chd» mW j> dü 0* g-S? t au»! lietlt« >d>? ? ßu# tjeda« ab« oelch« #'! # Fr. SIS. Mittwoch, de» 17. September 1890. 7. 1-chrs. 1.« g: -» t i iv>tt monarchischen Regime zur Rolle des Aschenbrödels durcheilt; unter dem Kaiserreich wurde sie ntißbraucht Es Verherrlichung der Rapoleoniden und ihrer Thaten. Äe dritte Republik hat aus diesem so wichtigen kultu- "kn Gebiete Wandel zuin Besseren geschaffen und durch Unterrichtsgesetz das ganze Volksschulwesen um- Waltet und wesentlich gehoben. Eine einschneidende �«r*, c srt r j.——---- ÄZ reguw Z dZ .isnd»«'i Abend' cpteitiW «no„fj t. K-ller)- ■"»ugveael brachte das Gesetz vom 30. Oktober 1886; Jtotch dasselbe wurden in den öffentlichen Schulen jeden i�chdes in Frankreich sowohl die Weltgeistlichen, wie die Mitglieder der geistlichen Orden von der Ertheilung des Wntlichen Elementarunterrichts ausgeschlossen. Die Übergangszeit für die Durchführung dieser Bestimmung Mft für die Knabenschulen ant 30. Oktober 1891 ab. »ür die Mädchenschulen ist nur vorgeschrieben, daß der Ersatz der geistlichen Lehrkräfte durch weltliche mit thun- ichster Schonung geschehen soll. Infolge des Grund- Mes, daß die Schule neutral sein müsse, ist auch der unterricht in der Religion aus dem Lehrplan entfernt �rdm. Dagegen fällt der Schulunterricht an einem Wochentage aus, in Paris am Donnerstag, und den Indern ist Gelegenheit geboten— sofern dies in der picht der Eltern oder Vormünder liegt— außerhalb ec Schule Religionsunterricht zu besuchen. Wie es mit dem Unterrichte über die Sittengesetze "d die Bürgerpflichten in den französischen Ele- �»tarschuleu bestellt ist, darüber giebt die Weigert'sche Arist:„Das Volksschulwesen in Frankreich" einigen Auf- fH. Der hohen Aufgabe der Schule, gute und brave Bürger T erziehen, sucht die französische Volksschule auf Grund slNer freilich bourgeoismäßige Züge an sich tragenden t t e n l e h r e gerecht zu werden, ohne die dogmatische Glaubenslehre hineinzuziehen. Der Lehrplan für diesen s sgenstand ist z. B. in der Pariser Elementarschule der Agende;„D a s Kind in der Familie: Pflichten die Eltern und Großeltern, Gehorsam. Liebe, Achtung, Erkenntlichkeit. Die Eltern in ihrer Arbeit unter- llutzen, ihnen in Krankheit und Alter beistehen. P f l i ch- J n gegen die Geschwister: einander lieben, die �testen sollen die jüngeren unterstützen; die Macht des .�ispiels. Das Kind in der Schule: Fleiß, Ge- Migkeit, Arbeit, Betragen, Pflichten gegen die Lehrer und *Mchttler. Das Vaterland: seine Größe, sein Un- Suict; Pflichten gegen das Vaterland und die Gesellschaft. � l l i ch t e n gegen s i ch s e l b st: Der Körper, Rein- »»ihdr Senilletoir. Uli verboten. I 113 a Lank' ialisten' der aß itter 9," !.°n m -ine i Oberst lern det -ine PC wnrdk iber dß »ig an' Verloren! lllus deit Papieren eines Rechtsanwaltes. Von Casimir K a n e m a n. ber solch düstern Gefühlen überwältigt, hätte ich in 5fu Regung ans tiefster Brust rufen mögen: Schmach und Ca. 5 E"ch Eltern, die Ihr Eure Söhne zu pflichtvergessenen . Mocr» heranwachsen lasset! Doch sofort tauchte in mir a; anderer Gedanke auf, der sich mir beim Studium sozialer E%n mffgedräugt hatte. Wenn aus der Welt Einzelne 0� solisch verkümmern, warum verbessert denn nicht das gesammte Wesen, die Gemeinschaft, die Fehler und ihiT- i, die sie verschuldet haben, statt fie zu fördern und hlcm unvergängliche Dauer zu verleihen? Warum gründet i, Gemeinschaft als Ersatz für das elterliche Hans, das nicht •A Stande ist, den Kindern eine vernünftige, bildende Er- fi.. g ZU geben, Stätten für die so Vernachlässigten, wo J ihre Wunden heilen und den gesunden Sinn für fi? Kit und Moralität schöpfen können? Warum bedienen ' ch die Strafgesetze und die Strafanstalten statt der Werk- »age der Besserung, der Heranbiloung des Geistes und des otpers, bis jetzt nur der Werkzeuge der Qualen und der 'gen Vernichtung? ki O, ihr Menschen, die ihr wähnt, ihr besitzet das Recht, tJ vernichtende Macht gegen eure Nächsten zu üben, ihr Ustt Richter über Hoch und Niedrig sein! Wahrhaftig, lichkeit, Enthaltsamkeit; Gefahren der Trunksucht; Uebung des Körpers. Die äußeren Güter: Sparsamkeit, Vermeidung von Schulden, das Laster des Spiels; übermäßiger Hang zu Geld und Gewinn, Verschwendung, Geiz. Die Arbeit: seine Zeit nicht verlieren, alle Menschen sind zur Arbeit verpflichtet; die Ehre der Hand- arbeit. Die Seele: Die Wahrheitsliebe und Offenheit; niemals lügen; persönliche Würde und Achtung vor sich selbst, Bescheidenheit, nicht blind für die eigenen Fehler sein. Vermeidung des Stolzes, die Eitelkeit, Gefall- sucht und Leichtfertigkeit. Die Schande der Un- wissenheit und Faulheit. Muth in Gefahr und Unglück. Gefahren des Zorns. Die Thiere mit Milde zu behandeln, sie nicht unnütz leiden lassen. Pflichten gegen Andere: Gerechtigkeit und Milde, Niemandes Leben, Person, Vermögen oder Ruf bedrohen. Güte, Brüder- lichkeit, Duldsamkeit� Achtung vor dem Glauben Anderer." Dieser Unterricht wird den Kindern in.einer ihrem Fassungsvermögen entsprechenden Weise ertheilt. Die französischen Gesetzgeber haben in der Volks- schule auch den Unterricht von der„Lehre und von den Pflichten des Bürgers, den ersten Rechtsgrundsätzen und den Anfangs- gründen der V o l k s tv i r t h s ch a f t s l e h r e hin- eingezogen. Der Lehrplan der Pariser Elementarschule stellt hierfür folgende Forderungen auf: „Mittelstufe(Kittder von 9—11 Jahren): Allgemeine Kenntniß der Verwaltung des Landes. Der Bürger, seine Pflichten und Rechte. Schulpflicht, Militär- pflicht, die Steuern, das allgemeine Stimmrecht. Die Gemeinde, der Bürgermeister, der Gemeinderath. Der Kreis, der Präfekt, die Kreisbehörden. Der Staat, der gesetzgebende Körper, die ausführende Gewalt, die Rechts- pflege._ Oberstufe(Kinder von 11—13 Jahren): Eingehendere Kenntniß der politischen, administrativen und richterlichen Verwaltung des Landes. Die Ver- fassung, der Präsident der Republik, der Senat, die Deputirtenkammer, das Gesetz, die allgemeine Kreis- und Kommunalverwaltung, die Obrigkeiten, bürgerliches und Strasrecht, die verschiedenen Stufen des Unterrichts, das Heer. Sehr elenientare Kenntnisse des praktische n Rechts. Die bürgerliche Gesellschaft, der Schutz, der Arbeiter, das Eigenthnm, die Erbfolge, die gebräuchlichen' Verträge: Kauf, Miethe«. dgl., die einfachsten Begriffe der V o l k s w i r t h s ch a f t: der Mensch und seine Be- rfnisse; die Gesellschaft und ihre Vorthcile; die Rohstoffe; das Kapital, die Arbeit und die Assoziation; die Gütererzeuguitg und der Tausch; das Sparen; die Ver« sicherungsgesellschaften und Genossenschaften:c." Eine bemerkenswerthe Neuerung der Pariser Schulen sind die S ch u l k ü ch e n, die bereits vielfach im übrigen Frankreich und auch im Auslande Nachahmung fanden. Die Schulküchcn kosten der Stadt jährlich 365 000 Fr. Den bedürftigen Kindern wird unentgeltlich warmes Mittagessen abgegeben, die Nichtbedürftigen, welche von der Schulküche Gebrauch machen wollen, haben dafür einen mäßigen Preis zu bezahlen. Der Preis für das in der Schulküche bereitete Mittags- mahl, bestehend aus Suppe, Fleisch und Gemüse, beträgt durchschnittlich 10— 16 Cts. per Portion. Die Zahlung geschieht durch Marken, welche den Schülern, die zahlungsfähig sind, verkauft, den Armen umsonst ge- geben werden. Vom 10. oder 15. August bis 1. Oktober dauern die Sommerferien. Für die Kinder derjenigen Eltern, welche dieselben nicht beaufsichtigen können, werden F e r i e n k l a s s e n eingerichtet. Die Kinder versammeln sich zur gewohnten Schulzeit in den Schulen; die Vor- mittage werden mit Unterricht ausgefüllt, wobei besonders auf den Handfertigkeits- Unterricht Rücksicht ge- nvnnnen wird. Die Nachmittage werden zu Spazier- gängen in den öffentlichen Gärten und zu Besuchen der■ Museen verwendet, die Lehrer und Lehrerinnen, welche mit der Aufsicht und dem Unterricht betraut sind, erhalten eine Entschädigung von 7,50 Franks pro Tag. Die Zahl der Kinder der Ferienklassen belief sich 1888 auf 22 268 Knaben und 13 158 Mädchen, die Kosten auf 119 580 Franks. Die gegenwärtige französische Volksschule, die von ihrer kulturellen Höhe kaum zu einem Vergleich mit den Schulen, wie sie unter der bourbonischen, orleanistischen oder bonapartistischen Monarchie bestanden, heruntergezogen werden kann, hat unsere Anerkennung, obgleia, sie von unserem Ideal der Zukunftsschule noch weit entfernt ist. Sollte man bei der beabsichtigten Reform der preußischen Volks schulgesetzgebutig sich nicht dem besser organisirten Elementar- schnlwesen unseres westlichen„Erbfeindes" etwas zu nähern suchen? Zürich, 13. Sept. Die Vorgänge im T e s s i n beherrschen augenblicklich vollständig das öffentliche Interesse in der Schweiz und drängen alle anderen Fragen in den Hintergrund. Dem Sturze des mit jesuitischen Ränken und Jntriguen, und wo diese nicht zum Ziele führten, mit Gewaltthätigkeiten aller Art regierenden Klerikalismus werden keine Thränen nachgeweint und dieses Recht besitzt ihr nicht, sonst würde euch Gott auch seine schöpferische Kraft verliehen haben! Und die Gerechtigkeit?— höre ich einwenden,— die Buße, die Rache? Gerechtigkeit! Wo ist der Menfch, der in seiner Weisheit vermessen sich einbildett dürfte, es cxistiren für ihn keine Räthscl der Natur, keine Geheimnisse des Geschickes, seinem Blicke entgehe kein ein- ziger Halm, der die Wagschale der Gerechtigkeit zu Gunsten des seinem Spruche unterworfeuen Wesen bewegen könnte? Würde übrigens der menschliche Verstand selbst in diesem Grade durchdringend, das menschliche Auge in solcher Weise scharfsichtig und die individuellen Gefühle und Auffassungen unparteiisch sein können, um alles zu wissen und zu begreifen, alles bis auf das Kleinste, was ans den Körper und die Seele des Betreffenden je eine Macht ausübte: welche Gefühle in seinem Verstände nagten und all' die Einflüsse, die auf ihn wirkten, die psychischen Prozesse, die er durch- gemacht, pathologische Abiveichmigen, die ihm ihr Gepräge verliehen, die Kämpfe, die er vor seinem Sturz gerungen, all' die späteren Entschlüsse und Veränderungen, die in seinem Jimern erwacht und reif geworden waren;— würde der Mensch all' das kennen und begreifen, so erhebt sich auch dann noch— und immer ans Rücksicht ans die Solidarität, welche alle Glieder der Menschheit zu einem Bunde einigt, aus Rücksicht ans das hohe Gesetz der Liebe und deren strahlende Ideen der Vergebung— so soll sich auch dann noch immer die Barmherzigkeit hoch über die Gerechtigkeit erheben, indem sie zugleich selber Gerechtigkeit ist, im wahren Sinne des Wortes begriffen und ausgeübt. Würden in unserem Staatswesen an Stelle der be- stehenden Institutionen, die so Manchem zur Hölle völliger Vernichtung und Verdammung werden, Stätten existiren, Ivo die Verirrten sich für ein besseres Leben vorbereiten könnten, dann wäre vielleicht das unglückselige, mit dem Stempel dcs Verbrechens gebrandmarktc Kind, das ich morgen erfolglos vor dem Gerichte vertheidigen sollte, nicht für immer verloren.-- -- Endlich war der Tag der Verhandlung ge- kommen. Es war ein trüber, trauriger Wintermorgeu. Be- drückten Herzens, unruhgepeinigt betrat ich die Schwelle dcs düstern Gerichtsgcbändes. Schon im Korridor begegnete ich vielen Leuten, Neugierigen, die in dem großen Saale bereits keinen Platz mehr gefunden und sich nun ungeduldig vor den Schüren drängten. Am zahlreichsten war die vornehme Gesellschaft vertreten, ich sah in dein Menschengewühl viele Damen und Edclleute aus der Umgebung und es war leicht zu erkennen, daß der Vorfall überall bekannt war und daß der Name dcs Angeklagten und die Art seines Verschuldens, ein allgemeines Interesse wachgerufen hatte. Während ich mich an mein Tischchen im Saale drängte, überhäuften mich schon die Bekannten mit allen möglichen Fragen in Bezug auf meinen Klienten, doch ich hatte keine Zeit, Auskunft zu geben, denn eben erscholl die Stimme des Gerichtsoicners, der von der Thürschwelle aus laut in den Saal hiucinrics: „Die Angelegenheit Gerhard von Rodeufels!" Hinter dem mit Aktenstücken und Büchern belegten Tisch saßen auf hohen Lehnstühlen die Richter würdevoll und in tadelloser Haltung, mit ernsten und strengen Mienen, in denen der Ernst der Stunde deutlich zu lesen war. Mir seitwärts gegenüber stand an seinem Pult in voller Amts- kracht der Staatsanwalt, welcher eifrig in seinen Papieren blätterte, während das Publikum hinter der Zeugenbank, wenn man sich schon von den Liberalen auch nicht viel Gutes für das Volk verspreche» kann, so hat man doch das Gefühl, als Hütte wiederum die Geschichte eines Landes einen beachtenswerthen Aortschritt gemacht. Nicht ohne Interesse ist die eine Seite dieser jüngsten Revolution, daß sie nämlich, wie alle die Revo- lutionen der Neuzeit, nicht von dem gesürchteten Prole- t a r i a t, sondern von den loyalen, patriotischen und g u t s i t u l r t e n Bürgern, von den Ordnungssäulen, gegenüber der Sozialdemokratie, ausgegangen und ins Werk geseht worhcn ist. Daß der B u n d e s a n:v a I t, als der bestellte Be- schüher der Ordnung und Ruhe, die revolutionäre Morgenluft im Tessin nicht witterte, stellt seiner Fähigkeit zu diesem Posten kein günstiges Zeugniß aus. Herr Scherb ist eben Spezialist für die soziale Revolution, auf die bürgerliche versteht er sich nicht. Die sozialistische Presse nützt den» auch die Sachlage gut aus. Die„mbeiterstimine" schreibt:„Revolution im Tessin; die Liberalen machen sie, nicht die Sozialdemokraten... Die Zeit der Revolutionen ist in der Eidgenossenschaft also noch nicht vorbei; es giebt noch etwas Anderes bei uns, als sündhaste Gesetze und gewaltthätige Re- genten. Das ist gut, das ist nöthig, das ist er- hebend!" Der„Basler Arbeiterfreund" berichtet über das Ereigniß und bemerkt dazu: „Also zuerst eine geheime Verschwörung, dann großartiger Aufstand, Sturz der Regierung und Riedersetzung einer pro- visorifchen, d. h. revolutionären Regierung. Solche Dinge muthet man heutzutage sonst nur noch den— gottseibeiuns— Sozialisten, Kommunisten, Anarchisten und an- deren schrecklichen— isten zu, aber wahrlich nicht liberalen Bourgeois— und etwas anderes sind unsere liebwerthen liberalen Miteidgcnosscn im Tessin nicht. Da sollten einmal die verd.... Sozialdemokraten, denen zwar so schlimme Gedanken nicht einmal im Traum einfallen, losschlagen. Hei, wie würden da unsere liberalen und konser- vativen Bourgeois ein Blutbad anrichten— voransgeseht natür- lich, daß sie noch die Macht dazu besäßen. Wen» Zwei Dasselbe thu», ist es nicht Dasselbe. Das be- wahrheitet sich auch da. So schrecklich der liberale Philister wüthet, wenn sich der sozialistische Arbeiter nur im Geringsten muckst, so plausibel er- scheint ihm der Tessincr Aufstand, also eine Auflehnung gegen alle gesetzliche Ordnung und Autorität, wie man sie entschiedener sich kaum vorstellen kann. Ja, eS giebt der liberalen Philister bei uns nicht wenige, die unverhohlen ihre Sympathieen mit den Tessiner Rebellen kundgeben. Nun, das muß man den Tessincr Liberalen lassen, so feige Patrone sind sie nicht wie ihre Gesin- uungsgenossen in der deutschen Schweiz. Sie stehen am Ende, wenn auch auf durchaus unrechtmüßige Weise, mit ihrer ganzen Persönlichkeit für ihre Meinung ein, während der liberale Spießer bei uns im Nothsall sich wahrscheinlich hinter die Schürze seiner Frau verkriechen würde! Einstweilen„Viva la. Revolution!" freilich nicht diejenige der Tessiner, sondern die von uns Sozialdemokraten angestrebte und, in der Schweiz wenigstens, ans gesetzlichem Wege durch- führbare!" Aehnlich äußern sich die übrigen Blätter. Zu den auf den 2G. Oktober angesetzten Nationalrathswahlen werden die Sozialdemokraten in mehreren Wahlkreisen, so in Zürich, Basel, Bern, mit einer selbstständigen Kandidatenliste auftreten und nur ausgesprochene und erprobte Genossen kandidiren. Aus Anlaß des Todestages Ferdinand Lassalle's wurden von den deutschen Sozialdemokraten in mehreren Städten, so in Basel, Gens, Zürich, Winterthur jc. Erinncrungsfeicrlichkeiten abgehalten. In Basel sprach Herr Geck aus O f f e n b u r g. Für die Hamburger G e m a ß r e g e l t e n wurden in der Schweiz 1777,70 Franken gesammelt und zwar wohl fast ausschließlich von den hier lebenden ausländischen Genossen. PolikiM»? ZUebepstrl,». Mit Zpannnng darf man der Zeit nach dem I. Oktober entgegenblicken, für welche die gegnerische Presse den Kampf gegen die Sozialdemokratie mit geistigen Waffen ankündigt. Was bisher an dem Gebrauch der geistigen Waffen ge- hindert hat, vermögen wir nicht ausfindig zu machen. Die «Dreis. Ztg." thut so, als ob es Rücksicht auf eine erfolgte Partei gewesen sei; uns zu schmähen, unsere Grundsätze und Darlegungen zu entstellen, hat die„Freis. Ztg." sich durch ihr rücksichtsvolles Gemüth niemals abhalten lassen. Run, wir sehen den Proben dieses bislang vermißten„Geistes" mit einer Erwartung entgegen, die sich weniger auf den Werth als auf die angenehme Wirkung des erwarteten Gegenstandes richtet. Daß es nichts sonderlich Gediegenes sein wird, ist auch die Ansicht der„Post", welche köstlich welche die trennende Brüstung bildete, in langen Reihen eng zusammengedrängt saß und seine Ungeduld und Spannung, wie bei einem Schauspiel, mit gegenseitigem Flüstern und Murmeln verrieth. Publikum und Akteure dieses Schau- spicls waren alle da, es fehlte nur noch die Hauptperson, deren Sturz und Unglück dieses Drama darstellen sollte. Endlich wurde auch er, Gerhard von Rodenfels, ein- geführt, bedeckt von vier aufgepflanzten Bajonetten. Die Soldaten führten ihn zu der Anklagebank und stellten sich hinter ihm auf. Bitteres Dunkel lag über seinen Zügen und krampfhaft preßte er die Lippen zusammen. Aus seinen Augen sprach die ganze Stimmung seiner Seele; finster starrten sie zu Boden als er eintrat, kaum hatte er aber den ihm angewiesenen Platz eingenommen, da schweiften sie langsam von der Anklagebank zum Pulte dess Staatsanwalts hinüber, dann ließ er seinen trüben Blick über die Reihe der Richter gleiten und nun über die im Zuhörcrraum sitzenden Damen, die vornehmen Leute. Plötzlich zuckten alle Muskeln seines Antlitzes und das Bewußtsein, ganz allein der Gegenstand der Neugier, vielleicht der Verachtung dieser ganzen fremden Versammlung zn sein, überfiel ihn mit nieder- schmetternder Gewalt und preßte allcsVlut aus seinem Herzen in den Kopf, daß sein todtenblasses Antlitz erglühte, bis es mit tiefer Pnrpurgluth überdeckt war und Schweißtropfen von seiner Stirne perlten.— Einen Augenblick saß er wie gelähmt, dann richtete er seinen Blick, in welchem die Hölle all' seines Schmerzes lag, zur Decke empor, ivobci es schien, als wollte er einen fürchterlichen Fluch hervorstoßen; er biß sich so heftig auf die Lippen, daß sie blutete. Ein immer stärkeres Flüstern und Murmeln ging durch den Saal. Das Publikum folgte jeder Bewegung des Angeklagten. Plötzlich trat eine feierliche Stille ein,— der Präsident hatte das Zeichen zum Beginn gegeben. „Gerhard von Rodenfels," ertönte seine laute, tiefe Stimme.„Angeklagt wegen Raubniordes, begangen an der Person Daniel Kieslers." Als der Protokollführer die Anklageschrift verlesen hatte, erhob sich hinter dem hohen Pult die steife amtliche Gestalt des Staatsanwaltes. Er war ein redegewandter und tüchtiger Rcchtskenner. Seine Rede währte nicht ganz eine schreibt:„Das äußerliche Zurückdrängen der Sozialdeino- kratie hat dahin geführt, den Gebrauch der geistigen Waffen gegen die Sozialdemokratie zu vernachlässigen und zwar in dem Grade, daß vielfach selbst die Uebung darin verloren gegangen zu sein scheint. Hier ist Vieles nachzuholen." Die GemerKschaftaovganifatio» in ihrem Verhältniß zur sozialdemokratischen Bewegung skizzirt die Wiener„Arbeiter- Ztg." treffend, in dem sie schreibt: „Die GewerkschaftZorganisation hat eine doppelte Aufgabe: sie hat das Auge des Arbeiters daran zu gewöhnen, die Gegen- wart zu erkennen und in die Zukunft zu blicken; sie hat ihn zum thätigen Kampfe für die Besserung seiner heutigen Lebens- bedingungen zu erziehen und tüchtig zu machen. Unstreitig hat die Sozialdemokratie der Gewerkschaftsbewegung ihre nächsten Ziele bestimmt und ist unermüdlich thätig, ihr die nothwendigen Waffen zu erkämpfen. So wenig die Gewerkschaftsorganisation an sich mit der sozialdemokratischen Partei oder mit Politik überhaupt zu thun hat, so wenig ist es ein bloßer Zufall, daß in Oesterreich wie in Deutschland und neuerlich auch in England die Leiter der Gewerkschaftsbewegung tüchtige Sozialdemokraten sind. Die beste Gewerkschaft lehrt, wie wenig sich ihre letzten Ziele in der heutigen Gesellschaftsordnung verwirklichen lassen. Und der entschiedenste Sozialdemokrat lernt, daß er auf die Thätigkeit im Hier und Heute angewiesen ist, daß die Kampf- bereitschaft des Proletariats nur zu erreichen ist zugleich mit der Hebung feiner geistigen und physischen Lebenshaltung. Hetrrffs des brvorstehende» Kongresses der fran- zöstschen Sozialdemokratie hat der„Nationalrath" vor- stehenden Aufruf erlassen: Nationaler Kongreß zu Lille. Kameraden! Die Arbeiterpartei, welche im Juli 1889 bei Gelegen- heit des internationalen Kongresses eine Generalversammlung zu Paris abhielt, faßte einstimmig folgenden Beschluß: „In Erwägung der Wichtigkeit der sich vorbereitenden Ereignisse und der Nothwcndigkeit, dieselben zum Vorthcil der Arbeiter und des Sozialismus zu benutzen, um alle Kräfte der Arbeiterpartei zn zcntralisiren; in Erwägung, daß, um dieser Zentralisation die größte Wirksamkeit zu geben, Paris, der Sitz der öffentlichen Gewalten, die Organisation übernehmen muß, beschließen die Delegirten von Calais, Lille, Roubaix, Montluyon, Conrmentry, Bor- deaux, Lyon, Reims, Saint-Quentin, Saint-Fargeau, Armentiöres, Tourcoing, T r o y e s ic,, welche auf der Generalversammlung vom 12. bis 19. Juli 1889 vereinigt sind, (siehe die Artikel 1, 2, 3 und flg. des Titels VH. des Parteistatuts) im Namen der 145 Gruppen oder Syndikate,(Gewerk- schaften), welche sie vertreten, was folgt: 1. ES ist zweckmäßig, daß in Paris ein Nationalrath der Partei konstituirt werde. 2. Dieser Rath besteht bis zn dem Zeitpunkte, an welchen: seine Zusammensetzung und Befugnisse endgiltig durch einen ordnungmäßig einberufenen nationalen Kongreß festgesetzt werden können, aus den Bürgern G. Cröpin, Camescasse, S. Dereure, G. Deville, Guesde, P. Larfargue, G. L a i n s, welche unter Kontrole der zugehörigen Pariser Gruppen alle durch die Umstände gebotenen Mahnahmen zu ergreisen haben." In Ausführung dieses Beschlusses und Kraft der ihm anvertrauten Machtbefugnisse hat Euer Nationalrath, nach Rücksprache mit den Pariser Gruppen und in lieber- einstimmuna mit den Gruppen in Lille, für den Monat Oktober 1890 nach Lille einen nationalen Parteikongreß ein- berufen. Es handelt sich nicht allein darum, die Zusammen- setzung und Machtbefugnisse des Zentralorgans, der Kontrol- behörde, der Partei festzusetzen, sondern auch die zn lange unterbrochene Reihenfolge unserer jährlichen Kongresse, die allein im Stande sind, unsere zersplitterten Kräfte zu einer gemeinsamen Thätigkeit zusammenzufassen und ihnen eine einzige Richtung zu geben, ohne welche an einen Sieg nicht zu denken ist, wieder aufzunehmen. Gewiß sind unsere sich selbst überlasseuen lokalen Gruppen nicht uuthätig geblieben; ihre Propaganda war un- ermüdlich; sie haben an allen Plätzen und bei jeder Stunde. Der Mord war vom Angeklagten eingestanden, die Begründung der Klage könnte sich also auf diejenigen Momente beschränken, welche den Mord als Raubmord qualifizirtcn. Mit logischer Konsequenz setzte der Redner an der Hand des BeweismaterialS seine Klagegründe auseinander und mit äußerster Konsequenz zog er seine Schluß- folgerungcn. Er schloß mit dem Antrag denAngcklagten de" Raubmordes schuldig zu erklären und zn 12 Jahren schweren Bergwerksarbeiten, unter Verlust der Adels- und bürgerlichen Rechte und zu lebenslänglicher Verbannung nach Sibirien zu verurtheilen. Während der Rede des Staatsanwaltes schaute ich mehrere Male auf den Angeklagten. Mit verschränkten Armen, erdfahlem Antlitz, trockenen, verbrannten Lippen, stand er da und sein halberloschener gläsriger Blick hastete an der gegenüberliegenden Wand, daß man hätte meinen können, er höre nicht im Mindesten auf die Worte, welche von so großem Einfluß auf sein Geschick waren, sondern er beschäftige sich vielmehr mit den Gespenstern der Vergangen- heit oder Zukunft, die seinen Blick fornial von diesen Räu- men, in.düstern, dunkeln Bildern umgaukelten. Sobald das letzte Wort des Staatsanwalts im Saale verhallt war, erhob ich mich zur Erfüllung meiner schwierigen Aufgabe. Nie hatten sich mir die Gedanken so stürmisch zum Kopfe gedrängt, wie in dieser Stunde, aber nienials auch hatte ich eine Angelegenheit mit solch tiefer lieber- zeugung und solchem Eifer vcrtheidigt, wie diese. Ich sprach ganz frei; ich hatte kein einziges Blatt vor mir, was ich zu sagen hatte, das war deutlich und klar in meinem Kopfe und meinem Herzen aufgeschrieben. Ich erzählte, wie sich Alles begeben hatte an jenem verhängnißvollen Abend und hob dabei in wohlüberlegter Weise Alles hervor, was geeignet war, das Verschulden Gerhard's in milderem Lichte erscheinen zu lassen. Ohne Jemanden zu schonen, setzte ich Alles auseinander, was mir zu diesem Zwecke geeignet schien, ich schilderte die Leute, welche im Lokale der Schrödter zu verkehren pflegten, bestritt auf das Entschiedenste die Glaubwüroigkeit dieses Weibes und entwarf dann das Charakterbild des Angeklagten, um damit zu zeigen, daß Gerhard wohl im Zorne den Gegner nieder Gelegenheit tapfer gekämpft und dadurch in ganz mächtig. zu dem Erfolge der Maimf eftM l on? � 1. Ä a i beigetragen, indem sie, letzten großen Arbeitseinstellung wie in Roubaix,«. eine ernsthafte korpo Organisation hervorgehen ließen, serner, wie in MontluM Calais, Commentry und Lille eimne der Uniriaen»ach Osi die •d Lille, einige der Unsrigcn naiy vr Gemeinderäthe und Arrondifsement-- vor einigen Tagen in Mar- ls Gewerbegericht brachten. Ö...»Än.lffl. tigem Kampfe ui räthe beförderten, serner, wie seille, Parteimitglieder in das„ Ueberall, wir sind glücklich und stolz, es bezeuge» zu Ion' '' bie Unken ihre Pflicht, ihre volle Pflicht C haben indem sie Druckereien begründeten» Zeitungen gaben u. s. w., Aber um wie viel fruchtbarer würde drese Thang. gewesen sein, wenn sie sich über das ganze Land ausge hätte, wenn sie einheitlicher, man könnte sagen: n a t i o n si r ter gewesen wäre, wenn an Stelle von isourten, y "chch'8 T jH# Kmpfenben 8�0% nach Plan von Lille sei«- welche ausgeführten einzige Armee gebildet hätte, einem von allen verabredeten und manöoerirte. Dies wird das Werk des Kongresses von- welcher die Gesammtlage der Partei zu prüfen haben wu- um zwischen ihren verschiedenen Fraktionen die nothwcnM dauernden Beziehungen wiederherzustellen und an die Schals� von Hilfsquellen oder Munitionen denken muß, welche u, bis jetzt gefehlt haben, sowie an die Konstitution die Budgets, welches für den sozialen Krieg wie für alle Kr>si! uothwendig ist., Wenn der nationale Kongreß der Arbeiterpartei u mittelbar vor dem nationalen Kongreß der sranzößH Syndikatskammern(Gewerkschaften), welcher i Calais vom 13. bis 19. Oktober abgehalten werden 1 stattfindet, so geschieht das nicht, um diesem Kongreß �' knrrenz zu machen. Er ist im Gegentheil dessen nothwenW Ergänzung., In Calais handelt es sich um die gewerckschasw'. Organisation der Arbeiter, welche bewerkstelligt werden Indem man die Arbeiter der Ohnmacht der Vereinzew»» entreißt, wird man sie gruppiren und korporativ vereiwZ für den unerläßlichen Kamps zur Vertheidigung des tägW Brotes und Arbeitslohns.,„ In Lille wird die politische O r g a n i s a t des Proletariats fortgesetzt und vollendet werden M politischen Kampf, welcher allein nicht nur die Gegen>s>° weniger unerträglich machen, sondern die Zukunft vorbereu-' die neue Ordnung verwirklichen kann: die Befreiung? Arbeit auf der unvermeidlichen Basis der Expropnau° (Enteignung) der Kapitalistenklasse und der Vergesellsehap der Produktionsmittel. Der Nationalrath rechnet also darauf, daß. Föderationen, Gruppen und Mitglieder der Partei, du'1* drungcn von der Wichtigkeit der Aufgabe, welche ihnen! fällt, und angefeuert durch den Siegesmarsch der dcuM Sozialdemokratie, seinen Aufruf beantworten werden, iu°- sie durch ihre Delegirten den Erfolg eines Kongresses ML der dazu berufen ist, eine neue Aera für die franzosin Arbeiterpartei zu eröffnen. Der Kongreß zu Lille wird am Sonnabend, 11. DttoP 10 Uhr Morgens eröffnet werden. � Er wird 2 Tage dauern und 5 geschlossene SitzuO abhalten, um am Sonntag Abend mit einer großen ösm lichen Versammlung im Hippodrom zu enden. Die Tagesordnung ist wie folgt festgesetzt: Lage der Partei. lieber die zu ihrer inneren Thätigkeit herbei zu flP den Abänderungen. Ueber den Feldzugsplan für 1890—91. Für den Nationalrath- Der Sekretär. Jules G u e s d k- ' Grnosse Domela ItienmenJjuis wird wahrscheinlich Ä sozialdemokratischen Parteitag in Halle besuchen.— PL Vailla nt werden wohl noch andere französische Genossen Kongreß besuchen. Die eiserne Maske. Die„Breslauer Gerichtszeitu� glaubt,„das Gebeimniß der eisernen Maske enthüllen zu kön»' Unsere Leser wiffeu, was man unter der eisernen Maske z».!>> stehen hat. Das Organ der Sozialdemokratie, der deniokrat", brachte, als er noch in Zürich erschien, von Zfl'P Zeit Verrufserklärungen gegen wirkliche und angebliche Pom schlagen konnte, daß er aber dies niemals und unter kP Nmstäuden gethan hätte, nur um ihn des Geldes zu L rauben. Ich schilderte die Erziehung des jungen MePL und die Atmosphäre, in der er verkümmern gerade wegen seiner guten Anlagen. Am SchP dieses Bildes verglich ich die im Grunde genommene Gesinnung des Angeklagten mit den Erfahrung� welche ich bei meinem Besuche in Lindendorf in BeZi| auf die Gesinnungsart seiner früheren Umgebung gcuP. hatte, wobei im Publikum Einzelne unwillig mit den Füß scharrten, während Andere eiu beifälliges Murmeln L nehmen ließen. In sehr energischen Worten bekämpft- w das Gesagte resümireud, den Antrag auf SchuldigerkläP'- ivegcn Raubmords und beantragte Gerhard von"*■ Rodens zu verurthe.'n Hinweis ans Strafe von P wegen xm Affekt begangenen Todschlages Bezüglich des Strafmaßes bat ich unter Jugend des Angeklagten nicht über eine Jahren Zuchthaushast hinauszugehen., Als ich zn Ende gekommen, wurde im Publikum wiP und stärker als vorher, das für mich schmeichelhafte o. fällige Murmeln laut. Ich sah mich nach inelN- unglücklichen Klienten um; wie hatte sich sein Blick P ändert! Er sah auf mich mit einem Ausdruck unaussPf ,. licher Dankbarkeit und Hoffnung. Ach! ich- hatte P, Hoffnung auf Erfüllung meiner Forderung. Wenn,, selbst mit Eiigclszungen hätte reden können, ich wäre oy mächtig geblieben gegenüber den Zeugenaussagen und D Strenge der Gesetzes. Vor einem Geschworenengerichte h-. ich wohl ohne Zweifel ein gutes Resultat erzielt; am wir hatten diese Institution noch nicht, und die RichP Rechtsgelehrte machten nicht ihre Gefühle zur Unterlas ihres Spruches, sondern den vorgefundenen Tv3 bestand, bei welchem die falsche Aussage der Schröd' in der verhängnißvollsten Weise gleich einer unbestritten� wahren mitwirkte und mit unabwendbarer Wucht jede nung zertrümmern mußte. Die Berathung der Richter dauerte nur eine HP Stunde. Wie pochte mir das Herz, als diese nach dP. Zeit wieder in den Saal zurückkehrten und ihre Plätze hi'L dem Tisch einnahmen! So manchem Spruch hatte ich h Verrufserklärungen waren unterschrieben: Die Nach der angeführten Quelle ist der Träger der ein biederer Schwabe, der Kaufmann Julius WW; diese «l-rne Maske. fe®«'« »Julius Motteler wurde nach der in alten Parlaments- ° nmnachen enthaltenen Angabe am IS. Juni 1833 in Wnrttem- °«g geboren, betheiligte sich mit Schraps, Bebel, Liebknecht, Adv. !(SV Prof. Roßmäßler it. A. an der Organisation der sächsi- -r>olkspartei, sowie an der Gründung des„Demokratischen t» r' luv vvv Vi/m ff—----------- 1 Jrlrrinblatteg" ZU Leipzig bis zur Organisation der soztaldemo- nujche,, Arbeiterpartei zu Eisenach. 1879 begründete er zu "nmnutschau eine Geuossenschaftsdruckerei und ein sozialistisches Mteiorgan, 1874 wurde er kanfmc u> dann des„Vorwärts" und der leipziger c-tenopeutamits- ?««,. Mitglied des Deutschen Reichstages war er durch kaufmännischer Leiter des„Volks- und der Leipziger Genossenschafts M.Legislaturperioden 1874 bis 1878 für den 18. sächsischen Mlkreis(Zwickau-Wcrdau-Krimmitschau). Bei den Neuwahlen � unterlag er dem fortschrittlichen Gegenkandidaten. Nach srtaß des Sozialistengesetzes begab er sich ins Ausland und bc- Mndete im Auftrage der Fraktion den Züricher„Sozialdemokrat". j,»Bei der deutschen Arbeitcrbevölkerung ist Motteler fast in uerge,senheit gerathen. Einstmals wurde er als einer der besten Weener der Partei geschätzt. Diese eiserne Maske hat viel Unheil .»gerichtet und zu dem Unfug persönlicher Verdächtigung, der in rnier Partei herrschte, den Grund gelegt. Wir selbst haben »munter zu leiden gehabt. Der„Sozialdemokrat" brachte einmal ine Verdächtigung gegen eine in Breslau früher vielfach »gnatorisch thätige Persönlichkeit. Ein Korrespondent in Berlin »Oermittelle uns diese Verdächtigung telegraphisch zur Nachtzeit, Redaktion schon geschlossen war. Der Verdächtigte klagte M wir wurden, wie vorauszusehen war, verurtheut. In solchen Muen ist der Beweis der Schuld sowohl als der Unschuld schivcr gar nicht ju führen."- ii6!? Jeder, der die betreffenden Enthüllungen gelesen hat und Urtheilskraft besitzt. Wer hinter der„eisernen Maske" steckt, »Wir wir nicht, aber das wissen wir, daß nur die Polizei' ln Interesse hat. zu erfahren, wer dahinter steht. Papst hat stch anders ltej'onnen. Auf dem Etlicher katholischen Sozialistenkongreß wirkte„sensationell" " nach dem eigenen Ausdruck der ultramontanen Blätter— «nb durchschlagend die Wirkung des Bischofs von Lüttich: »4er Grundsatz der Staatseinntischung in die soziale Frage A vom hl. Vater aufgestellt und kann somit nicht in Zweifel ??zogen werden." Jetzt erfährt aber die„Germania", daß JL16 oft angekündigte päpstliche Ancyclica über die soziale tfvage vorerst nicht erscheinen werde, nnd erzählt weiter: »In der Meinungsverschiedenheit der Katholiken über die Wale Frage nnd besonders die Einmischung des Staates, »st von den einen behauptet und von den anderen äbgclehnt will der hl. Vater sich weder für die eine noch für die Mdere Meinung erklären, um dadurch den katholischen -Männern, die sich mit Sorge und Blühe mit diesen Fragen beschäftigen, ganze Freiheit zu lassen." Der Rückzug des bufehlbaren Papstes vor dem Kapital erfolgt dennoch sehr bstch, und die„sozialreformerische„Germania" macht ihn ehue viel Besinnen imd, ohne auch nur den Anstand zu wahren, mit. Der Kapitalist katholischen Bekenntnisses darf stmit ohne Gewisscnsbeschiverde fortfahren, sich„in Sorge >»id Muhe" dergestalt„mit der sozialen Frage zu be- ichäftigen", daß er mit„ganzer Freiheit" ausbeutet und gegen ««n Staatsschntz für die Arbeiter protestirt. Deu Zinnbng, der seit einiger Zeit von interessirter Seite wit den arbeiterschutzfeindlichen Gutachten der istdustnellenvereine und Handelekainmern getrieben wird und Mn dienen soll, die geringfügige Verbesserung der deutschen sstbrikgesetzgebtnig zu hintertreiben, welche von der Siegierung ge- fstnt wird, hat seinen Höhepunkt wohl in der Auslassung erreicht, ■We wie im euacbfolaenden wiederaeben. Ein rheinisches Unter- vst wir im Stachfolgenden wiedergeben. "chnterblatt schreibt: .„So viel nun auch von diesen Gutachten über dte Kommistions- Mlüsse bekannt geworden sind, gleichviel, ob sie aus dem forden oder Süden, Osten oder Westen stammen, sämmtlich ststm sich dieselbe» ganz entsprechend. den Beschlüssen des Wntralverbandes auf den Boden der Regierungsvorlage, ge- 'wtlt und auf das Entschiedenste die von der Kommission b«ä«ürt. sä stlens nicht beachtende Maßlosigkeiten bekämpft. Gegen- einem so allgemeinen Verdikt wird es schwer werden, im *w»de wieder jene einem vernünftigen Maße von Arbeiterschutz «-»eigte Stimmung wachzurufen, die im Frühjahr vorhanden ,var st'd hat auch in diesem Falle der Uebcrctfer der Konnmsston wie- sstr nur die Wirkung gehabt, das angeblich Bessere den Femd Guten werden zu lassen. Ob dieser Stimmungswechsel stch st'hig zugehört und bei diesem war's mir, als würde da Uber mein Glück selber entschieden.... Laut und ruhig erscholl die Stimme des Prastdenteil: ."Das Kriminal-Gericht zu Mitlan vcrurtheilt den Angeklagten Gerhard von Rodenstls ivegcn Raubmordes °u acht Jahren schweren Bergiverksarbeiten nnd lebenslang- scher Verbannung nach Sibirien bei Verllist aller burger- Rechte und Standesprivilegien...."_, So liattc meine ganze Kunst und wewe Kraft olov vermocht, die Richter zu bewegen, mit ihrem Spruch vier -üahre unter den Antrag des Staatsaitwalts zu gehen!_ . In trübe Betrachtluigen versunken, verließ ich den Ge- bechtssaal nnd lenkte meine Schritte der Wohnung zu. Bor vstr in Entfernung von einigen zehn Schritten blltztcn dte s?"jonette eines Trupps Soldateil in den Strahlen der ivlntcr- jist' Uc�eu Sounr. k. Ich beschlennigte meinen Schritt und folgte auf dem Trotloir dem bcivasfncteii Trupp nach, welcher stch nntten Qllf der Straße gemessenen Schrittes fortbewegte. Nm geben y der Wache schritt Rodenfels einher mit auf der Brust v�schräiikten Armen und zu Boden Blick. Bei yfucr Biegung der Straße sah ich scin Gcstcht. Er trug den Ausdruck finsterer Entschlossenheit. In seinen Zügen malte s'ch weder die Verzweiflung noch die Erlegung, weder Scheu "och Keckheit oder Demnth,— keines von dcli Gefühlen, welche sich sonst bei Menschen sehr deiitlich aussprechen, welche Mm soweit noch repariren läßt, auch nur der Vorlage der verbündeten Regierungen zur Annahme zu verhelfen, erscheii't mindestens ziveifelhaft und schon i st davon die Rede, die Bor- läge selb st müsse an der Hand des jetzt ge- sanimelten Enquetematerials nochmals ge- prüft, zu diesem Zwecke zurückgezogen und eine neue Vorlage später wieder eingebracht werden, die den in diesem zweifellos sachverständigen Material als communis opinio herantretende» Gesichtspunkten gerecht wird." Weiter Nichts? fragt die„Franks. Ztg." hierzu spöttisch. Bios eine Zurückziehung der schwächlichen Regierungsvorlage und eine nochmalige Abschwächuna derselben im Sinne der Groß- industriellen? Wie bescheiden! Man wußte ja im Voraus, daß bei der Umfrage der Regierung nicht viel Förderliches herauskommen werde, da eine Befragung der Hanptbethei- ligten, der Arbeiter, in sehr geringem Umfange beliebt wurde. Urbev üurzstchtigrn Eioennutz drr zlnteriielimer sagt Jemand, der von den Sozialdemokraten etwas gelernt hat, in der Böhmert'schen„Sozial- Korrespondenz" einige Wahrheiten, die wir zu Nutz und Frommen derer, die es angeht, hier mittheilen wollen: „Da ist der Handwerksmeister, der jahraus jahrein über Rückgang des Geschäftes, Abnahme seiner Kundschaft klagt, aber trotzdem einige Lehrlinge hat, um solche statt bezahlter oder besser bezahlter Arbeiter(Gesellen) auszunutzen und dabei nicht bedenkt, daß jeweils nach zehn Jahren aus jedem Lehrling ihm ein Konkurrent entsteht. Die Bereicherung im Augenblick läßt ihn nicht nur das allgemeine Interesse, sondern selbst sein eigenes in der Zukunft vergessen. „In größerem Maßstabe begegnen wir solchen Uebeln bei den große» Fabrikanten und Bcrgwerksbesitzern. Eine gute Konjunktur und lebhaste Nachfrage wird jeweils sofort zur Vermehrung der Produktion benutzt, obgleich man weiß, daß die Nachfrage bald wieder vorüber sein wird nnd die größere» und neueren Einrich- tnngen die Prodnktionsvermchrung dem eigenen Geschäft und der ganzen Betriebsbranche zum Nachtheil werden, weil spätere Be- trievseinschränkung und niedrigere Preise dem Fabrikanten nnd Werkbesitzer keinen Gewinn mehr lassen oder der arme Arbeiter seine Lohnansbessernng wieder zwei- oder dreifach fahren lassen muß. Der im Augenblick auf kurze Zeit in Aussicht stehende größere Gewinn hat schon oft große Betriebsleiter zur Ber- größerung ihrer Einrichtungen verleitet, und jahrelange Klage nnd Darniederliegen der ganzen Branche war dann die Folge. Stur um im gegebenen Augenblick alles einheimsen zu können, keinem anderen davon zu gönnen, schädigt man sich und seine Berufsgenossen mit sämiutlichen Arbeitskrästen auf lange Zeiten."— Ja freilich! der Teufel der Profitsucht spielt den Unter- nehmern klein nnd groß manchen bösen Streich. Aber hinterher sind es die Arbeiter, die mit ihren„maßlosen Ansprüchen" den Ruin der Geschäfte herbeiführen und von der Gesetzgebung und Polizei„im Zan m" gehalten werden müssen. Mritzen. Wie sehr die Unsitte um sich greift, in das Gebiet der Staatsgewalt einzugreifen, zeigt sich auch bereits an anderen Stellen als an den gewerblichen. Folgende Mittheilnng legt Zeugniß dafür ab, sie lautet: „Die hiesige Stadtgemeinde hat mit den benachbarten Dorfgemeinden und zwei Gutsbezirken sich zu einem Ber- baute gegen säumige Steuerzahler vereinigt. Die be- schlösse»«» Bestimmungen lauten: Ist in einer Gemeinde . oder in einem Gutsbezirke das Verbot des Besuchs öffent- licher Gastwirthschasten, Schank- nnd Tanzstätten, sowie sonstiger Vergnügungsorte au einen säumigen Abgaben- Pflichtigen verfügt worden, so sind die Vorstände der Ver- bandsgemeinden davon zu benachrichtigen. Gast- und Schankwirthschasten des Bezirks haben die ihnen behördlich namhaft gemachten Abgabenrestanten von ihren Gastwirth- schaften, Schank- nnd Tanzstätten wegzumcisen. Den Ver- einen nnd geschlossenen Gesellschaften wird aufgegeben, die namhaft gemachten Steuerrestanten unter ihren Mitgliedern von den Räumlichkeiten auszuschließen, in denen Speisen und GclränkegegenEntgelt verabreicht oder Tanzlustbarkeiten oder sonstige gesellige Vergnügungen abgehalten werden. Säumige Steuerzahler, welche sich au öffentlichen Ver- guügnugsorten trotz des Verbotes aufhalten, haben eine Haftstrafe bis zu 14 Tagen, Gast- und Schankwirthe, die ihre Verpflichtungen nicht erfüllen, eine Geldstrafe bis zu 100 M. oder 8 Tagen Haft zu gewärtigen.". Einen ärgeren Eingriff in die Sphäre der Staatsgewalt kann es kaum geben, als diese von einem Vereine, der keine» staatlichen Charakter hat, erlassene Verordnung, die für de» Bezirk der vereinigten Gemeinden und Gutsbezirke die Wirkung eines Gesetzes har. Die Staatsgewalt hat die Zwangsmittel bestimmt, um den Steuerpflichtigen zur Zahlung zu zwingen, sind diese erfolglos geblieben, so darf sich Riemand, auch keine Gemeinde, das Recht anmaßen, noch andere Zivangsmittel an- zuwenden oder gar noch anderen Personen, wie den Gast- wirthen, Strafen anzudrohen, die sie in ihrem Gewerbe schädigen. Lolgrüde Erliläviitrg geht uns von Herrn Dr. H. Lux in Zürich zu: vcrnchmbar wurde. Dieses unterbrach das düstere Sinnen des Verurtheilten. Das Haupt in die Höhe werfend, nahm er eine ausrechte, feste Haltung an und die Hände ließ er schlaff von der Brust herabfallen. Das schwere Thor»vurde geöffnet und Gerhard trat in den geivölbtcn Flur hinein. Von schmerzlicher Theilnahme hingezogen, ging ich ihm«ach. Unbehelligt ließ man mich über die Schwelle treten. Auf dem Hofraum harrten eben die Sträflinge ihrer mittäglichen Nahrnng. Jetzt, wie von einem Gedanken beseelt, eilten sie Rovenfcls mit Freudenrnfeu entgegen.— Nun wurde plötzlich seine Haltung hoch- müthig, heranSforderud. Es war, als wollten seine Atigeit, die verstört von Einem zum Andern schauten. Blitze sprühen, in seinen düstcrn Zügen flackerte ans einmal die Röthe eines tvilden Aitfbranscns und ein höhnischer Zug des erwachenden Cyitisinns spielte um seinen Mund... Mit jäher, doch wohlklingender Stimme ließ er ein lustiges ver- worrenes Lied ertönen und lenkte, immer noch hochaufgc- richtet, mit leidenschaftlichen Gcberdcn den Schritt nach dem zweiten im Schatten liegenden Hof zn. Es war dies eine Art Ercb, in welchem die Ver- dämmten wohnten. Trotzig- leidenschaftlich schritt der jmtge Mensch seiner höllischen Stätte entgegen nnd die verworrenen Töne des wilden Liedchens kamen immer brausender, immer greller aus seiner Brust empor, als ivolltcn sie der Menschheit und der Welt zum bittern schncidcitdcil Hohne iverden.. In der Tiefe der zivcitcn Wölbmig glich er im Zwielicht des Hofes einer undeutlichen grauen Linie, die allmälig im Meere des Dunkels verschwamm. Aber um so leidenschaftlicher hallten die Klänge durch die weiten Gcivölbc bis in die ver- gitterten Zellen des Kerkers hinein. Jedoch es tönte nicht mehr wie trunkene oder freche, herausfordernde, höhnische Freude. Es war mir, als vernehme ich ein gedehntes, fchmcrz- erfülltes Schluchzen, den letzten Seufzer einer sterbenden Seele, den traurigen Ton eitles Sterbcglöckleins... Es war mir, als hätte ich in furchtbarem Aufschrei das letzte Lebewohl vernommeil, ivelches ein verlorener Mensch über die düsteren Gefänguißmauern hinweg der Welt, die ihn verstoßen, sterbend übersandte.... Gegenüber der durch eine größere Anzahl deutscher Blätter gegangenen Notiz, daß sich die neue Redaktion der „Magdeburger Volksstimme" ebensälls in Gegensatz zu der sozialdemokratischen Fraktion gestellt habe, und unter Be- rücksichtigung, daß sich diese Meldung nur auf mich beziehen kann, erkläre ich hierdurch, daß ich bis zu diesem Augen- blick meine Stellung als neugewählter Chefredakteur ge- nannter Zeitung noch nicht angetreten habe;— und erkläre weiterhin, daß ich mich überhaupt in keinem prinzipiellen Gegensatz zu den Anschauungen der Fraktion befinde. Krrv Paul Kampffmeyer- Magdeburg schreibt uns: Ihr Züricher Korrespondent') brachte am 7. September einen Bericht über eine dortige sozialistische Versammlung, in dem es hieß, mein unruhiges Betragen hätte unter den Arbeitern solches Mißfallen erregt, daß ich mich zum Austritt aus der Mitglied- schaft gezwungen sah. Darauf hin habe ich zn erklären, daß ich ans freien Stücken aus der Mitgliedschaft ausschied, ohne daß selbst der geringste moralische Zwang auf meme Entschließung von Seiten der Mitglieder ausgeübt worden ist. Uebrigens kann sich der Ausdruck„unruhiges Betragen" nur ans meine Angriffe gegen eine Person beziehen, welche sich in der Ehrenberg-Affäre schwer kompromittirt hat. Ich kann noch heute den Wahrheits- beweis für meine damaligen Behauptungen an der Hand eines ausführlichen Aktenmatcrials beweisen. Großvvltanniett. Glasgow, 15. September. Die Vertreter der Bergleute Schottlands hielten heute eine Versammlung ab, auf welcher sie beschlossen, eine tägliche Lohnerhöhung von einem Schilling zu fordern. Zugleich wurde eine neue Versammlung auf den Donnerstag anberaumt, tvo sie die Antwort der Arbeit- geber entpfangen und die wöchentliche Arbeitszeit feststellen wollen. Frankreich. Paris, 16. September. In vergangener Nacht ist der Depntirte des Seine-Departemcnts Jofsrin am Krebs gestorben. Der Verstorbene war Chef der Posstbilistenpartei. Paris. 16. September. Die sozialistische Gruppe hat die Absicht, beim Wiederzusammentritt der Kammern eine Amnestie für die Ausständigen ztt fordern. Kelgien. Brüssel, 14. September. Am 10. Juli d. I. starb plötzlich zu Brüssel der langjährige U n t er su ch u n g s ri ch t e r Ketels, eines der gcachtetsten Mitglieder des Brüsseler Richterstandes. Man bereitete ihm eine glanzvolle Bestattung, und die an seinem Sarge gehaltenen Reden feierten ihn als„das Muster eines belgischen Richters". Heute ist derselbe als ein abgefeimter Be- trüger vor aller Welt' entlarvt, welcher seine Stellung auf das Unwürdigste mißbraucht hat. Als Testamentsvollstrecker des im Jahre 1888 in der Brüsseler Vorstadt Saint-Josse ten Noodt verstorbenen alten Fräuleins Mazoor hat er, wie sich jetzt ergiebt, den größten Theil der Masse für stch verwendet; die Erben haben das Nachsehen; dem Dienstmädchen des Fräuleins hat er nicht nur die Erbschaft in Höhe von 5000 Franks, sondern auch bei der Sparkasse niedergelegte sauer ersparte 3000 Franks unter dem Versprechen höherer Verzinsung abgeschwindelt; einer Frau, welche er als Untersnchuttgsrichter kennen gelernt hatte, nahm er 100 000 Franks zur sicheren Anlage ab und alles Geld wurde, obwohl Ketels an der Spitze einer„hochgeachteten" Familie stand, für Frauenzimmer verthan. Ware dieses ein vereinzelter Fall, so könnte man darüber hinweggehen, aber eine ganze Reihe in letzter Zeit erlebter Vorgänge beweist die im Brüsseler Richter- stände vorhandene Fäulniß. Den Reigen eröffnete der General- staatsanwalt Crets, welcher als Falschspieler entlarvt wurde. Der Greffier Delannoy sitzt im Löwener Zuchthause, weil er bei der Aufnahme von Nachlassenschaften Tausende iuseine Tasche steckte und obwohl verheirathet, sich eine kostspielige Maitreffe hielt. Der Geueralstaatsamvalt Demarets mußte wegen Sittlichkeitsvergehens kassirt werden. Der Abtheilungsvorsitzende am Brüsseler Zivil- gerichtshofe mußte seinen Abschied nehmen, weil er, um seinen Leidenschaften zu sröhnen, nicht rückzahlbare Schulden gemacht hatte. Ein Richter an demselben Gerichtshofe, welcher die Kon- kursmasse» verwaltete, bezahlte mit deren Bestände» die tollen Launen einer Schauspielerin und suchte das Weite, und heute der Fall KetelS! Kein Wunder, daß die Arbeiterblätter triumphirend ausrufen: Seht, das sind die Leute, welche die ehrlichen Arbeiter bei jedem Ausstaude hart verurtheilen! Portugal. Lissabon, 15. September. In der heutigen Sitzung der Deputirtenkaminer kam es bei Berathung der portugiesisch-eng- lischen Konvention zu einer lebhaften Auseinandersetzung zwischen den Depntirten Serpa Pinto und Brandos(Progressist), welche schließlich in Thätlichkeiten ausartete. Der Präsident sah sich deshalb veranlaßt, die Sitzung auszuheben. Rußlaud. Petersburg, 16. September. In dem bevorstehenden Nihilistenprozeß ist die Hauptangeklagte Marie Gnnzbnrg, die, nebst Genossen, angeklagt ist, in Verbindung mit den Pariser Nihilisten gestanden zu haben. Zalkaulander. B» k a r e st, 15. September. Wie Konstantin Mille in seinem, auch vom„Berliner Volksblatt" abgedruckten Bericht an die„Wiener Arbeiter-Zeitnng" bereits eingehend dargelegt hat, ivollen sich die rumänischen Sozialisten durch die Machinationen der Polizei und durch die von ihr zur Verhetzung der Arbeiter abgesandten Pseudosozialisten nicht abhalten lassen, bei den bevor- stehenden Gemeindewahlen mit aller Energie an dem Wahlkampf theilzunehmen. In Bukarest und Roman iverden die Sozial- demokraten jedenfalls ihre eigenen Kandidaten aufstellen und einige davon wohl mich durchdringen. In Jassn ist ein Wahlkompromiß seitens der radikalen Demokraten vorgeschlagen, der von den Arbeitern bis jetzt noch nicht zurückgewiesen wurde; allerdings werden von den Sozialisten zwei durchaus über- zeugnngstrene Genossen als Kandidaten präsentirt, so daß kaum zn befürchten ist, diese könnten durch eine etwaige Unterstützung von radikalbürgerlicher Seite etwas von ihrem sozialdemokra- tische» Charakter einbüßen. Doch ist die Sache noch nicht ent- schieden.— Die Errichtung der Genossensch aftsbäckerei ist jetzt gesichert; außer den aus Paris übersandten 6000 Franks haben auch die Bukarester Arbeiter reichliche Beiträge zn dem Fonds beigesteuert, und in den nächsten Wochen veranstaltet der Arbeiterverein mehrere Volksfeste, welche wohl auch einige Neber- schüsse für die Parteikasse liefern werden.— Nach den letzthin gemachten üblen Erfahrungen wird als Mitglied in den Verein künftig Niemand mehr sofort ausgenommen; vielmehr muß jeder Neueintretende entweder von Mitgliedern empfohlen werde», oder sich einer Prnsungszeit unterziehen. Amerika. Rio de Janeiro, 15. September. Die Wahlen zur Legislative haben begonnen. Es herrscht vollständige Ruhe. Gleichwohl werden Truppen in Bereitschaft gehalten. Rio de Janeiro, 16. September. Die Wahlen zur Legislative sind in vollkommener Ordnung vor sich gegaugen. Unter den Gewählten befinden sich: der Handelsminister Glycerio, der Marineminister van der Holz, der Minister des Auswärligen Vocayura und der ehemalige Marjneminister Ladario. *) Die Meldung rührte nicht von. unserem Zürichs- Korrespondenten her, dessen Briefe wir unter der Rnbri „Korrespondenzen" veröffentlichen, sondern war der„Frkf. Ztg.' entnommen. Sied. i Achtung! Theater Achtung! Ach iisfeiltl Fünfte Marienburger Mittwoch, den 17. September. Gperntsaus. Das schlecht bewachte Mädchen. Hierauf: Die Jahreszeiten. Schanfpielhans. Das Stiftungsfest Kerlitten Theatrr. Der Schrift- stellertag. Deutsche» Theater. Der Richter von Zalamea. Lesstug-Theater. Die Ehre. Friedrich-Milhelmstädt. Theater. Die Puppensee. Schwätzerin von Mattner» Theater. Mamsell Ni- touche. Viktoria- Theater. Die Million, oder: Vivat Imperator. Destdenz-Theater. Ferreol. Ketteattianre- Theater. Madame Bonivard., Guten Morgen, Herr- Fischer! Ostend- Theater. Der Traum ein Leben. Thomas-Theater. Der Alpenlönig und der Menschenfeind. Adolph Ernst-Theater. Unsere Don Juans. Kaufmann'« Uariotv. Große Spe- zialitäten-Vorstellung. Theater der NeichvhaUe». Große Speziälitäten-Vorstellung. Concordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Richter'» Uariätö. Große Speziälitäten-Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alcxander- straße 27c. Auftreten der Chansonnetts Fräulein Ehronfeld. Auftreten der Kostüin-Soubrette Fräul. Rosa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Ziegler. Austreten des Malabaristen und Equi- lebristen Mr. Cliarlcs. Auftreten des Professors Herrn Jean Glermont mit seinen dressirlen Schweinen, Esel und Gänsen. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags SVs Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 80 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben. Zielmng am 8., 9. u. lO.Octbr. 1890 unter Aufsicht d. Kgl. Preuss. Staatsregierung. Hauptgewinn e: Loose ä. 3 M. Halbe Antheil-Loose ä 1,50 M., v für Porto und Gewinnliste SW-ss 30 Pf. extra, empfiehlt und ' versendet prompt Bank-Geschäft, 1539a K Berlin W., Unter den Linden No. 3. Telegramm-Adresse:„Lotteriohank, Berlin". |3 CcEi bitte die Bestellung auf Postanweisung zu machen und den M Namen und Wohnung deutlich zu schreiben, damit eine prompte H Zusendung möglich ist. Genossen empfehle mein Hutgeschäft. Führe nur Ante mit Arbriter Koutrolmarkru drntschcr Dutmachcr.— Bitte genau auf Firma zu achten: ftöpenickerstraße 120. 331 •»S-IWtoltaiSSS Ein größerer Posten gebrauchter Möbel zu jedem Preise. Beamten auch ohne Anzahlung.-HAW Echter Lemgensalzaer Kautabak, hergestellt nur aus besten Eontucky-Tahaken; zu haben in den meisten Tahaf Handlungen Berlins und umliegenden Plätzen. Unsere Hauptn'iedcrlage Stralanerstrasse 39 giebt zu Fabrikprrisrn ab. Gebr. Ädler, Tabaksabrik, 80S Langensalza i. Thür. NB. Jede Nolle muß den Zettel mit unserer Firma enthalten. 1535 Bcelin S. 1874 und Umgegend am Donnerstag, den 18. September, Im„Königstadt-Kasino", Holzmarktstrasse No. 72> Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Kendziora über:„Die Religion der Zu« 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Alle Arbeiter find zu dieser Versammlung eingel Um zahlreichen Besuch bittet Oer Einberufer. Berlin S am Moritzplatz. Täglich: Grosses Garten-Conccrt. Direktion A. Uädmann. Dienstag lind Freitag: Valzer-Ahend. Fnhuio Wochentags 10 Flg., HillUtt sonn- nurt Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Ps. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. milller. Gediegene Arbeit. Zcitgemässo Preise. Coulauie Zahlungsbcdiugnngen, der Tabakarbeiter und-Arbeiterinnen Bertis am Donnerstag» den 18. Krptembrr, Abrnd» 8�/2 Uhr» im Lokalk� grrr» Schrffer(Scheffer's Salon), Insrlstr. 10, Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Theodor Glocke über: Die Gewerkscha!. bewcgung vor, während und nach dem Sozialistengesetz. 2. Schlußabrechm der Lohnüberwachungs-Kommission. 3. Abrechnung der jetzigen Komnnsl' 4. Verschiedenes. 1818_ Die Äommissto».�- Kommaudantenslr. 77— 79. Täglich: Grosses Concerft mit Guartett-Siingeri», ausgeführt von dem Musik- Direktor H. S a n f t l e b e n. Wochentags: Frei-Concert. Sonntags Entree 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billard?, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- gnügungen und Versammlungen. 703 F. Sedtke. am Donnerstag, den 18. d. M., Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Müller, Johannis• Strasse No. S Tages-Ordnung: 1. Die Gewerkschaftsbeivegung nach dem 1. Oktober. Referent Werner. 2. Wahl eines Vertrauensmannes. 3. Verschiedenes. 1863 Der Einbernfer. üueicSf 1:5 wä isrche geldliche Versilmmluilg der Tabakarbeiter und-Arbeiterinnen Verliil� am Donnerstag, den 18. Septbr.» Abend« 8Ve Uhr, im Zottale** Drrrn Schrffer(Scheffer's Salon), Infristraste 10. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Theodor Glocke über: Die Gewerkscha'H bewegung vor, während und nach dem Sozialistengesetz. 2. Der Ausschluß.� Potsdamer Kollegen. 3. Schlußabrechnung der Lohii-Ueberlvachungskommisß� 4. Abrechnung der jetzigen Kommission. 5. Verschiedenes. 1818 Die Kommission., Uaffage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. Zum 1. A!al: Fünfte Reise durch daS malerisck�e Schottland. I. Cyclus: Frankreich, lieber- schwemmung von Toulouse. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement l M. EvorahräuS Den Genossen deS Südosten empfehle außer vorzüglichem Meistbier auch das bei den Arbeitern so beliebte Evora- brau, ä Glas 10 Pf. 1753 Otto Linke, Forsterstraste 45. gen.:»»DiesideteUagrlklste, Berlin It., Elsasserstraße 73, gegenüber der Bergstraße. Rendez-vous aller lebenslustigen Herren. Brömmels, Radaubriider und Quasselfritzen haben keinen Ein- tritt. Kapellmeister: R. Blank. Gesang: Lucia Moor. H. Schnitze(mit'n tz), Plansch-Apotheker. Mlirtbl Sl,icsel 11,14 J9iUvtl�Pols tcnvaarcii. eigener Gr. Lager, bill. Preise Fabrik. EmiB Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebercinkunft. Beilage zum Berliner Bolksblatt. Mittwoch, den 1?. September 1890. 7. Jahrg. W LQkQles. *v rkoli�eipriistdent erläßt folgende Bekanntmachung: lSn>� hierdurch zur öffentliche» Kenntniß gebracht, daß au w r Ermächtigung des Herrn Reichskanzlers durch Erlaß Ministers für Landwirthschaft, Domänen und Forsten ,,,3 dieses Monats die Einsuhr von lebenden Schweinen vlt-i- � eich-Ungaril in die öffentliche Schlachtanstalt hicrselbst .nachstehenden Bedingungen widerruflich gestattet worden t,,,'' Es dürfen nur solche lebenden Schweine aus Oesterreich- MilS? eingeführt werden, welche laut Attest in de» Mast- Uni•5n Bielitz-Biala und Steinbruch während der östcrreich- Wucher Seits vorgeschriebenen Quarantänezeit unter Aussicht ob» o) i)aben und von dort in geschlossenen Eisenbahnwagen . Zuladung anderer Thiers bis zur Landesgrenze transportirt j j0.6" sind. 2. Die Einfuhr darf nur über Oderberg oder dn. Qn bestimmten Wochentage» erfolgen, welche von „ Aegierungspräsideiite» zu Oppeln festgesetzt und bekannt w? � werden. 3. Die Transporte niüssen nach Maß- i> Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom --April 1883(„Zentralblatt f. d. Deutsche Reich" S. 92) von �stprungszeugnissen begleitet sein, in welchen auch die Gesund- r.: ber Thiers bescheinigt ist. 4. Die eingeführten Schweine 0 an der Landcsgrenze von einem preußische» beamtete» Thier s% welcher von dem Eintreffen der Transporte bis spätestens id°. Abends des der Einsuhr vorhergehenden Tages schristlick) er telegraphisch zu benachrichtigen ist, zu untersuchen und— >l'm gesund befunden— in geschlossenen Eisenbahnwagen ohne uuadung und unter thunlichster Vermeidung von Transport- -"Lagerungen, sowie jeder Berührung mit anderem Aich direkt °,�.aas öffentliche Schlachthaus zu Berlin behusS alsbaldiger Schlachtung zu bringen. 5. In der Schlachtanstnlt dürfen die Macine bis zur Abschlachtung, welche unter polizeilicher 5iöntrole !?»zufinden hat, mit zum Weiterverkauf aufgetriebenem Vieh in '"'ilei Berührung kommen. 6. Die thierärztliche Untersuchung .('.aar Landesgrenze erfolgt kostenfrei; dagegen haben die Ver- '»der die Kosten zu trage», welche durch die von dem beamteten Ararzte an die Polizeibehörde des Bestimmungsortes zu chlende telegraphische'Anzeige über die Anzahl der zum Trans- zugelassenen Schweine entstehen. ; Ner f rlJCnal de« Rnthliansci; wurde in der am Montag, n, böhmischen Brauhause abgehaltenen Versammlung als »iffgnetster Ort zur Begrüßung der heimkehrenden, bisher ausge- Offene» Genossen in Vorschlag gebracht, und der Vorstand des Wahlvereins beaustragt, den Magistrat um Hergäbe des Fest- Mes zu ersuchen. Zivar erregte diese Forderung einige Heiter- "h da man, bei der durch das sonderbare Wahlsystem erfolgten Mannnensetzung unserer Stadtvertretung, wenig Vertrauen auf � Erfolg des Gesuches haben kann; jedoch ist nicht einzusehen, Jwum nicht wenigstens der Versuch gemachl werden soll. Der Msaal des Rathhauses wird dadurch nicht entweiht werden, 3 die Vertrauensmänner der bei weitem größten Zahl der Würger Berlins die heinikehrenden Genossen willkommen heißen; M» die Festränme des Rathhauses, welches doch nur von den Agaven der Bürger erbaut worden ist, haben doch nicht allein Zweck, protzigen Schützenbrüdernichud kneipenden Aerzten als Obergs für ihre Gelage zu dienen. «i, Nie„Frrirnkolonistrn" werden feit einigen Tagen, nach dreijährigen Aufenthalt in ihren trefflichen Pflege- und Achungsstätten, wieder zu Muttern entlassen. Infolge dessen „flkenten sich in letzter Zeit die„Hamburger Läden" eines regen „.•Wehrs; denn die Garnituren, welche die entlassenen Reservisten p." Andenken an ihre Dienstzeit erhalten, befinden sich meist in . j1'1» solche» Zustand, daß die Vaterlandsvertheidiaer es vor- Wen. so rasch wie nur irgend möglich den bunten Rock mit der flwiljstonkleidnng zu vertauschen. Uebrigens kann man aus dem '.Wig erregten Wesen der entlassenen„Pfleglinge" ersehen, mit che», Wohl"'--"—|."... en kehren. IM«! e O vuvy�vu-cc v| v•• � v.----.,,..-.-„ r i-' rj o;* J■ ��"' Wohlbehagen sie den so gerühmten Ferienkolonien den vornrhmrr Rowdy ist, wie wir schon kurz erwähnt dieser Tage wegen schwerer Körperverletzung in Hast ge- °r,""'sn worden. Der Verhastete ist der Majoratsherr und b,"Wige Gardelieulenant Graf Kleist. Ter Herr Graf hat vn,." einmal vor noch nicht langer Zeit wegen Körperverletzung mit Bericht gestanden. Er hatte damals in Gcmeiuschajt ein» anderen Rowdies, von denen einer ebenfalls adlig ivar, Q.". Wehrlosen Krüppel, einen Bankbeamten, der ihm auf der zJWc"icht schnell genug ausgewichen war, in roher Weise miß- ci»°» beider kam der Herr Graf bei dieser Gelegenheit mit Geldstrafe von 1000 M. davon, was für ihn kaum eine .„1 ,Unr und was denn auch keinen tieferen Eindruck auf ihn k zu haben scheint; wenigstens hat er seiner Neigung zur Zj.W�hatigkeit seitdem keinerlei Zwang angetha». In einem vo.°urant Unter den Linden hat er häufig Schlägereien pro- Ms..'"bei weil er der Herr Graf war, blieb er natürlich Hn',"""geachtet ein feiner Mann und wurde nicht vom »ig'''"icht vor die Thür gesetzt, wie das einem we- Ei?, r aristokratische» Raufbold wahrscheinlich passirt wäre. luckh ,?'Uirth i" der Behrenstraße war jedoch nicht ganz so L"chtsvoll, sondern er verbot dem edlen Herrn, nachdem dieser N.iH'"�r dort wohnenden Maitresse Skandal gemacht hatte, das "ick* deS Hauses. Der Herr Graf kehrte sich aber natürlich Und an b'cfe einem nicht Ebenbürtige» ausgehende Weisung ein- trotzdem wieder in das Haus zu gelangen. Von y,."" Hanse wohnenden Restguraleur auf das Verbot auf- g gemacht, schlug er diesen einfach nieder, regalirle ihn mit S- dlritten und ivarf ihn dann über das Treppengeländer auf die bm< ese» Hansflurs hinab. Das wird der Leser vielleicht hat finden, aber es war im Grunde nur„schneidig"— was ""ch irgend ein ganz gewöhnlicher Restaurateur einem Grafen °""he zu lretcn s „. Eraf Kleist ist ein treffliches Exemplar der Gattung der . rnehine» Rowdies. Erzogen in den Ueberlieferunge» r*. Ahcls, nach denen die Menschheit überhaupt erst beim ff,'"»von" anfängt, später als Lieutenant bei der Garde in wü?" mittelalterlichen Anschauungen befestigt, mit Glücksgütern w gesegnet, kam sich der Herr Graf Ivie der souveräne Be- jBi Jcher aller Leute vor, mit denen er zu thun hatte. Und leider sn». seine Umgebung wahrscheinlich in seinem Dünkel be- sn!" h"beu. Denn der Grafenlitel hat doch einen ganz be- '""deren Klang, und wenn ein Aristokrat außerdem im Staude i|j.«»»v»w»«*—-.....,—_ LV"" Geld um sich zu werfen, so ducken sich die Bedienten- dhne Widerspruch vor jeder seiner Launen und küssen die lab," l'd schlägt. Herr Graf Kleist war eine richtige Ritter- Uitirr n"f dem Mittelalter. Er verlangte, daß ihm alles unter- z» l � sei, und ivenn ihm irgend etwas nicht gefiel, so schlug er kj'"nd dann streute er ivieder Geld aus, um die Beulen, fi," geschlagen, zu heilen. Und daß er es so treiben (Wv beweist, daß es auch heute noch, hundert "ach der großen französischen Revolution, sehr viele folrf,;,.S'dbh die es nicht wage», sich gegen eine �""blung aufzulehnen. Wir haben eben noch recht viel tiiJL e bem Zeitalter des Feudalismus. Das Bewußtsein, in "> modernen Rechtsstaate zu leben, ist bei uns noch recht schwach, und gewisse„höhere" Stände können noch immer ihre Sonderbegriffe von Ehre pflegen und in die Praxis übersetzen Wenn der Herr. Graf von einem ihn» gesellschaftlich gleichstehen, den Mann beleidigt wird oder sich beleidigt glaubt, so giebt es ein Duell, und wenn der Herr Graf mit einem nicht„satis- faktionsfähigen" Menschen in einen wirklichen oder eingebildeten Konflikt geräth, so schlägt er dem Plebejer einfach ins Gesicht, so handelt nicht nur der Graf Kleist, sondern so handeln unzählige Leute aus der Elite der Gesellschaft. Es ist durchaus nichts Seltenes, daß elegante Pflastertreter aus offener Straße oder in Restaurants solenne Prügeleien veranstalten, weil ihnen irgend etwas an einem ganz harmlosen Menschen mißfallen hat. Ein bayrischer Offizier schlug kürzlich einen jungen Kaufmann mit dem Säbel über den Kopf, weil dieser sich angeblich erlaubt hatte, spöttisch zu lächeln, und der Gcmißhandelte konnte nicht einmal eine ent- sprechende Bestrafung des Attentäters durchsetzen, da merkwürdiger Weise dessen Vergehen als„Verbalinjurie" angesehen wurde. Die Moral von der Geschichte ist: halte dich möglichst von den seinen jungen Herren fern, blicke sie am liebsten gar nicht an, denn du lkannst dabei sehr leicht Prügel bekommen. Die Be- solgung dieses Rothes wird nicht allzu schwer sein, denn es ist auch wirklich an den Herren nicht viel zu sehen. Wenn aber die seinen Leute über die„Rohheiten" des„niederen" Volkes klagen, so wollen wir sie allemal an den Grasen Kleist nnd Konsorten erinnern. Graf Kleist ist am Dienstag Nachmittag gegen Erlegung einer Kaution von 10 000 M. aus der Untersuchungshast entlassen worden. Zum Kapitel der Sonutagornlie. Daß die Woche sechs Arbeits- und einen Ruhetag habe, ist eine seit Moses, und trotz Bismarck, weitverbreitete'Anschauung. Auch der Dreher O. war mit derselben bisher durchs Leben gepilgert, bis er am 11. August bei der Firma Baß, Hudson u. Sons, einer Färberei, welche eine eigene Reparaturwerkstatt besitzt, in Arbeit trat. Hier erfuhr O. die seltsame Mär, daß die Woche 7 Arbeitstage habe und daß der Arbeiter für den Lohn, den er für 6 Tage erhält, verpflichtet ist, am 7. Tage jahraus, jahrein u m s o n st zu arbeiten. O. hielt diese Neuerung aber für so wenig verlockend, daß er beschloß, bei seiner bisherigen Anschauung zu bleiben, was zur Folge hatte, daß ihn die Firma, nachdem sie sich von seiner Verstocktheit überzeugt hatte, auf das Pflaster setzte. In dem von der Firma ausgefertigten Abgangszeugniß erkennt die- selbe an, daß sie mit den Leistungen des O. zufrieden gewesen sei, und daß sie den O. nur deshalb entlassen habe,„weil er sich weigerte, Sonntags zu arbeiten". Also, weil ein Arbeiter, nach- dem er sechs Tage gearbeitet, nicht den fiebenten umsonst arbeiten, weil er einen Tag sich selbst und seiner Familie angehören will, wird er entlassen, bind da zweifle noch Einer, daß wir nicht in einem erleuchteten Zeitalter leben. In gründen» rmpörrudrv Ulrike haben sich Arbeiter einem Arbeiter gegenüber benommen. Vor einigen Tagen war der Maler Karl Thninin hier zugereist, um sich Ärbeit zu ver- schaffen. Er begab sich zunächst nach dem Arbeitsnachweis der hiesigen Maler, Dresdenerstr. 110, um nach Arbeit anzufragen, resp. sich in die Arbeitsnachweis-Buchcr eintragen zu lassen. Als er das Haus verließ, blieb er einige Augenblicke im Hausflur stehen, um sich einen Stiesel auszuziehen, in den ihm Sand hinein- gekommen war. Die hinzukommende Frau Hansmeisterin oder Scheuerfrau verbot ihm den Ausenthalt in» Hausflur. Thamm entgegnete nur:„Ich»vill mir ja blas den Sand aus den Schuhen klopfen", als aus der in demselben Hause beflndlichen Tapezirer- iverkstat: des Herrn Berger ein Mann in den 40er Jahren heraus- stürzte, Thann» an» Genick packte und bis an die Hausthür stieß. Ein jüngerer Tapczirergehilfe kam nun noch hinzu und glaubte, den» Maler noch einen Stoß versehen zu müsse». Thamm flog bis auf den Straßendamm und siel unter die Räder eines vorbeifahrenden Geschästsfuhriverkes. Die Räder gingen dem Unglücklichen über einen Oberschenkel, und zermalmte» den- selben vollständig. Der Maurer Koßivig und der Arbeiter Oskar Neumann, die den ganzen Vorfall mit ansahen nnd uns darüber berichteten, brachten hierauf den Schivcrverletztcn, dem das Bein amputirt»verde» muß, nach dem Krankenhaus„Am Urban". Thann,,»vollte sich in Berlin Arbeit suchen und dann seine Frau und sein kleines Kind aus Gablonz in Böhme»»,>vo er vordem arbeitete, nachkommen lassen. Es wird ein schmerzliches Wieder- sehen sein. Die beide» Tapeziergehilfen haben durch ihre Rohheit den jungen, 29jährigen Mann für den fliest seines Lebens un- glücklich gemacht. I»» den Militär- Uni, rst'elite»- Fnbvili von Becker In Reinickendorf, am Spandauer Weg, hat vorgestern Abend ein Feuer größere Verheerungen angerichtet. Die Reinickendorfer Feuerwehr»var mit ihrer neuen Spritze zur Stelle, hatte jedoch zu»venig Schlauchleitung, um erfolgreich eingreisen zu könne». Zum Guick»var sofort auch die Hilfe der Berliner Feuerwehr angerufen»vorden, die den Brand in zweistündiger Arbeit löschte. Der größte Theil der Fabrik konnte gerettet»verde,,. An» 13. d. 1«., Abrndo«n» 11 Zlhr, ist»ach einer bei der ztriminalpolizei eingegangenen'Anzeige aus den Maurer Preuß ein Raubanfall verübt»vorden. Als derselbe ans dem Wege nach Alt-Landsberg bei den Bnggenhagen'schen Häuser» in der Nähe von Wilhelmsberg angelangt»var, wurde er plötzlich von sechs jungen Männern überfallen, bis zum Eintritt der Bewußt- lostgkeit geschlagen und darauf seiner Baarmittcl in Höhe von 54 M. und der silbernen Zylinderuhr mit der Nr. 3775 beraubt. Zum„Fall Joost", über welchen seit Wochen Alles still zu ein schien, bringt jetzt die„Saalc-Ztg." folgende merkwürdige Mittheilnug«»:„Mehrere tellergrope Blutlache», die Milte Februar vom Portier des Toussaint'schcn HauseS auf den Treppen gesehe»»vurde», haben die wider den berüchtigten Redakteur des „Tentschen Arince-Journals", Joost, schwebende Untersuchung »vesentlich komplizirt. Joost pflegte nach flAilternacht allerlei an- rüchige Personen, besonders der Halbwelt angehörende Frauen- ziminer, zu empfange», und da er, der vielfach vorbestrafte Dieb, es mit unglaublicher Frechheit verstanden hatte, sich in den Augen des Portiers und der Nachbarn als„Geheimpolizist" und „Agent deS kaiserlichen Hofes" auszuspielen, so hatte man ihn darin gewähre» lassen. Mitte Februar hörten die Nachbar», wie es in seiner Behausung laut herging und»vie ein schwerer Gegen- stand langsam die Treppe herunter und«»»s dem Hause geschafft wurde.'Am Morgen fand»nan die Blutlachen und deutliche Blutspuren bis zum Trottoir. Infolge dieser unheimlichen Ent- deckung, die jetzt erst zur Kenntniß der Behörden gekommen ist, »vareu auch die sechs jungen Damen, die in seiner„Expedition" für die Offiziere als Köder dieiieu sollten, fortgeblieben. Nunmehr gilt es z» ermitteln,»voher das Blut stammte, und wohin der schwere Ikörper in jener Nacht geschafft worden ist. Da der Kanal in der Nähe ist, liegt der Verdacht eines schweren Ver- brechens sehr nahe, um so mehr, da Joost, über das Blut befragt, damals den Nachbarn allsweichend geantwortet hat, er habe seinem Kinde„die Backzähne eingeschlagen". Mit Rücksicht auf die Vergangenheit des Joost dürste man sich nicht»vundern, »venn die Behörden irgend einem schweren Verbrechen aus die Spur kämen(?) Joost befindet sich seit Monaten in Hast. Die der Kriminalpolizei in Deutschland und Gesterreich»vohlbekannte verwittwele Postsekrelär Jenny Zieman», geb. Printz, welche erst im Dezember v. I. aus dem Znchthause entlassen»vurde, ist gestern»vegen Betruges»viederum verhaftet »vorden. Sie hezeichnet sich als Schriftstellerin. Ihre Thätiakeit als solche beschränkt sich aber daraus, daß sie hochgestellten Per- sonen Gedichte einschickt. Ihre Hauptbeschäftigung besteht darin, daß sie sich als Heirathsverinittlerin ausgiebt und von den ihr ■— a..';rr___ r-t-A cv.. �---------*■-'-----'----- rv'v- gewährten Vorschüssen lebt. In dem jetzt vorliegenden Falle hat sie einem jungen Manne unter der Vorspiegelung, daß sie eine passende gute Heirath für ihn wisse, aber noch Reisen niachen müsse, um die Sache in Ordnung zu bringen, bedeutende Vorschüsse abgelockt, ohne ihm die versprochene Partie nachzu- »veisen. Gi»» schlvore» Kittlichkeitsverbrechen ist nach dem „Anz. f. d. H." am Sonntag Vormittag in der Jungfernhaide verübt»vorden. Ein junges Mädchen aus Charlottenburg,»velches sich auf dem Wege nach Spandau befand,»vurde im Walde von mehreren Männern, anscheinend Erdarbeitern, überfallen und ver- geivaltigt; sodann raubten die Wegelagerer ihrem Opfer noch das Portemonnaie, in»velchem sich 12 M. bnarcs Geld befanden. Das Mädchen gelangte in erbarinungsivürdige»» Zustande nach Hasel- Horst und erstattete den» dort stationirten Gendarmen Anzeige. Bis gestern»varen die Verbrecher noch nicht ermittelt. Don einer Lollomotiue zermalmt. Aus dem Görlitzer Bahnhof»vurde vorgestern Abend 10 Uhr der Hilssivächter Stritzke von einer Rangirniaschine ergriffen und vollständig zerinalmt. Der Unglückliche gab sofort seinen Geist auf. Die Leiche eine» Arbeiters»vurde gestern früh in sitzender Stellung auf einem am iiottbuser Ufer belegenen Zimmerplatze aufgefunden. Die rechte Hand des Tobten hielt krampfhaft die Kante eines Balkens umklammert,»vährend die linke zusammen- geballt auf den» Schoost ruhte. Die Todesursache»vird erst durch die angeordnete Obduktion ermittelt»verde» können. Gin j'chrrllllichrr ZlngliichofaU ereignete sich im Laufe des vorgestrigen Vormittags an der Weichbildgrenze Berlins, in dein zu Friedrichsberg gehörige!» Hause der Frankfurter Allee 157. Daselbst wohnt ein junges Ehepaar, dessen Kmd vorgestern, »vährend die Mutter»n der Küche beschäftigt»var, an» offenen Fenster der Wohnstube spielte. Plötzlich hörte die Mutter einen lauten Schrei; sie eilte in die Stube und fand diese zu ihrem Entsetze» leer. Ihr Liebling hatte zum Fenster hinausgeschaut und»var, da er sich jedenfalls zu weit vorgebengt, aus demselben hinabgestürzt. Mit zerschmetterten Gliedmaßen»vurde das be- danernswerthe Kind von Hausbeivohnern noch lebend auf- genommen und nach Hinzuziehung eines Arztes, der dem Kinde '.flothverbände anlegte, nach dem städtischen Krankenhause am Friedrichshain überführt. Zlebev da» Krnrhmrn der Dferdrbahn-Kondukteure Arbeiter»» gegenüber»vird uns von verschiedenen Seiten bitter geklagt.— Am Mittwoch zwischen HVs und II3/» Uhr bestieg die Frau des Schuhmachers Jaczinski, Slvinemünder- straße 11 wohnhaft, einen Wagen der Strecke Lützow-Platz— Schlesischer Bahnhof am Spittelmarkt. Die Frau forderte einen Fahrschein für 10 Pf. und gab dem Kondukteur(Nr. 1351) 20 Pf. Da Frau I. ein größeres Packet mit sich führte, wollte sie dem Schaffner 5 Pf. Trinkgeld geben. Als ihr der Schaffner bis zum Spittelmarkt noch kein Billet gegeben hatte, forderte sie es. Der Kondukteur antwortete darauf:„Sie»verde» doch noch»varten?" In der Seydelstraßc erinnerte Frau Jaczinski den Schaffner nochmals an den Fahrschein. Da»vurde aber der Herr Kon- dnkteur böse:„Halt's Maul, sonst schmeiß ich Dich raus!" schrie er. Endlich in der'Alten Jakobstraße geruhte der Herr ihr ein Billet für 10 Pf. zu geben. Daß er 20 Pf. erhalten hatte, schien er ganz vergessen zu haben. Er behielt den Rest in der Tasche. — Die Direktion sollte doch darauf sehen, daß die Angestellten daS Publikum anständig behandeln. Solch'»mverschämte Leute, »vie der Herr Kondukteur 1351, sollten am längsten Kondukteur geivcscn sein. Die Fahrgäste haben ein Recht darauf, für ihr Geld zuvorkommend behandelt zu»verde». Weiter geht uns Folgendes zu: Am Freitag, den 12. September, fuhr ich Vormittags zwischen i—ll Uhr die Strecke Görlitzer Bahn— Behrenstraße mit fdein Wagen Nr. 774, den der Schaffner 159 zu bedienen hatte. Ich stand auf den» Hinterperron mit noch zwei Fahrgästen. Der Schaffner»var niit den» Einen der anderen Fahrgäste in ein Gespräch gekommen, das Jeder, der hinten stand, auch verstehen konnte.'Man war bei einem interessanten Kapitel, den»„Theilen", angelangt. Ter Schaffner Nr. 118 machte die geistreiche Beinerkung: „Wir sind doch leine Sozialdemokraten." Das Gespräch ging weiter. Jeder der beide» Herren schimpfte in be- kannter Weise auf die Sozialdemokraten.—! Endlich bemerkte nun der Schaffner in majestätischem Tone, daß die Sozialdemokraten alle reis sind für Dalldorf. Dahin gehören sie alle. Nun mischte ich mich ins Gespräch. Da kan» ich aber beim Schaffner schlecht an: Ich sollte nicht so quatschen. Ich habe mich in se»n Gespräch gar nicht hinein zu mische». Er könne sprechen,»vas er»volle. Darauf gab ich zur Antwort, das möge er thun, aber er möge keine Fahrgäste beleidigen. Da bekain ich abermals die schöne'Antwort von dem Herr» Schaffner Nr. 158: Ich solle nicht so quatschen. Dann half der andere Fahrgast nun ivieder mit, auf die Sozialdemokraten zu schimpfen:„Die Agitatoren mästen sich von den Groschen der armen Arbeiter. Denen reden sie Unsinn vor und die sind so dumm und glauben Alles." Ich gab den, Herrn darauf die Antivort, daß er sehr viel vom Sozialismus verstehe. Nun möchte ich doch mal fragen, ob die Große Berliner Pserdebahn-Gescllschaft damit einverstanden ist, daß der Schaffner fltr. 158 in der»vie oben angegebenen Weise von Tausenden von Personen spricht, die doch taglich helfe», das Geld zusammen zu bringen, wodurch die Gesellschaft lebensfähig ist. Mag der Schaffner, wenn er außer Dienst ist, sich erzählen, was er will; aber»ch glaube, das kann Jeder von der Gesell- schasl verlangen, daß ihren'Angestellte,» verboten»vird, in» Dienste Tausende von Fahrgästen in dieser schmutzigen Art und Weise zu beleidiaen""e das von dem Herrn Schaffner Nr. 158 10 ge- belcidigen, scheheu ist. Hoffentlich»vird die Gesellschaft den Herrn Schaffner be- lehren,»vie er sich im Dienste zu betrage» hat. Jedenfalls aber »verde» sich alle Jene, die nach Ansicht des Herrn Schaffner„reif für Dalldorf sind", die Nummer desselben»nerken. R. Kohlhardt, Marianncilstr. 34. Dlilfhnndluitg eine« Wnifettkintbr». In der 4. und 5. städtischen©ernei,»beschule,'Alte Jakobstraße, nach»velcher aus irgend einen» Grunde zur Zeit auch Zöglinge des nahen Berliner Waisenhauses zun» Unterricht geschickt»verde», hat ein junger Lehrer Namens St.,, velcher mit den» Waisenlehrer B. des er- »vähnten Hauses in engeren, Verkehr steht, Ende voriger Woche »vährend der Schulzeit dem etiva elf Jahre alten Waisenknaben H. die Erlaubniß zum Austreten behufs Verrichtung einer Roth- dürft venveigert. Als der Knabe dam», gequält durch die Dring- lichkeit, seine Bitte un» die Erlaubnis»»vcinend mehrmals»vieder- holte, ergriff der Lehrer N. den Stock»»nd verabreichte dem Waisenkinde eine überaus harte Züchtigung. Hierbei siel auch ein»vuchtiger Stockhieb auf die Knebel der iinkei» Hand,»velcher dem arme» Kinde entsetzliche Schmerzen bereitet haben und noch bereiten muß. Kein Hahn kräht aber»vegen der Miß- y Handlung— handelt es sich doch um ein Waisenkind. Am Sonnabend Slbend besuchte nun Lehrer N. den Waisenlehrer B. in seiner Wohnung, und da der Zigarren- vorrath ausgegangen ivar, wurde ein Zögling des Hauses herbei- gerusen. welcher nach dem Zigarrcn-Jmportgeschäft von I. u. K. in der Kommandantenstraße(am Donhoffsplatz) gehen und Zigarren siir seinen Lehrer, der dort Kunde ist, holen mußte; dies war der gemißhandelte Knabe H. Zufällig verkaufte daselbst an jenem Abend der Prinzipal Herr I. selbst. Er befand sich, als der Waisenknabe eintrat, gerade in der Unterhaltung irnt einem seiner Kunden, welcher im selbigen Hause eine Bronce- waarcn;abrik betreibt. Beide Augen sielen zugleich auf die Hand des Knaben und beide drangen nun in den Knaben, um zu er- fahren, wodurch er zu der schlimmen Hand gekommen ist. Da Herr I. Mitglied des Waisenrathcs von Berlin ist, hat er von Amtsweaen sofort die Untersuchung und strengste Ahndung dieser Lehrerrohheit eingeleitet, ohne darnach zu fragen, ob ihm nun ein oder mehrere gute Kunden fortbleiben werden. Wie man hört, hat der Herr schon einmal einem rohen Lehrer das Handwerk gelegt; es war dies Ende vorigen Jahres an einer Gemeindeschule im Osten von Berlin. In jenem Falle hatte der Lehrer nicht nur ein Schulkind, sondern eine ganze Anzahl seiner Klasse, die seinem Unterricht, welchen er nach dem ausgesprochenen Grundsalz trieb: in einem halben Jahr müssen die„A.B.C.-Schutzen" soweit sein, daß sie Zeitung lesen können, nicht zu folgen vermochten, fortwährend derart gestraft, daß die Kinder schon nicht wehr in die Schule gehen wollten. Durch den Schüler Georg Z., Sohn einer Wittwe, gelangte die Geschichte zur Kenntniß des Herrn I., welcher als Waisenrath die Bestrafung des Lehrers erwirkte. Wie dringlich es gewesen sein muß, ihm das Handwerk zu legen, erhellt wohl am besten daraus, daß jener Lehrer sich jetzt als Geisteskranker in Dalldorf befindet. — Kindermißhandlungen durch Lehrer sind leider ebenso an der Tagesordnung wie Mißhandlungen von Soldaten durch rohe Unteroffiziere. Leider kommen beide in den seltensten Fällen zur Anzeige und zur Bestrafung. Eigenthiimlich überkommt es einem da, wenn man zurückdenkt an die Lehrer-Beschwerdeu über Miß- Handlung von Lehrern während ihrer Militärdienstzeit. Potizeibevicht. Am 13. d. M. Nachmittags versuchte ein Dienstmädchen in der Wohnung seiner Dienstherrschast, in der Kurfürstenstraße Nr 17, anscheinend in einem Anfall von Geistes- störnng sich durch den Genuß von Sensspiritus, Salmiakgeist und Glyzerin zu vergiften. ES wurde nach dem St. Hedwigs-Kranken- hause gebracht. Am 15. d. M. Morgens wurde im Landwehr- Kanal, nahe der Anhalter Eisenbahn-Untersührung, die Leiche eines Mädchens angeschwemmt.— Mittags gerieth der Leder- arbeitcr Bedersdorf vor dem Hause Ackerstraße 149 beiin Ab- springen von einem in der Fahrt befindlichen Rollwagen unter die Räder desselben und erlitt dadurch außer einer Verletzung an der Stirn einen Bruch des linken Oberschenkels, so daß er nach dem Lazarus-Krankenhause gebracht werden mußte.— Rachmit- tags versuchte ein Mann in seiner Wohnung, in der Orauien- straße, sich mittelst Schweinfurter Grüns zu vergiften. Nach An- Wendung von Gegenmitteln wurde er nach der Charitee gebracht.— Zu derselben Zeit entstand vor dem Hause Dresdenerstraße Nr. 116, zwischen einem Tapezirer und einem Maler eine Balgerei, hierbei stürzte letzterer. in Folge eines heftigen Stoßes gegen die Brust auf den Fahr- dämm, gerieth dabei unter die Räder eines vorüberfahreuden schwer beladencn Arbeitswagens und erlitt einen Bruch des Ober- schenkels, sowie anscheinend schwere innere Verletzungen, so daß seine Ueberführung nach dem Krankenhanse am Urban erforder- lich wurde.— Um dieselbe Zeit machte ein Mann in seiner Woh- nung, in�der Thaerstraße, den Versuch, sich mittelst Kohlendunstes zu vergüten. Sein Vorhaben wurde jedoch noch rechtzeitig ent- deckt, er durch einen Arzt ins Leben zurückgerufen und darauf nach dem Krcüikenhause am Friedrichshain gebracht.— Abends wurde der Arbeiter Hohensee von seinem Schwager in dessen Wohnung, Forsterstr. 9, bei einem Streite durch Schläge mit einein abgebrochenen Flaschenhälse am Kopfe so schwer verletzt, daß er mittelst Wagens nach der Charitee gebracht werden mußte. — Zu derselben Zeit wurde an der Ladestraße des Görlitzer Bahnhofes der Hilfswächter Stritzke von einer Rangirmaschine überfahren und auf der Stelle getödtet.— In der Nacht zum 16. d. M. versuchte ein Mann in seiner Wohnung, in der Heinersdorserslraße, sich zu erhängen. Er wurde noch rechtzeitig losgeschnitten und noch lebend nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht.— Am 15. d. M. fanden zwei kleinere Brände statt. Mit dem Aufhören deo Kozialistengefehes dürfte auch eine Polizeiverordnuug hinfällig werden, welche den Schöffengerichten recht viel Arbeit gemacht hat: Die aus dem Jahre 1878 stammende Polizeiverordnung, wonach jeder von auswärts hier Zuziehende binnen 3 Tagen ein Abzugsattest von der Behörde seines bisherigen Aufenthaltsortes beizubringen hat. Die An- klagen wegen Uebertretung dieser Bestimmung sind sehr zahlreich gewesen, da in vielen Fällen die betreffende» Personen sich zwar um dieses Abzugsattestes bemühten, dasselbe aber aus irgend welchem Grunde nicht erlangen konnten, m anderen Fällen aber Unkenntniß der bez. Verordnung vorlag. Die Straskainmer als Berusungsinstanz hatte schließlich die Praxis befolgt, in allen denjenigen Fällen, wo die Betreffenden nachweisen konnten, daß sie sich bei dem Gemeindevorstande ihres früheren Ausent- Hallsortes vergeblich um ein solches Attest bemüht hatten, auf Freisprechung zu erkennen. Das Gericht nahm an, daß in solchen Fällen die Angeklagten das Ihrige gethan haben und ein Mehr ihnen nicht zugemnlhet werden könne. Die 92. Abtheilung des Schöffengerichts stellte sich gestern— 14 Tage vor Ablauf des Sozialistengesetzes— noch einmal aus einen ganz entgegengesetzten Standpunkt und verurtheilte einen Angeklagten dieser Kategorie zu 5 M. Geldbuße. Der Vorsitzende publizirte die Ansicht des Schöffengerichts dahin, daß die Praxis der Straf- kammer falsch erscheine. Jene Verordnung, welche nach den Attentate» im Jahre 1878 erlassen worden, habe einen ganz be- stimmten politischen Zweck gehabt Zand sollte es ermöglichen, die Polizei ganz genau über die Verhältnisse der hier Zuziehenden zu orientiren. Bei dieser Sachlage genüge eS nicht, wenn der Betreffende nachweist, daß er sich um das Attest bemüht hat, er müsse vielmehr vor seinem Zuzug nach Berlin die Sicherheit Halen, es auch zu bekommen, andernfalls müsse er eben von Berlin fortbleibe». Gi» Kerliner Dnrchbrennru, welcher seiner Zeit viel von sich reden gemacht hat und im Monat Juni in Budapest ergriffen worden ist, stand gestern in der Person des Kanzlisten Karl Gottfried Adler- vor der 2. Straskainmer hiesigen Landgerichts I. Der lüderliche junge Mann hat schon einmal eine Vorstrafe er litten, weil er seinem eigenen Vater, welcher ein grundehrlicher Vollziehungsbeamter war, in frecher Weise Geld entwendet und damit beinahe den Vater selbst in einen schlimmen Verdacht ge- bracht hatte. Nach Verbüßung seiner Strafe wurde er durch seinen Vater bei einem hiesigen Rechtsanwalt als Schreiber an- gebracht, hat aber das in ih» gesetzte Vertrauen schnöde gennfi braucht. Nachdem er zwei günstige Gelegenheiten wahr genonimen hatte, um seinem Brotherrn kleinere Summen im Gesamintbetrage von 200 Mark zu unterschlagen, fügte es sich, daß ihm der Rechtsanwalt eine Suunne von 3270 M. anvertraute, welche er bei der Stempelkasse einziehen sollte. Er zog es vor, daS Geld für sich zu behalten und in die iveite Welt zu ziehen. Er blieb auch längere Zeit spurlos ver- schivunden, bis er im Juni d. I. in Budapest von seinem Geschick ereilt wurde. Er hatte daselbst schon längere Zeit durch seine Verschwendungssucht Aussehen erregt; in Gesellschaft von Schön- Helten der Straße war er ein ständiger Gast in interessanten Nachtlokalen und gab dort Geld mit vollen Händen aus. End- lich wurde auch die Polizei auf den flotten Berliner aufnierksain, sie wünschte die nähere Bekanntschaft desselben und begnügte sich nicht damit, daß er sich„Max Dieckens" aus Berlin nannte. Das Auftreten des jungen Mannes erschien der Bndapester Polizei immerhin interessant genug, um eine Anfrage nach Berlin zu richten und als von hier die Antwort kam, daß der qu. Max Dieckens als Soldat beim 35. Regiment in Brandenburg diene, da ordnete die Polizei in Pest an, daß der Fremdling genau beobachtet werden möge. Da ereignete es sich, daß eine Chansonettensängerin, welche zu den Auserkorenen des Herrn Dieckens gehörte, von demselben die freundliche Einladung erhielt, gemeinsam mit ihm aus diesem Jammerthale zu scheiden und durch einen gemeinschaftlichen Selbst- mord allen irdischen Sorgen auf ewig zu entfliehen. Frl. Frieda, ebenso schon als lebenslustig, empfand aber von dem Drucke dieser Sorgen nicht sehr viel, war auch keineswegs dazu aufgelegt, in einer Zeit, welche für sie noch„Tage der Rosen" brachte, einen romantischen Selbstmord zu begehen, sondern ging schnurstracks zur Polizei, um derselben das ungalante Anerbieten des schwer- müthig gewordenen Berliners mitzutheilen. Jetzt sollte zur Verhaftung desselben lgeschritten werden, als dieselbe aber in Szene gesetzt werden sollte, kam die Nachricht, daß sich Herr Dieckens im Stadtwäldchen erschossen habe. Man eilte dorthin und fand den jungen Berliner wirklich in einer Blutlache vor, doch halte die mörderische Kugel ihre Schuldigkeit nicht ge- than, denn der Selbstmörder lebte noch und wurde bei voller Besinnung ins Spital gebracht. Dort gestand er ein, daß die von ihm geführten Papiere das Eigenthum des Soldaten Max Dieckens seien, daß er selbst Adler heiße und nach Unterschlagung von 3500 Mark durchgebrannt sei. Der Gesundheitszusland des Adler war Mitte August so weit wiederhergestellt, daß er nach Berlin in das Untersuchungsgefängniß überführt werden konnte. Im gestrigen Verhandlungstermin ivar er in vollem Umfange ge- ständig und wurde vom Gerichtshof zu zwei Jahren Ge- s ä n g n i ß verurtheilt. VevfrnnmUmgeu. fkrtul Singer über die Taktik der Sozialdemokratie. (Ausführlicher Bericht.) In der vorgestern Abend von ungefähr 2500 Personen besuchten Versammlung des Wahlvereins des 4. Reichstags-Wahlkreises sprach Reichstags-Abgeordneter Singer über den Organisationsentwurf der sozialdemokratischen Partei. Er führte ungefähr Folgendes aus: „Nach Ablauf des Gesetzes, das der sozialdemokratischen Partei eine geheime Organisation aufzwang, hat sich die Roth- ivendigkeit einer neuen Ordnung der Partei herausgestellt. Die Fraktion, die während der letzten zwölf Jahre die Partei hat leiten müssen, wird in Halle ausführlich ihre Thätigkeit klarlegen und bewelsen, daß sie sich des Vertrauens der Partei würdig gezeigt hat.(Bravo!) Aus dieser treuen Pflichtausfassnng der Fraktion ist der Parteitag und der Organisationsentwurf angeregt und letzterer ausgearbeitet worden. Maßgebend war dabei der Umstand, daß die Partei die größte Deutschlands ist und einer festen Organisation bedarf. Doch wie berechtigt auch für eine solche eine feste Zentralisation sein mag, so hat der Entwurf doch dem demokratischen Charakter der Partei Rechnung tragen müssen. So muß die Partei im Partei- tag zentralisirt werden, den» über Prinzipien und Taktik kann nur eine Körperschaft entscheiden, die ans dem Vertrauen der Ge- nossen hervorgegangen ist. Der Vorstand sollte eigentlich von allen Parteigenossen gewählt werden, doch da dies unter den jetzigen Verhältnisse» unmöglich ist, so mußte der Entwurf dem Parteitage die Wahl des Vorstandes überlassen. Es müßte aber noch eine Körperschaft geschaffen werde», die über die richtige Ausfüh- rung derParteileitung ivachi. Damitsoll von Seiten der Fraktion nicht etwa Terrorismus ausgeübt werde», der Parteitag bleibt ja stets die oberste Instanz, der die Fehler der inzwischen als Kontrole fungirenden Körperschaft korrigiren kann." Im Einzelneu geht der Redner zunächst auf die Bestimmung darüber ein, wer als Parteigenosse zu rechnen sei, und vertheidigt die Aufnahme der Bedingung einer materiellen Verpflichtung für die Partei.„Wenn die Weber im Eulcngebirge einen Pfennig im Vierteljahr bei- tragen, so ist damit den Bedingungen genügt. In Bezug auf die während des Sozialistengesetzes geltende Organisation nach Wahl- orten kam man jetzt zu der Eintheilung nach Wahlkreisen, in denen die nöthigeu Vertrauensmänner gewählt werden. Ob für die großen Wahlkreise, wie z. B. hier, ein Vertrauensmann genügt, kann man bezweifeln, man wird diesen Bedenken jedenfalls auf dem Parteitage Rechnung tragen, um dem immer berechtigten Mißtrauen hanpisächlich in Geldsachen die Spitze abzubrechen. Die jährliche Berufung eines Parteitages beruht auf dem demo- kratischen Parteiprinzip, das kurze Wahlperioden verlangt. Gegen die Bestimmung, die auch den kleinen Parteikreisen auf den: Parteitag Vertretung giebt, ist in letzter Zeit vielfach Einspruch erhoben worden; die Auffassung, als habe sich die Fraktion damit eine ergebene Garde schaffen wollen, ist zu kindisch, die Fraktion würde vom Parteitag beim lersten Versuch dazu zu Boden ge- schmettert werden.(Sehr richtig!) Die Genossen in der Provinz können doch nicht für ihren Wohnsitz gestraft und benachtheiligt werden; die Parteigenossen in größeren Städten können sich aus ihrem Wohnsitz keine größeren Rechte herleiten, wohl aber Pflichten. Die kleinen Kreise werden mit großen Opfern ihre Pflicht erfüllen, wenn sie einen Vertreter schicken und denselben womöglich aus den Kreisen der Großstädte nehmen, die noch Zeit dazu haben: Wir müssen uns im Gegentheil darüber freuen, daß die ländlichen Genossen endlich von der sonnenklaren Lehre der Sozialdemokratie ersaßt werden!(Stürnnsches Bravo!) Daß die Mitglieder der Fraktion zum Parteitag zugelassen werden, ist selbstverständlich, denn sie sollen Rechenschaft dort ablegen; fraglich kann nur sein, ob diese Mitglieder stimmberechtigt fem dürfen, da heißt es nein, denn soll Niemand Richter in eigener Sache sein. Das Gleiche trifft siir die Mitglieder des Parteivorstandes zu, soweit es sich um die Beurtheilung ihrer Thätigkeit handelt. Das Recht der Berufung eines außerordentlichen Parteitages muß zudem der Partei gewahrt bleiben, wenn es auch in Etwas-eingeschränkt werden mußte durch Bestimmung einer gewissen Zahl von Mit- gliedern. Die Zahl von 10 000 für diesen Fall ist mit Rücksicht auf die auf 3 Millionen(inkl. der noch nicht Wahlberechtigten) zu schützende Zahl von Parteigenossen gewählt, um eine Ein- bcrufung aus belanglosen Gründen zu hindern. Die eventuelle Besoldung der Mitglieder des Vorstandes ist durch den Umstand bedingt, daß es wohl wenige Genossen giebt, die ihre Thätigkeit der Partei ohne Entschädigung widmen; jedenfalls wird es keine Bourgeoisgehälter geben, wie sie bei Aktiengesellschaften w. gezahlt werden.(Bravo!) Dem Parteivorstand muß die Kontrole der prinzipiellen Haltung der Parteiorgane gegeben werden; eine sachlich begründete, maßvolle Kritik der Thätlg- keit des Vorstandes und der Fraktion wird nie unterdrückt werden, wer aber das Gegentheil versucht, der fliegt hinaus. In letzter Instanz haben die Parteigenossen ja immer die Entschei- dung in der Hand, das haben auch die Ereignisse der letzten Wochen gezeigt.(Stürmisches Bravo!!) Andererseits ist die Fraktion weit davon entfernt, damit die freie Meinungsäußerung in der Partei abzuschneiden, keiner kann mehr als die Fraktion wünschen, daß ein junger Nachwuchs sich heranbildet, der die alten' Kämpfer ablöst. Gerade in den letzten Jahren ist an die Fraktion niehrfach das Ansuchen gerichtet, im Juteresse der Partei gegen sich„Parteiblätter" nennende Organe einzuschreiten; sie hat es stets abgelehnt; jetzt aber ist eine Kontrole nöthig, damit die geistige Nahrung der Partei rein bleibt. Das entspricht auch den Be- schlüssen der frühere» Parteitage. Die Bildung einer Kontrol- kommission hat zu eingehenden Besprechungen in der Partei An- laß gegeben; nur die Fußangeln des heutigen Vereinsgesetzes haben dazu geführt. Keine Herrschergelüste der Fraktion P® dahinter; fällt die Bestimmung so wird die Fraküon'hr � Thräne nachweinen. Jedenfalls darf man kein Mmdsgei� «.yrune uuwjiucmcn. �cu-ii|uu=.',. »hebe», wen» d»� ch"»#'' •tYy' �"XQiuon hocxj ein uuet«„♦one ubertragen wird. Dieselbe ist ja ini Wesentlichen eine role bleibt ja doch stets bei der Partei st die politische Kontrole mewi ja oocy»ei» or. v«.- Im Uebrigen kann man ja doch annehmen, daß die Parin... die allergrößten Esel in den Reichstag gewählt hat Da ist es eben auch nicht anzunehmen, daß irgend eine•«. von den 5 Vorstandsmitgliedern ohne vorherige Rücksprache der Fraktion erlassen wird. mi-mand Daß die Partei ein Zentralorgan haben muß, ist von NM ----- mrfck Ivir sind bestritten worden. Ein Wochenblatt genügt nicht Partei, die stets bereit sein muß, loszuschlagen— in der PtelL Partei, die stets bereit seni muß, loszufcytagcn—.» ta auf heutigen Angriff muß morgen Abwehr erfolgen! Infolge trirung des politischen Lebens in Berlin muß hnS organ in Berlin erscheinen. Die Beeinträchtigung ch-l- presse ist nicht zu fürchten, das Zentralorgan imrd im«»d-,■ d°", klelnen Blättern eine werthvolle redaktionelle Hilfe Wissenschastliche Erörterung der Bedeutung des Sozialismus kaB 5'/' laglich erscheinendes Blatt nicht leisten, das wird in ch# -Ä-sfe" sf den kleinen Blättern eine Habels, dient das' jetzt schon naturgemäß als Zentralorgan wirb in Halle, ho%m_,um das IVt-V 11» 1�,1. MV 1, v J| V..k..vv,.......w gemacht iverden. Möge es dann, besonders auch von den Parteigenossen ebenso eifrig unterstützt werden." Zum Schluß bat Abg. Singer, keine Resolution in-... auf den Entwurf zu fassen, höchstens demselben eine allgemc Zustimmung zu geben, die kleine Aenderungen nicht aussch» (Stürmischer anhaltender Beifall.) In der sich daran schließenden Diskussion befürwortete TW irndt zu§ 1 die Aufnahme des Wortes Ge>>ol>� Franz Bern dt zu§ 1 die Aufnahme des WOJP» X3e I» um die Rechte der weiblichen Mitglieder der Sozialdeinol /~i rv\ e- t- rvi i_ xj___... 21 u T«tv 4 SIV D ntl tt wahren. In Bezug auf die Parteiblätter wünscht Redner selben möglichste Freiheit gewahrt zn sehen. Als dann en>• gehöriger des 6. Wahlkreises, Schlosser Otto Sroga, J., Meldung zum Wort damit niotivirt, daß im 6. Wahit keiner ohne die Parole Hie Wille und Wildberger den«aa treten, wird er vom Vorsitzenden Zubeil darauf aufmerksam grw'' daß keine persönlichen Angriffe geduldet werden..„ü Im Schlußwort führte der Referent Singer aus, daß dem Ausdruck„Person" Mann und Frau gemeint sei, daß Einwand des Herren Berndt damit erledigt sei. Mit der sondern Berücksichtigung der ländlichen Kreise habe die Partes-� ifll' Vogel abgeschossen, das zeige die Wuth der gegneris-,.., Ferner verivahrt sich Referent noch dagegen, daß den ProMM, blättern eine Kritik der Prinzipien und Taktik der Partei aß schnitten werden solle; doch müsse sich die Partei davor stA daß ihr keine„anarchistische Knckukseier ins Ml' L legt werden. Es wäre eine schlechte Parteileitung,„ es zuließe, daß in Bezug auf die Prinzipien Rebeu.. entstände. Der Gegensatz zwischen den sozialdemokranl� und anarchistischen Grundsätzen sei der denkbar schärfste.�. Sozialdemokratie wolle durch Aufklärung die ganze des Volkes für ihre Prinzipien gewinnen und dadurch wirthschaftlichen Verhältnisse umgestalten, der Anarchismus»„ löse Alles in Atome auf und führe zum Faustrecht. Ebenso ß„ die letzte Bewegung in der Partei, wie Bebel gesagt, direl' j die Bajonette geführt; und damit wäre das Erwünschteste � heutigen Gesellschaft geleistet, die nur darauf wartet, daß«A, Flinte schießt, der Säbel haut "-""'i;, t." Schließlich' tritt Singer in als für Aufrechterhaltung der vorgeschlagenen KontrolkonnMl!°!. ein und bittet um sachliche Behandlung der Frage, die er für den Parteitag wünsche, jso werde die Partei keine Spalt'® nber Tbeiluna in»Ivei Laaer mehr erfahren. Revolutionäre oder Theilung in zwei Lager mehr erfahren. Revolutionäre RJ* die in der letzten Zeit öfter gehalten seien, wären unnöthig, dettß Qrpß genug, um ituuiimumuc-�)yiujcu n»vvv.". anhaltender, brausender Beifall.) Bei der Erledigung des geschäftlichen Theiles wurde folgt" Resolution zur Diskussion gestellt: v» „Der Vorstand wird beauftragt, gelegentlich nächsten Genehmigungsgesuches einer Versammlung°. Polizei-Präsidium mitzutheilen, daß auf Grund der ÜM. welche uns durch das Vereins- und Versammlungsg'!, garantirt sind, zu allen folgenden Versammlungen F*a', als Gäste Zutritt habe». Der Vorstand soll ferner v � Polizei-Präsidium verlange», daß die Beamten, weicht% der Bewachung von Versammlungen betraut werden, L den entsprechenden Paragraphen des Vereinsgesetzes beka« gemacht werden." Der zweite Vorsitzende des Wahlvereins begründete diese r ihm beantragte Resolution, worauf der überwachende Beamte Nennung des Namens und der Wohnung desselben verlaP. Vorsitzender Zubeil verwahrte sich dagegen, daß das nöthig�, .quucii vtnuiiL/m- l1� vviyvyvn, wup v Mv~ Us da der Vorstand dem Polizeipräsidium angemeldet und bew" sei, nannte aber denselben, um einer ungerechtfertigten Auflöst' ' Xl v."11»mV«tt vt t+i Die Resolution wurde darauf einstimmig I'', die sich mit der ablehnenden t Kellner beschäftigte, wurde nicht zur AbstimM vorzubeugen._ nommen.— Eine Resolution, tnng der Kellner beschäftigte,------.......„, gebracht.— Ein Antrag, zur Unterstützung der Versendung. v., gelesenen Arbeiterblättern 60 M. zu bewilligen, wurde ebe»!'"� mit großer Mehrheit angenommen. — �----- �- J--------- n/\---- iUU Schließlich wurde der Antrag, am 30. September zu miniren, den der Vorsitzende als seinen innigsten Wunsch bezeichn� mit brausendem Jubel aufgenommen. Schließlich kündigte% ~■-— i>'k..ckk»-._k.?.kt nip Berndt an, daß am tiu. Sepremver gegen unnmusnme vr»- in Brauerei Friedrichshain eine Begräbnißseier für das Sozialir gesetz veranstaltet wird.. Zum Schluß beantwortete noch Herr Singer die gangene Frage: Was ist ein Sozialdemokrat? mit dem Hin'"', darauf, daß»ach dem I.Oktober die wissenschaftliche Besprech""? dieser und ähnlicher Fragen erfolgen, verde, skizzirte dann kurz den Begriff Sozialdemokrar dahin, daß der Kampf gegen° gegenwärtige kapitalistische Produktionsweise das Anrecht i diesem Titel gebe., Grstov deutscher Kergnrbeitertag. Halle, 15.% tember. Im Sanow'schen Gasthause wurde heute unter 3flL reicher Betheiligung von Delegirten aus den deutschen Bergwel'' Bezirken unter dem vorläufigen Vorsitz des Herrn Hünningh"� aus Günnigfeld— einer der gemaßregelten Bergleute— Herrn Möller, Redakteurs der„Deutschen Bergarbeiter-Zeitung' der seit längerer Zeit vorbereitete erste deutsche Bergarbeiter'� eröffnet. Nach Begrüßung der Versammlung nahm Herr Möu daS Wort zur Erläuterung der zu erstrebenden Ziele, welche ex �.......2----' x f.1-v r_ ff.... v«.,».Mv.~ f+ erster Linie darauf gerichtet sei» sollen, dem gewaltigen DruP und der schlimmen Behandlung, Ivie sie die Unternehmer übten, einen gewaltigen Damm entgegen zu setzen. Das Geb«" reu, uns zu unterdrücken, hat, da wir uns m gesetzlichen Schräm � hallen, nur den Zweck der Provokation. Das Licht des Hinum' läßt sich nicht mehr verbergen und unsere soziale Macht wird. Handel und Wandel zum Segen gereichen. Redner weist die Schwierigkeiten hin, welche bisher die Verhandlungen u«. —-—-'».---- A»..is ym, ivvivyi Vtvyn, vv* Bestrebungen der Bergarbeiter gefunden haben, auf den Cynisinm' mit welchem sie vielfach behandelt wurden, und schließt mit de" Ausdruck der Hoffnung, daß die Bergarbeiter bald im Stam' und schließt mit w MW..... ww. 1 1...... p, v..„—. v... wp.■■ v viter bald IM sein werden. Gleiches mit Gleichem zu vergelten.(Beifall.).z f»>_ je. rv. n ri._____ v M.. ni„ rvf. d 5X2 v........ c.r. 4�1. M.1! ff tl� tvwvvvM, vi/tvivyw v.i» gi* vv-*.Öv*vwi. Nach Feststellung der Geschäftsordnung folgten Berichte den einzelnen gtevieren. Die Vertretung der einzelnen Rev>e'' anlangend, so ist das Dortmunder Revier durch 19 Delegirte trete», welche für 110 000 Bergleute erscheinen. Das Wurmrev'. hat 1 Delegirten auf 10 000 Arbeiter, Niederschlesien 2 sti 15 000 Arbeiter, das Saarrevier 10 für 27 000. das Königs X Sachen 5 für 27 000, die Provinz Sachsen 1 für 1500, Elsaß- Lothringen 1 für 400, die Pfalz(St. Ingbert) 1 für 800. . Bergmann jtönig-Elsaß-Lothringen klagt namentlich darüber, oa>! seitens der Arbeitgeber in Lothringen durch alle mögliche» ■olittel des Trncles eine Verlängerung der Schichtdauer bis 0 •nib gi/e Stunden hinaus angestrebt wird. Gerade hierin liegt mr uns einer der größten Beschwerdepunkte, denn nach der Ar- oeitszeit allein kann der Lohn regulirt werden. Ebenso schwer elnpfmden wir die Maßregelung aller derjenigen, welche für die Interessen der Kameraden eintreten. Wer dies thut, wird brot- W Fernere Beschwerden des Redners beziehen sich auf zu geringe �ohne, die an manchen Orten kaum 2,40 Fr. bis 2,60 Fr. pro Sor betragen f---- «in uns sie von sich den Auch das in Elsaß-Lothringen noch geltende sran- Mi sche Vereinsgesetz steht den auf Vereinigung drängenden Jnter- z! n der dortigen Arbeiter noch sehr entgegen, da darnach die . uneldung zu einer Versannnlnng schon 8 Tage vorher zu er- Lid. und von 7 politisch einwandssreien Bürgern unter- �..sein muß. Auch darf solcher Versammlung vorweg gar l" politischer Charakter beigelegt werden. Es ist daher für lehr wünschensiverth, daß wir in Bezug auf das Vereins- uiit dem übrigen Deutschland gleichgestellt werde». Arbeiteransschüsse aulaugeiid, welche, auf Wünsche Berlin ans, eingerichtet worden sind, so vollzieht deren Wirksamkeit in solchen Formen, daß sie nichts für > Arbeiter wirken können. Soviel steht fest, daß die elsaß- lhiiiigischen Arbeitgeber ebensowenig wie die im Dortmunder 'er besondere Freunde der Arbeiter sind. „ Bergmann Schilow(aus dem Saarrevier) weist auf die fort- .«yrende Verschlechterung der Lage der Bergarbeiter seit J fuhren hin. Fast jede Hoffnung zur Besserung schien ver- �w"»den. Endlich sind wir zur Erkenntniß gekomuien, daß, m U)!r alle Mittel und Wege erschöpft und unsere Wünsche ..u Beschwerden uberall vergeblich vorgetragen haben, die Ab- Me unserer traurigen Lage nur durch uns selbst zu bewirken ist. «w verlangen nichts Unbilliges. Zunächst wünschen wir, daß hier von uns gefaßten Beschlüsse in unsere Arbeitsordnung Mgenommen werden möchten, lieber unsere hiesige Zusanunen- unist herrschen noch viele unklare Ansichten. Die Emen sagen, vaß wir hier Streiks organisiren wollen, die Andere», daß wir vns hier der Sozialdemokratie anschließen wollen. Die Berg- vrdeiter werden aber weder für das Eine noch das Andere zu vsben sei». Um unsere Forderungen zu erlange», brauchen wir keine Sozialdemokraten zu werden. Ter Bergmann verlangt nicht zu viel, er will nur Brot für sich und seine namilie, er will den Frieden haben und sich von Zank und Hader lern halte». . Bergmann Zimmermann-Zwickau ist für eine Petition an ven Reichstag aus Grund des von ihm gesammelten Materials, welches er als Mitglied einer Beschwerdekommission der sächsische» Bergarbeiter seiner Zeit auch derKreishauptmannschast in Zwickau swrgetragen, und welches auch alle die bekannten Uebelstände um- Wht, welche den Gegenstand der früheren und jetzigen Beralhungen ver Bergleute bilden. Redner kritisirt sodann sehr abfällig das Erhalten derjenigen Zechenverwaltungen, welche seiner Zeit leierlich Abhilfe der Beschwerden der Bergleute versprachen, dann vber nach und nach in die alten Bahnen zurückkehren. . Bergmann Hermann-Altwasser in Schlesien knüpft an den chlesischen Bergarbeiterstreik von 1660 an, der keine» Erfolg ge- �sbt haben würde, da ihm ein Streik der Arbeitgeber gefolgt wäre. Cie Bewegung wurde damals durch den Krieg und die darauf folgende Gründerzeit unterbrochen. Seit dem"sanken die Löhne Rapide ungefähr von 5 M. bis auf 1,50 M. im Jahre 1878. Endlich mußte Wandel geschaffen werden. Bis zum Jahre 1886, wo ei» neues Knappschastsstatut erschien, waren wir fast ohne jede »Organisation. Erst zu jenein Zeitpunkt erfolgte eine solche trolz oller Maßregelungen, welche vielen Bergarbeitern zu Theil wurden. Unsere Organisationen waren aber nichts weniger als auf Streiks berechnet. Gerade, wo solche Organisationen fehlten, waten Streiks und Exzesse zu allererst in Erscheinung, wie z. B. w Hermsdorf. Redner kennzeichnet sodann zahlreiche Uebelstände ouf den schlesischen Gruben, von denen er namentlich solche aus .wer Grube bei Hermsdorf hervorhebt, die einem Geistlichen ge- „Nichtsdestoweniger legen wir," so fährt Redner fort, «Verartige Zustände nicht dem wahren Cbristenthum, sondern rchr dem sogenannten praktischen Ehristenthum zur Last." Redner, ,ver sich auch als durch Kündigung gemaßregelt darstellt, stellt als Wache des jetzigen Kongresses namentlich auch den Umstand hin, 9ß. nachdem nach der Streikbewegung sich die Lage der Berg- vrbeiter etwas gebessert hätte, das Bestreben der Arbeitgeber veutljch zu Tage trete, die früheren Mißstände wieder herzustellen Wh, in allen Beziehungen wieder in die alten schroffen Bahnen »uruckzukebren. Bergmann Gerlach-Unna in Westfalen mahnt in erster Linie B einer engen und starken Organisation, welche die beste Gewähr lät ungerechte Maßregelungen biete. . Bergmann Otten(Wurmrevier): Die Arbeitgeber wollen jetzt °urch Ueberschichten alles etwa Verlorene wieder herausschlagen. ?Mer Lage gegenüber sei die Vereinigung der Bergleute gegen f.ch sie ausbeutenden Kapitalismus, den sie im Uebrigen nicht Tirchten, durchaus geboten. «v, Bergmann Groß-St. Ingbert, Pfalz. Uns ist auch alles svlogliche versprochen, aber nichts gehalten worden. Um unsere �rechtigten Forderungen zu unterdrücken, hat man zu den mrtesten Maßregeln gegriffen. Viele Bergleute sind aus der Ar die heutige Zentralisation bieten kann. Daher hat es der Fach- verein nicht uöthig, jetzt schon Stellung dazu zu nehmen, da er in wirthschastlichen, politischen und wissenschaftlichen Bahnen sich bewegt. Heber eine zweite Frage: In welcher Weise existirt das Arbeits- Nachweisebureau in der Seidelstraße? entspann sich eine längere Debatte. Die Delegirten Kollegen Zack und Freiwald, welche als Vertreter für Berlin Anfangs März d. I. nach Kassel gesendet waren, um dort der Generalversammlung, welche extra einberufen werden mußte, beizuwohnen, legten dieses klar. Es ist dort gesagt wor- den: Wenn der Fachverein das Bureau, welches er inne hat, aus- geben werde, dann will er(Sander) sein Bureau, welches er, uni einen Keil in die hiesige Organisation zu treiben, in der Seidel- straße aufgemacht hat, ebenfalls ausgebe». Um darum den Frieden zu erlangen, wurde in einer öffentliche» Versamniluug der Tapezirer Berlins und Umgegend beschlossen, ein öffentliches Bureau zu gründen und wurde dasselbe auch gegründet. Fuchs hat aber eine» Ausweg gesunde», in dem er die Berliner Kollegen noch um 60 M. prellen wollte, worauf nicht eingegangen worden ist und nicht eingegangen werden konnte und daher besteht das Bureau nach wie vor. Als dessen Werkzeug hat sich noch ein gewisser Schöpe gesunden, damit das Dreiblatt vollzählig ist. Dienstag, den 16. Oktober, wird eine öffentliche Versammlung stattfinden, in welcher die Bnreausrage erörtert werden wird. Hierauf schloß der Vorsitzende die Versannnlung. Eine ötfriitliche Nrrsammlnug ailru tti dtr Kols- brauche beschäftigten Arbeiter tagte an, Montage 3. Sep- tember, unter Borsitz des Herrn Millarg im jkonzerthaus Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. Die Tagesordnung lautete:„Wie stellen uns gegenüber dem Vorgehen des Verbandes der Haus- Ur zzu»»IUiire»i»d«ipstittdhauee. Donnerstag, d-»is. Sep„ tember, Abends Nhr, ivorlesung über:„Die wewerkschafte», ihr Nutzen und '''"»nimtuuÄ'„Oliiter»*«»" tagt jeden Donnerstag, Abends» Uhr, in Noaac'S BtcrhauS, vontsenuser dl am Wasserthor-Platz. Uerband deniCcher Mrchanikrv»»>> verwandter Äernfogenotsr». Zahlttelle Berti». Miltwoiii, den 17. Scvtember, Ab-ndS 8% Uhr, Ii» Loutsen- iiadlischen Klubhaus, Anncnslr. w: Versammlung. xzrosie eSenernHwrCoatmiunp lammtlicher in der Firmenschilder. Hranche besMiitiiiZt-n Arbeiter Mitlmoch, de» 17. September, AbeudS Sst Uhr, in Scheffer'S Salon, Jnfelur.».>. wir m Dalle, 16. September. Das Zustandekomme» des de i?vrgarbeiter-VerbaudeZ ist gesichert. Sämmtliche Delegi ,"ven im Prinzip ihr Einverständniß. Alle Reviere sii Estä öerausgedräugt worden, denn es wurden unter Umständen sW'vpper als Lehrhäuer angestellt, und in einem Falle sogar 140 finx ungeschulle Zlrbeiter angenommen. Die Versprechen mT unerfüllt geblieben und die Schichten hat man von 9 bis zu Kunden herausgeschraubt. Bergingnn Bauer: Nachdem wir gesehen, daß uns der Staat "st helfen kann, haben wir uns auf unsere eigene Kraft zurück- �fvgen und eine engere Organisation beschlossen, wodurch wir es mit dem Kapitalismus aufnehmen können. Ich hege die �V�Zuversicht, daß unsere Berathungen zum Erfolge führen des deutschen ----- WWWW,.............., Delegirte , ven im Prinzip ihr Einverständniß. Alle Reviere sind ver- Q�Vu nur der Mansseldcr Bergbau nicht. Ter„Kaiser-Delegirte" chröder ans Tortmund ist nachträglich erschienen. Bunte und fJVgel werden erwartet. Die Berhandlungen werden allem An '�.uach wenigens drei Tage in Anspruch nehmen. - Die Berichterstattung aus den einzelnen Revieren wurde heute njigesetzt. Durch Eintreffen weiterer Delegirten sind jetzt 221 300 "vgleute vertrete». B Eine gut besuchte Mitgliederverfammlung des Fach- .>el»s der Tapezirer Berlins fand am 9. September bei t»Vstein, Alte Jakobstr. 75, statt. Aus der Tagesordnung stand: Bortrag des Herrn Bernhard Zack über: Die Freiheit wie !..'st und wie sie sein soll. 2. Diskussion. 3. Bereinsangelegen- "• 4- Fragekasten. Zum ersten Punkt erhielt Herr Zack "s Wort zum Vortrage, derselbe wurde mit großem Beifall auf- »'Noniinen. Nachdem der 1. und 2. Punkt erledigt war, wurde »»M i«. Punkt geschritten, Vereinsangelegenheiten. Es wurde ein ?vMitee zu dem am 4. Oktober bei Buggenhagen(Mvritzvlatz) s-? ifiiidenden Stiftungsfest gewählt. Das Amt anzunehmen „Mvten sich folgende Kollegen bereit: Feder, Ezilinzki, Rösler.Hopf- .'uller, Dittmar. Kreckloiv und Vogler. Billets sind jeden Tag ..-/ �»»»««irr»., ovWMivtv uf dem Arbeits-Nachweisebureau 8(l"9 zu haben. Schützenstraße 18/19, bei Frei- zu haben. UWWMZZ industriellen?" Referent Herr Hildebrandt. Der Referent führte an, daß es nach dem Vorgehen der Arbeitgeber unbedingt noth- wendig sei, daß wir unsere Organisation anders zu gestalten suchen. Die Unternehmer haben einen Arbeitsnachweis errichtet, welcher weiter nichts sei als eine Kontrole, welche die Herren de» Arbeitern gegenüber auszuüben gedenken. Denn in diesem Arbeits- Nachweis erhalte» die Arbeiter einen Schein, mit welchem sie Arbeit suchen gehen können. Der Schein hat große Aehn lichkeit mit einer schwarzen Liste. Mancher würde für immer Arbeit suchen. Redner meinte, daß nach Fall des Sozialistengesetzes unsere Vereinigung nicht zureichend sei» werde; bei dem geringsten Fehler wäre der Anlaß gegeben, die Organi- sationen zu zertrümmern. Selbst der Vorschlag, eine» allgemeinen Holzarbeiter-Bund zu gründen, wird noch der reisliche» lieber- legung bedürfe», namentlich schon deshalb, weil verschiedene Holz- arbeiter bereits einer Zentralisation angehören und eine Losung des Verhältnisses nicht so schnell möglich sein wurde. Zum Schluß bemerlte Redner, daß dies nur seine eigene Ansicht sei. Deshalb empfahl Redner den Anwesenden, recht zahlreich an der Diskussion Theil zu nehmen. Herr Diekmann, Sekretär der „Freien Vereinigung der Holziuduslriellen", ergriff das Wort, um sich gegen die Ausführungen des Referenten zu wenden betreffs des Arbeitsnachweises. Er bestritt, daß de» Arbeitsuchenden nur ein Zettel gegeben würde, mit dem sie dann»ach Arbeit umher laufen könnten. Die Vermittelung sei meist eine ganz direkte, was schon die' Thatsache beweise, daß von 483 Arbeitern seil Mai 467 Arbeit nachgewiesen worden sei. Es werde ein Unterschied bei den sich Meldenden nicht gemacht. Nunmehr berichtete Herr Riihl über die Versammlung, welche seiner Zeit von der„Freien Bereinigung der Holzindustrielleu" im Felfensaal im Prälaten ohne jede polizeiliche Uebenvachung abgehalten wurde. Während dieser Ausführungen verließ der Herr Sekretär den Saal. Vom Vorsitzenden aufgefordert, da- zubleiben, da wir nicht unsere Gegner hinausweisen und daß ihm nichts passiren könne, weil er unter dein Schutze deS Bureaus steht, erwiderte Herr Diekmann, daß er Familienangelegenheite» halber nach Hause müsse. Durch die weitere Diskussion wurde das Verhalten der Herren in das richtige Licht gestellt. Ins- besondere wurde von Herrn Groschkus erwähnt, daß er in der betreffenden Versammlung sogar sagte:„Er habe seine Gesellen, welche am 1. Mai gefeiert habe», rausgeschmiffe» und habe heute doch Leute." Betreffs der Frage der zukünftigen Organisation waren sämnitliche Redner übereinstimmend der Meinung, daß etwas Besseres geschaffen werde» muß. Hauptsächlich wurde be- tont, daß man sich den Arbeitsnachweis nicht entwinden lassen dürfe. Im Uebrigen sei es rathsam, die Beschlüsse des bevorstehenden Kongresses der Geiverkschaften abzuwarten. Es wurde schließlich folgende Resolution angenommen; Die heutige Versammlung aller in der Holzindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins beschließt, von der Gründung eines Verbandes sämmlicher Holzarbeiter bis nach der be- vorstehenden Geiverkschastskoiiferenz Abstand zu nehme», jedoch die Frage eines einheitlichen Arbeitsnachweise'' sobald ivie möglich in Erwägung zu ziehen und die end- giltige Siegelung desselben einer gemischten Kommission der interessirlen Brauchen zu überlasten. Ein Zusatzantrag des'Herrn Millarg, die heutige Tagesordnung der Versammlung den betreffenden Gewerkschasten bis zur Gewerkschaftskonserenz zur Diskussion zu überweisen, damit Klarheit geschaffen werde, um auf dem Kongreß fest austreten zu können, wurde ebenfalls angenommen. Stach einigen geschnfl- lichen Miltheilungen wurde die Versainnilung geschlossen. Dev Fachverein der Tischler Kerlin»(Norden) hielt am 10. September eine ziemlich gut besuchte Bersaiumlung inl Moabiter Kasino, Wilsnackerstr. 63, ad. Aus der Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Herrn Th. Glocke über:„Die gewerkschaftliche Bewegung vor und nach dem Sozialistengesetz." 2. Diskussion. 3. Geiverkschastliches. 4. Verschiedenes. Der Vortrag ivurde mit allgemeinem Beifall ausgenonnnen. Zum dritten Punkt wurden einige Werkstatt-Angelegenheite», wozu die Betreffenden eingeladen waren, zur Diskussion gestellt. Die bedauerlicher Weise immer wiederkehrende Ueberstundenarbeit rief eine recht lebhafte Debatte hervor. Insbesondere wurde noch das sogenannte„Einkeilen" einer scharfen Kritik unterzogen und für verwerflich erklärt. Statt des„Einkeilens" solle man die Mitgliedschaft zum Fachverein sordern. Nächste Versammlung Gesundbrunnen. Iolianniothal. Der Verein geiverdlicher Hilfsarbeiter für Johannisthal und Umgegend hielt am 13. September im Lokale „Henneberg" eine Mitgliederversammlnug ab, in welcher Herr Paul Litfin(Berlin) einen beifällig aufgenommenen Vortrag über „Arbeiterorganisationen und Unternehmeroerbände" hielt. An der darauf stattgefundenen Diskussion betheiliglen sich mehrere Herren, welche sich voll und ganz dem Referenten anschlösse». Zu Punkt„Verschiedenes" wurde zunächst die Adrechnnng vom iommerfest verlesen und wurden hierzu noch vier Revisoren ge- wählt, um die Abrechnung zu revidiren. Alsdann wurde beschlossen, zur Abschiedsfeier des Sozialistengesetzes am 4. Ok- tober in Ludwig's Salon, Johannisthal, ein Vergnügen zu ver- anstalten. Weiler wurden vom Ueberschuß vom Soininerfest den Volkenhainer Webern, welche sich im Ausstand befinden, eine Unterstützung von 15 M. bewilligt, de» Greizer Webern ebenfalls 15 M. und den Kirchhaiuer Webern 10 M. Es kam auch die Lokalfrage von Nieder-Schöniveide zur Sprache. Es stellte sich heraus, daß nur bei Herr» Siebenbaum und Herrn Mally das „Berliner Volksblatt" ausliegt; bei Herrn Ernst Ullrich liegt dasselbe nicht aus. Hierauf schloß der Vorsitzende die Ver sammlung. A>Iitn»o! vroß» i!sk»,>ttiche Kchniidee-Nersammluilg nlltt in d«i "Intzullctr it-Crfläfli atc tt Arfacitrr ,»«>»'*..1,-:*— i--------— Mittwoch, be»...—... uyr, im mvlie» e ftauvant«„KvuizSIios", Bülowstr.«7—40:(ilroüe Berfannnlung. zi«i«i» gfrlliuf Ö«ßiuir41jC8*')flf*". BereluL- Bersamiitlunz ant Mittiuoch, den 17. September, NnchmlttagS g Uhr, Anneustr. 14. Tagesordnung: EeschästlickieS. Kollege», die jich zur Aufnahme nielden wollen, sind willkomnien. Herband berliner portter» n»d Kernfoseuolr«». Mltglieder- Versammlung am Mittwoch, de» 17. September, Abends o Uhr, Kransen- firasii io. Iloller'OIicr Fienograpli-nuer-ln..!v«dd!»»". Restaurant„Nord- pari«, Müllerjtr. IUI, Abends Uhr, Unterricht und Hebungen.(Säfle will- loimnen. Grstenttich« Uersammluna sämmtlicher(iZewerliCchast»» am Freitag, de» io. September, AbendS s.s Uhr, in Zordan'S Salon, Nene Eni»- flrate 29. Achtung! zircher! Oesseulliche Versammlung am Mlllwoch, den 17. September, AbendS elj Uhr, bei Keller, Bergstr.«S. Perein der Arbeiterin»-» n» önch-»nd x-teindritch-Schuellprelxen. Mltgliederversaminluug am Rüttwoch, de» 17. September, Abends« Uhr, in Orschel'S Salon, Ssbaftlauftr. so. Sabaliarbeiter»IIb Arbeiterinnen Krell»«, öirobc össeullichi ver- nluua am Ti"."......-.——... Lotale des u Theodor »ach dem D.„....... v.uuiujuiu ort Polsoamcr Kollegen. 3. Schlnb- abrcchming der Lohnllbendachungs-Kommtsfton. 4. Abrechnung der jetzigeu Kommission. 6. verschledcncS.— Bei der grobe» Wichtigkeit obiger Tages- ordnung wird um allgemeine BelhctUgung sannntltcher Tabalarbeiter und Ar- beiterinne» gebcien. tlZesa»»-, Turn- ,>»d geselliite Verri»» am Mittwoch. Männer- acsangverctn„Juaendlust" AbendS e% Uhr im Restaurant Paflod, Earteu- strasie 102.— Männeraesangverein„Täcilia" AbeudS 0 Uhr tm Restaurant Köpenickcrstr. 127».— Gesangverein„Männcrchor Linde« Abends Uhr im Restaurant Hallcr, Rauntinslrasie 70.— Männergesangveretn„Sangessrende" Adenls o Uhr im Restaurant Musehold, Lands bergerstr. St.— Eesaugverein „Frcpa" Abends Sh Uhr tm R-siauranr Venecke, Grobe Hamburgeestr. IS.— Hnppcrt'schc Sängervercinigung jeden Mittwoch nach dem Ersten im Monat, Abends o Uhr im Restaurant Heise, Ltchtenbergerstr. 21.—„Seeger'scher Ae- sangverein« Abends o Uhr im Retauraut Weutk, Blumeustraße 4«.— Äesang- pcrei»„Schtvungrad« Abends% Nhr im Restaurant Sahm, AiNicustr. 10.— Aliiinicrgesaiigvcretn„Lorbeerkranz" Stbeuds» Uhr im Restaurant Karsch, Oranicnstr. Ivo.— Gesangverein„Rord-Jubal" Zlbends v Uhr>» vettsn'S BicrhanS, Beteranenstr. IS.— Gesangverein„Unverzagt" AbendS» Uhr Köp- »iclerstr. I27a bei Greving.— MSnnergcsangvcrein„Schneeglöckchen" Abends u llfir int Dfnftnnvmit rrsrtr»«».?*«:..----- Gesangverein EangeStreue" im --......-n Uhr Abends. hr bei Pätzoldt, Relchenberstr. io. beiids 9 Uhr Sitzung tm Nestau- o Uhr Im Restaurant Doberstein, Mariannen str. 31—32.- „Sängerrunde" Abends»Zt Uhr Buckoiverstr. v.— verein„S Restaurant Henkel, vrüderstr. 2« 1. Uebnngsstunde von«X— — Gesangverein„Bruderbund" Abends s Uhr bei Pätzoldt. P — Männergesangverei»„Schneeglöctchiu" AbendS v Uhr Sttzu..„. ra»I Stehmann, Melchtorstr. tä.— Gesangverein„Siid-Ost" Nbsuds 9 Uhr bei Ziemer,>slr. 19. Gäste willkommen.— Liibeci'scher Turnverein(1. Lehr- Ungs-Abtheilung, Abends 9 Uhr Elisabethslr. 57—39.— Turnverein„Wedding", Pankstr. 9. Männerablhetlung von sjs— loss Uhr Abends: desgleichen 1. Lehr- linqsablheilung von s— 10 Uhr Abends.—„Mehr Licht", verein für Scherz and Ernst, Abends s;; Uhr im Restaurant Held, Frnchtstr.»Sa.— Schlestscher Verein„Hottet" Abends 0 Uhr tm Restaurant Gehn, Prtnzen- slrabe 109.— AergnügungSvereiu„Fröhlichkeit" AbeudS 9 Uhr im Restaurant Säger, Grüner Weg 29.— Wissenjchastlicher Verein für Roller'scher Stenographie AbendS 9\ Uhr im Restaurant Beese, Alle Schönhauserstrahe 42 Unterricht und Uebungs stunde.— Roller'scher Stenographeuverein Süd-Berlin Abends Uhr Im Restaurant Prinzenstr. 97, Sitzung und Uebnngsstunde— Arends'scher Etenographen-Veroin„Anlteitia" ülbends 8% Uhr tm Restaurant Behrends, Schönebergeriir. s.— Arends'scher Stenographenveret»„Phtlta" ,--•*»4»v«si vimy»--OCUUlCf V(_____..... ,,» ri"" 9 Uhr tm Restaurant Fvge, Köpnickerstr. 101.— Rauchllub„Havanna SO. Abends 8% Uhr Im Sieilanrant Paetzoldt, Reichenbergeritr. is.— RauchklUb „Gemüthttchteit" Abends 9 Uhr t»> Restaurant Achsel,»öpnickerstr. 131.— Rauchtlnb„llolumbla" Abends Uhr im Restaurant Beyer. Prinzenstr. 90. — Rauchttud„Frisch gewagt" Adeuds 8% Uhr im Restaurant Tempel, Bres- lauerstr. 27.— Rauchklub„Vulkan" AbendS 9 Uhr tm Restaurant Schulz, Gräsestr. 82.— Friedrichsberg. Rauchklub„Nordstern", Lippe'S»iestaurant, Frledrtch-Karlstr. II.— Vergnügunasverel»„Fröhltchkelt", gegründet 1880, AbendS 0 Uhr, Grüner Weg 29.—„Pollacl-Elub-Elntracht", jeden Mittwoch, Abends 8% Uhr bei G. Thiel, Wtenerstratze 08.— Gesangverein der Tapezirer Berlins, jeden Mittivoch Restaurant Eeydelstr. so, von 9—11 Uhr Abends.— UnterhaltungSverei»„Harmonte". Siyuug AbendS v Uhr Tresdenerstr. Iis bei Wendt.— Tambvurverein„Exelstor", stj Uhr. UebungSstunde bei Böhl. Rüdersdorferftr. 8. Ausnahme neuer Mitglieder.— Münuergesangverein „LtedeSfreiheit", Abends 8% Uhr Im Restaurant Heute, Blumenstrabe»8.— Elöter'scher Gesangverein bei Musehold, Landsbergerstr. Ol, AbeudS 9 Uhr.— ergnügungsverei»„Kreuzfidel" im Restaurant Doberstein, Mariannen- slraste si— 32: Sitzung. Nach der Sitzung Tanz, Vorträge te. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, willtommen.— Gesangvereiit„Sletnnelke," Uebnngsstunde von 9—11 Uhr bei Müller, Gartenstrasio 63.— Gesangverein„Pbönir". Gesangstunde 9 Uhr Stelnmetzstr. 70.— Bergnügungsverein„Immer luftig"., Sitzung jeden Miliwoch, AbendS 9 Uhr, bei Bartels, FlotUveltslr. 5. Gäste willkommen.— Geselliger«lnb„Proletarial" Koppenslrabe 43«, bei Lorenz. Abends 8 Uhr. Gäste willkommen.— Gesangverein„Morgenroth" Abends 9— n Nhr UebungSstunde im Restaurant Schmidt, Wrangelftrahe ui. Gäste willkomme».— Gesangverein„Liederlnst" Abends» Uhr Im Restauranl MöweS, Fichtestr. 29. Gäste willkominen. Die Redaktion stellt die Bemitzimg des Sprechsaals, soweit Nanm dafür abzii» aeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Augclegoiheiien allgemeine» Interesses zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeittg dagegen, mtt dem Inhalt desselben tdentiftztrt zu werden. Iii der vorgestrigen Beilage Ihrer werthen Zeitung in dem Sprechsaal fand ich meine Person anaegrifsen. In Bezug auf den erste» Satz habe ich folgendes zu erklären: Nach der Auflösung der Versammlung postirten sich am Eingang deS Saales 8 oder 10 Manu; in einiger Entfernung davon auch Angehörige einer anderen Partei, so daß ich annehmen konnte, daß beide Parteien sich schließlich anrempeln würden. Mein Garten war stark von Familien besucht, und so zog ich es vor, lieber kein Bier zu ver- kaufen, um eveut. keinen Streit zu haben, lieber den zweiten Satz erkläre ich an Eides statt und vor zwei Zeugen, daß ich in aufgeregter Stimmung war und den Ausdruck gebraucht habe: „Durch die v er d a mmt en Au fl ö s n n g e n kommt es schließlich soweit, daß die Polizei uns dazu zwingt, keinen Saal mehr a n B e r s a m m l« n g e n vergeben zu sollen. Aber nicht an Arbeiter, wie i» dem Artikel steht. Denn mir ist es ganz gleich, ob Jude, Heide oder Christ,»ver sich bei mir anständig betregt, ist mir stets angenehm. Weiter erkläre ich noch, daß ich bereits den Saal zum Freitag, den 19. September, und zum 1. Oktober, fünf Tage nach der Ver- sammlung schon an den Vorstand des WahlvereinS deS 5. Wahl- kreiseö wieder vergeben habe, also glaube ich wohl doch, daß der betreffende Dennnziant ein bischen zn schwarz gesehen hat. Zins de» ersten Satz erwidere ich noch: Hätten sieh die Herren in einiger Entfernung vom Eingang gleich hingesetzt und nicht erst Minuten lang hernmgestande», so wäre es mir gar nicht einge- fallen, den Herren das Bier zu verweigern oder das Lokal zu verweisen. Ich wurde erst von der Polizei aufmerksam gemacht darauf, daß ich das Herumstehen nicht dulden darf. Hochachtungsvoll N obert B eh l e, Oekonom der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee Nr. 10—11. Vet.»»ülrszkes. i'rt ll«1 kl fi i'/u« v OffliiA ii... rv........ v.•• rs......,, .»-o■»» Villi ........„ n~..m. Böhmisches Brauhaus, n.vi, o.»vdrif« okMuvkMivvii. ————-."j» Snaibrncken, 16. September. Gestern Nachmittag fand auf der Grube Maybach bei St. Wendel durch Entzündung schlagender Wetter in Flötz 2 des Ostfeldes eine heftige Explosion statt. Bis heute früh sind 23 Tobte zu Tage gebracht worden. Ein Bergmann wird noch vermißt. Snarbriillien, 16. September. Bei den Arbeiten zur Rettung der gestern Nachmittag aus der Grube Maybach durch Entzündung schlagender Wetter Verunglückten ist, der„Saar- brücker Zeitung" zufolge, noch ein Todter aufgefunden und zu Tage gefördert worden. Von 350 Bergleuten, die angefahren, seien demnach 24 getödtet, sonst sei Niemand verletzt. Als Ursache des Unfalls ivurde ein Sprengschuß angesehen. SH'jtefrfum. (JMolffö Telcgrapliett-Kurea».) Kern, 16. September. Ter frühere Chef der Tesfhicr Regierung, Respini, welcher gestern hier eintraf, hat sich infolge Aufforderung einer Anzahl konservativer Führer aus anderen Kantonen verpflichtet, nach dem Kanton Tessin zurück zu kehren und dort mit seinen Kollegen die Regierung wieder zu über- nehmen. Die Konservativen hoffen auf diese Weise sofortige Wiedereinsetzung der früheren Regierung zu erreichen. Zern, 16. September. Frau Escher- Welti, Tochter von Alfred Escher, des bekannten Förderers der Gotthardtbahn, und Schwiegertochter des Bundesraths Welti, hat der Eidgenossenschaft ihr ganzes Vermögen von mehreren Millionen Franks behufs Gründung einer„Gottfried Keller-Stiftung" zur Förderung bilden- der Künste unter gewissen Bedingungen anHeim gestellt. Der Bundesrath hat sich für die Annahme der Stiftung erklart. KeUinzoua, 16. September. Sämmtliche Mitglieder der aufgelösten provisorischen Regierung wurden heute Vormittag durch den außerordentlichen eidgenössischen Untersuchungsrichter- Schneider vernommen.— Gestern Nachmittag fand in Castelrotto die Beerdigung des bei den Unruhen erschossenen Staatsrathes Rossi statt. Der Bundeskommissar Kiinzli ließ sich durch drei Osflziere dabei vertreten. Der Leichenzug wurde von einer zahl- reichen Menge mit 17 Fahnen begleitet. Die Feier verlief in durchaus ordnungsmäßiger Weise. Madrid, 16. September. Nach Depeschen aus Granada brach gestern Abend 16 Uhr im Alhambra Palaste Feuer aus, welches sich im Alberca-Hofe rasch verbreitete und trotz aller An- slrengungen der Hilse Leistenden die nächst liegenden Gallcrien angriff. DaS Feuer war bis heute Morgen noch nicht gelöscht. Foudoir, den 16. September. Die Morgcnblntter besprechen heftig die Proklamation von Bagamopo, welche zur Begünstigung des Sklavenhandels angethan sei. Mail wolle durch die Zlktiou der deutschen Beamten die Autorität des Sultans systematisch vermindern, ebenso die Errichtung des englischen Protektorates über das Sultanat erschweren. Die„Times" fügen hinzu, daß, wenn die Proklamation nicht sofort energisch oesavouirt werde, so liege die Unmöglichkeit einer friedlichen Vereinbarung im Sinne des deutsch-englischen Vertrags vom l. Juli auf der Hand. Auch Daily News verlangt ein sofortiges Desaveu. Kukavrst, 16. September. Der„Agence Rumaine" zuge- gangene Depeschen aus Sulina melden den Untergang des öfter- reichischen Schiffes„Taurus" mit der gesammten Bemannung, bestehend aus 4 Offiziere» und 69 Mannschaften, im Schwarzen Meere. Die Ursache, sowie die sonstigen Einzelheiten sind nicht bekannt. Athc», 16. September. Nach hier eingegangenen amtlichen Meldungen ist die Cholera in Aleppo ausgebrochen. Sydney, 16. September. Fast sämmtliche Arbeiter in den Kohlenbergwerken von Neu-Süd-Wales, sowie die Schafscheerer und andere in der Wollindustrie beschäftigten Arbeiter haben die Arbeit eingestellt. Sydney, 16. September. Die Regierung beschloß, Vorsichts- halber die gesammte Gewehrmunition in Sydney aufzukaufen, um etwaigen Mißbrauch zu verhindern. Wie es heißt, drohen die Führer der Streikenden mit extremen Maßregeln, falls die Arbeit- gcber nicht einwilligen, binnen 48 Stunden mit den Abgesandten der Streikenden zu verhandeln. Sanstbar, 16. September. Emin Pascha ist am 4. v. Mts. in Tabora angekommen. Es hat sich ganz Unjamwesi ihm unterworfen. dev Movockkion. Bei Anträgen bUlen wir die AbonnemenlS-Quiitnng beizufügen. Brieflich Antwort wird nicht crlheilt. Mvißcnsee. Sie können die Nummer in unserer Expedition erhalten. >� tigen zu lassen. L. Polizeiliches Abzugsattest ist nöthig. S,** genügt, daß man das Formular nicht wieder ausfüllt. Georg Mokf. Ja. Die Forderungen des Arztes verjährt» erst in 4 Jahren. er,! in% �ayren. Kadrnser. Sie sind Angehöriger des Deutschen brauchen daher keine Naturalisation. Unterstützungswohnfle 11 Ihr Heimathsort in Baden. Schot, Fangestr. 10. Sie müssen wohnen bleiben. I. A. 1, Ihr Sohn braucht die Schule nicht mehr a besuchen. Gnstav L. Das Honorar beträgt etwa 20—80 M. ©. U. Sie können die Verabfolgung von Speisen und tränken verweigern. ,, F. E. Es muß vierzehntägige Kündigung eingehow werden., 5000. 1. Aus Ihren Angaben läßt sich kein Grund N» nehmen, der Sie von der Pflicht zur Alimentenzahlung bef» Vielleicht befragen Sie sich mündlich auf der Redaktion. 2.*■ unentbehrlichen Sachen dürfen nicht gepfändet werden. Sachen dies im Einzelnen sind, kann ohne Kenntmß näheren Umstände nicht gesagt werden. 3. Lohnarrest ist statthast. 89. 1. Wenn Sachen, welche Ihre Frau vor der heirathung schon besessen hat, wegen Ihrer Schuld gegen J Berufsgenossenschaft gepfändet werden, so kann Ihre Frau 3% ventionsklage erheben. 2. Die betreffende Erklärung müssen an Eidesstatt vor einem Notar oder vor dem Amtsgericht geben.» M. G. 99. Wenn Sie die Wohnung nachweislich»» vierteljährlicher Kündigung ohne Angabe der Miethsdauer g miethel haben, so können Sie bis zum 30. September 1. Januar kündigen. Innung. Die Innungen werden von keiner der von JH» angegebenen, sondern von der Gemeindebehörde beaufsichtige" schweren Sie sich also beim Magistrat. Md. H.Steiilklllker&###)( Berlins. ¥ei*saitimkiRie| am Donnerstag, den 18. d. M., Al-endo 8V2 Uhr, in Jordan'« Salon, Zlene Grün-Straffe|U'. 38. Tagesordnung: 1. Medizinischer Vortrag des Herrn Dr. Z stick. 2. Diskussion. 3. Die Uebernahme unseres Fachorgans. 4. Verschiedenes und Fragekasten.— Aufnahme neuer Mitglieder. Um recht zahlreichen Besuch ersucht 1884 Der Morstand. NB.; Um bei Punkt 3 zu einem positiven Resultat zu gelangen, ist es nochwendig, daß die Mitglieder die Einzcichnung in die-Abonncmeickslisten der„Gr. Presse' recht zahlreich bewerkstellige», und die Listen in der Ver- sammlung abgeliefert werden. Freie Uereinigmtg d. Galvamsenre und Kernfsgen. Kertins und Umg. am Donnerstag, den 18. d. M., Al-endo S'/a Uhr, in„Feuerstein s Salon", Alte Iatzoli- Straffe Ur. 75. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Gäste willkommen. Der Vorstand. 1894 Wutlicht Ireher-Zersuumlnug am Mittwoch, den 17. September, Abends S'/a Uhr, bei„Keller", Scrgstraffe 08. Tages-Ordnung: 1. Beraihnng des von der Kommission ausgearbeiteten StatutenentivurfS. 2. Verschiedenes. 1820 Zahlreiches Erscheinen erwartet Die Kommission. Soeben erschien: BeHmer» �iseiter1°° Herausgegeben von Max Soliippel. WM" Heft 5 6.(Doppelheft.) Zur Eutiuilkeluugsgeschichte lies Kapitulisulns iu Tentschluuh, mit besonderer Kerülkstchtignng Mittel- nnd Uorddentschlando. Von Paul Kampftmeycr. — 84(Seiten.— Preis: 25 Pfennige.— Zu beziehe» durch die Expedition, Beuthstraße 3. Wiederoerltänfer erhalten Rabatt. Emil LeSövre, Berlin, Granicnstr. 150. Größte Auswahl! Woil-Atlao- Steppderlren imit. Handarbeit! 2 Mir. lang, blau, grün, bordeaux 7,50 Mark. Einzelne schadhafte Decken 3 und 4 Mark. 1021 Illnstrirtc Preisliste gr. n. fr. Sohwarse bedeutend unterm Preis von 30 Pf. an"VB empfiehlt 1532a Marcus, TSSf 1 Dettfedern neue, gut gereinigte, von 60 Pf. an. Fertige Betten, bestehend ans: Deckbett, Unterbett, 2 K'opfkissen, neue gute Fedcrsüllung von 12 M. an. 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Wie stellen sich die Mitglieder zu einer Zentralisirung sämmtl. Filialen Berk. 3. Verschiedenes. WsNbl'S H A ch t u ngS Allen Freunden, Arbeitern u. Partei- genossen empfehle mich zur pünktlichen Besorgung von Arbeiterblättern, sowie „Berl. Volksblatt",„Volks- Tribüne", „Wahrer Jakob",„Glühlichter",„Süddeutscher Postillon" u. s. w. Gleich- zeitig führe ich sämmtliche Schriften zur-Aufklärung der Arbeiter. Meine geehrten Abonnenten mache darauf ausmerksam, bei dem jetzigen Wohnungswechsel die neue Wohnung frühzeitig anzugeben.[1878 Fritz Moss, Kirbrnstroffe 59(Cigarrenladen). Klagen, Eingaben, Rath in Prozessen, Einziehung von Forderungen.[1895 «mzeilirO. 24 II. SfbMjte,„Ä„. Möbel, sowie Maaren jeder Art, ganze Lager werden gegen Kassa gekauft. Offerlen erbeten snb A. 1089 an Piittner's Annoncenbureau, Rosenthalerstr. 42, I. r B Stoehr& Sehr, Chausseestraße 123, l Tr. (Am Oranienburger Thor). 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Durch die Geburt-in°Z Pr°I«� „urdeu.....„st Unserem Freunde und Genossen Albert Wurbs zu seinem heutigen Geburtstage donnerndes Hoch, daß die Brillen« �, die Koppstraße lang trudeln. l1, Mehrere Genossen von Rixdon� Unserem Genoffen Carl Lasse in Nieder- Schönweide zum Tage ein donnerndes Hoch, oot» ly Cement pulverisirt wird und er°a i die Volksmasse zusammenkittet, da? hart und fest werde. Dies wüNIA� mehrere Genossen. Ob er sich bei bäum wohl was merken läßt? nnmn..■„ Am 15. Septbr. verschied fMVw langem, schweren Leiden mein l". Sohn, Bruder und Schwager, Elektrotechniker 9™ Richard Wolter,, im 41. Lebensjahre. Es war ihm"L vergönnt, eine bessere Zukunft J? leben. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterblieben?� Die Beerdigung findet am Donmü, tag, den 18. ds.. Nachm. 3 Uhr, �*■-----!«*•-- 1., Oflliti. 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(18 Ein junges Mädchen, welches„-l Schirmnähen erlernen will, Frau David, Lübbenerstr. 25. i v Der Arbeitsnachweis f der Klavierarbeil� ans üskSÄfe Ausgabe findet an Wochentagen Av?�. von 8— 9V2 Uhr nnd Sonntags« j( von 10-llVa Uhr an Mitglieder an NichtMitglieder unentgeltlich st w Ebenso ist die Bibliothek SowhA von 9Vs— 11 Uhr und Mittwoch � � von 8— gVä Uhr geöffnet._ sp- Die Arbeitsvemittelungs-Comn Berantivortlicher Redakteur: Curt Kaakr in Berlin. Druck und Verlag von Mar Fading in Berlin SW., Beuthstraße 2.