Nr. 240. Cit l# Mittwoch, de« 15. Oktober 1890. 7. Jahrg. ■tili» folM M egell nisaw' ilde» IM 'fiW SOl'bll'i lege»' elven. chon 1- für ü' ,ii# f. c n«� BM Sil. A ißA' niH#" Hrgan für die Jnlerefsen der Arbeiter. Das «MSWM �nsertionsgebtthr betragt für die 5 gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersaminliinaS- Anzeigen � 20 Pf. In, erate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Berlin SWv Aeuthstraße 3, tonne von allen Annoncen-Biireaur, ohne Erhöhung des Preises, anaenommen. Die Expedition i,t an Wochentagen bis 1 Uhr Mittaas und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Norinittags geöffnet. -» Lcrnsprech-r: Amt VI. Zlr. 410V.-- Nedotkkion: VvnthÜvÄHv 2.— Expedition: VenthitenHe 3. Die Sttiuhjollpolitik int NJnnken?. ���'hängmßvolle Schutzzollpolitik, welche Fürst »on k 1879 inaugurirte, ist immer und immer wieder � Gefolgschaft des Ext»s.?.p� Begründung fand— beginnt man jetzt neben de» Welrt.,. S�n auch die drückenden Folgen zu beachten, lj�.aus solcher Abschliesiung s c l b st v er st ä n d- gens,,, h° r vorgehen. Das wirthschastliche Leben eines " Staates ist ein so komplizirtcs, daß eine gleichmäßige Prodnknä aller Interessen unmöglich ist. Die verschiedenen zun, Äwuskreise der meisten europäischen Länder verlangten, schliw« sl ant nur allzugercchtfertigter Berufung auf ihre Cy"age. den Schutz gegen die ausländische Konkurrenz. lano»,, � möglich war, kamen die Regierungen diesem Ver- An n., kutgegen. Der wirthschastliche Kampf zwischen den trachl-,".? von jeder einzelnen für sich als Tcfensivkampf be- baß hi jedoch im Läufe der Jahre ein so heftiger geworden, Werd»>. agen über die Nachthcile desselben immer häusiger ige,,,... smd namentlich die Unsicherheit der handelspolitischen � iiiilie ist es, die zu diesen Klagen Anlaß giebt. Ein Ver- A'ettllleton. 'Mit oerbvlcu., [13 % Uictoria. Vornan von Minna K a u t s k y. Siebe nteZ Kapitel. Säi W-rlswtt d-s Soltlnä SJtnonioJn,™0',;�'!,, litte k.%!'sIä;'«'"« lttömte, und brummte etwas in pch hn � eisrigcr ««'um„och nicht von der Arbeit aulgc,cyei- hätten � haüen so Md ftir banFungeii�tW�........ � bieg �abetei?10,•ü°r dem Alten verheimlicht; sie '"'«-»»i"?'®''<",» b.i,ei,t,i,■-..... jf, I.......,. nähten und und bcit'V,'..«in die Schäbigkeit zu ver- 1»igen Herrn wieder einigermaßen präsen- tragsverhältniß gewährt zum Mindesten für eine bestimmte Zeit eine feste Grundlage. Mag es für diesen und jenen Er- wcrbszweig günstigere, für einen anderen ungünstigere Be- dingungen schaffen, so sind doch diese Bedingungen Jedermann als dauernde bekannt und die Bevölkerung kann sich darnach einrichten. DaS Kapital und die Arbeit können sich in jedem Lande den Prodnktionsfächern zuwenden, welche auf Grund der Verträge lohnender zu sein versprechen, und es tritt eine Art Arbeilstheilung zwischen den verschiedenen Staaten ein. Anders, wenn der wirthschastliche Absonderungstrieb der Völker so weit gediehen ist, daß Verträge überhaupt nicht mehr zu Stande kommen und jeder Staat seine Zölle nach Belieben festsetzt und ändert. In diesem Zu- stände befindet sich gegenwärtig der größere Theil der Handel- treibenden Welt, und während die politischen Verhältnisse die Möglichkeit eines ruhigen Fortarbeitens gewähren, sind die z o I l p o l i t i s ch e n Beziehungen von der Art, daß das Wirthschaftslebcn Europas und Amerikas einer fortwüh- renken Unruhe preisgegeben ist. Es ist nun erfreulich, daß in unserer Monarchie und im Deutschen Reiche die Einsicht immer mehr Geltung bekommt, daß die Opfer, welche die Nationen zur Aufrechthaltung des Friedens bringen, nicht in ihrer nationalökonomischcn Wirkung gelähmt werden sollten durch einen Zollkrieg, unter welchem zuletzt nothivendig alle kämpfenden Theile leiden müssen. Dadurch ist es auch den Regierungen möglich geworden, ernstlichere Anregungen zu einer Annäherung zu geben, und solche Anregungen sind, wie auL den vorliegenden Nachrichten zu ersehen ist, thatsächlich erfolgt. Die öffentliche Meinung hat dies mit großer Besriedigung aus- genommen. „Wir möchten jedoch nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, daß man sich Enttäuschungen aussetzen würde, wenn man an- gesichts dieser freundlicheren Dispositionen überschwäng- I i ch e Hoffnungen fassen wollte. Die Schwierigkeiten, die sich der Schaffung eines vertragsmäßigen Zustandes entgegen- stellen, sind sehr groß. Die letzten Jahre haben allerdings ge- wisse Produktionszweige, die sich hier oder in Deutschland be- sonderen Schutzes erfreuten, sehr gekräftigt, so daß sie der Kon- kurrenz mehr Widerstandskrast entgegenbringen können als bisher; sie haben aber auch zu Investitionen(Geldanlagen) veranlaßt, die man nicht unberücksichtigt lassen darf. Jeder der beiden Staaten wird daher in seinem Wunsche, dem Nachbar eiitgegenzukomnien, durch die wirklichen Verhältnisse w es e n t- lich gehemmt sein. Nichtsdestoweniger wird man, um zu einem guten Ende zu gelangen, minder wichtige Positionen den wichtigeren opfern und Zugeständnisse machen müssen. Unsere Produzenten müssen also darauf gefaßt sein, daß mancher von ihnen in minder günstige Ltonkurrenzbedingungen ge- rathen wird, und daß nur um diesen Preis der Vortheil der Allgemeinheit zu erzielen ist. Das Gleiche gilt von den Pro- duzenten in Deutschland. Durch den wirthschastlichen Friedens- schlich, wenn er zu Stande kommt, wird nicht jeder Einzelne gewinnen. Mancher wird einen schwierigeren Stand haben, als bisher, aber die große Mehrzahl wird profitiren. Man darf auch die Schwierigkeiten nicht übersehen, welche das Vorhanden- sein der Meistbegünstiguiigsklausel dem Zustandekommen eines Vertrages entgegenstellr. ES ist eben nicht leicht, aus einem so vielfach verwickelten Zustande den Ausweg zu finden, und der Aufführung des neuen Werkes setzen die Trümmer der Bauten, die zerstört worden sind, bedeutende Hindernisse entgegen. Es wird eine mühevolle Arbeit sein, zu einem Einverständnisse zu gelangen, und wenn es erzielt ist, werden nicht Alle davon be- friedigt sein können. Wohl aber ist auf beiden Seiten die tabcl zu machen. Glaubten sie damit vielleicht dem Alten diese Hcrabgckommcnheit zn verbergen? Die einfältigen Weibsbilder, als ob er sich jemals von ihnen hätte etwas weiß machen lassen! Oder thaten sie's aus Furcht? Das hätte schon eher Sinn, aber was nützte es ihnen schließlich, wenn sie seinen Zorn eine Zeitlang hintanzuhalten versuchten, einmal würde er doch ausbrechen, das wußten sie alle. Un- willkürlich streckte er die geballte Faust in die Höhe und schüttelte sie drohend.\ Tie Pfeife drohte ihm auszugehen, er that einige rasche Züge, und als sie ihm wieder schmeckte, verfiel er in Wehmurh. Es regte sich in ihm das Vaterherz. Welche Hoffnungen hatte er aus den einzigen Sohn ge- setzt! Welche Opfer gebracht! Und der Junge war kein Lump, o nein, er hatte sich brav gehalten und so viel ge- lernt, so schrecklich viel, daß er ganz blöd davon geworden und ihm die Augen aus dem Kopfe standen. Eine Professur wäre das Wenigste gewesen, was er dafür verdient hätte, statt dem kommt er ganz ausgehungert daher und mit zerrissenen Eliefcln. Es ist ein Jammer und eine Schande, und dem Alten feuchteten sich die Augen vor Zorn und Mitleid. Der junge Lehramts- Kandidat befand sich in diesem Augenblick ebenfalls in der Küche, in der Ztähe des Herdes, und sah zu, wie seine Mutter einen seinen Teig auf dem Nudelbrett in kleine Quadrate formte und mit Pflaumen- mus füllte. Er verfolgte jede Bewegung ihrer Hand, sein Gesicht leuchtete förmlich in seliger Erwartung, bis diese Dingerchen gar gebacken sein würden, und im Vorgennfsc dieses Lecker- Empfindung allgemein, daß man die schwierige Arbeit in An- griff nehmen müsse, daß ivenigsteus zwischen den beiden Reichen die nicht nur politisch, sondern auch wirthschaftlich die meisten Berührungspunkte haben, ein friedlicheres, gesicherteres Verkehrs- verhültniß eintreten müsse. Wenn man sagen kann, daß heut- zutage auf dem Gebiete der eigentlichen internationalen Politik die Volksströmungen von größter Wichtigkeit sind, so gilt dies noch viel mehr von dem Gebiete der Handelspolitik. Hier sind es thatsächlich die Völker(!), welche zum Kriege oder zum Frieden drängen und die dann den Staatsmännern die Auf- gäbe zuweisen, für die Wünsche, die aus der Tiefe des Volks- lebeus und seiner Bedürfnisse hervorsteigen, die Form der Aus- führung zu finden. In Rußland, in Frankreich, in den Ver- einigten Staaten von Nordamerika ist die wirthschastliche Kampf- Inst noch immer in mächtigem Steigen. Bei uns und in Deutschland dagegen herrscht bereits sichtlich der Wunsch nach Frieden und Vertragsmäßigkeit vor und die Regierungen schließen sich ihm mit vollster Bereitwilligkeit an. Sie werden, um ihn erfüllen zu können, der Mitwirkung aller Kreise be- dürfen, sie werden Opfer verlangen müssen und sie gehen einer langwierigen, dornigen, vielverschlungenen Arbeit entgegen, bei der das Mißlingen keineswegs ausgeschlossen ist." Der Artikel müßte nicht offiziöses Machwerk sein, wenn er nicht in geradezu kläglicher Weise die verwerf- liche Schutzzöllnerei zu rechtfertigen unternähme. Als ob das Volk bei uns jemals die Schutzzölle gefordert hätte, als ob die breiten Massen der Nation überhaupt befragt worden wäreil, als es sich darum handelte, das Deutsche Reich mit Wall und Graben doppelt und dreifach zu umgeben, damit ja keine wohlfeilen Produkte mehr auf den Markt kommen? Nein, bei der Eisenenquete, der Baumwoll- Enquete und den anderen Schauspielen, die Fürst Bis- marck einstmals aufführte, kam einzig und allein die Kapitalistenklaffe zum Wort. Die Eisenlords und Baumwoll- barone verbündeten sich mit den edlen Junkern, um das Volk in aller Muße auszunützen. Und auch heute geben wir uns selbstverständlich keinen„überschwänglichen Hoffnungen" hin, das„Fremden- blatt" braucht n n s nicht zu warnen, wir sind durch und durch Pessimisten. Wir sind sicher, daß die„Verständigung" den Großen und Größten unter den Schutzzöllnern kein Haar krümmen wird, daß vorläufig die weniger ein- flußreichen Interessentenkreise daran glauben, d. h. auf etliche Prozente ihres Prosits vielleicht verzichten müssen. Aber nicht daß etwas und was geschieht, ist in diesem Falle von Wichtigkeit. Bedeutsam ist, für uns, daß amt- lich oder doch halbamtlich die gefährlichen Wir- k u n g e n des Protektionismus zugegeben werden. Damit ist Bresche gelegt in die ganze Schutz- zöllnerei. Unsere Sache wird es sein, den Kampf gegen die Lebensmittelvertheurer mit aller Kraft zn führen, bis der ganze volksverwüstende Protektionismus in Scherben geht. biffens lies ihm das Wasser im Munde zusammen. Er hatte während des letzten Semesters, wo er umsonst supplirte und einige grade nicht fette Lektionen hatte, nur selten warm gespeist. Er hatte all die Entbehrungen zu ertragen, die einem in der Großstadt lebenden armen Studenten znge- muthct werden, der, wo er hinkommt, Alles besetzt findet, für den sich Niemand interessirt. Das will was heißen, mehr als man gewöhnlich glaubt. Jetzt war er wieder zn Hanse und sein Mütterchen sorgte für ihn und kochte für ihn; und wie gut sie kochte! wie es ihm schmeckte, wie es ihm wohl that! und die Schwester war nicht minder gütig! Heute guckte keine Zehe ihm ans den Socken, und er fand, daß das zwar ein unge- wohntes aber sehr angenehmes Gefühl sei. Der Vater freilich war eine dunkle Wolke an seinem jetzigen Himmel, die Unheil drohte, aber er hing sich wie ein Kind"an die Rockfalte der Mutter und vergaß darauf, sobald er das dumpfe Grollen nicht hörte. Er leistete seiner Mama allerlei kleine Handreichungen; hielt ihr das Muts entgegen, nachdem er vorher versuchte, ob es hinlänglich süß sei, und schmierte die Pfanne mit Butter aus, um sich hieraus mit dem Rest ein riesiges Butterbrot zu streichen. Er schäkerte dabei mit seiner Alten liebten, und sie lachte über seine Possen Aber dem Vater draußen erregte es die Galle. Sic können lachen, immer lachen, während ihn der Kummer zermartert? wie mit einer Ge- und er lachte mit. Er war einer von jenen Menschen, bei denen über der Herzensfreude der Anderen etwas wie Neid erwacht. Und der Jugend mochte er noch etwas zu Gute halten aber daß Die Kardinalfehler des Die sogenannte Koalitionsfreiheit ist bekanntlich noch ein sehr jugendliches Institut. Die ersten Spuren der modernen ge- schlich fixirten Freiheit der Ar b e i t er k o a li ti o n e n, um die es sich, wenn man jetzt von Koalitionsrecht spricht, ausschlief- lich handelt, datiren aus den zwanziger Jahren dieses Jahr- Hunderts. Bis dahin galten in allen europäischen Staaten Koalitions verböte,— die Arbeiter dursten sich zur gemein- samen Erringung günstigerer Arbeitsbedingungen bei Strafe nicht zusammenthun. In England brach zuerst das Eis der Knechtschaft, das wahrend der Entwicklung des privatkapitalistischen Wirthschastssystems sich um dessen Lohnsklaven krystallisirt hatte, aber es schmolz nur langsam und schwand sehr allmälig und in kleinen Bruchslücken dahin. Die englischen Gesetze von 1824,'und 1823, von 1859 und 1871 hatten immer noch nicht mit allen Fesseln der Arbeiter- Koalitionsfreiheit aufgeräumt und erst im Jahre 1875 kam es im ökonomisch vorgeschrittensten Lande der Welt zu der gesetzlichen Verwirklichung des Grundsatzes, daß den zur Besserung ihrer Arbeitsverhältnisse verbundenen und gemeinsam handelnden Arbeitern nichts weiter verwehrt werden Surfe, als die„böswillige Schädigung öffentlicher und privater Interessen". In Frankreich vollzog sich derselbe Prozeß der allmäligen Beseitigung der Koalitionshindernisse viel später, nämlich von dem Jahre 1864 an; in Deutschland gelangten die meisten Staaten sogar erst 1869, durch die Schöpfung der deutschen Gewerbeordnung zu dem, was man bei uns die Koalitionsfreiheit der Arbeiter zu nennen beliebt. Das Koalitionsrecht, wie es die§§ 152 und 153 der Gewerbeordnung feststellen, leidet zunächst an zwei verhängnißvollen Fehlern: einmal an einer falschen Voraussetzung, zum andern an 52�? ln Hauptsache nur nach einer Seite hin wirkenden Ein- schrankung. Die falsche Voraussetzung tritt zu Tage in der harmlosen Aebeneinander- und Gleichstellung der„Gewerbetreibenden" und Ser„gewerblichen Gehilfen, Gesellen oder Fabrikarbeiter" im Texte des§ 152; gleich als ob die Gewerbetreibenden, vom Klein- melstcr bis zum Großindustriellen, also einerseits die k a p i t a- t ist, sehen Unternehmer und andererseits die besitz- losen Lohnarbeiter entweder gleiche Interessen hatten oder einander als wirthschaftlich etwa gleich starke Gegner gegenüber standen und für wenigstens annähernd gleichw erthige Interessen kämpften. Die einseitige Einschränkung enthält "er§ 139, der seiner ganzen Anlage und praktisch recht- Itchen Wirkung nach die Anwendung körperlichen Zwanges, Ü16 Drohungen, Ehrverletzungen, Verrufserklärungen:c. der Arbeiter trifft, ähnliche Ausschreitungen der Arbeitgeber aber unberuckstchtigt läßt, oder doch sie nicht so ausdrücklich bezeichnet, daß Staatsanwaltschaft und Gericht gezivungen wären, sie zur Bestrafung zu bringen. ,, Daß der einzelne Lohnarbeiter wirthschaftlich unendlich schwacher ist, als der Unternehmer, braucht nicht bewiesen zu werden; daß es aber auch Arbeiterkoalitionen— möge» sie so groß sein wie sie wollen— mit entsprechenden kapitalistischen Vereinigungen an Macht und materieller Widerstandsfähigkeit uicht aufnehmen können, darüber täuschen sich die Arbeiter im Gefühle ihres guten Rechtes und durchdrungen von dem euer- Uickch Streben nach Besserung ihrer Lebensverhältnisse nur zu Glücklicher Weise sind die Unternehmer, wenn sie sich im Lohnkampse mit ihren Arbeitern befinden, von dem Gefühle des sffschts nicht so durchdrungen, als ihre besitzlosen Gegner. Glucklicher Weise hat in unserer Zeit, in welcher Geld mehr wie alles Andere Macht beveutet, der Wohlstand desto mehr, je größer er ist, die Wirkung, den Gemeinsinn zu er- tod en, die selbstsüchtige und selbstherrliche Absonderungssucht des Einzelnen vom Allgemeinen zu fördern. Daher haben es die im wirthschaftlichen Kampf befindlichen Arbeiterkoalitione» viel öfter, als sonst in der Natur der Sache liegen würde, mit einzelnen Gegnern zu thun. Darum sind die Unternehmerkoalitionen in sehr vielen Fällen nur Eintagsfliegen, die heut für besondere Streiks oder Arbeitsausschlüsse gegründet werden und morgen, wenn der eine besondere Kampf vorüber ist, oder wenn auch nur die Interessen der betheiligten Unternehmer nicht mehr in allen Stücken dieselben sind, sich in ihre Atome auflösen.— Deshalb ferner sind auch die reichsten Arbeitgeber in solchen Nothfällen des wirthschaftlichen Krieges bei weitem nicht so aufopseruugsvoll alS der ärmste Arbeiter. Und aus diesem Grunde auch hat die wirthschaftlich starke Arbeitgeberschast das glänzende Beispiel internationalen, über alle Welttheile und alle Arbeitszweige sich erstreckenden Zusammcnstehens noch niemals nachgeahmt, mit dem ihr die wirthschaftlich schwachen Lohnarbeiter so oft voran- gegangen sind. Im Laufe der weiteren Entwicklung unserer Verhältnisse auf dem Boden der privatkapitalistischen Produktionsweise wird die auch die Alte lachte, das verdroß ihn, es erschien ihm wie eine persönliche Beleidigung. Er sprang auf; er wollte sie doch fragen, seine Alte, was sie denn gar so lustig finde. Als er eben durch das Vorhaus in die Thürs treten wollte, sah er feinen Konkurrenten, den Sattlermeister Birn- stengel durch die Hausthür hereinschauen. Dieser begrüßte ihn freundlich und kam nach kurzem Zögern auf ihn zu. Es war ein junges, kleines Männchen, bereits ziemlich kahlköpfig, das sich geschmeidig und lächelnd gab und sich gern auf den„Gebildeten" spielte. In solchen Augenblicken erstickte er in der Phrase und imponirte thatsächlich damit einigen braven Philistern, während sich Andere darüber zu Tode lachen wollten. Er ließ auch jetzt seine schönen Redensarten nicht außer acht. „Meine Hochachtung, alleweil wohlauf— und das werthe Befinden der Frau Gemahlin und Fräulein Tochter" Er hielt vorsichtig iime, der Alte schien übellauniger als je, und er hatte vor seiner Grobheit gewaltigen Respekt. „Den Frauenzimmern geht's immer gut," brummte der Alte, ,chie leben in einem ewigen Kirchtag." „Freut mich, freut mich, da werden wir wohl das Glück haben, die Damen heute Abend am Kränzchen zu sehen?" „Wir gehen nicht," stieß der Sattler kurz ungebunden heraus, als er aber einen Ausdruck wirklichen Bedauerns in dem gewöhnlich so ausdrucklosen Gesichte Birnstengel's be- merkte, fügte er milder hinzu.„Sie wissen ja, mein Sohn ist angekommen." „Richtig, richtig, und der Herr Professor sind— verstehe, verstehe— etwas wählerisch." „O, nlein Sohn ist gar nicht stolz," sagte der Alte, der sich zu blähen begann. „Dann dürfte ich vielleicht doch so frei sein, einen Tisch zu belegen?" Vrandhofer's Gesicht hatte sich ausgehellt. Es war lange her, daß sich Birnstengel in ähnlicher Weise an ihn herangedrängt hatte. Seine Tochter, das alberne Mädel, Unternehmerschaft aber gerade durch die Tapferkeit und Hart- näckigkeit der wider die Jämmerlichkeit ihrer Lebensbedingungen ankämpfenden Arbeiter zu fester Vereinigung zusammengettieden und zusammengeschweißt werden, und sobald daS geschehen, wird sich ganz uniehlbar zeigen, daß eine für Ardeiter und Arbeitgeber völlig gleiche Koalitionsfreiheit das schreiend st eKoalitions- unrecht in sich schließt, das an den Arbeitern verübt werden kann. So sehr nun der kapitalistische Unternehmer sein Privat- interesse vertritt, wenn er bestrebt ist durch möglichst geringe Löhne, möglichst lange Arbeitszeit, möglichst kleine oder sonstwie mangelhafte und deshalb gesundheitswidrige Arbeitsräume u. dgl. die Rate seines Profits zu vergrößern,— ebenso sehr vertritt der Arbeiter neben seinem Privatinteresse das Interesse der ganzen Menschengemeinschaft, der er angehört, der Gesellschaft, des Staates, ja der Menschheit, wenn er für Besserung seiner jämmer- lichen Klassenlage in den noch größere Roth und Hungerlodt drohenden Kampf geht. Die Arbeitsbedingungen, unter welchen die Proletarier aller Länder den Kampf ums Dasein kämpfen, sind— heutzutage unbestrittener Maßen— jämmerliche, auf das allerdringendste Besserung heischende. Alle Arbeiter, mit völlig verschwindenden Ausnahmen, erhalten— um nur von den hervorstechendsten Schädlichkeiten unserer Produktionsverhältnisse zu reden— zu wenig Lohn und müssen Tag für Tag viel zu lange arbeiten, daß sie also, abgesehen von dem Mangel aller höheren Lebens- genüsse, nicht nur den größten Thcil ihrer natürlichen Fähig- leiten— vornehmlich ihre geistigen Anlagen— nicht zu entwickeln vermögen, als es unter besseren Verhältnissen der Fall wäre, sondern daß sie auch die nöthige Widerstandsfähigkeit gegen Krankheit und Siechthum nicht gewinnen und sich bewahren könne», und daß sie desgleichen eine sonst gar nicht so schwer zu vermeidende Verkürzung ihrer Lebenszeit sich gefallen lassen müssen. Gemeinde und Staat, die besondere Gesellschaft, deren Mitglieder in dauernden politischen,>virlhscha>tlichen, litera- rischen u. s. w. Wechselbeziehungen stehen, und die gesammte Menschheit, um die sich in neuester Zeit ein immer festerer werdendes Band gemeinsamer Kulturinteressen schlingt, bedürfen zur Erfüllung ihrer richtig verstandenen Aufgaben, möglichst vieler, körperlich gesunder, geistig fortgeschrittener und stets weiter fortschreitender Volksgenossen. Ebenso wie nun der um die Hebung seines Lebensstandes ringende Arbeiter ganz unbestreitbar— mag er sich dessen be- wüßt sein oder nicht— die gute Sache der Menschheit vertritt, ebenso hat der Arbeitgeber, mag er zehnmal im heute noch söge- nannten wohlberechtigten Interesse seines Geschäfts oder selbst eines Industriezweiges handeln, immer wenn er für die Auf- rechterhaltung der über die ganze Welt der modernen Produktion verbreiteten schlechten Arbeitsbedingungen gegen seine Arbeiter eintritt, die unrühmliche Rolle eines Feindes deS menschlichen Kultursortschritts übernommen, ja sogar eines Feindes der Gesell- schaft und des Staates— dessen Stütze zu sein er sich einbildet. In ihrer Eigenschaft als Pioniere jeglichen über unsere bürgerliche Gesellschaft hinausreichenden Kulturfortschritts haben demgemäß die Arbeiter ein Recht zu verlangen, daß Arbeitgeber- koalitionen gesetzlich verboten seien, welche zu dem Zwecke ge- gründet oder benutzt werden, die Arbeitsbedingungen— in Bezug auf Lohn, Arbeitszeit u. dgl.— noch ungünstiger zu gestalten als bisher, oder deren Bessergestaltung zu verhindern, soweit eine olche Vertessernng durch die Verhältnisse der Gesammtindustrie möglich gemacht ist. Ob die sozialpolitisch wirkenden Arbeiter unserer Tage dieses ihr Recht jetzt schon geltend zu machen gewillt sind, thut nichts zur Sache. Es handelt sich hier nur dar.>m, festzustellen, wieweit ihr gutes Recht reicht, und wieweit es vernünftiger Weise unan- echtbar ist; nebenbei ist es uns noch darum zu thun, zu zeigen, wie lußerordentlich bescheiden die Arbeiter sind, wenn sie nur das- Abe Recht der Koalition, dieselbe Befreiung von allen Polizei- lichen Chikanen und gerichtlichen Ataßregelnngen für sich ver- langen, wie sie jetzt die Arbeitgeber, besonders die Großunter- nehmer thatsächlich genießen. Den verlockendsten Anlaß zur Beeinträchtigung des Koalitions- rechts der Arbeiter bietet der K 153 der Gewerbeordnung. Daß das Gesetz„Anwendung körperlichen Zwanges" zur Theilnahme an — Lohnerhöhung oder sonstige Verbesserung der Arbeits- bedingungen bezweckenden— Verabredungen mit Strafe bedroht, ist gewiß gerechtfertigt— das Gesetz muß verpönen und durch Strafandrohung nach Möglichkeit verhindern, daß irgend ein Mensch zu irgend einer ganz allgemein dem freien Ermessen anheim gegebenen Handlung gezwungen werde. Anders schon verhält es sich mit der Berrusserklärung, welche der§ 153 ebenfalls verpönt. Wahr ist, daß einem Menschen ein Verruf, den seine Berufs- genossen und ehemaligen Freunde über ihn verhängen, oft in einer viel zu empfindlichen Weise schaden, daß er ihm den Kampf ums Dasein wesentlich erschlveren, oder mindestens das bischen Lebensbehagen, dessen sich der Arbeiter überhaupt erfreut, erheblich vermindern und ganz vernichten kann;— andererseits ist es aber sehr natürlich, daß bei einer zum Zwecke der Ver- befserung der Lebensverhältnisse gegründeten Vereinigung diejenigen Vereinsgenossen, die diesem hohen Zwecke hatte ihn damals in seinen Bewerbungen nicht ermuntert, und er schien das schnell überwunden zu haben. Wollte er sich nun auf's Neue um sie bemühen? Er glaubte bereits bemerkt zu haben, daß Birnstengel in den letzten Tagen sehr viel vor seinem Laden stand und herüberglotzte, es war wohl der Professor, der ihn imponirte, und das ivar begreiflich, er hielt ja soviel auf Bildung. Herrgott, wenn es nur mit der Professur schon seine Richtigkeit hätte, er wollte sich ausspielen! Ucbrigcns, was brauchte er das Mißgeschick seines Sohnes den Leuten auf die Nase zu binden, und heutzutage wiro gar häusig einer Professor genannt, der es nicht ist, ivcr srägt darnach? Und wenn das der Mili zugute käme? wenn der Birnstengel Ernst machte? Der alte Brandhoscr fand, daß es die höchste Zeit sei, das Mädel mlter die Haube zu bringen, und er versprach dem jungen Meister, mit der ganzen Familie zu kommen und gab ihm die Hand darauf. Als er darauf mit dröhnenden Schritten in die Küche trat, schreckten die Seinen zusammen. Jedem von ihnen steckte der Athcni. Er bemerkte es und eine gewisse Jovia- lität legte sich um seinen breiten Mund, seine Stimme aber klang rauh und befehlend wie immer, als er jetzt sagte: „Kinder, heute wird auf's Kränzchen gegangen, daß Jhr's nur wißt. Wir gehen Alle miteinander, auch"die Alte wird mitgeschleppt." Die Familie saß sprachlos und starrte den Vater mit offenem Munde au. Emilie faßte sich zuerst. Sie schlug entzückt die Hände zusammen und faßte sich am Kopf. Welche Ausgabe, wenn sie heute noch den Ball besuchen wollte, was gab es da nicht zu thun und zu denken! Aber sie fühlte sich ihr gewachsen. Es war spät am Nachmittage, als Mili von der gegen- überliegenden Seite, wo die kleinen Arbeiterhäuschcn standen, sich der Brücke zuwandte, um nach Hause zurückzukehren. Sie taug ein Packet, das in altes Zeitungspapicr ge- wickelt war, als sie Paul Huber gewahr wurde, der soeben vor seine Thür trat. Sie sah ein ivenig verlegen aus, aber mit einem Ruck zuwiderhandeln, oder auch diejenigen Bernfsgenossen, welche solcher gemeinnütziger Vereinigung anzuschließen verschmähest Mißachtung gerathen, und daß diese Mißachtung gelegenllM Worten oder Handlungen sich äußert. Noch viel erklär!� wird solche Mißachtung, wenn sie Berufs- oder Veremsgen«!? trifft, die im Moment des Kampfes den, Zwecke der Vereins ividerstreben, oder sich gar auf Kosten der Kämpfenden die der Arbeitgeber zu erschleichen suchen. w Der Verruf sollte zwar im Allgemeinen als unstatthaft,»- — je nach der Sachlage— häufig als straflos, weil in* tretung berechtigter Interessen verhängt, erachtet werden.< Allgemeinen besteht das, was eifrige Staatsanwälte als Pen i erklärung verfolgen, in nicht mehr als Redensarten, ivie f Arbeiterkreisen als Ausdruck augenblicklicher Mißstimmung und gäbe sind, ohne daß sich irgend welche langreiche Folgen daran knüpften,— also daß gesetzliche Strafandrohung da wieder die Rolle der Kanone stellt, mit welcher nach Spatzen geschossen wird., Ist das schon der Fall in Bezug auf die an sich in'r schärfsten Form und Wirkung gewiß nicht statthafte Vert. erklärung. so gilt dasselbe in noch viel höherem Grade von, übrigen in§ 153 namhaft gemachten Vergehen, nämlich Drohungen und Ehrverletzungen. J Was kann nicht alles von unseren für Arbeitervergehen sf sonders empfindsamen Staatsanwälten und Richtern als W, Verletzung oder Drohung aufgefaßt werden?! Und w(-L müssen Arbeiterdrohungeu oder-Beleidigungen, die in der p des Lohnkampfes geschehen, noch besonders von der Gewe Ordnung verpönt sein? Das Straf-Gesetzbuch trifft in seinem 7. Abschnitt über Verbrechen und Vergehen gegen die öffentliche Ordnung, in se> 14. über Beleidigung nnd'in seinem 17. Abschnitte, der von Verbrechen und Vergehen ivider die persönliche Freiheit hau sowohl �Ehrverletzungen und Drohungen wie jede unfroW Zwangsanwendung und schadenbringende Verrufserklar weshalb sollen also solche Vergehen, falls siec. durch die Leu. schaften des Kampfes zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehu• erzeugt werden, noch besonders durch die Gewerbeordnung% pönt sein, wenn damit nicht bewirkt werde» soll, daß die ste gleitenden Momente; welche von Rechtswegen als entlastende stände anzuerkennen wären, im Gegentheil als erschwerende Gewicht fallen sollen... z, Der§ 153 ist also überflüssig und muß beseitigt werden. diejenigen aber, welche ihn aufrecht erhalten wollen, ist die ö' zu richten, weshalb der§ 153 nicht auch die viel folgenschwer, Mittel trifft, welche die Arbeitgeber anwenden, um Arbeiter � der Theilnahme an Lohnkämpfen und an der Koalition mitw Beruf-genossen überhaupt abzuhalten. Wir brauchen, um das zu beweisen, hier nur an die Arve' entlassungen nach Streiken zu erinnern und au die schwer Listen, welche schon so vielen Arbeitern die Möglichkeit bei th Berufe zu verharren, geraubt haben.. v j Diese Vergehen wider die persönliche Freiheit bezrehung»'®, wider das gute Recht, im erivählten Berufskreise die EhUstj mittel zu erringen, bedroht das Straf-Gesetzbuch nicht mit und auch der Gesetzgeber der Geiverbeordnung drückt hier, ws, sich um ziveifellos rechtswidrigen Mißbrauch der Kapitanj macht handelt, theilnahmsvoll ein Auge zu. Aus den vorstehenden Ausführungen ergiebt sich als re--. unabweisbare Forderung, daß die Bestimmungen des§ Ihä, Gewerbeordnung beseitigt und ersetzt werden sollten durch 6% Strafandrohungen für alle Arbeitgeber, welche als Kampfw•, im Streit mit den Arbeitern Arbeitsentlassungen oder w�., welche sonstige Beeinträchtigungen der Älrbeitsmöglichkeit>9 Arbeiter anwenden oder solche androhen. m Die Frage, ob zu», Zwecke der Beförderung?ahrY»L nicht nur sogenannter Koalitionsfreiheit gesetzgeberische schöpfungen erforderlich sind und wie dieselben beschaffen l müßte», werden wir in einem zweiten Artikel behandeln. d" SZ xwliM-che Mebevflchk. Gin Kolonialvath, der etliche dreißig Mitglieder iirtj® soll, wird vom Auswärtige» Amte gebildet. Die Kolonialpe die uns so viel Geld und Blut bereits gekostet und nichts g°' f hat, wird durch die Herren Kolonialräthe nicht anmuthige» »lacht werden. Deutscher Michel, halte die Taschen zu! Zur Iuvaliditätv- und Altersverstcherung d- leute. Dem Bundesrath ist der Entivurf betreffs der vo» � Rheder» hierfür einzuziehenden Beiträge zugegangen., Bundcsrath ist die Befugniß gesetzlich beigelegt, bei der Elnzwi) z angesichts der besonderen Verhältnisse der Seeleute ein besoNv>1 Verfahren einzuführen. Es wird folgendes vorgeschlagen: O Markensystem ist ohne Vermittelung der Konsulate kaum führbar, während aus anderen Gründen die Jnanspruch»»� der letzteren thunlichst vermieden werden muß. Ueberdies erg� ls sich bei Seeleuten, die im Besitze eines Seefahrts-Buches sind, diesem alle für die Jnvaliditäts- und Altersversicherung des Habers maßgebenden Thatsachen ohne Weiteres von selb>t. hatte sie den Gegenstand unter ihre zierliche Schürze gesch�� und hielt ihn darunter fest. Seit dem tete-i-teto im Wasser hatten die Beidend I miteinander gesprochen, und es war sehr hübsch von w' j' daß sie nach jenen Zornesausbrüchen und heftigen W"1. sich heute so freundlich begrüßten.. � Paul's Augen ruhten mit sichtlichem WohlgeW auf dem hübschen Mädchen und an sie herantretend, er fast zutraulich:„Wie Sie heute iviedcr nett und aku aussehen, Fräulein Mili, es ist eine Freude, Sie aw sehen."„,(({5, Sie crröthete vor Vergnügen.„Ich mache mir da» selbst, Herr Huber," „Wirklich? Sie sind so geschickt?":,,i „Ei, ich habe ja nichts anderes zu thun, als für Toilette zu sorgen." Sie sagte das so munter, aber mau hörte doch den# muth des Bürgermädchens heraus, das sich darauf etwas � gute that, daß es seine Zeit nach seinem Belieben vcrwe» für seinen Tand vergeuden darf. � er Er schüttelte ein wenig den Kopf, f als wolle unangenehmen Gedanken verscheuchen,' und sagte müthig: � l(, „Ja, jetzt haben Sie gute Zeiten, aber warten Sie � wer» Sie einmal verheirathet sind und Kinder haben, 5 werden Sie andere Sorgen kennen lernen." Sie warf den rothen Mund auf. „Ich mag keine Kinder." „oo haben Sie also kein Bedürfniß der Zärtlich'� Sie sah so recht mädchenhaft kühl ans. „Was weiß ich? Ich denke noch nicht an so � damit hat's noch Zeit." j|( Er hob den Zeigefinger und den Kopf neigend, sah der Bösewicht von unten geradezu kecklich lachend Augen., J �„Na, Fräulein Mili, gar zu lange dürfen Sie sich � nicht mehr besinnen, denn wenn man einmal G Zwanzigern ist—" Sie wurde glühend roth. (Fortsetzung folgt.) die Versicherungsanstalt in den Besitz der ihr zukommenden Bei- träge zu setzen, genügt es, daß ein jeder, Rheder über diejenigen Reisen, welche seine Fahrzeuge im verflossenen Jahre gemacht haben, der Versicherungsanstall seines Heimathhascns eine beson- dere Aufstellung übersendet, welch« die Kategorien der_ auf dem Fahrzeug thatsachlich beschäftigt gewesenen Seeleute, die Zlnzahl der ans jeder Kategorie beschäftigt gewesenen Personen, d>e Dauer der Beschäftigung und eine Berechnung der hiernach für das verflossene Jahr zu entrichtenden Beiträge enthält; Sache Ol f V? oif".'OwVv öu tmnvyituucu sjtuiuye ciuymi,'wuujc Rheders ist es, die hierzu erforderlichen Nachweise von dem «chiffer sich rechtzeitig zusenden zu lassen. Diese Aufstellungen luNN biß 93ßl'RrfiPViiiirtc;rtiiftrtTf rtitrf* nn h\ov Sfl7iifft>rvrtllpn ■,,--- v u o u l-•■~**• y•'» 1 1»..,-w• v| bie Versicherungsanstalt auch an der Hand der Musterrollen Miisterungsprotokolle prüfen. Dadurch, daß der Rheder den -........... yw'iw.. uup vci UUJtu"- für big Versicherung seiner Seeleute des verflossenen Rechnung�- jahres zu zahlenden Belrag nach dem Schluß des Jahres in einer Summe an die Versicherungsanstalt einzahlt, die anr die einzelnen Versicherten entfallende Hälfte des Beitrags aber bei jeder Lohnzahlung in Abzug bringt, soll der Vorschrift genügt werden, wonach die Beiträge auf den Arbeitgeber und den versicherten zu gleichen Theilen entfallen sollen, sowie den Vor- schriften, wonach der Beitrag an die Versicherungsanstalt rn «ollem Betrage von dem Arbeitgeber zn entrichten ist Jind letzterer nur befugt bleibt, bei der Lohnzahlung die Hälfte der Beiträge in Abzug zu bringen. Um d>e Aufbewahrung der für den Anspruch auf Rente wichtigen Ausiveise und die Vertheilung der Renten aus die Versicherungsanstalten, in deren Bezirk die Heimathhäsen der für den betreflenden Seemann in Betracht kommenden Fahrzeuge belegen sind, zu sichern, muß vorgesehen werden, daß in die See- fohrtsbücher der Raine derjenigen Versicherungsanstalt, in deren Bezirk der Versicherte die erste versicherungspflichtige Beschästi- hang gehabt hat, eingetragen wird, und daß die Seemannsämter »n Julande die aus den Seefahrtsbüchern und Bescheinigungen von Zeit zu Zeit von ihnen auszustellenden Nachweise der Ver- stcherungsanstalt einsenden. Diese Nachweise können zweckmäßig m der Form der Quittungsmarken ausgestellt und zusammen mit den letzteren aufbewahrt werden. Für Seeleute, welche keine Seefahrt betreiben, und solche, welche zwischen Abmüsterung und »wehster Aiunusteriina an Bord beschäftigt bleibe», sowie � für Ichisser bewendet es bei dem Markensystem. Der Entwurf der Vorschriften verbreitet sich über allgemeine Bestimmungen; Ein- Zahlung der Beiträge durch die Rheder; Antheilige Einbehaltung der Beiträge von der Heuer; Ausweis der Versicherung durch das Seesahrtsbuch; Ausweis der Versicherung durch besondere Vescheinlgungen; Nachweisungen für die Vcrsicherungsaustalten; Hmterlegung von Quittungskarte». & Fleischrhrucrung. Auf dem schlesischen Städtetag, wie wir mittheilten, eine Petition wegen Oeffnung der ruf- s>fchen"tüv»"'"""vriur», ruir-primon wegen �e„iinng oee en,- ;ölu,uu9 5 ioeiu9en u. a. UUH, i V�l'sche» Jndusiriebezirk, der übrigens mit die n löhne und die höchsten Divi i e d r i g st e n 5.' ö h n e und die höchste» Dividenden tn �.mschland zahlt, t Pfund Schweinefleisch, das noch vor drei Jahr 'm% Vsg- gekostet habe, zur Zeit 70 Pfg. koste, was also ÜNo Preissteigerung von 183 /3 pCt. in drei Jahren bedeutet. �»wlge davon ist, führte Herr Brüning aus, ein vermin- o,,r Fleischverbrauch, und die weitere Folge E n t- 9 der Bevölkerung und Widerstands- 351 jj gleit derselben gegenüber Epidemien. Sa«• der Beuthener Bürgermeister hat, sieht man ja i» ftjj?�stlochlowitz, Kreis Kattowiy, wo eine heftige Typhus- eioeniie wüthet. Ann- preußische Fandtag wird wahrscheinlich Anfang wirA äU einer Herbslsession zusammentteten. Herr Miguel tefnl r? voraussichtlich Gelegenheit haben, mit seinen Steuer- l°"Nplänen vor den Landboten zu erscheinen. xz Jetzt wissen wir'» sicher, denn Eugen Richter hat ni« v0®*' daß die Sozialdemokratie sich wieder„in das Geheim- der Z'vkels zurückgezogen hat." lind warum? Weil ieite»-• it?g e'ne � 0>n Mission zur Erledigung von Streitig- f�i�» Umgesetzt hat. Der grrrroße Parlamentarier des Deutsch- ')nt' wie es scheint, seine Parlamenlsweisheit während in„y,.1.1"1 voll, tändig verschwitzt. Sonst würde er wissen, daß die Lotzen Plenarsitzungen die Prüfung von Streitigkeiten, f°»n CT�rnehmung von Zeugen>1. s. w. nicht vor sich gehen »w. Die Sozialdeinokratie' scheut das Licht der Oeffentlichkeit t.* 1'_______ i;. f.* s. rx 0. �. ?.&*. Sie überläßt das Munkeln im Duiikcln den Herrn Fort er», die hinter den Koulisse» die freiheitlichen Grundsätze, mit der öffentlichen Bühne paradiren, schnöde verschachern. ßchkei» der sich als den Äann der absoluten Oefsent- ausspielt, sollte damit zuerst bei sich selbst anfangen Ii? 1%#... z 4. 0"n*.... � f. f. m.. 4-�.. rt f /ti» i Und nicht mehr mit Mannesinuth hinter verschlossenen Thüren leh Einlaßkarten seine d e u t s ch f r e i s i n n i gen Irr- Do lg,,.. � soudern in öffentlichen Volksversannulnngen. .. 8 Herr Richter niirin ticket-rneetings, d.h. in Konven- «itck» kb, ZU denen nur mit Legitimationskarten Versehene Zutritt .----"------"-D'""--------------------| V über fin'r.«®1-0*?" �rden redet, so lange mag er sich enthalteu, sueilsch!�,,,'llllo>is,itzuiigen zu salbadern, die nur bestinnnr sind, breite» Material für die Erörterung im Plenum aufzu- m läßt fBf m kann ohne Lugen nicht leben. vOvelle-u», telegraphiren:„Veranlaßt durch die °'n Koliare? �a»kenkas,cn-Gesetz, findet in Berlin im November tt.« rr.? ver s 0 z I a l demokratische Ii freien Hilfskassen statt." du;*.*" Nen HIimffe» find, wie Jeden»«»» weiß, W x.. unpolitische Organisationen, die zuin großen �bvorran.»». �tion sich vortrefflich bewährt haben und das lllänzenä �...Talent der Arbeiterschaft zur Selbstverwaltung Ursache haben. Aber das gerade ist ja die Haupt- ßkgen k'% Euolls der„Kölnischen Zeitung" und ihrer Sippe i�uunüitiK«!16" Hjtsskassen. Sie greift deshalb zu niedlichen 'te ha» v'cn- Waffen wir ihr dies Vergnügen: Die würdige Die ivürdige daß ihr ab ----- wfvipvycii qiv y wtniviv*!*•. anißTbct vss, in hm,%»i an stellte soviel Arbeitskräfte ein. t, ,?vnrde mit i„pL. untergebracht werde» konnten. 'Mich, fco"-Obreren Ueberftunden. oft bis vierzehn Stunden MM"..... u;, N-stpsf,ina •Ä''6'"To B-liÄm« ?�-'®e.Vorkoiilimiisse sollen künftighin verniieden i— � �—««S.»_ Y\iy"1 «A UttHiHnie fYl'j V Auktion an die Beamten, Werksiihrer u. s- w. Platze�sein. größere wäre aber auch lehmcche» Knvgrrmeisiev i,;-.-, nn Februar—" Fischer, welchen die AK»« Tsrcr-ss isss�ar«» !Z»rechi,„"sleramt einnS e,,! waschechter Karlellbruder, ist vom Fisch». ,® betr. die � r»< f'i worden, an der vertraulichen Be- stMWWWLMS >>» B,, �"»gefleischter«A.®®5?enden Kreise kollidiren ivird. Er schei,...�e Hebt. �utzzullner, ein Sozialistentödter ivie er " �"'A' 4— Dreh- Ergebenheit mit dem ganzen Stolze seines Schwabenthums zu versichern. Der Kaiskott, den die Uiiteruehmer üben, wird nicht gehindert. Kein"Staatsanwalt kräht nach den Verrusserkläruiigen, den schwarzen Listen und anderen Aechtunqsmitteln, mittelst welchen o-"o» v"*!>w uuiuuajeiiBi»;« I »st- dem neuen Reichskanzler die Kapitalisten„lästige", ivill sagen klassenbewußte Arbeiter brot- los machen und ins Elend stoßen. Die„Metallarbciter-Zeii .... Zeitiing" veröffentlicht folgendes aus Suhl in Thüringen ihr zugesandtes Uriasbrief-Formular: Gewehr- Fabrik I. B. Sauer& Sohn Verkaufshalle in Berlin, Französische Straße 40/41. Suhl,.... in Thüriiigen. Nachstehender Arbeiter wurde heute wegen 189 aus unserer Fabrik entlassen und bitten wir ganz ergebenst, demselben eine Beschnftignng nicht zu gewähren. Mit Hochachtung....... Man hat es hier offenbar mit einer geheimen Verbindung zn thun, welche den Zweck hat, jedem mißliebigen Arbeiter das Fort- kommen zu erschweren. Auf diese Weise umgeht das Uliternehiiier- (Htim den§ 113 der Gewerbeordnung, welcher besagt, daß dem Arbeiter nur auf„Verlangen" seine Führung bezeugt werde» soll. Diese geheime Verbindung stellt dem Arbeiter das harmloseste Zeugniß ans, während der Uriasbrief ihm vorauseilt. Diese Äcgleiterscheilluiigeu unseres sozialen Ztlassenkampfes sind für uns ein untrüglicher Beweis von dem tiefen sittlichen Niveau, aus dem unsere Bourgeoisie bereits angelangt. Wir habe» es wirk- lich herrlich weit gebracht. Es lebe die Freiheit des Erwerbs! Geschäfts-Atttifozialislittto nennt treffend die„Weser- Zeitung" die von uns enthüllten Manöver des„Chefredakteurs Karl Wald", der so trejflich im preußischen Vereiusgesetze Bescheid weiß. Es regt siih überall. Die in der P 0 s a m e n t e n r- brauche beschäftigten Arbeiter planen die Abhaltung eines Kongresses zur Gründung einer deutscheu Organisatioii. Als Kongreßort ist O f f e n b a ch a. M. in Aussicht geuommen. Zur Reichstags-Ziachwahl in Zvürzburg ist, wie uns von dort geschrieben wird, in einer überaus stark besuchte» Ver- sainmliliig von Vertraueiisleuten des Wahlkreises einstimmig Martin S e g i tz, Metallarbeiter in Fürth ,. B., gewählt worden. Segitz, ein als ausgezeichneter Fächmann in gewerk- schastlichen und Kränkenkassen-Fragen ivohlbekannter Genosse, ein Bertrauensiiialiii der deutscheu Metallarbeiter, hat bereits bei der Hauptwahl im Februar 1890 kandidirt und kam damals mit dem jetzt verstorbenen Dr. S t ö h r in die Stichwahl. Im ersten Wahlgang erhielten damals Segiß 4615, Stöhr 6107, der Natio- nalliberale 269 Stimmen; in der Stichwahl trug Stöhr mit 7930 Stimmen über Segiz, der sich 6720 Stimmen holte, den Sieg davon. Die Ultraiiiontanen werden einen harten Stand haben, da Viele, die sich für den katholische» Demokraten Stöhr entschieden, einem beliebigen Klerikalen ihre Stimme nicht geben werten. Wenn die Agitation, wie zu hoffen steht, gründlich durchgeführt wird, so ist zu erwarten, daß dieser wacklige„Thurm des Zentrums" jetzt stürzen wird. Bebel hat in Halle den Kampf gegen das Zentrum proklamirt. Es ist die Gelegenheit geboten, die erste Schlacht zu schlagen. Glückauf! FUr Illlstrinc sind los. In einem Leitartikel, der sich mit dem Pnrteikongreß beschäftigt, schreibt die„Berliner Zeitung", auch ein Organ der„bürgerlichen Demokratie", das durch die Kon- flikte mit seinem Driittereipersoual benifeile Blatt:„Eine ge- wisse Veranlagung zum Größenwahn läßt sich überhaupt in den L i e b k n e ch t' s ch e n Ausführungen allerivärts erkennen." Es fällt uns nicht ein, anders als niit dem milden Lächeln heiterer Verachtung derartigen Stilübiingen zn betrachten. Die Ullsteine treiben es freilich ein iveuig toll, und sie sollten sich wirklich Ludwig Börne's Wort hinter die Ohren schreiben:„Jeder Mensch hat das Recht, ein Dumiiikopf zu sein; aber man soll dies Recht nicht mißbrauchen." Und solch einen schnöden Mißbrauch hat sich die„Berliner Zeitung" zn Schulden kommen lassen. Ans der neuei« Aera. Die Elbcrfelder„Freie Presse" schreibt:„In de» Redaktionsränineii haben wir am 13. Oktober die erste H a u s s u ch u n g der sozialistengesetzlosen Zeit zu ver- zeichne». Gesucht wurde nach dem Manuskript des Leitartikels der Nnnimer 232 der„Fr. Pr." vom 7. Oktober 1890. Der stellvertretende Redakteur venveigerte die Nemuing des Namens des Verfassers und erhielt nach Beendigung des amtliche» Verfahrens folgende Bescheiiiigliiig:„Es iviro hiermit bescheinigt, daß die uilterzeichlleten Gericytsbeailiteil heute Redartlolisbureail imd Druckerei der„Fr. Pr." durchsucht haben, um das Manuskript des Artikels:„Sozialismus und Religion" tu Nr. 232 vom 7. Oktober 1890, oder andere Beweismittel für die Person des Verfassers zu finde». Die Durchsuchung fand statt, weil durch den geuailute» Artikel Vergehen gegen§ 166 St.-G.-B. und§ 20 des Reichs- gesehes über die Presse vom 7. Mai 1874 begaugeu worden sind imd der verantwortliche Redakteur Hermann Grimpe dieser Vergehe» beschuldigt ist. Verdächtiges wurde nicht vorgefunden. Elberfeld, 13. Oktober 1890. Kgl. Amtsgericht V. Dr. Scheiff, Gerichtsassessor, als Richter. Stütz, Assistent, als Gerichts- schreiben" Der Stöcktrr zieht als Reiseprediger des Antiseulitismus durch Südoeutschlaiid. Nachdem er in Karlsruhe die Sozial- demokratie iiiausetodt geschlagen hat, ging er nach Stuttgart, um für die„Sozialmonarchie" Propaganda zu»lachen und zum Kanlps gegen„die Vaterlandslosigkeit, die Uulsturzgedanken und die Gottlosigkeit der Sozialdemokratie" auszusordern. Die Klerisei, an deren Spitze der Stöcker marschirt, ist keine beneidens- iverthe Hilsstrnppe für unsere Gegner. Schiveix. Die g e s p r e n g t e T e s s i n e r R e g i e r u n g ist wieder ins Amt getreten. Doch sind die Häkeleien zivischen Liberalen und Ultramontanen noch lange nicht zn Ende, und der Bund wird wohl noch manchmal mir Energie cingreifen müssen. Der Streit selbst ist ein Konflikt zweier bürgerlicher, um die politische Macht ringender Parteien. Ader die Tessincr Bour- geoisliberalen haben noch eine„revolutionäre" Ader und putschen, um ihre Zwecke zu erreiche», unter dem Beifall der schweizerische» Großbürger, die über die Sozialisten nicht genug sich ereisern können. Frankreich. 11 e b e r die französische A cht st n n d e n ta g- E r- Hebung wird gemeldet: Auf die vom sranzöstscheii Finanz- minister versandten Fragebogen bezüglich der Arbeitsbedingungeil sind schon zum größten Theil die Antworten cingelaufeil. Alle Handels- und Geiverbekanilileril sprechen sich gegen eine staatliche Regelung der Arbeiterfragen aus. Von den GeiverbeschiedS- gerichten und Fachvereinen sind die einen für 0 bis 10, die andern Tür Ostnndige Arbeitszeit.— Von den vom Kammerailsschuß bc- züglich der Arbeiterfragen versandten 150 000 Fragebogen wurden öi-z jetzt nur 35 000 beantwortet. Die meisten Antworten sprechen sich für den Achtstundentag ans. Die Frage, ob die achtstündige 'Arbeitszeit eine Verminderung der Produktion hervorrufen werde, bealitivorleii die Handelskammer» mit„Ja", die Arbeiter dagegen mit„Nein". Die Untersuchung hat ferner festgestellt, daß fremde Arbeiter in manchen Gewerben in großer Zahl verwendet werden und denselben Lohn wie die sranzösischen beziehen. Das End- crgebniß der Erhebliiigen ist erst in drei Monaten zu erwarte». Daß die sranzösischen Unternehiner bezw. ihre Organisationen, die Handels- und Gewerbekammern gegen eine Herabsetzling der 'Arbeitszeit sind, ist einleilchtend. Die Furcht,' daß die heilige Mehrwertherzeugung gestört werden könne, läßt sich eben nicht bändige». Was nicht hindert, daß die Arbeiterschutz-Gesetzgebung sich doch Bahn brechen wird. Rouvier, der französische Finanzminister, ein Bourgeois saus phrase, wird beschuldigt, seine Stellung zu schmutzigen Finanzspeknlationen ausgenutzt zu haben. Herr Rouvier ist ein raffinirter Streber, dem man derartige Techtelmechtel schon zu- trauen kann. Der pharisäische Hochmut!) aber, mit welchem die deutsche Kapitalistenpresse auf diese Geschichte herabsieht, ist geradezu widerlich. Als ob nicht auch andersivo, außerhalb Frankreichs, Staatsmänner ihre Kemitniß der politischen Lage zn Börseujobbereien ausgebeutet und sich so bereichert hätten? Der Unter- schied ist nur der: in diesen nichtsraiizösischen Gebieten, sagen wir im Feuerland oder bei den Kafirs, blieb dieser beliebige Staatsmann ain Ruder, und es gab keine öffentliche Kritik, die sich an ihn hätte heranwagen dürsen. Demi es giebt keine Preß- lind Rede- freiheit bei den Patagoniern nud in Afrika. In Frankreich wird solch ein Gentleman an den Pranger gestellt und muß gehen, wenn seine Schuld erwiesen ist. Man denke an Wilson, der seinen Schwiegervater Grevy, den Präsidenten der Republik, mit in den 'Abgrund riß. Für jene anderen barbarischen Gebiete aber gilt das Wort des großen Römers:„Tie kleinen Missethäter liegen in Ketten und Banden, die össeiitlichen Diebe prangen in Gold und purpurnen Gewändern." Holland. Der gei st eS kranke König der Niederlande, den sein zerrüttetes Gehirn nicht am Negieren verhindert, ist wieder einmal dem Tode nahe. Oxenstierna hat Recht.., Kelgien. Chauvinistisches? Aus Brüssel ivird unterm 13. Oktober gemeldet:„Große Unordnung entstand heute Mittag vor dem hiesigen Rathhause bei Gelegenheit der Wiedereröffnung der Vorlesuiigeu der Universität Brüssel. Rektor Philippson mußte den Eröffnungs- Akttis im Feflsaale des Rathhauses vor- nehmen; die Studenten jedoch verhinderten ihn daran, indem sie briillten:„Nieder mit dem Deutschen Philippson",„Demission". Tie Polizei mußte endlich dazwischentreten und mit Gewalt den Saal und die Korridore des Rathhauses räumen." Philippson ist jener Geschichtsschreiber, dem die preußischen Staatsarchive verschlossen wurden, weil er die preußische Bureankratie, wie sie ivar, gezeichnet hat. Es bleibt adzuwarten, was die Brüsseler Demonstration veranlaßt hat. Sponie»». Die Karolinen, ivegen derer einst Bismarck mit den Hidalgos sich zankte, machen diesen allerlei Sorgen. Die Ein- geborenen wehren sich gegen die„Zivilisation" und werden des- halb„gezüchtigt". Spanische Kriegsschiffe treten in Aktion, es wird geschossen, gesengt und gebraniit. So trägt man die christ- liche Kult r unter die Wilden. Die Deutsch- Afrikaner wissen auch ein Liedchcn davon zu singen. Amerika. Die Wahlen in Brasilien ergaben eine erdrückende Mehrheit für die Republik. Dom Pedro wird also im Exil bleibe». Asie». „V e r f a s s u n g s st a a t" wird Japan nach preußisch- deutschem Muster. Das neue japanische Gesetz über das Ver- sammlungs- und Vereinsrecht ist fast so schön, wie das königlich sächsische. Kein Soldat, kein Beamter, kein Zögling einer öffent- lichen oder Privatanstalt, kein Minderjähriger und kein Frauen- zimmer überhaupt darf an einer Versammlung Theil nehmen. Versainmlliiigen dürfen nicht abgehalten weroen, wenn die Möglichkeit von Ruhestörungen vorhanden ist; ferner nicht, während das Parlament tagt, und wenn der Zweck der Ver- sammlung ist, einen Angeklagten zn schützen. Die Polizei darf jede Versammlung auflösen, ivenn sie gegen das Gesetz verstößt. Die Veranstalter werden mit 50 bis 500 Fr. und Gefängniß von 11 Tagen bis 6 Monaten bestraft. Zu jeder Versammlung muß die polizeiliche Erlaubniß eingeholt und deren Zweck erklärt werden; jeder Versammlung wohnt ein Regierungsbeaiuter bei. Das pslitische Vereinsrecht ist nach dem neuen Gesetz noch strenger als das alte. Die Uiligestaltung der japauischeu Volksivirth- schast aus einer feudalen in eine kapitalistische geht mit Ricsell- schritten vorwärts. Die außerordentlich hochentwickelte Klein- bauernwirthschaft ist in ihren Gruudvesten durch die Umwand- liing der an die Grundherren zn zahlenden Naturalrente in Geld- reute bedroht, der moderne Kapitalismus bricht sich in der Agri- kultnr und im Gewerbewesen Bahn, und die Zwangspolitik gegen jede Opposition wird vorgesucht, ganz wie in Europa. VviefsiÄlfien dev Mededikimr. Bit Anfraa-n bitten wir die AbonnementS-QuiNung beiiusüge». Brieflich Antwort wird nicht erlheiit. G. M. 17. Wenn Sie sich mit dem Verklagten geeinigt und die Klage zurückgenommen haben, so brauchen Sie zum Ter- min nicht zu erscheinen. Setzen Sie sich aber mit dem Ver- klagten in Verbindung, daß er ebenfalls nicht erscheint. D. 00. 1. Wer trotz Aufforderung seitens des Richters sich weigert, während der Eidesleistung auszustehen, kann wegen lln- gebühr bestrast werden. 2. Wegen Alimente für uneheliche Kinder dürfen uneiitbehrltche Kleidungsstücke, z. B. Winterüberzicher und ein guter Anzug nicht gepsäudet werden, und ist Lohuarrest uustatthaft. 2. An Sonntagen darf nur mit Erlaubniß des Amtsgerichts, die aber nur in Zlusnahniefälleu ertheilt wird, gepfändet werden. An Wochentagen darf der Gerichtsvoll- zieh«' kommen von Morgens 6 Uhr bis Abends 0 Uhr, in der Zeit vom 1. April bis 30. September schon von Morgens 4 Uhr ab. 3. Sachen, welche die Ehefrau während der Ehe gekauft hat, unterliegen ivegen Schulden des Mannes der Pfändung, außer ivenn dieselben mit Mitteln aus dem Eiligebrachteil der Frau oder, falls ein gerichtlicher Vertrag über Ausschluß der Gütergemeinschaft errichtet ist, mit dein Gelde angeschafft sind, welche die Ehefrau durch eigene Thätigkeit sich erworben hat. 4. Sachen, die man der Braut geschenkt hat, unterliegen nicht der Pfändung, außer wenn die Schenkung angefochten wird. A. 7. 1. Ihr Eingebrachtes kann iveder ivegen der Gewerbe- stener noch wegen Geschäftsschiilden Ihres Mannes gepfändet iverden.— 2. Schließen Sie ans dem Amtsgericht mit Ihrem Manne einen Vertrag über Ansschluß der Gütergeineinschaft ab. Was Sie alsdann durch eigene Thätigkeit erwerben, wird Ihr alleiniges Eigenthnm und nilterliegt nicht der Pfändung wegen Schulden Ihres Mannes. (0. II. 300. Sie können den bisherigen Boden behalten niid das Schloß an demselben lassen. Grsterveicher. Wenn es ein geselliger Klub ist, so ist polizeiliche Anmeldung nicht erforderlich. F.('). Klopstocktstr. Leider müssen wir Ihnen»littheilen, daß der Wirth ans Zahlung der Pränumerando-Miethe bei Ver- meid.nlg der Exinisfion bestehen kann. G. zu. Ol. Ihre früheren Briefe hatten wir nicht erhalten. Wenn Sie iint der Ehescheidiliig eiilverstanden sind, so brauchen Sie leinen Rechtsanwalt. Wenn Sie aber wollen, daß Ihre Ehe- srau für allein schuldig erklärt wird, so müssen Sie durch einen RechtSamvalt Widerklage erheben. Zu näherer mündliche: Auskunft sind wir bereit. F. K. 10. Ihr Rauchklub braucht nicht polizeilich an- geinelder zn werden. 101 K. K. 1. Nein. 2. Nein. !*'■§. Polizeiliche Anmeldung ist nicht erforderlich. f Wettende. 3. lUnljlhveio. l. Wegen Jllumimrens am oC. September kann man nicht bestrast werden. 2. Der Be- trefsende kann auf Antrag des Ehemanns mit Gefängniß bis zn 6 Monaten bestraft werde», außer wenn er nicht gewußt hat, dap die Frau verheirathet war I Theater. Mittwoch, den IS. Oktober. Gpernhans. Das Nnchtlager von Granada. Zum Schluß: Wiener Walzer. Kchauspielhaus. Geschichte Gott- friedens von Berlichingen mit der eisernen Hand. Lesfing-Theatcr. Die Ehre. Deutsches Theater. Der Pfarrer von Kirchjeld. Kerliner Theater. Maria Stuart. Friedrich-Milhelmstädt. Theater. Fledermans. Hierauf: Puppenfee. MaUnrr- Theater. Der Bauern- doktor. Pension Schöller. Nrstdeux-Theater. Ferreol. Diktoria- Theater. Die Million. KeileaUiauce-Thrater. Mein junger Mann. Ostend- Theater. Zimmermann's Lene. Thomas- Theater. Der Raub der Sabinerinnen. Adolph Ernst-Theater. Unsere Don Juans. Kaufmann'» Darietö. Große Spezialitäten-Vorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten-Vorst ellung. Conrordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gedr. Uichtrv's Uarietö. Große Spezialitäten-Vorstellung. Wintergarteu. Große Spezialitäten- Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. flntlress, Alexander- straße 27 c. Margarethe Stcino w, Lieder- u. Walzersängerin. Ann! Carelli, Kostüm-Soubrette. Herr Rosee, Gesangs-Humorist. Adolf Gödicke, Mimiker, Stimmen- Imitator und Eharakter-Komiker. Familie Blumenfeld, Parterre- Potpourri, Drahtseil, Tanz. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags öVe Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 80 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 80 Pf. Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich; Grosoes Garten. Concert. Direktion A. Rödman». Dienstag und Freitag: Valzer-Abend. Fnh'iSo Wochentags 10 Pfg., JjlllltL sonn- und Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren R estaurati onsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Nenovirung geschlossen. 641 F. Müller. iKratmeilHeBierhalleu Ul Konimaudantenstr. 77—79. Täglich: Grosses GoMcert mit Gnartett-Siitlgern, ausgeführt von dem Musik- Direktor H. S a n f t l e b e n. Wochentags: Frei-Concert. 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September er. aufmerksam, daß vom 15.(Oktober ad Versprechens diesem Beschluß von l/eute an nachkonimem tiw Mit kollegialischem Gruß: SJ» T Verein der ScMftgiesser Berlins. Mittwoch, den 15. d., Abds. 6 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Ausserordentliche Generalversammlung. T.-O.: Stellungnahme zum Beschluß der Allgemeinen Versammlung. 2. Antrag des Vorstandes, betr.: Anflösnng des Uereins. 3. Halbjährlicher Kassenbericht. 4. Bericht der Revisoren. 5. Verschiedenes und Fragekasten. Im eigenen Interesse ist es nothwendig, daß ailo Mitglieder in der Versammlung erscheinen.[1146] Der Vorstand. Achtung! Achtung! Facho. der Stemdrncker n. Lithographen. Infolge der letzten Vorkommnisse, welche sich durch den Wechsef des Inhabers von Jordan's Salon dort abgespielt haben, sah sich der Vorstand veranlaßt, die Vereinsversammlungen dort nicht mehr abzuhalten. EOie findet am Donnerstag, den 16. Oktober, Abends SVe Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75(ob. Saal), statt. Tages-Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Jahresbericht. 3. Nenwahf des Vorstandes und i C oit A. Wo%*». der Revisoren. 4. Äericht it. Neuwahl der Rechtsschutz-Kommission. 5. Bericht und Neuwahl der Unterflütznngs- Kommission. 6. Bericht und Neuwahl der Bibliothekare und Bibliothek-Revisoren. 7. Verschiedenes und Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt. Aufnahme neuer Mitglieder. Ausgabe der Billets zn dem am 25. d. M. im Ciskcller stattfindenden 5. Stiftungs- Fest(Herrenabend).— In Anbetracht der hochwichtigen Tagesordnung ist es nothwendig, daß die Mitglieder sämmtlich am Platze sind und die Besetzung der verschiedenen Aemter gut von Statten geht. 1166 Drr Vorstand. I.A.: M. Hescha, Schriftführer, Urbanstr. 37. Freie Vereinigung d. Schneider Serlins. Sonntag, den 19. Oktober a. c., in den Räumen der Verl. Bockbrauerei, Tempelhofer Berg: IL STIFTMGS. FEST, bestehend aus Ob*. WokaE= und instrumental- BConzent, ausgeführt von der Kapelle des Musikdirektors Herrn A. Holz und den 40 Sängern des Arbeiter-Gesangvereins ,,Mord", Prolog, gespr. von Frau Emmi Ihrer, Festrede und nachfolgendem Tauzkranzchen. Billets ä UO Pf., Herren, welche am Tanze theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Eröffnung 4 Zlhr. Anfang 5 Uhr. Punkt 12 Uhr: Kaffcc-Fause, während derselben Auffnhrnng lebender Kilder, arrangirt von Frl. Wahnitz. Wir werden in jeder Beziehung das Fest zu einem wahren Arbeiterfest zu gestalten suchen, und laden wir alle Mitglieder, Kollegen und Freunde der Arbcitersache hiermit freundlichst ein. Der Vorstand. KB. Billets sind bei allen Vorstandsmitgliedern und in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben.[1172] D. V. Spiegel und Polster-Waaren, ifl 0 0 U H g r-ecUr Maare ZU soliden Preisen. Ganze Ausstattungen ' 5 reelle Maare zu solide» Preise». Ganze Ausstattungen in Mahagoni it. Unsidanin: Ftticheninödrl in großer -—" S. O., Köpnickerstr. 35, Auswahl empfiehlt& FRUZ TlltZaUBl', nahe d. 5t'öpnickcr Brücke. Soeben erschien: Die Mene Zeit. h&n Z. Gelangt jeden Sonnabend früh zur Ausgabe. � Preis pro Heft 20 Pfg. QU beziehen durch die Expedition, Veuthstraste Nr. 3. Mirderverkiiufer erhalten Rabatt. Koeben erschien: MeM Ae IlW'chM. Von Lewis H. Morgan, übersetzt von W. Eichhoff it. K. Kantsky. Komplett in ca. 11 Heften ü 50 Pf. Zu beziehen durch die Expedition. Neuthstraste Dr. 3. Sie. Zu beziehen durch die Expedition Beuthstraße 3. �iseilivlilireil, Werkpac, Slllls- mit) KujellgerSthe E. Vogtherr, Berim c., Fandsbergerstr. Ol, amAteranderpl. Stephanstr. 10(Moabit). (Sonntags geschlossen.) »Andreasstr. 33,H.p. Herrn. Schweitzers Atelier für kunWe Zilhile ist Ziethen- Strasse Mo. 42. Infolge Ablebens des Sozialisten- gcfetzes ans achtjähriger Verbannung zurückgekehrt empfehle mich Freunden und Parteigenossen zur 1149 Ansertigung jeder Art Herren Garderoben, miter Zusicherung gediegener Arbeit. Reparaturen schnell n. billig. EL Richter1� Kleine Frankfnrterstraße 7, 3 Tr. KB. Gest. Aufträge werden entgegengenommen b. G. Schulz, Admiralstr. 40a, und 47. Salzwedel, Klosterstr. 63. MiMl-WMrei (Methode Kuhn) lehrt nach leicht saß lichem System bis zur vollständigen 'Ausbildung für 20 M.[1«39 J. P. Müller, Zinimerstr. 53, III. Empfehle allen Freunden und Be- kannten mein Weiss- u. Bairisch- Sicr-Lokal, Markus str. Ur. 31, nebst Vereinszimmer mit Klavier.— Volksblätter liegen aus. Bruno Feige, Vertr. Unserem Kollegen Robert MülW (Schnarche) zum heutigen Wiegenfest ei> donnerndes Hoch, daß die ganze Fürsten straße wackelt. Die ehem. hinterste Stabe. Achtung, Orahtarbeiter! In der Drahtwaarcn-Fabrik von B. Friede, Holzmarktstr. 13, ist ein Arbeiter gemaßregelt worden. Sämmtliche Kollegen haben die Arbeit niedergelegt Zuzug fern halten! AchtuBig� Metall-Arbeiter! Die Berliner Telegirten des Weimarer Kongresses werden hierdurch ersucht, sich am Freitag, den 17. Oktober, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, Reichem bergerstr. 24, einzufinden. Zweck: Ve- rathung behufs Einberufung eines Pro« vinzial-Delegirtentages. R. Petzold. Berliner Former-Bund. Kranken- 115" nnd� Sterbe- zlnterstntztingokassr- Sonnabend, den 18. Oktober, in Sehinann'oSalon, Schwedterstr.23/-1 Feier des 19. Stiftungsfestes* Billets hierzu für Herren 50 Pf., f1'1 Damen 25 Pf., sind bei folgenden Kollegen zu haben: Boye, Antonstr. 5, HU- Schalier, Sorauerstr. 30, IV, Lndwil, Reinickendorferstr. 54, IV. Militär-!l.LitserWsschlleiil� Versliiilinluilg. Donnerstag, 16. Oktob., Abds SVe Uht in DeigmüUer's Salon, Alte Jakbstr. 46*- Tagesordnung:. 1. Vortag des Herrn Max Bagins? über: Anarchismus und Sozialism»»- 2. Diskussion. 3. Wahl des ersten Kassirers. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Um recht zahlreichen Besuch wird g� beten. Gäste haben Zutritt. 1165 Der Uprstanb-� Reuter's WnkmrWkß Swinrmünderstr. 45 ._____-tr.-..,,*«; Ein auch zur Zahlstelle sich eignen� wr m. vorzüglichem Pww Vereinszimmer ist zn vergeben. TüH-GardäMeM; Fenster 2, 3, 5, 8 Mk. 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NN daß Frauen er- zcr Reichstag s-Frakti on. p.. � Mandatprüfungs-Kommission wird ihre Arbeiten des Vormittags beenden. Vorläufig ist sestgesteUt, ?chienen si Abgeordneten 410 Telegirte, darunter 3~ eintritt in die Tagesordnung erklärt V e r n d t- Berlin, --"üigabe GrotheS, er sei in einer Wahlversammlung des is. �tsner Reichstags-Wahlkreises als Spitzel bezeichnet worden, ;'9 fe'-. Der Jrrlhum sei vielleicht dadurch entstanden, daß in L. Versammlung ein Brief Stadthngens verlesen worden sei, ®on der Wahl Grothes abrieth. bim« l1*1"'vird ein Schreiben des Redakteurs der„Volks-Tri- k-in' fFf- Konrad Schmidt, verlesen, welcher erklärt, er sei von foiA k? zu jener Notiz gegen Liebknecht gedrängt worden, >oer>l müsse die Verantwortung selbstständig übernehmen. g ��leWahl der U n t er s u ch u n g s k o mm i s s i o n, die aus E« 9"�dern zu bestehen hat, soll durch Stimmzettel erfolgen. o?eu c','e Reihe Anträge hierzu vor, darunter zwei, die uJ Vorsitzende als selbstverständlich bezeichnet, daß näm- cmfrUC Kommission weder Berliner, noch Mitglieder der opd ion Lehören dürfen. Tic Namen der Vorgeschlagenen sollen iL. 11110 11,11 1 Uhr vertheilt werden. Die Mandatsprüfungs- "»nsiion wird die Feststellung der Gcivählten übernehmen. W cnlll �eschäftsordnungsantrag, das Prinzip der Schließung �dnerliste einzuführen, wird abgelehnt. Es wird in die Tagesordnung eingetreten. ijur �Verhandlung steht: Bericht über die parla- iiKLL«,'.',°......... ® ist 9 er; Parteigenossen! Es kann hier nicht meine Auf- m.„, Ikm, Sie mit allen Einzelheiten der Verhandlungen im Und t t11* ält belästigen. Sie alle stehen im öffentlichen Leben Nur■ unsere Thätigkeit im Reichstage aufmerksam verfolgt. 1,1 großen Zügen will ich sie beleuchten und daran an- Nein»? sche» Blick aus unsere Taktik werfen. Wir hatten im »--tag über die Etats zu verhandeln, die ihm alljährlich vorgelegt den � haben nach wie vor aus prinzipiellen Gründen gegen uemm! gestimmt, weil wir damit einen Protest einlegen wollten >n d° System Bismarck, das dem Namen nach gefallen, n.", ,�hnt aber weiter besieht. Wir wollten damit protestiren n-ir}= Militarismus, der das Mark des Volkes verzehrt. Wie tofal-• �e Wchrhastigkcit des Volkes denken, ist bekannt. Der ©um■ k.en ist die unerläßliche Vorbedingung für unsere Pzi��pation. Nicht gleich den wilden Thieren sollen sich die stiinn. � 1111 die Zähne bewaffnet gegenüberstehen, deshalb St-.,° wir gegen den Etat. Auch unsere Stellung zu der di? � st-Wc ist bekannt. Wir sind Gegner der indirekten Steuern, risni,�» belasten. Mögen die Besitzenden, die den Milita- ee-.m �'auchcn, ihm auch bezahlen, nicht die Arbeiter, die schon .-wung-n sind, ihr Blut für ihn hinzugeben. Wir haben «ebn�.�ntrag auf Zlufhebung der Getreidezölle ein- zur m ker nach Wiederzusainmentritt des Reichstages »�-...Verhandlung kommen wird, wobei wir auch die tümx Wirkung dieser Politik zn Gunsten der Llgrarier li�-narken werde». Bei den Verhandlungen über das Sozia- Fxl Gesetz haben wir jene Enthüllungen gebracht, welche die Nl«!.-® des Spitzel- und Lockspitzelthums Europa zeigten. Die W n Reichstages hatte soviel Schamgefühl im Leibe, M.!1� drakonischen Verschärfungen unter dem Eindruck unserer w Dmmgcn ablehnte.'Auch bei der letzten Verhandlung über hh. �zialistengesetz waren wir auf dem Platze. Die National- l&u; stimmten gegen die Ausweisung und nur unter dieser Mgung für die Verewigung, weil sie sich für den Wahlkampf L �uugen Fetzen Liberalismus schmücken wollten. Das Gesetz iL»«ht zu Stande. Ter Gott in Friedrichsruhe schwieg. Ter der a-N war ohne Direktive. So fiel jenes Monument lh.,..Schande, zertrümmert durch die Sozialdemokratie—> tuuirfl halten wir den Arbeiterschutz-Gesctzentwurs einge- ™'>'» dieser Session brachten wir ihn wieder ein. Aber Inn? Faü Linda«. Die Herren Masse und Cohn, zwei Verbündete und ��bagcr, haben nunmehr die freie Wieinuugsaußernlng mn �emaligen demokratischen„Volks-Ztg." absolut aus c tretender von Marsala gebracht.„, ÄÄicSi%%%:' w'.iä S 5.< bic �stort KfeWö«"9 verlieren wird, incht eniniai ans ®lt die �lgenen Spalten; Herr Dr. Mehring muß sich �euz-Ztg." wenden, um die folgenden neuen u jn geben. die folgenden neuen 'i 2)ie Segnet das - o1' geoen. ißmsmi "�glichen: Gestatt �eile"ln'b'iUc» ie S'c Um Veröffentlichung folgender «JeiS i*"" mein Schriftchen „Der Fall Lindau" ans- faliS fi'r' drille, anrrl r-clUe.5 Tages Herr M. A. 5ölaustter«0111 „'ch Herrn Vnlr n0111'01'"' als Freund und Vertrauensmann n!!.ch dnrck--. �uidan, in meiner Wohnung ein, um «cht ich aus von der Wenige politische auf, im mir nach- ---------'r",w Vrautnente, � TW auch die anderen Klassen haben in dem Wettrennen um die Gunst der Arbeiter, in dem naiven Glauben, dadurch die Ar- beiter zu veranlassen, bei den Wahlen für sie zu stimmen, den Arbeiterschutz in beschränktem Umfang anerkannt. Früher verhielt sich die Regierung durchaus ablehnend, sogar die selbst- verständlichsten und humansten Schutzvorschläge stießen ans Widerstand. Das hat sich nun in der neuen Aera geändert. Die Regierung hat einen eigenen Entwurf eingebracht. Wir haben in erster Lesung Stellung zu ihm genommen. In der 29 er Kommission sind wir mit 3 Genossen vertreten, die dort die Anträge aus unserem Entwurf einbringen. Was die Regierung will, mit dem Arbeiterschutz den Arbeitertrutz zu verbinden, wird uns veranlassen, die gänzliche Haltlosigkeit der offiziellen Sozialreform an diesen Vorschlägen nachzuweisen. (Beifall). Gegen das bischen Zuckerbrot von Arbeiterschutz geben wir die Koalitionsfreiheit der'Arbeiter nicht preis. Wir wollen, daß nicht der„Kontraktbruch" mit Strafe belegt wird, sondern daß die Unternehmer bestrast werben, wenn sie dem Arbeiter das Koalitionsrecht zu verkümmern wagen.(Bravo). Die Arbeiter- schutzvorlage wird uns zur Kennzeichnung unserer Gegner und ihrer Absichten dienen. Durch den besten'Arbeiterschutz wird das kapitalistische System nicht beseitigt. Und nur durch die Be- scitigung der privatkapitalistischen Produktionsweise kann den'Ar- beitcrn ihr Recht werden. Gefördert und gewährleistet kann dieses Ziel aber nur, wenn wir uns die Soldaten für diesen Be- freiungskampf nicht dcgcnerircn lassen. Das soll der'klrbeiterschutz bewirken. Durch all die verschiedenen Einrichtungen soll die Arbeiterklasse gekräftigt werden und in diescmg Maße wird die Armee, welche für die Neuorganisation der Gesellschaft kämpft, kräftiger und schlagbereiter werden.— Wir sind Gegner der Kolonialpolitik, weil ihre Wirkung nur den besitzenden Klassen zu Gute kommt, und weil wir nicht Deutsche im ungesunden tropischen Klima zu Grunde gehen lassen wollen. Wenn man uns zurief: Es gilt den Kampf gegen die Sklaverei in Afrika! riefen wir: Wir haben die Sklaverei noch in Deutschland. Euer angeblicher Kampf um ideale Zwecke ist nur ein Vorwand für Euer Eintreten für Geldsacksinlereffen.— Wir kämpften weiter noch gegen die Beschränkung der Oeffentlichkeit des Gerichts- Verfahrens.— Wir haben gegen das Alters- und Invaliden- Versicherungsgefetz, freilich aus anderen Gründen, als seine sonstigen Gegner, Zentrum und Deutschfreisinn, gestimmt. Wir stimmten gegen das Gesetz, weil es uns zu wenig für die Arbeiter bot. DaS Bettelgelb der Jnvaliditäts- rcnte hätte Deutschland sich schämen müssen, den Ar- beitern zn bieten.(Sehr richtig.) Wir konnten das Gesetz nur betrachten als veränderte Armengesetzgebung. Sind doch Armenunterstützungen an einigen Orten Deutschlands höher, als die Unterstützungen, die auf Grund des Gesetzes gc- leistet werden. Mit der Grundlage des Gesetzes waren wir ein- verstanden. Hätte man unsere bescheidenen Forderungen nicht abgelehnt, so hätten wir für daS Gesetz gestimmt. Die Regierung glaubte, dieses Gesetz würde uns die Wähler nehmen. Nun, der 20. Februar hat das Gcgenthcil gezeigt.(Bravo.) Die Regie- rung brach das Septennat und verlangte Erhöhung der Friedens- Präsenzstärke und veränderte Formalion. Wir stimmten dagegen, stimmten auch gegen die Resolutionen des Zentrums, welches dem Volke damit Sand in die Augen streuen wollte.(Sehr richtig.) Wir rissen ihm die Maske vom Gesicht. Der Militaris- mus ist das Unheil der Völker, seine Kosten können auf die Dauer nicht geleistet werden. Deshalb Schaffung eines Milizheeres!— Auch zu der Vorlage— Errichtung von Gewerbe- Schiedsgerichten— brachten wir Abänderungs- Anträge. Aber auch hier hat sich gezeigt, wie man Sozialresorin macht. Wir stimmten schließlich gegen die Vorlage, weil man den Ar- bciterinncn das Stimmrecht nicht gewährt, den freien Hilfskasscn- Mitgliedern das Wahlrecht'genommen hat und weil die Alters- grenze für das Wahlrecht zn hoch ist. Das Gesetz ist für viele Städte eine Verschlechterung der bisherigen Zustände.— Selbst- ständige Anträge brachten wir ein auf Ergänzung des Unfall- versicherungs-GesetzeS. Die Regierung erklärte, sie werde noch im Laufe der Session einen eigenen Ergänzungs-Entwurf ein- bringen.— Wir haben die Erhöhung der Bezüge der unteren Beamten beantragt und die Regierung veranlaßt, indem er auf dieselben Dinge hmdentete, wie Herr Klausner, dies mache Herrn Paul Lindau die Sache besonders schwer; in seinen Briefen an Fräulein v. Schabelsky fänden sich Sätze, die einen nahen Verwandten von ihm in privater und politischer Beziehung sehr bloßstellten, und der Gedanke, daß diese Bricfstellen im Laufe der Polemik in Mitleidenschaft gezogen werden könnten, sei ihm völlig unerträglich. Hierüber beruhigte ich Herrn Stein voll- ständig, verspraa.) zn allem Ueberslnsse aber, die betreffenden Papiere auf den angegebenen Gesichtspunkt hin nochmals einer besonders genauen Prüfung zn unterziehen und richtete am nächsten Tage, den 22. v. M., folgendes Schreiben an Herrn Stein: „Im Verfolg unserer gestrigen Unterredung habe ich die betreffenden Papiere nochmals durchgesehen. Sic können Herrn Lindau vollkommen darüber be- ruhigen, daß) so lange ich die Sache in der Hand habe, alles in die Politik oder seine sonstigen, privaten Verhältnisse Streifende unberührt bleiben wird. Ich habe nicht den geringsten Haß gegen ihn, und was ich thun kann, um seine persönliche Stellung zn er- leichtern, wird stets gern geschehen, wie ich denn auch einen betreffenden Abschnitt meiner Broschüre eingefügt habe. Ich bitte nur darum, daß gegebenenfalls Sie so freundlich sind, die Vcrmittelung zn über- nehmen, mit Klausner, den ich mir heute wiederholt abschütteln mußte, und ähnlichen Leuten will ich nichts zn schaffen haben.— Selbstverständlich wird sich an dieser meiner Auffassung nichts ändern, wenn Herr Lindau sich noch so rücksichtslos vertheidigt oder mich gerichtlich belangt. DaS ist sein guteS Recht, dessen Gebrauch ich der Letzte sein werde, ihm übel zn nehmen." Ich setze voraus, daß Herr Stein dies Schreiben dem Herrn Lindau, in dessen Austrage er zn mir kam, mitgethcilt hat. Es scheint indessen, daß der„im Grunde gute Kerl", als welchen ich Herrn Paul Lindau auf das Flehen seiner Freunde in meinem Schriftchen kennzeichnete, gründliche Arbeit liebt. Nachdem meine Beziehungen.zur Tagcspressc sich ans ein formell-kontraktliches Berhältniß von beschränkter Dauer herabgemindert haben, überfiel vorgestern Herr M. A. Klausner das Fräulein v. Schabelsky an einem dritten Orte und stellte ihr vor, nun werde sie doch endlich auf ihre wahren Freunde hören. Außerhalb Berlins gebe es ja so schöne Gegenden, wo es ihr an Mitteln nicht selber mit einer Vorlage zu kommen. Freilich verquickte sie die Erhöhung der Gehälter der Offiziere damit, aber der Reichstag lehnte die Verquickung ab.— Weiter haben wir eine Ver,asinngsändernng beantragt, wonach der Reichstag selbst- ständig, wie es in England ist, das Recht erhält, Nntersuchungs- Kommissionen einzusetzen und Enqueten zn veranstalten. Der An- trag ist noch nicht zur Verhandlung gekommen. Soweit unsere Thätigkeit im Einzelnen— nun die allgemeinen Gesichtspunkte! Die große Majorität der Partei ist mit dem Parlamentarismus einverstanden. Kein Verständniß ist dafür vorhanden, daß man wählen will, daß die Gewählten aber nicht arbeiten sollen.(Sehr richtig.) Die Befürchtung, daß wir dadurch zu einer Possibilisten- Partei werden können, ist unbegründet. Der Parlamentarismus ist wesentlich ein Mittel der Agitation. Aber die Agitation wird nicht nur bei der Wahlbewcgnng, sie wird durch unsere Thätigkeit im Reichstage gefördert. Durch die Stachwcisnng der Schäden im Einzelnen, durch unablässige, ernste Arbeit, durch strenges Festhalten am Prinzip, durch Abweis aller Kompromisse fördern wir die Partei. EL hieße, die schneidigste Waffe wegwerfen, wenn wir darauf verzichteten. Die parlamen- tarische Thätigkeit entspricht dein Interesse der Partei nicht nur wegen der Agitation, sondern auch dadurch, daß wir bei jeder Gelegenheit das Beste für die Arbeiterklasse zu erreichen suchen. Beschäftigen sich jetzt die herrschenden Klassen allerdings im kleinsten Umfang mit Sozialreform,'so verdankt man das der parlamentarischen Thätigkeit.(Sehr richtig.) Ich habe die Hoff- nung, daß der Parteitag die Ueberzcugung gewinnen wird, daß die parlamentarischen Vertreter der Partei ihre Schuldigkeit im vollen Umfang gethan haben, daß sie gearbeitet haben treu im Dienste des deutschen, des internationalen Proletariats.(Stür- Mischer Beifall.) Fisch er-London und O e r t e l- Nürnberg beantragen folgende Resolution: „Der Parteitag erklärt, daß die parlamentarische Thätigkeit der Fraktion sowohl den Beschlüssen des St. Gallcner Parteitages entsprach, als auch die aus der Acnderung der politischen Pnrteigruppirnng für die deutsche Sozialdemokratie erwachsenen Verpflichtungen völlig erfüllt hat. Der Parteitag fordert die Fraktion deshalb ans, wie bisher die prinzipiellen Forderungen der Sozialdemokratie gegenüber den bürgerlichen Parteien und dem Klassenstaat rücksichtslos zn vertreten; ebenso aber auch die auf dem Boden der heutigen Gesellschaft möglichen und im Interesse der Arbeiterklasse nöthigen Reformen zu erstreben, ohne über die Bedeutiliig und Tragweite dieser positiven gesetz- gebcrischen Thätigkeit für die Klassenlage der Arbeiter in politischer ,vie ökoiiomischer Hinsicht Zweifel zu lassen, oder Jllnsionen zu wecken." Zur Begründung der Resolution Fischer- London,: Auf dein Parteitag ist ivohl ei» Urthcil über die parlamentarische Thätigkeit der Fraktion keinerlei Meinungsverschiedenheit. Aber eine ansdrückliche Kundgebung ist nöthig gegenüber der That- fache, daß seitens der sogenannten Opposition der Standpunkt des Gegcntheils eingenommen worden ist. Redner bezeichnete einen solchen Radikalismus als impotent. Auf die Einzelheiten des Referats brauche ich kaum einzugehen, da ich nur wieder- holen könnte. Die Taktik der Fraktion hat sich bewährt. Die Brudcrparteien des Auslandes schließen sich ihr an. Die That- sache, daß wir heute wieder hier tagen können, beweist, daß unsere Kampfesweise in den verflossenen Jahren die richtige war. Die Fraktion hat den Anspruch auf das Anerkenntniß des Parteitages, daß sie ihre Schuldigkeit gethan hat. Die Diskussion wird eröffnet. R n d t- Heidelberg: Die Fraktion hat die Interessen der Partei in politischer und sozialer Hinsicht treu vertreten und unseren Dank verdient. H u g- Wilhelmshaven: Die Angrisse der kleinen Berliner Klique auf den Parlamentarismus haben in der Provinz kein Echo gefunden. Redner wünscht, daß die brutalen Werkstatts- Ordnungen im Reichstage beleuchtet werden. Hillmer wünscht zur Geschäftsordnung, daß Persönliche Angriffe unterbleiben. fehlen solle, ein herrliches Leben als Schauspielerin und Schriftstellerin zn führen. Vor allem aber solle sie ja ihre vom Rechtsanwalt Munckel übernommenen Prozesse gegen ihre Verfolger einstellen; sie dürfe nicht vergessen, daß sie jeden Tag ihrer polizeilichen Answeffung ans Berlin gewärtig sein könne. Selbstverständlich sehe ich in dieser Ankündigung nur eine ebenso leere, wie boshafte Drohung. Wäre es so denk- bar, wie es undenkbar ist, daß eine preußische Behörde sich zu Racheakten für den Lindau-Ring hergiebt, so würde ich nicht an die Oeffentlichkeit appettiren, sondern eine andere Instanz um Schutz für ein Hülfloses Weib anrufen. Aber leer wie die Drohung ist, ist sie deshalb nicht weniger bos- hast. Fräulein v. Schabelsky, welche eben wieder ein wenig Athcm geschöpft hatte, um ihr Ziel zu erreichen, ein Ziel, welches kein anderes ist, als sich durch ehrliche Arbeit eine bescheidene und ehrbare Existenz zn gründen, sieht sich, kaum daß man mich lahm gelegt zu haben glaubt, wieder den Quälereien ihrer Peiniger preisgegeben; sie ist keinen Tag— gestern ist Herr M. A. Klausner auch schon in ihrer Wohnung erschienen, freilich nur um ab- gewiesen zu werden— vor neuen Verängstigungen sicher, und diese unglückliche Frau, die zehnfach abgebüßt hat, was immer sie gefehlt haben mag, muß schließlich unterliegen, wenn sie nicht dauernden Schutz vor dem Lindau-Ringe erlangt. Diesen Schutz kann ihr aber, so wie die Dinge liegen, nur ein'Appell an die Oeffentlichkeit geben. Da die„Kreuz- Zeitung" zn der geringen Minderzahl der hiesigen Preß- organe gehört, welche sich noch offen zu der in unserer auf- geklärten und vorgeschrittenen Zeit recht altvaterisch gewordenen Ansicht zn bekennen ivagen, daß eine schutzlose Frau nicht todtgehetzt werden darf, so hoffe ich, daß Sie, Herr Redakteur, die vorliegenden Zeilen in die nächste Nummer Ihres Blattes einrücken wcroen, und ich bitte Sie gleichzeitig, nieiilen Dank für diese, einem potiUschen Gegner erwiesene, Gefälligkeit entgegennehmen zu wollen. Im Jnter- effe f c-j Herrn Paul Lindau, sowie seiner sämmtlichen Sippen uns Magen will ich wünschen, daß diese Veröffent- üchung alle» SMaftigtmgm des FAMeins ,. SdrnMSfn ein cndgiltiges Ziel setzt.' Mit vorzüglicher Hochachtung ergebenst Verlin, 13. Oktober 1890~1' S" 3 � tl)XUXQ- Herbert- Stettin: Die prnktische Thätigkeit im Reichstage muh sich auch auf die Landbevölkerung erstrecken. Die Fraktion solle einen ständigen Agitations-Ausschuß einsetzen, der die Redner für die Provinzen vertheilt und im Falle der Verhinderung des einen für einen Ersatzmann Sorge trägt. Bremer- Magdeburg(am Berichterftattertisch schwer zu verstehen) hält die Taktik der Fraktion für durchaus richtig und erprobt. V o l l m a r und Genossen beantragen folgende Resolution. 1. Der Parteitag wolle beschließen: die verbündeten Regierungen saufzufordern, um die durch das verurthcilte Ausnahmegesetz angerichteten Schäden einigermaßen gut zu machen, das auf Grund der willkürlichen Bestimmungen dieses Gesetzes weggenommene Eigenthum an Körperschaften und Personen wieder herauszugeben. 2. Der Parteitag wolle beschließen: Die Partei hat für die nächste Zeit eine hauptsächliche Wirksamkeit dahin zu richten, daß das vorhandene Koalitionsrecht nicht nur im ganzen Umfange aufrechterhalten und gegen jede und immer geartete Beeinträchtigung thatkräftig geschützt, sondern weiter bis zur vollen Bersammlungs- und Aerbindungs- freiheit entwickelt wird. Als ein nothwendiges Mittel zum Schutze des Koalitiousrechtes der Arbeiter gegen die unter- drückerischen Bestrebungen des Unternehmerlhums ist ein Gesetz anzustreben, welches jeden Versuch, das Koalitions- recht oder die sonstige Ausübung der gesetzlichen Rechte zu hindern oder zu erschweren, unter nachdrückliche Strafe stellt.— Resolution 1 wird zurückgestellt, weil sie nicht zu dem zur Verhandlung stehenden Punkte der Tagesordnung gehört. Volkmar, nach einigen gcschäftsordnungsmäßigen Vemer- kungen: Der Ach- und Weheschrei der Bourgeoisie lehrt, daß wir auf dem richtigen Wege sind und ihn weiter gehen müssen. Das spricht mein Antrag aus. Die Fraktion soll bei erster Ge legenhcit den Antrag stellen. F l e i s ch m a n n: Eine Zeit lang war ein revolutionäres Renommiren vielfach in Mode, so daß man oft nicht wußte, ob man einen Anarchisten oder einen unklaren Sozialdemokraten vor sich habe. Wir wollen den Militarismus botikottiren, d. h. ihm nie Gelegenheit zum EinHauen geben. Liebknecht: Das Koalitionsrecht wird in seiner Wichtig keit von der Fraktion nicht verkannt. Ein Ansturm gegen den Parlamentarismus ist hier nicht erfolgt; also muß ich mich an die Angriffe der Presse halten. Wo allgemeines Wahlrecht be- steht, kann man vom Parlamentarismus im alten Sinne des Wortes nicht reden. Taugt die Volksvertretung nichts, so liegt der Fehler nicht im Parlamentarismus, nicht im Wahl- recht, sondern in der Dummheit der Massen, die unsere Gegner wählen. Unser Kampf ist ein Kampf um die indifferente Masse, die wir erobern wollen. Das war der größte Schaden, den die Opposition anrichtete, daß sie unseren Gegnern Gelegen- heit gab, die indifferente Masse gegen uns einzunehmen. In Deutschland sind wir eine Macht geworden. Die anarchistische Taktik aber hat Fiasko gemacht. Parlamentiren ist nicht identisch mitKompromiiseln. Die richtigeLinie ist von der Fraklion eingehalten worden. Wir haben nie unsere Grundsätze im Reichstagewerleugnet. Das allgemeine Stimmrecht ist das mächtigste Mittel zur Er- ziehung der Massen, zur Propaganda. Eine Reichstagswahl wühlt die Massen auf. Fürst Bismarck hat den Wählerfang be- trieben, auch ivir suchen die Wähler zu gewinnen, aber ivir schwindeln ihnen nichts vor. Meine frühere Taktik, meine Rede von 1869 wird mir vorgeivorsen. 69 war alles im Fluß, es war nicht sicher, ob das künstliche Erzeugniß des Norddeutschen Bundes bestehen bleiben würde. Tie weitere Entwicklung konnte ich nicht voraussehen. Wir müssen siegen. Die Taktik richtet sich nach den Umständen.(Stürmischer Beifall.) Werner- Berlin: Ich hätte gewünscht, der Vorsitzende hätte Ausdrücke wie Berliner Kligue geragt. D i e tz: Eine Kritik des Bureaus kann ich nicht zulassen. Werner: Mit der Resolution Fischer kann ich mich nicht einverstanden erklären. Unsere Abgeordneten waren eifrig, viel- leicht zu eifrig. Sie haben ihre Aufgabe falsch aufgefaßt.(Rufe Oho!) Sie sollten mehr agitatorisch austreten. Sie sollten die Massen erziehen; das geschieht aber nicht damit, daß die Zweckmäßig- keitderArbeiterschutz-Gesetzgebung ungebührlich in den Vordcrgrnnv gestelltwird. DerArbeiterschutzkann nichts nütze»; der Achtstundentag dewirkt wohl eineErhöhung desLohnes, aber infolge dessen wird auch das Produkt theurer. Es springt also dabei kein Bortheil her- aus.(Großes Gelächter.)(Die folgenden nationalökouomischen Auseinandersetzungen Werncr's lassen sich nicht wiedergeben, weil ihr Zusammenhang nicht ersichtlich ist.) Im Reichstage muß vielmehr auseinandergesetzt werden, daß die privatkapitalistische Wirthschastsweise die Ursache des Elends ist.(Redner führt dies näher aus unter Unruhe und Lachen: die Versammlung ist darüber befremdet, daß Redner ihr dies vorzutragen für nölhig hält.) Ich glaube selbst, daß ich Ihnen nichts Neues sagen kann. (Große Heiterkeit.) Diey: Die 10 Minuten sind um. Werner wünscht fortzufahren. Gottfried Schulz-Verlin: Bewilligen Sie Herrn Werner weitere zehn Minuten. Jeder blamirt sich so gut, wie er kann.(Stürmische Heiterkeit.) Die Versammlung beschließt einstimmig, den Redner zehn weitere Minuten zu gewähren. Werner fährt fort: Ich danke Herrn Schulz für sein Kompliment und werde mich darüber mit ihm in Berliner Ver- sammlungen auseinandersetzen.(Heiterkeit.) Wieweit eS mit der Vorliebe für den Parlamentarismus schon gekommen ist, will ich zeigen. In der Kommission ist beantragt worden, das Alters- Vcrsicherungsgesetz auf die Handwerker auszudehnen,� obwohl unsere Abgeordneten zugeben, daß das Gesetz schlecht sei. Bebel hat sich sogar für eine Anleihe behufs militärischer Verbcsserunv erklärt. Stadthagen ist dadurch geu�chlt worden, daß freisinnige Flugblätter für ihn verbreitet Xirden. Der kaiserliche Erlaß vom 4. Februar ist eine Aufsos�erung an die Unternehmer zu inter- nationalem Zusammp�chluß. Werner ging zuletzt aus die Frage des Freihandels unA Schutzzolles ein. Er sei nicht deshalb gegen den Schutzzoll, weil de die Waaren verlhcurc; sondern er sei des- halb für den Freihandel, weil dieser revolutionär wirke. L ö w e n st c i n- NNrnbcrg: Jede agitatorische Thätigkeit ist für unsere Partei zugleich eine praktische. Korrumpirend ivirkt der Parlamentarismus nur auf denjenigen, der nicht gesinnungs- lind prinzipicntreu ist. Unsere Fraklion ist nicht korrumpirt. Eher ausdehnen als einschränken sollte sie ihre Thätigkeit im Reichstage. Bebel: Die sogenannten nationalökonomenischen Ausein- andersetzungen des Herrn Werner kann ich nicht widerlegen. Ich habe sie nicpt verstanden. Eine solche Menge Wirrwar habe ich aus dem Munde eines Genossen noch nie gehört.(Sehr richtig.) Ich bin angesichts dieser Rede sehr froh, daß er nicht gewählt worden ist. Eine Rede wie diese im Reichstag wäre eine Bla- mage!(Sehr richtig!) Wenn Werner seine heutigen Ausführun- gen über indirekte Steuern und parlamentarische Thätigkeit vor seinen Wähler» gehalten hätte, wi.rde er nicht ein Drittel der Stimmen bekommen haben. Bor 6 Monaten bei der Wahl war von diesem Radikalismus noch nicht dieRe>.e. TieMünner derOpposition sprachen, um in den Reichstag zu kommen, in den Wahlversamm- lungen genau so wie wir. Parteigenossen! Ich mache Sie auf diese demagogische Taktik aufmerksam!(Beifall.) Wir gewinnen die Massen, indem wir ihnen sagen: wir streben nach unserem Ziel, wollen aber auch schon unter dem heutigen Produktions- systcm zu erreiche» suchen, was erreichbar ist.(Sehr richtig.) Diese Taktik darf die Partei nicht Verlagen, will sie begehen. Was die Angriffe gegen mich betrifft, so beruhen sie auf unglaublichen Mißverstündnissen. Wenn je eine Fraktion korrekt gehandelt hat, so haben wir bei dem Altersversicherungsgesetz korrekt gehandelt. Ich soll gesagt haben: Jeder Regierung muß man Vertrauen entgegenbringen! Es war in der Arbeiter-Schutzkommission. Durch unsere Anwesenheit dort wurde sehr zum Aerger der Herren das langsame, gründliche Arbeiten herbeigeführt. Es handelte sich um die Beaufsichtigung der Fabriken. Die Deutsch freisinnigen verlangten genaue gesetzliche Bestimmungen. Diese sind unmöglich, denn sie können durch den Produktionsprozeß in jedem Augenblick umgestoßen werden. Da sagte ich In dieser Beziehung müssen wir zu jeder Regierung, ganz gleich wer sie bildet, Vertrauen haben, daß sie den Fabrikinspektoren die dem jeweiligen Stgnde der Technik entsprechenden Anwei- sungen zur Kontrole der Fabriken giebt.(Sehr richtig.) Wie steht es mit dem letzten Vorwurf? Werner ist ein Meister der Verdrehung. Ich sagte im Reichstag: Die Abrüstung ist eine Utopie; die bürgerliche Gesellschaft kennt kezne Brüderlichkeit unter den Nationen, sie braucht die Armee, sie braucht die Orsi- ziersstellen für ihre Söhne. Ich verlangte, daß, der modernen Kriegstechnik entsprechend, die glänzenden Stellen der Uniform!- rung beseitigt werden, damit nicht Zehntansende unserer eigenen Parteigenossen auf die Schlachtbank geführt werden. Und was ich damals verlangte, das verlangen jetzt nach den letzten Manövern die militärischen Fachzcitungen. Ich wollte durch meine Worte verhindern, daß durch eine Stachlässigkeit des Kriegs- Ministeriums etwa es beim nächsten Kriege zu einer Massen-Ab- schlachtung kommt. Wenn ich je in einer Sache der Partei zu dienen geglaubt habe, so habe ich es hier geglaubt. Was die Resolution Vollmar betrifft, so halte ich sie für über- flüssig, da sie durch unsere Anträge zum Arbeiterschutz, wo wir verlangen, was er will, überholt ist.(Stürmischer Beifall.) S t a d t h a g en- Berlin erklärt persönlich: Der Borwurf gegen mich ging zuerst dahin, daß meine Flugblätter bei einem Konservativen gedruckt worden seien. Richtig ist, daß sie nicht bei Werner gedruckt worden sind. Sie waren bei einem Partei- genossen bestellt. Er konnte sie nicht liefern; da wurden sie in einer konservativen Druckerei hergestellt. DaS ist das ganze Verbrechen. Bei dem deutschfreisinnigen Flugblatte handelte es sich um einen im Verlage von Mosse hergestellten Bilderbogen, der die Wirkungen der indirekten Besteuerung darstellte. Dieser Bilder- bogen wurde bei der Stichwahl, in der ich mit dem Brotver- theurer Lohreu stand, einem sozialdemokratischen Flugblatte bei- gelegt. Darin wird Niemand einen großen Verstoß sehen.(Leb- haster Beifall.) Werner, persönlich: Ich'habe an Bebel nur eine Frage gestellt und um Ausklärung gebeten. Es wird mit uns in eigen- thümlichem Tone verhandelt und eine sonderbare Kainpfcswcise angewendet. Wenn Stadthagen sagt, ich tadelte das Flugblatt, weil es nicht bei mir gedruckt ist, so ist das unanständig. Vollmar, persönlich: Meine Resolution erscheint mir nicht überflüssig; sie ergänzt den Fraktionsantrag. V e v e l, persönlich: Wenn Vollmar seine Resolution nicht zurückzieht, wird Niemand gegen sie stimmen. Ich ziehe meinen Einspruch zurück. D i e tz ruft Stadthageu nachträglich zur Ordnung, weil er Werner beleidigt habe. Stadt Hagen, persönlich: Ich habe direkt das nicht gesagt, was Werner beleidigt hat, hat er so etwas herausgefunden, 'a ist das seine Sache. Damit sind die persönlichen Bemerkungen erledigt. Das Schlußwort hat S i n g e r: Zu verthcidigen brauche ich die Fraktion nicht mehr. Aber als Berliner Sozialdemokrat protestire ich ausdrücklich gegen die unehrliche Darstellung Werncr's, daß er die Ansicht der Berliner Parteigenossen vertrat. Das Gegen- theil ist der Fall. Werner bedauerte, uns nichts Neues sagen zu können. Das verlangen wir nicht, wenn er nur etwas Gcsckicidtcs gesagt hätte.(Lebhafte Zustimmung.) Seinen natioualökonomischen Vortrag kann ich nicht widerlegen, denn ich habe ihn nicht ver- standen.(Beifall und Heiterkeit.) Die Art, ivie wir im Reichstag arbeiten, wirkt zehnmal mehr propagandistisch, als die Werner'sche Redeweise mit den allgemeinsten Wendungen.(Lebhafter Beifall.) Werner greift an und sagt nachher: Ich habe nicht angreifen wollen, ich freue mich, daß ich Aufklärungen bekommen habe. Das ist seine Kampsesweise, so macht er eS in Versammlungen, so hier. Nochmals: Die Berliner Genossen, die immer voran im Kamps gestanden haben, die immer ihre Schuldigkeit in vollem Maße gethan haben(Lebhafter Beifall), sie haben ein Recht, nicht mit Herrn Werner idcntisizirt zu werden.(Bravo!) Die Reso- lution Fischer will Singer nicht empfehle», hier sollen die nicht der Fraktion angehörenden Parteigenossen frei entscheiden. (Stürmischer Beifall.) Es wird zur Abstimmung geschritten. Die Resolution Fischer wird einstimmig ange- nommen. Werner erklärt, daß er sich der Abstimmung enthalten habe. Die Resolution Vollmar wird gegen zwei Stimmen angenommen. Damit ist der dritte Punkt der Tagesordnung erledigt. Die Mittagspause tritt ein. Atachmittngs- Slknmg. Der Vorsitzende Singer eröffnet um ZV« Nhr die Ver- Handlungen. Die Zahl der ausländischen Gäste hat sich vermehrt um Frau Marr- Aveling(Bravo!), als Vertreterin der GaSarbciter London?, Gucsde und Ferroul(Bravo!) als Vertreter des sran- zösischen NationalrongrcsseS zu Lille und Wullschläger(Bravo!) als Vertreter der Schweiz. Ich heiße sie alle herzlich willkommen. (Lebhaftes Bravo.) Guesde(von stürmischem Beifall begrüßt) in französischer Sprache: Ich bin erfreut, Ihnen, den deutschen'Arbeitern, die zur Eozialdemokratie organisirt sind, die Grüße und den'Ausdruck der Bewunderung der französischen Ar- bciterpartei übermitteln zu dürfen. Die französischen Arbeiter haben von Anfang an den Kampf, den die deutsche Sozialdemokratie gegen Willkür und Despotie führte, mit Aufmerksamkeit verfolgt. Die Waffen der Despotie sind zer- sprungen an der ehernen Rüstung der Sozialdemokratie. Das Ziel ist Hubens wie drüben dasselbe. Hier wie dort weht der Geist des großen Denkers, dessen Spruch: Proletarier aller Länder vereinigt Euch, uns umschlingt..�Unsere Heimath ist die Welt, unser Ziel die Menschheit!(Beifall). Die französische Bourgeoisie hat ge- logen, wenn sie von den Spaltungen der deutschen Partei sprach. Nie war, wie wir sehen, die deutsche Sozialdemokratie einiger als hier. Wir folgen derselben Taktik wie Sie. Wir betheiligen uns an allen Wahlen, ohne deshalb unser Ziel außer Augen zu lassen. Guesde dankte der deutschen Sozialdemokratie noch besonders, daß äe in dem Augenblicke, wo die Pariser Kommune in Blut er- stickt lag, sich solidarisch mit ihr erklärte. Nur einen Feind hat das Proletariat: seine Uncinigkeit. Sind die'Arbeiter aller Länder einig, so kann ihnen keine Macht wider- stehen. Guesde wandte sich gegen die von der Bourgeoispreffc verbreitete Meinung, daß der französische'Arbeiter eine Borliebe für das barbarische Rußland hätte. Im Gegentheil, er sieht in Rußland das eigentliche Rückgrat des europäischen Despotismus, und er verachtet die Bourgeoisie, die sich in feiger Angst vor dem Proletariat in die Arme des zarischen Despotismus geworfen hat. Gue auf lesde schloß mit einem Hoch aus das sozialistische Deutschland, f die Arbeiterpartei in Deutschland.(Stürmischer Beifall.) Liebknecht giebt die Rede in Nebersegung, bringt ein Hoch aus die internationale Sozialdemokratie und ein Hoch auf das sozialistische Frankreich aus und richtet BegrüßuUgsivorte an Guesde und Ferroul. Die Versammlung erhebt sich bei den begeistert ausgebrachten Hochs von den Plätzen und bricht in stürmischen Beifall ans bei dem Gruß an die französischen Gäste. F e r r o u l, als französisches Kaminermitglied, wiederholt, daß die Franzosen mit der größten'Aufmerksamkeit dem Kampfe des deutschen Proletariats folgen. Sie haben sich die deutschen Ar- beiter, ihre Organisation, ihren heldenhasten Widerstand gegen die sozialistengesetzliche Verfolgung zum Vorbild genommen. Vom Kongreß zu Lille überbringt Genosse Ferroul Grüße, welche W aufgetragen ivorden sind. Die Arbeiter beider Länder sind ei»! in der Taktik und im Ziel; sie kämpfen einträchtig und bis z? äußersten gegen den internationalen Kapitalismus und Tcspl®' muS.(Bravo!) Liebknecht übersetzt auch diese Rede und dankt dann französischer Sprache dem Genosse» Ferroul. "...-_v---- x und rn"V------------- '�rußungstelegramme und Schreiben sind einaelaufen W -.-----.--- Mütter„Walka Clas", : der sozialistischen Arbeiter' von dem kommunistischen Arbeiterbildung-' -"- den Redaktionen der polnischen Blätter „Przedowil", von dem Nationalkomitee parte! Spaniens, von dem ko>i>muni>u,cyru verein zu London. Außerdem Telegramme aus 5t all, Ludwigsi Hafen, Gaarden, München, Hannover, Offenbach, Hamburg-El»-' büttel, Leipzig, Berlin I., Berlin IV., Braunschweig, Hanueoil, Dresden, Lörrach, Haniburg 2 Mal, Wolmirstedt, jSmigcnW' Hartha, Heidingsseld, Ronneburg, Meißen, Köln a. Rh., Bermt Hamburg, Köln, Langenbielau, Chemnitz, Berlin V., Dessau- Hannover, Harburg, Barleben, Flensburg, Leipzig, Ratheiw», Lambrecht, Langenbielau, Hamburg, Plauen, Apolda, GW Eisenach, Berlin, Celle, Gießen, Weimar, Mülhausen, Ratheiia»- Rixdors, Eßlingen, Hamburg, Breslau, Ludwigshafen, Königs berg, Gera, Altona. Ferner aus Zürich, Gent, London, LM Jaegerndorf, Madrid, Lemberg, Kronstadt, aus Sizilien und ae- Ungarn. Die Mandats-Prüfungskommission erstattet Bericht durch Pfannkuch- Kassel: Anwesend sind 410 Delegirfe- welche 235 Wahlkreise vertreten.(Beifall.) Außerdeui#' zwei Ausweise von einem Schweizer und einem dänisäP Genossen abgegeben worden. Bier Mandate von beiterinnen sind vorhanden. Das Mandat von Baden-Baden ist für ungiltig erklärt; seine Etgensi# als Delcgirter wird aber nicht berührt, iveil er giltige Mands� von anderen Wahlkreisen hat. In Baden-Baden soll Lutz s£1, Parteigegner nicht haben zum Wort kommen lassen. Das Ma»d» von Gotthels von Wietersheim-Hamm-Soest ist beanstandet, W es formell unrichtig ist. Ein iveiteres Mandat rst angesochlfU ivorden, weil der Delegirte Schulden habe.(Heiterkeit.) Wellw Ausstellnngen sind nnwesentlich.",„ Ter Parteitag erklärt die vier Mandate der Arbeiterinue» für gillig. Lutz verwahrt sich gegen die Behauptungen des gegen lü" gerichteten Protestes. i| Das Mandat von Lutz- Baden- Baden wird für gw'» erklärt. Ebenso werden alle sonst noch beanstandeten Mandate st giltig erklärt; nur das Mandat von Lichten berg- Crsi� wirb der Mandats-Prüfungskonimission noch einmal zur Prusu� überwiesen. Es wird in die Verhandlung des vierten Punktes der Taü� ordnung: D i e Orgauisation der Partei, cingctrettU- Referent ist Auer: Werthe Genossen! Unsere bisherigen Verhandlung beschäftigten sich bisher mit der Bergangeuheu. Jetzt gilt es, J Basis für die Agitation der Zukunft zu schaffen. Es gilt," Organisation herzustellen. Schon früher bestanden Orgnnisatie». unserer Partei. Werten wir einen Blick auf sie und ihr Schickst. Belrachtcn wir besonders die Organisation, wie sie im Mail») zu Gotha geschaffen wurde. 1876 halten wir sie nicht tnfl Achten Sie bei Ihren Anlrägen auf diese Thatsache. Nicht ä waren an der Beseitigung der Organisation sllst'! .ondern andere Mächte. Wir müssen auch jetzt f' Umstände und Verhältnisse Rücksicht nehme», auf w», wir keinen Einfluß haben. Im Jahre 1876 wählten keinen Parteivorsland, sondern ein Zeutral-Wahlkomitee, weil D. Parteiorganisation vorläufig für Preußen geschlossen war. Ka? beantragte die Wahl dieses Komitees aus 5 Personen, denen � allen Organisation?- und Parteiangelegenheiten d i k t a t o r i I � Gewalt zu geben sei. Dieser Antrag wurde einstimmig aiigen»«. men trotz des Wortes Diktatur, mit der es so schlimm ü war. 18 unter dem ) WiJ«Lü V t tV»? /C/i« v«« tili» w»|—-|—y 1 77 wurde eine Organisationskommission gewählt, s. uiuti uuit Vorsitz unseres Altmeisters in Orgarnsationssrag�J B. W. Tölke, der trotz seines Allers hier erschienen, und DststA dafür danke(Lebhafter Beifall) zusammentrat. Diese Konunisstj. verneinte die Möglichkeit einer Organisation überhaupt in R" ficht ans die von den preußischen Behörden proklamirte Rg losigkeit der sozialistischen Vereine. Sie empfahl den Genosi aller Orte, sich selbstständig zu organisiren. Ihre � schlüge wurden einstimmig angenommen. Auch in Sachsen die Vereine geschlossen, in Bayern war man eben dabei. � standen die Dinge vor dem Sozialistengesetz. Wir können Cii. leider nicht die Organisation schaffen, die wir für die beste U' nützlichste halten, sondern wir müssen ans Verhältnisse und PA sonen Rücksicht nehmen, auf die wir keinen Einfluß haben.-L müssen daran denken, daß uns beständig Jemand über Schulter sieht, der mit einem Federstich die Organisalion i., stören kann. Wir unterbreiteten Ihnen einen En tw nr f. hatte heftige Angriffe erfahren, die vielleicht unterblieben wa?' wenn die'Angreifer sich besser unterrichtet hätten. Angriffe!' auch erfolgt von Genossen, die der Fraktion angehörten, der rathung des Entwurfs aber fern blieben. Wir bedauern>'P,. daß kritisirt wurde, wohl aber, daß diese Genossen ihre(stß theiligcn Meinungen nicht im Nahmen der Frakti haben. Die Kritik ging in der Form häufig über das w-r-u heraus. Man braucht doch nicht gleich den gröbsten Ausdruck( ..— /rt:-Xi..\ cm: j.«0«-»ff ii*i ort i rt flCl� � wühlen.(Heiterkeit.) Mich hat es er Entwurf ist das Produkt eines KompromiffeZ. allerdings wenig. g°st-., — Der Ä/ßU V�nuülirf Ijl UCXly �pcuuuu vuit'y.w— �.,j( mit jenem, jener Niit diesem Punkte nicht ganz einversiaM Deshalb war es von den Angreifern besonders ungeschickt, dem einigen Fraktionsniigeheucr zu sprechen, das die P'si � diktatnr erstrebe. Dieses Gespenst hat gar kein Fleisch! wechselt beständig. Selbst unser dauerhaftester Fraktionsgeii L (Heiterkeit) Bebel, ist ja einmal, trotzdem er 37 Kandidaturen W (Heiterkeit), nicht in de» Reichstag gewählt worden.(Heilerkeit.)'•s1 A .in der Fraktion gingen die Meinungen auseinander. Man sich, dann wurde abgestimmt und dann galt es.(Beifall.) si sei eS auch hier. S i e sotten die Entscheidung über den(WW, treffen. Die Hauptfrage ist: Können ivir uns als Verein koi'V tuiren? Eine endgiltige Lösung hat die Fraktion nicht gesu»�' weil man unter dem Eindruck stand, doch für umsonst zu.-, beiten. Wir hielten eS aber für unsere mora>M- Pflicht, uns eine Organisation zu geben. Und werden aufgelöst, nun, so geht es doch weiter. Wir sind. L,- Substanz, die sich nicht vernichten läßt, die sich weiter im Volke verbreitet.(Bravo.) Sie habe» A entscheiden, ob wir uns eine Organisation geben. Am... einzelnen Einwürfe, Borschläge und Punkte kaim ich...... gehen. Nur das Wichtig. e: Zunächst hat eine Naw A, ändermig stattgefunden. Wir solle» von nun an heißen: SB a, demokratische Partei. Nim, die'Art bleibt dieselbe. BenuiM ist worden die dauernde materielle Unterstützung, von der.., die Zugehörigkeit der Partei abhängig machten. Alle bishP Organisationen stellten diese Forderung noch schärfer cut-.rli handelt sich, wohlverstanden, um engere, um o r g Parteige offen. Zwischen der Wählerschaft und P.n schast ist immer ein Unterschied gewesen und stehen bleiben. Doch sind wir bereit, die materielle Unterstützung fallen zu lassen, weil Forderung schon genügt, uns als Verein zu--...je nnd— anfznlösen. Dagegen müssen wir unter allen llmllsi.he daran festhalten, daß zur Partei nicht gehören kann, wer siM.�i loser Handlungen schuldig macht. Unsere Partei muß rein 1 ,(if! Es giebt ehrlose Handlungen, die kein Sirasgesetz der Welt a und die doch schlimmer sind, als ein Verbreche».(Beifall.) bei der Frage der Vertrauensmänner nehme» wir bessere- schlage gern entgegen. Diese Angelegenheit eignet sich bejff Verhandlung im engeren Kreise. Dap ein Parteitag allj'V�jl' stattfindet, ist von keiner Seite bekämpft woroen. Wer soll" l'i1 m «"Kswe« schicken werden, W zilin m i.-(j--v.vw., ist selbstverständlich. Wir sollen auch m"��lligenz der großen Städte herabdrücken wollen, hieß es. ■Kim, Berlin IV und VI n d— Weimar haben je 4 Tclegirtc lleichickt. Ich bin der Vieinung, man überläßt es dem Takt- °i«.'5a einzelnen Kreise, wie sie sich vertreten lassen. Aber Abgrenzung ist nothwendig. Wir sind keine Aktiengesellschaft, fV 0-. und Pfennig rechnet, daß nicht einer etwa zu viel be- iommt! Die Parteitags nützen uns nioralisch am meisten, sie ZNgen, daß die Parteigenossen in Nord und Süd, in Ost und treu und fest zur Fahne halten. Das ist die Hauptsache. beeisall.) Wir freuen uns, wenn die großen Städte gut ver- h m ichd. Keiner in der Fraktion hat den großen Städten mit xF Bestimmung im Entwurf einen Kappzaum auflegen wollen. Hf tie. Bestimmung geschickt oder ungeschickt war, lasse 'ch dahingestellt, eine böse Absicht lag nicht dahinter. die Thcilnahme der Fraktion an dem Parteitage betrifft, so sm ef �ur, daß jedes Fraktionsniitglied, wenn es will, ein erhalten kann. Taugt ein Fraktionsmitglied nicht und erhalt deshalb kein Mandat, so ist der Parteitag der beste Ort, uni ihn den Standpunkt klar zu machen. Es ist besser, wenn aus uen Wahlkreisen Leute Mandate erhalte», welche noch nie auf emem Kongreß waren und hier Erfahrungen sammeln, als solche, me immer auf den Parteitag kommen. Ueber den außerordentlichen Parteitag(§ 10) einige Worte: Unseren Genossen soll gewiß das Utecht gegeben werden, bestimmte Anträge auf Einberufung des Parteitages zu stellen. Außerordentlich schwierig aber wird J6111' F kontroliren, ob die erforderlichen 10 000 Unterschristen Mich wirklich von Parteigenossen herrühren. Das ivird uns «tkipfschmerzen machen. Aber selbst, wenn wir die Schwierigkeit mcht zu lösen vermögen, so können wir doch ruhig sein: Partei- mge werden so viele stattfinden, als es im Parteiinteresse noth- o u Iii ist. Böswillige und unfähige Leute iverden Sie mit der Ueitiing der Geschäfte nicht betrauen.(Zustimmung.) Db der Parteitag oder der Vorstand die Gehälter festseht, in wohl einerlei. Als ivir einmal Hasenclever mit vollem Gehalt Mtztellten, war nachher keine Arbeit für ihn da, und wir ver- u endeten ihn für die Agitation, er schied dann aus dem Vor- itaiide und sein Nachfolger bekam statt ü hre n",„Gerichtskosten", „Schreibgebühren" ec. Voraiissetziing ist jedoch, daß die bezüg- liehen Angaben einschließlich der sämmtlichen nicht die Bs- förderung betreffenden. Vermerke:c. in ihrer Ausdehmmg etwa den sechsten Thcil des Brie iimschlags nicht überschreiten und am ober» Rande des Briefnuischlags aus der Vorderseite oder Rück- seite sich befinden. Ans der Aeva drv fazialc» Tlrfoui». Das„B. T." schreivt: In einem Wassereimer ertränkte sich im Laufe der vorver- st offene» Stacht die 37 jährige Nätherin Marie Wcndler, Gitschiner- Itraße Gl, vier Treppen wohnhaft. Tie aus Carolath in Schlesien gebürlige Selbstmörderin, welche seit April v. I. vom Eigen- thümer des Hauses ein einfenstriges Zimmer gemiethet hatte, er- nährte sich kümmerlich von ihrer Hände Arbeit; sie lieferte sär ein hiesiges Geschäft Trikot-Taillen. Aus besseren Zeiten hatte sie eine kleine Summe, welche in einem Sparkasscnbnche angelegt war, hinübcrgcrettet. Die anhaltende Näharbeit scheint die Lunge der ohnehin schwächlichen Person stark affizirt zu haben; sie klagte hänsig über Brust- und Kopfschmerzen, und ihr Leiden verschlimmerte sich wesentlich seit dem Tode ihrer Schwester, welcher im Juni dieses Jahres erfolgte. Seit etwa zehn Tage» hütete sie das Bett und konsultirte den Arzt der ktrankenkasse, welcher sie angebörte. Während dieser Zeit wurde".e von den auf demieiven Korridor wohnenoen Rathnow- scheu EhMuten verpflegt, und in den letzten Tagen besuchte sie auch eine fromme Schivester, welche bei Frau N. verkehrte. Vorgestern Vormittag nahm die Wendler noch Medizin von der frommen Schwester entgegen, Nachiiüttags indeß weigerte sie sich, ferner Medikamente einzunehmen, indem sie der Frau St. erklärte, ihr sei doch nicht mehr zn Helsen. Später bat sie die Letztere, ihre in der Kommode aufbcivahrten Briesschasten zn verbrennen und Abends ihr— zur Verbesserung der Zimmerlnst, wie sie vorgab— zwei Eimer frischen Wassers zn holen und nahe ihrem Bette aufz islellen. Frau N. erfüllte die Wünsche der etwas eigenwillig scheinenden Kranken und verließ dieselbe vorgestern Abend nach 10 Uhr. Am gestrigen Morgen, nach 5 Uhr, landen die R.'schcn Eheleute die Wendler in ihrem Zimmer als erstarrte Leiche vor: Tie Unglück- liehe kniete vor einem der Wassereimer, in welchen sie den Kopf hineingesteckt hatte. So hatte sie den Erstickungstod gesucht und gefunden. Die benachrichtigte Polizei sorgte sür die Uebersührung der Leiche nach dein Obdnklionshai se. Ii» der Falle. Als der in der Alten Jakobstraße wohnhaste Herr Will») Sch. gegen Mitternacht vom Sonntag zun» Montag heimkehrte, trat ihm beim Passircn der zweiten Treppe ein fremder Mann entgegen, welcher ans dem oberen Stockwerk kam. Herr Sch. entzündete infolge dessen eine Wachsstreichkerze, doch kaum war dieselbe aufgeflammt, so wurde sie ihm von dem Fremden ans der Hand geschlügen und er selbst gleich darauf gepackt lind mit großer Gewalt an das Treppengeländer gedrückt. Herr Sch. wollte sich mit dem Schirm wehren, doch dieser wurde ihm rücklings entrisse»; er hatte es also mit zwei Gegnern zn thun. In diesem auf der finsteren Treppe geführten Kampfe wäre Herr Sch. wohl erlegen, wenn er nicht zu eineni verzweifelten Mittel seine Zuflucht genommen hätte, dessen Anwendung ihm freilich nur durch seine anerkannte und iviederholt preisgekrönte Turnergewandtheit möglich geivorden ist. Er wußte sich sür einen Ztngenblick von seinen Gegnern zn befreien und benutzte diesen Moment, um sich über das Geländer nach dem ivciteren Treppenabsatz hinabzuschwingen. Sodann gewann er blitzschnell den Hausflur und die HauSthür, schloß diese eiligst auf und war im selben Augenblick auch schon ans der Strape, von wo aus er die Thür wieder verschloß, so daß seine beiden Angreifer in der Falle saßen. Aus der Straße fand Herr Sch. auch bald den Nacht- Wächter, dieser requirirte einige Schutzleute und diese drangen nun mit Herrn Sch. gemeinsam in das Haus ein, um nach den beide» Patronen zu suchen. Sie sanden dieselben auch in einem Aodcnvcrschlage hinter altem Gerämpel versteckt, holte» sie von dort hervor und brachten sie nach der Polizeiwache, von wo anS später ihre Uebersührung nach dem Alexandcrplatz erfolgte. Durch das unerklärliche Verschwinden der 23 Jahre alten Schneiderin Elise Pflaume, am Königsgrabcn 15 wohnhaft, ist die Familie derselben in größte Trauer versetzt worden. Die junge Dame war am 8. d. M. Morgens von ihrer Wohnung aus in gewohnter Weise nach ihrer Geschäftsstelle in der Obcrwall- straße gegangen, halte dort auch bis Mittag gearbeitet und sich sodann nach Hause zurück begeben. Dort ist dieselbe jedoch nicht eingetroffen und es bleibt somit nur die Annahme übrig, daß dem jungen Mädchen, das sich des be ten Rufes erfreut, ein Unglück zugestoßen ist. Dasselbe war bekleidet mit einem dilnkelgrän ge- streiften Kleide, dunkelbraunem Regenmantel mit Samuiet- anfschlägen und schwarzem Strohhut; in der Hand trug es einen neuen Regenschirm mit gelber Krücke. Als besonderes 5ten»zcichen möge eine in der Nähe des linken Ohres befindliche Narbe er- wähnt sein. Alle Tiejenigen, welche über den Verbleib der Ver- schwulidenen Auskunft geben können, werden hierdurch dringend gebeten, den tiefbekninmerten Angehörigen schleunigst Mittheitung zu machen. Polizciberichl. Am 13. d. M. Mvrgens siel der Maurer- polier Gehns ans einem Neilban in der Lcbuscrstraßo von einer Mauer gegen einen Balken und erlitt dadurch eine so schwere Verletzung des Oberschenkels, daß er nach der Dr. Hadra'sche» Klinik, Markusfir. 1 gebracht iverden mußte.— Vormittags stürzte ein Offizierbnrsche vor dem Hause 5könisplatz 5 mit seinem scheu gewordenen Reitpferde und zog sich eine bedeutende Verletzung nn der Stirn zu. Er wurde nach dem Garnison-Lazareth gebracht. — Nachmittags wurde ein zweijähriges Mädchen vor dem Hause Elisabcth-Ufer 14 von einem Bierwagen überfahren und so schiver verletzt, dap es während der Ueberführnng nach der Sanitäts- wache verstarb.— Zu derselben Zeit wurde ein Mann in seiner Wohnung in der Rheinsbergerstraße erhängt vorgefunden.— Abends setzte die 15jährige Btartha Severin in der Wohnung ihrer Diensthcrrschack in der Schönhauser Allee ihre Kleider in Brand, uni sich auf diese Weise zu tödten. Dies wurde jedoch noch recht- zeitig bemerkt, so daß sie nur eine Brandwunde an der Hüfte vavontrug. Sie wurde nach dem St. Hedwigs-Krankenhanse ge- bracht.— Zn derselben Zeit stcl ein Drehorgelspielcr vor dem Hanse Alte Schönhauserstraße 13 infolge eines Fehltritts nieder und erlitt eine so schivere Verletzung der Hüste, daß er nach der Charitee gebracht werden mußte.— Abends stürzte ein Soldat vor dein Hause Klosterstraße 3—9 mit seinem Pferde und erlitt Quetschungen an beiden Beinen.— Vor dein Hause Oranien- straße 165 gerieth ein zehnjähriger Knabe unter einen vorüber- fahrenden Pferdebahmvagen lind wurde am Kopfe anscheinend schwer verletzt. Tixeolsr. „Der Vater", Trauerspiel in 3 Aufzügen von A. Strindberg. Der„Verein Freie Bühne" begann sein zweites Vereinsjahr mit der Aufführung von Strindberg's„Der Vater", die in der kleinen Gemeinde der Vereinsmitglieder mit außerordentlichem Beifall aufgenommen wurde. Daß die Gemeinde klein ist, darf uns nicht wundern, denn man muß die Wahrheit über alles lieben und starke Nerven besitzen, um sich die Fäulniß der eignen gesellschaftlichen Klasse im Drama vorführen zu lassen. Soviel sittlicher Ernst wohnt aber nur tu den Bessern der Besitzenden, die hier die Zuschaner bilden, sie sind Einzelerscheinungen. Im„Vater" giebt uns St. unerschrocken das Bild einer Ver- sorgungsehe, die unnatürlich geschlossen, an ihrer eigenen Un- natur zu Grunde gehen, der Katastrophe entgegeneilen muß. Die Personen handeln nicht nach großen, weitausschauenden Plänen, sondern sind die Spielbälle der Verhältnisse. Der Vater ist energielos und bietet der mit starken Willen begabten Laura die Hand, weil er damit glaubt das ihm fehlende, für's Leben aber nothivendige Stück sich anzusetzen, sie soll ihm helfen seine Gedanken zur Ausführung zn bringen. Laura hat aber für den Schwächling nur das Gefühl des Mitleids, mit der Liebe der Mutter behandelt sie den Rittmeister, dieses„Riesen- lind". Und dennoch nimmt sie den Antrag an, die Gewissens- bisse werden niedergekämpft und die Versorgungseho eingegangen. Alle Vorbedinguiigen für ein glückliches Mitoinanderleben, Ge- fühls- und Gedankeneinheit, fehle». Er ist Attheist, sie Pietistin, er ein denkender, forschender Geist, sie kleinlich und beschränkt, er ivankelmüthig und rücksichtsvoll, sie jeden Augenblick bereit, alle Mittel für die Verivirklichnng ihres Willens rücksichtslos ein- zusetzen. Das ist der Boden ans dem die Ehetragödie sich abspielt, die vom ersten Tage bis zum Schluß ein unaushörlicher Kampf ist. Jeder Schritt giebt bei dieser Meinungsverschiedenheit Anlaß zum Streit, der mit der Zeit beide Theile nervös machen, zn gegenseitigem Haß entflammen und Mann und Frau aufreiben muß. Der Schwächere, Widerstandsunsähigere wird unterliege». Hier ist es' der Vater. Gelegentlich der heftigen Auseinandersetzung zwischen dem Rittmeister und Laura, iver von ihnen bestimmend über die fernere Erziehung der bereits erwachsenen Tochter einzugreifen> hat, ivird der leise Zweifel an der Echtheit seiner Baterschaft in seine bereits kranke Seele lavinenartia wächst er an und ivird zur fixen Idee. Er fühlt und spricht seine Gedanke» zu seiner Frau ans, daß einer von Beiden in diesem Kampf unter- gehen, der Stärkere die Macht und damit das Recht behalten ivird. Triumphirend ruft nun Laura ihren Sieg aus, denn sie habe bereits Schritte gethan, ihn gerichtlich unter Vormundschaft stellen zn lassen auf Grund seines eigenen Briefes an den Arzt, ivorin er sich für ivahiisinnig erklärt. Wutherfnllt ergreift er die brennende Lampe und schlendert sie gegen Laura. Zwangsjacke und Schlaganfall bilden den Schluß des erschütternden Dramas. Die Aufführung war iin großen Ganzen eine sehr gelungene. Herr Reicher spielte nicht mehr die Rolle, er lebte sie in er- schreckender Naturwahrheit. Leider verstand es Fräul. Bcrtens nicht, niis die Laura menschlich näher zu bringen, sie gab den kalt berechnenden, gefühlsbaaren Dämon, der Freude am Zer- fiören findet, und doch erzählt die Tochter, daß die Mutter oft draußen weine, und fragt die Amme den Rittmeister hinsichtlich seiner Ehe, ob zwei Menschen sich denn zu Tode quälen sollen, zivei Menschen, die sonst s o g u t sind und allen anderen wohl wolle»? Strindberg hat allerdings in einzelnen Szenen durch die nicht ganz konsequente Durchführung den leisen Anlaß sür Fräul. Bertens gegeben, uns ein unbegreisliches, moralisches' Ungeheuer vorzusühren, das sich von vornherein wegen seelischen Defekts dein Jrrenhause empfiehlt. Eine Auklage n»?aen Versehens gegen das Urheber- recht, begangen durch Nachdruck, führte gestern den Redakteur Pank B l n>n e n r e i ch und den Chefredakteur Dr. Hugo R n s s a ck vor die ziveite Strafkammer des Landgerichts I. Der erste Angeklagte ist Herausgeber des„Berliner Feuilleton", welches bezweckt, die Zeitniige» mit Unterhaltnngsartikeln zu ver- sehen; der zweite Angeklagte ist Chesredakteur der Zeitschrift „Mode und Hans". Tein Letzteren hatte im vorigen Herbste eine in Wien lebende Schriftstellerin, Fräulein Anna Bogel, eine kleine Novclctte, betitelt:„Wenn man vergeblich wartet" über- sandt und da sie das Manuskript nicht zurück und auch keinen ablehnenden Bescheid erhielt, so gab sie sich der Hoffnung hin, daß ihre Arbeit Aufnahme finden würde. Anstatt dessen erschien ihre Novellette zu ihrer Ueber- raschung in dem Blatte des ersten Angeklagten nnd ivnrde aus diesem von verschiedenen Zeitungen, die zn Blumenreichs Abonnenten gehörten, übernommen. Trotzdem Frl. Vogel von dem Angeklagten Blumenreich ein sreundlicheS Anschreiben erhielt, in ivelchem ihr ein Honorar von 25 M. zugesichert wurde, glaubte sie sich doch in ihren Gerechtsamen geschädigt nnd wurde sie in dieser Anschammg von dem Rechtsanwalt Dr. tanS Blum in Leipzig bestärkt, der sie veranlaßte, den trasantrag zu stellen. Tie beiden Beschuldigten erklärten, daß sie nur das Opfer ihres guten Willens geworden seien. Dr. Rnssack gab an, daß er die imbedeiltende Arbeit der Verfasserin nur als Lückenbüßer habe verwenden wollen, bei der Fülle des ihm zu Gebote stehenden Materials habe sich eine Ge- legenhcit dazu immer nicht finden wollen. Inzwischen sei Frön- kein Vogel nngediildig geworden nnd er habe geglaubt, ihr einen Gefallen dadurch zu erzeige», daß er gelegentlich eines Zusammen- treffens mit Blumeiircich diesem das Manuskript zur Aufnahme im„Berliner Feuilleton" anbot. Blumenreich habe seiner Voraus- setzung, daß eine derartige Benutzung des Manuskripts von der Verfasserin gebilligt werde, Ausdruck gegeben und sei hierin von ihm, Dr. Russack, bestärkt worden. Ans die Frage Blumen- reich's, wie viel Honorar die Verfasserin für die Novellette von der Redaktioii von„Mode nnd Haus" erhalten würde, ivnrde ihm die Antivort„etwa 15—20 ist!." worauf Blumenreich erwiderte, dann werde er ihr 25 M. schicken, damit- werde sie wohl zufrieden sein. Blumenreich hat der Verfasserin diesen Betrag auch sofort»ach Aufnahme des Artikels zugesandt, daS Geld ift aber nicht angenommen worden. Der Vorsitzende machte die An- geklagten darauf aufmerksam, daß sie unter allen Umständen fiihrlässig gehandelt hätten, denn sie hätten die Geneh- migung der Verfasserin einholen müssen, bevor sie über das Manuskript in einer anderen Weise verfügten, ivie die Eigenthümerin es bestimmt hatte. Der Staatsanwalt beantragte gegen die Angeklagten je 30 M. Geldstrafe, während der Verthcibiger, Rechtsanwalt Dr. Brock, ans Freisprechung plädirte, weil die Angeklagten im guten Glauben gehandelt. Der Gerichtshof schloß sich dieser Anfsassnng nicht an, sondern ver- urthcilte den Angeklagten Blumenreich zn 50 M. und Dr. Russack zu 30 M. Geldstrafe. Z» der Scieidigungaltliige drv DfcU'ms Mitte gegen den Hofprediger S t ö ck e r war zu. gestern wiederum vor der 100. Abtheiluug des Schöffengerichts Termin zur Haliptverhaudluiig auberaumt worden. Kurz vor Beginn der Sitzung wurde die Verhandlung aber wiederum— zum dritten Male— wegen Verhinderung eines der Betheiligten ver- tagt. Wie wir hören, ist ein neuer Termin auf den 6. November anberaumt worden. Polnriverordming bellimmt, daß die„fliegenden" Wursthändler, welche während der Nacht ihrem Geschäfte in den verkehrsreichsten Gegenden der Stadt obliegen, ihren Blechknsten an in die Augen fallender Stelle mit einem Schild zu verschen haben, welches die Bezeichnung„Roßfleischwürste" trägt, voraus- gesetzt natürlich daß das von ihnen seilgehaltene Erzeugniß jener Bezeichnung entspricht. Ter Wursthändler Dynoiv, der gegen diese Verordnung verstoßen haben sollte, war hierfür mit einem Straf- befehl in Höhe von 15 Mark bedacht worden. Er beantragte richterliche Entscheidung und führte im gestrigen Termine zu seiner Entschuldigung an, er habe die Zusammensetzung der Würste nicht gekannt. Durch die Beweisaufnahme gewann der Gerichtshof aber eine andere Ansicht. Dem Angeklagten wurde nachgewiesen, daß er seit fünf Jahre seine Würste von einem Fabrikanten in der Manteuffelstraße bezieht, der lediglich Pferde- fleisch verarbeitet und der Gerichtshof glaubte dem"Angeklagten nicht, daß ihm der letztere Umstand unbekannt sei. Mit Nüchsicht darauf, daß der Angeklagte sich für ein Paar Würste denselben Preis bezahlen ließ, als wenn sie aus Rind- und Schiveineflcisch hergestellt seien und da das Publikum gegen derartige Täuschung energisch geschützt werden müssL, wurde der Strasbcschl im vollen Umfange aufrecht gehalten. Kor dm Kammergcricht gelangte dieser Tage ein inter- essanter Prozeß des Maschinenarbciters August von Bredow gegen den durch die Direktion der hiesigen Stadtbahn vertretene preußischen Eisenbahn-Fiskus zur Verhandlung. Die Stadtbahn verwendet nämlich in de»: Bahnhof„Friedrichstadt" mehrere hydraulische Fahrstühle, mit deren Bedienung u. A. auch seit Juni 1882 der p. v. B. betraut war. Als nun derselbe am 1. März 1383 an der Stopfbüchse eines Fahrstuhls eine nöthig gewordene Reparatur bewerkstelligte, fuhr der Fahrstuhl mit großer Geschwindigkeit herab und schlug dem unterhalb der Plattform stehenden v. B. den rechten Oberarm ab. Das Land- gericht I wies die aus dem Hastpflicht- Gesetz auf Ge- Währung der vollen Rente gerichtete Klage deS pp. von Bredow ab, das Kammergcricht aber billigte ihm auf feine Berufung dreiviertel der Rente mit 768 M. zu. Die hiergegen vom Fiskus eingelegte Revision wurde vom Reichs- gericht unter folgender Begründung zurückgewiesen:„Nach Fest- stellung des Kammergerichts muß angenommen werden, daß die Verwaltung der Stadtbahn zu Berlin eine Reparatur- w e r k st ä t t e besitzt, von der aus die Wiederherstellung schadhast gewordener Fahrstühle auf jenem Bahnhos zu erfolgen hatte. Für dieses Hilssge werbe untersteht die Stadtverwaltung in derselben Weise den Vorschriften�des§ 2 des Rcichs-Hastpfticht- gesetzes und des§ 120~ der Gewerbeordnung wie jeder andere Unternehmer eines ähnlichen Etablissc- ments. Wenn daher, wie das Kammcrgericht weiter festgestellt, der vorgesetzte Ingenieur und Betriebswerkmeister es zuließ, daß die Bedienungsmannschaft der Fahrstühle die an diesen erforderliche Reparaturen, namentlich die gefährliche Arbeit der Verpackung der Stopfbüchsen, vornahm, ohne die Mannschaft näher zu instruiren, so muß hierin mit dem Kammergcricht ein grobesVersehendcs betr. Betriebdbcamten gefunoen werden, für welches der Eisenbahnfiskus nach§ 2 des Hastpflichtgesctzes aufzukommen hat. Die Rüge aber, daß ein Fahrstuhl keine Maschine sei, und die Reparatur davon nicht mit der Reparatur einer Maschine idcntifizirt werden könne, ist offensicht- lich hinfällig, denn selbst wenn dem so wäre, so würde in der entgegengesetzten Annahme des 5kamincrgerichts doch nicht die Verletzung einer Rechtsnorm zu finden fein." Inzwischen war v. B., dem vorn Kammergericht unter der Annahme, daß er nur zu drei Viertel erwerbsunfähig, auch nur drei Viertel der Rente zuerkannt worden war, wie er durch kom- petente ärztliche Gutachten nachwies, vollständig erwerbsunfähig geworden und strengte nun behufs Erlangung der vollen Rente abermals die Klage gegen den Fiskus an. Das Landgericht I billigte ihm dieselbe auch vom Tage der Klagecrhcbung ab zu, das Kammergericht(9. Civilsenat) erkannte nach dem Antrage des Rechtsanwalts Dr. Fuchs II dahin, daß v. B. seit dem Tage seiner vollständigen Invalidität an den Anspruch auf die volle Heute habe. Soziale Meberstrhk. Achtung an Holzbraubeitungo-Maschinett bcschäftigie Arbeiter! Da die Kollegen in der Fabrik von Fritz Kroschcl, Küstriner Platz 9, die Arbeit niedergelegt haben, ersuchen wir, den Zuzug streng fernzuhalten. Der Vorstand. In der Lampenfabrik von Nirfchhar», Köpnicker- straße 149, habe» gestern sämmtliche Packer, fünf an der Zahl, die Arbeit eingestellt. Grund der Arbeitsniederlegung ist die Forderung des Herrn Hirschhorn: Regelmäßige Sonntagsarbcit ohne Bezahlung. Die Packer, die ohnehin taglich Ueberstnnden machen müssen, ohne dafür entschädigt zu werden, waren bereit, in besonders dringlichen Fällen auch Sonntags zu arbeiten, sie weigerten sich aber dies regelmäßig und noch obendrein umsonst zu thun. Der Vorgang spricht für sich selbst und wird jeder aus- geklärte Arbeiter die nöthigen Konsequenzen zu ziehen wissen. Vers�nrntUmgen. Der Lachvrrrin der Tischler(Uordcn) hielt am Montag den 13. Oktober eine ziemlich gut besuchte Versammlung in Keller's Salon, Bergstraße 63 mit folgender Tagesordnung ab: 1. Vortrag des Herrn Schöpke über Weltschöpsung und Welt- Untergang. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Der Vortragende entledigte sich seiner Aufgabe unter der größten Aufmerksamkeit und reichem Beifall der Versamm- lung. Von einer Diskussion wurde Abstand genommen. Zu Gc- werkschastliches wurde gerügt, daß in voriger Versammlung seitens eines Kollegen Unwahrheiten über Werkstattangelegenheiten be- richtet worden sind. Zu Verschiedenes wird auf das am 25. Oktober stattfindende Vereinsvergnügen hingewiesen, ebenso der Wunsch ge- äußert, mehr Versammlungen im Norden abzuhalten; ferner wird bekannt gegeben, daß dem Beitragsainmler Th. Listen und Marken verloren gegangen seien, und wird vor etwaigen Miß- brauch gewarnt. Ein Antrag, die Versammlung zur anberaumten Zeit zu eröffnen, fand allgemeine Annahme. Mit einem drei- fachen Hoch auf die internationale kämpfende Arbeiterbewegung wurde die Versammlung um 11 Uhr geschlossen. Die nächste Ver- sammlung im Norden findet in Moabit statt. Zu erwähnen sei noch, daß vor Eröffnung der Versammlung sich zwei Polizei- Lieutenants im Saal befanden, und ein anwesender Aollege seitens des Schutzmanns abgeführt wurde, aus welchen Gründen konnte nicht ermittelt werden. Eine öffentliche Uerfaunnlnng des Fachvereins der in Kuchbindereien und verwandten Betrieben be- schäftigten Arbeiter fand am 13. Oktober bei Feuerstein statt. Aus der Tagesordnung stand ein Vortrag des Herrn I o st über„Zweck und Ziele unserer Vereinigung", sowie ein Vortrag des Herrn Schneider:„Die bisherigen Errungenschaften der Vereinigung". Die Versammlung war stark besucht, da ein dazu einladendes Flugblatt in den Werkstuben kursirt hatte. Herr I o st ist der Meinung, daß jetzt nach dem Falle des Eozialisie, aesetzes mehr und anders gekämpft werden müsse, wie bic l. Redner giebt in seinen Ausführungen ein getreues Bild der einen Arbeiterbewegung. Er verwirft den rem gewerkschaftlichen Charakter, welchen dieselbe eine Zeit lang, hauptsächlich in England, inne hatte. Trotzdem uns das Recht der Vereinigung zum Zwecke der Erringnng besserer Lebensbedingungen gesetzlich garantirt sei, werde es dem Arbeiter, wenn wir eS ausnutzen wollen, durch die Willkür der Unternehmer illusorisch gemacht. Aus diesem Grunde müsse man sich auch politisch bethätigen und auf die Gesetzgebung Einfluß zu erlangen suche». Redner kommt dann auf die Verhandlungen, die mit der Innung gepflogen sind(hier- über hat seiner Zeit das„Verl. Volksbl." berichtet), zu sprechen und fordert, die Leiden der Arbeiter schildernd, zum Anschluß aller Buchbinder und Berufsgenossen an den Fachverein auf, damit dieser bald seinem Zweck entspreche und ein nützliches Glied in der Kette der Kampfesorganisationen der Arbeiter bilde.(Stür- mischer Beifall.) Hierauf ergriff Herr P. Schneider das Wort. Derselbe schildert die Buchbinderbewegnng seit Anfang ihres Bestehens und giebt einen Ucberblick über die bisherigen Erfolge derselben. Dieselben seien, ob geistiger oder materieller Natur, immerhin erhebliche. Im Frühjahr dieses Jahres seien die bekannten Forderungen der Buchbinder sormulirt worden. Jetzt habe man dieselben schriftlich den Unternehmern unterbreitet. Einige derselben haben die Forderungen hierauf sofort bewilligt, so die Firmen Wucherpsennig, Scholem, Hertel, Herrmann, Kalbo, Radetzki und sämmtliche Kontobuch-Fabrikanten mit Ausnahme der Firma Julius Rosenthal(Jnh. L. Gronau.) In letzterem Geschäft ist darum der Streik aus- gebrochen. 63 dort beschäftigt gewesene Personen: Buch- drucker, Buchbinder, Hilfsarbeiterinncn und Arbeiterinnen haben, nachdem alle angebahnten Verhandlungen resultatlos verlaufe», die Arbeit niedergelegt. Redner fordert ebenfalls zum Beitritt in de» Fachvercin auf. Seine Zlusführungcn wurden beifällig auf- genommen. An der Diskussion betheiligten sich die Herren Grabe, Eichhorn, Schmitt, Schneider, Läng, Miele»*, H e m p e l und 5k u s ch. Grabe(Karton- fabrikant). Er könne es in heutiger Zeit Niemand verdenken, wenn er seine Lage so gut wie möglich zu gc- stalten suche. Es dürfe aber nichts mit Gewalt gemacht werden, sondern in gütlicher Vereinbarung. Redner ist der Meinung, daß es mit der Innung zu Ende gehe; dies habe sie in der kombinirlen Versammlung, in welcher die Forde- rungen der Gehilfen diskutirt worden, beiviesen.(Redner wird bei seinen weiteren Ausführungen verschiedene Male durch die Unruhe, welche dieselben in der Versammlung hervorrufen, unterbrochen.) Herr Grabe will durch sein Erscheinen gezeigt habe», daß er stch mit Arbeitern aussprechen ivolle. Die Buchbinder sollten sich so, wie die Buchdrucker organisiren.— Zum Schlüsse wurde noch dazu aufgefordert, daß aufgepaßt werde, ob nicht anderwärts Gronau'sche Arbeit verfertigt werde. Wo dies geschehe, werde die Sperre verhängt werden. Folgende Resolution wurde angenommen: Die heute in„Feuerstein's Salon" tagende, von ca. 300 Kollegen besuchte Versammlung erklärt sich mir den Aus- führuugen der Kollegen Jost und P. Schneider voll und ganz einverstanden und verpflichten sich die Anwesenden Mann für Mann in den bestehenden Fachverein einzutreten, damit in Ge- sammtheit die aufgestellten geringen Forderungen durchgebracht und gegen das Kapital Fron: gemacht werden kann." Urrsammtung dro Fachvrvrins der Tischler(Süd- Westen) am 7. Ottober, Bülowstraße im Königshof. Die Tages- ordnung lautete: 1. Vortrag des Kollegen Bruns über Boden- besitzreform und Sozialdemokratie. 2. Verschiedenes. Zuerst erhielt Kollege Bruns zu seinem Vortrage das Wort. Redner erledigt sich seiner Aufgabe unter dem Beifall der Versammlung. Zum 2. Punkt beklagt sich Kollege Körsten, daß die Kollegen bei Reuter, Steinmetzstraße, Ueberstnnden machen, wogegen sich Kollege Birkhahn vertheidigt. Es wird aber ermahnt, gegen der- artige Forderungen seitens des Arbeitgebers geschlossen Front zu machen. Der Einzelne ist machtlos. Der Bevollmächtigte er- mahnt, zahlreicher in den Versammlungen zu erscheinen und nicht blas Beiträge zu bezahlen. Billets zu dem kommenden Vergnügen sind bei allen Beitragsammlern zu haben. Schluß der Versammlung 11 Uhr. Die hiesige Filiale des deutscheu Schmiedrverbaildev hielt am 8. Oktober ihre Generalversammlung ab mit der Tages- ordnung: 1. Vortrag. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Entgegen- »ahme von Beiträgen. 4. Verschiedenes. ES wurden in den Vorstand Kollegs Schulz mit 52 Stimmen zum 1. Vorsitzenden, Kollege Klukowsky mit 41 Stimmen zum 2. Vorsitzenden und Kollege Will einstimmig mit 65 Stimmen zum 1. Kassirer gewählt. Kollege Hilm wurde einstimmig zum 2. Kassirer, Kollege Nock mit 63 Stimmen zum 1. Schristführer und Kollege Bohne zum 2. Schriftführer gewählt. Zu Revisoren wurden die Kollegen Schopp?, Schäfer und Krafft gewählt. Zum Unterschreiben des Wahlrcsnltats an den.Hauptvorstand wurden die Kollege» Fafforke und Lorenz gewählt. Die Freie Dereinigung der Kutscher und aller im Fuhrwesen brschästigten Arbeiter K erlins hielt am Sonn- lag, den 5. Oktober, bei Reyer,"Alte Jakobstraße 83, ihre regel- mäßige Mitgliederversammlung ab. Auf der Tagesordnung stand als 1. Punkt Vortrag über die Gewerkschairsbewegung vor. während und nach dem Sozialistengesetz. Referent: G. Link. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Herr Link entledigte sich seiner Ausgabe vorzüglich. In der Diskussion, welche eine äußerst rege war, sprachen die Herren R. Lindenhaim, H. Hettke, C. Brunsch, W. Schulz und F. Adler im Sinne des Reserente». Im Ver- schiedenen wurde zunächst vom Kassirer Brmffch beantragt, Zahlstellen in den verschiedenen Stadttheilen zu errichten. Die Ver- sammlung war damit einverstanden und wurden folgende Lokale bestimmt: Im Norden: C. Göhde, Fennstraße 17; im Zentrum: Kämmerer, Neue Promenade 7c; im Südwesten: Boßland, Möckernstraße 115; im Süden: C. Mönke, Louisenuser 12; im Osten: A. Borchert, Holzmarktstraße 66, und Böhlitz, Reichen- bergerstraße 107. Daun gab der Vorsitzende bekannt, daß nun- mehr die Vereinsversammlungen jeden Sonntag nach dem Ersten eines jeden Monats hier in diesem Lokale stattfinden. Hierauf schloß der Vorsitzende die gut besuchte Versammlung um einem dreifachen Hoch ans die Arbeiterbewegung. Eine öst'ruttiche Drrsannnlnng der Steindrnckcr und Lithographen fand am 9. d. M. bei Feuer, rein statt be- Hufs Echlußberathung vom„Generalfonds", sowie Beschlußfassung über die seruere Veriverlhung desselben. Da dieselbe jedoch äußerst spärlich besucht war, gelangte ein Antrag zur Annahme, die Versammlung nicht abzuhalten, und die Abrechnung so lange auszusetzen, bis die Jnterqsenten selbst aus ihrer Mitte eine Versammlung einberufen, und die„Lohnkommission" auffordern, den den Bericht zu bringe», ivozu dieselbe zu jeder Zeit bereit ist. Der Einberufer sprach sein tiefstes Bedauern aus über die Inter- essenlosigkeit seitens der tiollegcn, welche zum Fonds beigetragen habe», und schloß die Versammlung. zzcrtln d«e Kl-mn»er H-rtixa n»d zlmgeaeiid. Am Tonnerstaz, den ic. Cfiodcv, AbeiidS s Uhr, in May'S Feslsäten", Äeulh strafte IS— 21: Ordentliche Äeneral-Vecsammlung...... Iitvbaiid deutscher Sold- und Sltderarbeiter>,»d vrrw. Kerofo- g-nolse-, t Zahlstelle Berlin). AinMtMvoch, den n. Oktober, Abends Uhr, in Feuersteui'S Salon, Alte Jakobsirafte 73(oberer Saal) tArofte Äeneral- � � vrofte»ollisi-ersammlung am Mittwoch, den 13. Oktober, Abends gr Uhr, in..Joel'S Salon", AndreaSstrafte 21. Frei» Uerrinigüng der Maurer BerlmS und Nmgeftend. Am Tonners- tag, de» 16. Oktober, Abends» Uhr, in Orschel's Salon, Sebastiattstraft- ZS t Bersainmlung.__ Ziminerl-ute-Nerbaiid Berlin«. Am Mittwoch, den 13. Oktober, Abends 6% Ubr, in Lehmann'S Saal, Echwedterstr. 23: Versammlung. Soiialdeinoliratischer tcse-»»d Nioliiitirltlub..porivärt»". Am Mittwoch. Abends 3% Uhr, Sihung im Lokale deS Herrn üohn, Nannynstraftc Nr. 83. lZästs haben Zutritt. Borlesung aus der Denkschrift des Sozialisten- Soiiaidemolirati scher Lese- nnd YislmtirkUrb..Uniuersnin". Jeden Mittwoch, Abends 8% Uhr, im Lokale Hamincrle, Bülow, traft- 33: Vorlesung und Diskussion. Gälte sehr willkommen. AUgenieine Sraiike»-«nd Sterbekaspe der Metallarbeiter.(E. H. Nr. 29 und 89, Hamburg.) Donnerstag, den:3. Oktober, Abends Sit Uhr, bei Zemter, Münzstrabe 11: Versammlung der Ortsbeamten. Erscheinen dringend noihwendig. «jereiii»er Wodellenre»nd Szipsbildhauer. Donnerslag, den l«. Oj r, Abends SX Uhr, im Nestanrani May, Beuthstraße Si: Vortrag W" Bellamy'S Nückbstck aus dem Jahre 2vvo. zicreinigiing der Maler etr.(jitiale?, Küdweft«».) TonnerIWZ, den 16. Oktober, Abends 8'; Uhr. im Restaurant Poppe, Lindenstrabe% Einsral-Bersaminkung. Tagesordnung: 1. staffenbsrichl. 2. Wahl ew" Revisors.». Wanderunterstülzung. 4. Verschiedenes. 5. Fragekasten. SZesang-, Tnr»-»nd gesellige ziereine am Minwoch. Männer- gcsangverein„Jugcndlust" Abends 8% Uhr im Nestanrani Passod, Garie» strafte 162.— Männergcsangverein„Eäcilia" Abends 9 Uhr im RenauraA Köpenickerftr. 127».— Gesangverein„Männerchor Linde" Abends% Uhr w Nestaurant Haller, Naunynstrafte 79.— Männergesangverein„Sanges srelttn Abends 9 Uhr ini Nestaurant Musehold, Landsbergerstr. 31.— Eesangverel» „Freya" Abends s% Uhr im Nestaurant Benecie, Grofte Hamburgerstr. 16."T Huppert'sche Sängervcreinigung jeden Mittwoch nach dem Ersten im Moll»'- Abends 9 Uhr im Restaurant Heise, Lichlenbergerstr. 21.—„Seeger'scher l»d sangverein" Abends 9 Uhr im Nestaurant Wenrl, Blumenstrafte 46.— Gesani- verein„Schwungrad" Abends 8% Uhr im Restaurant Sahm, Annenstr. 16-7' ....."'------- Abends 9 Ubr im Restaurant Kaff«' „Nord-Jubal" Abends 9 Uhr in Bett«' Männergesangverein„Lorbeerkränz' STÜlTa chT'""..Gesangverein„..... ' Veteranenstr. 19.— Gesangverein„Unverzagt" AbsndS 9 Uhr tiop- — Gesangverein„Bruderbund" Abends 9 Uhr bei Pätzoldt,' R-ichenberftt. - Männergcsangverein„Schneeglöckchen" Abends 9 Uhr Sitzung im Nestau- '''"-~•......' n Uhr btl L-Hfi rant Siehinänn, Melchiorstr. 15.— Gesangverein„Süd-Ost" Abends 9 Ziemer, Cuvrystr. 10. Gäste willkommen.- Lübeck'scher Turnverein(1 lingS-Abiheilung) Abends s Uhr Elisabelhstr. 67-38.- Turnverein„Web-.- Pankstr. 9. Männerablheilnng von sjj-ioj Uhr Abends; desgleichen i- lin-Säbtheilunz von s-io Uhr Abends.-„Mehr Licht", Verein siir»ch_ und CmkjmmW.'* Säger, Grüner Weg 29.— Wisse»schastl>a)er Hierein sur mouer iu;t; graphie Abends 8% Uhr im Nestaurant Beese, Alle Schönhauserstraftt Unlerrichr und Uebungsstunde.— Noller-fcher Slenographenverein Süd-Bern Abends 8% Uhr im Restaurant Prinzensir. 97, Sitzung und Uebungsstunde' Arends'scher Stenographen-Verein„Ainicilia" Abends 8% Uhr im Restaur?» Behrends, Schönebergerslr. 6.— Arends'scher Slenographenverein Abends 9 Uhr im Nestaurant„Wilhelmsgarten", Kochstr. 7.— Stenographli« Gesellschaft ArendS im Restaurant Bürgergarten. Lindenstr. los. unentgtl- licher Unterricht und Uebung.— Berliner Siauchllub„Wrangel" Ab!'«' 9 Uhr im Nestaurant Foge, Köpnickerstr. 191.— Nauchllnb„Havanna Sic Abends 8% Uhr im Restaurant Paetzoldt, Reichenberaerstt) 16.— g!auchk>a° „Semüthlichkeil" Abends 9 Uhr im Restaurant Achsel, Köpnickerstr. 161' Siauchklub„Eolumbia" Abends 8$ Uhr im Nestanrani Äeyer. Prinzenftt.? — Nauchllnb„Frisch gewagt" Abends 8% Uhr im Restaurant Tempel, lauerstr. 27.— Rauchklub„Vulkan" Abends 9 Uhr im Nestaurant Llpvs'ö jeden�MNI«-»' Gräfestr. 82.— Friedrtchsberg. Nauchklub„Nordstern". iriedrich-Karlstr. Ii.— Vergnügungsverein„Fröhlichletv '' Grüner Weg 29.—„Pollack-Elub-Eintracht". Äbends 9 Uhr, Grüner Weg 29.—„Pouacr-�luv-�mrracyi", reven Abends 8'z Uhr bei G. Thiel, Wienecstrafte 68.— Gesangverein der Tapei" Berlins, jeden Mittwoch Restaurant Seydelslr. 30, von 9—11 Uhr Abend«... Unlorhalrungsverein„Harmonie". Sitzung SlbendS 9 Uhr Tresdenerstt.>' bei Wendl.— Tambourverein„Ekelstor", 8% Uhr. Uebungsstunde bei 8% Rudersdorferstr. 8. Aufnahme neuer Miiglieder.— Männergesangvett" „Liedessreiheil", Abends 8% Uhr im Restauranl Henke, Blumenstrafte 6«' � Floter'scher Gesangverein bei Musehold, LandSbergerftt. 31, Abends s Uhr- Vergnügungsverein Kreuzfidel" im Restaurant Doberstein, Mariann� strafte 31— 32: Sitzung. Nach der Sitzung Tanz, Vorträge ic. Gäste, dua»! Mitglieder eingeführt, willkommen.— Gesangverein„Sleinnelke," Uebura' stunde von 9—ii Uhr bei Müller, Garlenslrafte 63.— Gesangverein„Phos?!.' Gesangstunde 9 Uhr Steimnctzstr. 70.— V ergnügungsv erein„Immer Sitzung jeden Mittwoch. Abends 9 Uhr, bei Bartels, FloUivellstr. 3.%l willkommen.— Geselliger Klub„Proletariat" tagt jeden Mittwoch Abend. Lokale des Herrn Lorenz, Koppenstrafte 43e. Gäste willkommen.- ZitÖ-Di „Alpenveilchen", Brückenstr. 2. Aufnahme neuer Mitglieder.— Damcni"'. klub„Lcgaltte", Uebungsstunde 8— n Uhr Tempelhoferuser 26. Nur 2°% willkommen.— Gesangverein„Morgenroth" Abends 9—11 Uhr Ucbungv'«» im Restaurant Schmidt, Wrangelftrafte 141. Gäste willkommen.— Gc'a5 verein„Liederkust" Abends 9 Uhr im Restaurant Moiv:s, Fichlestt. Gäste willkommen. Literarisches. Von der„zleuen Zeit"(Stuttgart, I. H. W. D>�, Verlag) ist soeben das 2. Heft des 9. Jahrgangs erschienen.•' j dem Inhalt heben ivir hervor: Der Parteitag in Halle.— � Marx. Persönliche Erinnerungen von Paul Lafarg�. II. III.(Schluß.)— Das Proletariat der Bühne. Bemerkung. zum„Fall Lindau".— Die sozialistische Bewegung in HoOf'. Von F. D 0 m e l a N i e u>v e n h u i s.— Feuilleton: Soziale Studie von Minna K a u t s k y.(Fortsetzung.) VcpelAiott. (Dlolfffa Trlegrapliru-Kurean.) Kiel, 14. Oktober. Die Kieler Ztg." meldet ans Fries stadt(Schleswig): Vier Matrosen eines englischen SP stürzten sich in den Hafen, um an Bord ihres abfahrenden Sch'i zu gelangen. Zwei derselben sind dabei ertrunken. tt# Vvivfünfletr dvv Vedctükiott � Bei Anfragen bikten wir die Abonneinenls-Ouillnng beizusügen. 8c Annvort wird nicht ertheilt..Ji I. Dl.. Werder. 1. Auch ohne schriftliche Beitrittserkla� sind Sie Mitglied der Genossenschaft geworden und nutt" Jl deren Schulden auskommen. Sofern der Lagerverwalier- dein Statut zur Vertretung der Genoffenschast berechtisff jjs sind dessen Handlungen für letztere bindend. 2. Zum brauchten Sie nicht zu gehen. Mariksir. IG. 1. Der Mann ist erbberechtigt. Er � aber nur von seinem nnd seiner Frau gemeinschaftliches- mögen die Hälfte beanspruchen. 2. Ihre zweite Frage laß Z,<>} Sach- und Rechtsverhältniß nicht genügend klar erkennen- �- mündlicher Auskunst sind wir bereit.-.rf W. D. GG. Dazu ist der Nachtwächter nicht b-re« Eine Anzeige bei der Behörde würde von Erfolg sein. gf A.K. Stellen Sie beim Polizeipräsidium unter y fügung Ihrer Geburtsurknnde den Antrag auf Aufnahme preußischen Staatsverband.. y Ö.(0. LO. Sie sind mit Erlaubniß Ihrer Schwester berechtigt.-F A. LI., Friedenau. Uns ist diese für Verlin nicht S-p- Verordnung nicht bekannt. Wir können Ihnen daher kein«' schlnß geben.'„' ---------—-.C I � Zwei Wettende. 1. 1873. 2. ES kommt darauf■, Ihr Kontrakt rechtzeitig gekündigt worden ist, event. ob' halt desselben sich die Micthc bei Nichtkündigung aus ei» v oder halbes Jahr verlängert..,/ Verantwortticher Redakteur: Cnrt Saakr in Berlin. Druck und Verlas von War Kadina in Berlin SW P ichftvine 2. W. 11. 33. Sie brauchen keine Alimente zu zahle", Sie auch"moralisch dazn verpflichtet sind...D ®.(0. 49. Freilich muß Ihr Schwager die&cU W zahlen. Dieselben verjähren in 4 Jahren. Daß ih'"... Ii zweite Instanz ein Urthcil nicht zugeschickt worden �' t daran, daß er ein Rechtsmittel(Revision) nicht eingeleg- A. 11. 5. Die Klage ist gegen den Wirth zu richl-"'� wenn derselbe die Garderobe fest verpachtet hatte; ö"!' das Amtsgericht I.„�5 W. W. Sie haben einen großen Fehler begangen, M ans die Ihnen vom Maurermeister gestellte Bedingung e Jetzt können Sie aber, da Sie einmal die Abnahme in sein Belieben gestellt haben, nicht auf Zahlung klage'- j Zwei Wettende. Nur wenn das Ungezieser aus � nnng nicht zu entfernen ist und dieselbe nach Ansicht 0».. phyfikus unbewohnbar macht, kann der Miether Entbino Kontrakte verlangen., D. W. 83. Wenn die Wirthin einen nicht stimmten Brief erbrochen und gelesen hat, so können � Ji Bestrafung wegen Verletzung des Briefgeheimnisses bean„j Schiele. P. braucht der Bernfsgenossenschast" f F. Eschwege. 1. Nach preußischem Vereinsü� � den Lehrlingen der Besuch von Bersammlungen nur gestattet, wenn letztere von politischen Vereinen veransw. � l den. 2. Darin liegt keine Erpressung, weil die Arbeitg« einen rechtwidrigen Vermögensvortheil beabsichtigen. % S'ßen 3m.Tit A Ä ®X6rci( K Ä k" tttre z C "Tous % sUlteU w & '.'"zuri 2 Nr. 840. Mittwochs den 13. Oktober 1890. Jahrg. Karl Marr über die Indenfrage. (Fortsetzung.) � Wir haben also gezeigt: Die polltrsche Ema,,z,pat,on von der Religion läßt die Religion besteh, i. ivenn auch keine privilegirte Reli- «um. Der Widerspruch, in welchem sich der Anhänger einer besonderen Religion mit seinem Staatsbürgerthum bestndet, ist_ nur e i n ■'heil des allgemeinen weltlichen Widerspruch!.' Aschen dem politischen Staat und d e r b u r g e r- ch e n G e s e l l s ch a f t. Tie Vollendung des christlichen Staats der Staat, der sich als Staat bekennt imd von der Religion H«w tri*-•'- J Itl 4 f«-»vvy vtirvmvji»vvttttwyv.. v v v| y-~ U A 1? mn � c j1}„P o I i t i f e n Staat und der b ü r g e r- M.' Glieder abstrahirt. Die Einanzipation des Staats von ""n die Emanzipation des wirklichen Menschen Dolit??!1 �gen also nicht mit Bauer den Juden: Ihr könnt nicht ->,"'ch emanzipirt werden, ohne euch radikal vom Judenthum effirJ!chi«piren. Wir sagen ihnen vielmehr: Weil ihr politisch 'v�den könnt, ohne euch vollständig und widerspruchslos JitL.•"tfüun loszusagen, bantm ist die politische Em an- jh/at.on selbst nicht die menschliche Emanzipation. Wenn �„.pluden politisch emanzipirt werden wollt, ohne euch selbst ch- emanzipire», so liegt die Halbheit und der Wider- Kg.ch Uicht nur in euch, sie liegt in dem W e s e n und der * Lo ri e der politischen Emanzipation. Wenn ihr in dieser Li.°0� besangen seid, so theilt ihr eine allgemeine Befangen- su',■Me der Staat evangelisirt, wenn er, obschon Staat, ch'-'lllich zu dem Judenthum verhält, so politisirt der Jude, cr' obschon Jude, Staatsbürgerrechte verlangt. w�'bec wenn der Mensch, obgleich Jude, politisch emanzipirt Kinn,,. �iaatsbürgerrechte empsaugen kann, kann er die so- trnm. n Menschenrechte in'Anspruch nehmen und ein- folA�" C®aucr l ä u g n e t es.„Die Frage ist, ob der Jude als b. h. der Jude, der selber eingesteht, daß er durch sein z» rJs■Weseu gezwungen ist, in ewiger Absonderung von Anderen in wftS' sei, die allgemeinen Menschenrechte empfangen und Anderen zuzugestehen.". irft ec Gedanke der Menschenrechte ist für die christliche Welt »icht �Mßen Jahrhundert entdeckt worden. Er ist dem Menschen gn-L.?"3ebore», er ivird vielmehr nur erobert im Kampfe gegen die So �Ät��bitionen, in denen der Mensch bisher erzogen ivurde. Siit x. ,e Menschenrechte nicht ei» Geschenk der Natur, keine Mit- „. bisherigen Geschichte, sondern der Preis des Kampfes dj, 5�?, Zufall der Geburt und gegen die Privilegien, welche Hot;i"Achko von Generation auf Generation bis jetzt vererbt »Ol W'iC""b die Resultate der Bildung, und derjenige kann sie Äwen, der sie sich erworben und verdient hat." lonop J f,e uu» der Jude ivirklich in Besitz nehmen? So ok m>�, Jude ist, muß über das menschliche Wesen, welches ihn %cköt, x-" mit Menschen verbünden sollte, das beschränkte ihn!>' ihn zum Juden macht, den Sieg davontragen und fonber den Richtjuden absondern. Er erklärt durch diese Ab- sein daß das besondere Wesen, das ihn zum Juden macht, ~ Mahres höchstes Wesen ist, vor welchem das Wesen des fp'iäsärj#' w»" �enschrurechte gewähren'-0. «XW rnr»-- Christ als Christ keine Wa cnT' 1'.-v. ®lat 1 Mensch muß nach Bauer das„ P r i v i l e g i tun des i,*. 1 d e n s" aufopfern, um die allgemeinen Menschen- einen Augen- die " 3" aufopfern. t bljj empfangen zu können. Betrachten wir Ätas. die sogenannten Menschenrechte und zwar die Lt ,A�'echte unter ihrer authentischen Gestalt, unter 0!i,�7�>ialt welche sie bei ihren Entdeckern, den Nord- v>h.kanern und Franzosen besitzen! Zum Theil sind diese ei,j.M�.>rechte politische Rechte, Rechte, die nur in der Ge- Oy,(üM' mit andern ausgeübt werden. Die T h e i l n a h>n e tvif«, ein wese» lind zwar am politischen Gemein- »ni,/».?'" Staatswesen. bildet ihren Inhalt. Sie fallen Kategorie der politischen Freiheit, unter die tot,»u der Staatsbürgerrechte, welche keinesu der m'y.?°sehe», die widerspruchslose und positive Aufhebung bleib, JßIon. also etiva auch deS Judenthums, voraussetzen. Es undere Theil der Menschenrechte zu betrachten, die MliebcA'<'' 11 0 m n, e sMeuscheiirechtej, insofern sie unter- Achten" den droits du citoyen sStaatsbürger- ei«ei?L-iffct Reihe findet sich die Gewissensfreiheit, das Recht, Tin,.Obigen Kultus auszuüben. Das Privilegium des AvT Q Ii A Wllög �enfrf> lü�vö ausdrücklich anerkannt, entweder als ein der' e ch t oder als Konsequenz eines Menschenrechtes. droits des l'liomme et du ,Nul uc doit 6tre inquiete pour �Weit � �chen i'1,',0"® Memo religieuses." s Erklär u n g d e r M e n- gegen fc m, st v 9 c r r c ch t e, 1701, Art. 10:„Niemand darf �"t.Titvo /fv.., tlum0cst. selbst religiösen, beunruhigt werden.") e s cvrt. 10 ,v -omuteii."] religiösen Kultus, welchem er angehört. des droits de 1' Komme, etc. jöru. 8. Menschen- u n d B ü r g e r r e ch t e des r„i. die Menschenreckte, art. 7;„!e libre KmÄ'V.S.Ä K la mggr: r'» J""ersammeln, seinen Kultus auszuüben, heißt y, Istesence ecessite cl'enoncer ces droits suppose ou Mfenbinfpi... Souvenir recent du despotismo."(„Die ferh9tnn"»vt öes'sw�.R edlte auszudrücken, setzt entweder die iitp �"»rat-s"f cm" oder die frische Erinnerung an den- ai:t; � Man vergleiche die Konstitution von 1795, ZM'issr 5Jk'£."»p». j kur conscien�1" Tout-Puissant solon les inspirations suivre, nid no peut legale mont etre contraint «ölte öe le> instituer 011 ministerc Fout a ou soutenir contra son grj aueun » dnnc, reiigieux. Nulle autorite Kmuaine l«erF„lt°ns de cg,,,..- aucni' cas, intervinir dans les babpn Ull9 von mJ?? et oontröler les pouvoirs de lame." keinen 3h"nd Niemand? Eingebuilgen ihres Gewissens zu die Strst,,u'aenb einem � �halten. Keine menschliche Autorität n d'e der 0"Ue in Gewissenssragen interveniren oder u 8 1 i tu ele kontroliren."j st« leu�re des drofef d® N,e w" H a m p s K i r e, art. 5 et 6: , 6 cb"ature„ Natureis, quelques-uns sont inalienables !■ c, c JstMbre'son/?6 �ue stien n'en peut etre 1 equivalent. lt- 5 ntl' 2l4) roj.dr01ts de eonscience."(Beaumont 0 6: Bot, lg,,* k? ss""g von New'Hampshire, " naturlichen Rechten sind einige ihrer Natur nach unveräußerlich, weil es keinen Ersatz für sie geben kann. Zu diesen gehören die Rechte des Gewissens."(Beaumont, a.a.O. S. 213. 214.)] Die Unvereinbarkeit der Religion mit den Menschenrechten liegt so wenig im Begriff der Menschenrechte, daß das Recht, religiös zu sein, auf beliebige Weise religiös zu sein, den Kultus seiner besonderen Religion auszuüben, vielmehr aus- drücklich unter die Menschenrechte gezählt wird. Das P r i v i- l e g i u m des Glaubens ist ein allgemeines M e n s ch e n r e ch t. Die droits de 1' Ii o m m e, die Menschenrechte, werden als solche unterschieden von den droits du citoyen, von den Staatsbürgerrechten. Wer ist der vom citoyen (Staatsbürger] unterschiedene Komme(Mensch]? Niemand anders, als das Mitglied der bürgerlichen Gesell- s eb a f t. Warum wird das.Mitglied der bürgerlichen Gesellschaft „Mensch", Mensch schlechthin, warum werden seine Rechte Menschenrechte genannt? Woraus erklären wir dies Faktum? Aus dem Berhältniß des politischen Staats zur bürger- liehen Gesellschaft, aus dem Wesen der politischen Emanzipation. Vor allem konstatiren wir die Thatsache, daß die sogenannten Menschenrechte, die droits de T Komme im Unterschied von den droits du citoyen(Bürgerrechten] nichts anderes sind, als die Rechte des Mitglieds der bürger- l i ch e n G e s e l l s ch a f t, d. h. des egoistischen Menschen, de? vom Menschen und vom Gemeinwesen getrennten Menschen. Die radikalste Konstitution, die Konstitution von 1793, mag spreche»: Declar. des droits de l'liomme etducitoyen. Art. 2, Oes droits etc.(les droits naturels et impre- scriptibles) sont: l'egalite, lalibertc, la sürete, la p r o p r i e t e. (Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte. Art. 2. Diese Rechte u. s. tu.(die natürlichen und unverjähr- baren Rechte) sind die Gleichheit, die Freiheit, die Sicherheit, das E i g e n t h u in.] Worin besteht die ßi b e r t e(F r e i h e i t]? Art. 6.„La liberte est le pouvoir qui appartient ä I Komme de faire tont ce qui ne nuit pas aux droits d'antrui." (Art. 6.„Die Freiheit ist die Besugniß des Menschen, Alles zu thun, was nicht den Rechten des Andern schadet",] oder nach der Deklaration Menschenrechte von 1791:„la liberte consiste ä pouvoir faire tont ce que ne nuit pas ä autrui."(Die Freiheit besteht darin. Alles thun zu können, was nicht einem Andern schadet."] Die Freiheit ist also das Recht, alles zu thun und zu treiben, ivas keinem andern schadet. Die Grenze, in welcher sich jeder dem andern unschädlich bewegen kann, ist durch das Gesetz bestimmt, wie die Grenze zweier Felder durch den Zaunpfahl be- stimmt ist. Es handelt sich um die Freiheit des Menschen als isolirter auf sich zurückgezogener Monade. Warum ist der Jude nach Bauer unfähig, die Menschenrechte zu enipfangen?„So lange er Jude ist, muß über das menschliche Wesen, welches ihn als Menschen mit Menschen verbinden sollte, das beschränkte Wesen, das ihn zum Juden macht, den Sieg davon tragen und ihn von den Nichtjnden absondern." Aber das Menschenrecht der Freiheit basirt nicht auf der Verbindung des Menschen mit dem Menschen, sondern vielmehr auf der Absonderung des Menschen von dem Menschen. Es ist das Recht dieser Absonderung, das Recht des beschränkten, auf sich beschränkten Individuums. Die praktische Nutzanwendung des Menschenrechtes der Frei- heit ist das Menschenrecht des P r i v a t e i g e n t h u m s. Worin besteht das Menschenrecht des Privateigenthums? Art. 16.(Oonst, de 1793.)„Le droit de prop riete est celui qui appartient k tout citoyen de jouir et de disposer aso ii g r e de ses biens, de ses revenus, du fruit de son n-avail et de son indnstrie."(Art. 16(Verf. v. 1793.)„Das E i g e n t h u in s recht gestattet jedem Bürger, willkürlich sein Vermögen, seine Einkünfte, die Früchte seiner Arbeit und seiner Betriebsamkeit zu genießen und darüber zu verfügen."] Das Menschenrecht des Privateigenthums ist also das Recht, willkürlich(ä son gre), ohne Beziehung auf andere Menschen, unabhängig von der Gesellschaft, sein Vermögen zu genießen ilnd über dasselbe zu disponiren, das Recht des Eigennutzes. Jene individuelle Freiheit, ivie diese Nutzanwendung derselben, bilden die Grundlage der bürgerlichen Gesellschaft. Sie läßt jede» Menschen im andern Menschen nicht die Verwirk- lichung, sondern vielmehr die Schranke seiner Frei- heil finden. Sie proklamirt vor allem aber das Menschen- recht„de jouir et de disposer a son gre de ses biens, de ses revenus, du fruit de son travail et de son Industrie" („na ch Belieben sein Vermögen, seine Einkünfte, die Früchte seiner Arbeit und seiner Betriebsamkeit zu geitießen und darüber zu verfügen."] Es bleiben noch die anderen Menschenrechte, die egalite (Gleichheit] und die sürete(Sicherheit]. Die egalite hier in ihrer nichtpolitischen Bedeutung ist nichts als die Gleichheit der oben beschriebenen liberte, nämlich: daß jeder Mensch gleichmäßig als solche aus sieh ruhende Monade betrachtet ivird. Die Eonst. von 1795 bestimmt den Begriff dieser Gleichheit, ihrer Bedeutung angemesseii, dahin: Art. 5.(Oonst. de 1705.)„l'cgalio consiste en ce que la loi est la memo pour tous, soit qu'elle„ protege, soit qu'elle punisse." (Art. 5(Verf. von 1795.)„Tie Gleichheit besteht darin, daß vas Gesetz für alle dasselbe ist, sei es, daß es beschützt, sei es, daß es straft."] lind die surete(Sicherheit]? Art. 8(Oonst. de 1793.) La sürete consiste dans la protection accordee par la socicte ä cliacun de ses membres pour la conservation de sa personne, de ses droits et de ses proprietes. (Art. 8(Verf. von 1793.) Die Sicherheit besteht in dem Schutze, welchen die Gesellschaft jedem ihrer Glieder für die Erhaltung seiner Person, seiner Rechte und seines Eigenthums gewährt.] Tie Sicherheit ist der höchste soziale Begriff der bürgerlichen Gesellschaft, der Begriff der Polizei, daß die ganze Gesellschaft nur da ist, um jedem ihrer Glieder die Erhaltung seiner Person, seiner'Rechte und seines Eigenthums zu garantiren. Hegel nennt in diesem Sinn die die bürgerliche Gesellschaft„den Roth- und Verstandesstaat". (Fortsetzung folgt). UoluTlles. Am 6. d. M. ist das«ene Aollgefrtz. die sogenannte Mac Kinley Bill, in den Vereinigten Staaten Amerikas in Kraft aetreten. Eine deutsche Uebersetzung desselben ist jetzt erschienen und da sie in der„New-Iorker Staatszeitung" veröffentlicht worden ist so gilt sie als authentisch. ' Der Tarif ist zu umfangreich, um ihn in unserem Blatte zum Abdruck zu bringen, wir wollen einige Zollansätze desselben anführen, aus denen sich ergiebt, wie sehr die Einsuhr deutscher und insbesoudere Berliner Erzeugnisse erschwert oder fast zur Un- Möglichkeit gemacht wird. Bisher fanden wollene Gewebe und konfektionirte Waaren, wie Mäntel, Wäsche u. s. w. in Amerika reichen und gewinn- bringenden Absatz und in Berlin waren viele tausend Weber wie Näheiinnen mit der Herstellung dieser Artikel beschäftigt, es ist zu fürchten, daß dieser Erwerbszweig ziemlich vernichtet sein wird. Weil sich die Zollansätze für wollene Fabrikate meistens auf die für Wolle beziehen, so müssen diese, obgleich sie die Land- wirthe mehr interessiren, zuerst mitgetheilt werden. Die Wolle, das Haar des Kameels, der Ziege, des Alpacka und ähnlicher Thiere ist behufs Feststellung der zu erhebenden Zölle in drei Klassen eingetheilt worden, unter Klasse Eins fallen die feinsten Wollen. Die Proben, welche auf Anordnung der Regierung in den hauptsächlichste» Zollämtern niedergelegt sind, sollen für die Klassi- fizirung maßgebend sein. Außerdem ist noch sehrgenau erläutert, was als ungewaschene und solche, welche verschiedenen Manipulationen unterworfen worden, zu verstehen ist. Als erstere gilt diejenige, welche vom Schafe ohne irgend welche Reinigung geschoren worden ist, also Wolle in natürlichem Zustande; als gewaschene Wolle ist die zu betrachten, welche auf dem Rücken des Schafes gewaschen worden ist, soll als entfettete Wolle gelten., Der Zoll ist jetzt festgesetzt für wollene und Kammgarntuche Shawls, gestrickte Maaren und alle mit Strickmaschinen oder Rahmen ganz oder zum Theil aus Wolle», Haaren u. s. w. her- gestellten Waaren jeder Art, wenn der Werth per Pfund nicht mehr als 30 Cents(1 Cent— 4 Pf.) beträgt, auf einen drei Mal so hohen Betrag, wie der für 1 Pfund ungewaschener Wolle I.Klasse, also anf 3 X U Cents— 33 Cents, und außerdem auf 40 pCt. des Werthes. Betrügt der Werth per Pfund mehr als 30 und nicht über 40 Cents, dann soll per Pfund 3V2 Mal so viel Zoll erhoben werden, wie für 1 Pfund ungewaschener Wolle L Klasse, also SV: X 11 Cents— 88V: Cents und 40 pCt. deS Werthes. Beträgt der Zoll per Pfund mehr als 40 Cents, dann soll per Pfund viermal so viel Zoll erhoben werden, wie dieses Gesetz für ein Pfund ungewaschener Wolle der I. Klasse vorschreibt, also 4 mal 11 Cents— 44 Cents und außerdem 50 pCt. des Werthes. Für Decken, wollene Hüte und für Unterzeug bestimmte Flanelle, ganz oder zum Theil aus Wolle, Haaren des Kameels u. f. w. im Werthe von nicht mehr als 30 Cents per Pfund, soll per Pfund derselbe Zoll entrichtet werden, den dieses Gesetz für IVe Pfund ungewaschener Wolle der ersten Klasse fest- setzt, also U/e X 11— I6V2 Cents und außerdem um 30 pCt. des Werthes. Beträgt der Werth mehr als SO, aber nicht über 40 Cents, dann soll per Pfund doppelt so viel erhoben werden, wie dieses Gesetz für 1 Pzund ungewaschener Wolle der ersten Klasse bestimmt, also 2 X U Cents—22 Cents; beträgt der Werth über 40 Cents und nicht mehr als 50 Cents per Pfund, dann soll per Pfund dreimal soviel Zoll erhoben werden, wie dieses Gesetz für 1 Pfund ungewaschener Wolle I. Klaffe feststellt, außer- dem von allen obenangeführten Artikeln 35 pCt. des Werthes. Für fertige Kleider und Bekleidungsgegenstände jeder Art, ganz oder zum Theil fertig gemacht, und nicht speziell in diesem Gesetze vorgesehen, Plüsch und andere haarige Stoffe und Filz, sowie Filzwaaren, ganz oder zum Theil hergestellt aus Wolle, Kammgarn u. s. w., soll per Pfund 4Vsmal soviel Zoll, wie dieses Gesetz für 1 Pfund ungewaschener Wolle, also 4Vs X U gleich 49V2 Cents, und außerdem 60 pCt. des Werthes erhoben werden (früher 40 Cents per Pfund und 35 pCt. des Werthes), der Zoll- sah für Mäntel, Dolmans, Jackets, Talmas, Ulsters u. f. w. ist in dergleichen Höhe festgesetzt worden, wie die im vorhergehen- den Satze für fertige Kleider u. f. w. Aon anderen Waaren seien noch augeführt: Spitzen, Stickereien, Taschentücher, Halskrausen und Rüsche», fertige Kleidungsstücke jeder Art, einschließlich Strickwaaren, verfertigt ganz oder theil- weise vom Schneider, Fabrikant, oder der Schneiderin früher 50 jetzt 60 pCt. des Werthes. Außer diesen erhöhten Zollsätzen wird jetzt der Export nach Amerika dadurch ganz bedeutend erschwert, daß die amerikanischen Konsuln angewiesen sind, die Nichtigkeit der die Waaren be- gleitenden Fakturen genau zu prüfen, bevor sie beglaubigt werden, während früher ein gewisses Gehen lassen sich eingebürgert hatte. Da die meisten Zölle sowohl Gewichts wie Werlhzölle sind, so ist für den Ansatz des Werthzolles die Faktura maßgebend. Der vorstehend kurze Auszug aus dem Zollgesetze genügt, um zu zeigen, welcher vernichtende Schlag die Berliner Konfektions- brauche getroffen hat, Fürst Bismarck hat an den Amerikanern nicht bloß gelehrige Schüler gesunden, sie haben ihn bei Weitem übertreffen, sie haben durch eine Klausel in der Mac Kinley-Bill festgesetzt, daß wenn irgend ein Staat einem anderen Staate für seine Produkte günstigere Einfuhrbedingungen als dem nordamerikanischen Freisiaate zu- gesteht, die Einfuhr auS jenem Staate gänzlich untersagt werden kann. Mit dieser Bestimmung ist dem Abschlüsse von Handels- vorschlagen unsererseits ein schweres Hinderniß geschaffen. Die Arbeiter werden jetzt wieder die Segnungen der hochgepriesenen Regierung Kaiser Wilhelm 1. und feines großen Kanzlers aufs Neue recht lebhast empfinden lernen. Die FortschrMe, wrlcho die Anwendung dev Elelitri- zität in dev KeilltUtide während der letzten Jahre gemacht hat, sind so überraschende, daß es dringend nöthig ist, auf diese Fortschritte von Zeit zu Zeit einen Blick zu werfen, wenn man über die Vervollkommnungen auf dem Gebiete der Heilkunde unterrichtet bleiben will. Roch bis vor kurzem galt das Gehirn als ein„Rühr mich nicht an" für die Anwendung des elektrischen Stromes zu Heilzwecken. War es auch klar erwiesen, daß man mit der Stromleitung das Gehirn in seiner geschlossenen Schädelhöhle treffen kann, so entschloß sich hierzu doch nie oder selten der Arzt, da er wußte, daß bei der Anwendung des elektri- scheu Stromes unangenehme Nebenwirkungen für den Patienten nicht ausbleiben. Namentlich stellte sich gewöhnlich bei den Kranken, deren Gehirn mittelst deS elektrischen Stromes behandelt wurde, während dieser Behandlung Bewußtlosigkeit ei», und diese den Patienten lästige Erscheinung bewog die meisten, das Ver- fahren nicht weiter an sich vornehmen zu lassen. Bisher war es üblich, genau diejenigen Stellen des Gehirns, die man als erkrankt annehmen konnte, mit dem elektrischen Strom zu behandeln, indem man genau an diesen Stelle» die Stromleitungen einsetzte. Gewöhnlich geschah das in der Rieh- tung von der eine» Seite deS Schädels nach der andern, also in der Ouerrichtung und gerade hierbei wurde das Eintreten der Bewußtloiigkeit des Patienten beobachtet; ohne starkes Schimndelgesuhl gmg es für den so behandelten Kranken acus d--P».- ffi MM' 3' 1,011 �.ei' Skrn zum Nacken, wirken lasse. Man muß irlr ftSrJvJr0®"'• Theil auf die erkrankten Partien fällt. � Heilerfolg wird dadurch zwar etwas verlangsamt, aber es werden auch die lästigen Nebenerscheinungen, Bewußtlosigkeit und Schwindel, vermieden. Um diese Behandlungsart anschaulich zu machen, theilt Dr. G. folgenden �all mit: Ein 45 Jahre alter Magistratsdiener, der bereits im �ahre 1888 einen Schlaganfall erlitten, von dem er sich langsam wieder erholte, erlitt im November v. I. nochmals einen Schlag- anfall, ivelchcr die linke Körperhälfte befiel, namentlich den Arm. Während die Lähmungserscheinungen rasch verschwanden, blieb eine Sprachstörung bestehen, welche den Patienten völlig unfähig machte, seinem Berufe vorzustehen, weshalb er sich in ärztliche Behandlung begab. Sein Gang war unsicher und taumelnd, so daß er nur in Begleitung ausgehen konnte. Die Störung der Sprache war hochgradig. Nachdem er in hastiger überstürzter Weise einen Satz begonnen hat, bleibt er plötzlich mitten in dem- selben stecken, namentlich wenn Worte, die mit„h" beginnen, vorkommen und kommt erst nach längerer Zeit unter gewaltiger Anstrengung weiter. Ganze Sätze, auch nur ganz kurze, kann er nicht aussprechen, wiewohl er vollständig weiß, was er sagen will. Dabei besteht heftiger Kopfschmerz, Schmerz in der Herz- gegend und hochgradiger Schwindel. Es wurde dieLängsleitung des elektrischen Stromes von der Stirn zum Nacken vorgenommen, wo man den Strom IVa Minuten wirken ließ. Hierauf leitete man den Strom 4 Minuten lang zwischen dem vorderen Theile des Ohres und dem Nacken. In dieser Weise wurde der Kranke drei Mal wöchentlich behandelt. Schon bei der zweiten Sitzung -zeigte sich eine erhebliche Besserung seines Zustandes; nach der achten Sitzung ist die Sprache soweit wiederhergestellt, daß der Patient sich, wenn auch noch manchmal stockend, verständlich machen kann. Bis Anfang Mai sind Schwindel und Kopfschmerz dauernd verschwunden, die Sprache vollkomnien deutlich, auch in längeren Sätzen und Ende Juni wurde der Patient als voll- ständig geheilt entlasse». Srlbstmord ans dem Massee. Am vorgestrigen Abend zwischen 7 und 8 Uhr miethete der in der Bergstraße wohnhafte Mechaniker Bocht in der Alten Taverne zu Stralau ein Ruder- boot und fuhr mit demselben in der Richtung nach Treptow davon. Plötzlich ertönte aus dem Boot ein Schuß. Der Galvano- plastiker Otto Braunschwcig, der sich mit seinem Segelboot in der Nähe befand, steuerte nun sofort auf jenes Boot zu und fand in demselben den Insassen mit einer Schußwunde im Kopf auf dem Boden liegen. Er befestigte das Fahrzeug an sein Segelboot und fuhr damit ans Ufer von Stralau. Tort wurde der Selbstmörder ans Land geschafft; der Tod war bereits eingetreten. Man fand bei der Leiche einen an einen Herrn Philipp gerichteten Brief, in welchem B. erklärt, daß er einer unheilbaren Krankheit ivegen sein Leben gewaltsam beendet habe. Am vorgestrigen Nachmittag hat auch ein junger Kmirämm, Namens Braun, welcher als Chambregarnist in der Mo?.-afcn- straße gewohnt hat, seinem Leben ein gewaltsames Ende bereitet. Mittelst eines Revolvers, den er am Sonntag Vormittag gekaust, hatte er sich am Nachmitttag auf dem Tempelhofer Felde am Schöneberger Wege zwei Kugeln in die Brust gejagt und sich hierdurch auf der Stelle getövtet. Man fand bei der Leiche zum Briefe, von denen der eine an die Eltern des B., der andere an seine Braut gerichtet war. In diesen Briefen bat der Selbst- mörder um Verzeihung für seine That. Durch die Lieferung uerdorbeuen Meizemnehles sind einige Bäcker und Konditoreien im Südosten der Stadt empfind- lich geschädigt worden. Dieselben hatten das ihnen von einem hiesigen Großhändler gelieferte Mehl ohne weitere Prüfung zum Verbacken gegeben. In den letzten Tagen nun sind die aus dem Mehl hergestellten Backwaaren fast fämmtlich von den Käufern wieder zurückgebracht worden, da das Gebäck dumpfig riecht und einen höchst unappetitlichen Geschmack entwickelt. Die geschädigten Bäcker und Konditoren haben sich nun zunächst gemeinsam an den Mehlhändler gewendet' und demselben das Riehl zur Ver- fiigung gestellt, auch Schadenersatz für das durch seine Schuld verdorbene Gebäck verlangt. Gcvizhts-Beiku»rg. In der vergangenen Mache beschäftigten sich die ver- schiedenen Abtheilungen des Schöffengerichts mit einer ganzen Reihe von Anklagen gegen Kausleute, welche von der Polizei- beHorde mit Geldprafen belegt worden sind, weil sie während des Sonntags ihre Geschäfte offen geHallen hatten. In den meisten dieser Klagen wurde jedoch von einer richterlichen Entscheidung noch Abstand genommen, weil binnen kurzer Zeit vor dem Kammergericht ein gleichartiger Fall endgiltig zur Verhandlung kommen wird. Für die belrefsenden Angeklagten ist die Ver- tagung insofern von Nutzen, weil dieselben das Urtheil des Kammergerichts abwarten können und dann erst nach der günstigen oder ungünstigen Entscheidung desselben den Entschluß zu fassen brauchen, ob sie die Polizeistrafen bezahlen oder es aus ein ge- richtliches'Erkcnntniß ankommen lassen wollen. Die Erpressvngaverfnche und persönliche» Angriffe, denen der Sladtrath Mamroth ausgesetzt gewesen, bildeten die Grundlage einer Anklage, welche gestern vor der dritten Straf- lammer des Landgerichts I verhandelt wurde. Ein früherer Termin war vertagt worden, weil der Gerichtshof das Verhalten des Angeklagten, deS Stadtreisenden Carl Gustav Töpfer, für so unbegreiflich hielt, daß er die Untersuchung auf dessen Geistes- zustand anordnete. Der Angeklagte, der Sohn eines Bürgermeisters, ist total heruntergekommen und ein äußerst gefährlicher Mensch, er verbüßte bereits wegen Erpressung mehrere Gefängniß- strafen und saß wegen Eigenthumsvergehcn mehrfach im Zuchthause. Er ist früher vom Arbeitshause dem städtischen Obdach als Schreiber überwiesen worden. Nachdem er auf freien Fuß gesetzt wurde, richtete er seine Angrisse gegen den Stadt- rath Weise und andere Beamte des städtischen Obdachs. Die Folge war, daß er am 3. Juni v. I. wegen Erpressung und wissentlich falscher Anschuldigung zu einem Jahre Gefängniß verurtheilt wurde. Kaum hatte er diese Strafe verbüßt, als er in der hartnäckigsten Weise die Erpressungen wieder ausnahm. Bunächst erhielt der Stadtrath Mamroth, der ebenfalls zum Kuratorium des städtischen Obdachs gehört, von dem An- geklagten mehrere Briese, in denen der Schreiber einige hundert Mark forderte unter der Androhung, sonst Enthüllungen inachen zu wollen, die dem Magistrat unangenehm sein müßten. Der Stadtrath Mamroth schenkte den Briese» keine Beachtung. Jetzt griff der Angellagle zu drastischeren Mitteln. Als er eines Tages einigen Magistratsbeamten begegnete, erklärte er denselben, daß er den Stadtralh Mamroth niederschlagen ivcrde, ,vo er ihn treffe, wenn derselbe ihm nicht 300 M. gebe. Er fügte hinzu, daß er ein Gewaltsmensch sei und daß es ihm aus 5 Jahre Zuchthaus gar nicht ankomme. Nun wurde Töpfer wieder ver- haftet. Im Termine behauptete der Angeklagte, daß ihm schweres Unrecht geschehen und er dadurch im hohen Grade gereizt worden sei. Er habe im Asyl vom Morgen bis zum Abend gearbeitet und fei ihm deshalb von dem Vorstande eine Vergütigung in Aussicht gestellt worden. Er müsse es geradezu für einen Hohn halten, als man ihm bei seiner Entlassung 20 M. ein- händigte.— Stadtrath Mamroth erklärte, daß der Angeklagte mit zäher Ausdauer die Beschuldigung gegen die Bcantten des städtischen Obdachs aufrecht halte, dieselben hätten zu seinem Nackztheile sich Unterschleife zu Schulden kommen lassen und erlasse sich von diesem Wahne nicht abbringen, trotzdem ihm mit- gethcilt worden sei, daß die vom Magistrate angestellte Unter- suchung das Grundlose seiner Verdächtigung arisS zweisellosefte dargethan. Da der medizinische Sachverständige, Sanitätsrath Dr. Philipps, den Angeklagten für geistig vollkommen gesund er- klärte, so beantragte der Staatsanwalt gegen den Letzteren eine Gefängnißstrafe von einem Jahr. Das Urtheil lauwte dem An- trage gemäß. Soziale Mebevstikzk. Aufruf au die eingefchriebeue» sowie die auf Grund laudesrechtlichcr Uorschriften errichtete» Kilfokassr». Nachdem bereits vor zwei Jahren seitens der unterzeichneten Kommission ein Aufruf zur Beschickung eines Kongresses der freien Krankenkassen erlassen wurde, ist nunmehr die Nothwendigkeit vorhanden, diesen Kongreß abzuhalten, da sich der deutsche Reichs- tag schon in den nächsten Monaten mit der Abänderung des Krankenversicherungs-Gesetzes beschäftigen wird. Die neueste Nummer des„Reichsanzeigers" veröffentlicht den diesbezüglichen Gesetzentwurf und sind die Vertreter der freien Kassen numnehr in der Lage, Stellung zu demselben nehmen zu können. Wir berufen deshalb den Kongreß der eingeschriebenen sowie auf Grund landesrechtlicher Vorschriften errichteten Hilfs- lassen des Deutschen Reichs zum November er. nach Berlin ein, und erwarten, daß keine freie Krankenkasse auf diesem Kongreß unvertreten bleibt. Es gilt zu zeigen, daß die freien Kassen eine Bedeutung erlangt haben, mit der zu rechnen ist, wenn man überhaupt das Selbstbestimmungsrecht des Volkes achten will. Mögen auch bei dieser Gelegenheit die Arbeiter sich mündig zeigen, und ihre Ansichten über den vorliegenden Gesetzentwurf in An- trägen bekunden, die dem Kongreß zur Berathung unterbreitet werden können. Sämmtliche Anträge, sowie die Anmeldungen von Delegirten sind zu richten an: L. I. Levinson, Altona, Blücherstraße 21. Nähere Bekanntmachungen erfolgen demnächst. G. Blume. C. Deisinger. L. I. Levinson. VevTtumnUmgett. Eine össrntliche Verfnmmlnug dcv Drechsler«ud Derufsgcuossr» Krrlins tagte am 7. Oktober in May's Fest- sälen, Benthstr. 22, bei folgender Tagesordnung: 1. Der Rathenower Streik und seine Bedeutung für Berlin. 2. Diskussion. 3. Bericht der Delegirten der Berliner Streik-Kontrolkoinmissio». 4. Verschiedenes.— Den Vorsitz führte Kollege Lutz. Zum 1. Punkt der Tagesordnung referirte Kollege Rautenberg. Er gab zunächst eine treffende Schilderung der Rathenower Zustände und Thätigkeit der Kommission in dieser Sache. Er führt etwa folgendes aus: Infolge der enormen Lohnabzüge des Herrn Günther (Firma Mobitz) seien die dortigen Kollegen gezwungen gewesen, die Arbeit niederzulegen, und bisher sei noch keine Aenderung daselbst eingetreten. An der Hand einer Reihe von Zahlen be- weist der Referent obige Thatsache, wodurch den dortigen Kollegen eine menschenwürdige Existenz entzogen wurde. Zwar suchte der genannte Chef jedwede Schuld von sich abzuwälzen und der Fabrikleitung zuzuschieben. Ebenso vertrat er die Ansicht, daß wohl nur niangclnder Fleiß der Drechsler die Ursache ihres jetzigen geringen Verdienstes sei, obgleich ihm von Seiten der Kommission der Abzug von durchschnittlich 25 pCt. nachgewiesen wurde, gegenüber dem früheren Verdienst von ca. 17— 18M. bei 10Ve- stündiger Arbeitszeit in einem Raum mit den denkbar schlechtesten sanitären Verhältnissen. Nachdem der Herr Fabrikant nochmals erklärt hatte, er werde den„Hetzereien" niemals weichen und unter keinen Umständen nachgeben, möchte es koste» was es wolle, war die Thätigkeit der Kommission vorläufig dort beendet. Kollege Rautenberg legte es nochmals allen Drechslern warm an's Herz für die Unterstützung der dortigen bedrängten Kollegen kräftigst einzutreten und deren Kampf voll und ganz zu dem ihrigen zu zu machen, namentlich, da die meisten Familienväter seien und trotz der kurzen Zeit ihrer Angehörigkeit zu unserer Organisation doch schon ihre Gesinnungstüchtigkeit bewiesen hätten. Mit einem Appell an die Berliner Kollegen, unter allen Umständen etwa aufzudrängende Siathenower Arbeit zurückzuweisen, denn nur Einmüthigkeit könnte den Rothenowern zum Siege verhelfen, da deren Mißlingen auch für die Berliner mißliche Folgen nach sich ziehen würde. Mit diesen Worten schloß Kollege Rautcnberg 'ein mit Beifall ausgeführtes Referat. Zur Diskussion sprach Kollege Hildebrandt und schilderte durch einige Beispiele die Macht der Kapitalisten, wenn es gelte den Arbeitern gegenüber etwas durchzusetzen und diesen die ge- ringsten Vortheile streitig zu machen. Ferner bctheiligen sich hieran noch die Kollege» Lutz, Plagens und Jonas, welche bc- 'anders die materielle Unterstützung der Ausständige» betonen. Hierauf gelangte ein vom Kollegen Lutz gestellter Antrag zur Annahme. „Die Sammlungen auf Streiklisten für die aus- ständigen Rathenower Kollegen, zugleich auch der noth- leidenden Glasarbeiter Bergedorfs, fortzusetzen und die Vertheilung des Ertrages der Lohnkommission, je nach Be- dürsniß zu überlassen. Zum dritten Punkt nahm Kollege Hildebrandt das Wort und gab einen klaren Bericht der Thätigkeit der drei Mitglieder der Berliner Drechsler in der Berliner Streik-Koutrolkommission. Nach einigen kurzen Aussetzungen der Kollegen Lutz, Trümper und Ewers, erklärt sich die Versammlung mit der Ausführuug desselben einverstanden. Zum Punkt Verschiedenes macht Kollege Lutz auf die Sonn- tag, den 12, Oktober, in Deigmüller's Säle, Alte Jakobstr. 48a stattfindende kombinirte Mitgliederversammlung aufmerksam, infolge der wichtigen Tagesordnung sei es Pflicht eines jeden Kollegen, pünktlich zu erscheinen. Schluß 12 Uhr. Der Zfnterstüstnngsbund der Hanodieucr Derlm's hielt am Dienstag, den 7. Oktober, eine ordentliche Generalver- 'ammlnng mit folgender Tagesordnung ab: 1. Mittheilungen und Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Jahresberichte. 3. Vorlegen des neuen Statuts und Wahl des Gesammtvorstandes und der Revisoren. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Nachdem das Protokoll in seiner Fassung angenommen, Iheilte der Vorsitzende mit, daß sich 4 Kollegen gesund und 2 krank gemeldet haben und daß der Vorstand mit der Kommission das neue Statut ausgearbeitet und heute der General- Versammlung zur Genehmigung vorlegen werden; ferner daß im Monat September 417 Mark an Mitglieder-Beiträgen gezahlt worden sind und das Stiftungsfest in der schönsten Weise verlaufen ist. Mitgliedschaft suchten 32 Kollegen nach, welche von dem Vorsitzenden in der gewohnten Weise in den Bund eingeführt wurden. Bei Punkt 2 der Tagesordnung„Jahresberichte" erhielt der Kasfirer, Kollege Wiemer, das Wort. Derselbe führte aus, daß der Bund in diesem Geschäftsjahr eine Einnahme von 6852,10 M. und eine Ausgabe von 6812,72 M. hatte, es bleibt also ein Baarbestand von 3027,08 M. Dieser Bericht wurde von den Revisoren bestätigt und dem Kassirer sowie Revisoren Dcchargc ertheilt. Hierauf erhielt der Stellenvermittler Kollege Grauer das Wort. Derselbe führte aus, daß in diesem Ge- schäftsjahr 693 Stellen gemeldet und davon 502 Stellen besetzt worden sind: der Durchschnittslohn betrug 15 bis 23 M. pro Woche. Alsdann erhielt der Obmann der Rechtsschutzkommission, Kollege Perlemann, daS Wort. Tek- selbe führte aus, daß 23 Kollegen den Rechtsschutz nachgesucht haben; davon sind zwei Kollegen mit der Klage abgewiesen ivorden. Eingeklagt ivurden 437,80 M. und waren dazu 17 Termine erforderlich. Kollege Müller vom Vergniignngskomitee theilte noch mit, daß von den stattgehabten Festen 1583,30 M. Ueberschuß erzielt worden sind. Außerdem stehen noch von den letzten statt- gehabten Festen Billets aus, so daß im ganzen 1600 M. Ueberschuß aus den Festen erzielt ivorden sind. Nachdem nun noch der Vorsitzende den Jahresbericht abgestattet hatte, wurde auf Antrag dem Gesammtvorstand sowie der Rechtsschutz- kommission und dem Vergnügungskomitee Techarge ertheilt, und in Punkt 3 der Tagesordnung„Verlesen des neuen Statuts und Wahl des Gesammtvorstandes und der Revisoren" einge- treten. Das Statut wurde nach einigen Abänderungen ange- nommen und beschloffen, das neue Statut vom 1. November ab in Kraft treten zu lassen. Nachdem die Kollegen KeM Perlemann und Alboldt ins Bureau gewählt waren, ivurde z-f Wahl geschritten. Gewählt wurden die Kollegen Keßler 1. Vorsitzender, Lambrecht, als Stellvertreter; C. Wie«>fi 1. Kassirer; Langewisch, Stellvertreter; Vogel, 1. Schriftsühff' Fröhbrodt, Stellvertreter; als Beisitzer die Kollegen: Freud: Bartel und Alboldt. Zu Kontroleuren wurden die Kollegs Lange, Bengsch und Blume gewählt. Hierauf wurde in Punkts Tagesordnung, Verschiedenes und Fragekasten, eingetreten. Vorsitzende giebt bekannt, daß am 17. d. Mts. bei Jordan, Nßs Grünstraße, für die Kranken- und Sterbekaffe der Berliner diener(E. H. Nr. Ol) eine ordentliche Generalversammlung findet und bittet der Vorsitzende die Mitglieder, der reichhaltig Tagesordnung wegen zahlreich zu erscheinen. Indem noch eW Sachen sowie der Fragekasten zur Zufriedenheit aller AnweseM erledigt worden waren, wurde die Versammlung mit einem auf das fernere Gedeihen des Bundes um 1V4 Uhr durch � Vorsitzenden geschlossen. ,, Die Freie Vereinigung der Kauarbeiter Berlins am Sonntag, den 12. Oktober, Vormittags 11 Uhr, in Scheflff' Salon, Jnselstr. 10, ihre regelmäßige Mitgliederversammlung«'s folgender Tagesordnung ab: 1. Abrechnung vom 3. Quartal w-s 2. Die Angelegenheit Gaßmann wider Brunke. 3. Vereng angelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Nach lesung des letzten Protokolls, welches ohne Widerspruch genommen wurde, erhielt der Kassirer zur Abrechnung das Wo> Da auch diese ohne Widerspruch der Versammlung blieb und Revisoren die Richtigkeit derselben bekundeten, wurde de» Kassirer Decharge ertheilt. Ueber die Angelegenheit Gaßwa» wider Brunke entspann sich eine lebhafte Debatte, ein An»?«! daß dem Kollegen Brunke von dem Vorstande eine Rüge ecchei werden sollte, kam nicht zur Abstimmung, weil sich Kollege ESP mann damit zufrieden stellte, daß die Sache vor der Oefsentlichu zum Austrag gebracht ivurde. Zum 3. Punkt VereinsangeiW? heilen wurden zwei Unterftützungsgesuche kranker h«1' bedürftiger Mitglieder vorgelesen und nachdem mehch Kollegen die Nothlage der Hilfesuchenden der Versammlung Herzen führten, wurde einer mit 20 M. und der andere% 30 M. unterstützt. Ein Antrag, am Schluß der Versann» eine freiwillige Tellersammlung zu veranstalten und sie"'rj extra an die beiden kranken Kollegen zu vertheilen, wurde e gelehnt. Ferner wurden auf ein Gesuch die streikenden E1"' arbeitet von Bergedorf mit 50 M. unterstützt. Hierauf nn» die Angelegenheit Voß und Wallenthin wegen rückstänW Abonnementsgelder für das Organ„Der Arbeiter" zur Deba gestellt, welche sich sehr in die Länge zog, bis schließlich ein% trag gestellt und angenommen wurde, es der Verlagshandlung i überlassen, für ihre Ausstünde selbst einzutreten. Ferner wer» diejenigen Festkomitee-Mitglieder von dem Stiftungsfeste 1°?? welches im Böhmischen Brauhause stattfand, aufgefordert, sich% Vorstände zu melden, welche damals von der Gratifikation von 10-s" welche der Oekonom dem Leiter des Komitees Karl Wallenu gegeben hat, nichts bekommen haben, um endlich einmal die s?» zu Ende zu bringen. Das Arrangement einer Matinee zu November wurde dem Vorstande übertragen. Der Versammle- wurde von Kollege Gutsch bekannt gemacht, daß sich einzelne», gleder jetzt weigern, ihre rückständigen Extrabeiträge zu entrM, und daß auf Grund dessen solche Kollegen nicht mehr als As' gliedcr zu betrachten seien, wenn sie sich den Beschlüssen°. Vereinigung nicht fügen wollen. Ein Streitigkeit zwischen mann und Hohlstädt konnte nicht zu Ende geführt werden,» die Versammlung wegen zu großer Unruhe und Tumultes S schloffen werden mußte, denn es war nicht mehr, als ob wußte Arbeiter über ihre Lage debattirten, sondern als ob» sich am äußersten Ende der Thärstraße befand, dieses möge» die Störenfriede hinter die Ohren schreiben. Nächste Versamnu» am 9. November..j Eine Dersainmlung von den auf Grund des§ 41% Uniallversicherungs- Gesetzes gewählten Arbeitervertretern» Beisitzern der Schiedsgerichte fand am Mittwoch, den 8. Oft0?' unter Vorsitz des Herrn Nase im Seeseldt'schen Lokal, Grenad» straße 33, statt. Erschienen waren außerdem noch einige der i gewählten Vertreter zu den Ausschüssen des AlterversorguM> und Jnvaliditätsgesetzes.— Herr Buchholz, nichtständiges lsE glied des Reichs-VersichcrungsamtS, erstattete zunächst über die Beschlußfassung des R.-V.-A. zu den Fragen betwi Abänderung des Unfallversichernngs-Gesetzes. Diese Fragen bereits den Berufsgenossenschafte» vorgelegen, und haben auch V Arbeitervertreter Berlins und Umgegend in der Versammlung»� 3. September(st Bericht„im B. V") hierzu Stellung genominen- Aus dem Bericht des.HerrnB.ichholz geht hervor, daß dasR.-V.-a-, einigen Fragen den Anträgen der sozialdemokratischen Frat% wie den Wünschen der Arbeitervertreter zugestimmt, daß aber � anderen Fragen die Majorität nicht dasür zu haben war, s» a z. B. die Frage: Ob künftig auch d e r Unfall, welcher sich 3 dem Wege zur und von der Arbeit ereignet, als Bestriebs»»' anzusehen sei, vom Reichs- Versicherungsamt verneint war», wohingegen die Arbeitcrvertreter denselben dringend befürivor hatten.'Eine andere Frage: Ob auch, wenn das HeilversaY. vor der vierzehnten Woche abgeschlossen ist, eine Entschädig� für theiliveise Erwerbsunfähigkeit gewährt werden soll,(ist Prinzip bejaht, doch solle» nach dem Reichs-VersicherungsaMi« Krankenkassen diese Lasten tragen. Man war in der Versa»', lung allgemein der Ansicht, daß, sollten diese Beschlüsse»18. sehesvorlage erscheine», ein allcmeincr Protest gegen bwl% eingelegt werden müsse. Alsdann verliest Herr Buchv» den Geschäftsbericht des Reichs-VersicherungSamts für das Q 1889. Es wurde aber von der ganzen Verlesung AMT,; genommen, da derselbe 16 Druckseiten groß Folio umsaßt,'„ der Wunsch ausgesprochen wird, daß es eine Aufgabe der. gründenden Vereinigung sein müsse, dieses Material alle», � tretern soivie allen Arbeiterominigungen zuzustellen, da es einzelnen zu theuer sei. ES entspann sich dann noch-„,1 Tevatte darüber, ob nicht jetzt der Zeitpunkt gekommen Vereinigung der Arbeitervertreter zu gründen, um alle die A j« stände, welche sich bisher gezeigt haben gemeinsam besprechen»»» � Helsen zu können. Es ivurde vielfach konstatirt, daß da» fahren der einzelnen Berussgenossenschaften gegenüber de» � unglückten ein hartherziges, wenn nicht noch schlimmeres si'- wurde schließlich eine Kommission von 5 Personen gewählt,>b° die Sachen vorarbeiten soll.»x Der Verband deutscher Wechanilirr nud veru»a»?�z Kernstiigeuossen hielt am 8. Oktober eine Generalversann» ab. In Verselben erstattete Kollege Schönemann, als Deleg'; des am 80. September in Wiesbaden stattgehabten Verbandst»� einen umfassenden Bericht. Besonders hervorzuheben wäre,.A( der Antrag der Zahlstelle Hamburg, welcher die obligatol»�, Einführung der„Deutschen Mechaniker-Zeitung" verlangt, genommen wurde. Der Beitrag wird demnach im neuen GeschO jähr 80 Pf. pro Monat betragen, derselbe kann jedoch wöchentlich ü 20 Pf. bezahlt werden. Der Antrag der Bei' � Zahlstelle, jden Zentral-Arbeitsnachweis nach Berlin zu ver»S wurde ebenfalls angenommen. Der Vorsitzende des Arbeitsnachweises soll eine Entschädigung erhalte», dere» jedoch erst nach Einigung des Ausschusses mit dem Vorstand gesetzt werden wird. Der Sitz des Ausschusses bleibt wie b>° � Berlin, ebenso wird der Hauptvorstand in Hamburg verbie' Im Weiteren berichtet der Rcsereick, daß am Sitze des Vorstandes ein Zentral- Unterstützungsfonds eingerichtet'»Ef wird. Von den bei jeder Zahlstelle eingehenden Gelder» y Unterstützungsfonds sind monatlich mindestens 50 pCt. Zentralfonds abzuliefern. Nach Beendigung des B«' � wurden von einigen Kollegen verschiedene Beschlüsse Verbandstages als gerade nicht für vortheilhasl-rf den Verband hervorgehoben, hauptsächlich fand die oblig»'".(ji' Einführung der„Mechaniker-Zeitung" nicht die volle S?»ss der Berliner Zahlstelle. 1fi0®et Kassirer verlas sodann den Kassenbericht vom 3. Quartal isju. Demnach waren an Einnahmen 255 M. 62 Pf., an Ausüben 248 M. 38 Pf., bleibt Bestand für nächstes Quartal 7M. % Dem Kassirer wurde auf Antrag der Revisoren Decharge n* sodann nahm die Versammlung den Antrag an, wo- nach die übrige Tagesordnung der vorgerückten Zeit wegen bis Zur nächsten Sitzung vertagt wurde. fcittt öffentliche Versammlung der Lederarbeiter serlms und Umgegend tagte am Montag den 6. Oktober in Nussmann's Sälen, Oranienstr. 180, unter dem Vorsitz des Kol- egen Dübelt mit der Tagesordnung:„Bericht der Lohntarif- Kommission, worüber Kollege Schultz referirte. Redner beleuchtete Hund eines früheren Beschlusses, welcher eine Lohn- 9 von 25 pCt. auf sämmtliche Artikel unserer Branche oeuangte. welche Vortheile demgegenüber eine Regulirung sämmt- icyer Akkordlöhne biete. Redner wies nach, daß nach dem ge- «mmeltm Material der Lohntarif-Komniission der Unterschied in , Preisen bei gleicher Arbeit und gleicher Sauberkeit in den verjchiedenrn Werkstätten eine Hohe von 33—95 pCt. erreiche, I«ner wies Kollege Schultz darauf hin, daß hier eine allgemeine �o prozentige Lohnerhöhung die Schäden, welche bei dieser Branche vorherrschen, nicht beseitigt werden. Darum ist es nöthig, daß man den Fabrikanten, welche Mittelwaaren zu Großwaaren machen, vnd gute, feine Maaren zu Mittelwaaren herunter drücken und demgemäß Mittelwaaren-Preise für gute Arbeit bezahlen, um nur H �.anständigen Geschäfte konkurriren zu können, und diese Mch diesen Konkurrenzkampf dazu zwingen, daß sie dieselben Artikel fabrizieren und dieselben Schundpreise dafür zahlen, oad man solchen Geschäften die Arbeitslöhne auf jeden Artikel vor- l'WHben muß. Das ist hier das allein Richtige, um m Zukunft einer weiteren Reduzirung der Löhne vorzu- v?»gen. Zum Schluß wies Redner darauf hitt> daß durch ein .„Mathiges Zusammengehen sämmtlicher Kollegen eine Besserung ,?vhl zu erzielen ist, darum empfehle er sämmtlichen Kollegen, M der schon bestehenden Fachorganisation anzuschließen, denn urch Einigkeit läßt sich Großes erreichen, durch Uneinigkeil nichts. Hierauf wurden die einzelnen Tarife der verschiedenen Branchen orgelesen, soweit dieselben festgesetzt waren. Hieran knüpfte sich '?e lebhaste Diskussion, woran sich die Kollegen Wunscheck, Boritz, Dübelt, Sturm, Götzelt und Heindke betheiligten. i Ferner kam ein Antrag des Herrn Wunscheck zur Annahme, dühin"geht, den Tarif nochmals der Kommission zu über- oepen und wenn derselbe vollständig ist, denselben in Druck zu ß?~n. Ferner wurde die Kommission ergänzt und die Kollegen 'ch Schmidt und Sturm für englische Täschchen, und die Kollegen Wunsch eck und Bruno Götzelt für kachirte Arbeit gewählt.— Mer Punkt„Verschiedenes" wies Kollege Heindke auf die Be- !?«ipe der Berliner Streik- Kontrolkommission hin und stellte den Antrag, daß es Pflicht eines jeden Kollegen ist, gegen >e Verbreitung des„Verl. Lokal-Anzeiger" zu agitiren. Derselbe wurde angenommen. ». Ferner wurde beschlossen, die heutige Tellersammlung der �Miner Streik-Kontrolkommission zu überweisen. Nach Annahme wS Schlüsse legte Kollege Heindke sein Amt als Delegirter u,.s aliner Streik-Kontrolkonnmssion nieder, mit der Begründung, �oer gewerkschaftlichen Organisation derselben angehören. An dessen wurde nun Kollege Zander in die betreffende Kom- h-? 4.gewählt. Zum Schluß wurde noch das Bureau beauf- Wb eine öffentliche Versammlung einzuberufen mit der Tages- rvnung: Stellungnahme zum gewerkschaftlichen Kongreß im vwvember dieses Jahres. 3*/ c 1 o M„Königsyvs, UV. Äuytöuiuuuiiy iuuv ivigende: i. Vortrag des Regierungsbaumcister a. D. Keßler über d-n �vZialdemokratische Programm. 2. Diskussion. 3. Verschie- cs f'®er Referent bemerkte zu Anfang seines Vortrage?, daß W. sreue, nach vierjähriger Verbannung, wo er in Deutschland von Ort zu Ort wandern müssen, und so die Roth und das .Und unter der Revölkeruna kennen gelernt babe. wieder vor amm- war ' unbewußter Sozialdemokrat sortgejagt wurde und als über. �gungstreuer Sozialdemokrat wiedergekommen ist. v. Auf den Hauptpunkt unseres Programms eingehend, sagte er, M die Arbeit nicht die Quelle allen Reichthums sei, denn es gebe auch Mthum. der nicht aus der Arbeit resultire. Daher wäre es besser, s°nn im Programni statt des Wortes Rcichthum„Wohlbesinden" ge- würde. Nützliche Arbeit sei nämlich jede auf das Wohl- IfftV.V veun die Kultur wird erreicht "chrnchen Menschheit und daher ist die Arbeit zum Wohle der Menschen erforderlich. Der Ausspruch des Ministers Herrfurth: die Sozialdemokraten sind Leute, die nicht arbeiten, aber gut leben wollen, ist vollständig unzutreffend, und wir sagen zur Wahrheit den Spruch:„Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen." Reichsfreiherr von Fechenbach sagte schon längst, daß die Arbeiter um ihren Lohn gebracht worden sind, und daß 22 pCt. der Männer nur die Futterkostcn bekommen zur Erhaltung ihres Körpers. Durch die Knappschafts-Vercine ist statistisch nach- ewiesen worden, daß auch das Durchschnittsalter von ahr zu Jahr immer niedriger wird. Daß die Arbeiter- klaffe sich selbst zu befreien habe, beweise das Verhalten des Unternehmerthums gegenüber den kaiserlichen Erlassen, gegen die es, wie überhaupt gegen glle Reformen, Front mache, indem es behaupte, daß dadurch nur die Begehrlichkeit der Ar- bciter gereizt werde. So international wie das Kapital müsse auch die Arbeit geregelt werden. Daß die Geschäfte so schlecht gehen, daran sei nur das Militär schuld und deshalb fordern wir Abschaffung des ganzen Militarismus durch die Volkswehr. Ebenfalls Rechtsprechung durch das Volk wie in der Schweiz. Das Religionsgefühl sei eine Sache der Bildung und deshalb sei es richtig, die Religion. als Privatsache zu be- trachten.— Wir fordern einen wirksamen Arbeiterschutz für Männer und Frauen und Abschaffung aller Kinderarbeit. Um in den sozialistischen Staat zu gelangen, müßten alle Arbeits- mittel in den Besitz der menschlichen Gesellschaft übergehen. Der Vortragende erntete für seinen so lehrreichen Vortrag reichen Beifall. An der Diskussion betheiligten sich die Genossen Abro- weit, Knaack und Loß im Sinne des Referenten. Unter Ver- schiedenem wurde noch angeregt, daß sich die Genossen zur Sammlung der Gelder für die Delegirten nach Halle recht zahl- reich betheiligen mögen. Der Fnchverrin der KerHner Htuckatenre hielt am Montag, den 6. Oktober, in Zemter's Lokal, Münzstr. 11, seine regelmäßige Versammlung ab, mit folgender Tagesordnung: 1. Vortrag des Bildhauer Herrn Schneider über:„Tie Entwicke- lung der Musik". 2. Neuwahl eines Revisors. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Nachdem die Versammlung eröffnet, sowie das Protokoll verlesen, theilte der Vorsitzende, Kollege Schcrbing, mit, daß der zweite Punkt der Tagesordnung insoweit erledigt, als der Revisor, Kollege Hoffmann, seines ungebührlichen Betragens wegen um Entschuldigung bat und sein Amt wieder weiter zu führen beabsichtigt. Das Protokoll von der letzten Versammlung, welches eineAnschuldigung der Arbeitsnachwcis-Kommission in sich birgt, wird von derselben nunmehr angefochten, und wünscht sie diesen Passus aus demselben gestrichen zuhaben, da derselbe ungerechtfertigt ist; nach einer kurzen Debatte wird die Angelegenheit dem Vorstande behufs Revidirung des Protokolls überwiesen. Hierauf sind wiederum 10 Kollegen als Mitglieder aufgenonimen worden. Der Herr Referent erntete für seinen cinstündigen Vortrag reichen Beifall. Zur Diskussion sprachen einige Redner im Sinne des Vortragenden, unq wäre vorzugsweise zu wünschen, daß die Anwesenden den Sinn des Vortrages begriffen haben. Nach einigen unwesentlichen, aber erregten Debatten wurde die Ver- sammlung um 11�/4 Uhr geschlossen. Lands tzerg a. W. Am Donnerstag, den 9. d. M., tagte hier im großen Saale des Akticn-Theaters eine überaus zahlreich besuchte Volksversammlung, in welcher Herr Gerisch aus Berlin über die Ziele der Sozialdemokratie und' die Aufgabe des Partei- tages referirte. Im Eingange seines Vortrages gedachte der Referent des verflossenen Sozialistengesetzes, seiner Härten und Grausamkeiten, sowie der schweren Opfer, welche dasselbe dem arbeitenden Volke auferlegte. Wenn auch die Sozialdemokratie sich keinen Illusionen über die neue Aera hingebe, so sei es doch mit Freuden zu begrüßen, daß ein Zustand sein Ende erreicht habe, unter dem es nicht möglich war, die Ziele der Sozialdemokratie offen darzulegen, und rn dem es von dem Bildungsgrade des ersten besten Polizeiveamten abhing, wie weit man in der Erörterung sozial- politischer Thematas gehen konnte. Allseitig werde der Vorwurf erhoben, daß die Sozialdemokratie ihr eigentliches Programm verheimliche, weil nach dessen Bekanntwerden sich zahlreiche Ar- beiter von der Sozialdemokratie lossagen würde». Diesen Vor- wurf zu erklären, werden sich die Sozialdemokraten keine Gelegen- beit cutgehen lassen, bei welcher sie ihr Banner entrollen können. Redner verliest nun das Programm, um es in zwei- stündiger, von zahlreichem Beifall unterbrochener Rede eingehend zu erörtern und zu vertheidigen. Zum Schluß bemerkte Redner, daß auch der längste Vortrag nicht genüge, um das soziale Pro- gramm erschöpfend darzulegen, er forderte alle Diejenigen, welche sich bisher der sozialen Bewegung gegenüber ablehnend oder in- differcnt verhalten hatten, auf, sich durch Lesen guter Schriften ein zutreffendes Urtheil zu bilden. In der Diskussion ergreift das Wort Herr Älmtsrichter Kurz: Was der Referent über Arbeiterschutz und Schutz der Kinder gesagt habe, sei ja ganz vor- trefflich geivesen, aber weshalb erst über eine Sache, die ohnehin ein Jeder wolle, viele Worte machen? Was aber der Referent sonst noch vorgetragen habe, seien greuliche Irrlehren gewesen. Was bei- spielsweisedasSozialistengesetzanbelange.sokönntensichdicAnwesen- den darüber gar kein Urtheil bilden. Er habe in den 70ger Jahren in Berlin studirt und er wisse daher, welch schreckliche Zeiten damals waren, zu deren Beseitigung etwas geschehen mußte. Jetzt seien ruhige Zeiten eingetreten, und nun mache man den Versuch, wieder mit dem gemeinen Rechte auszukomnien. Was der Referent über Soldatenwescn und Kriege gesagt habe, sei total falsch gewesen. Kriege seien nothwendig und»»entbehr- lieh.(Redner zitirt das bekannte Gedicht, indem die Kriege als gut und nützlich gefeiert werden.) Das Schlimmste habe aber der Referent verbrochen durch seine wegwerfende Kritik der deutschen Justizpflege. Wer behaupte, daß im Rcchtsleben, im Zivil- wie im Strafversahren, der Begüterte gegenüber dem Mittellosen im Vortheil sei, der spreche von Dingen, von denen er nichts verstehe. Aus allein erhelle zur Genüge, daß kein Grund vorläge, an einem sozialdemokratischen Parteitag theilzunehmen. Er stelle daher den Antrag, da alle Bürger Landsbergs eingeladen und erschienen seien, zunächst darüber abzustimmen, ob überhaupt ein Delegirter entsendet werden soll, da er es sich nicht denken könne, daß die gute Stadt Lands- borg auch bereits so weit sein solle, sich offiziell an einem sozialdeinolratischen Parteitag zu betheiligen. In seinem Schlußwort ging der Referent mit dem Herrn Amts- richter in scharfer Weise ins Gericht. Herr Kurz habe sich durch seine Siede ein Zeugniß geistiger Reife ausgestellt, um das er ihn nicht beneide. Wer trete denn, außer den Sozialdemokraten, für einen energischen Arbeiterschutz u. s. w. ein? Wenn diese Forde- rungen so allgemein anerkannt würden, wie Herr Kurz behaupte, dann müßten sie doch längst verwirklicht sein! Aber das Gegen- theil sei der Fall. Herr Kurz scheine nicht zu wissen von der Fronde, die sich schon gegen den geplanten kümmerlichen Arbeiter- schütz gebildet habe. Mit den Ausführungen, die Herr Kurz über die Vergangenheit gemacht habe, sei es noch schlimmer bestellt gewesen. Auch e r habe zu jener Zeit in Berlin gelebt, habe zahl- reiche Versammlungen besucht u. s. w., aber von schrecklichen Zu- ständen wie sie Herr Kurz geschildert, nichts wahrgenommen. Ties sei ein Beweis dafür, daß Herr Kurz seine Zeit aus dem Pauk- boden oder sonstwo zugebracht, daß er die Diuge und Vorgänge nicht objektiv beobachtet und studirt habe und daher von der offiziösen Preßmeute in einen Zustand fieberhafter Erregung hineingehetzt worden sei. Was die Kriege anbelange. so wünsche er, Referent, dem Herrn Kurz, daß es ihm noch vergönnt sein möge, mit"einem unpoetischen Granat- splilter Bekanntschaft zu machen, jedenfalls würde ihm dann die Lust vergehen, lyrische Lobgcsänge auf den Krieg anzustim- nie».(Stürmischer Beifall, der sich fortgesetzt wiederholt, so daß der Referent dringend bittet, diese Begeisterung lieber in ent- sprechende Thaten umzusetzen). Der Vorwurf, daß er von der Justizpslege nichts verstehe, lasse ihn kalt. Wer ein Auge sür die Schäden unserer Zeit habe, der wisse, wie schwer es dem Unbemittelten werde sein Recht zu erlangen, und was auf dem Gebiete der Strafrechtspflege möglich ist, erläuterte der Referent an drastischen Vorgängen ä, la Kleist, es dann der Versammlung überlassend, zu entscheiden, wer von diesen Dingen etwas verstehe. Hierauf wurde zur Abstimmung geschritten und mit großer Majorität beschlossen, sich offiziell am Parteitage zu betheiligen. Mit RücksichtaufdiegroßenKosten, wurde jedoch auf der Entsendung eines eigenen Delegirten abgesehen, und Herrn Julius Wernau in Berlin das Mandat übertragen. Die Ar- veiter Landsbergs haben aber bewiesen, daß sie in der That„soweit sind," wie es sich für aufgeklärte Arbeiter geziemt. WviefüSl�ke« dev Bei Aufragen bitten wir die AbonnemeuIZ-Quittung beizufügen. Brieflich Anttvorl wird nicht ertheilt. L>., Zionsliirchstr. Beantragen Sie unter Ueberreichung Ihrer Heirathsnrkunde beim Amtsgericht den Erlaß eines Rücklehr- befehls, welcher Ihrer Frau durch den Gerichtsvollzieher zuzu- stellen ist. Gleichzeitig wenden Sie sich an den Bezirksvorsteher um Beschaffung eines Armuthsattestes. Die Kinder können Sie selbst zurückholen. (0. K., Koppenstv. 1. Wenn Sie sterben, so erbt der Sohn Ihrer Frau aus erster Ehe nicht?. 2. Stirbt Ihre Frau, so erben Sie und deren Sohn gemeinschaftlich. <0.(ß., Kwittemiinderstv. Ihre Frau ist an den Leih- kontrakt gebunden und kann auf Zahlung verklagt werden. Die Ihnen gehörigen Sachen unterliegen aber nicht der Pfändung. K. St. 1. Freilich ist das Jmpfgesetz ein Zwangsgesetz. 2. Wenn man wegen Zuwiderhandelns gegen dasselbe einmal be- straft ist, so kann wegen iviederholten Zuwiderhandelns eine weitere Strafe festgesetzt werden. Damen Mäntel nnd-Kostüme. Felix Oppenheim. Rem-Miintel m 11 If. nn. C'lcgMe imii billige Winttt-Metots. 81—12. Kostiime von 15 Mark mir. Cmsrgnnng«-, Kall- nud GeseUschafto-Kostiimc. 2252 lTtmgrMI Beditlnch. @0 Herren- sind Inaisn- Hirierolsen. Eigene Werk statten: tgo Berlin N, Berlin SO., Berlin 0., Ha. Menßrche§. Gr. FmkfmterKrch Ii Etwaige Beschwerden wolle das Publikum gefälligst im Hauptgeschäft, Chausseestraße 24a, anbringen. Üeseles® üeliiAsttarsii Ctsche�m,"Berita FriedStmTe" 171 L Brachvogel, Mauteuffelstraße Nr. 75. Neu eröffnet. 1000 — Billigste Preise. Beste Maare.— Im Tuchgeschäft jetzt Mnieustr. 126, 1. 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Druck und Verlag von Mar Kading in"Berlin SW., Beutbitrabe 2