k. 359. Homurstag, den 6. November 1890. 7. Jahrg. Hrgan für die Inierefsen der Arbeiter. Insertion sgebühr beträgt für die 5gespaltene Petitzeilc oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und VersammlungS- Anzeigen 20 Pf. Inserate werden bis 4 Uhr Nachmittags in der Erpedition, Berlin 8W., Beuthstrahe 3, sowie von allen Annoncen-Bureaur. ohne Erhöhung des Preises, angenommen. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3—7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. -, Fernsprecher: Amt vi. Zlr. 410».,- Vedallkion: Veuthskratze 2.— Exzrrdikion: VeukhMvatze 3. Lielresmiih'. s.» Wen die Qual einer unglücklichen Liebe peinigt, der Lu als gesitteter Kulturmensch seinen Schmerz mit stiller ihm.-'m �usen verschließen und nicht durch den A.�agelten Ausbruch seiner Leidenschaft die öffentliche »nd r samleit erregen. So will es die bürgerliche Moral, tfj| �gerade gegen dieses Gebot frevelt Herr Eugen »lin«. �-V�bt unglücklich und mit brünstigem Verlangen, off?» Scheu, aller Hoffnung bar, jagt er ans f0L � Markte dem Gegenstande seiner Neigung nach, und »iel/.. besten Freunde— es-sind ihrer wahrlich nicht /ügen mit nur zu gerechtfertigter Entrüstung den valofen Liebeshandel des Herrn Richter. sei»»» �roehr nbei- seine Anhänger warnen und je heiterer iie: n Gegnern dieser Held auf Abwegen erscheint, um so U\mndt sich der Häuptling der Deutschfreisinnigen in k. seiner Angebeteten, die seiner spottet und mit j�,'lchem Lächeln duldet, daß er als der letzte Sklave an Siegeswagen ziehe. Ziw» ist natürlich, daß wir keine gewöhnlichen Frauen- l,i> Geschichten erzählen, da die pikanten Unterrocks- � Neuer zu den geschätzten Aufgaben der bürgerlichen dir ft�eu gehören; die Omphale aber, auf deren Kunkel W* � Gernegroß sein Werg spinnt, ist eine Dame, \uns Alle angeht, die N a t i o n a l ö k o n o NI i e. Mag Herr Richter beginnen, was er will, die spröde �one will nichts von ihm wissen, weil sie der wohl jw, 9% unrichtigen Ansicht ist, daß sie zwar genau den Wl lter, Herr Richter jedoch nicht im Mindesten sie „''d�zu einem innigen Seelenbunde aber eine gewisse Bekanntschast als nothwendige Voraussetzung viele Jahre der arme Ritter den Liebessold l>>ejt°. Tag entrückt das heiß ersehnte Ziel ihm und weiter aus den Augen, da jeder Tag Herrn kine neue Gelegenheit bietet, sein gänzliches Un- ü95n in völkswirthschaftlichen Fragen zu erweisen (Ifaie c Nationalökonomie durch seinen ridikülen Hiit/j/üchen) Minnedienst mehr und mehr zu kompro- % und zu erbittern. "Uaphr'l e§"icht schmählich, einer Dame, die man f0 fei)c verehrt, fortwährend einen Fehltritt in zu bringen, den sie sich in ihrer grünen lie�? hat zu Schulden kommen lassen? Und doch tq%Q..ei' Sumpf des Manchesterthums wer weiß wie »„i.ichon hinter ihr, während ihr verblendeter Kavalier »cchl/'h moorigen Grunde noch immer den Irrlichtern m.. Ult' welche den Wanderer necken und in die Irre 1*4% »Molen.] Fenittekon. [32 Nirtoria. [. bc 9ioman von Minna Kailtsky. gesch�hch mo die Geschäfte und Verkaufs- V �gte»„„k wieder jenes Gewühl der Viel- 'W» � VflnO..."ßiggänger aller Kategorien und das W. olletovto'• geworfene Lumpenproletariat stellte sich klej»' �»eiiff.Jv hcu Weg und suchte hier durch Aus- i» fkis�unstfe»" Erzeugnisse, dorl durch Ausübung höhlte,,, �"gleiten oder durch Bettel sein elendes Dasein >»it oder Nni- luQX}m ��umen und Orangen, Streich- S* 3e«icii''�"chefcheit feilgeboten, da raffelt eine Alte ffti«"M# ein„ stchen jedem Vorübergehenden in die Ohren, >>>id fi �febpv r durch einen Druck buntbekleidete, über �der h"luhr,v°, f' l. der Straße rasseln unaufhörlich �iiber«5 Omnibusse und Equipagen an ein- W& f«Wn ot" Öcn Kreuzungspunkten stauend. Ta- �t>r�gelchx».. hrlungen und Tienpmänner mir ihren °ü> Adl" einige Wäschermädchen, mit Körben, die "hiihm fi'dmagen, mit einer gewissen herausfordern- >'ch ,n den Hüften wiegend, dahinschreiten. Freilich, so offenherzig wie zu den Zeiten der Schulze, Faucher, Eras und Genossen darf die absolute Verneinung der staatlichen Einmischung in die Arbeiterzustände nicht mehr gepredigt werden. Der gesellschaftliche Fortschritt und die moderne Arbeiterbewegung verhindern dies. Und weil unser Amoroso(Verliebter) dunkel empfindet, daß seine ungeschickte Hand eine alte Wunde aufreißt, welche seine Angebetete schmerzt, so hüllt er seine Manchester- doktrin in das zerschlissene Mäntelchen der Arbeiterfreund- lichkeit, dessen klägliches Aeußere bedenklich daran erinnert, daß sein Träger es irgendwo auf dem Trödelmarkte er- standen habe. Kurz und gut, Herr Richter spielt jetzt seiner Donna zu Gefallen den Mann des Arbeiterschutzes, aber es ist sein Verhängniß, daß er auch bei diesem neuesten Versuch galant zu sein, elendiglich Schiffbruch leidet. Wir schätzen die guten Formen auch in der Polemik viel zu hoch, als daß wir die UnHöflichkeiten, mit welchen der Chef der „Freisinnigen Zeitung" uns seit geraumer Zeit überschüttet, in gleicher Münze heimzuzahlen Lust hätten. Jndeß wir müssen, sobald Herr Richter in der Rolle des Sozialreformers sich gefällt, sofort an den ungeleckten Bären denken, den sein Meister auf glühenden Eisenplatten tanzen lehrt. In einer Versammlung des„Deutschfreisinnigen Arbeitervereins", in welcher dieser Tage der fortschrittliche Führer mit altbewährter Tapferkeit, zwar nicht hinter buch- stäblich verschlossenen Thüren, aber doch in einer„ge- packten", vermittelst Einladungskarten gesichteten Ver- sammlung, seine wohlfeile Weisheit zu Markte trug, hat er die Kluft, die ihn von seiner Theuren trennt, um ein Erkleckliches vertieft. Nach den Berichten der Herrn Richter freundlich gesinnten Bourgoisblätter erklärt er u. a.:„Die staatliche Feststellung des Normalarbeits- tages ist ein Unding, wenn man nicht den sozialistischen Staat mit allen seinen Konsequenzen will." Wir beneiden den Redner nicht um das Publikum, das diesem Gallimathias lebhaften Beifall zollte und eine in sozialpolitischen Dingen unerhörte Unwissenheit, für welche nachgerade ein Schulbube die Ruthe erhalten wird, mit der Einsicht kundiger Thebaner approbirte(billigte). Die einfachste Kenntniß allgemein bekannter geschichüicher Thatsachen mangelt Herrn Richter. Er weiß nichts davon, daß England seit einem halben Jahrhundert den zehnstündigen Normalarbeitstag hat, nicht, daß in der Schweiz und in Oesterreich die Arbeitszeit geregelt ist, daß die Staatsarbeiter der nord- amerikanischen Union seit Jahren den gesetzlichen Acht- stundentag haben, ohne daß die bürgerliche Gesellschafts- ordnnng— und deren Fortbestand wenigstens kennt doch Herr Richter— im Geringsten berührt worden ist. Und der eifrigste Kämpe des Philisterthums, das Einige Müßiggänger sind sofort hinter ihnen her und ver- folgen sie bis in die Häuser, wo sie abzuliefern haben. Eine andere Sorte von Frauenzimmern sucht in nicht mißzuverstehcndcr Weise die Aufmerksamkeit dieser herumbummelnden Männerwelt zu fesseln. Und da drängen sie sich an den Schaufenstern, Ellbogen an Ellbogen mit den jungen, ehrbaren Mädchen, und diese können beobachten und mitansehen, welche Blicke und Gebcrden hier gewechselt, welche Zusagen und Abmachungen hier getauscht werden. Außer diesem öffentlich betriebenen Handel mit Atenschen und anderen Waaren giebt es nichts, was diese Menge mit einander verbindet, Jeder denkt und sorgt nur für sich; all diese Tausende, die aus allen Klassen und Ständen au ein- ander vorbcidrängen, haben nichts Gemeinsames, und man hastet mit einer Gefühllosigkeit an einander vorüber, die ctwaS Brutales hat. Da sinkt ein kleiner, höckeriger Mann an einer Straßenecke erschöpft zu Boden; er wird in die Wachstube gebracht, aber die Wiederbelebungsversuche haben nur für kurze Zeit Wirkung, und nach einer halben Stunde ist er todt; er ist an Erschöpfung gestorben. Hier steht ein junger Bursche lange sinnend vor der großeil Spiegelscheibe"eines Galanteriegeschäftes.?lnf seinem Gesichte wechseln die Farben, sein Athcm ivird schwer; endlich hebt er die Faust, ein Schlag und die Spiegelscheibe ist in Scherben. Er geht in dm Laden und sagt: ich hab's gethan. Ich will nicht stehlen, aber ich habe Hunger, ich will arrctirt werden, man muß mir dann zn essen geben. Tie Splegclschcibe kostete dreihundert Gulden. Dort überfährt die Privat-Equipage eines berühmten allerwegen und allerorten todesmuthig nach der Polizei schreit, findet, daß die Sozialdemokratie, weil sie die staat- liche Intervention in Sachen der Sozialpolitik fordert, an die„Allmacht und Allweisheit derPolizei" glaube. Wenn Herr Richter seinenUnglauben an die„Allweisheit der Polizei" mit den eignen an sich gemachten Erfahrungen rechtfertigt, weil er selbst einmal„ein Stück Polizei" gewesen, so sind wir viel zu höflich, um diesen durch reiche Lebenserfahrung gefesteten Anschauungen zu widersprechen. Rur daß Polizei und Polizei zwei recht verschiedene Dinge sind, wie sie das Spießbürgerthum mit Herrn Richter will, und wie w i r sie wollen. Die Staatspolizei, welche durch eine gut eingerichtete Gewerbeinspektion repräsentirt wird, die. bewaffnet mit umfassenden Vollmachten, die Durchführung und Beobachtung einer wahrhaften Sozial- gesetzgebung handhaben und überwachen wird, ist allerdings eine Einrichtung, welche dem werkthätigen Volk heilsam und von Nöthen, den Kapitalisten allerdings ein Dorn im Fleische ist. Aber hörten wir nicht dasselbe Liedlein, das der „Volksmann" Richter am Dienstag sang, dieser Tage aus der Konferenz der Berufsgenossenschasten, dieser amtlichen Organisationen des großen Unternehmerthums, dieser Vor- schulen und Handhaben der modernen Monopolgesell- schaften? Sprachen sich nicht auch die Eisenbarone, die Kohlenritter und Baumwollenlords mit Entschiedenheit dagegen aus, daß der in der Gewerbenovelle vorgeschlagene Arbeiterschutz durch die„Polizei" kontrolirt werde? Bläst nicht Herr Richter in dasselbe Horn, wie die alte Dame von Köln, wie die„Rheinisch-Wesffälische Zeitung" wie die Schweinburg und das andere lohnschreibende Gesinde der Großindustriellen, wenn er von einer„Belastung der Industrie" durch die Sozialpolitik fabelt? Mit heiterem Gleichmuth sei nur erwähnt, daß Richter mit einem durch Sachkenntniß ungetrübten Blick Bebel's verdienstvolle Arbeit über die Bäckereien. beurtheilt, daß er, ein wirklich spaßhafter Sozialstatistiker, meint, durch die Sozialreform„ruinire man den Sparsinn des Volkes". Zu der sozialpolitischen Geschichtsklitterung des Herrn Richter kommen eben folgerichtig auch diese volkswirth- schaftlichen Ungeheuerlichkeiten. Aber es ist uns wirklich bange um den Minnedienst unseres Helden. Dame Nationalökonomie giebt dem fahrenden Ritter, der um ihre Huld buhlt, einen Korb nach deni anderen. Ein neuer Ulrich von Lichtenstein, sucht er durch thörichte und immer thörichtere Streiche ihre Gunst zu gewinnen. Jedoch, mag er auch das Waschbecken seiner Dame austrinken, all' sein Sinnen und Minneu ist vergebens, und nienials wird ihm der Wächter durch ein Tagelied künden, daß er das ersehnte Glück gefunden hat. Arztes ein altes Mütterchen, das mit ihren zwei kleinen Enkeln die Straße überschreiten wollte. Tie Kinder schreien, sie werden aufgehoben, die Großmutter ist ganz still, sie ist todt. Sie wird hinweggeschafft und an der Stelle hastet, drängt und stößt sich die Menge wie vorher. Die Straße verschlingt ihre Opfer und die Wogen schließen sich im nächsten Augen- blick über den Abgrund. Leopold Berger, der am Morgen von Kaltenbach hierher- gekommen, betrachtete dieses Gewühl mit einiger Verwunde- rung. Seine Jsolirtheit, die Jsolirtheit jedes Einzelnen kani ihm in dem Getriebe der Großstadt so recht zum Bewußtsein. Er wollte sich die Wienerstadt wieder einmal anschauen und fand sie in stetigem Nniban, in stetiger Vergrößerung. Er schlenderte in den belebtesten Straßen der inneren Stadt herum, staunte über die prangenden Auslagen und betrachtete neugierig alle die Wunder, welche Kunst und Industrie hier gehäuft. „Genug wär' da, was mau brauchen könnt'," dachte er, „und was Einem auch a Freud' machen thät', aber die, die das kaufen können, sind lzalt spärlich." Dann blieb er plötzlich vor einem großen Spiegel- fenstcr stehen, wo riesige Plakate den Ausverkauf anzeigten und kleine Zcttclchen die früheren und die jetzigen Preise normirtcn, die um mehr als die Hälfte herabgesetzt worden waren. „War das früher ein Schivindel oder jetzt?" fragte er sich mit einem vorsichtigen Lächeln. Er wußte nicht, daß der Ursachen für diese Nothverkäufe ebenso viele als verschiedenartige sind, über die das Publikum freilich immer im Unklaren bleibt. Volilischo LtelreMchk. Berlin, 5. November. Der Insammeutritt der Arbeiterschntz-Kommisston giebt den Herren Arbeitgebern aller Schattirungen und Spielarten Anlaß, all ihre frommen Wunsche und Lieblings- ideale auszupacken. Und da finden wir denn, daß all diese Wünsche und Ideale die Beibehaltung und womöglich Ver- schärsuug der gegen die Ausübung des Koalitionsrechts der Arbeiter gerichteten Bestimmungen des Regierungs-Ge- setzentwurfs zum Ziel haben. Der Klasseninstinkt der Herren Arbeitgeber hat richtig den Punkt herausgefunden, um den es sich bei dem Kampf um den Ärbeiterschutz in erster Linie handelt. Der b e st e A r b e i t e r s ch u tz i st das Koalitions recht. Die sorgfältigst ausgearbeiteten Schutzbestimmungen nutzen den Arbeitern nichts, wenn diese die Handhabung nicht kontroliren können— und das können sie nur, wenn sie sich frei„koaliren", das heißt ver- einigen und organisiren können. Auf Grund des Koalitions- rechts frei und fest organisirte Arbeiter sind auch ohne Arbeiterschutz- Gesetze im Stande, sich selber zu schützen, wohingegen die besten Ärbeiterschutz- Gesetze ohne das Koalitionsrecht der Arbeiter werthlose Fetzen Papier sind. Das muß festgehalten werden. In Deutschland haben die Arbeiter nun allerdings gesetzlich das Koalitionsrecht, aber das betreffende Gesetz gleicht jenen berühmten Verfassungsparagraphen, welche alle möglichen Freiheiten in der Theorie verbürgen, jedoch durch die noch folgenden Paragraphen für die Praxis wieder aufgehoben werden. Thatsächlich haben die deutschen Arbeiter zwar theoretisch das Koalitionsrecht, jedoch prartisch nicht das Recht seiner Ausübung. Der Ausübung werden theils durch die Behörden, theils durch die Arbeitgeber, welche sich der Duldung und Unterstützung der Polizei- und sonstigen Staatsbehörden sicher glauben, alle erdenklichen Hindernisse in den Weg gelegt. Seit Jahren betrachtet der größte Theil der deutschen Arbeitgeber das Koalitionsrecht als ihr, der Arbeitgeber, Monopol, und hat die Stirn, den Arbeiter die Aus- Übung dieses Grundrechts förmlich zu verbieten und jeden Arbeiter, der diesem Verbot nicht Folge leistet, aus der Arbeit zu entlassen. Die erbittertsten und kostspieligsten Streiks der letzten Jahre waren durch das Verlangen der Arbeitgeber hervorgerufen, daß die Arbeiter aus ihren Fach- vereinen austreten, also auf die Waffe des Koalitionsrechts verzichten sollten. Wir erinnern nur an den Streik, oder richtiger die Aussperrung der Leipziger Stein- wetzen, an die Aussperrungen der H a m b u r g e r Maurer, Zimmerer u. s. w. nach dem 1. Mai! Und wie es scheint, gilt auch hier das Sprichwort: Der Appetit kommt beim Essen. Die Herren Arbeitgeber werden inuner unterdrückungslustiger und übermüthiger und kaum ein Tag vergeht, der nicht irgend einen Unternehmer- Ukas gegen irgend einen Fachverein oder die Maßregelung von Arbeitern wegen Ausübung des Koalitionsrechts brächte. Die hentigen Blätter enthalten gleich zwei flagrante Fälle. Unser hannoversches Parteiorgan theilt folgenden Entlassungsschein mit: „Wir bescheinigen hiermit dem Arbeiter........... aus........ daß derselbe vom xten Oktober a. c. prt. bis heute in hiesiger Fabrik beschästigt war und während dieser Zeit zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten gearbeitet hat. indessen wegen Aufwiegelei seiner Mit- arbeiter entlassen ist. Weetzen, Prov. Hannover, den 17. Oktober 1890. Zuckerfabrik Weetzen." Der Mann ist geächtet. Und weshalb? Weil er von seineni gesetzlichen Recht Gebrauch machte und für die Ausübung des Koalitionsrechts eintrat. Und unser Dresdener Parteiorgan veröffentlicht nachstehende Ukase der T ä s ch n e r- und T a p e z i r e r- Innung zu Dresden: „Dresden, 22. Oktober 1890. Täschner- und Tapezirer-Jnnung zu Dresden. Infolge d»r fortgesetzten, auf die Dauer ganz unertrag- lichen Chitanen und Verhetzungen seitens der Leiter und Wort- fuhrer des hiesigen Fachvereins der Tapezirer, sowohl gegen- über der Gesammt-Junung als auch gegen einzelne Mitglieder und Werkstätten derselben, beschloß die Jnnungsversammlung vom 20. d. M.: „Die heutige Jnnungsversammlung beschließt hiermit, daß diejenigen Gehilfen, welche dem hiesigen Fachverein Hier ist ein wirklicher Zusammenbruch eines soliden Ge- schäfts zu verzeichnen, dort nur ein Manöver, um eine Un- masse alter Waaren, die von Hand zu Hand, von Wieder- Verkäufer zu Wiederverkäufer gewandert waren, sich also seit lange auf dem Markte befinden, endlich los, zu schlagen. Und es ist die schlechteste Sorte, oft bereits verdorbene Waarc, die aus diese Weise noch immer zu theuer an den Mann ge- bracht wird. Sehr hätifig aber müssen die stetig nachrücken- den neuen Waaren unter dem Erzeugungspreis verkauft werden, weil die früheren auf den Markt geworfenen noch nicht umgesetzt sind, fällige Zahlungstermine aber die Fabri- kanten zu diesen Nothverkäufen gebieterisch drängen, wenn sie sich nicht insolvent erklären wollen. Ueberau also das Begehren nach Zahlung, die absolute Nothwendigkeit, rasch Waare in Geld zu verwandeln, da die ganze Produktions- weise eine fieberhafte Bewegung, die rascheste Zirkulation bedingt. Es wird mehr erzeugt, als gekauft ivird, als gekauft werden kann, das Lagernde aber wird sofort schon durch die ewig wechselnde Mode werthlos gemacht. Sobald aber die rastlos auf den Markt strömenden Produkte nicht in Geld umgesetzt werden können, ist die Krise da. Der Poldl verstand von diesen Dingen nichts, er schüttelte nur den Kopf und gelangte in seiner Folgerung zu dem bei ihm beliebten Refrain: „Ich sag's ja, es wird zu viel gearbeitet, viel zu viel." Er war am Graben und ließ sich von dem breiten Strom vorwärts schieben. Er wollte nach dem Ring, um Oswaldt zu besuchen, der vor einigen Tagen erst Kaltenbach verlassen hatte und dem er fest versprochen, ihn in seinem Atelier auf- zusuchen. Er wollte eben dahin. Er befand sich vor dem Laden eines der ersten Konfektions- und Modewaaren-Magazine, als eine Equipage, in welcher zwei junge Damen saßen, so knapp an das Trottoir heranfuhr, daß er von dem Rade gestreift wurde. Ehe er dem Kutscher ein Wort der Mißbilligung zurufen konnte, war ein Diener in Livree vom Bocke gesprungen und hatte den Wagenschlag geöffnet. Zwei juüge Damen von vornehmer Schönheit stiegen aus und mußten, da dem Por- der Tapezirer angehören und ihre Mitgliedschaft nicht auf- geben, vom Montag, den 3. M o v e m b e r an bei den Jnnungsmita.liedern nicht weiter beschästigt werden können. Zuwideckmndelnde Mitglieder verfallen in eine Konventionalstrafe von ö M. zum Besten unserer Fachschule." Wir setzen Sie hiermit davon in Kenntniß, und bitten um gewissenhafte Jnnehaltung des obigen Beschlusses. Mit dem Inhalte der beiliegenden Drucksache wollen Sie Ihre Gehilfen umgehend bekannt machen, das Plakat selbst aber in Ihrer Werkstatt geeignet befestigt, anbringen. Kollegen, haltet zusaniinen! Mit kollegialischem Gruße Der Gesammt-Vorstand. An unsere Herren Gehilfen! Veranlaßt durch die fortgesetzte Agitation gegen alle unsre Bestrebungen und durch die immer wiederkehrenden Verhetzun- Sen und Beleidigungen Seitens der Leiter und Wortführer des iesigen Fachvereins der Tapezirer, sowohl gegen die Gesammt- Innung als auch gegen einzelne Mitglieder und deren Werk- stätten, sieht sich die unterzeichnete Innung zu ihrem Bedauern zu folgendem Beschluß gezwungen: Gehilfen, welche dem hie- sigen Fachverein der Tapezirer angehören und ihre Mitglied- schaft nicht aufgeben, können von Montag, den 3. Stovember an in unseren Werkstätten nicht weiter beschäftigt werden, noch in Zukunft Beschäftigung erhalten. Die Gehilfenschaft hat zu wählen zwischen dem Fachverein und ihren Arbeitgebern. Wir werden auch fernerhin gern die Hand bieten zu einem gedeihlichen Zusammenarbeiten zwischen uns und unseren Ge- Hilfen und alle diesbezüglichen Bestrebungen nach Karsten unterstützen. Dresden, den 23. Oktober 1890. Täschner- und Tapezirer-Jnnung durch den Gesammtoorstand. Eines Kommentars bedürfen diese Schriftstücke nicht. Sie zeigen aber den Arbeitern, wie nothwendig es ist, daß das Koalitionsrecht, das gegenwärtig nur einseitig für die Ar- beitgeber besteht, für dieArbeiter ebensogut Geltung erlange, wie für die Arbeitgeber, und daß es durch strenge St raf- b e st i m m u n g e n, so ivic die sozialdemokratischen Ab- geordneten sie beantragt haben, gegen jeglichen Angriff und Eingriff— komme er von welcher Seite er wolle— geschützt werde. Das Koalitionsrecht ist Reichsgesetz. Das Reich ist sich selbst schuldig, daß es seine Gesetze zur Wahrheit mache, und nicht mit ihnen spielen lasse. Zur Charaktoristik des Gr-Ueichskanzlers. Im Nachlasse des verstorbenen Kriegsministers von Roon wurde ein Brief Manteuffel's ans dem Jahre 1865 gesunden, der, nach der„Deutschen Revue" also lautet: � „Minister Graf Bismarck kann nur Ma- schinen oder politische Gegner erzeugen; ich will weder das Eine noch das Andere werden; ich gehe." Damals„ging" Manteuffel übrigens noch nicht. Die Sache wurde vorläufig beigelegr. Seinen Bismarck hatte er aber richtig erkannt. Daß ein Mann von solchen Charakter- eigenschaften, der obendrein nur mit mechanischen Macht- Mitteln arbeitete, nichts Festes schaffen und sich keine Freunde macheu konnte, das liegt auf der Hand und erklärt die Plötzlichkeit und Gründlichkeit des Sturzes der„Dynastie Bismarck". Das zynische:„Anständige Leute schreiben nicht für mich" läßt sich auch über's Schreiben hinaus ausdehnen und verallgemeinern.„Staatsmänner" dieses Kalibers dulden nur Werkzeuge, Bediente und Schmeichler— und dazu geben anständige Menschen sich nicht her.— Die Iusammrniierufnug des Reichstag» soll, wie jetzt verlautet, Anfang Januar erfolgen. Bestimmt ist je- doch noch nichts. Eine endgiltige Entscheidung wird erst nach Zusammentritt des preußischen Landtags getroffen werden.— Die Saziitldmakvatie rückt auf den ganzen Linie vor; in Bayern, der Pfalz, am Rhein— überall verkündet das Wuth- und Angstgeschrei der Gegner die Fortschritte unserer Genoffen.— In Kiel, das uns bei der letzten Reichstags- wähl noch nicht zufiel, haben die Sozialdemokraten soeben bei den Stadtverordneten-Wahlen gesiegt.— Unsere Gegner fahren inzwischen fort, unsere Partei durch hermetische Absperrung der Kriegervercine, von Allotrien fernzuhalten und dadurch zu„reinigen". Schade nur, daß sie diesen„Reinigungsprozeß" nicht voll- ziehen können, ohne diejenigen unserer Genosfen, welche so thöricht waren, sich in diese Gesellschaft zu begeben, um ihr eingezahltes Geld zu bringen. Für solche ordnungspartci- liche„Theilerei", hättet? wir eigentlich ein schärferes Wort. tale zunächst andere Wagen hielten, einige Schritte zurück- legen, ehe sie die Thür des Ladens erreichten. Poldl, dieser Kenner weiblicher Schönheit, vergaß alles Andere und sah ihnen nach. In dem Augenblick trat ein junger Mann aus dem Ge- schüft, in dem er sofort Oswald erkannte. ' Gin Kommis gab ihm bis zur Thür das Geleite und jener wendete sich nach ihm um und sagte: „Vergessen Sie nicht, es soll heute noch auf die Post Der Kommis verbeugte sich und Oswaldt entfernte sich rasch nach der entgegengesetzten Seite, ohne die zwei fast dicht hinter ihm stehenden Damen zu bemerken. Poldl ivollte ihm nach, vermochte sich aber durch die an diesem Punkte sich stauende Menge nicht durchzudrängen. „Oswaldt," flüsterte eine der Damen, denen er fast auf die Fersen trat. Er hatte das Wort aufgefangen. ,Er macht Bestellungen in Damen-Konfektion," wie es scheint," bemerkte die Andere munter und laut. „Er hat uns nicht gesehen." „Um so besser." Es waren Baronin Waller und Hanna Field, die nun in den Laden traten und sofort von Kommis umringt waren. Aber schon eilte der Ehef selbst zur Begrüßung dieser für ihn hochwichtigen Persönlichkeiten herbei. Er geleitete die Damen nach dem ersten Stock, wo sie ungestört die Nouveautss an Stoffen und die Pariser Modelle besichtigen konnten.? � 22aQven häuften sich alsbald vor ihnen auf, und immer noch ivurde Neues und Kostbares herbeigeschleppt. Die Baronin war nicht leicht zufrieden zu stellen; sie war mdeß in der fröhlichsten Laune imd flüsterte jeden Augenblick ihrer Schwester ein munteres Wort zu, über das sie allein lachte. Plötzlich wendete sie sich in direkter Frage „Sie kennen den Maler Oswaldt?"_ „Gewiß, Euer Gnaden, wie sollte ich nicht— eine solche �?8äh� er schon lange zu Ihren Kunden, Herr Alt- mann?" Auch der Boykott, den die Militärbehörden diejenigen Lokale verhängen, in denen Sozialdemokraten kehren, erweist sich sehr nützlich für uns, insofern die � nossen dadurch fester zusammen geschlossen werden.® schlägt Alles, was die Feinde gegen uns planten und tP», in sein Gegentheil um und gereicht uns zum Vortheil. In England nimmt die Krise im R h e d e r g e s ch°! und der in demselben sich zuspitzende Gegensatz zwischen w beitern und Arbeitgebern das öffentliche Interesse fast � schließlich in Anspruch. Und wahrlich mit Recht. S# auch für jetzt noch einmal der Konflikt verhütet werden, I scheint ans die Dauer doch ein Zusammenstoß unvermeidnm und' ivenn man bedenkt, daß die Zahl der von der SchE fahrt direkt Abhängigen sich in England aus Mindesten' 3 Millionen beläuft, daß indirekt das ganze Land ff; theiligt ist, und daß die verbündeten Gewerkschaften, die»" der Schifferei zusammenhängen, an 400 000 Mitglleoe zählen, dann begreift man, daß Angesichts der gewaltige Streitkräfte, die sich hier zur Vertheidigung des guten Rech' der Arbeiter in Schlachtordnung stellen, die rhetoryche Spiegelfechtereien eines Gladstone und anderer Parlaine»' tarier keine ernsthaste Beachtung finden können. Dir„Entvölkerung" Frankreich»— so lesen in der„Kreuz- Ztg." ivi« d# eingeborenen Bevölkerung, wird namentlich im Hinblick die militärischen Machtverhältnisse der Zukunft als I,. bedenklich bezeichnet. Es muß dahingestellt bleiben, jw) Kriegsführung in 50 oder 100 Jahren noch solche'L, aufgebote nothwendig machen wird, wie jetzt angenon(( wird. In der Gegemvart hat die geringe Geburlen� W ine ,/�w»/ V»V|V--- r fi.yl Wehrfähige findet, als in den Ländern nutz M rankreichs— lediglich darin liegt die Ursache der gerwg unahme— immerhin die Folge, daß man hier im � mehr erwachsene Individuen, also auch wtz.tz '-lueyrsähige findet, als in den Ländern mit sta Gebnrtszahl. Dieser Umstand, der durch andere Atomen' roie etwa höhere Prozentziffern von Untauglichen kemesw v kompensirt wird, ist bei Beurtheilung der Leistungen neuen französischen Wehrgesetzes und des numenl� Machtverhällnisses zwischen nicht außer Acht zu lassen. Frankreich und Statt au die Ursachen der„Entvölkerung denken, und die Lehre daraus zu ziehen— denkt das I» Ö blatt blos an die militärische Seite der Frage und I � die Entvölkerung Frankreichs für eine Heeresvermehrui v Deutschland zu verwerthen. Denn einen anderen Smn doch die Schlußbemerkung nicht haben.— Die belgischen Arbeiter bereiten für nächsten SoM� — den 9. d. M.— eine Massenkundgebung burch, ganze Land zn Gunsten des allgemeinen S t i m„ rechts vor. Für den Fall, daß dem Volke sein Gr � recht vorenthalten bleibe, wird in flammenden Aufrufen„ allgemeine Arbeitsniederlegung in Aussicht gestellt. aber, wie gewisse Blätter behaupten, gleich für Montag,. � 10. d. M. Die belgischen Arbeiter, welche so klug waren, M% anarchistischen Schreihälse und die massenhaft unte � gesteckten Regiernngsspitzel vom Halse zu schaffen, un � nach dem Vorbild der deutschen Sozialdemokratie," um deutung der politischen Organisation und Agitation beg„ und die namentlich auch begriffen haben, welch wichtig� usiwiderstehliche Waffe das allgemeine Wahlrecht inte tu 9 und entschlossenen Arbeitern gewährt,— sie sind natu � zit klug, um nicht zu wissen, daß ein„Generali� sich nicht von einem Tage zum anderen setzten läßt. Uebrigens haben auch viele zischen Sozialdemokraten sich dahin ai von einer allgemeinen Arbeitseinstellung nicht die Rede sein könne. Und das ist That der Fall. Höchstens würde es zu einem t Y � w eisen Streik der Grubenarbeiter kommen— iMtztz•F in dieser Beziehung ist noch nichts beschlossen und u � testes zu sagen. Wie ein Telegramm meldet, hat MW ürgermeister von Brüssel mit den sozialdemokrani Führern betreffs der Demonstration des nächsten? � tags verständigt. Derselben werden keine% w iiiffe in den Weg gelegt, im Gegentheil dem R Umzug, welchen die Arbeiter planen, wird, wn � das in einem freien Lande von selbst versteht, Gleichberechtigung kein leeres Wort ist), der f Ru) � Schutz zu Theil werden. Wir nannten Belgien en» I Äz Land— und das ist es auch wirklich— so frei wie Am Dieser starrte die Damen verblüfft an. „Ich— ich weiß nicht—" stammelte er.. gp „Et, er hat doch soeben eine Bestellung bei macht." Sie blickte ihm munter gerade in die Augen, die i hatten ein unstätes Blinzeln. „Die Damen wissen—?" wß „Naturlich. Wir trafen ihn in der Thür und e*' � uns—" Sie weidete sich an seiner Verlegenheit, oy mißbilligenden Blicke ihrer Schwester zu beachten, u>w j � dann in ermahnender Wichtigkeit hinzu:„Vergessen zji nicht, Herr Altmann, daß der Artikel heute noch" Post kommen soll." �«A, Herr Altmann machte ein unsäglich dummes Gff. � „Gewiß, er wird heute noch— und ich hoffe,""tyck „Daß er befriedigen wird? Wir werden seh�tz.Me»- Oswaldt hat uns gebeten, seinen Geschmack zu app also zeigen Sie uns die Bestelluttg."■i)0i Sie war voll quecksilberner Lebendigkeit, ihr fie Instinkt war aufgestachelt, sie errieth, daß der Zw auf die Spur einer Männerheimlichkeit gebracht, brannte vor Begierde, sie weiter zn verfolgen.>. fi Aber Hanna legte die Hand auf ihren Arm un in vornehmer Ablehnung: g! „Es ist nicht nöthig und die Sache hat für gar kein Interesse.".«ß „Gewiß, es ist gar nicht von Interesse", ftiin"1 slffi........ f.' � f'V...w W Altmann bei,„ein so einfaches Kosttim." t*�'' „Ein Kostüm? Einerlei, einfach oder nicht, M sehen."...„riß" „Wir gehen!" entschied Hanna streng und ttW � Hand.,... piifV Aber ein dienstfertiger Kommis hatte berettt � vor ihr stehende Puppe gezeigt, die ein Kleid v Beige trug...w« „Es ist dieses. Euer Gnaden.", Und nun waren doch beide Damen vor der p geblieben und betrachteten sie mit aufmerksante als wäre sie eine lebendige Offenbarung. (Fortsetzung folgt.) — trotzdem es durch die Ausbeutuugswuth des mit d e r Katholischen Kirche verbündeten Kapita- n s m u s für die Arbeiter zur Hölle geworden ist. Am 'öcispiel Belgiens, das, obgleich der Form nach Mon- Hchie, thatsächlich ein republikanischer Klassen- staat ist— beides in des Wortes schärfster Beden- lung—. läßt sich deutlicher als an dem irgend eines anderen Staates erkennen, wie die politischen Formen ourch die wirthschaftlichen Zustände bedingt sind, und wie fverthlos die politische Freiheit, wenn sie mit Knechtschaft verbunden ist. Auf die wirthschaftliche, oder sagen wir ueber auf die soziale Emanzipation kommt es vor Allem %— sie zieht mit Nothwendigkeit die politische nach l'eh, während das Umgekehrte nicht der Fall ist. »* _ Aeurst» Nachrichten. Der russische Großfürst- m'ivon folger reist nach Wien; da auch der deutsche Reichskanzler dorthin geht— auf der Durchreise nach Rom i3er Rückreise— so wittern die Kannegießer, daß rgend etwas geplant werde. Nun, wenn der Herr Groß- f,! selber etwas Merkwürdiges thut— und das ist zu erwarten— so wird auch nichts Merkwürdiges �ichehen. Kanzler und Fürsten sind doch gewissermaßen uch Menschen, und haben das Recht auch zu reisen, wie ndere Menschenkinder, ohne zu Merkwürdigem verpflichtet .�.�urtheilt zu sein. Was insbesondere die Beziehungen Richen Rußland und Oesterreich betrifft, so sind da so achlige und einander widerstreitende Interessen im Spiel, ,„0\an eine ehrliche Annäherung einfach nicht gedacht 'verven kann.— . Iß Rom waren die Jrridentisten und Republikaner, ü.y. em Telegramm meldet, so gut, eine geplante indgebung gegen den Dreibund bis nach der Ab- �.f�des deutschen Reichskanzlers zu- vertagen. Sind das r' einer Depesche ans Wien soll der ö st e r- lleten � � � R e i ch s r a t h am 4. Dezember zusammen- m, Brüsseler Blatt behauptet, dem König von dpi,. n �°ine Allianz mit D c ntf ch k a n d an- � oten worden— auf einer Hofjagd bei Potsdam. Natür- ch eine Jagdgcschichte. , Im Großherzogthum Hessen, wo die Inden- liK&f 1 8 1 �ll betrieben wird, hatte eine Abordnung israe- .icher Gemeiudevorstände eine Audienz beim Groß- ioi, erhielten durch den Chef des Staatsministerinms 'vigeude Antwort: d-»"Auf die von den Deputirten der israelitischen Gemein- lirf, Darmstadt, Gießen und Mainz mündlich und schrift- bet�tt--< Hoheit den Großherzog gerichtete Vorstellung z.,)- der antisemitischen Bewegung im Großhcrzogthum dos Wohlgelchren im Allerhöchsten Auftrage Nachstehende zu eröffnen: Von den seit einiger S, Q,n mehreren Theilen des Großherzogthums stattfindenden, zj NMu hereingetrageneu, gehässigen Anfeinoungen Aller- Ihrer israelitischen Unterthanen haben Se. K. H. der «.jAderzog mit Bedauern Kenutniß genommen. Se. K. H. dp«! t®en dieselben auf das Ernstlichste und erwarten von v�flunst gesuiiden und christlichen Sinne der betheiligten '-dm baldiges Aufhören jener gehässigen Angriffe, uju übrigens wesentlich mit beitragen ivird, ivenn der sitt- liri, � flehende Theil der israelitischen Bevölkerung es 8ln*nc>ty, Kräften angelegen sein läßt, den Ursachen zu . ugen über die Handlungsweise mancher seiner Glaubens- nachzuforschen und mit den geeigueteil Mitteln i�iuhclsen. In den.ihnen verfassungsmäßig und gesetz- i' zustehenden Rechten werden nach dem Willen u' K. H. des Großherzogs Allerhöchstderen israelitische Wcm t's" ebenso geschützt werden, wie diejenigen anderer denJnhalt wäre nicht viel einzuwenden, obgleich der m. sittlich höher stehenden Liberalen" zur Roth Reai ,30n®�ei' geschrieben sein könnte, allein wird die tcniMfli"0 t,0n Hessen nun auch verhindern, daß die anti- ira,. �che„Bewegung", wie bisher nnziveifelhaft der- Fall ' �un den Behörden gefördert ivird? s,gt. e r i k a fanNn gestern die H e r b st iv a h l e n weil' � �selben hatten diesmal ein besonderes Interesse, Munehmen war, daß sie über die Zukunft der w... fl�VY-Bill zu entscheiden oder doch die Entscheidnng ich,,,. fl.en würden. So weit das Ergebniß bis jetzt be- haben die Demokraten— d. h. die ge- r i s ,i" Freihändler— über die s ch u tz z ö l l n e- bic qn � Republikaner gesiegt. Danach würde -• m.��"Aey-Bill wohl schwerlich lauge in Kraft bleiben laug' dürste wenigstens eine Milde r u n g in nicht allzu " 8 oeit zu erwarten sein. "d vorläufig nicht besetzt. ##### t0�nmi9 vorzunehmen, aus der Vorlage M vorbehalten Stumm tm#(h" � � "nniungin dieses Gesetzes nachlassen zu ko Dagegen tritt der Redner dafür ein, daß die Aus- dehuuug durch Kaiserliche Verordnung erfolgen kann; lehnt es aber ab, dafür zu stimmen, daß den Arbeitern der Haus- industrie, soweit es sich um Familienangehörige handelt, kein Schutz gewährt werden soll, wie es der Schlußsatz der Regierungs- vorläge verlaugt. Redner cmpfiehfl den Antrag, wonach solche Verordnungen event. vom Reichstage beseitigt werden können, event. den Hitze'schen Autrag, wonach dem Reichstage Kenutniß von solchen Verordnungen zu geben ist. Minister v. Berlepsch bekämpft den Hirsch'schen An- trag und wendet sich auch gegen die Bebel'schen Ausführungen bezüglich der Bestimmungen der Familienangehörigen von Haus- industriellen; der Minister giebt Mißverhältnisse in dieser Art Hausindustrie zu, will dieselben aber durch Gesetz und nicht durch Kaiserliche Verordnung beseitigen. Abg. v. Kleist-Retzow empfiehlt die Regierungsvorlage und will nur das Handelsgewerbe von den Bestimmungen der bezüglichen Paragraphen nicht ausschließeiz; der Redner beantragt- auch das Handwerk mit Maschinenbetrieb von den Bestimmungen des Gesetzes freizulassen. Abg. Hitze beantragt einen neuen Absatz des Paragraphen, wonach bestimmt wird, daß die Nachlaßbestimmungen des Bundesraths und die Kaiserlichen Verordnungen dem Reichstage zur Kenntnißnahme vorzulegen sind. Abg. Möller beantragt die Nachlaßberechtigung des Vundesraths auch auf§ 138 auszudehnen. Der Regierungsvertreter Geh. Rath König macht Mittheilung von den bezüglichen Erhebungen, welche die Regierung inzwischen vorgenommen hat, und empfiehlt den Bundesrath zu ermächtigen, auch für weitere Paragraphen bezüg- Uch des Handwerks Nachlaßbestimmungen vorzunehmen. Der Vorsitzende bittet die Regierungsvertreter, solch umfassende Mittheilungeu der Kommission vor Berathuug der bezüglichen Paragraphen schriftlich zugehen zu lassen.. Abg. W ö l l m e r bittet von der Kaiserlichen Verordnung ab- zusehen und empfiehlt für die Ausdehnung der Schutz- bestimmungen den Weg der Gesetzgebung, also die Betheiligung des Reichstages. Abg. Hirsch vertheidigt nochmals die von ihm beantragte Resolution und nimmt wiederholt das Recht des Reichstages, bei derartigen Bestimmungen mitzuivirken, in Anspruch. Abg. Müller will der Regierung das Recht, Aus- dehnungsbestiniinungen zu erlassen, zuerthcilt wissen; verlangt jedoch für das Handwerk die Möglichkeit, von der Regierung be- rücksichtigt zu werden und will deshalb auch die Berechtigung, das Gesetz auszudehnen auf den§ 138 angewendet wissen. Abg. Bebel wendet sich gegen die Ausführungen des Mi- nisters und betont wiederholt die Nothwendigkeit, den Familien- Angehörigen der Hausindustriellen denselben Schutz zu gewähren, wie fremden Arbeitern; der Redner beantragt getrennte Abstim- mung über die einzelnen Sätze des zur Verhandlung stehenden Paragraphen. Abg. Hitze vertheidigt seinen Antrag, wonach die etwa zu erlassenden Verordnungen dem Reichstage bekannt gegeben wer- den sollen und stellt sich vollkommen auf den Boden der Regie- rungsvorlage. Der Redner wünscht jedoch, daß der Bundesrath von der Befuguiß, Nachlässe zu gewähren, nicht zu umfassenden Gebrauch machen möge. Ter Minister versichert, daß keine Rede davon sein kann, daß der Bnndesrath irgend welche Neigung habe, von der Nach- laß- sowohl als von der Ausdehnungs-Befugniß einen zu weit- gehenden Gebrauch zu mache»; der Bundesrath werde stets jeden einzelnen Fall, in den er eingreife, auf das Allergenaueste prüfen. Abg. Schmidt-Elberfeld polemisirt gegen die von dem Geh. Rath König vorgetragenen Mittheilungen bezüglich der von der lllegierung gemachten Erhebungen. Der H a n d e l s in i n i st e r erläutert die Schwierigkeiten, welche die Erhebungen verursacht haben und stellt fest, daß es sich nur um Auskunft gehandelt habe, um die Regierung zu in- formiren, wie die Behörden nach den bisherigen Erfahrungen zu den Beschlüssen der Komnüssion stehen, durch welche die Regie- rungs-Vorlage abgeändert worden ist. Eine Stellungnahme der Regierung ist zu diesen Erhebungen noch nicht erfolgt. Abg. v. Kleist-Retzow vertritt das Recht des Handwerks, von den Bestimmungen des Gesetzes befreit zu bleiben. Abg. v. Pfetten schließt sich den Ausführungen des Abg. v. Kleist-Retzow in allen Punkten an und meint, daß der Hand- werker vielfach schlechter gestellt ist, als der Arbeiter; der Redner wünscht eine vollständige Befreiung des Handwerks von allen ein- engenden Bestimmungen. Abg. Singer beantragt, dem Bundesrathe das Recht der Einschränkung des Gesetzes bezüglich des mit Maschinen betriebenen Handwerks nicht zu gewähren, dagegen die Ausdehnung des Ge- setzes durch Kaiserliche Verordnung zu gestatten und begründet seinen Antrag, indem er darauf hinweist, daß cS fester Bestim- inungen bedarf, um eine Verbesserung der elenden Verhältnisse in der Hausindustrie herbeizuführen; außerdem beantragt er die Bestimmung, wonach Familenangehörige von Hausindustriellen des Schutzes nicht theilhaftig werden sollen, zu streichen.. Abg. Graf Galen vertheidigt die Siegierungsvorlage und will dem Handwerk gern besondere Vorrechte einräumen, auch er- klärt es der Redner für unerläßlich und im 8! echte der Familie liegend, daß dieselbe vor den Eingriffen staatlicher Beaufsichtigung bewahrt bleibt. Abg. Möller theilt mit, daß nach seinen Erfahrungen bei den regierungsseitig gemachten Erhebungen das Handwerk nicht befragt worden ist. Abg. H a r t m a n n wünscht die Annahme des Antrages Kleist-Retzoiv. Der Minister v. Berlepsch ersucht wiederholt um Annahme der Regierungsvorlage und stellt nur anHeim, eine Bestimmung aufzunehmen, wonach die Jnkrasttretung der Nachlaß- Bestimmungen Kaiserlicher Verordnung vorbehalten bleibt. Abg. v. Stumm vertheidigt die Vorlage und wünscht die Ausdehnung des Fabrikinspektorats auf die mit Dampf und Motoren gehenden Handwerksbetriebe. Abg. Molkenbuhr weist nach, daß eine Beäpffichtigung i der Hausindustrie dringend nothwendig ist, und daß kein Grund vorliegt, die Familienangehörigen schlechter zu stellen als fremde Arbeiter. Abg. Hirsch tritt dafür ein, daß die Ausdehnung des Ge- setzes nur auf gesetzgeberischem Wege erfolgen darf, und verlangt, daß die Freilassung der Famlienangehörigen von der Aussicht in der Vorlage gestrichen wird. Abg. v. Pfetten tritt im Interesse des Handwerks für den Antrag Kleist-Retzow ein; das Handwerk als die festeste Stütze des Staates und der Gesellschaft überhaupt bedarf ganz besonderen Schutzes und es muß ihm gestattet sein, an seine Arbeiter höhere Anforderungen zu stellen. Bei der Abstimmung wird Absatz 1§ 154 angenommen, ebenso wird Absatz 2 angenommen. Bei Absatz 3 wird das Amendement Stumm mit 17 Stimmen angenommen, ebenso das Amendement Möller mit 18 Stimmen angenommen. Antrag Kleist-Retzow wird mit 19 Stimmen abgelehnt Antrag Wöllmer wird abgelehnt. Der Antrag Hirsch wird mit 21 Stimmen abgelehnt. Antrag Hitze wird mit großer Majorität angenommen. Der Antrag Singer wird gegen 3 Stimmen abgelehnt. Nunmehr wird der durch die Vorabstimmungen festgestellte Wortlaut des Absatzes 3§ 154(entspricht der Regierungsvorlage inkl. den Amendements Hitze, Stumm und Möller) mit 18 Stimmen angenommen. Bei der Gesammtabstimmung wird§ 154 angenommen;, dagegen stimmen die Sozialdemokraten und die freisinnigen. Nächste Sitzung Morgen Vormittag 10 Uhr. Wo?» das Schimpfen gnt ist. Aus P. wird uns geschrieben:„Bitte, theilen Sie uns doch mit, welche sozialistische Zeitung wir halten und welche sozialistischen Schriften mir uns kaufen sollen. Der Pfarrer schimpft so arg auf Sie von der Kanzel herunter, daß ivir denken, Sie müssen doch recht haben, u. s. w. A. P." Auch in anderen Orten hat das Ge chinipfe auf uns eine ähnliche Wirkung gehabt. Es ist überhaupt, wie wir schon früher sagten, eine vortreffliche Reklame, die uns noch obendrein nichts kostet. Zum Kampf mit„griftige» Maflkru." Wie wir aus unserem hannoverschen Bruderorgan ersehen, hat der„Hann. Courier", das Leiborgan des Herrn von Bennigsen, der als ewiger Zukunfts-Staatsmann doch auch etwas vom Zukunfts- staat verstehen sollte, die Unverschämtheit gehabt, von unserer nenlichen Antwort auf die neugierigen Znkunstsstaats-Fragen der„Germania" zu schreiben: „Der Schlußsatz(daß die Arbeiter auch ohne Könige Stumm auskommen könnten) wie die ganze Darstellung zeigt wieder einmal die ganze Frivolität, mit welcher die Wort- führer der Sozialdemokratie allen ernsten Erörterungen aus dem Wege gehen. Was noch werden mag, ist ihnen in der That gleichgitig. Die gewerbsmäßige Agitation in der Gegenwart ist das Einzige, was sie ernsthaft betreiben, und wir glauben, daß dieses Ge- bahren nicht lange fortgesetzt werden kann, ohne daß den Arbeitern ein Licht aufgeht, wo ihre wahren„|A u s b e u t e r" sitzen." Was das Organ des Herrn von Bennigsen über uns denkt, ist vollkommen gleichgiltig. Es hat z. B. auch durch den Abdruck und die Jndossirung des von der krassesten Jgnorirung diktirten Artikels der„Weser-Zeitung" über die Lassalle'schen Produktiv-Genossenschasten und das eherne Lohn- gesetz den Nachweis seiner Unfähigkeit in sozialpolitischen und nationalökonomischen Dingen so gründlich erbracht, daß der„Hannoversche Courier" überhaupt aus der Reihe der Gegner, mit denen man diskutiren kann, ausgeschieden ist. Aber daß der„Hannoversche Courier" den sozialdemokra- tischen Führern gewerbsmäßige Agitation vorzuwersen die Stirn hat, das können wir nicht ohne Züchtigung hingehen lassen. Die Sozialdemokratie duldet keine Geschäfts- Politiker, und am wenigsten macht sie solche zu Füh- rern. Dem„Hannoverschen Courier" ist das Miß- geschick passirt, welches schon so vielen seiner Kollegen passirt ist, er hat in den Spiegel gesehen, als er uns kennzeichnen wollte. Wenn das Organ des Herrn von Bennigsen wissen will, w o die Männer der„ g e- werbs mäßigen Agitation", die Geschäfts- Politiker, und„wahren Ausbeuter" in Wirk- lichkeit zu finden sind, dann lese es G l a g a u's und M e y e r's Bücher über des„Reiches Roth" und die„Politischen Gründer". Sozialdemokratische Führer sind dort nicht an den Schandpsahl gestellt.— Zittre Kymntium I Hans Most will Deutschland erobern. Er hat's in der letzten Nummer seiner„Freiheit" angekündigt.— Sozislo llclrcvftrfzt. Achtung l Maurer! Auf dem zwischen Schöneberg und Tempelyof gelegenen Neubau der Fabrik von Drucken- müller haben 14 Mann die Arbeit niedergelegt wegen Maß- regclung. Am Sonnabend sind vier Mann der tüchtigsten Maurer wegen Sammlung entlassen worden. Die i» letzter Zeit sschou einmal im„Berliner Volksblatt" erwähnte Firma Baß, Hudson und Sons, Appretur, Färberei und Wollspinnerei, Alt-Moabit, scheint auf dem besten Wege zu sein, eine gewisse Berühmtheit zu erlangen. In dieser Fabrik war seit ca. 8Va Jahren ein Mädchen in Arbeit, welchem von allen Seiten nur Bescheidenheit und Anstand nachgeredet wurde. Zu demselben trat nunjVormittags in der II. Stunde der Herr Färbermeister Sch. mit den Worten: Sie sind entlassen. Von dem bestürzten Mädchen um den Entlassungsgrund befragt, erklärte der Herr, er hätte gestern Abend anonyme Briefe be- kommen, den Inhalt theile er jedoch nicht mit: Das der Arbeiterin beim Abgange ausgestellte Zeuaniß lautet: N. N. war vom 24. Mai 1882 bis zum 4. Novbr 1890 bei uns beschäftigt; in dieser Zeit hat sie theils als Knoterin, theils als Vertreterin der Meisterin gearbeitet. Mit ihrer Auf- führung, welche stets eine tadellose war, waren wir sehr zusricden: ebenso war sie sehr fleipig, bescheiden und gehorsam. P. Baß, Hudson u. Sons. VvivfkAsken dev Vetmfckum. B«i Anfragen bitten n>ir die NbonnemenIS-Quillung beijufügcn. Brieflich Anttvort wird nichl erthcill. A. in Mnmn. Sp. ist nicht von der freisinnigen Partei aufgestellt worden— er ist nationalliberal,„mittelparteilich". Frau Gubrla. Ihre Berichtigung ist vorgestern verösfent- licht worden. A. D. Ihr Bericht hat uns 15 Pf. Strafporto gekostet. 1. Ja. 2. Reichstags-Abgeordnete erhalten keine Diäten. K. N. I. Vielleicht da! Kommen Sie doch zu uns. Theater. Donnerstag, den 0. November. Gpernliano. Oberon, König derElfen. Schauspielhaus. Die Journalisten. Frsstug-Theater. Sodom's Ende. f eelinre Theatee. Tie Journalisten. eutfches Theater. Das verlorene Paradies. Friedrich-Milhelutstädt. Theater. Geschlossen. WaUner- Theater. Der Bauerndoktor. Pension Schöller. Nestdenz-Theater. Familie Mouli- nard. Uiktoria- Theater. Die Million. KelleaUiauce- Theater. Mamsell' Nitouche. Gstend- Theater. Der Sandmann aus der Friedenstraße. Thomas-Theater. Der Wetterfrosch. Adolph Grust- Theater. Unsere Don Juans. Kaufmann'v Uarivts. Große Spe- zialitäten-B orftellung. Theater der Urichshalle». Große Spezialitäten-Vorst ellung. Concordia. Große Spezialitäten- Vorstellung. Gebr. Richter'» Raristv. Große Spezialitätcn-Vorstellung. Wintergartens Große Spezialitäten- Vorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Zllexander- straße 27c. Franka Scholz, Kostüm-Soubrette. Geschw. Wildenfels, Gesangs- Duettisten. Richard Gersdorf, Sächsischer Gesangs-Humorist. Adolf Gödicke, Mimiker, Stimmen- Imitator und Charakter-Komiker. Truppe Blumenfeld, Parterre- Gymuastiker, Ballet und Tanzseil- . künstlet. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags SVe Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf _ 20 und 30 Pf._ (MiSciCllt Buggenhagen am Moritzplatz. _ Täglich:_ MF* Grosses Concert."HMK Direktion A. Rödmaun. Dienstag und Freitag: Walzer-Abend. Wnfrßo Wochentafls 10 Pfg., Hill 11 Ct, Sonn- und Festtags 25 Pfg. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial-Ausschank von Patzenhofer Export-Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. iKratVeilW Bierhallen Kommandantenstr. 77—79. Täglich: Grosses Concert mit Guartett-Sängrrn. ausgeführt von dem Musik- Direktor H. S a n f t l e b e n. Wochentags: Frei-Concert. Sonntags Entree 20 Pf. Empfehle auch zugleich ,8- Billards, 8 Kegelbahnen und einen Saal zu Ver- gnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. Passage-Panopticum. Unter den Linden 22/23.[742] Lebensgroße Panoramen. Dioramen. Ethnographische Sammlungen. Ztalirnil'che Pollissänger. Entree 50 Pf. Geöffnet von 10 bis 9 Uhr. Castans Panopticnm. Entree 50 pfg.» Kinder 35 Pfg [>8. 9 Uhr Morgens ° Vorstellung Vorm. ll'/a u. 12i/3 Uhr. i, v.l'/e-Oi/eUhr f ftinibl. eine Vorstellung. Ertra-Entree 30 Pfg. Kinder frei. ; am hiesigen Platze bekanntlich Gröhte Ausmahl. Garantirt stcher brennende Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befind!. Rohlabafe sind am Lager. A. Goldacbmidt, Spandauerbt. 6, am Hacke'schen Markt.[746 Nur fi Mark. Klagen, Eingaben, Rath in Prozessen, Einziehung von Forderungen. 131 Pollak, jetzt Georgenkirchstr. 24 11. Circns Renz. Karlstraße. Donnerstag, den 0. Dlovember, Abends 7 Uhr: Große Vorstellung. Aus dem reichhaltigen Programm wird besonders hervorgehoben: Zum l. Mal: Die vierfache Fahrschule, ge- ritten von den Herren Franz. Renz, Adolf Renz, Ernst Renz(Enkel) und William mit 8 Schulpferden. Quadrille aus der Zeit Friedrich d. Gr., geritten von 8 Damen und 8 Herren. 6 irländ. Jagdpferde und hierauf 8 engl. Springpferde, dressirt und vorgeführt v. Herrn Franz Renz. Die Schulreiterin Fräul. Vidal. Die großartigen Tremplinsprünge. Auftreten der Herren I. F. Clarke, Rodgers, B. Fillis und Gebr. Briatore, der Damen Frls. Lillie Meers, Natalie, sowie sämmtlicher Clowns. Morgen Vorstellung. E. Renz, Direktor. Circus G. Schumann. Friedrich-Karl-Ufer. Donnerstag, den 0. Aouember, Abend» 7' 3 Uhr: Große Gala-, Veneßz- miii AbMs-VorKellW für den vorzüglichen M onocyclisten Mr. A. Scuri. Der Benefiziant wird mit neuen hier noch nie gesehenen Nummern. auftreten. U. A.: Der schwierige Treppenlauf.— Dreifache Springfahrschule, geritten von Herrn Ernst Schumann. Parforce- Reiterin Frl. Helene Gerard.„Reinard", englisches Vollblutpferd, in der hohen Schule geritten v. Frl. Adele. Rococco- Quadrille v. 16 Damen. 3 Nationen, mim. Szene zu Pferde. Frl. O'Meers. 12 Rapphengste in Freiheit vorgeführt von Herrn Max Schumann._ SiGgr Original-Clown Duroff"HML mit neuen EntreeS. Faust u. Gretchen, in Freiheit vorgeführt von Herrn Ernst. La Perre, Balance-Produktionen. Mr. Leon. Der englische Jockey, dargestellt von Herrn Alfred Leon. Außerdem komische Entrees sämmtlicher Clowns. Morgen: Vorstellung. 8. Heine Chaussee str. 14. Die schönsten Kindttkleiber«ab-Zacken für Mädchen jeden Alters, sowie Morgenröcke, Unterröcke, Trikottaillen n. Blousen, auch im Einzelverkauf sehr billig! Maaßbestellungenu. Reparaturen werden prompt erledigt! 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Andorf 2 Pf. dto., mit Noten.... 25„ 5 Arbeiterlieder..... 5„ AnUsyllabns u.Ceterum censeo ä 5„ Acht Opfer des Klassenhasses 40„ Harz, K., Das kommunistische Manifest.......25„ Engels, Die Entwickelnng des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft....40„ Bracke, Nieder mit den Sozialdemokraten...... 15„ Bebel, Unsere Ziele....35„ Was die Sozialdemokraten sind und was sie wollen... 5„ Unserem Freunde und ehemaligen Kollegen, dem jetzigen Eestaurateur Max Sudicatis zu seinem 40. Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche. Max, hast Du auch aufgepasst? Mehrere frühere Kollegen. Todes Anzeige. Allen Freunden, Verwandten und Genossen die traurige Nachricht, daß am 1. November mein lieber Mann, unser guter Vater August Krumt* ei entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, Nachm. 4 Uhr, auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde, Pappel-Allee 15—17, statt. 163 Die tiefbetrübte Wittwe mit drei unmündigen Kindern. Danksagung. Allen Freunde» und Bekannten, be- sonders der Freien Vereinigung der Bauarbeiter Berlins, spreche ich für die meinem Manne Karl Wulff erwiesene letzte Ehre meinen Dank aus. 142 Wittwe Wulff. Mdhaner! Am D i enst a g, 11. N o v em b er, findet anstatt der Delegirten- eine öffentl. Bildhauer-Nersammlung statt. Näheres i» einer späteren Annonze. Ferner bittet die Kommission, die Antworten zu nachfolgenden Fragen derselben zukommen zu lassen: Von wann bis wann wird gearbeitet. Morgens— Mittags und— Abends? Wie lange sind die Pausen, Frühstück und Vesper? Lohn oder Accord? 138 Welches ist in der Werksatt der Mindestverdienst? Wieviel Kollegen sind in der Werkstatt beschäftigt? Wir bitten die Fragen wahreitsgetreu zu beantworten. Die Kommission. Achtung! Metallarbeiter! Den Mitgliedern des Allg. Metallarbeiter- Vereins Hrrlins und Umgegend zur Nachricht, daß vom Montag, 17. N o v e ni b e r ab die Pibliothek von Schmidt, Ritter- straße 112 nach Adalbertstr. 16 pt. bei Merschke verlegt wird. 160 Die Kibtiothek-Aommisston. j. A.: R. Wegner, Oranienstraße 23a. Kranken- und Begräbnißkasse für die im Berliner Gürtler und Bronzeur- Gewerbe de- schäftigten Persoueu. (Eingeschriebene Hilfskasse Nr. 60.) Sonntag, 9. d. Mts., Vorm. lOVa Uhr: Anssei'ord.Geiieralversamuilnug in den Central-Festsälen, Oranienstr. 180. Tagesordnung: 1. Rechnungslegung. 2. Verschiedenes.— Mitgliedsbuch legitimirt. Um recht regen Besuch bittet 146 Der Vorstand. Mglleöer-VttsmmlW der Allgem. Kranken- u. Sterbe- Kasse der Metallarbeiter (E. H. Hamburg 23), Filiale 9 Berlin am 8. Nov. 1890, Abends 8 Uhr, in der Volks- Brauerei, Alt- Moabit 47—49. Der Vortrag des Herrn Dr. Sommer- feld fällt aus, weil ein wichtiger Punkt der Tagesordnung vorliegt. 143 Der Vorstand. Gesangverein Maiglöckchen. Am 8. November, Abends 7 Uhr: 7. Stiftungsfest, verb. mit Vokal-Konzert, Spezialitäten- Vorstellung und Tanz-Kränzchen, im Etablissement Eiskeller. Freunde und Genossen ladet dazu ein 153 Der Vorstand. NB. Billets sind in den mit Plakaten belegten Handlungen und bei den Mit- gliedern zu haben. Freunde und Genossen, welche zur Gründung eines Arbeiter-Kasino's beizutragen gewillt sind, mögen sich heute. Donnerstag, Abends 8 Uhr, bei W. Haugk, B o e ckh-S t r a ß c 12, einfinden.[140] I. A.: Emil Hastig. Berichtigung! In der Abrechnung vom Streik der Möbelpolirer muß es m der Rubrik Einnahme heißen: 163 V. Fachv. d. Steinträger Berlins 30 M. .... Kernmacher ,. 40 mi„ Spiegel und i Polsterwaaren. eigener Gr. Lager, bill. Preise Fabrik. Emil Heyn, Brunnenstraße 28, Hof parterre. Theilzahlung nach Nebereinkunft. � � � VTTVTT VWJ«>' � y»|»»-rTTTT., Her soMemkr. ParteiMssen öes II. Berliner BchkreiD am Freitag, den 7. November, Abends 8 Uhr,- im Saale der Berliner Boekbier-Branerei am Tempelhoferberg. Tages-Ordnung:... 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Vertrauensmannes für den II. Berliner Reichstags-Wahlkreis. 4. Verschiedenes. Die Parteigenossen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersamnilung statt. 150 Oer Einbemfer*. Große ösfenWe Versommlnng.. kr Mlkmkr. Parteigen. 1 3.Berl.Reilßstggs-WchlkttP am Donnerstag, den 6. November, Abends 8 Uhr, in Orschel's Salun, Sebastianstrasse Nu. 39* Tages-Ordnung: � 1. Stellungnahme zur Organisation des 3. Wahlkreises. 2, Wahl vu Vertrauensmänner. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht__ Der Ginberus«»' 147 Große öffentliche Versammlung kr sojilllkmkr. Parteigeüojsell ks L Berliner ReWtßjö- Wahlkreises im �e» Berlins am Donnerstag, den 6. Aooember 1890, Abend» 8 Dhr, � �i>»»Zoel's Salon", Andreasstraße LI. . Tages-Ordnung: 1. Stellungnahme zur Wahl der Vertrauensmänner. Referent: Genosse Otto Heindorf. 2. Diskussion. 3. Wahl zweier Vertrauens- manner. 4. Verschiedenes. US NB. Ulit Kückstcht darauf, daß die Genossen im Süd-Gst»« am Frertag Versammlung abhalten könne», ersuche« mir dieselbe nrcht nach Joel'» Salon zu kommen. Die Genosse« im(Osten aber bitten mir, zahlreich zu erschrw»"' Oer Einberufer. � Große öfentlirfie Bersnmmlnns kr ioiialkinofr» Pnrteigenossen ks L Berliner ReiWff Waßlkreises snr kn Enk%n Freitag, 7. Nov., Abends 8 Uhr, in Uebel's Lokal, Nannynstr. 27. Tages-Ordnung: 1. Stellungnahme zur Wahl der Vertrauensmänner. Ref.: Robert Schw' 2. Diskussion. 3. Wahl von 2 Vertrauensmännern. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht_ Der Ginbernfer. Sozialdemokratische Versammlung des VI. Berliner Reichstags-Wahlkreises am Donnerstag, den 6. November, Abends 9 Uhr, in Schwarzmilller's Salon, Colbergerstr. 22. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Baumeisters Keß 2. Diskussion. 3. Wahl der Vertrauensleute. 4. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Tellersammlung statt. 158__ Der Große öffentliche Arbeiterinnen- Versammlung am Donnerstag, den 6. Xovember, Abends 8t- Uhr, Vm Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee II—'*' Tages- Ordnung:»p. 1. Stellungnahme zum Gewerkschasts-Kongreß. Referentin:%.'P„d, . Diskussion. 3. Wahl von Vertrauenspersonen aller Branchen. 4. Verschiß Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Herren haben Zutrin. � Ter wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht aller Arbeiten" zu erscheinen._ Die Einberuferm: �rau Post-�� Allgemeiner Metallarbeiter-Verein Berlins und Umgegend. Grosse Versammlung für Moabit und Charlottenburg am Freitag, den 7. November 1890, Abend» 8t s mit..>W> neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes und Fragen. Gäste haben Zutritt. Um recht regen Besuch wird gebeten. 136 Der Norstanvi. AQU_____-_ y y e-------- v Faohverein der Tischler(0Dö 75. Donnerstag, den 6. November, Abends 8V2 Uhr, Inte„ S ü d- O st", Waldemar straße Nr. M?" Versammlung. Tages-Ordnung:. l. Vortrag des Herrn Dr. Lütgen au:„Das eherne 2. Diskussion. 3. Nochmals die Zustände in der Möbelfabrik von V Referent: Kollege Ahrens. 4, Verschiedenes und Fragekasten...„»[aW' Die Kollegen von P f a f f sind hiermit zn der Versammlung enw SO Der SevollmächttsL� Freie Vereinigimg d. Kä�Deo� MF" Mitglieder-Versammlung am Donnerstag, d. ü. Nov., Abends 8'/, Uhr. bei Zemter, Mün�tr-> , Tages-Ordnung: ir ..�-.Vortrag des Herrn Stadtv. E. Bogtherr über:„Christl'A vorchristlicher Geisterglaube". 2. Diskussion. 3. Entrichtung der»*'# 4. Verschiedenes..„„iiä'- ...?.-ks zu dein am Sonnabend, den 8. Nov.. stattfindenden 1- Jl jest[md in der Versammlung sowie bei sämmllichen Vorstandsmitgl� haben.__ D„ Jorsta»?� Leseklub Karl Marx. Heute, Abds. 8 Uhr, iu Habel's Brauerei, Bergman'�. Oeffentllche Versammlung Vorlesen und Erläuterungen des Herrn Pens aus dem Karl Marx...1 Zur gefälligen Beachtung? Es findet jede Woche eine Versamnilung statt, in welcher diel fortgesetzt ivird. Verantwortlicher Redakteur: Tuet Kaake in Berlin. Druck und Verlag von#*«? Sabing in Berlin SW„ Beuthstraße 2. Hierzu ein» � Beilage zum Berliner Nr. S»9. Donnerstag, den 6. November 1899. 7. Jahrg. Loknles. s.n 9 Ast unsere Verkehrsmittel auch nicht im Entferntesten lm.w'�derungeK des erhöhten Bedarfs entsprechen, iit von uns >,!�Äolt„nd mit Nachdruck betont worden. Die Privat- Schaft, die beispielsweise im Betrieb der Pferdebahnen herrscht, °?,,nch iinmer mehr zu einer öffentlichen Kalamität, so daß b.„?'?l>ch Wunder nehmen muß, daß die Bürgerschaft dein aus- o-t,. Vorgehen der Pferdebahn-Gesellschaften noch kein Halt L"0I)ien s.:»: v_------------------ onf"vi- ..... hat." Selbst so dividendenlüsterne Blätter wie die ■3*0." müssen eingestehen, daß in dem Betriebe der Pferde- °°hnen böse Mißstände vorhanden sind— aber natürlich dar, °°ran nicht ernsthaft gerüttelt werden, weil sonst die Interessen � heiligen Kapitals leicht ins Gedränge gerathen könnten. Ein �«larbeiter des nationalliberalen Blattes entwirft von der Un- «uianglichkeit des fahrenden Materials folgendes Bild: „Ter Pferdebahn- Wagen nähert sich der Haltestelle, Es in Strömen und wir stehen schon einige Minuten da, ein '�gezähltes halbes Dutzend, Wie viele von uns wird er mit- ihmen? Der Kutscher will bremsen, aber das Glockenzeichen des �shaffners bedeutet ihm, iveiterzufahren und den vordringenden �ren unserer kleinen Schaar ruft er ein„Besetzt zu, -J6 Meisten gehen— nicht alle mit Segenswünschen— weiter, . ,n ausdauernder Herr und ich warten. Der zweite Wagen °mmt:„Besetzt!"; der dritte:„Besetzt!" Während dieses War- war indessen die Zahl der Fahrlustigen iinmer wieder ange- Achsen. Ich zählte an der Haltestelle an der Moltkebrücke mehr 5 Zwanzig Personen, die mit einem Wagen nicht mitkonnten "? als ich mich endlich hinaufschwingen konnte, weil ein Fahr- % so freundlich war, mir zuzurufen, daß er jenseits der Brücke steigen iverde, konnte ich an jeder weiteren Haltestelle, an der . w vorbeikamen, dieselbe Beobachtung machen. Es war eine !�r interessante'Arbeit, dieses Zählgeschäst, und es erinnerte mich jAmn, daß im Dienste der Erhebungen in Berkehrs-Angelegen- m.len es eine sehr berechtigte Einrichtung ist, die in bestimmter Achtung fahrenden Wagen nur klasstfizirt nach Droschken, Omni- di m' Lastwagen, Equipagen, Pferdebahnen u, s w. und ebenso e: �rsonen zählen zu lassen. Schutzleute werden an bestiinmten j�llen aufgestellt, und jeder Mensch und jeder Wagen wird in Jr sür ihn bestimmten Rubrik durch einen Strich dargestellt. es"" dann die Striche gezählt, verde», so ergiebt sich ein ."schaus korrektes und vollständiges Bild, aus dem dann ge- ?°ssen werden kann, ob und welche Verkehrserleichterungen jwihlg sind. Als ich nun so an der zugigen Straßenecke stand und wier einen Wagen nach dem anderen an mir vorüberfahren und ?>ner neue Fahrgäste, die eigentlich kaum Fahrgäste wurden. Mn Weg zu Fuß fortsetzen sah, kam mir der Gedanke, daß Lahlgeschäft eigentlich doch nur dann ein vollständiges sein ?.'wde, wenn es sich nicht allein auf die Leistungen der Be- fWi"llsmittel, sondern auch auf ihre Nnzulänglichkeiten er- >önni' Zwar ist mir nicht klar, wie es bewerkstelligt werden «b?>.-"nd ich fürchte, es wird sich nicht ins Werk setzen lassen, � wüßte im höchsten Grade interessant und wichtig sein, ttniitf r"östlich wäre, einmal Abends zwischen 5 und 8 Uhr zu 16«�wie viel Personen von den Pferdebahnen zurückgewiesen Man würde staunen, in welche Ziffern man da einen Säfii„ cr�elte. Natürlich dürste die Leivzigersrraße nicht als gewählt werden. Hier folgen sich die Wagen und W all6•Sivischenrclimien von durchschnittlich nicht mehr als « i? 2'-1 Minute und wer Ausdauer hat, kommt hier wohl »jV �nnoch ziehen auch in dieser Straße es schließlich Hunderte d,!,' öu Fuß zu gehen. Aber in den Straßen mit langen Jnter- lifkr Pferdebahn- und Omnibusverkehr steigt die Gesammt- ms Erstaunliche— natürlich zu bestimmten Stunden mehr 9*...................... �______________________ öu anderen, und bei schlechten! Wetter ebenfalls mehr als bei Wirk i Zählung der Zurückgewiesenen— etwa ein Gegen- eine tlem französischen Salon der Zurückgewiesenen- titim s, 8'md Feststellung der Unzufriedenen ivürde für die Forde- . Verbesserung unserer Verkehrsmittel Bände reden. Diese ,„ch;. wurde in Nickel übersetzt Tausende von Markstücken ergeben Tie m. Bilder von erhöhten Dividenden heraufbeschwören. W �srkehrsgeseUschaften hätten übrigens ein Mittel, der Sache nahe zu kommen. Wenn sie sich am Abend von Otg 5. Schaffner berichten lassen, wie viele Personen er im Laufe die 0:%�— annähernd— nicht mitnehmen konnte, und dann den S!- verdoppeln, indem sie hinzu zählen, die erst gar nicht vefts�iuch machen, weil sie die Unmöglichkeit erkennen, in dem her„.Än Wagen Aufnahme zu finden, so wird sich für sie selbst zu«.»stellen, in welchem Maße das Uebel existirt und von Tag zunimmt." das Freimuth i i ?�itaijstÄ? Sropartige Schäden vorhanden sind, gesteht und mit anerkennenswertheul Frei...... , � das u vieselben jedoch nur dadurch beseitigt werden können babin-lanilnte Institut in den Besitz der Kommune übergeht i> veri�.?. Achter die Kontrolle der Allgemeinheit gestellt wird, deuchists. das Blatt geflissentlich, weil natürlich die fetten " it- Herren Aktionäre dann aushören wurden. Ihring-Rlahlaw. Das Sozialistengesetz ist "nb gj." en'"der die Lorbeeren, welche die glorreichen Jünger heute.. VC Puttkamers gepflückt und geerntet haben, lassen auch z» 0]' strebsame Polizisten nicht schlafen. Am Weiden- ''°ch �' �r., wohnt der Kriminalschutzmann Göbler, der immer fegenbrj" retten will und der glaubt, daß ohne seine dlatz Thätigkeit vielleicht der Polizeipalast am Alexander- 8%!,-'Cs �"ges vou den entfesselten Sozialdemokraten Berlins ' n'»erden könnte. "�binrf H�e» is.-----... I..\ iu bier""glich bekannt, und Herr Göbler war so freundlich, sich �eg Ehrenposten den Kaufmann Herrn Fröhlich, Weiden- "Unter«n wohnhaft, auszusuchen. In hinlänglich be- "ocher. oF,'e ronr Herr Fröhlich schon Wochen lang '�vh&cht er davon eine Ahnung hatte, von dein Beamten <�st%.i''Vörden, d. h. man hatte ihn aus Schritt und Tritt «> Stohr �e'ne dünslichen und privaten Verhältnisse ausspionirt. � etivn war in seinen Verhältnissen durch geschäftliche Un- 5j, 8 zurückgekommen und der Beamte glaubte daher Grund % feiiien," on�me 811 h"ben. daß er hier für Geld und gute Worte 3ue' �mmen könne. »u,.? Wurden Annäherungsversuche an die Frau gemacht. x �"3"" erschien eine Dame in Herrn Fröhlichs ii"»ne �'n seiner Abwesenheit unter vielen Knixen und "sttebtx" die Gattin des Kriminalschutzmanns Göbler * Tie'. Sie versuchte einen Mantel sür ihr Kind zu bestellen, voii-u.°°er erfuhr, daß sich Frau Fröhlich mit Stickerei von ftalib.' y.'"'L brauchte einen„Gewährsmann". ieser Herren ist durch die Prozesse des letzten Jahr- ,en beschäftige, hatte sie plötzlich auch Bedarf an diesem Artikel, sie sagte, daß sich ihr Mann sehr für solche Sachen interessire und daß er selbst einmal vorsprechen werde. Am Mittwoch Abend erschien nun der Generalgewaltige in höchst eigener Person auf der Bildfläche. D. h. er kam als„Nachbar" und als äußeres Abzeichen seiner Würde hatte er nur Hausschuhe und lange Pfeife angelegt. Herr Göbler fand die gestickte» Bilder, die er sah, ganz reizend und betrachtete lange und inbrünstig die gestickten Por- traits von Lassalle und Marx, und die Worte selbstloser Be- wunderung, die er in Gegenwart von Zeugen dem Bildniß des Kaisers Friedrich widmete, müssen das Herz eines jeden Patrioten in flammende Begeisterung versetzen. Am Freitag Abend wollte nun Herr Kriminalschutzmann Göbler seinen Hauptkoup ausführen. Er ließ Herrn Fröhlich und Frau unter dem Vorwande, eine Bestellung machen zu wollen, in seine Wohnung kommen, wo die Gäste in der liebenswürdigsten und zuvorkommendsten Weise aufgenommen wurden. Beinahe hätte man ihnen sogar Thee vorgesetzt. Herr Göbler verstand es nun mit der Geschicklichkeit, die seinen Stand auszeichnet, einen Augenblick mit Herrn Fröhlich unter vier Augen zusammen zu sein, und hier rückte er nun mit seinem schweren Geschütz vor. Er wußte einen vorzüglichen Verwalterposten für Herrn Fröhlich, und dieser könne mit leichter Mühe noch 40 Mark in jedem Monat verdienen. Das Sozialistengesetz sei zwar gefallen, aber„man" interessire sich doch immer noch dafür, was passtre— it. s. w. Herr Fröhlich gab dem Beamten die einzig richtige Ant- wort:„Ich bin wohl Sozialdemokrat, aber deswegen noch lange kein Schurke!" Ter Herr Kriminalschutzmann Göbler soll nicht sehr schlau ausgesehen haben, als Fröhlich mit seiner Frau ihm die Thllre vor der Nase zugeschlagen hatte.-- Was thut man nicht fnr Geld! Ter Leibreporter des Grafen Kleist vom Laß und seines Rechtsbeistandes übergiebt den Zeitungen folgende Meldung: „Mit dem Grafen Kletst vom Loß hat sich nun auch der Gastwirth Albers ebenso verständigt wie Herr Emberg. Beide erhalten eine angemessene Entschädigung. Auf den Fortgang des Strafverfahrens hat dieses Abkommen jedoch keinerlei Einfluß, denn die Anklage ist auf Grund des§ 223 a erhoben, der keinen Antrag des Verletzten zur Voraussetzung hat. Dieser Paragraph bedroht den Angeschuldigten mit Gesängniß nicht unter zwei Monaten, bei Annahme mildernder Umstände mit Gesängniß bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bis zu eintausend Mark. Graf Kleist befindet sich jetzt in der Untersuchungshaft sehr wohl; das„solide Leben" scheint ihm also gut zu bekommen. Der Verhandlungstermin vor der Strafkammer dürste schon in diesen Tagen von dem Vorsitzenden anberaumt werden und der Prozeß im Laufe des November stattsinden." Es ist nur ein wahre? Glück, daß die Reichshauptstadt von dem Wohlbefinden dieses adligen Strolches rechtzeitig in Kenntniß gesetzt wurde und durch passende oder unpassende Meldungen auf dem Laufenden erhalten wird. Im Uebrigen werden nun wohl die beiden Gemißhandelten durch das Pflaster einer„angemessenen Entschädigung" zu Zeugen geworden sein, die bei dem Gerichts- hos für den Grafen ein gutes Wort einlegen. Beruhigend wirkt es aus die Eimvohnerschaft Berlins, daß dem Grafen das„solide Leben" gut bekommt. Die ErMriterungsarbeiteu a» der Potsdamer Dastn sind jetzt so weit vorgeschritten, daß man bereits daran gehen kann, die Ueberbrückungen vorzunehmen. Seit dem gestrigen Tage hat man am Schöneberger Ufer begonnen, den Fahrdamm durch ein Gerüst zu überspannen, das zum Bau der Uebersührung dienen soll. Leider mußte hierbei jene Unglücksstelle an der Ecke der Flottwellstraße, wo letzthin zwei Knaben durch Ueberfahren ihr zunges Leben einbüßten, von neuem durch einen bis auf die Mitte des Fahrdammes hinausreichenden Bauzaun eingeengt werden, so daß die Passage hier wiederum eine recht schwierige und unter Umständen gefährliche geworden ist. Gleichzeitig mit dem Schöneberger Ufer wird der Wasserlauf des Schifffahrts- kanals und hierauf voraussichtlich noch in diesem Jahre der gefährliche Uebergang der Groß-Görschenstraße über die Bahn- geleife überbrückt werden. Zur Impsfrage. In der neuesten Nummer der„Berl. Kliu. Wochenschrift" ist ein Vortrag von Sanitätsrath Dr. Pissin enthalten, welchen er in der Berl. Med. Gesellschaft gehalten hat und der für die endliche Lösung der Jmpffrage von hoher Be- deutung ist. Redner bezeichnet es als„wunden Punkt in der animalen Vaccination", daß die Thiere, von welchen die Lymphe, zur Impfung der Menschen genommen wird, nicht mit animaler Lymphe, sondern mit 5xinderlymphe geimpft werden. Er führt aus, daß hierdurch zwar wohl Retro-Vaccine, nicht aber absolut gefahrlose Thierlymphe erzeugt wird. Seine Ausführungen weisen ferner schlagend nach, daß die Retro-Vaccine kein einwandsfreier und untadelhafter Impfstoff ist, tvie solcher seiner Zeit vom Reichstage gefordert wurde, und daß dieselbe keine Vorzüge hat vor der humanisirten Lymphe. Redner motivirt ferner aus- führlich die Nothwendigkeil, aber auch die Möglichkeit, die animale Lymphe bei den Thieren fortzupflanzen, wie es ihm, im Gegen- satze zu den meisten anderen Anstalten, schon seit so vielen Jahren fortgesetzt gelingt. Der gespannten Cewartung, so schreibt die„Nat.-Ztg.", mit der Kranke und Gesunde der Veröffentlichung des Koch'schen Heilverfahrens gegen die Tuberkulose entgegensehen, glaubt ein Theil der Presse Rechnung tragen zu sollen durch sortgesetzte Mittheilung neuer, aber keineswegs richtiger Einzelhetten. Unsere Angabe, daß die Frist bis zur Veröffentlichung nur nach Wochen zähle, ist von einigen Blättern so gedeutet worden, daß die Veröffentlichung des Verfahrens in sechs Woche», von anderen, daß sie gar in drei Wochen bevorstehe. Irgend ein Zeitpunkt ist noch nicht festgestellt. Dies hängt hauptsächlich davon ab, welche Ergebnisse die weitere Reihe von Heilversuchen haben wird, welche jetzt von den Arbeitsgenossen des Prof. Koch unter dessen Oberleitung angestellt iverden. Ueber den noch immer geheim gehaltenen Heilftoff wollen einige Blätter wissen, daß derselbe aus einer„Lösung eines metallischen Salzes" bestehe oder eine solche enthalte. Allem Anschein nach ist damit Goldcyan ge- meint, eine auch in der Technik verwendete Verbindung von Goldchlorid� mit Cyankali. Dieses Mittel ist allerdings in früheren Stadien der Forschung versucht worden, hat sich aber nicht bewährt und ist längst bei Seite gelassen worden. Das Gerücht, daß Professor Koch seine Professur nieder- zulegen gedenke, ist von uns bereits als unzutreffend bezeichnet worden. Dasselbe mag daraus entstanden sein, daß Professor Koch seine Vorlesungen für dieses Semester eingestellt hat und auch von der Leitung des hygienischen Instituts für diese Zeit beurlaubt worden ist. Geh. Rath Koch soll, wie wir hören, allerdings den Wunsch geäußert haben, in seinen akademischen Verpflichtungen entlastet zu iverden, um sich mit ungetheilter Kraft seinen Spezialforschungen widmen zu können, in denen die Heilung der Tuberkulose nur eine, wenn auch die bedeutsamste Etappe bildet. Ter Kreis seiner Forschungen reicht viel weiter, er umfaßt alle Jnsektions-Krankheiten: außer Milzbrand, Cholera, Tuberkulose noch Diphtherie, Typhus u. s. w. Angesichts der eminenten Bedeutung, welche diese Forschungen für das Wohl der Menschheit haben, wird die Regierung sicherlich dem be- rechtigten Wunsche des verdienten Gelehrten entgegenzukommen suchen. Allein vorläufig ist diese Angelegenheit aus dem Stadium des Wunsches und der Anregung noch nicht hinaus- gekommen und es wäre sehr verfrüht, jetzt schon von einer Theilung der Koch'schen Professur in eine solche für Hygiene und eine zweite für Bakteriologie, die er beibehalten würde, zu sprechen. Angestcht« der Thatsachr, daß gegenwärtig wiederum ein Auftreten der Influenza beobachtet wird, gewinnt die Enquete, welche der Verein für innere Medizin über diese Krankheit ver- anlaßt hat, erhöhtes Interesse. Ueber den Fortgang dieser Enquete erstattete in der letzten Sitzung des Vereins der Schrift- führer des Komitees zur Sammelforschung, Sanitätsrath Dr. S. Guttmann, über die Jnfluenza-Epidemie einen Bericht. Nach dem im Januar d. I. gehaltenen Vortrage des Geheimrath Leyden über die Bedeutung und die Verbreitung der Influenza, welche nach den allerorts eingegangenen Berichten den Charakter einer Pandemie angenommen hatte, beschloß der Verein, Sammel- sorfchung über die Jnfluenza-Epidemie ins Werk zu setzen. Das Komitee vereinbarte eine Karte, welche an die sämmtlichen Aerzte Deutschlands übersandt wurde. Es lief nicht nur ein reiches, hunderttausende von Fällen umfassendes, sondern auch ein werth- volles Material ein. Der störende Faktor bei derartigen Zu- sammenstellungen, daß die Kritik der Quellen, in welchen die Angaben stecken, nicht immer möglich ist, fällt bei dieser For- schung, an welcher sich die besten der deutschen Aerzte betheiligl haben, fort. Es liegt eben ein nach Möglichkeit zuverlässiges Material vor, dessen Bearbeitung sich in den besten Händen be- findet. Die Bearbeitung derjenigen Fragen, welche mehr den statistischen Theil bilden und sich auf den Beginn, Höhepunkt, Dauer, Heftigkeit, Sterblichkeit, Alter, Geschlecht, Beruf, ins- besondere auch auf die Uebertragbarkeit beziehen, ist dem Reg.- Rath Dr. Raths vom Gestmdhettsamte übertragen. Prof. Litten bearbeitet die Symptome seitens des Nervensystems, des Blut- kreislauses und des Athmungsapparates; Oberstabsarzt Stricker den Einstuß der Influenza auf bestehende Krankheiten, auf die Komplikationen und Nachkrankheiten; Dr. Paul Guttmann die Todesursachen; Professor Zuelzer die beobachteten Lungen- entzündungen; Prof. Fürbringer die Rekonvaleszenz und Be- Handlungsweife; Dozent Hiller in Breslau die Rubrik Be- merkungen und die aus denselben zu ziehenden Schlüsse. Die Geisteskrankheiten im Anschluß an die Influenza be- arbeitet Dr. Jasiroivitz, die in den Gefängnissen gemachten Beobachtungen Gcheimrath Baer. Nach dem Antrage des Professor Leyden wird auch eine kartographische Be- arbeitung dem Berichte beigegeben, welche den Gang der Epidemie im Speziellen sowohl wie auch im Großen zur Darstellung bringen soll. Die letztere Arbeit ist dem Stabsarzt Dr. Lenhartz übertragen. Alle Vorarbeiten sind soweit fertig gestellt, daß demnächst der Generalbericht wird erstattet werden. Ueber die voraufgegangenen Epidemien, sowie über die jüngste hat Biblis- thekar Wllrzdurg eine äußerst werthvolle Zusammenstellung der hierauf bezüglichen Literatur gemacht. Das Unternehmen ist von den Reichs-, Staats- und städtischen Behörden in der entgegen- kommendsten Weise unterstützt worden. Ferner hat das Komitee mit den Regierungen fast aller Kulturstaaten eine Verbindung angeknüpft, um die Ergebnisse der von denselben angestellten Enqueten für den Generalbericht benutzen zu können. Es find bereits von Belgien, Italien u. a. derartige Berichte eingegangen, Zusagen sind von fast allen Staaten gemacht worden. Das Unternehmen wäre schon weiter gefördert, wenn nicht der 10. internationale medizinische Kongreß störend eingewirkt hätte. Der Berichterstatter Dr. S. Guttmann sprach zum Schluß die Hoffnung aus, daß nach verschiedenen Richtungen hin eine Klä- rung über das Wesen dieser Krankheit durch das Zusammen- arbeiten der deutschen Aerzte für die wissenschaftlichen Zwecke sowohl, wie für das Volkswohl herbeigeführt werden dürfte. Zur Frage der Theaterzensur wird in der„Frankfurter Zeitung" aus Berlin treffend ausgeführt:„Schwererklärlicher Weise, aber doch erklärlich für den, der die Scheu unserer ge- schäftskundigen Bühnenleiter vor Konflikten mit der allmächtigen Polizei kennt, ist der Streit über das rechtliche Bestehen der Theaterzensur noch niemals zum Austrag vor dem Ober- Verwaltungsgericht gekommen. Selbst schneidige Theaterdirektoren, die in unrühmlichem Kampfe mit unbequemen Rezensenten Proben hohen Muthes erbringen, scheuen vor dem Rechtswege zurück und wählen lieber Nebenwege und Hintertreppen, weil sie fürchten, daß sie die unterlegene Polizei in ihrem Geschäfts- betriebe fchikaniren würde. Nur in einem einzigen Falle hat ein wegen einer extemporirten Kupletstrophe zu Geldstrafe verurlheilter Komiker gerichtliche Entscheidung an- gerufen, und das Kammergericht hat die Polizeiverordnung von 1851, die öffentliche Theatervorstellungen im Ganzen und Einzelnen von der Erlaubniß der Polizei abhängig macht, für rechtsgiltig erklärt. Die Gründe dieses Urtheils sind durchaus nicht überzeugend. Es ist iinmer noch anzunehmen, daß der Artikel 27 der Verfassung:„Jeder Preuße hat das Recht, durch Wort, Druck, Schrift und bildliche Darstellung seine Meinung frei zu äußern; die Zensur darf nicht eingeführt werden; jede andere Beschränkung der Preßfreiheit nur im Wege der Gesetz- gebung"— sich auch auf theatralische Vorstellungen bezieht, und daß auch diese nicht einer präventiven Zensur, sondern nur den recht ausreichenden strafgesetzlichen Bestimmungen unterliegen, wie alle anderen literarischen und künstlerischen Veröffentlichungen. Daher ist zu wünschen, daß endlich einmal ein Direktor im Falle eines Verbotes die Entscheidung des Ober-Verwaltungsgerichts anruft, das nach der Beschwerde an den Oberpräsidenten zu- ständig ist. Erst, wenn eine solche Entscheidung einmal ergangen ist, könnte nöthigen Falles das Abgeordnetenhaus sich mit der Frage der Theaterzensur befassen. Bei seiner jetzigen Zusammen- setzung wäre davon allerdings nichts zu hoffen." Kerliner flüchtige Uechtvanwälte i» AeW-UarK. Der unter Hinterlassung bedeutender Schulden seiner Zeit flüchtig ge- wordene Rechtsanwalt Felix Cohn ist als„Tamenmäntelschneider" in einer New-Iorker Fabrik beschäftigt. Einer seiner Gläubiger, der Klempnermeister Paul G. aus Weißensee hatte das Vergnügen, seinen geschätzten Rechtsfreund� auf dem Broadway, der größten und belebtesten Straße Neiv-Yorks, zu begegnen.„Ach G. aus Weißensee? Was machen Sie hier?"—„Ich suchte Sie, um die Gelder, welche Sie inir unterschlagen, zurückzufordern, sonst lasse ich Sie arretiren!"— Der Herr Rechtsanwalt wickelte sich eine neue Zigarette und sagte:„Wir sind jetzt in Amerika und Sie können mir gar nietfts thun, Werlygeschätzter, nach ameri- kanischen Gesetzen ivürden wir alle Beide festgenommen, bis die Sache erledigt ist."— Herr G. machte also gute Mieue zum bösen Spiel und einigte sich auf Ratenabzahlungen mit seinem früheren Rechtsfreunde. C. erzahlte schließlich seinem Gläubiger, daß der ausgerückte Rechtsanwalt Ilsen aus Berlin in Comey- Island(einem Vergnügungsorte New-Iorks) Kellner spiele und sich nur tümmerlki ernähre. Abgefasttc Leichenfledderer. In dir vorgestrigen Nacht passirte der Lackircr R. auf dem Wege nach seiner in Rixdorf be- legenen Wohnung den Kottbuser Damm. Da er plötzlich unwohl wurde, so setzte er sich, der Ruhe bedürftig, auf die Thürschwclle des Hauses 102 des Kottbuser Dammes und schlief ein. Plötzlich erwachte er und bemerkte, daß drei Personen sich über ihn beugten und eine derselben, eine Frau, ihm den Hut abnahm und sich damit entfernen wollte. Auch die beiden Anderen, zwei Männer, ergriffen die Flucht und nun war es dem Handwerker klar, daß er gefleddert worden, umsomehr, als, wie er sofort wahrnahm, seine silberne Zylinderuhr fehlte. R. lief schnell den Leichen- fledderern nach und es gelang ihm, die Frauensperson einzu- holen und sie einem Polizeibeamten zu übergeben. In der Ver- hafteten wurde eine gewisse Bertha H. ermittelt, welche sofort als ihre Komplizen bei der That zwei Kutscher angab. Alle drei sind des Raubes geständig und befinden sich bereits in der Unter- fuchungshaft. Kei der Krimina lpoitte» hat ein Dienstmädchen eine An- zeige nachstehenden Inhalts erstattet: Am 3. d. M., Nachmittags um öVs Uhr, sei sie allein in der in dem Hause Neue Königstr. 68 belegenen Wohnung ihrer Herrschaft anwesend gewesen und habe sich in der Küche aufgehalten, welche durch eine Hintertreppe zu erreichen ist. Da habe Jemand an die Thür geklopft und Ein- laß begehrt.. In der Annahme, daß es ein Briefträger sei, habe sie chie Thür ohne Weiteres geöffnet. Zu ihrem Schrecken sei in- dessen ein Mensch in abgerissener Kleidung eingetreten, habe sie an die linke Schulter gepackt und die Worte geäußert:„Geld her oder ich haue Ihnen den Kopf ab!" In der Bestürzung über diesen unvermutheten Besuch will nun das Mädchen aus ihrer Geldtasche ein Zehnmarkstück, das einzige ihr zur Verfügung stehende Geld, hervorgeholt und dem Strolch eingehändigt haben, welcher damit schleunigst die Treppe herunter geeilt sei. Aus Furcht vor dem Menschen will auch das Mädchen es weder ge- wagt haben, den Flüchtigen zu verfolgen, noch ihn sich genau an- zusehen. Aus diesem Grunde kann für denselben auch nur eine ungenaue Personalbeschreibung gegeben werden, welche die Gestalt als eine mittelgroße, untersetzte bezeichnet und sonst nur noch hin- zufügt, daß der Eindringling mit einem Schnurrbart versehen ge- wesen sei. Gi» liaxbmordverjilch. Ein Berliner Handwerker ist am Montag ill der Nähe von Köpenick das Opfer eines Raubmord- Versuchs geworden. Der Tischler L., in der Großen Frankfurter- straße in Schlafstelle wohnend, hatte seinen Onkel in Köpenick be- sucht und trat in der siebenten Abendstunde den Heimweg an. Aus dem Wege zum Bahnhof betrat L. noch eine Schankwirth- schaft und äußerte, nachdem er daselbst eine Kleinigkeit genossen und den Betrag dafür aus der gefüllten Börse genommen, daß er den Weg nach dem Bahnhof nicht genau kenne. Einer der Gäste, der„zusällig" auch zur Bahn mußte, erbot sich, L. zu begleiten und führte den Ahnungslosen statt zum Bahnhof auf die nach Friedrichshagen zu belegene Chaussee. Hier angelangt, blieb der Führer plötzlich einen Schritt zurück und versetzte dem Ahnungs- losen einen derartigen Schlag über den Kopf, daß L. bewußtlos zusammenbrach. Dann warf sich der Räuber auf sein wehrloses Opfer, plünderte ihm Uhr und Geldbörse und versetzte ihm nicht weniger als acht Messerstiche, zum Glück alle nur unbedeutend und mit unsicherer Hand geführt, in den Hinterkopf. Dann entfloh er und bald daraus fanden mehrere Männer den L. auf dem Wege liegend und brachten ihn nach Köpenick zurück, und hier theille der Ueberfallene, der sich nach Anlegung eines Nothverbandes schnell erholte, der sofort benachrichten Ortspolizei das Signalement des Räubers mit. Nach wenigen Stunden war der Letztere auch schon gefaßt und zwar in Gestalt des 24jährigen„Arbeiters" Michael Schwarz aus Kartowa(Ostpreußen), welcher die ge- raubten Gegenstände— in dem Portemonnaie befanden sich ca. 30 M.— sowie das blutbesudelle Messer noch bei sich trug. Schwarz befindet sich bereits hinter Schloß und Riegel. Der abgeschnittene Kopf eines drei bis vier Wochen alten Kindes ist gestern Nachmittag in dem Sammelbassin der städtischen Pumpstation in der Gitschinerstraße durch einen Ar- beiter ausgefunden worden. Da die Schädeldecke des Kopfes gewalffam eingeschlagen ist, so liegt unzweifelhaft ein Verbrechen vor. Es ist indessen nicht festzustellen, wie lange der Kopf an dem Fundort gelegen hat, und aus diesem Grunde bietet sich der Kriminalpolizei zunächst kein Anhalt jür die Vornahme polizei- licher Ermittelungen. Ciuc» schauerliche» Fund machten in Friedrichshagen am Sonntag einige Spaziergänger, in der Nähe der Müggelberge. In der dichten Schonung lag die schon stark verivefte Leiche eines Mannes. Am Montag gingen die Finder wieder nach dieser Stelle, um zu sehen, ob der Tobte abgeholl sei. Da dies nicht der Fall war, gingen dieselben nach Köpenick und meldeten es der Pottzei. Sie erhielten den Bescheid, nian hätte ihre Anzeige schon von Friedrichshagen erhalten, jedoch die Leiche nicht stndeu können, deshalb möchten sie die Führer machen. Wieder an dem traurigen Ort angekommen, untersuchte der Beamte die Leiche, neben welcher, durch das Jaquet verdeckt, ein stark verrosteter Revolver lag, welcher noch einen Schuß enthielt. Geld fand sich nicht vor, nur ein Programm voin Rixdorfer Metallarbeiter- Verein vom 17. Juni. In dem Notizbuch stand geschrieben:„O! wie schön ruht sich's aus deutscher Erde." Neben der Leiche lag ein sogenannter„Berliner", in welchem sich Hemden, ein schwarzer Anzug, sowie Werkzeug befand. Als man die Leiche auf den Wagen legen wollte, löste fich der Kopf vom Rumpfe. Polizeivericht. Am 4. d. M. Morgens fiel der Maurer Mecke aus dem zweiten Stock des Neubaues Liegnitzerstraße SO auf einen lockeren Erdhausen im Hof herab und blieb anscheinend unverletzt. Infolge der Erschütterung des Körpers mußte er je- doch nach dem Krankenhause Bethanien gebracht werden.— Nachmittags wurde in einem Sammelbasstn der Pumpstation Giffchinerpraße 7—11 der abgeschnittene Kopf eines drei bis vier Wochen alten Kindes mit zertriimmerter Schädeldecke aufgefunden. — Gegen Abend brachte sich ein junger Mann vor der Wohnung seines Vaters, Wendenstr. 6, angeblich aus Kummer über den Tod seiner Mutter etwa 20 Messerstiche in den linken Unterarm bei. Er wurde nach Anlegung eines Nothverbandes nach dem Krankenhause an» Urban gebracht.— Abends war der Arbeiter Schulz mit dem Vogelhändler Jahn, Breslauerstr. 23, in Streit gerathen und schlug mit der Faust in die Glasfcheive der Laden- lhür. Durch die Glasscherben»vurde ihn» dabei die Pulsader des rrchten Armes durchschnitten, so daß seine Ueberjührung nach dem Krankenhause an» Friedrichshain erforderlich wurde. TTzenker. TljautitS'Eheaker.„Der Mensch ist das Maß aller D»nge, sowohl der seienden,»vie sie sind, als der nicht seienden, daß sie nicht sind." Mit diesem Ausspruch hat schon Protagoras die Entdeckung Kants von der Subjektivität der Sin. esq alttüten voriveg genommen: Die Dinge sind,»vie sie uns erscheinen. „Dem Reinen ist alles rein", sagt ein deutsches Sprichivort. Den Lustigen belustigt alles, der Sch-vermüthige aber sieht die Welt slir ein Jammerthal an. Aber trotz dieser Projektion innerer Zu- stände nach außen, oder vielmehr'gerade»vegen derselben»vird der zur Lustigkeit disponirte diejenige Unigebung suchen,»velche zur Veräußeriichung seiner Stimmung Gelegenheit giebt, e»»t- sprechende Gesellschaft, das Lustspiel, die Posse, während der ernst oder pathetisch gestimmte das Schauspiel, die Tragödie oder gar das Rührspiel vorzieht. Die Psychologie des Lustigen ist noch wenig untersucht und es»vären namentlich die zahlreichen Zivischenstufen zivische» dem einfach lustigen bis zum grotesk-komischen festzustellen. Die dreiaktige Gesangsposse„Ter Wetterfrosch"(von R. Kneisel und Hermann Hirschel, Musik von Steffens),»velche am Dienstag auf dem Thomas'Theater als Novität in Szene gegangen ist, zeigt in der Handlung große Steppe»», über»velche die Regie jedoch mit Kouplets und verschiedene heitere Intermezzos glücklich hiniveg geholfen hat. Namentlich sind die Späße Emil Thomas' lebhaft belacht»vordcn. Der Wettersrosch soll bekanntlich das Wetter„machen", als Posse ist es natürlich seine Aufgabe, lustiges Wetter zu beivirken und»venu das Publikum einen gehörigen Fonds elektrisch gespannter Disposition zur Lustigkeit mitbringt, so wird sich diese in einem Geivitter von Lachsalven entladen. Eine privatklage des Gemeindevorstehers von Rummels- bürg. Ad. Schlicht, gegen den Schriftsteller Ed. Herrgott, Redakteurs des„Rummelsburger Anzeigers"»vurde gestern vor dem hiesigen Amtsgericht verhandelt. Das genannte Blatt richtete in seiner Nummer 159 einen geharnischten Artikel gegen den Gemeindevorsteher und behauptete, daß derselbe sich in einer ge- Heimen Sitzung der Gemeindevertretung in versteckten Angriffen auf die Bürgervereine ergangen habe, um dieselben in den Augen der Gemeindevertretung zu diskreditiren. Der Artikel hatte weiter das Vorgehen des Gemeindevorstehers als eine lichtscheue Art des Kampfes, als tadelnsiverthe, systematische Methode des Ver- petzens»md Verhetzens gegeißelt und denselben vor solcher Kampfesweise gewarnt, da sonst das in der Redaktionsmappe befindliche schwere Geschütz in Thätigkeit gesetzt»verde»»»vürde. — Der vom Angeklagten angetretene Wahrheilsbeiveis mißglückte, da nur erwiesen»verden konnte, daß der Gemeindevorsteher Pflicht- gemäß den Vorsitz in einer Sitzung der Gemeindevertretung geführt hat, in welcher auch über die Bürgervereine von anderer Seite gesprochen»vorden»var. R.-A. Voigt, als Vertreter des Privatklägers erachtete in diesem Falle eine Freiheitsstrafe für angemessei» und das Schöffengericht erkannte auch auf zehn Tage Haft. Einem unkrzähiubaren Drange in die Ferne ist der Uhr- macherHellmuth Meyer zum Opfer gefallen,»velcher sich vor der IV. Strafkammer wegen Betruges zu verantworten hatte. Der erst 25 Jahre alte Angeklagte ist ein kleines psychologisches Räthsel. Er hatte in einem hiesigen großen Uhrengeschäst eine gut be- soldete Stelle als erster Uhrmachergehilfe und Werkführer und genoß das Vertrauen seines Chefs in besonderen» Maße. Er»var auch bei den Lieferanten der Firma wohlbekannt»»nd so fiel es keineswegs auf, als er bei einen» derselben eines Tages erschien, um drei goldene Uhren angeblich für seinen Chef ariszuivählen. Dieselben »varen jedoch für seine Prioatzivecke bestimmt, denn er lieferte sie im Geschäft nicht ab, sondern verschivand plötzlich vollständig von der Bildfläche/ ohne daß es gelang, eine Sp»lr von ihm zu entdecken. Sein Verschwinden»var um so räthselhaster, als er sein sehr kostbares Handwerkszeug und ein vollständrges Bett hier zurück- gelassen hatte. Die Erläuterung zu dem Verschivinden wurde erst durch die Rechnung des Lieferanten gegebei», in»velchem die drei goldenen Uhren als geliefert aufgeführt waren. Nach geraumer Zeit traf aus Eisenach ein Brief des Angeklagten an einen ehe- maligen Arbeitskollegen ein, in»velchem er denselben ganz»aiv bat, die zurückgelassenen Sachen ihm nach Eisenach nachzusenden. Natürlich»vurde der Ausreißer i»un festgenon»n»en und er»vußte zu seiner Entschuldigung nichts»veiter anzuführen, als ihn eine unbestimmte Sehnsucht in die Ferne zu dem thörichten Schritt veranlaßt habe. Der Gerichtshof verurtheilte den Angeklagtrn zu 3 Monaten Gefängniß. Der Kchtossermeister Hermann Schubert(Fabrik diebes- sicherer Thürschlösser, Firma Schubert u. Werth, Prenzlauerstr. 41) bittet uns um die Mittheilung, daß er mit dein Schlosserineister gleichen Namens nicht identisch ist,»velcher dieser Tage von der Berufskammer von der Anklage des Diebstahls freigesprochen wurde. In einer an den Palizeiprästdenten von pichthofen gerichteten Beschiverdeschrift»vurde eine Beleidigung der Beamten der Baupolizei gefunden und deshalb der Verfasser, Buchhalter M., unter Anklage gestellt. Der Angeschul- digte ist Buchhalter eines hiesigen Bauunternehmers. Der letztere hatte bereits zweimal einen Antrag auf Abnahme eines Roh- baues bei der Vauabtheilung der Polizei eingereicht, ohne daß er irgend welchen Erfolg dadurch erzielt halte. Zu seiner Ver- »vunderung erhielt er von dem betreffenden Bauivspektor den Auftrag, einen neuen Antrag einzureichen. Umvillrg über die entstandene Verzögerung ertheilte der Bauunternehmer seinen Buchhalter den Auftrag, eine Beschiverde an den Polizeipräsi- deuten zu richten. In diesem Schreiben bat der Verfaffer, eine Untersuchung darüber anzustellen,»vas aus den beide» ersten An- trägen geivorden sei,»venn dieselben nicht aus Nachlässigkeit oder Fahrlässigkeit bei Seite geschafft oder verlegt»vorden seien, so müsse Chikane vorliegen. In dieser Schlilßfolgerung erblickte der rw_<.__?____'J w* v— � � A._ f. C\\ � f— t t....... �... IC...... 4 � i v, i 1 4-,»(U/ia 4 ,%»• aJCa ein freisprechendes Urtheil. Bis auf die Schlußbcmerkung sei der Inhalt der Beschiverdeschrift als gerechtferttgt anzusehen. Dem Angeklagten, der in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt habe, sei zu glauben, daß ihm eine beleidigende Absicht fern ge- legen und»vas die Form anbelange, so könne der Ausdruck „Chikane"»vohl als ein ungeschickt geivählter, angesehen werden, brauche aber nicht als beleidigend angesehen»verden. Weg»« schwerer Sittlichkeitsvrrbrechen stand gestern der Kartograph Victor Zuber vor der dritten Strafkammer des Landgerichts I. Die Verhandlung»vurde unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführt, jedoch ging aus der Urtheilsverkünduug hervor, daß das Opfer des Angeklagten seine eigene johl 14 jährige Tochter geivesen war. Der Angeklagte wurde überführt, seit 6 Jahren einen verbrecherischen Lebenswandel geführt zu haben. Der Präsident erivähnte, daß eine Gesammtstraie von 100—150 Jahren Zuchthaus herauskommen»vürde,»venn das Gesetz nicht in so vielen Fällen ein Zusammenziehen der Einzel- strafen vorschreibe, es sei deshalb auf 6 Jahre Zuchthaus und 6 Jahre Ehrverlust erkannt worden. Zur Warnung für böse Zungen. In einer Privat- beleidigungsklage»var die verehelichte Maler Hintzer aus Berlin vor einigen Wochen vom Schöffengerichte zu 20 M. Geldstrafe verurtheilt, vorbei». Als nach beendigter Verhandlung die Par- teien»»nd Zeugen den Sitzungssaal verließe»», da rief die Ver- urtheilte einer Zeugin zu:„Pfui Sie haben einen Meineid ge- schivore»!" und dabei spie sie der Zeugin aus die Schulter. Die Zeugin stellte Strafantrag und so hatte Frau Hintzer sich gestern »vieder auf der Anklagebank einzufinden. Tie der Zeugin zuge- fügte schwere Beleidigung ließ sich nicht bestreiten, ebensoivenig ließ sich der Beiveis der Wahrheit führen, daß»virklich eine »»»»richtige Aussage beschivoren»vorden sei. Ter Staatsamvatt »vollte indessen aus die begreifliche Erregung Rücksicht genommen »vissen, in»velche die Angeklagte durch ihre damalige Verurthei- lung versetzt»vorden sei, deshalb beantragte er nur eine Gel!»- steche von 25 M. Ter Gerichtshof erklärte jedoch, daß von irgend»velcher Rücksicht gar keine Rede sei» könne. Die Aug» klagte habe die Zeugin fast in demselben Augenblicke sch»ver bo- leioigt, in»velchem sie die Strenge des Gesetzes einpfunden hatte. Das hätte sie veranlassen müssen, ihre Zunge erst recht im Zaume zu halten. Die Zeugen könnten solchen Bosheiten gegenüber nicht energisch genug geschützt»verde»» und daher sei auf 14 Tage Gefängniß und auf Publikationsbefugniß erkannt worden. Ii»»ino empfindliche Strafe»vurde gestern ein Zeuge genommen, der vor die 91. Abtheilung des Schöffengerichts geladen war. Die Terininssttlnde, zu der der Zeuge geladen war, war längst verstrichen und immer noch nicht abzusehen, waim die ihn interessireude Anklagesache zur Verhandlung gckhV »vürde. Der Zeuge ließ dem Vorsitzenden durch den Gene»- diener sagen, daß er geschäftlich behindert sei, länger zu es»vurde ihm aber die Antivort darauf, daß er»varten«W"' Trotzdem entfernte sich der Zeuge,, so daß die Sache, zu der* geladen»var, nicht zur Verhandlung kommen konnte. Ter o- richtshof nahm den Zeugen in eine Geldstrafe von 50 Mari rr legte ihn» außerdem sämmtliche Kosten für den ausgefallene» Termin auf. Devfc»»t»»»»l»tNge»». Die Stellung des Hausdiener, Der Ze-ltralverein der Haus- und Geschäftsdiener Mrini trat am 4. d. M. bei Teigmüller zu eiirer außerordentlichen neralversammlung zusammen. Der Syndikus des Vereins, V« Rechtsanivalt WolfgangHeine, erläuterte in einein lW" Vortrage die gesetzlichen Bestimmungen über die Stellung a geiverblichen Arbeiters mit besonderer Berücksichtigung der StelU" a des Hausdieners.... Nach dem Vortragenden sind spezielle Bestilnmungen I Haus- und Geschäftsdiener in den bestehenden Gesetzen nicht w■ halten, jedoch finden andere für gewerbliche Arbeiter gilstlst siimmungen auf die Hausdiener mit Anivendung. Diese-o' stimmungen finden steh' zerstreut in den verschiedenen Gesetz�' büchern. Tie maßgebendsten sind das schon seit 1793 gelff' Allgemeine Landrechl und die seit den» Jahre 1809 nicht wenig als achtmal umgestaltete Geiverbeordnung, welcher wieder e> Aenderung bevorsteht.. Jin Verlaufe seines Vortrages erläuterte der Vortragende o Rechte und Pflichten, die beiden Theilen aus dem geschlolstn Arbeitsvertrage erivachsen. In Bezug auf die letzteren besnw das Allgemeine Landrecht, daß der Arbeitsvertrag seinem ganz Inhalte nach erfüllt, verden müsse. Diese. Bestimlnung gelegentlich des Bergarbeiter-Streiks eine unheilvolle Auslegu- erfahren, indem die Aufforderung zum Streiken als eine-» n forderung zun, Ungehorsam gegen die Gesetze(Kontraktbicuch)„ kannt und bestraft»vurde. Diese Gesetzesinterpretation sei. n o; vom Reichsgerichte bestätigt»vorden. Redner»var aber in � Lage, mittheilen zu können, daß das Reichsgericht®. dieser seiner Auffassung zurückgegangen" vor einigen Tagen in einem ähnlichen Falle eine Entscheiv». dahin getroffen habe, daß die Aufforderung zum Streik(Kon» bruch) nicht strafbar sei,»vas für alle gewerblichen Arbeiter v Wichtigkeit ist..... Wenn es auch ziveifelhaft sei, ob Jemand zur Seist« einer Handlung gezivungen»verden könne, oder ob nicht v mehr der sich Weigernde im Weigerungsfalle nur z« C, Ersatzleistung des aus der Unterlassung einer bedingten Hanol� erivachsenen Schadens herangezogen»verden könne, so fe» es 0 vielfach vorgekommen, daß e»»» derartiger Zwang ausgeübt w«. Redner empfahl sich nicht dieser Gefahr auszusetzen. Der BN uftwttv« r 1 v i•"v/ i—' I—/----- u»-»,.. IQ*' beitsvertrag kann mündlich und schrijtlich geschloffen werden. � Abschluß des Arbeitsvertrages ist»vohl auseinander zu Halle» ffle, L- f«A-, A_____ V* 0e! Dauer des Arbeitsvertrages, die Kündigung»md Lohn ooer. rtSor 9rv> Ar» �tcVUCld) � d..r°h halt(ob per Tag, Woche oder Monat), gung die Berechnung erfolgt. Die Kündigling kann mündlich erfolgen. Der Arbeitsvertrag erlischt entlveder-„ Ablauf der verabredeten Zeitdauer oder durch Kündigung. nichts anderes verabredet, haben Haus- und Geschäftsdiene � unbestrittene Gewerbegehilsen(gewerbliche Arbeiter), sobald j einem Gewerbebetriebe mit irgend einer Hantirung, die zw" � »verbebetriebe gehört, beschäftigt werden, Anspruch aufch�'�z Kündigung. Zu bemerken ist jedoch, daß die Kündigung ledet» erfolgen kann, ohne an einen bestimmten Zeitpunkt gebunven zu>. MitMonatslohnAngestellte haben ebenfalls nur 14tägige Kundig � unter den gleichen Bedingungen, vorausgesetzt, daß nichts a"(st vereinbart»vorbei». Wird der geiverbliche Arbeiter entlassen der Verletzung der 14tägigen Kündigungsfrist, so hat erAnff..� auf entsprechende Entschädigung, ebenfalls, wenn der gerne" � Arbeiter selber das Arbeitsverhältniß löst durch Verschulde» Arbeitgebers(gröbliche Beleidigung, Mißhandlung oder � pünktliche Zahlung des Lohnes). Doch hat er in dtei � Falle dem Arbeitgeber für die Dauer des Arbeitsverträge»«j, Disposition zu stehen und muß auch auf Erfordern zur" zurückkehren.. Der Gesinde-Ordnnng untersteht ein Hausdiener � dann, wem» er lediglich oder vorwiegend mit häus»»%«. Arbeiten beschäftigt»vird, sonst hat er Anspruch auf d»e � stimmungen der Gewerbe-Ordnung für geiverbliche� Ar» � Geschäfts- und Ladenportiers sind demzufolge»»nzweiselhal ,, Gewerhegehilfen zu betrachten, die eigentlichen H" portiersaber nicht., Redner verbreitete sich sodann noch über den Prozep Zuständige erste Instanz ist bekanntlich die Geiverbeoep»"«-z des Magistrats, als Berufungsinstanz ist das Amtsgericht?�- gebend. Bald jedoch»verde an diese Stelle das Gewerbe-sey Jji. gericht treten, für Berlin»vahrscheinlich schon am 1. April« Da hierbei kein Prozeßvertreter(Rechtsbeistand) zulässig empfahl der Vortragende fleißiges Studium der einschwS Gesetze.(Beifall). flllnj An den Vortrag knüpfte sich eine ausgedehnte Frageste( und-Beantivortung, nach deren Beendigung die Wahle»' � Rechtsschutz-Kommission vollzogen wurden. Es wurden ge. die Kollegen Kaiser, Ring, Hannemann, S ch* � Scharm, Drömer und Siering. Sodann gelangte � Pctilionslisten betr. Einführung der Sonntagsruhe,>.j» Billets für das zun» Besten des Stellennachweisen 9. November in May's Festsälen, Beuthstraße 20,' p- findende Vergnügen zur Ausgabe. In Rücksicht auf diel?' »vie auf die Weihnachtszeit fallen die üblichen geselligen A � für November und Dezember aus, dafür findet � 18. November eine Mitgliederversammlung statt. Neu � genommen»vurden, 34 Mitglieder und vom Vorst?,.�r Kollegen B e n d i x, begrüßt. Die Versammlung genehmigte l � den mit dein Stellenvermittler abgeschlossenen Vertrag, u»» Kollegen wurden dringend ermahnt, den Stellennachiveis 0? z» straße Nr. 21) im Bevar sfalle zu benutzen und für densel» »virken, insbesondere durch Meldung von Vakanzen. I" einstimmig zur Annahme gelangten Resolution erklärte die � sammlung, nur in solchen Lokalen Versammlungen»»ud.!» gnügungen abzuhalten,»velche zu allen Arbeiterversam»"' zu haben sind. Ein Antrag, die Fachzeitung„Einigkeit>»,ii als Publikationsorgan anzuerkennen,»vurde bis zur Versammlung vertagt. Zur Kenntniß der Versammlung" der Vorsitzende»och folgende Bekanntmachung:„Die Vertre» Interessen der Gastivirthsgehilfen machen hierdurch bekannt, d»l � Beschluß einer öffentlichen Gastwirthsgehilfeu-Versaminlun? 4. d. M. die Arbeiter Berlins aufgefordert werden, nur diefe„x- Gastwirthsgehilfen durch Verabfolgung von Trinkgeldern Z" stützen,»velche sich solidarisch mit den Bestrebungen der A. erklärt haben durch Beitritt zum Verein Berliner Gast". � gehilsen." Diese Aufforderung wurde vom Kellner®, ist' »lügend motivirt. Nachdem noch Kollege K e ß l i n k e die" pst1 Berliner Streik- Kontrolkommissionj beschlossenen Boyko»»»,»» zwei Schlächtermeister bekannt gegeben und der Fra gekäst �l' ledigt»var, schloß der Vorsitzende die außerordentliche G-.sp» Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf das fernere Ak zsl-' Blühen und Gedeihen des Zentralvereins der Haus- und Q-er diener Berlins. Fi»brikarl'eitrri»»»»«»r-Nrrl'a«»n,lntta. =—............................>« f»'m Mit den Zuständen in der Berliner VelveZab'-O. � Köpeuickerstraße beschäftigte sich gestern Abend bei Joel,-,!•, straße, eine sehr stark, besonders von Fraiien stark bes»»�,,,,,) sammlung. Die Tagesordnung lautete: 1. Die Maßrcg Arbeiter und Arbeiterinnen der Velvetfabrik in der Köpenicker- l�aße. 2. Wahl von zwei Telegirten zur Berliner Streik-Kontrolkom- Mlton, 3. Vorlage des Lohntarifs. 4. Verschiedenes. Zur Leitung Geschäfte erivählte die Versammlung Fräulein Bader, Frau jMchmn und Frau Prochnoiv. Frau Gubela hatte das Referat. ®le beleuchtete die Zustände in der Velvetfabrik, hauptsächlich in w Verwaltung, kritisirte die willkürlichen Handlungen der ein- äcknen Meister, Werkfiihrer und Komtviristen. Ferner beklagte Iii den Jndisserentismus vieler der dort beschäftigten Arbeiterinnen, Welche ein einmüthiges Vorgehen verhindern. Sie geht dann zu °en Maßregelungen über und bespricht die Ursache derselben aus- suhrlich. In einer Versammlung, welche in der vorigen Woche !>> Uebel's Salon stattfand, und die sich mit derselben Fabrik be- Ichüftigte, wurden zwei Kommissionen gewählt, eine Agitations- "»mnission und eine Lohnkommission. Am Tage darauf wurden dann ein Arbeiter und eine Arbeiterin der «abrik, welche Mitglieder der neu gewählten Agitations- Immission geworden waren, aus der Arbeit entlassen. w- wurde hierbei als Grund angegeben, daß bauliche Verände- Zungen die Entlassungen verursacht hätten. Hierniit in Wider- IPtuch stehe aber die Aeußerung eines Meisters. Derselbe habe icklärt, die Mitglieder der Lohnkommission würden sie in Arbeit schalten, jedoch die Mitglieder der Agitationskommission würden entlassen werden, da sie Ausheher in der Fabrik nicht brauchen Wunen. Rednerin ersuchte die anwesenden Arbeiterinnen der Fabrik, sich recht lebhast an der Diskussion zu betheiligen und lelbsi alle ihre Klagen vor die Oeffentlichkeit zu bringe».(Leb- hajter Beifall.) Tie Diskussion wurde eine lebhafte; es nahmen, nachdem sie «ocq von mehreren Seiten dazu aufgefordert waren, verschiedene m der Fabrik beschäftigte Arbeiterinnen an derselben Theil und fachten ihre Beschwerden vor. So fragte eine Arbeiterin, die jwreits mehrere Jahre in der Fabrik beschäftigt ist, nach dem verbleib der ihnen sehr häufig und oft in beträchtlicher Höhe ab- S-uommenen Strafgelder. Es werde zwar gesagt, die Gelber würden � Unterstützungszwecken verwendet, doch wisse von den in der Fabrik �schäftigten Arbeitern und Arbeiterinnen Niemand von einer der- uuigel, Benutzung dieser Gelder. . Von anderen Rednerinnen wurde über lange Arbeitszeit und »der damit Hand in Hand gehende schlechter Löhnung geklagt; lerner wurde darüber Beschwerbe geführt, daß die sanitären Vor- lehrungen, trotz der ungesunden Beschäftigung, sehr mangelhafte Ijuen. An der Diskussion betheiligten sich: Reisewitz, Großen, �sunann, Chaim, Kutscherra, Dieß, Schmidt, Rautenberg, Gundermann. Von den anwesenden Arbeitern der Fabrik wagte « keiner, trotz aller Aufforderungen, hervorzutreten und öffentlich Uder ihre gedrückte Lage Klage zu sichrem Auch von den an- - v-- y w vnwiv■vwyv aviuv�v gn jui/ic-u««uuj wii w»i uii' wesenden Vertretern des Fabrikanten, den Meistern und Komp- Fristen, trat keiner zur Widerlegung oder Vertheidigung auf. 4ie Herren verließen vielmehr während der Verhandlungen den «aal. Die Versammlung zog aus diesem Verhalten den Schluß, l ß alle Beschwerden auf Wahrheit beruhen, und daß die Ver- treter treten. des Fabrikanten außer Stande seien, dagegen aufzu- wurde dann von Frau Kutscherra der Lohntarif vorgelesen, „. Arn die in vergangener Woche gewählte Lohnkommission aus- forh>■ �tte. Außer einer ganzen Reihe von Lohnerhöhungen w.,°ie Kommission in einem offenen Schreiben an Herrn vnn �, twn Besitzer der Berliner Velvetfabrik, feste Einhaltung bon halbstündigen Frühstücks- und VeSperpausen, Anbringen <»"Schirmen an die Gashähne zum Schutze der Augen und von tsnu auf den Klosets und vor Allein Einstellung der Gemäß- Js�tem Nach einer sehr ausgedehnten Debatte, an der sich zahl- (che Rednerinnen belheiligten, wurde der von der Kommission -gearbeitete Lohntarif einstimmig angenommen. m,-ourn dritten Punkt der Tagesordnung wurde von Fräulein tnm' A6 Wahl von zwei Delegirten zur Berliner Streik-Kontrol- ArW'wn als Vertreter der in der Velvetbranche beschäftigten zh�Ierinnen befürwortet. Diesem Antrage wurde ohne weitere ltou �«rch die Wahl von Frau Kutscherra und Frau Ingwer '""gegeben. wurden dann noch nachfolgende Resolutionen einstimmig iiik?: 1. Die Versammlung erklärt sich mit den Aus- .u�wsge» der Referentiil einverstanden und verpflichtet sich, auf ,( leitigung der in der Berliner Velvetfabrik herrschenden Zustände zuarveuen. L. Die heute in Joel's Saal anwesenden'Arbeite- Berliner Velvetfabrik erklären sich mit den en der Reserentin einverstanden und ver- sich, dem allgemeinen Arbeiterinnenvcrein beizutreten. !'unen der ö. cV.. vv.u uuycmvmcis vv«,vuv blf(tt.rü10?9""9' daß die Berliner Streik-Kontrolkommission ü Wi. I- des Schlächtermeisters Sagert, Zentral-Ma- über t. des Echtächlermeisters isagerr, �jenirar-Markt- St,'■ �kand 10, 2. des Schlächtermeisters Kehrberg, Oderberger- diefo m7' tea Boykott verhängt hat, erklärt die Versammlung, fliw. Beschlüsse beizutreten. Es wurde auch noch ein Antrag bei?"ach Schluß die Tellersammlung fortzusetzen und >U'if Uberschuß dem allgemeinen Arbeiterinnenverein zu über- fik'e"> Nach Erledigung der Tagesordnung schloß die Vor- Nu.* hie Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die �nationale Sozialdemokratie. siir x A»hnfs Wahl eines Vertrauensmannes >n% Ireis Niederbarnim fand am Sonntag, 2. Novbr., ��.«ßensee im Sternecker, Bai champ§tre, eine große Ver- (Iiminl-!"''•"' w*vv..»-v» v»,—'——----- x*----/-- rj------ de», yh?»®eU0ilei1 des Niederbarnimer Kreises statt. Nach- betg h Bureau, bestehend aus den Genossen Lange- Friedrichs- "«bin V 1 c Hü Weißensee und Ehlert- Pankow, gewählt war, ® t n h ♦ l1 Neichstags- Abgeordnete des Kreises, Rechtsanwalt � 0". Abgeordnete des "»eon».-»•-- Zu einem einleitenden Vortrag das Wort. bort durch ein Versehen gleichzeitig in Reinicken- Ais �.BolkS-Versammlung tage. Dann geht der Vortragende r. Suu'fation ein und erklärt hierbei, daß die Partei kein ein--!' daß das Anit eines Vertrauensmannes gleichsam das Vros�n driefträgers der Partei sei, daß derselbe über die !!lah' �"verbreitung Bericht zu erstatten und Mittheilungen zu dsiinn»'. 9" der Frage, ob ein oder mehrere Vertrauens- '"chrer-&U wählen sind, giert Redner zu bedenken, daß der Versuch, Nr jin, Vertrauensmänner zu wählen, den Verlust der Organisation zu idi-Kr6 lladen könnte unv empfiehlt, nur einen Vertrauensmann Vertra?,-�"d es jedem Ort zu überlassen, für sich selbst einen zeicLhAwmann �en er auch als Kontroleur und Sammler, be- "sie fni� wählen. Die Geldsammlung würde gegen Quiltungen, sei früher bestanden, zu geschehen haben. Im Uebrigen wuz Organisation kein Reif, der uns zusammenhält, sondern Nach Jw zusammenhält, das sei die Gemeinsamkeit des StrebenS Prag., wlrlben Jceal. Der Vortragende entivickelte nun das schämig""' welches er in drei Theile zerlegt: 1. eiilen wissen- NundV1�1'-2' 0611 I6''' welcher den„Zukunftsftaat"�be- sind' r. finN me Forderungen, welche an den heutigen Staat zu B�Phem h' Re erent ergeht sich noch kurz über den ersten Para- zlrtisin, Programms, welcher die Ouinteffenz(den Kern) des o I» h enthalte. �"baurJ..• f'10n beantragt zunächst Kreutz- Neu-Hohen- «ilie» Vertrauensmann für den Kreis, sondern ein »u�Uiae,.?■".*« e0n dreizehn Personen zu wähle». Ferner g�I&enw 1% on der Diskussion die Genossen Grünenberg- O°Ißeus--'»Baum, Berget- Weißensee, Caspar- Neu- t»9- S,' B e r n i tz k y- Friedrichshagen, P l a s s e- Friedrichs- A kl: R-. h" g e n. Abels- Welßensee stellt folgenden A n- ftSft'mer e ra8e einen Vertrauensmann für den ganze dtieder- x b,«�ci§ und speziell für jeden Ort des Kreise je nach «> �«Nn, Auen oder zwei Sammler, welche die Beiträge Ii i m m" �ulgegenzunehmen, zu wählen. Dieser Antrag wurde do- Z»r an".?«» g e n o m ni e n. (-.MdiwA 0 eines Vertrauensmannes für den Kreis wurden §�u i f" I P k a s s e- Friedrichsberg, Caspar- Neu-Weißen- tü�Al m Kreutz- Neu-Hohen-Schönhalisen, S ch ö d e r- llz'.qi.ih- Weißensee, Hirsch- Weißensee und Rosen- Gummelsburg. Die vorgeschlagenen Kandidaten lehnten sämmtlich zu Gunsten des Genossen P l a s s e ab, welch letzterer dann einstimmig zum Vertrauensmann gewählt wurde. Zu Punkt 4, Verschiedenes, warnt Genosse Stadt Hägen vor Unbesouiienheiten; da Handlungen, welche zur Zeit des Sozialistengesetzes strafbar waren, wenn zur Zeit genannten Ge- setzes begangen, noch fünf Jahre nach dem Fall desselben strafbar bleiben; also Vorsicht vor Spitzeln! R e i n h a r d t- Weißensee ladet zur Betheiligilng an der demnächst in Aussicht genommenen Errichtung einer Arbeiterakademie ein. Recht erbauliche Mittheilungen über die geistigen Waffen unserer Gegner machen zwei Genossen aus P a n k o w. Zunächst theilt Genosse Schocke! mit, daß in diesem Ort der Amts- Vorsteher Schwartze den, Plakat- und Zettelankleber untersagt habe, derartige(d. h. sozialdemokratische) Plakate anzukleben und ihm gedroht habe, wenn er noch einmal„solche" Zettel anklebe, dann würde er ihm etwas anderes zeigen. Außerdem habe der Amtsdiener, Süskow mit Namen, bei dem einzigen Restaurateur, der uns dort freundlich gesinnt sei(Borchardt, Schulzestraße), sich nicht gerade sehr zuvorkommend benommen; unter anderem habe derselbe unser Organ mit schönen Titeln belegt. Schocket forderte die Genossen auf, Pankow so viel wie möglich zu meiden, oder anderenfalls nur bei Borchardt, Schulzestratze, ein- zukehren. Genosse Bilz- Pankow theilt mit, daß der Amtsvorsteher ihm die Bescheinigung über die von ihm angemeldete erste Sitzung eines Lese- und DiSkutirvereins(beim Gastwirth Borchardt) ein- fach verweigert hat. Nachdem Genosse Stadthagen noch in einem kurzen, beifällig aufgenommenen Schlußwort die Ueber- zengung ausgesprochen hatte, es gehe trotz alledem vorwärts, vor- wärts und abermals vorwärts! schließt der Vorsitzende die Ver- sammlung mit einem dreimaligen Hoch auf die internationale, völkerbefreiende Sozialdemokratie. Eine sozialdemokratische Volksversammlung für Friedenau, Steglich»nd Umgegend tagte am Sonnabend unter Vorsitz des Genossen Braun. Die Berichterstattung über den Parteitag zu Halle hatte Genosse Bruhns-Berlin übernommen. Er löste seine Aufgabe unter dem Beifall der Versammlung. In der Diskussion sprach zunächst Wilhelm Werner-Berlin seine Ver- wunderung darüber aus, daß man sich wegen der Bericht- erstatiung nicht an die Delegirten des Kreises gewandt habe, ganz abgesehen von seiner Person mußte man doch zunächst Wernicke-Charlottenburg oder Schütz-Rixdors fragen. Aber man hat diejenigen, die man als Vertreter des Kreises hingesandt, einfach unbeachtet gelassen, was jedenfalls nicht schön sei. Redner berichtet dann über den Parteitag und seine Stellung, welche er den einzelne» Anträgen gegenüber eingenommen habe.— Nach längerer Debatte, in welcyer Arbeiter Fritsche gegen Werner unter Unruhe der Versammlung sprach, wurde folgende Resolution mit allen gegen 3 Stimmen angenommen:„Die Volksversamm- lung von Friedenau, Steglitz uud Umgegend erklärt sich mit den Beschlüssen des Parteitages der Sozialdemokratie einverstanden und spricht dem Genossen Werner für seine Thätigkeit ihre An- erkennung aus. Sie beschließt die auf dem Parteitag zu Halle gefaßten Beschlüsse mit aller Kraft zur Ausführung zu bringen, überall, wo sich Gelegenheit bietet, für die Interessen der Sozial- deinokratie einzutreten und nach wie vor für die Partei zu agitiren und zu arbeiten. Ferner wünscht die Versammlung, daß das„Verl. Volksblatt" jetzt aber auch mit der nörgelnden Schreib- weise gegenüber einzelnen Genossen der sogenannten Opposition aufhöre, damit die Streitaxt endlich begraben sei." Unter„Verschiedenes" wurde noch bekannt gemacht, daß die Arbeiter in Schöneberg den Saal der Schloßbrauerei vorläufig nicht zu Versammlungen bekommen. Näheres wird seitens der Lokalkommission mitgetheilt werden. Außerdem wurde noch bean- tragt, einen Arbeiterbildungsverein zu gründeu. Diesem Wunsche wird in kürzester Zeit Rechnung getragen werden. Der Vorwurf, daß das„Berliner Volksblatt" sich„gegen einzelne Mitglieder der sogenannten Opposition einer nörgelnden Schreibweise" bediene, ist durchaus u gerechtfertigt, und wir weisen denselben entschieden zurück. Wir lassen uns nur keine„Annörgelungen" gefallen und gedenken in diesem Vorsatz keine Äenderung eintreten zu lassen. Was den weiteren Inhalt der Resolution betrifft, so verweisen wir auf den Wortlaut des Urtheils der 9 er Kommission und seiner Begründung, den das demnächst erscheinende offizielle Protokoll des Parteitages zu Halle bringen wird. Der Kongreß hat dieses Urtheil in allen seinen Theilen ge- billigt; er ist die höchste Instanz der Partei, und kein Beschluß einer Versammlun in Friedenau oder an einem anderen Orte kann hieran etwas ändern. D. Red.) Gine antzcrordrntlichc Mitgliederverfammkmrs des Vereins der Plätterinnen fand am Montag statt. Die Mit- glieder, welche durch Flugblatt und Inserat im„Berliner Volks- blatt" eingeladen worden, standen in großen Haufen vor der Eingangsthür des Saales und im Garten und diskutirten, wie es möglich sei, daß eine Mitgliederversammlung mit einer so wich- tigen Tagesordnung: Abstimmung über Auflösung des Vereins, resp. Anschluß an die Gesammt- Organisation der gesammten Arbeiter und Arbeiterinnen der Wäschebranche, stattfinden kann, während selbst Vorstandsmitgliedern der Eintritt versagt wurde, da in den Flugblättern vermerkt war, daß der Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches gestattet sei. In dem Inserat des„Berliner VolkSblatt" war der Vermerk nicht angeführt. Da nun dem Theil der Mitglieder,, welche kein Flugblatt erhalten haben, jedoch Leser des„Berliner Volksblatt" sind, nichts von einer Legitimation bekannt war, so mußten diese zusehen, wie den extra Eingeladenen der Zutritt gestattet wurde. Im Saale selbst zeigte sich, daß sogar Herren, welche Nichtmitglieder waren, anwesend waren. Die Vorfitzende des Vereins, Fräulein Sydow, eröffnete um' 9. Uhr die Versammlung und fragte an, ob Herr Möhring, wie bisher, die Versammlung leiten solle, da er in der letzten öffentlichen Versammlung„in den Schmutz getreten worden sei", und sie nicht wisse, ob die Plätterinnen die Meinung der Zuschneider theilen. Hierzu sprach Herr Koopmann. Er führte an, daß eine öffentliche Versammlung mit der Mitgliederoersamm- lung nicht zu vergleichen wäre; in ersterer wird jedesmal ein Bureau gewählt, in der Mitgliederversammlung habe er bis jetzt die Versammlungen geleitet und er sehe nicht ein, weshalb er, bevor man nicht den Mitgliedern Beweise vorbringe, des Ver- trauens der Plätterinnen nicht mehr würdig sein solle. Nach dieser Erklärung übertrug die Versammlung Herrn Möhring die Leitung. Nunmehr stellte Herr Möhring die Frage, ob den Mitgliedern, welche draußen ständen, der Einlaß gewährt werden solle. Ein allgemeines Murmeln zeigte, daß die Anwesenden theils mit„Ja", theils mit„Nein" stimmen würden. Herr Möhring hielt es aber für dringend nöthig, daß die Frage mit einem„Ja" beantwortet würde, und den Außenstehenden wurde der Eintritt gewährt. Nachdem der Vorsitzende sie wiederholt aus- gefordert hatte, an der Versammlung Theil zu nehmen, mußte man sehen, daß sie nunmehr sämmtlich auf ihr Siecht verzichteten und diesem Rufe nicht Folge leisteten. Sie besprachen vielmehr im Nebensaal bei einem Glase Bier die letzten Vorkommnisse und zwar so laut, daß die Versammlung wahrnehmen konnte, daß die Ausgesperrten nicht mit der getroffenen Maßregel sich einverstanden erklären konnten. Herr Möhring macht inzwischen bekannt, daß Punkt 1 und 2 nicht erledigt werden könnten, da der Referent, Herr Rechtsanwalt Heine, abgeschrieben habe. Er ging zu Punkt 3 über und führte der Versammlung den Beschluß der öffentlichen Versammlung vom 19. August nochmals vor, ferner den Bericht der Kommission, welcher von Herrn Grashold vor acht Tagen in der öffentlichen Versammlung erstattet worden uud ersuchte alle Plätterinnen, sich hierzu zum Wort zu melden, damit es nicht den Schein gebe, als ob eine Hammelheerde dem Schäfer nachlaufe, wie in wüheren Ver- sammlungen ausgeführt wurde. Die Diskussion gestaltete sich zu einer sehr lebhafreu. Zunächst wurde den Zuschneidern von Fräu- lein Grothe gehörig der Kopf gewaschen. Sie führte an, daß in der letzten Versammlung allen denjenigen, welche nicht auf der Seite der Herren Grashold und Koopmann gestanden hätten, das Wort versagt oder daß sie herunter- geschrien worden seien. Ans diesen Gründen empfehle sie Herrn Möhring vor wie nach das Vertrauen zu schenken und nicht den Verein zu Gunsten einer Gesammtorganisation auf- zulösen. Rodnerin erntete für ihre Ausführungen reichen Beifall. Der folgende Redner war Herr Koopmann. Er ersuchte zunächst, alle Vorurtheile, welche gegen seine Person beständen, da Frl. Sydow in der letzten öffentlichen Versammlung gesagt habe, er trage den Mantel auf beiden Schultern, und er halte sich jetzt mehr zu den Zuschneidern, als zu dem Plätterinnenverein, fallen zu lassen. Er habe nicht nur in letzter Zeit, sondern schon bei Gründung des Vereins in den Reihen der kämpfenden Kollegen mit an der Spitze gestanden, habe sich nicht dem Verein der Plätterinnen aufgedrungen, sondern man habe ihn gesucht und gebeten, dem Verein seine Kräfte zu gewähren. Wenn er diesem Rufe nachgekommen, so habe er es für seine Pflicht gehalten. Um das Prädikat eines Ehrenmitgliedes habe er nie gebuhlt, sondern stets darauf hingewiesen, daß in der Arbeiterbewegung solche Verdienste überhaupt nicht existiren, sondern daß Jeder, welcher gerufen ist und befähigt dazu ist, diesem Ruf folgen muß, wenn es auch, wie es ihm passirt, geschieht, daß erseinBrot dadurch verliert. Um letzteres in Zukunft verhüten zu können, sei es Pflicht, für eine Gesammtorganisation einzutreten. Nicht sollen die Plätterinnen sich passiv halten und sagen, was kümmern uns die Näherinnen, Zuschneider und andere Branchengenossinnen, sondern wenn die Plätterinnen eine Macht zu sein glauben, was Redner gern zu- giebt, so sind sie erst recht verpflichtet, diese Macht zur Geltung zu bringen, indem sie für eine Vereinigung der gesammten Wäschebranche eintreten. Redner führt noch an, daß wenn auch heut die Plätterinnen beschließen sollten, sich nicht aufzulösen, in nächster Zeit sich eine Eesammtvereinigung vor ihren Augen ent- wickeln werde. Dann wird es sich zeigen, wo das wahre Wollen und Können vorhanden ist. Die nächste Rednerin, Frau Klukowski, sprach sich ini Sinne des Herrn Koopmann aus. Frau Krüger wünscht, daß die Plätterinnen allein bleiben. Fräulein R e i m a n n ist der Ansicht, daß man nach den letzten Versammlungen Frau Wagner, Frau Klukowski und Herrn Koopmann aus dem Verein ausschließen möge, da sie die Interessen der Plätterinnen nicht wahrnehmen. Frau Trott spricht noch gegen eine Auflösung. Das Schlußwort hat Hr.Möhring. Derselbe erklärt sich mit den Ausführungen des Herrn Koopmann ganz einverstanden, kann ihm das Zeugniß ausstellen, daß er in jeder Weise für die Interessen der Arbeiter eingetreten ist. Auch hier habe er für das Wohl des Vereins der Plätterinnen gewirkt. Redner ersucht nun die Anwesenden, sich eine Ueverzeugung zu bilden und danach zu stimmen. Hierauf wurde zunächst festgestellt, wieviel Mitglieder anwesend waren: von ca. 700 waren 194 anwesend. Die Frage: Wollen die Plätterinnen sich einer Gesammtorganisation anschließen? wurde mit 192 gegen 2 Stimmen verneint. Nach diesen, Resultat ersuchte Herr Mühring den Verein durch Werbung neuer Mitglieder kräftig zu unterstützen, um, wenn die Zeit gekommen wäre, und es sich rath- sam erscheint, einer Gesammtvereinigung den Vorzug zu geben, sich dann geschlossen dieser anzuschließen. Sodann machte der- selbe noch bekannt, daß die Kassirerin, Frau Stuckhardt, Kraut- straße 14, 4 Tr. alle Tage Abends nach 8 Uhr Beiträge entgegen nimmt, sowie neue Mitglieder aufnimmt. Uoliisbüync. Am Sonntag, den 9. November, findet Nachmittags Uhr, die zweite Vorstellung der„Freien Volksbühne" für die erste Ab- lhetlung(rolbe Karten) statt. Zur Aufführung gelangt das soziale Drama von Gerhard Haupt« mann: Ä o r So n nenaufgang. Am Freitag, den 7. November, hält die„Freie Volksbühne" Abends Ssj Uhr, im Saale des Böhmischen Brauhauses, Landsberger Allee It, eine große Versammlung für Damen und Herren ab, in der Herr Dr. Bruno Wille über das Drama„Vor Sonnenaufgang" einen Vortrag halten wird. tgrohr öffentlich« Uerfanemlung der soiialdelnoiirntil'chen Part ei- genoffen de« 4. berliner Rrichstago-Wahlkreisro im Gsten Heriii»» am Donnerstag, den o. November, AbendS s Uhr, in Joel's Festsülen, Andreasstraße 21. Srto-Kranlteniinsse der Strumpfwiriicr. Montag, den 17. November» Abends S Uhr,----—-----.._. straße 11. Tat und die Höhe....................______. stand«? für das Jahr issi. 3. Wahl deS Rechnungs-Prüfungsausschusses für das Jahr 1899. 4. Verschiedenes.— Tie Kafsenmttglteder und Arbeitgeber werden nach§ 44 des Statuts hierzu eingeladen. Freie Nereinigung der Kauffeute. Große öffentliche Versammlung bei Zemter, Münzstr. u, am Donnerstag, den o. November, Abends 8% Uhr. Jedermann hat Zutritt. Näheres stehe Säulenanfchlag. Perein rhriiialiger Schiller der 98. Kemrindefchule. Donnerstag, den v. November er., Abends 9 Uhr, im Gssellschaftshaus„Ostend", RüderS- borferftr. 45: Sitzung. Ausgabe der Billcrs zum Eröffnungsfsst. Fachverein der Holl-»nd Hretterträger Kerlin». Am Donnerstag, den 6. November er., Abends 8 Uhr, in den„Central- Festsälen", Oranien- straße 180: Versammlung. Kroffe öffentliche Versammlung der Steinmeilen Kerlin» und ilm- gege»» am Freitag, den 7. November, Abends 8 Uhr, tn Mllller's Salon, Johannisstr. Nr. 20. Der Arbeitsnachweis der Klavierarbeitrr bestndel sich Naunynftr. 78, im Restaurant Winzer. Die iildressenausgabe findet an Wochentagen Abends von 8—% Uhr und Sonntag« Vorm. von 10—11% Uhr an Miigltwer wie an Nichtmitglieder unentgeltlich statt. Freie Nereinigung der«ialnaniseure und Berufsgenofsen Berlin« und Umgegend. Donnerstag den e. November, Abend« 8% Uhr, Mitglteder-Ver- sammluna in Feuerstein'« Salon, Alte Jakobstr. 75. Äerlinrr Hlatnrheilnerein Norden, 8% Uhr, tn der Brauerei Königstadt (Schönhauser Allee 10—11). Vortrag de« Herrn Dr. Klein: Wie wird und wie bleibt man gesund?— Gäste willkommen. «iroffr öffentliche Versammlung der sozialdemokratlschen Parteigenossen de« 2. Wahlkreises am Freilag, den 7. November, Abend« 8 Uhr, im Saale der Boikbier-Braucrei. Tagesordnung: l. Vorlraa. 2. Dtskuffton. 8. Wahl eine« Vertrauensmannes. 4. Berschtedenes. Die Parteigenoffen werben er- suchr, recht zahlretch zu erscheinen. Frieerichsselde. Ich ersuche alle diejenigen, welche stich für einen Arbeiter-B Ndungs-Bsr ein inlereffiren, sich am Sonntag, den 9. November, um 9 Uhr, Vormittags, Im Lokale des Herrn Mombcr, Frledrichsfelbc, Wilhelm- straße 9, behufs Besprechung einzufinden. R. Wolschky, Friedrtchsselde, Prinzen-Allce 13. ,, Zonentarif" für Eisenbahnreform. Donnerstag, den c. November, Abends 8% Uhr, ordentliche Versammlung im Restaurant„Englischer Hos". Zieue Roßstr. 3. Tagesordnung: I. Vortrag des Herrn Dr. Eduard Engel: Der Stand der Eisenbahnresormfrage. 2. Bericht über die Thättgkett des Verein«. 3. Anträge aus Abänderung der Satzungen. 4. VereinSangelegen- hetten. Roller' scher Stenographen-Verein„Gff-Keriin". Abend« 8% Uhr, im Restaurant Htnffche, Neue Köntgstr. 59. Unterricht— Uebung. Mitglieder-Versammlung der Allgemeinen Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter(E. H. Nr. 29, Hamburg) Berlin, Filiale 9 am Sonnabend den 8. November, Abends 8 Uhr, tn der Volls-Braueret, Alt-Woabit 49. Kranken- und Ketzräbniffkaffr de» Vereins sämmtiichrr Keriiso» klaffen, Verwaltungsstelle Berlin l. Sonnabend, den s. d. M., Abends 8 Uhr, Blumenstr. 78 bei Wollschläger. Tagesordnung: Borstandsprototoll. Anträge. Etatutenberathung. Eeschüstliches und Mtttheilungen. Kranke»- und Kcgröbniffkass« des Verein» sammtl. Kerufoklaffen, Berlin 2.(Ging. Hilsskassc Nr. 2). Versammlung am Sonnabend, Abend« 8 Uhr, bei Löskow, Prinzsnstr. 79i(Earrsnit>»mer). Neue Mitglieder beider- lei Geschlecht« und jeglichen Berus« vom 14.— 45. Lebensjahre werden tn jeder Versammlung, sowie beim Kasstrer I. Schumacher, Mariannenstr. 8, Hos 3 Tr., Abends 3—9 Uhr, Sonntag« 10—1 Uhr ausgenommen. Die Mitgltedcr werde» ersucht, recht zahlreich zu erscheinen, da die Wahl der Abgeordneten zur Generalversammlung auf dle Tagesordnung steht. Verein ehemaliger Schüler der 23. Gemetndeschulc, Sitzung am Don- ncrslag, den 0. November, Abends 9% Uhr, Grüner Weg 29 bei Säger. Tagesordnung: Kassenbericht pro Monat Oktober. Ausnahme neuer Mttgltever. Verschiedenes. Nach der Sitzung Ftdelitas. Gäste willkommen. Feke- und Diskniirklnds. Donnerstag.„Freiheit", Abends 8% Uhr, Naunnnstr. 86 bei gubeil. Tagesordnung: Borlesung. Distnsston. Berschtedenes. Damen haben Zutritt.—„Realismus" Abends 8% Uhr. — Verein„Volksbildung"(Männer und Frauen) Abends 9 Uhr, im Restaurant Nürnberg, Schönhauser Allee 28.— Lese- und DiSkutirtlud der Bäcker„Wach Aus", Nachmittags 5 Uhr, tn der Gr. Frankfurterstr. 99, „Franffurter Bterhallen". Ardeiter-Köngerdnnd Berlins und Umgegend, Abends 9 Uhr, Uebnngs- stunde. Ausnahme neuer Mitglieder.— Gesangverein„Einigkeit" lHut- macher), Rosenthalerslr. il— 12 bei S. Mtnner.— Gesangveretn„Edel- w e i ß", Melchiorstr. 15 bei Stehmann.— Gesangverein„Ii ch 0 2", Alte Schönhauserstr. 42 bei Reimann.— Gesangverein„Früh l ings tust", Floltwellstr. 5 bei Bartels.— Männerchor„St. Urban", Annenstr. 9 bei Protz.— Männergesangverein„Bora x", Admiralstr. 38 bei Pulow.— Gesangveretn„K 0 r n b l u in e", Blumenstr. 54 bei Wutlle.— Gesangverein „Hand in Hand", Skalitzerstr. 142 bei Greiser.— Gesangverein„D 0 r s- g l ö ck l e i n" Deutsch-Willmcrsdors, Berltnerstr. 40 bei Pietsch.— Gesang- verein des„Tisch lcrv e rbnn des" in Steglitz, Restaurant Htldebrand.— Gesangverein„H n r m 0 n i e", Tempelhos, Nestaurant Wesenberg.— Gesangverein„W eiße R 0 s e", Reinickendorf, Residenz- und Holländerstraben- Ecke bei Earo.— Gesangveretn„M 0 r g e n r 0 t h", RummelSbnrg, Gölhc- straße 9 bei Konrath. Gesang-, Tue», und gesellige Vereine. Donnerstag. Gesang- verein„Freundschaft", Abends«Uhr bei OSivald Berliner, Brunnen- straße.— Gesang- u. Wusttverein„FirmttaS", Abends s Uhr bei Schneider, Adalbertttr. s.— Johannisthal: Sesangveret»„Zukunft", Ab.« Uhr, ln Ludwig« Talon. Oa&ecffrficv Turnver-i», Männer- Abtheilung. Abends s-io Uhr, Eltsadeilistr. 57-69, ftöRigftäbt. Olumnafiiu». «Seselliaer Berein„R e g t n a", Ttynng mit Tanien, Abends Uhr. rn den Luisenstädt, Bierhallen, Alle Jalobsir.»».- Geselliger Club„Blau- neit che n", Abends 9 Uhr bei Stchmami, Melchiorstr. 15.— Pfropsenverein „W e d S t n fl", Abends Uhr bei St. Cngel, Müller- und Slnlonfiraßen-Scte. - Bergnügungsverel»„C a p r i e e". Abends s Uhr, Sitzung mit Damen im „Marienbad", Badstr. sd— rts, Saal i Tr. Rauchllub„Dezimal- SB nag e", Abends o Uhr bei Jnsinger, Krauls- sirahe 48.— Rauchtlub„St e r n s p t y t",'Abends St! Uhr bei Sl. Bohl, Rüders- dorfersir.».— Rauchklub„C o l l e g i a", Abends x Uhr, Slalitzersir. Nr. 83, Destillation Bäger.-„Humoristische Pfeifenbrüde r". Abends s Uhr, in Röllig's Salon, Sieue Friedrichstr. 43—44. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprech saals, soweit Raum dasür abzu- geben ist, dem Publikum zur Besprechung vo» Slngelegenheiten allgemeinen Interesses zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben ideniisizirt zu werden. Osfcn er Brief au die Gewerkschaften, freien H i l f s k a ff e n, N n t er st ü tz n n gs v e r ei n e u. s. w. Berlins. J» Anbetracht der seht sich immer mehr fühlbar machende» Inkonsequenz einiger Gewerkschaften hinsichtlich der Lokalsrage, insbesondere aber der Philharmonie, sowie auch Kaufmann's Variete, fühlen wir uns verpflichtet, aus Folgendes aufmerksam zu machen. Es ist wohl anzunehmen, dag noch in Jedermanns Ge- dächtniß sein mühte, welchen Kampf die Gesammt-Arbeiterschaft Berlins mit den Lokalbesitzern durchzumachen hatte, und wie es nur dein eisernen Willen, der Solidarität gelang, diesen Kampf siegreich zu Gunsten der Arbeiter zu Ende zu führen. Was müssen wir aber nun heute sehen V Nun, das, verschiedene Ge- iverkschaften, die Buchdrucker, Hausdiener, Kutscher, sogar die Hilfskasse der Gürtler u. A. den Begriff Solidarität sehr ein- seitig aufzufassen scheinen; wie könnten sonst einige dieser Korpo- rationen der Lokalkommission zuimithe»,»ur um ihre Vergnügungen in der nicht aus der Liste stehenden Philharmonie abhalte» zu können, eine besondere Volksversammlung einzuberufen, in der die Philharmonie als neutrales Etablissement erklärt und auf die Liste gesetzt werden soll. Wir antworten hierauf bezüglich öffent- lich Folgendes: Wenn der Besitzer dieses Lokals auch wirklich nach seiner Angabe einen großen Theil des Konzert-Publikums dadurch verlieren würde, daß er eventuell sozialdemokratische Ver- sammlungen abhalten ließe, so können wir dennoch seinem Wunsche, ihn auf die Liste zu setzen, nicht Folge geben und zwar deshalb nicht, weil wir keine Ausnahmeanhänger, sondern So- zialdemokraten sind, und weil es dann jeder andere Lokalbesitzer ebenso machen konnte und würde: und Anzeichen für Letzteres liegen genügend vor. Sind diese Korporationen damit nicht ein- verstanden, so können sie selbst eine Versammlung einberufen, ivir bleiben in dieser Frage konsequent und fügen uns der großen Majorität unserer Parteigenossen, die in zwei großen Ver- sammlungen schon vor Jahresfrist dieses beschlossen hat. Nun noch einige Worte zur Kennzeichnung der Herren Lokal- besitzer, die jetzt einen Zurückzieher machen. Der Besitzer von Kaufmann's Variete hat den Gastwirthsgehilsen ohne Grund die Hergabe des Saales verweigert. Weimann's Volksgarten— jetzt der Adlerbrauerei gehörig— ist ebenfalls für die Arbeiter nicht mehr zu haben. Restaurant Buggenhagen verlangt— trotz ent- gegengesetzten Versprechens der Patzenhofer Brauerei— wieder 40 M. Der Wirth vom Königstadt-Kasino erklärt, daß der Ein- gang 1 cm zu niedrig und Ve cm zu schmal sei. Bei Seeger dürfen die Arbeiter nicht ohne Kragen ins Restaurant u. s. w. Wohin wird das führen? Sollte nicht die bekannte Resolution der Brauereibesitzer ihre Wirkung haben? Wir meinen, es sollte jeder Arbeiter an die Zeil denken, wo man durch diese Stellungnahme seitens der Gastwirthe keine Versammlungen abhalten konnte, denn die Herren werden leider immer zu sehr durch die Ver- gnügungen unterstiitzt. Sehe daher jedes Komitee oder Vorstand erst nach der Liste— die zwar durch die neuesten Parteiverhält- nisse, welche durch den Ablauf des Sozialistengesetzes entstanden — wohl etwas vernachlässigt, jetzt aber wieder regelmäßig er- scheinen wird, und dann muß Jeder wissen, was er j» thun hat. Die Lokalkommifsion Berlins. I. A.: Heindorf. Werner. Jnsinger. (Telegramm des„Herold.") «2 November. Tie Emigrations-Bewegung Russtsch-Polen nach Brasilien ist trotz behördlicher Maßnahmen noch immer in stetiger Zunahme begriffen. au- Vviefkolpfen dev Nedaktiott' E. M. 1. Die deutsche Reichsverfassung ist ein Gesetz- welches so lange in Kraft bleibt, bis eine Aufhebung erfolgt 2. Das Buch können Sie in jeder Buchhandlung bekommen oder doch bestellen. Der Labenpreis ist uns nicht bekannt... tehmanir, Aoftizstr. Soweit wir uns entsinnen, muß M der Betreffende das Putzzeug selbst halten. E. W., Wrttenbrrg. Wenden Sie sich an den Parten vorstand. Treschowftra�e 7. Wenden Sie sich an einen Arbeiter' Stadtverordneten. Uuterstutzungsverein der Kupferschmiede. Sie müsfs" uns Ihre Versammlungen regelmäßig anzeigen. Die eine M" theilung genügt nicht. Schriftführer der Kürschner. Wie oft sollen wir darum bitten, bei Berichten nur eine Seite des Papiers zu beschreiben- LeseKlub Realismus. Sie haben Ihr Vereinslokal zu nennen unterlassen! ?>#. Weder für Alimente eines uneht,.'ichen Kindes noch für Gerichtskosten ist Lohnarrest zulässig. Achtung Töpfer! Alis dem Bau Spener und Lünebnrgerstr.-Ecke, woselbst der Töpserineister Ferd. Krause die Töpserarbeiten ausführt, habeil sKmmtliche Kollegen, welche dort arbeiteten, wegen Lohildifferenzen(es handelt sich um die Vereinbarung des Preises über altdeutsche Kamiilöfen) die Arbeit nieder- gelegt. Da keine Einigung mit Herrn Krause zu erzielet! ist, wird über den Bau die Sperre verhängt. Gleichzeitig haben sich die Kollegen, welche auf dem Bau Emdenerstr. 4 bei demselbeil Herrn arbeiten, sich mit dem Borgehen ihrer Kollegen solidarisch erklärt, indem sie ebenfalls unter den obwaltenden Verhältnissen nicht weiter arbeiten. I. A.: Carl Thieme. XB. Alle Kollegen werden hierdurch nochmals ersucht, die Gelder der sreiivilligen Sammlungen vom Sonnabend, den 8. d. M., ivieder im Lokale Große öffentliche Versammlung der Knhlmrif, Rosenstr. 30, an mich abzuführen. D. O. Hamburg- Amerikanisehe Postdampfseh iffahiü Hamburg-NewYork Soulhampton anlaufend Oceanfabrt«■ 7 Tage. Ausserdem regelmässige Postdampfer-Verbindung zwischen Härrc— Newyork. i Hamburg— Westindien. Stettin— Nowyork., Hamburg— Hayana. Hamburg— Baltimore.! Hamburg— Mexico. Nähere Auskunft ertheilt: Wilh. Mahler, Berlin N., Invalidens trasse 121 283 und August Langer, Berlin, Platz vor dem Neuen Thor 3 ?-Reste, Jve— 1Ä Meter, unterm Kostenpreis. Fabriklager Zimmerstrasae 86, H. prt. 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Haugk, BoeckW> Rum, Punsch, Glühwein,'> Fl-.'A Ingwer, Luft, Pommeranzen 1>1». Medlcin. Ungarwein. Vi Fl. Roth- u. Portwein..»Vi F>-.A empfiehlt Franz Beyetz 15. Prinzessinnen, traße Filiale:. Elisabeth-Ufttll> u. Spiel- 1925 1 Vereinszimmer ist an Parteigen� zu verg. Brunnenstr. 110 b. C. H��> Annahme) leb, Stranßbergersi�. Resterhandlung' Kammgarn z.-7a, U'" Jackets u. Kleidern. Trikot% � (gleich zugeschnitten). Pelz,»0� � ' n---—/ u" 31/' r 1 Plüsch, Federbesatz, Seide, � wie fertige Knaben-Anzüge ewpi � Karle, Waldemarstr�5� 971 .izrjrß» Dr. Hoesch, Homöopath- Artilleriestr. 27. 8-10, 5.' � Achtung I Kein Nur eigene Fabrikation, 25 SHslhet 1 Mark. Garantie rein amen Psi Tabake.-------t.. o 234 Rippentabak 2 Pl�- F. Dinalagr� � _ Kottbuserstraße Meyer's Lexikon sarhr � A. Sauer, Rüdersdorferstt. 3 kl. Wohnungen Wasserl.. 50-50 Thlr., zu vm. Rixdorf, Prinz Handst � Verantwortlicher Redakteur: C«rt Kaake in Berlin. Druck und Verlag von Mae Fading in Berlin SW., Benthstraße 2. 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