Fr SSO. Ko««ti»g, den 21. September 1890. V. Jahrg. n: SerlimV Organ für die Znterefsen der Arbeiter. w f« i' ii BC .., Das„Berliner Bolksblatt" Weint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. Abonnementspreis für Berlin frei �® Haus vierteljährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3,30 Mark pro Duartal. j.(Eingetragen in der Postzeiiungspreislistc für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) »nttv Krrnzbinid, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oesterreich-Ungarn _ 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr � �,, beträgt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für VeremS- und Versammlung- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags rn der Expedition, Berlin SW., Bentkstrabe 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur. ohne Erhöhung deS V reifes, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittaas und von 8—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -, Fernsprecher: Amt VI. Ur. 410».«- Vrdnükion: VoukMvkttze S.— Exprdikion: 3. un» iik« M € »> Sil"' t i > tt ♦ llhb S.. % IS IV' W itw m Die veeufsntiiHigen SteeilrQgitQtoeen. Der bestgehaßte und in den Augen des„Arbeitgeber- lyttms" schrecklichste Mensch ist unstreitig der„berufs- Mige Streikagitatar". Ihn könnte wohl der„fein- luhligste, hochgebildete und arbeiterfreundlichste" Unter- Rehmer viertheileu, rädern oder sonst auf angenehnte humane "st foltern sehen, ohne daß er dabei etwas anderes als luße Genugthuung und eine wohlthuende Befriedigung °">pfände. Allein nicht blos das Unternehmerthum, son- iern auch die großen und kleinen Staatsmänner und im übrigen mehr oder weniger alle Organe des sittlichen und �rechten Staates empfinden den gleichen Haß und Ab- die gleiche Gefühl- und Rücksichtslosigkeit gegen den Streikmacher von Beruf. Das sittliche, von Entrüstung "lesende Pathos des kleinen Vetters des großen Mannes, Dämlich Puttkamer's, mit dem er im Reichstage s. Z. gegen °se niederträchtigen Streikagitatoren loszog und alle Schlechtigkeiten der Welt ihnen aufbürdete, ist wohl auch l» weiteren Kreisen der deutscheu Arbeiter noch ziemlich Unvergessen. Den gleichen Geist athmet die gesammte Ärgerliche Presse und so kann man in der That sagen, "tß der Streikagitator unter allen seinen Mitbürgern und uuch selbst unter seinen Genossen der bestgehaßte und meist- Erfolgte Hann ist. . Wo sind sie nun aber, diese„berufsmäßige n �treikagitatore n", diese Leute, die das ganze vflhr nichts anderes thun, als Arbeitseinstellungen ins Art zu setzen und sich dabei von den für die streikenden weiter gesammelten Gelder ihren H e tz e r l o h n aus- Wen lassen und damit ein flottes Leben führen, s i ch �uf Kosten der Arbeiter mästen? Wir haben u°ch niemals von unseren Gegnern N a m e n gehört, auch �»ttkamer entrüstete sich blos ministerlich und räsonnirte im �gemeinen— aber er nannte keine Namen. Diese �gemein gehaltene Schimpferei ruft bei dem /ritisch- Unkenden Beobachter den Eindruck hervor, daß die ganze Entrüstung hohler Schwindel ist und als solcher jeder ehr- und positiven Grundlage ermangelt. Wir haben in That trotz ziemlich umfangreicher Kenntniß der beut- lchen Arbeitebbewegung bis dato noch keinen einzigen be- �ssmäßigen Streikagitator kennen gelernt. Jede Arbeits- Zustellung hat unzweifelhaft einen oder auch mehrere Leiter 27 Rädelsführer nennen sie wohl die Gegner— an der spitze. Leute, denen ihre Mitarbeiter volles Zutrauen lchenken und sie zu ihren Führern oder Vertrauensleuten Zählen. Ist der Konflikt beendet, so geht dieser„Streik- Agitator" so gut wieder an die Arbeit— vorausgesetzt, "»chd JantUIciou. tun oevbotci!.)■ (4 Eine Unglückliche. � �, Erzählung von Iwan Turgenjew. sick, �unitscharen-Musik! Pcha!(Jivan Denijanitsch wischte "itlil■ Stirn mit seinem Tuche.) Uebrigcns habe ich das kbe m®eäu(5 aus Sie gesagt, Susanna Jwauowiia; Sic gut gespielt, und meine Bemerkungen dürfen Sic � beleidigen." Sil?"�'lt J�dcr hat seinen eigenen Geschmack," sagte >l„?Una mit leiser Stimme, und ihre Lippen bebten;— so Was Ihre Bemerkungen anbetrifft, Iwan Demjanitsch, tz.iw.,sen Sie wohl, daß mich dieselben nicht beleidigen in" � freilich! Denken Sie nur nicht," wandte sich Ratsch —„denken Sie nur ja nicht, geehrtester Herr, daß r* 1� Q..... rtii2 " 110!- uh!- OXt'..y-ri' I' S°uf Russisch sagt, inid keine Kritik sich bis zu uns ver- Mn kann. Eigenliebe, mein werther Herr, Eigenliebe "«ns, ja, ja!" .„„Nicht ohne Bestiirzung hörte ich Hcinm Ratsch an. ,i?e' Pstige Gaste kochte"in jedem seuler Worte... Sie in- lange angesanimelt, sie erstickte ihn. Er versuchte _,?:rade mit dem gewöhnlichen Lachen zu schließen, und -Wüstete nur krampfhaft und heiser. Susanna hatte ihm � ein einziges Wort geantwortet: sie schüttelte nur den daß er solche wieder erhält—, wie seine übrigen Kollegen. Daß es Arbeiter, Sozialdemokraten geben soll, die das ganze Jahr gewerbsmäßig vor Ort zu Ort ziehen und da die Schneider, dort die Schuhmacher und an einem dritten Platze die Schlosser zur Arbeitseinstellung ver- anlassen— ein solch' ungeheuerliches Phantasiestück konnte nur den krankhasten Gehirnen der durch die Arbeiter- beivegung überhaupt völlig aus dem Häuschen gebrachten großen und kleinen Bourgeoisie entspringen. Es giebt in Wirklichkeit weder herumziehende noch an irgend einem Orte dauernd wohnende Streikagitatoren, diese sonderbare Spezies von Aposteln existirt im wirklichen Leben nicht. Würden sie existiren, so müßte man ihre Nauien kennen und bei öffentlich publizirten Abrechnungen über Streikgelder müßte doch dasH o n o r a r fürdie Streik- apostel zum Vorschein kommen. Allein nirgends findet sich eine Spur von der Existenz dieser gemeingefährlichen Menscheil vor, sie sind nur in der Einbildung unserer Gegner vor- handen. Um jedoch diese immer wiederkehrende Behauptung gründlich zu widerlegen, haben wir in mehreren deutschen Gewerkschaftsblättern die Berichte und Abrechnungen über stattgehabte Streiks verfolgt und mit diesen Zahlen hoffen wir die verleumderischen Phrasen der Arbeiterfeinde auf ihren Uliwerth zurückführen zu können. In Nr. 20 der„Berliner T a p e z i r e r- Z e i t u n g" von 1889 finden wir die Abrechnung über den T a p e z i r e r st r e i k in Posen. Die Einnahmen an Unterstützungsgeldern betrug 589,25 M., die Ausgabe 391,50 M., demnach ergab sich ein Restbetrag von 140,75 M. Nr. 3 des„Glaser" von 1889 enthält die Abrechnung über den Glaserstreik in S t u t t g a r t. Die Einnahme an Unterstützungsgeldern bezifferte sich auf 901,57 M., in der spezifizirten Ausgabe werden folgende Ausgaben aufgeführt: Unterstützung für streikende Kollegen 771,50, an Zugereiste 30,20, für Schreibmaterialien, Inserate, Porto?c. 84,38, zusammen 880,08, verbleibt ein Ucberschuß von 15,49 M. Ueber den Offen- b a ch e r F e i l e n h a u e r st r e i k enthält die Nr. 32 der „Metallarbeiter-Zeitung" von 1890 folgende Abrechnung: Einnahme 1 1 14,30 M. Ausgabe: Unterstützung der Streikenden 900, Schreibmaterialien, Porto:c. 28, für Listen(Druck) 5, an Durchreisende und Abgereiste 175, zusammen 1114, so daß ein Ucberschuß von 30 Pf. verbleibt. Die Nr. 35 desselben Blattes bringt die Abreclff nniig über den F o r m erstreit in B e v(in, der vom 28. April bis I.August dauerte. Die Einnahme be- trägt 13 542,00; in der Ausgabe werden auf- geführt: Uuterstütznug der Streikenden 11 707,05, Rciseunterstützung 271,80, Porto und Depeschen 120,42, Kopf, erhob das Gesicht, faßte sich mit beiden Händen an die Ellenbogen, und fixirte ihn scharf. In der Tiefe ihrer nnbeiveglichcn, eriveiterren Augen glimmte altgcivohntcr Haß mit dunklem, unauslöschlichem Feuer. „Sie gehören zu zivci verschiedenen musikalischen Gc- schlechtem," sing ich mit möglichster Ungezwungenheit an, indem ich durch diese Ungezwungenheit zu verstehen geben wollte, daß ich nichts bemerkt habe;—„darum ist nicht zu verwundern, daß Sie in Ihren Ansichten nicht überein- stimmen..... Aber, Iwan Demjanitsch, Sie werden mir gestatten, mich auf die Seite des jüngeren Geschlechts zu stellen. Ich bin freilich nur Laie; aber ich gestehe, daß noch Nichts in der Musik einen solchen Eindruck auf mich gemacht hat, wie... wie das, was Snsauna Jwanowna uns so- eben vorgespielt hat." Ratsch ivarf sich mir plötzlich ans. „Und warum glauben Sie," schrie er, noch ganz roth vom Husten,—„daß wir Sie für unser Lager zu werben wünschen?(Er sagte das Wort Lager ans Deutsch). Wir bedürfen dessen durchaus nicht. Dem Freien seinen Willen: dem Gefangenen— Rettung! Aber, was die beiden mnsi- kalischen Geschlechter anbetrifft, so ist das richtig; uns Alten ist es überhaupt schwer, mit der Jugend zu leben, sehr schwer! Unsere Ansichten stimmen in gar Nichts überein; weder in der Kunst, noch im Leben, nicht einmal in der Moral. Nicht wahr, Susanna Jwanowna?" Susanna antwortete mit verächtlicher Ironie: „Wie Sie sagen," antwortete sie;— besonders in Be- zng auf die Moral stimmen unsere Ansichten nicht, und können nicht zusammen stimmen," und etwas Finsteres lief über ihre Züge hin, und ihre Lippen bebten leise. „Freilich, freilich!" unterbrach sie Ratsch,—„ich bin kein Agitation 117,75, Unkosten und Entschädigung 300,45, Darlehen 240, Kongreßkosten 70, Gerichtskosten 47,47, Drucksachen 229, Schreibmaterial 32,27, zusammen 13 202,81 M., verbleibt ein Ueberschuß von 339,79 M.. In Nr. 31 der„Neuen Tischler- Ztg." von 1890 ist diei Abrechnung über den T i s ch l e r st r e i k in M a g d e- bürg enthalten. Die Einnahme figurirt mit 493 M.; ausgegeben wurden an Streikunterstützung 141,55, an Zugereiste 9,70, Drucksachen 15,30, Porto, Schreibmaterialien u. s. w. 10,73, zusammen 177,28 M., verbleibt ein Ueber- schuß von 315,72 M. Davon wurden später 202,80 M. nach Hamburg gesandt, so daß am Orte immer noch ein Nestbetrag von 112,92 M. verblieb. Nr. 33 des gleichen Blattes veröffentlicht die Abrechnung über die Geldsamm- lungen der Hamburger K o r b m a ch e r. Die Ein- nähme beträgt 472,75 M.; ausgegeben wurde: Unterstützung nach Brandenburg 223,25, dito nach Chemnitz 43,49, nach Hannover 30,32, nach Halle a. S. 30,32, Arbeitslosenunterstützung 75,10, Papier zu Sammellisten 1,20, der Hauptkasse überwiesen 8,99, zusammen 472,75 M. Die Bilanz zeigt, daß die Einnahmen bis auf den letzten Pfennig ausgegeben wurden. Das nämliche Blatt publizirt in seiner Nr. 35 die Abrechnung über den T i s ch l e r st r e i k in E l m s h o r n. Die Einnahme be- trägt 981,10 M.; verausgabt wurden an Streikunter- stützuug 782,82, Reiseunterstützung 30,75, Papier, Porto, Inserate 9,70, Agitation und H e r b e r g s- k o n t r o l e 13,90, Unterstützung an abreisende Streikende 10,90, zusammen 800,05, bleibt Ueberschuß 121,05 M., davon sind an den Z e n t r a l st r e i k f o n d s(in Stutt- gart) 100 M. zurück geschickt worden, so daß am Orte noch 21,05 M. verblieben. Ueber den Schuhmacher- streik in B u r g bringt die Nr. 29 des„Schuhmacher- Fachblatt" die Abrechnung. Eingenommen wurden 458,08 M.; ausgegeben für Streikende, 29 Mann ö. 8 M. — 232, 4 Mann ä. 9— 30, 1 Mann 10, 13 Mann ä. 6 = 78, 1 Mann 3, 1 Mann 4,50, Inserat 4. Porto 1,50, nach Brandenburg gesandt 75, zusammen 444 M., Ueberschuß 15,08 M. Die Nr. 30 desselben Blattes von 1890 enthält die Abrechnung über den Schuhmacher- streik in Charlottenburg. Einnahme 298 M., Ausgabe; Streikunterstützung 233, Drucksachen, Inserate u. s. w. 40,85, Abgereiste 14,50, sonstige Ausgaben 3,45, zusammen 297,40, Ueberschuß 00 Pf. Die Nr. 31 des gleichen Fachblattes enthält Abrechnung über die S ch u h m a ch e r st r e i k s in Pegau, Altona und W e i ß e n f e l s. In Pegau betrug die Einnahme 957,57 M.; Ausgabe: Streikunterstützung 944, Porto, Papier ec. 8,84, zusammen 952,84 M., bleibt Ueberschuß 4,91 M. Weißenfels. Einnahme: 2004,00 M.; Philosoph! Ich verstehe nicht... mich so hoch zu stellen! Ich bin ein einfacher Mensch, ein Sklave der Vorurtheile." Snsauna lächelte wieder. „Mir scheint, Iwan Demjanitsch, daß auch Sie es einst verstanden haben, sich über das zu stellen, was man Vor- nrtheile nennt." „Wie so? Wie meinen Sie das? Ich verstehe Sie nicht." „Sie verstehen mich nicht? Sind Sie so vergeßlich?" „Ich.. ich.." stammelte er.—„Ich.." „Ja, Sie, Herr Ratsch." Es folgte ein kurzes Stillschweigen. „Erlauben Sie mir aber doch, erlauben Sir mir," fing Herr.Ratsch an,—„wie können Sie es wagen..." Susanna richtete sich plötzlich in ihrer ganzen Höhe auf und fuhr mit den Fingern über ihre Ellenbogen hin, ohne die Hände von denselben wegzunehmen; sie preßte sie fest an sich und blieb vor Ratsch stehen. Sie ging ans ihn zu, als wenn sie ihn zum Kampfe aufforderte. Ihr Gesicht war verwandelt, plötzlich, in einem Augenblicke, war es hübsch und schrecklich zugleich geworden: ihre dunklen Augen er- glänzten in einem frohen, kalten, stählernen Glänze; die soeben noch bebenden Lippen waren in eine gerade, un- erbittlich strenge Linie zusammengepreßt. Susanna hatte Ratsch zum Kampfe anfgernfen, dieser aber sah sich in sie fest, wie man zu sagen pflegt, verstummte und fiel zusammen wie ein Sack; sein Kopf versank zwischen den Schultern, und er zog sogar die Füße ein. Ter„Veteran" aus dem Jahre 12 war in Furcht gejagt, darüber konnte kein Zweifel obwalten.' Snsanna blickte langsam von ihm zu mir auf, als wollte sie mich zum Zeugen ihres Sieges und der Erniedri- Ausgabe: Unterstützung 1. Woche an 204 Verheirathete von 5—9, zusammen 1320,00, Gl Ledige 3— 183, 2. Woche an 81 Verheirathete und Ledige 331,35, an 23 Abgereiste 65,10, an 17 Zugereiste 8,50, Reise zweier Kollegen nach Gotha 10,05, Reise nach Grätzsch 8, In- serate, Drucksachen, Depeschen, Schreibmaterialien 43,50, Entschädigung der Streikkommission 28,50, zusammen 2004,60 M., so daß sich die Ausgabe vollständig mit der Einnahme deckt. In Altona betrug die Einnahme 3206 M.; Ausgabe: Streikunterstützung 794,90, Reiseunterstützung 115,80, für Einsammeln der Beiträge 92,50, Lohnkommission 313,90, Zentral-Lohnkommission 14,98, Drucksachen, Inserate, Porto, Schreibmaterialien 409,20, nach Bergedorf 100, Harburg 550, Altona 450, Ottensen 150(zur Unterstützung von Streikenden in diesen Orten), zusanimen 2991,28 M., Ueberschuß 214,72 M. Nr. 33 berichtet über den Schuhmacher streik in Frank- furt am Main. Einnahme: 2184,42 M.; Ausgabe: Streikunterstützung 2150,71, kleine Ausgaben 27,7t, Summa 2184,42 M. In mehreren Gewerben haben die Arbeiter einen ihrer Berufsgenossen als Z e n t r a l- V e r t r a u e n s m a n n eingesetzt, an den alle zu gewerkschaftlichen Zwecken ge- sammelten Gelder eingesandt werden, der damit seinerseits einen Unterstützungsfond gründet, aus dem nicht allein Streiks unterstützt, sondern den Kollegen auch in anderen Nothfällen Hilfe zugewandt werden kann. Bei den Tischlern ist bekanntlich der bezügliche Vertrauensmann Herr Kloß in Stuttgart, bei den Schuhmachern Herr Bock in Gotha. Diese Personen müßten nun die eigentlichen „berufsmäßigen Streikagitatore n" fein; allein ihr Vertrauensamt ist gerade deshalb gegründet worden, um die Streiks möglich st zn ver- hindern. Nur unter Zustimmung des Vertrauens- mannes und nachdem demselben zuvor in einem über- sichtlichen Berichte die Situation klargelegt worden, darf in einen Streik eingetreten werden. Gewöhnlich sucht der Vertrauensmann zuerst zwischen beiden Theilen zu vermitteln und durch friedliche Einigung den Streitfall beizulegen und eine Arbeitseinstellung hint- anzuhalten. Nur dann, wenn diese Friedensmission scheitert und die Forderungen der Arbeiter voni Vertrauens- mann für berechtigt erklärt werden, kann die Arbeit nieder- gelegt iverden. Diese Vertrauensmänner sind aber durch- aus nicht als solche besoldet, sondern sie haben die ihnen übertragene Funktion als Ehrenamt, das es auch in der That ist, auszuüben, und über den von ihnen ver- walteten Fonds gewissenhaft öffentliche Rechnung abzulegen. Eine solche öffentliche Rechnungslegung sei nun ebenfalls hierhergesetzt. In Nr. 32 des„Schuhmacher-Fachblattes" ist eine solche für die Zeit vom 1. bis 31. Juli 1890— es wird monatlich öffentlich abgerechnet— enthalten. Die vollständig detaillirten Einnahmen ergaben die Summe von 1819,86 M.; Ausgaben: Rahna in Mecklenburg, Streikunterstützung an Grevesmühl(Adressat) 60,20 M., Frankfurt a. O. Fischer, Brief 10 Pf., Neumarkt in Schlesien, Friese 10 Pf., Ladenburg, Rau, Brief 10 Pf., Neumarkt i. Schl., H. Friese, Streikunterstützung 200,40 M., Depesche von Halle nach Nordhausen(Absender Gäbler) 0,60, 30 Bestellgelder � 5 Pf.— 1,50, Summa 253 M., bleibt Kassenbestand 1566,86 M. Wie hier, so ist auch in den angeführten eigentlichen Streikabrechnungen keine Rede von einer Ausgabe für„be- rufsmäßige Streikagitatoren." Sie existiren wie so manches andere der Arbeiterbewegung Zugeschriebene thatsächlich nur in der Einbildung unserer Gegner, die so ziemlich ohne Ausnahme durch völlige Unwissenheit über die innere Organisation der Arbeiterbewegung glänzen, trotz- dem sie reichlich Gelegenheit hätten, sich in der öffentlich erscheinenden Arbeiterpresse aufs Genaueste zu informiren. Das halten unsere Gegner meistens für überflüssig und so schimpfen und erfinden und verleumden sie, unbeirrt durch alle Widerlegungen fort auf Kosten der Arbeiterbewegung, und sie werden daher auch die„berufsmäßigen Streik- agitatoren"— diese unficht- und unfaßbaren'Geister— noch fernerhin zu beliebigem Gebrauch auf Lager halten. )) (( ) gung ihres Feindes machen, und ging, zum letzten Male spöttisch lächelnd, zum Zimmer hinaus. Der Veteran vlieb einige Zeit unbeweglich in seinem Sessel: dann stand er auf, als sei ihm die vergessene Rolle wieder eingefallen, gab mir einen Schlag auf die Schulter und brach in eines seiner schallendsten Gelächter aus. „Schauen Sie einmal! Ha— ha— ha!— Das ist doch nicht das erste Jahrzehnt, welches ich mit diesem Fräulein verlebe, und sie kann noch nicht unterscheiden, wann ich einen Spaß mache, und wann ich im Ernste rede! Und auch Sie, mein Verehrtester, scheinen zn zweifeln... Ha — ha— ha! Das beweist mir, daß Sie den alten Ratsch noch nicht kennen!" Nein... jetzt kenne ich Dich, dachte ich, nicht ohne Schrecken und Abscheu. „Sie kennen den Alten nicht, kennen ihn nicht!" wiederholte er, sich den Leib streichelnd und mich ins Vor- zimmer begleitend.—„Ich bin ein schwerfälliger, gc- schlagencr Mann, ha— ha! Aber ein guter Mensch! Bei Gott!" Ich stürzte Hals über Kopf von der Treppe auf die Straße, um so schnell wie möglich von diesem„guten Menschen" fortznko unnen. Vierzehntes 5? a p i t e l. „Daß diese Beiden einander hassen, ist klar," dachte ich, während ich nach Hause ging,—„und es unterliegt auch keinem Zweifel, daß er ein schändlicher Mensch und sie ein braves Mädchen ist. Aber, ivas ist zwischen ihnen vor- gefallen? Was ist die Ursache dieser fortwährenden Erbitte- rnng? Was ist der Sinn dieser versteckten Anspielungen? Wie unerwartet das losbrach! Und durch welch unbedeutende Veranlassung!"..,.. Am Tage darauf begab ich mich mit Fustosf ms Theater, um Sschtschepkin in„Kummer durch Verstand", jenem Schauspiel Gribojedofi's zn sehen, welches damals eben erst die Zensur passirt hatte, nachdem es zuvor durch dieselbe beschnitten und verstümmelt worden war. Wir klatschten Famussoff und Skalosuboff lebhaften Beifall zu Ich weiß nicht mehr, wer die Rolle Tschatzky's spielte; aber „Wenn das sozialdemokratische Ideal verwirklicht und einst einein jeden Menschen die Existenz garantirt wäre, würde— günstigenfalls— die Menschheit in ein träges Phäakenthum ver- sinken; der Antrieb der Fortentwickelung, den nur die freie Konkurrenz giebt, würde aufhören— Wissenschaft und Kunst gingen zu Grunde und nur der niederste Sinneskultus würde blühen." So wird uns oft von Anhängern der heiligen Ausbeuter- ordnung entgegengehalten. Und die Afterwissenschaft holt sich sogar die Begründung dieses Einwandes in der Darwin'schen Lehre vom„Kampf ums Dasein", ohne den unsere Kultur nicht denkbar sei. Daß ohne den„Kampf ums Dasein", von dem die freie Konkurrenz nur eine Abart ist, unsere heutige Kultur nicht denk- bar wäre, muß unbedingt zugestanden werden. Allein, was beweist dies? Daß der Mensch einen Theil der organischen Natur aus- macht, daß er mit den übrigen organischen Wesen, namentlich der Thierwclt, durch gemeinsanie Entivickelungsgesetze verbunden ist. Nichts weiter. Der Mensch— und gerade durch Darwin ist dies über jeden Zweifel erhoben worden— hat sich aus der Thierwelt zu dem, was er jetzt ist, emporschwingen müssen, und genau in dem Maße, in welchem er der Thierwelt entwuchs und zum Menschenthun. vorschritt, hat er auch den„Kampf ums Dasein" gemildert und eingeschränkt. Die ersten Anfänge der Gesellschaftsbildung sind auf das Be- dürfniß der Milderung des„Kampfes ums Dasein" zurückzuführe». „Kampf ums Dasein" heißt Krieg Aller gegen Alle. Und als die Menschen zu begreisen anfingen, Vaß das Leben Werth habe, und daß es ein schlechtes Geschäft sei, sich untereinander todtzuschlagen, kamen sie— freilich ohne den mythischen Gesellschastsvertrag des guten Jean Jacques Rousseau— auf den Gedanken, den „Kampf ums Dasein" einzuschränken: und das durch die Bildung von Gruppen(Familienverbände, Clane:c.)p innerhalb deren der „Kampf ums Dasein" aufgehoben war. Der'Angehörige einer Gruppe durfte kein Mitglied in der- selben Gruppe todlschlagen; er mußte seine Neigungen zu Blut- vergießen und Menschenfresserei(der unsere biederen Vorvorfahren ja unstreitig allesammt gehuldigt haben) außerhalb seiner Gruppe befriedigen. Die Gruppen wurden größer und größer— der Familien- verband, der Clan, erweiterte sich allmälig zum Stainm— und je größer die Gruppen wurden, auf desto umfangreicheren Ge- bieten wurde der Kampf ums Dasein beschränkt. Tie Gesellschaft ist also die direkte Verneinung des „Kampfes ums Dasein"; und der Staat, welcher nichts anderes ist, als die fest organisirte Gesellschaft, hat deshalb zu allen Zeiten und bei allen Völkern den„Kampf ums Dasein" aufzuheben gesucht. Die Gesetze der barbarischen und uns bekannten Staaten ver- bieten das gegenseitige Todlschlagen; und unter de» modernen ktultnrstaaten ist kein einziger, der den„Kampf ums Dasein" in seiner rohesten primitivsten Form: d. h., daß man jeden, der einem hindernd im Wege steht, einfach aus dem Wege schafft(ein für die Kulturgeschichte sehr bezeichnender Ausdruck), nicht mit den strengen Strafen des Gesetzbuches belegt hätte. Angesichts dieser Thatsache ist es eine Unverschämtheit, den „Kampf ums Dasein" als Existenzbedingungen der Menschheit hinzustellen. ES ist wahr, der„Kampf ums Dasein" hat im Lause der historischen Entwickelung Formen angenommen, welche der Staat und die Gesellschaft sanktionirt haben; indes; das beweist bloß, daß unsere Kultur noch sehr unvollkommen ist, und daß Staat und Gesellschaft wie nothwendig, der Ausdruck dieser unvollkommenen Kultur sind. � In der heutigen Gesellschaft äußert sich der„Kampf ums Dasein" als„freie Konkurrenz", als Individualismus und Kapitalismus und hat in dieser Form die gesetzliche Weihe des Staats, der damit zum„Klassenstaat" wird. Das ist aber nur eine vorübergehende Entwickelungsphasc; und im staatlichen, wie im gesellschaftlichen Organismus regen sich stets kräftig hervortretende Elemente, welche auf Beseitigung des„Kampfes ums Dasein" auch in der ökonomischen Form der freien Konkurrenz drängen— Elemente, deren rapider Machtzu- wachs ihren Sieg verbürgt. Die Aufhebung des Kampfes um das Dasein, das ist eben der Sozialismus. Indem wir so gezeigt haben, daß aller menschliche *)„Phäaken" ist der Name für eine mythische Völkerschaft, die nach den» alten griechischen Dichter Homer ein überaus glück- liches und frohes Leben führte. ich erinnere mich noch sehr gut, daß der Schauspieler un- aussp rechlich schlecht mar; er erschien zuerst in einem ungarischen Rocke und Stiefeln mit Quasten, und dann in einem Fracke von der damals modischen Farbe„Hamme de prmch", und dieser Frack paßte ihm, wie unserem alten Haushofmeister. Ich erinnerte mich, daß der Ball im dritten Akte uns in Entzücken versetzte. Obgleich wahrscheinlich Niemand jemals solche Pas macht, so war das doch so an- genommen, und wird, glaube ich, bis jetzt noch in derselben Weise ausgeführt. Einer der Gäste sprang besonders hoch, wobei seine Perrücke nach allen Seiten auseinander geweht und das Publikum in helles Lachen versetzt wurde. Im Hinausgehen aus dem Theater stießen wir im Korridor auf Fictor. „Sie waren im Theater?" rief er, die Hände zu- sammenschlagend.—„Wie kommt eS, daß ich Sie nicht ge- sehen habe?" Es freut mich sehr, Ihnen begegnet zn sein. Sie müssen jedenfalls mit nur sonpiren. Kommen Sie. Ich halte Sie frei!" Ter junge Ratsch schien in einem aufgeregten, fast ent- zückten Zustande zu sein. Seine kleinen Augen blickten un- stät umher, er lächelte und rothe Flecken waren auf seinem Gesicht hervorgetreten. „Ist Ihnen eine Freude begegnet?" fragte ihn Fustoss. „Eine Frende? Wollen Sie Ihre Neugierde be- friedigen?" Fictor führte uns ein wenig auf die Seite, zog einen ganzen Packen von den damaligen rothen und blauen Banknoten aus der Hosentasche und ließ sie in der Luft flattern. Fustoff verwunderte sich. „Ist Ihr Vater so freigebig geivesen?" Fictor lachte auf. „Da haben Sie gut gerathen! Freilich! Der hält seine Tasche gut..... Auf Ihre Vermittelung hoffend-, bat ich ihn heute um Geld. Was glauben Sie, was mir der Knicker antwortete? Ich will Dir Deine Schulden meinet- wegen zahlen inklusive 23 Rubel Silber! Hören Sie in- klusive!— Nein, meine werthen Herren, dieses Geld hat mir Fortschritt auf Einschränkung deZ Kampfes um das Dasein schließlich auf dessen Beseitigung hinansläust, haben nur aua> alberne, die geschichtliche Wahrheit auf den Kopf stck" �> Häuptling, daß der menschliche Fortschritt durch den* ums Dasein bedingt, ohne ihn nicht möglich sei, zur Ge wiederholt. Doch ein Wort noch über den an der Spitze dieses AN formillirten Einwand., t „Wenn der Mensch nicht mehr den Hungertod vor« 9 habe, werde er nicht mehr vorwärts streben, denn es feiste v dann jeglicher Antrieb.".. Ist das richtig? Haben die Herren Bourgeois recht m» Phäakenthum? Scheinbar bis zu einem gewissen Punkt® dings. Wenn wir uns unsere herrschenden Klassen betrau)' das Leben, welches viele Angehörige derselben führen, ihre ecs>h,. liche Denklosigkeit und Denkfaulheit, dann freilich scheint auf... ersten Blick jener Einwand nicht unberechtigt. Verglichen nn Tausenden und Abertausenden von vornehmen und reichen aw, gängern, welche in den obersten Gesellschaftsschichten zu stu sind und keine Müßiggänger sein könnten, wenn sie nicht ererbtes oder direkt gestohlenes Eigenthum vom Kamps um Dasein emanzipirt mären— verglichen mit diesen Phaaren� falten die ärmeren, d.h. arbeitenden Klassen, die mitten nn„N um das Dasein" stehen, jedenfalls ein weit höheres geisüges<- und kulturelles Streben.__ Aber daß diese vornehmen„Phäaken" den Sorgen. Nöthen des Kampfes um das Dasein entrückt sind— das'I. nicht, waS sie zu Müßiggängern macht, sondern der Umstano, sie nicht arbeiten._ Im sozialistischen Staat, der die Arbeit zum Recht uno Z Pflicht Aller erhebt, fällt aber dieses Moment weg, wen l arbeiten muß. Oder glauben die Herren Bourgeois etwa, die Gestcher v der Existenz, welche der Sozialismus will, sei unerträglich frischem, schwungkräftigem Vorwärtsstreben?_„ � Das Leben des Mannes, dem unsere Gegner die Waffe. „Kauipscs um das Dasein" entlehnt haben, ist das schlagende spiel des Gegentheils. Darwin, der bahnbrechende Unnvälzer der Naturwiffenich der gewaltigste Vertreter der naturalistischen Weltanschauung dieser Mann, dessen Fleiß und Scharfsinn ebenso beivunde werth sind wie die Ausdehnung seines Geistes, und dcii, Leistungen sowohl ihrer Bedeutung als ihrem Umfange nach> Staunen jedes Urtheilsfähigen erregen; wohlan, hatte die Gesicherthell der Existenz. Sohn sehr reicher ü» hatte er nie den„Kampf um das Dasein" zu kämpfen. gleich er für seine wissenschaftlichen Arbeiten weit mehr gegeben als eingenommen hat, hinterließ er ein Vermögen 140 000 Pfund Sterling— 2 800 000 Mark. Nach der Bourgeoistheorie hätte Darwin ein„Phäakenlev führen müssen, weil ihm„der Stachel der„Noch" und der«SP des Eriverbs" fehlte! Mit hundertmal mehr Recht können wir behaupten, Daw würde nie und nimmermehr das haben leisten können, wo» geleistet hat, tvenn er nicht eine gesicherte Existenz gehabt ya Und soviel steht fest, wäre er, mit allen seinen herrlichen � lagen, als Proletarier geboren, wäre tausend gegen eins zu wen. daß er seine Anlagen niemals hätte ausbilden können und ei verhungert wäre. Neben Darwin könnten wir noch Goethe und Hunib anführen, die ebenfalls vom„Kampf ums Dasein" völlig T berührt waren und— ihre umfassende, harmonische und hw% ragende Entwickelung wesentlich diesem Umstände zu verdau hatten.„.« Bringt man Goethe, den reichen Patrizier, in Parallele Schiller, dem armen Soldatenkind, der sein ganzes Leben% durch die Segnungen des Kampfes um das Dasein zu.kosten — und man wird die kolossalen Vortheile, welche die heit der Existenz bietet, mit Händen greifen können. Wie immer drehen unsere Gegner die Wahrheit um; die Unsicherheit der Existenz ist es, welche die Anlagen aus Kunst und Wissenschaft fördert— nur bei gesicherter ExisteNJl ein höheres geistiges Leben möglich. Und weit entfernt, den turfortschritt der Menschheit zu hemmen, wird ein Gefells ch� zustand, welcher jedem Individuum eine gesicherte Existenz die Mittel zur Ausbildung aller seiner Fähigkeiten bietet, Kulturfortschritt der Menschheit, welcher heute dadurch, daß, ungeheure Mehrzahl der Mensche» keine gesicherte Existenz h keine Möglichkeit der Ausbildung hat, mit Bleigewichten gehalten wird, in außerordentlichem Grade beschleunigt. („Hamb. Echo".) i�cu'refpottdenjeu. Mailand, den 18. September. Der hier jufammengetreie; Bücke rkongreß füllt die ersten Tage seiner Äerathungen der Aufstellung eines Verbandstatuts ads, nach welchem?, straffe Organisation aller Bäcker Ober- und Mittelitaliens', Leben gerufen werden soll. Die Hauptberathungen, in denen w II- Verlassenem Gott gesandt! Der Zufall hat es mir in Hände gespielt." „So haben Sie Jemand beraubt?" sagte Fustoff achtsam. Fictor runzelte die Stirn. � „Ach tvas, beraubt! Gewonnen habe ich es, geivonvs von einem Gardeoffizier. Er war gestern erst ans Po bnrg angekommen. Und welch ein Zusammenfluß von% Ihnen das zu erzäh� ll'c ständen! Es ist der Mühe werth, Ihnen das zn erza> ... aber hier geht es nicht. Kommen Sie zu Jar, es sind v zwei Schritte. Ich habe es gesagt: ich halte Sie ftci!', Wir hätten vielleicht absagen sollen; aber wir gi»£r ohne etwas dagegen einzuwenden. Fünfzehntes Kapitel. Bei Jar führte man uns in ein besonderes ZimM� man trug ein Nachtessen und Champagner auf. Fictor zählte uns mit allen Einzelnheiten, wie er in einem. genehmen Hause jenem Gardeoffizier, einem lieben Mensdr aus guter Familie, aber mit wenig Verstand im Kopfe,% gcgnet sei; wie sie miteinander bekannt geworden seien, � er, d. h. der Offizier, darauf gekommen sei, ihm, Fi zum Scherze vorzuschlagen, mit alten Karten Duratschki f spielen, unter der Bedingung, daß der Offizier auf Glück„Wilhelminens", Fictor aber auf sein eigenes spielen solle; und wie es zuletzt zum Wetten kam., „Und ich, und ich", schrie Fictor, aufspringend und p die Hände klatschend,—„habe nicht mehr' als 6 Ru� Silber in der Tasche! Stellen Sie sich vor! Anfangs spielte ich immer... Wie gefällt Ihnen meine Lage� Allein plötzlich, ich weiß nicht aus wessen Gebete, lache'' mir Fortuna. Ter andere wurde heftig, zeigte alle Karo) ... und im Nu hatte er 750 Rubel Silber verspielt!° bat mich, weiter zu spielen. Nun? mich führt mau a% nicht an, ich dachte:„Nein, solch ein Segen soll nicht braucht werden" griff nach meiner Mütze, und, marsch sock Und jetzt brauche ich mich vor meinem Alten nicht zn büw' und kann meine Kameraden bewirthen... Eh! Kellnck Noch eine Flasche! Wollen wir anstoßen, meine Herren!� (Fortsetzung folgt.) fnfr M � a f f u n 0 der Nachtarbeit verhandelt werden Wf«t'er'pr�?|Cn fc�r interessant zu werden; dieselben beginnen Qn' Donnerstag, und werden wohl mehrere Tage in An Ipnich nehmen. � Kommission der unbeschäftigten Metall � ��terund Mechaniker Mailands reiste dieser in»> ö" dem Minister der öffentlichen Arbeite», welcher sich ,,, siadua aufhielt. Derselbe suchte sich anfänglich den Arbeitern L? m?-�sn, aber diese stellten sich früh morgens vor dem Hotel kw �stsisters auf, bis er sie zu sich berief. Natürlich war dem jR.s" die Lage der Mechaniker völlig fremd, doch sah er sich MNeunch genöthigt, einige Telegramme an Herrn Crispi ab Wenden und diesen um Rath zu fragen, was er mit den um fsfe™» Mahnern anfangen solle. Die Verhandlungen zogen ucy deshalb mehrere Tage in die Länge, worauf der Minister den Arbeitern erzählte, die Regierung wolle während der nächsten 'iahre die einheimische Industrie durch Schutzzölle und virckte Unterstützung heben, so daß auch die Arbeiter aann mehr verdienen würden. Der Sprecher der Kom- olstston erwiderte darauf dem Minister, die S ch w e i z, die .•üf m Steinkohlen noch Eisenerze habe, besitze doch eine w Verhältnis zu Italien blühende Metallindustrie, obgleich sie weder durch Schutzzölle, noch durch nationale Protektion gefördert werde. Der Minister erwiderte darauf mit Kopfschütteln:„Ja, '7?os ist eine ganz unbegreifliche Erscheinung!"— Zum Schluß Mprach er der Kommission, sofort in den Staatsivcrkstätten Hollands 200 Eisenbahnwagen und einige Lokomotiven erbauen <>'■' lasse», damit den Mechanikern wenigstens einige Arbeit ge- Swe» würde. . Im klebrigen feiert das G enossenschafts wesen "»mer neue Triumphe. An der allgemeinen„Ausstellung für spelbsthiise» in Turin und dem damit verbundenen Genossen- lchaftskongreß hat man noch nicht genug; es ist ein gleicher Kongreß zum 28. September auch nach C r e m a einberufen, an dessen Eröffnungstag die guten Einwohner des Städtchens sogar muminiren wollen! DoltkiMo KcDcDW*. Die Angst vor der Sonaldemostratic verleiht ihren cscgncrn Kourage zur— Selbsttäuschung. So auch dem national- sweralen Reichstags-Abgeordnetcn Oechelhäuser. Der sagte kürzlich 'w einer Rede vor seinen Wählern: „Tie Wahl wird nicht vor dem Sozialismus in den Staub >»iken, sondern dieser sich, wohl oder übel, in die bestehende Welt- lwdnung einfügen lnüfsen, wie sehr die Führer auch jetzt den Mund doll nehmen und ihre Anhänger glauben machen wollen, daß die ganze Welt sich künftig um die Axe der Sozialvenwkratie drehen werde. Man sollte überhaupt diese Vorgänge etwas gleichmüthiger betrachten." Allerdings, die Welt wird nicht„in den Staub sinken" vor dem Sozialismus; aber der Sozialismus wird die Welt von dem t-vose befreien, vor dxm Unrechte i>n Staube zu liegen. Nicht wird der Sozialismus sich der bestehenden Weltordnung ein- lugen, sondern umgekehrt: die bestehende Weltorduung wird auf- gehen im Sozialismus. Und daß die Welt sich tharsächlich um die Axe des Sozialismus nicht erst„künftig", sondern schon jetzt dreht, das scheint dem Herrn Oechelhäuser trotz seines„Gleich- wuchs" doch bewußt zu sein, denn in direktem Anschluß an jene Worte forderte er alle„Gutgesinnten" auf, im Kampfe gegen die von der Sozialdemokratie heraufbeschworenen„Gefahren" zu- sammenzustehen und die Arbeiter aus dieser„gefährlichen Gc- vossenschast" wieder zu besre.en. Der beste Weg hierzu liege „sicherlich in dem ruhigen, konsequenten, auf jeden Tank ver- zichtenden Fortschreiten auf der Bahn der materiellen und sozialen Hebung des Arbeiterstandcs und Erfüllung seiner berechtigten Horderungen; Gleiches gelte auch dem Handwerkerstand gegen- über, dem in mancher Beziehung geHolsen werden müßte."— ■ Wir wissen ja, was der Herr Oechelhäuser und seine Freund- Ichaft unter„berechtigten Forderungen der Arbeiter" verstehen, Und wie sie bemüht sind, die„materielle und soziale Hebung des urbeiterstandes" durch sogenannte„Wöhlfahrtseinrichtungeu" zu bewirken. Auf diesem„besten" Wege werden die Gegner der Sozialdemokratie schlechte Geschäfte machen. Neben den bereits gemeldeten wird dir deutsche Aebeiterprrlse vom Oktober d. I. ab noch um folgende neu erscheinende Blätter vermehrt werden. In Breslau wird die »schlesische Volkswacht" als ein täglich erscheinendes Parteiblatt ws Leben gerufen werden. Die„Schlesischen Nachrichten" bleiben '«Heben als Wochenblatt bestehen. In Erfurt wird die »Thüringer Tribüne" in das Eigenthum der Partei übergehen. zjn Gera hat eine am Sonnabend abgehaltene Volksversammlung b>e Gründung einer Tageszeitung beschlossen, die als„Reuß'sche Tribüne" ins Leben treten wird. Die„Fränkische Tagespost" in Dürnberg erscheint in vergrößertem Format. In Bielefeld hat „Wests. Volkswacht" mit Erfolg den Kampf gegen die Gegner aufgenommen, und auch in Aachen und Münster, zwei der festesten ultramontanen Hochburgen, sind sozialistische Blätter in Vor- vrreitung. Wie stimmt das mit der Behauptung der Ultra- wontanen, daß die Sozialdemokratie in katholischen Gegenden reinen Boden säiide? . Auster dem grasten Cirsetzentwurf, betreffend Abänderung °er Gewerbeordnung(Arbeiterschutz), wirb sich der Reichstag in lemer Wintersession noch mit einem anderen sozialpolitischen Gesetz in beschäftigen haben. Wie erinnerlich, hat der Staatssekretär von Bötticher eine Abänderung des Unsallversicherungsgesetzes in Aussicht gestellt, und es verlautet jetzt offiziös, daß ein dahin- iielender Gesetzentwurs seiner baldigen Vollendung entgegengeht, io daß er nach Wiederzusammentrilt des BundesratheS Ende dieses ?°cr Anfang nächsten Monats der Entscheidung desselben unter- �itet werden dürfte. In der verflossenen Sommersession dcS f'inchstagcS brachten bekanntlich die Sozialdemokraten eine» An- 'rerr—! Ihr Hirs ch-Duncker'schcn, wo bleibt jetzt noch Euer lersöhnungsdusel? Der Arbeiter soll ein Knecht sein! Gut ge brüllt,„Löwe" Büeck! Dir soll vor Deinem eigenen Gebrüll bange werden! In allen Theilen Deutschlands wird man es hören! Die Arbeiterblätter werden dafür sorgen! Aber, da? Echo, das dadurch geweckt werden wird, gefällt Dir sicherlich nicht; einstimmig werden alle Arbeiter rufen:„Wir wollen keine Knechte sein, wir wollen keine Gnade der Unternehmer, die wir reich machen und die uns dann unseren Loh» wie ein Almosen hiuwcrseu! Wir wollen gleiches Recht und Freiheit und darum halten wir noch treuer wie zuvor fest an den Lehren der Sozial- demokratie!" politilk in Kriegrrvereincn. Der in Klosterlausnitz ver- ämmelt gewesene Abgcordnetentag der altenburgischen Krieger- und Militärvereine hat nach dem„Leipz. Tagcbl." den Ausschluß eines Vereins aus dem inländischen Verbände beschlossen, weil derselbe ein Mitglied nicht ausgestoßen, das bei der letzten Reichs- tagswahl für die sozialdemokratische Partei agitatorisch aufgetreten ist. Der Verband sei überhaupt fest entschlossen, ein jedes Mit- glicd auszustoßen, welches außerhalb der Vereine sich„anti- nationaler" Kundgebungen schuldig macht. Eine neue Drl'cheünkung der politischen Versammlungen hat der Polizeipräsident in Frankfurt a. M. ersonnen. Derselbe macht in der„Frkf. Ztg." bekannt, daß die Versammlungen an die Polizeistunde 11 Uhr Abends gebunden seien, weil das Ver- weilen in einer Schankstube über die gebotene Polizeistunde hinaus verboten sei. Utit der Wiederzulassung der Schmeiueeiufnliv aus Oesterreich und Italien beginnen die Bundesstaaten jetzt nach- einander vorzugehen. Nachdem die sächsische und bayerische Re- gierung die Einfuhr in die Schlachthäuser gestattet haben, erläßt nun auch der Minister des Innern von Württemberg eine Bc- kanntmachung, nach welcher die Einfuhr österreichischer und italienischer Schweine nach den Schlachthäusern von Stuttgart und Ulm gestattet wird. Von einer allgemeinen Einfuhrerlaubniß freilich verlautet immer noch nichts. Dar cinigrn Jahre» ivurde in Würzburg ein Soldat, der in weinseliger Laune unerheblichen Unfug verübt hatte und von. einer Patrouille festgenommen worden war, bei einem Flucht- versuche erschossen. Dieser Vorfall soivie die späteren Grenz streitigkeiten bei Pagny und Schirmeck hatten eine Reihe wissen- ■chaftlicher Untersuchungen über die Grenzen des Waffengebrauchs von Soldaten und Beamten hervorgerufen, unter anderen von Professor von Holtzendorff und Fritz von Calker. Aus der Schrift des Letzteren ist zu ersehen, daß das österreichische Reglement bei Fluchtversuchen arretirter Personen den Wafsengebrauch nur ge- staltet, wenn der Entflohene ein„gefährlicher Verbrecher" ist, und daß auch in diesem Falle nur gefeuert werden darf,„ivenn durch den Schuß das Leben Unbetheiligter nicht gefährdet würde." Aehnlich ist der Wafsengebrauch in Italien beschränkt. Vor einigen Jahren schoß, in Berlin ein Posten auf Kinder, die ihn geneckt und verhöhnt hatten. Er darf von der Waffe allerdings Gebrauch machen, wenn er angegriffen wird.— Aber— sagt F. v. j!alker—„Schreien, Pfeifen oder wörtliche Insulten sind, es erscheint wichtig, dies nuödrücklich�zn konstatiren, nicht als Angriff zu betrachten." In den Abhandlungen wird scharf betont, daß der Waffengebrauch nur berechtigt sei, ivenn der Fliehende auf keine andere Weise, also etwa auch nicht durch Verfolgung seitens Dritter, aufgehalten werden könne. Der Posten hat aus diesem Grunde, meint von Holtzendorff, nicht das Recht,„um einen Fliehenden zu treffen, in einen dicht versammelten Menschenhaufen hinein- zufeucrn." Kiir Nandow Greife» hage» soll der konservative Reichs- tags-Abgeerdnece v. d. Osten-Blumberg beabsichtigen, sein Mandat niederzulegen. Der Genannte siegte in der Stichivahl mit 16 465 Stimmen gegen 10 065 sozialdemokratische Stimmen. ersten Wahlgange ivaren abgegeben worden 12 530 konservative, 4254 freisinnige und 8422 sozialdemokratische Stimmen. Die freisinnigen Slinmie» sind also bei der Stichivahl vollständig dem »Agrarier zugesallen. Mri«, 10. September. Wie die„Lothringer Zeitung" meldet, ist gegen den bei der Fcrtifikation beschäftigten Techniker Ludwig Stöcke! die Untersuchung wegen Landesverrathes eingeleitet. Die deutsche Kolouinlaefeilschaft für Küdmesinfristn verfügt nach einer Zuschrift. an die„Weserzeitung" nach Ausweis ihres neuesten Geschäftsberichtes nur noch Uber ein Vermögen von 83 900 M. Ihr Jnventarkonto in Afrika erreicht die schier un- glaubliche Höhe von 1T7 M. 7 Pf.! Der andere Besitz sind Effekten, deren Zinsen ihre einzige Einnahme ausmachen. Der einzige noch in Afrika unterhaltene Beamte der Gesellschaft scheint der Landwirth Hermann zu sein. In Berlin iverden dem un. geachtet fortgesetzt drei Direktoren besoldet, welche dem Zwecke dienen, den Vermögensrest zu Ende zu verivalten. Aussichten, neue Kapitalien aufzubringen, erklärt der Bericht für nicht vor- hand-n! In den Häncc» dieser Gesellschaft liegt das Ver- sügungsrecht über ein Gebiet in Afrika, welches weit größer als Deutschland ist. Fva« kr eich. Calais, 20. September. Achtzig hiesige Tüllsabrikanten haben infolge Differenzen mit ihren Arbeitern ihre Werk- jlälten geschlossen, wodurch 5000 Arbeiter ohne Beschäftigung sind. Schweiz. Bern, 19. September. Trotzdem der BundeZrath dem eidgenössischen Kommissar sämmtliche RegierungSakte übertragen hat, vollzieht EasellaS, Mitglied der suSpendirten konservativen 3ie- gicrung, Regieruiigsalte und lehnt sich somit gegen die BundeS- gewalr auf. Bern, 20. September. Der Bundesrath beschloß, uul de» Versuch eines Ausgleichs zu machen, Vertraileiismünner beider Parteien im TesstN zu einer Konferenz einzuberufen. Das Kavallerieregiment Nr. 8 wird am 27. d. M., event. schon früher, nach dem Tessin marschiren; dieJnsanteriebataillone 40 und 42 iverden auf den 3. Oktober einberufen, um event. noch vor dem Tage der Volksabstimmung(5. Oktober) als Verstärkung in den Tessin einzurücken, oder um später die dortigen Truppen abzulösen. Das Bundcsgesetz über die Wahlen in den Nationalrath ist innerhalb der gesetzlichen Frist nicht angefochten und daher für in Kraft getreten erklärt worden. Uortttgal. I» Nortugal bereitet sich die Revolution vor; darüber ann kein Zweifel sein. Die Beivegnng ist überall im Wachsen begriffen. Den Anstoß giebt das englisch-portu- giesische Abkommen, das die öffentliche Meinung als der nationalen Ehre zuwider betrachtet. Allerdings ist es dem König gelungen, noch einmal einen Mann zu finden, M a r t e n 0 F e r r a 0, der den Versuch machen wird, ein Versöhnuiigsininisteriilin zu bilde«; aber wird der Ver- such gelingen? Auch der Stein des Anstoßes soll aus deni Wege geräumt werden. Wie nämlich mehrere Blätter melden, würde das englisch- portugiesische Abkomiiien wegen der gegenwärtigen Vorgänge vorerst noch nicht r a t i s i z i r t. Seit den letzten 36 Stnndeil herrscht Ruhe. T\ mm.. � n �.Y..~ /Tck— f CY\-.. 0 L. Der portugiesische Gesandte in Paris dementirt freilich formell die Gerüchte betreffs eines Militäraufstandcs in Portugal. Infolge der durch den euglisch-portngicsischeu, Vertrag verursachten Krise herrsche wohl Erregung, aber die Disziplin in der Armee sei intakt und ebenso wenig existire ei' c republikanische Agitation im Lande.— Viel ist auf das Denienti nicht zu geben. Die nächsten Tage werden die Ent- scheidung bringen. Kalkattliittder. Athen, 19. September. Die allgemeinen Wahlen sind auf den 26. Oktober festgesetzt. Die Spaltung in der Opposition dauert noch an. Ueber den U n t erg a n g zw e i er türkischer Dampfer erführt daS„Reuter'sche Bureau", daß das türkische Panzerschiff „Ertrogul" und der türkische Posldampfer„Musashi Maru" während eines Sturmes an der Südküste untergingen. Von dem Postdampfer sei die ganze Maunschaft, Einen ausgenommen, er- trunken; von dem Panzerschiff seien 6 Offiziere imd 57 Mann gereitet. Unter den Ertrunkenen befinde sich der Kapitän Ali Bey und der Vizeadmiral Osman Pascha, welch letzterer vom Sultan mit einer Dekoration für den Mikado entsendet und vom Mikado am 13. Juni euipfangen worden war. AnstraUeu. Ueber die Streiks in Melbourne und Sydney ivird der„Frkf. Ztg." aus London, 16. September, geschrieben: „Die gestern eingetroffenen australischen Zeitungen bestätigen, was bisher über die Anfänge der großen Ausstände in Melbourne und Sydney bekannt geworden ist. Wie nian von Anfang an vermuthete, handelte es sich nicht mehr um eine Lohnerhöhung, sondern um das ßiecht der Bereinigung seitens der Arbeiter. Die Assoziation der Offiziere von Handelsschiffen hatte gewisse For- derungen über Erhöhung der Lohnsätze gestellt; die Schiffseigner waren aus dem Punkte, sie zu gewähren, knüpften aber die Zu- geständnisse an die Bedingung, daß die Assoziation sich nicht mit »-er Trabes Union Hall vereinigen solle. Nun fühlten aber die ziere der Handelsschiffe sich ohne emen Anschluß an die Zentral- mg der Gewerkvereine nicht stark genug und weigerten sich, geiviffermaßen mit gebundenen Händen zur Konfereuz mit den Rheder» zu gehen. Die Folge davon war, daß am 15. August An Ausstand ansing, der neuesten Meldungen zufolge riesige Di- mensionei» anzunehmen droht. Denn die Konferenz der Arbeiter in Sydney hat den Beschluß gefaßt, alle Mitglieder der Gewerk- vereine, worunter die Schafschcerer und Landarbeiter, aufzufordern, die Arbeit einzustellen. Es wird berechnet, daß 80 000 Männer sofort streiken iverde». Dieser Schritt ist die Antwort der Gewerk- vereine auf das iusultircnde Manifest der in Sydney am Sonn- abend versammelte» Arbeitgeber. Es lohnt sich der Mühe, einige der in diesem merkwürdigen Aktenstück enthaltenen Resolutionen v Lichte der soeben eingetroffenen Zeitungen näher zu betrachten. Die Arbeitgeber erklären feierlich, daß die Vertragssreiheit, d. h. das gemüthliche laissez aller, das richtige Berhältniß zwischen Arbeitgeber und Arbeiter ist. Die Verletzung dieses Grundsatzes erstöre den Handel und sei den besten Interessen der Ardeiter chäd'ich. Die ängstliche Besorgniß der Kapitalisten für das Interesse der Arbeiter flößt einigen Argwohn ein. Die Vertragssreiheit ist eine schöne Sache, wenn beide Kontrahenten sich gleich berech- tigt und gleich stark gegenüber stehen. Man darf annehmen, daß der Handel deswegen nicht zu Grunde gehen wird, wenn an Stelle der Vertragsfreiheit ein anderer Grundsah, derjenige der Vereinigung tritt. Natürlich, ivenn alle Arbeitgeber gerecht undi rücksichtsvoll wäre», wäre die Vereinigung überflüssig, ebenso gut wie der Abschluß eines Vertrages. Aber habgierige Kapitalisten und die unerbittliche Konkurrenz unter den freien Arbeitern haben Zustände geschaffen, welche eine andere Remedur, als die bisher übliche, verlangen. Die Arbeiter sind zur Erkenntniß gekommen» daß sie ohne die Unterstützung der Gewerkvereine nicht im Stande sind, den Arbeitgebern gleichberechtigt entgegenzutreten, und die Furcht vor diesen Geiverkvereinen hat die Kapitalisten Anstraliens zu der Konferenz gedrängt. Deshalb sind sie auch um das Wohl der„Schivarzbeine" so ängstlich besorgt: als ob es kein Gesetz gäbe, welches die persönliche Sicherheit dieser„Schwarzbeine"» sowie aller anderen Bürger garantirt. D'e Arbeitgeber icheinen jedoch der Ansicht zu sein, daß das Gesetz nicht genügt, denn sie erklären, daß vereinigtes Vorgehen nöthig ist, um zu verhindern, daß Nicht-Berbandsmitglieder gewaltsam oder Durch Einschüchterung oder vermittelst Boykottirens beein- flußt iverden. Ob die Herren die Einführung des in Amerika notorisch gewordenen Pinkerton-Privatpolizisten zum Schu«� ihrer „Schwarzbeine" beabsichtigen, wird leider nicht gesagt. Nachdem Die Rheder das Boykottire» von Nichtunioniften als ein schreck- lichcs Vergehen dargestellt haben, liest es sich etwas sonderbar, daß in einer weiteren Resolution alle Schiffseianer in den Kolonie» aufgefordert werde», keine Kapitäne oder sonstigen Osfi- ziere zu beschäftigen, ivelche einem Gewerkvereiii angehören. Das heißt: Nichtunionisten boykottiren ist eine Sünde: Verbands- Mitglieder boykottiren ist dagegen recht. Natürlich beschließen die Herren diese» Boykott blos. um die Disziplin ausrecht zu erhalten nid Leben und Eigenthum zu beschützen. Und deshalb iverden alle Arbeitgeber und anderen Leute, die mit dem Handel irgend- wie in Verbindung stehe»(man sieht, das Netz ist groß genug, die Masche» dagegen winzig klein), aufgefordei r, sich der Union d'r Arbeitgeber anzuschließen. In dürren Worten erklärten daber die Herren in Sydney, daß für dia Kapitalisten erlaubt sei» soll, sich?u verbinden und Andersder'eude zn boykottiren. Den Ar- beitern dagegen ist Beides untersagt." Sozinls MeNerstrfrf. A« die Tapezirev Drntschlnndv! Unseren Kollegen in Bremen ist seitens der Arbeitgeber der Streik aufgedrungen, indem sie den anerkannten Lohntaris dieses Frühjahrs wieder rückgängig machen. Wir ersuchen Euch deshalb, . den Zuzug nach Bremen lern zu halten. Der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Tapczirervereins. I. A.: Theodor Meyer, Hamburg, Weiden- Allee 59.— Alle arbeitersreundlicheu Blätter iverden um Abdruck gebeten. Theater. Sonntag, den LI. September. «pernhaus. Tqll. Montag: Fidelio. Kchanspielhana. Die Quitzoiv's. Montag: Der Sturm. Kerliner Theater. Eva. Montag: Kean. Deutsche« Theater. Die Hauben- lerche. Montag: Dieselbe Vorstellung. Lesstug- Theater. Das zweite Gesicht. Montag: Das Bild des Signorelli. Friedrich-MUHelnrstiidt. Theater. Die Puppeufee. Schwätzerin von Saragossa. Montag: Dieselbe Vorstellung. Mallirer- Theater. Mamsell Ni touche. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ziestdeuz-Theater. Ferreol. Montag: Dieselbe Vorstellung. KiKtoria- Theater. Die Million Montag: Dieselbe Vorstellung. Kelleallianre- Theater. Atadame Bonivard. Guten Morgen, Herr ' Fischer! Montag: Dieselbe Vorstellung. Ostend-Theater. Muttersegen, oder: Die neue Fanchon. Montag: Dieselbe Vorstellung. Thomas-Theater. Der Alpenkönig und der Menschenfeind. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Unsere Don Juans. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann'« Variotö. Große Spe- zialitätcn-Vorstellnng. Theater der Ikeichshalle». Große Spezialitäten-V orstellung. Conrordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Mintergarte». Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Richter'« Nariöto. Große Spezialitäten-Vorstellung. Circus G. Schumann. Friedrich-Karl-Ufer. Sonntag, den St. Sept., Ab. 7 Vs Uhr. Grosse brillante Vorstellung. Reichhaltigstes Programm. Große Zahl von 8pecialitäteii u. Artisten. Ue» für Serliu. Billetpreise: Loge 4M., Tribüne 3M., Sperrsitz 3M., I.Pl. 1,50 M., 2. PI. 1 M., Gallerie 50 Pf. Billets sind zu haben täglich von 10—5 Uhr in den Cigarren- geschüften der Herren Loeser& Wollt (Zentralhotel und Bahnhof Alexander- platz); an der Kasse im Circus von 10 bis 1 Uhr Vorm. und von 6 Uhr bis Schluß der Vorstellung. Montag, den 22. Sept.: Nächste große Vorstellung mit neuem Programm. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Austreten der Chansonnette Fräulein Ehrenfeld. Auftreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Rosa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Ziegler. Auftreten des Malabaristen und Equi- lebristen Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Clermont mit seinen dressirtcn Schweinen, Esel und Gänsen. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags SVe Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 80 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 80 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkeitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben._ EtMijsemnt Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich; Grosses Garten. Conccrt. Direktion A. Uödmann. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Fnfrifo Wochentags 10 Pfg., ljull cL gönn- und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren iltestaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. Müller. Kommandanienstr. 77—79. Täglich: Grosses Concert mit Enartett-Säugerm ausgeführt von dem Musik- Direktor H. S a n f t l e b e n. Wochentags: Frei-Concert. Sonntags Entree 20 Pf. Empfehle auch zugleich� 8 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- gnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. B Passas- 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. Zum 1. Mal: iolo Neu: Helgoland. Uebergabe. Ankunft des Kaisers. Feldgottesdienst ec. Zweite Reise durch Portugal. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Neue Welt. Bergschlossbranerei, Hasenhaide. 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Am Freitag Abend fand in Eurem Bezirk eine Versammlung Imtt, in welcher die sozialdeniokratischen Kommunalivähler be- schlössen, energisch für die Wahl eines sozialdemokratischen Kandi- Wen einzutreten. Sir Wahl findet am I3. Keptember statt. jener Versammlung sind noch einmal alle Schaden klar- U�ßt worden, die in kommunaler Beziehung durch die verkehrte , irthschaft der freisinnigen Majorität, die in allen Fragen, die bch gegen das arbeitende Proletariat richten, sofort die Unter- �"hung der reaktionären Bürgerpartei findet, über die Arbeiter Ebrach t werden. � Als Kandidat der Sozialdemokratie ist der ZiglltreilPliiiltt Gottfried Schnlz "oniinivt worden. Der Kandidat, der allen Berliner Parteigenossen seit Jahren gekannt ist, bürgt dafür, daß bei seiner eventuellen Wahl ein Mann in das städtische Parlament kommt, der das Herz auf dem nichtigen Fleck hat und in allen Arbeiterfragen so unterrichtet % daß er in durchgreifender Weise unsere Interessen vertrete» kann. Ueber die Wahl selbst theilen wir noch Folgendes zur In- sorination mit: Die Wahl findet am Dienstag, den 23, September 1890, Ununterbrochen(auch in der Mittagsstunde) von 9 Uhr Uor- Wittags bis G Uhr Uachmittags statt und zwar: a) für den ersten Thcil, enthaltend die Stadtbezirke 2T0 und 271, sowie einen Theil von 2G9. Zu diesen Bezirken ge- hören folgende Häuser: Borsigstr. 1—27, Schlegelstr. 1— 33, Tieckstr. 1—41, Borsigstraße, von der Tieckstraße bis Elsasser- straße, westl. Seite, Ehausseestr. 1—3 und 116—122, Kommunikation am Neuen Thor 19— 24, Eichendorffstr. 1— 0 und 16—22, Elsasscrstr. 27—40. Diejenigen Wähler, welche in vorbenannten Häusern wohnen, wählen in der 120/121. Genieindeschule, G a r t e n st r. 170; b) für den zweiten Theil, enthaltend die Stadtbezirke 272 und 274, sowie eine» Theil von 268. Zu diesen Bezirken ge- hören folgende Häuser: Ehausseestr. 9— ö6 und@2—115, Eichendorffstr. 7—15, Invaliden str. 19—36 und 111—132, Kesselstr. 1—43, Pflugstraße, Schwartzkopffstraße und Wöhlcrtstraße. Diejenigen Wähler, welche in vorbenannten Häusern , wohnen, wählen in der 14. G e m e i n d e s ch u l e, Kesselstr 3—4; c) für den dritten Theil, enthaltend die Stadtbezirke 273 und 275, sowie einen Thcil von 282. Zu diesen Bezirken ge- hören folgende Häuser: Jnvalidenstr. 37— 49 und 80— 110, der Platz am Neuen Thor, Scharnhorststr. 1—41, Boyen- straße exkl. 46, Kielerstraße. Diejenigen Wühler, welche in vorbenannten Häusern wohnen, wählen in der 48. G e m e i n d e s ch u l e, S ch a r n h o r st st r. 9—10. Das Zentral- Wahlkomitee hat am Dienstag seinen Sitz: Kesselstr. 20 im Restaurant, woselbst sich Genossen melden können von Morgens 8 Uhr ab, welche am Tage gewillt sind zu Helsen. Außerdem werden am Sonntag sriih 8 Uhr Meldungen stzkgegen genommen im Restaurant Flick, Boyenstr. 40. Daselbst >cgen auch bis Montag'Abend 8 Uhr die Wählerlisten zur Ein- acht aus. Auch können sich Diejenigen, welche am Wahltage zu Helsen gedenken, bei folgenden Vertrauensleuten melden: „ Johann Gnadt. Restaurant, Brunnenstr. 38; Habantz, Mclstr. 20; M a ch a tz k i, Hochslr. 2; Lehmann, Wicsen- xraße i; Raschke, Wiesenpr. 3; Feibicke, Borsigstr. 2o; Kleiner!. Müllcrstr. 174, Eingang Fennstraße; R a i m a n n, �ellerinannstr. 15. � � Montag, den 22. September, Abends 3 Uhr: Grosse Deutlich« W ä I) l ei-D ersn iiim l«!ig bei Keller, Bergstr. 68. Referent Gottsried Schulz. Uolsolo?. Die Uetitioiisbogrii an den deutschen Reichstag betr. lrbciterschutzgesetz nach den Beschlüssen des Pariser Kongresses ten wir uns bis spätestens 30. September er. zurück. Weitere ii stehen zur Fortsetzung dieser Massenpetition gratis zur Ver- »g. Die Expedition des„Berliner Volksblatt", Beuthstr. 3. » in seiner ganzen Herrlichkeit gezeigt. Man sieht ja wohl ein, daß hier und da eine Reform dringend nothwendig ist, und an den Biertischen versteht man auch weid- sich auf die Obrigkeit und auf die Uebergriffe des Militärs zu schimpfen, aber wenn einer es erst so weit gebracht hat, daß einige hundert Bürger ihn im Vertrauen auf seine Weisheit in den hohen Rath der Stadt ab- geordnet haben, dann gilt es, fein staatsmännisch zu verfahren und sorgsam das Für uuUWider in einer jeden Sache abzuwägen und vor allem zu verhüm«, daß.oben angestoßen werde. In dem vorliegenden Falle wäre es ja, wie Herr Dr. Theodor Barth mit dem ganzen Mannesmuthe eines Wadenstrllmpflers ausführte, ganz schrecklich, wenn etwa die Militärbehörde der Stadt- verordneten-Bersammlung eine grobe Antwort gäbe. Natürlich! Denn was würde dann wohl diese Stadtvertrctung thun? Daran, daß sie, wie es sich in einem solchen Falle gehörte, auf den groben Klotz der Militärbehörde einen ebenso groben 5teil setzen würde, daran zu denken ist unmöglich. Man wäre vielmehr schleunigst in das Mauseloch zurückgekrochen, ans dem man sich leider einmal hervorgewagt hatte— also ist es doch ge- scheidter, daß man lieber gleich in dem Mauseloch bleibt. Sehr scharssinnig war auch der Stadtverordnete Meyer I. Er meinte, es habe eine gewisse Berechtigung, dem Militärposten mehr Rechte als einem Schutzmann zu gewähren, weil jener sich nicht von seinem Posten entfernen dürfe.'Aber hatte denn etwa der Antrag- steller behauptet, daß es eine besonders vernünftige Einrichtung sei, daß der Militärposten so sireng ans einen bestimmten Platz angewiesen ist V So gebe man doch dem Posten größere Be- wegungsfreiheit, und wenn er sich sonst nicht gut genug bewegen kann, so nehme man ihm eben das Gewehr ab— dannt wollten wir ja ganz zufrieden sein. Der große Diplomat Meyer I betonte ferner, daß die Annahme der Vogtherr'scheN Resolution keinen Zweck haben würde. Wenn dieses Argument durch- schlagend sein sollte, dann wäre es aber doch überhaupt sinnlos, gegen das bestehende Unrecht Opposition zu machen, da diese naturgemäß niemals auf augenblicklichen Erfolg rechnen kann. Wir wünschten nur, Herr Meyer I und die Leute seines Schlages zögen. die Konsequenzen aus ihrer Abneigung gegen alles Zwecklose und ließen sich gar nicht mehr in die Stadtvcrordneten-Vcrsammlung wählen— denn, daß solche Leute im rothen Hanse sitzen und Reden halten, das hat doch wirklich gar keinen Zweck. Nun, die liberalen Philister sind eben wieder, wie sie das immer thun, wie die 5l'atze um den heißen Brei herumgegangen, weil sie überhaupt nicht mehr fähig sind, derb zuzugreifen. Diese Liberalen und diese Tcmokrätchen möchten wohl nianchmnl gern, aber sie können nun einmal nicht, denn vor der Möglichkeit einer groben Antwort fällt ihnen ihr ganzer Math in die Hosen, und das Einzige, was sie dann noch heraus- stammeln können, ist:„Papa hat's mir verboten, darüber zu sprechen.", Den Urizievuiigspräfideilt voll Schlefien. In einem Artikel, der durch viele Berliner Blätter geht, wird der Selbst- mörder Freiherr von Schleinitz als Sohn deS RegierungSpräsi- deuten von Schlesien bezeichnet. Unsere Volksschiiler sollen über den Regierungspräsidenten von Schlesien sehr belustigt sein. Duo traurige Geschick, von welchem vorgestern die Familie Fuchs in der Friedrichstraße ereilt worden ist, steht im Mittel- punkte des öffentlichen Interesses. Zu der tiesgehenden Theil- nähme für die unglücklichen Eltern gesellt sich das Gefühl der Besorgniß, ob wir denn für den Fall einer ähnlichen Kalamität sür alle Fälle der Möglichkeit aufs Beste gerüstet sind. Wenn in den nachfolgenden Zeilen diese Frage nicht unbedingt bejaht wird, so soll damit nach keiner Richtung ein Vorwurf erhoben werden. Erst eine so furchtbare Lehre wie die vorgestrige pflegt die Punkte zu beleuchten, an welche die bessernde Hand noch gelegt werden kann. In dieser Beziehung ist als einer der wichtigsten Punkte hervorzuheben, daß es sich wieder herausgestellt hat, wie schwer es ist, in Berlin Nachts einen Arzt zu bekommen. Es ist kaum zweifelhaft, daß die Kinder— bei den Dienstboten steht eS ab- solut fest— bereits rettungslos verloren waren, als man sie aus der Wohnung herausholte. Indessen vermindert das nicht die Schwere des Umstandes, den wir hier berühren, lind wir meinen, daß nicht allein mit Rücksicht auf etwaige Ver- letzungen bei Feuersbrünsten, sondern in Erwägung der hundert Möglichkeiten, durch welche ärztliche Hille in der Nacht erforderlich werden kann, eine vollständige Reform auf diesem Gebiet eintreten muß. Ein Arzt kaim nicht gezwungen werden. Nachts das Haus zu verlassen, die Verhandlungen mit ihm nehmen immerhin längere Zeit in Anspruch. Wohl haben wir Sanitätswachen, aber sie befinden sich noch nicht auf der Höhe ihrer Ausgaben. In Berlin muß eine genügend große An- zahl von Steilen sein, an denen ein Arzt sofort zu finden ist. Vielleicht ließe es sich einrichten, daß in Verbindung mit jedem Polizcibureau eine derartige ärztliche Hilfe eingerichtet wird. Es würden sich gegen ein mäßiges Honorar sicherlich junge Aerzte in genügender Zahl bereit finden lassen. Ebenso gut würde es viel- leicht sein, durch ausreichende städtische Subvention die Sauitäts- wachen mit einem Schlage über alle Sorgen zu erheben. Dem Berichte über das Feuer selbst ist noch ein Vorfall nachzutragen. Hiesige Blätter berichten über denselben überein- stimmend: Endlich erschien die sehnlichst erwartete Feuerwehr und der Schnierzensrnf des Herrn Fuchs:„Rettet meine armen Kinder!" tönte ihr entgegen. Leider glaubte zunächst die Feuerwehr, welche vier der Fuchs'schen Kinder sah, daß schon alle Kinder in Sicher- heit seien, und verwies den Lautjammernden darauf, erfuhr nun aber, daß noch iveitere Menschenleben in den brennenden Räumen gefährdet wär Das Anerbieten eines im Hause wohnenden Herrn, in die ihm bekannten Ltüume einzudringen und die Kinder zu retten, wurde von der Feuerwehr abgewiesen. Es wurde zu- nächst der Schutzanzug hervorgeholt und mit diesem einer der Oberseucrivehrlcute bekleidet. Naturgemäß nahm diese Maßnahme eine gewisse Zeit in Anspruch und als man endlich bis in die Räume eingedrungen war, bot sich der Feuerwehr ein wahrhaft erschrecklicher'Anblick dar. Eine ähnliche Mittheilung ist auch uns von der Stätte des Unglücks gemacht worden. Nur richtete sich der Vorwurf der Zu- rückweisung nicht gegen die Feuerwehr, sondern gegen den dienst- thuenden Polizeibeamten. Er soll die Aufforderung, die Thür der nach oben führenden Hintertreppe— dieselbe mündet fast auf die Zimmer der Dienstboten und der Kinder— einzuschlagen, schroff zurückgewiesen haben mit den Worten: Hier habe ich zu befehlen. Es sei dann auch sehr geraume Zeit vergangen, bis der inzwischen mit dem Rauchhelm bekleidete Feuerwehrmann in daS Haus ein- gedrungen sei. Wieviel bei dieser Darstellung auf die erklärliche Ungeduld und Erregung der Hausbewohner zu stellen ist, wissen wir nicht. Es läßt sich annehmen, daß in einer solchen furcht- baren Situation von keiner Seite mit Ruhe und Ueberlegung gesprochen wird. Dennoch wird es gut sein, da diese Darstellung nun einmal in ganz Berlin verbreitet ist und den Gegenstand der Unterhaltung bildet, sie aufzuklären. In der„Chnuffcestrasie" hak sich schon wieder einer der „Edelsten" der Nation erschossen. Die Blätter berichten darüber: Graf Julius von Schaumbnrg. ein illegitimer Sohn des in Schlesien wohnenden Prinzen von Hanau, hatte bei einem in der Ehausseestr. 28 wohnenden Rentier Helle, der seine aus dreizehn Zimmern bestehende Wohnung fast ausschließlich an Offiziere ver- miethct, ein Zimmer abgemiethet und war bereits seit einigen Tagen polizeilich dort gemeldet. Graf von Schaumburg soll nun zu der Tochter des Reutiers H., einem zwanzigjährigen, hübschen jungen Mädchen, das am Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater als Choristin beschäftigt ist, eine Zuneigung gefaßt haben, die auch anscheinend erwidert wurde. Im Laufe des vorgestrigen Tages soll nun angeblich infolge von Eifersüchteleien ein sehr erregter Wort- streit entstanden sein, in dessen Verlauf der sehr leicht erregbare Graf sich in sein Zimmer einschloß und sich dort durch einen Re- volverschnß in den Kopf entleibte. Nachdem der Thatbestand polizeilich festgestellt worden, ist die Leiche nach dem Leichenschau- Hause geschafft worden.— Aus der Umgegend von Berlin wird gemeldet: In der Oranienburger Forst erhängte sich dieser Tage der Lieutenant a. D. Oskar von Loeper. Schuff auf eine Droschke. Als Fräulein Martha B., welche bei ihrem Schwager Th. in der nach Weißcnsce führenden Könias-Chaussee Nr. 43 wohnt, mit diesem und der Schwester in der Nacht zum Donnerstag gegen 2 Uhr aus Berlin in einer Droschke' Heimsuhr, fiel auf der Königs-Chaussce hinter dem Hause Nr. 46 plötzlich ein Schuß, dessen Schrotladung die Scheiben des geschlosseneu Wagenfensters zertrümmerte und den rechten Ober- arm des Fräulein B. verletzte. Herr Th. sprang sofort ans dem Wagen, um den Attentäter zu verfolgen, der, nachdem er den Schuß abgefeuert, die Flucht ergriffen hatte; obgleich er hierbei von einigen hinzugekommenen Passanten unterstützt wurde, blieb die Verfolgung jedoch fruchtlos. Als gestern Wittag gegen 1 Uhr die Schüler einer Gemeindeschule mit ihrem Lehrer von einem Besuch des Zoolo- gischen Gartens heimkehrten, wurden unter der Eisenbahnbrücke am Schöneberger User zwei Knaben von einem Steinwagen, dessen Pferde durch einen über die Brücke raffelnden Eisenbahn- zug scheu geworden waren, überfahren. Der Tod der armen Knaben soll sofort eingetreten sein. Ein schrrcklichcr UttglncksfiiU, der den Tod eines Kindes zur Folge hatte, ereignete sich am Donnerstag Mittag gegen 1 Uhr auf der Berlin benachbarten Feldniark Lichtenow(Amts- bezirk Rehselde). Daselbst waren der Bahnwärter Carl Schmidt und der 14 jährige Sohn des Büdners Thiele mit Aufladen von Kartoffeln auf einen Wagen beschäftigt, während in ihrer Nähe die Tochter und die zweijährige Nichte Martha des Sch. im Grase spielten. Nach Beendigung der Arbeit wurden die beiden Kinder auf den Wagen gesetzt. Bei der Heimfahrt glitt die zwei- jährige Btartha vom Wagen herab und kam in eine so Unglück- liche Lage, daß ihr die Hinterräder über Kopf und Brust hinweg- gingen und der Tod auf der Stelle eintrat. Dnvlh Urrnnttrlttng des Urchloanwalts Aiierbach II» erhalten wir folgendes merkwürdig stilisirte Schreiben: Auf Grund deS§ 11 deS Preßgesetzes ersuche ich Sie, die nachstehende Berichtigung in Ihrem Blatte aufzunehmen: „In der Nummer 215 deS'„Berliner Volksblatt" vom 16. September 1890 befindet sich eine mich rcsp. mein Lokal öicichcnbergcrstraße- und Laiuitzerstraßen-Ecke betreffende, mit der Wahrheit im Widerspruch stehende Notiz. ES ist unwahr, daß ich einen in meinem Lokal an- wesenden Gast unter rohen'Ausdrücken die Treppen hinuntergestoßen und ihm noch einen heftigen Stoß ins Genick versetzt habe. Ich befand mich nämlich zur fr. Zeit überhaupt nicht in dem betreffenden Gcschäftslokal, sondern in meinem zweiten Geschäft Wendenstr. 2. Während meiner'Abwesenheit war meine Schwester in meiner Reichenbergerstraße belegenen Destillation thätig. Einer der anwesenden Gäste hatte nun gegen meine Schwester sich anstößige Redensarten erlaubt und wurde deshalb nicht von mir, sondern von einem anderen Gast, der dies Benehmen empörend fand, aus dem Lokal ent- sernt. Es dürfte sich empfehlen, daß sich der Einsender der Eingangs erwähnten Notiz in Zukunft richtig informirt, bevor er die Oeffentlichkeit beschreitet. A. Puder, Destillateur. Die Fokalkominissio» uo» Schimrbevg sieht sich ver- anlaßt, nach nochmaliger Umschau bei den Lokalbesitzern, welche bis heute ihre Säle den Arbeitern nicht zu Versammlungen geben, die Namen derselben zu veröffentlichen: 1. Schwarzer Adler. 2. Lindenpark. 3. Sarre's Salon. 4. Restaurant zum Helm. In Heckendors's Saal haben wir vor Kurzem eine Volks- Versammlung abgehalten. Der Besitzer weigert sich aber ganz entschieden, seinen Saal uns zu einer zweiten Versammlung zu .geben. Sämmtliche Lokale befinden sich in der Hauptstraße zu Schöneberg. I. A. Albert Schmidt, Nollendorfstr. 18. Die Kskslkoininifstott von Schönckeug appellirt in Fol- gendem an die Arbeiterschaft Berlins, sowie an die Vorstände von Vereinen und Rauchklnbs. Schon fast ein Jahr kämpfen wir hier in Schönebcrg mit den Lokalwirthen um Hergabe ihrer Säle zu Versammlungen. Sehr häufig haben wir im„Berliner Volksblatt" darauf hingewiesen, daß sich keiner der Wirthe hierzu bewogen fühlt; daß somit die Lokale zu meiden sind. Jedoch scheint unsere Mahnung wenig Beachtung zu finden; denn noch heute rusen uns die Wirthe trotzig zu:„Was wollt Ihr denn, wir existiren ja trotz Eurer Sperre." Man sieht eben, daß die Arbeiterschaft sich immer noch nicht voll bewußt ist, welche Macht sie besitzt. Es gilt ja hier nicht große Opfer zu bringen, sondern nur, diese Lokale so lange zu meiden, bis die Wirthe sich geneigt fühlen, ihre Säle zu Versammlungen zu geben. Soll uns denn in Schöneberg nicht auch das gelingen, was in Berlin und an- deren Orten gelungen ist? Wir appelliren also nochmals an die Solidarität der ganzen Arbeiterschaft Berlins und Umgegend helft uns auch hier den Hochmuth dieser Wirthe brechen und meidet die Lokale besonders bei Vereinsvergnügen, die vielfach in den kommenden Monaten staltfinden. Dann werden wir auch hier Sieger werden. Uoiiscibericht. Am 19. d. M. Morgens wurde vor dem Hause Moltleftraße 7 ein Mann von einem im scharfen Trabe von der Moltkebrücke kommenden Sprengwagen überfahren und erlitt anscheinend innere Verletzungen, so daß er nach der Umversitatsklimk gebracht werden mußte.— Vormittags sprana eine Frau in der Nähe der Görlitzer Eisenbahnbrücke i!i den Landwehr-Kanal, wurde jedoch, auschfinend ohne Schaden ae- Wagen und wurde uberfahren. Sie erlitt dabei anscheinend be- »M»» 03evi»fjf!5-Bcif«u«. Mrgeu Zlrberschrritttng dcs viitcrlichrttZüchtignngs- rechts Wtc sich gestern der Schmied August Merlens vor dem hiesigen Schöffengericht zu verantivorteiu Der Angeklagte besitzt einen außerordentlich ungerathencn zmölfjährigen Sohn, melcher ihin viel Aerger bereitet. Ter Junge hat den Kopf voll Dumm- hcite», geht hinter die Schule, treibt sich in den Straßen herum und verübt die tollsten Geniestreiche. So hatte er eines Tages mit mehreren anderen Genossen„Feuerwehr" gespielt und dabei einem Schlächtermeister beinahe das Haus über dem Kopf ange- zündet, indem er unter einer Holztrcppe Stroh in Brand setzte und sich über die hellauflodernden Flammen ungemein freute. Es ist begreiflich, daß bei solchen Thaten der väterliche Rohrstock oft genug in Anwendung kam. Der Junge besserte sich aber nicht, sondern hatte eines Tages die Dreistigkeit, in einem von ihm ge- fälschten Briefe an seinen Schulrektor seine Ausschulung zu be- antragen� welche er auch vorübergehend erzielte. Der Licktor er- fuhr jedoch bald, daß er das Opfer einer Fälschung geworden und wandte sich schriftlich an den Vater, de» er ersuchte, den Jungen ernstlich zu züchtigen, widrigenfalls er denselben in eine Besserungsanstalt bringen müßte. Der Angeklagte gerieth über diesen neuen Streich des Sohnes so in Wuth, daß er nunmehr in der Züchtigung keine Grenzen kannte. Er warf ihn zu Boden, trat ihn mit Füßen, schlug mit einem Beilstiel nach dem Rücken und Kopf des Knaben, ja, er warf ihn sogar eine Schlinge um den Hals und soll versucht haben, ihn auszuhängen. Ter Knabe behauptet sogar, daß ihn der Vater bereits an einem Nagel ge- hängt habe, der letztere aber abgebrochen sei. Der Junge hat sich dann zn Nachbarsleuten geflüchtet und da er mit Schwielen ziemlich bedeckt ivar, haben diese ein Einschreiten der Polizei vcr- anlaßt. Ter Angeklagte behauptete, daß er durchaus nicht daran gedacht habe, sein Kind aufzuhängen, sondern daß er den Knaben nur in Angst versetzen wollte.— Der Staatsanwalt hielt die Grenzen des väterlichen Züchtigungsrechts für weit überschritten und beantragte 14 Tage Gefängnis). Ter Gerichtshof erkannte jedoch auf Freisprechung, indem er annahm, daß der An- geklagte volle Veranlassung hatte, eine ernste Züchtigung eintreten zn lassen und daß, wenn er dabei in seiner Wuth sich zu Roh- heilen habe hinreißen lassen, er dabei sich nicht von der Lust an der Brutalität, sondern von der Absicht, den Knaben zu bessern, habe leiten lassen. VevfmwmlwLgeu. Die Wähler der dritte» Abilicilung im 38. Kour- »»»nal-Wahlbezirlr versammelten sich an> Freitag Abend in der„Norddeutschen Brauerei", Ehaussceslraße, unter Vorsitz der Herren Otto Klein, Kräker und Gnadt. Stadtverordneter Vogtherr als Referent bemerkte etwa folgendes: Wir sind im 38. Bezirk aufs Neue vor die Frage gestellt, uns für einen Kandidaten zn entscheiden, der die Interessen der Bürgerschaft in der Stadt- verordncten-Versammlung zn vertreten hat. Der Gang der Ver- Handlungen und die Art der Verwaltung hat uns zu der Ueber- Zeugung gebracht, daß wir im„Rothen Hause" nicht allein Ver- treter der Bourgeoisie zu dulden haben. Wir müssen auch Leute dahin schicken, die mit den Verhältnissen der Berliner Arbeiter- schast vertraut sind. Es muß mehr Rücksicht auf das arbeitende Volk genommen werden. Das haben wir zu fordern in Rücksicht auf die große Zahl der hier wohnenden Arbeiter lind die großen Summen, welche die Arbeiter im Wege der Steuern aufzubringen haben. Wenn auch die Wünsche der Arbeiterschaft nicht erfüllt werden, so haben wir doch unausgesetzt energische Mahnrufe an die Bourgeoisie zu richten. EL wird uns o|t zum Vorwurf gemacht, daß wir nur in hie Stadtverwaltung hincinzukonimen suchen, um zu opponiren, nicht aber, um positsv mitzuwirken. Das erstere könne» wirruhig zugeben. Wirhabenuns diesesZugeständnisscs nicht zu scheuen. Gewiß wollen wir die Stadtverordneten- Wahlen als energisches Agitationsinittel benlltzen. Doch damit ist unsere Aufgabe nicht erschöpft. Wir sind gern bereit, unsere Kraft und unsere Zeit in den Dienst des Gemeindelebens zu stelle». Wir haben das schon bewiesen. Hütten wir unsere Pflicht vernachlässigt, dann hätten wir gewiß schon von Anklagen aus bürgerlichen Kreisen gehört. Dem arbeitenden Volke ist auf Grund unserer Thätigkeit nicht mehr weiß zu machen, daß die Sozial- demokratie in der Stadtvertretung nicht am Platze ist. Die Klagen, die bei Gelegenheit früherer Stadtverordneten- Wahlen vorgebracht wurden, sind nicht besonders hervorgesucht, um uns den Kampf zu erleichtern. Sie hatten ihre volle Be- ' T ie �Erhebung der Miethssteuer ist eine stets wiederkehrende, also berechtigte Klage. Die kleinen Verbesserungen in dieser Sache, die bei der letzten Etatsberathung durchgesetzt wurden, kommen gar nicht in Betracht. Sie sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Bei der jetzigen Majorität in der Stadtverordneten- Versammlung ist eine durchgreifende Aendcruug nicht zu erwarten. Dazu bedarf es Männer, die rücksichtslos die Schäden aufdecken. Solche Männer findet man weder bei den Freisinnigen, noch in den Reihen jener Partei, die sich mit Dünkel„Bürgerpartei' nennt. Bei der Erhebung der Miethssteuer muß Rücksicht ge nommen werden auf die wirthschaftliche Lage der ar- beitendcn Bevölkerung. Eine solche Rücksichtnahme ist in den bürgerlichen Kreisen nicht zn finden, weil diese kein Verständnis: für die soziale Frage haben.— (Sehr richtig). So sind wir, die wir eine Aendcrung in der Er Hebung der Miethssteuer erstreben verpflichtet, immer und immer wieder der bourgeoisen Stadtverwaltung ein Kuckuksei in Gestalt von Anträgen ins Nest zu legen.(Bravo). Die Stadtverwaltung zaubert aber auch Ueberschüsse hervor aus den Betrieben großer Anlagen; diese Neberschüsse sind aber keine Ueberschüsse, weil sie auf Kosten der arbeitenden Bevölkernng möglich geniacht werden. Die Sozialdemokratie fordert allerding?, daß lukrative Unternehmungen, wie der Pferdebahnbetrieb, von der Stadt betrieben werden, ganz gleich ob einige Millionäre da durch etwas zu kurz kommen. Die arbeilende Bevölkerung ist es zum größten Theil, die jene Summen zusammenbringt, von deren Ueberschuß einige Kvuponadschueider horrende Dividenden er- halten. Die arbeilende Bevölkerung hat deshalb auch ein Jnter- esse daran, daß die Ueberschüsse»n Interesse des Volkes ver- wandt werden, aber die Älngestelitcn sollen auch einen auskömm- liehe» Lohn erhalten. Nicht auf deren Kosten soll Profit erzielt werden. Die freisinnige Majorität pocht sehr darauf, wieviel Anstalten und Einrichtungen sie zum Wohle des Volkes getroffen hat. Ganz abgesehen davon, daß die Verwaltung damit, veiter nichts, als ihre Pflicht gethan hat, eine Ueberhebung dieser Thaten also sehr wenig angebracht ist, zeigt aber schon die oberflächliche Be- trachtung, daß es mit dem angedichteten Glänze sehr faul steht. Die beiden besten Paradepferde aus dem Marstall der frei- sinnigen Sadtverwaltung sind die Armen- und Krankenpflege und die Schulverwaltung. Die Armenpflege läßt sehr viel zn wünschen übrig. Jene, die gezivungen sind, diese Einrichtung in Anspruch.zu nehmen sind an und für sich schon sehr zu bedauern. Sie sind es aber noch mehr, daß sie der B e r l i n e r Armenpflege in die Hände zu fallen das Mißgeschick haben. Es wird darüber geklagt, daß die Unterstützung nicht ausreichend ist, daß die Art und Weise der Unterstützung nicht so edel und menschlich ist, als sie sein muß. Man legt den Armen eher einen Stein aufs Herz, als daß man ihnen einen Stein vom Herzen nimmt, wenn man die Unglücklichen fühlen läßt, daß sie arm sind. Das hängt von der Ungebührlichkcit der Leute ab, die damit zu thun haben. Fortgesetzte Proteste nur können zur Abstellung dieser Klagen führen.(Bravo.)'' Die Krankenpflege mag nach den gemachten Erfahrungen sehr trefflich sein. Diese Einrichtung ist init reichen Mitteln aus- gestattet. Aber es ist doch gefährlich, sich einzureden, daß Alles gut und schön ist. Diese Einbildung erstickt den Drang nach Vorwärtskommen.(Sehr richtig.) In der Schulverwaltung herrscht noch sehr die Bevor- mundung durch gewisse Kreise. Die Kinder werden noch immer in den Anschauungen vergangener Zeilen erzogen, die wir be- kämpfen missen. Die Anschauungen der Arbeiterkreise müssen mehr berücksichtigt werden, denn die Komniunalschulen sind Proletarier-Schulcn. Die Arbeitervertreter haben beantragt, daß die Lehrmittel auf Kosten der Stadt allen Kindern unent- geltlich geliefert werden. Man darf diese Gunst nicht von der nachgewiesenen Dürftigkeit der Eltern abhängig machen. Damit sind in den Schulen schon Klaffenschranken errichtet. Auch bei den Kindern schon hat der Grundsatz zu gelten:„Gleiche Pflichten — gleiche Rechte". Diese Anträge wurden abgelehnt, nachdem die„freie" Verwaltung der„freien" Haupt- und Residenz- stadt sich erst an höherer Stelle erkundigt hatte, wie man sich dazu zu verhalten hat. Hier hat sich recht der Geist jener Leute dokuinentirt, welche sich anmaßen, allein zur Verwaltung berechtigt zu sein. Der echte Geist des Freisinns sei auch zum Vorschein gekommen bei der bekannten Brunnendeputation und bei der Schloßsrciheits-Lotterie. Es ist nicht Rücksicht genommen worden auf den Wunsch der Bevölkerung. Zahlreiche Stimmen sind laut geworden gegen den Bcgas-Brunnen, gegen die Schloßsreiheits- Lotterie als gegen ein Hazardspiel, geeignet, die Millionen meh- rerer Millionäre zu vermehren. Tie Freisinnigen sind Erfolgs- und Jnteressenpolitiker. Das hat sich dabei gezeigt.(Zu- stimmung.) Die Bürgerpartei hat erst recht keine eigne Meinung. Sie hatte vor einigen Jahren die elektrische Beleuchtung der Linden abgelehnt. Später hatte man sich an höherer Stelle erkundigt und stimmte schließlich für die Vorlage, weil es die„höhere Stelle" so wünschte. Es fragt sich, ob die Bürger des 38. Bezirks auch diesmal wieder, ihre Interessen an die Geschicklichkeit eines solchen Gummimannes" ohne Knochen hängen wollen, oder ob sie einen Mann wählen wollen, der ohne Rücksicht nach oben nur das vertritt, was im Interesse des arbeitenden Kolkes liegt. Das thun aber nur die Kandidaten der Sozial- demokratie.(Lebhafter Beifall.) Als zweiter Referent äußerte sich Herr Gottsried Schulz folgendermaßen: Die letzten Kommunalwahlen haben bewiesen, daß die Bevölkerung nicht mehr mit der bisherigen Art der Ver- waltung einverstanden ist. Es sind Sozialdemokraten gewählt worden. Auch im 38. Bezirk ist hoffentlich ein neuer Geist ein- gezogen. Die Reformen, die man in Bezug auf die Miethssteuer eingeführt hat, seien ganz nichtig, und nur eingeführt worden als Köder, um die Arbeiter zu fangen. Für' die geringen Erleichte- rungen seien die Arbeiter in eine höhere Steuerst»;« geschraubt worden, trotzdem nicht nachgewiesen worden ist, daß das Ein- kommen der Arbeiter gestiegen ist. Das werde erst besser werden, wenn Leute in den Steuer-Einschätzungs-Kommissionen sitzen, die die Verhältnisse der Arbeiter kennen, die unter den Arbeitern leben, mit ihnen fühlen und denken und mit ihnen gelitten haben. (Sehr richtig.) Redner spinnt unter lebhaftem Beifall die Ge- danken seines Vorredners weiter aus, übt eine scharfe Kritik an der Verwaltung und schließt mit der Aufforderung, am 23. September für den sozialdemokratischen Kandidaten zu stimmen. Die ganze 3. Abtheilung m> ß der Sozialdemokratie angehören, erst dann wird die Bourgeoisie dem Drucke und den Wünschen der arbeitenden Bevölkerung nachgeben.(Lebhafter Beifall.) In der lebhasten Diskussion bringen Stadtverordneter Otto Klein, Herr Engler, Herr Hintze, Herr Habantz und der Stadt- verordnete Gnadt das ganze Sündenregister der freisinnigen Stadt- Verwaltung vor. Die Beivilligungen jener Summen zum Einzug des Königs von Jkdlien, zum Empfange der Schützcnbrüder, zu dem den Aerzten gegebenen Fest,> ei dem am nächsten Morgen die Gänge des Rathhauses nach„Wcinleicbeu" abgesucht ivurden, erfuhren eine grelle Beleuchtung durch die Redner, die Befferungs- Vorschläge auf dem Gebiete des Schulwesens, des Steuer- und des SanitätswcscnS machen. Herr Klein, der der Meinung ist, daß nicht so viele Bourgeois die Sessel in der Stadtverordneten- Versammlung drücken würden, hätten wir nicht das Klassen- Wahlsystem, geht scharf mit der freisinnigen Majorität ins Gericht, welche Anträge der Arbeitervertreter auf Erhöhung der Löhne der städtischen Arbeiter einfach ablehnte, welche für den Antrag, bei der Militärbehörde gegen das Erschießen der Bürger durch Wacht- Posten vorstellig zu werden, nur ein mitleidiges Lächeln übrig hatte.(Riffe: Pfui!) Herr Habantz wünscht, daß die Stadt die Feueroersicherung übernimmt. Die Feuerversicherungs- Gesell- schaften hätten Jahr für Jahr immense Ueberschüsse, die der Stadt sehr zu Gute kommen würden. Nach' Beendigung der Diskussion wählt die Versammlung auf Vorschlag deS Herrn Engler als K a n d i d a t e n für den 38. Bezirk Herrn Gottfried Schulz. Es werden hierauf die Vertrauensleute gewählt und zwar die Herren Habantz, Machanski, Lehmann» Rafchke, Heibicke, Gleiuert und Reimann. Unter„Verschiedenes" ermahnt Herr Engler, gelesene Slrbeiterblätler zu sammeln. Herr Habantz regt unter der Heiterkeit der Versammlung an,„die Arbeitervertreter mögen beantragen, daß das Rathhaus am 30. September illu- tmimt und bengalisch beleuchtet wird." Herr Thierbach tritt ent- schieden dafür ein, während Herr Klein sich dagegen äußert, weil der Stcuersäckel in Mitleidenschaft gezogen werden würde. Ter Autragsteller zieht seinen Antrag zurück. Der Vorsitzende fordert auf, daß sich alle diejenigen, welche bei der Wahl Helsen woller. am Sonntag im Restaurant Voyenstr. 40 melden. Tann schließt Hoch auf die internationale Sozial' � ötord der deutsche» Maler, Lackiret', Anstreicher und veriv. Berufsgenossen hielt ihre regelmäßig- Monatsversammlung am 11. d. Mts. im Saale des Herrn Gnadt, BrunNeNstr. 33, ab. Kollege Hohlwegler hielt einen interessanten Vortrag, welcher mit großem Beifall aufgenommen wurde. Dann wurde über die Liandhabung des Zentral-Arbeitsnachweises�di-- die Versammlung mit einem demokratie. kutirt. Unter„Verschiedenes zur„Freien Volksbühne" Vorsitzende theilte noch mit, ...... wurde den Kollegen der Beitritt vom 1. Vorsitzenden empfohlen. T-- w« «• Mitglied unserer Vereinigung sterben, so ist die Filiale uer- Michtet, etilen Kranz und drei Mitglieder zu senden. Daraus chlop die Versammlung. lWWMWLW tWWWWNKML 10 Uhr Abends aufgenommen._.... verein Kerlincr Ziagcifihmirde. Sonnlag, den 21 September, z, mittags lo Uhr, bei»öetfe, Ltchtcnbergersirabe 21, Bersammlung. jj, ordnung: i. Vereinsangelegenhctten. 2. Verschiedenes, öafte iu>° lommen. Neue' Nerrinig» Umgegend. So>..>.��,... K............--.„.». Lotal, Ziethen ftratzs 71, Versammlung. Tagesordnung: l. tLoniano..-� 2. Verschiedenes. Tos Erscheinen Aller ist Pflicht. Neue Aiitgtteder f ausgenommen. ES wird dringend ersucht, die Fragebogen abzugeben. vrrri» I»r Wahrung der Zntcrrhe» der taüiirer Krrl»»» � Umgrornd. Versammlung am Montag, den 22. September, Abend» bei Wollfchläger, Blumenstraße 7S. Tagesordnung: 1. Vortrag „Bellainy's Ruclbliit au-Z dem Jahre 2000 aus das Jahr 1887. a. über den Arbeitsnachweis. 3. Verschiedenes..._ Soiialdenioliratischer JiC«- und Ziislrutirktub..Dwr« Mittwoch, de» 24. September, Abends» Uhr, Vortrag des Herrn am � Uder„Marx' Werchtyeorie"; im Bereinslolal, Naunynslraße 8:4. SaNrO Zutritt. Tie regelmäßigen Silsungen finden daselbst jeden Mttttvoch po. vrffenttichc ziersainmlung für Männer»nd Frauen am.»,1 den 21. September, Abends 0% Uhr, im Lokal Oranienstraße 180. sammluna geselliges Beisammensein..„„„caeiid «irohe öNrntliche SnttIcr-vrria:ni»I»»g von Berlin und umg*, am Dtennag, den 28. September, Abends 8% Uhr, in Jordan's Salon, iSrünstraße 28.. ge- AUgeineiner Metallarbeiter- verein Kerlin«»nd zlingeg»n°- tn schließende Versammlung Montag, d-n 74. S;,nri>niker. AbendS 8% wo, Jordan'S Salon, Neue lSrünsiraße 28. Bot' in. Neue Mitglieder werden aufgenommen. � und errinignng der Drrchslrr jOrntschlaiid», Filiale Ar[DO'[,•« >end. Sonnlag. den 21. September, Vormittags u twr,"i i- den 22. September, Abends 8%' m-n»' �-—-- zhorbNiN' Fnrhverei» der Uischtrr. Für den Westen und Montag, den 22. September, Abends 8% Uhr, in Habel'? straße 5—7, große Versammlung. trtend* OSauvrrri» Kerliner Kilbi, aner. Dienstag, den 28. September, 8% Uhr, bei Feuerstein, Alte Ialobstraße 75.«gend- verband dcntlchrr Jimmrrtrutr. Montag, den 22. September, 8% Uhr, im Lotal Büloioftraße 40, Versammlung....bei' Freie Vereinigung der im vergoidcrgewerbe beschäftigten 4» terinnen Kerlina. Graß? Versammlung am Montag, den 22.«ep Abends 8% Uhr, in Schesser's Lokal, Jnselstraße 10. «rohe außerordentliche Kchneider- Pertammlung der verrinignng der Schneider Kretin» am Dienslag, den 28. Sepicmber.. Abend« 8% Uhr, in treiler's Restauralionssalon, Bergstraße«S. TageSordnm.�, 1. Vortrag d-S Herrn M. Baginstt über: Dle Ursachen der Armulh. 2; kussion. 8. Lohn- und Eefchaftsprattiten der Firma H. Hartwig Söhne � Baer. 4. Das Stiftungsfest und Vereinsangelegenhetten. 6. Verschiede� und Fragelasten.(SS ltegr im Interesse aller Arbeiter, obengenannter 3" wegen die Versammlung zu besuchen. '•**—•|---— 1--- cm Montags den 22. Sejfrt, Gesangverein der Glfrnbacher(Käugerkra»!). 9 Ukr im Restaurant zum Deutschen Hof, Luclauerstraße. verein der Schuhmacher, Zahlstelle Berlin. Montag, den 22.«"'"jz, der, AbendS% Uhr, in Feuerstein's oberem Saal, Alle Jakobitrap' g. Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über Produktion und»e« � Referent: Kollege König. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes und Fragitai Neue Mitglieder werden ausgenommen, wäsie haben Zutritt.„et Achtung! Alle Militär- und Lieferungsschneider werben zu der Montag tm Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11—13, stattfinde. großen öffentlichen Schneider-Versammlung dringend gebeten, bestimm erscheinen...„.„s,* verein der Kutscher tu Krriin(vom Jahre 1870). Montag, AO � 8 Uhr, ordentliche Bersammlung bei Lämmer'«. Kominandanlenstrapr � Tagesordnung: Ausnahme neuer MitgUeder. Kassenbericht. Bericnt lf) das Sommerfest und Vcrschledenes. Besonders werden nochmals alle t, jcntgen Mitglieder zu dieser letzten Quartatsversammluna eingeladen, die säumt haben, stch in die neue Aeretns-Ttammrolle aufnehme» zu lassen, i„ die Mitgliedskarlen in Empfang zu nehmen, widrigenfalls dieselben l. Oktober ab ihrer Rechte an dem Verein verlustig find. Der Vorstand.„({ Frrir volbobühnr. Mittwoch Abend 8% Uhr findet tm Saale � Königshos, Bülowslraße 37, eine große Versammlung für Frauen und ml""— statt. Tagesordnung: 1. Vortrag über Naturalismus. Referent. � Konrad Schmidt. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 8. DtSkussto». 4. schiedenes.«w, Achtung. Ar«ch«l»r! Am Mittwoch, den 24. September, Abend? 8 im findet eine öffentliche Versammlung aller Drechsler und Berussgenossen. Feuerstetn, Alte Ialobstraße 75, statt. Tagesordnung: I. Wie stellen wir" zum Sewerkschaftstongreß? 2. Unsere Lohnbewegung. 8. Berschied? Bei der Wichtigleit der Tagesordnung erwarten wtr, daß alle Koa-s ersih«t»»N._'_;_ Vvief�ttZken Vvv Vodnkkion. Bei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Ouittung beiznfügen. Briests Anttvorl wird nicht crtheilt.. Wir ersuche» alle Diejenigen, welche Aunonzen bei un- brieflich ausgeben, gleich de» Betrag(40 Pfennig pro Zeile) Briefmarken beizufügen, davon ausgenommen sind Vereins- 111,5 Versammlungsberichte. Die Expedition, Beuthstraße Nr. 3. Uennthaler, Granseestraße. Wir nehmen ohne vorherig- Bezahlung keine Annonzen auf. H. F. Einem mehrfach wegen Widerstandes gegen d>- Staatsgewalt Bestraften kann, wenn nicht etwa die iSeftrafunfl-.1: lange Jahre zurückliegen, die Konzession zur Schankwirthscha!' versagt werde». ij. K., Kranienstraffe. Kinder jede» Alters können vor Gericht als Zeugen vernomineit werden. Da jedoch die Bernehmutig von Kindern unter 10 Jahren nneidlich erfolgen muß, so ist da» Gericht bei Prüfung der Glaubwürdigkeit der vernommen-� Kinder besonders vorsichtig. Möbel-, Spiegel-«. Polsteewaaren-Wagazin vo.» tag. SO. 3. Reichenvergerstraße 3. SO. � ¥Mzd- S e i sS e � h£1 1 e (nurmitArbelter-Kontrolmai'ke)iicitcftci' Fapons in großer Auswahl empfiehlt zn billigen Preise» 1126 CaH H n t»» a ch e r, Fehrbellinerstraase No. 88, pari, links, (vis-a-vis der A p otheke)._ Zuschneidetisch für 10 M. zu verkaufen Schützenstr. 49 3 Tr. 2073 Kautschuk-Stempel für Uereine». Gewerbe H. Guttmami, Brunnenstr. 9. Mfthol Spiegel u. iWiUUCäg Polsterwaaren C. 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Lager Berlin? »Andreasstr. SS.Hp' Parteitag frw sozialdemokratischen Partei des Oder- Karnimer Kreises. 20� Am Sountag, den 28. September, Nachm. 3 Uhr, imdet im Saale des„Schülzenhauses" zu Wriexrn eine Partei- für den Kreis Oberbarn im statt. Herrn Otto Thierbach t-öerlin) ist das Referat über Programm und Ziele als auch den Organisations- plan unserer Partei übertragen. Die weitere Tagesordnung wird durch Beschluß oer Versammlung zur Berathung gestellt. Einlaßkarten werden ausgegeben bei Hermann, Eberswalde, Jüdenstr. 1; A. Pökclmaun, Strausberg, Wriezener- Itrape; p. Fiebig, Drechsler, Biesenthal; R. Salomen, Wriezen, Rathftr. 13. Gaste benachbarter Kreise haben, ohne an der Abstimmung theilnehmen i» können, Zutritt. Wriezen, den 18. September 1890. .__ I. A.: R. Salomon._ Grosse öffentliche Greneral-Versamashmg der Zimmerieute Berlins u. Umgegend am ZMttlvoch» dr» 34. Sepie, ubor, Abends 8V2 Uhr, im Kostale des Herrn Feuerstein, Alte Ialcobstraße Ur. 7». Tages-Ordnung: 1. Wie treten wir den ungerechtfertigten Lohnabzügen entgegen? 2. Ist es nothwendig, daß der Gefellen-Ausschuß ferner besteht? 3. Verschiedenes. *)39___ Der GeseUen-Ansschnst. chJfeiitL8(|iieiiicr�er[(iiiii)iIii!i!i scimmtlicher in der Kekleidmtgs- Industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen am Montag, de» 33. Sept., Abends 8 Uhr. m Sciale des Böhm. Brauhauses, Landsberger Allee 11-13. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Hrn. Th. Metzner über:„In welcher Lage befinden sich °>e in der Bckleidungs-Jndnstrie beschäftigten Slrbeiter und Arbeiterinneu gegen- über den Fabrikarbeitern?" 2. Diskussion. 3. Die systematische Lohndrückern °er Firma Hoffmann, Fricdrichstraße 50. 4. Erweiterung der Lohnkommission. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Der Einberufer. Fachverein der in Buchbindereien und verw. Betrieben beschäftigten Arbeiter. Anßerordentl. GeneraloersomnUnng am Montag,� den 22. September, Abends SVa Uhr, im Lokale Annonatrasse IG. Tages-Ordnung: 1. Bericht über die Arbeitgeber- Versammlung. 2. Wahl der Dclegirten zum außerordentlichen Verbandstage. 3. Wahl eines ersten Schriftführers: 4. Verschiedenes und Fragekasten. 2040 Mitgliedsbuch legitimirt.— Aufnahme neuer Mitglieder. Die Kollegen, und besonders die in der Kontobueh-Branche beschäftigten werden hiermit eingeladen. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der porstand. A. HM. kl üfanrer Kerlins und Untgegend. Dienstag, den 23. d. Mts., Abends S Uhr bei JoeJ' Tages-Ordnung: Andi'easstrasso 21. der 1. protesteinlegnng der Derliner Ma::rer gegen das von Innung errichtete Schiedsgericht. 2. Diskussion. 3. Verschiedeues. Kostegen, laßt Euch nicht weiter in Eure» Rechten vergewaltigen» "scheint zahlreich in der Kersamminng«nd erhebt Protest. 2040 Carl Weiss, Tcgelerstr. 27. Fchverein kt Weber M»eriMiiliter BernfsgekHell UersanimSiing am Montag, den 22. September, Abends 8 Uhr, Lichtenbergers, r. 21. Tagesordnung: 2084 1. Vortrag des Herrn Augustin über: DieArbeiter-Kontrolmarkeund ihre Bedeutung für die zukünftige Arbeiterbewegung. 2. Diskussion. 3. Auf- "ahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste haben Zu- tritt.— Der Arbeitsnachweis befindet sich bei Herrn Henke. Blumenstr. 38, Sprechstunden an Wochentagen von 8—9 Uhr Abends, �Sonntags von 10 bis Der porstand. il Uhr Uhr Vormittags Droste üffeiitlichc UollisutrJV.mmliiug für Schöneberg und Umgegend am Mittwoch, den 24. September, Abends TVs Uhr, in der Schlosjbranrrc,. «awS; taÄ: 2045 Der Eanberaifer« Agsje ösfelitliche MWmmW für Wilmersdorf inid Umgegend am Dienstag, dm 23. d., Abends 8 Uhr, in Pietsch' Volksgarten, Verl T a a e s- O r d n u n g: und der Parteitag zu Halle. Neferewh Vertinerstr. 1. Der Organisations- Entwurs_«nd de, V. Werner. 2. Diskussion. 3. Verschiedene». zahlreiches Erscheinen ersucht Um Der Cinberufer. 2007 Nvbcitct-4?nit».ltnttdiiuntt ...'R. Bagänskij Dresden er st raße 52— 53(City-Passage), Soeben erschien:«glätter für volksverständliche�Wisseistchast, >" �" 0n m � Zichtstvohlen zastalle-Hrst, a Heft 0,20 M. "d.' Familien pibliothrlk für d. arbeitende pol k Kall 3 Achdem7rmMsche�Dramen und Romane. Kolporteure erhalten Rabatt. Achtung, Kiidhaner! Am kommenden Sonntag, den 28. findet eine d. Mts., Nachm. 4'/2 Uhr üffeiitiiehe aller Bildhauer und deren Angehörigen i» Feuerstein s Salon, Alte Iakobstr. 75(unterer Saal). mit folgender Tagesordnung statt: 1. Unsere Frauen und die„Freie Uolksbiihne." 2. Disknsston. 3. perschicdenes. 1979 Um zahlreichen Besuch, auch seitens der Damen, wird gebeten. Nach der Versammlung findet m demselben Lokale ein T anzkränzchen statt. Der Einberufer. Mg. MMMeittt-Verm. Die gestern angekündigte p e r- f a m«« Jung für Tegel«nd Reinickendorf findet nicht am 31. d.|il., sondern erst(2001 Slnuliilg, kii 28. Teptbr., iatt. Der porstand. 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September, Abends 8 Uhr, im Wilhelmsgarten(Scheer). T.-O.: 1. Stellungnahme zum Parteitage. Referent: Wilh. Werner. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes._ 2055 Die Versammlung ist genehmigt."WtB Der Einberufer. Große Versammlung des SozialdemskrMschen Wahlvereins im 4 Kerlmer Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 23. September, Abends 8V2 Uhr, WV im Lokal„Süd- Ost", Waldemarstr. 75."tjRl Tages-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten, Verschiedenes u. Fragen. Gäste haben Zutritt. Beiträge werden angenommen, sowie Mitglieder aufgenonnncn bei folgenden Genossen: G. Tempel, Breslaucrstr. 27; Otto Heindorf, Langestr. 70; K. Scholz, Eisenbahnstr. 32; G. Schulz, Admiralstr. 40a; Fr. Zubeil, Naunynstr. 80. 2075 I. A.: Der Vorstand. Fachverem der Tischler. Ur heil Weiten nnh Halleilljen Thorbeziek. Montag, den 22. September, Abends SVe Uhr, in Habel s Braaserei, Bergmannstrasse 5— 7. •>r Grosse Versammlung. Tagesordnung: 1999 1. Vortrag:„Judenthum, Antisemitismus und Sozialismus." Referent: Herr Dr. Lütgen au. 2. Diskussion. 3. Ernennung eines Bevollmächtigten und eines Protokollführers. 4. Verschiedene?. Zahlreicher Besuch ist nothwendig. Mitglieder werden ersucht, die dem Verein fernstehenden Kollegen zu dieser Versammlung einzuladen. Der Bevollmächtigte. Grosse VepsammlwMg d. Fachvereins d. Tischler f. d. Osten Berlins am Montag, den 22. September, Abends SVa Uhr, in„Joels Fest•Sälen"(früher Keller), Andreasstr. 81. Tages-Ordnung: 1985 1. Vortrag über:„Unsere Entbehrung". 2. Diskussion. 3. Werkstatt- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes.— Aufnahme neuer Mitglieder._ Zu dieser Versammlung werden ganz besonders die Werkstätten von Krüger, Langestr. 109, Wolter, Rüdersdorferstr. 47, und Ludwig, Fruchtstr. 54, eingeladen. Kollege»! Der Saal ist groß, die Tagesordnung wichtig. Darum zeigt, daß Ihr am Platze seid. Der Bevollmächtigte. Fachverein der TiseMer» Morheu). Montag, den 88. September, Abends 8>/2 Uhr, t» der Adler- Kranerei(oberer Saal), Gefnudbrunne», Kadstraße: MM" Gr». �ersaBUBwiMng«, Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Millarg über:„Die Gewinnbetheilignng der Arbeiter und ihre dadurch bedingte Lebeusiveise." 2. Diskussion. 3. Gewerk- schaftliches. 4. Verschiedenes.— Sämmtliche Kollegen sind zu dieser Versamm- lung eingeladen. 1951 Der Bevollmächtigte. Fackverein der Lederarbeiter. Montag, de» 88. September, Abend» 8Ve Uhr, in den Central-Feotsälen, Granienstrahr Ur. 180. W37 IFersafiTBmi&asBg. Tagesordnung: 1. Vortrag deS Herr» Pinn über:„Nationalität und Humanität." 2. Vereinsangelegenheiten. Anträge zum Statut. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Achtung! Für die Arbeiter! Filillle II. W. her Miller iml) mmMell Bttilssgeuossen feiert ain 80. d. Mts. im Restaurant Königskof, BUlowstr. 37—40, ihr 2. Stiftungsfest. Gilt allgemeines Aebeiterfest! Verbunden mit theatralischen Aufführungen, sowie Aufführungen von lebenden Bildern, dem 1. Oktober angemessen, und ersuchen daher alle Arbeiter wie Arbeiterinnen, uns durch ihr Erscheinen an diesem Tage zu unterstützen. Prolog von Herrn Auerbach. Anfang 8Va Uhr. Da kein öffentlicher Kassen- Bittetverkauf stattsindet, bitte die Billets vorher bei benannten Firmen zu kaufen und kosten p. Stck. 30 Pf. Vereinslokal Hämmerlo, Bülowstr. 59; Resianrant Königshof, Biilow- straße 37—40; Herren Antrick, Steinmetz str. 69; in sämmrlichen Malerfilialen Berlins'und in allen mit Plakaten belegten Handlungen. 2021 Das Comitee. Fachverein der Tapezirer Kerlins nnh Umgegend. Dienstag, den 23. Septbr., Abends SVe Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 72. MitglBeeier- Versammiung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Max Baginski. 2. Diskussion. 3. Vereins- angelegenheit. 4. Fragelasten. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder findet statt. 2052 Der Uorstand. In dieser Versammlung werden Billets zu dem am 4. September stattfindenden 2. Stiftungsfest des Vereins ausgegeben, und bittet der Vorstand Freunde, Bekannten und Kollegen um recht zahlreiche Betheiligung. SM" Herren inkl. Tanz 50 Pf. Damen 30 Pf. IMU Stttin MchlW dcr Utmp dnKlamerarbeiter nnii wroaniittt Snifipoien. General- Versammlung am Montag, den 22. September, Abends präzise 8 Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstrasse 48a. Tagesordnung: 1. Antrag des Vorstandes: Wahl einer Wcrkstatt-Kontrolkommission. 2. Resolution, betreffend die Arbeitszeit. 3. Vereinsaugelegenheit. Den Mitgliedern wird bekannt gemacht, daß sich die Wohnung des Kassirers vom 28. September Adalbertstraße 71, Seitenflügel 1 Tr., befindet. Oer Vorstand. Freie Uolksbühne. Am Mittwoch Abend findet im Saal de« Königshof, Kulowstr. 37, Abends SVa Uhr eine grosse Vepsamminng für Frauen und Männer statt. Tages-Ordnung: 1. Vortrag über:„Naturalismus". Referent: Dr. Conrad Schmidt. 2. Aufnahme neuer Mitglieder. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung ladet Mitglieder und Gäste ergebenst ein 2025 Der Uarstand der freien Dolksbühne. Uersamminng d. Fachvereins aller in der Klrkeriimlche besPft.Weitmii!lell HIN Montag, den 8.8. September. Abends 8Vs Uhr, t»„Feindt's Salon", Meinstraste Ur. 11. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Wahl einer Revisorin und zweier Bei- sihermnen. 4. Verschiedenes. 2086 Der Vorstand Achtung! lg# Srojic össentliche VerMillW der Kutscher und aller im Fuhrwesen thätigen Arbeiter und deren Frauen am Sonntag, den 21. Sept., Ab. 7 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: 1. Vortrag: Die Ursachen der Armuth. Ref. G. Link. 2. Diskussion. 3. Vcr- schiedeneS. 2012 Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Ginberufer. Große ansterordentliche Generalversammlung des Fachvereins snmmtl. in der Firmenschilder- Branche be- schästigten Arbeiter am Dienstag, den 23. Sept., Ab. 8 Uhr, bei Scheffer, Jnsclstr. 10. 2064 Tagesordnung: 1. Wahl des zweiten Vorsitzenden. 2. Vortrag des Herrn Hugo Lehmann. 3. Diskussion. 4. Verschiedene?. 5. Wie stellen sich die Mitglieder zur Auflösung deZ Vereins? Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. PchmutenbrllNlje. Freie Vereinigung der Arbeiter und Arbeiterinnen d. Posamentenbranche. We�sammSieng Dienstag, den 23. Septeniber, Abends SVa Uhr, in Feuerstein s Lokal, Alte Jakobstr. 75. 2054 Tagesordnung: Vortrag von Herrn B e r n d t:„Die Ursachen der Verbrechen." Aufnahme neuer Mitglieder. Wahlen sc. Das Erscheinen sämmtlicher Kollegen und Kolleginnen erwartet Der Vorstand. NB. Es wird ersucht, sämmtliche Sammellisten in der Versammlung an Herrn F. Berger abzuliefern. Orts-Kraukenkasse der Steindrucker und Lithogr. zu Beriic. Am Montag, den 29. Septbe.. Abends praz. 8 Uhr, findet im Saale des Herrn Lammers, Kommandantenstraße 71/72 eine ausserordentliche General- Versammlung der Herren Telcgirten statt. Tagesordnung: Besprechung über Mangel im Ge- werks- Krankenvercin und Beschluß- fassung über eventuellen Austritt aus demselben. Mit der Bitte um recht zahlreiches Erscheinen ladet hierzu ergebenst ein. Berlin, den 20. Sept. 1890. 2014 M. Stuhlmann, Vorsitzender. Wmüj iler Wcholirec Bttlius lllltl Uiilg. V e r s a m in lung Morgen, Montag, den 22. September, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Bolzmann, Andreasstr. 26. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Wilh. Werner. 2. Diskussion. 3. Geschäftliches. 4. Verschiedenes und Fragekastcn. Zahlreiches und pünktliches scheinen der Kollegen ist Pflicht. 2032 Der Vorstand. ErZwei gut erhaltene Uiugschitfihen- Maschine», 1 Uoemalbiifte billig zu verk. b. Wiemer, Jüdenhof 7, I.[2053 Zentral Kr- u. Sterbekasse der Maier nnd verw. Berufsgen. Deutschlands. (Eingeschriebene Hilfskaffe Nr 71.) Filiale I Berlin Nord. Mitgliederversammlung am Dienstag, de» 23. September, Abends 8 Uhr, bei Gnadt, Brumien- straße 38. Tagesordnung: 1. Vierteljährlicher Kassenbericht. 2. Wahl der Krankenbesucher. 3. Ver- schiedcues. 2016 Die Ortsverwaltung. MM MWt Korbmlher. (Filiale Berlin.) Montag, den 22. September, Abends SVa Uhr, bei Roll, Adalbertstr. 21, iungs Tagesordnung: I. Vorlesung aus der Verl. Arbeiter- bibliothek. 2. Diskussion. 3. Wahl zivcier Ülusschußmitglieder. 4. Ver- schiedeneS. Um zahlreiches und pünktliches Er- scheine» aller Kollegen ersucht 2048 Der Vorstand. Verein her Whinncher. (Zahlstelle Berlin.) Montag, den 22. September, Abends 8Vl Uhr, in Feuerstein s Saal, Alte Jakobsstr. 75, MersammBungo Tagesordnung: 1. Vortrag über Produktion und Technik. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten.— Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste haben Zutritt. 2041 Oer Bevollmächtigte. ¥es*sammly9ig des Vereins der Interessen der Schuhmacher am Montag, den 22. Sept., Ab. SVa Uhr, in d. Arminhallen, Kommandantcnstr. 20. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Türk über: „Hexeuprozesje".— Diskussion.— Verschiedenes. 1967 Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Uorstand. (&# VttMMllliig des Fachvereins für Schlosser nnd Maschinenbau- Arbeiter Kerlina nnd Uingegeitd am Montag, den 22. Sept., Ab. 8Vl Uhr, in Rehlitz's Salon, Bergstr. 12. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Otto Thier- bach über Maximal-Arbcitstag und seine Bedeutung. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Entrichtung der Beiträge. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches Erscheinen bittet 1962 Der Korstand. Sonntag, den 21. Sept., Ab. SVa Uhr, in den„Arminhallen". Konnnandantenstraße Nr. 20. Vortrag des Herrn Dr. V ö l k e l über: Die Bauernkriege des 16. Jahrhunderts. Nachher gesellige Unterhaltung und Tanz.— Gäste, Damen und Herreu, willkommen. 1971 vr. Georg Heimann, prakt, Arzt, wohnt jetzt[734 KrauseHr. 30, II. Todes-Anzeige, Den Mitgliedern des Fachvereins der Putzer Berlins, sowie dem Gesangverein„Gemüthlichkeit" zur Nachricht, daß unser Mitglied und Kollege Carl Rocke, Deunewitzstr. 28, nach langem Leiden am Mittwoch Abend ge- storben ist. y Die Beerdigung findet am Sonn- tag Nachmittag um 3 Uhr von der Leichenhalle des Neuen Zwölf- Apostel-Kirchhofs bei Schöneberg statt. Um zahlr. Betheiligung bittet im Namen der Hinterbliebenen 2138 Der Uorstan». Theile allen Freuudeu und Bekauuteu mit, daß mein lieber Manu am 19. Sept. gestorben ist. Die Beerdigung findet am 22. September, Nachmittags 2 Uhr, von der Charitee aus statt. 2083 Sic DtMicbcne. Wittwe Sclileese, Adolfstraße 2._ Verein Werbs. KiWckiter. Heute, Sonntag, den 21. September, Nachm. 4 Uhr, findet die Beerdigung deS Kollege» j o h n von der Leichenhalle des Emmaus-Kirch� hoses statt. Um zahlreiche Betheiliqung bittet 2070 Der Vorstano« Für die Kollegen aus Snd-Ost Trest- Punkt Nachmittags 2 Uhr bei Schmm Wrangelstr. 141._ IranzMnderei und Blumenhandlung J. Meyer. in der Ecke bei der Manteuffelltram- liefert Guirlanden Meter von 15 Doppelbügel-Lorbeerkränze von 50 pb an. Topfpflanzen wie Bouquets' gut nnd billig. 139J Abschied doik SoMißensA Unter diesem Titel wird der fasser der„Braunschweiger Sylvrpr Zeitung" und der Festzeitung 1. Mai" zlnn 1. Oktober ein illustr»� Zeitblatt humoristisch- satirischen Halts herausgeben. 2060 Der treffende Witz, die beißen� Satyre des Verfassers, eines alten de währten Genossen, bürgen dafür, bn?> sich dieser„Abschied" k. viele taust'1'' Freunde erwerben wird. Der Abschied erscheint nur ei» mal. Verkaufspreis a Nummer M# Verbreiter erhalten bis 50 pEt. Rabats Stkt Lisn öts„Sttli«! SolfäHitt"[r&Ä«« bestellen. Letztere werden gebeten, au« Bestellungen an F. Wilke, Maure- in B r a u n s ch w e i g, Marienstr. 4U, und zwar so bald als möglich zu richtet indem die Versendung schon in ben letzten Tagen d. Mts. geschieht... Mit sozialdemokratischem Gruß ze>ch net der Herausgeber des Abschiei» voiil SozialißengM Jurch �eschiistsoerhilltllijse und gezwungenen Abschluß bin veranlaßt, in meinem altrenommirten Geschäft neben Pantinen, Holz- u. Fil*' schuhen, auch Lcderwaaren, aV wie Damen-, Herren- u. Kinder-Stiete' zu führen. Dies hierdurch meinen Freu»� den und Genossen zur Kenntniß., Jeder Genosse, der bis zum 30. Sep" Etwas kauft, erhält ein Billet zu deM an diesem Tage stattfindenden Arbeiter- fest gratis, auch sind bei mir BilleV zum Preise von 20 Pf. pr. Stück zu haben. Chr. Geyer, Oramenstr�. HellstesLicht! geben Oomcke's Gas selbst erzeugende Lampen ffirlg�illj)� reieil, Schilliebell, Schlchtereiell, Wstr, rohrleger, Süd«'* veie» ete.§tur»»s brenuer für Arbeiten im Freien 1537» (Q»«ütl;er billigst' Emil Domcke, Bruunenstr. 134. Verantwortlicher Redakteur: ffiart Laake in Berlin. Druck und Verlag von Mar Fading in Berlin SW., Beuthstraße mit Arbeiter-Kontrolmarke bei 20# O. Rader, Fllrstenwalderstr. 2� Beilage zum Berliner Volksblatt. Nr. 220. Sanntas. den 31. Septrml»rr 1890. 7. Jahrg. fvefe Uerrinigung der Damenmäntel Schneider «.�.Arbeiterinnen der SeKieidnngsindnstrie hielt in A.reis Brauerei, Bergmannstr. 5—7 eine Bersainnilung ab. $iäf �Kinski sprach über die„Ursachen der Armuth." In der «nisston wurde darauf hingewiesen, daß es vor allem noth- ni�'f 8 f2'' darauf hinzuarbeiten, daß das Gehirn der Kinder dm".ffßepropst werde mit unmoralischen Geschichten, die wohl bin weniger entwickelten Vorfahren wichtig sein mochte», k»! heutige Zeit durchaus nicht nur unpassend, sondern schädlich wirken. Die Jugend sei so zu erziehen, daß sie uyt einer überweltlichen Hilfe vertraut, sondern nur auf seine nir?* �taft sich verläßt. Hierauf wird noch ein Brief verlesen, Mlchrieben von einer Arbeiterin aus der Waschefabrik von Mosse, Hoflieferant, Jägerstraße:„Mit dem Schlage 8 Uhr auf dem s'hen, die Nadel in der Hand; bis 10 Uhr arbeiten, dann " Min. Pause, um eine Stulle zu verzehren. Um Vel Uhr Mittag «n-v1 ühi- In dieser halben Stunde bekommen die jungen -Utadchen Kaffe, der auf Kosten des Herrn Moste von der Portier- trau zubereitet wird.(Der Kaffe ist oft nicht zu trinken.) Dazu Wchen die Arbeiterinnen ihre mitgebrachten Stullen zu essen. Um * Uhr Nachmittags essen die Arbeilerinnen ihre bereits ver- irocknete Stulle und trinken Wasser, welches ähnlich wie gekocht tchmeckt. Sie können sich ein Töpfchen Milch für ö Pf. von der t-ortiersfrau kaufen. Abends Va? Uhr Schluß. Wenn eilige Ar- z-'j ist, muß länger gearbeitet werden, wofür nicht bezahlt wird. -wahrend dieser Zeit darf keine Arbeiterin den Arbeitsraum ver- tasten. Das Kloset bestndet sich in demselben, die Luft ist manch- ??al zum ersticken. Fensler besitzt die Stube nicht, weil Oberlicht tst. welches die Arbeit erschwert, weil das Licht auf den Kopf Und nicht auf die Arbeit fallt. Um frische Lust zu bekommen, sind Zwei kleine Fenster in der Giebclwand angebracht, so auch zwei im Oberlicht. TerArbeitsloh» für eineMaschiuenarbciterin,welche schon * Jahre daselbst thätig ist, beträgt L M. SO Pf. pro Tag; für andere 1 M. 80 Pf. Handnüherinnen und Knopstocharbeiterinnen, Ae schon 5 Jahre da sind, erhalten 1 M. 75 Pf., eine Anfängerin * M., auch 1 M. 20 Pf. Für diesen Lohn verlangt Herr Moste "•Oberhemden geliefert, so auch 10 Dutzend Knopflöcher pro Tag. pb Herr Mosse, ivenn er so etwas an seinem eigenen Leibe er- fahren müßte, sehr erbaut darüber sein würde, ist sehr zweifel- Haft. Er würde wohl über niodernes Zuchthaus und.Bergewal- iiflnng klagen." Nachdem noch der Wunsch geäußert worden, in nicht zu langer Zeit in Habel's Brauerei eine größere Arbeiter- und Arbeiterinnenversammluna einzuberufen, schloß die Versamm- lung. Der Fachverein fiimmtlicher in der Firmenschilder' Dranche doschäftigte» Arbeiter hielt am 17. d. M. eine ziemlich gut besuchte Generalversammlung ab. Auf der Tages- ordnung stand: 1. Kassenbericht. 2. Vortrag des Herrn Buchdrucker Otto Lehmann über:„Militarismus, Ernährungssrage und Akkordarbeit in Rußland." 3. Diskussion und Fragekasten. 4. Arbeiisnachweis. 5. Verschiedenes. Zum ersten Punkt verlas in Abwesenheit des Kafstrers der stellvertretende Kassirer den Kassenbericht und ergab derselbe einen Kassenbestand von 16,40 M. Dem Kassirer wurde Decharge ertheilt. Der hierauf gehaltene Vortrag wurde mit vielem Beifall aufgenommen. Von einer Diskussion wurde in Anbetracht der sachlich klaren Darstellungen des Vortragenden Abstand genommen. Zum vierten Punkt machte der Vorsitzende bekannt, daß sich der Arbeitsnachweis Brüderstr. 32 bei Herrn Schultz« befindet(auch für NichtMitglieder gegen Eni- richtung von 30 Pf.). Mitgliedsbuch legitiniirt. Unter Verschie- denem wurde der'Antrag gestellt, zum Dienstag, den 23. d. M., 'ine außerordentliche Generalversammlung einzuberufen. Der Antrag ivurde mit großer Majorität angenommen. Außerdem stellte'Herr Ladcwig den Antrag, eine Neuwahl des zweiten Vor- sitzenden vorzunehmen, da derselbe seinen Pflichten nicht in der tzenügenden Weise nachkam. Die Neuwahl findet am Dienstag statt. Da weiter nichts vorlag, schloß der Vorfitzende die Sitzung. Eine Uersnmmhmg de» Fachveerinv der Tischler für den Bezirk Ripdorf und Umgegend fand am Montag in Barta's Salon, Bergstr. 120, statt. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Herrn Türk über„die Verhältnisse der ländlichen Arbeiter". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Diskussion war sehr lebhaft. Der Vortrag hatte so manche Erinnerung bei den auf dem Lande erzogenen Kollegen wachgerufen. Unter„Verschiedenes" ivird Herr Brose, Berliner- straße 114, an Stelle des Herrn Hirthe als Beitragsammler vor- geschlagen. Zum Schluß bemerkt der Bevollmächtigte, daß alle nächsten Versammlungen immer ein paar Tage früher annonzirt, sowie auch die Zettel früher gedruckt werden sollen, um dieselben recht zahlreich zu vertheilen, damit sich die Kollegen doch einmal mehr in den Versammlungen einfinden möchten. Eine allgrmrine Schriftgirffer-Urrsammlung, die am 15. September stattfand, beschäftigte sich zunächst mit Taris-An- gelegenheiten. Es wurde ausgeführt, daß die wenigen Wochen seit Einführung des neuen Tarifs gezeigt haben, fdaß derselbe bei einigen Positionen verschieden ausgelegt wird. Es habe vielfach Streitigkeiten gegeben. Um diese zu beseitigen, möge die Ver- sammlung die streitigen Punkte prüfen und Einheitlichkeit herbei- führen. Verschiedene dieser Punkte wurden hierauf zum Austrag gebracht. Als Umgehung des Tarifs wurde die Bezahlung im ge- ivissen Gelde angesehen für Arbeiten, die im Tarife vorgesehen sind. Es mache sich das Bestreben bemerkbar, die Arbeiten, bei welchen ein besserer Verdienst erzielt wird, für einen minimalen Lohn herstellen zu lassen. Wenn an Stelle der Arbeit nach Tarif die Lohnarbeit treten soll, so dürfe dies nicht in der Weise geschehen, daß wir uns dabei nach unten zu bewegen. Die Versammlung erklärte sich für ge- naue JnneHaltung des eben Angenommenen, und verpflichtete sich, jede Tarffverletzung oder Umgehung den Vereinsvorständen zur Anzeige zu bringen, überhaupt für strikte Befolgung der Be- stimniungen des Tarifs, wozu auch die neunstündige effektive Arbeitszeit gehört, energisch einzutreten. Hierauf wurde auf die Nothwendigkeit der Einigung der beiden hiesigen Schriftgicßcr- Vereine hingewiesen, die nur der Unterschied trennt, daß der eine Verein nur Unterstützungsvereins-Mitglieder aufnimmt, während der andere dafür agitiren will, die demselben noch nicht an- gehörenden Mitglieder dahin zu bringen. Beide Vereine könnten sich begegnen, wenn eine Karrenzzeit angenommen wird, bis wann der Beirritt zum Unterstützungsverein deutscher Buchdrucker zu erfolgen habe. Von anwesenden Vorstandsmitgliedern des neuen Vereins wird erklärt, daß der letztere Gedanke von ihnen aus- gegangen sei, um die Einigung zu Stande zu bringen; es müsse aber auch ein Passus aufgenommen iverden, die den Messinglinien- Arbeitern den Beitritt ermöglicht. Dieselben gehörten so zu den Schriftgießern, wie die Maschinenmeister zu den Setzern.— Von Vorstandsmitgliedern des andern Vereins wird ausgeführt, daß derselbe von seinen seit 22 Jahren verfolgten Prinzipien nicht abgehen werde; die Aufnahme der Messingarbeiter bring« den Schristaießern keinen Nutze». Wiewohl einige Schriftgießer in dieser Branche arbeiten, rekrutixen sich die Mehrzahl der Messing- linicn-Arbeiter aus anderen Gewerken; diese können also nicht zu den Schristgießern gezählt»verde». Von mehreren Rednern wird nochinals auf die Unzutruglichkeiten des Bestehens ziveier Vereine bei Beurtheilung von Unterstützungssragen hingeiviesen und die Beseitigung der Differenzen einpfählen. Folgender Antrag nnrd mit großer Majorität angenommen:„Die Vorstände beider Vereine»verde» ersucht, die Einigung innerhalb vier Wochen in einer allgemeinen Schristgicßer-Versanunlung zun» Austrag zu bringen." Zur Prüfung der Streikabrechnung, soivie der Delegirten- steuer»verde» vier Revisoren geivählt. Eine N»rsa,umi«ng der IJereiuigung der Drechsler Deutschlands, OrtSverwaltnng Berlin IV, fand bei Gnadt statt. Die Tagesordnung lautete: 1. Tie Ursachen der Arbeiterproteste, der Streiks. Referent Kollege Rautenberg. 2. Diskussion. 3. Vor- standsivahl. 4. Verschiedenes und Fragekastcn. Kollege Rauten- bcrg skizzirte in trefflicher Weise die Entwickelung der heutigen modernen'Arbeiterbewegung, insbesondere die Stellung der Frau unter de» heutigen Produktionsverhältnissen. Der Streik, ob er verloren oder gewonnen»vird, bleibt immer ein Nutzen für die Gesammthcit, inden» die Masse aufgerüttelt und zun» Denken an- gespornt»vird. Mit dem Tage,>vo ein Volk sagt: Ich habe genug an meinem Theil, ich will nicht mehr, geht die Entwicke- lung des Volkes zurück. Nicht inlr»»ehr Verdienst, sondern in erster Linie mehr Zeit, uin sich der Fainilie und der geistigen Thätigkeit»vidmcn zu können, haben»vir zu verlangen. Zur Diskussion meldete sich Niemand. In den Vorstand»vurden hieraus folgende Kollegen gewählt: Karl Loose, Bevollmächtigter; Wilhelu» Freithaler> Kassirer; Max Ziegner, Schriftführer; Hermann Müller und Emil Fritsche, als Beisitzende; Johann teinze und Karl Sauer als Revisoren und Kollege Schuster als treikkassircr. Die nächste Versainmlung findet am Dienstag nach dem 15. Oktober statt. Zahlstelle: Jeden Sonnabend bei Blanken- bürg, Stralsunderstraße; daselbst ist auch die Fachzeitung in Empfang zu nehmen. Eine öffentliche Uolksveefaminlnug, vom Arbeiter- Bildungsverein zu Nixdorf einberufen, tagte am 9. September in» Saale des Herrn Maue, Hermannstr. 18. Herr Türk hielt einen Vortrag über:„Die Umwälzung der französischen Revo- lution." Der Referent führte aus, daß im 18. Jahrhundert in Frankreich die Zustände sehr traurige»varen, daß die Lasten und Abgabe»», welche an den Hof, die Geistlichkeit und den hohen Adel zu entrichten»varen, von den Bürgern, Bauern und Ar- beitern nicht mehr zu erschwingen, varen, so daß es zur Revo- lution kam. An der Diskussion betheiligte sich Herr Krüger. Zu „Verschiedenein" gab der Vorsitzende bekannt, daß im§ 7 des Statuts der zweite Passus zu streichen ist,»veil derselbe polizeilich nicht angemeldet ist und derselbe irrthümlicher Weise gedruckt wurde. Weiter>v»lrde der Antrag gestellt, daß das Geld,»velches auf den Listen für die Hainburger gesainmelt ist, je zur Hälfte den streikenden Ikirchhainern und Greizern gesandt werden sollt Der Vorstand»vurdc beauftragt, anzufragen, ob an dem Tage, an dem das Sozialistengesetz abläuft, eine Illumination stattfinden soll. Der Vorsitzende theilte mit, daß vor Ablauf des Gesetzes noch eine Volksversanunlung stattfindet, in der darüber Beschluß gefaßt werden soll. Dann machte der Vorsitzende bekannt, daß am Sonnabend nach dem 15. eines jeden Monats eine Vereins- Versammlung stattfindet. Mit einem dreimaligen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie»vurd« darauf die Versammlung geschlossen. Militiersdorf fand am 17. September in Pietsch's Volksgarten eine Versammlung der„Freien Vereinigung sämmt- licher Handiverker und Arbeiter für Wilmersdorf ui»v Umgegend" fj..~____ Y t /v rv»«• � w»„,—•«•—•— statt, in welcher Herr Beruh. Zack über„Die Freiheit,»vie ste»st »ind»vie sie sein soll", referirte. Der Vortragende erledigte seine Aufgabe zur allseitigen Zufriedenheit der Versammlung u»»d führte». A. aus, daß es schon in alten Zeiten Männer gegeben, welche den» Drange nach Freiheit zustrebten. In allen Gesell- schaftsklassen, bei den Handwerker», Fabrikanten und Grundbe- sitzern»nacht sich ein Streben nach derjenigen Freiheit bemerkbar. welche ihrem Klaffenintereste dient. Am meisten ausgeprägt ist die politische,»virthschaftliche und religiöse Freiheit und ver- breitete sich des Näheren über die Religion und den Glauben an das Ueberirdische. Alles,»vas der unentwickelte Mensch nicht be- greifen und fassen kann, ist ihift überirdisch. Das Streben der großen Masse nach politischer Freiheit stammt aus dem vorigen Jahrhundert. In Frai»kreich, wo die Arbeiter den größten Antyeil an der Revolution nahmen, war es»vieder das Bürgerthum, welches die Errungenschaften derselben ausschließlich für sich in Anspruch nahm. In den 60er Jahren»var es in Deutschland Lassalle,»velcher in Rede»md Schrift belehrend ni»d ausklärend a»if die Arbeiter »virkte und ihnen u. a. den Kampf um das allgemeine Wahlrecht empfahl,»velches denn auch im Jahre 1870 eingeführt wurde, aber jetzt schon leider nicht mehr als ein gleiches»ind geheimes betrachtet werden ka»»»» infolge des Druckes und der Kontrole der Unternehmer. Redner beleuchtete hierauf noch die Preß-, Ver- eins-»ind Versainmlungssreiheit und das Bestreben der arbeiten- den Klasse, Zustände zur Zufriedenheit Aller zu schaffen und zwar durch Uebergabe der Produktionsmittel an die Gesellschaft. Nach eincr Kritik des Verhaltens der herrschenden Klasse nn Reichstag «rt« Krtv.----'-----*»»»-.»-8901 schichmarTe. Schwarzes' Bi�oiiengarn, verändert seine Farbe nie. Meiste» Kronengar« Ulan achte auf die nebenstehende Kchntzmarke. Zll lltle» solide!! GesAsttl! der Branche kiillllich.�Z 3ch habe keine Filialen und stehe mit ähnlich lautende» Firmen in keinerlei Keziehnng. 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