Zr. 333. Dmmerstag, de» 35. September 1890. 7. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. WW�DMM- MevMWWkMEM Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 7 Uhr NachnuttagS, Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -4.-, Lernspreitier: Amt VI. Ur. 4100.»-*•" Mvdakkion: VeukhPkvÄ�e Ä.— Sxpedikion: VenkMestze 3. Uoch einntal die „Wohlfahrtsbestrebungen" in Schlesien. _ Erst vor kurzem hat das„Berliner Volksblatt" die Msainen Versuche der Bourgeoisie, dem schlesischen Noth- stände durch die ärgsten Quacksalbereien beikomnien zu sollen, gebührend gekennzeichnet. Verschiedene Zweige der Pausindustrie sind von vornehmen Damen beider Ge- schlechter als die Arzenei gegen Hungertyphus und Alka- Usmus den schlesischen Proletariern bescheert worden. Mit welchem Erfolge, wurde aus dem Buche Dr. Gustav fange's, eines bürgerlichen Oekonomen, der zur Zeit Hilfsarbeiter am königl. preußischen statistischen Bureau ist, deutlich genug nachgewiesen. Es ist nicht schwer, noch einige Blüthen aus diesem «Humanitäts"-Garten zu pflücken, da die Experimente der Besitzenden, den Pelz zu waschen, ihn aber nicht naß »lachen, so zahlreich. wie thöricht sind. Gerade jetzt ist es »icht unangebracht, noch einiges thatsächliches Material beizubringen, um endgiltig mit dieser Fabel aufzuräumen. Man höre! Im Jahre 1888 bereiste im Auftrage des Ministers für Handel und Gewerbe, also des Fürsten Bismarck, ein Ingenieur I. Frankhen die größeren In- dustrieftädte Schlesiens, um unentgeltlich Unterricht in einer »eu erfundenen Art der orientalischen Teppich- k n ü p f e r e i zu ertheilen. Wir erinnern uns noch recht gut der Reklame, die in der Böhmert'schen„Sozial- Korrespondenz", in Kapitalistenzeitungen, in Fachzeitschriften der Textilgewerbe für diese neueste That auf dem Felde »er Volksbeglückung von Oben gemacht wurde. Die �amtamschläge einer gutgesinnten Presse begleiteten denLehrer der Teppichknüpferei auf seiner Agitatiousreise, und wer Mubig genug war, sah bereits die Hungerbezirke Schlesiens das Land, wo Milch und Honig fließt nicht blos für die Schlot- und Krautjunker, sondern auch für die Ar- bester, erfreulich umgestaltet. Lange, ein sicherlich unver- länglicher Zeuge, erzählt:„Leider bestanden seine Zuhörer Und Schülerinneu größtentheils aus Danien der m i t t- l e r e n und besseren Stände, welche die betreffende Hausarbeit entweder nur zum Vergnügen betreiben oder M armen Mädchen und Fra.uen, die von 'hrer HändeArbeit sich gänzlich erhalten süssen, behufs Erlangung eines kleinen Taschengeldes ungebührliche Konkurrenz Zachen. In Görlitz wurde zur selben Zeit einer Dame � den Kosten ihrer Bestrebungen für die Einführung und Ausbreitung der Teppichknüpferei als Hausarbeit seitens Feuilleton. "mbvudt oevtiolen.] i? Eine Unglückliche. Erzählung von Iwan T u r g e n i e w. &»Ja ich verstehe Sie, Iwan Demjaiütsch," antwortete 7 endlich— meine Stimme kam mir selbst fremd vor,„und h werde nicht zu Iwan Matveitsch gehen, und ihn nicht neu. Und sollten wir um unser tägliches Brot komme», u>ag es so sein." Herr Ratsch erbebte, preßte die Lippen zusammen und ute die Fäuste. »Nun, so warte denn Du, Prinzessin Melikitrize!" "sterte er heiser.„Ich werde Dir das nicht vergessen!" An diesem selben Tage ließ Iwan Matveitsch ihn zu ä> kommen und man sagt, man habe ihm mit seinem spanischen vhre gedroht, demselben Rohrstock, den er einst mit dem Erzöge von Larochefoucault getauscht, und habe geschrien: wle sind ein gewinnsüchtiger, niederträchtiger Mensch! Ich erde Sie an die Lust setzen!" Jwaw Matveitsch sprach 'st. gar kein Russisch und verachtete unsere„grobe Mundart", l Jargon vulgaire et rucke. Jemand sagte einmal in seiner 'egenwart:„Das versteht sich von selbst." Das erfüllte "nnn Matveisch mit Unwillen, und seitdem führte er diesen oft als Beispiel für die Sinnlosigkeit und Abgeschmackt- vst der russischen Sprache an.„Was heißt das„versteht ? von selbst"? fragte er auf Russisch, jedes Wort be- "ders betonend.„Warum nicht einfach: versteht sich? und urum: von selbst?!" desselben Ministers eine Staatsbeihilfe bewilligt." Der Ex-Kanzler/ der„größte Staatsmann aller Zeiten", will sagen das rücksichtsloseste Organ der Bourgeoisinteressen, hatte ein außerordentlich feines Gefühl für alle die Dinge, die dem werkthätigen Volke— nichts nützten. Die „Damen" aus den„besseren Ständen", die voll brutaler Rücksichtslosigkeit den um ihr Dasein hart kämpfenden Proletarierinnen den Bissen Brot nehmen, um mit dem „erarbeiteten" Taschengeld ihre Putzsucht zu befriedigen, sind nicht blos in Schlesien zu finden. Unsere Leser werden sich erinnern, daß bei der Reichsenquete über die Lage der in der Konfektionsbranche und Wäschefabrikation beschäftigten Arbeiterinnen dieselben Klagen laut wurden; der Fabrikinspektor, der aus Elberfeld über dies abscheuliche Raub- system berichtete, verlieh seiner Entrüstung darüber in an- erkennenswerther Weise kräftigsten Ausdruck. Fiel der Plan, durch die Teppichknüpferei der Roth in Schlesien zu steuern, elend ins Wasser, so scheiterte ebenso das Projekt, die Korbflechterei heimisch zu machen. Wer aus Emanuel Hans Sax' klassischen Schilderungen die Misere der oberfränkifchen und koburgischen Korb- sticker kennt— das„B. V." hat öfters darüber Mit- theilungen gemacht—, der weiß, welch einen Berg von Elend dieses Gewerbe bedeutet. Aus Staatsmitteln wurde in Schurgast im Kreise Falkenberg eine Korbflechtschule errichtet, die Stadtgewaltigen von Ratibor gründeten eine städtische Korbflechterei, die— im Sommer s e ch s z i g und mehr Personen mit Entlauben, Schneiden, Schälen der Weidenruthen beschäftigt,„während die Zahl der Flechter eine ungleich größere ist." Auf diese Weise haben „alte Personen, welche zu schwereren Arbeiten nicht mehr geeignet sind, sowie Kinder einen immerhin noch loh- nenden Verdienst." Kinder sollen, so meint die ernste Sozialpolitik, mit solcher Ausbeutungswirthschaft nichts zn thun haben, und erwerbsunfähige alte Leute auch nicht. Die Korbflechter-Politik der Senatoren von Ratibor richtet sich, wenn man ihr das verschlissene Wohlfahrts- mäntelchen abnimmt, einfach auf eine Herabminderung der Armenlasten auf Kosten der Armen. Man arbeitet, braucht nicht unterstützt zu werden, und die Greise und Kinder können ja schaffen. Warum sind sie nicht als Bourgeois geboren? Dann wäre der Tisch des Lebens für sie reich- iich gedeckt. Trotzdem ist die ganze Korbflecht-Glückselig- keit nur von„lokaler Bedeutung", da die alten Sitze der Korbmacherei genug und übergenug Waaren liefern und heute bereits an erheblicher Ueberorzeugung leiden. Daß die B e s e n b i n d e r e i, die jüngst in Ober- schlesien(in Nikolai und Umgegend im Kreise Pleß) ein- geführt wurde, sich gleichfalls nicht halten kann, theilt Lange gleichfalls mit. Und was soll die A n f e r t i- Iwan Matveitsch verjagte Herrn Ratsch indessen nicht, er nahm ihm nicht einmal seine Anstellung. Mir aber hat mein Stiefvater sein Wort gehalten: er hat es mir nicht vergessen. „Es wurde eine Veränderung an Iwan Matveitsch be- merkbar. Er sing an sich zn grämen, wurde schmermüthig, seine Gesundheit war erschüttert. Eine gelbe Farbe trat an die Stelle des früheren frischen Rothes; sein Gesicht schrumpfte zusammen und er verlor einen Vorderzahn. Er hörte auf auszufahren und gab die eingeführten Empfangs- tage mit Bewirthung der Bauern, ohne die Betheiligung der Geistlichkeit„saus le concours du clergc"— ganz auf. An solchen Tagen pflegte Iwan Matveitsch mit einer Rose im Knopfloch in den Saal oder auf den Balkon zu den Bauern hinauszutreten, und, einen silbernen Becher mit Branntwein leicht mit seinen Lippen berührend, hielt er ihnen eine Rede wie folgt:„Ihr seid zufrieden mit meinen Hand- langen, gleich wie ich mit Euren Bemühungen zufrieden bin; das freut mich aufrichtig. Wir sind alle Brüder; die Geburt selbst macht uns gleich: ich trinke auf Euer Wohl!" Er grüßte sie dann, und die Bauern verbeugten sich tief vor ihm, aber nicht bis zur Erde, das war streng verboten. Und die Bewirthung dauerte fort; Iwan Matveitsch jedoch zeigte sich seinen Unterthanen nicht mehr. Zuweilen unter- brach er mein Lesen durch den Ausruf;..La machine se detraque! Gala se gate!" Seine Augen selbst, diese hellen, steinernen Augen wurden matt und schienen sich zu verkleinern; er schlummerte öfter als sonst ein, und seufzte schwer im Schlafe. Seine Art mich zn behandeln blieb allein unverändert, es sei denn, daß sich ihr ein Schatten von ritterlicher Höflichkeit beigesellte. Wie schwer es ihm werden mochte, er stand jedesmal von seinem Lehnstuhle auf, wenn gung von Palmblattkörbchen zur Zigarren- Verpackung, die in Mittenwalde, Kreis Habelschwerdt in der Grafschaft Glatz, als Hausindustrie eingebürgert wurde? Die Arbeit ist„so leicht", daß„Kinder von 10 bis 12 Jahren" sie ausführen können, was gewiß eine wunderbare Empfehlung bei denen ist, die der Auffassung huldigen: Dem Kinde die Schule und der Spielplatz! Eine Person kann„bei einigem Fleiße", was in der Sprache der Hausindustrie-Apostel einen ungeheuerlichen Arbeitstag vom frühen Morgen bis in die sinkende Nacht bezeichnet, täglich 15 Körbchen, das Stück für füttf Pfennige, liefern.... Die Ultramontanen und die lutherischen Orthodoxen, die sich als die berufenen Beschützer der Arbeiter mit großein Pathos aufzuspielen lieben, haben ihre Finger natürlich auch in diesen niedlichen Manövern zum„Wohle" der arbeitenden Klasse. Lange sagt:„Die Kirche bezw. mit derselben zusammenhängende Körperschaften und Vereinigungen haben sich dieser Seite gewerblichen Lebens ebenfalls angenommen und namentlich die Ausbildung und Beschäftigung weiblicher Personen gepflegt." Der Vinzenz- verein hat Näh-, Strick-, Flickschulen und andere Ein- richtungen verwandter Art ins Leben gerufen,„um aus diese Weise den späteren Müttern eine praktische Vor- bildung für ihren hauswirthschaftlichen Beruf ins Leben mitzugeben", vielfach aber„auch die Grundlage zu dauern- dem Erwerbe für alleinstehende weibliche Personen gelegt". Die Arbeiterfrauen, die in der Fabrik schaffen oder als Aufwärterinnen, Wäscherinnen u. f. w. ihr Brot verdienen müssen, können den Hausfrauenberuf noch so gut erlernen, üben können sie ihn nicht. Und was den„dauernden Erwerb" betrifft, so giebt es wohl nichts Elenderes als das Loos einer Nähterin oder Flickarbeiterin. Die oben bereits erwähnte Reichsenquete hat gerade für Schlesien den Nachweis erbracht, daß die unglücklichen Proletarierinnen oft genug, nachdem sie ihre Arbeitskrast für einen Hungerlohn den ganzen Tag verkauft, des Abends auf die Gasse steigen und sich prostituiren müssen, wenn sie nicht ver- hungern wollen. Was für Wirkungen es hat, wenn die Kirche gewerbliche Angelegenheiten in die Hand nimmt, sieht man u. A. in Belgien, wo die S p i tz e n i n d u st r i e zum großen Theil von den Nonnenklöstern ausgebeutet wird, die zahllose Kinder und Mädchen unter skandalösen Verhältnissen beschäftigen. Was die evangelische kirchliche Armenpflege in Schlesien leistet, darüber giebt Lange beachtenswerthe Auf- schlüsse. Er erzählt:„Eine nachahmenswerthe(!!!) Einrichtung besitzt der evangelische Armenverein in Breslau, nämlich eine besondere Arbeitskommission, welche seit länger als einem Jahrzehnt durchschnittlich jährlich 100 bis ich hereintrat, und geleitete mich auch wieder bis zur Thür, indem er meinen Ellenbogen mit seiner Hand stützte, auch fing er an, mich anstatt Suzon„ma obere demoiselle" oder„tnon Antigone" zn nennen. Mr. le Commandeur war zwei Jahre später als meine Mutter gestorben, und sein Tod hatte Iwan Matveitsch scheinbar weit tiefer er- schüttert. Ein Zeitgenosse von ihm war dahin; das war es, was ihn erschreckte. Das Verdienst des Herrn Kom- mandeurs hatte in der letzten Zeit nur darin bestanden, daß er jedesmal:„bleu joue, mal reussi!" ausrief, wenn Iwan Matveitsch mit Herrn Ratsch Billard spielend, einen Fehlstoß that oder nicht traf, oder, wenn Iwan Matveitsch sich bei Tisch mit einer Frage, wie etwa die folgende, an ihn'wandte:„N'est-ce pas, Mr. le Commandeur, c'est Montesquieu, qui a dit cela dans ses lettres persanes 1"— so antwortete jener scharfsinnig, indem er einen Löffel Suppe aus sein Vorhemd fallen ließ:„Ah, Mr. de Montesquieu? Un grand ecrivain, monsieur, im grand ecrivain!" Als einmal Iwan Matveitsch- ihm sagte:„Les theophilantropes ont eu pourtant du bon!"— rief der Greis mit»bewegter Stimme aus:„Monsieur de Kolontouskoy!(er hatte in 25 Jahren nicht gelernt, den Namen seines Schutzherrn richtig auszusprechen)„Monsieur de Kolontouskoy! Leur fondateur, l'instigateur de cette secte ce La Reveilliere Lepeaux, etait un bonnet rouge!"—„Non, non," sagte Iwan Matveitsch lächelnd und eine Prise Tabak nehmend; „— des fleurs, des jeunes vierges, le culte de la nature .... ils ont eu du bon, ils ont eu du bon!...." Ich habe mich stets darüber verwundert, wie viel Kenntnisse Iwan Matveitsch besaß und wie unnütz diese Kenntnisse für ihn selbst waren. „Iwan Matveitsch's Kräfte ließen sichtbar nach, allein 120 Frauen mit Wäschenähen und Strumpfstricken u. s. w. beschäftigt. Die Jahresausgaben für Arbeitsmaterial be- laufen sich im Mittel aus 2600—3000 M., an Strick- und Nählohn wurden 1887 ca. 2200 M. ausbezahlt, und zwar für ein Hemd 30, für Beinkleider 30 bis 40, Nachtjacken 40, Schürzen 20 bis 40, Strümpfe 30 bis 60 Pf." Und diese Einrichtung ist Herr Lange so naiv oder so kühn,„nachahmenswerth" zu heißen. Solche Bezahlung einer anstrengenden Arbeit ist wahrlich eine seltsame Aeußerung des„praktischen Christenthums". Bei 120 Frauen 2200 M. Arbeitslöhne, macht per Kopf und Jahr durchschnittlich achtzehn M. SS'/s Jlf.! Eine Sozialreform, die sich sehen lassen kann.„Der Verkauf", heißt es weiter,„wird durch verschiedene Ladeninhaber vermittelt, bei denen die Sachen in Kommission gegeben sind, sowie durch den alljährlich im Herbst stattfindenden Wohlthätigkeitsbazar. Beim Verkauf wird pro Mark ein Zuschlag von 10 Pfennig gemacht, die den Ladenbesitzern zu Gute kom- men. Seitens des Vereins werden besonders Wittwen berücksichtigt, die, weil sie ihrer Häuslichkeit vorstehen und ihre Kinder besorgen müssen, nicht dauernd bei der Arbeit bleiben und daher nicht pünktlich für Unternehmer liefern können, bei denen sie außerdem infolge der schlechten Löhne gar zu wenig verdienen würden." Wenn dem wirklich so ist, daß die Verleger, was kaum möglich scheint, noch erbärmlicher zahlen, als die evangelischen Humanisten, was für Zustände sind es, in denen wir leben! Und welch ein Trost für die Aernisten der Armen", daß der „Evangelische Armenverein" sich ihrer erinnert und sogar Bazare veranstaltet, auf welchen die Damen der Bourgeoisie ihren Schmuck, ihre Toiletten und ihre sonstigen Reize zur Schau stellen, auf denen kokettirt, hofirt und niodisirt wird, alles natürlich zu Gunsten der Wittwen und Waisen. Ach! warum werden die Strümpfe und Hemden nicht gleich aus- getanzt? Der Wohlthütigkeits ball ist ja die Krönung des Gebäudes. Wir brauchen nach dem Mitgetheilten nicht erst noch die Heldenthaten der„Vereine zur Förderung des Wohls der arbeitenden Klasse", der„Vaterländischen Frauen- vereine" und ähnlicher Verbände zur" Förderung sozial- politischen Brimbariums zu kritisiren. Die Arbeiter wollen nicht mit dem volksverwüstenden Geschenke der Hausindustrie-Aufzucht heimgesucht werden, sie wollen überhaupt keine Almosen, sie fordern soziale Reformen, sie wollen, daß der Kapitalismus be- seitigt, und eine Wirthschaftsweise geschaffen werde, die derartige Wohlfahrtsökonomie unmöglich macht. Unsere Bourgeoisie hat allen Grund, die Augen aufzuthun, die Zeichen mehren sich, daß die Zersetzung rascheste Fort- schritte macht. Während schlesische Proletarier Hemden für 20 Pfennig für den„Evangelischen Armenverein" nähen, brutalisirt ein gräflicher Rowdy, auf seine Stellung und seine Millionen pochend, Berliner Bürger, und der Bastard eines fürstlichen Hauses jagt sich wegen schnöder Liebeshändel eine Kugel durch den Kopf. Selbst der „Kreuz-Zeitung" wird bange, und sie hält ihren Genossen eine Fastenpredigt, in der sie die Schatten von 1789 auf- steigen läßt. Wir fürchten, Herr von Hammerstein wird ein Prediger in der Wüste sein. Wer die Weltgeschichte vertreten will, den macht sie vorher blind. Nox'vespcmdimjen. Uew-Aorlr, 12. September. Die Hoffnung Powderly's, daß der erste Präsident der N. I. Zentralbahn, Depcm, nach seiner Zurückkehr die schwebenden Differenzen zu Gunsten der Knights schlichten würde, hat sich nicht erfüllt. Dcpew hat gleich nach seiner Ankunft im Allgemeinen seinen Kollegen in der Bahnver- waltung recht gegeben, lehnte aber bestimmtere Angaben iden Reportern gegenüber) ab, da er sich erst über die Details orientiren müsse. Er hat sich inzwischen keine andere Meinung über die Sache gebildet und erklärte in gleicher Weise wie sein er widerstand noch immer. Eines Tages, ungefähr drei Wochen vor seinem Tode, hatte er gleich nach Tisch einen heftigen Alffall von Schwindel. Er wurde nachdenkend und sagte:„Gest la fin", und, sobald er wieder zu sich gc- kommen war und ausgeruht hatte, schrieb er au seinen einzigen Bruder und Erben in St. Petersburg, mit welchem er seit 20 Jahren nicht mehr verkehrt hatte. Ein benachbarter Deutscher, ein Katholik und einst berühmter Arzt, der nun auf seinem Gütchen im Ruhestande lebte, besuchte Iwan Matveitsch, als er von dessen Krankheit hörte. Er zeigte sich äußerst selten nur bei Iwan Matveitsch; dieser empfing ihn aber stets mit ganz besonderer Aufmerksamkeit und achtete ihn hoch. Er ivar vielleicht der Einzige auf der Welt, den Iwan Matveitsch achtete. Der Greis rieth Jwan Matveitsch nach einem Geistlichen zu schicken, aber Jioan Matveitsch antworte ihm:„Oes rnessieurs et moi, nous n'avons rien ä nous dire" und bat ihn, von etwas Anderem zu sprechen, und als der Nachbar weggefahreu war, gab er seinem Kammerdiener Befehl, Niemaild mehr anzunehmen. Hierauf ließ er mich rufen. Ich erschrack als ich ihn sah: Unter seinen Augen hatten sich blaue Flecke gebildet, das Gesicht war lang und hölzern geworden und der Kinnbacken hing schlaff herunter.„Vous volle grande, Suzon",-sprach er, mit Anstrengung die Konsonanten hervorbringend, aber immer noch ein Lächeln versuchend(ich war damals schon i>n neunzehnten Jahre),—„vous allez peut-etre bientöt rester seule. Soyez toujours sage et vertueuse. C'est la demiere recommandation d un.. er hustete...„d un vieillard qui vous veut du bien. Je vous ai recommande & mon fröre, et je ne doute pas qu'il ne respecte raes volontes.. er hustete wieder und befühlte ängstlich seine Brust.„Du reste j cspere encore pouvoir faire quelque chose pour vous... dans mon testament. Dieser letzte Satz schnitt mir wie ein Dolch ins Herz. Ach! das war zu Biel! zu verächtlich und beleidigend! Iwan Matveitsch schrieb wahr- scheinlich das, was sich auf meinem Gesichte aussprach, einem anderen Gefühle, dem Gefühle der Trauer oder der Dankbarkeit zu, denn er klopfte mir liebreich auf die Schulter, als wollte er mich trösten und, mich dabei sanft abwehrend, wie gewöhnlich, sagte er:„Voyons, mon enfant, Kollege Webb, brfs) überhaupt nichts beizulegen sei; die Leute hätten einfach den Dienst quittirt(bekanntlich thaten sie das, um einer eventuellen Anklage wegen „Verschwörung" vorzubeugen), und an ihrer Stelle seien neue Leute engagirt worden. womit die Sache für die Bahnverwaltung erledigt gewesen sei.— Dem gegenüber hat die Exekutive der Knights es für zwecklos gehalten, mit Depew in Verbindung zu treten. Ob nun dieser nicht mehr auf das Amt eines Präsidenten der Vereinigten Staaten spekulirt, oder ob er der Ansicht ist, daß die Knights keinen solch wichtigen Faktor mehr in der Wahl- kampagne spielen, dies ist eine Sache, die später ihre Lösung finden wird.— Was den Streik selbst betrifft, so sind nach den Angaben der Exekutive noch zirka 2700 Knights im Ausstande, während die Uebrigen anderwärts ein Unterkommen gefunden haben; ob dem so ist, läßt sich indessen nicht kontroliren, und auf„guten Glauben" irgend etwas und auf irgend wessen Aussage hin anzunehmen, ist in diesem Lande durchaus nicht angebracht. Der Betrieb der Bahn ist nach Behauptung der Exekutive noch immer zum Theil gehemmt, da das meistens aus Nicht- Eisenbahnarbeitern zusammengesehte Scab-Pcrsonal seiner Auf- gäbe nicht gewachsen und an Zahl ungenügend sei. Die Bahn- Verwaltung bleibt dagegen vor wie nach bei der Behauptung stehen, daß Alles„all rigbt" sei. Neber die ungewöhnlich große Zahl von Unfällen an der Bahn seit dem Streik ging sie bisher still- schweigend hinweg. Inder letzten Zeit scheint man aber eine andere Taktik eingeschlagen zu haben. In der Nähe von Albany wurde nämlich ein Zug durch Blockirung der Geleise zum Entgleisen gebracht, wobei mehrere Personen verunglückten; die Bahn- Verwaltung ließ gleich ausposaunen, daß dies die That von Streikern sei, und sind inzwischen auch mehrere derselben ver- hastet worden. Kurz darauf wurden auch an zwei andern Stellen die Bahngeleise blockirt, doch erhielten die betreffenden Züge noch zeitig genug Warnnngssignale. In beiden Fällen hat sich nun herausgestellt, daß die Personen, welche die Warnungs- signale gaben, die Hindernisse selbst auf die Schienen gelegt hatten, um sich eine Belobung und auch ein kleines Taschengeld zu verdienen. Bezüglich einer ganzen Reihe von Unfällen, welche durch die Ungeschicklichkeit und Ungeübtheit der Scabs meistens auf den Bahnhöfen passirten, war es von vor'nherein aus- geschlössen, den Streikenden etwas anhängen zu können.— Das Staats-Schiedsgerichl hat seine Untersuchung geschlossen, und damit ist diese Komödie auch beendet. Viel zu melden wird über den Streik, der anfangs so große Dimensionen annehmen zu wollen schien, wohl nicht mehr sein; er wird höchst wahrscheinlich still im Sande verlaufen. Der Orden der Knights, welcher durch seine zweideutige Haltung in der Achtstunden-Bewegung des Jahres 1886 anfing zurückzugehen, scheint jetzt ins Stadium der gallopirenden Schwindsucht zu gelangen. Im Laufe der letzten Jahre ist eine ganze Reihe lokaler, staatlicher und nationaler Organisationen aus seinen Reihen getreten, und besonders der Abfall des größten Theils der Eisenbahuarbeiter hat, wie sich bei dem Streik an der New-Iorker Zentralbahn gezeigt, ungeheuren Schaden gethan. Neuerdings hat in der Metropole die Zentral Labor Föderation den Kampf mit dem Orden aufgenommen wegen fortgesetzter systematischer Schädigung der offenen Gewerkschaften, und zu guterletzt haben zwei der Stammorganisationen des Ordens, nämlich die der Fensterglas- und Flaschenbläser, welche 10 000 Mitglieder zählen, in Pittsburg beschlossen, aus dem Orden zu treten, wenn auf der nächsten Konvention Powderly nicht über Bord geworfen wird. Ob, wenn letzteres geschieht, dem Orden viel geholfen sein würde, ist sehr fraglich; oder besser, es ist nicht fraglich, es würde nur einen Personenwechsel bedeuten. So lange das alte Wesen bleibt, welches den Orden zu, einer sozusagen mittelalterlichen Institution stempelt, ist jede Hoffnung eitel. Man hat früher stets gesagt— und in neuerer Zeit wurde von einzelnen Seiten dasselbe Lied nochmals angestimmt— ,. das Brimbamberium der Geheimnißkrümerei sei ein wichtiges Anzieyungsmittel für die große Masse derjenigen Arbeiter, welche noch im Allgemeinen rückständig sind. Wenn das aber auch wirklich der Fall gewesen wäre, respektive noch wäre, so ist mit dem„Anziehen" doch gewiß nichts gethan, wenn nicht im Orden selbst die Bekämpfung jener Rückständigkeit betrieben wird. Man hat sie aber im Gegentheil gepflegt und die Massen der Rückständigen benutzt, um das aufgeklärte und aufklärende Element in brutaler oder hinterlistiger Weise— wie es gerade paßte— mundtodt zu machen. Das ganze„Geheimniß" hat bisher darin bestanden, daß für die Mitglieder geheim blieb, was die Führer trieben.— Eine sonderbare Erscheinung ist, daß der Orden in den letzten Jahren auch in Europa hier und da Eingang gesunde» hat. Möge seine Geschichte in den Vereinigten Staaten von Nord- amerika für dort eine Lehre sein! Die sozialistische Wahlkampagne im Staate New-Iork ist nn vollen Gange und in der Stadt New-Iork sind die verschiedenen Wahl-(Assembly-) Distrikte entweder schon organisirt oder in der Organisirung begriffen. Man ist aber im Allgemeinen in den alten Fehler verfallen, indem man sich von dieser selbststündigen Wahlkampagne den Beginn einer„neuen du courage 1 Nous sommes tous mortels. Et puis, il n'y a pas encore de danger. Ce n'est qu'une precaution quejai cru deyoir prendre.... Allez j"— Wie damals, als er mich nach dem Tode meiner Mutter zu sich rufen ließ, hätte ich wieder aufschreien mögen;„Ich bin ja Tochter! Ihre Tochter!" Aber mir fiel ein, daß er in diesen Worten, in diesem Wehrufe meines Herzens nur den Wuitsch heraus- hören würde, meine Rechte geltend zu machen, meine Rechte aus die Erbschaft, auf sein Geld... Und oh! für Nichts in der W.lt würde ich diesem Menschen etwas sagen, der mir nicht ein einziges Mal den Namen meiner Mutter ge- nannt hatte, in desftn Augen ich so wenig bedeutete, daß er sich nicht einmal die Mühe gegeben hatte, zu erfahren, ob mir meine Herkunst bekannt sei! Vielleicht verinuthete er es aber, vielleicht wußte er.es und wollte nur kein Auf- sehen erregen, wollte nicht einer guten Vorleserin mit einer jungen Stimme entsagen! Nein! nein! Mag er ebenso straf- bar an seiner Tochter werden, als er es an ihrer Mutter war! Mag er diese Doppelschuld mit ins Grab nehmen! Ich schwöre! ich schwöre! er soll jenes Wort, das ja in eines jedes Nienschen Ohren einen süßen, heiligen Klang haben muß, nicht aus meinem Munde hören! Ich werde ihm nicht„Vater!" sagen, ihm nicht vergeben, für Mutter und mich! Er fühlt kein Bedürfniß nach dieser Vergebung, nach diesem Namen.... Es kann nicht sein, es kann nicht sein, daß er ihrer nicht bedarf! Aber er soll keine Vergebung erhalten, er soll sie nicht haben: Nein! „Gott weiß, ob ich meinen Schwur gehalten hätte, ob mein Herz sich nicht erweicht hätte, und ich Scheu und Scham stmd Stolz nicht überwunden hätte.... aber es ge- schah mit Iwan Matveitsch wie es mit meiner Mutter gc- schchen war. Der Tod ereilte auch ihn eben so plötzlich, und auch in der Nacht. Und wieder war es Herr Ratsch, der mich weckte, und wir liefen zusammen in das Herren- haus, in das Schlafzimmer Iwan Matveitsch's... Aber hier kam ich so spät, selbst für diese letzten Beivegungen, welche sich an dem Sterbebette meiner Mutter mit so un- verlöschlichen Zügen in meinem Gedächtniß eingegraben hatten. In den mit Spitzen besetzten Kissen lag eine dürre, dnnkelfarbene Puvve mit spitzer Nase und struppigen Aera" verspricht und demgemäß einen überschwenglichen To« schlägt in den Aufrufen, Versammlungsreden jc. Das M- schon so oft dagewesen, daß man denn doch biese Illusion»«1, bei Seile lassen sollte. Es hat sich für die Sozialisten Km#, nach dieser Richtung bis heute nur darum gehandelt— u«° sich auch in absehbarer Zeit nur darum handeln—, mn g> Beispiel voranzugehen, um die Arbeitermassen nach und«««)_ den Gedanken zu gewöhnen, daß sie etwas besseres thun lö«- als den Schwanz der kapitalistischen Parteien zu oi' Das hätte immer so gehalten werden sollen, ohne J},, ficht auf„besondere Umstände"; dann stände es jedenfalls einigermaßen besser. Das fortwährende Schw/ii' einmal Wahlbetheiligung, das andere Mal nicht, hat gewiß« � dazu beigetragen. Ebenso wenig wie die Jllusionspstegem.! rtt?& einer sozialistischen Partei wird erst dann den Beginn einer„« Aera" bedeuten, wenn diese Partei eine amerikanlicye Und damit hat's noch gute Wege! Im letzten Monate beschäftigten die hiesigen Genossen i« sonderen, Maße die Nachrichten aus Deutschland uber Dlsserenz innerhalb der Partei dort. Bis vor wenigen Tagen lagen die Depeschen vor, welche die kapitalistische Presse brachte, diese waren freilich dazu angethän, Unruhe»ver Stand der Tinge drüben zu erregen. Allein eine war trotzdem durchaus nicht zu verspüren; es herrschte aM» die Ansicht, daß man es mit Uedertreibungen zu thun h«"*' jetzt vorliegenden Darstellungen des Sachverhalts m>")> eigenen Presse haben denn auch bestätigt, daß eine Beunruhig zwecklos gewesen wäre. Schreiber dieses interessirte m°' Mittheilungen besonders auch der Umstand, daß d,e 0 Magdeburger Redakteure, welche mit an der Spitze der„J-jL sition" standen. Jünger des„rothen Krüger" in Zürich sind, des„langen Viech's," wie er im„engeren Freundeskreffe ohne Protest seinerseits, da er selbst Liebhaber von derglewst Titulaturen war— vertraulich angeredet wurde. Da haben l eine gute Schule im„höheren Krakehl" durchgemacht!— In Missouri hat eine Besprechung von Delegaten der%' gestellten am Gould'schen Vahnsystem stattaefunden, und Zw resultirte dieselbe in dem Vorschlag, eine gemeinsame Organssau für die veffchiedcnen Fächer anzustreben. Jedenfalls haben 0 Vorgänge an der New-Iorker Zentralbahn den Anstoß hierzu g geben.Z In San Franzisko findet die zweite Konvention» Heizerorganisation statt, auf der sämmtliche 420 lokale Orgw' sationen derselben vertreten sind. Wie es heißt, ist eine 9*0P Majorität für die Jndossirung des Vorgehens von Sargent, „Großmeister", in Sache des Streiks der Knights an der J'ew Porter Zentralbahn zu erwarten. Es sieht noch trübe aus! Polifirrfic Mebevfliyt' Der Antisemitismuo hat bekanntlich nirgends so we«� Anklang gefunden Und ist von niemandem so scharf zur« gewiesen worden, wie von den Arbeitern. Trotzdem behaup. konservative und antisemitische Blätter oft, die sozialdemokratisch Arbeiter seien im Grunde Antisemiten, sie wagten aber« „unter vier Augen, es zu sagen. Das ist eine von jenen � Häuptlingen, die zwar absolut Unrichtig sind, aber durch hundertmalige Wiederholung doch vielfach Glauben finden. Warum man sie immer wiederholt, ist klar. Tie jUnterstützu» der Arbeiter wäre für die Antisemiten sehr werthvoll; es h? sich dann wenigstens eine der intelligentesten, politisch«>1 Schichten unseres Volkes gewillt gezeigt, dem Antisemitisw auf die Beine zu helfen, was der Antisemitisch. bisher nicht von sich rühmen konnte. Daher suchen � Antisemitenorgane eifrig nach Belegen für eine antisemnst� Tendenz der Sozialdemokratie, wobei sie sich in ihrer Verbo>ss heit und sozialökonomischen Kurzsichtigkeit öfter arg verhau� Vor einigen Tagen stand in einer Fachvereins-Versammlung bssj Thema:„Judenthum, Antisemitismus und Sozialismus" aus Tagesordnung, und der Referent lieferte den Nachweis, daß% Verhalten der christlichen Germanen zu den Juden, so oft es wechselte— freundliches Verhalten gegen die Juden bis z« 12. Jahrhundert, Judenverfolgung vom 12. bis 19. Jahrhunde>/ Judenemanzipation in unserem Jahrhundert, endlich am semitische Bewegung— immer durch die ökonomisch� Interessen der herrschenden Klassen bestimmt'«"j In dieser Anschauung erblickt die„Kreuzzeitung", sei es Verbohrtheit, sei es aus Urtheilslosigkeit, ein Zugcständniß 9 den Antisemitismus. Damit dies eher einleuchte, giebt sie ihrem sonst zwar tendenziösen, aber ausführlichen Bericht erwähnte Hauptcrgebniß des Referats fälschlich mit dem S«» wieder: „Der Redner gab ohne Umschweife zu, daß die antisemitisch Bewegung keine konfessionelle, sondern eine soziale sei,".. woraus denn freilich kein Leser des Blattes entnehmen«>*'[ daß diese„soziale Bewegung" als auf dem fosin'j Interesse der Bourgeoisie beruhend dargestellt n>ure! Das ist aber die Hauptsache; die antisemitischen Truppen Augenbrauen..... Ich schrie auf in Furcht und setzen, stürzte hinaus und stieß in der Thür auf bärtV Männer in Armjaks und festlichen, rothen Leibbinden u« iveiß nicht mehr, aus welche Weise ich an die frische L«! hinauskam.... „Es wurde später erzählt, der Kammerdiener Hab Iwan Matveitsch, als er auf das heftige Schellen desselbk' in das Schlafzimmer gestürzt war, nicht im Bette, sondeff zwei Schritte von demselben gefunden; daß er zusamme«' gekauert auf dem Boden gesessen und zweimal nach einander ausgerufen hätte:„Das also, Großmutter, ist der Georgs tag!" Und dies sollen seine letzten Worte gewesen si% Aber ich kann das nicht glauben. Warum sollte er in foP) einem Augenblicke Russisch gesprochen haben, und das" solchen Ausdrücken!.. „Zwei volle Wochen erwarteten wir dann die Ankunss des neuen Herrn, Simeon Matveitsch Koltowskoy's.®' kam der Befehl, bis zu seiner persönlichen BesichtigB'g Nichts anzurühren und Nichts zu verändern. Alle Thürc»' Möbel, Schiebladen, Tische— Alles wurde beschlossen versiegelt. Alle Leute waren verzagt und in banger Es' Wartung. Ich wurde plötzlich eine wichtige Person, fast Hauptperson im Hause. Man hatte mich auch sou' „Fräulein" genannt; jetzt aber schien dieses Wort eine' neuen Sinn erhalten zu haben und wurde mit besondere' Betonung ausgesprochen. Man flüsterte sich zu:„Der am Herr ist plötzlich verschieden, so daß nicht einmal Zeit watz den Priester zu rufen, und er war lange, lange nicht z>� Beichte gegangen; aber es braucht ja nicht lange Zeit, ein Testament zu machen." Auch Herr Ratsch hielt es r) rathsam, seine Handlungsweise zu ändern. Er stellte M nicht gut und liebreich an; er wußte wohl, daß er mich hinters Licht fuhren konnte; aber sein Gesicht drückte sinst� Demuth aus.„Siehst Du, ich unterwerfe mich!" Alle suchte eine Stütze in mir, bemühten sich, mir gefällig zu sein.-' ich aber wußte nicht, was ich thun, wie ich mich bench»�' sollte, und ich wunderte mich nur, daß diese Menschen nicht bC' griffen, daß sie mich beleidigten. Endlich kam Simeo« Matveitsch an. „Simeon Matveitsch war zehn Jahre junger als si' ja nur die Kastanien aus dem Feuer holen, wie es 1848 die Arbeiter sollten. w.5°°#ch" Weise versuchen„Kreuzzeitung" und andere Anti- I Mltenblätter auch Kapital daraus zu schlagen, daß in derselben l7"'ammlung von Arbeitern eine territoriale Neigung ver Juden I'rupellosem Gelderwerb„zugegeben" wurde, übrigens mit vanz richtiger Hervorhebung des Woher dieser Erscheinung. Die Ün-"��tung" meint also, wir wären Philosemiten und mußten ?»•, Io',cn' was irgendwo von Juden gethan wird. Die Anti- '''""teil sind so verbohrt, daß sie sich die Möglichkeit eines mibe- fangeiicii Standpunkts gegenüber den Juden überhaupt nicht mehr oenken können. Wenn sie gleichwohl meinen, unter Arbeitern Propaganda machen zu können, so ist dies einfach mitleid- erweckend. Nie..UationaUiberaleii" schlagen sich mit den„Ultra- "lontaneu" herum, und jede Partei behauptet, den Anstoß zu sozialen Reformen" gegeben zu haben. Die„Kölnische Volks- Ä.T""8" behauptet dabei ganz unverfroren:„Dem Zentrum ge- fichrt das Verdienst, zuerst im Reichstage die„Sozialreform" im Lropen Stil angeregt zu haben". Bekannt ist, daß ohne die Agi- «ition der Sozialdemokratie kein Mensch die Initiative zu gesetz- geberischen Maßnahmen ergriffen hätte, wie solche in den letzten -bahren zur Beschwichtigung der fordernden Arbeiterschaft in jpäeiw gesetzt wurden, ohne den Zweck, nämlich der Sozialdemo- kratie die Sympathie der Arbeiter zu entziehen, zu erreichen. Und "»n wollen zwei der in moralischer Beziehung hernntergeko-'iniensten Parteien sich Verdienste zulegen, die überhaupt von der Arbeiter- Ichast nicht als solche anerkannt worden. Vielmehr werden die Arbeiter über jene, streitenden Parteien mit uns eines Sinnes ''in und mit uns sagen:„Es will uns schier bedünken. Daß sie alle beide--." Zu der aus Anlast von Aulilagen und Untersuchungen gegen die Reichstags-Abgeordneten Grillenberger und Koch(dfr.) ausgetauchten Frage, die eigentlich gar keine Frage ist, ob die uerfassungsinäßige Immunität der Abgeordneten auch während 7?r jetzigen Vertagung des ilteichstages fortdauert, nimmt auch "le„National-Zeitung" Stellung, indem sie schreibt:„Es ist "löglich, daß der Zweck dieser Bestimmung, die Abgeordneten vor oiiier Behinderung ihrer parlamentarischen Thätigkeit zu schützen, nicht gefährdet würde, wenn im vorliegenden Falle die Unter- ' suchung ihren Lauf nähme, und sie bis zum 18. November ve- endet wäre. Jndeß darauf kann eS nicht ankommen, da in anderen Fällen die thatfächliche Lage eine andere sein kann. Unter der Sitzungsperiode verstehen fast alle Kqmmentatoren der Reichsverfassung die Zeit von der Eröffnung bis zum Schluß der Session, einschließlich einer Vertagung, wie sie jetzt stattsindet, und auch die Geschäftsordnungs-Kommission des Reichstages hat bereits so entschieden. Es wäre auch nicht abzusehen, wie man in dieser Beziehung eine Unterscheidung zwischen einer kürzeren und einer längeren Unterbrechung der Sitzungen begründen wollte." Die Deranstaltnng von Tellerstammlnugen, bei welchen die Zahlung eines Beitrages oder die Höhe desselben in das Er- messen der Theilnehmer gestellt wird, desgleichen die Erhebung eines freiwilligen Eintrittsgeldes oder eines solchen von beliebiger Höhe bei öffentlichen Versammlungen, macht eine Versügung des Regierungspräsideuten von Breslau für den Umfang des Regie- rungsbezirks Breslau von der vorgängigen schriftlichen Genehmi- gung der Ortspolizeibehörde desjenigen Bezirks, in welchem die detreffende Versammlung abgehalten wird, abhängig. Bekanntlich ist vor kurzem im Sinne dieser Verfügung ein gerichtliches Urtheil ergangen. Dieses Urtheil stellte aber auch fest, daß es zur Er- Hebung eines festen Eintrittsgeldes, das natürlich de- liebig festgesetzt werden kann, keiner polizeilichen Genehmigung bedürfe. Der Dedalitenr der„Thüringer Tribüne", Genosse Karl Schulze in Erfurt, wurde am 20. September vom dortigen Land- gericht wegen Beleidigung in drei Fällen zu zehn Wochen Ge- fäugniß verurtheilt. Von der Anklage eines Vergehens gegen die öffentliche Ordnung wurde er freigesprochen. Einer der Be- leidigungsfälle bezog sich auf die Ortsvcrwaltung von Witterda. Es hieß in der betreffenden Notiz:„Mir welchen Waffen die Gewaltigen von Witterda kämpfen, geht daraus hervor, daß der Ortsschulze die Gastwirthin Wittwc Lange mit 10 Mark Geldstrafe bedrohte, wenn sie den sozialdemokratischen Schuhmacher Heinemann in ihrem Lokale dulde". Weiter wurden dem Schulzen Anmaßungen und Gesetzwidrigkeiten vorgeworfen. Der An- gellagte hielt aufrecht, daß der behauptete Thatbestaud wahr sei, gab aber zu, daß nicht der Schulze sondern der Amtsvorsteher in Witterda diese Strafandrohung erlassen habe. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft bemerkte, daß er gegen den Amtsvorstcher Anklage wegen Amtsmißbrauchs erhoben habe. Die als Zeugin vernommene Wittwe Lange legte die betreffende schriftliche Anweisung vor. Auowrifnnge» ans Ki-rslän. Der fernere Aufenthalt im Breslauer Stadt- und preußischen Staatsgebiet ist mehreren Breslauer Arbeitern, die angeblich„politisch" verdächtig sind, untersagt worden. Unter den Ausgewifsenen befinden sich zwei Hutmacher und ein Tischler. Die'Ausweisung erfolgt in dem einen Falle binnen acht Tagen nach Aushändigung des amtlich zugestellten Befehles. Es liegen, wie die„Schlcs. Nachrichten" uder und war sein ganzes Leben hindurch einen ganz -ereil Weg gegangen. Er stand in St. Petersburg im aatsdienste und nahm eine einflußreiche Stellung ein; er r verheirathet gewesen, früh Wittwcr'geworden und hatte en einzigen Sohn. In den Zügen glich Simeon Mat- tsch seinein alteren Bruder; aber er war kleiner und cker von Wuchs, hatte einen runden, kahlen Kops, eben che helle, schwarze aber sehr bewegliche Augen und starke 'Pen. Im Gegensatze zu seinem Bruder, den er nach lein Tode bis zu einem französischen Philosophen erhob, oeilen aber einfach einen Sonderling nannte, sprach Simeon itveitsch fast immer russisch s er sprach laut nud deutlich d lachte beständig, wobei er stets die Augen schloß und s eine unangeuehme Weise den ganzen Körper bewegte, wenn ihn Bosheit schüttelte. Er nahm sofort die Ge- ifte in seine strenge Hand, ging selbst in Alles ein und langte von Jedem detaittirte Rechenschaft. Am Tage ter Ankunft selbst ließ er die ganze Geistlichkeit einladen, To Deuin mit Wasserweihe abhalten und alle Zimmer, \ ganze Haus, vom Speicher bis zu den Gewölben, mit "hwasscr besprengen,«in, wie er sich ausdrückte, den akobinischen und Voltaire'schen Geist radikaliter auszu- ibcn." In der ersten Woche schon flogen einige von ean Malveitsch's Lieblingen von ihren Stellen; Einvr rde in die Ansiedelungen verschickt. Andere erlitten perliche Strafen; selbst der alte Kamnierdiener— er r ein Türke von Geburt, und sprach Französisch, Iwan itveisch hatte ihn von dem verstorbenen Feldmarschall "icnsky zum Geschenk erhalten— selbst dieser Kammer- "er erhielt, die Freiheit freilich, zugleich aber auch den 'ehl, in 24 Stunden abzureisen,„damit Anderen kein cgerniß gegeben würde." Simeon Matveitsch erwies sich ein strenger Herr; Viele trauerten jetzt um den Ver- ibeneii.„Zur Zeit unseres Vaters Iwan Matveitsch," te ich in meiner Gegenwart einen alten, hinfälligen "shofmeister bekümmert sagen,„hatten wir nur die eine cge, daß ihm seine Wäsche sauber zugestellt wurde, daß Zimmer dufteten und die Stimmen der Dienerschaft im-oor* imer nicht hörbar wurden— das durfte um Alles in der !lt nicht sein! Aber sonst mochte überall Gras wachsen. mittheilen, hier Denunziationen durch noch zu ermittelnde Schurken vor. Ter eine der Betroffenen ist Oesterreicher. Er wird sich voraussichtlich nach Wien begeben. Der Segen des Militarismus. Die„Rheinisch West fälische Zeitung" theilte kürzlich mit, die preußische Regierung habe von dem neuen Kavalleriesäbel 74 000 Stück nach Solingen in Auftrag gegeben. Im Bewußtsein, daß damit den'Arbeitern schon wieder eine große Gnade widerfährt, fügt das Blatt von seinem Kapitalistenstandpunkt aus hinzu:„Das giebt wieder für zahlreiche Arbeiterfamilien flotten Verdienst." Es ist wirklich rührend, bemerkt dazu das„Offenburger Abendblatt", wie der Staat für seine arbeitenden Bürger sorgt! Bedauerlicherweise sollen nicht mehr als nur 74 000 neue Säbel hergestellt werden. Darum, Ihr Arbeiter, zahlet gern und willig die Militärlasten! Jemehr Ihr zahlen müßt, desto besser ist es für Euch; denn dann müssen auch immer mehr neue Gewehre angefertigt werden, und das giebt — würdigt die große Wohlthat— flotten Verdienst für viele Arbeiterfamilien! Auf den Salomouoinselu und den neuen Hebriden saugen nach Nachrichten aus San Franziska Sklavenjäger die Einhei- mischen ab und bringen dieselben nach Neukaledonien und den Fidschiinseln. Mehr als 30 Schiffe dienen dem Sklavenhandel 10 000 Eingeborene seien bereits in die Sklaverei geschleppt, so daß auf den Inseln eine Entvölkerung bevorstehe.— Die Salo monsinseln stehen bekanntlich unter deutscher Schutzherrschaft. Der Neuguineakoinpaguie ist ein Schutzbrief für die Inseln er theilt worden. Es erscheint daher das Verlangen gerechtfertigt, daß sowohl von der Neuguineakompagnie als auch von Seiten der Regierung Erklärungen über die obige Nachricht abgegeben werden. Gvotzbrititunien. Cardiff, 23. September. Der nationalistische Abgeordnete Patrick O'Brien ist unter der gleichen Anklage wie William O'Brien verhaftet worden. Frankreich. Paris, 23. September. Wie die Abendblätter melden, ist die Eröffnung der Teputirtenkammer auf den 20. Oktober fest gesetzt. Die Regierung wird Hilsskredite für die Ucberschweniniten des Südens verlangen. S t. E t i e n n e, 23. September. Eine Versammlung von Delegirten der Bergleute fordert von der Gesellschaft vonFirminy eine Erhöhung des Tageslohnes um einen Frank und gewisse Unterstützniigeii im Erkrankuugsfalle, widrigenfalls dieselben am 25. d. Vi. den Ausstand beginnen wollen. Schweix. Bern, 28. September. Auf Wunsch des Kommissär Kiinzli werden die Jnfaiiteriebataillone Nr. 40 und Nr. 42 am 4. Oktober von Bern und Lnzern nach Tessin entsendet werden und zwar Bataillon Nr. 40 nach Mendrisio und Bataillon Nr. 42 nach Bellinzona. Am Abend des 4. Oktober werden demnach 4 Bataillone Infanterie und 1 Dragonerregiment im Tessin stehen.— Die Berathung der Tessiner Angelegenheit ist im Nationalrath auf nächsten Freitag angesetzt worden. Portngal. Die Lage in Portugal befindet sich auch heute noch nicht verändert. Der zum Ministerpräsidenten anserseheile bis- herige Botschafter beim Vatikan, Martens, wurde am Dienstag in Lissabon erwartet. Derselbe gehört keiner Partei an. Tie Lage wird noch verschlimmert dadurch, daß Portugal sich in schweren finanziellen Verlegenheiten befindet; denn wenn es auch der Ver- mittlung des Grafen Burnay gelungen ist, eine Anleihe von ca. 150 Millionen Franken mit Pariser Häusern ziemlich zum Ab- schlusse zu bringen, so soll in dem bezüglichen Vertrage die Be- dingung der Annahme des englisch-portugiesischen Abkommens enthalten sein. Es ist aber nicht recht abzusehen, wie dies ohne schwere Gefährdung der Ruhe des Landes geschehen soll, da ganz allgemein dieser Vertrag als eine Schmach für das Land be- trachtet wird. Afrika. Sansibar. 23. September. Der deutsche Reichsangehörige Künzel, der mit 8 Deutschen kürzlich in Lanni gelandet war, ge- rieth am 15. d. M. in der Stadt Witu mit Einwohnern in Streit; hierbei wurden skiinzel und 7 seiner Gefährten getödtet, einer derselben entkam. Untersuchung ist angeordnet. Australien. Aus Melbourne meldet man der Times: bciter der Verladungsarbeiter weigerten sich zu Ozeandampfer werden von Nichtiimoiiisten bedient. Tie Vor-Ar- streiken. Die Devsmmnlmt�ou. Eins Dersamiulung des Fachvrrrius für Schioflsr und Ulafchincnbnnardritrv fand am Sonntag in Nieder- Schönmeide(Borussia-Branerci) statt. Wegen Abwesenheit des Herrn Werner refexirte unser Vorsitzender über Nutzen und Zweck Keine Fliege hat der Selige jemals beleidigt! Welch ein Elend jetzt! Wir sind am Tode!" Eben so schnell änderte sich meine Stellung, d. h. die Stellung, in welche ich ohne meinen Willen für einige Tage versetzt worden war..... In Iwan Matveitsch's Papieren fand sich kein Testament vor, keine einzige geschriebene Zeile zu meinen Gunsten ... Ich spreche gar nicht von Herrn Ratsch; aber auch die anderen Alle ärgerten sich über mich und bemühten sich, mir ihren Unwillen zu zeigen, als hatte ich sie betrogen. Alles wandte sich von mir ab... An einem Sonntage nach der Messe, welcher er imnicr am Altäre beiwohnte, ließ Simeon Matveitsch mich zu sich kommen. Ich hatte ihn bis dahin nur im Vorübergehen gesehen und er hatte Miene gemacht, mich nicht zu bemerken. Er empfing mich in seinem Kabinet, am Fenster stehend, und trug die Vizeuniform mit zwei Sternen. Ich blieb an der Thür stehen und mein Herz klopfte heftig in Furcht nnd einem anderen, unbestimmten, aber sehr bedrückenden Gefühle.„Ich habe Sic ztl sehen gewünscht, junge Dame," sing Simeon Matveitsch an, indem er mir zuerst auf die Füße und dann plötzlich ins Gesicht sah— es war, als wenn mir dieser Blick einen Stoß ver- setzt hätte.„Ich habe Sie zn sehen gewünscht, um Sie von meinem Entschlüsse in Kenntniß zn setzen und Ihnen zn versichern, daß ich unbedingt geneigt bin, Ihnen nützlich zu sein." Er erhöhte die Stimme.„Rechte haben Sie natnr- lich gar keine;... aber... Lectrice meines Bruders... können Sie stets auf meine... ans meine Theilnahme rechnen. Ich... ich bin vollkommen überzeugt von Ihrer Einsicht nnd Ihren guten Grundsätzen._ Herr Ratsch, Ihr Stiefvater, hat schon die nöthigen Instruktionen von mir erhalten. Ucbrigens muß ich Ihnen sagen, daß Ihre glück- liche äußere Erscheinung mir Bürge Ihrer edlen Gefühle ist." Hier brach Simeon Matveitsch plötzlich in ein seines Lachen aus, und ich... ich fühlte mich nicht beleidigt ... aber ich hatte Mitleid mit mir selbst und suhlte jetzt erst ganz, wie vollkommen verwaist ich in der Welt dastand. Simeon Matveitsch trat mit kurzen, festen Schritten an den Tisch, nahm einen Packen Banknoten aus der Schicblade nnd drückte ihn mir in die Hand, indem er hiiiznfügte: „Hier ist eine kleine Summe von mir als Nadelgeld. Ich der Geiverlschaftsbewegung und endigte dieses Thema unter reichem Beifall. Unter Verschiedenem wurden nunmehr vom Genossen Milenz das Fabrikskassensystem ans Licht gezogen. Er sprach sich anS, daß die meisten noch von dem Hirsch-Duncker- scheu Kassensystem durchdrungen sind und diejenigen Arbeiter und Genossen, die schon in freien Hilfskassen sind, werden nicht in Arbeit genommen, wenn dieselben nicht in die Fabrikkassen eintreten. Deshalb ist er dafür, daß in nächster Zeit Versammlungen einberufen werden, welche den Unterschied zwischen freien Hilfs- lassen und Hirsch-Dunckcr'schen klarlegen. Dann wurde'nach einem Antrage ein Bevollmächtigter für Nieder-Schönweide, Johaimisthal, Treptow, Köpenick vorläufig provisorisch bestimmt. Dazu wurde Kollege Zedier vorgeschlagen, welcher annahm. Der Kollege Bries, Naunynstr. 22, machte sodann noch ans die„Metallarbeiter-Zeitmig" aufmerksam. Genosse Mieleuz erklärte unter„Verschiedenes", wie hier gegen Restaurateure vorgegangen würde. Einen Saal zu Ver- sammluiigen zu bekommen sei ein wahres Kunststück. In Nieder- Schönweido wäre nur die Borussia Brauerei, das Schweizerhaus und die Restauration von Siebenbau, welche dem Arbeiter auch entgegeiikoiiiinen. Darum Genossen und Kollegen, verkehrt nur in solchen Lokalitäten, welche dem Arbeiter nicht feindlich gegen- überstehen. Äuchbinder. Einen recht drastischen Beweis von der Machtlosigkeit der Innungen lieferte eine am 19. September stattgefundene Versammlung der Buchbinder-Jnnung behufs Stellung- nähme zu den Forderungen der Gehilfenschaft. Zu dieser Ver- sammluug waren auch die Nicht-Junungsmeister der verschiedenen Branchen, sowie die Vorstände der Orts-Krankenkasse mid des Fachvereins eingeladen worden. Obermeister Reichpietsch leitete die Versammlung mit der Vorlesung des die Forderungen der Gehilfen enthaltenden Zirkulars ein und eröffnete darauf die Diskussion über dasselbe. Auf Wunsch eines Nicht- Jnnungsmeisters führte Herr Reichpietsch über die Stellung der Innung gegenüber den Forderungen der Gehilfen aus, daß wohl ein Theil der von der Innung zur Untersuchung dieser Forderungen gewählten 5kommission dieselben für gerecht befunden habe, daß sie aber von der Jmningsversammlung nicht anerkannt worden seien. In der nun folgenden Diskussion suchte der aus der Kartoniiageiiarbeiter-Bewegung her wohlbekannte Fabrikant Andres: die Buchbinderbeivegung als Fortsetzung der Karton- arbeiter-Bewegung hinzustellen. Er legte seine Meinung über die Forderungen dahin klar, daß er letztere wohl für gerechtfertigt halte, sich aber für einen Minimallohn nicht erwärmen könne, da ja in der Kartoubranche ein Stundenlohn von 35 Pfeinngen ein überwundener Standpunkt sei. Betreffs der iieunstündigen Arbeitszeit bemerkte er, daß dieselbe eigentlich in seinem Geschäft eingeführt sei, und zwar in der Art, daß er seinen Gehilfen einen Lohnzuschlag, dem Lohn einer Stunde entsprechend, pro Tag be- willigt habe.— Hierauf wurde besagter Herr vom Kollegen Jost in trefflicher Weise widerlegt und begründete derselbe nochmals die Forderungen der Gehiljen Punkt für Punkt in sachlicher Weise. Darauf sprachen verschiedene Kleinmeister ihre Ansichten über die Forderungen aus. Sie seien nicht in der Lage, die- selben zn bewilligen, da sie durch die„unglücklicheii" Produktionsverhältnisse, welche zu immer weiterer Ver- vollständiguug der Maschinen drängen, kaum noch im Stande wären, in ihrer Stellung als Handwerksmeister zu existiren. Ja, einer dieser Herren war der Meinung, daß huen bald nichts weiter übrig bleibe, als zum Strick zu greisen und sich aufzuhängen!!— Diese Ausführungen wurden vom Kollegen Schneider als hinfällig bezeichnet. Er sei der Meinung, daß eine bessere Bezahlung der Arbeitskrajt auch einen größeren Ertrag ihrer Anwendung mit sich bringe(?). Darum eien die Kleinmeister wohl in der Lage, die geringen Forderungen zu bewilligen.— Als min Herr K o h l h a r d t den Kleinmeistern den Rath gab, sich nicht an die Rockschöße des Großkapitals zu hängen, sondern sich den Arbeitern anzuschließen und mit denselben Hand in Hand zugehen, wollten die„ O h o- R u f e" kein Ende nehmen. Den Geist dieser Herren keniizeichneteii so recht die Ausführungen eines derselben, der die Verkürzung der Ar- beitszeit als schädlich für die Arbeiterschaft hinstellte, weil den Arbeitern dadurch Gelegenheit gegeben werde, sich noch länger in den Budiken aufzuhalten, wie bisher. Dem Herrn wurde uatür- lich die gebührende Antwort zu Theil. Schließlich wurde folgende Resolution mit Abweisung einer solchen des Herrn Bielefeld, welche den alten Forderungen Anerkennung verschaffen wollte, angenommen: „In Erwägung, daß die Versammlung der Buchbinder-Jnnung die von der Gehilsenschast aufgestellten Forderungen, als: neunstündige Arbeitszeit; Minimallohn von 18,90 M.; 16 pCt. Ausschlag 'llr Akkordarbeit; SSVe pCt. Aufschlag für Ueberzcitarbeit; 50 pCt. Aufschlag für Sonntagsarbeit; sowie Bezahlung der Feieriage, nicht für durchführbar hält; in Erwägung, daß durch die heutigen Produktionsverhältnisie das Kleinmeisterthum kaum noch in der Lage ist, existenzfähig zu bleiben; und angesichts der schlechten Geschäftslage beschließt die heutige JunungSversammluiig, zu welcher die Prinzipale der verschiedenen Branchen, sowie der Vorstand des Fachvereins und der der Orts-Krankenkasse einge- laden waren, den Forderungen nicht näher zu treten, sondern die Regelung derselben den einzelnen Meistern zu überlassen. werde Sie auch in Zltkunft nicht vergessen, meine Liebe, nnd jetzt leben Sie ivohl und bleiben Sie brav." Ich nahm mechanisch den Packen; ich hätte Alles genommen, was er mir gegeben hatte,— kehrte in mein Zimmer zurück und weinte lange, lange auf meinem Bette sitzend. Ich bemerkte nicht, daß ich den Packen hatte fallen lassen. Herr Ratsch fand ihn, hob ihn ans, fragte mich, was ich damit zu thun beabsichtige, und behielt das Geld. „Um diese Zeit erlitt sein Schicksal eine große Ver- ändcrnng. Infolge einiger Unterredungen mit Simeon Matveitsch stand er bei demselben hoch in Gnaden nnd er- hielt bald darauf die Stelle des Haupt-Verwalters. Zn jener Zeit zeigte er zuerst seine Heiterkeit; damals sing dieses immerwährende Lachen an; anfangs wollte er seinen Patron kopiren, später wurde das Alles bei ihm zur Gewohnheit. Zu derselben Zeit wurde er russischer Patriot. Simeon Matveitsch hielt an allem Nationalen fest, nannte sich selbst einen Russaken und lachte über die deutsche Kleidung, die er indessen trug. Einen Koch, für dessen Erziehung Iwan Matveitsch viel Geld gezahlt hatte, verschickte er auf ein entferntes Gut,— und das blos, weil er eine russische Nationalspeise nicht zuzubereiten verstand. In der Kirche akkdnipagnirte er dem Vorsänger, und wenn man die Madchen im Dorfe zum Gesänge und Reihcntanze trieb, stimmte er die Lieder an, stampfte mit dem Fuße zu ihrem Tanze und kneipte sie in die Wangen... Ucbrigens reiste er bald nach Petersburg und ließ meinen Stiefvater als un- ninschränkten Beherrscher der Besitzung zurück. „Jetzt kamen bittere Zeiten für mich... Mein einziger Trost war die Musik und ich ergab mich ihr mit voller Seele. Zum Glück war Herr Ratsch sehr beschäftigt; aber bei jeder Gelegenheit ließ er mich seine Feindseligkeit suhlen; seinem Versprechen gemäß„vergaß" er mir meine Weigerung nicht. Er schickte mich hin und her, lies; mich seine langen lügenhaften Berichte au Simeon Matveitsch abschreiben und die orthographischen Fehler in denselben berichtigen; ich mußte mich ihm unbedingt unterwerfen, und ich that eS. (Fortsetzung folgt.) Theater. Donnerstag, den LS. S e p t. Gpernstaus. Der Trompeter von Säkkingen. Schanspielhans. Der beste Ton. Die Prüfung. Berliner Theater. Gräfin Lea. Deutsches Theater. Die Hauben- lerche. Krsftng- Theater. Das zweite Gesicht. Friedrich-Milhelmstädt. Theater. Die Puppenfee. Schwätzerin von Saragossa. Mallner- Theater. Mamsell Ni- tauche. Residenz-Theater. Ferreol. Vintoria» Theater. Die Million. Kellealliance» Theater. Madame Bonivard. Gstend- Theater. Der Traum ein Lebe». Thomas-Theater. Der Raub der Sabincrinnen. Adolph Ernst-Theater. Unsere Don Juans. Kaufmann'» Uariötö. Große Spe. zialitäten-Vorstellung. Theater der Reichshatle». Große Spezialitäten-Vorstellung. Conrordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Richter'« Darieto. Große Spezialitäten-Vorstellung. Wintergarten. Große Spezialitäten- Vorstellung. Englischer Barten. Direktion: C. Andreas, Alexanderstraße 27c. Auftreten der Cyansonnette Fräulein Ehrenfeld. Austreten der Kostüm-Soubrette Fräul. Rosa Valerie. Auftreten des Gesangshumoristen Herrn Ziegler. Auftreten des Malabaristen und Equi- lcbristen Mr. Charles. Auftreten des Professors Herrn Jean Clermont mit seinen dressirlen Schweinen, Esel und Gänsen. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags öVe Uhr. Entree Wochentags n. Sonntags SO Pf. 60 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Der Garten ist an Vereine f. Sommer- festlichkcitenm.Spezialitäten-Vorstellung zu vergeben._ Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Garten>Concert. Direktion A. Rödmaun. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Fnh'Aß Wochentags 10 Fig., UHU Lc gönn- und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren 3testaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis aus Weiteres wegen Ilenovirung geschlossen. 641 F. Müller. lKratmeilHeBierhallen W Kommandantenstr. 77—79. Täglich: Grosses Concert mit Enavtett Säugeru, ausgeführt von dem Atusik- Direktor H. S a n f t l e b e n. Wochentags: Frei-Concert. Sonntags Entree 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, S Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- gnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. Rastagc 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigk. d. Residenz. Zum 1. Mal: Neu: Helgoland. Ucbergabe. Ankunft des Kaisers. Feldgottesdienst sc. Zweite gleise durch Portugal. Eine Reise 20. Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Spiegel und Polsterw. . H. Strelow, f Tischlermeister, RixdoHF, Berliner-Straße 40(am Denkmal). Circus G. Schumann. Friedrich-Karl-Ufer. Donnerstag, 25. Sept., Ab. 7Ve Uhr. Crosse Extra-Vorstellung. Besonders hervorgehoben wird: 8 Rapphengste in Freiheit dressirt und vorgeführt von Herrn M. Schu- mann. Troubadour, Rapphengst, in der hohen Schule geritten von Frl. Wilma. Auftreten der Reiterinnen Frl. Paula und Mrs. Victoria Schumann. Clown Duroff mit neuen Witzen heute Abend. Römischer Cäsarritt von 4 Damen u. 4 Herren. Doppel-Trapeze, vorzügliche Luftgymnastik_ von Geschwister Leon. Batoude americain, verbunden mit Doppel- Saltomortale. 4fache Fahr- 'chule, geritten mit 8 Schulpferden von JrL Schumann u. Feottit u. Herren N. u. E. Schumann. Billets sind zu haben im Invaliden- dank u. von 10—1 Uhr an der Circus- lasse sowie von 6 Uhr Abends bis Schluß der Vorstellung. Anläßlich der Feier der Aufhebung des Sozialistengesetzes empfehle den Ge- nossen das Bier der Brauerei Evora & Meyer in Fürth bei Nürnberg in Bayern. Außerdem empfehle dasselbe seiner Billigkeit wegen— 25 Flaschen für SM.— zur Einführung in Fa- briken und Werkstätten. Bestellungen für den Südosten nimmt Herr Otto Linke, Forstrrstr. 45, entgegen. Gustav Hering,| Kellerei, N., Berliner Lagerhof, Geb. 3. GesAstshM T. Heine. MlMtffeestraße 14 W Die schönsten A Kinberkleiber mib Alken M für Mädchen jeden Alters, sowie Morgenröcke, Unterröcke, Trikottnillen n. Blousen auch im Einzelverkauf sehr billig! Massbestellnngen u. Reparaturen j werden prompt erledigt! sCiMttsseestraßel4. GeschSstshllnS S. Heine. RöljtabNk Spa�erbr�e"' am hiesigen Platze bekanntlich Qrösste Auswahl. Garantirt stchrr brennende WM" T n b a II e."WfB Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sümmtliche im Handel befindlichen Rohtabake sind am 1653 Lager. A. Golschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt. bb ea na■■ i «536a B Stoehr& Behr, B Chausseestraße 123, 1 Tr. M s (Aul Oranienburger Thor). H Grösste Auswahl in e p p i ch e n,| als: Smyrna, Axmünster, Velours:c. n zu fabelhaft billigen Pteffen! T l k ö hei st offen einzelne Sophabezüge G» spottbillig! r d i n e Nzl weiß und creme 0 Grösstes Lager von Reise- und■ Tischdecken, Portiören etc. Läufer und Linoleum.■ Streng reelle Srdiennng. m Stoehr& Behr,. Chausseestraße 123, l Tr." (Am Oranienburger Thor.) Achtung! Achtung! am Donnerstag, den Ä5. Sept., Abends 8 Uhr, im„Elysium", Landsberger Allee 36—38. Tages-Ordnung: 1. Austritt au» der Landeskirche. Referent: Stadtv. Togtherr. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 2092 Bezugnehmend auf das reichliche und zeitgemäße Thema ist es Pflicht Aller zu erscheinen. Der oand. theol. Rigeli ist brieflich eingeladen. Die Versammlung ist genehmigt. Der Einberufer. Große öffentliche Versammlung ds gewerblichen Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend am Donnerstag, de,r 25. September. Abends 8Va Uhr, in der Grast. Reischach' scheu Kranerei zn Stralau. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Hrn. Sündermann über das Thema:„Jedem der volle Er- trag seiner Arbeit". 2. Diskusston. 3. Verschiedenes. 2155 Alle Arbeiter sind in dieser Versammlung eingeladen. oft«'-----------—- Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Der Einberufer. Verein zur Regelung öer gmerlilickstn VerVltnijse iier Tögser Berlins und Umgegend. Montag, den 39. September er., Abends YVa Uhr, in„Gratmeil'v Kierhallei»", Koiumandantenstraße 77—79: Ordentliclie Mitglieder-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Errichtung eines gemeinsamen Arbeitsnachweises. 2. Verschiedene Vereinsangelegenheiten.— Das Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. 2142 NB. Zu dieser Versammlung sind die Herren Arbeitgeber schriftlich eingeladen und werden die Mitglieder ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. _ Der Vorstand. OelVentl. Versammlung f. Männer u. Frauen f. Mariendorf u. Umgeg. am Sonnabend, den 37. September er., Abend» 8% Uhr, beim Gastwirth„Scheusch"(Mariendorf), Feldstr. 14. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Referenten Wilhelm Schweitzer über;„Die moderne Arbeiterinnen-Bewegung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 2145 Zahlreiches Erscheinen erwünscht Der Einberufer. Achtung 2 Rixdorfer! Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß am Dienstag, den 0, September, Abends N/e- Uhr, ein 2126 Cchng- imii MnineM-Kolljert mit Ball ?ur Feier der Heimkehr der Ausgewiesenen im Saale des Hrn. Hoff. mann, Bergstraße 133, stattfindet. Avis: Alle Musik-, Theater- und Gesangvereine, welche gewillt sind, mitzuwirken, werden gebeten, ihre Adresse bis Sonntag an Herrn H. Ostermann, Ziethenstraße 62, 1 Treppe, abzugeben. Hamburg- Araemkanisehe «Mfiß'ÄHfclt Posldampfschiffahnt Hamburg-NewYork Sonthampton anlaufend OceanfaM 7 Tage. Ausserdem regelmässige Postdampfer-Verbindung zwischen HÜTro— Newyork. Stettin— Nowyork. Hamburg— Baltimore. Hamburg— Westindien. Hamburg— Havana. Hamburg— Mexico. Nähere Auskunft ertheilt; Wilh. Mahler, Berlin N., Invalidenstrasse 121 283 und August Langer, Berlin, Platz vor dem Neuen Thor 3. Kgl. Preuss. 183. Klassen- Lotterie._ Hauptgewinn 600 000 M.k Ziehung I. Kl. 7. und 8. Oktober! Original-Loose'Ii 56,'|, 28,'L 14 M. Antheile:'k 7,'!,» 3, so,'U 1,75,'|« 1 M. Alle Klassen gleicher Preis! Porto und Listen für alle Klassen 1 M. M. Fraenkel jr., Marienburger Geld-Lotterie. Ziehung 8., 9. u. 10. Okt. Loose ä 3 W., halbe Zlntheile 1,50 M. Porto u. Liste 30 Pf, Gewandte Personen jeden Standes, welche für unsere„Arbeiter-Versiche- rung auf den Todes- und Erlebensfall, Aussteuer- und Begräbniss- geld- Versicherung für Kinder mit wöchentlicher Beitragszahlung(von 10— 50 Pf.) als Agenten thätig sein wollen, können sich dadurch ein gutes Nebeneinkommen verschaffen. 1816 Schriftliche Meldungen an die Betriebsdirektion der Gesellschaft Friedricli Wilhelm, Berlin W., Behrenstr. 54. Dr. Hoesch, Homöopath. Arzt, Artilleriestr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. Das gr. Lager Berlins 'Anbreasstr. 33,H.p. Unferm Freunde und Genossen dw traurigen Emil genannt Kracht� seinem heutigen Geburtstage die y i lichste Gratulation von den Revv tionären aus dem Süden. *•1 Aber Emil, so zu sagen! Danksagung. Allen Freunden u. Verwandten, sow dem Chef und den Kollegen der Fss� R. Grube, auch d. Gesangverein Druld-n Bund für die zahlreiche Theilnahme. der Beerdigung meines lieben Man- unseres guten Vaters, insbesondere v' unseren innigsten Dank.* Wwe. Kindt nebst Kinderw Achtung, Maler! Am Sonnabend, den 27. Septbr.'' Abends 9 Uhr: �. w 2. StistWG let Unk» in der Brauerei Bötzow(gl. SwD' verbunden mit Festball u. Vorträgen ernsten und heiteren Inhalts, Urbrrraschnngrn. Zielbewußte Kollegen u. Gönner Vereinigung sind hiermit einaelad Billets sind im Lokale Kastanien-Alle- b- sowie in allen Filialen der Maler i haben. I. A.: Das Comitee� Freie Vereinigung der Carlonarbeiter. Versammlung Sonnabend, den 27. September, Abends 8V: Uhr, bei Saeger, Grüner Weg Nr. 20. 1. Die Moral und die wirtWaw lichen Verhältnisse. Ref. Hr. W. Wach- 2. Diskussion. 3. Wahl der Revisoren. 4. Verschiedenes und Fragekasten.„ Nach der Versammlung: CmutWer Kmilienie� mit Tan?..... Gäste willkommen. Der Arb»"» stachweis befindet sich bei SiderM� Zcharrnstr. 4. Der Vorstanih Lllittungs- Markes Kautsclmck- Steinp«!* Fabrik von 1149 Jean Holze, Hamburg gr. Drehbahn 45 � empfiehlt sich allen Kranken-Ka9s6B und Arbeiter-Vereinen. Seit 12 Jahren Lieferant fämmtlidst* bestehenden Central- Kranken- Kasse» sowie für ca. 5000 Kassen und Vereine Deutschlands, Englands und Amerck-»' Proben und Preis versenae gratis und franco. Schnellste Bedienung Beste Bezugsquelle Solide Preise. Der Versand geschieht portofrei. Eine Uarthie 1523 fehlerhafte «Teppiche!» »in Sophagrösse ä 5, 6, 8 u. 10 H. ert Z in Salongrösse ä 12, 15, 20-50 M. W , Werth ölis Doppelte! m s fjardinen vönÄ. » M ä 10, 12, 15-40 Mark, g» 500 Muster stets vorräthig.W " K-Ite» billig I 3000 Stück I abgepaßte Sortieren B mit Gold durchwirkt in allen »Farben, ä 3, 4, 6, 7,50 Mark. | Port-Ketten, Paar 1 Mark. W OZardine»- u. Trppichfabrik BEmil Lefevre, B"srf* Stanituproic 1.18. Jllustr. Musterbücher franko. Zimmer für Vereine, 40— 50 Per» sonen, ist zu vergeben Kl. Kurstr. 10. Geschiists-Eröffttnug Einem werthen Publikum der Rcseuthalcir Mörstadt und ömgc UUigCgCBld zeigen wir hiermit an, daß wir am 25. ds. Mts- Strasse Do. 1 einen DetaU-Uerklmf in Seideuband, Sammeten, Pelnchrs, Spitzen, Meißmnnren«»d sä».».«�-» Putjortikeln Wir verkaufen daselbst zu genau denselben biUlgeN UveiseN, wie in unserem EngrpS-SNtt st, LeipZigerstrNtze 31. Pinczower& Bermann. Verantwortlicher Redakteur: Gurt Zanke in Berlin. Druck und Verlag von Max Sabina in Berlin SW„ Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage. MM Vmmer t 223. Donnerstag, den 25. September 1890. Jahrg. I«r Lage der Ardeiter in den Höckereien betitelt stch eine vom Genossen August Bebel bearbeitete, im J'Q8e von I. H. gß, Dietz in Stuttgart erschienene Broschüre, w tn"ei"e Fülle statistischen Materials über die Arbeitsdauer in n°? r- ereien, die Schlafräume und Lohnverhältnisse der Bäcker- «'Hillen u. f. w. enthält. X' J®'6,„Münchener Allg. Ztg." und die„Neuesten" besprachen � Arbeit und finden dieselbe natürlich äußerst mangel 11- Denn Bebel's Untersuchungen erstrecken sich blos au! ���äckereibetriebe, während es im Deutschen Reiche über ?; Bäckereien gäbe. Von einem Verhöre der Bäckermeister Ii!., �verständlich ganz abgesehen.„Es ist eine Einseitigkeit in «Uersuchung und Tarstellung, wie sie schlimmer nicht gedacht �irden kann und das Ergebnitz ist selbstverständlich eine statistische oeuerwerkerei der schlimmsten Art." Die Unwissenheit des «ritikus in der„Münchener Allg. Ztg." dokumentirt sich in dem !,!!." Satze:„Und diese sozialdemokratische„Enquete" wird nicht die einzige bleiben; nachdem Herr Bebel die Bahn ge krochen, werden auch andere sozialdemokratische Führer Unter luchungen über die Lage von Gewerksgenossen veranstalten. Je kinseiliger sie geführt und je tendenziöser sie verwerthet werden u»> so besser werden sie ihren Zweck erfüllen." Die Schriften «Manuel Sax, Dr. Schönlank, Dr. Schnapper-Arndt u. s. w. sind bei» oberflächlichen Kritiker des hiesigen Blattes für„Staats- Manner" und solche, die es werden wollen, offenbar nicht be tannt. Aber wir wissen ja, wie und warum solche Kritiken ge Macht werden. Um die Wirkung zu verhindern, muh der Gegner verdächtigt, der Werth der Arbeit herabgesetzt werden und Muffen die gewonnenen Resultate als mangelhaft verkleinert werden. Gleichwohl wird es den liberalen kapitalistischen Gegnern nicht lK'linge», die werthvollen Untersuchungen Bebel's als völlig un- brauchbar todtzukritisiren. Genosse Bebel macht in seiner Schrift aus- brucklich darauf aufmerksam, daß seine Arbeit nur eine Skizze lein könne. Er wollte zeigen, was amtliche Enqueten leisten könnten, wenn solche niedergesetzt würden, weil diesen ganz andere Mittel zu ihren Erhebungen zu Gebote stehen. tören wir den Genossen Bebel selbst. In der Einleitung eite 4 sagt er, nachdem er einige Monographie», welche sich mit hausindustriellen Zuständen auf einem verhällnißmäßig kleinen Kreise beschränken, besprochen hat:„Viel größere Schwierigkeiten, die zu einem großen Theile geradezu unüber- windlich find, stellten sich einer Untersuchung über die Lage eines Gewerbes oder einer Industrie entgegen, die über die ver- schiedensten Theile des Reiches oder, wie die Kleingewerbe, über das ganze Deutsche Reich verbreitet sind. Da wird das Persönliche Sehen und Beobachten, das Rede- und Antwort- stehen, das für jede sozialpolitische Untersuchung von der entscheidendsten Wichtigkeit ist, zur Unmöglichkeit, man ist auf die schriftlichen Angaben Dritter angewiesen und zwar nicht selten auf solche Personen, die mit der Feder schwer Bescheid wissen und auch die direktesten Fragen nur mangel- hast zu beantworten wissen. Werden solche Untersuchungen von einzelnen Privatpersonen veranstaltet, so müssen dieselben, mögen ihre Verbindungen und Beziehungen auch vergleichsweise gute sei», vieles zu wünschen übrig lassen. Ein gänzlich klares und bis in die Einzelheiten übersichtliches Bild der untersuchten Industrie oder des unter suchten Gewerbes können sie nicht geben, sie können nur eine Skizze bilden, deren Umrisse zeige», was zu Tage gefördert werden könnte, wenn solche Untersuchnngen mit amtlicher Autorität und all' den Hilfsmittel», die amtlich autorisirten Personen zu Ge- dote stehen oder doch zu Gebote stehen sollten, vorgenommen würden." Die Diskussionen über die sozialen Fragen im Parlamente, in der Presse und vor dem Forum zahlreicher Versammlungen und namentlich die im Reichstag immer wiederkehrenden Anträge der verschiedenen Parteien aus mehr oder weniger weitgehenden Arbeiterschuh zwange», zu untersuchen, inwieweit solche Forderungen auf Grund der vorhandenen Thatsachcn gerechtfertigt seien. Bisher stand man solchen Untersuchungen feindselig gegenüber. Man fürchtete, es möchten vielleicht, was thatsächlich auch der Fall ist, recht unliebsame Thatsachen ans Licht gefördert werde». Die bisherigen amtlichen Enqueten haben nicht entsprochen. Ter Deutsche Reichstag spielte hierbei, im Gegensatz zu dem englischen Parlament, eine durchaus passive Bolle. Eine Betheiligung von parlamentarischer Seite fand nicht statt, sie ist, wenn sie die Regierungen nicht großniüthig ge- statten, verfassungsmäßig nicht einmal zulässig. Das Recht, die Niedersetzung von Untersuchungskominissionen durch das Par- wment zu verlangen, die mit der Vollmacht ausgestattet sind, Zeugen und Sachverständige, wenn nöthig, auch eidlich zu ver- «ehmen, und Behörden zu zwinge», ihnen jede für die Aufklärung °er Sache nothivendige Auskunft und Unterstützung zu gewähren. defitzt der deutsche Reichstag nicht. Ein Antrag, der 11» Jahre 1868 von Seiten der Sozialisten im norddeutschen Reichstag gestellt wurde, ihm diese Vollmachten einzuräumen, scheiterte an dem fast einstimmigen Widerspruch des damaligen Reichstags. pü ein in der Frühjahrssession des Reichstags für 1800 gestellter öhnlicher Antrag der sozialdemokratischen Fraktion mehr Ausiicht ""f Erfolg hat, darf vorläufig bezweifelt ivcrden. Sicher ist aber. daß. nachdem die Rcichsregierung sich genöthigt sah. mehrfach !.'»d zwar theilweise auf Anregung des Reichstags, Untersuchunge» Uber spezielle Arbeitcrverhältnisse eintreten zu lassen und diese in rei" bureaukratischer Weise vollzogen ivurden, der Reichstag die Bothwcndigkeit anerkennen muß, daß die Slrt dieser Untersuchungen künftighin nicht nur eine ihren Zwecken dienlichere zu fem hat, %%% a»s ih�n eigenen Reihen diesen Komnilssionen angehören und mm# All kXK.'V" iJ-r im---- die»e nc�ten»»iß. Dabei sind in der Mehrzahl So>,sü ��iui»e sehr ungünstig gelegen, sie liegen meist im - lerrain und ermangeln der Luft, des Lichts und jeder die sind die i/tauimiu/»«-"»..,, .fls Ö t � f°hr viel zu wünschen übrig, und so arbeiten oinei-» Lehrling und in vielen Fällen auch der Meister bei in'solche die Transspiration aufs höchste steigert, ' 1 die mit Dünsten aller Art geschwängert ist, an der f.'."1" Luft, die mit Dünsten aller Art ge,»»� Erstellung des wichtigsten Volksnahrungsniittels. * ln der Hütte einen wesentlichen Theil d das im Palast der täglichen Er- nahrung bildet. Schon allein dieser letztere Umstand sollte die Behörden zwingen, sich mit größter Energie der Untersuchung von Arbeitsweisen zu widmen, die mit dem Wohle der Allgemeinheit auf's engste verknüpft sind. Es unterliegt doch wohl keinem Zweifel, daß es z. B. für die Allgemeinheit von höchster Wichtigkeit ist, festzustellen, ob, wenn täglich im Reiche nahe an 200 000 Personen in einer Weise, wie die angedeutete, mit der Herstellung des wichtigsten Volksnahrungsmittels beschäftigt werden, die Gefahr nicht vor- liegt, daß durch die in den Bäckereien herrschenden Zustände zahllose Krankheitskeime unter Millionen von Menschen getragen und übertragen werden. Daß allem Vermuthen nach ein erheb- licher Theil unserer Bäckereien einen Hauptinfektionsherd für Lungenkrankheiten bildet, dürste nicht allein aus der un- gemein großen Zahl der an Lungenschwindsucht er- krankten Bäckereiarbeiter hervorgehen, der ganze Zustand der Backstuben scheint uns darnach ein ganz besonderer Brüte- und Verbreitungsherd für die Schwindsuchtsbazillen zu sein. Auf all den uns vorliegenden Fragebogen war bei der Frage: An welchen Krankheiten erkrankten hauptsächlich an Ihrem Wohnort die Gehilfen Ihres Berufes?— stets in erster Linie bemerkt: An Lungenkrankheiten(dann Brustkrankheiten und Flechten). Daß die Meister nicht aus eigener Initiative die bessernde Hand an die Zustände in ihren Betrieben legen, entspricht durch- aus de»i beschränkten Klasseninteresse der Unternehmerschaft im allgemeinen und der Bäckcreiunternehmer im besonderen. Arbeiter, die Tag für Tag, Sonn- und Wochentag, also das ganze Jahr hindurch bei unmenschlich langer Arbeits- zeit beschäftigt werden, können keinen geistigen Verkehr pflegen, müssen die freie Zeit zum Schlafe benützen(leider mitunter zum Spiel und Trunk), solche Arbeiter haben für die Verbesserung ihrer sozialen Lage kein lebhaftes Empfinden und arbeiten sich, wenn überhaupt, nur langsam aus deni Sumpfe empor, in den die Verhältnisse sie drückten. Daraus, d. h. aus diesem Zustande der Dumpfheit und Apathie des größten Theils der Bäckerei- arbeiter erklärt es sich, daß alle Bestrebungen fauf eine gewerk- chastliche Organisation derselben von verhältnißmäßig geringem Erfolge begleitet gewesen sind. Der noch schwachen Organisation der Gehilfen steht eine wohldurchdachte mächtige Organisation der Unternehmer im Germaniaverbande gegenüber. So sind die Bäckereiarbeiter infolge ihrer geistigen Hilflosigkeit und ihrer mangelnden Organisation den Launen und der Ausbeutungs- sucht der Unternehmer in höchstem Grade preisgegeben. Letztere haben noch den Vortheil, daß durch die allgemein betriebene Lehrlingszüchterei beständig ein so großes Zlngebot von überschüssigen Arbeitskräften vorhanden ist, daß jederzeit im Ausstande befindliche oder ansässige Arbeiter durch die auf der Straße liegenden Kräfte ersetzt werden können. Alle diese Um- stände lassen es in besonderem Grade als nothwendig erscheinen, daß sich die Gesetzgebung der Bäckereiarbeiter annimmt und durch Schutzgesetze und scharfe Kontrole der Bäckereien Zuständen Ein- halt gethan wird, die in ihren Wirkungen für die beschäftigten Arbeiter als ruinirend, ja als mörderisch bezeichnet werden müssen und außerdem für die Allgemeinheit mit Gefahren für die öffent liche Gesundheit verknüpft sind. Aus den thatsächlichen Feststellungen Bebels, die sich auf 660 Bäckercibetriebe erstrecken, heben wir nachstehende Daten hervor; Die tägliche regelmäßige Arbeitszeit von 663 Betrieben währt nur in 154 Betrieben 12 oder weniger Stunden in 7 Betrieben(kleinere Orte) 0 Stunden, in 20 Bäckereien 10 Stunden, in 38 Geschäften währte sie 11 und in 80 Betrieben 12 Stunden. In 322(48,5 pCt.) sänimtlicher aufgeführter Be- triebe dauert die Arbeitszeit dagegen 13—15 Stunden und in 187 Geschäften sogar 16—20 Stunden und mehr. Im Ganzen also währt sie in 410 Betriebe» 14 Stunden täglich und darüber. Das ist aber die regelmäßige Arbeitszeit. Die Ueberstunden sind darin nicht inbegriffen. Eine dem Bäckergewerbe ganz speziell angehörende, sehr ver- werfliche Einrichtung ist die Sonntags- und Festtagsarbeit, die in vielen Fällen an Dauer die Arbeitszeit in der Woche über- 'chreitet und in keinem anderen Gewerbe übertroffen werden dürste. Daß es sich hierbei in der Hauptsache um einen argen Mißbrauch handelt, geht daraus hervor, daß in ein und derselben Stadt bei ganz gleich gearteten Betrieben die sonn- und festtagliche Arbeit in der verschiedensten Zeitdauer existirt. Offenbar ist ei» Theil der Unternehmer bestrebt, sie auf das geringste Maß zurück- zuführen, wohingegen ein anderer Theil sie in der unmäßigsten Weise ausdehnt und ausnützt. Die Ruhetage betreffend, YZk nur ein kleiner Theil jährlich drei Ruhetage, welche 24 Stunden dauern, die anderen entbehren sogar dieser kleinen Erholung. Tie Arbeitslokale sind eng und verwinkelt, in größeren Orten find sie fast säinnitlich im Souterrain, der sehr häufig niehr einem Kellerraum als einem Raum für den Aufenthalt menschlicher Wesen gleicht; sie entbehren deS Lichts und der Luft. So ist es mit den Schlafstellen, einige Berichte hierüber siikd geradezu haarsträubend. Der Bäckerlehrling ist im Allgemeinen das beklagenswertheste Geschöpf, das es gievt: übermäßige Arbeitszeit bei Tag und Nacht, an Sonn- und Festtagen, ofl mangelhaste Arbeits- und Schlafstätten ungenügende Kost, meist harte Behandlung durch Meister und Geselle». Es ist ein Verbrechen an der Menschheit, daß das Gesetz es duldet, daß mitten in der Entwickelung begriffene junge Leute, in der ungeheuren Mehrheit der Fälle 365 Tage im Jahre 14 und mehr Stunden unter den ungünstigsten Bedingungen arbeiten und ihre Jugendkräfte im Interesse des Unternehmers aufreiben müssen. Daß die Bückcreiarbeiler in absehbarer Zeit selbst die Kraft und Fähigkeit sich erwerben, mit ihren Unternehmern ins Gericht zu gehen, um ihnen menschenwürdigere Arbeitsbedingungen abzutrotzen, ist leider nicht wahrscheinlich. Zwar haben die Kölner und Ber- liner Bäckereiarbeiter beim Reichstag pctitionirt: 1) um Fest- etzung einer bestimmten täglichen Arbeitszeit, 2) um Verbot der Sonnlags- und Nachtarbeit durch Gesetz. Ob der Reichstag zu olchen Beschlüssen kommen wird, ist erst noch zweifelhaft. Denn dort hat die Vertretung der Unternehmerklasse die Oberhand. Nach Bebels Ueberzeugung läßt sich eine Organisation un Bäcker- gewerbe schaffen, wonach sowohl die eigentliche Nachtarbeit wie die Sonntagsarbeit sich als unnöthig erweisen. Bebel fordert, wollen die Meister die Nachtarbeit nicht ganz aufgeben, die Er- lassung eines Gesetzes, das 1) Nachtarbeit für junge Leute unter 18 Jahren, also auch für die Lehrlinge, streng verbietet und 2) vorschreibt, daß Arbeiter über 18 Jahre bei regelmäßiger Nachtarbeit nicht länger als acht Stunden beschäftigt werden dürfen. Das Gesetz schüfe kräftigere und gesündere Arbeiter, beseitigte die aus der Straße liegenden Ueberzähligen und ermöglichte in(den Bäckereien eine rationellere und appetitlichere Produktion. Tie Arbeits- und Wohnräume der Arbeiter müssen der ge- werberäthlichen Inspektion unterstellt werden. Diese Inspektion soll aber nicht den Innungen übertragen werde», das hieße den Bock zum Gärtner machen. Dadurch werden die Unternehmer ihre eigene Aufsichtsbehörde. Welcher Widersinn! Tie Ueber- weisung der Gewerbeinspektion an die Innungen ist ein Schlag ins Wasser, eine große gewerbliche Heuchelei. Sämmtliche Meister der großen und niittleren Städte gehören zum Bäcker-Jnnunas- verband. Wo ist denn der günstige Einfluß, den sie auf Lehr- linge und Gesellen ausgeübt haben? Stammen nicht die Klagen gerade aus ihren Betrieben? Die Inspektion der Bäckereien wie der Gewerbe überhaupt kann einzig die Sache der betreffenden Fachbeamten sein und diese haben hier scharf zu Werke zu gehen. Neben der Kontrole über die Jnnehaltung der gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitszeiten für Arbeiter und Lehrlinge, wäre das Hauptaugenmerk auf den sanitären Zustand der Arbeits- und Wohnräume zu richten. Noch alle Reformen in den sozialen Verhältnissen eines Gewerbes haben bis jetzt dasselbe nur gehoben und nie geschädigt, wenn auch An- fangs der Unternehmerschaft scheinen wollte, als seien sie ihr Schaden. Ueberdies handelt es sich im vorliegenden Falle nicht allein um das Wohl und die Interessen der mehr als 200 000 Arbeiter, sondern auch um das Wohl und die Interessen der All- gemeinheit. Es wird Zeit, daß das Bürgerthum nachholt, was es versäumte, und ohne Schädigung seiner Existenz als herrschende Klasse gewähren kann, will es das Schicksal der Feudal- macht nicht theilen, welche durch das Bürgerthum am Ausgange des 18. Jahrhunderts gebrochen wurde. Mmumtitmlz*. Tagesordnung für die Sichung der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag, den 26. September d. I., Nach- mittags 5 Uhr. Einige Pensionirungs-, Anstellungs- und Unter- stützungssachen.— Vorschläge des Ausschusses für Petitionen.— Ein Naturalisationsgesuch.— Berichterstattung über eine Petition, betr. die Ausführung städtischer Bauten mit Umgehung von Unternehmern und ohne Submission durch Arbeiter oder Arbeits- gruppen unter Leitung städtischer Baubeamten,— desgl. über eine Vorlage, betr. die Aufgabe der auf dem Grundstücke Zimmer- straße 15 für die Stadtgemeinde haftenden Realverbindlichkeit. — Berichterstattung des Ausschusses für Rechnungssachen. — Vorlagen, betr. die auf Grund von Entschädigungs- beschlüssen des Polizeipräsidiums oder auk Grund richterlicher Entscheidungen während der Zeit vom I. Januar bis 30. Juni d. I. zur Zahlung angewiesenen Beträge — Vorlage, betr. die Erwerbung einer zur Freilegung der Straße 30, Abth. XI des Bebauungsplanes, erforderlichen Fläche— desgl., betr. den Ankauf des Grundstücks Rheinsberger- straße 4/5 zum Bau einer höheren Bürgerschule— desgl., betr. die Genehmigung der ini Rechnungsjahre 1. April 1889/00 bei der Stadt-Haupt-Kasse vorgekommenen Etats-Ueberschreitungen— desgl., betreffend die Projekte zum Neubau einer höheren Bürger- schule in der Bellealliancestraße 80 und einer Turnhalle auf dem Schulgrundstücke Ackerstraße 67 und Hussitenstraße 70— desgl., betr. die Renovirung der Küchen des Rathskellers.— Drei Rechnungen.— Berichterstattung über drei Petitionen und zwar: um Anstellung als Bureau-Assistent, um Aufnahme in eine Siechen- Anstalt und um Bewilligung einer Unterstützung oder Zuweisung einer leichten Beschäftigung.— Vorlage, betr. den Ablauf der Wahlperiode von zwei Rathsmaurermeister»— desgl., betr. eine Feier. UolrnleS. D«r Ziegenmilch als Uollts-zlahrungsmittel wird von den zur Ueberwachung des Nahrungsmittel-Verkehrs bestellten Kontrolbeamten eine hohe Bedeutung beigelegt. Die gesundheits- polizeiliche Ueberwachung des Verkehrs niit Milch erstreckt sich in der Regel nur auf den Verkehr mit Kuhmilch, neben dem Fleische das wichtigste Nahrungsmittel, das wir dem Thierreiche ent- nehmen. Kömmt im'Allgemeinen hierbei, namentlich für große Städte, die Ziegenmilch nicht in dem gleichen Umfange in Be- tracht, wie die Kuhmilch, so ist deshalb ihre Kontrole doch nicht weniger nothwendig. Für eine Bevölkerungsklasse des Staates, für die Kinderwelt, ist Milch das einzige Nahrungsmittel im ersten Lebensjahre. Berück- sichtigt man hierbei— so schreibt Dr. Marx(Erwitte)— wie selbst in ländlichen Kreisen, nach ärztlicher Erfahrung, das Selbst- stillen der Mütter abnimmt, wie ferner die Kinderernährung durch Surrogate der Muttermilch, namentlich die verschiedenen Kinder- mehle, auf die Dauer nicht der Benutzung der Milch entrathen kann, so darf die Bedeutung der Ziegenmilch für das Volkswohl und die Gesundheit der arbeitenden Klassen nicht unterschätzt werden. Ein anderer Arzt, Dr. Pappenheim, äußert sich in seinem Handbuch der Sanitätspolizei über die beiden genannten Milch- arten(Kuhmilch und Ziegenmilch) folgendermaßen:„Während die Kuhmilch sehr gewöhnlich als Milch, Butter und Käse auch aus dem Nährorte der Kuh exportirt wird, bleibt die Milch der Ziege der Regel nach wo sie ermolken wird.— Mit diesem Ausspruche, der sich auf die Erfahrung des täglichen Lebens stützt, ist gleich gesagt, daß die Ziegenmilch kein Gegenstand des Verkehrs ist, daher auch eigentlich einer gefundheitlichen�Ueberwachung nicht zu unterliegen braucht. Trotzdem ist der völlig freie und unkrotrolirte Verkehr mit Ziegenmilch nicht ganz ungefährlich, namentlich in den Gegenden, wo sie in größeren Mengen gewonnen wird. Erfahrungen, die man hierbei in anderen Staaten, so namentlich in Italien, ge- macht hat, bestätigen dies. Dort sind mehrfach M a s s e n- E r- k r a n k u n g e n, die durch Ziegenmilch verursacht waren, beobachtet worden. Eine in dieser Beziehung sehr interessante Beobachtung wurde von einem italienischen Arzte gemacht, welcher eine durch Ziegen- milch herbeigeführte Massenerkranlung in der Nähe von Rom näher zu erforschen suchte. Er entdeckte als eigentlichen Krank- heitserreger der choleraartigen Massenerkrankungen einen Giftstoff, das Colchicin. Es ließ sich nachweisen, daß Colchicin im Futter der Ziegen enthalten gewesen war und daß die Erkrankten sämmt- lich nach dem Genuß der Milch von solchen Ziegen von dem Leiden befallen worden waren, die von dem colchicinhaltigen Futter gefressen hatten. Während die Ziegen selbst gesund blieben, erkrankten diejenigen Menschen, welche von der Milch der Ziegen tranken. Die Sache war nur so erklärlich, daß das Eolchicin von den Milchdrüsen ausgeschieden wurde, ohne weiter in den Organismus der Thier« einzudringen. Die Bedeutung der Ziegenmilch für das Volkswohl erhellt daraus, daß die kleinen Handwerker, Tagelöhner und Fabrik- arbeiter. sobald sie einigermaßen dazu im Stande sind, eine oder mehrere Ziegen halten. Es kommt hierbei in Betracht daß der Ankauf einer Ziege kein großes Anlagekapital erfordert! das •ihier selbst leicht zu ernähren ist und nur wenigen Krankheiten unterliegt. Freilich wird diese idyllische Viehhaltung von klug spekulirenden Unternehmern oft genug zu dem Zwecke gefördert, um den Ar- beiter oder Tagelöhner sicher an die Scholle zu fesseln und ihnen ........ nöthig braucht, um so die freie Bewegung zu erschweren, die er bessere Eriverbsbedingnugen zu erlangen. 3J«f§tvr Ktad-tverordilete Prejzel Hai vorgestern in einer Versammlung des„Bürgervcreins Vorwärts" das Schreiben nnlgelheilt, j,, welchem er den Ober- Postdirektor Schiffmann er- suchte, die Postbeamten zur Stichwahl zwischen dem Kandidaten der Burgerpnrtei, Dr. Bachler. und einem freisinnigen Kandidaten stu die Stadtverordneten- Versammlung zu beurlauben. Dieses Schreiben lautet iincl, der„Kreuz-Ztg.": „Der ergebenst Unterzeichnete beehrt sich in der Anlage eine L,ste derzenigen Beamte» zu überreichen, welche Wähler im 02. Kommunal-Wahlbezirk sind. Bei früheren Wahlen hat dieser Komiiiuiial- Wahlbezirk nanientlich durch die Bctheiligung der Beamten etwa 12U0 Stimmen und somit den Sieg für die Burgerpartei gehabt. Bei der letzten, am 15. April statt- gehabten Wahl sind nur 400 Stimmen und darunter nur sebr wenige von Beamten abgegeben worden. Es ist doch dringend wünschensiverth, daß die unbedingt königstreuen Ver- treter der Stadt, wie es jetzt fast den Anschein hat, nicht ganz aus dem Rathhause verschwinden. Der 32. Kommunal-Wahl- oezirk hat bereits zweimal einen Kandidaten der Bürgerpartei durchgebracht, und würde es auch dieses Mal, wenn die Beamten u. s. iv.. wie wir erwarten und erbitten, sich bei der Wahl betheiligen. Meine ganz ergebene Bitte und Antrag geht dahin, die anliegende �.iste für die betreffenden Abtheilungen zu theilen und den Herrn Abtheilungsvorständen aufzugeben, daß den Wahlern am 6. Mai zwischen Morgens S bis Abends 6 Uhr eine halbe Stunde Urlaub gegeben wird, zu dem Zweck, sich bei der Wahl zu belheiligen. Ich bin eventuell gern bereit, eine Liste derjenigen Beamten, welche sich trotzdem bei der Wahl nieht betheiligen, eventuell nach dem 6. Mai einzureichen." Dieses Schreiben ist von dem Oberpostdirektor den in o-rage kommenden Postämtern mitgetheilt und dann den Post- beamten, welche Wähler ivaren, vorgelegt worden. Wie man angesichts dieses Aktenstückes behaupten kann, das sei keine amt- liche Wahlbeeinflussung gröblichster Art gewesen, wird jeoem un- befangenen Beurtheiler unerfindlich sein. Herr Pretzel erklärt es für„dringend wünschensiverth", daß die Beamte» beurlaubt, will sagen veranlaßt werden, zur Wahl zu gehen, damit die Bürger- Partei siege und„die unbedingt königstreuen Vertreter" nicht ganz aus dem Rathhause verschwinden. Er erklärt sich bereit, die- lemaen Beamten zu denunziren, welche„sich trotzdem bei der Wahl nicht betheiligen". Und da wagt Herr Pretzel die Be- Häuptling:„Wir haben ja nur gebeten, den Beamten eine halbe Stunde frei zu geben?" Einzelne Beamte haben erklärt, an- gesichts jenes ihnen vorgelegten Schreibens den Eindruck empfangen zu haben, als sollten sie„mit dem Strick um den Hals zur Wahl geführt iverden." Der Wortlaut des Schreibens rechtfertigt diesen Eindruck vollkommen. Dir Feurrwrhr läßt sich durch einen Berichterstatter, der ihr nahe steht, gegen die Angriffe, die gegen sie gerichtet werden, folgendermaßen vertheidigen:„Bezüglich der Entstehung ist man an zuständiger Stelle der bestimmten Ansicht, daß das Berliner Zlininer der ursprüngliche Herd des Feuers gewesen ist. In dem Zimmer waren bekanntlich die Möbel zum Zwecke einer gründ- uchen Reinigung des Raumes zusammengestellt, ein spät heim- kehrender Hausgenosse, der über die Möbel gestolpert ist, hat, wie man annimmt, zur Orientirung ein Streichholz entzündet und J�chttiivorstchtiges Umgehen mit diesem das Feuer veranlaßt. Die Melvung an die Feuerwehr ist erst erfolgt, als bereits hohe Flammen emporschlugen. Der 13. Zug, der zuerst zur Stelle war, fand das ganze Haus bereits i» furchtbarer Aufregung, aus allen Stockwerken ertönten laute Hilsernfe, es war jedoch in dem Lärm nicht zu hören, wo thatsächlich Gefahr vorhanden sei. Oberfeuer- mann Warnack, der zuerst vorging, erstieg soiort den Balkon und Achtete seinen Angriff gegen das Berliner Zimmer, den Herd des Feuers. Inzwischen war der 1l. Zug und kurz darauf auch der sogen. H- Wagen mit Branddirektor Stüde erschiene». Als der Branddirektor im brennenden Hause erschien, trat ihm der Feldwebel Boltz von der 4. Kompagnie, der bisherige Höchstkommändirende, sofort init der Meldung entgegen:„Herr Branddirektor, es sollen noch Menschenleben in Gefahr sein, ieh kann jedoch nicht er- mittein, wo." Direktor Stüde beorderte sofort den Oberseuer- mann Zimmerling mit dem Durchsuchen des ersten Stocks und schickte den als Volontär dienenden Lieutenant Rauch, sowie andere Mannschaften in die übrigen Etagen. Inzwischen war Direktor Stüde auf den von einem Fenster des Hinterhauses aus wehklagenden Herrn Fuchs aufmerksam geworden und suchte ihn zu beruhigen mit den Worten:„Bleiben Sie nur ruhig da, Sie sind in Ihrer Wohnung durchaus nicht gefährdet." Direktor Stüde befand sich dabei in der Annahme, daß die Räume des Hinterhauses eine vom Seitenflügel getrennte Wohnung bilden und daß Herr Fuchs die in den Hinterzimmern befindlichen Kinder für gefährdet halte. Der Direktor begab sich nunmehr selbst zur Treppe des Seiten- flügels hinauf, wo ihm Oberfeuerman» Zimmerling erschöpft mit der Meldung entgegenkam, daß es unmöglich sei, in die brennende Wohnung einzudringen. Es wurde daher der Rauchanzug vor- genommen. Auf dem Hof war währenddem Signalist Reindel behufs Weitergabe der Signale zurückgeblieben. Nach einiger Zeit kehrte Direktor Stüde in den Hof zurück und sah nun, daß Fuchs von» Fenster aus innner noch um Rettung seiner Kinder bat. Er trat infolge dessen so nahe wie möglich an Fuchs heran und srug ihn, wo sich die Kinder befänden. Trotz wiederholten Fragen vermochte er aber nichts weiter herauszubringen als die Worte:„Vom Balkon aus kommen Sie heran". Direktor Stüde rief nunmehr sofort den Oberfeuermann Warnack und beauftragte den an bie Brüstung des Balkons Tretenden, unter allen Umständen zu ver- suchen, in das Berliner Zimmer einzudringen. Er nahm dabei a», daß hier wie in so vielen Fällen das Berliner Zimmer Schlaf- ziirnner sei und daß die Kinder sich hier befinden. Oberfeuermann Warnack gab die Versicherung,„daß Nr. 1 bereits in das Zimmer eingedrungen sei und daß er alles Menschenmögliche zur Rettung thun werde." Beruhigt trat Direktor Stüde in das Haus zurück und suchte so weit wie möglich die Treppe hinauf zu steigen. Oberieu ermann Zimmerling hatte sich während dem mit dem Rauchhelm ausgerüstet und man war eben dabei, die Luftpumpen in Thätigkeit zu setzen. In demselben Augenblick stürzte der Schauspieler Kadelburg mit den Worten die Treppe hinaus:„Ich werde bie armen Kinder retten!" Da Herr Kadelburg dabei aus die Schläuche trat, schob ihn Direktor Stüde bei Seite und be- ruhigte ihn mir dem Hinweis darauf, daß bereits eine sachgemäße Rettung eingeleitet sei. Herr Kadelburg befand sich aber in einer furchtbaren, wenn auch erklärlichen Ausregung und kam fortgesetzt mit Vorschlägen, die er auch wiederholte, als Lieutenant Rauch nach Ueberwindung großer Schwierigkeiten von den obere» Ge- schössen herabkam. um die für de» Direktor wichtige Meldimg zu überbringen, daß oben keine gefährdeten Menschen augetroffen seien. Da wegen der Zivischenrede Kadelburg's Direktor Stüde die Meldung nicht verstehen konnte, sah er sieh genöthigt, den Störenden energischer darauf aufmerksam zu machen, daß er die Thätigkeit der Feuerwehr nicht behinder» dürfe. Währenddem war Oberfeuermann Zimmerling auf die Leichen gestoßen. Die Kinder- stube ist vom Feuer völlig verschont geblieben. Nur das über der Thür befindliche Lichtfenster ist angesengt, die Hitze in dem Zimmer ist aber so groß gewesen, daß die Haut der Kinder an einzelnen Stellen zusauunengezogen ist. Man nimmt in maß- gebenden Krerfen an, daß die Kinder schon vor Erscheinen der Feuerwehr erstickt waren; die ärztlichen Feststellungen sollen vor Allem emch nach dieser Richtung hin erfolgen. Herr Fuchs selbst ist dann erst später»ach Eintreffen eines weiteren Löschzuges vom Fenster yerabgeholt worden." Weiter wird zu dem Brandunglück gemeldet: Die Fraktion der Linken hat vorgestern Abend beschlossen, in der Sitzung am Donnerstag folgenden dringlichen Antrag durch die Herren Richter und Genossen einbringen zu lassen: Die Versammlung beschließt: den Magistrat um Aus- lunst zu ersuchen, welche Schritte derselbe angesichts der jüngsten Brand-Katastrophe in der Friedrichstraße 134 gethan hat. „Der Antrag fand zahlreiche Unterschriften", wird der „Volks-Ztg." ferner geschrieben. Mag sein; ob aber die Resolution die Zustimmung der Versammlung finden wird, will uns noch keineswegs als absolut gewiß erscheinen. Einwandsfrei würde uns das Schicksal des Antrages erst erscheinen, wenn die Herren Richter und Genossen sich die Unterstützung der Herren Langerhans, Meyer I. und Bart gesichert hätten. Wir können nun einmal nicht vergessen, in welch' unvergleich- licher Weise der Antrag Vogtherr erledigt wurde.„Die Stadt- verordneten-Vcrsammlung ist nicht kompetent!" rief Herr Meyer I. in stadtrettender Begeisterung und Herr Barth, der da klug ist wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben, wußte in stil- vollster Rede die wenigen Saulusse auf der Linken und im Berg schleunigst in ergebungsvolle Paulusse umzuwandeln. Freilich handelte es sich damals um eine Kritik einer militärischen In- struktion, und diesmal steht nur eine Schuld in Rede, welche das Konto der Feuerwehr und der Polizei belastet. Möglich also ist es immerhin, daß die Hofdemokraten sich aufraffen, Front gegen die Leitung der Feuerwehr und der Polizei zu machen. Und dann sind es vier Atenschenleben, welche, nach einer bewundernngs- würdigen diplomatischen Wendung,„einer Kette von ungünstigen Umständen" zum Opfer gefallen sind; an vier Särge» war es, daß die Angehörigen der Todten hoffnungslos zusammenbrachen; an vier Gräbern haftete der entsetzte Blick von Tausenden, die so jäh aus ihrer vermeintlichen Sicherheit emporgescheucht worden waren. Der allgemeine Ruf geht dahin, daß die Feuerwehr eine städtische Einrichtung werden müsse, wenn auch ohne militärischen Drill, und diese Stimmen werden auch die ~erren Barth, Meyer I und Langerhans nicht überhören können. ms Herz eines verabschiedeten Offiziers, der bei der Feuer- wehr einen Unterschlupf gefunden hat. mag sich ja in satter Be- friedigung öffnen, wenn die Mannschaften mit der Axt untadelig salutiren oder stundenlang auf dem Exerzierplatze den Laufschritt üben— dein Bürgersmann ist aber dieser militärische Klimbim völlig gleichailtig. Ihm liegt nichts daran, daß die oberen Chargen zu Nutz und Frommen der militärischen Zivilanwärter mit ehemaligen Hauptleuten oder Majors besetzt werden, wohl aber glaubt er, mit Recht verlangen zu dürfen, daß die Feuer- wehr die Sicherheit von Leben und Gut soweit verbürge, als es menschlichen Einrichtungen überhaupt möglich ist. Der Ueber- nähme der Feuerwehr in städtische Verwaltungen werden sich auch keineswegs übergroße Schwierigkeiten in den Weg stellen, da be- reits mehr als eine große Gemeinde von der Staatsregierung ersucht worden ist, selber für die Schutzmittel gegen Feuersgefahr Sorge tragen zu wollen. Immerhin würde die Ausführung dieser Aenderung in Berlin eine geraume Zeit in Anspruch nehmen; was aber sofort durchzuführen wäre, das wäre eine Ver- mehrnng der Sanitätswachen. Ebenso würde es sich empfehlen, nach dein Muster der Stadt Wien das Institut der Sanitätswagen einzuführen. In Wien trifft regelmäßig ein Sanitätswagen mit zwei Aerzten und zwei Trägern gleichzeitig mit der Feuerwehr auf dem Brand- platze ein. Wäre hier ein solcher Wagen in der Unglücksnacht zur Stelle gewesen, so wären vielleicht die beiden Töchter des Rentners Fuchs dem Leben erhalten geblieben. Der Brand des Ringtheaters hat in der österreichischen Hauptstadt die Ein- führung dieser Wagen zur Folge gehabt; möge die Katastrophe rn der Friedrichstraße für die deutsche Hauptstadt dieselbe wohl- thätige Einrichtung mit sich führen! Sollte sich bie Stadtveroroneten-Versaminlung entschließen, den'Antrag Richter einer eingehenden Berathung z» unterziehen, so wird sie nicht umhin können, auch die Praxis der Polizei einer sachlichen Kritik zu würdigen, zumal das furchtbare Unglück am Schöneberger Ufer der Polizeiverwaltnng anscheinend keine ge- nügende Veranlassung gegeben hat. die nöthigen Anordnungen zu treffen, welche geeiguel erscheinen könnten, derartigen entsetzlichen Vorfällen sür die Zukunjt vorzubeugen. Wer, wie der Schreiber dieser Zeilen, die grauenerregende Blutlache auf dem Straßen- Pflaster und die mit einem Sack verdeckten Leichen der beiden über- fahrenen Kinder gesehen hat, steht verständnißlos vor der Thal- fache, daß noch immer nicht der Verkehr von und nach den Lagerschuppen der Potsdamer Bahn polizeilich überivacht wird. Freilich, als das Unglück geschehen war und hunderte von er- schrockenen Augen die ftirchterlicheu Spuren des eben Geschehenen anstarrten, stellten sich alsbald zwei Schutzleute ein, die stramm und schneidig das Publikum daran erinnerten, daß es in Berlin in der That noch eine Polizei gebe. Aber schon am anderen Tage waren die Posten zurückgezogen, und nach wie vor sausen jetzt die schweren Rollwagen die avschllssige Bahn in toller Fahrt die Straße hinab. Am ganzen Schöneberger und Tempelhofer Ufer ist keine Pickelhaube zu sehe», es sei denn, daß ein Schutzmann einmal die Strecke von der Möckernslraße zum Halle'schen Thore abpatrouillire. Doch Pardon! In der Nähe der Bellealliance- straße sieht man an dem menschenleeren Ufer regelmäßig am frühen Vormittag hoch zu Roß einen Pickelhaubenträger in olym- pischer Ruhe thronen; an der Flottwellstrape dagegen mag man die Blicke, die suchenden, schicken, wohin und wie weit man will. man entdeckt keinen einzigen Diener der öffentlichen Sicherheit. Noch vorgestern waren wir Zeuge, wie Frauen und Kinder unter lautem Angstgeschrei über den Straßendamm vor den dahin- rasselnden Wagen flüchteten. Es scheint, daß in jener Gegend nochmals Blut fließen müsse, ehe die Polizeiverwaltung sich ent- schließt, dauernd einen Schichmannsposren dort auszustellen. Kertha Jridler, jenes arme Mädchen, welches bei der Katastrophe in der Neuen Hochstraße 42 die schiversten Brand- wunden erlitten hat, ist gestern früh um VeO Uhr verstorben. 'Auch Frau Reibnitz dürfte kianm am Leben zu erhalten sein; die vier Männer sind dagegen schon außer Gefahr. Wie sehr die Durchlegnng der Ziinmerstraffe de»» Kediirsniff entspricht, geht». a. aus dem regen Fußgänger- verkehr hervor, der sich jetzt auf dem vorläufigen Durchgang ent- ivickelt. Nach Ermittelungen, welche an Ort und Stelle angestellt wurden, betrug z. B. am Dienstag morgen zwischen' 9 und 10 Uhr die Zahl der das Thor am Römerbad passirenden Per- sonen nicht weniger als sechshundert und drei! Dabei ist zu be- tonen, daß nicht etwa irgend ein besonderes Ereigniß den Verkehr verstärkt hatte, sondern daß derselbe sich jeden Tag zur Geschäfts- zeit in genannter Höhe beivegl, manchnial sogar dieselbe noch um ein Beträchtliches übersteigt. Dem eiligen Gang der Vorüber- eilenden sieht man es an, daß ihnen die Verkürzung ihres Weges sehr werthvoll ist. Kaufleute, Hausdiener, Köchinnen mit dem Marktkoro und selbst der Dienstmann dort mit dem Rosenstrauß und deni Briefchen in der Hand, alle wollen sie schnell ans Ziel gelaugeii. Die den Garten des Kriegsmniisteriums abschließenden Seitenmauern steigen allmälig empor. Nach den Gärten zu. deren Terrain um etwa Manneshöhe tiefer als das(auf ausgehöhten Boden zu legende) Straßenpflaster liegt, werden in den Mauern Bogennischen ausgespart und die Fronten in rotheu Steinen verblendet. Auf der linken Seite des neuen Straßcuzuges, den Weg von der-Königgrätzer Straße nach der Wilhelmstraße zu genommen, ivird ungefähr in der Mitte ein Häuschen für den Wächter erbaut,»velcher die in beiden Mauern anzubringenden Pforten verschlossen zu halten, bezw. zu öffnen hat, letzleres, wenn Persönlichkeiten aus dem einen Theil des Gartens(über die Straße) in den anderen»vollen. Zleber die am 1. Oktober mit dem Minterfahrplan im Verkehr von und nach dem Anhalter Bahnhof eintretenden hauptsächlichsten Fahrplan- Aenderuugen wird der„Voff. Ztg." folgendes mitgetheilt: Tvr um 8,14 Vormittag von Berlin ab- gehende Schnellzug nach München über Probstzella findet in Weißenfels keinen Anschluß mehr nach Thüringen. Wenn auch Ersatz durch den um 8.35 Vormittag abgehenden Thüringer Schnellzug geboten»vird, so hat dieser doch nicht»vie der erstere die III. Wagenklasse. Reisende nach Thüringen,»velche sparen wollen, werden gut thuri. bis Weißenfels den ersteren Zug mit UI. Klasse zir benutzen und erst in Weißensels in den nachfolgenden Thüringer Schnellzug mit ll. Klasse überzugehen.— Ter besondere Nachmittags- Schnellzug 2,55 nach Halle unZ Thüringen fällt aus und wird bei Bitterfeld mr dem Ato. � gehenden Leipziger Schnellzug vereinigt,»in ab-h" als gesonderter Zug nach Halle und Thüringen»veaer� b. führt zu werden.'Der Abendpersonenzug von Berlin nach Leipzig statt um 11 Uhr Abgangszeit des Mittags-Personenzugs Leipzig, Halle und Thüringen ist um .««z 40 Minuten später ze egb .yuue uuu rn um ,r � von 12,80 auf 1,10.— In den Zügen nach Dresden und O. reich treten weder über Elsterwerda noch über Röderau Aenderuugen ein. Hinsichtlich der Ankunftszeiten ist hauUaq zu bemerken, daß der Mittags-Schnellzug von Wien und �re.'- München und Leipzig. Thüringen, Halle, Köthen und D i welcher jetzt 12.35 in Berlin eintrifft, eine ganze Stunde sc y- nämlich 11,33 in Berlin ankommen wird. Für den Perkehr Ssidend und Lichterfelde werden einige neue Mittagszüge uno Abendzug eingelegt, von Berlin 12,16, 1,30 und 2,30 0 und 10,17 Abends, und von Lichterfelde 1,17 und 2,20 Ntut g- 3,20 Nachmittags und 11,20 Abends. Der jetzige Nachtzug Lichterfelde 12,30 geht künftig schon 12,05 und der jetzige Acmp zug von Lichterfelde 12,50 künftig schon 12,40 ab.„ Urber ander,»rite Kauarte» für Eifenbahn-Wa® finden gegenwärtig bei der preußischen Staatsbahn-Äerwal B eingehende Er, vägungen statt, und zwar sowohl für den Perlo wie für den Güterverkehr. Für den Personenverkehr lo> namentlich die Frage in Betracht, ob sich die Verwendung groll. Wagen als bisher empfehlen möchte; namentlich ist dabe» an Herstellung von Wagen mit doppelt so großem Rauminhatt die heute gebräuchlichen gedacht. Der Wagenkasten eines fPO) Wagen würde auf zwei vierrädrigen Drehgestellen befestigt wer- müssen,»vie solche bereits seit längerer Zeit versuchsweise � großen Güter- und Personenwagen angebracht sind und stm T'; gut bewährt haben, lieber die innere Einrichtung des Wag> hat ein endgittiger Entschluß noch nicht erzielt werden kann' es drehe» sich die Erwägungen hierbei wesentlich um drei»?]■" der Einrichtung, nämlich: 1. Die sogenannte Koupee-Eintheilu B- ivie sie heute auf unserem Stadtbahn-Verkehr ausschließlich vorhaiw ist. 2. Die Einrichtung eines Ganges im Innern des Wagens, nnmi». bar an einer der Längsseiten; vom Gange aus gehen die Schrem seitlich ab; der Wageneingang befindet sich an den stWP, Seiten des Wagens; und 3, die Theilung des Wagenraum durch einen mittleren Gang, der die beiden Eingangsthuren den fchmalen Seiten des Wagens verbindet und von dem a die Sitzplätze seitlich nach rechts und links angeordnet si"' Wagen dieser Art sind für den Vorortverkehr bei uns vielfach Gebrauch. Voraussichtfich werden zunächst Wagen der v' schiedenen hier näher bezeichneten Arten versuchsweise eiugenc � und ihre Betriebsergebnisse abgewartet werden. Von dem Ai fall dieser letzteren»vird es dann voraussichtlich abhängen, w die Eisenbahn-Verwaltung sich entscheidet; namentlich dürste a> � die Möglichkeit in Betracht gezogen iverden, ob nicht für o Stadt-, Vororts- und Fernverkehr künftig,»vie auch schon je?' Wagen verschiedener Konstruktion Verwendung finden.— v den Transport von Massengütern ist die Verwendung von Wag mit größerem Rauminhalt von hoher Wichtigkeit. Selbst»ven eine Frachtermäßigung nicht einträte, so führen doch die grob Wagen mannigfache Vortheile beiin Äe- und Entladen m»t JW die dem Güterverkehr zu gute kommen. Der Graf Kleist Kotz ist auf« Neue$» snchungshaft gcuoiumen»uorden. Die Staatsanwa schuft hat»vegen der schweren Mißhandlung'des EM »virths Albers das Vorverfahren eröffnet. Ein Strafantrag de Verletzten war dazu nicht erforderlich, da qualiftzirte Korpe Verletzung, das heißt eine das Leben gefährdende Behandlung, vorliegt Vorgestern wurde bei HerrnfAlbers ein Lokaltermin avge halten. Der Untersuchungsrichter nahm die Oertlichkeiten c Augenschein, mußte jedoch, da der Verletzte noch das Bett hure- auf dessen Vernehmung verzichten, Zuvor hatte er, noch ey ein Gutachten des Sanitätsraths Dr. Mittenzweig über de» geistigen Zustand des Grafen vom Rechtsanwalt Wronker über reicht worden»var, die Untersuchungshaft des Grafen wegen Fluchtverdachts verfügt. Mit der Festnahme»vurde der Amt-' Vorsteher von Pankow beauftragt, der vorgestern Abendßdie Per Haftung des Beschuldigten in Dr. Richters Heilanstalt bewirkte und ihn sofort in das Untersuchungsgefängniß zu Moabit schaffen ließ. Wie verlautet, hat sich auch der Ehrenrath des Offizier korps vom Landwehrbezirks-Kommando II, zu dem Graf Kleifl als Offizier des Beurlaubtenstandes gehört, mit der Angelegenheit des Grafen beschäftigt.— Den Zeilungsmeldungen zufolge ww der Bursche beabsichtigen, den„wilden Mann" zu spielen. Hoffenl- lich»vird ihm das versalze». „A»n Ruhrplai» der Todte», da pflegt es still fein," singt Uhland; in Potsdam aber ist es anders. Es>v»rd berichtet: Eine Saujagd aus dem Kirchhof hat am Montag Vormittag in Potsdam stattgesunden. Alljährlich»verde»», voi» Forsthaus Plantngenhaus aus, vor Beginn der eigentliches' Parforcejagden einige Probejagden abgehalten, bei»velchen die Meute des Prinzen Friedrich Leopold mitwirkt. Bei einer solchen Probejagd lief»un am Montag das gehetzte Schwein in den alten städtischen Kirchhof zu Potsdam»n der Saarmunderstraße und gerieth dort zivischen die Hecken der gleich links am Eingang belegene» Erbbegräbnisse,»vofeldst es durch d»e Hunde gestellt »vurde. Das geängstigte Thier ließ sich aber durch die Meute au» seiner sicheren Position nicht vertreiben»ind»nußte schließlich von einem Förster erschossen werden,»vorauf es hervorgezerrt und nach dem kleinen Exerzierplatz gebracht wurde, woselbst es regelrecht ausgeweidet»vurde. Der Schlächtrrnteistrr Uohrbrür, aikf welchen der geistes- gestörte Schlossergeselle Görisch am Sonntag zwei Revolverschüsse abgegeben hat, befindet sich auf den» Wege der Besserung. Wenn morgen und übermorgen die sogenannten kritischen Tage vorüber sind, ohne daß eine Entzündung hinzutritt, dürfte sich der Patient außer Lebensgefahr befinden. Die erste Kugel ist IVa Zoll unter dem rechte,» Schulterblatt eingedrungen, hat den rechten Lungenflügel durchschlagen und ist zur Brust wieder herausgekommen. Der zweite Schuß hat den Unterarmknochen zerschmettert, ohne die Sehnen jedoch zu verletzen. Da« spurlofe Urrfchrviitdr» des Buchhalters der Jüdischen Friedhofsgemeinde in Weißensee, Obergärtner Jul. Held, erregt, einer hiesigen Lokalkorrespondenz zufolge, allgeineines Aufsehen. Herr H., der verheirathet und Vater von mehreren Kindern ist, hatte sich am Mittwoch früh in sein auf genanntem Friedhofe belegenes Bureau begeben, das et; jedoch nacy kurzer Zelt wieder verließ, um mittelst Pferdebahn nach Berlin zu fahren; seitdem ist er nicht mehr gesehen worden. Die besorgten Anverwandten verinuthen.daß H. irgend ein Unfall zugestoßen ist, da bei dem ernsten Charakter und den gevroneten Vermögensverhältnisseu des- selben ein Selbstmord ausgeschlossen erscheint. Der Vermißte ist 48 Jahre alt, ca. 1,80 Meter groß, trägt dunklen, etwas melirten Vollbart, hat hohe Stirn, dtinkle Augen und schivarzes Haar; der linke Zeigefinger ist etwas verkrüppelt; bekleidet war der- selbe mit hellgrauem Jaquetanzug; er trug eine goldene Uhr, Zigarren- und Brief- resp. Vifitenkartentasche mit einer Gold- slickerei bei sich. H. soll ain Mittivoch Abend noch zivischen Spindlersfeld und Joachimsthal gesehen worden sei»». Der Selbst»nord eine« Drüntigam» kurz vor der Hoch- zeit erregt im benachbarte» Friedrtchsfelde ungeheure Sensation. Vor einiger Zeit hatte sich dort der aus Berlin gebürtige 27jäh- rige Kaufmann Gustav W., Buchhalter in einer Fabrik zu Stralau-Runiinelsburg, mit der ISjährigei» Tochter des in der Lnisenstraße zu Friedrichsfelde wohnhaften Bauunternehmers und Kausmanns Sch. verlobt. Der Bräutigam bewohnt im Hause seines»vohlsituirten Schiviegervaters in spo seit einiger Zeit ein in der ersten Etage des Halises belegenes Zinnner. Gestern sollte der Polterabend gefeiert»verde», und so erschien denn der Bräutigain gegen zwei Uhr Nachmittags»n der Wohnung seiner zukünftigen Schiviegereltern und überbrachte seiner Braut ein Rosenbouquet. Nach ihm erschien ein Gast nach dem andern mit den üblichen Hochzeitaselcher?»» und es begann in den festlich geschniöcktei» Räume» der Familie Sch. ein srohbemeates Treiben �cgcn LVz Uhr, cilS man sich an den Kaffeetisch setzen wollte wurde der Bräntiaain, Herr W., vermißt- Man sandte nach Isinem Zimmer und fand ihn dort entseelt auf dem Fußboden «cgend oor.'Aus zwei frischen Schußwunden an der rechten «chläfe rieselte noch das Blut herab. Die Rechte hielt noch den �eoolvcr krampfhaft umspannt. Ueber die Motive zu der ver Zweifelten That konnte Näheres nicht ermittelt werden. „ Polikrilicricht. Am 23. d. M. Vormittags brachte ein vo jahriger Mann in seiner Wohnung, in der Boycnstraße, sich einen Schuß in den Kopf bei und verstarb Abends infolge der erlittenen schweren Verletzung.— Abends fiel der Arbeiter Philipp vor dem Hause Alexanderstr. 22. als er auf einen in der Fahrt befindlichen Rollwagen springen wollte, zur Erde und erlitt anscheinend innere Verletzungen, so daß er mittelst Droschke nach seiner Wohnung gebracht werden mußte.— Zu derselben Zeit fanden an zwei Stellen kleinere Brände statt. VZevilslks-ITeikttttg. Dlrgrn Krleidigung durch die presse standen gestern oer Redakteur der Zeilschrift„Ter Turner" Paul Hanschke und der Redakteur des„Rcichssreund" Emil Walter, vor ver ersten Strafkammer des Landgerichts I. In der erstgenannten tteitschrist erschien iin Anfange dieses Jahres eine Notiz, welche �utlheilungen über angebliche Schwierigkeiten enthielt, die dem /�'"verein„Rothe Erde" zu Schwelm gelegentlich seiner � lahrigen Jubiläumsfeier seitens des dortigen Landrnths Martinius gemacht sein sollen. Ter genannte Turnverein wollte am Vorabende des Festes einen Fackelzug veranstalte» v»d kam dieserhalb beim Landrath Martinius um Erlaubniß oui. Der Letztere habe die Erlaubniß nnt der Begrün b>mg versagt, daß das Turnen ein Ruin für die Jugend sei und erst nachdem man sich auf telegraphischem Wege bu den Regierungs-Präsidenten zu Arnsberg gewandt, sei der Windrath angewiesen worden, den Fackelzug zu gestatten. Die Notiz im„Turner" enthält noch den redaktionellen Zusatz, daß sto einer amerikanischen Zeitung entnonimen sei und endete mit oer Schlußbemerkung, daß man eine derartige Aeußerung des «.andraths kaum für möglich halte. Tie Notiz wurde 14 Tage später vom Reichssreund übernommen, anstatt der redaktionellen Be- Merklingen wurden an dieselbe aber Ausführungen geknüpft, in denen deui Laudrath Aiartiuilis derVorwurf gemacht wurde, daß er dem auf sreiheitlichcn Ideen entsprungenen Turnen, welches doch selbst ini ovaugelischen Jünglingsverein betrieben iverde, abhold sei und daß er aus diesem Grunde jene Aeußerung gethan. Der Land rath Martinius fühlte sich durch beide Artikel beleidigt. Die An- geklagten bestritte» beide, daß in den beanstandeten Artikeln etwas Beleidigendes zu finden sei. Der zweite Augeklagte führte a», daß die fragliche Notiz bereits in eine Menge andere Blätter übergegangen sei, bevor der„Reichssreund" sie brachte und aus dem Umstände, daß in der langen Zwischenzeit irgend eine Berichtigung des angeblich Beleidigten nicht erfolgt sei, habe man schließen müssen, daß der Inhalt der Notiz auf Wahrheit beruhe. Als Redakteur einer freisinnigen Zeitung müsse ihm außer- dem das Recht zugesprochen werden, eine derartige auffällige Aeußerung eines Beamten zu kritisiren und er glaube nicht, daß er hierbei daS Maß des Erlaubten überschritten habe. Die Beweisaufnahme beschränkte sich auf die Verlesung der Slkten- stücke, die auf die Schwelmer Angelegenheit Bezug haben, sowie auf die Verlesung der Aussage des kommissarisch vernommenen früheren Landraths Martinius der inzwischen zum Regierungs- rath in Marienwerder befördert worden ist. Es ging daraus hervor, daß sich eine Deputation des Turnvereins zunächst an den Kreissekretär zu Schwelm gemeldet und hier den ablehnenden Be- scheid erhalten mit den Worten:„Es ist genug, wenn die Turner einen Tag haben, um sich zu betrinken." Der Land- rath Martinius hat die Genehmigung zum Fackelzuge ver- weigert, weil die Turnvereine in den betreffenden Ge- setzesvorschristen nicht unter denjenigen Vereinen auf- geführt sind, welche, wie beispielsweise de» Krieger- und Schützenvereinen, eine Vorfeier der Festlichkeiten gestattet werden darf. Der Regiernngs-Präsident zu Arnsberg hat dann dem Landrath die Anweisung gegeben, den Fackelzug zu gestatten, wenn besondere Gründe zu einer Ablehnung nicht vorlagen. Der Staats- anwalt hielt beide Angeklagte der Beleidigung für schuldig und beantragte gegen Hanschke 30, gegen Walter 100 Mark Geldstrafe. Die Vertheidiger, Rechtsanwälte Halle und Cassel führten aus, daß in der beanstandeten Aeußerung, die dem Landrathe in den Mund gelegt worden sei, für denselben etwas Herabsetzendes nicht gefunden werden könne, es sei eine einfache individuelle Ansicht/, die vielleicht von Manchen gctheilt werde. Außerdem sei doch hervorzuheben, daß durch die eigen- artige Aeußerung des 5trcissekrctärs über den Zweck der Turnerei der ganze Artikel entstanden sei. Wenn keine Frei- sprcchung erfolge, auf die in erster Linie beantragt werde, so sei eine ganz geringe Geldstrafe doch eine ausreichende Sühne. Der Gerichtshof fand in der beanstandeten Aeußerung keine Beleidigung und sprach deshalb den Angeklagten Hanschke frei. In dem Artikel des„Reichsfreundes" seien die an die Notiz ge- knüpften Bemerkungen aber beleidigender Natur, denn es werde den, Landrathe Martinius in demselben vorgeworfen, daß er seine persönlichen Anschaniingen dem Gesetze überstelle und sich von Parteilichkeil habe leiten lassen. Der Angeklagte Walter sei deshalb mit 100 M. zu bestrafen. plegr» zirleidianng des crstr» Stnatsanwalka zu Königsberg halte sich gestern der hiesige praktische Arzt Dr. L. vor der I. Strafkammer hiesigen Landgerichts I zu vertheidigen. Der Vater des Angeklagten war in Königsherg ,. Pr. zu eincr Mehrjährigen Zuchthausstrafe verurthcilt worden und der darüber höchst unglückliche Sohn setzte alle Hebel in Bewegung, um eine Begnadigung des Vater- durchzusetzen. Bei diesem Beginnen kam er mehrere Male in Konflikt mit dem ersten Staatsanwalt v. Wulf und ivar in der Lage, zweimal mit Erfolg gegen denselben den Bcschwcrdeiveg zu deschreiten.'Als er mit seinen Schritten zu Gunsten seines Vaters aus den Widerstand des Staatsanwalts stieß, wandte er sich mit einer Eingabe an den Justizmiiiister und flehte dessen Hilfe an, indem er ausführte, daß der erste Staats- anwalt.befangen" und„übelwollend" sei und scheinbar den alten Spruch„Neue Besen kehren gut" aufs Neue bethätigen wolle. Ter Staatsanwall hielt diese Redewendungen für schwere Belei- dignngen des ersten Staatsanwalts zu Königsberg und beantragte mit Rücksicht auf die Erregung des Angeklagten eine Geldstrafe von 100 M.— Der Gerichtshof erkannt« sedoch»ach dem Antrage des Rechtsanwalts Dr. Krause aus Freisprechung, indem er nicht annahm, daß der Angeklagte mit jenen Ausdrucken ,n bewußter Weise die Schlitzgrenzen des§ 193 überschritten habe. Soziale Wir erhalte» folgeudrs Schreiben: In Ihrer Nr. 218 '' u. A. einen Artikel, in welchem Sie gehalten hatten, daß sie doch gar keine Veranlassung hätten, au zuhören und ersuchten dieselben, uns ihre Wünsche vorzutragen Die Leute legten aber aus reiner Gefälligkeit für Liebeskind die Arbeil ohne Weiteres nieder, trotzdem wir dieselben ersuchten doch ruhig weiter zu arbeiten. Wir hatten daher vollauf Veranlassung, dieses ungehörige Verhalten des Liebeskind der Zentral stelle für Arbeitsnachweis anzuzeigen. Gemaßrcgelt sind die Leute von keiner Seite. Dieses ist der wahre Hergang der Sache und müssen wir deshalb verlangen, daß Sie in Ihrem Blatte folgende Berichtigung einsetzen: „Es ist unwahr, daß acht Arbeiter in der Fabrik von Hein, Lehmann& Co. gemaßregelt sind; der Sachverhalt ist vielmehr folgender: Ein Vorarbeiter stellte unbillige Forderungen, nach deren Verweigerung er allem Anscheine nach seine Leute aufreizte, die Arbeit niederzulegen, was sie auch thaten, trotzdem deren Forderungen anerkannt worden waren." Ergebenst Hein, L e h m a n n öd C o., Aktiengesellschaft, Trägerwellblech-Fabrik und Signalbau-Anstalt. Jahn pp. W. W ö l I e r t. Aufruf an alle Kartanarbeiter prrlina! Kollegen. Durch den schwachen Besuch unserer Vereinsversammlungen sind wir leider dazu gezwungen, an Euch heranzutreten, um in Euch die Erinnerung an Euren gegebenen Eid wieder wachzurufen Ein Eid war es thatsächlich, den Ihr geleistet habt. Ihr habt die Hand zum Schwur erhoben, als Ihr das Band einer Ver- einigung zusammen knüpftet. Ihr gabt den Siegel durch den Beitritt und Anschluß an die entstandene Vereinigung. Wie steht es nun jetzt damit V Ihr habt Euch wirklich wieder in dem vorigen Schlaf einlullen lassen. Seid Ihr noch so beschränkt, daß Ihr denkt, goldene Berge zu erhalten, wenn Ihr Euch einer Organisation angeschlossen habt? Doch Ihr werdet Euch eines Besseren besinnen, wenn der Hunger Euch wieder gegcnübertritt, wenn durch Euren Jndifferentismus der Lohn wieder so weit herabgedrückt ist, daß Ihr weder leben, noch sterben könnt. Dann werdet Ihr sagen: Wir müssen wieder zusammen halten, um etwas Ersprießliches zu erringen. Dann, Kollegen, ist es nicht so leicht, das Versäumte wieder nachzuholen. Jetzt, nachdem der Kampf zu Ende, der ja zum Theil zu unseren Un- gunsten ausgefallen, müssen wir uns erst recht mit Vertrauen die Hand zum festen Bunde reichen, um gemeinschaftlich zu be- rathen, wie wir unsere Organisation in Zukunft aufbauen, wie wir dem immer schwerer werdenden Druck des Kapitals einen wiederstandsfähigen Damm entgegensetzen. Daher, Kollegen, rafft Euch auf, ermannt Euch, laßt das Ver- gangene vergangen sein, und reichen wir uns die Bruderhand um festen Bunde. Laßt uns thatkrästig an unserer bestehenden Vereinigung bauen. Daher hoffen wir, daß jeder Einzige, der ich dünkt, auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung zu stehen und ein Herz hat für sich und seine Nachkommen, am Sonnabend, den 27. September, Abends 8l/2 Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29, zur Vereinsversammlung zu erscheinen, woselbst nach Schluß der Versammlung ein Familienabeud stattfindet. Im Auftrage: Der Vorstand der Freien Vereinigung der Kartoiu arbciter. Aufruf un die Arbeiter Deutfchluuds. Kollegen! Av beiter und Genossen! So, wie man in Haniburg und verschiedenen anderen Städten die Arbeiter zwingen wollte, ihrer Vereinigung den Rücken zu kehren, versucht man es auch hier. Im Jahre 1887 wurde die hier bestehende Zahlstelle deS Unterstützungsvereins deutscher Tabakarbeiter mit Hilfe und auf Andrängen der Kapitalisten auf Grund des Sozialistengesetzes verboten. Es ist dieses somit die einzige Zahlstelle in Teutschland innerhalb unseres Vereins, welche auf Grund dieses Gesetzes noch unter dem Verbote steht. Die Mitglieder blieben jedoch dem Ver- eine treu, zahlten ihre Steuern als einzelne Mitglieder direkt nach Bremen und die Zahl derselben nahm während dieser Zeit um das dreifache zu. Jetzt nun stellt sich der hier gebildete Fabri- kantenbund uns entgegen und verlangt durch Namensunterschrift den Austritt aus dem Verein. Weil dieses die Arbeiter ver- weigerten, ist ca. 400 männlichen, wie weiblichen Arbeitern ge- kündigt worden. Die Kündigungszeit läuft somit am 27. Sep- tember bei ca. 300 Personen ab, bei den übrigen am Sonn- abend den 4. Oktober. Es sind hiervon ca. 100—130 Personen, welche erst dem Verein beitraten, als die Fabrikanten den Aus- tritt von den Mitgliedern forderten. Der Geist der Tnbakarbeiter ist ein sehr guter, in gewerkschaftlicher, wie in politischer Be- ziehung. Nur die materielle Lage ist eine tieftraurige, was durch Nachstehendes bewiesen sein mag: In der Ortskrankenkasse der Tabackarbciter find 045 Mit- glieder, davon gehören der 1. Klasse 152, der 11. Klasse und der III. Klasse 327 Personen an. Kassenmitglieder, deren'Arbeits- verdienst für den Arbeitstag a) 1,75 M. oder mehr beträgt, bilden die 1. Klasse, b) 1,25 M. bis 1,75 M. beträgt, bilden die 11. Klasse, c) weniger als 1,25 Mark beträgt, bilden die III. Klasse. Der Lohn steht hier pro Tausend auf 4,50—6,50 M. mit einzelnen Ausnahmen, wo hier oder da ein Arbeiter einmal etwas bessere Arbeit und somit besseren Lohn erhält. Bei diesem Lohn muß der Zigarrenarbeiter entweder die Wickel selbst machen, oder hat er einen Wickelmacher, muß er denselben da- von bezahlen. Bei der Haus- und Lehrlingsarbeit zahlen die Fabrikanten durchweg 50 Pf. bis 2 M. weniger wie in den Fabriken. Durch die schlechten Lohnverhältnisse sind die vom 19. er. bringen Sie«......... stnser Verhalten unseren Arbeitern gegenüber einer Kritik unter- ziehen und gipfelt der Artikel darin, daß wir unseren Arbeitern gegenüber nicht anständig gehandelt haben. Der Artikel enthält Unwahrheiten und ersuchen wir Sie daher auf Grund des Preß- gesetzes um Berichtigung. Wir geben Ihnen nachstehend den Sachverhalt: Der Kolonnenführer Liebeskind, welcher schon vielfach durch unberechtigte Ansprüche und unbotmäßiges Betragen unseren Meistern zu Klagen Veranlassung gab, stellte Mehrsordcrungen, die wir nicht billigen konnten und überredete daher die ihm unter- stellten Schlosser, mit ihm sofort die Arbeit niederzulegen. Die- lelben hörten in der That auf, trotzdem wir ihnen vorher vor- Zigarrenarbeiter gezwungen, außer der Fabrik noch zu Hause mit Frau und Kindern bis Nachts um II und 12 Uhr zu arbeiten. Deshalb ist es wohl auch leicht erklärlich, wenn die Gesundheit dieser Leute nüt Gewalt zerstört wird. Schwindsucht und alle möglichen Krankheiten, besonders bei Frauen und Kindern, sind etwas alltägliches. Da nun die Arbeiter zur Erkenntniß kommen und sich mehr und mehr unserer Vereinigung angeschlossen haben, um dadurch eine Verbesserung ihrer erbärmlichen Lage herbeizuführen, erblicken die Herren Fabrikanten darin für sich Gefahr. Aber nicht dieses allein ist es. Die Zigarrenarbeiter sind auch Diejenigen, welche die politische Bewegung in's Leben riefen; in ihren Reihön sind die tüchtigste» Männer zu finden, denen die Gegner nicht ge- wachsen sind. Kollegen, Arbeiter und Genossen! Ihr seht um was es sich handelt: das Koalitionsrecht ist in Gefahr, und dieses dürfen wir uns nicht nehmen lassen. Laßt uns deshalb nicht im Stiche, auch wir haben, soviel in unfern Kräften lag, gethan, wo es galt, für das Gemeinwohl der Arbeiter einzutreten und besonders unsere Rechte zu wahren. Würden wir in diesem so tiesgreifenden Kampfe unterliegen, es würden hier am Orte die erst durch unsere Hilfe ins Leben ge- rusenen Gewerkschaften mit einem Male verschwinden und die politische Bewegung fast gänzlich verdrängt werden. Wir appclliren deshalb an das Solidaritätsgefühl aller Arbeiter. Mit ihrer Hilfe wird eS uns gelingen, der ktapitnlmacht entgegen zu treten und der Sieg wird in unseren Händen sein. Schnelle Hilfe thut noth. Alle arbeiterfreundlichcn Blätter werden um Abdruck gebeten. Eschwege, den 22. September 1890, Im Auftrage der gemaßregeltenTabakarbeiter und-Arbeiterinnen: W. Hugo, Mauerstraße Nr. 1. Alle Geldsendungen wolle man an Ernst Hesse, am Plan, Briefe und Anfragen an Ferdinand Körner, Klosterstraße, richten. �IL. Auch bitten wir, uns Mittheilung zu machen, wenn irgendwo von hier aus eine Filiale errichtet werden sollte. Der Zuzug nach hier i st sl r e n g f e r n z u h a l t e n. Ferner bitten wir um möglichst weiteste Bekanntmachung des Obigen bei den ai■ befindlichen Gewerkschaften:c. DevlÄttttttluntten. Eine össeutliche Schneiderversamlnlung fand am 22. d. Mts. unter Vorsitz des Herrn Wiesemann, Frau Schwarz und Lorenz im Böhmischen Brauhausc statt. Der Referent, Herr Metzner, und Frau Ihrer sprachen sich in trefflicher Weise über „Die Lage der Arbeiter und Arbeiterinnen in der Beklcidungs- industrie gegenüber den Fabrikarbeitern" auS. Nach Schluß der Diskussion wurden folgende Resolutionen angenommen:„Die heutige im Böhmischen Brauhaus tagende Versammlung aller in der Bekleidungsindustrie beschäftigten'Arbeiter und Arbeiterinnen erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten voll und ganz einverstanden und erkennt in der heute bestehenden kapitalistischen Produktionsweise den Grund der Ausbeutung der'Arbeiter. Die Ver- s ammlung erkennt daraus die Nothwendigkeit, dahin zu wirken, daß da? heutige Produktionssystem in ein genossenschaftliches umgewandelt wird. Ferner erkennt die Versammlung, daß in der Haus- industrie die Ausbeutung der Masten am ausgedehntesten betrieben wird und verlangt, die Hausindustrie dem Fabrikinspektorat zu unterwerfen." „Die heute tagende öffentliche Schneiderversammlung be- schließt, sich Mann für Mann den bestehenden Organisationen anzuschließen, da nur die Gesammtheit der Schneider und Ar- beiterinnen im Stande ist, sich bessere Löhne und Arbeits- bedingungen zu verschaffen." Ein Antrag, am 30. September, am Begräbnißtag des Sozialistengesetzes, zu illuminiren, wurde abgelehnt, da die meisten 'Arbeiter in den stattfindenden Versammlungen sein werden. Wegen vorgerückter Zeit mußte von der Erörterung des zweiten und vierten Punktes der Tagesordnung,„Erweiterung der Lohn- kommisston" und„Die Hermann Hoffmann'schen Werkstattverhält- niste". Abstand genommen werden; jedoch wurde das Bureau beauftragt, eine Versammlung einzuberufen und Vertreter der Firma Hofsmann und einiger anderer gleicher Werkstätten ein- zuladen. Mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung wurde die Versammlung dann geschlossen. Der Unterfinffungoverei» der Maurer Kerlius hielt am 21. d. Mts. im Scheffer'schen Saale, Juselstraße 10, eine ordentliche Mitgliederversammlung ab. In derselben erfolgte zu- nächst seitens des Kassirers Herrn Karge die Rechnungslegung vom stattgehabten Vergnügen, sowie vom zweiten Quartal. Da die Revisoren die Richtigkeit der vorgelegten Abrechnungen be- stätigten, wurde der Kassirer von der Versammlung entlastet. Ueber den weiteren Punkt der Tagesordnung:„End giltige Beschlußfassung über Auflösung oder Ver- a g u n g des Vereins" entspann sich eine lebhafte Debatte, i welcher die Herren Wagner, Schulz, Schwade, A ii g u st Schulz und Gröppler das Wort nähmen. Das schlicßliche Resultat der Verhandlungen war der Beschluß, den Verein bis auf Weiteres zu vertagen. Eine össrntliche Versammlung für Frauen und Männer fand am Sonntag, den 21. d. M., Abends OVa Uhr, in den Zentral-Festsälen, Oranienstraße 180, unter dem Vorsitz der Herrn F r i ck e, E i ck e und S ü n d e r m a n n statt. Die- selbe hatte sich eines äußerst zahlreichen Besuches zu erfreuen. Ans der Tagesordnung stand: l. Vortrag des Herrn I u l. T ü r k über„H e x e n p r o z e s s e". 2. Disknsfion. 8. Verschiedenes. Der Referent schilderte fesselnd den Hexenglauben und die Hexenprozeffe. An der darauffolgenden Diskussion, welche einen sehr lebhasten Charakter annahm, betheiligten sich die Herren Löschke, G r nn d m a n n, G e f f r o i, W e i d n e r, S ü n d e r m a n n, Tscher»ig, Eicke und Frl. W a b n i tz. Unter Verschiedenes wurde ein Antrag, betr. Illumination am 30. September ab- gelehnt; ein Antrag: die Tellersammlung nach Schluß fortzu- setzen und den Ueberschuß den Greizer Webern zu überweisen, wurde einstimmig angenommen. Herr Löschke weist auf die am Mittwoch, den 24. d. Mts., stattfindende Versammlung der „Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung" hin und ersucht die Anwesende», dieselbe recht zahlreich zu besuchen und dem betr. Verein beizutreten. Es wird sodann die folgende Risolu- tion von Frl. Wabuitz einstimmig angenommen: „Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und fordert: Da jeder Glaube an eine Autorität von ungeheurem Nachtheil ist und jede Konsession den Glauben an eine Autorität zur Basis hat, die konfessionellen Lehren von der Schule auszuschließen." Sodann schloß der Vorsitzende die Versammlung, nach welcher »och ein geselliges Beisammensein stattfand.— Die nächste Versammlung findet am Sonnrag, den 28. September, statt. Bekanntmachung in der Sonnabend-Nummer. Den Urrrin der Sattler»nd Fachgrnossen hielt am 16. September seine regelmäßige Versammlung in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48a., ab. Zum 1. Punkt der Tagesordnung reserirte Herr Dr. L ü t g e n a u über das Thema;„Welchen Nutzen haben die Arbeiter vom Reichstag?" und erörterte: Erstens, inwieweit ist eine Besserung der Lage des Arbeiters innerhalb der bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung mög- lieh? Zweitens, welche Aussicht ist, daß diese Besserung oder event. eine weitergehende Umgestaltung im Interesse der Arbeiter durch das Parlament durchgesetzt, oder aber doch gefördert wird? Das in erstcrer Hinsicht Mögliche giebt der Arbeiterschntz-Gesetzentwurf der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion an, in welchem der tniinnfT nfin iolif ini f f«rW f f&i** Minimallohn jetzt mit Recht fehlt. Ein kräftiger Arbeiterschutz liegt nicht bloß im Interesse der heutigen Arbeiterklasse, sondern erhöht auch die Fähigkeit der Arbeiterklasse, ihren ökonomischen Befreiungskampf siegreich zum Ende zu führen und die Rückkehr der Arbeitsmittel an das arbeitende Volk zu erzwingen. Wesentliche Zugeständnisse der Bourgeoisie (deren Beauftragte die Regierung ist) sind auf dem Gebiete des Arbeiterschutzes noch nicht zu verzeichnen, aber sie werden kommen, wenn mit lunserer Macht auch die Angst des BürgerthumS wächst. Jeder erhebliche Fortschritt in der Lage der Arbeiterklasse muß das Werk der Arbeiterklasse selbst sein. Aber nicht nothwendig immer direkt, durch Abstimmung oder noch gröbere Mittel der Macht, sondern zuweilen auch indirekt, wenn der Feind uns die eine Hälfte zugesteht, um für sich die andere Hälfte vorläufig zu retten. Solche Erfolge, bei denen der Gegner selbst nicht umhin kann, wesentliche Zugeständnisse zu machen, sind sogar besonders sichere. Das Wesentlichste ist die volks- ausklärende Thätigleit der Arbcitervertrcter. Sie ist deshalb am wichtigsten, weil eine entscheidende sozialdemokratische Fraktion im Reichstag nur dann eine wirkliche Macht bedeutet, wenn das Volk hinter ihr steht. Selbst die Gegner im Reichstage agitiren gezwungen für uns. Z. B. das Zentrum muß Stellung nehmen zu der Sozialpolitik. Es verlangt Staatscinmischung in die soziale Frage und der unfehlbare Papst stimmt zu, nach Ansicht des Lütticher Bischofs und der Lütticher Konserenz sogar ex oathedi-a. Jetzt hat nach der„Germania" der unfehlbare Papst widerrufen, das Kapital hat wieder Freiheit der Ausbeutung. Das muß doch die katholischen Wähler ausklären! Noch stehen Arbeiter hinter allen Parteien: hinter den Konservativen die Jünglings-, hinter dem Zentrum die katholischen Gesellen-, hinter dem Freisinn die Gewerksvcreinc. Nur hinter der Sozialdemokratie stehen keine Ar- beiter; denn die Sozialdemokratie repräsentirt vielmehr die Ar- beiterschaft, der Unterschied von Leitern und Geleiteten, oder Miß- leiteten, existirt hier nicht. Indem wir allmälig alle Arbeiter, alle Bedrückten umspannen, siegen wir als Mehrheit.„Was klein um klein und Griff um Griff polypenarlig sich erweitert, wird endlich zum Koralienriff, daran das Schiff der Feinde scheitert." (Lebhafter Beifall.) Die Diskussion, nn welcher sich hauptsächlich die Herren B o m b i n und Barth betheiligten, gestaltete sich dadurch sehr fruchtbar und fiir die Ntitglieder lehrreich, daß Herr B o m b i n dem Referenten vielfach widersprach und sich aus mehreren Gründen abfällig über den Parlamentarismus äußerte. Seine Ausführungen wies Herr Dr. L ü t g e n a u Punkt für Punkt zurück und schließlich neigte sich auch Herr Bombin selbst mehr dem Standpunkt des Referenten zu. Unter Verschiedenem der Bevölkerung verlangen Die Arbeiter verlangen Arbeitszeit und Steige- freien Konkurrenz hat war eine Resoliltion eingelaufen den I. Oktober in entsprechender Weise zu feiern und am 30. September Abends zu illuminiren. Der erste Theil wurde angenommen, die Illumination dagegen abgelehnt mit der Motivirung, daß die Sattler auf dem Hofe wohnen. Nachdem auf die am 23. d. M. bei Jordan stattfindende öffentliche Sattlerversammlung aufmerksam gemacht und mitge- theilt worden war, daß am 27. d. M. ein Vereinskränzchen stattfinde, folgte um HVa Uhr Schluß der Versammlung. Friedrichshagen. Sehr stark besucht war die am Sonn- abend, den 2(1. Sept., Abends 9 Uhr, im Gesellschaftshause ein- berufene öffentliche Versammlung des hiesigen„Arbeiter-Bildungs- Vereins". Herr Reichstags- Abgeordneter Max Schippe! sprach über das Thema:„Die Arbeiter und die heutige Sozialreform". Redner führte folgendes aus: Herrschte vor 1878 die Willkür des Kapitals, so habe doch nach 1878 die freie Konkurrenz keinen Segen geschaffen. Alle Schichten'~"" Staatshilfe durch Gesetzgebung. Arbeiterschutz, Verkürzuiig der rung des Lohnes. Bei der sich der Arbeiter viel gefallen lassen müssen von den Fesseln des Kapitals, durch Werkstattordnungen, Lohnfestsetzungen u. s. w. Verdienen z. B. die Arbeiter einer Provinz oder Landes im ersten .jähre 2 Milliarden, so brauchen sie nothwendig zum Lebens- unterhalt 1 Milliarde, die 2. Milliarde steckt der Kapitalist als Dividende ein, verdienen aber die Arbeiter im 1. Jahre zehn Milliarden, so erhalten sie zum Lebensunterhalt auch nur eine Milliarde, 9 Milliarden steckt der Kapitalist ruhig ein, unbekümmert darum, ob der Arbeiter, der schaffende Theil, Roth leidet. Und was verlangen die anderen Schichte» des Volkes? Auch sämmtliche Eingreifen des Staates, aber für den Besitz und gegen die Arbeiter. Die kleinen Hand- iverker, die durch das Emporblühen der Industrie ruinirt und vernichtet worden, verlangen vom Staat Einführung der Innungen, damit die Arbeiter wieder unter die alte Fuchtel kommen. Der Bauernstand verlangt auch Staatshilfe für sich, aber gegen die Arbeiter. Der Großgrundbesitzer verlangt Schutz- zolle und Verbot der Freizügigkeit. Der Großfabrikant fordert Staatshilfe für sich, aber gegen die Arbeiter; er verlangt Streikerlasse, Koalitionsverbote und Zersprengung der Organisationen. Und wie stellt sich der Staar gegenüber dem Verlangen nach Staatshilfe? Der Staat ist eingetreten für die Neichen und gegen die Arbeiter, jede Regierung ist abhängig von dem Groß- kapital, ein Werkzeug der Reichen und des Besitzes. Und was hat die Sozialreform dem Arbeiter Gutes gebracht? Der Ar- bester trägt seinen Groschen zur Arbeiterversicherung bei wie der Reiche, ebenso zur Unfallversicherung, Krankenversicherung, Altersversorgung. Die Sozinlreform ist eine Gelegenheit zur Lohnverkürzung seitens der Arbeitgeber, seitens des Kapitals unter dem Vorwande, weil der Staat sie zwingt, Beiträge zu leisten, so haben sich ihre Ausgaben so vermehrt, daß der Lohn zu hoch und derselbe vermindert werden muß.— Die Arbeiter aber machen dagegen Front, sie find längst eine Macht geworden, mit der man rechnen muß. So bilden sich Gewerkschaften, so bildet sich eine politische Partei, die Sozialdemokratie. Dies lehrt die Bewegung der letzten SO bis 40 Jahre, die Sozialdemokratie ge- winnt immer größere Kreise und wird sich auch zu einer immer größeren Macht entfalten. Die Sozialreform, deren sich der Staat rühmt, hat nichts für den Arbeiter geschaffen, der Staat hat gebrochen mit der freien Konkurrenz, aber nicht für die Arbeiter, sondern für den Besitz. Der Referent erntete stürmischen, langanhaltenden Beifall für seinen IVsstiindigen Vortrag.— In der darauffolgenden Diskussion sprachen verschiedene Redner im Sinne des Referenten und schloffen sich den Aus- fübrungen desselben an. Unter Vereinsangelegenheiten wurde bekannt gemacht, daß der 2. Kassirer, Herr Wartinann, Zigarren- Händler, Friedrichstraße, zur Empfangnahme von Beiträgen bereit ist, damit auch diejenigen Mitglieder, die die Versammlung nicht besuchen können, den monatlichen Beitrag außerhalb der Versammlung zu zahlen, Gelegenheit haben«— Unter Ver- schiedenem wurde angeregt, am 1. Oktober das Sozialistengesetz würdig zu Grabe zu tragen und dies durch eine Illumination zu bewerkstelligen.— Bezugnehmend auf ein Flug- blatt, betreffend die den Tarif nicht zahlenden Buchdruckereien, wurde beschlossen, der Buchdruckerei Lemke u. Kunzke in Friedrichs- Hagen keine Arbeiten mehr zuzuwenden, gleichfalls auf die im Verlage genannter Firma erscheinende„Niederbarnimer Zeitung" nicht z» abonniren.— Verschiedene Briefe von Friedrichs- Hagener Hauswirthen erregten große Entrüstung, da durch Verlesen derselben der Beweis geführt wurde, auf welche Weise der Arbeiter doch gedrückt und getreten würde.— Nachdem noch von einigen Rednern aufgefordert war, doch die gelesenen Arbeiterblätter an die gewählte Kommission zahlreich abliefern zu wollen, wurde die Versammlung um 12 Uhr geschlossen. tetablisscnient„L»ggenl»agen" am Ztlorivplah. Sonnabend, den II. Oktober isuo: L. Stifrunflssest des Allgemeinen Ärbeiterinnen-Vereins sämmtlicher Berufszweige Berlins und Umgegend. Während der Kaffeepause Komische Vorträge. Kassen-Eröffnung 7 Uhr. Anfang s Uhr. Um recht zahlreiche Betheiligung bittet Das Vergnügungslomitee. Billets für Herren so Pf., Damen 25 Pf. Billets sind in den niit Plakaten belegten Geschäften und bei folgenden Damen zu haben: Frau Stöcking, Koppenstraßc ss, vorn i Treppe! Frau Siegemund, Pülklerstrahe 01; Fräulein Sachs, Kleine Markus- strahe 10; Fräulein Janz, Breslauerstratze 29; Fräulein Nakonzer, Ma- riannenstraße 30, vorn 4 Treppen; Frau Hubert, Wrangelstratze si, vorn 3 Treppen. Achtung, ziirdorfer! Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, datz am Dienstag, den so, September, Abds. 8% Uhr, ein Gesang- und Jnftru- Mentalkonzert mit Ball zur Feter der Heimkehr der Ausgewiesenen im Saale des Herrn Hoffmann, Bergslratze 133, stattfindet. AviS: Alle Mufik-, Theater- und Gesangvereine, welche gewillt find, mitzuwirken, werden gebeten, ihre Adreffe bis Sonntag an Herrn Ostermann, Ztethenstraße 32, x Treppe, abzugeben. In de«> Bericht über den Fachverein der Steindrncher und pitho- grapfien in der gestrigen Nummer hat sich leider ein Fehler eingeschlichen. Es darf nicht heitzen: Die Abonnementskoslen find bis zum 28. d. M. an den Vorstand einzusenden, sondern die A b o n n e m e n t s l t st e ir ic. Geselliger Klub„Hoffnung". Sitzung jeden Donnerstag, Abends 9 Uhr, bei Krüger, Grotze Frankfurterstratze 99. Gäste, durch Mitglieder ein- geführt, sind willkommen. Zitherlltub„Alpenveilchen", Brückenstraße 2. Uebungsabend, Auf- nähme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Achtung! Große öffentliche Uolltsoersammlnug am Donnerstag, den 25. September, Abends« Uhr, im„Elysium", Landsberger Allee Nr, 36— 38, Große öffentliche Urrsommlung sämmtlicher Nergolder und N«r- golderinne» am Donnerstag, den 25. September, Abends Uhr, bei Scheffer, Jnsclstratze 10. Generalversammlung der Mitglieder unterzeichneter Firma findet Sonntag, den 28. September, Nachmittags 3 Uhr, im Lokale des Herrn Robert Nürnberg, Anklamerstratze 49, statt. Tagesordnung: Befchlutzsaffung über Liquidirung der Genofsenschast. Ter Auflichtsrath der VeretnSbäckcreien in Deutschland(Sitz Berlin). Rich. Hoppe, Vorsitzender. fachverein der Tischler. Donnerstag, den 25. September, Abends 3% Uhr, in Jordan's Salon, Neue Grünstratze 28, Vorstandssitzung. Nlänurr-Gesangverrin„Kletodia". Abends 9% Uhr im Restaurant Sabbath, Michaelkirchstratze 39. Gäste willkommen. Lese- und Sioliutirblnb„Kealiomno". Donnerstag, den 25. Sep- teinber, Abends 8% Uhr, bei Wurrke, Friedrichsbcrgerftr. 24. Tagesordnung: i. Vorlesung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Kranken- und Kegräbnißkaffe de» Hereino sämmtlicher Kerufo- klaffe», Verwaltungsstelle Berlin t. Sonnabend, den 27. September, Abends 8 Uhr, Versammlung bei Wollschläger, Bluincnstratze 78. Tagesordnung. Anträge. Mittheilungen, Geschästiiches. Gesaug-, Sur»- und gesellige Nereine am Donnerstag. Männer- gcsanaverein„TangeSlust", Abends 9 Uhr im Restaurant Gründer, Blllowstr.71. — Männergesangvercin„Lätilia" Abends 9 Uhr in Vettins' Restaurant, Vele- ranenstratze lg.— Männergesangverein„Nordstern" Abends 9 Uhr im Restaurant Pohl, Mllllerftr. 7.— Schäfer'scher„Gesangverein der Elfer" Abends 9 Uhr bei Wolf». jfrüger, Skalttzcrstr. 126, Gesang.— Gesangverein „Blüthcnlranz" Abends 9 Uhr im Restaurant Brandenburasir. 60.— Männer- gesangvcreiu„Alexander" Abends 9 Uhr im Restaurant Rose, Strautzbcrger- slratze 3.— Gesang- und Musikverein„Firmitas" Abends 9 Uhr Adalbert- siratze 8, bei Schneider.— Alannergesangverein„Sangesfreunde" Abends 9 bis n Uhr, Frankfurter Bicrhallc»(Krüger), Große Franksurterstr. 102.—„Brunonta" Abends 9 Uhr Uebungsstunde bei Lehmann, Alexandrincnfrr. 32.— Turnverein„Hasenhaide"(Lehrlings- abtheilung) Abends 8 Uhr Dieffenbachstr. 60— 61.—„Berliner Turn- gcnossenschafi"(7. Lehrlingsabtheilungl Abends 8 Uhr in der städtischen Turn- Halle, Britzerstr. 17— 18;— desgl. 6. Männerabtheilung Abends 8 Uhr in der städtischen Turnhalle, Gubenerstr. 61.— Lübcck'scher Turnverein(Männer- Abtheilung) Abends 8 Uhr Elisabethstr. 67—68.— Allgemeiner ArendS'scher Stenographenverei», Abthestung„Loutsenstadt", Abends 8% Uhr im Restaurant Preutz, Oranienstratze 61.— Arendsffcher Stenographenverein „Phalanx" Abends 8% Uhr im Restaurant„Zum Buckower Garten", Buckoiver- ftratze 9.— Deutscher Verein ArendS'scher Stenographen Abends 9 Uhr in Heidt's Restaurant, Koppenslr. 75, Unterricht und Xlebung.— Berliner Steno- graphen-Vcrein(System Arends) Abend» 9 Uhr im Restaurant Friedrich- slratze 208.— Stolzc'scher Stenographenverei»„Nord-Berlin" Abends 9 Uhr, Schlegelstr. 44.— Verein der„Naturfreunde" Abends 9 Uhr im Restaurant Wiencrstr. 36.— Verein der Unruhstädter Abends 8% Uhr im„Konig- stadl-Kafino", Holzmarktstr. 72.— Verein ehemaliger F. W. Rcttschlag'scher Schüler am l. und 3. Donnerstag jeden Monats im Cafe Schüler, Lands- bergcrstr. 78 Abends 8 Uhr.— Rauchkluv„Kernspitze" Abends 8% Uhr im Restaurant Böhl, RüderSdorferstratze s.— Rauchklub„Ärcoua" Abends 9 Uhr bei Ziplinsli, Rcichenbergerstraße 71.— Ranch Ilub„Dezimal- waage" hat sein Lokal von der Blumenstratze 38 nach der Krautsstr. 48 verlegt. — Nauchrlub„Vorwärts" Abends 9 Uhr bei Tempel, Restaur.„Juni Ninbos", Breslauerstr. 27. Orientalischer Rauchtlub" Abends 9 Uhr im Restaur. Wiechert, Oranienstratze 8.— Rauchklub„Krumme Piepe" Abends 9 Uhr Langcstr. 70 bei Heindorf.— Rauchklub„Collegia" Abeudö 9 Uhr bei Thicmermanu.Skaliserstr. 66 Gesangverein„Sängerlust", Abends 9 Uhr, im Restaurant Landsbergcrslr. 80.— Gesangverein„Männerchor St. Urban" Abends 9 Uhr Annenstr. 9.— Gesangverein„Deutsche Liedertafel" Abends 9 Uhr Köpnickerstr. 100.— Gesangverein „Norddeutsche Schleife" Abends vö» 9 bis 11 Uhr, Michaelkirchstr. 39.— — Skatklub„Rückwärts" jeden Donnerstag Abend 8 Uhr im Restaur. Boderte, Palltsadenstr. 47.— Privat-Theatergesellschaft„Adlerschwinge" Sitzunng ojj Uhr Garlenstr. 14 bei Träger.— Musikverein„Vorwärts" Uebung Abends von 8% bis 10% Uhr, Annenstr. 14 pari. Neue Mitglieder, welche schon blasen können, finde» Ausnahme.— Bergnügungsoerein„Farinelly" Abends Ä LH Sitzung Fidelitas Jnvalidenstr. 139. Gäste willkommen. Ausnahme»°.- Mitglieder.— Arbeitergesangverein„Hoffnung" Friedrichsberg bei Rem Frankfurter Chaussee- und Dorfstratzen-Ecke. Uebungsstunde. �Ns»e»— neuer Mitglieder.— Rauchklub„Wald-Knaster" Abends von 9 bis 11 Waldstr. 3 bei Gimpel.— Seeger'scher Gesangverein Abends 9 Uhr, Blum. ftratze 46 bei Wenck.— Männergesangverein„Alle Linde" s%— 10% Uhr, 4°', Restaurant.— Gesangverein„Kornblume" Abends 9 Uhr im Nenaur Blumenstratze 64. Uebungsstunde.— Lese- und Diskutirklub»Realisw„ Abends 9 Uhr bei Wuttke, Friedrichsbergerftr. 20.— Gesangverein„v»« schlutz" Sitzung im„Berliner Klubhaus" bei Krebs, Ohmgasse 2. Mitgm_ werden aufgenommen.— Männergesangverein„Melodia", Abends sr um Restaurant Sabbath, Michaelkirchstr. 39. Gäste willkommen.— Aide gesangverein„Morgenroth" in Rummelsburg bei Berlin, Göthestt.- Konrad. Gäste Ivillkominen.— Verein„ehem. Wagner'scher Schüler" llo 9 Uhr Restaurant Baag, Blumenftr. 10.— Verein der Modelleure und» � bildhauer im Restaurant May, Beuthstr. 21.— Verein ehem. Schuler 2.3. Gemeindeschule, Sitzung Abends 9% Uhr, Grüner Weg 29 bei«»'» Gäste willkommen. Die Redaktion geben ist, dem Interesses zur SKrrechTÄletl. stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit Raum dafür aV Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemit„ Verfügung; sie verwahrt stch aber gleichzeitig dagegen, M» Inhalt desselben identifizirt zu werden. In der Volksversammlung vom 16. September b Joöl, Andreasstraße 21, lief ein Antrag ein, aus jedem WW' kreis zwei Personen zu wählen, bei denen Formulare zum Abtritt aus der Landeskirche entgegen zu nehmen sind. Da» Antrag jedoch wegen der Auflösung nicht zur Abstimmung 8' bracht werden konnte, fühlen wir uns durch verschiedene Frage� Anträge und Resolutionen, welche kund gaben, daß ein groß' Interesse vorhanden war, veranlaßt, unsere Adresse zur Ausga° von Formularen nochmals anzuzeigen. Außerdem wurde f°- Bureau beauftragt, in nächster Zeit in verschiedenen Stadttheu Versammlungen mit dem Thema einzuberufen:„Der Austritt a> der Landeskirche." Es ist kein Interesse für Kirchenbauten vorhanden, die U". geheure Summen verschlingen. Wir ersuchen die überzeug» Parteigenossen schnellstens aus der Kirche auszutreten; denn 1 lange es äußerlich noch so viel Schafe der Kirche giebt, sind o herrschenden Klassen auch verpflichtet, für die Schafe£ nöthigen Räume zu bauen. Es wäre wünschenswerth, wenn v der Volkszählung am 1. Dezember d. I. die Zahl der Athefite sich um ein bedeutendes vermehrt hätte. Robert Berger, Gr. Franksurterstr. Nr. 92« fof 1 Treppe. aus, Georgenkirchstr. Nr. 67, 2. Seitenflügel 2 Treppen. VerwiMzkes. Au» Wien kommt die Meldung, daß der Professor# Nationalökonomie, Dr. Lorenz von Stein, in Weidlingen 8 storben ist. Lorenz von Stein war am 15. November 1816 z Eckcrnförde geboren, studirte in Kiel und Jena Philosophie m Rechtswissenschaft, habilitirte sich dann als Privatdozent in«i und erhielt 1846 eine Professur, wurde aber von der dänisch� Regierung 1852 aus dem Staatsdienst entlassen. Er folgte 18» einein Rufe als Professor nach Wien und hat dort seitdem S-f wirkt. Von seinen sehr zahtreichen Schriften nennen wir Sozialismus und Kommunismus des heutigen Frankreichs(184/1' „Geschichte des französischen Strafrechts"(1847),„Geschichte sozialen Bewegung in Frankreich von 1789 bis aus unsere Tage (1850, 3 Bände),„System der Staatswissenschaft"(1852—5-, Band 1 und 2),„die neue Gestaltung der Geld- und Kreditver- Hältnisse in Oesterreich"(1835),„die Volkswirthschaftsleh« (1878) und die„Verwaltungslehre"(1865 bis 1868, 7 Bände), i Vvief�SlPken Vednltkionö Bei Anfragen bitten wir die AbonnementS-Quittung beizufügen, Briests Antwort wird nicht ertheiit. Wir ersuchen alle Diejenigen, welche Annonzen bei ur- brieflich ausgeben, gleich den Betrag(40 Pfennig pro Zeile) m Briefmarken beizufügen, davon ausgenommen sind Vereins- uN» Versammlungsinserate. Die Expedition, Beuthstraße Nr. 3. »llWe An Die unsauberen Verdächtigungen,, daß wir infolge unseres billigen Verkaufs die Schneiderlöhne herabdrücken, veranlassen uns, die Lohnkommissionen d. hiesigen Schneider- vereine aufzufordern, in unserem Hauptgeschäft, Chausseestrasse 24a, von unseren Löhnen Kenntniß zu nehmen. Nach Feststellung d. Stettiner Loluikommissionen sind unsere Löhne am dortigen Platze die höchsten der Branche. H. Hartwig Söhne& Laer, Kerren- und Knaben- Garderoben. 2164 Durch WWerWuijse und gezwungenen Abschluß bin ich veranlaßt, in nieineni altrenonunirten Geschäft neben Pantiuon, Holz- u. Filzschuhen, auch Lederwaaren, als wie Damen-, Herren- u. Klnder-Stiekel zu führen. Dies hierdurch meinen Freun- den und Genossen zur Kenntnis). Jeder Genosse, der bis zum 30. Sept. Etwas kauft, erhält ein Villet zu dem an diesem Tage stattfindenden Arbeiter- fest gratis, auch sind bei mir Billets zum Preise von 20 Pf. pr. Stück zu haben. Chr. Geyer, Oramenstr. 4. Kettfedern. Wer bei mir kauft, wird sicherlich zu- frieden gestellt sein, denn mein lang- jähriges Bestehen bürgt für strengste Reellität. Ich empfehle Krttfcdrrn, das Pfund von 85 Vf. bis zu den allerfeinsten in 68 Sorten. Ketten, ei» vollständiger Stand von U,UU an, bessere vrrstäitnißmästig spottbillig, wie Niemand im Stande ist, dafür zu liefern, verkaufe ich en detail zu Engrospreisen. 1534a i. Smilowski, 1. Geschäft: Kottbuserstraste 4. 2. Geschäft: Krunnenstraste 139. KltMWckrM. Zur Einsegnung empfehle mein reich s ortirtes Lager von Knaben-Garderoben. Ginsegnnngs-Anzüge von 15 Mll. an bis zu den Elegantesten. 675 H. Lindstädt, sS.nÄ" AMerßr. 34, Mt. Kettfedern! durchaus gute, gerein. Waare, bill. bei H. Marcus, Spiegel nnd I s�Polsterwaaren.i eigener Gr. Lager, bill. Preises Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunft. Kophavezuge-Reste, SVa—lö Meter, unterm Kostenpreis. Fabriklagcr Zimmerstrasse 86, H. prt. Allen Genossen und Bekannten zeige hiermit an, daß ich am Sonnabend, den 27. September, mein 2161 Cigarren-, Cigaretten- und Tabak-Geschäft am Kottbuser Damm Ur. 14, im zweiten Haus von der Schönleinstraße, eröffne." Otto Klein, früher Ritterstraße 15. RheinliinWer Tunnel, gen.:..DirfidetcUagrtlnsto", Berlin It., Elsasserstraße 73, gegenüber der Bergstraße. Rendez-vous aller lebenslustigen Herren. Brömmels, Radaubrüder und Quasselfritzen haben keinen Ein- tritt. Kapellmeister: R. Blank. Gesang: Lucia Moor. H. Schnitze(mit'n tz), Plansch-Apotheker. Allen Freunden nnd Bekannten zur Nachricht, daß ich Blumenstrasse Nr. 14 ein 1897 Weijj- ii. BnW-Vitt-LM eröffnet habe. Amandas Zöls. Empfehle mein Bierlokal sowie Arbeiter- Lesezimmer; sämmtliche Ge- werkschafts-Organe liegen aus. Emil Böhl, 2303 Frankfurter Allee 74. Roh-Tabak r"SÄ" Größte Auswahl, billigste Preise. 831 G. Elkhuyson, Mnnzftr. 10. Kautschuk-Stempel für Nereine n. Gewerbe H. Guttmann, Brunnenstr. 9. Letzte Mrienbiirg. M-L Ziehung bestimmt 8.— 10.(0 Ut. I Hauptgewinnes 729■ 1.90000, 30000, läOOOu, AiMlllst ä 1. 3ä| halbe Antheile 1,50) 30 Pf. D. Lewiii, Berlin C., Spandauerbrucke IG. Vereins-Bibliotheken errichtet und vervollständigt E. Neuenhahn's Buchli, Kertiu, Kommandantenstraße 77—79. jR. iCohShardti Marianncnstr. 34. empfiehlt seine Buchhandlung u. Buchbinderei, sowie seine Schreib- u. Spiel- waaren- Handlung. 1925 Kostüme, Mäntel, Jackets fertigt n.Maaß(auch inkl.Stofflieserung) elegant und sauber gearbeitet J. P. Müller, 1833] Zimmerstr. 53, 3 Tr. Grösste Auswahl von Stoffproben. Resterhandlung. Bill. Reste z. klein, u. groß. Hosen, z. klein, u. gr.Anz. Sammet, Seide, Plüsch u. alle Besatzstoffe. Trikots z. Taillen, a. Wunsch zugeschnitten. Fert. Knaben-Anzüge. Karte» Waldemar- straße 66. 1998 Nur I Mark. Klagen, Eingaben, Rath in Prozessen, Einziehung von Forderungen.[2194 Pollak, Georgenkirchstr. 24 11. Alle entehrenden Beleidigungen, welche ich über Frau G a l l a s ch ver- breitet, nehme ich zurück und leiste hier- mit öffentlich Abbitte. Frau M. Donat. Soeben erschien Der ilillhre W Nr«. 109. Mit einer Ertra-Seitage t Unsere Todtert Zu beziehen durch die Expedition Beuthstraße 3. Zithrr-Unterr.B.lliclcel.Gartenstr.lö� Für 300 Mark, eine Oildhauer- Merbstatt, 6 fast neue Sänke. Modelle u. g.#»»*; schaft zu verk. Mariannenstr. 12.[2163 2 j. Handwerker s. z. 1. Oktbr. ei" möbl. Zimmer im S. oder SO. Off. ui< Preisang. unter Chiffre„Zimmer" i* der Exped. d. Bl. abzugeben. 2150 Schlafstelle Gr. Franksurterstr. st* Quergeb. 3 Tr. bei Puttlitz. 216» iaegowstr, 20 verläng. Ottostraße, links v. Alt-Moabit, zu verm. 2 Zimmer, eig. Korridor, eig- Kloset, gr. Küche:c. 300 M. 2143 Arbeitsmrkt. Ges. a. bess.Kastenarb. v. Ruppinerstr.S». Ein. Zithermacher sucht Aug. Hessler, Zitherfabrik, Lausiyerstr. 61. 2156 Einen Korbmachergesellen verl.Schulz, Steinmetzstr. 11, Rixdorf. 2140 Goldarbeiterlehrling verl. Schleuse 6, Akkordpuchrr w. verl. v. F. Pum- plun& Co., Dt.-Wilmersdorf, Berlinerstraße 157. 2146 Möbel, Spiegel-«. Polsterwaaren-Magaziltv-uMug. Herold, SO. 5. Reicheakergerstraße 3. SO. � Verantwortlicher Redakteur: ffiurt KaaKe in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW., Beuthstraße 2,