Fr. 856. Sonntag, den 8. November 1890. f. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. scheint Das..Berliner Bolksblatt" ilv»(Eingetragen in der Postzeitungspreislistc für 1890 unter Nr. 892, Y. Nachtrag.) »♦Utt Rvrnzbnnd. kl. rc......<>.111— f.'!..hn wieder auf den normalen Stand, an die Grenze der Roth, herabdrücken. Das Gesetz sei absolut unabänderlich, ehern. Er machte das eherne Lohngesetz geradezu zu einem Schiboleth, an dem das Volk seine wahren und seine falschen Freunde unterscheiden könne. ... Es handelt sich gegenwärtig also nicht etwa um die Berichtigung eines nebensächlichen Versehens, einer gering-� fügigen Ungenauigkeit, sondern um eine Irrlehre, die man mit Unrecht bisher für eines der Fundamente des Systems ausgegeben hat. Denn in der That, wenn es auf dem Boden der bestehenden Gesellschaft unmöglich ist, der Arbeiterbevölkerung eine Existenz zu schaffen, die sich über den nothdürftigsten Unterhalt erhebt, so ist die eine Hälfte des Beweises, daß eine vollständige Umwälzung nothwendig sei, erbracht, und es bleibt dann nur noch zu beweisen übrig, daß die Umwälzung ihrerseits leisten wird, was die Freiheit nicht zu leisten vermochte: die Herstellung eines befriedigenden Zustandes. Wenn man sich dies Alles klar macht, so wird man uns zugeben, daß die Art und Weise, wie die Parteileitung jetzt, mit einer beiläusigen leichten Bemerkung sich von der Verantwortlichkeit für die von ihr wenigstens geduldete, viele Jahre hindurch geduldete Ver- wirrung der Köpfe und Vergiftung der Herzen loszu- machen sucht, zu den erstaunlichsten Proben frivoler Be- Handlung ernster Dinge gehört. Dagegen ist zu erwidern, daß das eherne Lohngesetz — Glaubt Ihr noch, daß ich da in dem äußersten Winkel unabhängig von der Maschine geblieben bin?" „Bravo, Poldl, Du hast das glänzend bewiesen," rief Paul Huber, indem er dem Freund auf die Schulter klopfte.„So ist es, und fragt den Bauern, fragt den Handwerker, fragt wen Ihr wollt. Niemand steht heute so isolirt in der Wclt, daß er von der Maschine unberührt bleiben könnte." „Gut, gut, zugegeben," riefen die Männer, deren Mienen sich zu beleben schienen,„aber wenn der Poldl ebenfalls darunter leidet, warum redet er dann der Maschin' das Wort? Warum verkündet er, als wär's das größte Glück, ihren Sieg auf allen Gebieten!" „Weil sie Euch die Arbeit abnimmt." „Himmel und Hölle, das ist's ja eben, was uns rasend macht. Sic nimmt uns die Arbeit, sie nimmt sie uns, ja, aber wir wollen sie uns nicht nehmen lassen, denn wir haben ein Recht auf Arbeit." „Das ist ein Recht, um das sich der Poldl freilich nicht reißt," rief Mathias in schneidigem Hohn,„der nimmt für sich nur das Recht auf Faulheit in Anspruch." Der Prokop erhob den auf die Brust gesenkten Kopf, der Zorn überzog sein Gesicht mit fahler Bläffe. „Aber wir sind keine Müßiggänger, wie er, und keine Kapitalisten, wie er, von uns hat Keiner ein Stück Wald, in dem er den ganzen Tag herumspazicren kann und find't trotzdem am Abend sein Essen daheim, das giebt's nicht für uns, und weil's das nicht giebt, und weil er daS nicht versteht, so soll er's Maul halten." ..So ist»! Ter weiß gar nicht, was das ist, a Arbeit, nicht von Lassalle erfunden, sondern, wie scholl die A-V-C- Schützen der Nationalokonoinie wissen, von Turgot und Adam Smith in allgemeinen Zügen erkannt, von Ricardo, Malthus und I. St. Mill scharf formulirt und dann von Lassalle in die Massen geworfen wurde. Das Verbrechen Lassalle's war lediglich, niit dein, was Gemeingut der bürgerlichen Nationalökonomen gewesen, die Massen be- kannt genlacht zu haben. Die Sozialdemokratie, die in ihrer Wahrheitsliebe und unausgesetzten Kritik auch vor ihren eigenen Prinzipien nicht Halt macht, kritisirte auch die Grundlagen ihrer Agitation, so u. A. das eherne Lohngesetz. So war die Wiener„Gleichheit" durch viele Monate der Ort, wo in der lebhaftesten Weise über die Nichtigkeit des ehernen Lohngcsetzes diskutirt wurde. An dieser Debatte hatten sich Vertreter der deutschen ebenso, wie der österreichischen Sozialdemokratie, als auch die andern Länder lebhaft be theiligt. Die Folge dieser Debatte war, daß in der auf den« Parteitage zu Hainfeld beschlossenen Prinzipienerklärung der österreichischen Sozialdemokratie, dem jüngsten in deutscher Sprache formulirten Programm unserer Partei, vom ehernen Lohngesetze nicht mehr die Rede ist. Die einleitenden Sätze dieses Programms, dessen scharfe Formulirung vielleicht der„Dresdener Zeitung" genügen dürften, lauten: „Die sozialdemokratische Arbeiterpartei in Oesterreich erstrebt für das gesammte Volk ohne Unterschied der Nation, der Rasse und des Geschlechtes die Befreiung aus den Fesseln der ökonomischen Abhängigkeit, die Beseitigung der politischen Rechtlosigkeit und die Erhebung aus der geistigen Verkümmerung. Die Ursache dieses unwürdigen Zustandes ist nicht in einzelnen politischen Einrichtungen zu suchen, sondern in der das Wesen des ganzen Gesell- schaftszustandes bedingenden und beherrschenden Thatsache, daß die Arbeitsmittel in den Händen einzelner Be- sitzender monopolisirt sind. Der Besitzer der Arbeits- kraft, die Arbeiterklasse, wird dadurch zum Sklaven der Besitzer der Arbeitsmittel, der Kapitalistenklasse, deren politische und ökonomische Herrschaft im heutigen Staate Ausdruck findet. Der Einzelbesitz an Produktions- untteln, wie er also politisch den Klassenstaat bedeutet, be- deutet ökonomisch steigende Massenarmuth und wachsende Verelendung immer breiterer Volksschichten. Durch die technische Entwickelung, das kolossale An- wachsen der Produktivkräfte erweist sich diese Form des Besitzes nicht nur als überflüssig, sondern es wird auch thatsächlich diese Form für die überwiegende Mehrheit des Volkes beseitigt, während gleichzeitig für die Form des gemeinsamen Besitzes die nothwendigen geistigen und materiellen Vorbedingungen geschaffen werden. Der Ueber- gang der Arbeitsmittel in den gemeinschaftlichen Besitz der Eesammtheit des arbeitenden Volkes bedeutet also nicht nur die Befreiung der Arbeiterklasse, sondern auch die Er- süllung einer geschichtlich nothwendigen Entwickelung. Der Träger dieser Entwickelung kann nur das klassenbewußte und als politische Partei organisirte Proletariat sein. Das Proletariat politisch zu organisiren, es mit dein Be- wußtsein seiner Lage und seiner Aufgabe zu erfüllen, es geistig und physisch kampsfähig zu machen und zu erhalten, ist daher das eigentliche Programm der sozialdemo- katischen Arbeiterpartei in Oesterreich, zu dessen Durch- sührung sie sich aller zweckdienlichen und dem natürlichen Rechtsvewußtsein des Volkes entsprechenden Mittel be- dienen wird. Uebrigens wird und muß sich die Partei in ihrer Taktik auch jeweilig nach den Verhältnissen, insbesondere nach dem Verhalten der Gegner zu richten haben." Der Schluß, den dce„Dresdener Zeitung" aus dem Fallenlassen des„ehernen Lohngesctzes" zieht, daß unsere Partei nicht mehr von der absoluten Hoffnungslosigkeit, innerhalb unserer Gesellschaft Besserung für die Arbeiter- klaffe zu erzielen überzeugt sei, ist aus doppelten Grün- den falsch. der hat das sein Lebtag nöt kennt!" riefen Alle durch- einander. Der Prokop aber erhob die zitterilde Faust und rief: „Drum soll er ins Wirthshaus gehen, wo die Madeln hinkommen, und wo's a Hetz giebt, aber uns wird er nichts vorgaukeln, der Hanswurst!" Der Pecher sprang in die Höhe, aber schon hatte ihn Paul am Arm gefaßt und drückte ihn nieder. „Bleib ruhig, sie verstehen Dich nicht." Der Poldl hatte wieder sein kaustisches Lächeln. Er machte eine Bewegung mit der Rechten, als wolle er damit die Beleidigung, die ihm widerfahren, von sich schleudern, gleichzeitig haschte er eine vorbeisurrende Mücke und brachte sie zwischen seine Finger, in denen er sie festhielt. „Schaut's, das ist nur eine Gälse mit einem winzigen Hirn, aber das kleine Dingerl weiß schon, weshalb es auf der Welt ist— um in der Sonn' herum zu tanzen und lustig zu sein, und eine nimmt das der anderen nicht übel. Na, vielleicht werdet Ihr auch einmal so gescheidt, und dann wercet Ihr mir meiue Lustigkeit nicht mißgönnen und nicht mehr wüthen gegen das, was bestimmt ist. Euch zu er- leichtern. Euch in die Höh' zu bringen. Euch frei, froh und faul zu macheu!" „Froh, frei und faük, hört Jhr's? Das ist sein Wahlspruch," riefen Alle geärgert, und doch schon gewonnen von dieser unverwüstlich guten Laune. „Gefällt er Euch vielleicht nicht?" fragte Huber. Er hatte sich mitten unter sie gesetzt, stutzte das Kinn in die Hand und sah sie mit einem gutmüthig vertraulichen Lächeln an.„Antwortet mir doch einmal offen und wahr, welcher Tag ist uns Allen der liebste in der Woche?" „Ich mein','s wird schier der Sonntag sein," entgegnete Mathias. „Selbstverständlich," bestätigten die klebrigen. „Und wißt Ihr auch, warum? Weil er der einzige ist, an dem wir einigermaßen uns selbst angehören, der einzige Tag, an dem wir frei, froh und faul sein können. Wie wir jetzt arbeiten, arbeiten wir wahrlich nicht zu unserem Erstens haben wir nie in dieser schroffen Weise von einer allgemeinen Hoffuungslösigkeit gesprochen, dein widerspricht doch schon die Erwägung, daß wir an die heutige Gesellschaft Forderungen stellen und dieselben durch unsere Vertreter in den Parlamenten und in unseren Vereinen und Versammlungen sowie in unserer Presse unausgesetzt verlangen, wenn wir auch der Meinung sind, daß eine gründliche und dauerhafte Besserung der Lage der werk- thätigen Bevölkerung einzig und allein durch den Ueber- gang ans der privatkapitalistischen Wirthschaftsordunng in die gemeinwirthschaftliche erzielt werden kann. Andererseits vergessen„Weser-Zeitung" und„Dres- dener Zeitung" in ihrem durch Kenntniß der Volkswirth- schuft gänzlich ungetrübten Gemüthe vollständig, daß es eine industrielle Reservearmee giebt, über deren Bedeutung sie den ersten Band von Karl Marx Kapital nachlesen mögen. Die industrielle Reserve- armee, die große Maffe der Arbeitslosen, welche durch unsere Produktionsweise erzeugt, durch jede neue Erfindung vermehrt wird, ermöglicht einerseits dem Kapital, in jedem Augenblicke so viel zuschüssige Arbeiter zu gewinnen, als es nöthig hat, sie erschwert aber gleich- zeitig dem Arbeiter jede dauernde Besserung seiner Lage innerhalb unserer Wirthschaftsordnung; keine dauernde Lohnerhöhung, keine dauernde Verkürzung der Arbeitszeit ohne staatliches Eingreifen ist möglich, so lange die industrielle Reservearmee unsere Landstraßen bevölkert, so lange die Gefahr existirt, daß sie sich stets vermehren und nie vollständig von der Industrie aufgesogen werden kann. In Amerika und England, wo die Produktions- und Sozialstatistik auf einem viel höheren Niveau steht wie bei uns, lassen sich diese Behauptungen ziffermäßig auf Grund der offiziellen Statistik erhärten. An Stelle der liberal-orthodoxen Theorie vom ehernen Lohngesetze trat die Lehre von der Beeinflussung der sozialen Verhältnisse durch die industrielle Reservearmee; dieselbe ist um kein Haar tröstlicher, jedenfalls richtiger und zum Trost unserer Gegner, auch für die Agitation geeigneter, als die von uns für unhaltbar erklärte Theorie vom ehernen Lohugesetze. Unsere Gegner zeichnen sich durch die nicht über- mäßig schlaue Politik aus, uns das anzudichten, was sie gerne von uns vertreten sehen möchten. Vergebliche Mühe! Ohne Rücksicht aus unsere Gegner werfen wir über Bord was unhaltbar ist, aber auch ohne jede Rücksicht auf ihren Aerger stellen wir uns immer energischer ans den Boden der Wissenschaft. Die Erfahrung hat gezeigt, daß wir dadurch auch immer radikaler werden; wohl haben wir immer mehr die radikale Phrase aus unserer Agita- tions- und Schreibweise ausgemerzt, wir glauben aber in der Sache nicht um einen Schritt zurückgewichen zu sein. Mindestens mit dem gleichen Rechte wie früher auf dem ehernen Lohngesetze fußend, kann heute, von der Lehre der industriellen Reservearmee ausgehend, das Proletariat die Ueberzeugung haben, daß nur die vollständige Umge- staltung unserer Wirthschaftsordnung gründliche Besserling seiner Lage herbeiführen kann. Das wird uns nicht ver- hindern, innerhalb der privatkapitalistischen Wirthschafts- ordnung alles an die Besserung des Looses der Arbeiter zu setzen, doch nie wird unser Endziel aus dem Auge gelassen werden. Inniliurg, 30. Oktober. Nach mehr als fünfmonatlicher gerichtlicher Untersuchung fand in dieser Woche eine Verhan'dlung vor dem Schwurgerichte statt gegen 6 der Hauptangellagten, ivelche während oder infolge der bekannten Unruhen in' der Steinstraße, in den Tagen rom 12. bis 14. Mai d. I., hier ver- hastet wurden. Die Anllagc lautete auf A u f r u h r und Land- f r i e d e n s b r u ch. Die Vorgänge sind ivohl noch hinreichend bekannt. Infolge der Arbeitsciniiellung bei den hiesigen Gas- werken und des dadurch erzeugten plötzlichen Gasmangels waren die Straßen Abends in Dunkelheit gehüllt. Dieses benutzten Jungen und halbwüchsige Leute, um allerlei Ulk auszuführen. Vergnügen, und nichts macht uns so elend, so sklavisch, so verkommen, als diese Arbeit; ivir müssen daher die Maschine segnen, die sie uns abnimmt." „Aber sie thut es nicht, sie thut es nirgends!" tönte es ihm heftiger entgegen. „Heute nicht, weil sie nicht filr uns arbeitet, sondern gegen uns, weil sie unser Konkurrent ist, nicht unser Diener. Wenn sie uns heute die Arbeit nimmt, nimmt sie uns auch das Brot, wenn sie uns das Brot läßt, geschieht es nur unter der Bedingung, daß wir billiger und länger arbeiten als früher." „Können wir das vielleicht ändern?" „Ja." Paul erhob sich, seine Augen leuchteten in be- wußter Männlichkeit, seine Stimme nahm einen energischen Ausdruck an.„Wir können es, indem wir aus Sklaven zu Herren der Maschine werden." „Da müßten wir also sparen, damit wir Jeder uns eine Maschine kaufen können?" „Aber woher sollen wir denn das Geld dazu nehmen?" „Und was kann Unsorciuer mit einer Maschiu' au- fangen?" So riefen sie Alle. „Vereinzelt vermögt Ihr Nichts, und unl dem Sparen kommt Ihr nicht vom Fleck. Aber sobald wir ver- einigt sein werden, werden wir Alles können. Dann werden ivir die Staatsmacht erobern und die Maschine zu einem Werkzeug des öffentlichen Wohles umgestalten. Dann, seid dessen versichert, werden wir um so mehr Brot haben, je mehr Arbeit uns die Maschine abnimmt. Und wenn sie uns arbeitslos macht, so wird es nicht geschehen, um uns in den Kehricht zu werfen, sondern um uns auf die volle Höhe der modernen Kultur zu erheben, um uns frohen Genug zu geben und Muße zu freier Bcthätigung in Wissenschaft und Kunst. Dann, dann werden wir über das Elend trium- phiren und den schönsten bedeutungsvollsten Sieg errungen haben, der jemals die Menschheit mit Stolz erfüllt, dann werden wir im Gefühl unserer wahrhaften Befreiung ein Viktoria rufen, das über die ganze Erde dahinschailt!" Die Männer sahen sich an, betroffen, stumm, tief er- Die gegen sie einschreitenden Konsiabler wurden verhöhnt, später mit Steinen beworfen. Auch mehrere Ladenfenster-Äh»� wurden zertrümmert; dasselbe Schicksal ereilte die Fenster cnrff Pserdebahnivaggons. Die eigentlich Schuldigen würden, wff � Schwurgerichts-Perhandlnug beweist, nicht erwischt, denn wöi)«® derselben mußte, der Staatsanwalt die Klage wegen Aufm» und Landfriesensbruchs selber fallen lassen und nur die irfr Widerstandes gegen die Staatsgewalt wurde ausrecht erhalt Betreffs zivei der Angeklagten mußte der Staatsanwalt se� Freisprechung beantragen, da dieselben am Thatorte gar i# gegcnwärtiggewesen waren und nur auf falsche Denunziation hi»»� der Polizei in Haft genommen wurden. Vier der Angeklagten wur«' von den Gcschwornen gänzlich freigesprochen und der Ewcrsührerlehrling B a ch m a n n und der Schtihmacherge�- T i c d e m a n n wegen Widerstandes gegen die Staatsgewcstl h dem höchsten zulässigen Strafmaß von zwei Jahren Gefäug»» verurtheilt.,.. Vier der Angeklagten waren also von Mitte Mai bis ü' Ende Oktober unschuldig in Untersuchungshaft, die für# bemittelte hinsichtlich der Behandlung der Strashaft fast oder i* ständig gleichkommt. Zwei derselben konnten sogar dem Unw suchungsrichter durch Zeugen ihre vollständige Unschuld beweist- ohne daß man Veranlassung genommen hätte, sie aus der u«P, rechten Haft zu entlassen. Das wirft ein recht trübes Licht au unser gegenwärtiges Gerichtsverfahren!... In derselben Sache befinden sich bis jetzt noch 16 weite» Personen in Untersuchungshaft. Da dieselben aber dem llim-' suchnngsrichter oder dem Staatsanwalt minder belaste! n schienen, als die jetzt vom Schwurgerichte abgeurtheilten, so"'Ü den sie erst demnächst der Strafkammer des hiesigen Landgeriä!' vorgeführt werden. Sollten sich nicht unter ihnen auch noch schuldige befinden? Ganz abgesehen davon, daß bei solchen Vo� anhäufungen, die zu tionflikten mit den Polizeiorganen ßr' so mancher ruhige Mensch in die Lage kommt, umvillkm sich gegen ausgetheilte Säbelhiebe zu schützen, ohne irgendwie � Absicht zu haben sich„der Staatsgewalt zu widersetzen"., Die Vorgänge in der Steinstraße und �Umgegend, einer° sonders stark bewohnten Stadtgegend, wurden seinerzeit von e- „Ordnungsprcffe" über die Viaßen aufgebauscht. Man M ivas davon übrig geblieben. Vorläufig sehen wir zwei Persovc in recht jugendlichem Alter, die sich nicht ruhig ivollen prugs lassen, zum höchsten, zulässigen Strafmaße verurtheilt und ck total Unschuldige nach mehr als fünfmonatlichem Gefängnisse st!' gesprochen. Landsfriedensbruch oder A u s r u h r kon» nicht konstatirt werden!— Unsere Nationalliberalen in Gestalt des burger Reichstags-Wahlvcreins" haben wieder einmal ein tck gefeiert. Sie ließen es sich nicht nehmen, den 90 jährigen � vurtstag des Feldinarschall M o l tk e bei Bier, Butterbrot, 9»c!t und Gesang zu feiern. Dabei gestaltete sich diese nationo liberale Demonstration weit mehr zu einer Bismarck-""1 einer Moltkeseier.,, „Der Heros unseres Jahrhunderts" wurde wieder ei«»" auf den Schild der Woermänner gehoben und ihm ein Telegramms' schickt. Nicht mehr als elf Tafellieder wurden gedruckt verthei Freilich, wenn die Rede-, Lieder- und Bierseliges maßgebend ist, dann sind die Hamburger Natioualliberalen l' Männer des Tages! PtflitU'lsie Uebevstrhl Die Politik ist eine Kunst, welche das Ta g esl'� nicht verträgt, gestand Fürst Bismarck, der es' wissen mußte, einst im Reichstag. Wenn wir, als wendige Ergänzung zu diesem Bekenntniß, das beruht Wort des s ch iv e d i s ch e n Reichskanzlers O x e n st i e r" an seinen Sohu setzen:„Du wirst Dich wunder'" mit wie wenig Verstand die Welt regisl»! wird", dann haben jmft von k o m p e t e n t esst e r®"i i mit w i e wenig Verstand d wird", dann haben wir von k o m p e t e n t e st e r das Urtheil über den Werth dessen, was man Staatsst»!' Regieruugsümft, Diplomatie, staatsmännische Genialität! nennen pflegt. Ein dritter, ebenso vernichtender Aussiftk! aus kompetentem Mund ist neuerdings zu jenen be>. Das Haupt des englischen � ouiervative— Vi hinzugekommen. stercums, der S a l i s b u r y Haupt — beiläufig äußerte sich nämlich dahin, man ihn und seine Mitdiplomateu nicht deshalb tad" weil sie die Länder Afrika's unter sich vertlstü „welche", wie der biedere Staatsmann wörtlich hinzufu« „uns nicht gehören und in Wirklich'.�, anderen Völkern zukommen."„Aber," sähst,> ort,„durch dieses Vorgehen hatdieDip'� m a t i e die Nationen Europas davon � gehalten, sich gegenseitig an die@ u fahren, und sie hat s o der glorreil» I Sache des Fried e u s gen ü'tz t." Wahrlich, ein prächtiger Nutzen, der dieser „Sache W: griffen von einer bisher ungeahnten und doch so eins" Wahrheit. Nur Anton brummte: � „Das war recht schön, aber ehe wir zu einem l" Jy Viktoria kommen, hat uns Alle die Maschiu' durch% arbeit oder Arbeitslosigkeit längst umgebracht." n.. „Nicht, wenn Ihr Euch organisirt, jede Gelege ausnützt, zur Abkürzung des Arbeitstages. Und wir m Li dazu gelangen, die immer fortschreitende Entwickelung Maschine muß—" In dem Augenblick riefen mehrere Stimmen: „Was ist dem Prokop?— Er sinkt um, 22' Wasser!" Die Gruppe löste sich im Nu. j.tfi Einige liefen, um Wasser zu holen, Andere versus dem Manne beizuspringen. Vierzehntes Kapitel. � Ein Weib, das die Anhöhe heraufhastete, war Gruppe der Arbeiter herangetreten und bemühte M Ji gleichfalls um den ohnmächtigen Prokop. Es war � Sie versuchte ihm die Weste zu öffnen, als abc" nackte, eingefallene Brust darunter zum Vorschein kam, st,\ sie, daß er kein Hemd anhatte, und mitleidig knöpft"" wieder zu. i Der Ohnmächtige erholte sich allmälig, und als ch>? y Wasser und Branntwein gereicht wurden, erklärte er, dB besser sei./ Therese hatte hierauf den Bruder am Arm gcsBy ihn mit fortgezogcn. Sie verlangte seine Hilfe,"'stJSj Mann aus dem Brcmutweinladen nach Hause zu W y der Gauch sei total besoffen und wolle noch unM"" fort. Während sie mit ihm dahinschritt, erging in lauten.Klagen und Verwünschungen über den c' Strolch, der nichts verdiene, der Weib und Kinder lasse und, da er kein Geld habe, sein Gewan" saufen gehe.. In der That, das Elend, das durch die Arbeits� nun über die Familie hereinbrach, hatte den MaB mehr widerstandssähig gesunde». Seine Kraft war ü X rfviebeuä" dadurch geleistet wird, daß man einfach das Schlachtfeld von Europa nach Afrika verlegt und dort mit Raub und Mord die„christliche Zivilisation" den„Wilden" auf den Hals treibt. . Um nicht in E ur o p a eine allgemeine Völkerabschlachtnng uis Werk zn setzen, macht man einen gemeinschaftlichen Raubzug nach Afrika! Nur gegen eine Verdrehung in diesem Geständniß einer schönen Tiploniatenseele müssen wir Protest erheben. Herr Salisbury sagt, die D i p l o in a t i e habe die?c a t i o n e« Europas vom Krieg abgehalten. In Wahrheit ist es u ni g e k e h r t. Die Völker wollen den Frieden, und gerade die Diplomaten und Staatsmänner sind es, die cheils durch verbrecherischen Ehrgeiz, theils durch Ungeschick- uchkeit die Kriege verschulden. Die Zeiten, wo die V ö l k c r kriegerisch gesinirt waren, lieaen glücklicherweise, wenigstens innerhalb der zivilisirten Welt, hinter uns. Keiner der Kriege dieses Jahrhunderts— nm nicht iveitcr zurück- Zugreifen— ist das Werk der„Nationen" gewesen. ._ Es läßt sich dieS an der Geschichte des Krimkriegt, des Italienischen Kriegs, des deutschen Bruderkriegs, des deutsch- iranzösischen Kriegs, der russichcn Türkenkriege aufs Genauste und Schlagendste dokumentarisch nachweisen. In jede m dieser Fälle waren es die Herren Diplomaten und Staats- Männer obiger Regierungen, welche die Nationen dazu g e- trieben haben, ich gegenseitig an die Gurgel zufahren." Er ist Wirklich nnverdrsterlich, der Herr Engen Richter. Er scheint über das Lernaltcr hinaus. Unsere guten Rathschläge haben ihm nichts genutzt. Seine Manieren sind noch so knotenhaft wie früher, und seine Unwissenheit in allen?, was den Sozialismns betrifft, noch ebenso kraß. In der heutigen Nummer der„Freisinnigen Zeckmrg" hat er von seiner Knotenhaftigkeit und Unwissen- he>t wieder einmal eine glänzende Probe abgelegt. Nach- dem er uns die überraschende Mittheilung gemacht, daß ,,alle Einrichtungen in der Produktion und Konsumtion der Gegenwart auf den genauesten Berechnung en beruhen"(die 'Krisen" und„Geschästsstockungen" find wohl auch genau berechnet, Herr Richter?), und nachdem er die stereotype '-Zrrtehren"-Pbrase von der„Freiheit" im Bourgeoisstaat M »1 U 7-%;vvt|v vv»» vvv»•*»•>,' v*« vj}» v j».»»» v ?on. k>er„Knechtung" im sozialistischen Staat pflicht- nyutdlg heruntergeleiert hat, schreibt er mit Bezug auf die euliche Versammlung im 6. Berliner Wahlkreis: iWenn„soviel feststeht, daß(Liebknecht wird zitirt) die «rve,ter einer Fabrik sich auch ohne die Unternchmer, ohne «llionare und Kuponabschneider sehr gut zn Helsen wissen", warum versuchen eS die Sozialdemokraten denn nicht mit Pro- r x ü?eno("sthasteii zum Betriebe von Fabriken? Bis jetzt nno die Sozialdemokraten nicht hinausgekommen über den Be- m! �mzelner Zeitungsunternehmunaen. An demselben > b e n d stritt sich Die große Versammlung st n n- "•n lang darüber, ob das von H e r r n L i e b k n c ch t h 8 e t e„Berk. V o l k s b l." den Anforderungen Partei entspreche oder nicht. Und von einer !«■.?? Partei btldnng„soll feststehen", daß sie das ganze volke- mrihscha�tliche Getriebe unter Beseitigung aller Einzelunter- ''dhmer leiten und regieren könne. „So täppisch wie möglich hat Herr Liebknecht allen Eignern der Gciverkvereine in die Hände gearbeitet, indem unseres Erachiens mit Unrecht, die Gewerkschastsbildung als Vorstufe zur Organisation der Arbeiter behufs g e w a l t- lamer Konfiskation des Privateigenthums kennzeichnet». Liebknecht meinte, der sozialistische Staat könne Mittags 12 Uhr ourch nn einfaches Dekret eingesührt werden, welches die Ver- liaatlichung der Fabriken, Werkstätten, Bergwerke zc. befiehlt. y"T dem Parteitag in Halle bezeichnete es gerade uingekehrt Derselbe Herr Liebknecht in seinem Schlnßreferat über das Partei- ♦wogramm als„eine große K i n d e r e i", wenn man glaube, °i>P es nach Analogie des Sozialistengesetzes gehen könne, daß man dekretire: An einem bestimmten Zeitpunkt 12 Uhr Nachts Pörte die heutige Gesellschaftsordnung auf und die sozialdemo- gotische tritt in Kraft. Was ist denn nun eine„grobe *« in bei ei", die Ausführung des Herrn Liebknecht am 17. Okt. 'n Salle oder diejenige in B e r l l n am 27. Oktober." ®o Herr Eugen Richter. Wer in jener Versammlung zugegen war, iveiß, daß es ftTr.�ndesten eine grobe und bösivilligc Ent- ll u u g der Thatsache n ist, von„stundenlangem dln»?» darüber, ob das von Liebknecht geleitete„Volks- den Anforderungen der Partei entspricht", zn reden. »n° einmüthigere Versammlung hat wohl selten getagt, i;°"icber Liebknecht noch die allgemeine Haltung des„Ber- Volksblatt" ist irgend wie angegriffen worden. ß,»täppisch" soll Liebknecht die Gewerkschasts- »l�Lung kompromittirt haben, und wodurch? Durch die �beryng�daß�ie�englischen�Arbeit�� gebrochen, er mußte ltuterliegen. Die mechanische hatte ihn bisher ganz in Anspruch genommen, ihm Ueli äuni Essen und Schlafen gelassen, und mit dieser Anstrengung einzelner Muskeln und der Erschlaffung ."?Agen war seine geistige Thatigkeit auf ein Minimum der,? j«, er war eigentlich jeder Thatigkeit, außer seiner Maschine, entwöhnt worden. Nun hatte er T,ix � Zeit, da er aber nicht, wie der Poldl, die ftclo�i der Faulheit zu üben verstand, das heißt so � hatte, als freier Mensch seine Zeit zu benutzen, inilb ex nichts damit anzufangen. Er hatte in diesen um>", endlos langen Stunden nur sein Elend vor Augen n,.».'eurd in jeder Minute daran erinnert. Das war nicht uls r. en, und so blieb ihm denn nichts anderes übrig, »,,s..'ch zn betäuben, um es zu vergessen und sich jenem Ge- le��Ujuweuden, der auf seine Abgestuinpstheit allein noch ive»:?� Nosel freilich betrachtete die Sache von einem «fr objektiven Standpunkte. ihr-., � war vorausgeeilt, und als nun der Hnber mit die£,?.Rann� daher kam und den Wankenden vor sich m .lchob, empfing sie den Ihrigen mit ihrer ganzen J und Bitterkeit, die sich gegen ihn augehäuft hatte. war x* trat gegen das Fenster hin, um es zu öffnen. Es des-> cr Kinder wegen geschlossen, die den größten 2 Heck überiJ®2® unter der Obhut der kleinen Pepi hier steh setost duxMu waren. Es herrschte in dem Zimmer eine übelriechende Atmosphäre. In allem trat jene ent- den öL Verwahrlosung zu Tage, die überall herrscht, wo für «ey», Wen auein und für diesen nicht ciumal au-giebig »ich.«Lesorgt werden kann, Ivo für Reinlichkeit und Ordnung seit«?ei*, nicht Geld mehr reicht. Schmutz und Unsauber- setzte da in allen Ecken, zerbrochene Gerathe, ver- decs� Stoffe, die Betten unrein, nickt gemacht, nicht über- l (Fortsetzung folgt.) lichen Organisation ihrer Gewerkschaften, heute schon im Stande seien, den Betrieb aller Fabriken, Bergwerke, Werk stätten, Eisenbahnen u. s. iv. zu übernehmen. Kann man der Gewerksschaftsbewegung ein glänzenderes Z e u g n i ß ausstellen? Ja, aber die„geivaltsame Konfiskation"! Seien Sie doch nicht so schwachncrvig Herr Richter; von„ge- w a l t s a m e r Konfiskation" war überhaupt nicht die Rede, sondern im Eegentheil gerade davon, daß in Eng land die ökonomischen Verhältnisse soweit entwickelt seien, daß die Ersetzung der kapitalistischen durch die sozialistische Prodrnktion in England schon jetzt keine w i r t h- schaftlichen Schivierig leiten darbiite. Und hat Herr Richter, der doch Jurist war, denn ganz vergessen, daß wir schon im heutigen Staat eine gesetzliche Expropriation haben? Nun— die englischen Arbeiter werden Herrn Nichter nicht fragen, was sie zu thnn haben— und die deutschen wahrhaftig auch nicht. Und nun der angebliche Widerspruch, dessen Liebknecht sich schuldig gemacht haben soll! Wie steht die'Sache? In Halle sagte Liebknecht, der sozialistische' Staat könne nicht willkürlich von oben herab oder von unten herauf dckretirt werden— die nöthige n Voraus setz u n g e n müßten vorhanden sein; und diese würden durch die ivirthschaftliche Entwicklung geschaffen—. Die Gesell- schaft sei ein Organismus und„wachse in den Sozialismus hinein". In B e r l i n sagte Liebknecht, in Ergänzung der obigen Aeußerung: In England sind die nöthigen Voraussetzungen vorhanden, dort i st der Uebergang in die sozia- listische Produktion jetzt schon eine ivirthschaftliche Mög- lichkeit. Wo ist da der Widerspruch, Herr Nichter? Bios in Ihrem eigenen Schädel! Ihre Unwissenheit und Ihre dünkelhafte Bornirtheit hat Ihnen wieder einmal einen Streich gespielt! Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß viele der arteigenoffen des Herrn Richter über sein pöbelhaftes ltbahren der Sozialdemokratie gegenüber sehr ungehalten sind. Im Interesse seiner Partei ist dasselbe gewiß nicht.— In drr gestrigen.»Kreus-Zeitung" lesen wir: „Berlin, 31. Oktober. Unter den Behauptungen, welche der Abg. Bebel bei der am SO. v. M. in Berlin abgehaltenen Bäckergesellen-Versammlung ausgestellt hat, befindet sich eine, die uns aus verschiedenen Gründen fragwürdig vorkommt; die, daß ihm nur 18 Betriebe im Bäckeracwcrbe bekannt seien, in welchen volle Sonntagsruhe herrsche, diese aber gehörten„orthodoxen" Juden an. Wir nennen diese Behauptung fragwürdig, einmal, weil sie dazu bestimmt scheint, den Inden zu schmeicheln, was bei den Beziehungen derselben zur heutige» Sozialdemokratie sehr ver- ständlich ist, sodann, weil wir es an sich für höchst unwahr- scheinlich hallen, daß„orthodoxe" Juden den christlichen Sonntag seiern sollten, her kür sie nicht die mindeste religiöse Bedeutung Hai. Herr Bebel kann es unZ in der That nicht verdenken, wenn wir in diesem Fall an eine absichtliche oder unabsicht- liche„Verwechselung" glauben. Statt„Sonntag" ist vermnthlich „Sabbath" zu lesen. Daß die orthodox-jüdischen Bäcker diesen letzteren streng einhalten, bezweifeln wir keinen Augenblick. Herrn Bebel aber, dem erklärten Gottesläugner, ist es natürlich ganz einerlei, welcher Tag der Woche den Bäckergesellen freigegeben wird. Diesen letzteren aber doch wohl nicht, weil sie an einem Werktage der„Erholung", welcher Art dieselbe auch sein möge, nicht in der Weise nachgehen können, wie es ihnen am Sonntage möglich wäre. Deshalb mag Herr Bebel wohl über den Unter- schied zwischen„Sonntag" und„Sabbath" hinweggegangen sei». Im übrigen lassen sich aus den ihm aus 063 Bäckereibetrieden zugegangenen Antworten keine ausreichenden Schlüsse auf die Lage des Gewerbes im Ganzen ziehen. Die Zahl der Betriebe dieser Art bcläust sich auf Hunderttausende, wenn man die kleinen mitrechnet, jedenfalls aber ans Zehntausende, wenn nur die mit einer Anzahl Gehilse» arbeitenden in Betracht kommen sollen. Daß es an Mißständen nicht fehlt, denen abgeholfen werden muß, bezweiseln wir indessen nicht. In diesem allgemeinen Sinne kann die Bcbelsche Anregung also willkommen geheißen werden." Wie wir von Bebel erfahren, ist seine Aeußerung allerdings ungenau wiedergegeben worden. Er sagte, nur in verhältniß- mäßig sehr wenigen Bäckereien gebe es einen fiiuhetag, und es sei bcmerkenswert'h, daß die Inden ihren Sabbath gewissen- hafter feierten, als die Christen ihren Sonntag. Für die Sache wäre übrigens auch eine„Verwechselung" von Sonntag und Sabbath ganz gleichgiltig gewesen. Das, woraus es an- kommt, ist nicht, daß ein bestimmte: Tag in der Woche für den Arbeiter frei ist, sondern daß der Arbeiter überhaupt einen regelmäßigen Ruhetag in der Woche hat. Und wenn die jüdischen Bäckermeister ihren Lehrlingen und Ge- sellen den Samstag(Sonnabend) frei geben, so ist das gerade so verdienstlich, als wenn sie ihnen den Sonntag frei gäben. Gin Freigeist in Uniform. Ter sächsische Obcrstlieute- nant von Egidy veröffentlichte jüngst eine Broschüre:„Ernste Gedanken", in welcher er ausführte, daß das Dogma der Gottheit Christi, weil dem gesunden Menschenverstand in3 Gesicht schla- gend, der Kirche Millionen guter Christen entfremdet habe. Der Herr Oberftlientenant konnte natürlich nicht widerlegt werden, aber er erhielt seinen Abschied. Des Kchrribrns wurde neulich erwähnt, welches der Rechts- nnwalt Gustav Hosmann zu Leipzig an die dortige Polizeibehörde richtete, um sie auf die flagranten Verletzungen des sächsischen Vereinsgesctzes aufmerksam zu machen, deren sich der Leipziger konservative Verein unter Leitung des königlich sächsischen Regierungsraths Dr. Schober schuldig gemacht. Jegt erfahren wir, daß der gesetzes- unkundige oder gesehverachtende Herr Regierungsrath in aller Stille aus dem Vorstand des besagten Vereins ausgetreten ist. Eine Bestrafung ist aber noch nicht erfolgt— und wird wohl auch nicht erfolgen. Die armen Uolilenbaeonc klagten im vergangene» Jahre das Blaue vom-Himmel herunter, daß sie den Bergleuten einige Pfennige an der Löhnung zulegen mußten. Wie gut sie sich aber dabei stehen, da sie den Kohlenpreis um den doppellen und drei- fachen Betrag der Lohnerhöhung gesteigert haben, lehrt die That- fach«, daß allein das Kohlenwerl„Konsolidation" zu Schalke im -August einen blanken Reingewinn von 511 008 M. gemacht hat. Fürs ganze Jahr dürile der Reingewinn allein bei diesem einen Kohlenwerke über 5 Millionen Mark betragen, so daß heuer die doppelte Dividende vom Vorjahre verthcilt werden kann. Wie unsinnig hoch dieser Gewinn ist, geht daraus hervor, daß das Kohlenwcrk eine Belegschaft von 2S7J Mann hat, von denen jeder pro Jahr durchschnittlich 1100 M. Lohn erhält, daß aber jeder Bergmann der Gesellschaft einen Reingewinn von 1600 M. bringt. Die Gesellschaft giebt demnach den Aktionären pro 5i o p s d e r Bergleute anderthalb mal so viel, als den Bergleuten s e l b st a n Lohn. Vielleicht merkt sich Herr Engen Richter diese Ziffer», ehe cr neue„Irrlehren" schreibt. Ijon Zra« Ihrer erhalten wir folgende Erklärung: „Um der immer ivieder austauchenden falschen Behauptung entgegen zu treten, als hätte der von mir ans. dem Kongreß ein- gebrachte und von 20 Genossen unterzeichnete Antrag die Bekannt- gebiing der„Eisernen Maske" verlangt, erkläre ich, daß der Autrag nur dahin ging, der zur Untersuchung der Sache Grillenbergcr— Werner eingesetzten Kommission auch das auf den Fall Rohmann bezügliche Beweismaterial zn unterbreiten, um den Fall gründlich nntersucheil zu können, da das bisher darüber veröffentlichte als Beiv eis Material nicht anzusehen sei. In der Annahme dieses Antrages hätte wohl Niemand etwas „Gefährliches" finden können, ebcnsoivenig als in der Stellung desselben etwas„Verdächtiges" gefunden werden kann. Anderer- seits hätte eine ruhige Klärung nur dazu beitragen können, jedem Genossen die Sicherheit zu geben, daß es nicht" möglich sei, daß ein ehrlicher Sozialdemokrat aus der Partei hinausfliegen könne, ohne daß ihm die Möglichkeit einer Vertheidigung gegeben worden ist. Frau E. Ihrer. Wir können der Frau Ihrer nur bemerken, daß, wenn der fragliche Antrag zu der Auffassung geführt hat, er bezwecke„die Bekanntgebung der eisernen Maske", Niemand anders daran schuld ist, als die A n t r a g st e l l e r s e l b st. Der Antrag lautete wörtlich: 1. In Erwägung, daß unter den Genossen vielfach die Ansicht vorherrscht, es seien manche der früheren Genossen im„Sozialdeinokrat" ganz ungerechtfertigter Weise in den Verdacht gebracht worden, der Polizei Dienste zn leisten, beschließt der Parteitag, eine aiis 7 Genossen(Delegirten) bestehende Kommission zu wählen, welcher die Partei- leitung das gegen die betreffende Person vorliegende Material zur Prüfung zu übergeben, und die dann nach erfolgter Kennt n iß»ahme dem Parteitag kurz Bericht zu erstatten hätte. Gustav Keßler. Werner. Wernicke. Jacobick. Berndt. Auerbach-Berlin. Znbleil. Trosiener. Schwarz. Stochen. I. Zwinow. S. Homke. E. Ihrer. WilH. Liefländer. Adolph schnitze. Friedr. Kaerta. Ed. Gutmann. H. Allerniann. Fr. Schwabe. E. Ernst. W. Gieshoit. I. Wernau. H. Heine. Fr. Blohm. F. Gundelach. Otto Jochem. Louis Ficht- mann. Heinrich. N. Bräuer. Wäre diesem Antrage Folge geleistet worden, so hätte die Parteileitung das Geheimniß der„Eisernen Maske", falls sie dasselbe besitzt, thatsächlich der Kommission preisgeben müssen. Kriegsgeheimiiisse— und dieses ist ein solches— dürfen nur möglichst Wenigen bekannt sei». Jeder Eingeweihte vergrößert die Gefahr der Entdeckung. Der russische Feldherr Suinarow pflegte von seinen Schlachtplänen u. s. iv. zu sagen:„Was ich lhuu will, das vertraue ich nicht einmal meiner Pelzmütze an." Er wurde deshalb auch nie verrathen. ÜZeyer(Sachsen), 31. Oktober. Der hiesige Bürger- meister, welcher schon des öfteren von sich reden machte, gleichviel in welchem Sinne, denn jeder macht sich eben nach seiner Weise— berühmt, hat wieder einmal eines seiner Bravour- stückchen verübt. Gestern erwarb nämlich Genosse D e m m l e r das Bürgerrecht und wurde demselben eingangs eröffnet, daß zuvor der„Unterthaneneid" zu leisten sei, wozu D. selbstverständlich be-. reit>var. TaS wäre nun gar nichts Schlimmes gewesen, denn es wird wohl keinem sächsischen Staatsbürger jemals eingefallen sein, daß er nicht sächsischer„Unterthan" wäre und als solcher sich bewegen müsse, weil sich etwas anderes nicht denken läßt. Aber der Herr Bürgermeister muß anderer Ansicht sein, denn er erklärte mit großer Dreistigkeit, daß er daran ziveifle, ob Demmler bei seiner prinzipiellen Stellung den Eid werde leisten können. Demmler machte energisch daraus auf- inerksam, daß ihm bis jetzt nicht nachgewiesen werden könnte, gegen die Verfassung sich vergangen und die Gesetze mißachtet zu haben. Der— kluge Mann aber wollte den Beweis erbringen, indem er etwas vom— nicht lache»!— Wydener Kongreß stotterte. Doch hatte er nun einmal kein Glück: Demmler erwiderte kurz, unsere Sache hat mit der sächsischen Verfassnng gar nichts zu thun und die Gesetze sind von mir respektirt worden. Und nun endlich nahm der Aufnahmeakt ruhig seinen Verlauf. Man sollte gar nicht glauben, was sich dieser Bürgermeister alles erlaubt, und wollten wir sein Thun uns gegenüber völlig klar stellen, so würden wir viel Raum in Anspruch nehmen müssen und denselben ganz überflüssig — berühmt machen. Doch wird er unS von seiner Gegenwart bald befreien müssen, denn er ist nicht wiedergewählt worden, wofür ivir dem hiesigen Stadtrath und Stadtverordneten-Kollegium zu Dank verpflichtet sind. Aua Afrika kommt eine Siegesnachricht. Witu ist glücklich in Brand geschossen und zerstört, nachdem vorher einige Deutsche' dort todt geschlagen ivorden waren. Man nennt das„die! Zivilisation in den dunkele» Erdtheil tragen". Dazu kommt noch in diesem Fall die fatale Thatsachc, daß die Engländer uns Witu vor der Nase weggeschnappt haben. Die Wirkung der cigenkhümlichen Kulturarbeit, welche die europäischen Mächte in' Afrika betreiben, ist übrigens, nach dem Zeuginß sehr kompetenter Autoritäten, die, daß die Eingeborene» von Afrika die Europäer! jetzt n> ehr hassen als früher, und daß die Anknüpfung von Handelsbeziehungen also erschwert ist. Und das erscheint allerdings sehr natürlich. Spante». Aus Euba laufen in Madrid andauenid schlimme Nach- richten über die Wirkung des Neuen amerikanischen Tarifgesetzes ein. Dreißig Tabakfabrcken haben ihren Betrieb einstellen müssen. Rußland. Aus Petersburg wird im Anschluß an die von uns bereits gebrachte Nachricht von ernsthasten Baiiermmruhen im iniiern Rußland des weiteren gemeldet: „Der Minister deS Innern erhielt am Dienstag einen alarmirenden Bericht über Ruhestörungen in den Gouvernements Charkow und JekaterinoSlaw. Die Bauern des Distriks Bogo- dnchow weigern sich, in ihre Häuser zurückzukehren. 9000 Mann Truppen operircn gegen die Älufständischen, welche ihre Rädels- führer nicht ausliefern nnd keinen Pardon annehmen wollen. Bewaffnete Bauern ziehen umher, verbrennen die Häuser der Gutsbesitzer und verwüsten das Land, 5000 Akres Waldung sind längs des Saniaraflnsses im Distrikt Nowomoskowsk nieder- gebrannt; Korn, Heu und Stroh sind anderwärts zerstört worden. Der Minister gab, wie schon gemeldet, am 28. Oktober tele- graphisch Befehl, alle Rechte und Institutionen der anfständischen Bauern abzuschaffen." Warschau. Die Auswanderung nach Brasilien dauert trotz der Warnungen der Behörden fort. Unlängst wollte eine Anzahl Auswanderer im Gouvernement Kalisch den Nebergang über die Grenze erzwinge». Die Grenzwache hielt 270 Personen zurück, wahrend etwa 100 Personen über die Grenze ent- kamen. Afrika. Nach einer Meldung der„Daily News" aus Kairo begiebt sich Oberst H o l l e d Smith mit einer Abtheilung des Kameel- korps heute»ach Suakim, um von dort nilausivörts zu rücken, da Gerüchte über einen bevorstehenden Grenzangriff der Derwische verbreitet seien. Die„Times" meldet ans Sansibar von gestern, der englische Generalkousnl Sir Evan Smith sei ans der„Brisk" von der Expedition gegen Witu nach Sansibar zurückgekehrt, Admiral Fremantle werde mit dem Rest der Flotte heute dort erwartet. Anstralien. Melbourne.(Meldung des„Reuter'schen Bureaus".) Von der gesetzgebenden Versaminlmig der Kolonie Viktoria wurde der Regierung ein Mißtrauensvotum ertheilt. Das von Gillies gebildete Ministeriuni hat infolge dessen deniissionirt. Die Ursache der Niederlage der Regierung ist der Abfall einer Anzahl von Arbeiterdeputirten, welche sich in Uebereinstimmung mit de» Leitern des letzten Streikes befanden. Theater. Sonntag, den 2. November. Gpernhaus. Lohengrin. Montag: Satanella. Schanlpielhaus. Die Ränber. Montag: Nathan der Weise. Lessinn- Thrntrr. Der Traum ein Leben. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kerlinrr Theater. Der Bernhar- diner. Montag: Die Journalisten. Deutsches Theater. Das verlorene Paradies. Montag: Die Haubenlerche. Frirdrich-Ulilhelmffädt. Theater. Der arme Jonathan. Montag:�Königsgardist. Sonne und Erde. WaUner- Theater. Der Bauern- doktor. Pension Schöller. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ziefidenz-Thrater. Familie Mouli nard. Ter Eber. Montag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria- Theater. Die Million. Montag: Dieselbe Vorstellung. DeUealiianre- Theater. Mamsell' Nitouche. Montag; Dieselbe Vorstellung. Gstrnd» Theater. Preciosa. Montag: Zimmermann's Lene. Thomas-Theater. Der Raub der Sabinerinnen. Zum Schluß: Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern. Montag: Die Strohwittwe. DaS Jahrmarktsfest zu Plundersweileru. Adolph Ernst-Theater. Unsere Don Juans. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann'» Uariotö. Große Spe- zialitäten-Vorstellung. Theater der Reichshatleu. Große Spezialitäten-Vorstellung. Courordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gedr. Kichter's Variötö. Große Spezialitäten-Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Address, Alexanderstraße 27c. Franka Scholz, Kostüm-Soubrette. Geschw. Wildenfels, Gesangs- Duettisten. Richard Gersdorf, Sächsischer Gesangs-Humorist. Adolf Gödicke, Mimiker, Stimmen- Imitator und Charakter-Komiker. Truppe Blumenfeld, Parterre- Gymnastiker, Ballet und Tanzseil- künstler. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags SVe Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf _ 20 und 30 Pf._ Etllblijsement Buggenhageu am Moritzplatz. -_ Täglich: Grosses Concert. Direktion A. Nödman». Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. FlltrPP Wochentags 10 Pfg., .Ulm rc sonn- und Pesttags 25 Pfg. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhoser Export-Bier, Seidel 15 Pf. Die oberen Säle bleiben bis auf Weiteres wegen Renovirung geschlossen. «41 F. Müller. Kommandantenstr. 77—79, Täglich: Grosses Concert mit Euartett-Sängern. ausgeführt von dem Musik- Direktor H. Sanftleben. Wochentags: Frei-Concert. Sonntags Entree 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Ber- gnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. Passage-Paiiopticuin. Unter den Linden 22/23.[742 LMWye MWM'en. Zlanornmru. ' Dioramru. Ethnographische Sammlungen. Italienische VoUtSsänger. Entree SO Pf. Geöffnet von 10 bis 9 Uhr. Castan's Panopticum. Entr6e 50 Zlfg., Kinder 35 pfg. V. 9 Uhr Morgens bis 10 1 Abends. ,4/ v, Torstollnng i. UVa«. 12V2 Uhr. '"Nachm. v.4>/a-SVeUhr I. eine Vorstellung. Ertra-Eutree 30 Pfg. Kinder frei. Circns Renz. Karlstraße. Sonntag, den 3. Aonember: DM' Zwei große Vorstellungen. Nachm. 4 Uhr(1 Kind frei) Leben u. Treiben l b. Eise. Großes Ausstattungsstück, neu arrangirt und in Szene gesetzt v. Direktor E. Renz. Um T/2 Uhr: lajepftl KerbUMG Große historische Pantomime mit Baltet in 4 Abth. arrangirt und inzenirt vom Direktor E. Renz. In beiden Vorstellungen Auftreten der renommirtesten Künsterimien und Künstler. Reiten und Vorführen der best dressirten Schul- und Freiheits- pferde. sowie komische Intermezzos von sümmtlichen Clowns. Morgen, Abends 7 Uhr: Vorstellung. E. Renz, Direktor. Passage 1 Tr. 0 Uhr M. b. 10 Uhr'Ab. Kaiser-Panorama. Hervorrag. Sehenswürdigkeit der Residenz. Nur heute: V. Cykl.; Feldnig 1870 71. Diese Woche: Helgoland. Uebergabe. Ankunft des Kaisers. Feldgottesdienst sc. Versailles. Trianon. St. Denis. Eine Reise 20 Pf., Kind nur 10 Pf. Abonnement 1 M. Grunow's%%%"»'' Lehrkursus beginnt heute, Sonntag, Nachm. 4 Uhr, Wochenkursus Donnerstag Abend. 1748 FPipfäPll Tanz-Institut, •-1 IClöl-llj Dresdenerstr. 10. Ein neuerLehrkursusf. Damen U.Herren beg. Sonntag, 2. Novbr, Nachm. 4 Uhr. Meld. Adalbertstr. 93 und bei Beginn des Unterrichts. 1551 Parade-Garten am Tempelhofer Felde, hinter der Bockbrauerei. Jeden Sonntag: Grosses Frei Concert in den neu dekorirten Sälen. A.cher- dem empfehle meine reichhaltige Speise- karte ä la carte. Frischer Hasen- und Gänsebraten, Eisbein und Sauerkohl. Großer Frühstückstisch, vorz. Weiß- und Bairisch Bier. 1533 M. Uhle. Empfehle allen Freunden und Ge- nossen mein 1677 Weiss- und Bairisch-Bier-Lokal. R. Handkc vorm. Schnmacher. Zahlstelle der Allgemeinen Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter, E. H. 29, Hamburg, Filiale 7. IRestaiir>ation Electrischer Funke, Elisabeth-Ufer 39,(Oranienplatz). Kräftige, billige Speisen. Allen Freunden u. Genossen empfehle eine gute W 61886, sowie einen tkksk ÄÜÜll(|0tlsl(|. Auch steht ein Vereinsziinmer zur Verfügung.[31 W. Haugk, Boeckhstr. 12 Allen Kollegen und Genossen die er- gebene'Anzeige, daß ich in der 10 ein 0 eröffnet habe. Um gest. Besuch bittet Kermann Korneffel. Ein Vereinszimmer zu vergeben. Empfehle allen Freunden und Ge- nossen mein 1677 Weiss- und Bairisch-Bier-Lokal. R. Hanke, vorm. Sclmmacher, Linden-Straße 23. Zahlstelle der Allgemeinen Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter, E. H. 29, Hamburg, Filiale 7. H. Stramm's WanrM, 123. Uittcrstrasie 1Ä3. Großes Fremdenlogis, Herberge und Arbeits- Ztachweis der Vereine der Klempner, Glaser und Korbmacher. U-ichl, altiger Frühstückt-, Ulittag- »Hb Abendtisch ä la carte zu soliden Preisen. 51 Ausschank von vorzüglich. Weissund Bairisch-Bier. ftch-kmg I Perwmttarbeiter! Der Streik der Firma P. Hinze, Ritterstr. 12, dauert unverändert fort. Zuzug fernzuhalten. 1716_ Die Streikenden. welche dem neu gegründeten Verein beitreten wollen, werden gebeten, sich heute Abend 8 Uhr bei Wuttke, Friedrichsbergerstr. 24, einzufinden. Allen Freunde» und Genossen zur Nachricht, daß ich Elisabrthstrasie 05, Ecke Waßmannstraße, eine Destülatiou eröffnet habe.„Verl. Volksbl." liegt aus. 1709 R. Grützmann. Achtung! Mtchaner! Unterzeichnete Kommission ersucht be- Hufs Feststellung unserer Arbeitsverhältnisse um Beantwortung folgender Fragen: 16 Von wann bis wann wird gearbeitet. Morgens— Mittags n. Mittags— Abends? Wie lange sind die Pausen, Frühstück und Vesper? Lohn oder Accord? Welches ist in der Werksatt der Mindestverdienst? Wieviel Kollegen sind in der Werkstatt beschäftigt? Kollegen, es liegt in Eurem Jnter- esse, die Fragen schnell und wahrheits- getreu zu beantworten. Mit kollegialem Gruß Die Kommission der Bildhauer. Annenstraße 16. Verlulilh heMerZimerlellte. Lokalorrband Kerlin. Montag, den 3. November, Abends 8 Uhr: Versammlung bei Feuerstein, Alte Jakobstrasse 75. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2. Vortrag und Verschiedenes. Wegen wichtiger Angelegenheiten er- suchen wir jedes Mitglied zu erscheinen. 1739 Der Korstand. Verein zur WalMg her Znter- ejsen der CchnhUniher. Montag, de» 3. November, Älbds. 8Vg Uhr, im Lokale Königshof, Bülow- straße 37:_ 30 WIK' Versammlung.*VV Tagesordnung: Vortrag des Herrn Pens über: Charles Fourier und sein Sozialismus. Diskussion. Ver- schiedenes. Gäste haben Z..tritt. Um zahlreichen Besuch bittet Der Dorstand. Falhv. der in Buchbiniiereie« und veman!>ten Betrieben be- .sGsügten Arbeiter. Montag, den 3. d. M., Abends 9 Uhr, Annenstr. 16: 20 Auherord. Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen A. Sailer über: Bellamy's Rückblick aus dem Jahre 2000. 2. Bericht der Revisoren. 3. Ter gegenwärtige Stand des Streiks bei I u l i u s R o s e n t h a l. 4. Ver- schiedenes und Fragekasten. Mitglieds- buch legitim.rt. Ausnahme neuer Mit- glieder. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 2. November, Abds. 71/2 Uhr, Grenadierstr. 33, b. Seeseldt, Vortrag des Herrn Dr. V ö l k e l über: Apollonins von Thyana. Nachher gesellige Unterhaltung und Tanz. Gäste, Damen und Herren will- kommen. 1723 Orts-Krankenkasse der Korbmacher. Montag, den 10. Novbr., Abds. 8 Uhr, Adalbertstr. 21, bei Roll: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Mahl einer Kommission zurPrüfung der Jahresrechnungem 2. Neuwahl für ausscheidende Vorstandsmitglieder. 3.'Antrag Fiedig: Errichtung von Zahl- stellen. 4. Verschiedenes. n Ter Vorstand. Fachverem der Tapezirer. Dirnstag, vrn 4. Uovembrr, Abends 8 Ve Uhr, bei Fcurrsteiu, Alle Jakobsir. 75: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Pens über: „Sogenannte Zukunftskaserne»." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. KB. Alle Tapezirer, welche den un- entgeltlichen Dekoralionskursus mit- machen wollen, müssen anwesend sein. 21 Der Dorstand. Uenblttbe„Ne«e Welt". Sonntag, den 2. Novbr., Grosser Familien- Abend f bestehend in Theater, Konzert und Ball.— Billets im Vorverkauf 30, an der Kasse 40 Pf., wozu ergebenst einladet 44 A. Bethge, Oekonom. Achtung!"WU Der Streik in der Eosenthal'sche: Kontobuch-Fabrik dauert fort. Der Zuzug ist fernzuhalten für Buchdrucker, Buchbinder, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen, s« y«nai.>r. Verein zur Wahrung der Interessen der Klavierarbeiter und verw. Berufsgen- Ulontag, den 3. Uovcmbrr, Abends 8 Uhr: Mitglieder-Versammlung In D» i g m ü l l e r' s Salon, Alte Iakob-Strake Ur. 48». Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom 3. Quartal. 2. Bericht r+rtff-G.aMfvnff rtvrimtftt nr» itaiS(W Aaavai* Q(Dar ofrvS All ApTPil Werkstatt-Kontrolkommission und Anträge hierzu. 1766 3. Vereinsangelegenheit. Der Porstand. Celüral-Krakkell-il. Zterbekasse ber Iilbakarbeiter IeMlallbs. Verwaltungsstelle Berlin II.... Dienstag, 4. November, Abends SVe Uhr, bei Gnadt, Brunnenstrasse Mitglieder- Versammlung. � ,4t.tt Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2. Berich Ortsverwaltung. 3. Der Kongreß eingeschriebener Hilfskassen>n � 4. Verschiedenes. 14 Die GrtsverwaltunS��, Unterstützungsbund der Hausdiener Berlins. Bureau und Stellen-Nachweis: C. Neue Griinstr. 10 I, von 8—1 n. 3—6 Fernsprech-Anschluss Amt I, Nr. 810. Dienstag, den 4. Uovembrr 1890, Abends 9 Uhr: Große Mitglieder-Versammlung bei Fe« er stein, Alte Jakobstrahe 75, 1 Treppe. g Tagesordnung: 1. Mittheilung. 2. Vortrag über: Die Ent«m � der Familie. Referent: H.'S t r ö b e l- Märburg. 2. Diskussion. -........... neuer Mitglieder und Ausgabe der Statuten. Das Erscheinen aller Mitglieder ist nothwendig. gesehen.[9] Kollegen als Gäste sinti' Der Vorstands Arbeiterinnen-Uerein für ItummclehW und Umgegend. Dirnstag, den 4. Uovember, Abends 8>/s Uhr: General- Versammlung bei Weigel, Tnrrfchmidt- und Göthestrasien-Eckc. Tages-Ordnung:«.ikMi 1. Vortrag. 2. Wahl des Vorstandes, der Hilfspersonen, der Ben und der Revisoren. 3. Verschiedenes.. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder erpicht 7 Der Vorstand. Große öffentliche Uersammlung der Tö p f e r Berlins und Umgegefl11 ... �. w... n__ I.__ cw. di an.M» r. 58. an» Wontag, den 3. Uovember, Abend» 6. in der Norddeutschen Krauerei, Thaussre-Ktraße Tages-Ordnung: 1. Bericht der Kommission über die Lage unseres Streiks, unv- unsere Forderung erreicht? I 2. Gewerkschaftliches. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscy: _ Die Kommission. I. 91.: C. Thieffl� Fachverein der Tischlei*, für den Bezirk Rixdorf und UmgegeX Mittwoch, d. 5. Nov., Abends Sva Uhr, in Barta's Salon, Bergstraße 120(kleiner Saal)-/ Versammlung.'W Taqee-Ordnung: 1. Ter Kampf ums Dasein, mit besonderer Bcruca>w.� der heutigen wirthschaftlichen Verhältnisse der Arbeiter.(Ref.: Koll. Ko° � 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten u. Verschiedenes. 4. Ausnah» Mitgliedern.— Um zahlreichen Besuch bittet Der KevollmächNS�� t ! Sonnabend, den 8. November,.i- im zKlyftum". Landsberger Allee DM" 8. Stiftungs-Fest, des Jnteressenvereins d. Kisten- u.Koffermach� bestehend in Konzert, Austreten des Gesangvereins Echo II, und Herren-Billels 50 Pf., Damen-Billets 30 Pf., sind zu haben bei Reichenbergerstr. 29, und Leichnitz, Markusstr. 25. Der Vorstano�/ Allgemeiner Arbeiterinnen Verein sämmtl. Beruisz�6 Berlins und Umgegend. Am Montag, den 3. November, Abends 8 Uhr,. im Lokale des Herrn Scheffer, I n s c l st r a ß e Nr. 10, 1 2X* General-Versammlung. Tages-Ordnung: � 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2. Antrag des Vorstandes, bcu Filialen. 3. Neuwahl. 4. Vereinsangelegenheiten. 5. Verschiedenes.�{I, J" _ Vor und nach der Versammlung Aufnahme von Mitgliedern. V1 Gäste haben Zutritt. Beiträge werden daselbst entgegengenommen. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. _ Der Norstan?!� Verband der Möbelpolirer. ,, Morgen, Montag, Abends 8 Uhr, bei Bolzmann, Andreasstr. So* Ausserordentliche Versammlung' Tagesordnung:& 1. Ersatzwahlen für den Vorstand und Kommission. 2. Verschwde> DaS Erscheinen aller Mitglieder ist nothwendig..- 15___ Der Gentral-Kranken- u. Sterbekasse d.Tisc Sonntag, den 9. November, Vorm. 12 Uhr: Große Wohltlzntighelts- Matinse In Kanlinann's Variete(am Alexanderplatz.) � Concert und Auftreten sämmtlicher Specialitä" Arrangirt von Mitgliedern zum Bellen unserer Invaliden. j Kassenöffunng 11 Uhr.«JL Billets sind zu haben bei den Herren O. Rasche, Mariannen!>i� H. 2 Tr.; R. Krüger, Manteuffelstr. 67, Ell. 3 Tr.; H. Pileck«'� buser Ufer 61: Kö l lin g, Kottblffer Damm 93, v. 3 Tr.;&■ � /j Skalitzerstraße 60, H. 4 Tr.; A. Geske, Forslcrstr. 48, v. 4 21'' sämmlich mit Plakaten belegten Lokale». Um recht zahlreiche Betheiligung ladet ei» Das Hotni'�. Verantivortlicher Redakteur: Curr Danke in Berliit. Druck und Verlag von Mar Sadiug in Berlin SW„ Benthstraße 2. Hierzu»mei Sei� 1. duicr Nr. 356. Sonntag, den 3. November 1896. y. Jahrg. MomtnunAles. Sie sozialdemokratische Fraktion der Stadt- verordneten- Uersammlung hat folgende Anfrage an den Magistrat gerichtet: »Tie Unterzeichneten richten an den Magristrat die Anfrage. aus welchem Grunde derselbe dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 10. April dieses Jahres, betr. die Ueber- iassung von Schulräumen an die Freireligiöse Gemeinde, noch uicht Folge gegeben hat!" �°gtherr. G n a d t. H e i n d o r f. Herzfeld. Klein. Ringer. Stadthagen. Tempel. Tutzauer. Zubeil. N»r���..Sra»dunglück in der Frirdrichstr. 184. Ter Buchung Herr von Richthofen erläßt folgende Bekannt- d-..Im Anschluß an meine Bekanntmachung vom 24. September <> v- bringe ich über das Ergebniß der wegen des Brandunglücks, 5.:'„chiUr. 134, angestellten Untersuchung noch Folgendes zur lienniche» Kenntniß: £le Ziinmer der Erzieherin und der Kinder lagen neben- j. a>� er im Seitenflügel des 1. Stocks. Beide Zimmer besaßen i,-.�e Thür nach dem Korridor und waren durch eine beständig in � liehende Thür mit einander verbunden. Die Erzieherin ist ,;®er Rächt durch ein Klirren wie von Glas, nicht etwa durch n," Knall, als ob ein Kronleuchter herabgestürzt wäre, erwacht, um, y �aps durch die Thür nach dem Korru or hinausgesteckt nffo,.»Vch die im rechten Winkel anstoßende, wie nnmer pjj} flehende Thür des Berliner Zimmers gesehen, daß fAr l brannte. Sie hat darauf die nach innen auf- °2ende Thür ihres Zimmers ganz geöffnet und ist, wie sie finr'v fland, ohne die Thür hinter sich zuzuziehen, durch den ®;ih ,T uach bem im Querflügel hinter zwei Zimmern für die lein belegenen Schlafzimmern der Kaufmann Fuchs'schen Ehe- ..j.�.Lelanien, um diese zu wecken. Im Vorbeilansen hat sie im snf* Saust an die Thüre der Dienstmädchen geklopft, welche ftt«, l'el»nt der Thür des vorderste» Zimmers der Söhne zu- i..?"stustößt, und hat„es brennt" gerMn. Auf diesem Wege ?; fle eine Verqualmung des Korridors noch nicht bemerkt, auch 3ftL demselben selbst»och nicht gebrannt. Als sie nach dem �cten sofort zum Zwecke des Anziehens zurücklief und die Thüre i». vordersten Zimmers der Söhne nach dem Korridor öffnete, sL'y ein derartiger Qualm entgegengeschlagen, daß sie nicht in, .gewesen ist, hinauszukommen. Der Eigen thünier Fuchs, ifm•'llr auf dem Fuße folgte, kam gleichfalls nicht hinaus, da f h- tln heftiger Qualm vom Korridor her und angeblich aus den Ullzege sch�" � Mädchenkammcrthür auch bereits die Flamme Einen wiederholten Versuch, in den Korridor zu dringen, um >?�u Dienstmädchen und zu den Kindern zu gelange», hat I .---- vv»y v..»»..v gw vv.» Oü e'ucht gemacht. Derselbe beschränkte sich vielmehr darauf, -Hausbewohner durch Hilseruje in den Hos hinaus zn�allav I iah».~cme älteren Söhne im Aller von 18 und 17 Jahren „i kinen Versuch, in den Korridor vorzudringen, überhaupt gemacht. . ytach der Angabe des Fuchs und den Aussagen anderweiter �°en sind von dem Momente, als die Erzieherin ihre Herr- ■i'l durch ihre Rufe weckte, bis zum Eintreffen der ersten dj-s �behr-Abtheilung gut 10 Minuten verstriche». Während ilvrrjdo dw_Hciße Qualni� durch die offene Thüre vom °lz «cem. uai oewe 8«»vee im-ornc nr� mptet"worden'ist, am as i* gelegen, sondern war zugedeckt bis an der».,'', das jüngere bis zur Brusthöhe. Tie Körper waren ihii"hcht., daß sie sich wie kochendes Fleisch anfühlten. Tie des o.öflvi Zimmer der Erzieherin war offen, desgleichen die Thür 3imm.• n ,lach dem Korridor und auch die Thür des Berliner Zum Korridor. erschienene Arzt, Dr. meü. Biesenthal, Friedrich- t'ns»iy wohnhast, ist von dem Wächter, der Frau des Por- deiaebül. fmem damals im Hause wohnhasten Resraurateur her- u.« von worden. Tie Nachtqlocke wurde gezogen und außer- '---»,---- V-- Ii- X«. wov her freien Eintritt zun, Schlafzimmer der Kinder. »is Oberseuermann, welcher später das Kinderzimmer $»3 Jw'-'.bm-flt, hat beide Kinder im Bette liegend vorgesunde». foiüimy' �'"d hat nicht, wie behauptet wor' Upende des Bettes- htm WMMUWMi damit, der der der beiden KA bähBänt y/ dlte sich noch warm an, das Gesicht war rau'chgc- h?,n Körper fiU5eii tie/ eingesunken, und die Oberhaut löste sich »Ä-«den fJb aß ersichtlich war, daß derselbe einem ganz be- »wßere» M.M�d ausgesetzt gewesen war. Der Körper des Hitzr.-'chens zeigte geringere Einwirkungen von Rauch !!! haben daher völlig überzeugt, Leichen vor sich t«! yvtrabs'äi,«,»"bcr, um unter leinen Umständen etwas y' htm Brann-'',?dd zumal er auch über die Vorgänge an."'thl unterrichtet war, sofort Wiedcrbelebungx- bk»". �liffinr?,�", � Oberfenermanns über die Lage der Leichen zht gefmwrn Biesenthal durch den Befund derselben der Feuerwehr, daß in einem vollständig ver- Ä lodt fl Mensch nach Ablauf von höchstens zwei Sfon �"«0 d»?."'"fft, theill Dr. Biesenlhal und ist ferner der u„y"'t"t de- r!«:- 81 e,"ei" Zeitablauf von 10 Minuten vom dem» ein, der Th. re bis zur Ankunft der Feuerwehr Feu. Vicht uJIl" eines Qualmes, der das Passiren des Korri- flimy-'Ml-Ama pestattete, die Kinder bei der Ankunft der erfien der m�e Verir?! y mehr gelebt haben können. Ter zu- fein?(>d.Ä..?p9b>'ker endlich hm auf Grund einer Besichtigung '»»mvvtachten y"J1-1 24- September d. I. und der Akleneinsicht iiehl. elbar„nia�}n"bgegeoen, daß der Tod der Kinder fa,l mg8'" dutch S dein Verlassen des Zimmers seitens der Er- �az Bergistung mit Kohlenoxyd eingetreten sein �us�vs, Lomk�v�dchen betrifft, so war der Körper des Haus- _.dagenen-?raeger, halb verkohlt, der der Köchin, Auguste die � b,eC iLst ganz verbrannt. v. �Nn?°Uer,vebr Sachverhalt unterliegt es keinem Z'veisel, dap Äl, i" Ankunft nur noch Leichen hat bergen der�fsenoffen trotz des Qualms unmittelbar nach dem den Ä wag Acherln das Kinderzimmer noch hätten erreichen NüllunT" MeUt bleiben. Jedenfalls hat aber eine ans gen des Mädchenzimmers herausschlagende Flainme daran noch nicht verhindert. Die gegentheilige Behauptung er- scheint nicht glaubhaft, weil die Erzieherin eine Flamme im Korridor weder beim Durchlaufen desselben und Anpochen an die Thür des Mädchenzimmers, noch bei dem, zeitlich unmittelbar vor Fuchs gemachten Versuch, zurückzulaufen, bemerkt hat. Sie findet ihre direkte Widerlegung zudem in der von drei einivandssreien Zeugen bekundeten Thatsache, daß zu der fraglichen Zeit in dem Lichtschlot keine Helligkeit und auch kein Rauch zu bemerken ge- wesen ist. Die Behauptung des Fuchs, daß das Mädchen Gräger, ivclches einen verrückten Eindruck gemacht habe, das Feuer im Berliner Zimmer und hinten zu gleicher Zeit angelegt habe, um alle zu verderben, findet bezüglich des Mädchenzimmers bereits im Vorstehenden seine Widerlegung. Weiter wird die Graeger von den Mädchen, welche eine Treppe höher bedient haben, und von anderen Hausgenossen übereinstimmend als ein lebens- frisches, freundliches Geschöpf bezeichnet, welche keineswegs einen blödsinnigen Eindruck hervorgerufen habe und von dem gar nicht abzusehen sei, warum sie hätte den Tod suchen sollen. Fest steht bezüglich der Entstehung des Brandes nur so viel, daß das Feuer im Berliner Zimmer ausgekommen ist, in welches die Möbel eines Vorderzimmers geräumt waren. Die Ursache der Entstehung des Brandes ist dagegen nicht aufgeklärt. Ins- besondere haben sich für die Annahme eines Hausbewohners, daß das Feuer durch die elektrische Beleuchtungsanlage entstanden sei, keinerlei bestimmte Anhaltspunkte ergeben. Die von dem zu- ständigen Bezirks-Baubeamten und dem Oberingenieur der Berliner Elektrizitätswerke erforderten Gutachten gelangen viel- mehr beide zu dem Schlüsse, daß nach Maßgabe des Befundes der Gesammtlage und des Zustandes der Brandstätte die Ursache des Brandes in der elektrischen Beleuchtungsanlage nicht gefunden werden könne. Was die Löschoperationen betrifft, so hat der Führer der ersten Abtheilung sofort de» Angriff von drei Seiten, nämlich vom Seite..flllgel, über den Balkon mittelst der Hakenleiter und über die Treppe des Vorderhauses disponirt. Dieses Vorgehen hat der einige Minuten später eintreffende Branddirektor für völlig zweckdienlich befunden und zunächst nur durch Komman- dirung der ihn begleitenden Mannschaften zum Absuchen der einzelnen Etagen vervollständigt. Tie richtige Einleitung und Promptheit der Löscharbeit hat auch zur Folge gehabt, daß das Feuer in verhältnißmäßig kurzer Zeit auf seinen Herd beschränkt und gelöscht worden ist. Was endlich die in der Tagesprege gegen das Verhalten der Feuerwehr geltend gemachten Beschwerdep.mkte betrifft, so sind zunächst die Behauptungen, daß das ältere der beiden Fuchs'schen Kinder beim Heraustragen nach Angabe von Zeugen noch gelebt habe, sowie daß die Rechtzeitigkeit des ärztlichen Eingreifens durch eine Unterlassungssünde der Feuerwehr bezw. Polizei verhindert worden sei, durch die vorstehend bereits erörterten ärztliche» Gut- achten, sowie durch die festgestellte Thatsache widerlegt, daß ein nur zwei Häuser von der Brandstelle entfernt wohnender Arzt von dem Wächter ohne Zeitverlust herbeigeholt worden ist. Daß es an einem Beil zum Oeffnen der Fuchs'schen Korridor- thür im Seitenflügel gefehlt haben soll, ist ebensalls unwahr. Tie Thür ist, weil dem Sappeur der Stiel der Doppelaxt beim Schlagen zerbrach, ohne jeden Zeitverlust eingedrückt worden. Unwahr ist ferner, daß ein Hausbewohner, Schauspieler Kadelburg, seitens der Feuerwehr verhindert worden sei, in den Korridor einzudringen und die Kinder zu retten. Tie Zurufe von Hausbewohnern, daß das Kinderzimmer im Korridor nach rechts zu suchen sei, sind von der Feuerwehr keineswegs zurückgewiesen, denselben ist vielmehr so s ort Folge gegeben worden. Richtig ist, daß der Branddirektor den p. Kadelburg auf der Treppe, als er ihm in eine Meldung hineinredete, gesagt hat:„Wenn Sie mir in die Meldungen hineinreden, lasse ich Sie hier sortweisen(oder herunterbringen)." Dazu war derselbe aber' wohl befugt. Herr Kadelburg hat selbst angegeben, daß er sich seinerseits alsbald entschuldigt habe. Was endlich den Vorwurf betrifft, daß die Feuerwehr die Zurufe des Fuchs, seine Kinder zu rette», nicht beachtet habe, so ist zunächst festgestellt, daß sich der Branddirektor in Person vergeblich bemüht hat. in Erfahrung zu bringen, wo die Kinder zu finden seien, weil Fuchs ein bestimmtes Ziinmer nicht be- zeichnete. Dem ans dem Balkon arbeitenden Oberfeuermann aber würde in dieser Richtung ein Verschulden nur zur Last gelegt werde» können, wenn man annehmen wollte und könnte, daß ein alter bewährter Oberseuermann in einer Lage, in welcher es sich um Menscheuleben handelte, absichtlich eine Versäumniß begangen habe. Die Aussage dieses Beamten geht dahin, daß er aus dem Rufen des Fuchs sich nicht darüber habe vernehmen können, daß die Kinder hinter der Fensterthür zu finden seien, zumal er dadurch, daß den, Fuchs auf sein Schreien wiederholt zwar nicht von Feuerwehrbeamte» zugerufen worden sei:„Herr Fuchs, beruhigen Sie sich, Ihre Kinder sind ja gerettet", in den Jrrthum versetzt worden' sei, daß die Rettung der Kinder that- sächlich durch die in den Seitenflügel eingedrungenen Mannschaften bewirkt sei. Daß die Zurufe an Fuchs thatsächlich erfolgt sind, ist durch eine ganze Reihe und zwar auch gänzlich unbetheiligter und ein- wandsfreier Zeugen bek. ndet. Es kommt hinzu, daß die Lage auf dem Balkon eine sehr schwierige war, weil die Stichflamme aus dem breiten Fenster des Berliner Zimmers eine derartige Hitze verbreitete, daß nur in kniender Stellung und unter Benutzung eines umgelegten Garten- tisches als Deckung überhaupt Wasser gegeben werde» konnte. Berlin, den 31. Oktober 1890. Ter Polizeipräsident. Freiherr v. Richthosen. Ein„erherrrnder järand, durch den eine Anzahl Menscheu- leben gefährdet wurde und der infolge seiner Gewalt und Aus- dehnung zu den bedeutendsten gehört, die in unserer Stadt in letzter Zeit gewüthet, nahm vorgestern Abend mehrere Stunden hindurch die angeslrengtefie Thätigkeit der Feuerwehr in Anspruch. Auf dem Grundstück Reue Frie. richstraße 47 liegt hinter einem engen, an beiden Seiten von hohen Wohngebäuden eingeschlostenen tose als Qnergebäude der Speicher der Allgemeinen Deutschen andelsgesellschast, Akt.-Ges. Ilm 51s Uhr brach ans bisher noch nicht ermittelter Ursache, wahrscheinlich in der zweite» Etage— auch über den Ort der Entfiehung ist man noch nicht im Klaren — ein Feuer ans, uela.es in den dort lagernden Ballen von Wolle, K' hhaaren und ähnlichen Landesprobukten so schnell um sich griff, daß bald auch die oberen Stocliverke bis zum Dach in Flammen standen und die brennenden Wollflocken bis zunt Hacke- scheu Markte und darüber hinaus geschleudert wurden. Aua) auf die zweite Etage griff das Feuer über. Ter Speicher steht mit dem bewohnten linken Seitenflügel des Grundstücks in jeder Etage durch einfacb" Holzthüren in Verbindung, die, nachdem sie von den hslammen durchgebrannt waren, dem Rauch und der Hitze sr Abzug in daS Treppenhans ge- statteten und so einen Theil.. Bewohner den Weg zur Rettung abschnitten. Ein etwa vierjähriger Knabe war eben im Begriff, sich in der Todesangst ans einem Fenster des vierten Stockes zu stürzen, als es noch rechtzeitig einem Feuerwehrmann gelang, dies zu verhindern. Einige Nachbarn konnten mehrere Personen noch glücklich die Treppe hinab retten, als aber die sofort alar- mirte Feuerwehr eintraf, vermißte man noch immer vier Kinder und einen Hausbewohner. Die Mannschaften gingen zur Rettung der Vermißten vor, und unter außerordenlich, durch Qualm und Hitze erschwerten Umständen gelang es ihnen, dieselben, wenn auch zum Theil betäubt und ohnmächtig, dein Ersticknngstode zu entreißen. Einige Kinder lagen in ihren Bettchen in Zimmern, die so stark mit Rauch angefüllt waren, daß die Flamme einer Hängelampe erstickt war. Die erste ärztliche Hilfe konnte ihnen durch einen eiligst herbeigerufenen Arzt zu Theil werden.— Das Fe er selbst wurde sofort init acht Rohren, unter denen zwei von einer kleineren Tampfspritze gespeist wurden, direkt vom großen Thore des Speichers, von der nach einem Garten zu gelegenen Hinterfront desseiben und von den beiden Seitenflügeln ans ange- griffen, und nur der nachhaltigen und mehrere Stunden währen- den Arbeit der Feuerwehr gelang es, noch einen großen Theil der in der ersten Etage lagernden Vorräthe und den Inhalt des Parterregeschosses unbeschädigt zu erhalten. Trotzdem ist der Schaden, der jedoch durch Versicherung bei zwei auswärtigen Ge- sellschaften ausreichend gedeckt sein soll, ein ganz bedeutender. Leider ist auch, neben einigen leichteren Verletzungen, die durch eine sogenannte Stichflamme verursachte ziemlich schwere Ver- wundung des Feuermanns Hederich zu beklagen, der, nachdem ihm ein Nothverband angelegt worden, von der Brandstätte fort- geschafft werden mußte. Die Abräumungsarbeiten werden sich aller Voraussicht nach noch sehr lange hinausziehen.— Wie ver- lautet, soll wegen der in der Nähe liegenden Garnisonkirche der Stadtkommandant von Berlin aus der Brandstätte anwesend ge- wesen sein.— Ueber weitere Einzelheiten des Brandunglücks wird uns von anderer Seite folgende Mittheilung: Ein ergreifendes Bild während des Brandes entwickelte sich bei der Rettung der im 3. Stock des dicht an den brennenden Speicher grenzenden Seiten- gebäudes wohnenden Kinder des Kassenboten Psarr. Die Mutter der vier in dein obersten Stockwerk unmittelbar dem aus dem brennenden Gebäude dringenden Rauch ausgesetzten Kinder war während des Ausbruchs des Brandes in der Markthalle am Alexanderplatz. Als dieselbe gegen 5V« Uhr zurückkehrte, wurde ihr von den vor dem brennenden Speicher mit der Spritze arbeitenden Feuerwehrleuten der Zutritt zu ihrer Wohnung ver- wehrt. Das Verzweiflungsgeschrei der Mutter, welche fortwährend ausrief:„Rettet meine Kinder!" war herzergreifend. Auf das Zurufen des Direktors Bodstein, der sich an den Kommandirenden der Feuerwehr wandte, hatten die Feuerwehrleute sich bereits zum Durchschlagen der zu der Pfarr'schen Wohnung führenden Seitenwände dereit gemacht, jedoch war es trotz des dichten Rauchs noch möglich, von der zweiten zu dem Seitengebäude führenden Treppe aus die in dem obersten Eckzimmer befindlichen Kinder herabzuholen, der zuletzt herausgebrachte dreizehnjährige Knabe, sowie der Kassenbote Psarr selbst kamen vollständig durch den Rauch betäubt unten an. Eines der Kinder, ein vierjähriges Mädchen, schrie fortwährend:„Meine Mutter!" In dem im Vorderhause befindlichen Restaurant warteten die übrigen Bewohner des Seitengebäudes, von denen die wenigsten versichert waren, den weiteren Verlauf des Feuers ab. Gegen sieben Uhr wurde einer der Feuerwehrleute, die im dritten Stock arbeiteten und dem das Feuer durch die Bekleidung den Rücken bereits an- gesengt hatte, ohnmächtig; der herbeigerufene Stabsarzt Dr. Mar- holz ordnete die sofortige Ueberführung des Verwundeten mittelst Droschke nach dem Krankenhause Friedrichshain an.— Aus der Brandstelle in der Neuen Friedrichstraße 47 ist vorgestern noch die Feuerwehr mit Ablösch- und Aufräumungsarbeiten beschäftigt gewesen. Noch imner schwehlte es in allen Stockwerken des Speichers, noch immer lagern in den Trümmern ganze Berge von Waaren, die herausgeschafft werden müssen, so daß die Arbeit der Feuerwehr noch geraume Zeit in Anspruch nehmen wird. An dem Schaden sind die Berlinische Feuerversicherung, die Hamburg- Bremische und die Aachen- Münchener Gesellschaft detheiligt. Die„Allgemeine deutsche Handels- Gesellschaft" ist mit 200 000 Mark versichert. Erst in den letzten Tagen waren gro„e Waarenvorräthe hier eingetroffen, welche die Handclcgesellschaft auf der großen Messe in Nischny- Nowgoroo im August aufgekauft hat. Allein an russischen: Hanf sind 10 000 Zentner durch das Feuer zerstört worden. Die Bor- räthe an Rohwolle und Kuhhaaren sind noch erheblich größer. Die Filzwaaren-Firma Eisenberg u. Struck, welche im linken Seitenflügel das gesammte Erdgeschoß inne hat und deren Lager- räume durch den Speicher hindurchgehen, berechnet den durch Wasser erlittenen Sckaven aus 20— 25 000 M. Noch gestern früh stand in den Lagerräumen das Wasser fußhoch. Dir Durchtrgung der Kurgstraßr von der Königstraße bis zum Mühleudamm dürfte in absehbarer Zeit noch nicht zu erwarten sein. Die Verhandlungen, welche mit den Eigenthllmern der an den Wafferiauf der Spree stoßenden Grundstücke der Poststraße eingeleitet sind, haben bisher zu keinem befriedigenden Ergevniß gesührt. Auch dürften die Arbeiten zwecks Erneuerung der alten Quaiinauer auf dieser Strecke der Burgstraße im lausen- den Jahre vor dem Eintritt zum Bauen ungünstiger Witterung kaum noch so weit gefördert werden, wie man ursprünglich ge- hofft hatte. Gin recht detrübender Zlnglnchsfall hat sich am Mitt- woch Nachmittag im Hause Höchstenraße 20 ereignet. Dort wohnt im Keller der Schuhmacher K., der Tag und Nacht für seine acht Kinder arbeiten muß. Seine Frau war zu der betreffenden Zeit »ach dem städtischen Krankenhause im Friedrichshain gegangen, um eine befreundete Kranke zu besuchen. Während der Zeit hatte sich die Frau des parterre wohnenden Filzschuh-Fabriranten K. den sünfjährige» Sohn Paul des Schuhmachers, den sie sehr lieb hatte, in ihre Wohnung heraufgeholt. Nach längerer Zeit kam sie in den Schusterkeller gestürzt und schrie:„Holen Sie Ihren Paul, der ist verunglückt?" Der Schuhmacher glaubte nicht an die Möglichkeit eines Unglücks, da brachte man ihn» auch schon de» bewußtlosen kleinen Knaben. Derselbe war in der Filzschuh- Fabrik mit dem rechten Arme in die Sohlen-Stanzmaschine ge- rathe», der Oberarm war ihm mehrere Male gebrochen, der Daumen gänzlich und von den Fingern der rechten Hand je l— 2 Glieder losgeschnitten. Ein schnell herbeigeholter Arzt legte einen Rothe erband an und ordnete die Ueberführung nach den, städtischen Kranke., haeffe a», wohin der Verletzte von einer Nachbarin und vermittelst des Lnck'schen Kranken-Transportwagens gebracht wurde. Ein älterer Bruder lief neben dem Wagen her Als der Transport beim Krankenhause anlangte, war gerade die Be- suchsstunde zu Ente; die Mutter trat aus die Straße, sah ihren «ohn laufen und rief:„Junge, wo rennst du hin!"-„Ach Gott!- Mutter— hier drmn liegt unser Paul!" so tönte es ihr zurück, und nun gab es erst noch eine erschütternde Szene. Noch an demselben Abende erhielten die tieibetrübten Eltern die Nachricht von der Verwaltung des Kraukenhauses, daß der kleine Sohn durch den Tod von seinei» Leiden und der Gefahr, ein Krüppel zu werden, erlöst worden sei. ,,. 5'>m< in Traurr, welche nach unserer neulichen Mit- lheilung mit Packeten für abivesende Zimmerbewohner in den Wohnungen der Wirthsleute erscheint und diese unter dem Bor- geben, es je: ihr ein Kind gestorben ,» zu dessen Bestattung sie des Geldes bedürftig sei, zur Annahme des angeblich bestellten Packeis mit werthlosem Inhalt und zur Veranslagung des Preises zu bewegen weist, setzt ihre Schwindeleien nicht nur in Perlin, sondern auch in der Umgebung fort. EL erscheint sonach eine nochmalige Warnung vor der gemeingefährlichen Betrügerin am Platze. Am S9. v. M. Itt den Abendstunden wurde eine Frau von einem Krimjnal-Schutzmauii beobachtet, wie sie in der Leip- zigerstrnste den die Schaufenster besehenden Damen nicht nur die Taschen befühlte, sondern auch dem Anschein nach in dieselben hineinfaßte. Der Beamte folgte der Person und bemerkte, daß sie an der Ecke der Link- und Potsdamerstraße eine grauledernc Geldtasche hervorholte, den Inhalt prüfte und dann einen Schlächterladen in der Potsdamerstraße betrat, wo besonders in den Abendstunden ein starker Verkehr von Käufern stattstndct. Darauf beabsichtigte die Verfolgte einen Pferdebnhnwagen zu besteigen, wurde aber in diesem Augenblick von dem Schutzmann festgenommen. Es war die bereits zweimal ivegen Taschendieb- stahls vorbestrafte Diebin Minna Rabcnhorst. Eine zweite bei ihr gefundene braune Geldtasche, außen mit einem eingepreßten Frosch und dein Namenszug A. K. versehen, ist nach Annahme der Kriminalpolizei ebenfalls gestohlen. f ür Sterben bestohlen! Während des Todeskampfes ist ehrcr Radke von Laugfingern bestohlen worden. Am vor- gestrigen Abend befand sich der genannte Herr auf dem Rück- wege nach seiner in der Friedenstraße belegenen Wohnung, als er in dieser Straße unwohl wurde und zusammenbrach; wie später konstatirt wurde, hatte ein Herzschlag dem Leben des rüstigen Mannes ein Ende gemacht. Mehrere Männer nahmen sich, als Herr R. auf dem Trottoir niederfiel, des Sterbenden an und schafften ihn nach seiner obengenannten Wohnung, um dort die Leiche den Angehörigen zu übergeben.— Hier wurde nun fest- gestellt, daß die goldene Taschenuhr des Verstorbenen, welche der- selbe bei seinem Fortgehen von Hause bei sich gehabt, mit Gewalt aus der Weste entfernt worden war.— Es ist anzunehmen, daß ein Langfinger die Gelegenheit benutzte, um den Sterbenden oder Tobten zu berauben. Dir Krimiilalpolizei hat eine» KiUrtvevkänfev vtv- Jjrtftrt, weil er polnischen Auswanderern, welche auf dem hie- sigen schlesischcn Bahnhof Fahrkarten nach Bremen verlangten, solche für die Stadtbahn, und zwar bis zu dem Lehrter Bahnhof geltend, verabfolgte und die Bezahlung für Fahrkarten nach Bremen entgegennahm. Ein Kaufmann Louis Stoewe soll Zeuge dieser Schwindeleien gewesen sein, hat aber bisher nicht auf- gefunden werden können. Die Geschädigten sind bereits abgereist und nicht vernommen. Gin Mensch, welcher stch ,,|trins Alfons von Arfeftaua Kerznctrnland" im indischen Ozean bezeichnet, ist bei dein Bezirksgerichte in Glurus, in Tirol wegen Landltreicbens in Hast genommen worden. Er beruft sich zum Nachweise seiner Herkunft auf einen„seiner Getreuen", welcher Wilhelm Lehmann heißen und in Berlin ansässig sein soll. Da von Seiten des Ge- Vichts Zweifel an der Richtigkeit der Angaben bestehen, so ist die hiesige Kriminalpolizei um Ermittelung des Lehmann augegangen worden, ein Begehren, dem nachzukommen bisher unmöglich ge- wesen ist./ Gin schöner Sewris für dir Hrreitwilligkeit der Grnosteu in Nah und Fern, an der Verbreitung fozialdemo- lratischer Ideen mitzuarbeiten, ist es, daß an den Sammelstellen für gelesene Arbcilerblätter recht zahlreiche Sendungen eintreffen. Bor einigen Tagen wurden dem Genossen Tempel sogar aus Oesterreich und der Schweiz Packete gesandt, welche viele Nummern des„Berliner Volksbtatl" enthielten. Die Absender haben das hohe Porto nickt gescheut, um den Beweis zu liefern, daß sie für die Sache der Aufklärung thätig sind. Die Kokaikommisslytr von Adlershof bringt die Namen der Gaftwirthe zur Kennlniß, welche sich weigern, das„Berliner Äolksblatt" in ihren Lokalen auszulegen, respektive ihre Säle zu .Arbeiter- Versauunlungen herzugeoen. Es sind dies die Herren Leopold(Manowki und Wiedemann), Albrecht und Stippekohl; letzter Herr bekundete seine Arbeiterfreundlichkeit dadurch, daß er erklärte, man werde ihm einen Gefallen thun, wenn im„Berliner Bolksblatt" bekannt gemacht würde, daß er mit den Arbeitern nichts mehr zu thun haben will. Hierbei sei noch bemerkt, daß Herr Stippekohl die Lokalkommission aus semein Lokal hinauswerfen wollte, als dieselbe um Hergabe seines Saales zu einem Ver- gnügeli zur Begräbuißfeier des Sozialistengesetzes anfragte. Da- mit es nun den sozialdemokratisch gesinnten Einwohnern von Adlershof nicht ebenso geht, so rathen wir, diese Lokale zu meiden. Es sind mithin iNir noch die Gastivirthe Hecht(Geiios>enschafts- Wirlhshaus), Kuhle, Hoffmann, welche das„Berliner Bolksblatt" halten. ipolizeiberitht. Als am 31. v.M. der Arleiter Lüdemann mit einem beladenen Dnngivagen vor dem Hanse Königin Augnstastr. 1 unter einem im S3aii befindlichen Ger. st zur Her- steUung der Straßenüberführung der Wannseebahn hindurch- fahre» wollte, wurde er von einem Balken erfaßt und vom Wagen geschleuderr. Er erlitt eine Verstauchung der Hinte, sowie ansaieiuend auch innere Verletzungen und mußte nach seiner Wohnung gebracht werden.— Stachmittags wurde der Grün- kramhnnvler Westphnl vor dem Hause Grimmstraße 25 von einem Kohlenwagen überfahren und an beiden Ooerschenkeln und am Kops so schwer verlegt, daß er nach dem Krankenhause am Urban gebracht werden mußte.— Abends wurde auf dem Flur des Hauses Naunynstr. 16 die Leiche eines neugeborenen Kindes ans- gefunden.— Zu derselben Zeit brach auf dem Grundstück Stene Friedrichstr. 47 in einem mit Wolle und Flachs angefüllten Speicher Feuer ans, welches. mehrere Stockwerke und das Dach ergriff. Der im vierten Stock des Seitenflügels wohnhafte Haus- diener Pfau mußte mit seinen vier Kindern durch die Feuerwehr gerettet werden. Der bei den Löscharbeiten betheiligte Feuer- wehrmann Hebrichow erlitt bedeutende Brandwunden im Rücken und mußte nach dem Krankeuhause am Friedrichshain gebracht werden. der letzten Zeit des Bestehens zugefügt werden, straflos bleiben müßten. In der Sache selbst seien jedoch nur drei der Ange- klagten, Zimmermann Haast-, Tischler Brabanl und Zimmermann Diabo als überführt_ erachtet werden, doch habe der Gerichtshof angenommen, daß die Schuldigen bona Edes gehandelt hätten und von ihrem Rechte überzeugt gewesen seien. Auch sei zu ihren Gunsten in Betracht gezogen worden, daß das Gesetz, auf Grund dessen sie bestrast werden müßten, nicht mehr bestehe, deshalb sei ein jeder nur zu der niedrigsten Strafe von J M.Geldbuße oder 1 Tag Haft vernrtheilt worden. Im zweiten Falle standen die Arbeiter Hecht, Maurer Kehl, Steinmetz Hcmpel, Arbeiter Jänifch und Arbeiter Busse auf der Anklagebank. Die beiden ersten Angeklagten hatten in einer Volksversammlung i» Mariendorf am 10. Februar d. I. eine verbotene sozialdemokratische Druckschrift vertheilt, lediglich um das in der Brochnre zum Abdruck gebrachte Reichs-Wahl- gesetz weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Sie wurden aus denselben Gründen, welche den Gerichtshof in der ersten Ver- Handlung geleitet hatten, ebenfalls nur zu je drei Mark Geld- strafe verurtheilt. Die anderen drei Angeklagten, welche Samm- lungen in der Versammlung veranstaltet halten, wurden frei- gesprochen, theils weil sie zur Deckung der Saalnnethe gesammelt halten, was kein unerlaubter Zweck sei, theils weil sie auf Grund von Sammellisten zur Durchführung sozialistischer Wahlen sammelten, und dieser Zweck der Sammlung von der zuständigen Polizeibehörde nicht ausdrücklich verboten worden sei. Znrvchtmrisnng eines Schninnannes auf der Straße ist stets als grober Unfug anni sehen. Diesen etwas ans- fälligen Rechtssat; stellte die 96. Abtheilung des Berliner Schöffen- gerichts in der Strafsache gegen den Rentier Ii o g a l s ki ans. Am Mittag des L. Septembeö d. I. gerieth in der Ackerstraße ein Schutzmann mit einer Handelssrau wegen unbefugten Ein- nehmens einer festen Handelsstelle in Differenzen. Ter Beamte sagte der Frau auf den Kopf zu, sie habe stch dort längere Zeit aufgehalten, ohne Käufer zu haben, diese verwahrte sich aber in erregter Weise gegen den ihr gemachten Vorwurf. Wie gewöhn- lich, hatte sich auch bei dieser Auseinandersetzung, welche zirka 15 Minuten dauerte, eine große Menschenmenge angesammelt, welche mit jedem ferneren'Augenblick an Ausdehnung zunahm. Der Angeklagte, welcher mehrere städtische Ehrenämter dekleidet und in seinem Aeußern den Eindruck emes höher gestellten Be- aniten hervorruft, hört das Zwiegespräch des Schutzmanns mit der Handelsfrau von der anderen Straßenseite mit an. Als die Menge gegen die Beamten eine bedrohliche Haltung, trat der Angeklagte an denselben heran und forderte ihn'auf, der Sache doch ein Ende zu malzen, da er es sei, welcher den Auflauf ver- Ursache. Anfänglich war der Schutzmann ganz perplex, da er annahm, einem Vorgesetzten gegenüberzustehen. Nachgen» derselbe sich aber durch seine Karte als Inhaber eines städtischen Ehren- amts legitimirt, fand sich der Schutzmann durch dieses Eingreifen in seine Amtsthätigkeit beschwert und erstattete Anzeige ivegen groben Unfugs. Rogalski erhielt ein Strafmandat in Höhe von 10 M., gegen welches er auf richterliche Entscheidung antrug. Der Gerichtshof schenkte dem Angeklagten Glauben, daß sein Eingreisen im Interesse des Schutzmanns erfolgte, er hätte sich aber bei einiger Ueberlegung sagen müssen, daß durch seine Handlung die Autorilät des Beamten geschmälert werde. Hierin liege aber ein ans Fahrlässigkeit begangener grober Unfug, der mit 10 M. ev. 2 Tagen Haft zu bestrafen sei. In dem Prozeß gegen de» Möbelhänbler Ken sich und dessen Helfershelferin unverehelichte Ludwig wurde gestern vor der II. Strafkammer das Urthetl verkündet. Dasselbe lautete gegen B e n s ch auf 1 Jahr 8 Monate G efängniß und 600 M. Geldbuße und gegen die L u d w i g auf 1 Jahr G e- f ä n g n i ß und 600 M. Geldbuße. Bensch pflegte durch Schwindel-Annonzen, durch welche„abreisende Künstlerinnen", „Bräute, denen der Bräutigam gestorben":c. ihr Mobiliar aus- boten, Knuden anzulocken und durch die Einrichtung seines Ge- schäftslokals dieselben in dem Glauben zu erhalten, daß sie sich wirklich in einer PrivatwohnNng befänden. Frl. Ludwig hat diese Täuschung noch dadurch verstärkt, daß sie die Rolle der „jungen Sängerin", oder jungen Wittwe bezw. Braut, spielte und durch allerlei komödiantenhafte Kniffe die Käufer zum schnellen Abschluß des Geschäfts bewog. Ans diese Weise wurde eine miserable Schundwaare an den Mann gebracht, welche oft nicht den dritten Theil des bezahlten Preises werth war. Trat aber ein Hineingesallener mit der Anforderung auf, daß ihm die Waare wieder abgenommen werden müsse, dann kam es Herrn Bensch auch nicht darauf an, gelegentlich auch einmal mit dem Revolver zu drohen. l er ausgebeutet worden sei, dieser Einwand ist sehr wenig SoziQlo Uebevstchk. Achtung Tischler. Die Kollegen der Werkstatt von Krüger, Friedenstr. 44, beabsichtigen, nach Fertigstellung ihrer Arbeit, sämmtlich die Arbeit niederzulegen, da ihnen trotz des ohnehin schon niedrigen Preises noch ein weiterer Abzug von 10 pCt. gemacht werden soll. Wir erwarten von jedem Berliner Tischler, daß er dieses berücksichtigt und sich nicht als Lohndrücker ge- brauchen läßt. Alles Weitere wird in der nächsten Versammlung im Osten, welche wahrscheinlich am Dienstag oder Mittwoch statt- finden wird, klargestellt.' Die Werkstatt-Kontrolkoinmission des Fachvereins der Tischler. (ßerirsIkS-Beikmrg. Zwei Sozialistrnpvozrste kamen am Freitag vor der zweiten Etra>kamm«r am Landgericht II. zur Verhandlung. In beiden Fällen handelte es sich um Entscheidung der Frage, ob Vergehen gegen das Sozialistengesetz auch nach Ablauf des letzteren bestrajt werden können und in beiden Fällen wurde diese Frage bejaht. In der ersten Verhandlung standen unter der Firma „Fiedler und Genosse»" 13 Arbeiter vezw. Handwerker ans Ber- Uu und Ilmgegend auf der Anklagebank, welche beschuldigt waren, am 26. Januar d. I. in Königs-Äuslerhauseii und zahlreichen anderen Ortschaften des Kreises Teltoiv Flugblätter zu Gunsten der Wahl des sozialistisch«» Reicht tags-Kandidaten Werner ver- verbreitet zu haben. Der Vertyeidiger, Rechtsanwalt Heine, be- stritt, daß das Sozialisteitgesetz als Zeilgesetz im geivöhnlichen Sinne anzusehen sei, etiva wie das Viehsenchen-Gesey, das stets nur auf kurze Zeit, oft nur auf Woche» m Kraft trete. Würden bei diesem Gesetze diejenigen Vergehen und Uedertretungen, welche in die Zeit des Bestehens fallen, nicht auch nach der Aufhebung bestraft werden können, dann würden wegen der Kürze der Zeit die meisten Vergehen unbestraft bleiben müssen. Bei einem Gesetze aber, welches 12 Jahre ununterbrochen in Kraft geblieben sei, könne von einem Zeitgesetze keine Rede mehr sein. Demgemäß plädirte er für Freisprechung, soweit nicht wegen mangelnden Beweises die Freisprechung ohnehin erfolgen müsse. Der Gerichtshof entschied jedoch dahin, daß der§ 2 des Strafgesetzbuchs al. 2 hier nicht anwendbar sei. Das Sozialisten- gesetz sei nicht abgeschafft worden, sondern einfach abgelaufen und so sei eine Verschieoenartigkeit der Gesetze nicht eingetreten, die- selbe Gesetzgebung bestehe weiter, denn sonst würbe die einzige Konsequenz sein, daß alle Verletzungen, welche einem Gesetze in Devfnttttnlunrten. Handlungsgehilfen- Derfammlung. Eine imposante, den großen Saal der Vockbranerei füllende, öffentliche Versammlung von Handlungsgehilfen fand am Freitag, den 31. Oktober, unter Vorsitz des Herrn Aug. H i n tz e statt. Ihr Verlauf gestaltete sich sehr interessant. Zahl- reiche Antisemiten waren erschienen; sie waren durch ein anti- semitisches Flugblatt zum Besuch der Versammlung aufgefordert worden, da in derselben der„Jude" Auerbach sprechen würde. Der Vorsitzende ertheilte zlliinchst dem Referenten, Geuossen Auerbach, zu seinem Vortrag:„Der Kausinann und die Sozial- demokratie" das Wort. Der Redner führte ungefähr folgen- des aus: Die bürgerlichen Parteien geben den industriellen Arbeiter ohne Weiteres der Sozialdemokratie preis, desto mehr suchen sie jedoch das Eindringen der Sozialdemokratie in den I�alifmaniiLstand mit alle» Mitteln zu verhindern. Be- sonders glauben die Deutsch-„Freisinnigen" den Kaufmann in Erbpacht genommen zu haben. In dem Maße, in dem sie ihr stärkstes Bollwerk gefährdet sehen, steigert sich auch ihre Wuth gegen die Sozialdemokratie. Ihr großer„National- ökonom" Eugen Richter hält den Handlungsgehilsen als ab- schreckendes Gespenst entgegen, im Zukunftsstaat würde ihr Stand nicht mehr vorhanden sein, daher wären sie es ihrem eigene» Interesse schuldig, die neue Gesellschaftsordnung auf das E»t- schiedenste zu bekämpfen. Allerdings wird es im sogenannten Flikunstsstaat keine Kaufleute im heutigen Sinne geben, es wird der Kansmann, der sich heute zwischen Produzenten und Kon- sumenten drängt, fortsallen. Wenn wir uns nun aber die Frage vorlege», ob diese Aussicht so schrecklich ist, so müssen wir einfach mit Nein antworte». Im ZuklinftSstaat wird es Brot für A»e geben. Ich habe mir sagen lassen und sehe es auch täglich, daß trotz aller Anstrengung heute Tausende kein Brot haben. Der Kleinkaufmann darf sich am allerwenigne» gegen die Sozialdemokratie auflehnen, ich erinnere ihn nur an seine heutigen Sorgen in der„besten der Welten", an die Wechselvroteste, an die Quartalsersten, an denen er seine hohe Miethe auszutreiben hat. Der Einwand der bürgerliche» Parteien, daß der Handluugsgehilfe nur verhältnißmäßig kurze Zeit unter seiner Abhängigkeit leid», da er ja bald selbstständig werde und dann seine Angestellte» ebenso ausbeuten könne, wie � 1 1* py*' haltig, wenn man bedenkt, wie wenigen es heute möglich ist, I'-» selbstständig zu machen. Wenn man ferner das der wenigen in Betracht zieht, denen es gelingt.„V..T mögen selbstständig zu machen und weiter, daß der 5tleiiika»I'' -''«■ �----- 1<----<-. 4---„.r OsM' sich ohne 'i' 0 � V WV»*V4.,•k-vtp mann sich unter dem Druck der heutigen auf ihm lastenden � hältnisse weit mehr noch als Sklave fühlen muß, als der Hilfe und Lehrling, so kommt man zu dem Schluß, daß auch c* alle Ursache hat, sich der Sozialdemokratie anzuschließen.(DO"' Unruhe, Beifall.) Meine Herren! Wenn der Kleinkaufinann erst Konkurs i'-1 macht hat, wenn mit ihm schon heute getheilt worden ist, we»» es ihm, dem älteren Mann, schwer»vird, dann wieder auch»ul für 60—75 Mark monatlich eine Stelle zu finden, dann wird ck von selbst Sozialdemokrat!(Stürmischer Beifall, Unruhe beiden Antisemiten.) Ter Kleinkaufinann wird eben immermehr durch � die Macht des Großkapitals in die Reihen der Gehilfen zurückgedrängt und daher ist es sein eigenes Interesse, mit diesen gemeinsam s>st die Erkämpfung besserer Gehälter, für Regelung des Lehrling-" wesens, der Kündigungsfristen, für Verkürzung der Llrbeiiszeu einzutreten. Als wir vor einigen Jahren mit unseren Forderungen hervortraten, erklärten die Freisinnigen, sie wollten von uns nickst' wissen, falls wir noch weiter die Gesetzgebung zii ilnserem Schulst anriefen. Die Herren wollten eben der schrankenlosen Ausbeutung der Waare Arbeitskraft keinen Damm entgegengesetzt sehen. W» haben uns an ihre Harmoniepredigten nicht gekehrt; wir iviM- daß es den Gehilfen nur möglich ist etwas zu erreiche», wenn m nicht mit den Prinzipalen, sonder» gegen dieselben gehen.(®"r richtig!) Die Herren Prinzipale klagen immer über d» schlechte Qualität der Gehilfen. Zugegeben, es wu"" wahr, so würde die Schuld daran einzig und allein aA ihr Konto zu schreiben sein. Die Herren sollten sich stst, fragen, wie es mit der Lehre beschaffen ist, ob es möglich daß in den sogenannten Lehrlingsfabriken ein junger Mann»ot dreijähriger Verwendung zu allen möglichen Dienstleistungen etivo- lernen kann. Es giebt sogar Lehrlingszüchtertien, in denen b-f Chef nicht einmal die Namen der Lehrlinge kennt, geschweige dem sich um ihre Ausbildung kümmert.(Sehr richtig.) Hat der justist Mann dann ausgelernt, so wird er m den meisten Fällen eim fach entlassen und kann da unter Umständen Monate lang oW Stelle herumlaufen. Erschwerend für den Stellungssuchenden ist' daß vorwiegend die Stellen unter Chiffre inserirt sind. Tam schreiben manche Gehilsen 500 und mehr Offerten, ohne eine Sich. zti finden.(Sehr richtig.) Hierbei gerathcn sie gar oft Leuten' die Hände— Stellenvermiltlern— die ihnen gleich Vanipys"" die letzten Groschen wegnehmen.(Sehr richtig.) Daß>nttu. Schilderung kein Phantasiegemälde ist, lehrt ein Blick nI Dort sehen wir. daß 1886 in den Arbeiter- ———-— w i.««4n1*Pn« ite Statistik, s-un|ty»u ivu, wup iwu...„ kolonien 6 Prozent aller Insassen Kaufleute"w., Es ist dieses ein Zeichen der übergroßen Arbeitslosigkeit, wsey am wirksamsten durch Verkürzung der Arbeitszeit entgegenzun- ist. Ich veriveise Sie auf die Verhandlungen der Arbeitcrjcyt Kommission im Reichstag. Es zeigt stch dort, daß allein d>e zialdemokratie für die Interessen der Arbeiter energisch ein � (Beifall.) Die 3 sozialdemokratischen Vertreter in der KommW". beantragten vollständige Sonntagsruhe,� auch siiy K", geiegucye cnegeumg vrtsrtvr» uuu jiuui mit, 4 Wochen. Vergessen wir auch nicht der weiblichen Äugest»�' ich weiß zwar, daß gegen diese in weiteren Kreisen eine Anti paust vorherrscht, ich gebe auch zu, daß sie infolge Jg rmgerer Wlderstandssähigkeit_ dem Prinzipale_ gegen' dem Gehilfen empfindliche" Konkurrenz mack.en. Doch bitte, Sie zu bedenken, daß auch sie unter dem Druck der wirths«)', licheu Verhältnisse stehen. Wir müssen sie als Kollegen belra* und sie zum vereinten Kampf mit uns heranbtldeii. Ich"0% Sie noch, wenn es Ihnen Ernst ist, sich über ihre Klassenlage � unterrichten, nicht inehr bürgerliche Blätter zu lesen, sonder»,� Arbeiterpresse, die auf keine Kommerzienräthe und Annonzen ficht nimmt. Die Interessen der Berliner Arbeiter vertreten a«., das„Berliner Volksblatt" und die„Berliner Aolkstribüne"( a, �...» e i n e r Beifall, vereinzeltes Oho!) allerdings ist es, den„Lokalanzeiger" und das„Berk. Taget» � zu lesen, als das Ardeiterdlatt, denn bei letzterem müssen denken.(Sehrrichtig! Beifall.). Wenn Sie sich nicht aufraffen, wird Ihre Lage 0% schlechter werden. Und mögen Sie sich noch so sehr vor, lfl! Wort Sozialdemokrat fürchten, bald werden Sie doch dur«. Verhältnisse gezwungen sein, mit der gesammten Arbeiter!?..� Schulter an Schulter für die unbesiegliche Idee der Zukunst-, F die internationale Sozialdemokratie zu kämpfen.( S t ü r m i s"0 Beifall.)_ ,J I» der Diskussion erhielt zunächst das Wort Herr R. Sfl:w (von seinen Freunden mit Applaus begrüßt). Er erklärte,"Vjf kein Sozialdemokrat, er sei national gesinnt und deutsch.. � Sozialdemokraten seien dagegen international. Er wolle Zukunftsstaat, er wolle heute Hebung des Mittelstandes, die Sozialdemokratie den Mittelstand vernichten»volle. kämpfe die Juden, wolle aber nicht hetzen.(Zwischenruf: 7.,,- werden Sie denn hetzen!) Redner wendet sich dann zu%*L(i lichen Angriffen gegen Genossen Singer. Es sei eine neue 4» t| entstanden, welche alle Mißstände beseitigen will.( B c» l.[ bei den Antisemiten. G e l ä ch t er. Ruf: W» 0-t, Jakob). Die Sozialdemokratie hat sich zur'Aufgabe ßW&t, die Unzufriedenheit zu vermehren, sie wollen dieselbe besfj' das sei das wahre Chriitenthum.(Ruf: Ctöcker!) verliest zum Schluß eine Resolution nnd ersucht dieselbe anz»'1""*). (Beifall der Antisemiten, heftige rWiderspr � Auerbach tritt den Ausführungen des Vorredners großem Beifall der Mehrheit in scharfer Weise entgegen widerlegt ihn in allen Punkten. Er bezeichnet es als um willige Komik, daß der Vorredner für das Lessing- TeukniaW� getreten sei, für das Denkmal des Mannes, der einen«•»" den Weisen" geschrieben hat. Der nächste Redner, Herr Müller, Mitglied des,..z- „Germania", schließt sich den Ausführungen seines Gesiuuu st, ein r � � � � iv« i � v»s, cv,«s* schimpft aus Sozialdemokratie und Juden f � misirt gegen den Zukunftöstaat, unter hesiigem Widerspru� Versammlung. Ihm wird in gebührender Weise vom Vorsts' Hintze gedient. �,hl- Es werden dann zunächst drei Resolutionen mit großer heit angenommen, welche 1. zum Beitritt in die Freie Vereinigung der Kuufle»'' fordern; tt5j( 2. welche den Reichstag ersuchen, die Arbeiterschutz- der sozialdemokratischen Fraktion anzunehmen; ist 3. die Versammlung verpflichten, die Arbeiterblälter 'Volksblatt" und„Aolks-Tribüne" zu halten. ,„ßst Tie Resolution des Herrn Jakob ivird dagegen mit ö fat Mehrheit unter dem Beffall der Versammlung abgelehnt. � lautete:„Die Versammlung erklärt, treu zu Kaiser«»v/W halten zu wolle», eine Besserung der Lage nur von der srennclichen Regierung des Arbeiter- und BnrgerköuigS W>l0" ,>! zu erwarten und schließt sich der internationalen Sozialvewo' nicht an"...»ist Nach Ablehnung ihres Antrages verließ die antiF»'',,/ Sprengkolonne unter wüstem Lärmen»nd Toben die Verlust lang. Der Radau, den sie ihrem Wesen getreu anrichte�' so groß, daß der Vorsitzende die Versammlung auf einige vertagen mußte, um einer Auflösung vorzubeugen. Nach eintritt in die Verhandlungen ivuroe die Diskussion so™.,#' Herr Kannegießer trat nochmals den antisemitischen AussM,, t'( entgegen. Nachdem die V-rsammluna mit einem Hoch W/ internationale Sozialdemokratie geschlossen war, g�Kiucfenben unter dein Gesang der Arbeiter-Marseillaise den u, m I§- krfrenlicher Erfolg ist noch hervorzuheben, daß sich in er-oersainmlnng S3 neue Mitglieder in die Freie Ver "Uguiig der Kaufleute aufnehmen ließen. ...y; Mahlkrri». 3(m 30. Oktober hielt der Sozialdeino� ralijche Wahlvercin für den 2. Berliner Reichstags-Wahlkreis me Versammlnna in Th. Keller's Hosjiiger ab. Herr Zllbin Gerisch hielt einen interessanten und beifällig auf- «rlwinn.enen Vortrag über„Nationalreichthnin und National- Niuth." Hierauf inachte der Vorsitzende die Zahlstellen des belaiiiit. Sie befinden sich bei Böhla» d, Restanrateur, Bülowstr. 52. flrae�u e r, Restanrateur, Gneisenau- und Schleierniacher Schmidt, Restanrateur, Dieffenbachflr. 84. -lli> l s ch k e, Zigarrenhandlung, Junkerslr. 1. t,■'ll'ch die Saininelstellcn für gelesene Zlrbeiterblätter wurden «aniit gemacht. Sic befinden sich bei den Herren: •H. Werner, Bülowstr. 04, Ho 6 Ö- Schröder, Krenzbergslr."15, Zigarrenfabrikant. �tto Klein, Kottbnser Dainm 15, Zigarre�handlnng. Sm- gnimch Eiigler, Friedenstraße 45, Hof 1 Treppe, .w- u"® niitjntheilsn, daß er mit dem Herrn gleichen Namens, er in der letzte» Versaunnluna der Schlächter bei Joel auf- S-trete» ist. nicht identisch ist. R! Ll r b e i t e r und 3l r b e i t e r i n n c n der � e l l e i d u n g s- I n d n st r i e! Tie zu Montag, den 3. Nv- muer, geplante öffentliche Versammlung aller Branchen der � Merd in ig z-I ii d>> st r i e kann, da ein passendes Lokal nicht frei ,% Ktcht staltfinden. Tieselbe findet daher aut Mittwoch, den inder, Abends ö'/e Uhr, bei F e u e r stein(oberer Saal), s? �flrnße 73, statt. Hierauf machen wir Alle, die es .'gebt, aufmerksam. In dieser Versammlung soll das Zlgitations- ronntee gewählt werden. Au dir Uorstäude der Krsaug-, Turn- und grsrlligrn "rrrinr. Unser Vereinskalender soll einer Revision unterzogen werden. Wir fordern daher die oben genannten Vorstände, welche m ��öudignng der regelmäßigen Wochenversammlungen ihrer �creine durch diesen Kalender wünschen, auf, uns unverzüg- 1 ch hiervon Mittheilung zu machen. Nur diejenigen Vereine, � I'ch nielden, werden von Dienstag an berücksichtigt. Die Redaktion. i.. öffctitlid); toiiuldcuiotiralische Polkovrrsiuinulung des Ntider- im MnIiltieUce c.m Sonniaa, den 2. Novcinlier er,, M.llagS 12% Uhr, «MBUram Gecschlötichen, SieiniNeudorf, Btarrslrahe Nc. 1—2. öifrntliche F«r«»i»eor»taiiu»tn»s am Montag, den 3. November, �»> Uhr, tu(Sroitocirä Bierhalle», Sommandantenstc."7—79. 3 3i;iimrcitutc. Lotaloerband Berlin. Montaa, den l>rabe°M�°.h htbcndS s Uhr, Berfammmnz bei Fenerftein, Alte Zatob- 4 der Altg. u. Zentoal-Kraniir«-». Hterbckassc den Mrtail- e- H- i0 u. 89, Hamburg. Ten Mitgliedern hierdurch zur»enntnch, nächst« Bersammlung incht am 2., sond-rn am 9. November er., Bor- 5 r!l ul>r, bei Bolzma»», AndreaSstr. ro, stallstudct. mn,v-r«>t»l>„Zu»» iicht".»itzuiig am Tomiiag, den 2. November, Vor- Sei«..1!9 10 Uhr, Sluucuflv. Iii. Tagesvidnimg: Borlesung aus Bebeles„Die Dittuffwn. BeefchledeueS. öästc habe» freien Zutrilr und gud ioill- �a>A'ichbi»drr-!tl!ii»i«rchov Merlin. Sonntag, den 2. November er.: Ec- ßA.-'tche« Beifammeuseiu mit Tanz tn Jeuerstein's Tunnel, Alte Jatobstr. 7ü. J.'| lOiBtoimucu. !auvr1"llc Hrtafmännifch» Kraut, r»-»»d Ktelbrliassr.«S. ß. 71) Sf ffiS' Nordost, flcibeJfir. 10. Moutag, de»£. November, llibeud« 8% Uhr, «inoria-Refiauraut Mitnzftr. n: Borslandssihrmg. Poller'scher Striiogravhen-Perrin„Kiid-Kerli»": Eitzuug am Mou- tag, Abends sl Uhr, im Restaurant Proh, Annenstraße Nr. 9. Beginn eines LehrtnrseS. lotliische vefeUschaft. Sonutag, den 2. November er., Abends 7l! Uhr, Trenadiersir. 93 bei Seeieldt, Vorträg des Herrn Dr. Völtel riber Avollon.us von Thyana. Nachher gesellige Unterhaltung und Tanz.(Sciste, Damen und Herren, willkommen. Aer i'cveii,„berliner Norri-ro»ud§-r»soge»os!'e>,"(gegründet isg?) hält ain Montag, den a. Nov-mber, Abends o Mir, Martgrafenstr. Nr. s? bei Weigt eine anbeivrdentllche Eeneralversammlung ab. Aufnahme neuer Mitglieder. Wahl des EhrenrathS. Gaste ivillkomman. ztercin deutscher Schul, macher(Zahlstelle Berlin). Versamnilnng am Montag, den 3. November, Abends sy. Uhr, bei Frnerstein, Alte Jaiodstr. 75. Tagesordnung: J. Berichterstattung von der Generalversammlung. Referent Kollege Fischer ans Frankfnri n. O. 2. Tistnssion. s. Verschiedenes und Frag.kasten. Täfle sind willlommen. Nene Milglieder werden aufgenommen. Mufik-Nerei» Giiri», gegründet I8S>. Montan, Abend sll Uhr, Uebungs- stunde bei Roll, Adalberlftr. 21. Dirigent Julius Winklcr. Nene Mitglieder werden anfgenoinme». Rrrri» zur Wahrung der Snrrrrss-n der Schuhmacher. Bersamm- lung am Montag, den S. d. Mts., im KonigShos, Bülowpraße 37—40, am Tennewihplah. Borirag von Herrn PcnS über: Charles Fourier und sein Sozialismus. Diskussion. Verschiedenes. Groffe öffentliche Uersniumlung für Männer und Frauen am Sonntag, den 2. November, AdendS o Uhr, in den Zeniial-Zsstsälen, Oranienstr. iso. dirohe öffentliche(»siatdemoliratikche verlamnilung der Genossen des Niederbarnimcr KreiseS am Sonntag, den 2. November, Mittags lall Nbr, im Saale des Sternecier, Weißensce. Bortrag des Steichstags-Abgiordneten Etadlhagcn. Wahl eines Vertrauensmannes für den Wahlkreis Nieder- barntm. Fachverein der Schlächtergekellen Berlins und Umgegend. Sonntag, den 2. Noveniber, Nachmittags 4% Uhr, tn May's Festsälcn, Beulhstr. 20-21: Versammlung. äleftentliche Uersammiung der Feilenhauer Berlins und Umgegend am Montag, de» 3. November, Abends 8 Uhr, bei Keller, Bergstr.«s, Grohc öffentliche tz>»rsamn>l>ing stir Fraueu und Männer am Sonntag, den 2. Rooember, Nachmittags 2% Uhr, tn Lehinann'S Eaton, Schwcdcrstr. 23. Kr-te Nereinigung der Iiuinierlent« Berlins. Versammlung am Montag, den 3. November. Abends slj Uhr, tn Wille'? Salon, Hochstr. 32a. Knchvrrei» der Tischler(Weißeasee). AN! Montag, den s. November, Abends 8'( Uhr, tn Hieb's Lokal, Rohlke- und ChartoNcnbnrgcrstrahen-lklte: Versammlung. Achtung: Kutscher und säinmtlich- Im Fuhrwesen beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Große Eeneralversammlnng am Sonntag, den 2. November, Abends 7!t Uhr, bei Weyer, Alt- Jakobslr. 83. ziere i» selbstikändiger Korbmacher. Versammlung am Montag, den 3. November, Abends 8% Uhr, bei Roll, Adalvertslr. 21. Tagesordnung: Be- rathung des von der Eehilsenschaft neu aufgestelllcii Lohntarifs. Gäste willkommen. Nerein zur Wahrung der Jutereisen Kerliuer Dachdechrr. Sonntag, den 2. November, Vormittags 10 Uhr, im Restaurant Schi liier, Kl. Markus- straße 10. Tagesordnung: 1. Vortrag über die GcmerkschaflSbeivegitng und ihre Bedeutung. Referent Herr Fr. Schulz. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Kroße öfsentiiche Uerjämmlnna für Frauen und Männer gm Sonntag, den 2. November, Nachmittags 2% Uhr, tn Lehniann's Salon, Schwedter- straße 23. Tagesordnung: I. Tie Volksschule tn Frankreich. Referent Herr Pens. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Achtuns, Arechsler! Montag, den z. November, Abends S Uhr, öffentliche TrechSler-Berfammlung aller Bernfsgenossea tn den Armtnhallen, KommandanrenNr. 20. Tagesordnung: I. Der Pxieitag und sclne Bedeutung für die Kewerkschaflen. Resercn! Th,(Sloike. 2. Tletnssion. 3. Abrechnung der Hamburger Sammlung. 4. Uns re Streiks. 5. Sieilunanahme gegen den von der Innung zu ernennenden Eefellen-Ausschnß. 0. Verschiedene». Da» Erscheinen Aller ist»ölhig. Sergniigungoucrei»„Fidetio". Montag Abends 9 Uhr bei Hanf, Köpnickersir. 02 I. Damen und Herren als Gäste willkommen. Arbeiterbildungo-verein für Weisensee und Umgegend. Außer- ordentliche Mitgliederveriammlung am Dienstag, den 4. November, Abends % Uhr, im Saale des Herrn Dewein, KönigS-Ghausse. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Stadtverordneten A. Hcinoorf über Bernfskrantheiteii und ihre naturgemäße Heilung. 2. Tislussion. s. Vereinsangelcgcnheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten..— MltgltedZtarto legilimirt. »Zauverein Kerliuer Silbhaner. Dienstag, den 4. November, Abends Uhr, bei Feuerstein, Alte Jatobstr. 75: General-Versammlung. Fnchverei» der Sithogrr.pheu. Dienstag, den 4. November 8 Uhr, findet Beuthsir. 22, 1 Tr., eine Milgltederversammlung statt. ordnung: 1. EeschästllcheS. 2. Tie Arbeiten im neuen Veretnsjahr. wähl einer Kommission für Siatffiik. willkommen. Nnterftübungobund der Kanodiener ßlerlin». Abds. 9 Uhr, bei Feuerstein, Alle Jatobstr. 75, 1 Tr.: ordnung: l. Mtllheilungen. 2. Borlrag: Abendö TagcS- .. s. Neu- 4. Verschiedenes. Kollegen als Gäste Dienstag, den 4. Novbr., Versammlung. Tages- Tle Gntwickelung der Familie. Referent Herr H. Sirobcl-Marbtirg. Diskussion, s. Ausnahme neuer Mil- giieder und Ausgabe der nenni Slatutendücher. 4. Verschiedenes und Frage- tasten. Jeder Kollege ist als Gast gern gesehen. NenU'nl-äU'umten-:111b Sterbestalfe der Tabullarbetter Deutsch- land», örtliche Benoallung Berlin 2, Tienstag. den 4. November, Abends bis Uhr, be! Miadt, Briinncnstr. 3Z, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: l. Abrechnung pro 3, Quartal. 2. Bertchr der OrlSverwaltUng. 3. Ter Kongreß eingeschriebener Hilsslasfen tn Verlin. 4. Verschiedenes. Zcntraiverein der Aauo- und bZeschöftodiener Keetin», Außer» ordentliche Geueralversan:mlu»g am Dienstag, den 4. November er., Abends d Uhr, be! Deigmüller, Alte Jatobstr. 48 a. Tagesordnung: I. Vortrag de? NechlSanwalts Herrn Wotfgang Heine über die gesetzlichen Bestimmungen in Bezug auf die gewerblichen Arbeiter nur besonderer Berücksichtigung der Stellung des Hausdieners. 2. Distusfion. 3. Mitlhetlnngen und Ausnahme neuer Mitglieder. 4. Wahl der Nechlischnh-Kommission. 5. Verschiedeues und Frogetasten. Bei der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Mit- gliedes zu erscheinen..Kollegen als Gäste gern gesehen. Koiialdemolirutischer Lese- und Diolintiesttnb Dorwürt«. Mittwoch, Abends e'i Uhr, im Lokale des Herr» Köh», Nannynstr. 89. Vortrag des Herrn Mannlat über menschlich- Gesellschaft. Dislufsion. Gäste haben gutrttt. Reue Mitglieder werden aufgenommen. vetfentliche Uersainmlnnc! des Leseklubs Karl Marx am Donnerstag, den c. November, Abends 0 Uhr, tn der Braueret Habel, Bergmannsir, 5—7. Vorlesungen n»d Erllärunaeu des Herrn Pens aus dem Kapitel von Karl Marx.— Es findet jede Woche eine öffenlliche Versammlniig statt, tu welcher diefes Thema fortgesetzt wird. Oepef«sie»l. (Telegrainm des„Herold.") Kochum, l. November. Die heute hier tagende Delegirten- versautinlung deö alten Bergarbeiter-Verbandes war gut besucht. Laut Bericht zählt der Verband gegenwärtig 3-4 311 Mitglieder;- in de» letzten drei Monaten wurden 3082 neue Mitglieder ge- wonnen. Die Einnahmen betrugen 48 561 M., die Ausgaben. 43 234 M. Die einzelnen Zahlstellen haben von der Jahres- einnähme— jedes Mitglied zahlt jährlich 3,00 M.— pro Mitglied nur bis 20 Pf. an die Zentralstelle abgeliefert.— Die über eine Anzahl Führer verhängte sogen.„Mnndsperre" wurde durch ministerielle Verfügung ausgehoben. Vvieflrnffen dev Medttktion. Brieflich Er- der Bei Anfragen bitten wir die Abonnenients-Quiltung beizufügen. Anttvort wird nicht ertheilt. F. M. lieber diese Frage müssen Sie schon selbst kundigtliigen einziehen. Gehen Sie doch einmal hin nach Dorotheenstraße. W. A. 7, Das sieht augenblicklich an den Anschlagsäulen. W. Kr. Die von Ihnen erwähnte Zeitschrift ist uns leider nicht bekannt. Kchmrdt, 6 jähriger Abonneut. Wir haben Ihre An- frage dem Parteivorstand übermittelt und Sie werden von dort aus Auskunft erhalten. K. K.. AlünchrbergerAraße. Wenn Sie einen Buch- Halter mit Allsstellung einer Berechnung beauftragen, so kann er dafür angemessene Entschädigung verlangen. Verklagt er Sie, und wird seine Forderung für zu hoch befunden, so wird er mit dem Zuviclaeforderten abgewiesen. Bieten Sie ihm jedenfalls an, ihm gegen Aushändigung der Rechnung den Ihnen angemessen erscheinenden Betrag zu zahlen. E. K. Nicdev-Schötttveide. I. Schlagen Sie doch im Adreßkalcudcr nackt. 2, Das erfahren Sie am besten im land- wirthschastlichcn Ministerium. Zwei Streikrnde. Schon im Mai. hlöbel-. Spiegel-.. mn Myg. Herold, 444 Hut-Fabrik OSCAR LISKOW 47a. Drauieilsir. 4?a. _ Ecke Luckauerstraße. "wie rnSS ÄrbeiteB»= i4onts,oimai,keis. 321 Feste Preise. Für Mark 38 � liefere in allen Farben, elegant sitzend, gut gearbeitet. J. Baruch(vormals Adler& Barnch),| 143. Oranienstraße 143, S zwischen Moritzplatz nn d Brandenburgstraße. Feste Preise w O & CD 03 CD P- llche Kaarrinl.äufr größerer Gelegenheitoposte» gebe ich sämmt- Maaren zu noch nie dageivcseuen Preisen ab. 35 . 5"Ä" 3 Mark ÄH n glatt und karrirter Herbftkleiderstoff.... 4L% ß krt-|chw. xtn!. und l Paar HerreN'Uttterhai'e« titen-Zlntereockt mit Blende u. 1 Paar ifamt i'iefcu l�tzh ff-. r' r �» TV* vv-----_. , Md dii-Lchsutiichre. gesäumt in. Borde, V: Dtzd. reinl. Herren- do. H Mk. s �uff�M'icher.'/» Dtzd. reinl. Ka>, dtiicher. 1 reinl. 11 o 11 1 ach 3 AI!-. 4 Ist,„v und 1 reinl. Bettlaken ohne Naht, 3 Ellen lang 3 zillt. SoPha>Ke;ng«. 3 �wrchc,,� 3 Mk. 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November, Abends 8'/» Uhr, im Lokale der Norddeutschen Brauerei, Chausseestr. 58. Tages-Ordnung: I. Abrechnung und Neuwahl des Vorstandes. 2. Vortrag des Herrn C. Vaake über:„Liberalismus und Sozialdemokratie". 3. Diskussion. 4. Verschiedeues und Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt. Gäste, welche Mitglieder werden wollen, haben Zutritt. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. 23 Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand._ Ach chnDt KchWlW sämmtlicher Mitglieder eingeschriebener Hilfskassen am Mittwoch, d. 5. November, Abends 8 Uhr, in Joel's Salon(früher Keller), Andreasstraße 21. Tages-Ordnung: 1. Die Novelle zum Krankenkassen-Geselz. Referent: Herr Redakteur Schütte. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Bei der schwerwiegenden Tragweite dieser Gesehesvorlage für die Mit- glieder eingeschriebener Hilst lassen ist das Erscheinen aller Hilsskassen-Mitglieder dringend erforderlich, um Stellung gegen dieselbe zu nehmen. C Der Einberufer. Große Versammlung W lojiillfiiiofratiichn Wahlmeivs s. Tettm-WMtMg am Dirnstag, dr» 4. Zlonrmbrr. Abends 8 Uhr, in der Gose-Krauerri zu Charlottenburg, WaUstraste Ur. 40. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Niar Kaginaki über: Anarchismus und Sozia- lismus. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Um recht zahlreichen Besuch bittet 18_ Der Uorstand. Freie Vereinigung der Graveure und Ciseleure. Montag, 3. November, Abends 9 Uhr, im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45: WM" Versammlung, Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Herrn Dr. Kollwitz über:„Sozialhygiene." 3. Diskussion. 4. Verschiedenes.____ 91 WM" Commers am 22. November in Sanssouci. Billcts dazu h 50 Pf. beim Komitee: Kleinschmid, Alte Schützenstr. 12; Kothe, Elisabeth-User 12; Metzkow, Kl. Stralanerslr. 12/13; Rocher, Schönlein- ' ra|e 82; Roll, Oranienstr. 112 und täglich im Arbeitsnachweis, Dresdener- , raße 45.— Titelblätter und Illustrationen zur Festzeitung müssen bis zum 8. November abgeliefert sein._ Der Uorstand. I Große öffentliche Versammlung sämmtlicher in dtrUmenjchilijer-Brliltche beschästigtell Arbeiter am Dirnstag, den 4. Uovrmbrr. Abends 8 Uhr, in Scheffer'e Salon, Insetstraste 10. 28 Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Ango Lehmann über: Gewerkschaftliche Organi- sation. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Es ist Pflicht eines jmn Kollegen, in dieser Versammlung pünktlich zu erscheine». Der Einberufer. Fachverein der Metallschleifer und verwandten Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Montag, 3. November, Abends 8 Uhr, bei Neyer, Alte Jakobstr. 83: WgT Grosse Versammlung."HM Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Link. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Die Kollegen von Ludwig Löwe& Co., Müller, Mariannenstr. 31/32; J. Mehlich, Sophicnstraste 16, werden ersucht, vollzählig zu erscheinen.— Der Arbeitsnachweis befindet sich bei Niemetscheck, Skalitzerstraße 18,— Beiträge werden für den Norden bei A. danke, Reinickendorferstr. 57 b, sowie im Arbeits- Nachweis entgegengenommen.[20] Der Vorstand. Verein äentscher Schlchlimcher. Zahlstelle Berlin. Montag, 3. November, Abends SVe Uhr, bei Fcnerstein, Alte Jakobstrasse 75; ÜST Mitglieder-Versammlung."MZ Tagesordnung: 1. Berichterstattung von der General-Versammlung. Referent: Kollege Fischer aus Frankfurt a. O.— 2. Diskussion.— 3. Verschiedenes und Fragekasten.—©äste willkommen.— Neue Mitglieder werden aufgenommen. 12. Der DevoUmächtigte. Gp. ü�esiiliche VeMammWng des Arbeiter-Bildungsverein zu ßixdorf. am Montag, d. 3. Nov., Abends Sv« Uhr, im Lokale des Hrn. Barta. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn I. Türk über:„Hexenprozesse". 2. Diskussion. 3. Kommunales und Verschiedenes. 12 Frauen haben bis auf Weiteres in unseren Versammlungen keinen Zutritt Der Vorstand. Verein der Plätterinnen Berlins. Mo ii tag, den 3. November 1890, Abends 8 Uhr; A'che(iiijjcmlciitliijc Mtsliekr-AerskmmlNg im Saale der Kranerei Dötzom, am Prenzlauer Thor. Tagesordnung: Oeffentliche Versammlung sämmtlicher in der Pelz», Mützen- und Zurichter-Branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, sowie der Fabrikanten und Selbstständigen obiger Branchen am Montag, 3. November, Abends S'/e Uhr, im Schützenhanse, Linieustr. 5 6. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille. Diskussion. Bericht der Revisoren über die Unterstützungstasse der Kürschnergesellen Berlins. Die„Deutsche Hutmacher-Zeitung" über die Hausindustrie und Müyenfabrikation in Berlin.[17] Der Mnberufer. Fachverein der Steinmetzen. Sonntag, den 2. November, Vorm. 10 Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstrasse No. 48a: Gr. GemMersmiillW. Allen Freunden und GSenciKj die Anzeige, daß am 29. v. M. st1" 7 Uhr eine stramme Proletarierin er gekommen ist. Franz Wegner nebst Frall, 37 Pallisadenslr. 58. Unserm Schafskopf- Kollegen kW" Andräe zu seinem morgigen Gebuch' tag ein donnerndes Hoch, daß st11" ganze Walzensäge wackelt. M Franz m merkste nischt. R. B. H. K. K. Sch._. Allgm. Metilllarbeittt-VeB Berlills null üingege�. Grosse Versammlung am Dienstag, den 4, Oktober 1*% Abends 8V2 Uhr, in Uebel's Salon» Naunynstraße 27. Tagesordnung: 1. Vortrag des Heck11 Alb. Auerbach. 2. ZÜskniM"' 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Ver- schiedenes und Fragen.— Um rech1 regen Besuch wird gebeten. 24 Oer Vorstand� Der Vorstand. Abrechnung vom Streik der Mökelpolirer Herlins. Ausgabe. Mark An Streik-Unterstützung... 2:56,70 Gehalt für die Kommt; ston. 727,— Inserate im„Berl. Volksbl." 158,— „ in diversen Blättern. 58,15 Drucksachen, Tarife, Flugblätter, Quittuugsmarken ic. 156,— Säulenanschlag...... 64,— Reisegeld und sonstige Unter- stützung........ 75,50 Bureaubedarf und Porto.. 53,38 Für Referenten b. Versamnil. 7,— Allgemeine Agitationskosten. 144,50 An d. am 1. Mai gemaßregelten Former und Kernmacher. 100,— Einnahme. Mark Auf Sammellisten..... 2289,26 „ Streitmarken..... 979,— Vom Verband d. Möbelpolirer 499,70 „ Fachverein der Tischler Berlins...... 50,— „ Fachverein der Lederarbeiter Berlins... 30,— „ Fachverein d. Steinträger Berlins...... 40,— „ Fachverein der an Holz- bearbeitungsmaschincn beschäftigten Arbeiter. 40,— „ Fache, der Kistenmacher 30,— „„ der Modelltischler 30,— „„ der Hutmacher. 25,— „„ der Pianoforte- Arbeiter Leipzigs... 30,— Ueberschuß d. Tellersammlung: der T schlerversammlung am 27. März im Böhm. Brauh. 40,22 der Klavierarbeiter- Berslg. am 8. April b. Bnggen Hagen 28,11 der Buchdruckerei- Hilfsarb.- Versammlung am 10. April 7,60 Tellersammlung d.Möbelpolirer am 13., 18. und 25. April. 40,47 Aus Mittweida, Frankfurt a.O. und aus hiesigen Werkstätten und von Kollegen.... 28,95 Summa M. 4218,31 Summa M. 3900,23 Bilanz. Einnahme Ausgabe. . M. 4218,31 ...„ 8900,23 Bestand M. 818,08 Abrechnung vom Streik der Polirer bei Gebr. Nothmann. Einnahme. Mark Obiger Bestand.»».. 318,08 Aus Sammellisten..... 68,10 Tellersammlungen..... 18,46 Vom Verband d. Möbelpolirer 226,— Für Streikmarken..... 43,55 Grosse Versammlung des Berliner Arbeiter-Bildungsvereins am Montag, de» 3. Aovembrr, Abends 8 Uhr, im Lokal Schwedtrv- Straße Ur. L3-Ä4. Tages-Ordnnng: I. Vortrag des Herrn Pens über:„Die Begeisterung des Sozial- oemokraten trotz der Theorie von der ökonomischen Entivickclnng. 2. Tis- kussion. 3. Verschiedenes. 4. Fragekasten. 27 Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht __ Der Vorstand. I. A.: T. Koasch, Fürstenbergerstr. 11. Oeffentliche Versammlung sSnmWer in UM- n. Eisengießereien beMigten Arbeiter Berlins und Umgegend Montag, 8. Uov., Abends S1/« Uhr, in Säger s Salon, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Vortrag über Unternchmerverbände und Arbeiter- Organisationen. Referent: Herr W. Werner. 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zur Berliner Streik- Kontrolkommission und event. Wahl eines Dclcgirten. 4. Verschiedenes und Mitglieder-Aufnahme. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. U m recht zahlreiches Erscheinen bittet_ Der Einbernfer Den Herren Schuhmachermristern und-Gehilfe« zur gefl. Nachricht, daß die Anker-Schuhleisten-Fabrik von G. Hepke vorm. Paul Gäde in unseren Besitz übergegangen ist, und machen wir auf das reichhaltige Lager von weißduchene» und roth» buchenen Herren- und Damen-Leisten besonders aufmerksam. Großes Lager der weltberühmten u. preisgekrönten Brennwerk- zeuge u. Schwarzwachs„Marke Berliner Gewerbe-Ausstellung", sowie sämmtl. Bedarfsartikel für Schuhmacher. C. Japsen& Co., Berlin C., Seydelstr. 4._ 13 14 Summa M. 074,19 Ausgabe. An Streik-Unterstützung... Porto, Papier, persönl. Aus- lagen:c........ Versäumnisse...... Verlorene Streitmarten... Vorschuß zurückgcz.a.d.Verbaud An die Hamburger Bauhandw. Mark 467,50 9,98 4,95 4- 91,— 30,— Bilanz. Einnahme... M. 674,19 Ausgabe...... 607,45 66,70 Summa M. 607,43 Bestand M. Revidirt und richtig befunden Alberl Gräber, Grüner Weg 65. Bald. Pranke, Blumenstr. 38, Gustav Bau, Brunnenstr. 94. Indem wir Allen, welche uns in unserem Lohnkampf unterstützt haben, unseren Dank hiermit erstatten, ersuchen wir unsere Berufsgenossen, die Tischler, uns auch ferner dadurch zu unterstützen, daß sie mögen mit Sorge tragen, daß in ihren resp. Werkstätten die Polirer nicht nach Feierabend oder Sonntags arbeiten. Wir werden nicht ermangeln, auch überall unsere Schuldigkeit zu khun. IS Größte Auswahl w Werl, Violinen, Tromneln, Hnmonikas u. all-Blnsinjirnnlenten Musikwerke mit Marseillaise. 26 Aug« Kessler, Lausitzerstr. 51, am Görlitzer Bahnh. Möbel-, Spiegel- unc? Posterwaaren- Ganze Ausstattungen Manazitl- Küchenmöbel in grosser 1 in Mahagoni n. Nussbanm. a Auswahl empfiehlt Julius Apelt, Srbastianstr. 37—38. Reelle Waare. Prompte Bedienung. Das 1. Stiftungsfest der Freien Vereinigung der KanUeo� findet ani Sonnabend, den 8. W0' vember, Abends 8 Uhr, in D e i S' müller's Salon, Alte 3<# straße 48a, statt. Prolog von Alb. Auerbach, gesp. von Frau E. I h r e r. Festrkd-' NWP' Tanz-Kränzchen."W* 12 Uhr Kaffeepause; während derselbe1 Vorträge. Freunde und Genossen ladet ein Der Vorstand. Billets für Herren 75 Pf., für Dame" ? f.-! or SO.. Mariannenstr. 34; Alb SO flynrinnnenftr. 34: Alb. t.... SW. Lothringerstr.-,■ r �„ bergerstraße 21, Adolf Schaff"", Fürstenstr. 10, part. Fachverein der Lederarbeiter. Montag, den 3. November, Abe". 8V2 Uhr, in den ,,Central»F*' sälen" Oranienstraße 180: Versammlung Tagesordnung:. h,( 1. Vortrag(Referent wird»n Versammlung bekamtt gemacht." T, cinsangelegenheiten. 8. Verschiede1 Um zahlreiches Erscheinen bittet 42 Der Vorsta»1" |i 1 B 1 I Fehlerhafte i in Sophagrösse 5, 6, 8 in Salongrösse 10, 15, 0 I bis 50 Mark. r Portliren m. Gold dnrehw.?. und 4 Mark. ,0Jt Mm/Z'TS** 10, 15-40 Mark. Schlafdecken, Reise' 1 decken 4, 6, 8, 10 M..j Gardinen«. Teppichfobr«' Emil Lefevre."f Oranienstr. 198. Waaren-Katalog, reich illustc1"!' 200 Seiten stark, gratis und _ Iii Elegante Winter-Pilet� 18 M. Bieg. Jackel- Anzüge- 20 M. Elegante Rock-Anzüge� 30 M. Hooheleg. Kammg.-An*®" 7M. Gediegene Stotfhosen- 15 M. Bieg. Winter-Palelols-. 4 M. Bunte und weisse 4 M. Elegante Knaben-Anz»" 1,50 M. Knaben-Stoffhosen. KrsteUungr« nach Manst � foliden Preise». Mgr Uur den Leser« ..Herl. Uolksblatt" S f* Rabatt.. Gebr. 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Wer erinnert sich nicht rothbäckiger appetitlicher Aepfel, nach °e>ien die Hand freudig griff, und der Enttäuschung, wenn sich herausstellte, daß gerade die schönsten und anscheinend besten «kemplare dieser Ovstgattung ein unheibares Hebel in sich bargen Z?en Wurmfraß? Wer erinnert sich nicht an Leute, nielche der M großer Rechtlichkeit und Tugend umgab, und die sich bei Sumerer Bekanntschaft als ganz gemeine Schufte, Betruger, Memmer oder a. dergl. entpuppten? Die Existenz derart, ger äiiverspruche zwischen Schein und Wirklichkeit ist zu bekannt, als sie eines Beweises bedürfte. Dagegen wird man nicht "Wc eingehendere Erörterungen einen Schritt weiter thun, nicht chne Beweisführung den Satz aufstellen dürfen, daß die söge- Nannte bürgerliche Moral, welche das Berhältniß der Menschen f einander, besonders aber das zwischen Mitgliedern verschiedener inz.mler Volksklassen oder Gruppen charakterisirt, ein mühsam a stecht erhaltener Schein, keine logische Wirklichkeit ist; und daß jJMjitgemäp behandelt oder geachtet, bezw. mißachtet wird, nicht j,.i nmch vor dem Forum der Gesellschaft, aber privatim oder -geheim, wenn gute Ztameraden unter sich sind und sich„nicht »n geniren brauchen." bpm""ige Beispiele dafür, welche mehr oder weniger mit �...''"lenthalt des Verfassers in der Stahe eines etivas be- o II �ies in Beziehung stehen. W, i.. m Fürstrathum Monaco gehört das durch seine Spiel- weif �nt!te Monte Carlo. Der Ruf dieses Ortes ist ein so Ii»- verbreiteter und dabei so wenig schmeichelhafter, daß ängst- stch nicht selten scheuen, hier ihren Wohnsitz au zu- i»is Zwar selbst dann, wenn der Arzt ihnen denselben �ologisch-kurörtlichen Rücksichten anempfohlen hat.„Wir ..unseren Bekannten doch nicht Monte Carlo, dieses als »nd � k!"errufene Rest, als unsere Adresse angeben!" heißt es, »libp Kurgäste finden sich in der Umgegend an, aber immerhin 53.? 9enug, um dem„so geflissentlich gemiedenen" Orte tagtägliche j» und zwar recht lange, abzustatten. Der Schein, als ob man fli-i,-"'che der Spielhölle wohne, wird nach Kräiten vermieden, T?.sedoch das Spiel selbst und der steißige Besuch der Hölle. fta-x..egerlichc Moral aber, die Wohlanstänbigkeit oder der An- qch'w angeblich gerettet. »knsi�. u braucht natürlich nicht nach Monaco zu gehen, um H.mfo Rettungen des Anstandes zu erlebe». Geioche öifeutliche 1(5"' in allen größeren Städten, erhalten allnächtlich zahl- ml■ besuch; und gar mancher der Besucher führt tag- - e>>>e—'-■-■ ehrbare Miene umher, spricht wohl gar von 00* 5)." vyfcuuvc ivuvnc umyt*.,»uvyi yuv wu liA.ni'eehchtigteit der Zeit oder rathet und thatet in öffent- e'"e", angeblich um der weitverbreiteten Sittcnlosigkeit iwr�uchu». Dein Unerfahrenen und Aufrichtigen aber, der es sich stA"e" läßt begangene kleine Ausschweifungen arglos cinzuge- ikdei?,' zun, mindesten auch von den eigenen Genossen und i» der Vorivurf gemacht, er wiste den Anstaild nicht llb-ni?. Wo liegt bei solchem Verhallen der die Kritik aus- »>irkli!5 die Moral? Sicherlich nicht in der Enthaltung von " oter vorgeblichen Lastern, sondern in ihrer Verheim- Sa.;® denn etivas anderes ist diese Wahrung des guten �es oder Anstandes nicht. &ii»Th, kehren wir nach Monte Carlo zurück. Weshalb hat die isth v k>en Ort in solchen Verruf gebracht? Begreiflicher Weise L? die Geld- und oft sogar Vermögensverluste derjenigen, �it' ort ihr Glück versuchten. Die Bank steckt ihre Gewinne % �"thematischer Sicherheit ein, nicht imr weil ihre durchschnitt- Zfo!?emu,nstchance sich zu derjenigen des spielenden Publikums wie lh»verhalt, soni ern auch iveil dieses bei längerer Fortsetzung . stch>r her oder später stets einer Serie von Verlusten �in. steht, welche entweder abschrecken oder aus Mangel an »>»»>>.„"'cht bis zum Wiedereintritt günstigerer Chancen über- >>i>d-I' werden können. Daß mitHilfederPermutations-.Variations- ihgel°"wwatio»srechnll»geii gewiegte Mathematiker trotzdem i».-„"U'-ufinden vermögen, durch deren Befolgung der Spieler h». �en, allerdings verhältnißmäßig unbedeutenden Bortheil 'efiidto» kommt, thut nichts zur Sache; denn unter tausend teih.,Ist" des Kasino(Raine der Spielhölle) hat neben aus- >l>ath.,,,","ltblütigkcit und Geduld sicherlich kaum einer diejenige vthwiln jsthe Routine und Sicherheit, die zur vortheilhaslen An- is�wiiiia a... M die �„�.�phekeegeln nöthig sind. Man kann inithin sagen, »Wim des L gieichbedeutend ist mit systematischer Slusplün- 5?>"tze.,5"dllkni»s. Und doch steht sie unter obrigkeitlichem -wen ist sie heute die einzige, nämlich letzte am i j«'Spielbank ganz Europas. Viele anderen, die stststten iiJw�'ch' Belgien, Deutschland, der Schweiz u. s. w. �''"Ö behördlicherseits aufgehoben worden, weil— weil Ein„(„p'ch�fchveibet verlas den Anklageakt. ii oh,,» Jacher Kindesmord, ohne alle interessaiite Zu- bei->"I. �dheiierlichc Details". Die Angeklagte, Dienst- .,5?"iciii»,?','--•- im benachbarten Flecken, hatte ein "igt'l011 Geschlechts, lebensfähig, geboren inid es d..Es,"'chis weiter. Ä>i°.,. der fünfte Kindesmord seit Eröffnung der i5j." beinVvpl" Serben langweilig; immer genau das- ichbar"0 ctu dicker Bourgeois gähnend zll seinem gaben steh einrn msten i-Jch dachte,, r'®IC Herren Geschworenen sahen streng %a f„'5„ dabei an ihre Geschäfte, wie doch Alles R 1, I,om'�aufc sort sind? w. "erdriös,, �igte offen seine Langeweile. Man �f&'�chenJ% Gesichter, man unterhielt sich über Tages- i'ie ch�ke von i. pa' ste würde ja nicht lange dauern, die °her'sch" Wem einfältigen Bauernmädel; nachher wird Sin ßwei D stäte vorkommen. � 1,[�chiet am,en- sprachen mit Leidenschaft von diesem Meyer. Ä! �"wchite psundernd schon lange die Gegend fic die Postkutsche angefallen; Kondukteur f\fätnmfr'jQtcn geknebelt worden nnd die Relsendeu attch aussteigen. Meyer nnd seine Leute waren 'ch'tei,5,>sts'Wu gegen die Damen, sie ivaren thneu dehilfljch; die älteren mußten zwar ihre Ein Kindesmord. Von Victor M a r 0 u ck. (Aus dem„Cri du Peuple".) hat der öffentliche Anstand, die Moral dadurch verletzt wurde. Der Grund muß recht verstanden werden. Die Spielbanken verstießen nnd verstoßen nicht gegen das vielgepriesene Ideal der freien 5konkurrenz; denn das charakteryche Merkmal dieser ist ja die Ausbeutung der Dummen durch die Klugen, der Schwachen durch die Starken, der Kleinen durch die Großen, der Armen durch die Reichen. Die freie Konkurrenz der Kräfte, der Kampf aller gegen alle, die Niederdrückung der Unmächtigen durch die Mächtigeren wird nicht als etwas Unmoralisches, den Anstand Verletzendes angesehen, so lange nicht in den einzelnen Episoden der Konkurrenz, des Kampfes oder der Niederdrückung irgend ein Moment zu Tage tritt, welches geeignet ist allgemeineren Abscheu und öffentlichen Skandal zu erregen. Tie Konkurrenten oder Kämpfer und die Unterdrücker müsten gewisse Regeln des äußeren Anstands wahren. Der Lehrsatz von der freien Konkurrenz wird zur Absurdität, sobald er unter Um- ständen Anwendung findet, welche das Getriebe, die angewandten Mittel und erstrebten Zwecke der Konkurrenz, die Ziele, den Charakter und die Gehässigkeit des Kampfes, sowie die Rücksichts- losigkeit nnd Härte der Unterdrückung durch äußerliche Handlungen oder s eichen"erkennbar werden lassen. Das innere"Wesen der freien Konkurrenz scheut das Licht des Tages, ist also ein volks- wirthschaflliches Ideal, dessen reeller Werth damit hinreichend be- leuchtet ist. Thatsächlich haben ihre eifrigsten Versechter und An- Hänger es niemals gewagt, sich einem öffentlichen Aergerniß oder Skandal gegenüber aus sie zu berufen; im Gegentheil ist noch nie ein Lehrsatz nnt solcher Behendigkeit verleugnet worden, wo „der öffentliche Anstand" es erforderte. Einer solchen Ver- leugnting ist es zu verdanken, daß die Spielbanken Enropa's bis auf eine einzige unterdrückt wurde». Unstreitig macht das einen guten Eindruck, und die Ausnahme, Monaco, ist der Zielpunkt so manchen Inhabers einer rechtschaffenen tngendhajten Ent- rüstnng. Bmn sozialdemokratischen Standpunkte aus ist nur das als wesentlich anzusehen, was uns erkennen läßt, wes Geistes Kinder d e Herrschast ausüben und wohin das uns„beglückende" wirth- schaftliche System führt. Ob und durch welche Mittel sich die Gegner der Sozialdemokratie, die Mitglieder der herrschenden Gesell- schastsklassen gegenseitig die Hülse abschneide», ist in gewisser Beziehung gleichgiltig, d. h."insoweit dadurch an der thatsach- liehen Lage der sozialen Verhältnisse vorläufig nichts geändert wird. Tie Unterdrückung der Spielbanken ist nur ein Zu- geständniß an den nach Wahrung des öffentlichen Anstandes strebenden„Zeitgeist" gewesen, ohne daß die Mißstände des herrschenden Systems dadurch irgendwie beseitigt ober nur ge- mildert worden wären. Auch ist das gegen Monaco geschlenderte Verdainmnngsurlheil im Munde derjenigen eine ans dem Altare des öffentlichen Anstandes geopferte Heuchelei, welche das Spiel in anderer, nicht minder gesuhrlicyer, aber öffentlich meistens wenig bemerkbarer Weise unange.astet lassen oder wohl gar selbst treiben. Im Börsenspiel z. B., ja bei der bloßen Kapitalanlage in Börsenwerthen ist der Unerfahrene, dessen Person sich mit dem kleinen oder unbedeutenden Kapitalbesitzer gewöhnlich deckt, den Runken und Listen des Erfahrenen und Geriebenen in keiner Weise gewachsen; jener bezahlt gewöhnlich die Kosten der Börsen- feldzüge und seine Kasse ist die nothwcndige Grundlage znr Bereicherung der Bankiers und Spekulanten. Aber nur selten dringt die Kenntniß des Börseuschwindels skandalerregend in die Oeffentlichkeit. Alsdann fehlt es nicht an tugendhafter Ent- rüstung, bis es gelingt, die faule Angelegenheit mit Redens- arten über die Rothwendigkeit der Börsen auf ein anderes Diskussionsgebiet zu verpflanzen und üt er das alte Treiben einen neuen Mantel zu decken, tinter den wenigstens nicht Jedermann blicken kann. So beschaffene Moral, die darauf ausgeht, ihre innerliche Verderbtheit unter schöner Hi.Ue zu verbergen, ist noch in mancher anderen Gestalt in Monte Carlo wie anderswo zu entdecken. Auch in Monte Carlo ist man nach Kräiten auf Wahrung des äußeren Scheins bedacht. Die Besucher gehen nicht „ins Spielhaus", sondern ins Kasino oder in den Gerde des Ktrangers, was alles ungefähr dasselbe bedeutet. Um diesen Gang unverfänglicher erscheinen zu la en, promenirt man in den herrlichen Parkanlagen, hört den von Künstlern(einer Kapelle von 40 Musikern) ausgeführten Gratiskonzerten(täglich von 2Vz— 0 und V29—11 Rin.) zu oder betritt de» mit hunderte» von Zeitungen aller Länder ausgestatteten Lesesaal. Es ist alles aufs Großartigste und Praktischste arrnngirt; und der Spieltenipel gleicht äußerlich einer mit äußerstem Glänze und architektonischer Schönheit ausgeführten Kirche mit gewaltigen Knppelthürmen. Aver ist denn eine anatoge Heuchelei nicht überall in nnserer durch die kapitalistische Produktion und die ireie Konkurrenz charakterisirten Welt zu finden? Sind nicht die Straßen nnserer Städte mit prächtigen Häuserzeilen und bisweilen wirklichen Palästen eingefaßt, findet man nicht aller Enden und Ecken Börse hergeben, aber mit den jüngeren ließ man sich zum Parlamentiren herbei. So gingen die Gespräche. Mittlerivcile hatte der Gerichtsschreiber seine Lektüre beendet und der Präsident das Verhör vorgenommen. Ans alle die üblichen Fragen antivortete das Mädchen immer:„Ja wohl!" Nttit schtlderte der Präsident den Verlauf des Ver- brcchens.. „Da habt Ihr ein Kind zur Welt gebracht und dieses Kind habt Ihr getüdtet V" Jetzt kam kein„Ja wohl" mehr über die Lippen der Angeklagten; sie nickte„Ja" mit dem Kopse und iveinte heftig in ihr Taschentuch. „Ihr habt das Kind erdrosselt?" frug der Präsident weiter. Philomene sah verivundert auf. Erdrosselt! das Wort hatte sie nie gehört, mas wollte man damit sagen? Ter Präsident lächelte.„Ich nleine, Ihr habt dem- selben den Hals zugedrückt?" „Ja wohl!" schluchzte das Mädchen und sank auf die Bank zurück. Sofort brachten die Gendarmen sie wieder auf die Beine. Der Präsident hatte schon ganz andere Szenen erlebt; aber doch schien es, als ob er Philomene mit mitleidigem Blick ansah und seine Stimme klang mild, als er fich jetzt wieder an die Angeklagte wandte: „Nun, beruhigt Euch und sagt uns, warum Ihr das Kind getödtet habt?" Das Mädchen weinte, weinte unaufhörlich. Da redete der Präsident, in dem entschieden noch etivas Menschliches steckte, in ihrer Bauernsprache zu ihr nnd frug wieder:„Saget uns, warum Ihr das Kind getödtet habt?" herrliche Parkanlagen und Spaziergänge, liegen nicht in den Schaufenstern die einladendsten Eßwauren, Kleidungsstoffe u. dgl., ist nicht Abends für öffentliche Beleuchtung gesorgt, nnd müßte nicht das Ganze auf einen Unkundigen den Eindruck machen, als herrsche hier allgemeiner Wohlstand, und als sei jegliche Roth, jegliches Elend diese» freundlichen Wohnstätten fremd? Welches wäre wohl der erste Eindruck nach erhaltener Aufklärung, daß in den Palästen und schönen Häusern einige wenige Reiche neben Tausenden von Armen, theilweise Verlumpten und halb Verhungerten wohnen, die man in Hintergebäuden nnd Dachkainmer» antrifft? Verbirgt sich hinter der äußerlichen Wohlanständigkeit der Straßen nicht der Jammer und Schmutz dunkler, niedriger, ungesunder Räumlichkeilen, in denen der Hanpttheil des Volkes zu Hausen verurtheilt ist? Geleugnet darf natürlich nicht werden, daß Wohlthätigkeitsvereine und private Wohl- thätigkeit eifrig bemüht sind, Elend, wo es den höchsten Grad erreicht hat, zu lindern; denn der äußere Anstand muß gewahrt werden, und es würde schlechten Eindruck machen,»venu jemand wirklich verhungerte. Die aus der Arbeit der Dürftigen Reich- gewordenen halten die öffentliche Austheilung milder Gaben für ein Gebot ihrer Stellung. Hier die milde Gabe, dort in der Fabrik aber Hungerlöhne; hier die erhebenden Reden im Wohl- thätigkeitsvereine, dort dieselben Leute in ihrer Berufsthätigkeit als Konkurrenten sich übervortheilend, befeindend, beneidend, schädigend und verleumdend. Ein Rudel Hunde, die fich um einen Knochen balgen— wahrlich sie sind ebenso gute und in jedem Falle ehrlichere Repräsentanten der freien Konkurrenz. Srkjteils Ilelrevstttik. Zum Perlmutter, irbeitrr-Streik. Achtung! Drechsler aller Branchen und Kammmacher! Wie bekannt, stehen die Perlmutter- Arbeiter der Fabrik von P. Hinze seit nahezu drei Wochen im Streik. Die Ursachen sind Machinationen des Fabrikanten, die einen, 20 prozentigen Abzug auf einige Artikel gleichkommen. Aus den Verhandlungen, die bisher geführt wnr- den, ist erwähnenswerth, daß die Inhaber der Firma bisher be- haupteten, daß sie wegen Annullirung der Auftrüge die Arbeiter nicht beschäftigen können. Bisher hat sich die jFabrik begnügt, Hausdiener aus den umliegenden Restaurationen als Aushilss- arbeitet' zu beschästigen, jetzt müssen jedoch die annullirten Auf- träge dringend werden, denn es»verde» jetzt durch Inserat Knochen- und Horndrechsler sowie Kammmacher als Streikbrecher gesucht. Der Fabrikant inserirt auf Arbeiter der vorher ange- führten Branchen, nnd frägt Jemand an, dann heißt es, das be- treffende Material ist noch nicht da, wollen Sie nicht zunächst Perlmutter bearbeiten? Kollegen! Wir haben bis jetzt ausgeharrt und sind gewillt, nicht eher die Arbeit aufzunehmen,' bis der Abzug zurück- genommen ist und die durch den Streik hervorgedrängten Forderungen bewilligt sind. Wir erwarten jedoch, daß die Kollegen unter allen Umständen vermeiden, bei der betreffenden Firma in Arbeit zu treten. Denn nur dadurch, daß wir den einen Fabrikanten zwingen, seine geplante Lohnreduktion rückgängig zu machen, sind wir in der Lage, Lohnreduktionen in anderen Werk- slätlen vorbeugen zu können. Es handelt sich in diesem Kampfe um Erhattnng der Perlmutterbranche auf ihrer jetzigen Lohnhöhe. Darum Kollege», thut jeder seine Schuldigkeit. Die Kommission der streikenden Perlmulter-Arbeiter. Alle arbeitersreundlichen Blätter werden um Abdruck geveten. Die Zahlstellen befinden sich 1. bei Schmiedt, Ritterstr. 112, 2. bei Strohmeyer, Mariannen- platz 13, sowie in sämmtlichen Zahlstellen der Vereinigung der Drechsler Deutschlands. Devlsmimlungen. Der sozialdemokratische Mahloerein de» fünften Berliner Ueichotag»- Wahlkreise» hielt am Dienstag, den 28. Oklover, in Seejeldt's Lokal eine Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Berichterstattung des Vorstandes. 2. Kassenbericht. 3. Vorftandswahl. 4. Verschiedenes und Frage- kästen. Zum ersten Punkt bemerkte der Vorsitzende, daß es nicht nöthig wäre, einen langen Bericht des verflossenen Vierteljahres abzustatten, da sämmtliche Anwesende jeder Versammlung bei- gewohnt Härten. Zum zweiten Punkt erstattete der Kassirer einen ausführlichen Bericht über die Kasjenverhältnisse. Derselbe wird von den R«- visoren für richtig befunden und dem Kassirer, Genosse Fritzsche, Decharge erthcilt. Bei der hierauf stattgeiundenen Vorstandswahl wurden folgende Genossen in den Vorstand gewählt: Fritz Berndt, „Weil ich fürchtete, meinen Platz zu verlieren," kam es jetzt, kaum verständlich unter Thränen und Schluchzen, von den Lippen des Batlernmädchens. Im Auditorium hört man Kichern. Der alte Präsident wandle sich zu den Geschworenen mit einem traurigen Blick und einem schwachen Schnalzen der Zunge, welches bedeuten sollte:„Das arme Wesen!" Frau D...... Wittwcy lang nnd hager, mit strengem Aussehen, trat jetzt vor, um Zeugniß abzulegen. Philomene war seit zwei Jahren in ihren Diensten. Verwandte aus dem Heimathsort des Mädchens hatten sie ihr geschickt. Niemals hätte sie vermuthet, daß ihr Dienstmädchen eine „Läuferin" sei. Jesus Maria! In ihrem Hause war nie etwas so Himmelschreiendes gehört worden!'Ja, sie konnte sich gar mcht denken, wie Philomene ans schlechte Wege ge- rathen war; nie ging diese allein ans, als um die nölhigen Einkäufe zu machen beim Bäcker, Metzger oder Krämer. Regelmäßig war sie immer zur Kirche gegangen, und an dem schrecklichen Tag wollte sie eben zur Messe gehen, als sie plötzlich bewußtlos wurde. Da hatte man sie auf ihr Zimmer gebracht und hatte auf dem Bett den kleinen Leich- nam gefnnden; sie hatte sich nicht einmal die Mühe gegeben, ihn unter die Betttücher zu verstecken. „Nun wußte ich auch," schloß die fromme Wittwe, „warum meine Magd so sonderbar ausgesehen hatte den Morgen, als sie herunter kam, sie war so bleich gewesen, so bleich nnd schien so müde.— Wie hat das Mädchen nur so schlecht werden können in meinem Haufe?!" Die gestrenge Frau hatte eben ganz vergessen, daß zur Ferienzeit des vorigen Jahres ihr Herr Sohn einen längeren Aufenthalt in ihrem Hause genommen hatte. „Wenn J.zre Magd ihr Kind nicht getödtet hätte, würden Sie sie behalten haben?" Frau D..... wurde starr vor Entsetzen. Sie mußt? ciftev Vorsitzender; Hermann©umnel, zweiter Vorsitzender; Eniil Fritzsche, erster Kasfirer; Neinhold Jacubik, zweiter Kassirer; Eduard Holzmann, erster Schriftführer; Hermann Lesser, zweiter Schriftführer. Ferner wurden die Genossen Tamm, Westerburg und Schmidt als Revisoren gewühlt. Zu„Verschiedenem" bemerkt Genosse Schmidt, daß die ge- lesenen Arbeiterblätler bei Gumpel abgeliefert werden sollen, da Pielsch nicht mehr anwesend ist. Der Borsitzende bemerkte hierauf, daß es zweck- und werthlos ist, gelesene Zeitungen auf das Land zu schicken, da dieselben dort nur als Makulatur verwendet würden. Er hält es für wichtiger, wenn Broschüren gedruckt würden und diese aufs Land zu schicken, wie eS auf dem �Partei- tag zu Halle beschlossen wurde. Griepentrag ist der Ansicht, daß es doch nützlich ist, das„Berliner Voltsblatt" und die„Berliner Volks-Tribüne" aufs Land zu schicken. Er hätte es ,n Pommern gesehen, daß die Landlente auch schon aiugetlärt sind, da er bei mehreren das„Berliner Volksblatt" gesehen hatte. Er ist der Meinung, daß die Agitation mit dem Versenden ivciter betrieben werden möchte. EL wurde hierauf beschlossen, die gelesenen Arbeiterblätter bei Gumpel, Barnimstrahe Nr. 42,. abzuliefern und diese Annahmestelle im„Berliner Volks- blatt" jede Woche bekannt zu machen. Genoste Möller rügte, daß Versammlungen abgehalten werden in solchen Lokalen, welche nicht auf der Lifte der Lokalkommission stehen. Hierauf bemerkte der Vorsitzende, daß im 5. Wahlkreis sehr wenig Säle zu haben sind. Es wäre Sache der Lokalkommission, sich darum zu kümmern. Herr Seefcldt giebl seinen Saal zu jeder Versammlung her. Hier- auf wird ein Antrag von Gumpel angenommen, Zettel drucken zu lassen und in Fabriken und Werkstellen vertheilen zu lassen, als Einladung zu Versammlungen. Da nichts weiter zu erledigen war, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Der kozialdlemoikratische Mnhivereiir des 4. Serliner Reichstags-Wahlkreifes hielt am Dienstag eine Mitglieder- Versammlung in Joöl'S Salon ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Herrn Regierungs- Baumeisters a. D. Keßler über die Berechtigung der Sozial- demokratie. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Frage- kästen. Nachdem das Protokoll der letzten Versammlung ver- lesen, welches angenommen wurde, erhielt Herr Keßler das Wort zu seinem Vortrage. Derselbe zeigt in seinem IVe stündigen Vor- trage den Unterschied zwischen Anarchismus und Sozialismus. Redner meint, beide trennen sich wie Feuer und Wasser und be- zieht dasselbe auf unsere heutige anarchistische Produktions- weise, erläutert dieselbe an einzelnen Beispielen, und führt durch die Berichte der badischen Fabrikinspektoren, sowie aus eigenen Ersahrungen an, wie das Volk dadurch moralisch ver- sumpft und physisch degenerirt. Redner meint, daß nur durch Vergesellschaftlichung der Produktionsmittel dem Volke geholfen werden karn. Redner erntete großen Bestall. An der Diskussion betheiligten sich mehrere Genoilen. Unter Verschiedenem wurde ein Antrag, die nächsten Ver- sammlungen durch Handzettel bekannt z. geben, angenommen. Darauf wurde die Versammlung mit einem Hoch auf die Einig- keit der Sozialdemokratie geschlossen. Gin» Generalversammluttg des Uerems der Filzschuh- arbeiter tagte am 27. Oktober. Die Jahresabrecynung wurde ver- lesen. Sie ergab eine Einnahme(vom 2ti. September 1889 bis 30. September 1890) von 293,15 M. und eine Ausgabe von 266,36 M. Es bleibt ein Beiiand von 26,79 M. Dem Kassirer wurde Techarge crtheilt. Die Zahl der Mitglieder beträgt 194. In den Vorstand wurden gewählt: P. Opitz, erster Vorsitzender, C. Dallmann, zweiter Vorsitzender, W. Meyer, Schriftführer, F. Rader, Stellvertreter, O. Schröder, Kassirer, A. Lange, Stell- Vertreter. Zu Revisoren wurden ernannt: R. Bagiuski, K. Lange und F. Valerius. Der Vmitt der Klempner hielt am Dienstag, den 23. Ottober, eine Versammlung ab,, in welcher Max Bräuer einen Vortrag über Löhne und Leben der Arbeiter hielt. Redner schil- derte insbesondere die traurigen Löhne der schlesischen Berg- und Fabrikarbeiter. Die Kinder werden in frühester Jugend bei schlechter Nahrung zur Fabrik- oder Feldarbeit angehalten. Die Folge ist ein kranker, verkrüppelter Menschenschlag. In der Tis- kussion sprachen die Kollegen Selchow, Drange und Becker. Es wurde folgende Resolution angenommen: Die heutige Versammlung des Vereins der Klempner ist mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und erklärt, daß die Palliativmittel, welche von Seiten der herrschenden Klassen in Szene gesetzt werden, nicht hinreichen, um die herrschende Misere zu beseitigen. Nur durch Umgestaltung der heutigen kapitalistischen Produktionsweise in eine sozialistische kann das Elend a s der Welt geschafft werden. Kollege Becker machte hierauf noch Mittheilungen über die Zustände in der Königlichen Werkstatt z u Spandau. Er berichtete, daß der Akkordpreis so tief herabgesetzt worden sei, daß die Arbeiter sich zu einer Petition an das 5iriegs- Ministerium entschlossen hätte». Sie haben aber keine Antwort erhalten.(!) Kollege Bork berichtete, daß die Kommission, die dort die Beschwerden der Arbeiter entgegennimmt, nur aus Meistern und„guten Patrioten" besteht, die sich wohl hüteten, durch Ueber- mittlung von Klagen unbequem zn werden. Wahrend der Debatte ereignete sich ein Zwischenfall: Einer der Redner weigerte sich anfänglich, seine Wohnung anzugeben und der überwachende Beamte ivollte ihn deshalb wohl nicht recht gehört haben: der hochgeachtete Herr Ge- richtspräsident stellte ihr eine solche Frage?! „O nein, Herr Präsident, ich hätte das Geschöpf nicht behalten, mein Haus ist nicht für...." „Schon gut, Sie können sich setzen." Der General-Staatsanwalt begann die Anklage. Er sprach nur so leichthin, als ob er sicher wäre, daß auf seine Rede eine Verurtheilung erfolgen müsse; seine ganze Haltung sagte deutlich: Wie dumm! muß man nicht seine rhetorische Kunst bei so miserablem Zeug verschwenden! Nach und nach aber riß er sich selber fort: seine Stimme wurde laut und lebendig, seine Augen leuchteten in dem fahlen Gesicht, seilte linke Hand zog alnvechselnd an den beiden Enden seines schmntzig-blondcn Backenbartes. Hochaufgerichtet, die Rechte weit über den kahlen Scheitel erhoben, donnerte er jetzt gegen die Entsittlichung, welche den sozialen Körper zerfrißt; er ermahnte die Geschworenen, unerbittlich streng zn sein und durch ihr Urtheil der De- moralisation einen Damm entgegenzuhalten. Nun ivar er im Zuge und nnaufhaltsam ging es toeiter und iveiter. Jetzt wandte er sich an die Angeklagte. Wer war sie? — Em grundverdorbenes Geschöpf, jedes Mitleids unwürdig. Sie hatte ihr Kind getödtet, und warum? Zynisch hatte sie's ja selbst gesagt: um nicht ihren Platz zu verlieren!! Nicht hatte sie ans Scham vor der Unehre oder ans Verzweiflung über betrogene Liebe gehandelt, nein, schnöde Berechnung, entsetzliche Habgier, das war's, was sie getrieben, das hilf- lose Geschöpf aus der Welt zu schaffen. Langsam und wuchtig, nach jedeni Wort pausirend, wiederholte er mehr- mals:„Philomene hat ihr Kind getödtet, aus— Furcht— ihren Platz— zu verlieren." Die Angeklagte rührte sich nicht; zusammengekauert saß sie ans ihrer Bank, als ob die mächtige Rede sie vernichtet hätte. Aber der Anwalt tocmdte sich wieder an die Ge- schworenen, sie zum strengen Urtheil auffordernd und ihnen die Artikel des Straf-Gesetzbuchs vorhaltend, deren Anwen- dung er begehrte. s i st i r e n lassen. Der Vorsitzende theilte der Versaininliiiig daraffhin mit, daß er Erkimdigungen einziehen werde, ob der Beamte das Recht habe, einen Redner während der Versamm- lung zu verhaften. Ferner theilte der Vorsitzende das Erkenntniß in der Klage des Vorstandes gegen den Klempner Zirk mit. Z. wird sich fernerhin hüten, Verleiinidungen zn verbreiten. De» slreikeiiden Töpfern wurden 100 M. bewilligt. Der Drvband dentschrr Korbmacher hielt am 20. Oktober seine Bereinsversainmlvng ab. Der Kassirer Junknickel legt die Abrechnung vom 3. Quartal vor. Darnach betragen die Einnahmen für die Monate Juli, August, September 27 M. 13 Pf., die Ausgaben 36 M. 48 Pst; es ist somit ein Defizit von 9,68 M. vorhanden. Es wird beschlossen, das Annonziren so lange einzustellen, bis das Defizit gedeckt ist. Kollege Brückner las sodann auS der Berliner.Arbeiterbibliothek über die Natur- geschichte der antisemitischen Bewegimg vor. Die Vorlesung fand allgemeinen Beifall. Schließlich überreicht der Vorsitzende der Versammlung ein Geschenk der Kollegen Barts und Hense, bestehend in einer sinnreich angefertigten Tafel für die Korbmacher- Herberge. Die Anwesenden erheben sich zum Zeichen des Dankes und der Anerkennung von ihren Platzen. Der Arbeitsnachweis für Berlin befindet sich bei Jungnickel, Wienerstraße 11. Vereinsversanimlung jeden Montag nach dem 15. eines Monats. Eine öffentliche Versammlung der Arbeiter-Vertreter Berlins unter Ztiziehiing verschiedentlicher Krankenkassen- Vorstandsmitglieder, sowie der Arbeitervertreter des Ausschusses für Alters- und Invalidenversicherung tagte am Mittwoch, den 29. Oktober, bei Seefcldt, Grenadierstr. 33, unter Leitung der Herren Buchholz, Nasse und Werth mit folgender Tagesordnung: 1. Berathung des von der Kommission ausgearbeiteten Statuts behnss Gründung eines Vereins der gesammten Arbeitervertreter Verlins(siehe Bericht des„Verl. Bolksbl." der vorigen Versammlung). 2. Bericht über die erste Sitzung des Aus- schusses für Alters- und Invalidenversicherung. 3. Verschiedenes. Bevor in dieBerathung des Statuts eingetreten wurde, legte Herr Martin in eingehenden Worten die Gründung resp. das Bedürfniß klar, daß es nothwendig wäre, einen Verein der gesammten Arbeitervertreier Berlins zu gründen, wo alle die Er- fahrungen gesammelt werden, um von dieser Stätte in die Massen der Bevölkerung zu dringen«. f. w. Es wurde ntmniehr in die Berathung des Statuts eingetreten. Tasselbe wurde so wie es von der Kommission ausgearbeit war, mit kleinen unwesentlichen Abänderungen, fast durchweg einstimmig angenommen. Punkt 2 der Tagesordnung wurde wegen der Wichtigkeit und der vor- gerückten Zeit von der Tagesordnung bis zur nächsten General- versanunliuig abgesetzt. Nachdem unter Verschiedenem die Kommission mit der pro- visorischen Leitung des Vereins bis zur nächsten Generalversamm- lung betraut wurde, und sich sämmtliche Anweseiiden in den Aufnahmelisteit eingezeichnet hatten, schloß der Vorsitzende um 12Vs Uhr die Versammlung. N.B. Die Verlesung der Präsenzliste ergab, daß(ca.) 40 Arleitcrveitreler anwesend und solgeude Kra kenkassen ver- treten waren: Alte und Neue Maschinenbaiicrkasse, Buchdrucker- lasse, Tischlerkaffe, Scklosserkasse, Hilsskaffe der Metallarbeiter und Ortskrankenkasse der Maurer. Der Verein der Kurvrlstepperinnen.-Ktepper etc. hielt ai» Miltivoch, c en 29. Oktober, seine erste, zahlreich besuchte Mitgliederversammlting ab. Herr Türk hielt einen Vortrag über Hexenprozesse. In der Diskussion sprach Herr Schade. Bei der darauf solgendeu Vorstandswahl ivurden gewählt zum ersten Vorsitzenden Herr P. Böhm, zur 2. Vorsitzenden Frau Baumaun, zum Kassirer Herr W. Prillwitz, zu Schriftsührern Herr R. Burisch und Frl. Raabe, zu Ersatzleuten Frl. Bandschapp und Frl. Jahr. Unter Verschiedenem wurden mehrere Werkstatt- angelegenhelte» besprochen. Auch ein Inserat im„Lokal-Änz." von Herrn Müller Nächst Spindlershof wurde erwähnt, derselbe verlangt Kurbelstepperiiinen mit U,15 Pf. Stundenlohn(!) Die Versainmluiig gab ihre Entrüstung über ein solches Angebot kund, und verschiedene Mitglieder forderten angesichts solcher Thatsachen zu recht reger Theilnahme an dem Verein auf, damit derartigen Prinzipalen,'welche den Arbeiter auf die Bolksküche verweisen, tvenigstens etwas auf die Finger gesehen wird. Mit einem kräftigen Hoch auf das Gedeihen des Vereins und die internationale Arbeiterbewegting schloß der Vorsitzende die Ver- sammliing. Dem Verein gehören zirka 70 Stepper und Stepperinnen an, es ist somit wahrscheinlich schon jetzt der größte Theil aller in dieser Branche hier Beschäftigten im Verein. Nach kurzer Zeit hoffen wir noch bessere Erfolge erziele» zu können. Die nächste Versammlung findet ank Donnerstag, den 13. November im Lokal von Bolzmann, Andreasstr. 26, stall. Der Snniiätsvcrri» für Arbeiter beiderlei Gefchlechta (E. H. 85) hieli am Mittwoch, den 29. Ottover, eine Versammlung für Männer und Frauen ab, in welcher Herr Tr. Gold- mann einen beifällig aufgenommenen Vortrag üoer„das Leben und die Ernährung deS Nienschen" hielt. Herr Hundt forderte die Anwesenden zu kräftiger Propaganda für den Verein auf, da- mit er der„Medizinsrage" in her lrelcn tönne. In der weitere» Debatte wurden verschiedene Mißstände bei den Ortskrankenkassen besprochen. Welche sonderbare Gedanken mochten auf einmal in dem engen Hirn der Angeklagten auftalicheit? Man sah sie plötzlich das Taschentuch, das sie immer vor die Altgen gehalten, fallen lassen, die Hände um ihren Hals legen und mit flehender Miene die Herren in den rothen nnd schwarzen 5'kiittcn ansehen. Waren in ihrem Gedächtniß die Erzählungen wach geworden, niit denen man sich an den Winterabenden in den Spinnstuben des Heiniathsdorses zum Gruseln brachte. Gedachte sie des „Pfarrer's Röschen v. Taubenheim" und sah sie im Geist die Guillotine bereit, die jetzt das Rad ersetzte, auf dem der Kindesniörderin ihre gerechte Strafe wird! Wohl mochte sie»och die Vorstellungen ihrer Ge- spiclimten theilen, nach'welchen die Gerichtsleute verhaften, verurtheilen nnd hinrichten. Alles in einem Nu. Sie sah schrecklich ans. Tie Gendarmen, welche tvahrscheinlich ihre Haltung für nnaustätldig erachteten, wollten ihr die Hände vom Hals ent- fernen. Also wirklich! ja, das ivar es! Sic hatte nicht geirrt! Man wollte sie packen, sie fortschleppe», um sie zu„köpfen". Und sie preßte ihre rothen Hände noch fester um den Hals. Die Gendarmen machten verivnuderte Augen. TaS Mädchen ließ sich zu Boden sinken und ächzte und stöhnte jämmerlich. Das Publikum war austnerksam geworden. Ei der Tausend! nun wurde die Geschichte ja noch ganz interessant zum Schluß. Die Frauen weinten, der Präsident wischte sich mit dem seidenen Taschentuch über's Gesicht, der General- Staatsainvalt machte eine ärgerliche Miene; sollte denn der Effekt alt' seiner Beredtsanikeit zu nichte gemacht werden, durch das Interesse, welches diese Landpomeranze jetzt erweckte. Nun versuchte Philomeucu's Bertheidiger eine thränen- jelige Rede an den Wiaun z« bringen, aber da er sah, daß die allgemeine Theilnahme ganz dem Mädchen zugewandr Friedrichshagc». Arbeiter- B i l d u n gs v ercck- Versanimlung am Sonnabend, den 25. Oktober, im Conrad'!?» Saale. Bevor in die Tagesordnung eingetrelen wurde,>v>� vom Vorsitzenden ersucht, zu Ehren des verstorbenen GenM» Baumgarten-Hainburg sich von den Plätzen zu erheben, was i*- sämmtliche» Anwesenden geschieht.— Hierauf hielt.Herr einen mit großem Beifall aufgönoinmenen Vortrag:„DieSG/" demokratie vor nnd nach dem Sozialistengesetz." Redner crg»'? sich in Rückblicke über die Zeit vor dem Sozialistengesetz, »Alles versucht wurde, unsere Partei zu hindern und die ÄgitaW' zu zerstören. Redner gedachte auch des früheren Staatsanwab- Tessendorf, wie derselbe nichts»nversiicht gelassen, die Partei i"1" deren Anhänger zu verfolgen. Da geschahen die»Attentate Hödel 11" Nobiling im Jahre 1878 in kurzer Reihenfolge. Wurde schon bei d!« Altentat Hödel's nnsere Partei damit in Verbindung gebracht, so lo> bei dem Nöbiling'sche» Mordversuch dasselbe zum Ausbruch. Bismo� telegraphirte von Friedrichsruhe nach Berlin:„Ausnahmegefff gegen die Sozialdeniokratie und Auflösung des Reichstags.'�»» so geschah es auch. Der unter dem Eindruck der neu Attentate z>' sammengesetzte Reichstag schuf das Sozialistengesetz. Und w begann eine Acra der Verfolgungen und Bedrückungen. � »Parteiblätter wurden vom Boden weggefegt, Arbeiterverdünde mn boten, der kleine Belagerungszustand über Berlin, Leipzig � Hamburg-Altona verhängt; Fabrikanten entließen die sozialistlsä! Arbeiter, Majestätsbeleidigungs-Klagen wurden angestrengt»> hunderte von Jahren Gesängniß in Gesammtheit erkannt. Äff» Alles dies ließ unsere Partei nicht muthlos werden und so staust wir endlich vor dem Wahlresultat im Jahre 1890, ein Hohn oe Sozialistengesetz gegenüber. Das Gesetz ist nun gefallen, tr der Kurs aber der"alte bleibt, das beweist das Vorgehen der Hörden in allen Orten Deutschlands. Redner legte dann die Z» der Sozialdemokratie klar. Mit der Aufforderung, daß einL., mithelfen möge an der Verwirklichung unserer Z'N schloß der Vortrag.— Die Diskussion war lebhaft»i> sprachen die Herren Bernitzky, Lippmann und Sonnenburg w Sinne des Referenten.— Ter 3. Punkt � der Tagesordnung' „Vereinsangelegenheiten" wurde zurückgestellt und zum 4. Pum' „Verschiedenes" geschritten. Es entspann sich eine lebhafte Debo» über verschiedene Vorwürfe, die einzelnen Mitgliedern des A?' eins seit längerer Zeit gemacht werden. Es wurde fckflwM eine Kommission von neun Mitgliedern zur Schlichtung u» Untersuchung der Streitigkeiten gewählt und zwar die Saatz, Schlehuber, Graßnick, G. Hoffmann, Stettefeld, Kühne, Karl und Kunze. Nachdem noch über die geringe/'. theiligung an der Illumination zum 1. Oktober verschieb»» Redner gesprochen, wurde die Versammlung geschlossen., «.-»<110-, 8uin- uni> S-I»iiig- p»r«ine«ic. am Montag: verein Sangerlust" Abends 9 Uhr tm Restaurant LandSbergerslraS- ....-----------(n.....'iUra, Pratze 10. strahe 68 im n„üiJCiBe ikok" Avenas s nur»n meiiaurani Äitui. — Männergesanaverei»„Eintracht I" Abends 9 Uhr n Restauram.— Gesangverein„Echo 1872" Abends s Uhr vr„ � rociiuuiuui.— vptuunuucitm„viiyu 10/.- straße 100.—„Deutsche Liederlasel" Abends s Uhr, Oranienstraße f ' r„Myrth-nbIätt-r" Uebungsst. AlteSchönhauserfir. 42 b. MWQ/t '- stelder". U-bungSstund- Abends S Uhr in u— 12. Aufnahme neuer, auch passtver, Mitgue, :unds Abends 8% Uhr bei Lulow, Admtralstr. 1«O. f/iSVVlliVVl 4 4 C V 1 1 4/V»»«» g flit marktslr. 72.— Ahrends'fcher Sieuographenvcrein„Apollobund" Abends»»� Thurmstraße Si(Moabit).— Wissenschaftlicher Verein für Roller'sche graphte Abends 8% Uhr im Münchcner Bräuhaus, Neue Friedrichstr. U|l. richis- und llebungsstunde.— Elaltlub„Ramsch", 8� Uhr, Fursienberger»,� Gäste willkommen.— Rauchkluv„Nordstern" in Susat'S Lokal Allee 174, Fricdrichsberg.— Rauchkluv„Hellblau"»Abends 9 Uhr Ei» � strafis 143.— Verein ehemaliger Schmer der 42. GemeindcschulO»#1. »1 Uhr bei Klolh, Dresdenerslr. 10.— Ziiherklub„Waidrofe" Abends% UebungSsiunde bei Schneider, Albertstr. 8. Dirigent:!W egener. Aul» �4 neuer MUglieder. Gäsle willkommen.—„Friedrichs verein" Zöglinge des großen Friedrichs- Waisenhauses der Siadt Berlin)?» «X Uhr bei Bormann, Ohingafse 2.— Nnterhallungsklub Schiller Abend»/ im Restaurant Siesel, Triflstraße 4t.— Vergnügungsverei»„Freund--», Abends 8% Uhr im Restaurant Preuß,»Prinienftr. 97. Säfte willtou»»»'-2 RauchNub„Sölden« Quaste" Abends 8 Uhr, RestauraNo» Barninft"' Baste willkommen, Vvieflmlketr dev NedSlkkion � Bei Anfragen bikten wir die Abonnements-Quittung beizufügen.®r' Anlwort wird nicht erlheilt. J G. Ientfch. Sie fragen viel! Die griechischen Philcfri? hielten Erde, Waffer, Luft»nd Feuer für die Ur- und bcstandtheile aller Körper nnd nannten sie eben darum Element heißt also Ur- oder Grundbestandtheil. Die Naturwissenschaft(Chemie) hat andere Grundbestandtheil � Körper entdeckt, Sauerstoff, Wasserstoff, Eisen w. Erde, 11. f. w. sind also Eleniente im antiken und mittelalte»� Sinne; sie werden vielfach, aber unwissenschaftlich, auch j jf noch als solche bezeichnet.—„Der Gang des Menschen � überhaupt kein Satz, nicht nur kein vollendeter. Die LlnalyN� Satzes:„Der Gang des Menschen ist aufrecht" haben gegeben, nur ist„des Menschen" keine Ergänzung zum sondern eine Beifügung(Attribut).„, Prima Qual. in praktischen] Mustern 10,50 ffl. Selonr� haltb. Waarej Muster für Jedermann schwer und unverwüstlich viele schöne Muster 18 M. 1? M. Feinster taiiatn AM Hochs. Kammgarn mit seiden. Borte, eleg. Schnitt It 1. Hochelegante Alijtze nach Maaß, in feinsten Stoff. 60, 55, 50, 45 1 WS 30 90. 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