Nr. 236. Freitag, den 10. Oktober 1890. y. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. Das„VerlLuer Volksotatt" li'g Erscheint täglich Morgens außer nach Sonn- und Festtagen. AbonncmcntSpreiS für Berlin frei -Pro»n'z Haus vierteljährlich 3.30 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Pf. Einzelne Nummer 5 Pf. einjtzonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnemcnt 3,30 Mark pro Quartal. (Eingetragen in der PostzeitungSpreisliste für 1890 unter Nr. 892, V. Nachtrag.) — Krrnzband, täglich durch die Expedition, für Deutschlands und Oesterrcich-Ungarn % 162 U11� 2 Mark, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die Sgespaltene Petitzcile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VerfammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SW., Beuthstraße 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -, Fernsprecher: Amt vi. Zlr. 4106.«- i Nednkkion: DeukMvMe S.— Expedition: zSeuthitenize 3. tüOj- Eine alle Tiige. ! Das Sprüchwort' sagt zwar:„Lügen haben kurze 01 61 Deine", allein es hat unrecht, wie so manches andere �63 Sprichwort. Lügen haben sehr lange Beine, und auch �uohanerhaste Beine, und es ist deshalb oft sehr schwer, die »s, Hügen einzuholen und todtzuschlagen. Man denke nur an Ii Aldie famose Lüge von den französischen National werk- sajpjt ä t t e il, die von Louis B l a n c und den So- lüsHalisten eingerichtet sein sollten, obgleich sie thatsächlich ? öosB e g e n die Sozialisten organisirt waren— eine Lüge, i Mer Lassalle schon vor 27 Jahren den Hals umdrehte, 631 Äe aber trotzdem sich noch lange lustig herum- ».K�etunimelt hat. Also nicht kurze, sondern lange, oft sehr sehr lange eine haben die Lügen— viel längere als die Wahrheit, ie manchmal nicht nachkommen kann. Freilich der Unter- chied ist zwischen Lüge und Wahrheit— die langen Beine er Lüge haben die Eigenschaft, daß sie sich, gleich den einen des Münchhausen'schen Jagdhundes, allmälig blaufen und immer kürzer werden— wenn das auch oft echt lange dauert—, während umgekehrt die kurzen Beine er Wahrheit immer länger werden, so daß sie— in the .ong run— zu guter Letzt doch die Lüge überholt, und hr das Genick durchbeißen kann. Seit Jahren spukt in der gegnerischen Presse die üge, daß unsere Partei in Wpden die„gesetzlichen Mittel" us dem Programm gestrichen habe, um zu bekunden, daß jsjgxÄe sich aus den Boden der Gewalt oder„gewaltsamen s Devolution" stelle. 12 ioi Wie oft wurde die Sache und der Hergang nicht »7u68 S>schon erklärt! Hilft nichts. Die Lüge marschirt immer �-jivieder auf. Da schreibt jetzt z. B. ein konservatives Blatt, 5 M&aä sich auf Wissenschaftlichkeit und Anstand etwas zu 5iy7 Mute thut,— die„Leipziger Zeitung"— mit Rücksicht den Engels'schen Brief in unserer Sonntags- 36 70 Mumnier, folgendes: „-- Um die Erläuterung des sozialdemokratischen uo 19'Programms in dem Briese von Engels recht zu ver- ,aiMehen, muß man an die Zeit zurückdenken, wo der .�Wtzdener Kongreß aus dem Gothaer Programm die 1 gesetzlichen Mittel" zur Verwirklichung der l�oi�Parteiziele strich, die infolge dessen auch in dem �«simst ziemlich(!) wörtlichen Wiederabdruck des Programms ss iMicht vorkommen, der vorige Woche durch die �Weitungen ging. Darauf folgte'die Zeit, wo man von eichen Mitteln der Gewalt und des Aufruhrs, die hiernach H A&m sich nicht programmwidrig gewesen wären, lediglich 1„Aus„taktischen" Gründen absah, weil man sich überzeugt «- rcuiUctmi. iZi�SIachdrua oevbotcu.] swOI/I [9 I. 76°' Vietoria. Roman von Minna Kautsky. auf Monate von Ihrer Braut VijjÄ„Da werden Sie aber w° Metrennt sein?" , Äjj Oswaldt zuckte die Achseln.„Das ist nicht zn andern, -ÄeGber bei Gott, ich ivill mir dies Opfer thener bezahlen Tassen!" 1 b J Riehl biß sich auf die Lippen; der Ucbermuth dieses �.FösWurschen, den er vor Kurzem noch so klein und bescheiden w 73.»eseHen, war ihm zuwider. Aber es wäre auch cm Wunder »�Gewesen, wenn ihm sein rasendes Glück nicht den Kopf ver- '..mfreht hätte. s° 3'J, Der Träger brachte das Gepäck. Es war cm großer 00)«Wandkoffer, des Weiteren ein mit Leder überzogener Kasten, [ nzoiWuf dein eine zerlegbare Staffelei, ein Feldsessel und ein ''w �"'"ßer Scknrm anfaebunden war. mitgebracht," bc oi 66Mroßer Schirm aufgebunden war .«Sie haben Ihre ganze Ausrüstung i merkte Riehl, darauf hinweisend. ,6'I„Wir Maler lassen, wie Don Quixote, Niemand über r.a.vl„iwir wtaier ragen, wie �on».mixvre,»vtL i�MUlsere Absichten im Unklaren," lächelte Oswaldt,„aber che i in die böhmischen Ebenen aus Abenteuer ausziehe, wil w 93 Aich hier noch ein wenig Umschau halten." 4 i„Hoffen Sie hier etwas Schönes zu finden?" *10%) Osivaldt nickte.„Ich kenne die Gegend, ich habe hier i 1 meine ersten Natlirstndien gemacht, die meine Richtung gleich- 94 44; sam bestimmt habe». Diese Thäler gehören wobl zu dem � Z Schönsten, zu dem Herrlichsten, was überhaupt die Natur 0 477 y hatte, daß die„Ordnungsbestie" doch noch Widerstands- ähiger sei, als man bis dahin geglaubt hatte. Nicht 'ange mehr und man leugnete auch, daß dies nur aus „Taktik" geschehen sei. Man war auf einmal so„gesetz- Lieh" geworden, daß man jede Erinnerung an die frühere Lesart als Beleidigung betrachtete. Unfern Lesern wird die Komödie noch erinnerlich sein, die wir deshalb im vorigen Winter mit Herrn Liebknecht zu bestehen(!) hatten. Fast keine Sitzung der damaligen sächsischen Kammer- Verhandlungen verging, in der nicht Herr Liebknecht seine Friedfertigkeit versicherte und uns dort verklagte, wenn wir auch diese Friedfertigkeit immer nur„Taktik" nannten. Die Herren waren damals— der Termin für die Reichstags- wählen rückte näher und näher— von wahrhaft rührender Gesetzesfrömmigkeit und Sanftmuth. Heute nun erklärt das geistige Oberhaupt der Partei, Friedrich Engels, im „Sozialdemokrat":„Die Reichsregierung will es uns gegen- über einstweilen wieder mit dem gemeinen Rechte versuchen und so wollen wir es e i n st w e i l e n wieder mit den gesetzlichen Mitteln versuchen, die wir uns ver- mittelst kräftigen Gebrauchs der u n g e s e tz- i ch e n wiedererobert haben. Ob dabei die gesetzlichen Mittel wieder ins Programm ausgenommen werden oder nicht, ist g l e i ch g i l t i g. Versucht muß werden, vor der Hand mit gesetzlichen Karnpfesmitteln auszukommen." — Eines Kommentars wird diese neueste Probe von Partei- ehrlichkeit nicht bedürfen."— Allerdings nicht— wenigstens nicht für einen denk- fähigen und ehrlichen Menschen. Da die Redaktion der „Leipziger Zeitung" jedoch nicht in diese Kategorie gehört, so sei ihr und ihres Gleichen ein für allemal gesagt, daß die deutsche Sozialdemokratie, wenn sie keinen politischen Selbstmord begehen wollte, auf dem ersten Kongreß unter dem Sozialistengesetze die Be- schräuküng auf die gesetzlichen Mittel aus dem Programm streichen mußte, weil sie sonst durch das Sozialisten- e s e tz an jeder Parteithätigkeit gehindert worden wäre. Dem Sozialistengesetze hatten wir uns physisch zu unterwerfen, wie man sich der brutalen Gewalt unterwirft, aber wir haben es niemals als b e stehenden R e ch t s z u st a n d anerkannt,— wir haben ihm entgegengearbeitet, wir haben ihm Schnippchen über Schnippchen geschlagen, wir haben auf es„gepfiffen" und wir haben es moralisch und schließlich auch politisch todtgeknüppelt. Hätten wir anders gehandelt, so wären wir elende Feiglinge gewesen, hätten uns des Sozialistengesetzes würdig gezeigt und hätten unser Schicksal: schimpfliche n Untergang verdient. Wir lassen uns eben nicht erdrosseln, und kommt wieder ein Sozialistengesetz— unseretwegen auch in verschärfter Ausgabe— so werden wir wieder genau ebenso handeln. Was nun den Versuch der„Leipziger Zeitung" betrifft, aus dem„einstweilen" und„vor der Hand" des Engels'schen Briefs unserer Partei einen Hochverraths-Strick zu drehen, so ist das ebenso perfid als abgeschmackt. Die„ungesetz- lichen" Mittel, die Engels den„gesetzlichen" gegenüberstellt, sind, wie jeder mit fünf Sinnen begabte Schulbube aus dem Zusammenhang ersieht, gerade die bisher von uns gegen das Soziali st engesetz ange- wandten Mittel, zu denen wir allerdings zurück- ehren werden, falls man uns dazu zwingt. Das versteht sich einfach von selbst, und sollte die „Leipziger Zeitung" etwa Lust haben, sich über unsere Stellung zur„gewaltsamen Revolution" und speziell über die Ansichten Liebknechts— mit dem sie allerdings eine„Komödie", und mehr als eine,„bestanden" hat— näher zu unterrichten, so möge sie dessen Schrift: Revolution und H 0 ch v e r r a t h", die ja jetzt im Buchhandel zu haben ist, hübsch durchlesen und ich den Inhalt hinter die Ohren schreiben. Sie wird dann erfahren, daß wir die Revolutions m a ch e r e i unseren Feinden überlassen, und daß unsere Taktik sich stetZ nach der Taktik unserer Gegner richtet. Unser Ziel ist die Verwirklichung unseres. Programms, und durch nichts lassen wir uns daran hindern, auf dieses Ziel loszugehen. Wird uns der eine Weg verlegt, so betreten wir oder bahnen wir uns einen andern. Aber ans Ziel wollen und werden wir kommen. geschaffen hat, für mich aber haben sie noch einen ganz bc- sonderen intimen Reiz." Wie warm dies klang, und ans den dunklen Augen des jungen Künstlers blitzte ein Strahl echter Begeisterung. Riehl fühlte sich unwillkürlich davon berührt; sollte Dieser da wirklich zn den Auserwählten zählen? „Sie sind Maler mit Leib und Seele?" fragte er, einen forschenden Blick auf ihn richtend. Oswaldt hatte wieder seine blasirte Miene angenommen und witzelte mit jener Selbstironie und falschen Bescheiden- hcit, die heutzutage für so außerordentlich geistreich gilt: „Mein Gott, was soll ich machen? Ich habe nichts Gc- schcidteres gelernt!" „Sie haben, glaube ich, in der letzten Ausstellung mit Ihren Bildern viel Glück gehabt?" Oswaldt zuckte die Schultern.„Glück?! nun ja, sie haben von sich sprechen gemacht, vielleicht mehr als sie ver dienten." Ein Läuten, ein Pfeifen, der Zug sollte abgehen. „Adieu!"—„Auf Wiedersehen!" Die beiden Herren reichten sich die Hände. Riehl stieg in das Konpee und der Zug setzte sich gleich darauf in Be- wegnng._ Oswaldt sah ihm nach.„Fahr zu, immerhin! Das ist auch Einer von Denen, die aus sie Jagd gemacht habeix aber ich habe über sie Alle den Sieg davon getragen!" Ungeineffener Stolz leuchtete in dem jungen Gesichte aus dann setzte er den feinen, weißen Filz im kecken Uebermuth schief auf sein dunkles Haar und winkte den Träger zu sich heran. „Sie tragen das zum goldenen Löwen, vorausgesetzt. daß in der Spelunke noch ein anständiges Zimmer zu haben ist." Er wandte dem Manne den Rücken und, die Hände Die Sünder von 18�8. Wenn der Historiker einer späteren Epoche sich einmal mit der nun glücklicher Weise— wenigstens für jetzt— beendeten A era des Sozialistengesetzes beschäftigt, so wird namentlich eine Thatsache sein Erstaunen erregen. Er wird dann finden, daß die Sünder von 1678, die Parteien, die es damals für gut fanden, dem deutschen Volke das Joch des Sozialisten- gesctzes auf den Nacken zu legen, dies Gesetz mit seinen Ehikanen und mittelalterlich harten Maßregeln zwölf Jahre lang für unentbehrlich erklärt haben. Wie alle Schöpfungen ihres „großen Staatsmannes", so priesen sie auch diese als unüber- trefflich, und sie war auch so ganz aus dem Geiste des Mannes von Friedrichsruh herausgewachsen; sie bildete ein nicht zu ver- missendes Glied in der großen Kette aus„Erbfeindschast" und „Erbsreundschaft", Kulturkampf, Schutzzöllnerci und Agrarierthum, mit welcher Deutschland so lange an den Triumphwagen jenes Mannes gespannt war. Sie fühlten sich wohl unter dem Schutze eines Gesctzes, bei dem die Polizei die Widerlegung der vom Sozialismus gegen die bürgcrlich-feudale Gesellschaft erhobenen in die Taschen seines Jackets steckend, ging er pfeifend davon. Fünftes Kapitel. Wenn man den Bahnkörper der Station Kaltenbach passirt hatte, führte der Weg aufwärts, an Weinbergen vor- über, dem Walde entgegen. Dort an der Lehne stand Leopold Bergers Häuschen, das nebst einem Stück Weinberg sein eigen war. Es war ein winziger ärmlicher Besitz, der ihm von mütterlicher Seite zugefallen und den er allein bewirth- schaftete. Das Häuschen war so mit Wein umrankt, daß man's nicht früher bemerkte, als bis man dicht davorstand, und wie es unscheinbar von Außen war, barg es auch im Innern nur eine Stube und einen großen Vorraum, den nur ein einziges Fenster erhellte, und der zugleich als Küche diente. Uraltes, oft schon ganz unbrauchbares Gerümpel war darin aufgehäuft. Truhen aller Art, von Holzwürmern zerfressen, ohne Schloß, mit zertrümmertem Deckel, Tröge und Küchengeräthe, ohne Ordnung und Wahl neben- und übereinander gestellt, dazwischen einige Fässer mit Pech. Ein unbekümmerter Sinn, ein gänzlicher Mangel an Ordnung schien hier zn walten und die Abwesenheit einer weiblichen Hand war überall fühlbar. Um so überraschter war man, wenn man einen Blick in die angrenzende Stnbe warf. Dort war alles freundlich und behaglich, ja legte geradezu Zeugniß ab für einen dem Genüsse zugewandten künstlerischen Sinn. Ein kleiner Flügel, eines jener alten Instrumente mit schmalen Tasten und dem Ton einer Zither, siel sofort in die Augen. Ein Notenpult mit auf- geschlagenen Notenheftcn, eine Violine und ein Waldhorn, die an der Wand hingen, vcrricthen die vielseitige musika- 1 Anklagen zu besorgen hatte, und sie malten mit den grellsten Farben den schrecklichen Znstand aus, der kommen müßte, wenn sie des Gesetzes einmal entrathen sollten. Dann aber, wenn der sorgsam forschende Historiker zu dem l. Oktober 1890 kommt, wird er nicht wenig darüber venvundert sein, daß dieselbe Gesellschaft sich so leicht über den Verlust des Gesetzes zu trösten weiß. Einstimmig hallt es in den konser- vativen, freikonservativen, nationalliberalen und verwandten Blättern wider, daß das Gesetz unheilvoll gewesen; Nie- mand will die Verantwortlichkeit für seine Wirkungen mehr übernehmen und Alle, von der„Kreuz-Zeitung" bis zur„National- Zeitung", betheuern, sie seien eigentlich recht froh, daß es ein Ende genommen habe mit dem Ausnahmegesetze. Damit wird aber das Erstaunen des künftigen Geschichts- schreibers seinen Höhepunkt noch nicht erreicht haben, denn er wird weiter finden, daß die Sünder von 1878 nun plötzlich die Entdeckung gemacht haben, daß man mit den Mitteln, welche die Strafgesetzgebung den Behörden an die Hand gebe, ganz gut auskommen könne. Man brauche— so tröstet die„wohlgesinnte" presse allerorten die ängstlichen, um ihre Rente besorglen Spieß- bürger— von etwaigen„sozialdemokratischen Aus- schreit un gen" nichts zu befürchten, denn es sei das Straf- Gesetzbuch, die Vereins- Gesetzgebung und schließlich ja auch noch die Militärgewalt mit dem großen Belagerungszustand da, Faktoren, die aus- reichten, unter liebes Vaterland vor„sozialdemokratischen Gewalt- thaten" zu beschützen. Der Geschichtsschreiber, dem es übrigens auch nicht ent- gangen sein wird, daß sogar unter der zwölfjährigen Herrschaft des Ausnahmegesetzes keine„Geivaltthaten" Seitens der Sozial- demokratie vorgekommen sind und daß alle Machinationen der Lockspitzel sich vergeblich erwiesen und kein„Material" ge- liefert habe», wird dann höchst verwundert ausrufen: „Wie? Man wußte, daß die Mittel der Staatsgewalt mehr als ausreichend seien, um— nach den herkömmlichen Begriffen — Ausschreitungen zu verhüten und zu dämpfen? Und dennoch hat man zwölf Jahre lang das Sozialistengesetz aufrecht er- halten?" So ist es in der That und wir wollen die Thatsache fest- gel», daß die große Koalition der reaktionären und„liberalen" rteicn ein Gesetz so lange ausrecht erhielt, von dessen Uebcr- ' iigkeit sie eingestandenermaßen überzeugt war, nur aus S e r- ismus, aus sklavischer Unterivürfigkeit gegen .i allniächtigen Staatsmann, der als Redegreis von Friedrichs- ruh nach seinem Sturze sich die unbarmherzige Kritik aller Par- teien auf den Hals gezogen und seine politische Autorität selber untergraben und gestürzt hat. Die Ehrennamen, mit welchen der nicht mehr unter dem Banne heutiger Straf- und Preßgesetze stehende Geschichtsschreiber der Zukunft diese Parteien belegen wird, lassen sich ahnen und wir wollen sie nur um dessentwillen nicht antizipiren, weil wir menschlichem Rühren sehr zugänglich sind und die am Grabe des Sozialistengesetzes trauernden„armen Schwartenhälse" nicht gar zu sehr kränken wollen. Nur in einem Punkte können wir uns nicht enthalten, recht kräftig einzugreifen, nämlich gegenüber den Versuchen, die gemacht werden, die Sünder von 1878 von ihrer Verantwortlichkeit für das Ausnahmegesetz zu entlasten. So meint Herr Professor Delbrück in den„Preußischen Jahrbüchern", nachdem er sich sehr entschieden gegen„klein- liche Polizei maßregeln" ausgesprochen, wenn die Agitation der Sozialdemokratie wieder die Siedehitze von 1878 erreicht, so müsse man ein neues S o z i a l i st e n g e s c tz machen, um sie wieder zu ersticken. Damit scheint der ehrenwerthe Herr Professor der Mitwelt und Nachwelt die Neberzeugung bei- bringen zu wollen, das Gesetz sei wegen der„Siedehitze" der sozialistischen Agitation gewünscht worden. Gemach, ehrenwerther Herr Professor, so war die Sache denn doch nicht. Nachdem der christlich- soziale Hödel und der nationalliberale N o b i l i n g ihre Schüffe abgefeuert hatten, brauchte man keine „Siedehitze" mehr. Es ist unwidersprochen geblieben, daß am Tage des Nobiling'schen Attentats, noch ehe man über die Person des Attentäters genau informirt sein konnte, aus Friedrichsruh ein Telegramm in Berlin einlief, des Inhalts:„Maßregeln gegen die Sozialdemokratie!" Wenn es sich nicht so verhielt, dann möge man es erklären. Eine„Siedehitze" war da- mals bei den reaktionären und liberalen Parteien vorhanden im Eiser, ein Sozialistengesetz zu Stande zu bringen, und in de n Be- streben, die Sozialdemokratie außerhalb der rechtlichen und gesell- schaltlichcn Beziehungen zu stellen. Die„Norddeutsche Allge- meine" schrieb damals:„Was das Eisen nicht heilt, das heilt das Feuer!" und die Spießbürger stürzten sich ivie eine Heerde tollgewordener Feinde rother Tücher auf die Sozialdemokraten. Nein, Herr Professor, so schnell vergißt man nicht! Man suchte nach der passenden Gelegenheit und man fand sie auch. Aber selbst zugeben, fwie Herr Delbrück that, daß das So- zialistengesetz unheilvoll gewirkt habe, und dann wieder davon sprechen, daß man eventuell„ein neues" annehmen wolle, das beweist denn doch, daß die alten Parteien mit ihrem Latein zu Ende sind. Solche Rathlosigkeit ist völliger politischer Bank erott! tische Begabung des Bewohners. Ter alte Lehnsessel in der Nähe des Fensters, durch das die Abendsonne leuchtete, ein Schrank und eine Holzbauk waren Meisterstücke alter Holzschnitzerei, wie sie im 17. Jahrhundert auch in kleinbürgerlichen Familien vorzukommen pflegten. Der Pecher bewahrte sie wie ein Heiligthum, und so oft auch einzelne Sammler ihm diese interessanten Stücke abkaufen wollten, er gab sie nicht her, denn er hatte, wie er sagte, selber seine Freude daran. In diesem Augenblick war der Pechcr Poldl in seiner Küche mit der Bereitung seines Mahles beschäftigt. Erstand vor dem flackernden Feuer des offenen Herdes und rührte zeitweilig mit einem hölzernen Löffel den Mehlsterz um, der in einer Pfanne im heißen Fette prasselte und dampfte. Er hatte seine Jacke abgeworfen, sein grobes Hemd stand auf der Brust offen, sein Halstuch war gelöst.' Die schlanke aber kräftige Gestalt trat aus dem Halbdunkel, das hier herrschte, nicht allzudeutlich hervor, aber sein etivas vorgeneigtcr Kopf war von dem Feuer beleuchtet, und sein Profil zeichnete sich in einer kühnen scharfen Kontur ab, die der einer römischen Gemme glich. Wie er da rührte, die Wirkungen der Flamme genau überwachend, konnte man glauben, daß die Bereitung des Mahles ihn ausschließlich beschäftigte, aber er hob von Zeit zu Zeit die Augen und winkte schelmisch einer ziveiten Person zu, die seitwärts vom Herde aus einer Truhe saß und unaufhörlich und aufmerksam zu ihm herüber- blickte. Es war Oswaldt. Er hatte die Beine gekreuzt, und, das Skizzenbnch auf den Knien, zeichnete er in flüchtigen Strichen die Küche und Koch. „Bist bald fertig?" fragte der Pecher, und sein breiter Mund zeigte ein Lächeln, das über das ganze Gesicht hin leuchtete.„Ich hoff'. Du machst alle meine Schönheiten ab und thust mich nicht verschandeln. Nur nichts auslassen, hörst, vergiß nicht die Schramme, die ich auf der linken Wange Hab'. Es war eine tüchtige Rauferei, bei der ich's davon getragen, aber es thut nichts, es bleibt doch ein An- denken an eine schöne Zeit." VolikiNhe MeJ&erstchk. zlatlonaUitieraler„Liberalismus". Die„National liberale Korrespondenz" ist ganz aus dem Häuschen darüber, daß es den Zentrumsleuten gelingen könnte, mit Hilfe der Deutschfreisinnigcn und Sozialdemokraten im Reichstag einen Beschluß für Aufhebung des Jesuitengesetzes zu erwirken. Sie hat jedoch einen Trost: „Das deutsche Volk in seiner Mehrheit läßt sich nicht spotten, auch die deutsche Geduld hat ein Ende, und sollte der Deutsche Reichstag einen„Jesuitenbeschluß" fassen, so haben wir, wie Fürst Bismarck einst mit Recht betonte, als Schutz deutschen Wesens und deutscher Kraft die deutschen Regierungen und an deren Spitze den deutschen Kaiser, welcher dar- über wacht, daß keine ultramontanen Keime Wurzel fassen." Das offizielle Organ des Natioualliberalis'nms verkriecht sich hinter die Rockschöße der Regierungen und fordert oiese zum Wider st and gegen die Beschlüsse des Reichstags auf— ein Widerstand, der, wenn der Reichstag sich nicht feige duckt oder die Regierungen nicht rechtzeitig den Rückzug antreten, nur zu einem Staats- st r e i ch e führen kann. Und das hat noch die Stirn, sich „liberal" zu nennen! Wie unfähig diese„Liberalen" übrigens sind, die Dinge so zu sehen, wie sie find, und welch' spaßhaften Illusionen sie sich hingeben, das erhellt aus der grotesken Frechheit, mit der sie die„Mehrheit" des deutschen Volkes für sich, die Z e r s ch ni e t t e r t e n des 20. Februar in Anspach nehmen. Bei dieser Gelegenheit wollen wir der„National- liberalen Korrespondenz" verrathen, daß die Sozialdemo- traten allerdings für einen etwaigen Antrag auf Abschaffung des Jesuitengesetzes stimmen werden, und daß sie vor einigen Jahren schon selbst einen dahin zielenden Antrag gestellt hatten. Die Freiheit ist uns Sozialdemokraten kein„leerer Wahn" und das„gleiche Recht für Alle" nicht bloße Phrase. Durch sein Gezeter gegen die Jesuiten stellt unser Bürgerthum sich beiläufig ein glänzendes Armuthszeugniß aus, und macht sich zu gleicher Zeit der widerlichsten Heuchelei schuldig, denn das was unsere Herren Bürger als p o l i t i s ch e„I e s u i t e n m o r a l", zu verabscheuen vor- geben, wird von ihnen in der Praxis aufs e i f r i g st e geübt, und ist von ihrem glücklicherweise abgethanen Götzen Bismarck und in einer Ausdehnung geübt worden, die Alles in Schatten stellt, was von den raffinirtesten katholischen Jesuiten jemals geleistet worden ist. Kerr Crispi hat in Italien irgendwo eine„Rede" gehalten, die schon seit acht Tagen mit unverschämtem Reklameactrommel angekündigt war. Da Herr Crispi, gleich allen Renegaten, eine unüberwindliche Abneigung gegen die Wahrheit hat, seine Worte also keinen Glauben verdienen, und da er obendrein eine fallende Größe ist, so wollen wir blos bemerken, daß er in dieser seiner neuesten Rede, wie in allen früheren, sich selb st lobt und außer- dem auf die I r r i d e n t i st e n(Radikale, die österreichi- sches Land erobern wollen) heftig schimpft,— was letzteres ihn natürlich nicht hindern wird, bei erster Gelegenheit, falls er es für vortheilhaft hält, wieder mit ihnen zu lieb- äugeln. Nun— hoffentlich bekommt er keine Gelegenheit megr.— Der„Reichsanzeigrr" veröffentlicht den dem Bundes- rathe vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur Abänderung des Kranken-Versicherungsgesetzes. Es handelt sich in ihm um einschneidende Aendcrungen, die, wie schon lange augekündigt war, darauf abzielen, den freien Hilfskassen den Lebenofadcn zu unterbinden. Dieser Tendenz gegenüber kommen die geringfügigen Ver- besserungen, die der Entivurf vor dem bestehenden Gesetze vor- aus hat, nicht in Betracht. Was hat es zu bedeuten, daß er die Versicherungspflicht für die Handlungsgehilfen und Lehrlinge obligatorisch machen, daß er den Kreis der versicherungspflichtigen Personen erweitern und den Krankenkassen freistellen will, das Krankengeld auch für die drei ersten Tage der Krankheit(jetzt be- steht eine dreitägige Karenzzeil) zu gewähren, wenn er den freien Hilsskaffen alle Rechte beschneidet und ihnen Licht, Luft und Boden nimmt, so daß sie eingehen und verwelken müssen. „Angedenken an das Schöne ist daS Heil der Erden- söhne," zitirte Oswaldt mit drolligem Pathos. „Ja, das war eigentlich mehr ein Angedenken an die Schöne," versetzte der Pecher mit einem schlauen Zwinkern. Beide lachten, um gleich darauf wieder emsig weiter zu Hantiren. Eine Weile vernahm man nichts, als das Zischeln und Prasseln des kochenden Fettes) bis die laute sonore Stimme des Pcchcrs verkündete:„Der Sterz ist fertig." Er entnahm das heiße Gericht dem Feuer und stürzte es in eine Schüssel. Dann stellte er zwei Teller auf einen Tisch unweit des Herdes. „Du bist eingeladen," sagte er zu Oswaldt gewandt, „ich hoff'. Du verschmähst es nicht, mit nur zn essen?" „Gewiß nicht," rief Oswaldt, indem er sich erhob und den Bleistift ins Skizzcnbuch steckte.„Aber willst Du nicht lieber im Freien decken? Hier riecht es so stark nach heißem Fett, aber draußen, im Schatten Deines Hanfes, da haben wir den Blick ans die Landschaft, da wird es köstlich sein." Der Pechcr schob die Schultern spaßhaft in die Höhe. „Unsereiner, der hungrig ist, ist froh, wenn er zum Essen kommt und schaut nicht rechts noch links, aber ihr seinen Leute müßt Eure anderen Sinne auch noch kitzeln lassen, sonst schmeckt's Euch nicht. Aber meinetwegen, essen wir draußen." Einige Minuten später saßen der Pecher und der Maler an einem kleinen in dem Boden festgerammteu Tischchen einander gegenüber beim dampfenden Mahle. Ter Poldl hatte seinen Teller bis an den Rand gefüllt, und er aß seinen Sterz, die hier übliche Speise, geröstetes schivarzes Niehl, dar mit heißem Wasser übergössen und hierauf in reichlichem Fett geschmort worden war, mit großem Appetit. Oswaldt hatte nicht allzuviel genommen, er kostete vor- sichtig und hütete sich, den Versuch zu wiederholen. Poldl aber nöthigte gutmüthig:„Iß nur, laß ihn nicht kalt werden, er ist heute großartig, der Sterz, er ist mir ganz besonders gelungen." Oswaldt tauchte gefällig die Spitze seines Löffels in das Gericht und schlang mit großer Selbstüberwindung Denn heißt es nicht den Tod der freien Hilfskassen§ wenn man ihnen die Bestimmung auferlegt, daß das W geld nicht nach dem ortsüblichen Tagelohn an dem Orte,< Kasse ihren Sitz hat, sondern nach demjenigen bemessen' soll, wo der Versicherte seinen Aufenthalt hat, so daß- Kasse bei gleichen Beiträgen ungleiche Krankengelder zu W hat, oder wenn man festsetzt, daß in Zukunft die Zugeht zu einer freien Hilfskaffe nicht mehr ohne Weiteres von � pflichtung zum Eintritt in eine Zwangskasse befreit? dal glied der freien Kasse soll nur auf seinen Antrag von jentf pflichtung entbunden werden.-- Der ganze Entwurf trägt das Gepräge der alten Bismack „Sozialpolitik", welche Freiheit und Selbstbethätigung der Ä fürchtete, wie der Gebrannte das Feuer. Aber Herr von Vötticher, der Vater des Entwurfes,' sich bei seiner„Licht- und Schattenvertheilung" verrechnet ¥ Der Geist, der ihm in den freien Hilsskaffen nicht behagl den er mit den freien Hilsskaffen beseitigen will, könnte' den Ortskrankenkassen wieder erheben und ihre Verwalk durchdringen. Zunächst dürfen die freien Hilsskaffen natürlich nicht!* sucht lassen, um die drohende Gefahr abzuwenden. Unw muß eine lebhaste Agitation ins Werk gesetzt werden, uU Zustandekommen des Gesetzes zu verhüten. Unsererseits werden wir es an einer eingehenden Kn* neuesten sozialen Gesetzesmacherei nicht fehlen lassen.$' bringen wir zunächst den sehr umfangreichen Entwurf zu* druck. Krüger, der berüchtigte Spitzelgeneral des Ff Bismarck, ist nun doch m den„Ruhestand" getreten, verabschiedet worden. Die„Voss. Ztg." schreibt da* Anfangs März machten wir die Mittheilung, der 1 Leitung der politischen Polizei hervorragend thätige W direktor Krüger, sattsam bekannt aus den Sozialisienpsz Woche dieses denn d Schim, gaben Polizei er sei: freilich regelte: W Ar eine Vi den Ab mittelp referire eines 3 letzter d befand Zigarn Sprotte Nossen, vermög der Ta nehmen großer Nu Frage c demokra selbe ffil sitzende um sein wesende gruselig fassungs werthet: — er ni sprechen und v e sich im wachend maßend dieses G Sch einer der nächsten Vertrauensmänner des Fürsten geimitj( werde demnächst in den Ruhestand treten. Ein osfiziöse� werde demnächst in den Ruhestand treten. Ein osfizid!» m>sgehot bemerkte dieser Auslassung gegenüber, indem es die Ern* armen i s„3!! der Etat der„alte Kurs" beibehalten werden sollte, inzwischen* gehenden Stabe des früheren Reichskanzlers gründlich� aufS� Polizei d worden, vom Staatssekretär bis zum Polizeidirektor-Z schildert auch festgestellt sei, daß sich unsere anfangs von einem rhe? Blatte beharrlich bestrittene Meldung, daß Herr Gey«? Kayser aus der politischen Abtheilung des Auswärtige» ganz ausscheide, inzwischen vollkommen bestätigt hat." i So die„Vossische Zeitung". Wir haben indeß* zu glauben, daß Herr Krüger das Spitzelhandiverk immer betreibt—"jedoch aus private Rechnung,'s berüchtigte P i n k e r t o n in Amerika, und vielleicht zum Theil auf Rechnung seines ehemaligen„Chef»' als„getreuer Vasall" eine Neben- und G*1 regierung errichten zu wollen schemt, und zu seinen ff r c p t i l i e n sich wohl auch Privat spitzet zugelegt' zu wird. Jedenfalls ist die Aera der Spitzelei noch nichts über, und wenn man von Spitzeln und Spitzelei hört,., man unwillkürlich an den K rüge r.— lehrige Der„Sprattaner Tumult" läßt sich jetzt, wo 3� handelte Berichte vorliegen, übersehen und da zeigt es sich, daß beff welch vornherein mit unserer Verinuthung Recht hatten: nach. a»sor..ttl Berichten ist die dortige Polizei, im Besonderen der dortige ff N>n nach] iuspektor— Zinke heißt der Mann— ganz allein für �B�Qreit st' I im bei re Kc Ol s* ge regung verantwortlich zu machen, die sich am Abend ga.igcnen Sonnabends der Sprottauer Arbeiter bemächtitztt?' �mtzi gaagcnen«onnavenos oer«prouaner moruer uemuu,-1»,■ Bor uns liegt namentlich auch der Bericht, den das„Sp�! ' diesem eiuen Bissen hinunter. Aber die kleinen fetten � klebten ihm am Gaumen und er schmatzte nun und#«*-' mit der Zunge sie abzulösen.«»Ul „Das ist also auch jetzt noch immer Dein Mittags Da fragte er, schluckend und würgend.-. „Mein Mittagessen und mein Nachtmahl uc darum ist's auch so ausgiebig." Poldl füllte auf�. mein Nachtmahl den Teller und bedachte auch seinen Gast, trotz Mjx'dum Sträubens, mit einer Portion.„Du kennst ja mew' � theilung," fuhr er mit vollem Munde sprechend fo�'Jbie Arbi G halt ich's noch immer. Ist's ein schöner; arbeiten vtn ich schon um zwei Uhr in der Früh im... dämmert's erst, da ist Alles noch mäuserlstill, da riW, � nichts, und in mir selber ist's so still— es ist was, aber Dil kennst das, gelt?" iGrnnd'' „Ja, Poldl, und es ist unbeschreiblich, schön, �Andern diese Dämmerung allmälig helle und immer hellen.E- jst e treten, bis plötzlich ein goldiger Schein durch die �will nn, bricht; mit der Sonne aber ist mir jedesmal ci» faul, di Seligkeit ausgegangen!" Aber{n bann auf 1 tlMl' wurlt, von unten, von oben, von allen Seiten, pi Laut und Stimm kriegt— es ist dann grab, als*'.«D singen thät, und man singt selber mit, aber ganz st�' ,, De: innerlich." M ein „So ist's. Weißt Poldl, wir sind in solchen Zöllschen nn i,n3 y »Ja, ich mcin's auch! Und wenn Alles lebendig ivird, und es um Dicki herum krabo�i. ,,E von allen Seiten,»*{[ fl1111' ,10c »Auf ni ■P wir find tu oft neben einander gesessen, und keiner von uns','f<~ Wort gesprochen, weil wir die Schönheit so tief � anstoßen haben" jf ß „Das kann schon sein; jetzt sitz' ich allein dort � mg'. Ich geh' zeitlich d'ran: so lang' es m)*,; so lang'. Ich geh' zeitlich so laug' kühl ist, springt mau die Leiter flinker aus und"'f;;' nnebeT für bin ich dann während der Hitz' uiu so faule), kniff die Augen schelmisch zusammen,„ich thu' weh' bei der Arbeit." Er führte den vollen Löf» Munde und war für einen Augenblick stumm. Der Maler lachte. „Ich kann mich wenigstens nicht erinnern, daß -Sl »D »erwöh, Uid mu Wochenbl." über die Vorgänge bringt, und die Unverdächtigkeit dieses Zeugen wird von keiner Seite bestritten werden können, denn das„Sprottauer Wochenblatt" ist sehr loyal und leistet im Schimpfen auf die Sozialdemokratie Erkleckliches. Und die An- gaben dieses Blattes sind einfach vernichtend für den Sprottauer Polizeigewaltigen, der an jenem Abend den Nachweis, daß er sein Amt auszufüllen unfähig sei, glänzend erbracht hat, freilich in einer für die niedergetretenen, verhafteten und gemäß- regelten Arbeiter traurigen Weise. Was ist in Sprottau geschehen? Am Sonnabend Abend fand in einem dortigen Gasthofe eine Volksversammlung statt, in welcher Z u b e i l- Berlin über den Ablauf des Sozialistengesetzes, die heutigen Lohn- und Lebens- mittelpreise, und über die Stellungnahme zum Parteitag in Halle referiren sollte. Den Schluß der Tagesordnung bildete die Wahl eines Delegirten zum Parteitag. Der Referent telegraphirte in letzter Stunde ab, Ersatz war nicht mehr zu beschaffen und nun befand sich der Einberufer und Vorsitzende der Versammlung, Zigarrenarbeiter G r o t h e, in großer Verlegenheit. Es fehlt in Sprottau leider, aber auch begreiflicher Weise, an geschulten Ge- nossen, die in freier Rede für die Grundsätze der Partei einzulreten vermögen, und so war Grothe genöthigt, die beiden ersten Punkte der Tagesordnung fallen und sofort die Delegirtenwahl vor- nehmen zu lassen. Das Ergebniß war die Wahl Grothe's mit großer Majorität. Nun kam es zu einer Debatte. Ein Fabrikbesitzer warf die Frage auf:„Was haben die Arbeiter bis jetzt durch die sozial- demokratische Agitation erreicht und wohin denken sie, daß die- selbe führt, resp. was ist das Endresultat derselben?" Der Vor- sitzende antwortete kurz, und nun wollte sich ein Werkführer um seine Brotgeber wohlverdient machen und versuchte die An- wesenden mit dem„Umsturz", den die Sozialdemokratie anstrebe, gruselig zu machen. Unglücklicherweise hatte er jedoch die Auf- fassungsgabe des überwachenden Polizeiinspektors zu hoch be- werthet; der wackere Mann glaubte etwas„Rothes" zu wittern — er nahm an,„Redner wolle im Sinne der Sozialdemokraten sprechen", drückt das„Sprottauer Wochenbl." sich zart aus— und verbot dem verdutzten Redner das Wort. Zwar befindet sich im preußischen Vereinsgcsetz kein Wort, welches dem über- wachenden Beamten ein solches Recht giebt, wer aber will so an- maßend sein, von einem Sprottauer Polizeiinspektor die Kenntniß dieses Gesetzes zu fordern? Scheint der Mann doch am 4. Oktober noch nicht einmal gewußt zu haben, daß seit dem 1. Oktober das Sozialistengesetz ausgehoben ist. Denn als ein Sag an er Parteigenosse dem armen Werkführer entgegentrat und seine unterbrochene Rede widerlegte, schloß der Polizei-Jnspektor kurzer Hand die Vor- sammlung. Das Sozialistengesetz, das Versammlungen auf- z u l ö s e n gestattete, mag ihm noch in den Gliedern gelegen haben, jedenfalls war die Auflösung nicht gesetzlich zulässig. Natürlich war die Masse über diesen Mißbrauch der Amts- geivalt empört, und sie wird ihrem Ingrimm wohl auch lauten Ausdruck gegeben haben. Auf der Straße soll dann mit Straßen- o schmutz nach dem Polizei-Jnspektor geworfen worden sein. Das � 1 war ein Signal für die Polizisten blank zu ziehen,„um sich ihrer » ,* i« 4 w !hil d- jaS nfl avk # h b -t» ajft :e f --Vi # velj> 10 siriö A j«® civ w si k ctnck Ä Sick de» '1 und » w |Clt m ige"' Ä "ich- Ä nt f. K hört. Haut"— wohl gegen den Straßenschmutz?—„zu wehren", wie das„Sprottauer Wochenblatt" berichtet, und aus die Menge ein- zudringen. Militär wurde nicht requirirt— arg wird der Widerstand also nicht gewesen sein— das Militär trat erst bei einer späteren Gelegenheit überflüssiger Weise in Thätigkeit. Als die Sprottauer Arbeiter nämlich auf dem Bahnhofe ihren abfahrenden Saganer Genossen ein Hoch ausbrachten, hielt der Stationsbeamte den Staat für so bedroht, daß er den ab- . gehenden Zug halten und mit Hilfe von Militär(!) und rwiS, Polizei die Saganer verhaften ließ. Das„Sprott. Wochenbl." schildert den Vorgang solgendermaßen: „Als nun die Saganer„Gäste" in den Zug„einge- stiegen waren und derselbe sich bereits in Bewegung gesetzt hatte, erhob sich em furchtbares Gebrülle. Darauf ließ der diensthabende Stationsbeamte, Herr Langer, den Zug noch- mals halten, und acht von den sich in Sicherheit wähnen- den Saganer Schreiern wurden von der durch requirirtes Militär verstärkten Polizei aus den Koupee's herausgeholt, verhastet und unter die sichere Obhut des Herrn Inspektors Liebelt im Armenhanse gestellt. Nach einem für gestern Morgen angesetzten Ver- hör wurden die Exzedenten entlassen, um später die ihnen gebührende Belohnung für ihr so gemeingefährliches Treiben zu erhalten." Gesetzlich zulässig war die Verhaftung ebenso wenig, wie vor- her die Unterbrechung des Redners und die Auflösung der Ver- sammlung; der Herr Stationsbeamte scheint der ge- lehrige Schüler des Polizeiinspektors zu sein. Es o gis handelte sich im schlimmsten Falle um eine Uebertretung, aß 0! bei welcher das Gesetz die Äerhängung der Untersuchungshaft nach, ausdrücklich verbietet. Tie gefährlichen Sünder wurden ja auch tigoP am nächsten Morgen entlassen, aber während einer ganzen Nacht »ü; t« waren sie ihrer persönlichen Freiheit wider Recht und Gesetz be- tb des raubt, um einem übereifrigen Stationsbeamten die Uebertretung chtigt des Bahnpolizei-Reglements zu sühnen. Punkt jemals hart gegen Dich gewesen wärest. Bei AW! schlechtem Wetter—" ib vc�«Da ruh' ich mich ans." „Und bei schönem Wetter—" ttflSF Da laß ich die Sonn' für mich arbeiten." „Du, Schlaukopf, hast Dir das bequemste Metier aus- , Jfiesucht, wo tue Natur allein den Dienst verrichtet." ...M„Glaubst, sie thät' das nicht für einen Jeden, wenn am Wan's nur so einrichten wollt'? Aber nein, da bilden sich ,>iciitf I? dummen Seut' ein, sie müßten auch hentzutag' noch alles fitt,-5! � machen, und plagen sich und rackern sich ab, als ob iuictl'', PWcit der alleinige Zweck ihres Lebens war'. Und sie astaß fetten mit einer Gier, mit einer Hartnäckigkeit, und Einer , tim« me�v arbeiten wie der Andere, und Einer nimmt dem 'g �Anderen die Arbeit weg, reißt sie ihm förmlich ans den ' y H indem Und da kann man dann sehen, wie die Einen zu Jprilnd' gehen, weil sie zu viel gearbeitet haben, und die oM. ixadern zu Grund' gehen, weil sie gar keine Arbeit haben. «Es ist ein Widersinn, es ist eine Sünd' sozusagen, aber ich die v-imlt mich der nicht theilhaftig machen.— Frei, froh und l eil faul, das ist mein Wahlspruch und dabei bleib' ich.— Aoet kppaniicnt, warum ißt Du denn nichts, schmeckt's Dir auf' vielleicht nicht?" caim1'1;,»Es geht verteufelt schwer hinunter, ich glaube, es klebt i,ii5 jtmr noch immer etwas am Gaumen." ls e°«Das werden wir gleich hinunterschivemmen." . flad Der Pecher stand ans, ging hinein und kam bald darauf mit einer Flasche Wein und zwei Gläsern zurück, die er -m Zl�ollschenkte. Hierauf das seine erhebend, rief er treuherzig: La Muf unsere alte Freundschaft!" ciiipc_«Die sich nun frisch erneut!" setzte Oswaldt mit ihm aiistoßend hinzu. „■tii'D Er leerte das Glas in einem Zuge und schüttelte sich noch U'�iiuf- ,iiedch..«/Wie findest Du ihn?" fragte der Pecher, die Gläser „der ist niisi»Sehr— gut— nur— etwas sauer." osfie'«Was, der sauer? Na, mein Lieber, Du bist nicht übel verwohnt." Er sah dem jungen Mann groß in die Augen Mnd musterte daiin kopsschüttelnd dessen elegante Gestalt, die Wer trägt nun, fragen wir zum Schluß, die Schuld an dem „Sprottauer Tumulte"? Und wer wird am härtesten für ihn be- straft? Derjenige, der von Amtswegen verpflichtet war, die Gesetze zu hüten und sie doch auf das Gröblichste verletzte, oder die Sprottauer Arbeiter, welche die Sprottauer Fabrikanten jetzt mit der Hungerpeitsche zur Gesinnungslosigkeit, zur Preisgabe ihres Vereins, treiben wollen?— Unter allen Umständen erwarten wir eine strenge Unter- suchung des Vorgangs und strenge Bestrafung der Schuldigen. Es ist nothwendig, daß das Vereinsrecht gegen alle Angriffe sicher gestellt werde. Nachstehende Schrift llnäie gingen uns heute von dem Reichstags-Abgeordneten S t a d t h a g e n in Abschrift zu: „An das königl. Zimtsgericht Berlin I. Abtheilung 89. Alt-Moabit 11-12. Heute erhielt ich unter Aktenzeichen 84 G. 2811 de 90 eine Vorladung in einer Strafsache wegen angeblicher Beleidigung eines in der Vorladung nicht Bezeichneten zum 10. Oktober 1890, lOVa Uhr mit dem Hinzufügen: „im Falle Ihres Ausbleibens wird Ihre Vorführung erfolgen." Zu dem Termin werde ich nicht erscheinen und verbitte mir den Versuch einer gewaltsamen Sistirung. Ganz abgesehen davon, ob die f a k u l t a t i v im Gesetz zu- gelassene Androhung(§ 133 Str.-Pr.-O) in die Vorladung auf- zunehmen irgend eine Veranlassung vorlag, verbietet Artikel 31 der Reichsverfassung, ein Mitglied des Reichstages während der Sitzungsperiode des Reichstages zur Untersuchung zu ziehen. Die Vorladung und die Sistirungsandrohung stellt sich also als eine Verletzung der Reichsverfassimg dar. Gleichzeitig frage ich hierdurch an, auf wessen Requisition hin der Versuch, mich in Untersuchung zu ziehen und gar zu sistiren, gemacht ist, und— falls eine Staatsanwaltschaft die Requirentin sein sollte— welches der Name des Gesetzwidrig- leiten requirirenden Beamten ist. Berlin, den 7. Oktober 1890. gez. Arthur Stadthagen, Rechtsanwalt. An den Herrn ersten Staatsanwalt beim Königlichen Landgericht Berlin I. Alt-Moabit 11/12. Durch heute mir zugegangene Anordnung des Amtsgerichts Berlin I— 84 G- 28 1 1 da 90— bin ich wegen angeblicher Ve- leidigung— wie es scheint auf Requisition der Staatsanwalt- schasl— zu meiner Vernehmung auf den 10. Oktober 1890 geladen und ist mir angedroht:„im Falle Ihres Ausbleibens wird Ihre Vorführung erfolgen". Ich verlange Schutz gegen die mir hierdurch angedrohte ge- setzwidrige Gewaltmaßregel, und falls nicht Umstände vor- liegen, die es ausschließen anzunehmen, daß die Beamten das volle Bewußtsein von der Tragweite ihrer Handlungen hatten, Verfolgung und Bestrafung derzenigen Beamten, die durch die Requisition resp. die Vorladung(also eventuell Mißbrauch ihrer Amtsgewalt respektive durch Androhung eines bestimmten Miß- brauches derselben) mich zu einer Handlung— nämlich dem Folgeleisten der Vorladung— widerrechtlich zu nöthigen versucht haben. Berlin, den 7. Oktober 1890. gez. Arthur Stadthagen, Rechtsanwalt. Kehr hübsch fassen katholische Blätter den Unterschied zwischen Sozialdemokraten und Jesuiten zusammen. Daß es ihnen dabei auf eine Hand voll frommer Lügen und Ver- leumdungen nicht ankommt, stört uns weiter nicht; das gehört eben zu ihrem Handwerk. Und so gute oder schlechte Gesell- schaftsretter wie die Bismarck und Puttkamer sind die Jesuiten immer noch. Freilich wird ihre schleichende Arglist auch nicht erreichen, was jene mit brutaler Gewalt vergebens versuchten. Hören wir, was zu ihrem Ruhm und zu unserer Schande ge- sagt wird: „Am vorigen Mittwoch fiel das Ausnahmegesetz gegen die Sozialdemokraten, welche 1. den Glauben an Gott durch das Bekenntniß und die Verbreitung des Atheismus, 2. das Ehristenthum durch die Agitation zum Austritt aus den christlichen Kirchen, 3. die gesellschaftliche Ordnung durch ihre Umsturz- und Zukunftsstaats-Theorien, 4. daS Familienleben durch ihre Bestrebungen, welche auf die Lösung der Bande der Ehe und der guten Sitten hinzielen, b. Thron und Altar durch die Untergrabung jeder Autorität, 6. Vermögen und Besitz durch die Verhetzung der arbeitenden Klassen auf das Aeußerste bedrohen. Dagegen besteht noch in Kraft das Ausnahme- und Ver- bannungegesetz gegen den Orden der Jesuiten und die ihm „verwandten" Oroen, welche: daß 0 vom Wirbel bis zur Zehe in tadelloser Aeußerlichkeit sich präsentirte.„Bist überhaupt recht verändert, Eugen, und den Duft, den Du ausströmst, Parfüm nennen's das, es ist eigentlich was Grauliches, und ich mein', wer auf so einen schlechten Geruch einmal dressirt ist, der hat die richtige Witterung für sein Lebtag verloren. Du thust mir recht leid, Eugen." Oswaldt, erröthete und lachte. „Das ist Alles nur äußerlich, innerlich bin ich der Alte, glaub' tnirs, und Poldl, ich vergoß' Dir's nie, was Du an mir gethan hast. Du hast den armen, mittellosen Schüler der Akademie gastlich aufgenommen, und wenn mir seither auch viel Glück widerfahren ist, die Zeit, die ich hier mit Dir verlebt, war die schönste und lustigste meines Lebens." Mit großer Herzlichkeit streckte er ihm seine Hand ent- gegen, der Pecher schlug ein und schiittelte sie. „Nun, mich freut's, daß Du ein richtiger Künstler ge- worden bist; es heißt, daß Du was kannst, ich hab's wenigstens in den Zeitungen gelesen." „Und Du wirst es noch öfter lesen, dafür ist gesorgt," scherzte Oswaldt. „Am End' wirst gar noch einmal eine Berühmtheit!" Poldl schnitt ein Gesicht, und ein Auge zudrückend, lachte er ihn von der Seite an, als dünkte ihm das be- sonders spaßhaft. „Und wenn dies nun halb nnd halb schon erreicht wäre?" fragte Engen, nicht ohne Selbstgefühl. „Wirklich? geht das so geschwind?" „Heutzutage schon." „Na, übereil' Dich nur nicht, laß Dir hübsch Zeit, so ein vorzeitiger Ruhm taugt nicht viel, opfere ihm weder Deine Freiheit, noch Deine Unabhängigkeit, und ich sag' Dir's, nimm Dich hauptsächlich vor die Weibslent' in Acht." Oswaldt unterdrückte ein Bekenntniß, das ihm bereits auf den Lippen saß und rief fröhlich. „Da hört man den alten Junggesellen. Und Du bist alsc noch immer unverheirathet?" Der Pecher Poldl zog in seiner drolligen Weise die Schultern hoch.„Weißt, wenn man einmal über g'wisse 1. den Glauben an Gott durch innere und äußere. Mission, durch Unterricht und Erziehung zu stärken und zu verbreiten, 2. das werkthätige Ehristenthum durch Wort und eigenes, Beispiel zu predigen, 3. die gesellschaftliche Ordnung auf der Grundlage der Autorität, des Rechtes und der Liebe zu stützen, 4. die Bande des Familienlebens auf religiös-sittlicher. Grundlage zu befestigen, 5. Thron und Altar als göttliche Einrichtungen zu ver- theidigen, 6. Vermögen und Besitz mit der Arbeit und der Armuth durch die Predigt christlicher Gerechtigkeit und Nächstenliebe zu versöhnen und auszugleichen berufen und hervorragend befähigt sind. Aus dieser Gegenüberstellung ergiebt'sich als eine Forderung der Ge- rechtigkeit und auch der politischen Klugheit, daß un- gesäumt nun auch die Ausnahmegesetze gegen den Orden der Jesuiten und die„verwandten" Orden ausgehoben� werden müssen." Die Sozialdemokratie fordert die Beseitigung aller Ausnahme-. esetze, also auch die Aufhebung des Jesuitengesetzes. Mögen die Jesuiten ruhig zurückkehren; die blödsinnige Furcht der Liberalen vor ihnen theilen wir nicht. Es ist in der That nicht einzusehen,. weshalb die Schüler Loyolas außer Landes bleiben sollen, wenn' der Stöcker im Lande ist. Uielsritig. Derselbe Herr v. Zedlitz, welcher in einer Zuschrift an die„Saale-Zeitung" zugestanden hat, daß er durch. Redaktion offiziöser Nachrichten sich öfter an den„Berliner> Politischen Nachrichten" des Herrn Schweinburg betheiligt habe, ist auch sonst nach jeder Richtung hin für die Verbreitung! gouvernementaler Ansichten durch die Presse thätig. So wird der„Frs. Ztg." ein Zirkular mitgetheilt, welches Herr v. Zedlitz am 31. August in der Eigenschaft als„geschästsführendeS Mitglied der freikonservativen Partei" an eine Anzahl Großindustrieller und Fabrikanten gerichtet hat. Das Zirkular fordert auf, zur, Bekämpfung der gefährlichen Einwirkungen der kleinen demo- kratischen Presse ein ganz billiges Wochenblatt herauszugeben. „Ein solches für die großen Massen berechnetes Blatt würde der Natur der Sache keine spezielle Parteifärbung haben dürfen, sondern die allen staatserhaltenden Parteien gemeinsamen Gesichts- punkte Christenthum, Monarchie, deutschnationalen Patriotismus,' Wirthschastspolitik zum Schutze der nationalen Arbeit und Sozial- Politik auf der Grundlage des praktischen Christenthums und zugleich die berechtigten Interessen der Arbeitgeber vertreten müssen. Als Zeitpunkt des Erscheinens war der 1. Oktober in Anssicht genommen. Mit der Parteikasse sollte die Zeitung „Post" das bis zum 1. Oktober 1891, zu welchem Zeitpunkt das Blatt die Kosten hoffentlich wird decken können, auf rund 27 000 M. veranschlagte Defizit decken. Letztere Absicht ist in letzter Stunde an einem formellen Hinderniß gescheitert. Eine Anzahl Gesinnungsgenossen hat durch Zeichnungen einen erheb- lichen Theil des Ausfalls gedeckt, doch fehlt immer noch ein Betrag von einigen tausend Mark."— Es wäre von Interesse, zu erfahren, ob es wirklich die freikonservative Parteikasse ge- wesen ist, welche nur durch ein formelles Hinderniß abgehalten wurde, ein Defizit von 27 000 M. zu decken. Oder steht hinter dieser Parteikaffe nur der bekannte große Unbekannte, der in letzter Zeit vielleicht etwas an Freigebigkeit eingebüßt hat.j Hiibrn wie dviibrn. Der geftern von uns erwähnte Artikel des„Temps", in welchem unsere französischen Partei- genossen als„Vaterlandsverräther" bezeichnet werden, hat in der Hauptsache Zustimmung bei der„Köln. Ztg." gefunden. Sie druckt ihn ab und setzt aus Eigenem hinzu: „Erfreulich an diesen Ausführungen ist, zu erfahren, daß der französische Bourgeois endlich die Gefahr erkannt hat, welche der Gesellschaft, der Freiheit, dem Staate aus den internationalen Treibereien der Sozialisten droht, recht unerquicklich aber ist zu sehen, wie er, erschreckt, als ob er der Meduse ins Antlitz geschaut, alsbald den Kopf wieder in den Sand steckt und nun durch eine Berufung an den Patriotismus, mit der künstlich konstruirten Phrase, daß sie für den König von Preußen arbeiteten, die ver- irrten Schafe auf den rechten Weg leiten möchte. Ueber Schmeichel« worte werden die revolutionären Horden nicht stolpern und auch der Angstschrei einer verschlafenen Bourgeoisie, die sich nicht zur That aufraffen kann, wird ihren Schritt nicht hemmen. Vor allem (Hut noth, daß der Muth der bürgerlichen Ueberzeugung wieder einmal laut bekannt, daß auch das Bürgerthum im besten Sinne des Wortes international wird und sich zu einem Damni zu- sammenballt, der den Feinden der Gesellschaft die in ihr schlum- mernde Kraft und Macht deutlich vor Augen rückt." Wir verzeichnen das offene Eingeständuiß, daß die Interessen des Geldsacks international, im besten Sinne des Wortes inter- national sind, mit Vergnügen und werden es der„Köln. Ztg." unterbreiten, sollte sie, wie ihr das früher oft passirte, wieder einmal in Paroxismus gerathen, wenn ein Sozialdemokrat solch hochverrätherische Behauptungen aufstellt. Den„im Grunde gutmiittzigen" nnd„bildnngo- fähigen" deutschen Arbeiter will das„Berl. Tagebl."„aus den Fallstricken befreien, die falsche Freunde ihm gelegt haben". Das„Berl. Tagebl." hofft, die'Arbeiter würden sich allmälig Jahre hinaus ist, dann hat man's nicht mehr so pressant. dann läßt man sich nimmer so leicht erwischen." „Und Dich hat also noch keine erwischt, Poldl?" Dieser lachte über das ganze Gesicht:„Das schon, aber sie hat mich immer wieder los lassen müssen." „Dn bist ein schlechter Kerl!" „Was willst denn? Die Weibslent' haben mir meinen ledigen Stand niemals übel genommen, vielleicht, weil mich Eine der Andern nicht hat vergönnen wollen." „Poldl, Dn bist ein Geck!" Der Pecher hatte sein lustigstes Lachen: „Aber, mein Gott, ich kann ja nichts dafür, daß ich so ein Glück g'habt Hab' nnd heut noch unbeweibt bin. Biel- leicht war nur meine Faulheit daran schuld. Ich Hab' nichts nnd bin nichts und die Arbeit war mir das Schlimmste von Jugend auf. Glaubst, daß das eine besondere Qualifikation für den Ehestand war? Ich glaub' nicht, und aus Lieb' wird hentzutag nimmer g'heirath'. „Die armen Madeln Heirathen, damit sie das kriegen, was sie zum Leben brauchen, nnd die Reichen, damit sie noch mehr kriegen, als sie schon haben, aber einer solchen wirft schier niemals genug thun können. „In jedem Fall ist der Mann Derjenige, der sich für sein Weib schinden und plagen muß; freilich leitet er dann wieder das Recht daraus her, ihr Tyrann zu sein; aber sixst, ich Hab' mich weder schinden noch plagen wollen, noch Hab' ich das Talent in mir verspürt, der Hauswütherich zu werden. Nur einmal, da hat nicht viel g'fehlt und ich wär' im Joch g'wesen. »Es war während des amerikanischen Krieges. Der Pechhandel ist damals, weil keine überseeische Konkurrrefiz war, flott gegangen, wie nie. Und weil der Gewinn gar so leicht war, da bin ich auch darauf erpicht worden und ich wollte reich werden. „Damals haben sich nicht nur die Madeln nach mir umg'schaut, sondern auch die Mütter und Väter, und ich bist hoch taxirt gewesen. Das ist mir in die Nasen g'stiegen, und einmal hoch hinaus, habe ich gleich nach dem Höchsten'griffen, Hab' gleich nach der Reichsten mich um- g'schaut.(Forschung folgt : avon überzeugen lassen,„daß das Erjtrebenswerthe nicht blos in den utopistischen Träumereien sozialdemokratischer Glaubenssätze zu suchen ist, sondern daß auch die freisinnige Partei ein offenes Ohr hat für berechtigte Wünsche der Enterbten, und daß man, um mit den Worten des Kaisers zu reden, das Gute da nehmen muß, wo es zu finden ist."— Der deutsche Arbeiter ist in der That sehr gutmüthig, aber die unverschämte Zudringlichkeit der deutschfreisinnigen Partei wird er sich doch energisch vom Leibe zu halten wissen. Die sozialdemokratische Agitation ist jetzt auf den Kreis Königsberg N.-M. ausgedehnt worden. Am Sonntag Nachmittag wurde in Güstcbiese eine sozialdemokratische Versammlung abgehalten. Es wurde eine Resolution angenommen, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß bei der nächsten Reichs- tagswahl im Kreise Königsberg die Sozialdemokratie zum Siege gelange. Der Kreis ist gegenwärtig durch den Präsidenten von Levetzow vertreten. Zum Uutrvnekmer-Schttizgrseiz. Der Verein süddeutscher Baumwollkönige, welcher zirka 85 der bedeutendsten Baumwoll- Spinnereien und Webereien aus Bayern, Württemberg und Baden mit zusammen ca. 1 600 000 Spindeln und 25 000 mechanischen Webstühlen umfaßt, hielt vorige Woche unter dem Vor- sitz des bekannten Kommerzienrathes Haßler in Augsburg eine Ausschutzsitzung ab, in welcher betreffs der dem Reichstag vor- liegenden Gewerbeordnungs-Novelle auf Antrag des Referenten, Kommerzienrath Fromme!, beschlossen wurde, die bayerische Re- gierung unter Bezeugung des wärmsten Dankes für ihr bisheriges Verhalten in dieser Angelegenheit, soweit dasselbe aus den öffent- lichen Berichten über die Verhandlungen der betreffenden Reichstags-Kommission ersehen werden konnte, zu bitten, auch künftig gegen die über die Regierungsvorlage hinaus- gehenden Anträge einzutreten. Die gleiche Bitte soll auch an die beiden anderen süddeutschen Landesregierungen gestellt, und dabei namentlich darauf hingewiesen werden, daß ein Eingehen auf solche Anträge, namentlich bei differentiellcr Behandlung verhei- ratheter Arbeiterinnen in den meisten Fällen den Erwerb„der Arbeiter und ihrer Familienmitglieder" noch mehr schädigen """ Mt> fmnmn"' würde, als den der Arbeitgeber!— Gott, wie„human Meitrro Dslrgirtcmvahlen zum Parteitag. Wilhelmshaven: Paul Hug; Minden: Tietze; Barmen: Karl Stürmer; Wiesbaden: Emil Fleischmann und Liebknecht; Friedeberg-Arns- walde: Tischler R. Millarg; Wanzleben: Geserich- Egeln und Köster-Gr. Ottersleben; Neuhaldensleben-Wolnnrstedt: K. Hoch- baum-Olvenstedt und Fr. Katcr-Barleben; Schkeuditz: Zigarren- arbeiter Hoffmann-Merseburg, Maurer O. Schmidt-Querfurt und Steindrucker C. Müller-Schkeuditz; Würzen: Keinitz; Dresden- Altstadt: Messing, Müller und Schönfeld; Dresden- Neustadt: Kaden und Herrmann; Mülhausen im Elsaß: Abgeordneter Hickel und Bäcker Hauck-Freiburg; Altona: Frohme und Heinrich. Erfurt. Die hiesigen Sozialdemokraten haben das Nestau- rant„Zum Raben", ein im Herzen der Stadt gelegenes Gasthaus mit einem geräumigen Saale, für den Preis von 43 000 Thalern erworben. Ebenso haben sie die Absicht, noch ein zweites Nestau- rant, welches ebenfalls einen Saal besitzt, zu erwerben. Auch in Mecklenburg hat man einen Ersatz für das Sozialistengesetz an der Hand. Die erste sozialdemokratische Ver- sammlung, welche nach dem Aushören des Sozialistengesetzes am 4. d. M. in Güstrow stattfinden sollte, wurde aus Grund der Verordnung über politische Versammlungen verboten. Auf der Tagesordnung standen ein Vortrag des Herrn Kant ans Rostock über das Altersversorgungs- und Jnvalidengesetz, ferner Stellungnahme zu dem Parteitage in Halle und die Wahl eines Delegirten zu demselben.— Es handelte sich also um sehr harmlose Dinge und doch wurde die Versammlung verboten. ......... Bei der diesjährigen Mecklenburgische Leltrrrdioziplin.., Abgangsprüfung ain großherzoglichen Seminar zu Neukloster wurde vier Seminaristen das Zeugniß der Anstellungsfähigkeit auf ein Jahr vorenthalten, weil ein Präparandenlchrer diese Seminaristen auf einer Reisein den Hundstagsferien beim Skat spiel gesehen hatte.— Also für ein Jahr arbeitslos und mithin brotlos. Die Seminardirektion zu Neukloster weiß, wie der Schulamtskandidat zu stärken sei, damit er nicht in Anfechtung falle. Hoffentlich werden die preußischen Seminarien flugs dem leuchtenden Vorbilde des Obotritenlandes nacheifern. Denn nie und nimmermehr darf der Lehrer den Krallen des Spielteufels verfallen. Will er sich nach des Tages Last und Mühe erhole:,, so gehe er in sein Kämmerlein und erfrische seine Sinne an dem ewig lebendigen Quell der Hauspostille. Ter mecklenburgische Lehrer aber möge sich nebenbei auf seine Pcnsionirung vor- bereiten. Hat er es ja zu einer tüchtigen Fertigkeit im Holz- hacken und Kaffsichten gebracht, so wird er auch jn seiner. alten Tagen der Gutsherrschaft nicht allzuhart zur Last fallen. — O, welche Lust, Lehrer zu sein, namentlich im feudalen Mecklenburg! Kächseschrs. Als in Würzender freisinnige Redakteur Thiels in einer von sozialdemokratischer Seite berufenen Volks- Versammlung das Wort ergriff und die nachtheiligen Folgen des Sozialistengesetzes schilderte, welches er als ein Schandgesetz be- zeichnete, entzog ihm der überwachende Polizeibeamte, Stadtrath Suchsland, das Wort. Dasselbe geschah, als Herr Thiele zum zweiten Male das Wort verlaugte, um auszusühren, daß es niemals und Niemanden verwehrt sei, ein nicht mehr bestehendes Gesetz zu kritisiren. Herr Suchsland mußte sich hierauf durch Herrn Bureauvorsteher Künzel belehren lassen, daß er nur noch nach den Bestimmungen des Vereins- und Versammlungsrechts ver- fahren dürfe, und daß dasselbe ihm nicht gestatte, direkt einem Redner das Wort zu entziehen, sondern er müsse erst die Hilfe des Vorsitzenden zu diesem Zwecke in Anspruch nehmen. Darauf schwieg der Polizeistadtrath Suchsland. Auch ein Kulturbild. Jn Frankreich ist ein ehemaliger französischer Husarenoffizier Bonnet, der seinerzeit wegen Trunk- sucht abgesetzt wurde, als Spion verhaftet worden. Er soll ein- gestanden haben, daß er an die deutsche Regierung namentlich über die Befestigung von Nancy und Belfort berichtet habe. Er schickte seine Mittheilungen zwischen den Blättern eines Romans verpackt einem deutschen Buchhändler. Hierfür habe er monat- lich 300 Frks. und außerdem 15 Frks. täglich für Reiseauslagen erhalten. Kelchiagnahmt hat die Vraunschweiger, Polizeidirektion das zum 1. Oktober herausgegebene Witzblatt„Abschied vom Sozialisten- gesetz",und zwar, weil in einem seiner Artikel:„Wie könnte man das Christenthum in seiner Wurzel vernichten? Eine juristische Ab- Handlung", eine Beschimpfung der christlichen Kirche gesehen wird. (Vergehen nach§ 166 des R.-Str.-Gesetzb.) Der polizeilichen Konfiskation verfielen 1000 Exemplare des Blattes.— Von dem .Blatte sind, gering gerechnet, 100 000 Exemplare verbreitet worden. Die Braunschiveiger Polizeidirektion ist also etwas zu spät aufgestanden. Schweix. Bern, den 8. Oktober. Der Bnndesraiy hat in Betreff der Wiedereinsetzung der Regierung im Tcssin noch nicht Beschluß gefaßt, da die definitive Verifikation des Abstimmungsergebnisses noch nicht erledigt ist. Großbvititttttiett. Im Mansion H o u s e zu Dublin wurde am# eine von Parnell einberufene Versammlung der Mitglieds irischen parlamentarischen Partei behufs Erörterung der" wältigen Lage in Irland gegenüber dem drohenden N und den jüngst von der irischen Regierung ergriffenen Z zur Unterdrückung des„Feldzugsplanes" in Tipperary abgl Etwa 64 Mitglieder hatten sich eingefundeu. Mr. Justin M'6f der Vizevorsitzende der Partei, präsidirte an Stelle Parnelnl sein Ausbleiben brieflich entschuldigte. Dillon, William£>'• und die übrigen in Anklagestand versetzten Mitglieds Nr.' Partei sandten ein Telegramm, worin sie„die Ekel erch -----""—'------------ M Gerichtsposse in Tipperary" als Grund ihres Ausbleibc zeichneten. Nach einer geheimen Berathung wurden vier» lutionen angenommen. Die erste verpflichtet die Partei, miO ihren Hilfsquellen die ausgetriebenen Pächter in ihrem w um Gerechtigkeit zu unterstützen. Die zweite leitet die A»I> samkeit auf die Unthätigkeit der Regierung gegenüber� drohenden Nothstand, verlangt die Einstellung von PäcW treibungen in gewissen Distrikten im Süden und Westen Sg und betont die Nothwendigkeit der unverzüglichen Jnangrisr» von Nothbauten zur Linderung des Nothstandes. Die drild solution mißbilligt die gerichtliche Verfolgung von Tille» Genossen in dem Augenblick, da so ernste Besorgnisse vorhew Die vierte endlich appellirt an die Großmuth des irischen® im Jn- und Auslande, namentlich in den Vereinigten 2t" die Beiträge zum irischen Pächter-Schutzfonds zu erneuern. diesem Appell Nachdruck zu geben, wurde ferner beschlossen- Abordnung der Partei, bestehend aus John Dillon, W. 0'� T. D. Sullivan, T. P. O'Connor, T. Harriugton, W. Abr> und T. P. Gill, nach den Vereinigten Staaten zu entsende» . In t yerausgeo Paris 18 gerade in erwähnte „Deutsch- haben un sind, ur Schrift tariat ist, wir die g seiner kleh gänglich i veröffeutl (Den wortgetrei Rußland.'_, St. Petersburg, den 5. Oktober. Die englischen Blj 1. zugegangenen Meldungen �iber eine gegen das Leben des i) 2- gerichtete Verschwörung werden durch die Mittheilung eff vezw. modifizirt, daß unter den Arbeitern eine politische BerJ auf eine Erweiterung der pol# entdeckt sei, welche lediglich Brur Brur Jr Freiheiten in Rußland abzielt. Die Führer dieser Beiv�l zwl Ge bis etwa dreißig junge Männer(Studenten) sollen verhaftet ß ist möglich, daß diese Vorgänge zu den Gerüchten von eins schwörung Anlaß gegeben haben. Es g es ch e h en Z eich en und Wunder! D aller Reußen begnadigte die Nihilistin Chessa Helfmann» an der Ermordung Alexanders II. betheiligt war. Eine uu vet �amuiüuuy ax, ifiu. vj/iuv � Begnadigung! Nachdem die Helfmann allen Martern untens �:njiimpa war, welche Sibirien bietet, begnadigt man vielleicht eine ly l liche Ruine. Vergleiche Tschernifchewsky!- Brim Ä3 r u n o Die Politisch-e befreien? -er �freien? Emanzipa! Deutsche Ävl»eitevbe»vesm»g-Ks-; A Die Führer der englischen Derglente, Pickardnahme voi Burt, haben soeben ein Rundschreiben an die Vorstän�srpstnden. deutschen, französischen und belgischen Bergarbeiter- Verbäw Oder richtet, durch welches mitgetheilt wird, daß am 31!m™1 Mästl i ch e n U in Paris ein internationaler Kongreß der Bergleute wird. Auf dem Kongreß soll die Grundlage und des„Internationalen Bergarbeiter- Vereins" zur kommen. sta Bei Bei Staat a emeinen: Joch, wen Deutsche s ' ude sich Der Theater. Freitag, den 10. Oktober. Vpertthans. Der Trompeter von Säkkingen. Schauspielhaus. Die Quitzow's. Kerliuer Theater. Rosenkranz und Güldenstein. Deutsches Theater. Tie Stützen der Gesellschaft. Kesstng-Theater. In: Spiegel. Friedrich-W i lhelmstädt. Theater. Die Fledermaus. Die Puppenfee. Malluer- Theater. Der Bauern- doktor. Pension Schöller. Restdenz-Theater. Ferreol. Viktoria- Theater. Die Million. KeUealliaure- Theater. Mein junger Mann. Gsteud» Theater. Zimmermann's Lene. Thomas- Theater. Der Raub der Sabinerinnen. Adolph Ernst-Theater. Unsere Don Juans. Kaufmauu's Variete. Große Spe- zialitäten-Vorstellung. Theater der Reichshalleu. Große Spczialitäten-V orst ellung. Courordia. Große Spezialitäten- Cirms G. Schumann. Friedrich-Karl-Ufer. Freitag, den 10. Oktober, Abends T/j Uhr: Erste grosse Nl>iW-u.Ksmktr-VorMUg. Mer sich amüsire» will, m u fj heute k o m m e». Zum ersten Male: Der Clownklub, höchst komische Szene, ausgeführt von sämmtl. Clowns. Long Head, komisches Entree vom Clown Fillis. Zum ersten Male: Schellen-Konzert, ausgef. von dem musikal. Clown Geretti. Clown Duroff heute Abend mit neuen Witzen und neuen Thieren. Doppcl- Trapeze, außerordentl. Luftgymnastik v. Geschw. Leon. Spring- Fahrschule von Herrn E. Schumann. Komischer Spateutanz von Clown Fillis. Auftreten d. Damen Paula Nelson, Vinella, Edith Adams. Rainard, hohe Schule geritten v. Frl. Schumann. Vorstellung. Grbr. Kichter's Uarißts. ________ W Große Spezialitäten-Vorstellung. Mintrrgartcn. Große Spezialitäten- Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Antircss, Alcxander- straße 27c. Margarethe Steinow, Lieder- u. Walzersängerin. Ann! Carelli, Kostüm-Soubrette. Herr Roeee, Gesangs-Humorist. Adolf Gödicke, Mimiker, Stimmen- Imitator und Charakter-Komiker. Familie Blunnenleld, Parterre- Potpourri, Drahtseil, Tanz. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags SVe Uhr. Entree Wochentags n. Sonntags SO Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. (Mifemeilt Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Garten-Concert. Direktion A. Uädmanu. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Istnli'UA Wochentags 10 Fig., .EillUC� Sonn- und Fostlags 25 Ffg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen llienovirung geschlossen. 641 F. Müller. Das gr. Lager Berlins »Audweasstr. 33,H.p Sonntag, den 12. Oktober: 8 große Uorsteltnugeu 2, Die 1. 11m 4 Uhr, die 2. um 7V2 Uhr. Passage-Panopticum. Unter den Linden 22/23. Lebeüsgroße m\i Vauorameu. Dioramen. Ethnographische Sammlungen. Italienische Volkssäuger. Entree 50 Pf. Geöffnet von 10 bis 9 Uhr. iKratmilWBierhallell VJy Kommaudanleuslr. 77—79. Täglich Grosses Concert mit Enartett-Säkger», ausgeführt von dem Musik- Direktor H. San f t leben. Wochentags: Frei-Concert. Sonntags Entree 20 Pf. Empfehle auch zugleich 3 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- gnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. pastage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigkeit der Residenz. Zum ersten Male: Neu: Krlgolaud. Uebergabe. Ankunft des Kaisers. Feldgottesdienst ic. Zweite Reise durch Portugal. 1. Cykl. Pariser Meltau« stelluug. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Castan's Panopticnm. Eutree 50 Psg., � Kinder 25 Psg � V. 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr �» Abends. 4' JP 4" �Vorstellung Vorm. llVa u. �'l- jr 121/2 Uhr. > � Nachm. o.4Vä-9V2 Uhr stündl. eine Vorstellung Ertra-Entree 30 Psg Kinder frei. j. Semmel, prakt. Zahnarzt, Nene Königstr. 48, am Alexanderplatz. Zu sprechen: tag- lich von 9—1 und 3—6. 919 Dr. Hoesch, Homöopath. Arzt, Artilleriestr. 27. 8-10, 5-7, Sonnt. 8-10. WMWtt liimifl gen.:„DiefidelePagelkiste", Berlin M., Elsasscrstraße 73, gegenüber der Bergstraße. Jeder Kesncher meines Lokals wird prompt be- dient; derselbe auf seine Bestellung Maaren im Werthc von fünf Pfennigen bis #0 ifiapk und darüber. H. Schnitze(mit'n IV). Achtung! Arbeiter! In der Duchdruckerei und Kontobuchfabrik von JuHus[RosenthaS(luli. L. GronaC jFube besib Jude Rech er Rechte, Wenn so verlang yrtheil aus uf? Hat r Religi Der hat gestern sämmtliches arbeiter und Kilfoarbeiteriuue», behufs Ale�audrinenstraße 97, Luden nis Personal, wie Puchdrucker, Kuchbiuder,»ei _ beiteriuueu, behufs VerkürMg der Arbeitszeit bie Arbeit eillgeitellt» Zuzug ist fern zu halten. Der Vorstand des Vereins der Berliner Buchdrucker und Schriftgicßcr. Der Vorstand. des Fachvereins der in Buchbä u. verw. Betrieben beschäftigten» Staat chri »emg fühi Der ch nchcn Sti nivilegirei Jen übrig« luderen al cher empf st der heri jü Posamentier-, Weiß- u. Wollwaaren-GesDH-� L. GeB«Biai«c9j hwm m »vn W<-»I udimi» w;...er Mensel früher Masserthor- Ktraße Nr. 08. jebt Kchwedter-Ktraffe? lntheil an SIQgr empfiehlt sich den Genossen bestens."HML__ Zukunft ha Lassalle-, Marx-, Bebel-, Liebknecht-, Singer-K&sw als Cigarrenspitze, echt Meerschaum a 1,50 M. it. besser. Dieselben(f te.jl Auf w in Weichselspitze a Dtzd. 3 M., auf Pseifenkopf a 1 M., ganze Pfg�pation? 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Ä Dille» zorher� T» icuern. hlosjA 1-lS tsende» In den„ D e u t s ch- f r a n z ö s i s ch e n I a h r b ü ck) e r n, herausgegeben von Arnold Rüg« und Karl Marx", Paris 1844, findet sich Seite 182 bis 214 der berühmte, und gerade in neuester Zeit seines aktuellen Interesses halber häufig erwähnte Aufsni; von Marx über die Judenfrage. Da die „Deutsch-franzosischen Jahrbücher" im Buchhandel nicht mehr zu haben und überhaupt nur noch in wenigen Exemplaren vorhanden sind,_ und die Herausgabe der gesammelten Schriften von Marx, welche eine Ehrenpflicht für das Prole- tariat ist, sich noch längere Zeit hinausziehen dürfte, so wollen wir die geniale Arbeit des werdenden Meisters, die bisher nur einer kleinen Minderheit bekannt war, dem deutschen Volke zu- gänzlich machen, indem wir sie in den Spalten unseres Blattes veröffentlichen. (Den Zitaten jc. in fremder Sprache, wird eine möglichst wortgetreue Uebersetzung beigefügt.) Znr Indenfrage. rJU una# ss Ä n einp aun, Eine] mitei Bruno Bauer: Di e Judenfrage. Braunschweig Bruno Bauer: Die Fähigkeit der heutigen Juden und Christen frei z u werden. Ein und zwanzig Vogen aus der Schweiz. Herausgegeben von Georg Herwegh. Zürich und Winterthur, 1843. S. 56 bis 71,— Von Karl Marx. I. runo Bauer: Die Judenfrage. Braunschweig, 1840. Die deutschen Juden begehren die Emanzipation. Welche mauzipation begehren sie? Die staatsbürgerliche, die eine oH tische Emanzipation. 1, Bruno Bauer antwortet ihnen: Lliemand in Teutschland ist politisch-emanzipirt. Wir selbst sind unfrei. Wie sollen wir euch befreien? Ihr Juden seid Egoisten, wenn ihr eine besondere lEmanzipation für euch als Juden verlangt. Ihr müßtet als Deutsche an der politischen Emanzipation Deutschlands, als tzH' T�«M»nschen an der menschlichen Emanzipation arbeiten und die bc- sondere Art eures Drucks und eurer Schmach nicht als Aus- Pichatbnahiue von der Regel, sondern vielmehr als Bestätigung der lltegel orstänl» empfinden. VerbÄ» Oder verlangen die Juden Gleichstellung mit den ch r i st- i. Blärl! i ch e n Unterthanen? So erkennen sie den ch r i st l i ch e n te'stal�kaat als berechtigt an, so erkennen sie das Regiment der all Aelj gemeinen Unterjochung an.' Warum mißfällt ihnen ihr spezielles (ger»Joch, wenn ihnen das allgemeine Joch gefällt? Warum soll der Deutsche sich für die Befreiung des Juden interessiren, wenn der Jude sich nicht für die Befreiung des Deutschen interessirtL Der christliche Staat kennt nur P r i v i l e g i e n. Der »d«r.»ei ude besitzt in ihm das Privilegium, Jude zu sein. Er hat als .ude Rechte, welche die Christen nicht haben. Warum begehrt er Rechte, welche er nicht hat und welche die Christen genießen! Wenn der Jude vom christlichen Staat emanzipirt sein will, so verlangt er, daß der christliche Staat sein religio s e s Bor- urtheil aufgebe. Giebt er, der Jude, sein religiöses Vorurtheil »iuf? Hat er also das Recht, von einem andern diese Abdankung tw Religion zu verlangen? Der christliche Staat kann seinem Wesen nach den •Inden nicht cmanzipireu; aber, setzt Bauer hinzu, der Jude kann »einem Wesen noch nicht emanzipirt werden. So lange der Staat christlich und der Jude jüdisch ist, sind Beide eben so venig fähig, die Emanzipation zu verleihen, als zu empfangen. Ter christliche Staat kann sich nur in der Weise des christ- ich en Staates zu dem Juden verhalten, das heißt aus rivilegirende Weise, indem er die Absonderung des Juden von en übrigen Unterthanen gestattet, ihn aber den Druck der mderen abgesonderten Sphären empfinden und um so Nachdruck- icher empfinden läßt, als der Jude im religiösen Gegensatz der herrschenden Religion steht. Aber auch der Jude kann , nur jüdisch zum Staat verhalten, das heißt zu dem Staat ils einem Fremdling, indem er der wirklichen Nationalität seine himärische Nationalität, indem er dem wirklichen Gesetz sein lusorisches Gesetz gegenüberstellt, indem er zur Absonderung von •Hier Menschheit sich� berechtigt wähnt, indem er prinzipiell keinen y lntheil an der geschichtlichen Bewegung nimmt, indem er einer ___ Zukunft harrt, welche mit der allgemeinen Zukunft des Menschen -- Cwichts gemein hat, indem er sich für ein Glied deS jüdischen igr-tMolkes und das jüdische Volk für das auserwählte Volk hält. n Auf welchen Titel hin begehrt ihr Juden also die Eman- -e PfeMation? Eurer Religion wegen? Sie ist die Todfeiudin der von E'Ptaatsreligion. Als Staatsbürger? Es giebt in Deutschland str. Ib�ciiie Staatsbürger. Als Menschen? Ihr seid leine Menschen, ----- wenig als die, an welche ihr appcllirt. st Bauer hat die Frage der Juden-Emauzipation neu gestellt, nachdem er eine Kritik der bisherigen Stellungen und Lösungen -ü-)''er Frage gegeben. Wie, fragt er, sind sie beschaffen, inve'-ev Jude, der emanzipirt werden, der christliche Staat, Tr emanzipireu soll? Er antwortet durch eine Kritik der wischen Religion, cr analysirt den religiösen Gegensatz . estchen Judeuthum und Chrislenthnm, cr verständigt über das Lesen des christlichen Staate?, alles dies mit Kühnheit, Schärfe, ?eist, Gründlichkeit in einer ebenso präzisen, als kernigen und stergievollen Schreibweise. Religion wird als Bedingung gestellt, sowohl an den Juden, der politisch emanzipirt sein will, an.als den Staat, der emanzipiren und selbst emanzipirt sein soll. „Gut, sagt man, und der Jude sagt es selbst, der Jude soll auch nicht als Jude, nicht weil er Jude ist, nicht weil er ein so treffliches allgemein menschliches Prinzip der Sittlichkeit hat, emanzipirt werden, der Jude wird vielmehr selbst hinter dem Staatsbürger zurücktreten und Staatsbürger sein Wie also löst Bauer die Judensrage? Welches das Resultat? Xe Formulirung einer Frage ist ihre Lösung. Tie Kritik der ♦ Aftt)ch»!sttage ist die Autwort auf die Judensrage. Das Resuuw l i'U.so Folgendes: ' Wir müssen uns selbst emanzipiren, ehe wir andere eman- lpireu können. stnrrste Form des Gegensatzes zwischen dem Juden und nÄ religiöse Gegensatz. Wie löst man einen egcnfatz. Dadurch daß man ihn unmöglich macht. Wie macht .an einen religiösen Gegensatz unmöglich? Dadurch, daß nn tue Religion aufhebt. Sobald Jude und Christ ihre jenseitigen Religionen nur niehr als verschiedene En t. / tte l un g s stufen des menschlichen Geistes, als Brschiedene von der Geschichte abgelegte Schlangenhäule und ä}.. Aste n s ch e n als die Schlange erkennen, die sich in ihnen k* nK,,tet' ste''n st» nicht mehr in einem religiösen, sondern nur iSjV An, rinetu kritischen, wissenschaftlichen, in einem enschlichen Verhältnisse. Die Wissenschaft ist dann ihre inheit Gegensätze in der Wissenschast lösen sich aber durch die , kstenschaft selbst. , f Dem d rutschen Juden namentlich stellt sich der Maugel 0.7* m.'-H- ,,stst)en Emanzipation überhaupt und die prononzirte ' nJe cy v*, 4 des Staats gegenüber. In Bauers Sinn hat jedoch n ivist;, �uoenfrage eines allgemeine, von den spezisisch-deutschen Ver- llest unabhängige Bedeutung. Sie ist die Frage von dem erynltniß der Religion zum Staat, von dem Wider st /.'ch der religiösen Befangenheit und der ouuschen Emanzipation. Die Emanzipation von der jstt. trotzdem, daß er Jude ist und Jude bleiben soll, d. h. er ist und bleibt I u d e, trotzdem, daß cr Staatsbürger ist und in allgemeinen menschlichen Verhältnissen lebt: sein jüdisches und beschränktes Wesen trägt immer und zuletzt über seine mensch- lichen und politischen Verpflichtungen dm Sieg davon. Das Vorurtheil bleibt trotzdem, daß er von allgemeinen Grundsätzen überflügelt ist. Wenn es aber bleibt, so überflügelt es vielmehr alles Andere."„Nur sopistisch, dem Scheine nach würde der Jude im Staatsleben Jude bleiben können; der bloße Schein würde also, wen» er Jude bleibe» wollte, das Wesentliche sein und den Sieg davon tragen, d. h. sein Leben im Staat würde nur Schein oder nur momentane Ausnahme gegen das Wesen und die Ziegel sein." („Die Fähigkeit der heutigen Juden und Christen, frei zu werden", 21 Bogen, p. 67.) Hören wir andererseits, wie Bauer die Aufgabe des Staats stellt: „Frankreich", heißt eS,„hat uns neuerlich(Verhandlungen der Dcputirtenkammer vom 26. Dezember 1840) in Bezug auf die Judensrage— sowie in allen anderen politischen Frage» beständig— den Anblick eines Lebens gegeben, ivelches frei ist, aber seine Freiheit im Gesetz rcvozirt, also auch für einen Schein erklärt und auf der anderen Seite sein freies Gesetz durch die That widerlegt."(„Judensrage", p. 64.) „Die allgemeine Freiheit ist in Frankreich noch nicht Gesetz, die I u d e n s r a g e a u ch noch nicht gelöst, weil die gesetzliche Freiheit— daß alle Bürger gleich sind— im Leben, welches von den religiösen Privilegien noch beherrscht und zertheilt ist, be- schränkt ivird und diese Unfreiheit des Lebens auf das Gesetz zurückwirkt und dieses zwingt, die Unterscheidung deS an sich freien Bürgers in Unterdrückte und Unterdrücker zu sanktio- niren"(p. 05.) Wann also wäre die Judensrage für Frankreich gelöst? „Ter Jude z. B. müßte aufgehört haben, Jude zu sein, wenn c: sich durch sein Gesetz nicht verhindern läßt, seine Pflichten gegen den Staat und seine Mitbürger zu erfülle», also z. B. am Sabbath in die Teputirtenkanuncr geht und an den öffentlichen Sitzungen Thcil nimmt. Jedes religiöse Privilegium überhaupt, also auch das Monopol einer bevorrechteten Kirche müßte aufgehoben und wenn Einige oder Mehrere oder a u ch die überwiegende Mehrzahl noch religiöse Pflichten glaubten erfüllen zu müssen, so müßte diese Erfüllung als reine Privatsache ihnen sel b st überlassen sein.(p. 65). Es giebt keine Religion mehr, ivenn es keine privilegirte Religion mehr giebt. Nehmt der Re- ligion ihre ausschließende Kraft und sie existirt nicht mehr. „p. 66."„So gut, wie Herr Martin du Nord in dem Vorschlag, die Erwähnung des Sonntags im Gesetze zu unterlassen, den Antrag aus die Erklärung sah, daß das Christenthum aufgehört habe, zu exislire», mit demselben Rechre(und dies Recht ist vollkommen begründet) würde die Erklärung, daß das Sabbathgesetz ür den Inden keine Verbindlichkeit habe, die Proklamation der Auflösung des Judenthnms sein."(p. 71.)* Bauer verlangt also einerseits, daß der Jude da? Juden- thum, überhaupt der Mensch die Religion ausgebe, um st a a t s- bürgerlich emanzipirt zu werden. Andererseits gilt ihm konsequenter Weise die politische Aufhebung der Re- ligion für die Aufhebung der Religion schlechthin. Der Staat, welcher die Religion voraussetzt, ist noch kein wahrer, kein wirk- sicher Staat.„Allerdings giebt die religiöse Vorstellung dem Staat Garantien. Aber ivelchem Staat? Welcher Art des Staates?(S. 07.) An diesem Punkt tritt die einseitige Fassung der Juden- frage hervor. Dnlmles. Für wen ist Zerr Enge» ZUchker eine sozinlolrono- mische Antoviiät? Der bekannte, verrückte Artikel der „Freis. Ztg." über das Ergebniß des sozialdemokratischen„Theilcns" ist, soweit wir sehe», nur von sehr wenigen Blättern nachgedruckt worden; die meisten Zeitungen haben gemerkt, daß cr doch nur allzu kolossale Dummheiten enthalte. Nachgedruckt ivurde der Artikel von der klerikalen„Germania". Die klerikalen Blätter stehen in thcoretisch-sozialökonomischen Dingen auf einem so niedrigen Niveau der Kenntniß, daß sie sogar aus den Richter'schcn Artikeln schöpfen; durch diese Abhängigkeit wird es»och ver- ständlicher, daß das Zentrum in der praktischen Sozialpolitik sich schließlich doch immer in der Gefolgschaft des manchesterlichen Freisinns befindet. Der Artikel wurde ferner abgedruckt von der „Tngl. Rundschau"; auch dieses Blatt gehört zu denjenigen, bei welchem das Schimpfen auf den Sozialismus der Unkenntniß des Sozialismus völlig die Waage hält. Endlich hat den Artikel noch abgedruckt das„Stadcr Tageblatt", Kreisblatt des KreiseS Stade. Also wenigsteus ein Kreisblättchen. ZVrn» D»»och eine Mutter hast. Daß die bösen Sozialdemokraten den Arbeitern alle„Ideale" rauben, und daß so ein echter, rechter Sozialdemokrat aller Gefühle bar, leer und hohl wie ein ausgebrannter Krater ist, darüber besteht bei allen wackeren Ordnungsmänuern nicht der leiseste Zweifel. Nur schade, daß diese Schirmer und Schützer deS deutschen Gemüthes an der Stelle, wo bei normalen Meli- scheu das Herz schlägt, ein cigenthümlich eingekapseltes Ge- bilde tragen, für das zwar noch kein Phtzsiologe einen gelehrt klingenden Namen erfunden hat, von dem aber Sach- kundige behaupten, daß es Geschäft heißt. Nur durch die Thätigkeit eines solchen Organs vermögen wir uns ver- schiede»? Handlungen zu erklären, die ohne dem schwer verständlich wären. Ein recht artiger Fall, der sich vorige Woche ereignete, möge dies illustriren. Am Fernsprecher der großen Fabrik von H., S.-ll., ertönt das.Klingelzeichen. Der " ivend~- diensthabende Buchhalter tritt an den Apparat, um die Meldung entgegen zu nehmen. Aber je länger cr zuhört, desto länger ivird sein Gesicht. Stellt da der Bruder eines im Geschäfte thätigen Arbeiters R. das unverschämte Ansinnen, dem R. mitzutheilen, daß seine Mutter im Sterben läge. Man kann sich die Entrüstung des Buchhalters vorstellen, daß er mit solchen Lapalien belästigt wurde. Was sollte denn aus der Disziplin werden, wenn das Komtoir zum Vermittler derartiger Privat- angelegenheiten gemacht würde? Und wo bliebe das Ge- schäft, wenn Jeder das Recht haben sollte, von dringender Arbeit fort, und an das Sterbebett der Mutter zu eilen, um ihr die Augen zu schließen? Ist es nicht schon genug, daß der eine Sohn, anstatt bei irgend einem Fabrikanten Mehrwerth zu erzeugen, am Sterbebette weilt! Müssen denn beide Söhne zugegen sein? Ja, wenn es eine Fürstin wäre! Aber eine Arbeiterfrau, bah, die mag sich eine passende Sterbestunde aussuchen, wenn sie von ihren Kindern Abschied nehmen will, und damit Punktum. Leider ver- mochte der Arbeiter R., nachdem er anderweitig von dem Tode seiner Mutter Kenntniß erlangt hatte, sich nicht zu der Höhe einer solchen geläuterten Anschauung aufzuschwingen, sondern er las dem Herrn Buchhalter in gehöriger Weise den Text, was natürlich zur Folge hatte, daß er sofort seine Stellung aufgeben mußte. Jedenfalls wird der Herr Blich- Halter nicht versäunien, Mitglied des ncugcgründeten Vereins gegen die destruktiven Tendenzen der Sozialdemokratie zu werden. 2 134 1455 3 000 |i»c Mnschinettbnu-Anftnlt mid Gisengirsterei vormals Th. Flöther zu Gassen in der Lausitz wird am 10. und 11. d. M. ihre Aktien bei verschiedenen Bankhäusern zur Subskription auf- legen. Der Subskriptionspreis ist auf 125 pCt. festgesetzt, d. h. der Zeichner einer Aktie, die auf 1000 M. lautet, hat 1250 M. zu zahlen. Um den Geldmännern den nöthigen Muth zur Zahlung eines so bedeutenden Aufgeldes zu machen, wird die Bilanz des Rech- nnngsjahres 1880 veröffentlicht; sie schließt ab mit einem Rein- ertrage von 274 850,30 M. Diese Summe hat folgende Verwendung gefunden: für Abnutzung der Gebäude, Abschreibung 14913 M. „„„ Maschinen„ 18 185„ „ Wcrkgeräthe„ 8 326„ ., Bahugeleise„ 1250„ „„„ Beleuchtungsanlagen, Abschr. 300 Pferde und Wagen ,,„„ Inventar und Mobilien„ ,,„„ Modelle, Abschreibungen Diese Abschreibungen haben den Zweck, den Minderwerth, welcher durch die Benutzung der angeführten Gegenstände im Betriebsjahre entstanden ist, auszugleichen, d. h. verständlicher aus- gedrückt, die Aktionäre erleiden einen Werthverlust an ihrem Kapitale. Da aber Alles, was ist, vergeht, ivenn es auch in anderer Form wiederersteht, so muß irgend eine Kraft vorhanden sein, durch welche der entstandene Werthverlust ersetzt , Vörden ist, und diese Kraft ist die der Arbeiterschaft der Fabrik. Hätte die Verwaltung der Aktiengesellschaft den Verlust, welchen die Arbeitskraft der Arbeiter während des Rechnungsjahres er- litten hat, in die Bilanz richtig eingestellt, so würde kau», eine Abschreibung und ganz gewiß keine Vertheilung einer Dividende möglich sein. Der sprachliche Sinn des Wortes bedeutet„Ver- theilung", der geistige Sinn dieses Wortes aber„Aneignung des Werthes der Arbeitsleistung Anderer." In der Fabrik waren im verflossenen Jahre 780 Arbeiter beschästigt, durch sie ist der schon oben angegebene Reinertrag ge- schaffen worden. Ans den ermähnten Abschreibungen sind aus dem Reinerträge 13 742,51 M. dem gesetzlichen Rescrvefond und einem Spezial-Rcservefond 100 000 M. überwiesen worden, also zusammen 113 742,51 M. Diese Summe, die zur Vertheilung als Dividende bestimmten 140 000 M. und der Vortrag auf das folgende Rechnungsjahr mit 5411 M, zusammen also 259 155 M. stellen den Mehrwerth dar, welchen die Arbeiter zu wenig an Lohn erhalten haben und dieser Mehrwerth der geleisteten Arbeit über den gezahlten Lohn beträgt, auf die 780 Arbeiter der Fabrik gleichmäßig vertheilt, für jeden Einzelnen 332 M. Zu erwähnen ijr noch, daß der Kommerzieurath Theodor Flöther für ..........„........., JH..,.. ,ür seine der Fabrik„n Jahre 1880 gewidmete Thätigkeit die hübsche Summe von 1 5 000 M. erhalten hat. Sie hier ausgestellte Berechnung kann gewiß als Beweis für den Satz gelten,„die Arbeit ist die Quelle alles Reichthums"; sie beweist aber auch, wie verkehrt und der Gerechtigkeit wider- sprechend unsere heutige Wirthschastsweise ist. .„. Die da säen, ernten nicht, und die sich plagen, hungern und dürsten, während der Geldmann jedes seiner Gelüste befriedigen kann und obendrein»och verächtlich aus den herabsieht, der der Schöpfer seines Reichthun, s ist. Kei der bahnnrntlichrn Zknterstichuug deo Unfalls, welcher den Schnellzug Nr. 43 am 9. September d. I. Abends bei der Einfahrt in den hiesigen Anhalter Bahnhof betroffen hat, ist dem„Neichsanzciger" zufolge nachstehendes festgestellt worden: Ter Zug bestand aus der Lokomotive, einem Gcpäckbeiwagen und 8 Personenwagen; derselbe war mit Lustdruck- Bremse (Carpenter) ausgerüstet und zwar waren der Tender und sechs Wagen mit Brenisapparaten, drei Wagen mit festen und der Gcpäckbeiwagen mit loser Rohrleitung für die Preßluft versehen. (Lose Rohrleitungen werden in einzelnen Fällen verwendet, um nicht ausgerüstete Wagen in Züge einstellen zu können, welche mit Lustdruck-Bremse gefahren werden.) Während der Zug auf den Vor- stalioncn, zuletzt in Luckenwalde, stets richtig gehalten hatte und keinerlei Fehler an der Bremseinrichtung bemerkt war, wurde der- selbe bei der Einfahrt in den Anhalter Bahnhof(Kopfstation) nicht rechtzeitig zum Stillstand gebracht, so daß die Lokomotive den Prellbock zertrümmerte und über den Querbahnsteigs bis zur gegenüberstehenden Mauer fuhr. Verletzungen von Personen sind bis auf eine geringfügige Beschädigung des Heizers, welche er sich beim vorzeitigen Herabspringeli von der Lokomotive zugezogen hatte, glücklicher Weise nicht eingetreten. Der Lokomotivführer hat nach seiner Aussage den in der Nähe der I o rk st raß en-11» tersi i h run g— etwa 1400 in vor der Stelle, an der die Züge in, Bahnhof halten sollen,— gebremst, indem er den Bremshahn vorschriftsmäßig ganz geöffnet hat, er will jedoch keine Bremswirkung verspürt haben, sodaß er zuletzt noch Gegendampf gegeben habe. Das Bremssignal mit der Dampf- pfeife hat der Führer nicht gegeben, wiewohl ihm bekannt war, daß mindestens die Packwngen-Bremse und die Schlußbremse, diese durch den Vremswärter, besetzt sein mußten. Der Heizer ist in der Halle von der Lokomotive gesprungen, ohne die Tender- Sandbremse festznlege», ebenso ist der Bremswärter von der chlußbreinse abgesprungen, ohne weder den Brcmshahn in seinem Koupce zu öffnen, noch die Handbremse anzuziehe». Das Zugpersonal in de» Wagen hat nicht bemerkt, daß die Wagen bei der Einfahrt gebremst sind, was sich durch ein eigen- thümlichcs Gefühl und Geräusch leicht erkennen läßt. Bei der sofort vorgenommenen Besichtigung des ZugeS wurden die sämmtlichen Bremsen fest vorgefunden, der Handhebel der Tcnderbremse lag jedoch aus„lose", die Luftleitung an dem Gepäckbeiwagen und einige Tyeile der Bremseinrichtung an der Lokomotive und dem Tender waren zerstört, der Bremshahn der Lokomotive stand auf„Bremsen fest", im Hauptluftbehälter besandeu sich noch über acht Atmo. sphärcn Druck, der Steuerungshebel der Lokoiuotive lag auf Rückwärtsfahrt. Bei der späteren genauen Untersuchung ha* sich herausgestellt, daß die sämmtlichen Bremseinrichtungen in betriebstüchtigem Zustande sich befanden, daß die Luftleitunger nicht verstopft und insbesondere die Gummi-Verbindungsschläuche im Innern von untadelhafter Beschaffenheit waren. Die losc Rohrleitung am Gepäckbeiwageu war zwar zerstört, es konnten aber keine Merkmale gefunden werden, welche darauf schließen ließen, daß an derselben eüie Verstopfung oder eine andere Be- schädigung vorhanden gewesen sei. Stach diesem Befunde und in Berücksichtigung der Aussagen des Personals liegen nur die beiden Möglichkeiten vor, entwede'' daß der Lokomotivführer, um eine eingetretene Verspätnng einzuholen, sehr schnell in den Bahnhof gefahren ist und zu spät gebremst, oder den Bremshahn instruktionswidrig und unsachgemäß gehandhabt hat und deshalb keine Bremswirkung erzielen konnte,— oder, daß durch eine nicht auf- geklärte Ursache eine Berstopsung der Rohrleitung auf der Fahrt von Luckenwalde bis Berlin eingetreten ist. Welcher von beiden ?ällen auch vorliegen mag, so steht doch so viel fest, daß der okomotivführer, wenn er wirklich in der Nähe der Jorkstraßen- Unterführung gemerkt hat, daß die Bremsen nicht wirkten, den Zug. wie angestellte Versuche ergeben haben, schon allein mit seiner Lokomotiv- und der Tenderbremse rechtzeitig zum Stillstand hätte bringen können, während er durch Geben des Bremssignals die Bremswirkung noch verstärken konnte. Die Beamten, durch deren Verschulden der Unfall anscheinend herbeigeführt ist, sind bis zum Abschluß der eingeleiteten gerichtlichen Untersuchung vom Personenzug-Fahrdienst zurückgestellt. Uo»«inem merkwürdigen VI,»» zu einer Meli- auostellung in Herlin, welchen ein Süddeutscher ausgeheckt hat, giebt die„Dtsch. Bztg." allen Ernstes und mit einer gewissen Begeisterung icunde. Etwas ganz Besonderes, noch nicht Dagewesenes, völlig Neues soll den Mittelpunkt jener Aussrellung bilde». Und so soll denn nicht etwa ein himmelhoch ragender Thurm oder ein ähnliches Monument als Zeuge gewaltiger architektonischer Leistungsfähigkeit, sondern in Wahrheit und in Wirklichkeit ein künstlicher Berg errichtet werden. Man denke sich einen ge- walligen Dom und diesen derart beschüttet mit Erde, daß stellen- weise das Gestein als romantisch- pittoreske Felsenpartien frei bleibt. Oben soll eine zerfallene Ritterburg mit Wartthurm die Bekrönung bilden, so daß die ganze Geschichte etwa so hoch wie der Eiffelthunn wird. Selbstverständlich sollen nicht dm Wasserfälle, die Grotten, der Wald, das Kohlenbergwerk, der feuerspeiende ikrater, die Gebirgsbahnen und ein gewaltiger Tunnel fehlen, letzterer als Haupteingang zu der halb im Berge gelegenen Maschinenhalle, so daß diese in Wahrheit eine Werkstatt der Zyklopen werden würde. Selbstverständlich dehnt sich auch zu Füßen des Berges ein kilometerlanger See aus, dessen ausgehobene Erde zur Anschüttung des Chimborasfos zu benutzen ist. Am entgegen- gesetzten User sind die Straßen einer Stadt gedacht, in deren Gaffengewirr Proben der Bauiveise vergangener Jahrhunderte und verschiedener Länder vorzuführen wären, wobei das Innere der Häuser für archäologische Schau- Ausstellungen Verwendung finden könnte. Eine Jnoustriestadt würde sich hinter dem Berge und in Verbindung mit dem Maschinengebäude ausdehnen. Um Berg, See, Städte legt sich eine breite Ringstraße und um diese ein ringsöriniges Ausstellungsgebäude mit radial angeordneten Höfen. Nach außen hin soll eine mittelalterliche, von prächtigen Thor- bauten durchbrochene Mauer mit Zwinger und Stadtgraben den Abschluß bilden, so daß der Eindruck einer alten Metropole her- vorgerufen ivird. Vorstädte werden sich anschließen, und alle be- merkenswerthen Theile dieser Anlage durch eine endlose Eisen- bahn verbunden werden. Aus oder in der Nähe des Spandauer Bocks könnte der Niesenplan Verwirklichung finden. Aus Vor- stehendem sieht man zur Genüge, zu welchen Ausgeburten der Phantasie der Eiffel-Thurm Anregung gegeben hat. War dieser noch berechtigt, weil er die moderne Leistungsfähigkeit in Eisen- konstrnktionen drastisch vor Augen führen sollte, so fällt dieses Moment bei der Errichtung eines Berges völlig fort. Nichts ist lächerlicher und wirkt kleinlicher, als die Gewaltigkeit der Natur mit Menschenmitteln nachäffen zu wollen. Der bewußte Berg würde immer nur ein Hügel bleiben und höchstens Kopsschütteln hervorrufen. In seiner Zwecklosigkeit, denn ein vernünftiger Zweck ist in demselben nicht zu finden, würde sich auch die ganze Geistlosigkeit zu erkennen geben, welche dazu gehört, ihn aufzuführen. Wiro Berlin einst eine Weltausstellung veranstalten, so wird man hoffentlich die Anzie- hungskraft derselben doch durch geistvollere Werke zu erhöhen suche», als durch solche, wie sie dem betreffenden Süddeutschen vorschweben. Ein Feuermelder' und Alarmapparat ist in Amerika in Privathäusern sehr verbreitet. Ein einfaches Drehen eines Zeigers auf das entsprechende Feld und Niederlegung eines Hebels genügt, um von der nächsten Polizeiwache, wo ein automatischer Apparat die betreffende Nummer deS Hauses und die Bezeichnung z. B. Einbruch, Feuer, Unfall:c. angiebt, einen Tag und Nacht bespannt dastehenden Wagen mit den nöthiaen Schutzleuten, Löschmannschasten oder einen Arzt nebst Ge- Hilfen schnell herbeizuholen. Auch sind in den Straßen von Chicago verschließbare eiserne Säulen angebracht, welche, mit Telephoneinrichtungen versehen, es dem Wächter, dem Schutz- mann oder auch dem mit Schlüssel versehenen Privatmann er- möglichen, direkt mit der zugehörigen Polizeiwache in Verbindung. zu trete», um die nächsten, vorher erwähnten Wagen bei Unfällen oder Aufläusen auf der Straße herbeizurufen. Neuerdings sind, wie ein Berichterstatter schreibt, auch in Berlin auf Wunsch von Fernsprech-Theilnehinern auf deren Kosten Kurbelumschalter in die Privat-Telephonleitung eingeschaltet. Auf diese Weise kann durch Drehung des Hebels" auf das' mit„Feuer" oder„Einbruch" bezeichnete Feld auch bei Nacht die nächste Polizei- oder Feuer: wache alarmirt werden. Wüuschcnswerth wäre es, wenn diese Umschalter auch mit den Sanitätswachen in telephoniscbe Ver- bindung gebracht und auf den Straßen und Plätzen die er- wähnten Einrichtungen, wie in Chikago, angebracht würden. Unter de» Kog«« vom alten zum neuen Museum legt jetzt eine Firma aus Linden bei Hannover Gummipftaster. Die Arbeit ist dieselbe wie bei Holzpflaster. Ein Schadenfenrr in Steglitz kam vorgestern Nachmittag kurz nach li Uhr im Dachgeschoß eines niedrigen und mit Pappe abgedeckten, sonst aber massiv aufgeführten Hintergebäudes auf dem mit einem hohen MiethShause besetzten Grundstück Ecke Fichte- und Ahornstraße aus, welches dein Materialwaaren- und Droguenhändlcr Gerlich gehört. Im Erdgeschoß und Keller des vom Brand erfaßten Gebäudes lagerten Petroleum, Benzin, allerlei Oele zu gewerblichen Zwecken, Säuren und mehr der- gleichen, was Droguenhändler führen. Zum Glück gelang die Bergung der im Erdgeschoß lagernden, feuergefährlichen Fässer. Das Feuer blieb auf seinen Heerd beschränkt. Zlvrgett Untueue wird sich ein hiesiger Agent demnächst zu verantworten haben, der als Vormund das ganze Vermögen— 1200 Mark— seines Mündels, der neunjährigen Elsbeth G., durchgebracht hat. Der ungetreue Vormund begnügte sich zedoch nicht mit dem baaren Gelde, sondern verpfändete auch noch die wenigen Pretiosen, welche dem Kinde aus dem Nachlaß seiner Eltern zugefallen waren. Ei»«ngefähr 14 Tage altes lebendiges Kind männliche» Geschlechts wurde vorgestern Abend gegen 6 Uhr auf dem Flur des Hauses Höchstestr. 12 vor der Wohnung der Wittwe Bach durch deren Tochter, Frau Herder, Barnimstr. 48 wohnhaft, vorgefunden. Das gut genährte 5tind war im bunten Stechkissen und einem rothwollenen sowie einem karirten Um- schlagetuch geborgen. fie üble Angewolinheit vieler Leute» bei Regenwetter chirin so dicht über dem Kopf und vor dem Gesicht zu halten, daß die Aussicht auf den vor ihnen liegenden Weg un- mögl'ch wird, hat am Dienstag unangenehme Folgen für zwei Per- soncn gehabt. Im Begriff, den Damm der Georgenstraße beim Franziskaner zu überschreiten, rannte ein solch„Beschirmter" auf ein' Droschke zu, wurde von dem Pferde umgerannt und derartig durch Huftritte verletzt, daß er aus mehreren Kopfwunden blutete, und nur mit Mühe seinen Weg fortsetzen konnte. Aehnlich er- ging es einer Dame am Oranienburger Thor. Dieselbe lief in ein Arbeitsfuhrwerk hinein, wurde ebenfalls zu Boden gerissen 'md erlitt inehrfache Verletzungen. Ei» Fremder, welcher sich als Getreidehändler Fritz Treuner aus Mohrungen in das Fremdenbuch eines hiesigen Hotels ein- getragen hatte, hat in einer hiesigen Zeitung Inserate veröffentlicht, Inhalts deren er für sein Geschäft einen jungen Mann gegen Kautionsstellung suchte. Auf Grund dieser Annonze hat ein hier wohnender Hermann S. dem angeblichen Trenner seine Militärpapiere und 40 M. als Kaution eingehändigt. Letzterer ist darauf ohne Bezahlung seiner Gasthofsrechnung verschwunden. Wahrscheinlich hat er auch noch andere Personen in derselben Weise beschwindelt. Aus einer verfchlosseurn Mahnung des Hauses Leipziger Platz 18 sind in der Nacht vom 7. zum 8. Oktober, zwischen 1 und 6 Uhr, silberne Löffel, Gabel- und Serviettenhalter, sowie ein silberner Küchenkorb im Gesammtwerlhe von 700 M. gestohlen worden. Vcrmuthlich haben sich die Diebe vor 10 Uhr in das Haus eingeschlichen und die verschlossene Korridorthür, nachdem sie eine kleine Fensterscheibe derselben eingedrückt hatten, mittelst des auf der inneren Seile im Schloß steckenden Schlüssels geöffnet. Auf den Silbersachen sind die Buchstaben C. M, bezw. A. M. ein- gravirt. Eine«cht bittere Enttäuschung in Bezug auf Lohn- erhohung haben, einem hiesigen Blatte zufolge, die Schaffner und Kutscher der Großen Berliner Pferdebahn-Aktien-Gesellschaft am verflossenen Freilag erlebt. Wohl infolge der drohenden Streiks im vorletzten Sommer war diesen Angestellten eine Lohnerhöhung in Aussicht gestellt worden, die dann eintreten sollte, sobald die königlichen Subalternbeamten eine solche erhalten würden. Dies ist z. B. bei den unteren Bahnbeamten im verflossenen Sommer der Fall gewesen, und so glaubten die vielgeplagten Pferdebahn- Beamten nun auch ihrerseits eine pekuniäre Ausbesserung zu er- halten. Leider wurde ihnen am vergangenen Freitag von einem höheren Beamten, z» welchem Deputationen der verschiedenen Depots beschieden worden waren, nntgetheilt, daß sich die Direklion beim Aufsichtsrath der Gesellschaft die möglichste Mühe gegeben, um eine Gehaltserhöhung durchzusetzen, dies jedoch er- soiglos gewesen! So ist es Recht. Tie Aufsichtsräthe der Pferdebahn müssen alle Jahre zweimal ihren Namen unter die Bilanz setzen, dafür erhalten sie außer ihrer Tantieme ungefähr 30 000 M. Gehalt. Natürlich giebt das Schmielen in den Händen. Polizeibericht. Am 8. d. M. Mittags gingen in der Flott- wellstraße die Pferde eines Arbeitswageus durch und stießen an der Ecke der Straße Am Karlsbad mit der Deichselstange gegen einen in der Fahrt befindlichen Pferdebahnwagen, dessen bintere Seite dadurch zertrümmert wurde. Ein auf demselben stehender Briefträger wurde dabei herabgeschleudert, gerieth unter die Räder des Arbeitswagens und erlitt einen Bruch deS Ober- schenkels, so daß er nach dem Elisabeth-Krankenhause gebracht werden mußte.— Nachmittags wurde eine Frau in ihrer Woh- nung, in der Brückenstraße, und Abends ein Mann in seiner Wohnung, in der Manteuffelstraße, erhängt vorgefunden.— Abends versuchte der dem Trünke ergebene obdachlose Former Kuchler in die Wohnung eines unter sittenpolizeilicher Kontrole stehenden Mädchens im Keller des Hauses Grüner Weg 86 einzudringen, indem er dasselbe zu erschießen drohte. Als Letztere nach längerem Zögern die Eingangslhür öffnete, entlud sich ein Schuß und stürzte Kuchler, welcher sich in die Thür gedrängt hatte, mit einer tödtlichen Schußwunde im Kopfe die Kellertreppe hinab und brach dabei anschelnend noch das Genick, so daß der Tod aus der Stelle eintrat. Die Frage der Som,tagse»kizeUig»i«g durch Nicht-Ver- schloffenhalten der Laoenthüren während der Zeit des Gottes- dienftes beschäftigt die Gerichte von den verschiedensten Gesichtspunkten aus. Der Bäckermeister K., welcher, sich aus die Ver- ordnung vom 24. November 1853 berufend, für sich das Recht in Zlnspruch nahm, von dein Verschlossenhalten der Ladenthür entbunden zn werden, ist mit dieser Ansicht nicht durchgedrungen, sondern in zwei Instanzen verurtheilt ivorden. Dann hat er einen anderen Ausweg gesucht, um von der Polizeiverordnung befreit zu werden. Als er wiederum wegen Nichtbcfolgung der- selben ein Strafmandat erhielt, legte er dem entscheidenden Gerichtshofe eine Bescheinigung der Steuerdeputation vor, wonach er nicht nur als Bäcker, sondern auch als Konditor, wenn auch ohne Berechtigung zum Ausschank, veranlagt war. Der Verlheidiger, Rechtsanwalt Leop. Meyer führte aus, daß der Angeklagte da- durch in die Gattung der Konditoreien und Cafo's gefiellt werde, welche die Thüren nicht verschlossen, sondern nur eingeklinkt zu halten brauchen. Das Schöffengericht theilte diese Auffassung und sprach den Angeklagten frei. Der Staatsanwalt legte aber Berufung ein. Jni gestrigen Termine vor der zweiten Instanz hob der Gerichtsof das erste Urtheil auf und erkannte auf die niedrigste Geldstrafe. Wenn der Angeklagte die Konditorei auch als Nebengcschäst betreibe, so könne dies ihn nicht aus eine Stufe mit dem Inhaber eines Caft'S stellen, eine derartige Auslegung fei nur eine Umgehung des Gesetzes. Eventuell müßte dem An- geklagten aufgegeben werden, sämmtliche Erzeugnisse der Bäckerei während der fraglichen Zeit aus seinem Laden zu entfernen. Der seltene Fall» daß Jemand nach 10 Jahren für Vergehen zur Verantwortung gezogen wird, welche er vor einem Dezennium begangen, ist gestern vor der 2. Strafkammer des Landgerichts vorgekommen. Vor derselben hatte sich der Former Georg Emil Bernhard wegen mehrerer Betrugs- und Unterschlagungsfälle zu verantworten, welche in das Jahr 1880 fallen. Die gerichtliche Verhandlung hat eine selten lange Verzögerung dadurch erfahren, daß der Angeklagte eine Zeit lang nicht aufzufinden und dann ivieder längere Zeil nicht vernehmungsfähig war, da er sich in Dalldorf befand. Nachdem beide Hinderungsgrlinde jetzt fortgefallen sind, wurde er zur Verantwortung gezogen. Auf Grund des Gutachtens des Gerichtsphysikus Dr. M i t t e n z>v e i g, wo- nach die Epilepsie, an welcher der Angeklagte offenbar leidet einen Ausfluß der freien Willensbestimmung zur Zeit der That nicht unbedingt fordert, wurde der Angeklagte nunmehr zn drei Monaten Gcsängniß verurtheilt. Eine der„Karqphäo»" der Kerliner Einbrecher, der Buchbinder Paul Friedrich Oskar Espenhahn, welcher schon fast zwei Dezennien in Zuchthäusern zugebracht hat, stand gestern wieder einmal wegen Bandendiebstahls vor der zweiten Strafkammer hiesigen Landgerichts I. Diesmal waren dle„Ar- beiter" Paul K e b e l m a n n und Friedrich Wilhelm Franz seine Genossen. Espenhahn war am 13. Mai nach Verbüßung einer mehrjährigen Zuchthausstrafe entlassen worden und hatte einen Plan ausgeheckt, um in Restaurationen Kassendiebstähle zu begehen. Der Plan wurde von den beiden anderen Angeklagten gebilligt, man schritt am 23. August zur Ausführung, aber schon das erste Debüt des Triumvirats ivar ein mißglücktes. Am 28. August betrat der Angeklagte Franz das Schanklokal der Frau Rahn in der Adalbertstraße 40 und bestellte sich ein Glas Bier. Bald darauf erschienen auch die beiden anderen, setzten sich abseits und verzehrten eine Kleinigkeit, welche sie sofort bezahlten. Nun bestellte sich Franz eine Tasse lasse geha ein» geklc Tasc straf Volk- Lokal ein Bouillon und als die Wirthin in die Küche ging, folgte ihr? und hielt sie in leichtem Geplauder so lange aus, bis seine? plicen Zeit gesunden hatten, die Ladenkaffc auszuräumen niid zu entfernen. Ter Wirthin fiel die Abwesenheit der I anderen Gäste gar nicht weiter auf und auch I wäre vielleicht unbehelligt entkommen, wenn er I beim Bezahlen seiner Zeche sich um 5 Pfennige verw hätte und die Wirthin dadurch veranlaßt worden# au die Ladenkasse heranzutreten. Als sie die letztere leer lnerkte sie sofort den Zusammenhang der Dinge, und W Angeklagten Franz, kühn entschlossen, so lange fest, bis ein 99 mann herbeigeholt war. Der Festgenommene war gleich gckg und durch ihn gelang es, auch seiner beiden Kumpane 9# zu werden. Der Gerichtshof verurtheilte den Angek» Espenhahn aufs Neue zu 3 Jahren Zuchthausf den Nebenstrafen, bewilligte dagegen den beiden Mitangeuß mildernde Umstände und erkannte gegen diese nur auf 2 3- bezw. 1 Jahr Gefängniß. Mie sehr oft die Zeugenansfagen erster und Instanz von einander abweichen, zeigte eine gestern vck 6. Strafkammer verhandelte Anklage gegen den Kaufmann- K a t t e i n wegen Nahrungsmittel-Verfälschung. Die M hatte schon eine interessante Vorgeschichte. Der AngeklM treibt hier in der Müllerstraße eine große Dampf-Pumpern' Biscuits-, Cakes- und Honigkuchen-Fabrik. Eine entlasse!-� beiterin hatte bei Kunden des Geschäfts behauptet, daß«■ verdorbene Cakes an die Kunden mit verkaufe und als vck geklagte dies hörte, strengte er gegen die Arbeiterin' du leumdungsklage an. Die Angeklagte trat aber den Wahrheit� an und das Schöffengericht hielt denselben für soweit geführt, M die Angeklagte freisprach. Nunmehr wurde auf Gruiw vorgebrachten Materials gegen K. das Verfahren wegen Vt? verdorbener Nahrungsmittel eingeleitet und das Schöffen? verurtheilte ihn zu 50 M. Geldbuße. Die Aussagen Off vernommenen Arbeiterin und eines gleichfalls aus dem GW des Herrn K. entlassenen Arbeiters klangen so belastend, M fast den Anschein gewann, als hätte Herr K. gänzlich verde« von Maden zersetzte und von Katzen beschmutzte Cakes, lvew Zunäch Kisten auf dem Boden standen, nach nothdürstiger Reinigu»? Vaupis. kauft. In ziveiter Instanz lauteten die Aussagen dw Oer Cr Zeugen aber ganz anders und die erneute Beweisaufnahme« daß von den angeblichen Ungeheuerlichkeiten keine Rede i'.'l« Wie der Direktor des Kgl. Proviantamtes, Herr Hofmann, 1 l�iine auseinander setzte, haben die Bisquits- und Cakes-Fabr» f le'e® ß unter zwei Feinden sehr zu leiden: unter der Mehlmotte,« l'„~ das Aeußere des Gebäcks bei längerer Lagerung mit ei»«' m;Lerte spinnst bedeckt, und den Bohrkäfer, welcher in das In»!« Gebäcks sich einbohrt und dort Eier legt. Nach dem G»«. des Sachverständigen ist der zweite Feind ein so gefährliclm.» du man das von ihm heimgesuchte Gebäck nur noch als Li«! � gebrauchen kann, dagegen est der erstgenannte Feind A weniger ernst, als das Gebäck nach sorgfältiger AWJ durchaus gut und brauchbar ist. Man könne von' Fabrikanten verlangen, daß er dies gesummte Geba4 wirft.— Das Verhalten des Angeklagten, welche«, kolossalen Schaden erlitten, hat nun ganz dem Inhalt« Gutachtens entsprochen. Wie selbst die Belastungszeug« geben mußten, hat er sofort, als ihm gemeldet wurde,? den auf dem Lagerboden lagernden Cakes nicht alles in C« sei, den strengsten Befehl zur größten Aufmerksamkeit geg« q Metze Tresk in M seiner richtsf unsere I. W versa, die ui N ü r sitzendl uts Tages schiede des A f. g« stande- N Kommi «in seinen hat die meldepfl als eine des Ver: schaulich berichtet, HO Pol; wärtig S der Verc verdreifa Die hat zahlreiche Arbeiterinnen angenommen, um die wuri»! �ie Auso Cakes von den übrigen zu sondern, er hat viele�hnndertJJ Ausgabe vyvivw w» vv»» v. vv.yv.» 0" I» y■-~"-J------. als Viehsutter fortgethan und nur die guten Cakes, wem' 10 029,86 flTflfmri+ov» rrnit hoin niifipvftfhpit(Ärfriintlft tiefüßit IDOrftCfl lcSfAtv»viAr Abbürsten von dem" äußerliche» Gespinnst befreit worden Steinpel als minderwerthige Waare verkauft�— Der Gerichtshof jj dem Staatsanwalt und dem R.-A. Munck e l der Meii» den Angeklagten keinerlei Schuld trifft und daß sein renommoe zu Unrecht schwer geschädigt worden ist und deshalb auf Freisprechung. er Ausschuss und All« Ezwerdc» erzögen 'dringend nicht meh Keziehun« In der Derbreitnng eines Flugblattes» in zum Abonnement auf den Roman„Der große Jrreilhaus-S' eingeladen wird, hatte die Anklagebehörde die Tih�L Merkmale des groben Unfugs gefunden und deshalb den/»£!Fd dem und Verleger desselben, den Kaufmann C h r i st i a n F e r ß''tzen eti Draal laut Strafmandat mit sechs Wochen Hast bel?� Hierc beantraate richterliche Entscheidung und machte im 8*1 beantragte Iiajituiaie vsiuivqciuuiick uiiu""'jm,,., Termine vor der 03. Abtheilung des Schöffengericht- I��uerung daß er wegen derselben Sache vom Landgericht zu gesprochen worden sei. Der Amtsanwalt erklärte, daß es!�wuymac vorliegenden Falle um eine in Brannschweig begange»« that handele; der dortige Prediger Hasenclever habe A? daran genommen, daß die Flugblätter in seiner Genie»' theilt wurden. Die Druckschrist enthalte einen* auf den Inhalt des Romans, welcher die angebliW widrige Einsperrung des geistig gesunden A% ins Irrenhaus zum Gegenstand habe. Außerdem werde e>. Anzahl hoher Beamte und Medizinalbeamte namhaft und der schwersten Strafthaten beschuldigt und schließlich' Erkennt», ßgründe der Strafkammer des Berliner LandK in den, bekannten Prozeß Draal nicht richtig wiedergesfl daß das Publiku», eine falsche Anschauung von dem der Beweisaufnahme gewinnen müsse. Hierin sei Frei« «aeud. Nigung I euthstr. iernunf)! ei» Wichst mit oer-oeweisau,nay>ne gewinnen muge. Pierin �dnif ei»-> Unfug zu erblicken und beantrage er Zlufrechthaltung Mandats. Der Verthcidigcr Rechtsanwalt Dr. Bonk pl� Freisprechung. Cr wies darauf hin, daß der Angeklagte�, Wahrheit seiner Behauptungen fest durchdrungen sei u"v kr, L.%! ihm das Recht rauben könne, den Weg der Oessciiilichlcit m T Den von den, Angeklagten angegriffenen Personen bieg......, vucg« unbenommen gegen ihn den Rechtsweg zubeschreiten. unornommen gegen lyn vcn mccyrslvcg zu oe>c�uru.'teritmy o müsse schon die Freisprechung des Angeklagten erfolge», A- F Strafautrag deS Predigers Hasenclever verjährt sei. Dei? verstt hos beschloß in Betreff des letzten Punktes eine eingehe»�.- i»aß weisaufnahme zu erheben und beantragte z>t diesem 0 Zch>' Vertagung.!uluistr.>tr: geklagte erhielt sofort 600 M., die übrige» 200 M. �."s'>l»»d halten, nachdem Leidert sich an Ort und Stelle, eM�kr �chlus schlesischcn Stadt, von der Richtigkeit der Angaben"llk Vtr ''agten überzeugt hatte. Der Angeklagte kam sprechen, Leidert auf der Tour zu beglei'/vjamiulu nach, der Letztere reiste allein und mußte die � Kassir machen, daß er bettogen war. Da der, JA""""«« 1 wegen anderer Betrügereien noch eine erhebliche Gel'' f'L'ebt ei zu verbüßen hat, so mußte auf eine Zusaystrase erka» k Kasse die auf 4 Monate bemessen wurde. �ge-or�d" Eiues grobe» Dertraneusbruchs hat sich&cl"jB«rei,»ei Hugo Marquardt schuldig gemacht, der gestern»%' Vorsitze schlagung vor der dritten Strafkammer des Landger/� Kassire Man wollte versuchen, ob er sich zum Beamten eig"- i Schrifi«« ihn deshalb probeiveise auf dein Potsdamer Bahnhff-Nß am 28 >vo er die Billets der Stadtbahn-Fahrgäste zu durwLAvet. Aug Marquardt hat die Probe sehr schlecht bestanden. Eines Mst, welche der Weber S. aus Ripdorf nach dort zurückf» nch z,, etj siel ihm erst ei», daß er sich ein Bellet kaufen»'»" I Angeklagte ihm dasselbe abforderte. S. wandte Versäumte nachzuholen, der Angeklagte erklärte abetz «lötfjiu, zufällig sei er im Besitze eines Billets, das er ihm ab- jhrN lassen wolle. S. ging darauf ein, wurde aber in Nixdorf an- ine» gehalten, denn eS zeigte sich, daß das Billet ungiltig, weil bereits i uif einmal benutzt war. In einem zweiten Falle hatte der An- er ii geklagte es ebenso gemacht und die kleinen Beträge in seine i, L Tasche gesteckt. Der Gerichtshof belegte ihn mit einer Gesammt- M J strafe von sechs Monaten. veri«i_ m| SoziQle fnew Maurer Äerlino! In der Mittwochnummer des„Berliner <> bÄ Volksblatt" von dieser Woche ist mir bei Bekanntmachung der ® ijjj Lokale, in welchen die Beitragssammler für den Norden kassire», ' i'ch i ein Jrrthuvl unterlaufen. 5iollege Dams kassirt des Sonnabends, " Meherstr. 28, bei Rosenthal, des Sonntags in seiner Wohnung, .® j| Treskowstr. 15 vorn 3 Tr.; Kollege Witte kassirt des Sonnabends T•"'1 in Moabit, Nathenowerstr. 89, bei Holzbächer, des Sonntags in seiner Wohnung, Straße 6G Nr. 2, des Montags bei Bath, Ge- nd f richtsstr. 19. Kollegen sammelt Munition, damit wir die Festung n rot unserer Feinde sprengen können. Mit sozialdemokratischem Gruß nan»: I. Wernau, Zionskirchplatz 2, 3 Tr. c W W-itzenfels, 8, Oktober. Heute begann die General- etWßW Versammlung des Vereins deutscher Schuhmacher, chpern» die um 8 Uhr vom Vorsitzenden desselben, Herrn Siebert aus lasst� Nürnberg, eröffnet wurde. Ins Bureau wurden als Vor- iaß lef sitzende die Herren Sie b c r t und Ebel, zu Schriftführern - dch Kuts ch e-H'ann ov er und Dreye r-Alto na gewählt. Tie .,> sie1 Tagesordnung lautet: 1. Wahl des Bureaus und der ver- cheitäW schiedencn Kommissionen. 2. Geschäftsbericht des Vorstandes und dk des Ausschusses. 3. Statutenberathung. 4, Allgemeine Anträge. IruN>tz 5. Festsetzung der Gehälter des Vorstandes. G. Wahl des Vor- en V-» standes, sowie des Ausschusses. iöffenl Nach Konstituirung des Bureaus werden die verschiedenen en d« Kommissionen gewählt. Die Mandats-Prüsungskommisiion be- gm# richtet, daß 37 Delcgirte anwesend sind, deren schriftliche Mandate >nd. G* sich in Ordnung befinden. Sodann erstattet Herr Siebert ve'rd� feinen Geschäftsbericht über die Thätigkeit des Vorstandes. juest Zunächst wird der verschiedene» Prozesse erwähnt, die sich in der iniau»? Hauptsache auf preußischem Gebiete abspielten und die Erklärung .. oerf der Organisation als eine Versicherungs-Gesellschast betrafen. Es wurde da lustig drauf los verboten, bis endlich der Ober-Ver- ede l-l>> waltungsgerichtshof in Berlin entschied, daß die Verfügung des iann, I Berliner Polizeipräsidiums außer Kraft zu setzen sei. Ungeachtet , dieses Erkenntnisses wurden jedoch die Anfeindungen und Verbote notte? si'tens der Polizeibehörden in den Provinzen sortgesetzt. Es it ein«' dauerte dieser Felvzug gegen uns so lange, bis endlich das System . Bismarck-Puttkamer verlassen wurde. Nim erfolgten Anklagen ',(«u» wegen wiederholter Uebertrctung der Verordnung betr. Verhütung chvlicks die gesetzliche Freiheit und Ordnung gefährdenden Mißbrauchs r? Vit) des Vereins- und Versammlungsrechts vom 11. März 1859. Ebenso »nh i« dat die den Vereinen von den Behörden ausgelegte An- und Ad- r üllä weldepflicht viele Schwierigkeiten und Unkosten bereitet und sich „*,1 t als e"le Last erwiesen. Er verweist sodann ans den Aufschwung mi'hii des Vereins, der aus dem Geschäftsberichte des Kassirers an- rf i schaulicher dargelegt wird. Derselbe, Herr R e u ß von Nürnberg 1 Svrt»' berichtet, daß der Verein deutscher Schuhmacher vor zwei Jahre» - �0 Zahlstelle» mit 5300 Mitgliedern zählte, während er gegen- >.»■ l1' tt'3 250 Zahlstellen mit über 15 000 Mitgliedern zählt, so daß '- H Verein tn dem zweijährigen Zeitraum sich an Mitgliedern s in verdreifachte. it geg? Die Einnahmen betrugen in den zwei Jahren 52 283,71 M., wur«! die Ausgaben 52 933,73 M., Ueberschust 2785,75 M. Von den mderr? Ausgabeposten seien erwähnt: Agitation und Unterstützung , wel� io 029,88 M., Verwaltungskosten, Prozeßangelegenheiten, Druck, vordon Stempel 18 399,57 M., an Reiseunterstützung 23 044,48 M. u. s. w. tshm L Herr Bock als Vorsitzender deS in Gotha domizilirenden Menw» Ausschusses berichtet, daß die Rechnungen und Bücher geprüft ein o?. und Alles in Ordnung befunden wurde. Eingegangene Be- nd er � schiverdcn gegen den Vorstand betrafen in der Hauptsache nur �Verzögerung von Beantwortungen seitens des Vorsitzenden, der . in � dringend ersucht wurde, dafür zu sorgen, daß derartige Klage» nis-SchVicht mehr erhoben werden können. In dcrThat sei es in dieser Thalb« Beziehung in letzter Zeit besser geworden. Nach kurzer Diskussion >> den Ii wird dem Vorstand sowie dem Ausschuß durch Erhedeu von den «Sitzen einmüthig Decharge ertheilt. -.it belli Hierauf begann die Statutenberathung, die morgen im 0' weiter gesührt werden wird. Für heute sei ans den beschlossenen mcht- sNeuerungen hervorgehoben, daß§ 3 derart erweitert wurde, daß ,, AltoW nunmehr heißt, es können alle in der Schuhindustrie und dem haft e-Z Schuhmachcrgcwerbe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen ange»' Mitglieder des Vereins werde». habe#, Geweih-- nnen.v "°A Vevfnttrttrlurrgen. mbaft$v'if Urreiuignna drr Maurer Kcrliuo und!lm- ießlick) istZestend. Eine General-Mitgliederversammlnng der Freien Per- ■ der Maurer Berlins und Umgegend tagte am 5. d. M. iebetgejS H f; 22 im oberen Saale. Auf der Tagesordnung stand: ■ dein b �shahl des GesammtvorstandeS. Der Vornhende theilte zu- sei(ib machst mit, daß er, sowie der erste Kassirer, im April dieses JahreS inna dM,�" Jahr gewählt worden, jedoch scheidet laut Statut jedes ank plä�be Jahr einer von diesen Beiden aus. Das Loos halte den -leklagll�Menden getroffen uns mußte an dessen Stelle ein Neuwahl »i Alls Kandidaten waren folgende Kollegen vorgeschlagen: uät;ub�„ bisherige erste Vorsitzende, Wernau, Kerstan, Weise und Gezorke. ; Kollege Wernau wurde gewählt. Ter übrige Vorstand wurde 'Mirch Akklamation gewählt, und zwar als 2. Vorsitzender: Will). solaen, Liibbenerstraße Nr. 4; l. Schriftführer: Wilhelm Roll. H zret Malitzerjtr. 33; dessen Stellvertreter: Emil Tasch, Kleine Frank- SM?"-'« srur&Ä ' sclnibcrt, Hagelsbergerstr. 36 bei Müller: West: Franz PinkofSky, ..ticilv6' H- � Tr.; Nord: August Borctzert, Lübeckerslr. 11, iufinaü?of Qgh. Als Revisor wurde gewählt Wilhelm Karpe, Rosen- dgerich'chalerstr. 5, H. 1 Tr., bei Sothmaun. Dann nahm die Versamm- vonaw.stng cmen vtechenschastsbericht des Ausschusses entgegen, und :oßnu"' zahlte dann an Stelle der ansscheidenoen Ancschußinitgliedcr a ein°.ßgler und Tasch, die» Kollegen Legler, Kreuzbergstr. 77 und er DJ-»Ich, Atünchebergerslraße 14. Ferner wurden zur Ent- ikauf«� Ubsnnahme der freiwilligen Beiträge für Moabit geivählt: .storbest�vllcge Witte.— Derselbe kassirt am Sonnabend bei Holzbcchcr, en. hf'wiverstr. 89, Sonntags bei Barih, Gerichtsslr. 19 und am mib l,"la0 ,n feiner Wohnung Straße 6« Nr. 2, 2 Tr. l.— Als brach'' sstr das Zentrum wurden dann noch gewühlt M. ssVieii lind Richter. Ter vorgerückten Zeit wegen erfolgte hieraus le. eny N'b d°r Versammlung. .aben i vtv llnterstnstnimovrrrin der Maurer des Weste» nn ff!!«-, hwlt am 6. Oktober seine regelmäßige Mitglieder- beglellAK a mm lungs ab. Zu», ersten Punkt der Tagesordnung verlas die Sn Kassirer die Abrechnung vom dritten Quartal 1800. Die der chMniimite Einnahme betrug 71 M. 80 Pst, Ausgabe 85 M. 5 Pf. e©eWSiebt ern Defizit von 13 M. 25 Pf. Die Revisorcu erklärten ; erka»' f Kaye und Bücher für richtig befunden zu habe». Somit urde dem Kassirer Decharge ertheilt. Zum zivcilcn Punkt der , Wahl des gesammteu Vorstandes wurden folgende '4 geivählt: Herr Hempel, 1. Vorsitzender, Herr Panzer. "i„vlOT»0fPent)ev- Herr Pachnatz, 1. Kassirer; Herr Erpel, 'dge', 4 Herr Fritschc, 1. Schriftführer; Herr Pankoiv, st e>g-« st-chrlfkfuhrrr. Im Verschiedenen gab der Vorsitzende bekannt, ; Februar ei» Maskenball im Lokale Königshof statt- durchs et. Auch forderte er die Mitglieder auf, zu dem Stistungs- , ches nill j November ebendaselbst stattfindet, recht zahl- uruam?. ncy zu erscheinen. aber, Der Kerliner Knttttiitsvereitt hielt am Montag, den 6. Oktober in Lehmann's Salon, Schwedterstr. 24, eine öffentliche Bersaminluiig für Männer und Frauen ab. Tagesordnung: 1. Medizinischer Vortrag des Herrn Dr. Christeller. 2. In welcher Weise versichert sich der Arbeiter mit seiner Familie in Krankheitsfällen. 3. Diskussion. Herr Tr. Christeller hielt seinen Vortrag:„Wie kann man sich hauptsächlich gegen ansteckende Krankheiten schützen", aus den. von den Herren Dr. Zadel und Dr. Blaschko herausgegebenen Büchlein:„Kurzer Rathgeber". Er erläuterte mehreres aus dem- selben, welches von der Versammlung mit einem Dank an Dr. Christeller aufgenoinmen wurde. Zum 2. Punkt erhielt Herr Dietrich das Wort. Derselbe betonte, daß, wenn er das Wort ergreise, so thue er das, um die Anwesenden, welche meistens aus Mitgliedern bestehen, an- zuspornen, so viel wie möglich zu agitiren für den Sanitäts- verein. Die Arbeiter zeigen noch immer kein Zutrauen zum Sanitätsverein; aber gerade der Sanitütsverein ist ins Leben gerufen, um den Mitgliedern und ihren Familien in Krankheitsfällen beizustehen. Der Arbeiter zeige noch immer eine Lauheit in der Versicherung gegen Krankheit, die ihn doch alle Tage in die größte Roth treiben kann, da der klägliche Verdienst kaum so weit reicht, die täglichen Lebensbedürfnisse zu bestreiten, ohne, wenn der Fall einer Krankheit in der Familie eintritt, den Doktor zu bezahlen. Wenn es auch manchem Arbeiter mit fünf Kindern, und solche giebt es viele, schivcr wird, den monatlichen Beitrag zu zahlen, desto leichter wird es demselben aber in Krank- heitsfüllen, wenn dann der Sanitütsverein eingreift. Redner for- dert nochmals für rege Agitation ans im Haus und in der Werk- statt, in jeder Kranrenkassen-Versammlung sollte man nicht ver- säumen, den Mitgliedern den Sanitätsverein zu empfehle». Wenn der Sanitütsverein eine entsprechende Zahl an Mitgliedern er- worden hat, so wird derselbe neben freiem Arzt auch freie Me- dizin für denselben Beitrag geben könne». Das Einschreibegeld kostet 1 M. inkl. Familie. Der Beitrag für Erwachsene 25 Pf., Kinder unter 2 Jahren 20 Pf., über 2 Jahre 10 Pf. Dafür stellt der Sanitütsverein Acrzte zur Versügnng bei Tag und Nacht. Ebenso werden chirurgische Ein- griffe bis zu 10 M. bezahlt. 3. Pniikt, Diskussion. Auf eine Anfrage, was ein Mitglied zu thun hat, wenn ein Arzt des Nachts nicht zu haben ist, wurde von Herrn Hundt dahin beantwortet, daß dann ein Mitglied sich einen beliebigen Arzt nehmen kann. Der Betrag für die Stacht- lonsnltation wird dann vom Sanitütsverein zurückerstattet. Herr Kortmann machte dann die Vertrauensmäniier bekannt, ivelche die Ausnahme der Mitglieder vollziehen: W. Schmidt, Mantcufselstr. 36; F. Hatscher, Nollcndorssstr. 3; H. Brenk, Nathenowerstr. 54,; H. Feist, Nene Hochstr. 48; E. Marks, Briinnenslr. G; H. Hoffinann, Frankfurter Allee III; A. Karge, Reue Jakobstr. 26.— Die nächste Versammlung siiidet in den ersten�Tagen des November in Weimann's Volksgarten, Gesund- bruniien, statt. Der Allgeincine deutsche Sattlevverei» hielt am Sonnabend, den 4. d. M., eine gut besuchte Bersammlnng bei Reycr, Alte Jakobstr. 83. ab, in ivelcher Herr Türk eine» deifüllig auf- genommenen Vortrag über Hexenprozesse hielt. Die Diskussion gestattete sich im Sinne des Referenten. Bon der Wahl der Arbeitsvcrmiltler wurde Abstand genommen und ein Antrag an- genommen, den Arbeitsnachweis auszuheben und den von der öffentlichen Versammlung eingerichteten einheitlichen Nachweis zu benutzen; desgleichen wurde nach längerer Debatte beschlossen, die Versammlungen vierwöchentlich des Sonnabends bei Rcyer abzuhalten. Im weiteren Verlauf sprachen noch verschiedene Redner ihre Mißbilligung darüber aus, daß in der Kgl. Artillerie- Werkstatt zu Spandau vielfach Uebcrstunden gemacht werden; es wäre gewiß richtiger, an Stelle dessen Einige der vielen Arbeits- losen einzustellen, welche zu Hunderten vorhanden sind. Hierauf Schluß der Versammlung ihn 12Vä Uhr. Der Dorn»„zur Uttthrnng der Ittterejsen der Gast» und Kchankwirth» j)rrlins«nd Unigegeitd" hielt seine außerordentliche Generalversaimiilung am 18. September beim Kellegen Wille, Hochstr. 32, ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Wie erlangen wir Gleichbezahlung beim Verabfolgen von Speisen und Getränken? 2. Wie stellt sich der Verein den freie» Hilsskasscn gegenüber? 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Ver- eiusaiigelegeuheiten. 5. Verschiedenes und Fragekasteii. Beim l. Punkt der Tagesordnung stellte Kollege Weicht den Autrag: den 1. Punkt der Tagesordnung nbznsetzen, weil sich die Arbeiter daran stoßen würden, wenn eine derartige Sache im Verein zur Verhandlung kommen würde. Nachdem Kollege Heucke gegen den Antrag des' Kollege» Mendt gesprochen, wuroe derselbe ab- gelehnt. � Zum ersten Punkt sprachen verschiedene Redner. Die- selben führten ans, daß damit nicht die reellen Arbeiter getroffen werden sollen, sondern diejenigen, welche unter dem Deckmantel des Sozialismus die Gastivirtye beirüge». ES gelaugte folgende Resolution zur Annahme: „Der Verein zur Wahrung der Interessen der Gast- und Echankwirthe beschließt, Karten anfertigen zu lassen mit der Inschrift, daß beim Empfang von Speisen und Getränke» gleich Zahlung zn leisten ist, und die nöthige Motivirung muß gleich mit ans der Karle vermerkt sein." 2. Punkt:„Wie stellt sich der Verein den freien Hilfskassen gegen- über bei Gründniig von Zahlstellen?" Kollege Zubeil führte anS, daß die Tendenzen des Vereins zur Wahrung der Interesse« der Gast- und Schankwirthe im„Verl. Volksblatt" bekannt gemacht , verde», um dadurch den freien Hilse-lasse» zu zeigen, daß der Verein voll und ganz auf dem Boden der heutigen modernen Arbeiterbewegung steht. Es wurde hierauf die Resolution angenommen, daß die freien Hilfskassen aufgefordert werden, beim Vergeben von Kassen und Zahlstellen diejenigen Wirthe zu berücksichtigen, welche dem Verein zur Wahrung der Interessen der Gast- niid Schankwirthe angehöre». Zum 3. Punkt der Tagesordnung, Aufnahme neuer Mitglieder, wurde die Ausnahme des Herrn Stramm verweigert und dem Vorstande zur Regelung überwiese». Wegen vorgeschrittener Zeit wurden die anderen Punkte der Tagesordnung fallen gelassen und die Sitzung gegen 10 Uhr geschlossen. Der Lachvcrri» der pnster hielt am Sonntag, den 5. Oktober, seine regelmäßige Versammlung mit folgender TageS- ordnnNg ab: 1. Kassenabrechnung vom 3. Quartal. 2.- JahreS- bericht. 3. Neuwahl des Vorstandes. 4. Unterstützungs- und Rechtsschutzgesuche. Nachdem der Vorsitzende, Kollege Dähne, die Versaninilnng eröffnet halte, ernannte er die Kollegen W. Gentsch und G. Höhle ini Naiiien des Vereins zu Ehrenmitgliedern. Hieraus verlas der Kassirer, Kollege Schmidt, den Kaffendericht vom 3. Quartal. Nachdem die Revisoren bestätigt hatten, daß sie Kaste und Bücher in bester Ordnung gesimden harten, wurde dem Kassirer Entlastung ertheilt. Derselbe verlas hierauf den Jahresbericht. Ter Verein zählt nach demselben 900 zahlende und 15 Ehrenmitglieder. Eingegangen waren 9605 Beiträge. Neu ausnehmen ließen sich 158 Mitglieder. Ter Verein halle im ganzen Jahre eine Einnahme von 3081,34 M. und eine Ausgabe von 2534,67 M. und behielt einen Kassenbestand von 546,47 M.— Gestorben sind 7 Mitglieder, Unterstützungen wurden gezahlt in 20 Fällen; abgehalten sind 17 Mitgliedervcrsaunnlnngen und 25 Vorstands- und Komiteesitzungen. In de» Vorstand lourden folgende Kollege» geivählt: H. Ncumaim als 1. Vorsitzender; F. Schulz als 2. Vorsitzender; C. Schmidt, Kassirer; C. Pctrick, Schristsührer; als Revisoren Lowsky und Knpernick: als erster Bibliothekar I. Ulrich. Hierauf stellt Kollege Buchholz den Antrag, die noch vor- liegenden Punkte der Tagesordnung für heute fallen zu lassen md über 14 Tagen eine Versammlung zur Fortsetzung der heu- tigen unerledigten Sachen einzuberufen. Derselbe wurde an- genommen. Hierauf Schluß der Versammlung 2 Uhr. F»-»U Nollisl-lil,»«. Untsczeichnetir ersucht die in der fö»flUultc»ben Versaminluna der„Freien Voltsdühne" geniählten Ordner: Herren Berger, Miltner Buchner, Kürschner Kobrong, Hausdiener Grauer, Gunipel, Qnfubtd, Buchdinder KohlhardI, Schäftcarbeiler Krause, Metailarbeirer LNsin, Bildhauer Schmiedel, sich am Freitag, den io. Ottober, Abend» 8% Uhr, im Liestaurant Seefeld, Grenadierstr. gs,»n einer Sitmng cinjusinden. Der Vorstand der „Freien VollSbühne". I. A.: Julius Türk, Grenadierstr. 11. Krrirriigiiise Gemrindr. Sonntag, den 12. Ottober, Vormittag» 10 Uhr! Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über das Thema: G-danrenfreiheit. Gäste sehr ivillkommen.— Abends 7 Uhr: Gesellige Versammlung. Vortrag des Herrn W. Bölsche: Der Mond im Lichte neuerer Forschungen. Freireligiöse(gemeinde. Am Sonnabend, den 18. Oktober, sindel in Maisis Feslfälen, Beulhstraße 18— Li, das erste Familien-Kränzchen statt, zu welchem Mitglieder und Freunde freundlichst eingeladen werden. Gsfenbachcr Frauenliaise tBcrwaltungsstolle 3 Nord). Haupt-Versammlung am Sonntag, de» iL. Oklober, Nachmittags« Uhr, bei Gnadt, Brunnen- strafis 38. sZroye öffentliche Versammlung für Männer„nd Kraue», am Freitag, den io. ONober, Abends 8 Uhr, tn BisinarckLhöhe, Willnersdorssr- strabe 39 zu ChartoNenburg. Fachorr, i» drr Tischler. Freitag, den 10. Oktober, Abend 8% Uhr, in Mag's Sälen, Beuthstr. Versammlung. Kranlce»- und Sterbei-alfr de» zierein» der Former(E. H. 63.). Sonnlag, den iL. Oktober, Vorm. II Uhr, im Lokale Gipsstr. 3: Außerordent- »che Eenera-Vcrsammlung. Drr Arbeiter-Kildungsuerein für Weißenser und Zimgegend hält am Dienstag, den n. Oktober, Abends 8% Uhr, in der Weifienseer Flora,. Gustav Adolsstr. U8, eine große General-Versammlung mit folgender DaaeS-. ordnung ab: I. Vortrag des Stadiverordnelen Herrn Enadr. l. Diökulston. 8. Vereinsangetegenbetlen. 4. Verschiedenes und Fragckasten. Gäste will- kommen. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht.— Die Leseabende des Ver- eins finden regelmäßig alle Sonnabende im Lokale des Herrn itlobs, Ecke Noetks- und Eharlolienbnrgerstr. statt. Itanlioiv- zli«der-Kchö»i,ause». Genossen, welche sich für Gründung eines Lese-, Diskutir- oder Bildungsoereins interefstren, werden zu einer Ve- fprechiing am Sonntag, den 12. Oktober, Abends 7 Uhr, beim Gastwirth Borchard, Pankow,. Schulzestraße, eingeladen und wird um zahlreiches Erscheinen gebeten. E. Bilz. Soiialdrmoliraiischrr Oese-„nd Dislliitirlilnb„vüdeu". Freitag, den 10. Oktober, Abends 0 Uhr, im Vereinslokal bei Schwarzkopf, SkalNier- strafie u, Vorlesung und Diskussion. Gäste willkommen. Grsnng-, Turn-»nd grsrUige Pereiue am Freitag. Katscr'scher Männcrgesangverein Slbend«!> Uhr km Restaurant Tamm, Schbuhauser Allee 28.— Gesangverein„Pauscbculcl" Abends 8 Uhr im Restaurant yensel, Alerandrinenstr. 10.—„Liedertafel der Maler und verwandter Berufsgenosson" Abends 8 Uhr im Restaurant Kleine, Brandenburgstr. 00.— Bnchdindcr- Männerchor Abends 8% Uhr bei Feuerstein, Alle Jalobssir. 70.— Gesangverein „Flöier'scheS Doppelqnartett" Abends» Uhr im Restanrant Musehoto, Lands- bergerstr. 31.— Gesangverein„Fortschritt" Abends 0 Uhr im Restaurant Vlumenstr. 40.— Gesangverein„Echo 1872" Abends o Uhr Oranienslraße 38. Neue Mitglieder werden aufgenoinmen.— Gesangverein„Ossian" Abends s Uhr, Dresdenerstr. 83 bei Gustavus.— Huppervsche Sänger-Vereinigung „Harmonie" Abends I> Uhr bei Rieft, Webersir. 17.— Gesangverein„Sänger- Hain" Abends 9 Uhr Adalbertstr. 21,— Liedertafel des FachvercinS der Slein- träger Berlins AbendS 8 Uhr Große Hamburgerftr. 4 Ucbungsstunde.— Gesangverein„Ohnesorac" AbendS S Uhr, Resimrant Neyer, Alte Jakobstr. 83. — Gesangverein„Widerhall" Abends» Uhr bei Herrn Boge, Köpnickersir. m. — Gesangverein„Lorbeerkranz" s)z Uhr Restaurant Weinsir. 11.— Arbeiter- Gesangverein„Nord" Uebungsstunde Abends 9% Uhr Im Restaurant Gnadt, Brunnensir. 38. Elinnnbegabtc auch passive Mitglieder werde» aufgenommen. — Gesangverein„Eollegia" Abends von 0—11 Uhr bei Schuster, Oranienftr. 8. — BoigNschcr DNelianien-Orchesterveretn, Uebungsstunde von 8%— 11 Uhr AbendS im Louisrnilädiischen Klubhaus, Annenstr. it>. 1 Tr.— Berliner Turngenossensrhaft(6. Männerabthe.lung) Abends s,1; Uhr in der slädlischen Turnhalle, Walserthorstr. 31.— Turnverein„Hascnhaide"(Männerabtheilung) Ab. 8 Uhr Tiessenbachslr. 80— 81.— Turnverein„Froh u. Frei" kMünn-rabth.) Abends sJl Uhr Bergstraße 69.— Wissenschaftlicher Verein für RollerNche Sienozraphie Abends 8% Uhr im Restaurant Ziethen, Dorothecnflr. ai. Unterricht und Uebungsstunde.— Allgemcincr Arendsycher Stenographenverein, Abiheilung„Bvrwäris". Abends 8% Uhr im Restaurant Koll, Mariannen- plah 11.— ArendS'scher Stcnographenveretn„Avollobund" Abends 8 Uhr im Restaurant Seydelslr. 30,— SJercm ehemaliger Dr. Doebbelinscher Schüler Abends 9 Uhr im Repaur. irrebS,Friedrichstr.so8.— ZNHcrvcrein„Alpenveilchen" Abend» 8% Uhr im Restaurant„Wahlstalt" Belleallianccstr. 89.— RauchUub„Weilend" Abends 9 Uhr im Hoyenzollerngarten Etegligeriir. 27.— Rauchklub„Weichsel- blau" AbendS 8% Uhr im Restaurant Skaliherstr. 147».— Rauchklub„Ohne Zwang" Abends 8% Uhr im Restaurant W. Späth Weinstr. 28.— Verein ehe- maliaer Schüler der 22. Gemeindeschnle Abends 9 Uhr im Restaurant Schröder Steglitztzrslraße 18.— Sozialdemokratischer Lese- und DiSluicrlluv Lassalle 'Abends Uhr Adalbertsiraße 8 bei Schneider. Gäste durch MUguedcr könncn eingeführt werden.— Eozialdemoiralischer Lese- und Diskuttrllud Vorwärts Abends 8% Uhr in Poicmd's Lokal, Raunynstr. 83, Sitzung. Gäste können durch Alitglieder eingeführt iverde».— Alünnerchor der„Berliner Mechaniker" Abends 9 Uhr im Restaurant Krüger, Franzslr. 8.— Leseklud „Start Mary" Abends von 9— n Uhr bei Schönseid, Mariendorjersir. 10. „Miisterzeichner-Verband Deutschtands" Abends 8% Uhr. Zum Schullhetst Landsbergerstr 73.- Verein ehemaliger Schüler der 88. Gemeindeschnle Re- staurant„Kornbtnmc", AndrcaSstr. 3, Ansang 9 Uhr.— Geselliger Verein „Immergrün", Sitzung, Adalbertstr. 21 bei Lioll, Anfang 9 Uhr. Gäste w>ll- lommen.— Verein chematiger Schüler der 33. Gemoindeschute Nesianrant „Siornblume", Androassir. 3, Sitzung 9 Uhr. Grsang-, Tnr»- und tzrfeUitze Uerrine am Sonnabend: Gesang- verein„Harmoma" Abends« Uhr, im Restaurant, Alte Jakobstr. 38.— Männergefangverein„Treue" Abends 0 Ubr im Restaurant AndreaSslr. s.— Männcrgesangverein„Erako" AbendS or Uhr bei Schläwicke, Kleine Kurstr. I. — Männergefangverein„Seneseider", Restaurant Zemler, Wtnnzstr. n,» Uhr Uebungsstunde, iliusnahmo neuer Mitglieder.— Gesangvcrei»„Harmonia" Abends 9 Uhr im Resiauranl Lehmann, Kurfitrstenstr.»1, Gesangsiunde.— Lübeck'scher Turnverein(1. LehrlingS-Abtheilung) Abends 8 Uhr Elisabeih- straßs 37—58.— Turnverein„Wedding", Pankstraße 9, Männerabtheilung von 8.1—10% Uhr AbendS; desgl. 1. LehrlingoablheiNing von 8 bis 10 Uhr Abends. — Arcnds'sche Elenographenklasse deS„Berliner Handwerkeroereins" Abends 8% Uhr Eovhiensir. 15.— Theater- undVergnügnngSoereinS„Earilas" Abends 8 Uhr im Louisenslädlischen Bterhausc. Admiralstr. 38.— Th-aler- und Ver- gnügungsgrsellichast„Treue" Abend« 8% Uhr inBobcrt's Ballsaion, Weinstr. 11. — Prival-Theatergesrüschast Schneeglöckchen", AbendS 9 Uhr in Benins Bierhans Veteranenstr. 19.— Gcselligkeitskiub„Lustig" Ab-uds 9% Uhr im Restaurant Weichen, Taubensir. 45.— Verein der Taubeil freunde Abends 8% Uhr im Restaurant Hillma»», Manteustclsir. es.— Dänischer Verein„Freys" Abends 9 Uhr im Restaliranl Poppe, Ltndenstr. loo.— Verein der WürUombergcr Abends 8% Uhr bei Vaihingcr, Dorotheenstr. 84.— Verein ehem. Schüler der 84. Gcmelildrschule Abends» Uhr im Restaurant, iloppenftr. 58.— Verein ehem. M.(i. Luiher'schcr Schüler, Abends 9% Uhr, Im RestanraiN Bormann. Ohmgasse 2.— Rauchklub„Portorico" Abends» Uhr bis n Uhr Köpnickcr- stlatze 157 bei Schulz.— Rauchklub„Qualm" AbendS 8 Uhr im Restaurant Tamm, Schönhauser Allee 28.— Tambourveretn„Sedau" Sitzung lstveiidö 9 Uhr, Grüner Weg u— 10, Aufnahme neuer Mitglieder.— Tambourverein„Herz Innig", Abends 8 Uhr, Sitzung im Restaurant Straß- burgerstraße 5, Dirigent und Borsttzender Fritz Lauganl.— Tambourveretn „Slntgkett macht stark", gegründet 1880, Dirigent zur Zeit H. Kämting, Aus- nahine neuer Milglicder Abends 0 Uhr im Resiauranl Hahn, Elsassersir. 57. — Tambourverein„Felsenfest", Sitzung 8% Uhr, Weißenburgerstraße 54, Dirigent nnd Vorsitzender: A. Friese. Anstiahme neuer Witglteder.— Ver- anügungSverein„Lustige Seriell", Abends 0 Uhr im Restaurant Schuster, Oranienslraße 8.— Bergniigungsverein„Hosptcia", Kleine Augustraße 14, AbendS 9 Uhr.— Lesellub drr Zeitgeister, Abends» Uhr. Wollinerstraße 9. Gäsie willkommen.— VergnügmlgSveretn„Glückauf," Sitzung 8% Uhr bei Schwarz, Restanrant, Schönleiustr. it. Siterarlschss. Don der ,,Uc»»ei» Zeit"(Stuttgart, I. H. W. Dieh' Verlag) ist soeben da» I. Heft des 9. Jahrgangs erschienen. Ans dem Jnhakr Heven wir hervor: An unsere Leser.— Zum ersten Oktober. Bon August Bebel.— Sierl Marx. Persönliche Erinnern, igen von Paul Lafargue. 1.— Ein Professor der Soziakreform. Von Max Schippel.— Briese ans England. Von E. B e r n st ein.— Feuilleton: Später. Soziale Studie von M i n>'. a K a n t s k y. Wir können die ausgezeichnete Revue, die in ihrer ersten Nummer gleichmäßig Vortreffliches bietet, unseren Lesern auf das Wärmste empfehle». Red. Vvieflmfiken trvv Bei Anfragen bitten wir die Abonncmcnis-Qulitnng belzusügen. Brlestlch Aniwort wird nichr erlheilt. Spmk)st»»dei» der Uedalttion: IS dio 1 Uhr. O'/a bis e zivclte Auflage ist im Druck und wird in ca drei Wochen erscheinen. C. K. Dragonerstr. Jht Bericht stand in gestriger Nummer. Hchulzendorferstraßr. Noch nicht vorräthig, wird noch einige Zeit dauern. C. K. Sophienstr. 4 Kompagnien. L. K. Spandau. Frankreich. •w FachVerem der Tischler. §tuU, Freitag, de» 10. Oktober, Abend« SVa Uhr, in May'« Sälen(Heydrich), Keuth-Straße Uo. ZL: T a g e s- O r d n u n g-: 1. Judenthum, Antisemitismus und Sozialismus. Referent Herr vi». LOtgenau. 2. Die Kedeutung der Großbetriebe für»nfere Bewegung. 9. Diskussion. 4. Verschiedenes und Fragekasten. M Punkt 2 der Tageoorduung ist e«»othwendig, daß die Kollegen der Fabriken von I. C. Pfaff, Frrd. Voigt« und Gebr. Meiuemanu anwesend find, wir lade» dieselbe» kierzu freund lichst«in. Sonnabend, den 25. Oktober, in den Räumen der Brauerei „FrSedrichshain"(früher Lips); Tanz- ICrliizsiiaii. Villets hierzu sind auf allen Zahlstellen des Vereins, sowie bei folgenden Herren zu habeu: vorn 2 Miele, Adalbertstr. 9, vorn 4 Tr.; Haberland, Reichenbergerstraße 161, ! Tr.; Hoffmann, Straußbergerstr. 36, Hof 4 Tr.; Rambow, Admiral- 'traße 13, vorn 3 Tr. bei Mehnke; PotengowSki, Zossenerstr. 40, Hof part.: Witte, Jnvalidcnstr. 21, vorn 2 Tr.; Lenz, Dieffenbachstr. 67, vornl Tr. bei Walter; Recke, Frobenstr. 8, Hof 3 Tr. bei Schirmer; Boian, Wienerftr. 30, vorn 4 Tr.; Meyer, Jnvalidenstr. 87, Hof 2 Tr.; A. Schmidt, Grüner Weg 103; I. Theurich, Chauffeestr. 76, vorn 4 Tr.; Mahling, Dresdener- itraße 120, vorn 1 Tr. links; Rosenfeld(Weißensee), Langhansslr. 100; Ernst Meters, Treskowstr. 20a,; K. Häusler, Schulstr. 31; Glocke, Lausitzerstraße 52, vorn 3 Tr.; Wiedemann, Wendenstraße 2, vorn 4 Tr.; Wende, Wienerstr. 37, vorn 2 Tr.; Schmidt, Fürbrinaerstr. 23, Hof 1 Tr.; Fest, Slallschreiberstraße ' Ix. 43a; Monien, Kreuzbergstr. 9, Quergeb. 3 Tr.; Apelt,, Sebastianstraße r. 27—23; Hein(Neu-Weißensee), Pistoriusstr. 143; Franz, Chorinerstr. 18; ' ogasch, Friedenstr. 87, Hof 3 Tr.• 973 Grosse öffentliche Generalversammhmg ler Putzer Berlins und lling. am Sonntag, den 12. d. M., Borin. lüva Uhr, in der Arends'schen Brauerei in Moabit, Thurmstr. 26. Tages-Ordnnng: I. Revision und Bericht des Generalfonds. 2. Fachorgan. 3. Stellungnahme zur Berliner Streik-Kontrolkonnnission. 4. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung halber bittet recht zahlreich zu erscheinen 1005 Der Einberufer: B. Förster. Freie Bereinigung der Bnnnrdeiter. am MitgUeder-Nersttmmlnng Sonntag, den 12. Oktober ds. ja., Vormittags(i Uhr, in Scheffer's Salon, Insel» Strasse Mo. 10. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1890. 2. Die Angelegenheit Gaßmann gegen Brunke. 3. Vereinsangelegenheitcn. 4. Ver- schiedenes und Fragekasten.— Neue Mitglieder werden aufgenommen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 1004 Der Vorstand. Verein zur Wahrung der Interessen der Kiavierardeiter nnd Kernfsg. Sonnabend, den 11. Oktbr., Abds. 8 Uhr, in Hinuer's Lokal, Roseuthalerstr. 11-12: Höf Me�saitBWiS&isin. 991 Tages-Ordnung: 1. Vorlesung. 2. Vereinsaugelegenheit. 3. Verschiedenes.— Zahlreiches Erscheinen der Kollegen erwünscht. Der Vorstand. f/ Am B�oritzpiatz. Sonnabend, den 11. Oktober 1890: 2. Stiftuw�s-Fest des Mgem. Arbeiterinnen- Vereins siimnltl. Vernfsznzeige Berlins nnd llntgegend. Während der kkaffcepause: komische Vorträge. 8®" Kassen-Eröffnung 7 Uhr.— Anfang 8 Uhr. Um recht zahlreiche Betheiligung bittet Das Vergnügungs- Komitee. Billets für Herren 50 Vf., für Damen 25 Pf., sind in allen mit Plakaten belegten Geschäften und bei folgenden Damen zu haben: Frau Ltöoking, Koppenstraße 85, vorn 1 Tr.; Frau Siegemund, Pücklerstr. 61; Fräul. Janz, Breslauerstr. 29; Frl. Nakonzer, Mariannenstr. 30, vorn 4 Tr.; Frau Hubert, Wrangelstr. 31; Frl. Sachs, Kl. Markusstr. 10. 874 Fchmm der W-, Wchr-, HeipgSrchrlüikr«. BcrOg. Sonntag, den 12. Okt., Vorm. 11 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75: VersammBiia�g» Tages-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Besprechung über unser Winter- vergnügen. 4. Verschiedenes und Fragekasten. ' Der hochwichtigen Tages- Ordnung wegen ist zahlreiches und pünktliches Erscheinen Pflicht. 1006 Der Vorstand. Reste v.3V2—3Meter spottbillig, j Emil Lefövre, Guaustenstr. 158.| Proben franko I rf744 Nun 1 iüank. Klagen, Eingaben, Rath in Prozessen, Einziehung von Forderungen. 995 Pollak, jetzt Georgenkirchstr. 24 11. Goldachmidl, JlUljluUUi Spandauerbrücke am hiesigen Platze bekanntlich Größte Answalsl. Garantirt sicher brennende Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im HandeZ befindl. Rohtabake sind am Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schcn Markt.[746 1 Am 6. d. M. verstarb nach längerem Leiden ein Veteran der Arbeit, unser Vereinskollege, der frühere Zimmerer Carl Teichert im Alter von 79 Jahren. 997 Die Beerdigung findet Freitag, den 10. Okt., Nachm. 3 Uhr, vom Trauer- hause, Steinmetzstr. 39, aus statt. Der Vorstand des Beerdigungsvereino Berliner Zimmerer. I. A.: Plötz. Zalaw-Ateiien Andreasstrasse 60 1 Treppe Eingang Kleine Andreasstraße 8t&o Arendt. Schmerzloses Zahnziehen, Nervtödten, Plombiren, Anfertigung ganzer Gebisse und einzelner Zähne unter Garantie guter Ausführung bei solidesten Preisen. Spiegel und i Polsterwaaren. Gr. Lager, bill. Preise.! ÜinH Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Uebereinkunst. eigener Fabrik. Meyers, Brockhaus' Lexica, Bücher, Bibliotheken kauft Hannemann, Kochstr. 36, I.[1002 T odes-Anzeige. Nach schwerem Leiden verstarb am Mittwoch früh mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, Schwager und Schwiegersohn, der Schankwirth L. Dribbusch. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Sonntag, Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des St. Nicolai-Kirchhofs in der Prenz- lauer Allee Nr. 7 aus statt. 1001 Danksagung. 994 Allen Freunden und Bekannten, ins- besondere meinen Kollegen für die liebe- volle Theilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter Auguste Heinrich. Sowie dem Prediger Psundteller für die trostreichen Worte am Grabe der Entschlafenen unseren innigsten Dank. Ter tiefbetrübte Gatte Carl Heinrich nebst Kindern. Soeben erschien: Heft Ii Iie UrgeselM. Von Lewis H. Morgan, übersetzt von W. Eichhoff u. K. Kautsky. Komplett in ca. 11 Heften ü 50 Pf. 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Die Entwickelt von Hinimel und Erde vom Standpunkt der Naturwissenschast» dargestellt von Oswald Köhler. Zweite vermehrte Auflas Erscheint in 13 Heften, ä 20 Pf.(Heft 1—8 bereits erschienen. Die ländliche Arbeiterfrage. 2. Auflage. Nach Russischen des Kablukow. Brosch. M. 1,—. Geb. M. 2,-1 Thomas More und seine Utopie. Mit emer historisch«' Einleitung von Karl Kautsky. Broschirt M. 2,—. Kunden äst. 2,50. Charles Fourier, sein Leben und seine Theorien. August Bebel. Brosch. M. 2,—. Geb. M. 2,50. Das moderne Elend und die moderne Ueber VÖlkerUUg. Zur Erkenntniß unserer sozialen Entwickelt Von Max Schippel. Brosch. M. 1,50. Geb. M. 2,—. Die Philosophie Spinoza s. Von j. stem(mit Spwoza'i Porträt). Geb. M. 1,50. 1 lonntac Inter Die französische Revolution. Von wiiheim Bio«. Gebunden in Prachtband ä Exemplar M. 5,50. Broschirt in Heften k 20 Pf. Dazu Einbanddecken ä M. 1. Die Geschichte der Erde. Von r. Bommen. I � Gebunden in Prachtband ä Exemplar M. 5,90./,.. 1 Broschirt in 22 Heften a 20 Pf. Dazu Einbanddecken a M. W)cl)eti Berliner Arbeiter-Bibliothek. Von Max schippen% Serie I. Heft i: Ein sozialistischer Roman.(Ein Rückblick. Von Be?" Heft 2: Der Nutzen der Gewerkschafttn. Von Max Schippel.� Hest 3 m r der Ärbeiterinnen- und Frauenfrage der Gegenwart. Aon Clara Zetkin Der Sozialtsmus in Frankreich seit der Pariser Kommune.' j öeft 4: dsflp Zetkin-Parks f. Heft 5: Charäk'leriöpse aus der' sraüzöstschen Slrb-uAmzen Bewegung. Von Ossip Zelkin-PariS t- Heft tl: Die Hausindustrie in Teu'.,.. land. Aon Paul 5ranipfs»>eycr-Ge»f. Heft 7: Junker und Bauer.«7-iU)viet —— J._—.■ st lieh"*" Ä Paul Kampffineyer-Genf. Heft s: Die wirthschastlichen Umwälzungen«;�� nm die Entwickeluna der Sozialdemokratie. Aon Max Schlppel. Hs,l»: fu, Marx'fche Werththeorie. Aon Paul Flfcher-London. Heft 10: Die SOKj Mü demolralie und der Deutschs Reichstag. Heft u: Die soziale Frage aus. Lande, I und lt. Bon Paul Kampfimcyer-Senf und.... Heft 12: Die!jffporgel Rostock. Heft 2: Die antis-mitifch- Bewegung. Bon Gerhard Krause. Heu,, stapfe, Soziale Frage und Bodenversiaallichung. Aon Konrad Schmidt. Heu v. Die deutschen Arbeiter und das Gcwsrbeaerlchts-Gesetz. Aon Max Sch�v.lc OOJ AI t v VC W» I uy V II«♦ivvue.s. Hl« v vv»v Vi/i.««.'Vi vvi}v*»v*,»»—-V �■—"3-.J-'-*• ©est ö—o: Zur Entwickeluugsgeschlchte des Kapitalismus kn Deutscht» Ao» Paul Kampffmev-r.— Preis pro Hest 16 und 20 Pf. Einbanddecke« Serie l s so Pf. Serie i geb. M. 2,60. J Die Die Arbeiterinnen-Bewegung Berlins. Von/i.Berg«strd nie a Heft 30 Pf. ndern 1 Ferdinand Lassalle, eine Gebenifchrift zu seinem 25jähng�r A> Todestag. Von Max Kegel, a 50 Pf. xrhältni Gesetz der Alters- u. Invaliditäts-Versicherufl|v�üu Von A. Bebel und P. Singer. Preis cartonnirt M. um de Gesetz, betreffend die Gewerbegerichte. i6@cii%, ob 10 Pst Lichtstrahlen der Poesie. Gedichtsammlung von c.u, Kegel. Jllustrirt von O. E. Lau. Liebknecht, W., Volks-Fremdwörterbuch. s�Mamci Gebunden M. 3.—, broschirt in 12 Heften a 20q Auslage. Dazu Einbanddecken a 30 Pf. eine in auch —„—, Robert Blum und seine Zeit. 2. Auflachn Ab- Broschirt in 6 Heften a 25 Pf. Dazu Einbanddecke a 35 Pi stlte m, —. Ein Blick in die Neue Welt. Elegant M. 3,—. ch die —, Protokoll des Internationalen Arbeite� schenk Kongresses ZU Paris. Deutsche Uebersetzung. 14° affenfa Broschirt 50 Pf.| Dies Stern, J., Die Religion der Zukunft. Dritte �% mehrte Auflage. Broschirt M. 0,30. � —, Halbes und ganzes Freidenkerthum, 3{ 9(1% und Streitschrist. 2. Auflage. Broschirt 15 Pf. c Par —„—, Thesen über den Sozialismus.». Wr ntc� Broschirt M. 0,30. „—, Die soziale Krankheit, ihre Ursachen und � Heilung. 2. Auflage. Broschirt 30 Pf. Die Klassengegensätze von 1789. Von k. Kau*****««*° a Exemplar 50 Pf. Die Arbeiterschutz-Gesetzgebung und der A� Stundentag. Von Karl Kautsky. Broschirt 30 Ps' Vergleichende statistische üebersicht der Wabjfct�i zum Deutschen Reichstage v�, 1371 bis da �«(3 20 Pst\ Zur Lage der Arbeiter in den Bäckereien. � Nc August Bebel. 184 Seiten. Brosch. M. 1,—.> thun Die Sonntags-Arbeit. Von A. Bebel. 2 Hefte. Brosch. Die Mohame danisch- Arabische Kulturpei oteu un Von August Bebel. 2. Auflage. Broschirt 50 Pf. ij'' � � Sybil. Roman v. Disraeli, übersetzt v. Natalie Liebkn«® ich nich Brosch. M. l. ijmiliem Die Ritter der Arbeit. Nach dem Amerikanischen des Z"1 Natalie Liebknecht. Brosch. M. 0,75..ß Wilde Blumen. Gedichtsammlung von Adolph Lepp' ptcln g schirt M. 2,-. espekt v Dr. Zadek und Dr. Blaschko, Kurzer Ratüfl®�' Se0 zur Erhaltung der Gesundheit etc. 20 Geschäft, Preis 10 Pf. Größere Partien billiger. lbei im Der Neue Welt-Kalender pro 1391. Preis 50 Pf. Plmöe 3 Verantwortlicher Redakteur: Cnrt Laake in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW.. Beutbstrabe 2,