ntet do ■a» K fä «,»» -V- ) rvo r s emnM®? im 2 erde» as ceitunü" >unM Ar. 21 o. Mittwoch, den 10. September 1800. � Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner Bolksblatt" Jnsertionsgebühr beträgt für die Sgcspaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VerfammlungS« Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Verlin SW., Beuthitrabe 3, sowie von allen Nnnoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittaas und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags --» Fernsprecher: Amt VI. Kr. 410t Nedackkion: VcukkMvAße 2*— Expedition: VvltthMeotze 3. aau u A; heut«, Z m on«, i. Nolltskrafk und iptllfltvaft. m. Die Ergebnisse der modernen Rekrntirung sind von .�»tung für die Sozialpolitik. Die allgemeine Wehr- Mht, die jeden männlichen Staatsbürger in ihren Be- t,) Zieht, ermöglicht es, auf Grund der bei den Aus- Hungen festgestellten Thatsachen sich ein bestimmtes �CC 0611 der Volkskraft zu - m Es leuchtet ein, daß das Verhältniß der Zahl der ,,; /Anglichen zur Zahl der Tauglichen ein wichtiger Grad- .stser für die sozialen Zustände ist, unter denen wir , M Wenn z. B. die Ziffer derer, die dienstfähig sind, ncht hohe, die Zahl der Unbrauchbaren dagegen eine e ist, so kann man annehmen, daß die Lage der k,-"-'! Massen, die das Hauptkontingent zum Heere Wen, eine günstigere ist, als wenn die Sachlage die .�gekehrte ist, d. h. wenn die Menge der vom Heeres- 'i»st Befreiten stetig gewinnt, die der Tauglichen sich .stinjndert. Die Lebenshaltung des Volkes ist von be- Äncnbcm Einflüsse auf die Resultate der Rekrntirung, —— i j Lebenshaltung aber ist ein natürliches Produkt der ...-J Äfchastlicheu Verhältnisse. Die soziale Lage der r<-i!�rklasse, der gewerblichen wie der ländlichen, die � Beschäftigung, die Höhe der Lohnsätze, die Er- «,1 4. 9' ro'e �'e Behausung, die Arbeitszeit, die Existenz H* vC der Mangel einer Arbeiterschutz- Gesetzgebung, alle «Hb Faktoren sind in Wirksamreit bei der Bildung des of life, der wirthschaftlichen Lebenshaltung des Mllu��kthätigen Volkes. Gutgenährte, bei nicht zu langem ffaft% � in rationell eingerichteten Betrieben thätige arÖ9%a werden anderes Rekrutirungsmaterial liefern, , faj.�ie Lohnweber des Eulengebirges oder die ober- �»u?«Nkischen Korbflechter. «»»IM c Da es nun eine triviale Thatsache ist, daß die heutige . Seilschaft mitten in der Periode der Großproduktion lebt, Wirker es serner feststeht, daß der sich tagtäglich verschärfende ve«Se»satz zwischen Kapital und Arbeit die fortgesetzt sich i'Sende Verelendung der Massen zur Folge hat, so ließe 2*0% vornherein theoretisch der Satz erweisen, daß die �utirungszisfern sich gleichfalls von Jahrzehnt zu Jahr- Mlin> p V, V...er- rr...C�(........ k:, Dett«! >rden iebrj'�KITev-« naj gic ,,...... t!ÖJ|m�j.�Ichlcchta-n müssen. Die Erfahrung, die wichtige ___ Wh' n<�C11 geliefert hat, widerspricht keinesmegs dieser An- 1 Haol'"1' blos daß in den verschiedenen Militär- Ol kfi Mindestmaß mehrfach hat herabgesetzt werden / I J&ih, lue� eben die Massen körperlich entarten und ver- (v öedrückt und abgerackert durch den Judustrialis- aUC� � i3e)' �"��lZlichen vermehrt sich FeuMekon. e Preih v.rboleng_.7 »kstr� kerj Uerloren! 50 Ps� � en Papieren eines Rechtsanwaltes. ' Von Casimir K a n e m a n. Ä.I»",Ii?�e ich die Schuld Rodenfcls cbensalls leugnen, so '. das für ibu von viel schivercren Folgen sein, als lu; tue Viiu;ii4w____, 'ditt für ihn von viel schwerere» Folgen sein, th. deii ganzen Hergang den thatsächlichcn Uinstanden �I�ffi>ters2\ sthildere. Das Gesetz macht einen bedeutenden ichtu»f5>ehr Zwischen einen im Affekt oder zum Zwecke der Roth- ilienstbj>c>ch».�"grnen Morde und einem Raubmord, als welchen sich Zeugenaussaaeu das ötodeusels'sche .ckeritt �rst-ssl"' Äengenausjageu oa» Verbrechen l'Jcchp, l: In Wirklichkeit verübte Rodenfcls das Ver- ImMMkiitJ" e'uein fast an Unzurechnungsfähigkeit grenzenden L.r cc, vehrte sich gegenüber den Hieben des Gegners. Drf'»Isth, m-r jßafaH, daß Rodeusels dieselbe Geldsumme bei sieh � pstlfci, r�c �ev Spieler vor dem verhängnißvollen Ereignisse -- �'cheii'f,'1�0?"in so fataler Umstand, daß er zum strengsten � ,�8(0(2 geben können. Es mußte also, wenn praktisch � fHiüb!8en werden sollte, der ganze Vorgang wahrheits- V/oW», dargestellt und der Beweis geliefert werden, daß TamiM%' a das Geld nicht dem Leichnam abgenommen, die 2/ s?sann einer anderen Quelle erhalten hatte. Es galt alienAw fchtei,« aeiveisen, daß der Bruder der Schrödter mit ge- r W �Iiina k spielte und daß Rodenfels' Entdeckung des — �°en Streit verursachte, der einen solch fatalen Aus- Aus O e st e r r e i ch liegen u. a. eine Reihe von Daten vor, welche ein helleh Schlaglicht auf diese Dinge werfen. Dr. Paul M y r d a e z hat„die Ergebnisse der Sanitätsstatistik des k. k. Heeres in den Jahren 1870 bis 1888" eingehend untersucht. Es ist nicht unan- gemessen. Einiges daraus mitzutheilen, um, wie Leo Verkauf in seiner in Braun's„Archiv für soziale Ge- setzgebung und Statistik" erschienenen interessanten Be- sprechung der Arbeit von Myrdaez sagt,„Anhaltspunkte dafür zu gewinnen, ob von einer Zu- oder Ab- nähme des K r ä f t e v 0 r r a t h e s der Massen ge- sprochen werden kann." Mir erfahren nun, daß in der österreichischen Armee im Jahre 1870: 349 016 Mann zurückgestellt oder ge- löscht wurden, d. h. 707 pro Tausend, im Jahre 1887 dagegen 647 301 oder 808 pro Tausend. Als tauglich wurden im Jahre 1870: 147 258 oder 293 pro Tausend, 1887 153 474 oder 192 pro Tausend assentirt. Das Untauglichkeitsmehr beträgt rund 100 pro Tausend, in absoluter Zahl weist es beinahe eine Verdoppelung auf. Der Rückgang der für den Militärdienst Untauglichen ist ein ununterbrochener. Die Erklärung für diesen Vorgang, wie sie Myrdacz giebt, ist eine durchaus ungenügende; er will die Vor- stellung erwecken, daß die größere Strenge bei Unter- suchung der Gestellungspflichtigen die Ursache der eben ge- kennzeichneten Erscheinung sei. Nach ihm sind die Aushebungskommissionen immer schärfer vorgegangen, haben immer peinlicher geprüft und immer mehr Leute zurückgewiesen. Die Wurzel des Uebels sitzt tiefer, die soziale M i s ö r e trägt die Hauptschuld an der Vermehrung der Untauglichenzahl. Gegen die Auffassung des Herrn Myrdacz spricht schon die einfache Thatsache, daß die öfter- reichische Regierung beständig neue„Maßregeln zur Deckung des Kontingents" ergreift. Warum hat man die Kategorie der bedingt Tauglichen eingeführt? Weil die Heeresverwaltungen Mannschaften brauchte. Und eben deshalb, um die Zufuhr der Nachfrage wenigstens einigermaßen anzupassen, hat man das Mindestmaß von 1554 auf 1550 Millimeter herabgesetzt, und das wehr- Pflichtige Alter auf das 21. Lebensjahr verlegt. Die Einführung jener neuen Kategorie, die Reduktion des Militärma'ßes u. s. w. bezeugen mit wünschenswerthester Offenheit, daß die Verschlechterung des zur Verfügung stehenden„ M e n s ch e n m a t e- r i a l s" unaufhaltsam f 0 r t s ch r e i t e t, und daß darum die Regierung zu derartigen Maßregeln greifen m u ß, wenn anders sie den Bestand des Heeres, wie er unter der Herrschaft des Militarismus nothwendig erscheint, aufrecht erhalten will. Hätte allein die über- gang nahm. Woher aber sollte ich diese Beweise her- leiten? Alle Zeugen, welche bei dieser Angelegenheit betheiligt waren, hatten eben das größte Interesse daran, die schmutz!- gen und lasterhaften Dinge, welche in der Spelunke, ihrem alltäglichen VelustignugSorte pasfirten, zu verhüllen. Die Wirthin des Lokals war die Schwester des Getödteten und die Gäste waren dessen Freunde und Genossen. Der Auge- klagte war als Sohn eines reichen Gutsbesitzers der Gegen- stand der Ausbentung und der Spekulationen dieses Ge- sindels. Er war ein fremder Vogel in dem Neste der Be- trüger und sie warfen, nachdem er gestürzt war, den Stein der Verdammung auf ihn, um sich zu schützen. Aber ich durfte gerade um deshalb um so weniger unthätig zusehen, wie ein Angeklagter, dessen Vertheidigung mir das Gesetz anvertraute, eines Vergehens, das er nicht begangen, schuldig erklärt und unrettbar, für sein ganzes Leben gebrandmarkt wurde, während sein wirkliches Vergehen eine viel mildere Beurtheilung fordern mußte. Die einzige Person, welche die Wahrheit hätte enthüllen und vom An- geklagten den Verdacht deS Raubes hätte abwenden können, ivar die Schrödter, eine Frau, von welcher jedoch diese Be- weise am allerwenigsten zu erlangen waren. Ohne ihre Mit- Wirkung mußten alle meine Behauptungen, brachte ich sie noch so logisch und klar vor, leer und erfolglos bleiben. War es nun unmöglich, diese Frau zu bewegen, der Wahrheit gemäß Zeugnis; abzulegen? Gab es keine Aiittel, sie zu erweichen, sie zu rühren und umzustimmen? Dieser Gedanke tauchte blitzartig in mir auf. Ja, sie zu be- wegen.... Wo und welcher Art waren die Mittel dazu? Sollte ich sie bei den Eltern meines Klienten suchen? Hatten denn nicht diese ein Interesse daran, ihrem Sohn, mäßige Strenge bei der Auslese der Rekruten den Uebel- stand des Wachsthums der Untauglichenziffer herbeigeführt, so würde es ja genügt haben, wenn die Aushebungs- Kommissionen beauftragt worden waren, weniger scharf vorzugehen. Wäre wirklich die Auswahl eine immer peinlichere geworden, so hätte doch die Zahl der wegen dauernder Invalidität Entlassenen sich stetig verkleinern müssen. Denn je größere Strenge bei Auswahl der Wehrfähigen waltet, um so geringer muß die Zahl der dabei unter- laufenden Jrrthümer sein. In Wirklichkeit aber ist die Zahl der nachträglich Entlassenen fortwährend g e- stiegen, die Aushebungs- Kommissionen haben also mehr und mehr untaugliche oder schwächliche Leute, „sei es aus Jrrthum, sei es wegen Mangels bessern Materials" eingereiht. Und daß nicht etwa der lang- dauernde Dienst an der Zunahme der Invaliden die Schuld trägt, geht daraus hervor, daß gerade die Zahl derjenigen Entlassenen am stärksten gewesen ist, die ganz kurze Zeit, höchstens drei Monate, der Armee angehörten.„Wir schließen darauf", sagt Verkauf,„daß die Untauglichkeit schon zur Zeit des Einrückens bezw. der Assentirung vor- Händen war, aber übersehen oder nicht beachtet wurde." Im Jahre 1879, um einige Daten anzuführen, wurden 8326 Mann oder 9,5 pro Tausend des Grundbuchstandes, davon in den ersten 3 Monaten der Dienstzeit 1814 oder 218 pro Tausend der Entlassenen, wegen dauernder In- Validität aus dein Armeeverbande entlassen. Im Jahre 1887 wurden wegen dauernder Invalidität entlassen 13 151 oder 14,9 pro Tausend, davon in den ersten 3 Monaten der Dienstzeit 5701 oder 433 pro Tausend der Entlassenen. Treffend sagt Verkauf:„Die bis in's Maßlose ge- steigerte Arbeitszeit, die wachsende Verwendung von Frauen und Kindern in der Industrie, die Niedrigkeit der Löhne und die hieraus sich ergebende mangelhafte Ernährung, scheinen uns für die industriellen Provinzen, der letztere Umstand, sowie überhaupt die fortschreitende Proletarisirung der bäuerlichen Bevölkerung, für die Länder mit vor- wiegeuoem Ackerbau, das Sinken der Volkskräfte zu er- klären, welches in der reißend schnellen Abnahme? der Wehrfähigkeit zum Ausdrucke gelangt. I. Singer hat in seiner Schrift über die sozialen Zustände im nord- östlichen Böhmen den Nachweis dafür erbracht, daß die Wehrfähigkeit der industriellen Bevölkerung eine viel geringere ist, als die der übrigen. In den Jahren 1881 bis 1883 betrug das Tauglichkeitsverhciltniß aller Er- schienenen 129 pro Tausend, das der Fabrikarbeiter kaum 46 pro Tausend. Die fortschreitende Jndustrialisirung setzt die Volkskraft herab. Im hochindustriellen Bezirk Hohenelbe ist das Tanglichkeitsprozent der Industrie- trotzdem er schwer gefehlt, mit Hilfe beizustehen und all Mittel daran zu setzen, den Unglücklichen vor dem schmach vollen Verderben zu retten? War Gerhard nicht ihr Sohr ihr eigen Fleisch und Blut? Und ihre soziale Stellun könnte am Ende dem Weibe imponiren, ihr elterliches We und Leid könnte ihr Herz erweichen und sie zur Aussage de Wahrheit bewegen. Das Gesetz verbot dies den Eltern nicht ihr Gewissen aber und das Herz gebot es zu thun. Neben dieser Aussicht erleichterte mich noch das Be wußtsein, daß hier mildernde Umstände vom Richter anerkann werden müssen. Vor allem war es die vernachlässigte ode fehlerhafte Erziehung, welche sich zu Gunsten des Angeklagte! in's Feld fuhren ließ; ich hätte ferner den Zufall anklaget können, der diesen Charakter unter solch müßig gehende! Dutzendmenschen zu leben zwang, den Zufall, der es so fügte daß nun einmal ein Mensch seiner besonderen Eigenschaftet wegen in dieser Atmosphäre verdarb, während sonst so viel vor ihm und neben ihm sich in derselben wohl fühlten nu! ein Dasein führten, welches zivar nicht viel besser war ab das seine, das sie aber nie mit dem Strafgesetz in Berührung brachte. Allein war ich nach dem Bisherigen schon berechtigt Leuten, die ich persönlich gar nicht kannte, Vorwürfe vm so großer Bedeutung zu machen? Angenommen, daß die selben, wenn auch nur zum Theil, sich als ungerecht fertigte erweisen würden, hätte ich dann nicht einen ergrauten, zwar, wie mir schien, nicht just ver nünftigen, aber ehrlichen Vater und einer ebenfalls nich vortrefflichen und sehr sorgsamen, aber doch immerhin lieben den Mutter bitt'res Unrecht zugefügt? Mein Auftretet mußte in dieser Hinsicht ein sicheres sein und durste sici avbeiter ungefähv um das Vierfache niedriger, als das durchschnittliche Tauglichkeitsprozent aller Stelluuas- Pflichtigen! _ Wer aber glauben würde, daß die r e i ch s d e u t s ch e Aushebungsflatistik etwa günstigere Schlüsse gestatte, als diejenige unserer Nachbarn, ist im Jrrthum. Gleiche Ursachen, gleiche Wirkungen! Wahrlich, die eifrigsten Anhänger und Sachwalter des Militarismus hätten ain ehesten die Pflicht, für eine soziale Reform sich zu erwärmen, welche die Lage der Arbeiter wirklich hebt und die Volkskraft steigert. Setzt man der Ausbeutung der Massen nicht bald Damm und Deich entgegen, so wird die Wehrfähigkeit auf's ärgste bedroht sein. Wonach zu achten! M ovuolt'oudeniett. ..., koudou, 7. September. Der 23. Jichreskongreß der eng- uschen Gewerkvereine ist vorüber, und es ist sicher nicht zuviel gesagt, wenn ich seine Ergebnisse dahin zusammenfasse, daß er einen bedeutsamen Wendepunkt in der englischen Arbeiterbeweglmg bezeichnet. Wenn ich in meinem vorigen Brief schrieb, daß nicht eine neue Gewerkvereins- sondern eine neue Arbeiterpolitik den springenden Punkt der Debatten dieses Kongresses bilden werde, so hat sich das in vollem Maße bestätigt. Ja, was ich nicht vorallsznsagen wagte, ist eingetroffen: Die neue', die vom Geist des Sozialismus durch drungeiic Arbeiterpolitik hat den Sieg über die alte Ge- werkvereins Politik davongetragen. Es war ein stürmischer Kongreß, der bewegteste vielleicht in der Geschichte dieser Assisen der organisirten Arbeiter- schaft Englands. Wie konnte es aber auch anders sein? Zwei Gegner, bisher so verschieden an Einfluß, daß der Eine, der Aeltere, nur die Hand auszustrecken brauchte, um den Anderen niederzuhalten, standen sich plötzlich in gleicher Stärke gegenüber, und es ist noch sehr die Frage, ob nicht die Vertreter der neuen Richtung über diese Thatsache noch mehr erstaunt waren, als ihre Gegner. Daß sie in Liverpool stärker vertreten sein würde» als früher, wußten sie zwar, aber sie wußten auch, daß die „Alten" ihre Kräfte zusammen zogen, und sie wußten, waS das bisher zu bedeuten hatte. Erst an Ort und Stelle, erst als nian sich gegenseitig zu messen anfing, wurden sie inne, welche Kraft sie bereits repräsentirten. Und nun gab es auch kein Bedenken, kein Aufhalten. Nun ging es mit Feuer in den Kampf, der hüben und drüben mit gleicher Leidenschast geführt wurde, bis zum Schluß die„Alten" erschöpft das Feld räumten. Sie hoffen es wieder zu erobern, sie wollen bis zum nächsten Jahr neue Kräfte sammeln, aber selbst wenn es ihnen gelingen sollte, könnten sie die Thatsache nicht ungeschehen machen, daß die alte Tradition siegreich durchbrochen worden ist und das neue Prinzip seine Fahnen auf den bisher für uneinnehmbar gehaltenen Positionen anfgepslanzt hat. Es wird aber mit dem Wiedererobern wohl seine guten Wege haben. Ich kann natürlich hier keinen detaillirten Bericht über die hochinteressanten Debatten des Kongresses geben. Selbst die bloße Auszählung seiner Beschlüsse würde den mir gestellten Raum be- deutend überschreiten. Ich muß mich auf die Hervorhebung der bedeutsamsten Erscheinungen und Entscheidungen beschränken. Ueber die Einzelnheiten werden die Leser dieses Blattes durch die Tagesberichte nnterichtet sein. Der Kongreß war noch stärker besucht als der am letztenSonnabend ausgegebene Bericht angegeben. Nicht 425, sondern 457 Delcgirte halten sich eingestellt und vertraten 311 Gewerkschaften, bezw. Gewerkvereins- Verbände mit zusammen 1 470 191 Mitgliedern. Die Zahl der weiblichen Delegirten blieb hinter den Erwartungen zurück, sie überstieg nicht die Zahl 12. Die Ansprache des Kongreßvorsitzenden Matkin war durchaus auf der Höhe der Situation. Sie war keine sozialistische Partei- rede, aber sie vereinte die besseren Seiten der Gewerkschafts- Prinzipien mit den weiteren Gesichtspunkten der sozialistischen Gesellschaftskritik. Im Ton versöhnlich, in den Vorschlägen nie die thatsächlichen Verhältnisse außer Augen lassend, führte Matkin aus, daß eine neue Aera für den Kampf der Arbeiterklasse an- gebrochen sei; die alten Waffen hätten sich als unzulänglich erwiesen und neue müßten daher in Gebrauch genommen, der Kampf auf erweiterter Grundlage geführt iverden. „Kein Zweifel", sagte er u. A.,„die Zukunft gehört der Arbeit. Jedermann gicbt es heute zu— der Politiker, der auf die Stimmen der Arbeiterklasse spekulirt, der Kapitalist, der dieselbe fürchtet, der Philanthrop, der sie patronisirt. Fast alle unter uns können sich einen idealen Arbeitsstaat ausmalen, der Allen die gleichen Bedingungen darbietet, wo die Arbeitswilligen nicht mehr Hungers sterben, die Drohnen nicht mehr die Frucht der Arbeit Anderer verzehren werden, und wo die Gesellschaft so wohl organisirt und so veredelt sein wird, daß Unwissenheit und Vorurtheil, Laster und alle, in Jahrhunderten der Klassen- nicht auf die einseitigen Behauptungen meines Klienten stützen, konnte dieser doch, beemflnßt durch falsche Atlffassnngcn, in seinem Urtheil sich getäuscht haben. Von solchen Gedanken erfüllt, ließ ich mich am Morgen darauf in einer Postkutsche nach dem ausgedehnten Gute der von Rodenfels fahren, von welchem ich hörte, daß es mehr und mehr vernachlässigt werde und so keinen sehr ein- ladenden Anblick biete. Es waren gehörige sieben Meilen zurückzulegen. Qch ermunterte die Postillone zu rascher tahrt und ließ vier Pferde vor das leichte Fahrzeug spannen. o ging es munter vorwärts. Es war gegen drei Uhr Nach- mittags, als wir von der Landstraße in eine Seitenallee ein- bogen, die nach dein Lindendorflfchen Hofe führte. Zu beiden Seiten ragten wuchtige Pappeln, von denen jedoch kaum die Hälfte mehr gesund waren; viele sahen dürr und abgestorben aus und da und dort verrieth eine Lücke in der Reihe, welches Schicksal der anderen Bäume harrte. „Die Einwohner des Dorfes," wandte ich mich an den Postillon,„scheinen sich auf den Holzdiebstahl gut zu ver- stehen? Wie kann man nur so herrliche Bäume�so hart beim Hofe niederhauen und stehlen?" Der Postillon, der in Lindendorf seine Station hatte, lächelte überklug vor sich hin. „Pah, Herr; was glauben Sie, wer hat diese Bäume geschlagen?" „Nun, die hiesigen Bauern; wer sonst?" „Gott bewahre, so schlimm sind diese Leute nicht, nein; mit den Pappeln werden die Oefen im Hose geheizt." „Donnerwetter!".... entfuhr es in langgedehnten Lauten meinen Lippen.„Aber giebt es denn keinen Wald in Lindendorf?" „Freilich, freilich, giebt es einen; und was für einen, er zieht sich fast eine halbe Meile hin; aber wozu in den Wald fahren, wenn einem das Brennmaterial vor dem Thore wächst?" Mir wollte Hören und Sehen vergehen. Jndeß! es sollten mir noch andere Ueberraschungen zu Theil werden. Bald bemerkte ich, daß nicht nur die Bäume vor dem Thore der Bequemlichkeit zum Opfer fielen, sondern daß auch das Thor selber und die Umzäunung des Hofraumes zu allerlei Herrschaft gezeitigten Mißbräuche ausgerottet sein werden, die Verbrüderung der Menschheit zur Wahrheit geworden ist. Mag sein, daß Generationen vergehen müssen, bis dieses Ideal verwirklicht wird, aber unsere Pflicht ist, es immer mehr möglich zu machen. Vor einigen Jahren noch würden solche Hoffnungen als leere Träumerei bezeichnet worden sein, so schnell aber ist die Sache der Arbeit vorwärts marschirt, daß sie als die berechtigten Bestrebungen Derer anzusehen sind, welche die Kadres der organisirten Arbeiterschaft bilden..." Dann wandte er sich gegen diejenigen„Propheten" in der Presse", die da erklären, der gegenwärtige Aufschwung der Ar- beiterbewegung sei nur eine Art Krampf und eine Wirkung des besseren Geschäftsganges. Sie übersähen eine ganze Reihe materieller Thatsache».„Das gegenwärtige Erwachen der Arbeit ist thatslichlich ein Schritt auf der natürlichen Bahn des Fort- schritts und zweifelsohne der Vorläufer der nationalen Organi- sation der Produktion. Die Arbeiterbewegung kennt keine„ultima Thüle"(kein äußerstes Thüle), das Ziel der einen Generation muß der Ausgangspunkt der folgenden sein, und so lange die Arbeiter über ihren gegenwärtigen Lebensunterhalt und ihre Zukunft in Unsicherheit sind, werden sie jede Möglichkeit benutzen, ihre Position zu stärken und die Mittel des Staats zum Vortheil der Arbeitersache in Anspruch zu nehmen." .... Als einen der ersten Schritte in dieser Richtung bezeichnete Matkin die Erkämpfuttg drs gelrtzlichru Achistnndeu- Avbeitstage«, der weder die Industrie England? schädigen, noch, wie vielfach befürchtet werde, die Unabhängigkeit der Arbeiter beeinträchtigen, noch ihre Organisation zerstören werde. Im Gegcntheil. Genau das Entgegengesetzte werde der Fall sein, wie Matkin an der Hand der bisher vorliegenden Erhebungen in überzeugendster Weise darlegte. Als praktischen Weg zur Er- reichung dieses Zieles bezeichnete er die Durchführung des Acht- stunden-Gesetzes zunächst in Industrien, deren Arbeiter in ihrer Mehrheit ganz unzweideutig das Verlangen danach ausgesprochen, wie z. B. die Bergarbeiter. Ueberhaupt läge kein Grund vor, weshalb das Prinzip der Ur-Abstiinmung nicht in der Achtsrunden- Frage zur Anwendung kommen solle. Redner verbreitete sich dann über die Nothivendigkeit einer st ä r k e.r e n Vertretung der Arbeiterklasse im Parlament und der Befreiung der Arbeiter vom Einfluß aller Parteien. Die Regencrirung der Ge- sellschaft erfordere eine Regenerirung der Volksvertretung.„Wenn wir sehen, daß Städte wie Edinburg, Glasgow, Leeds, Manchester, Bradford, Sheffield, Bristol, Liverpool, Wolverhampton und ein ganzes Heer von anderen Industriezentren, in denen die Arbeiter die überwiegende Mehrheit bilden, keine direkte Vertretung der Arbeit haben, dann muß ich mich gleichmüßig wundern über die Kühnheit der Berufspolitiker und die Geduld und Gleichgiltinkeit der Arbeiterklasse". Was die L a n d f r a g e anbetrifft, so geht nach Matkin deren Wichtigkeit für die Arbeiterklasse auf's deutlichste aus dem Ausspruch des Landarbeiters hervor, der im vorigen Winter beim Süd-Londoncr GaSstreik auf die Aufforderung, doch den Streiken den ihre Stelle nicht fortzunehmen, geantwortet habe:„Ich komme von einem Platz in Berkshire, wo ich eine halbe Krone(2>/s M.) den Tag erhielt; wenn sie Lust haben, mögen sie an meine Stelle treten, sie ist noch zu haben." ES hatte keinen Zweck, die Zahl der Landeigenthümer zu vermehren, die Rückkehr des ganzen Grund und Bodens in den Besitz der Nation müsse die Forde- rung der Arbeiter bilden. Ebenso befürwortete er die Vcrstant- lichung der Eisenbahnen und Bergwerke. Nachdem er noch eine Reihe von Forderungen der Arbeiter an die Gesetzgebung auf- gezählt, die Nützlichkeit der nationalen und internationalen Födc- ratio» der Arbeiter betont und bei dieser Gelegenheit die Berg- arbeitcr beglückwünscht, daß sie in Jolimont einen wichtigen Schritt in dieser Richtung gethan, empfohlen, in solchen Industrien, wo dies ohne Schwierigkeit anginge, Genossenschaften als Mittel der Kriegführung zu organisiren, und nachdem er weiter der Verdienste des aus dem Amt scheidenden Vroadhurst gedacht, schloß Malkin mit einem Ausblick aus die hoffnungsvolle Zukunft, der die Arbeiterklasse entgegengeht und der Aufforderung an die Delegirten, gemeinsam dahin zu wirken, daß sich der Kongreß zu einem epochemachenden für die Arbeiterbewegung Englands gc- stalte. Der Bericht des parlamentarischen Konntees gab den ersten Anlaß zun: Sturnilaus der Opposition gegen den alten„Gang". Da jedoch der Rücktritt Broadhnrst's viele weich gestimmt hatte, so gelang es diesem und seinen Freunden, die Annahme des Be- richts mit 172 gegen 88 Stimmen durchzusetzen. Nahezu 200 Mitglieder enthielten sich der Abstimmung. Noch günstiger für die alte Richtung fiel die Abstimmung über ein Amendement des Sozialisten Macdonalv zurResolution Harford, das eine stärkere Vertretung dcr Arbeiter im Parlament forderte, ans. Die telegraphische Berichterstattung in der deutschen Presse sprach nur davon, daß dieses Amendement die Stationalisation des Grund und Bodens verlangt habe. Thatsächlich lautete es: „Daß kein Kandidat die Unterstützung der Arbeiter erhalten soll, der sich nicht für die Nation.alisirung des Grund und Bodens, dcr Fahrzeuge, Eisenbahnen, und aller Produktionsmittel erklärt." Mit anderen Worten, der Kongreß sollte sich direkt und aus- schließlich für die Sozialdemokratie erklären. Das ging allerdings wirthschaftlichen Zwecken Material liefern mußte. Die Sparen zerstörender Hände waren auch da leicht zu sehen. Der zierlich geschnitzte Holzstakett war voller Lücken; da und dort rankte sich an Stelle der Latten wilder Hopfen in die Höhe oder ragten die dürren Stengel dcS Wollkrautes. Den rechten Thorflügcl verunzirte ein breiter Spalt, während mit dem linken, dessen obere Angel sich losgelöst, der Wind sein tolles Spiel trieb, daß es unheimlich ächzte und krachte... Kaum hatten wir diese gefährliche Einfahrt passirt, sprengte ein Rudel Hunde der verschiedensten Größen und Racen, durch das Gerassel des Wagens und die Postschelle herbeigelockt, von allen Seiten her auf uns zu. Mit einem höllischen Gebelle gingen sie auf die Pferde los und kläfften den Wagen an, so daß ich fast glaubte, gleich Daniel in der Löweugrnbe den Thicren zum Fraß überliefert zu sein. Der Kutscher mußte alle Kräfte aufbieten, um die schnaubenden und stampfenden Hengste zurückzuhalten, bis endlich ans den Heidenlärm ans dem Hanse und den Stallungen zwei, drei Knechte zu Hilfe kamen. Spitz! Schccker! ." tönte es. erschien em junger über ein schmutziges ans einem riesigen „Neptun! Karo! Nero!... Flöte! Eiter! Baß! Her da! Ruhig! In der Thür des Seitenflügels Bursche in einer bei Kosaken üblichen, Hemd umgehängten Jacke und blies metallenen Jagdhorn einen langgezogenen, ohrellmarternden Ton, das Signal, welches die Hunde zur Fütterung rief. Alsbald stürzte. die wilde Nieute auf den jungen Burschen und das Nebengebäude zu. Im sausenden Galopp brachten die Pferde nun unser Fahrzeug über den mit Gestein übersäten Hofraum, vor die Veranda des Wohnhauses. Es war ein großer massiver Bau mit großen Fenstern, von dem schwellen, schief abfallenden Dache erhob sich ein hübscher Thurm; auch hier hatte die Zeit ihre Spuren hinterlassen: Die Tünche der Mauer war abgesalleu, rothe Backsteine schimmerten hervor und große, feuchte Schinimelflecken ergänzten da und dort dieses düstere Bild wilder Verwahrlosung. Manchen Fenstern fehlten Scheiben oder die Stelle der letzteren vertrat dickes den Meisten etivas oen wleipen mivas zu weit, und so erhielt das. Mncdonald, trotzdem John Burns und Keir Hardi« datz>, imtim nur 55(SOimmpn; wenn man überhaupt hier von- � ........ e noch vor Jahressrist gewagt,». zusagen, daß ein solcher Antrag auf�einern Geiverkverem.! traten, nur 55 Stimmen; wenn man überhaupt hier vo>. � reden kann. Wer hätte noch vor Jahressrist gewags-....j es schon jetzt bis zu'einer solchen Stimmenzahl bringen Für den Sozialismns ist diese Abstimmung durchs %tm wirklichen Kampf kam es erst bei der Abstimmung die Resokntion Marks zu Gunsten des gesetzliche» st u n d e n t a g e s. Die Debatte gestaltete sich zu cnitt � dramatischen; in leidenschaftlichster Weise wurde Hube, drüben gefochten, man fühlte, hier war der spruigeiwe � von dem die ganze fürderhin zu befolgende Politik aohM; 1 Führung gegen die gesetzliche Regelung der Arbel�i«' � die Delegirten der Bergarbeiter von Durham und NoM.... land, sowie die Delegirten der Textilarbeiter von L Aber trotz verzweifelter Gegenwehr unterlagen sie. der Feind schon in ihre eignen Festen Bresche gelegt. Der» für den Trades-Council von Manchester und Salford e er habe das Mandat erhalten, für den gesetzlichen Achs. tag zu stimmen. Jndeß, auch drüben gab es Abtrünnig�, nimmten von fünf Delegirten des Gewerkvereins der Be Metallarbeiter drei gegen den gesetzlichen Achtstundentag, das Mandat erhalten hatten, dafür zu stimmen. m'ii fönlich Anhänger des gesetzlichen Achtstundentages und s. rtion, die denselben auf ihre FoßL der Bergarbeiter- Föderation, oie oeniecoen aus vuz ,!,/ schrieben, nahm mit Rücksicht auf seine Wähler(er vertn» j Bezirk in Northumberland) eine zweideutige Haltung ew. half alles nichts, das Amendement Paterson, das die Erkaw?» des Achtstundentages durch die Organisationen der � forderte, wurde nnt 181 gegen 173 Stimmen abgelehnt»". ursprüngliche Resolution mit 193 gege» Stimmen a n g e n o m m e n. Die Szenen, die auf diese Abstimmung folgten, spa�L, Beschreibung. Die Begeisterung auf Seiten der A#;, der neuen Arbeiterpolitik inachte sich in stüro»> Hochrufen, Hüteschwenken, Händedrücken Luft, die I kein Ende nehmen wollte. Das Gesicht de? sitzenden Matkin strahlte vor Freude, während drüben, Alten, der Groll sich in bitteren Ausdrücken Luft machte. etwas zu versöhnen, ergriff Burns die Hand emcs der Dens aus Durham und brachte drei Hochs auf die„Alten und d:e ff � aus. Angesichts der allgemeinen Erregung war es u«iW an jenem Tage noch irgend einen Gegenstand zur Beratym» bringen. b-i-! Zemvick< "n Parka klarte Vi: nehmen, Sesprocher kam Joh: annahm: und die S ß' Komitee von Erfa uns die C Andererse Abstimme �esscrcn Zusamme «che hos der am? Zeit, uni .?«» fiMiahml den indi d'e gerä "Ng der machte: ■4 Tags darauf galt es, einen neuen Sekretär an Stelle«ff. hurst's zu wählen. Die drei Kandidaten habe ich in vorigen Brief bereits genannt. Bon ihnen hatte Herr mit wahrem Maulwurfseifcr hinter den Koiilissen gewühlt� sich den einflußreichen nnd eine sichere Existenz gewährende»� d'« S zu verschaffen. Zwar hat sich die Meldung, daß geschrittenen Londoner Delegirten für ihn würden, glücklicher Weise als falsch erwiesen. der Umstand, daß derselbe Mann, der vor mch. Monaten noch im Trades- Council nicht einmal« den gesetzlichen Arbeitstag hatte abstimmen lassen diesmal für denselben stimmte, half ihm nach dieser � tling hin nichts. Dagegen verschaffte er sich u. A. die S» j der Gegner Fenwick's unter den Bcrgarbeilerdelegirten, fo»y Stimmen der Delegirten der Textilgewerbe. Obwohl die% für den gesetzlichen Achtsinndentag, die Letzteren aber CA Gegner desselben sind, erblickten Beide in Shipton das Ucbcl." Ein weiterer Beweis, wie die persönlichen Rivm»? und Antipathien es erschwerten, der Wahl des n prinzipiellen Charakter zu bewahren. err Shipton schließlich°, Da- <40 000 zahlt! wird je'c ans der 118 612 5l«f den 1888/89 machen, vstprenßi Ga"3 une Malten Mige S % er wo o: w Nun, trotz aller Jlltrigllen ist Herr Shipton schließlich°. gefallen. Im ersten Wahlgang erhielt er nicht einmal das(«L Mehr.so daßselbstdieJntervenlion derGeschästsordnnngskoin»»� die die Wahl des Sekretärs, wie der übrigen Mitglieder des m lneiitarischen Komitee nach dem einfachen Mehr entschieden/- wollte, ihn nicht gerettet hätte. Er erhielt 147, Fellivich� 171 Stimmen, während ans Threlfall nur 76 Stimmen(»% Im zweiten Wahlgang gingen zwar auf Grund von allA Kompromissen die meisten Threlfall'schen Stimmen auf über, aber der Zuwachs war doch nicht genügend; 181 Stimmen unterlag er gegen Fenwick, dcr 197 St erhielt. m Auch dieses Resultat wurde von der vorgeschrittenen DM | 5" , Her: habe». mit großem Jubel degrüßt. " lahl für die übrigen Mitglieder des parlamentmsst di« Bei der Ä Komitee wurden gewählt.(Ich setze die Organisationen, Betreffenden vertreten, nebenbei): I. H. W i l s o n(@e% B i r t w i st l e(Weber), W a w d s l e zff(Spinner), Pix, (Bergarbeiter), John Wilson(Bergarbeiter), H a r I, (Eisciibahnarbciter), Matkin(Holzarbeiter), Jack(F% K e l ly(Lithographen), Jnskip(Schuhinacher). Da nicht zj Mitglieder ein und derselben Branche im Komitee sitzen dürse>'-� Wilson(Bergarbeiter) zurück und an seine Stelle rückte (Feilenhauer), der die nächstgrößte Stimmenzahl erhalten. gegen wurde eine Resolution angenommen, daß der Umstand ÄÄ- Zurm c janiderti sMuta a°er di. % nc Die Me v: '«"hesteii % Mc hominis der Cor »ehclidel Melswi �ertrau % Vetter, Fließpapier. Kurz, das Ganze trug eher den ChalG einer Ruine als den eines stolzen Herrschaftsbesitzes. J Bon dem geräumigen aber staubbedeckten Flur gela� ich in eine Vorhalle, woselbst ich zwei Lakaien traf. V eine trug eine verschlossene Livree mit gelbglänzck Knöpfen nnd war soeben damit beschäftigt, Tischgeräth«, ordnen und in einen Schrank zu versorgen; der a». schwarz gekleidet und streckte sich eben in" war lässiger Haltung aus einem alten Sopha aus, in Hand einen Roman haltend. Auf meine Anfrage, o» die Herrschasten sprechen könne, theilte mir der Laka> der Livree mit, der Herr sei abivesend, die gnädige iL dagegen sei zu sprechen, obzwar sie erst vor einer St». mit dem älter» Fräulein und dem jungen Herrn von Besuch in der Nachbarschaft zurückgekommen sei. Jetzt. hob sich der ini schwarzen Rock und fragte mich nach n>e». Namen. Aus seinem Anzug und seinem Benehmen 1% ich sofort, daß ich den Kammerdiener vor mir habe.'' gab ihm nieiue starte, auf der jedoch nichts als mein A» stand und daher der Herrin des Hauses nicht den gering Aufschluß über den Zweck meines Besuches geben könnt«' Der Diener entfernte sich, um bald wieder zuri'� kommen und mich einzuladen in den Empfangssalon kommen. Er führte mich durch zwei Gemächer, es waren Sat mit prächtigem hohen Plafonds, Parquctböden ans E'/ und Eschenholz, ausgestattet mit seinen, elegant gepolst«jj Mahagonyinöbeln, geschmückt mit prunkvollen Spieflst' auf Tischen und Konsolen standen Uhren in bronzenein�- hänse, Krystall- und Porzellanvasen. Allein auch in d*. Räumen herrschte die Unordnung. Die Verzierungen Goldleisten an den Decken waren stark beschädigt, Tapeten beschmutzt, an einzelnen Stellen sogar von Wand losgelöst; die Teppiche ans den Fußböden ans» Saum merkwürdig zerfetzt, wie abgefressen; auf den, räthen lag eine dicke Staubschicht, über die Vasen brew sich Spiiingewebe, darin todte Fliegen lagen und die W standen— wohl schon lange— still. Im dritten Salon ließ mich der Diener allein. Mi»'. verrannen und Niemand kam. Offenbar war man aus r• et h' !sug a flnterr einem Flanel schiene! s» eim ST ans Ll einen Lnnge wan l «eplät MiieU Dienst wie ch Z Z graue tznnde währe NNlNi Noch glich nnd Itnenb# bajiit p von„® gt, cinste'- zen rchaÄ itmBW e n 3' einer S'� torthu'A Lancoff 8**,' ichtstunig nniz� VerelN'i ,0#'% äVi '8�13 ;rtnÖ ein. Arköa.. er Ard°Z nt wn:." ege» iH Fenwick Bergarbeiter sei, kein Grund sei, daß nicht auch Pickard >nz Parlamentarischen Komitee sitzen dürfe. Am Sonnabend er- «arte Birtwistle, er könne die auf ihn gefallene Wahl nicht an- «ehmen. nachdem der Kongreß sich für den Achtstundentag ans- Keiprochen. Da der nächstgeivählte Delegirte ebenfalls ablehnte, '»m John Vurns an die Reihe, der die Wahl mit den Worten amiahm:„Ich nehme mit Vergnügen an und werde für die Allen und die Neuen nach Kräften schanzen.", r So ist denn die neue Richtung auch nn Parlamentarischen Komitee in der Mehrheit. Da es jedoch sämmllich Manner »on Erfahrung sind, so ist nicht anzunehmen, daß sie die Dinge °uf die Spitze treiben und so einen Bruch provoziren lverden. Andererseits werden sich auch Diejenigen, die nach der obige» Abstimmung den Kongreß im Unmnth verlassen haben, eines Besseren besinnen. In dieser Hinsicht darf man von dem starken Zusammenhaltsgefühl unter den englischen Gewerkschaftlern das Beste hoffen. m So viel für heute. Ter Kongreß der Arbeiter steht so NN Vordergrund des Interesses, daß gegen ihn alle übrigen Erna- Usts« der Woche vollständig unbedeutend erscheinen. So u. Äl. sonst mit großer Ausmerksamkeit verfolgte Kongreß ver «Britischen Assoziation für die Förderung der Wisseiischastcn, °°r am Mittwoch in Lccds zusammentrat. Auch ein Zeichen der W, und eines, mit dem wir ziismden sein können. 's rsi''! ».A DolikizWe Mvöovslchk. . Deutscher Zlroletarier, freue dich! Die Reichs- Zunahmen wachsen in Einem fort, d. h. die Einnahnicii aus uen indirekten Steuern, d. h. die Einuahmen aus den Zöllen, me gerade die nothwendigen Lebensmittel treffen. Der Er- trag der Eingangszölle ans Getreide. Hülse, isriichte, Rialz wachte: 1881 1882 1888 1864 1885 1SS6 1887 1888 16 575 000 Mark 19 029 000„ 18 825 000„ 23816 000„ 30 137 000„ 30 194 000„ 46 479 000„ 57 167 000.. 1889.... 98740000„ Das Jahr 1889 brachte achtundneuuzig Millionen 'y 000 Mark ans den Kornzöllen, die der kleine Mann »9w!_ Die Junker werden reicher und reicher, den, Arbeiter Wirb jeder Bissen Brot verthenert. Die Gesaniniteinnahine ans der B r a n n t iv e i n st e n e r ergab im Jahre 1887/88: U« 612 000 Mark, im Jahre 1883/89: 149 120 000 Mark. Ans de» Kopf der Bevölkerung ergiebt dies 1837/38: 2,52 M., %8/89; 2,96 Mark. Die Zloilrsschntr gegen die Sozialdemokratie mobil zu „.achen, räth ein Artikel im„Volksschul freund", einem obskuren astpreußischeu Lehrerblüttcheu. Wir würden den vorlaute» Unsinn Uauz unerwähnt lassen, wenn nicht ein Sah in dem Machwerk Masten wäre, der beweist, daß der Minister Herrfnrth sich ge- (chrige Schüler durch das erste„geflügelte Wort", das ihm geglückt 'st, ermorden hat. Es heißt nämlich in der Schreibübnng: „ES ist erwiesen, daß sich die Sozialdemokraten zumeist ans den arbeitsscheuen Individuen rekrutiren, demnach er- wächst der Voltsschule 2. die Aufgaue, die Kinder zu ernster Arbeit zu er- ziehen." , Herr Herrfurth wird an diesem Satze seine gerechte Freude Wen. . Die Gegner der bescheidensten Sozialreform sind un- Wgesetzt an der Arbeit. Selbst die verllausulirte Sonntagsruhe sie der RcgieruugSentniurs und wie sie die Reichstags- .'sauiusston ein wenig erweitert hat, ist ihnen zu viel. Es wird Aalb mit den bekannten sophistischen Einwänden gegen sie /''Urin gelaufen. Wie üblich spielt das Argument von den ver- Milderten Einnahmen der Arbeiter die Hauptrolle. So werden f* Gutachten, welche die rheinisch-westsälischen industriellen Vereine jpr die Beschlüsse der Reichstagskommlssioii, insonderheit in Mug auf die Sonutagsarbeit, abgegeben haben, in den„Verl. % Nachr." von Herrn Schweinburg wie folgt begründet: Die Regierungsvorlage verlangte eine Sonn- und Festtags- von 24 Stunden und beraumte den Beginn derselben nuhesiens mn 6 Uhr des vorhergehenden Werktages, spätestens ?'>' Morgen des Sonn- und Festtages um 0 Uhr an. Tie "OMmission verlangt mindestens 30 Stunden und den Beginn °er Sonntagsruhe spätestens um 12 Uhr Abends des vorher- »chenden Werktages. Jeder irgend mit den Verhältnissen bei- IWelsiveise der mit Tag- und Nachtschicht arbeitenden Eisenwerke Betraute wird bestätigen können, baß der Schluß der Schicht um i- Uhr ebenso unmöglich ist, wie der Beginn um 12 Uhr in der �°cht vom Sonntag zu Montag. Denn einmal werden die Ar- °wter. um eine halbe Schicht zu machen, am Sonnabend um eii!fla,1.9 c'Iltc§ nicht vorbereitet. Bald vernahm ich n Geräusch tm anstoßenden Gemache, leises, nnterdrücktes begleitet von eiiiein Rauschen, wie wenn Kleider einein Ort znm anderen getragen würden f, t t f'tJ.. IC. l..... o Eine ab. CV r Iii vwiwvvi»,..... fnnl airs Fenster nnd blickte hinaus. E A cherbare Szene spielte sich eben da unter im Hofranm lc toll lies die Dienerschaft umher, ein Stubenmädchen j. l9 aus dem Seitengebäude einen frisch geplätteten weißen . nerrock nach dem Flur und zankte sich unterwegs mit hohen, hageren Frauenzimmer, das in schmutziger tacke, die Acrmcl znrückgcstiilpt, ans der Veranda er- ! stenen war nnd zu größerer Eile drängte; ein alter Koch • auicr weißen Schürze und gleicher Mütze nahm einen 'jp r rtt Burschen beim Schopf, der eine große Pfanne mit fli.i r.'I'ch einen Lössel voll Butter in den Händen hielt und > Leibeskräften schrie und schluchzte. Er hatte ostenbar ''•en Befehl des Alten nicht recht ausgeführt, der arme >l"nge. Ans dem ganzen Treiben mußte ich schließen, daß . besondere Anstalten zu meinem Empfang traf. Frisch Minttcte Unterröcke, eiliges Frisireii und... Backen von �»leletts, die das Mittagsmahl ergänzen sollten!— «v. Die Verwirrung, welche die Ankunft eines fremden ~,(eiifcheii in der Wirthschast hervorgerufen hatte, verricth, l k9 chaotisch die Eiurichlungeil dieses Hauses waren. Mich J-IchUch schon wieder das trübe Gefühl, niit dem ich meine ""M ntinxfrafai. Ontfp als ich plötzlich in Iiiciiicr Nähe ein " V V,. y tY.!.. Mlcy allein ßCl)a angetreten hatte, als ich plötzlich in nicii ;. und Winseln vernahm. Ich glaubte..... .. Zimmer, jedoch als ich mich nnisah, fand ich mich in- s,ckten einer recht zahlreichen und nnerwünschten Gesellschaft. M dem Hanptdivan schlummerte an einem Knäuel eine l aue Dogge von imponireiider Größe, und zivci Wachtel- Milde reckten sich gemächlich aus der weichen Chaiselongue, .ehrend 5 oder 6 Windhündchcii auf dem Teppich sich ,"»melten und an dessen Saum zerrten und bisse». Jetzt «.Sbiff ich Verschiedenes. Aber es war noch nicht die ganze i, �ischaft, die ich da gesehen; mir gegenüber bemerkte ich ..ch ein Thier, das halb einem Hunde, halb einem Tiger iin8»»b nun niit den kothbeschmutzten Pfoten winselnd bellend an der Thür kratzte. Ein anderes keinplar einer mir gänzlich unbekannten Rasse spielte 6 Uhr nicht antreten, in Bezug auf deu Wiederbeginn aber Sonntag Nachts um 12 Uhr würden die Arbeiter im günstigsten Falle verschlafen, in den meisten Fällen aber den Beginn der Arbeit in dem Wirthshause abwarten und theilweise betrunken zur Arbeit kommen, womit die größte Gefahr für das Werk wie für die Arbeiter selbst verknüpft sein müßte. Es würde also nichts übrig bleiben, als jede» Sonn- und Festtag das Werk am vorhergehenden Werktage um 6 Uhr Abends zu schließen nnd die Arbeit erst ain nächsten Werktage Morgens 6 Uhr aufzunehmen, also 36 Stunden zu feiern. Fällt ein Festtag in die Woche, so wurden unter diesen Umständen diejenigen Arbeiter, welche gerade in dieser Woche Nachts an der Reihe sind, zwei Schichten ver- lieren, und es würde sich sehr fragen, ob der Arbeitgeber es nicht vorziehen würde, bei solchen Festtagen, welche gegen das Ende der Woche fallen, die Arbeit ins zum nächsten Montag früh aus- zusetzen, als die Feuer, welche bei einer 30— 36 stündigen Ruhe nicht mehr gedämpft werden könne», sondern gelöscht werden müssen, für einen Tag oder zwei Tage wieder zu erneuern. Diese wenigen Bemerkungen werden wohl schon genügen, um zu zeigen, daß die Beschlüsse der Reichstagskomiinssioii in ihren Folgen weit über die Vorlagen hinausgehen nnd wohl geeignet sind, die Pro- duktion zu beschränken, die Selbstkosten zu erhöhen nnd das Ein- kommen des Arbeiters in ivesentlichem Umfange zu schmälern." Derartige heuchlerische Befürchtungen könnten sich die Herren ersparen. Kein Arbeiter glaubt daran. Von einer Schmälerung ihres Profites hat die Bourgeoisie Angst, nicht aber vor der Schmälernng der Arbeitslöhne. Reichslim'lichkritumiidv. 1448121 Personen haben in den Jahren von 1880—89 dem nenen Deutschen Reich den Rücken gekehrt und sind nach Amerika ausgewandert. Dazu kommen noch die nach Australien und anderen Staaten Ansgeivanderten. Im laufenden Jahre 1890 hat die Auswanderung gegen 1889 wieder zugenommen. Dies ist ein Beweis schlagendster'Art von der tiefgehenden Unznsriedenheit, die über unsere gegenwärtigen in jeder Beziehung einer Zlendernng bcdürstigeii Zustände herrscht. Jininrr«rtter! Man muß sagen, es kommen in dem Bochinner Einschützungsstreit immer merkwürdigere Dinge zu Tags. Dahin rechnen wir nicht die Verdienste des Herrn Baare, die Herr Fnsangel heute näher beleuchtet. Der Grund seiner „Schutzzöllnerei" war längst bekannt. Die Jahre lang fehlenden Dividenden des„Bochumer Vereins" und anderer Unternehmuilgen haben Herrn Baare und Seinesgleichen überhaupt erst die Segnungen einer neuen Wirthschastspolitik begreifen gelehrt, und es ist eigentlich niivcrstündlieh, wenn man sich darüber ereifert, daß dieselben Leute, die auf Kosten der Steuerzahler Millionen„verdient" haben, nebenbei auf Kosten der- selben Steuerzahler noch Tausende alljährlich, nun sagen wir,„erspart" habe». Daß die Herren das eigentliche Wesen des Schutzzolls kannten, werden sie selber nicht bestreiten, sie kannten es ebenso genau, wie sie die wahre Ziffer ihrer Ein- nahmen kannten in dem Augenblick, da sie die falsche versteuerten. Wenn das Jeinand erbärinlich nennen ivill, wir haben nichts dagegen. Aber es giebt noch Erbärmlicheres. Die Klagen über die Höhe der Kömmmialsteuern vom Rheine nehmen kein Ende. Man niachte sehr zweifelivürdige Gesetze, nui der Nolh ab- zuhelfen. Die Herren, die sehr wohl wußten, woher die Roth kam, schwiegen. Was gingen sie die Nöthe des Reiches an, wenn sie nur die Steuern hinterziehen durften. Aber noch mehr, während sie selber gegen sich und ihren Genossen gegenüber die größte Milde walten ließen, mußten die armen Teufel mit einem Jahreseinkommeii Unter 900 M. in Bochum nach Fusangel's Angabe den fünfte» Theil der gesammten Kommunalsleiiern auf- bringen. Uno dabei wurde diesen Massen gegenüber mit der größten Rigorosität verfahren. Die„Wests. Bolksztg." giebt folgende Procen: Ein kleiner Handiverker wurde in die Ein- konunenstener hineingeschrmibt, weil seine Tochter ein seidenes Kleid trug und weil auf ihrer Hochzeit— Wein gekrünken wurde. Ein armer Bogenschreiber, der die Nächte benutzte, um etivas mehr zu verdienen, wurde um dieses Mehrverdienstes willen eine Stufe höher eingeschäht. Das ist infam, wenn es wahr ist, in Anbeiracht der Einschätzungen von Baare und Genossen, aber es paßt in das System wie die Faust auf's Auge. Fing doch auch sein Schöpfer ein großes Geschrei an, als er nach seiner Meinung in der Miethsstener zu hoch angesetzt war. Gs geht folgende Dachricht durch die Presse:„Die „Hamburger Nachrichten" und mit ihr die„Kölnische Zeitung" und eine Reihe anderer Blätter kündigen eine Reform des Herren- Hauses für den Fall an, daß sich in dieser Körperschaft eine ent- schiedene Opposition gegen die Pläne der Regierung nnd der Volksvertretung entwickele. Im preuß. Herrenhause sitzen bekannt- lieh„die Edelsten der Nation" und entwickeln eine Thütigkeit des Bremseiis gegen alle besseren gesetzgeberischen Ideen, welche im preußischen Abgeordnctenhause auftauchen. Das will gewiß etwas heißen, da ja das Abgeordnetenhaus bekanntlich unter dein „schlechtesten aller Wahlsysteme"— dem Treiklasseinvahlsystein— gewählt wird und auch dieses Parlament die nackteste Interessen- Vertretung der besitzenoen Klassen darstellt. Wird die Regierung nicht durch die Arbeiterbewegung veranlaßt, Gcsetzentivürfe vor- zulegen, die de» allerdringendsten Bedürfnissen abhelscn sollen, dann kommt im preußischen Abgeordneteuhause überhaupt nichts zur Welt, waS auch nur entserut einer Reform ähnlich sieht. beim zweiten Fenster mit einem Stück Brot, das mit einer Schnur an eine Mariiiorkonsole gebunden wax. Die Sitilation fing mir an peinlich zu werden. Plötzlich ging die Thür ans und ein schlanker, junger Maiiil von hübschem Aeußern trat in den Salon. Es war Lothar von Rodenfels. Er kontrastirte stark mit dem Brnder. Bon zartem Bau, mit einem blassen, mädchenhafteii Antlitz, feineui, lichten Schnurrbart und sorgfältig srisirtem Haar, war er eine Figur, die gern in den Salons oberflächlicher Menschen gesehen ivird iind der wir in Modejournalen Seite ans Seite begegnen. Wir stellten uns vor. „Wir bedauern sehr," hob er niit verbindlichem Lächeln an, mich zum Sitzen einladend,„daß Sie Papa nicht an- getroffen haben. Er ist heute früh mit den Nachbarn zur Jagd gefahren. Gestern ist der erste Schnee gefallen, und die Jäger wollten die Gelegenheit benutzen, mit Windhunden in's Freie zu ziehen." O Herr in Deineut Reiche! dachte ich, ich habe also nicht alle Hnnde gesehen, welche hier ihr Heim haben. „Sie sind wohl kein Liebhaber von Jagden?" fragte ich, um nur irgend clivas gesagt zu haben. „Freilich, freilich; ich jage zuweilen recht gern. Aber gestern habe ich meine Mutter luid meine Schwester zu der Gräfin R. in R. begleitet, welche ihren Geburtstag feierte, nnd bin erst heute Morgen zurückgekommen. Es war ein fröhliches Fcstchrn...." Er hüstelte einige Male, wie Lenke zu thun pflegen, welche die Pflicht in sich fühlen. Jemand zn unterhalten nnd das rechte Thema hierzu nicht finden könne». Jetzt hob er wieder an: „Vermilthlich sind Sie erst nenlich in unserer Gegend angetoiilnien. Sie haben eine Besitzung gekauft und er- weisen uns u»n als neuer Nachbar die Ehre eines Besuches? Wenn ich Ihnen irgendwie einen Dienst leisten kann, so werde ich das mit dem größten Vergnügen thun." „Nein, Herr," unterbrach ich,„ich bin ein Advokat und wohne in Mitlau." (Fortsetzung folgt.) Wenn jetzt der neue FinanzministerZDr. Miquel„Reformen" in's Werk setzen will, haben wir gewiß keineswegs ernsthafte Reformen darunter zu verstehen. Sogar bei aufrichtigen Absichten Miquels ist nichts zu erwarten, die Zusammensetzung des Abgeordnete�- Hauses schließt das vollständig aus. Deshalb wird es trotz der obigen Androhung einer„Reform des Herrenhauses" dazu nicht kommen. Der festsitzende ,, Reichstag". Nach einem Telegramm des„Reuter'schen Bureaus" aus Sansibar von heute ist die Mel- düng der„Times" von einein zu befürchtenden Wrackwerden des deutschen Postdampfers„Reichstag" durchaus unbegründet; das Schiff liege vielmehr an geschütztester Stelle im Hafen von Dar- es-Salain und lösche seine Ladung. Bei der nächsten SpruigfUsth sei das Wiederflottwerden desselben zu erwarten. Debrr die Selbstmorde von Schülern in Preußen während der 6 Jahre von 1883 bis 1388 entnehmen wir der „Stat. Korr." folgende Angaben: Im Jahre 1883 haben 58, im Jahre 1884 41, 1885 40, 1686 44, 1887 CO und 1888 56 Schüler Hand an sich selbst gelegt. Unter den jugendlichen Selbstmördern befanden sich 19, 14, 10, 8, 17 und 12 Schüler höherer Lehranstalten, die übrigen besuchten niedere Schulen. Dem Geschlechte nach trennen sich die 289 Selbstmörder in 240 Knaben und 49 Mädchen. Die Forschung nach den Beiveggründen der Selbst- tödtungen ist bei den Schülern besonders schwierig, da über die seelischen und körperlichen Eigenschaften der jugendlichen Selbst- Mörder, sowie über deren Vorleben vielfach ausreichende Beob- achwngen, welche als Anhalt für die nöthigen Ermittelungen dienen könnten, nicht vorliegen. So erklärt es sich, daß bei 86 Selbstmorden von Schülern oder bei 29,3 pCt. aller die Ursache unbekannt blieb. Im Uebrigen tritt als Beweggrund besonders hervor die Furcht vor Strafe, die bei 80 Selbstmorden, darunter bei 78 Schülern niederer Lehranstalten, aufgeführt ist; Geistes- krankheit und Schiverinuth trieb 26, gekränkter Ehrgeiz 19 (II Schüler höherer Lehranstalten), Furcht vor dem Examen bezw. nicht bestandenes Examen oder nicht erfolgte Versetzung 16 (darunter 15 Schüler höherer Lehranstalten) zum Selbstmord. 7 mal wird Spielerei, 5 mal unglückliche Liebe als Beweggrund angegeben. Gs wird weiter aufgelöst. Dortmund, 8. September. Eine gestern auf VsI2 Uhr angesetzte Bergarbeiter-Aersammlung wurde polizeilich aufgelöst. Ebenso erging es der auf gestern Abend anberaumten Versammlung der hiesigen Sozialdemokraten (Verein zur Erzielung volkSthümlicher Wahlen). Das in wenigen Tagen außer Kraft tretende Sozialistengesetz gab den Grund ab. Mainz, 8. September. Das Gouvernement hat soeben eine Verfügung erlassen, durch welche eine Reihe hiesiger Geschäftsleute schiver geschädigt werden. Die seit einiger Zeit hier erscheinende sozialdemokratische„Mainzer Volkszeitung" wird in etwa 50 hiesigen Spezereiwaaren-Geschüfte» verkauft bezw. es kann in diesen Geschäften auf das Blatt abonnirt werden. Durch die oben angedeulele Verfügung der Militärbehörde ist eS mm sämmtlichen Soldaten der hiesigen Garnison verboten worden, in diesen Ge- schästen zu verkehren bezw. in denselben etivas zu kaufen.— Das ist natürlich kein„Boykott"!? Ana Karlswitze, 7. September, wird der„Frkf. Ztg." ge- schrieben:„Die„Badische Landespost", die unter der neuen Re- daklion ein Spezialorgan für Antisemitismus geworden ist, hat in ihrer neuesten Nummer endlich einmal verrathen, auf welche Gründe ihr Antisemitismns zurückzuführen ist. Vor der hiesigen Strafkammer standen am verflossenen Freitag zwei hiesige Jsrae- liten, ein Kleiders und ein Tuchhändler, des Wuchers, ferner ziver hochadelige Herren, der Wechselsälschung und des Betrugs an- geklagt. Die Verhandlung wurde schließlich vertagt, da auf An- trag eines der Anwälte noch ein wichtiger Zeuge geladen werden sollte. Man war in hiesigen Kreisen begreiflicher Weise gespannt auf den fulminanten Artikel der„Badischen Landespost" gegen die Wucherer im Speziellen und gegen die Juden im Allgemeinen. .um großen Erstaunen fanden die Leser auch nicht die kleinste .eile in dem Blatt, dagegen— ein spaltenlanges Inserat des einen des Wuchers angeklagten Kleiderhändlers, der sonst nie in diesem Blatt inserirt hatte. Herr v. Stockhorner, der häüptsäch- lichste Nährvater des Blättchens, wird seine helle Freude an diesem sehr praktischen Geschästs-Antisemitismus seines Leiborgans haben. Der seltene Genuß eines Inserats mag allerdings derarr verlockend geivesen sein, daß man den ja immerhin unrentablen Antisemitis- inus einmal bei Seite gelegt hat. Charakteristisch für diese Sorte von Blättern bleibt der Fall immer. Klirsmützl bei S a a r g e in ü n d, den 6. September. Es hat mich gefreut, daß das, was ich Ihnen neulich schrieb. Alles in die Zeitung gekommen ist. Es war jedes Wort wahr. Aber der Spektakel hier, alsjjes bekannt wurde, daß die Sache in der Zeitling stand. Man Hinte die Bösewichter gern aufgefreffen, die es gethan, allein sie waren nicht zu erwischen.— Der Ober- direktor ließ die Leute gleich auf das Bureau kommen, und der Direktor war auch dabei. Der Oberdirektor zog ein Papier aus der Tasche und las es vor. Es stand da, was ihm der Direktor vorgeredet hatte: wir Arbeiter hätten blas 8 bis 9 Stunden zn arbeiten. Er fragte darauf, ob dies wahr sei? Niemand ivagte Nein zu sagen; denn wer es that, war sicher, entlassen zu werden. Und der Oberdirektor hätte doch so leicht die Wahrheit erfahren können, wenn er mit irgend einem Arbeiter einzeln gesprochen Hütte. Das war übrigens kaum nöthig. Die Maschine fängt zeden Morgen um V26 Uhr an und läuft bis Abends 6 Uhr, ohne eine Minute still zu stehen, außer wenn etwas passirt. Und so lange die Maschine laust, sind die Arbeiter im Botrieb. Der Direktor hat überhaupt eine sonderbare Art, die Arbeits- zeit zu zählen. Wenn der Arbeiter mit einem Zentner und 10 bis 20 Pfund die Treppe hinausgeht, oben abladet und dann die Treppe wieder hinuntergeht, um frisch aiifzuladen, so wird d i e Zeit des Hinunterg ehens nicht gerechn et. Betreffs der übermäßigen Arbeitszeit stellen sie sich hier ganz unschuldig hm. Es heißt jetzt: nur ,ver will, braucht über elf Stunden zu arbeiten. Wer aber nicht will, dem wird der Stand- Punkt bald klar gemacht— er wird auf's Pflaster geworfen. Es wird hier nicht besser, ehe wir den Norinal-Arbeitstag haben. Und dann muß»och gehörig aufgepaßt werde», sonst wird das Gesetz verletzt. Die Arbeiter hier werden so abgerackert, daß sie frühzeitig alt werden und sterben. Und wie viele Krüppel giebt es: Daß die Arbeiter oft Monate, ja ein ganzes Jahr lang Geld in der Fabrik stehen haben, das ihnen erst bezahlt wird, wenn die Waare verkauft wird, das wollen sie gar nicht Wort haben, es ist eben ganz wahr, nnd wenn es ernstlich untersucht wird, dann licht es sich auch leicht»achweisen. Man hat sich viel Mühe gegeben, den heraus zu bringen, der an Sie geschrieben hat. Er märe sofort entlassen worden. Zinn Glück ist er-- Auch des S 0 n n tags wird hier gearbeitet, obgleich es ver- boten ist. tilgen die Arbeiter, sie hätten auch einmal gern Ruhe, dann heißt es:„Nun, dann kannst Du auch Montag. Dienstag uiid die anderen Wochentage Ruhe haben." Die meiste Sonntagsarbeit ist im Soininer; nnd am Sonntag bekommt der'Arbeiter, der in der Woche 22 bis 24 Pfennig die Stunde erhält, obendrein blos 20 Pfennig! Ich muß Ihne» noch etivas mittheilen. Der Direktor hat ein Schreiben aufgesetzt, worin es heißt, die Arbeiter arbeiteten blos 8 bis 9 Stunden, und das hat er von allen unterschreiben lassen. Wer es nicht gethan hätte, wäre natürlich sofort iveg- geschickt worden. Und sogroß ist die Abhängigkeit: auch nicht Einer weigerte sich. Die Lenke knirschten mit den Zähnen und imterschrieben. Der Hunger thnt weh, nnd anderswo gäbe es ja keine Arbeit. Wer entlassen ist, weiß, daß er in seiner Fabrik mehr ein Unterkonunen findet. So muß der Arbeiter sich alles gefallen lassen. Auch eine Pensionskasse hat man hier; die Pension reicht aber zmii Leben nicht aus und wenn einer nebenher etwas ver- diene» will, so wird die Pension ihm entzogen. Kurz, es sind Zustände, daß sich einem das Herz iin Leibe herumdrehen möchte. Wer sehen will, wie Menschen behandelt werden, der besuche die B l i e s m ü h l e."-- Gvstzbvitatt,»ien. Gibraltar, 8. September. Die englischen Offiziere, welche gestern von einem Picknick zurückkehrten, wurden von Spaniern, mit denen sie in Streit gerathen waren, mißhandelt und durch Dolchstiche verwundet. Die englische Militärbehörde hat eine Untersuchung eingeleitet. S o u t h a m p t o n, 9. Septbr. Seit gestern streiken sämmtliche Dockarbeiter, weil die Dockverivaltung den Ge- werkverein der Dockarbeiter nicht anerkennen will und Nicht- unionisten als ständige Arbeiter beschäftigt. Alle Träger, Seeleute, Heizer und Werftarbeiter haben sich dem Aus- stände angeschlossen, so daß der Hafenverkehr gänzlich stockt. Schweiz. Bern, 8. September. Der Bundesrath hat heute die Tagesordnung für die am 22. September zusammentretende Bundesversammlung festgesetzt. Mit Bezug auf die Berstaat- lrchung der Eisenbahnen sind zwei neue Gesetzentwürfe auf- genommen. Einer dieser Gesetzentwürfe ist bestimmt, die Ver- , vendung des Eisenbahnfonds zu regeln, der andere betrifft eine Erweiterung der Befugnisse des Bundesrathes bezüglich der An- läge eidgenössischer Staatsgelder. _, Frattkreich. Paris, 8. September. Wie einige Blätter melden, habe sich der Deputirte Castelin, Direktor des boulangistischen Blattes„Kokarde" wegen des Verhaltens des Deputirten Mermeix bei dem Duell mit Labruyöre geweigert, sich mit Mermeix zu schlagen. S t. E t i e n n e, 9. September. Bei der gestrigen, durch schlagende Wetter verursachten Explosion wurden vier Arbeiter verwundet, von denen zwei während der Nacht gestorben sind. Die Aufregung ist um so größer, als, die Arbeiterverbände auf das Vorkommen schlagender Wetter in den Gruben, wo das Un- glück geschehen ist, aasmerksam gemacht hatten. Rußland. Ueber das telegraphisch aus Nischnij-Nowgorod gemeldete Attentat auf den dortigen Generalgouverneur N. M. B a r a n o w liegen jetzt im„Grashdanin" nähere Mit- theilungen vor, die offenbar auf den General selbst zurückzuführen. Darnach erschien am Dienstag um 8 Uhr Morgens zur gewöhn- lichen Empfangsstunde beim General Varanow ein unbekannter junger Mann von etwa 20 Jahren mit langem blonden Haar und von hagerer Gestalt. Da im Bureau der Gouvernements- regiernng, wo General Baranow Audienzen zu ertheilen pflegt, Beainte anwesend waren, ersuchte der junge Mann den General um ein Gespräch unter vier Augen, unter dem Vorgeben, er habe ihm ein Geheimniß mitzutheilen. General Baranow, der keine Zeit hatte, den Wunsch des Fremden zu erfüllen, ersuchte ihn, Nachmittags um SVr Uhr wiederzukommen und sich in seinem Kabinet nielden zu lassen. Hierauf entfernte sich der Bittsteller. Am Nachmittag zur angegebenen Zeit erschien er wieder im Gouvernementsgebäude und ward einer Ordre des Generals entsprechend anstandslos in das Kabinct desselben geführt, wo Baranow gerade.am Schreibtisch saß und schrieb. Aus die Frage des Generals, was er wünsche, suchte der junge Mann durch die Bemerkung Zeit zu gewinnen: er habe keine Eile und wolle warten, da er sehe, daß der Gouverneur gerade beschäftigt sei. Da er indeß gleichzeitig in auffälliger Weise die Rechte in die Hosentasche steckte, als wollte er dort irgend etwas hervorholen, ward General Baranow argwöhnisch, sprang von seinem Schreibtische auf und trat auf den jungen Mann zu. Inzwischen hatte dieser einen, wie sich später herausstellte, scharf geladenen sechslänfigen Re- volvcr aus der Hosentasche gezogen und denselben auf den Ge- ueral gerichtet, so daß die Mündung des Revolvers fast die Brust Baranvw's berührte. Ohne seine Geistesgegenwart zu verlieren, packte der General den Attentäter beim rechten Handgelenk und verhinderte ihn so am Losdrücken. Nun faßte der Verbrecher den General mit der Linken an der Brust und es entspann sich ein kurzer heftiger Kampf, wäbrend dessen der Revolver sich entlud, ohne die Ringenden zu verletzen, und Beide zu Boden stürzten. Der Knall des Schusses, der Lärm des Kampfes und der Fall der beiden Männer riefen cineu im Nebenzimmer beschäftigten- Beamten und den Portier herbei. Als sie in's Kabmet traten, war ..... es die höchste Zeit. General Varanow hatte 3»«® Attentäter mit den Linken bei den Haaren gefaßt, tvar �... diesem in die rechte Faust, � welche � die bewassmie umklammert hielt,' gebissen worden, f", des Attentäters--------------,„„ sie blutete und der General im Begriff war, den freizugeben. Jetzt ward der Attentäter überwältige.� gebunden. Er hat sich bei dem nun angestellten y, für den Beamtensohn Wladimiroiv ausgegeben, erklari,� � keine Beschäftigung, sonst aber, Vorfall ist, da der angeb ganze*>ucfuu XJI, U« uct uuyeuuu;*; �omuimi�vw M Nowgorod vollständig unbekannt ist, noch nicht chnfgeu � neigt inan sich zur Annahme, daß es sich um ein Attentat handelte. General Baranow, der durch sechen- mit dem ehemaligen Großadmiral Großfürsten Constaillin � ......'-'---' Deutschland hinlänglich lajewitsch im Jahre 1880 auch in Äeulscymno U* ist, dürfte bei den Nihilisten mancherlei auf dem Kerbhotz« � Er gilt als ein rücksichtsloser Beamter und hat sich,'. seiner Thätigkeit als Stadtkammandant von St. Petersom«� dann als Generalgouverneur von Nischnij-Nowgorod, L, zur Zeit der großen Judenhetze versetzt ward, durch F'!, große Schneidigkeit zwar bei der Negierung und den scheu Rückwärtsern sehr belicbtz sonst aber gefürchtet mw � gemacht. Da indeß General Baranow auch ein großes der Reklame ist und bisher noch keine einigermaßen bra;jj, Gelegenheit hat vorübergehen lassen, um sich als den des Vaterlandes" aufzuspielen, so ist es nicht unmöglich, s L mißglückte Attentat auf ihn auch eine nichtpolitische, alst� losere Ausklärung erhalten dürfte, als man bis jetzt anzuiw geneigt ist. Kalkauliind-r.# C o n st a n t i n o p e l, 8. September. Dem Vernehws� sind in dem Dorfe Bagtschedanik unweit Jsmcht drei pno in oem iriorse-oagpcyeonml unweit v.� von Armeniern ermordet worden. In dem gestriß n BtlMi beim Sultan, welchem der Großvezier, der Minister des und der Justizminister beiwohnten, soll über diese Angele berathen ivorden sein.,... W Sofia, 8. September. Jetzt sind sämmtliche-9?, resultate bekannt. Gewählt sind$60 regierungsfreundliche 33 oppositionelle Deputirte. Theater. Mittwoch, den 10. September. Gpernhau«. Lohengrin. Schauspielstaus. Natalie. Berliner Theater. Der Schrift- stellertag. Deutsches Theater. Die Karls- schülcr. Hessing-Theater. Der Fall Cle- menceau. Friedrich-Milhelmstiidt. Theater. Die Puppenfee. Vorher: Leichte Kavallerie. Malluer- Theater. Mamsell Ni- touche. NiKtaria- Theater. Die Million, oder: Vivat Imperator. ZtestdeitZ-Theater. Marquise. Kellealliaurr-Theater. Der Dorf- teufel. Ostend- Theater. Der Traum ein Leben. Kroll'o Theater. Johann von Paris. Thomas-Theater. Der Alpenkönig und der Menschenfeind. Adolph Ernst-Theater. Unsere Don Juans. Kaufmann'« Nariötö. Große Spe- zialitäten-Vorstellnug. Theater der Ueichshallen. Große Spezialitäten-Vorstellung. Eonrordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Richter'« Uariötö. Große Spezialitäten-Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andpess, Alexanderstraße 27 c. Auftreten der Chansonnette Fräulein Ehrenfeld. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Rosa Valerie Auftreten des Gesangshnmoristen Herrm Ziegler. Auftreten des Malabaristen und Eqni- lebristen Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean nt seinen dr-' Clermont mit seinen dressirten Schwei neu, Esel und Gänsen. Ansang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 51/2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 80 Pf. 50 Pf. und 73 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellnng zu vergeben._ Etllblissement Buggenliagen am MoritzpSaiz. Täglich: Grosses GarSen-Concert. Direktion A. Uödma»». Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Istnfpt'iA Wochentags 10 Pfg., JlillllLlj soun- und Festtags 23 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Nestaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Aussckoilk von Patzenhofer Export-B-, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen lllenovirung geschloffen. 641 F. KStiller. lür,t«eilWBicrh!illci> Eommandauienstr. 77—79. Täglich: Csrosses üoB?cei*ft mit Guartett-Säugern, ausgeführt von dem Musik- Direktor H. S a n f t l e b e n. Wochentags: Frei-Concert. Sonntags Entrde 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 8 Kegeibahnen und emen Saal zu Vergnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtkc.• Dounevstag, den 11. Septbr., Abend« 8V2 Uhr, in den Arminhalle» Grotzs Uersammlmtg kl soMlhemkwtWelt Wchlvercks für k\\ 1. Verliker ----- m........ Tagesordnung: 1. Die Ueberzeugung und ihre Gegensätze. Referent: Herr Willy Wach. 2. Diskusston. 3. Verschiedenes und Fragekasten. 1704 Grosse Mersammiwng säumtlilher Mitglieder der Antrklkrllnken- und Etttbekuße der deutscheu Wggeubsuer Berlins Mittwoch, den 10. September, Abends LVe Uhr, in Scheffer's Lokal, Inselstrasse BD. Tagesordnung: 1. Besprechung der außerordentlichen Versammlung. 2. Wahl der Delegirten. 3. Kaffenangelegenheiten.— Um recht zahlreichen Besuch bittet 1700 Die Ortsvcrwaitung. Achtimg, Metallarbeiter! Gr. offentl. Metaüarveiter-Nersmmnwng am Mittwoch, den SO. September I2SQ, Abends SVe Uhr, in Renz" Salon, Mawnynstrasse 27. Tagesordnilng: 1. Welche Bedeutung haben die Branchenvereine gegenüber den Unternehmerkoalitionen? Referent: A. G e r i s ch, Korreferent: E. W i e d e m a n n. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Kierz» werden sämmtliche Dreher besonders eingeladen. 1720 Der Einberuter. W. Himer, Kottbuser Damm 34. Kachserm kt Tischler(Wen). Mittwoch, den 10. Keptember, Abends B'/a Uhr, im ifel0£8lSB4er OasiBVO, Milonacherstraße Ur. 63: üfa&ss® llersammiasiig« Tagesordnung: 1. U ortrag des Herrn Theodor Bloche über die Grwerkfchaftsbewegnng während und nach dem Kozialisten- gefeh. 2. Diskusston. 3. Gewerkschaftliches. 4. Verschiedenes. Sämmtliche Tifchlergefellen des Nordens stnd z» dieser Uer- sammiung ganz besonder» eingeladen. Ueue Mitglieder werden anfgenonunen. 1677a. Der Bevollmächtigte. Kr. 3] ®ie ha den z> fordere iulegen «imm hat. Soeben erschien: m- Heft ü.-ws Dr. W. Eimmermann's Größer deutscher Banernkrieg. Jllustrirte Volksausgabe. Herausgegeben von WiBheltn Bios. Dreis pro Heft 30 Pfennig. Zu beziehen durch die Expedition, Beuthstrasse 3. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Nmen unl Wchthümei Ter gi Bourgl Wachte un ,<,t einiger Igt«,«!. Mk Soeben erschien: LQSe der Weiter m sen Biiiereien. Von August Belbel. 184 Seiten.— Preis 1 Mark. Zu beziehen durch die Grprditto», Krnthstraß« 3,— Verkäufer erhalten Rabatt. V 1 Spiegel und P Polsterwaaren. Gr. Lager, lull. Preise Envil He�a, Brmrnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunft. eigener Fabrik. Herren, die gewillt und, dem Pollack- Klub„Lustige Brüder" beizutreten, können sich melden jeden Mitt- woch, Abends SVa Uhr, im ülestaurant Licwald, Mariaimciistr. 46. 401 Passage I Sr. 0 Uhr M. b. lü Uhr Ab. Kaisar-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. Diese Woche: IV. Cycl. Hochinteressant: Erinnernngei» v.Feidzug 1870/71. Zum 1. Mal: Insel Cypern nnd Syrien. Eine Steife 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. i GWWus 0. 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Entwickelnng des Sozialismus in England. ivoW' nid rtn ii. fw.»■üe,.n�t sozialistische aber dem Sozialismus nahestende n ist die„National Labour Electoral Association". d?n an � die besondere Aufgabe gestellt, bei allen vorkommen- W dkn den verschiedenen Kandidaten bestimmte Arbeiter- ißer W ii,rl nÖen< darunter namentlich�die des Achtstunden-Tages, vor- brattT; eh®en und dann die Arbeiter' aufzufordern, nur dem ihre den<1 b-r* H6? ö» geben, der sich ain bestimmtesten dafür erklärt, un- ch, daß. Mdet seiner sonstigen Parteistellung. Schon die Jrländer olfß g i,.11 die|e Taktik mit Erfolg angewendet. Auch die Assoziation anzif" L' obgleich numerisch sehr schwach, bereits einige Wahlen in Mein Sinne beeinflußt und dadurch nicht wenig dazu bei- %H, die Achtstundcn-Frage in den Vordergrund zu bringen. erklärt sich dieses auS dem Umstand, daß die in« und konservativen, die beiden einzigen Parteien g>..England,.n den meisten Bezirken fich nahezu das >es AWJ sa�i�ewichh halten. Infolge dessen sind die Majoritäten viel- laeleg«� Lm??berst gering und es bedarf nur der Verschiebung von ver- �"'Ußmäßig wenig Stimmen, um den Schwerpunkt auf die eine " die andere Seite zu legen. ein.?'kistenz dieser Organisationen deutet allein schon auf Ims?ooßeu Umschwung in den Köpfen, wenn man berücksichtigt, W» früheren Versuche, den Sozialismus in England zu ver- ,. Ueii, a„ tiet festgewurzelten Theorie der Manchesterschule heiterten. Bis zu welchen Tiefen aber der neue Geist bereits iel A-»? 296 9 ndlich« ?g. ,„en, enthüllte erst die gewaltige Bewegung des vergangenen >»?res. Ganz neue Schichten der arbeitenden Bevölkerung traten Pwtzlich auf den Plan. Arbeitermassen, so nahe dem Lumpen- L? s riat, haß die Scheidungslinie kaunr noch erkennbar, die L* �rganisationsversuches bisher gespottet, schlössen sich zu- afiVumd verlangten ihren Antheil an den täglich sich Häusenden "chthümern. Der große Dockerstreik übertraf alles bisher dagewesene. T16 Bourgeoisie war überrascht und bestürzt. Das böse Gewissen fachte unter der Erinnerung an die„Exzesse" der Arbeitslosen einigen Jahren. Die Polizei trat äußerst behutsam, ja die Gaben flössen reichlichst von allen tz�bschästlich" auf; - M ige. .'binduof rann. lico. fS'Ss erstr. j ker»ru»1 . Diese hastige, fast fieberhafte„Wohlthätigkeit" machte ganz �" Eindruck, als betrachte man die Streikenden wie eine Horde Ubwilder, die mau durch gute Worte und reichliche Geschenke ckwifligen, die man vor allen Dingen nicht durch Hunger reizen ..ose. Das Beispiel und der Erfolg der Dockarbeiter wirkte Mend. Im ganzen Lande regte es sich. Gewerkschaften ent- N>ocn, Streiks wurden unternommen und durchgeführt in Weisen, wo man es früher fiir.Äiiiöglich gehalten hätte. Ganz Aland gerieth in Spannung und Aufregung. Jedoch die Mahr" ging vorüber und die Bourgeoisie athmete wieder aus. Wie iMichtig! Die Streiks waren nur Symptome des erwachenden A»ußtseinI von Arbeiterkategorien, die es bis jetzt nicht gewagt, ''l Forderunge» hervorzutreten. Sie haben nun gelernt, welch' chchderstehliche Kraft in ihrer Vereinigung liegt und werden die der Organisation nicht mehr ans der Hand legen, sondern ">» verbessern und vervollkommnen. ,« Wohl Niemand war von dem Ausbruch dieser unerwarteten Äung mehr überrascht, als die alten Gewerkschaften und ei' Führer. ».Gewöhnt, die ungelernten Arbeiter als eine ungefüge, un- s.Mlirbare und hilflose Masse zu betrachten, hielten sie jede »°>>stündige Regung derselben für völlig ausgeschlossen. Noch Jä vor Ausbruch der großen Streiks wiesen die Führer der > 7» Trades-Unions die Aufforderung zurück, die Organisation Jr Dockarbeiter und ähnlicher Branchen in die Hand zu nehmen, " sie doch wenigstens mit ihren lliathschlägen und Erfahrungen ssuterstützen. Alan wollte nichts von ihnen wissen und man ,A° sie damit nur in die geöffneten Arme der Sozialisten, die ">it wahrem Feuereifer ihrer Sache annahmen und überall ,5 Spitze traten.. in re nb so sprang der neue Trades-Unlonsmus, von dem zctzt England so vielfach die Rede, in's Leben. Neue Trades Unions in der That! Nicht etwa, weil sie J. gegründet, oder neue bisher indifferente Arbeiterschichten um- Mpe». sondern weil ein neues Leben in ihnen pulsirt, ein neuer JA in ihnen herrscht. Sie sind, was die ersten Arbeitcrverbin- h"# sein sollten und auch waren, Kampforganisatlonen, eine N* nicht nur zum Schutz gegen die Uebermacht und Ueber- %nh(i� �"l-itals, sondern auch zum Angriff der passender Gc- >I,.jazu aber gehört Bewegungsfreiheit und dazu war es vor > uötbin mit nom l�nNein der Kranken- und sonstigen kknter- welches die Trades Unions aus jener wo sie als illegal sich unter Jt"8 gegen willkürliche Unterdrückung sein sollte, Hauptsache geworden. Die Verwaltung und ine.«mo hfV v.ovrrhinh<>t1Ptt t Am»- -Sirm-� z» breche»: m, isti-ass«)et u»l hinübergenommen, Dlaske von Unterstützungsvercinen war Kon- melfy ihren eigcntttchen Zwecken...5'M und den positiven Schaden dreses Ui.leritutzungswesenS üJ.�ÜZencr Erfahrung nur zu gut. Sie hüteten sich daher wohl, � gleichen Fehler zu verfallen. neuer Fachverein ist mit Unterstütznugskassen beschivert. ' Haben eine einzige Kasse, eine Kriegskasse, wenn man will, SSMW war. fk. Mark' mt. res, 1066 SMagf' auch gewähren.') WSiKSMW« !len. wahrscheinlich noch mehr Der Erfolg war ein ungeheurer. Nicht nur sprossen und sprießen noch immer zahlreiche neue Gewerkschaften nach allen Richtungen empor, einige davon, wie die Gasarbeitcr, die Dock- arbeiter, die Eisenbahnarbeiter hatten in kurzer Zeit Mitglieder- zahlen, die von den ältesten und bestorganisirten Trades Unions nicht erreichen iverden. Die Bereinigung säiumtlicher Arbeiter einer Branche, oder gar die säiumtlicher verwandter Berufe in eine Union, das so laug erstrebte und nie erreichte Ziel, der nie erfüllte Traum der „gelernten" Arbeiter, die„ungelernten" Dock- und Gasarbeiter haben es nahezu erreicht und die Eisenbahnarbeiter sind auf dem besten Wege dazu. Welche Machtfaktoren damit geschaffen, werden die nächsten großen Streiks zeigen. Wohl mancher Sozialist wird geneigt sein, die jetzige ge- waltige Regung in der englischen Arbeiterwelt als bloße Ge- iverkschastsbewegung zu unterschätzen. Man täusche sich da nicht. Ein jedes Land hat seinen eigenen durch Geschichte und Tra- dition bedingten Entwicklungsgang. Das noch heute verkümmerte Stimmrecht und die ungeheuren, beinahe unerschwinglichen Wahlkostcn schreckten bisher die Arbeiterklasse in England von einem selbststäudigen politischen Kampfe zurück, während das unumschränkte Koalitionsrecht, die vollständige Bewegungs- freiheit und das Beispiel und der Erfolg der früheren Trades Unions auch dieses Mal auf die gewerkschaftliche Organisation hinweisen. Eine reine, oder auch nur überwiegend politische Bewegung hätte nie die Arbeitermassen in gleichem Grade ergriffen und i» Fluß gebracht. In Deutschland führte umgekehrt das eingeengte Koalitions- recht, der Mangel an Bewegungsfreiheit, aber das zu gleicher Zeit bestehende allgemeine Stimmrecht und die größere Freiheit während des Wahlkanipfes zuerst auf die politische Organisation, der die gewerkschaftliche erst jetzt in größerem Maße folgt. Man bedient sich eben zunächst der Waffe, die man vorfindet. Wie in Deutschland die Fachorganisation die politische, so wird in Eng- land die politische Organisation die gewerkschaftliche ergänzen. Denn es ist kein Zweifel, daß die heutige Bewegung eine bloß gewerk- schastliche nicht bleiben wird und schon jetzt nicht mehr ist. Die veränderten Anschauungen über die Aufgabe der Arbeiterklasse machen sich nicht nur in den neuen Trades Unions fühlbar, auch die alten llmonS werden mehr und mehr von dem Zuge der Zeit ergriffen. John Buruett, der Berichterstatter über Arbeiter- angelegeuheilen an das Handelsministerium(Labour Correspon- dent of the Board of Trade), früher selbst Arbeiter und lang- jähriger Gewerkschaftler, behauptet, daß der Sozialismus bereits in den meisten Gewerkschaften festen Fuß gefaßt habe. Vermöge seiner Stellung und seinen Erfahrungen ist dieser Mann in der Lage, ein kompetentes Urtheil zu fällen. Daß die Gründer, Organisatoren und Führer der neuen Trades Unions meist aus- gesprochene Sozialisten und dabei Mitglieder der alten sind, beweist die Richtigkeit des obigen Ausspruches. Aber ein anderes bedeutsames Zeichen des Umschwunges in der Arbeiterwelt ist die total veränderte Haltung der zahlreichen Arbeiterklubs. Früher mit wenigen Aus- nahmen blinde Nachfolger der liberalen Partei, durch- tränkt von dem öden Manchesterthum, zeigen sie heute eine ganz andere, weit selbstständigere Physiognomie. ES war das dankbarste Feld für die sozialisusche Propaganda, dessen spezieller Beackerung Frau Aveling und Andere Jahre laug sich unter- zogen. Wenn man bedenkt, daß die iutelligcutestcn Arbeiter in diesen Klubs vereinigt, daß die große Mehrzahl zugleich Mitglieder und jedenfalls nicht die unthätigsten in den Geiverkschasten sind, dann wird man die Wichtigkeit dieser stillen und lautlosen Agitation begreifen. Alan braucht nur die angekündigten Themata der heutigen Vorlesungen und Diskussionen mit denen von noch vor einigen Jahren zu vergleichen, um den vollen Umschivung zu würdigen. Und die heutige ökonomische Situation drängt zu einer Aenderung; sie ist ganz dazu angethan, den englischen Arbeiter neuen Ideen zugänglich zu machen. Wie Engels schon im Jahre 1665 ausführte, schwindet die exzeptionelle Stellung Englands auf dem Weltmarkt langsam und damit auch die exzep- tionclle Lage der gelernten englischen Arbeiter. Die Ausdehnung der gewerkschaftlichen Organisation bis in die untersten Schichten hinein bedroht diese Sonderstellung noch rascher. Der Zeit- punkt muß bald kommen, und die anmärschirende wirthschaftliche Krise wird ihn beschleunige», wo auch der blödeste Arbeiter ein- sieht, daß der rein gewerkschaftliche Kampf nicht genügt. Er wirb dem Beispiel seiner kontinentalen Brüder folgen müssen und eine unabhängige politische Partei außerhalb der Trades Unions bilden. Bei dem durch lange Zeit geübten und vererbten Organi- sationstalente, bei der Gewohnheit, am öffentlichen Loben theil- zunehmen, wenn auch bis jetzt nur im Gefolge Anderer, ist die Bildung einerpolitischen Arbeiterpartei keine allznschlvere Aufgabe. Es wird sich dann der große Vortheil der im sozialistischen Geiste gegründete» Unionen offenbaren. Diese Hunderttausende, die früher stumpf- sinnig dahin vcgetirten und erst durch die Organisationen zu neuem Leben und neuen Hoffnungen erweckt wurden, werden sich wie ein Mann mit Begeisterung einer politischen Arbeiterpartei zuwenden. Das englische Proletariat wird dann wieder mit an die Spitze der modernen Klassenbewcgung treten und ihr einen mächtigen, unwiderstehlichen Impuls verleihen. Die Einsichtsvolleren in der liberalen Partei fürchten etwas Derartiges. Sie wissen, daß sie ohne die Unterstützung der Arbeiter den Konservativen nicht gewachsen und genöthigt sind, in politischer Hinsicht iveitgehende Zugeständnisse zu machen, um die Arbeiterklasse auch fernerhin an sich zu fesseln. DaS allgemeine Stimmrecht, die Uebcrnahme der Wahlkosten auf die Gemeinde, kürzere ParlamentSpcrioden, vielleicht auch Diäten, alles das sind Reformen, denen sich die Liberalen bei ihrem demnächst sicher zu erwartenden Regierungsantritt nicht mehr länger entziehen können. Und damit werden sie zu Todtengräbern ihrer eignen Klasse. In keinenl Lande der Welt ist die Eroberung der politischen Macht der Arbeiterklasse so leicht gemacht, als in England. Es ist das einzige Land, wo die Bevölkerung der Städte diejenige des platten Landes überwiegt und in allen Städten geben die Arbeiter- stimmen nicht nur de» Ausschlag, sondern sind auch im Stande, ihre eigenen Kandidaten allen anderen gegenüber durchzubringen. Zudem giebt es einen 5kleinbesitz an Grund und Boden bekannt- lich schon lange nicht>nehr; das Gegengewicht des„antikollek- tivistischcn Bauerttschädels" fehlt somit gänzlich. Das allgemeine Stimmrecht in den Händen einer zielbewußten sozialdemokratischen Arbeiterpartei in England bedeutet das Ende der Bourgeois- Herrschaft. Loltsles. ZK gc, vissei» ärztliche» Kreise» bringt die neue Sozial gesetzgebung die wunderlichsten Erscheinungen hervor. Das Neueste auf diesem Gebiete leihet Prof. Dr. S e e l i g m ü l l e r zu Halle a. S. mit einem Vorschlage zur Verminderung resp. leichteren Er kenntuiß der Simulationen bei Unfällen. Herr Seeligmllller macht folgende Vorschläge: 1. Für jede Provinz des Deutschen Reiches ist ein Provinzial- Unfall-Krankenhaus von ganz besonderer Einrichtung zu er- richten. 2. In dieses Haus muß auf Verlangen der Berufsgenossen- schaft jeder Unfallverletzte,»venn er nicht auf eine Entschädigung von vornherein verzichten will(?!). sobald es sein Zustand.er- laubt, gebracht werden. 3. Hier wird unter genauer Beobachtung seitens besonders angestellter Aerzte und Ueberwachung besonders geschulter Wärter der Grad der Erwerbsfähigkeit festgestellt. 4. Bei seiner Entlassung wird dem Verletzten aufgegeben, sich nach einer gewissen Zeit wieder zu stellen zur wiederholten Unter- suchuug resp. Beobachtung(?!). 5. Mit der Aerztekomniisston des Krankenhauses steht eine Kommission von Berufsaenossen, Handwerksmeistern, Fabrikanten»c. in fortwährender Verbindung, welche Ausklärung über technische Fragen, besonders über den Grad der derzeitigen Erwerbsunfähig- keit, Auskunft geben können. G. Wird ein angeblich Verletzter der Simulation mit Sicherheit überführt, so wird er streng bestraft.(Natürlich!) 7. Ist ein Verletzter irrthümlich für eine» Simulanten ge- halten, so erhält er eine entsprechende Genugthuung und Ent- schädigung. Das sind die Vorschläge des Herrn Seeligmüller. Man weiß im Ernste nicht, ob man darüber in Entrüstung oder Heiter- keit gerathen soll. Gewiß sind ja Fälle denkbar, in denen Erwerbs- Unfähigkeit oder eine Einschränkung der Erwerbsfähigkeit vor- gespiegelt werden kann, aber es giebt keine Thatsache, welche schon nach kurzer Zeit so sicher würde erwiesen»Verden können, als diese Simulation. Ein solcher Simulant kann doch seine Arbeitsfähigkeit nicht dauernd verstecken; wer so etivas behauptet, hat eben nie körperlich gearbeitet. Solche Ideen können sich eben nur in dem einseitig entwickelten Gehirn eines Stubengelehrten fest setzen. Jeder Siinulant ist der bestündigen Gefahr ausgesetzt, entdeckt zu»verde». ZumZivecke des Vetteli»s mögen solche Simulationen gutsein, aber nichtzumZiveckeeines dauernden Renten- bezuges. Welcher'Arbeiter»vird es denn dulden, daß»nan von den Beitrüge»», die ihn» von seinem Lohne für die Unfallversicherung gekürzt»vorden, ein Univürdiger, ein betrügerischer Siurulant unter- stützt»vird? Kann es de»»»» eine bessere Kontrole geben, als den regen Verkehr,»vie er unter den Arbeitern stattzufinden pflegt? Gewiß können Simulationen vorkoinmen, allein dann liegt ein Vergehen vor, das strafbar ist und da»»»» schreite»» die Be- Hörden von selbst und ohne»veiteres ein. Und um dieses Ein- schreitens willen eine ganze Organisation von Beobachtungs- stationen. Da hätte man doch erst einmal ein annäherndes Bild über die Zahl der auch nur vermutheten Simulanten geben sollen. Warum sollen diese Leute»»»cht in jedem Krankenhause und von jeden» Arzt beobachtet werden können? Aber es ist eine ganz»nerkivürdige Erschemung, daß die Aerzte,»velche bei Einführung der sozialen Gesetzgebung, so namentlich bei Einführung der Krankenversicherung, die größten Sch>vierigkeiten machten, jetzt schnell bei der Hand sind, ihr Schäfchen zu scheeren und diese Gesetzgebung so zu gestalten, daß ihnen möglichst Vorthcil daraus erivächst. Man überlege nur ein- mal,»vas das sagen»vill, durch alle Provinzen des Deutschen Reiches solche Beobachtungsanstalten zu errichten? Da giebt's gut fundirte Stellungen für hunderte von Anstaltsürzten, Oberärzten, Geheime und nicht Geheime Sanitäts-»»nd Medizinalräthe. In diesem Sinne lassen sich geivisse Mediziner die neue Sozialgesetzgebung natürlich gern gefallen. Erfreulicher Weise machen sich aber auch in ärztlichen Kreisen selbst schon Stiminen gegen den Seeligmaun'schen Vorschlag be- merkbar, welche betonen, daß in keiner Weise dargethan sei, »varnin Simulation in unseren geivöhnlichen Krankenhäusern nicht sollte entdeckt»verde» können. Herr Dr. Seeliginann aber möge eininal überlegen, ob nicht »virklich die Simulation inanchinal schiver zu erkennen ist, ja ab nicht der Siinulant selbst sich über seinen wahren Zustand täl»schen kann. Nach unserer Uederzeugung giebt es flagrante Fälle, aus denen zu entnehmen, daß die Herren Aerzte Mittel gegen Simulationen siinuliren,»nährend sie in Wirklichkeit nur die Unterbringung der Herren Berufskollegen im Sinne haben. Nichts für ungut, Herr Prozessor! Wir lrsrir im ,,Kerl. Körscu-Coumrv": Wir habende- reits ausgesprochen, daß»vir mit ganz besonderein Vergnügen Erklärungen des Herrn Dr. Egbert Atüller ausuehinen. Dem Herrn Briesstcller eriveisen»vir durch diese Publikationen auschei- nend eine Genugthuung, unsern Lesern aber,,»vie»vir annehmen dürfen, einen Genuß. Die neueste.»»»»3 gestern zugegangene Mit- thoilung des,»vie man sieht, seiner Zeit stets vorauseilenden Mannes ziveier Welten lautet:„Verehrliche Redaktion! Gern so»vill eS schei»>en— nehmen Sie auch für die— wie Sie nicht ohne„Resignation, ineine ich, bekennen,„aus der Tages- ordnung stehenden spiritistischen Fragen" Berichtigungen aus in Ihr—»veit viel»vngendes, auch— viel gelesenes Blatt. Und so»vage ich»nit solchen zu koinmen, obgleich ich gut z»ivor weiß, daß solche Berichtigungen einem, den Lesern Ihres pandektenartig mannigsalligen Blattes die zeitungsgeniäße Stimmung beibringen- den Prinzipien Ihrer weltmännischen Schlagsertigkeit nicht ent- gehen können!—„Für eine veritable Geistererscheinung", steht in Nr. 430 Ihres Blattes zu lesen,„»verde»» 100 Marl und darüber gezahlt." Mir ist solch' Vorkommniß»un zivar noch nicht bekannt geivorden; aber ich sympathisire sehr mit solcher vorgreifenden Prophezie, denn ich kann—>vei»n n»an denn ein- mal durchaus in Geld auch hier schätzen soll— selbst einen einzigen veritable»» ZUopston seiner gewaltigen Konsequenzen halber nur nach Hunderten von Mark schätzen. Aber daß es in spiri- tistischen Seanzen vorkäme, für„Fragen an den Geist" noch ein „Sonder-Honorar" zu zahlen, ist mir nimmer bislang bekannt, und»veiß ich nur, daß alle„Fragen an den Geist" sonder Honorar sind. Wenn das seit Prosessor Zöllner und Baron von Hellenbach berühmte Test-Medium, Frau Valeoka Töpfer, einein Herrn, w»e Sie erzählen,„das bereits gezahlte Honorar zurück- gcgebei»,»veil derselbe durch die Mamfestationei» nicht überzeugt ivurde", so finde ich dies ganz erklärlich, da Frau Töpfer»nit ihrer Mediumschast nur der Forschung und Uederzeugung dienen »vill und nicht mag ihre persönliche freie Dienstleistung zu einein Dienstgeiverbe herabivürdigen.— Ferner»vird in sel- biger Nunnner Ihres schützens>verth vielspendenden Blattes der„Zustand hochgradiger Nervosität", durch»velchen Fräulein Dr. Helene Drnskoivitz„veranlaßt"»vird, an die Monatsschrift„Sphinx" ihre Halluzinationen zu be- schreiben und harmlos»mt dein Phänomen des Zweiten Gesichts zu venvechseln, für Erklärung der bekannten Erscheinungen in hiesigen Gemeindeschulen gegen spiritistische Ausfassung herbei- gezogen. Aber ich habe in meinem Vortrage in der Gesellschaft Psyche ja nur eine logische Trichotomie gemacht, indem ich a»»f Petulanz in erster, Nervosität in zweiter und Mediumitüt in dritter Linie hingeiviesen. Und so ist»nir,»vie die Berliner Blätter schreiben, die jüngste Enthüllung des Spukes in der 39. Gemeindesch»»le in der Pankstraße durchaus»veder eu» „Schlag" noch ein„harter Schlag". Polizei, Arzt und Spiritist sind ja meine proponirtcn Mittel für Ermittelung eines„Spukes": hat nun Hauspolizei hier Licht geschafft, so ist's ja gut. Aber den Besitz der Empfänglichkeit für eine Logik, welche konkludirt: da in Schule Nr. 89 der Spuk ein Unfug gewesen, ergo muß der Spuk in allen anderen Schulen auch ein Unfug gewesen sein,— den Besitz der Empfänglichkeit für eine solche Logik beneide ich nicht. Meine Logik konkludirt: da in der Kinderwelt Petulanz, Nervosität, Mediumität Realitäten sind, so kann eines dieser drei die Spukursache gewesen sein. Und dabei liegt doch für die Vor- minge in der Schule der Pankstraße überhaupt die Annahme einer Bestätigung des Nachahmungstriebes sehr aus der Hand! Dr. Egbert Müller. Berlin, den 8. September 1890." Daß>'rU>st der Todte nicht vor der Spelmlntion sicher ist, so lesen wir in einem„Eingesandt" der„Volks-Ztg.", lehrt folgende dieser Tage passirte, kaiim glaubliche Geschichte: Im Krankenhause am Urban starb nach längerem Leiden die Braut eines Maurergesellen. Der Geselle hatte die Kurkosten be- zahlt und war auch gesonnen, die Bcerdigungskoste» zu tragen. Ehe ihm aber die offizielle Mittheilung vom Tode seiner Braut geworden war, stellte sich der Sargfabrikant G. vom Koltbuser Damm bei ihm ein und zwar unter dem Vorgeben, er sei vom Krankonhause mit der Lieferung der Särge und so weiter betraut. Er veranlagte auch den Maurer, in seinem Lokale sich einen Sarg auszusuchen. Ter Preis war diesem jedoch zu hoch, und so- mit erklärte er, erst nach dem Krankenhause gehen und dem Sarghündler dann Bescheid geben zu wollen."Unterwegs aber sah er in dem Sargmagazin des Tischlermeisters L. in der Grimmstraße sich mehrere Särge an, und da ihm ein Sarg von derselben Qualität wie am Kott- buser Damm, aber erheblich billiger angeboten wurde, so kaufte er denselben sofort und bestellte zugleich auch den Leichen- wagen. Darauf theilte er dem Sargfabrikantcn G. dieses mit. Aber was geschah nun? Als der Leidtragende am andern Tage mit dem Tischlermeister L. und seinem erstandenen Sarge sich nach der Leichenhalle begab, fand er daselbst die Leiche seiner Braut bereits in einein vom Tischler G. beschafften Sarge an. Empört hierüber ließ der Maurer die Leiche umsargen. In- zwischen war sowohl vom Tischlermeister L. wie von G. je ein Leichenwagen angelangt und G. verlangte entschieden die Ab- nähme des Sarges. Es wäre zu einer Szene gekommen, wenn dem profitwüthigcn G. nicht von dem Maurer das Unpassende seines Benehmens begreiflich gemacht worden wäre. Natürlich war infolge der Vorgänge ein großer Auflauf entstanden und die Pickelhauben der heiligen Hermandad in Sicht.— Woher aber, muß man sich fragen, wußte Tischler G. von dem Todesfalle, der nicht einmal dein Verlobten bekannt war? Aermuthlich spielt hier wieder das beliebte Kominissionärivesen der Lieferanten in wenig anständiger Weise mit. Es ist dringend zu wünschen, daß die Krankenhausverwaltung derartige Vorkommnisse streng unter- sucht und bestraft. I» die„gute alte Zeit", die mit den primitivsten Hilfs- Mitteln arbeilen mußte, glaubt man sich oft zurückversetzt, wenn man das schneckenhaste Tempo beobachtet, mit dem einzelne Bauwerke ihrer Vollendung entgegengesührt werden. Ein lehrreiches Beispiel liefert in dieser Hinsicht der Bau der 5kanalbrücke im Zuge der Waldemar- und Buckowerstraße. So mancher Bewohner der Louisenstadt, der sicher darauf rechnete, noch die Eröffnung dieser Brücke zu erleben, ist mittlerweile zu seinen Vätern versammelt worden, und noch Mancher wird den großen Schritt in das Jenseits thnn, ehe der Schritt des ersten Passanten die Brücke einweiht. Aehnlich verhält es sich mit dem zweiten Geleise der Görlitzcr Eisenbahn, zwischen Grünau und Königs-Wusterhausen, das schon seit Monaten fertig ist, aber nicht dem Verkehr übergeben werden kann, weil eine kleine Brücke über den Mittenwalver Schifffahrts- kanal noch nicht fertig gestellt ist. Freilich wird auch nach Er- öffnung dieses zweiten Geleises keine besondere Verbesserung im Verkehr der Görlitzer Bahn eintreten, so lange nicht das Hemmniß, das unmittelbar vor dem Bahnhof selbst liegt, beseitigt ist. Als seiner Zeit die Köpnicker Dammbrücke Veranlassung zu einem erschütternden Unglück gab, bekundeten die Wasserhaufachverständigen einmüthig, daß diese Brücke ein wahres Unikum sei, und gar nicht mehr in den Rahmen der gegenwärtigen Verkehrsverhältnisfe passe. Ein ähnliches Unikum ist der erste Kilometer sder Görlitzer Eisenbahn. Gedachte Bahn besitzt zwar am hiesigen Bahnhofe ein besonderes Ankunfts- und Abfahrts- geleise, einige hundert Meter außerhalb der Bahnhofshalle ver- einigen sich aber beide Geleise zu einem Schienenstrange, der erst kurz vor der Verbindungsbahn wieder gabelt, und dann zweigleisig bis 5tönigs- Wusterhausen weiterführt. Diese Ein- schnürung hat ihre gefährlichste Stelle an der Zcntraliveichen- stcllung, jenseits des Schiffiahrtskanales. Das dortige Geleise passiren nicht nur sämmlliche ein- und ausfahrende Personen- und Güterzüge, sondern auch alle Lokomotiven, die vom Maschinenschuppcn, von der Kohlen- und Wafferstation nach dem Güterbahnhof wollen, und umgekehrt. Ferner die Maschinen, welche das Eilgut vom Güter- nach dem Personenbahnhof be- fördern«. s. w. Der Dienst an dieser Stelle ist daher ganz besonoers schwierig und verantworttingsvoll und wiederholte Male hing es nur an dem bekannten seidenen Faden, daß Unglücksfälle vermieden wurden. Es ist völlig unbegreiflich, wie man eine solche Anlage, die allenfalls vor einems Vierleljahrhundcrt nothdürftig dem Verkehr genügte, und die ganz den Eharaktcr des Unfertigen, Provisorischen tragt, bis heute bestehen lassen konnte, da das zur Verbreitung nöthige Terrain im Besitz der Bahn sich befindet, und zu Lagerplätzen vermiethet ist. Hin und wieder verlautet zwar, daß den Pächtern dieser Plätze gekündigt worden sei, und daß der Umbau in Angriff genominen werden solle, aber schließlich bleibt Alles beim Alten. Bermuthlich wird man hier nach demselben Rezept handeln, das sich schon an einer anderen Stelle vortrefflich be- währt hat. Neben der eisernen Brücke über den Schiffsahrtskanal befinden sich nämlich noch einige gewölbte Durchgänge. Dieser Theil der Brücke war rechts und links durch eine massive Mauer eingeschlossen, die weder dem Regen und sonstigen Wasser den Abzug, noch der Lust den Zutritt gestaltete. Das Wasser bahnte sich daher einen Weg durch die Wölbung nach unten. Obgleich nun genügend technische Beamte vorhanden waren, entoeclte doch in den langen Jahren, in denen die Bahn unter Privatverwaltung stand. Niemand diesen Uebelstand, bis das Wasser nach Jahrzehnte langer Thätigkeit so viel Mörtel aus- gewaschen hatte, daß die Steine locker wurden und heraus zu falle» drohten. Erst dann wurde schleunigst die eine massive Mauer durch ein Gitter ersetzt, die Steine wurden mit Holzkcilen festgekeilt, und die sich stark senkenden Wölbungen mittelst Holz- gerüsle abgesteift. Hoffentlich bedarf es in Bezug auf dre übrigen mangelhaften Anlagen nicht erst ernsterer Vorko-nmnrsse, ehe man sich dazu entschließt, dieselben so umzubauen, daß sie dem täglich wachsenden Verkehre genügen. Da» Derfahren mancher Kacker, welche alteBackwaaren ausweichen und so aus derselben einen Teig herstellen, der dann mit anderem srischen Teige vermischt und verbacken wird, ist nach den Bestimmungen des Nahrungsmittclgesetzes strafbar. Die neueste Nummer der amtlichen Stachrichten aus dem Reichs gesundheitsanit enthält eine größere Anzahl hierauf bezüglicher strasgerichtlicher Entscheidungen, in denen übereinstimmend ausgeführt wird, daß derartige Vermischungen von Teig eine Brot- Verfälschung darstellen, in dem an Stelle der zur Brotbereitung erforderlichen Bestandtheile Mehl, Hefe, Wasser und Salz, ein anderes, minderwerthiges Bestandtheil verwendet w,rd. Wegen derartiger Manipulationen sind Geld- und Gefängnißstrafe» bis zu vier Wochen erkannt worden. Die erwähnte Art der Teig- Vermischung wurde am dreistesten in einigen ostpreußischen Bezirken betrieben, wo die betrügerischen Backer das Brot an größeren Anstalten zu liefern hatten, so namentlich an eine Provinzial-Jrrenanstalt und an eine Gefängmßverwaltung. Ein anderer Bäcker wurde auf Gnmd des Nahrungsmittel-Gesetzes bestraft, weil in seinem Brote Bindfaden und andere Gegenstände eingebacken gesunden wurden, die bei denjenigen, welche sie im Brote fanden, Ekel erregen konnten; der Einwand des Bäckers, daß das Einbacken der Gegenstände infolge der Unaufinerksamkeit seiner Gehilfen sei, wurde verworfen, da er selber die Pflicht habe, die Teigbereitung zu überwachen. In Süddeutschland, wie namentlich in Bayer», wurden wiederholt Strafen erkannt gegen solche Bäcker, welche schlecht ausgebackene Waaren verkaust hatten, wenn diese von einer Beschaffenheit waren, daß ihr Genuß gesundheitsschädlich wirken konnte. Brot, das im Innern so- genannte Wasserstriemen zeigte und Semmelgebäck, das nach längerem Stehen in einem russigen Raum einen schlechten Ge- schmack erhalten und auch schlecht ausgebacken war, bildeten in diesen Fällen die corpora delicti. . Sic Wirkung des Kahlköpsiasteits-KanUns hat ein nn Sudofien cor Stadl wohnender Schneidermeister an sich er- fahren. Derselbe ist glücklicher Besitzer eines außergewöhnlich langen, bis weit auf die Brust reichenden Bartes, während der Scheitel oben bereits etwas hell durch das in letzter Zeit auffallend schnell dünn gewordene Haupthaar glänzt. Der Schneider- meister hatte die Gewohnheit, denselben Kamm, den er zum Glätten der Haupthaare benutzte auch für den Bart zu gebrauchen. In letzterer Zeit begann auch dieser auszufallen, so daß sein Besitzer, um diese männliche Zierde besorgt, den Arzt befragte, der bald den Kamm als Träger der Kahlköpfigkcits-Ansteckung ermittelte und Maßregeln gegen das weitere Umsichgreifen des Bartschwundes traf. Die Haut unter dem Barte wird mit Salben behandelt, die die Weiterverbreitung des Ansteckungsstoffes vorbeugen soll. Ei» gewiegter Kchwindler sucht seine Opfer mit Vorliebe in Wirthshäusern unter den Vertretern der abwesenden Wirthe und verübt seine Betrügereien auf folgende neue Art: Er besucht die Wirthschasten ein- oder zweimal, dabei unterrichtet er sich in unauffälliger Weise über die daselbst verkehrenden Stammgäste und verschafft sich Kenntniß von den Familienverhältnissen des Wirths und besonders von dessen Gewohnheiten. Er stellt sich als Reisenden eines Groß-Kohlengeschäfts vor, welcher ab- wechselnd längere Zeit aus Reisen gehe und sich in Berlin auf- halte. Dann erscheint er eines Tages, wenn der Gastwirth entweder abwesend ist oder schläft, in dem Lokal und knüpft zu- nächst init den, Vertreter des Wirths, besonders gern, wenn es dessen Frau oder eine weibliche Angehörige ist, ein Gespräch an, das er gewöhnlich mit den Worten einleitet:„Sie wundern sich wohl, daß ich so lange nicht hier war?" Im Laufe der Unterhaltung fragt er nach diesem und jenem Stainmgast, nennt hochklingende Namen seiner angeblichen Belannten, er- wähnt beiläufig diesen oder jenen Punkt aus den Verhältnissen der Wirthsleute u. f. w. Nachdem er auf diese Weise sich als einen alten Bekannten und Stammgast eingeführt hat, folgt die Frage nach der Anwesenheit des Wirthes, den er gern sprechen möchte. Ans die Gegenfrage des Vertreters, ob er den Wirth, welcher schlafe, rufen solle, verneint er dies; es handele sich nur um eine kleine Gefälligkeit, welche vielleicht auch der Vertreter erweisen könne. Er, der alte Stammgast, habe in der Gegend ein Leos zu irgend einer Lotterie cinzillöse», es fehlten ihm aber zwei Mark an der Summe. Selbstverständlich erklärt man sich bereit, dem Gast die geringe Summe zur Verfügung zu stellen, zumal, da er an demselben Tage die Zurückgabe verspricht. Während ihm nun das Geld verabfolgt wird, bittet er, je nach dem ihm aus der Börse entgegenleuchtendcn Inhalt noch um eine oder zwei Mark, welche er ebenfalls erhält. Dann cmpflehlt er sich in der herzlichsten Weise, trügt Grüße an den Wirth auf und erscheint nicht wieder. Der Schwindler ist ein Mensch in den dreißiger Jahren, von seinen Gewohnheiten, mit blondem Haar und röthlich blondem Vollbart, trägt grauen Anzug und ebensolchen Hut und hat eine große, schlanke Figur. Das Mrssev! Ter in der Tresdenerslraße wohnhafte Hausdiener Paul Sch. hatte vorgestern Abend einen guten Bekannten bei sich zum Besuch, den er gegen Mitternacht noch ein Stück Weges nach der Alten Jakobstraße zu begleitete. Als die beiden Männer an der Ecke der letztgenannten Straße angelangt waren, erhielt Sch. hinterrücks plötzlich mit einem Messer in den Kopf einen Stich, der vom Schüdelknochen abgleitend bis zum Nacken hintersnhr. Entsetzt wendete Sch. sich nach dem heimtückischen Angreifer um, in diesem Augenblick erhielt er aber auch gleich einen zweiten Stich dicht über dem rechten Auge und sodann einen dritten in den Vordcrschädel. Der Attentäter, ein den beiden Männern völlig unbekannter Bursche von 18 Jahren, ergriff nun die Flucht in die Roßsiraße hinein, verfolgt von dem Verwundeten und dessen Freunde, denen sich auch mehrere Passanten anschlössen. An der Ecke der Wallitraße wurde der Flüchtling gestellt und sodann von seinen Verfolgern ergriffen, die ihn einem hinzukommenden Schutzmann übergaben, welcher den Burschen nach dem Polizciburean in der Alten Jakobstraße brachte. Tort ivurde der Eistirte als der Gürtlerlchrling Paul Wiese aus der Petristraße rekognoszirt, welchem der Überfallene Sch. in der That durchaus fremd war. Letzterer ist, wie der Bursche angab, daö Opfer einer Personenveru'echselnng geworden, denn die Messerstiche waren einem früheren Lehrkollegen des P. W. zugedacht, für welchen dieser den vor ihm gehenden Sch. ge- halten hatte. Der Messerheld wurde auf der Polizeiwache zurück- behalten und später nach dem Alexanderplatz transportirt. Der Verwundete suchte und fand die Hilfe in der Sanitätsivache der Brüderstraße, mußte aber heute früh nach dein städtischen Kranken- hause am Friedrichshain überführt werden. Wir, verde»»«»» die Anfnnljiue des FolgcnSrn gebeten: Eine stadtbekannte Persönlichkeit ist der alle Droschken- kutscher Beyer, Waßmannstraße 3. Wohl 40 Jahre lang hielt er mit seiner Droschke ziveiter Klasse auf den Halteplätzen. Jeder ließ sich gern von den» srcnndlichei», biedern Mann fahren. In den letzten Jahren erschwerte dem„Batcr Beyer" ein laugivieriges Brustleidcn die Arbeit. Seit Jahrzehnten hatte»h»i» und seiner Frau die Stadtgemeinde Waisenkinder zur Erziehung anvertraut, und die Waiscuralhe»varen»mnier voll des Lobes darüber,»vie gut es die Pfleglinge bei ihm hatten. Zur Zeit sitzt Beyer krank und lebensmüde in seinem fe-t»hl, und leider ist auch die Noth, der Mangel an dem Stöthigsten in der kleinen Wohnung ein- gekehrt. Vielleicht, da st sich Dieser oder Jener seiner früheren Fahrgäste des armen Alten in etivas annimmt. ilolueibrncht. Am 7. d. M. Abends»vurde ein Mann an der Ecke der Invaliden- und Chausseestraße von einen» Post- »vagen überfahren und an» rechten Oberscheniel nicht unbedeutend verletzt, so daß er nach der Charitee gebracht»verde»»nußte.— Am 8. d. M. Morgens ivurde in den Anlagen an der Fennbrücke ein Mann erhängt vorgesunden.— Zu derfelbei» Zeit ivurde im Landivehr-Kaual, unter der Albrechtshofer Brücke, die Leiche einer unbekannten, etiva 30 Jahre alten Frauensperson an einem Floß hängend aufgefunden.— Vormittags»vurde der Arbeiter Snchantke vor dem Hause Frankfurter Allee 17 von einen» Schlächterwagen überfahren und an» rechten Knöchelgelenk derartig verletzt, daß seine Uebersührung nach der Charitee erforderlich ivurde.— Zu derselben Zeit gericth vor dem Hause Straße 7b Nr. 14 ein dreijähriges Mädchen unter die Räber eines Bierivagens und erlitt anscheinend so schivere innere Verletzungen, daß es nach den» Krankenhause am Friedrichshain gebracht»verde»,»nußte.— Nach- mittags siel der Arbeiter Bewig von eiiie»» vor dem Hause In- validenstraße III ausgestellten Bockgerüst und zog sich dadurch eine bedeutende Kopfverletzung zu. Er»vurde nach der Charitee gebracht.— Zu derselben Stunde stürzte auf dein Aiihalter- Bahn- hos bei der Herstellung eines Zivischengerüstes der Dachdecker Wel- zorek von deniselben etiva 5 Meter hoch herab und erlitt außer einer äußerlichen Verletzung der Schulter und des Schienbeins anscheinend eine» Rippenbruch.— Gegen Abend»vurde in» vierten Stock des Hotels„zum Prinzen Wilheln»", Dorotheenstr. 16, der Ibjährige Kellnerlehrling Kirchstein,»nit dem Kopse zivischen dem Fahrstuhl und der Schutzvorrichtung eingeklemiiit, todt vorgesunden. Nach ärztlichem Gutachten ist der Tod infolge Bruchs der Wirbel- säule eingetreten. Kirchstein hatte den Fahrstuhl bemch � anscheinend verunglückt, als er denselben wieder nach» fördern wollte.— Abends»vurde ein fünfjähriger Knabe Hause Lausitzerstraße 49 von einem Kohlenwagen PberM g erlitt einen Bruch des rechten Unterschenkels, soivie O«tl' � an, Bein.— Zu derselben Zeit stürzte sich ein Mädchen a' Flurfenster in» ersten Stock des Hauses Reichenbergerstr.. den Hof hinab und erlitt anscheinend einen Knöchelbrnch-> � anscheinend schwere innere Verletzungen. Es wurde m Krankenhause Bethanien gebracht.— Am 8, d. M. I"110 kleinere Brände statt. -i- Die Abenteuer zweier zwölfjähriger gelangten gestern zur Kenntniß der ziveiten Ferieliiiwi A/ des Landgerichts I. Aus der Untersuchungshaft»vurde oe knabe Max G o l d b e r g vorgeführt, ein kleiner dura. Taugenichts, gegen den eine strenge Erziehung wohl aa war. In letzterer Beziehung scheint man iin elterliche auch dieser Ansicht geivesen zu fein, wenigstens klagte geklagte, daß es stets reichlich Prügel gegeben und er»e viel von seinem älteren envachsenen Bruder zu lewenjf� habe, ihn sogar Abends mit einer Kette an das Bett e I »veil er mehrmals heimliche Nachtausflüge gemacht. A» gleichaltrigen Freunde Glücksmann hatte der Angeklag, � argen Schivindel in Szene gesetzt, mn sich zu einer 6% 1 st Flucht nach Amerika die Mittel zu verschaffen. Die LM, »geklagten betrieben ein Abzahlungsgeschäft und bezogen v ihnen verkauften Uhren vom Händler Wolfsohn. Der Knabe G l ü ck s m a n n fälschte im Oktober w � Bestellschein auf den Namen des BaterS seines Freundes,, x Wolfsohn um Zuschickung von sechs goldenen und 4 N Uhren gebeten»vurde. Dein Angeklagten Goldberg wuror„ Uhren auch ohne Weiteres ausgehandigt, Glücksmaiw den Versatz und mit dem Erlös dampften die beiden Kk nächst nach Hamburg ab. Hier»vnrde Goldberg krank. � äj in's Krankenhaus gebracht und als er nach langer Zeit entlassen»vurde, stand er mittellos in der fremden Stam-.st blieb nichts übrig, als sich der Polizei zu stelle»», die J) � Berlin transportirte. Bon dein ziveiten Durchbrenner Q nie etwas erfahren, bis jetzt sind alle Nachforschungen ve s.. geivesen. Der Gerichtshof belegte den Angeklagten Golde- »veinend Buße und Besserung versprach, mit z>v e i M 0' Gefängniß, die Strafe wurde indessen durch die Untersuchungshaft für verbüßt erachtet.. Ein»verth loses Hypokljekcir-Iustrilmrnt Hauptrolle in einer Anklage wegen Betruges,»reiche SelK st der vierten Ferien-Strafkammer des Landgerichts I 6W„st Kaufmann Ernst Rohde verhandelt ivurde. Im Herbste« Jahres hat der Angeklagte den Landivirth G., einen alterssch�jj geschäftsnngewandten Mann, zur Hergabe eines Tarleh»? y ca. 4000 M. zu beivegen geivußt, indem er»hin eine auf-i Mark lautende Hypothek als Sicherheit gab, von der 6 sicherte, daß sie„fein wie Gold" sei. Als der GelhgHff v Darlehn nicht zurückerhielt und sich durch das Unterpfand' digen»vollte, erfuhr er, daß dasselbe werthlos sei, die HV »var schon vor Jahren ausgefallen, als das betreffende Gru- unter den Hamnier kam. Der Angeklagte behauptete im&$ der Geldgever habe die Werthlosigkeit des Papiers gekanr � es nur der Form»vegen angenommen, um die Hergabe des � lehns seinem Sohne gegenüber zu rechtfertigen. Da der o, diese Angabe bestritt, so hielt der Staatsamvalt die Schu( Angeklagten für ziveifellos»»nd beantragte gegen denselben M on a t e G efan g n i ß. Der Gericytshof hielt s Gefängniß für eine ausreichende Sühne. Einer jrncr kleine»», schwarzlockige» und 9! ängigrn Mrltenbttmmlrr, welche vom Strande der nach Berlin verschlagen sind und hier mit GipSfig»lren vo»'� zu Haus wandern, der kleine„Gipsfiguren-Lehrling" � Baldacci, hatte sich gestern»vegen eines kecken Ei"LJ Diebstahls vor der II. Strafkammer zu verantivorren. Ter � italienische Knirps,»vclcher die deutsche Sprache nur niane'z handhabte und deshalb der Unterstützung des Tolniff' z Dr. Giovandi bedurfte,»var mit noch sechs anderen Land». »in Dienste deS Gipsfigurenhändlers F r a n ch i, von»vclc? � täglich mit Figuren fortgeschickt wurde. Eines Tog� t »var Baldacci verschwunden; er zog es vor, n»', Tageslosung sich in den Strudel des Berliner Leoe»-, stürzen und nicht mehr zu seinen» Prinzipal zurückzu'ffl» Ein Lebenszeichen wurde erst»nieder von»hin bt. ,, als eines Nachts z»vei andere Lehrlinge deS Herrn Franc?'' � schlanke Antonio Bacari»»»»d der kleine Antonio Luches»"V? geineinsanien Schlafzimmer dreist bcftohlen»vordei»»varen. � italienischen Knnstjünger machen,»vie sich ans der Verhfl»' st ergab, hier in Berlin nicht die schlechtesten Geschäfte. Ihre 9� tage sind die Sonnabende und die Montage,»vo der Unisa? � Einzelnen oft 20—80 M. beträgt, an anderen Tagen Geschäft stiller, sie bringen aber doch häufig genug noch jst; mit nach Hause. Wenn die Burschen Abends nach der* � Wanderung zu ihrer Wohnstätte heimkehren, sind sie WEst.st Weise todtmüde, sie sparen die Abrechnung mit ihrem auf den nächsten Morgen auf und»venu sie ihre Weste»,»" wahren 8� �.ujujcu|IUJ t'it Ä.uycvcuiiim;mc yquiucu uu uic Betten angebrachten Riegel gehängt haben, dann schlafen j j fest, daß auch die kräftigsten Böllerschüsse sie nicht zu vermöchten. Darauf hin baute ein kecker Spitzbube seinen st »velchcr in der Nacht zum 1. Juni zivischen die Betten gemcinschastlichem Schlafzimmer schnarchenden sieben iralienM Bursche» getreten war und aus den Taschen der oben ge'101 d beiden Antonio's sich 22 M. beziv. 12 M. angeeignet hatls,;; Dieb hatte,»vie der Augenschein ergab, seinen Weg duvE j Parterrefenster der neben der Schlasstube belegenen Werkst� Est nounnen, welches von Außen leicht zu öffnen»var, weil- Scheibe schon einige Zeit vorher zerbrochen»var.*J Baldacci sollte der Dieb sein und wurde deshalb eiiigejjsty Er vertheidigte sich vor Gericht mit einen» eiser gegen diese Besch»lldig»ing. Zivar mußte er. daß er sich in jener Nacht»virklich mit affeiMH� Geschivindigreit durch das Fenster geschwungen, behauptete°,j daß es ihm nur darauf angekommen sei, sich seine bei Franchi noch hängende Sonntagsjacke heimlich zu hole». J allen Heiligen versicherte der llcine Missethäter, daß er* J nicht eine Marke" gestohlen habe. Ter Bursche machte st J ein so treuherziges Gesicht, daß selbst der Staalsanivalt zstst.« Haft über seine Schuld»vnrde und seine Freisprechung beanstst.�1 Der Gerichtshof aber»var skeptischer; er hielt den AngeklststP und Niemand anders für den Dieb und verurtheilte denselbchg 8 Wochen Gefängniß. Tolle Baldacci»var sehr beE., er»vars einen thrünenseuchten Blick ans den Borsitzende!», ,J haßerfüllte»» aus seine Kollega's»»nd als sich schon die Zelle� hinter ihn, schloß, tönte noch leine Stimme hindurch: veno! neu 6 veno! Ingiustizia! p/ SoztQle Mebrovstrhk. Aufruf an die Filzfckjuljarbriter und Krrufsgr»>� Herliiis und Uinnegend. Kollegen! In der Fabrik ro» st HermS ist ein Streik ansgebrochei»,»vie ja durch Bekannt»»!' ff. an» Sonntag»vohl jeden» Kollegen, der das„Berliner Voll-stst liest, erinnerlich sein»vird. Wir bitten daher, den Zuzug streng f fern zu halten und nicht früher dort Arbeit zu nehmen,% von der Kommission an dieser Stelle der Streik sür a>l|g".st erklärt»vird. Kollegen, da sich die meisten der streikenden W'" "�ner sehr gedrückten Lage befinden, so ist es unsere Pflicht. ,u,e materiell für unsere streikenden Kollegen einzutreten ei, us m-äu unterstützen. Kollegen, wir haben versucht, hj'yL Verständigung mit Herrn Herius herbeizuführen, •Z-iTX hat sich aber garuicht sprechen lassen, und konnten ''heiter nichts, als ihm iin Hausflur die Frage stellen, ob genullt sei, mit der Kommission zu verhandeln, und wurde uns "Hart, daß er seinen Leuten gesagt habe, wie er sich dazu stelle, »>! alles Andere keinen Zwect habe. Er habe sich seine Arbeiter avllst und lerne sich auch wieder welche an. Dies die � Herrn Herms. Nun, jeder Kollege wird wissen, weiche Antwort er von unserer Seite erhalten muß. Kollegen, ucti machen wir nochmals darauf aufmerksam, daß alle Die- Ufj."' welche noch im Besitz von Sammellisten sind, dieselben !° schnell als möglich an unten stehende Adresse abzuliefern, .... laut Beschluß der letzten Versammlung Diejenigen, .%e ihre Listen bis zur nächsten Versammlung noch mcyi abgeliefert haben, in derselben öffentlich genannt werden. Die wuegen werden.noch ersucht, sich rege an den Sammlungen zum 'senecalfonds zu betheiligen, damit wir auch endlich eine Grund- mze bekommen und nicht immer mit gebundenen Händen da- », wenn es heißt, für unsere Sache eintreten. Zwecks Ab- "chnmig und Ensichtnahme, wie weit der Fonds gediehen ist, werden alle die Kollegen, welche Marken zum Vertrieb haben, «koete», mit den Kommissionsmitgliedern, von welchen sie die- ß ifn schalten, abzurechnen. Die nächste Versammlung findet Ende dieser Woche statt und werden die Kollegen gebeten genau Tsuacht zu gehen aus die Annonze in diesem Blatte. Mit lolle- »wilschein Gruß Paul Opitz, Gitschinerstr. 85. c votsdni». Am 7. September 1890 fand eine öffentliche �abakarbeiter- und Arbeiterinnenverfauunlung statt, in welcher Kommission, welche mit de» Fabrikanten in Unterhandlung betreten war, Bericht erstattete.— Es wurde mitgctheilt, daß die Fabrikanten die-von uns gestellten Bedingungen angenommen haben, und jeder Ausgesperrte am 9. resp. 10. September die ♦stbeit wieder aufnehmen kann. Es wurde hierauf folgender «tntrag einstimmig angenommen: Die heutige öffentliche Versammlung der Tabak- arbeiter und Arbeiterinnen Potsdams beschließt, da durch die Verhandlungen beider Theile ein befriedigendes Resultat erzielt worden ist, die Arbeit wieder aufzunehmen und den Streit als geschlichtet zu betrachten, sowie der betreffenden Kommission die Vollmacht zu ertheilen, den Fabrikanten die schriftliche Erklärung betreffs Aushebung der Sperre zu geben. . Infolgedessen ist die Sperre über Potsdam mit heutigen Tage aufgehoben. Es gingen vom 1.— 3. September folgende Gelder für die ausgesperrten Tabaksarbeitcr Potsdams ein: Bei einer Hochzeit Gesammelt in Ripdorf durch Herrmann 3 M. Bon amerikanischer Verlosung„Arbelter-Verein Köpenick und Umgegend" 25,50 M. Vom Droschkenkutschcr-Tuett, Potsdam, 2,10 M. R. Groch, ! M. Fr. Rosenthal 1 M. Liste Nr. 1 50 Pf. Liste Nr. 2 75 Pf. Liste Nr. 4 80 Pf. Liste Nr. 5, 2. State, 1,80 M. Liste Nr. 6 4,60 M. Liste Nr. 7 2,90 M. Liste Nr. 10 4,35 M. Liste Nr. n 65 Pf. Liste Nr. 13 1 M. Liste Str. 14 6,20 M. Liste Nr. 15 90 Pf. Die Ii tili der Sozialdruroliratie beschäftigte vorgestern Abend wiederum eine in Lehmann's Salon(Schivedterstr. 24) stattgehabte, sehr zahlreich besuchte Versaininlung des sozialdemo- uat> sehen Wahlvereins für den sechsten Berliner ReichstagZ-Wahl- reis. Auch diesmal kam es zu sehr lebhaften Auseinander- letzungen. Zunächst las der Vorsitzende, Schriftsetzer Ernst, einen »» rhu gerichteten Brief Bebcl's vor, indem Letzterer auf eine °°» dem Verein vor einigen Wochen gefaßte Resolution folgende �»twort ertheitt: „Ans eine Anfrage bei der Fraktion haben bis heute 26 von 35 Mitgliedern geantwortet. Alle 26 erklären sich einstimmig dahin, daß kein Grund vorliege, von dem Vor- schlag im Au ruf der Fraktion abzugehen. In wie weit die Genossen des sechsten Wahlkreises sich an den Vorschlag der Fraktion für gebunden erachten, ist ihrem Ermessen anheimgegeben. Meinen Sie, eine größere Zahl Vertreter senden zu müssen, als der Vorschlag empfiehlt, so wird man schwerlich Anstoß daran nehmen. Im Uebrigen werden sich die Meinungsverschiedenheiten leichter ausgleichen lassen, als es bisher den Anschein hatte." n Weber Schwoite: Er sei der Meinung, daß es nun einmal Kiit sei, den Streit ruhen zu lassen. Tie Fraktion habe die ■Wrteigeschäste in schwerer Zeit geleitet, es sei ja möglich, daß so mancher Fehler begangen worden sei, das was aber bisher vor- Gebracht worden, sei nur Weibergeklatsch.(Beifall und lebhafter ■ffirderspruch).— Arbeiter Neukrantz: Es sei bisher Niemanden yWßesallen, die Fraknon zu verdächtigen, es seien lediglich deren ?llNdl»ngen kritisirt worden und dies müsse doch gestattet sein. 00m, he). Daß die Fraktion Fehler begangen, habe ja Bebel chrn eingestanden. Er sei allerdings der Meinung, daß die �Helligkeiten in Güte werden beigelegt iverden.(Beifall). wictallnrbeiter Becker: Nachdem in der Versammlung bei Lips schlössen worden: alle Streitigkeiten bis zum Parteitage ruhen ? lassen, entspreche es nicht der Würde der Versammlung, heute ,°u Neuem eine derartige Debatte zu führen.(Widerspruch). Er rantrage, zu beschließen:„Die Versammlung erklärt sich im VNnzjp mit dem Organisations-Entivurf einverstanden.(Beifall Widerspruch). Schuhmacher Fischer: Durch Annahme einer Derartigen Resolution würde der Verein ihre auf den Parteitag entsendenden Delegirten verpflichten, für den Organi- st llons-Eutwurf zu stimmen.— Schriftsetzer Ernst: Ich ' wohl dasür, daß wir die Diskussion über diesen gegenständ schließen, nicht aber der Resolution zustimmen. ifstFch Annahme der Resolution würde der Streit nicht ans der isteit geschnfft werden.— Zigarrenarbeitcr Steinbach: Er halte ""e Diskussion über diese Angelegenheit für nothwendig. um "wlich einmal Klärung zu schaffen. In der letzten Versammlung icien mir die Er tremen zugegen gewesen und zu der Versammlung Lips fanden viele Tausende von Arbeitern keinen Einlaß.— Börner: Er sei der Meinung, daß das, was am ,5' August i» der.Volksbrauerci" beschlossen worden, ausrecht 2 Wten werden müsse. Er sei überzeugt, es werde zu keiner UV»»« kommen, allein die Korruption, die nun einmal rn der Mn eingerissen, müsse gegeißelt werden.(Lautes Oho) Er lediglich die Sache im Auge und Halle dasur, W das eine Korruption geschaffen, habe. �(Heftiger eine u-i—, KieWf» Tv~~ Stenograph Psnndt und Kaufmann Sabor de- nicht fchst,.0'6 Tebatte, laut des bei Lips gefaßten Beschlusses, Ngend-. I— Jnzivischen war von einem Arbeiter Büchner Wfil, Resolution eingegangen:„Die Versammlung nimmt, mit !">' Kilis aeiabteu Beschluß, von einer weitereu umso «eich: «icht ™e,.vc fi/vk.A VVV' V4ll4lv'*"•"Wu---- t. Defintt�„Ruf den bei Lips gefaßten Beschluß,.. encrJf. Abstand, beschließt jedoch, nach dem Parteitag oefjst'cher zu opponiren, in dem Sinne wie es vorher leichtsten und wie es im Interesse der Partei liegt". Die Ver- >i„d( dieser Resolution wurde von vielfachen Pfuirufen begleitet brchn'vrt beschlossen: die Resolution nicht zur Abstimmung zu oc. Z»'— Nachdem Metallarbeiter Becker seinen Antrag zurück- »''.wurde die Diskussion geschlossen. kraijssst'dllnn sprach Tapezirer Wildberger über das sozialdemo- sei'�Programm: Das im Jahre 1875 ausgeficllle Programm fltaiiui. �»'promißproaramm geivesen. Ter Satz in dem Pro- eine 1'«der Arbeiterklasse gegenüber seien alle anderen Parteien von.„"szige reaktionäre Masse", sei auf dem Gothaer Kongreß dan,ate'«Jiedenen Delegirten bekämpft worden, ganz besonders sei stiebkn» l.5'°dk»echt für diesen Satz eingetreten. Damals sei "echt noch der Meinung gewesen, daß in der heutigen Gesellschaft nichts zu erreiche» sei. Heute habe Liebknecht seine Meinung geändert. Ja wer bürge dafür, daß Liebknecht diese seine Meinung nicht noch einmal ändern werde. Bebel behaupte: ohne Antheilnahme am Parlamentarismus wäre das Sozialisten- gesetz nicht gefallen. Er bestreite das. Im Januar wollte man, trotz aller Antheilnahme am Parlamentarismus, das Sozialisten- gesetz noch verewigen. Er sei nicht dafür, daß das auf dem Wydener Kongreß gestrichene Wort„gesetzlich" wieder ins Programm aufgenommen werde. Gesetze seien veränderlich, man würde sich somit für alle Zukunft die Hände binden. Damit sei allerdings keineswegs gesagt, daß etwas Ungesetzliches be- gangen werden solle. Die Produktivgenossenschaften, die Lassalle blos Zwecks Agitation gefordert, seien selbstverständlich auch im Programm zu streichen. Er sei keineswegs für eine Wahl- enthaltung, er sei im Gegentheil für eine Wahlbetheiligung, man dürfe aber den Arbeitern nicht vorreden, daß durch den Parka- mentarismus etwas zu erreichen sei. Es sei nothwendig, den Massen die Ziele oer Partei vor Augen zu führen. Der Autoritätsglauben müsse in der Partei mit aller Entschiedenheit bekämpft werden.(Beifall und Widerspruch.) Meinungs- Verschiedenheit betreffs der Taktik seien sogar nothwendig, andernfalls höre das selbstständige Denken innerhalb der Partei auf. Der gegenwärtige Kampf werde ebenso wenig zur Spaltung der Partei führen, wie der Kampf zwischen Frohme und Bebel zu einer solchen geführt habe. Bedauerlich sei es, daß sofort eine förmliche Empörung entstehe, wenn Jemand Bebel und Lrebknecht kritisire.(Beifall und heftiger Widerspruch.) Er sei der Meinung. man dürfe erst dann auch in taktischen Fragen seine Meinung ändern, wenn die Verhältnisse sich geändert haben.(Beifall und Widerspruch.) Es gelte doch vor allen Dingen, die Massen über die Ziele aufzuklären. Bebel selbst sage: es gebe in Berlin kaum 8000 Genossen, die genau die Ziele der Sozialdemokratie kennen. Auch der Satz:„Religion ist Privatsache", müsse ans dem Pro- gramm gestrichen werden. Es müsse direkt ausgesprochen werde», daß jeder Genosse aus der Laudeskirche auszutreten habe. Der Redner schloß mit dem Bemerken, daß man die Wahl wohl als Heerschan betrachten möge, man dürfe aber über das, was ans diesem Wege zu erreichen sei, sich nicht selbst betrügen.(Leb- haster Beifall und Widerspruch.)— Cigarrenarbeiter Steinbach: Tie sozialdemokratische Reichstags-Frakiion habe das Banner der Partei stets hochgehalten. Die im Reichstage gehaltenen Reden haben zur Zeit, als jede Presse unterdrückt war, die Genossen zusammengehalten und neue Kämpfer gewonnen. Deshalb, weil nun die Arbeiter zu den Abgeordneten volles Ver- trauen haben, seien sie noch lange keine Heerde»- thiere. Er gebe zu, daß eine große Anzahl Arbeiter sich der Partei anscliließcn, weil sie mit den Verhältnissen uu- znsricven seien; diese Genossen seien doch aber sehr bald für die Ziele der Partei zu gewinnen. Im Uebrigen sei er der Mei- nung, daß auch im sozialdemokratischen Staate das Familienleben erst recht bestehen und daß die Frau dein Manne eine Heimstätte bereiten müsse. Dieser Gesichtspunkt sei bei Berathung des Parteipropramms wohl in's Auge zu fassen.(Beifall und Widerspruch). Tischler Merlens: Herr Dr. Wille habe die Arbeiter auf- gefordert, sich der freireligiösen Gemeinde anzuschließen. Er sei der Meinung, daß dies eine eben solch' religiöse Sekte sei wie jede andere.(Beifall.) Der Gottesglauben werde bei überzeugten Sozialdemokraten von selbst fallen. Er sei daher der Ansicht, daß in dieser Beziehung keine Forderungen gestellt werden, um nicht den Agitatoren in den katholischen Gegenden die Arbeit allzuschwer zu machen. Im Uebrigen ersuche er die Opposition, sich nun endlich der Majorität anzuschließen.(Beifall und Widerspruch.) Er sei der Meinung, daß die Arbeiterschutz- Gesetze, wie sie von den sozialdemokratischen Reichstags- Abgeordneten beantragt worden, den Arbeitern großen Nutzen bringen können. Wenn die sozialdemokratischen Abgeordneten sich um dieArbeiterschutz-Gesetzgebung nicht bekümmerteu, dann hätten Windthorst und Genossen Recht, wenn sie sagen wurden, daß nur sie für die Arbeiter eintreten.(Beifall und Widerspruch.)— Schlosser Pirch: Er erachte dafür, daß der Passus betreffs der Religion aus dem Parteiprogramm gestrichen werde. Jeder Sozialdemokrat sei selbstverständlich Atheist und Republikaner. Er müsse dem Redner entgegentreten, der da wolle, daß im sozial- demokratischen Staat die Frau noch dem Manne eine Heimstätte bereiten möge. Wenn die Frau noch hinterm Kochtopf stehen müsse, dann sei sie ja auch im sozialdemokratischen Staat zur Sklavin verdammt. Wer die sozialdemokratischen Frauen- Versammlungen besuche, der werde wissen, daß die Frauen anders darüber denken. Es entstehe doch auch die Frage, ob jedes Mädchen, sobald es verheirathet, zur Kindererziehung bc- fähigt sei. Im Uebrigen sei er der Meinung, daß, wenn selbst drei'Viertel der Reichstags- Abgeordneten ans Sozialdemokraten bestehen würden, die sozialdcmotratischen Forderungen ebenfalls nicht berücksichtigt werden würden.(Beifall und Widerspruch.)— Es wurde hierauf beschlossen: der vorgerückten Zeit wegen die Debatte bis zur nächsten Sitzung zu vertagen.— Arbeiter- Günther regte hierauf unter großem Beifall der Versammlung an, am 1. Oktober zu illnminiren.— Es wurde alsdann der Antrag gestellt: Den Sattler Börner aus dem Verein auszuschließen. Der Slutragsteller bemerkte: Börner habe durch seine unbegründete Verleumdung, indem er behauptete: der Redakteur Cronheim habe sich für eine Reklame 500 M. zahlen lassen, das Parteiinteresse geschädigt.(Beifall und hestiger Widerspruch.)— Buchdrucker Werner: Er könne sich nicht denken, daß die Genossen keine freie Meinungsäußerung vertragen können. Es sei ja noch gar nicht festgestellt, ob das„Berliner Volksblatt" sich nicht wirklich für Reklamen habe bezahlen lassen.(Rufe: Thut die Berliner Volks-Tribiine" auch!) Er bemerkte hierauf, daß er zu der „Berliner VolksT-ribune" in keinem anderen Verhältnisse stehe, wie Herr Bading zum„Berliner Volksblatt". Er sei der Meinung, daß, wenn auch der Artikel über Vuffalo Bill kein bezahlter Reklameartikel gewesen sei, so werde doch ans dem Parteitage in Halle der Beweis erbracht werden, daß das„Verl. Volksblatt" bezahlte Reklameartikel aufgenommen habe.(Beifall und Widerspruch.)— Vorsitzender Schriftsetzer Ernst: Da die Redaktion des„Berliner Volksblatl" es abgelehnt habe, sich einem ans Genosse» gebildeten Schiedsgericht zu unterwerfen, sondern die ordentlichen Gerichte gegen den Genossen Börner angerufen habe, so habe die Partei mir der Angelegenheit nichts mehr zu schassen.— Sattler Börner: Er gebe zu, daß er in der Versammlung am 12. August etwas erregt gewesen sei, diese Erregung sei aber sehr erklärlich gewesen. Vielfach sei im Wahlverein des sechsten Wahlkreises, dessen Vorsitzender er war, behauptet worden, daß das„Berliner Volksblatt" bezahlte Reklame- artikel ausnehme. Er habe es deshalb für seine Pflicht gehalten,'Herrn Singer darüber zu frage». Letzterer habe erklärt: solche Retlame- Artikel bringen Geld, dagegen läßt sich also nichts machen. Er(Redner) habe sich blos ge- wundert, daß Herr Bebel bei Lips bestritten habe, daß das „Berliner Bolksblatt" bezahlte Reklame-Arlikel aufnehme.— Ans Antrag des Stenographen Psnndt wird hierauf beschlossen:„lieber den vorliegenden'Antrag mit Verachtung zur Tagesordnung über- zugehen."— Alsdann wurde die Versammlung mit einem drei- fachen Hoch ans die internationale Sozialdemokratie gegen 1 Uhr Stach ls geschlossen. 4 Wie sehr wir das uns angekündigte Parteigericht scheuen, mögen die Herren Werner und seine Freunde daraus ersehen, daß wir durch Veröffentlichung des uns zugegangenen Berichts ihren Anklagen die größtmöglichste Verbreitung in den Kreisen der Parteigenossen geben. Wir sehen den in Aussicht gestellten Beweisen, daß das „Berliner Volksblatt" bezahlten Reklameartikeln Ausnahme ge- währt habe, entgegen und wollen für heute uns an der Bemerkung genügen lassen, daß sich auf dem Parteitag in Halle Gelegenheit finden wird, festzustellen, daß das uns ange- dichtete Verbrechen in dem Abdruck einer Vergnügungsanzeige be- steht, welche im Jahre 1888 von Herrn Liefländer, dem damaligen »Leiter der Expedition unseres Blattes, einige Tage vor seiner Ent- lassung an Stelle einer Annonce angenommen wurde. Die Bemerkung des Herrn Börner erledigt sich durch die Mittheilnng des Genossen Singer, welcher erklärt, ein Gespräch mit Herrn Börner über diesen Gegenstand nicht gehabt zu haben. Die Angelegenheit mit Buffalo-Bill wird in öffentlicher Ge- richtsverhandlung klargestellt werden, da die Beleidigung in öffent- licher Versammlung siel. Der betreffende Redakteur hat keine Veranlassung, einen Menschen, der in so leichtfertiger Weise mit dem guten Namen Anderer umgeht, fernerhin als seinen Partei- genossen zu betrachten. Der Fachverei» der Tischler(GstbezirK) tagte am Mittwoch, den 3. September, im Lokale Königsbank, Frankfurter- straße 117, mit folgender Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Lätgenau über:„Bestätigt die neuere Naturwissenschaft den Sozialismus?" 2. Diskilssion. 3. Werkstatt- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Herr Dr. Lätgenau erledigte in etwa ein- stündiger Rede seine Ausgabe unter reichlichem Beifall der Versammlung. Der Vortragende sagt, durch Darwin sei die Natur- Wissenschaft ungeheuer bereichert worden. Ueber die Frage, ob alle Lebewesen ein und desselben Ursprungs seien, oder ob die heutigen verschiedenen Klassen von Lebewesen von Anfang an be- standen haben, sei durch Darwin ziemlich deutlich nachgewiesen, daß alle Wesen ein und desselben Ursprungs seien. Es entstehen mit der Zeit Unterschiede unter den einzelnen Wesen. Im Kampf mn's Dasein haben sich die einen vor den anderen Vortheile ge- sucht und sich dadurch immer höher und höher entwickelt bis zu ihrer höchsten Entwickelnng, dem Menschen. Dadurch, daß zur Fortpflanzung die am weitesten entwickelten Wesen«nmer zusammen gingen, sei der Entwickelungsgang be- deutend befördert worden, dies könne man noch heute beobachten, z. B. werden sich bei den Vögeln die Weibchen diejenigen Männchen aussuchen, welche am besten singen, und so werden die Zurückgebliebenen schließlich zum Aussterben gezwungen. Wenn die Gegner des Darwinismus sagen, es müßten dann Uebergangs-. stadien bei den verschiedenen Klassen zu beobachten sein, und sie dieselben nicht finden können, so führt Redner verschiedene Bei- spiele an, wo man das Uebergangsstadium bei verschiedenen Thieren genau beobachten kann, und empfiehlt hierbei, das Buch von Dr. Aveling:„Die Darwinsche Theorie". Der Vortragende führt weiter aus, der höchst entwickelte Mensch zeige von dem niedrigst entwickelten einen größeren Unterschied, wie der niedrigst entwickelte Mensch von dem höchst entwickelten Affen. In den Bersteinerungen finde man bei den ältesten nur niedrig entwickelte Wesen und später immer höhere bis zuletzt den Menschen. Auch mache der Mensch vor seiner Geburt ein Durchgangs- stadinm, vom niedrigst entwickelten Wesen bis zum höchst ent- wickelten, immer stufenweis durch. Dies Alles beweise, daß alle Lebewesen ein und desselben Ursprungs sein müßten. Wenn nach Meinung der Gegner alle Lebewesen von einem höheren geistigen Wesen geschaffen sein sollten, warum finde man dann bei verschiedenen Thieren und auch beim Menschen Organe, welche für dieselben zweck- und nutzlos sind, ein höheres, geistiges Wesen könne doch etwas zweck- und nutzloses nicht schaffen, und weist verschiedene solche zwecklose Organe bei Menschen und Thieren nach, wie zum Beispiel beim Menschen die so- genannten Weisheitszähne. Auch müsse man dann fragen, woher komme denn dies höhere geistige Wesen, welches man Gott nenne; der Darwinismus beweist, daß es keinen Gott giebt. Zum zweiten Theil seines Vortrages, ob die Natur- Wissenschaft den Sozialismus bestätige, sagt Redner, daß Natur- Wissenschaft und Sozialismus zwei verschiedene Wissenschaften seien. Wenn die Gegner des Sozialismus und Anhänger der Darwinschen Theorien sagen, daß bei einem sozialistischen Staat der Kampf um's Dasein aufhören müsse, so sei dies nicht richtig» einen Kampf um's Dasein wird es auch dann immer noch geben, nur wird derselbe in gerechtere Bahnen geleitet werden. Bei der heutigen Gesellschast sei es ein Kampf von Klasse gegen Klasse; dieser Klassenkampf müsse dann natürlich aujhören und an seine Stelle tritt ein Kampf um's Dasein bei den Menschen zn seiner höheren geistigen Entwicklung. Der Vortragende schloß seiner höchst interessanten Vortrag mrt den Worten:„Leben ist Bewegung und Bewegung ist Kampf". Da zu Werkstatt-Ängelegenheiren und Verschiedenes nichts von Wichtigkeit vorgebracht wurde, schloß dev Bevollmächtigte um 11 Uhr die Versammlung. Die öffentliche Versammlung der Berliner Hausdiener, welche am 27. August bei Feuerstein ragte, war bei einer Aeuhe- rung des Referenten Glocke aufgelöst worden. Der Vorsitzeni> der Versammlung, Herr Albert Herrmann, hatte gegen die Aus» lösung der Versammlung beim Polizeipräsidenten Beschwerde eist gereicht, ans welche ihm am 4. d. Mts. folgendes Schriftstüe wurde:„Ew. Wohlgeboren erwidere ich auf die Beschiverde vom 28. August er. ergebenst, daß in dem Vortrage des Referenten Glocke in der Versammlung vom 27. August d. I. die in§ 9 des Reichsgesetzes gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 näher bezeichneten Bestrebungen so deutlich zu Tage getreteu sind, daß der überwachend» Beamte zur Auflösung der Versammlung verpflichtet war. Ich weise deshalb Ihre Beschwerde als unbegründet zurück. Der Polizeipräsident. I. B.: gez. Friedheim." Dir anssrrordcntlichr Generalversammlung der Filiale 3(«Dfi) der Vereinigung deutscher Maler, Aacllirer, Anstreicher und verwandter Berufsgenossen tagte am 2. September, Abends 8Vs Uhr, in Henke's Salon, Blumen. straße 38. Auf der Tagesordnung stand: 1. Borstaudswahl. 2. Filialangelegenhoit. 3. Verschiedenes. Zum ersten Punkt der Tagesordnung; Vorstandswahl, wurden die Kollegen H. Böhling, Vorsitzender; I. Hirschberg. Kassirer; George. Schriftführer; Jacobs, Grnhl, Beisitzer; Schlaak, Popken, Revisoren; Helimerick. Bibliothekar; H. Tornow, Redlich, als Hilsskassirer gewählt. In Betreffs der Besoldung wurde ein Antrag gestellt, dre Besoldung so zu lassen, wie dieselbe bis jetzt war. Der Antrag wurde angenommen. Zum ziveiten Punkt: Filialangelegenheit, macht der Vorsitzende bekannt, daß der Bevollmächtigte von Spandau ge- storbeu ist. Tie Versammlung ehrt das Andenken des Ver- storbenen durch Erheben von den Plätzen. Ter Vorsitzende ver- liest ncch einen Brief vorn Vorsitzenden der Freien Bollsbühne, worin aufgefordert wird, in Massen beizutreten. Wir rngl,rrzig mancher Amtovorstehrr vorgeht. wenn es sich um die Bewilligung einer sozialdemokratischen Ver- sammlung handelt, lehrt ein Fall, welcher sich vor kurzem in Korstebrau, Kreis Kala», zugetragen hat. Dort hatte der Genosse Tempel eine Versammlung angemeldet, in welcher Genosse Kubeil referire» sollte. Als der Einverufer den Amtsvvrsteher ersuchte ihm eure schriftliche Genehmigung zu geben, erklärte dieser, daß er sich hüten werde, die gewünschte Bescheinigung zu verabfolae». da er von einer sozialdemokratischen Versammlung in seinem Be- sirke überhaupt nichts wissen wolle. Als Zubeil und Tempel im Versammlungslokal eintrafen, hatten sich bereits mehrere hundert Ortsbewohner dort eingesunden. Der ängstliche Wirth verwei- gerte jedoch die Hergabe deS Saales. . Darüber entrüstet, begaben sich die Erschienenen nach eurem anderen Gasthaus, in welchem Genosse Zubeil in Ge- sprächsform seinen aufmerksamen Zuhörern von Lassalle und dessen Wirken erzählte. Die Ausfuhrungen Zubeils machten auf d'? etwa 300 Anwesende», welche bisher fast gar keine Gelegen- heit geyabt hatten, sozialistische Lehre» zu hören, einen so be- deutenden Eindruck, daß die meisten erklärten, von nun an eben- falls Anbänger der sozialdemokratischen Partei zu werden. Als bemerkenswerth sei noch hinzugefügt, daß in dem Gasthaus auch der Amtsvorsteher, sämintliche Grubenbesitzer, Beamte, Lehrer und sonstige Honoratioren erschienen waren, welche, wenn auch nicht mit Wohlwollen, so doch mit Interesse dem Gespräche folgten. Nerrin gewerblicher Hilfsarbeiter. Durch ein Miß- verständniß ist der Saal, in welchem die zu Mittwoch einberufene Versammlung stattfinden sollte, vom Wirthe einer anderen Ver- sainmlung eingeräumt worden. Die Versanimlung unseres Ver- eins findet daher heute, am Mittwoch, in dem Vereinshaus „Südost", Waldemarstr. 75, statt. Die Versammlung ist ge- nehmigt. Der Vorstand. Aufruf! Smnmlliche Gewerrschastsvorständo werden hieruiU ersucht, am Dienstag, den 10, September, leine üicrsaniinlungen stattfinden zu lassen. Sollten an dein Tage schon Bersaunnlungeu geplant fein, so wäre es sehr wunschcnSwerth, wenn die Tagesordnung nicht eine sehr wichtige ist, solch- Versammlungen zu vertage». Am is. September findet nämlich in Joel's Salon eine öffentliche Bollsversainmlung statt mit dem Thema:„Was bedeutet der Austritt aus der LandeSttrche Referent Herr Vogtherr. Da diese Frage eine wichtige und zeilgcinäbe ist, weil End- dieses Jahres die Volts- zahlung stattfindet, ist es wunschenswerth, ivenn die Genosse» in der Aer- sammlung recht zahlreich vevtrelea wären. Robert Berger, Gr. Franlsurter- ftraße 92. «vaS» ösfeutlichr Urtfamuiluiig sänuntltcher Zimmerlcute Berlins und Umgegend, am Mittwoch, den 10. September, Abends 8% Uhr, in Man's Fest- fälcn, früher Hetdrich's, Beuthstr. 22. Tagesordnung: 1. Abrechnung. 2. Bericht'über die Thätigleit des Gesellen-Ausschusses und Ersatzwahl. � J~l�,l,?nnen lvir den nngercchtferttgten Lohnabzügen entgegentreten. 4 Verschiedenes. »KtenosraPhifch»«rfrllfchaft Arrndo" statt Oranienstratze, Roch- slrahe 7, Wilhelinsgarten. ««itlteyciuuutng der z-iiungolpcditeurc und Zeituugsverkäufcr. ?, V-rsainmlung sintet am Montag, de» 16. September, in Feuer-: Iietn'S Salon. Alte Jalobstr. 76, Mittags 1 Uhr statt. Tagesordnung- 1. Belanntmachung des Vereins. 2. Anträge des Vorstandes.-.Empfang nähme der Statuten und Ausnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. iS»r Kind nproletariaf". Heute Sitzung bei Mlagnan, Kraut- ftraße ig. Gäste willkommen. Fachverein der Eifchler«Usrdens. Große Versammlung am Mittwoch, den m. September, Abends sk Uhr, im Moabiter Kasino. Wilsnaclerftr. Verew geiverblicher Hilsoarbeitrr Kerli»» und Zimgeaend. C3. vrn-rrvriaier Prrroarveirer Nee,,»» und ztmgeaend. Groß- W-riammlung am Mittwoch, den 10. September. Abends 8% Uhr, im Lolale des Herrn Uebel(Renz' Salon), Naunyitstr. 27. Verband deutscher Zimmerteutr, Lolalverband Schöncbcrg und Um- gegend. Am Sonnabend, den 13. September, feiert der Verein sein erstes Stiftungsfest, verbunden mit Tanzlränzchen, im Lokale der Schöneberger Echloßbrauerei. Versammlung der Maler und v-r>va»dtei> Serufsgeuosseu, Filiale 6 Mord), am Donnerstag, den 11. September, Abend« 8% Uhr. Brunncnstr. 88. -----.......—.....-'--------- unser beruft durch die Agtlationstommissio» eine ösfentüche Versammlung aller Ha>>Sdi-ner zum Freitag. Abends 0 Uhr, bei Feu-rst-tn, iillte Jalobstr. 76, 1 Tr. ein. An alle Kollegen ergeht die dringende Bitte zahlreich am Platze z» sein und dieser Nachricht recht weite Verbreitung zu geben. Die Tages- vrdnung wird am Donnerstag durch Säulenanschlag und Annonze belannt gemacht werden. straße 182.— Männergesangverein„Eäcilia" Abends 9 Uhr im Nestau Köpeniclerstr. 127».— Gesangverein„Männerchor Linde" Abends 8% Uhr im Restaurant Haller, Naunynstraße 70.— Männergesangverein„Sangesfreude" Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold, Landsbergerstr. 81.— Gesangverein „Frepa" Abends sss Uhr im Restaurant Benecle, Große Hamburgerslr. 18.— fSiintiPrt'frhl*(Sirtnnprnpvpfmnitnn ipSäm verein„Schwungrad" Abends 8ss Uhr im Restaurant Sahm, Annenstr. 18.— Männergesangverein„Lorbeerkranz" Abends s Uhr im Restaurant Karsch, Oranienftr. 100.— Gesangverein„Rord-Jubal" Abends 9 Uhr in VelliiUs Bicrhaus, Veteranenftr. 19.— Gesangverein„Unverzagt" AbendS 9 Uhr Köp- nilkerftr. 127a bei Greving.— Männergesangverein„Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr im Restaurant Doberstein, Mariannenstr. 81— 81.— Gesangverein „Sängerrunds" Abends 8% Uhr Buckowerstr. 0,— Verein„Sangcstreue" im Restaurant Henkel, Brüderstr. 28 I. Uebungsstundc von 8%— 11 Uhr Abends. — Gesangverein„Bruderbund" Abends 9 Uhr bei Pätzoldt, Rcichenbcrstr. 18. — Männergesangverein„Schneeglöckchen" AbendS 9 Uhr Sitzung im Nestau- rant Stehmann, Melchiorstr. 10.— Gesangverein„Süd-Ost" Abends 9 Uhr bei Ziemer, Euvrystr. is. Gäste willkommen.— Lüdeckstcher Turnverein(1. Lehr- ungs-Abtheilung) Abends 8 Uhr Elisabethstr. 67— 58.— Turnverein„Wedding", Pankstr. 9. Männerabtheilung von 8%— n# Uhr AbendS; desgleichen 1. Lehr- lingsabtheilung von 8-10 Uhr Abends.-„Mehr Licht", Verein für Scherz und Ernst, Abends 8% Uhr im Restaurant Held, Fruchtstr. 88a.— Schlesischer Verein„Holte!" Abends 9 Uhr im Restaurant Eehrt, Prinzen- ftraße 108.— Vcrgnügungsverein„Fröhlichkeit" Abends 9 Uhr im Restaurant Säger, Grüner Weg 29,— Wissenschaftlicher Verein für Roller'scher Steno- graphte Abends 8% Uhr im Restaurant Bcese, Alte Schönhauserftrabe 42 Unterricht und Uebungsstunde.— Roller'scher Stenographenverei» Süd-Berlin AbendS 8� Uhr im Restaurant Prinzenftr. 97, Sitzung und Uebungsstunde— ArendS'schcr Stenographen-Verein„Amicitia" Abend« 8% Uhr im Restaurant Behrends, Schönebergcrslr.«.— Arends'scher Stenographenverein„Philia" Abends 9 Uhr im Restaurant„WilhelntSgartcn",Kochslr. 7.— Stenographische Gesellschaft Arends im Restaurant Bürgergarten. Lindcnstr. 105. Unentgeltlicher Unterricht und Uebung.— Berliner Rauchllub„Wrangel" Abends 9 Uhr im Restaurant Foge, Köpnickerstr. 191.— Rauchklub„Havanna SO. Abends 8% Uhr im Restaurant Paetzoldr, Roichenbergerslr. 10.— Rauchllub „Eemüthlichkeit" Abends 0 Uhr im Restauran» Achsel, Köpnickerstr. 181.— Rauchllub„Columbia" Abends 8$ Uhr im Restaurant Beyer. Prinzenftr. 98. — Rauchllub„Frisch gewagt" Abends 8% Uhr im Restaurant Tempel, Bres- lauerstr. 27.— Rauchklub„Vulkan" AbendS 0 Uhr im Restaurant Schulz, Wräfestr. 82.— Friedrichsberg. Rauchklub„Nordstern", Lippe's Restaurant, Fricdrich-Karlstr. 11.— Bergnügungsvereiu„Fröhlichleit", gegründet 1880, AbendS o Uhr, Grüner Weg 29.—„Pollack-Club-Eintracht", jeden Mittwoch, Abends 8% Uhr bei G. Thiel, Wienerstraßc 88.— Gesangverein der Tapezirer Berlins, jeden Mitlivoch Restaurant Scydclftr. 80, von 9—11 Uhr Abends.— UnterhaltungSverein„Harnionie". Sitzung Abends 9 Uhr Drcsdenerstr. 11s bei Wendt.— Tambourvcrcin„Erelsior"«X Uhr. Uebungsstunde bei Böhl. Rüdersdorferstr. 8, Ausnahme neuer Mitglieder.— Männergesangverein „Liedesfreihcit". Abends Uhr im Restaurant Henke, Blumenstraßc 38.— Flöter'scher Gesangverein bei Musehold, LandSbergerstr. 81, Abends 9 Uhr.— BergnügungSvercin„Kreuzfidel" im Restaurant Toberstein, Mariannen- straße 31—82: Sitzung. Nach der Sitzung Tanz, Vorträge ic. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, willkommen.— Gesangverein„Stetnnelke," Uebungsstunde von 9—11 Uhr bei Müller, Gartenstraße 88.— Gesangverein„Phönix", Gefangstunde 9 Uhr Steinmeystr. 78.— Vcrgnügung-Zvcretn„Immer lustig", Sitzung jeden Mittwoch, Abends 0 Uhr, bei Bartels, Flottwellstr. 6. Gäste willlommcn.— Geselliger Klub„Proletariat" tagt jeden Mittwoch Abend im Lokale de« Herr» Magnan, Krautstraße 13. Gäste willkommen.— Gesangverein„Morgenrolh" Abends 0—11 Uhr Uebungsstunde im Restaurant Schmidt, Wrangelslraße 141. Gäste willkommen.— Gesangverein„Liederlujt" Abends 9 Uhr im Restaurant Möwes, Fichtestr. 29. Gäste willkommen. SriM VviefkaZken dev Aedakkion Bei Anfragen bitten wir die Abonnements-Quittung beizufügen. Antwort wird nicht ertheilt. G. U. Wissen wir nicht. Hertha Käring. Böswillige Verlassung ist 3 Gptiker. Tauf-, Entbindungs- und Sechswochenlosteii# 30 M.; und 4 Monate Alimente in Höhe von je 13,50 vi- Nr. 56. Unverständlich., I. Sp. 110. 1. Sie dürfen die Sache'"cht verkauft' ,1� der» müssen erst klagen und auf Grund des llrthei-s die durch den Gerichtsvollzieher verkaufen lassen. 2. Beantrage .« xx nicht in den Kontrakt geschrieben ist, können Sie ihn nny klagen............„.cht kaufen, da der B-- Uhr. Sie dürfen den Pfa kannte sich einer Unterschlagung schuivig gemacyr yai.. S. 29. Sie können sich auf Grund gegen,"dt, getM™ und gegenseitiger Einwilligung scheiden lassen. Ein Arme. haben Sie vom Magistrat zu erbitten und an das hretzge. geeicht I, Zivil-Kammer 13, einzureichen. Das anbete finve dann. G. K. Sie sind an den Kontrakt gebunden. Ur. 56. Sie müsse» bezahlen.. ,,�(0 G. K. 100« Die Kündigung besteht zu Recht und ko Sie ausziehen.... stift'. A. S. Wir kennen nicht die Statuten des„Friedrichs-«,�„ Anklamrrstr. 49. Die Herrschaft kann den MrethstY abziehen. � p, F. Gr. Markus str. Wir bitten um Ihren Besuch. A. M. 100. 1. Nach Afrika(Algier) eher, als Amerika. 2. Dem linken Rheinufer. V. G. Potsdam. Ja. Zwei Wettende Ktrauhdergerstr. 1. Ja. 2. Ja Stadt, in der sich ein königliches Schloß befindet. i«4 3. Sft' Depeftlhr». (Molffs Telegravheu-Karean.) Wien, 9. September. Morgen wird auf der Strecke � Budweis der gesammte Verkehr, auf der Strecke Budweis-�r» berg der Personenverkehr, auf der Strecke Wesely-Budwel�.. dach der Schnellzugsverkehr und auf der Strecke Ptag-Ow vorerst der Tagesschnellzugsverkehr wieder ausgenommen w» � Arras, 9. Septenlber. 430 Grubenarbeiter haben h'el Arbelt eingestellt. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, Kollegen und Kolleginnen sage ich für die rege und herzliche Theilnahme bei der Beerdigung meiner Mutter meinen tiefgefühltesten Dank. 1713 Arnold Genzow. Quittung.-WU 163 M. 68 Pf.(geschrieben: Einhundert Drei und Sechszig Mark und Drei und Sechzig Pfennig) hat die hiesige Lohnkommlssion von Herrn Karl Scholz aus Berlin durch Herrn W. Schütze dankend erhalten, was hiermit bescheinigl 1709 Kirchhain i. d. L., 5. Septbr. 1890. Die Lohnkommission der Weissgerber zu Kirchhain. Polstermöbel, einfach und elegant, hält vorräthig und liefert nach Bestellung solid und billig Co Tapezirer unil Dekorateur,[1535a 60, Kommandanten- Straße 60. Aufpolstern von Sophas und Ma- trotzen wird prompt und billigst besorgt. Fabrik Emil LeSevre, Berlin, Oranienstr. ISS. Größte Auswahl! Moll-Atlas- Steppdecke» imit. Handarbeit! I 2 Mtr. lang, blau, grün, bordeaux 1 7,50 Mark. Einzelne schadhafte Decken 3 und 4 Mark. 1521 Illnstrirte Nreisliste gr. u. fr. EiseliniNrell, Werkzeuge, Kaus- und Killhengeräthe E. 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