"sJ onnei®' aimw; Tom« He Je« Sc« .»st M... znnen» ling. 1 :n.-| ifif.* Iii m ifamo«5 M *4■ KS i ff ind. '10|W> ♦> UttTCV* -— Freitag, den l'e. Oktober 1890. V. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. Bg#####:- Insertion sgebuhr Beträgt für die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für VeremZ- und VersammlungS. Anzeigen 20 Pf. Inserate werden Bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition, Perlt, r SW., ®cuti))traBc 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Prell es, angenommen. Die Erpedition ist an Wochentagen Bis 1 Uhr Mittags und von 3-7 Uhr Nachmittags, an Sonn- n»d Festtagen Bis 9 Uhr VormiltagS geolsnet. -, Lernsprecher: Amt vi. Ur. 4100.«--•*- Vedslktion: zAeuthPkrslßo S.— Expedition: Vettthstvntze 3. K e* emeg mildl christsW "ntH 'r'1 slveA�. n l'S clieM Ä-"! W 14. Die EipenvQvone. Der Kapitalismus läßt sich nicht gerne stören, wenn . vahxi ist, den Rahnt von den Erträgnissen der gesell- i�stlichen Arbeit abzuschöpfen. Der Staat wagt dies k? t�im lul� �Cl' K l a s s e n st a a t hat auch gar . Juteresse am Einschreiten. Wer es aber unternnnntt, � Kapitalsanhäufung auch nur die geringsten Hindernisse �bereiten, der muß sofort gewärtig sein, daß er als fi$,e 1 n b der Gesellschaft" an den Pranger ge- f., s Die Arbeiter können davon erzählen. Sobald «•IM zusanunenthun, um bessere Arbeits- und Lohn- fuigungcn zu erzielen, was ihnen gesetzlich ausdrücklich L Kü ist, so erhebt sich auf der ganzen Linie der Unter- hiner cin Lärm gegen solche„Begehrlichkeit". � wird einem Jeden, den man als„Anstifter" und � chürer" einer solchen Bewegung crmitteln kann, o, Arbeit entzogen und er kommt auf die schwarze k}'' e, damit ihn Niemand mehr beschäftigen und er im «ud untergehen soll. Dazu kommen noch die Polizei- �»regeln ge ien die gewerklichen Verbände der Arbeiter. kit ��pital sten, die immer bestrebt sind, die Pro- Z'onskosten zt..... U g wnskosten zu verringern, damit Untcrnehmergeivinn jedem die l.. zr!-t>� Z a"#' lönn«? "tf zieh� Ä Stitf sszl "M ach«- 'Ii % ajiiw hoch bleiben, sehen m ote Löhne zu erhöhen und auk �öeit zu verringern, einen hochverritherischen Angriff ifj e bürgerliche Gescllschaftsorganisation. Kein Wort so aus der Seele gesprochen gewesen, wie das i>" �Wersche, da) hinter jedem Streik die„ H r> d r a hj., sozialen Revolution" laure. Sie sehen in zj*»' Eesellschaftsreiter mit seinem Streikerlaß den v?>,?. ödter dcr Neuzeit und sie haben ihm der Thränen 3 ocrchgeweint, als er schied. L,. während die Kapitalisten so nicht müde werden, zu �i''plen, daß das Koalitionsrecht von den Arbeitern zur %erx""9 unserer ganzen Gesellschastsorganisation benutzt s�euen sie sich selbst nicht, sich zu besserer Aus- (W'."S der Menschen und der Verhältnisse zu vereinigen. %[; sonnen sich nicht nur nicht, nein, sie nehmen für sich Ärb/c" wohlerworbenes Recht in Anspruch, was sie den SÖfit, � verweigern und zum Verbrechen machen wollen. wj�ud sie die friedlichen und gemeinnützigen Arbeiter- bcka."»g'n. vernichtet wissen wollen, bilden sie selbst die Rost,, i Ringe, welche ihnen zur Bereicherung auf P,,L!. der Arbeiter im Besonderen und auf Kosten des beut,,. üu Allgemeinen dienen sollen. Die Ans- ihn"9 chn Produktionsprozesse allein genügt n, q. Uwht mehr; sie wollen auch den Maaren- �( ergiebiger machen. Darum bilden sie die söge- L'emllekmi. IIS Btvboien.) (15 Uictoria. t als r»s- s- Roman von Minna K a n t S k y. äs&smgp*« Es Llt'bofllirf, �lf Mirzel mit einer Freundin, Deide Freren' wit bunten Bändern im Haar, die mit Sie. ern lachend und schäkernd des Weges kamen. iBh6 Mi den jungen Leuten vorübergegangen, Uinsak,«Ä J'f die Mirzel stehen blieb, sich nach J.„Bis.,"d hieraus gegen sie herankam. Uun'� ichori nnrl?Wder mit dein Buben beisammen, ich Hab v�/Uirt,..gesagt, es ist ein Unsinn," sagte sie laut und chQtmes der Taube sich an sie anhängt, wie eine als�Ä zuckte die Achseln, es mochte ihr vor- W der> da nichts mehr zu macheu sei, und das Sra.,, Idreas£r2,,Je[ bereits besiegelt wäre. Kl Q�er, der sie mißtrauisch beobachtet, faßte die nannten Kartelle, die aber nichts Anderes als die ans Amerika stammenden Ringe sind. Die Krach's, welche durch die Zurückhaltung und Anhäufung von Waarenmassen bei solchen Ringen schon herbeigeführt worden, sind bekannt. Das Publikum hat dabei immer die Kosten zu tragen, ob nun die Spekulation glückt oder nicht. Wenn die Preise der Maaren gesteigert werden können, trägt es den Zuschlag; kommt es zu einem Krach, so muß es dafür büßen. Wie weit mau die Ausbeuterei treibt, geht ans dem neuesten Verfahren der Eisenbarone hervor. Diese haben sich dahin geeinigt, daß sie in ganz Deutschland für das Eisen, namentlich für Schienenmaterial und was damit zusammenhängt, hohe Preise halten. Keiner darf, bei hoher Konventionalstrafe, seine Waare billiger verkaufen, als festgesetzt ist. Das Publikum muß sich dies gefallen lassen, denn durch die Eiscnzölle ist ja dafür gesorgt, daß das ausländische Eisen nicht herein kann, ohne vertheuert zu werden. So muß Deutschland auch sein Eisen theurer bezahlen, als andere Länder das ihrige und muß sich der Gewinnsucht der Eisenbarone fügen. Dagegen kann vor- läufig, so lange die Schutzzölle da sind und die Eisen- Produktion in den Händen gewinnsüchtiger Kapitalisten bleibt, gar nichts gemacht werden. Sogar der Staat muß für seine Bahnen das thenrc Eisen kaufen und die Eisen- barone schöpfen somit durch die Eisenzölle auch noch aus dem Staatssäckel. Das Volk hat also für diese Herren doppelt zn zählen, die dem Arbeiter seine Koalitionsfreiheit nicht gönnen. Beim geringsten Versuch, ihre Ansbeutnngsfreiheit zn beschränken, schreien die Herren Eisenbarone, man bringe sie dahin, daß sie die K o n k u r r e n z des Auslandes nicht aushalten könnten. Damit machen sie dem unwissen- den Spießbürger die Haut schaudern. Draußen aber, auf den Märkten des Auslandes, da werfen sie die Maske ab. Dort unterbieten sie jeden Kon knrren- t e n und stellen die Preise für ihre Produkte so niedrig, daß man nur staunen kann. Kein Mensch kann im Aus- land die Konkurrenz mit ihnen aushalten. Sie liefern z. B. den Chinesen und Japanesen die Eisenbahnschienen so billig, wie niemals in Deutschland selbst. Natürlich, wenn sie in China und Japan auch keine so guten Ge- schäste machen, so können sie sich in Deutschland an ihren Mitbürgern wieder schadlos halten, wie wir gezeigt haben. Das ist der kapitalistische Patriotismus und die Verehrer und Träger dieses vortrefflichen Systems er- dreisten sich, den Sozialdemokraten ihre angebliche Vater- l a n d s l o s i g k c i t vorzuwerfen. Der Kampf gegen die„Ringe" muß von nun an „Was hat sie Dir von mir gesagt, weshalb bedauert sie Diel,!" „Nichts, nichts," begütigte diese. Ter Taube schüttelte drohend die Faust. „Sie soll uns nur Beide in Ruhe lassen, sie soll sich in Nichts hinein mischen, oder--" er stieß einen zornigen Fluch aus. In dem Augenblick hob die Musik von Neuem und diesmal in unmittelbarer Nähe zu spielen an. Der Pccher hatte mit seinen Musikern das Haus verlassen und sie spielten, während sie den Weg herunter kamen. Sllle Aufmerksamkeit war sofort den Spiclleuten zu- gewendet. Tie Mirzel sprang dem Poldl entgegen. „Wem �spielst heut ans. Du mein Herzallerliebster!?" „Dir, Schatzerl," sagte er, das Waldhorn absetzend und daS Mundstück vom Wasser reinigend,„beim grünen Anger, ivcnn's Dir Recht ist." „Juchhe!" schrie die Mirzel, entzückt in die Hände schlagend,„da wollen wir uns austanzen, ich bin heut' grad dazu ausgelegt!" Sie marschirte neben ihm her, in über» müthiger Weise sein Blasen nachäffend. Als der Poldl die Frauzcl bemerkte, blieb er stehen. „Heda, was ist's mit Dir, Kleine?" rief er in gut- herziger Fröhlichkeit, die auch dem Unbedeutendsten einen Antheil gönnt. „Ich kann mcht— nicht nach Hanse," stotterte das Kind,„die Lisi hat den Schlüssel abgezogen." Der Pccher blickte von ihr(nach dem Jungen hinüber. „Dann komm mit uns." /RechtZhast," entschied die Mirzel,„wir nehmen sie mit, sie soll auch einmal tanzen." eine der Hauptaufgaben der sozialistischen Bewegung bilden. Merkwürdiger Weise sehen die Staatsanwälte, die sonst so leicht bei einem kleinen Fachverein „politische Bestrebungen" entdecken und verfolgen, dem Treiben der Ringe ruhig zu. Und doch muß jeder Unbe- fangene zugeben, daß das Treiben der Ringe ein gefähr- liches und zerstörendes ist; es führt in seinen Konsequenzen zur Aushungerung der Massen. Wir werden Alles thnn, um den Druck der öffentlichen Meinung zu ver- stärken, der hoffentlich bewirken wird, daß man sich be- wogen fühlt, gegen solch ein Treiben einzuschreiten. Diesen gefährlichen Unfug sich bis zum Aenßersten ausbilden zu lassen, das nennen die Bourgeois-Oekonomen w i r t h s ch a f t l i ch e Freiheit. Wir danken dafür! und GeschiistssoziaUsmus. Unter dieser Spitzmarke veröffentlicht die„Sächsische Arbeiter- Zeitung" einen beherzigenswerthen Artikel, den wir mit Ver- gniigen auch unseren Lesern mittheilen. Decken sich doch die Auslührnngen des Dresdener Blattes mit dem, was wir bereits mehrfach dargelegt habe». Die„Sächsische Arbener-Zeitung" schreibt: „Ein Unfug, der nicht scharf genug gerügt werden kann, hat in neuerer Zeit innerhalb der Partei in recht bedenklicher Weise Platz gegriffen: es ist die Unsitte, mit denjenigen Genossen, die durch hervorragende Thätigkeit sich einen Namen gemacht, oder die durch das Glück des Wahlerfolges oder aus anderen Gründen an die Oberfläche der Oeffentlichkeit gewirbelt wurden, einen wahrhaft widerlichen Kultus zu treiben. Nicht nur in den Schaufenstern der Buchhandlungen sehen wir die Porträts unserer parlamentarischen Vertreter, nein, auch in den Hüten, auf Tabaks- pfeifen, Manschettenknöpfen, Broschen, Streichholzbüchsen, Medaillons und Medaillen, kurz auf allen Dingen, die einen Absatz bei der Masse erhoffen lassen, finden wir sie. Wir haben oft genug darüber gespottet und gehöhnt, wenn mit fürstlichen Personen, mit Kunst- und Theatergrößen u. dergl. ein solcher Götzendienst getrieben wurde, wenn uns solche Per- sone» alle Tage in anderen und immer unsinnigeren Situationen vorgeführt wurden, aber haben wir, wenn wir ganz ehrlich sein wolle», wirklich ein Recht zum Spott, wenn wir das oben Ge- rügte in Betracht ziehen? Wir lachen über den Handel mit Heiligenbildern und andere äußerliche Zeichen frommen Kirchenglaubens, aber glaubt man nicht im Geiste die Schelle zn vernehme», die alle Gläubigen auf die Knie zwingt, wenn wir auf Schritt und Tritt auf das Porträt irgend eine„Vorkämpfers" stoße»? Ja, wenn es noch die Todten wären! Das könnte man sich schon gefallen lassen, denn warum soll die Dankbarkeit nicht danach trachten, die Züge eines gefallenen braven Genossen sich dauernd zn vcrgegemvartigen? Wir wollen es auch gelten lassen, wenn man die Porträts einzelner Männer, die Jahrzehnte „Aber ich— ich kann nicht— tanzen!" „Keine Angst, das lernt man von selbst, schau nur auf mich." Es war ein Blick tiefster, aufrichtigster Bewunderung, den die kleine Franzel auf ihre ältere Kollegin heftete. Tie Schönheit und Gewandheit dieses Mädchens, ihr Putz und ihre resolute Art imponirten ihr gleichermaßen, und die Mirzel war diesem verkommenen Kinde zum Ideal geworcen, zu dem es gläubig wie zu einem unerreichbaren Muster emporblickte. Der Pccher hatte Franzels Hand ergriffen, um sie empor zu ziehen, und als Andreas eine Bewegung machte, als wollte er sich ans ihn stürzen, um es zn verhindern, sah ihm der Mann fest und fragend in die Augen, und mit einer Geste Bedentete er ihm, sich zu entfernen. Der Junge stand einen Augenblick unschlüssig, dann drehte er sich rasch um und war mit einem kühnen Satz hinter Steinen und Gestrüpp verschwunden. „Vor Dir hat sogar der Wolltenfel Respekt," meinte die Mirzel lachend. „Es ist besser, sie tanzt, als daß sie in der Nacht so verlassen und hinausgesperrt vor ihrem Häusel sitzt, das arme Ding," murmelte der Pecher mit einem Ernst, den man bei ihm nicht gewohnt war, aber gleich darauf hopste er lustig auf. „Also vorwärts, meine Kinder, ins Wirthshans!" Er setzte das Waldhorn an, und eilte den voraus- schreitenden Spielleuten nach. „ Sie marschirte» unter den Klängen der Musik über die Brücke dem„grünen Anger" entacaen. lang in attfopfernngsvoller Weise an hervorragender Stelle für d'e Sache des Volkes gestritten haben, in den Bnchhandel ge- bracht iverdcn, selbst Gruppenbilder der Reichstags-Fraklion sollen noch Gnade vor unfern Augen finden, denn sie sollen einen gewistei' historischen Werth haben, aber was darüber ist, das ist e.ichied�n von Uebel. .>cr bürgt uns denn dafür, daß all' diese modernen Heiligen die'llnbetnng, die in solchem Bilderschacher ausgedrückt liegt, auch verdienen? Wir wollen Keinem zu nahe treten, aber wie Viele haben eine Zeitlang an der Oberfläche geglänzt und sind ' i�der verschwunden, mitunter auf recht unrühmliche Weise! Be- s. vört nicht gerade dieser Kultus die Gefahr herauf, daß die oli o gefeierten Genossen sich für etwas Besseres halten als das "cos der Partei� Begünstigt er nicht die Eitelkeit und die lieberhebung und dadurch die Untreue an den Grundsätzen der Demokratie{ Müssen wir nicht befürchte», daß ein Theil der Genossen, namentlich der jüngeren und weniger sattelfesten, die Bethätigung seiner Gesinnung vorzugsweise in solchen Aeußer- lichkeiten sucht? Wir überschätzen diese Gefahr keineswegs, aber zweifellos ist sie vorhanden, und auf jeden Fall ist ein solcher Kultus unwürdig für Männer, die Sozialdemokraten sein wollen. Nicht in Aenßerlichkciten, sondern in seinem Handeln und seinem Wirken soll der Genosse seine Gesinnung bethäligcn. F-orschcn wir nach den Ursachen, so finden wir, daß die Partei als solche an der Sache ziemlich unschuldig ist, denn ein Bedürfnis! nach solchen porträtgeschmückten Gebrauchs-Gegen- ständen oder glänzenden Medaillen, die neuerdings auch bei jedem Anlaß geprägt werden, ist nicht vorhanden. Es existirt aber eine kleine Gruppe von Genossen, die es sich zum Erwerb machen, solchen Firlefanz zu fabriziren und an den Mann zu bringen. Es ist die nackte Privalspekulation, nichts weiter. Bei je. er Gelegenheit wird dergleichen Zeug angeboten, und Mancher glaubt kein guter Genosse zu sein, wenn er nicht all' diesen Krempel kauft und zur Schau trägt— unterstützt er doch damit einen Genossen. Wir wollen gar nicht behaupten, daß diese heute Sozialisten geworden seien, um ein Geschäft zn machen, aber zweifellos be- nützen sie ihren Sozialismus und ihre Parteizugehörigkeit, um Geschäfte zu machen— und das ist verwerflich. Das ist eine Brandschatzung der Genossen, die nicht länger geduldet werde» darf. Ernähre sich Jeder, so gut cr kann, aber er lasse die Partei dabei aus dem Spiele, denn sie soll nicht eine melkende Kuh für strebsame Geschäftsleute sein. Wer nicht der Partei um ihrer selbst wissen dienen kann, der bleice ihr fern. Schon früher hat das„Berliner Volksblatt" seine Stimme gegen dieses Gcbahren erhoben, es hat aber leider nur theilweise Beachtung gesunden und der Unfug ist heute ärger denn je. Da ist � es denn nolhwendig, daß die Presse wieder einmal dagegen Front macht, und wir glauben dies mit aller nur irgend wünschenswerthen Offenheil und Rücksichtslosigkeit gethan zu haben."_'_. Norrespondenzett. Mailand, 13. Oktober 1890. An demselben Tage, an welchem die deutsche Sozialdemokratie seit 13 Jahren zum ersten Mal wieder auf deutschem Boden zu einem Kongresse zusammen- tritt, hat sich in Mailand, dem Hauptsitz der'.alienischen In- dustrie, unter den Arbeitern eine Vereinigung bisher getrennter und widerstrebender Elemente vollzogen, die für die gesammten Arbeiter Italiens von ähnlicher Bedeutung werden kann, wie für Teutschland die Vereinigung der beiden Organisationen von 1875 und die in jedem Fall den Inhalt beider Bankettreden zu Florenz, Erispi's und Cavalotti's, von denen jetzt die Zeitungen erfüllt sind, an Bedeutung unendlich überragt. Dem Ausländer ein klar verständliches Bild von dem gegen- Wärligen Stand der Arbeiterfrage in Nord-Jtalicn zu geben, ist nicht leicht; die Sachlage mnß dem ersten prüfenden Blick über- au? verworren erscheinen. Beschränken wir uns auf Mailand und die Lombardei und schließen für die Provinz die Land- arbeiter-Frage aus— diese bildet für ganz Italien ein besonderes, in der Kulturwelt einzig dastehendes Kapitel— so ließen sich bisher drei Llrbeitergruppen unterscheiden, von denen indes: nur zivei zu festeren Verbänden sich organisirt haben. Diese beiden sind II xartito oporaio italiano, fast alle Fabrikarbeiter und einzelne vorgeschrittene Gewerke umfassend, von ausgesprochenem sozialistischen Charakter und Programm, aber der Natur der Italiener entsprechend leiden- schafttich den langsameren Weg der politischen Machterringung bisher verschmähend. Ihr Organ war das Wochenblatt»Pascio opei-aio", das in Mailand von der politischen Polizei unter- drückt, jetzt in Alessandria erscheint, wohin auch für eine Zeit die Hauptvertretung verlegt wurde. Ihr gegenüber stand und oft in erbittertem Kamps durch gegenseitige Vorwürfe getrennt das„Conyolato operaio", welches etwa ein halbes Hundert Arbeitervereine, Fachvereine, Mailands, Handwerker, umfaßt, die unter der Noth der Zeit wohl Alle sozialistisch fühlen, aber bisher in ihrem Programm eine Anlehnung suchten Achtes Kapitel. Eine Stunde später war der Wirthshausgarten zum grünen Anger dicht besetzt. Unter den großen weithin- schattenden Kastanien waren Tische aufgestellt, an denen die Niusiker und eine Anzahl Arbeiter Platz genommen hatten. Seitwärts, unter einem länglichen Bretterban, dem so- genannten Salettl, tanzten ans einem holperigen Boden einige junge Burschen und Mädchen. Vor demselben trieb die halberwachsene Jugend ihr Wesen. Sie gestiknlirte mit Händen und Füßen, schnitt die unalanblichsten Grimassen und schrie und lärmte tvie toll, theilte untereinander Püsse aus und erhielt solche von Wirth und Kellner, was ihr Vergnügen nicht im ge- ringsten zu beeinträchtigen schien. Bei der Kegelbahn hatten sich die gesetzteren Männer zusammengefunden, man vernahm das Kollern der Kugel, das Fallen der Kegel und hierauf die lauten Ausrufe des Kegel bubcn, worauf Schreien und Lachen erfolgte. Jetzt wurden Lichter gebracht und auf die Tische ge- setzt, auch im Tanzlotäle wurden zwei Hängelampen an- geziindet, die eilte Ungewisse Helle verbreiteten. Die sreiwillige Musikkapelle spielte unermüdlich ihren niederöstcrreichischen„Tanz". Der Pechcr Poldl blies stehend das Waldhorn und taktirte zugleich mit dem Kopfe, mit den Füßen, mit dem ganzen Körper. Es lag eine absicht- liche Drollerie in diescut Eifer, der ganz dazll angethan war, die lustige Stimmung zu erhöhen. In seinem aufgeivcckten Gesicht, seinen lachenden Augen und seiner Beweglichkeit lag auch wirklich etwas von nnbezähmter Freudigkeit, von über- quellender Lebenslust, die nur danach begehrt, sich mitzu- theilen. Ja, wenn der Podl spielte, wußte es auch sofort der ganze Ort. Die Jugend strömte ihm zu. Und die Alten, die Männer und Weiber von vierzig Jahren, die bereits inüde und gebrochen waren und nimmer mitthun konnten, traten doch vor ihre Hansthüren, setzten sich auf die Haus- dank und lauschten den hellen Tönen, die durch die ruhige, kaum bewegte Luft des Sommerabends zu ihnen herüber drangen. an die am meisten links stehende radikal-republikanische b ü r g e r liche Partei Italiens. Sie wählten dementsprechend soiveit sie wahlberechtigt sind, für Kommunal- und ParlamentSwahlen. Tie erste Gruppe war es, welche die große früher initgetheilte Adresse an den Kongreß zu Halle veranlaßt und abgesandt hat.— Ge- schrieben wurde die Adresse von Labriola in Rom— die zweite sandte die kleinere, jüngst im„Berliner Volksblatt" abgedruckte Adresse, deren Inhalt eben durch ihren gleichfalls entschieden sozialistischen Ausdruck überrascht hat.— Die dritte Abtheilung oder Gruppe der Arbeiter bilden die urwüchsigen Sozial- redolutionäre und Anarchisten, meist aus der ersten Jugendschicht der Arbeiter, denen auch das Programm des Partita operaio viel zu zahm ist. Es sind einzelne unter einander in keiner organischen Verbindung stehende Vereine von Arbeitern, sehr ge- ring an Zahl, aber manche tüchtige Nedekraft aufweisend. Im Hinblick auf die nächste Parlamentswahl nun, da eine baldige Auflösung des gegenwärtigen Abgeordnetenhauses in Rom er- wartet wird, dessen Älmtsdauer am 1. März 1891 abläuft, und in erster Linie unter ber vorwärts treibenden Wirkung der Arbeitererfolge in Deutschland gelang es einzelnen Führern dieser Gruppen— ein Hauptverdienst muß I Hipp o Turatiin Mailandzugeschrieben werden— für jede Gruppe'Abgeordnete wählen zu lasse», welche auf einem Kongreß zu Mailand über ihre Haltung bei den Wahlen gemeinsam beschließen sollten. Die Haltung bei den Wahlen war das Losungswort, das die bisher feindlichen Brüder nur erst eininal zusammen führen sollte; jede der beiden großen Gruppen ivar sich bewußt, daß mehr als nur dieses verhandelt werden und zum Austrag kommen mußte. Diese Abgeordneten der Arbeitergruppen nun traten Sonntag, 12. Oktober, zum..Cougresso operaio rnilnnese" zusammen. Ter Kongreß tagt noch gegenwärtig; doch sind dieHanptbcschlüsse bereits gefaßt und sie bedeuten sicher eine Klärung und folgenreiche Fortschrittswendung der Arbeilersache in Italien. Für heute sei der Hauptersolg mitgetheilt, daß sowohl„II partito operaio italiano" als das„Consolato operaio mi- lanese" durch Zugeständniß und Nachgeben in einem wesent- lichen Punkte zn einem festen Einigungswerk gelangt sind der- gestalt, daß das Consolato fast das ganze sozialistische Programm der anderen Gruppe sich zn eigen gemacht hat, während „11 partito operaio" seinen bisherigen Widerspruch und Widerstand gegen die Belheiligung an politischen Wahlen fallen ließ und die Erringung der politischen Macht durch Parlaments- und Kommunalivahlen für die Arbeiter auf sein Schild erhob. Dieser Beschluß wurde vom Congresso operaio milaneso gefaßt mit 68 gegen nur 6 Stimmen, und die Verständigung des Beschlusses rief im Kongresse selbst stürmische Begeisterung und iviederholte Jubelrufe hervor. Näheres in einem zweiten Artikel. PulitUtlto ltebevkichk. Gin kaiserlicher Erlas: vom 10. Oktober genehmigt die Einrichtung eines K o l o n i a l r a t h s. Derselbe soll als„fach- verständiger Beirath für koloniale Angelegenheiten" bei der Kolonialabtheilung des auswärtigen Amtes errichtet iverden. Der bayerische Prinzvegent genehmigte auf Antrag des Ministeriums des Innern die Einbringung eines Antrages bei dem Bundesrathe, nach welchem den Landesregierungen die Er- mächtigung erlheilt iverden soll, Schlachtvieh aus Oesterreich- Ungarn in größere mit Schlachthöfen versehene Städte ein- zuführen. Tie Einbringung des bezüglichen Antrages beim Bundesrathe soll sofort erfolgen. Wir brauchen vor allem die Freigabe der russischen M a g e r schweine-Einfuhr. Die öfter- reichischen Fettschwcine sind für den Fleischkonsum im Großen nicht verwendbar. Und in erster Reihe kommt es auf die Zufuhr billigen Fleisches an. Daß die bayerische Regierung unter dem starken Drucke von außen den oben gekennzeichneten Schritt gethan hat, ist übrigens auch ein guter Gradmesser für den herrschenden Nothstaud. Uov ein Kriegsgericht soll Herr Kurt Abel, der Ver- fasser der bekannten Schrift:„Vier Wochen Vize-Wachtineistcr", gestellt werden. Abel hat, wie unsere Leser wissen, in sachlicher Weise wahrheitsgetreu die Herrlichkeit der militärischen Ferien- kolonien an konkreten Beispielen dargelegt. Und weshalb wird er angeklagt? Wegen Bergchens gegen den Artikel 147 des Militär-Strafgesetzbuches, welcher lautet:„Wer die ihm ob- liegende Beaufsichtigung seiner Untergebenen in schuldhafter Weise verabsäumt, oder wer die ihm obliegende Meldung oder Verfolgung strafbarer Handlungen seiner Untergebenen vorsätzlich unterläßt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu 6 Monaten bestraft; gegen Ojsiziere kann zugleich aus Dienstentlassung erkannt wer- den." Die„Franks. Ztg." bemerkt hierzu:„Wir lassen die Frage, od und inwieweit sich Älbel eines Vergehens der bezeich- neten Art, Nichtmeldung der von Unteroffizieren und Sergeanten an Soldaten verübten Mißhandlungen, schuldig gemacht hat, hier ganz unerörtert und wollen nur bemerken, daß die gegen ihn er- hobene Beschuldigung die Wahrheit der von ihm in seiner Schrift geschilderten Brutalitäten zur nothwendigen Voraussetzung hat. In erster Reihe handelt es sich darum, ob das Militärgericht kompetent ist, und diese Frage glauben wir aufs �Bestimmt«' verneinen zu müssen. Herr Abel gehört dem Ben�mbtenst»!'? an, auf den sich in der Regel die militärische Gern«barkeit ist1 erstreckt. Der§ 6 des Militär-Strafgesetzbuches füs.'das Teiitst Reich laulet:„Personen des Beurlaubtenstandes unterliegeu Mj Strafvorschriftcn dieses Gesetzes in der Zeit, in welcher Ist M im Dienste befinden; außerhalb dieser Zeit finden auf sie diejenigen Vorschriften Anwendung, welche in diesem Gesehe e? drücklich ans Personen des Bcnrlaubtenstandes für anireistSj erklärt sind." Der Art. 147 des Militär-Strafgesetzes, auf Gnstl dessen Herr Abel vor das Kriegsgericht kommen soll, cntpf keinen Vermerk über Anwendbarkeit auf Personen des laubtenstandes, wird auch in keinem Kommentar zu dem WJ den Bestimmungen beigerechnct, die es gestatten, einen laubten der Militärgerichtsbarkeit zu unterstellen. Kann. Beurlaubter auf Grund des Art. 147 militärisch abgenrlh� werden, so ist er auch aus jedem anderen Paragraphen zu, langen, so ist für ihn das Militär-Strafgcsetz maßgebend, wa- gerade durch§ 6 ausgeschlossen werden sollte. Auch aus Militärgcrichts-Ordnung vom 3. April 1845, die noch in ist, läßt sich das Vorgehen gegen Abel nicht begründen. zählt als Strafsachen der Personen des Beurlaubtenstandes vor die Militärgerichte gehören, folgende auf: 1. Un und Widersetzlichkeit gegen die den Beurlaubten von den gesetzten in Gemäbheit der Dienstordnung ertheilten 2. Desertion. 3. Verbrechen, die Beurlaubte in der. uniform begehen oder an denen sie in der Uniform theilnehm? 4. Insubordination bei Anbringung von Gesuchen? militärischen Angelegenheiten. 5. Herausforderungen und.stsj kämpfe. Keine dieser Bestimmungen ist auf den Fall des Hsti• Abel anwendbar, mit keiner steht die That, der sich Abel aistck (ich schuldig gemacht hat, in irgend einer Verbindung. Art. 147 kann demnach einen militärischen Gerichtsstand 2i1 Ves« Mi« Beurlaubte weder nach dem Gesetz von 18-15, noch»stäi t. Militär-Strafgesetz des Reichs begründen, er ist unseres Eraa) seinem Inhalte nach überhaupt dahin aufzchässen, daß cr nachträgliche Anwendung auf Personen, die dem flehenden V nicht mehr angehören, vollständig ausschließt. Es steht warten, daß Herr Abel sich in der Abwehr gegen die' drohende Anklage vor allen Dingen eines Gerichtsstandes P. wehren suchen wird, dessen Berechtigung nicht gesetzlich. gründen ist. Er verficht damit nicht die eigene persönliche sondern die von hunderttausenden deutscher Bürger, die k ihm nach abgeleisteter Militärpflicht dem Beurlaubtenstanoe„ gehören, und das giebt dem Fall Abel eine allgemeine pom- Bedeutung, die es der Presse zur Pflicht macht, der Sache w'j näher zu treten." Folgende Tartaven» Zinchricht wird in die eintelegraphirt:„Hamburg, 15. Oktober. Die sogenannten Lassalleancr, eine seit Jahren hier bestehende sozialistische welche die Eothaer Vereinigung nicht mitmachte, wird Kongreß zu Halle mit einem Ausruf an die deutschen st* lp hervortreten, der eine Unterstützung der Regierung bei»n führung ihrer sozialpolitischen Maßnahmen fordert." u. Zu brsovgt. Die S ch l e s i s ch e Z e i t u n g lst arbeitersreundliches Herz entdeckt. Sie jammert darüber,®' „die erbärmlichen und kleinlichen Zänkereien" des ParteikonS jj „die Sparpfennige der Arbeiter" gesammelt worden st", Partei der„Schles. Ztg." hat ihr Mögliches gethan Arbeitern durch indirekte Stenern und andere A letzten Groschen aus der Tasche zu ziehen. Das Blatt, das bei der Beschimpfung des Proletariats und« lung reaktionärer Maßregeln stets in erster Reihe zu"• soll sich nicht den Kopf der Sozialdemokratie zerbreck! mag ein wenig über die Heldenthaten seines famosen» Betlelpatrioten nachdenken und die Arbeiter ungeschoren.-st Michrl. halt' die Tajcheu?»! Trotz allen W d l Ableugnungsversuchen steht es doch bereits fest, Heereszwecke beträchtliche Mehrfordcrnngen im M" � erscheinen werden. Für Landarmee und Manne, st'' Pulver u. s. w. sollen über zwanzig Millionen Mark yj t, werden. Sogar die„National-Zeitung" sieht sich zu der> 4 Warnung veranlaßt:„Angesichts der finanziellen Lage st* dringende Verlangen berechtigt, daß alle nicht sachlich geborenen Verwendungen für Heer und Marine i werden." Was die Nationalliberalen nicht hindern st» ist unendlicher Ergebenheit umzufallen, wenn's so verlangt> J Der l'iidj sifchc Justizministev von Abeiicn» L zehn Jahre sein Portefeuille besessen hat, ist gestorben-.«I ein Erzreaktionär, unter dessen Ministerium die uneiidtiq J» politischer Prozesse gegen die Sozialdemokratie ins Wer i worden ist.. j Kri der Fandtags Ersahwahl im I. Wah'M.. Regierungsbezirks D a n z i g wurde der konservative% I Hofjägermeister Graf Richard Tohna-Schlobitten geivM{ty Gegenkandidat Justizrath Palleske-Tiegenhof(freist) 1 171 Stimmen. o fj Die Dationalliberalen empfinden heiße Sehnstj�Jj Zwangsgesetzen. Ter frühere Abgeordnete Professor Ast; JL in einer Versammlung in Mosbach sich wie folgt geäußer' d Aufhören des Sozialistengesetzes war nothwendig' 0* Und wenn das Stück zu Ende war, klatschten Alle, die Burschen und Mädchen, iir die Hände, seine Wiederholung beaehrend. Ter Poldl aber legte dann auch einmal sem Instrument bei Seite, liest einen einfachen Ländler spielen und mischte sich selbst unter die Tanzenden, unter den all- aemeinen ihn bcivilltommendcn Zurufen. Er führte sein Mädchen mit großer Sicherheit und kräftiger Anmuth; es war eine Freude, ihn tanzen zu sehen und mit ihm zu tanzen, und die hübschesten Mädchen geizten hatte cr niit der Mirzel ein Paar besonders fesche Touren gemacht, bis sie keuchend stehen blieb und versicherte, sie könne nicht weiter._ Er aber schaute sich nach einer anderen Tänzerin um. Er bemerkte Frau Theres, die gekommen war, ihre Buben nach Hause zu holen und nun, über die Brüstung gelehnt, ein Weilchen dem Tanze zusah. Er legte den Arm um ihre Taille. „Ra, Reserl, magst Dich nicht auch eiiunal herum- brchcit., � H�sodri", sagte sie, indem sie lachend sich seiner zu crivehren suchte.„Unsereiner bleibt nicht so lange �""g©il;2 trat" hinweg, er aber voltigirte mit der Leichtigkeit eines Jünglings über die Brüstung hinweg und war sofort wieder an ihrer Seite, sie auf's Neue cngagirend. Sie schüttelte den Kops und blickte zugleich mit jener naiven Bewunderung, die daS Weib den körperlichen Vor- '.ügeu des Mannes angedeihen läpt, zu ihm empor.„Wenn ich denk, Poldl, der Mcinige ist mit Dir im gleichen Alter imC X%a so lang er Flcischerg'sell war, und selbst in den ersten Jahren in der Fabrik, wie er noch Hofdienst g'habt hat, ist er noch ganz beieinander g'wcft, aber jetzt bei der Spinnerei kommt cr so jäh herunter. Freilich, früher hat er nur sechs Gulden wöchentlich g'habt jetzt hat er acht." Da sollt man schier glauben, das war eine Anfbesterung," meinte der Poldl, mit seinem sarkastischen Lächeln. er wird auch darum viel beneidt l sich er „Freilich, Andern." „Wegen der Ueberarbeit, und weil Grund richt'? oder wegen denn sonst?". Sie fuhr gereizt auf.„Da drüber redt Du>"!' j; nur still, Dn hast kein Weib und keine Kinder, ni Arbeit selbst ist nur ein Müstiggang.", M »Na ja, und da Hab ich halt Zeit, hie und was nachzudenken."„ „B'halt Deine Tenkerei für Dich; hast Bruder aufg'hetzt, oder mein Bruder Dich, das nicht, aber g'wiß ist's, daß der auch mit allerlei* Zeng den Kopf voll hat, aber das sag ich �„�1 Menligen dürst's nicht damit kommen, der brauche I Dingen nichts zu wissen, die ihn nichts angehen. j ,»Hast Recht, Reserl, was thät's ihm auch � sj�'d steht s ja so nimmer, denn wo der ganze Mensch ist, na hat das G'hirn auch sein Detscher kriegt- sei ivieder gut, Reserl, und tanz mit mir." n-A »Ich brauch' nicht mehr zu tanze»," sagte s"-.. f ...»Alst noch so a riegelsanis Weib, bist ft ß ichel, Reserl," seine Stimme wurde recht zutrauli', ein bisserl Freud und Lustigkeit thut Jedem'% frischt ihn auf. Juchu! das ist a G'strampfter, � � die Füst; da dreht man sich stink umeinander n» man, daß man noch lebt!" ,h Er hatte sie gegen den Tanzbodeil gezogen, jetzt abermals seinen Arm um ihre Taille legte, n plötzlich, wie clektrisirt, mit ihm unter die Tänzer Sie schien von einer bachantischen Lust � drehte sich und schwenkte sich mit dem Poldl' j, und patschte mit den Händen und stampft« � Fußen, und schrie ihr Jnchu dazwischen, lauter Andern..y Sie konnte für einen Augenblick ihr Elend verS' war glücklich. Ai' . Aach dem Ländler trat eine Pause ein. � und Madchen kamen erhitzt vom Tanzboden' J z« den Tischen unter den Bäumen.. Die Mirzel, als die Hübscheste und Kokettel'| ; & das her ein ein °rs 1 nstm'I Deirtfl si-"Z he m üwM GM Sein Oieiil tic in.?are-'"-®luP ,u« ein Mißgriff. Die Ausgewiesenen haben ftttiL)tn 5"� vielfach in Gegenden gebracht, wo sie es in j s'r vorhanden waren. Wir stehen jetzt vor einer Probe, der-, �°ch z-'�ezweiseln. ob es auf die Tauer ohne beson- »erat», k � e h r u n g e n gehen wird, wenn dieselben auch nicht tttnnL. uorui eines Sozialistengesetzes anzunehmen brauchen; «es» 5"" CU) e'n»P r e ß g e s e tz", an ein N e i ch s- V e r e i n s- i etz u. s. w. denken!" feh?„Vi' Schwein bürg«nd der Zlindler, die alten Krippen- u":"]£:p-öismarcl'schen Regimes, arbeiten sich in die Hände. dä j ��0- Ztg.", nebenbei das ledernste Blatt deZ König- 'chreibt:„DaS„Berliner Volksblatt" brachte unter der fow j»Sozialreform von Oben" eine Mittheilung aus West- pclchcr verschiedene Mitglieder der Bergarbeiter-Aus- (2,)% loelche f. Z. mit großem Eklat in Szene gesetzt seien, ihre vnn Ä??. gegeben hätten, weil sie nicht Lust Hütten, die Rolle «i»» sm'ten äu spielen. Tie Arbeiterausschüsse seien zwar da, ber �tiemand kümmere sich um sie. Daß verschiedene Mitglieder bak-?�?t'�ter-Ausschüsse im Saarrevier auf ihr Amt verzichtet wie die„Verl. Pol. Nachr." bemerken, richtig sein; ,1 v n"c.n3 aber sei solches nicht geschehen, weil sich Niemand .es, � Ausschüsse gekümmert hat, sondern weil vielmehr diese shcT m.a i,,,?■ aicht länger in der Lage waren, den ungeheuerlichen, en B'/ �sKerkreisen an sie herantretenden unerfüllbaren Forde- Pefw Genüge zu leisten." Die„unerfüllbaren Forderungen der Ailitl» sind stets das beliebte Stichwort, wenn es gut, die tofl"L®''en Verbesserungen der Lage des arbeitenden Volkes durch- 1 L i,,.Die Entdeckung, daß deshalb Ausschußmitglieder zurück- w�n seien, kann sich an Genialität mit irgend einer wahren uauchte des hochedlen Herrn von Münchhausen messen. luttä wall ll!§ tl 'Ä je?,** ?e»?a,��l»nlpolitische Kärtchen Kiiei-ninr des„Krrlincr hält der Sozialdemokratie eine fürchterliche Straf- iümn ste in Halle sich nicht um den Llrbeiterschutz ien». � schrecklich aber wahr! die Ll r b e i t e r a u s s ch ü f se fcw L..Das Organ des Masse schwärmt für die Einrichtung lin*kT', l"H"äf4üffe, die entweder eine leere Form oder ein ... t Mittel des Unternehmers ist, die Arbeiter im Zaume und sie unter patriarchalischer Etikette desto bequemer 'n ein.l Die Beispiele, die das„Berliner Tageblatt" aus im«, älllst von Max Scring anführt, bestätigen die von uns & vertretene Auffassung, daß derlei Gründungen durchgängig an«« bcr Arbeiterbewegung sind. Aber eben deshalv la das„arbeitcrsreundliche" Tageblatt die Arbeiter- bschuge den Industriellen. «tim»* Ultvamontanrn umchcu mobil. Ter ultramontane &% v o n S ch o r l c m e r- A l st hat Namens des Vorstandes y«eitttttschen Bauern-Vcreins an alle Mitglieder desselben d»Mahnung" geschickt:„Die Führer der Sozial- »,» u k r a t i e haben neuerdings wiederholt er- «,?? tn nächster Zeit vorwiegend ihre Thätig- j: bah in zu richten, die l ä n d I i ch c B ev ö l k e r u n g ivirL � verderblichen Ziele zu gewinnen. Damit «... uns ein schon länger vorauszusehender Kampf ans- §>..,uugen, den wir als Christen, als treue Unterthanen, in Mbigung des Grundbesitzes, der Familie und der gesell- En.!.�n Ordnung aufnehmen nuificn und wollen. Die bokratie verwirft das Christenthum, die christliche em' 6(13 Eigenthum; sie erstrebt den Umsturz des Thrones und �-Monarchie, um ihre Ziele zu verwirklichen und erhofft den wenn es ihr gelingt, auch die ländliche Bevölkerung in Inn tze ZU ziehen. Ohne Furcht, festen Auges wollen wir der ..oyenden Gefahr entgegentreten, die zu überschätzen unmännlich, �..�.unterschätzen sträflicher Leichtsinn wäre. Ist auch und kan äos, was die Sozialdeniokralie erstrebt, unausführbar, so ,. uu Und wird doch ein auch nur theilweiser Sieg derselben löbliches Unheil, Elend, Blut und Thräncn über das Vater- "b bringen und an die Stelle der heutigen Ordnung eine Welt .", Trümmern und Ruinen setzen. Der„Wests. Bauer" wird i, eJüca'. nächsten Nummer die schlechten Grundsätze und Ziele tz Sozialdemokratie, insbesondere mit Rücksicht auf die dem l».,.. b-Ühe, der Erhaltung unserer Höfe» seitens derselben drohenden *"" C.——— � c\f i. i--i f r-».-— i- A- �.4 f 1 1\ lm �».ubdemokraten in den ländlichen Bezirken n»... g e zu behalten, und wo sich dieselbe 'gl?; J.m. 0 der ö i f e n t l i ch zeigt und geltend macht, 'etht darüber an u u s zu berichten, damit wir llüi o i t i g entgegenwirken können." Dieser Lauf- Iqa tt!?,td den Klerikalen nichts nützen. Das Landproletariat, wmh d uns bereits zuzuwenden beginnt, gehört uns, und die wst!, gastliche Entwickelung im Bunde mit der Klassenpolitik Tie das Kleinbauernthum unter unsere Fahnen führen. , Endliche Bevölkerung wird durch sysiemaüsche Agitation Uno c*..und aufgerüttelt werden, und wenn die Schorlemer (-»enossen noch so sehr sich dagegen wehren mögen. wainfr»�usschnff, den die Konserenz vom 6./7. Oktober ge- cv hatte, um bii u»' die Art und Form der Geschäftsführung der «m le'j-lf..""d Altersvcrsicherungs-Anstalten zu berathen, ist d«? Vr-iax. b i1" Neichs-Versicherungsamt unter dem Vorsitz ! deuten Tr. Bödiker zusammen getreten. Vertreten sind Ute Anziehungskraft auf die Männer, und Alles drängte Ich an den Tisch heran, an dem sie Platz genommen. .. Sic hatte der Franzel, die von einem dunklen Winkel w xrotektorm dieses„armen Hascherls", wie ste sie nannte, und � Fr.nzerl gehorchte mit einem dankbaren-buct. MWVKM �gen den Stamm zurück, und so, dem*- sj7acht; Niemand ("tzogen. verschwand sie im Dunkel der Nachr. »nirle Kleid einer Händlerin verkauf, � um cimßc Kleid, um das sie Alle beneideten.- tüflt schlecht ge- h-rumwarf, war sie der echte Typus v Wartung un mx unter dem Kinn zusammen und lchi bter den bergenden Stamm zurück. die bayerischen Ansialten durch den Negierungsrath Rasp, die badische durch den Geh. Negierungsrath Rasina, die thüringische durch den Regierungsrath Elle, die rheinische durch de» Landes- bank-Rath Weber, die hannoversche durch den Senator Liebrecht, die brandenbnrgische durch den Landessyndikus Gerhardt, die Berliner durch den Magistratsassessor Dr. Freund, die pommersche durch den Laudesrath Denhard. Außerdem nehmen Kommissare des Reichs-VersicherungSamts, Mathematiker und Kassenbeamte an den Verhandlungen Theil. J» Chemnitz werden die Sozialdemokraten sich an den im November stattftndenden Stadtverordneten- Wahlen lebhaft betheiligen. Der im Reichstag und Landtag durch Sozial- demokraten vertretene Chemnitzer Jndustriebezirk, eine Hochburg des sächsischen Proletariats, wird hoffentlich auch in das Stadt- haus einige Arbeitervertreter entsenden. Daß in Sachsen die Verschmelzung der bürgerlichen Parteien sich fast ganz schon voll- zogen hat, ist bekannt. Und so ist es leicht zu verstehen, daß der d e u t s ch f r e i s i n u i g e Verein in Chemnitz mit den Kon- servativen und Nationalliberalen ein Wahlbündniß gegen die Sozialdemokratie geschlossen hat. Uns kann es recht sein, wenn der ganze Ordnungsbrei in einem Topfe gekocht wird. Abwarten! Die„Franks. Ztg." erhält aus München folgenden Drahtbericht:„Die Reichsrcgierung beschäftigt sich mit der Frage des Fallenlassens der Getreide- und Biel,- zoUc gegen Oesterreich und Italien. Es soll nicht unwahrscheinlich sein, daß man die gedachten Zölle aufgicbt." Das wäre ein theilweiser Bruch mit dem Schutzzollsystem. Aber bei dem gewaltigen Einfluß unserer Großgrundbesitzer, deren Kornivucher und Viehwucher— denn etwas anderes ist die Aus- nützung der Lebensmittelzölle nicht— durch die Wegräumung einiger Zollschranken etivas beeinträchtigt werden würde, wollen wir sehr kaltblütig den Verlauf der Angelegenheit abwarten. Die „Kreuz-Zeitnng" hat gar nicht Unrecht, wen» sie meint, daß nichts so heiß gegessen werde, wie man es koche. Sie kennt ihre Pappen- heimer. Die Doltzspavteilep stellen zur Würzburger Nachwahl den Solzhändler K r ö b e r in München, der im Fevruar in Ausbach- Schivabach unterlag, als Kandidaten auf. Gestevreich-Z-luglirn. Budapest, 15. Oktober. Im ungarischen Abgeordneten- Hause wurde von der Regierung ein Gesetzentwurf über die Unter- stützung der Arbeiter in 5irankheitsfnllen eingebracht, durch welchen der Kreis der Versicherten erweitert wird. Aufnahme in die Versicherung sollen Arbeiter jeden Alters und Geschlechts finden, auch Ausländer. Derselben sollen die Arbeiter in allen Gewerben und im Hüttenwesen unterliege», ach alle im Post-, Telegraphie- und Eisenbahndienst, in der Schifsfahrt und in der Hausindiislrie Vcschästigten, die länger als acht Tage im Dienstveryältniß stehen und nicht mehr als 4 Gulden täglich Lohn erhalten. London, 16. Oklooer. Zwei englische Kriegsschiffe gehen nach Witu, um eine„Bestrafung der Dcutschenmörder" zu er- zwingen. Der Londoner Gewerkvereinsrath hielt am Dienstag Abend eine geheime Sitzung und beschloß, am 23. Oktober ein Meeting von 173 Delegirten, welche 153 000 Arbeiter vertreten, einzuberuseu, um 20 010 Pfund Sterling (400 000 Mark) für die australischen Streiker aufzubringen. Frankreich. Paris, 10. Oktober. Tie Regierung wird der Kammer bei ihrem Zusammentritt einen Antrag, detreffend die Sahara- bahn, vorlegen. Sie wird eine Resolution fordern, daß das Unternehmen dem Staatsinteresse dienlich sei, und dann den ver- schiedencn Unternehmern die Vorlegung von Plänen und Kosten- anschlügen anHeim stellen. S t. E t i e n n e, 15. Oktober. Die Lage in Firminy verschär, t sich. Maschinenarveiler sind dem Ausstaube der Berg- arveiter deigetreren. In Laroche-Molisre stehen die Maschinen still, in die Gruben ist Wasser eingedrungen. Der Präsekt ließ verkünde», wenn die Situation anvauere, werde er nach dem Ge- setze gezwungen sein, 45 Arbeiter zu requiriren, um„die Kohlen- schachie zu retten", d. h. den Rebbach zu reiten. Eine Versamm- luug der Bergaroeiter beschloß eine Delegation an den. Präsekten zu senden, um ihn zur Hinausschiebung dieser Maßregel zu de- wegen, bis er einen Bericht des StaatsiugenieurS über die Lage erhalten habe. Calais, 16. Oktober. Gestern Abend fand eine dritte Versammlnng der ausständigen Tüllarbeiter statt, auf der ein- stimmig ein allgemeiner Auspand beschlossen wurde. Holkattd. AuS dem Haag wird gsmeloet, daß die Einberufung der Gcncralstaaten behufs Einsetzung der Regcnlschast unmittelbar bevorstehe. Das Sonvcränetntsrecht soll provisorisch dem Staats- ralh übertragen werden, worauf dieser ein Gesetz behufs Ein- setzung der Königin als Regentin vorschlagen wird. Sie empfand voll Beschämung ihre geistige Unzuläng- lichkcit und ihre äußerliche Dürftigkeit. Aber bald war ihre Aufmerksamkeit neuerdings den Vorgängen um sie herum zugewendet. Der Pecher war mit einem fremden Herrn an ihrem Tisch vorübergekommen und von der Mirzel mit Kuß- Händchen regalirt worden. Als er an einem Tisch, wo Hnber mit einigen älteren Leuten saß, Platz nehmen wollte, rief die Aiirzel ihm zu: „Poldl, wenn Tu nicht hergehst zu mir, so bin ich auf Dich dös; ewig, g'wiß! Und der Herr da, wird sich auch nicht spreitzen und wird zu uns kommen, gelt? Und Du Paul, mein heimlicher Schatz, Du wirst auch nicht bei den Phi- listern bleiben. Nur her mit Dir! Ruckt's z'samm', Lenteln, geduldige Schas' gehen viel in einen Stall. Sie, gnädiger Herr," wendete- sie sich mit einem koketten Lächeln an Oswaldt,„Sie setzen sich da mir gegenüber, ich möcht Ihnen in die schönen Augen schauen können, aber verbrennen dürfen's mi nöt!" Sie lachte ausgelassen und nun in die Hände patschend und mit einem Blick die Uebrigen herausfordernd:„Paßt's ans Lenteln und hört's zu, wenn es Euch Siecht ist, will ich Euch was singen." „Bravo, bravo! Ja, die Mirzel soll uns was singen, die kann's!" riefen alle. Sic stand auf und schwang sich nbermüthig in den Hüften hin und her. „Was denn nur gleich? Den G'sang von die lustigen Wienerlent, die überall ihr Hetz haben und G'müthtich- keit?" „Bravo, bravo, leg nur los." „Sing etwas von Dir," bat der Pecher. „Vielleicht das Lied von der Nonne?" „Bravo, bravo!" „Wenn die Mirzel das Lied von der Nonne singt, das ist sicher die größte Hetz," bemerkte Einer. Alles lachte. Tie Mirzel begann. Ihre Stimme war kräftig, hoch, und ein wenig schrill, aber sie war eine taktfeste Sängerin und sang ihr'Konplct mit großer Verve herunter. Amerika. Halifax, 12. Oktober. Der Generalgouverneur von Canada. Lord Stanley of Presto», hielt gestern hier eine Rede, in welcher er sagte, England erkenne die t h a t s ä ch l i ch e U n- abhängigkeit Canadas an. Das Band, welches Canada mit Großbritannien verknüpfe, sei zum großen Theile„Gefühls- fache"; er hoffe jedoch, daß das Band niemals gebrochen würde. Bei tqalsächlicher Unabhängigkeit, geschützt durch die große Armee des Mutterlandes, könne Canada in Frieden und Wohlfahrt leben.— Die endgiltige Trennung Canadas vom Mutterlande ist doch nur eine Frage der Zeit. A fr' ist lt. P i e t e r m a r i tz b u r g, 12. Oktober. Bei den Wahlen zum gesetzgebenden Rath von Natal hat die Partei, welche eine ver- nntwortliche Regierung für die Kronkolonie zu erringen wünscht, gesiegt. Von 24 Sitzen hat sie 14 bekommen. Sozierls Zttsbesstlhl. Aufruf! Schlächtergesellen Berlin's! I» Liverpool haben die Schlächtermeister die der Union angehörenden Schlächter- gesellen ausgesperrt. Es sind jetzt sogenannte Seelenverkäufer resp. Sklavenhändler nach Hainburg gekommen, um Streikbrecher zu werben und haben auch schon Erfolg gehabt. Kollegen Berlin's! Laßt Euch nicht verblenden, werdet keine Verräther Eurer guten Sache, falls auch nach Berlin derartige Subjekte kommen, um Euch nach Liverpool anzuwerben, und Euch dort in's Feuer gegen Eure eigenen Brüder zu führen. Zeigt solchen atronen, daß Ihr zielbewußte Schlächtergesellen seid und gebt hncn die gebührende Antwort, der Sieg der Kollegen in Liver- pool ist auch der Eurige! Steht fest und treu zu der Fahne, der. ~hr geschworen! Mit kollcgialischem Gruß. Der Vorstand des achverems der Schlächtergesellen Berlin's und Umgegend. Achtung Kuchbinder und Lederarbeiter! Der Fabrikant Hahn, in Firma C. Hahn vorm. Hahn u. Wegner, Stallschreiber- straße 57, ein Jnnungsmeister, behandelte seine Leute wie Sklaven. Bei diesem Herrn werden die kleinsten Versehen mit Schimpsworten vergolten. Beinahe täglich sind solche Auftritte. Es hat kein Arbeiter, nach Meinung des gebildeten Herrn Hahn, heute noch Ehrgefühl im Leibe. Er müßte für zedeu Lumpen(das heißt: seine Arbeiter, die ihm das Brot verdienen) den Platz nachräumen u. s. w. Herr Hahn ist nur durch seinen früheren Sozius das geworden, was er ist, nämlich Fabrikant. Herr Hahn hat sich sehr gut entwickelt. Es soll früher, wie der Mitinhaber Wcgner noch nicht ausgetreten war, besser gewesen sein, doch auch dieser räumte das Feld, da auch er dieses brutale Auftreten nicht aushalten konnte. Es herrscht da wirklich ein russischer Zustand; nur noch die Knute, dann ist alles komplett. Sämmlliche Arbeiter, bis auf Einen, der ivortbrüchig geworden, haben die Arbeit niedergelegt. Sie konnten diese uninenschliche Behandlung nicht mehr erlragen. Jeder Arbeiter möge solche Werkstatt meiden, wo die Arbeiter als Sklaven behandelt werden. Oder will Herr Hahn vielleicht durch seine Rohheit das Handwerk heben? Achtung, perlumttnrbeiter und Drechsler Kerlins! Wie schon bekannt sein dürste, haben am 11. d. M. die Arbeiter der Perlmuttivaaren-Fabrik von Paul Hinze, Ritterstraße 12, die Arbeit niedergelegt. Grund hierzu war ein projektirter Lohn- abzug von 20 pCt. In der öffentlichen Versammlung der Perl- muttarbeiter Berlins vom 14. d. M., welche in den„Festsälen" Sranienstraße 180 stattfand, erklärten sich sämmtliche anwesenden Perlmuttaroeiter, nachdem der Sachverhalt genügend geklärt und die Ausständigen, 24 Mann, im Einverständniß der Ver- sammlung ihre Forderungen formulirt hatten, mit den Aus- ständigen solidarisch und verpflichteten sich, die Streikenden nach Kräften zu unterstützen. In dieser Versammlung wurde eine Kommission von 5 Personen gewählt, welche die eventuell noth- wendig werbende» Unterhandlungen, sowie die nöthigen Schritte bis zur Beilegung des AusstaudeS in die Hand nimmt. Diese Koniinission ivird sämmtliche Werkstätten der Perlmuttarbeiter mit Samincllisten zur Unterstützung der Ausständigen versehen. Die Listen sind in folgenden Zahlstellen: 1. Pätzoldt, Retchen» bergerstraße 16; 2. Gründe!, Dresdenerstraße 116; 3. Giersch, Langestraße 34; 4. Blankenburg, Stralsunderstraße 68; 5. Stro- ineier, Mariannenplatz 13 des Sonnabends von 8Va bis 10 Uhr Abends und Sonntags Vorinittags OVa Uhr abzuliefern, ebenso auch neue in Empfang zu nehmen. Für die gemaßregelte« Weber in Greis erhalten: Ueberschnß einer Tellersammlung im Elysium durch G. Möhler 29,65 M.; Ueberschuß einer öffentlichen Schuhmacher-Versamm- lung bei Feuerstein durch I. Dörr 4,20 M.; am Stammtisch bei Wollschläger gesammelt 7,60 M. Vorstehender Betrag nach Greiz abgeliefert. Karl Hübsch, Memelerstr. 40. „Jetzt singt den Refrain mir nach!" kommandirte sie, „aber hübsch laut, macht's das Maul aus und geuirts Euch nicht." Und nun brüllte man im Chor die letzte Strophe, und Alles lachte um sie herum und mar entzückt, daß es mitthun konnte. Nachdem sie geendet, verneigte sich OSwaldt vor ihr. „Das Lied ist voll übermüthigcr Laune, und ich wüßte keine Volkssängerin in Wien, die das besser machen und wirksamer vorzutragen verstünde." Sie sah ihn mit großen kecken Augen an. „Glauben's, daß i das Zeug dazu hätt' „Ich meine wohl." „Die Kurasch hält' ich schon," lachte sie, und sich herum» werfend schrie sie den Uebrigen zu:„Habt s ös g'hört Kinder, was i für a Schmie bin? also wunderls Euch nöt, wenn Ihr anial plötzlich hört: „Daß i so frisch vom Fleck' „Gleich- von der Haspcl weg, „Als a verflixtes Ding „Direkt auf's Brettel spring. „Und warnt b' Gardin aufrollt, „I mi verhaspeln sollt, „Sag i, ös Lenteln, bin „Ja nur a Hasplerini" Sie sang diese rasch iinprovisirten Bierzeiligen mit einer Drolicrie und Siusgclasscnhcit herunter, die den lautesten Jubel hervorrief. Man applandirte und erhob die Gläser, um die fesche Mirzel, die künftige Volkssängerin, hoch leben zu lassen. Nach diesem Toast brachte der Kellner eine Anzahl srischgcfüllter Gläser, die rasch ihre Abnehmer fanden. Auch Oswaldt, obwohl er noch ein zur Hälfte gefülltes vor sich stehen hatte, langte nach einem frischen Glase. Als aber der Kellner das halbgcleertc mir fortnehmen ivollte, erhielt er von der Mirzel einen Klaps. (Fortsetzung folgt.) Wer Faä,urr«i>» der Tischler hielt am Montag, den 13. Oktober, eine Versammlung in Klebs Lokal, Röhlke- und Charlottenburgerstraßen-Ecke, ab. Auf der Tages- ordnung stand: 1. Vortrag des Kollegen Koblenzer über den Kampf ums Dasein unter Berücksichtigung der ivirthschaftlichen Lage des Arbeiter?. S. Diskussion. S. Vorschlag neuer Mitglieder zur Werkstatts-Kontrolkommission. 4. Verschiedenes. Zu Punkt 1 führte der Referent ungefähr Folgendes aus: Durch alle literarischen und>vissenschastlichen Werke würde der jeweilige Bildungsgrad der Gesellschaft ausgedrückt. Besonders beachlens- werth erscheine es aber, das; durch die neuere Wissenschaft die alte Schöpfungsthcorie als vollständig abgethan bezeichnet werden kann, und daß durch sie immer mehr die Möglichkeit, daß ein höheres Wesen vorhanden sei, in Frage gestellt wird. Wenn nun in dem Kampf ums Dasein, welcher sich in der Natur abspielt, besonders in der Pflanzen- und Thierivelt unendliche Summen von Organismen vernichtet werden, welches auch durch die Ver- Hältnisse gerechtfertigt erscheint, so müsse doch mit dem Menschen, der als Vernunft begabtes Wesen auftritt, eine Ausnahme ge- macht werden. Der Mensch, welcher es schon bei seinem heutigen Bildungsgrad verstanden hat, die Natur in seine Dienste zu spannen, wird auch bei weiterer Entwickelung es verstehen, den Kampf, welcher auch in seinen Reihen wuthct, in mildere Bahnen zu lenken. Charakteristisch bezeichnet Redner die An- ficht, daß sich die bemittelte Klasse zu den ivirthschaftlichen Stärkeren zähle, trotzdem man doch heute schon so ziemlich unter- richtet ist, durch welch' fragwürdige Manipulation diese Klasse in Besitz der Kapitalien gelangt ist; während sie die durch die kapitalistische Produktionsform prolctarisirte Masse zu den wirthschaftlich Schwächeren rechnet, trotzdem gerade letztere es sind, welchen aller wirthschaftlicher Aufschwung zu verdanken ist. Redner ging dann noch eingehend auf die wirthschaftliche Lage des Arbeiters ein, und kommt zu dem Schluß, daß der großen Masse die moderne Wissenschaft zugänglich gemacht werden muß. (Lebhafter Beifall.) In der Diskussion sprach noch Kollege Wiedemann im Sinne des gehörten Vortrags. Auch er kommt zu dem Resultat, daß dem Volk eine bessere Bildung gehört, um dann ausgerüstet mit einem besseren Wissen den Kampf mit allen widerwärtigen Elementen ausnehmen zu können. Zu Punkt 3 wurden die Kollegen Kirchner, Mittel- straß und Prenslau zu der Werkstatt-Kontrol-Kommission vor- geschlagen. Kollege Koblenzer weist noch auf die Thätigkeit der Kommission hin, und ermahnt die Vorgeschlagenen, das in sie gesetzte Vertrauen nach besten Kräften zu rechtfertigen. Zum 4. Punkt, Verschiedenes, berücksichtigt Kollege Wiedemann noch- mals das Prinzip des Vereins und ersucht die Kollegen, recht rege für den Verein zu agitiren. Schluß 11 Uhr. Die Filiale 5(Nord) der deutschen Maler, Lackirer und verwandten Bcrussgenossen hielt eine außerordentliche General- Versammlung am 9. Oktober im Saale des Herrn Gnadt, Brunnenstr. 38, ab. Ans der Tagesordnung stand: 1. Vierteljährlicher Kassenbericht und Jahresbericht. 2. Neuwahl sämmt- licher Verwaltungsbeamtcn. 3. Verschiedenes. Zunächst verlas der Kollege Noack, der Revisor, den Rechenschaftsbericht vom letzten Vierteljahr. Seitens der Mitglieder wurde kein Einspruch er- hoben. Dem Kassirer, Kollegen Buttgereit, wurde somit Techarge ertheilt. Beim Jahresbericht wurden die neu aufgeuommenen Mitglieder verlesen und von der Versammlung angenommen, nur die Kollegen Kühnitz und Hoffmann nicht. Diese beiden Kollegen sollen zu einer Vorstandssitzung und zu einer Filialversammlung geladen werden, um sie zu befragen, wann sie ihren Vcrpflich- tungen gegen die Vereinigung der deutschen Maler gerecht werden wollen. Dann soll über ihren Ausschluß aus der Vereinigung bestimmt werden. Darauf wurde zur Neuwahl geschritten. Ge- wählt wurden: Kollege Fleischer als erster Bevollmächtigter, Kollege Albrecht als zweiter Bevollmächtigter und als Kassirer, Kollege Wenzel als dritter Bevollmächtigter, Kollege Hilpert als Schriftführer, Kollege Buttgereit als Beisitzender, die Kollegen Matzen und Timm als Revisoren, Kollege Jrgang als Bibliothekar, die Kollegen Pagcls, Heim und Bartels als Hilfskassirer. Zum dritten Punkt wurde über den Zentral- Arbeits- Nachweis der Freien Vereinigung der deutschen Maler diskutirt. # Es wurde schließlich beschloffen, das Veschwerdekommisft Mitglied unserer Filiale zu beauftragen, sich mit den aiw Beschwerdekommissions-Mitgliedern in Verbin: ung zu setzen die Regelung des Arbeitsnachweises zu unteruehmen, re>p. konibinirte Mitgliederversammlung der Filialen Berlins und gegeud einzuberufen. Ein Antrag, eine Gliickwunschadrene« Halle zu senden, wurde einstimmig angenonnncn. Hieraus IV die Versammlung." Der Fach verein der Tischler hielt am 10. d. Am May's Sälen eine Versammlung ab, zu welcher die Kollegen Fabriken von I. C. Pfaff, Ferd. Voigt und Gebr. Weuiem.r eingeladen waren. Nur die beiden erstgenannten Fabriken durch eine Anzahl Kollegen vertreten. Zunächst hielt Herr/ Lütgcnau einen beifällig aufgenommenen Vortrag über semitismus und Sozialismus. Zum zweiten Punkt:„Die betriebe in unserem Gewerk und die Bedeutung derselben unsere Bewegung" führt der Vorsitzende aus: Auch in unser Gewerk treten an Stelle der Klein- die Großbetriebe, Fabriken. Die Fabrikanten können sich, weil erheblich geft»? an Zahl, viel leichter vereinigen. Solchen llnternehmerverban gegenüber haben die Arbeiterorganisationen einen saprs Stand, wie wir beispielsweise in der Metallarbei brauche sehen. Es ist daher Pflicht aller Kolleg namentlich der in den Großbetrieben arbeitenden, sich � Organisation anzuschließen. Leider müsse konstatirt werden, gerade in den Großbetrieben da? Gefühl der Solidarität> kollegiales Wesen am schwächsten ist. Die Uneinigkeit unter Kollegen iverde von einzelnen Fabrikanten geradezu gepflegt w hohe und niedere Akkordlöhne, so daß an ein cinheituv Handeln selten zu denken ist. Der Interessengegensatz zwls� Arbeit und Kapital werde auch nicht aufgehoben durch � Feiern eines Festes, zu welchem der Fabrikant g>lcidigerw°' etwas zugiebt, sondern der Arbeiter muß seine Lage selbst bell und da er dies einzeln nicht kann, so heißt es eben: orgarnsu- Theater. Freitag, den 17. Oktober. Gpernhan«. Alessandro Stradella. Schauspiel ha«». Othello, der Mohr von Venedig. Lrsstng-Thraten. Das zweite Gesicht. Dentschro Theater. Das Winter- märchen. Kerliner Theater. Die Jungfrau von Orleans. Friedrich-Milhrlmstüdt. Theater. Fledermaus. Hierauf: Puppenfee. MaUuer» Theater. Der Bauern- doktor. Pension Schöller. Rrstdeuz-Theater. Ferreol. KUitoria» Theater. Die Million. KeileaUiancr-Theater. Meinjunger Mann. Gfteud- Theater. Zimmermann's Lene. Thomas» Theater. Der Raub der Sabinerinuen. Adolph Ernst-Theater. Unsere Don Juans. Kanfmann's Nariete. Große Spezialitäten-Vorstellung. Theater der Reichshalle». Große Spezialitäten-Vorstellung. Eoucordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Richter'» Uariete. Große Spezialitäten-Vorstellung. Wintergarten. Große Spezialitäten- Vorstellung. Englischer Barten. Direktion: C. Andress, Alexander- straße 27c. Margarethe Steinow, Lieder- u. Walzersängcrin. Ann! Carelli, Kostüm-Soubrette. Herr Rocee, Gesangs-Humorist. Adolf Gödicke, Mimiker, Stimmen- Imitator und Charakter-Konnker. Familie BlumenfeSd, Parterre- Potpourri, Drahtseil, Tanz- Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 5V2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. EtMisseWtt Buggenliagen am Moritzplatz. Täglich: Grosses Garten-Concert. Direktion A. Uädinann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. FllfpPA Wochoniaas 10 Pfg., ljUUlt gönn- uud Festtags 25 Pfg. Bei ungünstiger Witterung in den unteren Restaurationsräumen. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Reuovirung geschlossen. 041 F. Müller. iKutmilHeBierhallel! W Kommaudantciistr. 77—79. Täglich: Grosses Goncert mit Guartctt-Säuger». ausgeführt von dem Musik- Direktor H- S a n f t l e b e u. Wochentags: Frci-Concert. Sonntags Entreo 20 PI. Empfehle auch zugleich 8 Billards, S Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- gnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. Die Beleidigung, welche ich der Frau N a d l e r zugefügr und die Rache die ich ihr nachgetragen habe, nehme ich hiermit zurück und erkläre Frau Nadler für eine anständige Frau. 1214 Frau Seroin, Lübbenerstr. 27. Zur ergebenen Anzeige, daß jeden Freitag in meinem Lokal Andreasstr.77 grosses Gänse»Ausspielen stattfindet.[1220] f|. Roll. 1 II, leere Stube zum 1. November zu verm. Britzerstr. 34, Hof 3 Tr. links. Circus G. Schumann. Friedrich-Karl-Ufer. Freitag, de» 17. Oktober, 'Abends 7V: Uhr: Grosse brillante Vorstellung. Vom Programm wird besonders hervor- gehoben: Gastvorstellung ohne Konkurrenz der beiden bayerischen Herkulesse Gebr. M.». Dh. Krumbnch aus München, thatsächlich unbestreitbar die beiden stärksten Männer der Welt. ION 1. nicht, wer es vermag, ihnen in ihren Kraftleistnngen gleich zu kommen.— Anatol Dnroif mit seinen dressirten Hausthieren, als: Schweine, Hunde, Katzen ie. Doppel-Trapeze Geschwister Leon. Außerdem Austreten der besten Reiter u. Reiterinnen. Vorführen und Reiten der besten Schul- und Freiheits- pferde;c. sc. Sonntag, den 19. September: 2 Vorstellungen Nachm. 4 Uhr und Abends 7Vs Uhr. Castan's Panopticnm� Entree 50 Pfg., Kinder 25 Rfg. V. 9 Uhr Morgens� bis 10 U Abends. 'Vorstellung . HVa u. 12V- Uhr. �Nachl». v.4Vs-9l/sUhr l. eine Vorstellung. �Ertra-Entree 00 Pfg. Kinder frei. Passage-Panopticiim. Unter den Linden 22/23.[742 Lebensgrche WllMllren.! Uauorauien. Dioramen. Ethnographische Sammlungen. Italienische Dolksfänger. Entree 50 Pf. Geöffnet von 10 bis 0 Uhr. Uastage 1 Tr. 0 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigkeit der Residenz. Zum ersten Male: Neu: Oelqolaud. Uebergabe. Ankunft des Kaisers. Feldgottesdienst ic. Zweite Reise durch Zlortngat. Z u m ersten Male: Marokko mit Einzug des Sultans in Tanger. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf Abonnement 1 M. | in 24 Stünden die 1. Anfinge vergriff, j Soeben erschien: l225 Jas[ttrtciiiit Sllilmck , oder: Lied vom armen Mann. Parodie z. Schiller's Glocke. Pr.l5Ps. Konfiszirt: 1. Juni 1386, am Grund des Sozialiften-Gesetzes. Verlag v. Frd. Priedel, Erfurt, Martinsgasse 5. 1 Gegen Einsendung von 20 Pfennig I überall hin franko. f Buchhändler u. Kolporteure liberall gcflicht. Koher Dabatt. Dem Genossen August Aerrmaun Wünschen wir zum Wiegenfest Daß er oft noch seine Briefer S Nach der Heimath fliegen läßt. � Und wir wünsche», daß stets weiter, Freiheit seine Losung sei! Gleichheit sei es auch nicht minder, Gerechtigkeit üb' er stets treu. Die Genossen von Herrmannsrub. Fach ver ein der Former. Sonntag, d. 19. Oktob., Vorm. 11 Uhr, in der ifordd. Brauerei, Chauffeestr. 53. Grosse Versammlung. Tagesordnung: 1269 1. Vortrag des Hrn. Emil Daftig(Aus- gewiesen.) früh. Elberfeld.„Die Gewerk- schaftsbewegung vor 25 Jahren u. heute. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes u. Frage- käste».— Die Kollegen werden ersucht, recht pünktlich u. zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. Tischler-Nerein. i Sonnabend, c>. 18. Ottob., Abds. 9 Uhr, in Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. General-Y ersammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom 3.Vierteljahr. 2. Bericht üb. d. Bibliothek. 3. Erledigung eines Antrages.— Nur Mitgl. Hab. Zutr. Mitgliedsb. legitimirt. Sonnabend, 25. Oktober: 19. Stiftungsfest im Konzerthaus Sanssouci, Kott- buserstr. 4a. Konzert, Theatervorstellung it. Ball. Villets sind bei sänimtlichen Vorstandsmitglied, z. Hab. Der Vorstand. Ter durch Sozialistengesetz geschlossen gewesene Karthano'sche Gefaug- verci»(beiiil Arbeitersängerbund) wünscht noch stimmbegabte Mitglieder. Meldung Montag, Abends von 9 bis 11 Uhr, bei Wuttke, Friedrichs- brrgrrstr. 24. 1173 Durch indirekte Verdächtigung seitens Thomas und Kollegen im Lokal, habe ich folgende Erklärung abzugeben, daß ich nie mit dem Beamten Hoch- gründlcr weder in der Gerichtstraße, noch sonst wo zusammen war. Mit dem Geschäft Oktober 1889 für böswillige Verdächtigung. Meine Eni- laffnng war wegen meiner Thätigkeit als Schiedsgerichts-Beisitzer. P. Stiller. i9ij iui!) S. Heine Chausseestr. 14. Die schönsten 741 Merkleihtt uud-Zulkeu für Mädchen jeden Alters, sowie Murgturölke, Unterrölke, Trikottuilleu\i Blouseu, auch im Einzelverkauf sehr billig! Maaßbestellungeu u. Reparaturen werden prompt erledigt! Normal-Unterkleider und Trikotagen für Herren, Damen und Kinder. Strümpfe, Socken, Hand- schuhe:c. MüMiW 8. Heine. von 40—50 Pfg., Rind-, Schweine-, Hammelfl. zu d. billigst. Preis., Angnstsir. 50a, Keller. 2 Mädchen s. frdl. Schlafstelle zum 1. Novcinber Rüdersdorserstr. 12, Hof pari., Freier. 1224 Itüchlige Tupezittuhcrinuttl. d. MöbeWrik v. z.CrHus, LNdsbergechr. 25— 26- i Fachveretin der Weber. Am Montag, den SO. Gktoker, Adds. 8 Mir, Lichtendergerstk."> dri Keife: GeneraB-Versammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom 3. Quartal. 2. Bericht vom Arbeitsnachw« 3. Wahl eines Revisors. 4. Gründung einer Bibliothek. 5. Wahl für° Schiedsgericht. Verschiedenes und Fragekasten. Mehrere wichtige Ver� angelegenheiten sind zu erledigen und ist das Erscheinen sämmtlicher glieder dringend erwünscht. Ablieferung der Statistik vom 3. Quartal. Der Vorstand. ZlmmerBeutel Dersammlmtg der Freien UereittignUl am Sonntag, den 19. Gktober, Vorm. 10V« Uhr, in Orschel's Salon, Sebastianstraße Nr. 39. T a g e s- Q r d n u n g:' 1. Vortrag des Herrn Uegierungs-Saumeister« G. Kessler „Die heutige Wirthschaftsweise und die Lage der Arbeiter". 2. Disrun 3. Verschiedenes.— Pflicht eines jeden Zimmerers ist es, zu erscheuv SSgr Gäste willkommen. Der V o r st a n d. I. A.: Enge Lehmann, Straße 66a Nr. 20, v. 24� Achtung l Achtung I Die Mitglieiler-Versumullung lies Flllhvereius K Mckllarlieilt in Kus-, Wußer- uui> IllmpDiuiltureu fällt diesmal aus, dafür gemüthliches Beisammensein mit Damen j Dortrag von Herrn Peus, nachher San; und Vorträge etc. tic- Zesntei*, Münzstraße 11. Anfang 8 Uhr. Entree wird nicht erhoben.— Gäste willkommen. Um pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand- und Heute! Heut® Große öffentliche Versammlung. der Topf er Herlins und Umgegew heute, Freitag, den 17. Oktober, Abends 7 Uhr, in„Feuerstein s Salon", Alte Jakobstraße Nr. 75..d Tages-Ordniing: Ai 1. Die Arbeitseinstellniig betreffs der Fensterfrage. 2. Gewerkschaft"" Zahlreiches Erscheinen der Kollegen erwartet Der Elnbernfor- Soeben erschien: Die Usne Zeit. Heft 2., Gelaitgt jeden Sonnabend früh zur Llnsgabe. � Preis pro Heft 20 Pfg. Zu beziehen durch die Expedition, Beuthstraße Nr Miedrrverkäufer ritzaltr» Uabatt.-- Erstes und ältestes Geschäft des Ostens! (Gegründet 1879.) CentraB-Bazar fnr Herren- nnd Knuden-Garderobe von JfkZfL Lindenbauni! 139 Grosse Fraakfurterstrasse 139 _,„ r..(Zweites Haus von der Fruchtstraße). cmpsiehlt sein großes Lager tu H erren- uud K n a b e n- G a r d e r o vom einfachsten bis zuiu clegautcsteu Genre zu billigsten Preise»- Spenatität: Anfertigung nach Maaß.... Gr. Lager m- und ausländischer Stof*� Vrrrino-Mitgiird-r», die stch als solche tegitimircn. gewahre o pEt. Vadatt.—— be 1213 AWiiiwSWtt werde» verlangt bei H. Richard, Rummelsburg, Frfstngltr. 16. Goldpolirerin sucht die Goldwaareu- Fabrik von Lauge, Alexaudrinenstr. 43. Ein Madchen zum einkleben von Goldleistcn verlangt Natow, Friedrich- straße 103a. i-joq Vcrgolder auf Kanten und verl.?!ato>v, Friedrichstr. 105a. K tz Ein tüchtiger Grundirer nach wird verlangt. Zu erfragend. friedrichstr. 105a. Ä Aerantivortlicher Redakteur: Türk Sänke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW„ Beuthstraße 2. Perfekte Schneiderin einpl stch. Fertige Kleider stehen zur A' Frau Kowalski, Auklauierstr. 59. � genau auf Namen zu achten. Hierzu zwei Seil tmm aui-'l "eljen' •Sl A MM legen i -inenill :n wo« Hen- M* ie Grc Iben f itnfcrj ebe,> gerin) erbäii�' s ?« >en, rr ität«» nter M •S K'z atem tbeffZ nnsitt' "-Z * Nr. 343. Fveltag, den 1�. Oktober 1890. y. Jahrg. Der Partei-Kongreß. Anlle, den IG. Oktober. tungw C®üt�en'3e Dietz eröffnet um SVe Uhr die Verhand- Sltti,.��""""öZadreffen und Telegramme sind eingetroffen aus . vna, Furth, Essen a. Ruhr, Berlin, Gotha, Rendsburg, Braun- r S r»i «, o, Frankfurt a. M., Kassel, Velten, Höchst a. M., Hamburg, Umar, Aschersleben, Bieberich. Buchholz, Göttingen, Spandau, -Wiesbaden, Weißensee, Berlin. Ferner ans Paris, London Wcialdemocratic federation) Paris, London und St. Gallen. o Tie Delegirten Fr. W. Höppner, G. Horn, Fraunstadt-Tresden- �nd; Ernst Messing, L. Müller- Dresden- Altstadt; Emanuel Wurm-Pirna und Kaden-Dresden erklären folgendes: ....Ter Genosse Schönfeld erklärte, daß in Bezug auf die Haltung der„Sachs. Arbeiterztg." zum I.Mai die Arbeiter Dresdens nd Umgegend vollständig auf Seite der Zeitung gestanden hatten ad doch wäre diese Haltung nicht im Einklang»ut lcn Ansichten der Fraktion geireseu. Sollte also dem Parteivor- Iland die Aufsicht über die prinzipielle Haltung der Presse auf- Magen iverden, könnten gleiche Borgänge zur Maßregelung eines Mns führen. . Äir erklären, daß die Arbeiterschaft Dresdens und Umgegend � Prinzipieller Beziehung der I.Ntaiseier vollständig sympathisch gegenüberstand, in Bczi g auf die praktische Aussührung jedoch «weswegs der Haltung der„Sachs. Arbeiter-Zeilung" zustiminte, d'e Genossen hatten jedoch zu jener Zeit keinen genügenden Ein- puß aus das Blatt, um ihre Meinung geltend zu wachen." Vor der Tagesordnung erklärt . Singer: In einein hiesigen Blatte, dein„Generalanz., Md mitgelheilt, die deutschen Führer hatten mit den französischen Seheime Berathung in einem hiesigen Hotel gepflogen. Wir Wen der gegnerischen Presse breiten Raum gewährt. Wir »'itunern uns nicht um ihre Berichte, aber gegen lügnerische und J�'üufccrifche Behauptungen protestiren wir. Wir haben keme m 39. p üb" sfusOT gTb 0 1% II etc. od. iW m g ftlic�l er. �eraiyungen notyig. Bei uns vollzieht sich alles in das m��tlichkeit. Der Berichterstatter des„Generalanz." hat M Ire cht schnöde gemißbraucht. Möge er sich, ivenn er sich befindet, von diesem Augenblicke an als aus dem Saale »»wiesen betrachten.(Stürmischer Beifall.) Üktreteu Tcbattc über das Parteiprogramm ein- Folgende Anträge liegen vor:........ Um-s..-. Fr. B l o h m. Fr. Stein- -- ein wirk- Frauenarbeit weibliche «uk"ÜM die Gesundheit besonders schädigenden Arbeit � höchstens G Stunden täglich. sa,,,J.Zwischen: gewählte Beamte und „"'»sonderheit sür die gewerbliche Fi nicht I Sl �"sür aus, daß die Revision lüW?e»1chobe» wird. Sie beantragt '»'Programms: wird c, Forderung: Erklärung der Religion zur Privatsache QU die frmnfifHfrhe fS�rfeffffhnit nn den beutiaen Staat lifdhlm'' Berlin: �'fchiebeii°t)--erein§- de? b-.Berliner Mahlkreis spricht sich Die Versammlung des sozialdemo- des Parteiprogramms folgende Aenderung des �stellt" ein die sozialistische Gesellschaft an den heutigen Staat wir}, n.fw.-j*®cv die Produltiv-Assozialionen betreffende Satz �''tevtriJ.s'len" Fede Beschränkung von Frauenarbeit im °W?'eo von der Männerarbeit fällt. Tie Forderung des gleichen Lohnes für Mann und Frau fällt, weil ....tiuhrung thatsächlich zur Verdrängung der F Heitmu-iJ'U. Rur das Verbot der Nachtarbeit ver- ?5°hl'chen »rb-it �Ä�heung thatsächlich zur Verdrängung der Frauen. heiratd. tuhrt. Nur das Verbot der Nachtarbeit ver Eg Frauen ist zu fordern.— 4. Die Forderung eif flenn Wahlrechts der Frauen wird in das Programm Staat"eu und zwar unter die Forderungen an de» heutigen G. Abschaffung der Gesindeordnung.— Verbot der �ivkan,. Ahnung an die ländlichen Arbeiter.— 7. In den die Tinka.."'�neuer betreffenden Passus wird die Steuerfreiheit der ~"Jen unter 3000 Mark ausgenommen. » t b n i. e r n: Antrag zu P unkt 6 der Tages- j u" g-(Programm.) i)eut"j„'m setzten Theil des Programms(Forderungen vom ■* ■ 3: isl fl) »tr ff» fsä I |l "" :••««« ausre icke nd �'"'den heutigen Kulliw brechenden Unterhalt zu gewahren, ohne -orwatsadse" abgeändert werde wie folgt. MW ............. 1 1"*' �VemBoden der f r e i e». DMZMWk Genosse Tr. or>_ Unterstützt von den Genosse>• �Bremen. Lentz-Renrfcheid. Zerm-Wolfenbultel.- o ssiiäüsÄs ���«atheu werben iuprx„,. Programm noch genauer als bisher beant- f T Hörden. s," s°ntru»i Waffen in die Hand gebe», es wurde din/e->>icht� Fanatismus entflammen. Wir dürfen unsere Cch,Nsche mL' eniem Laboratorium für freireligiöse und frei- Und i?'ich föt'»,'U118ert werden lassen.(Stürmischer Beifall.) uch'W,,' ulich die Vegetarier oder Homöopathen kommen "'gung verlangen.(Beifall.) Nun die Frage der Agitation auf dem Lande: Sozialdemokratische Bauern haben ivir bis jetzt nicht. Um das Laudproletäriat heranzuziehen, brauchen wir zunächst praktische Forderungen für dasselbe, Wir müssen den Fortfall der Gesindcordnung verlangen. Hier können wir anbohren. Mit allgemeinen Redensarten richten wir da nichts aus; auch dadurch nichts, daß wir Forderungen, die auf den Industriearbeiter zugeschnitten sind, auf die Arbeiter ein- fach übertragen. L i e f l ä n d e r- Potsdam: Wir haben keine Ursache, den Passus:„Errichtung von Produklivassoziationen mit Staatskredit zu streichen. Ich fürchte, es wird schwer halten, einen guten Er- sah zu finden. Ten Satz: Religion ist Privatsache können wir entweder streichen oder stehen lassen.(Heiterkeit.) Ich meine beide Vorschläge sind vorhanden. Ich glaube, es ist besser, den Satz im Programm zu lassen. Auerbach- Berlin: Eine Debatte über das Programm ist nützlich und nöthig. Wir würden sonst den bürgerlichen Par- teieu Angriffspunkte darbieten. Ter Name„Sozialdemo- kralische(statt sozialistische) Arbeiterpartei" entspricht der allgemein Üblichen Bezeichnung, außer den in der Sache liegenden Gründen, welche Liebknecht entwickelt hat. Daß mit„Staats- angehörigen" zugleich die Frauen gemeint seien, ist nicht aus- gesprochen, und schwerlich verstehen die Parteigenossen sämmtlich es so. Deshalb ist es gut, ivenn wir das Frauen-Stimmrecht ausdrücklich fordern. Die Rechtsprechung und Gesetzgebung durchs Volk muß bleiben. Sämmtliche Forderungen, welche das Pro- gramm an die sozialistische Gesellschaft stellt, können wir schon nn den heutigen Staat stellen; Rücksicht darauf, ob die biirger- liche Gesellschaft sie gewähren wird, brauchen wir doch in unserem Programm nicht zu nehmen. Jede Beschränkung der Frauen- arbeit im Unterschied von der Männerarbeit muß fallen; auch die Sittlichkeit darf einen Unterschied nicht be- gründen, denn es giebt nur eine allgemeine, keine besondere männliche oder weibliche Sittlichkeit. Ich möchte end- lieh den neuen Programmentwurf sechs Monat vor dem nächsten Parteitag veröffentlicht sehen. Das neue Programm soll uns ein rocher do bronco sei»; den Berlinern wie der Provinz. Ehrhardt- Ludivigshafen: Das Programm muß möglichst deutlich sein. Die Berliner Parteigenos'en haben uns in der Provinz Knüppel zwischen die Beine geworfen mit ihren endlosen Redereien über die Religion. Wir müssen den Berliner Mist abladen.(Oho!) Wir sollten die Verstaatlichung der Apotheken fordern. Tarin hätten' wir ein gnteS Agirativusmittel. lieber den sog. Zuknnstsstaat müßte ein kleines, gutes Broschürchen herausgegeben werden. Wir wissen nicht, wie lange die Zeit unserer BewegnugSsreiheit dauert. Nützen wir jede Minute aus. Unser Riesensonds muß nicht zu Unlerstützungs- sondern zu Agitationszwecken ausschließlich verwendet werden. Schwarz- Hamburg: Die beständigen Angriffe auf die Religion stoßen die Landbevölkerung ab. Der Agitation auf Massenaustrilt ans der Landeskirche muß aus praktischen Gründen entgegengetreten werden. M o l k e n b n h r: Die Endziele unserer Partei müssen im Programm festgelegt werden; unsere Stellung zu den politischen Tagessragen muß in Resolutionen ausgedrückt iverden. Sonst kommen ivir aus dem Dilemma nicht heraus, beständig unser Programm in dem Maße zu erweitern, als wir uns an der praktischen Politik tiefer betheiligen. Dadurch, daß verschiedene Leute verlangen, ein zielbewußter Sozial- deniokrat müsse aus der Kirche ausgeschieden sein, folgern die Leute auf dem Lande, wir wollten ihnen ihren Glauben verbieten, und ivenn wir die Macht hätten, als Ketzer eine Ver- folgung der Gläubigen veranstalte». Wir dürfen keinen Ge- wissenszwang ausüben. Gerade die Angriffe der Pfaffen aus de» Sozialismus machen die halben Sozialisten, die ihre Lügen bemerken, zu ganzen Sozialisten. Wir müssen die ganze Be- völkeriing, auch die zurückgebliebene, in unseren Kreis ziehen und sie dann vorwärts reißen.— Für die Lnndagitativn gebrauchen wir zunächst Material in sachkundigen Schriften für die Agita- toren. Ten Nutzen der genossenschaftlichen Produktion begreist der Bauer schon jetzt, auch, daß der Kleinbetrieb mit dein Großbetrieb nicht konkurriren kann. Boden sür unsere Agitation auf dem Lande ist vorhanden; nur muß die Sache am rechten Ende angefaßt werden. R ü d t-Heidelberg: Ich bin kein Mann der grauen Theorie, sondern vielleicht der praktischste Agitator der Partei.(Heiterkeit.) Ich verlange nicht, daß der Atheismus im Programm aus- gesprochen ivird, sondern nur, daß ivir offen und ehrlich erklären, als revolutionäre Partei stehen wir auch in religiöser Beziehung auf dem Boden der freie», wissenschaftlichen Forschung. Mit dem Aussprechen dieser Forderung habe ich in katholischen Bauerngegenden große Erfolge gehabt. Wir dürfen vor den letzten 5konseqiie»zen unseres Prinzips nicht zurückscheuen. Nur dann hilft die Schule, wenn sie auS den Händen der Pfaffen genommen ist. Stolle- Gesa»: Der wissenschaftliche Theil unseres Programms muß präziser gesaßt, verde». Der Satz„Jieligion ist Privatsache" muß ergänzt iverden durch den Zusatz: Trennung der Schule von der Kirche und Trennung der Kirche vom Staat. Die Kinder der Dissidenten dürfen nicht gezwungen werden, an dem Religionsunterricht in der Schule theilzunehmen. Der Berliner Autrag fordert die Aushebung jeder Beschränkung der Frauenarbeit. Sie sollten doch erkennen, daß Hunderttausende von Männern durch die Konkurrenz der billigen Frauenarbeit aus der Arbeit gedrängt werden. Ich erkenne die Gleichberech- tigung der Frauen an, möchte aber nicht, daß die Thatsachen unberücksichtigt bleiben. A x t e r- Stuttgart: Tr. Rüdt leidet etwas am Schwarzkoller. Ter Kampf gegen die Religion spielt nicht eine solche Rolle. Metzner- Berlin: Der Satz über Produkliv-Assoziationen muß gestrichen iverden, nicht nur, weil er falsch ist, sondern weil er uns auch direkt geschadet hat. Hat man doch in Berlin unter mißverständlicher Berufung auf unser Programm Produktiv- assoziationen gegründet. Ich bin zwar freireligiös, aber gleich- wohl für Beibehaltung des Passus über die Religon. Infolge einer Art Zwang in religiösen Dingen würde Heuchelei Platz greifen. Der freireligiösen Gemeinde Berlins gehöre» gute Ge- Nossen an. Auch der Kirchenanstritts-Agitation stehe ich höchst kühl gegenüber. Ich bin schließlich für die Resolution Liebknechts. Hier kämen wir auf ein Programm heraus, das nicht gehauen und nicht gestochen ist. Frau S t e i n b a ch- Gera: Ich bin nur gekommen, weil die„Hamb. Nachr." höhnten: Die Sozialdemokraten haben im Reichstag zwar bei de» Gewerbe-Schiedsgerichten für das Wahlrecht" der Frauen gestimmt, aber auf dem Kongreß iverden sie sich hüten, den Frauen Rederecht zu gewähren. Der Genosse Auer- bach hat das Gerede des BismarckblatteS widerlegt. Der Be- gründung seines Antrages habe ich nichts hinzu zu fügen. Unser eigener Antrag gründet sich darauf, daß wir einen besonderen Schutz für unö ablehnen. Ihre Absicht ist gut, aber wir danken dafür. Wollen Sie die gesundheitsschädliche Arbeit einschränken bezw. glauben Sie es in der heutigen Produktiousordnung durchzusetzen, so schränken Sie dieselbe für Frauen und Männer ein. K o k o s k i- Braunschweig: Wir wollen kein Rüdt'sches Be- kenntniß hier ablegen und Glaubenedogmen hier beschließen. Be- kämpfen wir den Dogmatismus in unseren Reihen, und das Pfassenthum, das unsere Farben trägt. O e r t e l- Nürnberg: Die Frauentage ist ein Stück der sozialen Frage und kann als Eiuzelfrage nicht gelöst werden. Neue Gesichtspunkte bez. des Parteiprogramms sind in der Debatte kaum geboten worden. Ich halte es nicht sür schön, wenn den Berliner Genossen immerfort etwas am Zeuge geflickt wird. An den Beschlüssen auf Massenaustritt aus der Kirche, die in Berlin gefaßt worden sind, wird die Partei nicht zu Grunde gehen. Nicht mit roher Gewalt darf die Religio» unterdrückt iverden. Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. Schmidt- Berlin(persönlich): Ausdrücke, wie„Berliner Mist" sind unanständig. Die Agitation auf Massenaustritt aus der Landeskirche ging nicht von den Berliner Genossen aus. Z u b e i l- Berlin spricht in demselben Sinne. Die Berliner Genossen sollen nicht mit Werner identisizirt werden. Dr. Rüdt- Heidelberg stellt fest, daß er nicht habe sagen wollen, er sei der praktischste Agitator, sondern nur: er habe im Kampfe mit dem Ultramontanismus praktische Erfahrungen ge- sammelt. Lücke- Köln und Lenz- Remscheid meinen, daß es in ihren Wahlkreisen auch ohne Tr. Rüdt gegangen wäre. Dietz bittet als Vorsitzender, nicht verletzende Ausdrücke zu gebrauchen. E h r h a r d t- Ludwigshafen nimmt den Ausdruck„Berliner Mist" zurück. Das Schlußwort erhält Liebknecht: Man hat von ver- schiedenen Seiten den Vorwurf gegen mich erhoben, daß ich das Thema des Zukunftsstaates in meinem Referat nicht behandelt habe. Solange die Partei noch sehr jung war, noch nicht auf streng ivissenschaftlichem Boden stand, sich zur modernen Bewe- gnng verhielt, wie die Alchyinie zur Chemie, beschäftigte sie sich viel mit dieser Frage, und Fragen, wer die Stiesel rin Zukunsts- staate putzen und die Straßen reinigen sollte, machten große Schwierigkeiten. Heute lächelte man über solche Debatten. Die Wissenschaft ist vorangeeilt. Die Wirklichkeit übertrifft heut die kühnste Phantasie. Tie Wissenschast hat die dunkelsten Gebiete aufgehellt, die schwierigste Ausgabe gelöst. Mögen die Herren, die ein Bild vom wünschen, sich einmal ei» Bild von der Gesellschaft machen. Wie rvird sie in aussehen? Wie wird es int einem Jahre in land der Gegenivart aussehen? Mögen diese Frage beantworten. Und da sollen wir es in einer Geselltchast aussehen ivird, die sich in Zukunftsstaat gegenwärtigen zehn Jahren dem Deutsch- sie zunächst sagen, wie langer Entwicklung herausarbeitet! Unwissenschaftliche' Köpfe nur' können das von uns verlangen. Heut sind zwar nicht viele, aber doch einige neue Gesichts- punkte zum Programm aufgestellt worden. Die Parteipresse wird »och neue hinzufügen. Alle werden Bausteine für uns sein. Der Vorstand der Partei hat die Pflicht, alle tüchtigen Kräfte heran- zuziehen für diese Arbeit. Ein definitives Programm giebt es nicht. Wir würden uns lächerlich machen, wenn wir an eine Endgiltigkeit glaubten. Wir werden ein Programm schaffen, das auf der Höhe der Wissen- schaft steht. Schreitet die Wissenschaft weiter, so ändern wir unser Programm um. Wir sind nie zufrieden, wir gehen immer weiter.(Lebhafter Beifall.) Es wurde verlangt, daß statt Normal-Arbeitstag, Maximal- Arbeitstag gesagt werde. Der Ausdruck Normal-Arbeitstag ist geschichtlich, er rührt von Marx her und bedeutet dasselbe wie Maxinial-Arbeitstag, ein Ausdruck, der vom preußischen Staats- sozialismus erfunden ist.— Wir iverden den Ausdruck„Normal- Arbeitstag" nicht aufgeben. Zu dem Satze: Religion ist Privatsache, ist nichts Neues vorgebracht worden. Dr. Rüdt sagte: wir machen uns einer Heuchelei schuldig, wenn wir nicht Farbe bekennen. Bekennen wir nicht Farbe? Stehen wir nicht auf dem Boden der Wissen- schaft? Und sind Wissenschaft und Religion nicht ewige Gegen- sähe? Die Religion ist eine Stütze des Klaffenssaates, ist aber nur eine Außenseite von ihm, nicht seine Basis. Wir greifen den Schlüssel der Position des Klassenstaates, die heutige Produktions- weise an. Ist sie gefallen, so fällt alles andere mit.(Bravo!) Ich liebe die Pfaffen in keiner Gestalt: die Antipfaffen so wenig wie die Pfaffen!(Lebhafter Beifall.) Die bloße Wissenschaft kann nicht zu solchen Opfern führen wie wir sie gebracht haben. Das ist auch ein Glauben, eine Religion, der Glaube an das Höhere, der uns begeistert. Wir haben noch Glauben, wir wisse», daß wir die Welt erober» werden.(Stürmischer Beifall). Damit sind wir fertig mit der Religion. Was die Frauen- arbeit und das Frauen-Stimmrecht betrifft, so sind wir sür völlige Gleichheit der Frau, auch dafür, daß sie zur Arbeit gleiches Recht hat, wie der Mann. Sind die schädlichen Einflüsse der Industrie nicht für den Mann ebenso gut vorhanden, wie für die Frau? Mit vollem Rechte und sehr geschickt hat die Hamburger Genossin darauf aufmerksam gemacht. In vorurtheilslosester Weise stehen wir dieser Frage gegenüber. Daß das heurige System der Vertretung des Volkes in vieler Beziehung mangelhaft ist, daß es den Willen des Volkes nicht klar zum Ausdruck bringt, ist unbestreitbar. Doch will ich die Art, ivie ich mir eine Verbesserung denke, hier nicht ausführen, sondern die Ausführungen hierüber auf den nächsten Parteilag verschieben. Tie Forderung der Beseitigung der Gefindeordnung könnte in das Programm aufgenouune» werden, wenn es sich lohnt, der- artige Forderungen der praktischen Agitation in das Programm auszunehmen. Ein Fehler unseres Programms ist seine Eintheilung und Trennung. Wie kann der Zukunftsstaat von dein heutigen Staat getrennt werden? Die heutige Gesellschast wächst in die sozia- tistische hinein; desivegen dürfen wir in unserem Programm keine bestimmte Grenze zwischen beiden ziehen. Ein Herr Eugen Richter hat uns wieder das Gespenst der Theilerei zugeschoben und damit bewiesen, daß er von dem'ABC der Nationalökonomie keine Ahnung hat. Unsere erste Aufgabe ist jetzt: Wissen in die Massen zu bringen. Jetzt kommt die Zeit der Belehrung. Im vollsten Sinne»lüssen ivir unsere Aufgabe erfüllen. Das neue Programm muß aus der Höhe der Wissenschast stehen, es muß athmen den Geist der Partei, die da weiß, daß sie nicht einem Zufall, sondern der Nothwendlgkeit de- organischen Entwickelungsprozesses ihr Dasein schulde. Nicht von selbst vollzieht sich der Prozeß der Ent- Wicklung; wir dürfen iilcht zusehen mit verschränkten Armen, wie dieser Prozeß etwa die Suppe der Sozialdemokratie kocht. Nein. der Mensch»>utz handeln, nur willkürlich kann er nicht handeln; er muh aktiv eingreifen. Das ist die materialistische Geschichts- Nnsere Partei ist immer eine Partei der Jungen, der Jugend gewesen. Zwischen junger und alter Garde ist nur ein Weiter, wer am kräftiasten für m.«!»«■ cm--»-. arbeiten kräftigsten sür die Partei wirkt. Wirken, wir alle nach unseren Kräften, daß das Programm der Partei möglichst bald zum Siege gelange.(Stür- mischer Beifall.) Fritz Bern dt- Berlin zieht seinen Autrag zurück. (Beifall.) Die gUfolntiou Lirblmecht's wird rii.siimmlg an- geiwnttnr». Eine Anfrage, wann der Kongreß geschloffen werden wird, beantwortet Tie!;, daß der Schluß sich am Sonntag werde er- möglichen lassen. Auf eine Anregung Singer's wird beschlossen, alle Anträge ans Programniänderung dein zu wählenden Parteivorstande zu überweisen. Aus praktischen Gründen wird beschlossen, am Nachmittag vor Punkt 7: Die Parteipressc, Punkt 8: Die Stellung der Partei zu Streiks und Boykotts, zu verhandeln. Tic Berliner Telegirten treten angesichts der Berliner Ver- sammlung mit der Tagesordnung: Der Parteitag zu Halle und die Telegirten, zu einer Besprechung zusammen. Die Mittagspause tritt ein. Ztachmittags-Sttjnng. Ter Vorsitzende Singer eröffnet kurz nach 3 Uhr die Ver- Handlungen. Er lhcilt auf Wunsch sämintlicher im Saale anwesender Berichterstatter mit, daß keiner von ihnen der Verfasser der veo leumderischen Notiz im„Generalanzeiger" sei. Telegramme und Zuschriften sind eingelaufen von der Heils- armee-London(Große Heiterkeit) und aus Genf. Ferner aus Osterode, Mainz, Zwickau, Neustadt- Bayern, Schwedt, Potsdam, Breslau(Klub Lassalle), Eimbeck, Minden, Echedciuitz-Zwickau, Berlin(Zimmerer) Freiberg(Sachsen), Bremerhaven, Remscheid, Wandsbeck, Hamburg- Hohenfelde, Geestemünde, Altona und Freienivalde a. Oder. Ferner liegt der tclegraphische Gruß einer großen, von 2 bis 3000 Personen besuchten Volksversammlung an den Partei- tag, die deutschen Telegirten und die auswärtigen Gäste vor. (Beisall). Punkt 7 der Tagesordnung wird zurückgestellt, weil die beiden Referenten, Auer und Bebel, in der Kommission zur Berathung des Organisations-Entwurses unentbehrlich sind; die Kommission wird ihre Arbeiten im Laufe des Tages voraussichtlich be- endigen, sodaß Punkt 7 morgen erledigt werden kann. Die Referenten zu Punkt 8 der Tagesordnung: Stellung der Partei zu Streiks und Boykotts, sind Kloß- Stuttgart und Grillenberge r- Nürnberg. Das Wort erhält K l o ß- Stuttgart: Es dürste zweckmäßig sein, daß der Parteitag Stellung zu den Streiks und Boykotts nimmt. Sind Streiks und Boykotts berechtigt? Ein Blick auf unsere wirth- schaitlichen Verhaltnisse giebt uns Aufschluß, ob die Streiks noth- wendig oder das Werk von Hetzern sind. Ter Arbeitsvertrag, der ein Kaufvertrag sein soll, ist ihm doch nicht gleich. Ein Käufer wird nicht sagen können, ich will die Waare in der und der Qualität und Quantität zu d e m Preise haben, sondern der Verkäufer wird den Preis bestinimen. Es wäre gerechtfertigt, wenn auch der Arbeiter den Preis seiner Waare, der Arbeitskraft, bestimmte. Statt dessen thut es der Käufer, der Kapitalist. In einem gesunden Gesellschaftsverhältniß muß die Gesell- schafl die einzelnen Glieder erhalten, und die Glieder ihre Arbeitskraft für die Gesellschaft leisten. Heute hat die Gesellschaft auch die Verpflichtung, für alle ihre Glieder zu_ sorgen. Wenn wir die Arbeit des Einzelnen als Leistung an die Gesellschaft betrachten, so ist der Lohn die Leistung der Gesellschaft an die Arbeiter, der sie in den Stand setzen soll, sich, ihre Frauen und Kinder zu erhalten. Ter Lohn reicht aber thatsächlich hierzu nicht aus, geschweige denn um die Invaliden der Arbeit zu erhalten. Sind Einrichtungen vorhanden, ivelche diesen Lohnausfall ersetzen? Nein, die Alters- und Invalidenversicherung erfüllt diese Pflicht nicht. Woran liegt das? Der Unternehmer ist nicht Repräsentant der Gesellschaft, sondern seines Geldbeutels. Er iveiß wohl, daß wenn er eine Maschine nicht mit Dampf versorgt, sie nichts leisten kann. Gegenüber der menschlichen Arbeitsmaschine hält er es nicht für nölhig. Er baut wohl dem P.erde einen noblen Stall, damit es nicht erkrankt; um die Arbeiterwohnungen aber kümmert er sich nicht. Menschliche Arbeitskrast findet er täglich auf der Straße. Allein nicht nur, daß der Kapitalist nur den Preis zahlt, den ihn der Arbeitsmarkt zu zahlen zwingt, er geht rückstchts- los vor, wenn ihm der Lohn, den er zahlt, zu hoch vorkommt. Es wird einfach abgezwackt. Haben sich die Verhältnisse nun so verschlimmert, daß der Arbeiter vom Lohne nicht leben kann, was bleibt ihm übrig, als, wenn alle anderen Versuche fehlschlagen, zu der Waffe des Streik- zu greifen, um den Unternehmer zu Lohnerhöhungen zu zwingen oder sich gegen Lohnreduzirungen zu verlheidigen? Jeder Abwehr streik ist berechtigt. Wenn durch Zollschranken dein Volke die Nahrungsmittel, durch Viehsperren das Fleisch vertheuert wird, dann ist der Ar- beiter berechtigt, sich gegen die Hcrabdrückung seiner Lebens- Haltung zu ivehren und um Lohnerhöhung z ir st r e i k e n. Das Sparen wird als Lösung der sozialen Frage empfohlen, der Kuli als Muster hingestellt. Die so rathen, haben keine Ahnung von unseren ivirthschaftlichen Verhältnissen. Es beruht unsere ganze Produktion auf Massenherstellung und Massen- bedürfnisse. Unsere Gesellschaft würde zusammenbrechen, wenn dieses Kuli-Jdeal verwirklicht würde. Statt das Strecken nach der Decke zu empfehlen,rathen wir, die Decke der K örperlänge anzumessen. Was lhun die Arbeiter? Sie ivollen die Lohndecke ihren Bc- dürfnissen anpassen. Geht der Unternehmer hierauf nicht ein, so bleibt dem Arbeiter nichts übrig, als zu streiken. Nicht nur der Abwehr- auch der A n g r i f f st r e i k ist b e- r e ch t i g t. Ebenso ist es mit den Boykotts. Wenn den Arbeitern es unmöglich gemacht wird durch Saalabtreibung z. B. ihre Wahl- Versammlungen abzuhalten, weshalb sollen.sie das Mittel der Boykotts verwerfen? Aber nicht nur die prinzipielle auch die taktische Seite der Frage muß berücksichtigt werden. Gegen das U e b e r- maß im Streiken müssen ,vir uns wenden. Es wird leider gar zu oft Mißbrauch mit ihnen getrieben. Die Streiks haben in den letzten Jahren sehr zugenommen; in den weitaus meisten Fällen ihren Zweck aber verfehlt. Die Gründe waren zu starker Zuzug, I n d i f f e r e n t i s m u s und man- g e l n d e U ii t e r st ü tz u n g. In 40 Orten Deutschlands wollten beispielsweise die Tischler in diesem Frühjahr streiken. Durch Organisation ist es gelungen, die Streiks in den meisten Orten zu verhindern. Auch ohne Streiks gelang eS, kleine Vortheile zu erringen. Wie kann nun vorgegangen werden, wenn man den unvor- sichtigen Ausständen entgegentreten will? Die vielen Streiks der unorganisirten Arbeiter sind mit einem Erwachen aus dem Schlafe zu vergleichen, wo der Erwachende noch nicht recht weiß, wo er sich eigentlich befindet. Das n n v o r b er e i t e te Vorgehen ist die Ursache für die Niederlagen bei Streiks. Hierzu kommt die Un kennt» iß der Geschäftslage. Auch das Verhalten der Behörden ist häufig ein Hemmschuh. Die Arbeiterorganisationen werden verfolgt, die Unternehmer- organisationen gepflegt. An die schwarzen Listen stößt sich keine Behörde. Sperren aber die Arbeiter eine Werkstatt, dann wird der§ 153 hervorgeholt. Denken wir an die Vorgänge in Ham- bürg. Als die Unternehmer dort beschlossen, keinen Arbeiter zn beschästigen, der einem Fachverein angehörte, fand kein Staatsanwalt etwas darin. Ja, die Kassirer der Ver- eine wurden verhaftet, die Kassen beschlagnahmt, und die Männer gleich gemeinen Verbrechern, die Nummer auf der Brust, photographirt.— So hemmen die Behörden die Fachvereine. Es wird an zu vielen Orten zugleich gestreikt, deshalb läßt sich der Zuzug nicht verhindern. Wir haben die Streiks im Prinzip anerkannt, müssen aber die Taktik ändern. Erst dann dürfen Streiks inszenirt werden, wenn die Vorbedingungen vor- Händen sind. Seit Jahren ist eZ in den Kreisen der Genossen leider üblich, die fachgewerbliche Bewegung über die Achsel anzusehen Sie ist sogar als Humbug bezeichnet worden. Dadurch ist das Wachsthum der Partei verzögert worden. In der That sind viele Genossen erst durch die fachgewerbliche Bewegung zur Partei gekommen. Das Hemd ist eben dem Menschen näher als der Rock; die Agitation um bessere Lohnbedingungen näher, als die um gesetzliche Ziele. In den letzten Jahren hat die fachgewerbliche Bewegung sehr an Boden gewonnen und die Massen zum Klassenbewußtsein erzogen. Daher der Februarerfolg. Wir müssen dafür sorgen, daß erst dann nutz Streiks und Boykotts vorgegangen wird, wenn eine kräftige Organisation vorhanden ist. Welche Art der Organisation ist die zweckmäßigste, die lokale oder die zentrale? Gegen die letztere ist hervorgehoben worden, daß sie keine Politik treiben dürfe und deshalb der Ver- snmpsung anheimfalle. Das ist nicht der Fall, wenn die Genossen sich an diesen Organisationen bctheiligen. Bleiben sie fern, so kann aus Mangel an Anregung freilich eine Verflachung eintreten. Die lokale Organisation wird mit Argus äugen be- trachtet. 3 Lokalorganisationen in Erfurt sind unter Anklage wegen„Verbindung" gestellt worden, weil sie eine gemcinschaft- liehe Herberge errichtet hatten. Die Zentralorganisationen sind zu empfehlen, weil sie die Agita- tion zur Aufklärung der Massen am besten betreiben kann. Die lokale Organisation hat kein Interesse daran, daß in einer andern Stadt eine Organisation entsteht, weil sie nicht mit ihr in Ver- Hindling treten kann. Eine Zentralorganisation ist viel eher in der Lage, Gelder für die Agitation aufzubringen. Man bietet zwar alles mögliche auf, die Zentralorgnnisationen als Versiche- rungsgescllschasten erklären zu lassen, um sie dementsprechend be- handeln zu können. Aber die Hindernisse sind zu überwinden. Wenn dieGenossen überzeugt sind, daß dieOrganisatiouen derSache nützen, sollten sie ihnen nicht entgegenarbeiten. Für die fachgewerblichen Or- ganisationen müssen wir ivirken. DieJndifferentcn müssen aufgerüttelt unddas Klassenbewußtsein geweckt werden; so kommen sie zurSozial- demokratie. Sind die Arbeiter organisirt, so wird ihnen manche Forderung ohne Streik bewilligt und ist ein Streik dann noth- wendig, dann ist er siegreich. Kein Parteitag hat bisher zu der Frage Stellung genommen. Die höchste Stelle unseres Parteilebens muß aussprechen, was sie von den Streiks und Boykotts hält. Ich empfehle Ihnen die Annahme folgender Resolution: „Ter Parteitag erklärt: Unter den heutigen ökonomischen Verhältnissen und bei dem Bestreben der herrschenden Klassen, die politischen Rechte und die wirthschaftliche Lage der Arbeiter immer tiefer herab zu drücken, sind Streiks und auch Boykotts eine unumgängliche Waffe für die Arbeiterklasse: einmal um die auf ihre materielle oder politische Schädigung gerichteten Be- strebungen ihrer Gegner zurück zu weisen, dann aber auch, um ihre soziale und politische Lage nach Möglichkeit innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft zu verbessern. „Da aber Streiks und Boykotts zweischneidige Waffen sind, die am unrechten Orte oder zu unrechter Zeit angewendet, die Interessen der Arbeiterklasse mehr schädigen, als fördern können, empfiehlt der Parteitagden deutschen Aroeitern, sorgfältige Erwägung der Umstände, unter welchen sie von diesen Waffen Gebrauch machen wollen; insbesondere betrachtet es der Parteitag als eine zwingende Nolhwendigkeit, daß die Arbeiterklasse zur Führung solcher Kämpfe sich gewerkschaftlich organisirt und zwar möglichst in zentralifiischen Verbänden, um sowohl durch die Wucht der Zahl, wie die Wucht der materiellen Mittel und nach sorgfältig getroffenen Erwägungen den beabsichtigten Zweck möglichst voll- kommen erreichen zu können. „Der Parteitag, von diesen Auffassungen ausgehend, empfiehlt allen Parteigenossen kräftige Unterstützung der geiverkschaftlichen Bestrebungen. „Zugleich protestirt der Parteitag gegen die erneuten Versuche der Regierungen und der Unternchmerklasse, den in Deutschland vorhandene» Rest des Koalitionsrccbtes durch die reakrionären Bestimmungen in der Novelle zur Gewerbeordnung vollends zu vernichten und beauftragt die parlamentarischen Vertreter der Partei, diese Versuche mit aller Entschiedenheit zn bekämpfen und dafür einzutreten, daß volle Koalition s- und Verein ig ungsfreiheit, diese Grundlage für die Kämpfe der Arbeiterklasse zur Erreichung besserer Existenz- bedingungen, erreicht werde."(Lebhafter Beifall.) Die Diskussion wird eröffnet. Bock- Gotha: Wenn wir unter dem Sozialistengesetz die gewerkschaftliche Organisation und Agitation nicht so förderten, ivie es der Fall sein sollte, so lag dies daran, daß unsere ganze Zeit und Kraft durch den politischen Kampf in Anspruch genommen war. Aber die Regierung und die Polizei verfolgte auch die gewerkschaftliche Bewegung, ebenso wie die politische. Sie wußte es ebenso gut, wie wir, daß die Gewerkschaften ein Vortheil für die politische Bildung der'Arbeiterklasse darstellen. Unsererseits kann und nmß nun mehr geschehen. Es sind dabei aber einige Rathschläge zu geben. Mit Recht ist heute Morgen darauf hin- gewiesen worden, daß man mit einer antireligiösen Agitation starke Bcvölkernngsschichtcn vor den Kopf stoße. Das ist nun ebenso in der Gewerkschastsagitation der Fall, wenn diese sofort politisch und radikal auftritt. Es muß darauf ankommen, die große Masse der schlecht unterrichteten, der indifferenten Arbeiter heranzuziehen, und das geschieht durch eine verständige, sich zunächst an das eigene Interesse der Kollegen wendende Agitation. Das politische Verstäudniß aufzuhellen, dazu dient namentlich die Fachpresse. Dieser steht das unbe- schränkte Recht zu, politische Fragen zu behandeln, den So- zialismus zu entwickeln und zu begründen; die zentralisirten Vereine haben dieses Recht gesetzlich nicht. Die Hauptaufgabe ist immer die Gewinnung der Indifferenten, der möglichst großen Zahl.(Beisall.) Lenz-Remscheid: Manche Streiks mißlingen, weil über- mäßig viel gefordert wird. Aus solchem Grunde ist der Ham- burger Maurerstreik verloren worden. H o r n- Löbtau empfiehlt die Annahme der Resolution Kloß- Grillenbcrger. M o l k e n b u h r: Der Streik als Mittel, bessere Arbeits- bedingungen zn erlangen, ist immer zu billigen. Wie der Arbeit- gebcr die Waare Arbeit billig zu kaufen sucht, so ist der Arbeiter bestrebt, diese Waare möglichst theuer zu verkaufen. Das liegt einfach in der Natur der Sache und kann nur von einem Un- wissenden getadelt werden. Es kommt nur auf die Zweckmäßigkeiten auf die Aussichten an. Mit dem Boykott ist es etwas anderes. Der Boykott gegen Lokale, um deren Hergabe zu politischen Ver- sammlungen zu erzwingen, ist durchaus berechtigt. Dagegen muß der Boykott gegen die Angehörigen eines Berufes, um dieselben zum Anschluß an die Partei zu bewegen, mißbilligt werden. (Beifall.) W i l s ch k e- Berlin bespricht die Einrichtung der Berliner Strcik-Koutrolkommission. Klug und vernünftig angewendet, ist der Boykott eine vorzügliche Waffe. Beyer-Leipzig: Die gewerkschaftliche Organisation ist nach Kräften zu unterstützen. Folgende Resolution ist eingegangen: „In Erwägung, daß durch die fortschreitende, wirthschaftliche Entwickelung der ökonomische Kampf zwischen'Arbeit iind Kapital immer schärfere Formen annimmt und angesichts der ablehnenden Haltung der Regierung gegenüber der von der sozialdemokratischen Fraktion eingebrachten Arbciterschutzgesetzeist es eviieNoihwendigkeit, diesen Kamps seitens der Arbeiter zu organisiren. Die geeignete Form dieser Organisation ist die gewerkschaftliche. Ter Parteitag ersucht deshalb dieParteigenossen allerorts denbeftehcndeagewcrkschastlichen Organisationen sich anzuschließen, und wo solck e nicht vorhanden sind, sie ins Leben zu rufen." Glocke-Berlin, Bock-Gotha, Scgitz- Nürnberg, Barth-Berlin, Slomre-Bielefeld, Bruhns-Breme», 3:4 Berndt-Bcrlin. Z u b e i l- Berlin bittet, auch die Organisationen der beiterinnen zu stärken und sie, Ivo sie noch nicht bestehen, j' Leben zu rufen. Redner empfiehlt, einen entsprechenden Zch den Resolutionen einzufügen. Weiter tritt er für ßchsß organisation ein. Er protestirt entschieden gegen die A» führungen von Lcnz-Remscheidt, als sei der Streit in Hamb» verloren gegangen, weil zu viel gefordert worden wäre. Harburg- Potsdam: Die Waffe des Boykotts darf im zur Vernichtung der wirthschaftliche» Existenz politischer ÖWi benutzt werden..F Wille- Braunschweig: Nicht die Form, der Geist in Organisation ist die Hauptsache. Falsch ist, was Kloß sagte, M die Lokalorganisation kein Interesse daran habe, daß in afldenl Städten Lokalorganisationen gegründet werden. Der eiistti» Verein kann es zwar nicht veranlassen, wohl aber eine in öfst"' liehet Versammlung gewählte Agitationskomniissio». Tie 9° st. der Zcntralorganisation bietet dem Staatsanwälte viel inehr W griffspunkte, als die lokale. Tie Verbindung, die Zentralisation wmj doch hergestellt durch die Gewerkschaftspresse. Ueberlasse man Art der Organisation den einzelnen Gewerkschaften; sorge"n dafür, daß sich Jeder einer Organisation anschließt. Tie L lichkeit, politische Themata auch nicht a u s s ch l i e ß l i ch in Gewerkschaften zu erörtern, möchten wir uns nicht gern neh»ch lassen. Ein Schlußantrag wird angenommen. Das Schlußwort Grillen berger: Werthe Genossen! Die Darlegung des Freundes 5iloß waren eingehend genug. Aus der~ sammlung wurde so gut wie kein Widerspruch 11,1 Ich kann mich daher kurz fassen. Ueber die Form gewerkschaftlichen Organisation ist viel geredet worden, obgle> diese Frage eigentlich nicht hierher gehörte: das wird Sache s; Gewerkschastskonferenz und des nächsten Gewerkschaflskonzreim "".......' das ist meine W sein. Die ökonomischen Kämpfe werden Ueberzeugung— jetzt eine ganz andere Form einnehmen., dem das Sozialistengesetz gefallen ist, müssen sich die u»_M w..,*mt||VU jev*; V-- nehm er anders einrichten. Tie Zeit ist vorbei, ivo mit dem � zialistengesetz alles tobt geschlagen wurde, was dem Philister � Ruhe störte. Und wo das Sozialistengesetz nicht ausrei?"; wurde das Vereinsgesetz, oder die bekannte Bestimmung über Versichcrungsgesellschasten gegen die Organisationen a>>gewe»°stl Jetzt kann man nicht mehr mit einem polizeilichen Fe°M strich die Organisationen-beseitige» Sn beainnt das Ui'wj von uns nicht künstlich hervorg-chlÄ gehalten, sie sind eine gesellsthaW beginnt das nehmcrthum zcntralisirte Verbände der ganzen Branche errichten, welche gegen die Arbeiter die Hungerkur anwenden,« das Koalitionsrecht lahmzulegen.,, Demgegenüber ist es direkt falsch, daß die Partei nickst 1% längst Stellung genommen hat. In unseren Händen ruht' Vertretung der ökonomischen Forderungen und Interessen der»' beiterklasfe ebenso gut, wie ihre politischen. � Man hat uns nachgesagt, wir wollten durch Aufhetzung iF Streiken die Lage der Arbeiter absichtlich verschlechtern, damit° rabiat Gewordenen und Verzweifelnden sich der Sozialdemon° in die Arme würfen. Das ist nichts, als eine boshafte V° l e u m d u n g. Die Streiks werden und nicht künstlich aufgehalten, n- liehe Nothweudigkcit, die bei dem Uebermuth der Unternehw. klaffe vielleicht in Zukunft häufiger auftreten wird, als uns ff lteb ist. m Die Waffe des Boykotts muß noch sorgfältiger, gewendet werden, als die des Streiks. Voll berechtigt sind, sie gegen Wirthe angewandt werden, die den Arbeitern(•' Verweigerung ihrer Lokale zu Versammlungen die poliUst, Rechte beschneiden. Als ständiges Institut sie ab. in das geschäftlicheLeben zu übertragen, verderblich für unsere Partei. Ich erinnere � an den Mißerfolg des großen Bier-Boykotts in Von vornherein sagten sich die Genossen in Provinz, daß es ein Unding sei, die kapitalkräftigen AktieniffL schaften der Brauindustrie wegen einer verhältnißmäßig gstU fügigen Differenz mit ihren Arbeitern mit dem Boykott e> wichtigen Volksnahrungs- und Genußmittels bekämpfen zu chHch Ein Sieg war von vornherein unmöglich. An diesem M#'' in Berlin war die Fraktion unschuldig. w, In den Preßorganen des Unternehmerthums ohne P«. schied der Parteirichtung wird fortgesetzt gegen die Arbeiter hetzt, ihre bescheidenste Lohnforderung veroächtigt. Besab. gehässig zeigt sich sich die nationalliberale Presse. Alle bürg' tichen Parteien sind in dieser Beziehung die reine reaktionäre � Wir müssen diesen Verdächtigungen gegenüber offen 1 treten und Streiks und Boykotts für berechtigt zum Angriff d- DortL zur Abwehr erklären.. wi« Unsere Waffen gegen die gewaltigen Machtmittel des nehmerlhums sind die Solidarität und die Zusammenfassung großen Massen. Mit allen Mitteln werden unsere Organisationen bekan'st Sehen sich die Arbeiter genöthigt, zum Boykott zu stist* J o wendet man in Sachsen den groben Unfugsparagraphen I ie an. In den schwarzen Listen, in den Verrufserklärungst-2 Unternehmer findet man nichts, obgleich sie doch auch Boykottirung darstellen. � Theilnehmer an Streiks, die ohne Jnnehaltung � Kündigungszeit.ausbrechen, werden verfolgt auf des§ 110 des Strafgesetzbuches wegen Ungeist.. gegen die Gesetze. Aber nie hat man gehört, daß Unternehmer angeklagt werden, wenn sie die Akkordsätze vern und Feiertage willkürlich eintreten lassen. Das schönste hat das Gericht in Lübeck geleistet. man den Vorstand eines Fachvereins wegen Erpressung Monaten resp. drei Monaten Gcsängniß verurtheilt,-»m einen Fabrikanten durch die Androhung einer Sperre 0#% � hat, eine beabsichtigte Lohnherabsetzung zu unterlassen. Un, stf Reichsgericht hat dieses Urtheil bestätigt.(Rufe der Entrup j Mit Zwergorganisationen und Zeutralorganisatiönchen..z den gewaltigen Koalitionen des Unternehmerthums istg�gse nichts geholfen. Die Massen der'Arbeiter müssen zu gewaltigrn� bänden zusammengeballt werden. Zum Glück schädigt oerKoistu/ neiddic Einigkeit der Unternehmer, deren Kapitalmacht sie sonst Stand setzt, es viel länger beim Streik auszuhalten, als die Ar Deshalb müssen die Arbeiter mit allen Mitteln die gewerU � liche Organisation fördern. Wir müssen große Organist'- nach englischem Muster bilden. Tic einzelnen Gewerist., könnten als Branchenvereine bestehen können. Alte Baust' alle Maschincnarbcitcr müßte z. B. ein Verband umschließsp-, wird sich in Zukunft der Kampf gestalten.(Lebhafter Auf die Tauer ist eine gedeihliche Entwickelung fation unmöglich, wenn in den großen Städten beispiels'vst� einer Gewerkschaft für den achtstündigen Arbeitstag agitirt' wahrend in der Provinz in demselben Geiverk noch 12,}' 10 Stunden täglich gearbeitet wird. Hier muß erst c»' nähernder Ausgleich herbeigeführt werden. ,,;ä Tie Agitation muß hinaus auf das Land, in die Dazu ist zetzt die beste Zeit. Wir sind in einer Periode des''� schastlichen Niederganges. Wir müssen uns auf die Abivfstst richten. � überall die Oraanikation der Arbeitst richten. Fördern wir Arbeiterinnen. Nehmen Sie die Resolution an, handeln auch, wenn Sie nach Hause gekomiiien sind, darnach, Tie Resolution Kloß-Grillenberger wird einsti»»»�. genommen; ebenso die Resolution Glocke. Li In Rücksicht darauf, daß die morgigen Verhandln' r weit ausdehnen werden, und die Anträge aus der Ost l ff Versammlung, die zur Verhandlung stehen, sehr zah», ist der Kongreß mit dem Schluß der Sitzung eiuverstanor Schluß 0 Uhr. UolTQlvS. Ituu Kapitel„Lessing's Vellen". In unsere gestrige j!!. uu'ct diesem Schlcigivort hat sich durch ein unglücklicheZ --Mverständniß ein ganz unberechtigter persönlicher Ausfall ein- Sachlichen, welchen wir aufs tiefste bedauern und sobald wir zur -tenntniß des wahren Sachverhalts gekommen, sofort zurückziehen. HlW Dr. R. Fell nZe r, jetzt Ncdaktionsmitglied der„Voss. Ztg.", welcher in jener Notiz als ein wegen„Hetzereien zu Zuchthaus durcheilter Antisemitenhäuptling" dargestellt wird, ist, worüber Jws Freunde ausklären, allerdings unser politischer Gegner, aber urchaus ein Ehrenmann. Er wurde allerdings in Oesterreich Durcheilt und zwar in erster Instanz sogar zu 11 Monaten schweren Kerkers, welche dann auf 5 Monate vermindert Nftb abgesessen wurden. Sein„Verbrechen" war„Majestäts- ueidigung". Der Prozeß, dem er zum Opfer fiel, war einer der Ufa nisten T e n d e ii z p r o z e s s e, die je in Oesterreich vor- Sttouinien und das will nicht wenig sagen. Natürlich haben wir einen Anlaß einen politischen„Verbrecher", sei er Semit, Anti- seiuit, Jesuit oder was immer, deshalb anzugreifen und wir bc- auern nochmals, daß wir der falschen Information— vielleicht "�ch einen literarische» Gegner— einen solchen Mißgriff ver- dicken.— WaZ unser Urtheil über die„Familienfeier" iu Ehren L essin gs anlangt, hat sie damit natürlich gar Nichts \ ihnn und wir ziehen selbstverständlich in der Sache auch nicht e>n einiges Wort zurück. Si fecist!, nega— wenn Dil etwas begangen hast, iugne es dreist ab: dieses schöne Wort scheint jetzt die Devise tt Mitglieder des Lindau- Ringes geworden zu sein. uferen Lesern sind die schweren Beschuldigungen bekannt, die Mrr Dr. Mehring gegen die Herren Klausiicr vom„Börsen- oiirier" und Stein von der„demokratischen"„Frankfurter «iitung" richtete. Das Benehmen dieser beiden Herren ist für w in Bourgeoiskreisen herrschende Auffassung im höchsten Grade Zeichnend. Herr Stein giebt die Sache im Großen und unzen zu: er findet ossenbar nichts darin, die Behörden gegen schutzloses Weib anzurufen, d. h. den Hintertreppeneinfluß Se tend zu machen, den nian sich in früheren Zeiten als urenführer durch die Budapestcr öffentlichen Häuser erworben hatte. schickt der„Kreuzzeitung" folgende Berichtigung: In der Abendnummer Ihres Blattes vom 14. d. M. ddben Sie eine Zuschrift des Herrn Dr. Franz Mehring veröffentlicht, in welcher ich in Verbindung mit Herrn 4-r. Paul Lindau mehrfach erwähnt werde. Die darin enthaltene Darstellung meiner Unterredung mit Herrn Mehring würde mir zu Berichtigungen und nothwendigen Ergänzungen Veranlassung geben, doch verzichte ich zur Zeit darauf. Nur um thntsachlich bereits erfolgten Miß- deutungen zu begegnen, wünsche ich zu erklären, daß von einer Ausweisung der genannten Person, von der Möglich- leit oder Absicht einer solchen Maßregel zwischen Paul Llndan und mir niemals die Rede gewesen ist. Ich bitte Eie, dieser Erklärung in Ihrem Blatte Raum zu geben. Mit bestem Tank. Hochachtungsvoll ergebenst A ii g u st Stein. q.%„Kreuzzeitung" bemerkt sehr richtig hierzu, daß Herr t. Mehring in seiner Erklärung alles das, was Herr Stein 'E ZU berichtigen für gut findet, überhaupt nicht behauptet habe. Doch mag das Herr Stein mit seinem„demokratischen" v tzen selbst abmachen. �ailä QU�ev® aber Herr Klausner. Er läßt sich überhaupt �cht auf Berichtigungen ein, sondern bestreitet Alles. Und wie wmt Herr Klausner hierzu? Run, bei der betreffenden Unter- .e Un0 sind einfach keine Zeugen zugegen gewesen— also: nega, . ab und erwarte den Gegenbeweis. Glücklicher Weise ist diese ""W nicht ausgeblieben. Fräulein von Schabclsky übermittelt E»Kre. zzeitung" folgende Erklärung: „Tie in Ihrer Abendnummer vom 14. d. Mts. veröffentlichte Erklärung des Herrn Dr. Franz Mehring ent- spricht, soweit sie sich mit meiner Person und mit dem Redakteur des„Börsen-Courier", Herrn M. A. Klausner, beschäftigt, in jedem Punkte der Wahrheit.. Am vergangenen Freitag wurde ich durch zn'ei aus einander folgende Einladungen zu einer früheren Kollegin vom„Residenz-Theater" gebeten. Als ich dort etwa eine halbe Stunde gesessen hatte, ivurde plötzlich Herr Klausner gemeldet, der darob so schnell eintrat, daß ,ch mich nicht vorher entfernen konnte. Tie Dame, die mich eingeladen hatte, wußte auf eine Viertelstunde zu verschwinden, und Herr Klausner benutzte diese Zeit, um mich wiederholt wner„Sympathien" zu versichern, vor meinen„falschen Freunden" zu warnen und mir die Gefahren einer drohenden Ausweisung zu schildern. Er berief sich dabei auf die Massenausweisungen, die vor einigen Jahren statt- gefunden haben, auf ei» ähnliches Mißgeschick, daß ihn Mbst in Rußland bedroht hatte, obwohl er oort„dem Ministerium Dienste geleistet hätte", und aus den Umstand, daß eine„reichsfeindliche" Zeitung sich meiiier ange- genommen hat. Sehr ausfuhrlich schilderte nur Herr Klausner, den ich bis dahin überhaupt nicht gekannt hatte, wie man ausgewiesen werden.könne, nur weU man sich„lästig mache". Am nächsten Tage kleß flch Herr Klausner in meiner Wohnung melden, wo ihm ptr&A Dr. Mehring noch ergänzt werden, bin ich bereit, vor j. dem Gerichtshöfe zu beschivöre». �, ,, . Ich brauche mich, hochverehrter Herr Redakteur, gewiß Blattes abzudrucken...,, � Mit höflichem Dank und der Versicherung ausgezelcyncter Hochachtung ergebenst E. v. Schabcl.ty. Berlin, den 15. Oktober 1800." 6ert man die Leute des Lindau-Ringes kennen lernt. ar.°. m�r muß man bedauern, daß solcher Individuen wezeu ein Van fcie»Volks-Ztg.". die mehr als vier Jahrzehnte das f(Wfet �er Demokratie unentwegt hochgehalten hatte, diese Elgen- '"klieren mußte. Etloubniß nicht gebraucht. Kcho» wieder hat der Erweite rttttgs b a>t der Berlin- Potsdamer Eisenbahn zwei Menschenopfer gefordert. Diesmal geschahen die Unglücksfälle auf der Theilstrecke Steglitz-Schöuc- verg. Zuerst, es war in der Stacht zum Mittwoch, wo der um 11 Uhr 47 Minuten von Potsdam abgelassene Personenzug sieh seiner Durchgangsstation Schöneberg in voller Fahrgeschwindigkeit näherte und den Streckenarbeiter Kühne aus Steglitz zermalmte. Derselbe war mit einer größeren Kolonne Arbeiter zur Nacht- schicht angerückt und ging, den anderen voraus, trotz mehrfacher Warnungen von Bude VI nach seiner Arbeitsstelle. Kaum hatte er zwanzig Schritte dicht neben dem betreffenden Schienenstrang zurückgelegt, da brauste der signalisirte Zug heran, ein Puffer der Lokomotive traf den Oberkörper Kühnes, und im nächsten Äugen- blick lag der Mann als Leiche mit zerschmettertein Schädel ans der Bahnstrecke. Der Verunglückte, ein Mann in den besten Jahren, hinterläßt größere Kinder, seine Frau ist ihm vor acht Wochen gestorben. Der ziveite Unglücksfall ereignete sich am Mittivoch gegen Abend dicht bei der Station Steglitz, kurz nachdem der um G Uhr 3 Min. die Station Steglitz verlassende Potsdamer Personenzug in Fahrt gekommen war. Hier schritt der Bahn- Rachtivächter Zimmermann aus Lichterfelde, welcher auf der Steglitzer Stationskasse Geld empfangen hatte, mit seinem Hunde in der Richtung nach Steglitz den Bahnkörper entlang; in gleicher Höhe mit ihm, allerdings ans der anderen Seite, ging der Bahn- wärter Sch. dahin, mit welchem Zimmermann noch einige Worte wechselte. Um dem hinter ihm kommenden Zuge auszuweichen, trat Zimmermau» über die Schienen hinivcg nach einem nicht befahrenen Geleise und gerieth hierbei in der Dunkelheit ans einen Kieshaufe», so daß ihn der inzwischen herangekommene Zug faßte und 200 Meter weit iiiUschleifte. Als anscheinend lebloser, gräßlich zerschnndener Körper, mit gebrochenen Gliedmaße», blieb endlich Z. auf der Strecke liegen. Niemand hatte vorerst eine Ahnung von seinem Unglück; doch der Hund suchte seinen Herrn ans und rief durch anhaltendes Heulen und Bellen Bahnarbeiter sowie Beamte herbei. Da das Leben in dem Körper des Verunglückten wieder ausflackerte, wurde ein Krankenkorb aus Berlin requirirt, der nach einer Stunde eintraf. Tann schaffte man den Schwer- verletzten nach dein Elisabeth-Krankenhanse in Berlin. Hoffnung auf Erhaltung scineZ LebeuL wird vorläufig nicht gehegt.' Selbstmord auf dem Kirchhof. Durch den lanten Krach eines Schusses wurden am Montag Mittag kurz nach 12 Uhr die Wächter des zu Schöneberg gehörigen neuen Zwölf-Apostelkirch- Hofs nlarmirt. Der Richtung des Schusses folgend, fanden sie zwischen zivei Kindergräbern, in einer Blutlache liegend, die Leiche eines 4ü jährigen Mannes vor, in der noch sestgeschlossenen Hand den rauchenden Revolver haltend. Die Kugel ivar in die linke Brnslseite gedrungen und das Herz verletzt worden, so daß der Tod— wie später ärztlich sestgestettt ivurve— sogleich eingetreten war. Bei dem Tobte» wurde eine Visitenkarte mit dem Namen „Höfert, Maaßenslr. 19" und ein Zettel mit dem ungefähren In- halt„die Liebe zu meinen Kindern treibt mich zum Selbstmord" aufgcsunden. Die unglückliche Frau wurde sogleich in schoueiidster Weise von dein traurigen Vorsalt in Kenntniß gesetzt. Nach an Ort und Stelle eingezogenen Erkundigungen scheinen zerrüttete VermögenSverhältnisse das Motiv znin Selbstmord gewesen zu sein. H. besaß früher ein größeres Vermögen und war Inhaber eines Eisenwnaren-Geschästes. Durch Spekulation scheint er sein Geschäft und theilivcise sein Vermögen verloren z» haben; zuletzt befand er sich ohne Stellung. H. hinterläßt eine Frau und ein im zartesten Alter stehendes Kino. Drei jungen Lrnte» hat die Kriminalpolizei verschiedenes Schlosser-Handivcrkszeug, über dessen ehrlichen Erwerb sie sich nicht ausweisen konnte», abgenomnien. Es befindet sich darunter ein großer Schraubstock und eine Richtplatte. Die Gegenstände sind offenbar gestohlen, und zwar allem Anschein nach im Norden Berlins oder dessen Umgegend, wahrscheinlich von einem Nenban. Bisher ist der Eigenthüiner des Handwerkszeugs nicht ermittelt. Dasselbe ist bei der Kriminalpolizei im Zimmer 331 des Polizei- PräsidialgebändeZ in den Vorniittagsstlinden zu besichtigen. In einrm Kaufe der Schivrdterstvaste ist der Arbeiter Kubot, welcher in einem neu abgeputzten Zimmer übernachtet hatte, am 15. d. M, früh tobt aufgefunden worden. In dem Zimmer waren zur Beschlennigung des Zlustrockiiens zwei Körbe mit Koks angezündet worden und der Arbeiter ist an Vergiftung durch Kohle» oxydgas gestorben. Ginbrnchsdirb stahl. In der Nacht vom Mittivoch zum Donnerstag wurde bei dem Schuhmachermeister A. Heufelder, Herrmannplatz 3 in Rixdorf, in überaus dreister Weise ein Ein- bruchsdiebstahl verübt. Die Diebe müssen zu ihrer That die ersten Moraenstiliiden benutzt habe», da Herr H. erst spät Abends aus einem Kegelklub heimkehrte. Er sprach mit Bekannten vor seiner Thür, und konnte zu dieser Zeit— 12Ve Uhr— der Diebstahl noch nicht ausgeführt sein. Gegen 4 Uhr wurde Herr H. vom Wächter geweckt, der ihm von dem Geschehenen Mittheilung inachte. Tie Diebe sind von der Straße aus eiugedruiigeli und haben mit Gewalt die Thüren eingedrückt. Ihre Beute bestand in 8 Paar Ziigstiefeln(paarig) und ungefähr zwanzig einzelnen Stiefeln. Aus den paarigen lt-tiefelu befindet sich der Name des Besitzers. Vor Ankauf wird dringend geivarnt. Kebrr den Selbstmord der aus Berlin verschwuiideuen Elise Pflaunie, deren Leiche in Spandau rekogno-zirt iverden konnte, bringt der„A. f. d. H." folgende nähere Mittheilungen: In voriger Woche sprang von der Nothbrücke, welche durch den Festungsgürtel am Ende der Nenendorferstraße die Verbindung der Stadt mit der Streitstraße vermittelt, ein junges Mädchen in selbstniörderischer Absicht in den Wallgraben. Einige Passanten, welche den Vorgang beobachtet hatten, eilten schnell zu Hilfe, und es gelang ihnen auch, die Lebensmüde nach kurzer Zeit ans Land zu bringe». Es schien, als wenn das Leben noch nicht gänzlich aus dem Körper entflohen wäre, und man brachte die Unglückliche nach dem Krankenhause, wo sofort Wiederbelebungs- versuche augestellt wurden; dieselben blieben aber ohne Erfolg. Die Leiche wurde nach der Halle des Begräbnißplatzes an der Gatowcr Straße gebracht, wo sie bis vorgestern lag, ohne daß man die Persönlichkeit der Tobten festgestellt hätte. Bei der Leiche wurde nichts vorgesundcn, woraus man auf die Identität schließen konnte. Vorgestern ist es endlich geliingen, die Slngehörigen der Selbstinöroerin zn criiiitteln und so den Namen der letzteren festznuellen. Tie Verstorbene ist die Schneiderin Elise Pflaume aus Berlin, welche seit dein 8. Oktober aus ihrer Behausung spurlos verschwundeii war. Die Unglückliche hatte sich in»euerer Zeit zil einer außerordentlich eifrigen Kircheiibesucherin aus- gebildet. Sie hat hiernach häufig Zeichen einer großen lieber- spanntheit in religiösen Dingen gezeigt mid in ihrer Familie sowohl als auch in ihrem Bekanntenkreise Bekehrnngsversuche angestellt, für welche sie allerdings wenig Dank erntete, was sie sich sehr zu Herze» zu nehmen schien. Zudem hat die Unglück- liehe noch Vervruß im Geschäft gehabt, aus welchem sie scheiden wollte, wo sie aber schließlich auf Zureden ihrer Pnuzipalin wieder verblieb. Die Aufregung über diese Mißhelligkeir mag wohl in dem Kopfe der Armen eine große Verwirrung erzeugt haben, und in diesem Znstande hat sie ihrem Leben ein gcwalt- sames Ende bereitet. Gestohlene Löwe». Nach einer telegraphischcn Depesche aus Vehlefanz sind dort zwei Zinklöwen im Weiche von 1000 M., i» welche» der Name„Schüstermann" eingravirt ist, gestohlen worden. Die Spur der Diebe, auf deren Ermittelung eine Be- lohnung von 100 M. ausgesetzt ist. führt»ach Berlin. Im Gröstenwah»! Ter 25jährige Sohn des in der Frankfurterstraße ivohnhaften Kaufmanns G. entnahm in neuerer zeit in verschiedenen hiesigen Geschäften auf Kredit größere Waarenposten, welche er nach dem Hanse seiner als wohlhabend bekannten Eltern dirigirte. Letztere kamen diese Sendungen -war eigenthüinlich vor, sie beruhigten sich aber mit der Er- tlärung des von ihnen darüber zur Rede gestellten Sohnes, daß er die Sachen mit Nutzen weiierverkaufl habe. Als aber am Dienstag verschiedene größere Möbel eiiitrafen, veriveigerten sie deren Annahme, und es stieg ihnen die schreckliche Verinuthung er fekt Er hatte das verlassen, daß er nun ungestüm von in die Hand nehme/ auf, daß es mit dem Sohne„nicht ganz richtig" sein müsse, zu- mal derselbe eine gewisse Schwermuch und Unruhe zeigte. Jene Verinuthung wurde leider zur Gewißheit, als der Sohn sich. am Mittwoch bei den Eltern darüber beklagte, daß in einem Konfitiirengeschäft für 500 M. Kon- bestellt habe, das man ihm jedoch nicht liefern wolle. betreffende Geschäft mit der Andeutung iveitcre Schritte lhun werde, und verlangte seinem Vater, daß er nunmchr„die Sache Auf die Abkehmiug des Vaters ivurde der Sohn sehr aufgeregt und drohte mit allerhand Zwangsmaß- regeln, so daß die Eltern einen Arzt herbeiholen ließen, der bei dem jungen Mann den Ausbruch des Wahnsinns konstatirte, welcher die Unterbringung des Bedaileriiswerthen in eine Irrenanstalt erforderlich macht. Die Auflösung seines Ver- löbnisseS mit der Tochter eines hiesigen Kaufmanns M., die vor einiger Zeit erfolgt war, soll den ersten Anlaß zu dem Irrsinn gegeben haben. Selbstmord nuo gekränkter Liebe. Die unverehelichte Anua R., welche in einer im Norden der Stadt gelegenen Woll- waarenfabrik als Wäscherin beschäftigt ist mid bei ihrer Mutter in der Fraiikfnrterstraßs wohnt, unterhielt seit längerer Zeit ein Liebes- verhältniß mit einem in Rummelsburg wohnenden Cheuilleuarbeiter, das nicht ohne Folgen geblieben war, aber in etwa vierzehn Tagen die standesamtliche Sanktion erhalten sollte. Vor einigen Tagen theilte eine Freundin der Anna R. mit, daß ihr Bräutigam schon'. seit Monaten mit einer in der G.'schen Fabrik thätigen Spulerin' intim verkehre und mit ihr häusig Tanzlokale besuche; so würde er noch, wie die Freundin weiter zu berichten wußte, mit seinem neuen„Verhältniß" am Mittivoch Abend in das W.'sche Tanz- lokal gehen. Anna St. wollte sich nun Gewißheit über die Treu- losigkeit ihres Verlobten verschaffen; dieselbe sollte ihr auch bald' iverbe», denn kurz nachdem sie vorgestern Abend vor dem erwähnten Etablissemcnt sich aufgestellt hatte, erschien das Pärchen zärtlich' Arm in Arm. Ohne den Treulosen noch eines Blickes zu wiir- digen, eilte das betrogene Mädchen nach Hause, erzählte der Mutter das Vorgefallene, begab sich sodanii in die Küche, langte dort aus. dem Schrank eine Flasche mit Oleum hervor, die es mit einem Zuge leer trank, und sank stöhnend zu Boden. Die hinzugeeilte Mutter fand ihre Tochter bereits im leblosen Zustand, und der schnell hinzugerusene Arzt vermochte nur noch den Tod der lln- glücklichen zn konstatiren. Polizcibericht. Am 15. d. M. Morgens stieß ein 8 jähriges Mädchen in der Küche der elterlichen Wohnung. Strelitzerstr. 15, als es eben seinen 1 Jahr alten Bruder aus den Arm nehmen wollte, eine ans der Kochmaschine stehende Kasserolc mit kochendem Wasser um, so daß sich dasselbe über die beiden Kinder ergoß. Diese erlitten dabei so schwere Brand- wunden, daß sie nach dem Lazarus-Krankenhause gebracht werden: mußten, wo der Knabe bald darauf verstarb.— Zu derselben Zeit wurde der obdachlose Arbeiter Kubot in einem Zimmer des Hauses. Schwedterstr. 253 tobt aufgefunden. Kubot, welcher der dem Abpntz deZ leerstehendeu Zimmers behilflich gewesen war und entgegen dem ausdrücklichen Verbot des Eigenthümers in dem- selben genächtigt hatte, ist vermuthlich durch Kohlendunst erstickt, welcher einem zum Trocknen der Wände anfgestellten Koakskorbe entströmt ist.— Vormittags wurde gegenüber dem Hause Krön- prinzeuufer 10 die Leiche eines Mmmes angeschwemmt.— Nachmittags fiel in den sogenannten Sandkuten an der Müller- straße, gegenüber der Abdeckerei, ein Kutscher beim Besteige» seines mit Sand beladenen Wagens von demselben wieder herab, gerieth unter die Räder und wurde so schwer verletzt, daß er bald daraus verstarb. Im Laufe des Tages fanden vier kleinere Brände statt. Ein Zusammenstoß?u»eiev Lokomotive», welche am Abend des 31. Dezember v. I. auf dem S ch l e s i s ch e n Bahn- hose in Berlin ftattgefnnden hat und bei welchem die Fuhrer beider Fahrzeuge hinuntergeschleudert worden sind, ohne glück- licher Weise»achtheilige Folgen zu erleiden, beschäftigte gestern in dreistündiger Verhandlung die dritte Straskammer des Landgerichts I. Von Seiten der Eisenbahnverwaltiing war für diesen Unfall der cxaminirte Lokoinotivheizer Gustav Teichler, welcher die nach dem Schuppen fahrende Lokomotive führte, ver- antwortlicli gemacht. Obgleich ihm sowohl von dem dienst- habenden Stationsbeamten die Amveisung zur Fahrt ertheilt und ihm vom Weichenthurm Otm die für seine Strecke zu passirenden Weichen gestellt waren, fuhr ihm bei Weiche 58 ein znrückgedrückter dnukler Leerzug entgegen. Der Angeklagte hatte'denselben aber erst so spät wahrgenommen, daß selbst das durch Geben von Kontredamps gbie Maschine vor dem Zu- sammenprall nicht mehr zum Stehen gebracht werden konnte. Die demselben zur Last gelegte Fahrlässigkeit soll darin bestehen, daß er trotz einer(von ihm benrittenen) Mittheilung eines Weichenstellers, daß oben noch rangirt werde, zu schnell gefahren sei. Sein Vertheidiger, der vom Gericht zugelassene Redakteur I. Frankel, wies an der Hand der bahnpolizeilichen Bestim- miuigen nach, daß unter dem gegebenen Verhältniß der Lokomo- tive des Angeklagten nicht sreie Fahrt gegeben werden durfte, ivas die Vcrivaltung auch dadurch anerkannte, daß sie nach dem Unfall an der q». Stelle ein optisches Signal angebracht hat. Staatsanwalt Ritzel beantragte sechs Wochen Gefäng- n i ß, während der Vertheidiger(die Glaubwürdigkeit des Haupt- Belaftuiigszeugcn als Selbsischuldigen anfechte und eventnell eine geringere Strafe für angemessen erachtete. Der Gerichtshof folgte nur der letzteren Ausführung und vernrtheilte den Ange- klagten zu einer Woche G e f ä n g n i ß. Einen Kritrag zu den so häufig geführten Klagen über die Uebersüliling der Koupees auf der Sladtvahn lieferte eine Ver- Handlung, die gestern vor der 02. Abtheilung des Schöffengerichts stattfand. Der Fabrikbesitzer Dr. Konrad Schuchardt aus Görlitz sollte sich in zivei Fällen der Beleidigung, der oes Betriebsamts der Stadtbahn und der des Stationsasfistenten March schnldig gemacht haben. Wie die Anklage behauptet, hat der Beschuldigte an» Abend des 27. April d. I. sich auf dem Bahnhofe Friedrich- straße in lauter Weise mißbilligend darüber ausgesprochen, daß zn wenig Wagen zweiter Klaffe sich im Zuge be- fanden. Er soll durch seine Aeußerungen die Grenzen des Erlaubten überschritten haben. Ter Angeklagte, dem der Rechtsanwalt Baron als Bertheidiger z»r Seite stand, erklärte, daß höchstens in einem Falle von einer Beleidigung die Rede sein könne l»id hierbei habe er sich noch in Wahrnehmung be- rechtigter Interessen befunden. Am Abende des 27. April, einein Sonntage, habe er die Stadtbahn benutzt. Als der Zug in die Station Zoologischer Garten einlief, enthielt das vo» de!» Auge- klagten benutzte Konpee bereits 9 Personen. Die Zahl der Ein- steigende» mehrte sich aber noch von Station zn Station und als der Zug in Bahnhof Friedrichstraße einlies, hatten sich mcht weniger als 15 Personen in de», engen Räume zn- sannnengeqlielscht. I», Rebenkoupee war es nicht viel besser hier befanden sich 13 Personen. Unterwegs herrschte nur eine Stimme der Unznfrieden heil und Entrüstung darüber, daß die Stadtbahn- Verwaltung in so nnzulaiigllcher Weise für die Bewältigung des Personenver-kehrs an Sonntagen Sorge trage. Unter diesen, Ein- drucke habe der Angeklagte sich befunden, als er auf dem Bahnhose �riedrichfirahe aussteigen lonnte. Es sei richtig, daß er hier mit lauter Summe nach dein Stationschef ge- rufen habe, damit dieser sich persönlich von der R»?S Ä mS et tu rc. Erregung gesagt, die Direktion solle sich schämen, daß verantwortlich machen könne und nun habe der Angeklagte er- klärt, daß er dies wohl einsehe; er wiederhole deshalb, daß die Direktion sich schämen muffe.— Der als Zeuge vernommene Stationsassistent blieb dagegen dabei, das? die erste Aeußerung auf ihn persönlich und die zweite erst auf die Direktion gemünzt gewesen. Uni diesen Widerspruch aufzuklären, sowie um festzustellen, inwieweit der Angeklagte Grund zur Beschwerde hatte, beschloß der Gerichtshof, die von dem letzteren vorgeschlagenen Zeugen zu laden und wurde aus diesem Grunde die Verhandlung vertagt. Ein ebenso schlechtov als unüberlegter Scher? führte gestern den Oberkellner Edelhof unter der Aullage der vorsätzlichen Körperverletzung vor die 87. Abtheilung des Schöffengerichts. Ter Angeklagte war in einem Nachtkafsce bedienstet. Eines Morgens bemerkte er, daß die Müdigkeit den ihm unterslelllen 17jährigen Kellucrlehrling überinannt hatte, derselbe«rar, auf Stuhle sitzend, eingeschlafen. Der Angeklagte nahm eine gepulverten Pfeffers und streute sie dem'Schlafenden in einem Dosis die Nase. Dieser wurde durch heftiges Brennen gcwcclt, naturgemäß rieb er das mißhandelte Organ und wischte sich hierbei Pseffertheile in die Augen. Er erhielt eine Augenentzündung und mußte ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Der Gerichts- Hof ahndete den losen Streich des Angeklagten mit einer Geld- strafe von 30 M. Nor dem Schwurgericht des Landgerichts I wurde gestern eine Anklage wegen Urkundenfälschung und versuchten Betruges gegen den zwanzigjährigen Handlungskommis Julius Siewerding verhandelt. Der Angeklagte war von seiner Heimath Osnabrück nach Berlin gekommen, um sich hier eine Stellung zu suchen. Er fand keine und wurde mittellos. Er besaß nur noch ein mit 10 M. bewerthetes Sparkassenbuch der Spar- und Leihkasse zu Osnabrück, da ihm das hierauf zu erzielende Geld aber zu gering erschien, so beging er eine dreiste Fälschung. Er setzte hinter die eingetragene Zahl 10 drei Nullen und schrieb dem Worte„zehn" noch„tausend" hinzu, sodaß es den Anschein hatte, als seien zehntausend Mark eing ngezahlt worden. Dann begab er sich mit dem Buche zu einem hiesigen Geldmanne und bat um ein Darlehn von 100 Mark darauf. Der Geldverleiher machte große Augen, als er den noch jungen Menschen in dem Besitze des werthvollen Buches sah, er erklärte ihm, daß er erst einen Erlaubnißschein seines Vormundes zur Aufnahme eines Darlehns beibringen müsse. Vorläufig erhielt der Angeklagte aber acht Mark. Stach einigen Tagen brachte Siewerding dann ein angeblich von dem Kompagnon seines Vormundes herrührendes Schreiben, welches der An- geklagte aber selbst verfaßt hatte. Der Geldmann hatte sich inzwischen auch bei der Sparkasse zu Osnabrück er- kundigt und war die Fälschung des Buches bereits entdeckt worden. Die Geschworenen billigten dem bisher Unbescholtenen mildernde Umstände zu, wodurch derselbe mit einer Gefängniß- strafe von sechs Monaten davonkam. Der Herr Rittergnts-Insprsttor. Am 8. August d. I. erschienen in der Gelpke'schen Restauration in der Alten Jakob- straße ein gutgekleideter Mann in Begleitung eines Soldaten. Der Erstere bestellte Speise und Trank für sich und seinen Begleiter und beide entwickelten einen mächtigen Appetit. In verhältnißmäßig kurzer Zeit belief sich die gemeinschaftliche Zeche auf über fünf Mark, trotzdem nur Bier und Schnaps getrunken war, Der Wirth schöpfte keinen Ver- dacht gegen die Zahlungsfähigkeit des flotten Zivilisten, denn dieser betonte wiederholt, daß er Inspektor auf einem Rittergute bei Küstrin sei. Als es aber ans Zahlen gehen sollte, da zeigte es sich, daß der„Herr Inspektor" ebenso wenig im Besitze irgend welcher Mittel war, wie der Soldat. Der Letztere gab in glaub- würdiger Weise an, daß der ihm völlig unbekannte Herr ihn auf der Straße angesprochen und ihn eingeladen habe, sein Gast zu sein. Dies habe er sich nicht zweimal sagen lassen. Der geprellte Wirth schickte zur Polizei und es stellte sich heraus, daß ihr der Verhaftete eine sehr bekannte Persönlich- ,'keit war. Es war der vielfach vorbestrafte Kaufmann Alexander Julitz, der bei dem Wirthe eine Gastrolle gegeben. Gestern wurde Julitz von der ersten Strafkammer des Landgerichts I zu e i n e m Jahre Zuchthaus und zu einer Geldstrafe von ISO Mark, eventuell noch 20 Tage Zuchthaus verurtheilt. DepsanuuUmgim. Schmidt. Z u b e i l." mleiti Recht stürmisch ging es in einer Versammlung her, die vom Genossen Grundmann für die Parteigenossen des 4. Berliner Neichstags-Wahlkreises nach dem Vereinshaus„Süd-Ost" auf gestern Abend einberufen war. Zur Verhandlung stand:„Der Parteitag und die Delegirten Berlins". Als gegen 8Ve Uhr die Versammlung eröffnet wurde, war der ziemlich kleine Saal vollständig überfüllt, lieber 700 Personen drängten sich Mann an Mann. Die Versanimlung wählte zur Leitung der Versammlung die Genossen G r u n d m a n n, K ö h n und B r ö d e l mit großer Majorität. Damit fiel ein anderer Vorschlag, welcher die Ge- Nossen Henke, Kördel und R i ch. K u r tz e als Bureau wünschte. Zunächst gelangte folgende an die Versammlung ge- richtete Depesche zur Verlesung: „Die Delegirten der Berliner Wahlkreise und die in Berlin wohnhaften Delegirten stellen cS Eurem Taktgefühl anheim, ob Ihr in ihrer Abwesenheit über ibre Thätigleit berathen wollt und könnt, und schlagen wir E ich vor, bis nach unserer Rückkunft vom ersten Punkt der Ta es- Ordnung abzusehen. Im Austrage: Klein. F r i tz B e r n d t. Barth. Wernau. M e tz n e r. Werner. Die Verlesung war von lebhaften Bravorufen begleitet. Aug. Günther(zur Geschäftsordnung) sieht keinen Grund ein, sich an diesen Wunsch zu kehren.(Lebhaftes sehr richtig und Oho!) Die Thätigkeit der Berliner Delegirten soll im Allgemeinen nicht kritisirt werden, nur einzelne Punkte sollen aus den Ver- Handlungen heraus gegriffen werden.(Lebhaftes Aha! Unruhe. Glocke des Vorsitzenden.) Die Ausführungen des Delegirten Franz Berndt müßten entschieden zurückgewiesen werden. (Oho. Bravo. Tumult.) Die Opposition in Berlin sei keine künstlich erzeugte.(Lebhaftes sehr richtig und Widerspruch.) Winter: Mein Vorredner sprach nicht zur Geschäfts- ordnung.(Oho, Bravo.) Vorsitzender: Das ist nicht der Fall.(Oho, Lärni.) Lichtenstein stellt den Antrag, die Versammlung zu ver- tagen. Der Saal fasse zu wenig Personen. In dieser Ver- sammlung komme der Wille der Parteigenossen des 4. Kreises nicht zum Ausdruck.(Sehr richtig, Oho.) Obgleich ich nicht zur Opposition gehöre, so scheint mir doch eine Rektiflzirung Berndt's ain Platze. Doch müsse sich Berndt erst vertheidigen. Felge ntreff: Die Angelegenheit kann erst verhandelt werden, nachdem Berndt seinen Rechenschaftsbericht gegeben. (Beifall und Widerspruch.) E n g l e r: Berndt ist ohne gebundenes Mandat nach Halle gegangen.(Rufe: Nein! Oho! Schluß! Schluß!) Wengels: Es war noch nie Usus, an Abwesenden Kritik zu üben, oder über den Parteitag zu diskutiren, so lange dieser tagt. Damit blamiren wir uns.(Sehr richtig!) Wir haben uns aus dem Parteitag schon genug blamirt.(Oho! Sehr richtig! Tumult.) Baader: Es schlägt der gesunden Vernunft ins Gesicht, über etivas zu urtheilen, was man nicht genau weiß. Der Bericht über den Parteitag kann Fehler enthalten.(Beifall.) Pielecke: Berndt hat sich sein Mandat erschlichen. (Stürmisches Oho! und Pfui! Tumult. Klingel des Vor- sitzenden.— Der Redner ist infolge des Tumultes nicht mehr zu verstehen.) Wach: Wir haben doch auf unser Banner geschrieben: Freier Meinungsaustausch. Betragen Sie sich sozialdemokratisch. (Zwischenruf: Nicht Parteigenossen Schivindler nennen). Redner wünscht zu wissen, ob Kritik an allen Berliner Delegirten geübt werden soll, oder nur an Berndt. Vorsitzender: 300 Parteigenossen haben ihre Unter- schläft zu einer Resolution gegeben, in der gegen den Slusdruck Kliqne in Bezug aus die Berliner Genoffen protestirt wurde. Auch Berndt soll eine Rüge erhalten. Zur Opposition gehören Leute, die sich unter dem Sozialistengesetz bewährt habe». (Bravo.) L i ch ten st e i n'warnt nochmals, in die Verhandlungen ein- zutreten. Vorsitzender: Es ist folgende Resolution eingelaufen: „Die heutige Versammlung erklärt, daß die Auslassungen des Delegirten Franz Berndt nicht der Auffassung der Genossen des 4. Wahlkreises entsprechen. Außerdem protestirt die Versamm- luug auf das Entschiedenste dagegen, als Klique bezeichnet zu werden und verlangt weiter eine würdige Behandlung für den Genossen Werner, Niemetscheck und P. Pielecke. F e l g e» t r e f f: Wenn Sie über diese Resolution ab- stimmen, oder in die Verhandlung eintreten, bezeichne ich Sie als Klique.(Stürmischer Tumult. Klingel des Vorsitzenden.) Vorsitzender: Wer sich unanständig beträgt, wird raus- geworfen.(Stürmisches Oho! Lärm.) Link: Die Versammlung kann tagen. Wären Fehler im Bericht über den Parteitag, dann wäre gewiß eine Berichtigung erfolgt. Es wird hierauf beschlossen, die Geschästsordnungs-Debatte zu schließen. Es wird in die Tagesordnung eingetreten. F e l d m a n n: Jeder mag seine Meinung haben und ihr Ausdruck geben. Werner ist für mich noch Parteigenosse. Gegen die Behandlung Werners durch den Parteitag muß protestirt werden. Ich stimme nicht den Ausführungen Werners bei; trotz- dem diskutire ich mit ihm in Ruhe.(Beifall.) N e u h a u S: Berndt muß ins rechte Licht gestellt werden. Berndt gehörte stets zu der Opposition, die»ach dessen Meinung künstlich erzeugt war. Er hat auch früher Referate gehalten für die Maidemonstration. Berndt will sich bei der Fraktion ein- schmeicheln. Wüßte der Parteitag, welche Stellung Berndt stets einnahm, dann hätte Berndt gewiß nicht den großen Beifall gehabt, den er hatte.(Sehr richtig.) Aug. Günther: Wir Berliner kritisiren. Wir. sind nicht Leute, die bloß Krach machen wollen.(Rufe: Jawohl. Berliner Volksblatt- Versammlungen.) Wir haben eine ehrliche, offene Meinung, die wir aussprechen. Wir haben nicht hinter dem Ofen gesessen. Ich bin zwar nicht mit Werner in Allem einverstanden, aber ich kenne ihn als ehrlichen Genossen, der seit 7Jahren tapfer arbeitet. So lange Werner nichts Unehrenhaftes nachgewiesen ist, so lange ist er als Parteigenosse anzusehen und zu behandeln.(Beifall.) Engler: Es wird hier Personenkultus getrieben. Einen tritt man in den Schmutz, den Andern erhebt man.(Stürmisches Oho und sehr richtig.) Ich Hab' diese Ueberzeugung. Warten Sie die Berathunaen der Kommission ab.(Oho.) Lichten stein: Ich war in Halle. Es herrscht dort große Animosität gegen die Berliner. DaS kommt, weil Werner sich als Wortführer der Berliner aufgeworfen hat. Werner hat seine Ansichten so ungeschickt vorgebracht, daß er sich politisch todt geredet hat.(Oho!) Der Ausdruck Hug's- Wilhelmshaven„Klique" hat die anwesenden Berliner schmerzlich berührt. H»g muß gerügt werde». K l i tz i g: Ich war auf dem Kongreß. In Bezug auf die heutige Versammlung sagte Singer zu mir:„Die Berliner haben wohl einen Frosch?"(Lautes Oho.). Schräder: Diese Mittheilung hätte unterbleiben können. Sie sät nur Zwietracht. F e l g e n t r e f f: Ich protestire gegen die heutige Versamm- lung. Sie ist nicht kompetent. Kritik an Abwesenden zu übe», ist nicht demokratisch. Wer dieses Gefühl mit mir theilt, der verlasse den Saal.(Stürmischer Tumult. Der Vorsitzende kann sich nicht mehr verständlich machen.) Die Versammlung wird auf 10 Minuten vertagt. 95 Genossen verlassen den Saal. Die Ruhe tritt erst nach und nach wieder ein. L i ch t e n st e i n mißbilligt das Auftreten Felgentreffs. Arndt: Die Berliner Delegirten konnten gegen die Rede Berndt's nicht protestiren. Eine Wortmeldung Auerbach's fiel unter den Tisch. Es wird Schluß der Debatte und sofortige Abstimmung über die Resolution beantragt. Die Versammlung beschließt dem- gemäß. Die von Niemetschek und P. Pielecke beantragte Resolution findet gegen 7 Stimmen Annahme. Niemetschek theilt mit, daß Felgentreff ein Schreiben an die Untersuchungskommission nach Halle gerichtet habe, in dem erden Rath giebt, Werner zu verhauen.(Pfui! Hört, hört!) Eine lebhaste Debatte entspinnt sich über einen Antrag: „Berndt das Mandat zu entziehen und ihn vom Kongreß zurück- zuberufen." H e i n d o r f giebt allerdings zu, daß Berndt ohne gebundenes Mandat delegirt wurde, Berndt habe sich aber stets als oppo- sitionell ausgegeben, so daß man glaubte, in ihm einen Oppo- sitionellen zu entsenden. Das Verhalten Berndt's ist eines Sozialdemokraten unwürdig. Deshalb ist der Antrag auch be- rechtigt.(Beifall.) John ist derselben Meinung. Mit demselben Recht könnte sich Berndt auch in den Reichstag wählen lassen und dann als Konservativer auftreten. Wohin soll das führen? Der Antrag ivird schließlich gegen 25 Stimmen angenommen. Das Bureau wurde beauftragt, die Beschlüsse der heutige» Versammlung auf dem schnellsten Wege dem Parteitag zu übermitteln. Unter„Verschiedenes" fragt H o f f m a n n, ob man nicht zu der jetzigen Schreibweise des„"Berliner Volksblatt" Stellung nehmen wolle? Folgende Resolution ist eingelaufen: „Beantrage, dem„Berliner Volksblatt" eine Rüge zu ertheilen wegen des unanständigen Vorgehens gegen die Genossen, welche es wagten, an der Unfehlbarkeit der Fraktion zu rütteln. P a u l I o h n." Niendorf: Wer in der Opposition steht, wird vom „Berliner Volksblatt" in den Schmutz getreten. Das heutige Bureau müsse beauftragt werden, eine Volksversammlung einz»- berufen., Miethe: Die heutige Versammlung ist nicht berechtigt, das„Berliner Volksblatt" zu rügen. John zieht seine Resolution zurück. Nachdem noch Röhden darauf hingewiesen, daß das „Verl. Volksblatt" jetzt schärfer schreiben müsse, wird der Antrag Niendorf gegen 3 Stimmen angenommen. Darauf wird beschlossen, die Versammlung zu schließen, die- selbe aber auszuzählen,„damit man-weiß, wie Viele zur Klique gehören." So lautete der Antrag. Heber 600 Genossen waren noch anwesend. Die Getteralversammlung de» Fachverri»» der Schlosser und Maschinenbau-Arbeiter Berlins und Umgegend fand am Montag bei Feuerstein statt. Ter Kassenbericht ergab für das 3. Quartal eine Einnahme von 442,21 M., eine Ausgabe von 435,20 M., bleibt demnach ein Bestand von 7,01 M. Nachdem ein Revisor bekundet, daß die Bücher in Ordnung gefunden worden sind, wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Von unserem Sommerfeste ivar noch keine Abrechnung vorgelegt. Aus der Ersatzwahl des Vorstandes gingen hervor als stellvertretender Schriftführer Kollege Pirschmann; als 2. Bibliothekar Kollege Briest. Zu Revisoren für das 4. Quartal wurden Miethe, Röder, Pützold gewählt. In die Arbeitsnachweis- Kommission wurde der Kollege Geisler als Ersatzmann gewählt.— 15 Kollegen ließen sich hierauf aufnehmen. Aus der Wahl eines Vergnngunqskomrtee's zum Weinachts- und Stiftungsfest gW hervor: Bethke, Geisler, Lire, Dnrndei, Röder, Thrun und W« Zum 5. Punlt, Anträge, stellte zunächst Kollege Pützold den» trag, die Nordcnuersammlungen wegen zu schwachen Besuch-- u mit Rücksicht aus die Unkosten, die aus jeder Versammlung* standen sind, vorläufig einzustellen. Dieser Antrag, sechs Redner unterstützen, wurde angenommen m Fassung, daß es dem Vorstand überlassen bleibt, günstigen Zeiten eine Versammlung im Norden einzu&nW» Der Kassirer vom Norden ivird aber Sonntags von 11— U Vormittags bei Nürnberg, Anklamerstr. 49, Beiträge emM nehmen. Ein Antrag betreffs Neuanschaffung von BibliolY� büchern wurde dahin erweitert, daß mit Rückficht auf die M zielle Lage des Vereins die Slnschasfuug von Büchern zum! legeneren Zeitpunkt verschoben und es dem Vorstand üderWI' bleibt, Bücher anzuschaffen. Ebenso ivird der Varl» beauftragt, so weit wie möglich die verbummelten- �. seitens einiger Mitglieder wieder zu beschaffen. gende Resolution würde einstimmig angenommen: am 13. d. M. stattgefnndene Generalversammlung des o°. Vereins der Schlosser und Maschinenbau-Zlrbeiter Berlins Umgegend protestirt gegen die Handlungsweise der Tittrich Genossen in Hamburg betreffs der willkürlichen Gründung elß1 Zentralisation der Schlosser und Maschinenbauer, und-, Fachblattes, da dies gegen die Beschlüsse des Weimarer Mi arbeiter-Kongresses gerichtet und nur geeignet ist, Zwieu, unter die Metallarbeiter zu säen. Die Versammlung beW' mit aller Energie die Einführung des neugegründeten FachPs» zu verhindern, dafür aber der„Metallarbeiter-Ztg." niog"? weite Verbreitung zu verschaffen." Warneke, Miethe und« unterstützten dieselbe. Betreffs der Arbeitsiiachweis-Plakats i« den die Kollegen ersucht, dieselben sich von der Kommispo?! fordern und an geeigneten Stellen anzuheften. Kollege M' schlägt vor und ersucht den Vorstand, bei der Direktion Pfervebahn-Gesellschast anzufragen, ob man nicht im Innern ff Wagens ein Plakat anbringen kann. Fragen waren nicht gelaufen und somit erfolgte Schluß. Achtung! Tie Delegirten der vereinigten Klubs werden ersnchb � Sonntag, den is. Ollober, Vorimuags 10 Uhr, bei Spietevmami, zur o" zu erscheinen. MctaUarbritee-tziennken-»nt» Kterbellass«„Unlkan"(E. 0 � � r.-.. V g..*• so Hamburg) Berlin i. Am Sonnabend, den 18. Oliober, Abend» Lichierfelderitrabe 8 im lUeftaui-ant Winier: Mitglieder-Versannnlung. träge werden daselbst lassirt. Um rege Betheilignng wird ersucht.. JJcvrammUtUB der in der Schiistrbranch« lirschiiftigten Arbeiterl",> am Sonnabend, de» 18. Oliober, bei Beyer, Neue Grimsir. u im Bortrag des Herrn H. Krause, sowie Ausgabe der Villets zum Srisrungsm i. November. Nachvem gemiilhltches Beisammensein....- Die Zentrai-Keailken- und Kterbeiiasse der deutsch:» JUa'j«".,, '-------------- Ottober.«ormiitag»«i Uhr. in Berlin i hält am Sonnlag, den lo. Lolal, Grüner Weg 29, eine Mitglieder-Versammlung ab.' TageSordäÄ i. Abrechnnng vom 3. Quartal, a. Berschlcdencs. o. Kassenangelegsn»'A Diedorf! z>-rri»ig»»a der Jirrcholcr Orntschiand«, Zahlneue, dorf und Umgegend. Am Sonntag, den is. Oktober, VormtttagS n Niescgk'S Lokal, Bergstraße IS9: Mitglicder-Versammlung. Tagesorv3„ i. Geschäftliches. 2. Abrechnung. 3. B-rschiedcueS. Neue Mitglieder whj aufgenommen. Aller Erscheinen ist Pslicht. Gleichzeitig werden die gliedcr auf das Vergnügen am in. November auftnertsam gemacht. Solialdrmoi'.raiifchrr£ete- nnd Disüntirütut»„jcint". AM �- abend, den IS. Oltober, Abends s-s Uhr, bei Herrn Zechltn, Hornstrap- 3 Jreirttigiärt©rmctiwr, Rosenihalerstr. 33. Sonntag, den lo. Vormittags 10 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Völkel über: Tie SC1)1» j Pythagoras. Gäste sehr willkommen. Montag, Abends 7 Uhr: Besch"1'1 Gemsinde-Versammlung über Namenänderung. ,> Dir K-Icabrudc des Arbritcr-Kildungoverrin» für Utrilfenles, A zimgrgond finden regclmäsiig jeden Sonnabend, Abends 9 Uhr, in' des Herrn Stlebs, fiele Nolle- und Eharloltenburgerstraße, flau. 8°" kommen. /«, KUormrinr Kranlieit- und Ktrrbcüafte drr Mctallarbritrr. Lß Nr. 29, Hamburg) sowie Zentral-Kranten- nnd Sterbelasse„Vulkan,»- Berlin 5. Sonnabend, den 18. Oltober, Abends 9 Uhr, Münzstr. Ii bei o" Versammlung. Tagesordnung: i. fiassenbericht. 2. Verschiedenes. lZrniral-Krankrn- nnd Htrrbrliass« der deutschen Wagen-�- Berlin(Bezirk->). Sonntag, den 19. Oltober, Vormittags 9 Uhr, bei W" W Waldemarftr. 12: Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnnng vom Quartal 1890. 2. Innere Kassenangetcgen heften und Verschiedenes. trselilul»„Karl|Har*". Freitag Abend bei Schönfeldt, Mariend straße 10: Sitzung. Gäste haben Zutritt. r.r.u) Fachverrin der Weber nnd vermandte» Kernfsgeuosse» den 20. Oktober, Abends 8 Uhr, Lichtenbergerstraße 21, bei Heise: Gs'.T Versammlung. Tagesordnung: l. Kassenbericht vom 3. Quartal. 2.# vom Arbeitsnachweis. 3. Wahl eines Revisors. Wahl für das gericht. c>. Antrag des Vorstandes. 9. Gründung einer Bibliolhet.'•«P der Revisoren vom Sommernachts-Ball. 8. Veschlnßfasfung über d' des erstes Stiftungsfestes. 9. Verschiedenes und Fragekasten. Mi feiitral-Siranlsr«- nnd Sterbrkass« drr deutsch»» Wag»1,� . Nr 8, Hamburg.) Ortsverwaltung Berlin 5. Sonnabend, 18. u«1 AbendS 8% Uhr, Kurfürflenstr. 32: Mitglieder-Versamniluno.. r™ Gesang-. Turn->!»d geseUige vereine am Freitag. Kam � Männergesangvercin Abends 9 Uhr im Restaurant Tamm, SaMsÄ Allee 28.— Gesangverein„Pausebeutcl" Abends 8 Uhr im Restaurant v o Alexandrinenstr. 15.—„Liedertafel der Maler und verwandter Berufsss-� Abends 9 Uhr im Restaurant Kleine, Brandenburgstr. 60.— AsMi Männcrchor Abends 8% Uhr bei Feuerstetn, Alts Jalobsstr. 75,— Geiam�p ..Möter'scheS Tovvolauartett" Abends 9 Uhr im Restaurant Musehold. Flöter'scheS Toppelguartett" Abends 9 Uhr im Restaurant Musehol«, oergcrstr. 81.— Gesangverein„Fortschritt" Abends 9 Uhr im Äff,«' Blumensir.»0.— Gesangverein„Echo 1872" Abends 0 Uhr DcoirienPort» Reue Mitglieder werden ausgenommen.— Gesangverein„Ossian 9 Uhr, Tresdenerstr. 85 bei Gustavns.— Huppert-sche SSnger-Be«1 „Harmonie" Abends 0 Uhr bei«'lieft, Webersir. 17.— Gesangverein Hain" Abends 9 Uhr Adalbertstr. 21.— Liedertafel des Fachvereins d«'� ff träger Berlins Abends 8 Uhr Große Hamburgerstr. 4 UebungSflüN»«- sangverein„Ohnesorge" Z(dcndS 0 Uhr,«Restaurant Reyer, Alte FaiffL — Gesangverein„Widerhall" AbendS 9 Uhr bei Herrn Boge,«Spnio»M — Gesangverein„Lorbeerlranz" 8% Uhr Restaurant Wsinstr. n.— —.mvmo'/» vvv;».. v 1. vi.» t vv.. i �.vvwt|*v. tyi'j Gesangverein„Nord" Uebungsstiuide AbendS s�Uhr im Restaurants� Brunnensir. 88. Stiminbegabte auch passive Milaliedcr werden aufgen« — Gesangverein„Eollegia" AbendS von 0—11 Uhr bei Schuster, Off»",, — Wnrnt'frfipr. UcfmiinSflnnbe von ■"i AbendS im Lonisenftädtischen.Klubhaus, Auiienstr. 16, 1 Tr.- S#( Turngcnossenscho.ft(5.«Mänuerabtheilung) Abends s.r uhr �in der ich. Turngenostenschast(5.«Mänuerabtheilung) Abends 8« Uhr In der Turnhalle,«Wafserihorstr. 31.— Turnverein„Hafenhaide"(Männeram� Ab. 8 Uhr Tiefsenbachstr. oo— Si.— Turnverein„Froh u. Frei"(Mavn�lS Abends 8% Uhr Bergstraße 59.— Wisscnschafli'.cher Berein für �7 Eienographio«AbendS 831 Uhr im Restaurant Ziethen, Torotheenstr. 8'��. nicht nnd Uebungsstttnde.— Allgemeiner ArendL'scher Srenogr Abtheilung„Vorwärts". Slbends Uhr im«Restaurant Koll,«Ma»HI platz 11.— Arends'fcher Etcnographsnverein„Apollobund" Abend«." giff «Restaurant Scydelstr. 30.— Acre.» ehemaliger Tr. Toebbelinschcr Schüler Uhr im Restaür. Krebs, Fricdrichflr. 208.— Zitherverein„Alpenveilche".,.;.,� % Uhr im Restaurant„Wahlstati" Bellealliancestr. 89.— Rauchünb"wjt llub, Zwang" Abends ey. Uhr im Restaurant W. Späth«Weinstr. 28.—~ cM maliger Schüler der 23. Eeincindeschule Abends 0 Uhr im Restauranl„jff Steglitzorliraße 18.— SozialdeinolraUscher Lese- und D'Skutirllnt Abends 8% Uhr Adalberlstraße 8 bei Schneider."""-....... Gäste W durch �«-2 rönnen eingeführt werden.— Sozialdemokratischer Lese- und Dw% Aonvärts AbendS 6,� Uhr in Poland'S Lokal, Raunynstr. 83. Sitzung tonnen durch Dtitglioder eingeführt werden.— Männerchor der —.....— M»--- im Ne"'Wk--------—- Mitgl Mechaniker" Abends 9 Uhr im«Restaurant Krüger, Franzstr.». „Karl Marx" Abends von 9—11 Uhr bei Schönfetd,«Martendorf � hnirh'TiPiitfAkrtii ÖffiPtthÄ Kk llhv Qllllt �.M\ crband Teutschlands" Abends 8% Uhr. Zum kmij .— Verein ehemaliger Schüler der 88. Gemeindelm ime", Andrcasstr. 3, Anfang 9 Uhr.— Gesellig „Musterzetchner-Verband Landsbergerstr 73.— staurant„Kornblume'.. „Immergrün", Sitzung, Adalbertstr. 21 bei lommen.— Verein ehemaliger Schüler dcr „Kornblume", Andreasstr. 3, Sitzung 9 Uhr. Anfang 9 Uhr.«Ä» 83. Gemeindeschule R'1 Depeschen. (UUulff» Trkcgraplieti-Knreati.) St. Gtirnue, 16. Oktober. Tie streikenden Bergü'V Firminy einigten sich zu dein Beschlüsse, daß wahrend D# J des Streiks 45 von ihnen täglich behufs Erhaltung der 9) in die Schächte einfahren. Vvrefstsrpkvn dev Bei Ansragen bitten wir die Aboiinements-Qnittuiig beizufügen. Antwort wird nicht ertheilt. iif Dothcr Dlngner. Melden Sie Ihre Ansprüche ö Unfälle beim hiesigen Polizeipräsidiuin an.- A. J5. 40, 1. Die Ehrenerklärung, zu deren/ sich vor dem Schiedsmann verpflichtet hat, kann jederzeit-1„ anderen Theile verlangt werden; derselbe kann auf deren• und event. Veröffentlichung klagen. 2. Ja..,*| Dosau»entier. Wenn der Arbeitgeber an den 1%- Feiertagen das Geschäft schließt, so darf er deshalb den»« keinen«Abzug vom Wochenlohn machen. i Verantwortlicher Redakteur: Curt Kaako in Berlin. Druck und Verlag von Mar Kading in Berlin SW., Beuthstraße 2, Nr. A4». Freitag, den 1�. Oktober 1890. ?♦ Jahrg. Karl Marr über die Indenfrage. (Fortsetzung.) 5% ä'ä-Ä».% üf sich, ans ..--«»»«reue und seine PrivativiUInr zuriiamzogenes und vom Nmcinwcsen nbgesonderteS Individuum ist. Weil entsemt das! Mensch in ihnen als Gattungsivesen aufgesaßt wurde, er- Muit vielinebr das Gattungsleben selbst, die Gesell Alt, als ein den Individuen äußerlicher� Nahmen. -f Veschnrnlung ihrer ursprünglichen Selbstständigkeit. r.! einzige Band, das sie zusainmenhäll, ist die Natur. °° hwendigkeit, das Bedürsniß und das Privatinteresse, die Konscr- "lvn ihres Eigenthums und ihrer egoistischen Person. ... Cs ist schon räthselhaft, daß ein Volk, welches eben beginnt [v i11 befreien, alle Barrieren zwischen den verschiedenen Volks-- ern niederzureißen, ein politisches Gcineinwesen zu gründen, f.f.'---- solches Volk die Berechtigung des egoistische», voui?Nit- "»»scheu und------ m.....'...... T—- m,...... .>......... vom Gemeinlvesen abgesonderten Menschen soierlich Mlainirt(st sei. cto 1791), ja diese Proklamation in einem Augen- �»cdcrholt, wo die herrischste Hingebung allein die Nation ,:i»» kann und daher gebieterisch verlangt wird, in eineni Augen- wo die Aufopferung aller Interessen der bürgerlichen Gefell- '9"st zur Tagesordnung erhoben und der Egoismus al» sin Verbrechen bestrait werden muß.(Deel, des droits de ywJnme etc. de 1783. sErklärung der Rechte der Menschen und Bürgerrechte von 1793.] Stach räthselhaster wird diese Thatsache, venn wir sehen, daß das Ctaatsburgerthuui, das politische j? e i» e i n iv e s e ii von den politischen Emanzipatoren sogar zum °°ßen Mittel für die Erhaltung dieser sogenannten Menschen- Me herabgesetzt, daß also der citoyen(Bürger] zum Diener des Wistischen hommo[Menschen] erklärt, die Sphäre, in welcher J' Mensch sich nls Gemeinivesen verhält, unter die Sphäre, rn er sich als Theilnehmer verhält, dcgradirt, endlich Nicht s" Mensch dg citoyen. sondern der Mensch als bourgeoxs für 1 eigentlichen und wahren Menschen genommen wird. »Ds b u t de tonte association politique est la s o n s e v v a t i o n des droits naturels imprescriptibles de «notame."(Deel, des droits etc. do 1<91 Art. 2.)[„Das Ziel jeder tischen Vereiiiigung ist die Erhaltung der � Alchen und unverjährbaren Rechte des Menschen.(Erkl. : Menschen- und Bürgerrechte von 1791 Art. 2.)]..De g o u- ®f lernen t est instituü pour garantir ii rkomme la ance de sos dl etc. do 1793 Art ,,-...ouL osr msuiue pour garantir ä ouissance de ses droits naturels et imprescriptibles.' Wecl, etc. do 1793 Art. I.)[„Die Regierung ist eingesetzt. W vollständig vernichtet, denn..la liberte de la presse ne l,»biir1'ai,„®110 permiso lorsqu'eile compromet la liberte par i, e',"'Eobcspierre jeune, bist, parlem. de la rev. frang. nicht ,z et Koux. T. 28 p. 135][„die Preßsrcihcit darf " werten, sobald sie die öffentliche Freiheit* slhich«,.y, tu S. igR.i französischen Revolution von Buche; und Roux, B. 28 blech,?.*. 1' also> das Wtenschcnrecht der Freiheit hört auf ein "rt."(Nobespierre der Jüngere, kam- Parlamentarische Qle "lechf v- iu)u: uns a/ii'»|u;tiui-iiji un. yiciyt«.... stich sobald cS mit dem politischen Leben in Konflikt Garant!- w der Theorie noch das politische Leben nur die �. e der Menschenrechte, der Rechte des iiidividnellen N?p,,f.—.Yvv ü.'uruittjcilicajw/ VKL yicujic vs» mvivw«vwv.. st ,,'[?» ist, also anfgegcbeil werden muß, sobald es seinem »ii® fk C. bipfpii mtistrvfiivrrht 9If)PT! biß Vrflriö ist„u* v diesen Menschenrechten widerspricht. Aber die Praxi. aber<»?»!? �vsnahine und die Theorie ist die Regel. Will man VerÜ<.!.. ie revolutionäre Praxis alS die richtige Stellung des Im J offes betrachten, so bleibt immer noch das Räthscl zu warum im Bewußtsein der politischen Emanzipatoren das 0,1 f den Kopf gestellt ist und der Zweck als Mittel, &u...(llß 5�mßek pvfdmnt. Dil Logisches, ein theoretisches Räthsel. %%%%», d>- der f�st�aft, auf welcher das dem Volk entfrcindete ist x». �Je», die Herrscliermacbt. ruht. Tie politische Nevolulion >U üe iü1«""',"■.'y Herrschermacht, ruht. Tie politische der Ehn�r« l!0'1 der bürgerlichen Gesellschaft. Welches war sie. T». attr der alten r,i0r..riM,n,-t? tri,, Wart cliarakterisirt l'nmT�.ubolität. ev der alten Gesellschaft? Ein Wort charaktcrisirt ({,.®tUi(d;cri,[irfilJb und Weise der Arbeit, ivaren in der Form r/em°nten' de? r-, Standes und der Korporation zil Form oai ,C?C1!® erhoben. Sie bcsliinmten in >»?' �tant?-. Verhältnis! des einzelnen JiidividnumS 2' d». h. fVönuzen, d. h. sein politisches Verhält- -V> I«t, t. v.tuvkXV*» V*. J--,. des Volkslebens erhob den Besitz ober die Üi�M'lation ils. � nicht 31» WVMW Vfcyw Treu„ f i'u�n Elenieiiten, soiidcxn vollendete vielmehr Eson d e r e ii fü fp?" bem Staatsganzen, und konstruirle sie zu GefellM-dic» hör ßiofi'iifdinft. So Ivaren in- 2 immer»od, v�Co�n�en in b" Gesellschaft. k vgettictieii ni-r b'e®ebc!isfimttionen und LebensbeviMuigr» tv- „et Stubnlit it 1 �Q't politisch, wenn auch politisch im Sinne �»ze» ab ti, i).|ie schloffen das Individuum vom Staats- �orparg�j' sie verivandelten das besondere Berhältniß seiner D? itzolkslel»-.?. Staatsganzeii in sein allgemeines Verhällniß hüliation i„!•u,ie foine bestimmte bürgerliche Thätigkeit und .i?foquen, hios allgemeine Thätigkeit mid Situation. Als „uheit, dj» nl»' Sirganisation erscheint nothwendig die Staate- soMegenbo?t�"'°'"E Staatsmacht. ebe»-alls als vesondere i°U'er Diener 0011 dem Volk abgeschiebenen Herrschers und % il b°ldische Revolution, welche diese Herrschermacht stürzte b»b« de,» n�?''gelegenheilen Zu Volksangelegenheiten erhob. °ls wirW�e?. Staat als a l I g e m e i n die eben so viele X'-OHUUUU�U, IpClUUVglCW, viv (?!k<:n- Die des Volkes von seinem o r a k i � ttfche Revolution hob damit den x Gemeinivesen Eie alt.'"" mevoiulion yo v vamir oen politischen >ler der hnr.orcirhon Gesellschaft' Bestandtheile, einerseits in die Individuen, andererseits in die materiellen und g e i st i g e n E l em e n i c, welche den Lebensinhalt, die bürgerliche Situation dieser Jndi- viduen bilden. Sie entfesselte den politischen Geist, der gleichsam in die verschiedenen Sackgassen der feudalen Gesellschaft zertheilt, zerlegt, zerlauscn war; sie sammelte ihn aus dieser Zerstreuung, sie befreite ihn von seiner Vermischliiig mit dem bürgerlichen Leben, und koustituirte ihn als die Sphäre des Gemeinwesens, der allgemeinen Volksangelegenheiten in idealer Unabhängigkeit von jenen besonderen Elementen des bürgerlichen Lebens. Die best: m m t e Lebeuslhäligreit und die bestimmte Lebenssituation sanken zu einer nur indwiduellen Be- deutung herab. Sie bildeten nicht mehr das allgemeiiie Ver- hältniß des Individuums zniil Staatsganzen. Die öffentliche Zln- gclegenheit als solche ward vielmehr zur allgemeinen Angelegen- heil jedes Individuums und die politische Fiinktion zu seiner all- gemeine» Funktion. Allein die Vollendung des Idealismus des Staats war zu- gleich die Vollendung des MaterialiSmils der bürgerlichen Gesellschaft. Die Abschüttlung des politische» Jochs war zugleich die Abschüttlung der Bande, welche den egoistischen Geist der bürgerlichen Gesellschast gefesselt hielten. Die politische Eman- zipalion war zugleich die Emanzipation der bürgerlichen Gesell- schast von der Politik, von dem Schein selbst eines allgemeine» Inhalts. Die feudale Gesellschast war ausgelöst in ihren Grund in den Mensche n. Aber in den Menschen, wie er xvirklich ihr Grund war, in den egoistischen Menschen. Dieser M e n s ch, das Mitglied der bürgerlichen Gesellschast, ist nun die Basis, die Voraussetzung des politischen Staats. Er ist von ihm als solche anerkannt in den Menschenrechten. Die Freiheit des egoistischen Menschen und die Anerkennung dieser Freiheit ist aber vielmehr die Anerkennung der z ü g e I- losen Bewegung der geistigen und materiellen Elemente, welche seinen Lebensinhalt bilden. Der Mensch wurde daher nicht von der Religion befreit, er erhielt die Religionsfreiheit. Er wurde nicht vom Eigenthum befreit. Er erhielt die Freiheit des Eigenthums. Er wurde nicht von dem Egoisinns des Gewerbes befreit, er erhielt die Gewerb- sreiheit. Die K o n st i t ii t i o n d e S politischen Staats und die Allflösung dcr bürgerlichen Gesellschaft in die uiiabhängigen Individuen— deren Berhältniß das Recht ist, wie das Berhältniß der Standes- und Jnniiiigsmenschen das P r i v i- l e g i u ni war— vollzieht sich in einem und demselben Akte. Der Mensch, wie cr Mitglied dcr bürgerlichen Gesell- schast ist, der n n'p o l i t i s ch e Mensch erscheint aber noth- wendig als der natürliche Mensch. Die droits do 1 1i o m ra e[M e n s ch e n r e ch t e] erscheinen als droits naturels[natürliche Rechte, Natur rechte], denn die s e l b st b e iv u ß t e Thätigkeit konzentrirt sich ans den politischen Akt. Ter egoistische Mensch ist das passive, nur vorgefundene Resultat der aufgelösten Ge- sellschaft, Gegenstand der unmittelbaren Gewißheit, also n a t ü r l i ch e r Gegenstand. Die politische R e- v o l ii t i o ii löst dgs bürgerliche Leben in seine Bestandtheile auf, ohne diese Bestandtbeile selbst zu rev olutioniren und der Kritik zil unterwerfen. Sie verhält sich zur bürgerlichen Gesellschaft, zur Welt der Bedürfnisse, der Arbelt, der Privatinteressen, des Privatrechts als zur G r n n d l a g e ihres B e st e h n s, als zu einer nicht weiter begründeten Voraussetzung, daher als zu ihrer Naturbasis. Endlich gilt der Mensch, wie er Mitglied' der bürgerlichen Gesellschaft ist, für den eigentlichen Menschen, für den Ix ein nie [Menschen] im Unterschied von dem citoyen [Bürger], weil er der Mensch in seiner sinnlichen iiidividnellen n ä ch st e n Existenz ist, während der politische Mensch nur der abslrahirte, künstliche Mensch ist, der Mensch als eine allegorische, moralische Person. Der wirkliche Mensch ist erst in der Gestalt des e g o i st i s ch e n Individuums, der wahre Mensch erst in der Gestalt des abstrakten citoyen]B ü X g c r] anerkannt. Die Abstraktion des politischen Menschen schildert Rousseau richtig also: „Celui qui ose entrependre d'instituer un peuple doit so sentir en etat de changer, pour ainsi dire la n a t u r e h u m a i n e, de tränst' ormer cbaque individu, qui par Ixii-meme est uix tout parfait et solitairo cn partie d un plus grand tout, dont est individu reeoivo cn quelque Sorte sa vie et son ßtre, de substituer xme existence partielle et murale ä l'existence physique et independante. II taut qu'il öle iv 1' Ix o m m e ses f o r c e s propres lui en donner qui lui soiont etrangeres et dont il ne pour puisso faire usago saus le secours d'antrui.(Cont. Soc. liv. 11, Londr. 1757, p. ü7.) s„Wcr es wagt, ein Volk zu gründen, d. h. mit politischen Einrichtungen zu versehe», muß sich im Stande fiihlen, so zu sagen die m e n s ch l i ch e Natur zu verändern, jedes Jndividnuni, welches für sich ein vollendetes und einzelnes Wesen ist, zu einem T heile eines größerei, Ganzen ilmzmchaffen, aus w'-p'-a fV.. vi— l s..... t------- p.-.--.. ri O— f.«-..... s. rx/4— p___ dem dieses Individuum gewissermaßen erst Leben_ und Wesen bürgerlichen_.... bürgerliche Gesellschast in ihre a u f. einfachen erhält, an die Stelle des leiblichen und unabhängigen Daseins ein nur t h e i l w e i s e S»ui d geistiges Dasein zu setzen. Cr muß dem Menschen die ihm eigen- l h ü in l i ch e n Kräfte nehmen, um ihm andere zu geben, welche seiner Natur fremd sind und von denen er ohne den Beistand anderer keinen Gebranch machen kann." (Gesellschastsvertrag, Buch II. London 1757, S. 87.)] Alle Emanzipation ist Z u r ü ck f ü h r u n g der mensch- licheu Welt, der Verhältnisse, auf den M e n f ch c» selb st. Die politische Emanzipation ist die Reduktion des Mensche», einerseits aus das Mitglieo der bürgerlichen Gesellschaft,, aus das egoistische unabhängige Individuum, andererseits auf den Staatsbürger, ans die moralische Person. Ersr wenn der xvirkliche individuelle Mensch den abstrakten Staatsbürger i» sich zurücknimmt und als individueller Mensch in seinem empirischen Leben, in seiner individuellen Arbeit, in seinen individuellen, Verhältnissen G a t t n n g s w e s e n geworden ist, erst, weiiii der Mensch seine„forces propres"[„eigenen Kräfte"] als gesellschaftliche(tröste erkannt und orgnnisirt hat und daher die geseUschaftliche Kraft nicht mehr in dergestalt der p o l i t i s ch e n Kraft von sich trennt, erst dam, ist die mensch- Ii che Emanzipation vollbracht. (Fortsetzung folgt). Gevivflrv-Beikxmg. Gin- in mehrfacher HezirHung interessaute per- tiaudlung fand gestern vor der 1 Strafkammer des Landgerichts I statt Allf der Anklagebank befanden sich der Bnchdriicker Her- mann Wegener und die Handelslente Heinrich Hahn und Wilhelm Detloff, von denen der Erstere des Betruges im Räcksalle, be- | gangen durch Extrablatt-Schwindel, und der Hilfeleistung zum Ver- gehen gegen das Sozialistengesetz beschuldigt war. Tie beiden Mitangeklagten sollten dadurch gegen das Sozialistengesetz ver- stoßen haben, daß sie die"von Wegener' hergestellten Extrablätter ohne polizeiliche Erlaubniß verbreileten. Am 14. Dezember vorigen Jahres ivurden die Angeklagten Hahn und Detloff angehalten, als sie in einer der entlegensten Straßen ihr„Neuestes!" ausriefen. Es zeigte sich, daß das von ihnen vertriebene„Extrablatt" etwas Neues überhaupt nicht enthielt, denn der Inhalt desselben deckte sich fast wörtlich mit demjenigen eines Extrablattes, ivelches Wegener bereits vor zwei Monaten in gleicher Weise halte vertreiben lassen und ivosür er bereits vor einige» Monaten bestraft wurde, iveil auch das erste Extrablatt etwas Neues nicht enthielt. Die einzige Llbiveichung bestand in dein Bulletin über das Befinden des Königs von Holland, hier war der Zustand des Patienten als gefährlicher hingestellt worden, als in dem früheren Blatte. Da die beiden Ausrufer von vorn herein behauptcie», sie hätten sich um den Inhalt des Blattes gar nicht gekümmert, so ist gegen sie eine Anklage ivegen Betruges nicht erhoben worden. Aber auch der Angeklagte Wegener behauptete im Termine, daß er des Betruges nicht schuldig sei, denn das, was er über den Zustand des Königs von Holland mitgetheilt habe, sei eine Neuigkeit gewesen, die der Stadt Berlin bis dahin noch verborgen war. Als seinen Gewährsmann gab er einen früheren Schreiber und Boten der holländischen Gesandtschast, Namens Karl Bode, an, dcr ihm sofort von dem Inhalte einer eingelausenen Depesche Kenntniß gegeben habe. Derselbe wohne jetzt in Magdeburg, und beantrage er, diesen Zeugen zu laden. Der Gerichtshof sprach sein Bqreniden darüber auS, daß der Angeklagte erst jetzt mit dieser Behauptung hervortrete, war aber der Ansicht, daß ihm dieser Entlastungsbeiveis nicht abgeschnitten werten könne. Staatsanivalt kinger gab der Bermnthung Ausdruck, daß Wegener die Sache nur verschleppen und möglicherweise sich der Strafe entziehen wolle, die bei den häufigen Rückfällen des Anklagten wegen Extrablatt-Schivindels nicht gering ausfallen könne. Erbeantrage deshalb, ihn in Untersuchungshaft zu nehmen. Während dcr Gerichtshof hierüber berieth, besaim sich der Angeklagte eines Anderen, er erklärte dem Staatsanwälte, daß sein Einwand er- fundeu und er im vollen Umfange schuldig sei. Dies Geständniß wiederholte Wegener unter Thränen vor dem Gerichtshofe. Er habe das fragliche Bulletin bereits mehrere Tage vorher in Berliner Blättern gefunden. Die bitterste Roth habe- ihn zu dem Betrüge getrieben, seine Ehefrau sei krank gewesen, und er habe keinen Pfennig im Hanse gehabt. Der Staatsanwalt Unger be- antragte, ihn ivegen"des Betruges mit drei Monaten Gefängniß zu bestrafen und außerdem alle drei Äinaeklagte wegen Vergehens gegen das Sozialistengesetz zu je 30 M. zu verurtheilen. Ten letzteren Antrag begründete der Staatsanivalt in längerer Aus- führung. Es könne die Frage aufgeworfen werden, ob mit dem Er- löschen des Sozialistengesetzes auch diejenigen Vergehen und lieber- tretungen straflos geworden seien, die nach dem Erlöschen des Gesetzes zur Aburtheilung gelangen. Er sei der entgegengesetzten Anficht. Das Sozialistengesetz sei nicht ein durch' ein anderes Gesetz ersetztes, sondern nur eine Norm, die für eine bestimmte Zeitdauer gegeben sei. Mit dem Eintritt dieses Zeitablanss höre es einfach auf, zu bestehen. Der Absatz I des§ 2 des Straf- Gesehbnchs bestimme, daß bei der Verschiedenheit der Gesetze von der Zeit der begangenen Handlimg bis zu deren Aburtheilung das mildeste Gesetz zur Anwendung gelangen solle. Dies lasse doch einen Schluß auf eine eintretende Straflosigkeit nicht z», sondern es sei ausdrücklich von einer Verschiedenheit der Gesetze die Rede. Auf das Sozialistengesetz sei dieser Passus daher nicht anwendbar, hier müsse auch nach dem Erlöschen des Ge- setzes eine Bestrafung der Verstöße gegen dasselbe erfolge», ivelches auch dem Gerechtigkeitsgefühle entspreche, denn sonst würde der eine für eine Strafthat frei ausgehen, für welche ein Anderer hatte büßen müssen. Der Staatsanwalt bezog sich ans die Kommentare verschiedener Autoritäten, sowie ans Professor Winding's Handbuch des Staatsrechts, wodurch seine Anschauung linterftätzt würde.— Nach längerer Berathilng erkannte der Gerichtshof dahin, daß wegen des Vergehens gegen das Sozialisten- gesetz das Verfahren einzustelleli sei. Dcr Gerichtshof verkenne nicht, daß die Frage schwierig und zweifelhaft sei, aber cr sei doch zu der Ansicht gelangt, daß man dem alten römischen Rechts- Grundsatze„xxulla poeua sine lege"(ohne Gesetz keine Strafe) folgen müsse. Wo kein Gesetz sei, könne auch nicht bestrast werden. Wegen des Betruges wurde Wegener zu drei Monaten Ge- sängniß verurtheilt. Der Fachvcrrin der Steinmrheu feierte am Sonnabend, den iL Oktober, im großen Saale der Bockbrauerei sein neuntes Stiftilugssest. Trotzdem in den letzten Wochen auf den größeren Plätzen große Eiillassungen stattgefunden hatten(ans einigen Plätzen sogar 40—45 Mann ans«in Mal) und diese Eni- lassungen jedenfalls darum geschehen waren, damit der Saal leer bleiben sollte, mußten um 9 Uhr doch schon die Tische und Stühle gerückt werden, damit mehr Platz geschaffen wurde. Um 10 Uhr war der Saal fast überfüllt. Als nun eine Pause ein- getreten war, wurden verschiedene Vorträge gehalten und mit der größten Freude wurde der von de» Steinmetzen erst kürzlich gegründete Gesangverein ansgenommeli. Verschiedene hatten nun gehofft, es würde nach der Pause etwaS leer werten, aber sie halten sich verrechnet, denn es wich Keiner von dannen lilid so hielt uiis das Fest bis zun» frühen Morgen in der besten Genlüthtichkeit zusammen. Zur Erhöhung der festlichen Elim- miliig trugen die Glückivunsch-Telegramine aus Halle, Freiberg, Dresoen, Effe», Trier, Karlsruhe Breslau, München, Münster, Magdeburg, Schandau n»d Riesa vieles bei. Dieselben wurden mit einem dreifachen Hoch aufgenommen und den Kollegen der Dank dafür ausgesprochen. Hoffentlich ivird es im nächsten Jahre zum unserem 10. Stistiingssest in Berlin keinen Steinmetzen mehr geben, der nicht dem Facdvercin angehört. Der Uerei» Kertiurr Hausdiener hielt am 18. d. M. be. Jordan. Nene Gränstr. 28, eine außerordentliche General- Versammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Mittheilling. 2. Jahresbericht. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4, Wahl des Festkomitee's, dcr Revisoren und des Ehrenrathes. 5. Ver- schiedenes und Fragekasten.— Zu Punkt l wurde beschlossen. das Versammlungslokal Rene Grünstr. 23, welches jetzt unter Sperre steht, für immer zu meiden und die Vereinsversammliingen anderweitig abzuhalten. Es kamen nun 3 Unterstätznngsgesuche zur Verhandlung. 2 Kollegen ivurden je 20 M. bewilligt, die dritte Angelegenheit wurde dem Vorstand überlassen.— Zu Punkt 2 gab der Renda,, 1 den Jahresbericht, welcher sich folgendermaßen stellte' Die Gesammteinnahme betrug in diesem Jahre 9918,23 M. ikßnbß.N ilsffÄvf+ti------- w•••*■""" I................................ wuua iu meiern An laufenden Unterstützungen wurden gezahlt 983,60 M. Fu Extra-Unterstützungen 530 M. Für Streik-Augelegenheiten 90M (PStßyhßgll 11* ovf+l«...... V-.-. r/z Uhr. Eine öffentliche Versammlung aller iu Illeiduugv- Industrie beschäftigten Arbeiter beiteriniten fand am 14. Oktober bei Feuerstein Vorsitz des Herrn Pfeiffer, der Frau Schwarz und des Herrn Lorenz statt. Die Versammlung war gut besucht. Auf der Tagesordnung stand: I. Die Berufskrankheil in unserem Ge- werbe. Reserentin: Fräulein W a b n i tz: 2. Diskussion. 3. Erweiterung der Lohnkommission. 4. Lohn- und Geschäftspraktiken der Firmen Hoffmann, Solms und Hnsseldt.— Auf einen Antrag hin kam der 3. Punkt der Tagesordnung seiner Wichtigkeit wegen zuerst zur Verhandlung, lieber diesen Punkt entspann sich eine, theilweise zu äußerster Unerquicklichkeit ausartende Dis- kussion. Es betheiligten sich hieran Fräulein Baader, Frau Scyuinme und die Herren Wieseinann, Kulick, Schulze, Böckels- berger, Pfeiffer und John. Von der einen Seite wurde die Auf- lösung aller im Gewerbe bestehenden Arbeiterkomniissionen und an deren Stelle die Wahl einer allgemeinen Agitationskommission befürwortet; von anderer Seite dagegen das Bestehenbleiben der jehigenLohnkoinmission. Dieser Punkt derTagesordnung wurde durch die'Annahme(104 gegen 78 St.) folgender Resolution geschlossen. Res o l u t i o n:„Die heute in Feuerstein's Salon tagende öffentliche Versammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen der Berliner Bekleidungsindustrie beschließt, um Einheitlichkeit in die 'Agitation zu bringen, daß alle bestehenden Kommissionen anfzu- lösen und eine dreizehngliedrige Agitationskommission zu wählen ist, welche die in der Bekleldungsindnstrie herrschenden Uebel- stände in Betracht zu ziehen und öffentlich zur Diskussion zu stellen hat. Zur Unterstützung der Kommisston sind in Werkstätten und Geschäften Telegirte zu wählen." Von der sofortigen Wahl der fiommiffion wurde abgesehen und das Bureau beauftragt, dazu eine öffentliche Versammlung einzuberufen.— Ein ein- gelaufener Antrag, Pfeiffer in öffentlichen Versammlungen nicht mehr den Vorsitz führen zu lassen, wurde mit allen Stimmen gegen drei abgelehnt. Hierauf hielt Fräul. Wabnitz ihren mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag, in welchem sie in eingehender Werse die gefundheitsschädlicken Wirkungen des Gewerbes bloslegte. Eine Diskussion fand hierüber nicht statt. Ter vierte Punkt der Tagesordnung wurde der vorgerückten Zeit wegen von derselben ab- gefetzt und das Bureau beaustragt, denselben mit auf die Tagesordnung der nächsten öffentlichen Versammlung zu fetzen. Unter Verschiedenem wurde beschlossen, ein Telegramm an den sozial- demokratischen Parteitag in Halle zn senden. Einer der An- wesenden erbot(ich, dasselbe zu bezahlen. Herr Lorenz macht be- kamst, daß sich, nach einem auf dem Schneiderkongreß ist!1 Beschlüsse, jetzt auch Frauen und Mädchen in den Verbans nehmen lasten können....... Der Peauen- und Mädchenverein furMriüenstt am Montag, den 13. Oktober, im Lokale des Herrn A-a- Gustav-Adolfstraße 142, eine Generalversammlung mit folg? Tagesordnung ab:„Bortrag des Herrn Klein über:„Ta� M Elend und die Frauenbewegung". 2. Diskussion. 3. W% Vorstandes. 4. Kassenbericht. 5. Verschiedenes. Ter wfl erntete für seinen interessanten Vortrag reichen Beifall, ff. Diskussion sprachen sich mehrere Redner im Sinne des Retetst ans. Unter„Verschiedenem" wurde�zunächst eine Resolffff, treffs des„Verl. Lokalanz.", vorgelesen:„Da die meiste» Zei™ besonders der„Berliner Lokalanzeiger", mit die Interessen ß> (S fitzenden verfolgen, möge die Versammlung beschließen, m:� Blätter zu lesen, welche die Arbeiterinterefseu hochhalten-. J -Nj 4t» llvt- QU* V V V. VIV Resolution wurde einstimmig angenommen. Hierauf wtw j fftmm iioS ginrUmthnS ni-Miritfim Ttran ttfltipl wurde ob- I Wahl des Vorstaudes geschritten. Frau Zabel wurde all I Vorsitzende, Fran Bode als Kassirerin und Frau LorfietJ Schriftführerin gewählt. Nachdem die Aufnahme neuer glieder erfolgt und die Kassirerin den Necheuschastsbericht lesen, erhielt der Referent das Schlußwort. Ter Redner]"i* nNu ariiiiirfoithim mtf mit ein,»treten in den Kamvk sür die ü' alle Anwesenden auf, mit einzutreten in den Kampf für heit, Wahrheit, Brüderlichkeit. Im Zenkralvcrein der Anns-«»d Gefchnfthw? gerline hielt Herr H. Pöus einen Vortrag über J.J. Rou» der mit großem Beifall aufgenommen wurde. Eine rege-» kussion folgte. Unter Verschiedenem theilte Kollege Bendst! daß der nächste gesellige Abend am Dienstag, den 21. Ost und die nächste Versammlung am 4. November stattfuidet- wurden dann die Namen der 55 in den Verein neu ausgelöst neu Kollegen verlesen, welche der Vorsitzende begrüßte einer Ansprache zur ferneren kräftigen Agitation für den ff anspornte. Nachdem nun noch einige Vereinsangelegenheiten Anträge erledigt und die iin� Fragekasten'' befindlichen<1™ I Ifot« beantwortet waren, schloß der Vorsitzende die BersanimlmG Cine öffentliche Versaminiung der MöbelpstK Kerlino und zlmgrgend tagte am Montag, den 6. ff' Andreasstraße 26 bei Bolzmann mit folgender Tagesorff. l. Wie stellen sich die Möbelpolirer zu einer Gesammtorgawf. 14�2 aller in der Holzbranche beschäftigten Arbeiter. Referent!-' Millarg. 2. Diskussion. 3. Bericht der Revisoren über dn; rechnung vom Streik der Möbelpolirer. 4. Verschiedenes.. Referent legte die Vortheile einer Zentralisation eingeheno und wies nach, daß gegenüber den Unternehmerkoalitioneff große allgemeine Organisation geschaffen werden muß. MZ sehr ausgebreiteten Diskussion wurde folgende vom Kall. gestellte Resolution einstimmig angenommen:„Die Ver» w. lung erklärt sich mit den'Ausführungen des Referenten l("an einverstanden, daß gegenüber den Unternehmerkoalitionen™»>t große allgemeine Organisation geschaffen wird. Die Perl. juf � lung erklärt aber, daß es durchaus notyweitdig ist, daß imff, � einer großen Organisation den einzelnen Branchen IM.> . c ßutiei iorres Versn�"Trotz ff) n oen einzelnen«sranaje;» L M» Bewegnngssr ih st gelassen wird, daß sie ihre noch tniunff, ff tfl Kollegen ihrer Branche zur Organisation heranziehen könniff»lihrjp so die Massen der ziel- und klassenbewußten Arbeiter Jff glcchff mehren." Zum 3. Punkt der Tagesordnung gaben die Reff ff•, den Bericht über die Abrechnung vom Streik. Es 1 ff schloffen, die Abrechnung drucken zu lassen und an die einzelnen, ftt stellen zu versenden. Dieselbe wird auch als Annoitz. manch „Berliner Volksblatt" veröffentlicht werden. Darauf imiff j bevei») Kasstrer der Streikkommission, Kollege Lindner, Techarge est- wfn st Da weiter nichts mehr vorlag, schloß der Vorsitzende die|+ saninckniig um iSWs Uhr. ff...... Verff Vrr Verein„Freie VoUisbiUiue" veranstaltet an: s... den 17. Oktober, Abends S'.'e Uhr, für Mitglieder und Gff 0 Saale des Konzerthanses„Sanssouei", Kottonserstraße f uff Versammlung, in der Herr Schriftsteller Wilhelm Bölstff ff&, Bortrag über„Die Stützen der Gesellschaft" von Hentffy � aiti halten wird. Am Sonntag, den 19. Oktober, Nachmittags-'� findet nur für Mitglieder die Vorstellung desselben' fpiels im Ostend-Theater statt. den SViäiglieden der Verl. Kranken- und Begräbniss-Kasse für Frauen nnd Mädchen(E. H. Nr. 9?) am Sonntag, den 19. Oktober er., Nachmittags 4'/- Uhr, in Fenerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75. ages-Ordnung: T a g e s- O 1. Vortrag dev Kerrn Dr. ChristeHci- über:„Ernähnuig des Menschen unter besonderer Bcräcksichügimg der Krankenversicliening". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste, Damen und Herren, sind willkommen. Nach der Versammlung: Gesellige Abcndiinterhaliung. I. A.: Friedrich Freudenreich. NB. Die Wohnung des Kassirers, Herrn Koppen, ist Neno Grünstrasse 39. Fachv. der Marmor- n. Granitardeiter. Sonntag, den 19. Oktober, Vormittags lOVs Dhr, in nDeigmUliep's Salon", Alte Jakohstrasso 48a: Lassalle-, Marx-, Bebel-, Liebknecht-, Singer-Köpfen als Cigarrenspitze, echt Meerschaum a 1,50 M. n. besser. Dieselben(Stereoskop) in Weichselspitze a Dtzd. 3 M., auf Pseisenkops a 1 M., ganze Pfeifen z. j. &hlinSn*>UiT ir,«JovTt«,. ♦fov» i nr. ciri Ol__ Preis, als Shlipsnadel in Perlmutter a 1,25 M., als Broche von Elfenbein a 2 M.[2262] B. Günzcl, Brunuenstr. 157. Preisgekrönt! Siciierheits-Löthlampe. Patent Br. Pacguelin ��Für Benzin und Ligr oin._ Beete Löthlampe. EHKSSg In jeder Position zu benutzen.— Minimalhitze über 1200° Geis.— Keine Explosionsgefahr.— Unentbehrlich für Klempner, Kupferschmiede, Mechaniker, Rohrleger, sowie Metallarbeiter aller Art.— Sehr geeignet zum Bandsäge-Löthen. Ca Ca®©PH& 0©ap B u iHjsira s s e 17. NB# Nicht zu verwechseln mit ähnlichen Systemen, SjQF" Prospekte gratis und franco,"tgSjS 1205 Mitglieder- Uersamminng. Tages-Ordnung: ges-rironung 1. Vierteljahres-Abrechnung. 2. Ermäßigung der monatlichen Beiträge. 3. Regelung des Arbeitsnachweises. 4. Diskussion über die Pflichten der Vertrauensleute. 5. Verschiedenes.[1200 Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Freie UolksbÄhne. Oetieutliche Versammlung der Mitglieder henie, Freitag, den 17. Oktober, Abeuds 8 Uhr, im„Konzerthanse Sanssouci", Kottbuserstr. 4a. Tages-Ordnung:........ 1. Vortrag des Herrn V. Bölsche über:„Die Stützen der Gesellschaft". von Henrik Ibsen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.. I222 ' Gäste haben Zutritt und werde» vor und während der Versammlung Mitglieder zur 2. Abtheilung aufgenommen. Bei reger Betheiligung könnte noch im Laufe dieses Monats die nochmalige Aufführung der„Stützen der Gesellschaft für die 2. Abtheilung stattfinden._ Der Vorstand. Hiisert Auerbach. KotUnisrr Dann» 7(nahe der Kottduser Krücke). S ch« h e und Stiefel für Herren, Damen, Kinder. 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