Nr. 253. Donnerstag, den 30. Oktober 1890. 7. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. «rfe» r r x cm Das..Berliner Bo ltsblatt» auger nach Sonn- und Festlagen. Abonnementsvms für Berlin frei Senntnn»"�chahrlich 3�0 Mark, monatlich 1,10 Mark, ivochcntlich 28 Pf. Einzelne Nummer S Pf. "nagz- Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3.30 Mark pro Quartal. iElnKctragen in der Postzeitungsprcisliste für 1890 unter Nr. 892. V. Nachtrag.) Kren, band, täglich durch die Expedition, für Deutschland und Oestcrreich-Ungarn s Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Jnsertionsgebühr beträgt für die 5gcspaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlung. Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Expeditlon, Berlin SVV., Beuthstraße 3. sowie von allen Annoncen-Bureaur. ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittaas und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -, Frriijprrchcr: Amt VI. Alr. 1100.«- 5 [tt. Nednktion: VeuthstvKtze 3.— Expedition: Venthsten�e 3. Abonkemellts-EiilllldUg. Für den Monat Zlooember eröffnen wir ein neues Abonne- auf das „Berliüer Kslksblatt" üut dem ,..So»rttkngsl»lntl" " �ratisboUage. Das„Berliner Volksblatt" � ist auf dem Parteitag zu Halle Pa.."l o rg a n der sozialdemokratischen i|t g 6' erklärt worden. Die Aufgabe des„Berliner Volksblatt" � daher, in möglichst wirksamer Form den Willen und die der gesaminten sozialocinokratischen Partei Deutschlands bringen. Es ist deshalb Pflicht eines Jeden� Itatifx" Druck des Kapitalismus seufzt, das sozialdemo- »nte-- Zu lesen und dasselbe durch sein Abonnement zu der Nur durch die sozialdemokratische Presse kann Kd!tbeiter"ber Wesen und Werth der kapitalistischen »attionsweise aufgeklärt werden, und in der sozialdemokratischen lich 5'""bet er die Mittel und Wege angegeben, die ihn schließ- aus den Fesseln erlösen und ihn einer freien und glück Zukunft entgegen führen werden. «y ,( I" I den aufgeklärten und zielbewußten Arbeiter bedarf es � 1 Worte, um ihn auf die Nothwendigkeit der Unterstützung h �zialdemokratischen Presse aufmerksam zu machen. Er gehört �serer Partei und liest unsere Presse. »Aber Pflicht dieses aufgeklärten und zielbewußten Theils der WWWWWWIWW» sh x"üa'!et,rtne der JHeattion uno oes lajummpen auer n e des Fortschritts, des Jndifferentismus, stehenden Massen .�«gen. ist es, unsere Ideen und Anschauungen auch in die 81 nobh im Banne der Reaktion und des schlimmsten aller m Das geschieht aber am Besten, wenn überall, fo-j tsfre'K"' in der Werkstatt und wo sonst noch, auf die eniokrarische Presse hingewiesen, für sie geworben wird. 'ffenf � �z�Ideinolratische Arbeiterblatt Berlins muß das ge- t Ctgan der Reichshauptstadt sein! �""'»rmentsprei« beträgt frei ins Hans für das �°ch-ntll"Wpf|l,nrk 30 Vf-'">°"ail>ch 1 Mark 10 Pf.. «Mich 38 �istellungen werden �genommen. von sämmtlichen Zeitungsspcditenren cy»» außerhalb nehmen s ä m m t l i ch e Postanstalten Be- _'"r die Monate November und Dezember gegen (2°°"* Mark 20 Pf. an. Nachtrag)®en öer Post-Zcitungsliste für 1890 unter Nr. 892, Die Redaktion und Expedition des „Herliner Nollisdlatt". Isrnilleton. «erbolen.i_ l2C •mut OCH........,, und Wind Uietoria. Roman von Minna 51 a u t s k y. �üzel»� Hmunel hatte sich gänzlich umzogen, und es sielen . Sie»i° Tropfen, als sie ail den Heimweg dachten. ftcheud ÄlU04!1 rasch und behende, lebhaft plandernd und k. Er hnl saugen gcröthet von Luft und Bewegung. l«Nem czi., bden Rock nicht wieder angezogen und ihn nebst C\.VW'«»U— �. rwi j£_ �3_-IL-.<"___'j. ilN XClU' 3i f«"wubtrt*"! 7— rglvg x.-�rwildcrt, und wie sie Beide so lustig und h e®c Pan.." trabten. Beide ziemlich bepackt, sah das |t äug r recht abenteuerlich, ja geradezu vagabunden- ��rntgegx,� Hause näherten, kam ihnen der Pecher 'ich hnu?11!'.«mit ganz verändertem Gefieder. Meiner !iin> r schü./x, ich nicht wieder erkannt!". "igen telte ihm derb die Rechte und behielt sie in der Haut hast Tu nicht geschont, bist braun, wie •Teiuc Itmtträliuuflen. Die Revolution, die heut zu Tage offen entbrannt ist, läßt sich nicht bestreiten. Es läßt sich auch nicht ab- läugnen, daß das Nnternehmerthum diese Revolution schafft, begünstigt und befördert. Aber kein Standrecht wird des- halb proklamirt, kein großer Belagerungszustand wird ver- hängt, die tapferen Landsoldaten bleiben in ihren Ferien- kolonien, kein Schuß fällt, die gewaltige Umwälzung geht stät und ungehindert vor sich. Ahnt denn die Bourgeoisie nicht, daß sie das Fundament ihres Hauses unterwühlt? Was kann sie thun, wenn die eherne Nothwendigkeit das Großkapital vorwärtstreibt, was vermag sie gegen die imposanten Fortschritte der modernen Technik? Diese Fortschritte, ohne welche die Aufhäufung von Reichthum nicht möglich ist, diese Fortschritte, welche die gesellschaft- lichen Gegensätze zu einer gähnenden 5kluft erweitern. Die wahre, die wirksame, die unaufhaltsame Re- volution des wirthschaftlichen Prozesses nützt der Bour- geoisie, um ihr später desto gewisser den Unter- gang zu bereiten. Die Vervollkommnung des Maschinen- wesens schleudert Myriaden von Arbeitern unter die Schaaren der Arbeitslosen, verschlimmert die Situation der arbeitenden Klasse, akkumulirt den Riesenreichthum auf dieser Seite, um auf jener Seite das blutige Elend, den Hunger, die Verzweiflung himmelhoch aufzuthürmen. Wenn diese Entwickelung die Besitzenden zu einem großen Bunde zusammenschmiedet, so fügt es zu inniger Gemeinschaft auch die Armen und Elenden, die als Klasse sich fühlen, sich erkennen, sich bewegen. Entstehen zum Schutz und Schirm des Großkapitals die mächtigen Ver- bände der Unternehmer, die Jndustriekartelle, die Trusts, so schließen sich die Reihen der von diesen Monopol- Gesellschaften ausgebeuteten Proletarier dicht und dichter zusammen. Die Ausbeutung der Kartelle durch die Besitzenden wird folgerichtig begleitet durch Kartelle der Ausgebeuteten, durch die Organisation der Arbeiter. Die Erbärmlichkeit einer polizeistaatlichen Gesetzgebung, die den Maßstab der Metternichtigkeit an die Erscheinungen unserer Tage legt und die modernen Proletarier mit dem Auge des Zunft- meisters von Anno dazumal sieht, muß elendiglich Schiff- bruch leiden, je weiter das Großgewerbe seine Kreise zieht, je tiefere Furchen der Dampfpflug der Großindustrie in dem Grund und Boden unseres Wirthschastslebens zieht. Die preußischen Grubenbezirke, in welche unsere Partei laut den Hallenser Beschlüssen mit verstärkter Kraft und mit konzentrirten Mitteln die Agitation für die Sozial- demokratie tragen wird und tragen muß, sind mitten drin in der technischen Revolution,' und in absehbarer Zeit ich selber, einem Barbier hast Tn auch schon lang nichts zu verdienen gegeben, und das Parfüm hat sich auch verloren, Gott sei Dank. Und wie er mager geworden ist! und die Franzel wieder— ei— ei— ei!" Er sagte nichts weiter, ungemessenes Erstannen und Bc- wundernng im Blick. Sie nickte ihm lächelnd zu und rannte voraus; die Männer folgten langsam. Oswaldt hatte dem Poldl keinerlei Nachricht über seinen Aufenthalt zukommen lassen. Dieser wußte nur, daß er eine Fußtour unternommen, um Studien zu malen, und daß er in zehn bis zwölf Tagen zurück sein wollte. Inzwischen waren drei Wochen vergangen, und er hatte vor einigen Tagen erst, durch einen Zufall erfahren, wo er sich aufhalte, da der Bursche, der ihm sein Gepäck hierher getragen, noch am selben a.ag nach Wien gefahren war, um Arbeit zu suchen. Ter Pecher erzählte ihm nun von den Vorgängen in Kaltenbach, die in der kurzen Zeit daselbst Alks umgeändert und verschoben hatten. Tie Spinnfabrik Victoria hatte die Arbeiten eingestellt. Konrad Riehl hatte dieses einst so lukrative Unter- nehmen nicht länger zu halten vermocht, und es an Herrn Fielv, stimmt allen dazu gehörigen Grundstücken ver- kaust. Auch die Villa nebst dem weitläufigen Park hatte er ihm überlassen müssen. Die nmfassendsten Veränderungen wurden sofort vor- genommen. In einigen Sälen werde der Rest des vorhandenen werden die Kolonnen der Grubenleute, dieser durchaus großindustriellen Arbeiter, zu den sicheren Soldaten unserer Bataillone zählen. Der Großbetrieb ist Herr im Reiche der Kohle und der Erze, und jeder Tag steigert und ver- feinert die moderne Erwerbstechnik in den Bergwerken. Die Maschinerie spielt eine stetig wachsende Rolle, und die Handarbeit wird auch hier niederkonkurrirt durch die Maschinenarbeit. Einige Daten mögen diese bedeutsame Veränderung der Verhältnisse beleuchten. Und es ist uns sicher kein Vorwurf zu machen, wenn wir etwaigen Einwänden der Bourgeoispresse dadurch die Spitze abbrechen, daß wir als Quelle ein amtliches Organ, den„G l ü ck a u f"!, die vom preußischen Handelsministerium herausgegebene„Zeitschrift für das Berg-, Hütten- und Salinenwesen" benützen. Unter deni erfreulichen Schutze amtlicher Legitimation sei die erfreulichere Thatsache der ökonomischen Umwälzung kurz und bündig festgestellt. Die B o h r a r b e i t fällt in den Bergwerken mehr und mehr den Maschinen anHeim. So ist z. B. auf den Werken der Grubenabtheilung St. Andreasberg im Harz das maschinelle Gesteinbohren eingeführt. Die Ergebnisse desselben im Vergleich zur Handarbeit mag folgende kleine Uebersicht veranschaulichen, die einer Erläuterung kaum bedarf. Beim Betriebe der 3. Feldortstrecke auf dem Neu- fanger hängenden Gange gegen Westen wurden mit mit Handarbeit Maschinenarbeit in Schichten.»,,, 441 324,6 ausgefahren...... 11,9 m 34,0 m bei einem mittleren Ge- dinge(einschl. Spreng- m stoff) für 1 m von.. 83,72 M. 32,56 M. und einem Pulvcrvcrbrauch von....... 75 kg— desgl. an Dynamit von.— 182,5 kg Die Gestchungskoslen für daS laufende Meter Strecke betrugen einschl. Förderung nach dem Schachte, Gezähschärfen, Ansbefferungen der Maschinen, Schicht- löhnen beim Kompressor, sowie Materialverbranch 91,94 M. 38,42 M. bei einem mittleren Schicht- lohn von..... 2,16„ 2,43„ Die Kosten ermäßigten sich beim Maschinenbetriebe, ivie mau sieht, um 58,2 pCt. bei einer 4,04 fachen Leistung. Unter Annahme einer zehnjährigen Amorti- sation beträgt die unmittelbare Ersparniß 52,3 pCt. Beim Abbau der Firste auf dem Jakobsglücker Gange (Bleierze) wurden Materials noch verarbeitet. Alles Uebrige sei im Umbau be- griffen. Herr Field sei wiederholt dagewesen, habe Alles in Augenschein genommen und seine Anordnungen getroffen. Er hatte sich nach Oswaldt erkundigt, er wollte ihn sehen und sprechen, aber Niemand wußte, wo der Maler hingekommen war. Auch bei ihm wurde nachgeforscht, aber er konnte nur dieselbe Antwort geben. Hier wo herum müsse er stecken, aber wo, das wisse der Kukuk. Herr Field schien dies gewaltig zu ärgern, ja er zeigte sich ganz aufgebracht und schließlich habe er ihm, wenn er ihn einbringe, ein gutes Trinkgeld versprochen, damit sei er aber aus den Unrechten gekommen. „Hör mal, Eugen, was hast Tu mit dem Field?" fragte der Pecher, indem er seinem jungen Freund emen kräftigen Schlag auf die Schulter gab.„Was giebt ihm das Recht, daß er Dich wie einen Spitzbuben suchen läßt, oder wie einen entlaufenen Sklaven? Bist ihm denn verschrieben mit Leib und Secl'?" . Oswaldt biß sich auf die Lippen, ohne zu antworten. Sic traten ins Haus. Frau Hufnagel kam ihnen entgegen und übergab Oswaldt zwei Briefe, die am Vormittag' für ihn gekommen waren. „Von Field!" rief Oswaldt, als er ans den ersten einen Blick geworfen. „Bist schon erwischt?" lachte der Pecher,„wer hat Dich denn verrathen?* Oswaldt wußte es; er hielt einen Brief Hanna's in der Hand, sie hatte seinen AnfeutHalt dem Papa mitgethcilt. mit Hand- mit Maschinen- betrieb betrieb in Schichten.........!'>W 7-8/1 gewonnen.......... 95,55 clim 847,658 obm bei einem Häuerlohn fiir 1 cbm von 14,00 M. 1,90 M. und Sprengstoff kosten fiir 1 cbm von 0,81„ 1,81„ Einschließlich Nebenkosten betrugen die Gestehungskosten für 1 cbm.. 14,64„ 6,37„ bei einem mittleren Schichtlohn von. 2,11„ 2,80„ Beim Abteufen eines Absinkens wurden mit Ma- schinenbetrieb in 296,8 Schichten 11,8 Meter zu einem Gedinge von 80 M. für 1 Meter einschließlich Sprengstoff geleistet, während mit Handbetrieb in der gleichen Zeit höchstens G Meter zu 150 M. Gedinge geleistet sein würden. Und dabei sind die maschinellen Einrichtungen noch sehr verbesserungssähig, lassen also dann mit Sicher- heit noch größere Vortheile erwarten. Ersparniß an Händen, an Betriebskosten, gewaltiges Anwachsen der Produktemnenge, erhöhter Gewinn, das sind die hervorstechenden Merkmale, welche die Einführung der ntaschinellen Bohrarbeit hat*zu Tage treten lassen. Die industrielle Reservearmee wird durch Zuzug aus den Bergwerken verstärkt, die soziale Frage macht sich immer ungemüthlicher geltend, der altväterisch- mittelalterliche Dusel, der bei den Bergleuten noch viel zu viel vorherrscht, schwindet, und die Schranke zwischen ihnen und den anderen Jndustriearbeiter-Gruppen stürzt zusammen. Die Ausklärung über ihre Lage und das Bewußtsein der Zugehörigkeit zum kämpfenden Proletariat, d. h. zur Sozialdemokratie, muß den Grubenarbeitern aufgehen, je mächtiger die heutige Technik wird, je gründlicher sie mit den alten Arbeitsmethoden aufräumt, je schneller die Ver- dichtung der Kapitale in den Bergwerksbetrieben vor sich geht, jegroßartigerdie Aktiengesellschaften und die Koalitionen der Aktisngesellschaften, die Kartelle und Trusts, sich aus- bilden. Unsere Genossen, die mit der Propaganda unter den Bergleuten betraut werden, haben die Pflicht, die eigen- artigen Zustände der Industrie gründlich zu erforschen, die Gewohnheiten, Sitten und Lebensbedingungen der Arbeiter zu studiren und vorsichtig, schonend, sorgsam die Vor- urtheile und Vorstellungen, die altfränkisch-zähe die Gruben- leute noch beherrschen, schrittweise zu entfernen. Wenn der Kapitalismus die Technik der Bergwerke und die Lage der Grubenarbeiter umwälzt, so ist es die Auf- gäbe der Sozialdemokratie, die Köpfe der Bergleute zu revolutioniren. Sozialpolitik in Frankreich. Mit den sozialpolitischen Reformen will es bei den Fran- zosen nicht vorwärts gehen. Wenngleich alle Regierungen die Nothwenoigkeit von solchen anerkannt und ihre Inangriffnahme als dringlich bezeichnet haben, so hat doch noch keine den er- so d.rlichen Ernst für die Ausarbeitung praktischer Vorlagen ge- zeigt. Diese Regierungen wollen es sämmtlich mit der Bour- geoisle nicht verderben und die französische Bourgeoisie ist in ihr�m Widerstand gegen die geringste Konzession an die Arbeiter nicht minder hartnäckig als in anderen Ländern. Tie vom sranzösischen Handelsministerium veranstaltete Enquete in Sachen eines M ä x i m a l- A r b e i t s t a g e s ist zwar noch nicht ganz vollendet; was an Ergebnissen vorliegt, giebt indessen schon einen ganz deutlichen Begriff, wie sich die Klassen der Bevölkerung zu der Frage stellen. Das Ministerium hat an etwa zweitausend Handelskammern und A r- b e i t e r s y n d i k a t e die Frage gerichtet, ob sie einen Maxinial- arbeitstag für zeitgemäß und nothwendig hielten; die in der Sache eingesetzte parlamentarische Kommission hat die gleiche Frage an etwa 150 000 einzelne Arbeiter ergehen lassen. Was von Antworten der Handelskammern bekannt ge- worden, zeigt, daß diese Körperschaften gegen jede Regelung der Arbeitszeit durch die Gesetzgebung sind. Das kann Niemand in Verwunderung setzen. Die Handelskammern sind in Frank- reich, wie bei uns, lediglich Wertzeuge des Kapitalisten- t h u m s. Sie haben durch ihre Beschlüsse und Gutachten das eigenste Interesse der Herren Kapitalisten zu wahren mW sind immer bestrebt, die geringste Beschränkung der„freien" Aus- beutung und der Plusmacherei als ein Unglück für Staat und Gesellschaft darzustellen. Tie Handelskammer- Sekretäre haben „Erwarte mich!" rief er dem Pecher zu,„ich will nur erfahren, ,vas mir Herr Field zu sagen hat." Er eilte mit den Briefen die Treppe hinauf und ver- schwand in der Thür. Als er oben allein war, warf er Rock und Geräthe aufs Bett und riß das Fenster auf. Es war ihm so schwül zu Muthe. Mit ungeduldiger Hast öffnete er Hanna's Brief, es war der erste, den er von der Geliebten erhielt. Sein Herz begann stürmisch zu pochen. Mit leichtem Sinn hatte er sich bisher in das Un- vermeidliche zu fügen gewußt und die Trennung ertragen, nun brannte mit einem Male eine heiße Sehnsucht in ihn aus, und er hatte die Empfindung, als hätte er Unrecht ge- habt, sich durch irgend welche Vortheile und persönliche Rücksichten aus ihrer Nähe zu verbannen. Nun war er doch nicht einmal diesen Vortheilen nachgegangen; zum ersten Mal regte sichs wie ein Vorwurf in ihm. Sie schrieb ihm von Amsterdam aus ausführlich und anschaulich, mit schöner Offenheit. Sie schilderte die Ein- drücke, die sie im Norden empfangen, die Eigenthüinlich- leiten der alten holländischen Stadt, welche einst die reichste Europas gewesen, und ivie das Leben und Treiben in den großartigen Hafcnanlagen ihr neu und interessant er- scheine. Sie sprach von einem jungen Lord, dessen Bekannt- schaft sie im Hause des englischen Konsuls gemacht, das sie häufig srequentirten, und scherzte über Mania und Schwester, die von Lord Edward Harbourne und seiner Docht in gleicher Weise bezaubert seien. Diese letztere sei in der That das reizendste und eleganteste Fahrzeug, das man sich denken könne; für Segel und Dampf eingerichtet, sei es leicht wie eine Möve und sicher wie die englische Bank. Lord Edward habe sich daselbst häuslich eingerichtet und verbringe fast die ganze Zeit ans seinem Schiffe. Er habe seinen Koch mit und bitte seine Freunde häufig zu einem tivs o'clack thea, der entweder in dem in orientalischer Weise ausgestatteten Zelt am" Verdeck, oder in �cm kleinen aber entzückenden Salon servirt werde. Mama dagegen, wie bei uns, das kapitalistische Ausbeutungssystem mit einem gewissen rosigen Schimmer zu umgeben' und es der Mensch- heit als ein Glück auszumalen, daß das Kapital so und so viel „Hände" beschäftigt und sonach ihren Inhabern„Brot giebt", die ohne diese Gnade und Gewogenheit der Kapitalisten natürlich einfach nicht bestehen könnten. In Anerkennung solcher Gnade und in tiefster Dankbarkeit sollen sich die Inhaber der„Hände" aber auch nicht unterstehen, an der kapitalistischen Weltordnung zu rütteln und sich aufzulehnen, wenn etwa der Herr Unter- nehmer es für gut befindet, die Arbeitszeit zu verlängern oder dem Lohn zu verkürzen. Daß die Handelskammern den Marimal- Arbeitstag sonach für ein„Unglück" halten müssen, liegt auf der Hand. Vielleicht ist er auch ein Unglück für manchen Kapitalisten, der gewohnt ist, die Citrone Arbeitskraft bis auf den letzten Tropfen auszupressen. Aber deshalb ist er noch kein Unglück für die Gefammtheit, fondern das Gegentheil. Der Minister frng ferner an, ob denn durch eine staatliche Regelung der Arbeitszeit die Produktion vermindert werden würde. So sollte ein Minister gar nicht fragen, denn es darf ihm nicht unbekannt sein, daß heute durch den Maschinenbetrieb eine Menge „Hände" überflüssig gemacht werden, die stets zur Verfügung stehen, wenn es an solchen fehlt. Andererseits müßte ein Minister auch wissen, daß gerade die lange Arbeitszeit die Löhne und da- mit die Lebenshaltung der Arbeiter hinabdrückt und sonach den Konsum schwächt, so daß man im eigentlichen Sinne des Wortes sagen kann: Tie lange Arbeitszeit hindert den Waarenabsatz und muß sonach auch die Produktion einschränken. Daß dies aber von den Hohlköpfen und Arbeiterfeinden, welche die Klassen- interessen der Bourgeoisie„wissenschaftlich" zu vertreten haben, zugestanden werden sollte, kann man nicht erwarten. So ant- worteten denn die Handelskammern, die Regelung der Arbeitszeit werde die Produktion einschränken, und die Regierung wird nicht verfehlen, diese Weisheit mit wichtiger Miene zu registriren. Merkwürdiger Weise haben auch einzelne der Syndikate auf diese Frage im Sinne der Handelskammern geantwortet, was wohl daher konimen mag, daß sich in den Syndikaten auch kleinbürger- liche Elemente befinden, die sich eine Weltordnnng nach ge- schmälerten! Kapitalprofit nicht wohl denken können. Fast alle Syndikate aber haben sich für die Beschränkung der Arbeitszeit ausgesprochen und zwar sind die einen für den zehnstündigen, andere für den neunstündigen, wieder andere für den achtstündigen Normal-Arbeitstag. Die einzelnen Arbeiter, die man befragte, haben sich sämmtlich für den Maximal-Arbeitstag und auch dahin ausgesprochen, daß ein solcher die Produktion nicht verringern werde; auch beklagen sie sich über den beunruhigenden Andrang „fremder" Arbeiter, die die Löhne drücken, womit in erster Linie die Italiener gemeint sind. Die französischen Kapitalisten suchen natürlich, wie andere, billige Arbeitskräste und sind nicht patriotisch genug, ihre Landsleute z» beruhigen. Sonach find die Arbeitersyndikate und die Arbeiter für den Maximal-Zlrbeitstag und die Handelskammern nicht. Eine wahrhast demokratische Regierung würde sich nun ägen: Die Arbeiter sind die wichtigste Klasse der Gesellschaft, denn diese kann ohne ihre Arbeit auch nicht einen Tag bestehen. Das kann die französische Regierung aus Saint Simon lernen, der dies so schön ausgeführt hat, daß er deshalb vor die Geschworenen kam, die ihn indessen freisprachen. Den Handels- stand aber könnte Frankreich sehr wohl entbehren; es könnte ihn sogar ganz und für immer entbehren, wenn eine vernünftige Organisation der Waarenzirkulation geschaffen würde, und wenn heute sämmtliche Handelsherre» mit ihren aus den zweifelhafte» Praktiken des Handels geschöpften Millionen Frankreich ver- ließen, so würde' dies Land deshalb nicht untergehen. Nichts wäre also gerechter, als wenn man dem Verlangen der Arbeiter nachgeben und einen Maximal-Arbeitstag einführen würde. Aber ach, die Republik hat zu wenig sozialpolitische Republikaner und man darf nicht vergessen, daß der französische Finanzminister ohne Herrn von Rothschild keine Anleihe machen kann. Herr von Rothschild aber will auch„die Produktion nicht einschränken." Die Bourgeoisrepublik bleibt unfruchtbar, fürchten wir, für die sozialpolitischen Ideen. Tie Arbeiter müssen sie demokratisch machen, dann geht es vorwärts. Vovvefjnondettjvtt. Zürich, 27. Oktober. Die gestern vollzogenen National- raths-Wahlen haben in der politische» Gruppirung dieser parlamentarischen Versammlung keine Veränderung gebracht. Im Großen und Ganzen sind die bisherigen Nationalräthe wieder gewählt worden und wo neue Vertreter aus der Stimmurne her- vorgingen, bedeutet in den meisten Fällen ihre Wahl nur einen Personalwechsel, aber keinen politischen. Die Sozialdemokraten haben leider keinen der ihrigen durchgebracht. Vogelsanger blieb hinter dem absoluten Mehr um 58 Stimmen zurück, sein liberaler Gegner erhielt 8291, er 8418 Stimmen. Zwischen beiden gestatte es ihr nicht, sich auszuschließen, und so sei sie ge- zwungen, oft sehr wider Willen, diesem neuesten Sport zu huldigen, gleich allen Andern. Sie gab ihm direkt zu verstehen, daß seine Gegenwart in gesellschaftlicher Beziehung ivohl passend und tvünschens- iverth gewesen wäre, aber sie sagte nicht, daß auch ihr Herz ihn vermisse. Ließ ihre stolze Sprödigkeit ein solches Gesländniß nicht zu? Oswaldt fühlte sich einigermaßen beunruhigt; aber war denn überhaupt diese Trennung nöthig gewesen? Hätte sie gesagt, bleibe bei mir, als die Einladung des Fürsten gekommen war, er wäre geblieben, aber sie selbst hatte geivünscht, daß er dem Rufe folge. Freilich, er war ihm bisher noch nicht gefolgt, aber er hatte ihr seine Gründe dafür auseinander gesetzt; waren sie ihr nicht stichhaltig erschienen? Waruni antwortete sie ihm nicht darauf? Warum ging sie über seinen verlängerten Ausenthalt in der Enge mit einem vornehmen Schiveigen hinweg, ohne Mißbilligung, ohne Zustimmung? S i e konnte schreiben, sie hatte eine gewandte Feder, vermochte ihre Empfindungen in ihren feinsten Manzen wiederzugeben, warum verbarg sie sich vor ihm? Er hielt am Schluß ihres Briefes, als ein jähes Roth eine Wangen überflog. Sie beendete denselben mit den gleichen Worten, die er anzuwenden pflegte. „Doch nun lebe wohl, ich weiß nichts mehr, das lkebrige mündlich." Zu ihrem eleganten formgewandten Stil trat dieser Satz in seiner Plumpheit in einen Kontrast, der von komischer Wirkung war. Er empfand dies sofort; sie parodirtc ihn, 'ie machte sich über ihn lustig. Und wenn er bei jedem Anderen dies als eine harmlose Neckerei ausgefaßt hätte, Hanna gegenüber zeigte er sich empfindlich. Er kannte ihre Ansprüche und ihren kritischen Geist; ihre Bildung imponirte ihm, und so fühlte er sich gc- demüthigt und beschämt. Er stand ans und ging in heftiger Gefühlsanfregung im Zimmer auf und nieder. hat eine Stichwahl stattzufinden, über deren Ausgang sich � nach keiner Richtung hin eine Bermuthung aussprechen PH C u r t i ist bei einem absoluten Mehr von 8476 mit 953j P gewählt worden. Genosse Seidel als offener, ehrlicher Zop, demokrat erhielt 2479 Stimmen, was uns ein ganz annehmt® Resultat zu sein scheint. Die Demokraten haben im 4. WafflW' ein Mandat verloren. In Basel erhielt Genosse Wullschleger 2176 Stim»«; das iit so ziemlich die gleiche Zahl wie im Vorjahre. Jm Kams St. Gallen errangen die Teinokrate» einen hübsche» ErW indem es ihnen gelang, einen ihrer besten Führer, Advokaten Scherrer- Füllemann— nicht zu � wechseln mit dem Zentralpräsidenten Scherrer— durchzubring� In S o l o t h u r n erhielt der Kandidat der Arbeiter und rPJ sinnigen, Staatsanwalt Fürholz— der übrigens nur ein A»" Sozialist ist— 8498 Stimmen, der Kandidat der Arbeiter Baselland, Landrath G schwind, brachte es aitfJP\ Im zweiten Züricher Kreise erhielt der Zentralprülldh S ch e r r er, als von den Arbeitern aufgestellter ZählkandP' 9C0 Stimnien. Aus Genf, Neuenburg, Bern liegen noch"!" Zahlen vor..., Der Ring der alten Parteien, die eine gegenseitige»ep Assekuranz bilden, konnte also diesmal von den vorstürmet Sozialdemokraten nicht durchbrochen werden, allein deshalb w«' kein einziger Sozialdemokrat entmuthigt sein, sondern im theil unverdrossen und eifrig an der Ausbreitung und Stärl»� der noch jungen Partei weiter arbeiten. Die in den verschiede»' Kreisen erhaltenen Stimmen bilden für die Sozialdemokraten ei»» ganz hübschen Achtungserfolg; viel höher aber schlagen wir 1' agitatorischen Erfolg dieser Wahlbewegung an, die olgWio» L die Sozialdemokratie in vielen Wähler-Versammlungen und» energische konsequente Brechen mit der demokratischen LeilhaM't Politik. Leider ist dieser Bruch noch lange nicht auf der gPP Linie der Arbeiterschaft erfolgt, es giebt eben bei»»» in jeden. Orte einen oder mehrere sogenannte»Arbiu führer", die nur die Werkzeuge der demokratischen Partei I" imk hiirrfi QiifiiFmnm hpr Wrhpiter nlä hcmnfrntifdlCä StzÜZ und durch Zuführung der Arbeiter als„demokratisches vieh" sich für irgend eine von den einflußreichen demokratist� Bourgeois einmal empfangene Wohlthat erkenntlich zeigen ivoP» Die volitncke Unebrlicbkeit in den eiaenen Reiben ist wohl»»® Tie politische Unehrlichkeit in den eigenen Reihen ist woyc für längere Zeit das größte Hinderniß der politischen Entwust lung der Arbeiterschaft zu einer entschlossenen sozialdemokratil-r Partei. Doch wir hegen die Hoffnung, daß auch dieses Hinde»» werde überwunden werden., � Die Sozialdemokraten haben übrigens gestern doch ei», Wahlsieg errungen, nämlich in O b e r st r a ß, wo bei � Nachwahl in den Kantonsrath Genosse Lang über st!»; liberalen Gegner triumphirte. Lang wurde bei den allgemst»'; Kantonsraths-Wahlen im Mai von den Demokraten nicht minP befehdet als von den Liberalen und wenn man beiden Geg»', glauben dürste, würde mit dem Einzug Lang's in den.Kaut»»'. rath für den Kanton Zürich das letzte Slündl. geschlap haben. Wir glauben aber, daß es unser hochgebildeter»»« liebenswürdiger Genosse nicht so schlimm treiben wird. d>' PolikistfiL Mekrerflcht Frage und Antwort. Das hiesige Zentrnmsorgan, „Germania", schrieb in seiner gestrigen Nummer: 5 „Der sozialdemokratische Abg. Liebknecht hat gester» A».,, vor seinen Wählern im sechsten Berliner Reichstags-WaP � eine Rede gehalten und dabei das große Wort gelasst» � gesprochen, nur ein Kindskopf könne die Frage stellen, u"„p sozialdemokratische Zukunftsstaat bis in alle Einzelheileu � sehen wird. Wenn Herr Liebknecht doch endlich einmal»' iz wirklichen Fragestellung bleiben wollte. Es hat ihn Rch. w gefragt, wie der Zukunftsstaat in allen Einzelheiten au»! u wird, sondern die Sozialdemokratie soll erklären, wie r P den Zukunftsstaat denkt, welchen Plan sie hat. Diese ßMLii durchaus nicht kindisch, denn wenn man der Sozialdemo� folgen und die heutige Ordnung von Grund aus zerstöre» P, muß man doch auch wissen, wo hinaus sie will. Dap Sozialdemokratie der Beantwortung dieser Frage konse» � aus dem Wege geht, zeigt lediglich die Verlegenheck Führer. Und doch erklärte Liebknecht gestern Abend empfPsiU „Daß die Wissenschaft und auch die nationalökonomische 2�/ schast unaufhaltsam fortschreitet, sind unseren Gegner»� bekannte Dinge. Unsere Gegner kennen eben unsere Lck'P, nicht, sondern sind geivöhnt, alles der Polizei zu übrtjjy Wir Sozialdemokraten, die wir ans dem Boden der WistWÄ stehen, kennen keinen Rückschritt, ivir gehen mit der BwE schaft unaufhaltsam vorwärts." Daß die übrigen Deutz nichts von der„Wissenschaft" verstehen, deren Fortschritte» folgen, das ist, um einen Lieblingsausdruck des„Bck Volksblatt" zu gebrauchen, in der That recht„spaßig"." So die„Germania", die von„Wissenschaft" und .chaftlichkeit" natürlich ihre eigenen Begriffe hat. 0% Priester und Pfaffen hat es von jeher keine andere bere Seit Langem hatte er sich nicht so verstimmt und»> muthig gefühlt. Endlich griff er nach Field's Brief � öffnete ihn. Er war in einem überaus gereizten To» � schrieben und enthielt Vorwürfe und Ermahnungen.� thaten ihm wohl; hier mar doch wirkliches Interesse, A» und aufrichtige Besorgniß..„{f Er hatte sich's mit einem eiifflzißreicheit Gönner l dorben, theilte ihm Field mit, der Fürst lasse ih>».<(8, ihn sagen, daß er auf seinen Besuch verztchte, da er I einer Einladung zufolge, den Ausenthalt auf seine» sitzungen abzukürzen gedenke. Field verstieg sich Worten. Er bezeichnete dies Außerachtlassen seiner Intel als unverantwortlichen Leichtsinn...!„! Osivaldt hätte durch die Protektion des Fürsten.K Professur erlangen können, sie war ihm so gut wie g m, nun gehe daS Gerücht, daß dieser Posten bereits besetz Er forderte Osivaldt auf, sofort nach Wien zu fP»'' � es sei wahrlich nicht die Zeit der Muße; er habe ih'" hc' Position geschaffen, nun sei es an Oswaldt, sie 5l. haupten. Da heiße es aber arbeiten, etwas vor sich»» und nicht die Zeit in unnützeil Spielereien verzetteln-.. Diktatorische dieses Schlusses aber erregte ihm die®n Er, der sich soeben noch unentschlossen und sch'»» gezeigt, wußte nun, ivas er zu thun habe.. Field sollte auf diesen Brief sofort eine AN haben._.jiji} Er wollte ihm bedeuten, daß er durchaus nicht»Iff« gehe, wenn er auch iin Augenblick nicht für den � arbeite. Für jeden Künstler kommen Augenblicke, w». nichts denke, als sich selbst durch seine Arbeiten zu und zu erquicken, und was er da schaffe, sei oft sein � 'ein Eigenstes.,„ Er setzte sich hin und schrieb ohne-Zögern; die flössen ihm in die Feder. ä Er theilte Field ebenso kurz als bestimmt mit, v»»'x der Fürst aus seinen Besuch verzichte, er seinen 9C9 tigen Aufenthalt in der Enge zu verlängern gedenke- p' Ter Poldl saß indeß in der Wohnstube bei den 0, Draußen entlud sich ein Geivitrerrege», der, mir vermischt, prasselnd an die Scheiben schlug.(Forts, f* .Wissenschaft" gegeben, als die des Herrschens. Jede andere Wissenschaft ist ihnen verhaht, wie Dein Teufel das Weihwasser. Doch das nur nebenbei. Also die schlau-nengierige „Germania" will nicht wissen,„wie der Znknnftsstaat in allen Einzelheiten aussehen soll", aber sie will wissen, .wie wir uns den Zukunftsstaat denken, welchen Plan wir haben". Welcher Unterschied zwischen der einen und der anderen„Fragestellung" besteht, und inwiefern wir voii„der wirklichen Fragestellung" abgewichen sind, das ist unserem weltlichen Menschenverstand zwar nicht ersichtlich, indeß wir verspüren so etwas wie ein menschlich Rubren mit den Tantalusqualen der armen„Germania", und wir wollen fhr einige unserer Geheimnisse verrathen. Also aufgepaßt, nebe„Germania":. . Im sozialistischen„Zukunftsstaat" giebts keine Mm- Zsietze, kein Jesuitengesetz, kein Ausnahmegesetz irgend ivelcher slrt. Es giebt kein Preßgesetz und kein Vereinsgesetz— >lsder kann denken, sagen und schreiben was er will und alles thun, was nicht einen Eingriff in die Rechte und be- rechtigten Interessen Anderer bildet. Es herrscht absolute Gleichberechtigung, und die Gleichberechtigung die einzige Schranke der Freiheit. Es giebt rrmen Kulturkampf, weil es keine Staatskirche giebt. Die Schule gehört dem Staat, und Jedermann soll nach seiner sthtzon selig werden. Es oiebt keinen Kiinia Ktiiimu und ,-- selig werden. Es giebt keinen Stönig Stumm und nie Schnapsjunker: die„nationale'Arbeit" in Stadt und ' ln Handel, Industrie und Landwirthschaft wird ß. �° s s e n s ch a f t l i ch betrieben, zum Vortheil der q. ssssrnmtheit. Es giebt keine Armen, denn jeder rdeitsfahige ist in der Lage, durch seine Arbeit sich ein m.K- würdiges Dasein zu sichern, und die Arbeits- jahig-u sind Pensionäre des Zukunftsstaates, der sie nicht äs �ell berühmten„331/s Reichspfennigen" abspeisen wird. ™e'ne Zeiten der Arbeitslosigkeit und keine Krisen, .' btc Produktion und die Konsumtion— die Erzeugung »rtyeiluna der Güter— planmäßig geregelt sind. Es firf cy e Prostitution, weil es weder Männer giebt, welche miirr ftUcn �ufen können, noch Frauen, die sich verkaufen '"lieii n. s. tv. u. s. w. v. llnd NUN, mein Liebchen, was willst Du noch mehr? Kann wachen r��nia" i�tzt einen Vers auf den Zukunftsstaat glaubt sie etwa, daS, was wir ihr soeben ver- haben, sei schwer, oder gar unmöglich durchzuführen? ümk yW„Germania", die Könige Stumm, die Schnaps- nvü' Kohlenbarone n. s. w., seien schwerer zu erpro- m als die Tabaksfabrikanten, die der verflossene bnk« expropriiren gedachte, oder als die Eisen- n. �'Gesellschaften, die bereits expropriirt sind? Und glaubt SWr't Arbeiter würden auch nur einen Moment in w„ Neuheit kommen, wenn sie ohne Könige Stumm x.Jwvduziren haben? Und wird der Staatsbetrieb etwa w n" �. erschwert, daß die Arbeiter eine m e n s ch e n- iwi! �,7 1 9 e E x i st e n z führen können und freie Genossen Iis,?:"att daß sie wie jetzt(im Eisenbahnbetrieb w) kapita- . l'Ich ausgebeutet und politisch geknechtet, zum Mindesten vormnndet werden? U. A. w. g. Hieb, den wir neulich den Judenhetzern versetzten, " von der„Kreuz-Ztg." wie folgt quittirt: on Ungeschicklichkeit des„Beel. Volksblatt" überschreitet (ZZegrisse. So schreibt es über die mehrfach berührte Wahl .■ �Kpgheim:„Ueberall, wo der Antisemit Anhänger findet, ist s'..hj'ser Boden für die Sozialdemokratie, und jedem anti- �wn'ichen Agjmtor sollte sich ein sozialdemokratischer an die ohlen heften. Unseren schwäbischen Genossen enipfehlen wir �»gheim und den Essich." " einigermaßen hinter die Koulissen zu sehen vermag, \ k'v, daß es sich umgekehrt verhält. Ter Antisenntismus t�U'.sch- sozialer" Richtung wenigstens verdrängt die Sozial- ?"ivsvatie, wo er zielbewußt gefördert wird. Weiß Herr Lieb- 'echt nichts von den Vorgängen in Ladenburg a. Si., Durlach Infi i00 die sozialdemokratische Bewegung vollständig er- .Jch'" ist, nur weil im deutsch-sozialen Sinne kräftig gearbeitet «i' v- Und weshalb haben die Marburger Genossen den 77'eitag in Halle denn um Hilfe gegen den Antisenntismus � gerufen, wenn sie ihn im Ernst als„Vorfrucht" ansehen? riibi.i ÖeuI sozialen Gebiete zwischen beide» Richtungen Be fois,';'��"�16 li"d, bestreitet Niemand. Gerade deshalb aber buiikin �»k Volksbl." nchweigen, denn diese Berührung?- samw-..«?'"'1 der Achillesferse der Sozialdemokratie zu- lich-„!> r dt treffen das Verhältnis! zu dem wahren und eigent- 1 G*1 des kapitalistischen Systems, dem Judenthum. "lle».. n/.»Beck. Volksblatt" wirklich, daß die Arbeiter in die tfnfc t um dieses Verhältnjß herumgehen werden, wie v"1 den heißen Brei? Es liegt uns eine Fülle von ' vor. daß die Riicksichtnahme auf das Judeiilhum die �tzt tief verstimmt, wenn sie aus Gründen der «inoe/'s auch noch nicht offen auslehnen. Tie Erhebung Albj,, m ö'u» eigentlichen Führer,— der gänzlich unbekannte fBarnin tst, wie wir erfahren, ein jünger Mensch von desvni?. wahren und nichts als ein„Strohmann"— ins- Berlj,,., JlQt in diesem Sinne gewirkt. Auf einer der letzten drastisu....�i?"""lu»gen ist daS ja auch schon in ziemlich Slnocv, ff* 8'"" Ausdruck gekomme». Wir könnten Herrn die wo,,?der noch schmeichelhastere Anmerkunge» mittheilen, Tie Parteigenossen über ihn gemacht worden sind. föbbttliA'"dgen nur ja nicht glauben, daß es überall so haben Z,8"ljtht, wie da, wo sie ihre„Drahtpuppen" zur Hand L' � �—.. r.... wie in Halle. Ällerdings' aber. das muß zugestanden Opposition f(»»v T®Woit; dasi der©ctiuuc*üvv»»vv--W ""teilen Auch die übrigen Berliner aber, die IN Halle waren. .Alt.?,'."cht den Eindruck, als ob sie berufen waren, die Na ffiK ä.» bwäs fnv kelilen, daß der Genosse Werner kein solcher ist, ..Älten« den Eindrück, als ob sie So ��igst abzulösen."-• 1 wl®'eiebem fcie»Kreuzzeitung". Wir wollen nicht Gleiches b,ff gfbo?> �fPelten und ihr die„Ungeschicklichkeit" nicht gIfre Bexjü.. ivolleu ihr blos den Rath ertheileu, sich ihv die zu suchen; sie würde dann ivenigstcus ii, gesaat"sikhlten Dinge besser unterrichtet sein. Wer vn""fever oi1, Vs sei eine antisemitische Strömung tÄÄÄ nu,'ich e ii m' 0 U n 8' wendet sich nicht gegen den > bilden nur einen verschwindenden Bruchthcil fpeiierr. Wucherer- und Ausbeuterthums, und was han"„..°eu Koru- und Viehwucher betrifft, der den ■BBÜ � . h � I. v». � � 0-,? �, was die Juden in diesem Uin«VJtet haben, zu Nichts zusam- "'p f t. Und Wucher ist Wucher, auch wenn der Wucherer dabei die Klinke der Gesetzgebung in der Hand hat. Was die Jagdgeschichten aus jLadenburg, Durlach, Marburg U. s. w. betrifft, so kann die„Kreuz-Zeituug" die- selben wohl ihren Leuten vorerzählen, die im Glauben„gestärkt" werden müssen— von uns wird sie einfach aus- gelacht. Das wissen wir besser, und die Böckel und Kon- sorte», die nur hinter verschlossenen Thüreu zu radauen wagen, wissen es auch. Zum Schluß wollen wir der„Kreuz-Zeitung" noch im Vertrauen mittheilen, daß es sich mit der Jugendlichkeit des „uubekaunten Gerisch" genau so verhält, wie mit der Er- Hebung Singer's zum eigentlichen Führer— der„junge" „unbekannte Mensch" ist einer unserer tüchtigsten Gewerk- schaftsmänner, seit dem Jahre 1876 schon in der Be- wegnng und genau 33 Jahre 7 Monate 16 Tage alt. Das hiestge J«nlurl>latt, welches mitunter ganz scharf und richtig sieht, wenn die eigenen Klaffen- und Sonder- interessen nicht in Frage sind, schreibt über die letzten bel- glichen Wahlen: „Wir haben den jüngst in Belgien stattgehabten Gemeinde- wählen, bei welchen sich beide Thelle, U l t r a m 0 n t a n e wie Liberale, den Sieg zuschreiben, keine sonderliche Aufmerk- samkeit gewidmet, weil eö in der That nicht viel verschlägt, welche der beiden„Bourgeois"-Parteien in Brüssel am Ruder sitzt. Den sozialen Anforderungen der Gegenwart stehe» die einen ivic die anderen zugeknöpft bis an den Hals gegenüber, und auch von einer Abänderung des lediglich aus den G e l d s a ck zu- geschnittenen Wahlsystems wollen sie nichts wissen. Kein Wunder daher, daß die Massen in Belgien den um- gekehrten Weg einschlagen, wie er bei uns betreten worden ist: sie suchen einen gewaltigen sozialen Druck auszuüben, um zu der politischen Stellung zu gelangen, von der sie ein„menschen- würdiges" Dasein erwarten. Der allgemeine Ausstand wird deshalb vorbereitet. Wie der„Nat.-Ztg." aus Brüssel geschrieben wird, sehen die Direktoren der Kohlenwerke von Charleroi denselben als unvermeidlich an. Dort allein handelt es sich um 200 000 Arbeiter. Wenn der Ausstand seinem vollen Umfange' nach durchgeführt werden könnte, müßte er furchtbare Folgen haben. Wir glauben aber nicht, daß dies, in der rauhen Jahreszeit zumal, gelingen wird." Nim, mit dem„allgemeinen Ausstände" hat's vorläufig noch seine guten Wege. Der„Germania" und anderen Or- ganen der„katholisch Geschorneu" möchten wir aber die Frage vorlegen, wie es ihnen gefällt, daß die„Ultramon- tauen" in der zentrnnisfrenndlichen„Krenzzeitung" einfach als„Bourgeoispartei" figuriren. Und sind sie es nicht? Unseren Herren Geschornen, die sich jetzt so mausig machen mit Lösung der sozialen Frage„und der Mission der Kirche zur Herstellung des sozialen Friedens" u. s. w., muß bei jeder Gelegenheit das Beispiel Belgiens unter die Nase ge- rieben iverden. Dort hat die katholische Kirche die Macht, und was hat sie für die Arbeiter geschaffen? Statt des versprochenen Paradieses, die Hölle aus Erden! Die graiienhaftesten sozialen Zustände, die überhaupt in irgend einem Lande der Welt existircu. Schöne Worte sind federleicht und spottbillig. Aber wie heißt's in der Bibel? „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen." Ein Blick auf Belgien und die„soziale Mission der katholischen Kirche" ist gewichte t. Der Pfaffen streik in der Türkei ist kläglich miß- lungen. Die froinmen griechisch- katholischen Streikbrüder dachten, das gläubige Volk werde in Verzweiflung gerathen, wenn die Kirchen zugeschlossen würden, und vielleicht gar eine Revolution gegen die ungläubigen Türken machen(diese frommen Herren haben nämlich gar keine Angst vor der Revolution, wenn nur sie selbst sie für sich selbst machen können)— allein das gläubige Volk, weit entfernt in Ver- zweiflung zu gerathen, freute sich heidenmäßig, daß es die Kirchen schwänzen konnte und die geprellten Streikbrüder müssen nun klein beigeben, wenn sie nicht riSkiren wollen, daß sie für immer anss Pflaster geworfen werden, und ihre gläubigen Schäflein ganz verlieren würden. Und so haben sie sich aufs Unterhandeln gelegt und bereiten sich daraus vor, unter dem kaudinischen Joch durchzumarschiren. Ein Glück noch für sie, daß sie in der„wilden" Türkei leben, sonst würden sie noch wegen Aufforderüng zum Streik und Boykott ins Gefängniß marschiren müssen.— Selbsterkruntnist ist eine ebenso werthvolle als seltene Eigenschaft. Ter Ex-Reichskanzler scheint sie zu besitzen, was wir— offen gestanden— ihm bisher nicht zugetraut hatten. Wie schon neulich genieldet wurde und jetzt bestätigt wird, hat er ein B i s m a r ck- M u s e u m zu gründen beschlossen. Er hält sich also reif für's Museum. Wenigstens einmal ein richtiger Gedanke. In welche» Veisteszustiilid die„Germania" gerathen ist, zeigt ihr heutiger Leitartikel, der mit den Worten be. ginnt:„Das Versteckenspielen der sozialdemokratischen Führer geht schon nicht mehr gut an", sie müssen einigermaßen den Schleier lüften, denn der Ruf Heuchler, Feig- l i n g e it. s. w. schallt ihnen zu kräftig entgegen." Was müssen die Patrone der„Germania" für eine Angst vor uns haben, daß sie so schimpfen! Insbesondere soll Liebknecht durch den Ruf„Feigling" ic. gezwungen worden sein, end- (ich nach 14 Tagen auf den bekannten Brentano'schen Brief zu antworten, und zwar gestern, indem er die„Gemeinheit" der„Magdeburger Zeitung" annagelte. Die„Germania" hat in ihrer Angst übersehen, daß der betreffende Brief des Herrn Brentano gleich nach seinem Erscheinen ist den Hauptstelleu von uns abgedruckt worden ist. Mit bciii Schreiber' eine Polemik anzufangen hatten wir keine. Veranlassung, dagegen mußte die,„Magdeburger Zeitung" gezüchtigt werden— und das ist geschehen. Ge- lüftet's der„Germania" etwa nach den Lorbeer« der „Magdeburger Zeitung"? Uns kaiin's nur recht sein. Die Einführung der Ardeiter-Kontrolmnrlie wird, wenn die„Köln. Ztg." gut unterrichtet ist, von den sächsischen Textilarbeitern in SluLsicht genommen. Wir können den Versuch, wenn er unternommen wird, nur gutheißen und werden ihn nach Kräften unterstützen. Tie amerikanische Gewerlschasts- bewegniig hat mit der Einführung derartiger Kontroimarken (Union-label) große Erfolge errnngen. Daß die sächsischen Textil- arbeiter auf dem richtigen'Wege find, beweift schon die W»th, in welche ihre bloße Absicht die„Köln. Ztg." versetzt. Wie es ihre Art ist, spricht sie sofort die hirnlose Verdächtigung aus, die Kontrolmark« solle nur eingeführt werden, um„leidenschaftlichen Agitatoren" ein„bequemes Dasein" zu ermögliche». Eine solche Verleumdung sollte doch selbst der„Köln. Zeitung" zu abgeschmackl und einsältig sein: sie richtet sich gegen„ die Agitatoren einer Partei, die durch 12 Jahre härtester Verfolgungen Dank der Opferwilligkeit ihrer Anhänger siegreich hindurchgeschritten ist. Wer ein„be- qnemes Dasein" führ»» will, sucht seinen Platz in den Reihen anderer Parteien. Da«„bürgerliche Kefebbnch" steht noch weit im Felde. Ter erste'.Entwurf, der nach mühseligster und langsamster Juristen arbeit endlich das Sicht der Well erblickt hat, erweist sich, wie auch nicht sozialistische Kritiker hervorgehoben haben, in den neuesten Punkten als entschiedener Rückschritt zu den jetzt giltigen Landesgesehen. Er ist ein Ausfluß beschränktester Klassengesetz- gebung und hinkt der Zeit um gut fünfzig Jahre nach. Dieser Entwurf soll nun einer zweiten Lesung unterzogen und eine zweite Kommission damit betraut werden. Lange Zeit war man in Verlegenheit, wem der Vorsitz in dieser Kommission zu übertragen sei. Die gesetzgeberischen Genies sind eben selten. Nun wird bekannt, daß der Staatssekretär des Neichs-Justizamtes selbst den Vorsitz zu übernehmen gedenkt. Wir müssen offen ge- stehen, daß unsere Hoffnungen auf eine bessere, von größeren Gesichtspunkten ausgehende Gestaltung des bürgerlichen Gesetz- buches durch diese Nachricht nicht gerade erhöht worden sind. K»r»e Arbeitszeit vermindert den Alkoholgenuß. Diese alte Erfahrnng bestätigt sich aufs Neue. Ein New-Aorker Temperenzführer hatte neulich behauptet, der britische Schatzamts- kanzler Goschen habe erklärt, daß die Londoner Dockarbeiter jetzt mehr Schnaps trinken als ehedem. Herr Samuel Gompers sah sich hierdurch veranlaßt, an Goschen sowohl, wie au John Burns zu schreiben und um Auskunft zu bitten. Goschen's Sekretär er- widerte:„Ich kann Ihnen inittheilen, daß die Angabe, welche Sie erwähnen und die ihm zugeschrieben wird, nämlich, daß die erhöhten Löhne und die verkürzte Arbeitszeit die Dockarbeiterzu Trinkern gemacht habe, vollständig unbegründet ist. Was Mr. Goschen in seiner Budgetrede sagte, war, daß die Zunahme der Prosperität aller Klassen in Großbritannien während der letzten ahre von einer Zunahme des Genusses geistiger Getränte be-' gleitet sei.„Alle Klassen," sagte er,„hätten sich vereinigt, aus die Prosperität des Landes zu toasten." John Burns bestätigt diese Angabe und fügt hinzu:„Gestern Abend wohnte ich einer Versammlung von 6000 Dockarbeitern bei und fragte die Leute, welche Wirkung die Verbesserung ihrer Lage gehabt habe. Die allgemeine Ansicht war, daß die Arbeiter, welche höhere Löhne bekommen, jetzt nüchterner sind, als je zuvor. Selbst ein Abstinenzler, freue ich mich über das musterhaste Betragen der Dockarbeiter. Nicht nur das Trinken, sondern auch das Wetten hat abgenommen. Die schlimmsten Feinde, welche ich in London habe, sind die Kerle, welche mit Wetten und SchnapS den Ar- beitern das Geld aus der Tasche locken. In England sowohl, wie überall. hat die Bewegung zur Verkürzung der Arbeitszeit das'Volk nüchterner und intelligenter gemache. In meinem eigenen Gewerbe wurden vor 12 oder 14 Jahren die Sekretäre bestochen, damit sie die Versammlungen vom„Pig ancl Wlüstle" nach dem„Braunen Bären" verlegen sollten. Der Eigenthümer des„Braunen Bären" möchte uns aber jetzt noch Geld zugeben, wenn wir uns bei ihm nicht mehr versammeln wollten, da der Konsum von Getränken so sehr abgenommen bat, daß es sich für den Wirth nicht mehr bezahlt. Der Reiche trinkt, weil er nichts Besseres zu thun weiß, während der Arme, welcher Jenem die Mittel zum Trinken verschafft, indem er länger arbeitet, als er sollte, beim Glase seine elende Lage zu vergessen sucht." Mofür drr Sozialismus nicht alles kann! In einem die Schulreform behandelnden Artikel meinen die„Münchener Neuesten Nachr." zum Schluß:„Es wäre zu einer anderen Zeit als der sozialistisch bewegten Gegenwart lächerlich, zu beobachten, wie junge Herren, die sich eben das Absolutorium erarbeitet haben, z. B. in Kaffeehäusern beim An- und Abziehen der Ueberkleider sich bedienen lassen, während der Herr Professor daneben bescheiden lich selbst bedient; wie nach Universitäts- Feierlichkeiten die Herren Vertreter der Studentenschaft in Zwei- spännern abgeholt werden, die Professoren zu Fuß heimgehen." Also die akademischen Giggerl ebenso wie die der Friedrichstadt- Restaurants sind Sozialdemokraten. Ueber die Fahrten de» Spikel« Hanpt berichtet die „Schwäb. Tagw." gewissenhaft das Folgende:„Der Polizeispitzel R. Haupt hat sich, nachdem ihm bereits in Cannstatt und in Gmünd die Legitimation über seine Mitgliedschaft im Formerfachverein abgenommen worden war, abermals in den Besitz eines Mitgliedsbuches zu setzen gewußt. Derselbe ist am Freitag in Schnaitheim betroffen worden und beabsichtigt wahrscheinlich, nunmehr die Unterstützung der bayerischen Formervereine in An- sprach zu nehmen."— Dem Burschen wird das Handwerk sehr schnell gelegt werden. Welche Lnst. Soldat zn fein l Aus Darmstadt wird der„Franks. Ztg." unterm 23. Oktober geschrieben: „Welch' unerhörter Behandlung oftmals junge Leute, die ihrer Militärpflicht genügen, ausgesetzt sind, insbesondere, wenn sie nicht das Glück haben, aus dem einen oder anderen Grunde die Zufriedenheit ihrer Vorgesetzten zu erlangen, zeigt eine heute vor dem hiesigen Landgericht begonnene Verhandlung gegen den Verstcherungsinspektor Heinrich Lefebre in Frankfurt a. M. wegen des Vergehens des Zweikampfes mit tödtlichen Waffen. Der Angeklagte Lefebre hatte vor Ergreifung seines jetzigen Berufs einige Semester auf der hiesigen Technischen Hochschule stndirt und war Mitglied des Korps„Rhenania", Im Oktober 1868 trat er als Einjährig-Freiwilliger bei der reitenden Batterie des 25. Artillerie-Regiments ein. Nach seinen Angaben wurde er nun oftmals von dem Lieutenant Freiherrn v. Rotsmann mit den allergewöhnlichsten Schimpfworten, wie Esel, Bengel, Schweine- lerl, Saumagen, Hnrenbengel und ähnlichen Schimpfworten belegt, auch vor ihm ansgeipuckt, ohne daß sich Lefebre einen anderen Grund denken kann, als daß er die Znsriedenheit des Lieutenants beim Reiten nicht erlangt hatte. Nach seinen Aussagen wurden die anderen Einjährigen ähnlich behandelt.— Nach beendigter Dienstzeit sandte Lefebre dem Herrn Lieutenant von Rotsmann einen Kartellträger und ließ ihn ans Säbel fordern. Das Ehrengericht des Regiments entschied, daß v. R. die Forderung anzunehmen habe, einer Bestimmung des Kaisers zur Folge sei aber jeg- l i ch e B a n d a g i r u n g(!) auszuschließen. Am 9. Oktober v. I. kam das Duell zum Austrag und trugen beide Paukanten keinerlei Bandagirung außer einem schmalen Seiden band um d i e P u l s a d c r n(!) und an der rechten Hand einen Dienst- Handschuh. Tie Kartellträger machten die üblichen Versöhnnngs- versuche, auf die Lefebre unter der Bedingung einzugehen geneigt war, daß Lieutenant v. R. die angethanen Beschimpfungen vor Zeugen revozire inid deprezire. Dies wurde seitens deS Offiziers abgelehnt, worauf der Zweikampf vor sich ging. Während Lefebre nur eine ganz unbedeutende Verletzung davontrug, wurde Lieutenant von Rotsmann durch einen Hieb in die rechte Hand kampfunfähig gemacht. Soweit die Darstellungen des An- geklagten L. Von R. ist vom Militärgericht bereits zu mehr- monatiger Festungshaft verurlheilt und in diesem Herbst nach Magdeburg versetzt worden.'Roch bevor man in die Zeugen- Vernehmung eintrat, wurde die Verhandlung auf Antrag de» Ver- theidigers, eines Frankfurter Ztechtsamvalles vertagt, um den Sohn de» SlaatSministers Finger, der damals auch beim 25. Artillerie-Regiment diente, kommissarisch als Zeugen ver- nehmen zu lassen. Zu geeigneter Zeit werden wir den Ausgang des Prozesse» mittheilen."— Diese Mitiheiuing giebt wieder einmal eine Bestätigung der in der Kurt Abel'schen Broschüre:„Vier Woche» Vizewachtmeister" mitgetheilten Thatsachen, gleichzeitig bringt sie aber auch die Frage de» Duellwesens wieder auf das Tapet. Dieser barbarische Unfug wird vom Gesetz unter Strafe gestellt; jeder Offizier in u ß aber dieses Gesetz gegebenen Falles übertreten, wenn er Osfizier bleiben will. Das Duell gilt als Vorrecht der Kaste, und diesem Vorrecht gegenüber ist das bürgerliche Recht in Deutschland mächtlos. 'Auch ein Beweis, wie schlecht die deutsche Bourgeoisie mit dem Feudal, vesen aufzuräumen verstanden hat. .«rue Entwurf einer Milttär-Strasprozeßordnung soll bis zum l. November seitens der in Berlin tagenden Komimssion fertig gestellt sein. DaS neue Prozeßverfahren soll gegenüber dem bisherigen in Bayern geltenden Prozeßverfahren ganz außer- ordentliche Rückschritte darstellen. Das Prinzip der Oeffentlichkeit wird allerdings ans dem bayerischen Versahren in das deutsche Prozeßverfahren übernommen, aber die Militärgerichte sollen in den a s e r n e n abgehalten werden. Was alsdann von der Oeffentlichkeit übrig bleibt, kann man sich leicht denken. Die neue» Dirustpriimie» für Dnteroffisiere, von denen bei der diesjährigen Militärvorlage zum ersten Mal die Rede war, sollen in den neuen Militäretat für 1891—92 ein- gestellt werden. ES handelt sich hierbei um nicht weniger als Millionen Mark; die Prämie für den einzelnen Unteroffizier soll sich nach zwölfjähriger Dienstzeit auf 1000 Mark belaufen. Mohlfeile Altersvrrsorgnng. Aus Konstanz wird be- richtet: Im hiesigen Armenhause, Gütle genannt, werden die Armen und Invaliden der Stadt untergebracht. Allem Anschein nach stehen aber dieser Anstalt nicht genügend Mittel für Ver- pflegung der Insassen zur Verfügung. Um nun diese Mittel zu beschaffen und gleichzeitig den Lebensabend dieser Leute zu einem angenehmen zu mache», sieht sich die Verwaltung genöthigt, die Invaliden, die noch einigermaßen auf ihren Füßen stehen können, in die hiesige Tapetenfabrik in Arbeit zu schicken. Die Herren Fabrikanten, gute Stadtväter und Patrioten, sind so human und bezahlen diese Leute bei elfstündiger Arbeitszeit mit 60 Pf. bis zu 1 Mk. Die Hälfte dieses riesigen Lohnes müssen diese alters- schwachen Leute an die Anstalt abgeben, während sie mit der anderen Hälfte ihrer Genußsucht sröhnen dürfen. Daß diese billigen Kräfte nur dazu beitragen, den übrigen Arbeitern der betreffenden Fabrik Konkurrenz zu machen und die Löhne herab- zudrücken, ist selbstredend. So wurde einem Arbeiter der betref- senden Fabrik, welcher um Lohnerhöhung anhielt, vom Fabrikanten kurz erwidert, daß ihm billigere Arbeitskräfte jederzeit zur Verfügung ständen und von einer Lohnerhöhung nicht die Rede sein könne. Daß den Würzburger Köchen der„O r d n u n g s b r e i" mißrathen ist, den sie für die Reichstagsnachwahl dort kochen wollten, wird auch von dem edlen Freiheitsmann Eugen Richter betrauert. Er weiht dem Plane einer Vereinigung der Frei- sinnigen, Nationalliberalen und Volksparteiler auf einen„Ord- nungs-Kandidaten" gegen den Kandidaten des Zentrums und der Sozialdemokratie eine fromme Thräne und beklagt sich bitter über die Halsstarrigkeit der Volksparteiler, die dem Zentrum das Man- dat in die Hände spielen ivürde. Herr Richter wird uns ge- statten, daß wir ihn nach diesem Geständniß seiner schönen Seele zum Kartell rechnen, das er einst so eifrig bekämpfte. Dieser Eifer hat freilich in der letzten Zeit bedenklich nachgelassen. Nehmen wir noch hinzu, daß Herr Richter vor einigen Tagen schon ganz im Tone der„Köln. Ztg." von einer„Belastung der Industrie"(soll heißen: des llnlernehmerthums) durch die„So- zialpolitik" zu sprechen begann, so liegt die Vermuthung nahe, daß er Anschluß sucht, Anschluß an die großindustrielle„Fronde". Herr Richter hat immer dem Manchesterthum angehört, der De- mokratie niemals! Das„Kerliner Tageblatt" theilt in Sachen Neve, auf einen Lokal-Berichterftatter gestützt, mit, daß die bisherigen An- gaben falsch seien. Neve sei irrsinnig geworden und„infolge dessen" nach der Strafanstalt Berlin-Moabit(Zellen gefängnip) gebracht worden. Nach der Meinung des„Berk. Tagebl." kommen also Irrsinnige in die Strafanstalt. Nachmahl. Durch die Ernennung des bisherigen Ober- bürzermeisters von Posen, Waldemar Müller, zum Geheimen Finanzrath und Mitglied des Reichsbauk-Direktoriums ist das Mandat desselben zmn Reichstag für den Wahlkreis Stuhm- Marienwerder erloschen. Ter Wahlkreis ist, abgesehen vom konstituirenden norddeutschen Reichstage, in welchem er den Polen v. Donimirski entsandte, stets nationalliberal oder freikonservativ vertreten gewesen. Schwei?. Aus Lugano berichtet die„Franks. Ztg." über Ausschreitungen radikaler Demonstranten gegen die Okkupatioustruppen. Das Militär sei mit Steinen empfangen, mehrere Soldaten verwundet worden. Aehnliches sei in Mendrisio vorgekommen. In Frei- bürg chatten Radikale Nachts um 11 Uhr einen Ueberfall des Regierungsgebüudes versucht, die konservative Bauernschaft der Umgebung hatte aber die Angreifer zerstreut. Mehrere Personen seien hierbei verwundet worden. Nach einem Telegramm der„Köln. Volkszeitung" ist in Lugano die Ruhe wieder hergestellt. Die(liberale) Stadtbehörde forderte die Bevölkerung auf, die Militärgewalt zu respektiren.— Die konservative Volksmehrheit bei den Nationalwahlen in Tessin wird nun auf 1287 angegeben. Aus St. Galle» berichtet der„Grütliaer": Den Be- wohnern desg abgebrannten R ü t h i haben überfromme Leute als erste Hilfe Bibeln und Traktätlein zugeschickt. Damit sollten sie wahrscheinlich den Hunger stillen, die frierenden Glieder wärmen und sich, denen Alles abgebrannt war, zur Ruhe betten. Welch' einfältige Kostgänger unser- Herrgott doch hat! Frankreich. Paris, 28. Oktober. Nach amtlichen Berichten, die dem Komitee für das öffentliche Gesundheitswesen über die Aus- dehnung der Choleraepidemie vorliegen, verschwindet die Seuche im inneren Asien, nimmt dagegen in Äleppo an Zahl und Schwere der Fälle zu. Von hier verbreitet sie sich nach Tripolis hin und ist auch bereits in Hamah, an der von den Beduinen der syrischen Wüste stark besuchten Straße, aufgetreten. Man fürchtet daher ihr baldiges Erscheinen in Damascus und Tripolis. Der radikale Abgeordnete M o r e a u hat einen Tarif der Narrheit aufgestellt und damit zugleich ein Mittel vor- geschlagen, wie der Fehlbetrag im französischen Staatshaushalt gedeckt werden könnte. Er hat einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, nach welchem alle adeligen Titel und Bezeichnungen rn Frank- reich grundsätzlich abgeschafft sei» sollen; doch soll Jeder sich � liebige Titel beilegen dürfen, wen» er eine dahin zielende Er klärung beim Bürgermeisteramte seines Wohnortes abgiebt eine Abgabe bezahlt, die jährlich betragen soll: für das einftv „Von" 500 Fr., für den Titel„Ritter" 1000 Fr., für de- „Baron" 5000 Fr., den„Vicomte" 10 000 Fr., den„Graft". 20 000 Fr., den„Marquis" 30 000 Fr., den„Herze» 50 000 Fr., den„Fürsten" 100 000 Fr.(im feudalen Rechl' Frankreichs steht der Herzog über dem Fürsten), für den Herz?» oder Grasen(!) mit dein Zusätze„Hoheit" 200 000 Franks, f"r den Fürsten mit den, Zusätze„Hoheit" 250000 Franks. M"" man sich den Namen eines Ortes als Titel beilegt, so soll dä betreffende Ort außerdem eine Abgabe erhalten, welche ein Vierw der Staatssteuer für den entsprechenden Titel ausmachen st"- Das Ergebniß der Staatsstener soll in erster Linie den Arbeiter- Alterversorgungskassen zufallen, jede Uebertretung dieses Gesehe- mit schweren Geldbußen geahndet werden. Calais, 23. Oktober. Sämmtliche Tüllarbeiter nchi»e" heute die Arbeit wieder auf, da mit den Arbeitgebern fast voll- ständiges Einvernehmen erzielt ist. Kelgie». Aus Gent wird gemeldet, daß Gendarmen, die e»>e" Deserteur verhaften wollten, von Sozialisten in einer Vorstal" angegriffen wurden, die Steine auf die Gendarmen schleuderten Mehrere wurden schwer verwundert. Alsdann wurde Feuer aui die Menge gegeben. Eine Anzahl Personen wurden getrosten Dennoch gelang es, den Gefangenen zu befreien. Die wüthenve Menge wurde endlich auseinander getrieben, nachdem sie bo Gendarmen bis zu den Thoren der Stadt verfolgt hatten..„ Wahrscheinlich handelt es sich gar nicht um„Sozialisten- sonden, um das zu Gewaltthätigkeiten so schnell bereite Volk oe> niederländischen Städte überhaupt. Rußland.. Die Gerüchte über Bauernunruhen in Rußli"" wollen nicht verstummen. So erhält die„Voss. Ztg." folge"'* Meldung:, London, 29. Oktober. Dem„Daily Telegr." wird Petersburg gemeldet, der dortige Minister des Innern ha"' gestern Trahtmeldungen über ernste Bauernaufstände in"in Gubernien Charkow und Jekaterinoslaw empfangen. Die Baue- greifen die Häuser der Grundbesitzer an, plündern und züjn* die Gehöfte an und verheeren die Felder. Neuntausend M?" Truppen operiren gegen den aufftändischen Bezirk. Das Minister'� verfügte die Abschaffung aller Rechte der Bauern in den ständischen Bezirken. Theater. Donnerstag, den 30. Oktober. Gpornhans. Fest-Vorstellung. tchaufvieUiiUts. Das Stiftungsfest. »King Thrater. Die Ehre. Serliner Theater. Der Bernhardiner. »utsches Theater. Die Hauben- lerche. Friedrich-WUHelmstädt. Theater. Boccaccio. MaUner» Theater. Der Bauern- doktor. Pension Schöller. Kestdenz-Theatrr. Ferrsol. Viktoria» Theater. Die Million. KiUeallianre-Theater. Im neuen Berlin. Dstend- Theater. Zimmermann's Lene. Thomas- Theater. Defizit. Zum Schluß: Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern. Adolph Grnst» Theater. Unsere Don Juans. Kanfinan»'» Uariotö. Große Spe- zialitäten-Vorsiellung. Theater der Neichshalle». Große Spezialitäten-V orst ellung. Tonrordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gedr. Richter'« Dariöt«. Große Spezialitäten-Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andreas, Alexander- straßs 27c. Margarethe Steinow, Lieder- u. Walzersängerin. Ann! Carelli, Kostüm-Soubrette. Herr Hosee, Gesangs-Humorist. Adolf Gödicke, Mimiker, Stimmen- Imitator und' Charakter-Komiker. Familie Blumenfeld, Parterre- Potpourri, Drahtseil, Tanz. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 5V2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf.__ (MifdCllt Buggenhagen am Moritzplaiz. Täglich:_ MF* Grosses Concert. Direktion A. Modmann. Dienstag und Freitag: Walzei-Abend. Fntrao Wochentags 10 Pfg., ümllcc gönn- und Festtags 25 Pfg. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Slusschank von Patzenhofer Exporl-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Nenovirung geschlossen. 641 F. Müller. iKratweilHe Bierjallen \jß Kommaudanteusti'. 77—79. Täglich: Grosses Concert mit yuartett Sänge»», ausgeführt von dem Musik- Direktor H. S an f tl e b e n. Wochentags: Frei-Concert. Sonntags Entree 20 PI. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 8 Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- gnügungen und Versammlungen. 708 F. Sodtke. Einen Saal, ein Vereinszimmer, eine Kegelbahn, alles vollständig neu renooirt, empfiehlt für Vereine und zn Privat- Festlichkeiten Willi. Schulz, Gastwirth, Brunnenstraße UGa. 1679 Circus Renz. Karlstraße. Donnerstag, den 30. Oktober: Abends 7 Uhr: AMordenWe BorßMg. Aus dem reichhaltigen Programm wird besond. hervorgehoben: Quadrille aus der Zeit Friedrich d. Gr., geritten von 8 Damen u. 8 Herren, kommandirt von Herrn Franz"Renz. Beautiful, hierauf Soph..s, geritten von Fräulein Clotilde Hager. Miß Zelina Zampa, Lustgymnastikerin. Auftreten des Salto- mortalreiter Mr. Alex. Briatore. Prinz Carneval und sein Gefolge von 12 Freiheitspferden, komisch- equestrisches Arrangement von Herrn Fr. Renz.— Mr. Burnell Fillis als Jockey-Reiter. Visier, geritten von Herrn Gaberel.— 8 gymnastische Clowns Gebr. Briatore Auftreten der Damen Frls. Adele Natalie, Frida und Mine. Bradbury Täglich große Vorstellung. Anfang 7 Uhr. An Sonn» und Festtagen S DorsteUungen. E. Renz, Direktor. Castan's Panoptienin. Entree 50 Pfg., Kinder 25 Zlfg |V. 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends, Vorstellung Vorm. HVa u. 12V2 Uhr. Nachm. u.4V2-9V2Uhr| . eine Vorstellung Ertra-Entree 30 Jlfg.j Kinder frei. Passage-Panopticnm. Unter den Linden 22/23.[74 Lebensgroße Danoramen. Dioramen. Ethnographische Sammlungen. Italirnische Dolkssängrr. Entree 50 Pf.| Geöffnet von 10 bis 9 Uhr. pastage 1 Tr. 9 Uhr M. b. 10 Uhr Ab. � Kaiser-Panorama. '"Hervorrag. Sehenswürdigkeit der Residenz. Nur heute: V. Cykl.; Feldzug 1870 71. Diese Woche: Selgoland. Uebergabe. Ankunft des Kaisers. Feldgottesdienst-c. Versailles. Triniton. St. Denis. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. BWHBmMffiSSBEOBMMEi SophabezügeReste, BVe— 15 Meter, unterm Kosten preis. Fabriklager Zimmers trasse 86, H. prt. Circus G. Schumann. Friedrich-Karl-Ufer. Donnerstag, den 30. Oktober: Abends 7% Uhr: Große Vorstellung. Besonders hervorzuheben: Auftreten des Spezialisten auf dem Monocycle Mr. Alexander Scuri. 12 Rapphengste, vorgeführt von Herrn Max Schumann. Saltomortal-Reiter Mr. Achilles. Reit- künstlerin Frl. Paula Nelson._ 8W Original-Clown Buroff.~MfE Zum 1. Male Pas de trois, ausgeführt von Miß Victoria, Rosa Gerard und Herrn Max Schumann. Alfred Leon als Jockey. Spezialität Fräulein Elisa Brose. Parforce-Reiter Hesse.— Postillon, Trakehner Rapphenst, in der hohen Schule geritten von Herrn Ernst Schumann. Auftreten fämmtl. Clowns. Das Schulpferd„Albert", geritten von Frl. Adele Schumann ic.?c. Sonntag: 2 VorstrUunge». um 4 und VVa Uhr.(4 Uhr: 1 Kind frei.) 8. Heine Chansseestr. 14. Die schönsten 741 Kinberkleiber Nb-Zalkell für Mädchen jeden Alters, sowie Morgenrölke, Ullterrölke, Trikottaillell w. Donjen, auch im Einzelverkauf sehr billig! Maaßbestellungen u. Reparaturen werden prompt erledigt! Normal-Nnterkleider und Triko- tagen für Herren, Damen und Kinder. Strümpfe, Socken, Hand- schuhe:c. keslbilstshilllS 8. Heine. Krttftd-r»! durchaus gute, gerein. Waare, bill. bei Reinickendorferstrasse 5. K. 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Tages-Ordnung: Was thut den Käckereiarbeitern noth? Referent: Reicks tagsabgeordneter August Bebel. Zur Deckung der Unkosten Entree nach Belieben. Da« Agitations-Komiter. I. 91.: E. Pfeiffer, Colonieftr. 20. 1692 Achtung! Ier gMige herein.Mm# arrangiren. feiert am Sonnabend, den 1. November d. J., im Böhmischen Branhause, Landsberger Allee Stiftungsfest 4. 4 90*» verbunden mit humoristischen Dorträgen, unter Mitwirkung des Gesangvereins Hoffnung. Fe st rede, gehalten von Herrn Dr. Lütgenau- �_ Interelfante Ueberraschnngen. l(t, Nachher: Kroßer Kall, verbunden mit komischer$l#l«w*'' Anfang präzise Abends 8 Uhr. Herren, die am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. a« i Programme ä 20 Pf. sind bei Herrn C. Fuchs, Weberstr. 9, v.=;« Spickermann, Markusstr. 6, sowie in allen mit Plakaten belegten Low' haben.— Alle Freunde und Genossen mit Damen sind hierzu ganz orö eingeladen.— Ter Ueberschuß ist zum wohlthätigen Zweck bestimmt. - mm----— Arbeiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Sonntag, den 2. Dovrmbrr, Vormittags 9'/a Uhr: Ausschuß-Sitzung in den„Armin- Hallen"(oberer Saal), Kommandantrnstraste Ä0. Tagesordnung: 1. Eintragung der Vereine, Ausgabe der Blitgliedskarten(Beitragszahlung). 2. Beschlußfassung über die General- Versammlung. 3. Besprechung event. Wahl eines Bundes-Dirigenten. 4. Lieder- beschaffung. 5. Verschiedenes. 1690 D i e Kommission. Ausschneide» l Aufbewahren! Krlilikeliklljsell-Mitglieber! Zahnziehen mit Elektrizität 75 Pf. (Kassenpreis.) Gleichzeitig empfehle mein Darbier- und Tigarren- Geschäft. 5 Arbeiterblätter liegen aus. H. Maguhn, Straße 7 b Nr. 14(a. d. Gubenerstraße). «ritfcdcn) bürgt für empfehle Detl'.. f Vf- Wer bei mir kauft, wird sichn„ � frieden gestellt sein, denn me>" � jähriges Bestehen bürat fur.L.ck# Reellität. Ich ei das Pfund von 35 allerfeinsten in 58 Sorten.® yv. ein uollständigrr Stand � au. bessere vrrhältinftmäjftö..'* billig, wie Niemand im«-ta dafür zu liesern, verkaufe ich e jF zu Engrospreisen. J. SmilowsK'' ■M9:- 2. Geschäft: Krnnnenstrafl�/ Wogick es m Milk f eine Zm Destanrant zum Auch steht ein Verein!. sügung. sl274j W. Bangk Verantwortlicher Redakteur: Tuet Daake in Berlin. Druck und Verlag von Mar Sading in Berlin SW„ Beuthstraße 2. Hier;» eine >t zum rora»„t Vereinsz.mme Beilage zum Nr. AZA. Donnerstag, den 30. Oktober 1890. ?. Jahrg. Lolrnles. w?<« Arbeiters Küchenzettel. Zu den vielen Nothständen, u es heute giebt, gesellt sich nun auch ein Nothstand unter den �ernehmer» und Kapitalisten. Wer lacht da" ernkt wwv ovu�'iiuii|4tn. j lieh• Ul• lt,ev�en das gleich beweisen. Wir meinen es c..——.w.utii vu» ucii'tijcu.$ie Kapitalisten depnden p w einer argen Klemme. Die Konkurrenz brennt ihnen auf °le Nägel; sie müssen billig produziren und müssen die Pro- Muniskosten möglichst niedrig stellen, um konkurrenzfähig zu .üben. Wie kann nian das anders machen, als indem man icdtige Löhne zahlt und möglichst lange Arbeitszeit einführt? er daZ ist nicht so leicht, wie man gemeinhin glauben mag; a>>t die hygienische Wissenschaft, welche den Schaden allzulanger �ldeitozeit und schlechter Ernährung nachweist; da kommt die �»ilalpolilik aller Art, welche die Aufsicht des Staates über den Vloduktionsprozeß verschärfen will; da kommen die-�Sozial- iinokraten mit ihrer unerbittlichen Kritik der kapitalistischen Moduktionsforin und schließlich kommen die Ardeiter und stellen >e Arbeit ei», wenn ihnen die Löhne gar zu niedrig und die . boeitstage gar zu lange sind. Ja ja, es ist nicht £ angenehm, Kapitalist und Unternehmer zu sein. �r mag diesen hundert und tausend Widersachern ''Spitze bieten? Wer mag angesichts der allseitigen lichtenden Kritik, die sich über das kapitalistische Produktions- ergießt, noch die Verantwortung auf sich nehme», lange oi» m'eit"nd niedrige Löhne einzuführen?. Ja ja, es gehören Me Aerven dazu, aber es muß eben sein. Man muß doch seine undeuden und seinen Kapitalprosit, seinen Unternehmergewinn, > wen„Entbehrungslohn" haben. Da ginge ja die Mlze kapitalistische„Kultur" unter, wenn man sich daran wollte lassen. ....-Nan hat ja auch ein weiches Herz und es muß Jedermann wenn er sieht, wie ein armer Weber für G oder 7 Mark „la fnlohn sich plage» und wie er darben in l t a l i st i s ch e W e l t o r d n u n g" und für .ß. Das ist so die g" und darum muß es so strebungen der Sozialdemokratie entgegenzutreten, zu berathen. Na— ohne Unterschied der Parteiungen, da kann schließlich auch ein Sozialdemokrar hingehen und wenn auch nur als lernbegieriger Zuhörer. Demnach betrat ich Punkt 9 Uhr Abends den Saal, opferte beim Eintritt die verlangten 39 Pfennig für „Unkosten" und nahm inmitten der imposanten aus nahezu 39 Personen bestehenden Versammlung Platz. Das Comitee war vollzählig, der Vorsitzende etwas lebhaft erregt, offenbar im Vor- gefühl der Dinge, die da zum Segen der darbenden Menschheit kommen sollten.— Die Sitzung wird eröffnet. Vorsitzender: Meine Herren! Wir sind hier versammelt(leb- Haftes Bravo), um gemeinsam den Anmaßungen der Sozial- demokratie entgegenzutreten.(Stürmischer Beifall.) Seitdem das Sozialistengesetz, dessen segensreiche.... Mitglied A.(konservativ): Ich bitte den Herrn Vorsitzenden, auf dasselbe nicht zu reagieren, da einige uns früher als Gegner gegenüberstehende Herren der Fortschrittspartei anderer Meinung sein könnten und dies— im Allgemeinen,— wegen der Folgen— Unruhe— besonders— Sie werben mich verstehen.(Bravo!!) Vorsitzender: Es war durchaus nicht meine Absicht, jemanden entgegenzutreten, ich wollte Sie nur willkommen heißen. Wir habe» etwas Großes und Dankbares unternommen, wir wollen das Vaterland erretten vor dem Untergang. Ja, meine Herren, wir müssen eine zweite Reformation heraufbeschwören, wir alle müssen wie Luther--- Mitglied B(Zentrum): Ich möchte den Herrn Vorsitzenden bitten, im Interesse des bis jetzt ungestörten Einvernehmens kon- fessionelle Fragen nicht zu berühren. Vorsitzender: Es war durchaus nicht meine Absicht, hier konfessionelle Fragen vorzubringen, mir ist heute gleich, ob Heide oder Mormone(anhaltende Heiterkeit), Jud' oder Christ— Mitglied C.(Antisemit): Trotz der gewiß sehr löblichen Meinung des Vorsitzenden muß ich mich entschieden dagegen ver- wahren, als ob ich mit Juden gemeinsam irgend etwas unternähme, sonst ist mir heute jede Partei angenehm. die hn aUc?' � so aufrecht zu erhalten gegen all die Neuerer, ... a auf den Plan treten, gegen das allgemeine Verlangen nach treten, gegen oas augemeine verlangen fein Arbeit und höheren Lohn! Man hat damit schon m � c~~ � ist der Nothstand des Kapitalismus. �Wanten F � m ach � erfinderisch; das sehen wir auch in diesem den*ommen denn Leute, die sich für hinreichend klug halten, die. �öpita listen das Gewissen zu erleichtern. Tie haben fick Z, mit Löffeln gegessen und zögern nicht, sie wieder von � ou geben. 3) c"�..Arbeiter verstehen nur nicht zu leben," heißt es da. a.��uch enzettel muß geschickter zusammen- ! e l l t werden, dann ist all das Unheil abgestellt. Alte Jjcp.ir..-** W'•/ VW....] v•» V..V v«. V � v I..«.. ccfiiv' sie kommt immer wieder, um vergeblich einen l ner über das moderne Elend zu werfen. oef.,» guten Rathschlägen hat es da den Arbeitern noch nie »eis».»Wie lebt man gut und billig?" hat Einer dieser Welt- W;!! e}" Buch betitelt, in dem er haarklein ausführte, wie eine U°rf°nnl.e von 4 oder 5 Köpfen für 1 Mark oder gar für diÄ». täglich„gut und billig" leben könne. Wenn man nur de» k- Stichen Mann dazu verurtheilcn könnte, drei Jahre lang «r Vorschlägen„gut und billig" zu leben! Dann würde � t?.überlegt fühlen. Pferdefleisch, Pflanzenkost, Wurstbrühe k>«,jsC?d dergleichen Dinge sind von solchen mildherzigen »w.> o p h e n, die hinter w o h l b e s e tz t e n Tafeln Z�unzelnd die Anerkennung für ihre Weisheit entgegenzunehmen 8~' empfohlen worden. w,'ft dieser Tage wieder eine Broschüre in Frankfurt— ne nl. Radcniann— erschienen, die empfiehlt, wie sich »iiiro eitcr„rationeller", das heißt„billiger und besser" »tu.~ können. Die Kapitalistenblätler schnappen die S/W,-. Weisheit gierig auf, begreiflicher Weise. Dem I der Unternehmer in Bezug auf Gründe für die kapita Ausbeutuna ist abaebolsen. Da wird es ia sonncnklai �wies°n'."Ä�!'tu»g ist abgeholfen. Da wird es ja sonnenklar »r->u nwr, �»tweber ist der Arbeiter ein Schlemmer, oder seine � keinen praktischen Küchenzettel zu machen. Daher . Uiw, daher das Defizit im Haushalt des Arbeiters! �( i[ h der Arbeiter thun? Er soll einfach„vor- l" leben J- iL! Speisen" wählen, um nicht so„unrationell" °fs b»! 5 t"2her. Er soll sich klar werden, daß der Nähr- Wie,, v'.oen verschiedenen Speisen verschieden ist, er soll be- , t, als'lutn l» einem Kilo Linsen sechsmal mehr Nährstoff (»viel gj-.,' Cl"eni Kilo Kartoffeln, und daß der Stockfisch viermal - beite. brwerlh enthält, als das Rindfleisch. Das haben die Mit r„,!}e Zweifel schon gewußt, ehe der Weltweise von Frank- �gißt n,. Ii Einsicht gekommen ist. Ter gute Mann Leiter m K die Industrie und der heutige Erwerb dem Me$ornfer,"ami''e zerilören, so daß häufig nicht die ersorder- Meiler«»! den Haushalt verwendet werden kann. Der A»ie- den Anforderungen des Magens gemäß, in erster Speisen> eh n und schafft sich deshalb vorzugsweise solche lient• sür wenig Geld quantitativ sich auszeichnen. w l>er Natur der Sache. Die Kartoffelnahrung ist u?bde meil sie die billigste ist und auf dem l bab(.0n den Arbeitern, die ein kleines Grund- M, welch, m'��r gezogen wird. Die Arbeiter wissen ganz >°nsl in,|% 9iahrungsmittel von besonderem Nahrungsgehalt sind, . Aber so viel Käse essen. �«Isiten e-i ben Fall gesetzi, der Rath vom„sorgfältig auS- r'wbe...""«Jeiizettel" des Arbeiters wäre durchschlagend und iuüichlner besseren Lebenshaltung des Arbeiters führen— ! p V i nt• TO'1 wieder in den Kapitaliftenblätlern von der "«diu.,, ei,t" des Arbeiters zu lesen bekommen und bei werdend" Gelegenheit würbe wieder am Lohn abgebrochen Mich f0»iit leichterem Gewissen. Allerdings geschieht das sichrem� l'�ch armselige und heuchlerische Spiegelfechterei bat".""niiustig und billig denkender Mensch ein. Die der„unrationelle" Küchenzettel des Arbeiters die «n feiupr o.uu;tM0v..vP-.- br..,. ng fchuj.,. nngeuugenden Ernährung und schlechten Lebens- finden H"" nur bei deni univissenden Philisterthiim sei.i�. baß das rer J"?U wird damit nicht die Thatfache be- Elend des Volkes aus dem Lohnvcrhältniß, aus ----- ?!»i FSSF»''«'"" %%«b-»---'» SÄ Won' '.te»„Aktiengesellschaft für elektrische Glühlampen(Patent Seel)" gegeben. Da stellt es sich nun auch heraus, daß nicht Alles Gold ist, ivas glänzt. Das Patent, welches als werthvoll mit einer hohen Summe in der Bilanz figurirte, erweist sich jetzt als werthlos und andere unter de» Aktivis ausgeführten Werthe eutspre.l-en den jetzige» Verhältnissen nicht mehr; sie werden herabgesetzt oder gar gestrichen werden. Diese erfreulichen Nach- richten mit de» nöthigen Erläuterungen wird die Direktion den Aktionären� in der für de» 19. November angesetzten Generalversammlung mache». Ein Photograph sollte nicht fehlen, damit an den schiefen Gesichtern, welche die Aktionäre machen werden, sich auch Andere erfreuen könne». Ob auch diese Gründung ein Nachspiel vor dem Gerichte haben wird, kann man noch nicht wissen, unmöglich dürste es nicht sein. Auch in Stettin ist ein Bankier von dem Geschicke betroffen worden, sich der Eisenbahn zu seinem ferneren Fortkommen be- dienen zu müssen; der Bankier Albert I ngklaus ist, wie die „Neue Stettiner Ztg." unhöflich genug meldet, flüchtig geworden. Der nach allen Richtungen hin ergangenen telegraphischen Auf- forderung, zurückzukehren, hat der Herr Bankier bis jetzt nicht Folge geleistet, da es sich doch nur um Bagatellen, wie um Be- träge von 36 999, 18 099, 6000, 3000 und 120 000 M. und verschiedene Wechsel handelt. Es ließen sich noch viele solcher Unfälle, von welchen Bankiers im lieben deutsche» Vaterlande im Laufe dieses Jahres betroffen wor- den sind, anführen. Hoffentlich werden die Wenigen genügen, die Herren Bankiers zur Errichtung einer Unfallverficherungs- Genossenschast zu veranlassen, da doch Keiner voraus wissen kann, ob er bei seinem menschenfreundlichen Wirken nicht auch einmal verunglückt. Zur Abholung des Genolfe» Ciaufchow aus plötzensee hatten sich am Montag Nachmittag die Genossen sehr zahlreich eingefunden. Nach 5 Uhr, als die Zeit der Entlassung heran- rückte, mochten wohl gegen 500 Personen, darunter viele Frauen, anwesend sein, welche Fahrdamm und Laufsteige besetzt hielten. Zehn Minuten nach 5 Uhr öffnete sich die Thür, aber statt des Erwarteten kam die 14 Mann starke Wache mit heruntergelassenen Schuppenketten heraus, und forderte der führende Gendarm zur Räumung der Straße auf. Das Publikum staute sich an der Kreuzung mit der Chaussee und bildete dort Chaine, am Ende derselben hatten sich die Sänger, welche Ganschow mit dem Liede: „Wir grüßen Dich!" empfingen, sowie die engeren Freunde und Bekannten aufgestellt, auch trug einer der Genossen ein rothes Banner. Nachdem Ganschow in die Mitte genommen worden ivar, ging es unter Vorantragung des Banners und unter Ab- singung der Arbcitermarseillaise in geschlossenem Zuge die See- st raste,' Triststraste und Gerichtstraße entlaug zum Lokal von Wilke, Hochstraße, wo der Geburtstag Ganschow's die Genossen in fröhlichem Beisammensein bis II llhr zusammenhielt. Das Militär gab dem Zuge bis zur Weichbildgrenze das Geleit, auch hatte der Unteroffizier— wahrscheinlich um das kriegerische Aussehen der Mannschaften zu vermehren— das Bajonett aufpflanzen lassen..,„ Die Uren»oliung der städtischen Knoanstalten hat ihr Rechnungsjahr 1. April 1889/90 mit einem Ueberschuß von 6 708 666,52 M. abgeschlossen. Im Ordinarium betrug nämlich die rechnungsmäßige Solleinnahme 19 494 120,84 M. und die rechnungsmäßige Sollausgabe 12 785 454,32 M. Dem Ordinarium tritt noch das Extraordinarium in Einnahme und Ausgabe mit 5 785 711,56 M. hinzu, so daß der Jahresabschluß die erhebliche Summe von 25 279 832,40 M. ergiebt. Zur Illustration des sehr bedeutenden Umfanges dieser Verivaltung mögen folgende Angaben dienen: Der Erlös aus dem Absätze des Gases betrug 12 284 900 M., für die bei der Gasfabrikation gewonnenen Nebenprodukte wurden erzielt 5 230 945 M., an Mi et he für miethweise überlasscne Gasmesser 369 170 M. und dergl. mehr. Gezahlt wurden u. A. für Kohlen zur Gaserzeugung 5 775 053 Mark, an Arbeitslöhnen 1 035 497 M.. an allgemeinen Betriebs- kosten 335 683 M., für Schuldentilgung und Zinsen 1 771748 Mark, zu Abschreibungen von dem Werthe der Werke 987 108 Mark. Für die Ausführung von Erneuerungen und Erweite- rungen auf den städtischen Gasanstalten und am Rohrsystem waren 2 717 100 M. ausgeworfen und die Gasproduktion betrug 96 146 000 Kubikmeter. Eugen Richter hat der Sozialdemokratie den Untergang geschworen. Nächstens ivird er dem Beispiel seines Freundes Munckel folgen und im„Freisinnigen Ardeiterverein" öffentlich auftreten, um seinen Gegnern vollends den Garaus zu machen. Der große Mann wird aber bei verschlossenen Thüren reden,— „Parteigenossen haben gegen Karten Zutritt"— damit seine Weisheit nicht zu sehr unter die Leute kommt. Ein Raubanfall ist vorgestern Abend um 8% Uhr an dem in der Fabrik von Stock u. Co., Waldemarstr. 29, beschäftigten Mechaniker Gade verübt worden. G. hatte die Werkstatt um die genannte Zeit auf einige Augenblicke verlassen, um sich nach dem Hof zu begeben. Er mußte hierbei einen dunkeln Korridor be- treten. Etwa in der Mitte desselben angelangt, fühlte sich der Ahnungslose plötzlich von zwei Strolchen gepackt, bekam von diesen mit einem stumpfen Gegenstand mehrere Schläge auf den Kopf, die ihn betäubten und'siel dann für kurze Zeit bewußtlos zu Boden. Seine Hilferufe ivarcn in dem Lärm der Fabrik ungehört verhallt. Als G. die Besinnung wiedererlangt hatte, schleppte er sich zur Werkstatt zurück. Er blutete aus mehreren Kopfwunde», außerdem war ihm ein Zahn ausgeschlagen worden. Erst jetzt bemerkte er, daß ihm seine aus etwas über 10 M. bestehende Baarschast fehlte. Zwar machten sich eine Anzahl Kollege» so- fort an die Verfolgung der Räuber, ihre Bemühungen erwiesen sich jedoch als erfolglos, da bereits zu viel Zeit verstrichen war. Der Beraubte vermuthet, daß die Thäter ihn beobachtet haben müssen, als er, bevor er sich zur Arbeit begab— die Fabrik hat Tag- und Nachtschicht— in dem im Vorderhause befindlichen Lokal Geld gewechselt hat und daß ihm dann ausgelauert wor- den ist. Dar ei»igrn Woche» hatte ein junger Mann, Namens Wolf versucht, seinem Leben durch Erschießen ein Ende zu machen. Er wurde schwer verletzt einem Krankenhause übergeben. In den nächsten Tagen sollte er entlassen werden. Gestern Vor- mittag wurde er indessen aus dem Kloset erhängt vorgefunden. Er hatte in den letzten Tagen verschiedentlich geäußert, daß er sich auf irgend eine Weise tödten wollte. Infolge der wiederholte» 1l»fälle, welch» in der letzten Zeit aus den Bürgersteigen durch das Fortwerfen von Obstresten und Gemüsepflanzentheilen verursacht worden sind, werden diejenigen Straßengegenden, wo derartige Bcstreuungen des Pflasters vorkommen können, von den Aufsichtsbeamten sireng kontrolirt; es gilt dies namentlich von zunächst der Markthalle gelegenen Trottoirs, und noch strenger werden beaufsichtigt die Fußganger- wege vor den Geliillsehandliingen, in denen während der Vor- Mittagsstunden ein starker Geschäftsverkehr stattzufinden pflegt. Die Inhaber dieser Verkaufsstellen werden angehalten, für die sofortige Beseitigung solcher Gemüseabfälle vor ihren Läden zu sorgen. Auf dem Potsdamer Kahnhof wurde vorgestern, an- scheinend durch Fahrlässigkeit, der Prellbock am Rechtsbahnsteig stark beschädigt. Ein Güterwagen fuhr mit solcher Gewalt gegen den Prellbock an, daß einer von den schweren eisernen Puffern wie Holz abbrach und auch der Puffer des Wagens beschädigt wurde. Die Ursache dieses Zusammenstoßes lag darin, daß der rangirende Personenzug mit zu großer Geschwindigkeit an den Bahnsteig heran fuhr, so daß die dort stehenden Güterwagen mit großer Gewalt vorivärts gestoßen wurden. Der zertrümmerte Puffer muß durch einen neuen ersetzt werden, da er nicht mehr auszubessern ist. EHeurrs Master. In dem Geschäft eines Vorkosthändlers in der Warschanerstraße erschien am 24. Oktober ein Mann, der dem Geschäftsinhaber angeblich vorzügliches Putzwasser mit dem Bemerken zum Kauf anbot, daß dieses Wasser in Zürich an» gefertigt werde und eine hiesige bekannte Firma die General agentur für dasselbe habe. Der Vorkosthändler kaufte im Ver- trauen auf diese Angaben zwei Dutzend Flaschen für 10,50 M., erfuhr aber bald darauf von der bezeichnete» Firma, daß sie mit dem Vertriebe dieses Putzwasscrs nichts zu thnn habe und daß dasselbe nur etwa zwei Pfennige pro Flasche wcrth sei. Ein ganz gleichartiger Schwindel ist in Charlottenburg verübt worden. Eine ,,|lame in Trauer" hat in der Schlegelsiraße kürz- lich einen eigenen Schwindel verübt. Sie erschien tief verschleiert in der Wohnung einer Frau L. und wollte für den Miethsherrn der Frau ein Packet abgeben. Auf die Bemerkung der Ver- mietherin, daß der Herr nicht anwesend sei, brach sie in Thränen aus, klagte, daß ihr Kind gestorben sei, welches heute beerdigt werden sollte, und bat zuletzt die Frau L., sie möge den Preis für das in dem Packet enthaltene Jacket, welches von dem Herrn destellt worden sei,„auslegen", da sie daö Geld zu der Be- stattnng verwenden müsse. Da Frau L. bereits öfters für den bei ihr wohnenden Herrn Geldbeträge verauslagt hatte, nahm sie keinen Anstand, der Fremden 21 2)1. zu zahlen, nachdem diese ihr Namen und Wohnung auf ein Blatt Papier geschrieben hatte. Wie spater festgestellt wurde, waren Namen und Wohnung gefälscht und das Packet enthielt eine Menge weißen Pulvers/ Die Schwindlerin ist etwa 40 Jahre alt, schlank, hat ein schmales Gesicht, gelbliche Hautfarbe und trug einen enganschließenden, schwarzen Mantel. Uebrr einen HaubanfaU wird aus Charlottenburg Folgen- des gemeldet: Am Salzufer 23 in der Seifenfabrik von Bacharach ist der Kutscher Bardo beschäftigt, welcher täglich Seife nach Berlin zu fahren und dort Gelder dafür einzukasstren hat. B. kam am Montag Abend wie gewöhnlich nach Hause, schirrte sein Pferd ab und brachte es in den Stall; als er gegen 10 Nhr den Thorweg schließen wollte, erhielt er plötzlich von hinten zwei wuchtige Schläge auf den Kopf, welche ihn zu Boden streckten. Sofort stürzie ans dem Dunkel ein Kerl herbei, kniete auf ihn und hielt ihn fest, während ein anderer ihm die Taschen aus- räumte. Die beiden Straßenräuber erbeuteten 120 Mark baares Geld, welche in einem ledernen Schnurbeutel enthalten waren und eine silberne Uhr, welche die Nummer 33 930 trügt. Der Beraubte beschreibt den Menschen, der ihn festhielt, als einen Mann von 33 bis 35 Jahren, untersetzt und kräftig, mit dunklem Vollbart, bekleidet mit dunklem Jacket und Mütze. Ter andere, von großer, schlanker Gestalt, lief davon, ehe der Ueberfallene wieder zur Besinnung kam. Kestahlene gesucht. 2km 20. d. M. ist ein Pferd, Fuchs- Sffiallach, welcher auf der rechten Hüfte ein Brandzeichen trägt, von einem unbekannten Mann auf dem Vorstellungsplatz von Wild-Amerika einem Herrn H. zum Halten aus kurze Zeit über- geben worden. Der Unbekannte hat sich ohne wiederzukommen entfernt. Der Eigenthümer des anscheinend gestohlenen Pferdes kann sich bei der Kriminalpolizei, Zimmer 324, in den Vor- Mittagsstunden melden.— Einem in 2lngermünde festgenommenen Menschen ist u. A. eine goldene Damen-Schlüsseluhr Nr. 50 581 nebst anscheinend goldener Kette abgenommen worden. Die Hintere Kapsel der Uhr ist mit einem schwarz emaillirten Kreise, in welchem sich kleine Punkte befinden, versehen. Offenbar stammen Uhr und Kette aus einem Diebstahle her, und wollen sich etwaige Eigenthümer im Präsidialgebäude, Zimmer 97, schleunigst melde».— Dort sind endlich auch zwei Sommer- paletots zu rekognosziren, welche ein vor Kurzem sestgenommener Paletotdieb versetzt, resp. in einem anderen Lokale zurück- gelassen hat. Aus dem bürgerliche» Gheleben. Ein wahrer Roman ist durch eine jüngst stattgehabte Verhandlung vor dem Kammergericht bekannt geworden. Ein Kaufmann V. heirathete ein junges Mädchen, von dem er eine bedeutende Mitgift erwartete. Als er sich in dieser Erwartung getäuscht findet, läßt er sich von ihr scheiden. Inzwischen nähert er sich der Tochter einer sehr reichen Wittwe, umgarnt das Mädchen und erzwingt aus die denkbar unehrenhafteste Weise die Heirath mit ihr. Die Mutter muß ihre Zustimmung geben, aber sie haßt den Schwiegersohn, und diese'Abneigung überträgt sich auch auf die Tochter. Da- gegen wendet sich alle ihre Liebe der geschiedenen Frau zu, die sie zu sich ins Haus nimmt und die sie, nur unter Bclassnng des Pslichttheils für ihre Tochter, zu ihrer Universalerbin einsetzt. Man kann sich die Wuth des Schwiegersohnes nun ausmalen »ind sie ivird dadurch gesteigert, daß seiner ersten Frau ganz un- erwartet eine bedeutende Erbschaft zufiel. Bei einer Kammer- gerichts- Verhandlung vor einigen Tagen, bei der es sich um Regelung der Kosten eines früheren Prozesses handelte, standen sich die geschiedenen Eheleute gegenüber, und der Mann machte von Neuem Olnnäherungsversuche, denen jedoch die doppelte Schwiegermutter ein Ende bereitete, indem sie mit ihrer Pflege- tochter, der geschiedenen Frau des Mannes ihrer Tochter, schnell davonfuhr. Augenkrankheit«». Die moderne Produktionsweise er- zeugt eine Menge von Berufskrankheiten, die vordem kaum dem Namen nach bekannt waren. Infolge der, dem Großbetrieb eigenen vielfachen Arbeitstheilung, findet eine einseitige 2lnstren- gung einzelner Organe statt, die frühzeitig abgnutzt und stumpf lverden. Je einseitiger die Thätigkeil, desto größer die Roth- wendigkeit, den angegriffenen Organen eine angemessene Ruhe zu gewähren. Die intensive'Arbeitsmethode des privatkapitalistischen Betriebes gewährt freilich eine solche Schonung nicht. In raffi- uirter Weise ist man darauf bedacht, Einrichtungen zu schaffen, die besser als die schönste Kontrole durch Meister oder'Ausseher es den'Arbeitern unmöglich machen, sich eine Sekunde zu er- holen. Hierher gehört auch das Einsetzen undurchsichtiger Fenster- scheiden, um den Arbeitern daö Aussehen von der'Arbeit zu ver- leiden. Nun verlangt aber das menschliche 2luge, nachdem es längere Zeit fest auf einen nahen Gegenstand gerichtet ivar, mit Nolhwendigkeit noch einen Blick ins Weite, um den Sehnerven eine Erholung zu gewähren. Die Anwendung dieses Mittels, dem Auae d,e normale Sehkraft wenigstens bis zu einem ge- wissen Grade zu erhalten, wird aber durch die undurchsichtigen Fensterscheiben unmöglich gemacht. Gegen diese Blendung, soweit zarte Kinder durch sie leiden, wie beispielsweise in den Fädel- stuben der Stickmaschinen, haben sich ja neuerdings einige Stimmen erHobe», aber im klebrigen fragt Niemand nach den Verheerungen, welche durch diese Methode an der Volksgesund- heit angerichtet werden. Mit Einführung der Oberlichtfenster hat dieses System, welches darauf hinausgehl im'Arbeiter jeden Reiz zu ersticken einmal von der Arbeit auszusehen, seine höchste Vollendung gefunden. Naturgemäß treten auch hier die schlimmen Begleiterscheinungen am stärksten auf, speziell dort, wo, wie in der Metallindustrie, der Arbeiter den Blick dauernd auf blanke Gegenstände richten muß. Welch eigenthümliche Wirkungen dies fortgesetzte Ansehen glänzender Gegenstände auf das Nervenleben ausübt, ist aus den Experimente» der Hypnotiseure genügend be- kannt, und in den wenigen Füllen, in denen aus guten Gründen Werth darauf gelegt wird, bestimmte Arbeitskräfte nicht zu vor- zeitig abzunützen, sorgt man auch für eine milde und entsprechende Beleuchtung. Selbstverständlich ivird diese Nücksichtnahine nur dort angewendet, ivo 2lrbeiter in Thäligkeit sind, die zur Kategerie der Künstler zählen. Ueberall aber, wo der fabrikmäßige Massenbetrieb dominirt, muß der Arbeiter auch bei der ungünstigsten Beleuchtung lange Stunden den Blick unverwandt auf blinkende und glitzernde Flächen richten Dies geht Monate lang, vielleicht einen ganzen Sommer hindurch. bis der erste trübe und dunkle Herbsttag einfällt, an dem sich herausstellt, daß bei Dutzenden von Arbeitern die Sehkraft so ge- schwächt ist, daß sie den Arzt zu Rathe ziehen müssen. So mußten vor kurzer Zeit in einer hiesigen großen Fabrik gelegentlich einer ärztlichen Visitation an fünfzig'Arbeiter einer'Augenklinik über- wiesen werden, weil bei allen Erkrankung der Augen konstatirt wurde. Ob es freilich den gelehrten Professoren gelingen wird, die mißhandelten Sehnerven wieder zu kuriren, ist eine andere Frage. Jnteressirt sind dabei, wie immer, nur die erkrankten Ar- beiter, denn den Unternehmern stehen gesunde'Augen anderweitig genügend zur Verfügung. Auf die Eröffumig einer schon seit Jahren gewünschten, nicht unwichtigen Verkehrsgelegenheit hoffen gegenwärtig die Be- wohner jenseits des Lonisenstädtischen Kanals. Die Garnison- Bauverwaltnng hat soeben die beiden alten Scheunengebäude, welche sich aus den militärfiskalischen Speichergrundstücken Köpenickerstraße 16/17 befinden, zum'Abbruch öffentlich aus- geboten, um demnächst ans den Grundstücken anderweite Speicher- gebäude aufzuführen. Tie zum'Abbruch bestimmten Scheunen be- grenzen östlich und westlich den schmalen Durchgang, welcher als nördliche Verlängerung der Eisenbahnstraße von der Köpenicker- straße zur Eisenbahnbrücke führt. Dieser Durchgang ist gerade für ein Schienengeleise breit genug und um ihn für Fußganger benutzbar zu machen, hat man den Raum zwischen den Schienen mit großen Steinplatten belegt. Immerhin erfordert die Benutzung dieses Durchganges große Vorsicht, denn zwischen den Steinplatten und den Schienen befinden sich tiefe Rinnen, breit genug, um einen niedertretenden Fuß fest- zukleuunen. Trotzdem ist der Fußgängerverkehr in diesem Durch- gang ein sehr lebhafter zu jeder Tageszeit und auf den engen Stufen an dein liebergange der Eisenbahnbrücke herrscht um die eit, wo die Fabriken schließen, gewöhnlich ein starkes Gedränge. lieser liebergang über die Spree ist der einzige zwischen der Schillingsbrücke und der reichlich eine halbe Stuiide von dieser entfernten Oberbaumbrücke. Fallen nun die alten Scheunen- ebäude zu beiden Seiten des Schienengeleises, so darf man wohl offen, daß an der Stelle des bisherigen wegen Durchganges eine beyneinere Zugangsstraße zur Eisenbahnbrücke treten wird. Eine Verbreiterung des ausschließlich für den Fußgänger-Verkehr be- stimmten Theiles der Eisenbahnbrücke dürste kaum noch Schwierig- keilen verursachen. Die chemische zlahrungomittel-Untersnchnng hat einen hiesigen Butterhändler aus einer sehr bevrängten Lage gerettet. Derselbe kaufte vor einiger Zeit einen Posten Butter von einem neuen Lieferanten, der ihm die Waare als gut und zu einem billigen Preise angeboten hatte. Bald nachdem die Waare in den Detailverkehr gekommen war, wurde dieselbe von fast sämmt- lichen Knuden zurückgebracht mit der übereinstimmenden Behaup- tnng, die Butter habe einen bitteren Nachgeschmack und sei als Tischbutter gar nicht zu verwenden. Die hiervon schleunigst an den Butterproduzenten gemachte ZAittheilung beantwortete der- elbe dahin, der Händler möge nur zusehen, die Butter im Klein- verkauf zu vertreiben, man werde sich später schon wegen etwaiger Verluste einigen. Da die Butter indeß schlechterdings nicht zu verkaufen war, vielmehr die Kunden dieselbe stets mit großer Pünktlichkeit zurückbrachten, so beauftragte der Händler einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung seiner Rechte. — Dieser veranlaßt« zunächst die Untersuchung der Butter. Durch einen gerichtlich vereidigten Chemiker, der denn auch Bestandtheile in der Butter fand, deren 2Inivesen- heit nur so erklärt werden kann, daß zur Butterbereitung ein un- geeignetes Milchsett verwendet worden ist. Vermuthlich rührte dieser Rahinen von solchen Kühen her, die mit Oelknchen ge- füttert waren, denn einige nur dem Raps eigene Bestandtheile ließen sich in der Butter nachweisen. Nach diesem Gutachten war wenigstens der Weg angedeutet, ans dem nach den Ursachen der Ungeuießbarkeit der Butter weitergeforscht werden konnte und es glückte dem Rechtsanwalt denn auch leicht, zu ermitteln, daß auf dem Gute, von dem die Butter sicherlich zum weitaus größten Theile herrührte, eine Oelmühle betrieben wird. Unter diesen Umstünden hat der hiesige Händler die Butler seinem Lieferanten zur Verfügung gestellt und hofft im Falle eines Pro- zesses einen erschöpfenden Beweis für die Ungenießbarkeit der ihm gelieferten Waare abringen zu können. polizeibeeicht. Am 28. d. M. Vormittags gerieth auf dem Güterbahnhofe der königlichen Ostbahn der 2lrbeiter Koch, als er einen Schienenstrang, auf welchem ein Zug rangirt wurde, überschreiten wollte, Zwischen die Puffer zweier Wagen und wurde an der Brust so schwer verletzt, daß er bald darauf verstarb.— Mittags wurde in dem jüdischen Krankenhause in der Llugnst- straße ein seit längerer Zeit dort zur Kur befindlicher Handlungs- diener auf einem Kloset erhängt vorgefunden.— Abends fanden zwei kleinere Brände statt. Tin Nachspiel zur Wahlkampagne wird am 8*Novbr. vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts II, Zimmer 80, stattfinden. An dem betreffenden Tage Vormittags lOVe Uhr findet dortselbst die Verhandlung gegen Schuhmacher K l i n g e r und Genossen statt. K l i n g e r ist angeklagt der Majestäts- beleidigung, sowie der Beleidigung des stehenden Heeres; begangen in einer 2lnfangs Februar zu Charlottenburg in der „Gosc-Brauerei" stattgefundenen Wähleroersammlung, in welcher er das einleitende Referat übernommen hatte. Die vier mit K. zusammen angeklagten Personen haben sich die 2lnklage der Majestätsbcleidigung durch im Laufe der Diskussion gepflogene 'Ausführungen zugezogen. Die Vertheidigung der 2lngeklagten hat der Rechtsanwalt Wolfgang Heine übernommen. SQziQle Achtung, Vlaser! Am Sonnabend, den 25. d. M., legten die Kollegen in der Werkstatt von G. Zippel wegen brutaler Bebandlunq die Arbeit nieder, lieber die Werkstatt ist bis zum I Dezember die Sperre verhängt. Der Vorstand der Glaser- Gesellschaft Berlins und Umgegend. I. A.: R. Stampehl, l. Vorsitzender. stand besitzt, dann gehört er in keine sozialde mokratische Versag lung.(Lärm.)— Tischler Pielicke: Ich nmß bemerken, daß obwohl� mich ganz ruhig verhielt, der Vorsitzende mich zur Ruhe aufforder»! es ist mir deshalb in der Erregung der Ruf:„Maul halten!" schlüpft, ich nehme jedoch diesen'Ausdruck hiermit zurück.(Beist' und heftige Unruhe.)— Gründel: Stach dieser Erklärung ä'f -"-—'---—...ttalll. ich meinen Antrag zurück.— Es wurde nun der Slntrag_ Ordner zu ernennen. Diesem'Antrage wurde jedoch von schiedenen Seiten mit der Bemerkung widersprochen, daß einer sozialdemokratischen Versammlung nicht würdig wäre. � Vergolder Ewald(Brandenburg a. H., ehemaliger Berliner Ztat- verordneter): Ich muß mich sehr wundern, daß in einer Berlin' sozialdemokratischen Versammlung derartige lärmende SzW' vorgekommen sind und daß schließlich ein Antrag ans ErneiinW von Ordnern gestellt wurde. Ich habe ans Slnlaß meiner W/ weisnng seit 6 Jahren keiner Berliner Versammlung mehr b»- wohnen tonnen. Daß jedoch in einer Berliner Versammlung � derartiger Tumult vorkommen tonnte, hätte ich% für möglich gehalten. Sind die Berliner Genoll' wirklich bereits dahin gekommen, daß sie ohne Oro»' die Ruhe in einer Versammlung nicht ausrecht'j( halten können? Ich kann Ihnen die Versicherung geben, s' Sozialdemokraten ans einem Dorfe wissen mehr Anstand zu � wahren.(Beifall.)— Sattler Barth(Kongreßdelcgirlei/ st stattete hierauf in eingehender Weise Bericht über die Kougr'- Verhandlungen und äußerte sein Bedauern, daß der Slntrag''' treffs der„eisernen Maske" abgelehnt worden sei. Wenn mst einer Kommission von vielleicht sechs vertrauenswürdigen PaA'- genoffen das Material zur Prüfung übergeben hätte, dann wur« der Polizei kein Material geliefert worden sein. Durch den A- schlich, wie er auf dem Kongreß gefaßt worden, sei jedoch 3hci' die Möglichkeit abgeschnitten, sich zu rechtfertigen.(Beisau.) � Gastwirth G r ü n del(Kongreßdclegirter) bemerkte in seinem uu folgenden Bericht: Die Fraktion habe auf dem Kongreß selbst r gegeben, daß sie betreffs des 1. Mai einen Fehler begangen ha°' Im Uebrigen sei es Zeit, nun endlich eiiiimzl die Streitaxt, begraben. Genosse Werner habe in Halle erklärt, daß er sich Urlheile der Neuner-Kommission fügen werde. Tie Organisam lege allen Genossen die Pflicht auf, den Beschlüssen des Pack' tages sich zu fügen.(Lebhafter Beifall).— Tischler WM'"' Ich erkenne an, daß es Pflicht jedes Genossen, I' 1 sich den Beschlüssen des Parteitages zu fügen, dies tiinnj uns aber noch nicht das Recht, trotzdem verschieb' Punkte zu kritisiren. Jedenfalls ist es sehr Unrecht, wenn � nossen hier nach ihrer Wohnung gefragt werden. Ich bm � Meinung, ein Genosse kann in jeder Parteiversammlnng gleichviel in welchem Wahlkreise er wohnt.(Beifall und Wm'. spruch.) Wenn wir genöthigt sein sollten, wegen unseres-b. Haltens bei den Stichwahlen und Konimunalwahlen den M' zu halten, daim würde ja eine vollständige Versumpfung". treten. Auch mit dem Beschluß betreffs der eisernen Maske Wst ich mich nicht einverstanden erklären; ich bin der Meinung'■ 61 fc, Angelegenheit hätte geregelt werden können, ohne daß es not wendig gewesen wäre, der Polizei das Material in die Hänbt) spielen. Jedenfalls ist die Bemerkung Grillenberger's, daß u»' drei Berliner Genossen ein Spitzel sei, eine Beleidigung geg'N Berliner Genossen. Bebel hat auf dem Kongreß gesagt Parteileitung wäre einmal sehr bald in einen GeheimbundprA, verwickelt worden, indem er von einem Berliner Genossen, sich später als Spitzel entpuppt habe, zur Rechnungslegung � Parteigelder aufgefordert worden sei. Nun, einmal glaub' ,(i noch nicht, daß Romann Spitzel ist und andererseits ist von Romann nur aufgefordert worden, über den ver Parte« ö gefallenen Höchbcrgfonds in Höhe von 30 000 M. Rechnung i legen. Wenigstens war Romann beaufttagt, nur über Fonds die Rechnungslegung zu fordern. Tie Art, wie G'bP Werner auf dem Kongreß behandelt worden ist. kann ich'I j; billigen.(Große Unruhe.) Die Nationalökonomie ist eine U schwere Wissenschaft. Und wenn in derselben ein Arbeiter u Bescheid weiß, so möge man ihn belehren, aber ihn nicht M. persönlich gehässiger Weise angreisen, wie es Bebel dem W", gegenüber gethan.(Heftige Unruhe.) Derartige Spitzfindig'" hätte Bebel bei Seite lassen können.(Heftiger Widerspruch/, Vergolder Ewald: Ich war Mitglied der von dem st.. grcß gewählten Nenner-Kommission und kann beku"� daß Grillenberger geäußert hat: es gab eine Zeit, wo man,% man mit drei Berliner Genossen zusammen kam, nicht'0' konnte, ob einer von diesen dreien ein Spitzel war. iL" Sehr richtig!) Diese Thatsache ist doch nicht weg zu 1 Tie Genossen, die in den Jahren 1879, 1380 und 1881 in«-e gelebt haben, werden zugeben, daß damals solche ZP herrschten. Ich habe deshalb, obwohl ehemals Berliner, m Worten Grillenberger's keine Beleidigung gegen die Berli»'� noffen gesunden. Sticht die Berliner Genossen, sondern die Hältnisse waren hieran schuld. Bedauerlich ist es, daß d", redner den Genossen Bebel eine bewußte Unwahrhest m geworfen, ohne sich vorher zu vergewissern, ob Romann de», gewordenen Auftrag auch entsprechend ausgeführt hat.(#%i — Gastwirth Gründel: Bebel hat an einem � einmal 200 Briefe erhalten, in denen er zur Rech?"»,! legung über die vorhandenen Parteigelder aiisg'l�»f "M M------ Sf<5 Es wäre wenn vielleicht gewissen Leuten erwüns' VevlVunmUmNett. Giu Nachspiel»um lozialdemokratischen Kangres«. In einer Dienstag'Abend in Deigmüller's Salon, 2llle Jakoo- straße 48», stattgehabten Versammlung von sozialoemokratischen Wühlern des dritten Berliner Rcichstags-Wahlkreises, in der der Bericht der Kongreßdelegirten auf der Tagesordnung stand, kam eS mehrfach zu sehr turbulenten Szenen. Eine polizeiliche Ueber- wachung der Versammlung fand nicht statt.'Als der Einberufer, Buchbinder Kohlhardt, die Versammlung eröffnete, wurde sogleich uon verschiedenen Seiten das Wort zur Geschäfisordnung ver- langt. Tischler Hermann Schulz rief einem der das Wori Ver- langenden zu: 2öo wohnen Sie? Darnach haben Sie nicht zu fragen, war die Skntivort. Es entstand aus'Anlaß dieser Zwischenrufe ein furchtbarer Lärm. Endlich konnte nach viel- fachen Vorschlägen und großem Tumult die Bureauwahl vor- genommen werden. Zigarrenhändler Börner wurde zumVorsitzenbcn gewählt. Kaum hatte jedoch dieser den Vorsitz übernommen, da begann der Lärm von Neuem. Vorsitzender: Herr Pielicke, weltn Sie hier nicht ruhig sind, werde ich von meinem Hansrecht Gebrauch machen.— Pielicke ruft: Maul halten!(Furchtbarer, lang andauernder Tumult.)— Vorsitzender: Es ist unerhört, daß in einer sozialdemokratischen Versammlung derartiger Tumult herrscht.(Lärm.)— Tischler Niendorf; An dem Lärm ist wesentlich der Tischler Hermann Schulz schuld.(Lärm.) Schulz hat sogar an meinem Tisch geäußert: Die Lumpe ans dem vierten und sechsten Wahlkreis müssen hinausgeworfen werden.(Lärm.) Ich fordere Herrn Schulz auf, zu sagen, wer die Lumpe sind. (Furchtbarer Lärm.)— Gastwirth Gründel: Ich beantrage zu beschließen, daß Pielicke aus dem Saale gewiesen wird.(Heutiger Lärm.) Pielicke hat durch seinen Zwischenruf den Hauptanlah zu dem heutigen Skandal gegeben. Wenn dieser Mann nicht mehr An- wesen, wenn die Polizei den Llbg. Bebel mit. Berliner Genossen bei der Rechnungslegung über die Po�W überrascht hätte. Das Interesse der Partei muß uns doch j« stehen, als das einzelner Personen. Im Uebrigen ist' St. Gallen Nechnung gelegt worden.— Schriftsetzer Kind'�.K-i Er könne mittheilen, daß in der Bading'schen Druckerei nicht der tarifmäßige Lohn bezahlt worden sei. In der 2'-'' jt, scheu Druckerei sei stets der Tarif bezahlt worden; es sei"'qW daß Werner nicht Parteigenossen beschäftige, um billiger' zahlen zu können.(Beifall und heftiger Widerspruch.) p, habe erklärt, daß er die Streitaxt begraben wollte, nun'»o?.««» auch das„Berliner Volksblatt"' mit seinen Nörgeleien aus? � — Tischler Bruns: Was in der Bading'schen Drucker''/ gekommen, eh» das„Berliner Volksblalt" daselbst ö,«# worden ist, geht die Partei nichts an. Die und zwar speziell Bebel, verlangte zur Zeit von den Genossen Geld, die Berliner waren daher bco 4/ von Bebel Rechnungslegung zu verlangen. Im Uebrigc» ich es auch für nothivendig, die Streitaxt endlich zu begrav>: Tapezirer Sander xehem. Redakteur der„Tapezirer- Ich kann mich auch nicht einverstanden erklären, daß die G'. � berechtigt sein sollen, in jedem Wahlkreise zusprechen" F stimmen, es sührt das schließlich zu einer Vergewaltigung- s,A dieses System versuchten vor einigen Jahren Werner und G« � in allen Stadtgegendcn die Betheiligung an den Stadtveror? jji Wahlen zu verhindern. Daß über den'Antrag betreff" � Maske" auf dem Kongreß Wahlen „eiserne „eiserne Maske" aus oem Kongreß zur Tages ordn»''« j,W| gegangen wurde, bedaure ich sehr, denn ich schätze die EY � ß Parteigenossen ebenso hoch, wie�die des Herrn Sing-»'. � � "ÜM - Expedient Glocke: Ich'hätte gewünscht, man � M n tuBZ artige Verdächtigungen vorbringt, bezüglich der Behaup". Genossen Winter»mß ich ihm berichtigen, daß thatsäch"/*5 1 Rechnungslegung von Genossen Bebel verlangt imirde,''�>.3, j »m liy ,,y«.-S,.. WVXS-jjVtl V VV*-------. wurde von vielen Freunden Berlins aufgefordert, in in dieser Beziehung genaue Sliisknnft zu verlangen. W lich berührt es, daß immer und immer wieder in jeder«'' lung von Buchdruckern gesagt wird, in der Bading'sch'". feie» 1883 keine tarifmäßigen Löhne gezahlt, es wäre dcw, wenn die Buchdrucker erst in den eigenen Reihen Solidaritätsgefühl zu erwecken, daß nicht, wie es jetzt v?» die Buchdrucker sich an die Beschlüffe der Slrbeitersch? kehren und ihre Feste in Lokalen feiern, die von der g'I" Arbeiterschaft verpönt sind, ganz abgesehen von ihrer Haltung unter dem Sozialistengesetz. Wie stand es nun aber 1683 bei ™> Buchdruckern? Ende der siebziger Jahre wurde ein geplanter streik seitens der Prinzipale zurückgeschlagen und es heftand bis 1883 eine„tarislose" Zeit, in der kaum 500 Buchdrucker, von den Mr am Ort befindlichen 3000 dem Verein angehörten. Jeder arbeitete, wie er Arbeit bekam, und jeder Prinzipal zahlte, wie ">m beliebte. So lange das„Berliner Volksblatt" in der Ofstjm �druckt wird, sind unzweifelhast tarifmäßige Löhne gezahlt und uuch in der Zeit vorher will der Faktor, der seit Beginn der Druckerei derselben vorstand, Beweis liefern, das; die Tarif- lvmmission im angeführten Jahre nach Einsicht der Bücher von der Khwng tarifmüßiger Löhne überzeugt war. Die Angelegenheit der -Maifeier und Stichwahle» sind vomParteitagc eingehend erörtert und UAchdem im ersten Punkt ein Fehler von der Parteileitung selbst zugegeben, erledigt. Die Schreibweise des„Berl. Volksbl." über verschiedene Versammlungen richtet sich ganz danach, wie in diesen �rsammlungen verhandelt wird. Man muß doch zugeben, dag �rsammliinge», wie die in Rixdors, in der Ausdrücke über die Schlüsse des Parteitages gefallen sind, die unter Sozialdemo- waten entschieden zu mißbilligen sind, auch die Kritik des Partei- urgans herausfordern. Eine scharfe Kritik seitens der Genoste» über Parteivorgänge darf nicht nur erlaubt, sondern muß uns sogar erivünscht sein, doch muß sich dieselbe min- bestens der Form nach im Rahmen der Sachlichkeit halten.- Tischler Nöske: Ich habe von dem Genossen, ber seine Meinung kundgiebt, auch wenn sie gegen die Fraktion jfi, mehr Achtung, als wenn Jemand mit seiner Meinung zurück- HA».(Unruhe.) WaS hat denn Werner eigentlich verbrochen � 'jedenfalls hat Werner nur das Rechte gewollt.(Beifall und -Widerspruch.)- Maler Link: Die Berliner Delegirten. die ein gebundenes Mandat hatten, haben nicht ihrem Auftrage gemäß gehandelt.(Heftiger Lärm.) Ich protestire dagegen, daß die Berliner Opposition dumm gehandelt hat.(Unruhe.) Wir wolle» »ns den Beschlüssen des Parteitages fügen, wir wollen uns aber unsere freie Meinung nicht nehmen und uns von Bebel rncht unterdrücken lassen.(Heftiger Lärm.) Wenn die Streitaxt be- graben werden solle, dann muß vor allen Dingen das„Berliner Alksdlatt" seine Schreibweise ändern.(Heftiger Widerspruch.) � Tischler Winter: Es sei ihm nicht eingefallen, den ' essen Bebel einer bewußte» Unwahrheit zu zeihen. .. Buchbinder Kohlhardt: Er könne mittheilen, daß me Opponenten, die hauptsächlich im Lokale„Zum luitigen �liefpi» in der Skalitzerstraße anzutreffen sind, sich geweigert für die Kongreßdelegirten Diätengelder zu sammeln. Stiefel habe». w�?') Endlich gelangte folgende, von Kohlhardt beantragte 'Resolution e i u st r in m t g zur Annahme:„Tie Versammlung jPricht den Kongreßdelegirten und der Fraktion ihr volles Ver- „gtien aus und erklärt, in jeder Art und Weise für die Partei A weilen zu wollen, um derselben zu einer Machtstellung zu ver- Uelsen, damit die Prinzipien der Partei zu aller Menschen Zu- iriedenheit aelöst werden." . Der Urrein zur Wahrung der Interessen der fl-tvierarbriter und Kernfsgenosse» hielt am Montag, den iL-& M., eine recht gut besuchte Versammlung in Deigmüllers Talon. Alte Jakobstr. 48-i. ab. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Krause über: Chemie Experimenten. 2. Warum werden die Versammlungen von �Mitgliedern so spät und wenig besucht? 3, Vereinsangelegen- % Ter Vortragende führte in seiner Einleitung aus, daß die . wrgenrökhe einer neuen, besseren Zeit angebrochen sei, bedingt den Fortschritt der Wissenschaften, der Natur- l&�«ft, speziell der Chemie. Er erklärt und er- Atitert ferner in sehr belehrender und interessanter Weye, Ailch bedeutenden Werth die Chemie sowohl für die Naturwissen- MAsl überhaupt, als auch für jeden einzelnen Menschen hat. Ter Ertragende erklärt die Elemente, kommt dabei auf das Aluminium ' w»*.« und bemerkt, daß, wen» erst eine billigere Ge- �.sprechen der„s.��tNAthode für Aluminium gefunden worden sei,' dasselbe Zum-"Weine, das Eisen zum großen 2 heil zu verdrängen. Schlich bemerkt der Referent noch, welch ein erfreuliches � sei, daß gerade der Arbeiter mit aller Kraft nach Wissen denn„Wissen ist Macht". Lebhafter und reicher lohnt den Vortragenden für seine belehrenden Ausftth- Pigen. WssssZWM 4J0|.r Ulth-------------.___ »........... >Ui M�ksen beriv'-f. Urrlnmmtuug der Kutscher»nd aller luua x*»Aeddi«� B/e» Arbeiter Berlins ragte am Mittwoch Nachdem zur Leitung der Verstimm- dein m, Herr ßw W' Böttcher und Lindenheim gewählt wor- fii?J1foU bei m!lneu Vortrag. Derselbe schilderte nnter Atbei-5.� etwa die trostlose Lage der Kutscher. die Leu-" Bevöir�: Obgleich die Lage der gesammten MWUW Nntam�g des-°"�ssene Streik brachte nur_ geringe verflossene Streik Lohnes. Das bedeutendste war. daß dieser WTDMOMZ mmfsmm tiefsten im sozialen Elend steckende. ter ieder Beschreibung spottende Zu- sich dem Beobachter' jeder Beschreibung stände dar. Arbeitszeit: täglich 16—18 Stunden,-Löhne im Durchschnitt pro Woche 15 M. Obgleich der Kutscher fast nur in Kellerräunicn wohnt, reicht sein Verdienst mit dem der Frau zu- sammen nicht aus, um die nöthigen Steuern und die Wohnungs- miethe erschivingen zu können. Angesichts solcher Thatsachen, welche unter dem größten Theil der arbeitenden Be- völkerung grauenhaste Verheerungen anrichten, wagt es die heutige herrschende Klasse zu sagen, der Ar- beiter wolle immer nur mehr Geld und weniger thun? Die Bourgeoisie sollte nur die Augen öffnen, bevor sie solche Verleumdungen gegen diejenigen schleudert, welche alle Schätze und Reichthümer für sie schaffen. Diese erbärmlichen Verhältnisse können die Kutscher nur dadurch verbessern, daß sie sich organisiren. Eine Organisation ist geschaffen; an ihnen liegt es, sich derselben anzuschließen. Nur geschlossen ist etwas zu erreichen. In der lebhasten Diskussion sprachen die Herren Lindenheim, Hettke, Gleinicke, Grabowsky, Siegl und Göhde. Familienleben kenne der Kutscher nicht, infolge der übermäßig langen Arbeitszeit. Sämmtliche Redner forderten dazu auf, der Freien Vereinigung der Kutscher und aller im Fuhrwesen be- schäfligten Arbeiter Berlins beizutreten. In seinem Schlußwort erläuterte der Referent noch die einzelnen Ausführungen der Vorredner und forderte die Anwesenden auf, für die gerechte Sache der Arbeiter zu kämpfen. Erst dann, wenn Alles, ivas Menschen- antlitz trägt, gleiche Rechte und gleiche Pflichten hat, werden die heutigen Zustände beseitigt sein. Darum ist es nöthig, daß Auf- klärung in den eigenen Reihen geschaffen ivird und Jeder sich nach Kräften bildet. Hierauf wurde folgende Resolution ein- stimmig angenommen:„Die heutige im Lokale„Weddingpark" tagende öffentliche Versammlung der Kutscher und aller im Fuhr- ivescn beschäftigten Arbeiter erklärt sich mit den Ausführungen des Reserenten und der übrigen Redner einverstanden und beschließt: in Erwägung, daß unsere Löhne mit der Dauer der Arbeits- zeit in keinem Verhältniß stehen: ferner die Lebensmittel-Preise fast um das Doppelte gestiegen, die Miethe», namentlich fi!r Arbeiterwohnungcn, von Jahr zu Jahr, im letzten Jahre allein um fast 30 pCt. gesteigert worven sind, infolge dessen unsere wirthschaftliche Lage eine unerträgliche ist und geradezu dcgene- rirend ans unser Familienleben wirkt und die Zukunft dadurch gefährdet ist, wir aber auf eine Ausbesserung unserer Verhätnisse von Seiten unserer Unternehmer und der herrschenden Gesellschaft nicht zu hoffen habe», beschließt die heutige Versammlung, Mann für Manii der„Freien Vereinigung der Kutscher und aller im Fuhrwesen beschäftigten Arbeiter" beizutreten, nach besten Kräften für dieselbe zu agitiren, damit dieselbe auch menschenwürdige Zu- stände unter den Katschern schaffen kann." Im„Verschiedenen" sprachen noch die Herren Brutisch und Muckwer. Letzterer machte bekannt, daß die Vereinsversammlnngen jeden ersten Sonntag im Monat bei Reiher, Alte Jakodstr. 83, stattfinde». Hierauf schloß der Vorsitzende die imposante Versammlung mit einem dreimaligen Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung. C'ine össeutliche Versttutinluug der in der Hchuh- waaren-Fabrikation Kerlino beschäftigten Arbeiter und Ar- beiterinnen fand am 27. Oktober bei Joel unter dem Vorsitz der Herren K l i n g e r, A r t e l t und des Fräulein K r a u t iv u r st statt. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag des Herrn Max B a g i n s k i über Kapitalismus und Sozialismus. In der Diskussion sprachen unter dem Beifall der Versammlung die Herren Klinger, Krause, Menzel, Niederauer. Hierauf wurde folgende Resolution angenommen:„Die heutige öffentliche Ver- sammlung erklärt sich mit den Ausführnngen des Kollegen M. Baginski einverstanden und verpflichtet sich, mit allen Mitteln die Prinzipien der Sozialdemokratie zu verbreiten, um dadurch die heutige privatkapitalistische Gesellschaft aufzuheben und an deren Stelle die genossenschaftliche zu setzen, welche jedem Menschen den Ertraa seiner Arbeit sichert." In der Generaturxfammlung des Uereins zur Wahrung der Interessen der Kast- und Schankwirihe Berlins n. Umg. wies zunächst der Vorsitzende G r ü ndel auf den in Halle abgehaltenen Kongreß der sozialdemokratischen Partei hin und betonte die NotHwendigkeit im Erstreben der Ziele der Partei Einigkeit obwalten zu lassen und treu zusämmen zu stehen. Nach der Neuaufnahme von Mitgliedern ivurde zur Neuwahl von Vorstandsmitgliedern geschritten und dabei das Mitglied Nürnberg zum ersten Vorsitzenden, das Mitglied Ziemer zum ersten Schriftführer und das Mitglied S p i e ck e r m a n n zum zweiten Kaffwer gewählt. Tic Stelle eines Beisitzers im Vorstande wurde dem Gastwirth Ulrich übertragen und zu Revisoren wurden die Mitglieder Böhl, Zu b eil und H e n tz e gewählt. Der erste Kassirer S i c b e l erstattete darauf den Kassenbericht, nach welchem eine Gesammteinnahme von 848 M. 71 Pf. und eine Ausgabe von 163 M. und 16 Pf. zu verzeichnen war, so daß ein Bestand von 685 M. 55 Pf. am 1. Ottober verblieb. Dem Kassirer wurde ans Antrag der Re- visoren Techarge ertheilt. Den streikenden Töpfern in Berlin bewilligte die Versammlung 60 M. und den Tabakarbeitern in Eschwege 40 M. aus der Vereinskasse. Ei» anwesendes Kommissionsmitglied der Berliner Tabakarbeiter wies darauf auf die von den Tabakarbeitern angenommene Resolution hin, in der die Inhaber von Zigarrenhandluugen, Restaurateure, Schank- wirthe:c. ersucht werde», keine Znchthansarbeit und keine Schund- waare zum Absatz zu beziehen. Die Versammlung stimmte dem zu und zwar in dem vom Vorsitzenden und mehreren anderen Rednern geltend gemachten Sinne, daß von den Parteigenossen, die als Zwischenhändler thätig sind, vorausgesetzt werde, daß sie ihren Bedarf von den Produzenten zu vorauszusetzenden Be- dingungen beziehen. Ein Antrag des Vorstandes, die beabsichtigte Kranken- und Nnterstützuugskasse fallen zu lassen, weil die Polizei dieselbe als versicherungspflichtig bezeichnet, nahm die Versainm- lung auf Empfehlung der Mitglieder Nürnberg, Z u b e i l und anderer Redner an und ermächtigte den Vorstand, bis auf weiteres bei Sterbefüllen von Mitgliedern oder deren Ehefrauen Unterstützungen bis zu 100 M. für jeden Fall zu gewähren. Außerdem wurde ein Rundschreiben an die Fachvereine, Kranken- kassen jc. beschlossen, in welchem diese aufgefordert werden, mit Rück- ficht darauf, daß die Mitglieder des Vereins es sich zur iilufgabe gestellt haben, die Rechte der Arbeiterorganisationen zu fördern und sie nach Möglichkeit zu unterstützen, aber viele Gastwirthe sich dem Verein und der Sache der Arbeiter nicht anschließen, obgleich sie nur von den Arbeitern abhängig sind; ihre Zahlstellen, Arbeitsnachweise:c., welche in Lokalen errichtet, verden, mir bei Mitgliedern des Vereins einrichten zu wollen. Nach Er- ledigung interner Bereinsangclegenheitc» schloß der Vorsitzende die stark besuchte Versammlung. Der Verband deutscher Mechaniker und verwandter Beruisgenoffen hielt am 22. Oktober eine Mitgliederversammlung ab. Der für diese Versammlung vorgesehene Vortrag des Herrn Dr. Zadel mußte, zum Bedauern der Anwesenden, wegen Nicht- erscheinen des Referenten ausfallen, mithin auch die übliche Tis- kussion. Beim dritten Punkt der Tagesordnung:„Wahl des Aus- schnsses", wurden die Kollegen Schöneinann, Schlenker, Hamann und Broeke vermittelst Stimmzettel gewählt. Außerdem ivurde Kollege Pinn als Vorsitzender des Ausschusses als solcher wieder- gewählt. Das Amt eines Vorsitzenden für den ZentrakarbeltS- Nachweis ivird Kollege Schönemann, Skalitzcrstr. 7 übernehmen. Unter Verschiedenes ivurde die Frage, wie man in diesem Jahr das Stiftungsfest zu feiern gedenkt, erörtert. Man kam dahin überei», daß von einem Vergnüge» im größeren Umfange Ab- stand genommen werde und der Tag, oder vielmehr der Abend, in Form eines Kommerses im engeren Kreise der Kollegen festlich begangen wird. Die nöthigen Vorbereitungen wurde» dem Vorstand überlassen. Eine gut besuchte össeutliche Vevsam mlung der Sattler Kerlino«nd Alingegend sanv am Dienstag, den jj8. Oktober, bei Gnadt, Brunnenstr. 38, unter Vorsitz des Kollegen Schreiber statt. Kollege Bombin referirte ausführlich über Nutzen und Zweck der gewerkschaftlichen Organisationen im Allgemeinen und speziell über die Zustände im Sattlergewerk. Erwies nach, daß 1388 beim Streit durch straffes Anziehen der Or- ganisation etwas erreicht worden sei und forderte die noch nicht organisirten Kollegen auf, sich den hier bestehenden Organisationen anzuschließen, um vereint dem Kapital entgegen zu treten. In der Diskussion schilderte Herr Sassenbach die Zustände in der Provinz als in vielen Fällen sehr traurige. Herr Klein sucht die schuld des wirthschaftliche» Niederganges dem jüdischen Kapital beizumessen, wird aber von Herr» Bombin und Thierbach in längerer Ausführung widerlegt. Eine Resolution des Kollegen Aßniarni: „Die heut tagende öffentliche Versammlung der Sattler erklärt sich mit den Zlusführimgen des Referenten ein- verstanden und verpflichtet sich, einer der hier bestehenden Organisationen beizutreten,»m die Verhältnisse in imserem Gewerbe auf eine menschenwürdige Stiife zu bringen", wurde einstimmig angenommen. Nachdem unter Verschiedenem Herr Thierbach noch einmal auf den Werth und die Noth- wendigkeit einer starken Organisation hingewiesen hatte, schloß der Vorsitzende die Versammlung um 12 Uhr unter einem dreifachen Hoch auf die allgemeine Arbeiterbewegung. Mas bedeutet: Religion ist Vrivatsache? �war das Thema einer großen von ca. 1200 Personen besuchten Volksversammlung in der Brauerei Friedrichshai», über welches Herr H. Pens referirte. Derselbe konstatirte zunächst das Vorhanden- sein einer Reihe von Meinungsverschiedenheiten, die seiner Ansicht nach auf Mißverständnissen beruhten. Einige verlangten, ein überzeugter Sozialdemokrat müsse als solcher sich auch zum Atheismus bekennen und aus der Kirche austreten, andere da- gegen seien geneigt, die ganze Beschäftigung mit der Religion zu verbieten. Beiden stehe nach Ansicht des Referenten der Satz:„Religion ist Privatsache" entgegen, indem beide einen Zwang befürworten, den die Programmformel grundsätzlich ablehne.„Religion ist Prival- fache" bedeute zunächst„Religion ist nicht Parteisache." Das Vorhandensein der Klassengegensätze bedinge die Parteibildung. Eine Partei ruhe ihrerseits auf einem festen Programm. Sache der Partcitaktik und der auf dieselbe Einfluß ausübenden Per- sonen sei es, mit Geschick strenge zu scheiden zwischen dem, worin Einigkeit bestehen müsse und das mithin ins Programm gehöre und dem, welches der Freiheit des Einzelnen überlassen bleiben könne. Nichts dürfe ins Programm und somit der Frei- heit des Einzelnen entzogen werden, ivas nicht un- bedingt durch die Rücksichten des ParteikampfeS als hineingehörig erachtet werden müsse. Je mehr Freiheit gestattet werden könne, um so besser. Nun sei aber gar kein Grund anzuführen, warum man in Angelegenheiten der Religion irgend welchen politischen Zwang ausüben müsse, im Gegentheil gebiete die Gewissensfreiheit, die allerpersönlichste Freiheit hier gewähren zu lassen, nicht mit den Machtniitteln der politischen Partei einen, wenn auch nur moralischen Druck auszuüben. Ferner aber bedeute„Religion ist Privatsache"„Religion ist nicht Staatssache". Wie die Sozialdemokratie es ablehnen müsse, mit ihrer politischen Macht irgend welche religiöse Anschauung besonders zu hegen oder andererseits zu(bedrücken, so müsse sie auch vom Staate verlangen, daß er keinerlei lieber- zeugung als solcher mit seiner Macht Schutz verleihe oder umgekehrt sie bedrücke. Ueberzeugungen seien der un- bedinatesten Freiheit anheimgegeben. Erst dann würde sich auch herausstellen, was Wahrheit sei, indem nur das die Wahrheit wäre, was sich aus eigener Macht durch seine eigenen fach- liehe» Gründe zu halten vermöge. Wenn nach der Trennung von Staat und Kirche die Kirchen zu Grunde gingen, so sei damit ihr Nrtheil gesprochen. Drittens, führte Redner aus, bedeute:„Religion ist Privat- fache" aber nicht etwa- Religion sei etwas, das der öffentlichen Diskussion entzogen werden müsse. Es bedeute nicht, das sei Jedermamis eigne Sache in dem Sinne, daß ihni Niemand dürfe. Das wäre wieder eine Uebertreibung. Im habe jeder Sozialdemokrat als Mensch nicht Recht, sondern die Pflicht, durch Theil- der öffentlichen Diskussion sein Theil mit dazu beizutragen, daß durch sachliche Erörterung auch in An- gelegenheiten der Religion, der Weltanschauung die Wahrheit sich durchringe. Auch dürfe infolge dessen jeder Sozialdemokrat z. B. zum Kirchenaustritt auffordern, nicht aber im Namen der Partei, sondern in seinem eigene» Namen und nur mit sachlichen Gründen. Die sozialdemokratische Partei verlange Achtung der Gewissens- freiheit. Sie wolle nicht in de» Fehler der französischen Revo- lution verfallen nnd den Atheismus etwa dekretiren und dann llüglich FiaSko mache». Die Partei wende sich daher gegen jeden Fanatismus, sowohl gegen den religiösen als auch den atheisti- scheu. Für Verbreitung seiner eigenen für wahr gehaltenen Ueberzeugungen zu wirken, werde niemals einem Parteigenossen benommen werden. Nur dürfe er von sozialdemokratischen Ueberzeugungen nur da sprechen, wo er über Dinge rede, die im Programm stände». Dem Programm habe sich jeder Partei- genösse unbedingt zu fügen. Könne er das nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, so stehe ihm der Austritt aus der Partei völlig frei. In seiner Ueberzeugung könne er ja hier und da vom Programm abweichende Meinungen haben, in seinem Handeln jedoch muffe er Parteidisziplin beweisen, denn sonst ergebe sich kein geschlossener siegreicher Kampf. So stehe die Partei völlig ungreifbar da. Sie zwinge Niemanden sich ihr anzuschließen, der das Programm nicht anerkennen könne, und sie taste vollste Ge- wissenSfreihelt walten in allen nicht ins Programm auf- genonnnenen Dingen. Und zwar könne sie dies mit ruhigem Gewissen thun, weil die Wissenschaft die Hilfe der Sozialdemokratie in dieser Angelegenheil der Re- ligion völlig entbehren könne. Wenn die Mehrzahl der Sozialdemokraten mit der Wissenschast gegen die Religion ankämpften, so sei das nicht Schuld der Sozialdemokratie. Die Kirche und die Religion müßten sich zu wehren ivissen. Wenn sie der Wissenschast gegenüber immer mehr ins Gedränge kämen, so dürften sie das nicht der Sozialdemokratie in die Schuhe schieben. Die Kirche könne doch nicht verlangen, daß die Sozial- demokratie mit ihrer politischen Macht der Kirche neben vem Staate auch noch zu Hilfe komme. Tie Sozialdemokratie als politische Partei huldige dem Grundsatz der Gewissenssreiheit und überlasse daher den Kampf zwischen Wissenschast »nd Religion der öffentlichen Diskussion.— Sie lehne jede Geltendmachung ihrer Macht in dieser Frage ab. Achte sie so die Geivissenösreiheit und würde sie dann trotzdem als gottlos verschrien, sie, die für die Armen und Elenden, die Ausgebcntetcn und Unterdrückten kämpfe, so wolle sie ruhig Viesen Vorwurf hinnehmen. Solche Gottlosigkeit werde ihr nicht schaden, vielmehr werde sie eben mit solcher Gottlosigkeir wie bisher so auch in Zukunft die herrlichsten Siege erringen.(Stur- Mischer Beifall.) In der nun folgenden Diskussion sprach sich zunächst Herr Missionsinspektor Pastor W e r k e n t h i n anerkennend über das parlamentarische Berhalten der sozialdemokratischen Versamm- lungen ans. Er meinte, die Brücke zwischen den Sozialdemo- kraten nnd der Religion sei noch nicht abgebrochen. Ihm sei auch Religion Privatsache, auch er verlange Trennung der Kirche vom Staat. Er wolle das Volk nicht mit Dogmen gefüttert wissen. Aber er sei überzeugt, daß Christus immer noch der beste Volks sreund wäre. Herr Jezorke verlangte Anerkennung des Atheismus vom Partei, tandpnnktc aus. Die Religion habe die Unterdrückung gebracht. Sie diene zur Verdnmmnug der Masse». Die Geistlichen wünschten blos noch, daß "f),1''P'A die Hottentotten auch noch die Hände und ,ynße küßten. Statt der leeren Kirchen könnten>vir besser öffent- liche fnr politische nnd gewerkjchastliche Versammlungen brauchen. Der Referent ergriff dann ivieder das Wort und bezweifelte, daß Herr Werkenihi» unter seinen Amtsgenossen viele �reunde betreffs der Trennung von Staat und Kirche habe. Und was den Mellheiland anbeträfe, so wäre derselbe, wenn er drein reden Gegentheil nur das »ahme an heute lebte, wahrscheinlich kein koinmandireuder General, auch nicht Staatsanwalt und sicherlich kein Hofprediger, höchst wahr- scheinlich aber ein sehr gefährlicher sozialdemokratischer Agitator. Das moderne Christenthum zeige gar nicht die geringste Aehnlich- keit mit dem Urchristenthuni. TaS beweise schon die verschiedene Art der Bekehrung: die ersten Christen durch die Predigt, die Germanen unter Karl dem Großen durch das blutige Schwert. Herr L ö s ch k« erklärt sich mit dem Referenten einverstanden und verlangt als Mensch die Bekämpfung der Religion. Herr K u I i ck e weist an interessanten Bei- spielen die eigcnlhiimliche Nächstenliebe der Herren Geistlichen nach. Frau Kolbe ergeht sich in unverständlicher Kritik des Parteikongresses und kam schließlich auf den Stöcker und den Antisemitismus als den rechten Weg. Der Vorsitzende Herr Klein gab dann in einer interessanten Erzählung eigener Erleb- nisse eine Darstellung des Bundes zwischen.Kapital und Pfaffen- thum. Danach sprachen noch die Herren Heidinann, Goldberg und Neuhaus sich ähnlich aus. In kurzem Schlußwort kon- statirte der Referent, das; die große Mehrheit mit seinen Aus- führungen sich einverstanden erklärt habe. Er forderte dann nochmals auf als Sozialdemokraten streng der Pcrteidisziplin sich zu fugen und alles was die Religion betreffe nur mit seiner eignen Person zu vertreten. Dann werde man sowohl auf politischem wie auf religiösem Gebiet, resp. dem Gebiet allge- meiner Weltanschauung dem Fortschritt entgegengehen.(Lebhafter Beifall). Die Versammlung faßte dann noch den einstiinmigen Beschluß, den Neberschuß der Tellersammlung(20,25 M.) ein ein kranken Parteigenossen, Herrn Nikl. Baldauf, Pappel Allee 109, zu überweisen. Wir erhalte»» folgendes Schreiben! In der Nr. 248 des„Berliner Volksblatt" im Versammlungsbericht vom 2. Berliner Reichstags-Wahlkreises ist der Bericht nicht ganz genau. Wenn sich auch der Referent, Genosse Klein, ein Bischen viel mit Herrn Werner befaßt hat, so hat Referent doch über die Thätig- keit des Parteitages einen mit Beifall von der Versammlung auf- genommenen Bericht gebracht, welcher von dem Genossen Wilschke vervollständigt»vurde. In Betreff der Herren Krohmc und Prietz ist zu berichtigen, daß die genannten Herren von einzelnen Genossen die ihnen gebührenden Antworten erhalten haben. Im Uebrigen halten sich die Genossen des 2. Wahlkreises für zu gut, Leuten von dem Schlage vorbenannter Herren noch Rede zn stehen. Sie strafen dieselben mit Verachtung/ welches auch am deutlichsten in der Versammlung bewiesen»vurde. Paul Müller. Der Verein zur Wahrung der Interesse»» der Ser- tiner Knopfarbeiter hielt eine ordentliche Generalversaminlung am 22. d. Mts. bei Bolzmann, Andreasstraße 20, mit folgender Tagesordnung ab: 1. Vortrag. 2. Abrechnung. 3. Verschiedenes. Da zun» ersten Punkt der Tagesordnung kein Referent zu be- kommen»var, nahm Kollege Achner das Wort»nid referirte über „Zweck und Ziele der Ardeiter-Organisation". Seine Ausführungen»vurden mit großem Beifall auf- genominen. Ziveiter Punkt„Abrechnung" ergab: Bestand voin vergangenen Vierteljahr 120,50 M., Einnahme 203,80 M., Ausgabe 152,70 M., bleibt Bestand 171,40 M. Da die Abrechnung von den Revisoren für richtig befunden»vurde, ertheille der Vor- sitzende dem Kassircr Dccharge.— Unter„Verschiedenes" theilte der zweite Vorsitzende mit, daß das Stiftungsfest mit einem Wiener Maskenball am 10. Januar 1891 im Elysiun» gefeiert»vird. Dann»vurde vom Vorsitzenden darauf hingeiviese», daß die zielbewußten Arbeiter nur solche Hüte kaufen sollen,»velche mit der Arbeiter- Kontrolmarke versehen sind. Für die streikenden Perlinuttarbeiter forderte der Vorsitzende die Versammlung auf, dahin zu»virken, daß dieselben thatkrästig unterstützt»verden, um ihnen zu einem baldigen Siege zu verhelfen. Auf Antrag Löschte»vurde den streikenden Perlmuttarbeitern 30 M. aus der Bereinskasse einstiininig beivilligt. Nachdem nun noch einige Vereinsangelegenheiten erledigt»varen, wurde die Versammlung vom Vorsitzenden geschlossen. Eine össcutlickie Versammlung für Frauen und äußerst zahlreichen Besuchs, insbesondere mich von Seiten der Frauen. Den Vortrag des Abends hielt Herr P ö u s.— Im »veiteren Verlauf der Versammlung gelangte der Antrag zur Annahme: nach Schluß der Versammlung die Entgegennahme der sreiivilligen Beiträge fortzusetzen und den erzielten lleberschuß den streikenden Tabatarbeitern und Arceiterinnen in Eschwege zu überweisen. Hierzu gleich die Mittheilung: der erzielte Ueberschuß beträgt 11 Mark 30 P fg. und ist gemäß des Antrages über- »viesen.— Den vielfach geäußerte» Wünschen, betreffs dieser Soi»»itagsversammlungen, entgege>»kon»nie»d,»Verden die hierzu Beauftragten an» Sonntag, d e n>2. November, event. zivei Versammlungen einberufen und zivar: Oranienstraße 180 (Bortrag Bvlsche) und im Lokal von Nürnberg, Schönhauser Allee(Vortrag Lütgenau). vroße öfkrnklichr Urrfaminlnug siiimntlicher B a u h a n d w e r k c r Bsrlms und Umhegend an, Donnerstag, den so. Lttober, Abends s% Uhr, in Joel s Zalon, Andreasstr. 2». Achtung! Töpfer! Da es nicht möglich ist, im Laufe dieser Woche eine Bcrsaininlung abhalten zu können, da eine öffentlich? Bauhandmerker-Per- sammlung am Donnerstag, den so. Oltober, Abends 8 Uhr, in Joel s Talon, slaltftndct, Ivo Sie Lage unseres Streits besprochen wird, so ladet hier- durch die Kollegen ein, in dieser Versainmlung zu erscheinen. Die Streik- tommissiou. ivrrei» ehemaliger Schüler der 98.«eniciiide-Schule. Donnerstag, den so. Oktober, Abends 9 Uhr, im Gesellschafrshause..Oftend", Rüders- dorserstr. 43: Eihnng. Das Erscheine» sämmllicher Mitalteder ist dringend nothivcndig. Gäste sind ivillkoinmen. Ausnahme neuer Mitglieder. Nerein„z>ol>>«b>lt»»,g" tMänner und Krauen). Heute, Tonnerstag, Abends s Uhr, im Nestaurant Nürnberg, Schönhauser Allee 28: Sitzung. Tagesordnung: I.Vorlesung. 2. Dislussion. 3. Verschiedenes. 4. G-müth- liches Beisammensein. Eäsie willkommen. Ucrrin drr Hauanschläger Krrlina und Umgegend. Versammlung am Sonntag, den 2. November, Vormittags 10 Uhr, bei Seefeldt, Grenadierstr. 33. Ouittungsbuch legitimirt. Soiiatdrmokratifchrr Le|>- und ttisktttirktub„llatur". Donnerstag, den 30. Oktober, Abends 8% Uhr, bei Hoskmann, Kaisersiraste 4, Versammlung. Tagesordnung! i. Vorlesung lBellamy, Rnilblick. Fortsetzung), g. Tiskusston. 3. Verschiedenes. 4. Vereinsanaelegenheiten. Gäste willkommen. berliner Strrilr-Koutrolkonimisfion. Große öffentliche Versammlung der Deleatrten am Kreiiag, den si. Okiober, Abends 8': Uhr, in Teigmüller's Salon, Alte Jakobstr. 48a. Achtung! zuilitärfchneider-ziereiu. Größe Versammlung am Ton- nerstag, den so. Oktober, Abends 8% Uhr, in Teigmüller's Salon, Alle Jakob- slraße 4Sa. Prreiniguug der Drechsler Z»-utfchIa»do. Filiale ä, Perlmullarbeiter. Tonnerstag, den 30. Oktober, Abends 8% Uhr, Mitglieder-Versammlung bei Hoffman», Oranlenstr.»80. Non den 1887 berliner Aeriten gehört»och»ichl die Halste de» hier eristirenden 8 Siandesvereineit an. Tie Majorität besteht somit aus so- genannten„ N i ch t v e r e i n l e r n". Zwecks Verständigung der Letzteren über die bevorstehenden Aerztelammer-Wahlen veranstaltet der ärztliche Berufs- '----—--------' Persamm- tkcke Rede, in welcher er die Muc Kinley-Bill entschieden verurth»� und bemerkte, dieselbe ivürde de» Interessen der Vereinigt Staaten- nach allen Richtungen Schaden thun. GladM empfahl, England möge sich nicht zu Repressalien gegenüber diest» Tarife hinreißen lassen, der nur init Unrecht ein Schutztarif.� naiint werde, in Wahrheit aber Unterdrückung und betrügerifv «Täuschung sei. England habe von dieser Bill nichts zu füräM ivofern es mit Eifer seine Industrie betreibe. Im iveiteren# laufe seiner Rede sprach sich Gladstone auch gegen einen M verein Englands init seinen Kolonien aus, welcher zwar 5!° Handel Englands mit den Kolonien vermehren, aber seinen Handel verringern würde._ Haag, 29. Oktober. Tie Generalstaaten haben in � itzung mit 109 gegen 5 Stimmen den-r verein am nächsten Freilag, den 3». Oltober, Abends 8% Uhr, eine Versamm lung der Ntchlvereinler, tm Restaurant Krtwaneck, Mittelstr. 07—38, .. i � � c. �«•»«««* v. � Friedrichstraße, über der Bodeaa. itft- NN» Diskulirklnb„Wahrheit Jeden Donnerstag Sitzung. VernnZiftkes. Die Polizei im Ha»npfe mit Soldate»». Wie ver- schiedenen Zeitungen aus Thorn gemeldet wird, ist der Amts- d jener Rummler in der Nacht vom Sonntag auf Mon- tag, als er eine Frauensperson verhaften wollte, von Soldaten angegriffen und so schwer verletzt»vorden, daß der Tod sogleich eintrat. Der Gendarm Behnke verfolgte die Soldaten, wurde ebenfalls angegriffen und schoß den Angreifer nieder. In der- selben Reicht»vurde der Musiker Wettstält im Glacis von streitenden Soldaten durch Säbelhiebe über den Kopf schwer ver- letzt. Von der Militärbehörde ist strenge Untersuchung dieser Vorfälle angeordnet»vorden. Londo»«, 25. Oktober. Ein Telegramm ans San Francisco berichtet, der Dampfer„City Pekin" bringe die Nachricht, das Regicrungs-Plilvermagazin zn Canton sei explodirt; 200 Häuser seien demolirt und tausend Menschen umgekommen. Ueio-Novk, 27. Oktober. Nach Meldungen aus Mobile (Alabama)' brach dort gestern Abend eine große Feuersbrunst aus,»velche ein Bauimvollen- Magazin und andere Häuser am Quai, soivie mehrere Oelmühlen und auf dem Flusse ankernde Fahrzeuge in Asche legte. Bei Abgang der Meldungen»var man des Feuers noch nicht vollständig Herr geivorde».— Nach »vetteren Meldungen aus Mobile»vurden bei der gestrigen Feuers- brunst, die es in der Nacht zn beivältigen gelang, etwa 8000 Ballen Baumwolle zerstört. Ter Gesammt- Feuerschaden»vird auf eine Million Dollars geschätzt. Als Htillilütheir werde» gepflückt: In der„Köln. Bolksztg." steht in einer Novelle der Satz:„Plötzlich füllten sich die schönen Augen mit Thränen»ind tropften aus Fritzens Strumpf." Und in» Feuilleton eines elsassischen Blattes war zu lesen:„Dieser Wurm aber nagte unaufhörlich an ihrem Herzen und»vurde da bei zusehends bleicher und hohlivangiger." Depelrlicn. (Wolsss Trlegraplicil-Kurea»».) D und er, 29. Oktober. Anläßlich der heute erfolgten Ueber- reichung des Ehrendürger-Brieses an Gladstone hielt derselbe eine heutigen gemeinsamen schluß gefaßt, daß der König außer«lanoe sei, zu regten»-, Athen, 29. Oktober. Der König bewilligte Delyannw® dessen Ersuchen einen Aufschub von mehreren Tagen für die bmig eines neuen Kabinets. Dell)ani»is hat eine AnsforderM an seine Anhänger gerichtet, baldmöglichst nach der Haupti>l>° zurückzukehren. DeW-Nork, 29. Oktober. Etiva 50 der hervorragen«!» Kaufleute von Neiv-Uork,»velche an dem Importgeschäft J» theiligt sind, hielten gestern eine Versammlung ab, um gegen s' Mac Kinley-Bill zu protesliren. Die Redner sprachen die ficht aus, daß das Fehlen des Artikels 30 in der Bill«' Wirkung habe, die ganze Bill zu annuliren, und daß in dieff» Sinne mich hervorragende amerikanische Juristen sich au-g' sprochen hätten. Von anderer Seite»vurde hervorgebobc»,«� ein nicht minder hervorragender Rechtsverständiger erklärt ---"'.- mvi_. ßJttlölj' eui mem nimott Ijtiuuiiuyciivcv mtujis-vttimuwiyvv...... die Erhebung der höheren Zölle,»vie sie durch die Mac KinW Bill eingeführt seien,»vurde durch die gedachte UnreW' Mäßigkeit nicht berührt; die vorgeschriebenen Zölle»»üßtei» zahlt»verde»». Vriefimsten dev Mednlrkiott Bei Anfragen billen wir die AbonnemenlS-Quittung beizufügen. Bri>5l Anrwort»vird nicht erlheill. W. E. Zu mündlicher Auskunft in unserer Sprechstu� sind»vir bereit., Für die Kemaßi egelten in Grei» erhalten: Ungenan 30 M,— Fachverein der Glasöe- und Kartonpapier-Arbeitn'» -Arbeiterinnen 15 M. Vorstehende Beträge sind nach Greiz geliefert. K. Sch. Hospitaiftr. Nach dem für dort zur Anwe»»«� kominenden Allgem. Landrecht hat der Ehemann den viest Theil des Nachlasses seiner Ehefrau zu verlangen. Tie.Höchst1';, gescheilke, gleichviel ob von Verwandten des Mannes oder, Frau herrührend, gehören den Ehegatten gemeinschaftlich;,'� bezüglich derselben nach dem Tode des Einen keine Eimö� erzielt werden, so müssen sie öffer.lich verkauft werden, lleberlebende erhält von dem Erlöse fünf Achtel. und* Preust Vereinsgesetz muß dem die Versammlung überwa».,. Pollzetbeamten jederzeit auf Erfordern Auskunft über die der Redner ertheilt werden, und dazu gehört auch die Wohnu"S' W. K. Nitterstr. Ihre Ansicht ist irrthümlich. Nach � reust Nereinsaeset, must dem die Versanimluna überwach�,.» «lizeib r Red angabe.. M. K. in H. Sie brauchen die Steuern nur aus � forderung zu zahlen, machen sich also nicht dadurch strafbar, Sie dieselben nicht unaufgefordert zum Stenererheber b»" J, Die Steuern können bis zum 1. April k. I. nachgefordert»ve Die Berechnilng und Beitreibung einer Mahngebühr ist.p lässig, lvenn nicht die Aufforderung zur Zahlung«o' gangen ist. r H. M. 1. Es kommt darauf an, ob der Geburtstag � den» 1 April ist. 2. Ein Lehrer hat nicht das Recht anzuor,� in welchem Geschäfte die Schulbücher gekauft»verden sollen. Beschiverde beim Rektor würde von Erfolg sein. jA A. M. 30. Der Gerichtsvollzieher, welcher gegen Schlafburschen eipe Pfändung vorzunehmen hat, darf zu° J Ziveck nur den vom Schlafburschen bewohnten Raum, nich'| die übrigen Zimmer des Schlafwirths besuchen..-js R. Sch. Unsere neuliche Auskunft, daß der Fahnenflu� nach 12 Jahren unbehelligt zurückkehren kann, trifft auch tu von Ihnen geschilderten Fall zu., Dunkel. Der Polizist hat nicht das Recht. Da»vir I, nicht wissen, zu»velche»» Zivecke er den Vorsitzenden herauf ließ, und»velche etivaigen iveiteren Maßnahmen er, ob n"'"3 oder Unrecht, vorhatte, so können»vir unmöglich propy'- »velche Folgen eine Weigerung gehabt haben würde. j Unserem Freunde u. Kollegen F. Labuske[1685 zu seinem heutigen Wiegenfeste ein dreifach donnerndes Hoch, daß die ganze Gitschinerstraße»vackelt. Mögest Du noch manchen Schoppen schwabbeln, und aus allen Vieren nach Hause krabbeln. Unser»» Landsmann und Genossen Johannes Teschnow zu seinem heutigen Geburtsage ein drei- mal donnerndes Hoch, daß die ganze Skalitzerstraße»vackelt. 1686 Die rothen Arbeiter bei Noack. A. W. A. T. W. S. E. R. Ä. V. Danksagung. Allen Anverivandten, Freunden und Kollegen sage ich»»einen herzlichsten Dank für die Theilnahme am Grabe meiner lieben Frau. 1691 Die trauernden Hinterbliebenen. H. Kakusebke nebst Kindern. I, eigener Fabrik. Brunnenstraße 28, Theilzahlung nach Spiegel nnd Polsterwaaren.! Gr. Lager, bill. Preises Emil Heyn, Hof parterre. ebereinkunft. Resterbandluiig. Rester zu kleinen Anzügen von 1,50 M., große von 7,50 M. an bis zum feinsten Kammgarn z. Paletots, Wintermänteln, Jackets u.Kleidern. Trikot zu Taillen (gleich zugeschnitten). Pelz, Krimmer, Plüsch, Federbesatz, Seide, Sammet, so- wie fertige Knaben-Anzüge empsiehlt 971 Karle, Waldemarstr. 66, p. Cin gangb. Nestaurant. Weist. 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