I .Kr. 358. Mittwoch, de» 5. November 1890. 7. Jahrg. Hrgan für die Interessen der Arbeiter. Das„Berliner Volksblatt" �,. Meint täglich Morgens auger nach Sonn- und Festtaaen. AbonnementspreiS für Berlin frei As Hans vierteljährlich 3,80 Mark, monatlich 1,10 Mark, wöchentlich 28 Ps. Einzelne Nummer Pf. sonntags-Nummer mit dem„Sonntags-Blatt" 10 Pf. Postabonnement 3,30 Mark pro Quartal. „.'(Eingetragen in der Postzeitungspreisliste für 1890 imtcr Nr. 892, V. Nachtrags «lttter Kreuzband, täglich durch die Erpedition, für Dcutichland und Ociterrcich-Ungarn L Mark, für das übrige Ausland S Mark pro Monat. ........ ,., Insertion sgebühr betragt Wr die S gespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammliingS- 11 r 9,. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Erpedition, Berlin 8V., Beuthstraße 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur, ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition i,t an Wochentageil biS 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Fctttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -• Fernsprecher: Amt VI. Ztr. 4106. i- Nedsktion: VvukMvAtze 2.— Expedikion: BeukhÜvertzc 3. An die Parteigenosten! In der Zeit vom 1. Juli bis zum 30. September dieses Mres gingen bei dem alten Parteivorstand nachfolgende Bei- '% ein: Für den Wahl- und Diätenfonds: IB. sächsischer Wahlkreis � M., Lobtheen in Mecklenburg 11 M.. Schuhmacher Dresdens Sammelbetrag des Londoner„Sozialdemokrat" 1. Rate T0 M-, 2. Rate 12 200 M., Uetersen 50 M., Mann im Mond -855,90 M.. Berliner Buchdrucker 50 M., M. L. 2000 M. Für den Unterstützungsfonds: Lübeck 300 M., Hanau 100 M., M'Nx 2400 M., Werther 1000 M., Görlitz 150 M., Augsburg 0 M., Plauen i. V. SO M, B. V. 13 177,30 M., aus einer Renten- ''iuer 1201 M., Breslau 30 M., M. 25 M.. Pausa 2,50 M., '• B. 159,70 M., V. B. 2655.90 M. Im Monat Oktober gingen bei uns ein— bei dieser Ge- �»heit bemerken wir, daß wir beschlossen haben, von der �Uittirung für bestimmte Fonds abzusehen, wenn nicht be- Mere Gründe dazu veranlassen—: Werther 5000 Mark, j C- Berlin 3 M., H. F. Berlin 20 M., ül.- Melhof gelegenllich einer Geburtstagsfeier 4,20 M., 800 M., Bochum 300 M., Rothe Nelke Berlin 50 M., des„Berliner Volksblatt" 80 M., Neu-Isenburg 15 M., af)me Zigarrenarbeiter 10,90 M., Baden-Baden 25 M.. U. U. Mann im Mond 2000 M.,„Unheilbar" 5 M., B. Berlin , M., Eva Berlin 20 M., Putzerkolonne Lorenz Berlin Jt, M. L. 1206,75 M., St. Pauli Ldkr. u. 1883: 60 M., ' L. 508,70 M., S. B. 25 M., G. B. 25 M., B. B. 75 M. Für die Weber im Eulengebirge: H. Bremen 50 M., Braun- Malervereinigung 30 M. » Für die Familie des verstorbenen Genossen Baumgarten: durch M. 5,65 M. 53 die streikenden Zimmerer in Osterburg: aus Chicago z. Für die Familien der im Elberfelder Prozeß Verurtheilten '«ch. London 116,35 M. �rber die im Lause eines Monats eingehenden Gelder wird S*"'üp'g am Beginn des folgenden Monats öffentlich quittirt. .Felder sind an den Kassirer A. B e b e I, Berlin W., Groß- sichenstraße 22a, zu senden. �'rlin, den 4. November 1890. Der Parteivorstand. Sn Ltntklirhev V o l e M rtz t u g. 'iüQpbÜl e'ne Ergänzung zn der von uns veröffentlichten !'ie so w11 der Novelle zum Krankenkassengesetz sei "Vuf-,,-."ssiziell beglaubigter Thatfachen über die geiheis, ����erung der Arbeiter im deutschen Reiche mit- und mit einigen Randbemerkungen erläutert. Uictoria. Noman von M i n n a K a u t v k y. � vor Nässe, wir müssen ihn auszie)en, d.m Hau!-.«-»»d-w° msm msm 1 damit in sein Kämmerchen. Die Entwickelung des gesetzlichen Kranken-Versicherungs- ivesens während der ersten vier Jahre seines Bestehens kommt in der Anzahl der versicherten Personen deutlich zur Erscheinung. Die Zahl der versicherten Personen, einschließlich der Knappschafts-Kassenmitglieder war am Schluß des Jahres 1885: 4 665918,' Ende 1888 dagegen 5 920 568; berücksichtigt man die Knappschafts- Kassenangehörigen nicht, so sind die entsprechenden Zahlen 4 294173 bezw. 5 516 461. Die Reichsstatistik befaßt sich nicht mit den bergmännischen Kassen, und auch wir werden sie bei unseren Betrachtungen nicht mehr berücksichtigen. Im Laufe des Jahres 1888 waren durchschnittlich 19 254 Kassen in Thätigkeit, und zivar trafen 6 874 oder 35,7 pCt. auf die Gemeinde-Krankenversicherung, 3 783 oder 19,6 pCt. waren Orts-Krankenkassen, 5 807 oder 30,2 pCt. Betriebs- Krankenkassen, 115 oder 0,6 pCt. Bau-Krankenkasse», 392 oder 2,0pCt. Jnnungs-Krankenkassen, 1822 oder 9,5 pCk. ein- geschriebene und 461 oder 2,4 pCt. landesrechtliche Hilss- raffen. Unter diesen gehörten 770 959 oder 14,3 pCt. der Gemeinde-Krankenversicherung, 2220731 oder 41,1 pCt. den Orts-Krankenkassen, 1 434 667 oder 26,6 pCt. den Betriebs-Krankenkassen, 28 627 oder 0,5 pCt. den Bau- Krankenkassen, 55 428 oder 1,0 pCt. den Jnnungs- Krankenkassen, 745 171 oder 13,8 pCt. den eingeschriebenen und 142 895 oder 2,7 pCt. den landesrechtlichen Hilfs- kassen an. Sieht man schon aus diesen Angaben, daß die Jnnungsversicherung, wie sie in der Gemeinde- und Orts- Krankenversicherung besonders sich darstellt, weitaus den größeren Theil der Versicherten umfaßt, daß serner die nicht von den Arbeitern selbst geleiteten Kassen(Betriebs- Krankenkassen u. s. w.) sehr große Kontingente aufweisen, während die freien'Hilfskassen, dieser Dorn im Fleische der Bureaukratie und des Unternehmerthums, blos 13,8 pCt. aller Versicherten in sich schließen, so tritt die Uebermacht der Zwangsversicherung noch viel schärfer zu Tage, wenn man die Steigerung, welche die Zahl der versicherten Per- sonen im Zeitraum 1885—1888 erfahren hat, in Rücksicht auf die einzelnen Kassenarten ins Auge faßt. Es be- trug die Zahl der Mitglieder am Ende d. Jahres 1887 1888 Gemeinde-Krankenversicherung. 628 985 882 24! OrtZ-Krantenkassen..... 1 909 046 2 200 037 Betriebs-Kranlentassen.,,, 1 374 683 1 459 737 Bau-Kranlentassen..... 17 311 26 964 Jnnungs-KrankeiNassen.,, 41 700 50 447 Eingeschriebene Hilfslassen,, 727 127 752 913 Landesrcchtliche Hilssrassen.. 143 374 143 214 Dieses imposante Wachsthum der Mitgliederziffern bei allen denjenigen 5kaffen, in denen die Selbstverwaltung durch die Arbeiter ganz oder so gut wie ganz ausge- schloffen ist, steht im sprechenden Gegensatze zu der ge- jjwuuymv in pCt. + 40.26 4- 15.29 4- 6.19 -1- 55.76 H- 20.98 4- 3.55 — 0.11 Mili war soeben bemüht, dem Kleinen das nasse Hemd- che» vom Leibe zu ziehen. Paul lrat herzu, hüllte ihn nackt in die Decke seines Bettes und deckte ihn mit einem Kissen zu. „Wir wollen den kleinen Kerl bald erwärmt haben," sagte er, indem er in einem kleinen Herde Feuer anmachte, das, mit Stroh entzündet, alsbald lustig brannte. Hierauf setzten sie sich Beide auf die Bcttkante und begannen ihn vorsichtig zn frottire», ihre Hände begegneten sich immer wieder bei diesen Bemühungen, unter denen die eisige Kälte des kleinen Körpers allmälig zu weichen begann. Ein großer wollener Lappen ward nun, am Herde durch- wärmt, über ihn geschlagen, und schien ihm außerordentlich wohl zu thun. Das blasse Gesichtchen erhielt einen freund- lichercn Ausdruck und er steckte seinen Daumen in den Mund und legte sich, cS war die erste selbstständigc Be- wegung, auf die Seite. Er begann sich's in diesem Leben wieder behaglich zn machen. Beide lachten auf in jubelndem Entzücken, und in diesem Augenblick trafen sich ihre Augen zum ersten Male. Es war ein freudiges Erkennen, als hätte Eines in die Seele des Anderen geblickt. „Sic sind so gut, Emilie," sagte er leise, in einem tiefen, bewegten Ton.„Sie haben ihn mir gerettet; ohne Ihren Hilferuf war er verloren.— Mein Gott, wenn ich ihn todl aus dem Wasser gezogen hätte— tobt!" Er hielt erschauernd inne. ringen Vermehrung der Mitgliederzahl bei den eingeschrie- denen Hilfskassen. Die Novelle vom 5. Mai 1886 macht sich, wie Wirminghaus, der die Kassenstatistik in den „Jahrbüchern für Nationalvkonoinie" eingehend besprochen hat, in dem Aufschwung der Zwangskassen deutlich be- merkbar. Die Dauer der Krankennnterstützung gehört zu dem be- deutsamsten Momente dieses Zweiges des Versicherungs- wesens. Bekanntlich wird für diejenige Krankheitszeit, welche entweder in die Karenzzeit fällt obet die Dauer der Krankenunterstützung überschreitet, keine Unterstützung von den Kassen gewährt. Die Gemeindeversichernng be- schränkte sich auf das gesetzliche Mindestmaß von 13 Wochen. Für die anderen Kassenarten stellte sich die Sache im Jahre 1888 wie folgt: Orts-5kranke»kasien Betriebs-Krankenkassen Bau-Krankenkassen JnnungS-Krankenkassen Eingeschriebene Hilfskassen Landesrechtl. Hilfskassen Anzahl sämmt- lichcr Kassen 3893 5868 135 401 1853 466 Davon gemährten eine Unter- stützung von über 13— 26 Wochen davon 13 Wochen 3115 4063 131 312 616 100 überhaupt 650 1153 4 79 690 130 mit voller Unterst. 531 925 3 75 409 73 Davon gewährten eine Unterstützung von über 26—52 Wochen über 52 Wochen davon mit voller Unterst. über- Haupt 127 644 überhaupt 1 8 davon mit voller Unterst. ■7 101 47 110 51 20 10 Orts-Krankenkassen 127 85 Betriebs-Krankenkassen 644 307 Bail-Krankenkassen—— Jnnungs-Krankenkassen 10 Eingeschriebene Hilfskassen 431 Landesrechtl. Hilfskassen 185 Auch diese Nebersicht ist lehrreich, da sie die hervor- ragenden Vortheile, welche die freien Hilfskassen gegenüber deil anderen Einrichtungen gewähren, in das hellste Licht rückt. Die Angehörigen der eingeschriebenen Hilfskassen sind ans weitaus längere Zeit durch ihre Mitgliedschaft gegen die äußerste Roth, wie sie langes Siechthum im Arbeiter- leben hervorruft, erfolgreich geschützt. Die politisch rechtlos machende Armenpflege, welcher der kranke Arbeiter, der nicht ans größere Fristen durch seine Kasse gedeckt ist, un- bedingt verfallen wird, bleibt ihm öfters erspart, wenn er den freien Hilfskassen, als wenn er den anderen Kassen angehört. Dieser wichtige Gesichtspunkt darf nicht außer Acht gelassen werden: längerer Schutz vor dem Ver- kommen, kräftigere Abivehr der Angriffe auf die politischen Rechte. Fragt man nach der Höhe des Reservefonds, so erfährt man, daß sich neben den Betriebs-Krankenkassen die Lage der freien Hilfskassen als die günstigste erwies; 1268, d. h. 68,5 pCt. der letztgenannten besaßen einen Sie legte ihre Hand fest auf die seinige. „Denken Sie nicht weiter daran; Kinder haben ihre Schutzengel, die schirmen und bewahren sie vor alleni Bösen." Er drückte ihre Hand fest in der seinen, er war wohl geneigt, sie für diesen Schutzengel zu halten, und seine Älugen, nie sich fest und innig auf sie richteten, schienen es ihr zn sagen. Sic erröthete stark und senkte die ihrigen. Da wurde sie ihrer eigenen Persönlichkeit und der ganzen Nachlässig- keil ihres Aeußern sich bewußt. Sie war nicht geschnürt, an ihrem alten, zn knapp gewordenen Jäckchen fehlten mehrere Haken, so daß es auf der Brust offen stand, und der ab- getragene, verwaschene Rock hing schlaff um die Füße. Ihre ganze herbe Jungfräulichkeit und Eitelkeit regte sich wieder. „Ich bitte, sehen Sie mich nicht an, ich sehe schrecklich ans, ich schäme mich wirklich—" „Daß Sie nicht vorher Toilette gemacht, ehe Sie meinem Kinde bcigesprungen?" fragte er, voll edler Würde. „Gott sei Dank, das; Sie doch einmal, einmal darauf ver- gcssen haben, eine Zierpuppe vorzustellen! Oder—" sein Ton wurde bitter—„wollen Sie mich daran erinnern, daß Sie ein Fräulein sind? Meiner Treu, ich hatte darauf ver- gcssen, als ich Sie bat, hier herein zu kommen." Er war aufgestanden nnd an den Herd getreten, wo das Wasser im Topfe zu kochen begann. Er nahm etwas Kamillen aus einer Düte nnd warf sie hinein. Sie hatte ihm nichts gcantivortet, als er aber jetzt einen Reservefonds, der größer war als die Hälfte der Jahres- ausgaben. Trotz alledem sind die Laufgräben gezogen, um das tüchtige, feste Bollwerk des self-government der Arbeiter zu zerstören. Die Reaktion will den freien Kassen das Dasein unmöglich machen, und sie schuf eine Novelle, welche jenen Licht und Luft raubt. Die Voltsvertreter, welche es mit dem arbeitenden Volke ehrlich meinen, haben die Pflicht, die freien Hilfskasfen mit Entschiedenheit zu vertheidigen, damit nicht der Bureaukratismus Alles über- wuchere, und das weite Feld der Krankenversicherung nicht zuni Manöverplatz werde, auf welchem der steife Parade- schritt der Zwangsversicherung zum Schaden der friedlichen Entwickelung der Arbeiterbewegung geübt werde. Die parlamentarischen Vertreter unserer Partei werden auch diesmal auf dem Posten sein, der Reaktion ihre Arbeiterfeindlichkeit, die sie so gern in„Wohlwollen" für die„Enterbten" umlügen möchte, klipp und klar nach weisen und zu retten versuchen, was zu retten ist. Novresporrderrzen.| Dresden, den 2. November. Wir zeigen hiermit an, daß Spitzel Haupt hier angekommen ist. Zwicka». Wie bereits bekannt, wurden im urgemüthlichen Sachsen nach dein Erlöschen des Sozialistengesetzes von mehreren Stadtbehörden öffentliche Versammlungen auf Grund des Ver- eins- und Ver-sammlungsgcsetzes verboten, so wurde auch hierorts eine auf den 2. Oktober mit der Tagesordnung: 1. Rückblick über das Sozialistengesetz. 2. Der Organisationsentivurf der sozial- demokratischen Partei, einige Stunden vor der Eröffnung durch nachfolgenden Beschluß verboten: Beschluß des Rothes der Stadt Zwickau. Polizei-Abth. vom 2. Oktober 1890, zu Nr. 6687/111. Die für heute Abend in die Schankwirthschast zum „Belvedere" von Hermann Schmidt einberufene öffentliche Ver- sammlung wird aus Grund§ 5 des Gesetzes über das Vereins- und Versammlungsrecht vom 22. November 1850 verboten, was dem genannten Einberufer der Versammlung unter besonderem Hinweis auf das oben angeführte zu eröffnen ist. Zwickau, den 2. Oktober 1890 Der Rath der Stadt Zwickau. Polizei-Abtheilung. Urban. Gegen diesen Rathsbeschluß wurde bei der königl. Kreis- hauptmannschaft Beschwerde erhoben. Wenn jedoch der Be- schwerdeführer annahm, daß von dieser Behörde der Raths- beschluß annullirt werden würde, so sah er sich durch nach- folgenoen Beschluß getäuscht, jedoch nicht überrascht: Die königl. Kreishauptmannschaft, gemäß§ 25 des Organisationsgesetzes vom 21. April 1873 kollegial zusammengesetzt, hat auf den Beschluß Nr. 6869 III. die über das Versammlungs- verbot Bl. 2 des zurücksolgenden Aktenheftes 8. mittelst der bei- gehenden, zu den Akten zu nehmenden Immediateingabe 5512 HL erhobene Beschwerde Hermann Schmidt's in Zwickau nicht für beachtlich befunden, da die zur Begründung des Verbots an- geführten Thatsachen auch nach Ansicht der gegenwärtigen Instanz die Annahme rechtfertigen, daß die fragliche Ver- sammlung zur Förderung sozialdemokratischer Umsturz- bestrebungen dienen sollte und es hiernach Pflicht der Polizeibehörde war, auf Grund von§ 5 des Gesetzes, das Vereins- und Versammlungsrecht betreffend, vom 22. No- vember 1850 die Abhaltung der gedachten Versammlung zu ver- hindern. Zwickau, am 15. Oktober 1890. Königliche Kreishauptmannschaft Leonhardi. An den Stadtrath zu Zwickau. Herm. Schmidt, Beschwerde in AersammlungSsachen betreffend. Hierzu: 1 Aktenheft, 1 Eingabe nebst V« Beifüge. 5650/111. � * Zürich, 30. Oktober. Wir berichteten berecch kurz über den Aus- fall der letzten Sonntag vollzogenen Nationalrathswahlen und wollen heute noch Einiges nachtragen. In Bern erhielten die beiden sozialdemokratischen Kandidaten, Fürsprech Reichel 1543, Buchdrucker Siebenmann 1316 Stimmen, in Biel er- hielt der Arbeiterkandidat, Redakteur R h e t t i e r 1664 und im Jura fielen auf unseren Kandidaten Dr. Gehrig 672 Stim- slnchtigen Seitenblick nach ihr warf, bemerkte er, daß sie sich in der Stube umsah, und es that ihm unsäglich weh, daß sich in der That so viel Aermlichkeit und Unordnung darin vorfand. Er brachte den Thee in einer Schale an das Bett des Kindes, samnit einem Eßlöffel aus Zinn. Sie nahm ihm die Schale aus der Hand. „Ein Kaffeelöffel wäre besser," bemerkte sie. Er schien betroffen, dann sagte er leise: „Ich habe keinen." „Es thut nichts, es wird auch damit gehen." Sie kostete den Thee.„Aber er ist noch nicht gezuckert. Bitte, bringen Sie etwas Zucker." Er war blaß geworden. „Ich weiß nicht, ob— ich ich will sehen, ob die Ncsel etwas vorräthig hat," stammelte er und ging hinaus. Gleich darauf kam er wieder zurück. „Wir haben keinen Zucker im Hause," sagte er tonlos.„Es ist übrigens gleichgiltig, es handelt sich nur darum, daß er etwas heiße Flüssigkeit in den Magen bekommt." Sic war bereits daran, sie dem Kleinen einzuflößen und er schlürfte geduldig, ja fast begierig, den bitteren Thee hinab. „Ist das gut, Nauzi?" fragte sie ihn. Er nickte.„Gut heiß," sagte er und drehte sich wieder auf die andere Seite. Er schien schlafen zu wollen und schloß die Augen. Sie wickelte die Decke fester um den nackten Körper. Unverwandt blickte sie aus das liebe Kindergesichtchen, und ihre Hand strich liebkoseno über das blonde Haar hinweg. Plötzlich beugte sie sich ganz über das Kind, ihre eigene Wange an die seine schmiegend. Es lag etwas so Inniges, Schützendes, Mütterliches in diesem Sichhiuneigen, das dem Manne widerivillig das Herz bewegte. Er hätte sie Beide umschlingen und an sich ziehen mögen, ihr ins Ohr flüstern, martere mich nickst länger, wir gehören zusammen; ich weiß ja doch jetzt, daß Du ein Herz hast. Dann aber schlug er sich vor die Stirn. inen. Der Arbeiterkaudidat, Advokat Enuguez in Lau sänne bekam über 2000 Stimmen. Der„Grütlianer" bemerkt zu den Wahlen:„Im Ganzen er geben die Wahlen zwar eine ziemliche Anzahl neuer Gesichter im Rothe, doch bleibt der politische Kurs der alte. Die radikal liberale Partei ist im Rath nach wie vor die herrschende, die konservative rückt in alter Stärke ein und die„kleine Partei deS demokratischen Fortschritts und der demokratischen Rechte", wie Salomen Bleuler sie s. Z. taufte, sieht ihr Fähnlein um einigen Zuzug wirksam verstärkt. Noch ohne direkte Vertre t u n g— und das ist beschämend— ist einzig die Arbeiterschaft und die sozialde in akratisch Partei. Wäre es unbillig und nicht vielmehr ein weiser Akt der po litischen Gerechtigkeit, wenn die übrigen Parteien bei den Stich wählen dieses offenbare Unrecht so weit als möglich gut machen würden? Ihre Sache haben sie jetzt!" Und die„Arbeiterstimme" schreibt: „Die absolut geringe Zahl von Stimmen, welche auf den sozialdemokratischen Kandidaten gefallen sind, werden relativ bedeutsam, wenn man bedenkt, daß auf ihn sich aller Haß der alten, herrschenden Parteien sowie derKo n: promißpolitiker, derHalben, der Bequemen und der Mittel niäßigen häufte. Trotz der SpaltungderArbeiterschaft, trotzderHetzc der liberalen unddemo� kratischen Presse, ja trotz der sonderbaren Haltung deS„Grüt lianer" vereinigte Seidel doch rund 400 Stimmen mehr auf sich, als die Kandidaten der Arbeiterpartei Jtschuer und Conzett vor 3 Jahren. Die Sozialdemokratie hat ihre Feuerprobe vortrefflich be standen, sie wird wachsen und gedeihen und in drei Jahren wird sie eine achtunggebietende Macht, wenn nicht Sieger sein. Die Arbeiterpartei aber wird verschwinden, weil sie weder Fisch noch Fleisch ist... G e s a m m t r e s u l t a t: Kein Arbeiteruertreter, kein Sozialdemokrat ist gewählt worden, dank unseres elenden Wahl- gesetzeS. Die gerühmte Sozialreform wird also auch ferner ganz oder fast ohne Sozialdemokraten gemacht werden und zwar von den Gegnern der Sozialdemokratie. Im Ganzen zeigt sich ein erfreuliches Wachsthum der sozial- demokratischen Stimmenzahl. Es muß noch viel, sehr viel gearbeitet werden.und der treuen Arbeiter sind so wenige! Dennoch muthig vorwärts— die Entwicklung des Kapitalismus schafft für uns; die Zukunft gehört uns." Auf die von uns s. Z. mitgetheilten Beschlüsse der schweizer Maschinen-Jndustriellen, welche sie am 6. August d. I. in einer außerordentlichen Generalversammlung ihres Vereins in Zürich faßten und die darin gipfelten, dem anderthalb Dutzend Maschinenfabrikauten zu Liebe das Fabrikgesetz zu einer Karrikatur zu machen, haben nunmehr die organisirten Metallarbeiter ge- antwortet. Letzten Sonntag hielten sie hier eine von 31 Vereinen beschickte Delegirten-Versammlung ab, in welcher nach mehr als neunstündiger Diskussion folgende Resolution angenommen wurde: Die heutige Delegirten-Versammlung der Arbeiter der Metall- industrie bcschiießt: 1. Es ist überall und mit allen Kräften die Einfiihrung des Zehnstundentages zu erstreben. 2. Tie Versammlung erklärt sich des Entschiedensten gegen die vom Verein schweiz. Maschinen- Industriellen vor geschlagene Verordnung zu§§ 12—14 des Fabrikgesetzes, indem dadurch der schamlosesten Ausbeutung durch lieber- zeitarbeit Thür und Thor geöffnet würde und alle und zede Kontrole erschwert, zum Theil sogar verunmöglicht würde. 8. Die Versammlung wünscht Erweiterung und Vertiefung des Fabrikgesetzes, fordert stramme und bessere Ausführung der bisherigen Bestimmungen desselben und namentlich Be- schränkung der Ueberzeit-Bewilligungen auf wirkliche Nolh- fälle und strenge und schärfere Bestrafung der unerlaubten Ueberschreitung des Normal-ArbeilstageS." Währenddem sich der Streit um das Fabrikgesetz zwischen Arbeiter und Unternehmer der Maschinenindusrrie abwickelt, hat ein Uhrenfabrikant in Selz« ch, der eine große Anzahl Arbeiter beschäftigt, aus eigener Initiative den zehnstündigen Zlrbeitstag bei gleicher Löhnung eingeführt. Die orgamsirte Arbeiterschaft in Bern hat für sich ein eigenes„Arbeiter-Setretariat" gegründet und als dessen Leiter den Genossen Dr. Nikolaus W a s s i l i e s ch, Sohn eines hohen russischen Staatsbeamten engagirl. Dr. Wassiliesch hat sich in der Gemeinde Muri(Kanton Bern) das Bürgerrecht erworben; ist also Schweizer. Als Aufgaben des Sekretariats werden bezeichnet: Stärkung und Ausbreitung der bestehenden Vereine und Gewerkschaften und Gründung von neuen Organi- 'ationen, Ausbildung und Belehrung der Arbeiter, Vorbereitungen zum geschlossenen selbstständigen Auftreten bei gewerkschaftlichen und politischen Aktionen, Untersuchungen der Löhn-, Wohnungs- und Ernährungsverhältniffe der Arbeiter in Bern u. s. w. Der Sekretär erhält aus der Kasse der organisirten Arbeiter einen Und wenn sie dich liebte, wahr und.demüthig, wie ein Wech, wäre es nicht schlimmer als Alles? Emilie erhob sich in dem Augenblick und legte mit einem lieblichen Lächeln den Zeigesinger auf den Mund. „Pst, er schläft ganz fest, der liebe, kleine Kerl. Aber ich denke, wir könnten ihm jetzt die Wäsche wärmen, damit er sie sofort anziehen kann, sobald er crivacht." Paul griff nach dem Hemde, das er vorhin bei Seite geworfen. „Da ist. ein Hemd, ein einziges, aber es ist zer- rissen, verlumpt, wie alles, was Sie hier scheu!" Es klang rauh, fast brutal.„Nun, Sie lernen die Bettel- wirthschast wenigstens kennen, Sie sehen, was Unsereiner zu bieten hat!" Er sank in einen Stuhl, beide Hände vor sein Gesicht pressend. Er litt grausam, entsetzlich! Wie hatte sein stolzer, kräf- tiger Sinn sich bisher gewehrt, sich unter der Schmach zu beugen, die seine Lage über ihn verhängte, wie hatte er sich bisher mit dem längstveralteten Sprichwort trösten wollen: „Armuth ist keine Schande". Er wußte nun, daß dem nicht so ist. Bei einem hochcntivickelten Kulturvolks, das Bedürfnisse hat und haben muß,.i st Armuth Schande und zwar die größte. Das Individuum hat für sich selbst zu sorgen, und so- bald es die Bedingungen der Sitte und des Anstandes nicht mehr zu erfüllen vermag, die eine zivilisirte Gesell- schast zu fordern berechtigt ist, fällt es der Verachtung anHeim. „Geben Sie mir Nadel und Zwirn, Huber," bat sie leise. Er fuhr ans. „Ei, zu was," sagte er barsch,„geben Sie sich keine Mühe." Sie bedeutete ihm mit der Hand, ruhig zu sein. „Sie dürfen nicht so laut sprechen; der Kleine zuckt bei jedem lauten Wort zusammen, der Schreck liegt ihm noch in den Nerven." Paul hatte ein höhnisches Lachen. Jahresgehalt von 1000 Fr. und ist vorläufig auf zwei Jahre gestellt; am 1. Oktober hat er bereits sein Amt angetreten,-s das allgemeine schweizerische Arbeiter-Sekretariat bis jetzt neck keinerlei Materialien zur Kenntniß der sozialen und wirchstW* lichen Verhältnisse der Arbeiterklasse in der Schweiz geliefertes- so bleibt freilich den Arbeitern, wollen sie nicht für alle Zukunh ohne jede eindringende Kenntnis! ihrer Lage so fortivurstem,-A bisher, nichts anderes übrig, als bezügliche Untersuchungen eigene Koste» vornehmen zu lassen. Politifcho ItebeuNlltk. Berlin, den 4. November. Am heutigen Tage sollte die Ariiriterschuff-Kommiss""' nach monatelanger Unterbrechung wieder zusammentreten die erste Sitzung findet aber erst morgen statt. Der größte Theil der Arbeit ist noch zu machen, gerade diejenigen Para' grapheu, welche die Interessen der Arbeiter am meisten drohen, indem sie die Ausübung des Koalitionsrcchts»"l Strafe belegen, stehen noch zur Verhandlung aus und,:ve»n die Debatte nicht gewaltsam abgekürzt wird, muß es sehr glatt gehen, soll die Kommission vor Schluß bc» Z a h r c s mit ihren Arbeiten zu Ende kommen. Wie n«»« in den Kreisen des gemäßigten Fabrikantenthums"ber den Stand der Arbcitcrschutzfrage und den Arbeitersaiuy selbst denkt, das zeigt nachstehende Notiz der„Natioiiauckc- ralen Korrespondenz": »Am 4. November tritt, wie bekannt, die ArbeiterstW Kommission des Reichstages wieder zusammen und darf 1" >hre Verhandlungen, trotz der bald beginnenden Konkurrenz oe» Abgeordnetenhauses, ein starkes Interesse beanspruchen.& hat den größten Theil ihrer Aufgabe fivch zu erledigt- Nicht nur ein erheblicher Theil der Arbeiterschutz-'�.' stunmungen ist noch rückständig, es hat sodann auch eu Berathung der Ordnungsvorschriften, der die Verstärk'» von Zucht und Recht in den Arbeiterverhältniffen bezweckcnv Vorschläge stattzufinden, welche die Geister noch tiefer aufreg werden, als jene anderen Bestimmungen und sich möglich � weise zu einer für das Zustandekommen des ganzen- sehr kritischen Frage gestalten könnten. Im gegemvarlig Reichstag, wo die Majoutätsparteien vom Gegenkarteu. den Sozialdemokraten so tief verpflichtet sind und eine p i verstandene, vermeintliche Arbeiterfreundlichkeit vielfach ÖlC � lässigen und möglichen Grenzen übersieht, wird man nl,t j schweren Besorgnissen der Berathung jener Zucht-. O r d n u n g s b e st i m m u n g e n entgegensehen t® neu, die zwar im wohlverstandenen 3" esse der ordentlichen A r b e i t e r b e v ö l k e r i liegen, aber von der demagogischen �"�.�ürl'ich aufs Heftigste bekämpft w- Die Reichstags-Mehrheit, soweit sie in der Kommission zum# druck kam, hat schon bisher in verschiedenen ihrer Beschlüsse v Beweis geliefert, paß sie in der Sucht nach Popularität w. Arbeitern'eisen wichtige Interessen des Erwerbslebens dringende Forderungen der praktischen Zweckmäßigkeit zu% zu nehmen geneigt ist. Schon gegen die bisherigen,«b"„ij Buudcsrciths- Vorlage hinausgehenden Beschlüsse hat M, t., den Steffen der Arbeitgeber starker und durch die thalsächlni Verhältnisse und Bedürfnisse begründeter Widerspruch a�0 m und die vorbehaltene zweite Lesung oder die Verhandlung- Plenum wird noch manches zu korrigiren haben, ,u Gesetz in annehmbarer und feinen Zweck erfüllender Ge,«»" L Stande kommen soll. Es ist eine außerordentlich verantwortu � reiche Aufgabe, welche jetzt der weiteren Parlamentär!,� Bearbeitung unterzogen wird, und das Vertrauen, daß>'"% rÄlÄÄ% und leider auch des Zentrums einigermaßen erschüttert»vor Wohlgemerkt, so denken die gemäßigten, Vergleichs�.' „wohlmeinenden" Fabrikanten, die sich wohl wirklich� für htm WVhptfpr fjfmn an mnücit. Utlf �meinenden" Fabrikanten, die sich wohl wirktia! � bilden, etwas für den Arbeiter thun zu wollen, uiw sie, die den rheinisch-westfälischen Schlotjunkern und JW � Paschas gegenüber Apostel des Liberalismus-j' Humanität sind, haben keine Ahnung von der G t c � berech tigilng der Arbeiter, erblicken»« untergeordnete Wesen, die in ihrem eigenen standenen Interesse" durch„Zucht- und bestimmungen" im Zaum gehalten werden� Vom politischen aufs wirthschaftliche Gebiet ind das ganz die Anschauuilgen des Regierungssystems, welches das dumme, seine Interessen zu erkennen, unfähige Volk hübsch wohl Z ...-ÄS mundschast nimmt und an der' Leine, und gelegentlich � der Nase führt— ein System, welches in M e t t tt � an „Nerven! Nerven! Haha! Er ist ein Arbeiterkind, � darf keine Nerven haben; weh ihm, wenn es so ihm, wenn er zart und feinfühlig angelegt— es war WoHUHat gewesen, ihn nicht zu retten!". ji» Ter wild erregte Mann ging mit harten SchV»» Zimmer auf und nieder. Emilie hatte sich, um ihm auszuweichen, dem tr zugewendet. Plötzlich rief sie in jähem Schreck: „Meine Mutler, sie kommt hierher!". s# Paul blieb vor ihr stehen und sah sie durchdringe hr, „Sic fürchten, sie könne Sie hier finden, nicht„jjch, und Sie wollen sich nicht bei mir finden lassen? das Bürgermädchen bei dem Arbeiter! Aber Jhj'e geht um's Haus herum, Sie können indeß hier hina» wischen."", iitz' Er öffnete die Thür, die nach dein Gärtchen fnM. W als sie zauderte in Beklommenheit und wie im Kamp.' sich selbst, stanivfte er mit dem Fuße auf. und des rief er: »Auch gehen Sie!" Sie entschlüpfte. Er blies einen Augenblick vor dem Fenst� U trotzig, finster, in starrer Selbstbczivingnng, dann � stampfte er mit dem Fuße auf, ich ivill nicht, daß man Sie bei mir ich' über seinen schlafenden Knaben: du"'' „Mein Einziges— mein Alles— bleib nur!" r, ct iß" Er preßte ihn an sein Herz, als wolle drücken. Zweiter Theil. Erstes Kapitel._„pd � Es war September. Die Tage waren Abende kühl geworden und die erkleckliche Anzahl gw». hit*'HVUtm iDfLbxCÄh htm frtmmnvTt TfcovrPn l." Die Wien während der sommerlichen Ferien Ausstellungen begannen. In den Läden wilrve' vcautös ausgelegt, die Saison nahm ihren Ansa'%' (Fortsetzung folgt.) fanm glänzendsten Vertreter hatte, und mit ihm 1348 auch Miizeno verkracht ist, jedoch jetzt wieder— zunächst für die Zweiter— wieder ans dem Grabe erweckt werden soll. Tie Arbeiter mögen auf der Hut sein! Jetzt sind sie 0* in der Lage, auf die Beschlüsse des Reichstages ein- zuwirken. Sind die Ketten einmal geschmiedet und um- gelegt, dann ist es schwer, sie wieoer abzustreifen oder zu Zerbrechen! j. I» Magdeburg wird dieser Tage der Prozeß gegen me oO Gemerkschafts-Uorstände verhandelt werden, welche angeklagt find, mit einander in Verbindung getreten zu sein S dadurch das Vereinsgesetz verletzt zu haben. Dieser läßt die Mängel des preußischen Vereinsgesetzes, welche sich auch in allen übrigen deutschen Vereins- Skjetzen— im sächsischen sogar noch in verstärktem Maße ~7 vorfinden, so klar zu Tage treten, daß auch die Presse ... ubngen Parteien, die sich bisher gleichgiltig verhielten, I tange es nur den Sozialdemokraten allein an den Kragen § �3' n,ttz ZU merken beginnt, daß der gegenwärtige Stand .�nsgesetzgebnng mit jedem gesunden politischen Leben nertraglich ist. Sogar das ofsizicllc Organ der National- veralcn wird beunruhigt. Es meint, ,,oniz bekanntlich durch das preußische Vereiusgesetz ein koope- tatwes Zusammenwirken verschiedener Vereine verboten sei; nan habe aber lange nichts mehr(!) von der Anwen- ui'g dieser Bestimmungen gehört, alle unsere p o l i t i- '"® n„ Vereins- Organisationen würben z n onständiger Lebensunfähigkeit v e r u r t h e i l t (c: 1„e n» wenn man mit dieser Bestimmung r,n st. machen wollte. Es könnte sich ja nicht einmal politischer Verein mit einem anderen wegen irgend in m Auskunft in Verbindung setze». Die Aereinsgesetzgebung n Greußen und verschiedenen anderen Bundesstaaten ist, wie r'r wiederholt ausgeführt haben, dringend einer neuen Rege- !■» r® Dürftig. Schon das Erlöschen des Solialiftengesetzes läßt wse Forderung als eine unaufschiebbare erscheinen. Sehr schön das. Köstlich ist die Naivetat, man habe lange nicht von der Anwendung dieser Bestimmungen gehört. Man? fu» die Herren Nationalliberalen und sonstigen Sozialisten- Wsser. In allen sozialistischen Blättern war viele Jahre aug jede Nummer mit Fällen der„Anweitdung dieser Be- stunmungeir" gefüllt. Aber unsere Gegner lesen nun einmal sozialdemokratischen Zeitungen und Schriften und ver- schließen überhaupt ihre Allgen und ihre Schädel, wenn sie M die Nähe eines Sozialdemokraten kommen— deshalb sieden und schreiben sie auch so haarsträubenden llusinn "ber uns.. Genug— jetzt dämmert es ihnen ans, daß das Veremsgesetz �"ch 1 i c treffen kann. Freilich, thun werden sie nichts wenigstens nichts Gutes. Das beste Vereinsgesetz wäre laitfc/s«.-.~..—----" bei- ," fi"'""•>»/ vv< V'V(»V Wi»VS»yV| 4V\IVV VW aufig. k e i n s— die Abschaffung allerVereins- « e s e tz e. m..Als wir dies neulich aussprachen, erhob die gegnerische Mie ein Zetergeschrei— das sei ja unmöglich, so unmög- ch wie unser Zukunftsstaat. i; j.? un— in Amerika und England ist es W i r k- m ch k e i t.— .!lebrr die Kriminalität(die Statistik der Verbrechen) 1 den deutschen Großstädten veröffentlicht die„Leipz. Ztg." sehr iitteressante Tabelle. Hiernach kommen im Durch- lh l H.�cr Jahre 1833—1887 auf lOOOO strafmündige tcnhi f'll"n vcrurtheilungsfähigen Alter befindliche Be- in m Sstfi. fernen |5?.;;;; ; %:::: .»Man wird es schwerlich in J?1? daß die Kriminalität MÄ als reinen Zufall betrachten hiernach in den drei e n Städten am günstigsten, in den 1 1'" östlich st e i} Städte» a in n u g ü n st i g st c n n...Üt". bemerkt hierzu die„Leipziger Zeitung". Und !s kein reiner Zufall. Jedenfalls beweist die daß gerade in denjenigen Städten, die im ss—"». des junkerlich-patriarchalischen Wirthschaftsgebictes Um»'~ wie faul es mit der Sittlicheit dieser patriarchalischen TemÄ�irthschaft bestellt ist, die man so gern in ganz stchland einführen möchte. tönen über . oes U n t c r ft ü tz u n g s w o y n s t Y- G c s c tz e s. Aera diesen Klagen steht aber der Schalk, nämlich der ■■ bi„ j�le Innlter klagen jetzt in herzbrechenden Töi Hin» te des Unter st ü tz u n g s w o h n s i tz- G c N. rn steht aber der Schalk, über die"Freizügigkeit. Daß die Arbeiterwehr an die Scholle gebunden sind und dem ost en Jnnkerparadies in hellen Haufen entlaufen, paßt * /N f if— �*i-,• m*»•* s* ✓- Si'.i«i 'MZMWZBW �rarn, sie'wünschen" die Freizügigkeit"so„regulirt- � heute.. 'ruW., fiud übrigens für eine Reform des Unter- jlmOrtn°h?�= Gesetzes— jedoch nicht für eine �stach rückwärts, sondern nach vorwärts, und (sJ feit;. denkbar radikalste Reform: einfache s 4 VnS äs.'% -c die Erhebung des Armen- und Unter- ß?4e ,, �eus zur Reichs- oder wenigstens zur Staats- 'Pw das von unseren Genossen' im sächsischen �>°hon wiederholt befürwortet ist. Der Throlog im Arbeitskittel, welcher in eine Chemnitzer Fabrik ging und über seine Erlebnisse berichtete, hat die bittere Erfahrung zu machen, daß, wer heute die Wahrheit ehrlich sucht und das, was man Christenthum nennt, ehrlich in die Praxis umzusetzen bemüht ist, von den sogenannten Ordnungsparteien, welche die Religion nur als Mittel der Herrschaft oder als Deckmantel ihres un- sittlichen Treibens betrachten, in Acht und Bann gethan wird. Die Geschichte Josuah David söhn's wieder- holt sich stets in solchen Fällen. Ter arme sächsische Theolog, der sich in Chemnitz unter die sozialdemokrati- scheu Arbeiter mischte und hernach nicht log, wird des- halb von der Ordnungspresse aufs heftigste ange- griffen. Namentlich zeichnet sich dabei durch Gehässig- keit das„Chemnitzer Tageblatt" ans, das den bormrt- ängstlichen Geist des sächsischen Polizei-Bnreaukraten mit dem protzenhaften Dünkel des sächsischen Mnsterfabrikanten vereinigt,— dieses„arbeiterfreundlichste" und sozialisten- fresserischste aller sächsischen Amtsblätter verhöhnt unseren guten Theologen, er sei ein naiver Tölpel, er habe sich von den Arbeitern nasführen lassen, dieselben hätten ihn blos angeschwindelt, indem sie sich als so anständige Leute prä- sentirten— in Wirklichkeit seien sie blutdürstige, Umsturz- wnthige Revolutionäre, die alles„verrunjeniren" wollten. Wenn der junge Theologe im Arbeitsrock noch lernfähig ist, wjrd er aus diesen Blättern lernen— daß man entweder mit den Wölfen heulen und mit den Lügnern lügen, oder daß man auf die Wölfe und Lügner los- schlagen m n ß. Letzteres thun wir. Der Deichsltanfter a. D. hat einen dritten Band poschiuger veröffentlichen lasten, um seine, des Reichs- kanzlcrs a. D. Wirthschaftspolitik zu beleuchten. Das ist wirklich eine recht überflüssige Mühe. Die wirthschaftliche Weisheit des 5danzlers a. D. gipfelte theoretisch in dem genialen Satz, daß daS Ausland die Kornzölle bezahle, und liegt uns praktisch sehr schwer in den Gliedern, indem sie uns einige Milliarden gekostet, und uns schließlich das ganze Ausland auf den Hals gehetzt hat. Das Beste ist, daß der Urheber dieser Weisheit Nichts mehr zu sagen hat. — Gern wissen möchten wir allerdings, w e r Herrn Poschinger dafür bezahlt hat, denn ein Poschinger thut Nichts umsonst. Für die, welche den Mann nicht kennen, sei erklärend bemerkt, daß er die Spezialität hat, Original-Aktenstücke so „zurecht zu kochen"(Cook— nennen es die Engländer), daß der Auftraggeber mit dem Gerichte zufrieden ist. Dir australischen Arbeiter, deren Riesenkampf gegen den Kapitalistenring zwar zu keinem vollständigen Sieg, aber doch zu einem, ihre Organisation ungebrochen lassenden Kom- pronnß geführt hat, sind von der Nothwendigkcit durch- drungeu, mit den Arbeitern Europas in nähere Verbindung zu treten. Sie haben deshalb Ende September einen Tele- girtcn, Herrn I. D. F i tz g c r a l d nach Europa ent- sandt, um sich über die dortigen Zlrbeiterverhältnisse nach allen Richtungen hin zu orientiren. Herr Fitzgerald befindet sich augenblicklich in England, und wird demnächst auch nach Deutschland kommen, dessen Arbeiterbewegung von den australischen Arbeitern mit lebhaftestem Interesse verfolgt wird. Der„Südauftralische allgemeine deutsche Arbeiterverein" in Adelaide bittet die deutschen Genossen noch ganz besonders, Herrn Fitzgerald eine gute Aufnahme zu bereiten, obgleich der Verein sehr wohl weiß, daß es dieser Bitte nicht bedurft hätte. Aus Feankreich wird uns gemeldet, daß Genosse F e r r o u l in einer großen Versammlung über den Hallc'schcn Parteitag, den er bekanntlich als Gast beiwohnte, Bericht erstattet, und das Vorgehen und die Organisation der deutschen Sozialdemokratie unter begeistertem Beifall, als Mnstergiltig den französischen Arbeitern zur Nach ahmung empfohlen hat. Uebcrhanpt haben die Verhandlungen unseres Kongresses im ganzen Ausland die Arbeiterwelt anfs Höchste befriedigt und die Wirkungen desselben werden sich auch weit über die Grenzen unseres Vaterlandes fühlbar machen. Kein Wunder, daß unsere Gegner vor Neid und Llergcr schier bersten und ihre ohnmächtige Wuth durch die albernsten Verdrehungen und Verrentungen zum Ausdruck bringen.— I» Griechenland Ministerwechsel. Delpannis statt T r i k o n p i s. Sintemalen nun aber Telyannis unrein Trikonpis in der O p p o s i t i o n war und Trikoupis nur ein DelyanniI im Amt, so wird Alles beim Alten bleiben. Beide Ehrenmänner sind nämlich im russischen Sold, und haben die Spezialmission, durch„großgriechischc" Agitation(in Creta, Thessalien u. s. w.) die Türkei mög- liehst zu unterwühlen, damit der russische Bär beim nächsten Raubzug Alles hübsch vorbereitet findet. Sind solche russischen Söldlinge Minister in irgend einem der rnssischen Vasallenstaaten— und vorläufig ist Griechen- land noch im russischen Schlepptau— so hat er auf die übrigen Mächte natürlich Rücksichten zu nehmen und den Schein zu wahrem Das mußte Herr Trikoupis thun— jetzt aber, da die Rollen vertauscht sind, wird er Delyannis werden und Delyannis sich in einen staatsmännischen Trikonpis verwandeln. Die Griechen sind politische Kinder und leidenschaftliche Theaterfreunde— sie finden an solchen Komödien noch Gefallen. Tie deutschen Zeitungen brauchten uns aber keine langen Artikel darüber zu bringen. Hoffentlich folgt dem ersten Sozialdemokraten, der neulich in die gric- chische Kammer eingezogen ist, bald ein zweiter, dritter, vierter u. s. w., damit endlich einmal dort reine Wirthschaft gemacht wird. Ueuests Nachrichten. Paris, 3. Novbr.(Telegramm.) Tie Bndgetkommissivn tcrieih heute eine Regierungsvorlage, durch welche dem Protetiorate von Anain und Tcmgking ein in 35 Jahren rückzahlbarer, mit 3Vs pEt. verzinslicher Vorschuß von CO Mill. Franks gewährt werden solle. Ter Gesetzentwurs soll die Aus- führung von öffentlichen Arbeiten, Kasernen, Hospitälern und Eisenbahnen in Tongling ermöglichen. Die Kommission lehnte mit Ausnahme weniger Slimmenthalinngeii einstimmig'die Bor- läge ab und beschloß, den Untcrstaatssekretür Etienne um weitere Mittheilnngen zu ersuchen. Nach einer Untersuchung des Ackerbau- Ministeriums ist der Gesairnuterirag der Rübenernte ein besriedigeuder; die Klagen der Zuckersabrikanten sind übertrieben.— Infolge des Beschlusses der Kammer, die Regierung aufzufordern, die Reform der Steuer- Veranlagung zu studireu, werden die Teputirteu Radier und Gaillard am Mittwoch einen Antrag einbringen, das Kapital in ausgiebiger Weise zu besteuern, um dadurch einen Betrag von lövv Millionen Frks. zu erhalten, der an Stelle anderer Steuern treten konnte. zösischen Anarchisten haben sich bisher stets als sehr Harm- lose Individuen' herausgestellt— falls sie nicht Polizei- agenten waren. Der ehemalige Polizeiminister Andrieux hat über diesen Punkt ja die umfassendsten Geständnisse gemacht.— Aus Lima(Südamerika) wird gemeldet, daß der Ex- Diktator General P i e r o l a, der nach Nummer Sicher gebracht war, ans seinem Gefängniß entflohen sei. Nun— man ivird ihn wohl ivicder bekommen und dann besser beaufsichtigen. Arbeitspfchutz-Ksminisfioir. Die Abgg. D iey und Grillenberger sind für die nächste Zeit verhindert, den Sitzungen beizuwohnen und sind an ihrer Stelle von der sozial- demokratischen Fraktion die Abgg. Molkenbuhr und Singer in die Kommission delegirt worden. Kerr Eugen Richter will durchaus keinen„Zichunfts- staat" prophezeit haben— wir sotten ihm Ort, Zeit bez. Zeitungsnummern angeben. Aber wozu sich so sperren? tat Herr Nichter etwa nicht in unzähligen Reden und eituügsartikeln die Segnimgcn der Manchesterei gepriesen? War vor Einführung der Gewerbefreiheit etwa der Man- chcsterftaat nicht sein„ZnknnftZftaat"? Daß er über den- selben keinen Roma n geschrieben, ist richtig, allein desto mehr prosaische Reden hat er darüber geredet und desto mehr prosaische Zeitungsartikel geschrieben. Oder leugnet Herr Richter etiva gar Manchestermann zu sein?—Im klebrigen hat er recht: nur K u r p s u s ch s r und C h a r- latane verschreiben Gesetzgcbungsrezepte als Universalheilmittel. Deshalb sind wir auch nicht auf den Leim seines„Znkunftsstaats" gegangen. SoZiQle MelTevfiMt. An die Schneider«nd Schneiderinnen Kerlinv«nd der-Provinz Brandenburg! Auf Grund der Beschlüsse des Kongresses zn Bernburg, welcher als Sitz des Vertraiiensmannes Berlin bestimmte, wühlte die öffentliche Versammlung, die am 27. Oktober in den Arminhallen stattfand, den Unterzeichneten zum Verlraueiismaini. Ich wende mich nun, Kollegen und Kolleginnen, an Euch mit der Aufforderung, Eure Schuldigkeit zu thun, die Gleichgiltigen und Lauen aufzurütteln und sie zu orgauisiren. Nur vereint können wir dem Uuternehmerthum etwas abzwingen. Betheilint Euch vor allen Dingen rege an den Sammlungen zum Streikfonds. Mit kollcgialischem Gruße der Aertrauensmaun: R o b. W i e s e m a n n, Kurstraße 24, Hof 2 Treppen. sein In Lyon(Frankreich) sollen Anarchisten verhaftet worden — die Nachricht klingt etwas univahrscheinlich; die fran- Vvicflmltetr der Medndkion. Bei Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflich Antwort wird nicht crthcilt. Zerr» A. K. Sie beschweren sich über die vielen Fremd- ivörter im„Berliner Volksblatt". Wir stimmen Ihnen voll- ständig bei, daß es wünschcuswerth ist, die Fremdwörter mög- lichst zu vermeiden. Dies ist jedoch schwieriger, als Sie glauben. Und gerade von unseren K o rr esp on d e n t en, namentlich. auch von Arbeitern, werden Fremdwörter mit Vorliebe ge- braucht. Wir versprechen aber unser Bestes zu thun imd, wo ein Fremdwort unvermeidbar, für eine Verdeutschung oder Er- k lärmig zu sorgen. Redaktion der„Germania." I. Sind die„Zukunsts- staaf'-Artikel fertig? 2. Antwort auf Ihre Frage in der Heu- iigen Nummer finden Sie vielleicht in Bellamy's: Looking Backward; oder falls Sie nicht in die Fremde schweifen wollen, bei dem alten, Ihnen jetzt geistesverwandten Marr, der schon vor 48 Jahren Ihre Frage sehr schlagend beantwortet hat. Seine Adresse ist in unserer gestrigen Nummer zu finden. Ä. K. Mirn. Das Gewünschte ist abgesandt. Die fehlen- den Stummern sind vergriffen.— Bitte, tuenden Sie sich in Zu- kuiift an Ihre Bezugsquelle. Das Zeitiiiigsbureaii von H. G. ist nicht bei uns, sondern wahrscheinlich bei der dortigen Postaiistalt abonnirt. Wir wissen also nicht, daß Sie Abonnent sind. F. Iuaim(Mähren). Jede Nummer einer Zeitung kostet bei Ihnen 1 Kreuzer Stempel. Ihr Abonnement reicht bis 22. November. Das Abonnement beträgt pro Monat 2 M. „Sozialdemoltratens", Rrdaniio», Kopenhaaeu. Wir haben die Nummer vom l. Oktober bereits abgesandt. Eine weitere körnten wir nicht liefern, da vollständig vergriffen. Uo» der Kohukommij'sto» der Meihgcrbor}« Kirch- Italn erhalten wir folgendes Schreiben: 20 M. von den Setzern des„Berliner Bolksbläti",— 20 M. gesammelt bei Wallmaun und Cp., Blumensir. 74, Berlin,— 3 M. von„Rothen Gips- stguren",— sämmtliches dankend erhalten durch Herrn Fr. Zubeil, Berlin. Vorstand des Vereins der Stereotypenre. Wir müssen Sie doch bitten, nns die Versammlungen Ihres Vereins be- sonders anzuzeigen. Die einmalige Anzeige genügt nicht; es kann zu leicht geschehen, daß vergessen wird, sie immer zum ersten Sonntag eines jeden Monats aufzunehmen. Schriftführer der Sielimacher- Uerfammiung. Sie müssen Ihren Bericht kürzer fassen und mir die eine Seite des Papiers beim Schretben benutzen! K. W. 5. Nein. Carl pjönlir. Wenn der Musikdirektor vom 10. Regiment, dessen Namen wir in Ihrer Zuschrift nicht eiitziffern können, nicht gestorben ist, dann wird er wohl noch leben. <5. 05. Nachdem die Uunihcn in der Herzegowina zum rusfisch-türkischen Krieg von 1877/78 geführt hatten, okkupirle Oesterreich zwei Jahre später(1879) Bosnien(und theilweiso die Herzegowina) ohne deswegen mit der Türkei in 5irieg verwickelt zu werden. Angebliche Ursache!„Sicherung der österreichischen Grenze und Garantie für Ausrechterhaltung der Ordnung, nach- dem daselbst neue Unruhen ausgebrochen waren. ?. I. Wirthforderu ngen verjähren in 4 Jahren. Tie Verjährung beginnt bezüglich jeder Miethsrate mit dem 3l. Dezember des Jahres, in welchem sie fällig wurde. 2. Wenn der Wirth das von Ihnen geiniethete Geschäftslokal ohne Ihre Zustimmung anderweit billiger vermiethet, so kann er die Differenz nicht von Ihnen ersetzt verlangen und zwar, weil er nicht seinerscits Ihnen dos Lokal für die fragliche Zeit zur Miethe gewährt hat. 3. Ter Verklagte kann im ersten Termin Zeugen für seine Behauptungen angeben. Wird deren Ladung beschlossen, so muß ein neuer Termin angesetzt werden. Die gesammten Kosten trägt der unter- liegende Thcil. Frl. Rumpf. Einen auf Ihren Namen lautenden Krauken- ffenschcin ist vor der Thür der Expedition gefunden worden. Derselbe steht zu Ihrer Verfügung. I. Kordollo, Kroolliqn. Ihr Abomiement reicht bis 20. Januar nächsten Jahres. . Ä- K* Sie fragen, wie man Ungeziefer von einem Papagei entfernt. Wir bedaner», nicht dienen zu können. Versuchen Sie es einmal so: Schneiden Sie dem Papagei den Schwanz ab, aber dicht hinter dem Kopf, dann wird sich das Ungeziefer wohl verziehen.� 05. F. Fragen Sie in unserer Expedition einmal persön- lich nach. I!.» Älumontiialstr. Ihr Vorschlag ist dem Vorstand über- mitteft worden. MVZ Theater. Mittwoch, den 3. November. Gpernhittio. Mignon. fchauspiellians. Colberg. rss»ttg-TI>cntrr. Sodom's Ende. Hrrlinrr<>.l»eatcr. Ter Bernordiner. Dentl'chca Theater. Das Winter- Märchen. Friedrich-Wilhelmltädt. Theater. Der arme Jonathan. Wallner- Theater. Der Bauerndoktor. Pension Schöller. Nestdem-Theater. Familie Mouli- nard. Ter Eber. Viktoria- Theater. Die Million. Keilealliance- Theater. Mamsell' Nitouche. Ostend- Theater. Der Sandmann mi6 der Friedenstraße. Thomas-Theater. Der Wetterfrosch. Adolph Ernst-Theater. Unsere Don Juans. Kanfmann's Variötö. Große Spezialitäten-Vorstellung. Theater der Zleichohalle». Große Spezialitäten-Vorstellung. Conrordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gedr. Richter'» ilnriöto. Große Spezialitäten-Vorstellnng. Wintergarten. Große Spezialitäten- Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexander- straßc 27c. Franka Scholz, Kostiim-Soubrettc. Geschw. Wildcnfels, Gesangs- Duettisten. Richard Gersdorf, Sächsischer Gesangs-Humorist. Adolf Gödicke, Mimiker. Stimmen- Imitator und Charakter-Komiker. Truppe Blumenfcld, Parterre- Gymnastiker, Ballet und Tanzseil- künstler. Anfang Wochentags S Uhr. Sonntags ö'/a Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Etablijscment Buggenliagen am Moritzplatz. Täglich: Mf Grosses Concert. IM Direktion A. Nödinann. Dienstag und Freitag: Walzar-Abend. Fnh-PA Wochentags 10 Pfg., Eillll et gönn- und Festtags 25 Pfg. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ansschank von Patzenhofer 641 port-Bier, Seidel 15 F. Malier. Z!. iäutmilHeBitthellt» Kommandantenstr. 77—79. Täglich: Grosses Concert mit Ouartett-Kängern, ausgeführt von dem Musik- Direktor H. San ft leben. Wochentags: Frei-Concert. Sonntags Entreo 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- gnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. Passage-Panopticuiii. Unter den Linden 22/23.[742| Lebensgroße MchsMeu. Panoramen. Dioramen. Ethnographische Sammlungen. Italienische Dollrosänger. Entrcc 50 Pf. Geöffnet von 10 bis 9 Uhr. Castan's Panopticnrn. Cntree 50 pfg., Kinder 35 pfg. V. 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. Vorstellung , ll'/e u. 12V: Uhr. rN(ichm. n.4V:-9V:Uhr] eine Vorstellung �Ertra-Entree 30 pfg. Kinder frei. Für sozialdemoliratifcheuiänncr Gesangvereine wird empfohlen: Die Marseillaise für vierstimmigen Männerchor, mit deutschem Tert. Nur in Partituren a 10 Pf. zu beziehen durch den Verlag des..Nolstofrennd'' in Gtfcnbnrg «Baden)._ 47 Nur f Mark. Klagen, Eingaben, Rath in Prozessen, Einziehung von Forderungen. 131 Poiiak, jetzt Georgenkirchstr. 24 11. Circus Renz. Karlstraße. Mittwoch, den 5. November, Abends 7 ülir: MmLs Lttbaiimg. Große historische Pantomime mit Ballet in 4 Abth. arrangirt u. inszenirt vom Direktor E. Renz. Bal.et Coneert hippiquo mit 8 arab. Schimmelhengsten, dressirt und vorgef. von Herrn Franz Renz. Die berühmte Luftgynniastikerin Miß Zelina Zampa. Quadrille de la grand Duchesse, geritten von 16 Damen.„Trepido", ger. von Frl. Oceana Renz. Auftreten des Saltomortales- Reiter Mr. Alexander Briatore u. Jockey-Reiter Mr. Burnell FilliS. Der musikalische Klown Herr- mann. Gymnastisches Potpouri von den 4 Gebr. Briatore. Auftreten der Damen Frls. Lillie und Rosa Meers, Gierach und Zephora. Komische Intermezzos von sämmtlichen Klowns. Morgen Vorstellung. E. Renz, Direktor. Circus G. Schumann. Friedrich-Karl-Ufer. Mittwoch, den 5. November, Abends 7Vs. Nhr: Grosse Brillant-Vorstellung. Besonders hervorzuheben: Vorletztes Gastspiel des Monocyclisten Mr. Alex. Scuri.„Monopol"(Orloff-Gestüt) in der hohen Schule geritten vsn Herrn Mar Schumann. Komisches Entree des HOF" Original-Clown Duroff."MW Parforce-Reiterin Mlle. Rosa Gerard. Grand Batonde americain. Voltige ä la Richard v. Mr. Panacki.„Rizea und Jamma", arab. Fuchshengste, in Freiheit vorgeführt von Herrn Ernst Schumann. Saltomortal-Reiter Mr. Achilles. Das Schulpferd Swet-boy, geritten v. Frl. Ada. Komisches Entree des beliebten Klown Tanti. Zum 3. Male:_ Die Jagd. Höchstinteressantes Jagdbild, geritten von Damen und Herren der Gesellschaft mit englischen Halb- u. Vollblutpferden. Tanzeinlage: Der Jägertanz. Morgen: Gr. Vorstellung. Benefiz für Mr. A. Scuri mit neuen Nummern Gesangs-Konzert-Lokal„ ZumJockey", Naunynstraße 6, täglich: Theatralische Vorstellung. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Entree: Sonntags 40. Pf., auf Bons 30 Pf. Wochentags: Entree frei. Am Tage ä Glas Bier 10 Pf. Verl. Volksblatt" liegt aus. A. Kühne. 8. Heine Chausseestr. 14. 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Mts., Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Elisabethstraße 41, aus statt. Die trauernden Hinterbliebenrlr. Ottlie Schulz geb. Schild. 129 Verblini) üeuWr Mchaniker und verwandter Dernfsgenoffen. Zahlstelle Berlin. Mittwoch. 5. d. Mts., Abends 8Va Uhr: Versammlung im„Louisenstädtischen Klubhaus", Annrnstraße 10. 133 Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Schünemann über: Das Koa- litionsrecht. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten.— Aufnahme neuer Mitglieder.— Gäste willkommen. Um pünktliches Erscheinen und zahl- reichen Besuch bittet Der Vorstand. Freie Vereinigung der Galvaniseure u. Beruf sg. Berlins und Umgegend. D o n n e r st a g, den 6. N o v e m b e r, Abends 8V2 Uhr: MgWtt-VerMlllW i» Feuerstein s Salon, Alte Jakobstraße Nr. 75. Die Tagesordnung wird in der Ver- sammlung bekannt gemacht. Gäste will- kommen. Neue Mitglieder werden auf- genommen. 125 Der Uorstand. Verein Berl.Buehdrucker und Schriftgiesser. Am Mittwoch, d. S.November, findet iciiieSmiii§itr[iinliM{| Hit. 126 Der Uorstand. In der Bekanntmachung der Grts» f ranhenkalfe der Nlaschiurnbau- rbeiter u. f. w. vom 21. Oktober er. muß es heißen: bis 13. November er. werden Anträge entgegen genommen. Der Uorstand. 121 Im Ailstr.; A. Wittig. AeOM!! I größte Auswahl l! am billsten in Emil Lefevres Fabrill, 'S»" Schlafdecken �'S"! Stück 4, 6, 8 und 10 Mark. Ulerth das Doppelte.'! Jllnstr Preisliste gratis u. franko. S@ur I Rßark kostet jede Uhr zu reinigen unter Garantie. Bei allen Reparaturen wird der Preis vorher gesagt. 127g Otto Elieser, Uhrmacher(Fachmann), pannfinstr. 15, Ecke Mariannenstr. Im Tuchgeschäft jetzt Drackllßr. M I. Herren- und Knaben- Anzüge, Paletots, sowie Damcnkleider etc. Auf Munsch anch gegen Theilzahlungen. 4 1 Handlung von Carl U w; empfiehlt Sailo»: Paletot-, Anzug- u»d Bein- kleidstoffe zu billigen Preisen. Reste und zurückgesetzte Sachen werden unter Fabrikpreis verkauft, plnsterliarten stehen den Herren Schneidermeistern gern zur Verfügung. Jede Uhr zu repariren und zu reinigen (außer Bruch) kostet bei mir unter Garantie des Gutgehens 1,50 Mark. Lager aller Arten Uhren und Gold- waaren zu den billigsten Preisen. 1736 61, st. Blenk, TÄÄt .. öffentliche versanimlnug wt Mllmst. WtWchi ks L Stdintr WMnsd m SflnMiil nm Donnerstag, den 0. November 1890, Abend« 8 Uhr. o- o � v'"'-�nol's Salon", Andreasstraße 31. Slefmiiti�S�offe'ouci �raeier'sStrtouen� manner. 4. Verschiedenes. IIS Um zahlreiches Erscheinen ersucht Oer Einberufer.___ Central-Krauken- u. Sterbekasse d. Tischler Sonntag, den 9. November, Vorm. 12 Uhr: Große WohithatigKelts- Matinöe in Kaufmanns Variete(am Alexanderplatz.) Concert und Auftreten sämmtlicher Specialitäten. Arrangirt von Mitgliedern zum Besten unserer Invaliden. Kassenöffnung 11 Uhr.. Billets sind zu haben bei den Herren O. Rasche, Mariannenllraße o«- Cr.; R. Krüger. Mantensselstr. 67, Stfl. 3 Zt.; H. Pi lecke. Ko» 93 � 3 tjr.• G. L 0 a a II, Forsterstr. 48, v. 4 Tr., •0. 2 Tr., v............—--—.~■ 1 � buser Ufer 61: Kölling, Kottbuser Damm 93, v. 3 Tr.; G. L 0 0 Skalitzerstraße 66, H. 4 Tr.; A. Geske, 4A o 4 Tr.. unv.. sämmtlich mit Plakaten belegten Lokalen. Um recht zahlreiche Betheiligung ladet ein_ Das Koinitec 25 Große öffentliche Versammlung der Stemmetze» am Freitag, den 7. Nov., Abends 8 Uhr, in Müller s Salon, Johannis- Strasse Mo. 20. Tages-Ordnung:.... 1. Tie heutige Wirthschaftsweise und ihre Einwirkung auf Handiverie und Arbeiter. Referent: Regierungsbaumeister 0. D. Keßler. 2. SteUimg nähme zur Gewerkschafts-Konserenz. 3. Verschiedenes. _ Um recht zahlreiches Erscheinen bittet_ Der Einbrrsfev-_— Grosse Hersammlung der Filiale V des Allgemeinen Arbeiterinnen-Vereins sämmtlicher Berufszweige Berlins und Umgegend am Mittwoch, d. 5. November, Abends 8V2 Uhr,„o im Lokale Hismarchohöhe. ffharlottenburg, Wilmersdorferstrajft � Tages-Ordnung: I.Vortrag des Herrn Hübsch. 2. Diskusston. 3. Ausnahme ne Mitglieder. 4. Verschiedenes. Beiträge werden entgegengenommen. der Arbeiterinnen Charlottenburgs bittet 127_______ Der Uorstand. � Um recht zahlreiches Ersch�"� Achtung! Achtung Aojje ösfeiitlilhe VersmullUg sämmtlicher Mitglieder Eingeschriebener HiUskassed am Mittwoch, d. 5. November, Abends 8 Uhr, iu Joel's Salon(früher Keller), Andreasstraße 2i- Tages-Ordnung:.f,ut 1. Die Novelle zum Krankenkassen-Gesetz. Referent: Herr Revar Schütte. 2. Tiskussion. 3. Verschiedenes. M- Bei der schwerwiegenden Tragweite dieser Gesetzesvorlage für die-u, glieder eingeschriebener Hilfskasfen ist das Erscheinen aller Hilfskassen-MUg" dringend erforderlich, um Stellung gegen dieselbe zu nehmen. 132 Der Einberufe'�'" Große....._Jti Schneider- u. Schneiderinnen-VersammM honte, Mittwoch, den 5. November, Abends 8v»' Uhr, in Feuerstein s Salon(oberer Saal), Alte Jakobstraffe Ar. Tages-Ordnung:..»je l. Die Aufgaben der Agitalions-Kommission und Wahl derselben. � Äohndrückereien der Firmen H. H o f f m a n n, S o l m s. u. H u s f e l d, Pfullmanu. Franke. S.Diskussion........ß Alle Kollegen und Kolleginnen, sowohl aus den bessereu Geschät.""„«d auS der Konfektionsbranche, Militärschneider und die Arbeiter der Militär' Beamten-Lieferungsbranche werden aufgefordert, zu erscheinen.. 135 Die Krauftragtr«�—' Kchmck i>. Solz- ii. VWrtriiger in Berlins. Am Donnerstag, den 0. povember, Abends 8 �.»er, Avenos a AhV, rt de»„Central-Festfälen", Granienstrüffe Dr.$ UM" Versammlung. Tages-Ordnung:„ I. Die Lage unseres Geschäfts. 2. Herabsetzung der Beitrag Sm» Ä'6""8'»."««4 Heute! Wslmersdorf 2 Grosie KolksiittsmuilW in Pietsch' Volksgarten, Abends 8 Vn Tages-Ordnung: m r I. Bericht der Delegirten. Ref.: K. Werner. 2. Diskussion u. Verscy Entree nach'Belieben. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht _______ Drr Einberuft� Abrechnung..M der Sammlung der Berliner Gold- und Silberarve und vrrwandtrn Uernfsgenoffrn, �. t e k' für die ausgesperrten Hamburger Einnahme 2 Auf Listen gesammelt.. 1071,45 M. Summa 1071,45 M. Gold- u. Silberarb Ausgabe i Nach Hamburg gesandt. Für Pörtis..... Inserat im Berl. Volksbl. Einnahme Ausgabe. Bilanz i Summa 1071,45 M. 1058,90„ Bestand 12,55 M. ijür die Richtigkeit die Revisoren der Zahlstelle Berlin H. Hörtet. O. Alm endin ger. Verantwortlicher Redakteur: Enrt Kaakc in Berlin. Druck und Verlag von Mar Hading in Berlin SW„ Beuthstraße 2. Hier«» eine ii*r Nr. 258. Mittwoch, den 5. Uonemder 18d0. Jahrg. Die Theuernng der Lebensmittel im Lichte der neuen Zollreviston. . Je>nehr über die Verhandlungen der Einzelstaaten Hinsicht- «ch des neuen handelspolitischen Abkoninlens mit Oesterreich- "ngarn in die Oeffcntlichkeit dringt, desto klarer wird es. dap °ie Experimente, ivclche mit den Getreidezöllen versucht werden l?!'6"- darauf hinauslaufen, die bestehenden, unerquicklichen Zu- Nande in Permanenz zu erklären. Wenn man sich der Hoffnung �gegeben hat. dast die Erleichterungen, welche der Reichskanzler lUngst bei der Viehsperre eintreten liest, als Vortäufer für einen f°ruch ,nit der bisherigen, aus der Bismarck'schen Aera über- >°Mmenen Schutzzollpolitik anzusehen seien, so sind diese Hoff- "Ungen allein Anschein nach trügerisch. Die geplante Ermäßl- «ung der deutschen Getreidezölle stellt sich nämlich als eine �esterreich-Ungarn zu gewährende Begünstigung heraus, von der °>e deutschen Konsumenten nichts prositire», und gleichzeitig als ein �rger Mistgriff insofern, als auf der anderen Seite neue •öeimnchiuungen und eine Periode neuer Zollkämpse gezüchtet werde». Die letzten Folgen dieser Politik des Probirens trägt 'Utfftredend wieder das Proletariat. Denn darüber kann kein öNJcifel bestehen, dast die Abschaffung der Getreidezölle durch der- f�Pge nutzlose Versuche immer weiter hinausgeschoben wird und B die Erlösung aus der für die arbeitende Bevölkerung nach- gerade unerträglichen Theuernng des nothwendigsten Lebens- ♦U M?, des Brotkorns, dadurch all calendas graecas ver- büist'. an den Stier bei den Hörnern zu packen und das Uebel qämnl jM anzugreifen, d. h. Schritte zur Herabsetzung bezw. eitel s!"-®?fe'*'9nn9 der Getreidezölle anzubahnen, macht man eine? M�erk, Rieinandem zu Nutze, indem man zu Gunsten dekredix��elnen auswärtigen Staates eine Zollherabsetzung . desseren Versländniß der Folgen dieser Mast- (UM. rekapitnlireu wir in aller Kürze die Geschichte der hatte Mzvlle. Der berühmte Reichstag der'-0-i-Männer-Majorität 50 m,lm Winter 1879 dem Drängen Bismarck's nachgegeben und Man Eingangszoll pro Doppelzentner Getreide beschlossen. das 8». damals noch dieser„Jnteressenpolitik", wodurch nahe. des Arbeiters vertheuert wurde, und nannte diese Ab- Mänt?�'"cht„Zoll". Doch bald liest man das Sittlichkeits- »vm(nM follen, nachdem Fürst Bismarck das geflügelte Wort v-"k e das den Zoll dezahle", erfunden hatte. Man pro � Getreidezölle bald auf 1 M., auf 3 M. und auf 5 M. äu um die armen Agrarier vor dem Verhungern 'cu""d nannte das Kind dann auch mit dem rechten M Dieser Zustand besteht bis heute fort. Tina et''e Venderung, welche nach elfjährigem Bestand dieser »erte geplant wird, würde der deutsch- österreichische Handels- Heuoi1«M»-. Sollte derselbe Gesetz werden, so ist damit ein r e n ♦.""IW iin Reiche eingeführt, das Prinzip der D i f f e- " e> a I z ö l l e. sUr.�Mcheint sich nicht klar darüber zu sein, welch ungeheure Lt.,,".cn,e derartige Politik nach sich ziehen muß. Eine Ver- tz ,,„9 der Staaten, welche diese Vergünstigung nicht genießen, �hvr'ö«eiblich, und einem erbitterten Zollkrieg ist Thür und �ib?kn.??"�Mporteur für Getreide nach Deutschland ist und Mule,= t?.(Nach der letzten Statistik des russischen Finanz- Vud"°-, bezieht der Weltmarkt ca. 288 Millionen Pud ldas {•llein 9/10;• Getreide von. Rußland, Deutschland HP.......|________ von. such»" seines Roggeubedarfs.) Dast Rußland nun Alles ver- Zaren»' ben deutschen Exportindustrien den Weg nach dem 'dirknvhr versperren, liegt auf der Hand. Oder ist man lisch, M,° naiv, das Ammenmärchen, das Bismarck zuerst aus- deutsche"�and"-----|' habe das Aeuß erste in der Absperrung gegen MC Mo« es bliebe suhr M'".chls mehr übrig, zu glauben. Noch beträgt die Aus- lchlands an Jndustrie-Erzeugnissen nach Rußland rund hat nnAf"« eine imposante Ziffer. Der östliche Nachbar to' ilvd, fteii"""t"' O'll"- Bf»..«,» ■ Mfchiih t Ä bein Grundsatz gehandelt:„Haust Du meinen flne Getenenk-i M Rothschild", und er lauert nur auf schlauen 9' s�'ne Bärentatzen in den Leib Germania's zu '—ycn. chun n»>> bietet sich ihm die Gelegenheit, dies mit Anstand zu ((ich m'l soweit wir Rußland kennen, wird es dies thun. Frank- ����Engtand werden voraussichtlich in die Bresche treten Allerlei. ## m# Ollf,,;!n-(Sin r1"~'»"yv. 0_....... bu.".iiiem öffnete, bat um ihre Karte, die es ÄtS&ffWÄ iiiftt'chl'mSl ,,od)ter U"d unserer Familie sind wir auch von Iii,?1®0m aLh llnglück betroffen. Meine arme Frau kann sich MneM»ich,."beben; sie kann ihre Beine nicht gebrauchen tiel-» Mein.Mffen, der Hochzeit ihrer Tochter beiwohnen zu ist,' es i,.,.»Mttiger Schwiegersohn muß jeden Augenblick ein- °'Nen �°llen M rt.mich, dast er überhaupt noch nicht hier älunenM'i unr indessen die niitgebrachten Kostbarkeiten ;♦. äeino.."5. anvertrauen, damit ich sie meiner armen Att'bMSe.".....'—..... DI... Silbe»,»Zeitig näherte sich auch die Kammerfrau g KS �'rst?!"sziniine»-� Reverend öffnete selbst behutsam die Thür "treten �.seiner Frau und ließ das Kammermädchen ' Das Mädchen kam einige Augenblicke später und der Schaden für Deutschland ist dann da und in Jahren nicht wieder gut zu machen. Geradezu verhängnistvoll müßte dieser Fehler der Reichsregierung sein. Und— wir wiederholen— Niemand zieht Nntzen daraus. Das Getreide Oesterreichs, das vornehmlich Weizen ist, zahlt nach dem neuen Tarif nur 3 M., gegen frühere 5 M., an Zoll und hat somit gegen russisches Getreide 2 M. Vorsprung. Für den deutschen Konsumenten erwächst daraus kein Vortheil, er hat nach wie vor den Schutzzoll von 5 M. zu tragen, der für die Bodenerzeugnisse der anderen nichtbegünstigten Staaten, insbesondere für den russischen Roggen, an der Grenze zu zahle» ist. Die Ungerechtigkeit, daß der deutsche Konsument, also der Arbeiter hauptsächlich, den Zollbetrag nach wie vor an den deutschen Getreide-Produzenten in Gestalt erhöhter Getreide- preise zu entrichten hat, bleibt demnach voll bestehen. Man iv i l l nicht brechen m i t d e nr S ch u tz z o l l- s y st e in Bis m a r ck. Man hat nicht den Muth, die agrarischen Sonderinteressen anzutasten, trotzdem selbst die„Kreuz-Ztg.", das Bollwerk der agrarischen Schutzzölle und der Erzfeind inter- nationaler Freihandelspolitik, zugestehen muß, dast etwas geschehen müsse zur Erleichterung der Versorgung Deutschlands mit Ge- treibe. Uns kann es recht sein, wenn man fortfährt, die öffent- liehe Meinung derart zu ignoriren. Man lasse den Ausschluß des amerikanischen Speckes ruhig bestehen, man halte hartnäckig an der Viehspcrre fest, man kurpfusche weiter herum mit differentieller Zollbegünstigung, die Keinem nützt. Man treibe die Engherzigkeit auf die Spitze. Der Tag wird kommen, wo die öffentliche Meinung gebieterisch die Herabsetzung der Leben?- mittelpreise fordert. Es ist einfach undenkbar, dast die Er- nährung der Bevölkerung aus die Tauer so erschwert werde, wie es jetzt geschieht, da die Produktivität dabei zusehends verkümmert. Je straffer der Bogen gespannt ist, desto früher bricht er. Je größer der Widerstand war, desto radikaler wird die Reaktion sich Geltung verschaffen. So wenig sich Naturgesetze dauernd durch Menschenhand die Wege weisen lassen, so wenig kann es ausbleiben, daß die künstliche Vertheuerung der Lebens- mittel falle, dies monumentum aere perennius Bismarck'scher Korrumption.— e. Lokales. Die preise von Schlachtvieh in Berlin stellten sich nach den Veröffentlichungen des kaiserlichen Statistischen Amtes über die Durchschnittspreise wichtiger Maaren im Großhandel sur die einzelnen Monate des laufenden Jahres folgendermaßen: Preise in Berlin, Zentral-Aiehhof, für KX) kj* in Mark. Rinder Schweine Kälber (Fleisch-(Lebend-(Fleisch- 1890 gewicht, Mit- gewicht, LOstst gewicht, nie- im Monat tel aus den Tara, höchste drigste Noti- Notirung sür rung für Januar Februar März April Mai Juni Juli August eptember Preisen für IIa). 96,25 95,25 98,00 105,00 107,50 108,80 117,25 120,50 119,80 Die Wahlen des Dr. IIa). 121,00 121,50 120,40 115,00 104,50 110,40 116,50 120,00 121,20 Kachler IIa). 94,50 89,00 88,80 105,50 100,00 98,00 90,00 108,00 114,00 und des Hammel (Fleisch- gewicht, Mit- tel aus den Preisen für la). 91,00 93,00 93,00 100,50 101,75 108,40 113,25 126,00 121,80 Oberlehrers Dr. Müller zu Stadtverordneten beschäftigten vorgestern Abend den ständigen Ausschuß der Stadtverordneten- Versammlung zur Vorprüfung der Giltigkcit der Stadtverordneten-Wahlenjuntcr Vor- sitz des Stadtverordnelen- Vorstehers Dr. Stryck. In Bezug auf den Protest gegen die Bachler'sche Wahl hat der Ausschuß mit Rücksicht auf das bekannte Schreiben des Stadtverordneten Pretzel an den verstorbenen Ober-Postdirektor Schiffmann seinen früheren Beschluß auf Kassation der Wahl einstimmig aufrecht erhalten, da hier eine unberechtigte amtliche Wahlbeeinflussung vorliege. Der Protest gegen die Müller'sche Wahl ist einstimmig zurückgewiesen worden, da der Ausschuß der Auffassung war, daß in dem be- kannten Schreiben des Schristführers des liberalen Vereins der Oranienburger Vorstadt an einige Mitglieder desselben, eine Beeinflussung nicht zu finden sei und es dem Bezirksvein nicht zurück, um nach dem Preis eines Diadems zu fragen, welches den Herrschaften ganz besonders gefalle, und verschwand darauf wiederum durch dieselbe Thür. Fran Prevost wartete, wartete, die Stille wurde ihr unheimlich. Endlich, nach etwa 20 Minuten, klingelte sie, klopfte an die Thür des Schlafzimmers, aber ver- gebens. In der ganzen Wohnung war Niemand zu finden, dabei fanden sich die Thören fest verschlossen. Sie rief durch ein Fenster nach dem Hauswart, welcher ihr zwar öffnete, aber nicht an ihre Aussagen glauben wollte; die Familie Barber war in seinen Augen ein Ausbund aller Tugenden. Aber er mußte auch ein- gestchen, dast dieselbe vor einer Viertelstunde ausgefahren sei. Seitdem ist die Familie, d. h. das Kleeblatt geriebener Betrüger, nirgendwo zu blicken gewesen. Wie es scheint, handelt es sich um eine ordentliche Bande, die schon denselben Stteich in anderen Hauptstädten, namentlich Rom und London ausgeführt hat, wes- halb eine Warnung am Platze erscheint. 3MM Leichentranvport auf Eifrnbahnen. Ter Verein für Feuerbestattung in Verlin, welcher monatlich mehrere Leichen per Bahn nach Gotha befördert, und pro Leiche einen ganzen Waggon bezahlen muß(125 M.) wandte sich mit einer Eingabe an den Eisenbahn-Minister Herrn von Maybach uni Ermäßigung dieses hohen Preises, unter Angabe, daß in Amerika Leichen be- deutend billiger auf Eisenbahnen befördert werden. Die Antwort des Ministers lautete:„Auf die an Sc. Exzellenz den Herrn Minister der öffentlichen Arbeiten gerichtete Vorstellung wird der Verein für Feuerbestattung ergebcnst benachrichtigt, daß dieselbe der Königlichen Eisenbahn- Direktion zu Erfurt zur instanz- mäßigen Behandlung zugescrtigt ivorden ist." Das Ministerium der öffentlichen Arbeiten. Darauf erging aus Erfurt folgender Bescheid:„Auf Ihre au den Herrn Minister der öffent- lichen Arbeiten gerichtete Eingabe erwidern ergcbenst, daß die Bestimmungen des Betriebs- Reglements für die Eisenbahnen Deutschlands zu§ 34 ad 5 der Gewährung Ihres Antrages ent- gegenstehen— und daß für die Abänderung jener Bestimmungen ein zwingendes Bedürfnist auch durch die von Ihnen an- geführten Gründe nicht nachgewiesen ist. Wir vermögen daher Ihrem Antrage weitere Folge nicht zu geben. Immerhin aber würde es für uns von Interesse sein, die günstigeren Transport- Bedingungen kennen zu lernen, welche nach Ihrer Angabe in anderen Ländern, z. B. in Amerika, für Leichen- Transporte Anwendung finden, wir würden Ihnen für diese Mitlhcilung dieser Bedingungen bezw. für benommen werden könne, Mitglieder auszuschließen, welche bei Wahlen, entgegen den Grundsätzen des Vereins, ihre Stimme abgeben. Der Polizeipräsident erläßt folgende Bekanntmachung: „Es ist in neuerer Zeit häufig bemerkt worden, daß in den Treppenhäusern zur Bequemlichkeit der Hausbewohner während der Nacht gewöhnliche Petroleumlampen brennend aufgestellt werden. Da hierin, besonders wo die Treppen mit Läufern de- deckt sind, eine erhebliche Gefahr zu finden ist, wird vor dem Aufstellen solcher brennenden Petroleumlampen in den Treppen- Häusern während der Nachtzeit hierdurch gewarnt. Als gefahrlos kann nur die Benutzung von Petroleumlampen mit Metallbassin, die mit bestem Petroleum(Kaiseröl) gespeist sind, angesehen werden." In den jüngsten Monaten sind die Gerichte mit einer ganzen Anzahl von Klagen beschäftigt worden, von denen man früher nie oder nur selten gehört hat. Hausfrauen sind die Klä- gerinnen, Schlächtermeister die Verklagten und schlechtes Gewicht die Ursache des Prozesses. Es ist klar, daß solche Klagen ein Zeichen der Zeit sind. Sie konnten nur auf dem Boden der hohe» Fleischpreise erwachsen. Um das Resultat vorweg zu nehmen: die verklagten Schlächter sind in allen Fällen frei- gesprochen worden, nachdem unter Beweis gestellt wurde, dast nach den in Deutschland üblichen Gewohnheiten im Fleischhandel die Knochenbeilage beim Fleisch etwas Selbstverständliches ist, wenn nicht ausdrücklich„schieres", d. h. ganz knochenloses Fleisch ver- langt wird, für welches dann Höhere Preise gefordert werden. Daß in dieser Art des Fleischverkaufs noch eine jener wirth- schaftlichen Sünden steckt, an denen unser Loben durchaus nicht arm ist, wurde an dieser Stelle schon oft ausgeführt. Aber immer verhallten die Klagen vereinzelter Hausfrauen ziemlich ungehört. Der Umstand, daß die Fleischpreise niedrig waren, ließ den Schaden, den der Käufer erleidet, wenn er glaubt, 5 Pfd. Fleisch gekaust zu haben und beim Nachwiegen zu Hause findet, dast sich darunter IVe Pfund Knochen befinden, nicht als so erheblich erscheinen, obwohl es auch damals schon war und daß erst, bei einer Steigerung der Preise, die sich alle die Jahre hindurch bis zu schwer empfundener Höhe gesteigert hat, zeigen die Hausfrauen für diesen Krebsschaden in dem wirthschaftlichen Verkehrleben weit mehr Verständniß. Allerdings, im Nu und zu- mal im gegenwärtigen Augenblick wird sich Wandel nicht schaffen lassen. Wer es heute unternehmen wollte, dem Fleischer beim Ab- wiegen zuzurufen:„aber nicht so viel Knochen", würde sich die naturgeschichtlich unzweifelhaft richtige Belehrung gefallen lassen müsse»:— es sei die oft gegebene Antwort wörtlich zitirt— „Jlooben Se etwa, daß die Ochsen ohne Knochen uff die Welt kommen?" Es darf angenommen werden, daß dies auch bei dem amerikanischen, rusfischen und belgischen Rindvieh nicht der Fall ist. Dennoch verstehen die Kollegen unserer Schlächter in jenen Ländern in einer Weise, welche den Neid der deutschen Haus- frauen herausfordern müßte, den Knochen von dem Fleische zu lösen und zurückzubehalten, ohne daß die Preise sich wesentlich höher stellen. Es ist wohl kaum anzunehmen, daß das bei uns- so eingewurzelte Uebel leicht, wenn überhaupt wieder aus der Welt zu schaffen ist. Aber daß es ein Uebel ist, dafür sprechen die Klagen, welche jetzt verschiedentlich zum Äustrag gebracht worden sind. 3»e Affäre Oast. lieber die Motive, welche den Wirth- schaftsinspektor Gast in der Jahnstraße Hierselbst dazu getrieben haben, sich und seinen Kindern den Tod durch Vergfftung zu geben, hat iizzwischen die„Danziger Zeitung" vom Vater des unglücklichen Mannes ein durch Zeugnisse unterstütztes Schreiben erhalten, in welchem nachgewiesen wiro, daß der unglückliche Mann die entsetzliche That im Wahnsinn begangen habe. In diesem Schreiben heißt es u. A.: „Vor dreizehn Jahren wurde Gast als Administrator in Keßburg bei Dt.-Krone in dunkler Nacht überfallen und erhielt mit einem schweren Pflugortscheit einen furchtbaren Schlag über den Kopf. Höchstwahrscheinlich ist dieser Schlag die Ursache des Gehirnleidens gewesen, das sich bei ihm in seinen vierziger Jahren entwickelt hat. Hier und da waren schon vorher An- zeichen, die uns damals aber nicht verdächtig vorkamen, stark melancholische Anwandlungen und unmotivirte Zornesausbrüche beobachtet worden. Das Leiden kam aber, wie jetzt mit un- zweifelhafter Sicherheit feststeht, vor zwei Jahren zum Ausbruch, als er seine Stelle in Brandenburg a. H. infolge der Ver- Pachtung der Fabrik verlor. Er, der bis dahin sich das Geld vom Munde abgespart hatte, um für den Fall der Noch etwas zu haben, fing an, mit dem Gclde zu wirthschaften, als ob es kein Ende nehmen könne. Aber er verschwendete es nicht in der Weise, daß er sich und den die Ueberfendung des bezüglichen Transport- Reglements der fremden Bahnverwaltung daher zu Dank verpflichtet sein." Königliche Eisenbahn-Direktion. Wehrmann. Hierauf wandte sich der Vorstand des Vereins für Feuerbestattung durch das Ehrenmitglied Herrn E. W. C. Dreher in Brooklyn N. U-?n verschiedene Eisenbahn-Direktionen in Amerika. Der ziemlich genau übereinstimmende Bescheid mehrerer amerikanischen Eisenbahn-Gesellschaften lautet: Unsere Raten für die Transportation einer Leiche in gut verpacktem Zustande auf einen Passagierzug, sind genau dieselben eines vollen Billets einer lebenden Person III. Klasse." Wir schließen hiermit einen Tarif von Raten und Fahrten bei, damit Sie selbst die Preise für verschiedene Distanzen feststellen können. Die Direktion der Long Island Railroad Comp,(gez.) H. M. Smith. Der Vorstand des Vereins für Feuerbestattung ist nun unter Beifügung des amerikanischen Tarifs und Bestimmüngen abermals bei der Eisenbahn-Direktion in Erfurt vorstellig ge- worden, und ersucht dieselbe im Fall sie die bestehenden Gesetze nicht umzuändern im Stande ist, doch mindestens versuchsweise Leichen in gewöhnlichen GüterwageiAneben anderen Frachten be- fördern zu wollen, oder Abtheilungm zu machen, damit nicht zu einer Leiche ein ganzer Waggon benutzt zu werden braucht. Nach dem amerikanischen Tarif würde dann eine Leiche von Berlin nach Gotha statt 125 M. ca. 22 M. kosten. Gewiß wäre hier einem dringenden Bedürfnist abzuhelfen, und hofft der Verein für Feuerbestattung von der Eisenbahn-Direktion in Erfurt ein günstiges Resultat. Der Fliegettpils. Man trifft diesen Pilz nicht selten im Sommer auf trockenen und unfruchtbaren Stellen in den Wäldern und fällt derselbe wegen seiner schönen Färbung auf. Obwohl er zu den giftigen Pilzen oder Schwämmen gehört, essen ihn doch die Russen an manche» Orten und die Kamschadalen bereiten sogar durch Gährung eine Art furchtbar wirkenden Branntwein aus ihm. Bei uns wird er hier und da gesammelt, in die Wohn- räume gelegt, um so die Fliegen zu tödten. was jedoch zu verwerfen ist, indem diese Thicre, nachdem sie sich vergiftet haben, leicht im Zimmer vorhandene Eenußmittel gleichfalls vergiften können. Ter Hut dieses Pilzes ist lebhast branuroth gefärbt, mit weißen, stockigen Mengen bedeckt, am Rande glatt, 5 bis 15 Zentimeter breit, gewölbt, späterhin flach ausgebreitet. Der Strunk oder Stiel ist voll, schuppig, 5 bis 12 Zentimeter lang, röthlich, an der Basis stark verdickt. Seinen etwas zu gute thcit, sondern fand Rechnungen zu billig, bot den Leuten mehr, als sie haben wollten, verlieh an Personen, die er kaum oder gar nicht kannte, gab überreichliche Trinkgelder, wahrend er früher prinzipiell gegen das Ausgeben von Trink- geldern gewesen war. Seine Stimmungen wechselten im Handumdrehen; einmal belebte ihn das Gefühl, als könne er alles und jedes unternehmen, gleich darauf folgte tiefste Niedergeschlagenheit, die ihn an allem verzweifeln und dem Verfolgungswahn anheimfallen ließ. In dem, was seinen Angehörigen zur Beurtheilung vorlag, sahen dieselben nur nervöse Ueberreiztheit und bemühten sich auf alle Weise, ihm eine Stelle zu verschaffen, die ihn befriedigen und zur Seelenruhe zurückführen könnte. Auch die furchtbaren periodisch auftretenden Kopfschmerzen, an denen er litt, wurden für nervös gehalten und durch geeignete Mittel thunlichst gehoben. Wie es Kranke in diesem Zustande der Paralyse vielfach thun, verHeim- lichte Gast schließlich seinen Zustand, so viel es ging. Nur in der engsten Familie klagte er oft, daß die Kopfschmerzen ihn wnhn- sinnig machen würden, nur m der engsten Familie wurde er plötz- lich und ganz unmotivirt von Tobsuchtsansallen heimgesucht, die ebenso plötzlich aufhörten. Es ist unzweifelhaft, daß er, wie alle diese Kranken, im Depressionsstadium oft an Selbstmord dachte, aber ebenso unzweifelhaft ist es, daß er den Selbstmord schließlich in einem plötzliche» Wahnsinnsanfall verübt hat. Denn bevor er zu der schrecklichen That schritt, hat er die Knaben erst für den folgen- den Tag, den es für die armen Kinder doch nicht mehr geben sollte, die Schularheiten machen lassen, und fo, daß sie ver- schiedcne Male Abschristen aus dem Hefte herausreißen und neue anfertigen mußten. Er hat sie Messer putzen lassen, die geputzten angesehen und die Knaben immer wieder damit zurückgeschickt, damit sie besser putzten. Strychnin hatte er von seiner früheren Thäligkeit im Hause, und so konnte das Herzzerreißende geschehen. Dabei hatte er nach Art dieser Geisteskranken sein Vorhaben sorg- fältig überlegt und mit großer Rasfinirtheit durchgeführt. Eine äußere Veranlassung lag für die That nicht vor, denn wenn mein armer, unglücklicher Sohn auch wenige Tage vorher zwei abschlägige Antworten bekommen hatte, so war er doch noch gar nicht in Roth, hatte SO Mark in der Tasche, 1000 Mark ausstehen, war keinem Fremden auch nur einen Pfennig schuldig, hatte Lebensmittel und reichliche Kleider und Wäsche für sich und seine Familie." Zimmermristev Schaaf ist gefuttde»! Diesmal ist— wie ein Reporter versichert— die Nachricht so sicher, daß jeder Widerruf ansgeschloffen ist. Am Dienstag Vormittag wurde an einer der Brücken, welche an der Seestraße in der Nähe von Plötzensee den Schifffahrtskanal überführen eine männliche Leiche angeschwemmt, die von dem berittenen Gendarmen Rösiger be- merkt wurde. Schon auf den ersten Blick entstand die Ver- muthung, daß dies die lange gesuchte Leiche Schaaf's sei, und diese Vermuthung wurde zur Gewißheit, als der Beamte die Kleider der Leiche durchsuchte und darin Papiere fand, die auf den Nanien des Zimmermeisters Schaaf lauteten. Ter Ort, an welchem die Leiche angeschwemmt worden ist, läßt den Schluß zu, daß der Mann unmittelbar nach der That in das Wasser gegangen ist, denn der Weg von seiner Wohnung in der Straße 16 führt durch diese und die Triftstraße in schnurgerader Richtung an den Schifffahrtskanal. Am Dienstag Nachmittag ging die amtliche Nachricht von der Auffindung der Leiche bei der Staatsanwalt- schaft vom Landgericht 11 ein, welche dieselbe an die Staats- anwaltschaft vom Landgericht 1 weitergab. Die Leiche befindet sich vorläufig in der Plötzenseer Leichenhalle. Der durch den Kchuff einea Mahnsinnigen so schwer verletzt gewesene Schlächtermeister R o h r b e ck ist so weit her- gestellt, daß derselbe am Montag zum ersten Male den Viehhof wieder besuchen konnte. Er trägt den Arm zwar noch in der Binde, doch ist Hoffnung vorhanden, daß die That ohne weiteren Einfluß aus die Gesundheit des Herrn Rohrbeck bleiben wird. Dir Urrhaftnng einer Kupplerin, welche in dem Hause Zimmerstr. 75 ihr schamloses Gewerbe betrieb, ist am vorigen Dienstag erfolgt. Besonders inkriminirt ist ein bereits längere Zeit zurückliegender Fall schwerer Kuppelei, begangen an einem jungen Mädchen unter vierzehn Jahren, das jetzt selbst seinen Eltern das Verbrechen mitgetheilt hat. Die Eltern des Mädchens haben sofort Strafanzeige gegen die Verführerin, eine Frau Trenkhorst, und deren Helfershelferin, eine früher bei derselben im Dienst gewesene ältere Person erstattet. Die T., welche in das Untersuchungsgefängniß in Moabit überführt worden ist, lebte auf großem Fuße; die eingeleitete Untersuchung dürfte er- geben, ob die Gerüchte berechtigt sind, welche behaupten, daß eine große Zahl unerfahrener Mädchen dem verbrecherischen Treiben der Frau T. zum Opfer gefallen ist. Die„Post" erfährt zu dem Vorfall, daß es sich um eine Mutter handelt, welche vor etwa acht Jahren ihre eigene Tochter durch Vermittelung zweier anderer Frauen verkuppelt haben soll. Da das Mädchen damals noch nicht das vierzehnte Lebensjahr erreicht hatte, so dehnte sich auch die schwere Kuppelei aus die Helsershelferinnen aus. Die Gründe zu dem späten Geständniß sollen in einem Zerwürfniß zwischen Vater und Mutter des Mäd- chens zu suchen sein, bei welchem das Letztere sich aus die Seite des Vaters gestellt hat. Kertterrr Asql-Nrrei» f«r(Obdachlose. Im verflossenen Monat Oktober 1800 nächtigten im Männer-Asyl 0203 Personen, davon badeten 2898 Personen; im Frauen-Asyl 1395 Personen, davon badeten 130 Personen. poliseibericht. Am 3. d. M. Morgens wurde in der ver- längerten Schwedtcrstraße, am Exerzierplatz, ein junger Mann mit einer Schußwunde in der rechten Schläfe todt aufgefunden. Es liegt unzweifelhaft Selbstmord vor.— Vonnittags machte ein Dienstmädchen in der Wohnung ihrer Herrschaft, am Lützow- Ufer, den Versuch, sich mittelst Bilfenkraütöls und Chloroform zu vergiften. Es wurde noch lebend nach der Charitee gebracht. — Mittags wurde ein Mann vor dem Hause Alexanoerstr. 1 von einer Kutsche überfahren und am Bein und an der Schulter so schwer verletzt, daß er nach dem Krankenhause am Friedrichs- Hain gebracht werden mußte.— Nachmittags fiel der Kutscher Vogler nahe dem Grundstück Fennstraße Nr. 52 von seinem in der Fahrt befindlichen Steinwagen herab, gerieth unter die Räder desselben und erlitt dabei Ouetschungen am Arm und Oberschenkel, so daß seine Ueberführung nach der Charitee erforderlich wurde.— Zu derselben Zeit erschoß sich ein Mann in der Zelle einer Badeanstalt mittelst Revolvers.— Nachmittags wurde vor dem Hause Bülowstr. 8 eine unbekannte, etwa 25 Jahre alte Frauensperson von einem Müllwagen überfahren und so schwer verletzt, daß sie auf dem Wege nach dem Elisabeth-Krankenhause verstarb.— Zu derselben Zeit fiel der Dachdecker Kleiber beim Abnehmen eines Hänge- gerüstes vom Dache des ästöckigen Hauses Naunynstr. 49 auf den Hof herab und verstarb während der Ueberführung nach dem Krankenhause Bethanien an den erlittenen schweren Verletzungen. — Abends versuchte eine Frau in ihrer Wohnung in der Wadzeck- straße sich mittelst verdünnter Schwefelsäure zu vergisten. Durch Anwendung von Gegenmitteln wurde die Gefahr beseitigt.— Im Laufe des Tages fanden 4 kleinere Brände statt. Das Zefirsben der Unternehmer, ihre Betriebskosten möglichst herabzudrücken, um billig zu produziren und die Kon- kurrenz zu verdrängen, hatte Veranlassung zu einem schweren Unglücksfalle gegeben, welcher den Maurer Heinrich Liebig am Dienstag unter der Anklage der fahrlässigen Tödtung vor die erste Slraskammer am Landgericht 11 führte. In der früher Otte- schen Glasfabrik in Charlottenburg, die jetzt einer Aktiengesell- schaft gehört, sollte im März d. I. ein alter Schmelzofen ab- gebrochen werden. Die Arbeit wurde dem Maurer Heinrich Liebig aus Charlottenburg übertragen, der in der Fabrik als Scharwerker beschäftigt war. Inmitten der Abbruchsarbeiten wurde Liebig nach der zweiten Fabrik beordert, welche die Gesell- schaft in Charlottenburg besitzt; die Arbeiten wurden nun ohne jegliche Leitung von technischen Sachverständigen fortgesetzt, und eines schönen Tages geschah das, was sonst längst hätte voraus- gesehen werden müssen, das zum Theil seiner Stützen beraubte und durch die vorgenommenen Arbeiten erschütterte Gewölbe stürzte ein, riß den Maurer Herzberg mit herunter und erschlug diesen auf der Stelle. TeriLerunglückte wurde als Leiche unterden Trümmern hervorgeholt. Durch eine irrige Auffassung von der Veranwortlichkeit, die in der Voruntersuchung auftauchte, wurde der Angeklagte der Fahr- lässigkeit beschuldigt und unter Anklage gestellt. Die Haupt- Verhandlung ergab indessen seine vollständige Schuldlosigkeit. Aus dem sachverständigen Gutachten des Baurath Bohl ging hervor, daß das Unglück lediglich darauf zurückzuführen sei, daß keine technisch geschulte Leitung vorhanden und die Arbeit einem Ge- sellen übertragen worden war, der die Sache gar nicht verstehen konnte. Der Ofen sei schon in überaus leichtfertiger Weise auf- geführt worden und nicht minder leichtfertig sei es gewesen, daß der Abbruch nicht einem Bautechniker übertragen und zuletzt ohne jede Leitung erfolgt sei. Infolge dessen beantragte der Staats- anwalt selbst die Freisprechung und der Gerichtshof erkannte nicht allein demgemäß, sondern beschloß auch, dem Angeklagten die nothwendigen Auslagen einschließlich der Kosten der Verthei- dignng aus der Staatskasse zu ersetzen. (siin vielvrvsprechendrs Früchtchen präsentirte sich am Dienstag in dem 14 jährigen Schüler Paul von Katte ans Rix- dorf der ersten Strafkammer am Landgericht II. Als Zeugen waren neun kleinere und größere Schulmädchen geladen, mit denen der Angeklagte in den Jahren 1889/90 theils unzüchtige Handlungen vorgenommen, oder die er durch unsittliche Gebchr- den und Redensarten beleidigt haben soll. Die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit vorgenommene Beweisaufnahme führte zur Ueberführung des Angeklagten. Der Gerichtshof hielt es jedoch für angezeigt, die mangelnde Erziehung des Knaben in einer Besserungsanstalt nachholen zu lassen und erkannte auf Ueber- Weisung in die Zwangserziehung. Wege» Diebstahls a» einer Zeitung im Werths von 5 Pfennigen war am 18. Juli der unbescholtene Karl Janescek vom hiesigen Schöffengericht zu einem Tage G e f ä n g n i ß verurtheilt worden. Die Verurtheilung beruhte auf den Wahrnehmungen eines Dienstmädchens, welches gesehen haben wollte, daß der Angeklagte eines Abends, als er bei der Nachhausekunft auf dem Korridor einige Thören fremder Woh- nungen passirte, eine Zeitung, die auS einem Briefkasten hervor- ragte, an sich genommen habe. Diese Angelegenheit beschäftigte dieser Tage die Berufungskammer, welche die Wahrnehmungen des Dienstmädchens keineswegs für zuverlässig erachtete und den Angeklagten von Strafe und Kosten freisprach. Im Anschlnsi an einen lüirzlich verhandelten Urozesi gegen NoUKutscher berichtet die„Allg. Fahrztg." über einen Zivilprozeß gegen den Baumeister Alfred Bornemann, welcher aus der Zeit des Vorspiels zu jenem Prozesse herrührt. Bei dem Zivilprozeß handelt es sich um nicht weniger, als um die Summe von 72 M. Droschken-Fahrgeldcr, welche ein Droschken- kutscher gegen B. eingeklagt hatte. Nach der„Allg. Fahrztg." ist B. derjenige, der jenen Diebstählen auf die Spur gekommen ist. Er hatte am 22. April den Droschkenkutscher Steinicke engagirt, hatte dessen Droschke mit dem Kriminalkommissarius Griitz- macher und anderen Personen— anscheinend Polizei- beamten— bestiegen und war dann selbst mit diesem Gefährt drei Tage lang von des Morgens bis Nachts gegen zwei Uhr umhergefahren, ohne zum Schlüsse dem Kutscher die dreitägige Fahrt zu bezahlen. Der Kutscher wandte sich durch Vermittelung des Vereins Berliner Droschken- kutscher an das Polizeipräsidium unter Ueberreichung einer Liqui- dation von 72 Mk. Restfahrgeld mit der Bitte, die Forderung zu begleichen. Nach den begleitenden Umständen mußte angenonimen werden, daß Bornemaun Polizeiagent sei, und daß deshalb das Polizeipräsidium für Zahlung des Fahrpreises aufzukommen habe. Das Polizeipräsidium schrieb aber zurück, daß dies nicht der Fall sei, und daß der Kutscher Steinicke von dem Kriminalkommissarius Grützmacher inzwischen 6,50 Mk. antheilig erhalten habe. Der Vorstand des Vereins konnte hierauf nur gegen Bornemann allein vorgehen. Gegen den gegen denselben erlassenen Zahlungsbefehl erhob er Widerspruch und so mußte der Klageweg betreten werden. Das Verfahren endete damit, daß B. zur Zahlung von 65,50 Mk. an Fahrgeldern kostenpflichtig verurtheilt wurde. Die zweite Strafkammer hiesigen Landgerichts 1. ver- urtheilte gestern den Börsenmakler Rudolf Conrad wegen Unterschlagung zu 3 Monaten Gefängniß. Der Angeklagte hatte im Auftrage eines Postassistenten demselben gehörige Papiere verkauft und sollte an deren Stelle andere Papiere im Werths von mehreren tausend Mark kaufen. Er hatte den Auftrag auch ausgeführt, bei den schlechten Kon- junkturen aber, welche seit einiger Zeit an der Börse herrschen, befand er sich gerade zu jener Zeit selbst in finanzieller Bedräng- niß und ließ sich dazu verleiten, die in seinem Besitz gekommenen Papiere zu verkaufen und den Erlös zu eigenem Nutzen zu ver- wenden. Der angerichtete Schaden ist von der Familie des An- geklagten sehr bald gedeckt worden. Die Angelegenheit hatte feiner Zeit größeres Aufsehen erregt, da der Angeklagte sein Heil in der Flucht versucht hatte. Er wurde in Hamburg ergriffen und hat eine längere Untersuchungshaft durchmachen müssen, aus welcher er auf Antrag seines VertheidigerS Rechtsanwalt Cassel entlassen wurde. Einem schlechten Scherze hatten B. u. M. eine Anklage wegen versuchter Nöthiguug und groben Unfugs zu verdanken, welche sie gestern vor die II. Strafkammer führte. Beide An- geklagte kamen eines Abends gegen 11 Uhr aus lustiger Gesell- schaft und gewahrten auf der Straße einen Omnibus der Allge- meinen Packetfahrt-Aktiengesellschaft, welcher in ganz langsamem Tempo den Weg nach dem Depot eingeschlagen hatte. Die Angeklagten bestiegen_ den Wagen und hörten nicht darauf, daß der Schaffner ihnen das Aussteigen gebot, da der Wagen nur nach dem Depot fahre. Die Angeklagten bestar den darauf, mitfahren zu dürfen und als ihnen der Schaffner dies verweigerte, wurden sie ausfallend, ja, sie drohten sogar, denselben über das Geländer des Hinterperrons zu werfen, falls er sie nicht in Ruhe lassen sollte. Der Schaffner mußte schließlich die Persön- lichkeiten der beiden Fahrgäste durch einen Schutzmann feststellen lassen und die Folge davon war, daß der eine der beiden An- geklagten gestern zu 30 M. Geldbuße verurtheilt wurde. In rigruthniulichcr Meise ist dem Reisenden Chr., welcher sich gestern auf die Anklage der wissentlich falschen Denunziation zu vertheidigen hatte, der Beweis der Wahr- heit gelungen. Der Angeklagte hatte, wie er behauptet, seiner Schwester auf dem Todtenbette versprochen, über den hinterlassenen Sohn derselben, den Handelsmann G. in der Weißenburgerstraße, welcher einen verkrüppelten Fuß hat, zu wachen. Nach seiner Schil- deruug hat er nun bemerkt, wie dieser sein Neffe sich dem Müßiggange hingab und Jahr aus Jahr ein nur von Betteleien lebte, die er mit Hilfe von Sammellisten u. dergl. in Szene setzte. Er will Alles aufgeboten haben, um seinen Neffen von diesem unreellen Erwerb abzubringen und erst, als er keinen Erfolg damit hatte, griff er zum letzten Mittel: er machte der Polizei Anzeige von den Betteleien seines Steffen und bat, demselben das Handwerk zu legen. Letzterer bestritt die Beschuldigungen deS Onkels und veranlaßte die Anklage wegen wissentlich falscher Anschuldigung. Im gestrigen Termin verweigerte G. vorsichtiger Weise die Aus- sage, sein angeklagter Onkel aber führte aufs Glänzendste den Wahrheitsbeweis. Vor dem Gerichtshose erschien nämlich die in der Bendlerstraße wohnende Frau G., welche mit dem Zeugen G. nur den Namen geineinsam hat. Dieselbe bekundete, daß einige Zeit nach dem Hinscheiden ihre? Mannes der Zeuge bei ihr er- schienen sei, sich als einen Neffen des Ehemanns vorgestellt und um Unterstützungen gebeten habe. Frau G., welche sich dunkel erinnerte, daß ihr Gatte einen entfernten Verwandten mit einch lahmen Fuß in der That besessen, gewährte dem Zeugen diese Unterstützung ungern im reichsten Maße, indem sie 11 Jahr« hindurch allerlei Rechnungen desselben bezahlte. Schließlich aber hat sich herausgestellt, daß der Zeuge gar kein Ver- w a n d t e r des Herrn G., der wirkliche Verwandte mit dem lahmen Fuß vielmehr eine ganz andere Person ist.— Nach diesem Wahrheitsbeweise beantragte der Staatsanwalt sofort die FM- sprechung des Angeklagten, auf welche der Gerichtshof auch er- kannte.._' VevsÄntmlungen. C-ugen Uichter n»d seine Mamelucken. ■vjiii„Deuischfreisinnigeu Arbeiterverein", der weder von Arbeitern gegründet ist, noch aus Arbeitern besteht, sprach aM Montag-Abend bei Lips der Abg. Eugen Richter. Es mochten etwa 1800 Personen anwesend sein, darunter eine kleine Anzahl Sozialdemokraten; der Eintritt war nur gegen Karte gestattet worden. )(». ,,.2 Richter stellte sich als durchgefallenen Zählkandidaten& Wahlkreises vor, in welchem er spreche, berührte den Rucktr» des ehemaligen Reichskanzlers und erörterte darauf die bisher» Thätigkeit des Reichstags. Das Eintreten der deutschfreistnmg Partei für die zweijährige Dienstzeit reicht nach seiner BeHaupt» aus, um die Partei als die Vertreterin der Arbeiter, Handwer und Bauern erscheinen zu lassen. Infolge der Militärvorlage i es ein heißer Sommer gewesen, abgesehen davon, daß auch i»> Fragen ihm, dem Redner, den Kopf warm gemacht ym■ Offenbar war dies eine Anspielung auf den sommerlichen Z in der freisinnigen Partei, in welchem Richter die freyinnig. „Arbeitervereine" auf seiner Seite glaubt; es reagirte jedoch niem» in der Versammlung auf die Anspielung. Richter fuhr fort:, t „Die freisinnige Partei ist bei b Militär vorläge überstimmt: das chchtd o Partei selbstverständlich nicht abhält- dieselben Forderungen weiter zu ve treten, die Partei tbut damit aber nur t? Pf lich t."(Stürmischer Beifall der Freisinnigen.) Man habe ihm vorgeworfen, daß er sich um die Arvei schntz-Fragen nicht viel gekümmert habe; er hat die Posten � genommen, die am schlechtesten besetzt waren. Wer also geg«( hat, daß Richter nicht das Zeug zum Sozialpolittker hatte, hat sich geirrt— nach Richter's Selbsteinschätzung.„„»„lieb Für den gesetzlichen Achtstundentag sei kein einziges Mng der freisinnigen Partei; derselbe bilde zwar ein Ideal, da� v gefalle, aber die Sozialdemokraten leugneten mit Unrecht,. auch die geistige Arbeit, und zwar noch mehr als die korper. ermüde, und sodann sei ein Maximal-Arbeitstag nur von-ch. wenn gleichzeitig der Unternehmer gesetzlich zur Zahlung«. Minimallohnes verpflichtet würde; das aber führe zum>os, listischen Staat. Bemerkt sei,.daß diese in der einen Hälfte ö � unwahre, in der anderen durchaus unrichtige Kritik des stundentages bei der freisinnigen Zuhörerschaft keinen Widersp sondern nur starken Beifall fand., f„tt; Nach solchem nationalökonomischen Unsinn fuhr Richter l.{ „Die Sozialdemokraten verlangen zu viel., sozialdemokratischen Forderungen.yu; keine Aussicht; das hält die Partei', ab, dieselben Forderungen weiter z u ,�, treten, die Partei giebt sich dann ebeii j Schein der Arbeiterfreundlichkei t, m«.. � hat es natürlich keinen Zwe ck."(Sturm I Beifall der Freisinnigen.) die (Die„deutschfreisinnigen Arbeitervereine" fordern ftchfL,# staatliche und internationale Regelung der Arbeitszeit in w Programm, das die„Freis. Ztg." allerdings bezeichnender-o-t, noch immer nicht abgedruckt hat. Richter sprach also im ve» rcisinnigen Arbeiterverein gegen die Forderung bes d« i-- reisinnigen Arbeitervereins, und die deutschfreisinnigen„Arv � >egleiteten die gegen ihr eigenes Programm gerichteten sührungen mit Beifall.)« auf die doppelte Stimmenzahl."(Beifall, furchtbarer v Fortdauer der Versammlung ist gefährdet.) folge"« Der Lärm hatte sich noch nicht gelegt, als der i..„ Redner, Abgeordneter Dr. Hermes, begann: eine Diskussion mit den Sozialdemokraten für hat(Unruhe), wir könnten hier bis Vsl Uhr sitzen das von dem Abgeordnete» Richter verlangt werden? cn. Unruhe.) Ueberhaupt ist nur ein Vortrag des Abg.»« gemeldet.(Stürmische Protestruse.) Eine Diskussion Sozialdemokraten würde doch nur dann einen Zweck tzPLWst« ...............—• vären., er l-V» Man MW eine % sie in ziemlich gleicher Zahl mit uns hier wären. Eine Vertagung wurde nöthig. DMchTc r: der dann zur" Entgegnung von dieselben nicht die Parte: verantwortlich mache, �*..»n � sagt, daß dauernde Organisationen nicht ßf'" sei unerhört; derselbe habe ihm vorgeworfen, dap r [töjteit bei Mitgliedern einer anderen als der sozialdemokratischen Partei nachsehe.(?) Zum Schlüsse stellt N i ch t e r die absolut unwahre Behaup- uwg auf, die absichtliche Störung wäre von den Sozialdemo- «raten ausgegangen, woraus man wieder ersehe, daß eine Dis- "M°n mit denselben nichts nütze. Die Sozialdemokraten galten während Nichtcr's iliedc und Entgegnung absolute Ruhe Beobachtet. Tie Störungen während der Rede Engler's waren roch sicher nicht von den Sozialdemokraten ausgegangen. Auch «ue Unterbrecher des Abg. Hermes waren nicht blos die wenigen anwesenden Sozialdemokraten, sondern auch ein Theil der Frei- Mnigen, dem die Zumuthnng doch allzu undemokratisch vorkam. Nach der Entgegnung Nichter's wurden die Sozialdemokraten ourch die„geistige Waffe" eines angenommenen Schluß- an trag es todt gemacht. Eine weitere Kritik ist wohl über- nusiig. Kellner» Versammlung. Eme große öffentliche Versammlung der Angestellten im Gast- �«rthsgewerbe tagte gestern Nachmittag im großen Saale der 7" annhallen. Auf der Tagesordnung stand: 1. Das Verhalten i s. �arliner Kollgenschaft gegenüber den anderen Gewerbsgehilfen «ud Arbeiter. Referent: W. Werner. 2. Diskussion. 3. Ersatz- Mi zweier Delegirten zur Berliner Streik- Kontrolkommission. eserent: L. Ebert. 4. Verschiedenes. Tie Versammlung wurde vom Einberufer Herrn Ebert eröffnet. Auf Vorschlag des Herrn Polier wurden in das Bureau gewählt die Herren Ebert als erßer Vorsitzender, Berger als zweiter Vorsitzender und Lippold ai� Schriftführer. Da der Referent Herr W.Werner um Veö Uhr jjoch nicht erschienen war, schlug Herr Ebert vor, unter Absetzung ver ersten beiden Punkte der Tagesordnung, den letzten Punktderselben tiu verhandeln, womit sich die Versammlung einverstanden erklärte. Ebert legte die Gründe klar, weshalb eine Neuwahl zur lrerk-Kontrolrommission nothwendig sei. Die Herren Schroeder no Biesenthal, welche bis jetzt Mitglieder der Kommission waren, ? s>ch den Geschäften nicht ganz widmen können, da sie ge- injastuch oft verhindert gewesen seien. An Stelle der beiden genannten wurden die Kellner Polter und Wegner in die Streik- ontrolkommission gewählt. Herr Werner war auch jetzt noch «cht erschienen. Der Vorsitzende Ebert übernahm deshalb das Zierat. Er tadelte den Jndifferentismus der Berliner Kellner; von den 20 000 Berliner Kellnern seien nur 251 Kollegen dem 'verdande beigetreten, das sei ein trauriges Zeichen; um so «auriger, als in großen Versammlungen häufig 800 bis 1000 J'nr.n gewesen sein, die alle für eifriges Eintreten in die Be- Jduiig mitgestimmt hätten. Es sei jetzt ein neues Gewerkschafts- . Gon,»Der Gastwirthsgehilfe", gegründet morden, dasselbe werde i:'Besserung der sozialen Lage seinen Theil mithelfen. Die yuuptsache sei jedoch, daß die Gastwirthsgehilfen sich der Organi- L'.0«« anschließen und sich mit der übrigen Arbeiterschaft sali- tisch erklären. Dann werde man hoffentlich im nächsten »mmer schon mit größeren Erfolgen an die Oeffentlichkeit treten c!,"}?1'-~ In der hierauf folgenden Diskussion sprachen die 5«achter Jaßmann und Schwarz. Beide traten warm für eine -gemeine Organisation und den Anschluß an die übrige Arbeiter- im a n n' H�rrHerzberg erklärte, mit der gewerkschaftlichen Bewegung v»>i.Ä'�2owerbe vollständig einverstanden zusein, wenn er auch viilisch anders als die Leiter der Bewegung dächte. Vor allen b/i s/N..«nüsse das Trinkgelder- System abgeschafft werden, v«ese-I Zahlungsstzstem unmoralische Wirkungen im Gefolge sm s Die Kellner sollten sich nicht auf die anderen Arbeiter, i ndcrn. vielmehr auf sich selbst verlassen; mit einer guten �•gamsation, könne viel erreicht werden. Die anderen Arbeiter ! ulen sich nur nicht im Falle eines Streiks ins Kellnergewerbe rangen und die freigewordenen Stellen besetzen. Herr Polter sj?« diesen letzten Ausführungen entgegen. Die Kellner müßten L? viit der ganzen Arbeiterschaft solidarisch erklären. Diejenigen s°mente. welche sich aus anderen Gewerben im Streikfalle in us Kcllnergewerbe drängen sollten, werden dann von der ge- ! mmten Arbeiterschaft boykottirt und aus den Stellen hinaus- A bfault- werden. Herr Schopps erklärte, nur im Anschlüsse an >n°„ ��ldemokratie einen Vortheil für die gewerkschaftliche Be- 2-?««ng der Kellner zu sehen. Nachdem Jaßmann noch den Aus- > yrungen Herzberg's entgegengetreten, wurde die folgende von n»H �ert eingebrachte Resolution fast einstimmig an- »Wommen: s. Die heute im Saale der Arminhallen tagende Versammlung Km �vgestelltcn im Gastwirthsgewerbe erklärt sich mit den Aus- im« J®en des Referenten einverstanden und beschließt, sich dem den Mitgliedern des Vereins Berliner Gastwirthsgehilfen e«»!-Ä09enen Wege, der dahin geht, durch ein geschlossenes �Jß'fches Vorgehen mit allen zur Verfügung stehenden gesetzlich dm-rn. Mitteln eine Besserstellung der wirthschaftlichen Lage e..,, �gestellten im Gastwirthsgewerbe anzustreben. Außerdem sab», �die Versammlung den in früheren Versammlungen ge- ».Er!« Beschluß, dahingehend, daß nur im Anschluß an die all- iü s«voderne Arbeiterbewegung das gesteckte Ziel zu erreichen dmif daß Mann für Mann dafür eintritt, sich der ge- ivschließ" �Wuisation(Verein Berliner Gastwirthsgehilfen) an- Ver««» � 5« Töpfer Pertl""d Umgegend hielten am 3. d. M. unter Vorsitz des öü-m.r��vBamies, Herrn Thieme, eine zahlreich besuchte fiw Versammlung ab. Herr Thieme erstattete Bericht 0,6 Laae dpa(Ktroiea„nis konnte konstatiren, daß derselbe e. Redner ging in ein- des Streiks durch und ... Lage des Streiks uno ronme ivi '�n glänzenden Verlauf genommen habe. �Wider Weise nochmals die Geschichte zum Schlüsse seiner Ausführungen den Antrag, Umgegend mit den dem Datum x der Töpfer Berlins und Umgegei Kn,, Versammlung für beendet zu erklären. könn»«�en seien nicht mehr zu unterstützen, im Gegentheile SSeunpsp,. Arbeitslosen durch den Arbeitsnachweis Arbeit nach- k«,> l lüerbpn(SnHfo flemarfit baben. eine lebhafte Debatte über verschiedene Vor Köbach»..,, vahrend des Streiks und über Fragen der weiter zu esondmä r Taktik. Die Herren I a k o b e y und Thieme hoben ?'9iNe. k-. l�or, daß, nachdem nun die Töpfer durch ihre 'Ischl i„ den Streik siegreich beendet haben, dieselbe» nun s?«ganisati�«�'�. Winde z» zerstieben, sich vielmehr in einer festen .£iite>in»° zusammen zu finden hätten, um auch fernerhin die /«Äscher w«virksam zu wahren, in gewerkschaftlicher, wie �langte wA'ehung.(Bravo!) Zur einstimmigen Annahme W«eumb."�ag Jakob ey, daß alle infolge des Streiks m unterstützen sind und 'yy Qßm.>r... v w v v v/ vwp" dies dpv rf ßB't werdenden Kollegen zu . zu übeAaffc» fei. S t �Bschluß der Bersammlung In v b e x n d e t erklärt. wurde der partielle die Streikkominffsion vom in einer Streik vorlegen und zwar die d t l e. Die iiistz. Nicht ttseh* Hohe von 10 pCt. des Arbeitsverdienstes j werde,,- erhoben. Sollte die Erhebung derselben wieder (ndip,.«.' wird Bekanntmachung erfolgen. Dle am Donnerstag hier stattge�undene KMMZMZ-S-Wv Qua als Massenglied der Gesellschaftsordnung", veia'yab der im. �°�°Sende 8«"ß von der Voraussetzung VLK sich WM von Natur ein Heerdenthier sei und so ge- tzKvk ä strsrnz 8e flelm.« ro5 jungen, aber augenblicklich starken Partei «en. Es gilt nun, daß sich alle besonnenen Men- schen gegen die Heerdennatur aufraffen. Das Gegenmittel sei die Selbstständigkeit. Als selbstständiges Glied innerhalb der Gesell- schaftsordnung muß sich jeder von der Heerdennatur zu befreien suchen. Nur so kann die Menschheit zur�vollen Glückseligkeit ge- langen. Der erste Schritt zur Selbstständigkeit müßte für jeden jetzt bewußten Arbeiter sein, sich der zu gründenden proletarischen freien Gemeinden anzuschließen; auch für Luckenwalde em- psichlt der Referent die Gründung einer solchen Gemeinde. Allerdings setzt der Referent voraus, daß sich derselben nur selbstständige Charaktere, wahre Dissidenten anschließen sollen. In der Diskussion wandte sich Genosse Taberi gegen die ganze Tendenz des Vortrages, der jedes Gemeinsame leugnet. Denn schon die Vereinigung zweier Menschen mit gleichen An sichten und Bestrebungen ist in den Augen des Referenten eine Hammelheerde. Vollends aber muß man Protest dagegen einlegen, wenn der Vortragende alle politischen Parteien als Hammel- heerden bezeichnet. Es wäre besser, er richtete seine ganze Kraft dahin, die Masse zum Verständniß zu erziehen. Im Weiteren ist es sehr fraglich, ob der Plan, überall, Ivo es nur angeht, freie Gemeinden zu gründen, für die Arbeiterbewegung von Nutzen ist. Nach der bekannten Rede des Genossen Liebknecht in Halle wird sich ein Sozialdemokrat höflichst bedanken, seine Zeit der müßigen Vereinsspielerei der freien Gemeinden zu opfern. Wenigstens mögen sich die heute hier Versammelten die Sache richtig überlegen, ehe sie zur Gründung der freien Gemeinde schreiten. Die folgenden Redner sprachen sich alle für die Gründung einer freien Gemeinde aus und einige Redner unterließen es nicht, sich als sogenannte Opponenten der Fraktion zu geriren. Herr Karl Liebe sprach in überaus leidenschaftlicher Weise gegen die sozial- demolratische Fraktion, stellte die Behauptung auf, daß auf dem Parteitag zu Halle die wahre Hainmelnatur der sozialdemo- kratischen Wähler zum Ausdruck gekommen ist. Die sozialdemo kratische Partei ist überhaupt nicht im Stande, etwas Positives zu leisten. Nur der Radikalismus oder besser gesagt der Anarchismus ist im Stande, die Menschheit aus den Banden der heutigen Gesellschaftsordnung zu befreien. Diesen Worten folgte ein furchtbarer Lärm, so daß die Versammlung vertagt werden mußte. Herr Dr. Wille verließ den Saal. Nach Wiedereröffnung der Versammlung protestirte Herr Tabert gegen die Ausführungen des Herrn Liebe. Ein anderer Redner, Herr Kotenbeutel, beschimpfte den Halle'schen Kongreß, der einer Hammelheerde ge- glichen habe. Doch die Opposition werde immer stärker, und dann soll fürchterlich abgerechnet werden. Die Gegner der freien Gemeinde hatten sehr schweren Stand, und es konnte nicht verhütet werden, daß die Gründung einer freien Gemeinde mit schwacher Mehrheit beschlossen wurde. Bei der nunmehr stattfindenden Vorstandswahl zeigte es sich, daß gerade die Herren Schreier zur Annahme eines Amtes nicht zu bestimmen waren. Herr Kotenbeutel, der fürchterlich ab- rechnen will, lehnte unter ganz nichtigen Gründen ab. Schließlich wurde Herr Roder zum Vorsitzenden der Gemeinde gewählt. Zum Schluß erklärten einige Genossen, daß sie sich nicht bereit finden würden, der freien Gemeinde beizutreten, obwohl sie aus der Landeskirche ausscheiden wollten. Wir veröffentlichenden Bericht, obwohl wir der Frage,' ob in Luckenwalde die„Hammelnatur des Menschen" nach dem Rezept des Dr. Wille mit„freien Gemeinden" bekämpft wird, oder nicht, durchaus nicht für sehr brennend erachten. Wir hielten uns aber für verpflichtet, öffentlich festzustellen, wie verderblich die sogen. Opposition auf unklare Köpfe wirkt, und wie sie ihnen die Brücke zur blöden, anarchistischen Phrase schlägt. Dieses eine Beispiel mag genügen; jedenfalls bitten wir in Zukunft Berichte über derartige Versammlungen so kurz wie möglich zu fassen. Die Redaktion.) I» Gdsrberg in der Marl» fand am Sonntag unter freiem Himmel eine sozialdemokratische Volksversammlung unter Vorsitz des Genossen Küneke statt. Er und Genosse Camin schil- derten die Bewegung der Partei vor 1878, wiesen auf die zahl- reichen Verbote, Bestrafungen und Verfolgungen unter dem Sozialistengesetz hin, und hoben hervor, wie schließlich die Partei trotz Unterdrückung und Maßregelung zu einer gewaltigen Macht geivorden ist, wie es der 20. Februar bewiesen habe. Komme was da wolle, die Partei wird den Kampf gegen die Kapital- macht so lange führe», bis das Ziel, die Erlösung der darbenden Menschheit aus den Fesseln kapitalistischer Ausbeutung, erreicht ist.— Als Vertrauensmann für Oderberg wurde einstimmig der Zimmerer W. Küneke gewählt. Sodann wurde folgende Reso- lution angenommen:„Die heute unter freiem Himmel tagende öffentliche sozialdemokratische Volksversammlung beschließt, in Er- wägung, daß mehrere hiesige Saalbesitzer die Aeußerung gethan haben, sie würden gern ihre Säle zu Versammlungen geben, wenn ihnen nicht die hiesige Polizeiverwaltung die Mittheilung gemacht hätte, daß sie im Falle der Freigabe der Säle Nachtheil zu er- warten haben, die hiesige Polizeiverwaltung zu ersuchen, 1. aus Gesundheitsrücksichten für die Ueberwachung, 2. um uns jetzt nach Ablauf des Sozialistengesetzes nicht länger als Bürger zweiter Klasse zu degradiren, diese Mittheilung an die Saalbesitzer zurück- zunehmen." Es wurde Camin beauftragt, diese Resolution der Polizeiverwaltung zu überreichen. Mit einem Hoch auf die inter- nationale Sozialdemokratie wurde die Versammlung geschlossen. Da» Dolkseinkommeu>»nd die Steuer»» lautete die Tagesordnung einer öffentlichen Versammlung, welche am 29. Oktober unter Vorsitz des Herrn Harnisch tagte. Das Referat hatte Genosse Röhlke übernommen. Er führte ungefähr folgendes aus: Wenn ein Geschäftsmann einen jährlichen Waaren- nmsatz von 100 000 M. hat, die Waare kostet ihm aber 80 000 M., so wird es keiner Steuer-Einschätzungskommission einfallen, diesen Mann mit 100 000 M. in die Steuerrolle einzureihen, sondern man wird nur den Reingewinn von 20 000 M. besteuern. Bei der großen Masse des Volkes, bei dem Arbeiter, übt inan aber eine ganz andere Taktik; da heißt es einfach: der Buchbinder, Schuhmacher, Maurer u. s.»v. erhält den und den Lohn, ergo hat er die und die Steuer zu zahlen. Man fragt nicht danach, was dem Arbeiter seine Maare, genannt Arbeitskraft, kostet, oder ob er dieselbe an den Mann gebracht hat, man nimmt eben an, so viel verdient der Arbeiter und so viel Steuer hat er infolge dessen zu zahlen. Redner kommt nun weiter auf die Berechnungen wissenfchaftlicher Kapazitäten zu sprechen. So hätten z. B. die Professoren Voit und Pettenkofer heraus- gerechnet und wissenschaftlich begründet, daß der arbeitende Meufch täglich für 70—80 Pf. Rohprodukte zur Erneuerung seiner Arbeitskraft bedarf; rechnet man hierzu noch die Zu- bereitungLkosten� der Speisen, die Miethe, die Kleidung und sonstigen Bedürfnisse, so wird es nicht zu hoch gegriffen sein, wenn man ein Mindesteinkommen von 2000 M. nur zur Be- streitung der nothdürftigsten Lebensbedürfnisse fordert. Rechnet man aber noch hinzu, daß der Mensch nicht nur leibliche, sondern auch geistige Speise genießen will, daß der Arbeiter auch für unvorhergesehene Fälle, wie Krankheit, Todesfall, Verkrüppclung ec. gedeckt sein will, so wird man wohl den Antrag, der auf dem letzten Parteitag in Halle angenommen worden ist, dahin wirken zu wollen, daß die Einkomniensteuer erst bei 3000 M. aufwärts erhoben werden solle, vollkommen unter- schreiben. Der Staat selber aber, obgleich er doch von den Er- gebnisstn der Wissenschast unterrichtet sein müßte, zahlt feinen niederen Beamten ein Jahresgehalt von 400—600 M. Wie es mit dem Einkommen des Arbeiters steht, beweisen die statistischen Erhebungen. Im Jahre 1885 hatten im Königreich Sachsen 69 933 steuerpflichtige Personen ein Einkommen von unter 300 M.; sie konnten also nicht besteuert werden. In Preußen liegen die Verhältnisse noch trauriger. Hier waren im Jahre 1875 schon 6 582 066 steuerpflichtige Personen mit einem Einkommen von unter 420 M. Wenn sich auch dem Anscheine nach diese Zahl im Lauf der Jahre verringert hat, so liegt es nur daran, daß infolge der fast 100 prozentigen Vertheuerung der Lebensmittel eine geringe Lohnsteigerung eingetreten ist; die allgemeine Lage hat sich aber nur noch verschlechtert. Falsch ist es daher, wenn man heute noch einen Arbeiter nach den alten Steuersähen besteuert, ihn z. V. als Maurer in die 6. Steuerstufe einschätzt, nur weil die Summe des Verdienstes dahin geht, ohne zu berücksichtigen, daß man vor 20 Jahren mit 590 M. besser auskommen konnte, wie heute mit 12—1500 M. Nun ist ein Antrag der sozialdemo- kratischen Fraktion in voriger Session einer Kommission über- wiesen worden, der dahingeht, daß der Reichstag befugt ist, Kommissionen zu wählen, die besondere Mißstände untersuchen, und dem Reichstag Bericht zu erstatten haben. Nichts wäre aber nothwendiger, als eine genaue wissenschaftliche Untersuchung: Wieviel gebraucht der Mensch täglich, um seine Arbeitskraft er- neuern zu können? Will man dem Arbeiter dieses Aequivalent nicht zugestehen, so bekennt man wenigstens offene Farbe, daß die große Masse der Bevölkerung dem langsamen Hungertode preisgegeben ist. Nachdem noch verschiedene Redner im Sinne des Referenten gesprochen, wird sol- gende Resolution angenommen: „Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Aus- sührungen des Referenten vollkommen einverstanden und erklärt mit allen Kräften dahin wirken zu wollen, daß, wenn der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion vor das Forum des Reichstags kommt, der Druck der öffent- lichen Meinung die herrschenden Parteien zwingt, ihm Folge zu geben. Nachdem noch von mehreren Rednern ein Bedauern über die schwache Betheiligung der Mitglieder der anderen Leseklubs aus- gesprochen, wurde die Versammlung geschlossen. Den Anstoß zu dieser Versammlung hatte der Leseklub„Freie Denker" ge- geben. Eine öffentliche Foru« erversammlung fand am Montag in Gratweils Bierhallen unter Leitung des Herrn Jost statt. Auf der Tagesordnung stand: 1. Berichterstattung der Streik-Kontrolkommission. 2. Wie stellen sich die Former Berlins zu den Gemaßregelten des 1. Mai? 3. Diskussion. 4. Verschiedenes und Fragekasten.— Zum 1. Punkt der Tagesordnung bringt der Delegirte zur Streik-Kontrolkommission Körsten etwa folgende Ausführungen: Die noch junge Organisation der Kontrolkommission habe bis jetzt auch noch nicht viel zu leisten vermocht. Allein es sei schon als ein großer Fortschritt zu bezeichnen, daß jede Ge- werkschaft vertreten sein könne, selbst ohne Unterschied des Geschlechts. Die deutschen Arbeiter hätten sich ein Beispiel genommen an den großartigen Gewerkschaftsorganisationen Amerikas und Englands. Dies sei auch nothwendig gegenüber den Anmaßungen des vereinigten Großkapitals. Unter dem Sozialistengesetz sei manches verboten ge- wesen, mancher Vorkämpfer der Arbeiterbewegung verfolgt worden, aber noch schwerer empfinden die Arbeiter die Wirksamkeit der gesetzlich gestatteten schwarzen Listen. Wenn die Kommission erst erreicht hat, daß alle Gewerkschaften hinter ihr stehen, werde auch das Listensystem aufhören, da alle Gewerkschaften dann sofort mit ihren Mitteln die Ausständigen unterstützen würden. Die eigentliche Zentralorganisation sei ein zu umständlicher Apparat, als daß sie ihrer Aufgabe gewachsen sein könnte; aber auch die Lokalorganisationen waren bisher nicht im Stande, das zu leisten, was eigentlich Organisationen leisten müssen, sie ständen aber immerhin im engeren Zusammenhange mit der politischen Arbeiterbeivegung. Redner bespricht die durch die Einwirkung der Maschine hervorgerufene Theilung der Arbeit und das Be- streben des Kapitals immer mehr gelernte Arbeitskräfte über- flüssig zu machen, um so nachhaltiger den Lohn herabdrücken zu können. Kleine Vereinigungen können diesem Anprall unmöglich widerstehen; die Arbeiter müssen sich zn vereinigen suchen ohne Unterschied des Gewerks. Innerhalb der Berliner Streik-Kontrol-. kommission wurde auch darauf hingearbeitet, ein Kapital anzu- sammeln, das ja jetzt nicht mehr so leicht über Stacht hinweg- geschnappt werden könne, damit für ausständige Gewerkschaften auch Eenügend Mittel vorhanden sind. Redner bittet noch, alle persönliche tehässigkeiten vom letzten Streik herfallen zu lassen, sich wieder so fest wie vor dem verlorenen Kanipfe deni Fachverein anzuschließen und ersucht die Versammelten, sich mit dem Vorgehen der Kontrol- kommission einverstanden zu erklären. In der Diskussion geht der zweite Delegirte Stobsack näher ein auf die Resolutionen, die der Kontrolkommission als Richt- schnür diene», bespricht auch die Regelung des Boykottverfahrens, das nun nicht mehr von jeder Volksversammlung eingeleitet wer- den könne. Auch bezüglich des Sainmelns zur Unterstützung sei festgestellt, daß nur solche Listen berücksichtigt werden dürfen, welche den Stempel der Kommission tragen. Folgende Resolution gelangte einstimmig zur Annahme: Die öffentliche Formerversammlung erklärt sich mit dem Berichterstatter der Berliner Streik-Kontrolkommission einverstanden und verpflichtet sich, die Beschlüsse derselben zu den ihrigen zu machen, da nur die Solidarität sämmllicher Arbeiter dein sich immer fester verbindenden Kapital einen Damm entgegensetzen kann. Ueber den 2. Punkt der Tagesordnung sprach Herr Tauschet; derselbe weist aus die Entwickelung des Kapitals zu «Aktiengesellschaften hin und wie die Ausbeutung der Arbeitskraft stetig zugenommen habe; er schildert die Entstehung der Kämpfe der Formerorganisationen und bittet, die auf Grund der schwarzen Liste arbeitslosen Kollegen auch ferner zu unterstützen. Es wurde festgestellt, daß noch 3 Gemäß- regelte zu unterstützen seien, denen es noch nicht gelungen sei, Arbeit zu finden. Die Höhe der Unterstützung wird auf 15 M. und für jedes Kind auf 75 Pf. normirt.— Nach längerer Diskussion, in der sich die meisten Redner für die Unterstützung aus- sprachen, wurde folgender Antrag angenommen: Die Kollegen, welche aus der schwarzen Liste stehen, sind weiter zu unterstützen, bis sie untergebracht sind. Die Versammlung überläßt die Rege- lung der Unterstützung dem Vorstand. Gleichfalls zur Annahme gelangte folgender Antrag: „Stelle den Antrag, eine Kommission von fünf Mann zu wählen, welche einen Vertrauensmann in Vorschlag bringen. Gewählt wurden die Kollegen: Schröder, Stobsack, Koch, Dinse und Behrend. Der Vorsitzende machte noch bekannt, daß das Stiftungsfest des Formerfachvereins am 6. Dezember im Böhmischen Brauhause stattfindet. Ferner theilte er mir, daß zwei Kollegen, von denen der eine fast erblindet, der andere infolge des Streiks eine längere Gesängnißstrase zu verbüßen habe, zu unterstützen seien und bittet die Versammelten, recht viel aus den ausgegebenen Listen zur Unterstützung beizutragen. Mit einem Hoch auf die internationale Arbeiterbewegung schloß der Vorsitzende die Versammlung. Eine Mitgliedrrverl'ammlung des Fachvereins s ä m in t l i ch e r in den G l a? e- u n d K a r t o n p a p i e r- Fabriken beschäftigten Arbeiter und Slrbeite- rinnen fand am Dienstag den 21. Oktober statt. Die Tages- ordnilng lautete: 1. Rechenschaftsbericht des Kassirers. 2. Vor- trag des Herrn Metzner über„die Religion der Zukunft". 3. Diskussion. 4. Verschiedenes und Fragetasten. Zu dieser Ver- sammlung, die sehr stark besucht war, hatte sich der Vorstand ge- nöthigt gesehen, den Fabrikanten Herrn Julius Heß, Vor- standsinitglied des Vereins zur„Bekämpfung der Sozialdemo- kratic", einzuladen, damit demselben Gelegenheit geboten werde, näher zu desiniren, was er unter den„destruktiven" Forderungen der.Arbeiter eigentlich verstünde. Der Mann war auch punktlich erschienen. Die Versammlung wurde vom ersten Vorsitzenden um 9 Uhr eröffnet. Der Kassenbericht, den die Kasi.rerin, Frau Se-fert verlas, ergab als Gesammt- einnähme des letzten V.ertchahres 113,30 M. Die Ausgaben be- trugen 67,0ö M., es bleibt, em Bestand von 74,25 M. Hierauf hielt Herr Metzner seinen Vortrag. Er kam am Schlüsse seiner sehr lehrreichen und rnterenanten Rede zu dem Hinweis, daß jetzt die Zelt gekommen wäre, wo man Hand daran legen müsse, durch Süil ,?»;i1X0e$)U t c"?r?n Erkenntniß zu gelangen. Mit den alten dogmatiicheii Lehren sei zu brechen. Die dogmatischen Lehren sind em Hindernis für die arbeitende Bevölkerung, denn sie hemmen je in der Verbesserung ihrer ökonomischen Lage, sie vertrösten mLM,. et" befferes Jenseits, während sie die kapitalistische Produktionsweise mit ihrer Ausbeutung geradezu begünstigen. Es fei vor allen Dingen Pflicht, mit aller Macht dahin zu wirken, daß die Kirche vom Staate getrennt wird. Die Religion der Zu- kunft wird eine Religion des Wissens sein, welche alle freiheitlichen Ideen in sich birgt. Sie erfordere in erster Linie Um- gestaltung der kapitalistischen Produktion in genossenschaftliche Produktion. In der neuen Religion, der Religion des freien Forschens, wird dann auch der Ausspruch Füchtes zur Geltung toinmen: Gleichheit alles dessen, was Menschenaullitz tragt. (Beifall). Von einer Diskussion wurde Abstand ge- nommen und folgende Resolution gegen die Stimmen des Fabrikanten Heß und zweier seiner Genossen an- genommen:„Alle Anwesenden verpflichten sich, außerhalb unser Vereinigung dahin zu wirken, daß die Gesetzgebung derartig um> gestaltet wird, daß Kirche und Schule von einander getrennt werden." Es wurde nun zu Verschiedenen! übergegangen und beschlossen, die Angelegenheit mit dein Fabrikanten Julius Heß zuerst abzuwickeln. Aus Wunsch Aller verliest Kollege Jahn zu- nächst den Artikel aus dem„Berliner Volksblatt":„Es wird Ernst!", wobei von Herrn Heß sehr oft der Zwischenruf„Sehr richtig" ertönte. Nach Verlesung des Artikels sagte Kollege Jahn: Wir konnten uns gar nicht genug wundern, daß es möglich wäre, daß Herr Heß im Vorstand eines Vereins ist, welcher sich vorgenommen hat, die Sozialdemokratie, sowie die ungerechten Foroerungen der Arbeiter zu bekämpfen. Denn gerade Herr Heß ivar es, der in einer Versammlung in der „Königsbank", wo wir über einen Streik verhandelten, der bei der Firma Friedheim und Sohn ausgebrochen war, die Arbeiter anspornte, ihre Forderungen durchzusetzen. Herr Heß wies dort auch durch prozentuale Rechnung nach, wie gerecht- fertigt die Forderungen der Arbeiter sind, und forderte auch die Arbeiter aus anderen Fabriken auf, ihre Lage zu verbessern. Wenn Herr Heß in dem Artikel nun die Forderungen der Ar- beiter als ungerechte bezeichnet, so wissen wir nicht, was wir hierzu sagen> ollen, und es wäre erwünscht, wenn Herr Heß setzt die„dtftrukliren" Forderungen der Arbeiter näher definiren würde. Hieraus erhielt daS Wort der Fabrikant Julius Heß: Ihre Ansichten werden sich mit der meinen in der Hauptsache deckin. Wenn ich Ihre Streitbewegl ng gut geheißen' habe, so geschah es barm», weil ich Theilnahme für Ihr Loos empfunden habe. Wir bekämpfen nicht Sie, sondern nur die sozial- demokratischen Agitatoren. Ihr Referent ist zwar auch einer von denen; ich werde mir aber erlauben, ihm nicht Alles nach- zusagen, wie Sie es thnn und wie es Ihr Agitator wünscht. Ich din auch Sozialist, aber kein Sozialdemvkrar. Wenn Sie sich organisiren und Ihre Lage vervessern wollen, so lassen Sic doch die Religion ganz außer spiel. Denn Sie wissen selbst, daß auf Ihrem großen Parteilag die Wühleret in der Religion bekämpft wurde. Lassen Sie sich von Ihren Agitatoren nicht aushetzen, sondern lesen Sie nur fleißig die Bibel und das neue Testament. (Gelächter.) Jede Religion" hat ihre großen Männer gehabt. Haben Sie mehr Vertrauen zu dein Kaiser, Sic ivissen auch, daß wir eine konstilutionelle Regierung haben. Es wird sehr viel von Seiten der Regierung gethan, ich weise Sie auf das Arveiter-Schutz- gesetz und die Alters- und Invalidenversicherung hin, gegen die Sie sich so sehr ablehnend verhalten. Hierauf sprach Kollege Robert Beyer. Er legte Herrn Heß klar, weshalb sich die Arbeiter so ablehnend gegen die Alters- und Jnvalidenverßcherung verhalten, und fragte unter anderem auch Herrn Heß, ob er im Stande sei, mit 38(3 Pfennig zu leben, und ob er dabei auch im Stande sei, eine Flasche Rolywein zu trinken. Als nächster Redner erhielt Herr Metz n er das Wort: Wenn Herr Heß glaubt, daß wir die Religion zerstören wollen, so ist er auf ganz falscher Fährte. Wir wollen die Religion veredeln. Wer na- tärlich bis über di» Ohren im Glauben steckt, wie Herr Heß, der kann es nicht begreifen. Wenn Herr- Heß nun sagt, man soll auf die Worte des Kaisers mehr bauen, so wissen die Arbeiter ganz genau, was sie davon zu halten haben, denn wenn der Kaiser selbst eine Verbesserung im Auge hätte, so kommt sie doch erst in andere Hände, welche ihr gesetzliche Form geben müssen. Diese Vertreter sind aber nicht dazu da, für die gleichen Rechte des Volkes einzutreten, sondern sie versuchen den Arbeiter in ökonomischer und politischer Be- ziehung zu unterdrücken. Wenn Herr Heß nun weiter von un- gerechten Forderungen spricht, so sind es nicht etwa die Arbeiter, die diese stellen, sondern es sind die Fabrikanten, wenn sie dem Arbeiter zumuthen, für wenige Pfennige die Woche zu arbeiten, während sie sich nichts abgehen lassen. Mir kommt es überhaupt vor, als od Herr Heß siir etwas plaidirt hat, was er selbst nicht versieht. Bald stellt er sich auf liberale, bald auf antisemitische, bald auf deutsch- freisinnige Seite. Mit dem Verein zur Bekämpfung der Sozialdemokratie ist ein Kind-geborcn, welches zugleich mit seiner Ge- burt wieder begraben ivorden ist. Sie sind gleich Ritter Georg ausgezogen, mn de» Lindwurm zu tödten, und werden nun selber von dem Lindwurni aufgezehrt.(Beifall.) Hierauf verläßt Herr Heß den Saal, da er sich der Diskussion jedenfalls nicht gewachsen suhlte. In der Sache sprachen noch die Herren Aug. Günther und Fritz Oelze. Nachdem Kollege Bartow die lleberstundenarbeit bei der Firma Hochstein und Weinberg scharf gerügt hatte, und ein Antrag angenommen war, welcher dahin ging, dem erkrankten Kollegen Wilh. Schmidt durch allgemeine Sammlung zu unter- stützen, wurde die Versa, nmlung geschlossen. Der Fachverei» der Tischler hielt am 20. Oktober seine ordentliche Generalversammlung ab. Dem Kassenbericht zufolge hat der Verein im dritten Quartal eine Einnahme von 5440,80 M. gehabt; hierzu kommt der alte Kassenbestand mit 5086,20 M., macht lnsgesammt 10 527,18 M. Hiergegen steht die Gesammtausgabe von 2306,81 M. Es bleibt demnach ein Be- stand von 8220,37 M. Der Unterstützungsfonds für kranke und hilfsbedürftige Mitglieder hatte eine Gefaniniteinnahme von 705,25 M. und eine Ausgabe von 378 M. Bestand also 327,25 M. Die Richtigkeit der Abrechnung wird von den Kontroleuren bestätigt und auf Antrag der letzteren dem Ren- danten, Kollegen Schulz, Techarge ertheilt. Ter Vorsitzende be- richtet alsdann über die im letzten Quartal geführten Prozesse. Es sind deren sechszehn gewesen, fünf davon sind vom 2. Quartal überkommen. Die Werkstntt-Kontrolkomniission, welche die Auf- gäbe hat, durch vermittelndes Eingreifen die krassesten Nebel- stände in den Werkstätten zu beseitigen, fährte 36 Ko»troleu auS. In den sechs von der Kommission abgehaltenen Sitzungen er- schienen von 13 eingeladenen Werkstätten 12. Ter Bericht des Arbeitsvermittlers, Koll. Wiedemann, zeigt wiederum, daß der Ar- beitsnachweis an Ausdehnung und Bedeutung gewinnt. Im letzten Vierteljahr liefen nicht weniger als 1420 Adressen von 056 Meistern ein, ausgegeben wurden davon 1141 Adressen. Als ein Beweis für seine zunehmende Bedeiitung gilt auch der Umstand, daß selbst Meister, welche dem Verein der Berliner Holzindustriellen angehöre», der doch selbst einen Arbeitsnachweis gegründet hat, den imsrigen in Anspruch nehmen. Gleichzeitig sei hiermit an alle Kollegen, welche Adressen vom Arbeitsnachiveis entnehmen, die Mahnung gerichtet, sofort Nachricht zu geben, ob sie bei dem ihnen zugewiesenen Meister angefangen haben oder nicht; es ist dies im Interesse der prompten Erledigung aller Angelegenheiten durchaus nothwendig. Doch auch in andererBeziehungbeginnt iinserArbeitsnach- weis-Bureau für viele Kollegen von Vortheil zu fein. Es handelt sich um Diejenige», welche den Klageweg gegen den Meister beschreiten wollen und entweder noch gar nicht Mitglieder oder es doch noch nicht 6 Monate sind, so daß sie Rechtschutz vom Verein noch nicht beanspruchen können; diese bekommen auf dem Arbeitsnachweis jederzeit Rath ertheilt, Klagen angefertigt u. s. w. Derartige Fälle waren im letzten Quartal 42 zn verzeichnen. Die Ersatz- wählen zum Vorstand hatten folgendes Resultat: Rendant Kollege Schulz; zweiter Vorsitzender Wiedemann; zweiter Kassirer Haberland; zweiter Schriftführer Wichert; Ersatz- niänner Ahrends und Koblenzer, Kontroleure Grunert und Hegler. Alsdann kam zur Verhandlung der von der Werkstatt-Köntrol- kommission einstimmig gestellte Antrag ans Ausschluß des Mit- gliedes John. Dasselbe ivar trotz Einladung mittelst eingeschrie- denen Brieses nicht erschienen. Nach der Begründung des Antrages durch den Bevollmächtigten der Kontrolkommission wurde Herr John auf Grund des gegen ihn vorliegende» Materials durch einstimmigen Beschluß der Versammlung seiner Mitglied- schast für verlustig erklärt.— Die Aufhebung der Extrabeiträge verursachte eine längere Debatte. Der Vorstand, von einem Mitgliede befragt, wie er sich zur Extrasteuer stelle, beantwortet die Frage dahin, daß er' in Anbetracht des flauen Geschäftsganges und schlechten Verdienstes im Winter die Beibehaltung der Extra- beitrüge nicht befürworten könne. Nachdem sich noch einige Redner für Beibehaltung ausgesprochen habe», beschließt die Ver- sammlung:„Tie Erhebung der Cxtrabeiträge vom I. Dezember ab fallen zu lassen." Hierauf spricht der Vorsitzende die Hoffnung ans, daß nachdem auch der Parteitag in Halle Bedeutung und Werth der Gewerkschaftsbewegung anerkannt habe, es doch jeder Kollege für seine Pflicht erachten , verde, der Organisation beizutreten resp. für dieselbe zu agitire». Namentlich für die Wintermonate eribartet er einen regen Ver- sammlungsbesuch. Nachdem noch die Versammlung de» streiken- den Töpfern 200 M. bewilligt, wird sie geschlossen. Die Gtfenbacher Zentral-Kranken- und Kegräbniß- Kalse für Franen und Mädchen, Verwaltungsstelle Berlin I, hielt am Mittwoch, den 29. Oktober, ihre Hauptversammlung ab. Auf der Tagesordnung stand: 1. Vortrag des Di. med. Kollwitz über:„Soziale Hygiene". 2. Kassenbericht vom 3. Quartal er. 3. Verschiedenes. Der Referent bemerkte, daß er selbstverständlich dieses Thema nicht erschöpfend behandeln könne; darüber könnte man ein dickes Buch schreiben. Es lassen sich deshalb nur die- jenigen Punkte, welche von allgemeinem Interesse sind, in einem Vortrage behandeln. Die Thatsache, daß eine Reihe epidemischer Krankheiten, wie z. B. der sogen, schwarze Tod, Pocken, Eholera u. s. w., die Menschen in wahrhast erschreckender Weise hinweg- rafften, veranlaßte schon seit langer Zeit Gelehrte, Behörden und Regierungen, die Ursachen solcher Krank- heilen zn ergründen und Maßregeln zu treffen, die geeignet sind die Schrecken dieser Epidemien, wie diese selbst zu beseitigen resp. zu verhindern. Man fand, daß in vielen Gegenden die Beschaffenheit des Bodens der Herd der Krankheit sei. Durch Trockenlegung solcher Sumpfe entzog manderKrankheit dieNahrung. Gegen Eiuschleppung von Krankheilen wurden die Grenzen streng abgesperrt, ia selbst erschossen wurden Leute, von denen man annahm, daß sie eine ansteckende Krankheit eingeschleppt hätten. Doch mit allen diesen Mitteln konnte man Epidemien nicht wirksam bekämpfen und verhüten. Als eine epochemachende Methode, die Pocken zu be- kämpfen resp. ihr Austreten zu verhindern, darf man wohl die von Dr. Jenner erfundene Pocken-Jmpfung bezeichnen, deren Wirkung in der Abnahme der Todesfälle sowohl als der Krankheit überhaupt statistisch gerade zu großartig nachge- wiesen ist. Auch die Abführung der Abfälle und unreinen Stoffe durch die Kanalisation, die Wasserleitung und Desinfektion haben erheblich dazu beigetragen, die epidemischen Krankheiten einzuschränken. Ebenso kann man das Nahrungsmittel- Gesetz, Polizei-Vorschriften über Wohnräume und Anordnung von Schutz- Vorrichtungen in Fabriken, insbesondere bei Verarbeitung gifttger Stoffe, als wirksame Mittel zur Bekämpfung von Krankheiten bezeichnen, deren strengste Durchführung und Erweiterung sich Gesellschaft und Gesetzgebung nicht genug angelegen sein lassen könne». Mehr jedoch als alle diese Mittel würden eine gesunde, kräftige und zureichende Nahrung, gesunde Wohnung und der Körperkrast entsprechende Berufswahl den Krankheiten vorbeugen. Wenn es nun leider wahr ist, daß der größte Theil der Gesellschaft sich das nicht beschaffen kann, so sollte der Staat, das ist die Gesellschaft, ein Interesse daran habe», eine körperlich und geistig gesunde Bevölkerung zu erhalten. � darf jedoch den Einzelne» nicht hindern, bei jeder passende» � legenhelt energisch darauf einzuwirken. Reicher Beifall lohn» den Vortrag. Bei der Abrechnung vom 3. Quartal koiinu wiederum die Thatsache festgestellt werden, daß die Kasse in Ichs. Weise auf die erfreulichsten Fortschritte hinweisen kann, daß sie Stürme siegreich überstanden hat. Nach Erledigung verschiedene interner Kassenangelegenheiten und nach einem warmen Appe» an die Mitglieder, für weiteste Ausbreitung der Kasse Sorge s tragen und nach einer Aufforderung, dem Berliner Sanitätsverei beizutreten, wurde die giltbesuchte Versammlung geschlossen. Krrichtignng. In dem Bericht über die Vergolder-Ber- sammlung, den wir gestern veröffentlichten, muß es in der zwonle Zeile von unten heißen:„Streik-Kommission", nicht aber„-R- lincr Streik-Kontrolkommission".. Arbeiter- Sängerbund Derlino und Umgegend. am Sonntag tagende Ausschußsitzung beschloß: Die erste Genera>- versammlung mit der Tagesordnung: l. Wahl des Vorstände-- 2. Verschiedenes, am Sonntag, den 9. November, Vormitla� 0>/s Uhr, in Joel's Festsäle», Andreasstr. 21, abzuhalten.' Legitimation dienen die Vereinskarten bezw. Quittungsbächer® Sangesbrüder. Alsdann wurde konstatirt, daß dem Bunde o» jetzt 54 Vereine angehören, und die Kommission wurde beaN tragt, die vorläufige Redaktion des Vereinskalenders z»"fp. nehmen. Es gelangte hierzu ein Antrag zur Annahme, die o>. daktion des„Berliner Volksblatt" aufzufordern, die Vereine h" Bundes getrennt von den übrigen geselligen Vereinen> Vereinskalender aufzuführen.(Wir haben den Wunsch gern- füllt. Red.), lieber die Wahl eines Bundesdirigenten lunf' nachdem einige Vorschläge gemacht und die Kommission beaustra� worden war, in den Arbeiterblättern zu annoneiren, zur T?.' ordnung übergegangen. Unter Verschiedenes wurde eine Ziisch- i aus Hamburg zur Verlesung gebracht, welche den Wunsch o j. spricht, der Berliner Bund möge sich die Verbreitung gcmeinstch' Arbeiter-Bundeslieder über ganz Deutschland zu--Aufgabe»ich*»' Nachdem nun noch einige Anschaffungen wie Stempel n. t•' beschlossen waren, schloß die Sitzung mit einem dreifachen ü' auf das Gedeihen des Bundes. NB. Diejenigen Vereine,>vA? noch nicht im Besitz ihrer Bundesmitgliedskarte sind, können o' selbe bei A. Kaiser, Ackerstraße 34, oder am Sonntag vor o Generalversammlung in Empfang nehmen. Zentral-Kraukrnkass« der Söpf»r, Filiale Sharlolttnburg. MiiNv«�' den 6. November er., ZlbendS s Uhr, Verlammlunz Tpreestr. sc.«y Arbeiter- �iinaer Hund Berlins und Nmgezeud. Sonntag, den vember, Bormtnags 9% Uhr, iSeneralversammlung in Joel's Feilsalen, Nnor straße 21. r-.rifiiil Zentral Krauken- u»d Kterbekap« der Uisitzler n. f. w. vern � Verwaltungsstelle Berlin P. Mittwoch, den 5. November er., Abends -wer-Ck»* wek~C7---- Miigliederversammlutiz im..Königshof" lPorlai»i»>uier), Bülowstr. 31 igeffentliche Nersamniiung des Lesellubs Karl-Narr am Tonnern den 0. November, Abend»» Uhr. in der Brauerei Säbel, Bergmannstr.[ Borlesungen und Erklärungen des Herrn Peus aus den, Kapital von Marx.— ES findet jede Woche eine öffentliche Versammlung stall, rn"" «T&Ä dieses Thema sorlgesehl wird. Nrrrin der ModeUeure und Kipsbildstauer, c. November, Abends 8 Uhr, im Restaurant May, Beuthstr. über: Lessing vom kuilurhistorischen Standpunkte. Soiialdrinoiiratischer(eft- und?i»butirlilub„I n t t r N a t> am Miliivoch, Abends 9 Uhr, Kleine AndreaZstr. 19 bel Oelze, Sthung. haben Zutritt., s,_ Ntlolt' Achtung! Große öffentlich» N'rsammiung sämmtlicher in den � »artonvapiel-iiabrtken Berlins und Umaeaend beschästlgten und Kartonpapier-Fabriken Berlins und Umgegend d-schäslig -'" den 5. November, Abends 8 Uhr, in Donnerstag, den«. einbtt- Arbeilerinneu am idltttwoch Salou, Jnselstr. 10. Znltivrrril, der Sischier 6,r Achtung i ZUrtallarbeiter! Sonnabend, den 10. November, Brauerei Friedrichshain sfrüher Lips>: I. großes Stistungsfest des Allge. Ateiallarbetier-Berelns Berliii» und Umgegend, unler Mitwirlung>" chefangvereine.„ soiiald-niabratischer{«(«- und Siakutirblub„Htni»rrlu>n- iin Sitzung findet nicht Mtttivoch, sonder» am Tonnerstag, Abends Lolaie, Hnmmerle, Bülowstr. 09 statt. Es wird den Mitgliedern der I» Tagesordnung wegen ans Herz gelegt, pünktlich zu erscheinen.«M»? ?ie ztirdortrr frei» öZrmeind« hat heute, den 6. November,..�lf, 8"; Uhr, ihre beschließende Mitglteder-Bersammlung bei Kummer, Berlinerstr. IZO. Oästc willkommen. Neue Mitglieder werden ausgrue�� Arbeiter Sänger-Kund Berlins und Umgegend. Mittwoch ggiC hf IToftitn/iekftitnha(»Kn rnn htno nnn sUH trt 1 GUfffrmnnerßlU LtMttt afst — wesaiigvereln„der Steinmetz« n", JohanniSstr. U bei Sfriullef a,LnJ' verein„Deutsche Elch e", Blumenstr.«« bei Wenk.— Arbeiter- verein„Echo", Panlow bei Borchert, Schützenstr. 27. � j «»sang-, Turn- UN» gesellige Vereine. EesangvZiein auf", Abends 8%— los; Uhr bei Haller. Naunynstr. 70.— Sciang „Pauseb eutel" AbendS» Uhr bel Poppe. Ltndenstr. los.- �sjstS�/ „6 off nun g", Moabit. Abends%9 Uhr bei JlgeS, WilSnackernr. Männergesangveretn„San g eS treue", Abends%«— n Uhr bei„ Brüderstr. 29.— Ztlherllub„Alpenoetlche n", AbendS 8% Uhr, 10 straße 2., t'' Lübeck'scher Turnverein: I. LehrlingSabtbetlung, Abend» vo � w Uhr im Durnsaale des„Königstädt. ISnmnas.", Elisabethstr. y fw Berliner T urn g en o ssensch aft, 8. Männer-Ablh., Abend» von r � '■1! Pollack-Klnb„Lustige Brüder".«bendS Uhr Im Mariannenftr. iö.— Geselliger Klub„Proletariat" bei V o«. ,i. Koppenslr.«g».— Geselliger iilub ,.H o f s n u n g" bei Feige, Martu — Rauchllub„Nordstern" tl> FrtedrichSberg.— Rauchklüb„V v AbendS 9 Uhr bei Ahmer, Gröfestr. 82, Dstrefihen. (Telegramm des„Herold.") 4' November. Bei den heute stattgehabten ccrorbnetcnwahten wurden die Sozialdemokraten Heinzel � Brodhuhn m,t einer Mehrheit von 200 Stimmen geg'" Koimnerzienrath Sartori und den Gewerbeschuldirektor Soeben erschien: Heft§8« Dr. W. Zimmermann's Großer JeilWer Bauerilkritg. Jllustrirte Volksausgabe. Herausgegeben von WilheSm Bios. Dreis pro Keft 30 Pfennig. Zn beziehen durch die Expedition, Beuthatraase 3. Wiederverkäuser erhalten Rabatt. Gberchrmden«ach Maatz. Federn- Selten. Federn und Daunen Dfd. 00. 00|tf, bis 8 Mark. Deekbett. Kiffen. Unterbett von 14,75 Mark bis 60 Mark. Fertige Inletts, UeberzLge, Lake», Kettdecken. vberhemdetr. Herren-, Damen- und Hinderffemden. Tischtücher. Handtücher, Taschentücher. Hm Wesslingy vomms g. E. Matros, Dresdenerstraße 1S4, am Kottbnser Thor, früher Kommandantenstraste S. Muk Spiegel und Polster-Waaren, M 0 p e 1, Auswahl empswhlt FiaUZ 7utaauer, nah, d. lköpnicker Brück«. 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