Donnerstage den 18« September 1890. 7. Jahrg. Zt- SerlmerVglkbdllllt. Hrgan für die Znieressen der Arbeiter. irscheint«„r* cm Das..Berliner Volksblatt" ZMFMZWWU� Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geostnct. -, Lerniprecher: Amt VI. Ur. 4100.»-— Red�Kkion: VrukhfivnHe S.— Expedition: VenkMeMe 3. NSzkUttg! . Diejenigen Genossen, welche auf Grund des Sozialisten- Metzes ans Berlin ausgewiesen und Willens sind, zum �- Oktober nach Berlin zurück zu kehren, resp. vorüber- Achend zu dieser Zeit Berlin besuchen wollen, werden A'erdurch ersucht, ihre Adressen bis spätestens 20. September ™eflich mit Angabe, ob sie in Berlin zu verbleiben oder »ur vorübergehend zurückzickehren gedenken, umgehcitd an Unterzeichnete einzureichen, da spätere Meldungen nicht be- �cksichtjgt werden können. Diejenigen Genossen, welche aus eigenen Mitteln ?ncht im Stande sind, die Reise bestreiten zu können, er- suchen wir, wenn sie zu diesem Tage an der zu veran- chltenden Festlichkeit theilzunehmen wünschen, sich gleich- Ms vertrauensvoll an Unterzeichnete zu wenden, da wir chnen einen kleinen Zuschuß in Aussicht stellen können, weil der Ueberschuß des zu veranstaltenden Vergnügens '"äu verwandt werden soll. Alle bis dato, sowie bis zum 20. September eingehende Meldungen und Anfragen werden wir mit näherer Anggbe� in Betreff des Empfanges zc. bis spätestens 22. September brieflich beantworten. Gtto Klein, Zigarrengcschäft, Ritterstr. 15, S. Carl Wildbergrr, Tapezier, Kommandantcnstr. 00, S. Gottfried Schulz, Zigarrengeschäft, Kottbuserplatz, SO. Gtto Thierbach, Rhcmsbergerstr. 29, N. Die Parteiblätter werden um Abdruck dieses Aufrufes gebeten. IVovLruf SS Lmlrommt. Die Unternehmerpresse ist unermüdlich, wenn es gilt, • 16 guten Absichten und die edlen Ziele der Kapitalisten f.das hellste Licht zu setzen. Die„Wohlfahrts- Achtungen", bei denen es setzen. sich im besten Falle um klein- Ij r f wi v v« e v». v �|%VV•••*" 1»•»»........... r 7e' Almosen an die Arbeiter aus der Tasche der Ar- . �ter handelt, bilden eine ständige Rubrik in den Blättern .�r Bourgeoisie und— in den Berichten der Fabrik- Apektoren. Jeder große Fabrikant, der etliche tausend Mnde beschäftigt, erscheint als ein Wohlthäter, der zahl- fjf 1 Familien den Lebensunterhalt verschafft, und wenn !."e Dividenden, riesige Profite eingesäckelt werden, so ist „7» nichts als der kärgliche Lohn für eine imposante ntbehrung. Am empörtesten aber sind die Blätter, welche .w kapitalistische� Interessen vertreten, sobald die Auf- pJflUiig verfochten wird, daß die Ausbeutung der Arbeits- ufte das Mittel der Unternehmer zum Zwecke der Be- kicherung ist. Wie sträubt man sich gegen die Thatsache, ß die Herabdrückung des Arbeitslohnes eine Bedingung zu einer einer für die Verwohlseilerung der Produktion und die Steige rung des Unternehmergewinns ist! Es ist gut, die Herren mit ihren eigenen Waffen schlagen. In dem Handelstheile der Münchener„ A lt gemeinen Zeitung" wurde kürzlich in Artikelserie aus fachmännischer Feder der„Mangel Großtextilindustrie in Ungarn" erörtert. Ungarns Groß geiverbe steckt noch in den Kinderschuhen, und die Regie rung, unterstützt von einem die Klassenherrschaft zum reinsten Ausdruck bringenden Parlament, bemüht sich nach Kräften, eine Großindustrie so rasch wie möglich aufzu züchten. Die Lage der Industriearbeiter jenseits der Leitha ist eine sehr betrübende; was darüber bekannt wird, Leitha beweist, welche Mißstände die durch keinen Arbeiterschutz und keine mächtige Arbeiterbewegung im Zügel gehaltene Unternehmerschaft herbei zu führen ver mag. Was zum Beispiel Emanuel Samogy über die Verhältnisse der Arbeiter in der Alt ofener Schiffswerfte berichtet, führt klar genug die Erbärmlichkeit der Situation vor Augen. Die Arbeiter dieses wichtigen Industriegebietes stehen unter einer außer ordentlich harten Fabrikdisziplin. Der Arbeiter, der zu spät kommt oder vor dem Läuten der Fabrikglocke sich die Hände reinigt, wird bestrast. Kleinere Versäumnifs werden mit 20Mreuzern bis 1 Gulden gebüßt; bei größeren Vergehen erfolgt Ausschluß von der Arbeit aus eine Woche oder gänzliche Entlassung. 40 pEt. sänimtlicher Erkrankungsfälle sind die Folgen von Unfällen; kein Arbeiter ohne Narben! Die Berichte der ungarischen Fabrikinspektoren seit dem 1. Oktober 1884 hat Ungarn ein Fabrikinspek- torat— sind gleichfalls reich an drastischen Belegen für die betrübende Lage der Arbeiter. Die Arbeitszeit be- trägt 13 bis 14 Stunden, die Ernährung ist schlecht, und ein Kritiker der Berichte, Dr. Krejcsi, kommt zu dem Er- gebniß,„daß die ungarischen Arbeiter fortwährend mit Roth, Entbehrung und Hunger ringen". Die Wohnnngsverhältnisse befriedigen keineswegs. Die Arbeiter der hauptstädtischen Spiritusfabriken, in welchen fast nur die wohlfeil arbeitenden Oberländer, die Slowaken, be- schäftigt sind, sind geradezu abscheulich behaust: in einem größeren Raum werden die Bretter eines Gerüstes mit Stroh oder Strohsäcken belegt und eine grobe Decke dient zum Zudecken, hier schlafen, hier wohnen(!) die Arbeiter; Bett- oder Waschzeug sind unbekannt, verpestete Lust und ekler Schmutz herrschen in diesen Höhlen. In den T ex l i l f a b r i k e n in den sKronstädtcr Schäßburger und Hermann städter Bezirken finden sich „recht eigentlich noch mittelalterliche, in die kapitalistische Produktionsweise.hineinragende Arbeiterverhältnisse; dort .VciiiUcfon. cwa»erböte».! ll Eine Unglückliche. Erzählung von Iwan Tnrgcnicw. Waren Ja, f„. ja, sing Peter Gravriloivilsch an,— daS ni*. Ichwere Tage und ich möchte sie in der Erinnerung bicj» nfoch einmal durchleben... Aber, ich habe Ihnen �öten s' Cf�en gegeben; ich muß Ihnen Alles erzählen. ct., Erstes Kapitel. .e niit Essig. Weißer Dampf umgab das herein, faltige Gesicht des Alten, er runzelte die Stirn, wendete sich ab und ein Kanarienvögel schmetterte im Speisezimmer, aufgeschreckt durch das Zischen der Räucherung. Meine Tante liebte mich vater- und mutterlose Waise sehr, und verwohnte mich. Sie stellte den ganzen Entresol völlig zu meiner Verfügung. Meine Zimmer waren vortrefflich, und gar nicht studentenmäßig eingerichtet; im Schlafzimmer prangten rosenrothe Vorhänge und über dem Bette erhoben sich Mousselinc-Gardinen mit blauen Rosetten. Diese blauen Rosetten, ich gestehe es, brachten mich einiger- maßen in Verlegenheit: meinen Begriffen nach mußten der gleichen„Zartheiten" mich in den Augen meiner Kameraden vernichten. Ohnehin nannten sie mich das Stiftsfräulein ich konnte mich durchaus nicht daran gewöhnen, Tabak zu rauchen. Ich arbeitete— wozu soll ich die Sünde verhehlen — nur wenig, besonders im Anfange des Kursus; ich fuhr viel aus. Meine Tante hatte mir einen breiten Generals- schlitten mit einer Decke von Bärenfell und einem Paar wohlgenährter Wjatka'scher Pferde geschenkt.„Adelige" Hänser besuchte ich selten, aber im Theater war ich ganz zu Hanse, und in den Konditoreien verzehrte ich eine Unmasse von Kuchen. Bei alledem erlaubte ich mir nichts Ungebühr- lichcs, und führte mich bescheiden ans„on jeune homme de bonne imvison." Ich hätte meine gute Tante für Nichts in der Welt betrüben mögen; und zudem floß das Blut ziemlich ruhig in meinen Adern. Zweites Kapitel. Von der frühesten Jugend an faßte ich eine Leidenschaft für das Schachspiel: von der Theorie verstand ich nichts, aber ich spielte nicht schlecht. In einem Cafö hatte ich einmal Gelegenheit, Zeuge eines langen Kampfes auf dem werden meistens Szökler und rumänische Mädchen be- schäftigt, die als Dienstmägde bei ganzer Verpflegung 10 bis 50 Gulden Jahreslohn erhalten. Jede der eben angeführten Thatsachen spricht für durchgreifende soziale Reform. Der Handelstheil- Korre- spondcnt der„Allg. Ztg." aber faßt dieselben von einem anderen Gesichtspunkt auf. Nachdem er verschiedene Momente, welche die Anlage textilindustrieller Großbetriebe begünstigen, erörtert hat, sagt er:„Ungarn wünscht nichts sehnlicher, als daß in seinem Lande große, Betriebe eingerichtet werden. Billige Arbeitskraft... steht zu Diensten." Und nun führt er Folgendes über die Lohn- zustände aus: „Die Arbeitslöhne in den größeren Textil- betrieben Ungarns sind folgende: Die Schafwoll- und Feintuchfabrik in Gacs bezahlt an Wochenlohn den in der Spinnerei und Weberei beschäftigten Männern 4—8, den Frauen 3—0, den jugendlichen Arbeitern 2—3 fl.; die Losonczer Tuchfabrik zahlt an Vorarbeiter 1—1,10 fl., an Männer 50—60, an Frauen 35—50, an jugendliche Arbeiter 20—30 kr. käglich; bei der Schafwoll-Spinnerei und-Weberei und der Baumwollweberei in Preßburg er- halten Männer 90 kr. bis 1 fl. 10 kr., Frauen 60 bis 70 kr.; bei der Tuchfabrik in Kronstadt ist der Durch- schnitts- Taglohn für männliche Fabrikarbeiter 70, für weibliche 40 kr.; Taglöhner erhalten durchschnittlich 50 kr.; bei der Tuchfabrik in Hermannstadt ist der Durchschnitts- Taglohn für männliche Arbeiter 1 fl. 10 kr., für weibliche Arbeiter, die beim Webstuhl beschäftigt sind, 60 kr.. Mädchen erhalten 40 kr.; bei der Tuchfabrik in Schäß- bürg ist der Durchschnitts-Taglohn für männliche Fabrik- arbciter 1 fl. 20 kr., für weibliche 50 kr., Taglöhner erhalten 30 kr.; bei der Tuchfabrik in Also-Tömös ist der Durchschnittslohn für männliche Fabrikarbeiter 1 fl. 20 kr., für weibliche 60 kr. und für jugendliche Arbeiter 26 kr. Bei der„Ersten ungarischen Baumwollspinnerei und -Weberei, Aktiengesellschaft" in Uj-Pest, in der Nachbar- schaft von Pest, waren die niedrigsten und höchsten Tag- löhne folgende: für männliche Arbeiter 0,80*- 1,80 fl., ür weibliche 0,60—1 fl., für Lehrlinge 0,45— 0,50 fl. Die Baumwollweberei in Eperjes zahlt Mädchen 25 bis 68 kr. täglich. Der Durchschnitts-Taglohn bei der Schäß- burger Baumwollweberei ist 45 kr. Die Baumwoll- pmnerei in Sepsi-Szent-György zahlt an männliche Fabrikarbeiter täglich 60, an weibliche 45, an Lehrlinge 20 und an Tagwerker 25 kr. Die Kesmarker Flachs- und Hanfspinnerei und Weberei zahlt an Männer 45—60, an ältere Frauen 45—60, an Webemädchen 60—65, an 14— 16jährige Mädchen 35— 45, an Kinder von 12 bis 14 Jahren 24—30 kr. Taglohn. Die erste ungarische Schachbrctte zwischen zwei Spielern zu sein, von denen der Eine, ein blonder junger Mann von etwa fünfundzwanzig Jahren, mir sehr start darin zu sein schien. Die Partie endigte zu seinen Gunsten; ich schlug ihm vor, sich mit mir zu schlagen. Cr willigte ein— und im Verlaufe von einer Stunde hatte er mich drei Mal nach der Reihe nieder- geworfen. Er bemerkte wahrscheinlich, daß meine Eigenliebe darunter litt, und sagte mit höflicher Stimme: „Sie haben Anlagen zum Schachspiele— aber Sie kennen die Züge nicht. Sie müssen das Büchlein von Allgäuer oder Pctroff lesen." „Glauben Sie? Wo könnte ich solch ein Büchelchen bekommen?" „Kommen Sie zu mir; ich werde es Ihnen geben." Er nannte sich und sagte mir, wo er wohnte. Am folgenden Tage machte ich mich zu ihm auf den Weg, und eine Woche später waren wir fast unzertrennlich von einander. Drittes Kapitel. Meine neue Bekanntschaft nannte sich AlexauderDaviditsch Fnstoff. Er wohnte bei seiner Mutter, einer Staatsräthin und ziemlich wohlhabenden Frau, in einem besonderen Flügel, in vollkommener Freiheit, gerade wie ich bei meiner Tante. Er zählte sich, wie man in Rußland sagt, im Ministerium des Hofes im Dienste. Ich schloß mich ihm aufrichtig an. In meinem Leben war ich noch keinem „sympathischeren" jungen Manne begegnet. Alles an ihm war freundlich und anziehend: seine schlanke Gestalt, sein Gang, seine Stimme und besonders sein kleines, feines Gesicht mit den goldig blauen Augen, dem kokett modcllirten Naschen, dem ungemein freundlichen Lächeln um die rothen Kunstweberei in Kesmmk zahlt an mechanische Stühle arbeitenden Weber 50 kr. bis 1 sl., an Handwebstühle arbei- tenden 50 kr. bis 1 fl. 25, an sonstigen 50—60 kr. täglich. Die Segel- und Packleiiuvand-Fabrik in Pozson (Preßburg) zahlt an männliche Arbeiter 80 kr. bis 1 fl. 20 kr., an weibliche Arbeiter 50—70 kr. Die Leinen- bleicherei in KeSinark zahlt an Männer 53—80 und an Frauen 38— 45 kr. täglich. Bei der mechanischen Weberei in Losoncz erhalten Mädchen 30—45 kr. täglich. Die Weberei in Podolin zahlt an Weber 5—7, an Frauen 2— 2,50 fl. wöchentlich. Die Säckeleinwand-Fabrik in Laborcz bezahlt an Männer 15—16, an jugendliche Arbeiter 6—8 fl. monatlich. Die erste ungarische Hanfspinnerei in Szeged zahlt an Männer 1—2 fl., an Frauen 30—70 kr. täglich; Lehrlinge erhalten 30—70 kr. Taglohn u. s. w. Bei Aufzählung der Arbeitslöhne haben wir sowohl die in oder neben einer Großstadt beftndlichen Betriebe, als auch diejenigen, welche in der Provinz entfernt von größeren Zentren liegen, mit in Betracht genommen, nach- dem auf die Bildung der Taglöhne die Lebensmittelpreise sowie die sonstigen Elementarauslagen der Arbeiter von entschiedenem Einflüsse sind. Textilindustrie- Betriebe, welche auf die Aufarbeitung großer Massen eingerichtet find, sollten in der Regel nie in Großstädten oder in deren Nähe eingerichtet werden, sondern womöglich fernab von diesen in solchen Gegenden, wo der Arbeiter seine Bedürfnisse leicht und billiger befriedigen kann. „Auf die Frage, wo es in Ungarn am zweckmäßigsten wäre, Textilindustrie-Betrjebe zu errichten, wäre unsere Antwort folgende: Erstens müßten diejenigen Gegenden bezw. Orte in Betracht gezogen werden, wo schon solche Betriebe seit langem bestehen, und wo sich diese, trotz der schwierigen Verhältnisse, bis heute aufrecht erhalten konnten. Solcher Gegenden giebt es in Ungarn drei. Die größte und ausgebreitetste befindet sich in den süd- östlichen und östlichen Theilen Siebenbürgens, deren Zentren Kronstadt, Hermannstadt und Schäßburg sind, ferner Heltau, Alsä-Tömös, Felek, Orlat, Sepsi-Szent-György:c. In diesen Theilen des Landes� ist hauptsächlich die Wollenspinnerei und Weberei verbreitet, obwohl es hier auch Baumwoll- Webereien(Schäßburg) und Wirkereien(Medgyes) giebt. Die zweitausgebreitetste Tertilindustrie-Gegend befindet sich in Ober- Ungarn, deren Zentren Gacs, Losoncz, Neusohl, Kesniark, Laibitz und Pucho für Tuch, dann Kesmark, Bussocz, Podolin, Lublo, Kis-Lonmitz, Maldur, Toporcz, Viborna und Bela für Leinengewebe und endlich Eperjes für Baumwollgewebe sind. Schließlich ist die dritte Gegend im westlichen Theile Ungarns, wo die ein- zelnen Betriebe zerstreut zu finden sind; solche haben wir in Preßburg, Pinkafö, Veszprim, Nemct-Prona, Privigre, Güns, Szakolcza ec. Bei der Anlage von Wollengewebe- Betrieben wäre daher in erster Reihe Siebenbürgen und Ober-Ungarn, bei Leinen- und Baumwollgewebe- Betrieben aber Ober-Ungarn sowie auch Siebenbürgen in Betracht zu ziehen, selbstverständlich könnten solche auch in anderen Gegenden des Landes, wie z. B. in den Komitaten Esztcrgoni, Komarom, Hont, Veszprim, Arad, Temes, Krasso-Szöreny k. errichtet werden, wo die noth- wendigsten Vorbedingungen einer Großindustrie gleichfalls in reichem Maße anzutreffen sind." Die Mittheilungen der„Allgem. Ztg." kennzeichnen die Missre der ungarländischen Arbeiter so haarscharf, daß es kaum nöthig ist, der ziffernmäßigen Darlegung etwas hinzuzufügen. Der Leser mag sich nur daran er- innern, daß nach den Angaben der Fabrikinspektoren- Berichte die Gegenden gerade die erbärmlichsten Zustände aufweisen, wohin der profitlustige Leitartikler des Münchener Blattes die Textil-Großindustrie verpflanzen niöchte. Billig ist die Lvsung; mag das Proletariat im Elend ver- kommen, es thut nichts; mag an jedem Gulden Dividende Blut und Schweiß der Arbeiter kleben, Profit ist Profit, d. h. der Grund- und Eckstein der bürgerlichen Welt. Lippen und den leichten tockigen, weichen Haaren über der etwas niedrigen, aber weißen Stirne. Der Charakter Fustoff's zeichnete sich durch eine außerordenttiche Gleich- Mäßigkeit und durch eine cigenthümlich angenehme zurück- haltende Höflichkeit aus; er war niemals nachdenkend, immer mit Allem zufrieden; eben daher aber versetzte ihn nichts in Begeisterung. Jedes Uebermaß, selbst in einem guten Gefühle, beleidigte ihn:„Das ist wild, wild," pflegte er in solch einem Falle zn sagen, ein wenig mit den Achseln zuckend und mit den Augen blinzelnd. Und Fnstoff hatte wunderbare Augen! Sie drückten beständig Theilnahme, Wohlwollen, und sogar Zuneigung aus. Im Verlaufe der Zeit erst bemerkte ich, daß der Ausdruck seiner Augen allein von ihrer Bildung herrührte, daß er sich auch dann nicht änderte, wenn er seine Suppe aß, oder seine Zigarre an- zündete. Seine Ordnungsliebe war uns sprichwörtlich ge- worden. Es ist wahr, seine Großmutter war eine Deutsche. Die Natur hatte ihm vielseitige Fähigkeiten verliehen: Er tanzte ausgezeichnet, ritt stutzerhaft, schwamm vortrefflich; er niachte Tischlerarbeit, drechselte, klebte, band Bücher ein, schnitt Silhouetten aus, malte ei« Blumcnbouquet in Aquarell oder Napoleon im Profil in blauer Uniform, spielte die Zither mit Gefühl, konnte eine Ateuge Karten- und andere Kunststücke und besaß ziemlich gute Kenntnisse in der Mechanik, der Physik, der Chemie,— aber Alles mit Maß. Nur für Sprachen hatte er kein Talent; selbst im Frau- zösischen drückte er sich mittelmäßig aus. Er sprach über- Haupt wenig und nahm an unserem Studentenverkehr nur durch die lebhafte Weichheit seines Blickes und sernes Lächelns Antheil. Bei dem lveiblichen Geschlechte fand Fustoff unbe- dingten Beifall; aber über diese, für junge Leute äußerst wichtige Frage, breitete er sich ungern aus, und er verdiente vollkommen den ihm von den Kameraden ver- liehenen Beinamen eines„bescheidenen Don Juan". Ich bewunderte Fnstoff nicht; an ihm war nichts Bewunderns- werthes; aber seine Zuneigung war mir werth, obgleich dieselbe sich im Wesentlichen nur darin aussprach, daß er mir zu jeder Zeit Zutritt zu seiner Person gewährte In meinen Augen ivar Fustoff der glücklichste Mensch auf der Welt. Sein Leben floß wie geölt dahin. Mutter, Kamburg, 16, September. Gestern fand in Altona die Urtheilsvcrkiindigung in dem Prozeß gegen W e i n h e b e r und Genossen statt. Der Prozeß wurde, wie bekannt, am 9. d. Mts. verhandelt. Ganz so arg, wie der Herr Staatsanwalt es im Sinne hatte, ist es nun freilich nicht geworden. Dennoch wurde W e i n h e b e r als Verleger des inkriminirten Wahlflugblattes zu 3 Monaten, 49 der übrigen Angeklagten je zu 2 Wochen ver- nrtheilt. Der Geschäftsführer der Firma I. H. W. D i e tz in Hamburg, R. Borard, wurde freigesprochen. Das Gericht nahm an, daß Letzterer von dem Inhalte deS Flugblattes keine Kenntniß gehabt hat. Aus dem Inhalte des Flugblattes wurde, neben der Behauptung, daß für Austern kein Zoll entrichtet werde, besonders der Passus als straffällig erkannt, daß die Lasten der Unfall- und der Alters- und Invalidenversicherung von dem arbeitenden Volke allein getragen würden. Die Angeklagten hätten also absichtlich falsche Thatsachen verbreitet und Staats- einrichtungen verächtlich gemacht. Abgesehen von der irrthüm- lichen Behauptung der Steuerfreiheit der Austern, sind die Arbeiter der großen Mehrzahl fest überzeugt, daß, wenn auch dem Wort- laute des Gesetzes nach Staat und Unternehmer zu den Lasten der Alters- und Invalidenversicherung beitragen sollen, doch diese Bei- träge zum weit überwiegenden Theile durch die indirekten Stenern, wie Lohnkürzungen, von der Arbeiterschaft getragen werden wird. Freilich ist man bei Abfassung des in redestehenden Flugblattes in der Eile und in der Aufregung der Wahlbewegung etwas flüchtig verfahre». Nun, die„Schuldigen" sind verurtheilt und die Gesellschaft ist wieder einmal gerettet! Von irgend welcher Geheiinbündelei, w i e andere Blätter zu be- richten wissen, war in dem ganzen Prozeß über- Haupt nicht die Rede. Der deutsche Anwaltstag, der sich im Laufe der letzten Woche hier m akademischer Weise mit einigen Verbesserungen der deutscheu Strafprozeßordnung befaßte und auf welchem die Herren M u n ck e l(Berlin) und P a y e r(Stuttgart) den liberalen und der Herr Geh. Justizrath Wille(Berlin) den konservativen Standpunkt vertraten, hat ohne besondere Anstrengung und Auf- regung seine Debatten beendet. Du Theilnehmer haben sich nebenbei recht nett in Hamburg und Umgegend vergnügt, gut gespeist und getrunken und sind dann wieder nach Hause gereist. Es wurde dem Anwaltstage auch eine von der Redaktion des H a m b. Ech o" ausgearbeitete Denkschrift in 300 Exemplaren überreicht, in welcher hauptsächlich Beschwerde über den Amts- mißbrauch, welchen sich hiesige Polizeiorgane gegenüber Arbeitern, welche während der jüngsten Streiks und Aussperrungen ihre Rechte des§ 152 der G.-O. ausübten, zu Schulden haben kommen lassen. Es sind damit die grundlosen, zahlreichen Versammlungen, die wochenlange Juhaftirung Unschuldiger und deren Zwaugsphoto- graphirung gemeint. Die deutscheu Herren Rechtsanwälte, welche in Hamburg versammelt waren, haben aber wahrscheinlich weder Veranlassung noch Neigung gefunden, sich mit dem Inhalte und den Beilagen der Denkschrift irgendwie zu befassen. Es ist das auch wohl kaum, dem ganzen Charakter und der Zusammensetzung des Anwalttages nach, von ihnen zu erwarten gewesen. Mit dem heutigen Tage ist die alte„Hamburger Re- form" in verkleinertem Format erschiene», angeblich, um einem lang geäußerten Wunsche ihrer Leser nachzukommen. Im Grunde aber wohl, um einen letzten Versuch zu machen, die Abonnenten- zahl des schon lange am unheilbaren Siechthum laborirenden Freisinnsorgane wieder zu heben. Die„Hamburger Reform" ent- stand in der bewegten Zeit des JahreS 1848, war anfangs entschieden demokratisch, später fortschrittlich und echt Manchester- lich. Das Blatt hat sich lange Jahre als fanatisch feindlich der Arbeiterbewegung gegenüber gestellt. Erst in letzter Zeit wurde Haltung und Sprache der Arbeiterpartei gegenüber etwas an- ständiger und gemäßigter. Aber das konnte seinen Verfall nicht aufhalten. In dem Formate, wie es heute wieder erscheint, trat es 1848 ins Leben, und wird aus demselben auch wahrscheinlich in kurz absehbarer Zeit wieder ans demselben scheiden. ,* Mailand, den 15, September. Während sich Herr Crispi darauf vorbereitet, in Turin bei dem Eröffnungsbanket der „ A r b e i t e r a u s st e l l u n g" seine angekündigte große Redeüber„die Lösung der sozialen Frage" zu halten, erreicht die w i r t h s ch a f t l i ch e K r i f i s in ganz Ober- italien wiederum ihren Höhepunkt. Als den ganzen Winter hindurch in allen größeren Städten des nördlichen Italiens die Zahl der Arbeitslosen auf Zehntausende angewachsen war, ver- tröstete man uns auf den Sommer, wo die Hungernden für alle Entbehrungen entschädigt werde» sollten. Von den ersten Monaten des Jahres sing dann der Massenexport italienischer Arbeiter nach dem Auslande an. Trotz aller Warnungen und Schilderungen der Zustände in Chile und Argentinien sah die Regierung ruhig zu, wie die Auswanderungsagenten in der erien Hälfte des Jahres an 120 000 Menschen aus Italien nach Süd- amerika beförderten. Jetzt aber kommen die Unglücklichen zu a linderten wieder zurück, nachdem sie dort in dem Lande der erheißung Monate lang gedarbt hatten. In Griechenland, wo- hin einige tausend italienische Arbeiter auf die Empfehlung der Brüder, Schwestern, Tanten, Onkel— Alle beteten ihn an; er lebte mit Allen in ungemein gutem Vernehmen, und genoß den Ruf eines musterhasten Verwandten. Viertes Kapitel. Eines Tages begab ich mich ziemlich früh zu ihm, und fand ihn noch in seinem Kabinette.-Er rief mich aus dem Nebenzimmer an, aus welchem ein Schnauben und Plätschern an mein Ohr drang. Fnstoff begoß sich jeden Morgen mit kaltem Wasser und machte daraus eine Viertel- stunde lang gymnastische Uebungen, in denen er eine große Meisterschaft erlangt hatte. Uebertriebene Sorge für die Gc- sundheit seines Körpers ließ er nicht zu, allein das Roth- wendige vergaß er nicht(„Vergiß Dich selbst nicht, rege Dich nicht auf, arbeite mit Maß," war sein Wahlspruch). Fustoff war noch nicht erschienen, als die Thür des Zun- mers, in welchem ich mich befand, sich weit öffnete und ein Mann von ungefähr 50 Jahren in einem Uniformsfrack hereintrat; er war stark, untersetzt, hatte milchigweiße Augen, ein bräunlich-rothes Gesicht und eine förmliche Mutze von grauem, krausen Haar. Dieser Mensch blieb stehen, sah mich an, riß seinen großen Mund weit aus, brach in ein lautes, metallisches Gelächter aus, schlug sich mit der flachen Hand hinten aus den Schenkel, wobei er den Fuß hoch iu die Höhe warf. „Ivan Demjanitsch?" fragte mein Freund hinter der Thür. „Er ist es selbst," antwortete der Hercintretende. „Aber was machen Sie denn da? Beendigen Ihre Toilette? Ist Recht! ist Recht!(Die Stimme des Menschen, welcher Ivan Demjanitsch genannt wurde, hatte einen metallischen Klang, wie sein Lachen.) Ich beabsichtigte zu Ihrem Bruder zu gehen und ihm Stunde zu geben; aber er hat sich er- kältet, niest fortwährend. Er kann sich nicht beschäftigen. Da bin ich denn einstweilen zu Ihnen eingekehrt, um mich zu erwärmen." Ivan Demjanitsch brach wieder in dasselbe seltsame Lachen aus, klatsche sich wieder laut auf den Schenkel, zog ein qnadrirtes Tnch aus der Tasche, schnaubte sich laut, die Regierung hin gebracht wurden, ist deren Lage nicht viel bis> sie lehren früher, als ihr Kontrakt abgelaufen, zurück; die gebliebenen haben fortwährend Kampfe um ihren Lohn zu�iu� '' keiimt Und wenn nun auch noch die Rückwanderung der Arbeiter aus Frankreich, Deutschland und Oesterreich heram- so wird die Roth und das Elend in der Lombardei wahrend Herbstes und des Winters ein furchtbares iverden., f j, Schon jetzt, wo sie noch nicht zur Hälfte zunickgck#'.' ist die Arbeitslosigkeit bereits eine erschreckende, Dia seiern an 4000 Arbeiter, hauptsächlich Mechaniker, Tisch» Weber; in Bologna ist für die Maurer keine Arbeit mehr handen, in Turin......'- 0™™ und der Selbsthilfe. ---—-—— Ci.— »>« wivgna i|i sur vie uuuurrr uiiu silu-h kurin, diesem gepriesenen Sitz der Genoflensch l sthilfe, will man durch die famose sozwffestr tische Ausstellung in erster Linie für die Masse der Arben. ein wenig Beschäftigung und Verdienst beschaffen. 3�8 bieten sich gute Industriearbeiter für einen Tagelohn von bis IVa Frank an, und in der berühmten See- und Hand« Genua ist für die Arbeiter nichts mehr zu verdienen, k"«' Frühjahr hatte man überall auf öffentliche Kosten versucht, Arbeitslosen Beschäftigung zu geben, aber jetzt sind die Atf.,., vollendet und die verwendbaren Gelder sind erschöpft. und verzweifelnd blickt ein Jeder dem kommenden Winter entg ö, Leider vermag die große Masse der Arbeiter den Grund dieser. � läge nicht zu erkennen; man schiebt die Schuld auf den Zollkrieg Frankreich und verwünscht deshalb den Dreibund»uo Oesterreicher. Man klagte wohl auch mit Recht über Militarismus, die unersättliche Kolonialpolitik; aber Dusti 8,� welche das ganze wirthschaftliche System verurtheilen un Arbeiter zu einer energischen und selbstständigen Arbeiter gung auffordern, bleiben in vielen Fällen noch immer u � standen.— So wurde dieser Tage in Genua eine große sammlung unbeschäftigter Fabrikarbeiter abgehalten, m me N sich die Majorität nicht weiter als zur Forderung von Ge» vereinen nach englischem Muster aufschwingen konnte. AI»,. einige Sozialdemokraten in ihren Ausführungen weiter und eine Resolution vorschlugen, ivelche eine Umformung � Produktionsweise im sozialistischen Sinne verlangte, gab es, furchtbaren Lärm, in welchem schließlich die ganze Versaiinn erstickt wurde. rww» In Mailand, dem„Vorort" der Arbeiteremanzipation Jw � etwas besser, denn" 1 steht es allerdings schon sozialistische Theorie allmälig auch in den Kreisen oer schafter Bahn. Sehr erfreulich ist auch die Thatsache, daftK, der erste italienische Bückerkongreß in Mailand zuPR gekommen ist, welcher die Nachtarbeit im Bäckerge»� gänzlich beseitigen soll.— Wir werden über die Verha« dieses Kongresses berichten. London, den 14. September. Die Wogen der Erregung-.� der Beschluß über den gesetzlichen Achtstundentag in vereinskreisen aufgewühlt, glätten sich allmälig. Auf Seite» Anhänger wie der Gegner dieser Maßregel ist man vern» genug, einzusehen, daß nichts falscher wäre, als die Sache, die Spitze zu treiben. Die Ersteren lassen sich znnächlt genügen, daß das Prinzip siegreich zur Anerkennung gel ist, die Letzteren trösten sich damit, daß zwischen einem Bei und seiner Verwirklichung noch ein ziemlich weiter Weg daß die schlimmen Wirkungen, die nach ihrer Meinung ven für ihr Gewerbe zur Folge haben müßte, vor der Hav» nicht zu befürchten sind. Ein in diesen Tagen zur Versei»� gelangtes Rundschreiben von Th. Birdwistle— demselben,. � wegen der Annahme der Achtstunden-Resolution seinen Parlamentarischen Gewerkvereins- Komitee niederlegte—.'st deutlich, daß man auf jener Seite bereits einzulenken 1� Birdwistle schreibt an die Zweigsektionen des„Vereinigten A! ,, bundes von Nord-England", dessen Generalsekretär er ist, 0„Wir weigern uns keineswegs, ein Achtstundengesetz siü% arbeitet und gewisse andere Berufszweige zu unterstützen, � wir haben keine Neigung, es auf Befehl von Leuten zu thun,- nachdem sie einen vollen Arbeitstag von zehn Stunden gck° iir noch Uebcrzeit arbeiten. Auch sind»vir durchaus nicht gegen/ Verkürzung der Arbeitszeit in den Textilfabriken. Im GegeuW s wir sind dafür, sobald die Verhältnisse einer solchen Map � günstig sind; aber angesichts der Hohen Einfuhrzölle, deue». englischen Fabrikate in anderen Ländern unterworfen sind, nvio uns die niedrigen Löhne und die lauge Arbeitszeit unserer j st kurrenten auf dem Festlande, vorsichtig vorzugehen, st, diesen Umständen ist es nicht ersichtlich, wie ich v», Sitz im Parlamentarischen Komitee in Ehren beibeh- � kann, ivenn ich, wie es der Fall wäre, verpfu bin, mit allen Kräften für Etwas zu wirken, was meiner und inciner Kameraden Ueberzeugung unser». J.j essen schädlich sein würde. Einige Berichterstatter scheine»� folgern, daß ein Rücktritt vom parlamentarischen Komitee- Austritt unserer Organisation aus dem Kongreß bedeute, aber erlaube mir zu bemerken, daß dies nicht nothwendig zu erst, braucht, und daß ich wedereinesolcheMaßregel bei w ortet habe, noch sie zu befürworten b e a o I' t i g e. Alles, was wir bis jetzt gesagt haben, ist, daß Jeder, einen Sitz im Parlamentarischen Komilee in ehrlicher Absiast st Augen wild dabei verdrehend und schrie, in das speiend, ans vollem Halse: Tsu— u— u! � Fustoff trat ins Zimmer und fragte, uns Beiden Hand reichend, ob wir einander kennen?... „Nein, gar nicht," donnerte Ivan Demjanitsch WL hervor,„der Veteran aus dem Jahre 12 hat nicht Ehre!"-st, Fustoff nannte mich zuerst und sagte dann, aus„ „Veteranen aus dem Jahre 12" zeigend:„Ivan Demjawll Ratsch, Lehrer... verschiedener Gegenstände.".. „Ja namentlich, namentlich verschiedener Gegenständ' unterbrach ihn Herr Ratsch.„Was habe ich,»vei»t darüber nachdenke, nicht schon Alles gelehrt, und was. iL ich nicht Alles noch! Mechanik, Geographie, Statistik, ck« nische Buchhalterei. Ha— ha— ha— ha! und Musik!,. zweifeln, geehrter Herr?"»varf er sich plötzlich dazivW, „Fragen Sie Alexander Daviditsch, wie ich mich aus° r, Fagott auszeichne? Was wäre ich denn im entgegengestv Falle für ein Böhme, Czeche nämlich? Ja, mein HeH,.. bin ein Czeche, und meine Heimath ist— das alte Pl\-z Apropos, Alexander Daviditsch,«sie kommt es, daß Sie so lange nicht gezeigt haben? Wir hätten ein Duo sammengespielt... Ha— ha! Gewiß." w „Ich bin vorgestern bei Ihnen gewesen, Ivan De»b nitsch," antwortete Fustoff. „Das nenne ich eben selten, Ha— ha!". Wenn Herr Ratsch lachte, so rollten feine Augen r sam unruhig hin und her.. „Ich sehe, junger Mensch, daß mein Benehmen Sld, Erstauneil setzt," wandte er sich wieder zu mir.„Das kon�, daher,»veil Sie mein Temperantent noch nicht kennen. kundigen Sie sich bei unser»» guten Alerai»der DavidR, rnrnn nach mir. Was wird er Ihnen sagen? Er»vird 3% sagen, daß der alte Ratsch ei« Einfaltspinsel ist, j, Russacke dem Geiste,»venn auch nicht der Abstammung ha— ha! Bei der Taufe erhielt ich den Na»nen' Dietrich und»verde gerufen— Ivan Demjanoff! Was L im Sinn ist, habe ich auf der Zunge; das Herz liegt PL wie»nan zu sagen pflegt, aus der flachen Hand; diese verschiedenen Zeremonien kenne ich nicht, und »# Nimmt, das vom Kongreß vorgeschriebene Mandat zu erfüllen und Nut allen Kräften für die Durchführung des gesetzlichen Acht' stundentages für alle Industriezweige zu wirken verpflichtet ist, gleichviel ob die Betreffenden einen solchen wünschen oder nicht, r* Frage des Rücktritts vom Kongreß ist eine ganz andere Sache und viel zu ernsthaft, um sie im Handumdrehen zu erledigen, V, hoffe vielmehr, daß wenn sie zur Entscheidung kommt, ohne twch'cht auf die Baumwollenindustrie, bei der Ihr direkt intcrestzrt % wohl abwägt, welches ihre Folgen sein und ob Euer Aus- Suere Kameraden schädigen würde." . Man sieht, das leuchtet schon etwas anders, als die echten Fornesausbrüche. Mag sein, daß hinter der etwas salbungs- vollen Sprache etwas weniger versöhnliche Absichten stecken, ader stdenfalls ist es schon ein gutes Zeichen, daß selbst die alten die hje im iraves-unionislischen ü-cyafpeiz oen zcongren vic Wohlgesinnten Gewerkvereine in terroristischer Weise gczivnngen hatten, für ihre umstürzlerischen Resolutionen zu stimmen. Davon war selbstverständlich gar keine Rede. Im .Mentheil, gerade die„Alten" waren es gewesen, °!° in Liverpool das Sliederschreien versuchten, und Anfangs auch damit etlichen Erfolg hatten. Wäre z. B. John ?urns nicht mit seiner Stentorstimine eingesprungen, so wäre c- °sm in meinem vorigen Brief erwähnten Amendement des Sozia- «>ten Macdonald gar übel ergangen, der Antragsteller, obwohl *»> geübter Versammlungsredner, war ka nn zu verstehen gewesen. s° hatten die„Alten" während seiner Rebe gelärmt. Und daß das Amendement trotz der Befürwortung durch John Burns nur oo von 4nT Ktiiinnp,! Pi-hiett.;eiat. da« vie ciaentliche» Sozialiiien �apitalttt-n c" � Anstand nehme», in die Tonart der die oan!.«�esse einzustimmen, die, mit wenigen Ausnahme», die.'bres Zorns über die sozialistischen Wölfe ergoß. t»aM?!-,?5??'Mou'fl'schen Schafpelz den Kongreß inajorisirt. die ...............*-----ifUf.fc.j. /.oaitiliilrtiM, l X- IlUt) fCl----- ."on 457 Stimmen erhielt, zeigt, daß die eigentlichen Sozialisten f»rl Kongreß in viel zu geringer Minderheit waren, um den- m"iorrortsiren" zu können. m®,aä allerdings kann nicht geleugnet werden, daß einzelne Asortführer der„neuen" Richtung es, namentlich in den späteren Mwtlgeii, zuweilen schon an dem nöthigeu Takt haben fehlen ohen, und diesem Umstand soll es u. A. auch zuzuschreiben sein, ooß John Burns bei den Wahlen für das Parlamentarische onntee der erhaltenen Stimuienzahl nach erst, als der Trcizehnte mstmarschirte, d. h. garuicht ins Komitee gelangt iväre, wen» "'cht I. Wilson, Birdwistle und Slatter abgelehnt hätten. _ Bei der Abstimmung über die Achtstundensrage hatten jedoch weder die Einen, noch die Andern die Telegirten viel zu bcein- i'uisen, da die große Mehrzahl derselben vielmehr nach Instruktion °? den Organisationen, die sie.vertraten, gestjinmt hat. Ver dürfen selbst die„Neuen" nicht von der Taktik uvweichen, die bisher in England in solchen Dingen beobachtet worden ist. Die Resolution MarkS besagt „Warum blieb er denn in Moskau?" Fusioff hörte nicht auf zu drechseln. „Gott weiß es! Es geht das Gerücht, daß er einer von unser» Spionen mar; aber das wird wohl falsch sein. Daß ihm aber seine Verluste von der Krone ersetzt ivorden sind, ist richtig." „Er trägt einen Nniformsfrack... er dient also?" „Ja. Er ist Lehrer in einem Kadettenkorps und] ist Hofraty." „Wen hat er geheirathet?" „Eine Deutsche von hier, die Tochter eines Wurst- machcrs oder Fleischers..." „Und Tu gehst oft zu ihm?" „Ja, ich besuche ihn." „Amüftrt man sich bei ihnen?" „So ziemlich." „Hat er Kinder?" „Ja. Er hat vier Kinder von der Deutschen und einen Sohn niid eine Tochter von der ersten Frau." „Wie alt ist die älteste Tochter?" „Sie ist ungefähr fünfundzwanzig Jahre alt." Es kam mir vor, als wenn sich Fnstosf tiefer über seine Drehbank beugte und als ivenn das Rad unter der rhythmische» Bewegung seines Fußes sich schneller drehte und lauter schnurrte. „Ist sie hübsch?", „Je nach dem. Der Geschmack ist verschieden. Sie hat ei» bemerkensiverthcs Gesicht; sie ist überhaupt— eine be- inerkenswirthe Persönlichkeit." Aha, dachte ich. Fnstosf arbeitete mit besonderem Eifer fort und beantibortete meine nächste Frage nur mit einem Gebrüll. Ich muß ihre Bekanntschaft machen, beschloß ich bci mir.(Fortsetzung folgst. geistigen Waffen." Und hundert andere Blätter treiben es ebenso, oder ganz ähnlich. Dafür sind wir Deutsche auch — nach der patriotischen Koukurrenz-Mythe— auch„das Volk der Denker", das auf die„oberflächlichen Franzosen" hochnäsig herabsehen darf. Die Redaktion der„Miener Arbeiter- Zeitung" bringt in ihrer letzten Nummer folgende redaktionelle Er- klärung: Die nunmehr verflossene Redaktion der„Sächsischen Arbeiter- Zeitung", welche bekanntlich vor dem 1. September ein Hauptorgan der Herren Wille und Genossen ivar, hat sonderbare Stückchen ausgeführt. Unter Anderem beschuldigte sie Genossen Liebknecht, im Pariser„Temps" und in unserem Blatte, der„Arbeiter- Zeitung", Artikel veröffentlicht zu haben, welche für die Fraktion eintraten, und diese dann wieder, als„aus- ländische Preßstimmen" in den Parteiblättern zitirt zu haben. Gen. Liebknecht zu beschuldigen, er arbeite für die Fraktion wie ein offiziöser Preßknecht, das ist allerdings etwas mehr an Keckheit, als man der„Jugend" zubilligen darf. Und die eifrigen Offiziösen drucken begreiflicher Weise diese Lügen mit breiter Behaglichkeit nach, weshalb wir davon Notiz nehmen. Daß jene Korrespondenz, die vor Wochen zuerst über den Konflikt berichtete, nicht von Liebknecht nnd überhaupt von keinem Fraktionsmitglied ausgegangen war, mußte übrigens einem kun- digen Leser ohnehin klar sein. Daß Gen. Liebknecht seit Jahren für unser Blatt keine Zeile geschrieben hat, wollen wir bei dieser Gelegenheit— und zwar natürlich mit großem Be- dauern— konstatiren. Jetzt hat sich übrigens der— uns von Anfang an bekannte — Verfasser der fraglichen Korrespondenz gemeldet. Die letzte Nummer der„Wiener Arbeiter- Zeitnnq" enthält folgende Er- klärung:„Werlher Genosse, Redakteur! Meine XX. Korrespondenz aus Berlin wird trotz des energischen Dementis Liebknecht's noch immer letzterem zugeschriebe». Haben Sie die Gute mitzutheilen, daß der unterzeichnete Berfasser derselben sich durch diese gute Zensur sehr geschmeichelt fühlt. Adolf Braun.— Unser Genosse Adolf Braun ist O e st e r r e i ch e r. Gin amüsantr» tstuidproqno. Die verflossene Redaktion der„Sächsischen Arbeiterzeitung" zitirte bei ihrer Polemik gegen die Parteileitung folgenden Satz einer biographischen Skizze über Theodor Jork, den 1874 verstorbenen Proletarieragitator, im„Wahren Jakob":„Jork trat mit vollsr Energie für die neue Bewegung ein; er war auch einer der Mitbegründer des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins. Ein so begeisterter und opsersreudiger Bekenner der von Lassalle formulirten sozialistischen Forderungen Theodor Jork aber bis zu seinem Lebensende war und geblieben ist, so ist es doch für den durch und durch demokratischen Grundzug seines Charakters be- zeichnend, daß er von der ersten Stunde an, wo Lassalle das Organisationsstatut des Vereins vorlegte, gegen die in demselben konstitmrie Präsidialdiktatur opponirte. Zivar konnte Jork mit seinen auf Dcmokratisirung der Organisation abzielenden Vor- schlügen nicht durchdringen, seiner Ueberzeugung aber gab er in demonstrativer Weise dadurch Ausdruck, daß er bei der Präsidenten- mahl einen unbeschriebenen, weißen Zettel abgab. Diese Oppo- sition ist gelegentlich der späteren Parteikämpse von Seiten der starren Lassalleaner Jork oft und in bitterster Weise zum Vor- ivnrf gemacht worden; wir aber glauben, daß es für die uner- schütterliche nnd charaktervolle Ueberzeugungstreue des armen, einfachen Tischlergesellen kein glänzenderes Zeugniß geben kann als die Thatsache, daß er auch gegenüber dem mit allen Mitteln einer bevorzugten sozialen Lebensstellung und den glänzendsten GeisteSgaben ausgerüsteten Lassalle an seinen demo- kratischen Grundsätzen festhielt. Wie berechtigt übrigens die Befürchtungen Uork's gegenüber der Präsidialdiktatnr, welche Lassalle für das Gedeihen des Vereins nnd die Erreichung der Zwecke desselben unumgänglich nothwendig hielt, waren, zeigte sofort, als nach dem erfolgten Tode des großen Arbeiteragitators minder lautere Charaktere die Präsidialivürde übertragen be- kamen."„Diese Worte kommen gerade zur rechten Zeit", bemerkt hierzu die Redaktion,„sie sollten angesichts der Neuorganisation unserer Partei von jedem Genossen beherzigt werden." Das heißt mit anderen Worten: Die Verfasser des Programm- Entwurfs, also die Männer der Parteileitung, sollten sich diese Handlungs- weise Jork's zum Vorbild nehmen und ihren undemokratischen Entivnrf fallen lassen, während die verflossene Redaktion der „Sächsischen Arbeilerzig." sich gewissermaßen in eine der Aork- scheu Opposition ähnelnde Stellung versetzt glaubt. Insoweit als nun jenes Zitat aus dem„Wahren Jakob" gegen die Parteileitung ausgebeutet wird, wollen wir, so schreibt die„Schwäb. Tagwacht", denn doch unter Bruch der Redaktionsverschwiegenheit den Herren verrathen, daß die in Rede stehende biographische Skizze von einem Miigliede der Parteileitung verfaßt ist, und daß die Herren der Opposition unwissentlich den Genossen Auer in die Lage ge- bracht haben, gegen sich selbst ausgespielt zu werden. Die politisch» Dolizei. Der„Frankst Ztg." wird von Berlin gemeldet: Entgegenstehenden Meldungen gegenüber kann ich mittheilen, daß sämmtlichc Organe der politische» Polizei, auch der geheimen, über den 1. Oktober hinaus im Dienst bleiben.— Wer hat das bezweifelt? Ktiich für Stück«ur eine» Dfemiig. Im„Reichsboten" lesen wir:„Wir beabsichtigen eine Anzahl Flugblätter über soziale Fragen herauszugeben, um allen denen, welche zur Auf- klärung der Arbeiter gegenüber der Verleitung durch die Sozial- demokraiie etwas beitragen möchten, ein billiges, leicht zu ver- breitendes Blatt in die Hand zu geben.— Im 1. Flugblatt wird unser Leitartikel t„Die Arbeiter und die Religion" der letzten SonntagSnummer des„Reichsboten" erscheinen. Das Flugblatt kostet 1 Pfennig."— Wir fürchten, der Preis ist noch zu hoch. Für-Papiere„mit fallender Tendenz" zahlen die Arbeiter nicht so viel. Di« Kegiinstigttng des Sklavenhandels durch die deutschen Behörden in Bagamoyo in Ostafrika, die nach der „Times" darin bestanden haben sollte, daß der stellvertretende deutsche Reichskommissar in Bagamoyo eine Kundmachung erließ, welche daselbst, wie in der Nachbarschaft den ungehinderten Verkauf und Ankauf von Sklave» gestattet, und nur die Sklaven- ausfuhr über das Meer verbot, wird vom„Reichs-Anzeiger" auf das Bestimmteste bestritten. Es soll sich bei der Nachricht um die Lüge eines Arabers handeln. Das» die Krhörde» noch fortwährend gegen die Aus- Nutzung von Kindern durch die Landwirthschast einschreiten müssen, zeigt folgendes neue Vorkommniß. In Bezug ans Ver- mielhen von Schulkindern hat die Regierung zu Magdeburg folgende Verfügung erlassen: „Zur Beseitigung der vielen und schweren Schäden, welche der Volksschule durch das Vermiekhen von Schulkindern ans dem diesseitigen Regierungsbezirk nach anderen benachbarten Bezirken und umgekehrt erivachsen. ordnen ivir an, daß der erforderliche, seitens des zuständigen Ortsschnlinspektors auszustellende Er- lanbnißschein nur widerruflich und nur unter der Bedingung zu crtheilen ist, daß das betreffende Schulkind zum Hüten oder Dienen nicht außerhalb des Regierungsbezirkes vernnethet bez>v. verwendet werde» darf." Auch hier wurde die Beschäftigung biNiger Kinderkräfte also in einer Weise betrieben, daß die elementare Schulbildung unter ihr litt. Gin Diumemristev im Weimarischen verbot eine sozial- demokratische Bersanunlung, weil er keine Zeit hatte, dieselbe zu überwachen.. ,., Aus Gkerscheste». Der„Oberschlesische Anzeiger", ein leider ziemlich verbreitetes Blatt, dessen Hauptaufgabe außer dem Schimpfen auf die Arbeiter darin besteht, seinen Lesern alle Ge- burtoiage des Hauses„Herzog von Ratibor resp. Fürst von Plcß und Herzog von Ujest" von A bis Z vorzuerzählen und welcher bei jedem derartigen„wichtigen Gedenktagen" sich in den herrlich- 1 sten Lobhudeleien ergeht, leistet sich in einer neuliche» Nummer folgende Probe seiner Arbeiterfreundlichkeit: „Von einem Grubenbcamten des oberschlesischen In- dustriebezirkes. erhalten wir folgende Zuschrift, die den Uebermuth einzelner Bergleute infolge der hohen Verdienste deutlich zu kennzeichnen scheint. Wir lassen daher einige Stellen dein Wortlaute nach folgen:. Vor einiger Zeit wurde in R. bei einer Auktion ein großer Pfeilerspiegel versteigert, ich hätte denselben gern gekauft, wenn ich ihn zum Preise von 16 Mark erhalten hätte. Ich bot darauf, wurde aber bald von einem Bergmann überboten, welcher den Spiegel für 32 Mark erstand.— Vor 14 Tagen ging die Fra» eines Obersteigers in den Schuhwaarenladen des Herrn N. in Beuthen. Bald darauf trat ein Bergmann noch in Grubensachen mit seiner Fra» ein, welche Schuhe für ein Jahrkind kaufen wollten Als ihnen ein Paar Schnürschuhe gezeigt wurden, meinte die Bergmannsfrau, sie wolle nur gestickte Schuhe haben. Dem Verkäufer, der darüber seine Verwunderung aussprach, sagte die Frau, sie könne sich das schon leisten, ihr Mann habe mehr als der Steiger verdient.— An einem der letzten Sonntage hatte ich in Königshütte zu thun und ging, da mir ein Wagen . zu theuer ist, trotz der großen Hitze zu Fuß. Unterwegs begegneten mir einige junge Schlepper, welche per Droschke nach Königshntte fuhren, es hätte nur noch gefehlt, daß sie mich aufgefordert hätten, auf dem Bocke mitzufahre». Ich selbst, wie wohl auch alle Beamten gönnen den Arbeitern einen guten Verdienst, wenn sie denselben ordentlich an- legen, doch steht der Verdienst eines jungen Schleppers von 16—18 Jahren mit durchschnittlich 50—63 Mark in keinem Verhältnisse zum Gehalte eines Steigers von monat- lich 100—120 Mark." Man ersieht hieraus, in welch' zynischer Weise die„Herren Grubenbeamten" über die armen Bergleute, denen doch wahrlich nach jahrelangen, schlechten Löhnen, eine kleine'Aufbesserung zu gönnen ist, denken. Die Behandlung, welche die Bergleute in Oberschlesien von ihren Vorgesetzten erfahren, ist schon sprüchwört- lich geworden und keine Besserung ist darin eingetreten. Mannheim, 16. September. Ein Leser unseres Blattes schreibt uns: Die heutige„Trier. Landesztg.", in deren Besitz ich soeben gelange, berichtet über eine gester» in St. Ingbert ab- gehaltene Versammlung folgendermaßen: S t. I n g b e r t, 14. September. In einer am 15. August hier abgehaltenen Arbeiterversammlung, einberufen durch Herrn Pfarrer Zimmer, wurde wegen vorgerückter Zeit die Diskussion abgebrochen, trotzdem der Sozialdemokrat Ehrhardt aus Ludwigshafen weiter reden wollte. Herr Kaplan Dasbach versprach, in einer später anzuberaumenden Sitzung die Diskussion fortzusetzen. Heute war eine Versammlung einberufen, in welcher Ehrhardt Gelegenheit ge- boten sein sollte, seine Ansichten darzuthun. Ehrhardt vermied jede Besprechung des sozialdemokratischen Zukunftsstaates wegen der Schwierigkeiten, welche dessen Herstellung in der Praxis bietet. Kaplan Dasbach forderte ihn aber gerade zu einer Be- sprechung dieses Zukunftsstaates auf und zwang ihn zu dem Ge- ständniß, daß der sozialdemokratische Volksstaat der Zukunft nur dadurch alleiniger Eigenthümer des Vorhandenen werden könne, daß er die bisherigen Eigenthümer expropriire, eventuell durch Geld entschädige. In dem sozialistischen Zukunfts- staate habe das Geld aber gar keinen Werth mehr, folglich sei diese Expropriirung Diebstahl. Die Diskussion dauerte fünf Stunden. Verfasser des Geschreibsels ist natürlich der hochwürdigste Herr Kaplan Dasbach selbst. Daß der Herr Kaplan nicht zn derjenigen Menschenklasse gehört, deren Bescheidenheit sprichwörtlich ist, hat derselbe in seinen Blättern, welche oft nur dazu da zn sein scheinen, sein Lob zu singen und bei so mancher anderen Gelegenheit bewiesen. Es ist aber das Geschick merkwürdig, welches der Genannte wenigstens im vorliegenden Falle an den Tag legt. Daß Ehrhardt die Binsenwahrheit vortrug, daß die Sozialdemokratie zu expropriircn gedenkt bringt der Herr Kaplan in die Worte:„Kaplan Dasbach... zwang ihn zu dem G e st ä n d n i ß ec. ec.!" Wir wollen es anderen über- lassen klarzustellen, ob Ehrhardt so wenig beschlagen gewesen sein soll, um zuzugestehen, daß die Verstaatlichung der Produktiv- mittel um oeswillen Diebstahl im landläufigen Sinne sei, weil Geld dafür gegeben, dies aber ohne Werth sein werde. Dagegen gestatten wir uns unsererseits den Herrn Kaplan darauf auf- merksam zu machen, daß die Verstaatlichung der Produktiv- mittel selbst im Sinne der katholischen Moraltheologie— k e i n D i e b st a h l ist, obgleich wahrscheinlich nicht einmal die nominelle Entschädigung in Geld geleistet werden wird. Die Moraltheologie fordert— freilich wie alle Moraltheorien nur auf dem Papiere— daß der Bürger Gut u n d B l u t für das öffentliche Wohl opfere und gicbt dem Staat das dem- entsprechende Recht, Gut u n d B l u t zu fordern, wenn das öffentliche Wohl dies erheischt. Wenn es dem Herrn Kaplan nicht so sehr um einen billigen mit sophistischen Mittelchen und logischen Sprüngen zu erstreitenden Sieg zuni Zwecke der Reklame für seine werthe Persönlichkeit zu thun gewesen wäre, so würde er zunächst zu erörtern gehabt haben, ob das moderne Elend den- jenigen Grad erreicht hat oder bald zu erreichen droht, der die Verstaatlichung der Produktionsmittel als im öffentlichen Wohl unumgänglich erscheinen läßt— oder nicht. Serichtignng. Von einer Kandidatur des sozialistischen Landlags-Abgeordneten Magner um den Bürgermeisterposten in Apolda ist nach dem„Apoldaer Tageblatt" dort gar nicht die Rede. Itrtli-tt. R o m, 16. September. Aus Gründen der öffentlichen Ordnung verbot die Regierung die für heute Abend angekündigte Versammlung der aufgelösten irrendistischen Vereine, welche den Jahrestag der Verhaftung Oberdanks zu seiern beabsichtigten. Spanie«._... ,0 Madrid. 16. September. Vom 23. August b's 15. September sind an der Cholera 639 Personen erkrankt, � starben. In den letzten 24 Stunden sind 33 Pockenerkcank S und sieben Todesfälle vorgekommen. Es wurden meistens» und Nichtgeimpfte von der Seuche befallen. Offiziell w». Zahl der Cholerafälle auf 3980 beziffert, 2020 mit töduq Verlauf. Die medizinischen Blätter versichern, daß sich„ sundheitszustand in Madrid gebessert habe trotz der w eingetretenen Hitze. � Madrid, 17. September. Der Chefredakteur des„Es � Lima, erklärte einem Interviewer: Die Stunde der Aep Portugal ist nahe. Die Umwälzung in Brasilien kommt Republikanern zu statten. Reiche Brasilianer füllen die*<>11. unserer Partei. Acht Tage nach der Proklamation der Aep' würde alle Welt mit dieser Umgestaltung zufrieden sein! l � der sehr national gesinnte Klerus würde zu uns stehen. A, Furcht vor spanischer Intervention hat uns im Februar einer Revolution zurückgeschreckt. Heute ist eine solche vention nicht zu fürchten. Die Spanier warten vielmehr, W mit der Bewegung beginnen, damit sie folgen. h.z, Madrid, 17. September. Bei einem gestern Abeim � gehaltenen Ministerrath wurde der vom Kriegsminister vor Entwurf, betreffend umfassende Reformen in der Organ' der Armee, angenommen., ,,,„.[$ Ter bei dem Feuer im Alhambra-Palaste angerichtete m rielle Schaden wird auf mehr als 60 000 Piaster geschätzt. Portugal. Lissabon, 17. September. Das Kabinet hat seine T?m!. gegeben und ist Chrysostomo Abreu mit der Bildung eines n Kabinets betraut worden. Afrika. Kairo, 16. September. Da die Cholera in Massaua gebrochen ist und auch ihr Vorhandensein in Tokär befur i wird, fo ist der Handel von den Häfen des Rothen Meeres Suakim nach dem Innern gänzlich unterbrochen. Australien. Sydney, 17. September. Auf ein neuerliches Gesuchs Arbeitsrathes um Veranstaltung einer Konferenz der Arbeng � mit den Vertretern der Streikenden haben die Arbeitgeber entgegenkommende Antwort ertheilt., m Sydney, 16. September. Der Arbeitskongreß w>ll>g>( die Aushebung des an die Schafscheerer erlassenen Befeh»» r: Arbeitseinstellung und beschloß, während 48 Stunden' aggressiver Schritte zu enthalten und den Erfolg der Jnterven' des Bürgermeisters von Sydney abzuivarten. welcher bemtU)'.* Verhandlungen zu bringen. zwischen den Arbeitern und Patronen zu Stand' Theater. Donnerstag, den 18. S e p t b r. Kprrnhano. Die Hugenotten. Schanspielhans. Die Anna-Lise. Berliner Theater. Uriel Acosta. Deutsches Theater. Das Winter- märchen. Zesstng- Theater. Das zweite Gesicht. Friedrich-Milhelmstädt. Theater. Die Puppensee. Schwätzerin von Saragossa. Mailner- Theater. Mamsell Ni- touche. Viktoria- Theater. Die Million, oder: Vivat Imperator. Restdens-Theater. Ferreol. Kelleallianrr- Theater. Madame Bonivard. Guten Morgen, Herr- Fischer! Wftend- Theater. Maria Stuart. Thomas-Theater. Der Alpenkönig und der Menschenfeind. Adolph Ernst-Theater. Unsere Don Juans. Kaufmann'» Uariötö. Große Spe- zialitäten-Norstellung. Theater der ReichvhaUr». Große Spczialitäten-Vorstellung. Eoncordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große Spezialitäten- Vorstellung.. Gedr. Uichter'o Dariötö. Große Spezialitäten-Vorstellung._ Circus G. Schumann. Friedrich-Karl-Ufer. EröplUtgS-Vorßelülllg Sonnabend, den Ltt.Srpt, 7Vsllhr. Reichhaltigstes Programm. Große Zahl von Specialitiiten u. Artisten, Ale» für Berlin. Billetpreise: Loge4M., Tribüne 83X1., Sperrsitz 3 M., 1. PI. 1,50 M., 2. PI. 1 M.. Gallcrie 50 Pf. Billcts sind zu haben ab Freitag, den 19. Sept., täglich von 10— 5 Uhr in den Cigarrengeschäften der Herren Loesor& Wölfl(Zentralhotel und Bahnhof Alexandcrplatz); an der Kasse im Circus von 10 bis 1 Uhr Vorm. und von 6 Uhr bis Schluß der Vorstellung. Sonntag Ä gr. Vorstcll., um 4 und um 7'/2 Uhr. 1623 WWemilt Buggenliagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Garten-Concert. Direktion A. Vödman». Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Flffroa Wochentags 10 Pfg., IjUU CL gönn- und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ansschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. Müller. Kommandaulenstr. 77—79. Täglich: Grosses Concert mit Euartett-Sängern. ausgeführt von dem Musik- Direktor H. S a n f t l c b e n. Wochentags: Frei-Concert. Sonntags Entree 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zn Ber- gnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. Zum 1. Mal: Fünfte Reise durch das malerische Schottland. I. Cyclus: Frankreich, lieber- schwemnniiig von Toulonsc. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Englischer Garten. Direktion: C. Andross, Alexanderstraße 27 c. Auftreten der Chansonnette Fräulein Ehrenfeld. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Rosa Valerie. Austreten des Gesangshumoristen Herrn Ziegler. Auftreten des Malnbaristen und Eqiu- lebristen Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Clermont mit seinen dressirlen Schweinen, Esel und Gänsen. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 5V2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 60 Pf. und 73 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zn vergeben. 2 sind noch i. d. Woche z. ver- geb. Motzstr. 14, Wierzbicki. RheinliiMscher Iiitnifl, gen.:..DiefidrlcAlaarlkiste", Berlin N., Elsasserstraße 73, gegenüber der Bergstraße. Rendcz-vons aller lebenslustigen Herren. Brömmels, Radaubrüder und Quasselfritzen haben keinen Ein- tritt. Kapellmeister: R. Blank. Gesang: Lucia Moor. H. Schnitze(nnt'n tz), Plansch-Apotheker. Allen Freunden und Bekannten zur Nachrichr, daß ich Blumenstrasse Nr. 14 ein 1897 Weiß- iL Bamsch-Bier-LM eröffnet habe. Amandas Zöls. 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Verschiedenes und Fragekasten.— Nene Mitglieder we» aufgenommen. Gäste haben Zutritt. Um recht zahlreichen Besuch bittet Oer Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein. für den 5. JBerliner Reichstags-WahlkreiS- Versammlung am Freitag, den 19. ds. Ults., Abends 9 Uhr, in der„Kraitt Königstadt", Schönhanjer Allee 11—18. Tagesordnung: 1. Diskussion über das Programm der Sozialdemoir». 2. Verschiedenes und Fragekasten.— Alle Wühler des 5. Wahlkreises I hierzu eingeladen.[1908] Der Vorstand. Eine parthie fehlerhafte 1523� Teppiche! »in Sophagrösso ä 5,6, 8 n. 10 M. | in Salongrösse ä 13, 15, 20-50 M.| _ Werth M ZWelte!_ 1 fjardinen v�Ä.' IM ä 10, 12, 15-40 Mark.. 500 Muster stets vorräthig. 1 Kelten billig! 6000 Kindt S ablMhte Portieren z »nit Gald durchwirkt in allen Farben, A 3, 4, 6, 7,50 Mark. a port-Kette», Paar 1 Mark.| Gardinen- n. Teppidifabril» BiEmil Lefövre, Drnnienstrnhe 158. Jllustr. Musterbücher franko. am Freitag, den 19. September ds. Js., Abends 8 IIHCf bei Feuerstein, Alte Jakobstrasse 75. Tagesordnung: 1. Kassenbericht des Unterstützungssonds. 2. Wahl v 3 Revisoren. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. 1921 Der Einberufer: Paul Corinth. IMIgem. BySetalBaHseiter-Verei� Berlins und Umgegend. Große Versammlung in Rixdorf am Sonnabend, de» 30. September 1890, Abend« SVa Uhr, Kossmann's Kalo», Kergstratze 188. Tagesordnung: 1. Vortrag über:„Sozialreform und die Lage der., beitenden Klassen". Referent Herr Paul Litfin. 2. Diskussion. 3. W eines Bevollmächtigten, eines Hilfskassirers und eines Protokollführers. 4. " ovrrhtj>fii>m>a imh Sfrrrtrtim 1 nähme neuer Mitglieder. 5. Verschiedenes und Fragen. Um recht regen Besuch ivird gebeten. Oer Vorstand« Central- Vereill der Hans- und Ceslhiistsdiener Verlis Mitglieder-Versammlung am Donnerstag, den 18. September ds. Js., Abends 9 9» in Deigmiillcr's Salon, Alte Jakobstrasse 48a. Tagesordnung: 1. Medizinischer Vortrag des Herrn Dr. Bernstein. 2. Diskistü� 3. Aufnahme neuer Mitglieder, Ausgabe der Statntenbücher und Vereinsabze>l 4. Verschiedenes und Fragekasten. Der Vorstand. Verantwortlicher Redakteur: Cnrt Sänke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Sadiug in Berlin SW„ Beuthstraße 2. Gr. öffentl. SteiilüleBersaminlniiS am Donnerstag, den 18. d. M., Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Müller, Johannis- Strasse Ho. 2°' Tages-Ordnung:..st 1. Die Gewerkschaftsbewegung nach dem 1. Oktober. Referent f Werner. 2. Wahl eines Vertrauensmannes. 3. Verschiedenes. 1882 Der Elnberufer.� Kier?u eine Keilas�' JU« 89 gf fongtn cd di- oieder- jpubli' : alle» selb» tut diät t«: HS nb o»; zS Berliner f. 317. Donnerstag, den 18. September 1890. 7. Jahrg. MonttnuttAles. irtfH für die Sibnng der Stadtveroc am Donnerstag, den 18. September d. ttffilÜ®..,5 �hr. Drei Naturalisations-Gesuche.— Berieyt ?lati°s® Vorlage, betr. die Einrichtung des Steindepod der N.?m ünken Ufer der Oberspree.— Antrag von Mitgliedern Iliii-> r?mmlung, den Magistrat zu ersuchen, mit der Versamm- bomi*• � er Zuständigen Militärbehörde vorstellig zu ivcrden iS jt,,'" Zukunft Vorkommnisse, wie die Erschießung eines Ein- di»/..- ��uurch einen Wachtposten, vermieden werden.— Borlage lktt-n?- �khrausgaben fiir die Beschaffung von silbernen Amts der o- r Bezirksvorsteher— desgl., betreffend die Vertheilum SSirtif des Vermächtnisses Sr. Majestät Königs Friedrict !m-,Y." III-— desgl., betreffend den Jahresabschluß der Haupt ft-r"�.städtischen Werke über die Kassenverwaltung, sowie de> �""�-Jahresabschluß dieser Kasse pro 1. April 1889/90,- dlin?,/'.,, reffend den Bau der Ufermauer oberhalb des Mühlen- 22 und Prinzen-Allee 8 zur Errichtung einer Gemelnde �ppelschule und event. einer höheren Burgerschule.— Fun .Rechnungen— vier Unterstühungssachen.— Vorlage, betreffend y Festsetzung des Minimalpachtzinses für städtische Parzellen l Gummelsburg und Treptow. 1, Das Debüt der Kirche bei de» Kerliuer Sozialdcmo ..'»den. Zu der vorgestrigen Volksversammlung schreibt man e". Die Zeit ist gekommen, wo die Kirche beginnt, unter die ezinldemokratie zu gehen. „..Den Anfang machte die Kirche in Gestalt einiger„evan ! Mer Jünglinge" in der Versammlung in der Andreasstraße, helle"keu Austritt aus der Landeskirche" zur Tagesordnung m, Ter cand. theol. ev., welcher anserwählt war von seinen . mubcusgenossen, den sündigen Sozialdemokraten den Text zu ■ Ii», schilderte das Christenthum in so glühenden Farben, daß iig.Rufe des Zweifels ertönten. Die Rufe wurden durch die„evangelischen Jünglinge" durch ,bcu Lärm zu unterdrücken gesucht, welcher sich so steigerte, daß Mueßlich die Versammlung der polizeilichen Auflösung verfiel. % Taktik, welche die Kirche zur Bekämpfung„sozialdemokratischer Mehre»" einschlägt, hat sich bei diesem Debüt klargestellt; sie M: Sprengung der sozialdemokratischen Versammlungen. H Sowohl aus dem ganzen Verhalten der evangelischen Jung- ."?ge, als auch aus einer Unterhaltung, welche einige derselben -?m> Hinausgehen führten, geht hervor, daß nian die Mialdemokratie dadurch zu bekämpfen suchen will, daß man M Versammlungen zur Auflösung bringt. Nun, so alt das Mittel ist, so alt sind auch die Gegen- »sttel. Bei späteren Versammlungen wird man eben jedem ?%>i Kirchendiener einen zahmen Sozialdemokraten zur Seite Mi», welcher verhindert, daß der religiöse Eifer in die Ver- Mulmig störenden Fanatismus ausartet. Interessant war es ft.wten, wie die Polizei sich schon im Gebrauche der Waffen Sozialistengesetzes zur Bekämpfung der sollen. Die Auslösung erfolgte auf "'»»b des allgemeinen Landrechts. Die Unterhaltung der„evangelischen Jüglinge" endete immer �eui giefrain:„Nun, wenigstens haben wir es zur Auf- ,/'»8 gebracht." Die Wiederholung wird ihnen verleidet üben, .Bsir geben die Zuschrift unverändert wieder, deren Angaben ,. der Thal die Wahrscheinlichkeit c"- KJ-*" c'"n W ©„bleiche nach Fall des Sozialistengesetzes »�Vemokratie dienen'' diiich�üch. wie sich die für sich haben. Es ist'sonst Mehrheit der Versammlungsbesucher jugendlichen Theologen in solche >»>erkli die Harmlosigkeiten des jugendl.. Mgung hätte versetzen lassen können, wenn nicht systematische «uß.....~...... der Gegenseite die Unruhe . s provokatorische Deinottftrationen näst hervorgerufen hätten. r ,, Wir möchte» aber doch bei dieser Gelegenheit nicht unter- t.*». an unsere Parteigenossen die Mahnung zu richten, ihrer- VT* alles zu thun, um die Ruhe bei solchen Gelegenheiten Mg'sch ausrecht zu erhalte». Es darf auch nicht der leise An- Min erweckt werden, als wollte die Sozialdemokratie selber das Me Rede- und Versamnilnngsrecht verkninmer». Turbulente Mammlungen nützen unserer Sache nichts. Mit Ruhe und iui muß der Gegner angehört werden. Tarin zeigt sich "-che Parteidisziplin und Parteierziehung. Der Umbau der Strttiurr Kali» ist.mit großen tech- Dcr neue Bahnkörper, welcher innrer oer iltusfayrr aus oer Wartehalle eine Erhöhung er- fc.H erfährt an der Kreuzung der Liesen- und Ackerstraße eine »°'gu,ig von zivei Metern, während die Liesen-, Gerichts-, Acker- • nö �"rtenstraße um zwei Meter tiefer gelegt werden, ohne daß hl.;-." der Bahnverkehr auch !».?°it. Um die Steigerung lue. mit seiner ganzen delß r". Schwierigkeiten verbunden. Der neue Ä füb,» der'Ausfahrt aus der Wartehalle - erfahrt an der Kreuzung der Liesen- ui isN'g von zivei Metern, während die Liesen, v n',rn&e«»" Zwei Meter tiefer gelegt ivcrden, ... ei der Ralinuerkebr aucb nur die geringste Störung zu ermöglichen, wird der iqo. nr, r:;............. o— o— Fundauientirung und Unter- t{( �'mnlig bis zur oben angegebenen Höhe gebracht, indem Mim ose unlerminirt und abgesteift werden; die hierzu höh?? gewordenen Fuudainente befinden sich zur Zeit heg. M' Bau und erheben sich zum Theil bereits über die Erd- tiz'-»«benso sind zahlreiche Arbeiter mit der Ausmauerung schsckörpers, welcher wie die Stadtbahn innerhalb der «tilenniauern erhält, beschäftigt, und dürsten diese Vor- teu„f" bis Mitte nächsten Jahres beendet sein. Gleich hinter �leli- erwähnten Straßen zweigen sich die neuen Geleise der Bahn, welche aus vier vermehrt werden, dabei einen »d M heutigen Schwartzkopff'schen Fabrikgrundstücks berührend, Hin«,, lausen alsdann neben dem Nordbahugeleise durch den gel»., mthai». Die Grenzstraßenbrücke ivird um IVe Meter höher iievt?, llub steigt alsdann so steil an, daß sie für den Wagen- "'cht passirbar ist; zum Ersatz dafür wird eine neul Knotenpunkt der Acker- und Gartenstraße angelegt, i,, Vttn O�ntininiis JjCl'fpfr., y 1*� U«Wvt»ttk jv passirbar ist; zum Ersatz dafür wird eine neue Knotenpunkt der Acker- und Gartenstraße angelegt, Mße.»bausalls durch den Hunibolldhain laufend in die Brunne»- n?«»«."sibet. Gleich hinter der Grenzstraßenbrücke nimmt � Bahnkörper der Stettiner Bahn, nieder Gefälle an und Deicht'« �"""vrper LJ M........—...... •■lffepp«. Gesundbrunnen ein so niedriges Niveau, daß das Müh«, � unter der Ring- und Stadtbahn hindurch is>>, werden muß, um sodann in Pankow ivieder I-Hivi�..Hohe des alten Geleises zu gelangen. Große �»rte«,.®„ en bietet der Ticferlegung der'Acker- und «»(Renn, ße das mächtige Eckgrundstück beider Straßen; hier e» Messungen haben ergeben, daß das Fundament — ki%a„„„pn Straßenniveaus bloß- Gebäudes bei Errichtung , er fünfstöckige und mit einem neuen des neuen Straßenniveaus bloß wird daher abgesteift, unter- -.....-....... „ De«(i+ ,.nit ruiem neuen Fundament versehen, verde» inüssen A ktiin«'»er Bahnhof erfährt zugleich eine bedeutende Ver- sk"on«' lu~ eß wirb ein neuer Güterbahnhof angelegt, welcher ü"'»etd«?'.0? Puukow bis Carow— das sind etwa sieben wr- h,»zieht. Zur Zeit ist bereits der Rangirbahnhof, grf' fiot Äe« vH MUZieyi. ijur �jeu i»-----„ r... A8nfl«)t an Station Carow reicht, fertig gestellt, während bei ""Iburg mit dem Bau des Güterbahnhofes erst begonnen ist. Anfang nächsten Jahres werden die Arbeiten des Zentral- Güter bahnhoses, welcher dann der größte derartige Bau Deutschlands werden wird, angefangen werden. Nach Fertigstellung desselben wird der Personenbahnhof der Stcttiner Bahn gleichfalls wesentlich vergrößert werden. Durch Erbauung einer zweiten Halle wird eine solche ausschließlich für ankommende, eine andere für ab- gehende Züge geschaffen werden. Der gesanimte Umbau dürfte erst im Jahre 1895 beendet sein. Die landwirthschaftlicho Uufallverstchernng bietet jetzt dem Reichs-Versichernngsamt hauptsächlich Gelegenheit, eine große Anzahl' von neuen wichtigen Entscheidungen über die Tragweite der Versicherungs- und Enlschädigungspflicht zu treffen, wie dies die neuen, amtlich veröffentlichten Rekursentscheidungen deutlich erkennen lassen, die leider, bei dem mangelhaften Interesse, das die Tagcspresse im Allgemeinen der Sache zuwendet, in den Kreisen, für die sie zuerst und am meisten Bedeutung haben, am wenigsten bekannt werde». Aus de» letzte» amtlichen Veröffentlichungen des Reichs-Ver sicherungsauites sei hier nur eine kleine Sammlung der wichtigsten Entscheidungen in gedrängter 5türze iviedergegeben. Der Dienstknccht eines landwirthschafllichen Unternehmer.. welcher im Auftrage seines Dienstherrn eine von der Militär- Verwaltung requirirte Vorspan nleistung ausführte, wurde auf dem Rückwege durch das von ihm geleitete Fuhrwerk überfahre». Den aus diesem Anlaß geltend gemachten Entschädigungsanspruch hat das Reichs- Versicherungsamt, als n i ch t begründet zurückgewiesen. Zur Rechtfertigung dieser Entscheidung wird ausgeführt, eL müsse angenommen werde», daß das von der Militärbehörde requirirte Personal nebst dem Fahrmaterial für die Dauer der Jnanspruch- nähme bis zur ordnungsmüßigen Beendigung der Rückfahrt in den Betrieb der H e e r e s v e r>v a l t u n g übertritt. Deuigemäß hat die letztere und nicht die Berufsgenosseuschaft für den Unfall nach Maßgabe der Unsallversicherung aufzukonunen. Der Entschädigungsanspruch eines anderen Dienstknechts, welcher im Auftrage seines Herrn die Gemeindefeuer- spritze nach einem Nachbarorte fuhr und dabei einen Unfall erlitt, wurde ebenfalls zurückgewiesen, nachdem festgestellt worden war, daß»ach der ain Orte geltenden Feuerpolizei- Ordnung die Verpflichtung zur Feuerlöschhilfe a l l l e n Gemeinde- E i n g e s e s s e» e n und nicht etwa nur de» Eigenthümern land- wirthschafllich ausgenutzter Grundstücke obliegt. Die Thätigkeit, bei ivelchcr der Verletzte den Unfal! erlitte», sei danach der Aus- fluß einer öffentlichen Gemeindepflicht, nicht aber eines land- wirthschaftlichen Betriebes. In den Rahmen dieses Betriebes ge- hörte auch die Anordnung des Dienstherrn, bei deren Ausführung der Unfall sich ereignete, nicht. Ein Arbeiter war beim Pflücken von Kiefernzapfen in einem fiskalischen Walde verunglückt. Nach dem ihm erthcilte» Erlaub nißscheiii hatte er die ge sammelten Kienäpfel gegen den festgesetzten S a m m l e r l o h» allwöchentlich an die fiskalische Samendarre richtig abzuliefern und es war ihm ein anderweiter eigenmächtiger Verbranch oder Verkauf der Kienäpfel an Dritte unter Androhung der Straf- Verfolgung wegen Diebstahls verboten. Sein Entschädigungs- anspruch wurde für degründet erachtet, da eine, wenn auch eigen- artige Vergebung s o r st f i s k a I i s ch e r Erntearbeiten vorliege. Es habe allerdings den Forstfiskus, welcher die Ver sicherung der in seinem Betriebe deschästigten Personen gegen Unfall selbst übernommen, nicht aber die betreffende land- oder orstivirthschastliche Berufsgenosseuschaft den Verletzten zu ent- chädigen. Der Unternehmer eines unbedeutenden landwirthschaftlichen Betrie.-eS, welcher sich ein Pferd hielt, aber keinen Arbeiter be- chäftigte, hatte für eine Genoffenschasts-Meierei die Anfuhr der Milch von den einzelnen Genoffeiischaitsmitgliedern übernommen. Er benutzte hierbei fein Pferd, während die Meierei den Wagen stellte. Die Thätigkeit nahm täglich 7 bis 8 Stunden in Anspruch und ivurde dafür eine seststehende Entschädigung von jährlich 440 M. gezahlt. Die Berufsgenossenschaft iveigerte sich, den bei dieser Thätigkeit Verunglückten zu entschädigen, da dieser nicht Arbeiter der Meierei, sondern selbstständiger Unter- n e h in e r sei. Das Reichs-Versicherungsaint hat dagegen den Entschädigungsanspruch als begründet änerkannt. Nach der Lage des gegebenen Falles müsse angenoinmen werden, daß das dem Verlehlen gewährte Entgeld nicht den Charakter eines Unternehm erge ivinnes, sondern den eines Lohnes getragen habe. Dies sei aber für die Entscheidung der Frage, ob der Verletzte Arbeiter oder Unternehmer sei, maßgebend. Wichtig nicht blos für landwirthfchastliche, sondern auch für großstädtische Fuhrbetriebe ist folgender Fall: Ter Kutscher eines Fuhrunternehmers rief, als sein Pferd unterwegs mit dem von ihm geführte» Wagen gestürzt war und er es allein auö seiner Lage nicht befreien konnte, Hilfe herbei. Ein in der Nähe beschäftigter Maurer leistete diese und erlitt bei dieser Gelegenheit eine Verletzung. Das Reichs-Versichernngsamt hat das Vorliegen eines Betriebsunfalles i», F u h r w e r k S- betriebe anerkannt. Die von dem Verletzten geleistete Hilfe muß als ein dem»luthmaßlichen Willen des abwesenden Unter- nehmers entsprechendes, für dessen Betrieb förderliches Eingreifen, mithin als eine Beschäftigung in diesem Betrieb angesehen werden. Ob der Hilferuf allgeiuein lautete, oder sich an eine bestimmte Person richtete, ist hierbei ohne Belang. Das»ingewohnte Getriebe der Großstadt ist für eine in der Demminer Straße wohnende, erst unlängst nach Berlin übersiedelte Familie verhünguißvoll geworden. Bor acht Tagen wurde nämlich der Familienvater überfahren und liegt an den Folgen des Unfalls krank darnieder, und vorgestern Stachmittag wurde das dreijährige Töchterche» von demselben Schicksal ereilt. Der Hilfe leistende Arzt war von diesem verhängnißvollen Walten des Schicksals derart ergriffen, daß er, statt Honorar zu bean- spruchen, der armen bedrängten und von Unglück heimgesuchten Familie eine größere Gelduuterstütznng zukommen ließ. Der halbe Dachstnht vom Vorderhause Bergstr. 74b ist vorgestern Abend in Flammen aufgegangen. Nachts um Vel2 Uhr mußten die Mannschaste» nochmals zur Brandstelle eilen, weil i» einem Verschlage deS DachftnhlS wieder frisches Feuer ausgekoinmen war. Die Feuerwehr hatte vorgestern über- Haupt einen schweren Tag, von 6 bis 8 Uhr waren nicht weniger >vie acht Brände zn löschen. Urbor die Eutfrrniuig eines veeschinchte» Grbist'eo macht Dr. Berman-Gleiwitz eine intercffante Mittheilnng in den „Therapeutischen Monatsheften". Kürzlich kam zu dem'Arzte die fünjundzwanzigjährige jiöchin Marie St. und klagte ihm, daß sie ihr künftliches, aus 4 Zähnen bestehendes Oberkie�er-Gebiß in der Stacht während des Schlafes verschluckt habe und daß es zetzt im Halse stecken geblieben sei. Bei der äußeren Untersuchung fühlte man den Fremdkörper links am Rande der Luftröhre unterhalb des Ringknorpels. Mit der Schlundsonde kam man beim lieber- gang des oberen in den mittleren Theil der Speiseröhre auf das Gebiß. Da das Herausholen mit der Schlundzauge infolge des tiefen Sitzes ivohsi auf große Schwierigkeiten gestoßen wäre, so faßte der Arzt die Vornahme, einer Operation(die Oesophago- tomie) ins'Auge, aber die Köchin verivcigertc die Erlaubniß dazu. Nun versuchte Dr. Berman das Gebiß mit der Schlundsonde in den Magen hinabzustoßen. Der Versuch gelang. Der Patientin wurde darauf verordnet, den Tag über große Mengen von Kartoffelpüree zu essen, um den Fremdkörper im Magen ge- hörig einzuhüllen. Am dritten Tage war der beabsichtigte Erfolg erzielt. Uebrr eine» mnthmaßlichen Raubmord meldet ein hie- siges Blatt folgendes: Bei dem Korbmachermeister Dunsing, Kurfürstenstraße 109a wohnhaft, arbeitete seit längerer Zeit der i» der Trebbinerstraße wohnhafte, verheirathete Korbmachergeselle Wilhelm Herbrich. Am Sonnabend, den 6. d. M., ließ sich oer- selbe dort seinen Wochenlohn im Betrage von 17 M. 45 Pf. auszahlen und entfernte sich gegen 8 Uhr Abends mit den Ar- beiteru Hoppe und Eckardt aus der Werkstatt. Alle Drei suchten dann mehrere Destillationen in der Nachbarschaft auf und scheint es, daß H., welcher sonst ein durchaus nüchterner Mensch ge- wese» ist, des Guten zu viel sich leistete. Hoppe und Eckardt entfernten sich gegen 10 Uhr, und schlug H. allein den Weg nach der Potsdamer Brücke zu ein. Hier hat ihn ein Nebengeselle gegen 11 Uhr Nachts mit einem»och nicht festgestellten Manne bemerkt. H. soll sehr eifrig mit dem Unbekannten gesprochen haben und hierbei auffallende Gestikulationen gemacht haben, die auf seine Erregung schließen ließen. Seit diesem Augen- blicke ist H. nicht mehr lebend gesehe». Am letzten Mittwoch wurde an der genannten Brücke die Leiche des H. im Kanal auf- gefunden. Als dieser seine Nebengesellen am fraglichen Sonn- abend verließ, trug er eine silberne Remontoiruhr mit Kette und ein wohlgespicktes Portemonnaie bei sich. Beide Gegenstände sind bei dem Todten nicht mehr vorgefunden und neigt man sich der Ansicht zu, daß der angetrunkene H. von dem unbekannten Manne beraubt und dann ins Wasser geivorfen ist. Spuren, welche auf einen vorangegangenen Kampf schließen lassen, wurden an der Leiche nicht wahrgenommen. So viel steht fest, daß H. durch Selbstmord nicht geendet hat, und dürfte man im günstigsten Falle an einen Unglücksfall glauben, doch steht dieser Annahme das Fehlen der Sachen entgegen. Die lriminalpolizeilichen Recherchen sind im vollen Gange. Die Leiche des H. ist vor- stern auf dem Jerusalemer Kirchhose in Britz beerdigt worden. De»? hiestgen Kriminalpolizei ist von der Staatsanwalt- schaft Benthe» die telegraphische Meldung zugegangen, daß der Bergmann Anton Mafia aus Corjo(Italien) wegen Mordes verfolgt wird. Mafia ist 27 Jahre alt, 1,71 Meter groß, hat braunes Haer, hellbraune Augen, spricht italienisch, französisch und etwas deutsch und ist durch eine bedeutende frische Schnitt- wunde an der rechten Backe kenntlich. Maßvegelnng. Der Vergolder W. Sprenger, Friedrichs- felderftraße 30, war bei der Firma Rutlzenberg seit IVe Jahr beschäftigt und ivurde gestern sofort entlassen, weil er sich dagegen verwahrt hatte, daß der Fabrikant Abzüge mache. Die Köpenicker Fokalkommij'fton giebt hierdurch die betreffende» Lokale bekannt, ivelche den Arbeitern zu allen Ver- samnilungen zur Verfügung stehen: 1. Ww. Scheer, Wilhelmsgarten, 2. Hansdorf, Rathskeller, 3. Klein's Hotel, 4. Gaerisch's Restaurant, Lindenstraße, 5. Kautsch, Kaiserhof, 6. Tabbert's Restaurant, Hirschgarten, 7. Ander's Restaurant, Grünau, den letztgeuannteu liegt auch das„Berliner Volksblatt" aus. Ferner liegt das„Berliner Volksblatt" in folgenden Lo- kalen ans: Schmidt, Grünauerstraße, Gabriel, Grünanerstraße, Stutz, Schloßstraße, Marian, Grünstraße, Troppens, Rosenstraße, Purrmann, Grünstraße, Held und Tauchert, Müggelheimerstraße. Noch nicht bewilligt haben folgende Wirthe: Schulz, Müggel- Heimerstraße, Ludwig, Marienstraße, Goldener Hirsch und Schützen- haus. Wir ersuchen alle Genossen, dies wohl zu berücksichtigen, da jetzt die Behörden anfangen, die Polizeistunde zu verkürzen, wie es schon in Adlershof vorgekominen ist. I o h. R a u t m a n n, Alb. Ein finger, Grllnauerstr. 4. Grünauerstr. 71. Dolizribevicht. Am 16. d. M. Atorgens wurde auf dem Holzplatz Kottbufer tlfer 9 die Leiche des anscheinend am Gehirn- schlag verstorbenen Steinträgers Rademacher aufgefunden und nach dem Schauhause geschafft.— Vormittags siel an der Ecke der Friedrichs- und Oranienvurgerstraße der Kutscher Krusch bei dem Versuche, die ihm entfallene Pserdeleine wieder aufzunehmen, von seinem in der Fahrt befindlichen Wagen und gerieth unter die Räder desselben. Er erlitt hierbei anscheinend innere Ver- letzungen und mußte nach der Charitee gebracht werden.— Mittags wurde ein sechsjähriger Knabe, welcher in den Garten des Grundstücks Liet�nwalderstraße 44 geklettert war, um Obst zu eutweuden, von einem dort an der Kette liegenden Hunde gebissen und an der Brust und am Unterleibe so schwer ver- letzt, daß seine Ueberführung nach dem Lazarus-Krankenhause nothwendig ivurde.— Nachmittags versuchte ein Mann in 'einer Wohnung, in der Fürftenwalderstraße, in einem Anfalle von Geistesstörung sich mittelst eines Küchenmessers den Hals zu durchschneiden. Das Messer konnte ihm erst entrissen werden, nachdem er sich eine schwere Schnittivunde beigebracht hatte. Nach Anlegung eines Nothverbandes wurde er nach dem Kranken- Hause am Friedrichshain gebracht.— Gegen Abend sprang ein Man» an der Schleusenbrücke in den Spreekanal, wurde jedoch, anscheinend ohne Schaden genommen zn haben, wieder aus dem Wasser gezogen.— Z» derselbe» Zeit brach in dem Hause Berg- straße 741!. Feuer aus, wodurch der halbe Dachstuhl zerstört wurde. Das Feuer war von dem im Hause wohnhasten Arbeiter Wille, wie er selbst eingestanden, aus Rache gegen seine eigene Familie, mit welcher er in Unfrieden lebte, vorsätzlich angelegt ivorden. Wille ist verhastet.— Außerdem fanden im Laufe des ages vier kleinere Brände statt. bei DIegen Al>aal>e einer wissentlich falsche» rideostatt- licht» Uerstchernng hatte sich gestern der Schlächtermeister Karl Jürgens vor der ersten Strafkaininer des Landgerichts I. zu verantworten. Der Viehhändler Hermann hatte dem Molkerei- besitzer Rißmann drei Kühe zum Gesammtbetrage von 267 M. aus Kredit geliefert. Bald darauf erfuhr Hermann Ungünstiges über die Vermögenslage feines Schuldners und es lag ihm daran, die Ausbringung eines schleunigen Arrestes zu erwirken, zu diesem Behufs soll er sich an den Angeklagten gewandt haben, der ihm auch einen verhängnißvollen Freundschaftsdienst leistete. Jürgens erschien eines Tages in Begleitung des Gläubigers bei einem Rechtsanivalte und gab dort eine eidesstattliche Versicherung zu Protokoll, wonach er von dem Molkereibesitzer Rißmann aus dessen eigenem Munde gehört haben wollte, daß Rißmann sein Geschäft verkaufen und nach außerhalb ziehen wolle. Auf Grund dieser Aussage erzielte der Rechtsanmalt gegen Nißmann einen schleunigen Arrest und der Letztere wurde durch den Besuch des Gerichtsvollziehers überrascht, der seinen Stall unter Siegel legte. Zum Glück für den Schuldner kam diesem sein Schwiegervater zur Hilfe. Die ganze Geschichte von dem angeblichen Verkauf des Rißmann'schen Geschäfts, sowie von dem Wegzuge des In- Habers sollte erfunden sein, um dem Gläubiger schneller zu seinem Guthaben zu verhelfen. Durch die gestrige Beweisaufnahme hielt Staatsanwalt Unger die Schuld des Angeklagten für erwiesen. Er hob hervor, daß in Berlin in wahrhaft schamloser Weise mit eidesstattlichen Versicherungen umgegangen würde und deshalb bei der Strafbemessung Milde nicht an, Platze sei. Er beantrage eine Gcfängnißstrafe von neun Monaten. Das Urtheil lautete auf vier Monate G e s ä n g n i ß und ein Jahr Ehrverlust. Um eine Kelridigung durch„C-iinsefüstchrn" und gleich- zeitig um die Ehrenrettung eines ehrsamen Mädchens handelte es sich bei einer Privatklage, welche vorgestern gegen den früheren verantwortlichen Redakteur des„Kleinen Journals", Johann von Stubenrauch, verhandelt wurde. Privntklägerin war die durch ihren Vormund vertretene Tochter des unglücklichen Roch'schen Ehepaares, welches sich am 20. April d. I. in der Nähe des Wasserthurms von Hippodrom gemeinsam den Tod gegeben hatte. In dem Berichte' über die Einzelheiten dieses tief- traurigen Falles hatte das„Kl. I." unter anderem auch darauf hingewiesen, daß neben schlechten Familienverhältnissen auch traurige Familienverhältnisse diese That der Verzweiflung ge- zeitigt haben möge, denn die 18 jährige Tochter, welche wiederholt „aufs Land" gehen mußte, bereite ihren Angehörigen großen Kummer. Der Vormund des Mädchens, ivelcher wußte, daß dasselbe seit dem Vsrmögsnsverfall der Eltern in Steglitz eine Stellung angenommen hat, höchst ehrbar ist und ihren Verwandten nur Freude, anstatt Kummer, be- bereitet, welchem ferner bekannt war, daß die Versicherungsgesell- schast die Lebensversicherungs-Summe des Herrn Roch ausgezahlt hat, weil derselbe die That offenbar im Zustande der Geistes- Verwirrung begangen, verlangte vergeblich die Aufnahme einer Berichtigung und strengte dann für sein Mündel die Privatklage an.— Der Angeklagte bestritt jede beleidigende Absicht, während Rechtsanwalt Dr. R ose n b a u m daraufhinwies, daß der in Gänsefüßchen gesetzte Ausdruck für jeden Berliner eine ganz fest- stehende Bedeutung habe und die beleidigende Absicht ganz klar daraus hervorgehe, daß in dem ganzen Artikel nur jener Ausdruck in Gänsefüßchen gesetzt fei. Dem hochachtbaren jungen Mädchen könne durch solche beleidtgende Insinuation aber das ganze Lebens- glück zerstört werden, da sich dasselbe mit einem achtbaren Mann versprochen habe.— Durch die Bemühungen des Vorsitzenden Amtsrichters Fetisch kam schließlich eine Einigung dahin zu Stande, daß bis zu einem bestimmten Termin eine Ehren- erklärung für das junge Mädchen im„Kl. Journal" veröffentlicht werden soll. P«ttki»mer'kche Grthograpliie war es nicht, welche der Kaufmann Robert Schubert eines Tages in einem Schreiben an den Amtsvorsteher von Hoppegarten in Anwendung brachte. Herr Schubert war draußen in dem Eldorado des Rennsports mit einem Jockey in Konflikt gcrathen, welcher einen so lärmenden Charakter annahm, daß ein Gendarm einschreiten mußte. Nach dem Urtheil der unparteiischen Augenzeugen war eigentlich Herr Schubert derjenige, der sich bedroht fühlen konnte, er glaubte aber aus einer Beinerkung des Gendarm zu ersehen, daß dieser anderer Ansicht war. Der Gendarm hatte nämlich zu dem Jockey gesagt: „Wenn Sie hinter einen Busch getreten wären und ihrem Gegner eine Ohrfeige gegeben hätten, dann wäre mir die ganze Sache sehr egal gewesen— jetzt aber, wo hier ein so lärmender Auf- lauf verursacht wurde, muß ich die Sache zur Anzeige bringen." — Die letztere ist dann auch erfolgt und Schubert bekam eines Tages ein Strafmandat Geld mittelst Postanweisung Hoppcgarten zustellte, konnte seinem Ingrimm noch Ausdruck WM,. auf den Abschnitt der Postanweisung:„Der berittene Gänsedarm ist ein sehr schneidiger Redner, überhaupt ist Hoppegarten ein sehr schönes Dorf." Darin wurde eine Beleidigung des Gen- darin Nickel gefunden und Schubert vom Schöffengericht zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt, trotzdem er glaubhaft zu machen versuchte, daß die Bezeichnung„Gänsedarm" nicht ein Produkt beleidigender Absicht, sonderi» nur die Folge� einer mangelhaften Orthographie sei.— Die Behauptung, daß das Wort„Gendarm" von ihm stets ebenso geschrieben werde, wie ■ auf der Karte, hielt der Angeklagte in der Berufungsinstanz nicht aufrecht, dagegen gelang es seinem Bertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Rich. Wolf f. den Gerichtshof zu ciner milderen Au,- fassung des unpassenden„Scherzes" und zu einer größeren Berücksichtigung der Aufgeregtheit des Angeklagten zu bc- wegen. Die Strafe wurde deshalb auf 70 Mark Geldbuße herab- gesetzt. über den: 5 Mark. Als er das Gemeindevorsteher von er sich nicht bemeistern, zu geben und schrieb deshalb auch sogar die organisirten Buchdrucker gefolgt sind. Der Taschen- und Federmesser-Schleiserverein zählt 536 Mitglieder, seine Sitzungen gleichen imposanten Volksversammlungen, die unter einem besonnenen, redegewandten Präsidenten einen wirklich er- habenden und musterhaften Verlauf nehmen. Die weitaus größte ZahlderAusständigenlegensichdiegrößten Entbehrungen auf, dadie- selben keine Unterstützung in Ansprach nehmen. In der ersten Woche haben nur 90 und in der letzten Woche nur 116 Mitglieder Unterstützung erhalten. Wie lange der Ausstand noch dauern wird, ist nicht abzusehen, da alle Versuche des hiesigen Landraths und des Handelskammer-Präsidenten behufs Beilegung der Streitig- leiten an der Hartnäckigkeit des Fabrikanten-Vereins gescheitert sind. Mehrere Firmen, zu denen auch die Firma Henkel's gehört, haben sich der Fabrikanten-Koalition nicht angeschlossen und lassen weiter arbeiten. Letztere Firma bezahlt sogar, was alle Auer- kennung verdient, mehr als der von den Schleifern entivorfene Tarif verlangt. SnziQle Meverstchk. Solingen, 16. September. Die hiesigen Taschen- und Feder- messer-Schleiser befinden sich seit dem 1. August im Ausstände, wodurch viele andere Branchen, die Reider, Ansmacher, Schaaken- fchneider, Schaalenprosser«. s. w., in Mitleidenschaft gezogen sind, so daß eine förmliche Geschäftsstockung eingetreten ist. Reider werden diejenigen genannt, welche Messer ineinanderfügen, in das Heft bringen, Ausmachcr sind diejenige», welche die Außen- theile der Messer, Stahl, Horn, Knochen, Schildpatt u. s. w., poliren. Der Grund des Ausstandes ist folgender. Die Taschen- und Fedcrmcsser-Schlcifer hatten im Jahre 1880 ein Preisver- zeichniß zu Stande gebracht, an den» die Fabrikanten infolge Theilnahnilosigkeit der Schleifer an der Organisation so lange gezwickt und gezwackt haben bis die Schleiferpreise theilweise um 30 pCt. ge- kürzt waren. Dieser Umstand gab das Signal zu der Wiederbelebung des Taschen- und Federmesser-Schleifervereins und Ausarbeitung eines Entwurfes zu einem neuen Preisverzeichnisse, welches in einer aus Schleifern und Fabrikanten zu wählenden gemeinsamen Kommisston cndgiltig festgestellt werde» sollte. Bis zur end- giltigen Regelung dieses Verzeichnisses.sollte der von den Schleifern ausgearbeitete Entwurf Geltung haben, worauf die vereinigten Fabrikanten jedoch nicht eingingen. Dieselben ant- worteten mit einem von ihnen zusammengestellten Tarif, wonach vorab gearbeitet werden solle, welches Ansinnen die Schleifer verwarfen und verwerfen mußten, wenn sie sich nicht selbst aus- geben wollten, wodurch es zum Streik kam, der von den Mit gliedern des Fabrikantenvereins mit Aussperrung ihrer sänunt lichen Tasche»- und Federmesser- Schleifer beantwortet wurde. Die Forderungen der Schleifer sind sehr bescheiden, sie sind noch nicht so hoch wie die vor zehn Jahren bewilligten Preise, wie aus Folgendem hervorgeht: Für Federmesser wurden gezahlt: 1880: 41/2 cm. Größe, ganz polirt, 4,80 M. pro 100 Stück; für die nämlichen Messer verlangen die Schleifer 1890 4,20 M. und die Fabrikanten wollen nur 3,40 M. pro 100 Stück zahlen. 1880: für 4V2 ein. Größe, 3/4 polirt pro 100 Stück 4,20 Mark; 1800 verlangen die Schleifer 3 M. und die Fabrikanten wollen nur 2,60 M. pro 100 Stück zahlen. 1880: für 41/2 cm. Größe halbrückpolirt wurde gezahlt 8 M.; 1890 verlangen die Schleifer 2,40 M. und die Fabrikanten wollen nur 2,20 M. pro 100 Stück zahlen. 1880 wurde gezahlt für 41/2 cm. Größe halbpolirt 2,50 M. die Schleifer verlangen 1890 nur 2 M. und die Fabri- kanten wollen nur 1,60 M. pro 100 Stück zahlen. Tie Schleifer verlangen überhaupt für keine Stummer des Tarifs mehr wie vor zehn Jahren, weshalb die andern Branchenvereine alle wie ein Mann für die Taschen- und Federmesser-Schleifer einstehen. Der Tafelmesser-Schleiferverein, der Scheerenschleiser-Verein, der Gabelschleifer-Verein haben sofort ihre großen Kassen zur Verfügung gestellt, dem die andern Fachvereine vorwärts kommt in Gegenden, wo nicht Vernunft und% herrschen, sondern wo das Pfaffenwort zu Hause ist. Die d dort laufen erst ins Pfarrhaus, um zu hören, was sie M,:/ Mit diesen Verhältnissen müssen wir rechnen. Es wäre' ja, es ist gefährlich, über diese Fragen zur Tagesordnung» Von jedem Parteigenossen den Austritt aus der Landeskirche zu fordern, wäre falsch. Aber diejenigen, denen der Oueu heutigen Nothlage bekannt ist, müssen bei der Prüfung der v Hältnisse auch auf einen Abzweig gestoßen sein, der auf religiöse Gebiet hinüberleitet. Wir müssen von irn •~"«-• /v**••_ ßlltß" Parteigenossen, für den die Religion gethane Sache Farbe bekennt. Beziehung. Mit dem Abhängigkeitsverhältniß ist. Wir verlangen VvvflÄ,n»nlunge»r. Der Austritt ans der Landeskirche. Dieses Thema beschäftigte am Dienstag Abend eine nach Joel's F�stsülen, Andreasstraße, einberufene Volks-Versammlung, die schließlich der p 0 l i z e i l i ch e n Auflösung verfiel. Der Andrang der Arbeiter und Arbeiterinnen dieser Versammlung war ein ganz gewaltiger. Der ziemlich geräumige Saal war voll- ständig überfüllt. In den Seiteugängen, auf den Emporen standen die Massen Kops an Kops, lieber 2000 Personen waren im Saal, als die Thören gegen SV« Uhr polizeilicherseits geschlossen wurden. Hunderte mußten umkehren. Die Versammlung wurde geleitet durch die Herren Ad. Scholz. Neuhaus und Rob. Berger. Herr Vogtherr hielt das Referat, in welchem er Eingangs den Anzapfungen und den Behauptungen mehrerer bürgerlicher Organe widersprach, als solle diese Versamm- lung der erste Vorstoß in einer Bewegung sein, welche die Genossen dahin führen soll,aus derLandeskirche auszutreten, welche einenTheil der Parteigenossen in einem gewissen Gegensatz mit dem Pro- gramm und der bisherigen Thätigkeit unserer Partei bringen sollte. Diese Absicht liegt mir, so sagte Redner, ebenso fern, wie heut für die„Freireligiöse Gemeinde" propagiren zu wollen. Es soll nur Klarheit über die angeregte Frage geschaffen werden. Ich will auch dem bevorstehenden Parteitag in keiner Weise vorgreifen. Ich will heut nur meine» Standpunkt zu dem Satz unseres Programms:„Religion ist Privatsache", klarlege». Und da glaube ich denn, daß durch diesen Grundsatz nicht die Nnthätigkeit unserer Partei in Bezug auf religiöse Fragen pro- klamirt iverden sollte; sondern:„dem Staate soll die Religion dem Volke gegenüber Privatsache sein." Ich meine, es sollte damit gefordert werden, daß der Staat die religiöse Auffassung jedes Einzelnen, ebenso wie religiöse Gemeinschasien unbehelligt zu lassen hat; daß der Staat eine bestimmte religiöse Auffassung weder zu Gunsten eines anderen zu unterdrücken, noch zun» Schaden der übrigen zu unterstützen hat. Unser Parteiprogramm muß und soll den Parteigenossen ge- statten, ihre Ansichten über die Religionen zu regeln, wie sie wollen. Es ist deshalb nicht gerechtfertigt, daß als stillschweigendes, oder ausgesprochenes Gebot unserer Partei der Austritt aus der Landeskirche angesehen wird. Das wäre aus sachlichen und taktischen Gründen nicht zweckmäßig. Andererseits aber wäre es ebenso falsch, wenn die Genoffen über diese Frage einfach zur Tagesordnung übergingen. Das hieße die schädlichen Einflüsse der Religionspflege aus das Geistes- und Bildungsleben des Volkes, auf unser gesammtes öffentliches Leben außer Acht lassen. Die Frage der Religionspflege ist im Laufe der Jahrhunderte zu einer Machtsrage geworden, nicht nur aus dem Gebiet des Bildungslebens, sondern auch der Politik. Giebt es doch politische Parteien, die sich auf einen religiösen Standpunkt berufen und bestimmte religiöse Richtungen unter- stützen. Der Einfluß solcher Parteien wird durch die Berufung aus eine Autorität wesentlich gestärkt. Wir können nicht fordern, daß die Zugehörigkeit zur Partei von dem Ableugnen eines Religionsbekenntnisses abhängig ge- macht wird. Das wäre nicht praktisch. Wir haben als Partei nicht blos mit dem in religiösen Fragen aufgeklärten Berliner Volk zu thun, wir haben leider noch mit soviel unaufgeklärten Volkskreisen zu rechnen, die politische und wirthschaftliche Zuge- ständniffe nicht achten würden, wenn wir zu gleicher Zeit einen Angriff auf ihr zufälliges Religionsbekenntniß machen würden. Wenn unser Parteiprogramm in diesem Punkte modifizirt werden 'ollte, dann kann die Modifikation nur lauten: Die religiösen Fragen änd von den politischen streng zu trennen. Doch ist die Frage der Religion nicht außer Acht zu lassen. Deshalb sind religiöse Fragen von Fall zu Fall mit Rücksicht auf den Bil- dungSgrad und die religiöse Stimmung der betreffenden Volkskreise zu behandeln. Wie aber kommt es überhaupt, daß eine Agitation gegen die Religion nöthig ist? Wie kommt es, daß noch so Viele den herrschenden Kirchen angehören? In 99 von 100 Fällen werden die Menschen einer Religions- Gesellschaft, ohne ihren eigenen Willen, schon in der frühesten Jugend einverleibt. Unser ganzes Bildungs- und Schulwesen ist auf orthodoxem Fundament ausgebaut. Dann aber auch geht die religiöse Gleichgültigkeit der Eltern ost so weit, daß sie ihre Kin- der in einer Religion erziehen lassen, die sie selbst als unrichtig erkannt haben. Sie lasten es zu, daß ihre Kinder mit Gesangbuch- und Bibelversen von zwcifelhast sittlichem Werth angefüllt werden. Viele Eltern sagen sich: Wenn mir auch der religiöse Unterricht nichts genützt hat, so hat er mir auch nichts geschadet; also— wird er meinen Kindern auch nichts schaden.(Beifall. Heiterkeit.) So werden die Kinder wieder in die alten Bahnen gelenkt, der alte Schlendrian geht weiter. Wir müssen dagegen ankämpfen. Die Frage der Jugenderziehiing ist in dieser Beziehung die wichtigste. Alle Eltern hauen(welche politische Stellung sie auch einnehmen, doch den Wunsch, den eigenen Charakter, die eigenen Anschauungen in den Kindern wieder erstehen zu sehen. Alle Eltern wünschen wohl, daß auch ihre Kinder für das eintreten, wofür man selber kämpsre. Ein Theil der Erziehung muß in der Familie geschehen. In der Familie muß erst die Erziehung den Schliff bekommen. Stehen nun die Eltern in religiöser Bc- ziehung auf freiheitlichem Standpunkt, lasten sie aber den Kindern den konfessionellen Unterricht in der Schule ertheilen, dann er- spare man den Kindern nicht die Kämpfe, ja man dränge die Kinder in die Kämpfe hinein, die man selber, allerdings siegreich, hat durchmachen müssen. (Sehr richtig.) TaS widerspricht aber einer gründlichen Erziehungspraxis. Wir müssen dahin wirken, daß Jedermann so Handell, uue er denkt, daß Niemand, der nicht inchr auf religiösem Standpunkt steht, seineu Kindern dogmatischen Re ligionsuuterricht geben läßt. Wir müssen bestrebt sein, für Auf- klärung und Bildung unter den breiten Volksmasten zu wirken; wir dürfen nicht außer Acht lassen, daß Bildung Macht und Macht Bildung ist. Dies wissen auch die Vertreter der Religion; deshalb ist selbst ein durch Wahrheitsliebe sich auszeichnender Hofprediger benuiht, durch in Szene setzen eines politischen Klimbims die Masten für sich zu gewinnen. Dieser Herr hat sich erdreistet und erdreistet sich noch, die soziale Frage auf dein Wege der Religion lösen zu wollen.(Ruf: Wird ihm wohl nicht gelingen.) Jener Klimbim, der sich der Protektion des Staates erfreut, ist ein treffendes Beispiel der Verguickung von Kirchenthum und Politik. Jene religiösen Staatsretter hinter den dicken Kloster mauern haben sich noch stets mit jenen Machthaber», die auf Burgen und Schlössern hausten, verbunden und sich gegenseitig unterstützt. Wir können uns nicht dem Wahne hingeben, daß jene Kreise an Entkräftung sterben werden, wenn wir uns nicht um sie kümmern. Wir sehen vielmehr, daß unsere Sache nur schwer von .„_ von der Kirche find". auch wirthschaftliche Nachtheile verknüpft. Abgesehen davon, es ein logischer Fehler ist, der Kirche den Triumph zu lan daß Millionen noch einen Werth darauf legen, oder es schweigend dulden, noch zu den Anhängern der Kirche gezay»> weroen, werden aber auch mit Berufung auf die Zahl dieser Hänger Jahr für Jahr ebensoviel Kirchen, als Kasernen geva Nicht denen ist die Schuld beizumessen, die die Gelegenheil w nehmen, den freigebigen Michel gehörig zu schröpfen. Dene» 1 es schon Recht. Schuld aber an der Bewilligung jener Sui»« zum Kirhenbau durch Staat und Gemeinde sind die,_ sich äußerlich nicht von dem lossagen, wovon innerlich nicht mehr überzeugt sind.(Sehr riq» Bravo.) Hiergegen ist eine offene und freie, runde und Erklärung geboten, indem man aus der Kirche austritt. Was man denkt, soll man auch bethätigeu. Do schon und vor Allem im Interesse der Kinder. Erst Eltern aus der Kirche ausgetreten, find die Kinder(1I, dogmatischen Religionsunterricht befreit, der den Kindern l langsam, aber sicher wirkendes Gift einträufelt. Dieses um* � zu Tage getreten bei den bekannten„Gespenstererscheinungen � den Berliner Schulen.. Das waren allerdings nichts als 0U>>V Jungenstreiche. Aber ein Kind, das nie von Engeln und Teupj nie von Geistern irgend einer Farbe gehört hat, kennt den „Geistererschcinung" gar nicht. Doch dieses Gift beherrsche auch noch die w Durch den strikten, dogmatischen Glauben werde ein The» gesündesten Volkskraft brach gelegt. Dieser Glauben zeilW..z so ost gehörte Redensart: Wenn mir's auch nicht gelingt, so doch schon eine gütige Gewalt für mich sorgen.(Beifall.)■%[, glaubt ja nicht einmal in gläubigen Kreisen niehr an die•' macht jenes Wesens; denn sonst hätte man ja die Lösung.. � sozialen Frage nicht in die Hand genommen.(Sehr Das Kirchenthum zeigt sich auch als Gegnerin des Volkes wirthschaftlichem Gebiet im Großen und Ganzen. Was an, heutigen Zuständen gelobt wird und angeblich zu loben ist, r„ im Kirchenthum seinen eifrigsten Bertheidiger. Das Kircheib- hat es geduldet, daß unerhörte Brutalitäten gegen das w verübt wurden. c, Wir haben uns abzuwenden von den Leuten, die stets Z Volksmeinung zu unterdrücken bereit sind. Das kann uns. Parteigenossen, nicht schwer fallen. Es ist unsere höchste Msi Wir müssen die Gegner der Volksbildung schwächen. Wir brenW ein freies und gebildetes Volk zur Erreichung unserer Ziele.% Kindern muß der Weg für eine gesündere Lebensauffassung s- bahnt werden. Dadurch werden Hilsstruppen geworben, mithelfen an dem einstigen Siege des Proletariats.(Beifalw Nach Ablauf einer Pause begann die lebhafte Diskussion Herr Krause(Tischler) bedauerte, daß das Zivilstandsg'� l'___ r..... 2...<____ v._ t«:.. r..r. v. cvn;..c...._ � Du entkirchlichende Wirkung gehabt OL v nicht eine so weitgehende„... wie man hoffte. Mit der Einführung desselben seien die Vorschriften nicht ausgehoben worden. Wer in irgend Slmte ist, fei noch immer gezwungen, sich kirchlich trauen � feine Kinder einsegnen zu lassen. Auch die Agitation zum W'T.w austritt, die Most mit Pros. Mommsen in Szene setzte, f keinen Erfolg gehabt. Das möge heute nicht 1*1, so kommen. Redner wünscht endlich einmal eL|| demonstrativen Massenaustritt als Protest gegen .Kirchenbauten zn sehen. Der Austritt mache nur w« fast gar keine Schwierigkeiten. Man habe dem Amtsgericht..,. anzumelden, daß man aus derLandeskirche austreten wolle.) mal müsse man aus's Gericht. Die Sache kostet bloß eine Daß die Reichen und selbst die Priester nicht an die Lehren Kirche glauben, weist Redner aus dem Umstände nach, da? nicht daran denken, sich ihres Reichthums und Wohl leb eu»�, entäußern oder zu arbeiten. Schon in der Schule bestehe Widerspruch zwischen dem, was die Kinder in der Religio stunde, und dem, was sie in den naturwissenschaftlichen lernen. Und dann wundere nian sich über den Mangsi Wahrheitsliebe beim Volk. Lügen werden den Kindern schon>0>, Schule eingeimpft. Wer noch, wenn auch nicht mehr innerlich� doch äußerlich glaubt und zugiebt, daß die oberen 6% tausend von Gottes Gnaden, das Volk aber von@0% Zorn geschaffen ist, der habe kein Recht, gegen die herrsche? ,■ politischen und wirthschaftliche» Zustände zu murren. PeSP müsse jeder überzeugte Parteigenosse aus der Kirche austre (Ledhafter Beifall.)#1' Folgende Resolution wird eingebracht und verlesen: Versammlung beschließt, daß jeder überzeugte Theilnehmer es l. zur Pflicht macheu soll, auf dem schnellsten Wege aus der Lano� kirche auszuscheiden, um die schulpflichtigen Kinder vom religw Unterricht zu entHeven." Vorsitzender: Das Wort hat der Kandidat der Theologie 3., Regeli.(Anhaltende Bewegung.) Vorsitzender: Ich ersuche.� die größte Ruhe zu halten und den Gegner ebenso ruhig anzuyvu. wie den Vortragenden. Es sind noch 17 Redner gemeldet, die% Gegner widerlegen können. Kand. Regeli: Ich will keine isiF Rede halten und auch nicht alles widerlegen, was gesagt ivw. dazu bin ich noch zu jung und unerfahren. Ich bin erst L wenigen Tagen in Berlin und diese erste Versammlung, fis.. besuche, hat mir durch ihre musterhafte Ordnung einen gewaltig, Eindruck gemacht.(Ruf: Ist immer so!) In der langen st1' des Vortragende» habe ich ein tieferes Eingehen auf die GeschO der Religion, die Geschichte des evangelischen Christenthunis mißt.(Sehr richtig!) Hätte sich der Vortragende in diese 0, schickte verlieft, so hätte er gemerkt, daß nirgends höhere Bil0?� herrscht als da, wo das Christenthum, als da, wo evangelisK. Christenthnm ist.(Widerspruch.) Bei den Christen ist die BildU?? nicht bei den Atheisten.(Lebhafter Widerspruch. Lärm. des Vorsitzenden. Der überwachende Beamte droht mit r Auflösung.) Regeli: Es wurde gesagt, der biblische ilnterck befördere die Unsittlichkeit. Es ivurdeu Seitcnhiebe geführt g�J eine hochstehende Persönlichkeit, die ich noch hoffe keuy zu lernen.(Aha.) Sind denn alle unter Ihnen so si'l in sittlicher Beziehung? Sind es Ihre Führer? De>? Sie daran, was alles von Ihren Führern die Oeffentlichkeit gedrungen ist. WaS die von Ihnen hauptete Unsittlichkeit in der Bibel betrifft, mit der man Schulkinder verderbe, so bitte ich Sie, mir nur drei BibelsEst zu nennen, durch welchen die Unsittlichkeit gefördert wird.(st%| Viele!) Nennen Sie mir nur drei„Heiden", deren Unsittlich� zum Vorbild aufgestellt wird. Können Sie das, dann haben � Recht. Wenn Sie glauben, der Landeskirche einen Schaberiiw spielen mit einem Mastenaustritt, so ist es vielntehr meine WL zeugung, daß Sie ihr keinen größeren Gefallen thun kö»?, Dann ivüßten wir wenigstens, woran wir sind.(Widerspv?� Wenn Sie sich zusammeuschaaren zum ernsten Geisteskampfc, 0� kann ich Ihnen die Berstchcrung geben, dann werden sich' Christen noch viel fester zusammeuschaaren um das Wort unff Erlösers:(Lärm. Widerspruch.)„Jesus Christus C1'1' j,, lärmende Unterbrechung) gestern und heute und derselbe auch.. Ewigkeit."(Großer Lärm. Stürmischer Widerspruch. Die lek I Worte gehen in dem allgemeinen Tumult unter.) 3)cr Lieutenant erklärt die Versainmlung auf Grund des All- gemeinen Landrcchts für aufgelöst. Die Erregung>var eine ge- unbeschreibliche. Nur langsam, zum Theil lebhaft istiitirend. Zum Theil in stürmische Hochs ausbrechend, ging di �uiuiulung auseinander. Kohlhnrdt, der die große Volksversammlung bei J-'Ps einberufen hatte, ersucht uns um die Mittheilung, daß der UsWchuß der Tellersammlung 176,50 M. an die Streikenden in '«rchhain und Greiz abgesandt ist. Laut den vorliegenden Post- flemeu erhielten die Kirchhainer Weißgerber 80 M. und die Itteikenden Weber in Greiz 146,50 M. Eine Delegirten- Uersammlnng fand am Dienstag ori v euer stein laut Beschluß einer vorher stattgehabten Versammluna Zahlstelle Berlin vom Verband deutscher Gold- und Silber- arveitcr statt, zu ivelcher auch die iuteressirten Fabrikanten ein- Lsladen waren. Die Tagesordnung lautete: 1. Besprechung über «ine eventuelle Lohnerhöhung der Silberarbeiter. 2. Verschiedenes. SP" Seiten der eingeladenen Fabrikanten waren vertreten die Nlrmen Pctersfeld, Mosgau, Weichhardt und Fialkowsky. Zu- uuchlt erhält Kollege Adam zur Begründung der Forderungen das �bort. Unter Anderem weist Redner nach, daß die aufgestellte Forderung eine durchaus gerechte ist. Für die Prinzipale ist es Geringes, diese Forderung zu bewilligen. Herr Freund In t �inen Arbeitern schon lange, seit Monaten, die -v pCt. Zum Schlüsse seiner Zlusführungen spricht Kollege Adam »°ch den Wunsch aus, daß die übrigen Prinzipale dem Beispiel M Herr» Freund folgen mögen. Kollege Damm spricht im Sinne »es Vorredners mit der Beifügung, daß es für die Prinzipale >>och gar keine 10 pCt. sind, da nur die Silberarbeiter, mit Aus- Ichluß der Bestcckarbeiter, diese Forderung stellen; der Redner ist Gleichfalls für eine Verkürzung der Arbeitszeit. Der Fabrikant Herr Petersfeld nimmt hierauf das Wort. Derselbe erkennt die Forderung betreffs der 10 pCt. als eine gerechte a», und äußert Üch für seine Person zustimmend; er müßte jedoch Rücksicht auf leine Hanptkonkurrenten nehmen, bevor er in dieser Sache weiter ginge. Betreffs des Termins, an dein die Er- hvhnng in Kraft treten sollte, ist Herr Petersfeld der Meinung, »aß sich dieses vor dem 1. Januar nicht machen würde, da die ganze-. �Leihnachtsbestellungcn noch zu dem jetzigen PreiSkouranl destellt sind. Kollege Heinicke führt an, daß die 10 pCt. schon vom k. Oktober ab gegeben würden, denn am 1. Januar ist die Zeit herbei, wo die Gehilfe»»och Forderungen geltend machen und durchführen könnten, er jedoch für seine Person würde den 1. No- »ember als den spätesten Termin ansehen. Herr Petersfeld er- widert hierain, daß die meisten Waarcn überseeische Exporlivaaren stnd, und um nun die Kunden zu benachrichtigen, daß die Waaren einen Preisnusschlag erleiden, gehören mindestens 8 Wochen. Kollege Adam macht nun folgenden Vorschlag. Tie Herren Fabrikanten und Prinzipale möchten eine Sitz ng ab- halten, in welcher über diese Sacke verhandelt ivird, und dann Beschlüsse fassen. Diese Beschlüsse würden dann von Unserer Seite einer öffentlichen Goldschmiede- Versammlung unterbreitet werden, die dazu Stellung nimmt. Herr Weichhardt äußert, daß er der Forderung von 10 pCt. sehr sympathisch Gegenüberstehe; jedoch könne er nichts allein thun, sondern müßte sich nach den andern Fabrikanten richten. Kollege Holtkamp spricht über die Verhältnisse bei Körner u. Proll und glaubt, daß der Vertreter dieser Fabrik nur durch etivas sehr Wichtiges ab- gehalten ist, zu erscheinen. Redner glaubt, daß die Firma die 10 pCt. auch bewilligen werde. Herr Pctersfeld erklärt nun darauf, daß die Terminsrage zcdenfalls keine so großen Schwierigkeiten bereiten könne. Wegen der Lohnerhöhung käme es in seiner Fabrik nickt guin Ausstände; er (Redner) möge nicht die mißmuthigen Gesichter seiner Arbeiter immerwährend sehen.(Beifall.) Kollege Zeuge erklärt, vom Delegirten der Firma Sy u. Wagner beaustragt zu sein, zu sagen, daß der Chef der Firma zum Delegirten äußerte:„Er wolle mit dem Verband nichts zu thun haben; er würde seinen Arbeitern schon so zulegen, wenn dieselben ihn darum angehen." Herr Fialkowsky ist der Meinung, daß die kleineren Geschäfte sich dem Verhalten der größeren anschließen ivürden. Im llcbrigen äußerte sich derselbe zustimmend. Der Vertreter der Firma Nosgau glaubt annehmen zu dürfen, daß Herr Frz. Mosgau die 10 pGt. ebenfalls bewilligen wird. Es ivnrden zedenfalls aber Noch vorher Besprechungen mit den anderen Fabrikanten nöthig sein. ES entivickelt sich nun noch eine kurze, aber lebhatte Debatte, in welcher Kollege Adam Herrn Petersfeld ersucht, die Sache mit der Meisterversammlung in die Hand zu nehmen. welches von demselben auch bereitwilligst zugesagt wird. Herr Peters- selb äußert nun seinerseits den Wunsch, drei Kollegen aus der Mitte verGehilfe» auswählen zu dürfen, welche iu der Meisterversammlung anwesend sein sollen, um die Beschlüsse derselben so direkt zu erfahren. Die Wahl fällt sodann nuter Zustimmung der Kollegen auf die Kollegen Faber, Adam und Holtkamp. Nach einigen kurzen Bemerkungen wird iiun zum 2. Punkt der Tagesordnung ubergegangen, bei welchem der Vorsitzende den Prinzipalen den Verbandsarbeitsnachweis bekannt gievt und ihnen die Vorthelle deßelbcn für Prinzipale wie Gehilfen klarlegt. Der Vorfitzendc ' bittet die Herren Prinzipale um eine fleißige Benutzung desselben (Zustinininng). Da sonst nichts weiter vorliegt, schließt der Bor- sitzende die Sitzung._ ,,,,_ Erster deutscher Kergarbeitertno. Halle, lo. Septbr. (Schluß). Bergmann T h o in s- Saarrevier beklagt sich über die Verschleppung, welche einer Beschwerde dortiger Bergarbeiter an bas Abgeordnetenhaus zu Theil geworden. Es hieß, der Jnstauze»- Züg sei nicht gewahrt worden, und aus diese Weise sei der Petition jeder Erfolg abgeschnitten worden. Dem Wiimster v- Berlepsch haben wir unsere Beschwerden über vre abnorm hohen Strafen vorgetragen, Abhilfe ist aber nicht ers olgt, viel- wehr sind die Strusen inirncr strenger und hoher geworden. Wer stellt hinter solchen Zuständen? Unser Kaiser gewiß nicht, es ist ''"'ÄIÄ sWWMW »W-w»-,..->»- M«->»-,»° ■HS -öw-n,, t'OI'» 91'»' SWMMSMM gerade das große Kapital sei, welches sich auf revolutionären Boden begeben und in Widerspruch mit der Regierung gesetzt habe. Man müsse auch die kleinen Anfänge unserer sozialen Gesetzgebung dankbar anerkennen und den weiteren Auebau erstreben. Bergmann Schöffker-Haazopf entwirft drastische Bilder vom Nothstande unter den Bergarbeitern. Diesem traurigen Zustande wollen wir durch eine allgemeine Organisation abhelfen und uns auch dem Einfluß der herrschenden Kirchen zu entziehen suchen. Bergmann Margraf f-Essen läßt sich hauptsächlich über die Presse aus, welche das Bolk vom Heilsamen abhalte und daher gestern hier in der Versammlung mit Recht verdammt worden sei.- Seine ferneren Ausführungen beziehen sich auf zahlreiche angebliche Unregelmäßigkeiten von Beamten und die Hindernisse, ivelche dem Versammlungsrecht der Bergarbeiter im Essener Revier in den Weg gelegt wurden. Nur eine allgemeine deutsche bergmännische Vereinigung sei heilsam. Dafür treten auch mehrere nachfolgende Redner ein. Beigiiiann S i e g e l- Drostfeld: Wenn so glänzende Zu- stände im Mansfeldischen vorhanden wären, so halte Herr Berg- rath Leuschner wohl nicht so viele Vcraiistaltuugen'in seinem „Bergboten" gemacht, um das Zusammentreten des Bergiverks- lagcs in Eisleven zu verhindern. Ich habe nichts weniger als glänzende Zustände im Mansfeldischen Bergbau gefunden. Ich habe Familienväter von 6 Kindern getroffen, die mir thränenden Auges versicherten, daß sie ivöchentlich 6,50 M. verdient hätten. In Staßfurt erfuhr ich, daß Schichtlöhne von 1,20 M. verdient würden. Diese traurigen Lohnverhältnisse, welche in dem von anderer Seite als so fett geschilderten Bergmannsberufe obwalten, drängen zu einer allgemeinen deutschen Vereinigung. Diese Ansicht wird auch von den nachfolgende» Rednern ver- trete». Bergmann Bunte(seinerzeit Mitglied der Deputation an den Kaiser) führt aus, daß die Knappschaftskassen eine veraltete, nur im Interesse der Arbeitgeber wirkende Institution seien und empfiehlt die Annahme einer Resolution, die im Wesentlichen dahin geht, daß allen Berg- und anderen Arbeitern Deutschlands empfohlen werden soll, sich bis auf weiteres von allein Zilzug nach Rhein- land und Westfalen fern zu halten. Die Abstimmilng darüber wird aber vorläufig noch von der Tagesorbnung abgesetzt. In der Versammlung ist fortwährend ein Polizeikommissar anwesend, außerdem vier von der Polizeibehörde bestellte Steno- graphen. Halle, 17. September. Die Ausarbeitung des Statuts für den allgemeinen dentscheil Bergarbeiterverband wird dem Kongreß- bureau übertragen. Das Bureau tritt sofort zur Berathung zu- sauuneu. Ten Delegirten bleibt es anheimgestellt, sich an den Arbeiten des Bureaus zu betheilige». Koiilitdrmokrntil'chir Stfr-»»d Aivliutirlilnb Tonnirs- Mg, den 18. September, Abends 0 Uhr, BereinSversammlung Staunyn- stiaße 8» bei Zubell, ffläfie, durch Miiglleder eingeführl, sind will- kommen. Kozintdemokratischer gtft-»nd Jliolnitirhlub„Zntcrnlitionatr". Schuno am Donnerstag, den 18. September, Abends 8 Uhr, Kleine Andreas- »rafte 18, bei Deljo. Gäste haben Zutritt. Die äjilnmo deo oeseUige» Klub»„Kolfnuiiy" findet dlcSmat nicht Tonnerstaa, sondern Freitag Abends 8 Uhr, in der Großen F-rantfuriersiv. 88, bei Krüger, statt. Seidiger Kind arrangtrk am Sonnabend, den Ii. Oktober. m Bittoriapark einen UnlerhaiinngSadend, verbunden mit Vorlrag des öerrn Dr- Zadel. Nach dem Vortrag Kränzchen, wozu Freunde, Gönner»nd Genossen herzlich etngeladen werden. Billeis inlluswe itmiz ao Psennlge sind bei den Herren Eugen Bester, Pallisadenstr. aa, e Dr.; Rudolf Bretttng, Franlfurierstr. SD, 5 Dr., und in de» mit Plakale» veiegien Handlungen zu haben. Die Frei« Dereinionng der Danienmäntcl-Kchneidrr(Bugler. Stepper Uno Zuschneider) und Arbeiterinnen der Betletdnngsindustrie Berlins» ve'unslallei am Sonnabend, den 20. September, in(LraiweilS Bierhallen? -iommandanrenstr. 77—>8, ein Bereinslränzchen. Um zahireichen Besuch von Atilgitedern und Gästen lvird ersucht. Derrin de» technische» Personal» der Deutschen Kühne». General- vrsammlung um Sonnabend, den zo. September, Abends n Uhr, Annen- futifie ü. Tagesordnung; Neuwahl des Vorstandes. Fachvrrcin d-r Steiudrnäler und Kithographen Krrli»». Versammlung am. Donnerstag, den 18. Seplember.AbendS 8V Uhr, in Jordan'S inl' n. Neue Grilnftr. 28. freie Bereinigung der SZaivanidenre und Berussgenossen Berlins und Umgegend. Aiiiglieder-Bersammlung am Donnerstag, den 18. September, Abend« sX Uhr, in Feuerstein'» Salon, Alle Jalobstr. 75. Tagesordnung wird»i der Versammlung bekannt gemacht. Ääne willkommen. Achtung! Ktrininehen! Große össenlltche Versammlung am Donnerstag, den 18.--eptenwer, Abends s Uhr. li» Lokal des Herrn Muller, Johannis- straße 20. ikabnstardeiter und Arbeitrrinnrn Kerli»». Große öffenlliche Ber- fammtung am Donnerstag, den is. September, Abend! sij Uhr, im Lokal des Herim Scheffer, Jnselstr. 10. Jentratvereiu der paus- und Geschäftsdiener Keriin». Mitglieder- versammlnna am Donnerstag, den 18. September, Abend« 9 Uhr, in Deig- m-'llec'S Salon, Alle Jatodsir.»8a. Tagesordnung: 1. Medizinischer Vortrag d»s Herrn Dr. Bernstein. 2. Distussio». 8. Ausnahme neuer Mitglieder, Ausgabe der SMiuIeubucher und Aeretusabzeichen.». BerschteSenes»nd Frage- lasten. Kollege», welche dem Verein beutete» wolle», haben Zutritt. Pflicht oineS|eb.» Mitgliedes ist eS, tu dieser Versammlung zu erscheinen. Drr per« in ehemaliger Schüler der 2'4. Gei»»i»drsch»le feiert am Sonnabend, den 20. September, sein SliftungSfesi im„Köntgshof", BUlow- siraße. BtlleiS, daS Stuck zu 50 Pf., sind bei allen Milgliedern zu haben.— (Sähe herzlich willkommen.— Sihung Donnerstag, den 18. September, Abende oti Uhr, Restr.urant Schröder, Slegltherstr. is. „portuärt«", pereinigung deutscher privat- Knrraubeanitr». Zenlraiburcau: Berlin O., Sttalnuerplao 22, 2 Tr. Sihung de! Zentral- porsiandeS am Sonnabend, den 20. September, Abend« 8% Uhr, im Re- liauntni„Fclsentcrrafle", Engeluser 1 Festsehung de« Tage« und der Tage»- Ordnung der nächsten Monats- und Generalversammlung. Da« Statut wird vom zweiten Borsthenden, W. Krusemark, Andrea« straße 53, ans Erfordern sranto zngesandk. Kottaldeniokratischer Mahlverein de« ß. Kerliner Ueichotag»- Ulahiitreise«. Große Versammlung am Donnerstag, de» 18. September, Abend« 8% Uhr, im Saale von Ahrend'« Brancret, Moabit, Thurmstr. 25. Gray» ösfenttiche persatnnilnxg der gewredliche» chiisoardeiter Keriin» und Zliiivegend am Donnerstag, de» 18. September, Abend« SK Uhr, im„Königstadt-Kastno-, Holzmacktltr. 72. -»ter«|se» der Gast- n»d Kchaniiwirthe Keriino und pmgegend am Freilag, den 18. September, Nachmittag««!j Uhr, beim Kollegen Wille, Hochlir. 32. ZtUgenirln» Kranilen-»nd Sterbelials, der pictaUarbriter(E. H. 2»). Filiale Berlin 2. Sonntag, den 21. September, Vormittags 10 Uhr, bei Stauten- dcrg, Wasser'y-rstr. oe; Große Versammlung. Gesang-, iitir»-»nd gesellige pereine am Donnevstag. Männer» gesangperein„SangeSlust", Abend« 0 Uhr im Restaurant Gründer, BUlowstr.71. — Männergesangpercin„Lätttia" Abend« 8 Uhr in Veitin«' Restaurant, Vete- raneniiraße 10.—«iannergesangperein„Rordstern- Abend« 8 Uhr Im Dlctiautaut Pohl, Mullerslr. 7.— Schäser'scher„Gesangverein der Elfer" Abend« 9 Uhr bei Mols u. skriiger, Skallherstr. 125, Gesang.— Gesangverein „BlUthenlraitz" Zlbend« o Uhr im Restaurant Brandendurgstr. 88.— Männer- aelangoerein„Alexander" Abend« 8 Uhr im Restaurant Rose, Straußberger- straße 8.— Gesang- und Mustkverein„Ftrmita«" Abend« 8 Uhr Adalbert- stiaße 8, bei Schneider.— Mannergesangveretn„SangeSsrennde" Abend« 8 bi« 11 Uhr, Frankfurter B-erhallen(Krüger), Große Franlsurterstr. 102.—„Brunonta" Abend« 8 Uhr UedungSftunde bei Lehmann, Alexandrlnenstr. 82.— Turnverein„Hassnhatde"(Lehrlings- adlheiinng) Abend« 8 Uhr Ttesfcnbachstr. 88-81.—„Berliner Turn- gcnoslenschast"(7. LehrlingSabiheilung) Abend« s Uhr in der städtischen Turn- Halle, Vriherslr. 17—18;— desgl. 8. Männerabtheilung Abend« s Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubenersir. 51.— Lubect'scher Turnverein(Männer- Ablhellung) Abends 8 Uhr Slisabelhstr. 57—58.— Allgemeiner BrendS'scher Tlenogtaphenoerem, Adlheilung„Louisensladt", Abend« 8', Uhr tm Restaurant Preuß, Orauteustraße 5>.— Arends'scher Steuographeiiveretn „Phatanx" Abend« 8% Uhr im Restaurant„Zum Buckower Garten", Buctowor- stiaße».— Dentscher Verein ArendS'scher Scenographen Abend« 8 Uhr in Heidt'« Restaurant, Koppenstr. 75, Unterricht und Hebung.— Berliner Steuo- graphen-Verein(Spstcm Arend«) Abend« 8 Uhr im Restaurant Friedrichstraße 208.— Stoije'fcher Slenographenperetn„Nord-Berlin" Abend« a Uhr, Schlcgelfir.««— Verein der„Naturfreunde" Abend« 8 Uhr im Restaurant Wlenerstr. 85.— Verein der Unrnhitädter Abend« 8,\ Uhr im„Köntg- stadl-Kafino", Holzmarktstr. 72.— Verein ehemaliger F. W. Netlfchtag'scher Schüler am 1. und 3. Donnerstag jede» Monat« im Eafe Schüler, Land«- dergerstr. 78 Abend« 8 Uhr.— Ranchkluv„Ktrnfpihe" Abend« 8)4 Uhr im Restaurant Böhl, RUderSdorferstrabe 8.— Rauchkluo„Arcona" Abends o Uhr bei ZiplinSki, Reichenbergerstraße 71.— Rauchktnb„Dezlinal- waage" hat sein Lokal von der Billmenslraße 88 nach der Kranisftr. 48 verlegt. — Rauchtl»d„Vorwat>«" Abends 8 Uhr bei Tempel, Restaur.„Zum Ambos", BreSlalierslr. 27. Ortentaltscher Nauchllub" Abend« 8 Uhr im Restaur. Wiechs« Orameustraßs 8.— Rauchklub„Krumme Piepe" Abend« 9 Uhr Langeßr. 70 vei Heindorf.— Nanchklui'„Sollcgla" Abend« 9 Uhr beiThicmermann.SMIiherstr. 05 Gesangverein„Sängerlust", Abend« o Uhr, im Restaurant Landsbergersir. 88.— Gesangverein„Alännerchor St. Urban" Abend« o Uhr Anneustr. 9.— Gesangverein„Deutsche Liedertafel" Abend« 8 Uhr Köpnicterstr. 100.— Gesangverein „Norddentlche Schieise" Abend« vo» 8 di« 11 Uhr, Ailchaelkuchstr. 38,— — SkatMid„RUltwärls" jeden Donnerstag Abend 8 Uhr im Restaur. Boderte Pallyadenstr. 47.— Privat-Thealergesellschast„Adlerschwiuge" Sihunug 82 Uhr Garte nstp. 14 bei Träger.— Mustlverein„Bonvärt«" Utbunj Abend« von 8% bi» 18% Uhr, Annenstr. 14 park. Neue Mitglieder, welche schon blasen löunen, finden Aufnahme.— Bergnsigungsverein„Farinelly" Abends 8% Uhr Sitzung Fidelitas Jnvaltdenftr. 139. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder.— Arbeitergesanavcrein„Hoffnung" Friedrichsberg bei Rcusch, Frankfurter Chaussee-»nd Dorsstraßen-Ecle. UebungSslunde. Aufnahme neuer Mitglieder.— Rauchklub„Wald-Knaster" Abends vo»« bi« 11 Uhr Waldstr. 3 hei Gimpel.— Secger'scher Gesangverein Abends 9 Uhr, Blumen- straße 48 bei Wenck.— Männergesangverein„Aste Linde" 8%— 10% Uhr, John« Restaurant.— Gesangverein„Kornblume" Abends 9 Uhr tm Restaurant Blumenstraße 54, Uebunasslunde.— Lese- und Dlskuttrtlub„Realisuius", Abends 8 Uhr bei Wutlke, Frtedrichsbergerstr. 20.— Gesangperein„Bretzel- schluß" Sitzung im„Berliner Klubhaus" bei Krebs, Ohmgasse 2. Mitglieder werden aufgenommen.— Männergesangverein„Melodta", Abend« 8% Uhr im Restaurant Sabdath, Michaellirchstr. 38. Gäste willlommen.— Arbeiter- gesangveretn„Morgenrolh" in RummelSburg bei Berlin, Eöthestr. 8 bei Kourad. Gäste willkommen.— Verein„ehem. Wagner'scher Schuler" Abends 8 Uhr Restaurant Baatz, Blumenstr. 10.— Verein der Modelleure und Gips- bstdhauer tm Restaurant Man, Veuthslr. 21.— Verein ehem. Schüler der 23. Gemetndeschule Abends 9% Uhr, in Seeger'S Restaurant, Griiner Weg 2». Aufnahme neuer Mitglieder. Die Redaktion stellt die Benutzung de« Sprechsaals, soweit Raum dafür abzu- aeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben tdentifizirt zu werden. Der Tapezirer Herr Fritz Krüger, Nixdorf, Göthestr. 8, hat seine Angelegenheit mit dem Verein gewerblicher Hilfsarbeiter ge- ordnet. W. Schmidt, Vorsitzender, Wrangelstr. 141. Durch die fortwährenden Verläunidungen des 6. Wahlvereins sehen wir uns leider gezwungen, den Raum dieses Blattes in Anspruch zu nehmen. Herr Sroga erzählte z. B. im 4. Wahl- verein, im 6. dürfe Niemand den Saal betreten ohne die Parole: Hie Wille und Wildberger. Ich ersuche Herrn. Sroga und 5ton- sorten, in der heutigen Versammlung des 6. Wahlvereins zu erscheinen und die betreffenden Erzählungen zu beweisen. Den Ge» nossen erklären wir, daß wir nur Polizeispitzel und allzu„be- geisterte" Schnapsbrüder, gleichgiltig, was diese eventuell brüllten. am Betreten des Saales verhinderten und trotz Herrn Sroga's Kummer verhindern werden. Eugen Ernst, Vorsitzender. Literarisches. Soeben ist erschienen: Die Philosophie Spinoza'»», Erstmals gründlich au gehellt»nd populär dargestellt von I. Stern. Mit dem Bildnis) Spinoza's.(Stuttgart, I. H. W. Dietz' Verlag.) 184 Seiten 8°. Preis broschirt 1 Mark, gebd, 1,50 M. Die Lehren Spinoza's, des radikalsten philosophischen Denkers. sind darin so klar und leichtfaßlich, so überzeugend und gemein- verständlich dargelegt, daß Jedermann eine Fülle der köstlichsten Gedanken über Welt und Leben, über das Denken, Fühlen und Wollen, über Glück, Tugend und Lebensweisheit daraus schöpfen wird. Zugleich verbreitet das Buch erstmals klares Licht über die schwierigsten Partien des Systems, an welchen bisher nimmt- liche Erklärungsversuche scheiterten. Im Anhang wird die Eni- wicklungslehre von Hegel und Darwin und die materialistische Geschichtstheorie von Marx und Engels mit dem System Spinoza's in Zusammenhang gebracht. Vpioflinflen dov Mevakkion. Bei Anfragen bitten wir die AbonnemetitL-Quillung beizufügen. Antwort wird nicht«rtheilt. Brieflich Motov. Wenden Sie sich beschwerdeführend an die Revier- polizci. Ist dies nicht von Erfolg, so können Sie auf Grund eines ärztlichen, die Gesnndheitsgesährlichkeit jenes Lärms bestäti- genden Zeugnisses gegen den Wirth auf Lösung des Kontrakts und Schadensersatz klagen. Clav» 1000. Stellen Sie Strafantrag beim Gendarmerie- Kommando. Eine besondere Frist ist nicht vorgeschrieben, da eS sich um ein Amtsvergehen handelt. J. Knlmstr. 30. Ihr Vorgehen war so ungeschickt als möglich. Wenn die Herstellung der Decke in denjenigen Zustand, welchen dieselbe vor der absichtlichen Verschlechterung durch Sie hatte, wirklich IL M. kostet, was wir nicht benrtheilen können, so müssen Sie dem Wirth diese 12 M., abzüglich des Ihnen zukommenden Arbeitslohnes von 6 M. ersetzen. Auspfänden lassen kann Sie zwar der Wirth ohne vorherige Klage nicht; wohl aber kann er bei Ihrem Auszug Ihre Sachen retiniren. Wir rathen Ihnen, sich in Güte zu einigen. p. p. Kastauirn-AUec. Ihr Dienstmädchen möge gegen die Orts-Krankenkasse bei der Gewerbedepittation klagen auf Zahlung des 51rankengeldes. Wenn dasselbe nicht nur als Kinder- mädcheii thätig ist, sondern Ihnen auch im Geschäft Hilst, so ist die Mitgliedschaft zur betr. Kasse uuzweiselhaft. G. St. Rivdorf'. Richten Sie die Klage an das Amt?- gerächt, in dessen Bezirk Ihre frühere Braut ihre» Wohnsitz har. Den Termin müssen Sie entweder selbst oder durch einen Bevoll- mächtigten wahrnehmen. E. C>. Sie brauchen bei Ihrem Auszug aus der Wohnung für die biwch Feuchtigkeit beschädigte Tapete keinen Ersatz zu leisten. , Alter Abonnent. Von einem Diebstahl kann überhaupt keine stiebe sein, da Sie offenbar nicht in rechtswidriger Absicht gehandelt haben. A. Sflstv. Da der Kontrakt ungestempelt ist, müssen Sie Beide das Vierfache des hinterzogenen Stempeln(d. i. Jeder 2 M.) als Strafe zahlen. Die Giltigkeit des Kontraktes wird aber dadurch nicht beeinflußt. Vielmehr könnte der Lehrling polizeilich zurückgeholt werden, und müßten Sie die Konvenlional- strafe zahlen. Ob die Behandlung Ihre« Sohnes Ihnen gerecht. sertiglen Grund zur Kontrnktsauflösnng gicbt, läßt sich uns Ihren Angaben noch nicht ersehen. F. PI., jinlrftratzo. Wenn Sie die Frau, welche jene be- leidigcnde Behauptung verbreitet hat, wegen Berlenmdnng ver- klagen, so muß dieselbe die Wahrheit ihrer Behauptung beweisen. Sie können aber auch von vornherein die Schlafburschen als Gegenzeugen benennen. Die Verklagte kommt im Belcidignngs- Prozesse niemals zum Schwur. A, 100, 1. Die Jnteroentionsklage würde, wenn die ver- kauften Gegenstände für Gerichtskosten-Schulden des Verkäufers gepfändet werden, voraussichtlich von Erfolg sein, wenn nicht etiva der Verlaus als Scheingeschäft angefochten wird. M. T. 100. Die Erbschaftssteuer richtet sich nach dem Verwandtschaftsgrade. Sie beträgt z.vischen Tante und Nichte 2 pEt., wenn Vater resp. Mutter der Letzteren nicht mehr am A pCt*' �10'e bei Verwandten vom vierten bis sechst-» Grad E. G. 53. Der Betreffende kann nur ein Gesuch unte, Darlegung der Gründe an das betr. Kommando richten und um Bcrlicksichtigung bitten. Einen We~, auf welchem er sein Ziel bestimmt erreicht, giebt eS nicht. A'.®M Schankwirt!». In dem uns mitgetheilten Sach- verhalt ist zivetfcllos ein strafbarer Betrug enthalten, so daß wir Ihnen nur rathen können, sich mit dem Vierfahrer, so mit es is falls Sie nicht vorbestraft sind, mildernde Umstände bewilligt Ä ÄVÄÄÄS"1''"ia" i'r: Lage der Sache nur können, indem sie Ihnen den Eid zuschiebt. Ihre Frau kann eveut. ihr Zeugniß verweigern. L Klmnettstr. Der Vater haftet in diesem Falle nicht für die Schulden des Sohnes. G. 100. Die Frage ist nicht so einfach. Wir glauben, daß das Gericht dieselben zu ihren Ungunsten beantworten würde, wann Sie nicht beweisen können, daß im Versicherungsbetriebe eme Usanze besteht, wonach 14 tägige Kündigung spätestens am 15. zum nächsten 1. zulässig ist. Manteuffelstr. 51. Ter uneheliche Vater ist in diesem Falle zur Alimentenzahlung nicht verpflichtet. Wir rathen Ihne» ledoch auf alle Fälle, jetzt wo das Kind das 4. Lebensjahr zurück- gelegt hat, Ihr Verlangen auf Heransgabe des Kindes zu wieder- holen. Uamenlos. 1. In Berlin herrscht keine Gütergemeinschaft. 2. Diejenigen Gegenstände, welche die Frau vor der Ehe nach- weislich besessen hat, unterliegen nicht der Pfändung wegen Schulden des Mannes. Werden solche Gegenstände gepfändet und trotz Aufforderung nicht freigegeben, so kann die Frau Jntervcntionsklage erheben. 2. Solche Sicherstellung ist schwer zu bewerkstelligen; die Gläubiger des Mannes könnten dieselbe stets anfechten. 3. Geschäftsschulden eines Kaufmanns verjähren in 3t) Jahren. 4. Voraussichtlich würde eine Geldstrafe von etwa 53 M. verhängt werden. Doch lassen sich, besonders ohne genaue Kenntniß der ganzen Sachlage, keine sicheren Prophezeiungen machen. F.|t.«. A»drea»str. Nur das Eröffnen verschl-ff«» nicht das Lesen bereits geöffneter Briefe ist strafbar. Sie lon also unbesorgt wegen Beleidigung klagen..... 100. Wir müßten zunächst den Wortlaut des Statuts Ortskrankenkasse kennen, ehe wir Ihre Frage beantworten., T-mp-khof, Friedrich-Wilh-lmstr. Wenn Sie du � Zeugen beweisen können, daß Ihre Unterredung mit dem Ägen den uns mitgetheilten Inhalt hatte, so müssen Sie den Ptost gewinnen. Können Sie das nicht und werden verurtheui,> kann die Firma N. Zwangsvollstreckung gegen Sie ausbrmg' Aber: Wo Nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren, bo?' artest ist nicht statthaft. Allgemeiner Arbeiterinnenverein sämmtlicher Berufszweige Berlins und Umgegend. rroitag, den 19. Sept., Abends 8>.e Uhr. in SclieHer's Salon, Jnselstr. 10: Mitglieder-Uersmnmwng. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn M. Baginski über:„Die Ursachen der Armuth". 2. Diskussron. 3. Aufnahme von Mitgliedern. 4. Vereins- Angelegenheiten. 5. Verschiedenes.— Dainen und Herren als Gäste haben Zutritt. Beiträge werden entgegengenommen. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung swtt._ 1913 Der- Uorstand. ciiifiiifr Weitttimle»-Vettill simmtlicher BernssMige M\U liiiü Mmü Eilillle I Moabit). am Donnerstag, dr» 18. ds. Mrs., Abends SV: Ahr, im Lokale des Herrn Ilges, Milvnackcrstraste 03. • i,, Tagesordnung: 1. Vortrag des Herr» Heindorf über:.Kann die wirtschaftliche Lage der Arbeiterinnen ohne ihre Einwirkung gebessert werden?" 2. Diskussion. 3. Aufnahme von Mitgliedern. 4. Wahl einer Be- vollmächtigten und einer Schriftführerin. 5. Verschiedenes.— Sämmtliche früheren Mitglieder sind eingeladen. Herren und Damen als Gäste haben Zutritt. Mitgliedsbuch bei der Wahl lcgitimirt. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersaunnlung statt. 1912 Der Vorstand. Fachverein d. Bürsten- und Pinselmacher Krrlins und Umgegrud. Sonntag, den 21. d.. Vorm. 10 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75: Versammlung. Tagesordnung: l. Vortrag des Herrn J. Türk über; „Frauenbefreiung". 2. Diskussion. 3. Wahl von fünf Mitgliedern zum Vcrgnügiiiiaskomitee. 4. Verschiedenes. 1918 Um pünktliches und zahlreiches Er- scheinen bittet Der Vorstand. Freie Vereinigung der Kaufleute. Donnerstag, den 18. d. M., Abends 3Ve Uhr, in Feuerstetn's Salon, Alte Jakobstr. 75(unterer Saal): Mitglieber-AWUiiilltllg. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn M. Baginski über:„Ursachen der Armuth". 2. Aufnahme neuer Mitglieder und Entrichtung der Beiträge. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Gäste sind willkommen. Der Vorstand. W Wchten WlWgllng bin ich gezwungen, in meinem altrenom- mitten Geschäft neben Pantinen, Holz- n. Filzschuhen, auch Lederwaaren, wie Damen-, Herren- it. Kinder-Stiefel (Spezialität) zu führen, was ich meinen Freunden und Genossen hiermit zur Kenntniß und in Erinnerung bringe. Jeder Genosse, der bis zum 30. Sept. Etwas kauft, erhält ein Billet zu dem an diesem Tage stattfindenden Arbeiter- fest gratis, auch sind bei mir Billets zum Preise von 20 Pf. pr. Stück zu haben. Ohr. Geyer, Oramenstr. 4. Mgtm.KroM- n.StMlljse der Metallarbeiter i (E. H. 29), Filiale Berlin 2. Sonntag, den 21. d., Vorm. 10 Uhr, bei Rantenhcrg, Wasserthorstr. 54: Grosse Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Wie stellen sich die Mitglieder zu einer Zentralisirung sämmtl. Filialen Verl. 3. Verschiedenes. Aittungs- Marken Kautsclmck- Stempel- Fabrik von 1149 Jean Holze, Hamburg gr. Drehbahn 45 empfiehlt sich allen Kranken-Kassen und Arbeiter-Vereinen. Seit 12 Jahren Lieferant sämmtlicher bestehenden Central- Kranken- Kassen sowie für ca. 5000 Kassen und Vereine Deutschlands, Englands und Amerikas: UfM- Proben und Preis versende gratis und franco. Schnellste Bedienung Beste Bezugsquelle Solide Preise. Der Versand geschieht portofrei. Wichtig für Kanssrauen! 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Marcus, Unserm Kegelbruder 1910 Bernhilril Anliefen zu seinem 35, Geburtstage ein donnerndes Hoch, daß sie alle wackeln. Von seinen Kegelbrüdern Kalte Nenne. Unserm Kollegen und Genossen Max Steinorth, gen. Onkel„Max", in Reinickendorf, zu seiner Verlobung ein dreifach donnern- des Hoch. 1909 Gestern Vormittag 9', 2 Uhr entschlief nach langem Leiden meine liebe Frau Marie Giessel. Dies zeigt tiefbetrübt an und bittet um Theilnahme 1904 Berlin, den 17. September 1890. Schönebergerstr. 4. Fritz Giessel. SB.................... Theilen allen Freunden und Bekannten mit, daß der Rohrleger Gottfr. Koppe am 15. d. gestorben ist und am 18. d. vom Trauerhanse, Wienerstr. 49, aus beerdigt wird. Die Hinterbliebenen. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, sowie den Kollegen und dem Meister meines unvergeßlichen Mannes Franz Lehniger sage ich für die zahlreiche Betheiligung bei der Beerdigung desselben und für die herzlichen Beweise ihres Beileids meinen tiefgefühltesten Dank. Desgl. spreche ich dem Gesangverein U n i 0 n und dem Prediger Apelt für die meinem Mann erwiesene letzte Ehre meinen Dank aus. 1907 Die trauernde Wittwe Lehniger. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, sowie dem Herrn Prediger und den Herren Sängern, welche unserm unvergeßlichen Bruder und Schwager, Herrn Franz Lrhnigrr, die letzte Ehre erwiesen, sowie für die zahlreichen Blumenspenden sagen wir hiermit unfern herzlichsten Dank. 1900 Die tieftrauernden Goschw.u. Schwager. D a n k s a g» n g. Für die vielen Beweise herzlicher Theil- nähme beim Begräbniß unserer geliebten Tochter Anna Schrobback sagen wir allen Freunden und Bekannten, insbes. dem Hrn. Prediger Kramm f. die trost- reichen Worte am Grabe, unfern tief- gefühltesten Dank. 1901 Die trauernden Hinterbliebenen. Kostüme, Mäntel, Jackets fertigt n. Maaß(auch inkl.Stofflieferung) elegant und sauber gearbeitet J. P. Müller, 1838] Zimmerstr. 53, 3 Tr. Grösste Auswahl von Stoffproben. üup I Mark. 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