Nr. 850. K««ntag> den 86. Oktober 1890. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. Jnsertionsgebuhr betragt für die Sgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VerfaincklungS- Anzeigen_ 20 Pf. Jnlerate werden bis 4 Uhr Nachinittags in der Expedition, Berlin SW., Beuthstraße 3, lowie von allen Annoncen-Burcanx. ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Alittaas und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -• Fernsprecher: Amt VI. Ztr. 4100.,-- Medakkion: VeuthlkvetHe Ä.— Exprdikion: VoukhÜrsl�e 3. DsrieiKongreHund die Gegzrer. Kab �e�1" Bedeutung und den Verlauf des Kongresses io �2 It).'v nichts iiiehr zu schreiben. Derselbe ist genau .ausgefallen, wie wir voraus gesehen und vorausgesagt Mi, wnb Qn denl Urtheil, welches ivir gleich nach den I en Sitzungen'ausgesprochen, ist nichts zu ändern. Der flacht seinen Zweck im vollsten Maße erfüllt, und der n" Richtungen hin die hochgespannten Erwartungen - �.-Parteigenossen gerechtfertigt, ja in manchen Punkten, %.' burch die Zahl der Delegirten, und die absolute � g'elt der„Opposition" sogar übertroffen. sj..f�ben also wir nichts niehr über den Kongreß zu zu J � bietet uns dafür das Verhalten der Gegner �°'"selben ein um so dankbareres Thema. Sie haben � einmal ihr vollkommenes Unvermögen, die sozial- Glänzendstched Partei Bewegung zu verstehen, auf das «..„Zunächst ist es höchst possirlich, die Aeußerungen der Blätter über die Bedeutung des Kon- iifh rr lienauer zu betrachte». In den ersten Tagen gab allgemein die Verblüffung ob seiner Großartigkeit �"'iunter in sehr naiver Forin— kund. Als virki r Gegner den ersten Schreck überwunden hatten, OW i sie in ihre bekannte Vogelstrauß-Politik(für die ber Vogel Strauß zu klug ist): sie verschloffen die »en und logen sich etwas vor. u �>ese Taktik ist alt und wurde von unseren bürger- m �P'leien schon während des„großen Konflikts" ge- il' nJ0 sie, in blinder Verkennung der Machtverhältnisse, chatsächlichen Niederlagen regelmäßig in„moralische loJ�'r umdichteten, bis sie die letzte Schlacht glücklich ver- hattest. setzt � bem 20. Februar ging es ganz ähnlich wie in,'. 3m ersten Schreck gaben' unsere Gegner den »h-t»ten Sieg der Sozialdemokratie zu; sobald sie sich Lj. einigermaßen gefaßt hatten, begann das Selbst- i„,,�»iigsgeschäst: der Sieg der Sozialdemokratie schrumpfte zusammen und die sozialistenfrefferischen aus �"'eier und Hexenmeister waren wirklich schon die ßx.$unfr' sich und der Welt vorzudemonstriren, daß Tiea �"ldeiuokratie am 20. Februar überhaupt gar keinen litt??, ��en, sondern eine vernichtende Niederlage er- belstn r" als der 1. Mai das schlaumeierliche Selbst- sobntx"�il»schäst unterbrach. Nur unterbrach— denn (tze: bev 1. Mai-Schrecken vorüber war, wurde das statt vi lustig fortgesetzt, nur mit der Modifikation, daß � Deg 20. Februar der 1. Mai in eine Niederlage des [23 Feuillekott. "erboten.)_ Uictoria. Roman von Minna K a u t s k y. ZMWZM? stieß s �faßtx und?.Miene ans. Aver iv.e ,,i vcii aus■ If kiiic» Ruf!"bete, um ihn herunter zu nehmen, 'ow-1' hatte ib>- x- n berras chung und des Schreckens &SST&eSP« ts Hilfe 1 lauter""d Poltern, ein Schrei ertönte sä ää in an3 leiner zarten Blüthen beraubt. Er Proletariats umgelogen ward. Hierauf kam der 1. Oc- tobet, der den 1. Mai ablöste, bis denn schließlich der 12. Oktober— der Tag der Eröffnung unseres Kon- gresses— dem ordnungsparteilichen Selbstbelügungsgeschäft sein neuestes Objekt lieferte. Wer die Aeußerungen der gegnerischen Presse über unfern Kongreß Tag für Tag, von einem Tage zum anderen verfolgt und vergleicht, der findet sofort das krampfhafte Bestreben, die Bedeutung des Kongresses systematisch herabzusetzen. Er wird von Tag zu Tag kleiner,„kleinlicher",„erbärmlicher",„lang- weiliger", und in einigen Wochen wird es— wenn die Aufmerksamkeit unserer Gegner nicht wieder auf einen anderen Gegenstand gelenkt wird—, unzweifelhaft so weit sein, daß diese pfiffigen Vogelstraußpolitiker die Existenz des Halle'schen Kon- gresses leugnen, und ihn für ein s o z i a l d e m o k r a- t i s ch e s Märchen erklären werden. Nun— wir können uns keine besseren Feinde wünschen. Gewisse Blätter, die, gleich der„Leiziger Zeitung", der„Münchener Allgemeinen Zeitung" und verschiedenen Fortschrittsorganen ihre Blöße mit einem wissenschaftlichen Mäntelchen zu bedecken lieben, rümpfen die Nase, daß auf diesem„sogenannten Arbeiterparlament" so gar wenig, oder so gar keine„großen Reden"„mit neuen Ideen" gehalten worden seien. Wir wollen die wohlfeile Gegen- frage nicht stellen: wo sind denn die„großen Reden" mit „neuen Gedanken" unserer Feinde?— wir wollen den weisen Herren blos sagen, daß sie durch diesen ihren Tadel nur einen neuen Beleg ihrer Unwissenheit in allen die Arbeiterbewegung betreffenden Dingen geben. Sie verrathen dadurch— die Ehrlichkeit des Tadels voraus- gesetzt—, daß sie von dem Zweck und der Natur des Kongreffes keinen Begriff haben. Unser Kongreß sollte kein Schwatzparlament, sondern ein richtiges Arbeiter- und Arbeitsparlament sein, in dem auch tüchtig gearbeitet wurde. Die Aufgabe des Kongreffes war eine eminent praktische: die Parteigeschäfte zu ordnen, die Parteiorganisation neu zu begründen. Und das war keine Kleinigkeit. Unsere Partei mit ihren anderthalb Millionen Wählern, d. h. ihrem Fünftel der gestimmten Wählerschaft Deutschlands, repräsentirt— nach der relativen Wählerziffer berechnet— eine Bevölkerung von neun Millionen Deutschen— in Wirklichkeit noch weit mehr, weil die für eine unterdrückte Partei ab- gegebenen Stimmen eine größere Summe von Kraft und öffentlicher Meinung— verzeihe man das Wort— darstellen, als die Stimmen Solcher, die mit dem Strome schwimmen. Unsere Partei vertritt that- sächlich gut zehn Millionen deutscher Staatsangehörigen, und für dieses große Geniein- rief lachend nach dem Mädchen und bat sie, doch hervor- zukommen. Als er keine Antwort erhielt, blieb ihni nichts anderes übrig, als wieder hinauszugehen. Er setzte sich auf die Bank und schloß die Auge». Er glaubte sie noch immer vor sich zu sehen, seine griechische Tänzerin mit dem wunder- baren Ebenmaß in den Gliedern, mit den zarten Forme», deren Magerkeit das kindliche Alter verrieth. Sie schwebte noch immer vor seinen Augen in jener Haltung voll Grazie und Eleganz, mit dem blauen Blüthenkranz, den ihre ge- hobene Rechte, fenchtbliukend, sich in das goldige Haar gesetzt. Das Alles war von einem eigenartigen poetischen Reiz, den er fixiren wollte. „Franzel!" rief er laut und fast befehlend. Die Gerufene erschien in diesem Augenblick in der Thür. Sie hatte ihre gewöhnliche Kleidung, Rock und Jacke von geblümtem Kattun, gelb und violett, wieder angelegt und ein rothgemustertes Kopftuch fest unter dem Kinn zusammen- gebunden. Er hätte fast einen Ruf zorniger Entrüstung aus- gestoßen. Aber dieser Kontrast zwischen dem Erwarteten und dem Erscheinenden, zwischen lieblichster Poesie und ab- scheulicher Prosa hatte ebenso gut seine romische Seite, und er brach in ein Lachen aus. „Wenn man so viel Kattim anzulegen hat, ehe man sich für präsentabel hält, das dauert freilich lauge." Als er aber in ihr Gesicht blickte und merkte, daß sie geweint hatte, änderte er sofort Ton und Benehmen. Er sprang zu ihr hin und nahm sie bei der Hand.„Mein Gott, ist Ihnen etwas geschehen? Sie haben sich doch nicht verletzt?" Sie verneinte. Er führte sie zu einer Bank und ließ sie niedersetzen und setzte sich neben sie. wesen, für diesen stattlichen„Staat im Staat" hatte der Kongreß als konstituirende Versammlung zu dienen, und eine Verfassung auszuarbeiten. Das war eine schwere Arbeit, und der Kongreß hat sie gethan zur Zufriedenheit Aller, die zufrieden gestellt wer- den sollten. Diesem praktischen Zweck war Alles unter- geordnet. Für theoretische Auseinandersetzungen und akademische Schönrednereien hatten wir keine Zeit und keine Lust. Die einzige Frage auf der Tagesordnung, welche zu theoretischen Auseinandersetzungen Anlaß bot: die P r o g r a m m f r a g e, war von vornherein ihres aktuellen Charakters entkleidet, weil ein Jeder sich klar war, daß die Programmänderung nicht auf dem Kongreß vorgenommen werden konnte.— Interessanter als der spaßhafte Vorwurf, daß der Kongreß kein leeres Stroh habe dreschen wollen, ist der, fast in der gestimmten gegnerischen Presse zu bemerkende U n m u t h über den ruhigen Verlauf des Kongresses, und dessen scharfe Stellung- nähme gegen die anarchi st ischen Gewalt- t h e o r i e n. Mit dieser Thatsache werden wir uns gelegentlich eingehender zu beschäftigen haben. Für heute sei nur festgenagelt, daß es unseren Gegnern, wie aus ihrem Gebahren sonnenklar erhellt, weit lieber gewesen wäre, wir hätten uns— vorläufig wenigstens in der Phrase— auf d a s Gebiet locken lassen, wo sie uns über- legen sind und uns spielend überwinden(„zerschmettern") können— auf ihr eigenes Gebiet: das Gebiet der Ge- walt, das ist der Putsch- und Revolutions- m a ch e r e i. Der Kongreß in Halle hat allen jenen Politikern und Parteien, die im Trüben zu fischen suchen und deren „letzte Gründe" die Kanonen des Puttkamer und der Puttkamerlinge sind, einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Und das ist in den Augen dieser Herren sein H a u p t v e r b r e ch e n. In unseren Augen ist ihre Enttäuschung und ihr Aerger das schönste Zeugnis; für den Erfolg des Kongresses und der schlagende Beweis dafür, daß die deutschen Arbeiter auf dem rechten Wege zum Ziel sind. Äorresporrdo»»;?»». Hamburg, 24. Oktober. Die Beerdigung unseres Genossen Heinrich Baum garten, der am Parteitage in Halle so plötzlich vom Tode abberufen wurde, fand unter ganz außer- gewöhnlicher Betheiligung seitens der hiesigen Arbeiterkreise statt, eine Betheiligung, die noch größer gewesen wäre, wenn die Bei- setzung am Sonntag hätte erfolgen können. Dieses war wegen der zu erledigenden Formalitäten mit den Behörden nicht mög- „Es ist Alles zerbrochen. Alles in Scherben", sagte sie mit lautlosem Schluchzen. Er lächelte.„Das läßt sich leicht ersetzen, wäre das der einzige Grund Ihrer Thränen? Und als sie hierauf die Augen senkte,„ich habe Sie heftig erschreckt, eS thnt mir leid, aber—" „Ich dachte nicht, daß Sie so frühzeitig nach Hause kommen würden," sagte sie leise und setzte dann wie im Tone der Entschuldigung hinzu:„ich wollte mir nur ein bischen die Haare kämmen." „Das sollen Sie auch, Ihr Haar verdient die sorgsamste Pflege, und Sie sollten es niemals unter einem so gräßlichen Tuche verstecken." Er streckte die Finger danach aus,, aber ihre Augen wendeten sich mit einem so heißflehenden Blick ihm zu, daß er unwillkürlich inne hielt. „Was haben Sie nur, warum wollen Sie nicht?" „O, Sie sollen nie wieder glauben,— ich hätte Ihretwegen— um schöner—" sie stockte, eine dunkle Rothe schoß in ihr Antlitz, das sie nun mit beiden Händen verhüllte. „Ich weiß nicht, was ich rede," stammelte sie in unendlicher Verwirrung. Er betrachtete mit ruhiger Zärtlichkeit das kleine Mädchen. Wie unrichtig hatte er es beurtheilt. Die Schmach hatte das Kind nur oberflächlich berührt, nicht ein Tropfen wirklicher Verderbniß war in dies Herz gedrungen. „Franzel!" sagte er sreundlichcrnst,„zwischen uns muß das anders werden; in den wenigen Tagen, die ich noch hier verweile, wollen wir nicht scheu wie zwei Uebelthäter aneinander vorübergehen. Als Sie damals zu mir kamen—" Sie bog den Kopf noch tiefer in ihre Hände.„O, sprechen Sie nicht davon— nie mehr— ich wollte, ich wäre gestorben!" lich. Aber auch am Montag war der Leichenzug ein wahrhaft imposanter, besonders der überaus zahlreichen Kränze wegen, welche im Zuge getragen wurden und deren man gegen 800 zählte, wovon 200 mit Widmungen, auf rothen Seidenschleifcn gedruckt, versehen waren. Besonders ein Kranz der„Berliner Sozialdemokratie" mit der Widmung: „Unserem mitten in der Arbeit der Befreiung des Proletariats aller Länder gefallenen Genossen Baum- garten", zeichnete sich durch seine Größe aus und machte seinen Trägern auf dein meilenweiten Wege nicht wenig Mühe. Auch aus dem 0. Berliner Wahlkreise und aus mehreren Orten der Umgegend Berlins waren Kränze eingetroffen. Auf dem allgemeinen Be- gräbnißplatze in Ohlsdorf war Polizei nicht bemerkbar, und so erfolgte die Beerdigung ohne jegliche Störung. Der Reichstags-Abgeord- nete Metzger hielt am offenen Grabe eine Rede und dann er- folgte die Niederlegung der Kränze mit kürzeren Nachrufen. Die Sonne war am fernen Horizont schon längst hinter dunklem Ge- wölke zur Ruhe gegangen und die bleiche Mondsichel glänzte schon am Himmel, tiefe Dämmerung hatte sich über das Reich der Gräber herniedergesenkt, immer aber noch wallten die Gewerk- schastsfahnen um das offene Grab des so früh dahingeschiedenen Genossen, bis der letzte Kranz hinabsank in die dunkle Gruft, welche sich nun für immer über den Gelrenen schließt. Heinrich Baumgarten war schon als junger Mann, in der Mitte der sechziger Jahre, ein eifriges Mitglied des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins; er hat alle Stüriue mit durchgemacht und immer be- harrlich und wacker zur Partei gehalten. Daher auch das große Vertrauen, welches er in den hiesigen Arbeiterkreisen genoß.— In der letzten Hauptversammlung des Hamburger Fachvereins der Maurer erfolgte die Abrechnung über den züngsten Streik respektive die Aussperrung durch die hiesigen Jnnungs- und Bundes- Meister, welche bekanntlich den Austritt der Maurer aus ihrer Fachorganisation verlangten. Der Abrechnung sind folgende Zahlen zu entnehmen: Am 7. Mai legten 4749 Maurer die Arbeit nieder. Am 8. Juli hat die Arbeitseinstellung wegen„Fahnenflucht" einer beträchtlichen Anzahl Mitglieder und namentlich wegen des starken Zuzugs auswärtiger Arbeitskräfte für beendet erklärt werden müssen. Während des Maurerausstandes sind im Ganzen 131 492 M., darunter 76 330 M. allein von Hamburger Maurern, aufgebracht. Der Zuschuß von der Geschäftsleitung der Maurer Deutschlands hat 31 112 M. betragen. Die Ausgaben bezifferten sich für wöchentliche Streikunterstützungen auf 94 789 M., für Vorschuß zur Augustnuiethe auf 6661 M., für Reisegelder auf 4402 M., für Frauen abgereister und verhafteter Mitglieder auf 2927 M., für Rechtsunkosten auf 1889 M., für Abhaltung des Zuzugs 4510 M., für Verwaltungskosten 8103 M. Der Verlust an Arbeitslöhne», hervorgerufen durch die mißglückte Arbeits- einsiellung, ist auf etwa eine halbe Million Mark abzuschätzen. Die Zahl der Mitglieder ist von 6333 auf 4044 zurückgegangen. Somit ist zwar ein vorläufiges Zurückgehen der Zahl der Mit- glieder zu verzeichnen, dennoch ist es den Unternehmern nicht gelungen, den Fachverein der Maurer zu sprengen. Die geringe Mitgliederzahl ist vielmehr darauf zurückzuführen, daß viele Fachvereinsnjitglinder beim Beginne des Ausstandes abreisten und bis jetzt nicht nach Hamburg zurückkehrten, wogegen die fremd Zugereisten, die sogenannten Streikbrecher, sich dem Fachoereine nicht angeschlossen haben: doch ist Hoffnung vorhanden, daß sich die Zahl der Mitglieder im nächsten Jahre wieder auf die frühere Höhe heben wird» Der jetzige Redakteur der„Norddeutschen Volksztg.", G u st a v Sten gele, nmr während seiner Mitarbeiterschaft am„Hamb. Echo" Ivom hiesigen Schöffengericht, wie seinerzeit mitgetheilt, wegen„Verrujserkllirung" zu 3 Wochen Gefängniß verurtheilt worden. Diese sogenannte Verrusserklärung sollte durch ein „Eingesandt" erfolgt sein, in welchem ausgefordert wurde, in einer gewissen Werkstatt nicht in Arbeit zu treten. Hierfür hatte der Angeklagte die Verantwortlichkeit als Redakteur übernommen. In heutiger Verhandlung des Falles vor dem hiesigen Landge- richt ließ man die Anklage wegen Verrufserklärung fallen, da- gegen wurde die Anklage der„Nöthigung und Bedrohung" for- mulirt, die Verhandlung endete mit Freisprechung des An- geklagten. Durch die Verhandlung ergab sich aus einer Aeuße- rung des Gerichtspräsidenten Dr. Burchard, daß die Denun- ziation seiner Zeit von dem Mitinhaber der großen Schiffswerft Blohm und Voß, Herrn B l o h m selber, erfolgt war. WolikrMtv Mekrevfirhk. Dichtung u«Ä Uahrheit. Ter alte Gladstone ver- richtet rednerische Wunder— in Schottland und den Spalten der liberalen Zeitungen. Sein neuester Agitations- Feldzug ist„epochemachend"— ebenso„epochemachend", wie die früheren Kampagnen von 1880 und 1886— kurz, wenn die liberalen Blätter Recht hätten, dann müßten die Mauern der englischen Toryherrschaft vor der Trompetenstimme „Weil ich Ihnen eine unverdiente Kränkung zugefügt? Sie wußten nicht, was Sie thaten." «O ja, ich wußte es, ich bin nicht unwissend— und doch— nein, ich wußte es nicht, mir war damals nur klar geworden, daß ich essen mußte, und daß— daß Sie gut sind!" „Das dachten Sie, Frauzel, und darum kamen Sie zu mir, voll Vertrauen, daß ich ihnen beistehen, und daß, was ich über Sie beschließe, nichts Schlechtes fein könne!" Sie ließ die Hände sinken und sah ihn an. Er sprach aus, was ihr im tiefsten Hepzen gelegen, und für das sie keine Worte gefunden.„Ja, ja, so war's, so war's." Und er sah ihr in die blauen aufleuchtenden Kinder- äugen und wußte, daß es etwas Schönes sei, um ein solches Vertrauen, das nur in einem jungen unschuldigen Herzen emporblühen konnte. „Sie sollen sich nicht getäuscht haben, mein Kind," sagte er,„ich bin Ihr Freund. Ich hoffe, Andreas wird nichts dagegen einzuwenden haben," setzte er scherzend hinzu. Ihr Herz schien höher hinaufznschlagen in Wonne.und Dankbarkeit. „Ach der," sagte sie leise. „Er scheint Ihnen gut zu sein?" „Er ist ein armer Mensch," ihr Antlitz wurde plötzlich ernst,„und er ist so unglücklich, wie ich es nie in meinem Leben gewesen bin, er ist taub." „Taub?" „Der Wollteufel, den er bedient, hat ihn um sein Ge- hör gebracht, seitdem ist er wild und mißtrauisch geworden. Nur mir glaubt er, mich versteht er, und sagte darum innner, wir müßten ein Paar werden. Ich fürchtete mich deshalb vor ihm, und fragte mich oft, wie ich wohl gegen ihn auskommen könnte, da er doch der Stärkere ist,— heute fürchte ich mich nicht mehr." Sie lächelte. „Es soll dafür gesorgt werden, daß der rohe Bursche Sie nicht weiter belästigt," sagte Oswaldt und die ganze Vornehmheit und Ueberlegenheit seines Wesens trat in diesem Augenblick scharf hervor. Dann fragte er theilnahms- des greifen Worthelden zusammen fallen, wie weiland die Mauern von Jericho. Leider— oder glücklicherweise— entspricht die prosaische Wahrheit nicht dieser liberalen Dichtung. In Wirklichkeit ist Gladstone ein alter achtzigjähriger Mann, der von der modernen Klaffenbewegung keine Ahnung hat— man nehme nur sein„berühmtes" Wort:„Die Klaffen gegen die Massen", als ob die„Massen", d. h. das arbeitende Volk, nicht auch eine„Klaffe" wäre! Allerdings mit glänzender Phraseologie bewegt er sich in dem engen Jdeenkreis des bürgerlichen Liberalismus, und ist schon dadurch allein zur Unfruchtbarkeit verurtheilt. Das „letzte Ideal" seines Lebens ist die Lösung der irischen Frage. Und wie will er das Ideal erfüllen? Durch P a r z e l l i r n n g des Grund und Bodens also durch Schaffung eines Kleinbaue rn st andes; welcher, deni englischen Großackerbau gegenüber, cxistenzunfähig wäre und eine rückständige, durch die Eutwickelung in England längst überholte Produktionsphase repräsentiren würde. Den Jrländern kann nur durch sozialistische V e r st a a t l i ch u n g des Grund und Bodens geholfen werden; und die von Gladstone vorgeschlagene Lösung— die obendrein von der Lösung der T o r i e s sich wesent- lich gar nicht unterscheidet— ist ein reaktionäres Pfuscher- mittel. In England haben die bürgerlichen Parteien ins- gesammt gründlich abgewirthschaftet, sie sind, wie überall onst, ihrem innersten Wesen nach unfähig, die Probleme der Gegenwart zu lösen. Das vermag nur das Pro- e t a r i a t, dein sie, sobald ihr Maß voll ist, das Feld zu räumen haben. Die Dlmgestaltung der frauzöstsche» Dossibitisten- Dnrtei vollzieht sich mit einer Promptheit, wie sie nicht besser gewünscht iverden kann. Herr B r o u s s e, der nach I o f f r i n' s Tod die Zügel in die Hand nehmen, und die Spaltung der französischen Arbeiter fort- setzen wollte, ist von A l l e m a n e, der für die E i n h e i t der Arbeitcrbeivegung ist, kalt gestellt worden. Herr Brousse, der die deutsche Sozialdemokratie mit wahrem Fanatismus haßt und überall systematisch verlästert, wird zwar noch weiter krakehlen und intriguiren, indeß fein Anhang ist ver- schwindend klein und der nächste intemationale Arbeiter- kongreß wird nur eine französische Arbeiterpartei und ein geeintes französisches Proletariat sehen.— Charakteristisch ist auch die Thatsache, daß bei der Neuwahl im Kreis Montmartre, der von I o f s r i n vertreten war, kein Possibilist, sondern Longuet, ein Schwiegersohn von Marx, und Lissa- g a r a y, der Redakteur der„Bataille" und Geschrchts- schreiber der Kommune als Kandidaten aufgestellt sind. Beide stehen auf sozialdcniok ratischem Boden. Derjenige von ihnen, welcher in einer Vorversammlung die meisten Stimmen hat, wird alleiniger Kandidat der Ar- beiter sein. Nerungliickltrr Chauvinismus von Dentsch-Amm- kanevn. Unter den Deutschen in Amerika wurde zu Anfang des Jahres eine Bewegung inszenirt, zum Zweck der Ein- uhrnng einer Jahresfeier der Einwandrung der ersten Deut- chen. Die Angloamerikaner seiern die Ankunft der ersten englischen Kolonisten— warum sollten die Deutschen es nicht nachmachen? Nun, man gab sich geivaltige Mühe und Anfangs dieses Monats— das genaue Datum ist uns nicht erinnerlich, ist auch gleichgiltig— sollte das neueste„deutsche Nationalfest" losgehen. Es ist aber jammervoll ins Wasser- gefallen, und in derjenigen Stadt der Union, wo das Deutschthum die wichtigste Rolle spielt: in M i l w a u k e e, hatten die Festveranstalter das teuflische Pech, daß ihr Fest- redner— englisch sprach. Hoffentlich ersparen sich unsere Landsleute„drüben" eine zweite solche Blamage. Die Zeit der„nationalen" Feste ist vorüber. Uevo. Ein Weimarer Genosse schreibt uns: „Erlauben Sie mir, das im„Berliner Volksblatt" ver- öffentlichte, der„Volks-Ztg." entnommene Telegramm in Sachen Neue richtig zu stellen. Unter den in Halle an- wesenden Delegirten war ein einziger, welcher Neue genau kannte. Von ihm bekam ich am 13. d. M. eine Karte, worin er mich von seiner Anwesenheit in Halle benachrichtigte. Infolge dessen reiste ich am 14. nach Hatte. Bei unserer usammenkunft kam das Gespräch aus Neve, und wir be- schloffen ihm einen Besuch abzustatten. Leider war mein voll um ihre Lebensschicksale und sie erzählte ihm in treu- herziger Offenheit Alles, was sie selbst darüber wußte. Die rückkehrenden Eheleute fanden sie noch auf der Bank vor dem Hause in eifrigem Gespräch. Zwölftes Kapiztel. Noch an demselben Nachmittag war die Frauzel auch äußerlich umgewandelt worden._ Oswaldt konnte nun einmal diesen abscheulichen Kattun mit den gelb und violetten Blumen nicht vertragen, und Frau Hufnagel war kaum zurück, als er ihr dringend anlag, ihm die Schlüssel zu jenem Schranke anzuvertrauen, in dem sie ihr einstiges Dir'ndlg'wand verwahrte, von dem sie ihm erzählt, daß sie es vor vierzehn Jahren zum letzten Mal getragen hatte, weil sie nimmer bäuerisch gehen wollte. Bald waren Oswaldt und die beiden Frauen auf's Eifrigste beschäftigt, das alte Zeug hervorzusuchen, es aus den vergilbten Tüchern zu wickeln, auszubreiten und zn mustern. Das Kindchen mußte indeß der Michael betreuen, worüber dasselbe in die fchmerzlichste Verwunderung gerieth, aber die Frauellzimmer hatten absolut keine Zeit. Rasch war der Anzug zusammengestellt. Letztere schien doch Alles zn umfangreich. Da mußte also eingenäht und angepaßt werden, und Oswaldt saß bei den Frauen, aufpassend wie ein Altgeselle, dem die oberste Leitung übertragen worden, häufig selbst zu Nadel und Scheere greifend. Als das Kleid zurecht gemacht war, hatte Frau Huf- nagel die Frauzel in die Hinterstube geführt, um es' ihr anzuprobiren. Bald gab es dort ein fröhliches Gekicher, als aber Osivaldt die Thür öffnete, um hinein zn sehen, ward er von Frau Hufnagel's kräftiger Hand sofort wieder hinaus- geschoben und ihm bedeutet, daß die Franzel für den Herrn Maler noch nicht so weit sei. Nachdem aber dieser Moment gekommen, mußte sie gewaltsam hinausgeschoben werden, denn sie fühlte sich in Freund verhindert, nntzukomnien, oder richtiger war es>»" unmöglich, ihn ans deni Verhandlungssaal zur verabredet'» Zeit herauszubekommen. So bin ich allein nach dem haus gegangen. Dort wurde mir vom Portier mitgethcw' daß Neve bereits seit länger als einem Jahre nach Mmf gekommen sei, und zwar, iveil er„närr'sch" sei. Auf um»- Frage, ob er sich nicht gut betragen habe, antwortete W der Portier, daß nian ihn sehr ungern verloren habe; er wäre ein sehr tüchtiger Arbeiter gewesen, als Böttcher, Tischler und Zimmermann. Er habe gehört, daß es# jetzt besser gehen solle. Wer Neve gekannt hat, eine» Menschen von solch hohem, leider mißgcleiteten Opfernw und Edelsinn, den muß fein Schicksal mit tiefem Schwetz erfüllen. Hoffentlich fällt es Ihnen leicht, in Berlin da- Weitere zu ermitteln".— Wir können nur unseren dringenden Wunsch wieder- holen, daß die Gefängnißbehörde endlich authentische»W' theilungen über den Fall Neve macht. Zum Kampf mit geistige» Majfe». Im„Hamburgische» Eorrespondent" vom 23. d. M. lesen wir: „Sozialdemokratische Weisheitskrämer. Das P'J Zentralorgan der sozialistischen Partei ausersehene Volksblatt" zeigt»cuerdings zwei Eigenschaften, die zu F ihm gewordenen Auszeichnung wenig passen. Das Zcnnw.' organ einer Partei muß in seinen Aeußerungen aus stehenden Personen gegenüber vorsichtig sein und anoer_ -chßeu hüten, die auf krasse Unwissenheit"> seits sich vor Blößen..................... «ezug auf allgemein bekannte Thatsachen schließen lancu. wenn es nicht rasch bei den Parteigenossen jeden Nimbu- verlieren will. Kaum hat jedoch das genannteBlatt durch Verleumdung eines Redakteurs der„Voss. Ztg.", von deur es fälschlicher Weise behauptete, er habe eine entehrende Zuchthausstrafe verbüßt, sich als bodenlos leichtfertig er- wiesen, so giebt es heute wieder eine Probe ebeiifalls boden- loser Unwissenheit. Das„Berliner Volksblatt" giebt nn«- lich den Artikel des gestrigen„Reichsanzeigers" iMd#, der von der Errichtung einer Arbeiterkolonie in Llcyr WV W»V vvv viilvv vv w»»v w v» v».----. berg handelt, und fügt hinzu:„Wir ersehen aus Obig?' daß der Minister für Handel und Gewerbe sich w"°, Wohnungsfrage„beschäftigt". Der Minister für Hon und Gewerbe ist bekanntlich Herr Miquel, welcher a Oberbürgermeister von Frankfurt sich lebhaft für die Fraz interessirt hat. Daß durch Beschaffung besserer Wohnung zwar viel Gutes geschaffen werden kann, jedoch� für Lösung der sozialen Frage nichts gethan wird, weiß nNF' lich Niemand besser als Herr Miquel, der seinen ftudirt hat." Hierzu Folgendes: Was die erste der beiden vom„§■'■ *■»I-.i.___ crir i__ /<_____ c. l e. f..«_______... v:. � n SUnilM y erwähnten.Hlößen" angeht, so haben wir die' fragliche Notiz,°'k aus guter Quelle kam, in gutem Glauben aufgenommen. S» 9 sich als falsch erwiesen. Irren kann Jeder. Wir berichtig�' unseren Jrrthum sofort und drückten unser Bedauern Was konnten wir niehr thun? Und welch'' andere Blatt hätte in gleichem Fall uns geg' über das Gleiche gethan? Ad 2 ist allerdings der Finanzminister mit dem minister verwechselt worden. Ader ist das„krasse Unwissenhe» Doch höchstens eine kleine Verwechselung. Und wir fürch� wenn wir in dem Personal der verschiedenen Ministerien exaniu" würden, beständen wir recht schlecht. Die Verwechselung vorliegenden Fall um so gleichgiltiger, als Herr Miquel ths'M, lich der sozialpolitische spiritns rector des pteußil™ Ministeriums ist, die fragliche Notiz also thatsächlich zutrifft.. Wenn der„Hamburger Eorrespondent" nicht weiß, F., «krasse UnwissenheU" ist, fo betrachte er sich einen bekanu � Herrn, der einmal im Reichstag behauptete, das Aus l' dezahle den Kornzoll. Diese Inkarnation der kraf f t Unwissenheit ist aber'der Abgott des Eorrespondent". Und dieser traurige Moniteur der pers> Ignoranz hat die Stirn, von„krasser Unwissenheit zu reden! Grdnunavpavteilich-„ThriUr". Tie Direktoren% Eppendorfer Jndustriegesellschaft(Sachsen) sind durchgebr-NF f...... SIDillioil u-lnff nachdem sie ihre Gesellschaft um etwa eine halbe Million Die Chemnitzer Staatsanwaltschast�� beschwindelt hatte». m....... v._ Steckbriefe hinter ihnen hergeschickt: Die besagten Biederina»'". — König und R e b e n t l s ch ist ihr Name— gehörten zu eijngften Kartellagitatoren, schimpften wie die Rohrspatzen aus A bösen„Theiler" von Sozialdemokraten, und waren nainen der der berüchtigten 1837er Wahl thätig, wo sie die Map' Verbreitung der- natürlich gefälschten rothen K r- e g' k ar t e n desorgten. Daß diese ordnungsparteilichen Agltat fast alle em schlechtes Ende nehmen! � 3uv Alters- und Invalidevverstcherung. Der«M*.» anzeiger" weist in einer Polemik, die er in seinem nichtawtl'-L Thelle mit einem nicht genannten süddeutschen Blatte dort vertretene Auffassung zurück, daß ältere Personen, als s*.(( der neuen Tracht ungewohnt und genirt. Und nu» ML# Alle über das a'sckamiae D irndl nnd der Micbael am Ms.z «uytiuuyiu UUW yuuu. wuv...... Alle über das g'schamige Dirndl und der Michael am> m'.d er meinte, jetzt sieht mau erst, was Du für ein 8% Dmgerl bist, grab nur zum Wegblasen— aber nett M Dir doch![ie Oswaldt schien der gleichet, Meinung, er hatte und da etwas auszusetzen, aber er sagte, Franzel mii „.l ÖCU' kiä ein neues, passenderes für sie geferttZl werde. jrfl Es sollte aus leichtem Wollstoff sein, der sich schmiegt und den Körper in gefälligen Folien � Von äußerster Einfachheit sollte es dennoch mor- geschmackvoll sein. Es handelte sich nur darum, �i» ein solches am schnellsten und besten gemacht erh„LW ein solches am sehen, und das sollte in den nächsten Tagen Schließlich hielt er es für das beste. Alles einem in Wien zu übertragen, was er auch sofort in.tu»! brachte... ,-„„#9 Es war spät geworden, als er an diesem eiF Abend nach seinem Zimmer zurückkehrte. Er ä1' kleine Lampe an, und setzte sich hin, um an V fchrnbe».-bi# —- �V»»»WWV- I—------;, s ............ schnellsten und besten gemacht erhiel, Osivaldt wollte es, ehr er den Ort verließ� an 1 VV I UC II. bl£l Er wollte ihr Alles mittheilen. Wie er sich Waldemsaistkeit, dieser ursprünglichen Natur(up gi; migMMt fühle Mc berZankr, ben sicachme,�� VM'rcgr fnyie, wie der Zauber, den sie atyme, Mut übergehe, in ihm lebendig sei. Wie er Mit all' l�\....._ O* V f/ m/ r rn*_ ä f* I t HC• 1/,•.Mi �uu»vergeyc, in UM lebendig sei. Wie er w" i> Sinnen erfasse, was ihm bisher vcrschloffen ge.,•msel'i wie ihn diese Erkenntniß beselige. Eule. 1 biet f i»••'— WLMUZKZ i"v ws, von vem fem Inneres crstutt, Li; fassen? Sagen hätte er es vielleicht noch io! schreiben?-- Er hatte die Feder in der Hu.ml#! V""" u""-" die...... auf das weiße Papier, überlegend, unfähig,. �och den Gedanken in die richtige Form zu soffen, � gedrängt.(Fortfetzm o daß die„Uebergangsbestimmung des ß 157 a.a.O. auf die bei dem Inkrafttreten des'Gesetzes KS Jahre lim Personen, sondern auf alle bereits 70 und mehr Jahre alten !Verten in vollein Umfange Anwendung findet." .. Die deutsche Einheit» die von den chauvinistischen Na- «onalilberalcn und sonstige» Kartellern so viel gepriesen, hat "lerTage wieder eine recht eigenthümliche Beleuchtung erfahren. ist in dem Schlußprotokoll zum Bündnißvertrage zuge- Mert worden, daß das Gesetzgebungsrecht des Reiches sich nicht "l die Heimaths-, Verehelich ungs- und Nieder- s. J lungs-Ver Hältnisse im Königreich Bayern erstrecken i°ue. Demgemäß ist auch das sonst• auf die Einzelstaaten über- kagene Gesetz vom 4. Mai 1868 über die Aushebung der polizei- /Beschränkungen der Eheschließungen in Bayern nicht ein- Uuhrt. Es hatte also das bayrische Heimathsgesctz, welches für ' Zwar nur für rechtsrheinische, nicht auch für pfäl- ailche Bayern, zur Eheschließung eine Bescheinigung der Distrikts- Verwaltungsbehörde der Gemeinde, in welcher der Angehörige J*?:"? Wohnsitz hat, daß gegen die beabsichtigte Ehe- I/ri*■ g �ein begründetes Ehehinderiüß besteht, erfordert, ."/> wie vor Rechtskraft. Auf Grund dieser Thatsache hat dann fslüizeidirektion in München— ein gewisser Gradl hatte sich .�Iich als Münchener in Suhl mit einer Preußin verheirathet >w letztere Ehe war in rechtsgiltiger Form aus Grund des uttlchsgesetzes über die Beurkundung des Personenstandes ge- Är.■?"' jedoch ohne daß Gradl die Erlauluüß der bayerischen «Wtf �-Verwaltungsbehörde beibrachte— als die preußischen -oeyorden die von ihrem Manne verlassene Frau zur Unterstützung die Heimathsgemeinde des Maunes verwiesen, erklärt, daß die f. i-eeußen geschlossene Ehe nach bayerischen Gesetzen un giltig u"d das Venvaltungsgericht in München hat die hiergegen chobene Beschwerde abgewiesen. Dieser Entscheid ist nach den bestehenden reichsgesetzlichen Be- tunimunaen entschieden unhaltbar. Das Gesetz über die Beurkun- des Personenstandes vom 6. Febr. 1876 ist Reichsgesetz und er- >weat sich auch auf Bayern. Insoweit diesem Gesehe das bayerische wirnachsg;� entgegensteht, ist letzteres aufgehoben, wie .ch andere Reservatrechte von süddeutschen Staaten inzwischen worde,/� b*1 1 Gesetzgebung aufgehoben oder geändert ix>s fl�?. des Reichsgesetzes besagt:„Die Vorschriften, welche bi-e»» Eheschließung weiter beschränken, als es durch t>J®efel3 geschieht, werden aufgehoben." Dieser Satz gilt für b. üanze Reich, auch für Bayern. Ehehindcrnisse, welche dem Hcimathsrechto entnommen sind, gelten daher nur dam /rtf0rceit sie in dem Reichsgesetze anerkannt find. Die bis W» tttl Bayern bestandenen gesetzlichen Bestinmiungen, welche �.Eheschließung mit Ausländern erschwerten, sind im Reichs- «-setze konnte nicht ausdrücklich aufrecht erhalten worden. Allenfalls man jedoch die Meinung, daß diese Bestimmungen dennoch W fcr-rhaltcn seien, aus dein§ 83 des Relchsgesetzes herleiten, c vesagt: der o�'l Vorschriften, welche die Ehe der Militärpersonen, at�- beamten und der Ausländer von einer Erlaubniß di, nM wachen, werden nicht berührt," aber selbst wenn man i.. Bayern in anderen deutschen Staaten als„Ausländer" t rachten wollte und umgekehrt, so würde das im vorliegenden .dw Rechtsgiltigkeit der Ehe nicht aufheben, denn der zweite 8°°sselben§ 33 des Reichsgesetzes besagt: ar"£ V!-m.......'' geschlossenen Ehe ist der Mangel C\r c.«5 v» v» v*/ ö v( p vy»iv die.cfcr klaren Gesetzesbestimmung kann also nicht davon dert-m» daß die Ehe nun nicht als giltig, daß die aus � 1 Den entsprossenen Kinder als uneheliche auzusehen seien. . könnte allenfalls nur noch, sein, ob die Hcimatsgcmeinde yemannes die Unterstützung der Frau zu leisten hat. Da & ober twl tw-h in Bayern durch eine rechtsgiltig geschlossene Ehe die tn«-" Jn der Heimatsgemeinde des Mannes Unterstiitzungsrecht n'ßM J0 wird das Urtheil des Verwaltungsgerichts München w nnf irgend eine Art redressirt werden müssen. Volksleben einschneidenden � Is'" gutes Zeugniß ab. � Neb- », Neb er die Vleichberechtignng y,„Köln. Ztg." sehr erbaulich m Australien. Dort mar es, wre bekannt, der Arbeiter jammert einer Korrespondenz aus £r'u'"em Dort war es, wie bekamil, zwischen den organisirten icii" s-""d Arbeitgebern zu Streitigkeiten gekommen, in denen, �öl». Ztg." bereits wissen will, die Arbeiter untcrlcgeii �«be» Sie schreibt nun:„Es war thatsächlich ein Kampf auf ttämL llnö Tod zwischen Arbeitgebern und Gewerkvercincii. ' k-tztere gesiegt, so wäre von den Befwzuissen der Arbeit- mehr übrig geblieben, als die Lohnauszahltiiig. Als eigenen Einrichtuiigen hätten sie ruhig zusehen beit-,.'w- ein Arbeiterausschuß über Arbeitszeit, Wahl der Ar- Ärb-ie LohnsStze entschieden hätte, nicht cimiial das Recht der '-rentlassung hätte man ihnen zugestanden." Brimn* wäre freilich schrecklich gewesen, die Welt hätte zu N(h,.,° müssen: Doch— auch in Australien hat das Unter- JUriitwliw Muth und weiß, wie man solche Forderungen Sehr stol �"- 'Wen ovax vi-*■ hr-'bt die„Köln. Ztg.":„Dann aber grade die Größe und Gefährlichkeit des Anschlags lag hervor. Es erwachte der Gemeinsinn aller S-MünwIL' versammelten sich in Melbourne und �usstandas jo wirkungsvoll, daß bald den giädclsführern des �"ppen tiPi Tie Regierung ließ wiederholt llifi»« nl iL' um die Nicht- Gewerkvereinler zn schützen. Zu» Ai.cff, stch Spezialkonstablsr, wie in London, einschwören . Als» �kcrhnJtung der öffentlichen Ordnung." �"pven Flinte, die allein selig machende Flinte der %Oo Arfwiti�y die geholfen hat! Und dann der Hunger I «-r» verbünden sich„ivirküngsvoll". Das wollen wir """ u ulloel"—................»1,0,,«nrh llifftf �tbverde weder für neu Steuern noch für eine Anleihe stimmen. Die Kammer vertagt sich daraus bis Morgen. Paris, 24. Oktober. Ter„Temps" meldet, der in der Kammer vertheilte Bericht des französischen Gesandten in Bern, Senator Arago, über die schweizer Arbeitsverhältnisse hebt her- vor, daß der schweizerische Arbeiterbund berufen sein werde, auf dem nächstjährigen internationalen Arbeiterkongreß eine wichtige Rolle zu spiele». Eine Versammlung von 1000 Arbeitern in F i r m i n y beschloß, den Streik fortzusetzen. Paris, 24. Oktober. Die irische» Abgeordneten O'Brien und Dillon sind heute Abend 11 Uhr nach Havre abgereist, wo sie sich nach New-Uork einschiffen werde». In einem Interview erklärte O'Brien, daß eine Anzahl verschiedenen Parteien angehörige französische Depntirte den Wunsch ausgesprochen hätten, Dillon und er möchten eine Reihe von Vorlesungen über den voraus- sichtlichen Erfolg ihrer Reise in Frankreich halten. Infolge früherer Verpflichtungen war O'Brien gezwungen, dies abzulehnen, versicherte jedoch, daß später Mitglieder der Nationalpartei für die irische Sache in Frankreich Propaganda machen würden/— Die irischen Abgeordneten werden wahrscheinlich nach Kanada gehen, wo sie keine Verhaftung zu befürchten haben. Dieselben sind überzeugt, daß der Erfolg ihrer Mission nach Amerika alle Erwartungen übertreffen werde. Calais, 25. Oktober. Ein kleiner Theil der streikenden Tüllarbeiter hat die Arbeit wieder begonnen; im Uebrigen sind die Verhandlungen der Arbeiter mit den Delegirten der Fabri- kanten iieuerdliigs wieder aufgeiiommen. Ein neues Gesetz bevollmächtigte die Grubenarbeiter, aus ihrer Mitte Delegirte zu erwählen, ivelche, bezüglich der Sicherheitsmaßregeln in den Gruben, die Ingenieure und Direl- toren zu erwählen haben. Die Arbeiter setzte» an diesem Schutz- gesetze sofort aus, die zu erwählenden Aufsichtskommissare werden der Unabhängigkeit ermangeln und dem Uebelwollen der Unter- nchmer preisgegeben.sein, wenn sie von letzteren honorirt werde». Sie verlangten, daß ihre Kommissare wie Staatsbeamte einen Gehalt aus der Staatskasse beziehen. Diese Bestimmung wurde vom Senate verivorfen. Jetzt, da das Gesetz iu Wirksamkeit treten und die Grubenarbeiter zur Wahl ihrer Sicherheits- kommissare aus ihrer Mitte berufen werden, mangelt es überall an Kandidaten und an Wählern, obschon durch die Betriebs- direktionen die Geldentschüdigungen für die Kommissare bereits angewiesen waren. Man nennt eine Grube, wo von 600 Arbeitern nur 8 Wähler und zwar ohne Kandidaten erschienen. Obgleich in diesem Augenblicke die Wahlen von den Präsekten neuerdings ausgeschrieben und urgirt werden, sieht man dasselbe negative Ergebniß voraus. Die gegnerische Haltung der Gruben- direktionen gegen den Vollzug des Gesetzes bestärkt die Arbeiter in dem Mißtrauen, das ihnen das Gesetz einflößt- Italien. Mailand, 23. Oktober. Wie schon gemeldet, trat am Sonntag in R a v e n n a der erste allgemeine italienische Sozialistenkongreß zusammen, der von mehr als 200 Delegirten besucht ist. Schon am ersten ordentlichen Verhandlungstage wurde das Mai- länder Programm als gemeinsame Basis für die italienische Arbeiterbewegung angenommen, mit welchem man in die Wahl- bewcgung einzutreten bescyloß. Natürlich hat dieses Vorgehen der Arbeiter in den Kreisen der bürgerlichen Opposition eine recht fühlbare Verstimmung hervorgerufen, während die offiziöse Presse triumphirt. Diese schwingt sich sogar dazu auf, die Arbeiter direkt zu loben, da sie ganz Recht hätten, sich von der unfruchtbaren Oppositionsmacherei der Radikalen loszulösen und gesunde, soziale Reformen zu verlangen. Herr Crispi werde sich dann auch sicher der Arbeiter annehmen und seine große Rede über die soziale Frage, die er dringlicher Geschäfte wegen hatte aufschieben müssen, nun doch noch in allernächster Zeit halten.— Gewiß ist es zn begrüßen, daß sich die Arbeiter von den bürgerlichen Radikalen losmachten, aber daß nun dieselben Arbeiter das Verlangen ver- spüren sollten, von Herrn Crispi„die Lösung der sozialen Frage" in Empfang zu nehmen und dafür die„liberal-konservative" Partei der Regierung zu unterstützen, ist gewiß eine recht naive Zu- muthung. lieber die Beschlüsse des Kongresses in Ravenna wird, so- bald diese in ihrer Gesammtheit vorliegen, ausführlich Bericht erstattet werden. SpaitUtt. Madrid, 24. Oktober. Aus den Provinzen werden 7 Cholera-Erkrankungen und 3 Todesfälle gemeldet.— Die Nachricht über das Auftreten der Epidemie in Eadix wird dementirt. Oitlkanliittder. Der dicke Milan läßt sich über die Spielverluste in Monaco mit eincö lebenslänglichen Pension trösten, ivelche das verschuldete Land ihm ausbezahlen soll. Die„Köln. Ztg." bestätigt nämlich die Richtigkeit der Meldmig, daß König Milan mit der serbischen Regierung ein förmliches Abkommen getroffen hat, wonach er eine lebenslängliche Pension bezieht. Vev Aedttktion. Bei Anfragiii bitten wir dt« AboniicmentS-Qutttuiiz belzusügen. Briesttch Antworl wird nicht criheilt. F. H. Friedrichsberg. Wenn der Wirth trotz Ihres Protestes die Wasserleitung auf 3 Tage in der Woche sperrt, so muß er Ihnen Schadenersatz dafür leiste», also so viel, wie Sie für das Hinaufschaffen des Wassers bezahlen müssen. Wir rathe» Ihnen aber, Ihre etwaige Gegenforderung nicht von der Miethe abzuziehen, sondern besonder» einzuklagen/ da sonst die Gefahr einer Exmissionsklage droht. E. S.» Mnrirndorf. Es kommt auf die vertragsmäßigen Abmachungen an, wie solche sich aus Ihrer Polize ergeben. Die Folgen der Nichtkändigung und die Dauer der dadurch be- dingten stillschweigenden Verlängerung sind offenbar in den der Polize beigedrnckten Versicherungsbedingunge» genau an- gegeben. Hrrrmttnn K. Sie müssen den Betrag des Meistgebots mit 5 pCt. seit dem Tage des Zuschlagsurtheils verzinsen. Wie sich Ihre Verpflichtungen sonst im Einzelnen stellen, können wir aus Ihren unvollständigen Angaben nicht ersehen. I. D. Meidend»»im. Ihre vor 14 Jahren erfolgte Ver- urihnlung ivegen Körperverletznug kann zur Verweigerung der Schankkonzession leinen Grund abgeben. Sollte das Polizei- Präsidium das Gesuch trotzdem aus obigem Grunde ablehnen, 'o ralhen wir zur Anstreiigung der Klage beim Stadtausschuß. M. M. 18. Gewerkschaftliche öffentliche Versammlungen bedürfen auch nach dem 1. Oktober noch der polizeilichen An- Meldung, aber nicht mehr der Bestätigung. Polizeiliche Uevn« wachung ist ebenfalls noch statthaft. A. E. 81. 1. Ter kleine Belagerungsznsland ist mit Ab« laus ves Sozialistengesetzes von selbst aufgehoben. 2. Die vor dem 1. Oktober auf Grund des Sozialistengesetzes verbotenen Druck- Schriften können jetzt verbreitet werden, so fern ihr Inhalt nicht Irajbar ist, z. B. Beleidigungen enthält. G. Kch.. Lindenftr. Das ist nicht unsere Privatansicht, öndern entspricht einer rechtsgiltigen Polizeiverordnung. Der heutigen Nummer unserer Zeitung liegt ein Prospekt der Firma W ö r l e i n& C o. in Nürnberg, betreffend die Kibliothrk politischer Zirdrn, bei, auf den wir uns mit dem Bemerke» hinznweisen erlauben, daß Hest 1 bereits erschienen und dieses und die weiteren Hefte durch unsere Expedition, Benthstr. 3, bezogen>v erden können. Theater. Sonntag, den 2G.Of toter. GpernlMw. Mignon. Montag: Martha, oder: Der Markt zu Richmond. Schauspirlhauv. Der Sturm. Montag: Die Quihow's. Lesftng-Theatrr. Das zweite Gesicht. Montag: Das letzte Wort. Kerliirrr Theater. Kean. Montag: Die Jungfrau von Orleans. Deutsches Theater. Die Fechter von Ravenna. Lriedrich-Ulilhetmstädt. Theater. Boccaccio. Montag: Dieselbe Vorstellmig. Walluer- Theater. Der Bauerndoktor. Pension Schüller. Montag: Dieselbe Vorstellung. Uestdenz-Theater. Ferrüol. Montag: Dieselbe Vorstellung. Diktoria- Theater. Die Million. Montag: Dieselbe Vorstellung. KeUealliance-Theater. Im neuen Berlin. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gstend- Theater. Zimmermann's Lenc. Montag: Dieselbe Vorstellung. Thomas- Theater. Defizit. Zum Schluß: Das Jahrmarktsfest zu Plundersmeilern. Montag: Der Raub der Sabinerinnen. Adolph Er» st-Theater. Unsere Don Juans. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kaufman»'» Uariotö. Große Spe- zialitäten-Vorstellung. Theater der Ueichshalle». Große Spezialitäten-Vorst ellung. Courordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Richter'« Uariotö. Große Spezialitäten-Vorstellung. Wintergarten. Große Spezialitäten- Vorstellung._ Englischer Garten. Direktion: C. Andres«, Alexanderstraße 27c, Margarethe Steinow, Lieder- u. Walzersängerin. Ann! Carelli, Kostüm-Soubrette. Herr Rosee, Gesangs-Humorist. Adolf Gödicke, Mimiker, Stimmen- Imitator imb Charakter-Komiker. Familie Blumenfeld, Parterre- Potpourri, Drahtseil, Tanz. Anfang. Wochentags 3 Uhr. Sonntags 5l/2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. 50 EtMiffeUlent Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: MBT Grosses Concert."©£ Direktion A. Rödman». Dienstag und Freitag: Valzer-Abend. Vnh'oo Wochentags 10 Fig., fjllllcc sonn- und Festtags 25 Pf g. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf .Weiteres wegen Renovirung geschlossen. G41 F. Müller. Eommandanteustr. 77—79 Täglich: Grosses Concert mit Guartett-Säuaeru, ausgeführt von dem Musik- Direktor H. S a n f t l e b e n. Wochentags: Frei-Coneert. Sonntags Entree 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- gnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. Passage-Panopticum. Unter den Linden 22 23.[742% JtttfH.! Uanoramru. Diornmrtt. Ethnographische Sammlungen. Italiruische Uolkasiingev. Entree 50 Pf.| Geöffnet von 10 bis 9 Uhr. Castan's Pauopticnm.� Entree 50 Ufa., Kinder 35 Ufa. � V. 9 Uhr Morgens��v bis 10 Uhr Abends, v �'—�"Vorstellung Xko�yVon». HVe u. & � 12V2 Uhr. V �TNachm. 94V2-9V2UHv1 tündl. eine Vorstellung -s��Ertra-Entree 50 Ufg. J Kinder frei. Circns Renz. Karlstraße. Sonntag, den A0. Oktober: 3 große Vorstellungen, mn 4 und'fVä Uhr (Nachmittags 4 Uhr 1 Kind frei). Miß Zelia Zampa-Emir, Apportir- pferd, dressirt u. vorgeführt von Herrn Franz Renz. Austreten der Schul- reiterin Frl. Vidal, Mr. Rodgers, der phänomenale Reitkiinstler Mr. Clarke, Künstlerfnmilie Briatore. Hippolog. Potpourri mit 40 in Freiheit dressirten Schulpferden, vorgeführt von Herrn Franz Renz. Das Schulpferd Trepido, geritten vo» Frl. Oceana Renz. Auf- treten der Damen Geschw. Cottrelly, rls. Adele, Zephora, Gierach, Lillie, lfeers und Mlle. Briatore. Auftreten der Reitkünstler Mrs. Gaberel, Brad- bürg, Burnell Fillis u. Gebr. Briatore jc. Morgen, Montag, den 27. Oktober: Abends 7 Uhr: Brillante Vorstellung unter persön- licher Mitwirkung des Dir. E. Renz. 4 arabische Schimmelhengste in einen neuen Genre in Freiheit dressirt und vorgeführt v. Direktor E. Renz. Great steeple chase mit 8 in Freiheit dressirten Springpferden, Originaldressur von Herrn E. Renz. Königs-Quadrille, gc- ritten von 8 Damen und 8 Herren:c. Allwöchentlich Vorstellung' Abends Uhr mit neuem Programm. Circns G. Schumann. Friedrich-Karl-Ufer. Sonntag, den 36. Oktober: 2 gr. Vorstellungen 3 4 Uhr und 7V2 Uhr. In beiden Vorstellungen Auftreten der Spezialität: Monsieur Alexander Scuri. Großer Erfolg! Urkomischen Clown's Duroff. Anfforderuny zun» Tan?. Großes Balletdivertissement getanzt von 4 Solotänzerinnen und Corps de Ballet. Ein jeder Erwachsene hat das Recht ein Kind gratis mitzubringen. Montag, den 27. Okt.. Ab. 7Vä Uhr: Ktlk-Pllrai>e-VorßMvg. Auftreten der Spezialität auf Mono- cycle Herrn Scuri. 4 fache Fahrschule, geritten mit 8 Schulpferden von den Damen Frl. Schumann und Foottit, sowie der Herren M.». E. Schumann. Urkomischer Clown Duroff. Jugend- licher Jockey Leon. Aufforderung zum Tanz. Grand Quadrille du Cloches Comeyille. Passage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigkeit der Residenz. Nur heute: V. Cykl.; Feldzug 1870 71. Diese Woche: Helgoland. Uebergabe. Ankunft des Kaisers. Feldgottesdienst zc. UerfaiUes. Trianon. St. Denis. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. WMhlllls S. Heine Chausseestr. 14. 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Der Zopf er Innungen und daraus entstandene Mißhandlung eines Kollegen. 5. Diskussion und Verschiedenes. 1579 Die neu ausgeschriebenen Kollegen werden ersucht, in der Versammlung zu erscheinen. Oer Einberufer. Große öffentliche Uersammlung der Leiltrurstittt MW Ullil IlMWNl! Montag, d.27.Oktbr. 1390. Abds.SVeUhr, in d. Zentral-Festsälen, Oranienstr. 180. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu der geplanten Gewerkschafts- Konferenz. Referent: Kollege Richard Zander. 2. Diskussion. 3. Eventuelle Wahl der Delegirten und Stellung von Anträgen zur Konferenz. 4. Verschiedenes. 1490 Der Einberufer. Lrts-KruukeMe HellstesLicht! geben Domcke's Gas selbst erzeugende Lampen reieu, SchMen, TlDchttttitu, $uK%ssr rohrlrger, päckre- reirn etc. Sturm- brenner für Arbeiten im Freien 1537a Gasäther billigst: Emil Domcke, Lothringcrstr. 44. «tMM l BERLIN. S Alexandrinen Sfp.37? U. zu Kerlin. Dienstag, den 4. November er., Abends 8 Uhr, Sophien-Straße Nr. 15: Wahl- Versammlung sämmtlicher Mitglieder 1. Klasse. Tagesordnung: Wahl von 255 Vertretern der Kassen- Mitglieder für die Zeit von 1891/1893. Um 7 Uhr Wahl der Arbeitgeber be- Hufs Wahl von 112 Vertretern derselben. Nach Schluß der Wahl für die Orts- Kasse findet die Wahl-Versammlung für die Invaliden-Kasse statt. 1580 Berlin, den 25. Oktober 1890. M. Stüh Im an n, Vorsitzender. ZülliuereiulleriuBulhbiudereieu uni) mmMeu Beruseu beWstigteu Arbeiter. Montag, den 27. d. M., Abends 9 Uhr, ülnnenstraße 16: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Sailer über: „Ballamy's Rückblick aus dem Jahre 2000". 2. Bericht über den gegen- wältigen Stand des Streiks bei Julius Rosenthal. 3. Verschiedenes.— Auf- nähme neuer Mitglieder. 1535 Um recht regen Besuch bittet Oer Vorstand. Zeutrill-Krulikeu-u. LterbeW ber Tubukurbeiter Ieutichl. 1523(E. H.Nr. 9), Verwaltung Krrli» I. Montag, den 27. d. M., Abends 9 Uhr, bei Herschleb, Adalbertstr. 4: Mitglieder-Versammlung. T.-O.: Abrechnung vom 3. Quartal. Verschiedenes._ I. A.: A. Motes. Vereiu beriu dtrWstebriüch besGstigteu Arbeiteriuueu. Der Verein feiert am Sonnabend, den 1. November sein 1514 8. Stiftungsfest im Elysium, Landsberger-Allee 39/41, unter gütiger Mitwirkung des Gesang- Vereins„Deutsche Liedertafel". B i l l e t S sind zu haben bei: Frau Fürst, Pallifadcnstr. 63, H. 3 Tr.; Frau Lesinsky, Anhaltstr. 3; Frl. Geiseler, Pallisadenstr. 48, v. 1 Tr.; Frl. Thimm, Prenzlauer-Allee 237, v. 2 Tr.; Frl. Krautwurst. Gr. Frankfurterstr. 9, H. 3 Tr.; Frl. Kasper, Langestr. 72. vorn 2 Tr.; Frl. Baader, Holzmarktstr. 8, und im Restaurant Wultke, Friedrichs� bergerstraße 24. Das Komitee. Empf. meine Filz- v. Seidenliutfabrik mit Kontrolmarken. Reparaturen gut u. billig. H. Wegener, Hutin., Stromstr. 59 J Achtung! Perlulutt? Arbeiter! Ter Streik bei der Firma Paul Hinze, Uittrr- Straße lÄ, dauert unverändert fort. Zuzug ist fern-u halten.[1405] Die Streikenden. Im Tuchgeschäft jetzt Lmiltußr. Üli, I. Herren- und Knaben* Anzüge, Paletots, sowie Damenkleider etc. Auf Wunsch auch gegen Theilzahluugr». 1560| Grche Deutliche Bersllmmluug b. sozililbeiuskr. Krteigeucheu k 3. Verl. Reichstsgs-WD. Dienstag, den 28. Oktober, Abends 8>'z Uhr. bei Delgmtiller, Alte Jakobstr. Tages-Ordnung: 1. Bericht der Delegirten vom Parteitag zu Halle. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 1624 Der Einberufer.___ Grosse Versammlung des Sozialdemokratischen Wastwereiw des 4. Kerliner Reichstags-Wahlkreifts Dienstag, den 23. Oktober, Abends 8 Uhr, im Lokal J o£ I(früher Keller), Andreasstr. 21. Tages-Ordnung: 1. Vortrag. 3. Vereinsangelegenheiten. 2. Diskussion. 4. Verschiedenes und Fragen. Gäste haben Zutritt.— Neue Mitglieder werden aufgenommen. 1595 Der Vorstand� Sozialdemokratischer Mahlverein für den 3. Kerliner Reichstags-Wahlkreis " General-Versammlung_ i Dienstag, 28. d. M., Ab. 8 Uhr im Lokale des Hrn. Seefeldt, Grenadierstr. � Tages-Ordnung: � 1. Kassenbericht. 2. Wahl des Vorstandes..gz 3. Verschiedenes und Fragekasten._' Pflicht aller Mitglieder ist es zu erscheinen. Der Uarsta� Große öffentliche Uersammlnng sämmtlicher Lackirer Berlins und Umgegew am Montag, 27. Oktober, Ab. SV- Uhr, bei Oeigmüller, Alte JakoM.� Tages-Ordnung: 1. Rechenschaftsbericht der Zlgitations-Kommission. 2. Abrechnung vom 1. Mai. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes..,. Die Kollegen werden ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen� Gr. öffentliche Versammlung fnr Manner und Frauen. Mittwoch, 29. d., Ab. 3Vs Uhr, i. d. Central-Festsälen, Oranienstr. Tages-Ordnung: 1. Das Volkseinkommen und die Steuern. Referent: Carl Rö? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. J Die Mitglieder der Leseklubs werden zu dieser Versammlung ss' eingeladen. 1574 n» Finherufc'''� , öffentliche Nersammlnng der Weber u. Weberililleii Rudorfs u. U# on ag, 27. Oktbr., Abends 8 Dhr, im Hoffmann'schen Lokal, Bergslr. 1�' Tages-Ordnung: Der Delegirtentag der Textilarbeiter und-Arbeiterinnen in Diskussion. Wahl eines Delegirten. Verschiedenes. 1. 2. 3. 4. Gäste willkommen. Der Einber«�- Grotze öffentliche Versammlung. kt Illlueuiuiiutel- Slljueiber, smie iu ber Herreu-. � Irikutugeu-Braulbe beWstigttu Arbeiter uub ArbeiteDl am Dienstag, 28. Okt., Ab. 8',) Uhr, in den Central-Fostsilen, Oranienstr. m, Tages-Ordnung:. f l. Vortrag über Central- und Lokal- Organisation.(Referent der Versammlung bekannt gemacht.) o Stellungnahme zur Auflösung der Agitations-Kommission. 3. Diskustion. ,-li 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Die Achtung, Mtchauer! � Heute, 26. Okt., Vorm. lOVs Uhr, findet bei Drachel, Sebastians� 39' offeutl. Versammlung aller Hilöstant' statt. O.: l. Vortrag des Herrn Tr. Lütgen au. 2. Wie stellen gtd den Werkstattsperren. 3. Wahl eines Delegirten zur Bern Kontrol-Kommission. 4. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung iGU. stB 1# Verband der Möbelvolirer Berlins u Morgen Montag. Abends 8Va Uhr bei Gnadt, Srunne»�,' DW� Versammlung."MM T a g e s- O r d u u n g: ct�ieick�'" Fritz Zubeil über: Kasernen und oct $\ 1. Vortrag des Hrn 2. Diskussion. 3. Verschiedenes... Die Kollegen werden ersucht zahlreich zu erscheinen. Montag, den 3. Nov.. Andreasstr. 26: Ausserordentliche Gener�, # Große öffentliche Tages- Ordnung: 1. 1578 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Referent wird in bekannt gemacht.— Um rege Betheiligung ersucht Die Agitation« verein d. Parquetbobeuleger „_ Versammlung �-str, Montag, üon 27. Oktober, Abends 8 Ohr, bei Weigl's, Markgraf 1552 b«'1 Verantivortlicher Redakteur: Curt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von Mar Hading in Berlin SW Beuthstraße 2. Der Vor Pier«» i Beilage zum Berliner BolNlntt. Nr. aso, Sonntag, den 26. Gktodrr 1890. 7. Jahrg. Korrespondenzen. I z �n. 2�- Oktober. Ter T r a m iv a y st r e i k ist v o r- Ereianin»»". 5'?rr Dienstag brachte eine ganze Reihe von wachte o die Situation für die Bediensteten bedenklich . Zunächst erfuhr man, daß, wie es vorauszusehen war, e Arbeitslosen in großer Zahl sich bedingungslos zur Ausnahme bÄ o daß die Gesellschaft in der Lage war, der Polizel- N°rde mitzutheilen, daß sie den Betrieb wieder ausnehme» könne. gab es gar keine Sicherheit dafür, daß die Behörde einen achivejz darüber verlangen würde, ob die neuangenommenen «nbelter auch geschulte Kutscher:c. seien, obwohl die Polrzeivor- Misten sogar einen eigenen Besähigungsnachweis verlangen. Mer hatte sich die Polizei aus Furcht vor Tumulten aller- y ledern solchen Ansinnen gegenüber ablehnend verhalten. 2°» eine Reihe von Anzeichen deuteten daraus hin, dap m. uicht mehr lange aushalten würde, konsequent zu sein. ... Vielleicht fragt man, warum die Ardeiter der Tramway- Wllschaft die Streikbrecher nicht aufgekfärt und abgehalten haben, Zerechten Kampf zu erschweren. Die Antwort ist, daß da., �Oesterreich und speziell diesmal in Wien ganz unmöglich war, �'öglich durch das Vorgehen der Polizei. Dem Koalitionsrecht Jscht in Oesterreich nämlich ein eigenthümliches„Recht auf Arbeit Zegenuber, welches von den Behörden mit dem größten Äufwand �"Polizei und Militär überall geschützt wird. Dieses„Recht N Arbeit» ist natürlich nur das Recht sich so billig zu ver- �geii, als nur immer möglich und von jeder noch so legalen Mnnstussung von Seite der organisirten Arbeiter sreizubleiben. �eoer Versuch an die Streikbrecher heranzukommen und auf sie swzuwirke» wird als„Bedrohung und Einschüchterung mit Aweren Arreststrasen geahndet. Auch diesmal waren die fureans der Tramwaygesellschaft von einen» starken Po izel- °rdv» eingeschlossen, und die sich herandrängenden Arbeitslosen geHall ikder Berührung mit den bisherigen Bediensteten ab- i«. �IU gefährlichsten aber waren die Vorgänge, die sich Dienstag .u Landtage und Gemeinderathe abspielten. Die Antisemiten sich im vorigen Jahre sowie Heuer dem Tramwaystreik gegenüber sehr ablehnend verhalten, sobald sie bemerkt hatten, daß ur sie dabei Nichts zu holen war, sondern die Tramwayleute °-n organisirten Arbeitern angeschlossen hatten und von ihnen j.�> ausgiebig und energisch unterstützt wurde». Diese Haltung b! Antisemiten war umso auffallender, als der Großaktionär Tramwaygesellschaft, ein gewisser Reitzes, ein Jude seichtester Sorte und eine in weitesten Kreisen bestgehaßte Figur Nichts nuch dieser Umstand wog ihre klägliche Feigheit in liberale Presse, für die sich heute AlleS und Jedes Frage auflöst: Für die Juden oder gegen die Juden? ß* � � ben Antisemiten die Schuld an dem Streike m die Uuhe zu schieben, wiewohl sie in der That höchst unschuldig waren- und die feige Bande, welche sonst me genug a."»jüdische Ausbeutung» zetern kann,»ahm sofort Partei nicht dl�.den„Juden Reitzes", sondern gegen die„lüdischen Sozial- .». �aten", welche den Tramwausklaven mit Rath und That JUX Ko» f ,« cjl—». � Jlit gl".*'"» wetcpc oen �ramwniisriaveii mir maiy nno u.yai «on b;»r.J v,"• An Lügen und Denunziationen wurde damals sie fleh LI el'Ien Vertretern der„produktiven Volkskräfte", wie S terne nenne», das Aeußerste geleistet. iiber>>°? nahmen sie zuerst eine kühle Haltung gegen- i»os 4. Streikenden ein. Erst als es klar ivar, daß es dies- �leu«». l>er guten Organisation nicht zu turbulenten itt).?. kommen würde, entdeckten die Antisemiten ihr ftiflin t-""8 hassendes Herz, fanden die Gelegenheit Lnrix. e.'ne ungefährliche Demonstration und forderten di«-.. P'ag die Sequestration der Tramwaygesellschaft. Gerade fotwT'w re Radikalismus enthüllt die demagogische Absicht. rcn Statthalter zu einer Revision der„Dienstordnung" Hill-»„Ll s? wäre das durchführbar und am Platze gewesen, Güsten r- Zustimmung der Liberalen schandenhalber finden »Ng.-is.% aber verstiegen sie sich dazu, Kassandrarufe über ein l»slvs!°,, morgen, Mittwoch, drohendes„B l n t b a d" aus- Echtere-» trugen dazu bei, dem feigen Spießer Angst und A o i." einzujagen, zugleich aber lieferten sie der Behörde den ü>ar um r' energisch einzuschreiten. Diese Gefahr s?„ naheliegender, als die kapitalistische Presse in un- «iffeniiiL? gegen die Streikenden hetzte und die Behörde die gehabt hätte � u-eit sie gedruckt ist, auf ihrer Seite �eranin». Pesen Gründen fühlten sich die Tramwaybediensteten kommen..% auf die„Kraftprobe" am Mittwoch früh an- W den, in,■' Und noch einmal den Versuch zu mache», was sich Halter t;;„ �3e-�cr Verhandlung erreichen läßt. Da der Statt- Äewei-! x-t® Streikenden nicht zu sprechen war(auch ein netter juru» ünx� ,�ie weit wir noch hinter zivilistrten Ländern ganz off/'■ ersuchten sie den Abgeordneten P e r n e r st o r f e r ?tattbai».. � um seine Vermitlelung. Derselbe wurde vom (((bei, h" empfangen und erhielt das feierliche Versprechen des- der Vedi-nf." die„Dienstordnung" revidiren und die Wünsche �edienüe»».. genau berücksichtigen werde. Dasselbe hatten die Aesells-ba-.' uo: dem Streik umsonst verlangt. Nun hatte die die%,eb,L, 1""'gen Punkten bereits nachgegeben, über den Rest war >var intn»!' valme der Verhandlungen gesichert, die Organisation ""d so Selbstvertrauen der Streikenden ungeschwächt, situ rubin„x unt Ehren die Arbeit ivieder aufgenommen werden, °llsch�?bznwarlen. ob der Statthalter und die Ge- L°m»>t es j..® 0 r t hält. Wenn das nicht geschieht,- dann Aussicht auf tzr'so? �eit wiebe,; äuni Streik und zwar mit aller be�egenWrtigenßaltung bestochen sind, �"heil ohstkampf eV' Aach und nach beginnt nian auch der amj" gewinnen rl rin'i?ei1 anzusehen und ein objektives DUMTAMMZW • �'�bknecht habe telegraphisch vom Streik ab- mamB pflege in gar keiner näheren Beziehung stehen. So ist das rothe Kreuz in letzterer Zeit mehrfach mißbräuchlich angewendet, besonders a» Haarschneidc- und Barbierläden, sowie auch an einigen chemischen Waschanstalten.— Polizeilich genehmigt wird die Anbringung des rothen Kreuzes nur an Einrichtungen, die der Krankenpflege dienen, wie z. B. die Anbringung auf den Fabrikschildern solcher Geschäftsbetriebe, die durch Herstellung und Verkauf ihrer Artikel die Krankenpflege unterstütze», voraus- esetzt, daß von diesen Artikeln stets ein genügender Vorrath auf !ager gehalten wird. Solche Artikel sind namentlich Verbands- stoffe und chirurgische Instrumente, Bandagen u. s. w. Ferner wird polizeilich erlaubt die Anbringung des rothen Kreuzes auf den Privatlaternen und Geschäftsschildern für Apotheken und geprüfte Heildiener. Die anderweite Anbringung ist nicht er- laubt und es kann diese polizeiliche Anordnung um so leichter durchgeführt werden, als zur Anbringung von Inschriften und Firmenschildern Mittheilung an den Revier-Vorstand gemacht werben muß. Auch die Auffrischung bereits vorhandener rother Kreuze soll nicht geduldet werden, wenn diese bisher zu Unrecht angebracht waren. Fälle von Zuwiderhandlungen sollen zum Zwecke weiterer Verfolgung zur Anzeige gebracht werden. Die Depflanznng de» Spittelmarlitro mit Gurten- anlügen scheint in allernächster Zeit endlich in Angriff genommen werden zu sollen. Wenigstens hat man vorgestern begonnen, das Pflaster auszureißen. In der Mitte des dreieckigen Platzes, gegenüber dein Feuerwehrdevot, soll sich der„Spindlerbrunnen" erheben. Rings um denselben soll sich hinter einer mit Teppich- blumen geschmückten Rasenfläche ein breiter Promenadenweg ziehen, der die ungehinderte Besichtigung gestattet. Die drei Ecken des Platzes werden mit niedrig gehaltenem Buschwerk ver- sehen werden. Die Erweiterungsarbeiten un der Dotodumer Kahn haben heute einen bedeutenden Fortschritt gemacht. Zum ersten Mal ivurden die nach Potsdam fahrenden Züge bei Zehlendorf über die neue Brücke und auf das neue Geleise der Wannseebahn geführt. Da dieser Betrieb eröffnet ist, können nunmehr auf der anderen Seite die Unterführungsarbeiten in Zehlendorf be- gönnen werden. Der FeldmarschuU Graf von Moltke feiert heute seinen neunzigsten Geburtstag. Deber du» Vermögen des„in unbekannter Abwesenheit lebenden Zimmermeisters Wilhelm Schaaf", bisher Reinickendorfer- straße 233, ist, wie es in der amtlichen Bekanntmachung des königl. Amtsgerichts Berlin I heißt, am 24. Oktober d. I., Nach- mittags IVs Uhr, das Konkursverfahren eröffnet worden. Von Schaaf, der sich bekanntlich nach der Hinmetzelung seiner Familie aus seiner Wohnung in der Straße 6 entfernt hat, fehlt noch jede Spur.— Durch die gestern früh 9 Uhr in aller Stille er- folgte Beerdigung der Frau Schaaf und ihrer vier Kinder auf dem Friedhofe der Nazareth- Gemeinde hat das schauervolle Familiendrama aus der Straße 6 seinen vorläufigen Abschluß gefunden. Doftdefvuudant. Vor einigen Wochen meldete der Geld- Briefträger I. beim Postamte 14 seinem vorgesetzten Direktor, daß ihm von dem an der Zahlstelle richtig erhaltenen Gelde zur Aus- zahlung von Postanweisungs-Beträgen 2000 M. fehlten. I. wollte nicht angeben können, wo das Geld geblieben war; es müsse ihm verloren gegangen oder gestohlen worden sein. Seitdem wurden, wie die„Boss. Ztg." mittheili, Untersuchungen nach allen Rich- tungcn vorgenommen, aber vergeblich. In neuerer Zeit stellte sich dann heraus, daß I. schon von länger her Postanweisungen selbst quittirt und das Geld für sich behalten hatte. Die 2000 M. hat er benutzt, um die Empfänger der früher eingegangenen Post- anweisnngen zu befriedigen. I. befindet sich seit einigen Tagen im Uutersuchungsgefängniß in Moabit. Ein sauberer Patron. Wir lesen in der„Rat.-Ztg.": Am 22. d. M. wurde aus dem Hausvoigteiplatz durch eine sehr schnell fahrende Equipage eine Frau überfahren. Sie sah ihrer Niederkunst entgegen und vermochte, trotz warnender Zurufe der Vorübergehenden, nicht schnell genug auszubiegen. Man hob die Ohnmächtige auf und brachte sie in das Konfektionsgeschäft von D. Levin. Auf dem Bock saß neben dem Kutscher ein Herr, der durch den Ruf:„Schnell, vorwärts!" den Versuch macyte, das Gefährt und seine Insassen den Folgen des Vorfalls zu entziehen. Das Publikum brachte jedoch den Wagen zum Stehen und der im Wagen sitzende Eigenthümer desselben wurde veranlaßt auszu- steigen und sich ebenfalls in das Geschäft von D. Levin zu begeben. Hier nun legte der Betreffende eine Theilnahmlosigkeit und Gleich- giltigteit an den Tag, daß durch einen herbeigerufenen Schutz- mann seine Persönlichkeit sestaestellt wurde. Die von uns einge- zogenen Erkundigungen bestätigen diese Darstellung. Der Eigenthümer des Wagens legitimirte sich als der Professor der Chirurgie Dr. Sonnenvurg. Eine gepfändete pferdedahnlinie. Ein klägliches Ende hat die Friedrichshagener Straßenbahn genommen, deren Bau vor Kurzem begann. Der dortige Gerichtsvollzieher L. beschlag- n ahmte auf Antrag eines Gläubigers mehrere angefahrene Fuhren Steine und so prangt das Gerichtsvollzieherzeichen jetzt an den gepfändeten Gegenständen auf offener Straße. Gegen eine» Kantionvfchwindlrr, den vielfach vor- bestrasten früheren Seisenfabrikanten Vieberg, ist wiederum Strafanzeige erstattet worden. Derselbe hatte in der Krautstraße einen Laden gemiethet, um in demselben angeblich ein Engros- und Exportgeschäft zu etabliren. Der neue Unternehmer lockte nun durch Inserate stellungslose Leute an sich, welchen er Stellungen als Verkäufer, Geschäftsreisende:c. gegen ein Anfangs- gehalt von 120 Mark per Monat in Aussicht stellte; dieselben sollten aber, wie er angab, wegen der bedeutenden Posten von Waaren und der Uiisuuimen, welche durch ihre Hände gingen, eine—„natürlich sicher zu stellende"— Kaution von je tausend Mark stellen. Es gingen mehrere Gimpel auf den Leim und erlegten die gesorderte Kaution, um bald ein- zusehen, daß sie— Gaunern in die Hände gefallen seien. Sie wurden nämlich von Tag zu Tag mit anderen Ausflüchten empfangen und wieder weggeschickt, bis sie endlich eines schönen Tages das„Geschäftslokal" in der Krautstraße verschlossen fanden. Auf die Anzeige zweier Bewerber hin wurde der Stadt- reisende Linkwitz als derjenige ermittelt, welcher die Kaution»- betrüge von den Opfern des Vieberg in Empfang genommen und mit diesem getheilt hatte. Linkwitz, welcher die Summen bei der Dresdener Bank deponirt haben wollte, wurde, als sich die Unwahrheit dieser Angabe herausstellte, verhaftet. Sein Komplize Vieberg hat sich geflüchtet; indeß ist ihm die Kriminal- polizei bereits auf der Spur. Von den unterschlagene» Geldern dürsten die Kautionsschwindler freilich nichts mehr übrig gelassen haben. Die Zlachdarstudt Trebbin an der Anhalter Bahn ist in der vorletzten Nacht von einer Diebesbande heimgesucht worden, die die Bewohner in Angst und Schrecken gesetzt hat. In vier Wohnungen sind die Diebe nacheinander eingedrungen, haben zum Theil große Beute gemacht und sind dann spurlos bei Stacht und Nebel verschwunden. Der erste Besuch galt dem Zigarren- Händler Fritz Wächter, woselbst Wäsche- und Kleiderspinden er- brochen wurden; dann ging's in das Haus des Schlächter- meisters Hildesheim, wo sie die Ladenthür eines Goldwaaren- geschäfts erbrachen, aber durch Hundegebell an der weiteren Ar- beit gehindert wurden. Die Wohnung des Kaufmanns Rathnow war das nächste Ziel der verbrecherischen Thätigkeit und hier nahmen die Diebe eine goldene Uhr, zahlreiche Werthgegenstände und ISO M. baares Geld mit. Von dort drangen die Diebe in die Wohnung des Kaufmanns Habich, wo ihnen, nachdem sie die Frau H. mit Chloroform betäubt hatten, ebenfalls eine ansehn- liche Summe baares Geld in die Hände fiel. Unzweifelhaft haben sich die Diebe zur„Verschärfung" des gestohlenen Gutes nach Berlin gewandt. Zu den» in«nsierer Nr. 348 mitgetheilten Un- gluckisfatl des Zimmermamis Bretsch wird uns berichtigend mitgetheilt, daß Herr B. die betreffende Lampe keineswegs um- gerannt hat, sondern daß die Lampe von selbst explodirt ist. Herr B. wurde ferner nicht nach der Sanitätsivache geschafft, denn in der Gegend existirt eine solche überhaupt nicht, sondern wurde von einem Heilgehilfen verbunden, und zwar auf seine Koste». Erst später wurde der Verletzte auf Anordnung der Polizei nach dem Krankenhaus geschafft. Zu erwähnen ist noch, daß Herrn B. bei der Affäre zwei Röcke und seine Hose verbrannt sind und daß ihm Uhr und Schlüssel aus der Tasche gezogen wurden. Z« dem geplanten Kau einer pferdebahnlinie durch die Beusselstraße nach Plötzensee, welche nach dem ursprünglichen Entwurf über das Berliner Weichbild hinaus im Zuge der See- straße möglichst bis zur Kanalbrücke geführt werden sollte, wird jetzt mitgetheilt, daß der Großen Berliner Pferdeeisenbahn-Gesell- schast die für die außerhalb des Weichbildes seitens des Fiskus gestellten Bedingungen zum Theil unannehmbar erscheinen. Die Gesellschaft bcabsicht deshalb, den Bau der Bahn vorläufig nur bis zur Weichbildgrenze, das ist etwa 150 Meter vor dem Kanal, zur Ausführung zu bringen, wozu die städtischen Behörden vor- aussichtlich ihre Genehmigung ertheilen werde». Auch da« vorletzte(Opfer de« Sozialistengesetzes, der Maurer Wilhelm �anschow, hat nach sechsmonatlichem Aufenthalt unter der Maske am 27. Oktober, Abends 5 Uhr, in Plötzensee seine„Strafe" verbüßt. Die Genossen, die an der Abholung theil- nehmen ivollen, werden ersucht, sich Punkt 5 Uhr in der Nähe des Gefängnisfes einzufinden. Zu gleicher Zeit findet die Ge- burtstagsseier Ganschow's Abends in der Restauration Hoch- straße 32 statt. In der Poliklinik von Professor Dr. Litte«, Doro- theenstraße 8, werden innerlich Kranke»vochentäglich von 12 bis 2 Uhr unentgeltlich behandelt. polizeidericht. Am 24. d. M. Vormittags fiel ein Maler auf dem Grundstück Greifswalderstr. 37 etwa 3 m hoch von einer Stangenrüstung herab und erlitt anscheinend innere Verletzungen, so daß er nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werben mußte.— Zu derselben Zeit siel ein Mann vor dem Hanse Spreestr. 6 infolge eines Fehltritts nieder und brach den Fuß. Er wurde nach Anlegung eines Nothverbandes nach der Charitee gebracht.— Mittags wurde ein Mann in seiner Wohnung, in der Oderbergerstraße, erhängt vorgefunden.— Vor- mittags entstand in dem, in sieben Stadtbahnbogen an der Spandauerbrücke befindlichen Restaurant„Deutsche Konzerthallen" Feuer, wodurch die gesammten Dekorationen vernichtet wurden. Außerdem fanden im Laufe des Tages sechs kleinere Brände statt. Die Reformbedürftigkeit unserer Strafprozeß-Ordnung erfährt soeben eine neue und überays grelle Illustration. Vor längerer Zeit wurden der Firma Joelsohn und Brünn in der Spandauerstraße durch den eigenen Schwager eines der Inhaber diverse Ballen Tuche und Stoffe zum Kauf angeboten, die von einer Spezialität waren, welche die Firma allein am hiesigen Platze führt und die daher sofort als gestohlen erkannt und be- schlagnahmt wurden. Eine sofort vorgenommene Inventur er- gab, daß der Firma Waaren im Weiche von 40 000 M. gestohlen und daß der Kommis Heß der Dieb war. Dieser entzog sich durch die Flucht einer strafrechtlichen Verfolgung. Nun galt es, die Hehler zu ermitteln. Dem Schwager des Herrn Joelsohn(waren die Waaren durch den Händler Roß angeboten worden, der dieselben von dcmJnhaber des„HamburgerLadens"an der Fischerbrücke, Herrn Karl Hanff gekauft hatte. Letzterer konnte den Nachweis führen, daß er die Waaren zu angemessenen Preisen von dem Agenten und Resterhändler Markgraf in Moabit gekauft hatte und so kam es, daß Markgraf, der den reellen Erwerb nicht nachiveisen konnte, allein der Hehlerei verdächtig in Untersuchungshaft genommen ivurde. Nun ging aber ein Konkurrent des Herrn Hanff, der Kleiderhändler Hermann Biester von der Fischerbrücke, zur Staats- amvaltschaft und zeigte an, daß er bei Hanff stets einen verdäch- tigen Verkehr bemerkt habe, daß die gestohlenen Waaren meist spat Abends oder Nachts zu Hanff gebracht worden seien und dieser habe wissen müssen, daß die Waaren gestohlen waren. Auf diese Anzeige hin wurde Hanff 14 Tage vor der Hauptverhandlung gegen Markgraf verhastet und mit unter Anklage wegen gewerbs- und geivohnheitsinäßiger Hehlerei gestellt. Das Land- gericht I hielt beide Hauptangeklagte(das Schicksal zweier Mit- angeklagten interessirr hier nicht) der gewerbs- und gewohnheits- mäßigen Hehlerei für schuldig und verurtheilte den Markgraf zu drei Jahren, den Hanff zu zwei Jahren Zuchthaus, Ehrverlust und Polizei-Aufsicht. Markgraf verbüßt seine Strafe bereits im Moabiter Zellengefängnisse, Hanff machte jedoch von dem Rechtsmittel der Revision Gebrauch und seinem Vertheidiger gelang es, die Revision erfolgreich durchzusetzen. Der einzige Revisionsgrund, der unter dreizehn anderen durchschlug, ist über- ans bezeichnend für unsere Rechtspflege. Im Protokoll oer Hauptverhandlung fehlte nämlich der Vermerk, daß ein Zeuge vereidigt worden war, obwohl der betreffende Zeuge den Eid geleistet hatte. Während alle anderen Gründe vom Reichsgericht für unerheblich gehalten ivurde, schlug dieser eine Formfehler durch, das Urtheil gegen Hanff wurde kafsirt und die Sache zur erneuten Verhandlung an die Vorinstanz zu- rückgewiese». Jetzt war erst dem p. Hanff die Möglichkeit gegeben, gegenüber den belastenden Bekundungen des Biester einen aus- reichenden Entlastungsbeweis vorzubereiten. In der zweiten Haupt- Verhandlung wurde nicht allein erwiesen, daß die Bekundungen des Biester falsch waren, sondern dieser selbst hielt seine in der Arsten Hauptverhandlung beschworenen Aussagen nicht mehr ausrecht. Hanff ivurde ohne Weiteres freigesprochen und ist mit einer vier- monatliche» Untersuchungshaft davongekommen. Während seiner Haft wurde von den Gläubigern der Konkurs über sein Geschäft ausgebracht, durch das thatkräftige Eingreifen seiner wohlhabenden geschäftliche Ruin von ihm abgewendet. Seht ist aber seitens der königl. Staatsanwaltschaft gegen den Hauptbelaftungszeugen Biefter wegen seiner falschen Aussagen 3?g�t Hn»si das Verfahren wegen Meineides eingeleitet worden. Das Verfahren gegen Biester ist im vollen Gange. Hätte also der Protokollführer keinen Schnitzer im Protokoll gemacht, s o mußte Hanff unschuldig z iv e i Jahre Zucht- d a u s v e r b u ß e n. Solche Vorkommnisse sprechen zur Genüge für die Nothwendigkeit einer Appellinstanz. Srtziesle AnfrnfZ An die Arbeitevinnen und Arbeiter der Schuh- wanrenbrnnche. Trotzdem bereits seit einigen Dezennien der Ruf: „Proletarier aller Länder vereinigt Euch", in allen zivilisirten Ländern erschallt, sehen wir nach ivie vor einen großen Theil der 'Arbeiter beiderlei Geschlechts, dem Kampfe zwischen dem über- müthigen Kapital und der unterdrückten Arbeit gleichgiltig zu- sehen. Und doch können wir nur dann unserer Feinde Herr werben, wenn die Solidarität der Arbeiterinteressen unserer ganzen Klasse zum Bewußtsein kommt. Erscheint Alle ohne Ausnahme am Montag, den 27. d. M., in Joels Salon, Andreasstr. 21 zu der öffentlichen Versammlung. Tagesordnung: I. Kapitalismus und Sozialismus. 2. Diskussion. lliesercut Map Baginski. Im Auftrage der Agitationskommission: Richard Artelt, Linieustr. 117. Aufruf an die in der Velvet- und Sa mm et- Fabrikbeschäftigten Arbeiterinnen! Arbeiterinnen! Wenn wir bisher Eurem Wunsche gemäß unserem Versprechen nicht nachkommen konnten, die traurigen Zustände und Lohnver- Hältnisse aus Eurer Fabrik an die Oesfentlichkeit zu ziehen, so ist dieses nicht uns, sondern den inzwischen eingetretenen Verhält- nissen zuzuschreiben. Eure Meister haben diejenigen Personen, welche sich dazu hergaben, die Schäden und Mängel in Eurer Fabrik aufzudecken, verdächtigt und verleumdet. Diese Personen sollten mundtodt gemacht werden. Doch Ihr, Arbeiterinnen, seid Euren: Versprechen, dem„Allgemeinen Arbeiterinnenverein" treu zu bleiben, nicht nachgekommen. Seid Ihr indifferent, dann kann dein Ausbeutungssystem Eures Fabrikanten kein Damn: entgegen- gesetzt werden. Deshalb fordern wir Euch auf, für die am 28. d. M. stattfindenden Versammlung, welche noch im„Berliner Volksblatt" näher bekannt gegeben wird, zu agitireu, damit dieselbe recht zahlreich aus Eurer Fabrik besucht wird. Ihr müßt Eurem Fabrikanten beweisen, daß trotz seines Verbots, in keine Versaminlung zu gehen, Ihr nicht geneigt seid. Euch der modernen Arbeiterinnenbewegung sern zu halten. Gi» Nachspiel zum foziaidemafirati scheu Kongreß. In einer vorgestern Abend in: Böhmischen Brauhause(Lands- derger Allee) stattgehabten Versannnlung von sozialdemokratischen Wählern des vierten Berliner Reichtags-Wahlkreises erstatteten die Kongreßdelegirten dieses Wahlkreises Bericht über ihre Thätig- keit in Halle. In dieser Versammlung, der auch der Abg. Singer beiwohnte, kam es mehrfach zu lebhaften Szenen. Nachdem die Kongreßdelegirten, Tischler Robert Schmidt und Schneider Adolf Scholz in eingehender Weise über die Verband- lungen in Halle berichtet hatten, nahm mit stürmischem Beifall begrüßt, der Abg. Singer das Wort: Obwohl ich nichr Berliner Delegirter auf dem Kongreß war, so hielt ich es doch für nöthig, mich zum Wort zu melden, da ich einmal Abgeordneter dieses Wahlkreises bin und weil ich es andererseits da für erforderlich halte, den von mir in Halle im Privatgespräch gebrauchten und hier in Berlin angegriffenen Zlusdruck(Rufe: Frosch!) näher zu erklären. Zunächst bemerke ich, daß der Ausdruck nicht für die Oesfentlichkeit bestimmt war. Ich nehme aber keinen Anstand, hier öffentlich zu erklären, daß der Ausdruck das höchste Erstaunen darüber bekunden sollte, daß eine Anzahl von Berliner Genossen sich dazu hergegeben hat, während der Parteitag in Halle in eifrigster und ernster Weise für die Interessen der Partei thätig war, den Delegirten in den Rücken zu fallen und ihre Arbeit,.'auf irgend einen Bericht hin, in so ab- fälliger Weise zu kritisiren. Das hätte doch Zeit ge- habt bis zur Berichterstattung der Delegirten und die Vertreter Berlins hatten doch gewiß ein Recht darauf, nicht ungehört verurtheilt zu werden. Ein solches Vor- gehen ist durchaus nur tadelnswerth und es ziemt sich nicht für Parteigenossen, daß man die Delegirten, während dieselben auf dem Parteitag thätig waren, in dieser Weise be- handelt.(Unruhe.) Wo in aller Welt ist es in der sozialdemo- kratischen Partei jemals dagewesen, daß man über Abwesende zu Gericht fitze? Ich bin daher genöthigt, meine Aeußerungen dem Sinne nach vollkommen aufrecht zu erhalten.(Unruhe.) Wenn die auswärtigen Delegirten eine gewisse Voreingenommenheit gegen die Berliner gehabt haben, so ist das angesichts der Opposition, wie sie von einem Theile der Parteigenossen in jüngster Zeit geführt würde, nicht zu verwundern. Allein der Umstand, daß die Erklärung der Berliner Delegirten:„Die Berliner Genossen stehen nach wie vor in prinzipieller sowie taktischer Beziehung auf dem Boden der Partei", vom Parteitag mit lebhaftein Bei- fall begrüßt wurde, liefert den unwiderruflichen Beweis, daß so wenig von einer Spaltung innerhalb der sozialdemokratischen Partei die Rede sein kann, auch davon nicht gesprochen werden kann, daß die Berliner Genossen in der Partei mißachtet seien. (Besiall.) In unserer Partei hat Jeder das Recht der freien Kritik, allein der Einzelne muß sich der Gesammcheit unter- ordnen. Wer das nicht vermag, der kann zu unserer Partei nicht gehören. Ich bin der Meinung, daß die Genossen in Berlin nun endlich die Streitart begraben und lediglich unserem gemeinsamen Ziele zustreben sollen, unbekümmert darum, ob der Eine oder der Andere abweichender Meinung ist.(Stürmischer Beifall.) Tischler Franz Berndt(Kougreßdelegirter): In meiner Ab- Wesenheit ist eine gewisse Animosität gegen mich in Szene gesetzt worden.(Unruhe.) Es ist behauptet worden, ich hätte früher zur Opposition gehört. Ich bin stets gegen die Opposition, wie sie von gewisser Seite in Verlin gemacht wird, eingetreten. Ich bin damit nicht gegen die freie Kritik. Ich bin allerdings früher gegen die Betheiligung an den Sladtverordneten-Wahlen gewesen, allein die Verhältnisse haben mich eines Anderen belehrt. Ich bin zu der Meinung gelangt, daß wir den reformatorischen Weg einschlagen müssen. Mit der Phrase:„wir sind keine reforma- tonsche, sondern eine revolutionäre Partei," richten wir nichts aus. Wir müssen uns den Boden erst ebnen, wenn wir zum Ziele gelangen wollen. Daß die große Mehrheit der Berliner Genossen nicht auf Seiten der Opposition steht, hat die große Versammlung bei Lips bewiesen.(Rufe: Bedet-Versammlung!) Die Opposition bezeichnet allerdings alle Diejenigen, die nicht mit ihr übereinstimmen, nach dem Ausspruch des Dr. Wille als „Hammelheerde".(Unruhe.) Ja es ist auf dein Kongreß gesagt worden: diese Versammlung haben vieleLeute besucht, um einmal den Abg. Bebel sprechen zu hören.(Rufe: Sehr richtig!) Ich bin der Meinung, in dieser Versammlung war ebenso viel Intelligenz vertreten, wie in jeder anderen.(Große Unruhe.) Wie die Opposition operirt, erhellt der Umstand, daß dieselbe es vereiteln wollte, die Wahl der Delegirten in allen Berliner Wahlkreisen am 1. Oktober vorzunehmen! Die Opposition wollte, daß die Ver- sammluugen behufs Wahl der Delegirten der Reihe nach statt- finden, damit in allen Versammlungen die oppositionellen Elemente gleich stark vertreten seien.(Unruhe.) Also nicht ich habe die öffentliche Meinung getäuscht, sondern die Opposition wollte dies thun. Ich habe stets rückhaltlos meine Ansicht aus- gesprochen und muß es zurückiveisen, daß ich ein gebundenes Mandat gehabt habe.(Beifall und Widerspruch.)— Weber Neuhaus: Er müsse zunächst bemerken, daß die Agitation für den Massenaustritt aus der Landeskirche von den Genossen des vierten Wahlkreises ausgegangen sei. Im Uebrigen bemerke er, daß Berndt früher wohl zur Opposition gehört und geradezu auf die Fraktion geschimpsl habe. Ganz besonders habe sich Berndt gegen die Betheiligung an den sächsischen Landtagswahlen erklärt. Er könne nur erklären, nachdem er gelesen, wie sich Berndt in Halle verhalten, daß derselbe ein Aufschneider sei.(Beifall und Wider- spruch.) Töpfer David: Er müsse das Verhalten Berndt's als Mantel- trägerei bezeichnen.(Unruhe.) Auch könne er sich keineswegs mit der Neuner- Kouimission einverstanden erklären, daß die Bezeichnung„Spitzel" für die Berliner Genossen keine Be- leidigimg sei.— Vors. Stadtv. Zubcil: Da der Genosse das Urtheil der Neilner-Kommission noch gar nicht kennt, so steht es ihm auch nicht an, dasselbe zu kritisiren.(Beifall.)— Tischler- Scholz: Wie verhält es sich denn mit dem Briefe des Genoffen Felgentreff, in dem dieser den Vorschlag macht, den Genossen Werner durchzuhauen?(Heftiger Lärm.)— Resiaurateur Niemetscheck: Diesen Brief hat nicht Felgentreff, sondern der Saltler Berg geschrieben.(Rufe: Felgentreff hat diktirt. Lärm.) — Tischler Grundmann: Ich muß es tadeln, daß das Bureau die Bezeichnung„Berliner Klique" nicht gerügt hat. Ich bin auch dafür, daß wir die Streitaxt begraben, allein das Recht der freien Kritik können wir uns nicht nehmen lassen.(Beifall und Widerspruch.)— In ähnlichem Sinne sprachen Tischler Bogasch nnd Tischler Klose, während Tischler Reisner und Buch- binder Schneider zur Einigkeit mahnte».— Buchbinder Feldmann: Die Genossen müssen gegenüber der Partei- leitung das Recht der freien Kritik haben. Jedenfalls sei es besser, die Opposition trete offen hervor, als wenn sie künstlich zurückgehalten werde. Es sei jedenfalls zu rügen, wenn man die Opposition mit Koth bewerfe. Es müffe jeder so viel Taktgefühl haben, um auch die gegentheilige Meinung anhören zu können, selbst wenn dieselbe nicht mit der Ansicht der Abgeordneten über- einstimme.— Möbelpolier Reuter: Werner hat bei Lips die Menge, die dem Genossen Bebel zujubelte,„Hurrahkanaille" genannt, allein während der Wahlbeivegung habe es sich Herr Werner sehr gern gefallen lassen, wenn er in seinem Wahlkreise mit Hurrah empfangen wurde. Ich habe niemals bei dem Erscheinen eines Abgeordneten in die Hände geklascht, denn ich bin der Meinung, die Abgeordneten sind nicht mehr wie jeder andere Parteigenosse, sie thun, im Verhältniß zu ihren größeren Fähig- keilen, nur ihre Pflicht. Im Uebrigen erachte ich es für dringend nothwendig, die Streitaxt nun endlich einmal zu begraben. Dazu gehört aber auch, daß das„Berliner Volksblatt" ihr Waschfaß, den Sprechsaal, abschafft.(Beifall.)— In ähnlicher Weise äußerte sich Zigarrenarbeiter Witzle.— Der Vorsitzende, Stadtv. Zubeil, ließ nunmehr abstimmen, ob Abgeordneter Singer noch das Wort erhalten sollte, obwohl die Rednerliste bereits geschlossen sei. Die übergroße Mehrheit der Versammlung erklärte sich dafür. Nach geschehener Abstimmung ertönte der Ruf:„Hammelheerde!" Es entstand infolge dessen ein derartiger Tumult, daß der beauf- sichtigende Polizeiofsizier Miene machte, die Versammlung auf- zulösen. Abg. Singer: Die heutige Versammlung wird nicht dazu beitragen, die etwa vorhandene Voreingenommenheil gegen die Berliner zu b.seitige». Ich habe allerdings auf dem Kongreß eine solche Voreingenommenheit nicht wahrgenommen, allein wenn dieselbe bestanden haben sollte, dann war dies lediglich Schuld derjenigen Berliner Genossen, welche monatelang vor dem Parteitag in verwerflichster Weise gegen die Fraktion gehetzt haben. Es ist sehr bedauerlich, daß sich die Genossen heut, anstatt über das glänzende Resultat des Parteitages in Halle erfreut zu sein, sich hier derartig persönlich anseindeu. Die Fraktion gesteht jedem Genossen das Recht der freien Kritik zu, allein die Abgeordnelen nehmen dasselbe Recht für sich in Anspruch. Deshalb, weil Jemand Abgeordneter ist, hat er doch noch das Recht, Verleum düngen zurückzuweisen. Wenn den Abgeordneten„Korruption" und „Versumpfung" vorgeworfen wird, dann verlange ich Beweise dafür, und wer folche Aeußerungen macht, ohne dieselben zu beweisen, den erkläre ich für einen ehrlosen Verläumder. Ich will ununtersucht lassen, ob Berndt Recht oder Unrecht hat, jedenfalls war es nicht gerechtfertigt, ihm in den Rücken zu fallen. Daß der Organisa- lionsentwurf in der Form angenommen, wie er von der Berliner Opposition vorgeschlagen wurde, ist unwahr. Ich glaube aber, daß wir Besseres zu thun haben, als zum Gaudium unserer Gegner um kleinlicher persönlicher Dinge wegen uns herumzu- streiten: Denn das muß sestgestellt werden, daß von Niemanden heut Abend auch nur die geringsten sachlichen Einwendungen gegen die Beschlüsse des Parteitages gemacht worden sind. Alle Redner haben einstimmig erklärt, es existiren keine sachlichen Differenzen in der Partei und was wir abgesehen vo» den Ausführungen der Referenten von den Genossen des vierten Wahlkreises heut gehört haben, muß ich, so leid es mir auch thut, als kleinliches persönliches Gezänk bezeichnen. Genossen! Eine große Arbeit steht uns bevor; wir müssen die Scharten ausioeyeu, die die letzten 12 Jahre des Sozialistengesetzes ge- schaffen. Dazu bedarf es der thätigen Mitarbeit aller Genossen. Deshalb ersuche ich Sie, allen Streit nun endlich ruhen zu lassen. Erinnern Sie sich des 20. Februar, an dem der glorreiche Auf- marsch der sozialdemokratischen Armee erfolgte; denken Sie an den 1. Mai und an den 80. September, diese Merkst eine in der Geschichte der Partei; blicke» Sie zurück auf die Kongreßwoche in Halle, wo die ausländischen Genossen mit ihren Brüdergrllßen die Versicherung verbanden, daß das Proletariat aller Länder die deutsche Sozialdemokratie als die erste Vorkämpferin für die Be- freiung der Menschheit ansieht, und dann fragen Sie sich, ob es mit der Ehre und Würde der Berliner Genossen vereinbar ist, noch länger die kostbare Zeit in persönlichen Zänkereien zu ver- geuben. Ich weiß, die Berliner Genossen in ihrer gewaltigen zahl werden die richtige Antwort finden und unbekümmert«-■ einzelne Störenfriede das Baniier der Partei hochhalten. kennen nur die eine alte Parole: Eine Partei wie die UnsiZ- märschitt vorwärts, vorwärts und immer vorwärts.(Stiirmis� Beifall)._ Persönlich bemerkte noch Buchdruckereibesitzer Werner: L wolle die Streitaxt begraben, die Abgeoroneten mögen ad auch dafür sorgen, daß das„Berliner Volksblatt"(-'f. falls die Streitaxt begrabe und ihn(Werner)»iP fortwährend beleidige. Betreffs des Briefes, den treff an Grillenberger gefchrieben, bemerke er, es allerdings auch innerhalb der Sozialdemokratie Lm, gebe, die für die Prügelstrafe seien.— Kaufmann Felgenw« erklärte unter großer Unruhe der Versammlung, daß er den sich lichen Brief nicht geschrieben habe.— Endlich wurde dem TiM Berndt gegen eine starke Minorität ein Vertrauensvotum«IP und einstimmig folgender Resolution zugestimmt:„Die sammlung ist mit den Beschlüsse» des Parteitages einverstandm verspricht, alle persönlichen Gehässigkeiten bei Seite zu lassen dafür zu wirken, daß das Banner und die Prinzipien der Sozw' demokratie in immer weitere Kreise getragen werde."—-L einem dreifachen Hoch auf die Einigkeit der Sozialdemokra» schloß alsdann die Versammlung gegen 1 Uhr Nachts. Nrffrntlichc x>crsa>nn>l»»g der Damenmänlel- Schneider und sicher in der Besieldungsindustrie beschäftigten Arbeiter und Arbciterinmuck. Dienstag, de» 28. Oltober, Abends 8% Uhr, Orantenslrahe 150, M.„j entral-Festsälen. Der wichtigen Tagesordnung halber ist es Pflicht et« eben zu erscheinen. sNähireS OiensiagS-Annonze.t x.------ wj.... i... den OM ver ziercin Keriiner Aausdicner hält am Montag,' Abends 9 Uhr, Kommandantenstr. 77—79, einen geselligen Ab> end ab. stehe Inserat.)„ vestentliche Nersuiniulung für Männer und Frauen am»f« tag. den 26. Oktober, Abends fl Uhr, in den Zentral-F-stsälen, Or»»� slrahe 180.— .t-z roste öss.ntiich, Persammlung fSmintticher in der Wäschebranche?' schaftigleu Arbeiter und Arbeiterinnen, wie: Zuschneider, Nähert««� Plätterinnen, Stentplerinnen. Knopflochmacherinnen je. am Montag,°° 27. Oktober, Abends 8 Uhr, im großen Saale der Brauerei FriedritW- (früher Lips) am Konigsthor. «r«he ösfrnttiche ZitodeUtikchl-r N«rkammi»ng am Monlag, 27. Okiober, im Lolale des Herrn Schröder, Wedding-Park, Wnllerstr.. Frei« Ziereinigung der Karionorbeiter. Montag, den 27. CR"" Abend?«X Uhr, Be> sammlung Bei Saeger, Brüner Wea 2».„ Zes-tllub Karl iilarr. Sonntag, den 26. Oktober, Nachmittag« n Oefsentsicher Vortrag für Männer und Frauen tn der„Berliner Bockbrauiw am Tempelhofer Berg. Fachverein siimnitlicher an Lol,t>earb«itu»g«-zUaschin,n f>0t-r Arbeiter. B-n-ral-Bersammlung am Montag, den 27. CN°°. Abends 8% Uhr. bei Feuerstein, Alte Jakobslraße 7«. Tage«°r°n« i. Kassenbericht vom 2. Quartal. 2. Lokalsrage. 3. B-rschl-d-neS und wA kästen. Zu dieser Bersammluug stnd die Koll-gen au« dem Norden M«]"* "*''''-->—-'--•-fc.- wtvsSL»vci ji.iw wie jiuuoycu uuw wen» eingeladen. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird 9cB'(t(iin Zehrkursus der Kerlinor Arbeiter und Arbeiterin»»»»ur � Hilf« bei Unglückssälle»«Männliche Abiheilung). Montag, den-7. Ktz,- Dr. Bernstein.' 2. Nebungsstunde. 3. Bibliothekausgabe. Abends Uhr, bei Feuerstein, Alte Jatobttraße?ö. 1. Bortra legenheiten. Nur Herren als(Säfte haben einmalige» freien Zutritt. Jentral-Sranben- nnd Sierdriinflr der Schnhinacher und verm � Berufsaenossen Teutschlands.(E. H. a:, Oertliche Berwalttmasslelle» Mitgsieder-Versammluug am Montag, den 27. Oktober, Abend« Ja artjl Köpnickerslr. Ivo bei Mündt. Tagesordnung::. Abrechnung vom 3.» 1890. 3. Verschiedene«.. Johanniothai. Große öffentliche Versammlung für Männer UN9 v.zg» -onntag, den 26. Oktober, Nachmittags» Uhr, im Saale de« M Ludwig(Klttnschefski). Srohr iiffentiich che koiialdeinokratische Zlo>!isv«rsun>ml«vZ,„ajl Niedlr-Karnimer Malsikrrilr» am Sonnlag, den 26. Oktober, 12 Uhr, im Saale des Herrn Dewein, Weißensee, Könlgs-Ehaussee. Frei» Veerinignng der im Zlergolder- Gewerdr Arbeiterinnen Keriino. Große Arbeiterinnen-Versammlung am den 27. Oktober, Abends 8% Uhr, tn Scheffer'« Lokal, Jnselstr. 10. SB.®i Literarisches. No»» der ,,Ueur» Zeit"(Stuttgart, I. H, Verlag) ist soeben das 4. Heft des 9. Jahrgangs erschienen dem Inhalt heben wir hervor: Wie die Bourgeoisie che" 0. lution gedenkt. Von G. P l e ch a n o w. Deutsch Kritschewsky.— Briefe aus England.— Dt« gängerei. Von Max Schippe l.— Der sozialdemo» fyj Parteitag.— Notizen: Neber künstliche Befruchtung-"& Auswanderung.— Literarische Rundschau: de la Question Sociale."— Feuilleton: Später. Sozia» von Minna Kautsky. des Sprechsaals, soweit Raum rechung von Angelegenheiten aug.�I»> mhrt sich aber gleichzettig dagegen, idenlifizirt zu werden. wp mm'»Verl. Volksblatt"»g„r n Zimmerer Bor'N, Die Redaktion stellt die Benuhun geben ist, dem Publikum zur Belprechung Auf Grund der in Nr. 245 des Vorstand der Freien Vereinigung der.......-.Znlicb«* J"' pflogenen bewupten Verleumdungen, erklaren ue Vorflandes des Lokalverbands Berlin, Verband de sowle Mllglieder des gewesenen Gcsellenausichu,ses Vorstandes des Lokalverbands Berlin, Verband der-1 sowie Mitglieder des gewesenen Gesellenausschuffes,-- und Beauftragten, daß sie es unter ihrer Würde halt j diese gemeine Verdächtigung die Spalten der Arbecker g« beschmutzen, eingedenk des Sprüchwortes: Wer a ch tn„ tsiiti greift, besudelt sich. Wir überlassen es de»»/ Kameraden, über solche Handlungsweise zu nrthellen, p ff pst Druckerschwärze sind zu schade, um es ferner gegen Leym Konsorten in Anspruch zu nehmen.. Im Austrage„der geistigen und thätigen Kräfte« . O r t l a n d, Vorsitzender. H. Knüpfer, Kassirer. Vepeli5»en. ■XÜt (Wolffa Telegrazchrn-Kureau.) Konflantinoprl, 25. Oktober. Meldung Conftantinople". In dem gestern beendeten Hochverrat rn gegen 10 Armenier wurden 4 der Angeklagten zum �.�jelsist. theilt; die Uebrigen erhielten Kerkerstrasen von vtV«„gilt Dauer. Die Beschuldigten gehörten einem Reuoluttotis.�z w an. ivelches die Konstituirilng der Unabhängigkeit Arm» � h.st. zweckte und sich revolutionärer Handlungen schuldig 0�", ei»' Einer der Angeklagten hatte den Mordversuch(siS„ Priester während des Gottesdienstes in der Kathedrale#9 kapu gemacht. Bei der Verhaftung eines anderen klagten wurden in seinem Besitze Schriftstücke revolickion rakters vorgefunden. }egründetl879| Aeltestes Ge- schält der Brauche im Osten. ! jGeyräudet 1879. Aeltestes Geschält der Brauche Im Osten. Winter-Paletots von 15— 50 Mark, Anzilije, Rock- Ni» 3i#0 Ww« von 15—50 Mark, sowie Arbeitssachen und Knaben- Anzüge in nur guten Stoffen und nur Berliner Arbeit empfiehlt das in allen Kreisen und Vereinen als reell bekannte fitvreu-«nd K»al>r»-Gi,rd»rol>en-G«schiift von 1521 J. Lindenbaum, 139. Gr. Frankfurterstrasse 139, zweites Haus an der Fruchtstraße. Spezialität: Anfertigung«ach Maah. FPWQf4l Tanz-Institut, » riclatllj Dresdeners(r. 10. Ein neuer Lehrkursusf. Damen u.Herren beg. Sonntag, 2. Novbr, Nachm. 4 Uhr. Meld. Adalbertstr. 93 und bei Beginn des Unterrichts._ 1551 Tanz-Untmicht. Grunow, Krunurnstr. 9. November beg. ein Sonntag- und Wochentag- kursus. 1612 Allen Männern der Arbeit empfehle mein Cigarren- und Tabak-Geschäft F. 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Berliner Reichstags Wahlkreises gmp..."'» Moutag. d»tt 27. COhtölrj-r, Al.rnds 8 3(1, r, "»„Zchwarrmüilrr'» Kalo,,." KoZUrt-ger-Straß-'N»-. S3.-MiM , m � T a g e s- O r d n u n g: S. Verschiedencs Delegirten vom Pavteiwg zu Halle. 2. Diskussion. -----— Oer Einberufen W. Marten. e ösftlitliihe kiir Frauen und Männer � Dienstag, den 28. Oktober, Abends 8 Uhr, im grossen Saale der Brauerei ,, Friedrichshain". u.. Tagesordnung: l. Was bedeutet:„Religion ist Privatsache?" Referent 'ok U8' 2. Diskussion. jri-q Ter wichtigen Tagesordnung halber bittet recht zahlreich zu erscheinen Der Einberufer. GrT öfientl. Yolksfersaimlung für Manner und Frauen SMST«" CöpenJck"WW a»n Dienstag, den 28. Oktober de. Js., Abenos 8 Uhr. Tagesordnung: 1. Bericht über den Parteitag. Referent W. Werner. • Diskussion. 3. Verschiedenes. 1547 Der Einberufer. Achtnag! lliltttßühnNs-Ltrtin iier Wmm W Westeus Berlins r am Sonnabend, den I. Novbr., im Etablissement Königshof, BUlowstrassc Mo. 37, sein Hl. Stiftungs-F est. n der Kasfeepause(Yrsattgo-Uortrüge. Fcllvcde, gehalten vom Kollegen m rc. Herrn Fritz Wilke aus Braunschweig. l sind bei folgenden Komitecmitgliedern: C. Schröder, Alvens- s,..- itrahe 19; G. Rtüller, Grunewaldstraße 108; I. Doinenick, Kolonnen- in Ritze, Grunewaldstraße 113; H. Nicoley, Golzstrahe LS, und in mit Plakaten belegten Lokalen zu haben. BfST Anfang 8 Uhr. Biliets 50 Mg.-®B 1S5ö freunde und Gönner ladet ganz ergcbcnst ein Das Komitee. Große öffentliche Versammlung a,,6r in der Bekleidungs-Indnstrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Riontns, de» 27.(Oktober, Abends SV, 3(1, r, tu de» ,, Armin- Kalle»", Kom»ta«danten-Ztrake J!o. 20. ifisordnung: 1. Abrechnung der Kongreßkommission. 2. Wahl eines iSj, n�n�iuannes.— Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Kongress-Kommission. Grosse �ei«samm3ajng Allgemeinen Arbeiterinnen- Vereins a sämmtlicher Berufszweige Olen.t0 r'' n a und Umgegend, Filiale I. Moabit. 8taB> 28. Okt., Abends S'/s Uhr, im Lokal des Hrn. Ilges, Wllsnackerstr. 63. T a g e s- O r d n u n g: l. Vortrag des Herrn Türk über:„Hexenprozesse." a Diskussion. Ausnahme neuer Mitglieder. -- Verschiedenes. Damen und Herren als Gäste haben Zutritt. Zur Deckung der Un- l%i, nndet Tellersammlung statt. Die Urvolliiiächtigtr: Frau L ä p k i. �rosse öfientl. Versammlung gder Fabrikarbeiterinnen '««ftog, den 28, d. M.. Abends 8'/s Uhr, in Uehel's Salon, Naunynstr. 27. 1 nv. Tages-Ordnung: faniuiptf j."16. Zustände und Lohnverhältnisse der in der Fabrikation der beschäftigten Arbeiterinnen. Referentin: Fra» Gubela. bna m c 8" bleiben die von der Fabrik abgezogenen Strafgelder dur o ,Itcu des Meisters Ritze dem gegenüber. 4. Verschiedenes. "�tiunV Kennug der Unkosten eine Tellersammlung. Ter wichtigen Tages- "'(iterin».� �'�ct um zahlreiches Erscheine», ganz besonders der Fabrik- 1537 Di» Einbrruferi». . äcMumgl «ier Buchdruckerei und Kontobdoher- i% 1591 J Rosenthal ßn j. 8. GröNllj, 'er«i�nstr. 97 dauert fort. Näheres am Mittwoch �Zll�Wersammlung im ——___-« ßjiabe's Kestaurant, "5" .�roljeo Hdssst------ Böhmischen Brauhause. ''•«äh-IMi Weis«- und feSÄÄÄS 1111«"Ugen Besuch __ fr. /*'. Pr&hUch, Manteusfelftr. 86. Willig au e'uf' Kostüme sert. sauber Königgrätzerstr. 62. GW-MZ "»et zu verg. Schön- itfcbel ir.Ri Soidmer, welche dem neugcgründeteu Verein bei- treten wollen, werden gebeten, sich heute, Sonntag, Abends 8 Uhr, bei W u ttke, Friedrichsbergerstr. 24, einzufinden. 1592 Stenographie. Der in vor. Dienstags-Nmnmer an- gekündigte»«cutgrttl. Kursus beginnt am Mittwoch, Abends 9 Uhr, im RestaurantSeidelstr. IG, und werden Anmeldungen daselbst entgegengenommen. 1625 Clausen. Allen Freunden und Genossen empfehle mein Cigarren», Cigaretten-, Pfeifen-, Cigaretten spitzen» und TabakvGeschäft. 1567 W. Lindeiiiaiiii, Krim/tr. 21 Allen Schuhmachern empfehle meine Schäfte- Fabrik nebst Lager sämmtlicher Artikel. P. Hühl, 1581 Ramiynstr. 74, H. p. Unserem Freunde und Genossen Wilhelm Voss zu seinem heutigen Wiegenfeste die besten Wünsche von seinen Freunden H., B., K., G., E. Das thut meinem Mägelche wohl. Unserem Freunde und bewährten Genossen 1577 August Schultze in Rixdorf zu seinem heutigen Geburts- tage ein donnerndes Hoch! Achtung! Die heutige Versammlung für Männer 1697 Der Einberufer. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 26. Oktober, Abends 7V2 Uhr, Kommandantenstr. 20 in den Arminhallen: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über: 1487 Moralische Cleichmachnel. Nachher gesellige Unterhaltung und Tanz.— Gäste, Damen und Herren, willkommen.— Der Vortrag beginnt präzise 8V2 Uhr. Achtung! Säimntlicye Rohr- Arbeiter werden freundlichst gebeten, am Sonn- tag, den 26. d. Mts., in F e i n d t' s Restaurant, Weinstr. 11, zahlreich und Punkt 10 Uhr zu erscheinen. 1582 Mehrere Kollegen. Oeffentl.Versammlung der Scbmiede von Rixdorf und Umgegend am Mautag, den 27. Oktober, Abends 8V2 Uhr, Deutsches Mirthshaus, Bergstr. 120. Taaes-Ordnnng: Vortrag.(Referent wird in der Ver- sammlung bekannt gemacht.) Alle in der Schmiederei Beschäftigten sowie Freunde und Gönner werden zu dieser Versammlung eingeladen. 1546__ Der Giuberufer. Verein Berliner Hausdiener. Montag, den 27. Oktober, Abends 9 Uhr, Gralweira Biorhallen, Kommandanten- Strasse 77—79: 1563 Geselliger Abend mit Damen, verbunden mit humoristischen Vorträgen und Tanz. Gäste willkommen. Verein der Klempner Berlins und Umgegend. Dienstag, 28. Oktober, Abends 8 Uhr, Große Versammlung im�Lokale Königshof, Bülowstraße 37. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Krüger. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedeues und Fragekasten. Die Mitglieder werden ersucht, die tragebogen abzuliefern. Gäste haben utrilt.[1549] Der Vorstand. Fachmeik für Schlosser unl) MaschillellbN-Arbeittt Berlins und Umgegend. Montag, 27. Oktober, Abends 8V2 Uhr, Große Versammlung bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Wilh. Wornor über:„Arbeiterorganisationen n. Unter- nehmerverbände." 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Entrichtung der Beiträge. 1548 4. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Dar Vorstand. Kr Filzschllharbeiter mii) BmWuojsev. HersavniroSiarog am Montag, den 27. Oktober er., Abends 8 Uhr, bei Z e m t e r, Miinzstr. 11. Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Kassirers. 2. Wahl des gesammten Vorstands. 8. Verschiedenes Um zahlreiches Erscheinen bittet 1568 Der Vorstand. Empfehle allen Freunden und Ge- nassen mein 1596 Nki«-«. MMitt-LM. Zimmer mit Piano fleht noch mehrere Tage für Vorstände, Zahlstelle« n. s. w. zur Verfügung. Achtungsvoll Fr. Zubeil, Naunynstr. 66. Allen Kollegen und Genossen die er- gebene Anzeige, daß ich in der 1532 Combivrtftr.IhwTchlUlkgeschilst eröffnet habe. Um gest. Besuch bittet Hormann Korneiiel. Ein Vereinszimmer zu vergeben. Hat-Fabrik OSCAR L1SK0W 47a. Lranieußr. 47a. Ecke Luckauerstraße. 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Custrin'....... Chemnitz Danzig....... Darmstadt Dortmund...... Dresden....... Dessau(Zuckersabr. Alten) Erfurt....... Clbing....... Cßliugcu...... Frankfurt n. M..... Freiberg i./S...... Forst i./fi....... Flensburg...... Güttingen...... Görlitz....... Gnescn....... Großdüugen.,... Hannover...... Halle a. S..... Hamburg..... Hildeshetm Hameln. Harn Holzminden. Königsberg i. Pr... Könitz...... Leipzig...... Lübeck...... München...... 157,— Mannheim...... 80, Magdeburg..... 500, Riesky....... 28,30 Nauen....... 41,60 Neumünster...... 10, Nürnberg...... 15,— Pirna....... 12, Regcnsburg..... 10,— Stuttgart...... 160, Seelom....... 3, Wolfenbüttel..... 753,75 Wilhelmshaven.... 71,70 Zittau....... 40, Zwickau....... 115, Von den Kollegen des Auslandes: Wien Finme 41,54 11,20 Mark. Winterthur...... 10,— Bern........ 19,27 Venedig...... 11,87 Kopenhagen..,;. 92,02 Reichenberg i. B.... 19,18 Brünn....... 12,27 Außersihl...... 10,- Geliehene Gelder: Magdeburg..... 1000,— Leipzig....... 650,— Zwickau....... Dresden....... Von den Berliner Gewcrken: Klempner...... Cementarbeiter.... Steinmetzen...... Putzer....... Schneider...... Militärschueidcr.... Schäftebranche.... Steinträger...... Hutmacher...... Vergolder...... Feilenhauer..... Schriftgießer..... Maler, Filiale 6.... Goldarbeiter..... Töpfer....... Lithographiesteinschleiser. Stcinbitdhauer.... Holzbearbeitungsmaschinen- Arbeiter...... Tapezirer...... Galvaniseure..... Parqnetbodenleger... Lohgerber u. Lederzurichter Tischler....... Glavöhandschuhmacher.. Diskutirklub, durch Herrn Schütze...... Herr Zigarrenarb. Freese Norddeutsche Buchdruckerei Von den arbeitenden Kollegen Sonstige Einnahmen... 300— 150,— 40,— 14,20 80,- 100— 80,— 30,— 30,— 60,— 90,— 30,— 25,— 31,10 3,30 20,30 100,- 10- 15- 30,— 20,— 20,30 18,55 43,90 75,— 10,- 15,25 3/— 45,75 543,— 62,25 ZolidaritätlZ iüte. Arbeiter! Nur welche nebenstehende! unter dem Schweißleder tra» gen, bieten Garantie, daß den Berfertigern gerechte» Lohn wurde! lW Kaust mrr Hüte: «est dieser Marke!"## In folgenden Geschäften sind Hüte Koutrolmarlir» zu haben: '"— nr t----- R mit H. Aerisens, Prinzensir. 28. F. Bay, Gr. Frankfurterstr. 66. Rud. Beisse, Chansseestr. 70. E. Bergemann, Markgrafenstr. 98. 0. Böttcher, Lichtenbergerstr. 1. A. Bracklow, Lothringerstr. 27. H. Bodinins Nfg., Potsdamerstr. 129. Alb. Binn, Landsbergerftr. 43. W. Böhm, Blücherstr. 11. H. Diederich, Oranienstr. 9. „ Mariannenstr. 43. 6. Dnnsing, Dresdenerstr. 6. A. Ernst, Barnimfir. 17. A. Fachs, Manteuffelstr. 35/36. „ Skalitzerstr. 39. Th. Gerlach, Linienstr. 39. Gast. Gross, Frankfurter Allee 167. 6. Gottmann, Frankfurterstr. 130. Fr. Haupt, Große Frankfurterstr. 145. M. Honsel, Wadzcckstr. 9. P. Fraude, Müllerstr. 183. A. Kehr, Köpnickerstr. 126. W. Kliem, Bernauerstr. 108. G. Köpke, Prinzenstr. 60. „ Potsdamerstr. 126a. J. Kock, Kastanien-Allee 80. Ph. Krnll, Rheinsbergerstr. 50. A. Lemke, Schönhauser Allee 138/139. 0. Liskow, Oranienstr. 47a. A. Lissmaun, Gerichtstr. 7. Arnold Lange, Brunnenstr. 136/137. M. Lntz, Manteuffelstr. 25. Meissner, Neue Hochstr. 43. Summa: 15 411,75 Ausgaben vom 21. April bis 23. August. Mark. Ausgezahlte wöchentl. Unterstützungen...... 13 996,25 Ausgezahlte Unterstützungen zur Abreise...... 82,— Koinmissions-Unkosten... 82,60 Entschädigung an das Streik- Komitee....... 117,— Porto lind Bestellgebühren. 05,14 Schreibmaterial..... 23,55 Für Agitation, Reisegelder, Konrrole und Inserate.. 300,20 Kosten der Revision... 20,— Geleistete Vorschüsse... 558,— Summa: 16 244,74 i B a n z. Gesamnlt-Einnahme Gesammt-Ausgabe. 15 411,75 Mark. 15 244,74„ Bestand 167,01 Mark. Aus dem Unterstützungsverein der Kupferschmiede Deutschlands sind an Unterstützungen 9100 Mark gezahlt worden. 1469 Das Streik-Comite. CiLadnei*. M. Cassardelli» Die Revisoren. E. Plaschke. E. Lehmann. P. Szymanski. F. BttttnerV"" • Institut. 21. Adalbertstr. 21. Jeden Sonntag Nachm. 3 Uhr . beginnen neue xrhrknrsr. 1 betragene MteMWer, ""d neue Ketten, Uhren-tr billlgst, Pfandleihe G. Häuser, Nostizstr. 51. 1300 C. Mewes, Andreasstr. 53. A. Nauen, Wrangelstr. 99. C. Polvoigt, Bülowstr. 18.(Eingang Frobenstr. 12.) C. Rättig, Fehrbellinerstr. 88. W. Röhrich, Frankfurter Allee 118a. A. Rossdeutscher, Waldemarstr. 63. 0. Rader, Fürstenwalderstr. 2. W. Rother, Nostizstr. 20. E. Barsch, Stralauerstr. 13—14. C. Schmidt, Köpenick, Kietzerstr. 41, W. Sy, Brunnenstr. 139. 0. Schulze, Fehrbellinerstr. 93. A. Schlegel, Brunnenstr. 33. C. Schulz, Zionskirchplatz 6. F. Sporreuter, Poststr. 16. J. Stobey, Oranienstr. 170. Rud. Wegeuer, Stromstr. 59. A. Wittenbecher, Moabit, Lübeckerstr. 4. W. Wille, Köpenick, Grünauerstr. 2. W. Hildebrandt, Schönhauser Allee 4. W. Zapel, Skalitzerstr. 131(neben Frister u. Roßmann). Stresemann, Neue Königstr. 11. L. Vetter, Alexandrinenstr. 99. C. Adler, Köpenick, Grünstr. 38. C. Böttcher, Friedrichshagen. 0. Mühlberg, Biesenthalerstr. 18. E. Dittmer, Ackerstr. 68 a. P. Kunz, Prinzen-Allee 87. E. Rieck, Badstr. 64. 0. Jörs, Pankstr. 5 a. H, Wir haben verschiedene Adressen streichen müssen, weil Beschwerden über die Geschäftofiihrung bei uns eingelaufen sind. Wir bitten die Genossen dringend, den von uns veröffentlichten Geschäften Beachtung zu schenken und genau darauf zu scheu, dah die Marke nicht erst beim Kaufen eingeklebt wird, was stets als Betrug zu betrachten ist. Alle Unregelmäßigkeiten bitten wir an uns zu berichten. Die Arbeiter-Kontrol-Rommission. 1570 I. 91.: C. Kempe, Georgenkirch- Platz 8, NO. R�be schiu s-IOn Parade-Garten am Tempelhofer Felde, hinter dck Bockbrauerei. Jeden Sonntag! Grosses Frel-Concer' in den neu dekorirten Sälen. AuM dem empfehle meine reichhaltige SpGs' karte ä la carte. Frischer Hasen-"J. Gänsebraten, Eisbein und Sauerkohl Großer Frühstückstisch, vorz. Weiß-un» Bairisch Bier. 1533 M. Uhle�, leine BuGMung verbunden mit... 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Beilage zum B Nr.%50. Konntag, den L6. Oktober 1890. T* Jahrg. In Sachen Kräcker ..Fränk. Tagespost" einen längeren Brief, den die Br-s? � so bubenhaft verleumdeten Mannes an die„Neue �nleilen�- �richtszeitiui g" gerichtet hat. Tie„Fr. T." schreibt den Persönlichkeiten, welche sich ganz besonders tbin ä�'. die Frage der eisernen Maske„aufzuklären", dem.1- ein sicherer Herr Maximilian Schlesinger hervor, mit K�.s �uns neulich schon kurz beschäftigt haben, dann ein Herr slt,.i„?NNndt, früherer Intimus Hasselmanns. Der letztere Herr J, nut Herrn Schlesinger irgendwie in Geschäftsverbindung vielleicht auch noch mit— anderen Leuten. Damit auch DerR«»"«1®® Preßorgan in dem sauberen„Kampf" nicht fehle, Suripr" ns6"- ö.e allerhand nette Artikelchen im—„Fränkischen dem ssl wirklich erfreulich, daß zn den gemeinen Zlngriffen iDurx. das gemeinste Blatt richtig herausgefunden haben �vrenknrier ist zu solchen Veröffentlichungen immer zu den Schlesinger'schen Veröffentlichungen spielen gewisse svdan'g�n des verstorbenen Abgeordneten Kräcker eine Rolle, demnfl t«'ne oon Breslau ausgegangene Warnung im„Sozial- Eebpi t einem Herrn Conrad, der seiner Zeit im Breslaner Tie m Mdsprozeß m,t angeklagt war, aber.freigesprochen wurde. werR» � Parteigenossen, welche vor Conrad warnten, M � wohl ihre Gründe dafür gehabt haben;>vir sind des forwu. �er nicht unterrichtet, und wissen nur, daß er des wurde Verkehrs mit dem Polizeikommissar Feder beschuldigt zu imf??llien Kräcker aber glauben wir unsere Leser am besten A»>' wenn ivir nachstehend eine Zuschrift von Frau a>> T' �kr Wittwe des Verstorbenen, welche dieselbe öffentlich�,, ene®VC*lauev Gerichtszeitung" gerichtet hat, ver- oeitn'/ä"-P?" letzten Nummern der„Breslauer Gerichtszeitnng" Reibe d'�ei'r Maximilian Schlesinger die Freiheit, eine >nein°� nichtsivürdigsten und bubenhaftesten Verleumdungen gegen Ä verstorbenen Gatten zu schleudern. »attvl?'ch die Angriffe auf die Ehre meines Gatten zu will irf-s will ich mich dessen unterziehen. Vorausschicken ScKW l�hoch, daß ich mich einer Recht, ertigung Leuten vom »Nterit.n®wcs Schlesinger, Conrad u. A. gegenüber nicht zn färti»!..•'L sondern daß nachstehende Erwiderung nur ge- der R?-/' äu zeigen, daß die„sensationellen Neuigkeiten" Söaeii n v0Uer Gerichls-Zeilung" aus dem Leben meines Gatten hg,,. �wd, und zwar Lügen so gemeiner Natur, daß jeder ehren- all«. a�Neigenosse sagen wird: Schade, daß Leute, wie der Ver- ai,| der Artikel über„Die eiserne Maske", nicht schon viel früher Partei hinauskomplimentirt wurden! init C"®® das perfide Geschreibsel der„Bresl. Gerichts-Zeittmg" daß'Röthigen Aufmerksainkeit durchliest, findet bald heraus, >mt diesem namentlich eine Ehrenrettung des früheren tzttschen Agitators Conrad, der nach dein berüchtigten betrnÄ� Sozialistenprozeß von den Parteigenossen als abgethan Met worden ist, in Szene gesetzt werden sollte. tichtz-Z�"u>/«'!' weiß die Redaktion der„Breslaner Ge- Pattf� die Ausstellungen, die an diesem Herrn von Seiten der >st Mri?*no''.en seiner Zeit gemacht worden sind, begründet waren, daß, ,uelne Sache, zu beurtheilen. Nur das eine sei erwähnt, W,ltner Brief, den Herr Conrad dem Mitangeklagten Naumann Vi., der öffentlichen Verhandlung jenes Prozesses zusteckte,»m H>if" einein Geständnis! in einem gewissen Sinne zu ver- W- thatsächlich von Conrad geschrieben worden ist. L ztN erinnere mich noch recht lebhast, mit welchem Ausdruck s'nim achiuug und des Ekels mein Gatte sofort, als er aus der W,i.'P'llcheu Üntersuchungshast entlassen wurde, mir und wälh, dtnldern von den» Bubenstreich des Conrad erzählte. Er- der« will ich hierbei, daß die des Langen und Breiten von slauer Gerichts-Zeitung" besprochene Gegnerschaft meines Grnu!. prgen Conrad darauf basirte, daß jener in diesen von StlühflzT" kein Vertrauen setzen konnte. Daß er sich nicht schli-bnsk lehrte ihn obiger Vorfall, und dieser— belehrte * Feden.' Nur noch einige Worte über oben erwähnten (SatL, der hauptsächlich durch die„Unvorsichtigkeit" meines ßoiims Md nicht durch den„niemals unvorsichtigen" Herrn ver,.verschuldet worden ist. Wer sich der Breslauer Partei- viel.» Vffe m jener Zeit noch erinnert, und das wird wohl bei dessen, BreSlauer Parteigenossen der Fall sein, der ist sich vdiger-'.dstß ohne die„Hetze Conrad contra Kräcker" wäre. ... WWWL linf sich' �-»even haben. Lief,. t>0,lt mir natLffV später bei anderer Gelegenheit— und gestellt ivcrdcu' Seile— diese Sache in das richtige Äe�®p?n"Gelhrt» 4' der von dem Verfasser des Schmähartikels MMS--Z-SK.S >ii d-A Zunächst l"s Pls Abwehr gegen die Ehrabschneidereien AngA�das wiedergeben, was das„Berliner Volksblatt" & isOÄ'WÄ {Haiih(lüate" om„. sozialdemokratischen Partei ausgestoßen «S1SAS7S �ifie empsin. wstaftich 250 M. von der Firma Zimmer und ®' Diese Abfindungssumme war eine recht- Wie sauber und nett der Verfasser die Geldangelegenheit mit einem vor Jahren stattgesnndenen Majestätsbeleidigungs-Prozeß zu verknüpfen weiß, niacht seinem Charakter alle Ehre! Niemals habe ich eine dreistere und frechere Lüge gehört, als die, daß mein Gatte mit obiger Summe von der Firma Zimmer und Stürmer gekauft worden wäre. Besäße der Ver- fasscr des Artikels auch nur einen Funken von Ehrgefühl, so ivürde er Angriffe von einer so niederträchtigen Art und Weise auf die Ehre eines Tobten, unterlassen haben, umsomehr, als jene, wie ich nur immer betonen kann, lügenhaften Ursprungs sind. Sie sind aber das'Charakteristische an dem Verfasser der Schmähungen! Ich komme schließlich zur Widerlegung weiterer Lügen, die betreffs der Gemeinheit ihrer Natur mit den vorigen völlig gleichartig sind. Zunächst erzählt die„Breslaner Gerichts- Zeitung",„mein Gatte hätte den Breslauer Arbeitern vorgeredet, daß ihm der Gerichtsvollzieher seine letzte Habe zu pfänden drohe — der Verfasser hat hierbei den Tiätenprozeß im Auge — und daß darum diese armen Teufel eiligst Sammlungen ver- anstaltet und ihre Nothgroschen beigesteuert hätten, um den angeblich so hilflosen Herrn Kräcker von seinem Untergange zu retten." Nun, ich bemerke, daß mein Gatte niemals die Breslauer Parteigenossen zu Sammlungen für seine Person veranlaßt hat. Daß jene Zeit für uns eine Zeit der bittersten Roth war, das wissen die Breslauer Parteigenossen recht genau, nur der Ver- fasser der Schmähschrift weiß es nicht, beziv. will es Nichtwissen. Bekannt ist ja ferner, daß thatsächlich unser gesammtcs Mobiliar seiner Zeit versteigert worden ist. Wohl ist es dann von einein Parteigenossen aufgekauft und von diesem uns wieder übergeben worden, allein erst, nachdem wir den vollen Betrag für die Sachen jenem Parteigenossen zurück- erstattet hatten. Der vor zirka zwei Jahren nach Amerika ausgeivanderte Parteigenosse Fläschel war es, der unsere Möbel gekauft hatte. Ueber den Rückkauf derselben kann ich Quittung vorweisen. Bemerkt sei endlich noch, daß die Diäten, die mein Gatte während seiner Thätigkeit als Abgeordneter ans der Parteikasse bezog, keine extra hohen. Diätensätze waren, wie der Artikel der „Bresl. Gerichts-Zcitnng" in gehässiger Weise durchblicken läßt, sondern daß meines Wissens nach auch andere Abgeordnete der Partei dieselben Diätensätze bezogen, wie mein Gatte. Dies zur Steuer der Wahrheit! Ich ivürde mir etwas vergeben, wenn ich dem Verfasser der gegen die Ehre meines Gatten gerichteten Schmähartikel, der selbst die Grabesruhe mißachtet, uicht öffentlich ein Pfui! aussprechen würde."-- Mirovvcspondetijen. Zürich, 19. Oktober. Die Bewegung bei den Sozialdemo- kraten für die den nächsten Sonntag stattfindenden National- raths-Wahlen erreicht diesmal einen Umfang und eine Leb- haftigkeit, wie sie zuvor ans Seite der Arbeiter niemals zn be- obachten gewesen. Die für die schweizerische Arbeiterschaft nn- würdige Schlepvträgerci gegenüber der demokratischen Demogogie dürste nun endlich und hoffentlich für immer ein Ende erreichen. In Zürich ist der wahrhaft demagogische und bauernfängerische Versuch der Demokraten, sich hinter Greulich und einige Grütlianer zn verschanzen und durch dieselben ihre Geschäfte besorgen zu lassen, elendiglich mißglückt und das feige Beginnen, den Namen„sozialdemokratische Partei" zn verleugnen und unter der Flagge einer„Arbeiterpartei" zn segeln, hat zu einem kläglichen Fiasko der demokratischen Koulissenmänner geführt. Die Ans- deckung dieses verrätherifchen Spiels ist hauptsächlich der Mann- haftigkeit und Entschlossenheit der beiden Genossen Long und Seidel zu danken, die mit rücksichtsloser Offenheit für den Ans- schwang der Sozialdemokratie kämpfen und das Tischtuch mit den Herren Demokraten endgillig entzweigeschnitten haben. Untersttitzt wurden sie bei diesem Vorgehen durch das crmuthi- gende konsequente Auftreten der Genossen in Basel und durch das leitende Komitee der sozialdemokratischen Partei in Bern. Dasselbe veröffentlicht folgendes, für die Genossen in der Schweiz geltende einheitliche W a h l p r o g r a m m: Wir fordern unsere Genossen ans, von den Nationalraths- Kandidaten nachstehendes Wahlprogramm unterzeichnen zu lassen: 1. Gesetz über Bestrafung der Angriffe auf das Vereinsrecht der Arbeiter durch die A r b e i t s h e r r e n. 2. Abschaffung der politischen Polizei und Verhinderung jeder freiheitsfeindlichen und reaktionären Gesetzgebung im Bundes-Strasrecht und Anslieferungswesen. 3. Banknoten-Monopol mit Bundesbank(Staatsbank). 4. Wahl des Bnndesraths durch das Volk. 5. Einführung des proportionalen Wahlsystems für die eidg. Wahlen. 0. Obligatorisches Referendum und Initiative. 7. Allgemeine obligatorische Kranken- und. Unfallversicherung. 8. Erweiterung des FabrikgesetzeZ gemäß den Vorschlägen des schweizerischen ArbeitertagcS. 9. Verstaatlichung der Eisenbahnen und des Getreidehandels. Wir hoffen, daß die Arbeiter des Schweizerlandes mit aller Energie darauf hinwirken werden, damit das arbeitende Volk endlich auch einmal zn seiner ihm gebührenden Vertretung gelangt. Keiner fehle an der Urne! Das ist ein sehr praktisches Programm, das weder als extrem noch als utopisch von den Gegnern bezeichnet werden kann, das aber andererseits dadurch erhöhte Bedeutung erhält, als es eine Anzahl seit Jahren öffeittlichr behandelte Fragen und Angelegen- heilen zusammenfaßt, das sozialdemokratische Wahlprogramm hat also einen sehr aktuellen Charakter. Auch die Demokraten lönnen dasselbe schlechterdings nicht bekämpsen, allein sie sind nun einmal ans Gründen der Parteiherrschaft und der Oberhoheit Gegner einer jeden selbstständigen Arbeiterpartei und Arbeiterpolitik, die Demokraten wollen führen und regieren, alle die bezahlten und unbezahlten Pöstchen für ihre Leute haben und darum die Ab- neigung gegen alle sozialdemokratischen Strömungen. Nun diese Abneigung vermag nicht die Zirkel der Sozial- demokratie zu stören. Tieselbe arveitet munter fort, hält Massen- hafte Wahlversammlungen ab, agitirt in den Vereinen, in Werk- statten, vertheilt Flugblätter, arbeitet mit ihrer Presse, kurz sie ist auf der ganzen Linie an der' Arbeit und wir hegen die Hoff- nung, daß der 26. Oktober den ersten sozialdemokratischen Volks- Vertreter in der Schweiz aus der Wahlurne wird hervorgehen sehen. So weit bis jetzt die aufgestellten sozialdemokratischen Kan- didaturen sich übersehen lassen, sind es folgende: In Zürich Bjo gelsanger und S e i d e l, in B a s e l W u I l s ch l e g e r, in St. Gallen Zentralpräsident Heinrich Scherrer, in B e r n R e i ch e l und S i e b e n m a n n, in B i e l M e t t i e r, in S o l o t h n r n Staatsanwalt F ii h r h o l z, in L a u s a n n e FanqueZ; weitere sozialdemokratische Kandidaturen sind ans- gestellt im Kanton N e n e n b u r g und im B e r n e r Jura. Dagegen verlautet noch nichts aus Genf, Luzern, Glarus, Schaff- Hausen, Aargan u. s. w. In Glarus erhielt vor 3 Jahren Seidel Über 500 Stimmen als erster sozialdemokratischer Kandidat. Merk- würdig ist es, daß man im Wahlkreise W interthur, wo eine zahlreiche und intelligente Arbeiterschaar vorhanden, ans sozialdemokratischer Seite sich nicht rührt. Das Zentralkomitee der schweizer, sozialdemokratischen Partei schreibt für den 1. und 2. November die Abhaltung des dies- fährigen Parteitages aus, und zwar soll derselbe in Bern stattfinden. Die Tagesordnung lautet: Sonnabend, den l. November, Nachmittags 2V2 Uhr, im Biergarten(Aarbergergasse): 1. Mandatprüfung. 2. Abrechnung der Vertrauensmänner mit dem Kassirer (Genosse Wehn). 3. Berichte der Vertrauensmänner über den Stand der Be- wegung an denjenigen Orten, wo die Partei vertreten ist. 4. Bericht des Parteikomitee's über Verhandlungen mit dem Zentralvorstand des Grütlivereins und dem Vorstand der Bodenbesitzreformer. Sonntag, den 2. November, Morgens 8 Uhr, im Metropole(Bärenplatz): l. Jahresbericht. 2. Kassabericht und Kassarevision. 3. Vortrag über die im Entwürfe liegenden Zusatzartikel zum Bundes-Strasrecht. 4. Anträge der Vertrauensleute und Mitgliedschaften. 5. Festsetzung des Vorortes. 6. Unvorhergesehenes. Die Sitzung am Sonnabend Nachmittag ist eine geschlossene, zur Sitzung vom Sonntag haben alle Parteigenossen, welche sich durch eine Mitgliedskarte ausweisen, Zutritt. Uew-UorK, 14. Oktober. � Das„Begräbniß" des Gesetzes gegen die„gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie" ist auch in diesem Lande, wo sich so viele Opfer dieses Gesetzes befinden, überall dort festlich begangen worden, wo deutsche Sozialisten, wenn auch nur in geringer Anzahl, vorhanden sind. In den größeren Orten wurden dazu besondere Arrangements ge- troffen. Die Genossen anderer Zunge fehlten selbstverständlich auch nicht, gaben ihrer GenugtHuitng über die„schöne Leiche" sogar in nicht weniger enthusiastischen Worten kund, wie die direkt Betheiligten. Bei der angeborenen Gleich- giltigkeit der Amerikaner gegenüber dem, was über dem„großen Wasser" passirt, ist dies ein recht erfreulicher Beweis dafür, daß der Sozialismus alle Schranken zwischen den Völkern niederwirst, und— wie häufig behauptet wurde und zuweilen noch wird— es durchaus nicht erforderlich ist, denselben für die Amerikaner extra mundgerecht zn machen. Wer von ihnen von dem Geiste gepackt wird, der den Sozialisnius durchweht, der wirft die amerikanische Haut vollständig ab und fühlt sich nirgends wohler, als bei den von seinen noch rückständigen Landesgenossen so sehr mißachteten„Forcigners"(Fremden) unter dem rothen Banner. Wenn man den Berichten der hiesigen kapitalistischen Presse glauben wollte— was aber gänzlich außer Mode gekommen ist— so faßten die sozialistischen Arbeiter drüben die Sache vielfach so auf, als wenn mit dem Absterben des„Sozialistengesetzes" eine neue Aera in dem Sinne angebrochen sei, daß nun in vollem Siegeslauf auf„friedlichem und gesetzlichem Wege" die sozialistische Gesellschaft ihren Einmarsch halten werde, ohne weitere wesent- liche Hindernisse zu finden. Das wäre aber eine sonderbare Ueber- schätznng der Situation, die dem deutschen Arbeiter nicht zuzu- trauen ist, obwohl man ja annehmen kann, daß in der ersten Zeit nach dem glorreichen 20. Februar der allgemeine Enthusiasmus Hoffnungen gebar, welche bei ruhiger Be- trachtung der Dinge etwas zurückgeschraubt werden mußten. Bei den hiesigen deutschen Sozialisten, die sich nicht in der be- geisterungsdnrchtränkten Atmosphäre Deutschlands, sondern in der erschrecklich nüchteren der Vereinigten Staaten befanden, sah man — ohne Beeinträchtigung der Freude und Genugthuung Über das stille Verduften des„Schandgesetzes"— von vorn herein die Sache mit ruhigen Blicken an, und infolge.dessen veranlaßten auch alle die der kapitalistischen Presse herübergekabelten Nach- richten über Ausschreitungen, Spaltung in der sozialistischen Partei und dergleichen durchaus keine Gemüthserregung. Anderer- seitS unterschätze man aber auch nicht die Bedeutung der durch den Triumph vom 20. Februar herbeigeführten Situation. Und dies konnte man ja auch nicht, schon ans dem einzigen Grunde, weil die Herstellung des früheren „Status quo" die Sozialdemokratie in einer Position findet, die wesentlich günstiger ist, als bei Eintritt des Ausnahmezustandes. Die Bewegung in Deusschland zur Herbeiführung vernunftiger gesellschaftlichen Einrichtungen setzt nun mit iVe Million Stimmen „ausgewachsener" ReichSbnrger unter den alten Bedingungen ein, die ihr bei ca. einer halben Million entzogen worden waren. Das giebt der Sache ein ganz anderes Gesicht, abgesehen von allen den sonstigen Umständen, welche im Laufe der letzten zwölf Jahre der Partei der Sozialdemokratie eine stets wachsende Be- deutung gegeben.— Ans der hiesigen sozialisttschen Bewegung ist als interessantestes Ereignis! die National-Konventioiss der jüdischen Arbeiter nebst ihrem Resultat, der Gründung eines National-Verbandes, zn melden. Ich sage, der s o z i a l i st i s ch e n Bewegung, weil diese Konvention, obwohl lediglich zur Regelung gewerkschaftlicher Angelegenheiten arrangirt, vollständig von sozialistischem Geiste beseelt war, was man ja bekanntlich von den übrigen gewerkschaftlichen Organisationen— von einer kleinen Anzahl abgesehen— nicht sagen kann.— Dem mit den hiesigen Verhältnissen nicht Betrauten muß es zwar sonderbar vorkommen, daß sozialistisch gesonnene, jüdische Arbeiter eine separate Organisation gründen und sich nicht den bestehenden Organisationen anschließen. Indessen hat dies seinen ein- fachen Grund darin, weil in den in Frage kommen- den Arbeitszweigen(des Bekleidungsfaches) lediglich jüdische Arbeiter beschäftigt sind. Dise Jndustrieen sind erst in Folge der massenhaften Einwanderung jüdischer Proletarier ans Rußland geschaffen worden, indem die hier befindlichen Rassen- genossen derselben(gleichwie in London) die Gelegenheit benutzten, um mittelst der ihnen dadurch zur Verfügung stehenden billigen Arbeitskräste sich auf die Massenproduktion wohlfeiler Beklei- dungsstücke zu verlegen. Die armen Vertriebenen mußten ja froh sein, nur ihre Existenz fristen zu können, mochte dieselbe auch ebenso erbärmlich oder noch erbärmlicher sein, als im alten Vaterlande". Eine nnansgesetzte energische Agitation einer Uemen Anzahl mdischer Sozialssten hatte es endlich, nach vielen Fehlschlagen, dahin gebracht, die große Masse der jüdischen Ar- better aufzurütteln, um für eine bessere Existenz in die Schranken zn treten. E- war letzteren schließlich klar geworden, daß die Unternehnicr, welche sich noch auf ihre Humanität(mit Baron Hirsch schein Gelde) dick thaten, ihren Rassengenossen hier ein "tknterkommen" verschafft zn haben, ans freien Stücken nicht ge- »villt ivaren, der Hungerexistenz der Arbeiter ein Ende zn machen, obwohl sie nn Lause des kurzen Zeitraumes kolossale Ver- mögen in des„Wortes verwegenster Bedeutung" aus ihren Knochen geschunden. So erfolgten die Streiks, zunächst der Knabenhosenschneider, dann der Hosenträgermacher, der Heindenschneider und schließlich der zirka 5000 Konfektionsschneider. Die nun erfolgte nationale Organisation— die sich auch auf Kanada erstreckt— sichert die Erhaltung des Errungenen, mögen die gierigen Unternehmer auch darauf lauern, neuen Zuzug aus Rußland zu erhalten. Das Jnbeschlagnehmen derselben ivird nun, trotz Bundcsgenossenschaft der Rabbiner, aus dem Grunde nicht mehr so leicht gehen, weil durch die geschaffene Organisation der Ar- beiter auch die Unterstützung, Anlernung und Unterbringung neuer Einwanderer von den Arbeitern selbst in die Hand genommen werden kann.— Als Organ des Verbandes ist die hier in über 5000 Exemplaren erscheinende sozialistische„Jüdische Arbeiter- zeitung" gewählt worden. Gevirs»ks-.?eitung. Die Drohung, eine Verwandte zum Zwecke der Aus- beutung ins Irrenhaus bringen oder unter Kuratel stellen zu wollen, hat dem Kaufmann Max W e ch s e l m a n n und dessen .Ehefrau Margarethe Wechsel mann eine Anklage wegen versuchter Erpressung zugezogen, welche gestern vor der dritten Strafkammer des Landgerichts I zur Verhandlung gelangte. Der im Jahre 1887 verstorbene Kaufmann Lejeunc hinterließ seiner Ehefrau, der Schwester der Angeklagten Frau Wechselmann, ein Vermögen von 17 000 M. Nach ewiger Zeit verlobte die Wittwe Lejeune sich mit einem Mechaniker Beyer. Dies Verhältniß soll dem angeklagten Ehepaare deshalb ein Dorn im Auge ge- wesen sein, weil es sich auch noch in den leihweisen Besitz von weiteren fünftausend Mark setzen wollte, nachdem Frau Lejeune dem Angeklagten Wechselmann bereits 10 000 M. geliehen hatte. Nach der Anklage haben die Wechsel- mann'schen Eheleute die Lejeune, welche sich nicht nur weigerte, ein weiteres Darlehn zu geben, sondern auch das früher gegebene zurückverlangte, wiederholt bedroht, sie würden sie in die Eharitee bringen lassen, weil sie geistesgestört sei. Die Angeschuldigten be- haupteten, daß Frau Lejeune thatsächlich durch überreichlichen Morphiumgenuß geistesgeoört sei, daß sie hätten verhiilen wollen, daß ihre Verwandte nicht von ihrem Bräutigam ausgebeutet wurde und daß sie überhaupt nur ihr Interesse im Auge gehabt hätten. Der Angeklagte Wechselmann gab zu, daß er von seiner Schwägerin 10 000 Mark geliehen hätte. Dies Geld sei aber durch allerlei Spekulationen und Geschäfte, deren Art er nicht mehr anzugeben vermöge, bis auf den letzten Heller verloren gegangen. Die Beweisaufnahme ergab gegen die Mitangeklagte, Ehefrau Wechselmann, so wenig Be- lastendes, daß der Staatsanwalt selbst ihre Freisprechung bean- tragte. Mit Bezug auf den Ehemann Wechselmann hielt der Staatsanwalt dessen Schuld aber für zweifellos erwiesen, er beantragte gegen denselben eine Gefänanißstrafe von drei Mo- naten und ein Jahr Ehrverlust. Die Vertheidiger, Rechtsanwalt Packscher und Dr. Jvers, führten aus, daß in Betreff des Angeklagten Wechselmann weniger versuchte Erpressung als bru- tales Benehmen vorläge. Der Gerichtshof sprach die Ehefrau frei, verurtheilte dagegen den Ehemann Wechselmann zu v i e r M o- naten Gefängniß. Durch das tziiustgr Vorkomme» und durch die Leicht- fertigkeit mit der mit eibesstaatlichen Versicherungen umgegangen wird, muß gerichtsseitig in solchen Fällen ganz energisch ein- geschritten werden. So begründete die erste Strafkammer des Landgerichts I die strengen Strafen, welche gegen vier Angeklagte, die des vorgenannten Vergehens überführt waren, verhangt wurden. Der Schlächtermeister R o g g e befand sich in mißlicher Vermögenslage. Zu seinen Gläubigern gehörte auch der Engros- Schlächter H ö p s n e r, der ein Guthaben von 700 M. an Ro gge hatte. Von einem anderen Gläubiger erfuhr H ö pf n e r daß es mit R o g g e schlecht stände und war es deshalb sein Bestreben, einen schleunigen Arrest zu erwirken. Zu diesem Zwecke nahm er zu einem„Geschäftskniff" feine Zuflucht. Er veranlaßt? den Restaurateur Adam und den Telegraphisten Wüstner, zuRogge zugehen und sich für Schlächtermeister aus- zugeben, die Lust halten sein Geschäft zu kaufen. Rogge ließ sich täuschen, er erklärte nicht abgeneigt zu sein, das Geschäft zu ver- äußern, ivenn er 6000 Mk. dafür erhalte. Die beiden Sendboten erstatteten ihrem Austraggeber Bericht und nun kain mit Hilfe einer vierten Person, des Kaufmanns Hermann Rusicke, ein Komplott zu Stande, um einen schleunigen Arrest gegen Rogge zu verwirken. Nach der Anklage haben'Adam und Wüstner aus Anstiftung von Höpfner und Rusicke je eine eidesstattliche Ver- stcherung abgegeben, daß Rogge gesagt habe, er wolle nach Amerika auswandern und diese angebliche Thatsache in Ver- bindung mit der wahren, daß Rogge sein Geschäft ver- äußern wolle, führte Höpfner dann an, um einen schleunigen Arrest gegen Rogge auswirken zu lassen. Durch die estrige umfangreiche Beweisaufnahme wurde erwiesen, daß Döpfner unter der Angabe, die beiden ersten Bescheinigungeu seien verloren gegangen, von Adam und Wüstner noch zwei andere eidesstattliche Versicherungen gleichen Inhalts hatte unter- schreiben lassen, die für einen anderen Gläubiger Rogge's benutzt werden sollte. Der Gerichtshof gelangte zu ver Ueoerzeugung, daß Höpfner und Rusicke die beiden anderen bei der Angelegen- heit Betheiligten zur Abgabe der falschen Versicherung bewogen hatten, Rogge habe geäußert, er wolle nach Amerika auswan- dern. Es wurden deshalb Höpfner und Rusicke mit je vier, Adam und Wüstner mit je zwei Monaten Gefängniß verurtheilt. Die Kuocheulieiiagen der Schlächter beschäftigen jetzt häusig die Gerichte, da sich einige Käuferinnen, denen nicht ans- drücklich gesagt wurde, daß sie die beigelegten Knochen wie Fleisch bezahlen mußten, hierdurch übervortheilt hielten. Ter Schlächter- meister Julius S ch i e ch e, welcher am Mittwoch vor der 91. Abtheilung des Schöffengerichts stand, sollte sich eines Be- truges schuldig gemacht haben. Eine Restaurateursfrau hatte an dem Verkaufsstande desiAngeklagteii ein Stück Fleisch gekauft, dessen Gewicht derselbe auf 10 Pfund angab, ohne dabei hinzuzufügen, daß etwa 2 Pfund Knochen mit hineingerechnct waren. Der Änge- klagte führte zu seiner Entschuldigung an, daß er bei jeder Hausfrau voraussetzen müsse, sie wisse, daß sie bei zehn Psund Fleisch etwa ein Fünftel Knochenbeilage erhalte, wie es allgemein Brauch sei. Der Preis habe 60 Pfg. pro Pfund betragen und ebenso müsse jede Hausfrau wissen, daß sie bei den heutigen Fleischpreisen knochenfreies Rindfleisch erster Güte, wie er es verkauft habe, für 60 Pfg. nicht erhalten könne. Der Vorsitzende fragte die Zeugin, ob sie denn bei srüheren Einkäufen bei Schlächtern nicht ebenfalls Knochenbeilage erhalten habe und da die Zeugin dies bejahte, so erklärte der Staatsanwalt, daß er die Anklage fallen lasse. Der Gerichtshof erkannte auf Freisprechung, da von einem Betrüge nicht die Rede sein könne. Vroftmunlunaeu. Ciue»ffeutliche Volksversammlung tagte am Sonn- tag, den 19. d. M., in der„Gräflich Rcischach'schen Brauerei" zu Stralau mit folgender Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Peus. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder in den neu gegründeten Arbeiterverein für Rummelsburg und Umgegend. 4. Verschiedenes. Nach Eröffnung der Versammlung wurde be- antragt, die Versammlung auf 15 Minuten zu vertagen, weil der Saal noch so leer sei. Der Grund davon war, daß bisher keine Versammlung vor 12 Uhr eröffnet werden durfte; nach Beendi- gung des Sozialistengesetzes ist es nun aber gestattet, die Ver- sammlung früher zu eröffnen und auch länger zu tagen, als bis- her(2 Uhr). Bevor dem Referenten das Wort ertheilt wurde, ersuchte der Vorsitzende die Versammelten, zu Ehren des in Halle verstorbenen Genossen Baumgarten sich von ihren Plätzen zu erheben. (Geschieht.) Nun erhielt der Referent das Wort zu seinem Vortrage. Redner legte klar, wie unbedingt nothwendig es sei, sich einer Organisation anzuschließen und erntete für seinen Vortrag großen Beifall. An der Diskussion bethciligten sich die Genossen Müller, Ritter, Neumann, Plaffe.l Lange, Banitsky und Gurauka, Alle im Sinne des Reserenten, und forderten die Versammelten auf, sich dem Arbeiterverein anzuschließen und kräftig dafiir zu agitiren. Des Weiteren wurde beantragt, eine Pause von zehn Minuten eintreten zu lassen, um Mitglieder auszunehmen. Zur Aufnahme meldeten sich 29 Genossen. Unter„Verschiedenes" wurde die Wohnung des provisorischen Vorsitzenden bekannt ge- geben. Derselbe wohnt Mozartstr. 6 in Rummelsburg und ist bereit, Mitglieder aufzunehmen. Mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Sozial- demokratie schloß der Vorsitzende die Versammlung. Zwei öffentliche MrtaUarbeiter-Verfammlunge», von denen die erste am Dienstag, den 21. im Vereinshaus Südost, die zweite in der Norddeutschen Brauerei am Mittwoch, den 22. tagte, beschäftigten sich, wie öffentliche Versammlungen schon wiederholt, mit den Zuständen in der Löwe'schen Fabrik, deren Leitung, wie es scheint es sich recht angelegen sein läßt, sie bei den Arbeitern in Verruf zu bringen. Denn derartige Vorkommnisse, wie sie die Kollegen Gerisch und Hartmann, beauftragt und unterstützt von Arbeitern genannter Fabrik, vor die Oeffenllichkeit brachten, verdienen in der That, wie von mehreren Kollegen an- geführt wurde, als russische bezeichnet zu werden. Besonders scheint man auf schneidiges Beamtenthuin zu halten. Spe- ziell Meister Sch., der nach dem 1. Mai einen zu humanen Meister ersetzen mußte, scheut sich nicht, nicht nur den Arbeitern fortwährend mit bezeichnender Geberde seine„gute tandschrift" anzupreisen, sondern auch gelegentlich zu groben hätlichkeiteu überzugehen. Als er vor Kurzem einen Arbeiter derartig mißhandelte, daß dessen Haut blaue Flecken aufwies, und sich einige Kollegen beschwerdeführend schriftlich an die Direktion gewandt hatten, da— entließ man einfach die Beschwerdeführer wegen„Mangel an Arbeit" und die„Regulirlatte" dominirt nach wie vor. Ueber diese unwürdigen Zustände herrschte in den Versammlungen nur eine Stimme der Entrüstung, die auch in mehreren Resolutionen voll zum Ausdruck kam. Jedoch konnten einige Redner nicht umhin, den Löweffchen Arbeiter», sowie den Metallarbeitern im allgemeinen, bittere Wahr- heiten zu sagen. Wenn man bedenkt, wie wenig dieselben noch organisirt sind, wie unbedeutend die Organisationen im Verhältniß zu der großen Masse der Metallarbeiter sich aus- nehmen, so muß man sich gestehen, daß es die Metallarbeiter durch ihre Gleichgiltigkeit zum Theil selber verschulden, wenn es mit ihnen immer liefer hinabgeht und daß es nun an der Zeit sei, vom Schlafe zu erwachen, wenn nicht Zustände, wie die ge- schilderten, allgemein werden sollen. Als fernerer Punkt stand die Wahl eines Bezirks-Vcrtrauensmannes der Metallarbeiter Deutschlands und eines Stellvertreters aus der Tagesordnung. Da in den Versammlungen keine Personen anwesend waren, dw bei der eminenten Bedeutung dieses Postens in der Lage waren, den- selben annehmen zu können, wurde eine Kommission von 9 Perso!> gewählt, welche den Auftrag erhielt, sich nach geeigneten P«rsö»>� leiten umzusehen und baldmöglichst Bericht zu erstal»- In die Berliner Streik-Kontrolkommission wurden ferner e» Stelle der ausscheidenden Kollegen Gerisch und Kurgas � Kollegen Litsin und Erdmann gewählt. Unter„Verschiedene- wurden in beiden Versammlungen Anträge angenommen,>re>� energisch dagegen protestiren, daß verschiedene GewerkschW Vergnügen in der Philharmonie abhalten. Es wurde beso»°ei' das Vergnügen der Gürilerkasse zum 15. November scharf rer urtheilt und an Stelle dessen das an demselben Tag? findende erste Stiftungsfest des Metallarbeiter-Vereins empfoW Kollege Gerisch theilte zur Aufklärung mit, daß nicht, wie irr thümlich angenommen wurde, der Allgemeine Metallarbeiw' Verein sich um die Philharmonie beworben habe, sondern Filiale I der Metallarbeiter-Krankenkasse.„ Mit dru Zustäudeu in der G e w e h r f a b r i k v o Ludwig Löwe beschäftigte sich eine am 22. d. M. im Saw der Norddeutschen Brauerei abgehaltene Meiallarbeiter-Versam� lung, nachdem Abends vorher eine gleiche Versammlung diesw' Tagesordnung erörtert hatte. Zur Sache brachte Herr' mann eine Beschwerdeschrift zur Verlesung, welche drei ArbeM eines Saales, in welchem Gewehre zusammengesetzt werden, die Fabrikleitung zu richten sich veranlaßt gesehen haben. der Referent ausführte, habe bis zum 1. Mai d. I. an besage Stelle ein humaner Meister sungirt, derselbe sei aber als ni� „schneidig" genug entlassen worden. Sein Nachfolger eisisprffv nach dieser Richtung hin den an ihn gestellten Anforderungen' „vollsten Maße", indem er die Arbeiter nicht nur mit„schneidigen Reden rcgalire, sondern selbst schon mit einer Latte treu"1/ Dies komme, wie der Referent meinte, nicht nur bei Lud's'» Löwe, sondern bereits in allen größeren Fabriken vor und stu Konsequenzen eines Systems, welches zur Durchführung ochrad werde. Man wolle die Arbeiter zu einfachen willenlosen Werkzeug' herabdrücken, uin mit ihnen nach Gutdünken umspringen zu kü""'; Man brauche und wolle nur stupides Maschinen-Bediem"'!/. material, die qualisizirten Arbeiter würden, namentlich in größere Fabriken, durch immer fortschreitende Entwickelung der Masch"1 f*, technik, immer mehr entbehrlich. Weil bei Ludwig Löwe Löhne immerhin noch befriedigende seien, glaube man, r Arbeiter müßten sich Alles gefallen lassen. Wenn unter d' heutigen ungünstigen Verhältnissen die Arbeiter auch Vieles l'M schweigend über sich ergehen lassen müßten, so gebe es doch"IS hier eine Grenze, und so hätten aus beleidigtem Ehrgefühl drei Arbeiter zusammengelhan und mit Mannesmuth der Diru"� über zwei Meister und deren unerhörtes Treiben klaren A' eingeschenkt. Tie Direktion habe auch Erhebungen angestellt» seien die gemachten Angaben voll und ganz bestätigt wore°. Die Folge sei gewesen, baß— die drei Beschwerdeführer', lassen worden seien, angeblich wegen Mangel an Arbeit, obg" neue Arbeitskräfte eingestellt wurden. Allerdings sei es% freigestellt worden, sich in anderen Arbeitssälen Arbeit zu M.' doch seien sie in keinem angenommen worden. Redner i# L dann eine Schilderung der augenblicklichen Lage in der Ale'" brauche und betonte wiederholt die Nothwendiakeit" starken Organisation, um vermöge dieser während„ jetzigen schlechten Zeit wenigstens die Menschenrechte der Ar"" zu wahren und in einer günstigeren Zeit deren Lage% bessern. Die Versammlung erkannte diese Nothwendigken und beschloß in einer gefaßten Resolution, sich dem Allgemew Metallarbeiter-Verein anzuschließen.— Sodann wählte die sammlung(nachdem Abends zuvor im Vereinshause„Sb®*C vier Herren gewählt worden waren) die Herren B e h s e" Zedier, Marzahn, Hohbein und N e u m a n n">.(I) Kommission, die berufen ist, einen Vertrauensmann und ei Stellvertreter für die Metallarbeiter Berlins und Umgegend � Vorschlag zu bringen, sowie Herrn Er d mann als N/« delegirten in die Berliner Streik-Kontrolkommission.(Jn„Si»® ist Herr Litsin gewählt worden.) Zum Schlüsse wurde. geregt, daß zu dem am 15. November m der Philharmonie F sindenden Feste der Gürtler keine Billets entnommen wer. mögen, da die Gürtler schon zwei Jahre hintereinander für ihre Festlichkeiten ausgewählt hätten, die für Arbe> Versammlungen nicht zu haben seien. Zudem fände an° gleichen Tage das Stiftungsfest des Allgemeinen Metallarb" Vereins statt. VviefkÄflen Aedakkion ...� K. DaUdorferstr. 1. Oeffentliche Verf.. muffen auch jetzt noch 24 Stunden vorher polizeilich angewsi. werden. Dagegen bedarf es der polizeilichen Genehmigung"L "sthj- 2- Kommission und die Namen der Delegirten brauw nicht polizeilich angemeldet zu werden. � F. f. 23, Natürlich können Sie das Geld noch jetzt langen Ob es einer neuen Klage bedarf oder ob das f"W' letzt vollstreckbar ist, können wir nur nach des letzteren beurtheilen. Ihre Anfrage zeichnet sich nicht durch große Klarheit aus. Zu mündlicher Auskunft sind wir ber"� H. K. Sie können höchstens gegen den Jungen wegen® � «dtrasantrag bei der Staatsanwaltschaft_ beschädigung Für die Thür brauchen iveisen können, daß die folgt ist. sie nicht aufzukommen, falls Sie Beschädigung durch den Junge zs H. Richter 1 Spittelmarkt. 2. Geschäft: Optiker, Berlin C., Wallstrasse l [» feste Preise. Happen- und Knaben-Bapdepoben. BerlmN Berlin 0" KlMlttU Ms. � W** lli. weg 15 b, am Rosenthaler 19'' <Ä. Alumingold 1 Brillen und Pince-nez, gara"�%}'. schwarz werdend | Nickelbrillen u. Pince-nez. de. allerfeinste Qual. | Rathenower Brillen... de. allerfeinste Qual. lSUWliistt, PI. P!. SN- SN V SN im#, Etwaige Beschwerden wolle das Publikum gefälligst im Hauptgeschäft, Chausfeestraße 24s, anbringen. sbeianfTheilzalilung Ein größerer Posten gebrauchter Möbel zu jedem Preise. 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