(„pä«! -'S Jen#; i-ch! ied«1" 16« ÜlÜ w s°, A K a» Ar. 208. Sonntag, den 7. September 1890. 7. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. .. Das„Berliner Volksblatt" Mtmt täglich Morgens auvcr nach Sonn- und Festtagen. AbonnementSpreiS für Berlin frei L�HauS vierteljährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer S Pf. sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3,30 Mark pro Quartal. *.(Eingetragen in der Postzeitilngsprcisliste fiir 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) unter Kreuz baud, täglich durch die Expedition, fiir Deutschland und Oesterreich-Ungarn L Mark, für das übrige Ausland lt Mark pro Monat. H 1% I R-b- bei gej; F bt V �lche die Ergebnisse der ersten ordentlichen Wahlen ver �schaulichen. Es fielen sozialdemokratische Stimmen Absolute Zahlen in Tausenden) 1. Legislaturperiode 1671,,. 124,7 2.„ 1874... 352,0 8.„ 1877... 493,3 4.„ 1878... 437,1 5.„ 1881... 312,0 6.„ 1884... 550,0 ■ 7.„ 1887... 703,1 8.„ 1890... 1427,3. tv Die ruhige Entwickelung der Parteiverhältnisse vom L�te 1871 bis 1877 einsö)ließlich tritt haarscharf zu in der regelmäßigen Zunahme der für unsere Kan- . vaten in die Urne gelegten Stimnizettel. Die Agitation, j) 1875 in zwei Lager getheilt, seit dem Gothaer �Migungskongreß einheitlich geführt, erfaßte immer fitere Kreise, das Fabrikproletariat, wie die ge- iche Arbeiterschaft überhaupt, wurde für die sozia- -"iche Lehre gewonnen, der Einfluß der fortschrittlichen �'momeritterfchaft, wurde gebrochen, die wirthschaftlichen �tände, die besten Agitatoren, die wir haben, arbeiteten �Sozialdemokratie mit der bewundernswerthen Folge- x..%keit, die dem ökonomischen Prozeß eigen ist, in die wibe, die Aussichten der Partei wuchsen zusehends. Man 'Ate z. B. den Sprung, den die Zahlen von 1871 bis d.'1 machen! Die Arbeiterklasse hatte in diesem kurzen r'�aume gelernt, sich in größerem Maßstabe zu organi- L en und das Wählen zu lernen. Das Wählen ist ja Kunst, die gelernt werden muß, wie jede politische -A'gkeit. Das will sagen, die Massen mußten darüber ath lk»klärt werden, daß, weshalb und wie sie zu wählen ' sie mußten die Schwerfälligkeit, dieden ersten politischen Zungen einer aufstrebenden Klasse anhaftet, abstreifen, Jnsertionsgebühr beträgt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versanrnckmas« Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin Sw., Beuthltraße 3, sowie von allen Annoncen-Bureaux, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -, Fernsprecher: Amt vi. Ur. 4106.•- Mednktion: VeuthstvQfze S.— Expedition: VeutMentze 3. Ektners x*mxt LVÄHlen. . Der neueste Band des„Statistischen Jahrbuches für °as Deutsche' Reich", Jahrgang 1890, enthält neben Ederen sehr beachtcnswerthen Mittheilungen auch eine Erreiche Uebersicht der Wahlen zum deutschen Deichst ag. Die nüchternen Zahlen der vom kaiserl. Müstischen Amt zusammengestellten Tabellen erzählen ein M Stück politische Geschichte, und es ist sicher nicht un- °!>Sebracht, gerade jetzt einige schlagende Beweisstücke für � Bedeutsamkeit der regsten Betheiliguug am öffentlichen 8°en unseren Lesern vorzuführen. Die A r b e i t e r p a r t e i hat sich, seit das all- Kleine Wahlrecht in Deutschland besteht, immer an den Mhlkäinpfen aufs lebhafteste betheiligt. Es ist der Fort- Mtitt der Bewegung deutlich zu erkennen an den Ziffern, mit»'. en gut. >msw >erungs % Ieuilleion. P Verloren! den Papieren eines 31 echtsamu altes. Von C a s i m i r K a n e m a n. �.�ieser„Dämon" machte ihn zu einem leidenschaftlichen und zFwohnlicheu Charakter. Er besaß Anlagen zu emem "l'i�iii C'1 mie zu einem Verbrecher, es kam nur darauf KBAZUGMÄ biefe F'-age durch die weitere Erzählung meines it Ü tL'wV't Ä5 war das für Die Eltern waren nie '--—• andern, denn und Bekannte Besuch, von ar einem viele M 3""' — TV Sx Vor Mitternacht kam er selten z�nck.�-m" .'flsf»} s�er rl mit meiner jüngeren Schwester Adeluia.. >esch � �lgyj�uvernante trommelte diese oft stundenlang auf d herum oder sie las Nomaue, deren unsere Bibüoihic rstr. ihre Glieder gebrauchen, ihre Kraft erkennen lernen. Wie rasch und mit welchen Erfolgen dieser sozialpolitische Auf- schwungsunterricht ertheilt wurde, erhellt aus einen, Ber- gleich der Wahlergebnisse 1871 und 1874. Dazu tritt als besonders wichtiger Moment die 1874 bereits sehr empfindlich zum Bewußtsein der kleinen Leute kommende Wirthschaftskrisis, der Katzenjammer nach dem tollen Rausch der Gründerjahre. Karl Marx hatte m der am 24. Januar 1873 geschriebenen Vorrede zur zweiten Auflage seines„Kapital" geschrieben:„Die widerspruchsvolle Bewegung der kapitalistischen Gesellschaft macht sich dem prak- tischen Bourgeois am schlagendsten fühlbar in den Wechselfällen des periodischen Zyklus, den die moderne Industrie durchläuft, und deren Gipfelpunkt— die allgemeine Krise. Sie ist wieder im Anmarsch, obgleich noch begriffen in den Vorstadien, und wird durch die Allseitigkeit ihres Schauplatzes, wie die Intensität ihrer Wirkung, selbst den Glückspilzen des neuen heiligen preußisch- deutschen Reichs Dialektik� ein- pauken." Am 9. Mai 1873 erfolgte der Krach in Wien, und von da ab datirt die Versumpfung des wirthschaftlichen Lebens, die chronische Krisis, an der wir heute noch kranken. Das Proletariat reagirte auf die furchtbare Katastrophe der Milliardenära mit einer sehr verständlichen Antwort; die Zahl der Stimmen verdreifachte sich. Das Attentatsjahr brachte die Auflösung des Reichs- tags und eine unter den ungünstigsten Umständen voll- zogene Neuwahl. Die Ergebnisse sind trotzdem noch er- freulich. Kaum aber hatte Bismarck das Sozialistengesetz unter Dach und Fach gebracht, als eine bis dahin un- erhörte Unterdrückung der deutschen Arbeiter begann. Alle Organisationen zerstört, die Presse mundtodt gemacht, die Staatsanwälte in fieberhafter Thätigkeit, die Aus- Weisungen Schlag auf Schlag sich folgend, die Polizei unersättlich in Verhaftungen, Haussuchungen, Verboten, kurz, der systematische Versuch, in der deutschen Arbeiter- weit die Ruhe des Friedhofs zu schaffen. Unter solchen Verhältnissen kam die 1881er Reichstagswahl zu Stande. Der Rückgang war ein so selbstverständlicher, wie früher der stete Aufstieg der Zahlen. Für die ungebrochene Lebenskraft der Partei aber bürgt die Thatsache, daß trotz- dem erhebliche Resultate erzielt wurden und daß der Zusammenhalt und Zusammenhang nicht verloren ging. Die Tüchtigkeit der Genossen bewährte sich glänzend, nachdem sie gelernt, in Sturm und Drang des Ausnahme- gesetzes zu exerzieren und dabei eine Feuerdisziplin zu zeigen, die in der Geschichte der Klassenkämpfe bis heute eine sehr große Auswahl bot. Als ich ungefähr ein Jahr vom Gymnasium zurück war, war mir dies Leben schon dermaßen zum Ekel geworden, daß ich oft darüber nachsann, ob es wohl nicht besser wäre, wenn ich mich erhängen oder mir eine Kugel durch den Kops jagen würde. Glücklicherweise lernte ich um diese Zeit den Sohn unseres Oekonoms kennen, einen zwanzigjährigen Burschen, der sich in dem nahen Städtchen um die Stelle eines Ge- meindeschreibers bewarb, ein lustiger Kamerad. Ich schloß mich ihm an und wir machten zusamnien fast jeden Tag Ausflüge nach Mitlau. Tort gab es der Zerstreuungen so viele, daß es mir ein Leichtes war, die Langeweile zu ver- treiben. Die einzige Sorge machte mir das Geld, für das ich keine Quelle hatte,— gewann ich hie und da einige Rubel beim Billardspiel, so verlor ich das Doppelte am Spieltisch, an dem ich nie Glück hatte. Wie hätte ich auch gewinnen können, wenn mir vor Ungeduld die Hände brannten und ich gar nicht wußte, was ich that! Eines Tages verkaufte ich meine Uhr, am andcrnmal einen Frack. Nachdem das Geld, das ich dafür erhalten verbraucht war, versetzte ich einen Winter- anzng und schließlich einen goldenen Ring, Als ich nichts mehr zu versetzen hatte, borgte ich bei Inden an die sechzig Rubel. Auf diese Weise schlug ich mich in Mitlau beinahe ein Jahr durch und besuchte das elterliche Hans im Monat gewöhnlich nur ein Mal. Aber es währte nicht lange, da war ich auch dieses Lebens satt geworden, Rene und Herze- leid quälten mich und ich kehrte dem Städtchen oft den Rücken und floh in die Wälder, wo ich bittere Thräueu weinte."... Er hielt iune, als müßte er sich in der Geschichte seines Lebens erst wieder zurechtfinden. »Ich sehnte mich nach einer anderen Welt— fuhr er fort—; es muß hinter diesen Wäldern und Bergen, dachte unerreicht geblieben ist. Der 20. Februar 1890 war der Todtengräber des Sozialistengesetzes. Die deutschen Ar- beiter sind jetzt alte gediente Soldaten, die auch unter den neuen Lebensbedingungen ihr Banner zu schirmen wissen werden. Mag man mit oder ohne Zwangsgesetze, mit oder ohne Herrfurth'sche Zirkuläre der Sozialdemokratie gegenübertreten, sie weiß sich ihrer Haut zu wehren und wird den politischen Kamps auf jedem Terrain bestehen können. Auch die Verhältnißzahlen, welche das„Jahrbuch" liefert, sind natürlich ein drastischer Beleg für unsere Ausführungen. Von 100 giltigen Stimmen kamen auf unsere Partei: 1871 1874 1877 1878 1881 1884 1887 1890 % 8.7 7,3 6,8 8,7 8,9 18,1. Diese kleine Zusammenstellung beleuchtet die reißend schnelle Ausbreitung unserer Ideen noch viel schärfer, als die absoluten Zahlen dies thun. Von 100 Abgeordneten— bekanntlich sitzen ihrer 397 im Reichstage— gehörten zur Sozialdemokratie 1871 1874 1877 1878 1881 1884 1887 li 3,0 2,3 3,0 6,0 2,8 1890... 3.8. Diese kleine Wahlstatistik spricht eigentlich beredt genug für sich selbst. Sie liefert ja meßbare Größen, die das Wachsthum der Sozialdemokratie Jedem zu ver- anschaulichen vermögen. Die intensivste Ausnützung des allgemeinen Wahlrechts ist eine oberste Pflicht der Ge- Nossen, sie ist geradezu eine Lebensfrage für die Partei, so lange das Wahlrecht in eine für die breiten Massen brauchbaren Gestalt existirt. Ohne jede trügerische Hoff- »nng geht die Sozialdemokratie in den Wahlkampf, aber die jahrzehntelange Erfahrung hat uns darüber belehrt, daß die bisherige Taktik der Partei ihr die Erfolge ge- sichert hat, welche sie zu verzeichnen hat. Und so heiße denn die Losung: Die Agitation für die nächste Wahl beginnt sofort am Tage nach der letzt- verflossenen Wahl. Wir kennen keinen Stillstand, wir müssen vorwärts. Und das gerade ist die sichere Bürg- schaff unseres Sieges. ich, eine lichte und schöne Welt geben, auf der die Menschen glücklicher sind, als ich in dem kleinen Neste Mitlau. Ade- lina hatte mir einmal aus einem Buche von einem italien- ischcn General vorgelesen. Sie kennen wahrscheinlich die Geschichte dieses bcrühncken Helden—, wie hat er nur ge- heißen?... Ja,. Garibaldi! Als ich von den Thaten dieses ManneS hörte, ist mir alle Ruhe abhanden ge- kommen, auf keinem Plätzchen, nirgends litt's mich mehr.., tagelang..." „Haben Sie ein Verlangen empfunden, die Thaten Garibaldis nachzuahmen?" „Ach Herr! Wie glücklich muß doch dieser Mann gewesen sein! er hat sicherlich die Langeweile nicht gekannt." Das Wort Langeweile wiederholte sich jeden Augenblick, es war gleichsam der Refrain seiner Klagen und erklärte mir so Vieles, was mir eine Stunde vorher noch unver- ständlich war. „Warum haben Sie sich nicht irgend eine Beschäftigung gesucht, statt nach dem Städtchen zu fahren und dort'in müßigem Zeitvertreib das Geld zu verbrauchen und die Keit todt zu schlagen?" Er sah mich erstaunt an. „Womit hätte ich mich befassen sollen?" fragte er naiv. „Sie hätten dem Vater bei der Wirthschaft an die Hand gehen können." „Leitet denn der Vater die Wirthschaft?" rief er mit wachsendem Staunen." „Dann vielleicht Ihr Bruder? Sie hätten es mit Lothar thun können," ,,'/Süthai'!... Lothar hätte sich mit Landwirthschaft besaßen sollen?" Er lachte bei diesen Worten hell ans, als läge in meinen Worten eine Ungeheuerlichkeit. Zur UeuorKlmistttwn der deutschen Sozialdemokratie.") V. a. Wir haben es bis heute absichtlich vermieden, zu der Diskussion, welche sich innerhalb der sozialdemokratischen Partei in Deutschland entsponnen hat, Stellung zu nehmen. Denn vor Allem halten wir es für eine sehr schwierige Sache, über die inneren Verhältnisse einer Partei des Auslandes ein be- gründetes Urtheil zu fällen, auch dann, wenn uns so intime Beziehungen mit ihr verknüpfen, wie die Sozial- demokratie Oesterreichs mit der Deutschlands. Eine ganze Reihe feinerer Momente sind dem Fremden trotz besten Bemühens nicht saßbar; es fehlt ihm gewissermaßen die Kenntniß der At- mosphäre, in welcher Dinge und Personen wirksam sind, wenn er auch diese Dinge und Personen selbst gewissenhast studirt und seit Jahren kennt. Dazu kommt für die Sozialdemokratie in Deutsch- land in Betracht, daß das jetzt noch bestehende Sozialistengesetz es hindert, jedes Ding bei seinem richtigen Namen zu nennen und daß weiter die natürliche Erregung, welche das bevorstehende Ablaufen des Zwangsgesetzes hervorbringt, rhetorische Heber treibungen aller Art natürlich macht. Wir glaubten deshalb gut daran zu thun, einige Wochen zuwarten, bevor wir unseren Lesern ein Bild von den Vorgängen in der deutschen Partei vor Augen führten, und hoffen, daß dieses Bild dadurch nicht an Richtigkeit verloren haben wird. Will man die Vorgänge verstehen, so muß man sich vor Augen führen, daß während der zwölfjährigen Herrschaft des Sozialistengesetzes die Parteigeschäste von der Reichstagsfraktion allein und ausschließlich' auf ihre eigene Verantwortung besorgt werden mußten. Die Kontrole, welche die Partei zu üben ver- mochte, konnte nur eine nicht-ossizielle sein, sowohl in Bezug auf die Parteitaktik, als auf die Organisation und deren Ver- walwngsbedürfnisse. Die Fraktion war eben die einzige Gruppe von Menschen in der Partei, die einigermaßen gegen Ver- folgung geschützt war und deren systematisches Zusammen- wirken nicht als„Geheimbündelei" bestraft werden konnte. Daß übrigens diese Immunität keineswegs eine absolute war, be- weisen die vielmonatlichen Kerkerstrafen, welche fast Jedes der Fraktionsmitgliedcr über sich ergehen lassen mußte. Es bestand also offiziell eigentlich nur ein Berhältniß jedes einzelnen Partei- genossen zu der Fraktion, nicht aber ein Verband der Parteige- nassen untereinander. Unter diesen Umständen mußte die Aus- gäbe der Fraktion und ihre Verantwortlichkeit eine beinahe alle menschliche Kraft übersteigende sein. Nicht minder aber wurden an die Opserwilligkeit, au das der leisesten Andeutung folgende Verständniß und an die Disziplin jedes einzelnen Parteigenossen Anforderungen gestellt, welche in der Geschichte der politischen Parteien unerhört sind. Man bedenke, daß bis zum Tode Wilhelm I., ja bis zum Sturze Bismarcks, die Partciprinzipien, von der Parteitaktik gar nicht zu reden, in der Presse nicht erörtert werden konnten, daß die Parteitage im Auslande ohne genau kontrolirbare Delegirung abgehalten werden mußten, daß der im Auslande erscheinende„Sozialdemokrat", das einzige Mittel der öffentlichen Erörterungen von Partei- angelegenheiten, in Deutschland-geheim verbreitet werden mußte. Die Geschichte des deutschen Volkes enthält kein Blatt, das deut- licher und klarer für alle Zeiten seine Tüchtigkeit beweisen würde, als jenes, welches von der Sozialdemokratie von 1S7S bis 1890 meldet.•-. . Das einzige politische Recht,- welches das Sozialistengesetz übrig ließ, war das Wahlrecht, und wenn es hie und da noch Nörgler giebt, so mögen sie an der Hand der Geschichte sich be- lehren, welchen Werth das Wahlrecht gerade für die Agitation und Organisation hat. An das Wahlrecht schloß sich die einzig mögliche Organisation der Partei an. Die Fraktion bekleidete eine geradezu diktatorische Gewalt, die Geivalt des Generals während der Schlacht, sei er nun General der Königs von Preußen oder General der Pariser Kommune. Ob solche Gewalt für ihren Träger vorwiegend Angenehmes hat, wird nur Derjenige zu ermessen wisse», der jemals selbst} schwere Verantwortung auf sich nehmen mußte. Wie die Fraktion ihrer Aufgabe genügt hat, beweist der Stand der Partei. Und wenn am 12. Oktober am Parteitag in Halle die Fraktion die Geschäfte übergeben und Rechenschaft legen wird, wird sie nicht viele Worte- machen müssen und erhobeneu Hauptes darf sie Freund und Feind gegenüber treten. Es giebt keine Gruppe von Männern, die>in schwererer Zeit eine schwie- rigere Sache mit mehr Much, Ausdauer, Entschlossenheit und Verstand durchgeführt hätte, als die Leitung der deutschen Sozial- demokratie. Mit dem Wegfall des Sozialistengesetzes beginnt aber ein neuer Zeitabschnitt. Die Diktatur ist überflüssig; die Demokratie in der So- *) Wir entnehmen diesen Artikel der Wiener„Arbeiter-Ztg.". Er stamnit aus der Feder eines hervorragenden österreichischen Parteigenossen, der über die deutschen Verhältnisse so gut unter- richtet ist. wie man es im Auslande nur sein kann. Auf die Klarheit, Ruhe und Objektivität des Artikels brauchen wir nicht erst besonders hinzuweisen; sie wird hier auf jeder Seite empfunden werden. Red. „Wer führt denn im Gute Ihrer Eltern die Aufsicht über die Wirthschaft?" „Der Verioalter meines Vaters, der Oekonom." „Sobald Sie also wußten, daß es in Lindendorf für Sie keine Beschäftigung gab,— warum haben Sie sich nicht einem Berufe gewidmet? Haben Sie nie daran gedacht, die Schulen weiter zu besuchen und sich an einer Universität auszubilden? Sie wären dann vor der Langeweile geschützt gewesen." „Welchem Berufe glauben Sie, daß ich mich hätte widmen können?" „Sie hätten ein Arzt, ein Rcchtsgelehrter, ein Techniker, vielleicht auch ein Schriftsteller oder ein Naturforscher wer- den können." Er schaute mich mit weitgeössncten Augen an. Ich sah wie auf seinen Lippen die Antwort schwebte, daß er als Edelmann und Sohn eines reichen Gutsbesitzers sich in der Lage gewähnt habe, er sei aller Mühsal und Plage des Er- werbes enthoben, da ihm das Vermögen seines Vaters eine sreie schöne Zukunft sichere. Indessen ließ ihn sein Verstand diese Phrase nicht aussprechen, so fest sie ihm von seiner frühern Umgebung auch eingeprägt worden sein mochte. So bat er mich nur um einige Aufklärung über die Bedeutung und das Wesen dieser Berufsarten, wobei ihm eine lebhafte Neugier und ein bislang noch ungestillter Wissensdurst aus den Augen brannte. Die Aufgaben des Arztes waren ihnr bekannt, von der Beschäftigung eines Juristen wußte er nur, was ich ihm bei dem vorigen Gespräche gesagt hatte, was ein Techniker, ein Ingenieur auf der Welt zu thun hat, davon hatte er nur eine schwache Ahnung und ein gelehrter Naturforscher mochte ihm bisher nur gleich der Figur eines Märchens vorgeschwebt haben. Ich war eine Weile �unschlüssig, ob ich alle seine Fragen beantivorten und vor dem Blicke dieses unglücklichen jungen Menschen die Bilder menschlicher Zufriedenheit und des wahren Glückes entrollen sollte. Doch schien nur dies nöthig, um aus seinen Antworten und den weiteru aus dem Gespräche sich ergebenden Fragen Schlüsse ziehen zu können auf alle die Einflüsse, welche ihn zu dem gemacht hatten, was er war um so die Große ' zialdemokratie tritt in ihre Rechte. Und da der AuZnahmszustand dahinsinkt, wird er schon seit einiger Zeit so lau gehandhabt, daß eine Diskussion möglich ist. Die Fraktion hat daS Jhri' gethan, den Parteitag ausgeschrieben, der ihrer Macht ein Eni setzt, und den Organisationsentwurf veröffentlicht. Und da gc- schieht denn das Merkwürdige, was alle unsere Gegner so er- staunt macht,— es wird nämlich in der Sozialdemokratie wirk- lich diskutirt. In großen Volksversammlungen werden Fragen der Taktik und Organisation öffentlich erörtert; die gesummte, heute schon sehr bedeutende Presse bespricht ohne alle Geheim- thuerei sogar Fragen der Person. Kurz, Alles das, was bei an- deren Parteien bei geschlossenen Thüren von ein paar Draht- ziehern gewispelt wird, scheuen sich die Sozialdemokraten nicht auf offenem Markte über die Dächer zu schreien. Und das ist die Partei,, deren Mitglieder so häufig wegen„Geheimbündelei" sitzen müssen. Welches sind nun die Fragen, welche vorzugsweise erörtert werden. Sie betreffen die Taktik und die Organisation der Partei. In Bezug auf die Taktik ist es jener Punkt, der wohl für unsere Partei in allen Ländern und zu allen Zeiten in Diskussion stehen wird: Die Frage, wie sich die agitatorische Thätigkeit für die letzten Ziele der Partei mit den Mitteln, welche die jedes- malige politische Lage bietet, und mit der Lösung jener Aufgaben, welche der Augenblick stellt, verbinden läßt. Die Sozialdemo- kratie ist eine„revolutionäre" Partei in dem Sinne, daß sie die Emanzipation der Arbeiterklasse und die ökonomisch und geschicht- lich nothwendige Aenderung des gesummten GesellschaftszustandeL als ein wünschenswerthes Ziel der Entwicklung ansieht und die klare Einsicht in diese Nothwendigkcit zu verbreiten bestrebt ist. Da sie aber weiß, daß nur die Arbeiterklasse selbst der Trüger dieser Eni- Wicklung sein kann, ist ihre weitere Ausgabedie Entwicklung des Prole- tariatszur Macht zu befördern. Dies ist eine politischeAufgabe, welche aller Mittel der Politik, also anch des Parlamentarismus bedarf. Weiter aber ist die Sozialdemokratie nicht nur eine in gedachtem Sinne„revolutionäre" Partei, sondern auch und nicht zuletzt der Wortführer der proletarischen Bewegung überhaupt, welche stch vielfach unbewußt vollzieht. Die proletarische Bewegung kennt ihre eigenen letzten Ziele nicht; sie kennt nur augenblickliche Bedürfnisse. Nichtsdestoweniger ist sie der mächtigste Faktor aller politischen Entwicklung und die Sozialdemokratie hat die Ver- pflichtung nicht nur im Sinne ihrer prinzipiellen, letzten Ziele agitatorisch, das heißt ausklärend zu wirken, sondern sie hat auch daS augenblickliche Interesse des Proletariats praktisch zu vertreten. Und auch dafür bietet die politische Thätigkeit die Bedingungen. Noch mehr, damit muß die Sozialdemokratie uothgedruugen den Boden der heutigen Gesellschaftsordnung betreten, muß im Bereiche des heute Möglichen wirken, muß Schritt für Schritt der Ausbeutung, der Vergeivaltigung entgegentreten, muß suchen im Heutigen Er- folge für das Proletariat zu erringen. Die Sozialdemokratie ist dazu gezwungen, nicht allein etwa im agitatorischen oder propa- gandistischen Interesse, um die Zahl ihrer Anhänger zu ver- mehren, sondern aus einem weit tieferen Grunde: weil jede praktische Verbesserung der materiellen Lage des Proletariats, und chiene sie noch so unbedeutend, die Macht des Proletariats ver- mehrt, seine geistige und körperliche Eignung, den Kampf für seine Emanzipation zu führen, erhöht. Da giebt es nun zwei Gefahren: entweder die Ausgabe der prinzipiellen Propaganda ausschließlich zu betreiben und so in sie„radikale" Rhetorik des Predigers in der Wüste zu verfallen, oder aber die Wichtigkeit einzelner kleiner Fortschritte zu über- Schätzen und unter Verleugnung des Endzieles der Partei zum posstbilismus zu versumpfen, lieber die richtige Abwägung jedes Schrittes, über die Einhaltung des Weges, welcher beiden Auf- gaben gleichmäßig genügt, wird in unserer Partei immer gestritten werden, ja, aus dem Streite allein wird sich stets der richtige Weg ergebe». Ohne Zweifel bietet gerade der Parlamentarismus eine Reihe von Verlockungen und Gefahren, welche geeignet sind dem PossibiliSmus in die Arme zu führen. Gewiß, es weht keine gesunde Lust in unseren Parlamenten. Aber Niemand kann sagen, daß die sozialdemokratische Fraktion des deutschen Reichstags diesen Gefahren erlegen sei. Mehr noch, es ist das auch nicht gesagt worden. So viel wir in dieser Beziehung von Artikeln und Versammlungsreden in der letzten Zeit gelesen haben, es werden in lebhafter Weise Befürchtungen ausgesprochen, aber eine Anklage konnten wir nicht entdecken. Ja, es erscheint uns bemcrkenswerth, daß der unstreitig Begabteste und Verdienstvollste unter denjenigen, welche die sogenannte „radikale" Seite vertreten, Herr Max Schippel, welcher überdies die Gefahren des Parlamentarismus und die Korruption, welche das parlamentarische Leben mit sich bringt, in der Wiener„Gleichheit" vor drei Jahren ausführlich darstellte, heute für sich selbst nicht weniger Immunität gegen die parlamentarische Korruptions- gcfahr in Anspruch nimmt, als etwa die Bebel, Liebknecht, Auer u. s. w.; denn er ist selbst seither Mitglied der Fraktion geworden. Welchen Werth nicht nur das allgemeine Wahlrecht, sondern auch Parteigenosse», die im Parlamente sitzen, haben, darüber sind gewiß am kompetentesten diejenigen, die das schmerzlich entbehren, die Sozialdemokraten in Oesterreich. Das wird übrigens in Deutsch- land nirgends bestritten. Die Furcht vor dem Opportunismus aber seiner Schuld au seinem Zustande zu ermessen. Ich begann nun in allgemeinen Umrissen ihm das Bild der riesigen menschlichen Werkstätte zu zeichnen, in welcher sich Millionen und Millionen ein Jeder auf seine Weise nm's tägliche Brot mühen und quälen. Schweigend hörte er mir zu; aber cs war leicht zu ersehen, daß er mit einem wahren Heiß- Hunger meine Worte verschlang. Seine Einbildungskraft malte wohl diese Skizzen vorweg zu großen Bildern aus, die, so sehr sie auch von der Wirklichkeit entfernt sein mochten, ihn dennoch gewaltig beschäftigten und anzogen, gleich jenen unbekannten Gebilden, von denen sein Herz träumte, wenn er sich in der Waldeinsamkeit weit über die Wälder und Berge sehnte. Als ich wieder schwieg, athmete er tief auf und machte mit den Händen unruhige, zornverräthende Gestikulationen, die er offenbar von jener schlcchtcuGcscllschastgelcrnthatte,bei welcher er, dem elterlichen Hause>entflohen, seine Zeit verbrachte, um seinen Hunger nach Erfahrungen und Eindrücken zu stillen. „Der Teufel auch mit all' den gescheidten Menschen, dle die Schnüre ihres Schaukelbrettes so fest in der Hand halten können!" rief er herben Tones.„Mich hat Niemand die Weisheit gelehrt, welche die Andern schützt, und ich mußte dein Winde gehorchen, der mich in den Abgrund hinunter- schlenderte!..." Waren diese Worte auch roh gesprochen, so hatte Nodeufcls damit gleichwohl Recht. Es hatte ihn Niemand ans die Gefahren des Lebens aufmerksam gemacht und Niemand hatte ihn gelehrt, die Leidenschaften zu beherrschen und den Verlockungen des trügerischen Lebens zu trotzen. Er hatte das Alles nicht verstanden und war deshalb dem Verderben preisgegeben. „Ich machte fortan Schulden," nahm er den Faden seiner Lebensgcschichte wieder ans.„Die Pächter, die Ver- waltnngsbcamten meines Vaters und meine Bekannten bei Krieger liehen mir Geld. Sie wußten ja, daß es ihnen der Vater zurückerstatten würde, wenn ich es nicht könnte. In der That blieb dies denn auch nicht lange Geheimniß. Ter Vater erfuhr von meinen Schulden und bezahlte sie. Dabei aber überhäufte er mich mit tausend Vorwürfen; ich mache es ist wesentlich eine Furcht vor sich selber; bleibt prinzipienfest, so kann die Fraktion umnöglcch iOlww' werden. Betreffs der Organisation dreht sich die DcskusM. wiegend um drei Punkte. Erstlich wird die Zusammchj des Parteitages erörtert. Der Entwurf der Fraktion s jeden Wahlkreis drei Delegirte vor; die Opposition wu der Anzahl der Porteigenossen wachsende Zahl festsetzen. organisatorische Fragen haben wir natürlich noch viel � ein eingehendes Urtheil als über die Taktik; aber was � nossen Auer und Bebel für den Entwurf vorbringen, sä)' � begründet, daß nämlich die Bezirke mit weniger Genoll.� sinanziellen Gründen ohnehin weniger oder gar keinen � entsenden können und so die Zahl Drei für die größeren. faktisch eine Maximalzahl wird. Merkwürdig erscheint u � daß die Opposition eine Majorisirung der großen Slaon L das flache Land fürchtet. Erstens ist, wie Bebel hervorhebt, Gegensatz bisher.noch nicht hervorgetreten. Zweitens aber' � wir, daß, wenn er hervorträte, die Großstädte ein so vielfach tes natürliches Uebergewicht, einen so überiviegenden ucn Einfluß auf die Entwicklung der Partei haben, daß es I denllich erschiene, das«Gewicht dieses Einflusses durch b � tretungszahl noch zu vermehren, und es erscheint sonderen,• gerade solche Genossen dafür eintreten, welche die vor der Gefahr des„Zeniralismus" an den Tag legen. ist dieser Punkt durch ruhige Diskussion, in welche, wie g Bebel und Auer von der einen, Vollmar von der ande«> � eingriff, so weit geklärt, daß auf dem Parteitage nw■ Mittelweg eingeschlagen werden wird. Der zivelte Pu> � Entwurfes, welcher angefochten wird, ist die Besttnununs- �. "'" Kontrolkommission die Fraktion zugleich das Amt einer [oll. So heftig die Angriffe gegen diese Bestimmung ware»� imd sehr kleinlaut geworden, seit Auer oariegie, oap � Form der Kontrole nur aus Rücksicht auf die neueste des preußischen Vereinsgesetzes geivählt habe. Neuerlich''..... wird jede Vereinigung weniger Personen, die wir Kol■ oder Komitee nennen würden, als„Verein" behandelt r,« Kontrolkommission, welche mit der Parteileitung 01-.i; könnte eines schönen Tages aufgelöst und ihre Mitglieder� werden. Das ist nun der Fraktion gegenüber nicht 1°� ihr die Kontrole ubesi,.�, zu machen und darum wollte man, Werden die juristischen Bedenken, welche die auch ohne Soz«! gesetz elenden politischen Verhältnisse der Partei oufffj. widerlegt, so wird wohl nach altem Brauch eine eigene%- J kommission gewählt werden, lieber flüssig war gewiß der und die Lesdenschaft, die von einigen züngeren Cenossen- p von Vollmar, bei dieser Diskussion entwickelt wurden. EUs ß zahl Leute im Februar in den Reichstag wählen unv l � August der Herrschsucht und diktatorischer Gelüste beschu mag„radikal" aussehen, sehr klug erscheint es uns nicht- j- Der dritte Punkt, der vielleicht am lebhaftesten eiMg. b, müther erregte,»var die Kontrole der Parteipresse. Wir offen, daß wir dieser Diskussion vollständig verftändniploö S überstehen. Die Bestimmung lautet:„Er(der Parteivorsta» � trolirt die prinzipielle Haltung der Parteiorgane." Daß eu>e? � die im Kampfe steht, deren Blätter Kampfblätter und p schäftsunternehmuugen wie die Bourgeoiszeitungen sind, Haltung ihrer Presse verantwortlich ist, bedarf doch keiner>' 'Ausführung. Daß die Partei damit das Recht haben muß, IL, zu prüfen, ob ihre Presse auf dem prinzipiellen Boden der � steht, versteht sich von selbst; daß die Partei diese P% � nur durch irgendein Organ, also den Parteivorstand ose � besonders bestimmte Kommission, ausüben kann, ist ebeni ö, Was das mit der Beschränkung der freien Meinungsa"? � innerhalb der Partei zu thun haben soll, verstehen w'ck h Disku daß( ßanz I 'Jioci Äjs daß di .Partei tz'uns Wer 2 hat. vo kann, «S wird e die Er drücken Berlinl Zelnen welche tziedakt Skalen Diskus,' jungen und No orlerun Worten „. Ol wie er uch nie punkte Ä habe», faOen i wohnt vleben »nd»o, f r ,�n sasel dc will.,, g°tt au se« wenn fi Bffetzcs «Zahlen nicht m Zeit de: 'hun. niicht be 2V 'hr»ich finniger d» in en Uvthwei stehe. Damit wird weder dem Blatte noch, einen wniaru''' Haar gekrümmt, es' wird' nur konstatirt.gdaß es nicht zur P" A hört. Noch auch wird irgendeiner Meinung, und weiche sie ooZ Ii der Majorität der Partei oder der des Parteivorstandes».-! sehr ab, im Mindesten- die freie Aeußerung verkümmert, sb� sich diese Meinung ans dem Boden des Parteiprogramms ws... Daß es aber„dewolratisch" sei, zu dulden, daß irgend eine ny die prinzipiell mit dem Parteiprogramme im WidersprucY�A sei es aus Mißverstand oder aus Berechnimg von geg'' � Seite, unter der Flagge eines Organs der Sozialdemokrat getragen werde, ohne dagegen energischen und wirksamen spruch zu erheben, das ivill uns nicht in den Sinn, dafür � YMiy Srt2 /»ÖVtVtAtio ffJavrf/tMhllife SBtlJ ttJßl'bCTl j[Ct)ß wir nicht das geringste Verständniß. Wir werden jede Meinung respeltire», aber geradezu eine Prämie daraus}u'ws daß uns Gegner Kukukseier in's eigene Nest schieben, mjrj zutage, wo bekanntlich„jeder Mensch mehr oder weniger ist", sehr nahe liegt, das scheint uns nichts weniger Wir ineinen, der Entwurf der Fraktion hat mit den „prinzipielle Haltung", wodurch;Meinungsverschiedenhe> b Bezug auf Taktik und Organisation ausgeschlossen sind, vi das Richtige gettoffeu und der Parteitag wird höchsten»' örtern haben, wem diese Kontrole zu übertragen sei. Wir sind zu Ende. Gewissenhaft haben wir alle Streif � dargelegt und nun mögen einige Worte über die Fol" ihm Schande, ich sei ein mißrathenes Kind, ein Dinrtjl ein Galgenstrick, für den er keinen Heller mehr j«° J. werde. Er drohte mir sogar mit Enterbung und n>n Publikation in den Zeitungen, daß er sich von nur für mich keinerlei Schulden zahle, und weiß Gott nin � Allem noch. Aber er kam nicht dazu auch nur ew$ vielen Drohungen auszuführen. Er hatte reine 8% derlei Sachen. eine.' I. Bekannte nach Lindendorf, WR>>W>WWMM>MMWliMWWl m Drohungen auszuführen. Gr yarre reine o'Zf ei Sachen. An demselben Tage wurde in unserem ÜZ große Jagd abgehalten, es kamen Nachbarn und« j mnte nach Lindendorf, dann wurde ein Bankel> geben und nachher war meine Geschichte begraben. Und die Mutter?" fragte ich,„was sagte die k-S zu Ihrem Leben. Hat sie Ihnen keine Lehren gegeben, Vorstellungen gemacht und Ihnen gesagt, daß Sie das« Leben ins Unglück stürzen würde?" „Die Mutter kümmerte sich blutwenig um mim war ja nie zu Hause. Zwischen dem Vater und mir''L noch mehrmals vor. Aber sie ver"' Z derartige Austritte nicht, mich in andere Bahnen zu lenken und das cft J| Haus übte nach wie vor keinen Reiz mehr ans nuoiL Mir war eben diese Einförmigkeit des Lebens 3ul ,,[< welche nur von Tellerklirreu und widerlichem Gezänk. krochen wurde. Es verstrich so zu sagen keine Stum'� nicht Lothar mit Emma, der ältesten Schwester, oder mit Adelina, oder nicht Eines von ihnen mit der � gezankt hatte. Die Mutter selbst führte einen beftmj Krieg mit dem Vater, mit Emma und mit der Sff Dienerschaft. Der Oheim und die Vetter, ivelche am A Leben vielleicht einigen heilsamen Einfluß hätten f L' können, kamen selten zu Gast nach Lindendorf. Nach � Jahre also verließ ich gänzlich das Haus, da�.� vollends entfremdet war und übersiedelte nach Das Städtchen war zu meinem Wohnsitz geworden- Besticke bei Krieger mußte ich einstellen, denn ich Hai die Mittel nicht mehr, um mit einem gewissen f'M aufzutreten und ich|fchämte mich, mich den Leuten i* schcinigem Anzüge zu zeigen." „Und wo wohnten Sie die ganze Zeit hindurch' „Bei der Wittwe Schrödter." (Fortsetzung folgt.)' >sti te $" BSI ■ von l bie v ■ demo) «ernü • der Liebki bllitt Merk! bette' ; Benr rüstei * D JlllUpii G*# p}; % S1 Und M d bie P, veniok o-»n l vnterd hm, hw., lOUeu Ltz SN ue: Lenste mxet vcrT ,®cfi ff Äe, ugc, gri •ficiii Peru lN»r �'äliiijtoK Platz finden. Wir bedauern konstatircn zu müssen, eme jüngerer Parteigenossen, ivelche zum Theil seit �'lsJ5cT Zeit in Deutschland leben und welche zufällig über m. die„Sächsische Arbciter-Zeitung" und die t's Ldeburger Volksstimme", verfügen, dafür verantwortlich find, 'P die Debatte nicht immer in zener Art geführt wurde, wie sie MNeigenossen zukommt. Die Jugend dient diesen Genossen Augen nicht als Vorwurf, sondern als Entschuldigung. �er Alenschenkenntniß erworben hat, wer insbesondere erfahren wie ein leichtfertiges Wort persönliche Erbitterung schaffen .�"'welche schließlich auch die Sache schädigt, der wird es ver- jS'Wltn müssen, wenn Herr Dr. Wille anfänglich von dem --Korruption" mit Bezug auf Partei und Fraktion einen I;"* verschwenderischen Gebrauch machte, für welchen er aller- °mgs späterhin die Beweise schuldig bleiben mußte. Ebenso wird es m,r schwer verständlich sein, wie einen alten Genossen .Erregung, und sei sie noch so berechtigt, zu so starken Aus- °Nltfen verleiten kann, wie sie der Hitzkopf Grillenberger den «erlinern gegenüber gebrauchte. Aber das ist vorbei; die ein- iuiien Wortführer mußten der Masse cher Genossen gegenüber, welche besser weiß, was der Partei uützt, zurücktreten; die Redakteure der genannten Blätter mußten über Beschluß der Walen Organisationen die Redaktion niederlegen und die Mkusfion ivird heute sachlich und mit Ruhe geführt. Jene lungen Leute aber werden, so hoffen wir, aus ihr gelernt haben «nd noch mehr auf dem Parteitags lernen, daß man ernste Er- Gerungen nicht führen kann wie einen Schulstreit: mit großen «orten, hinter denen wenig steckt. . Ob der Parteitag den Organisationsentwurf annehmen wird, er ist, ob er Aendcrungen vornehmen wird, wissen wir natür- uch nicht. Soviel aber können wir heute schon sagen: die Streit- punkte sind so unwesentlich, berühren den Kern der Partei so daß ein irgendwie ernstes Zerwürfniß unmöglich ist. Seit P. alten Parteigenossen für und gegen das Wort genommen Men, ist die Lage klar, wenn auch noch manches scharfe Wort TQIIpn cm;. f'.k. s__ fJnS oo, !?.°hnt unsere Sache ehrlich und wenn es sein muß mit groben vleben durchzufechten; das thut der Freundschaft keinen Eintrag und noch weniger schadet es der Partei. . Und nun mache man sich ein Urrhcil darüber, was das Ge- lasel der Bourgeoisprcsse über die„Spaltung" der Partei besagen -"J-J Sämmtluche Bonrgeoisparteien würden ihrem alten Herr- »Ott auf den Knieen danken, wären sie halb so einig, so fest- «stchloffen, so zielbewußt als die deutsche Sozialdemokratie. Sie wollen sich nur selber Much machen. Die Kniee schlottern ihnen, wenn sie an den 1. Oktober und das Verschwinden des Sozialisten- Rietzes denken. So lügen sie sich denn in den eigenen Sack und stjählen sich Spukgeschichten.Z Das Sozialistengesetz hat die Partei '"cht mürbe gemacht. In ungeahnter Machtfülle geht sie aus der «iit der Verfolgung hervor. Nun soll die„Freiheit" es ihr an- chun. Eit� Hoffnungen i Betrogene Betrüger! Ihr kommt ihr "'cht bei, weder mit Feuer noch mit Wasser. Sie beugt sich nicht, 5°un Ihr sie niedertreten wollt, sie verleugnet sich nicht, wenn # sie hätschelt. Sie gedeiht in jeder Luft; die Kerketlust schadet % nicht und die Luft der Freiheit macht sie nicht entarten. Das wacht: die Sozialdemokratie vertritt die Wahrheit, das Recht; ]ie»st nicht ein Produkt eigensüchtiger Interessen oder eigen- sinniger Gehirne, sondern das Produkt der höchsten Interessen menschlichen Entwicklung und sie bedeutet den geschichtlich »othwendtgen Sieg der gerechten Sache des arbeitenden Volkes. NolikiMe Mekeevstihk. . Lüge»» stabeir lturze Herne. In dem„Deutschen Tageblatt" findet sich am Schluß eines Artikels, betitelt: «Die korrumpirte Presse" nachstehender Passus. „Auch in anderer Hinsicht fällt eben ein Streiflicht von drastischer Komik auf die demokratische Entrüstung über die dandwerksgriffe unserer alten„Offiziösen". Die auf Herrn Bebels Veranlassung vor die Thür gesetzten Redakteure der «sächsischen Arbciter-Zeitung" haben nämlich die letzten Tgge >hrer Amtsthätigkeit noch benutzt, um in einen» ausführlichen Jstgister aller ihre Gegner und insbesondere Herrn Liebknecht ' belastenden Fälle von„Korruption" sich ihren Groll gründlich ■ von der Brust zu sprechen. Da erfahren»vir denn u. A., daß die von Herrn Liebknecht herrührenden Artikel des„Sozial- - bemokraten" und des„Temps" im„VollSblatt" als gewichtige, vernünftige Stimmen über die Auseinandersetzungen in ' der Partei nachgebruckt wären und daß ebenso die «wbknecht'sche Korrespondenz an das Wiener Parte»- blatt im Londoner„Sozialdemokrat" mit dem Bemerken erwähnt sei, daß„ausländische Parteigenossen in der betreffenden Streitfrage genau so dächten, wie die Fraktion. «der auch diese Notiz in dem Londoner Organ rühre von Herrn Liebknecht selbst her! Man sieht, auch der gewanvteste ItimmungSfabnkant der alten offiziösen Schule ist gegen Herrn mebknecht, der auf der gteichStags-Tribüne solchen künstllchen Bearbeitungen der öffentlichen Meinung gegenüber ganz ent- rüstetcr Biedermann war, der reine Stümper." .. Das„Deutsche Tageblatt" ist zwar in Sachen der„kor- bllmpirten Presse" eine vollgiltige Antorität, aber dtesmal r es sich hoch von seiner Zärtlichkeit für die Dresdener �Nossen irre führen lassen. Liebknecht hat, wie er am Mitt- in der Volksversammlung mittheilte, mcnials eme Klle für den Pariser„Temps" und seit Jahren wenigsten� 5% Zeile für die„Wiener Arbeiter- Zeitung" geschrieen 'n dem jetzigen„Streit" auch niemals aus da» Zcugniß Mwärtiger Genossen beruf-n. Auswärtigen Genofi en gegen- T: hat er sich allerdings über den„Streit" ausgefprochen, nur i n A n t iv o r t auf die infam en Lug en Ü\%etd&chti0»noe", imtM 0e&ymhn,c M die Reden und Zeitungen der sogen.„Opposition tu e Presse des Auslands eingeschinuggelt worden waren. tzp'�'pochsucrfaiumltmg meint er, der Vergleich der sozial- k"okratischen Partei mit den„Veretnigten Stai ,,2" dort»verde die Presse nicht unterdruckt. i�nng". wenn die Parteigenossen verlangest aecht ist entschic- �'"'"""gsänderststg". was Peai-iff UrOU GesinlUtttg sehr uuiie hat. allerdings beiveiset, daß Herr sonderbare und mangelhastc System Putikamer- Bismarck plädircn. Die„Leipziger Zcitnng" ist vollständig stencrlos— es herrscht in ihren Spalten die absolute Rathlosigkeit, die reinste Anarchie. Nur selten hat sie lichte Augenblicke. So schrieb sie z. vor einiger Zeit über„Sozialismus und Erziehung": „In den besitzenden Gesellschaftskreisen sucht das Volk sein besseres Ich verkörpert wieder. Darum ist es so emvört, iveim es das nicht findet, sondern Zustände, die mit seinem besseren Empfiitden in vollem Widerspruch stehen. Darum erivächst abeo auch für die besitzenden Kreise die Pflicht, allezeit sich der hohen, erzieherischen Aufgabe bewußt zu sein, ihr gemäß zu denken und zu handeln. Sie haben viel ver- säumt und viel gut zu machen. Wären sie allezeit ihrer Pflicht eingedeitk gewesen, hätten sie nicht in blutsaugerischer Weise die unteren Stände für ihre materiellen Interessen ausgebeutet, so wäre das, was wir Sozialdemokratie nennen, überhaupt nie entstanden. Noch ist es nicht zu spät, weim»mr die oberen Schichten immer mehr das Bewußtsein durchdringt, daß man mit der erhöhten Stellmtg auch er- höhte Pflichten übernimmt, insofern man den unteren Schichten des Volkes als Erzieher entgegentritt, um sie nach allen Seiten hin zu heben und zu fördern."-- Die Besitzenden mögen sich nicht täuschen. Nicht durch mühsam ab- gerungene Almosen wird die Gefahr beseitigt. Die Erziehung iin breitesten Sinne muß in den Vordergrund treten. Wer aber erziehen will, muß selbst erzogen, vor Allem darin mit sich einig sein, ob das Herz oder der Geldbeutel den Schwerpunkt seines Lebens bilden soll. Die Lösung der sozialen Frage möge man aber darin erkennen, daß der Beutel recht erleichtert und das He« recht beschwert werde, nämlich mit der Sorge um alle Mühseligen und Beladen«», die man nicht durch chinesische Mauern von sich absperren, sondern freuvig aufsuchen und gern in allein Guten fördern soll. Das war ganz vernünftig. Allein in Dutzenden von Artikeln bekäinpft sie solche Attschauungen mit der ganzen Bornirthcit eines sächsischen Militärvereinlers, der an die Allinacht und Allweisheit der Polizei glaubt, trnd fördert dabei die rohesten Schiinpfereien und Denunziationen zu Tage. Gin Sozialdemoürat— Kürgerurristev. Der sozial- demokratische Abgeordnete des Weimarischen Landtags und Vor- sitzende des Gemeinderaths zu Apolda, Herr Mangner dort, kandidirt für den Vürgermeisterposten in Apolda und hat nach einer Nachricht der„Frankfurter Zeitung" alle Aussicht, geivählt zu»verde». Atbcr'nrs tzjerrde. Aus London»vird unter'm 30. August an verschiedene Blätter telegraphirt:„In hiesigen Flüchtlings- kreisen»st das Gerücht verbreitet, daß nach Ablauf des Sozialisten- gesetzes die auf Grund desselben verhängten Strafen, soweit sie noch nicht verbüßt sind, nicht vollzogen»Verden sollen. Auch sollen denselben unkontrolirbaren Mittheilungen zufolge umfassende Begnadigungen zu erwarten sein."„Unkontrolirbar" sind die Mitiheilungen jedenfalls. Wir»viffen nicht, welcher Partei der grüne Junge angehört, der solche„Gerüchte" verbreitet oder glaubt — ein Sozialdemokrat ist er nicht. Jeder Sozialdemokrat»veiß, daß das Erlöschen des Sozialistengesetzes auf den Strafvollzug ganz ohne Einfluß ist, und daß wir nicht in der Aera der Be- gnadigungen leben. Der Kericht des parlamentarischen Koiniteea des Geiverksverxins- Kongresses enthält folgende Stelle über die Berliner Arbeiter schutz-llonserenz: Wir sind nicht geneigt, dieser Konferenz zu große Bedeutung beizulegen, aber sie ist unzweifelhaft ein entschiedener Schritt vorwärts, und sie be- fähigte europäische Regierungen, mit der verhältnißmäßig vor- geschrittenen Stellung, welche die Arbeit in England einnimmt, bekannt zu werden. Wir glauben, daß einige fruchtbare Er- gebnisse der Konferenz in der jüngsten Gesetzgebung in Deutsch- land, sowie in dem von europäischen Nationen in der Arbeiter- frage und für die Lage der Arbeiter bekundeten größeren Jnter- esse sichtbar sind. Leipzig, 4. Sept. Der Vorstand des Verbandes deutscher HaudluugSgehilfen hat kürzlich ein Mitglied wegen seiner sozial- demokratischen Gesinnung uns einer in diesem Sinne entfalteten Agitation aus dem Verbände ausgeschlossen. Der Gemaßregelte rief hierauf die Entscheidung der Generalversammlung an welche einstimmig die Berufung des Ausgefchloffenen verworfen hat. Gesterreich-Uttgarn. London, 2. September, lieber die bisherigen VerHand- lungen auf dem Kongreß der Geiverkvereine in Liverpool nriheilt der Londoner Korrespondent der«Frkf. Ztg." folgendermaßen:„Die Verhandlungen haben den Beweis ge- liefert, daß die ältere oder fossilere Partei numerisch überwiegend stärker ist, als die jüngere, die auch schon in zwei entscheidenden Abstimmungen Niederlagen erlitten hat. Nichtsdestoiveniger läßt sich nicht läugnen, daß die Amveseubeit der Delegirte» der längeren Unionen mit ihrem mehr sozialistischen Programm»vie ein Sauerteig auf die ältere Gruppe zu»virken anfängt. Schon die Antrittsrede des Vorsitzenden W. Matkin entwickelte eine Reihe Vorschläge, ivelche der Plattform der linken Partei entlehnt ivaren: darunter den achtstündigen Arbeitstag, den staatlichen Betrieb der Eisenbahnen, die Nationalisirung von Grund und Boden, die Errichtung von Werkstätten durch Munizipalbchörden u. s. w. Seine Rede wurde allgemein als ein deutliches Entgegcnkonuncn der älteren Gruppe dem linken Flügel gegen- über ausgelegt. Was den letzteren besonders kennzeichnet,»st das unverhohlene Mißtrauen, das die neuen Unionisitn gegen das Parlament und die Parteipolitiker an den Tag legen. Das englische Unterhaus verdient allerdings dieses Mißtrauen. ES hat seit Jahren wenig, in der letzten Session gar nichts gethan, n»n daS Wohl des ArbeiterstandcS zu fördern. Die Politiker haben freilich mit der irischen Angelegenheit, welche den Weg aller und jeder Gesetzgebung versperrt, eine Entschuldigung, aber die Arbeiter' beklagen sich darüber, und gewiß nicht mit Unrecht, daß ihre Beschwerde» zurückgesetzt»verde», während die das Maß der an Irland zu gewährenden lierumzanken. Einen Nachtbeil haben die gs ff LT" VIJIC--- «LeiÄ'� heute noch nicht erholt hat. gie�ßer Zeitung" lesen, in n......" »%"äs-lskribenten den tollsten Zarteipoliliker über ielbsiregicriing sich. Delegirte» bereits Hervorgehoben; er besteht darin, daß die Ar- beiter im Unterhaus so schlecht vertrete» sind. Es haben zur Zeit «nur 0 Arbeiter Sitze im Unterhaus, ein Mißverhältniß, das um so mehr auffällt, als in den andern europäischen Staaten das Proletariat eine n»»nerisch weit zahlreichere Vertretung in der Legislative«uszmveisen hat. Die Besoldung der Abgeordneten ist auf dem Kongreß verlangt»vorden, der auch die Wahlunkosten nicht den Kandidaten(wie bislang der Fall ist), sondern den Wählern, d. h. den Lokalbehörde» überiveisen möchte. In der heutigen Sitzung hat der Kongreß,»vie telegraphisch bereits ge- meldet, die Einladung der belgischen Arbeiter angenommen und beschlossen, den Kongreß in Brüssel 1891 zu beschicken. Der parlamentarische Ausschuß wurde außerdem beaustragt, alle Mittel anzlnvcndeu, um diesen internationalen Kongreß zu einen» erfolgreichen zu machen. Die Annahme dieser Resolution ist ein ganz entschiedener Fortschritt im Vergleich zu der zmveilen gleich- giltige», oft ablehnenden Haltung, welche die englischen Gewcrk- vereine den kontinentalen Kongressen gegenüber angenommen habe». Heute hat sogar der Abgeordnete Fenwick noch ausdrücklich betont, daß ein gutes Einvernehmen zivischen den Arbeitern Englands und deS'Auslandes das beste Mittel sei, die soziale Lage der Völker zu heben. Die Nothwendigkeit eines derartigen Einvernehmens liegt um so klarer zu Tage, wenn man bedenkt, daß die gestern»n London gebildete Union der Rheder, »vclche alle Schiffseigenthüiner des britischen Reiches einschließen soll, zum Zweck hat, die Macht der Arbeiter-Geiverkvereine zu brechen. Diese Macht»vird durch eine internationale Verbrüderung der Arbeiter umvidtrstehlich. Ein»veiterer Gegenstand der Be- rathung in der heutigen Sitzung war das in Fabriken und Werk- stätten übliche System der Disziplinarbußen. Eine zum Schluß gefaßte Resolution verlangt, daß sie ungesetzlich gemacht werden sollen." Schweix. Zürich, 1. September. Das»veitgehende Entgegenkommen, »velches der Bundesrath bezüglich der Zulassung der ausländischen Studenten in Zürich am Polytechnikum den fremden Staaten, besonders Rußland gezeigt hat, scheint seine schlimmen Früchte tragen zu wollen. Während sich in früheren Jahren schon vor den Ferien ein starker Andrang des slavischen Elements zeigte. um bis zu den Prüfungen die erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache zu erlangen, ist bis heute angeblich noch kein Pole oder Russe zum Zwecke des Besuchs des Polytechnikums hier eingetroffen. Die hiesigen polnischen und russischen Stu- direnden erwarten diesmal auch keinen nennenswerthen Zuwachs aus ihrer Heimath.— Vestigia torrent, Sie meinen, es herrsche unter der slavischen Jugend keinerlei Neigung mehr, sich ver politischen Gesinnung wegen aus Zürich aus>v«sen zu lassen. FvrtttKveich. Paris, 2. September. Der Abgeordnete Pelletan erklärt heute in der„Justice", die Erzählung Rochefort bezüglich Cle- mencean's Haltung»vährend der Präsidentschaftskrisis ff« ganz und gar Erfindung. Die Radikalen hätten die Wahl Freycinet's unterstützt. Erst nachdem Floquet von der Beiverbung zurück- getreten sei, hätten sie am Wahltage früh 11 Uhr sich auf Carnot geeinigt. Einige Freunde Bonlanger's hätten allerdings gerathen, im Falle der Wahl Ferry's Gewalt anzuwenden, und hätten drei Berathungen abgehalten. Die Radikalen hätten aber nur der ersten beigewohnt. Die„Justice" hätte noch ain Tage vor der Wahl vor jeder Geiualtthat gewarnt. Rochefort sei keine besonders glaubwürdige Persönlichkeit und widerspräche sich oft mehrmals in der Zeit von 24 Stunden. Der Verfasser der„Coulissen" erklärte heute im „Figaro", er»verde seinen Namen nennen, wenn seine Veröffent- lichung beendet sei. Er habe dem General Boulanger Mit- theilung über seine Rückblicke gemacht, ehe er seinen ersten Artikel veröffentlichte. Die holländische Gendarmerie verhinderte das Duell zwischen Rochesort und Thisbaut. Die beiden Gegner und die Zeugen begaben sich nach Gent. Paris, 6. September. Der boulangistische Abgeordnete Mermeix-Terrail wurde infolge der von ihm veröffentlichten Ent- hüllungen über den Boulangismus von dem Boulanaisten Labrnyöre und dem Abgeordneten Charles Laurent zum Zwei- kämpfe gefordert. Mermeix soll seine Zeugen auch den Ab- geordneten Castelin, Millcvoye, Henri Fouquier, Arthur Ranc und Emanuel Ärene geschickt haben. Kelgie«. Nach der„Union de Charleroi" vom 8. September war der Ausstand in den Gruben von Marie in ont- VaScon iin Zentrum allgemein. Die dortigen Bergleute haben eine Versammlung abgehalten und die Fortsetzung des Aus- standes beschlossen, bis ihnen„Gerechtigkeit" geworden sei, d. h. bis daß ihnen das vom Schiedsamte gewordene Zugeständniß auch bewilligt worden sei. Es war nämlich von diesem ohne Widerspruch»veder von Grubenbesitzern noch Arbeitern zu- gestanden:„Sobald Preissteigerung der Kohlen eintritt, alsdann auch Erhöhung des Arbeitslohnes; im Falle des Sinkens der Kohlenpreise auch Sinken der Löhne." Da nun Steigen der Kohlenprcise eingetreten war, aber die Löhne nicht erhöht wurden, brach der Ausstand aus. Die Zahl der Ausständischen beträgt 2- bis 8000. Italie«. Mailand, den 1. September. Die hiesigen industriellen Etablissements entlassen täglich zahlreiche Arbeiter, so daß sich die Lage der in diesen Tagen brotlos gewordenen Mechaniker, deren Zahl sich auf ungefähr 700 beziffert, zu einer höchst traurigen ge- staltet. Die Konföderation der Mechaniker hatte daher auf gestern eine öffentliche Versammlung einberufen, in welcher die zur Be- kämpfuug der industriellen Krisis nothivendigen Maßregeln be- rathen werden sollten. An dem Meeting nahmen zirka ISOOPer- sonen Theil und es fanden stürmische Debatten statt, während »velcher die Regierung auf das Heftigste angegriffen»vurde. Die- selbe»vurde beschuldigt, den einheimischen Etablissemeuts die Auf- träge entzogen zu haben, uln sie im Auslande zu vergeben. Der amvesende Polizeiinspektor sah sich veranlaßt, die Redner des Oefteren zu unterbrechen, und vier derselben»verden sich— ob- wohl daS, was sie sagten, nur eine Wiederholung dessen war, was man täglich in der italienischen Presse Schwarz auf Weiß lesen kann, ohne daß die betreffenden Blätter verfolgt»verde»»— »veaen Aufreizung zum Haffe gegen die einzelnen Klassen der Gesellschaft vor den Gerichten zu verantworten haben. Die ein- stimmig votirte Tagesordnung ist derart bezeichnend, nicht nur für den Geist, der in der Mailänder Konföderation herrscht, son- der» für die rein sozialistische Bewegung in der gesammten Ar- beiterschaft Italiens, daß sie hier im Wortlaut wiedergegeben zu werden verdlent:„Die arbeitenden und beschäftigungslosen Mechaniker Mailands, am 31. August 1890 im Canobbiana- theater vereinigt, um die zur Bekämpfung der sich imiuer mehr und mehr ausdehnenden industriellen Krists vorzunehmenden Maßregeln zu berathen, haben nach langer Diskussion die Ueber- »eugung gewonnen, daß erst dann,»venu die organisirte Arbeiter- schaft es durch den Forlschritt der Humanität dahingebracht haben wird, daß die Maschinen, die Werkzeuge und der Grund und Boden Eigenthum der Arbeiter, verde»», dieses Leben voll Ent- bchrungen und Schmerzen ein Ende haben»vird; überzeugt davon, daß jeder Bürger das Recht mit sich auf die Welt bringt von seiner eigenen Arbeit zu leben, daß das von den Werken der Barmherzigkeit und Mildthätigkeit abhängige Leben demo- ralistrend wirkt, weise» sie Almosen jedlveder Art, und von wem immer sie auch komme» mögen, zurück und erheben Protest gegen die Regierung, welche in unnöthigen und verfehlten Spekulationen das Gut und Blut der Staatsbürger vergeudet,»vährend sie die Arbeit und die Arbeiter, einzige und alleinige Quelle für den Wohlstand deS Staates, unberücksichtigt läßt; sie beschließen da- her, die Regierung und deren Vertreter einzuladen, Arbeit herbei- zuschaffen, aus daß diese Mißlage,»velche bereits an ihrem Kul- minationspunkt angelangt ist, ein Ende nehme, und erklären sich bereit, sofern nicht innerhalb vierzehn Tagen durch Herbei- schaffung von Arbeit für das Leben ihrer Familien gesorgt»vird ihr Leben und ihre Freiheit— ehe sie Hungers sterben— für die gerechteste und heiligste Sache zu opfern: für die Existenz ihrer Frauen und ihrer Kinder." Unter den Rufen„Wir wolle,» Arbeil und keine Almosen" löste sich die Versammlung auf. Spanien. ... Madrid, den 5. September. In den infizirten Provinzen »ind heute an der Cholera 66 Personen erkrankt und 32 ae- storben." Wie eine Depesche aus V i t o r i a meldet,»vurde bei Ab- gang des ElseiibahnzngeS, in welchem der Minister CanovaS sich befand, der Wagen des Ministers von jungen Leuten mit Steinen beworfen, zedoch nichts beschädigt; die Untersuchung ist Theater. Sonntag, den 7. Sept. Opernhaus. Der Freischütz. Montag: Der Trompeter von Sük- fingen. Schanspielhans. Wilhelm Teil. Montag: Der Bibliothekar. Berliner Theater. Der Veilchen- fresser. Montag: Dieselbe Vorstellung. Deutsches Theater. Das Winter- märchen. Zesstna» Theater. Margot. ontag: Friedrich Milhelmstiidt. Theater. Die Ehre. Vorher: Leichte Ni- Die Puppenfee. Kavallerie. Montag: Dieselbe Vorstellung. Mahner- Theater. Mamsell touche. Montag: Dieselbe Vorstellung. Nilrtaria- Theater. Die Million. oder: Vivat Imperator. Montag: Dieselbe Vorstellung. sheater. Der Dorf teusel. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ostend- Theater. Der arme Jona- than. Montag: Madame Flott. Hierauf: Der arme Jonathan. KroU's Theater. Das Glöckchcn des Eremiten. Thomas-Theater. Der Alpenkönig und der Menschenfeind. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann'» Karietö. Große Spe- zialitäten-Vorstellung. Theater der Reichshalle». Große Spezialitäten-Vorstcllung. Concordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Mintergarten. Große Spezialitäten- Vorstellung._ Englischer Garten. Direktion: C. Andpess, Alexanderstraße 27c. Auftreten der Chansonnette Fräulein Ehrenfeld. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Roaa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Ziegler. Austreten des Mainbatisten und Equi- lebristen Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Clermou t mit seinen dressirten Schwei- nen. Esel und Gänsen. "'nfa" Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags öVe Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 60 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergebe»._ WWmnt Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Garten-Concert. Direktion A. Rödman». Dienstag und Freitag: Valzer-Ahend. Elitree Wochentags 10 Flg., Sonn- nud Festtags 25 Pfg Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Wtittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhoser Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis ans Weiteres wegen Nenovirung geschlossen. 641 F. mUiler. Eommandauteustr. 77—79. Täglich Grosses Concert mit Ouavtett-Kängevir, ausgeführt von dem Musik- Direktor H. S a n f t l e b e n. Wochentags: Frei-Concer*. Sonntags Entrdo 20 Ff. Empfehle auch zugleich 8 Billards. 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- gnügunge» und Versammlungen. 703 F. Sodtke. Pastage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Nesidenz. Diese Woche: IV. Cycl. 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Hr.Troschwitz). ES_ Hjl . Marianetten-Thrater. N«lkodrl«stignngeu. �«SbISs Ans. d. Conc. 4 Uhr. Entree 16 Pf., vorh. 10 Pf. A. Froefich. Mittwoch, 10. Septbr. er.: Grosses Benefiz-Kinderfest mit Gratis-Verloosung. Neue Welt. Bergschlossbrauerei, Haseuhaide. Heute, Sonntag: 1643 Nachmittag?ab: Concert und Specialitäten-Vorstellung. Bai champötre. Lnftbahn. Circus. Eoll-Corso. Lachkabinet. Feuerwerk! Swiiä HndllicrB SSÄ'ÄT Isntm 25 1(., 20 f., Sig;4Ä"' frei. Nächsten Sanntag: Dirfrlda Uarstrllnng. |Bgai«r>en in allen Qualitäten. Rauch-, Kau- und Schnupftabake. 1649 lIW7- Cigarettcn renomnürter Fabriken. Besonders empfehlenswerthe 5 u. 6 Pf.-Cigarren. I. Geschäft: II. Geschäft: Chausseestr. 49/50. Brunnenstr. 122. Clara verw. Wilh. Hasenclever. besteht Seff � Leinen- '0/, etc. und Elsasser- Baumwollwaaren. Hemdentuch, Dowlas, Croise, Damast, Pique fertige Bettwäsche, Hamitücher, Tischzeuge, Bettzeuge etc. etc.1 iiW€nar«linen"Wj .Neue stylvollo Muster in grosser Musterauswahl! 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J'J Albert Auerbach. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragelast� Alle Wähler des 5. Wahlkreises sind hierzu eingeladen. 1673 Der Vorstand« Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises- Montag, den 8. September, Abends SVa Uhr, Grösse ¥ e b* s a an m i n9 im Saale des Herrn Kehmnnn, Schwedterstraste s4. Tages-Ordnung:..»«t al- Unser Programm(Referent wird in der Versammlung bekanmL, macht). 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten.(Antwort der 0. tion auf unsere Resolution.) Gäste willkommen. Aufnahme neuer M-lg- Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand« 1667 Grosse öffentliche Versammlung für Männer nnd Krane« am Montag, den 8. Septbr., Abends 8 Dhr, in Ahrens Brauerei Tagesordnung: 1. Vortrag über:„Das glänzende Elend und die frage". Referent E. Vogtherr. �2. Diskilssiom 3. Verschiedenes. Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. ladet ein[1678] Der 3« zahlreichem« linberufer« Stuckate&ir® I Am Montag, den 8, September, Abends präz. 7V; 1$ den 8, September, Abends bei Zemter, Mtinzstraße n: Große öffentliche UersammlnnS Tagesordnung:.mi 1. Fortsetzung der Diskussion über die Berichterstattung der Deleg- � j.------ v— m...... r»™:« cm«r,r und � 2. Abrechnung der Vertrauensleute, sowie Wahl zweier Revisoren Vertrauensmannes. 3. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. NB.: Der wichtigen Tagesordnung halber ist es Pflicht eines I Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. 1666a Die Vertrauensleute. Grosse öffentliche Versammlung ÄllMmrbtiltt Lttufsg�' l Itr.S Acht! Sozialisten und Wille iukehren sollen, n uouer Ann oorübergel bichneten �obeilern Bolle Vikto Ceest W Eä h Der �adtvero S-gen die >rb»ct, "weisau w Dr. ü gE Mten hal ist Statt KMdWlltbttöbe. Zur Einsegnung empfehle mein reich sorlirtes Lager von Knaben-Gardcrobe». Elnseattungs-Anzüge von 15 Mit. NN bis zu den Elegantesten. 675 R. Lindstädt, Süllibechr. 34, pari. Teil Geilsiseil empfehle bei Be- darf mein Herren- u. Knaben- 1407 Garderoben- Geschäft. Wilh. Fahr, l am Pappelpl. am Dienstag, den 9. September, Abends 8 Uhr, in den Zentral- Festsälen, Oranienstr. 180(oberer S* Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Stadtverordneten Fritz Zubeil über:»r, Werth des Achtstundentages und die Ueberarbeit bei be* rem Geschäftsgang". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscho- 1664 Der Einberufer: Paul Scholz. un Große öffentliche Versammlung kt Weber Berliils unii Umgegek am Montag, den 8. September, Abend« 8'A Uhr, Im Lokal« Herrn Hanse(fr. Mohrrnan»), Graste Frankfurterstraste 117 Tages-Ordnung: 1. Bericht der Lohukommission. 2. Die Lage der Weber im Allgeme>� Referent Herr Metzner. 3. Diskussion. 4. Rechnungslegung über Sammellisten vom Delegirtentag. 5. Bericht vom Vertreter der Ben A Strcik-Kontrolkommission nnd Wahl eines neuen Vertreters. 6. Verschiede Herren und Damen als Gäste haben Zutritt. Zur Deckung der Unkosten ellersanimlung statt. 1670 Um recht zahlreiches Erscheinen bittet Oer Einberufer. Wer Möbelstoffe und Plüsche in| Resten von 3— 15Mtr. billig kaufen will, findet reiche Auswahl im Fabriklager i von R. Klendslssohn jr. Nene Friedricbstr. 9, v. 1 Tr., nahe dem Amtsgericht. 1646 Kt Ä& �3 ß. B .sich kstc S X Kunden, tz K m 110)1 Po OiesSeHch [49 Gesch.: (Gegründet 1874) 1. Gesch.: Oranienslrasse No. 9 2.„ Hariannonstr.43 EckeSkalitzerstr. Größte AuSw. in Filz- u. Seidonhüten mit Arbriter-Kontrol marken. Bitte genau auf Hausnummer z. achten. ßD! Ntir I Msipk kostet jede Uhr zu reinigen nuter Garantie. Bei allen Reparaturen wird der Preis vorher gesagt. 1158 0#o Eieser, Uhrmacher(Fachmann), Uaunynstr. 15, Ecke Mariannenstr. Kautschuk-Stempel für Vereine«. Gewerbe H. Guttmann, Brunnenstr. 9. %II in und denjenigen, die es werde» j solg�'" wollen, diene hiermit zur Nach' Bbest.r. richt, daß sämmtliche Neuhcitc» M' zur Herbst- und Wintersaiso» Lenste} eingetroffen sind.'ja Ich bitte daher im Jnteresll meiner Kunde», die Bestellunge» schon früher zu macheu, da ich in der Hochsaison allen an nncd gestellten Ansprüchen nicht gorecht werden könnte. Auch das Lager in fertige», guten Garderoben, welche be> angemessenen hohen Arbeitslöhnen angefertigt sind, ist reichlich sortirt. 1639 Elegante Einsegnnngs-Anzügo in blau und schwarz. Gleichzeitig bitte ReparatU» bedürftige Winter- Garderobe» schon jetzt einsenden zu wolle», da. ich in der Saison für Pünktlichkeit nicht einstehen kann. Jul. Lindenbaum Herren- u. Knaben-Garderobe»' Lager Gr. Kllllksllrterstr. 1% zweites Haus v. d. Frnchtstr. H Ii .,>un w. i Verantwortlicher Redakteur: Gurt Sänke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Sading in Berlin SW„ Beuthstraße 2. Hier»» zwei Seitad� O. ,k#l« pndfc «M eis. ieftttd W ses. 30 nntS' $ B abit)' -"S iM» .B -l-girZ nveH id s- «tkl Nr. S08. Sonntag, den T. September 1890. ?♦ Jahrg. 's-rf uS rsch-'l z. K gemeb über� B-rliZ jr- tt, verde� Nach� aheiteb rsaiso» iteresse Zunge� da ich m mich cht ö* zrtigen, che be> lrbeit� st reich' 160 Anzügi paratu* Peroben wollen, Punkt» >m. mm leeobert' 139, chtstr. S3S�� Milaö1 LrckQles. Achtung! Diejenigen Genossen, welche ans Grund beL Sozialistengesetzes aus dem Kreise Nieder-Barnim ausgewiesen Willens sind, zum I. Oktober nach den Ortschaften zurück- Wetzten resp. vorübergehend zu dieser Zeit dieselben besuchen �«llen, werden hiermit ersucht, ihre Adressen brieflich mit ge- """oo Angabe, ob sie in den Ortschaften zu verbleiben oder nur vorübergehend zurückzukehren gedenken, umgehend an Unter- Schneien einzuschicken. Alfred Rosenkranz. Rummelsburg bei Berlin, Lessingstr. 7a. p./nr bin vstr» und ziordostr» des 4. K-rliuer Mistnaa-Mahllirrisro nehmen.folgende Genossen gelesene roeuerblatter zur Verbreitung in den Provinzen entgegen: Gustav Tempel, Breslauerstr. 27, Wilhelm Lock, Friedrichsbergerstr. 5, Otto Heindorf, Langestr. 70. sVrifj Rockendorff, Posenerstr. 5. Heinrich Hoffmann, ltaifevstr. 4, Robert Berger, Gr. Frankfurterstr. 92, H. I., Eniil Bohl, Frankfurter Allee 74, Otto Zabel, Frankfurter Allee 90. Oskar Weinberg, Elisabethstr. 10. Carl Müller, Landwehrstr. 10, III., Adolf Scholtz, Landsberger Allee 144, H. III. ir. D«r Follalstommisston von Wilmersdorf giebt den rveitern Berlins und Umgegend diejenigen Lokale bekannt, «Ä Inhaber ihre Säle uneutgeldlich zu Versammlungen zur �rfngung stellen: -uolk? garten, Berlinerstraße, Besitzer Herr Pietsch; Viktoria-Garten, Wilhelmsaue, Inhaber Herr Tröster; Seeschlößchen, Kaiser-Allee, Inhaber Herr Krause. „.®'o Restaurateure Rudolf, Wilhelmsaue und Meier, Berliner- . o Augustastraßen-Ecke, fordern, jedenfalls um uns den Stuhl >, otwas höflicherer Form vor die Thür zu stellen, die Kleinigkeit i 50 M. für Saalmiethe. Hoffentlich werden auch sümmtliche "Merödorfer Arbeiter den Herren die einzig richtige Antwort zu "oil werden lassen. Zur Uorprüfuug dev Giltigkeit der Stadt- orordl,cten- Wahlen niedergesetzte ständige Ausschuß der . odtverordneten- Versammlung hat heute nach Prüfung des ° Bon die Wahl des Redakteurs Dr. Bachler(V.-P.) zum Stadt- �ordneten eingegangenen Protestes auf Grund der stattgefundenen oweisausnahine die Wahl für ungiltig erklärt. % Dr. Bachler war in der III. Abtheilung des 32. Kommunal- Mhlbezirks in der Stichwahl am 6. Mai d. I. gewählt worden. j:le Zahl der für ihn abgegebenen Stimmen betrug 671, während iss liberale Kandidat, Drechslermeister Türmer 804 Stimmen er- Men hatte. . Mit dem Kan eines kleine» Hafens für die Strom- Rei ist inan gegenwärtig am Landwehrkanal, an der Ecke des Mtzer Ufers, beschäftigt. Dort soll auf fiskalischem Bode» k* Station für die Ueberwachung der Wasserbauten und des w'Ouiverkehrs errichtet werden. Zu diesem Zwecke ist bereits ein g.«sR>aus für zwei Beamte bis auf die innere Ausstattung fertig m il unl) Oluch der Bau eines Schuppens, der zur Aufbewahrung z, Stromgeräthschaften dienen soll, in Angriff genommen wor- de».�in zweiter Schuppen soll so über den Hafen gebaut wer- Jb baß der Regierungsdampfer, welcher zur Zeit am Kupfer- e»? n liegt, bis unter den Schuppen fahren kann, wo er völlig die M�erung geschützt sein wird. welch' krankhafter, an den Mühlendamm er- w.,ornd«n Meife der„Berliner Lokal-Anzeiger" seineÄlbonnenten, m r! lhm in immer größerer Zahl den Stücken kehren, fest- ->9alten bemüht ist, zeigt folgender Vorfall, der sich jin�dem il �Drängen der dort verkehrenden Gäste wurde der„Lokal-An- stl En»"r. vemuyl ist, zeigt folgender«otjau, oer iiaj>ln oem obf r r t!on Kofchwitz, Elsasserstr. 26, anfangs dieser Woche tolPiette und welcher verdient, der Nachwelt erhalten zu bleiben. « abbestellt und dafür eine Arbeiter-Zeitung angeschafft. jL war dies geschehen, so erschien auch schon ein Abgesandter in-.,* 6" Organs, um die verlorene Seele in dem alleinselig- j��udell Schoost des„Lokal-Anzeigers" zurückzuführen. Hier lie,! mit Hinweis auf das Verlangen der Gäste, abgewiesen, Stof Jsch der betreffende Mann dazu herab, den Einwand der h.,fuiln, wegen des schlechten Geschäftsganges keine dritte Zeitung Zu können, mit den Worten:„Na, dann liefere ich Ihnen zum Oktober den„Lokal-Älnzeiger" für 80 Pff", zu entgegnen. ßofchah am 2. oder 3. September. Was die übrigen M°""enteu dazu sagen werden, wenn Einzelnen, um sie blos fest- ba? io"- 20 Pf. erlassen werden, wissen wir natürlich nicht. Aber zeigt dieser Fall, es wird dort schon„gemühlen- vor Kurzem verstorbene Uedakteur des si>->?"»igrn" Wilhelm Grüuewald ist, wie eine Lokal-Korre- w"bcnz nachträglich erfährt, freiwillig aus dem Leben geschiede». W Jn!'b'hn eines Tages erhängt in dem Zimmer des Gast- tzjJO'5. in welchem er nach seiner Entlassung aus langjähriger l°rl. iwißhast gewohnt hatte. Anscheinend hätten ihn Nahrnngs- "in den Tod getrieben. siil„ m..FpuKversulh" wurde, einem Lokalberichterstatter zu- r-K? am Ajlttwcch früh in der 89. Genieindeschule(Pankstraße) L, uoll Eine halbe Stunde fvor Beginn des Unterrichts begab Keit. Schuldiener nach einer der obere» Knabenklassen, um die Editor zu öffnen, als er plötzlich in dein noch leeren Zimmer h,-.geisterhaftes Klopfen" vernahm, welches aus dem Klassen- Z# hervordrang. Rasch drehte der Mann, welcher dem Spuk ben Leib gehen wollte, den Schranlschlüssel um. zog ihn ab et, Zerließ die Klasse. Eine Viertelstunde später vernahmen die In1?" eintretenden und sich auf ihre Plätze begebenden Kuider fcil'of Klopfen und Jammern aus dem Schrank hervordringen, der {."'"wiener- wurde gerufen, mehrere Lehrer kamen hinzu und nun v�s°'sekommen.�esch�ossen hättem"ihren Mitschüle'm euren„Spuk" �!-"'"achen. Der Rohrslock tanzte alsbald rn recht rrd, scher "o aus den Rücken der beiden kleinen Spiritisten umher. WWWWD drei Viertel Hm ktfs-'' Papier bezahlen lassen. Tie Beschwerde psund. Daß sei bei den ohnehin unerschwinglichen Preisen ein Prozentsatz, der alles Maß übersteige und er könne nicht mit der gesetzlichen hygienischen Vorschrift entchuldigt werden, welche für das Einwickeln von Nahrungsmitteln sauberes unbedrucktes Papier vorschreibt. Die Klage ist berechtigt und es kann ihr leicht abgeholfen werden, wenn eben jeder Käufer rund weg erklärt, er wolle nicht Papier kaufen, sondern Fleisch. Aber die Klage kann auch verallgemeinert werden. Das„schlechte Gewicht" ist eine tief eingewurzelte Unsitte im Berliner Klein- verkehr. Sie fand— es ist darin vielfach besser geworden, aber es ist doch noch nicht gut— ihren deutlichsten Ausdruck, in der Art, wie der beim„Kolonialwaaren- Händler" oder„Materia- listen" eintretende Lehrling zunächst seine Schule in der Hand- habung des Daumens durchzumachen hatte. Es würde bei der Balken-.oder Zungenwaage— so sollte man meinen— das Auge allein die Entscheidung darüber zu fällen haben, ob sich beide Schalen das Gleichgewicht halten. Der Materialist findet es be- quemer und praktischer, den Daumen zu Hilfe zu nehmen und es ist menschlich begründet, daß er bei der Berührung der Gewichts- schale meist den hervorragenden Wunsch hat, sie niederzudrücken. Früher war es eine in Berlin überall eingeführte Unsitte, daß die Wiegeschalen in solchen Geschäften so hinter Fässern, Kistchen und anderen künstlichen Aufbauten verbarrikadirt waren, daß eS für den Käufer unmöglich war, sie zu sehen. Die Gewohnheit des. Schlechtgewichts ist aber auch in unseren Markthallen einge- rissen. Ausnahmen würden nur die Regel bestätigen. Und die Regel ist, daß hier unendlich viel Grund zu Klagen vorliegt. Der Nutzen, den viele Verkäufer aus sogenanntem„schlechtem Ge- wicht" ziehen, muß ein außerordentlich bedeutender sein. Hin und wieder wird ja das Gericht in Anspruch genommen, um gegen zu schreiende Uebervortheilungen Hilfe zu finde». Aber wenn sie sich in solche Formen kleiden, wie die Verpackung von 375 Gramm Ausschnitt in 30 Gramm, so hilft dagegen nichts als der energische Protest des Käufers im Augenblick, in dem er über- vortheilt werden soll. Das ist sein gutes Recht. Und er wird damit auch jederzeit durchdringen. zleber die„kühle Hlonde" des Herlinero hielt vor- estern der vereidete Gerichtschemiker Dr. Paul Jeserich einen Vortrag im„Verein der Berliner Weißbierwirthe". Auf die alleinige Produltion des Weißbieres, dieses„lieblichen Getränkeö", hat nach Herrn Dr. Jeserich der Berliner durchaus kein berech- ligtes Patent, ja, er besitzt noch nicht einmal den Ruhm der Er- findung, denn längst vor ihm. in grauer Urzeit, haben— wie ge- schichtlich feststeht— schon die Armenier, Trazier und andere Völkerstämine Weißbier— d. h. aus Weizen gebrautes, mit weißem Schaum versehenes obergähriges Bier getrunken. Von dem jetzigen Berliner Weißbier unterschieden sich allerdings diese Getränke da- durch, daß sie mehr Nahrungs- als Genußmittel waren. Man achtete sehr auf den Nährwerth des Bieres, und noch im Jahre 1750 erschien in Preußen eine Verfügung der Behörden, welche den Bräuern anbefahl, nur gutes und nahrhaftes Bier den Leuten zu liefern Ob bei der damaligen Genügsamkeit der Menschen dieses Bier an Qualität das jetzige übertraf, läßt sich freilich nicht feststellen. Thatsache bleibe jedoch, daß man zur Zeit in Amerika(Chicago) sowie in München gehaltvolleres Weißbier braue als in Berlin. Ter Geschmack freilich sei ein anderer als der des Berliner Weißbieres, weil das Klima aus das Brauen des Bieres ebenso seinen Einfluß geltend mache, wie ans die Charaktere der Menschen. Das Verhältniß des Münchener Weißbieres zum Berliner Weißbier stelle sich folgendermaßen: Münchener setze sich zusammen aus 90,5 pCt. Wasser, 3,7 pCt. Alkohol und 5,7 pCt. Extraktivstoffe bei 12,9 pCt. Stammwürze; Berliner dagegen habe 92,9 pCt. Wasser, 2,8 pCt. Alkohol und 4,2 pCt. Extraktivstoffe bei nur 9,7 pCt. Stammwürze. Daß die Existenz deS Weißbieres in früheren Zeiten unbekannt war, führt Herr Dr. Jeserich auf die verschiedenartigen Benennungen des- selben zurück, die ja auch auf das Berliner Weißbier Anwendung gefunden haben und je nach der Stärke desselben oder der guten Kellerung dasselbe öffentlich kennzeichneten. Da gab es z. V. für minderwerthiges Bier die Bezeichnung„Hund"—„Mord und Todtschlag", andererseits„Märzenbier"—„Champagner-Weiße" u. s. w.— Ueber die Behandlung des Weißbieres führte Dr. Jeserich aus, daß beim Brauen desselben mit Sorgfalt darauf geachtet werden müsse, daß das dazu verwendete Malz gut gewaschen werde, weil an den Hülsen desselben sich sehr leicht Pilzkeime ansetzen, welche bei der Vergährung des Bieres in der hohen Temperatur von 14 Grad leicht ein Verderben desselben herbeiführen können. Ebenso müsse darauf geachtet werden, daß die Hefe möglichst rein sei. Gegenwärtig sei man dahin gelangt, reine Hefe herzustellen; wo dieselbe aber noch nicht verwendet wird, sei eine Kreuzung derselben, d. h. die Verwendung verschiedener Hefen am geeignetsten, die unangenehmen bezw. kranken Eigen- schaften der einen Art Hefe für das Bier unschädlich zu machen. Die Vergährung des Vieres in zu hoher Temperatur wird stets das Bier„schlapp" machen, wie die Benutzung von Grundwasser das sogenannte„Rothiverden" des Bieres hervorruft. Die meisten Krankheiten des Weißbieres würden indessen durch eine nicht sachgemäße Behandlung bei dem Abziehen desselben und durch die Lagerung hervorgerufen. So sei das sogenannte„Lang- werden" des Vieres— der schleimige, sich langziehende Zustand desselben auf nicht genügende 3!einigimg der Flaschen zurück- zuführen. ES bilde sich hierdurch ein Pilz, der sich rasch vermehrt und so hartnäckig ist, daß er nur durch eine fortgesetzte sehr eingehende Reinigung wieder zu entfernen ist. Am besten sei es, Flaschen, in welchen schleimiges Bier sich befand, nicht wieder zu benutzen. Einwurf, daß Ten aus der Versammlung ihm gemachten man schleimiges Bier durch Ilmfüllung und Zusatz von Calyzilpulver wieder gut machen könne, hielt Herr Dr. Jeserich nicht für zutreffend; die Verschleimung gehe zwar zurück, wie dies öfter auch ohne diese Zuthat geschehe, das Bier werde dadurch aber gesundheitsschädlich, und er warne auch davor, solches Bier mit frischem Bier zu vermischen. Pein- liche Sauberkeit im Keller sei die Grundbedingung für gutes Bier, sowie die Verwendung von dunklen Flaschen. Hierauf wären die Berliner Weißbierwirthe ja schon unbewußt gekommen, indem sie undurchsichtige Kruken oder doch dunkle Glasflaschen dazu ver- wenden. Den Zusatz von Wasser, selbst bis zur Hülste, halte er für durchaus zulässig, da bei einem normal eingebrauten Weiß- bier und langer Lagerung die Flaschen sonst springen würden. Das Weißbier würde im Durchschnitt aufl2pCt., das sogenannte „Märzenbier" auf 15 bis 16 pCt. eingebraut. Je stärker das Bier eingebraut sei, desto weniger Wasserzusatz sei erforderlich, um längere Zeit lagern zu können, ohne sauer zu werden. Je geringer eingebraut, desto eher sei es dem Sauerwerden ausgesetzt. Märzenbier könne, wie auch aus der Versammlung bestätigt wurde, rein abgezogen, bei gutem Verschluß und guter Lagerung sich ein bis zwei Jahre halten, ohne sauer zu werben. Der beste Verschluß ist nacl, Herrn Dr. Jeserich nicht immer der Kork, selbst nicht gesiegelt, da der Essigpilz auch durch diesen Ver- schluß seinen Weg findet. Ein guter Gnmmiverschluß sei vor- zuziehen. Alln-lei Weltrrpropheten. Den Wetterpropheten aller Art hat Li. Kleinpaul ihre Geheimnisse abgelauscht, die er in der „Münch. Allg. Ztg." der Oeffentlichkeit übergiebt. Wir wenden uns hier dem volksthnmlichen Wetterorakel zu, das oft nach den scheinbar absonderlichsten Beziehungen greift. Newton ging eines schönen Tages auf den Wiesen von Cambridgeshire spazieren, in einem Buche lesend. Da hörte er, wie ein.Kuhhirt, bei dem er vorbeikam, zu seinem Knaben sagte:„Dieser Gentleman mag seine Postille zuklappen, oder sie wird naß!" Wirklich fing es gleich darauf an zu regnen. Verwundert kehrte Newton um und fragte den Hirten:„Woher wußtet Ihr, guter Freund, daß es regnen würde?"—„Meine Kühe", war die Antwort,„schnüffelten so an den Hecken herum." Bncnla caelurn suspiciens patulis captavit naribus auras, hätte der Verfasser der Georgien gesagt; auch der moderne Italiener hat das Sprichwort: Quanclo la vacca tien su il rnuso Brutto ternpo salta suso, zu deutsch: Wenn die Kuh das Maul nach oben hält, so ziehen Gewitter auf.— Solche Geschichten, in denen der Bauer das Wetter prophezeit und der Esel, der sich wälzt oder den Kopf hängt, klüger scheint als der Hofrath, sind nicht selten; der Bauer weiß nichts von Meteorologie, aber er verläßt sich auf die Empfindlichkeit, die gewisse Thiere, in auffallendem Grade eben die Esel und die Hunde, aber auch Vögel und Fledermäuse, Mücken und Flöhe, für die herannahende Witterung haben und welche die erste Quelle des Glaubens an die alten Augurien und Auspizien gewesen sein mag. Die Landleute haben tausend Zeichen, von denen wir nichts ahnen, aber aus denen sie sich, auf langjährige Beobachtungen gestützt, abnehmen, ob es regnen oder schneien oder die Sonne scheinen wird. Wie die Berge, die Bäume, ja die Finger ihrer Hände die Weiser der Sonnenuhren sind, an denen sie nachsehen, welche Stunde geschlagen hat, so ist die ganze Natur ihr Wettermännchen und ihr Barometer, das sie selten täuscht. Ob der Ltauch gerade in die Höhe geht, ob der Nebel steigt, ob Abendroth oder Mvrgenroth aufglänzt, ist ihnen genau so wichtig wie ein barometrisches Minimum, das gestern über der östlichen Nordsee lag; sie haben ihre Wetterpflanzen und ihre Regenringel und sehen es den alten Weiden und Erlen an wenn ein langer Winter kommt, weil dann das Laub nicht vor Martini fällt; das wichtige Orakel bleibt immer das des Zoolo- gischen GartenS und der Voliöre ringsumher. Da es, wie gesagt, in unserem Klima auch im Sommer alle Tage regnen kann, so ist die wichtigste und gewöhnlichste„Prognose" die des Regens, den der Goldregenpseiser pfeift, der Regenpieper piept, die Krähe schreit, der Laubfrosch quakt und über den der stille Regenwurm, indem er seinen Schlupfwinkel verläßt, dankend quittirt. Wenn die Schwalben niedrig fliegen und die Tauben baden, so giebt's Regen. Wenn die Hunde Gras fressen und(bei Verdauungs- störungen) wetterlaunig sind, so giebts Regen. Der Fuchs braut, der Hase hat gebraut, die Hasen backen Eier, Dänvpfe steigen gleichsam aus der Küche der Unterirdischen empor: wir kriegen noch mehr Liegen. Der Herr Pastor auf dem Petersberge raucht Tabak, eS wird anderes Wetter. Gemeint ist der Petersberg bei Halle, welcher für die Dörfer Plagwitz, Lindenau und Klein- zschocher gleicht dem Pilatus in der Schweiz.�dem Monte Morello in Toseana und dem Monte Jabaleuz in Andalusien Wetterprophet ist und, wenn die Nebel steigen, Regen anzeigt. Um noch ein Sprüchlein aus„Aller Praktick Großmutler" vom Jahre 1572 anzuführen: „So die Hund Gras speien Die Weiber über die Flöh schreien, Oder sie die Zehen jucken; So schwarz scheinen die Hölzer und die Hucken, Die alt Mauern schwitzen an Ecken, Die Bräut de» Hafen scharren und lecken Sucht sich ein Wetter herzustrecken." Der Zylinder ist kein deutsches Wort, und so hat sich die Redaktion eines Witzblattes veranlaßt gesehen, ein Preisausschreiben zu veranstalten, um so zu ermitteln, welche„deutschen" Worte für Zylinderhut sich„auftreiben" lassen. Dies Preisausschreiben hat den Erfolg gehabt, daß, wie die Redaktion jenes Blattes bemerkt, dieserhalb dem armen Zylinder die Haare sich sträuben dürften, wenn er erfährt, daß einige„hundertundfünfzig" Sprachreiniger ihr Können an ihm versucht und an fünfhundert Uebersetzungen erzeugt haben. Unter den zahlreichen Verdeutschungsvorschlägen heben wir folgenden preisgekrönten hervor: Hochhut, Glatzen- kanne, Fettgondel, Kandidaten-Arche, das glänzende Elend, Walz» ling, Schweiß-Stülper, Parfüm- Höhle, Krempen-Röhre, Dunst» kiepe, Pomadendeckel, Glanz-Kühl, Sylvester-Pauke, Dust-Kanone, Genick-Walze, Schauten-Deckel, Mumpitz-Krone, Trauer-Tonne, Paradeproppen, Examen-Trichter, Aufsatzkolben, Schmalzgondel, Deinuthsdeckel, Gedankenschenne, Striegelrolle:c. Nun hat Jeder die Auswahl! Gin schwerer UngliichsfnU mit tödtlichei« Ausgange ereignete sich am Freitag Nachmittag gegen 3 Uhr auf einem Neubau im Westen, in der K... straße. In dem im Rohbau bereits fertig gestellten Treppenhause sollten 4 große Marmor- faulen aufgerichtet werden. Nachdem bereits am Bornnttag des- selben TageS eine Säule aufgestellt war, machten sich am Nachmittage ungefähr 6 bis 3 Arveiter daran, die zweite Säule hoch- zurichten. Tieselbe war auch bereits mittelst einer Winde schon' fast ganz aufgestellt, als plötzlich das Tau, welches die Säule am oberen Ende festhalten sollte, riß und dieselbe mit einem wuchtigen Schlage zur Erde stürzte. Die Säule traf einen Maurer so un- glücklich mitten auf den Kopf, daß derselbe bewußtlos zu Boden fiel. Ein schnell herbeigeholter Arzt stellte vergebens Wieder- bclebnngsversuche an und konnte schließlich nur noch den bereits eingetretenen Tod feststellen. Ein anderer Manrer, der ebenfalls beim Aufstellen der Säule beschäftigt war, rettete sich mit knapper Mühe durch rechtzeitiges Beiseitebeugen des Körpers und kam mit einer Quetschwunde am Fuße davon. Ter getödtete Maurer ist Familienvater und war nur während deS Baues in Berlin auf Schlafstelle, während seine Familie außerhalb wohnt. Er hinterläßt eine Frau und sieben noch unmündige Kinder, von denen die beiden Aeltesten erst kürz- lich eingesegnet worden sind. Wie gewaltig der Schlag gewesen ein muß, zeigt, daß die betreffe.de Säule fast 20 Zentner wiegt. Dasselbe Tau war schon vorher beim Heraufwinden der ersten Säule benutzt worden, wo alles gut von Statten gegangen war. Die Untersuchung über diesen Unglücksfall ist im Gange. ilolizribrvicht. Am 5. d. M. Morgens wurde auf dem Holzplatze Hindersinstr. 4 die Leiche eines neugeborenen Kindes aufgefunden, dessen Kopf vom Rumpfe abgetrennt war.— Vor- mittags wurde iin Louisenstädtischen Kanal, nahe der Köpnicker- brücke, die Leiche eines unbekannte», etwa 40 Jahre alten Mannes angeschwemmt.— Nachmittags wurde der Töpferlehrling Benker auf dem Neubau Prenzlauer Allee Nr. 221 von einem aus dem zweiten Stocke herabfallende» Netzriegel am Kopse nicht unbedeutend verletzt.- Abends stürzte sich eine Frau infolge eines Streites mit ihrem Zuhälter aus dein Fenster ihrer im ersten Stock des Hauses Schwedterstr. 229 belegenen Wohnung auf den Hof hinab und erlitt außer einer Verstauchung beider Füße an- scheinend schwere innere Verletzungen, so daß sie nach der Charitee gebracht werden mußte.- Im Laufe des Tages fanden fünf kleinere Brände statt. Einem unschuldig Uevnrtlseilten wurde gestern im Wiederaufnahme- Verfahren die bedrohte Freiheit und Ehre wiedergegeben. Im Sommer vorigen Jahres wurden die erwachsenen Schülerinnen einer in der Nähe der Belle- Alliancestraße belegenen Kommunalfchule durch einen Unhold in verschiedene Hausflure gelockt und, nachdem sie durch Gewährung kleiner Geldgeschenke gefügig gemacht worden, Attentate gegen ihre Sittlichkeit an ihnen verübt. Sowohl den Lehrern als den Eltern dreier dieser Schulmädchen war das Venehmen derselben aufgefallen. Durch gutes Zureden wurden sie dahin gebracht, von den bezüglichen Vorgängen Mittheilung zu machen, und diese wiederholte» sie auch vor dem sie vcrnehinenden Polizeibeamten. Sie vermochten aber nicht, den Attentäter näher zu bezeichnen. Es wurde ihnen ein Geldbetrag versprochen, wenn es ihnen gelänge, denselben wiederzufinden, so daß er zur strafrechtlichen Verantwortung gezogen werden könne. Die drei Mädchen stellten sich darauf in der Bellealliancestraße auf, wo sie einem Schutzmanne gegenüber den dieselbe passircnden Kaufmann L e b r a m als denjenigen bezeichneten, welcher die Sittlichkeits- attentate gegen sie ausgeführt hätte. L. wurde auf das Kriminalkommissariat geladen, wo ihn die drei Mädchen, trotz der ener- gischsten Unschuldsbetheuerungen, mit voller Sicherheit rekognos- zirten. Er wurde daher in Hast behalten und wegen wieder- holten SittlichkeitsverbrechenS am 23. Oktober v. I. vor die erste Strafkammer Berliner Landgerichts I gestellt. Dieselbe erachtete ihn in zwei Fällen für überführt und rerurthcilte ihn zu einem Jahre Gefängniß und einjährigen Ehrverlust, beschloß aber die Entlassung desselben aus der Untersuchungshast gegen Stellung einer ziemlich bedeutenden Kaution. Nunmehr sammelte der Verurtheilte Material zum Nachweise seiner absoluten Un- schuld, und gelang es nach mehrmaligem vergeblichen Versuch schließlich seinem Vertheidiger, beim Kammergericht die Einleitung des Wiederaufnahme-Verfahrens durchzusehen. In dem neuen, unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattgehabten Vcr- Handlungstermin muß nun der Unschuldsbeweis derartig er- drückend geführt worden sein, daß der Gerichtshof dem staats- anwaltlichen Antrage entsprechend unter Aufhebung des früheren Urtheils den Angeklagten mcht nur freisprach, sondern auch die Kosten für die Vertheidigung in beiden Verfahren der Staatskasse auferlegte. Unter»ngeheurem Andränge dea Undlikums wurde gestern die Verhandlung gegen die Hochstaplerin Johanne Marie Redieß geb. Franke, die sich als„Gräfin Reday" einen so berüchtigten Namen erworben, vor der vierten Ferien- strafkammcr des Landgerichts I. fortgesetzt. Zunächst wurde noch «in Opfer der Angeklagten, die unverehelichte Schmidt, ver- nommen. Die Zeugin hat das Unglück gehabt, bei der An- geklagten in Dienst zu treten, und hat sie sich überreden lassen, der„gnädigen Frau" ihre sämmtlichen Ersparnisse, die 380 M. betrugen, anzuvertrauen. Die Angeklagte hat, um Vertrauen zu erwecken, in der unverschämtesten Weise mit ihrem angeblichen Reichthum und mit ihren Beziehungen zu den„höchsten Kreisen" Seprahlt, u. A. erzählte sie der Zeugin, sie sei eine Pensions- Kundin der Tochter des Fürsten Bismarck, der Gräfin Marie von Bismarck. Bekanntlich wurde die vorige Verhandlung noch im letzten Moment vertagt, um den Juwelier Wetzel zu laden, auf den die Angeklagte sich zum Beweise dasür berufen hatte, daß ein großer Theit derH von ihr eingeleiteten Geschäfte auch zum Abschluß gekommen sei. Der Zeuge Wetzel bestätigte dies insofern, als es den Absatz von Brillanten, Uhren nnd sonstigen Schmucksachen betraf, welche der Zeuge der Auge- klagten zum kommissionsiveisen Verkauf anvertraut hatte. Die Abnehmer der Angeklagten müssen nach den Wechseln, welche dem Zeugen als Zahlung gegeben wurden,.zum größten Theil dem Ofsizierstande angehören. Fast alle Wechsel seien eingelöst»vor- den, sodaß in dem Zeugen, der die Vergangenheit der Angeklagten nicht kannte, ein Mißtrauen nicht auskam.— Staalsanwalt Dr. Stephan legte auf das Ergebmß des Entlastungsbeweises kein Gewicht, hielt vielmehr dafür, daß sich das Bild durch die Ver- nehmung der Zeugin Schmidt noch zu Ungunsten der Angeklagten verschoben habe. Er finde sich nicht veranlaßt, an dem Antrage seines Vorgängers, sechs Jahre Zuchthaus, Ehrver- lust und Polizeiaufsicht, etwas zu ändern. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. S t r a n tz, verkannte nicht die Schwierigkeit der auf ihm lastenden Aufgabe, bat aber, daß der Gerichtshof das ganze Odium, welches auf der Vergangenheit der Angeklagten ruhe, zurückdrängen und nur vom juristischen Gesichtspunkte aus die einzelnen Fälle einer Prüfung unterziehen möge. Der Vertheidiger führte sodann aus, daß die Angeklagte nur eine passive Nolle gespielt habe und daß vor allen Dingen die unglaubliche Vertrauensseligkeit der Geschädigten, welche außerdem von Gewinnsucht geleitet wurden, der Ange- klagten ihre Ersparnisse zu übergeben, die letztere aus die schiefe Ebene gedrängt habe. Vom moralischen Standpunkte sei das Verhalten der Angeklagten zu verdammen, aber vom juristischen könne man ihr nichts anhaben. Der Vertheidiger kam zu dem Endergebniß, daß nur einige Betrugsfälle minder schwerer Art übrig bleibe, wegen welcher er um eine milde Beurtheilung bitte. Der Gerichtshof erkannte die Angeklagte in allen Fällen für schuldig. Mit Rücksicht darauf, daß die Angeklagte den Leichtsinn und die Thorheit zahlreicher Personen in ivahrhaft grauenvoller Weise alisgebcutet hat, wurde dieselbe zu sechs Jahren Zuch thaus und Ehrverlust auf die Dauer von zehn Jahren verurtheilt. Giue leichtfertige Verdächtigung eine« Hilitglirds >e» Ktveikkomitee» bildete den Gegenstand einer Privntklage, welche am 4. d. M. vor dem Schöffengericht verhandelt wurde. Der Maurer Wilhelm Steffen halte»m Mai d. I. in der Baubude zu Kollegen geäußert, er gebe nichts mehr für den Generals onds, da sich der Maurer S i l b e r s ch in i d t als Komitee- Mitglied im vorigen Jahre von den eingesammelten Geldern einen Anzug angeschafft habe. So wenigstens wurde dem Sinne nach seine Aeußerung durch Zeugen festgestellt, welche bekundeten, daß sie sich selbst durch diese Behauptung hatten bewegen lassen, ihrerseits auch die Beiträge abzulehnen. Von Herrn Silberschmidt belangt, vermochte der Angeklagte selbst nichts anders als zuzu- gestehen, daß er n i ch t den geringsten Grund zu dicstw Aeußerung gehabt habe. Ter Vertreter des Privatklägers, Rechts- anwalt Wolfgang Heine, wies auf die schwere Schädigung hin. welche jede gemeiiimitzige Bewegung erfahre, wenn die Personen, welche ihre Zeit und Arbeitskrast dem Werke opferten, grund- -......—"—«—--x beantragte ja bei uns _.......„„_. verhängt würde. Das Gericht erklärte in seiner Urtheilsverkündung, daß es bei der Schwere und Leichtfertigkeit der Beleidigung allerdings eine Frei- heitSstrafe für angemessen erachtet haben würde, wenn der An- geklagte nicht bisher unbestraft wäre. Unter Berücksichtigung dieses Milderuugsgrundes sei auf SO Mark Geldstrafe erkannt worden. Soziale MebevstÄzk. Haben dieselben auch augenblicklich die Macht, so beweist dies noch nicht, daß sie im Besitz derselben bleiben. Bor Allem ist es aber nöthig, daß sich Zille wieder der Organisation anschließen. Eins müssen wir noch den Kollegen an's Herz legen. Es befiilden sich noch vier Kollegen ohne Arbeit, denen auch jede Aussicht auf solche seitens des Verbandes Berliner Metallindustrieller benommen ist. Ihr habt so oft Euer Solidaritätsgesühl bewiesen, beweist es auch jetzt wieder!� Oder wollt Ihr den protzigen Unternehmern das Schauspiel bieten, daß Diejenigeu, die in Eurem Interesse leiden und gelitten haben, den Wanderstab ergreifen und sich an- gesichts des Winters auf der Landstraße herumtreiben sollen i— Denke ein Jeder daran:„Heute dir, morgen mir!" Darum, Kollegen, thue Jeder seine Schuldigkeit! Der V o r st a n d des Fachvereins der Former. Achtung! An sämmtliche Kutscher Berlins und Umgegend. Kollegen, vor nicht gar langer Zeil gründeten wir eine Örgani- sation für alle Kutscher und im Fuhrwesen beschäftigten Arbeiter. Nun ist es aber auch unsere Pflicht, daß Jeder nach besten Kräften für dieselbe wirkt und agitirt, uni immer mehr neue Mitglieder derselben zuzuführen. Jeder Kutscher solle der freien Vereinigung der Kutscher Berlins angehören, welche die Interessen der Kutscher in materieller Beziehung fördern und in geistiger Beziehung unter die Massen Aufklärung schaffen wird. Darum Kollegen noch- nials, tretet alle der Freren Vereinigung der Kutscher und im Fuhrwesen beschäftigter Arbeiter Berlins bei. Erscheint alle heute Abend in der öffentlichen Versammlung bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 7S. Tagesordnung: l. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Auf- nähme von Mitgliedern. Mit kollegialem Gruß: Carl Muckwer, Falkeusteiustr. 19. In der Filzschuhfabrik von Zerins, Uheinoberger- straße 15, sind Lohndiffereuzen ausgebrochen und haben sämmt- liche Arbeiter im Einverständniß mit der Lohnkommission die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Arbeiter und Arbeiterinnen der KeKleidnngs- indnstrie. Die Kongreß-Sammellisten müssen bis spätestens Dienstag Abend in der Schneiderversammlung in den Armin- hallen abgeliefert werden. fiie Petitionsliste» betreffs des Arbeiterschubes sind ienstag Abend in der Schneiderversaminlung(Arminhallen) abzuliefern. Alle Diejenigen, welche noch im Besitz von S a m m e l- listen der ausgesperrten Zimmerer Hamburgs sind, werden ersucht, dieselben doch so schnell wie möglich ab- zugeben an H. Orlland, Steglitzerstr. 58; E. Peter mann, Müllerstraße 173; H. Knüpfer, Blnmenstr. 39; Joseph Schmidt, Lansitzerstr. 3. Ein jeder Arbeiter wird ersucht, dies zu ver- breiten, damit die Abrechnung so schnell wie möglich er- folgen kann. Aufruf. Arbeiter! Darteigenoffen! Der 1. Oktober, mit ihm der Verfall des Sozialistengesetzes, naht heran! Der Agitation für unsere gerechte Sache öffnet sich ein größerer Raum. Die Aufgabe, diese Agitation nach Kräften zu entfalten, tritt an uns heran! Wie bewerkstelligt man das? Am besten durch ein Partei- organ, welches die Sache der Arbeiter vertritt! Allerorts gründet man neue Zeitungen; auch im Wahlkreise Dottmund, welcher bei der letzten Reichstagswahl 11 000 Stimmen für die sozialdemokratische Partei aufbrachte, müssen wir, um den Kreis bei der nächsten Wahl unser nennen zu können, in dieser Beziehung Wandel schaffen. Arbeiter! Ein zwei-, auch dreimal erscheinendes Organ ge- nügt nicht, wir mästen eine täglich erscheinende Zeitung haben. Man geht unter hiesigen Genossen mit der Gründung einer Geiiosscnschaftsdruckerei vor, weil es dem sozialistischen Prinzip entspricht, daß an derartigen Unternehmungen die Gesammtheit betheiligt und dieselben nicht, wie jetzt. Eigen- thum einer einzelnen Person sind. Seit längerer Zeit werden Geldsammlungcn auf's Eifrigste betrieben; jedoch erfordert ein derartiges Unternehmen zum An- fang mindestens ein Kapital von OüOO Mark, welche sich bei dem kapitalistischen Hochdruck im hiesigen Kreise kaum aufbringen lassen werden, wenn nicht alle Parteigenossen sich an dem Werke belheiligen. Parteigenossen! Im Vertrauen auf das Solidaritätsgesühl und mit Hinweis auf die Bedeutimg, welche der Kreis Dortmund mit seinen Tausenden industrieller Arbeiter für die sozialdemo- kratische Partei hat, richten wir an sämmtliche Genossen die Bitte, unser Unternehmen durch Geldzuwendungcn zu unter- stützen. Wir können dann um so eifriger arbeiten und der Erfolg für unsere Partei kann nicht miSblcilxm. Geldsendungen sind an W. S i e b e l, Dortmund, Humboldt- straße, zu richten. Jede spezielle Auskunft ertheAt der Unterzeichnete. Dortmund, im Septeinvsr 1890. I. A.: Kö hier, Schwanen-Str. 47. Verfnittinlunge«. Kollege»! Nachdem Seitens der die Bewegung leitenden Personen den allgen, einen Wünschen Rechnung getragen, erwarten wir nunmehr auch, daß sich die Former wieder in der Weise an der Organisation betheiligen, wie es früher der Fall war. Da-.. Seitens des jetzigen Vorstandes gegebene Versprechen, energpa) die Interessen der Mitglieder wahrzunehmen, wird derselbe zur Richtschnur aller seiner Handlungen machen. Hierzu bedarf es jedoch auch der kräftigen Unterstützung Aller. Zunächst wird es selten. die Lücken, die der Streik gerissen, wieder auszufüllen. Scheue sich Niemand vor seinem Meister oder Fabrikanten. noch, es sei unrecht, wenn man die zahlreichen im Kcklverzeifl beschäftigten früheren Angehörigen anderer Bemfszweige> einer Kellnerorganisation ausschließen würde; ww Vinci ffvvujiciüiyuuijuiiuu uus?ju;utpcii y!«■«v jgid'i Gewerbefreiheit, und iver sich als zu einem Beruf passt'� i ~ H�s» der müsse als Kollege geduldet werden.— Herr v t.™ wendet sich gegen den Verein Berliner Gastwirthe U Stellenvermittelung. Redner wünscht, daß die Keiintmi; v Uebelständen im Kellnergewerbe mehr in die Oeffentlichl lange. Die Tagespresse und Flugblätter allein reichten 9 ,, nicht aus; es empfehle sich die Gründung eines kg, Organs.«Die Politik, räch Helberg, bei der RennerW� gänzlich aus dem Spiel zu lassen. Herr Günther tritt dem redner hierin entgegen und empfiehlt den Anschluß an oie meine moderne Arbeiterbewegung. In demselben Sinne "'"' Nach Erledigung der übrigen Punkte der 1 9M sich Herr Ebert. ordnuug— Aufnahme neuer Mitglieder:c., Ausgabe und Plakaten_ für den am 24. September strajjelll, stattfindenden Kommers— theilt Herr.Ebert�bezüS� eigenen„Der Gaswirthsgehilfe� Gründung eines„..._,. Organs mit, daß bereits Unterhandlungen mit Buchdruckereibesitzern stattgefunden hätten und daß auch ein annehmbares Angebot erfolgt sei.� Sobald die n-— j bettiii Mittel, zu deren Aufbringung namentlich auch der Kommers dienen soll, vorhanden seien, werde mit der Aussu? � des Planes begonnen. Damit schloß gegen 4 Uhr Morgen Versammlung. Drr Allgeuuine zItetallarbelterveroi»_ Zlmgegeud hielt am 28. August in der Hasenhaide � eine Mitgliederversammlung ab, in der Herr Glocke über., � Gewerkschaftsbeweguiig vor und nach dem" «"Vqz Vortrag hielt. Referent sprach über Organisationen der � des Mittelalters; wie die Art der Produktion eine andere- so mußten die Organisationen auch andere Bahnen einsch� wie den früheren auf Blutverwandtschast gegründeten�»� ivic vvw fvuycvcu UUJ � sationen, folgten die Handiverkerverbindungen, welche bereu- Charakter von Klasscnorganisatiouen trugen, diese n>ie� wurden, nachdem das Vürgerthum die auf das feuöa la» Prinzip gegründeten Organisationen mit Einführung der V Prinzip gegrundelen Organisationen mir Einsuyrung vc- r kapitalistischen Produktionsweise über den Haufen geworfen Y � durch die wirihschastlichen Kampfesorgamsationen der � � auf der einen Seite und die Unternehmerorganisationen„ andern Seite verdrängt. Redner giebt sodann eine cinfs Schilderung der Kämpfe der gewerkschaftlichen Orgamsa-- � gegen das Unternehmerthum, und die UnterdrückungsverW Unternehmer und der Behörde gegenüberderArbeiterbewegungs � besonderer Berücksichtigung des Ausnahmezustandes von 1°' jetzt, geht dann auf die wirthschastliche Entwickelung eu> � weist auf Grund derselben nach, daß die gewerkschaff � Organisationen nothwendig sind, indem dieselben in dem � Tag zu Tag mehr zuspitzenden Kampf zwischen Arveu � Kapital den Arbeitern einen festen Rückhalt geivähren und S � zeitig durch diesen Kanipf die Massen auf das VerderbUä. heutigen Produktionsweise aufmerksam machen. Ferner"% Redner, sich nach dem Fall des Sozialistengesetzes Illusion � Bezug auf etwa freiere Bewegung hinzugeben, da BeHorde das Bereinsgesetz wohl noch rigoroser gehandhaol av als bisher, wenn auch_nicht zu verkennen wäre, bag"S verkennen Schranke, welche das' Sozialistengesetz au Also nach wie vor an der Auöbauung der gewei Organisationen arbeiten, um durch dieselben die Massel schicken und zu bilden, und sie den Endzielen der modernen y-........... i......... r•« r.....• c.\ rv-.___ rr\ 1«rt Uv*', bewegung entgegen zu führen.(Beifall.) In der Diskussion, in d, alle Redner im Sinne des Referenten aussprachen, wurde bev°. daß sich von der großen Masse der Berliner Metallarbeiter s" der Organisation anschließen, ferner nur für Lokalorgann � einzutreten. In seinem Schlußwort wies Referent darauf sämmtliche Metallarbeitervereine Berlins sich zu einem � zusammenschließen möchten und nicht, wie es zetzt wieder soll, einen neuen Drehervcrein zu gründen suchen, er(Rckff Vorles erläut« nicht 2 Uh der sprach Grane meinte zum würdl eine Aufna vansd! stützinn zweiter Grund für die flsicbcv derselb diesem annehn weil Vereini , r dem die h Hausov vaus- Ötmbfu: hindcrli Na wurde anzenc En mmmt nnn 5 Mitgl nwrkuna Llieder sammln dechen laininlu llkom toll betrachtet dieses Vorgehen als Äercinsspielerci/ anders waNff wenn die Vereine untereinander in Verbindung treten kon« Zum 3. Punkt wurde ein Antrag, die Wahl der Kollege».- Ripdorf nicht vorzunehmen, da zu wenig Rixdorser Kollegs wesend seien, nach kurzer Debatte angenommen. In om sä Iis Hungen öanzungs sS „. N-r» w»i>dt-r ?«rainin dffchSst Abends Über die Jon der %% sf"' In einer Versammlung des Vereins berliner Gast- wirthsgehitsen, die in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend bei Gründcl, Dresdenerstr. 116, stattfand, verlas zunächst der Schriftführer, Herr Eberl, einen von ihm gegen den„Berliner Lokal-Anzeiger" gerichteten Sprech saalartikel aus dem„Berliner Volksblatt", in dem das Gebaticen der Redaktion geuanuten Blattes au die Oeffentlichkrii gezigen wurde, welche u. Zl. den Abdruck eines vom Schriftführer' angefertigten Versammlunge- bcrichts ablehnte mit der MotiviriMg, daß den betheiligten Kreisen „Servilismus" und„JndiffcrentiS.iius" vorgeworfen werde. Auch die Behauptung des Herrn Schorf daß der betreffende Bericht von persönlichen Beleidigungen stütze, sei unwahr. Der Bericht sei in demselben Wortlaut auch anderen hiesigen Zeitungen zuge- landt und von diesen unbeanstccndet abgedruckt worden. Im Anschluß hieran fordert Redner aus zum Lesen und Abonniren nur solcher Blätter, die im Sinne der Arbeitersache redigirt werden. — Sodann beleuchtet Herr Ebert an der Hand eines Artikels aus der letzten Nummer des„Gasthins" die Uebelstände bei der Stellenvermittelung. Das KonunffHionäruiiwesen, das die Kellner ausbeute, sei, wie überhaupt alte bezahlte Slelleuvermittelung, entschieden zu beseitigen; es sei traurig, daß die Kellner selbst die Kommissionäre unterstützen, indem sie sich an diese wenden, eS gebe doch Vereine, die sich da int befassen. Das„Gasthaus" ist dafür, daß den Kellnern ein fq'ter Lohn gezahlt werde und behauptet, daß dieS ja auch ällermaisteilS bereits geschehe. Dieser letzteren Behauptung tritt Redner entgegen, der auch mehrere derartige Fälle anführt, so namentlich die Verwaltung des Zoologischen Gartens, welche den ibellncrstand sogar dadurch be- »achtheilige, daß sie Lakaien in Abivesenheit ihrer Herrschaften zu Kellnerdieufteii heranziehe. Wo»«un ein fester Lohn gezahlt werde, da»verde derselbe durch allerlei Abzüge so sehr geschmälert, daß fast nichts übrig bleibe. Es fei mit aller Entschiedenheit für Zahlung eines festen Lohnes»nb für eine bessere Vehand- lung seitens der Prinzipale einzutreten, damit endlich der un- würdigen Bettelei des Trinkgelder-- Unwesens ein Ende gemacht werde. Auch eine Verkürzung'-»er übermäßig langen Ar- beitszeit.fwelche oft 16, 17, ja oft s«jar 18 Stunden währt, sei an- zustreben. Dadurch werde ein großer Tljeil der zahlreichen stellenlosen Kellner Beschäftigung finden. Man-dürfe»hne Zagen gegen die Gastwirthe vorgehe», denn die Sympathien des Publikums seien aus der Seite der Eastwirthsgehilfei!. Um aber etwas zu erreichen, sei eine umfassende starke Organisation nöthig; leider lasse die Einigkeit und das Interesse an der Sache unter den Berliner Kellnern noch viel zu wirnssen übrig.— Herr Köhler schließt sich den Ausführungen des Vorredners an und bemerkt seien, nach kurzer Debatte Zeit wird eine Versammlung zu diesem Zweck in RixdO»! finden. Im„Verschiedenen" führte Kollego GLtsch über � tretung im Arbeitsnachweis Klage, ferner sollten beim 0% vergnügen Personen ohne Billets eingelassen sein,»m Ws»i beklagte er sich über die Handhabung des Rechtsschutzes des.s eins. Im ersteren Falle legte Kollege Gerisch die Sache, im zweiten wurde dem Kollegen gesagt, daß Niemand Derartiges gesehen habe, zum dritten wurde die' � fache des Kollegen Götsch vom Kollegen Klein erörtert, Nechtsschutzkommission keine Schuld trifft. Kollege H�'y weist die Beschuldigungen des Kollegen Gotsch gegen oen � stand zurück, wenn man Vorwürfe machen will, so muß.s Beweise haben. Fordert die Kollegen auf, recht zahlreich „Mctallarbeiter-Ze"".........—-------- dieselbe zusammen 50 Pf. direkt von oer isxpeouion vezogen.-zu oer des Klempnervereins, wir hätten gegen die Weimarer»o»� beschlüsse gehandelt, erläutert Kollege Hartmann den Fall � antwortung einiger Fragen Versammlung schloß der Vorsitzende die Versammlung. Irr zlntrrstiftsnngvvri'eiu — IHLJfc.. der lUnurrr des Berlins hielt am Montag im Lokale Känigshos, Büloivff� seine regelmäßige Mitgliederversammlung ad, in welcher& Pinn über:„Nationalität und Humanität" sprach. In der, kitssion sprachen die Herren Schupp und Macijewsky im v.a des Referenten. Unter„Verschiedenem" wurde als Revisor Neinhold Schmidt, Culmstr. 26, gewählt an Stelle de»_ scheidenden Julius Raabe. Es wurde noch beschlösse»- — h.'------— ff,»,,!. fifiein' I. November das Stiftungsfest in beiden Sälen des Etablisse»� Vergnügnngsr� ff, „Königshof" zu feiern, wozu 5 Personen zum gewählt wurden.. J Giue grossr öffentliche Versammlung der Aanov' x Kel'lins, einberufen von der Slgitationskommission, 31. Aug, ist bei Feuerstein unter dem Vorsitz des Hausv» 1 Hermann statt. Auf der Tagesorduung stand die Bcfpff' liber die geplante Vereinigung der hier bestehenden HauS'ff Vereine zu einer Gesammtorganisation und Vorlage eitte diesem Zwecke ausgearbeiteten Statuteuentivurss. Als. Redner wies Hausdiener O. Graner in längerer Rede»ff. Nothwendigkeit' eines planmäßigen einheitlichen 8)»%� aller Arbeiter in der Gewerkschaftsbewegung hin, u den Versammelten in kräftigen Worten die Untern� Verbände als warnende Beispiele vor Augen und r J die Hausdiener auf, Ihrerseits es nicht erst darauf ankomi» y. lassen, bis durch Zusammenschluß der kaufmännischen Arbeits auch die Hausdiener vor oie Alternative gestellt werve>� kämpfen, oder unterzugehen;" wollen wir aber den KaMptex nehmen, so ungefähr führte der Redner aus, dann muß'» Reihe aller Hader in unseren eignen Reihen aushören, b»»W in aller kürzester Zeit ausgeräumt sein mit den 8% und Vereinchen, es muß eine Gefammtorg�'y geschaffen werden, die als unbez>viugbares ff» ü dasteht, jeden Augenblick bereit und im stände, für die dem, Interessen seiner Angehörigen einzutreten. Es Kampfesorganisation sein auf dem Boden der modernen f bewegung stehend, allezeit bemüht, Aufklärung in die einzutragen, die Kollcgenschast mit der ökonomischen,»virtyi. liehen Frage vertraut zu machen, sie zu stählen»» stärken in dem Kampfe auf gewerkschaftlichem Bode» w�iii dviiuiv|v �-Ii sich als Vorschule zur Erziehung politisch reifer Männer i stalten. «äff Sc 'Msch äl Ate Gast 10 un? Gral B Ei» s»" Sfii 8Vere> ih Fi Br •ern i V S Em, "«ihn * D K'rv. Beifall lohnte den Redner, welcher die Statuten zur brachte und die einzelnen Bestiinmungen eingehend Üiü*. Die sich nun entspinnende Debatte an der sich » c, weniger als 31 Kollegen bctheiligten, welche sich bis » Nachts hinzog, lieferte den Beweis, daß auch in fnr Hausdiencrschaft der Ernst der Zeit begriffen wird und wrachen sich niil wenigen Ausnahmen im Sinne des Kollegen Malier aus. Herr Heidenreich(Verein Berliner Hausdiener) meinte, von einer Auflösung des Vereins Berliner Hausdiener »um Zwecke der Verschmelzung könne keine Rede sein, jedoch mürben die anderen bestehenden Vereine, allerdings erst, wenn °we Sichtung unter den Mitgliedern vorgenommen, bei ihnen Ausnahme finden. Kollege Lambrecht(Unterstiitzungsbund der vausdiener) weist zunächst darauf hin, daß, wenn der Unter- I'Utzungzbund der Hausdiener die Einigungsfrage nun schon zum ro■? Niale auf's Tapet gebracht hat, er es aus keinem anderen Grunde gcthan hat, als dazu beizutragen, etwas Ersprießliches Mi die Gesammtheit zu schaffen. Obwohl der Bund an Mit- »uederzahl den Verein um ein Bedeutendes übersteigt, würde osvielbe das Anerbieten, in den Verein einzutreten, in einer zu mffcni Zweck einzuberufenden Bundesversammlung sicherlich wlsie hm en, aber niemals darein willigen, daß einzelne Personen, sie unerschrocken für die Arbeitersache eintreten, von dieser ��wignng ausgeschlossen würden. . O-kar Wiemer bedauert, daß erst vor wenigen Tagen, nach- die Absicht der Agitationskomniission, eine Versammlung, wie % heutige einberufene, bereits veröffentlicht war, eine fünfte vausdiener-Vereinigung und zwar, wie Redner und andere nach- wiesen, aus rein persönlichen Gründen und hinter verschlossenen �yurcn unter dem hochtrabenden Namen„Zentralverein der Kens- und Geschäftsdiener Verlins" begründet worden sei, eine Handlung, welche doch dem Streben, geschlossen vorzugehen, nur wndcrlich sein kann. Nachdem noch andere Redner dieses Vorgehen verurthcilten, wurde über folgende Resolution abgestimmt und fast einstimmig "»genommen: Tie heutige öffentliche Versammlung erklärt sich im Prinzip mit"den Ausführungen des Kollegen Oswald Grauer einverstanden und verspricht, mit allen Mitteln und Kräften für eine Gesammtorganisation einzutreten. . Einzelne Mitglieder des Vorstandes der neuen Vereinigung [ntnmten dagegen und andere enthielten sich der Abstimmung. p�wurde zur Weitcrsührung der Sache eine Kommission von »Mitgliedern gewählt und nachdem noch einzelne persönliche Be- »wrkungen erledigt, die Agitationskommisfion von 3 auf 5 Mit- Schider erhöht und der Antrag wiederholt: Oeffentliche Ver- MMmlungen sind nur durch diese Kommission einzuberufen. Mit einem dreifachen Hoch auf die Einigkeit und das Ge- "eihen der Hausdienerbewegung wurde die gut besuchte Ver- Iwnuiluiig geschlossen. N«r«i» gttlitttt zwrlier» n»d x!-r»s«a«nosscn. Versaimnlung am » onlaa, den s. Scpicmber, Abends 9 Uhr, bei Weigt, Markgrafenftrabe«7. Ausnahme neuer Mitglieder. Ausgabe der Billets zum StistungSlest. Stiste willkommen. .. Herrin denttcher vchuhuiacher(Zahlstelle Berlin). Versammlung ain ZUnstng, den 9. September, Abend««% Uhr, bei btener, Alte Zakobstr. gz. 'Uigesordnung: I.Vortrag, s. DiSkufston. 9. Verschiedenes.«. Fragelastcn. g.» elcAsentliche �Irrsr.minlung der St-Uiarbeitrr k)crli»o am Dienstag, y» g. September, Abends s Uhr, in Telginiiller's Saal, Alt« Jakobstr.«sn. MeSordnung: I. Die neunstündige Arbeitszeit und was thun Ivtr, um dl« lzstungenfchasten vom Frühjahr aufrcckit zu erhalten? 9. Diskussion. 0. lir- »iUizungSmahl der Kommission. 4. Verschiedenes. ilrvei» A«rli»»r Kanodienrr.(Lrobe Mitgliederversammlung am xlonlag, den s. September, Abends o Uhr, Neue llirunftr. is. Tagesordnung Uehe Inserat. _ N-reinigiing der deutschr» Mater, Zaeliirer, Anstreicher und verwandten Kerufsa»»ssten(Filiale ö, Moabit). Negelmägiae Mitglieder- ?'rsaininlung am Montag, den 8. September, tm Lokale Herinerschmidl, Perle- wegerstr. 2g, Tagesordnung: I.«ortrag des Herrn Thierbach. 2. Diskussion. '• Verschiedenes. , YZrolje öffentliche Ztersainnilung aller in der Zlosainentenbranchr Uchästigt-» Arbeiter»»d Arbeiterinnen am Dienstag, den o, September, «bendS 8 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr, 76. Tagesordnung: I. Vortrag die EemsrkschaftSbcwegung. Steferent Herr Wewer, s. Vorlegung der °on der Kommission ausgearbeiteten Statuten. 8. VorstandSivahl und Ans- Uime von Mitgliedern. 4. Verschiedenes.— Die Fachvereins- Versammlung l»lll der öffentlichen Versammlung halber auS. freit Ucreiniannp der«iartonarbritrr. Versammlung am Montag, -w?. September, Abends 8,'i Uhr, bot Saeger, lLrüner Weg 29.— Sonntag, ,1. September, Herrenpartte nach den Rüdersdorser Kallbergen. Treffpunkt: »e«epiemoer,«errenparric in M-si-cher Bahnhof pr-i,. o Uhr. Her Uerband der Mödelpollrer Serlln» nnd Zlingrgend hält effstW, den 8. September, Abends 8 lihr,'"MM"'"Mzi f !?. Lokal........ 8. September, Abends 8 lihr, sslns erste Wanderrersamnilnng p"».okale Mariannenslr. ai tJnduslriehalttn) ab. Tagesordnung: i. Bortrag Herrn W. Werner über:„Arbeiter- Organisationen unb Unternehmer- _________—___________—— Koalitionen. 2. Diskussion. 3. Warum betheiligen sich die Möbelpolirer der geschweiften Branche so wenig am Arbeitsnachweis? 4. Verschiedenes.— Die nächste Versammlung stnder mn Montag, den IS. September, Abends 8 Uhr, bei Gnadt, Brunnenstr. 38, statt. Tagesordnung: Vortrag des Stadtverordneten Herrn Voglhcrr über:„Bellamy's Rückblick vom Jahre 2000 auf 1887. zirrband der Ziuimerlcnt«. Versammlung am Montag, den 8. Sept., Abends 8% Uhr, bei Feuerstein, Alte Jatobsir. 76. fachverrin der Former. Wrosie Versammlung am Montag, den 8. Septcinber, AbendS 8% Uhr, lm Lolale des Herrn Deigmüller, Alle Jakob- straße 4Sa. Arbeiter- Gesangverei» Mannerchor„At. jlrbau". Sonntag den 7. September, Nachmittags 4 Uhr, Gesangs- und Sommerfest in„Sanssouci", Kottbuserstr, 4a. Freunde und Bekannte, sowie Genossen,«äste und srühere Mitglieder sind herzlich eingeladen. «rohe öffentliche Nersammlnng aller Arbeiter und Arbriterinnen der Schäftebranihe am Montag, den 8. September, Abends 8% Uhr, bei Schester, Jnsclstr. 10. Herrin znr Wahrung der Intereffe» drr Lackirer. Versammlung am Montag, den 8. September, Abends 8\ Uhr, bei Wollschlägcr, Blumen- strabe 78. Tagesordnung: 1. Vorlesung und Diskussion. 2. Ausnahme neuer Mitglieder, a. Verschiedenes. feie- und Dioiiutirltlub„Worgrnroth". Geschäftliche Sitzung am Montag, den 8. September, Abends 8 Uhr, bei Scholz, Liebcnivalderstr, 20. Freie Urreinigung deutscher Kandschnhmacher»»d Knndagisten. Versammlung am Montag, de» 8. September, Abends 8% Uhr, Im Restaurant Seeseldt, Erenadierstr. aa, Tagesordnung: 1. Vorwag des Herrn Dr. Lütgenau Uber:„Die modernen lSeselllchastsproblemo und das moderne Drama." 2. Bericht der Lohnlommisston. a. Verschiedenes. Der Vortrag findet de- stimmt statt. Fachverein der Tischler(Weißensee.) Große Versammlung. Montag, den 8. September, Abends 8 Uhr, bei KlebS, viöhlko- und Charlotten- straßen-Ecfe, Fachverein drr Klbuuiarbeitrr. Außerordentliche Generalversammlung am Monlag, 8. September, Abends 8% Uhr, in den Zentral-Festsälen, Oranienstr. 180. Geffentliehe zzrrsaintnlung für Männer und Frauen am Sonntag, den 7. September, lllbends 7% Uhr, tu den Zentral-Festsälen, Oranienstr, 180. An dir Kchncidrr Hierlina l Dienstag, de» 9. Sepleinber, AbendS 8% Uhr in de» Arminhallen, Kominandant-nstr, 20. Große Schneider-Versammlung der Freien Vereinigung der Schneider Berlins. Tagesordnung: Vortrag lThema und Referent, siehe Dienstag im Jnseralenlhcil des„Berliner Vollsblatt".) 2. Diskussion. 8. Die Situation nach den Beschlüssen des Hamburger Schneiderkongresfes.«. Vereinsangclcgenhcitcn. 6. Verschiedenes und Fragelasten. Aufnahme neuer Mitglieder. Entrichtung rückständiger Beiträge. Alle Kollegen willkommen. Fvchvrrrin drr i» Knchbiiidcreirn»»d v«r>». Krtriebr» brschäftigtrn Arbeiter, Montag, den 8. September, Abends U Uhr. Bereinsver- sammlung. Rnncnsir. 10. Tagesordnung: I.Vortrag des Herrn Wach, 2. Berschicdcneü und Fragekaste». Um zahlreiches Erscheine» wird ersucht. Das Kaffeutobal der Ze»tra!-Kra»>,e»- und i'-terbekaste der Maler und veno. BernsSgcnosscn der Filiale 4. Berlin SO., befindet sich vom 15. September ab Berlin W., Blllowslr. 69, Restaurant Häinmcrle. Filiale 3 Herlin W. fverligt das Vercinslokal am 15. September nach der Vülowsir. 59, bei Hümmerle.(Welcher Branche diese Filiale angehört, verschwelgt der Einsender. Red.) stergnügungoverei» Cousidentia. Montag 9% Uhr, Sitzung im Restaurant Zur guten Quelle, LandSbergerftr. es. Sonnabend, den 20. September, Kränzchen bei Schulz, Brenzlauerstr. 41, verbunden mit Iiumoriüischo» Vorträgen. Billets Herrn 50, Damen 80 Vf., beim Vorsitzenden Adols Borde, Thaerstr. 0 und beim Schriftführer Ernst Kusseroiv, Grüner Weg 25, sowie im Vereinslvkal. Das Hochwasser. Suvottiut, 6. September. Der Bober hat eine Höhe von 3,43 Meter über Rull erreicht. Der Stadtheil Fischerwerder, sowie die Bobcr-Aue stehen unter Wasser. Mains, 6. September. Der hiesige Rheinpegel zeigt heute 3,45 Meter(steigend). Mannheim meldet 7,36(steigend), Maxau 7,04(fallend). Kehl 4,92(fallend), WaldLhut 4,32, Worms 4,26 (steigend). Der Neckar ist im Steigen, da er durch den Rhein gestaut wird. Dresden, 6. September. Die Elbe ist noch weiter gestiegen. Die Schulen sind des Hochwassers wegen geschlossen. Dresden, 6. September, Mittags. Die Elbe ist noch im Steigen. Die Augustusbrücke ist für Wagen gesperrt, der Pferde- bahnverkchr ist sistirt. Auch an verschiedenen anderen Stellen hat der Verkehr eingestellt oder verlegt werden müffen. In das Palais am Taschenberge ist bereits Wasser eingedrungen. Dresden, 5. September, 8 Uhr Abends. Das Wasser steht jetzt 5 Meter über der Normalhöhe und wird noch weiteres Steigen gemeldet. Die Aufregung in der Stadt ist groß. In den überschwemmten Straßen unterhalten Pioniere mit Kähnen den Verkehr. Dreodeu, 6. Septeniber. Aus Leitmeritz ivird von Nächmittags 4 Uhr der Wasserstand 6,64 geineldet, hier war derselbe Nach- mittags 5 Uhr 5,32, ein Stillstand ist daher hier erst Nachts zwischen 11 und 12 Uhr zu erwarten. Bis jetzt ist das Wasser noch im Steigen, so daß die Ueberschwemmung in den Straßen noch größer geworden ist. Der Verkehr wird von Pionieren mit Pontonkähnen aufrecht erhalten. Wien, 5. September. Das Wasser der Donau hat bereits die Geleise der Donauuferbahn erreicht. Die Bahnmagazine sind nur von einer Seite zugänglich. Zwei Magazine des städtischen Lagerhauses sind überschwemmt. In den niedriger ge- legenen Theilen der Leopoldstadt und der Landstraße stehen die Keller unter Wasser. Auf dem linken Donauuser hat sich ein Jnundationsdamni gesenkt, welcher jedoch durch sofortige An- schüttung von Steinen gesichert werden konnte.— Nach hier ein- gegangenen Privatberichlen sind Kamp und Thaya infolge von Wolkenbrüchen ausgetreten und haben vielfache Verheerungen angerichtet; die Stadt Zwettl ist bedroht, Schwarzenau ist über- schwemmt. Mieu, 6. Septeniber. Die Direktion der Donau-Dampf- schifsfahrts-Gesellschaft hat wegen Hochwassers bis auf Weiteres die täglichen, zwischen Wien und Preßbura verkehrenden Passagier- fahrten eingestellt, die täglichen Post-Schlfffahrten zwischen Wien und Pest auf die Strecke Goenyoe-Pest beschränkt und infolge Ueberfluthung der Landungsplätze für die nächsten Tage die Aufnahme und Abgabe von Gütern auf sämmtlichen Donau- stationen von Regensburg bis Goenyoe eingestellt. Auch die Nordwestbahn hat wegen Hochwasser den gesammten Verkehr zwischen Libock und Melnik, sowie zwischen Vysocan und Prag eingestellt.— Die Donau steigt noch immer langsam, doch ist bisher keine ernste Gefahr vorhanden. Prag, den 5. September. Das Wasser fällt fortwährend. Prag, 6. September. Durch die Ueberschwemmung sind gegen 45 000 Personen in Mitleidenschaft gezogen. Sämmtliche Blätter bringen Aufrufe zu Sammlungen.„Narodni Listy" konstatiren, die theilnehmende Sprache der Wiener Blätter werde in der czechischen Nation einen günstigen Eindruck hervorrufen. — Eine Deputation von Bürgern ist nach Wien abgereist, um den Ministerpräsidenten Grafen Taasfe mn Hilfe zu bitten. Das Militär bäckt täglich 6000 Brote für die Nothleidenden. SpvorhsÄsl. Die Reduktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit Raum dafür abzu- geben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesse» zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gkeichzettig dagegen, mit dem Inhalt desselben identislzlrt zu werden. Bei einem Besuche in Berlin durchblättere ich einige Zei- tungen und lese zu meinem nicht geringen Erstaunen, daß ich einer der Urheber des„Komplotts" gegen die sozialdemokratische Reichstags-Fraktion— der ich selber angehöre— gewesen sei. Vielleicht stelle ich in nächster Zeit einmal fest, welchem Schafskopf die mancherlei Angriffe gegen mich in der bürger- liehen Presse in letzter Zeit entsprungen sind. Für heute bemerke ich nur, daß meine Antheilnahme an der Katzbalgerei der letzten Wochen sich darauf beschränkt«, daß ich jede Antheilnahme ablehnte. Friedrichshagen, 5. September. Max Schippel. Depesche»». (Molfss Trlrgraphru-Kurean.) Madrid, 6. September. Aus den Provinzen Albaeede, Alieante, Vadajoz, Tarragona, Toledo und Valencia werden 115 Erkrankungen an Cholera nnd 60 Todesfälle gemeldet. Die Personen, welche bei der Abreise des Ministers Canovas bei Castillo nach dessen Wagen mit Steinen warfen, sind er- mittelt und verhastet. Rhmlliittdislljtr Tinniel, Isen.: ,,Dio fidrlr Pagrtllich", l Berlin Ii., Elsasserstraße 73, gegenüber der Bergstraße. i � Im iohnl photi, graphisches AtcUrr zur Benutzung.— Jeder Gast, auch wenn derselbe nur für| | 10 Pfennige verzehrt, wird MtLs pfjotopplirt 1»nd erhält sein Bild sosort als l Gratispräsent. Höchst scherzhaft! H. Schnitze(mit'n tz). Einzige KrUer-Photsgraphie der Welt. 1105 I »itchlcu Si'eimbeu u. Genossen empfehle ,%ls n. ZmM-Bm-LM. om1 Saal zu Versammlungen und �erelnszimmer stehen zur Verfügung. "vwusni? Wuttke, Pi'Wrlcltsbergerstr. 20 pt"" 1528 ®e|,nh, Raabc'ss Restaurant, Nuppinerstraße 46 (Eingang Schöuholzersiraße). jv,»ipftchlt seinen vorzügl. Frühstücks-, ung Abendtisch. 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Meinen Parteigenossen empf. meine 2 Vereinsziminer mit jj' Zinlinerstraße 37. 0 r M a Käp»»ichcr- Ktra/jo Pr. 43, Restaurant„Sport". Allen Freunden nnd Gönnern empfehle mein schön am Wald u. Wasser gelegenes 022 Garten-Lokaj. Tanzsaa: u. KogclbahMen, auch KaffeckUche stehen zur V-rsügung. Gustav Anders. Achtung 1 Kein Laden. Nur eigene Fabrikation, 25 Zigarren 1 Mark. Garantie rein amerikanischer Tabake. Liippentabak 2 Vsd. 60 Pfg. 234 Ä. F. Di»-laae. Kottbuserstrasie 4, Hof pari. Z« glitkli Wkissk (ohne Master-Zusah) giebt es bei H. Hoffmann, Kaiserstr. 4.[532 K. Pijitniilk's laniinftltiit. noscntlialerlitr.39(a. Haackschen Markt). Der neue Tanzkursus beginnt Sonn- tag, de» 14. September, Nachmittags 4 Uhr. Meldungen erb. 1653 imiKrt Tanz-NntmiA, Arnnitrnstr. 9. Beg.a.7. Sept. 1675 F Pipter»ll Tanz. Institut, 1• 1 K l.M li, Drcsdenorstr. 10. EinneuerLehrkursils f. Damen«.Herren bez. Sonntag, 7. Sept., Nachm. 4 Uhr. Meld. Adalbertstr. 93 und bei Beginn des Unterrichts.[702 Ich empfehle mich den Vereinen bei vorkommenden Bullen zur Tanzleituug. H. Amtenbriiik, Tanzlehrer, 810_ Büschingstr. 28, pari, r. Filz- und Kridenhiite in. Arbeiter- Kontrolmarke empfiehlt[837 Franz Haupt, Hutmacher, Gr. Frauksurterstr.(alte Sir. 140, neue Nr. 145) zw. Frucht- u. Memelerstr. Roh-Tabake. Grüsste Auswahl, billlzais Preise von sämmtl. im Handel befindlichen Tabaken Hemr. Frank, Brunnenstr. 141-142. Kchnhmnaren in allen Sorten und Größen empfiehlt R. gknlihrrstr. 185. 1409 Genossen empfehle mein Hutgeschäft. Führe nu»' Hüte mit Arbeiter- Koutroiiuarlle» deutscher Hntmacher.— Bitte genau auf Firma zu achten: ltöpenickerstraße 126. PT" Adolph Kehr. Roh-Tabak rä|Ä" Größte Auswahl, billigste Preise. 831 0. EllchnyBen, Mttniftr. 10. Das gr. Lager Berlins »Andreasstr. SS,H.p. Mnhßl« Spiegel u. Polsterwaaren C. taseiclfreund Fehrbellincr. Strasse No. 78, nahe Weinbergsiveg. 2293 Solide Arbeit. 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Schneiderat, Schleiermacherstraße 12, Hof Quergeb. 4 Tr._ 1657 Frndl. Schläfst., s. E., Skalitzerstr. 38, 4 Tr. r. 1054 E. freundl. Schläfst, sof. zu verm. bei Gen. Tornow, Ostbahnhof 19, H. 1 1. AMsmrkt. Korbmacher a. Binsenarbeit verlangt Lamprecht, Melchiorstr. 21, H. III. 1644 Nur tüchtige Stepperinnen(Ring- schiffchen) u. Handnäherinnen verlangt Göns, Prenzlauerstr. 19, H. 2 Tr. 1666 Tüchtige Zuschneider für Krage» und Manschetten verlangen Cohn& Samuel, 1661 Schönhauser Allee 164. Zur Aufwart, eines KindeL ein jung. Mädch. ges. C. Schütze, Urbanstr.51. E.Tapezierl.v.H.Klotz,Königgrätzerstr.88. Associe-fiesucü. Für eine rentable Buchdruckerei(jährl. Umsatz ca. 50 000 M.) ein stiller Thril- Haber gesucht.. Gest. Offerten unter Puchdrucherei 23811) bes. Pud. Moste. Hatte. 596 IhÖbcK Spiegel-«- Polsteewaaven Magazin v.» Aug. Herold, S®. S. Relchenvergerstrasze 3. BQ» � Zwei große öffentliche Metallarbeiter-BersilUmlUgel! aller Branchen Dienstag, den i). Sept., Abends SVs Uhr, im Meddingpark, Müllerstr. 178, Mittwoch, de» l6. Sept., Abends 8Va Uhr, in R-nz' Z-alon, Nnunynstr. 27. Tagesordnung beider Versa nirnlungen: I. Welche Bedeutung haben die Branchenvereine gegenüber den Unter- nehmerkoalitionen? Referent: A. G e r i s ch, Korreferent: W i e d e m a n n. 2. Diskussion. 9. Verschiedenes. 1663a Hierzu werden sämmtliche TZreher besonders eingeladen. Die Einberufen: K. Gutheit, Wiescnstr. 29a; W. Höhner, Kottb. Damm. Grosse öffentliche Versammlung her Wer Berlik mh Umgegeild am Dienstag, den 9. d. IM., Abends T'/a Uhr, in„May's Festsälen«, Beuth-Strasse Ho. 22. Tages-Ordnung: 1. Wie kommen wir den Beschlüssen des 6. deutschen Töpfer-Kongresses nach? 2. Gewerkschaftliches(die Fensterfrage).— Um zahlreiches Erscheinen in dieser Versammlung ersucht 1666 C. Thieme. Grosse öffentliche Versammlung hts Arbeit®!!«- IBiieS&mgsx�es�ems von Nixdorf und Umgegend ««i ssskSf.-"stä» jeden Arbeiters, in dieser Versammlung zu erschemcn. Der Einberufer. Grosse Versammlung � des Sertwrr Arbrit-r-Hildungs-Jrreins am Dienstag, den 9. September, Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Behlitz, Berg• Strasse Mo. 12. Tagesordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Herrn Vogtherr. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekastc».— Gäste sind willkommen. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht 1672 Der Vorstand. Fachverein eier Tapesirer Berlins und Umgegend. Dienstag, den ö. September do. Jo., Abend» 8Va l(ljr, tn Feuer- stein» Salon, Alte Jakobstraste Dr. 75: MT Mitglieder-Versammlung. 4 Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Bernhard Zack über:„Die Freiheit, wie sie ist und wie sie sein soll." 2. Diskussion. 3. Vercinsangelcgenheit. 4. Fragekasten.— Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Um recht zahl- reiches Erscheinen bittet Der Vorstand. 1674 Versammlung des Wirkeroesellen-Verbandes am Montag, den 8. d. M.. in Frindt's Salon. Mrinstraß- 11. Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.- Es ist Pflicht eines zeden Wirkers, in dieser Versammlung zu erscheinen. 1669 Oer Vorstand. am KT. Fchmm Dtt Mriallschlttscr n.»tra. BtnsSslmßk» Serlino und Umgegend. Grosse Versammlung"MU _____(tag, de» 8. September 1890, Abends 8 Uhr im Fokale des jjrrrn Beyer, Alte Jakobstr. 83. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Wilhelm Werner. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Ersatzwahl des Vorstandes, sowie Wahl von 3 Revisoren. 5. Verschiedenes. Der Arbeitsnachweis befindet sick> bei N i e m e t s ch e ck, Ekalitzer- straße 18, daselbst werden auch die Beiträge entgegengenommen Die Kollegen werden ersucht, die Wahl der Vertrauensleute in den Wcrkstellen vorzunehmen u. die Adressen a. d. Vorsitzenden Oskar Schwarz, Falkenstcinstr. 9, einzusenden. Alle Diejenigen, welche noch im Besitz von Listen für die gcmaflrcgelten Metallschleifcr sind, werden ersucht, dieselben umgehend an den Kassirer R. Niemetschcck, Skalitzerstr. 18, abzuliefern. 1677 Oer Vorstand. Werbandl der üübeipclirer Krrlina und Umgegend. Montag, 9. Soptbr., Ab. 8 Uhr, im Lokale Mariannenstr. 31/32(Indnstriehalleu). Versammlung. T a g e s- O r'v n u n g: 1. Die heutigen Arbeiter- Organisationen gegenüber den Unternehmer- Koalitionen. Referent Herr Buchdrucker Wilh. Werner. 2. Diskussion. 9. Die mangelhaste Betheiligung d. Kollegen d. Südostens an d. Organisation und unserm Arbeits-Nachweis. 4. Verschiedenes. Alle Möbelpolirer, speziell der geschweiften Branche, sind hierdurch ein- geladen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. NB. Nächste Versammlung: Montag, den 15. September, Ab. 8 Uhr, bei Hr». Gnadt, Brunnenstr. 38. Vortrag d. Hrn. Vogtherr über: Belamy's Rückblick aus dem Jahre 2000 auf das Jahr 1887. Montag, den 22. d. M. Regelmäßige Versammlung bei Bolzmann, Andreasstr. 26. 1659 Oefffentüiche WersamW&mg aller i. d. Pasamentierbrallllfe bejch. Arbeiter w. Arbeiterilltle« T.-O. 1. 2. 3. i e r n c r. 4. 5. 6. Dirnstag, drn 9. September, Abends 8l/a Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Vortrag über Arbeiter- Organisation. Relcrent: W Diskussion. Bericht der von der Kommission ausgearbeiteten Statuten Gründung einer Vereinigung. Borstandsivahl. Aufnahme von Mitglieder». Wahl zur Berliner Streik-Kontrol-Kommission. 1680 Wahl einer Revisions-Kommission. Der Einbernfer. zur Montag, den 8. September, Abends 8V: Uhr, bei Boll, Adalberistrasse 21. Tagesordnung: l. Endgiltige Beschlußfassung über den neuen Lohntaris. 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegenheit und Verschiedenes. Der wichtigen Sache wegen wird jeoer Kollege ersucht, pünktlich zu Die Lohnkommission.[167.1 erscheinen. Fachverein der Tischler (Weissemsee). Große UersammUmg ntag, den 8. September, Abends 8 Uhr, bei Klebs, Röhlke- und Charlottenstraßen-Ecke. Tagesordnung: Die Wirkung der Maschinen auf unser Erwerbsverhältniß. Referent: Herr Koblenzer. 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegenheit. 4. Vereins- angelegenheit und Verschiedenes. 1619 Um zahlreichen Besuch ersucht Oer Bevollmächtigte. M 01 Achtung, Mtchauer! im Am Dienstag, den 9. d. M.. Delegirten-Sitzung Restaurant Krstner, Annenstraße 16. Abends 8V2 Uhr. Ferner machen wir auf die am Montag, den 8. d. M., in Sans- j-onri stattfindende Versammlung für alleHolzarbeiter aufmerksam. Der Wichtigkeit der Versammlungen halber ist zahlreiches Er- scheinen erwünscht."----—=— 1681 Die Kommission. Verein Berliner HMiener. Montag, den 8. d. Mts., Abends 9 Uhr, Neue Grünstr. 23: Grosse Mitgliederversammhiiig. Tagesordnung: 1. Mittheilung. 2. Aufnahme neuer Mitglieder und Ausgabe der Billets zum Stiftungsfest. 3. Wie stellt sich der Verein zur Verschmelzung der be- stehenden Vereine in einer Gesammt- Organisation. 4. Abrechnung vom Sommerfest. 6. Verschiedenes und Fragekastcn. 1648 Verband der Jimmerlente. Versammlung am Montag, den 8. Septbr., Abends 8V2 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakob- straße Nr. 75. Tages-Ordnung: 1. Vortrag übet:„Die Ziele der deutschen Arbeiterbewegung in der Jetztzeit, unter Berücksichtigung der Ge- schichte der Arbeiteragitation Ferdinand Lassalle's.— Jeder hat Zutritt in der Versammlung und bittet um zahlreiches Erscheinen 1633 Der Vorstand. I. A.: H. Ortland. Montag, den 8. September, Abends 8V2 Uhr, in den Zentral-Festsälen, Oranienstr. 180, Merssmmiunge Tagesordnung; Vortrag des Herrn Kendziora „Lassalle als Mann der Wissen- 1. über schast und als Charakter." 2. Vereins- angelcgenheitcn. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht 1676 Der Vorstand. Verein zur Wuhrung der Zuterejseu der Tlhuhmuuler. d. I u n g Mts., in den Kommandanten- Versa Montag, den 8 Arminhallen straße 20. 1660 Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Baginski über„Ursachen der Armuth". 2. Dis- kussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 7. September, Abends 8V2 Uhr, Beuthstraße 22 I, bei May: Vortrag des Schriftstellers Herrn Wilh. Bölsche über:„Thier u»0 Mensch." Nachher gesellige Unterhaltung u. Tanz. Gäste, Damen u. Herren, willkommen. Achtung! Maler! Versammlung der Filiale I(Süd) der Ver- eiuigullg der Maler lt. am Dienstag, den 0, September, Abends SVa Uhr, Oranienstr. 180. Tagesordnung: 1. Der Aufruf des Hauptvorstandes über die Agitation zur Gründung neuer Filialen in den östl. Provinzen. 2. Streichung der Entschädigungen für Vorstandssitzungen und Beitrag-Ent- gegenuahme. 3. Filialangelegenheiten. 4. Verschiedenes. 16tr Gäste willkommen. Die Bevollmächtigten. Versammlang Fachverems d. Steinmetzen Berlins am Sonntag, Jakobstr. 48a. den 7. September, Alte 1665a Achtung! Schlosser l Alle Diejenigen, welche noch im Besitz von Sammellisten zur Unterstützung der am I.Mai gemaßregelten Schlosser und Maschinenbau-Arbeiter sind, wer- den hiermit aufgefordert, dieselben bis spätestens 16. September an die Kassirer Fr. Herbst, Ritterstr. 116, v. 2 Tr.; A. Thrun, Lothringerstr. 12, bei Edel; sowie an unterzeichneten Vorstand ab- uliefern,! andernfalls die Namen der öetreffenden veröffentlicht werden. Der Vorstand. 1668 Carl Unvrrfährt, Naunynstr.23, III. bevorstehenden gnugungen empfehle den Hu den M S Winterv erGenossen i k in jeder Besetzung und zu Festlichkeiten aller Art. Für gewissenhafte u. tadel- lose Ausführung bei soliden Preisen wird garantirt. 1664a G. Schonert, Musikdirigent, Elisabethkirchstraße 7, Hos park, rechts. IC* i AMHalls 0. Heise. �Chsmsseestraße 14 vis schönsten Merkleiiler und Weil für Mädchen jeden Alters, sowie �lorpriiife, Werröike, j MoMcn«. Blouseu Wauch im Einzelverkauf sehr billig! W Massbestellungen u. Reparaturen l, werden prompt erledigt! Whmtffeestraße14. 0. Schwarze Cachemires bedeutend unterm Preis MF" von 30 Pf. an empfiehlt 1532a H. Marcus, am hiesigen Platze bekanntlich Grösste Auswahl. Garantirt sicher brennende MZ?" C a b a Ii r."WOJ Streng reelle Bedienung, billigste Preise! 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Zeitungsnachrichten zufolge beschränkt sich ihre Thätigkeit vorauf, daß der Gouverneur der Provinz einige Besprechungen !>nt den Grubenbesitzern abgehalten hat, die jedoch erfolglos ge- v"eben sind, daß aber Militär und Gendarmen in die Streik- fligend beordert worden sind, ist selbstverständlich. „ Die Geschichte lehrt, daß jeder Staat zu Grunde gegangen % wenn er das Recht der Gesetzgebung und die Rechtsprechung aus der Hand gegeben und einzelnen Personen oder Korporationen oberlassen hat. Deutschlands Geschichte legt unwiderlegbares «nigniß davon ab, darum haben auch einsichtige Staatsmänner ch'effüchtig darüber gewacht, daß der Staatsgewalt auch nicht das Geringste entrissen werde, sie waren sogar stets bestrebt, die Staatsgewalt zu vermehren� so sehen rvir, daß noch vor etwa . Ja barkeit ren die preußische Regierung die Patrimonialgerichts- aufgehoben hat, weil Jie es für unzulässig hielt, daß ü),"' v v*»»|öv»/ WV. I"— I------- I v----'--- 1- Privatpersonen, obgleich sie im Besitze der Qualifikation für den -ttichterstand sein und nach preußischem«taatsgesetze urtheilen mußte», "iitsprechen dürften. Zu diesem Bewußtsein hat sich die belgische Re- verung noch nicht durchzuarbeiten vermocht. Der Erlaß der beregten Arbeitsordnung ist ein Akt der Gesetzgebung, wenn auch nur für «wen engbegrenzten Kreis und ebenso ist die Verhängung von Grafen auf Grund dieser Arbeitsordnung ein Eingriff in das /'einige Recht des Staates, Recht zu sprechen. Die Gruben- ->Ber sind sich auch sehr wohl ihres Uebergriffes bewußt, denn 1' haben ihre Handlungsweise damit, ohne alle Aufforderung, zu .Mertige» gesucht, daß sie die Behauptung aufstellen, eine %% Arbeitsordnung sei zur Aufreckterhaltung eines geordneten ■"«ricbes unentbehrlich. Obgleich diese Behauptung entschieden »u bestreiten ist, so möge sie als zulässig einmal angenommen verde,,! Dann aber wird es Pflicht der Staatsregierung als LPerin der Staatsgewalt sein, solche Arbeitsordnung durch n, flvire, die von ihr berufen sind, zu erlassen und ebenso die 'kchlsprechung, die auf Grund solcher Arbeitsordnung nöthig ?>rd, den ordentlichen Gerichte» zu übertragen. Das Verhalten Js belgischen Regierung würde unbegreiflich sein, wenn man Jh» wüßte, daß dort, wegen dcS beschränkten Wahlrechts, die ■pourgeoisie alleinige Inhaberin der Staatsgewalt ist, sie scheut m1' keiner Desorganisation des Staates zurück, wenn es ihrem m�le gilt. r Bedauerlich ist es, daß es dem Unternehmerthum in Deutsch- e,° auch gestattet worden ist, Arbeitsordnungen zu erlassen, grasen anzudrohen und zu vollstrecken. Als Beschönigung dieses b-n�iffes in die Staatsgewalt wird angeführt, daß kein Zwang »!*+' f'ch solcher Arbeitsordnung zu unterwerfen, man werde jAt gezwungen, als Arbeiter in das Unternehmen einzutreten, % welchem eine derartige Arbeitsordnung besteht. Das ist veiicheiei, denn der Unternehmer weiß sehr wohl, daß die Roth nr'W. Uebrigens ist es eine vcrhängnißvolle Abirrung vom stchtsbegriffe, wenn man sick auf ein gegenseitiges Abkommen toi 1 Arbeitsvertrag beruft. Solcher Vertrag gewährt niemals, J?. che Erfahrung lehrt, gleiche Siechte zwischen den Vertrag- fließenden, der Unternehmer ist stets der Bevorzugte, wie lw" Beispiel in vielen Verträgen festgesetzt wird, daß Unternehmer den Arbeiter jederzeit entlassen könne, ftlr"d dieser zu einer vicrzchntägigen Kündlgungs- % onpflichtet sei. Damit ist der Rechtsgrundsatz: Elches Recht für Alle" empfindlich verletzt; es kann ei.,?- Keinem das Recht zugesprochen werden. sich [i* Rechtes zu entäußern, welches ihm auf Grund unserer sitt- .che» Ordnung innewohnt. Einen flagrante» Beweis, daß das ..chernehmerthuin keinen Halt in der Beschränkung der slaats- .uraerli.-i.»,. m.. v.»«r-i,.i*«ra kr>nnt liefert der wreiberr von 9!crf)te des Arbeiters kennt, liefert der Freiherr von �rselb» kl"wßt sich an, von dem Arbeiter zu verlangen, daß Richte... i" Stumm Genchmigung zur Verheirathnng»ach- dj« zi.Jchcherlaubt sich den Ucbergriff in das Familieiileben, über he»t'chchtigung der Frau des Arbeiters zu befinden. Solchen hali-n k°ete>i Rechtsverletzungen gegenüber sei auf das Ver- diesen �preußischen Regierung im vorigen Jahrhundert hinge- preiiiiiMr � siebenjährige Krieg war beendigt, Schlesien eine übte,, Provinz geworden, die schlesischen Rittergutsbesitzer pfliclitM, Lrößte Willkür gegen die bei ihnen zur Arbeit ver- die RoI- Dorfbewohner. Solcher Willkür zu steuern, erkannte jk°nn„.İn.ng für ihre Pflicht, sie setzte in Breslau eine Urbarial- Pflicht-, die den Auftrag hatte, die gegenseitigen Rechte und Kne*.." Zwischen Gutsherren, Dorfbewohnern und Gesinde, den Die iJP und Mägden, in jedem einzelnen Dorfe festzustellt». ...."Unde biernber wurde ein Urbarium genannt, es wurde Exemplaren ausgefertigt, Oo» Herr«mw cne Prvvr-.zi............ rinn, m!ln drittes die Dorfgemeinde erhielt. In diesem Urba- Mren w* unter anderen Bestimmungen, die hier Nicht inter- .. cen k.,-m*...... b(!r �o6n Ultt) bje 2Irt bel Beköstigung Prech»;mW,en,"8, c. ein anderes der Guts- r Befösiigunn waren so" präzise Mägde festgesetzt. Die Bestiminungeii über " abgefaßt, daß die Tage, an Fleisch, Kuchen und A°sinde Klöße'oder Häiing,....., 15 Pffctzt bestimmten Größe und Güte zu bekonimen hatte, not. 6,11 Ihfw"' wohlweislich war aber keine Strafbcstimmung " hätte föi�V��ten, die dem Gutsbesitzer das Recht ge- '' tn Eesinde zu bestrafen durch Lohnabzüge. Dieses damalige Vorgehen der Staatsregiernng zu beherzigen und mit den zeitgemäßen Modifikationen in Anwendung zu bringen, möge hiermit der Staatsregierung empfohlen sein. Wie sehr übrigens die Unsitte um sich greift, in das Gebiet der Staatsgewalt einzugreifen, zeigt sich auch bereits an anderen Stellen als den gewerblichen. Folgende Mittheilung aus Meißen vom 27. August legt Zeugniß dafür ab, sie lautet: „Die hiesige Stadtgeineinde hat mit den benachbarten Dorfgemeinden und zwei Gutsbezirken sich zu einem Ver bände gegen säumige Steuerzahler vereinigt. Die beschlossenen Bestimmungen lauten: Ist in einer Gemeinde oder in einem Gntsbezirke das Verbot des Besuchs öffent- licher Gastwirthschaften, Schank- und Tanzstätten sowie sonstiger VergniigungSorte an einen säumigen Abgaben- Pflichtigen verfügt worden, so sind dieVorständederVerbands- gemeinden davon zu benachrichtigen. Gast- und Cchankwirth- schaften des Bezirkes haben die ihnen behördlich namhaft geniachten Abgabenrestanten von ihren Gastwirthschaften, Schank- und Tanzstätten wegzuweise». Den Vereinen und geschlossencii Gcscllschnstc» wird ausgegeben, die nani- Haft gemachten Stenerrestanten unter ihren Mitgliedern von den Räumlichkeiten auszuschließen, in denen Speise» und Getränke gegen Entgelt verabreicht oder Tanzlustbar- leiten oder sonstige gesellige Vergnügungen abgehalten werden. Säumige Steuerzahler, welche sich an öffentlichen Vergnügungsorten trotz des Verbotes aushalten, haben eine Haftstrafe bis zu 14 Tagen, Gast- und Schankivirthe, die ihre Verpflichtungen nicht erfüllen, eine Geldstrafe bis zu 100 M. oder 8 Tagen Haft zu gewärtigen." Einen ärgeren Eingriff in die Sphäre der Staatsgewalt kann es kaum geben als diese von einem Vereine, der keinen staatlichen Charakter hat, erlassene Verordnung, die für den Bezirk der vereinigten Gemeinden und Gntsbezirke die Wir- kung eines Gesetzes hat. Die Staatsgewalt hat die Zwangs- mittel bestimmt um den Steuerpflichtige» zur Zahlung zu zwingen, sind diese erfolglos geblieben, so darf sich Niemand, auch keine Gemeinde, das Recht anmaßen, noch andere Zwangsmittel anzu- wenden oder gar noch anderen Personen, wie den Gastwirthen Strafen anzudrohen, die sie in ihrem Gewerbe schädigen. Eine Regierung, welche einen derartige» Uebergriff duldet, bewährt sich nicht als Hüterin der Staatsgewalt; die geschilderten Vorkommnisse sind ein untrügliches Symptom für den sich nahenden Zerfall des Staates. Devfa«tttt»ln»»uen. Eine öffrniliche Verfammlnng sämmtliil/ev(OmevK- j'chaftru Kerliuo fand am 3. September unter dem Vorsitz dcS Herrn Millarg mit folgender Tagesordnung im Konzerthaus „Sanssouci" statt: 1. Wie stelle» sich die Gcwcrkschastc» Berlins zu der von den Vertrauensmännern der Metallarbeiter geplanten Konferenz in Halle a. S.? 2. Sanktionirung der von der Ber- liner Streik-Kvntrolkommission zur Grundlage der Konslituirnng derselben gefaßten Resolutionen. 3. Verschiedenes.— Herr- Ger i s ch führte zum ersten Punkt der Tagesordnung aus: Das Thema sei gegeben durch tinen Ausruf der Vertrauensmänner der Metallarbeiter. Angesichts der immer mehr überhand nehmenden Unternehmerkoaluione» und deren sich immer schärfer hervorhebenden Charakter als Mittel zur Bekämpfung der Arbeiter resp. der denselben Hinterhalt bietenden Organisationen, seien diese Vertrauensmänner veranlaßt worden, den Versuch zu machen, ob es nicht möglich sei, eine allgemeine deutsche Ge- werkschaftskonserenz einzuberufen, die die besten Mittel ausfindig z» mache» habe, mit deren Hilfe man dein jetzigen Vorgehen dcr unternehmer das uöthige Gegengewicht bieten könne. ES sei angeregt, ob nicht Zeit und Ort der event. Konferenz diejenigen des sozialdemokratische» Parteitages sein könnten, um Geld zu sparen, da jedenfalls viele Gewerkschaftler zum Parteitag dclegirt werden. Herr Gerisch verliest den auch im„Berliner Volksblatt" enthaltenen Ausruf und führt dann weiter aus:„Es sei nicht zu leugnen, daß die Ideen und politischen Verhältnisse immer hinter den ökonomischen That- fachen herhinken; so lange bis letztere so anschwellen, daß sie sich in schlagartiger Weise bemerkbar machen, wie beispielsweise die Krisen. Man suchte inimer dann durch einen Ruck die äußeren Verhältnisse den ökonomischen anzupassen(Revolution). Eine geistige Jfevolution sei durch das Vorgehen der Unternehmer. Vereinigungen in den Köpfen vieler bedingt worden. Angeregt durch das Treiben derselben, sucht man nach Mitteln, dem ent- igen zu trete». Redner bedauert, daß die Versammlung im erhältniß zu der wichtigen Tagesordnung leider nur schwach be- sucht sei(ca. 300 Personen), daß der Aufruf sich auch an die Fachvereinigungen richte, sei ein Fehler. ES sei darum die größte Borsicht geboten, soweit die Telegirten zur Konferenz ans Vvrstandsmitgliebern derartiger Ver« ine bestehen. Der in Aussicht genommene Zeitpunkt sei nicht der richtige. Die Verhandlungen des Parteikongrcsses würden allcS Interesse in Anspruch nehmen und nichts anderes nebe» sich auskommen lassen. Die Konserenz einen Tag vor dein Parteitag einzuberufen, hätte auch keinen wesentlichen Zweck.'Aus diesen Gründen ist Redner dagegen, daß die Konserenz mit dem Parteitag zugleich stattfindet. Statt- finden müsse eine solche Konferenz. Die jetzigen Arbeiter- organisationcn entsprechen nicht mehr den an sie zu stellenden Anforderungen. Es sei vorauszusehen, daß die Vereinsgesetze noch schärfer gehandhabt werden, wie jetzt. Mit dem Fall dcS Sozialistengesetzes wird sich die Gewerkschasts- bcwegung durchaus nicht freier gestalten können, war cS doch das bestehenbleibcnde Vereinsgcsctz, mittelst dessen die Fachvereine niedergehalten wurden. Eine loyalere Auslegung seitens der Richter wird auch nicht staUlindc». Ein Ausweg wäre geschaffen, wen» alle Arbeiterblätter speziell diese Frage diskutirten,»m so Klärung darüber zu schaffen und das Interesse dafür bei größeren Arbeitermassen wach zu rufen. Außerdem sei abzuwarten, was für eine Stellung der Parteitag den Gewerkschaften in der Arbeiter- bewegnng anweisen werde. Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr sei für eine Gewerkschasts-Konserenz die beste.— Man möge daher der Grundidee zustimme», die Vorbesprechung der Angelegenheit in die Presse verlegen, und wen» die Unkenntniß der Sache, welche derselben zur größten Schädigung gereichen könnte, beseitigt, dann möge man zwischen Weinachten und Neujahr eine Konferenz einberufe». Die Einberufung über den Köpfen der großen Massen hinweg könne man nicht billigen. EZ ver- laute, die Einberuscr hätten die Angelegenheit noch einige Monate verschoben; authentisches liege darüber nicht vor. AuS allen angeführte» Gründen schlage er Referent folgende Resolution zur Annahme vor. Resolution:„Die heute in Sanssouci tagende öffentliche Versammlung aller Geiverkschasten Berlins erklärt sich mit der Idee eines allgemeinen Gewerkschasts- Kongresses völlig einverstanden, die Versammlung hält jedoch die Zeit bis zu», Partei-Kongreß für zu kurz, und wegen der um- fassenden Debatten, die unzweifelhaft auf dem diesjährigen Partei- Kongreß stattfinden werden, den letzteren selbst nicht für geeignet, um über eine, für alle Gewerkschaften so überaus bedeutunosvolle Frage zu verhandeln. Sollten jedoch die Arbeiter des Partei- Kongresses die Delegirten, so weit sie thätigen Antheil an der gewerkschaftlichen Bewegnng nehmen, wider Erwarten noch Zeit gewähren, nebenbei die Gewerkschafts-Angelegenheit zu erörtern, so ist ihnen dies selbstverständlich unbenommen, und würden die gewonnenen Resultate in der Diskussion, die in dieser Angelegenheit in der gesammten Arbeiterpresse zu er- öffnen ist, mit zu veröffentlichen sein. Die Versammlung über- läßt es der Berliner Streik-Kontrolkommissio», möglichst weite Kreise der Arbeiterschaft zur Theilnahme an den in Frage stehen- den Angelegenheiten heranzuziehen, und nach dem sich die Mei- nungen über das zu Schaffende allseitig geklärt haben, einen Zeitpunkt vorzuschlagen, an dem der allgemeine Gewerlschafts- kongreß abgehalten werden soll." An der Diskussion betheiligten sich die Herren W a t t s ch n l a d, Hildcbrandt, Täterow, Miede mann. Staber- nack, Sillier, Schweitzer, Preuß, Freuden- reich und Arl. Wattschulad erklärt, der Verein der Sattler habe sich schon mit der Angelegenheit be- schäftigt und beschlossen einen Delegirten zu schicken. Herr Hildebrandt kennzeichnet in längeren Ausführungen die jetzige Situation der Arbeiterbewegung und erkennt in Betreff der Kon- screnz die Ausführungen des Referenten an, wie fast alle Redner betreffs des Vorgehens der Sattler berichtigt er, daß kein Verein Delegirte senden dürfe und die Sattler daS Mandat zurückziehen müßten. Die Beschlüsse, die gefaßt würden, müßten auch aus- geführt werden. Täterow erkennt ebenfalls die Frage als zeit- gemäß an. Von einer Seite sei angeregt, die Zentralverbände zu stärken und unter ihnen Kartellverbände herzustellen. Dies ließen die gegenwärtigen Gesetze nicht zu. Man müsse nicht nur die Nothwendigkeit von Etwas anerkennen, sondern auch die Möglichkeit desselben suchen. Redner tritt für ein loses Vertrauensmänner- System, gleich dem der Streik-Kontrolkommissio», ein. Außer Herrn Schweitzer erklärten sich die nun folgenden Redner>nit dem Referenten einverstanden. Herr Schweitzer hält die Konferenz vorläufig für zwecklos. Man möge erst die Gestaltung der politischen Verhältnisse abwarten und vorläufig ruhig den bisher geführten Guerillakrieg gegen das Kapital fortsetzen. Man müsse warten, bis wir eine nöthige Zahl Sozialisten in den Reichstag gebracht hätten, um ein besseres Vercinsrecht zu erkämpfe». Die Konferenz würde nicht mehr leisten, wie die Berliner Streik-Kontrol- kommission. Ein loses VertrauenSmänner-System könne nichts nützen; und etwas Festes könnte man jetzt nicht schaffen. Ver- schiedcne Redner wandten sich gegen die Ausführungen Schweitzers und betonten, wenn man so weit sei, um auf die Gesetzgebung positiv einwirken zn könne», dann brauchte man Fragen, wie die hent erörterten, nicht mehr erledigen. Das in Aussicht ge- stellte Vertranensmanner-System solle auch nicht so lose sein, daß es nuscinanderfalle, wie Schweitzer meine. Nachdem Herr Gerisch noch zum Schluß angeführt, daß der Vertrauensmann der Metallarbeiter, Herr Segiy angeregt, man solle größere Gewerkschaftsgruppen zusammenschließen, womit man sich aber jetzt nicht zu beschäftigen habe, wurde die oben abgedruckte Resolution gegen eine Stimme angenommen.-- Zum zweiten Punkt der Tagesordnung ergriff Herr Täterow das Wort. Der Punkt sei mit auf die Tagesordnung gesetzt, damit die für die Berliner Streik-Kontrol-Kommission maßgeben- den von ihr gesnßteit Ntsvliitibnilt öffentlich sänktioitirt werden sollen. Ob dann nachher die öffentlichen Volks- resp. Gewerk- schaftsversammlungen dazu maßgebend sein sollen, die gefaßten Beschlüsse der Kommission anzuerkennen oder nicht, darüber habe die gegenwärtige Versammlung zu beschließen. Jedenfalls würde das'Arbeiten der Kommission ein zu schleppendes sein, wenn der Volksversammlung das Recht zugestanden wäre, alle ihre Beschlüsse erst bestätigen zn müssen. Es sprachen hierzu noch die Herren Schweitzer, Sydcl, Weg»er, Glocke, R o b e r t S ch m i d t, W i l s ch k e, G e r i s ch, Witzle und Niederauer. Im Allgemeinen war die'Ansicht verbreitet, die große Oesfentlichkeit habe wohl die grundlegenden Ideen der Kommission zu bestätigen, sonst aber habe die Kommission selbst- ständig zu arbeiten. Daß die einzelnen Delegirten mit ihren Ge- werkschaften in Verbindung bleiben müssen, ist als s e l b st v e r- st ä n d l i ch zu betrachten. Zur richtigen Klärung der Sache kam es nicht, da ein Antrag angenommen wurde, dahin gehend, die Versammlung zu schließen und möglichst bald eine weitere einziiberusen, damit dort die Angelegenheit endgiltig erledigt werde. Die Feiletthauev Kerliu» und Uiitgrgend hielten am . September eine öffentliche Versammlniig bei Keller's, Berg- straße 08, mit folgender Tagesordnung ab: 1. Stellungnahme zu dem Aufruf der Vertrauensmänner in betreff des Parteitages in Halle. 2. Wahl eines Vcrtrauettsmanues und deren Beitrags- sammler für den UiiterstützungsfondD und zweier Revisoren. 3. Verschiedenes. In daS Bureau wurde» die Kollegen Brack, Mittler und Nenky gewählt. Der Vorsitzende sprach sein Be- dauern darüber aus, daß die Versammlung bei der wichtigen Tagesordnung so schwach besucht war und ermahnt die Kollegen. Arbeiterzeitungen zn lesen und namentlich das„Berliner Volks- blatt", da in demselben alle Versanimliingeii bekannt gemacht werden. Hierauf erhielt Kollege AhlerS das Wort. In erster Linie legte Redner klar, wie schwierig eS sei, von gewerkschast- licher Seite den Parteitag zu beschicke», da wir von behördlicher Seite behelligt und auf Schwierigkeiten stoßen würden, außerdem die Geldmittel schwer anfzubringen seien. In diesem Sinne sprachen sich mehrere Redner. Nach kurzer Debatte wurde folgende Resolution an- genommen:„Die heutige Versanimlung beschließt, dem Beschluß der Vertrauensmänner zuzustimmen und von der Absendnng eines Delegirten Abstand zu nehme», wegen Mangel an Mitteln". Zu den Wahlen stellte der Vorsitzende den Antrag, die Wahl bis zur nächsten Versammlung zn vertage», da die heutige zu schwach besucht sei. Dieser Antrag wurde abgelehnt, da eine öffentliche Versammlung imnier beschlußfähig ist. Hieraus wurde zur Wahl geschritten und wurden gewählt Kollege AhlerS als Vertrauens- mann und ki'vllcgcn Melchior Groß und Resst als Beitrags- sammler. Als Revisoren Kollegen Staub und Gaukel. Unter „Verschiedenes" wurden noch einige Sachen erledigt, welche nicht von großer Wichtigkeit waren. Ein Antrag vom Kollegen Ahlers, als Beitrag für den UnterstützilugsfondS pro Woche 10 Pf. z« entrichten und jeden Monat 10 Pf. für den Agitationsfonds bei- zutragen, wurde einstimmig angenommen. V* WipMI«««« A/IV OtllJlMl'UICIl I '.bet. 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