.— A»> g e k l.: Det is schon»ich jcnau; als»vir zukamen, schimpften sie sich erst.— Vors.: Na, dann erzählen Sie,»vie's geivesen ist,»vir können nachher die Zeugen hören.— Angelt.: Also die bceden Männer, die»vir»ich kennen dhaten, standen sich so mit die jeballten Fäuste jejenicber un der eene schien uf den andern eiserfleckig zu find, denn da standen noch zivce Frauensleite bei, die sich ooch jejenseitig mit Ekelnamen be- legten, die»ich von Pappe waren.„Hier Kinder hebt die Augen auf, hier giebt eS was zu sehen" sage ick noch so aus Spaß zu meine Kollegen un wir stellen uns bei hin un sehen zu. Da waren aber schon en janz Deel Zuschauer. Ick sage denn zu die beedcn, die sich schimpfen: Na,»vat nützt denn det Raisonniren, haut Euch doch"»vodruf der eene den andern denn ooch jleich en jeflehlvollen Stoß an det Riechorjan jab.— Vors.: Dies Hetzen»var eines anständigen Mannes unwürdig und grober Unfug.— A n g e k l: Woso? Ick sehe det nu mal ferne,»venn zivce sich hauen, naticrlich blas mit die deitsche Faust, Messerstecken det is feinet». Sollen»vir vielleichte Duell fechten, >vo eener den ander» niederschießt un macht sich keen Jeivissen draus?— Vors.: Mache» Sie nur, daß Sie mit der Geschichte zu Ende kommen.— A n g e k l.: Also die beeden Männer schlugen sich un da det een Paar Ludeivigs»varen, so schadte det keenen wat indem et um jeden Hieb Schade»var, der vor- bei jung. Wir standen Alle in'»» Kreis rum»in tieften zu. Der Eene lag an'n Boden un der Andere uf ihn un der unnen lag, dem fing et»ich besonders jut. Mit eeiunal kömmt en Schutzmann un en Nachtivächter anjestürmt un brechen durch den Kreis un rufen: Was ist hier los. Mir hatte der Schutzmnnn in't beste Zusehn jestört un ick saje denn blos: Wat soll da denn los sind V Allens wat»ich fest is. Die beden uf de Erde machten ooch'ne Pause»in der oberste sprang uf un »vollte ausreißen, der unterste packte ihn aber nn't Beeu un hielt ihn feste.— Vors.: Erzählen Sie blos Ihren Streit mit dem Schutzmann.— A n g e k l.: Der stieß im iiatierlich jleich allens von die Seite un rief immerzu,»vir sollten ausenanderjehn, un der Wächter der hielt in jeden Arm eene» von die Duellanten »in brachte sie nach de Wache. Der Schutzmann hatte»voll'ne Pikanterie uff»»ir, det ick det vorhin jesagt hatte un als ick ihn in een janz jebildelen Ton um een biskeu Feier for meinen Zigarren bat, da pnst' er mir an, det ihn der Schnurrbart man so vivberte, un ob ick ihn uffziehen»vollte. Ick sage denn, er solle man»ich jleich aus'»» Perjament fahren und»vat'»» Beamter in de ziveete Klasse is, sind dhäte. det»väre alle Tage.— Vors.: Sie geben ja eigentlich alle diese schnodderigen Redensarten und Beleidigungen zu, »vaS»vollen Sie denn noch mit den Zeugen?— A n g e k l.: Als ick die ziveete Klasse sagte, da Meente ick natierlich die ziveete Steierllafse. So'»» Schutz»»»»»» legt natierlich Allens»f't Aiilitairische aus un darum sage ick eben, er mußte ans'»» Burjer- stand genommen»ver'n, indem ihn» der Civilis»»»»»? mehrschtendeels böhmische Dörfer sind, ick— Vors.: Sie haben genug geschwätzt, jetzt habe» Sie still zu sein. Als der Angeklagte nach beendeter Beweisaufnahme das acht Tage Gefängniß lautende Urtheil vernimmt, erklärt er, er Bernjimg einlegen»vill. hat, ist doch selbstverständiich. Wir müssen es doch verhüten, daß Leute, die sich vielleicht Sozialdemokraten nennen, Grundsätze in der sozialdemokrattschen Presse vertreten, die den Parteiprinzipien direkt»vidersprechen. Den betreffenden Redakteuren steht es aber frei, an die Fraktion, bezw. an den Parteitag zu appelliren Nun macht man der Fraktion den Vorivurf, daß sie zuviel parlamentire. Allein Parlament und Parlament sind z»ve» verschiedene Dinge. Und»vir dürfen doch nicht vergessen, daß der Deutsche Reichstag auf der Basis des allgemeinen Wahlrechts ruht. Wenn»vir trotzdem im Reichstage noch in der Minorität sind, so ist das nicht Schuld des Wahlsystems, sondern die Schuld der Wähler. Wir können doch nicht sagen,.»veil»vir augenblicklich noch nicht die Majorität im ilteichstage haben,»vollen»vir uns nicht mehr an der Wahl betheiligen, sondern losschlagen. Das haben Bakuitin und Genossen schon vor vielen Jahren in Italien und Spanien versucht und nichts weiter erreicht als einige mißglückte Aufstände. Es ist richtig, ich habe im Jahre 1869 eine andere Ansicht be- züglich des Parlantentarismus gehabt. Allein dainals lagen die Verhältnisse ivefentlich anders. Damals hatten»vir noch kein einiges Deutschland. Heute liegt die Sache wesentlich anders. Man darf seine Prinzipien nicht ändern, allein über taktische Fragen kann man zu einer anderen Meinung gelangen. Das Ziel bleibt dasselbe, auf»velchem Wege dies Ziel zu erreichen ist, darüber kann man abweichender Meinung sein. Es»väre geradezu thöricht, wollten»vir die Waffe, das allgemeine Wahlrecht nicht benützen. Tie Anarchisten sagen:»vir sind nicht in der Lage, frei zu»vählen. Ich gebe zu, das Wahlrecht ist noch sehr verbefferungs- bedürftig. Allein,»venn es uns erst gelungen ist, die»och nicht ziel- beivuhteu Ardeiter zu zielbeivußten zu machen, dann»vird eS uns auch gelingen, die Majorität im Steichstage zu erhalten. Nur auf diesem Wege können»vir zum Ziele gelangen. Mit der brutalen Ge- »valt, die Most empfiehlt, richten»vir nicht das Mindeste aus. Wir»vürden dabei sehr bald den Kürzeren ziehen. Unsere Macht, die wir bei den letzten Wahlen entfaltet haben, hat die Gegner gezivungen, die soziale Frage auf die Tagesordnung zu setzen und eine Art Sozial-Gesetzgedung zu schaffen. Allerdings dürfen wir niemals unser Ziel aus den Augen verlieren. Wir bilden eine scharf abgegrenzte Partei. Wir erstreden die vollständige Um- geftaltung der heutigen Produktionsiveise und insofern sind»vir eine revolutionäre Partei. Wir wissen, daß alle anderen Parteien nur durch oberflächliche Palliativmittelchen die soziale Frage lösen »vollen. Sache deS Vorstandes und der Gesammtpartei»vird es sein, daraus zu achten, daß die Fraktion diesen Standpunkt nie- »»als aus dem Auge verliert. Mit Rücksicht auf die deutschen Vereinsgesetze ist die Fraktion mit der Kontrole des Vor- standes beauftragt»vorbei». Wenn Jemand einen besseren Vor- schlag hat, so möge er damit hervortrete». Das„Berliner Volksblatt" ist deshalb als Zentralorgan vorgeschlagen »vorden, weil die Größe der Partei ein täglich erscheinendes Zentralorgan nothivendig macht. Es ist selbstverständlich, daß dies Organ an dem Orte erscheint, wo die deutsche Regierung auf daß Vevfmuwrungeu. Abgeordneter Liebknecht über die Taktik der Zozial- deinokratie. An der äußersten Weichbildgrenze des nördlichen Berlins, in Schivarzinüller's Salon, Kolbergerstr. 23, fand vorgestern Abend eine etiva von 2500 Personen besuchte Volksversamm- in, ig statt, in der der Abgeordnete Liebknecht über die Taktik der Sozialdemokratie sprach. Liebknecht, der gleich bei seinem Er- scheinen mit nicht endemvollenden Hochrufen empfangen»vurde, äußerte sich ungefähr folgendermaßen: Ich freue mich umsomehr, heute über das fragliche Thema zu meine» Wählern sprechen zu dürfen, da der Streit, von dem die Gegner hofften, daß er uns in zivei Lager theilen würde, an Heftigkeit»veseutlich nachgelassen hat. Da unsere Partei eine kämpfende Partei ist, so galt es einmal die Partei zu zentralisiren und andererseits derselben eine demokratische Verfassung zu geben. Daß eine Zentralisation sich _- 1-— r*»v vv* ♦ j vv; t l d iL l i» l. »an»»ich und der Deutsche Reichstag ihren Sitz und alle anderen Parteien er. der ihre Zentralorgane haben. Ich habe die Ueberzeugung, der äre ick Parteitag»vird seine Pflicht thun, er»vird eine Organisation schaffen, die der Partei»vürdig und geeignet ist, die Partei am schnellsten zum Siege zu führen.(Stürmischer, langanhaltender Beifall.) Genosse Schivabe: Mit Rücksicht auf den bei Lips gefaßten Beschluß»vill ich auf die allen Streitfragen nicht eingehen. Ich »vill blos bemerken, daß ich der Bestimmung im Organisattons- Entivurf, daß nur 15 Wahlkreise die Einberufung eines außer- ordentlichen Parteitages beantragen können, nicht billigen kann, da es furchtbar schiver halten dürfte, 15 Wahlkreise zusammen zu bekommen. Ich bin der Meinung, daß schon 10 Wahlkreise zur Berufung eines außerordentlichen Parteitages genügen müßten. Aber auch betreffs des ParlamentarismnS kann ich mich mit dem Genossen Liedknecht»»ich» einverstanden erklären. Ich bin der Meinung, daß»vir uns»vohl an die Wahlen betheiligen sollen, daß»vir dieselben aber nur als Älgitationsmittel betrachten. Wir gerathen anderenfalls in die Gefahr, eine Pofsibilistenpartei zu»verden. Im Uebrigen richte ich an de» Genossen Liebknecht die Frage: Was»vir erreicht hätten,»venn»vir im Reichstage in der Majorität wären'i Die besitzende Klaffe»vürde sich doch hüten, ihre Privilegien auszugeben.— Abg. Liebknecht: Der Vor- redner sprach von der Possibiliften-Partei. Nun geivissermaßen sind»vir alle Possibilifteu, denn»vir erstreben nur das,»vas mög- iich ist. Im Uebrigen ist es bemerkensiverth, daß gerade das Organ der Possibilisre», der„Parti ouvrier" in Paris sogenannte Opposition Partei nimmt. Was die UlPvTinirt Kot rarf/f S«*'» 1~ für die weitere Be- ..................-v"» vi«»vettere«36- »nerkung, betreffs des Parlamentarismus, anlangt, so ertvidere ich. daß die GrößederParteiihrzur Pflicht»nacht, sich nicht in allgemeinen Tiraden zu ergehen, sondern bestimmte Gesetzesvorschläge zu machen. Wir»vürden geradezu einen Aerrath au den deutschen Arbeitern begehen,»venn»vir bloß ein paar Steden in» Reichstage zum Fenster hinaus kalten»rollten, im»veiteren aber mit verschränkten Armen dastehen und die Bestimmungen über die Verkürzung der Arbeitszeit, der Sonntags-, Nachtarbeit, Kinderarbeit it. s. w. unseren Gegnern überlassen würden. Den größte» Gefallen würden wir damit selbstverständlich unseren Gegnern thun. Unsere Wähler würden voraussichtlich sagen: dafür, daß unsere Abgeordneten einige sozialdemokratische Phrasen im Reichstage loslassen, haben wir sie nicht gewählt. Tie Reden, die wir im Reichstage gehalten, haben unsere Ideen in Gegenden getragen, in die wir vielleicht niemals gekommen wären. Selbstverständlich sind wir keine Götter, allein vor einer Vcrwässerung unserer Prinzipien schützt uns unser Programm. Auf die Frage, was wir erreicht hätten, wenn wir im Reichstage in der Biajorität wären, antworte ich einfach: abwarten. Keine Regierung der Welt. und wäre ihre Macht eine noch so große und hätte sie über noch so viele Bayonette zu gebieten, ist im Stande, sich dem Willen des Volkes erfolgreich zu widersetzen. Bereits sieht sich die Regierung veranlaßt, das Sozialistengesetz aufzuheben, und eine, wenn auch noch so mangelhafte Sozial- und Arbeiterschutz-Gesctzgebung zu schaffen. Das geschieht doch lediglich, weil wir bereits eine Macht sind, mit der man rechnen muß. Haben wir erst das Volk hinter uns jtnb die Mehrheit im Reichstage, dann muß sich entlveder der Staat in einen sozialdemokratischen verwandeln oder es giebt eine furchtbare Katastrophe, bei der aber der Sozialisinus als (SStPrtOV hpvtirtvnohim vntvS f&S ar»t:4.... �.55... Sieger hervorgehen wirb. Es ist doch nicht außer Acht zu lassen, daß den Staat das Volk bildet. Haben wir aber erst einmal die Majorität im Volke und im Reichstage, dann werden wir ja sehen, was geschehen wird.(Stürmischer, langanhaltender Bei- fall.) Der Redner bemerkte noch, daß es ihm gleichgiltig sei, ob 15 oder 10 Wahlkreise zur Berufung eines außerordentlichen Parteitages berechtigt seien.— Es wurde hierauf einstimmig be- schlössen: „Die Versanunlung erklärt sich im Prinzip nnt den Ausführungen des Reichstags-Abgeordneten Liebknecht ein- verstanden." Mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Sozial- demokratie und Liebknecht wurde hierauf die Versammlung gegen 12 Uhr Nachts geschlossen. Der Fachverri» der Tischler hielt am 1. d. Mts. eine Mitgliederversammlung in Jordan's Salon ab, in welcher Herr Dr. Lütgenau einen interessanten Vortrag über den norwegischen Dichter Henrich Ibsen und dessen Werke hielt. Da über diesen Vortrag bereits im„Berliner Volksblatt" berichtet ist. so sei hier davon abgesehen. Leider muß gesagt werden, daß die Versamm- lung schwach besucht war; wenn vielleicht die Mitglieder glauben, im Jordan'schen Lokale keinen Platz zu bekommen, iveil dasselbe einige Male überfüllt gewesen ist, so irren sie. Es wäre nur zu wünschen, daß ein regerer Besuch der Versammlungen sich wieder einstellte. Namentlich die im Südosten wohnenden Mitglieder möchten diesem Wunsche nachkomme». Eine öffentliche Versammlung der Former tagte am 25. August unter Vorsitz des Kollegen Jost in Müller's Salon, Johannisstr. 20. Zum erste» Punkt der Tagesordnung verlas Kollege Poillon die Schlußabrechnung vom Streik und machte bekannt, daß die spezielle Liste der Schlußabrechnung im Norden bei Bchrcnd in der Gartenstraße vom 25. August bis 0. September, darauf 14 Tage im Südosten bei Schwartzkopf, Skalitzerstraße, ausliegen. Die Revisoren erklärten, die Abrechnung der Listen und Bücher für richtig befunden zu haben, und wurde der Koni- Mission Decharge ertheilt. Zum zweiten Punkt rcserirte Kollege Poillon über die Arbeiterschutz-Gesctzvorlage und die Enquete der Regierung. Er entledigte sich seines Vortrages zur vollen Zufriedenheit der Versammlung. Er forderte die Kollegen auf, sich wieder fest der Organisation anzuschließen, denn nur durch eigene Krafl iväre eine Besserung unserer Lage zu erreichen. Zu diesem Punkt der Tagesordnung-ourde folgende Resolution mit allen Stimmen angenommen: Die heutige öffent- liche Formerversammlung beschließt, sich in allen Stücken den Aiisfühmngen des Referenten anzuschließen und erblickt einzig und allein in dem Arbeiterschutzgesetz, ivelchos die sozialdeuio- kratische Fraktion aufgestellt hat, das einzig Richtige. Der dritte Punkt,„der Arbeitsnachweis der Metallindustriellen", wurde von verschiedeneu Kollegen abfällig kritisirt. Da auch mehrere Kollegen eines Hauptmannes erwähnten, der den ArbeitsnachiveiS führt, fühlte sich ein Kollege veranlaßt zu be- merken, man sollte diesen Herrn nicht immer Hauptmann tituliren, in Zivil gebe es keine solchen Titel und wäre der Mann ein Lohnschreibcr ivie jeder andere, nur ein bischen schneidiger. Auch ivurde dieses Bureau nicht als Arbeitsnach- weis, sondern als Arbeiterkontrole benannt, um jeder Zeit zu wissen, wie viel überflüssiges Material den Unternehmern zur Verfügung steht und Kollegen, die nicht gewillt sind, ihre Knochen gratis dem Kapital zu überliefern, nach Gutdünken Wochen selbst Monate lang auszusperren. Der 4. Punkt der Tagesordnung ivurde vorgerückter Zeit wegen zurückgestellt, um zu der nächsten Versammlung aus die Tagesordnung gestellt zu werden. Unter Ver- schiedenes ivurde bekannt gemacht, daß säinmtliche Mitglieder- Bücher eingesammelt werde», behufs Ausstellung neuer Bücher und zwar an die Kassircr Wilhelm Müller, Manteuffelstr. 9, Hermann Tauschel, Ackerstr. 90, Sonnabends von 8 Uhr Abends im Süden bei Schwartzkopf, im Norden bei Behrend. Auch werden die Kollegen ermahnt, sich reger an den Versammlungen sowie an der Fondesammlung zu betheiligen. Fondsbücher und Marken sind bei den Kassirern zu haben auch sind blos daselbst»och aus- stehende Listen, ob leer oder gezeichnet und sonstige ausstehende Darlehen und Beträge abzuliefern. Da sich Niemand mehr zum Wort gemeldet hatte, schloß der Vorsitzende um 11V4 Uhr mit einent von der Versammlung begeistert aufgenonimenen Hoch aus die internationale Arbeiterbewegung die Versammlung. � Vrrsiimmlung der Freie» Vereinigung der Graveure und Zifrleure. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Die Zu- stände in der Fachschule für Ziseleure am königlichen Kunst- gewerbemuseum. 8, Der Kongreß der Graveure und Ziseleure Deutschlands. Im ersten Punkt legt Kollege Schwahn sein Amt als 2. Vorsitzender nieder, an seine Stelle wird Kollege Schi- mansky gewühlt. Im Punkt 2 werden durch die Diskussion ver- schiedene Mißstände in dem betreffenden Institute beleuchtet. Der Leiter desselben erhält neben 2400 M. Gehalt freie Wohnung ic. für seine Werkstätte. Die Schüler im Kunstgewerbemuseum sind verpflichtet, Privatarbcitcn der Lehrer unentgeltlich zu liefern. Es wäre zu wünschen, daß nicht durch solche staatliche Institute die private Arbeit der Lehrer resp. Prinzipal durch freie Wohnung politische Angelegenheiten erörtert werden. Kollege Hälbig spricht sich für Zentcalorganisation aus, Kollege Teske gegen eine eigene Presse; man solle lieber dahin wirken, daß Arbciterblätter gelesen werden. Die Kollegen Gultmann und Schirnaus kp sprechen sich gegen die Kollegen aus. Kollege Zack macht bekannt, daß vor- läufig sieben Städte Delcgirte gewählt haben, aus fünf Städten sind Zustinimungsadresscn ausgesprochen ivorden, können jedoch durch Umstände nicht vertreten sein. Im„Verschiedenen" erklärt sich Kollege Urbach bereit, für die„Freie Volksbühne" Mitglieder aufzunehmen. Am Sonnabend, den 13. September er., findet ein gemüthliches Beisammensein mit Damen im Vereinslokal statt. Entree frei. Der Uerri» der Varqnetbodeuleger hielt am 28. August in Feuersteins Lokal eine Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Neuwahl der Revisoren. Hierzu wurden gewählt Herr Grahl und Herr Dittmer. Zweiter Punkt der Tagesordnung: Berathung eines von der Gewerbedeputation des Magistrats zugesandten Fragebogens in Bezug des dem Reichs- tage vorgelegten Gesetzentivurfs, betreffend der Abänderung der Gewerbeordnung. Die Versammlung entschloß sich zur folgenden Beantivortung: Zu§ 105 b Abs. 1 und§ 105 0 Abs. 3 des Ent- wurfs, die Ruhepause in unserer Branche ist stets schon eine viel längere, diese beginnt Sonnabend um 5 Uhr Abends und währt bis Montag früh 7 Uhr. Zur Sonntagsarbeit, in der Parquet- bodenleger-Branche liegt überhaupt nie ein Bedarf vor; zu § 105 b Abs. 2:— Ivenn der Freitag als Zahltag eingeführt, kann gänzliche Sontagsruhe, auch in Kaufläden, eintreten,— die weiteren vorliegenden Fragen sind für die Parquetbodenleger- Branche bedeutungslos. Gino öffentliche Vollcsverfnmutltnrg tagte am Montag, den 25. August in Köpenick im Kaiserhof unter Vorsitz des Herrn Geiling(Berlin) mit folgender Tagesordnung:„1. Welche Art der Krankenversicherung ist für den Arbeiter die vortheilhafteste V Referent Herr Nöske(Berlin.) 2. Diskussion. 3. Beschlußfassung über die Gründung einer örtlichen Verivaltungsstelle der Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler und anderer gewerblichen Arbeiter(E- H. 3. in Hamburg) für Köpenick und Umgegend. Zum ersten Punkt erhielt' sodann Herr Nöske das Wort. Reoner legte in längerer Rede unter dein Bei'all der Anwesenden klar, daß eine freie Kasse die beste Krankenversicherung für den Arbeiter sei, indem er die Uebelstände der Ortskassen anführte. Nach der Diskussion ivurde'der Beschluß gefaßt, zum ersten Oktober eine Ortsverwaltung der genannten Kaffe zu gründen, darauf schloß die Versammlung. I» Dezug auf die Angelegruheit des hirstgrn Hanitätsvcrcino sendet uns Herr Tr. Bernstein eine längere Erklärung, in welcher er wiederholt bestreitet, daß die in der Versammlung zur Sprache gekommenen Thatsachen auf Wahrheit beruhen. Herr Tr. Bernstein verzichtet auf eine iveitcre Ent- gegnung, er ist jedoch bereit, jedem der interessirten Kassen- vorstände das diesbezügliche Material vorzulegen, aus welchem hervorgeht, daß die in dem Verein erwähnten Zahlen nicht annähernd den wirklichen Verhältnissen entsprechen. xestkinb«art War». Nach mehrwöchentlicher Unterbrechung finden ein! von jetzt ab wieder die regelmäßigen ttese-Abende jeden Freilag Abend» Uhr bei Schönfcld statt, wozu Gäste Zutritt haben. Veranlaßt und solchen Verpflichtungen unterstützt wird; auch mühte unbedingt die Fachschule von den, privaten Betriebe getrennt werden. Mit dem Krankenkaffengcsetz scheint sich der Herr nicht be- freunden zu können. Es ist selbstredend daß, da andere Prinzipale nicht mit diesen gleichen Verhältnissen zu rechnen habe», diese Konkurrenz nicht aushalten können; es hatten schon verschiedene Meister eine Petition an die Behörde cingebrach. Wenn die staatliche Ausbildung stattfinden soll, was sehr zu wünschen wäre, so muß dieselbe prinzipiell durchgeführt werden Folgende Resolution wird angenommen: „Die Freie Vereinigung der Graveure und Ziseleure erklärt, daß sie die an, hiesigen Kunstaeiverbc-Museuin unter Leitung des Herrn Lind bestehende Fachschule der Ziseleure nicht voll und ganz als Fachschule ansehe» kann, da u» derselben Arbeiten ausgeführt werden, wodurch den anderen vom Staate nicht bezahlten Gewerbetreibenden schwere Konkurrenz gemacht wird und wird der Vorstand beaustragt, dieses an geeigneter Stel e zum Ausdruck zu bringen." Zum Punkt 3 führt Kollege Urbach die hauptsächlichsten Punkte für den Kongreß an. Hauptsächlich wird diese» die Zentra- lisation oder Lokalorganisation beschäftigen. Es ist von auswärtigen Kollegen bedauert worden, daß von uns Berlinern die Lehrlings- frage so wenig berührt'worden ist und ist er der Meinung, daß man die Lehrlinge nicht als spätere Konkurrenz, sondern als spätere Kampfesgenossen ansehen muß. Es soll ein Organ geschaffen werden, in ivelchein neben geiverkschastlichen Interessen sozial- Mariendorfersw. 10>>> war Eue Uiaerbrcchuna durch Jnhibtruntz der Sitzung vom 22. Juli, weil die- selbe nicht polize.lich augemeldei war. Tie hierauf erfolgten Beschwerden sind abschlägig beschieden worden und sieht sich deshalb der ttlnb genöihtgt, dem Verlangen der Behörde»achzutoinmen und feine Sitzungen anzuineldea. Uorilinfrgr A»!«igc. tOcr Fachvrrri» drr Albnniarbritrr hält am Moniag, de» s. September, Abends% Uhr, tu den ckentral-Feflsälen, Oranlen- straße wo, eine außerordeniliche Eeneralversammlung ab. Alles Nähere Annonze. «cfscntlich» Net'tauiniluug für Wiimttr und Lrane» am Sonniag den?. September, Abends 7% Uhr, im fötal Oranienstraße wo. Tagesordnung:>. Vortrag des Herrn Nendziora über: Iietchlhmn und Arniuth tu Plaio's Staat, s. DiSIussion. 3. Verschledc»««. fillnte 4 der Allvrinri»»» und tL-ntral-Aranlien- und Kterbeßalfe tlrtattnrbeiter, E. H. 29 und 89 Hamburg. Sonnabend, den«. Sep- lcmber, Abendt o Uhr, AndreaSstr. 20 bei Bolzmann: Mitgliederversammlung. 2. Verschiedenes. HU"' Sitzung Tagesordnung nassenbericht. WWMWWMWW Hierein cfjrmnligrr Kchüier der ÄN. oZemeindefchule. Sitzung, Abends s!j Uhr, Grüner Weg 29 bei Säget'«. Ausgabe der BilletS zum SUslungZsesi, ftäffeüljuicht pro Monat August, Verschiedenes. Nach der Sitzung Fidelilas Gäjie willkommen. Freireligiöse SZemeind», Ilofeuthalerfir, 88. Sonntag, den 7. September, Vorintttag« 10 Uhr: Vortrag deö Herrn Dr. Bruno Wille über daS Thema„Ehre". Eäfie sehr willlomineu. Hierfniniuinng de» Zferei»» drr Einseher(Tlschler) Kettln« am Sonntag, den 7. September, Vormittags 10% Uhr, Neue Friedrichslratze 44. Tagesordnung: I. Vortrag des Stadtverordneten Herr» Fritz Zubeil über Gewerbc-Tchüdsgertchte. 2. TiSlusston. Z. Verschiedene» und Fragetasten. Kollogen, alz Gäste, haben Zutritt. Neu« Mitglieder werden ausgenommen. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Ter Arbeitsnachweis de? Berems der Einsetzer befindet sich nicht mehr Petrislraße, sondern Pallisadenstraße Ol, bei Krohm, der SlrbeilSnachwciS ist unsntgettltch. (Oroßo prrjamluiuiig drr Uer«inig»ng drr Hchmird- Nrurschiand« lgahlfielle Berlin) am Freitag, den 0. September, Abends s Uhr, tu Säger'S Salon, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom SommernachlS- bail. 2. Neuwahl der gesammlen OrtSverwaltung. 3. Aufnahme neuer Mil- glicder. 4. Verschiedene» und Fragekasten. «roh- öffrntlichc Nrrfaninilnng der Mechaniter, Optiker, Uhrmacher und chir. Jnftrumentenmacher Berlins und Umgegend am Freitag, den 6. September. Abend« s Uhr, tu May'« Festsälen, Beuihftr. 22, 1 Tr. «rohr öffriltttch« Urrsamutlnug aller in der Holzbranche beschäftigten Arbeiter, al«: Tischler, Bildhauer, Drechsler, Böttcher, Stellmacher, Holz- bearbeitungSinafchinen-Arbsiler, Möbelpolirer und lklavierardeitsr, am Alan- tag, den s. September, Abends sH Uhr, tm Lokals„SanSfonei", Koltbuser- �"'"Vvfämmlung des Jach verein« der Holz- resp. Brellcrttäger Berlins am Sonntag, den 7. September, Vormittags 10% Uhr, in den Zsntral-Festfälen, Oranienftr. wo. Achtung, Kartonarlxit»» l Sontag, den 7. September: Herren-Partie nach den RüderSdorfer Kalkbergen. Trefspu»«: Schleslscher Bahnhof Morgens ............. e Betheiltgung wild ersucht. früh präz. 0 Uhr. Um zahlreb..__ zirrfatumlung des Vereins der tu der Schäftesabrikation beschästigten ArbeUerinue» am Sonnabend, de» O.September, Abend, 8% Uhr, bei Schässer, mselslr. 10. Tagesordnung: I. Vortrag. 2. DlSkusston. 8. Berschtedenes und ragc'aten. Nach der Versammlung geselltgeS Beisammenset». Gäste sind willlomineu. Spvoitilnal. Die Redaktion stellt die Benutzung de« SprechsaalS, soweit Raum dafür abzu- gebe» ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Bersüg»»«; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben ibenlifizirt zn werden. Am Somiabend resp. Sonntag befand sich im Inseraten- resp. redaktionellen Theil des„Berliner VolkSblatt" eine Aus- fordernng, daß für diejenigen Genossen, die ans irgend ivclchc» Gründen nicht nach Außerhalb können, eine Lassallescier in Hoff- mann's Festsälen, Oranienftr. 180, stattfände, unterzeichnet: „Mehrere Genossen." Dieselbe sollte in geselligem Beisaminensein bestehen. Da ich nun nicht nach Anperhalb konnte, freute ich mich, dort Gelegenheit zum festlichen Begehen des Arbeiter- Feiertags zn haben und begab mich mir Frau und zwei ältesten Kindern dorthin. Es war ca. VzS, als ich ankam. An der Thür befand sich Herr Steinmar. Ich fragte, ob hier die Laffalleseier sei, erhielt jedoch keine Antivort. Nunmehr fragte ich nach dein Einttritspreise,„50 Pf. Herren, 20 Pf. Damen"— hieß es. Weil ich uun einmal dastand, bezahlte ich 70 Pf. Linn wurde ich von einem Herrn aufgefordert, die Garderobe, d. h. die 4 Hüte abzugeben. Hiergegen protestirte ich und gab die Garderobe nicht ab. Hätte ich das gethan, so wäre ich, da für jeden Hut kategorisch 20 Pf. verlangt wurden, für l M. 50 Pf. glücklich in den Saal gelangt.— Nun kamen die Genoffen mit Frauen und Kindern truppiveise, kehrten jedoch, nachdem sie unverblümt ihre Meinung über die sonderbare Laffallefeier ausgesprochen, an der Kaffe um. Einige, die ge- blieben wäre», iutcrpellirten nimmchr Herrn Steinmar. Es ivurde eine Tafel auf dem Hof gestellt, worauf geschrieben stand, daß die Lassallefeier im Tunnel stattstnde.— Wer tanzen wollte, sollte 15 Pf. bezahlen, Damen frei. Einige wollten nunmehr ihre 60 resp. 20 Pf zurückhaben, erhielten jedoch zur Antwort, das würde dem Wirth( V V?) wohl nicht einfallen. Im Nu war nun der Tunnel, nebenbei gesagt, ein unfreundlicher Raum, in dem weder ei» Jnstnunent noch sonst etwas zu einem gemüthlichen Beisammensein zu finden war, überfüllt. Genosse Steinmar hielt eine Ansprache, die Feier des TageS betreffend. Hierauf nahm Prediger einer. Kcndziorn das Wort zu folgenden illussührungen:_ Heute vor 26 Jahren sei ein bedenkender Main,. Denker ans dem Leben geschieden. Lassalle, sowie AM' niemals für die Bekämpfung von Religion und Kirche eM' Bebel aber thue das in ganz unberechtigter Weise. Er, sei Theologe, habe die Religionen aller Völker studirt, müsse er das besser verstehen, wie Bebel. iL fovvw.~ w zu dem Schluß gekommen, daß die Sozialdemokraue --—-■-- Recht habe, Kirche und Religion zu bekämpfen. urooLvagg von Bebel und Grillenberger unglaubliche Rohheircn"Wz, ivorden, dieselben wollen das Autoritätsprinzip jochhalwf beweisen die letzten Vorgänge in der Partei. veweiseil uw iogwn-vorgangr in vor vurin. Nur in 30 sammlungen komme das Richtige zum Ausdruck, nicht MffL z. B. im Reichstag. Der ganze Reichstag fei eine Rohheu. l„ den vorherigen Sleußerungen bezieht Redner das auf die demokratische Fraktion; es sind diese Ausführungen des ätem um so sonderbarer, als derselbe laut Bericht des„Berk. Volffe ich glaube, es war in einer Versammlung des Wahlvereins im Großen und Ganzen mit der Fraktion und deren einverstanden erklärte.) Dann sprach Redner noch über%% in zu Herzen gehender Weise. Ein Genosse sprach gegen Ausfllhrniigen des Redners und meinte, daß durch die"' vielfach Aberglauben erzeugt werde und führte Beispiele an machte sodann dem Vorredner einen Vorwurf, daß er o>, Lips gefaßte Resolution nicht beherzige und wendet sich isiM. Weise dagegen, daß er, der Andere Rohheiten vorwerfe,, unqualistzirbarer Weise über Personen herziehe. Die St>w war infolge dieser Debatten eine unbehagliche und wurde nust auf Veraiilaffiing eines Genossen zn einer amerikanischen Aull>°° geschritten, die ca. drei Stunden in Anspruch nahm und wa� welcher sich der kleine Saal ziemlich leerte. Erst gegen U als verschiedene Genoffen in den Tanzsaal gingen, kam Stimmung in die Sache, es wurden Arbeiterlieder 0% Obl Beim Contre mußte auch noch an den Herrn Maitre ein-» ,e '"........' verschiedene Weint te Li Haus, sonntags- ilstter K abgeladen werden. Natürlich waren auch da, die gar nicht tanzen können., Ich frage nun: ist es richtig, die Genossen>' solcher Annonze zu einem Tanzvergnügen(denn das ist uomiitblirbes Beisammensein für Arbeiter mit Meib und 3. ar® gemüthliches Beisammensein für Arbeiter mit Weib und � und auch keine Laffalleseier) zu locken?— Wer waren den „Einige Genossen"?— Jeder Genosse wird ja gerne bereu Dien Wirthe, die den Arbeitern ihre Lokalitäten auch zu VM'ä».e,,. lungen zur Verfägiing stellen, zu unterstützen, aber aus IT1 8es 0 Weise— dafür wird Jeder bestens danken! � P Oktobe Paul Gent, Steindrucktt, Kottbuser Damm 6. chnd l'Mnit ei Depefcken. (KUolfFs Telegrnphcn-Knrean.) Kol»», 3. September. Der Rhein ist in fortgesetztem weU� l ffY*S St/» flOVPtl»** i Steigen. Im Starkenburgschen sind die Wiesen bereits schwemmt. In Constans»]t der Rhein seil gestern Älbeno 0,20, in Kehl lim 0,35, in Lanterbnrg um 0,25, in Maxau, z' 'b sie»n iuriickzuke Zeichen. vtto Tarl Eott Ntto �ksanim werdei 0,30, in Mannheim um 0,50, in Mainz UN, 0,45, in Bing� 0 0,30, in Caub»in 0,35 und in Coblenz um 0,20 Me»v, stiegen.— Der Abendpegel weist 3,85 gegen 3,56 am 8{r Abend auf. Mains, 4. September. Der Pegel zeigt hier heute 3,l, in Blannheim 6,90 m(steigend) in Maxau 6,85 m(steige»� Kehl 5,54 m(fallend). Von Waldhut wird Fallen des* rheins gemeldet. Der Neckar ist schwach steigend. Augsburg, 4. September. Lech und Wertach sind dt gestiegen, daß die Umgebung der Stadt ganz unter Wasser mehreren Häusern droht der Einsturz; der Bahndamm ist spült und stellenweise eingebrochen.. Miinchrn, 4. September. Das Hochwasser verhindert Dampferverkehr ans dem Ammersee. Infolge Dammrutstz entgleiste gestern Nachmittag auf der bayerischen Waldbad� Lokalzug, ivobei 5 Personen verletzt wurden. Zwischen@ bing und Radldorf fand eine Dammrutschung statt. Ter z kehr zwischen Passa», Pöcking, Landshill und Neumarkt ,IL gestellt; derjenige zwischen Moosberg und Landshut unlerbro» Das Wasser der Isar ist gesunken. In den Passauer, JU burger und Augsburger Niederungen ist die gcsanimte Ernte i geschwemmt. j iw s.»." Jägerndorf, 4. Sept. Infolge der letzttägigen Regr�, M)st sind die Gold-Oppa und die Schwarz-Oppa über die Ufer go"',(( Das ilnd haben mehrere Stadttheile überschwemmt. Das Wafr ffOnipete» in sortlvährendem Steigen., hiP. v Prag, 3. September. Das Hochwasser ist Nachmittags W Abends stetig gewachsen. Alle niederen Stadttheile stehe» 4, hn,r llCv Wasser, der Tramway- Verkehr zum Franzensquat ist eingM. W im die unteren zm» böhmischen Nationaltheater führenden% hg, iverden mit Kähne» befahren. Aus Beraun, Wittiiigau und�djgm � iveis wird Hochwasser gemeldet.-z chänsiü» Drag, 4. September. Im Verlaufe der Nacht hat die Ist, � schwemmung surchtbare Verheerungen angerichtet; der>»"«„ bem g Bogen der alten steinernen Karls-Brücke ist eingestürzt. � „Bohemia" und die„Prager Zeitung" konnten heute«n» scheine», weil die Maschinenräume ihrer Ofstzinen im%% fohß.r" ftc�en. vtc Amirns, 4. Sept. Ter von Calais kommende(%,'ettfd)t zug ist heute Nacht unweit Amiens entgleist. Ein Eisens"lllg vedienstcter wurde getödtet, einer schwer und ein anderer>' verwundet. Madrid, 4. September. Aus den Provinzen werden It uuUlu gestern 26 Erkrankungen und 15 Todesfälle an Cholera meldet. N«w-Uorlr, 3. September. Tie Ausständigen be» Panama Eisenbahngesellschaft verhindern den Verkehr. Diest„. dnrchschnitlen die Telegraphendrähte lind versuchten die bahnschieneu anszuheben. Eine Abthcilung Btilitär wurde„» halb dorthin aogesandt, ebenso ist das amerikanische' „Kearsarge" in Colon elligctroffcn. ,, Mclbournr, 4. September. Die Ansställdischen werden, den Gciverkvereinen kräftig unterstützt, doch wird die Arbeit weise von Nicht-U»io»isten verrichtet. Letztere iverden gege» � Angriffe, denen dieselben fortwährend ausgesetzt sind, vo» Polizei geschützt. Brisbane, 4. September. Die Versuche der Streike», den Schifffahrtsvienst zn hemmen, sind gescheitert. Die$»% werden nunmehr durch Nicht-Unionisten nnbehindcrl exp�z»-, Auch als Dockarbeiter werden Nicht-Unionisten für einen WM"Hb lohn von 50 Sh. gedungen. WviefslÄlflen dev MedAktion Bei Anfragen bitten»vir die AbonuememS-Quiltuiig beizufüge». Anttvort wird nicht ertheilt |n Eim iieii s lgrit� ieine§ jv ............................ K Friedrich sei»nit Gnch! Lassen Sie uns doch endlich ü Ihren hirnverbrannten Schreibereien in Ruhe. Gelesen wir» f0[, ei) ja doch nicht. v) Ui,( e," II. M. 4. MIl. Rein, Sie können nicht verurtheilt nfA A.©. 100. 1. Ja, das kann der Gerichtsvollzieher. � do F. K. 0. Ja, dazu ist das VormilndschaftZgericht berich�('"dciltg; Frai, p. K. 1. Nein, das dürfen Sie nicht. Fr. Ich. 50. An das Landgericht des letzten.. Ihres Mannes wende» Sie sich zunächst mit der Bitte un>'>) �,«W willigung des Armenrechts zum Zweck der Ehescheidung� � e."A'e( gegen Jhrelt Mann. Dann ivird Jhneil ein Rechtsanivall stellt, der Sie des weiteren inforiniren wird. Verantwortlicher Redakteur: E«rt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von War Kadin» in Berlin SW., Beuthstraße 2. Li lO'�l ki Sie ,, Ev