Nr. 319. Sonnabends de« 30. September 1890. 7. Jahrg. i& jä s ö er liiif r I olksb Ifltl. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. scheint tZMits cm"Berliner Volksblati" -«««WM! MMMUDW� Sonn- und Festtagen biö 9 Uhr VornnttagS gcossnet. -, Fernsprecher: Amt VI. Ur. 4106.«- NedAkkion: Vrnkhstvttße 2.— Expedition: Venkhitenize 3. aß 0 ffif w «»> riP K HP i»!1 ■aiil - i g cd-» (»«' S dt- b-t 1W I i. ?i»rrd»Vivthfrhk>fkliihes «us Velgierr. � Belgien steht neben England mit in der vordersten 'leihe der industriell am weitesten vorgeschrittenen euro- Mtchen Staaten; aber ebenso steht es auch mit in vorderster �eihe derjenigen Länder, in denen neben großein, durch ,e Industrie geschaffenen Reichthum namenloses und un- westliches Elend einhergeht. Belgien gehört serner auch B Jenen Ländern, in denen neben einigen gutsituirten �oßgrundbesitzern eine verarmte landwirthschaftliche Be- Alterung vorhanden ist, die meist im Pachtverhältniß zu M Agrariern steht. Bei verschiedenen Anlässen hat wses ländliche Proletariat davon Zeugniß abgelegt, daß f sich von dem bekannten„konservativen Bauernschädel" sskigemacht und sogar mit den sozialistischen Bestrebungen tet industriellen Arbeiterschaft sympathisirt. . In den fünfziger Jahren zählte man in Belgien -08512 Grundbesitzer; darunter befanden sich 517 492, �lche nur ein jährliches Einkommen von weniger als 150 Fr. % 187 983, welche ein jährliches Einkommen von Weniger als 500 Fr. hatten. Somit bleiben im Ganzen 33537 Eigenthümer, deren Jahreseinkommen mehr als Fr. betrug. Sehen wir zu, wie die verschiedenen Kategorien dieser �.zer sich vertheilen: � 199 mit einem Jahreseinkommen von 500— 5 000 Fr. 3193„„„ 5 000- 25 000„ 135„„„„ 25 000-150 000„ g. Aus diesen Zahlen geht hervor, daß von 738 512 �tundbesitzern 705 475 nur ein jährliches Einkommen von Weniger als 500 Fr. haben und daher gezwungen sind, J?ch anderweit für ihren Lebensunterhalt zu arbeite», oder, We es größtentheils in anderen Ländern bei den Parzellen- stchern der Fall, die Landwirthschaft als Nebenerwerb äu betreiben. -. Nach einem Ausweis des Finanzministers enthielten � Hypothekarlisten 332269 Renten- und Schuldforderungen W die Grundeigenthümer. Es ergiebt sich daraus, daß Mindestens die Hälfte der kleinen Grundbesitzer tief ver- Huldet ist. Wir haben es hier offenbar mit einer der BüKsch-infthen ähnlichen Zinsbauernklasse zu thuu. Da in �gien das. freie Recht der letztwilligen Verfügung °ftteht, besindet sich der Grund und Boden in beständiger weiterer Zersplitterung. Das ist in Belgien wie in Frank- In Frankreich wurde u. A. der Vorschlag gemacht, 3 in Zukunft Niemandem gestattet sein solle, seinen Grundbesitz in Parzellen von weniger als 50 Aren zu 'Wen, ausgenommen die zu Baulichkeiten.bestimmten ufl- d-- [Dt. rci- S ti» it t tt- >- 1, ii h" Feuilleton. rua ueiboten.] [3 Eine Unglückliche. Erzählung von Iwan Turgeniew.- --- U** firfi neue Persönlichkeit trat ins Zimmer. Er erwies k-c'lt®uhn des Herrn Ratsch, und derselbe Fictor, dessen Abwesenheit der Vater am Abend vorher so un- ulten gewesen war. Das war ein junger Mensch von ungefähr 18 Jahren, ' c �..... fwmf. im(* einem iüülieü- «6cv'"ur ein junger Mensch von ungefähr 18 Jahren, NJchoit dem Trünke ergeben und krank, mit einem süßlich- rf" Mücheln ans dem tzimreinen Gesichte und dem Ans- der Ermüdung in den entzündeten, kleinen Augen Zi,.»3uch seinem Vater, doch waren seine Züge nicht ohne Hz-sMlichkeit; aber in dieser Annehmlichkeit selbst mar etwas st-,,3''ches. Seine Kleidung war unreinlich, am Uniformsrock vg./"l'Knopf, der eine Stiefel ivar geplatzt und es wehte 'hm ein starker Tabaksgernch. diit Morgen," sagte er mit heiserer Stimme und «cfi„Jr!nem eigenthümlichen Hinaufziehen des Kopfes und der stiex", welches ich stets an verzärtelten und selbstzn- '"en jungen Leuten bemerkt habe. Zsj. �Jch wollte in. die Universität gehen, und gerieth hierher. � g �'st ist mir zugeschnürt. Geben Sie mir eine Zigarre." falp* 3Nlg über iias ganze Zimmer, die Füße welk nach- "»d„°h"e die Hände ans den Hosentaschen zu ziehen, ■ f(Snnlia. ' vvkiw, oyue oie tpuuge aus vvu......-, warf sich schwerfällig auf das Sopha. »Haben Sie sich erkältet?" fragte Fnstoff, indem er Grundstücke. Das Gleiche gilt bei der Erbfolge, bei der die liegenden Güter gleichfalls wenigstens im Umfange von 50 Aren zur Vertheilnng gelangen sollten. Bekanntlich sind in Frankreich alle Versuche, der Bodenzerstückelung zu steuern, vergeblich gewesen. In Belgien hat man unt dem System„beklen-regt" vorgehen wollen, welches ans die Erbpacht hinausläuft und schon seit ziemlich langer Zeit in Holland, in England, Italien und Por- tngal theilweise Eingang gefunden hat. Die Ackerbautreibenden sollen bei diesem System aller Wohlthaten theilhaftig werden, die beim modernen Gesell- schaftssystem das Eigenthum für den Einzelnen mit sich bringt, ohne jedoch den Reinertrag für sich behalten zu dürfen. Wo dieses System eingeführt ist, bildet sich eine Klasse freier Nutznießer, die freilich nur zu oft die Grund- stücke, welche sie in Erbpacht besitzen, weiter verpachten und dadurch das Uebel vergrößern. Bei der Grund- und Bodenzersplitterung in Belgien wächst natürlich für die kapitalistischen Unternehmer die'Gelegenheit, größere Land- komplexe zu erwerben. Die Versuchung dazu ist groß, da sich der Pachtzins in beständiger Steigerung sich besindet. Bei den meisten Versteigerungen von Grundbesitz infolge eines Todesfalls sind auch stets die Güterspekulanten und Großgrundbesitzer bei der Hand, um neue Bodenstücke zu erwerben, die sie dann verpachten. Wie weit die Zer- stückelung des bäuerlichen Grundbesitzes bereits vor- geschritten ist, ergiebt sich aus dem Umstände, daß in den beiden Flandern auf 100 Ackerbautreibende überhaupt 43 kommen, die nur eine Fläche von 50 Aren und darunter bebauen, 12, welche 51 Aren bis 1 Hektar besitzen, 29, deren Ländereien die Gesammtgröße von 5 Hektaren nicht überschreiten und nur 4, welche mehr als 10 Hektaren ihr eigen nennen. Während mff 100 Hektaren Ackerland in England nur 25 Arbeiter einschließlich ihrer Frauen und Kinder und in Frankreich 36 kommen, finden sich ans einer gleich großen Fläche Landes im östlichen Flandern deren 65 und wird im westlichen diese Zahl noch überschritten. Charakteristisch für die belgischen Verhältnisse ist, daß in Irland auf 100 Hektaren 77 Bauern kommen, so daß die beiden Flandern Irland sehr nahe kommen. Aehn- [ich liegen die Verhältnisse auch in den anderen belgischen Provinzen. Ein interessantes Streiflicht wirft der Umgestaltungs- prozeß der belgischen Grund- und Bodenverhältnisse auf die Wählbarkeit zum Senat. Nach Artikel 56 der Verfassung ist wählbar derjenige, welcher wenigstens 1000 Gulden direkte Steuern zahlt. Nun ist nach statistischen Ermittelungen die Zahl der großen Besitzer, welche ausreichende Grundsteuer bezahlen, um zu Senatoren gewählt zu werden, von 99 auf 10 000 Einwohner im Jahre 1840, auf 83 im Jahre 1875 gesunken. Die Verminderung beträgt 16 pCt. Die- selbe ist aber nicht durch eine Zersplitterung der betreffenden Güter des Großgrundbesitzes, sondern durch eine Ver- schmelzung derselben entstanden. Die Zahl der zum Senat Wählbaren betrug im Jahre 1840 auf 10 000 Einwohner 99, im Jahre 1850 belief sich dieselbe nur noch auf 91. Im Jahre 1873 betrug sie nur noch 87 und von 1873 bis 1875 ist eine weitere Verminderung um vier eingetreten. Die Ver- schmelzung des Großgrundbesitzes macht also, wie man sieht, beträchtliche Fortschritte und spitzen sich die belgischen Verhältnisse im Grundbesitz dahin zu, daß schließlich das immer sich zersplitternde Eigenthum in den Besitz weniger Großgrundbesitzer gelangt und der belgische Bauern- stand zu einer Klasse ausschließlicher Pächter herabsinken wird. uns miteinander bekannt machte. Wir waren Beide Studenten, aber in verschiedenen Fakultäten. „Nein... ah nein! Gestern, aufrichtig gesagt... (Hier lachte Herr Ratsch junior über das ganze Gesicht, wieder nicht ohne Amnnth,. zeigte aber dabei sehr schlechte Zähne).... hatte ich zu viel getrunken, Patte einen starken Rausch. Ja."— Er rauchte seine Zigarre an und hustete.—„Wir haben Obichodoff das Geleit gegeben." „Wohin reist er?" „In den Kaukasus, und schleppt seine Geliebte mit fort. Sie wissen, die Schwarzäugige, mit den Sommersprossen. Dummkopf." „Ihr Vater fragte gestern nach Ihnen," bemerkte Fustosf. Fictor spie auf die Seite. „Ja, ich habe es gehört. Sic haben sich gestern in unser Lager verirrt. Run, wie war es? Wurde mnsizirt?" „Wie gewöhnlich." „Und sie... hat wohl vor dem neuen Gaste(hier wies er mit dem Kopfe nach mir hin) grimassirt? Hat wohl nicht gespielt?" „Von wem sprechen Sie? fragte Fnstoff. „Von der vcrehrungsivürdigen Susanne Jvanowna, natürlich!" Fictor streckte sich noch bequemer aus, reckte seinen Arm m graziöser Rundung über seinen Kopf, sah in seine flache Hand und schnaubte dumpf. Ich blickte ans Fnstoff hin. Er zuckle nur mit den Achseln, als wollte er mir zu verstehen geben, daß man von solch einem Menschen Nichts erwarten könne. Alcw-Uork, den 5. September. Bezüglich des Streiks der Knights an der Neiv-Iorker Zentralbahn ist insoforn noch Alles beim Alten, als von der einen Seite behauptet wird; es seien genügend neue Kräfte zur Fortführung des Betriebes vorhanden, während von der andern Seite gesagt wird, daß die Sache für die Streikenden trotz des ablehnenden Bescheides die übrigen Organisationen von Eisenbahnarbeitern ganz günstig stände. Bei den begonnenen Untersuchungen vor dem Staatsschieds- geeicht hat sich als so ziemlich gewiß ergeben, daß die Bahnver- waltung durch die Entlassung derjenigen Knights, welche für de» Orden besonders thntig waren, den Streik pro- vozirte, um die günstige Zeit des schwachen Verkehrs zu benutzen, den Orden für später lahm zu legen. Zugleich erzielte man da- durch, unter einer gute» Entschuldigung die Fahrpläne zu redu- ziren, was, da nicht genügend Passagiere und Fracht für die reglementsniäßig lausenden Züge vorhanden waren, eine wesent- liaie Ersparniß involvirte. Wie aus Briefen Powderly's an einen der Beamten der Eisenbahnarbciter-Organisation des Ordens -- die dem Schiedsgericht vorgelegen— hervorgeht, kam der General- Exekutive der Streik durchaus nicht gelegen, da dieselbe in finanzieller Beziehung gänzlich aus dem Trocknen sitzt, und wird darin crmahnt, alles zur Beilegung Mögliche zu thun; es wird darin auch auf die giinstigen Chanzen zur Durchsetzung von Forderungen während der Weltausstellung hingewiesen. Letzterer Ilmstand ist aller Wahrscheinlichkeit nach in der Eisenbahnarbeiter- Assembly schon besprochen und trotz des„Geheimnisses", in das alle Handlungen der Knights gehüllt sind, der Bahnverwaltung „brühwarm" vermeldet worden. Depew, der erste Präsident der Bahn, drückte sich zeitig nach Europa, da er bei den nächsten Wahlen als republikanischer Präsidentschasts-Kandidat in Aussicht steht und sich nicht bei den- jenigen Knights unpopulär machen ivill, welche hinter der repu- blikanischen Partei herzulausen die Gewohnheit haben.— Ob bei der Affäre noch sonstige Umstände in Betracht kommen— Finanz- gauncreien, worüber ich schon geschrieben— läßt sich noch nicht llarstellen. Nach oben Bemerktem könnte aber die Ab- ficht, den 5t»lghts bezüglich irgend welcher Forderungen Elftes Kapitel. Fictor fing au, näselnd und zur Decke hinaufsehend, vonl Theater, von zwei ihm bekannten Schauspielern, von einer gewissen Seraftne Scrafinowna, die ihn„angeführt" hatte, von dem neuen Professor R. zu sprechen, den er ein Vieh nannte.„Stellen Sie sich vor, was das Ungeheuer sich ausgedacht hat? Er fängt jede Vorlesung unt einem Abrufeit der Namen an! Und dieser zählt sich noch zu den Liberalen!" Sich endlich mit dem Gesicht und dem ganzen Körper zu Fustosf wendend, sagte er, mit halb klagender >lnd halb spöttelnder Stimme: „Ich ivollte Sie um etwas bitten, Alexander Daviditsch .. Können Sie meinen Alten nicht irgend wie zur Ver- nllu'st bringen... Sic spielen ja Duo's mit ihm... Er webt mir fünf blaue Zettel monatlich... Was nützt mir das? Das reicht ja nicht einmal für den Tabak aus. Und da redet er noch, mache keine Schulden! Ich möchte ihn einmal an zucine Stelle setzen, und dann zusehen! Ich erhalte ja gar keine Penstonen, nicht so wie Andere(Fictor hob dieses Wort mit besonderer Betonung hervor). Und er hat viel Geld, ich weiß es. Mir gegenüber den Lazarus spielen, Hilst nichts; mich führt man nicht an! Possen! Hat sich schon die Finger verbrannt... nur gewandt!" Fnstoff warf einen Seitenblick auf Fictor. „Wenn Sie wollen," fing er an—„ich will es Ihrem Vater sagen. Sonst kann ich auch— unterdessen... eine kleine Summe..." „Nem, wozu? Erweichen Sie lieber den Alten... Uebrigens," fügte Fictor hinzu, sich mit allen Fingern die Nase kratzend—„geben Sie mir, wenn Sie können, 25 Rubel Silber... Wieviel bin ich Ihnen eigentlich schuldig?" wahrend der Weltausfiellung einen Riegel vorzuschieben. der eigentliche Grund gewesen sein. Was man heute verliert. denkt man dann doppelt wieder heraus zu schlagen. Das, man die Entlassungen in der Voraussetzung der Jnszenirung eines Streiks vornahm, geht auch daraus hervor, daß die Bahn- Verwaltung schon mit Pinkerton wegen Lieferung einer großen Anzahl von„Mordbuben" in Unterhandlung getreten war. ehe sie sich wegen des Schutzes ihres Eigenthums an die Polizei- behörden wandte.— Der Sheriff von Albami hat diesem modernen Bandensiihrer Ernennungsformulare für Hilfssheriffs ausgefertigt, in denen die Rubrik für den Namen des zu Er- nennende» frei war; also eine Art..Lettre de Cacliet"; die gesetzliche Vorschrift ist, daß Hilfssheriffs vom Sheriff selbst zu ernennen sind, zu dem Zweck, damit nur zu solchem Amt qualifizirte Personen herangezogen werden. Genannter Sheriff mußte aber sehr wohl wissen, daß bei solchen Gelegenheiten, wie die vorliegende, das verkommenste Gesindel im Lande dem Herrn Rinal— bitte um Entschuldigung, beinahe hätte ich das Andenken des„großherzigen" Räuberhauptmanns gelästert!— also dem Herrn Pinkerton gerade gut genug ist. Wäre nicht die trostlose Zerfahrenheit— um kein schlimmeres, aber vielleicht doch zutreffenderes Wort zu gebrauchen— unter dem arbeitenden Volke so groß, dann wäre eine derartige Ein- richtung, wie die Pinkerton'sche Mordbande, einfach un- möglich. Im Staate New-Jersey ist, nachdem s. Z. mehrere Menschen— darunter ein Knabe— von ihnen gemeuchelt wurden, durch Gesetz verboten worden, derartige Thugs zu engagiren; dagegen hat die gerade tagende demokratische Nationalkonvention von Washington beschlossen. der Bundesregierung zu empfehlen, solche Mordvandcn zu sanktioniren! In Bezug auf die Beamten der vier föderirten Eisenbahn- arbeitet- Oraanisationen machen .,,.-,.v, die Knights kein Hehl daraus, daß bei deren Entscheidung in Tcrre Haute der„Boodle" sein mächtiges Wort gesprochen. Es beruht dies indessen auf Gegen- seitigkeit, da dieselbe Beschuldigung bei verschiedenen Gelegen- heilen auch den Führern der Knights ins Gesicht geschleudert wurde. So lange die Arbeiter selbst einzelnen Personen die Macht und Gelegenheit geben, das profitable Geschäft der Boodlerei zu betreiben, so lange können sie sich auch darüber nicht beklagen — und thun es in der Regel ihren eigenen Führern gegenüber auch nicht. Siehe Steiv-Iorker Zentral Labor Union. Powderly lernt zuweilen; früher ein„prinzipieller" Gegner von Streiks, hat er sich jetzt dahin ausgelassen, daß er noch nie einen Streik gesehen, der nicht in irgend einer Hinsicht gute Folgen gehabt, selbst wenn er verloren ging. Es schließt das in- dessen nicht aus, daß er bei anderer Gelegenheit wieder anderer Meinung ist. Der Kampf, in dem sich ein Theil der Knights gegenwärtig beslndet, hat wahrscheinlich zur Folge gehabt, daß sich nicht schon wieder eine nationale Gewerkschafts-Organisation— wie kürzlich die der Messingarbeiier— vom Orden losgetrennt. Auf der Konvention bet Töpfer wurde nämlich nach heftiger Debatte beschlossen, beim Orden zn verbleiben und die streikenden Eisenbahnarbeiter nach Kräften zu unterstützen. Die Föderation of Labor in Baltimore hat die Unterstützung abgelehnt, weil sie keinerlei Zutrauen zu der Exekutive des Ordens hat und der Meinung ist, daß von den gespendeten Beiträgen nie ein Cent an die Streikenden gelangen würde!— Der ,, L a b o r- D a y" ist diesmal an den meisten Orten unter theilweise wesentlich stärkerer Betheiligung gefeiert worden, als) im vorigen Jahre. Das wäre eine sehr erfreuliche Er- fchemung, wenn nicht andererseits der Geist, der bei dieser Ge- legenheit herrscht, ein so beschränkter wäre. Die Arbeiter scheinen in ihrer übergroßen Mehrheit diese Gelegenheit als eine solche zu betrachten, um ihren„Patriotismus" und zivar in manchmal recht kindischer Weise, spazieren zu führen. In Chicago marschirten in der Parade die Mitglieder einer Gewerkschaft zu je drei in einer Reihe, ausstasfirt mit je einem blauen, einem rothen und einem weißen Hute, so daß sie also in persona die National- färben repräscntirken!— Hier in New-Iork fanden infolge der Trennung der fort- schrittlichen Organisationen von der Zentral Labor Union zwei Paraden statt, von denen die eine— der Z. L. Föderation und sozialistischen Organisationen— einen recht internationalen Charakter hatte, indem so ziemlich alle in größerer Zahl hier vertretenen Nationen betheiligt waren und das„rothe Banner" vorherrschte, während die von der Z. L. U. veranstaltete, nach dem Zeugniß der kapitalistischen Presse, einen„echt amerikani- schen" Anblick bot, wozu wohl auch beitrug, daß einige„Pro- minente" dabei figurirten.— In der ersteren Parade waren eS die jüdischen Arbeiter der verschiedenen Bekleidungsfächer, die in großen Massen theilnahmcn; sie bildeten wohl drei Viertel des aus ca. 12 U00 Personen bestehenden Zuges. Von den übrigen auf diese Seite gehörigen Gewerkschaften hatten sich mehrere(die Möbelarbeiter, Ziminerer, Anstreicher) aus verschiedenen Gründen nicht betheiligt, während die übrigen außer den Brauereiarbeitern und Zigarrenmacheru sehr schwach vertreten waren. In Newark (New-Jersey) betheiligten sich mehrere fortschrittlichen Organi- sationen nicht, weil die Macher der dortigen Zentralorganisation die rothe Fahne nicht im Zuge haben wollten. Auch in Brooklyn fanden zwei getrennte Aufzüge statt. „Sie haben 85 Rubel Silber von mir geborgt." „Ja... Also macht das— in Allem 110 Rubel Silber. Ich werde Ihnen Alles zusammen abgeben." Fustoff trat ins Nebenzimmer, brachte einen Zettel von 25 Rubel Silber heraus und reichte ihn Fietor schweigend. Dieser nahm ihn, gähnte laut, ohne den Mund zu schließen und brummte ein„Danke"! Sich ivie ein Igel zusammenrollend und wieder reckend, erhob er sich vom Sopha. „Fii! Allein... ich langiveile mich," murmelte er,„ich sollte eigentlich nach Italien." Er begab sich zur Thür. Filstoff sah ihm nach. Es war, als wenn er mit sich kämpfte. „Welcher Pension erivühnten Sie so eben, Fietor Jwanowitsch?" fragte er endlich. Fietor blieb ans der Schwelle stehen und setzte seine Mütze auf. „Sie wissen das nicht? Von Susanna Jvanowna s Pension sprach ich... Sic empfängt dieselbe. Eine äußerst merkwürdige Anekdote, das kann ich Ihnen sagen! Ich ivill Ihnen das einmal erzählen. Geschäfte, mein Herr, Geschäft«!— aber meinen Alten! vergessen Sie meinen Alten nicht, ich bitte. Er hatte freilich eine dicke, deutsche Haut, noch dazu mit russischer Bearbeitung; allein man kann dennoch durchdringen. Aber,— daß Elconorchen, meine Stiefmutter, nur nicht dabei ist! Papachen fürchtet sich vor ihr, sie wiederholt immer das Ihre. Nun! Sie sind ja selbst Diplomat! Leben Sie wohl!" „Ist das aber ein elender Junge!" rief Fnstoff, sobald er die Thür hinter sich zugeschlagen hatte. Sein Gesicht brannte wie Feuer und er wandte sich von mir ab. Ich mochte keine weiteren Fragen stellen und ent- sernte mich bald. Zwölftes Kapitel. Ich brachte jenen ganzen Tag in Gedanken über Fnstoff, Susanna und ihre Verwandten zu. Wir schwebte dunkel etwas wie ein Familiendrama vor. So viel ich nrtheilen konnte, war Susanna meinem Freunde nicht gleichgiltig. Aber Vorige Woche ist Henry George von seiner australischen Reise zurückgekehrt, und fand bei dieser Gelegenheit eine Kon- vention der Landsteuerfrage statt. Wie die Verhandlungen der- selben zeigten, betrachten sich die„Singltäxler" lediglich als An- hängsel der demokratischen Partei, von der sie die Durchführung ihrer Ideen erwarten. Ein Delegat, der in gebührender Weise beiden korrupten Parteien auf den Pelz rücken wollte, kam schön an; donnernde Hochs auf den vierhundertpfündigen Cleveland zeigten ihm, daß die Leutchen noch bis zum Halse in dem alten Sumpf stecken.— Bei andern Leuten ist es übrigens auch nicht besser; die Farmer-Alliance in Kansas hat nämlich in Gemeinschaft mit den Knights of Labor für die nächsten Wahlen vier Demokraten und zivei Republikaner nominirt. Auch die Farmer- Verbindungen in den übrigen Staaten scheinen sich entschieden zu haben, es diesmal noch mit den alten Parteien zn versuchen. Wenn diese vermoderten Götzen aber nicht, endlich ihre Schuldigkeit thun, dann sollen sie nächstens Prügel haben.— Das Zentral-Komitce der Nationalisten des Staates New- Jork hat beschloffen, sich von der kürzlich infolge lleberruinpelung durch„zweideutige" Elemente" gegründeten„Commonwealth Party" loszusagen, den Klubs diesen Beschluß zur Urabstimmung vorzu- legen und die Frage in Erwägung zu ziehen, ob man sich der sozialistischen Kampagne anschließen solle. Künftig werden die Nationalisten das bisher strenge beobachtete Verfahren wohl wieder in Anwendung bringen, sich jene Elemente(vom Boodle und politischer Drahtzieherei lebende„Arbeiterführer") vom Leibe zu halten. Sie sind durch das Abweichen von dieser Maxime arg „hereingefallen". WrrtittVihe Lkvbevstrhk. Zum Kampf mit„geistige» Waffe»". Durch die Reaktionspresse geht folgende Notiz: „Ueber die nächsten Pläne der Sozialdemokratie hat nach vorläufiger Niederschlagung des inneren Aufruhrs zu Berlin Herr Liebknecht einige lehrreiche Aufschlüsse gegeben. F ü r den alten Demagogen handelte es sich dabei um die Rechtfertigung der„parlamentarischen" Taktik gegen die von den„Jungen" befürwortete Taktik der„Thal". Ter gewandte Herr wußte beide Gesichtspunkte harmonisch zu verbinden. Nach seiner Darlegung soll mit parlamentarischen Mitteln gearbeitet werde», bis der Reichstag eine sozialdemokratische Mehrheit hat; diese proklamirt dann den sozialen Staat; sobald sich aber jenem Anspruch irgend ein Widerspruch entgegenstellt, greift man zur Gewalt und dann giebt es allgemeines Drunter und Drüber. Herrn Liebknecht schwebt offenbar dabei der Pariser souveräne Konvent von 1793 vor; wie man sich ent- sinnt, ist ursprünglich der genannte Agitator von bürgerlich- revolutionären Ideen ausgegangen; hier scheint sich gewisser- maßen ein Anklang zu finden, namentlich, wenn man bedenkt, daß auch jene„große" Revolution sehr beträchtliche sozialistische Momente enthalten hat. Man wird wohl thun, diese Berliner Rede vom 4. September im Gedächtniß zu behalten. Für die guten Leute und schlechten Musikanten jedenfalls, welche die Sozialdemokratie als„verfassungstreue" Partei gegenüber reaktionären Bestrebungen vertheidigen, enthält dieses Pro- gramm eine sehr werthvolle Lehre. Nach der Reichsverfassung werden die Gesetze in Deutschland durch Reichstag und Bundes- rath gemeinsam gemacht; von einer alleinigen gesetzgebenden Gewalt des Reichstages steht in der Verfassung nichts; wenn sich also bei uns bisher das Zentrum und daneben auch der Freisinn als spezifisch verfasiungstreue Parteien empfehlen, mögen sie sich mit gewissen Wahlbündnissen in Zukunft etwas besser vorsehen. Mit dieser Verfassungstreue in dem bezeich- neten Lager ist es überhaupt ein eigenes Ding. Jeder Seiten- blick auf das allgemeine, direkte und geheime Wahlrecht, das durch zügellose Agitation und perfide Stichwahltaklik schon oft systematisch zur Karikatur gemacht worden ist, wird mit einem gellenden Schrei über geplanten Verfassungsbruch, über Eid- bruch u. s. w. beantwortet, wobei zu bemerken ist, daß die Reichsverfassuiig ebenso wenig wie von den Reichstags- Abgeordneten von irgend einem anderen Faktor der Reichs- Verfassung beschworen worden ist. Von sozialdemokratischer Seite aber wird offen für gewisse Fälle der Verfaffungsdruch angekündigt. Nicht blos sozialdemokratische Blätter haben gegenüber der etwaigen Beseitigung des jetzigen Wahlrechts mit einer Erhebung des Volkes gedroht, das sich sein theuerstes Gut nicht nehmen lassen werde u. s. w. Das ist aber alles leere Phraseologie. Finden sich einmal für die Beseitigung bezw. für die theilweise Abänderung dieses Wahlrechts Mehr- heilen im Reichstage und im Bundesrath, dann ist diese Ab- änderung Gesetz, und jeder Protest gegen sie Auflehnung; es ist merkwürdig, daß gerade die Verfechter des unbeschränkten Parlainentarismns das nicht zugeben wollen. Ob und wann diese Mehrheiten da sein werden, ist eine andere Frage." Dies das charakteristische Elaborat. Man sieht, welche krampfhafte Mühe es dem Schreiber gekostet hat, die Rede sie? Liebte sie ihn? Warum war sie so unglücklich? Was ivar sie überhaupt für ein Geschöpf? Diese Fragen kamen mir immer wieder in den Sinn. Ein dunkles, aber dent- liches Gefühl sagte mir, daß ich mich nicht an Fnstoff zu wenden habe, um ihre Lösung zu erlangen. Das Ende da- von war, daß ich mich am folgenden Tage in das Haus des Herrn Ratsch begab. Sobald ich mich in dem kleinen dunklen Vorzimmer befand, schlug mir das Gewissen und ich war verlegen. Sie wird sich am Ende nicht einmal zeigen, blitzte es mir durch den Kopf, und ich werde mit jeneiil abscheulichen„Veteranen' und seiner Frau— Köchin sitzen müssen..., und endlich selbst wenil sie erscheint... was dann? Sic wird sich nicht einmal mit mir unterhalten... Sie hat mich neulich so unfreundlich behandelt! Warum bin ich hergekommen? Während ich Alles dieses dachte, ivar der kleine Kosake hineingelaufen, um mich anzumelden, und, nach einigen fragenden„Wer da? Wer, sagst Tu?" wurden schwere schlurrende Pantoffeln hörbar, die Thür wurde ein ivcnig geöffnet, und in der Spalte, zwischen den beiden Flügeln derselben, erschien das Gesicht Iwan Demjanitsch's, ein vcr- zerrtes, finsteres Gesicht. Er sah mich unverwandt an und veränderte seinen Ansdrnck nicht sogleich... Herr Ratsch hatte mich offenbar nicht gleich erkannt: aber plötzlich rnn- Veten sich seine Wangen, die Augen verengten sich, und ans dem geöffneten Munde platzte, mit einem Gelächter zugleich, der AnSruf:„Ach, mein verehrter Herr! Sie sind es? Seien Sic mir willkommen!" Ich folgte ihm um so weniger gern, als es mir vorkam, daß der heitere, zuvorkommende Herr Ratsch mich in seinem Innern zum Teufel sandte. Allein jetzt war nichts mehr zn ändern. Er führte mich ins Gastzimmer, und dort— im Gastzimmer saß Susanna an einem Tische vor dem Ein- nähme- und Ausgabebnch. Sie sah mich mit ihren dämmerigen Augen an, und biß ein ganz klein wenig die Nägel ihrer linken Hand... dies war ihre Gcivohnheit, die Gewohnheit vieler nervöser Menschen, wie ich bemerkt habe. Außer ihr war Niemand im Zimmer. „Sehen Sie hier," fing Herr Ratsch an, und gab sich einen Schlag auf den Schenkel,—„bei welcher Beschäftigung Liebknechts, welche dem reaktionären Volk sehr. war, in ihr Gegentheil zu verkehren. Liebknecht fühus daß die Taktik, def wir es verdanken, die stärkste � Deutschland geworden zu sein, und wenn wir keine o? begehen, auch die Majorität in Deutschland und dannl(| Einfluß auf die Gesetzgebung verschaffen könne, dem s, Macht der Erde widerstehen könne. Er bezog ßsv... ausdrücklich auf die englische Reformbewegung, die bcra (ich mit dem friedlichen Siege des Volkes endigte. In Ifl.■' Kampf gegen die, von den Herren Reaktionären so jj; protegirten Anarchisten hat Liebknecht beiläufig roje® L sich mit größter Deutlichkeit über diesen Punkt ausgespro� und neben dem Beispiel der englischen Reformbewegun?" noch das der amerikanischen Antisklavereibeivegung anflssl? Als die Gegner der Sklaverei die Mehrheit hatten, wurdci Sklavenbaronen, welche bis dahin die Klinke der Gesetzgeo- in der Hand gehabt hatten, ganz gesetzlich und ohne Blutvergi?" das Monopol der Regierung genommen, und die Emanz>pou nhe und friedlich erfolgt, w. der Sklaven wäre in aller......______,_____,. die Herren Sklavenbarone nicht, wider das Gesetz, an Gewalt appellirt und den Bürgerkrieg provozirt«P. in dem sie— von Rechts wegen— den Kürzeren M. Liebknecht hat hiernach nicht den„Verfassungsbruch V klamirt, sondern umgekehrt den Nachweis geliefert, daß „Verfassungsbruch" seinen Urhebern sehr schlecht bekonw' kann. Also genau das Gegentheil dessen, was der Schrei des obigen Eleborats behauptet. Oder will derselbe Verfassungsbruch, wie die amerikanischen Sklavenbaroick. vor dreißig Jahren verübt haben, etwa für Deutscht empfehlen?. Jedenfalls haben wir an diesem Elaborat von W gesehen, daß unsere Feinde, wenn sie zur Abwechp" einmal etwas anderes als die Knüppel- oder Kanonenww?„ verzapfen wollen, keine andere„geistige Waffe" haben- Lüge, Verdrehung und Fälschung. Sonderbar kleinliche Mittel sind es, mit denen P l eß und seine Anhänger die soziale Frage zu lösen denken. So will Fürst Pleß in Waldenburg ein gJ-S, Waarenhaus anlegen, in welcheni die Arbeiter seiner billige Einkäufe machen können; das liest sich ganz sieht man aber näher zu, so ist es eine Einrichtung, j'] Fürst Pleß den meisten Gewinn bringt, denn um so® die Arbeiter dort billiger einkaufen, inn so viel wen' Lohn braucht er ihnen zu zahlen. Uebrigens sind Waldenburger Geschäftsleute sehr unzufrieden über diese ficht, sie haben bereits Beschwerde geführt, sind aber im\ höflichen Tone abgewiesen worden. Ferner werden Pleji". ebenso die Firma Websky, Hartmann u. Wiesen in EW waltersdorf Arbeiterkasinos errichten, zu deren Besuch. namentlich die jüngeren Bergleute heranzuziehen verM. wird, um sie dort unter„verständiger Aufsio) an„verständige und nicht kostspielige" Vergnügungen ZU 0 wöhnen. Das ist eine Aufgabe, deren Lösung schwerer l dürfte, als die der Quadratur des Zirkels. Denn was d Einen verständig ist, ist dem Anderen langweilig, etwa einem Stöcker'schen Theeabend wird man kein 0" haben. In Ioffrin, der vor einigen Tagen seinem alten leiden erlag, ist nicht bloß der crbitterste Gegner einer% gung der Possibilisten mit den Sozialdemokraten, son�; auch die Hauptstütze der Possibilisten gestorben. Er gcP eine weit größere Popularität als Br ousse, und übte zum Theil infolge seiner Amtsstellung als zweiter Vorsitzes« des Pariser Gemeinderaths— eine solche Autorität ans,*7 er die streitenden Elemente seiner„Partei" noch nochdüM zusammen und im Zauine halten konnte. Mit der Einig';, der Possibilisten war es von Anfang an nicht weit her) ,. internationale Arbeitcrkongreß des vorigen Jahres, der ih» die besten Arbciterkräfte entriß, beschleunigte den Zersetzung prozeß. Zwischen Brousse, A l e�m a n e und If.( übrigen Führern kam es zn den heftigsten Zänkereien, 5. ohne den Einfluß Joffrin's längst zu einem Bruch ges11?. hätten. Am Tage, wo Ioffrin starb, fand in Paris „Konferenz" statt, die einen so erbitterten Charakter nahm, daß eine Prügelei bevorstand, als die Nachricht% Tode— des einzigen allgemein beliebten Führers eint™ und für den Augenblick den Frieden wieder herstellte jedoch nicht die Einigkeit. In der Provinz haben° Possibilisten so gut wie gar keinen Anhang MW' und die drei„Föderationen", die.sie außerhm Sie Susanna Jwanowna und mich finden: Wir seh', Rechnungen durch. Meine Frau ist nicht sehr stark in „Arithmetik", und ich, ausrichtig gestanden, schon wens Äugen. Ohne Brille kann ich gar Nichts sehen, was wolle" Sie machen? So mag denn die Jugend arbeiten. Ha""" Ha! Die Ordnung verlangt es. Uebrigens, die Arbeit ¥ keine Eile...". Susauna machte das Buch zu und wollte sich em' fernen.—„Warte doch, warte," sagte Herr Ratsch, „Was th»t es denn, wenn Du nicht in Toilette bist..; (Susanna hatte ein sehr altes Kleidchen, fast ein Kinderkle's mit kurzen Aermelchen an.)„Unser theurer Gast wird c* uns nicht übel nehmen, und, wenn ich nur die Rechnung für die verflossene Woche aufräumen könnte... Sie lauben?" wandte er sich zn mir.—„Wir stehen ja n# auf so zeremoniellem Fuße miteinander!"„ „Seien Sie so gut, beunruhigen Sie sich deshalb nicht, rief ich ans.. „Also! verehrtester Herr; Sie wissen selbst: der in Go'' ruhende Kaiser Alexis Michailoivitsch Romanow pflegte 5" sagen:„Der Arbeit— die Zeit; dem Vergnügen— hc* Augenblick!" Wir aber wollen der Arbeit selbst blos cw' Minute weihen... Hm— ha! Was sind denn dies K 13 Rubel 30 Kopeken Silber?" fügte er halblaut Hinz", indem er mir den Rücken zuwandte. „Fietor hat dieselben von Eleonore Karpownck geuomnic»! er sagt, Sic hätten sie ihm bewilligt," antwortete Susan»" ebenfalls halblaut. „Er hat gesagt... gesagt... bewilligt..."«'»? melte Iwan Demjanitsch.—„Mir scheint, ich bin persönlüv hier zugegen. Hättet mich fragen sollen. Aber wer hat de»» diese 17 Rubel Silber erhalten?" „Der Möbelhändler." „Ter Möbelhändler... Wofür denn?" „Auf Abrechnung." „A>lf Abrechnung. Zeige her!"— Er riß Susan«'» das Buch aus der Hand, setzte eine runde Brille in silber»'' Fassung auf die Nase und fuhr mit dem Finger die Zeil'» entlang.—„Dem Möbelhändler... dem Möbelhändu' .... Wenn Ihr nur das Geld ans dem Hause bringt fast nur auf dem Papier, sind aber- U?d ±r,,,%ZL b"" die Ol Vi4lV VUUi; Iii z�vtviv,« vv vvv ffilr v. f 1 bisher ihr Hauptquartier hatten, hat sich ein iinrt Fachkorporationen abgcivandt, die voriges Jahr r,v chuen gehörten. Jetzt zankt man sich darum, wo ! nationale Kongreß sein soll: in Chatelleraut ,,}-xn Troyös oder in St. Quentiu. Wo immer aber der Kongreß stattfinden möge, er wird voraussichtlich Possibmst�bN-g, �cn ftn;u,e�en Zerfall der ift„��.."kronde". Die„Köln. Ztg." schreibt:„Der Deutsche 1 Jr' �rundlich, zu tief, zu gewissenhaft und zu formlos, als daß Aui., tion jemals darauf verzichten sollte, sein äußerliches Hm,"ut seinen wissenschaftlichen Ueberzeugungen in Ein- k£ 9 zu bringen. Zur Heuchelei wird keine Gesinnungszensur wir.sche Bürgerthum veranlassen können und Jesuiten werden ,/ niemals als ein Gegenmittel gegen Sozialdemokraten an- bio«3 r"'®'r find damit an einen Punkt angelangt, an welchem k.; �esorgnisse in die Erscheinung treten, mit welcher weite Kreise „...putschen Volkes die Entfaltung der neuen Regierungspolitik am it"' Man befürchtet viefach eine schwächliche Nachgiebigkeit Menuber dem ausgesprochenen Machthunger der ultramontanen tAxt*'1'®'e Klerikalen sind eifrig an der Arbeit, durch die ge- Wtige Art, wie sie sich der Regierung aufdränge», diese Bc- l°rgnnse der nichtullramontanen Bevölkerung zu verstärken. Wir ver haben die ruhige Zuversicht, daß die'Regierung sich nicht Zugeständnissen wird drängen lassen, wenn sie sich ucy die sozialpolitische Mitarbeit des Zentrums ge, fKt k Andererseits hat man den sozialpolitischen «>!er des deutschen Bürgerthums dadurch geradezu gelähmt, m ß. man den Eindruck aufkommen ließ, als suchten /»igierung und Verivaltung dem Arbeiter begreiflich zu machen, . n,B ihm von Berlin alles Gute und Angenehme, von den Ar eitgebern dagegen alles Lästige und Unbequeme komme. Der f W Eindrücke sind nicht gerade geeignet, eine opfcrmuthige Wulpolitische Stimmung hervorzurufen. Run hilft aber alles «erede derjenigen, welche mit löblichem Eifer auf Kosten auderer j-eiue großmllthig und menschenfreundlich sein möchten, doch nicht »ver die Thatsache hinweg, daß Gesetze, welche nicht im Bereiche �..sozialpolitischen Dekorationsmalerei ver- Leiben sollen, der freudigen Mitwirkung jener Kreise bedürfen, SWen dieselben Kosten und Lasten auferlegen. Wer also sozial- politisch erfolgreich wirken will, der sorge vor allem dafür, daß oa- vielfach erschütterte Vertrauen zwischen Bürgerthum und Legierung wieder hergestellt werde. Es gilt, die Autorität der �rbeitgeber sicherzustellen und die wachsende Begehrlichkeit der «lassen in ihre Schranken zurückzuweisen."— Das ist ganz das »ue Lied, nur etwas stärker vorgetragen. Wenn der Profit be- oroht scheint, zerfällt die„Loyalität" der Bourgeoisie in nichts. . Ueber die Sklavens'vagr in Deutsch- Gstafeika bringt Wo„Reichsanzeiger" in seinem„nicht amtlichen Theil" abermals sme längere Notiz, welche nunmehr Klarheit bringt in die Stel- Mag, welche die deutschen Behörden in Ostafrika dem Sklaven- Handel gegenüber einnehmen. Ans der Veröffentlichung geht hervor, daß in der That im deutsch- ostafrikanischen Schutzgebiet Mi Gegensatz zu der Verordnung des Sultans von Sansibar der Sklavenhandel nach wie vor gestattet ist. In dem Artikel des »Reichsanzeigers" wird ausgeführt, daß die Bestimmung des Sultans von Sansibar, wonach fernerhin jede Veräußerung eines Sklaven bei Strafe verboten sein soll, zu tief in die Lebensverhältnisse der ganzen Bevölkerung einschneiden würde. Da eS sowohl in Sansibar wie an der Küste üblich sei, daß die auf den ländlichen Grundstücken beschäftigten Sklaven als zu den- selben gehörig betrachtet und mit denselben zusammen verkauft werden, so würde das Verbot des Sklaveuverkaufs gleich- dedeutend sein mit einer plötzlichen Entwerthuna des Grund- «esitzes auf der Insel um etwa 50 pCt., und die Inder, welche Segen Verpfändung der Sklaven Vorschüsse gegeben haben, gingen der Sicherheit für ihre Schuldfvrdcrungen verlustig. Dieser Theil der Auscinandersetzungen des„Reichsanzeigcrs" bezieht sich mehr JJM den Erlaß des Sultans von Sansibar, als auf das bisherige «kthalten der deutschen Behörden diesem Erlaß gegenüber. . Der„Reichsanzeiger" führt nun weiter aus, daß Dekrete des Sultans von Sansibar für das unter deutscher Gewalt stehende Wengebiet keine Geltung haben. Die deutsche Regierung habe Noch erwogen, ob es angezeigt sei, auch für jenes gebiet schon jetzt bezüglich der häuslichen Sklaverei ähnliche Bestimmungen zu treffen, wie sie das Dekret des Sultans enthält. In UebereiNstimmuug mit den Vor- schlügen des Generalkonsuls in Sansibar und des stellver- Metenden Reichskommissars sei diese Frage verneint worden. Als mrund für diese Stellungnahme giebt der„Reichsanzcigcr" an, dich es bedenklich erschienen sei, nachdem eben Ruhe und Ordnung Miederhergestellt sei, mit Maßregeln vorzugehen, welche in die sozialen und wirthschastlichen Verhältnisse der Bevölkerung tief Angreifen und darum die Gefahr neuer Ausregung und Brun- ?ul)iaung in sich bergen. Zum Schlüsse wird ausgeführt, die ' e Regierung behalte sich vor, den Moment selbst zu wählen, •toiit! Dann seid Ihr glücklich!.... Wie die Kroaten! % Auf Abrechnung! Uebrigcns," fügte er laut hinzu, die orille von der Rase ziehend und sich mir wieder zuwendend O»was thue ich denn eigentlich da? Dieses langweilige beug kann auch später.vorgenommen werden. Snsanna öwanowua, schleppen Sie diese Bnchhalterei an ihren Platz !»rück, und kommen Sie dann wieder her, ich bitte, und •utzücken Sie das Ohr dieses unseres liebenswürdigen Gastes "i'ch Ihr musikalisches Werkzeug, nämlich durch Ihr Klavier- p'el... Eh?"— Snsanna wandte den Kopf ab. n.»Ich wäre sehr glücklich," sagte ich schnell,— es wäre "ur außerordentlich angenehm, Susanna Jwauowna spielen 9. hören. Aber ich möchte Sie um nichts in der Welt bc- astigen." „Was, belästigen! Wie das? Nun. Susanua Jwa- *10110, eins, zwei, drei!" Snsanna antwortete nicht, und ging hinaus. Dreizehntes Kapitel. . Ich erwartete nicht, daß sie zurückkehren würde; aber e erschien bald wieder. Sic hatte ihren Anzug nicht gc- Achsel t, setzte sich in einen Winkel, und sah mich ein paar R'-U aufmerksam an. Fühlte sie nun in meiner Art sie ? behandeln, jene unwillkürliche, mir selbst unerklärliche Hochachtung durch, welche sie in mir crivcckte, denn es war smhr als Neugierde, mehr sogar als Theilnahme, oder war 's heute weicher gestimmt,— genug, sie trat plötzlich zum "avier. Die Hände unsicher auf die Tasten legend, und 'en Kopf ein wenig über die Schulter zu mir wendend, Ate sie mich, was sie mir vorspielen solle? Allein, che M noch Zeit gehabt hatte zu antworten, hatte sie sich schon j°stlzt, hatte ein Notenheft genommen, dasselbe ausgeschlagen •od bereits angefangen zu spielen. Ich liebte die Musik Kindheit auf; zu jener Zeit verstand ich sie aber noch ftUifl und kannte nur launige Schöpfungen der großen Deister, und wenn Herr Ratsch nicht mit einigem Unwillen iZbrummt hätte:„Aha! wieder dieser Beethoven!" so hätte '■■■-~-—...»«itinfif npfiiffen war ; uinml hätte:„Aya; Wieoer ocksk»......,, ii» gewußt, worauf SusanueuS Wahl gefallen war. spielte, wie ich später erfuhr, die berühmte F- moll- der ihr für weitere Beschränkungen der herrschenden Sklaverei geeignet erscheint. Die Mittheilungen des„Neichsanzeigers" bestätigen also, meint die„Freis. Ztg.", daß die deutsche Regierung an der ostafrika- nischen Küste thatsächlich den Sklavenhandel zuläßt, welchen selbst der Sultan von Sansibar mit Strafe bedroht hat. Diese Kon- Zession an die Sklavenhändler wird in der Auslassung des „Reichßanzcigers" ganz offen begründet lediglich mit der Furcht vor einem neuen Aufstande der Araber. Die deutsche Regierung sürchtet also jetzt schon die Araber mehr als der Sultan von Sansibar. lUrgrit Dervufserlitiivuug wurde Grillenberger vor den Untersuchungsrichter zitirt. Im Sprechsaal der Str. 201 der „Fränkischen Tagespost" war ein„Eingesandt" enthalten, in welchem in ganz sachlicher Weise das— Verhalten eines in der Richter'schen Lebkuchenfabrik in Nürnberg beschäftigten Konditors oder Lebküchners Fendel veröffentlicht ivar! Grillenberger ver- weigerte zur Sache selbst, ebenso wie kürzlich in einer anderen Anklagesache, jede Aussage, da nach Art. 31 der Reichsverfassung zur Zeit eine Untersuchung gegen ihn nur mit Zustimmung des Reichstags eingeleitet werden kann. Das Ober-Laudesgericht München hat zivar in der anderen Sache die wunderbare Ent- scheldung gefällt, die Bestimmung des genannten Verfassungs- artikels finde bei der gegenwärtigen Vertagung des Reichstags reine Anwendung auf die Abgeordneten, damit wird aber an der konstanten Praxis des Reichstags und au dem Umstand, daß mir eine Instanz im Reich, nämlich der Reichstag selbst, nicht aber irgend ein Gerichtshof die Verfassung in solchen Fällen zu inter- pretiren hat, gar nichts geändert. Ein neues Gpfer des deutschen Spionenstebers. Aus Mainz, den 17. September, wird gemeldet: Der gestern Vor- mittag vor dem Gauthore im Verdachte der Spionage verhaftete Fremde wurde gestern Nachmittag wieder auf Antrag der Staats- anwaltschaft entlassen, nachdem festgestellt worden war, daß der Verhaftete vollkommen unschuldig und jeder Verdacht der Spionage unbegründet war. Der Verhaftete war der aus Turin gebürtige italienische Linien-Jnfanterie-Offtzicr Conrad Veslaco. Derselbe hatte die Kriegsschule zu Genua besucht und befand sich, ausweislich seiner Papiere, auf einer Reise durch Deutschland und Frankreich. Zwei militärische Urtheile. Oberst Schöller, der viel- genannte Kommandeur des S. Regiments, welches bei dem Aus- marsch von Marktbreit so viele Kranke und auch Todte hatte, ist mit Erlaubniß zum Tragen der Uniform penstonirt worden. — Mehrere Reservisten vom 78. Jnfanterie-Regiment, welche demonstrativ vom Appell wegblieben, wurden zu Strafen von 3 bis 8 Jahren Festung wegen Gehorsamsverweigerung ver- urtheilt. Einer der Verurtheilten erklärte, daß er der Sozial- dcmokratie angehöre. Wir das Telegraphen- Korrespondenzbureau ans Wien vom 10. September meldet, stellten die dortigen Exporteure infolge der am 1. Oktober in Kraft tretenden Mac Kmley-Bill alle weiteren Bestellungen auf Perlmutterknöpfe ein, weshalb die meisten Werkstätten die Arbeiten sistirten. Von 15 000 Arbeitern dieser Branche werden 10 000 brotlos. Ferner wird der„K. Z." aus dem Wupperthal geschrieben: „Die Geschäftslage ist für einzelne Hauptzweige der hiesigen Großgewerbelhätigkeit schon seit einiger Zeit eine sehr gedrückte. Namentlich geht es mit den eigentlichen Barmenerarlikeln mit Besatzstoffen(Kordeln, Bändern, Litzen) recht schlecht, so daß zahlreiche Arbeitcrentlassungen stattgefunden haben und viele Riementische stillstellen. Auch manche Webstoffarbeiten, wie die Zanellawebereien, geben zu Klagen Veranlassung und ferner fehlt es den Knopsfabriken an genügenden Aufträgen. Das amerikanische Zollgesetz wird als eine Hauptursache dieser unerfreulichen Geschäfts- läge betrachtet." Hier bewährt sich an der Bismarck'schen Zollpolitik del ISichters Wort:„Das ist der Fluch der bösen That, daß sie fort zeugend Böses muß gebären". Um all' diesen Posten daS Siegel aufzudrücken, thcilt die„Stew-Norker Handels-Zeitung" mit, daß die Eiseuprovuktion der Vereinigten«-taateu die Englische, die bekanntlich die bisher größeste der Erde war, um 258 000 Tons a 2000 Pfd. im vergangenen Jahre überschritten habe und dieselbe von 2 150 810 Tons im ersten Vierteljahre des Jahres 1885 aus 5 100 737 Tons im ersten Vierteljahre 1890 gewachsen ist; da eröffnen sich ebenfalls trübe Aussichten für Europa in diesem Zweige seiner Industrie. Aber diese Verschiebung der bisherigen produktiven Verhält- nisse, unter der die Arbeiterschaft allerdings zuerst zu leiden hat, ist auch die mächtige Triebfeder, welche die Arbeiterschaft nicht allein in Bewegung hält, sondern ihr auch einen lebhafteren Impuls verleiht. GelseuKircheu, 10. September. Als hier die Nachricht von dem Zustandekommen des deutschen Bergarbeiterverbaudes an- langte, flaggten die Bergleute zur Feier des Tages und sandten gleichzeitig ein Begrüßungstelegramm ab. Großbritannien. Glasgow, 18. September. Tie Versammlung der Del«- girten schottischer Bergleute beschloß, angesichts des theilweifen Sonate, Op. 57. SusanueuS Spiel ergriff mich uuaus- sprechlich; ich hatte diese Kraft, dieses Feuer, diesen kühnen Schwung gar nicht erwartet. Von den allerersten Takten des hinreißend leidenschaftlichen Allcgro, dein Anfange der Sonate, an empfand ich jenes Erstarren, jene Kälte und süßen Schauer des Entzückens, welche augenblicklich unsere Seele erfassen, wenn die Schönheit, in ihrem Fluge, un- erwartet in dieselbe eindringt. Ich bewegte bis zum Ende kein Glied; ich wollte immer athmen, und wagte es nicht. Es fügte sich, daß ich hinter Snsanna saß; ich konnte ihr Gesicht nicht sehen: ich sah nur, wie ihre langen, schwarzen Haare zuweilen sprangen und an ihre Schultern schlugen, wie ihre Gestalt sich ruckweise wiegte und wie ihre feinen Hände und entblößten Ellenbogen sich rasch und etwas eckig bewegten. Die letzten Klänge verhallten. Ich athmetc endlich ans. Snsanna blieb noch am Klavier sitzen. »Ja, ja," bemerkte Herr Ratsch, welcher übrigens auch aufmerksam zugehört hatte,—„romantische Musik! Das ist jetzt Mode. Aber warum unrein spielen? Eh? Zwei Noten zugleich mit den Fingcrchcn anschlagen?— Warum? Eh? Das ist es; wir wollen immer schneller. Das giebt mehr Fener. Eh?— Heiße Pfann— kuchen!!" dröhnte Herr platsch plötzlich, wie ein Verkäufer. Snsanna hatte sich ein wenig zu Herrn Ratsch gewandt: ich sah ihr Gesicht im Profil. Die feinen-Augenbrauen waren hoch hinaufgezogen über dem gesenkten Lide, ein un- gleiches Roth übergoß ihre Wange, das kleine Ohr brannte unter den zurückgeworfenen Locken. „Ich habe alle die besten Virtuosen persönlich gehört," fuhr Herr Ratsch, plötzlich die Stirne runzelnd, fort,— „und alle sind sie im Vergleich mit dem verstorbenen Field — Tfn!— Null! Zero!! Das war ein Kerl! Und ein so reines Spiel! Und auch seine 5?ompositioncn— sind die allerschönsten. Aber alle diese neuen„tln— tu— tu" und «tra— ta ta", die sind, glaube ich, mehr für Schüler ge- schrieben. Da braucht man keine Delikatesse! Da kann man ans die Tasten schlagen, gleichviel ans welche Weise .... es thnt nichts! Kommt immer Etivas heraus! (Fortsetzung folgt.) Entgegenkommens der Arbeitgeber keinen Streik zu empfehlen In der nächsten Woche findet eine abermalige Konferenz statt. Dublin, 18. September. Die verhafteten Deputirten William O'Brien und Dillon sind der„Aufhetzung" der Pächter gegen Bezahlung des Pachtgeldes angeklagt. Dieselben sind unter Kaution freigelassen worden. Schwei». Bern, 19. September. Zu der heutigen Sitzung des Bundesraths war auch Oberst Kuenzli, Bundeskommissar für den Tessin, von Bellinzona hier eingetroffen. Derselbe berichtete über die Lage im Tessin, die er im Allgemeinen als unverändert bc- zeichnet. Es gilt für wahrscheinlich, daß Oberst Kuenzli min- bestens bis zum 5. Oktober, dem Tage der Volksabstimmung über die Verfassungsrevision, im ausschließlichen Besitze der Regie- rungsgewalt bleiben wird. Portugal. Lissabon, 18. September. Der König hatte heute Vor- mittag eine Besprechung mit Serpa Piementel. Der Bildung eines Ministeriums der Versöhnung scheinen noch Schwierigkeiten entgegen zu stehen. Das Gerücht, daß anläßlich des gestern zwischen der Polizei und einem Volkshaufen stattgehabten Konfliktes der Belagerungs- zustand verkündet werden solle, bestätigt sich nicht. Die Ruhe ist seitdem nirgends gestört worden. Lissabon, 18. September. Der König hat alle auf aus- wärtigen Missionen abwesenden Mitglieder des Staatsraths nach hier einberufen. Lissabon, 18. September. Als sich heute Abend eine Abtheilung Polizisten nach dem Kolosseum begab, um dort den regelmäßigen Dienst während der Vorstellung zu versehen, wurde dieselbe auf dem Platze Dom Pedro von einer dort versammelten Volksmenge verhöhnt. Die Polizisten versuchten die Ruhestörer festzunehmen, wobei es zu einem Zusammenstoß kam und 42 Per- sonen verhaftet wurden. Die Polizisten wurden mit Steinwürfen angegriffen und erwiderten mit Revolverschüssen. Der Konflikt verschlimmerte sich noch dadurch, daß eine Truppe der Munizipal- garde den Polizisten zu Hilfe kam. Die Menge flüchtete sich in das Cafö Martina, in welchem ein zahlreiches Publikum versammelt war. Die Soldaten verfolgten die Flüchtigen und feuer- ten von der Straße aus einige Schüsse in das(Safe, wobei mehrere Personen verwundet wurden. Anstralien. Sydney, 19. September. Infolge eines Ausstandes der Lastwagenführer fuhren heute zahlreiche Landwirthe und Händler ihre mit Wolle deladenen Wagen persönlich unter polizeilicher Begleitung vom Bahnhofe zum Quai. Die dort angesammelte Menge suchte das Abladen der Wolle durch Steinwürfe zu ver- hindern. Polizei und Kavallerie schritten ein und zerstreuten die Menge. Vevlrmmrlmuieu. Eine öffentliche Generaluersammlung der Maurer und Puder Kerl ins, zu deren Bureau die Herren Kerstan, G r ö s ch{ e und R as ch k e gewählt wurden, tagte am 10. d. M. im großen Saale der Bockbrauerei am Tempelhofer Berge. iiir Tagesordnung stand als erster Punkt:„Der Werth der ! t a t i ft i k." Die Kenntuiß desselben voraussetzend, machte Herr er st an die Mittheilung, daß die Geschästsleitimg in Ham- bürg, einem Kongreßbeschlusse gemäß, auch in diesem Jahre Fragebogen-Formulare mit einigen Ergänzungen hat anfertigen lassen. Die Resultate der vorjährigen Statistik werden den Kollegen demnächst unterbreitet werden. Berlin hat sich an der- selben nur schwach betheiligt und zwar nur in Stärke von 72. Redner wies darauf hin, daß Niemand sich zu scheuen brauche die Fragebogen auszufüllen, indem dadurch keinerlei Schädigungen den Kollegen erwachsen und hoffte Redner auf eine diesmalige stärkere Betheiligung. Der Werth der Statistik wurde allgemein anerkannt. Die neugewählten Vertreter für die Oeffentlichkeit er- klärten sich bereit, die Geschäfte der Erhebung der Statistik zu be- sorgen. Herr Dietrich beantragte demzufolge, diesen das in Händen der Vertrauensleute befindliche Material zu überweisen. Nach längerer Debatte hierüber faßte die Versammlung den Beschluß, sich au der Statistik zu betheiligen, die Erhebung derselben den alten und neuen Vertrauensleuten anheimgebend.— Zum 2. Punkte der Tagesordnung:„Stellungnahme zu dem vom 7. Deutschen M a u r c r k o n g r e s s e a n e r- kannten Fach prgan nahm zunächst das Wort der zweite Vorsitzende der Versammlung. Herr G r ö s ch k e. Derselbe ver- breitete sich zunächst über die Verhandlungen über die Organ- frage auf den Maurerkongressen in längerer Weise, welche darin gipsellen, daß der in Hamburg erscheinende„Grundstein" als offizielles Fachorgan der deutschen Maurer erklärt wurde. Die Frage, ob der„Grundstein" ein Organ sei, wie es sein solle, bc- antwortete Redner mit einem überzeugenden„Ja" und war der Ansicht, daß die deutschen Maurer sich kein besseret Fachorgan wünschen könnten und empfahl deshalb die regste Agitation für dasselbe auch im Interesse der Berliner Maurerschaft, da Berlin nicht im Stande sei, sich auf eigene Füße zu stellen. Dem Vor- redneb pflichtete Herr Göppler bei, ohne indessen dem„Ver- einsblatke" die Lebensader unterbinden zu wollen. Herr Dietrich erläuterte gleichfalls, daß Berlin sich nicht isoliren, sich nicht aus einen einseitigen Standpunkt stellen könne und dürfe und bezüglich des„Grundstein" nach Kräften für den- selben einzutreten verpflichtet sei. Herr Wernau trat der systematischen Kolportage von Gerüchten, daß die Berliner Maurerbewegung sich isoliren wolle, entgegen und vertrat den Standpunkt, Laß die Berliner Maurer nicht zum Verräthcr an ihrer eigenen Schöpfung werden dürften. Er wünschte weiter, daß kein definitiver Beschluß gesaßt werde nach einer Richtung hin, da nach dem I. Oktober erst vieles aufgeklärt werden würde. Nm einen Mitteliveg zu finden, beantragte Herr Wernau eine Resolution, bezüglich deren Herr Kerstan erklärte, sein Amt als Vorsitzender niederlegen zu wollen, sofern er genölhiat werden sollte, über die Resolution des Herrn Wernau abstimmen zu lassen, da dieselbe einen Bruch eines Kongreßbeschlnsses darstelle. ES handele sich durchaus nicht darum, daö offizielle Organ„au- iuerkennen", dies sei eine bereits vollendete Thatsache, es handele sich vielmehr nur darum, eine Vermehrung der Abonnements unter den Berliner Maurern zu veranlassen. In einer lange», zeitweise scharfen Debatte wurden die jeweiligen gegensätz- liehen Ansichten zum Austrag gebracht. Schließlich beantragte Herr Wernau, eine Beschlußfassung über die Orgausrage bis nach dem 1. Oktober d. I. zu vertagen. In diesem Falle würde er eine beantragte Resolution zurückziehen; sollte die Gcneralver- fammlung jedoch seinen Antrag ablehnen, seine Resolution aus- recht erhalten. Dieselbe lautet: „Die heute am 10. September 1890 im Saale der Berliner Bockbrauerei(Tempelhofer Berg) tagende General- Versammlung der Maurer und Putzer Berlins erklärt: 1. Das auf den Maurerkongressen durchgedrückte Fachorgan „Der Grundstein" läßt in Bezug auf prinzipielle Schreib- weise viel zu wünschen übrig. Der offizielle Charakter wird jedoch nicht in Abrede gestellt. Die Versanimlung erachtet es als ihre moralische Pflicht, den Maurern, welche sich in der Berliner Maurer- bewegung bewährt haben und dem Sozialistengesetze zum Opfer gefallen sind, ihre Existenz zu erhalten, fowie das„Bereinsolatt", welches anerkanntermaßen die Po- litik der Enterbten in klarer und scharfer Weise vertritt, durch zahlreiches Abonniren auf dasselbe zu unterstütze»." derartiger Beschluß wurde nicht gefaßt, vielmehr ein „ angenommen auf Schluß der Versammlung. Dieser erfolgte denn auch, nach zuvor Herr Dähne erklärt hatte, daß der Fachverein der Putzer für den Vertrieb des„Grundstein" sorgen werde. 2. Ein Antrag Theater. Sonnabend, d. 20. September. Gpernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg. Schauspielhaus. Die Journalisten. berliner Theater. Kean. Deutsches Theater. Die Hauben- lerche. Lesstug- Theater. Das zweite Gesicht. Friedrich-Milhelmstädt. Theater. Die Puppenfee. Schwätzerin von Saragossa. Wallner- Theater. Mamsell Ni- touche. Relidenz-Theater. Ferreol. Viktoria- Theater. Die Million. KeUeallianre- Theater. Madame Bonivard. Guten Morgen, Herr Fischer! vstend- Theater. Romeo und Julia. Thomas-Theater. Der Alpenkönig und der Menschenfeind. Adolph Ernst-Theater. Unsere Don Juans. Kaufmann'« Variöte. Große Spezialitäten-Vorstellung. Theater der Ueichshalleu. Große Spezialitäten-Vorstellung. Concordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Richter'» Uariets. Große Spezialitäten-Vorstellung._ Circus G. Schumann. Friedrich-Karl-Ufer. ErößNilgs-Vorßetag Sonnabend, den Äv.Sept, 7�2 Uhr. Reichhaltigstes Programm. Große Zahl von Specialitäten u. Artisten. Reu für Kerli». Billetpreise: Loge 4 M., Tribüne 3 M., Sperrsitz 3 M., 1. PI. 1,50 M., 2. PI. 1 M., Gallerie 50 Pf. Billets sind zu haben ab Freitag, den 10. Sept., täglich von 10— 5 Uhr in den Cigarrengeschäften der Herren Loeser& Wolf!(Zentralhotel und Bahnhof Alexanderplatz); an der Kasse im Circus von 10 bis 1 Uhr Vorm. und von 6 Uhr bis Schluß der Vorstellung. Sonntag S gr. Vorstell., um 4 und um TVa Uhr. 1623 Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Auftreten der Chansonnette Fräulein Ebrenfeld. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Rosa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Auftreten des Malabaristen und Equi- lebristen Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Clermont mit seinen dressirtcn Schwei- neu, Esel und Gänsen. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags SVa Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags SO Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Bereine f. Sommer- festlichkeitcnm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben._ AMsseMIlt Buggeiihagen am Moriizplatz. Täglich- Grosses Garten-Concert. Direktion A. Uödman». Dienstag und Freitag: Walaer- Abend. Fnh'io Wochentags 10 Pfg., Um 11 1 c sOIU1. und Festtags 23 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restauratiousräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis ans Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. MUlter. iKratmilHeVierhülletl Kominandantenstr. 77—79. Täglich: Grosses Concert mit lguartett-Sängern, ausgeführt von dem Musik- Direktor H. S a n f t l e b e n. Wochentags: Frei-Cooccri. Sonntags Eutrde 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- gnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. Rassas- 1 Tr. 9 Uhr Bi. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Schenswürdigk. d. Residenz. Zum 1. Mal: Fünfte Reise durch das malerische Schottland. I. Cyclus: Frankreich. Ueber- schwemmung von Toulouse. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. � Spiegel und Polsterwaaren.J eigener Gr. Lager, bill. Preises Fabrik. 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Unketles. grge» die Sozialdemokratie hat— wie i3okrnl«"c T Quixvle den Kampf gegen die Windmühlen— die qemimf?Qcvr•e,.S®afe der Kommandantenstraße— auch die„All- qsilnu« 2'lelscher-Ztg."— nunmehr mit Ernst und Eifer auf- Öefpif. T''r Ergötzlich ist es, zu sehen, mit welchem ingrimmigen mit IS dieselbe gegen die Sozialdemokratie zu Felde zieht, dieser m xi.rd Gewalt etwas am Zeuge zu flicken versucht und bemüht Vn-Jr» e Schuld aufzuhalsen dafür, daß das patriarchalische löfiini t' n''e rs im Schlächtergewerbe noch bestand, seiner Auf- das& entgegengeht.„Die Sozialdemokratie hat einen Einfall in ilIP.5. lcheegeiverbe gemacht und sie hat bei den wenigen Ge- dies„ Fnchvereins Erfolg gehabt. Die Sozialdemokratie hat s!i>»« �an, um sich mehr Anhänger und Stimmen in Berlin zu IWIUTTO,.--- r.A-■■- �....---- cvn.r eit'"'chi nber, wie diese Gesellen im Gegensah zu der Mehr- ~~ P.... «.'-- a vi vpavi.,(, . emi! über die am verflossenen Sonntag�stattgehabte öffentliche .�MAmlung der Schlächtergeselleu, welche die Furcht vor der .......... 1' c Schlächtergesellen sehr auf die Sozial- veryuuen oejirevu tum rri-Ztg." malt„nach . rahmten Muslern" das„rothe Gespenst" an die Wand, indessen �ntliche Schreckgespenst der„Allg. FI.-Ztg." der„Fach- R-i?t.. r Schlächtergesellen" ist. Die Unfähigkeit einer richtigen st>, �ili>ng der Verhältnisse seitens der„Allg. Fl.-Ztg." leuchtet J, daraus hervor, daß dieselbe von der Sonntagsversammlung dem � ais von einer„Fachvereinsversammlung" spricht, trotz- m es eine allgemeine öffentliche war; daß sie von„den �?M»" Gesellen des Fachvcreins spricht, trotzdem die Zahl »jNttbeu bereits gegen tausend beträgt und dieselbe im steten Mchsthum begriffen ist. Dadurch wird auch hinreichend das 5,�Ssspinnst des Meisterorgans zerstört, daß„mehrere tausend Nlchergescllen in Berlin mit dem im Fleischergewerk -Inenden Zuständen zufrieden sind." Diese Zustände des j. den verschiedenen Berfanunlungen hinreichend feuchtet worden und es ist wirklich verwunderlich, i'»an angesichts derselben noch von„herrschender Zufrieden- '[j sprechen kann. Was das Meisterorgan für-„Zufriedenheit" bi, seM, ist nur Unaufgeklärtheit, übel angebracble Furchtsam- Z', durch langjährige Unterdrückung verursachte Schlaffheit und �iuthlosigkeit, oder, um einen vulgären Ausdruck zu gebrauchen, .j»Dummheit der Massen". Diese energisch zu bekämpfen und -."i Verbesserung der Lage der Schlächtergesellen herbeizuführen, f Fachverein gegründet worden. Derselbe ist keineswegs„ein Mall der Sozialdemokratie in das Fleischergewerbe", sondern täglich eine fachgewerbliche Vereinigung, der Samnielpunkt J: Gesellen, welche ernstlich gewillt sind, ihre Lage W verbessern, sich von dem im Fleischergewerbc herrschenden„pa- Mchalischen" Verhältnisse zwischen Meister und Gesellen zu �vnzipiren.— ohne Rücksicht auf deren politische Anschauungen. JNu daher Herr A l t m e i st e r H i e n tz s ch den Fachverein �»en„sozialdemokratischen Angelhaken" genannt hat, so hat er U seiner vorgeblichen„Liberalität" doch damit nur bewiesen, U der Zopf auch ihm noch hinten hängt. Wenn das Meister- M>n von„Verhetzungen" der Gesellen durch„sozialdemokratische Klatorcn" spricht, so scheint ihm nicht bekannt zu sein, daß ?!lts von meisterlicher Seite eine Verkürzung der Arbeitszeit �möglich und als im Interesse der Meisler liegend anerkannt „ 0t*u ist, daß die Mißstände bezüglich der Schlafstätte» zu- Mben und getadelt, die schamlosen Ausbeutungen der Gesellen M die Stellenvermittler verurtheilt worden sind. Wo sind da Verhetzungen"? Wenn das Meistcrorgan weiter nieint, daß Herr lchb e i l nicht eine Besserung der Zustände herbeiführen könne, l, M't dies sehr richtig. Herr Z n b e i l maßt sich dies auch Sachaus nicht an, er ist vielmehr nur bemüht, den Gesellen die % zu weisen, welche sie einzuschlagen haben, um eine Besse f.?9, herbeizuführen. Und dafür wissen ihm die Gesellen bc- �ligter Wxjse Tank, allerdings nicht die Meister. Die �-llung der Meister kennzeichnet das Meisterorgan vortrefflich, .?°nn es die Behauptung ausspricht,„allein die Meister .Pünen, ,venn es Roth thut, eine Besserung der Mände herbeiführen." Ties ist eben der verkehrte Standpunkt. Roth thut eine Besserung der Verhältnisse ,»N° Frage, aber allein können die Meister eine !-Uhe nicht herbeiführe». Die Gesellen sind dazu ein uncrläß- Mr Faktor, der allerdings bisher von den Bteistern nicht an- Munt werden soll, denn nach der Meinung des Meisterorgans «wird es am besten sein, wenn die Frage der Stellenvermittelung �weinsain und einheitlich von den Vorständen der„Innung" d der„Freien Bereinigung selbstständiger Fleischermeister" ge- �gelt wird."— Also wieder die alte Bevormundung! Die Deister werden schon für das Wohlergehen der Gesellen mit hoher höhest väterlich sorgen! In wie hohem Maße sie das bisher »"hau haben, beweisen die heutigen korrumpirtcn Verhältnisse r,,. Schlächtergewerbe. Tie Gesellen sind aber dieser„meister- "Nen" Fürsorge und Bevormundung müde, sie wollen als »wichberechtigter Faktor in Gemeinschaft mit den Meistern "c gewerblichen Angelegenheiten regeln und über ihr Wohler- Mu wachen. Als Mittel hierzu erachten sie den Fachverein und w werden unentivegl den Weg weiter verfolge», den sie für den Mtige,, erkannt haben, trotz der„Älllg. Fleischer-Zcitung" und "wu Zetergeschrei über den Fachverein und die Sozialdemokratie. ZT Im Nebrigen hat das Meistcrorgan durchaus keine Ursache, w Gesellenversammlung vom letzten Sonntag, zu der die Meisler "ugeladen und vielfach erschienen waren, einseitig als„Skandal- »Zanimlung zu bezeichnen, denn die Meister haben nicht weniger kM�ol gemacht, als die Gesellen. Mögen nur die Meister ihre „, M, Gebrechen und Sünden erst Verständigung zwischen selber kennen, dann wird Bteistern und Geselle» mög- Stot c?1' �t'rtöe de» Verhütung der Geistevkranl, Heitel, Snw r"'üed. H.©er nh eint einige Winke von allgemeinem welche das„Rothe Kreuz" in seinen letzten Stummer» °b.g stjwst Dr. Bern hei m ivirft u. A. auch die Frage aus, s£„..„Ui der That möglich wäre, dem Entstehen von geistigen ''-<■ s-",.">«TOrtfiifniit eine Vrovbn- fi" 1 1[ m 1----- WL st!": daß auf gesetzgeberischem Wege hier, li°>."schem Gebiete, nicht viel zu erreiche» ist, —*------- ti- itrMT Vüi(juucuyv«»---...|| ° Irrsinns gebe und kommt darauf zu folgenden hyaipstM daß auf gesetzgeberischem Wege hier, wie ja meist aus Ted"stchem Gebiete, nicht viel zu erreichen ist, darüber mußte gein-st der an diese Frage herantritt, sich von vornherein klar stär°»< haben. Rur ans dem Wege der Belehrung, der ans- toten".Ermahnung dürften sich Slussichten eröffnen, die Fak- z»'...�klche die Entstehung der Geisteskrankheiten beeinflussen, wie imi1|st'e"""d ihre Wirksamkeit einzuschränken; nur wenn beteii a..c'ehrcnd und mahnend an die Laienwelt wenden,. in hh!>j.„.,Häiidm ja meist die Ausführung prophylaktisch- »Hb'stchtr Maßnahmüi liegt, auf deren Erkenntniß, Intelligenz Sil, i. st'stem Willen der Erfolg solcher Maßnahmen in letzter %n,r,%p allein beruht, nur dann können wir hoffen, daß unsere zur Verhütung von Geisleskrankheiten nicht auf dem ' ihren Zweck erfüllen und ...... sondern auch siehe Früchte tragen werden. ginKAigeBelehriiiigmuß vor Allem damit beginnen, in klarer und verständlicher Art die Faktoren und Verhältnisse darzulegen, welche die Entstehung von Geisteskrankheiten bewirken. Haben wir diese ursächlichen Mo mente erst einmal festgestellt, so wird es nicht schwer fallen. Maß regeln zu finden, welche deren schädliche Wirksamkeit einzuschränken geeignet sind. Eine sehr wichtige, wenn nicht die wichtigste Ursache der Geisteskrankheiten ist die Erblichkeit. Mit zweifelloser Sicher- heit ist durch eine auf großes Material gegründete Statistik längst nachgewiesen, daß bei der überwiegenden Mehrzahl der Irren sich das erbliche Moment als Entstehungsursache findet. End weder find es Vater oder Mutter, welche geistig erkrankt waren und von welchen die fehlerhaste, zum Irrsinn disponirende Gehirnanlage direkt ererbt ist, oder die Kranken entstammen Familien, in welchen zwar keine eigentlichen Geisteskrankheiten. aber doch Nervenkrankheiten, Epilepsie, sonderbare bizarre Charaktere, Selbstmord, Hysterie und andere Zeichen psychischer Anomalie bei den einzelnen Mitgliedern vorgekommen sind, lieber dem aus solchen Familien Stammenden schwebt ein trauriges Verhängniß; seine schlimme Erbschaft, die Gehirnanlage, macht sich schon früh bemerkbar. Schon als Kinder sind solche Leute sonderbar, eigenthümlich: meist zeigen sie neben hervorragender Intelligenz ein reizbares, dabei launisches und schwankendes Wesen. Später im Leben stoßen sie überall an; ihre krankhafte Gchirnorganisation erträgt die harten Stöße nicht, welche der Kampf ums Dasein mit sich bringt: und treten noch gar ander- weitige, den Körper schwächende Krankheiten oder die Folgen von Exzessen, von Ernährungsstörungen aller Art dazu, so erliegt das nicht widerstandsfähige Gehin sehr bald und der Irrsinn bricht aus. Derartig erblich belastete Kranke sind es, welche die Irrenhäuser füllen, und wenn es gelänge, die Vererbung zu verhindern, würde sicher die Zahl der Geisteskranken ganz erheblich sinken. Es kann darum nur auf das dringendste vor ehelichen Verbindungen mit Personen gewarnt werden, welche Familien entstammen, in denen Geistes- und Nervenkrankheiten vorgekommen sind; nicht nur, daß solche selbst in hohem Grade der Gefahr des Irrsinns ausgesetzt sind, sondern sie vererben auch ihre krankhafte Hirnorganisation immer weiter und vermehren die Disposition zu Geisteskrankheit. Es wäre kaum eine zu strenge Forderung, wenn man im Interesse der Allgemeinheit von dem einzelnen Individuum eine gewisse Re- signation verlangen würde, welche dazu führen könnte, daß erblich belastete Familien aussterben, aber nicht ihre krankhafte Gehirn- anlagc immer wieder weiter vererben sollten. Jedenfalls ist die Erblichkeit ein Punkt, an welchem Maßregeln zur Verhütung der Geisteskrankheiten zuerst mit Aussicht auf Erfolg ihr Werk be- ginnen könnten. Als eine ebenfalls sehr wichtige Ursache der Entstehung von Geisteskrankheiten, so führt Dr. iHei-nkie,», ,->->1-»-->„s Bernheim weiter aus, kennen wir den A l k o h o l i s m u s. Der Mißbrauch des Alkohols ist als ursächliches Moment bei einer sehr bedeutenden Prozent- zahl der Fälle von Irrsinn anzusprechen. Derselbe erzeugt neben chronischer Entzündung der Hirnhäute eine Degeneration der Hirnzellen und andere pathologische Zustände der Hirnsubstanz, und sein schädigender Einfluß macht sich namentlich' im höheren Alter bemerklick). Wenn es gelänge, durch Ausbreitung der Mäßigkeitsbestrebungen(?) diese starke Wurzel des Irrsinns ab- zuschneiden, so wäre eine bedeutende Hcrabminderung der Er- krankungen zu erwarten und eine Prophylaxe der Geisteskrank heiten dürste diesen Punkt nie außer Slugen lassen, um so mehr, als die Trunksucht nicht nur den Trinker zum Irrsinn führt, sondern auch Blödsinn und Epilepsie der Nachkommenschaft zur Folge hat. Die deletäre Wirkung des Alkohols auf das Gehirn und seine Funktionen sollte man sich stets vor Augen halten, ivenn es sich darum handelt, Kindern Alkoholika zu verab- reichen; es ist ja doch Mode geworden, Kindern im zartesten Alter den so spiritusreichen Tokaycr„zur Stärkung" zu geben, ohne daran zu denken, welches Gift man damit dem zarten, in der Entwickelung begriffenen Kindergehirn zuführt und ob man nicht durch diese stete Reizung Zustände in demselben hervorruft, welche sich später als„reizbare Schwäche" unangenehm bemerkbar machen könnten. Natürlich ist für gewisse Fälle, namentlich bei fieberhaften Kranken mit drohender Herzschwäche, die Darreichung von starken Weinen weder bei Kindern noch bei Erwachsenen zu umgehen, doch darf es auch hier nicht zu jener Uebertreibung kommen, welche als„Alkoholmißbrauch am Krankenbette" neuer- Vings von gewichtigen Autoritäten bekämpft wird.— Bon hohem Interesse sind auch die weiteren Darlegungen des Dr. Bernheim, in denen er sich wie folgt ausläßt: Sieben diesen beiden Hauptfaktoren der Entstehung von Geisteskrankheiten dürfen wir jedoch einige andere Entstehungs- Ursachen nicht unerwähnt lasse», deren Einfluß, wenn er auch nicht in so großen Zahlen sich dokunientirt wie derjenige der Erblichkeit und des AlkoholismuS, dennoch nicht unterschätzt werden darf. Hier tritt uns zunächst das Trauma, die Verletzung und Beschädigung des Gehirns im zarten Alter durch mechanische Gewalt, entgegen, welche als Ausgangspunkt einer im späteren Alter manifest werdenden Geisteskrankheit betrachtet werden muß. Auf eine traumatische Entstehung des Irrsinns weist auch Prof. Grashey in einem unlängst in München gehaltenen Vortrage über Entstehung und Verhütung von Psychosen als ein nicht seltenes Vorkommen hin. Derartige mechanische Insulte treffen wohl oft genug den wenig widerstandsfähigen Schädel kleiner Kinder und erzeugen langsam fortschreitenden sich erst im reiferen Alter deutlich zeigende Erkrankungen des Gehirns und seiner Häute. Die Entstehung mancher zum Irrsinn führenden chronischen Hirnhautentzündung oder einer Hirngeschwulst, welche die mannigfachsten Formen von Geistesstörung hervorrufen kann, dürfte auf einen solchen Insult des Gehirns zurückzuführen sein, denn das Kind erlitt durch Fall vom Arm der Wärterin oder durch Gegeuschlageu des 5kopseS gelegentlich eines Hirnstürzens beim Spiele. Wenn man sieht, wie in ärmeren Familien die kleinen Kinder tagsüber ihren oft nur wenige Jahre älteren Geschwistern anvertraut und von diesen unbeholfen nmhcrgeschleppt und spazieren getragen werden; wenn man andererseits in besseren SÜreisen die Kleinen fast vollständig der Pflege der Dienstboten überantwortet sieht, so kann man sich nicht verhehlen, daß es an Ge- legenhciten zu Stößen und Schlägen gegen den Kopf nicht fehlen wird, deren Folgen sich später in unheilvoller Weise bemerkbar machen. Und hier ist ein Punkt, an welchem der Entstehung von Geisteskrankheiten vorbeugende Maßregeln mit Aussicht auf Er- folg angreifen können. Durch Einrichtung und Gründung von Kinderbewahranstalten, Kindergärten und Krippen soll dem Müttern, welche die Roth zur Arbeit außer dein Hause zwingt, Gelegenheit geboten werden, ihre Kleinen tags- über unter gute Obhut und Pflege zu bringen, anstatt sie den unmündige» Geschwistern zu überlassen; in bemittelten Familien dagegen muß man suchen, durch Belehrung, Ermahnung und Hinweis auf die Gefahren einer sorglosen Be- Handlung der Kleinen der immer mehr zunehmenden Unsitte ein Ende zu machen, welche wir darin erkennen müssen, daß die Kinder im blinden Vertrauen und ohne jede Kontrole den Dienst- boten überlassen bleiben, während die Mutter dem gesellschast- licheu Leben sich widmen„muß".— Hat aber ein solches Insult den Schädel wirklich betroffen, so muß eine sorgfältige ärztliche Untersuchung und Ueberwachung des geschädigten Kindes ein- treten..." Da die trostlose Zunahme der Geisteskrankheiten ja leider eine Tagesfrage geworden ist, werden wir in einem späteren Artikel auf die nicht minder bedenklichen psychischen Schädigungen des jugendlichen Gehirns zurückkommen. „Der Arbritgeber" betitelt sich ein kürzlich gegründetes, wöchentlich erscheinendes Organ, das der Sozialdemokratie den Garaus machen will. Eine Nummer dieses Blattes, die vom 13. September, kommt uns(so schreibt uns ein Mitarbeiter) zufällig zu Gesicht. Was sie enthält, sind größtentheils so krasse Lügen, daß ivir doch einige derselben annageln wollen. In dem ersten Artikel„Sozialer Frieden oder Krieg?" heißt es gleich in der Einleitung:„... Wer etwa noch darüber zweifelhaft war, daß die Sozialdemokraten die Streiks nur als Mittel zur Schürung von Unzufriedenheit und zur Agitation behandeln, dem müssen die Vorgänge in Blumberg, die daraus folgenden Erörterungen und die neuesten Vorgänge in England die Augen geöffnet haben." Natürlich weiß der Verfasser— mindestens muß er es wissen, wenn er darüber schreibt— daß in Blumberg nicht gestreikt wurde, sondern daß dort sozialdemokratische Stimmzettelvertheiler von Bauern mißhandelt wurden; konser- vative Berliner Blätter erklärten sich insofern mit den Exzedenten solidarisch, als sie aufforderten, die Blnmberger Bauern beim Einkauf besonders zu berücksichtigen. Der zweite Artikel: „Der Achtstunden- Arbeitstag" enthält neben vielem Un- sinn die alberne Erfindung, Bebel habe 1386 in der sozia- listischen Monatsschrift„Die freie Zeit" den Normalarbeitstag für eine inkonsequente Forderung erklärt. Bebel hat(nicht in der .Freien Zeit", die wir nicht kennen, sondern in der„Neuen seit") den Minimallohn als undurchführbar ohne Aenderung der ßroduktionsform erklärt; vom Normalarbeitstag war dort natürlich nicht die Rede und das Wort„inkonsequent" ist hier sinnlos. Es folgt dann ein Abdruck einer Reihe gegen die Sozialdemokratie gerichteter Artikel anderer Blätter, die wir durchzulesen nicht für der Mühe werth halten. Zuletzt kommt ein Artikel„Wissenschaftlicher Sport". in welchem über einen Vortrag von Dr. Lütgenau über:„Be- stätigt der DarvinismuS den Sozialismus" hergezogen wird; auf Grund eines knappen Zeitungsreferats wird lächerlicherweise dem Vortragenden der Vorwurf gemacht,„Allgemeinheiten, Besser- wisserei, Tiraden" vorgebracht zu haben.„Der Arbeitgeber" scheint lediglich den Zweck zu haben, seine Leser, die fälschlich so genannten Arbeitgeber, dadurch bei guter Laune und im Wahne der Sicherheit zu erhalten, daß er ihnen die Sozialdemokratie als Dummheit und die Sozialdemokraten als Nichtswisser schildert. Wir wollen ihn darin nicht stören, bitten ihn vielmehr, nur so fortzufahren; unsere Leser aber lernen hier einmal den„Arbeit- geber" kennen., Eine grille für Farbenblinde ist die neueste Errungen- fchaft auf dem Gebiete der Augenheilkunde. Diese Brille beruht auf dem Prinzip, daß für ein farbenblindes Auge diejenigen Farben, welche es unter normalen Verhältnissen nicht erkennt, ondern welche ihm nur gleichmäßig dunkel erscheinen, dann unter- scheidbar werden, wenn diese verschiedenen Farben dem färben- blinden Auge verschieden hell erscheinen. Diese verschiedene elligkeit kann nun dadurch erzielt werden, daß ein farbiges llas die Helligkeit der einen Farbe stärker absorbirt, als die der anderen. Der hiesige Augenarzt Dr. Fr. hatte nun drei färben- blinde Patienten, sogenannte Roth-Grün-Verwechsler. Für alle Drei war in ihrem Berufe die Unterscheidung dieser Farben von Wichtigkeit. Dr. Fr. kam nun auf den Gedanken, purpurfarbige Gläser für eine Brille zu verwenden; diese würde dann von der Helligkeit der beiden von den Patienten nicht unterschiedenen �arben so viel absorbiren, daß für diese Farbenfelder ein ver- .chiedener Heuigkeitsgrad, und zwar für das Roth ein größerer als für Grün, sich ergeben mußte, so daß der Farbenblinde unter Benutzung einer solchen Brille das Grün dunkler als das Roth empfinden und so von demselben unterscheiden könnte. Leider war aber unter den im Handel gangbaren Gläsern kein purpurfarbiges zu finden und es mußte nun zu dem Aushilfsmittel gegriffen werden, Glyzerin- Gelatine, die mit Anilinpurpur gefärbt war.s in flüssigem Zustande zwischen zwei Glasplatten zu fassen und so je zwei und zwei dieser Gläser zu einem Klemmer zu formen. Diese Gläser müssen allerdings beim Nichtgebrauch vor der Ein- Wirkung des Lichtes bewahrt bleiben. Der eine der Farben- blinden benutzt das Glas bereits seit Jahre in seinem Be- rufe, der eine sichere Farbeminterscheidung verlangt, mit gutem Erfolge. Es ist auch wohl kaum zu bezweifeln, daß der gegen- wärtige Mangel an geeignet farbigen Gläsern sich beseitigen lassen wird, wenn die Glasindustrie mit Ernst daran geht, diese Lücke in der Färbung der Gläser auszufüllen. Purpnrgesärbtes Glas ist bisher in ben Glashütten-Werken noch nirgends hergestellt. Bei der Wichtigkeit, die dies farbige Glas für die Augen- Heilkunde haben kann, wäre es vielleicht angebracht, wenn aus die Erfindung eines zweckmäßigen Herstellungsverfahrens ein staat- licher Preis gesetzt würde. i Seit lause» Jahren hat ei» Srand in gerli» nicht jo unsagbaren Jammer im Gefolge gehabt, wie ein Feuer, das in der vorvergangenen Nacht in der Friedrichstr. 134, drei Häuser von der Weidendaimner Brücke wüthete. Es sind dabei vier Menschen ums Leben gekommen, zwei Kinder und zwei Dienst- boten. Das Haus Nr. 134 Friedrichstraße steht erst seit etwa zwei Jahren. Es ist eines der größten Grundstücke in der Gegend, Vielen wird es dadurch bekannt sein, daß sich ein groper Aus- schank des Spatenbräu darin befindet. Der Erbauer, Besitzer und Wirth dieses Hauses ist der Rentier und Bauunternehmer Fuchs, dessen Wohnung die eine Hälfte' des ersten Stockwerks einnimmt. Die Wohnung ist eine ausgedehnte. Sie besteht im Ganzen aus 12 Zimmern. 3 Zimmer liegen nach vorn hinaus. Daran schließt sich das Speisezimmer— die Berliner Stube—, dann im Seitenflügel ein Korridor nach hinten, an welchem ein einfenstriges und ein zweifenstriges Zimmer liegen, dann kommt ein Quergebäude mit den anderen Räumen. TieVertheilung der Zimmerwarsolgende: in dem ersten einfenstrigen Zimmer des Seitenflügels schlief das Kindcrsräulein der Familie, in dem daran stoßenden zweifenstrigen die beiden Töchter im Alter von 14 und 10 Jahren, in einem unmittelbar benachbarten Zimmer, dessen Fenster nach einem Lichthof zum Nachbargrundstück(Nr. 133) hinausgingen, die beiden Dienstboten, dann folgte in dem Korridor, der hier ein Knie macht, das Schlafzimmer der Eltern, dann das ihrer vier Söhne. Es war kurz vor 3>/a Uhr Nachts, als das Fräulein durch ein Klirren aus dem Schlaf geweckt, Brandgeruch wahrnahm. und als sie sich eilig erhob, fand. daß im Speisesaal der Krön- leuchter herabgejtürzt war. Dichter Qualm drang ihr entgegen. In uothdurstigster Bekleidung eilte sie den Korridor entlang zu Herrn Fuchs, um ihn zu wecken. Sie kam dabei an dem Zimmer der Kinder vorüber, klopfte hier und ander Mädchenkammer. Ihre nächste Bewegung war. zurückzueilen,„», die beiden Kinder zu retten, in die, eiu Augenblicke aber schlug ihr bereits und urplötzlich. vermuthlich durch den Luftzug getrieben, undurchdringlicher Qualm entgegen. Eine Rückkehr in den eben von ihr verlassenen Korridor war unmöglich. Zwischen die beiden Kinder und das Dienst- botenzimmer und dem übrigen Theil der Wohnung legte sich, sie trennend, dieser furchtbare Qualm. Mittlerweile war die Feuerwehr alarmirt worden und war es im übrigen Hause lebendig geworden. Denn die Flammen schlugen nun bereits zu den Fenstern hinaus, leckten gierig nach oben, durchbrachen die Decken des zweiten und dritten Geschosses, fraßen nach unten und ergriffen selbst das Dach. Es war eine furchtbare Szene, die aus allen Etagen flüchtenden Menschen zu sehen, am Fenster seines Zimmers den Vater mit gellenden Hilfe- rufen:„Rettet meine Kinder!" Aber es gab da wohl selbst in diesem Moment schon Nichts mehr zu retten, denn die Fenster des Schlafzimmers der beiden Unglücklichen gingen auf einen Balkon hinaus, auf den sie sicherlich getreten wären, wenn sie nicht schon die Besinnung verloren gehabt hätten. Wohl drang die Feuer- wehr, die sich mit Rauchhelmen bewehrt hatte, nachdem der hintere, fast direkt an das Zimmer führende Treppenausgang eingeschlagen war, bis zu den Verunglückten vor. Aber sie fand nur Leichen und auch die so schnell als möglich herbeigeholte ärztliche Hilfe vermochte Nichts mehr zu thun. Das älteste Mädchen, Grctchen, 14 Jahre alt, war vollständig unversehrt, die jüngere Irma, 10 Jahre alt, zeigte leichte Spuren der Einwirkung der Hitze. Die beiden Kinder de- suchten die Luisenschule. Die Körper der beiden Mädchen, welche ebenfalls erstickt vorgesunden wurden, waren bereits stark vom Feuer angegriffen. Diese letztere Thatsache giebt zu der uns gemeldeten Annahme Raum, daß das Feuer im Zimmer der Dienstboten ausgebrochen ist. Indessen lehrt ein Blick auf die Brandstätte, daß das unmög- lich ist und die Feuerwehr theilt denn auch mit, daß die Ursache des Feuers nicht ermittelt werden konnte. Es hat sich jedenfalls von vorn nach hinten verbreitet. Denn in der Vorderwohnung sind zwei Zimmer stark beschädigt, und im Berliner Zimmer, wo es am tollsten gewüthet hat, sind die Möbel total zu Asche ver- brannt. Hier hat es auch bis zum Dach hinauf geivüthet. Die Zimmer am Korridor dagegen sind nahezu unbeschädigt geblieben und die Flammen kamen hier erst zum Ausbruch, nachdem das Kinderfräulein den 5iorridor passirt hatte. Jedenfalls hat das Feuer lange gebrannt, ehe man es entdeckte. Herr Fuchs wurde von der Feuerwehr vermittelst einer an sein Schlafzimmer gestellten Leiter aus der Wohnung gerettet, die anderen Kinder, vier Söhne von 1» bis 7 Jahren habe» sich vorher in Sicherheit gebracht. Frau Fuchs ist verreist. Die Namen der in der Mitte der zwanziger Jahre stehenden Dienst- mädchcn sind Auguste Domske aus Rügenwalde(Köchin) und Louise Grüger aus Hamburg(Hausmädchen). Der Hof des sehr ausgedehnten Grundstückes bietet ein Bild der Verwüstung. Während des ganzen Vormittags hatten mehrere Schutzleute zu thun, dem Andrang der Theilnehmenden zu wehren. Wir können diesen Bericht nicht schließen, ohne eine Dar- stellung zu erwähnen, die von vielen Hausbewohnern überein- stimmend gegeben wird; es wird behauptet, daß die Möglichkeit einer Rettung der beiden Kinder bezügliche Rathschläge von Hausbewohnern, die mit den Räumlichkeiten genau vertraut sind, zurückgewiesen wurden; von wem, darüber gehen die Angaben aus einander. Auch soll es sehr lange gedauert haben, bis ein Arzt zur Vornahme von Rettungsversuchen zu finden war. Ein Hevolveriseld ist am Donnerstag Nachmittag am Kottbuser Thor dingfest gemacht und gleichzeitig in demselben ein gefährlicher Einbrecher, der Genosse des am Mittwoch hinter Schloß und Riegel gebrachten Vergolders Hanisch, ermittelt worden. Vor einigen Tagen, anfangs dieser Woche, ging der Rixdorfer Gendarm H. den hinter der Knesebeckstraße liegenden Eisenbahndamm der Verbindungsbahn entlang, als plötzlich ein Schuß erdröhnte und eine Kugel dicht ain linken Ohr des Be- amten vorbeipfiff. Der Gendarm sah sofort nach der Richtung hin, woher der Schuß gekommen, und bemerkte, daß eine Person sich schnell von dem Fenster einer etwa 20 Schritte entfernten Tischlerei zurückzog. H. recherchirte in aller Stille nach den In- saffen der Tischlerei und stellte fest, daß der Revolverheld kein anderer gewesen sein könne, als der daselbst beschäftigte, mehrfach vorbestrafte Schlosser B. Während der letztere von dem Beamten beobachtet wurde, fand dieser Tage die Verhaftung des Vergolders Hanisch statt, und von derselben Minute ab war B. verschwun- den, soviel auch die Kriminalpolizei, die festgestellt hatte, daß derselbe die rechte Hand des Vergolders bei allen Einbrüchen gs- wesen, auf ihn fahndete. Als Gendarm H. am Donnerstag Nachmittag sich zufällig nach Berlin begab, bemerkte er am Kott- buser Thor den Gesuchten, neben einem anderen Manne sitzend. Im nächsten Augenblick hatte Herr H. den Revolverhelden am Kragen, und da der Bankgenvfse des Gefaßten schleunigst zu verduften suchte, wurde auch er von hinzugekommenen Schutz- leuten arretirt und in ihm ein weiterer Komplize des H., ein ge- wisser Grützmacher, ermittelt. B. hat das Attentat auf den Gendarmen bereits eingestanden; die Schuld Beider an den Ein- bruchsdiebstählen ist gleichfalls sesigestellt. Am Mittwoch Abend wurden zwei Frauen, beide hierselbst im Südosten wohnhast, als Mitglieder der oben erwähnten Diebesbande gleichfalls verhastet und in das Rixdorfer Amtsgefängniß überführt. Urrschtmmde» ist seit Mittwoch, den 17. d. M., der drei- jährige Knabe(Paul) der in der Straße 30 Nr. 43 wohnenden Eheleute Fiek. Trotz polizeilicher Recherchen ist das Kind bis heute noch nicht aufgefunden worden. Der Kleine ist hellblond, hat blaue Augen und war bekleidet mit grauer Jacke, blauen Tuchhosen, einer Lederschürze und trug ein weißes Halstuch. Zrngrn gesucht. Es werden alle diejenigen Personen, welche bei dem Studentenaufzug am 10. August(vom Schlesischen Thor bis zur Köpnicker Brücke und die Wrangclstraße entlang) zugegen gewesen sind, ihre Adressen an dem Unterzeichneten ab- zugeben. Insbesondere diejenigen Herren, welche sich an dem- selben Älbend freiwillig auf dem Polizeirevier in der Eisenbahn- siraße gemeldet haben, jedoch abgewiesen wurden. Franz Pritze, Reue Friedrich str. 8, Hof links 3 Tr. Drn Kriminalschuhmann zu spielen, scheint für viele Leute von besonderem Reiz zu sein. Auch ein Spandauer Schuh- machergeselle machte sich am Sonntag de»„Scherz", sich an der Weichbildgrenze von Berlin für einen Kriminalbeamten auszu- geben. Ein stark angetrunkener Mensch war auf der Straße wegen seines schwankenden Ganges von ihm begegnenden jungen Leuten geneckt worden. Darüber ergrimmt, sprang er plötzlich auf einen derselben los, faßte ihn am Arm und erklarte denselben, indem er sich für einen Kriminalbeamten ausgab, als verhaftet. Der Arrestant setzte sich zur Wehre und es entstand eine Szene, durch welche eine Menge Menschen herbeigelockt wurde, unter denen sich auch ein Gendarm befand. Derselbe brachte de» Pseudo- Kriminalbeamten in das Anitsgefängniß zu Rixdorf.... Schuster bleib bei Deinem Leisten!_,...._ Zur„Affäre von Schleiuii»" Der anstokratische Selbst- Mörder, der fich, wie von fast allen Zeitungen berichtet worden ist, in den NachmittagSstunden des vorgestrigen Tages in Lauter s Hotel in der Schadoivstraße durch einen Revolverschuß entleibt hat, ist, wie ivir jetzt hören, nicht ein Graf von Schleinitz, son- der» der Freiherr von Schleinitz, ein Sohn des Regierungs- Präsidenten von Schlesien. Der Selbstmörder hatte seit gcrallincr Feit eine elegante Privatwohnung in dem Hause Lüneburger- slraße 0 inne, deren„Beaufsichtigung" einer jungen Dame, seiner angeblichen Geliebten, anvertraut war. In der letzten Zeit mied von Schleinitz diese seine Wohnung, um den Nachforschungen seiner Gläubiger zu entgehen und logirte in dem bezeichneten Hotel. Seine Leiche ist nach dem Leichenschauhause geschafft wor- den.— Der andere aristokratische Lump hat sich nach der Nichter- schen Heilanstalt zu Pankow begeben, um sich von seinem ckelirium tremens befreien zu lassen.. Polirnbcricht. Am 18. d. M. Vormittags erschoß sich m einem Hotel ein ehemaliger Offizier.— Mittags fiel der Handels- mann Müller vor dein Hause Alexander-llfer t>!r. 1 von den: von ihm geführten Arbeitswagen und erlitt dadurch eine so bedeutende Verletzung am Kopse, daß er nach der Charitee gebracht werden mußte.— Nachmittags fuhr vor dem Hause Gartenplatz Nr. 4/5 ein neunjähriger Knabe mit einem Dreirad zwischen die Pferde eines nach der Rathswaage fahrenden, mit eisernen Trägern be- ladenen Arbeitswagens, fiel von seinem Gefährt herab und gerieth unter die Räder des Wagens. Er erlitt hierbei eine schwere Verletzung des rechten Oberschenkels und inußte nach dem Lazarus- Krankenhause überführt werden.— Als zu derselben Zeit eine 64 jährige Frau am Leipzigerplatz von einem dort haltenden Pferdebahnwagen absteigen wollte, fiel sie zur Erde und erlitt eine so schwere Verletzung am Kovfe, daß sie nach der Universitäts- Klinik gebracht werden mußte.— Abends wurde ein achtjähriges Mädchen vor dem Hause Forsterstraße 47 von einem Schlächterwagen überfahren und erlitt anscheinend einen Schädelbruch. Das Kind wurde nach dem Krankenhause Bethanien gebracht.— In der Nacht zum 19. d. M. wurde ein Mann in seiner Wohnung in der Brunnen- straße erhängt vorgefunden.— Zu derselben Zeit entstand in der Wohnung des Eigenthümers Fuchs, Friedrichstraße 134, Feuer, welches sich sehr schnell verbreitete und vom sogenannten Berliner "immer aus die darübcrlicgenden Stockwerke ergriff, so daß der eitenflügel und das Hinterhaus zum großen Theil ausbrannten. Die durch den Nachtwächter mittelst öffentlichen Feuermelders herbeigerufene Feuerwehr fand die beiden im Alter von 9 und 13 Jahren stehenden Töchter des:c. Fuchs, sowie die beiden Dienstmädchen desselben, Graeger und Duske, bereits erstickt vor. — Am 19. d. M. Morgens wurde in der Spree, nahe der Alfen- brücke, die Leiche einer unbekannten, etwa 45 Jahre alten Frauens- persctn angeschwemmt. Eine Anklage wegen Urknndenvernichtuug bezw. Beschädigung wurde gestern vor der dritten Strafkammer des Landgerichts 1 gegen den Bauunternehmer Jakob Schliddel verhandelt. Der Angeklagte hatte mit dem Maurermeister Treck- mann verschiedene Geschäfte abgewickelt, aus denen er demselben einen Gesammtbctrag von 1872 M. schuldete. Die Parteien ver- einbartcn sich dahin, daß Schliddel dem Treckmann einen Wechsel über die genannte Summe als Sicherheit gab. Die Schuld sollte ratenweise getilgt und der Wechsel dann jedes Mal gegen einen anderen, über die Restschnld lautenden umgetauschl werden. Aus diesem Abkommen ging hervor, daß keiner der Wechsel in Umlauf gesetzt werden durfte. Als die erste Abzahlung geschah, zählte Schliddel den Betrag auf, worauf Treckmann ihnc den Wechsel übergab in der Erwartung, daß Schliddel denselben gegen einen anderen, minderwerthigen umtauschen werde. Der Angeklagte zerriß aber den Wechsel und erklärte, daß der Gläubiger sich mit einem Schuldschein begnügen müsse, er akzeptire keinen Wechsel mehr. Treckmanu war zwar hiermit nicht einverstanden, da ihm ein Schuldschein weniger Sicherheit bot, als ein Wechsel, er nahm das Papier aber doch an. Die Geschichte gelangte zur Kenntniß der Behörde und gegen Schiddcl wurde obige Anklage erhoben. Der Beschuldigte führte zu seiner Entlastung an, daß Treckmann gegen die Verabredung auf den ersten Wechsel sein Giro gesetzt habe»nd hieraus habe er schließen müssen, daß derselbe den Wechsel auch in Umlauf gesetzt haben würde, wenn die Abschlags- zahlung nicht erfolgt wäre. Um diesem vorzubeugen, habe er den Wechsel zerrissen und sich geweigert, einen neuen zu akzeptire». Trotz des von der Vertheidigung geführten Nachweises, daß der Angeklagte jederzeit in der Lage war, de» ganzen Betrag zu be- gleichen, war der Gerichtshof doch mit dem Staatsanwalt der Ansicht, daß der Angeklagte widerrechtlich mit dem Wechsel ver- fahren sei. Bei der ganzen Sachlage wurde aber eine achttägige Gesüngnißstrafe für ausreichend erachtet. In fast fünfstündiger Nerhandlung hatte gestern die I. Strafkammer hiesigen Landgerichts I eine Anklage wegen verschleierten Wuchersund versuchten Betruges gegen den Kaufmann Moses Jtzigsohn, einen 63 jährigen Mann, welcher russischer Untcrthan ist, zu erledigen. Tie Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Die Belastungs- reugin war eine Äittwc S., welche nach dem Tode ihres Mannes in die größte Bedrängniß gerathen war, sich vergeblich um Arbeit bemühte und von verschiedenen wohlthätigen Meuscheu nach Möglichkeit über Wasser gehalten wurde. Als die Roth zu sehr an ihre Thür pochte, fiel sie dem Angeklagten in die Hände, welcher sich zur Gewährung eines Darlehns von 100 M, bereit erklärte, der Darlehnsnchmerin aber die Kleinigkeit von v i e r- u n d a ch t z i g Prozent Zinsen abnahm. Herr Jtzigsohn ist ein zu gewiegter Kaufmann, als daß er nicht wüßte, daß bei diesem Zinssatz über seinein Haupte das Damoklesschwert einer Anklage wegen Wuchers schwebt und er verschleierte daher das wirkliche Geschäft durch einen Scheinvertrag, welchen er für solche Fälle bereit hatte. Stach diesem Vertrage verkaufte Frau S. dem Angeklagten ihr über 300 M, werthes Mobiliar für 100 M. und verpflichtete sich, deniselbe» die Möbel für einen Preis von 7 Mark monatlich abzumiethen. Damit hatte der An- geklagte einen jährlichen Zinsgenuß von 84 M. Als Frau S. sich der drückenden Last schließlich entziehen wollte und dem An- geklagten das Kapital von 100 M. zurückzahlen wollte, nahm der- selbe das Geld nicht an, sondern bestand auf seinem Schein, d. h. auf Herausgabe der Möbel und strengte auch einen Prozeß dieser- halb a». Hierbei soll er sich eines versuchten Betruges dadurch schuldig gemacht haben, daß er Frau S. unter falschen Vor- spielungen von der Wahrnehmung des Termins fernhielt und ei» Versäumnißurtheil gegen dieselbe erzielte. Letzteren Punkt hielt der Staatsanwalt nicht ffir erwiesen und beantragte deswegen Frei- sprechung. Im Ucbrigen erachtete der Staatsanwalt, im Gegen- satze zu den Vertheidigern Rechtsanwälten Dr. Sello und Hofstedt, eine wucherische Ausbeutung einer großen Nothlage für vorliegend und beantragte mit Rucksicht darauf, daß der Angeklagte in lüsterner Begierde versucht habe, seine Schuldnerin auch noch moralisch zu ruiniren, 6 Monate GefäNgniß, 3000 M. Geldbuße und 2 Jahre Ehrverlust. Der Gerichtshof erkannte auf 3 Monate Gefängniß, 2000 M. Geldbuße event. noch 200 Tage Gefängniß und 1 Jahr Ehrverlust.' Eine etwas turbulente Gasthausfzeue bildete den Untergrund einer Beleidigungsklage, welche gestern in zweiter Instanz vorder 6. Strafkammer hi engen Landgerichts 1 verhandelt wurde. Saß da am 30. Januar Abends im Restaurant Buggen- Hagen eine Anzahl besrenndeier Familien an einem Tisch, unter ihnen der königliche Leibkoch W. mit seiner jungen Frau. HerrW. ist jung verhcirathet und obgleich sich seine Frau sehen lassen kann, war es ihm doch unangenehm, daß vom Nebenlische aus, wo sich mehrere Studenten zusammengefunden hatten, neugierige Blicke herüberflogen und seine Ehehälfte von einem der Studenten längere Zeit fixirt wurde. Cr beschrankte sich zuerst auf ein demonstratives Stirnrunzeln, als dieses aber Nichts half, sprang er etwas erregt auf und ließ zum Nebentisch hinüber den Aus- druck„Unverschämtheit" fallen. Die Folge davon war, daß einer der jungen Männer an ihn herantrat, ihm eine Karle mit dem Namen„Ganck. med, Sch." überreichte und sich gleichfalls die Karte ausbat. Herr W. überreichte dieselbe auch mit möglichst großer Granoezza, als aber der Student die Karte besah, schien er in seinen Er- Wartungen sehr getauscht zu sein, denn er warf die Karte Herrn W. wieder zu und erklärte, daß er seine Karte formell wieder zurückziehe, da er nicht habe ahnen können, es„nur mit einem Koch zu thun zu haben."— Nun entwickelte sich eine sehr erregte Szene; Einer vom Familientische entwickelte die Vorzüge eines Kochs gegenüber dem Gelehrtenproletariat in drastischen Worten. Es sielen Worte wie„Lümmel",„dummer Junge" w. und in „schlagender" Beweisführung suchte man dem Kartendarreicher klar zu legen, daß man vor seiner geistigen Ueberlegenheit keine allzu große Hochachtung habe. Der Kandidat der edlen Heil- kunst ertrug diese Lektion natürlich nicht mit sentimentaler Be- scheidenheit und Zurückhaltung und so kam es denn in st«? Nebenraume des Restaurants zu einem kleinen Scharmützel Bei dieser Gelegenheit soll nun Herr W. dem! Gelehrten nochmals recht fühlbar nahe gelegt haben, doch am Ende auch Menschen sind und indem er seinem wiederholt Backenstreiche applizirte, erlaubte er sich immer '"-■"—«•'.J...V/»»' wiedff bn .vivvvvywt«. vv— bie Anfrage, ob der junge Mann nicht wisse, was Studenten Beleidigungen zu thun haben. Herr W. bestritt zwar vor � Gericht diese Handgreiflichkeiten, dieselben wurden aber als e. wiesen erachtet und mit einer mäßigen Geldsumme als M geahndet. Auch dem Kandidaten wurde eine kleine Geldstral auferlegt. Inzwischen schienen sich die erhitzten Gemüther etw abgekühlt zu haben, denn im gestrigen Termine vor der Ein- kammer waren beide Theile bereit, die Streitaxt zu begraben � man hielt es für ziveckmäßig, die ärgerliche Szene durch e>n anständigen Vergleich aus der Welt zu schaffen und die MahnM niit nach Hause zu nehmen, in öffentlichen Lokalen hübsche Frau' nicht zu fixiren und mit der Hergabe von Visitenkarten mäglW haushälterisch umzugehen. M zleb-r den Kegim» der Reklamationsfrist«'S. Steuere, nfchichungeu der Foren feu hat heute der M Senat des Ober-Verivaltiingsgerichts eine ho#'W' same Entscheidung getroffen. Ein hiesiger Einwohner hat» Grundbesitz in einem Dorfe des Regierungsbezirks Köln, durch Aushändigung des Steuerzettels in Berlin hat er über Höhe seiner Einschätzung ans diesem Grundbesitz Kenntniß langt. Da er dieselbe für bedeutend zu hoch erachtete, reklam er dagegen, wurde aber wegen verspäteter Einlegung der mation mit derselben zurückgewiesen. Es wurde uäimich n gestellt, daß in der q». Gemeinde das Auslegen der 0° rolle zur Einsicht der Steuerzahler bis zu einem besinn». durch Ausklingeln bekannt gemacht worden ist nnv blank des leüteii Nuslaaetaaes mebr als drei Monai- 8%*% mit r seit Ablauf des letzten Nuslagetages mehr als drei dem Eingang der Reklamation verstrichen waren. Heranziehuug zur Steuer hat der Betroffene die Klage Berwaltungs st reitverfahren erhoben, ist aber derselben vom Bezirksausschuß zu Köln abgewiesen ivorde». J*!'" der R evisi o n hat nun Kläger dieses Erkenntniß angesoch und geltend gemacht, daß die Frist zur Einlegung der Reklam» für einen Fremden doch nicht mit dem Ablauf der Auslegu»Z. Heberollen, sondern mit der direkten Zustellung der EinsaM., beginnen könne, da ein Fremder sonst gezwungen wäre, saw liche Heberollen im ganzen preußischen Staat durchzusehen. höchste Verwaltungsgerichtshof hat aber die V o r e n t s ch e,?» bestätigt und den Grundsatz ausgesprochen, daß die FpiLL Einlegung der Reklamation ivohl mit dem Ablauf des, legungstages der Heberolle beginnt und daß es daher Each® Fremden ist, sich in den bezüglichen Orten rechtzeitig um Einschätzung zu bekümmern. Soitole Mebwvflchk. Achtung I Tischler und Möbrlpolirer. Der General' sekretär Morris, London"VV., theilt uns durch Telegramm»7 daß in London ein Streik der Möbelpolirer ausgebrochen» Zuzug sei streng fern zu halten. DevfttmmUmxlc,,. „Die Religion der Zuknnkt", dieses Thema beschöi�? eine vorgestern Abend im Königstavt- Kasino, Holzmarktstt.' stattgehabte Versammlung der gewerblichen Hilfsarbeiter. emer. Kendziora hatte das einleitende Referat übernommen. � halte, so äußerte er sich, den Kampf gegen die evangelische K'n,' die für uns hier fast alisschließlich in Betracht konimt, für»L ständig unnöthig. Die evangelische Kirche, die sich fälschlich La»»-- kirche nennt, in Wahrheit aber Staatskirche ist, hat seit 3a' i Hunderten keine Macht mehr, infolge dessen lohnt sich der Kas»'. nicht. Die Kirche ist dem Staat untergeordnet, der nimmt aber schon längst keine Rücksicht mehr auf die Kirche.® lange ich als amtirender Geistlicher gegen die kirchlichen Lem. Opposition machte, ließ man mich unbehelligt; als ich mich auf das politische Gebiet begab, also Opposition gegen den' Y'' �..... � a-;— a. v j- rr\: c. 4.. f TT. machte, da wurde sofort die Disziplinar-Untersuchung gegen eingeleitet. Wir haben lediglich anzukämpfen gegen die gm?% Beaufsichtigung der Schule. Die Erwachsenen werden durch- Kirche nicht genirt, eine Agitation für den Massenaustritt»- der Landeskirche ist daher überflüssig. Die Hauptsache ist/ L, wir dafür wirren, daß die Schule von der Kirche d» ein Staatsgesetz vollständig losgelöst werde. Anfang der 4 Jahre, als über Politik noch nicht öffentlich geredet n>el°,, durfte und die Presse unter strenger Zensur stand, da wurde über Religion gesprochen. In dieser Zeit entstanden die E, religiösen Gemeinden. Mit dem Jahre 1848 schwand jedoch»L Interesse für diese Dinge. Die freireligiösen Gemeinden H»L sich auch seit dieser Zeit nicht mehr entwickelt. In dem gro? Verlin hat die freireligiöse Gemeinde nicht die mindeste Bedeutl'hs! der beste Beweis, daß dafür ebenfalls kein Interesse im B» ist. Der geringe Kirchenbesuch beweist, daß das Volk fü» Kirche kein Interesse mehr hat. Es muß hier in Betracht g zogen werden, daß die Kirchen in Berlin des Sonntags ka» halbgefüllt sind, obwohl sie sehr klein und im Verhältniß zu Einivohnerzahl Berlins nur in geringer Anzahl vorhanden F.» Prof. Dr. Richard Rothe in Heidelberg sagte:„Die Kirch»!. bereits im Absterben, in der Zukunft wird es keine Kirche i»". geben, dann giebt es nur noch ein religiöses Gefühl." F» sagte schon vor 100 Jahren:„Eine Religion, die der Vorn»». den Krieg erklärt hat, kann auf die Dauer nicht bestehen." P» zweifellos hat die Religio» der Philosophie und damit p, Wissenschaft den Krieg erklärt, wie das Karl Marx in sei»?! Werk über die naturalistische Weltanschauung treffend nachwew Es ist somit nicht lohnend, gegen etwas Absterbendes zu kämpst, Wir müssen lediglich dafür wirken, daß die Schule von der 5ti»� losgelöst werde. Möbelpolirer Schröder: Er sei doch der MeinOw daß die Kirche noch eine große Macht besitze. Deshalb eraF er es wohl für nothwendig, daß ein Massenaustritt aus Landeskirche erfolge. Arbeiter Löffler: Er habe in dem Vortrag' einen Hinweis auf die Religion der Zukunft vermißt; im UebriS? sei ihm alle Religion vollständig gleichgiltig. Arbeiter Beyer; f sei auch der Meinung, daß die Kirche noch eine große Macht ha»'' zum Mindesten werde sie sehr vom Staate protegirt. Jedenfa» habe die katholische Kirche noch eine große Macht. Er craF deshalb den Massenaustritt aus der Landeskirche für nothwend� Man werde alsdann nicht mehr so viel Kirchen bauen.(Rust' Die Kirchen niederreißen!) Beyer: Das ist nicht nöthig, JF Kirchen könnten ja später als Versammlungslokale benutz werden.(Beifall.) Restaurateur Willy Schmidt: Ich»>» Atheist, i»r Nebrigen ist mir alle Religiosität voUstäiid>g Nebensache. Leider giebt es noch Genossen, die für den Mass»1'' austritt aus der Landeskirche plädireu, aber nicht Atheisten ß»..: Ich bin der Meinung: der Austritt aus der Landeskirche's gleichgiltig, die Hauptsache ist, daß wir überzeugungstreue% »offen schaffen, das sozialdemokratische Progranim schließt berew den Atheismus in sich. Bedauerlich ist es ja, daß die Schule noch»»' der Botmäßigkeit der Kirche steht, allein ich bin der Meinung wenn die Eltern den Kindern eine freie Erziehung geben, da»» hat der Religionsunterricht in der Schule wenig zu sagen.(#»'' fall.) Der Redner erwähnte noch, daß Bebel erst vor einig»," Jahren aus der Landeskirche ausgetreten sei, daß mehrere sozfs' demokratische Reichstagsabgeordnete dies noch nicht gethan Hab»» und daß einer dieser Abgeordneten sich sogar kirchlich habe tra»»» lassen. Prediger einer. Kendziora: Betreffs der Religion b». Zukunft veriveise er auf den angeführten Ausspruch deS Pr»» ?, und auf den er>vähnten Ausspruch Kaut's. Die Re- der Zukunft ivcrde sein eine uuabhängige. freie, für sich Md>t bestehende Sittlichkeit; dies habe Marx in treffender Weise .?'esen. Er bestreite, daß der Staat viele Kirchen baue. Die «yDUiche Kirche habe wohl noch eine gewisse Macht, diese werde aoer auch sehr bald durch die Vernunft gebrochen werden.(Beifall.) gelangte hierauf folgende, vom Referenten beantragte Reso- !!! i?. einstimmig zur Annahme:„Jeder Sozialdemokrat ist „�pflichtet, darauf hinzuwirken, daß die Ergebnisse der Philosophie und der Naturwissenschaft gegenüber der Kirche durch die Staats- gejetzgebung zu voller Gellung gebracht werden. Für die Er- wachsenen ist über die durch das Zivilstands-Gesetz bewirkte Be- seulgung des Kirchenzwanges hinaus volle Freiheit der Rede innerhalb der sonst bestehenden geschlichen Schranken für Nicht- urchltche bei Leichenbegängnissen zu fordern. Vor allein aber und Mit Aufbietung aller Kraft ist die Befreiung der Schule von Mveder Beaufsichtigung der Kirche zu erstreben. Den Reichstags- abgeordneten der sozialdemokratischen Partei ist von ihren Wählern buss ernstlichste der Auftrag zu geben, mit allem Flciße und mit voller Energie in der bezeichneten Richtung auf die Staatsgesetz- gebung einzuwirken." gy«rster deutscher Kergarbcitertng. Halle, 18. Sept. «w Versammlung begann heute mit der Fortsetzung über das Listern von dem Ausschuß ausgearbeitete Statut, dessen Annahme einstimmig erfolgte. Auch wurde der sofortige Druck der Statuten m 1000 Exemplaren beschlossen.— Der Sitz der Zentral- in g des Verbandes soll Bochum sein. Die wesentlichsten Punkte des Statuts lauten: .§ I. Der Verband bezweckt die Wahrung und Förderung " geistigen, gewerblichen und materiellen Interessen seiner Mit- glleder. ...§ 2. Dieses soll erreicht werden durch Abhaltung Wissenschaft- ucher und gewerblicher Vorträge, Besprechung von Verbands- vngelcgenheiten. Lesen von Fachschriften, Gründung einer Vcr- vandsbibliothek und Gewährung von Rechtsschutz bei den aus dem Arbeitsverhältniß entspringenden Streitigkeiten und wenn Möglich, gewerblichen Unterricht. § 3. Unter die Besprechung von Verbaudsangelegenheiten sollen namentlich gerechnet werden die zeitgemäße Aendcrung der Berg- arbejter-Ordnungcn, Erlangung der Arbeitervermittelung und Lunstigere Lohn- und Arbeitsverhältnisse u. s. w. Ein Mitglied der Versammlung richtet die Anfrage an ein -"iitglied des Vorstandes Namens Möller, einem früheren Steiger und jetzt Redakteur eines Blattes für Bergarbeiter, in welchem Wiste denn der Verband geleitet werden solle, woraus derselbe 'bdiglich auf die ersten Punkte der Statuten veriveist, im übrigen fjber bezüglich der„Verbandsbibliothek". die Erläuterung giebt, daß dieselbe dazu dienen solle, daß sich die Agitatoren dort vor- bilden und geistigen Stoff sammeln sollen.— Den Delegirten soll eine entsprechende Zahl von Exemplaren des Statuts in die Heimath mitgegeben werden. Von anderer Seite wird uns noch aus Halle mit�ethcilt: Der Kongreß beschloß, eine Petition an den Reichstag zu richten, worin die Beseitigung der drückenden Mißstände sowie ein einheitliches Berggesetz für Deutschland gefordert wird. Sodann wurde eine von Schröder und Genossen beantragte Resolution angenommen, die eine scharfe Verurthciluna der Kohlenringe enthält. Diese schädigten die nationale Industrie, dienten einseitigen Interessen und verwüsteten die Volkswirlhschaft.— Der Kongreß beschloß ferner den Vorstand des Verbandes zu beaustragen, geeignete Schritte zu thun, um den Frauen der Arbeiter gute Literatur zu bieten, da dieselben auf diese Weise für die Bewegung gewonnen würden. Vor allen Dingen seien gute Romane aus dem Arbeiterleben erwünscht, um die Schundliteratur zu verdrängen. Halle, 19. September. Allgemeiner deutscher Bergarbeiter- tag. Zunächst findet die Verlesung der inzwischen, in ihrem Wort- laut festgesetzten Petition an den Reichstag statt, die angenommen wird. Sodann beginnen die Schlußreden. Schröder-Dortmund detont unter strengster Wahrung des nationalen Standpunkts die Jnternationalität der Arbeiterintereffen. Redner schloß unter großem Beifall mit dem Rufe:„Arbeiter aller Länder, vereinigt Euch!" Weitere Reden folgen, in denen in kraftvoller Weise a» die Einigkeit der Arbeiter appellirt wird. Halle a. S., 19. September. Der Bergarbeiter-Kongreß wurde heute geschlossen. Die Versammlung hatte vorher noch eine Petition genehmigt, welche an den Bundesrath, den Reichstag, die Landtage und die Ministerien der Einzelstaaten gerichtet werden soll. Larlitirrrin der Marmor-»»d Grauitarlieiter. Sonntag, den 21. Sep- tcrndev, Aorinittags i($ Uhr, tu Icigmüflec's Salon, Alte Jalobstr.«a, Mtt- gliedcr-Versanmilung. AUg-uiri»er deutscher Sattterverei»(Mitgliedschaft Herliu). sonnal'-nd, den 20. September, Abends 8% Uhr, bet Diener, Alte Jalob- ftrahe ss, Versammlung. «rohe ösfentliche ztollis-Nersauimlnug für Stralan-Nummeloburg und zlingegrud am Sonntag, den 21. September. Äormtttag« II Uhr, tn der Gräfl. Dleiscfmch'lchen Braueret zu Stralau. «rohe öffentlich- ziottis-Nerfaiumlung für Ztirdorf und Umgegend am Sonntag, den 21. September, Vormittags io\ Uhr, tm Saale des Herrn Ntesegk, Bergstr. 12g. zierein tnr Wahrung der Intereffen der Klavierarbrlter und»er- wandter Kerufogenoffr». wencral-Versammlung am Montag, den 22. Sep- tember, Abends präzise* Uhr, in Detgmüller's Salon, Alle Jakobsirahe«8a. «roher Souini-rnachtoball deo Urrbandeo deutscher Müller n»d Mühlenardeiter(Filiale Kertl»> am Sonnabend, den 20. Seplember, tn Nehlih' Salon, Bergstraße 12. BUlctS, Herren 50, Damen 30 Psg., sind im Lotal de» Herrn Dleblip zu haben. Aaste hierzu ladet freundlichst ein TaS Komitee. I. A.: C. Wille. Fachvrrri» der Tischler(Norden). Montag, den 22. September, AbdZ. s% Uhr, in der Adler-Brauerei(oberer Saal), A-sundbrunn-n, Badstraße: Wroße Versammlung. Achtung!«eneral-Mitglied-r-Nersammlnug de« N»t»rltüh»»gs- vereino der Maurer �erliuo am Sonntag, den 21. Seplember, Vor- mittags 10'; Uhr, in Scheffer's Salon, Jnselslr. 10. Tischl-r-Ner-in. Versammlung am Sonnabend, den 20. September, Abends s Uhr, Kottbuserflraße«a. Tagesordnung: Vortrag und Vereins angelegenheitcn. N-rg»iigungso-r-in..Kronie". Sonnabend, den 20. September, Abends 9 Uhr, im Dlestaurant Brückner, Lolhringerstraße 07, Sitzung. Die Mitglieder werden gebeten, pünktlich zu erscheinen, wüste Ivilllommen. Kraul«-», und K-gräbuihkass- d-o N°r«i»s sänxutlicher K-r»fs- klals-u(N-rn>altu»go>I-l>- 4). Sonnabend, den 20. Seplember, Abends 9 Uhr, Moliivellftr. r. bei Bartelt. Aufnahme neuer Mitglieder. Achtung, Schuhuiacher! Sonnlag, den 21. September, Ausflug nach Schmargendorf. Tresfpnnlt s Uhr Vormittags am Potsdamer Bahnhof. Tresb punlt für Nachzügler: Schmargendorf, Kaiser Friedrichgarten. Ethisch-«-s-Uschaft. Sonntag, den 21. September, Abends 8% Uhr, Konimandantsnslraß» 20 in den Arminhallcn, Vortrag des Herrn Tr. Völlel über: Tic Bauernkriege des is. Jahrhunderls. Nachher Gesellige Unterhaltung und Tanz. Gäste, Damen und Herren, willkommen. Versammlung der Eins-t-er(Tischlrr) K«rlina am Sonntag, den 21. Seplember, Vormittags lojj Uhr, Neue Friedrtchftraße««. Tagesordnung: I. Innere Vcreinsangelcgenheit. 2. Verschiedenes, s. Fragerasien. Gäbe sind willkommen. Nene Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiche» Er- scheinen wird gebeten. Friedrich»hag-n. Arbeiter-Sildungs-U-r-i». Heute, Sonnabend, Abends»!i Uhr, große öffentlich- Versammlung im WeselischastShause. Vor- trag de» illcichStagSabgeordn-len Max Schippe! über: Tie Arbeiter und die heutige Sozialreform. Diskussion. VercinSanyelegenheitcn. Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. Der sehr interessanten Tagesordnung wegen bittet um recht zahlreiche» Erscheinen der Vorstand. Fachuerri» der Tap-'ir-r Ärrlino u»d Umgegend. Dienstag, den 23. September, Abend» Uhr, Mitglieder-Versaniniluug bei Feuerstein, Alte Jalobitraße 75. Tagesordnung: Vortrag de» Herrn Mar BaginSki." ............ Tis Fraaekasten. Um zahlreiche« Erscheinen willkommen. Ausnahme neuer Mitglieder tussion. VerelnSangelegenhciten. wird gebeten. Gäste find fteis findet statt. Kranken- und Kt-rbekaff- der M-tallarbriter„Unlkan"«e. K. 30 und SM Kambnrg), Filiale Kerli» 1. Sonnabend, den 20. Sevtcmber, Abends 8 Uhr, Lichlerfelderstraße 8; Mitgliederversammlung. Beiträge werden daselbst enlgegen, sowie neue Mitglieder aufgenommen und jede Kassen- angelegenheit geregelt. Der wichtigen Tagesordnung wegen werden die Mit- glieder ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. «rosic N-rfauimlung dr» Fachverriiio für Schlosser und Mafchlnen- banarbeiler Srrlino und Umgraend am Montag, den 22. September, Abend« sx Uhr, tn Nehlitz' Salon, Bergstraße 12. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Otto Thierbach über: DerMaximalarbeitSlag und seine Bedeulung. " Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Entrichtung der Beiträge. Verschiedene» und Fragekaslen. N-rrinigung d-r Krecholer y-utfchland«, Grtaoerivaltnng 8 (Stoäidranche). Mitgliederversammlung am Mittwoch, de» 2«. September, Abend» 8 Uhr, in Scheffer's Salon, Jnselsiraße 10. Tagesordnung: 1. Ge- schäftliches. 2. Vortrag und Diskussion. 3. VorstandSwahl. 4. Verschiedene» und Fragekaslen. UrWitt der Arbeiterin»-» der Schäftebranche. Sonnabend, Abend« 8% Uhr, Versammlung in Joei'S Lokal, Andreasstraße 21. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Franz Berndt. U-rrinignns der Dr-chol-r Dentfchland«, ZahlffeUe v. Ka»»»- macher Herlino. Generalversammlung am Montag, den 22. September, Abend« 8 Uhr, Münzstraße 11 bet Zemter. Tagesordnung: 1. Vorsiandswahl. 2. Wodurch künncn wir besser besuchte VereinSversaminlungen erzielen? 3. Einziehung der Fragebogen. 4. Verschiedene?. Keriincr Uninrheil-N-rrin„Uordcn". Am Montag, den 22. Sep- tember, Abends sjs Uhr präzise, findet im Saale der Brauerei Königsladt, Schönhauser Allee 10—11, ein Vortrag des Herrn Hermann Eanitz über: Der hohe Werth der Slaturheilkunde für den Einzelnen und die s-fammthelt stall. Gäste sind willkommen. Die Redaktion stellt die Benutzung de« GprechfaalS, soweit Raum dafür abzu» geben ist, dem Publilum zur Besprechung von Angelsgenhelten allgemeinen JnlereffeS zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt deffclben identtstzirt zu werden. In dem Versamlungsbericht vom 15. d. M. heißt es:„Als dann ein Angehöriger des G. Wahlkreises, Schlosser Otto Sroka, seine Meldung zum Wort damit motivirte, datz im G. Wahlkreise keiner ohne die Parole:„Hie Wille, hie Wildberger!" den Saal betreten darf, wird er vom Vorsitzenden Zubeil darauf aufmerksam gemacht, daß hier keine persönlichen Angriffe geduldet werden". Soweit der Bericht. Nun lauteten meine Worte aber wesentlich anders. Ich sagte nämlich:„Wenn ich als Angehöriger des G. Wahlkreises hier im 4. Wahlkreise das Wort ergreife, so geschieht es aus dein Grunde, weil ich weiß, daß hier Männer sind, die das Programm der Partei objektiv benrtheilen, während bei den Versammlungen des „Wahlvereins des 6. Berliner Reichstags-Wahlkreises" sich Niemand Geltung verschaffen kann, der nicht mit der Losung:„Hie Wille, hie Wildberger" den Saal betritt". Nach dem Bericht könnte es nun scheinen, als hätte mir der Vorsitzende Zubeil das Wort entzogen. Dem ist jedoch nicht so. Ob in der Präzision der Stellung eines Vereins ein persön- licher Angriff vorliegt, das ist eine Auffassung, um die ich Herrn Zubeil nicht beneide. Anders verhält es sich jedoch mit der Sache, ob mir das Wort entzogen ist. Das ist nicht geschehen, ich habe mich noch ungestört über einige Punkte des Programms verbreitet und zivar nicht gar zu nngeschickt, denn Genoffc Singer äußerte sich in seinem Schlußwort dahin, es wäre ihm angenehm, diese Ansichten entwickelt gesehe» zu haben, indem sie genau den Anschauungen der Fraktion entsprächen. Wenn ich nun in dieser Sache überhaupt das Wort nehme, so kann ich dein betreffenden Herrn Berichterstatter die Vcrsiche- rung geben, daß ich mich durchaus nicht gern gedruckt sehen möchte. Sollte sich der Herr trotz alledem dazu genöthigt sehen, so habe ich zu verlangen, daß meine Worte nicht in einer Weise intcrpretirt werden, die im Stande ist, mich in den Augen der gesammten Genossen des 6. Wahlkreises zu diskreditiren. Achtungsvoll Otto Sroka, Schlosser, Rügenerstr. 1. VezreHlhen. Wirn, 19. September.(Telegr. des„Herold".) Im Auftrage des Kriegsministers gelaugte in den hiesigen Kasernen vor den Unteroffizieren ein Befehl zur Verlesung, worin diese unter Hinweis ans ihren Eid aufgefordert werden, jedenfalls von ver- süchter sozialistischer Propaganda in Soldatenkreisen sofort ihren Vorgesetzten Anzeige zu machen, denen auch die etwa verbreiteten sozialistischen Flugschriften sofort vorzulegen sind. VviofkÄlken vev Vedakkion. Bel Anfragen bltten wir die AbonnementS-Quittung beizufügen. Brieflich Antwort wird nicht erthellt. Hugo Maler, Cliarlottent>nrg. Wir können Ihnen nichts eher senden und beantworten, bis Sie uns Ihre genaue Adresse angeben. Eine frühere Sendung au Sie ist von der Post als unbestellbar zurückgekommen. Zte«ma»». Ein unehelicher Vater kann die vorher der Mutter gemachten Geschenke nicht ans die'Alimente anrechnen. Unter Umständen braucht er aber, falls es Geldgeschenke waren, dann überhaupt keine Alimente zu zahlen. Zu näherer münd- licher Auskunst sind wir bereit. Kirch OD. Wenn der Anwalt Personen, die zufällig auf dem Gericht sind, ersucht, ihm in einer Sache als Zeugen zu dienen, so haben Letztere keine Zengengebühren zu beanspruchen, wenn ihnen solche nicht etwa besonders versprochen worden sind. Nur in letzterem Falle brauchen Sic unseres Dafürhaltens z» zahlen. Nach schweren Leide» eutfchTicT heute Morgen unser geliebter Gatte, Vater, Schwieger- und Großvater, der Schriftsetzer Julrns Folg er im 70. Lebensjahre. 1957 Berlin, den 18. Septbr. 1890, Die traaerndea Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 21. er.. Nachm. ÖV2 Uhr von der Leichenhalle des St. Georgen- Kirchhofes, PandsberaerAllee�ansstatt. Danksagung. Für die seitens des Vereins ehemaliger 2. Garde-Ulanen Heinrich Prinz von Hessen, dem Gesangverein Schildhorn, sowie feinem hochverehrten Ehef und dem gesammten Geschästspersonal der Brauerei Oswald Berliner und alle, welche meinem so früh verstorbenen Manne, dem Biersahrer 1983 Wilhelm Kobs die letzte Ehre erwiesen haben, spreche lch hiermit meinen innigjtcn Dank aus. Die trauernde Wittwe Bertha Kobs. Dunkjagung. Genossen, Freunden sb Bekannten, w. mich währ.»».Krank- heit unterstützten, meinen verbindlichsten Dank. 19G9 WiSh. Zechert. Jede Uhr Zu repariren und zu reinigen kostet bei uns unter Garantie des Gutgehens»ur * Kl. 60 Vf. /außer Bruch), kleine Reparaturen billiger. Lager aller Arten Ueuer und gebrauchter Uhren. Verkauf Zu erstaunlich billigen Preisen. 159 S. Rothert& Stolz, Uhrmacher, Andreaostr. 02, Chattjsesstr. �8, _ Alte Sck'änllaul-rstr. 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Ehrenmann.[2006 A. Tieke. 2005] Zwei Vereinszimmer z. Zahlstellen zu vergeben Pohl, Ehausseestr. 41. Ein Vereinszimmer zu vergeben im Restaurant Ghlrndorf, Liegnitzer- striche 5. 1968 Kleine Wohnung, 110 Thlr., best. ans Stube, Kammer u. Küche, mögl. an einzelne Leute, zum 1. Okt. zu verm. Zu erfragen Morihstr. 8, Hof 3 Tr. Einfenstriges Zimmer für l Herrn als Schläfst, z. v.,Bcrgmannstr.27,H. 2 T. l. Schlafstelle zu vermiethen, b. Gieseler, Friedenftr. 46, v, 2 Tr. 1970 Frdl. Schläfst, a. 2 Herren, Köpenicker- straße 79, H. r. 4 Tr. lmks, Billert. i960 Für anst. M. eins. möbl. Z. a. Schlst. z. 1. 10, gs. S.O., Adr. IN. Pr, Postamt 39, lagernd erbeten. 1980 Frdl.Schlfst.f.H.o.D.Kirchbachstr.l4,H.U. Frcundl. möbl. Zimmer zu verm. b. Ww. Ziemer, Wiencrstr. 34 II. l. 2007 2010] Zwei anständige Schlafstellen bei Diibell, Koppenstr. 48b, 3 Tr. Eine möbl. Schläfst, ist z. 1. Okt. an 2 anst. Gen. in der Manteuffelstr. z. v. Z. ersr. jetzt Forsterstr. 57 b. Fr. Gubola. Arbeitsmarkt. 2002] Wenderinnr» a. Filzpantoffeln vl. C. Müller& Schlizweg, Neue Königstraße 83, Hof links. 2003] Tischl. a. Photographie-Rahm.i. u a. d. Hanse vl. Rosenow, Schniidtstr.k 2004] Gürtler auf gesucht. P. Zürn, ironregrhänge -ebastianstr. 5. Geübte Präger und prägcrinnen finden sofort Beschäftigung bei 1976 Friedberg& Silberstein, Elisabeth-Ufer 44. 2000] Drechsler-Lehrling vcrl. Toermer. Blumenstraße 49. Einen tüchtigen, stadtkundigen Ge- schäftskutschcr, der in Möbel- oder Spiegelgeschäften thätig gewesen sein muß und mit Pferden gut nnigeht, sucht Spiegelsabrik, Hochstr. 23. 1959 1 Achtung! Nieder-Schönhausen! Grosse öffentliche Volks-Versammlung. i. Sonntag, 21. Sept., Mittags 12 Dhr, in Settekorn's„Waldsschlösschen", Lindensir. Tages-Ordnung: Unsere wirthschaftliche und politische Lage. Referent wird in der Ver- sammlung bekannt gemacht. Diskussion. Verschiedenes. 1984 Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. Genossen! Da dies die erste Volks-Versammlung, welche im Amtsbezirk Pankow stattfindet, so bittet um recht zahlreiche Betheiligung Oer Einberufer. 2. 3. Fachverein der Tischler. Für k\\ Wen imii KnWen TWezirk. Montag, den 22. September, Abends SVs Uhr, in Habel's Brauerei, Bergmann, Strasse 5— 7. Grosse Versammlung.-» T a g e s o r dn u n g: 1999 1. Vortrag:„Judenthum, Antisemitismus und Sozialismus." Referent: Herr Dr. L ii t g e n a u. 2. Diskussion. 3. Ernennung eines Bevollmächtigten und eines Protokollführers. 4. Verschiedenes. Zahlreicher Besuch ist nothwendig. Mitglieder werden ersucht, die dem fernstehend~ Verein fernstehenden Kollegen zu dieser Versammlung einzuladen. __ Der Bevollmächtigte. 1990 Versamivii&ing kl Fachvereins her Hvlz- und Brettertrüger Berlins. in 180. 1, Jountng, den 21. Septbr., Vormittags lÖVa Vhr, irr» Ccntral-Festsälen, Granienstraste Ur. Tagesordnung: Vortrag des Herrn P i r ch über:„Die Bedeutung des Achtstunden- Arbeitstages. Diskussion. Verschiedenes. Hin zahlreiches Erscheinen ersucht_ Der Vorstand. Grosse öffentliche Versammlung für W ün nt v und F r a n e Sonntag, de» 21. Septbr. 1800, Abends ÖVs Uhr, in den Central-Festsälen, Granirnstrahe Ur. 180. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn I. Türk über:„Hexenprozesse", 2. Diskussion. 3, Verschiedenes. Nach der Versammlung geselliges Beisammensein. __ Die Beauftragten. 1994 Grche ösfeittl. Bslks-BersllMülluvg für Uirdorf und Umgegend an» Sonntag, den 21. September 1890, Vormittags lOVs Uhr, im Saale des Herrn Niesegk, Bergstrasse 129. Tagesordnung: 1. Der Organisationsentwurf und der Parteitag. Referent Wilhelm Werner. 2. Diskussion. 3. Wie stellen sich die Genossen aur Beschickung des Parteitages. 4. Verschiedenes.— Es ist Pflicht der Genossen des ganzen Kreises, recht zahlreich zu erscheinen. 1927 Der Einberufer. Grosse VersammiKing d. Fachvereins d. Tischler f. d. Osten Berlins am Montag, de» 22. September, Abends 8''s Uhr, in„loel's Fest-Sälen"(früher Keller), Andreas str. 21. Tages-Ordnung: 1983 1. Vortrag über:„Unsere Entbehrung". 2. Diskussion. 3. Werkstatt- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes.— Aufnahme neuer Mitglieder. Zu dieser Versammlung werden ganz besonders die Werkstätten von Krüger, Langestr. 109, Wolter, Rüdersdorserstr. 47, und Ludwig, Fruchtstr. 54, eingeladen. Kollegen! Der Saal ist groß, die Tagesordnung� wichtig. Darum ze.gt, daß Ihr am Platze seid. Der Bevollmächtigte. Grosse Versammlung d. Fachverews d. Former »m Montag, den 22. Septbr. 1890 in Scliröders Lokal, Müllerstr. 178. i. 2. Allgevleiver Mckk-Arbeiter-Berck Kerlins und Umgegend� WP"' Versammlung für Tegel und Reinickendorf. Sonntag, den 21. September, Nachmittags 1 Uhr, im Restaurant znm„Waldschlässchen", Eichhornstraste. • Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Knauf über:„Thomas Münzer und seine Zeit. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragen. 1993 Um recht regen Besuch wird gebeten. Oer Vorstand. Fachverein der Metallarbeiter in Gas-, Wasser- und Dampf-Armaturen Sonnabend, den 20. September, Abends SVe Uhr, bei Z o m t e r, Miinzstr. II. MT Mitglieder-Versammlung,"lü Tages-Ordnung: 1. Vortrag von Herrn Paul Heitmann über:„Kapital, Arbeit und Sozialistengesetz. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. 1982 _ Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. SolidaritiitM Arbeiter! Nur Hüte, welche nebenstehende Marke unter dem Schweißleder tra- gen, bieten Garantie, daß den Berfertigem gerechter Lohn wurde! «W Kaust nur Hüte mit dieser Marke! In folgenden Geschäften sind Hüte mit Kontroimarken zu haben: H. Aerisens, Prinzenstr. 28. F. Bay, Gr. Frankfurterstr. 66. Rud. Beisse, Chausseestr. 70. E. Borgemann, Markgrafenstr. 98. 0. Böttcher, Lichtenbergerstr. 1. A. Bracklow, Lothringerstr. 27. H. Bodinius Nfg., Potsdamerstr. 129. Alb. Binn, Landsbergerstr. 43. W. Böhm, Blücherstr. 11. G. Dunsiug, Dresdenerstr. 6. A. Ernst, Barnimstr. 17. A. Fuchs, Manteufselstr. 35/36. „ Skalitzerstr. 39. Gnst. Gross, Frankfurter Allee 167. Fr. Haupt, Große Frankfurterstr. 145. H. Eggert, Krautstr. 40. P. Fraude, Müllerftr. 183. A. Kehr, Köpnickerstr. 126. G. Köpke, Prinzenstr. 60. „ Potsdamerstr. 126a. J. Kock, Kastanien-Allee 80. A. Lemke, Schönhauser Allee 138/139. 0. Liskow, Oranicnstr. 47a. A. Lissmann, Gerichtstr. 7. Arnold Lange, Brunuenstr. 136/137. H. Meissner, Nene Hochstr. 43. C. Mewes, Andreasstr. 53. A. Nauen, Wrangelstr. 99. C. Polvoigt, Bülowstr. 18.(Eingang Frobenstr. 12.) C. Rättig, Fehrbellinerstr. 88. Renz& Böhme, Oranienstr. 6. „ Potsdamerstr. 104. W. Röhricb, Frankfurter Allee 118a. A. Rossdeatscher, Waldemarstr. 63. 0. Rader, Fürstenwalderstr. 2. W. Rother, Nostizstr. 20, E. Barsch, Stralauerstr. 13—14. C. Schmidt, Köpenick, Kietzerstr. 41. W. Sy, Brunuenstr. 139. 0. Schulze, Fehrbellinerstr. 93. A. Schlegel, Brunuenstr. 33. C. Schulz, ZionLkirchplatz 6. F. Sporreuter, Poststr. 16. J. Stobey, Oranienstr. 170. Rud. Wegenor, Stromstr. 59. A. Wittenbecher, Moabit, Birkenstr. 9. W. Wille, Köpenick, Grünauerstr. 2. W. Hildebrandt, Schönhauser Allee 4. W. Zapel, Skalitzerstr. 131(neben Frister u. Roßmann). Slresemann, Reue Königstr. 11. 1978 Tages-Ordnung: Vortrag. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. Diskussion. 3. Stiftungsfest. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Die Eröffnung der Versammlung findet pünktlich 8V2 Uhr statt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Uorstand. NB. Die Kollegen werden ersucht, alle noch ansstehenden Listen Forderungen so schnell wie möglich an die Kassirer gelangen zu lassen. anderen Falle der Vorstand die Namen der Säumigen bekannt machen muß. Ebenso werden die Kollegen ersucht, die noch in ihrem Besitze befindlichen Mitgliedsbücher dem Vorstand so schnell wie möglich zu übergeben, behufs Umtausch. und Im tzttsje ösfeiltl. Sattler-VechliliiilUg von Berlin und Umgegend. Dienstag, 23. Septbr., Abends S'/e Uhr, in Jordau's Salon, Neue Griinstr. 28 Tages-Ordnung: 1905 1. Berichterstattung der am 6. August d. I. gewählten Einigungs- Kommission und eventuelle Stellungnahme. "io 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Oer Einberufer. MWcker Ucksl-Meiter-Verck S erlins nnd Umgegend. 11 Beschliessende Versammlung Montag, 22. Septbr. 1890, Ab. SVa Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstr. 28. Tages-Ordnung: 1. Beschlußfassung über eine ev. Revision des Statuts. 2. Beschlußfassung über die ferner noch zu zahlenden Unterstützungen an Ge- maßregelte vom 1. Mai. 3. Beschlußfassnng über die Angelegenheit Neuhoff nnd Günther. 4. Vereinsangelegenheiten. 5. Verschiedenes und Fragen. Um recht regen Besuch wird gebeten. 1992 Der Vorstand. Wir haben verschiedene Adressen streichen müssen, weil Beschwerden über die Gcj'chiiftsführnng bei uns eingelaufen sind. Wir bitten die Genossen dringend, den von uns veröffentlichten Geschäften Beachtung zu schenken und genau darauf zu sehen, dast dir Ularkr nicht erst beim Kaufen eingeklebt wird, was stets als Betrug zu betrachten ist. Alle Unregelmäßigkeiten bitten wir an uns zu berichten. 1981 Die Arbeiter-Koutrol-Kommissiou. I. A.: C. Kempe, Georgenkirch- Platz 8, NO. mache eine Die Arbeiter Charlottenbnrgs ich hiermit darauf aufmerksam, daß ich am 1. Oktober d. I. WM" Zeäiungs-Speditüon errichten werde. Da ich nur Arbeiterzeitungen, wie Krrliner Uaistsblatt, Volsts-Tribiinr, Mahren Ialrob, sowie die verschiedenen Gewerkschafts- blättcr verbreiten werde, so bitte um geneigteste Unterstützung. Zur Lieferung der gesammten Arbeiterliteratur:c. halte mich bestens empfohlen. Bestellungen bitte an H. Wernicke, Wilmersdorferstr. 42, 3 Tr., zu richten. 1968 _ Cari Pirch, Berlin N., Fehrbellinerstr. 46. Konkurs- lassen- Ausverkauf Fchmein kt FeileWlk. Sonntag, Vormittag 11 Uhr. Versammlung im Lokale des Herrn Meissner, Gartenstr. 162. 1977 Der Vorsts MM der Zimmerlttte. Montag, 22. d. M., Abends# M im Lokal Bülowstr. 40. Versammlung T.-O.: Die Arbeiterorganisationen- Unternehmerverbände. Rrfere W.Werner._ Gäste willkommen. Der Freie Vereinigung der m V ergolder Gewerbe beschäftigt Arbeiterinnen Berlins. Grosse Versammlunfl am Montag den 22. September, Abends 8V2 Uhr in Scheffer's Los* Jnselstr. 10. Tagesordnung: raasma* itcheu Verhältnisse. Diskussion. Aufnahme neuer Mitglieder. Verschiedenes und Fragekasten. Wir ersuchen alle Vergolder, f golderinnen und Berufsgen. zu D'Jj Versamnilung, des lehrreichen Vortrag. menen. au erfcfi einen. Gäste, wegen, zu erscheinen. Gäste, und Herren, haben Zutritt. 1961 Der VorntanO' Flcherein der LithMMe- Steins und Krrufsgenosten. Versammlung Sonntag, den 21. d. Mts.» Vormittags 10 Uhr, Weinstraße Vortrag des Herrn Wach:«r Moral und die wirthschaftlichen•3 Hältnisse. Diskussion. Verschiedene--. Gäste willkommen. Um pünktue? und zahlreiches Erscheinen bittet 1964~----- scheinen mttet. Der VorafaM* Achtung Mechaniker! Deckung der Delegist� Bons zur kosten zuni Bremer Mechanikertag � Wiesbadener Kongreß der Mechan. und Berufsgenossen Deutschlands l zu haben bei M. Schönemann, Skalüln straße 7, inr Restaurant, W. Buck' Alte Jakobstraße 78, H. Lothringerstr. 8. Die Kommission Achtung Schuhmacher Ausflug nach Schmargendorf, So» tag, d. 21. d. M., Treffpunkt, früh 8% Potsdamer Bahnhof. Treffpunkt I. Nachzügler. Schmargendorf, Um Friedrich-Garten. Betheiligung bittet I.A. E.MttM Ganverrin Herlin� Dildhaver w 1933 7. Spandlmer Drücke 7. Die Herren- und Knaben- Garderoben der Herbst- u. Winter-Saison sollen nunmehr schleunigst zu den billigsten, festen Taxpreisen ausverkauft werden. Herren-Jaqnet Anzüge, Taxe M. Herren-Rock- Anzüge, Taxe„ Herren-Winter-Paletots, Taxe„ Herren-Stoff-Hosen, Taxe„ Herren-Schlafröcke, Taxe„ Knaben-Stoffanzüge, i-e Jahr, Taxe„ Knaben-Stoffanzüge,7.i23ahre,Taxe„ Burschen-Stolfanzüge, i3.i6s.,Taxe„ 1 2,35 Stlijs-AilsMitt eiiotm billig. M solide, dantthliste Woare. Oer Verwalter. 7. Spandanrr Krncke 7. 12,50 17,50 11,50 5,85 9,50 4,25 8,40 Gewandte Personen jeden Standes, welche für unsere„Arbciter-Versiche- rung auf den Todes- und Erlebensfall, Aussteuer- und Begräbnissgeld-Versicherung für Kinder mit wöchentlicher Beitragszahlung von 10—50 Psg.) als Agenten thätig sein wollen, können sich dadurch ein gutes Nebcneinkonimen verschaffen. 1816 Schriftliche Meldungen an die Betriebsdireklion der Gesellschaft Friedrich Wilhelm, Berlin W., Vehreustr. 54. Piano eleg.kreuzs.u. gi . v. Oranicnstr. 60, Ii nt, gebr. f. 80 M. Theilz. gestattet. Moritzplatz, 1975 Dienstag, den 23. d. M., Abends 8Vs# bei Fenrrstrin, Alte Jakobstr. 7-< 1. Vortrag des Herrn Dr. Z?/ über Fortschritte in der künde". 2. Antrag Lange:„Erhöhung Lokalbeitrages." Der wichtigen Tagesordnung weg. ist es Pflicht aller Mitglieder pünkw« zu erscheinen.___ � Schlosser uv' Fachverein für Maschinenbauarbeiter Berlin8 nnd Unigegend. Sonntag, den 21. Sept., Vorm. 11 Grosse Versammlung, für Johannisthal, Köpenick nnd W gegend im Saale der Borussia Brauer� zu Nieder-Schönweide. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Wilh. Wer". über Zweck und Nutzen der Gewss schafts-Organisation. 2. Diskustw� 3. Aufnahme neuer Mitglieder Entrichtung der Beiträge. 4. yv, schiedenes und Fragekasten. Pi% sümmtlicher Kollegen ist es, in DjsL Versammlung zu erscheinen. Der Uorstan� willkommen. Zum Roth. Cylillderh« __ Nur' Hüte"MU l526ä mit Wciln-Kl!»tr«l«kt. Aiiijkchcht 131, X und RoßmaN� Wilhelm Zapel, Huimacher. Cigcarren und Tabake. B. Stabernack, Wrangelstr. 86.| Soeben erschien: Snddrntfchrr UostMon Ur. 0. Wiederverkä'' käufern hoher Rabatt. R. Kohlhardt, Mariannenstraße 34. Verantwortlicher Redakteur: Curt Knabe in Berlin. Drnck und Verlag von Mar Sading in Berlin 8W., Beuthstraße 2. »Hi