Vr.334 Mittwoch, den 8. Oktober 1890. V. Johrg. Organ für die Interessen der Arbeiter. Insertion sgebnhr beträgt für die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versaminlungs« Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Bcuthstrahe 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -, Ferilsprecher: Amt VI.|tn 4106.»-«*- Das„Berliner Nolksblatt" erscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. AbonnementspreiS für Berlin frei in's Haus vierteljährlich 3,30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. Sonntags- Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonncmcnt 3,30 Mark pro Quartal. (Eingetragen in der PostzeitungsprciSliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) Unter Kreuzband, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oesterreich-Ungarn L Mark, für daS übrige Ausland 3 Mark pro Monat. NevÄÜtion: VeukhfivÄtze S.— Expedikion: VeuttMvÄßo 3. Die Velt«»npf»»»«N der Sozialdenioleentie. Wiederholt schon ist von unseren Vertretern im Reichs- tag und in der Presse die Behauptung aufgestellt und auch begründet worden, daß die deutsche Sozialdemokratie einen ganz wesentlichen Theil ihrer Erfolge der Unwissenheit und den Fehlern unserer Gegner verdanke. Unsere Gegner fürchten uns— das haben sie hundertmal gesagt, und wir wissen, daß sie in diese m Punkt nicht die Unwahrheit sagen. Und daß mir nicht so ohne Weiteres todtgeschlagen oder erdrosselt werden können, das haben unsere Gegner zu ihrem Schaden erfahren. Einen gefährlichen Feind, den man überwinden will, nmß man vor allen Dingen kennen lernen. Das Kennenlernen des Feindes, die Rekognoszirung(zu deutsch: das Kennenlernen) seiner Streit- kräfte, seiner Taktik und des Kampfterrains, das bildet bekanntlich einen sehr wichtigen, wenn nicht den wichtigsten Theil der militärischen Kriegskunst. Und mit der politischen Kriegskunst verhält es sich ebenso. Das geht jedoch über den Horizont unserer Gegner. Sie bekämpfen uns mit geschlossenen Augen— sie lesen nicht unsere Zeitungen und Schriften, sie machen sich einen Popanz zurecht, den sie mit mörderischer Wuth zerfetzen, . und gegen u n s. führen sie nur Lufthiebe. Anders wir Sozialdemokraten. Wir haben zwar von unseren Gegnern keine hohe Meinung,. allein wir wissen doch, über welch ungeheure Machtnüttel sie verfügen, und so halten wir die Augen hübsch offen, fassen die Gegner scharf in's Auge, beobachten alle ihre Bewegungen, studiren ihre Natur und ihre Taktik und— unsere Hiebe fitzen. Daß ein Kämpfer, der die Augen zukneift und seineu Feind nicht sieht, im Nachtheile sein muß gegenüber einem Feind, der scharf ausschaut und jede Schwäche des Feindes erspäht, das ist so selbstverständlich, daß man sich fast schänit, es auszusprechen. Der 1. Oktober hat diese eigenthümliche Kampfart unserer Feinde, ihre sinnlose Verblendung— im wört- lichsten Sinne des Wortes—, ihre fast wunderbare Unwissenheit in allem, was uns Sozialdemo- kraten betrifft, wieder einmal zur glänzendsten Gel- tung gebracht. Vielen der Zeitungei«, die uns den Krieg auf Tod und Leben„mit geistigen Waffen" angekündigt, passirte z. B. das seltsame Mißgeschick, das am 1. Oktober von uns abgedruckte Parteiprogramm für ein neues P r o g r a m m zu halten, das einem Korn- promiß zwischen den„Alten" und„Jungen" seinen Ursprung verdanke. Daß unser Programm über 15 Jahre alt ist, daß es Anfangs 1875 auf dem Gothaer Einigungs- Kongreß entworfen und beschlossen ward, daß es seitdem nicht verändert worden ist, mit Ausnahme der Streichung des Wörtchens„gesetzlich" durch den Wydener Kongreß, auf dem sich die Partei selbstverständlich nicht den Strick des Sozialisten g e s e tz e s freiwillig um den Hals legen konnte— davon haben diese K n o w n o t h i n g s, die uns„mit geistigen Waffen". vernichten wollen, nicht die leiseste Ahnung. Das alte Parteiprogramm war überhaupt am 1. Oktober d. I. fast für die gesammte gegnerische Presse eine neue Entdeckung. Auch die„Leipziger Zeitung", die auf sozialpolitischem Gebiet für eine Autorität gelten will, und vielfach auch gilt— eins der wenigen Gegner-Organe, die mitunter lichte Augenblicke haben und die Augen aufmachen, ist ganz erstaunt über unser Parteiprogramm, dessen Existenz ihr offenbar bis dahin verborgen gewesen war. Sie bringt es als etwas Funkelnagelneues zum Abdruck und fügt nach- stehende kuriose und charakteristische Betrachtungen hinzu: „Auch hier wieder erführt man also über die künftige Einrichtung des sozialistische» Staates weiter nichts als die bekannten Phrasen:„genossenschaftliche Regelung der Gesaimntarbcit mit gerechter Vertheilung des Ar- beitsertrags". Wie das gemacht werden soll, darüber kein Wort. Der Köder für die gutgläubige Arbeiterschaar liegt auch hier wieder nicht in demjenigen Theil des Programms, der den sozialistischen Staat betrifft(Punkt I und II), sondern in den Punkten III und IV, welche den sozialistischen Staat anbahnen wollen und die innerhalb der heutigen Gesellschaft verwirklicht werden sollen. Offenbar ist man in den leitenden Kreisen zur Erkenntniß gekommen, dast an der Phrase vom sozialistischen Staat die nunmehr völlig freigegebene Agitation Schiffbruch erleiden werde. Mit um so größerer Ausführlichkeit verbreitet sich daher das Programm über diejenigen Forderungen, die bei ober- flüchlicher Prüfung innerhalb der heutigen Gesellschasts- ordnung ausführbar und der urtheilslose» Masse plausibel erscheinen. Das„Programm" bestätigt die allen Kundigen keineswegs neue Thatsache, daß die Sozialdemokratie alle ihre bisherigen Erfolge lediglich dem nicht sozialistischen Theile ihres Programms verdankt, mag es auch nach den Deklamationen der hauptsächlichsten Schreier in_ den sozialdemokratischen Volks- Versammlungen scheinen, als ob gerade der Glaube an die eigentlich sozialdemokratischen Forderungen, die„Verstaat- lichung des Kapitals, die Gemeinsamkeit der Produltions- mittel", weile Kreise erfaßt habe. Das ist nicht der Fall. Wer am lautesten schreit, vertritt keineswegs immer die Mehrheit. Der stille arbeitende Theil der unteren Be- völkerungsklaffen einschließlich der kleinen Handwerker und der kleinen Beamten ist nicht durch jeneS Evangelium von der„genossenschaftlichen Regelung der Gesammtarbeit", sondern durch die praktischeren und ihm einleuchtenderen Forderungen„unentgeltlicher Unterricht, progressive Ein- kommensteuer, unbeschränktes Koalilionsrecht, Verbot der Gefängnißarbeit" zc. zu sozialdemokratischen Wählern ge- worden. list,'§ M b* Feuilleton. Nachdruck verboten. I u % W ifh � Uietorm. rla-s'i 1 „ J» II(hj. Töfljy Ä V Roman von Minna K a u t s k y. „Das Letztere soll bei der Wäscher-Lisi noch nicht vor- gekommen sein," versetzte boshaft die Mirzel. Die Lisi lächelte geschmeichelt. „Wahr ist's, ich hob' immer Anwerth g'funden, und der Meinige hat's gut bei mir; ich schau auf ihn, er hat seine Kost und seine Wasch' und überhaupt sein' Sachen in Ordnung, Gott sei Dank, ich Hab' den Charakter dazu." „Und ein weiches Herz hat die Lisi auch," scherzte ein Arbeiter, der hinzugetreten war. Sie wandte sich rasch nach ihm um und sagte neckisch: „Sie kenne ich schon mit Ihren Aiispielungen, Sie Schlechter, aber ein weiches Herz ist ein Ding, das man nicht überall zu kaufen kriegt." Dabei zwinkerte sie ihm kokett zu. Alle lachten.. . In dem Augenblick läutete die Fabrikglocke laut und weithinschallend zum Wiederbeginn der Arbeit. Eine allgemeine Bewegung entstand. Die Weiber, die das Essen gebracht, rafften die ge- leerten Gefäße, die Löffel und Messer zusammen und brachten sie wieder in den Korb. Sie wechselten mit ihren Angehörigen ein Wort, einen flüchtigen Händedruck und ent- fernten sich. Auch die Lisi dachte an's Einpacken und streckte ihre dürren Arnie nach dem Snppentopfe aus. Die Franzel hielt ihn noch immer vor sich auf den Knien, sie hatte den Inhalt verzehrt und sah nun mit ausdruckslosen Augen in das leere Gefäß. „Meinst, daß es wieder voll wird, wenn Du recht lang hineinguckst?. scherzte die Tante. Mein Herzerl, aber mach' Dir nichts d'rans, wenn die Portion etwas knapp war, es ist nur wegen dem da, damit er nicht immer mitißt." Die Franzel erhob sich, es war ein unbeholfenes Auf stehen, keine Spur von jener Elastizität, deren die Jugend säst nie entbehrt. Andreas reichte ihr beide Hände entgegen, um ihr ans dem Graben herauszuhelfen. „Gieb acht. Du knauserige Hex'" rief er jetzt ter Lisi zu, die den Korb auf den Arm nahm,„die Franzel wirthschastet nimmer lang mit Dir, dafür steh' ich Dir gut." Tie Lisi stemmte herausfordernd die Arme in die Seiten. „Haha? daß ich nicht lach'— Du willst was ändern — Du?— willst sie vielleicht gar heirathen? Aber sie besann sich, daß er ja nicht hörte, was sie sagte, und so spuckte sie mit einer höhnischen Grimasse vor ihm aus und trachtete hierauf, so rasch wie möglich ans seinem Bereich zu kommen. Sie lief davon, so rasch es ihre Beweglichkeit nur gestattete, und sie that gut daran. Andreas wollte ihr nach, aber er fühlte sich gehalten, und ein ängstlich flehender Kinderblick traf ihn ans Franzels Augen. Rauh und numuthig schüttelte er sie von sich ab und in heftigen Worten ergoß sich sein Zorn nun über sie. Aber er blieb und ging an ihrer Seite nach dem Hofe, der Fabrik entgegen. Hier wimmelte es wie in einem Ameisen- Damit wird die Gegenagitation, die jetzt zu beginnen hat, aber auch die Gesetzgebung zu rechnen haben. Die eigentlich sozialdemokratische Lehre ist gar nicht so weit verbreitet, wie man glaubt." So die„Leipziger Zeitung". Nun, was die naiven Fragen nach den Einzelheiten des sozialistischen Zukunfts- staates angeht, so findet da das gute deutsche Sprichwort seine Anwendung:„Ein Narr fragt mehr als zehn Ver- nünftige beantworten können." Es muß Einer ein Narr sein, um Solches zu fragen. Ein Narr oder ein krasser Ignorant. Eben so gut kann man von uns verlangen, daß wir das Wetter im Zukunftsstaat prophezeien. „W ie das gemacht werden soll"— nun, das wissen w i r n i ch t, und zwar deshalb nicht, weil es von den Umständen und Bedingungen abhängt, unter denen sich die Umgestaltung vollzieht. Haben wir„die Klinke der Gesetzgebung" sin der Hand, dann wollen wir unseren Gegnern bald zeigen, wie es gemacht wird". Sicherlich werden wir nicht so rathlos dastehen wie unsere Gegner, die, obgleich sie alle materielle Macht haben, doch vor den einfachsten sozialen Problemen erstaunt und verdutzt dastehen, wie die Kuh vor dem neuen Scheunenthor. Ein wahres Wort, oder richtiger ein Wort, welches einen Schimmer der Wahrheit erblicken läßt, hat die „Leipziger Zeitung" aber ausgesprochen— nämlich, duß wir unsere bisherigen Erfolge— zwar nicht„lediglich' aber doch viele derselben—„dem n i ch tsozialistischei Theil unseres Programms verdanken." Nur enthüllt die„Leipziger Zeitung" mit dieser Weis- heit nicht eine Schwäche der deutschen Sozialdemokratie, sondern umgekehrt deren Stärke. Wenn die Sozial- Demokratie in Deutschland größere Verbreitung ge- funden hat als in Ländern mit sonst entschieden günstigeren ökonomischen Entwicklungsverhältnissen, wie z. B. Eng- land und Frankreich, so ist der Grund darin zu suchen, daß das deutsche B ü r g e r t h u m nicht, gleich der englischen und französischen Bourgeoisie, den Augiasstall des mittelalterlichen Staats ausgefegt, und die modernen Kulturforderungen nicht zur siegreichen Verwirklichung ge- bracht hat. Dank der Feigheit und Verkommenheit des deutschen Bürgerthums— die sich übrigens aus der historischen Entwicklung Deutschlands erklärt— sind die Forderungen der bürgerlichen Demokratie von dem deutschen Bürgerthum im Stich ge- lassen worden, und müssen nun von der Sozial- d e m o k r a t i e d u r ch g e s e tz t w e r d e n. So ist gerade infolge unserer jämmerlichen politischen Verhältnisse, die deutsche Sozialdemokratie in der glücklichen, wenn auch schwierigen Lage, gleichzeitig für die streng- Haufen. Alle Arbeiter, auch die nach Hause geeilt waren, fanden auf das Glockenzeichen sich pünktlich ein, und der Menschenstrom ergoß sich in die verschiedenen Lokalitäten. Eine Minute später war Alles auf seinem Posten. Und jetzt dröhnte und brauste und polterte es wieder. Die Plänel der Dampfmaschine drehten sich, die Räder der Turbine tosten, die Transmissionen bewegten sich, und hunderttausende von Spindeln wirbelten mit im Kreise. Viertes Kapitel. Der Fabrikbesitzer Herr Konrad Riehl erging sich zur selben Zeil in dem großen Park, der hinter der Fabrik gegen die bewaldeten Hügel sich ausdehnte, und zu dem ein Stück des Forstes mir einbezogen ward. Sein Schritt war beschleunigt und ungleichmäßig. Er blieb häufig stehen und seine schöne wohlgepsiegte Hand irrte dann tastend über die Gesträucher, die den Kiesweg säumten. Er riß Blatt auf Blatt, wobei mancher Dorn ihn ritzte, zerdrückte sie und warf sie weg, alles in einem Jusichversenktfein, daS für äußere Vorgänge jeden Sinn ver- koren hat. Konrad Riehl war eine auffallend elegante und sympa- thische Persönlichkeit. Nicht mehr ganz jung, aber doch noch in dem Alter männlicher Kraft und Schönheit. Sein hoher schlanker Wuchs, seine Haltung waren von wirklicher Aninnth und Noblesse, und geradezu untadelhaft. Seine blauen Augen besaßen jenen Zauber, der bei dem ersten Blick seine Wirkung übt, gewöhnlich sanft und trän- nierisch, blickten sie jetzt finster und kummervoll. Ein Wider- willen, ein unendliches Unbehagen sprach sich in jedem Zuge seines schmalen, von einem dunkelblonden Vollbart uni- '( a l i st i s ch e n und für die b ü r g e r l i ch- d e>u o- ' a fs ch e n Forderungen kämpfen zu muffen, so d., ir die Interessen weit größerer Bevölke- '': s s ch i ch t e n vertreten, als der Fall sein würde, ' das deutsche Bürgerthum eine ähnliche Rolle gespielt wie die französische und englische Bourgeoisie. u diesem Umstände kommt noch hinzu die freilich ai in zusammenhängende Unfähigkeit unserer leitenden er namentlich des Fürsten Bismarck, der von der zialistischen Bewegnng keinen Begriff hat und durch ! nnagogische,kurzsichtig-tölpelhafte Art der Bekämpfung dt ozialisnius, dem Sozialismus mächtigen Vorschub geleistet hat. (■ enug— wir leugnen es nicht: einen großen Theil st? Erfolge verdanken wir unseren Gegnern. Und wir< d da in einer sehr angenehmen Lage. Fahren sie is wie bisher zu bekänipfen, nun— so werden vir u achsen und blühen wie bisher. Haben sie aber '.' ins: und geben sie uns nach, ja nun, so haben wir erst recht den Gewinn. Unsere Gegner mögen es machen wie sie wollen, in jedem Fall arbeiten sie für uns. Sachsengangerei nnd Kein Ende. Ii ich die Blätter geht die Nachricht, daß die Regierung in ' rcheu der dem Großgrundbesitz so sehr unangenehmen 3 achsengängerei Erhebungen veranstalte. Die junkerlichen parteieu hegen die Hoffnung, daß der Wanderlust der ostdeutschen V.r-.bar'. eiter durch ein Sonderaesetz, das die Freizügigkeit für die and irbeitende Bevölkeruna tbatiaclilicki aukdeben Ivürde. ei» fester II>. leitende Bevölkerung thatsächlich ausheben würde, ein fester Lamm werde gesetzt werden. v-• ist nicht das erste Mal, daß wir die bedeutsame Frage an dieser Stelle erörtert haben. Es dürfte aber nicht unangebracht si nute auf einen Aufsatz des konservativen Agrarpolitikers A. Zakrzewski zu verweisen, der kürzlich im Schmoller- K fahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirth- afi �schienen ist. In dieser Untersuchung der Arbeitersrage tlU der en Deutschlands, einer nicht werlhloseu Ergänzung ekannten Kärger'schen Schrift, kommt Zakrzewski U ige Thatsachen zu sprechen, welche zur Kennzeichnung der m ii e in den ostelbischen Bezirken recht wohl geeignet sind. ie/ tsachen sind um so wirkungsvoller, da sie von einen» gegen o tionelle Gedanken hieb- und schußfesten Schriftsteller geliefert erde; der für den Schutz der„nothleidcnden Landivirthschast", d. b. der großen Besitzer, gar sehr begeistert ist. Unser Gc>vährsma>»n hebt einen Gesichtspunkt scharf hervor, i elui r der Beachtung»verth ist, er führt als eine Ursache— ihm erscheint sie als die wesentlichste— der Sachsengängerei den n den letzten Jahren gestiegenen Mangel an dauernder Arbeitsgelegenheit im Osten an. Damit keimzeichnet er eine»virthschaftliche Erscheinung, ivelche für den Fortgang der bürgerlichen Wirthschastsweise von hoher Wichtigkeit ist, die zu- nehmende Erwerbsunsicherheit, die nicht blos in dem reichgcglie- der en Gebiete des Gewerbeivesens, sondern auch in der Landwirth- .'ü mehr und mehr sich geltend»nacht. Die alte Hörigkeit ist n.vndeii, mit ihr aber auch die Verbindlichkeit des Grund- Herrn, für den a» die Scholle gefesselten Landarbeiter dauernd zu lorgen. 3 e neuzeitliche Entwickelnng hat die landwirthschaftlichen Gro betriebe in reinkapitalistische Untcrnehinungen umgeivandelt, die a' r den unberechenbar großen Vvrtheil bisher genossen haben, über in rückständiges, nicht in sachlichen Verbänden ein- aegliel>rtes, unaufgeklärtes Proletariat zu verfüge». Der Land- Ibeilec ist in seinem auf bestimmte Jahreszeiten beschränkten Be- i n derselben mißlichen Lage, wie irgend ein Heimarbeiter, las für bestimmte Zeiten seine Aufträge vom Verleger er- in der übrigen Zeit aber sehen mag,»vie er sich durch- rührend aber in der Hausindustrie die Billigkeit der rbeit die Einsiihning von Maschinerie verhindert oder er- , ist der auf der Grundlage der Großproduktion»virth- s. ide kapitalistische Landwirth schon durch den Gang der ' inisse, durch den internationale» Lebensmittel- Wettbeiv erb g igen, in seine auf hoher Strrsenleiter»virthschaftende Unter- »wh!. ng die besten Werkzeuge der heutigen Technik nach und nach einzuführe». zc intensiver die Arbeitsweise»vird, um so rascher»vird die crfrrderliche Arbeitsleistung vor sich gehen, un» so mehr»vird die ib..aftigungsdauer der„Hände" zusammenschrumpfen. Wo l inerie in großein Maßstabe eingreift,»vo mit Dampf gcpsiugt, gesäet, gemüht, das Garbenbiuden besorgt, gedroschen u'irb, da»verde» zahlreiche Arbeitskräste überflüssig, da»vird schatteten Gesichtes aus. Es war kein Zweifel, es mußten schivere Sorgen sein, die ihn bedruckten. Sein Vater hatte in den fünfziger Jahren diese Fabrik .»baut. Er nannte sie„Viktoria", nach Göthe,„Die Göttin i.ller Thätigkeiten". Mit den neuesten»n»d besten Maschinen u igestattet, mußte sie zweifellos den Sieg über alle»veniger u eingerichteten Etablissements davontragen. Und in der »hat, der Betrieb»var vorzüglich und sei»» Vermögen hatte jich in kurzer Zeit verdoppelt uud vervierfacht. Dem einzigen Sohne»var alt dieser Neichthnm zu gute gekommen. Konrad .atte eine sorgfältige Erziehung erhalten, er studirte im Anstände nnd nnternahn» dani» Reisen, die ihn zuerst in Paris nnd Italien, später in» Orieirt festhielten. Er kehrte erst in das väterliche Haus zurück, als der kränkelnde Vater dringend nach ihm verlangte. Er sollte ihn unterstützen und vertreten, aber jener erlag seinem Leiden früher als man hätte vermllthen können, und Konrad»var bald nach seiner Ankunft alleiniger Herr und Besitzer. Er befand sich in cincr schivierigen Lage. Der amerikanische Krieg hatte seinem Vater große Verluste beigebracht, und nun galt es, sie aus- zugi.icheii»md neue Geschäfte anzubahnen. So ivarci» ihm Pflichten»md Sorgen erwachsen, die er fr r nie geka»»nt, eine Thätigkeit, der er scinein innersten Wei.n nach fremd gegeuübcrstaild. Er»var an Reich- thn>. geivöhnt, mühelos hatte er bisher aus einen» nie versiegenden Born geschöpft, der ihm alles gab, was das Leben verschönern nnd veredeln kann, und als eine edle semnihlige Ratur hatte er ihn nur in diesen» Smue bemitzt. Jetzt konnte n»it einein Male dieser Reichthnin in Frage gestellt sein, sobald seme Kraft und Geschicklichkeit sich nicht als'ausreichend eriviesen. Aber er wa».- ein Neuling und die Wahl seines Direktors schon»var eii»e unglückliche ge- vesen. Er wollte niln selbst in den inneren Betrieb reformirend .ingreifei». Aber er war mit seinen Arbeitern von vorne herein in ein eigeirthümliches Verhältniß getreten. Sein Feingefühl ließ ihn den fürchterlichen, unüber- schreitbciren Abgrund erke»»i»en, der zivischen ihn» und all diese»» Leuten lag. Er hatte sie in ihrer ganzen Jämmer- in» Interesse rationeller Produktion ui»d also z»un Vortheil des Unternehmers der Arbeitsprozeß verkürzt,»venn es sich nur uin die Bestellung und die Ernte, um Bilttererzeugung oder gar un» die laiidivirthschaftlichen Industrien, das Stärkemachen, das Schnapsbrennen, das Zuckersieden handele. Wenn von den 20 439 landivirthschaftlichcn Betrieben über 100 Hektar, 16 377, d. h. rund 60 pCt., Maschinen benutzen,»venu z. B. in den» goldenen Land des Großgrundbesitzes, in Schlesie»», rund 89 pCt. aller Anivesen über 100 Hektar sich der Maschinerie, wie der stehenden Dainpfkessel, der Dampfpflüge, Säemaschinen, Mähmaschinen, Dampf-Dreschmaschinen»c. bediene»», so spricht diese zahlenmäßig belegte Thatsache deutlich genug für die Richtung »insercr Landivirthschast auf den Großbetrieb. Mit dieser Richtung aber ist zugleich die Tendenz, die»vir oben gekennzeichnet, das Menschenmaterial so »völlig wie möglich»md so kurze Zeit wie möglich— Zeit»st Geld— zu gebrauchen, klipp und klar gegeben. Die Personen, die aus Ostdeutschland fortziehen, sind theils überschüssige Landhandivcrker,»velche durch die städtische fabrik- mäßige Konkurrenz zu Grunde gerichtet werden, wie Schneider, Radmacher, Schuhinacher, die iin Westen Gruben- oder Fabrik- arbeiter»verde»», theils vornehinlich jüngere Arbeiter, die, wenn sie daheiin blieben, ihr Dasein als Guts- oder bäuerliche Tage- löhner(Insten) oder als Einwohner fristen würden. Eine Arbeits- gelegenheit nach der anderen entschivindet den Proletariern des Ostens. Die Privativälder Ostpreußens z. B., die in geradezu gemeinschädlicher Weise von geivinnsüchtigen Händlern nieder- geschlagen und abgeholzt wurden, sind jetzt so gut wie ausgeschlachtet, und diese Einnahinequelle, die Beschäftigung bei der Waldarbeit, fließt nicht mehr. Mit den herrlichen, für die Bewässerung des Lai»des, die kliinatischen Verhältnisse, die Regelung der Niederschläge unendlich»vichtigen Forsten ver- schivand auch das bischen Industrie, das im Anschluß an die- selben noch hestanden hatte. Die Glasösen»mirdeu ausgeblasen und eine Papierfabrik nach der andern ging ein: nian lese nur die trübseligen Mittheilungen des Fabrikinspcktors. Ebenso ging es den Tischlern, Muldenhauern, Korbmachern. Die Eimvohner oder Einlieger, ivelche nur zun» Theil Wald- arbeiter waren, traf es hart, daß sie mm ihr Brennholz sich kaufen mußten uud daß ihre Hauptthütigkeit, die Ausführung von Meliorationen(Grundstückverbesserungei») und die Anlage von staatlichen und genossenschaftlichen Wiesenverbänden, aus das hedenklichste sich verminderte. Bezeichnend für..Pie Menschenfreundlichkeit und christliche Nächstenliebe der„Edelsten und Besten" ist es jedenfalls,»venu der Konservative Zakrzeivski ausdrücklich sagt:„Die gutsherr l i ch e n Insten(Taglöhner) zeichnen sich durch d»e größte Aus»v ander ungslust aus" und im Zusammenhang damit betont, daß erst der starke und inuner stärkere Abfluß der Arbeits- kräfte nach den» Westen den Junkern etivas bessere Geivohnheilen aufzivang, die sich in einer Steigerung der Hungerlöhne, in„zeit- gemäßer»noralischer Behandlung des Gesindes" und in„besserer Verpflegung" zeigen solle». Trotzden, scheinen diese Lockmittel nicht viel zu verschlagen, da der Strom der Gangarbeiter, darunter eine»vachsende Zahl Frauei», stetig wächst. Daß die Elitetruppe der landarbeitenden Bevölkerung bereits ins Wanken kommt und dainit die Hoffnung einer rascheren Er- leuchtung der„antikollektivistischen Bauernschädel" sich erhöht, geht gleichfalls aus Zakrzeivski's Angaben hervor. Die Eigen- kätner(Häuschenbesitzer), die bisher Tank ihren,„Besitz" an, seß- hastcstcn»varen, zahlen der Entwickelnng ihren Zoll, sie fangen an auszuwandern. Tie Zwergbetriebe sind den Latifundien gegen- über verloren, die Juiircr reißen ein Gütchen und Aeckerchen nach dem anderen an sich und„arrondiren" damit ihre Be- sitzungen.— Wie arm diese„Aristokraten" unter den Landarbeitern sind, geht daraus hervor, daß sie nicht die Mittel haben, für ihre baufällige», Holzhütten sich»nassive Häuschen zu bauen, wie dies die Behörde vorschreibt. I» hellen Schaaren»vandern diese Kossäten mis, und draußen im Reich lernen sie die Lehren des Sozialismus kennen und schätzen. Unsere Aufgabe ist es, die Ideen der modernen Arbeiter- beivegung geschickt und sachlich, den eigenartigen ländlichen Ver- Hältnissen der verschiedenen Bezirke entsprechend, in die Massen des Landproletariats zu tragen. Der Boden ist trefslich, die Empfänglichkeit für sozialistische Gedanken nicht gering, die An- knüpfung an alte Zeiten, die Wiedereriveckung geschichtlicher Erinnerungen spielend leicht gegeben. Die ökonomische» Zu- stände treiben uns Kleinbauern und Landarbeiter naturgemäß zu, begehen»vir keinen Fehler,»venn wir sie»n unsere Heerschaar einreihen. Eines ist es, Industriearbeiter, ein Anderes, Landleute der Sozialdeinokratie zu geivinnen. x»oliktsihe Mol'orstrhI. Ein nirdrrtvächtigeo Hubeustült» ist in Breslau gegen unseren verstorbenen Genossen Kräcker in Szene gesetzt; eine dortige Zeitung— deren Angaben durch ein Telegramn» ver- lichkeit vor Augen. Es that ihm weh und erregte zugleich seinen Widerwillen. Er fing an, seinen Arbeitern a»is dem Wege zu gehen, so viel er»lnr konnte, nnd sie uierkten es wohl. Nichtsdestoiveniger hatte er die ernstesten Absichten, Der- besserungen einzilführen. Aber»vomit anfangei»? Einzelne Vergül»stig»lngen erregten nur böses Bl»lt, und in einer Zeit,»vo die Konkurrenz iminer mächtiger sich erhob, war die Einführnng allgemeiner Erleichterlmgen nicht nur schivierig, sie»var für den Emzelnei» ganz unmöglich. Auch mit dem Einkaufe»var er nicht glücklicher. Er erlitt neue nnd empfindliche Verluste. In dieser Zeit, die er, gleichsam sich flüchtend vor dei» immer drohenderen Kalamitäten, in Wien verbrachte, ward er in das Hans des Großindnstriellei» u>»d Fil»ai»ziers Heinrich Field eingeführt, dessen Vermögen man auf Millionen schätzte, und der durch seincii geschäftlichen Scharfblick nnd seine Verbind»l»»gen in großem Ansehen stand. Er»var bald ein Fmmd des Hauses und von Frau Field und ihren schönen und liebensivlirdigen Töchtern ivahrhaft bevorzugt. Die Jüngere, Silvia, ivar damals die Verlobte eines jungen Mannes von altem Adel, der, außer dem imaginären Vorz»lg, ein Sprößling eines Baron Waller zu sein, der wieder von einen» Waller gezeugt ivar, keinen andern nennenswerthen für sich ii» Anspruch nehmen konnte. Aber trotzdem fiel der leichtlebige Baron schiver in die Wagschalc, da Wappen und Stammbaum das Einzige waren,»vas die Field's noch nicht besähe»», »md daher geeignet, dem Hanse neuen Glanz zu ver- leihen. Und in der That, nicht»»»»r die Eltern, auch das Töchterchen, eine junge Dame von zivai»zig Jahren, war geneigt, unter emen» Heer von Verehrern und Aspiranten um ihre Hand, diesen Einen als den Emzigpassenden anzusehen. Die um ein Jahr ältere Hanna allein zeigte sich dieser Verbindung nicht sehr geneigt, aber sie galt als eine jener Stolze»», deren G»mst schiver zu erobern sei, die den» Manne kalt und»»,»befangen gegenüberstehen und sich herausnehmen, ihn nach seinen» geistigen Gehalt zu prüfen. In der Familie nannte man sie spottweise„die Gepai»zerte". Koi»rad glaubte J i; % St sch >v« A d e di br amer breitet»verden— behauptet, Kräcker hätte um privater__ interessen willen einen Parteigenossen dem„Sozialdemokrat"# Polizeispitzel dennnzirt und den Mann dadurch um seine$¥ gebracht. J Wir haben keine Veranlassung, jenem Angreifer gegenu» unseren verstorbenen Freund zu vertheidigen, aber dem Anders eines Mannes, welchem durch die Wirkungen des SozialiM gesetzes die wirthschaftliche Existenz vernichtet wurde, und dera» dem Gefängniß nur entlassen wurde, um sich auf das Sterbe� zu legen, sind wir es schuldig, ihn gegen diese maßlos sre? Verleumdung in Schutz zu nehmen. Wer Kräcker gekannt hat, weiß, daß er nicht fähig war, lf Schr ihm vorgeworfene Handlung zu begehen, aber für die Kampfe»«!»ind der Gegner ist es bezeichnend, daß sie selbst davor nicht zurü« land schrecke»», das Grab eines braven Mannes d»lrch infame Lügen j flPetz beschmutzen. Lgeriä Wieder ein gesetzlicher Mord auf offner Str-�Justi Wie ,»e»llich in Berlin, ul»d wie in den letzten Jafst* mindestens ein Dutzend mal, wurde vorgestern in C o t t b u> �. ein Mann, der das Wcrda! einer Schildwache nicht Hochdemo »vie ein toller Hund nieder geschossen. Das ist gräulich" Jenl allein das Gräulichste an der Sache ist, daß die SchildlvW? nicht blos im Recht war, soi»dern auch ihre Pflicht crfchchWotf und sich, wenn sie den Mann nicht z»lsammenschoß, eu» Disziplinvergehens schuldig gemacht hätte. j Es ist eine Militärvorschrift, daß eine Schildwache## ihr Nahekommenden, der auf das Werda! nach dreimalig� Anrufen nicht antwortet,»vie einen tollen Hund niedersch»� Im Krieg, vor dem Feind, mag das ernen Sinn hab� T...'__ r>• v__ i..____ i lieh ged Ha uns so< ethi und dein Rel der % mitten im Frieden, in einer friedlichen Stadt ist solche Vorschrift absolut sinnlos und kann nur> frivol- frevelhaftem Vergießen von Menschenblut sähtj Weder in Frankreich noch in England sind die Schildivachs in Friedenszeiten mit scharfen Patronen versehen. Warv besteht in Deutschland noch eine so barbarische Vorschjl die keinen» vernünftigen Zivecke dient und nicht einmal' militärischer Beziehung von irgend welchem Nutzen ist? i Das deutsche Volk, und namentlich auch die deutsV Städteverwaltungen, müssen sich gegen das Fortdauern eio solchen Praxis mit aller Macht auflehnen. Der Wittive des in Kottbus erschossenen Man» ertheilen»vir aber den Rath, auf dem Wege der Zivn klage gegen den Militärfiskus(oder de»» St®* »ommandanten, oder die Schildwache) vorzugehen und©j- schädigung zu verlangen. Wenn ein tüchtiger Rechtsa»»»� Fr sich der Sache annimmt, kann der Prozeß geivoiJ�chut »Verden,»vie semer Zeit der gegen den General V o fl'hmoc» von F a l ck e»» st e i n(»vegen der Lötzener KettenaffäMruer und der Militärfisk»ls würde sich vor einer Wiederhol�"' ge wohl hüten, wenn er tüchtig zu bezahlen hätte. Die Hauffs,» fache ist aber eine energische Agitation im Volk, und°< energisches Vorgehen im Reichstag. � Die Kegnüdigung zterbe's, eines der Opfer?zebliel Chicagoer„ A nar ch i st en Prozesses",»vird �t � Amerika von immer weiteren Kreisen gefordert. Es Nereiti sich ein Komitee von angesehenen Persönlichkeiten gebt�uge» Wö Beb Ges apo den zu: <* die nicht eher ruhen»volle»», als bis Necbe der Freu zurückgegeben ist. Das Komitee hatte neulich eine U> redung mit dem Gouverneur(obersten Beamten) Illinois. Eins der Mitglieder, Banquier D r e y e r, Ivel vor vier Jahren der Anklage-Jury angehört hatte, m bei dieser Gelegeirheit, nach der„Chicago Tribüne", e Bourgeoisblatt, folgende Geständnisse: „Mit Thränen in den Augen gestand er, da#, seit der Vcrurtheilung Neebe's G e»v i s s e n s b i s s e einp' daß er keine Seelenruhe mehr habe»»»»d keine finden»verde, v;.■!>_______ r. x i• a iy< er die Ungerechtigkeit, an»velcher er ummssentlich> genonimen, redressirt sehe. Man nenne es z>var„Gnade", hier für Neebe verlangt»verde, aber eigentlich sei es eiilll Gerechtigkeit. Als die Anklage der Grandjury unterbv »vurde, habe sich Alles in»»„ geheurer A u f r e g") befiinden und diese die Großgesch>vorenen zu einer rigorol-" Handlung verleitet, als sie thatsächlich rechtfertigen konnten� „Einmal allerdings weigerte sich die Grandjur»), dem's. langen des Staatsanivalts, auch gegen Neebe die Am. zu erheben, stattzugeben. Man legte ihr dann die A»»s zum zweiten Male vor, begründet durch die Angaben c' Detektives; auch diese Angaben erschienen der Grand 3»% inhaltsleer, daß sie Bedenken trug, den» Antrag stattz»�� schließlich gab sie der Staatsanivaltschaft nach, als die indeß zu errathe»», daß unter dieser scheinbar frostigen v* ein warmes Herz schlage. Ueber den reifen Mann»var es plötzlich wie ei»» M. gekommen; ein Hangen und Bangen, ein Hoffen»md Fürch- .m sollte es denn nicht möglich sein,»varum pj Und»varum ivn.v v» vtu,.,..,, er nicht der Glückliche sein, den Hanna liebte? Bald» er es»vie eine selige Gewißheit im Busen. Un» diese Zeit ergab sich eine geschäftliche Chance t ihn und der Betrieb begann sich zu heben. Wenn ein wie Field ihm rathend zur Seite stand, so konnte das kl»" vielleicht völlig beschworen werden..$ Obgleich es seinem Zartgefühl widerstrebte, bestlst�ffinlstl) dennoch, sich Field zu entdecken. Er»reihte»h»,�» den seine geschäftlichen Angelegenheiten und in die rammt' Herzens ein.. wieder konkurrenzfähig zu machen. Viktoria sei längst"-eschili holt. Die Fortschritte der Maschinentechnik seien rapid �e» ab grenzten ans Wunderbare,»md nur der, der all I»ke>». Wunder zu kaufen vermöge, dürfe hoffen, aus diesc"UJr barmungslosen Kampfe als Sieger hervorzugehen.% müsse liqnidiren. Er selbst»vollte hierauf das Arraisg� � übernehmen und ein Konsortium bilden, das auf Aktie» Unternehmen neu begründen würde. Alles"..Forstel total umgestaltet und den neuesten Anforde»»Mm V gemäß eingerichtet werden. Di� Fabrikslokalitäten'»Ujjprsam umgebaut und große Säle geschaffen werden, in die neuesten Sclfaktors aufgestellt werden kön,»ten.,$ selbstarbeitenden Maschinen würden sofort eine Anzahvj. r beiter überflüssig machen und so erhielte man ein b» � Angebot. Sollten die heimischen Arbeiter aber dasselbe zurückzuführen sein, so müßten fremde �«rfftc herzugezogen»verden.„Damit erdrücken wir alles( Klasse, Field, für das Unternehmen bereits erivärmt und inte»' Äerkeh „»md unsere Kapitalien, durch nichts beeinträchtigt,».J; wachsen in geometrischer Progression."(Forsetznng L r■ rat" w* egenüW tnbenW zialist!" bei«d terbeb� os fr� war, I sagte:„Wir müssen Neebe anklagen, weil wir noch 27 Andere haben, die auf denselben Punkt hin anzuklagen sind." , Die Staatsanwaltschaft sagte aus, daß des Detektives An- gaben hinreichend für ein Jndiktincnt(Anklage) seien, daß aber der Petit-Jury noch mehr Beweise vorgelegt werden sollen. So glaubten wir also: die Anklagcerhebung könnte nicht- schaden; bringt die Staatsanwaltschaft später nicht mehr Bö- weise gegen Neebe herbei, dann wird er ja freigesproche... Aber die Staatsanwaltschaft hat iveder uns, der Grand Jury, noch später der Petit-Jury die v-rsprochenen zusätzlichen Beweise unter- breitet." Das spricht Bände. S o ist dieser schmachvolle Prozeß geführt worden; das | amerikanische Unternehmerthum brauchte den„Rothen — J Schrecken", um die Achtstundeubewcgung zu unterdrücken— mpse-O'und der Anarchistenprozeß ivurde inszenirt, wie in Deutsch- t zurMand aus ähnlichen Motiven seinerzeit das Sozialisten- ■fügen I gesetz. Jedenfalls ist in den Chikagoer Anarchisten, den Hin- . i gerichteten sowohl als den Begnadigten ein scheußlicher Justizmord verübt worden. öaJ' 1 ,,Mit dem deutsche» Gemnth" will es der sächsische s YfiSl Konservative v. Frege versuchen, die Ausbreitung der Sozial- r!*> Demokratie auf dem platten Lande zu verhindern, mit dem Ä.»„deutschen Gemüth", das von dem Herrn Pfarrer geweckt wÄ�erden soll. Er schrieb in einem Artikel des„Konservativen .erstAWochenblattes": �„Bei der Mahnung handelt es sich darum, daß die länd- lichen Kreise sich nicht auf den Büttel, oder, zeitgemäßer aus- gedrückt, die Kompetenz der Exekutivbehvrdeu verlasse», sondern Hand anlegen, das deutsche Gemüth auch im geringsten unserer Mitbürger, dem im Kindesalter stehenden Gänsejungen so gut, pvie dem altersschwachen Auszügler, zu wecken. Die ethischen Berührungspunkte zwischen(Hoch und Nieder, Arm und Reich sind gerade auf dem platten Lande herauszuschälen aus dem modernen Wust des egoistischen laisser faire, che die Religiosität in den Massen bis auf den letzten göttlichen Funken, der in jedes Meuschenherz gelegt sei, erstickt wird. Am nächsten liegt das ja freilich dem geistlichen Stande, der Gottes Wort lehren und bethätigen soll."... In diesem schleimigen Style geht es fort: „In der Familie gilt es, den Hebel anzusetzen; der Wöchnerin, wie der Wittive und Mutter eines ohne geistlichen Beistand Verstorbenen nicht mit den kalten Buchstaben des Gesetzes, fondern mit der Milde und Eindringlichkeit der apostolischen Zeiten nachzugehen, den Gefallenen aber gleich den Magdaleuen-Vereinen der Großstädte aufzuhelfen, statt sie zu verdammen." Sollte nicht ein Fehler in der Rechnung des Herrn tsanlv� Frege sein, der beiläufig bemerkt einer der wüthendsten leivon�chutzzöllner ist und den sein„deutsches Gemüth" nicht ge- V o gchindert hat, den Wittwen und Waisen das Brot zu vcr- naffäW�uern? Das„deutsche Gemüth" hat er ja glücklich„auch erholH� geringsten unserer Mitbürger" entdeckt; vielleicht entdeckt eHaitf", wenn er genauer hinsieht, sogar beim„Gänsejuugen" uvd altersschwachen Auszügler auch noch Verstand. Und rn die Verstandeskräfte appellirt die Sozialdemokratie, und �)ie Verhältnisse helfen ihr und lehren auch dem Zurück- st er"zeblicbensten Nachdenken und Denken. Mit diesen Waffen wird|ig bxi dem Feldzuge nach den Zentren der Industrie Es�iereits gesiegt und mit ihnen wird sie auch bei dem Feld- nach dem platten Lande siegen. Was hilft dagegen der Pfarrer? Mag er sich auch och eifriger als jetzt in die Familien drängen, mit jesuiti- 'er Geschicklichkeit jede Gelegenheit benutzen, um sich als naerufenen Helfer und Tröster einzumischen, auf die Dauer ält das nicht vor. Er kann den Leuten nur Steine bieten, ' Brot. Die Zeiten dürften nicht zu fern sein, wo den Konser- ic* malib 1Ä iß � nur» a Wo: oM nmal iß? j deutsA :rn eiv Mans ZÄ md ltlich'Mntcressen" nicht' mehr glückt e/ein!�. Uou zwei Auvschreitnngen weiß die bürgerliche Presse zu nterblszffrichten, die angeblich auf Rechnung der Sozialdemokratie ■regU ngoroß onnteO. dem L e An«. ie A"klZ f 3«% «S igen M ein d'f, Lald td Das m mmen. Die erste soll sich in Sprottau ereignet haben und das Berliner Tageblatt" läßt sich folgenden Gruselbericht darüber treiben: „In Sprottau ist es anläßlich einer dort stattgefundenen Versammlung des sozialdemokratischen Arbeitervereins für den Wahlkreis Sagan-Sprottau zu ernsten Ausschreitungen gekommen. Die Versammlung selbst verfiel dem Schicksal der Auflösung. Die Menge brach in ein wüstes Gejohle aus und nahm unter de» sortgesetzten Rufen:„Es lebe die Sozialdemokratie!" einen derartig bedrohlichen Charakter an, daß militärische Hilfe von der Garnison regnirirt werden mußte. Der Tumult pflanzte sich auf der Straße fort bis nach dem Bahnhof, bis wohin man die Sagancr Genossen das Geleit gab. Es gelang, zwei der Haupt- rädelsführer zu verhasten. Militär, Polizei und Bahn- beamte hielten bis zum Abgang des Saganer Nachtzuges die Ordnung einigermaßen ausrecht, doch als der Zug sich in Bewegung setzte, da brach die wilde Horde im Gefühl der Sicherheit nochmals los, und„Nieder mit der Regie- rung! Hoch die Sozialdemokratie!" erscholl es in wüstem Geschrei. Der diensthabende Stationsbeamte ließ den Zug sofort wieder hallen und schloß die Tumultanten von der Mitfahrt aus, von denen noch sechs, sämmtlich aus Sagau, verhaflet wurden." Der gehässige Ton der Darstellung spricht schon gegen ihre ahrheit. Alles riecht in ihr nach Uebertreibung. Nicht gelogen zeschlM� dem Berichte wird wohl sein, daß eine sozialdemokratische Ber- Die r ammlnng in Sprottau aufgelöst worden ist. Aber bezeichnender wird nicht schwell und welches ablehMöglich auch, daß neue gesagt, weshalb die Auflösung erfolgt Gesetz den Grund hergegeben hat. ..... die Versammelten energisch gegen die nach alle«p1'6' Meinung ungerechtfertigte Auflösung protestirl haben, mög- ,ieue auch, daß das Militär rcquirirt wurde, da- hat man ja gern gg''' oen sich r,«»u i..'i...... w w.i wt-,---- siv �v... Berichte ngst.eschildert sind. Die„wiine Horde" der Sozialdemokraten wird rapl" �—| '"ff#1 der Hand, aber die Szenen auf dem Bahnhof werden si . A iifil?r.,,ucfeickllch anders abgespielt haben, als sie in dem Berich wglt /Ich'ldert sind. Die„wüste Horde" der Sozialdemokraten wi. rpw abfahrenden Saganer Genossen einfach ein Hoch ausgebracht äst e.aben. Das mag für Sprvttauer Verhältnisse ein Ereignis; sein, dicstch'J /Ausschreitung ist es noch lange nicht. Gleichwohl wird >n.Mensthabende Stationsbeamte" sich in dem Ruhme sonnen, in K o b u r g zugetragen meldet, bei der letzten ■Aanacif11 Staat gerettet zu haben. ,'.Herstellung der Reservisten auf dem Kasernenplatze ein Reservist orde0>-Ae,n Vorgesetzten den Gehorsam verweigert und ein anderer vor en ni«f/rsam»ielter Mannschaft gerufen haben:„Hoch lebe die Sozial- in t>M>»okratie!" iten. 3. Weitere Einzelheiten werden nicht mitgetheilt, sodaß man n,'nächst kein Urtheil darüber hat, wie es zu diesen Vorgängen -in ist. nichi!, Anoführunq des Invaliditäts-«ud Alters- ArVis/rstchrrungs-Vrsebea hat das Rcichs-Versicherungsamt Vor- a* Uri.sten über die Rechnungsführung der Versicherungsanstalten W>' den Aus- tlles �-..'cis��rn, um im Einvernehmen mit den Zentral-Postbehörden .chil' hr der Bersicherungsanstalten mit der Post, welcher die i Zahlung der Renten sowie der Unfallrenten zugewiesen ist, zu regeln, und eine Reihe anderer vorbereitender Maßregeln zu reffen. Zu diesem Zweck hat es, mittelst Einladungsschreiben vom 20. September, unter Mittheilung vollständig ausgearbeiteter Entwürfe die Vorstände der 31 Versicherungsanstalten, sowie die Landes-Zentralbehörden der Staaten, in denen sich der Sitz von Versicherungsanstalten befindet, und die Zentral-Postbehörden zu einer Konferenz für heute geladen. Die Konferenz tagt seit Montag. In der Einleitnngsrede betonte der Vorsitzende des Reichs-Versicherungsamts, Dr. v. Bötticher, daß der Reichskanzler nach wie vor an dem Standpunkte festhalte, daß das Invaliditäts- und Alters- Versicherungsgesetz am 1. Januar 1891 eingeführt werden müsse. Zlrch hat die„Köln. Ztg." Gestern erwähnten wir den „kleinen Jrrthum", der ihrem„Gewährsmann" bei seinen Enthüllungen über die Vorgeschichte des Fortfalls des Sozialisten- gesetzes passirt war, heute finden wir in ihren Spalten, in.denen stets alle Forderungen des Kriegsministers empfohlen, jedes Verlangen nach Erniedrigung des Militäretats verhöhnt wurde, vlgendes Urtheil über das schweizer Militär, das eine Miliz- iruppe und kein stehendes Heer ist:„Die Haltung der in einer großen Kaserne(in Bellinzona) einquartirten Truppen muß als vorzüglich bezeichnet werden." Herr Eugen Richter ärgert sich, daß wir ihn wegen seines vorsintfluthlichen Recheitexenipels all coram genommen haben. Er meint:„Hier liegt eine Verdrehung vor. Unsere(Eugen's) ganze Berechnung des Gesammteinkommens und des Durchschnitts- einkommens der Haushaltung hatte nur den Werth, zu zeigen, daß die Konfiskation des Privatkapitals und die Vertheilung des Gesammteinkommens ohne Abzug von Unternehmergewinn, Zias- reute. Grundreute ic. nur in geringen Beträgen das Durchschums- einkommen zu verbessern vermag." Aber das ist es ja gerade, daß Herr Eugen„an eine Konfiskation des Privatkapitals und die Vertheilung des Gesammteinkommens" denkt und seinen Gläubigen weißmachen will, die Arbeiter würden sich nicht erheb- lich verbessern, wenn ihnen ihre jetzt nicht bezahlte Arbeit, deren Ertrag in die Tasche der Unternehmer wandert, richtig bezahlt würde. Herr Eugen Richter kann nicht verlangen, daß wir sein„Theilerei- Argument" ernst nehmen, das schon zu Anfang der sechsziger Jahre, als es den deutschen Philistern zum ersten Mal von dem Freihandels- Hanswurst Faucher vorgeführt ward, in sozialistischen Kreisen homerisches Gelächter erregte, und in der Richter'schen Lesart doppelt erheiternd wirkt, weil es gewiß sehr wider den Willen und die Ansicht des sozialistenfresserischen Verfassers thatsächlich Wasser auf die Mühle des Sozialismus liefert. Rolitistche Zerfahrenheit. Wie der„Hamburger Korre- spondent" erfährt, hat kürzlich eine Sitzung der B o r st ä n d e der konservativen Vereine in Berlin stattgefunden, in der über Mittel und Wege berathen wurde, um die v e r- fahren enParteiverhältnisse innerhalb der ehemaligen Berliner Bewegung von Neuem in Zug zu bringen. Man scheint sich in der Versammlung darauf beschränkt zu haben, Hoffnungen auszusprechen. Man„hoffte",„daß in der kaiserlichen Sozial- Politik ein neuer Mittelpunkt gefunden werden kann und daß sich unter der Fahne einer„sozialmonarchischen" Vereinigung die zer- streuten Gruppen wieder sanuneln lassen." Die Notiz ist richtig, und die Zerfahrenheit der konservativen Partei eine unbestreitbare und von nun an wohl auch un- bestrittene Thatsache. Freilich so groß wie bei den National- liberalen ist die Zerfahrenheit noch immer nicht— dort herrscht bereits die vollständigste Auslösung. Für uns Hot dies neben der angenehmen auch eine hochkomifche Seite, i�' es gerade die nationalliberalen und konservativen Blätter �uren, die vor einigen Wochen das Märchen von der sozialdemokratischen „Spaltung" und Parteizerrüttung am lautesten in die Welt plärrten. Ein wackelnder, geschminkter Greis, welcher der kraft- strotzenden Jugend, um sich selbst etwas zu trösten, in seinem Neid nachredet, sie eile in ein frühes Grab.— Was sich die Rutionalliberalr» und andere Heul- und Angstmeier erzählen: Die sozialdemokratischen„Führer"(Frattions- Mitglieder) in Berlin fürchten sich vor den Berliner Arbeitern und halten deshalb keine Volksversammlungen ab. Also zu lesen in Dutzenden von Ordnungsblättern.-- I» der bayerischen presse wird gegenwärtig u n a p p e tit- liche Wäsche gewaschen. Die ultramontanen Blätter hatten de» Vorgang im Reichswaisenhaus zu Schwabach, wo ein Gärtner und ein neben dem Reichswaisenhause wohnender ehemaliger Schulgehilfe unter Konnivenz des Waisenhausvaters mit den Kindern Unsittlichkeiten getrieben, aufs Schärfste vorgenommen, um dem von ihnen stets bekämpften Institute eines Reichswaisen- Hauses als einer nichtkonfesstonellen Einrichtung zu Leibe zugehen. Darauf erwidern nun die liberalen Blätter mit Aufzählung von Fällen, in denen ein Klostergeistlicher mit den Knaben eines von seinem Kloster geleiteten Erziehungsinstitutes, ein Religionslehrer mit den Schulmädchcn sich vergingen:c. Eine recht erbauliche Auseinandersetzung! Zum Kapitel der FerieuKolouien wird dein„Neuen Albboten" aus Blaubcnren gemeldet:„Gestern hatten auch wir Einquartierung von zwei Eskadronen Ludwigsburger Dragoner. Da konnten wir uns die„Fdrienkolonien" des Generals Bogel v. Falckenstein auch in der Nähe betrachten. Beim Appell schlug ein Unteroffizier einen Dragoner sechs Mal nacheinander mit der Hand ins Gesicht; die Leute hatten, so lange es Tag war, keine freie Minute, kaum Zeit zum Essen, und Abends nach 6 Uhr, als es schon Nacht wurde, mußten sie nochmals komplett antreten." Uuscro Ktraffburger paotcigeuosscn wissen sich zu helfen. Da es ihnen mit Hilfe der Polizeigesetze des dritten Napoleon unmöglich gemacht wird, in Straßburg, das ja wohl auch im „einigen Deutschland" liegt, eine Versammlung abzuhalten, so ziehen sie über den Rhein und halten in Kehl die Versamm- lung ab. Der in Offenburg in Baden erscheinende„Volksfreund" bringt einen Aufruf an die Parteigenossen, in dem es heißt:„Da man uns in Straßburg die Bürgerrechte nicht ausüben läßt, müssen wir aufs andere Rheinufer." Zur Wahl von Delegirten nach Halle, zur Gründung eines Wahlvereines und zur Berathung verschiedener Angelegenheiten werden die Parteigenossen auf- gefordert, sich zahlreich zu einer Versammlung in Kehl am 5, d M. einzufinden,„damit die Hauptstadt des Elsaß endlich einmal anderen Städten zur Seite steht".— Bravo! Die Zerrfuvth'fchr Uovfiignug entfaltet ihre Wirksamkeit In Alten bürg wurde der dort tagende Provinzialtag der sozial- demokratischen Partei einem Telegramm zufolge polizeilich auf- gelöst. Für Lripfig-Stadt und Land wurden in einer großen Parteiversammlung folgende Genossen als Delcgirte nach Halle gewählt: Goldbach, Beyer, Pinkau, Geyer, Fell, Pallmcr, als Er- satzmann Zscherpe und Frenzel. Die Versammlung nahm folgende Resolution an:„Die heutige erste Versammlung der sozialdemokratischen Partei Leipzig-Stadt und Land seit dem Erlöschen des Ausnahmegesetzes erklärt sich mit den Ausführungen des Genossen Friedrich Geyer vollständig einverstanden und erwartet vom Parteitage zu Halle die ent schiedensle Wahrnehmung der Interessen der gcsammten arbeitenden Bevölkerung Teutschlands. Sie erwartet insbesondere, daß die wirthschastliche und politische Freiheit der Partciagitation nach wie vor vorangestellt bleibt und nicht gestört iverde durch die Aufwerfung der religiösen Frage, die für die Sozial- demokratie gelöst ist durch den Grundsatz: Religion ist Privat- fache." Die übevserikche Answnuderuug ans dem Deutschen Reich über deutsche Häfen, Antwerpen und Amsterdam betrug im August d. I. 8110 Personen gegen 7484 Personen im selben Monat des Vorjahres. Auf Preußen entfallen davon 4703 Per sonen, wovon Posen, Westpreußen und Hannover diesmal das stärkste Kontingent stellten. Bayern fist mit 1031, Württemberg mit C33 Personen vertreten; alle übrigen Staaten haben eine wesentlich geringere Auswanderungsziffer. In der Zeit von Anfang Januar bis Ende August 1800 wanderten 63 733 Personen gegen»4 726 in derselben Zeit des Vorjahres ans. Kerichtisuug. In unserer gestrigen Notiz bezüglich deS Wechsels im Kriegsministerium ist der lltame des neuen 5triegs- ..inisters falsch geschrieben. Derselbe heißt nicht von Kaltenborn- Stach l e r sondern von Ltaltenborn-Stach a u. Da wir den uns bisher völlig unbekannten Namen in Zukunft wohl öfters werden zu hören bekommen, so ist es gut, sich denselben bei Zeiten zu merken. Dänemark. Kopenhagen, 6. Oktober. Im Folkething ist Högsbro zum Präsidenten mit 43 Stimmen wiedergewählt worden. Im Landsthing wurde Liebe mit 46 Stimmen zum Präsidenten wiedergewählt. Die Opposition im Landsthing enthielt sich der Abstimmung. GroßKritawnirn. London, 6. Oktober. Die irischen Parteihäupter kon- ferirten heute in Dublin. Parnell und einige andere Führer nahmen an den Berathungen nicht Theil, weil sie der Versantm- lung in Tipperary beiwohnen mußten. Hierdurch entstanden Gerüchte, daß in der Partei Zwiespalt herrsche. Der Dubliner Versammlung lagen fünf von Parnell genehmigte Anträge vor, die angenommen wurden. Hiernach sollen u. A. einige Haupt- Nationalisten nach Nordamerika gehen, um dort Ausklärung über die gegemvärtigen Zustände in Irland zu verbreiten. Fr au k reich. In Paris ist die Ausweisung gegen einen Deutschen ver- fügt worden, der dort seit einiger Zeit im Quartier Hauteville ein Bankgeschäft betrieb. Man bringt diese Ausweisung mit der Spionenaffäre Bonnet in Verbindung. Paris, 6. Oktober. Der Deputirte Laur wird bei Eröffnung der Kammer beantragen, daß gegen ihn und gewisse boulangtstische Deputirte die Untersuchung eingeleitet werde. Kelgie». Was man in einem zivilisirten Staate des 19. Jahrhunderts nicht mehr für möglich halten sollte, entwickelt sich in Belgien noch heute vor aller Augen! Ein staatlich organisirter Menschenhandel, um von den Begüterten die Militärlast abzuwälzen, wird getrieben, aber dieser Handel geräth in das Stocken. Zum ersten Male seit sechs Jahren haben sich bei dem Kriegsministerium nicht genug Leute gemeldet, welche bereit sind, gegen 1600 Franks als Ersatzmänner in die Armee einzutreten, denn mit jedem Jahre wächst die Zahl der Familienväter, welche ihre Söhne von der Dienstpflicht befreien wollen. Die Militär- behörden haben heute zahlreiche Familienväter davon benach- richtigt, daß sie sich selbst die geeigneten Ersatzmänner beschaffen müssen und ihnen hierzu drei Monate Zeit bewilligt wird. Die- 'elben sind somit gezwungen, sich an die Werbeburcaus zu wenden und gegen große Geldopfer sich Ersatzmänner zu kaufen. Das md ebenso unwürdige, wie auf die Dauer unhaltbare Zustände. Die sozialistische Arbeiterpartei fordert mit Recht:„Gleiche Rechte, gleiche Pflichten! Heerespflicht und Stimmrecht für Jedermann", und wenn die herrschenden Klassen sich nicht bei Zeiten bequemen, auf ihre Vorrechte endlich zu verzichten, so haben sie es ihrer eigenen Engherzigkeit zuzuschreiben, wenn Um- wälzungen hervorgerufen werden, welche mit allen Vorrechten der herrschenden Klassen gründlichst und ohne Ausnahme aufräumen.— So sehr auch die Offiziösen täglich sich damit abmühen, zu erklären, die sozialistische Arbeiterpartei ver- trete nur eine unbedeutende Minderheit der Arbeiter, so beweisen doch alle jetzt stattfindenden Wahlen für die Industrie- und Arbeitsräthe das Ungereimte dieser Behauptung. Gestern and in dem bedeutenden Jndustrieorte Chatelet diese Wahl statt. Die Sozialdemokraten siegten mit 490 Stimmen. Die kathotifchen Slrbeiterkandidaten erhielten 13 Stimmen(!). Auch die sozia- listischen korporativen Genossenschaften machen große Fortschritte. Der Verwaltungsbericht der sozialistischen korporativen Genossen- Haft„Fortschritt" in Jolimont weift für das erste Semester dieses Jahres 29 316 Franks Reingewinn auf. Das Meiste, 24 564 Frks., verdiente die Bäckerei, welche 567 627 Brote von e 2 Kilo abgesetzt hatte. Erwähnt sei, daß ihre drei Ausschank- lokale keinen Branntwein verabfolgen und dennoch 1870 Frks. verdient haben. Italien. Mailand, 4. Oktober. Von der„großen" Rede, welche Herr C r i s p i auf dem in Turin eröffneten Genossen- fchafts-Kongreß zu halten beabsichtigte, ist es inzwischen wieder völlig ruhig geworden, und der Ministerpräsident will es lieber mit einer„hochpolitischen" Rede in Florenz versuchen. Auf diesem Gebiete besitzt er allerdings auch mehr Erfahrung und obgleich die in seinem Solde stehenden Blätter der Haupt- stadt das Konzept für diese Rede schon längst veröffentlicht haben, so stellt man sich doch, als erwarte man die sensationellsten Ueberraschungen. Natürlich wird hier nur geredet werden von der Großmachtstellung Italien?, von seinen Beziehungen zum Dreibund und zu Frankreich, von den große» Erspar- nissen, die in den nächsten Jahren gemacht werden„sollen", und von dem großen Siege, auf welchen die Regierung bei den nächsten Wahlen hofft. Und dies Alles, nachdem man seit Wochen angekündigt hatte, Herr Crispi werde den Arbeiter- kongrcß in Turin besuchen und dort in einer großen Rede die soziale Frage löse»! Die biederen Genossenschaftler werden sich deshalb zu trösten suchen und ihren Kongreß ohne den Minister- Präsidenten abhalten müssen. Trotzdem haben sich zu demselben 46 Senatoren, 44 Abgeordnete und 180 Kooperativgenossensiyaften eingefunden. Das Komitee des Kongresses versendet an die Zei- tungen lange Berichte über die„wichtigen" Beschlüsse, welche dort gefaßt werden sollen; eine Würdigung derselben wird für uns freilich erst dann möglich sein, wenn sie thatsächlich gefaßt worden sind. Für de» sozialistifchen Kongreß, welchen die sozial- demokratische Sektion in Raven na dorthin zum 16. Oktober einberufen hat, werden bereits an vielen Orten Vorbereitungen getroffen. Der Stndienklub der Arbeiterpartei in Alessandria hat zur Unterstützung der Genossen in Ravenna ebenfalls einen Ausruf an alle Arbeitervereine Italiens versandt, worin die Nothwendig- keit hervorgehoben wird, daß sich endlich auch die Arbeiter Italiens ein gemeinsames soziales und politisches Programm schaffen müßten, wozu der Kongreß in Ravenna die passendste Gelegenheit bietet. Portugal. Lissabon, 6. Oktober. Der König hat den General Abreu e Souza(gemäßigter Progressist) mit der Bildung eines Versöhnungsministeriums beaustragt. Amerika. Mormonen in Amerika haben gemerkt, daß die Vereinigte Staaten- Regierung Ernst machen will, und— sich unterworfen. Sie haben ihre llieligion geändert(was wenige Stunden in Anspruch nahm) und auch ihre Verfassung, was schon etwas schwieriger war. Sie haben namentlich auf die Vielweiberei verzichtet— nämlich die gesetzliche, und wollen sich von nun an mit der ungesetzlichen behelscn, wie alle übrigen zivili- sirten Völker. Die Vvreflroisten dvv Sprechstnude» der Rcdufftio»: II bis 1 III)«*, OVa bis Wi Jlhv.|Uie bitte» im Interesse riues geordnete» Geschäftsganges uufrre Leser und Genosse» dringend um genaue Krachtnug unserer Sprechstunde». Rur i» A u s n a tz m e f ä t 1 e n wären wir bereit ausseehaib der angegebenen Stunden Auskunft zu erttzeUeu. 4 Theater. Mittwoch, den 8. Oktober. Opernhaus. Carmen. Kchanspielhaus. Die zärtlichen Ver- wandten. Kertiner Theater. Rosenkranz und Güldenstern. Deutsches Theater. Das Winter- Märchen. Zesstng-Theater. Das zweite Gesicht. Lriedrich-MUHelmstiidt. Theater. Die Fledermaus. Die Puppenfee. MaUner- Theater. Der Bauern- doktor. Pension Schöller. Rrstdenz-Thratrr. Ferreol. Uintoria- Theater. Die Million. KeUeallianre-Theater. Mein junger Mann. Ostend-Theater. Othello, der Mohr von Venedig. Thomas» Theater. Die Stroh- wittwe. Adolph Ernst-Theater. Unsere Don Juans. Kaufmann'» Uariötö. Große Spe- zialitäten-Vorstellung. Theater der Neichshallen. Große Spezialitäten-Vorst ellung. Conrordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gedr. Richter'» Uarists. Große Spezialitäten-Vorstellnng. Mintergarten. Große Spezialitäten- Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andreas, Alcxander- straße 27c. Margarethe Steinour, Lieder- it. Walzersängerin. Ann! Carelii, Kostüm-Soubrette. Herr Rosee, Gesangs-Huinorist. Adolf Gödicke, Mimiker, Stimmen- Imitator und Charakter-Komiker. Familie Blumenfeld, Parterre- Potpourri, Drahtseil, Tanz. i Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags SVe Uhr. Eittree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 60"Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Gartcn-Conccrt. Direktion A. Uödnrantr. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Fnti'PA Wochentags 10 Ffg., Li Uli tt sonn- nnd Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumeit. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezjal-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. 641 F. mailer. Kommandanteustr. 77—79. Täglich: Grosses Concert / mit Ouartett-Sänger». ausgeführt von dem Mtisik- Direktor H. S a n f t l e b e n. Wochentags: Frei-Concert. Sonntags Entreo 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- gnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. Passage-Panopticuin. Unter den Linden 22/23.[742 Lebeatzche WaWgllre». Pnnornmrn. Ziornmcir. Ethnographische Sammlungen. Italirnische Aolltssänizrr. Entree 50 Pf. Geöffnet von 10 bis 9 Uhr. VatF"»« K. w W" Rassage 1 Tu. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. �Hervorrag. Sehenstvürdig- keit der Residenz. Zum ersten Male: Neu: Helgoland. Uebcrgabe. Ankunft des Kaisers. Feldgottesdienst:c. Zweite Reise durch Portugal. 1. Cykl. pariser Meltansstellnng. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Rheinlaabischtr luimcl, gen.:,,DiefldeleUagctliiste", Berlin N., Elsasserstraße 73, gegenüber der Bergstraße. Rendez-vous aller lebenslustigen Herren. Brömmcls, Radaubrüder und Quasselsritzen haben keinen Ein- tritt. Kapellmeister: R. Blank. Gesang: Lucia Moor. H. Schnitze(mit'n tz), Plansch-Apotheker. Cirms G. Schumann. Friedrich-Karl-Ufer. Mittwoch, den 8. Oktober, Abends 7V2 Uhr; Grosse | Unserem Genossen Fritz Seiler ein donnerndes Hoch. Die Rothen am Urban. brillante Vorstellung. Zum ersten Male: Monopole, rufst Rapphengst, in kurzer Zeit dressirt und in allen(h�ngarten der hohen Schule geritten von Herrn M. Schumann. Zweites Auftreten des vorzügl. Luft- gymnastikers Mr. Melas. Damen- Hurdle-Race, geritten von 14 Damen. Auftreten der Reiterinnen Fräul. Rosa Gerard und Edith Adams. Urkomischer Original-Clown Duroff. Alles Nähere die Anschlagezettel und Programme. Castau's Panopticum. Entree 50 pfg., Kinder 35 pfg B. 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. � � Vorstellung Vorm. IIV2 u. 121/2 Uhr. Nachm. v.4i/2-9i/2Uhr stündl. eine Vorstellung. Ertra-Entree 50 pfg. Kinder frei. GesAstShlllls 8. Heine Chausseestr. 14. Die schönsten 741 Kiilbttkleiber unb puffen für Mädchen jeden Alters, sowie Mttgenrölke, Unterrölke, Trikottailleil n. Älttlsen, auch im Einzelverkauf sehr billig! Maaßbestellnngen u. Reparaturen werden prompt erledigt! Normal-Unterkleider und Triko- tagen für Herren, Damen und Kinder. Strümpfe, Socken, Hand- schuhe-c. GeslbWhlllls 8. Heine. EvoraNrim in Fässern von 10 Litern an und in Flaschen— 23 große oder 30 kleine für 3 M.— empfiehlt 2386 Gustav Hering, N., Berliner Lagerhof, Gebäude Nr. 3. Ilm eröffnet.[2249 Freunden und Bekannten zur Nach- richt, daß ich meine Destillation, Bicr-u. Frühstücks-Lokal nach Hermann- Platz No. 7 verlegt habe. Ausschank von bestem Weißbier, ff. Bergschloß- Brauerei- Bier, sowie Patzenhofer. A. Barthel, Rixdorf. Allen Genossen und Bekannten zeige hiermit an, daß mein 862 Cigarren-, Cigaretten- und Tabak-Geschäft jetzt Kottbnser Damm Alf. 14, im zweiten Hans von der Schönleinstraße, sich befindet. Otto Klein, früher Ritterstraße 15. Zahlstelle des Metallarbeiter-Vereins u. d. Gürtler, Fr. Hilfskasse Nr. 60. Achtung I Kein Laden. Nur eigene Fabrikation, 25 Zigarren 1 Mark. Garantie rein amerikanischer Tabake. Rippentabak 2 Pfd. 60 Pfg. 234 äj. F. Dinslnge, Kottbuserstraße 4, Hof part. Jede Uhr zu reparircn und zu reinigen kostet bei uns unter Garantie des Gntgehens nur 1|tl. 50 Pf.(außer Bruch), kleine Reparaturen billiger. Lager aller Arten neuer nnd gebrauchter Uhren. Verkauf zu erstaunlich billigen Preisen. 159 E. Rothort& Stolz, Uhrmacher, Andfravstr. 63, Cliausserstr. 78, Alte Schötthaulerstf. 35. (Spiegel nnd � Polsterwaarcn.! eigener Gr. Lager, bill. Preises Fabrik. Emifl Heyn, Brunnenstraße 28, Hos parterre. 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Sammellisten f. die Delegirten zum Parteitag nach Halle sind zu haben bei den Kommissions- Mitgliedern: 961 H. besser, Lothringerstr. 8. Möller, Sophienstr. 12, 3 Tr. Roosch, Schönholzerstr. 10a, Stfl. 3 Tr. Schulze, Mulackstr. 17, Hof 2 Tr. Wir ersuchen alle Genossen des 5. Wahlkreises, sich an den Samm- lungen recht rege zu betheilige». Die Kommisston. Zentrlll-Krllllkell-u.StttbMe her Merll.vmv.Bttllssg. Filiale III(E. H., Sitz: Hamburg.) Mitglieder- V ersanunlg. am Mittwoch, den 8. Okt, Abds. 8 Uhr, bei Ueyer, Alte Jakobstr. 83. Der Bevollmächtigte. 954 Deutscher WtliMttblillb. (Filiale Kerlin.) Mittwoch, den 8. d., Abds. 8V2 Uhr, in d. Arminhallen, Kommandantenstr. 20: General-Y ersammlung. Tages-Ordnung: 1. Neuwahl des Vorstandes. 2. Bezahlung der Beiträge. 3. Verschiedenes. 956 Mitgliedsbuch legitimirt. Das Erscheinen aller Mitglieder ist nöthig. Die Orts Verwaltung. MM benWr Mechaniker und verwandter Bernfsgonossen (Zahlstelle Berlin.) Mittwoch, den 8. d., Abds. 8V2 Uhr, im Louisenstädtische» Klndstau», Annenstraße Nr. 16: Mitglieber-Aersamiillnilg. Tages-Ordnung: 1. Bericht der Delegirten vom dritten Verbandstag in Wiesbaden. 2. Dis- kussion. 3. Kassenbericht für das dritte Quartal. 4. Bericht des Vorstandes und der Kommissionen. 5. Verschiedenes und Fragekasten. 957 Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Um zahlreiche Betheiligung und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Zum Freitag, den 10. Oktober, ladet hiermit der Pfeisenklub Angra Pequena Freunde und Genossen zu seinem Ver- gnügen in„Schwarzmilller's Salon", Kolbergerstr. 23, ein. 966 Achtung! Klempner! Nachdem wir mündlich und schrift- (ich die Klempner Küche, Jülge und Karl Hoffmann ausgefordert haben, die Listen, welche sie noch in Händen haben, abzuliefern, und dies trotzdem nicht geschehen ist(Hoffmann Billets vom Vergnügen), so thun wir dies hiermit öffentlich und ersuchen dieselben, ihre» Verpflichtungen nachzukommen. Unser Rendant Delcourt wohnt Wienerstr. 28, Querg. 1 Tr. 967 Der Dofstand. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeiter befindet sich Ununqnstfltste 78, im Ucstnuraut Winzer. Tie Adressen- Ausgabe findet an Wochentagen'Abends von 8— 9V2 Uhr und Sonntags Vorm. von 10— IIV2 Uhr an Mitglieder wie an Nichtmitgliedcr unentgeltlich statt. Ebenso ist die Bibliothek Sonntags von 9V2— 11 Uhr it. Mittwochs Abends von 8— 9V2 Uhr geöffnet. 1279 Die Arbeilsvermittelungs-Kommission. ü&ib* S üfiapk Klagen, Eingaben, Rath in Prozessen, Einziehung von Forderungen.[772 Pollak, jetzt Georgenkirchstr. 24 U. Schleif-, Polier- und Reparatur-Werkstatt v. R. Haasc, Messerschmied, N. Weinbergsweg 3. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 1. Berliner Reichstags-WahlkK MW" Urrsammlnng TSj» am Donnerstag, den 9. Oktober, Abends 8V2 Uhr, in Arminhallen, Kommandanten. Strasse Mo. LS. Tagesordnung: I. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Wahl des gestK Vorstandes. 3. Vortrag über Anarchismus und Sozialismus. RefereitO Ma« Baginski. 4. Diskussion. 5. Verschiedenes. Sozialdemokratischer Wahlverein des 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis' Große Versammlung-MW g, den 9. Oktober 1890, Abends 8V2 Uhr am Donnerstag, Restaurant„Königshof", BUlowstrasse. Tagesordnung: 1. Vortrag.(Referent Herr Regierungsbaumeister> Kessler). 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten.— Neu«' glieder werden aufgenommen. Gäste haben Zutritt. Sozialdemokratische Möhler, werdet Mitglieder des Mahlow 960 Der Vorstand» Jr Empfa glieder Delegir Wohnu emeiner Weitemm-Verck(üimtli# BerHff m Berlins uns Umgegend iUlinle I. Monbit). �"-n Große Nersammlnng onnerstag, den 9. Oktober, Abends 8 gemu verordn 8 Uhr, züglich Strasse Mo�für die am Donnerstag, im Lokale des Herrn Jlges, Wilsnacker Tages-Ordnung:.SßeMini, 1. Die Hausindustrie, speziell die Berlins. Refer. Herr Stabern' 1 1 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Wahl einer BcvollmäÄb�nen und einer Schriftführerin. 5. Verschiedenes.— Herren und Damen als'Wieder� haben Zutritt. Mitgliedsbuch bei der Wahl legitimirt. Zur Deckung �wiesen kosten findet Tellersammlung statt. cehen 930 Der Vorstand' �Schimp Der Verein znr Regelung der gemerblichen Verhältnisse�� Töpfer Berlins nnd Umgegend w» feiert am II. Oktober 1890, im grossen Saale der„BraXWeißbic Friedrichshain", vormals Lips(am Königsthor) sein der drü 2. Stiftungsfest e Kon r Uek 1 thun unter Mitwirkung des Gesangvereins„Mord". Die Musik wird, Kapelle des Herrn Schonat ausgeführt. Urning. Festrede. Hast.« Der UeLcrschnss ist zn Woliltliätigkeitszwecken stestiiimt�egenhei Anfang 8V2 Uhr. Entree Herren 50 pfg., Damen 3<)?weiser Billets sind bei folgenden Komiteemitgliedern zu haben: Paul HoMelbstbe» Memelerstraße 23; Paul Waldein, Adlershof, Genossenschaftsstr. 21 1 fchavf a Larson, Friedenstr. 71; Janecke, Oderbergerstr. 3; Klische, Webers».... Engel, Belforterstr. 5, sowie bei sämmtlichen Vorstandsmitgliedern. O 1 1 Kollegen und Freunde von Nah und Fern werden freundlichst tuyrung eingeladen. Hütte. 2253 Das Komilee�in der der Geffentliche Versammlung der Töpfer Berlins nnd UmgeD der S i ster Re Pet Zfuschar im am Donnerstag, den 9. d. M., Abends 7'/2 Uhr, k. Saale bet? Bötzow'schen Brauerei anr Prenzlauer. Tages-Ordnung:, ständige 1. Vortrag(Referent und Thema wird in der Versammlung hörigen gemacht). 2. Rechenschaftsbericht. 3. Gewerkschaftliches.— Um zayl"lue fehl Besuch der Kollegen zu dieser Versammlung ersucht tnderen 968 C. Thienie« -�?taat Freie Vereinigung der Galvaniseure Berufsgen. Berlins und Urngeg. üewerai- �ea�sammiiisBig SS am Donnerstag, den 9. Oktober, Abend» 8V» Uhr, rnnten tn „Feuersteins S a i 0 n", Alte Jakob- Stralxe Ur. Tages-Ordnung:, 1. Bericht des Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Neuwahl des Vor�e m u t 4. Verschiedenes und Fragen.— Es ist Pflicht aller Mitglieder, piinl";ßftigen erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt. letition 964 Der Vorstand»' Vereinigung der deutschen Maler und ftC?-6 Berufsgenossen(Filiale V. Nord). General- Versammlung am Donnerstag, den 9. Oktober. Abends 8 Uhr, Brunnenstrasse �sirgumei Tages-Ordnung: a« m u t 1. Kassenbericht. 2. Wahl des gesummten Filialvorstandes, nf schiedenes und Fragekasten.— Mitgliedsbuch legitimirt. 963 Die Filialwerwaltunst' ,4«"% Brfnmu WM- Achtung I Infolge von Differenzen hat das gesammte der Kontobücher-Fabrik von RoseMthaB, bestehend> Hm Buchdruckern, Buchbindern, Arbeiterinnen und jeder arbeitern, die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fern zu �»sbai 2aE2SES;-ESSS2SS3�n Hat Vtrck Verlintr GHivirtjsßehiH n den thält, CS Unseren Kollegen, Mitgliedern und sonstigen Interessenten hierdr r Zähl gefälligen Kenntnißnahme, daß Mo. I unserer Fachzeitung: �Jftuiigg Der GAstmietstsgehilf� feÄ am Donnerstag, den 9. d. M., erscheinen wirb ——■- stellun illten Alle Abonnemcntsbestellttngen n. s. tv. sind an unsere GeschO srlin, AunemsiP'asse No. 14, isasrt., J§% zil Händen des Herrn L. Ebert, zu adressiren. Um allseitige Unt� esellen dieses Unternehmens bittet Der Vorstann�obam, NB.: Die neuen Statntenbücher sind ebendaselbst täglich von- ß U), in Empfang zu nehmen. �(?. Posamentter-, Weiß- u. Woll>vaaren-Ges�» Mi L. Gerhard,% früher Masserckhor- Strake Ur. 68, jetzt Schmedter-Straste i1• UM" empfiehlt sich de» Genossen bestens."WM Verantwortlicher Redakteur: Cur! Kaaste in Berlin. JDruck und Verlag von Mar Kading in Berlin S\V„ Beuthstraße 2. Kier-n zwei i'1' i'» in ikK in' 1 Beilage zum Berliner .ffSlIfo 234. Mittwoch, den 8. Oktober 1890. T. Jahrg. Hr Parteitag in Halle. irm ["BIS In Halle wird vom Sonnabend Mittag 11 Uhr ab ein Empfangskomitee auf dem Bahnhof anwesend sein. Die Mit- glieder sind an weißrothen Schleifen kenntlich. Die eintreffenden Telegirten wollen sich an das Empfangskomitee wenden. leiftetf Wer von den Delegirten früher eintrifft, wolle sich in die Neu«' Wohnung des Genoffen W. Grothe, Jakobstr. 2, begeben. jluerii" md- UockÄlleS». Wir werden wohl noch des öfteren Gelegenheit habe», auf die oratorifche Musterleistung des Herrn Wohl- �r�ßemuth, die er in der letzten Sitzung der Berliner Stadt- 'Mverordneten-Versamnilnng zum Besten gab, zurückzukommen, vor- hr, Lüglich deshalb, weil seine Ausführungen wirklich typisch sind e NO' für die Art und Weise, wie unsere„liberalen" Gegner berechtigten Kernf�eschwerden der vom„Schicksal" minder Begünstigten zu be- .llmächMgnen wissen. Jeder, der die Rede, mit deren wortgetreuer n als �Wiedergabe wir den Berliner Arbeitern einen guten Dienst er- mg b» wiesen zu haben glauben, gelesen hat, wird uns darin wohl Recht � geben. Zunächst einige an die Adresse der Petenten gerichtete �L-!>Schiiilpfworte, die nur beweisen, daß der würdige Herr sich im tiiinf Unrecht fühlte, dany einige mehr oder minder wohllautende " lPhrasen, die sich im Munde eines„Fachmannes" ziemlich wunderbar Uusnahmen, und zum Beschluß der Appell an die Furcht des gj.glBLeißbierpHilisters vor den bösen Sozialdemokraten, die, kaum von sein der drückenden Last des Ausnahmegesetzes befreit, sich anschicken, e Kommune Berlin zu sozialisircn und damit den ersten Schritt r Uebersetzung ihrer„Irrlehren" aus der Theorie in die Praxis M thun— das war der„Gedanken"gang der Rede, und dieses ezept werden die Herren wohl in der Zukunft noch öfters be- ��lntzen, wenn es gelten wird, niit schönen Worten V>er Zumuthung entgegenzutreten, ihre bei jeder Ge- imUlt-«genheit betonte Arbeiterfrcundlichkcit doch einmal zu ** 30>eweisen. Run, der Stadtverordnete Singer hat den so il Ho� elbstbcwußt auftretenden„Baumeister und Stadtverordneten" so '■ L|' chnrs abgeführt, daß man mit ihm Mitleid haben könnte, wenn �»r für seine nicht von der geringsten Sachlichkeit getrübten Aus- dlichfl Führungen die ihm ertheilte derbe Lektion nicht vollauf verdient hätte. Wir wollen heute nur noch auf einen krassen Widerspruch itee�jn der Rede des Herrn Wohlgen? uth aufmerksam machen, der Singer �entgangen ist, was sich sehr leicht erklärt, da ihm per stenographische Bericht nicht vorlag. Während im Eingang er Rede des Wortführers der„Liberalen" die Ausführungen er Petenten über di? heilte bei Bauten in der Regel gelieferte fuscharbeit gebrandmarkt worden mit dem Hinweis, g(faß nur die Maurergesellen und zwar die„nnan- tändigen", der Freien Vereinigung der Maurer ange- lung hörigen der schuldige Thcil seien, wenn thatsächlich die Arbeit » ine schlechte sei, erzählt uns Herr Wohlgemuth an einer lln,s. äderen Stelle seiner Rede, daß schon seit zehn, zwanzig Jahren l!—-�taat und Stadt sich bemühten, herauszufinden, wie sie es machen �rannen, ohne daß sie bei der Akzeptirung des Mindestfordern- en eine schlechte Arbeit bekommen." Was haben denn nun die Maurergesellen in ihrer Petition anderes verlangt, als eben eine )enderung dieses Submissionswesens? Aber Sie thaten mehr: -ie gaben der Stadtverwaltung den einzig richtigen Weg an, ins dem man diesen hier von Herrn Wohlgemuth aner- muten Uebelständen Abhilfe thun könne. Und Herr Wohl- ZVor�emuth, der gar so sehr entrüstet war über die pünst.»ästigen, den Kern der Sache treffenden Worte der �nd» rFition» kennt jetzt plötzlich sehr wohl die Ursachen ------- une er hier zugesteht, wirklich gelieferten schlech- sei t. »er e Z. fi- zir. "l 1#" 1111 � fordert den Genossen Singer auf— wer lacht a■—»oine Resolution zu beantragen, wonach die städtische !)). �udeputation aufgefordert wird, energisch für die Regelung des ��llbmissionsivescns einzutreten", obwohl er weiß,„daß wahr- 'Aheinlich»viedcr nichts herauskommen wird". Eine köstliche aseo Argumentation, nicht wahr? Wir überlassen es Herrn Wohl- - 3. e 11,11 Ih selbst, diese sich widerstreitenden Ausführungen mit nander zu versöhnen, es dürfte ihm schwer werden. Den„leb- tiing-/1�11 Beifall" der reaktionären Mehrheit der Stadtverordneten- ..�ersaininlung hat er ivcg und darum wird es dem Herrn wohl -?*3«r zu thun gewesen sein. Mit Unchstcht auf die am 1. Dezember stattsindendc bütsten einige Mittheilungen über die Erhebungs- -Po�pmulare. sowie über deren Ausfüllung von Interesse sein. Für lhend tze. Haushaltung konnncn drei Karten" in Bewacht: die Jndivi ld Fll �ornbergehend Abwesenden, Hstal-Zählkarte A(der Name könnte wohl besser gewählt sei»)— _,\ix leben in der Haushaltung Anwesenden, die Zählkarte a für 1« J_____,________ und die Karte B, ivelche als aushnltungsverzeichniß und Wohnungskarte zugleich dient. Für m Hansbesitzer kommt noch die Berliner Grundstückskarte J [Uz». Jede Haushaltung cmpfängt spätestens am 80. November .11 o/m Zähler einen Zählbrief, der soviel A- und a-Karten ithalt,>vie Personen in jedem Haushalt durch eine ermittelt ivorden sind. Die Ausfüllung A»nd B geschieht am besten durch den Haus- ........~~----- der Karte A 0»•(.orerhebung hierdu�'r Zählkarten altnngsvorstand oder durch den Zähler. Die Frage ffh der Staatsangehörigkeit kann für Deutsche einfach mit„D" M wy/ An f ll-v rwf«mamVa.. C\r t-<------------ r. 1 � SA tzesthol antwortet werden. Außer den 12 vom preußischen Staate ge- |#ki% Frage« enthält Karte A noch 5 Zusahfragen der Stadt ttnte; Im, die sich aus die Aufenthaltsdauer in Berlin, sowie auf e Zugehörigkeit zu einer Kirchengemeinde beziehen; ferner soll ��Gewerbetreibenden die Zahl der beschäftigten Arbeiter und .nA. jsellen ermittelt werden und die Zugehörigkeit zu einer Innung. ,, lK5 nim wird nach den Blinden und Taubstummen in Berlin ge- w»>gt und schließlich bei Kinder» im ersten Lebensjahre nach �ter Ernährungsweise. Auf der Rückseite der B-Karte be- d�u sich ü(m der Stadt Verlin gestellte Zusatzsragen . er die Wohnungsverhältnisse. Es>vird gefragt, ob der �treffende Eigenthümer, Miether, Astermiether oder nhaber einer Dienst-, bezw. Freiwohnung sei. Bezüglich der � Höhenlage der Wohnung ivird unterschieden, ob dieselbe im Keller. i£< " Erdgeschoß, Hochparterre, Halbstock, ein zwei, drei, vier Treppen liegt. Bei der Zimmerzahl werden heizbare und nicht heizbare Räume mit Ausschluß von Speisekammern, Küche ec. unterschiede»; ferner soll noch ermittelt werden; ob die Wohnung zu gewerb- lichen Zivecken benutzt wird. Bei den Fragen nach Küche, Wasser- leitung, Badeeinrichtung und Waterkloset soll angegeben werden, ob dieselben von der Haushaltung allein oder gemeinschaftlich mit Anderen benutzt werden, ferner wird nach dem Vorhandensein von Badezimmern, Speisekammern, Alkoven beziv. Mädchengelaß gefragt und schließlich soll auch der jährliche Miethspreis inkl. Nebenabgaben angegeben iverden.— Behufs Ermittelung der Seßhaftigkeit der Miether ivird auch nachgefragt, wie lange Miether dieselbe Wohnung inne haben. Gs wird nno geschrieben: Der Fall des Sozialisten- gesetzes veranlaßte mich zu einer kleinen Illumination. Hierin glaubte nun die Obrigkeit eine wichtige Entdeckung zu machen. Am folgenden Tage erschien nämlich bei meiner Wirthin ein Jünger der heiligen Hermandad und erkundigte sich nach dem Zweck der Illumination. Als er nun erfahren, daß dies von den Schlaslentcn ausgegangen und sich auf das Arbeiterfest, den Fall des Sozialistengesetzes beziehe, forschte der eifrige Staats- retter auch nach den Namen dieser Uebelthäter mit den Worten: Dann»verde» wir uns die Herren mal etwas aus's Korn nehmen." Wir erfreuen uns hierdurch aus's Korn genommen zu iverden. Achtungsvoll H. Grieben, Klempner, Prinzensir. 46. Cin Keitrag christlicher Uiichstrnlirbe. Daß der Masienanstritt aus der Landeskirche dem Berliner Priesterthum gehörig in die Krone gefahren ist, so schreibt uns eine Frau, be- weist folgender Vorfall. Als mein Mann am 22. September unseren Austritt aus der Landeskirche anmeldete, erschien am 4. Oktober während der Abwesenheit meines Mannes ein Herr bei mir, welcher sich anschickte, mich betreffs des Austritts aus der Landeskirche eines Besseren belehren zu wollen, hierbei ge- riech er jedoch ans harten Widerstand und nach kurzer Zeit ver- ließ der betreffende Herr die Wohnung mit den Worten:„Das ist sozialdemokratisches Machwerk; ich wünsche, daß es Ihnen nur recht schlecht gehen möge." Als ich infolge dessen den Herrn auf die Worte:„Liebet Eure Feinde, segnet die Euch fluchen", aufmerksam machen wollte, hatte er schleunigst das Hasenpanier ergriffen. Auch hatte es der Herr für seine Pflicht gehalten, dem Hauswirth unsere Religionslosigkeit zu unterbreiten, was uns ebenfalls gleichgiltig sein kann. Nun, die Herren mögen es an- stellen, wie sie wollen, die Vernunft wird trotz alledem und alle- dem sich immer mehr Bahn brechen. scheidende Gäste. Mit dem Herbst, der die Natur in bunte Farben kleidet, kommt auch der Wandertrieb über unsere gefiederten Stammgäste. Allnächtlich wandern jetzt zahlreiche kleine Sänger, die sich während des Tages scheu im Gebüsch ver- borgen hallen, dem Süden zu. Aber nicht nur die Segler der Lüfle verspüren den Wandertrieb, sondern auch die stummen Be- wohner des Wassers werden von ihm erfaßt. In den stürmischen Nächte» des Oktober wandert auch der Aal, der sowohl in Bezug ans seinen Bau, als auch in seinen übrigen Lebensgewohnheitcn eine Ausnahmestellung unter den, in unseren Gewässern heimischen Fischen einnimmt. Die Fischer sehen freilich dem Scheidenden mit gethcilten Empfindungen nach, weil sie der Ueberzeugung sind, daß jeder Aal, der nicht in Verbindung mit Kartoffeln, Weißbier und Gurkensalat den Weg alles Irdischen wandelt, seinen Berns verfehlt hat. Da es sich um einen Abschied auf Nimmerwiedersehen handelt, denn die geschlechtSreifen, nach dem Meere ziehenden Aale kehren nicht zurück, sind die Fischer bemüht, die Schaaren der Abreisenden so viel wie möglich zu lichten. In den Sommermonaten bildet der Aalsang die hauptsächlichste Erwerbsquelle für zahl- reiche Fischcrfamilien. Wo in der Mark erbberechtigte Fischer sitzen, die sich nach alten Regeln in das zu fischende Gebiet theilen, gelten die Striche, die ihrer Beschaffenheit nach zum Aal- fang geeignet sind, als die besten und ertragsreichsten, da die Nn- kosten bei dem Funge mittelst sogenannter„Puppen" verhältniß- mäßig gering sind, während der Marktpreis des Aales Zu hoher ist, und derselbe auch während der heißesten Sommertage viel länger transportfähig bleibt als irgend ein anderer Fisch. Wer daher eine solche Gerechtsame geerbt hat, ist ängstlich bemüht sich die- selbe zu erhalten. Weit draußen, in einer geschützten, romantisch gelegenen Bucht haben schon die Urväter Hütten errichtet, und dort unter bemoostem Strohdache, umgeben von alten Bäumen, verbringt der Fischer rn Gesellschaft eines Knechtes den ganzen Sommer. Rings um die Hütte sind trockene Elsenflräncher ein- gerammt, an denen während des Tages Hunderte von Schnüren zum Trocknen aufgehängt sind, die gegen Abend abgenommen und mit einem Köder versehen werden. Die Beschaffung dieses 5köders würde den Fischern viele Mühe machen, wenn nicht der Berliner Thiergarten wäre, dessen große Regenwürmcr weit berühmt sind und einen vielbegehrten Handelsartikel bilden. In den Sommermonaten werden von den Personen, die sich mit dem Fange der Würmer beschäftigen, viele tausend Schock nach außerhalb geliefert. Die Preise, die pro Schock gezahlt werden, sind nach der jeweiligen Konjunktur verschieden, doch pflegen sie im Spätsommer, wenn die Jagdgriinde erschöpft sind, ziemlich hoch zu gehen, was die Fischer zwingt, sich nach Ersatz umzu- sehen. In erster Linie ist es der kleine Ueklei, der mit fein- maschigcn Netzen gefangen und als Köder benutzt wird. Ist auch er nicht zu haben, dann beginnt die mühevolle Jagd auf Blutegel. In das seichte Wasser des Ufers werden zahlreiche beschwerte, unten ansgehöhlte Holz- oder Rindenstücke gelegt, die der Egel mit Vorliebe zum Verstecke wählt. In den Abend- stunden werden diese Holzstücke vorsichtig aufgehoben, die dar- unter kampirenden Egel eingesammelt und mit heißem Wasser gctödtet. Sind alle Schnüre mit einem Köder versehen, dann beginnt das Auswerfen, wobei genau darauf geachtet wird, daß die Rohrbündel, an denen die Schnüre befestigt sind, durch den jeweilig herrschenden Wind möglichst weit über das Wasser ge- trieben werden. War diese Arbeit gethan, dann konnten die alten Fischer biS zum Morgen der Ruhe pflegen. Ihren Enkeln ist durch den Dämon Dampf diese Ruhe gründlich verleidet worden. Sie bleiben auf dem Wasser und spähen ängstlich, ob nicht die gefürchteten grünen und rothen Lichter anstauche», die bei ihrem Erscheinen mit Verwünschungen begrüßt werden. Es sind die Dampfer, die mit ihren langen Schleppziigen von beladcnen und leere» Fahrzeugen daher keuche». Fügt es der Zufall, daß sie ihren Weg mitten durch die Schnüre nehmen, dann sind die Verwüstungen, welche sowohl die Schiffsschrauben, als auch die nachfolgenden Kähne anrichten, so große, daß die Ans- sichten auf einen guten Fang in der Regel sehr herab gemindert, wenn nicht gar vernichtet sind. Geht jedoch alles ohne Störnngen ab, dann beginnt man beim Morgengrauen mit dem Einsammeln der Schnüre. Da der Aal den Köder tief ver- schlingt, ist eS nicht möglich, den Haken zu entfernen, die Schnur muß einfach abgeschnitten werden, was sicher eine große Thier- quälerei ist. Ferner werden viele Puppen tief in das Röhricht getrieben, ivo sie nicht ausgefnnden werden, während die daran gefangenen Aale elend zu Grunde gehen müssen. Diese Fang- Methode, die heute noch so ausgeführt wird, wie sie schon vor einem halben Jahrtausend von den alten Wenden ausgeführt wurde, erweist sich daher als eine grausame und unpraktische, die längst schon verdient hätte, durch eine bessere verdrängt zu werden. Was in dieser Hinsicht möglich ist, zeigen die vortrefflichen Ein- richtungen in Comacchio in Italien. Dort besteht ein kom- plizirtes Schleusensystem, welches im Frühjahre der jungen, vom Meere aufsteigenden Aalbrut den Eintritt gewährt, im Herbst aber die Auswanderung der ausgewachsenen Aale verhindert, wodurch der Fang, der dort jährlich tausende von Zentnern beträgt, sich äußerst einfach und rationell gestaltet. Bei uns wird man freilich noch lange Zeit bei dem Oeffnen des geschlachteten Aales den bekannten Haken finden, als einen Beweis für die barbarische und unrationelle Fangniethodc des Kleinbetriebes. Da»(Opftv einer unsinnigen Mette wurde am Freitag Abend in einem Schanklokal der Landsberger Chaussee ein Trinker, welcher sich unterfing, einen vier Liter haltenden Glas- stiefel innerhalb zehn Minuten in zwei Rationen auszutrinken und dazu noch vier paar frische Leberwürste zu essen. Die Wette ging um 12 M. Beim ersten Male ging Alles glatt. Aber kaum hatte der Trinker sich an den zweiten Theil seiner Aufgabe ge- macht, als er plötzlich den Stiesel fallen ließ und mit einem Auf- schrei zu Boden sank. Der Unglückliche, dem das Blut stromweis aus Mund und Nase qnall, wurde sofort auf Requisition eines hinzugerufenen Arztes nach seiner Wohnung geschafft, wo er als- bald seinen Geist ausgab. Gin verliccrrndev Kraul», der sich durch einen mächtigen Feuerschein weithin bemerkbar machte, wüthete gestern früh auf dem Grundstück Jüdenstr. 18, Ecke der Parochialstraße. Das Ge- bäude, ein Neubau, befindet sich bereits unter Dach. Auf dem Dachboden lagerten unter anderen auch die zur Herstellung der Treppen und zum inneren Ausbau des Hauses nothwendigen Holzmaterialen. Hier war der Brandherd. Das Feuer, welches gegen IVi Uhr zur Meldung gelangte, hatte die denkbar günstigste Nahrung gefunden. Beim Eintreffen der ersten Löschabtheilung bildete die eine Hälfte des sehr umfangreichen Dachbodens und Dachstuhls ein großes Flammenmchr. Die Feuerwehr, welche in größerer Stärke erschienen war, ging energisch zum Angriff vor. Da das Treppenhaus noch nicht fertig war, mußten die Schläuche von den Nebenhäusern ans vorgenommen werden. Es dauerte eine geraume Zeit, ehe man ein Abnehmen der furchtbaren Gluth wahrnehmen konnte, und erst nach einstündiger angestrengter Arbeit war man Herr des Feuers geworden. Neber die Entstehungs- ursacke hat sich nichts ermitteln lassen. DoUmbmcht. In der Nacht zum 5. d. Mts. sing ein junger Mann in einem Schanklokal in der Marienburgerstr. 31 a mit einem der anwesenden Gäste absichtlich einen Streit an und ließ dann etwa 15 in einer benachbarten Schankwirthschaft wartende Genossen herbeirufen, welche gewaltsam in das Lokal eindrangen, auf die Gäste einschlugen und die werthvollen Scheiben des Schaufensters und der Ladenthür, sowie eine große Zahl von Biergläsern zertrümmerten. Von den bei dem lieber- fall betheiligten Personen wurden acht zur Haft gebracht. Den angestellten Ermittelungen zu Folge handelte es sich um einen Racheakt gegen den Wirth.— Am 6. d. Mts. Vormittags wurde der Arbeiter Brunn ans dem Absatz der Bodentreppe im Seiten- flügel des Hauses Ritterstr. 75 todt aufgefunden. Derselbe hat augenscheinlich einen Korb mit Kohlen die Treppe hinabtragen wollen, ist dabei möglicherweise infolge eines Schlaganfalls von der Treppe gefallen und bald darauf verstorben. — Zu derselben Zeit fiel der Arbeiter Lisseck bei der Einfahrt eines Möbelwagens in den Berliner Lagerhof vom Sitz- brett des. Wagens herab, gerieth unter die Räder desselben und erlitt eine Quetschung des Unterarms, so daß er nach dem Lazarus- Krankenhause gebracht werden mußte.— Mittags lief ein i3jähriger Knabe auf dem Hofe des Grundstücks Waßmannstraße Nr. 27 gegen das Pferd eines dort haltenden Geschästswagens an, fiel dabei nieder und wurde, da das Pferd infolge des Anpralls anzog, überfahren. Er erlitt hierbei einen Bruch des linken Wadenbeins und eine Quetschung des rechten Unterschenkels.— Zu derselben Zeit wurde am Alexanderplatz eine Frau von einem beladenen Handwagen angefahren' und niedergestoßen. Sie erlitt hierbei eine schwere Verletzung am Bein und im Gesicht und mußte nach dem Krankenhanse am Friedrichshain gebracht wer- den.— Nachmittags schoß sich in der Kesselstraße, nahe d-ft Jn- validensänle, ein nervenkranker Mann mittelst eines nur mit Pulver geladenen Revolvers in das rechte Ohr und fügte sich dadurch eine so bedeutende Verletzung zu, daß er nach der Univcr- sitätsklniik gebracht werde» mußte.— Am 6. d. M. Abends und in der Nacht zum 7. d. M. fanden fünf Brände statt. CHerirhks-rZeitung. Der srwlsi seltene La», dasi ein Angestlagtev ver- nrthrilt, die Koste n des gerichtlichen Verfahrens aber der Staatskasse auferlegt werden, ist aus der gestrigen Sitzung der 94. Abtheilung des Amtsgerichts I. zu berichten. Der Eigen- thümer G. hatte von der Polizei ein Strafmandat erhalten, weil er sich einer Uebertretnng der Baupolizeiordnnng dadurch schuldig gemacht haben sollte, daß er in seinem Hause in der Gartenstraße in einer Trägerwand eine Thür durchbrochen hatte. Er protestirte gegen die Richtigkeit der Behauptung bei der Polizei, denn er w-.ßte ganz genau, daß die Uebertretung in seinem zweiten, in der BreSlnuerstraße belegenen Hanse, nicht aber in der Garten- straße, vorgekommen sein mochte. Sein Einspruch half aber nichts. vielmehr hatte die Polizei die ganze Sache bereis dem Gericht unterbreitet.— Der Gerichtshof war nun in der Lage, den Ange- klagten zwar wegen der Uebertretung zu einer geringen Geldstrafe verurtheilen zu müssen, er legte aber die Kosten des gerichtlichen Verfahrens der Staatskasse zur Last. Der Vorsitzende führte zur Begründung folgendes auö: Nach§ 497 der Strafprozeß-Ordnung sind zwar die Kosten vom Angeklagten zu tragen, wenn er zu Strafe verurtheilt wird, in diesem Falle handele es sich aber um ein ganz exzeptionelles Vorkommiuß. Der Gerichtshof meint, daß das ganze gerichtliche Verfahren ausschließlich durch die Polizei veranlaßt worden sei. Der Angeklagte habe mit Fug nud Recht dagegen remonstrirt, daß ihm ein Vergehen zur Last gelegt werden solle, welches durch einen Jrrthnm der Polizei an einen ganz falschen Thatort verlegt ivorden sei. Sache der Polizei wäre es gewesen, sich über die Thatsachen genau zu inforiniren und man würde dem materiellen Rechtsbewußtsem Gewalt anthun. wollte man dem Angeklagten auch die Kosten des ohne sein Verschulden inszenirten aerichtlichen _,,_■ ohne sein Verschulden inszenirten gerichtliche, Verfahrens an, bürden. Dieselben sind aus diesem Grunde der Staatskasse zur Last gelegt ivorden. Ei» Pro.-r si von»Ug», neinein Interesse beschäftigte gestern die Beruflingssttafkanuner des Landgerichts I. Es handelte sich um die Frage, inwieweit die sogenannte Knochenbeilage beim Verkauf von Fleisch gestattet ist. oder nicht. Die Ehefrau des Schlächteruieifters Gerst, ivelche einer Kundin etwas Knochen statt »"sich gegeben, hatte sich deshalb eine Anklage wegen Betruges Mögen. Arn 9. Mai d. I. trat die Ehefrau des Nestanrateurs «ckiindler an den in der Zentral-Markthalle befindlichen Stand der Angeklagten und verlangte ein Stück Rindfleisch. Frau Gerst legte das ausgewählte Stück auf die Waage, einen Knochen und auf etwas Nieren dazu und gab das Gewicht des Fleisches 4V2 Pfund an, wofür die Käuferin 2,70 2JJ. bezahlte. Als die Letztere die Waare zu Hause nachwog, stellte sie fest, daß das Stück Fleisch nur�Ve Pfund wog, die Knochen und Nieren wachten allerdings 1 Pfund und 105 Gramm aus, so daß das Gesammtgewicht der Waare das geforderte und bezahlte Gewicht um 105 Gramm überstieg. Frau Schindler ging zur Angeklagten und verlangte, daß die 405 Gramm Knochen und Nieren gegen ein Pfund Fleisch umge- täuscht würden. Die Angeklagte weigerte sich, worauf die Polizei in Anspruch genommen und gegen Frau Gerst obige An- klage erhoben ivurde. Das Schöffengericht sprach die Beschuldigte frei. Es wurde nämlich durch die Beweisaufnahme festgestellt, daß die Käuferin einen Vermögensnachtheil nicht erlitten hatte. Das ihr verabfolgte Fleisch war von besonders guter Qualität, für welches ein Preis von 60 Pf. das Pfund als ein billiger an- gesehen werden mußte. Wenn die dabei gegebenen Knochen und Nieren auch den Werth von 60 Pf. nicht hatten, so waren sie doch nicht werthlos und es mußte in Betracht gezogen werden, daß eine solche Beilage einestheils allgemein gebräuchlich� und anderntheils zur Bereitung einer guten Brühe erforderlich sei. Der Staatsanwalt legte Be- rufung ein, weil die Angeklagte nicht wenigstens wegen Uebertretung der Wochenmarktsordnung bestraft worden sei. Der § 43 derselben verbiete den Schlächtern, Köpfe, Füße, Knochen und andere minderwerthige Waare mit dem Fleisch zusammen zu wägen, dieselben müssen vielmehr besonders gewogen werden. In der zweiten Instanz stellte sich heraus, daß der Angeklagten auch in dieser Beziehung nicht beizukommen war. Die Zeugin mußte nämlich einräumen, daß die Angeklagte die Beilage nicht mit dem Fleische zusammen, sondern letzteres allein gewogen und dann nach Gutdünken die Beilage hinzugefügt hatte. Der Gerichtshof verwarf daher die eingelegte Berufung. Einzel»? intrressanrc Szene» ans dem Keeliuee Uer- brecheelrde» förderte„die Sache Bumke und Genossen" zn Tage, welche gestern vor der 11. Strafkammer des Landgerichts I im großen Schwurgerichtssaal verhandelt wurde. Man hatte den großen Schwurgerichtssaal zur Verhandlung wühlen müssen, weil sich die Anklage grgen 16 Personen richtete, welche auf der aus- gedehnten Anklagebank nicht SßlaK fanden. sondern aum Tbeil gedehnten Anklagebank nicht Platz fanden, sondern zum Theil noch auf einer der Geschworenenbänke untergebracht weroen mußte». Die beiden Hauptangeklagten waren zwei alte, gefähr- liche Einbrecher und Zuchthausbrüder, der schon seit langer Zeit dem Verbrecheralbum verfallene Johann Ludwig Bumke und der 14 Mal vorbestrafte A u g u st Brauer. Die übrigen 14 Angeklagten sind zärtliche Verwandte dieser Beiden, auch fremde Personen, welche sich keine großen Gewissensbisse daraus machen, gestohlene Sachen billig auszukaufen._ Unter ihnen ragt besonders Frau Töpfer Augufte Steinbach hervor, welche sich nicht darauf be- schränkt hat, nach dem Muster der Uebrigen Hehlerei zu betreiben, sondern dem verbrecherischen Treiben der beiden Haupt- angeklagten Vorschub geleistet und dieselben begünstigt haben soll, indem sie äußerst geschickt darin war, das gestohlene Gut so schnell unter zu bringen, daß die Polizei bei ihren Haussuchungen ohne Erfolge blieb. Bumke und Brauer sind vielfacher Banden- diebstühle angeklagt. Sie haben geständlich die zahlreichen Ein- bruchsdiebstüle verübt, welche im Februar und März dieses Jahres im Norden Berlins verübt worden sind. Sie sind dabei weder vor Kunstschlössern, noch vor Eisen- stangen, welche die Wohnungen und Geschästslokale sichern sollten, zurückgeschreckt, sondern haben mit der größten Frechheit ihre Diebeszüge ausgeführt. Bumke, welcher dabei einen Re- volver mit sich zu führen pflegte, hat sich nicht auf das Weich- bild Berlins beschränkt, sondern auch gelegentliche Ausflüge ge- macht und in Friedrichshagen und Erkner Einbrüche verübt. Die gestohlenen Sachen pflegten bei Frau Steinbach untergebracht zu werden und von hier aus von Hand zu Hand zu wandern, theil- weise wurden sie auch auf gefälschte Legitimationspapiere versetzt. Ein Kriminalkommissarius fahndete schon lange auf die beiden Einbrecher, konnte ihrer aber niemals habhaft werden. Endlich meldete ein Vigilant, daß Bumke, welcher gemeinschaftlich mit Brauer noch am 15. März Kleidungsstücke im Werths von 1500 M. gestohlen hatte, am Abend des 20. März bei einem guten Freunde in der Exerzierslraße erscheinen und dort zum ersten Male nächtigen würde. Es wurde deshalb ein Kriminal- schutzmann beauftragt, mit Unterstützung anderer Polizeibeamte den Verbrecher am 21. März früh im Schlafe zu überraschen und festzunehmen. Als die Beamten früh morgens an Ort und Stelle erschienen und in das Zimmer dringen wollten, hörten sie drinnen Geräusch und einen dumpfen Fall und als sie die Thür öffneten, gewahrten sie, daß Bumke, welcher Gefahr gewittert hatte, in verwegenster Weise seine Flucht bewerkstelligt hatte. Der am Boden zertrümmert liegende Blumentopf und das offene Fenster, durch welche die eisig kalte Morgenlust hereindrang, zeigten deutlich, welchen Weg der Flüchtling genommen hatte. In de« Eile hatte der Verbrecher sogar vergeben, seinen Revolver nützu Wimen, derselbe wurde vielmehr im Bett vorgefunden. Nur mit einem Hemde bekleidet, war Bumke aus dem Fenster des vierten Stockwerks auf das Dach geklettert, war mit der Ge- schmeidigkeit einer Katze das schräg aufsteigende Schieferdach und von da noch den steilen Giebel emporgeklettert und versuchte ver- geblich, auf das Dach des Nachbarhauses zn klettern. Als er sich von den Beamten verfolgt sah, kletterte er noch auf den Schornstein hinauf und schien Lust zu haben, in der Winterkälte eher zu erfrieren, als sich der Polizei auszuliefern. Etwa Vs Stunde war darüber vergangen, als der Kriminalschutzmann ein probates Mittel in Anwendung brachte: er zog einen Revolver, wie ihn die Kriminalbeamten bei sich führen, hervor, zielte auf Bumke und drohte, denselben unbarmherzig niederzuschießen, wenn er nicht sofort herunterkommen würde. Das half. An allen Gliedern vor Kälte zitternd, verließ Bumke seinen gefährlichen Zufluchtsort und gab sich gefangen.— In einer der nächsten Nächte gelang es der 5kriminalpolizei dann auch, den An- geklagten Brauer in der Nähe von Dalldorf fest- zunehmen. Beide hatten es zur Zeit auf eine Beraubung einer Kasse in Fürstenberg abgesehen.— Nach umfassender Beweisaufnahme verurtheilte der Gerichtshof den Angeklagten Bumke zu 15 Jahren Zuchthaus, Brauer gleich- falls zu 15 Fohren Zuchthaus und den Nebenstrafen, heitsmäßigen Hehler„„ m„ haus und von den Hehlern noch 7 Personen zu Gesangmp- strafen von 4 Wochen bis zu 9 Monaten. Fünf Angeklagte wur- den nach den Anträgen der Bertheidiger Dr. M s y e r, Dr. I v e r s und Dr. Fried m a u u freigesprochen. DaftKirchliofsdirbstälfls vom Strafrichter besonders streng geahndet' werden, hat auch die Arbeiter-Ehefrau Pauline Müller erfahren müssen, welche gestern vor der IV. Strafkammer des Landgerichts 1 stand. Wiederholt waren beim Inspektor des Eharitee-Kirchhofs Klagen darüber eingelaufen, daß von den dor- tigen Gräbern die schönsten Blumen gestohlen wurden. Die An- geklagte, die eine häufige Besucherin des Kirchhofes war, wurde beobachtet und der Verdacht zeigte sich als begründet, denn sie wurde ertappt, als sie die Gräber plünderte. Man fand in ihrer Schürze eine erhebliche Anzahl der schönsten Blumen. Für die Annahme, daß sie mit den gestohlenen Blumen Handel trieb, hat sich der Beweis nicht erbringen lassen; die Angeklagte blieb bei der Behauptung stehen, daß sie sich nflt einen billigen Zimmerschmuck > habe verschaffen wollen. Da sie bereits mehrfache Vorstrasen er- litten, so erkannte der Gerichtshof nach dem Antrage des Staats- anwalts auf 6 Monate G e f ä n g n i ß. NrSeiksvbenregttng Grwidernng. Auf den Artikel unter„Arbeiterbewegung" in Nr. 229 des„Berliner Volksblatt" vom 2. Oktober haben wir folgendes zu erwidern. Erstens ist es unrichtig, daß die Zigarren- arbeiter eine Lohnforderung per Mille von 1 M. gestellt haben; zweitens ist der in obigen Artikel enthaltene Satz falsch:„Nun erklären die Fabrikanten„um den stets wachsenden For- derungen der Arbeiter ein Ende zu machen" ihrem Personal: Wer von Euch nicht aus dem Bremer Fachverein austritt, kann in 14 Tagen gehen". Daß die Fabrikanten den Austritt aus dem Unterstützungsverein deutscher Tabakarbeiter forderten, ist That- 'eiche, und wenn sich die Arbeiter ein solches Vorgehen bez. eine olche Forderung nicht gefallen lassen, so wird dies ein jeder auf- ;eklärte Arbeiter Deutschlands in Ordnung finden. Drittens hat "ein Arbeiter in Eschwege einen Netto-Wochenverdienst von 20 M., wie es in dem betreffenden Artikel steht, denn wenn wirklich ein Zigarrenarbeiter 20 M. einnehmen sollte, so geht doch noch der Wickelmacher und Abripper ab, die der Zigarrenarbeiter in der Höhe von 8,50 M. von seiner Wocheneinnahme auszahlen muß. Daß die Sachlage so liegt, beweist zur Evidenz, daß nach der Ortskrankenkasse 1(Tabakindnstrie) in Eschwegs 152 Mitglieder der Kl. 1 angehören die täglich 1,75 M. und mehr verdienen. Kl. 2 sind 166 Mitglieder mit einem tägl. Verdienst von 1,25 M. bis 1,75 M. Kl. 3 enthält 327 Personen mit einem tagt. Ver- dienst von weniger als 1,25 M. In der Kl. 3 verdienen aber die Meisten nur 60 Pf. pro Tag. Daß die Fabrikanten eine Lohnerhöhung geben können, um hiermit die in dem betr. Artikel angeführte Konkurrenzverhältnisse, die bei weiterer Bewilligung zu Verlusten für die Fabrikanten führen würden, ins richtige Licht zu stellen, beweist der Umstand, daß Fabrikanten denjenigen Arbeitern, die die schriftliche Erklärung des Austritts aus dem U. V. D. T. gegeben haben, 60 Pf. Lohnerhöhung versprochen und thatsächlich auch denjenigen, die weiter arbeiteten, unter angeführten Bedingungen bewilligten. Von einer direkten Forderung der Arbeiter war überhaupt keine Rede, sondern einige Fabrikanten gaben unserem Kollegen Hugo im Beisein anderer Kollegen gelegentlich einer freisinnigen Versammlung(die Fabrikanten sind nämlich fast alle freisinnig), in der wir den Fabrikanten wegen ihres Vorgehens gegen die Arbeiter das Sündenregister aufdeckten, die Erklärung, daß sie mit uns in eine Lohnfrageverhandlung eintreten wollen. Als wir ig nun— ihr Wort war noch warm— deshalb durch die Lohn- kommission angingen, erklärten die Fabrikanten kurz und bündig, daß sie mit uns nicht verhandeln wollen und stellten dazu noch die Forderung des Austritts aus den U.-V. d. T. Das zweite und dritte Ersuchen der Arbeiter zur mündlichen Ver- Handlung scheiterte ebenfalls an der Hartnäckigkeit der Fabrikanten. Daß Letztere durch ihre Zusage zu Verhandlungen nur die Sache wie sie jetzt liegt liegt, provoziren wollten, um dadurch der öffent- liche» Meinung in besserem Lichte zu erscheinen, ist uns und auch de» Lesern des„Berliner Volksblatt" durch unseren früheren Ausruf in Nr. 223 genannten Blattes sowie durch vorliegende Erwiderung zur Genüge bekannt. Wir bitten alle Arbeiter, Kollegen und Genossen uns weiter zu unterstützen, damit wir den Angriff auf das Koalitionsrecht mit aller Energie zurückzuweisen im Stande sind. Eschwege, den 3. Oktober 1890. Die gemaßregelten Tabakarbeiter und-Arbeiterinnen von Eschwege. I. A.: W. Hugo. Ernst Hasse. Ferdinand Körner. s An 2 Orten streikten die Kollegen, um die Logisarbefl> die Lieferung der Fornitur durch die Gehilfen abzusäst? Wegen Lohnreduktion sahen sich die Kollegen ebenfalls l»i Städten zum Streik gezwungen. u In einer Stadt streikten die Kollegen wegen LohnerW und Abschaffung der Logisarbeit und in einem Falle sttf» die Kollegen um Einführung einer Werkstattordnung und schaffung der Lieferung der Fornitur durch die Gehilfen.! Vor Beginn des Streiks wurden gütliche Versuche V nommen, um den Ausbruch des Streiks zu verhindern, in 37 St» und zwar von Seite der Arbeiter in 23 Fällen, von den AI» gebern in zwei Fällen, von beiden Theilen in 6 Fällen W# einem Orte verhandelte mit Erfolg ein Bürger«� zwischen beiden Parteien. 25 von den Arbeitern unternetf' Bersuche, eine Einigung vor dem Streik zu erzielen, wäre» solglos, vier dagegen von Erfolg begleitet. Von den# gebern wurden in Städten zwei erfolglose Versuche unternoM den Streik zu verhüten. In 6 Städten unternahmen beide P den Versuch, durch Ausgleich die Streiks zu verhindern, m 5 Fällen von Erfolg war und in einem Falle n»| Soziolo MeberstAzk. zur frei- Weise e der Ver arbeiter breitum Sä arbeiter kommiss Textilai zuberuß laden, deutsche über Tl arbeiter m N»d II 3399 Kollegen streikten'nach ohngefährer Schätzung 25 000 A lelbe hc Den längsten Streik mit 37 Tagen haben die Kollegen in T in Hannover durchgefochten, den kürzesten mit einem Tai I;""- Kollegen in Marburg i. H. An Geldunterstützung wurde» sämmtliche Streiks 21 022 M. aufgebracht mit Ausschluß Berliner Kollegen, welche 2915 M. verausgabten. Mit den Sutf« W!"y welche der Widerstand gegen den hessischen Fabrikantenring w und den weiteren Unterstützungen, welche in Orten nöthig» genne die keine statistischen Daten lieferten, dürfte der Gesammtbq eymen, den diese Lohnbewegung in diesem Jahre kostete, auf 30 000-oOi zu bezeichnen sein.,,' Zu dieser Summe wurden vom Unterstützungsfonds# ö 18 000 Mark beigetragen. Gegenwärtig befinden sich die Kol»° r.n, in 3 Orten im Streik, nämlich in Eisenach, Bockenheim�.1 ig in ö«jnen im«weil, mimiicy in«iirii»»),■ Weimar, in allen Fällen betrifft es mechanische Schuhsaffl» a Der Kassenbestand des Unterstützungssonds beträgt gegen»» 1756,39 M. .demnach liebet den Stand des�Schuhmacher-Fachblattes", welch� �b°itsi Privateigenthum des Herrn Bock, berichtet derselbe, daß es- m- "'" er für eine Reihe verschiedener sammln befundei könnte 1 zugestellt geben, d klären. welcheal Maurer Kerlin«! Wir bringen Euch nochmals Kenntniß, welche Kollegen außer den Hilfskassirern die willigen Wochenbeiträge in Empfang nehmen. Es sind dies für den Osten: H u p p k e, kassirt Sonnabends Rüders- dorferstraße 8 bei Böhl; Sonntags in seiner Wohnung, Vormittags von 9—11 Uhr, Große Frankfurterstr. 63, Hof II; für den Norden: D a m s, Tresckowstr. 15, vorn III, Sonntags von 9—11 Uhr; für den Westen: Kurtz, Sonnabends bei Grafunder, Schwerinstraßen- und Ziethenstraßen-Ecke; Sonntags in der Wohnung, Culmstr. 25, Vormittags von 9—11 Uhr; für den Süden: K ä p p e l, Sonnabends bei Scheyer, Gneisenau- und Schleiermacherstraßen-Ecke; Sonntags in der Wohnung, Arndtstr. 19, II, Vormittags 9—11 Uhr; für das Zentrum: K i e n a st, Sonnabend Abend und Sonn- tag Vormittag bei Kuhlmey, Rosenstr. 30, Ecke Neue Friedrichstraße; für den Wedding: Witte, Sonnabends Boyenstraße 7; Sonntags in der Wohnung, Straße 66 Nr. 2. Kollegen! Da die Leitung der Agitation eine systematisch einheitliche Regelung erfahren mußte, wenn unsere Bewegung nicht vollständig in den Sumpf gerathen soll, so fordern wir Euch nunmehr auf, tbatkräftiger denn je einzutreten für Eure Sache; was in unseren Kräften steht, soll geschehen, um die Be- wegnng vorwärts zu bringen. Der Vorstand der Freien Vereinigung der Maurer Berlins. I. A.: Julius Wernau, Zionskirchplatz 2, III. Die Kollege» der Firma Oppenffeimer u. Co., Jägerstr. 47/48, legten am 25. v. M. die Arbeit nieder, weil ihnen auf die dem Chef unterbreiteten Forderungen ein ab- lehnender Bescheid zu Theil wurde. Das„Berliner Volksblatt" brachte eine diesbezügliche Notiz. Nachdem nun im Verlauf der vorigen Woche mit dem mehrerwähnten Mitinhaber der Firma. Herrn Oppenheim jun., eine Einigung über mehrere Punkte zu Stande kam, andere fallen gelassen wurden, haben sämmtliche Mäntelschneider die Arbeit wieder aufgenommen. Meißrnfelo, 6. Oktober. Heute Morgen trat im hiesigen Schützenhause der Kongreß deutscher Schuhmacher zusammen. Er wurde von dem Einberufer Herrn Fleisch- Hauer dahier um 9 Nhr mit einer kleinen Ansprache und einem herzlichen Willkommen eröffnet und hierauf zur Bureauwahl geschritten. Gewählt wurden zu Präsidenten die Herren Ebel- Hamb u r g und Markus-Kassel, zu Schriftführern K l ü ß- E l m s h o r m und O b e r m a y e r- M ü n ch e n. Die Tagesordnung lautet: 1. Die Organisation der Schuhmacher Deutschlands. 2. Welches sind die zweckmäßigsten Mittel zur Er- reichung einer besseren Existenz? 3. Die Organisation der in der Schuhbranche beschäftigten Arbeiterinnen. 4. Wahl eines Vertrauensmannes resp. Schiedsrichters in Streikangelegenheiten. 5. Anträge aus der Mitte des Kongresses. Nach einigen Debatten über Geschäftsordnung ic. erstattet Herr Reichstags-Abgeordneter W. B o ck von Gotha Bericht über seine Thätigkeit als Vertrauensmann für den Zeitraum von zwei Jahren, die seit dem Weimarer Kongreß verstrichen. Da jedoch im verflossenen Jahre die Lohnbewegung bei den Schuhmachern nicht nennenswerth gewesen, so wird gleich auf die diesjährige eingetreten. In diesem Jahre betheiligten sich von der organi- sirten Kollegenschaft 8473 Personen in 46 Städten an der Lohn- bewegung; davon gehörten 4334 dem Verein deutscher Schuh- machet an. 2028 derselben waren länger als 1 Jahr, 2798 länger als 1 Monat Mitglied der Organisation. An den Streiks betheiligten steh länger als 3 Tage 3143 Ledige und 1252 Verheirathete. Hierzu kommt noch Berlin mit zirka 6000 Kollegen, von welchen etwa 800 dem Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher angehörten. In 21 Städten streikten die Kollegen wegen Lohnerhöhung und Einführung einer Werkstattordnung mit regelmäßiger SlrbeitSzeit. In 6 Städten beschränkten die Kollegen ihre Forderungen auf Lohnerhöhung und in 4 Städten war Maßregelung und Aussperrung die Ursache der Streiks. Ueberschuß abwirft, den................... Abrechnung spezifizirten Zwecke der Arbeiterbewegung im. von 3746,57 M. verwendete. Ungefähr 2500 M. entfallen dß. aus Unterstützung der Lohnbewegung._.., J eine Bei Herrn W. Bock wird für seine Thätigkeit als Vertra» �. mann durch Erheben von den Sitzen einmüthig der» �' votirt. t* Damit war die Vormittagssitzung ausgefüllt. In der mittagssitzung wurde über die zukünftige Gestaltung Organisation deutscher Schuhmacher berathen, die Angeleg jedoch nicht zu Ende geführt, sodaß über den gleichen Punkt die Diskussion fortgesetzt wird. Im Großen und Ganze», sp�ch � mag für heute hier bemerkt werden, ist man darin einig,«»' Freuden Organisation der Kollegen im Verein deutscher Schuhmachst ßuerksam bewährt habe. Ein wichtiges und neues Moment bildet i»! Diskussionen die Organisation der in der SchuhmacherW beschäftigten Arbeiterinnen. versaimr Anwesend sind 57 Delegirte, welche 72 Ortschaften einoersta Z«r Krnn;richnu»g der Freiheit drs ArbeitsvrrteZ Kräften Der Kommerzienrath Heye ist— wie v. I. der„Hann. kräftigt schrieb— allgemein als ein humaner Unternehmer be» um dem welcher seinen Arbeitern nur Gutes erweist. Wie weit die,» und Uni des Herrn Kommerzienrath reicht, zeigt folgender Ukas, JJ der S Stile des Eisen-König Stumm abgefaßt ist und in der„S? Nachwelt burger Ztg." vom 2. d. veröffentlicht wird:, Arbeits» An die A beiter der Heye'schen Fabrike»'zu verle, Es wird das Gerücht ausgesprengt, daß ich nichts geg� nachweü Betheiligung der Arbeiter an dem sozialdemokratischen„Vff Arbeits» der Glaser Deutschlands" einzuwenden hätte. Um meinen Sla? den auch diesem Verein gegenüber richtig zu stellen, erkläre iclstl Versami so lange mir Leben und Kraft geschenkt bleibt, ich mir mein? Wahl thnni zu erhalten suchen werde; würde ich die Sozialvewt aufkommen lassen, würde ich also den von SozialdemokratS/ gemühlt. liehet Art wie Horn geleiteten Verband der Glasarbeiter D» Der -•*■"-" Arbi',— lands dulden, dann wäre das Ende jeder ruhigen Ator Mission. kommen und die Industrie dem Untergänge geweiht. Wck. Büttner mit mir und bei mir arbeiten will, wer glaubt, in seinem» brachte gestört zu sein, kann und soll gehen! Ich halte Nieman�Kommisj ebenso wenig kann irgend Jemand von mir verlangen, �Antrag "'-'-'....... �streikend Leute behalte und dulde, welche schwätzen, faulenzen oder K s Verdienst der Arbeiter schmälern, indem sie Beiträge für*/ 100 M. sammeln, welche meistens zum Nutzen der einzelnen Fühl» Nachdeu Bevorzugter dienen.. i einzuber Ich warne daher jeden Arbeiter, dem sozialdemolr» Mission" Verein beizutreten; ich würde mich genölhigt sehen, ihn M Au entlassen. pniUlrt Geh. Kommerzienrath Heye,> Schrift Besitzer der Hütten: Schauenstein, Wendhöhe, Steinkrug, A»»? 1. Beri o.—;»..:..«j.—»--ig frage be »'»Zum ei zu' verhungern!' Letzteres kann ihm um so eher passiren, da»der letz! bei den Glashüttenbesitzern die schwarzen Listen in anslP' beider 8 Weise benutzt werden. ,, handlun Das Solidaritätsgesühl der Arbeiter kann durch suWII lasse" nur gestärkt werden; wenn jede Bestrebung, ihre � vird, werden die Arbeiter um r, zusammenhalten und schließlich auch solch mächtigen• Kommerzienräthen gewachsen sein! Vorläufig heißt es: 0'« Euch!. Gera, 6. Oktober. Gestern fand hier die Konfeckü T i, l a e Der Textilarbeiter von Thüringen und Voigtland statt. Dieses stimmig zwei An 1. 5 )iau. WU". von 26 Delegirten aus 15 Orten besucht. Die Tagcse von Pn lautete: Situationsberichte. Organisation und Agitatiosjstreitigke Fachpresse. Stellungnahme zum deutschen, sowie interna», Theilen Textilarbeiter-Kongreß. Den Situationsberichten ist fo'fl8', dies anc entnehmen: Ueberall haben die Arbeiter über Mangel ff revision reichender Beschäftigung zu klagen. Die Löhne sind übet. Delegirt niedrig, von einer Erhöhung derselben entsprechend der S-ffs mecnschc der Lebensmittelpreise ist nirgends etwas zu verspüren, K Verschie! sich die Textilarbeiter überall in sehr gedrückten Verhält»� 4. Oktotn finden. Am schlechtesten gestellt sind die Hausweber, welches kaum 5—7 M. pro Woche verdienen. In den F» erhalten die Arbeiter einen Wochenlohn von 11—1; für 12stündige Arbeitszeit. Jedoch ist die Arbeit» den Färbereien oft eine weit längere, so konstat» Delegirter, daß in Gera es vorgekommen ist, daß>»» beiter schon 28 Stunden hintereinander gearbeitet h» Sonnabend früh bis Sonntag Vormittag in einer Tour. wird bis Abends 9 auch 10 Uhr gearbeitet. Die Bef.-- Weber und Wirker konstatirten alle, daß die gegenwärW tft von in Thüringen sich ganz besonders heftig zeige, es wurde f, wird i die rapide Vermehrung der Produktionsmittel und die»,�»0 v'® beitszeit zurückgeführt, wenn auch zugegeben wurde, daß Mschtig i erhöhungen in Amerika nicht ohne Einfluß sind. Aus J die Vers richten ging hervor, wie nothwendig eine gute DWr Kollegen sämmtlicher Textilarbeiter ist., orl S" Leider mußte konstatirt werden, daß es um dffl: Montag schlecht gestellt ist. Die wenigen vorhandenen Fachverech.lPiit der viel zu leiden, so wurde von den Vertretern Geras n» � ichende i daß die Stuhlarbeitervereinigung als politischer Vere»..H>» ,,Fr worden ist und demgemäß die Einreichung einer M'W Mmistßti verlangt wird. Bezüglich der Organisationssrage wurde beschlösse»�'» be wo es möglich sei, Fachvereine zu gründen und die chTf�liche%% Uuterstü fBudapes | treffende ihnen n 'wird no beiter in dieselben aufzunehmen. Unabhängig von den 9»% ff.Z allen Orten innerhalb eines Monats Vertraue'�... Zur Leitung der Agitation soll ein' sollen an gewählt werden m komitee für Thüringen und angrenzende Gebiete geschaff�� Als Sitz desselben wird Gera gewählt. Man bofst jähr geß ■teit< Weise etne Organisation ins Leben zu rufen, welche gegen keins usch-i der Vereinsgesetze verstößt. Als Fachorgan wurde der„Textil- - � f arbeiter" von der Konferenz anerkannt und dessen eifrige Ver- ] breitung empfohlen. Schließlich wurde über die Abhaltung eines deutschen Textil- , W arbeiter-Kongresses verhandelt und beschlossen, die Agitations- unbl kommission der Textilarbeiter zu Berlin zu ersuchen, einen deutschen I Textilarbeiter-Kongreß spätestens zu Ostern nächsten Jahres ein- ■'e u'J zuberufen und hierzu die weiblichen Arbeiter der Branche einzu- ygtiü laden, ebenso alle Textilarbeiter des Auslandes, soweit sie die n 0 deutsche Sprache reden. Diesem Kongreß soll auch der Beschluß . über Theiluahme an einem internationalen Kongreß der Textil- gerw� arbeiter überlassen bleiben. ________ ».j Verl««»»»nlu»tAen. Eine öffentliche Nerseninilung der Zattiee Keelina und Umgegend tagte am 23. September bei Jordan. Die- m Ii selbe hatte den Zweck, eine Einigung der beiden bestehenden Ver- in I eine zu bewirken. Den Vorsitz führte Herr Schwarz. Zum ersten i Tat Punkt,„Bericht der am 6. August gewählten Einigungs- Kommission", sprach Kollege Bombin. Derselbe fuhrt aus, daß rMnS! die aus 7 Personen bestehende Kommission gewählt wurde, eine Wm» W® Organisation zu schassen, da man gesehen habe, daß die ...((i Unternehmer sich vereinigten und geschlossen den Arbeitern ent- in»>»> gegentreten. Man wollte den Arbeitern das Koalitionsrecht imtbel! nehmen, indem man die Arbeiter aufforderte, aus den Vereinen .QggO' auszutreten, da sie merkten, daß der Arbeiter im Verein mit j seinen Kollegen eine Macht erreiche und ihnen den Unternehmer- ,ids k gewinn etwas schmälern könnten. Dem Kapital nun entgegen- . KoÄ zutreten, gehöre eine kräftige Organisation. Die Kommission ist i zu folgenden Schlüssen gekommen: 1. Das Vorhandensein ch.hii zweier Arbeitsnachweise erweckt bei den Unternehmern aenÄ k'e Annahme einer Uneinigkeit. Die Kommission ist * H demnach zu der Ansicht gekommen, einen Zentral- »*li Arbeitsnachweis zu gründen und hat das Lokal von ffi Gründe!, Dresvenerstraße, dazu ausgedacht, welches für beide '(j Vereine sein soll. Die Arbeitsvermitller sind in öffentlichen Ver- 2« sammlunge» zu wählen. Ferner hat es die Kommission für gut i tl befunden, die Versammlungen beider Vereine alle vier Wochen 1 stattfinden zu lassen in einem Lokal, so daß alle vierzehn Tage fftrflfi e'nc Versammlung stattfindet und jeder Kollege sie besuchen kann. | Dadurch wird eS Jedem möglich gemacht, beide Vereinsversamm- 06 j lmigen zu besuchen, was bis zetzt nicht der Fall war. Ferner . if könnte die Zeitung den Fachvereins-Mitgliedern etwas ermäßigt zugestellt werden. Dem Zentralverein sei auch die Bibliothek zu über- -Ä Leben, da es unsere Aufgabe sein muß, die Kollegen möglichst aufzu- % L klären. Ferner müßte eine Agitationskommission gewählt werden, ", welchealle vier Wochen eine öffentliche Versammlung einberuft. Dann " not Kollege Büttner und begrüßt den Einigungsvorschlag mit ß- Sl Freuden. Kollege Haußner macht noch auf die Ersparnisse auf- ü i« merksam, welche durch diese Einigung erzielt werden. 9®� Nachdem noch mehrere Redner gesprochen hatten, wurde folgende her» Resolution einstimmig angenommen:„Die heutige Sattler- �Versammlung erklärt sich mit den Vorschlägen der Kommission ve»? einverstanden. Es verpflichtet sich jeder Anwesende, nach besten Kräften dafür zu sorgen, daß die bestehenden Organisationen ge- "Z kräftigt werden, um eine aufgeklärte Kollegenschast heranzubilden, i ri um dem Unternehmerthum ein Bollwerk gegen die Ausbeutung die ,, und Unterdrückung der Arbeiterschaft entgegen zu setzen." In >s,? der Spezialdebatte wurde zunächst über den Arbeits- „SV nachweis gesprochen und folgendes beschlossen: Den i Arbeitsnachweis vom 1. November ab nach Dresdenerstr. 116 . ke» zu verlegen, sowie eine Kommission von sieben Mann als Arbeits- gegiß nachweis-Kommissivn zu wählen und derselben die Regelung des „Wj Arbeitsnachweises in die Hand zu legen. Tie Kommission hat Stcm in den öffentlichen Versammlungen Bericht zu erstatten. Jede ich� Versammlung wird weitere Schritte beschließen. Dann wurde zur nem�Wahl geschritten und die Kollegen Militz, Leister, Achterberg, ldeiMHübncr, Lechleitner, Jakobi und A. Schultze zu Arbeitsvermittlern lrate« gewählt. er Der nächste Punkt war die Wahl einer Agitations-Kom- Arv�, Mission. Nach einer kurzen Debatte wurden die Kollegen Bombin, WWzüttner und Schreiber gewählt. Zum Punkt„Verschiedenes" uew's brachte Kollege Sachs einen Antrag ein, der Slgitations- nan� Kommission 5u M. aus der Unterftützungskasse zu bewilligen. Der m,'Antrag wurde einstimmig angenommen. Ein Antrag, den >er M streikenden Sattlern in Hannover aus der Unterftützungskasse für»hoo M. zu bewilligen, wurde gegen 3 Stimmen angenommen. Fühlff Nachdem noch beschlossen, die nächste öffentliche Versammlung J einzuberufen mit der Tagesordnung:„Auflösung der Lohn-Kom- nokisZ, Mission", schloß der Vorsitzende die gut besuchte Versammlung. in A,» Donnerstag, den 2. Glttober, fand in Deig- I mnller'o Hnlon, Alte Zaltobstraste, eine allgeineine i Kchriftgieffrvvrrs'ammlnng statt, mit der Tagesordnung: PiiJJJ 1. Berichterstattung über die Einigungs- resp. Verschmelzungs- zer frage beider Vereine. 2. Tarifangelcgenheiten. 3. Verschiedenes. nd b'- Zum ersten Punkt wird mitgetheilt, daß gemäß dem Beschluß i, baf der letzten allgemeinen Versammlung eine kombinirte Sitzung iMW beider Vorstände stattgefunden hat. Das Resultat der Ver- J Handlungen war folgende Resolution: solch� Die am 26. September stattgehabte Sitzung beider Hri Vorstände empfiehlt beiden Vereinen durch Schaffung einer iu r« Karrenzzeit eine Einigung herbeizuführen und vor- gen« läufig von der Messingarbeiter- Frage abzusehen. : Dsii Gleichzeitig beschlossen die Vorstände zu Gunsten der Einigkeit beiderseits die Aemter niederzulegen. nstiA Der Antrag der Vorstände wurde von der Versammlung ein- diesel? stimmig angenommen.— Zum 2. Punkt wird mitgetheilt, daß rges»� von Prinzipalsseile zur Beilegung resp. Entscheidung von Tarif- tati�streitigkciten ein Schiedsgericht vorgeschlagen sei, welches zu gleichen xrnan'Theilen aus Prinzipalen und Gehilfen bestehen soll. ES wird sola-- dies anerkannt und gleichzeitig die Nothweudigkeit einer�Tarif- gel 9 revision betont. Ein diesbezüglicher Antrag, welcher die Berliner übe-?- Delegirten zur Durchführung der Revision des Tarifs in Ge- c Sti» meinschast mit den Prinzipalen beauftragt, angenommen.— Unter cen. E Verschiedenes wird mitgetheilt, daß die Kollegen Budapests am ältii�ä. Oktober jedenfalls die Älrbeit niederlegen und er>uchen dieselben um sich-.� kräftige Unterstützung seitens der Berliner Kollegen. Es werden Fat? zwei Anträge angenommen, welche lauten: — 13| 1. Die Versammlung erklärt sich mit den Kollegen Budapests .beil-«» solidarisch und ist bereit, dieselben in ihrem Lohnkampfe rolle > stall'. Unterstützung z« Theil werden zu lassen.— 2. Beantrage, den „la�B.ibopestet Kollegen mit nachträglicher Genehmigung der be- habt, treffenden Versammlung die Vorstände zu beauftragen, eine von our. s ihnen noch näher festzusetzende Summe zu übersenden.— Es igeli» wird noch die Abrechnung über die Streikgeldcr verlesen. Diese oärti« ist von de» Revisoren für richtig befunden worden, dem Kassirer rd- � nurd Techarge ertheilt. Gleichfalls theilen die Sievisoren mit. i- tue Delegirtengelder, resp. die Abrechnung über dieselben oaß 2 richtig befunden wurde. Um 12% Uhr schloß der Vorsitzende -us?die Versammlung mit einem Hoch au die Einigkeit der Berliner j�rg� Kollege». Di» posamentir»»«nd Kernfogenolf»» tagten am dies-'' Montag, den 29. v. M. im Lokale Feuerstein, Zllte Jakobstr. 75, .rein- 1 mit der Tagesordnung:„Auflösung des Vereins". Ter Vor- - nii'», sitzende wies aus den, von den Posamentirern gegründeten Ver- �xjN. ein„Freie Vereinigung aller in der Posamentenbranche be- Isttgi' ichüsttgten Arbeiter und Arbeiterinnen" hin, er meinte, da beide »Vereine dieselben Ziele hätten, so wäre es Kräfteverschwendung, ssxii, �loemi beide bestehen würden z infolge dessen sei es wünschens- »eitUE�H- wenn sich der Fachverei» auflöse, und sich sämmt- Faäm uche Mitglieder der Freien Vereinigung anschließen würden, au-iÄ?!" unt den Arbeiterinneu Hand in Hand gegen , zlS�die Willkür der Kapitalisten, wie sie namentlich seil diesem Früh- jjjei'J J09r geschehen, energisch Front zu machen. Auch sei es unsere Pflicht, endlich unter den Arbeiterinnen Aufklärung über ihre iilaffenlage zu schaffen, damit sie theilnehmen an dem wirth- schaftlichen Kampfe gegen das Kapital. In diesem Sinne äußerten sich noch einige Redner und folgender Antrag wurde hierauf gegen zwei Stimmen angenommen: 1. Die Versammlung hält sich für kompetent zu be- schließen, ob der Verein aufgelöst werden soll. 2. Beschließt sie, erst alle Angelegenheiten betreffs des Vereins nach Schluß desselben in dieser Versammlung zu erledigen, und ermächtigt den Vorstand, am Schluß der Versammlung den Verein aufzulösen. Sodann wurde beschlossen, von sämmtlichen noch ausstehen- den Darlehen nur 25pCt. zu erheben. Diese Forderungen wurden Herr» G. Berger von der Versammlung geschenkt und zwar unter der Bedingung, daß er hiervon die noch vorhandenen Rückstände des Vereins begleiche. Hierauf wies der Vorsitzende nochmals auf die Freie Vereinigung hin und ersuchte alle Mitglieder, für dieselbe tüchtig zu agitiren, damit sie blühe und kräftig werde und somit an der Spitze der modernen Arbeiterbewegung marschire. Hiernach erklärte er nach Beschluß der Versammlung den Verein für aufgelöst. Eine gut besucht» Mitglieder-Nersammluua der Durquetbodeulrger tagte am 29. September im Lokale des Herr Weigt, Markgrafenstraße 87, mit der Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Türk über die Bedeutung des Achtstunden- tages. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Referent Herr Türk führt in längerer, von der Versammlung mit großer Be- geisterung ausgenommenen Rede aus, wie höchsinothwendig die Einführung des Achtstundentages sei. An der Diskussion be- theiligten sich die Herren Schmitz und Karge. Diese führten aus, daß gerade die Bodenleger-Branche alle anderen Gewerkschaften mit der Einführung des Achtstundentages vorangehen konnten, da die Arbeit eine so anstrengende ist, daß ohnehin 8 Stunden schon mehr als ausreichend wären. Herr Türk begrüßt in seinem Schlußwort den 1. Oktober und weist auf seine große Bedeutung hin. Zu„Verschiedenem" regt Herr Karge an, daß der freisinnige Hirsch-Duncker'sche Gewerkverein sich bemüht, recht viel Arbeiter als Mitglieder heranzuziehen. Herr Karge warnt aber und ist der Ansicht, daß ein jeder zielbewußte Arbeiter wissen wird, was er zu thun und zu lassen hat. Am 13. Oktober findet in Feuer- stcin's Salon, Alte Jakobstraße 75, eine öffentliche Bodenleger- Versammlung statt, folglich fällt die auf diesen Tag fallende Vor- tandssitzung aus. Am 27. Oktober findet in Weigt's Lokal eine Mitgliederversammlung statt, zu welcher Gäste willkommen sind. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag. Näheres Annonce. D»r Arbeiter- Kildungsvrrein für Meißens»» und Umgegend hielt am Sonnabend, den 27. Septbr., in Dewein's Lokal, Königs-Chaussee, eine außerordentliche Generalversammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Vereinsangelegenheiten: a) Angelegenheit Grünenberg und Wahl eines I.Vorsitzenden; b) Wahl eines Revisors; c) Bericht der Vibliothckkoinmission und Neuwahl derselben; ä) Geldbewilligung zur Anschaffung von Büchern für die Bereinsbiblibthek. 2. Verschiedenes und Frage- kästen.— Der zweite Vorsitzende, Genosse Kaspar, eröffnete die Versammlung mit der Mittheilung, daß der bis- herige Vorsitzende, Genosse Grünenderg, sein Amt nieder- gelegt habe und brachte einen Brief desselben den Mit- gliedern zur Kenntniß, worin Genosse Grünenberg die Gründe klarlegte, welche ihn zur Niederlegung seines Amtes bewogen haben, und gleicher Zeit die Genossen bat, aus der Mitte der Mitglieder ein Schiedsgericht zu wählen, welches sich mit der Regelung seiner Angelegenheit befaßt. Die Versammlung ent- sprach diesem Wunsch vollständig und wählte zu diesem Zwecke eine Kommission von neun Mitgliedern. Es fand dann die Wahl eines ersten Vorsitzenden statt. Genosse Kaspar wurde einstimmig gewählt. Es wurde durch diefe Wahl eine Ersatzwahl für den 2. Vorsitzenden noth- wendig. Genosse Hildebrandt wurde gewählt. Dann fand die Wahl eines Revisors statt. Die Versammlung übertrug dieses Amt dem Genossen Geier. Genosse Reinhardt erhielt sodann zu dem Bericht der Bibliothekkommissiondas Wort, worin er der Versammlung über die Bibliothek und die Leseabende des Vereins Bericht er- stattete. Hierauf wurde Neuwahl der Bibiliotheks-Kommission vorgenommen; es wurden die Genossen Preis!, Gensel und Pankow in dieselbe gewählt. Punkt a der Tagesordnung und die Wahl eines zweiten Schriftführers wurden bis zur nächsten Versammlung vertagt. Hierauf schloß der Vorsitzende die Ver- sammlung. Der Fachverei« sämmtiichrr an Holzbearbrlkungs- Malchin»» beschäftigten Arbeiter hielt am Sonntag, den 23. September, in Lehmann's Salon, Schwedterstr. 28, seine Mit- gliederversammlung ab mit der Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Jul. Türk über: Die wirthschastlichen Umwälzungen der französischen Revolution. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Bevor in die Tagesordnung eingetreten wurde, hielt der Vorsitzende eine Ansprache an die Versammlung, in welcher er auf die Bedeutung des nunmehr abgelaufenen Sozialisten- aesetzes hinwies. Hierauf hielt Herr Türk unter lebhaftem Beifall seinen Vortrag. An der Diskussion betheiligte sich Kollege E. Stein. Unter„Verschiedenes" verliest Kollege F. Kobolt ein Recht- fertignngsschreiben des Bremer Lokalverbandes den Berliner Holzarbeitern gegenüber, welches folgendermaßen lautet: „Die Berliner Holzarbeiter, vertreten auf dem Kongresse durch drei Delegirte, sind etwa 1500 Mann stark; wogegen unsere Delegirten etwa 500 Mann vertraten. Diese 1500 Mann starke Berliner Holzarbeiterschast hat laut Bericht des„Holzarbeiters" in Nummer 9 in ihrer Versammlung kritisirt, daß wir uns eine Fahne anschaffen wollten; das Geld sollten wir lieber den Hain- burger Ausgesperrten zukommen lassen. Tie Berliner hätten gar kein Recht, über uns Kritik zu üben, da sie dem Verband damals noch nicht angehörten. Daß die Berliner es ernstlich mit den Hain- burgern meinten, haben sie in derselben Versammlnng dadurch be- wiesen, daß sie den ausgesperrten Hamburgern großmüthig 100 M. bewilligten. Auf diese ihre Kritik hin, können wir den Berlinern nur die Antwort geben, daß wir uns den Hamburgern nicht so großmüthig gezeigt haben: denn wir haben denselben, wo unsere Holzarbeiterschaft 500 Mann stark ist, nur 205 M. zukommen lassen— gewiß eine geringfügige Summe. Bei dieser Gelegen- heit muß noch erwähnt werden, daß die Berliner auf dem Kon- areß für den Verband, wie auch für das Fachorgan gestimmt haben. Aber selbst dem Verband beizutreten, haben sie bis jetzt noch nicht für Pflicht erachtet. Deshalb haben wir es den Berlinern mitzuverdanken, daß der„Holzarbeiter" unsere beste Agitationswaffe, vom nächsten Monat ab nur einmal monatlich erscheinen kann. Dies den Berlinern zur Recht- scrtigung auf ihre Kritik." Die Versammlung beschloß, die Kommission zu beauftragen, die zur Zeit gewählt ist, um mit den tamburgern in Verbindung zu treten, über diesen Punkt den remern eine tüchtige Berichtigung zukommen zu lassen. Da weiter nichts vorlag, schloß der Borsitzende mit einem dreimaligen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie die Versammlung. N»vrin», Kangeobrüdrr und GenosT»»! Am 14. September fand aus Anregung einiger Genossen eine Versammlnng statt von Vereinen, welche im Vercinskalender des„Berliner Volksblatt" verzeichnet stehen, behufs Gründung eines„Ar- beiter-Sängerbundes". Es wurde nun in der Ver- sammlung, welche von 45 Vereinen mit zirka 100 Delegirten besucht war, der Beschluß gesaßt, eine Kommission von 9 Personen einzusetzen behufs Konstituirung des Bundes. Da nun viele Ver- eine nicht im Vereinskalender des„Berliner Volksblatt" stehen und sich doch für die Gründung des„ A r b e i t e r- S ä n g e r- bundes" interessiren, so richtet die unterzeichnete Kommission an alle Vereine, Sangesbriider und Genossen das Ersuchen, tretet aus aus Vereinen, welche nicht Euren Interessen, nicht Eurer Ge- sinnung entsprechen. Tretet ein in den„ A r b e i t e r- S ä n g e r- b u n d", damit der„ A r b e i t e r- S ä n g e r b u n d" ein Hort für alle Arbeiter werde. Darum noch einmal, Vereine, Sanges- brüder und Genossen, erscheint alle Mann auf dem Plan. Bei folgenden Sangesbrüdern sind Statutenentwürfe zu haben: Wolsdorf, Sorauerstraße 23, III; Neumann, Brunnenstraße 101; Schräder, Langesir. 17 bei Krehl; Baise, Dieffenbachstr. 31, III; A. Kaiser, Ackerstraße 34; Hübncr, Hedemannstraße 11, part.; R. Schmidt, Wrangelstr. 135; O. Rasche, Mariannenstraße 34; Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70.(Siehe Inserat der Ver- sammlung.) Stralau-Dummelsbnrg. Eine öffentliche Versammlung sozialdemokratischer Parteigenossen des Kreises Nieder-Barnim tagte am Sonntag Vormittag im Saale der Gräfl. Reischach'schen Brauerei zu Stralau, um zum Parteitag Stellung zu nehmen. Vor Eintritt in die Tagesordnung hieß der Einberufer die an- wesenden, zurückgekehrten Ausgewiesenen herzlich willkommen. Nach Wahl des Bureaus erhielt der Reichstags-Abgeordnete des hiesigen Kreises, Arthur Stadthagen, das Wort zu einer kurzen Ansprache, in welcher er auf den Fall des Sozialistengesetzes, auf die Kämpfe vor, während und nach demselben hinweist und auffordert, im bisherigen Sinne weiter zu agitiren, damit der Kreis auch in Zukunft der sozialdemokratischen Partei nicht entrissen wird. Lauter Beifall wurde ihm zu Theil. Nun referirte Herr Metzner über das obengenannte Thema. An- knüpfend an die Worte des Vorredners, daß der Kurs der alte bleibt, rügt er das Verhalten der hiesigen Polizeibehörde, welche die Versammlung auf eine gewisse Zeit beschränkte und den Punkt Verschiedenes verboten hatte, indem er auf die diesbezüglichen vereinsgesctzlichen Bestimmungen hinwies. Int Weiteren hob Referent die Bedeutung des Parteitages zu Halle hervor und ging dann aus den Organisationsentwurf ein. Nachdem er die einzelnen Punkte desselben spczifizirt hatte, meinte er, daß die von einigen Seiten geübte Kritik die Grenzen des Sachlichen weit überschritten hätte. Man hätte gar keine Veranlassung, derartig in die Wolle zu gerathcn, wie geschehen. Er empfahl eine ruhige und sachliche Diskussion des Entwurfs. Nach Schluß- des Referats wurde in Anbetracht der vorgerückten Zeit— die Versammlung sollte um 2 Uhr geschlossen werden— beantragt, die Delegirtenwahlen vor der Diskussion vorzunehmen, worüber sich eine längere Gcschäftsordnungsdebatte entspann, welche ihr Ende fand durch die Erklärung des Amtsvorstehers: einem längeren Tagen der Versammlung nichts in den Weg zu legen. Obiger Antrag wurde infolge dessen zurückgezogen. Die längere Zeit in Anspruch nehmende Diskussion, an der sich die Genoffen der verschiedenen Ortschaften lebhaft betheiligten, bewegte sich. im großen Ganzen im Sinne des Referenten. Beim vierten- Punkt, Wahl der Delegirten, wurden 13 Kandidaten vorgeschlagen, von denen 8 zu Gunsten folgender Genossen ver- zichteten: Plasse aus Friedrichsberg, Hirsch-Weißensee und Schibolsky aus Bernau. Bei der darauffolgenden Wahl gingen obige Genossen nahezu einstimmig aus der Wahl hervor. Zur Ausbringung der Delegationskosten wurden folgende Genossen bestimmt: Lange- Friedrichsbcrg, Ehrlich- Reinickendorf, Bergel- Weißensee, E. Bartsch- Pankow, Leid- Friedrichshagen und Schröder-Bernau, und sind bei denselben zu diesen: Zwecke Listen zu haben. Nachdem die Ausgewiesenen für den ihnen zu Theil gewordenen Empfang ihren Dank ausgesprochen und der Referent einige Schlußworte gesagt hatte, schloß der Vorsitzende die Ver- sammlung mit einem Hoch auf die mternationale, völkerbefreiende Sozialdemokratie. Dotsdam, 4. Oktober. Am Donnerstag, den 2. Oktober, Abends 8Vz Uhr, fand Hierselbst eine öffentliche Versammlung statt mit der Tagesordnung: 1. Der Parteitag in Halle. 2. Wahl der Delegirten zu demselben.— Nachdem die Versammlung vom Genossen A. Krause eröffnet und das Bureau sich aus den Ge- nossen A. Krause als I., Hcnsel als 2. Vorsitzender, Kiesel und Förster als Schriftführer konstituirt hatte, erhielt zum 1. Punkt der Tagesordnung Herr W. Licsländer(Verlin) das Wort. Der- selbe schilderte in eingehender Weise unser Parteiprogramm und den uns von der Fraktion vorgeschlagenen Organisationsentwurf. Nachdem die Diskussion, an der sich die hiesigen Genossen sehr stark betheiligt hatten, beendet war, erfolgte die Wahl der Tele- girten zum Parteitag. Gewählt wurden: Fritz Haburg(Potsdam), Richard Bräuer(Velten) und Wilhelm Liesländer(Berlin). Die- selben dankten für das ihnen geschenkte Vertrauen und versprachen, nach bestem Wissen und.Können ihre Schuldigkeit zu thun. Schluß der Versammlung 12 Uhr. Ein sozialdemokratisch»»' Darteitag fand am Sonntag, den 5. Oktober, Nachmittags 2 Uhr, in Güslebiese, Kreis Königsberg in der Neumark, statt. Es waren die Vertreter aus zehn Ortschaften erschienen. Küstrin, sowie Neudamm, hatten trotz rechtzeitiger Einladung keine Vertreter geschickt. Die Partei-Ver- sammlung war, obwohl das Wetter sehr ungünstig, von zirka 150 Personen besucht. Der Tischler O. Thierbach(Berlin) rese- rirte über:„Unser Programm und der Organisations- Entwurf der Fraktion." Nachdem das Bureau aus den Genossen- 31. Schure, Jordan, F. Wühle, W. Sommer, G. Nickel und F. Nauendorf gebildet, ergriff Herr 31. Schure das Wort und dankte den Genossen für ihr zahlreiches Erscheinen. Redner warf einen Rückblick auf unsere Bewegung und hob hervor, daß, nachdem die Genossen des Kreises vor zehn Monaten in die Wahlagitation eingetreten, schon auf diesen ersten Versuch hin im Kreise 2440 Stimmen auf den Genossen Thierbach gefallen seien. Zum Schluß der Begrüßungsrede brachte der Genosse Schure ein dreimaliges Hoch auf die internationale Sozialdemokratie aus, in welches die Anwesenden begeistert einstimmten. Hierauf erhielt Genosse Thierbach das Wort. Er gedachte zunächst des Ablaufcns des Sozialistengesetzes. Dasselbe habe der Partei als solcher nichts geschadet, sondern es hätten nur einzelne Personen darunter gelitte». Diese seien aller-- dings arg mitgenommen worden; unter der Herrschaft des Gesetzes sind ca. 1000 Jahre Gcsängniß über unsere Genossen verhängt worden, und dieses 3llles um Nichts.„Der Schöpfer des Sozialistengesetzes liege jetzt am Boden; die Sozialdemokratie, gegen welche es gerichtet war, stehe jetzt stärker da, denn je!" Nun ging Redner auf das eigentliche Tagesordnungsmäßige ein/ Unser Programm sei kein Glaubensdogma, an welchem nicht gerüttelt werden dürfe; es seien in demselben verschiedene Punkte vorhanden, welche gestrichen werden müßten. Im ersten Theil des Programms müsse das Wort„gesetzlich" gestrichen werden, ebenso der Punkt, welcher sich mit den„Pro- duktivgenossenschaften mit Staatshilse" befasse. Redner ging speziell auf diese Punkte ein, dieselben nach allen Seiten be- leuchtend. Er kritisirte die kapitalistische Produktionsweise und wies an dieser Kritik nach, wie überlebt dieser letztere Punkt sei. 3luch Bebel und Liebknecht sind dagegen aufgetreten, und zwar schon auf dem Einigungskongreß zu Gotha im Jahre 1875. Dieser Punkt sei jedoch mit im Programm ausgenommen worden, weil er eine der Hauptforderungen der Lassalleaner war. 3! ach- dem der Redner den zweiten Theil des Programms ausführlich erläutert, nahm er Stellung zum dritten Theil desselben. Beim vierten Punkt, welcher einen Olorinat- Arbeitstag verlangt, ist Redner der Meinung, daß es statt„Normal-," „Maxiinal-3lrbcitstag" heißen müsse. Er ist der 3ln- ficht, daß man, wenn man etwas anstrebe, bestimmte Normen schaffe, nach welchen dies geschehe.—„Das, was hier erörtert sei, werde auch von Seiten der Fraktion anerkannt werden; und wir werden so mit unseren bewährten Führern gemeinsam weiter arbeiten!"— Der Vortrag wurde mit großem Beifall auf- genommen. An der Diskussion betheiligte sich Genosse Karl Behrendt aus Frankfurt a. O. Derselbe erklärte sich in allen Punkten mit den Zlusführungen des Genossen Thierbach einverstanden. Dieser wurde hierauf einstimmig zum Delegirten zum Hallenser Parteitag für den Kreis Königsberg gewählt.— Folgende Resolution wurde angenommen. Resolution:„Der heute am 5. Oktober im Gasthof zum„Deutschen Hause" zu Gästebiese, im Kreise Königs- berg, N.-M. tagende Parteitag erklärt sich mit den Ausführungen des Ge» offen Thierbach einverstanden und verpflichten sich die Anwesenden mit allen Kräften dahin zu wirken, daß bei der nächsten Reichstugswahl im Kreise Königsberg die Sozialdemo- kratie zum Siege gelangt." Zum Schluß machte Genosse Thier- a ch noch Propaganda für die„Märkische Vvlksstimme", nahm Stellung zu den Tagesfrageu und schloß mit einem dreimaligen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie. Schluß des Parteitages um öVe Uhr. «rog» Offtnttirijf£.;»;:utii»tn)al|Ui--»«rsnmnilnng am Mittwoch. !N 8. Ottober, Abends n Uhr, im Sotala Sanssouci, Kottbuferftr. la. Fachverrin der Tischler(für de» Wriim und Hallcsche» Thor- V.ejirk). Arn Mittwoch, den s. Oltober, Abends 6% Uhr, im Lokal jsönigshof, ulowstr. 37—40, Mitglieder-Versammlung. Geffentlich» Nersa»»»lu»g der Ztmmrrleui- Kerliiis, welche auf •m Boden der lokalen Organisation stehen, am Mittwoch, den s. Oktober. ibends, in Rehlih' Salon, Bergstr. is. Fesestwi, K»,„a»itiit. Versammlung am Mittwoch, den 8. Oktober, -bends 8% Uhr, im Lokale des Herrn Schmidt, Friedrichsbergerslr. 13.(gaste rotllkommen. Air Rirdorser Freie Gemeinde hat am Mittwoch, den 8. Oktober er., eibends Uhr, ihre Mitglieder- Versammlung bei Kummer, Berlinerstr. isc. 'aste willkommen. Neue Äliktglieder werden aufgenommen. Allgemeiner Arbeiter- und Arbeiterinnen- 0ild»ngs»cr«in Kerlin ?l«d. Hiermit zur Kenntniß, dab die wöchentlichen Sitzungen i iält Mittwoch, sondern jeden Donnerstag, Abends D Uhr, beim Genossen Eastwirlh tstrnberz flattsinden. soiintdeinostratifche Fese- und Kisstntirklnb Uormiirtr hält '-en Mittwoch, Abends 8% Nhr, seine Sitzung im Lokal des Herrn Köhn, .taunynstr. 83 ab. Gäste haben Zutritt. Sozialdemokratischrr Fese- und Disstntirklub zlniversni». Jede- s'i Uhr, int Restaurant Hemmerle, Bülowstr. 60, Vorlesung iSäsle sehr willkommen. '-lltttivoch, Abends 8% Uhr, im und Diskussion.-- Allgemeine Krnnlien- und Sterbeliaise der Wetnllnrbriter ■■ H.-K. Nr. 29 Hamburg), Filiale Berlin 8. Mitglieder- Versammlung am Q innabend, den u. Oktober, Abends 8 Uhr, in der Zldler-Brauerei, Badstr. 07. ageSordnung: I. Kassenbericht. 2. Wahl eines stellvertretende» KassirerS. 3. Verschiedenes. Dettesrhon. (Telegr. des„Herold.") Nark», 7. Oktober. Der französische Konsul in Barcelona meldet, daß daselbst die Cholera aufgetreten ist. Am Sonnabend cmen 2 Todesfälle, am Sonntag gleichfalls 2, am Montag einer vor. Außerdem sind gestern noch 3 Personen an der Cholera erkrankt. In Lunel(Dep. Herault) kamen zwei Erkrankungen an der Cholera vor, die durch Reisende aus Barcelona eingeschleppt » urde. Der Maire wird beschuldigt, die Anordnung von Vor- sichtsmaßregeln unterlassen zu haben. St. Miettne, 7. Oktober. In einer Versainlung von &K) Bergleuten von Firming wurde der Ausstand beschlossen. (sin Theil der Bergleute, der sich anfangs der Stimme enthielt, erklärte später, er werde sich der Majorität anschließen und morgen die Arbeit niederlegen. Die Bergarbeiter treffen Vor- lchrungen, um den Abfall unter den Zlusständigen zu ver- hindern.» Lille, 7. Oktober. Die Lage im Kohlenbecken von Pas de Calais wird schwieriger. Die Berglelite von Brual) haben be- �schloffen, heute Abend gewisse Forderungen an die Grubendircltoren z i stellen. Falls kein Einverstündniß erzielt wird, soll sofort der Streik ausbrechen. Madrid, den 7. Oktober. Aus den Provinzen werden i Choleraerkrankungen und 13 Todesfälle gemeldet. .Die Redattion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit Raum dafür abzu- «eben ist, dem Publikunl zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeine» Interesses zur Versügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identisizirt zu werden. Jedenfalls veranlaßt durch die Anfrage einiger Genossen im . Verl. Volksbl." über den Verbleib des Geldes von den Auktionen beim letzten Lassallesest in Friedrichshagen, bin auch ich von riniacn Freunden und Bekannten zur Rede gestellt worden, wo- hin ver Erlös der von mir verauktionirten Struiilpfgurtel(5,71 M.) gewandert ist? Ich erkläre hiermit: da ich am selbigen Abend Herrn Karl Scholz, Wrangelstr. 32, im dichten Meuschengewoge nicht mehr traf, begab ich mich des andern Tags früh 9 Uhr in seine Wohnung und händigte ihm obige Summe ein. Das von ihm selbst verauktionirte Bild erzielte 147,23 M., ein anderes von Herrn Kaiser Mittags im Garteil des Müggelschlößchens versteigertes Bild brachte 20,10 M. Diese drei Gegenstände zusammen brachten also 173,06 M., abzüglich 10 M. für die Bilder(die Gürtel waren von einem Genossen geschenkt), bleiben 163,06 M. Laut Quittung vom 10. September im Jnscratentheil deS„Berliner Volksblatk" hat diese Summe die Kommission der streikenden Wcißgerber in Kirchhain von Herrn K. Scholz erhalten. Mögen die anderen Genossen cbenfallsjden Nachweis führen > der die von ihnen vereinnahmten Gelder, dann wird den bürger- liehen Klatschblättern und anderen Klatschbasen der Mund gc- stopft sein. Achtungsvoll Karl König, Tischler, Lausitzerstr. 44. drv Modnltkion. Briestich Bei Anfragen bitten wir die Sibonnemenis-Quittung beizufügen. Antwort wird nicht errheilt. Franz Mend. Leider noch nicht druckreif. I. K.' Ua«nn»ftr. Ter„Sozialdemokrat" 1. Oktober sein Erscheinen eingestellt. hat seit dem U. A. Kochstr. Die Notiz unter„Pol. Uebcrs." in unserer gestrigen Nummer wird Ihnen Auskunft gegeben habe». H. Malor, Charlottcirbnrg. Das Gewünschte ging heute ab. Das„Hamburger Echo" bestellen Sie am besten bei der nächsten Postanstalt, es kostet 4,20 M. pro Quartal. P. K. Ihr Schriftstück ist dem Papierkorb übermittelt worden, weil wir keine Veranlassung haben, eine Diskussion in persönliche Anrempeleien ausarten zu lassen. Kirdorf. Wenn Sie wirklich unser Abonnent sind, so hätten Sie doch eigentlich wissen müssen, daß wir von anonymen Zu- sendungen niemals Gebrauch machen. A. S. So viel wir wissen, ja. A. K. 1890. Ehe wir Ihre Frage beantworten können, müssen wir die näheren Umstände wissen, unter denen das Bild vernichtet worden ist. 1. Ziehnilg der 1 Klasse 183. Köuigl. Prenß. Lotterie. Ziehung vom 7. Okiobec 1890, Vormittags. Rur die(bewiuuc tider«o Malt sind den veirilieudea Nummer» iu Parenthese bcigeingr. (Ohne Gewähr.) 255 455[1001 568 718 875 985 1071 101 7 209 23 94 313 36 447 56 564 947[1501 2129 214 51 90 870 944 76 3017 71 173 258 315 58 501 21 053 953 4100 32 272 408 507 089 777 800 946 5100 56 345 82 438 527 64 71 786 810 12 936 71 80 0237 303 66 72 469 541 617 55 68 776.829 55 900 7415 26 70 532 657 746 85[100) 803 976«109 31 65 68 470 554 712 19 883 910 61»089 341 564 602 40 889 10255 382 442 93 661 77 86[200] 797 903 HOOG 144 225 328 53 83 538 670 823[1001 09 12147 202 70 80 321 452 515 680 754 85 87 864 963 1 3151[300) 81[1001 207 319 479 1150) 546 64 630 52 79 760 03 933 91 97 1 4050 97 337[100) 571 8183 615 34 729 984 89 96 1 3120 254 537 690 91 720 58 78 82 862 66 972 1«040 224 1100) 69 306 53 78 459 11001 500 619 728 86 844 80 935 55 57 17063 256 334 560 90 620 73 83 818 29 76 918 SO 1«U7 224 82[100) 351 63 578 10054 126 235 39 70 313 68 487 92 555 71 770 20183 276 565 647 54 3 1011 345 803 920 61 83 3 3073 90 106 311 97 419 52 621 90 614 857 66 72 976(2001 88 33191 222 45 466 76 599 695 736 862[150) 69 75 939 34039 366 525 31[150] 95 624 779 939 1100] 35009 110 315 4SI 620 58 848 86 939 1100) 9i 30127 66 96 333 71 453 598 673 717 835 50 955 37175[100) 229 42 417 582 674 719 SU 915 3S200 69 76 461 599 604 30 704 60 839 916 41 30066 136 75 335 50 98 457 76 575 624 701 26 »«139 46 54 4SI 525 27 630 99 712 40 96 860 927 50 59»1094 173 291 80 427 54 57 727 44 945 33249 88 343 416 84 552 627 731 32 845 11001 901 86 3 3072 104 S1 212 1100) 79 314 73 489 008 15 51 889 916 34066[1001 103 18 25 206 150001 85 347 522 67 078 SOG 919 23 35124 271 301 73 98 412 704 803 3*037 83 255 730 917 29 37008 115 110(11 260 387 1100) 441 66 508 1100) 29 743 47 84 809 64»8372 422 654 81 782 899 950»»062 321 461 518 612 28 47 11501 89 96 98 727 11001 37 60 96 886 94 948 GS 40024 57 178 286 380 440 65 525 84 605 23 67 755 891 914 41010 96 178 79 83 207 16 69 310 495 535 74 750 853 61 963 42063 139 227 29 65 315 76 495 612 31 94 734 851 95 998 43052 58 77 217 91 449 88 98 617 842 4 4007 11 281 91 338 39 516 26 681 751 815 4 3005 322 466 89 571 608 43 780 4*287 419 657 774 81 8X0 918 48 4 7143 242 481 516 622 762 962 48191 290 316 98 429 679 714 19 55 900 4»U35 147 217 37 606 12 747 91 97 956 97 50028 121 203 99 335 461 89 686 833 914 38 78 79 31 107 377 503 73 005 730 870 73 937 06 52120 258 438 74 753 64 915 27 58 53007 1150O1 21 188 209 78 349 53 71 421 581 738 70[1001 989 54184 324 92 727 74 935 5 5007[100] 153 231 306 417 35 62 641 85 766 837 68 93 5*107 1150) 34 296 343 92 474 540 628 754 110 001)1838 931 5 7084 130 266 004 22 74 765 58055 256 1100) 98 532 645 717 33 78 1100) 8,6 085 5»064 160 78 81 212 50 73[1501 389 468 559 755 00358 98 126 325 478 519 617 791 1100] 818 33 64 91 99 940 «1063 113 27 263 95 412 48 58 6, 662 69 701 97 0*317 582 95 724 6' 78 869«» h 5 83 209 33 336 517 622 778[100] 806 921* 10>5 282 98 323 92(loa) 411 24 71 IlUOl 65»*5111 59 72 217 338 509 853 926 «6061 231 60 88 565 629 76 758 972«7019 98 304 65 417 574 614 85 726 31 72*«918 IIS 312 414 1100) 89 626 72t 89*»021 90 110 338 1100) 68 416 19 562 652 730 41 836 37 43 71 960 7*034 139 91 375 434 74 90 638 611 20 748 818 915 7 1246 389447 743 821 49 929 88 7*390 400 22 771 UÜJl 856 1100] 916 52 7»086 206 600 846 48 71020 84 197 2-4 315 513[100] 34 620 837 985 7 5018 176 530 50 696 827 32 95 988 7*066 204 316 414 503 20 44 1100) 638 939 77109 27 81 281 371 73 552 733 98 882 956 78006 138 255 449 5 5 911 1100) 62 72 7»019 89 207 31 362 471 89 531 63 t 79 84 708 66 873 914 40 60 90 «»190 306 570 680[20 1 725 Gl 77 816[[00] 97 816)1 33 31 748 60«*067 89 313 64 002 58 735 47 979 11501«»019 121 325 505[1501 694 990«4061 III 43 Gl 203 362 67 536 41 851 82 955 62 77 Ol 85106 30 33 258[lOUi 340 44 52 402 5 82 503 5 13 1100] 719 817 44 1200] 75 950 11001 8*144 46 2 ,5[1501 81 321 429 87 683 706 804 60 81 910 115 I]«7052 134 277 508 21 70" 47 88 90 875 965 81 88036 268 348 403 39 99 553 684 88 724 41 62 917 35 92 96«»005 51 229 331 542 749 844 9.9 00244 458 533 617 39 933 84 91181.204 312 31 404 54 63 76 1. Ziehung der 1. Klasse 183. Köuigl. Prcus?. Lotterie. Ziehung rein 7. Ottober 1SOO, Diadimlliag*. Nur die Sewiuue Uder v« Piarl ünd reu»etttlfeudea Nummer- in Paeeniheie b-igetiigt» (Ohne Gewahr.) 33 120 38 297 459 527 683 92 SOG 940 64 69 1063 206 311 537 638 758* 005 6 79 163 259 397 459 626 787 977 3049 293 512 11001 809 4169 218 86 314 94 488 504 792 93 838 48 983 5009 147 399 608 62 79 sl 753 60«312 1150) 518 623 725 89 810 13 7051 120 98 242 475 95 531 601 8 28 956«020 92 110 208 88 48 90 367 99 423 69 505 668 717 867 1)063 76 306 685 1O063 149 252 75 367 440 614 25 29 65 823 67 81 1 1018 193 361 80 535 677(150) 719[1001 25 38 901 1*083 136 248 61 90 358 99 640 72 823 36 913 1 3248 383 487 553 57 CO 604 19 995 14088 110 406 512 76 602 36 1 3002 97 11U0J 243 70 408 774 UUÜ] 810 921 43 67 1*032 179 80 240 41 42 355 408 634 720 53 886 94 1 7319 520 46 64 719 842 1«037 278 366[1501 92 561 666 710 1»013 21 133 94 275 325 32 31 89 56 j 66 776 961 98 *0269 462 ilOO) 65 78 531 614 813 21002 61 134 286[1001 463 520 55 670 730 881 989**009 122 89 310 495 514 63 77 83 659 704 859 915 62*3037 74 101 343 408 530 57»15 82 859 63 979*4569 159 295 303 470 90 93[1001 708 875*5123 38 469 556 609 27 717 926 58 84*6263 485 638*7137 290 348 77 93 400 21 24 08 604 636 701 4 77 920 57 73 80 28023 239 84 330[150] 659 892 937 45*»115 30 35 270 360 601 71 825 3*102 15 223[100] 417 69 536 51 602 5 9 789 963 3 1 030 515 56 605 63 3*077 87 223 68 306 115001 606 66 600&13, .■______________________ 1 54 902 25 82 »3154 61 242 82 91 488 558 TU 49 59»4035 187 383 422 512 69 887 »5089 571 794 916 3*019 268 473 511 721 62 811 58 919»7045 254 512 65 672 827 939»«183 233[3Ü0J 321 736 932 89»»070 220 449 40032 96 HG 98 277 396 587 713 801 21 28 53 908 90 41127 77 [150] 205 414 44 699 631 42 733 97 865 951 4*270 327 95 706 846 "" l 54 97 965 512 687 i 47038 84 158 216 91 321 443 547 682 86 934 4WUG8 89 110 93 364 68 414 55[1501 5,6 91 688 708 15 844 57 89 4»014 21 51 SO 95 370 459 76 681 810 501-22 59 96 389 548 92 616 708(1001 64 71 851 5 1 230 31 32 362 522 43 611 702 41 1500] 823 69 5*024 29 169 267 337 422 575 99 636 732> 50 950 72 5 3070 298 340 98 416 11501 69 76 538 705 48 893 946 54011 SO 124 61 225 388 523 25 75 675 1100) 822 918 30 5 5051 149 81 296 433 689 115 OOO) 94 715 968 5*150 84 306 404 634 730 807 30 6, 927 5 7056 UUÜ) 296 418 39 67 682 669 783 5«080 239 309 47 94 402 590 631 89 901 76 50002 113 92 238 7 9 401 51 615 799 12001 .0068 150 53 229 40 433 68 87 725 93 883 01154 86.89 286 362 SS 95 433 542 80 655 82 811 1150) 34«*029 67 231 356 513 19 29 45 717 895 950*3057 119 31 64 95 436 67 532 771 95 11501*4040 1500) 114 228 42 85 314 11001 446 759 861«5006 57 IlOO) 321 493 507 607 30 91 869 952 82««214 41 338 83 417 718 93., 98*7991 337 450 60 585««081 97 111 291 67 364 512 657 781 86*»104 14 85 330 610 753 899 923 71045 55 131 219 482 557 601 42 758 833 71050 85 425 664 816 922 48 7*078 142 71 87 2.9 559 718[100] 894 981 73121 252 342 489 673 748 9,1 91 74954 381 480 030 66 650 700 39 48 82 801 11 22 31 71 88 919 1109] 20 2.i 42 75969 128 77 689 753 1100] 7*132 203 417 528 76 691 44„4 95 820 974 97 77180 348 457 531 47 606 63 741 5, 818 97 1100] 932 81 78036 123 68 333 416 18 519 79143 46 99 202 30 46 537 95 1200) 709 67 .«1229 490 9.3 510 69 664 701 21 850 67 903 33 71 81136 50 72 390 491 513 638 785 92 822 48 82 987»*317 454 752 91 874 918 56 75 «3050 207 13 25 62 99 314 62 72 597 738 998«4219 49 1100] 92 309 4.31»8 84 572 83 91 725 28 HOOi 839 78«5129 355 545 604 31 94 863 1150)«1229 60 531 12001 624 709 845 926 72«7073 313 UUÜ) 21.31 41 89 418 97 1200) 594 60? 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Ein Beitrag zur Gescliichte des Sozialistengesetzes und der sozialdcmokratisclieu Bewegung in Deutschland. Gr. 8°.(00 Seiten. Preis 1 SVSk. Als Nachschlagebuch wird dieses Werk für Politiker jeder Parteisielluug von hohem Werth sein. Zahlreiche Anlagen, enthaltend die auf die Materie bezüglichen Aktenstücke, erleichtern den Ueberblick. Gegen Einsendung des Betrages versenden wir portofrei._ Soeben erschien: Uerge der Arbeiter in ben Mereien. Von August BebeB. 184 Seite n.— P r e i s 1 M a r k. Zu beziehen durch die Expedition, Keuthstraße 3, — aöieber- Verkäufer erhalten Rabatt. Dr. Hoesch, Homöopath. Arzt, Artilleriestr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. Artistisch- Photographisches Atelier von CaH CSraefe, Berlin S., Prinzenstraße II, empfiehlt sich den Freunden und Partei- genossen zur Aufnahme von Portrait?, Gruppen, Landschaft, u. Reproduktionen. Spez.: Vereine u. Gewerkschaftsgruppen. 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Abänderungen abgedruckt wird, ferner, daß Veröffent- lichungen in Bezug auf die Lokalfrage nur von den Herren Wik- Helm Werner, Elisabeth- Ufer 55, August Z n s i n g e r, Krautsstr. 46, und Otto Heindorf, Langestr. 70, auszugehen haben. Alle event. Unregelmäßigkeiten sind an die ge- nannten Herren zu berichten. Adlerbrauerei, Badstraße. Aktienbrauerei Moabit. Arminhalle»,. Kommandantensir. 17. C. Bachmann, Dresdenerstr. 45. Bergschloßbrauerei, Rixdorf. Beyer, Neue Grünstr. 14. Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. Böhmisches Brauhaus. Bötzow's Brauerei. Bolzmann, Andrcasstr. 26. Bovert, Weinstr. 11. Brauerei Tivoli, Kreuzberg. Brauerei Königstadt. Brauerei Friedrichshain(Lips). Brauerei Friedrichshöhe(Patzenhofer). Brauerei Pfefferberg. Buggenhagen, Moritzplatz. Büß' Salon, Gr. Frankfurterstraße. Bürgersäle, Dresdenerstr. 96. Konzertpark, Ostend, Frankfurter Allee. Deigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48 a. Deutsches Volkstheater, Schönhauser Allee. Eiskeller-Etablissement, Chausseestraße. Elysinm, Landsberger Allee. Fenske, Landsbergerstr. 37. Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75. Gebhardt, Prinzenstr. 87. Grativeil's Bierhallen, Kommandantenstr. Gnadt, Brunnenstr. 38. Gründe!, Dresdenerstr. 116. Gründer's Salon, Schwerinstr. 13. öabel's Brauerei, Bergmannstr. 5—7. Heise, Lichtenbergerstr. 21. vennig, Hochstr. 32a. Herzog, Memclerstr.,„Deutscher Kaiser". Hcydrich's Säle, Beuthstr. 18—21. -zritz Jlges, Wilsnackerstr. 63. Jndustrie-Hallen, Mariannenstr. 31—32. Joel(früher Keller), Andreasstr. 21. Keller's Hofjäger, Jnh. A. Fröhlich, Hasenhaide. Keller, Bergstr. 68. Königshof, Bülowstraße. Klein's Festsäle, Oranienstr. 180. Kliem, Hasenhaide. Königsbank, Gr. Frankfurterstr. 117. Krüger's Bierhallen, Frankfurterstr. 89. Krieger's Salon, Wasserthorstr. 68. Kuhlmey's Gesellschaftshaus, Köslinerstr. 17. A. Möwes' Gesellschaftsbaus, Fichtestr. 29. Müller, Johannisftr. 20. Neustädtischer Volksgarten, Proskauerstraße. Norddeutsche Brauerei, Chaussecstr. 68. Orfchcl, Sebastianstr. 39. Rau's Salon, Skalitzerstr. 125(Wolf u. Krüger). Reichert, Müllerstr. 7. W. Rehkitz, Bergstr. 12. Renz' Salon, Naunynstr. 27. Rennefahrt's Salon, Dennewitzstr. 13. Neyer, Alte Jakobstr. 88. Noll, Adalbertstr. 21. Rnhland, Moabiter Schützenhaus. Sachow, Müllerstr. 136. Saeger, Grüner Weg 29. Sahm's Klubhaus, Annenstr. 16. Sanssouci, Kottbuserstr. 4 a. Schefser's Salon. Jnselstr. 10. Schloßbrauerei Schöneberg. Schnegelsberg's Salon, Jahnstr. 8. Schneider, Belforterstr. 15. Schröder. Müllerstr. 178(Weddingpark). Schwarzmüller, Kolbergerstr. 23. Suber's Salon, Schwcdterstr. 24. Specht(Brauerei-Ausschank), Neue Jakobstr. 26. Süd-Ost. Waldemarstr. 75. Ilmonsbraucrei, Hasenhaide, Vereinsbrauerei,(Rixdorf). Viktoriabrauerei, Lützowstraße. Viktoria-Salon, Perlebergerstr. 13. Volksbrauerei(Moabit). Wedding-Park, Müllerstr, 76. Wedding-Kasino. Schulstr. 29. Weick, Alexanderstr. 31. Wollschläger, Blumenstr. 78. Wohlhaupt, Manteusfelstr. 9. Wuttke, Friedrichsbergerstr. 20. Zelt Nr. i. Zemter, Münzstr. 11. Ma verschiedene Veränderungen vorgekommen, ersuchen wir besonders von Ver- |f die Parteigenossen, genau auf diese Liste zu achten, "i rau 110cd darauf aufmerksam, bei Festsetzung |j Lnugungen auf diese Liste zu achten. s>U)itn6e der Philharmonie wird in den nächsten Tagen I?,I,,!nl.Un3 stattfinden und wird dieselbe im„Berliner Volwblatt bekannt gegeben iverden. Sozisrfs Mebovstrhk. r�d. Eisenindustriellen, Herrn Fritz Kühnemann, folgende Be- richtigung: Besagter Herr genirt sich nicht einmal, den§ 11 des Preßgesetzes dabei in Anwendung zu bringen. Er schreibt un- gefahr folgendes: In der ersten Zeit des Bestehens der Arbeit- geber-Kontrole wurden die Arbeitsstellen gratis vergeben, heute Ichon ist die Sache eine andere geworden; man vergiebt nur Stellen gegen Bezahlung, ähnlich wie im Gesinde-Ver- mielhungskomtor. Dieser Behauptung gegenüber erklären ivir mermit, daß die Arbeitsnachweisstelle des Verbandes Berliner Fk�aUindustrieller nach wie vor Arbeitsgelegenheit Iiostenloo nachweist, und daß in der Organisation derselben eine Aenderung nach keiner Richtung hin eingetreten, noch be- absichtigt ist. Dem ist nicht so, Herr Kühnemann! Ich erkläre Ihnen zum ziveiten Male, daß Ihre Arbeiterkontrole, ähnlich wie ein Gesinde-Vermiethungskomtor ist, denn hält Herr Kühnemann es vielleicht für etwas anderes, wenn man den Arbeitslosen sämmtliche Papiere abnimmt, und ihm eine Marke aushändigt, für welche man sich bezahlen läßt? Glauben Sie sicher, Herr Kühnemann, wir haben reichliches Material in Händen, denn unser Verein ist gewöhnt, nur mit Wahrheiten vor die Oeffentlichkeit zu treten. Glaubt Herr Kühnemann vielleicht, daß die von ihm ins Leben gerufene srchsmonatliche Hungerkur uns schon so abgeschwächt hätte, daß wir die Wahrheit mit der Un- Wahrheit nicht mehr vergleichen könnten? Nein Herr Kühne- mann, wir stehen eben noch so fest wie früher, im Gegentheil noch fester, denn unsere freie Organisation schreitet muthig vor- wärts, während Sie mit Ihrer in der kurzen Zeit des Bestehens schon verschiedene Aenderungen haben treffen müssen, denn welcher aufge- klärte Arbeiter wird sich heute noch zu solchen alten Jnnungs- ideen bekennen, welche nach meiner Auffassung noch hinter der Gesindeordnung stehen. Bedenken Sie doch, Herr Kühnemann, im 19. Jahrhundert wollen Sie dem freie» Arbeiter, welcher mit Taufschein, Militärpaß u. s. w. ausgerüstet ist, wirklich ein Plätzchen verschaffen, wo er vor dem Hunger geschützt ist; es ist wirklich human von Ihnen; und dennoch gelingt Ihnen Ihre tumanität doch nur bei nicht organisirten oder Zwangsarbeitern. . A.: Emil Jost, Vorsitzender des Fachvereins der Former Berlins, SO. Mariannenstr. 21. Kollrge», Arbeiter und Genosse». Unter Bezugnahme auf unseren Aufruf in Nr. 223 vom 25. v. M. des„Berliner Volksblatt" theilen wir mit, daß bereits am Sonnabeud, den 27. v. M. 120 Zigarrenmacher und Arbeiterinnen durch Aus- sperrnng gemaßregelt wurden, weil sie, wie mitgetheilt worden ist, sich weigerten, den vereinigten Fabrikanten die schriftliche Erklärung des Austritts aus dem Unterstützungsverein deutscher Tabakarbeiter zu geben. Am Sonnabend, den 4. Oktober, läuft die Kündigungs- srist für ca. 250 Kollegen und Kolleginnen ab. Trotz aller Ver- sprechungen, sowie Drohungen der Fabrikanten den Frauen und Mädchen gegenüber, auf die man besonders einen Druck aus- zuüben dachte, stehen letztere felsenfest und lassen sich nicht über- reden. Es wird uns mit Hilfe unserer Kolleginnen gelingen, den Sieg zu erringen. Noch me waren die Arbeiterinnen von einem solchen Geiste beseelt. Es geht über unsere Erwartungen. Von den Arbeiterinnen ist jedoch ein großer Theil nicht in dem Unter- stützungsverein der Tabakarbeiter, die am Orte bestehenden Ge- werkschaften sind so schwach, daß wir auf deren Hilfe nicht rechnen können. Würde unsere Organisation fallen müssen, so folgten die anderen hier am Orte eine nach der anderen. Das ist die Absicht der Fabrikanten. Es müssen unn alle Hebel in Bewegung gesetzt iverden, um diesen Plan zu vereiteln. Wir hoffen auf thatkräftige Unterstützung aller Kollegen, Arbeiter und Genossen Deutschlands. Die Fabrikanten äußerten in einer ihrer vertraulichen Zu- sammenkünfte, daß sie nicht eher nachgeben wollten, bis die Arbeiter dem Verhungern nahe wären. Dann würden Letztere schon selbst kommen und um Arbeit unter der von den Fabrikanten gestellten Forderung bitten. So denken diese Herren. Diese Aenßerung wundert uns nicht, da wir derartige Ausdrücke ge- wöhnt sind, das Einzige, auf das wir uns verlassen, ist, daß von unseren Kollegen keiner dem Hungertod entgegen gehen braucht, da wir an dem Solidaritätsgesühl aller Arbeiter in Deutschland nicht zu zweifeln brauche». Wir hoffen, daß unsere auswärtigen Kollegen, Arbeiter uich Genossen sich unserer traurigen Lage erinnern und unsere Standhaftigkeit zu würdigen wissen. Schnelle und kräftige Hilfe thut Roth. Wir werden von Zeit zu Zeit über die Sachlage berichten. E s ch w e g e, den 29. September 1890. Die gemäß regelten Tabakarbeiter und-Arbeiterinnen. I.A.: Will). Hugo. NB, Alle Geldsendungen wolle man an Ernst Hesse, Eschwege, am Plan; Briefe und Anfragen ic. an Ferdinand Körner, Eschwege, Klosterstraße, richten. Alle arbeitersreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. (ßveif. Situationsbericht. Wie wir schon früher mittheilten, wurden die Maßregelungen infolge der eintretenden Krisis größer, als Anfangs zu vernuithen war, es fanden sich immer mehr Kollegen, die um Unterstützung nachsuchten. Es läßt sich nicht verkennen, daß durch de» flauen Geschäftsgang schwer eine Grenze zu ziehen ist zivischen Gemaßregelten und Entlassene», und hätte demzufolge daS Komitee ziemlich bedeutende Anforde- rungen zu genügen, denen es auch Dank der Unterstützungen, die von Auswärts eingingen, gerecht werden konnte. Die aus- ivärtigen Arbeiter aller Branchen haben uns ein Solidaritäts- geficht entgegengebracht, was uns anspornen wird, sür die Zukunft»nsere Pflicht ebenfalls voll und ganz zu thun. Wir spreche» hierfür unser» beste.! Dank aus.— Es hat aber nunmehr den Äln- schein, als ob der Geschäftsgang ivieder ein besserer iverden wird, und glauben wir, daß die Zahl der Gemaßregelten sich ver- ringert. In den letzten zwei Wochen sind je 20 Mann unterstützt worden, welche zum größten Theil Familienväter sind. — Zu bemerken haben wir, daß ivir nach langem und vielen Forschen, endlich in den Besitz einer schwarzen Liste gelangt sind. Stuf derselben sind 71 Mann und eine Frau bezeichnet. Die Liste wurde von den Fabrikanten gehütet wie blankeS Gold, schließlich glückte es uns doch selbige zu erhalten. Am erbärmlichsten hat ein sogenannter freisinniger Unternehmer gehandelt, indem er fast alle, die sich in seiner Fabrik am Streik betheiligten, auf die schwarze Liste setzte; es sind Leute darunter, die absolut keine agitatorische Thätigkeit während dem Streik ent- faltet haben. Es ivirst dies ein grelles Licht auf die sreisinnige Tirade von der freien Selbsthilfe der Arbeiter, wenn man die- selben auf diese Weise an ihrem Fortkommen hindert. Noch wäre zu erwähnen, daß einige nationalliberale Fabrikanten ihre Ar- beiter, welche sich an dem Streik hervorragend betheiligten, nicht auf die schwarze Liste setzten.— Trotzdem wir, infolge des schlechten Geschäftsganges wenig bei dem Streik erzielten und mehrere Unternehmer ihr gegebenes Versprechen schon wieder ge- broche» haben, so hat der Streik doch gezeigt, daß eine ganz de- deutende Einmüthigkeit unter den hiesigen Arbeitern herrscht. Es hätte kaum Jemand geglaubt, daß eine Masse von ca. 5000 Arbeitern so lange ziisammen hielt. Das Nothstandskomitee. VevsÄlMmMngen. Die Freie Vereinigung der Kaufiente hielt am 2. Oktober ihre ordentliche Generalversammlung in Zemter's Lokal, Münzstr. 11, ab. Zur Tagesordnung standen der Jahres- bericht, Kassenbericht sc., Bericht des Bibliothekars, Vorstanvswahl und verschiedene Anträge. Ter Vorsitzende Aug. Penn eröffnete die Versammlung um VelO Uhr. Den Jahresbericht einleitend, gedachte er der großen Epochen des letzten Jahres der modernen Arbeiterbewegung, mit der der Verein seit seiner Gründung eng verknüpft sei und brachte ein begeistert aufgenommenes Hoch auf die sieghafte Sozialdemokratie aus. Der Verein, am 10. Oktober 1889 gegründet, hat 18 Versammlungen abgehalten, in denen theils ivissenschaftliche, theils sachgenoffenschaftliche Vorträge gehalten wurden. Den freien Rechtsschutz des Vereins genossen fünf Kollegen, auch in den drei noch schwebenden Prozessen sind günstige Ur- theile zu erwarten. Die Kollegialität unter den Mitgliedern ist durch Vergnügen und gesellige Zusammenkünste gefördert worden. Die ersprießliche agitatorische Thätigkeit des Vereins bisher biete eine gute Gewähr für die Zukunft; möge ein Jeder an seinem Theile beitragen, voll beivußt der geschaffenen moralischen Verpflichtung, Vorkämpfer unter unseren'Berufsgenossen zu sein, fest und unentwegt zum Banner der Sozialdemokratie stehend.— Der Kassenbericht ergab einen Umsatz von über 600 M., die für Agitation, Vorträge, Bibliothek sc. verausgabt worden. Auf Antrag der Revisoren ivurde Decharge ertheilt. Der Bibliothekar Herr Schäffer fügte seineni Bericht die Bitte um regere Benutzung des Lesestoffs an: der Bibliothekar wurde per Akklamation wiedergewählt. Ein Antrag Auerbach auf das „Berliner Volksblatt" und die„Volks-Tribüne" zu abonniren und dieselhen eingebunden der Bibliothek einzureihen, wurde zurück- gestellt, dagegen beschlossen, die Frage unserer Stellung zur Presse einer hierzu einzuberufenden Versammlung zu unterbreiten. Bei der Vorstandswahl wurden wiedergewählt die Herren A u g u st P e n n, 1. Vorsitzender. O. B e r g e r, 2. Schriftführer. Wilhelm Günsel, Kassirer. Neugewählt die Herren A. Laasch, 2. Vorsitzeuder. Emil Arnbach, 1. Schriftführer. SiZXlinuA»**- Nachdem unter Verschiedenem noch eine Reihe von Vereins- angelegenheiten erledigt, wird die Versammlung um 1 Uhr mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie geschlossen. In der dei Fenerstei», Alte Jakobstraße 75, abgehaltenen öffentlichen Versammlung der Drechsler und Berufsgenossen stand auf der Tagesordnung: Punkt 1. Wie stellen wir uns zum Ge- werkschaftskongreß. Punkt 2. Unsere Lohnbewegung. Punkt 3. Ver- schiedenes. Die Versammlung wählte folgende Herren ins Bureau: Kollege Lutz als ersten, Kollege Pohl als zweiten Vorsitzenden und T. Trümper als Schriftführer. Da der Referent, Kollege Hildebrandt, noch nicht erschienen ivar, so wurde der 1. Punkt der Tagesordnung vertagt. Es sprach sodann Kollego Rauten- berg zum 2. Punkt der Tagesordnung. Er führte in seinem «/Ftündigen Vortrage etwa folgendes aus: Die Drechsler Berlins waren in den Frühjahrsversammlungen und zur Zeit des Stock- arbeiter-Streiks recht zahlreich in den Versammlungen erschienen. @3 ivurde damals ein'Antrag: einen wöchentlichen Beitrag zum Lohnfonds von 50 Pf. zu erheben, mit großer Majorität beschlossen. Die5iollegen haben dies aber bisher trotz der Abstimmung wenig beachtet. Demzufolge sind die Beiträge recht spärlich eingelaufen. Wenn wir Drechsler Berlins in einen Lohnkampf eintreten, so müssen wir den Arbeitgebern gegenüber gut organisirt sein; die Mehrzahl der Drechsler müssen der Vereinigung der Drechsler angehören und ihren Verpflichiungen dem Verein gegenüber punkt- lich nachkommen. Die Pflicht der 5tollegen selbst ist es auch, in den Werkstätten recht rege für die Stärkung der Vereinigung zu agitiren. Nach Beendigung des Vortrages stellte Kollege Lutz den Antrag, von jetzt ab nur noch 20 Pf. wöchentlichen Beitrag zu zahlen. Der Antrag ivurde angenommen. Darauf sprach Kollege Hildebrandt zum 1. Punkt der Tagesordnung. Er meinte, es ist Pflicht aller Arbeiter, sich zu organisiren, um einem etwaigen Druck der Arbeitgeber energisch entgegentreten zu können. Durch ihre feste Organisation ist eS den Hamburgern ge- lungen, die Forderungen der Arbeitgeber� zu brechen. Genau so suchen die hiesigen Fabrikanten durch ihren neu ge- gründeten Verein einen Druck gegen uns auszuüben. Also müssen auch wir auspassen und fest organisirt sein. Es wurde sodann folgende Siesolution angenommen:, „Die öffentliche Versammlung der Drechsler und Berufs- genossen Berlins beschließt, sich an dem Gewerkschafts- rongreß zu betheiligen und die Wahl der Delegirten in der nächsten öffentlichen Versammlung vorzunehmen." Dann wurde Kollege Baumberg zum Lohnkommissions-Mit- glied gewählt. Als Revisoren sür die Hamburger Listen wurden die Kollegen Spanier, Rosche! und H. Trümper gewählt. Ein Antrag, für die Rathenower Kollegen recht rege zu sammeln, und, falls hier von dort Arbeit hereingebracht wird, dieselbe nicht an- zusertigen, um unsere dortigen Kollege» recht schnell zum Siege zu verhelfen. Die Abrechnung vom Stockarbeiter-Streik wird in kurzer Zeit veröffentlicht werden. Schluß der Versammlung IN/2 Uhr; nächste Versammlung am 6. Oktober in Betreff des Rathenower Streik. Wo? wird noch näher bekannt gegeben. Zur Wahl der Delegirten für den Darteitag fand am 1. Oktober im Lokale„Bismarckshöhe" zu Eharlottenburg eine Versammlung für den Wahlkreis Teltoiv-Beeskvw-Eharlottcnburg statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung bezweifelt Mielentz- Johannisthal die Ziompetenz der Versammlung ivegen der geringen Zahl(300—400) Anwesender und beantragt, eine neue Ver- sammlung mit derselben Tagesordnung Einzuberufen. Wurbs- Rixdorf tritt dem entgegen, da die Versammlung recht- zeitig bekannt gemacht und auf stärkere Betheiliaung auch bei einer neuen Versammlung kaum zu rechnen sei; es seien ja auch auS dem ganzen Kreise Genossen vertreten und nur aus Eharlottenburg des am Abend vorher ge- feierten Festes wegen verhältnißmäßig wenige Anwesende. Der Antrag Mielentz fiel gegen 3 Stimmen. Die Bureauwahl ergab Mielentz-Johaiinisthal. 1. Vorsitzender; Wilde- Eharlottenburg, 2. Vorsitzender; Rautmann-Köpenick, Schriftführer. Zum ersten Punkt der Tagesordnung erhielt Genosse Werner-Berlin das Wort, der kurz seine Ansichten über den Organisationsentwurf darlegte. Von einer Diskussion ivurde Abstand genommen. Zum 3. Punkt: Delegirtenwahl, schlug llugering-kköpenick namens der dazu ge- wählten Kommission die Genossen Wilhelm Werner-Berli», Wilhelm Schütz-Rixdorf, Hermann» Wernicke-Eharlottenburg vor. Ans der Versammlung wurde noch Fritz Mielentz-Johannisthal vor- geschlagen. Wie schon gemeldet, wurden die drei Erstgenannten gewählt. Ein Antrag, der jeden einzelnen Delegirten verpflichtet, in einer besonderen Versammlung über den Parteitag zu reseriren, ivurde abgelehnt, und die Versammlung um 11 Uhr mit einem Hoch auf die völkerbefreiende, internationale Sozialdemokratie geschlossen. Vrenzlnu, 4. Oktober. Auch in Prenzlau hatten sich am 1. Oktober sämmtliche Genossen im Lokal des Herrn Zeppenfeld („Kaisergarten") eingefunden, um den Sterbetag" des Sozialisten- gesetzes festlich zu begehen. Es wurden zur Einleitung des Festes mehrere Freiheitslieder gesungen, hieran schloffen sich Vor- lesungen aus dem„Berliner Volksblatt", und nach zweistündigem fröhlichen Zusammensein wurde die Feier mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie beendet. Damen Mäntel nnd-Kostüme. FeHx Oppenhelm 1 Regell-Miillte! von 11 Mk. an. Elegante nnil billige Winter-Paletots. U—%2* Kostüme oo» 15 Ulork air. 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